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Text
DUDEN
Das große Wörterbuch
der deutschen Sprache
in sechs Bänden
Herausgegeben und
bearbeitet vom Wissenschaftlichen Rat
und den Mitarbeitern der
Dudenredaktion unter Leitung von
Günther Drosdowski
Band2:Cl-F
Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich
Dudenverlag
Schlußbearbeitung:
Dr. Günther Drosdowski
Bearbeitung:
Dr. Rudolf Köster, Dr. Wolfgang Müller
Mitarbeiter an diesem Band:
Dr. Gerda Berger, Dr. Maria Dose,
Regine Elsässer, Heidi Eschmann,
Dr. Heribert Hartmann, Dieter Mang,
Dr. Charlotte Schrupp,
Verena Wirsching-Bayer M.A.,
Dr. Friedrich Wurms
Durchgesehener Nachdruck 1977
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Duden „Das große Wörterbuch der deutschen Sprache"
in 6 Bd. / hrsg. u. bearb. vom Wissenschaft!.
Rat u. d. Mitarb. d. Dudenred. unter Leitung von
Günther Drosdowski. Bearb.: Rudolf Köster;
Wolfgang Müller. - Mannheim, Wien, Zürich:
Bibliographisches Institut.
ISBN 3411-01354-0
NE: Drosdowski, Günther [Hrsg.]; Das große
Wörterbuch der deutschen Sprache
Bd. 2. Cl - F / Mitarb. an diesem Bd.:
Gerda Berger... - 1976.
ISBN 3411-01356-7
NE: Berger, Gerda [Mitarb.]
Das Wort DUDEN ist für
Bücher des Bibliographischen Instituts
als Warenzeichen geschützt
Alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, verboten
(<•) Bibliographisches Institut AG, Mannheim 1976
Satz: Bibliographisches Institut AG und
Zechnersche Buchdruckerei, Speyer (Mono-Photo-System 600)
Druck und Einband: Klambt-Druck GmbH, Speyer
Printed in Germany
Gesamtwerk: ISBN 3-411-01354-0
Band 2: ISBN 3-411-01356-7
Clos
Claim [kleim], das; -[sl. -s [engl.(-amerik.) claim, zu: to
daim = fordern, beanspruchen < afrz. clamer = (aus)-
schreien < iat. clämäre]: 1. Anspruch, Besitztitel. 2. Anteil
an einem Goldgräberunternehmen.
Clairet [kle're]. der; -s. -s [frz. clairet. eigtl. = bleichrot.
zu:clair= klar, hell < lat. clärus]: französischer Rotwein,
der wenig Gerbstoff enthält; Clairette Ücle'ret], die; - [frz.
clairette]: leichter französischer Weißwein; Clair-obscur
[klenps'ky.'sl. das; -[sl [frz. clair-obscur. aus: clair =
hell (< lat. clärus) u. obscur = dunkel (< lat. obscürus)]:
(in Malerei u. Graphik) Helldunkelmalerei: ein Gemälde
in C; <Zus.:> Clairobscurschnitt. der: Helldunkelschnitt
in der Holzschnittkunst; Clairon OcIe'rÖ:, frz.: ...rö). das;
-s. -s [frz. clairon. zu: clair = hell(klingend) < lat. clärusj:
1. Signalhorn. 2. svw. t Clarino (1,2); Clairvoyance [klervQa-
jä.s]. die; - [frz. clairvoyance, zu: clairvoyant = klarblik-
kend; hellsehend, aus: clair = klar, hell (< lat. clärus)
u. voyant, 1. Part, von: voir = sehen < lat. videre):
die menschliche Fälligkeit, im somnambulen od.
Trancezustand die Zukunft vorauszusehen; Hellsehen.
Clan [kla.n. engl.: klaen], der; -s. -e u. (bei engl. Ausspr.:)
-s [engl, clan < gäl. dann = Abkömmling < lat. planta
= Setzling, t Pflanze]: 1. schottischer Sippen- od.
Stammesverband. 2. durch gemeinsame Interessen od.
verwandtschaftliche Beziehungen verbundene Gruppe: Zwei Devisen
regieren den C. (= Gruppe 47; Deschner. Talente 343); Die
ganze Slowakei ist ja ein einziger C. (Spiegel 1/2, 1975,
69); vgl. Klan.
Claque ['klaka, frz.: klak], die; - [frz. claque. zu lautm.
ciaquer = klatschen]: bestellte, mit Geld od. Freikarten
bezahlte Gruppe Beifallklatschender; Claqueur [kla'ko:^].
der; -s, -e [frz. claqueur]: bestellter Beifallklatschender.
Claret [kla're:]. der; -[sl. -s [frz. claret. fCIairet]: leichter
Rotwein.
Clarino [klarhno], das; -s, -s u. ...ni [ital. clarino. zu: claro
= hell (klingend) < lat. clärus]: 1. hohe Trompete. 2.
Zungenstimme der Orgel.
Clarkie fklarkjp]. Clarkia [...kia], die; -. ...ien [...pn; nach
demamerik. ForscherW. Clark (1770-1838)]: ab
Zierpflanze beliebter Vertreter einer in Nordamerika beheimateten
Gattung der Nachtkerzengewächse mit einzeln od. in Trauben
stehenden, weißen bis rot violetten Blüten.
Clausula [klauzula], die; -, ...lae [...le; lat. clausula]: lat.
Bez. fürt Klausel.
Claves ['klares] <PI.> [span. claves, eigtl. = Schlüssel <
lat. clävis = Schlüssel. Riegel]: Hartholzstäbchen als
Rhythmusinstrument; Clavicembalo [klavi'tjembalo]. das; -s, -s
u. ...li [ital. clavicembalo < mlat. clavicymbalum. zu lat.
clävis = Schlüssel u. cymbalum = Schallbecken, tZimbel]
(Musik): vom 14. bis zum 18. Jahrhundert verwendetes
Tasteninstrument; vgl. Klavizimbel; Clavicula [klavi:kula],
die; -, ...lae [...le; lat. clavicula = Schlüsselchen] (Med.):
Schlüsselbein; Clävis [kla:vis], die; -. - u. ...ves [...ve:s;
mlat. clävis = Schlüssel. Taste < lat. clävis = Schlüssel.
Riegel]: 1. (Musik) a) Orgeltaste; b) Notenschlüssel. 2.
(veraltet) lexikographisches Werk zur Erklärung antiker
Schriften od. der Bibel; Clavus ['kla.vos], der; -, ...vi [...vi;
lat. clävus, eigtl. = Nagel]: 1. Purpur- od. Goldstreifen
am Gewand römischer Würdenträger. 2. (Med.) a) Hornzel-
lenwucherung der Haut; b) Hühnerauge.
clean [kli.n] Ondekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.) [engl, clean,
eigtl. = rein, sauber] (ugs.): nach einer Behandlung nicht
mehr von Drogen abhängig, drogenunabhängig.
Clear-air-Turbulenz [klia'ea-]. die; -, -en [zu engl, clear air
= freie Luft, aus: clear (tClearing) u. air. tAir-] (Met.):
Turbulenz im wolkenfreien Raum.
Clearing fkli:no, engl.: kliani)], das; -s, *s [engl. Clearing,
zu: clear = frei von Schulden, klar, hell < afrz. cler
= hell < lat. clärus] (Wirtsch.): Verrechnung gegenseitiger
Geldforderungen; Verrechnungsverfahren: ... der
Europäischen Zahlungsunion, durch deren Gründung das
bilaterale C. zu einem multilateralen entwickelt wurde (Fraenkel.
Staat 136).
Clearing-: -abkommen, das (Wirtsch.): zwischenstaatliches
Verrechnungsabkommen; -stelle, die (Wirtsch.): mit der
Durchführung des Clearings beauftragte Stelle: Die von
einer zentralen C, beispielsweise der
Lastenausgleichsbank, ... abzuführenden Mittel (MM 23. 1. 1974. 1);
-verkehr, der (Wirtsch.): über eine Clearingstelle abgewickelter
Zahlungsverkehr.
Clematts: TKlematis.
Clerihew [klenhju:]. das; -[s]. -s [engl, clerihew. nach dem
ersten Verfasser E. Clerihew Bentley]: vier zeilige
humoristische Gedichtform: Leser dichten -s (Hörzu 25. 1973. 93).
clever fklevB] <Adj.> [engl, clever. H. u.J: 1. (Sport) taktisch
geschickt vorgehend, seine technischen Mittel überlegt
einsetzend: ein -er Verteidiger; er war als Boxer viel zu c.
um sich überrumpeln zu lassen; Bayern spielte zwar nicht
im Stil eines Meisters, aber doch ungemein c. (MM 21.
4. 1969, 13). 2. überlegen taktierend; listig, gerissen: ein
-er Geschäftsmann. Politiker; Und ein -er Photograph
bringt es mit Beleuchtungseflekten fertig, selbst noch ein
Milchgesicht in einen Charakterkopf zu verwandeln (Thie-
licke. Ich glaube 246); er ist für einen solchen Gegenspieler
nicht c. genug; er hat sich c. aus der Affäre gezogen;
Cleverness, (eingedeutscht auch:) Cleverneß [...nes], die;
- [engl, cleverness]: a) Wendigkeit, Tüchtigkeit: Die
Münchner ... bestachen aber erneut durch die C. ihrer Aktionen
(MM 21. 4. 1969, 13); b) Klugheit, Erfafirung: er leitet
das Unternehmen mit Umsicht und C; c) Gerissen/ieit:
Das anfängliche Schmunzeln der SPD-Funktionäre über
die C. des Agenten Guillaume (MM 3. 5. 1974, 1).
Clianthus [kli'antus), der; - [zu griech. kleos = Ruhm u.
änthos = Blume]: aus Australien statnmender Zierstrauch,
Ruhmesblume.
Cliche: IKlischee.
Clinch [klintj. klmjl.der; -[c]s [engl, clinch, zu: to clinch
= umklammern] (Boxen): das Umklammern u. Festhalten
des Gegners im Boxkampf: sich aus dem C. lösen; er ging
mit seinem Gegner in den C; Ü und könne ohne
„unsauberen C. mit der Industrie"... auskommen (Spiegel 45, 1966,
52); er wurde bei der Diskussion in den C. genommen
(ugs.; in die Zange genommen, bedrängt): <Abl.:> Clinchen
[klmtjn, klmjn] <sw. V.; hat): den Gegner im Naltkampf
mit den Armen so umklammern, daß keine od. nur Schläge
aus ganz kurzer Distanz gewechselt werden können.
Clinomobil: tKlinomobil.
Clip: f Klipp, Klips.
Clipper ©[klipF], der; -s. - [amerik. Clipper, nach engl,
clipper, tKlipperl: auf Überseestrecken eingesetztes
amerikanisches Langstreckenflugzeug; vgl. Klipper.
Clique [khkd. auch: kli:kd], die; -, -n [frz. clique. zu afrz.
cliquer = klatschen, also eigtl. = beifällig klatschende
Masse]: a) (abwertend) Personenkreis, der vornehmlich seine
eigenen Gruppeninteressen verfolgt: die herrschende, eine
verbrecherische C; In einer Kneipe, in der eine C. von
Zuhältern verkehrt, erscheint ein Neuling (Aberle,
Stehkneipen 9); Die C. die klatscht, ist das gleiche Kaliber
wie die C. die pfeift (Benn. Leben 47); b) Freundes-,
Bekanntenkreis junger Leute.' eine verschworene C; er
hat die ganze C. am Abend zu sich eingeladen.
Cliquen-: ^bildung, die: Herausbildung einzelner /
Interessen igruppen: Kritik an dem Parlament.... dem mangelnde
Volksverbundenheit und die Tendenz zur politischen C.
vorgeworfen wird (Fraenkel. Staat 253); -lunlwesen, das
<o. Pl.v vgl. t ^Wirtschaft; -Wirtschaft, die (ugs.
abwertend): Ausübung von Macht u. Einfluß durch Cliquen (a).
Clivia ['kli.via], (eindeutschend.) Klivie ['klirviol. die; -, ...ien
[...pn; nach Lady Ch. Clive. Herzogin von Northumber-
land, 11866]: zu den Amaryllisgewächsen gehörende
Zierpflanze mit großen, orangefarbenen Blüten.
Clochard [kb'Ja:r], der; -[s], -s [frz. clochard, zu: clocher
= hinken < vlat. *cloppicäre. zu: cloppus = lahm):
frz. Bez. für Obdachloser, Stadtstreicher (bes. in
Großstädten); Landstreicher: Auf dem Baugrundstück ... lagen die
beiden -s. die auch bei Tage dort immer lagen (Seghers.
Transit 87).
Clog Dcbk, engl.: kbg], der; -s, -s (meist PI.) [engl, clog]:
modisch gestalteter Holzpantoffel.
Cloisonne [klQazD'ne:]. das; -s. -s [frz. cloisonne, eigtl. 2.
Part, von: cloisonner = abtrennen, zu lat. claudere =
schließen]: Technik der Emailmalerei, bei der auf eine /
goldene i Platte Stege aufgelötet werden, die Zellen für die
mehrfarbige Schmelzmasse bilden u. die Zeichnung abgeben.
Clonus ['klo:nus], der; -, -se [griech. klon = Schößling,
Zweig]: ohne natürliche Zeugung aus lebenden Zellen entwik-
kelter künstlicher Mensch.
Cloque [klo'ke:]. der; -[sl, -s [frz. cloque]: modisches
Kreppgewebe mit welliger, blasiger Oberfläche; Blasenkrepp.
Clos [klo:, frz.: klo). das; - [klo:(s)l, - [klo:s; frz. clos. eigtl.
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Closed Shop
= verschlossen, zu lat. claudere = schließen]: von einer
Mauer od. Hecke eingefriedeter Weinberg od. -garten in
Frankreich; Closed Shop fkloozd 'Jdp1. der; - -[s], - -s
[2: engl.-amerik. closed shop. eigtl. = geschlossener
Laden]: 1. (Datenverarb.) Betriebsart eines Rechenzentrums,
bei der der Benutzer die Daten anliefert u. die Resultate
abholt, jedoch zur Datenverarbeitungsanlage selbst keinen
Zutritt hat (Ggs.: Open Shop 1). 2. in den USA ein
Unternehmen* das ausschließlich Gewerkschaftsmitglieder einstellt
(Ggs.: Open Shop 2).
Clostridium [kbs'tri:diom], das; -s [zu griech, klöster =
Spindel]: Gattung sporenbildender (krankheitserregender
Bakterien.
Cloth [kb(:)G]. der od. das; - [engl, cloth = Tuch. Stoff):
glänzender / Futter Istoff aus Baumwolle od. Halbwolle.
Clou [klu:]. der; -s, -s [frz. clou. eigtl. = Nagel < lat.
clävus = Nagel. Pflock] (ugs.): Glanzpunkt* Haltepunkt,
Kernpunkt: sie. ihre Darbietung war der C. des Abends;
jetzt kommt der C. des Ganzen.
Clown [klaun], der; -s. -s [engl, clown (Bez. der
Charakterrolle des ..Bauerntölpels4' im alten engl. Theater) < frz.
colon < lat. colönus = Bauer]: Spaßmacher im Zirkus
od. Variete: ein stark geschminkter C; die Kinder warten
auf den Auftritt des -s; den C. spielen (abwertend; sich
albern aufführen): Ü (abwertend:) in der farbige Musiker
sich zum willigen C. des weißen Mannes gemacht haben
(Welt 4. 1. 1964. I); Clownerie [klaunari:]. die; -. -n [...i:an;
engl, clownery]: närrisches* albernes Benehmen, Alberei:
Was sie an halsbrecherischer C. produzieren,... ist hellauf
entzückend (MM 25.2. 69. 24); clownesk fldau'nesk] <Adj.;
o. Steig): tiach Art eines Clowns: -e Bewegungen. Gesten;
bis in schwindelnde Höhen, aus welchen sie mit geschrägten
Körpern, bösen Eichhörnchen ähnlich, c. und höhnisch
bühnenwärts und ins Geschehen äugen (MM 3. 2. 71.
36); clownisch ['klajinifl <Adj.>: svw. tclownesk.
Club: t Klub.
Chmberspaniel ['k Lunte-], der; -s. -s [nach dem engl.
Landsitz Clumber]: Vertreter einer englischen Jagdhundrasse.
Cluniazenser usw.: tKluniazenser usw.
Cluster ['klastB. engl.: kUsta], der; -s. -[s] [engl. Cluster
= Büschel; Menge]: 1. (Kernphysik) eine als einheitliches
Ganzes zu betrachtende Menge von Einzelteilchen. 2.
(Musik) Klanggebilde* das durch Übereinanderstellen kleiner
Intervalle entsteht. 3. (Sprachw.) a) Folge von
aufeinanderfolgenden* ungleichen Konsonanten; b) ungeordnete Menge
semantischer Merkmale eines Begriffs. 4. (selten) Bündel*
Traube: Die Bananenbüschel werden in C. aufgeteilt (MM
29. 7. 70. 6).
c-Moll ['tße:-.auch: '-'-]. das, -: Tonart: Zeichen: c (tc.
C 2); <Zus.:> c-Moll-Etüde. die.
c/o: t care of.
Coach [koutjl. der; -[s], -s [engl, coach. eigtl. = Kutsche
< frz. coche < dt. tKutsche]: Sportlehrer; Trainer u.
Betreuer eines Sportlers od. einer Sportmannschaft; Der
C. der deutschen Elf dachte nicht daran, seine Karten
... aufzudecken (MM 6. 7. 74. 8); coachen fkootjn] <sw.
V.; hat) [engl, to coach]: einen Sportler od. eine Sportmann-
schaff trainieren u. betreuen: eine Mannschaft c; Coaching
['kootjii)]. das; -s: das Coachen.
Coat [kout]. der: -[s], -s [engl, coat < afrz. cote < fränk.
* kotta; vgl. Kutte]: dreiviertellanger Mantel (Auto-,
Covercoat); Coating [ko:tw. engl.: koutio]. der; -[s] [engl,
coating]: tuchartiger Kammgarnstoff in Köperbindung.
Cob [kop. engl.: kob], die; - [engl, cobj: kleines* stämmiges
englisches Pferd.
Cobaea [ko'be.a], die; -. -s [nach dem span. Jesuiten B.
Cobo (1582-1657)]: svw. tGlockenrebe.
Cobaltum ['ko:baltum]. das; -s: internationaler Name für
t Kobalt; Zeichen: Co
CobWerfkDbte]. der; -s. -s [engl.-amerik. cobbler]: Cocktail
aus Likör* Weinbrand od. Weißwein, Fruchtsaft, Früchten
u. Zucker.
Cobigolf ['ko:bi-l. das; -s [Kunstwort]: svw. t Minigolf.
COBOL [ ko:bol]. das; -s [Kunstwort aus engl. Common
business oriented language] (Datenverarb.):
Programmiersprache für problemorientierte Programme (5).
Coca fko:ka], das; -[s] od. die; - <5 ->: ugs. kurz für: [Flasche]
tCoca-Cola: ein[e] C. bestellen; Coca-Cola©[koka'ko^a].
das; -[s] od. die; - <5 -> [amerik. Coca-Cola. H. u.J:
koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk: vgl. Coca. Coke, Cola.
Cochenille [kajVniljd. frz.: loj'nij]: tKoschenille.
Cochlea ['kaxlea], die; -, ...eae [...ee; lat. Cochlea = Schnek-
ke(nhaus) < griech. kochlias]: 1. (Med.) Teil des Innenohrs*
Schnecke. 2. Gehäuse der Schnecken (1).
Cochon [kD'fö:]. der; -s, -s [frz. cochon. eigtl. = Schwein.
H. u.] (veraltet): unanständiger Mensch; Codioraierie
PcDjbna'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. cochonnerie] (veraltet):
Schweinerei* Unflätigkeit* Zote.
Cockerspaniel ['kafaH.der; -s, -s[engl, cocker spaniel. aus:
cocker. Subst. von: to cock = Waldschnepfen jagen, zu:
woodcock = Waldschnepfe u. spaniel, t Spaniel]: Vertreter
einer mittelgroßen englischen Jagdhundrasse mit lang- und
seidenhaarigem* meist braunem Fell* ziemlich langer
Schnauze und großen Schlappohren.
'Cockney fkakni]. das; -[s] [engl, cockney < mengl.
cockeney = verweichlichterMensch. eigtl. = Hahnenei]: (als
Zeichen der Unbildung angesehene) Mundart der
alteingesessenen Londoner Bevölkerung; ^Cockney [-]. der; -s. -s:
jmd.* der^Cockney spricht.
Cockpit [kDkpit]. das;-s.-s [engl, cockpit. eigtl. =
Hahnengrube, aus: cock = Hahn u. pit < aengl. pytt = Grube]:
1. (Flugw.) Pilotenkabine in t Düsen Iflugzeugen: einen Blick
insC. werfen; Augenzeugen berichteten .... hinter der
Verschalung zwischen C. und Fluggastraum sei plötzlich
starker Qualm hervorgedrungen (MM 19. 8. 69.11). 2.
Fahrersitz in einem Rennwagen: aus dem C. steigen. 3. vertiefter*
ungedeckter Sitzraum für die Besatzung in Segel- u. Motor-
booten; Cocktail ['kakteil]. der; -s. -s [amerik. cocktail.
eigtl. = Hahnenschwanz, aus engl, cock = Hahn u. tail
= Schwanz; die Bezeichnung des Mischgetränks ist eine
Anspielung auf cock-tailed horses. Pferde, denen der
Schwanz gestutzt wurde, so daß er einem Hahnenschwanz
ähnelte; dies geschah nicht bei reinrassigen Pferden,
sondern bei Kreuzungen]: 1. alkoholisches Mixgetränk auf
der Grundlage verschiedener Spirituosen* mit Früchten,
Fruchtsaft u. aniteren Zutaten: ein eisgekühlter, spritziger
C; einen C. mixen, reichen. 2. a) (DDR) Empfang; b)
svw. tCocktailparty: es wäre ... unpassend, in einem
Badeort die gleichen hochmodischen Ensembles zu tragen,
die ... bei einem C. in New York eine Sensation waren
(Dariaux [Übers.]. Eleganz 38). 3. Mischung von Speisen i:
Nach der Speisekarte gibt es ... einen C. ä la Bethlehem
(Grzimek. Serengeti 46).
Cocktail-: -empfang, der: Empfang* bei dem Cocktails (1)
gereicht werden: die Stadt gab für die ausländische
Delegation einen C; ^happen, der: appetitanregender, belegter,
kleiner Teil einer Schnitte Brot o.a., der zum Cocktail
(1) gereicht wird; ^kleid, das: Kleid für kleinere festliche
Anlässe; ^party, die: zwanglose Geselligkeit in den frühen
Abendstunden* bei der bes. Cocktails (1) serviert werden;
^schürze, die: kleine, meist buntgemusterte Schürze.
Coda: TKoda.
Code: tKode; Code civil [kadsi'vil], der; - - [frz. code civil,
aus: code = Gesetzbuch < lat. codex, t Kodex u. civil
= bürgerlich < lat. civilis, t zivil]: das französische
Zivilgesetzbuch.
Codein: t Kodein.
Code Napoleon [ksdnapDle'ö], der; - - [frz. code Napoleon]:
Bez. des Code civil zwischen 1807 u. 1814.
Codex: f Kodex; Codicillus [kodi'tsilus]. der; -. ...Ui [...li;
lat. codicillus]: kleiner Kodex, Notizbüchlein: vgl. Kodizill;
codieren: T kodieren.
Coelin[blau] [tsö'liin-], das; -s [zu lat. coelum. caelum =
Himmel]: eine lichtblaue Malerfarbe.
Cour [ko:?]. das; -[s]. -[s] [frz. coeur < lat. cor = Herz]
(Kartenspiel): durch ein rotes Herz gekennzeichnete
Spielkarte.
Coffein: t Koffein.
Coffeyragel ['kofe-J. Koflinnagel ['kofm-J. der; -s, ...nägel
[zu gleichbed. mniederl. kobilie. zu lat. clävicula =
Zapfen]: hölzerner od. metallener Dorn zur Befestigung von
leichtem Tau werk auf Segelschiffen.
Cofflnit (kafi'nkt, auch: ...nit]. das; -s [nach dem amerik.
Geologen R. C. Coffin]: ein stark radioaktives Mineral.
cogito, ergo sum [ko:gito 'ergo 'zum; lat.]: ich denke, also
bin ich (Grundsatz des französischen Philosophen Descar-
tes).
cognac ['konjak] <indekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.): gold-
6rön/i; Cognac® [-],der; -s, -s [nach der frz. Stadt Cognac]:
aus Weinsorten des Gebiets um Cognac hergestellter
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Comic Strips
französischer Weinbrand; cognacfarben <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: svw. tcognac: ein -er Stoff.
Cognomen: tKognomen.
CoifTeur [kQa'fo:^]. der; -s, -e [frz. coifleur, zu: coifle =
Haube, Frauenkappe < vlat.cofia < ahd. kufia] (Schweiz.,
sonst geh.): Friseur; Coifleuse [kQa'fo.zs]. die; -, -n [frz.
coifTeuse] (Schweiz., sonst geh.): w. Form zu tCoifTeur;
Coiffiire [kQa'fy:^]. die; -. -n [...'fy:ron; frz. coiflure]: 1.
<o. PI.) (geh.) Frisierkunst; er ist ein Meister [auf dem
Gebiet] derC. 2, (Schweiz.) Frisiersalon. 3. (veraltet)
kunstvoll gestaltete Frisur.
Coil [koyl]. das; -s [engl. coil. zu: to coil = aufwickeln
< afrz. coillir = sammeln, zusammenbringen < lat. colli-
gere]: dünnes, aufgewickeltes Walzblech.
Coir [ko'i.'s. engl.: koia]. das; -[s] od. die; - [engl, coir
< drawid. käyar = Leine. Schnur]: Faser der KokosnulS.
coitieren: tkoitieren; Coitus: t Koitus.
Coke © [ko:k. engl.: kouk], das; -[sl. -s: Kurzwort für
t Coca-Cola.
Cola ['ko:la], das; -[s] u. die; - <5 ->: ugs. kurz für: [Flasche]
T Coca-Cola: ein[e] C. bestellen.
Colascione [kolaJo:nd]. der; -. ...ni [ital. colascione. H.
u.]: süditalienisches Lauteninstrument mit langem Hals u.
wechselnder Saitenzahl.
col basso [kol baso; ital.; zu: basso. tBaß] (Musik): mit
dem Bali od. der Baßstimme zu spielenI; Abk.: c. b.
Coldiicin: tKolchizin.
Cold Cream ['koold kri:m|. die; - -. - -s od. das; - -s.
- -s [engl, cold cream. aus: cold = kalt, kühl u. cream
= Creme < frz. creme, tCreme]: Feuchtigkeit entfaltende
u. dadurch kühlende, halbfette Hautcreme; Cold Rubber
['kould rAtol, der; - -[s] [engl, cold rubber, eigtl. = kaltes
Gummi, tRubber]: ein synthetischer Kautschuk.
Coleopter [koleopte], der; -s, - [nach griech. koleöpteros
= Käfer]: senkrecht startendes u. landendes Flugzeug mit
einem Ringflügel.
colla destra ['kala 'destra; ital.; zu: destra. subst. Fem.
von: destro = recht < lat. dexter] (Musik): mit der rechten
Hand i zu spielen!; Abk.: c. d.; vgl. colla sinistra.
Collage [k3'la.3d], die; -. -n [frz. collage, zu: colle = Leim
< vlat. * colla < griech. kölla]: 1. (Kunst) a) <o. PI.)
Technik der Herstellung einer Bildkomposition durch
Aufkleben von verschiedenfarbigem Papier od. anderem
Material; die Technik der C; Ü Das Bild Berlins entsteht durch
Montage und C. zahlloser zufälliger Wirklichkeitsfetzen
(Döblin, Alexanderplatz 419); b) durch Collage (a)
angefertigtes Bild; eine Ausstellung von -n. 2. literarische
Komposition aus verschiedenartigem sprachlichem Material;
Erfreulich diese „C. aus Zitaten und Szenen** (Hörzu 20, 1972.
6Q). 3. (Musik) Komposition.dieaus einer Verbindung
vorgegebener musikalischer Materialien besteht; collagieren
[k3la'3i:ren] <sw. V.; hat): aus verschiedenen Materialien
od. Komponenten zusammensetzen: versuchte er mehrere
dieser Stilmittel und Methoden zu c. (MM 15. 10. 69,
30).
colla parte [tola parte; ital.: zu: parte, eigtl. = Teil <
lat. pars (Gen.: partis)] (Musik): mit der Hauptstimme
Igehend]; coil'arco Dol 'arko; ital.; zu: arco, eigtl. =
(Kreis)bogen < lat. arcus] (Musik): wieder] mit dem
Bogen zu spielen, (Spielanweisung für Streicher nach
vorangegangenem Pizzicato); Abk.: c. a.; colla sinistra
[kola zinistra; ital.; zu: sinistra. subst. Fem. von: sinistro
= link... < lat. sinister] (Musik): mit der linken Hand
zu spielen1,; Abk.: c. s.; vgl. colla destra.
colle flo'le:; frz. collö. 2. Part, von: coller = (an)leimen,
zu: colle, tCollage] (Billard): (vom Billardbali der an der
Bande liegt) dicht anliegend.
College ['kaliäd. das; -[s], -s [engl. College < frz. College
< lat. collegium, f Kollegium]: 1. in England a) private
höhere Schule mit Internat; b) einer älteren i Universität
angegliederte Wohngemeinschaft von Studenten u.
Dozenten; c) Fach hoch I schule. 2. in den USA Eingangsstufe
der Universität; College [kD'le.'sl. das; -[sl. -s [frz. College]:
in Frankreich, Belgien u. der französischsprachigen Schweiz
höhere Schule; Colleflemappe ['kolid3-]: t Kollegmappe;
Collegium musicum [kD'le:gtum mu:zikom], das; - -. ...gia
...ca [lat. collegium müsicum. aus: collegium (tKollegium)
u. müsicus = die Musik betreffend.! Musik]: freie
Vereinigung von Musizierenden / an Schulen, Universitäten!;
Collegium publicum [- pu:blikum], das; - -. ...gia ...ca [lat.
collegium publicum, aus: collegium (T Kolleg) u. püblicus
= öffentlich]: öffentliche Vorlesung an einer Universität.
col legnolkol ienjo; ital.; zu: legno = Holz < lat. llgnum]
(Musik): mit dem Holz des Bogens I zu spielen i
(Spielanweisung für Streicher).
Collico<S)['k3liko), der; -s. -s [Kunstwort]:
zusammenlegbare, bundesbahneigene Transportkiste aus Metall, die von
der Bundesbahn verliehen wird; <Zus.:> Collico-Kiste, die.
Collie fkDli]. der; -s. -s [engl, collie. H. u.. viell. aus dem
Gälisehen]: langhaariger schottischer Schäferhund.
Collier. T Kollier.
Colloquium: t Kolloquium.
Collum [kDlum], das; -s. ...IIa [1: lat. Collum] (Med.): 1.
Hals. 2. sich verjüngender Teil eines Organs,
Verbindungsteil.
Colon [ko'ton]. der; -[sl. -[s] [nach der span. Namensform
von Kolumbus]: Wä/trungseinheit in Costa Rica w. El
Salvador.
Colonel [frz.: kab'nel. engl.: 'k3:nal. span.: kolo'nel], der;
-s, -s [engl, colonel < frz. colonel < ital. colonnello.
zu: colonna = Kolonne (von Soldaten), also eigtl. =
Kolonnenführer < lat. columna = Säule] (Milit.): frz.,
engl. u. span. Bez. für den Dienstgrad eines Stabsoffiziers
im Rang eines Obersten u. seinen Inhaber.
Colonia [ko'Io.nia]. die; -. ...iae [...ie; lat. colönia]: in der
Antike eine Siedlung außerhalb Roms u. des römischen
Bürgergebietes.
Coloniakübel [kolo:nia-]. Koloniakübel, der; -s. - [zu lat.
Colönia Agripplnensis = Köln (da in Wien das neue
System der Müllabfuhr in Kübeln aus Köln übernommen
wurde)] (ostösterr.): große Mülltonne.
Color- ['ko:br-, auch: ko:lo:?-; lat. color = Farbe] (Fot.):
Färb-, in Zus., z.B. Colorfilm, Color-Negativ-Film,
Colorvergrößerung.
Coloradokäfer: t Koloradokäfer.
Colt <£> [kalt], der; -s, -s [amerik. Colt, nach dem amerik.
Industriellen S. Colt (1814-1862)]: bes. im Wilden Westen
verwendeter! Revolver: den C. ziehen, auf jmdn. richten.
Combi: tKombi.
Combine: T Kombine.
Combo [kombo], die; -. -s [engl, combo, kurz für: combina-
tion, t Kombination]: kleines Jazz- od. Tanzmusikensemble,
in dem jedes Instrument nur einmal vertreten ist.
Comeback [kam'bek], das; -[sl, -s [amerik. comeback. von
engl, to come back = zurückkommen]: /erfolgreiches/
Wiederauftreten ! eines bekannten Künstlers, Sportlers od.
Politikers! nach längerer Pause: ein geglücktes, spätes C;
ein C. wagen, erleben; der Filmstar feierte ein großes
C; der Politiker wartete vergebens auf ein C; Ü Mit
Schnee- und Graupelschauern ... feiert der Winter mitten
im Frühling ein unerwartetes C. (MM 26.121. 3. 66, 11).
COMECON.Comecon [komekon], der od. das; - [Kurzwort
für engl. Council for Mutual Economic Assistance/Aid]
Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
(Wirtschaftsorganisation der Staaten des Ostblocks).
Comedie larmoyante [komedilarmQa'jä.t], die; - - [frz. comö-
die larmoyante, aus: comedie (t Komödie) u. larmoyante,
tlarmoyant] (Literaturw.): Rührstück der französischen
Literatur des 18. Jahrhunderts.
Come quick, danger! [kAm kwik deind»; engl. = kommt
schnell, Gefahr!]: ehemaliges Seenotfunksignal; Abk.: CQD
Comes ['ko:mes]. der; -, - u. Comites [ko:mite:s; lat. comes
= Begleiter): 1. a) im antiken Rom hoher Beamter im
kaiserlichen Dienst; b) im Mittelalter ein Gefolgsmann od.
Vertreter des Königs in Verwaltungs- u. Gerichtsangelegen-
heiten; Graf. 2. (Musik) Wiederholung des Fugenthemas
in der zweiten Stimme.
come sopra ['ko:ma Jzo:pra; ital.] (Musik): wie oben, wie
zuvor.
Comestibles [komesti:bl] <PI.) [frz. comestibles, Subst. (PI.)
von: comestible = eÖbar < mlat. comestibilis, zu lat.
comedere (2. Part.: comestus) = (auOessen] (Schweiz.):
Feinkost. Delikatessen.
Comic fkamikj. der; -s, -s (meist PI.) [amerik. comic]:
tComic Strips; Comic strips ['k^mik 'stnps] <PI.) [amerik.
comic strips, aus: comic = Witzblatt. Subst. von: comic
= komisch (< lat. cömicus, t komisch) u. strips. PI. von:
Strip = Streifen]: aus Bildstreifen bestehende
Fortsetzungsgeschichte abenteuerlichen, grotesken od. utopischen Inhalts,
deren einzelne Bilder von kurzen Texten begleitet sind.
467
Coming man
Coming man ['kAmro 'maen]. der; - - [engl. Coming man
= kommender Mann]: jmd.. von dem angenommen wird,
daß er eine große Karriere macht (z. B. ein Sportler od.
Politiker).
Comites: PI. von tComes.
comme d. comme 9a [kam'si kom'sa; frz. = so so (la la)l
(bildungsspr. veraltend): nicht besonders.
Commediadeirarte [korneri^a del 'arte], die; - - [ital. comme-
dia deH'arte, eigtl. = Berufslustspiel (da sie von
Berufsschauspielern aufgeführt wurde)]: volkstümliche italienische
Stegreifkomödie des 16. bis 18. Jahrhunderts.
comme il Taut [krxrul'fo:; frz. = wie es sein muß]
(bildungsspr. veraltend): wie sich's gehört, mustergültig,
vorbildlich: die Kinder benahmen sich c. i. f.; ein Lustspielfilm
c. i. f.
Commis voyageur [kDmivQaja'30:r], der; - -, - -s [kDmivQa-
Ja*30:r; frz. commis voyageur, aus: commis (tKommis)
u. voyageur, t Voyageur] (veraltet): Handlungsreisender.
commodo: tcomodo.
Common sense ['kaman 'scnsl. der; - - [engl, common sense.
LÜ von lat. sensus communis. LÜ von griech. koine aisthe-
sis]: gesunder Menschenverstand; Commonwealth
[komanwelG]. das; - [engl, commonwealth, aus: common
= gemeinsam (< afrz. commun < lat. communis) u.
wealth = Reichtum, Wohl(ergehen). also eigtl. =
Gemeinwohl]: lose Gemeinschaft der noch mit Großbritannien
verbundenen Völker des ehemal. britischen Weltreichs: Commu-
nkjuc: tKommunique; Communis opinio [ko'mu:rus o'pi:-
njp]. die; - - [lat. communis opinio]: allgemeine Meinung,
herrschende Auffassung der Gelehrten .
comodo [ko:modo, ital.: 'tomodo; ital. comodo < lat.
commodus = angemessen, bequem] (Musik): gemächlich,
rulug.
Compagnie: tKompanie; Compagnon: tKompagnon.
Compiler [kom'pajlü]. der; -s, - [engl. Compiler, zu: to com-
pile = zusammenstellen < frz. Compiler < lat. compiläre
= ausplündern; zusammenraffen] (Datenverarb.):
Computer Programm* das ein in einer problemorientierten
Programmiersprache geschriebenes Progranvn in die
Maschinensprache der jeweiligen Rechenanlage übersetzt.
'Compose [köpo'ze:]. der; -[s], -[s] [frz. compose. 2. Part,
von: composer = zusammensetzen < lat. compönere]:
zweifarbig gemustertes Gewebe, bei dem Muster u.
Grundfarbe wechseln; ^Compose [-], das; -[s], -s: a) zwei od. mehrere
farblich u. im Muster aufeinander abgesthmnte Stoffe: wenn
uni und gemusterte Stoffe Farbzwillinge sind, dann nennt
Paris sie C. (MM 14. 3. 69, 16); b) aus ^Compose (a)
hergestellte mehrteilige Damenoberbekleidung: ein C. aus
Mantel und Rock; Composer [k3m'po:zB], der; -s. - [engl,
composer. zu: to compose = zusammensetzen, (Schriften)
setzen < frz. composer < lat. compönere =
zusammensetzen] (Druckw.): elektrische Schreibmaschine mit
automatischem Randausgleich u. auswechselbarem Kugelkopf, die
druckfertige Vorlagen liefert; <Zus.:> Composersatz, der
<o. PL).
Compound- [kom'papnt-, engl.: kampaond-: engl.
Compound = zusammengesetzt, Verbund-, zu: to Compound
= zusammensetzen, verbinden < afrz. compondre < lat.
compönere = zusammensetzen]: -kern, der [engl.
Compound nucleus, eigtl. = Verbundkern] (Kernphysik): der
bei Beschuß eines Atomkerns mit energiereichen Teilchen
entstehende neue Kern; ^maschine, die: a) Kolbewnaschine.
bei der das Antriebsmittel nacheinander verschiedene
Zylinder durchströmt; b) (Elektrot.) Gleichstrommaschine; -öl.
das: Mineralöl mit Fettölzusatz zur Erhöhung der
Schmierfähigkeit; ^triebwerk, das: Verbindung eines Flugmotors mit
einer Abgasturbine zur Leistungssteigerung.
comptant [kö'tä:]: tkontant; Comptoir Dcö'tQa.g]. das; -s,
-s [frz. comptoir, tKontor] (veraltet): svw. tKontor.
Comptoneflekt ['kAmtan-]. der; -[e]s [nach dem amerik.
Physiker A. H. Compton (1892-1962)] (Physik): mit einer
Änderung der Wellenlänge verbundene Streuung
elektromagnetischer Wellen.
Compur©[k3m'pu:?], der; -s, -e [Kunstwort] (Fot.):
Objektivverschluß.
Computer Dom'pju:te], der; -s. - [engl. Computer, zu: to
compute = (be)rechnen < lat. computäre]: progratnmge-
steuerte. elektronische Rechenanlage;
Datenverarbeitungsanlage, Elektronenrechner: der C. führt eine
bestimmte Rechenoperation aus, speichert Informationen, steuert
den Verkehrsfluß; den C. programmieren, (ugs.:) füttern;
dem C. wurde ein bestimmtes Programm eingegeben;
„Maschine mit dem weißen Kragen", wie die C. genannt werden
(Spiegel 6. 1966.40).
Computer-, Computer-: ^anläge, die; -Witz, der (Fot.):
Elektronenblitz; Miiagnostik, die (Med.): Teilgebiet der
Diagnostik, das mit Hilfe von Datenverarbeitungsanlagen zur
Objektivierung u. Automatisierung der diagnostischen Befunde
beitragen will; -generatton, die: Zeitabschnitt in der
Entwicklung der Datenverarbeitung, der durch eine völlig neue
Konzeption in der Konstruktion einer Rechenanlage
bestimmt ist; -gerecht <Adj.>: für die Bearbeitung mit einer
Rechenanlage geeignet: ein Verfahren c. vereinfachen;
-»-gesteuert <Adj.; o. Steig.): von einem Computer kontrolliert,
überwacht: Für die Schüler ... beginnt der -e Unterricht
so, daß sie sich Kopfhörer aufsetzen und über Tonband
den Lehrstoff hören (Berl. Morgenpost 10.7.70.4); -kunst,
die <o. PI.): Verfahren der Kunstproduktion, bei dem mit
Hilfe von Computern Grafiken. Musikkompositionen. Texte
u. a. hergestellt werden; ^Simulation, die: das Durchrechnen
eines in der Zeit ablaufenden Prozesses durch einen
Computer, um ausgewälilte Eigenschaften des Prozeßablaufs
sichtbar zu machen; ^Spezialist, der.
computerisieren fcampjutori'zrren] <sw. V.; hat): a) Infornut-
tionen u. Daten für einen Computer lesbar, verwertbar
machen: nach computerisierten Methoden des Big
Management organisiert (Spiegel 11. 1970. 110); b) Informationen
u. Daten in einem Computer speichern: Das FBI verfugt
über eine nationale Verbrecherregistratur mit 2,5 Millionen
Dossiers, die ... computerisiert sind (MM 11. 5. 71. 3);
<Abl.:) Computerisfcrung, die; -. -en.
Comte [kö:t]. der; -. -s [frz. comte < lat. comes (Gen.:
comitis) = Begleiter (im Kaisergefolge)]: frz. Bez. für Graf;
Comtesse [kö'tes]: T Komteß.
con afletto [kan a'fcto; ital.; aus: con = mit (< lat. cum)
u.aflctto = Gefühl. Leidenschaft < lat. afiectus, T Affekt]:
svw. taffetuoso; con amore [kon a'mo:re; ital.; aus: con
= mit (< lat. cum) u. amore = Liebe < lat. amor]:
svw. tamoroso: con anima Dean a.nima; ital.; aus: con
= mit (< lat. cum) u. anima = Seele < lat. anima]
(Musik): mit Seele, mit Empfindung.
conaxial [konla'ksia:!]: tkoaxial.
con brio [kan bri:o; ital.; aus: con = mit (< lat. cum)
u. brio = Schwung. H. u.J: svw. Tbrioso; con calore [kon
ka'Io.re; ital.; aus: con = mit (< lat. cum) u. calore
= Wärme < lat. calor] (Musik): mit Wärme.
Concelebratio [k3ntselebra:tsio]: tKonzelebration.
Concept-art ['kanseptla^t]. die; - [engl, coneept art. aus:
coneept = Gedanke, Planung (< lat. coneeptus) u. art
= Kunst < frz. art < lat. ars]: moderne Kunstrichtung,
in der der Entwurf an die Stelle des fertigen Kunstwerks
tritt.
Concertante [kontsertantd. ital.: kontier'tante. frz. köser-
tä:t], die; -. -n Taus ital. composizione concertante bzw.
frz. musique concertante. t konzertant]: Konzert für
mehrere Soloinstrumente od. Instrumentengruppen; Coneer-
tino [kontjerthno], das; -s, -s [ital. conoertino. Vkl. von:
concerto. t Konzert] (Musik): 1. kleines Konzert.
Konzertstück. 2. Gruppe der Instrumentalsolisten im Concerto
grosso; Concerto grosso [k^ntjerto groso], das; - -. ...ti ...ssi
[ital. concerto grosso, aus: concerto (t Konzert) u. grosso
= groß < lat. grossus] (Musik): 1. Hauptgattung des
barocken Instrumentalkonzerts mit Wechsel von Orchester-
u. Solopartien. 2. das Gesamtorchester im Gegensatz zum
solistisch besetzten Concertino (2).
Concierge [kö'sierf. frz.: kösferj], der od die;-, -s, (auch:)
-n [frz. concierge < vlat. *cönservius < lat. cönservus
= Mitsklave]: frz. Bez. für Hausmeister!inj. Portier! s-
fraui: hinter ihm ... läutete in der Loge die Glocke der
C, und sie rief seinen Namen (Baldwin [Übers.], Welt
207).
concitato [kontJVta:to; ital. concitato, eigtl. 2. Part, von:
concitare = erregen, aufregen < lat. concitäre] (Musik):
erregt, aufgeregt.
Conclusio [kDn'klu:zjo, auch: kon...]: tKonklusion.
Concours hippique [kÖkuri'pik], der; - -, - -s [...rzi'pik; frz.
concours hippique, aus: concours = Wettstreit, eigtl. =
das Zusammenlaufen (< lat. coneursus) u. hippique =
zum Pferd gehörend, Pferde- < griech. hippikös]: frz.
Bez. für Reit- u. Fahrturnier.
468
con tenerezza
con discrezione [kon diskre'tsp-.na; ital.; aus: con = mit
(< lat. cum) u. discrezione = Mäßigkeit. Bescheidenheit
< lat. discretio. t Diskretion] (Musik): mit Takt, mit
Zurückhaltung, in gemäßigtem Vortrag.
Conditionalls[k3nditsio'na:lis]: lat. Form von t Konditional;
Conditio sine qua non [k^n'dirtßio zi:n9 kva: no.nl. die;
[lat. condicio (vlat. conditio) sine qua nön =
Bedingung, ohne die nicht 1 (bes. Philos.): notwendige Bedingung,
o/ine die etw. nicht eintreten kann, unabdingbare
Voraussetzung: an dieser C. s. q. n. scheiterte die geplante deutsche
Erstaufführung (FAZ 23. 9. 61.2).
con dolore [ksn do'lo.ra; ital.; aus: con = mit (< lat.
cum) u. dolore = Schmerz < lat. dolor]: svw. tdoloroso.
Condor ['kondor. auch: ...do:^]. der; -[s]. -[s] [span. cöndor.
t Kondor]: Münzeinheit in Chile.
Condottiere: tKondottiere.
Conductus. Konduktus [konduktus]. der: -. - [...tu:s; lal.
conductus = das Zusammenfuhren, zu: condücere =
zusammenfuhren, vereinigen] (Musik): a) einstimmiges lat.
Lied des Mittelalters; b) eine Hauptform der mehrstimmigen
Musik des Mittelalters neben Organum u. Motette.
con espressione Don espre'sj^na; ital.; aus: con = mit (<
lat. cum) u. espressione = Ausdruck < lat. expressio]:
svw. tespressivo.
confer ['konfer; lat. cönfer. Imperativ von: cönferre =
zusammentragen, vergleichen]: vergleiche!; Abk. cf.. cfY..
conf.
Conference [köfe'rä:s], die; - [frz. conförence = Vortrag
< mlat. conferentia. t Konferenz]: Ansage eines
Conferenciers: die C. haben, machen; er übernahm die C. dieses
Abends; Conferencier [köferä'sie:]. der; -s. -s [frz.
Conferencier]: [witzig unterhaltender j Ansager im Kabarett od.
Variete, bei öffentlichen od. privaten Veranstaltungen: ein
geistreicher, witziger C; durch die Veranstaltung führt als
C. ...; der C. des bunten Abends.
Cönfessio [kDn'fesio], die; -, ...ones [...'sjo:ne:s; lat. cönfessio
= Geständnis, Bekenntnis, zu: cönfiteri = eingestehen]:
1. Sünden-, Glaubensbekenntnis. 2. Vorraum eines
Märtyrergrabes unter dem Altar in altchristlichen Kirchen; Confes-
sor [kan'fesor, auch: ...so:?], der; -s. -es [...'so:re:s; lat.
cönfessor = Bekenner]: Ehrenname für die verfolgten
Christen (der römischen Kaiserzeit/.
Confiserie: t Konfiserie.
Confiteor [konfcteor. auch: ...eo:g]. das; - [lat. cönfiteor
= ich bekenne; t Cönfessio]: allgemeines Sündenbekenntnis
im christlichen Gottesdienst.
con forza [ton 'fortsa; ital.; aus: con = mit (< lat. cum)
u. forza = Kraft < spätlat. fortia. zu lat. fortis = stark]
(Musik): mit Kraft, mächtig, wuchtig.
con fuoco [kon Tyo:ko; ital.; aus: con = mit (< lat. cum)
u. fuoco = Feuer, Leidenschaft < lat. focus, f Fokus]
(Musik): heftig, schnell.
Conga ['longa), die; -. -s [amerik.-span. conga. zum afrik.
Landesnamen Kongo]: I. kubanischer Volkstanz im4U-
Takt. 2. große Handtrommel in der kubanischen
Negermusik, die auch im modernen Jazz verwendet wird.
con grazia Don 'gra:tsia; ital.; aus: con = mit (< lat.
cum) u. grazia = Anmut < lat. grätia. tGrazie]: svw.
tgrazioso.
con knpeto [kan'impeto; ital.; aus: con = mit (< lat.
cum) u. impeto = Ungestüm < lat. impetus. t Impetus]:
svw. timpetuoso.
Conjunctiva: TKonJunktiva; Conjunctivitis: t Konjunktivitis.
con leggierezza Dean ledje'retsa; ital.; aus: con = mit (<
lat. cum) u. Iegg(i)erezza = Leichtigkeit, zu: legg(i)ero
= leicht < afrz. legier, zu lat. levius = leicht] (Musik):
mit Leichtigkeit, ohne Schwere.
con moto Don 'mo:to; ital.; aus: con = mit (< lat. cum)
u. moto = Bewegung < lat. mötus] (Musik): mit
Bewegung, etwas beschleunigt.
Connaisseur [kone'stf:?], der; -s, -s [frz. connaisseur. zu:
connaitre = (er)kennen < lat. cögnöscere] (veraltend):
Kenner, Sachverständiger; Feinschmecker: er urteilte mit
der Miene des -s.
con passione [kon pa'sip.na; ital.; aus: con = mit (< lat.
cum)u. passione = Leidenschaft < lat. passio. t Passion]:
svw. t passionato. appassionato.
con pieta [kon pieta; ital.; aus: con = mit (< lat. cum)
u. pietä = Mitleid; Frömmigkeit < lat. pietäs]: svw. Tpieto-
so.
Consecutio temporum [kDnze'ku:ls]p temporum], die; - -
[lat.cönsecütiotemporum = Aufeinanderfolge der Zeiten]
(Sprachw.): Zeitenfolge in Haupt- u. Gliedsätzen.
Consensus: t Konsensus.
con sentimento [kon zenti'msnto; ital.; aus: con = mit (<
lat. cum) u. sentimento = Gefühl < mlat. sentimentum.
zu lat. sentire = fühlen; wahrnehmen] (Musik): mit Gefühl.
Consiliumabeundi Oon'zr.liom abe'ondl], das; - - [lat. cönsi-
lium abeundl. aus: cönsilium = Rat u. abeundl.
Gerundium von: abire = weggehen,abgehen] (bildungsspr.
veraltend): einem Schüler od. einem Studenten förmlich erteilter
Rat. die Lehranstalt zu verlassen, um ihm den Verweis
von der Anstalt zu ersparen.
Consolatto [k3nzo'la:t$ip]. die; -, -nes [...la'tsio:ne:s; lat.
cönsölätio. eigtl. = Tröstung]: Trostgedicht, -schrift
(Gattung der alt römischen Literatur).
Consomme,(veraltet:) Konsommee [kösD'me:], die; -. -s od.
das; -s, -s [frz. consomme, subst. 2. Part, von: consommer
= vollenden, verzehren < lat. cönsummäre]: Kraftbrühe
laus Rindfleisch u. Suppengemüsei.
con sordino [kon z^rdi.no. ital.; aus: con = mit (< lat.
cum) u. sordino = Dämpfer, zu lat. surdäre = betäuben]
(Musik): mit dem Dämpfer (Spielanweisung für
Streichinstrumente).
con spirito [kan spi:rito; ital.; aus: con = mit (< lat.
cum)u. spirito = Geist < lat. spiritus]: svw. tspirituoso.
Constable fkanstabl. engl.: 'kAnstabl], der: -. -s: svw.
t Konstabier (1).
Constituante [kösti'tyä:t], die: -. -s [...ä:t], (eingedeutscht
auch:) Konstituante [konsti'tyanta], die; -. -n [frz.
Constituante, subst. 1. Part, von: constituer, t konstituieren]:
grundlegende verfassunggebende i National i Versammlung
(besofuiers die der Frz. Revolution von 1789).
Constructio ad sensum Honstroktsio at zenzum]. die: -
- - [lat. constructio ad sensum = Verbindung nach dem
Sinn] (Sprachw.): Satzkonstruktion, bei der sich das
Prädikat od. Attribut nicht nach der grammatischen Form des
Subjekts, sondern nach dessen Sinn richtet (z. B. eine Menge
Äpfel fielen vom Baum); vgl. Synesis; Constructio apo
koinul-a'po: kDy'nu:]. die; —: svw. t Apokoinu;
Constructio kata synesin [- ka'ta zy:nezin], die; - - - [griech. kata
synesin = nach dem Verstand]: svw. t Synesis.
Contactlinse: I Kontaktlinse.
Contagton: t Kontagion.
Container [kDn'te:nB. engl.: kan'teina], der; -s, - [engl.
Container, zu: to contain = enthalten < frz. contenir < lat.
continere]: 1, genormter Großbehälter zur Beförderung von
Gütern durch verschiedene Verkehrsmittel ohne Umpacken
des Inhalts. 2. (Buchw.) Schachtel, Karton zum Versand
von Büchern.
Container-: -bahnhof, der; -hafen, der; ^lastzug, der:
Container transportierender Lastzug; ^schiff, das: Spezial-
frachtschiff zum Transport von Containern; ^terminal, der
(auch: das): Haien, in dem Container umgeladen werden;
-verkehr, der.
containerisieren [kDntenori'zi:ran] <sw. V.; hat) [engl, con-
tainerize]: (von Waren od. Fluggepäck) in Containern
verschicken; Containment [kDn'temmant], das; -s. -s [engl,
(-amerik.) Containment, eigtl. = Eindämmung]: 1. äußerste
ISchutz!Umhüllung für Atomreaktoren. 2. <o. PI.) engl.-
amerik. Bez. für die Politik der Stärke innerhalb des
westlichen Verteidigungsbündnisses.
Contango [kontango, engl.: kan'taengoo], der; -s. -s [engl.
Contango. H. u.]: svw. tReport (2).
'Conte [kÖ:t], die; -. -s [frz. conte. zu: conler = erzählen
< lat. computare = zusammenrechnen] (Literatunv.):
Form der Erzählung (zwischen Roman u. Novelle) in der
franz. Literatur.
*Conte ['kontoj. der; -. Conti [ital. conte < lat. comes,
tComte]: holier italienischer Adelstitel (etwa dem Graf
entsprechend) u. sein Träger.
Contenance [köto'nä:s(o), frz.: köt'nä:s], die; - [frz. conte-
nance < lat. continentia = das Ansichhalten; Mäßigung]
(bildungsspr.): Fassung, Haltung (in einer schwierigen
Lage): die C. wahren; ... sobald ihm ein Drink wieder C.
verliehen hat (MM 20. 5. 1969, 24): jmdn. aus der C.
bringen.
con tenerezza [kan tene'retsa; ital.; aus: con = mit (<
lat. cum) u. tenerezza = Zartheit. Zärtlichkeit, nach lat.
teneritäs]: svw. t teneramente.
469
Contergan
Contergan<S)[k:>ntEr'ga:n]. das; -s [Kunstwort]:
Handelsnamefür das Schlafmittel Thalidomid; <Zus.:> Contemnkind.
das (ugs.): nach der Einnahme des Schlafmittels Contergan
durch die Mutter (währetid einer bestimmten Phase der
Schwangerschaft) mißgebildet geborenes Kind.
Contessa [kon'tcsa], die; -. ...ssen [ital. contessa < mlat.
comitissa, zu lat. comes. tComte]: w. Form zu fronte.
Contest ['kantestl. der; -[e]s, -s u. -e [engl, contest. zu: to
contest = wetteifern < frz. contester < lat. contestäri
= zum Zeugen nehmen]: Wettbewerb (im Bereich der
Unterhaltungsmusik).
Continuo, Kontinuo [kDn'ti.nyo]. der; -s. -s: Kurzf. von
tBasso continuo (vgl. Basso).
contra. Contra: Tkontra. Kontra; Contradictio in adiecto
[kDntra'diktjio in at'jekto]. die; [lat. contradictio in
adiecto = Widerspruch im Hinzugefügten] (Rhet.. Stilk.):
Widerspruch zwischen der Bedeutung eines Substantivs u.
der des hinzutretenden Adjektivs (z. B. schwarzer
Schimmel); contra legem ['kontra'le.gem; lat. = gegen das Gesetz]
(Rechtsspr.): gegen den (reinen 1 Wortlaut des Gesetzes
(Ggs.: intra legem); contraria contraria [k3n'tra:rj[a
k3ntra:rii:s; lat.l (bildungsspr.): man muß/
Entgegengesetztes mit Entgegengesetztem /bekämpfen!; CQntratenor,
der; -s, ...nöre [ital. contrattenore. aus: contra = gegen
(< lat. contra) u. tenore = t'Tenor] (Musik): beim
Übergang von der Zwei- zur Dreistimmigkeit im 14. u. frühen
15. Jahrhutulert dem Tenor u. dem Diskant hinzugefügte
dritte Stimme.
contre-, Contre- [kötre-: tkonter-. Konter-; Contrecoup
[kötre'ku:], der; -s, -s [frz. contrecoup. eigtl. =
Gegenschlag, aus: contre (tkonter-) u. coup = Schlag. tCoup]
(Med.): bei einem heftigen Aufprall entstehende Gegenkraft,
die ihrerseits Verletzungen auch an der der Aufprallstelle
gegenüberliegenden Seite hervorruft; Contredanse [-'dä:s].
der; -, -s |-'dä:s]: tKontertanz; Contretanz, der; -es.
...tanze: t Kontertanz.
Controller [kontro:!«]. der; -s. - [engl. Controller < frz.
contröleur. zu: contröle = t Kontrolle] (Wirtsch.):
Fachmannfür Kostenrechnung u. Kostenplanung in einem Betrieb
(Berufsbez.).
Conurbation flon^'beifcn], die; -. -s. Konurbation
flon|orba'tsio:n]. die; -. -en [engl, conurbation. zu lat. cön-
= zusammen u. urbs = Stadt]: besondere Form städtischer
Agglomeration, die sich durch geschlossene Bebauung u.
durch eine sehr hohe Bevölkerungsdichte auszeichnet;
Stadtregion.
Converter: t Konverter.
Convertible Bonds [kan'vatebl tondz] <P1.> [engl, conver-
tible bonds. aus: convertible = umwandelbar (< spätlat.
convertibilis) u. bond = Schuldverschreibung]: in England
u. den USA übliche Schuldverschreibungen, die sich auf
Wunsch des Inhabers in Aktien der Gesellschaft umwandeln
lassen (Wandelschuldverschreibungen).
ConveyerOon've-.B]. der; -s. - [engl, conveyer. zu: to convey
= überbringen; befördern < afrz. conveier = begleiten
< vlat. *conviäre. tKonvoi]: Becherwerk. Förderband.
Convoi: t Konvoi.
cool [ku:l] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [engl.-amerik. cool,
eigtl. = kühl, gelassen]: bes. von Drogenabhängigen
gebrauchter Ausdruck für unter Drogeneinfluß glückselig;
Cool Jazz ['ku:l djaez]. der; - - [amerik. cool jazz, aus:
tcool u. t Jazz]: Jazzstil der 50er Ja/ire.
Cop flcDp], der; -s. -s [engl. cop. Kurzform von: copper
= Polizist, viell. zu: to cop = fangen]: ugs. amerik. Bez.
für Polizist.
Copilot: tKopilot.
Coproduktion: t Koproduktion; (»produzieren: t koproduzie-
ren.
Copy- ['kapi-l: -right [-rait]. das; -s, -s [engl. Copyright,
eigtl. = Vervielfältigungsrecht]: Urheberrecht (im
britischen u. amerikanischen Recht; Zeichen:©; ^test [-test].
der; -s, -s [fTest]: nach dem Verfahren des Copy-1esting
durchgeführte Untersuchung; ^testing [-testm; mit
Bindestrich], das; -s: werbepsychologische Untersuchungsmethode,
die die Qualität eines Werbemittels durch die Reaktion einer
Personengruppe darauf feststellen will.
Coquille [kokijta)], die; -, -n <meist PI.) [frz. coquille <
lat. conchylium = Muschel < griech. kogchylion]: a)
Muschelschale; b) (Kochk.) in einer Muschelschale
angerichtetes Ragout.
coram publico [ko.ram pu:bliko; lat. cöram püblicö =
vor der Öffentlichkeit!: vor aller Welt, öffentlich: eine
Meinungsverschiedenheit c. p. austragen.
Cord: t Kord.
Cordial Medoc [kordjalme'dDk], der; - -. - - [frz. cordial
Medoc. aus: cordial = herzstärkend(er Trank) < spätlat.
cordiälis = zum Herzen gehörend u. Medoc = Landschaft
bei Bordeaux]: IJkör aus Destillaten französischer Weine.
Cördoba[kordoba,auch: ...va],der;-[s],-[s][span.cördoba.
nach dem span. Forscher F. F. de Cördoba. 11526]:
Münzeinheit in Nicaragua.
Cordon bleu [kardö'blo], das; - -, -s -s flordö'blo; frz. cordon
bleu = blaues Band, aus: cordon = Schnur. Band (t
Kordon) u. t bleu = blau; ugs. scherzh. für geschickte, treffliche
Köchin.eigtl. = Ritter des blauen Bandes des Heilig-Geist-
Ordens. der an Personen für hervorragende Verdienste
verliehen wurde] (Kochk.): mit gekochtem Schinken u. Käse
gefülltes, paniertes u. gebratenes Kalbsschnitzel; Cordon
sanitaire [kardÖsani'teT]. der; - -. -s -s [kardÖsani'tcT;
frz. cordon sanitaire, aus: cordon = tKordon u. sanitaire
= t sanitär]: 1. Sperrgürtel zum Schutz gegen das
Einschleppen epidemischer Krankheiten: einen C. s. errichten; Ü
damit ist um die Unterhaltungsliteratur gewissermaßen
ein C. s. gezogen, ein theoretischer Schutzwall, innerhalb
dessen sich gerade diejenigen befinden, auf die es bei dieser
Literatur unbestritten ankommt: die Romanleser .... die
von dem Romanbazillus angesteckt sind (Greiner.
Trivialroman 14); durch einen beiderseitigen Truppenabzug
entlang der gemeinsamen Grenze einen C. s. (eine
Sicherheitszone) schaffen, i Posten an einer Militärgrenze.
Core Dta:], das; -[s], -s [engl, core = Kern. Innerstes]
(Kernphysik): wichtigster Teil eines Kernreaktors, in dem die
Kernreaktion abläuft.
Cortam © I'ko^fam]. das; -[s] [Kunstwort]: in den USA
entwickeltes synthetisches Material, das ähnliche
Eigenschaften wie Leder aufweist.
Coriolis-Kraft [kDrjD'Iis-]. die; - [nach dem frz. Physiker
u. IngenieurG. G. de Coriolis (1792-1843)] (Physik): auf
einen sich in einem rotierenden System bewegenden Körper
einwirkende Trägheitskraft.
Corhm ['ko-.rium], das; -s [lat. corium = Haut < griech.
chorion = Leder] (Med.): Hautschicht unter der Epidermis.
Lederhaut.
Cornamusa [k3rna'mu:za]. die; -. -s [ital. cornamusa =
frz. cornemuse; tCornemuse]: svw. tCornemuse; Cornea.
(eingedeutscht auch:) Kornea [kornea]. die; -. ...eae [...nee;
lat. cornea, Fem. von: corneus = hornartig] (Med.):
Hornhaut des Auges.
Corned beef (ko:nd 'bi:fl. das; - - [engl, corned beef. aus:
corned. 2. Part, von: to com = (mit Salzkörnern) einpökeln
u. beef = Rindfleisch. tBeefl: zerkleinertes u. gepökeltes
Rindfleisch / in Dosen/; Corned pork [- PD:k]. das; - - [engl,
corned pork]: zerkleinertes u. gepökeltes Schweinefleisch
in Dosen.
Cornemuse [ksrna'my^. die; -. -s [-; frz. cornemuse. zu:
corne = Hörn (< lat. cornü) u. afrz. muse = Dudelsack,
t Musette]: Dudelsack. Sackpfeife.
Corner ['kD:na]. der; -s. - [engl, corner. eigtl. = Ecke <
afrz. corniere. zu lat. cornü = Hörn, äußerste Ecke]:
1. (Fußball österr.. sonst veraltet) Eckball. Eckstoß. 1
(eingedeutscht auch: Korner; Börsenw.) planmäßig
herbeigeführter Kursanstieg an Effekten- u. Warenbörsen, um
die auf Baisse Spekulierenden in Schwierigkeiten zu bringen.
3. Ringecke beim Boxen/.
Cornet ä pistons [korneaplstö]. das; - - -; -s - - [karnea...;
frz. cornet ä pistons = Klapphorn]: svw. ?2Kornett (l);
Cornetto [kDr'neto]. das; -s. -s u. ...ti [ital. cornetto, eigtl.
= kleines Hörn] (Musik): kleines, altes / gebogenes / Hörn-
Instrument mit Grifflöchern.
Corn-flakes [k3:nfleiks] <PL> [amerik. cornflakes. aus:
com = Mais(korn)u. Hake = Flocke]: knusprige geröstete
Maisflocken.
Cornichon [komi'Jö:]. das; -s. -s [frz. cornichon. eigtl. =
Hörnchen, Vkl. von: corne = Hörn < lat. cornü]: kleine,
in saure u. gewürzte Flüssigkeit eingelegte Gurke. Pfeffer-
gürkehen; Corno ['korno], das; -, ...ni [ital. corno < lat.
cornü] (Musik): Hörn; Corno da caccia [- da'katja]. das;
- - -. ...ni - - (Musik): Waldhorn. Jagdhorn; Corno di
bassetto [- di ba'seto], das; - - -. ...ni - - (Musik): Bassetthorn.
Corolla: TKorolla.
470
Country-Music
Corona: tKorona; Coroner ['karem], der; -s, -s (engl,
coroner, zu afrz. corone = Krone (< lat. coröna)]: in England
u. in den USA Beamter, der plötzliche u. unter verdächtigen
Umständen eingetretene Todesfälle untersucht.
Corpora: PI. von t Corpus; Corps: t Korps; Corps de ballet
IkDrdaba'le] das; ---,--- [frz. corps de ballet, aus:
corps (t Korps), de = von (< lat. de) u. ballet < ital.
balletto, tBallett]: Ballettgruppe, Ballettkorps (im Gegen-
satz zu den Solotänzern); Corps diplomatique [kordiploma-
tik], das; - -, - -s Dordiptama'tik; frz. corps diplomatique,
aus: corps (f Korps) u. diplomatique, tdiplomatisch]:
Diplomatisches Korps: Abk.: CD; Corpus [korpos], das; -,
...pora [korpora; lat. corpus]: 1. (Med.) Hauptteil eines
Organs od. Körperteils. 2. t Korpus; Corpus Christi [-
knsti], das; - - [lat. corpus Christi = der Leib Christi]
(kath. Kirche): der Leib Christi in der Abendmahlsfeier,
das Altarsakrament; Corpus Christi mystkaim [- -
mYstikum], das; - - - (kath. Kirche): die Kirche als!
der mystische Leib Christi; Corpus delicti ['korpos de'hkti],
das; - -. Corpora - [lat. corpus delicti = Gesamttatbestand
eines Vergehens] (jur.): Gegenstand (Werkzeug), mit
dem eine Straftat, ein Verbrechen begangen worden ist und
der dem Gericht als Beweisstück dient: der Staatsanwalt
legte das C. d. vor; Ü hinter dem Schrank zerrte er das
C. d., die vollgemachte Unterhose, hervor; Corpus iuris
[- ju.ns], das; - - [lat. corpus iuris] (jur.): Gesetzbuch,
-Sammlung.
Corregedor [kDreae'do:?]. Corregidor, (eingedeutscht auch:)
Korregidor [korsxi'do:?]. der; -s u. -en, -en [span.
corregidor. zu: corregir = berichtigen < lat. corrigere]: hoher
Verwaltungsheamter in Spanien u. Portugal.
Corrkla [de toros] [ks'irda (de to.TDS)]. die; - (- -). -s (--)
[span. corrida (de toros). aus: corrida. eigtl. = das Laufen,
subst. 2. Part. (Fem.) von: correr = laufen < lat. currere.
de = von (< lat. de) u. toro = Stier < lat. taurus]:
span. Bez. Air Stierkcunpf: In einem August bestritt er
32-s (MM 27. 5.71.33).
Corrtgenda: tKorrigenda; Corrigens: tKorrigens; corrtger
la fortune [kDrijelafDrtyn; frz.. aus: corriger = verbessern
(< lat. corrigere), la = Fem. des Artikels (< lat. illam
= jene) u. fortune = Glück, t Fortune; nach einer auf
Terenz (etwa 195-159) zurückgehenden, von N. Boileau-
Desprdaux (1656-1711) formulierten Redensart] (bil-
dungsspr.): Idurch Betrug! dem Glück nachhelfen,
falschspielen.
Corso: t Korso.
Cortege: TKortege; Cortes [kortes, span.: kDrtes] <PI.>
[span.. port. cortes. eigtl. = Reichsstände, zu: corte =
(königlicher) Hof, Hofstaat]: Volksvertretung in Spanien
u. früher auch in Portugal.
Cortison: t Kortison.
Cosa Nostra [ko:za 'nostra, engl.: kousa noostre], die;
- - [amerik. Cosa Nostra < ital. cosa nostra = unsere
Sache, aus: cosa = Sache (< lat. causa) u. nostra. Fem.
von: nostro = unser < lat. noster]: kriminelle Organisation
in den USA, die vor allem aus Italienern u. Italoamerikanern
besteht.
Cosmaten [kDS'ma:tn] <PL> [nach dem ital. Vornamen Cos-
mas, der in diesen Familien häufig vorkam]: Bez. für
mehrere italienische Künstlerfamilien vom 12. bis 14. Jahrhundert,
von denen vor allem wertvolle Mosaikarbeiten geschaffen
wurden; <Zus.:> Cosm&tenarbeit, die (bild. Kunst): die
Vorderseite des Altars ist eine C. aus dem 13. Jahrhundert.
Cosmea [kDs'me:a], die; -, Cosmeen [...e:an; zu griech. kös-
mos= Schmuck, Zierde]: Vertreter einer Gattung der
Korbblütler; Gartenpflanze.
Cosmotron: TKosmotron.
cost and freight [lost and' freit; engl. = Kosten und Fracht]:
Klausel im Überseehandel, nach der Fracht- u.
Versandkosten im Preis eingeschlossen sind; Abk.: cf
Cotele [kota'le:]. der; -[s], -s [frz. cötele = gerippt, zu:
cote = Rippe < lat. costa]: Kleider- od. Mantelstoff mit
feinen Rippen: C. aus Wolle mit Synthetik; Coteline [kota-
'li:n], der; -[sj. -s [frz. coteline]: zum Beziehen von Möbeln
verwendeter Stoff mit kordartigen Rippen.
CO-Test Itse'lo:-]. der; -[e]s. -s, auch: -e [zu C02 = ehem.
Zeichen für: Kohlendioxyd] (Kfz.-T.): Messung des Gehalts
an Kohlendioxyd in den Abgaben eines Kraftfahrzeugs: einen
C. durchfuhren.
Cotillon: tKotillon.
Cottage, das; -. -s [engl, cottage, zu afrz. *cote = Hütte]:
1. ['katitjl (Archit.) Landhaus, Häuschen. 2. [kD'te.J] (österr.
veraltet) Villenviertel; <Zus.:> Cottagesystem, das <o. Pl.>:
System in der englischen Industrie, bei dem die Firma den
Betriebsangehörigen Wohnungen stellt, die durch teilweise
Einbehaltung des Lohns in deren Eigentum übergehen.
Cotton I'kDtn], der od. das; -s [engl, cotton < frz. coton
< arab. qutun, t Kattun]: a) Baumwolle, Kattun; b) Gewebe
aus Baumwolle, Baumwollstoff; cottonisieren: t
kolonisieren.
Cottonmaschine I'kDtn-] die; -. -n [nach dem brit. Ingenieur
W. Cotton (1786-1866)]: Wirkmaschine zur Herstellung
von Damenstrümpfen.
Cqttonöl.das [zu tCotton]: aus Baumwollsamen gewonnenes
ÖL das in Technik u. Heilkunile verwendet wird.
Cottonstuhl, der: svw. t Cottonmaschine.
Cottonwood [kDtnwod], das; -[s] [engl.-amerik. cotton-
wood]: Holz der amerikanischen Pappel.
Couch [kaytjl, die, Schweiz, auch: der; -, -[eis, auch: -en
[engl, couch < (a)frz. couche = Lager, zu: coucher =
hinlegen, lagern < lat. collocare]: Liegesofa mit niedriger
Rückenlehne u. Seitenlehnen; <Zus.:> Couchgarnitur, die:
aus Couch u. zwei Sesseln bestehende Polstergarnitur;
Couchtisch, der: für eine Couchgarnitur oder Sitzgruppe
bestimmter niedriger, oft länglicher Tisch.
Coueismus [kye'ismus], der; - [nach dem frz. Apotheker
E. Coue (1857-1926)]: Entspannung durch Autosuggestion
als Heilverfafiren.
Couleur [kulo:^], die; -. -s [frz. couleur = Farbe < lat.
color]: 1. <o. PI.) Prägung, Eigenlart, Richtung (von der
man sich selbst distanziert): Journalisten verschiedener C;
Bemerkungen dieser C. sollten vermieden werden: Der
Kanzler ist in den letzten Wochen derart mit
rechtsstaatlichen Grundsätzen umgesprungen, daß man sich weitere
Geniestreiche dieser C. nicht mehr leisten kann (Augstein,
Spiegelungen 8). 2. (Kartenspiel) Trumpf. 3. (Studen-
tenspr.) Band u. Mütze in bestimmten Farben als
Kennzeichen der Zugehörigkeit zu einer studentischen Verbindung:
C. tragen.
Couloir [ku'lQa.'B], der; -s, -s [frz. couloir =
Verbindungsgang]: 1. (veraltet) Verbindungsgang. 2. (Alpinistik)
Schlucht; schluchtartige Rinne. 3. eingezäunter, ovaler
Sprunggarten, in dem junge Pferde ohne Reiter im Springen
trainiert werden.
Coulomb [ku'lö:], das; -s, - [nach dem frz. Physiker Ch.
A. de Coulomb (1736-1806)]: Maßeinheit für die
Elektrizität smenge, Amperesekunde; Zeichen: C
Count [kaunt], der;-s.-s [engl, count < frz. comte. tComte]:
1. <o. PI.) engl. Titel für einen Grafen nichtbritischer
Herkunft. 2. Träger dieses Titels.
Countdown fkajint'dapn], der od. das; -[s], -s [engl.
Countdown, zu to count = zählen (< afrz. conter < lat. compu-
tare) u. down = herunter, von oben nach unten]: 1. a)
bis zum Zeitpunkt Null (Startzeitpunkt)
rückwärtsschreitende Zeitzählung als Einleitung eines Startkommandos
beim Abschuß einer RaketeI: ein reibungsloser C; der
C. beginnt, ist abgelaufen; Ü So wurde im Frühling 1965
der Gedanke an eine westdeutsche
Weltraum-Entwicklungshilfegeboren; derC. zum Bonner Weltraumstart hatte
begonnen (Spiegel 3,1966,18); b) Gesamtheit der vor einem
! Raketen jstart auszuführenden letzten Kontrollen. 2. letzte
technische Vorbereitungen vor einem Unternehmen.
Counter ['kannte], der; -s, - [engl, counter = Ladentisch,
Theke, zu: to count = zählen, berechnen] (Jargon): a)
(Flugw.) Schalter im Flughafen, an dem die Flugreisenden
abgefertigt werden; b) (Touristik) Theke in Reisebüros u. ä.;
Counter-Display [-dis'ple:]. das; -s. -s (Werbung selten):
bildliche Darstellung einer Ware für den Ladentisch,
Thekenaufsteller.
Counterpart kapntupart], der; -s, -s [engl, counterpart =
Gegenstück, aus: counter = Gegen- (< frz. contre- <
lat. contra = gegen) u. part = Teil, Stück < frz. part,
tPart]: Ausländer, der im Austausch gegen einen
Entwicklungshelfer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.
Counteß [kajintis], die; -, ...tessen [...'tesn; engl, countess
< frz. comtesse, zu: comte. tComte]: 1. <b. PI.) englischer
Titel für eine Gräfin. 2. Trägerin dieses Titels.
Country-music ['kAntnmju:zik], die; - [amerik. country mu-
sic. aus: country = Land, ländliche Gegend (< afrz.
contree < spätlat. conträta) u. music = Musik < afrz.
471
County
musique < lat. müsica. tMusik]: Volksmusik linden
Südstaaten der USA .
County [kajinti], die; -. -s (auch: ...ties) [engl, county. eigtl.
= Grafschaft, zu TCount]: Gerichts- u. Verwaltungsbezirk
in England u. in den USA.
Coup [ku:], der; -s, -s [frz. coup < vlat. colpus, co!ap[h]us
= Faustschlag, Ohrfeige < griech. kölaphos]: / frech u. i
kühn angelegtes, erfolgreiches Unternehmen; Schlag,
! Hand/streich: der Einbruch in das Juweliergeschäft war
sein letzter großer C; Hitler hatte es zu weit getrieben;
sein neuester C. weckte, alarmierte, schockierte die
öffentliche Meinung, vor allem in England (K. Mann.
Wendepunkt 351); einen C. [gegen jmdn., etw.] starten, landen;
Coupd'Etat [kude'ta], der; - -, -s - [ku...; frz. coup d'£tat]
(veraltend): Staatsstreich; Coup de main [kud'mg], der;
—. -s - - [ku...: frz. coup de main] (veraltet): Handstreich,
rascher gelungener Angriff
Coupg [ku'pe:], das; -s, -s [frz. coupe = zweisitzige Kutsche,
Halbkutsche, subst. 2. Part, von: couper = (ab)schneiden,
t kupieren]: 1. (österr., sonst veraltet) Abteil in einem Eisen-
bahnwagen: ein C. zweiter Klasse. 2. geschlossene
zweisitzige Kutsche. 3. geschlossener zweisitziger
Personenkraftwagen mit zwei Notsitzen, sportlicher Karosserie u. stärkerer
Schrägstellung des Heckfensters: ein schnittiges C.
Couplet [ku'ple:], das; -s, -s [frz. couplet, Vkl. von: couple
= Paar < lat. cöpula = verknüpfendes Band]: scherzhaft-
satirisches Strophengedicht mit Kehrreim, meist aktuellen
/ ih)Utischen ixi. pikanten Mtalts.
Coupon, (eingedeutscht auch:) Kupon flcu'pö:]. der; -s, -s
[frz. coupon, zu: couper = schneiden, tkupieren]: 1.
abtrennbarer Zettel, der als Beleg für etw. gilt; Gutschein,
Abschnitt. 2. (Bankw.) Zinsschein bei festverzinslichen
Wertpapieren. 3. abgemessenes Stück Stoff, Stoffabschnitt:
Dekostoffe. 120cm breit: -s bis zu 10m.
Cour [ku:g; frz. cour = Empfang bei Hofe, fürstlicher
Hof < vlat. curtis < lat.cohors(Gen.:cohortis) =
Gefolge] in der veraltenden Wendung einer Freu/Dame die C.
machen/schneiden (um sie werben, ihr den Jlof machen).
Courage [ku'ra.sa]. die; - [frz. courage. zu: ooeur = Herz,
tCoeur]: 1. (ugs.) Beherztheit, Schneid, Mut, Unerschrocken-
heit (in bezug auf eine nur ungern vorgenommene
Handlung): C. zeigen; Kurzfristig hätte man umdisponieren
müssen, wie das beim FC Bayern in solchen Fällen üblich
ist, aber dazu hallen die verantwortlichen
DFB-Funktionäre keine C. (Hörzu 39. 1975, 32); er bekommt Angst vor
der eigenen C. (er wird unsicher, schwankend in seinem
Vorhaben). 2. (landsch.) Kraft: Mensch, hat der Junge C.
der kann ja den Eimer hochheben; couragiert [kura'ji^t]:
beherzt: ein -er Junge.
courant: t kurant; Courante [kurä:t(d)]. die; -. -n [frz. couran-
te, zu: courir = laufen < lat. currere] (Musik): 1. alter
französischer Tanz in raschem, ungeradem Takt. 2. zweiter
Satz der Suite in der Musik des 18. Jahrhunderts.
Course ßtas]. der; -, -s [engl, course. eigtl. = Lauf. Weg
< lat. cursus]: Golfplatz: ein gepflegter C.
Court [kartj. der; -s, -s [engl, court. eigtl. = Hof < afrz.
court < lat. cörs (Gen.: cörtis)] (Tennis): Spielfeld des
Tennisplatzes: die Spieler betraten den C.
Courtage« (auch:) Kurtage [kur'ta:33]. die; -, -n [frz.
Courtage]: Maklergebühr bei Börsengeschäften: C. nehmen; Ü
Für ihre Verdienste berechnen die Hochschulvermittler
C: Zehn Mark nehmen die Berliner Tür die Aufnahme
in die Kartei, gleichgültig, ob es klappt oder nicht (Spiegel
39, 1974, 46); Courtier [kor'üe:]. der; -s, -s [frz. courtier
< lat.collectärius = Eintreiber der Auktionsgelder]
(veraltet): freiberuflicher Handelsmakler.
Courtoisie [kortoa'zi:]. die; -. -n [...i:an; frz. courtoisie. zu:
cour, TCour; vgl. mhd. kurtösie] (veraltend): feines,
ritterliches Benehmen, Höflichkeit: Max Frisch ist ... ein Mann
der Sobrietät und C. (Deschner. Talente 155).
Cousin [ku'zS:. ugs.: ku'zEnl. der; -s, -s [frz. cousin < vlat.
* cösinus < lat. cönsobrinus]: Sohn von Bruder oder
Schwester eines Elternteils, Vetter: mein C. väterlicherseits; er
ist ein C. von mir; Cousine, (eingedeutscht auch:) Kusine
[ku'zi:na], die; -, -n [frz. cousine]: Tochter von Bruder oder
Schwester eines Elternteils, Base: sie war seine C.
mütterlicherseits.
Couture [ku'ty:^], die; -: svw. t Haute Couture; Couturier
[kuty'rie:]. der; -s, -s: svw. t Haute Couturier: die Pariser
-s haben ihre neuen Herbstmodelle vorgestellt.
Couverf [ku've:^. ku'vc:?]. das; -s, -s [frz. couvert, subst.
2. Part, von: couvrir = bedecken < lat. cooperire]: 1.
Bettbezug für Steppdecken u. ä., dessen oberer Teil in
verschiedenen Formen (oft rautenförmig) ausgeschnitten ist.
2. svw. t Kuvert.
Couveuse Dcuv0:zd], die; -, -n [frz. couveuse. zu: couver
= brüten < lat. cubäre = liegen] (Med.): Brutschrank
für Frühgeburten, Wärmebett.
Cover I'kavB]. das; -s. -s [engl, cover, zu: to cover = bedek-
ken < frz. couvrir, tCouvert]: a) Titelbild einer
Illustrierten; b) Schallplattenhülle.
Cover- [-]: -boy, der [aus engl, cover (tCover) u. boy =
Junge, junger Mann]: a) auf der Titelseite einer Illustrierten
abgebildeter [jungerj Mann: Ohne Strauß ... wäre der
Spiegel ärmer. Zwölfmal hat der Bayer auf dem Titelbild
(als „Coverboy") herhalten müssen (Spiegel 12, 1975. 3);
b) svw. tDressman; -coat, der; -[s]. -s [aus engl, cover
= Decke. Überzug (tCover) u. coat, tCoat]: 1.
feinmeliertes Wollgewebe, dem Gabardine ähnlich. 2. dreiviertellanger
sportlicher Mantel aus Covercoat (1); M^irl, das [engl, cover-
girl. aus: cover (tCover) u. girl = Mädchen]: auf der
Titelseite einer Illustrierten abgebildetes Mädchen.
Cover-up Dcavt?'|ap]. das; - [engl, cover-up. zu: to cover
up = bedecken, verbergen; tCover] (Boxen): volle Körper-
deckung.
Cowboy [kajibqy], der; -s. -s [amerik. cowboy, eigtl. =
Kuhjunge]: berittener amerikanischer Rinderhirt; <Zus.:>
Cowboyhut, der: / von Cowboys getragener I Hut mit breiter
Krempe.
Cowper [kaype], der; -s, -s [nach dem englischen Ingenieur
E. A. Cowper (1819-1893)] (Technik): Winderhitzer für
Hochöfen.
Cox' Orange ['kokslorä:»]. die; -. -n. (eingedeutscht:)Cax
Orange,der; -s, - [nach dem engl. Züchter R. Cox]: saftiger,
angenehm süß-säuerlich schmeckender, feiner Winterapfel
mit goldgelber bis orangefarbener I rot tnarmorierter / Schale.
Coyote: tKojote.
Crabmeat ['krebmi:t]. das; -s [engl, crabmeat]: engl. Bez.
für Krabben, fleisch;.
Crack [krek], der; -s. -s [engl, crack. eigtl. = Knall. Krach]
(Sport): 1. besonders aussichtsreicher Sportler,
Spitzensportler. 2. bestes Pferd eines Rennstalls; Cracker [krckB], der;
-s. -[s] [engl, cracker. zu: to crack = krachen]: 1. (meist
PI.) leichtgewürztes Kleingebäck in der Art von Keksen;
vgl. Kräcker. 2. Feuerwerkskörper (Schwärmer, Frosch).
Cracovienne [krako'vjten], die; -. -s [frz. (danse) cracovienne.
eigtl. = (Tanz) aus Krakau, zu: Cracovie = Krakau]:
svw. f Krakowiak.
Craquele. (eingedeutscht auch:) Krakelee flcraka'le:], das;
-s. -s [frz. craquele. eigtl. = rissig, zu: craqueler = rissig
machen, zu: craquer = krachen]: I. <auch: der)
Kreppgewebe mit rissiger, narbiger Oberfläche. 2. feine Haarrisse in
der Glasur von Keramiken od. auf Glas; Craquehire: t Krake-
Iure.
Crawl Ocn>:l]: tKraul.
Cream [kri:m]. der; -. -s [engl, cream < afrz. cresme.
tCreme]: engl. Bez. für Creme.
Creation [krea'sjö]. die; -. -s [krea'sjö]: TKreation.
Credo: t Kredo.
Creek [kri:k]. der; -s, -s [engl.(-amerik.) creek]: 1. kleiner
Flußlauf i in den USA I.2. zeitweise ausgetrockneter
Wasserlauf !in Australien;.
creme [kre:m. kre:m] (indekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.):
mattgelb, gelblich; Creme [-]. die; -, -s (Schweiz.: -n) [frz.
creme < afrz. craime, cresme, Vermischung von gall.-Iat.
cräma = Sahne mit lat.-griech. chrisma = Salbe]: 1. Salbe
zur Pflege der Haut: eine feuchtigkeitshaltige C.; C. auf
die Haut auftragen; die C. einziehen lassen; ich habe mir
die Hände mit C. eingerieben. 2. a) dickflüssige od.
schaumige, lockere Süßspeise; b) süße Masse als Füllung für
Süßigkeiten und Torten; c) dickflüssiger Likör; d) selten svw.
tCremesuppe. 3. (selten) Kaffeesahne. 4. <o. PI.) (bil-
dungsspr.. häufig iron.) gesellschaftliche Oberschicht: die
C. der Gesellschaft; ...im Salon des Architekten Josef
Ulrich. Hier trifft sich die ..Creme" der Wiener Damen,
hier diskutiert sie ihre „Probleme" und tauscht ihre
Erfahrungen aus (Hörzu 2. 1974. 43). Vgl. Krem.
creme-. Creme-: -artig <Adj.; o. Steig.): eine -e
Tortenfüllung: Eine weiße Schwitze ... wird ... mit 1-2 Eidottern
c. geschlagen (Hörn. Gäste 218); -färben <Adj.; o. Steig.;
472
Cupresa
nicht adv.>: svw. Tcreme; -maske, die GCosmetik):
Hautmaske, die nach dem Auftragen nicht austrocknet, sondern
Uwe cremige Konsistenz beibehält; -schnitte, die: mit
[Butter /creme gefüllte Schnitte aus Blätterteig; -suppe, die:
sämige Suppe; -törtdien.das: mit Creme gefülltes Tortelett;
-forte, die: j schichtweise j mit Butter jcreme belegte Torte.
Creme de b creme ['kre.m da la 'kre:m], die; [frz. creme
de la creme, eigtl. = die Sahne der Sahne] (bildungsspr.,
häufig iron.): die höchsten Vertreter der gesellschaftlichen
Oberschicht; cremen [kreman. 'kreman] <sw. V.; hat):
svw. teincremen; cremtg. (eingedeutscht auch.) kremig
[kre:mi<;. 'kram«;] <Adj.>: svw. t cremeartig: eine -e
Substanz; etw. c. schlagen.
'Crepe [krep] die; -. -s [frz. crepe. zu afrz. crespe = kraus
< lat. crispus] (Kochk.): kleiner, dünner Pfannkuchen;
*Crepe [-] der; -. -s [frz. crepe = krauser Stoff, zu: crepe
= kraus; vgl. ^repe]: svw. t Krepp; Crepe de Chine
[krr.pda'J'in]. der; , -s [krep] - - [frz. crepe de Chine.
eigtl. = Krepp aus China]: Gewebe aus Natur- od.
Kunstseide mit feingenarbter Oberfläche. Chinakrepp; Crepe Geor-
gette [krEpaor'set]. der; - -. -s [krep] - [frz. crepe
Georgette, nach Madame Georgette, der Atelierleiterin im
ehemaligen Pariser Modehaus Doucet]: zartes, transparentes,
stumpf glänzendes Kreppgewebe; Crepeline [krepa'li.n]:
tKrepeline; Crepe Suzette [krepsy'zEt], die; - -. -s [krep]
- (meist PI.) [frz. crepe Suzette, zu: Suzette, Vkl. von:
Suzanne = Susanne] (Kochk.): dünner Eierkuchen, mit
Likör od. Weinbrand flambiert.
crescendo [kre'Jendo; ital.. zu: crescere = wachsen,
zunehmen < lat. crescere] (Musik): allmälilich lauter werdend,
im Ton anschwellend (Ggs.: decrescendo); Abk.: cresc.;
Crescendo [-], das; -s, -s u. ... di: 1. (Musik) allmähliches
Anwachsen der Tonstärke (Ggs.: Decrescendo). 2.
(Leichtathletik) Endphase eines Dauerlaufs, in der das Tempo
immer mehr gesteigert wird.
Cretome, (eingedeutscht auch:) Kretonne [kretonj. die od.
der; -, -s [frz. cretonne, nach dem ersten Herstellungsort
Creton in der Normandie]: Baumwollgewebe von mittlerer
Stärke in Leinenbindung.
Crevette: tKrevette.
Crew [kru:], die; -. -s [engl, crew < afrz. creue = Zunahme,
zu: creistre = wachsen < lat. crescere]: 1. a)
Schiffsmannschaft; b) Besatzung eines Flugzeugs; c) (Sport) Mannschaft
eines Ruderbootes. 2. Kadettenjahrgang bei der Marine.
3. einem Zweck, einer bestimmten Aufgabe verpflichtete,
gemeinsam auftretende Gruppe von Personen.
Cribbage [knbids]. das; - [engl, cribbage. zu: crib =
abgelegte Karten]: meist von zwei Personen gespieltes, altes
englisches Kartenspiel mit französischen Whistkarten.
Cricket: t Kricket.
Crime [kraim], das; -s [engl, crime < afrz. crime < lat.
crimen = ^Verbrechen]: engl. Bez. für Verbrechen. Straftat;
vgl. Sex and Crime.
Crotse [krQa'ze:], das; -[s], -s [frz. croise, subst. 2. Part,
von: croiser = kreuzförmig zusammenlegen, zu: croix =
Kreuz < lat. crux, TCrux]: Baumwoll- od.
Kammgarngewebe in Köperbindung mit glänzender Oberfläche.
Crotesant [krQa'sä:]. das; -[s], -s [krQa'sa:; frz. croissant (für
dt. Hörnchen), zu: croitre = wachsen, zunehmen < lat.
crescere]: frz. Bez. für Kleingebäck aus Hefe- od. Blätterteig
in Form eines Hörnchens.
Cromagnonrasse [kroma'jiö:-], die; - [nach dem Fundort
bei Cro-Magnon in Frankreich] (Anthrop.).:
Menschenrasse der jüngeren Altsteinzeit.
Cromargan(S)[kromar'ga:n], das; -s [Kunstwort]:
hochwertiger, rostfreier Chrom-Nickel-Stahl für Tafelbestecke u.
Küchengeräte; <Zus.:) Cromarggnbesteck, das.
Crookesglas Ocroks-]. das; -es [nach dem engl. Physiker
W. Crookes (1832-1919)] (Optik): Brillenglas, das für
infrarote u. ultraviolette Strahlen undurchlässig ist.
Crooner l'kru:nB]. der; -s. - [engl, crooner. eigtl. =
Wimmerer, zu: to croon = schmachtend singen]: engl. Bez. für
Schlagersänger.
Croouet: t Krocket.
Croquette: tKrokette.
Croquis: t Kroki.
Gross [kos], der; -, - [engl, cross]: 1. (Tennis) Schlag, mit
dem der Ball diagonal ins gegnerische Feld gespielt wird;
einen unterschnittenen C. schlagen. 2. kurz für tCross-
Country.
Cross-Country, (auch:) Croß-Country [krDs'kantri], das; -[sj.
-s [engl, cross-country, aus: cross = quer(über) u. country
= Land. Gelände. tCountry-music] (Sport): Querfeldein-
Wettbewerb (Lauf, Pferderennen, Rad- u. Motorradrennen).
Croupade: t Kruppade; Croupier [kru'pie:]. der; -s. -s [frz.
croupier. eigtl. = Hintermann, zu: Croupe = Hinterteil,
t Kruppe]: Angestellter einer Spielbank, der die Verluste
einzieht, die Gewinne auszahlt und den äußeren Ablauf des
Spiels überwacht.
Crouton [kru'tö:], der; -[s], -s <meist PL) [frz. croüton, eigtl.
= Brotkruste, zu: croüte = Kruste. Rinde < lat. criista]
(Kochk.): in Fett gebackene. dreieckig zugeschnittene
Weißbrotscheibe od. Würfel aus einer Weißbrotscheibe zum
Garnieren von Speisen od. als Suppeneinlage.
Cru [kry:], das; -[s], -s [frz. cru. subst. 2. Part, von: croitre
= wachsen < lat. crescere]: Wachstum. Lage als
Qualitätsbezeichnung für französische Weine.
Crux [kruks], die; - [lat. crux = Manerholz. Kreuz]: a)
Last, Kummer. Leid; seine C. tragen; man hat schon seine
C. mit dir; b) Schwierigkeit; die C. bei der Sache ist.
daß ...
Cruzeiro [kru'zeiru], der; -s. -s [port. cruzeiro. zu: cruz
= Kreuz < lat. crux]: Währungseinheit in Brasilien.
Csarda, (eingedeutscht auch:) Tscharda ['tjarda], die; -.
-s [ung. csarda]: Pußtaschenke; Csardas ['tjardas. ung.:
'tfa:rda:X], der; -, - [ung. csardäs): von Zigeunermusik
begleiteter ungarischer Nationaltanz; vgl. Tschardasch.
Cubiculum [ku'bi:kulom], das; -s. ...la [lat. cubiculum. zu:
cubäre = liegen, ruhen] (Fachspr.): 1. Schlafraum in
altrömischen Häusern. 2. Grabkammer in den Katakomben.
Cucurbita [ku'korbita], die; -. ...tae [...te; lat. Cucurbita]:
Zierkürbis mit verschiedenfarbigen Früchten.
Cueva fkue:va], die; - [H. u.J: sehr schneller
lateinamerikanischer Tanz.
cui bono? [ku:i bo:no; lat. cui bonö, eigtl. = wem zum
Guten (Zitat aus einer Rede von Cicero)]: wem nützt es.
wer hat einen Vorteil davon? (Kernfrage der Kriminalistik
nach dem Tatmotiv bei der Aufklärung eines Verbrechens).
cuius regio, ehis religio ['ku:jus 're:gio 'e:jus religio; lat.
= wessen das Land, dessen (ist) die Religion (Grundsatz
des Augsburger Religionsfriedens von 1555, nach dem
der Landesfürst die Konfession der Untertanen
bestimmte)] (bildungsspr.): wer die Macht ausübt.bestimmt in seinem
Bereich die Weltanschauung.
Cui de Paris [kydpa'ri], der; - - -. -s - - [kyd...; frz. cui
de Paris, aus: cui = Gesäß (< lat. cülus), de = von,
aus (< lat. de) u. Paris] (Mode): um die Jahrhundertwende
unter dem Kleid getragenes Gesäßpolster; Culotte [ky'bt],
die; -. -n [frz. culotte, zu: cui = Gesäß]: Kniehose als
höfisches Kleidungsstück in der / französischen Aristokratie
des 17. u. 18. Jahrhunderts.
Cumberlandsauce. -sofle ['kAmbabnd-l. die; -, -n [engl. Cum-
berland sauce. nach der engl. Grafschaft Cumberland]
(Kochk.): pikante kalte Sauce aus Johannisbeergelee.
Madeira. Senf u. anderen Zutaten.
cum grano salis [kam 'gra.no za:lis; lat. cum gräno salis
= mit einem Korn Salz (lat. sal = Salz)] (bildungsspr):
mit entsprechender Einschränkung, nicht ganz wörtlich zu
nehmen; cum laude Dcom 'lauda; lat. cum laude = mit
Lob]: gut (drittbestes Prädikat bei der Doktorprüfung);
cum tempore Dcom tempore; lat. cum tempore = mit
Zeit] (bildungsspr.): eine Viertelstunde später als zu dem
angegebenen Zeitpunkt; mit akademischem Viertel; Abk.:
c. t. Vgl. sine tempore.
Cunnilingus [koni'liogos]. der; -. ...gi [lat. cunnilingus =
jmd.. der an der weiblichen Scham leckt] (Sexualk.): Form
des oral-genitalen Kontaktes, bei der die äußeren
Geschlechtsorgane der Frau mit Lippen. Zähnen u. Zunge
stimuliert werden. Vgl. Fellatio.
Cup [kap], der; -s. -s [engl, cup < spätlat. cuppa = Kufe,
Tonne. Nebenf. von lat. cüpa]: 1. Siegespokal bei
Sportwettkämpfen. 2. Körbchen des Büstenhalters.
Cup- [-] (Sport): ^finale, das: Endspiel in einem
Pokalwettbewerb; -sieger, der; -Wettbewerb, der.
Cupal [ku'pa.i]. das; -s [Kunstwort aus: Cuprum u.
Aluminium] (Elektrot.): als Werkstoff in der Elektrotechnik
dienendes, mit Kupferblech plattiertes Aluminium; <Zus.:> Cupgl-
Medi, das.
Cuprama©[ku'pra:ma], die; - [Kunstwort]: wollartige, aus
Zellulose hergestellte Kunstfaser; Cupresa <S> [ku'pre:za],
473
Cupro
die; - [Kunstwort]: eine nach dem Kupferoxid-Ammoniak-
Verfahren aus Raumwollfasern hergestellte Chemiefaser:
Cupro [ku:pro], das; -s [Kunstwort]: Sammelbez. für
synthetische Fäden, die nach dem Kupferoxid-Ammoniak-
Verfahren auf Zellulosebasis hergestellt werden: Cuprum
[ku:prom].das;-s[spätlat.cuprum = tKupfer] (Chemie):
Kupfer: ehem. Zeichen: Cu
Cura^o(S>[kyrasa:o], der; -[s], -s [niederl. cura^ao. kurz
für curacao-oranjeappel = Curacao-Orange. aus der er
hergestellt wurde; nach der Antilleninsel Curacao]: aus
den Schalen unreifer Pomeranzen hergestellter Likör.
Cura posterior [ku:ra p^s'te.rpr]. die; - - [lat. cüra posterior
= spätere Sorge] (bildungsspr.): Angelegenheit, mit der
man sich erst später beschäftigen muß. nachdem man das
Wichtigere zuerst erledigt hat.
Curare: tKurare; Curarin, (eingedeutscht auch:) Kurarin
[kura'ri:n], das; -s [zu tKurare] (Chemie): wirksamer
Bestandteil des Kurare.
Curcuma: T Kurkuma.
Cure [ky're:]. der; -s, -s [frz. eure, zu: eure = Sorge <
lat. cüra]: katholischer Pfarrer in Frankreich.
Curettage usw.: t Kürettage usw.
Curie [ky'ri:], das; -. - [nach dem frz. Physikerehepaar Pierre
(1859-1906) u. Marie Curie (1864-1934)] (Physik):
Maßeinheit der Radioaktivität: Zeichen Ci. älter: c; Curium
[ku:riom]. das; -s [nach dem Physikerehepaar Curie, tCu-
rie]: radioaktiver chemischer Grundstoff: Zeichen: Cm
Curling [ka.Iinl. das; -s [engl, curling. zu: to cur! = (sich)
winden, drehen]: ein aus Schottland stammendes Spiel auf
dem Eis, das dem Eisschießen sehr ähnlich ist.
currentis [ko'renUs; lat. currens (Gen.: currentis). 1. Part,
von: currere = laufen] (veraltet): des laufenden Jahres,
Monats i.Abk.:cT.;cuiTicular[kuriku'la:?] <Adj.; o. Steig.;
nur attr.> [engl, curricular] (Päd.): a) die Theorie des Lehr-
u. Lernablairfs betreffend; b) den Lehr plan betreffend: Curri-
culum [ko'ri.kulom. auch: kon...]. das; -s. ...la [engl, curri-
culum < mlat. curriculum = Ablauf des Jahres. Weg
< lat. curriculum = Lauf. Laufbahn] (Päd.): a) Theorie
des Lehr- und Lernahlaufs: b) auf einer Theorie des Lehrens
u. Lernens aufhauender Lehr plan: Lehrprogranvn; <Zus.:>
Cumcuhimforschung. die; Currkulumtheorie, die;
Curriculum vitae l-'vi.tc], das; - - [lat. curriculum vltae = Lauf
des Lebens] (bildungsspr. veraltet): Lebenslauf.
D
d, D Ide:. ta. A] das; -. - [mhd.. ahd. d]: 1. vierter Buchstabe
des Alphabets, ein Konsonant: ein kleines d. ein großes
D schreiben. 2. (Musik) zweiter Ton der Grund- (C-Dur-)-
Tonleiter; D-Saite.
5. A: Delta.
da [da:; I, 1, 3: mhd. da(r). ahd. dar; 1. 2: mhd.. ahd.
dö]: I. <Adv.> 1. (räumlich; hinweisend) a) an dieser Stelle,
dort: da vorn; er wohnt da; *da und da (irgendwo, an
einem nicht nälier bezeichneten Ort); da und dort (1. an
einigen Orten, an manchen Stellen. 2. manchmal, hin und
wieder): b) hier; da sind wir; da nimm das Geld! 2. (zeitlich)
zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick: da lachte er;
von da an herrschte Ruhe. 3. (modal) a) unter diesen
Umständen, unter dieser Bedingung; wenn ich schon gehen
muß. da gehe ich lieber gleich; b) in dieser Hinsicht; Wenn
ich Ihnen da einmal etwas zeigen darf, mein Herr, wir
haben gerade einige neue Muster (von Verlobungsringen)
hereinbekommen (Kant. Impressum 202). 4. <a!sTeil eines
Pronominaladverbs in getrennter Stellung): t dabei (5),
dafür (7), dagegen (6). daher (4). damit (2), danach (4).
dazu (4). II. <Konj.> 1. (begründend) weil; da er krank
war, konnte er nicht kommen; Ich gebe meine
Erinnerungen mit aller Vorsicht wieder, da ich mich auf manche
Einzelheit nicht mehr genau besinnen kann (Jens. Mann
155); <mit vorausgehender Zeitbestimmung:) jetzt, da
feststeht, daß die Wiedervereinigung ... nur mit Hilfe der
Westmächte zu erreichen ist (Dönhoff. Ära 218). 2.
(zeitlich; geh.) als: da er noch reich war, hatte er viele Freunde;
Curry [koeri. seltener: 'kari]. das; -s. -s [angloind. curry
< tamil. kari = Tunke]: 1. <auch: der; o. PI.)
scharf-pikante, dunkelgelbe Gewürzmischung indischer Herkunft. 2.
indisches Gericht aus Fleisch od. Fisch mit einer Currysoße,
dazu Reis u. Gemüse/.
Curry- (Curry 1): -pulver, das: svw. t Curry (1); -sauce,
-soße. die: mit Currypulver sclmrf gewürzte Soße; ^wurst.
die: mit Currypulver scharf gewürzte Bratwurst.
Curtain-wall [k3:tn'wD:l]. der; -s. -s [engl, curtain wall, aus:
curtain = Vorhang (< afrz. curtine < kirchenlat. cortina)
u. wall = Mauer] (Archit.): Außenwand eines Gebäudes,
der keine tragende Funktion zukommt.
Cut [keet. kat] der; -s. -s [2: engl. cut. eigtl. = Schnitt]:
1. Kurzf. von tCutaway. 2. (Boxen) Riß der Haut, bes.
rund um die Augenpartien; Cutaway ['keetave. 'kat...; engl.:
'kAtawei]. der; -s, -s [engl, cutaway (coat) =
abgeschnittener (Rock), zu: to cut away = wegschneiden]: als offizieller
Gesellschaftsanzug am Vormittag getragener, langer,
schwarzer od. dunkler, vorn abgerundet geschnittener Sakko
mit steigenden Revers.
cutten [katn] <sw. V.; hat) [engl, to cut = schneiden] (Film.
Rundf.. Ferns.): Filmszenen od. Tonbandaidnahnen für die
endgültige Fassung zurecht schneiden u. zusammenkleben;
Cutter l'kate]. der; -s. - [engl, cutter]: Mitarbeiter bei Film.
Funk u. Fernsehen, der Filme od. Tonbandaufnahmen i in
Zusammenarbeit mit dem Regisseur! unter bestimmten
Gesichtspunkten für die endgültige Fassung zusammenschneidet
u. montiert; Schnittmeister (Berufsbez.); Cutterin, die; -.
-nen: w. Form zu tCutter; cuttern ['katen]: svw. tcutten.
Cuvee [ky've:]. die; -. -s, (auch:) das; -s. -s [frz. cuvee.
zu: cuve = Kufe. Faß < lat. cüpa] (Fachspr.): Mischung,
Verschnitt verschiedener Weine.
Cyan [tsya:n], das; -s [zu griech. kyanos = Lasurstein,
blaue färbe] (Chemie): giftige Kohlenstoff-Stickstoff-
Verbindung mit Bittermandelgeruch; Cyanid [tsyani:t]. das;
-s, -e (Chemie): Salz der Blausäure.
Cyciamen: t Zyklamen.
cyclisdi: tzyklisch; Cyclonhm [tsyklo:niom]. das; -s [zu
lat. cyclus < griech. kyklos = Kreis] (Fachspr.): erstmals
im Zyklotron erzeugtes Isotop des chemischen Grundstoffs
Promethium.
Cymbal: fZimbal.
cyrillisch: t kyrillisch.
<mit vorausgehender Zeitbestimmung:) Die Erde war zu
der Zeil, da man sie für eine Scheibe hielt, gewiß nicht
weniger rund als heute (Dönhoff. Ära 108).
dabehalten <st. V.; hat): hier-, dort-, bei sich behalten; im
Krankenhaus hat man ihn gleich dabehalten; nur daß
Tante Elke eben geglaubt hatte, die Trauernden nicht
noch zum Mittagessen d. zu müssen (Bieler. Bonifaz 127).
dabei [da'bai. mit bes. Nachdruck: da:bai] <Adv.) [mhd.
dä(r)bi. ahd. dar bfl: 1. bei etw., in der Nä/te, nahe bei
dieser Sache; er öffnete das Paket, ein Brief war nicht
d. 2. im Verlaufe von, wä/irenddessen, gleichzeitig: sie nähte
und hörte Musik d. 3. bei dieser Sache, Angelegenheit;
bei alledem, hinsichtlich des eben Erwähnten: ohne sich
etwas d. zu denken; er fühlt sich nicht wohl d.; es ist
doch nichts d. (ist nicht schlitrun, nicht bedenklich, schadet
nichts, ist nicht schwierig); er bleibt d. (ändert seine
Meinung nicht). 4. obwohl, obgleich: die Gläser sind zerbrochen,
d. waren sie so sorgfältig verpackt. 5. (nordd.) in
bestimmten Verwendungen in getrennter Stellung: da ist doch nichts
bei; da kann man. würde ich sagen, sogar noch mehr
bei verdienen (Schmidt. Strichjungengespräche 141).
dabei-: ^bleiben <st. V.; ist): hei einer Sache, Tätigkeit
bleiben, etw. fortsetzen: bis zum Schluß d.; -gehen <unr. V.;
ist) (landsch. salopp): an eine bestimmte Arbeit herangehen,
sie in Angriff nehmen: Wie kann ich heute überhaupt d.
und kann sagen, wir machen mal für hilfsbedürftige
Kinder ..Vergißmeinnicht"? (Aberle. Stehkneipen 84); -haben
<unr. V.; hat): 1. bei sich haben: er hatte seine Freun-
474
Dachs-
din dabei; ich brachte ihn zur Bahn, weil er keinen Schirm
dabeihatte. 2. (ugs.) an etw. teilnehmen lassen: sie wollten
ihn nicht d.; -sein <unr. V.; ist; Zusschr. nur im Inf.
u. 2. Part.): 1. bei etw. anwesend sein, an etw. beteiligt
sein, teilnehmen: er war bei der Sitzung dabei; weißt du
schon, ob du dabei bist?; Mit fünf Mark ... sind wir
... dabei (Hörzu 53, 1972, 12); ein Veteran, der irgendwo
dabeigewesen ist - in Italien (Härtung, Junitag 35); (ugs.:)
das Zugtelefon ruft Herbert, der noch zwei Jahre (bis
zur Pensionierung) d. wird (bei der Eisenbahn) .... an
die Arbeit (Kant, Impressum 123); ich bin dabei! (bin
einverstanden, erkläre mich bereit mitzumachen): ein wenig
Angst ist immer dabei (stellt sich als Begleiterscheinung
ein). 2. im Begriff sein, etw. Bestimmtes zu tun: sie waren
[gerade] dabei, die Koffer zu packen; -sitzen <unr. V.:
hat): sitzend einen Vorgang o.a. verfolgen /ohne sich aber
daran zu beteiligen J: er hat schweigend dabeigesessen;
^stehen <unr. V.; hat): stehend einen Vorgang o. ä. verfolgen
olme sich afyer daran zu beteiligen J.
dableiben <st. V.; ist): an einem Ort bleiben, nicht fortgehen:
noch eine Weile d.
da capo [da ka:po; ital.. aus: da = von u. capo = Kopf
< lat. caput, also eigtl. = vom Kopf anj: 1. (Musik)
noch einmal von Anfang an (als Anweisung in der
Notenschrift); Abk.: d. c. 2. wiederholen, noch einmal!(als
Beifallsruf im Theater, Konzert o.a.. der zur Wiederholung des
Vorgetragenen auffordert); Dacapo: f Dakapo; da capo al
fine [- - al 'fi.na; ital., tal finel (Musik): vom Anfang bis
zum Schlußzeichen (wiederholen).
daccord [da'ko:?, frz.: da'kD:r; frz., aus: de = von (<
lat. de) u. accord = Übereinstimmung, f2Akkord (2 b)]:
einer Meinung, einig, einverstanden: mit jmdm., einem
Vorschlag d'a. sein; er ist mit allem, was wir sagen, d'a.
Dach [dax], das: -[eis, Dächer [cIc^b: mhd. dach. ahd. dah,
eigtl. = das Deckende]: 1. <Vkl. f Dächelchen, Dächlein)
oberer Abschluß eines Hauses, eines Gebäudes, der entweder
durch eine horizontale Fläche gebildet wird od. durch eine
mit Ziegeln od. anderem Material gedeckte / Holz konstruk-
tion, bei der die Flächen in bestimmtem Winkel zueinander
stehen (wodurch sich verschiedene Dacliformen ergeben):
ein steiles, flaches D.; das D. mit Ziegeln decken; der
Sturm hat viele Dächer abgedeckt; ein Zimmer unterm
D. (im obersten Stockwerk): * [klein D. über dem Kopf
haben (ugs.; [kieine Unterkunft haben)', jmdm. aufs D.
steinen (ugs.; jtndn. ausschimpfen, zurechtweisen, tadeln:
nach einem alten Rechtsbrauch, dem Pantoffelhelden das
Dach abzudecken); imdm. eins etw. aufs D. aeben (ugs.;
1. jmdm. einen Schlag auf den Kopf geben. 2. jmdm. einen
Verweis, eine Rüge erteilen): eins/etw. aufs D. bekommen/
kriegen (ugs.; 1. einen Schlag auf den Kopf bekommen.
2. einen Verweis, eine Rüge erhalten): etw. unter D. und
Fach bringen (1. etw. in Sicherheit bringen u. dadurch vor
Unwetter o.a. schützen. 2. etw. glücklich zum Abschlu/J
bringen: urspr. auf das Einbringen der Ernte bezogen;
Fach = Zwischenraum. Abteilung in der tragenden
Konstruktion des nordd. Bauernhauses); unter D. und Fach
sein (1. in Sicherheit, geschützt vor Unwetter o.a. sein.
2. glücklich erledigt, abgeschlossen sein): bei ihm ist es
unterm D. nicht ganz richtig (ugs.; er ist nicht ganz bei
Verstand): [mit jmdm.] unter einem D. wohnen/leben/hausen
(ugs.; mit jmdm./ im gleichen Haus wohnen): unterm D.
juchhe (ugs. scherzh.; in einer Wohnung unterm Dach, in
einer Mansarde: nach dem Lied ..Unterm Dach juchhe
hat der Sperling seine Jungen"; „juchhe" ist eigtl. der
Jauchzer, durch den man seine Freude mitteilt, eine hohe
Gelände- od. Gebäudestelle erstiegen zu haben). 2.
(Bergbau) unmittelbar über einem Flöz liegende Gesteinsschicht
(Ggs.: Sohle).
d$ch-. Dach-: -antenne, die; -artig <Adj.; o. Steig.); -bal-
ken, der; -bedeckung. die: vgl. -haut; -boden, der
(regional): Raum zwischen oberstem Geschoß u. Dach eines
Bauwerkes, Speicher: -decker [-dekB], der; -s. -: Handwerker,
der Dächer deckt bzw. repariert (Berufsbez.); ^erker, der:
Ausbau des Daches mit einem od. mehreren Fenstern: -fah-
ne.die: svw. f Windfahne; -fenster, das; -first.der; -förmig
<Adj.;o. Steig.; nicht adv>;-fuß,der: tiefstliegende.
waagerechte Dachkante: -garten, der: a) gärtnerische Anlage
auf einem Flachdach: b) svw. Nterrasse; -gaube, -gaupe.
die (Bauw. od. landsch.): aus dem Dach herausgebautes,
senkrecht stehendes Dachfenster: -gebälk, das: Gesamtheit
der zusammengefügten Dachbalken: -gepäckträger, der:
auf dem Dach eines Autos angebrachte Halterung für
Gepäckstücke o.a.: ^Beschoß, das: Geschoß.
Stockwerk innerhalb eines Daches, dazu: -geschoßwohnung,
die; -gesellsdiaft, die (Wirtsch.): Gesellschaft, die der
einheitlichen Lenkung u. Kontrolle eines Konzerns od.
Trusts dient: -gesims, das: das Dach nach unten
abschließendes Gesims: -gestühl, das: svw. f-stuhl; -giebel, der;
-gleiche [-glajsp], die; -, -n (österr.): Richtfest, dazu:
Gleichenfeier, die (österr.): svw. ? ^gleiche; ^grat, der: schräg
verlaufender Grat zwischen zwei Dacliflächen: -hase, der
(scherzh.): Katze: -haut,die (Bauw.): aus Ziegeln, Schiefer-
platten, Schindeln o. ä. bestehende Oberfläche des Daches:
-kammer, die: kleiner / Wohn /räum unterm Dach.
Mansarde: -kandel, der (landsch.): svw. t-rinne; -käiwel, der
(Schweiz., sonst landsch,): svw. t^rinne; -kehle, die:
Schnittlinie zweier aneinanderstoßeruier Dacliflächen: -kies,
der: feiner Kies, der vor allem als Belag von Teerpappe
u. Teerdächern dient: -konstruktion, die: Traggerüst eines
Daches aus Holz. Stahl od. Stahlbeton. Dach stuhl; -lack,
der: elastisches u. gut deckendes Anstrichmittel für
Dachpappe u. rohen Putz, -latte. die: auf die Dachsparren waagerecht
aufgenagelte Latte, die die Dachziegel trägt: -hike. die:
kleines Klappjfenster im Dach: -neigung, die: Gefälle der
Dachfläche: -Organisation, die (Wirtsch.): übergeordnete
Organisation, die mehrere Unternehmen. Organisafionen
o.a. zusammenfaßt u. einheitlich führt: -pappe, die: mit
leer od. Bitumen getränkte Pappe, die mit Sand. Glimmer
o. ä. bestreut ist u. zum Abdichten u. Eindecken von
Holzdächern dient: -pfanne.die: S-förmig geschweifter Dachziegel:
-platte, die: flacher Dachziegel: -recht, das <o. PL): Recht.
Berechtigung, das eigene Dach in das Gebiet des Nachbarn
hineinragen zu lassen: ^reiter, der: auf dem Dachfirst
angebrachtes, schlankes Türmchen: -rinne, die: dem Auffangen
u. Ableiten des Regenwassers dienende Rinne am Dach:
-sattel, der: svw. f ^first; -schaden, der: 1. schadhafte Stelle
im Dach. 2. <o. PI.) (ugs. scherzh.) geistiger Defekt: wer
so etwas macht, muß doch wohl einen [kleinen] D. haben;
-schahing, die: Verkleidung der Dachflächen mit Brettern,
meist zur Befestigung von Schindeln od. Schieferplatten:
-schiebt, die (Bergbau): svw. TDach (2); -schiefer, der:
grau- bis schwarzblauer Tonschiefer, aus dem die
Schieferplattenfür Dachbedeckung u. Außenwandbekleidung
gewonnen werden: -schindel, die; -schräge, die: svw. t-neigung;
-sparren, der: vom First zum Dacfifuß laufender Balken
der Dachkonstruktion: -stein, der: ziegel- od. plattenförmi-
ger, aus Sand u. Bindemitteln hergestellter, ungebrannter
Stein zum Dachdecken: -stock, der (landsch.): svw. t -ge-
schoß; -stroh, das: zum Eindecken von Dächern verwendetes
Stroh: -stube, die (landsch.): svw. t^kammer; -stübchen,
das: kleine Dachstube: '"bei ihm ist es im D. nicht ganz
richtig (ugs.; er ist nicht ganz bei Verstand): -stuhl, der:
Traggerüst des Daches, dazu: -stuhlbrand, der; -terrasse,
die: für den Aufenthalt ausgestattetes, gepflastertes
Flachdach: -traufe, die: unterer waagerechter Dachrand, über
den das Regenwasser abtropft: -verband, der: svw. t
^Organisation; -wohnung, die: Wohnung innerhalb eines
ausgebauten Daches: -zeile, die (Zeitungsw.): über einer
Überschrift stehende Zeile. Oberzeile: -ziegel, der: zum
Dachdecken verwendeter Ziegel, dazu: -ziegelverband, der
(Med.): Verband aus dachziegelartig übereinandergeklebten
Heftpflasterstreifen zur Rufligstellung des Brustkorbs bei
Rippenbrüchen/: -zimmer, das: vgl. ^wohnung.
Dachelchen[dc^l^dn].das; -s,-, (auch:) Dächerchen: tDach
(1); Dächlein [de^lajn], das; -s. -: TDach (1).
Dachs [daks]. der; -es. -e [mhd., ahd. dahs]: 1. <Vkl. t Dächs-
chen) zur Familie der Marder gehörendes, silber- bis
bräunlichgraues Säugetier mit schwarzweiß gezeichnetem, lang-
schnäuzigem Kopf, gedrungenem Körper u. kurzen Beinen
mit langen, starken Krallen: er schläft wie ein D. (sehr
tief iu. lange). 2. (ugs.) a) [beruflich unerfahrener
Bursche: er ist noch ein ganz junger D.; b) lebhaftes u. gar
nicht schüchternes kleines Kinii: so ein [frecher] D.!
Di^chs- (Dachs 1): ^bär, der (Jägerspr.): männlicher Dachs:
-bracke, die: Vertreter einer aus der Kreuzung von Bracke
u. Dackel hervorgegangenen Hunderasse: -bau, der <P1.
-e): vom Dachs gegrabene u. bewohnte unterirdische Höhle
mit zafilreichen Ausgängen: -eisen, das: Gerät. Fangeisen,
mit dem Dachse gefangen werden: -fanger, der: svw.
T-hund; -feil, das; -haar, das, dazu: -haarpinsel, der:
475
Dächschen
■ Rasier ipinsel aus Dachshaaren: -haube, die (Jägerspr.):
sack- (xl. hauhcnjörmiges Netz zum Fangen des Dachses:
-hund, der: svw. t Dackel (1); -iagd, die; -loch, das: svw.
t^bau; ^röhre, die (Jägerspr.): als Zugang dienender Teil
des Dachsbaus: -schwarte, die (Jägerspr.): Haut u. Fell
des Dachses.
Dächschen [deks^n], das; -s. -: t Dachs (1); Dachsei [daksl].
Dächsei ['deksjl. der; -s, - (Jägerspr.): Dackel. Dachshund:
dachsen [ daksn] <sw. V.; hat) (landsch.) [zu tDachs): sehr
tief u. fest schlafen: Dächsin fdeksm], die; -, -nen: w.
Form zu t Dachs (1).
dachte [daxta]. dächte ['dental: tdenken.
Dachtel [daxtj]. die; -, -n [zu einer mundartl. Wortsippe,
die eine (schnelle) Bewegung wiedergibt] (landsch.):
Ohrfeige: <Abl.:)dgchteln<sw. V.; hat) (landsch.): *)jmdn.
ohrfeigen, an den Kopf schlagen: jmdm. eine d.; b) verprügeln,
durchhauen: er hat ihn ordentlich gedachtelt.
Dackel [dak|I. der; -s. - [urspr. oberd. Kurzf. von
tDachshund]: 1. kurzbeiniger, meist brauner od. schwarzer Haus-
u. Jagdhund mit langgestrecktem Kopf u. krummen
Vorderbeinen. 2. (ugs. Schimpfwort) dummer, blöder Kerl,
<Zus. zu l:> Dackelbeine <PI.) (ugs. scherzh.): kurze u.
krumme Beine.
Dacron©[dakro:n], das; -s [Kunstwort] (Chemie): Faser
u. Gewebe aus Polyester.
Dada [dada],der; -[s] [nach frz. kinderspr. dada =
Schaukelpferd]: a) Symbol u. progranunatisches Schlagwort des
Dadaismus: b) Name für die verschiedenen dadaistischen
Gruppierungen: der Berliner D.
Dqda- (mit Bindestrich): -Ausstellung, die: Ausstellung, die
Kunstwerke des Dadaismus zeigt: -Bewegung, die:
Literatur- u. Kunstbewegung, die den Dadaismus hervorbrachte:
-Kunst, die: -Malerei, die.
Dadaismus [-ismus], der; - [zu t Dada]: internationale
revolutionäre Kunst- u. Literaturrichtung um 1920. die jegliches
Kunstideal negierte u. absolute Freiheit der künstlerischen
Produktion sowie einen konsequenten Irrationalismus in der
Kunstproklamierte; Dadaist [-ist], der; -en, -en: Künstler.
Vertreter des Dadaismus: dadajstisdi <Adj.; o. Steig.): den
Dadaismus betreffend, zu ihm gehöremi. für ihn
charakteristisch, in der Art des Dadaismus.
■dädalisdilde'dailiJKAdj^o. Steig.) [lat. daedalus =
kunstfertig < griech. daidalos] (bildungsspr. veraltend):
erfindungsreich.
2dädalisch [-] <Adj.; o. Steig.) [nach einem mythischen
kretischen Bildhauer Daidalos] (Kunstwiss.): in den Anfängen
der griechischen Kunst entstanilen. früfiarchaisch: -e Kunst;
-e Kleinplastiken.
Daddy ['dedil. der; -s. -s od. Daddies [engl. Kinderspr.
daddy]: engl. ugs. Bez. für Vater: im allgemeinen schickt
D. dann auch sehr schnell einen Scheck (MM 23. 7. 71.
29).
Dädl l'dc:dl]. der; -s, -[n] [aus der Kinderspr.. eigtl. =
Vater] (südd.. österr.): willensschwacher, einfältiger
Mensch.
dadran (ugs.). svw. tdaran; dadrauf (ugs.): svw. tdarauf;
dadraus (ugs.): svw. tdaraus; dadrin (ugs.): svw. tdarin;
dadriimen(ugs.): svw. f darinnen ;dadriiber (ugs.): svw. t
darüber; dadrum (ugs.): svw. tdarum; dadrunter (ugs.): svw.
f darunter.
dadurch [da'dorc, mit bes. Nachdruck: 'da:dor$ <Adv.)
[mhd. dä(r)durcn.ahd. dar durch]: 1. [da:dor<;] da hindurch,
durch diese Stelle. Öffnung hindurch: es gibt nur eine Tür,
d. muß jeder gehen, der den Raum betritt. 2. a) durch
dieses Mittel. Verfahren: er hat das Medikament
genommen und ist d. wieder gesund geworden; b) aus diesem
Grund, durch diesen Umstand, auf diese Weise: er hat sich
d. selbst geschadet; häufig in Verbindung mit „daß": er
hat das Problem d. gelöst, daß ...; Ich wurde verhört;
dabei reizte ich den Direktor d.. daß ich keine Reue zeigte
(Niekisch. Leben 20); d.. daß (weil) er älter ist. hat er
einige Vorteile.
Daflke ['dafta: jidd. davko = gewiß, durchaus] in der
Fügung aus D. (berlin.; aus Trotz, nun gerade, nur zum
Spaß): Sie freundete sich mit einem jungen Mann aus
der Gesellschaft an, mehr aus D. denn aus Liebe. Um
ihren Mann so zu zwingen (Wochenpost 6. 6. 64. 24).
dafür [da'fy:?. mit bes. Nachdruck: da:fy:^] <Adv.) [mhd.
dä(r) vür. ahd. där(a) furij: 1. für diesen Zweck, für dieses
Ziel: er hat d. sein letztes Geld ausgegeben; Voraussetzung
d. ist, daß... 2. hinsichtlich dieser Sache, im Hinblick darauf:
d. habe ich kein Verständnis; er war d. nicht vorbereitet;
d. (wenn man bedenkt), daß er erst ein Jahr hier ist,
spricht er die Sprache schon sehr gut. 3. zugunsten dieser
Sache: das ist noch kein Beweis d.; alles spricht d.. daß...;
die Mehrheit ist d. (bejaht es. stimmt zu). 4. a) als
Gegenleistung. Entschädigung: was gab er dir d.?; er möchte sich
d. bedanken; er hat 10 Mark d. bezahlt; b) statt dessen,
als Ausgleich: heute hat er keine Zeit. d. will er morgen
kommen; er arbeitet langsam, d. aber gründlich. 5. für.
als etwas Bestimmtes. Genanntes ; geltend j: der Stein ist
kein Rubin, aber man könnte ihn d. halten, ansehen.
6. (ugs.) dagegen, als Gegenmittel: die Tabletten sind gerade
d. sehr gut. 7. (nordd.) in bestimmten Verwendungen in
getrennter Stellung: da kann ich nichts für.
dafür-. Dafür-: -halten <st. V.; hat) (geh): der Meinung.
Ansicht sein: meinen: Unter diesen Umständen ... halte
ich dafür, daß... auch meine Sehnsucht reisen darf (Frisch.
Cruz SD; <subst.:) *nach jmds. Dafürhalten (nach jtnds.
Meinung. Ansicht): nach unserem D. hätte das anders
geregelt werden müssen; daß ich auch nach eigenem D.
zum gefälligsten Jüngling erblüht war (Th. Mann. Krull
79); -können <unr. V.; hat) in den Wendungen etwas/nichts
d. (ugs.; keine i Schuld an etwas haben): er behauptete,
nichts dafürzukönnen; du kannst wohl nichts dafür! (ugs.;
du bist wohl verrückt!): -stehen <unr. V.): 1. (veraltet) für
etw. einstehen, bürgen <hat): er steht nicht dafür, daß
diese Angaben richtig sind. 2. (österr.) sich lohnen <ist>:
unser ... Bericht, der zeigt, daß es dafürsteht, den Mut
zur Wahrheit und zur Unpopularität aufzubringen
(Wochenschau (Wien] 3. 12. 67, 1).
dagegen [da'ge:gn, mit bes. Nachdruck: 'da:ge:gn] <Adv.)
[mhd. da(r)gegen. ahd. daragegene]: 1. gegen, an, auf. in
Richtung auf diese Stelle, diesen Ort, diesen Gegenstand:
der Regen prasselte d. (gegen das Fenster); er trug die
Leiter zur Hauswand und stellte sie d. 2. (als Angriff.
Abwehr, Ablehnung) gegen diese Sache, Angelegenheit o. ä.:
sich d. auflehnen, sträuben, verwahren, wehren; d. sind
wir machtlos; es gibt kein Mittel d.; d. ist nichts
einzuwenden; hast du etwas d.. daß er mitkommt? (stört es dich,
doli...): d. sein (eine ablehnende Haltung einnehmen). 3.
im Vergleich, im Gegensatz dazu: das Unwetter letzten
Monat war furchtbar, d. ist dieses harmlos. 4. als Ersatz,
Gegenwert für diese Sache, diesen Gegenstand: er hat das
Gerät wieder zurückgegeben und d. ein anderes
eingetauscht. 5. hhigegen. jedoch, indessen [da'ge:gn]: im Süden
ist es schon warm, bei uns d. schneit es noch; Wenn
man d. an die Garnisonslazarette denkt, kann einem die
Angst kommen (Remarque, Westen 180). 6. (nordd.) in
bestimmten Verwendungen in getrennter Stellung: da hab'
ich was gegen; Ich hatte mal eine ( = feste Freundin),
da waren die Eltern immer gegen (Schmidt.
Strichjungengespräche 138).
dagegen-: --halten <st. V.; hat): einwenden, entgegnen,
erwidern: er hielt dagegen, daß er sich auch noch um andere
Dinge zu kümmern habe; Mein Vater hielt dagegen, er
bezahle für Tulla das Schulgeld (Grass. Hundejahre 323);
-setzen <sw. V.; hat): gegen etwas Erwähntes vorbringen,
einer Äußerung entgegensetzen: er hörte sich die Argumente
an und hatte nichts dagegenzusetzen; -sprechen <st. V.;
hat): etw. als ungut erscheinen lassen: es gibt zahlreiche
Gründe, die d.. daß man so verfährt; -stellen, sich <sw.
V.; hat): sich einer Sache widersetzen: er hatte das System
von Anfang an durchschaut und sich dagegengestellt;
-stemmen, sich <sw. V.; hat): sich einer Sache heftig
widersetzen, ihr mit allen Mitteln entgegenzuwirken suchen: er
sah die verhängnisvolle Entwicklung und stemmte sich
dagegen; -wirken <sw. V.; hat): gegen etw. vorgehen, es
unwirksam zu machen, zu verhindern suchen: er verurteilte
die Maßnahmen und wirkte ständig dagegen.
Daguerreotyp [dagero' ty:p], das; -s. -e [frz. daguerrfotype =
Lichtbild nach dem 1837 von dem frz. Maler J. Daguerre
(1787-1851) entwickelten Verfahren, zu: Daguerre u.
griech. typos = Abbild. tTyp]: svw. tDaguerreotypie (2);
Daguerreotypie [dagerotypi:]. die; -. -n [...i:an; frz. daguer-
röotypie, zu: tdaguerreotype]: 1. <o. PI.) heute nicht mehr
übliches fotografisches Verfahren, bei dem Metallplatten
verwendet wurden. 2, unter Verwendung einer Metallplatte
hergestellte Fotografie.
dahaben <unr. V.; hat; Zusschr. nur im Inf. u. 2. Part.)
476
dahin -
(ugs.): I. vorrätig, zur Verfügung haben: er wußte nicht,
ob er noch genug Exemplare da hatte. 2. zu Besuch o.a..
hei sich haben: wir haben seit zwei Wochen unsere Mutter
da: nachdem es ihm immer schlechter ging, hatten wir
heute den Arzt da (haben wir heute den Arzt gerufen).
dahem [da'haim] <Adv.) [mhd. da heime. ahd. dar heime]
(bes. südd., österr., Schweiz.): a) zu Hause: d. sein, bleiben,
sitzen; bei uns d.; wie geht's d.? (wie geht es der Familie?):
er dachte an d.; ich bin heute für niemanden d. (für
niemanden zu sprechen): ich bin hier d. (wohne hier):
er ist in Bayern d. (stammt aus Bayern): Der Herr Doktor
ißt Brot, das er sich von d. mitgebracht hat (Sebastian.
Krankenhaus 49); R d. ist d.! (es geht nichts über das
Zuhause): U auf einem bestimmten Gebiet d. sein (ugs.;
es beherrschen): b) in der Heimat: er war lange nicht mehr
d.; daß die fünf aus der Sowjetunion ausgewiesenen
Chinesen d. wie ruhmbedeckte Guerillakrieger gefeiert werden
(Dönhoff, Ära 229); <subst.:> Daheim« das; -s: das Zuhause,
Heim: Halbwüchsig floh sie aus ihrem tristen D. in die
Stadt (Feuditwanger. Erfolg 630); <Zus.:>
Daheimgebliebene [-gablLband]. der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete):
jmd., der zu Hause geblieben ist: unterwegs dachten sie
öfter an die -n; Dafcfansein, das; -s: Aufenthalt zu Hause:
er freut sich auf das D. am Wochenende.
daher [da'he:$. mit bes. Nachdruck: da:he:^] <Adv.) [mhd.
da her]: 1. (räumlich) a) von dort, von dorther: ich komme
gerade d.; von d. droht keine Gefahr; bist, stammst du
auch d.?; b) (landsch.) hierhin, hierher: setz dich d. 2.
['da:he:?) aus dieser Quelle, durch diesen Umstand, dadurch
verursacht, darin begründet: d. hat er seine Information,
rührt seine Unzufriedenheit; die Krankheit kommt d.. daß
er immer den Staub einatmen muß. 3. aus diesem Grund,
deshalb: er war krank und konnte d. nicht kommen. 4.
(ugs.) in bestimmten Verwendungen in getrennter Stellung:
ach. da kommt das her.
daher-: -bringen <unr. V.; hat) (südd.. österr.): 1. mit sich
bringen, tragen: herbeibringen: schau, was er alles [in seiner
Tasche] daherbringt! 2. (abwertend) unüberlegt äußern,
daherreden: man kann nicht alles glauben, was sie
daherbringt; -fliegen <st. V.; ist): 1. umher-, einher/liegen: sie
sahen viele Vögel d. 2. fliegendherankommen, hierherfliegen
(häufig im 2. Part. + kommen): das Flugzeug wird [wieder)
d.. dahergeflogen kommen; -gelaufen [-gdlaufn] <Adj.; o.
Steig.; nur attr.) (abwertend): / von zweifelhafter Herkunft
u. daher/ ohne Ansehen, nichts geltend: ein -er Kerl;
<subst.:) -gelaufene, der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete) (abwertend): jmd., der , von zweifelhafter Herkunft u.
daher 1 ohne Ansehen ist, nichts gilt: -lagen <sw. V.; ist):
in gro/Jem Tempo herankommen (häufig im 2. Part. +
kommen): die Rennwagen Jagten daher, kamen daherge-
jagt; -kommen <st. V.; ist): herbei-, heran-, in jmds.
Gesichtskreiskommen: sie kamen mit großen Schritten daher;
er sah sie d.; Ü wie kann man nur so schlampig d. (sich
zeigen, sein): Ich weiß nicht, ob ich das ausgehalten hätte,
daherzukommen wie eine Beamtentochter, der man was
Getragenes von der Mutter hergerichtet hat (Gaiser.
Schlußball 21); man weiß, daß er immer mit großem
Anspruch daherkommt (auftritt): -quatschen <sw. V.; hat)
(ugs. abwertend): svw. t-reden: wer mochte dieses Urteil?
Ich! Wer Quatschte weise daher? (A. Zweig. Grischa 396);
-reden <sw. V.; hat) (abwertend): ohne Überlegung äußern,
viel u. unüberlegt reden: dumm, leichtfertig d.; Werden
hier nicht, wenn man so unkontrolliert daherredet, ganz
verschiedene Dimensionen ... durcheinandergebracht
(Thielicke. Ich glaube 245): es ist unglaublich, was sie
alles daherredet; -schwatzen, -schwätzen <sw. V.; hat):
svw. T ^reden; -stolzieren <sw. V.; ist >: 1. umher-,
einherstolzieren. 2. stolzierend herankommen, sich nähern (häufig
im 2. Part. + kommen).
dahier [da'hi:?] <Adv.) [spätmhd.) (österr.. Schweiz., sonst
veraltet): hier, an dieser Stelle, an diesem Ort: ... weil
ihr eine Rückkehr nach Hause unmöglicher noch schien
als der traurige Aufenthalt d. (Fussenegger. Haus 138).
dahin [da'hm, mit bes. Nachdruck: da:hin] <Adv.) [mhd.
dä(r) hin]: 1. an diesen Ort, in diese Richtung, dorthin,
nach dort: wir fahren oft d.; auf dem Weg d.; ist es noch
weit bis d.?; Ü d. (in diesen Zustand, so weit) hat ihn
der Alkohol gebracht; wichtige Beiträge ... hat ... die ...
Soziologie geleistet. D. gehören z. B. die Analysen (in diesen
Zusammenhang; Fraenkel. Staat 114). 2. <nur in
Verbindung mit „bis") bis zu diesem Zeitpunkt: bis d. ist noch
Zeit, mußt du dich noch gedulden. 3. nach einer bestimmten
gedanklichen Richtung hin, diesem Ziel entsprechend: etwas
d. [gehend] auslegen, daß ...; sein Bestreben ging d.. sich
von all diesen Dingen zu befreien (Nigg, Wiederkehr 17);
sich in einer Sache d. (in dem Sinne) äußern, aussprechen
...; sich d. (in der Weise) einigen, daß ...; soll ich Sie
allen Ernstes d. begreifen. Sie sähen einen Widerspruch
in Mademoiselles Reisebegehren (Maass. Gouffe 276);
*dah{n sein (verloren, vorbei sein): mein ganzes Geld ist
d.; unversehens waren sechs Wochen d., und Samuel N.
Spoelmann ... reiste ab (Th. Mann. Hoheit 132); sein
Leben ist d. (er stirbt).
dah{n-, Dah|n-: -bewesen, sich <sw. V.; hat): sich
gleichmäßig vorwärts bewegen: der Zug der Pilger bewegte sich
langsam dahin: -dämmern <sw. V.; ist): teilnahmslos, passiv
I bei nicht vollem Bewußtsein / vor sich hin leben, vegetieren:
tagelang dämmerte der Kranke dahin; -eilen <sw. V.;
ist): 1. forteilen, vorübereilen: er sah die Passanten auf
der Straße d. 2. rasch vergehen, verfliegen: unaufhaltsam
eilt die Zeit dahin; -fahren <st. V.; ist): 1. (dichter.) a)
wegfahren: b) vorüberfahren. 2. (veraltet) sterben: -fallen
<st. V.; ist) (Schweiz.): entfallen, wegfallen: der Grund
dafür fiel dahin; -fliesen <st. V.; ist) (dichter.): 1.
wegfliegen: sie beobachteten die dahinfliegenden Vögel; Ü der
Expreßzug flog dahin (fuhr schnell weg. vorüber). 2. sehr
rasch vergehen, verfliegen: die Stunden, Tage flogen dahin;
-fließen <st. V.; ist): immer weiter fließen: leicht
dahinfließendes Wasser; Ü die Erzählung fließt sanft dahin
(Tucholsky. Werke II. 195); -geben <st. V.; hat) (dichter.):
preisgeben, opfern: seinen Reichtum. Besitz d.; -gegangene [-ga-
ganand], der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete) (geh.):
Verstorbene/>/. Totefr/; -gehen <unr. V.; ist) (geh.): 1.
vorbeigehen: sie beobachtete, wie die Leute vor ihrem
Fenster dahingingen. 2. vergehen, verstreichen: die Zeit, der
Tag ging dahin. 3. (verhüll.) sterben: er ist früh
dahingegangen; -geschiedene [-gojrdana]. der u. die; -n. -n <Dekl.
tAbgeordnete) (geh. verhüll.): Verstorbene/r/, Tote/r■/;
-gestellt [-gdjtelt] nur in den Verbindungen d. sein/bleiben
(nicht sicher, nicht bewiesen, noch fraglich sein): es sei/
bleibt d., ob das der Wahrheit entspricht; etw. d. sein
lassen (etwas offenlassen, nicht weiter diskutieren): ob er
es wirklich getan hat. wollen wird d. sein lassen; -jagen
<sw. V.; ist): sich mit großem Tempo vorwärts
bewegender Wagen jagte auf der Autobahn dahin; -kriechen <st.
V.; ist): sich nur langsam vorwärts bewegen: Ü in einer
endlosen Schlange krochen die Autos dahin; -kümmern
<sw. V.; ist): kümmerlich dahinleben, f dahin/vegetieren:
die Zimmerpflanze kümmert dahin; -leben <sw. V.; hat):
seine Tage in einem bestimmten Gleichmaß, ohne
Aufregungen, Höhepunkte verbringen: sie lebten einige Jahre ruhig
in ihrer Stadt dahin; -plätschern <sw. V.; ist): plätschernd
vorbeifließen, dahinfließen: der Bach plätscherte [durch die
Wiesen] dahin; Ü das Gespräch plätscherte so dahin (war
ohne geistigen Tiefgang); -raffen <sw. V.; hat) (geh.
verhüll.): jmds. iplötzlichen] Tod verursachen: die Seuche hat
viele dahingerafft; -reden <sw. V.; hat): ohne große
Überlegung, unüberlegt reden, äußern: er redet oft einfach so
dahin, hat es so dahtngeredet; -sagen <sw. V.; hat): etwas
unüberlegt äußern, eine unbedachte Äußerung machen: das
hat er doch nur so dahingesagt; -scheiden <st. V.; ist)
(geh. verhüll.): sterben; vgl. -geschiedene; -schleichen <st.
V.; ist): sich langsam u. gleichmäßig vorwärts bewegen:
die Leute schlichen in der Mittagshitze dahin; Ü
gleichförmig schleichen die Tage dahin; -schleppen, sich <sw. V.;
hat): sich langsam u. mit Mühe fortbewegen: die graue,
fast anonyme Masse der schweigend sich dahinschleppen-
den Kriegsopfer (Remarque. Obelisk 220); Ü die
Verhandlungen schleppten sich über viele Monate dahin;
-schmelzen <st. V.; ist) (geh.): zusammenschmelzen, schmelzend
vergehen: langsam schmilzt der Schnee dahin;. Ü das ganze
Geld war schon dahingeschmolzen; sein Ärger. Groll
schmolz dahin; -schwinden <st. V.; ist) (geh.): 1. steh
vermindern, abnehmen, schwinden: die Vorräte schwanden
dahin; Ü sein Mut. sein Interesse war schnell
dahingeschwunden. 2. vergehen, vorbeigehen: die Jahre schwanden dahin;
-siechen <sw. V.; ist) (geh.): ein langes Siechtum erleiden;
-sinken <st. V.; ist) (geh.): seinen Niedergang erleben,
untergehen, vergehen: So verschwand die Eigenstaatlichkeit der
Länder, so sank Preußen dahin (NiekJsch. Leben 257);
30GDWAn
477
dahinab
-stehen <unr. V.; hat; Perf. ungebr.): fraglich, noch offen,
nicht entschieden sein: ob er es wirklich schaffen wird,
steht noch dahin; -sterben <st. V.; ist) (geh.): sterben:
viele sind vor Hunger dahingestorben; Ü Carnots Lächeln
... kaum zu voller Entfaltung gediehen, starb es jäh dahin
(erlosch: Maass, GoufTe 75); -stürmen <sw. V.; ist): sich
ungestüm, mit großem Tempo vorwärts bewegen: die Kinder
stürmten fröhlich dahin; -vegetieren <sw. V.; hat)
(abwertend): kümmerlich dahinleben, dahinkümmern: die
Lagerinsassen vegetierten ohne Hoffnung, stumpfsinnig dahin:
-wälzen, sich <sw. V.; hat): sich in Massen langsam vorwärts
bewegen: die Menschenmenge wälzte sich [durch die
Straßen] dahin; -welken <sw. V.; ist) (geh.): verwelken: die
schönen Blumen sind so rasch dahingewelkt; Ü Ich würde
d.. verlassen von meinen Freunden (Degenhardt.
Zündschnüre 167); -ziehen <unr. V.): 1. sich langsam, stetig
zu mehreren! vorwärts, wegbewegen (ist): müde zogen
die Männer [ihre/die Straße] dahin; er sah den
dahinziehenden Wolken nach. 2. <d. + sich) sich erstrecken, ausdehnen:
verlaufen <hat): der Weg zog sich in Windungen [zwischen
den Weinbergen] dahin.
dahinab [dahi'nap, mit bes. Nachdruck: da:hmap] <Adv.):
an dieser Stelle, in dieser Richtung hinab, dorthinab: unser
Weg führt d.; dahinauf [dahinauf, mit bes. Nachdruck:
'da:hinauO <Adv.): an dieser Stelle, in dieser Richtung
hinauf, dorthinaul: zur Burg geht es d.; dahinaus [dahinaus,
mit bes. Nachdruck: da:hinays] <Adv.>: an dieser Stelle,
in dieser Richtung hinaus, dort hinaus: dahinein [dahinain.
mit bes. Nachdruck: da.hinajn] <Adv.): an dieser Stelle,
in dieser Richtung hinein, dorthinein: ich muß d.. aber
die Tür ist verschlossen; du kannst die Beeren d. (in dieses
GefäJJ) tun; dahingegen <Adv.): hingegen, jedoch: er hatte
seine Zustimmung bereits gegeben, d. erklärte sie. daß
...; dahinten [dahmtn. mit bes. Nachdruck: da:hintn)
<Adv.) [mhd. da hinden]: in einiger Entfernung, im
Hintergrund, dort hinten: d. (am Horizont) ziehen dunkle Wolken
auf; dahinter [da'hmte. mit bes. Nachdruck: da:hmte]
<Adv.) [mhd. da hinder]: a) hinter diesem Gegenstand.
Ort o.a.: ein Haus mit einem Garten d.; U man weiß
nicht recht, was sich bei ihm d. verbirgt; da ist schon
etwas d. (die Sache hat schon einen realen Kern): nichts
d.! (alles nur Prahlerei): b) hinter diesen Gegenstand. Ort
o.a.: er ging zum Schreibtisch und setzte sich d.; U wir
müssen Dampf. Druck d. machen (ugs.; die Erledigung
der Arbeit beschleunigen).
dahjnter: -gucken <sw. V.; hat) (ugs.): die Hintergründe
einer Sache sehen, erkennen: die Verhältnisse sind so
verworren, daß man nicht leicht d. kann; -klemmen, sich
<sw. V.; hat) (ugs.): sich um der Erreichung eines bestimmten
Zieles willen sehr anstrengen: etw. mit Nachdruck betreiben:
wenn er die Prüfung bestehen will, muß er sich aber
gewaltig d.; -knien, sich <sw. V.; hat) (ugs.): svw. t ^klemmen;
-kommen <st. V.; ist) (ugs.): 1. etw. Verheimlichtes
herausfinden, herausbekonvnen: endlich kam sie dahinter, was
er vorhatte; Wir dachten zuerst, er machte sich über uns
lustig; aber allmählich kamen wir dahinter, er verstellte
sich nur (Schnurre. Bart 21). 2. allmä/dich erkennen, was
richtig, nötig ist: er wird schon auch noch d.; -machen,
sich <sw. V.; hat) (ugs.): eifrig, tatkräftig mit etw. beginnen:
wenn wir uns jetzt nicht dahintermachen, werden wir damit
bis zum Abend nicht fertig; -setzen, sich <sw. V.; hat)
(ugs.): svw. t -^klemmen; -stecken <steckte/(auch:) stak
dahinter, hat dahintergesteckt) (ugs.): 1. a) der eigentliche
/nicht erkennbare/ Grund, die Ursache für etw. sein: man
weiß nicht, was eigentlich dahintersteckt, ob nicht wieder
eine Intrige dahintersteckt; Ich dachte, wenn du mir schon
schreibst, dann wird auch was d. (wird es einen Grund
haben: Bieler. Bonifaz 222); b) der eigentliche /heimliche
Urheber für etw. sein: man wußte lange nicht, wer eigentlich
dahintersteckte. 2. einer bestimmten, bei andern
hervorgerufenen Vorstellung entsprechen: er redet viel, aber es steckt
auch etw.. nichts, nicht viel dahinter; -stehen <unr. V.;
hat): 1. etw. für richtig lialten u. es unterstützen; sich dafür
einsetzen: die Sache kann nur durchgeführt werden, wenn
alle dahinterstehen. l.die eigentlich wirkende /nicht erkenn-
barej Kraft bei etw. sein: sie bewunderten seine Kunst
und die Ausdruckskraft, die dahinterstand.
dahinterher nur in der Verbindung d. sein (ugs.; etwas eifrig
betreiben, erstreben): wenn man noch Karten will, muß
man d. sein; dahinüber [dahi'nyrbn. mit bes. Nachdruck:
da:hiny:bB] <Adv.>: an dieser Stelle, in dieser Richtung
hinüber: es muß eine Brücke dort sein, und d. fuhrt auch
der Weg; dahinunter [dahi'nunte. mit bes. Nachdruck:
da.hmuntB] <Adv.): an dieser Stelle, in diese Richtung
hinunter: es geht d.; der Weg führt d.
Dähle. Däle ['de:b]a die; -. -n (Schweiz.): Föhre.
Dahlie Cda:lp], die; -. -n [nach dem schwed. Botaniker
A. Dahl (1751-1789)]: im Spätsommer u. Herbst blühetule.
zur Familie der Korbblütler gehörende Zierpflanze mit
großen Blüten in verschiedenen Formen u. Farben: <Zus.:> Dgh-
lienstnuiB. der <P1. ...Sträuße).
dghocken <sw. V.; hat) (ugs.): in hockender Stellung, in
nachlässiger Haltung dasitzen: sie hockten alle da wie
vor den Kopf geschlagen; daß er ... nur noch gekrümmt
dahockte und ihm alles egal war (Plievier, Stalingrad 45):
U jetzt hocken sie da ohne Geld und wissen nicht, was
sie machen sollen {sind sie in der Situation, kein Geld
mehr zu liaben).
Dakapo [daka:po], das; -s. -s [subst. aus tda capo] (Musik):
Wiederholung: das Publikum wünschte ein D.; <Zus.:> Da-
kgpoarie. die: bes. im 18. Jh. übliche dreiteilige Arie, bei
der der dritte Teil die Wiederholung des ersten darstellt.
daktylieren [dakty'li.ran] <sw. V.; hat) [zu griech. däktylos
= Finger]: in der Finger- u. Gebärdensprache reden: Dakty-
liothek [daktyliote:kl. die; -. -en [lat. daetyliotheca, <
griech. daktyliotheke. aus: daktylios = Fingerring u. theke
= Behältnis]: (bes. im Altertum u. in der Renaissance)
Behältnis, Kästchen mit Fingerringen, bes. eine Sanunlung
von Gemtnen, Kameen u. geschnittenen Steinen: daktylisch
[dakty:lij]<Adj.;o.Steig.)[lat.daetylicus < griech.dakty-
likös, zu: däktylos. f Daktylus] (Verslehre): aus Daktylen
bestehend, in Daktylen abgefaßt: eine -e Strophe; Daktylo
[daktylo]. die; -. -s (Schweiz.): Kurzf. von
tDaktylographie
daktylo-, Daktylo- [griech. däktylos = Finger]: Msrqnvn.
das [t-gramm]: Fingerabdruck: -graphieren [...gra fi:ran]
<sw. V.; hat) [frz. dactylographier. zu: dactylographe =
Schreibmaschine, vgl. Daktylographin] (Schweiz.):
maschineschreiben: sie hat am Vormittag [das Diktat] daktylogra-
phiert; ^graphin [...gra:fin]. die; -. -nen: w. Form zu
ungebr. Daktylograph [frz. dactylographe. aus tdäktylos u.
! -graph] (Schweiz.): Maschinenschreiber in; ^lotrie. die [f -lo-
gie]: Finger- u. Gebärdensprache der Tauhstumtnen u.
Gehörlosen; -skopie [...sko'pi:], die; -. -n [...i:an; zu griech.
skopein = betrachten, beschauen]: Verfahren zutn Herstellen
von Fingerabdrücken.
Daktylus ['däktylos). der; -. ...len [dak'ty:lan; lat. daetylus
< griech. däktylos. eigtl. = Finger, genauer = die drei
Glieder eines Fingers] (Verslehre): Versfuß aus einer Länge
u. zwei Kürzen: ein Gedicht in Daktylen.
Dalai-Lama [da:lajla:ma]. der; -[s]. -s [aus mong. dalai
= Gott, eigtl. = Meeru. tib. (b)lama. t2Lama]: weltliches
Oberhaupt des Lamaisnws.
dalassen <st. V.; hat) (ugs.): an einer bestimmten Stelle,
einem Ort lassen, zurücklassen; nicht mit sich nehmen: kann
sie das Kind, ihr Gepäck [bis zum Abend] d.?: es fiel
ihm ein. daß er ja eine Zigarette d. könnte für den Mann,
wenn er am Abend nach Hause kam (H. Kolb. Wilzenbach
75); er hat keine Nachricht dagelassen (hinterlassen);
Willst du mir deinen Fang für fünfhundert d.? (überlassen:
Th. Mann. Krull 186).
Dalbe. Dalben: Kurzf. von f Dückdalbe. Duckdalben.
Dalberei [dalba'rai], die; -. -en (ugs.): albernes Benehmen
aus Freude am Spaß, Alberei: Natürlich ... war es zwischen
mir und den drei Schülern immer streng anständig und
beschränkte sich das Ganze ... auf D. (H. Mann. Unrat
105); dalbtejrig ['dalb(3)n<;] <Adj.> (ugs.): herumalbenui:
ausgelassen lustig konnte sie sein, so dalberig. recht wie
ein Backfisch (Th. Mann. Zauberberg 78). dazu: DalMelrig-
keft, die; -: eine Art dalbrige Sprache ... Da hilft so ein
bißchen Dalbrigkeit Überdiestillen Minuten fort (Fallada.
Herr 11);dalbern [dalben] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd.,
zu: Dalf = alberner, ungeschickter Mensch] (ugs.):
herum albern. Unsinn treiben: er dalberte eine Weile mit
den Kindern.
Däle: f Dähle.
daliegen <st. V.; hat): a) (vor jmds. Augen) ausgestreckt,
hingestreckt irgendwo liegen: der Kranke lag reglos, still,
hilflos, wie tot da; Erschöpft und in sich
zusammengesunken liegt er da (Ott. Haie 178); Ich will bloß nicht, daß
478
Damen-
ihr morgen mit Grippe daliegt (ugs.; mit Grippe im Bett
liegt; Faller. Frauen 105); b) (von Gegenständen) sichtbar,
offen an einer bestimmen Stelle bereit 1 liegen: stolpere
ich über meinen Tornister, der fertig gepackt daliegt (Re-
marque. Westen 132); c) sich in einem bestimmten Zustand
(der Ruhe o.a.) befinden: die See lag ruhig da; der Ort
lag wie ausgestorben da; Hütten, die jetzt in völliger
Finsternis dalagen (Plievier. Stalingrad 52).
'Dalk [dalk]. der; -[eis. -e [pers. dalql: Mönchs-.
Derwischkutte.
^Ik [-], der; -[eis, -e [zu fDalken, übertr. zur Bez. von
etw. Unfertigem] (südd.. österr. ugs.): ungeschickter
Mensch. Dummkopf: dieser D.!; so ein D.!; dalken I'dalkn]
<sw. V.; hat) (österr. ugs.): kindisch, dumm reden; Dalken
[-1 <PI.) [mhd. talke = klebrige Masse] (österr.): Gebäck
in Form von kleinen Fladen: böhmische D.; Dalkerei [dal-
ka'rai], die; -, -en (südd., österr. ugs.): Scherz, sinnloses
Getue; dalke[r]t [dalkat. dalkct] <Adj.> [zu 12Dalk] (südd..
österr. ugs.): ungeschickt, dumm, nichtssagend: ein -er Kerl;
d. daherreden; dalkis ['dalkif] <Adj.>: svw. f dalkert.
Dalle [dab], die; -. -n (landsch.): svw. tDelle (1): Die
Leitplanke hatte eine D.. der Pkw einen zerbeulten
Kotflügel (MM 4. 6. 1969. 7).
Dalles [datas], der; - üidd. dalles < hebr. dallüt = Armut]
(ugs.): Armut. Not. Geldverlegenheit: im D. sein; *den
D. haben (1. ugs.; in Geldverlegenheit sein. 2. landsch.;
zerbrochen, entzwei sein): die Tasse hat auch den D.
dalli [dalil <Adv.) [poln. dalej! = los!, weiter!] (ugs.): schrwll.
rasch: gib es ihm zurück, aber [ein bißchen] d.!; d. machen
(sich beeilen); dalli, dalli!
Dahnatik [dalnia:tikj, Dahnatika [da!'ma:tika]. die; -. ...ken
[lat. Dalmatica = Kleid aus weißer dalmatinischer Wolle]
(kath. Rel.): liturgisches Obergewami des Diakons;
Dalmatiner [dalma'tkne], der; -s. - [lat. Dalmatinus = aus Dalma-
tien. zu: Dalmatia = Dalmatien < Kriech. DalmaüaJ: 1.
Jagd-. Wachhund, dessen weißgrundiges Fell kleine schwarze
od. braune Flecke hat. 2, meist schwerer, alkoholreicher
Wein aus der jugoslawischen Provinz Dalmatien.
dal segno [dal zenjo; ital.. aus da (i)l = von dem u. segno
< lat. Signum = Zeichen] (Musik): vom Zeichen an
wiederholen (als Anweisung in der Notenschrift); Abk.: d. s.
Daltonismus [daltonismus]. der; - [nach dem engl. Physiker
John Dalton (1766 -1844)] (Med.): angeborene
Farbenblindheit.
damalig [da:ma:li(;] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [zu spät mhd.
damal = in jener Zeit]: in einer bestimmten freieren Zeit
bestehend, vorhanden, gegeben; zu jener Zeit herrschend:
die -e Regierung: Leute, aus Phokis ausgewandert, die
... den Hafen Massalia gründeten, mitten im -en Gallien
(Jacob. Kaffee 65); unter den -en Umständen: damals [da:-
ma:ls] <Adv.> [aus tda u. f-mals]: zu einem bestimmten
frü/ieren Zeitpunkt; aus. in jener Zeit: d., als sie sich
kennenlernten; Watzek .... der d. Sturmfuhrer ... war (Remarque.
Obelisk 349); seit d. (seit dieser, in der Vergangenen
liegenden Zeit) hat sich nicht viel geändert; weil wir die
Taten von d. verachten (Weiss. Marat 33).
Damasse [dama'se:], der; -[s], -s [frz. damasse. zu: damas
= t Damast]: damastartige Futterseide mit großer
Musterung; Damassin [dama'sg:]. der; -[s]. -s [frz. damassin):
Halbdamast; Damast [da'mast]. der; -[e]s, -e [frühnhd. da-
mast.damasch < ital.damasto. damasco < lat. Damascus
= Damaskus (woher dieser Stoff urspr. stammt)]:
einfarbiges, feines / Seiden Igewebe mit eingewebtem Muster:
Servietten aus feinstem D.
dämmst-, Damast-: -artig <Adj.; o. Steig.); -bezug, der:
Bettbezug aus Damast: -decke, die: Tischdecke aus Damast;
-muster, das: für Dwnast charakteristisches Muster; ~ser-
viette, die.
damasten [damastnl <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (geh.): aus
Damast: -e Tischdecken; damaszieren [damas* tsi:ran] <sw.
V.; hat) [aus älterem damaszenieren, nach frz. damasqui-
ner. zu: damasquin = aus Damaskus < ital. damaschino.
zu: Damasco = Damaskus, f Damast]: Stahl od. Eisen
mit feinen Mustern versehen: ein altes damasziertes
Schwert; <Abl.:) Damaszierung.die: -. -en: 1. das
Damaszieren. 2. adriges od. fkunmiges Ziermuster: -en aufweisen.
Dambedei fdambodai], der; -[s], -en [zu badisch Dampel-
(hans) = ungeschickter Mensch u. -dei. H. u.] (bes.
badisch): Gebäck in Menschenform. bes. für Nikolaustag
u. Weihnachtszeit [das man zum Kaffee ißtj.
Dämchen ['de:m<pn]. das; -s. -: 1. fDame (1): ein altes
D. 2. (meist \ron.) junges, kleines Mädchen, das sich
damenhaft gibt. 3. (abwertend) /mondän aufgemachtes] Freuden-
fnädchen; Dame ['da:mo], die. -. -n [frz. dame = Herrin.
(Ehe)frau. Geliebte < lat. domina = (Haus)herrin]: 1.
<Vkl. t Dämchen (1)> a) Frau. Fräulein (auch als übliche
Bezeichnung für eine weibliche Person im gesellschaftlichen
Verkehr); eine junge, nette, ältere D.; meine -n und Herren!;
eine D. möchte Sie sprechen; Der Thronfolger durfte die
D. seines Herzens (die Frau, die er liebte) heiraten (Thieß.
Reich 443); ... daß er an Cass nie geschlechtlich gedacht
hatte, nie als an eine Frau, sondern nur als an eine D.
und Richards Gattin (Baldwin [Übers.]. Welt 319); die
Chefs ... mit ihren -n (EJiefrauen; MM 26. 11. 1970. 7);
es ist besonders lustig, die Damens über ihre (= der [Spiel]-
kugel) Kurven gebeugt zu sehen (landsch. salopp;
Tucholsky, Werke I. 470); (Sport:) bei den -n (der Mannschaft
o. ä. der Damen) siegte die deutsche Staffel; * Alte D. (ugs.
scherzh.; Mutter)', b) gebildete, kultivierte, gepflegte Frau:
sie ist eine D.; eine elegante, vornehme D.; eine D. von
Welt; als große D. auftreten; Warum aber den Wunsch,
auch manchmal D. zu sein, unterdrücken? (Chr. Wolf.
Nachdenken 105); die D. des Hauses (Hauslterrin.
Gastgeberin).!, a) wirkungsvollste Figur im Schachspiel. Königin:
die D. schlagen, verlieren; b) in der Rangfolge an dritter
Stelle stehende Spielkarte: die D. ziehen, ausspielen. 3.
a) <o. PI.) Brettspiel, bei dem die Spieler versuchen,
möglichst alle Spielsteine des Gegners zu schlagen od. durch
Einschließen zugunfähig zu machen; Damespiel: D. spielen;
b) durch Erreichen der gegnerischen Grundlinie erworbener
Doppelstein beim Damespiel: eine D. bekommen; jmdm.
die D. wegnehmen.
Dame- (Dame 3 a): ^brett, das: Spielbrett des Damespiels;
-spiel, das: a) svw. TDame (3 a); b) eine Partie Dame
(3 a); -stein, der: Spielstein beim Damespiel.
Dämel [dc.'mj], der; -s. - [urspr. nordd. u. md.. zu niederd.
dämelen. T dämlich] (salopp): Dummkopf.
Damen- (Dame 1): -böd, das (veraltet): nur für Damen
zugelassener Teil einer öffentlichen Badeanstalt; ^badean-
zug, der; -hart, der: bartähnlicher Haarwuchs bei Frauen;
-bedienung, die: Bedienung durch Damen: ein Cafe mit
D.; -begleitung, die <o. PI.): er war in D. (wurde mit
einer Dame zusammen gesehen); -bekanntschaft, die:
Bekannte. Freundin eines Marmes: über seine -en schwieg
er sich aus; *eine D. machen (ugs.; ein Müllchen, eine
Frau kennenlernen)', -bekleidung,die; -besuch, der: Besuch
eines Mädchens, einer Frau bei einem Mann: er bekam
häufig D.; -binde, die: aus einer Lage von Zellstoff
bestehende Binde, die von der Frau während der Menstruation
getragenwird; -bluse,die; -coiffeur,der: svw. ^friseur; -doppel,
das (fTischJtennis. Badminton): Spiel von je zn>ei Damen
gegeneinander; -einzel, das (fTischltennis, Badminton):
Spiel von zwei Damen gegeneinander; -fahrrad, das; -fin-
ken, der: vgl. Finken; ^flor. der: eine Anzahl 'jungen
reizender Damen; -friseur, der; -fußball, der; -[e]s: svw.
t Frauenfußball; -garnitur, die: Garnitur
Damenunterwäsche; -gesellschaft, die: I. Zusanvnensein. Gesellschaft von
Damen: eine lebhafte, fröhliche D. 2. <o. PI.) Begleitung
von Damen: er war in D.; -handsdiuh, der; ^Handtasche,
die; -hut, der; -kapeile, die: Musikkapelle, die nur aus
weiblichen Mitgliedern besteht; -kleid, das; -klekhmg, die;
-klub, der; -konfektion, die; -kranzdien, das (veraltend):
Gesellschaft. Gruppe von Damen, die sich regelmäßig zu
geselligen Zusammenkünften treffen; -mangel, der: bei der
Tanzveranstaltung war, herrschte D.; -mamschaft, die:
Sportmannschaft* die aus Mädchen u. Frauen besteht; -man-
tel, der; -mode, die; -Oberbekleidung, die: 1. industriell
od. handwerklich gefertigte Oberbekleidung für Damen: die
Abteilung für D. 2. svw. t --Oberbekleidungsindustrie, dazu:
-Oberbekleidungsindustrie, die: Industriezweig des
Bekleidungsgewerbes, der Oberbekleidung für Damen herstellt:
er ist in der D. tätig; -pferd, das: ein frommes, leicht
zu reitendes Pferd; -pultover, der; ~rad. das: kurz für
^fahrrad; -rede, die: a) Rede, die bei einem Fest auf die
anwesenden Damen gehalten wird; b) Rede auf die anwesende
Frau eines Gefeierten: die D. hatte Ponten übernommen
(K. Mann. Memoiren 61); -rock, der; -salon, der:
Friseursalon für Damen; -sattel, der: Reitsattel für Damen, auf
dem die Reiterin so sitzt, daß sich beide Beine auf einer
Seite des Pferdes befinden; -schirm, der: Regenschirm für
479
damenhaft
Damen; -schUpfer, der; -Schneider, der: Schneider, der
Damenoberbekleidung herstellt, dazu: -Schneiderei, die;
^Schneiderin, die: w. Form zu t-schneiden ~9direB>ttadi,
der; ~schuh, der; -«Hz, der <o. PL): Sitz im Damensattel;
~sl|p, der. —stifte das (veraltend): Altersheim für [adlige]
Damen; -tasdientuch, das; -tee, der: nachmittägliches
Beisammensein mehrerer Damen zum Tee; -toilette, die: 1.
Toilette. WC für Damen. 2. elegante, festliche
Damenkleidung. Gesellschaftskleidung einer Dame; -uhr, die;
-unterwüsche, die: Unterwäsche für Damen; -vek), das (Schweiz.):
svw. ^fahrrad; -wähl, die <o. PI.): Aufforderung zum Tanz
durch die Damen; -wische, die: svw. t-unterwasche;
-wein, der: süßer Wein; ^weK, die <o. PI.) (scherzh.):
Gesamtheit der [ irgendwo anwesenden] Damen; -wind, der
(Schiffahrt): lauer Passatwind; -winker, der (ugs. scherzh.):
abstehende Haarlocke bei Männern; -zfanmer, das
(veraltend).
damenhaft <Adj.; -er. -este): a) einer Dame (1 b)
entsprechend, gemäß; -es Benehmen. Auftreten; sie hat sich nicht
gerade d. benommen; b) von etwas steifer Eleganz; diese
Mode, dieses Kleid ist mir zu d.
Damhirsch [dam-], der; -[eis. -e [verdeutlichend Tür
spätmhd. dam < mhd. tarne, ahd. täm(o) = Damhirsch
< tat. däma. urspr. alle rehartigen Tiere bezeichnend]:
Hirsch mit [rot 1 braunem, weißgeflecktem Fell u. Schaufel-
geweih.
Damian fda:mia:n], der; -s. -e [in Anlehnung an den
Vornamen Damian. zu fdamisch] (landsch): dummer.ein/altiger
Mensch; damisch ['darmij] <AdJ.) [verw. mit t taumeln]
(stidd.. österr. ugs.): 1. dumm, läppisch, etwas verrückt;
so ein -er Kerl! 2. <nur präd.) verwirrt, schwindlig: er
war ganz d.. als er wieder draußen war. 3. (intensivierend
bei Adj. u. Verben) sehr, ungeheuer: draußen ist es d.
kalt; wir haben d. gefroren.
damit (mhd. da mit(e). ahd. dar mit(e)): I. [damit, mit
bes. Nachdruck: da:mit] <Adv.) 1. a) mit dieser Sache,
Tätigkeit o.a.: gleich ist sie d. fertig; d. hatte er nicht
gerechnet; die... Zeitungen behaupten, nur sie hätten recht,
wie steht es denn d.? (Remarque. Westen 145); weg d.!
(ugs.; nimm, wirf das weg!)\ heraus d.! (ugs.; gib es her!;
sage es endlich!)'. Und dann kommt er ... und sagt, wir
müssen raus, und d. basta (Wolfe. Radical 46); b) mit
dieser Sache, diesem Gegenstand versehen, ihn mit sich
führend: er nahm das Paket u. ging d. zur Post; c) mit Hilfe
dieser Sache, mittels dieser Tätigkeit o.a.: er nahm eine
Eisenstange und brach d. die Tür auf; sie hörte das Rufen,
merkte aber nicht, daß sie d. gemeint war; d) gleichzeitig
mit diesem Geschehen. Vorgang. Zustand od. unmittelbar
darauf: er zitierte Goethe u. beendete d. seine Rede; er
gewann das Spiel, und d. kehrte auch sein Selbstvertrauen
wieder zurück; Er sagte: „That's fine ..." D. trennten
wir uns ÖC. Mann, Wendepunkt 420); e) somit,
infolgedessen, mithin: er hatte für die Tatzeit kein Alibi, und d.
gehörte auch er zum Kreis der Verdächtigen. 2. (nordd.)
in bestimmten Verwendungen in getrennter Stellung: da
habe ich nicht mit gerechnet. IL [da'mit] <Konj.) [auf]
daß; zu dem Zweck, daß: schreib es dir auf. d. du es nicht
wieder vergißt; d. das klar ist. dies war die letzte
Warnung!; damit Wahlen durchgeführt werden können,
müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
Dämlack ['dermlak], der; -s. -e u. -s [zu t Dämel u. der
slaw. Endung -ak] (salopp): Dummkopf: Versperren
Sie nicht die Passage.44 .X>ämlack." (Döblin. Berlin 54).
damledern [dam-] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [zu
tDamhirsch]: aus Damhirschleder [bestehend, hergestellt;.
dämlich ['de:mlif] <AdJ.) [urspr. md. u. niederd.. zu niederd.
dämelen = nicht recht bei Sinnen sein] (ugs. abwertend):
a) dumm, einfältig: -es Gerede; ein -es Gesicht machen;
du bist ganz schön d.. wenn du auf diesen Vorschlag
eingehst; Dämlicher Aberglaube (Tucholsky. Werke II.
165); b)dumm, ungeschickt: stell dich nicht so d. an; <Abl.:)
Dämlichkeit, die; -, -en: a) <o. PI.) dummes, ungeschicktes
Benehmen. Verhalten: das ist nur deiner D. zuzuschreiben;
b) dumme, alberne Handlung: laß doch diese -en!
Dämlichkeiten <P1.) [mit scherzh. Anlehnung an: dämlich]
(ugs. scherzh.): [die/ Damen: „Wir wollen Reinholdus
I.". forderten die D. der Römerstadt beim Protestmarsch
(MM 10. 2. 1970, 8).
Damm [dam], der; -[e]s. Dämme [dema; (unter Einfluß
von niederd. dam) mhd. tarn]: 1. a) künstlich errichteter
Wall zum Schutz gegen Wasser; Deich: einen D. bauen,
aufschütten; bei der Sturmflut sind die Dämme gebrochen;
Ü einen D. gegen die Willkür der Herrschenden errichten;
b) aufgeschütteter Unterbau eines Fahr- od. Schienenwegs;
Bahndamm: die Insel ist mit dem Festland durch einen
D. verbunden; c) (nordostd.. bes. berlin.) Fahrbahn einer
Straße; Fahrdamm: sofort setzt sich der Mann ... in Trab,
überquert den D.. die Straße rauf bis zur Ecke (Döblin,
Berlin 98); ♦wieder/nicht auf dem D. sein (ugs.; wieder/nicht
gesund sein; Damm => gepflasterter Fahrweg, auf dem
ein sichereres Vorwärtskommen möglich ist als auf
unbefestigten Verbindungs- u. Fußwegen); hndiu wieder auf den
D. bringen (ugs.; jmdn. wieder gesund machen). 2. (Med.)
Körpergegend. Weichteilbrücke zwischen After u.
Geschlechtsteil.
D?mro-: -bau. der <PI. -bauten): er verunglückte beim D.;
-böschung, die; -bnich, der: Zerstörung eines Danunes
(1 a) durch Wassermassen; pflegend, die: svw. f Damm (2);
-kröne, die: höchster Teil des Dammes (1 a. b); ^riß, der
(Med.): Einriß der Haut od. Muskulatur des Dammes (2)
bei Frauen während der Geburt; -rutsch, der: Zerstörung
eines Dammes (1 a. b), bei dem Erdmaxsen seitlich
abrutschen; Ü die Wirtschaft des Landes erlebte einen D.;
-schnitt, der (Med.): operativer Einschnitt in den Damm
(2) zur Vermeidung eines Dammrisses bei der Entbindung;
-schütz« der (Med.): Maßnahmen zur Vermeidung eines
Dammrisses; -Straße« die: erhöht, auf einem Danvn (1 a,
b) verlaufende Straße: --weg. der.
Danmar [ damar], das; -s [malai. damar]: hellgelbes od.
-rötliches, durchsichtiges, schwach aromatisches Harz
südostasiatischer Bäume, das technisch vielfach verwendet wird;
<Zus.:) D^mmarharz, das: svw. TDammar.
dämmen ['daran] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. lernen]: 1. (geh.)
durch einen Damm (1 a) zurückhalten, aufhalten: das
Wasser, die Fluten d.; Ü eine Seuche, die Ausbreitimg einer
Seuche zu d. suchen; Seine Tränen konnte er nicht mehr
d. (Jahnn. Geschichten 87). 2. (Technik) durch Isolierung
0. ä. abschirmen: den Schall, die Wärme d.; es ist bekannt,
daß Außenjalousien am stärksten die Wärmestrahlen
dämmen.
Dfcuner [deme], der; -s [rückgeb. aus t dämmern] (dichter.):
Dämmerlicht. Halbdunkel: Im Raum herrschte ein dicker
grüner D. von den vielen dichtstehenden Kastanienbäumen
... draußen (Böll. Mann 38); ihre vereinten Hände im
D. der ... Franziskanerkirche (Böll, Haus 32); Ü im D.
der Träume, des Halbschlafs.
dfmner-, Dfmmer-: -grau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(dichter. ): dämmrig. Halbdunkel: im -en Morgen; <subst.:) -grau.
das <o. PI.); -hell <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (dichter.):
die -en Fenster hoben sich im Dunkel ab; -licht, das
<o. PI.): Beleuchtung, die bei Dämmerung herrscht: ihre
Augen gewöhnten sich langsam an das D.; -schein, der
(geh.): am Fenster erschien der erste D.; -schlaf, der:
1. leichter Schlaf \ Halbschlaf; 2. (Med.) durch Medikamente
erzielter schlafähnlicher Zustand; -Schoppen, der: geselliger
Trunk am späten Nachmittag od. am frühen Abend: beim
D. sitzen; zum D. gehen; -Stündchen* das:
gemütlich-besinnliches Beisammensein zur Zeit der Abenddämmerung: ein
D. halten; -stunde, die (geh.): Zeit der Abenddämmerung;
-zustand, der: 1. Zustand zwischen Wachen u. Schlafen.
Halbschlaf: aus einem D. aufschrecken. 2. zeitlich begrenzte
Bewußtseinstrübung. -Störung: der Kranke war, lag tagelang
in einem D.. verfiel in einen D.
dimnerig: tdämmrig; dinmern ['demen] <sw. V.; hat) [zu
mhd. demere. ahd. demar = Dämmerung]: La) (unpers.)
dämmrig werden; Morgen. Abend werden: es beginnt bereits
zu d.; Am Horizont schien es bereits zu d. ... Noch zu
früh für die Morgendämmerung (Kirst. 08/15, 611); b)
(vom Tagesbeginn od. -ende) anbrechen, beginnen: der
Morgen, der Abend dämmerte; als draußen das Licht des
Morgens dämmerte (Apitz. Wölfe 290). 2. (ugs.) jmdm.
langsam klar, bewußt werden: jetzt dämmert es ihm. bei
ihm; eine Ahnung. Vermutung dämmerte ihm; Langsam
dämmerte ihr die Erkenntnis, daß sie sich begegnet waren
(Jaeger. Freudenhaus 18); na. dämmert's nun? (begreifst
du endlich?). 3. im Halbschlaf liegen, in einem
Dämmerzustand(1) sein: er hat ein wenig gedämmert; er hatte
traumhafte Empfindungen, und sein dämmerndes Bewußtsein
versank in ihnen (Apitz. Wölfe 151); * vor sich hin d. (nicht
klar bei Bewußtsein, in einem Dämmerzustand 2 sein); Dfm-
480
dampf-, Dampf-
merung, die; -. -en [mhd. demerunge. ahd. demerunga]:
a) Übergang vom Tag zur Nacht, von der Nacht zum Tag:
die D. bricht an; bei. mit Einbruch der D.; b) <o. Pl.>
Halbdunkel: der Raum lag in tiefer D.; Als wir aus der
sanften D. der Weinstube hinaustraten (Härtung. Pirosch-
ka 108).
D$mmerunes-: ^erscheinung, die (Astron.): während der
Dämmerung bes. bei stärkerer atmosphärischer Trübung
auftretende optische Erscheinung: Morgen- u. Abendrot
sind -en; ^leistung, die (Optik): Fernrohrleistung bei
Dämmerung: ^Schalter, der (Technik): elektronisches Gerät zum
Ein- u. Ausschalten elektrischer Anlagen in Abhängigkeit
von der Tageshelligkeit: -sehen, das; -s: Anpassung der
Netzhaut des Auges an herabgesetzte Intensität des Lichtes:
^tiei\ das (Zool.): Vertreter einer Tierart* die während
der Dämmerungszeit aktiv ist: viele Schmetterlinge.
Amphibien. Vögel u. Säugetiere sind -e; ^zeit. die: svw. T
Dämmerung (a).
dämmrig, (seltener:) dämmerig [dem(3)ri<;] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [zu tdämmern]: a) (beim Wechsel der
Tageszeiten) vom Dunkeln ins Helle, vom Hellen ins Dunkle
übergehend: draußen ist es. wird es schon d.; b) Halbdunkel,
ohne Helligkeit: der Kirchenraum war d.. hatte nur ein
-es Licht; ein -er (trüber) Nachmittag.
Dfimmsdiicht [dem-], die; -. -en [zu T dämmen (2)1 (Technik):
aus Dämmstoff bestehende Schicht, die aufgebracht wird;
Dämmstoff, der; -[eis. -e: Isoliermaterial zum Schutz gegen
störende Einwirkungen wie Schall. Wärme u. a.: Dämmung,
die; -. -en [zu T dämmen (2)1 (Technik): Isolierung.
Abschirmung gegen störende Einwirkungen wie Scliall. Wärme u. a.
damnatur [dam'na:tor; lat. damnätur = wird verdammt]
(früher): der Zensur dienende lat. Formel, die besagte, daß
ein Buch nicht gedruckt werden durfte: Damnum ['damnuml.
das; -s [lat. damnum = Nachteil. Schaden] (Wirtsch.):
Abzug vom Nennwert eines Darlehens als Vergütung für
die Darlehensgewährung.
Damoklesschwert ['da:mokles-l. das; -[eis [nach dem
Schwert, das der Tyrann Dionys I. von Syrakus (404-367)
an einem Pferdehaar über dem Haupt des Höflings Damo-
kles aufhängen ließ, um ihm die ständige Bedrohung jedes
Glückes zu zeigen] (geh.): deutlich erkennbare, vorhandene
Gefahr, von der man jeden Augenblick die Vernichtung o. ä.
gewärtigen muß: etwas hängt, schwebt wie ein D. über
jmdm.. über jmds. Haupt; in der Hand Geringerer wird
die von ihm (Rutherford) freigelegte Energie zum D. und
zur Vernichtungswaffe (Menzel. Herren 124).
Dämon ['deiman], der; -s. -en [de'mo:ndn; lat. daemön <
griech. daimön = göttliches Wesen]: 1. bösen Geist.
Mittelwesen zwischen Mensch u. Gott: den -en opfern;
ein Mittel, das vor bösen -en schützt; Wenn Napoleon
ein Genie oder ein D. war (Goldschmit. Genius 8). 2.
dem Menschen innewohnende unheimliche Macht: sein D.
trieb ihn dazu, so zu handeln; An solchen Frauen kann
... nur eines beeindrucken: die tragische Bereitschaft, den
eigenen D. zu bejahen (Goldschmit. Genius 83);
dämonenhaft <Adj.; o. Steig.): wie ein Dätnon wirkend, in der Art
eines Dämons: -e Züge. Kräfte; Dämonie [dcmo'ni:]. die;
-, -n [...i:an]: unerklärbare, bedrohliche Macht, die von
jmdm.. etw. ausgeht od. die das ihr unentrinnbar ausgelieferte
Objekt völlig beherrscht. Besessenheit, dämonische Kraft.
Macht: die D. eines Künstlers, Redners, des Schicksals;
in den wirklichen Stilleben ... zeigt sich etwas anderes,
als sie darstellen, nämlich die geheimnisvolle D. des
gemalten Lebens (Musil, Mann 1140); dämonisch <Adj.) [lat.
daemonicus < griech. daimonikös]: eine unwiderstehliche,
unheimliche Macht ausübend: übernatürlich, unheimlich:
teuflisch: -e Kräfte, Mächte; sein -er Blick; Der Widerspie-
ler des Heiligen Geistes ist nicht etwas Geistloses ....
sondern ... ist selber Geist, er ist ein -er Intellekt (Thielicke.
Ich glaube 284); sein Spiel war d.; <subst.:> er hat etwas
Dämonisches in seinem Wesen; dämonisieren [demoni-
'zi:ren] <sw. V.; hat): in den Bereich des Dämonischen
rücken: mit Dämonie, mit dämonischen Kräften erfüllen:
Hüten Sie sich, einen Verbrecher von Rang zu d., nur
weil ... entschlußlose Zeitgenossen ... diesem Schurken
ganz Europa für eine Weile ausgeliefert haben (Hochhuth,
Stellvertreter 65). dazu: DSmonisknmg, die; -. -en: Früh
setze die D. der Maschine ein. die länger wirksam blieb
als die Romantisierung (Marek. Notizen 46); Dämonismus
[demo'nismus], der; -: Glaube an Dämonen (1); Dämonhim
lde'mo:nium], das; -s. ...ien [...pn; lat. daemonium <
griech. daimönion]: die warnende innere Stimme / Gottes j
bei Sokrates; Dämonologie [demonolo'gi:]. die; -. -n [...i:an;
zu t Dämon u. t -logiel: Lehre von den Dämonen (1);
Dämonomanie [demonoma'ni:]. die; -. -n [...i:an; zu tDämon
u. tManie] (Med.. Psych.): krankhafter ■' Wahn, von einem
Dämon besessen zu sein.
Dampf [damgf], der; -[e]s. Dämpfe [demjrfa; mhd. dampf,
tampf. ahd. damph; zu mhd. dimpfen = dampfen,
rauchen]: l.a) sichtbarer feuchter Dunst [der beim Erhitzen
von Flüssigkeiten, bes. von Wasser, entsteht j: Rauschend
lief heißes Wasser in die Badewanne, und der D. wölkte
auf (Sebastian. Krankenhaus 92); die Küche war voller
D.; aus dem Tal stiegen wallende Dämpfe (Nebel) auf;
aus dem Schornstein des Schiffes Quoll dichter Dampf
(Rauch): b) (Physik. Technik) gasförmiger Zustand einer
Flüssigkeit: Wasserdampf: D. von niedriger, hoher
Spannung; Die Lok ließ D. ab. der Qualm zog Spiralen (Degen-
hardt, Zündschnüre 13); das Schiff, die Lokomotive ist/
steht unter D. (veraltend; ist fahrbereit): *aus etw. ist der
D. raus (ugs.; etw. hat seinen Schwung verloren, ist lahm,
langweilig geworden)', D. ablassen (ugs.; seine Wut,
seinen Ärger abreagieren)', D. aufmachen (1. veraltend;
stärker feuern. 2. ugs.; das Tempo beschleunigen: Helmut
Schöns Truppe ... machte D. auf von der ersten Minute
an [MM 1. 7. 1974. 4]); Jmdm. D. machen (ugs.; jmdn.
bei der Arbeit zu größerer Eile antreiben: bezogen auf
den Wasserdampf als Treibkraft); D. drauf haben (ugs.:
1. eine hohe / Fahr / geschwindigkeit haben. 2.
überschießendes Temperament, Schwung o. ä. haben: In der Jugend hat
man noch zu viel D. drauf [Hörzu 29. 1972. 91J; D. hinter
etw. dahinter machen« setzen (ugs.; eine Arbeit o. ä.
beschleunigen)', vor imdm., einer Sache D. haben (ugs.; sich vor
jmdtn.. einer Sache, mit dem. mit der man in irgendeiner
Weise zu tun hat od. zu tun bekommt, fürchten). 3. (ugs.)
Schwung. Wucht: hinter diesem Angriff steckt kein D.;
dieser Boxer hat D. in den Fäusten; etw. mit D. betreiben
(mit Eifer. Fleiß).4. (bayr.) Alkoholrausch: einen D. haben.
d$mpf-, D^mpf-: ^antrieb, der: eine Maschine mit D.; -bad,
das: a) Raum, in dem man Schwitzbäder in wasserdampfhal-
tiger Luft nehmen kann: ins D. gehen; b) Schwitzbad in
wasserdampfhaltiger Luft: ein D. nehmen; ^behandlung,
die: Heilbehandlung mit heißem Wasserdampf gegen
Erkältumskrankheiten u.a.: -boot, das [für engl, steamboat]:
mit einer Dampfmaschine betriebenes kleines
Wasserfahrzeug; ^bügeleisen, das: Bügeleisen, bei dem der zu bügelnde
Stoff durch den aus einer Düse nach unten austretenden
Wasserdampf gleichzeitig gedämpft wird; Mlom, der
(Technik): glocken-. kugelförmiger Aufbau auf Dampfkesseln zum
Sammeln des erzeugten Dampfes u. Ausscheiden eventuell
mitgerissenen Wassers; Mlruck, der <P1. -drücke)
(Technik): durch Dampf bewirkter, auf Gefäßwände ausgeübter
Druck: der D. fällt, steigt; -entwickiung, die; ^förmig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: -e Stoffe; -hammer, der
(Technik): mit Hilfe von Dampfdruck mechanisch betriebener
Maschinenhammer; ^heizung, die: Zentralheizung, bei der
als Wärmeträger Wasserdampf verwendet wird; -kartoffeln
<PI.>: geschälte, in Salzwasser gekochte Kartoffeln;
Salzkartoffeln; ^kessel, der: geschlossenes Gefäß, (las dem Zweck
dient. Wasserdruck von höherem als atmosphärischem Druck
(zu Heiz- u. Betriebszwecken) zu erzeugen; ^kochtopf, der:
Schnellkochtopf, in dem die Speisen mit Dampfüberdruck
gegart werden; -kompresse, die (Med.): feuchtwarmer bis
heißer Umschlag, der mit einem trockenen Wolltuch
abgedeckt wird; -kraft, die <o. PL): eine durch D. angetriebene
Maschine, dazu: -kraftmaschine: svw. f -ma seh ine, ^kraft-
werk, das: industrielle Anlage zur Gewinnung von
elektrischer Energie mit Hilfe von Wasserdampf; -kur. die: vgl.
Hydrotherapie; ^lok, die: kurz für Nlokomotive; ^loko-
motive, die: mit Dampf betriebene Lokomotive; -mantel,
der (Technik): mit Dampf gefüllter Hohlraum um den
Zylinder einer Dampfmaschine; Mnaschine, die [für engl, steam-
engine] (Technik): Kraftmaschine, bei der die Druckenergie
des Dampfes (mit Hilfe von Kolben) in meclianische Energie
umgewandelt wird; Mnotor, der (Technik): leichte, einfach
wirkende, schnellaufende Dampfmaschine; -nudel. die
<meist PI.) (südd.): Hefeteigkugel, die in einem gut
verschlossenen Topf gebacken wird: * aufgehen wie eine D. (ugs.;
dick werden)', ^pfeife, die: Warn- od. Signalpfeife, die durch
Dampf od. Druckluft zum Ertönen gebracht wird: ^radio.
31 GDW
481
dampfen
das (ugs. scherzh.): Rundfunk/gerät/ (im Gegensatz zu
moderneren Medien wie z.B. Fernsehen): das D. erwies
dem einstigen König der Schallplatte ... seine Reverenz
(Hörzu 40. 1973, 18); -röhr, das: Stahlrohr zum Ableiten
des Dampfes, dazu: -rohrleitung, die; -roß, das (scherzh.):
svw. t -lokomotive; -schiff, das [für engl, steamship]: durch
eine Dampfmaschine angetriebenes Schiff Dampfer, dazu:
-Schiffahrt, die. dazu: -Schiffahrtsgesellschaft, die;
-Spannung, die: svw. T -druck; -strahl, der. dazu: -Strahlpumpe,
die (Technik): Pumpe, bei der in eine Düse eintretender
Dampf durch Erhöhung seiner Geschwindigkeit in dem zu
fördernden Stoff einen so hohen Unterdrück erzeugt, daß
dieser mitgerissen wird: -turbine, die (Technik):
Kraftmaschine, Turbine, in der bei Dampfströmung die Druckenergie
in Bewegungsenergie u. diese anschließend in mechanische
Arbeit umgewandelt wird: -ventil, das (Technik): Ventil
in Dampfrohrleitungen o.a.: -walze, die: 1. bes. früher
im Straßenbau verwendete, mit einer Dampfmaschine
angetriebene Straßenwalze: Ü So fliehen die Menschen ... vor
der auf breiter Front vordringenden sowjetischen D. (Bild
u. Funk 2. 1967, 39). 2. (ugs.. scherzh.) sehr dicke Person,
bes. dicke Frau: -wölke, die. dazu: -wolkeneruption, die:
vulkanische Tätigkeit, bei der größere Mengen von
Grundwasser od. Wasser aus Kraterseen als Dampf ausgestoßen
werden: -wurst, die: billige Brühwurst: -Zylinder, der:
zylindrischer Teil einer Dampfmaschine.
dampfen ['damqfn] <sw. V.) [zu t Dampf): 1. Dampf entwik-
kein, bilden, von sich geben <hat>: die Suppe hat noch
gedampft; die Erde dampfte [vor Feuchtigkeit]; die Köchin
... erschien mit einer dampfenden Schüssel (Thieß. Legende
88); das Pferd dampft nach dem Galopp (schwitzt heftig
unter sichtbarer Dampfentwicklung): Ü Die Welt dampft
von Angst und Blut (Remarque, Obelisk 257). 2.a) unter
Dampfentwicklung fahren, sich fortbewegen <ist>: das Schiff
dampft aus dem Hafen; über die Brücke dampfte ein Zug;
b) (ugs.) /mit einem dampfgetriebenen Fahrzeug/
irgendwohin reisen, fahren <ist>: er hatte sich in den Zug gesetzt
u. war nach Berlin gedampft; nun dampften sie auf einem
Heringslogger in die Gefangenschaft (Ott. Haie 142);
dämpfen [dEmjjfn] <sw. V.; hat) [mhd. dempfen. ahd. demphan
= dampfen machen, rauchen machen; durch Rauch erstik-
ken. übertr.: schwächen, mäßigen]: 1. in Dampf garen,
dünsten, mit Dampf kochen: Kartoffeln, den Fisch d.;
gedämpftes Gemüse. 2. mit Dampf bearbeiten, glätten: das
Kleid, den Anzug d. 3.a) (bes. von starken akustischen
u. optischen Eindrücken) abschwächen, mildern, mäßigen:
die Stimme, den Ton d.; der Teppich dämpft den Schall;
Von unten ... kommen gedämpft die Töne des elektrischen
Klaviers (Remarque, Obelisk 203); gedämpftes Licht;
gedämpfte (nicht grelle) Farben; b) (von einer
Bewegungsenergie. Wucht. Vehemenz o.a.) abschwächen, herabsetzen:
einen Stoß, Aufprall d. 4.a) jmdn. dazu bringen, sich in
seinen Temperatnentsäußerungen o. ä. zu mäßigen,
zurückzunehmen: sie versuchte vergebens, die Kinder zu d.; sie
ermunterte ihn weder, noch dämpfte sie ihn (Böll, Haus
80); b) jmds. Emotionen herabstimmen, ernüchtern o.a.:
jmds. Wut, Zorn. Begeisterung. Freude d.; der Spieß, dem
es nur mit Anstrengung gelang, seine Erregung zu d. (Kirst.
08/15.244).
Dampfer [dampfe], der; -s, - [wohl zu niederd. Dampfer
für engl, steamer. zu t dampfen]: mit Dampf- od. amier er
Maschinenkraft angetriebenes größeres Schiff: der D. legt
an. fährt ab; * auf dem falschen D. sein/sitzen/sich befinden
(ugs.; sich falsche Vorstellungen von der Erreichung eines
Zieles machen, bestimmte Möglichkeiten falsch
einschätzen).
Dampfer-: -anlegestelle,die; -fahrt, die; -linie, die: Strecke,
auf der Dampfer regelmäßig verkehren: -Station, die:
Station einer Dampferlinie: -verkehr, der.
Dämpfer ['dcm&fel. der; -s. - [zu t dämpfen]: 1. Gerät.
Vorrichtung zur Abschwächung des Tons bzw. zur Veränderung
der Klangfarbe bei bestimmten Musikinstrumenten: bei
Streichinstrumenten ist der D. eine Art Holzkamm; Ü
das würde für diesen jungen Draufgänger doch ein D.
sein (Kranz. Märchenhochzeit 5); * einen D. bekommen
(ugs.; eine Rüge einstecken müssen, eine Enttäuschung o.a.
erfahren, die die bisherige Begeisterung. Freude stark
abschwächt)', jmdm., einer Sache einen D. aufsetzen (jmds.
Überschwang dämpfen: etw. abschwächen). 2. (landsch.)
Topf zum Dämpfen, bes. von Gemüse: Kartoffeln. Gemüse
im D. zubereiten; dampfig [damgfi^] <Adj.; nicht adv.)
[mhd. dampfec]: voll Dampf (1 a). dunstig: eine -e Küche;
die Wiesen waren naß u. d.; dämpfig [dempJK;] <Adj.;
nicht adv.) [mhd. dempfic, zu: dempfe = Engbrüstigkeit!:
1. (von Pferden) an Dämpfigkeit leidend, kurzatmig. 2.
(landsch.) schwül, feuchtheiß: <AbI. zu 1:> Dämpfigkeit,
die; -: durch einen chronischen, nicht heilbaren
Krankheitszustand der Lunge od. des Herzens bewirkte Kurzatmigkeit
bei Pferden; Dampft ['dampft], das; -s. -[n] (südd.. österr.):
aus Mehl. Wasser u. Sauerteig od. Hefe bereiteter Teig,
der einige Zeit gehen muß: Hefeprobe: das D. anmachen;
D$mpfpuppe, die; -. -n (Schneiderei): in der
Bekleidungsindustrie u. in der chemischen Reinigung verwertete
aufblasbare Puppe, über der Kleidungsstücke gedämpft u. dadurch
geplättet werden: Dämpfung, die; -, -en: das Dämpfen (3),
Abschwächung. Milderung: die D. des Schalles, der Töne;
Ü die D. der Leidenschaft; die D. der Konjunktur, des
Preisauftriebs.
Dämse[demza].die; - [zumd. Damp(f) = Dunst] (ostmd.):
stickige, feuchtheiße Luft; <Abl.:> dämsig ['demzu;] <Adj.>
(ostmd.): schwül, stickig, feuchtheiß.
Damwild ['dam-], das; -[eis [tDamhirschl: Rotwitdart.
Damhirsch.
Dan [da:n]. der; -. - [jap. dan = Stufe. GradJ: Leistungsgrad
in allen Budosportarten.
danach,(veraltet:)darnach[da(r)'na:x.mit bes. Nachdruck:
da:na:x, darna:x] <Adv.> [mhd. da(r) nach, ahd. dar(a)
näh]: l.a) (zeitlich) nach dieser Sache, diesem Vorgang
o. ä.. im Anschluß daran; hinterher, hierauf, dann: eine halbe
Stunde d. kam er wieder; sie nahm die Tabletten, und
d. (daraufhin) ging es ihr wieder besser; b) (räumlich)
nach dieser Sache; auf jmdn., en\>. folgend, dahinter: voran
gingen die Eltern, d. kamen die Kinder. 2. nach dieser
Sache (zur Bez. einer Zielrichtung): er sah das Seil und
wollte d, greifen; sie werden d. streben; er ging vorbei,
ohne sich d. umzuschauen; d. steht mir jetzt nicht der
Sinn (dazu bin ich jetzt nicht aufgelegt, fehlt mir die rechte
Stimmung); mir ist nicht d. (ugs.; dazu habe ich keine
Lust): ihr wollt zu Fuß nach Hamburg? D. seht ihr [gerade]
aus (ugs. iron.; das kann ich mir von euch nicht denken,
das glaube ich euch nicht). 3. dieser Sache gemäß,
entsprechend: ihr kennt die Regeln, nun richtet euch d.!; die
Ware ist billig, aber sie ist auch d. (ugs.: ist entsprechend
schlecht, weniger gut). 4. (nordd.) in bestimmten
Verwendungen in getrennter Stellung: da richtet er sich nicht
nach; da mußt du erst gar nicht lange nach fragen; <Zus.:>
Danachachtung« Darnachachtung. die; - (österr. Amtsspr.):
Beachtung: Indem ich meine Verlobung auflöse und Ihnen
die Dame zur Darnachachtung übergebe (A. Lernet-Hole-
nia, Ollapotrida 632).
Danaergeschenk [da:nac-]. das; -[e]s. -e [nach lat. Danaum
fatale münus (Seneca) = verhängnisvolles Geschenk der
Danaer; Danaer < griech. Danaoi = Bez. eines griech.
Stammes, bei Homer der Griechen überhaupt; bei dem
Geschenk handelt es sich um das den Trojanern von den
Griechen überlassene Trojanische Pferd] (bildungsspr.):
em.. was sich für den, der es als Gabe o.a. bekommt,
als unheilvoll, schadenstiftend erweist, entpuppt;
unheilbringende Gabe: diese Waffenlieferungen erwiesen sich als ein
D.
Danaidenarbeit [danai:dn-]. die; -. -en [nach den Töchtern
des Danaus. die der griech. Sage gemäß zur Strafe für
ihren Gattenmord in der Unterwelt dazu verurteilt waren,
ein durchlöchertes Faß vollzuschöpfen] (bildungsspr.):
langwierige u. mühselige u. dabei fruchtlose Arbeit: ihm
dies beibringen zu wollen, wäre eine D.; Danaidenfaß,
das; ...fasses. ...rässer [tDanaidenarbeit] (bildungsspr.):
vergebliche Mülie. nutzloser Aufwand von Kraft. Zeit. Geld:
diese Unternehmung scheint ein D. zu sein.
Dancins [da:nsro]. das; -s. -s [engl, dancing = das Tanzen,
zu: to dance = tanzen < afrz. dancer. viell. < fränk.
*dintjan = (sich) hin u. her bewegen]: 1. Tanzbar.
Tanzlokal: Ein junger Mann .... der uns in die teuren Restaurants
und -s einführte (K. Mann. Wendepunkt 118). 2. Tanz.
Tanzveranstaltung.
Dandy [dendil. der; -s. -s [engl, dandy. viell. zu Dandy
= Kosef. von: Andrew = Andreas] (bildungsspr.): 1.
Vertreter des Dandyismus: eine Anzahl von -s wurden
bedeutende Schriftsteller. 2. sich übertrieben modisch
kleidender Mann: nach außen hin ist er das Musterbeispiel
482
danke
eines D.. reich, charmant (Bild u. Funk 22. 1966. 33);
\Abl.:> dandyhaft <Adj.; -er, -este> (bildungsspr.): nach
der Art eines Dandys: -e Kleidung; sich d. benehmen;
Dandyismus [dendi'ismusl, der; - (bildungsspr.): in der
Mitte des 18. Jh.s in England entstandener u. später auch in
Frankreich aufkommender Lebensstil, für den Exklusivität
in Kleidung u. Lebensführung, ein geistreich-zynischer
Konversationston u. eine gleichgültig-arrogante Haltung in jeder
Lebenssituation typisch waren: gesellschaftlicher,
literarischer D.; Oscar Wilde ist ein Vertreter des D.; Dandytum,
das; -s (bildungsspr.): Stutzerhaftigkeit. Geckentum: er
macht sich nur lächerlich mit seinem D.
daneben, (veraltet:) darneben [da(r)'ne:bn, mit bes.
Nachdruck: da:ne:bn,'darne:bn] <Adv.> [mhd. dar neben]: l.a)
bei. neben dieser Sache od. Person, an der Seite davon:
das Paket liegt auf dem Tisch, d. die Rechnung; er stand
d. und hörte alles mit an; er wohnt im Haus d.; b) neben
diese Sache od. Person, an die Seite davon: ich würde
den Stuhl d. stellen, nicht davor. 2. im Vergleich dazu:
ihr Spiel war hervorragend, d. fiel das der übrigen
Schauspieler stark ab. 3. außerdem, darüber hinaus, gleichzeitig:
sie ist berufstätig und hat d. noch ihren Haushalt zu
besorgen.
daneben-: -benehmen, sich <st. V.; hat) (ugs.): sich
unpassend, ungehörig benehmen: die beiden haben sich gestern
bei dem Fest ganz schön danebenbenommen; -fallen <st.
V.; ist): neben das Ziel fallen: er wollte das Papier in
den Papierkorb werfen, aber es ist danebengefallen; -gehen
(unr. V.; ist): 1. das Ziel verfehlen: der Schuß ging daneben.
2. (ugs.) fehlschlagen, mißlingen: alle Experimente sind
danebengegangen; Der Versuch, mit dem Sexidol von einst
ein ernsthaftes Gespräch zu führen, ging... daneben (Hörzu
48. 1973. 147); --gelingen <st. V.; ist) (ugs.): mißlingen:
dieser Aufsatz ist ihm danebengelungen; -geraten <st. V.;
ist) (ugs.): mißlingen, mißglücken: der Versuch mit dem
neuen Rezept ist leider danebengeraten; -glücken <sw.
V.; ist) (ugs.): mißglücken: -greifen <st. V.; hat): 1. am
Ziel vorbeigreifen: beim Klavierspielen d.; der Ball wäre
erreichbar gewesen, aber er griff daneben. 2. (ugs.) etw.
Falsches, einen Fehlgriff tun: im Ausdruck d.; er hat mit
seiner Prognose am weitesten danebengegriffen; -halten
<st. V.; hat) (ugs.): etw. mit erw. anderem vergleichen:
das Ergebnis des vergangenen Jahres war gut, wenn man
das diesjährige danebenhält; -hauen <hieb/(ugs.:) haute
daneben, hat danebengehauen): 1. am Ziel vorbeihauen,
etw. nicht treffen: er hat mit dem Hammer danebengehauen
und sich dabei verletzt. 2. (ugs.) sich irren, etw. falsch
machen: mit der Antwort auf die letzte Prüfungsfrage hat
er ziemlich danebengehauen; -liegen <st. V.; hat) (ugs.):
sich irren, täuschen: mit dieser Meinung liegst du aber
sehr daneben; -raten <st. V.; hat) (ugs.): falsch, nicht
das Richtige raten: wer in der nächsten Spielrunde
danebenrät, muß ausscheiden; bei ihrem Alter hat er ziemlich
danebengeraten; -schätzen <sw. V.; hat) (ugs.): sich ver-
scliätzen: diesmal hat er aber ganz schön danebengeschätzt;
-schießen <st. V.; hat): 1. am Ziel vorbeischießen: er zielte
scharf, schoß aber daneben. 2. (ugs.) sich irren, nicht das
Richtige treffen: er hat mit seiner Behauptung, Beurteilung
ganz schön danebengeschossen; -wsein <unr. V.; Zusschr.
nur im Inf. u. 2. Part.): verwirrt sein: sich unwohl fühlen:
-setzen, sich <sw. V.; hat) (ugs.): einen Fehler machen:
mit dieser Bemerkung hat er sich gewaltig danebengesetzt;
-tippen <sw. V.; hat) (ugs.): nicht das Richtige raten: sich
für etw. Falsches entscheiden: beim Schätzen des Gewichts
hat er ganz schön danebengetippt; ^treffen <st. V.; hat):
I. nicht ins Ziel treffen: beim Bogenschießen d. 2. eine
falsche, nicht zutreffende Äußerung machen: er hat mit
seiner ironischen Bemerkung arg danebengetroffen.
Danebrog ['da:nabro:k]. der; -s [dän. da(n)nebrog. viell.
aus Daner = Dänen u. brog = Tuch, also eigtl. =
Dänentuch od. zu jütisch danbroget = rotbuntl: dänische Flagge,
die ein weißes Kreuz in rotem Feld zeigt: danisieren [dani-
zironl.danisieren [dcni'zi:ron] <sw. V.; hat) [dän. danisere]:
dänisch machen, gestalten.
dang [danl. dünge [denal: fdingen.
danieden [da'ni:dn] <Adv.) [mhd. dä(r) niden. ahd. dar
nidana] (dichter, veraltet): ihierj unten auf der Erde:
daniederbeugen [da'ni:dB-] <sw. V.; hat) (veraltet): nach unten
beugen, niederbeugen: das Alter hat ihn daniedergebeugt;
daniederliegen <st. V.; hat) (geh.): 1. krank u. bettlägerig
sein: er hat wochenlang daniedergelegen. 2. nicht gedeihen,
nicht florieren, nicht leistungsfähig sein: der Handel, die
Wirtschaft hat lange daniedergelegen.
dank [dank] <Präp. mit Dativ u. Gen. im Sg. u. meist
mit Gen. im PI.) [aus: Dank sei (ihm usw.)J: auf Grund,
infolge, durch: d. einem Zufall/eines Zufalls wurde die
Tat entdeckt; d. dem eloquenten Zuspruch der Berta von
Suttner CK. Mann, Wendepunkt 57); er gewann das Rennen
d. seiner großen Erfahrungen; d. der Fortschritte der
Medizin (Musil. Mann 1301); d. den Leninschen Prinzipien
(Deutsche Literaturzeitung 12, 1972. Sp. 979); (iron.:) d.
seiner Unpünktlichkeit erreichten wir den Zug nicht mehr;
Dank,der;-[e]s[mhd.,ahd.danc,urspr. = Absicht.
Gedanke, zu tdenken): Gefühl. Ausdruck der Anerkennung u.
des Verpflichtetseins für etw. Gutes, das man empfangen
hat. das einem erwiesen wurde: jmdm. seinen D. abstatten,
aussprechen; jmdm. [für etwas] D. sagen (vgl. auch:
danksagen); jmdm. D. schulden, schuldig sein; kein Wort des
-es sagen; als/zum D. dafür, daß...; mit bestem D. zurück;
etwas mit D. (gern) annehmen; von D. erfüllt sein; jmdm.
zu D. verpflichtet sein: damit wird er keinen D. ernten
(dafür wird man ihm nicht dankbar sein): jetzt weiß ich,
wer mir seinen Schädel in den Bauch gerannt hat! Ist
das der D. für meinen Unterricht in besserer Lebensart?
(iron.; Remarque. Obelisk 332); Dankesformeln: haben
Sie D.!; vielen D.!, besten D.!. herzlichen D.!. (ugs.:)
tausend D.!; * [es] jmdm. D. wissen (geh.; jmdm. für etw. dank-
bar sein: „es": alter Genitiv = dessen): Die Männer ...
werden ihn verleugnen, werden ihm wenig D. wissen
(Feuchtwanger. Erfolg 723).
dqnk-, D$nk- (vgl. auch: Dankes-): -adresse, die:
Dankschreiben mit offiziellem Charakter: eine D. an den
Präsidenten richten; -altar, der: 1. Altar, an dem man aus
Dankbarkeit etw. opfert: eine Kerze am D. entzünden.
2. Altar, der aus Dankbarkeit gestiftet wurde: abrief, der:
Brief, in dem jmd. seinen Dank für etw. ausspricht: -erfüllt
<Adj.; -er, -este; nicht adv.) (geh.): voller Dankbarkeit:
-e Worte; -gebet, das: -gefühl, das; -gesang, der; -gottes-
dienst, der: einen D. abhalten; -lied, das: -opfer, das:
aus Dankbarkeit dargebrachte Gabe: den Göttern D.
[darbringen; -sagen (danksagte, hat dankgesagt,
dankzusagen) (vgl. auch: Dank; geh.. selten): seinen Dank zum
Ausdruck bringen, sich bedanken: sie danksagten Gott,
dazu: -sagung [-za.gool. die; -, -en: /schriftliche! meist
förmliche Äußerung des Dankes, bes. für die Anteilnahme
bei einem Todesfall: gedruckte -en verschicken; -schreiben,
das: Schreiben, in dem jmd. seinen Dank, seine Anerkennung
für etw. ausspricht: die Firma warb mit den D.. die sie
erhalten hatte.
dankbar <Adj.) [mhd. dancbaere, ahd. dancbärl =
Geneigtheit hervorbringend, angenehm, zu t Dank]: 1. vom Gefühl
des Dankes erfüllt, dies erkennen lassend: geneigt u. bereit,
etw. Gutes, das einem zuteil wurde, anzuerkennen u. sich
dafür erkenntlich zu zeigen: ein -es Kind; ein -er Blick;
ein -es (aufnahmebereites, verständiges, beifallfreudiges)
Publikum; etw. d. anerkennen, annehmen; jmdn. d. anblik-
ken; dafür sind wir Ihnen sehr d.; Sie seien mir ewig
d., behauptete sie (Seghers. Transit 201); Wenn ich auf
die letzten Wochen zurückblickte, hatte ich allen Grund,
zufrieden und d. zu sein (Jens, Mann 51); sie sind für
jede Abwechslung d. (freuen sich über jede Abwechslung):
(landsch.:) Dabei müssen wir um jeden Kinderspielplatz
d. sein (MM 7. 7. 70, 10). 2. lohnend, befriedigend: eine
-e Aufgabe, Rolle. 3. (ugs.) haltbar, strapazierfähig: eine
-e Qualität; der Stoff ist sehr d. (trägt sich gut% ist nicht
zu empfindlich): ein -es Herrenhemd (Herrenjournal 3,
1966, 98). 4. (ugs.) (von I Topf!pflanzen) anspruchslos in
der Pflege: diese Pflanze ist sehr d.; <Abl.:> Dankbarkeit,
die; - [mhd. dancbaerkeit]: 1. Gefühl. Ausdruck des Dankes:
dankbare Empfindung. Gesinnung: etwas aus D. tun;
Dankesformel: in/mit [aufrichtiger, tiefer] D. ... 2. (selten) das
Lohnendsein: sie war von der D. dieser neuen Aufgabe
nicht recht überzeugt. 3. (ugs.) Haltbarkeit.
Strapazierfähigkeit. 4. (ugs.) (von Topfpflanzen) Anspruchslosigkeit.
dazu: D^nkbarkeitsgefuhl, das: Gefühl der Dankbarkeit,
das man einem anderen gegenüber empfindet: danke ['danka;
nhd. verkürzt aus ..ich danke"] Höflichkeitsformel: a) zur
Unterstreichung einer höflichen Ablehnung od. Annahme
eines Angebots o. ä.: ja d.!; nein d.!; wollen Sie mitfahren?
D. [nein]!; soll ich Ihnen helfen? D., es geht schon!; d.
3V
483
danken
schön!; d. sehr!; b) als kurze Form der Dankesbezeigung:
d.. das war sehr freundlich von Ihnen; „Wie geht's?" -
..Mir geht's d.!4' (ugs.; danke, ich willikann nicht klagen):
sonst geht's dir [wohl] d.! (ugs.; dir ist wohl nicht mehr
zu helfen, du bist wohl verrückt!): danken [dankn] <sw.
V.; hat) [mhd. danken, ahd. danchön. zu tDank]: l.a)
seinen Dank aussprechen, zeigen: seine Dankbarkeit zum
Ausdruck bringen: jmdm. [für ein Geschenk] vielmals d.;
er dankte kurz und verließ das Zimmer; Goldmund dankte
überschwenglich (Hesse, Narziß 197); du kannst Gott auf
[den] Knien d.. daß du noch lebst; (formelhaft unter einer
Rechnung:) Betrag dankend erhalten; ich möchte ihm
danke schön sagen; na. ich danke (ugs.; davon möchte ich
nichts wissen, das möchte ich nicht): für etwas [bestens]
d. (iron.; etwas zurückweisen): b) seinen Dank für etw.
durch eine Tat ausdrücken, jmdm. etw. lohnen: niemand
wird dir deine Mühe d.; er hat ihm seine Hilfe schlecht
gedankt; er dankte ihnen (iron.; vergalt, erwiderte) ihre
Güte mit Ungehorsam; wie soll ich Ihnen das Jemals d.?
(wie kann ich mich je dafür revanchieren?): c) einen Gruß
erwidern, aufjmds. Gruß antworten: er dankte freundlich;
er hat sie gegrüßt, aber sie hat ihm nicht gedankt;
Münsterer grüßte respektvoll ... und stets ward ihm freundlich
und zeremoniös gedankt (Doderer. Wasserfälle 56). 2.
(geh.) verdanken, zuzuschreiben haben: diesem Arzt dankt
er sein Leben; nur diesem Umstand ist es zu d., daß
wir noch rechtzeitig ankamen; manche interessanten
Informationen dankte ich ihm (Niekisch, Leben 356);
dankenswert <Adj.; -er. -este; nicht adv.>: Dank, Anerkennung
verdienend: nützlich: -e Bemühungen; es ist d.. daß er sich
dafür zur Verfügung stellt; dankenswerterweise <Adv.>:
Dank, Anerkennung verdienend: er hat sich d. dazu bereit
erklärt.
Dankes- (vgl. auch: dank-. Dank-): ^bezeigung, die (meist
PL): Äußerung, Ausdruck des Dankes: ihre
überschwenglichen -en waren ihm peinlich; -Mick, der (geh.): Blick
voller Dankbarkeit: er empfing den D. des Armen; abrief,
der (geh.): svw. tDankbrief; -fonnel, die: formelhafter
Ausdruck, der einen Dank enthält: -pflicht, die (geh.):
Verpflichtung, jmdm. Dank, Anerkennung zu zollen: seiner D.
nachkommen; -schuld, die (geh.): die jmdm. bewußte
Notwendigkeit, Dank, Anerkennung zu zollen: es bot sich ihm
keine Gelegenheit, seine D. abzutragen; -wort, das (meist
Pl.>: Äußerung, Bekundung des Dankes: -e sprechen.
Dankeschön, das; -s [subst. aus danke schön, zu tdanken
(DJ: Äußerung, Wort des Dankes: ein [herzliches] D. sagen;
nicht einmal ein D. hat er bekommen.
dann[dan]<Adv.)[mhd.dan(ne).ahd. dan(n)a]: l.a)darauf,
danach: nachher, hinterher: erst spielten sie zusammen,
d. stritten sie sich; was machen wir d.?; was d.?; was
soll d. werden?; b) dahinter, danach: darauf folgend: an
der Spitze marschierte eine Blaskapelle, d. folgte eine
Trachtengruppe; an die Gärten schließt sich d. Ödland
an; c) rangmäßig danach: er ist der Klassenbeste, d. kommt
sein Bruder und d. sie. 2. unter diesen Umständen, unter
dieser Voraussetzung, in diesem Falle: lehnt die Firma die
Vermittlung ab. d. werden wir klagen; nun. d. ist ja alles
in Ordnung; d. will ich nicht weiter stören; d. bis morgen;
das kann nur d. gelingen, wenn die Vorschriften
eingehalten werden. 3. außerdem, ferner, dazu: es gab vielerlei
Obst und Gemüse auf dem Markt, und d. waren noch
Stände mit Blumen da; und d. kommt noch die
Mehrwertsteuer hinzu; zuletzt fiel d. noch der Strom aus. 4. zu
dem betreffenden /späteren/ Zeitpunkt: noch ein Jahr. d.
ist er mit dem Studium fertig; wenn du [morgen] hier
bist, d. komm doch bei mir vorbei; *bis d. (ugs.;
Grußformel bei der Verabschiedung); d. und d. (zu einem nicht
näher bestimmten Zeitpunkt): er schrieb mir, daß er d.
und d. ankommen würde; von d. bis d. (in einem nicht
näher bezeichneten Zeitraum): d. und wann (gelegentlich,
zuweilen, hin u. wieder): ich sehe ihn d. und wann in
der Diskothek.
dannen [danan] <Adv.> [mhd. danne(n). ahd. dan(n)an]
nur in der Fügung von d. (veraltet; weg, fort, von da weg):
von d. gehen, eilen; er schlich sich heimlich von d.
dfimzumal <Adv.) (Schweiz.): in jenem Augenblick, dann.
Danse macabre [däsma'ka.br], der; - -. -s -s [däsma'ka.bn
frz. danse macabre. aus: danse = Tanz u. macabre =
totenähnlich. T makaber] (bildungsspr.): Totentanz.
Dantes ['dantos]. Tantes [t...] <P1.) [span. tantos, PI. zu:
tanto = Zahl. Menge < lat. tantus = so groß, so viel]
(veraltet): Spielmarken.
dantesk [dan'tcsk] <Adj.; o. Steig.) [ital. dantesco.
tdantisch): die für Dante kennzeichnenden Elemente, Züge sehr
ausgeprägt enthaltend: von der Größe, Großartigkeit Dantes:
die dargestellte Unterweltsszenerie war geradezu d.. hatte
-eZüge. Ausmaße; dantisch [dantij] <AdJ.; o. Steig.) [zu:
Dante Alighieri, dem ital. Dichter (1265-132D1: der Art,
dem Geist Dantes entsprechend, in der Art Dantes: ihm
waren Verse von -er Schönheit gelungen; Dantische
Szenen, groteske Bilder des Grauens und der Qual (Th. Mann.
Zauberberg 626).
Daphne [dafra], die; -. -n [griech. daphne = Lorbeerbaum):
svw. tSeidelbast; Daphnia fdafnia], die; - [nach der
Nymphe Daphne] (Zool.): Gattung der Wasserflöhe: Daphnie
I'dafnia], die; -. -n (Zool.): Vertreter einer Familie bis 6
mm großer Wasserflöhe: die bekannteste Gattung der -n
ist die Daphnia; Daphnin [daf ni.n], das; -s [zu t Daphne]:
Bestandteil einer Seidelbastrinde, der vielfach als Arznei
verwendet wird.
Darabukka [darabuka]. Darbuka [darbu:ka. ...buka]. die;
-. -n [arab. darabukka]: arabische Trommel.
daran [daran, mit bes. Nachdruck: da.ran] <Adv.) [mhd.
däran(e), ahd. där(a) ana]: l.a) an dieser Stelle, an diesem
Ort: an diesem Gegenstand: es klebt, hängt etwas d.; laß
midi mal d. riechen; wo ist das Geschäft mit den schönen
Auslagen, kommen wir noch einmal d. vorbei?; * nahe/dicht
d. sein, etw. Bestimmtes zu hm (fast, beinahe soweit sein,
durch einen Umstand dazu gebracht worden sein, etw.
Bestimmtes zu tun): ich bin nahe d. zu verzweifeln, die Sache
aufzugeben; b) an diese Stelle, an diesen Ort. an diesen
Gegenstand: du darfst dich nicht d. lehnen; das Schild
hing sehr hoch, er mußte dicht d. gehen. 2.a) an dieser
Sache. Angelegenheit o. ä.: kein Wort ist d. wahr; er arbeitet
schon lange d.; d. ist nicht zu rütteln; mir liegt [viel]
d.; Sie werden viel Freude d. haben; b) an diese Sache.
Angelegenheit o.a.: die Geschichte ist ihm peinlich, rühre
lieber nicht d.; er denkt jetzt nicht mehr d.; das ist die
letzte Möglichkeit, er klammert sich d.; c) in dieser Hinsicht,
hinsichtlich dieser Sache, Angelegenheit o. ä.: es wird nach
Bodenschätzen gesucht, denn das Land ist arm d.; wir
haben keinen Bedarf mehr d.; d. wird sich nichts ändern;
d) durch diese Sache, Angelegenheit: auf Grund dieser Sache.
Angelegenheit: ich wäre beinahe d. erstickt; er hatte Krebs
und ist d. gestorben. 3. / unmittelbar] nach diesem Vorgang.
Geschehen o.a. {erfolgend]: es wurde ein Film gezeigt,
und d. anschließend, im Anschluß d. fand eine Diskussion
statt, d. schloß sich eine Diskussion.
darfn-, Dar*n- (vgl. auch: dran-. Dran-): -gäbe, die <o.
PI.) (geh.. selten): Opfer, Einsatz: er hat es erreicht unter
D. seiner gesamten Habe; -geben <st. V.; hat) (geh.):
opfern, einsetzen, hifigeben: er wäre bereit, alles
daranzugeben, wenn sie dadurch gerettet werden könnte; -«ehen
<unr. V.; ist): mit etw. beginnen, etw. in Angriff nehmen:
er ging daran, die Bücher ins Regal einzuordnen; -machen,
sich <sw. V.; hat) (ugs.): mit etwas beginnen, etw. in Angriff
nehmen: sie machten sich daran, ihre Sachen auszupacken;
-setzen <sw. V.; hat): 1. einsetzen, aufbieten, aufs Spiel
setzen: er hat alles, alle seine Kräfte darangesetzt, um
dieses Ziel zu erreichen. 2. <d. + sich) (ugs.) sich an
eine Arbeit o. ä. setzen, sie in Angriff nehmen: es ist noch
viel Post zu erledigen, wenn wir uns daransetzen, werden
wir bis zum Abend fertig damit; -wenden (wandte/wendete
daran, hat darangewandt/darangewendet) (geh.):
aufwenden, einsetzen, aufbieten: er hat viel Mühe. Zeit
darangewandt, dies alles zu bewerkstelligen.
darauf [darapf. mit bes. Nachdruck: 'da:rapfl <Adv.) [mhd.
dar üf, dar üfTe. ahd. dar üfl: l.a) auf dieser Stelle, auf
dieser Unterlage, auf diesem Gegenstand o. ä.: an der Wand
hing ein Regal, d. lagen, standen Bücher; er trug einen
Hut mit einer bunten Feder d.; er hat ein Grundstück
gekauft u. will d. eine Tankstelle bauen; b) auf diese Stelle,
auf diese Unterlage, auf diesen Gegenstand o.a.: sie nahm
einen Hocker und legte die Beine d.; die Farben leuchten,
wenn die Sonne d. scheint; c) in Richtung auf diese Stelle,
diesen Ort: auf dieses Ziel zu: er hat d. geschossen, obwohl
es verboten ist; dort ist das Haus. d. müßt ihr zugehen.
2.a) auf dieser Sache. Angelegenheit o.a.: dies ist die
Grundidee, und d. bauen wir weiter auf; d. fußen alle
Überlegungen; b) auf diese Sache, Angelegenheit o.a.: wir
484
Darlehens-
kamen nur kurz d. zu sprechen; dies ist der Hauptgrund,
ich muß noch einmal d. hinweisen; wie kommst du nur
d.? 3. a) auf diese Sache, Angelegenheit o. ä. als Ziel, Zweck.
Wunsch hin: er sprach von Pünktlichkeit und daß er d.
dringen müsse; er ist ganz versessen d.; also d. willst du
hinaus; das ist unser aller Wunsch, und d. wollen wir
anstoßen; b) auf diese Sache, Angelegenheit o. ä. als Grund,
Voraussetzung hin: es war nur ein kleines Inserat, aber
es meldeten sich viele d.; der Gutschein ist verfallen, d.
bekommen Sie nichts mehr. 4.a) nach diesem Vorgang,
Ereignis o.a., danach, dann: erst ein Blitz, unmittelbar
d. ein Donnerschlag; ein Jahr d. starb er; b) auf jmdn.,
etw. folgend.dahinter.danach: zuerst kamen die maskierten
Kinder, d. folgten einige bunte Wagen. 5. infolgedessen,
daraufhin, deshalb: er hatte gestohlen und war d. von
der Schule verwiesen worden; sie stellte den Antrag und
bekam d. auch den Zuschuß. Vgl. drauf.
darauf-: f drauf-.
darauffolgend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): nächst.... danach
folgend: dieser und der -e Wagen; er erfuhr es erst am
-en Tag; daraufhin [daraufhin, mit bes. Nachdruck: da>
rayfhm] <Adv.>: 1. aus diesem Grund. Anlaß: infolgedessen:
er wurde angezeigt und d. verhaftet; man inserierte, und
es meldeten sich d. viele Bewerber; er hat d. seine Pläne
geändert. 2. im Hinblick darauf, unter diesem Gesichtspunkt,
zu diesem Zweck: etwas d. prüfen, ob es für bestimmte
Zwecke geeignet ist; der Text enthält noch einige Fehler
und muß d. noch einmal gelesen werden.
daraus [da*raps. mit bes. Nachdruck: da:rausj <Adv.) [mhd.
dar Ü3, ahd. dä(r) üal: 1. aus diesem Raum. Behältnis,
Gefäß o.a. /heraus!: sie ging zum Brunnen und schöpfte
d.; das ist mein Glas, wer hat d. getrunken?; sie öffnete
den Koffer und holte ein Kleid d. hervor. 2.a) aus dieser
Sache. Angelegenheit, diesem Vorgang o. ä.: wir alle kennen
diese Geschichte und sollten d. Konsequenzen ziehen; d.
ist zu ersehen, daß Vorsicht am Platze ist; es war seine
Schuld, aber sie hat ihm nie einen Vorwurf d. gemacht;
sie wollen verreisen, aber es wird wohl nichts d.; mach
dir nichts d.! (nimm es nicht ernst!): b) aus diesem Stoff,
aus dieser Materie o.a.: sie kauft den Stoff und näht
sich ein Kleid d.; auch d. wird öl gewonnen; d. (aus
diesem kleinen Laden) ist ein großes Geschäft geworden;
c) aus dieser Quelle, Unterlage, aus diesem Werk: sie nahm
das Buch und las d. vor; d. hat er schon öfter zitiert;
hier ist das Protokoll, d. geht eindeutig hervor, daß ...
Vgl. tdraus.
darben [darbn] <sw. V.; hat) [mhd. darben, ahd. darben]
(geh.): a) Entbehrungen auf sich nehmen, in Not leben:
sie haben zeitlebens [gehungert und] gedarbt; das Volk
darbte; <subst.:> Sein armer... Bruder hatte es nach vieUäh-
rigem Darben dahin gebracht, daß er sich ein kleines
Pferd halten konnte (Jahnn. Geschichten 231); b) Hunger
leiden: zu Essen gab es genug, sie brauchten nicht zu
d.; c) an etw. Mangel haben: Ihr Herz darbt nicht (Bild
und Funk 7. 1967. 35); Kinder, die in ihren Familien
darben ... Als gehöre das Darben schon zum Kindsein,
wohlgemerkt zu einem, bei dem die wirtschaftlichen Sorgen
nicht im Vordergrund stehen (Kaschnitz. Wohin 199).
darbieten <st. V.; hat) [mhd. darbieten, ahd. tharabiatan]
(geh.): l.a) in einer Aufführung, Vorführung zeigen;
auffuhren: Folklore. [Volkstänze d.; alles, was das Ensemble
darbot, hatte Niveau; b) vortragen, zu Gehör bringen: es
wurden Gedichte und Lieder dargeboten. 2. <d. + sich)
a) sich zeigen, sich.darstellen; sichtbar, erkennbar werden:
eine herrliche Aussicht bot sich uns dar; völlig nackt bot
sie sich den Blicken dar; der Inselkranz am Horizont bot
sich in seiner vollen Schönheit dar (Geissler.
Wunschhütlein 81); ein Anblick von unvergeßlicher Widerlichkeit
bot sich dem Knaben dar (Th. Mann. Krull 38); b) sich
anbieten, ergeben; deutlich, offenbar werden: er ergriff die
nächste Gelegenheit, die sich ihm darbot; Münsterer
schwankte immerhin, als jene neue Laufbahn sich ihm
darbot (Doderer. Wasserfälle 113). 3. reichen, anbieten,
geben: den Gästen wurden erfrischende Getränke
dargeboten; Ü er schlug die [ihm] dargebotene Hand (das Angebot
zur Versöhnung) aus; Da lebt sie (= die Fichte) nun,
ungestört den ganzen Tag der Sonne und Jedem Wind
dargeboten (Molo, Frieden 35); Wirsich bot keinen
schönen Anblick dar (R. Walser, Gehülfe 178); <Abl. zu
1 :)D§rbietung.die: -. -en: 1. <o. PI.) (geh.) a) das Aufführen.
Vorführen, Zeigen: er sieht seine Hauptaufgabe in der
D. moderner Stücke; b) das Vortragen: die D. des
Lehrstoffes könnte anschaulicher sein. 2. etw. Aufgeführtes,
Vorgetragenes; Vorführung: artistische, musikalische -en; <Zus.:>
DgrbietunBskunst, die; -: die vollendete D. der Artisten.
darbringen <unr. V.; hat) [mhd. darbringen, ahd. tharabrin-
gan] (geh.): 1. hingeben, schenken, opfern: den Göttern
Opfer d. 2. entgegenbringen, zuteil werden lassen: dem
Jubilar wurden Glückwünsche dargebracht; <Abl.:> Dar-
bringung. die; -. -en.
Darbuka: t Darabukka.
darein [da'rain. mit bes. Nachdruck: da:rajn] <Adv.) [mhd.
dä(r) In. ahd. därta) in] (geh.): 1. in dieses, in diese Sache
hinein: sie nahm das Papier und wickelte das Buch d.;
ein Teig mit vielen d. verarbeiteten Gewürzen; sie aber
soll ihr Haupt d. hüllen (Th. Mann. Joseph 294). 2. in
diese Angelegenheit, Lage, Situation o.a.: eine schwierige
Aufgabe, du mußt dich d. vertiefen; er hat sich wohl
oder übel d. ergeben.
darein- (vgl. drein-): -finden, sich <st. V.; hat) (geh.): sich
mit dieser Sache abfinden; sich auf diese Sache einstellen:
sie muß sich nach dem Tod ihres Mannes erst langsam
d., nun alles allein zu entscheiden; -mengen, sich <sw.
V.; hat): in dieser Sache, Angelegenheit als ein Bestandteil
mit dabeisein: Sie liebte ihren Gatten, aber es mengte
sich ein wachsendes Maß Abscheu darein (Musil. Mann
105); -mischen, sich <sw. V.; hat): sich in diese Sache,
Angelegenheit einmischen, ohne Aufforderung an dieser
Sache teilnehmen: mische dich lieber nicht darein, wenn sie
sich streiten; -reden <sw. V.; hat): sich injmds.
Angelegenheiten, in ein Gespräch einmischen u. jmdm. seine eigene
Meinung aufdrängen: das ist seine Sache, und niemand
hat ihm dareinzureden; du kannst nicht immer d., wenn
sie sich unterhalten; -setzen <sw. V.; hat) (geh.): aufbieten,
einsetzen, mobilisieren: er setzte seinen Ehrgeiz d., als erster
fertig zu sein; andere setzten ihren Stolz darein, auch
noch dem Todfeind gegenüber „objektiv*4 ... zu bleiben
(K. Mann. Wendepunkt 225).
darf [darfl: t dürfen.
Darg, Dark [dark], der; -s. -e [aus dem Niederd.. zusgez.
aus mniederd. darrig. mniederl. darrinck. H. u.l (nord-
westd.): fester Moorgrund, torfartige Schicht (z. B. an der
Nordseeküste).
Dargebot, das; -[eis [zu tdarbieten (3)] (Technik): einer
Betriebsanlage zur Verfügung stehende Menge an Wasser,
Energie o.a.: das D. wichtiger Rohstoffe; in dieser Region
ist der Wasserbedarf größer als das D.
darin [darin; mit bes. Nachdruck: da:nn] <Adv.) [mhd.
dä(r) in. ahd. dar inj: 1. in dieser Sache, in diesem Raum,
diesem Gefäß o.a.: ein Zimmer mit einem Schrank und
einem Bett d.; wie viele Menschen wohnen d.?; er holte
ein Kästchen und entnahm ihm einige der d. enthaltenen
Briefe. 2. in dieser Sache, in dieser Beziehung; hinsichtlich
dieser /Tat/sache, Angelegenheit: sie bewunderte seine
Schlagfertigkeit, d. war er ihr überlegen; d. stimme ich
völlig mit Ihnen überein; d. liegt ein Widerspruch. Vgl.
drin.
darinnen [dannan, mit bes. Nachdruck: 'daTinan] (Adv.)
[mhd. darinnen] (geh.): svw. tdarin (1): er sah das Haus
vor sich und dachte an die Menschen, die d. lebten.
Dark: TDarg.
Dark horse l'da:k 'hos), das; - -. - -s ['hasiz; engl, dark
horse = dunkles Pferd] (Pferdesport): noch nicht bekanntes
Rennpferd.
darlegen <sw. V.; hat) [mhd. dar legen = (offen)
irgendwohin legen]: ausführlich erläutern, erklären; in aller
Deutlichkeitausführen: etw. schriftlich d.; den Sachverhalt
überzeugend d.; sie hat ihm ihre Gründe dargelegt; er versuchte
vor der Kommission darzulegen, wie sich alles zugetragen
hatte; <Abl.:> Darlegung, die; -. -en [mhd. darlegunge]:
1. das Darlegen, Erklären, Ausführen: er unterbrach sie
öfter bei der D. des Sachverhalts. 2. das Dargelegte;
vorgebrachte Erklärung, Ausführung: ihre eingehenden -en
wurden zur Kenntnis genommen.
Darlehen, (seltener:) Darlehn ['da:;le:(d)n], das; -s. - [aus
dar (tda) u. t Lehen]: bestimmtes Kapital (meist in Form
von Geld), das jmdm. für eine bestimmte Zeit zur Nutzung
überlassen wird: ein D. aufnehmen; jmdm. ein [zinsloses]
D. gewähren.
Darlehens-, Darlehns-: ^bedingung. die; -geber, der
485
Darlehn
(Bankw.): Geldinstitut od. Privatperson, diejmdm. ein
Darlehen gewä/irt; -geschäft, das:... daß ein bedeutender Teil
der Kassen ... mit seinem langfristigen Darlehensgeschäft
an die Grenze des zulässigen Ausleihvolumens gestoßen
ist (Welt 20. 8. 65, 11); -kasse, die: Geldinstitut, das
Darlehen gewährt; -vnehmer, der (Bankw.): jmd.% der bei einem
Geldinstitut od. einer Privatperson ein Darlehen aufnimmt;
^stimme, die; ^vertrag, der: Vertrag, der über ein Darlehen
abgeschlossen wird; Die Zinsen können dann nicht
angehoben werden, wenn im Darlehnsvertrag die Zinserhöhung
ausgeschlossen ist (Mieterzeitung 12. 1975, 2); -ztns, der:
1. <o. Pl.> Zinssatz für ein Darlehen; der Guthabenzins
2,5 Prozent und der D. 4,5 Prozent (DM 5, 1966. 12).
2. <PI.> Zinserträge. Zinsen als Vergütung für ein gewährtes
Darlehen.
Darlehn: t Darlehen.
Darlehns-: t Darlehens-.
d&rleihen <st. V.; hat) (geh.): als Darlehen geben; europäische
Kapitalisten hatten den Pflanzern Vorschüsse und
Hypotheken dargeliehen (Jacob, Kaffee 248).
Darling ['da:glii). 'da:hnl. der: -s. -s [engl, darling]: Liebling
(meist als leicht scherzh. Anrede).
Darm [darm], der; -[eis. Därme [dermo: mhd. darm. ahd.
dar(a)m]: 1. der Verdauung dienendes, schlauchförmiges
Körperorgan bei Mensch u. Tier; Rhabarber schlägt auf
den D. (wirkt sich so aus, doli man abführen muß. doli
man Durch/all bekommt); jede Aufregung schlägt bei ihm
auf den D. (verursacht Darmbeschwerden, ruft Durchfall
hervor); * einen kurzen D. haben (scherzh.; etwas, was man
gerade gelesen (gier gehört und noch nicht richtig geistig
verarbeitet hat. weiterer zählen); sich (Dativ) in den D.
stechen (salopp scherzh.; eine Blähung abgehen lassen). 2.
bearbeiteter, vorwiegend bei der Wurstherstellung
verwendeter Darm (I) von Schlachttieren; die Violinsaiten sind aus
D.; Wurst im [künstlichen] D.
D^rm-: -abschnitt, der; -ausgang. der: letzter Abschnitt
des Mastdarms; ^bad, das (Med.): während eines Bades
mit einer entsprechenden Vorrichtung votn After her
wiederholt durchgeführte Spülung des Dickdarms; ^bakterie, die
(meist Pl.>: zur Darmflora gehörende* im Darm (1) lebende
Bakterie; -bein, das (Anat.): meist groliflächiger, vor allem
dem Ansatz der Muskulatur der hinteren Gliedmaßen
dienender Knochen des Beckengürtels bei Wirbeltieren; -bereich,
der <o. PI.); -bhitung, die (Med.): Blutung in das
Darminnere (z.B. aus Darmgeschwüren) od. nach außen (z.B. bei
Hämorrhoiden); -bruch, der (Med.): Durchbruch (Riß od.
Loch) durch die Darmwand mit Austritt von Darmin/talt
in die Bauchhöhle; Mhirdibruch, der: svw. t ^bruch; ^ein-
gang, der: an den Magenausgang anschließender erster
Abschnitt des Dünndarms; ^einbuif, der: svw. t Einlauf (2);
-entleenmg, die: -Entzündung, die: entzündliche
Erkrankung des Darms, bes. des Dünndarms; ~erkrankung, die;
-fisteh die (Med.): angeborene od. krankhaft entstandene
bzw. operativ angelegte röhrenförmige Verbindung zwischen
einem Darmteil u. der Körperoberfläche od. einem
Hohlorgan; ^flora, die (Med.): Gesamtheit der im Darm (I) von
Menschen u. Tieren lebenden Bakterien u. Pilze; HZesdiwiir,
das: Geschwür im Bereich des Darmes (1), meist als Folge
entzündlicher Darmerkrankungen; -Infektion, die; ^Inhalt,
der; -kanal, der: svw. t^trakt; -katarrh, der: (mit einer
Darmentzündung verbundene) Diarrhö; -kolik. die;
-krankheit, die: -krebs, der; -lähmung, die: das Fehlen
der Muskelarbeit der Darmschlingen; -parasit. der: im
Darm (1) von Mensch u. Tier schmarotzender Parasit;
^Perforation, die: vgl. T^bruch; -resektion, die: operative
Entfernung von Teilen des Darms (1); ~riB, der: vgl. t^bruch;
Mrohn das (Med.): Gwnmischlauch, der. durch den After
eingeführt, dazu dient. Gase abzuleiten od. Darmspülungen
vorzunehmen; ^saft. der (Med.): von der Darmschleimhaut
abgesonderte, vorwiegend der Verdauung dienende
Flüssigkeit; ^salte, die: aus Darm (2) hergestellte Saite für Zupf-
u. Streichinstrumente. Tennisschläger u.a.; ^schleim, der
(veraltet): svw. t^saft, dazu: -Schleimer, der: jmd., der
Darmsaiten herstellt (veraltete Berufsbez.): Zu den
abgelehnten Berufen gehören ... der D.. der Papiersackmaschi-
nenführer (FAZ 8. 11. 61. 5). ^Khleknerei, die; -. -en
(veraltet): Darmsaitenfabrik; -scMefanhaut, die:
Schleimhaut, innere Wandschicht des Darms (1). deren Oberfläche
durch Falten u. Darmzotten meist sehr vergrößert ist;
-schlinge, die: in einer Windung verlaufendes Stück des
Darms (1); -Spülung, die (Med.): der Entleerung od.
Reinigung der unteren Darmabschnitte dienende Spülung des
Darmes durch Einbringen von Flüssigkeit durch den After;
-stein, der: svw. t Enterolith; ^Störung, die: Störung einer
od. mehrerer Funktionen des Darms (1); -tätigkeit. die
<o. PL): durch den Darm (1) von vorn nach hinten
verlaufende, wellenförmige Muskelkontraktionen, die den Darminhalt
befördern; -tragheit, die: zu Verstopfung führende
mangelhafte Darmtätigkeit; Obstipation; -trakt, der: Strang des
Darms (1) in seiner Gesamtlänge; ^tuberkulöse, die (Med.):
Tuberkulose der Lymphknoten im Darmbereich; ^verschlin-
gung, die: gefährliche krankhafte Erscheinung im
Darmbereich, bei der sich eine Darmschlinge um ihre Achse dreht;
-Verschluß, der (Med.): durch verschiedene Ursachen (z. B.
durch Darmverschlingung) hervorgerufener Verschluß in
einem Darmabschnitt, der eine lebensgefährliche
Abschnürung. Verstopfung. Darmlähmung o.a. zur Folge hat; -wand,
die: aus mehreren Haut- u. Muskelschichten aufgebautes
Gewebe, aus dem der Darm (1) besteht; -wind, der: aus
dem After entweichende Blähung; Flatus; einen D.
entweichen lassen; -zotte, die <meist Pl.>: kleine kegel- oder
fingerförmige Ausstülpung der Schleimfiaut des Düntuiarms
bei Wirbeltieren.
darnach: t danach; Darnachachtung: t Danachachtung.
dameben: f daneben.
darnieder-: T danieder-.
darob [da'rap, mit bes. Nachdruck: 'da:n>p| <Adv.> [mhd.
dar obe. ahd. dar oba] (veraltet, noch altertümelnd od.
scherzh.): aus diesem Grund, deswegen: man hatte ihn
ausgelacht, und er ward, erbost; er wunderte sich d. (darüber).
daß ...; Die Angestellten demolieren die Stätte ihres
nutzlosen Wirkens ... und werden d. von der Polizei abgeführt
(Hörzu44, 1973.89).
Darr- [dar-): -dichte, die: Dichte des Holzes in absolut
trockenem Zustand; -gewicht, das: Gewicht des Holzes
in absolut trockenem Zustand; Mnalz, das: bei niedrigen
Temperaturen auf der Darre getrocknetes Malz für die
Branntweingewinnung; -ofen, der: Trockenofen für Malz.
Hopfen, Getreide o. ä.; -sucht, die (veraltet): auf Mangel-
od. Unterernäfirung beruhende chronische
Ernährungsstörung bei jungen Tieren, bes. Fohlen.
Darre [daraj. die; -, -n [mhd. darre, ahd. darral: l.a)
Vorrichtung. Anlage zum Trocknen (xf. leichten Rösten von
Malz. Getreide. Obst. Gemüse. Hanf. Torf u.a.: das Trok-
kengut in die D. bringen, in der D. ausbreiten; b) das
Darren: das Trockengut muß während der D. gewendet
werden. 2. (veraltet) svw. tDarrsucht (2).
darreichen <sw. V.; hat) (geh.): a) anbietemihinhalten,
hinreichen: Selbstverständlich sollen die Speisen ... dem Auge
wohlgefällig dargereicht werden (Hörn, Gäste 69); Der
Angeklagte nimmt einen Schluck des dargereichten
frischen Wassers (Noack, Prozesse 19); Ü er wies die
dargereichte Hand (Angebot zur Versöhnung) zurück; b) als
Geschenk geben, überreichen: den Gästen wurden zum
Abschied Gaben dargereicht; <Abl.:> Darreichung, die; -. -en
(geh.).
darren [daran) <sw. V.; hat) [mhd. darren, ahd. darran;
zu tDarre (DJ: in einer Darre da) trocknen od. leicht
rösten; Malz. Hopfen, Hanf d.; <Abl.:> Dgrning, die; -.
-en: der Ermittlung des Feuchtigkeitsgehalts u. des
Darrgewichts dienende Trocknung organischer Stoffe, bes. von
Holz.
darstellbar [da^Itelba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
darstellen (1, 2, 3, 7) lassend: graphisch gut -e wirtschaA-
liche Entwicklungen; diese Rolle ist für einen jungen
Schauspieler kaum d.; (Chemie:) ein leicht -er StofT; darstellen
<sw. V.; hat): 1. in einem Bild, einer Nachbildung o.a.
wiedergeben, als Abbild gestalten; abbilden: etw. graphisch
<±; alles Entsetzen war höchst naturalistisch dargestellt
(Koeppen, New York 60); der Künstler hat ihn als Clown
dargestellt; die Städte sind auf der Karte als rote Punkte
dargestellt (eingezeichnet, wiedergegeben); kannst du mir
sagen, wen/was dieses Bild darstellt (zeigt, wiedergibt)?;
Ölbild, das ein junges Mädchen darstellte (Ott, Haie 247);
die darstellende Geometrie (Geometrie, die sich mit den
Abbildungen des dreidimensionalen Raumes in einer Ebene
befaßt). 2. in einer Bühnenrolle verkörpern; (eine bestimmte
Rolle) auf der Bühne gestalten, spielen: den Othello d.;
weil ... der Kampf von Individuen gegen eine anonyme
Macht nur schwer auf der Bühne darzustellen ist (Jens.
486
darüber-
Mann 103); ein darstellender Künstler (Schauspieler.
Tänzer); die darstellende Kunst (Schauspiel- u. Tanzkunst);
* etwas/nichts d. (gut/schlecht wirken; großen/keinen
Eindruck machen): in seinem schäbigen Anzug stellt er nichts
dar; du mußt das Geschenk hübsch verpacken, damit es
auch etwas darstellt. 3. in Worten deutlich machen, ein
Bild von etw. entwerfen; beschreiben, schildern: Argumente
klar, überzeugend d.; den Hergang des Geschehens
ausführlich d.; er hat die Sache so dargestellt, als sei er
unschuldig; Unter den Namen Ankaufswucher und Monopol
werden Industrie und Handel als Verbrechen dargestellt
(Sieburg. Robespierre 125); Aber er hatte sich doch keineswegs
als Frauenhelden dargestellt (Sebastian. Krankenhaus 62).
4. die Bedeutung, den Wert, das Gewicht o. ä. einer Sache
haben, gleichzusetzen sein mit; sein, bedeuten: dieser Sieg
stellt den Höhepunkt in seiner Laufbahn dar; ... würde
dieser Einwohnereine Steuerquelle von zwei Millionen ...
d. (Th. Mann. Hoheit 134); Die Errichtung einer ...
Verfassung stellt ein Zentralproblem ... dar (Fraenkel. Staat
253); die zusätzliche Arbeit stellt eine große Belastung für
sie dar; Da Währungs-, Konjunktur- und
Beschäftigungspolitik eine Einheit darstellen (Fraenkel. Staat 363); Über
der Tür ... hing ein Etwas .... es stellte einen
ausgestopften Auerhahn dar (Schnurre. Bart 43); Thibaut stellt den
reinsten Gegensatz dar zu ... Laurence (Werfel. Berna-
dette 322). 5. <d. + sich) a) sich als etw. Bestimmtes zeigen,
erweisen, in bestimmter Weise, Eigenart erscheinen: die
Sache stellt sich schwieriger dar als erwartet; die
Geschichte ... stellt sich ... folgendermaßen dar (Brobrowski.
Mühle 29); Nach dem Bericht stellte sich die Sache
ungefähr so dar (Gaiser, Jagd 96); er hat sich als
hervorragender Kenner der Geschichte dargestellt; Ferner
stellen sich jene ... Unlustgefühle wissenschaftlich als De-
pressionszustände ... dar (Th. Mann. Krull 124); b) sich
durch entsprechendes Auftreten bemühen, anderen gegenüber
die eigene Persönlichkeit als bedeutsam o. ä. herauszustellen:
er hat den deutlichen Hang, sich darzustellen;
Repräsentieren, für viele stehen, indem man sich darstellt, der erhöhte
und zuchtvolle Ausdruck einer Menge sein (Th. Mann.
Hoheit 60). 6. (geh.) etw., sich jmdm., einer Sache zeigen,
zum Anblick o. ä. darbieten: daß er es süß und hoffnungsvoll
gefunden hatte, dem Monde ... seine junge Nacktheit
darzustellen (Th. Mann, Joseph 79); er ... verneigte sich,
stellte sich eine Weile der Begeisterung dar und grüßte
dankend (Th. Mann, Hoheit 110); doch weil sich beide
Leute den Ärzten nicht vorher dargestellt hatten (Langgäs-
ser. Siegel 157); Scherze ... über die einzelnen
Aufgerufenen, die sich fast ganz entkleidet den Blicken d. mußten
(Th. Mann. Krull 108). 7. (Chemie) gewinnen, herstellen:
einen StofT auf synthetischem Weg d.; er versuchte, das
Vitamin rein darzustellen; <Abl. zu 2:> Darsteller, der;
-s, -\jmd.,der auf der Bühne eine bestimmte Rolle verkörpert.
Schauspieler: der D. des Hamlet wurde besonders gelobt;
Darstellerin, die; -. -nen: w. Form zu t Darsteller;
darstellerisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>: die Schauspielkunst,
die Verkörperung einer Rolle betreffend; schauspielerisch:
ihre -en Fähigkeiten wurden besonders hervorgehoben;
die Aufführung ließ d. einiges zu wünschen übrig;
Darstellung, die; -. -en: l.a) das Darstellen (1), Wiedergabe in
einem Bild, einer Nachbildung o.a.: die naturgetreue D.
des Wassers auf diesem Gemälde ist verblüffend; etw.
zur D. bringen (darstellen); *zur D. kommen/gelangen
(dargestellt werden); b) etw. in einem Bild, einer
Nachbildung o.a. Dargestelltes. Wiedergegebenes: eine graphische,
schematische D.; die Mappe enthielt nur -en der
Landschaft seiner Heimat. 2. Gestaltung einer Rolle auf der
Bühne. Verkörperung einer Bühnenfigur: seine D. des
Mephisto war eindrucksvoller als die seines berühmten
Kollegen. 3. a) das Beschreiben, Schildern einer Sache, das
Darstellen (3) in beschreibenden, schildernden Worten: eine
erschöpfende D.; er unterbrach sie einige Male während
ihrer D. des Vorgangs; er fuhr in seiner wortreichen D.
fort; Der Leser möge ... nicht enttäuscht sein, wenn dies
Büchlein keine erschöpfende D. der Stadt enthält, sondern
nur Stadien des Erlebens (Sieburg, Paris 3); b) etw. mündlich
od. schriftlich in beschreibenden, schildernden Worten
Dargestelltes, Wiedergegebenes: geschichtliche -en; dieser
wissenschaftlichen D. liegen viele Versuche zugrunde. 4.
(Chemie) Gewinnung, Herstellung: ihm war zum ersten Mal
die D. dieses Stoffes auf synthetischem Weg gelungen.
Darstellung^: ^form, die: Gestaltungsform, in der etw.
; künstlerisch I dargestellt, wiedergegeben wird: als Maler,
Dichter. Schauspieler nach neuen -en suchen; -gäbe, die:
Fähigkeit. Gabe, etwas /künstlerisch! darzustellen,
wiederzugeben; -kraft, die: es scheint, als wäre die D. des
Künstlers in den letzten Jahren erlahmt; -kunst, die: künstlerische
Fähigkeit, etw. darzustellen, zu gestalten; -mittel, das:
Mittel (z.B. Fähigkeit. Möglichkeit. Methode, auch Material
o.a.), mit dessen Hilfe etw. /künstlerisch! dargestellt,
gestaltet, wiedergegeben wird od. werden kann: für diese
schwierige Rolle reichen seine D. noch nicht aus; die hellen,
leuchtenden Farben sind das wichtigste D. dieses Malers;
-möglidikeit, die: schon von ihrem Aussehen her sind
die -en dieser Schauspielerin begrenzt; -objekt, das: etw.,
was als Vorlage, Thetna o. ä. einer künstlerischen Arbeit
dient: Tiere gehörten immer zu den bevorzugten -en dieses
Bildhauers; -stil, der: der D. der Diva hat sich in den
letzten zwanzig Jahren kaum gewandelt; -weise, die: Art
u. Weise, in der etw. (künstlerisch] dargestellt, gestaltet,
wiedergegeben wird.
darstrecken <sw. V.; hat) (veraltet): anbietend hinhalten,
hinstrecken, darreichen.
dartun <unr. V.; hat) (geh.): a) deutlich zum Ausdruck
bringen, erklärend ausführen: seine Gründe d.; er hat zur
Genüge dargetan, wie es zu dieser Auseinandersetzung
gekommen ist; Der Herr Bundesfinanzminister hat gestern hier
dargetan, daß ... (Bundestag 189.1968.10204); b) erkennen
lassen, deutlich tnachen: sein Verhalten tut dar. daß er
nichts begriffen hat; Das halbe Jahrhundert ... hat zur
Genüge dargetan, wie berechtigt diese Kritik und Warnung
gewesen sind (Fraenkel, Staat 11).
darüber [da'ry:bB. mit bes. Nachdruck: da:ry:bB) <Adv.)
[mhd. dar über, ahd. där(a) ubere, där(a) ubirij: 1. (Ggs.:
darunter 1) a) über dieser Stelle, diesem Ort, über diesem
Gegenstand: an der Wand stand ein Sofa. d. hing ein
Spiegel; wir wohnen im 2. Stock und er d. (ein Stockwerk
höher); sie trug ein Seidenkleid und d. einen leichten
Mantel; b) über diese Stelle, diesen Ort. über diesen Gegenstand:
sie packte Wäsche in den Koffer, d. legte sie die Anzüge;
c) über diese Stelle, diesen Ort, über diesen Gegenstand
hinaus: die Mauer war zu hoch, man konnte nicht d.
sehen; *d. hinaus (außerdem, überdies); d. hinaussein (ein
bestimmtes Stadium, eine Enttäuschung o.a. überwunden
haben): dieses Problem macht ihm nicht mehr zu schaffen,
d. ist er längst hinaus. 2. a) über dieser Sache, Angelegenheit
o.a.: es war eine schwierige Aufgabe, er hat lange d.
gebrütet; b) über diese Sache, Angelegenheit; was diese
Sache, Angelegenheit o.a. betrifft: d. müssen wir noch
sprechen; er war sehr ungehalten d.; d. kann kein Zweifel
bestehen; du brauchst dir keine Sorgen d. zu machen;
das täuscht nicht d. hinweg, daß ...; d. wollen wir noch
einmal hinwegsehen; es war eine Beleidigung, aber sie
war. zeigte sich d. erhaben. 3. über dieses Maß, diese
Grenze o.a. hinaus (Ggs.: darunter 3): das Alter liegt bei
dreißig Jahren und d.; der Preis beträgt fünfzig Mark
oder etwas d.; es ist schon zehn Minuten d. (später).
4. a) während dieser Zeit, währenddessen, dabei: die Sitzung
hatte lange gedauert, es war d. Abend geworden; sie hatte
eine Handarbeit gemacht und war d. eingeschlafen; b)
dabei u. aus diesem Grund: die Kinder waren so eifrig
bei ihrem Spiel, daß sie d. vergaßen, rechtzeitig nach Hause
zu gehen. Vgl. drüber.
darüber- (vgl. drüber-): -breiten <sw. V.; hat): über jmdn..
etw. als Decke o. ä. ausbreiten: ich ... breite das...
Moskitonetz darüber (Grzimek. Serengeti 331); -fahren <st. V.;
hat/ist): über diese Sache, diesen Gegenstand streichen: da
noch etwas Staub auf dem Tisch lag. fuhr sie rasch mit
der Hand, mit einem Tuch darüber; -liegen <st. V.; hat):
über diesem Maß, Niveau, dieser Grenze o. ä. liegen; diese
Sache wert-, zahlenmäßig o.a. übertreffen: dieser
Kostenvoranschlag ist annehmbar, die Konkurrenz liegt mit
ihrem Angebot weit darüber; -machen, sich <sw. V.; hat)
(ugs.): diese Sache in Angriff nehmen, damit beginnen: er
hat die Arbeit längere Zeit liegen lassen, aber jetzt will
er sich d.; das Essen stand kaum auf dem Tisch, da machten
sie sich schon darüber (griffen sie tüchtig zu); -schreiben
<st. V.; hat): über diesen Text, diesen Abschnitt o. ä.
schreiben: er strich die Zeile durch und schrieb einen anderen
Satz darüber; -stehen <unr. V.; hat): dieser Person od.
Sache überlegen sein, darüber erhaben sein: diese kleinlichen
487
darum
Vorwürfe stören ihn nicht, er vermag darüberzustehen;
-steigen <st. V.; ist): I. über jmdn., etw. steigen: auf dem
Gang lagen tote Soldaten, und sie mußten d. 2. (ugs.
verhüll.) mit einer Frau geschlechtlich verkehren: über seine
Nachbarin war er auch schon mal darübergestiegen.
darum [da'rom. mit bes. Nachdruck: da:rom] <Adv.) [mhd.
dä(r) umbe. ahd. dar umbi): 1. um diese Stelle, diesen
Ort, um diesen Gegenstand herum: sie stellte den Strauß
in die Mitte und baute d. die Geschenke auf; ein Häuschen
mit einem Garten d. [herum). 2. um diese Sache.
Angelegenheit o. ä.; hinsichtlich dieser Sache. Angelegenlieit o. ä.: die
Geschichte ist noch nicht bereinigt, obwohl er sich d.
bemüht hat; sie wird nicht d. herumkommen, es zu tun;
d. ist es mir nicht zu tun (das ist es nicht, worauf es
mir ankommt, das bedeutet mir nichts): es geht mir d.
(ich habe vor, beabsichtige), eine Einigung zu erzielen.
3. ['da:rom] aus diesem Grunde, deswegen, deshalb: das
Auto hatte einige Mängel, d. hat er es nicht gekauft;
ach. d. ist er so schlecht gelaunt!: der Text ist groß gedruckt
und d. gut lesbar; er hat es nur d. getan, weil ...: er
ist zwar klein, aber d. (trotzdem) nicht schwach; (ugs.
als nichtssagende Antwort [eines Kindes] aus Trotz.
Verärgerung o. ä.:) warum tust du das? - d.!
darym-: -binden <st. V.; hat): um diese Sache, diesen
Gegenstand, um diese Stelle binden: das Geschenk ist verpackt,
ich werde noch eine Schleife d.; -kommen <st. V.; ist):
um diese Sache gebracht werden, ihrer verlustig gehen, sie
verpassen: es war eigentlich sein Erbteil, aber durch diese
Intrigen ist er darumgekommen: auf diese Weise sind wir
darumgekommen, eine schöne Reise zu machen; -lesen
<sw. V.; hat): um diese Sache, diesen Gegenstand, um diese
Stelle legen: wir müssen einen Verband d.(um die verletzte
Stelle); -stehen <unr. V.; hat): um diese Sache, diesen
Gegenstand, um diese Stelle herum stehen: er sah von weitem
die Unglücksstelle und die Menge, die darumstand.
darunter [da'runtB, mit bes. Nachdruck: da:runtB] <Adv.)
[mhd. dar under. ahd. dar underej: 1. (Ggs.: darüber 1)
a) unter dieser Stelle, diesem Ort. unter diesem Gegenstatid:
wir wohnen im 2. Stock und er d. (ein Stockwerk tiefer):
sie trug nur einen Morgenmantel und nichts d.; b) unter
diese Stelle, diesen Ort. unter diesen Gegenstand: sie hoben
die Platte an und stellten die Klötze d. auf. 2.a) unter
dieser Sache. Angelegenheit o. ä.: was hat man d. zu
verstehen?; es war ein großer Verlust für sie. sie hat sehr d.
gelitten; b) (selten) unter diese Sache: das ist kein gutes
Motto, d. können wir die Tagung nicht stellen. 3. unter
diesem Maß. dieser Grenze o.a. (Ggs.: darüber 3): die
Temperatur soll dreißig Grad betragen oder etwas d.;
der Zaun ist höchstens zwei Meter hoch, eher etwas d.;
d. (billiger) kann ich die Vase nicht verkaufen; d. tut
er es nicht (ugs.; mit weniger gibt er sich nicht zufrieden).
4.a) unterIin dieser Menge, dazwischen: sie kaufte Äpfel
und merkte zu spät, daß einige angefaulte d. waren; in
vielen Ländern, d. der Schweiz/(seltener:) d. die Schweiz,
ist diese Entwicklung zu beobachten; b) unter diese Menge,
in diese Gruppe, Kategorie: es wurden mehrere Bilder
ausgezeichnet, d. gehörten auch einige von bisher unbekannten
Malern.
darunter-: -bleiben <st. V.; ist): unter diesem Maß. Niveau,
dieser Grenze o. ä. bleiben: der Kostenvoranschlag wurde
nicht überschritten, die tatsächlichen Kosten blieben sogar
darunter; -fallen <st. V.; ist): zu dieser Gruppe. Kategorie
o. ä. gehören, gerechnet werden: von dieser Sache.
Bestimmung o. ä. betraffen werden: die Männer dieser Jahrgänge
wurden eingezogen, aber er fiel zum Glück nicht darunter;
die Vorschriften wurden geändert, diese Angelegenheit fällt
jetzt nicht mehr darunter; -gehen <unr. V.; ist): 1. (ugs.)
unter diese Sache, diesen Gegenstand o.a. passen: der
Schirm ist groß genug, wir gehen beide darunter. 2. unter
dieses Maß, Niveau, diesen Wert o. ä. gehen, diese Grenze
unterschreiten: dieser Preis ist schon sehr niedrig, wir
können unmöglich noch d.; -heben <st. V.; hat) (Kochk.):
vgl. ^ziehen (2): zuletzt hebt man den Eischnee darunter
(Hörn. Gäste 176); -liegen <st. V.; hat): unter diesem
Maß. Wert, Niveau, dieser Grenze o. ä. liegen, sein: diese
Klasse ist gut. die Parallelklasse liegt mit ihren Leistungen/
die Leistungen der Parallelklasse liegen darunter; -mischen
<sw. V.; hat): 1. unter diese Masse, diesen Stoff o. ü. mischen,
mengen: der Teig ist noch nicht fertig, du mußt noch
etwas Mehl d. 2. <d. + sich) sich unter diese Gruppe,
Menge o. ä. mischen, begeben: die Menschenmenge wuchs,
unauffällig hatten sich Kriminalbeamte daruntergemischt;
-schreiben <st. V.; hat): unter diesen Text, diesen Abschnitt
o. ä. schreiben: er las die Aufgabe durch und schrieb die
Note darunter; -setzen <sw. V.; hat): (seinen Namenszug
o.a.) unter dieses Schriftstück o.a. setzen, schreiben: er
las das Protokoll durch und setzte seine Unterschrift
darunter; -ziehen <unr. V.; hat): 1. unter dieses Kleidungsstück
ziehen, etw. anziehen, was man dann unter einem anderen
Kleidungsstück trägt: die Jacke ist nicht warm genug, du
mußt einen Pullover d. 2. (Kochk.) vorsichtig unter diese
Masse, diesen Teig metigen: wenn der Teig angerührt ist.
wird der Eischnee mit einem Schneebesen
daruntergezogen; restliches Wasser mit Mehl verquirlen ... Kräuter
und Sahne d.. kurz aufkochen (Hörzu 36. 1975. 82).
Darwinismus [darvi'nismus]. der; -: von dem engl.
Naturforscher Darwin (1809-1882) begründete Lehre von der
stammesgeschichtlichen Entwicklung der Lebewesen durch
Auslese: ein katholischer Priester begibt sich ... auf das Gebiet
des D. und seiner Evolutionstheorie (Natur 18); Gegen
den D. haben die christlichen Konfessionen erbittert
gekämpft (Gehlen. Zeitalter 28); Darwinist [darvi'nist]. der;
en. -en: Anhänger Darwins, des Darwinismus: darwinjstisdi
<Adj.; o. Steig.): den Darwinismus betreffend, auf ihm
beruhend, für ihn charakteristisch, in der Art des Darwinismus.
das: tder.
dasein <unr. V.; ist; Zusschr. nur im Inf. u. Part.): 1.
vorhanden, verfügbar sein: sieh mal nach, es muß noch Brot
d.; Dienerschaft ... Einer ist nur dafür da. ihm die
Visitenkarten voranzutragen (Th. Mann. Krull 278); Konferenzen
sind nur dazu da (gibt es nur. um), festzustellen, wie
weit jeder ... derartige Gewichtsverschiebungen ...
respektiert (DönhofT. Ära 182). 2. a) leben, am Leben sein,
existieren: von den alten Leuten, die er gekannt hatte, waren
nicht mehr viele da; sicherlich würde er in dieser Wohnung
weiterleben, anders, aber d. (A. Zweig. Grischa 403); sie
war nur noch Tür ihn da; b) (ugs.) wach, bei Bewußtsein
sein: langsam wachte er auf. aber er war noch nicht ganz
da; „Inzwischen ist Heinz geistig wieder voll da." Statt
der... befürchteten Gedächtnislücken kann sich das
komische Genie von einst ... wieder an weit zurückliegende
... Episoden erinnern (Hörzu 6. 1974. 14). 3. anwesend,
zugegen sein: es ist niemand da; ich bin gleich wieder
da (komme gleich zurück). 4. eintreten, sich ereignen,
geschehen: endlich war der Augenblick da. auf den er gewartet
hatte; ein solcher Fall ist noch nie dagewesen; mit dieser
Leistung überbot er alles bisher Dagewesene; <subst.:)
Dasein, das; -s. -e: 1. <o. PI.) das Vorhandensein. Bestehen,
Existieren: das D. Gottes; bei dem Fest traf er Verwandte,
von deren D. er bis dahin nichts gewußt hatte. 2- <PI.
ungebräuchl.) das menschliche Leben, bes. im Hinblick
auf seine Voraussetzungen u. Bedingungen: menschliche
Existenz: sich das D. erleichtern; ein trauriges,
menschenwürdiges D. (Uhren; der tägliche Kampf ums D.; ein Urwald
aus ^en (Benn. Stimme 33); *9eln D. fristen (kümmerlich
leben). 3. <o. PI.) das Anwesendsein, Zugegensein: sein
bloßes D. beruhigte sie.
dasein»-. Daseins-: -angst, die: svw. f Existenzangst; -bedin-
gune. die: svw. t Existenzbedingung; -berechtigung, die:
Nutzen, sinnvolles Vorhandensein (als etw.]: etw. findet
darin/dadurch seine D.; einer Sache die D. absprechen;
diese Institution hat nach wie vor ihre D.; Nun ist es
zweifellos viel einfacher, die Anzahl der in Frankreich
hergestellten Typen von T-Eisen ... herabzusetzen, als die
Conciergen abzuschaffen, obgleich es nichts gibt, über
dessen tiefe Sinnlosigkeit alle Welt sich so einig ist wie
die Hausmeister ... Sie haben allerdings die tiefste D..
die es in diesem Lande überhaupt gibt (Sieburg. Paris
43); D. und Nutzen des aufwendigsten ... Waflensystems
(Spiegel 48.1965,113); -bewältigung.die haben die
Künstler niemanden, der ihnen den ... berufsfremden Teil der
D. abnimmt (Zeit 7. 2. 75. 17); -erhaltend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): am Leben erhaltend, die Existenz erhaltend:
dieses Medikament ist für sie geradezu d.; Erhaltung,
die; -form» die: Art u. Weise der Gestaltung des Lebens,
der Existenz: Lebensform: Wer den Zauber dieser D. einmal
gekostet hat. dem bleibt die Sehnsucht danach Im Blute
(K. Mann. Wendepunkt 92); -frage, die: svw. T
Existenzfrage: wo es um nackte -n geht (Kirst. 08/15. 760); -freude,
die: svw. t Lebensfreude; -gestaltung. die: Gestaltung des
48R
datieren
Lebens\ der Existenz; -gefühl, das: svw. t Lebensgefühl;
Grundlage, die: Sie ( = die industrielle Gesellschaft)
verschafft der zeitgenössischen Welt eine unvergleichbar
verbreiterte D. (Fraenkel, Staat 38); ^hungrig <Adj.>: svw.
t lebenshungrig; -kämpf, der: die Bemühungen.
Anstrengungen, die nötig sind, um sich seinen Lebensbereich, seine
Existenz zu sichern, um sich im Leben zu behaupten, zu
bestehen: wir stehen hier alle in einem harten D.; -möglkJi-
keit, die; -müde <Adj.>: svw. t lebensmüde; -recht, das:
svw. t ^Berechtigung; -Verfehlung, die: aristokratische und
bürgerliche Lebensformen: Sie erschienen mir als Ursache
deutschen Verderbens, der deutschen D. (Niekisch, Leben
154); -Vorsorge, die: Maßnahmen zur Absicherung des
Daseins (2). der Existenz: Als Gemeinschaftsaufgaben dieser
Art werden ... lebensnotwendige Leistungen der D.
erbracht (Fraenkel, Staat 345); -weise, die: svw. Nform;
-wille.der: svw. t Lebenswille; -zweck, der: svw. t
Lebenszweck.
daselbst [da-] <Adv.) [mhd. da selbKe)st. da selbes] (geh..
veraltend): an dieser Stelle, an diesem Ort. da. dort: Die
mannigfachen Verstrickungen, die d. von allen Seiten auf
sie einstürmten (Nigg. Wiederkehr 60).
Dash [dej]. der; -s. -s [engl. dash. zu: to dash = spritzen,
schütten]: Spritzer, kleine Menge (bei der Bereitung eines
Cocktails).
'dasig[da:zi9l <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [zu tda] (Schweiz.,
österr. mundartl.): hiesig.
Masig [-] <AdJ.> [mhd. dasic. zu: däse = träge Person]
(südd.. österr. mundartl.): verwirrt, schüchtern, benommen:
er war ganz d.; er ist nicht so leicht d. zu machen
(einzuschüchtern, zu überlisten).
dasitzen <unr. V.; hat): (vor jmds. Augen) an einer Stelle,
einem Ort sitzen: traurig, gelangweilt, wie gelähmt d.; er
saß da und hatte den Kopf in die Hände gestützt; ich
sitze in der Badehose da (Grzimek. Serengeti 116); Ü sie
sitzen ohne jede Unterstützung da (ugs.; haben keinerlei
Unterstützung).
dasjenige: tderjenige.
daß [das] (Konj.) [mhd.. ahd. da3l: I. leitet Gliedsätze ein
I. <in Inhaltssätzen) a) leitet einen Subjekt-. Objekt-.
Gleichsetzungssatz ein: daß du mir geschrieben hast, hat
midi sehr gefreut; er weiß, daß du ihn nicht leiden kannst;
du mußt dafür sorgen, daß alles klappt; b) leitet einen
Attributsatz ein: gesetzt den Fall. d. ...; unter der
Bedingung, d. ...; ungeachtet dessen, d. ...; die Tatsache, d.
er hier war. zeigt sein Interesse. 2. <in Adverbialsätzen)
a) leitet einen Kausalsatz ein: das kommt davon/das liegt
daran, d. du nicht aufgepaßt hast; b) leitet einen
Konsekutivsatz ein: die Sonne blendete ihn so. d. er nichts erkennen
konnte/blendete ihn. so d. er nichts erkennen konnte; c)
leitet einen Instrumentalsatz ein: er verdient seinen
Unterhalt damit, d. er Zeitungen austrägt; d) leitet einen Finalsatz
ein: hilf ihm doch. d. er endlich fertig wird. 3. in Verbindung
mit bestimmten Konjunktionen, Adverbien,
Präpositionen: das Projekt ist zu kostspielig, als d. es verwirklicht
werden könnte; [anjstatt d. er selbst kam, schickte er seinen
Vertreter; kaum d. er hier war. begann die
Auseinandersetzung; man erfuhr nichts, außer/nur d. er überraschend
abgereist sei: er kaufte den Wagen, ohne d. wir es wußten;
(veraltet, noch altertümelnd od. scherzh.): dieses
Proviantpaket schenk ich dir. auf d. du dick und rund wirst.
II. leitet Hauptsätze mit der Wortstellung von Gliedsätzen
ein. die meist einen Wunsch, eine Drohung, ein Bedauern
o.a. ausdrücken: d. ihn doch der Teufel hole!; Daß ihr
euch nicht besauA. ihr Schweine! (Bieler, Bonifaz 7).
Dassel [das)], die; -. -n [H. u.. wohl zu niederd. dase =
Stechfliege]: svw. f Dasselfliege.
Dassel-: -beule, die: durch die Larve der Dasselfliege in
der Haut [des Rückens1 von Säugetieren, bes. Huftieren
verursachte beulenartige Verdickung; -fliege, die: oft
hummelartig behaarte, große Fliege, die*ihre Eier auf der Haut
von Säugetieren ablegt; -larve, die; -plage, die.
dasselbe: t derselbe; dasselbige: fderselbige.
dastehen <unr. V.; hat): 1. (vor jmds. Augen) an einer Stelle,
einem Ort stehen: stumm d.; er stand da wie vom Blitz
getroffen. 2. sich in einer bestimmten Lage, Situation,
Verfassung befinden: nach diesem Sieg stehen sie glänzend
da; die Firma steht gut da (ist wirtschaftlich gesund);
seit dem Tod ihrer Mutter steht sie allein da (hat sie
keine Angehörigen mehr); Wir stünden ganz anders da
auf dieser Konferenz, wenn die Amerikaner so ... intransi-
gent wären wie wir (Dönhoff. Ära 138); nun, wie stehe
ich jetzt da? (ugs.; habe ich das nicht gut gemacht, bin
ich nicht großartig?)', wie stehe ich denn jetzt vor ihnen
da! (jetzt bin ich vor ihnenI blamiert); Die wollen alle
möglichst fein vor ihren Damen d. (Fallada. Jeder 33);
dann würden wir ... in den Augen jener Völker heute
noch als Militaristen und Barbaren d. (Dönhoff. Ära 149);
das ist eine einzig dastehende (unerreichbare, fabelhafte)
Leistung.
Dasymeter [dazy'me:tB]. das: -s. - [zu griech. dasys = dicht
u. t-meterj: Gerät zur Bestimmung der Gasdichte.
Datarie [data ri:], die; - [zu spätlat. datärium =
Datumsangabe im Brief, zu: data. tDate] (hist.): päpstliche
Behörde zur Erledigung von Gnadenakten u. Vergabe von
Pfründen; Date [deit], das; -[s]. -s [amerik. date < engl,
date = Datum. Zeitpunkt < afrz. date < spätlat. data,
2. Part. (Fem.) von lat. dare. tdatum]: I. Verabredung.
Rendezvous. Treffen mit einem Freund, einer Freundin: sie
verabschiedete sich rasch, denn sie hatte noch ein D. an
diesem Tag. 2. jmd., mit dem man ein Date (1) hat; Datei
[da'taj]. die; -. -en [zu t Daten, analog zu: Kartei]: nach
zweckmäßigen Kriterien geordneter, zur Aufbewahrung
geeigneter Bestand an sachlich zusammengehörenden Belegen
od. anderen Dokumenten, bes. in der Datenverarbeitung:
Karteien. Belegordner, geordnete Bücherbestände sind -en
herkömmlicher Art; Elektronische -en, aufweiche die
Datenbanken nur zurückzugreifen brauchen, gibt es schon
bei zahlreichen öffentlichen Verwaltungen (MM 10. 5.
1969. 4); Daten [da:tn] <P1.) [2: nach engl. data. PI. von:
datum < lat. datum. tdatum]: 1. PI. von t Datum. 2.
(durch Beobachtungen. Messungen, statistische Erhebungen
u.a. gewonnene) [ Zahlen ] werte, (auf Beobachtungen,
Messungen, statistischen Erhebungen u.a. beruhende) Angaben,
formulierbare Befunde: die exakten technischen D. eines
neuen Autotyps; D. sammeln, gewinnen; Unsere D.: Mein
Mann ist 47. ich bin 46. Unser Sohn ist 23 (Hörzu 7.
1974. 86); Neben der Setzung gesamtwirtschaftlicher D..
die den Planungsbedürfnissen der Monopole
entgegenkommen ... (Stamokap 62). 3. (Math.) zur Lösung od.
Durchrechnung einer Aufgabe vorgegebene Zahlenwerte.
Größen: Im Verlauf einer Untersuchung ... futterte Robey
den Elektronenrechner mit den D. von Kometenbahnen
(Spiegel 44, 1965. 171).
daten-, Daten-: -bank, die <PI. -banken): technische Anlage,
in der große Bestände an Daten (2) zentral gespeichert
sind; -bestand, der: Bestand, vorhandene Menge an Daten
(2) aus einem bestimmten Bereich; -material, das <o. PI.):
Material, als Unterlagen dienende Sammlung von Daten
(2) aus einem bestimmten Bereich; -schütz, der (jur.): Schutz
des Bürgers vor Beeinträchtigungen seiner Privatspftäre
durch unbefugte Erhebung, Speicherung u. Weitergabe von
Daten (2). die seine Person betreffen, dazu: -schutzbeauf-
tragte.der u. die: jmd., der von einer unabhängigen
Kontrollinstitution beauftragt ist, bei Errichtung u. Betrieb einer
Datenbank die Beachtung der vorhandenen Bestimmungen
zu überwachen, -Schutzgesetz, das; -techniker, der:
Techniker, Ingenieur, der elektronische Datenverarbeitungsanlagen
bedient; -träger, der: etw. (Lochkarte, Lochstreifen. Ma-
gnetbaml. Magnetplatte), worauf Daten (2). meist in
kodierter Form, gespeichert werden können: die Programmeingabe
erfolgt über Tastatur. Magnetkassette. Magnetkonten oder
andere D. (MM 8. 10. 1971. 38); Als D. ... haben sich
Kleinlochkarten ... bewährt (Elektronik 11. 1971. 401);
-typistin, die: weibliche Schreibkraft, die Datenmaterial
in eine entsprechende Maschine eingibt: -Übertragung, die:
Übermittlung von bxformationen auf weitere Entfernungen
mit Hilfe entsprechender technischer Anlagen; -verarbeitend
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): die Datenverarbeitung betreffend,
zu ihr gehörend, ihr dienend: -e Maschinen: -Verarbeitung,
die [für engl, data processing]: Prozeß, bei dem mit Hilfe
entsprechender technischer Anlagen vorgegebene,
gespeicherte Daten (2), häufig in Form von Zahlen, nach
bestimmten Verarbeitungsvorschriften bearbeitet u. ausgewertet
werden: elektronische D. (Abk.: EDV), dazu: ^verarbei-
tungsanlage, die: elektronische od. elektromechanische
Rechenanlage, die bei der Datenverarbeitung eingesetzt wird.
datierbar [da'ti:?ba:?] <Adj; o. Steig.; nicht adv.): sich
datieren lassend: die frührömischen Bauten sind schlecht
erforscht und kaum d.; datieren [da'ti:renl <sw. V.; hat)
489
Datierung
[wahrsch. < frz. dater < mlat. datäre, zu lat. datum,
t datum]: I. mit einem Datum, einer Zeitangabe versehen:
einen Brief [nachträglich, im voraus] d.; einen Vertrag,
eine Urkunde d.; der Brief ist vom 31. Oktober datiert
(trägt das Datwn 31. Oktober). 2. die Entstehungszeit von
etwas bestimmen, angeben: die Archäologen haben die
Funde nicht d. können/in die Mitte des 3. Jh.s datiert. 3.a)
seit einem bestimmten Zeitpunkt bestehen, zu einer
bestimmten Zeit begonnen haben: unsere Freundschaft datiert seit
Dezember 1973; ihre Bekanntschaft datiert schon seit
Kriegsende; Dieser Vorgang datiert nicht erst 1945. er
begann wesentlich früher (MM 26. 10. 1965, 6); b) aus
einer bestimmten Zeit stammen, von einem bestimmten Er-
eignis herrühren: dieser Fund datiert aus der spätrömischen
Zeit; der Brief datierte vom 4. Mai 1936 (wurde am 4.
Mai 1936 geschrieben): von diesem Tage an datiert die
Waldmannsche Manie, sich im Familienkreise der
französischen Sprache zu bedienen (A. Kolb. Daphne 6);
<auch d. + sich): an jenem Tage datierte sich meine
zweite große Schuld (Grass, Blechtrommel 301); <Abl.:>
Datierung, die; -, -en: l.a) das Datieren (1). Versehen mit
einer Zeitangabe: die D. eines Schriftstückes vergessen;
b) Zeitangabe auf einem Schriftstück: die -en [auf diesen
Urkunden] sind alle lesbar. 2.a) das Datieren (2),
Bestimmen der Entstehungszeit von etwas: bei der D. dieser Funde
ergaben sich erhebliche Schwierigkeiten; b) Angabe der
Entstehungszeit von etwas: bei dieser etruskischen Vase
weichen die -en der Archäologen ziemlich voneinander
ab.
Dating [deitm]. das; -s. -s [amerik. dating. zu engl, to
date = einen Zeitpunkt ausmachen]: Verabredung,
Rendezvous, Treffen zwischen jungen Leuten: ein D. haben.
Dativ [da.ti:fl, der; -s. -e [...i:va; lat. (casus) dativus =
das Geben betreflfend(er Fall), zu: dar? = geben; lat.
Übersetzung von griech. (ptösis) dotike = das Geben
betreffend (er Fall)] (Sprachw.): 1. Kasus, in dem häufig
das Objekt eines intransitiven Verbs u. bestimmte
Umstandsangaben stehen: Wen\fall, dritter Fall: die
Präposition ..bei" regiert heute ausschließlich den D.; das
Substantiv steht hier im D., wird in den D. gesetzt; Abk.:
Dat. 2. Wort, das im Dativ (1) steht: der Satz enthält
mehrere -e; <Abl.:> dativisch [da'ti:vij] <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.); (Zus. zu 1:> Dativobjekt, das (Sprachw.):
Ergänzung eines (intransitiven) Verbs im Dativ, im Dativ
stehendes Objekt: Dativus ethicus [da'ti:vos e.tikos], der;
- -, ...vi ...ci [...vi ...itsi; lat. dativus = Dativ u. ethicus
< griech. ethikös = das Gemüt betreffend]: freier Dativ,
drückt persönliche Anteilnahme u. Mitbetroffenheit des
Sprechers aus (z. B. Du bist mir ein geiziger Kerl!); dato
[da:to] <Adv.> [urspr. lat. Dativ (Ablativ) zu: datum. I
datum] (Kaufmannsspr. veraltet): heute: drei Monate nach
d.; vgl. a dato; *bis d. (bis jetzt, bisher): das war mir
bis d. nicht bekannt; <Zus.:> Datowechsel, der (Bankw.):
Wechsel, der zu einem bestimmten Zeitpunkt nach dem
Ausstellungstag eingelöst werden kann.
Datscha I'datja], die; -. -s u. ...sehen. Datsche, die; -. -n
[russ. datscha. urspr. = (vom Fürsten verliehene)
Schenkung, zu: dat = geben]: Jür den Sommeraufentltalt
bestimmtes! russisches Holzhaus: Chruschtschow führte die
Algerier und seinen Enkel mit Besitzerstolz durch die
Gewächshäuser auf seiner D. bei Moskau (Zeit 8. 5. 64. 8).
Datschi ['da:tJU der; -s, -s [zu südd. Datsch = etw.
Breitgedrücktes, Flaches] (bayr.): mit Obst (v. a. Pflaumen)
belegter, flacher Hefekuchen: Datschkappe [datj-]. die; -. -n
(landsch.): flache Schirmmütze.
Dattel ['dat}]. die; -. -n [mhd. datel < ital. dattilo. span.
dätil < lat. daetylus = Dattel < griech. däktylos. aus
dem Semit.]: 1. walzenförmige, wenig saftige, aber süße
Frucht der Dattelpalme von gelbgrüner bis dunkelbrauner
Farbe. 2. (derb) Vagina.
Dattel-: ^kern, der: in der Dattel enthaltener, länglicher,
sehr harter Kern mit tiefer Längsfurche: -palme, die: bis
zu 30 m hohe Palme mit rauhem Stamm, langen,
kurzgestielten, gefiederten Blättern u. Datteln als Früchten (wichtigster
Oasenbaum Afrikas u. Südwestasiens): ^pfbume, die: I.
Vertreter der Gattung der Ebenholzgewächse, die als Bäume
od. Sträucher mit etwa 200 Arten in den Tropen u. Subtropen
vorkommen u. z. T. wohlschmeckende Früchte tragen. 2. to-
matenähnliche Frucht verschiedener Dattelpflaumenarten:
straube, die (meist Pl.>: Weintraube verschiedener Sorten.
deren große, längliche, fleischige Beeren als Tafeltrauben
geschätzt sind.
DatterkJi ['datoru;]. der; -s (landsch.): svw. tTatterich.
datum ['da:tom; mhd. datum < lat. datum = gegeben.
2. Part, zu: dare = geben, ausfertigen, schreiben]: (in
alten Briefen u. Urkunden) geschrieben, ausgefertigt: Abk.:
dat.; Datum [-]. das; -s. Daten [mhd. datum. subst. aus
tdatum]: l.a) dem Kalender entsprechende Zeitangabe.
Tagesangabe: das heutige D. ist der 31. Oktober 1974; Unsere
heutige Nummer trägt das D. vom 9. Februar 1962
(Dönhoff. Ära 53); ein Schriftstück mit dem D. versehen; b)
Zeitpunkt: ... daß Athen voll von seinem Ruhm sei. Es
sei ein historisches D. für die Philosophie (Brecht.
Geschichten 119); Sie hatte ihn zum Manne genommen, als
sie eben einundzwanzig Jahre alt geworden war, und selbst
dies frühe D. hatte sie nur deshalb abgewartet, weil ...
(Mostar. Liebe 100); eine Entdeckung neueren -s (eine
noch nicht weit zurückliegende Entdeckung). 2. Faktum:
die ... Trennung der Gesellschaft in Klassen durchzieht
als bestimmtes D. alle ihre Teilbereiche (Stamokap 17).
Vgl. Daten.
Datums-: ^angäbe, die: ein Brief ohne D.; ^aufdruck. der:
der D. auf der Packung ist unleserlich; -grenze, die:
ungefähr dem 180. Längengrad östlich bzw. westlich von Green-
wich folgende Linie, bei deren Überschreitung ein
Unterschied in der Datumsangabe von einem Tag auftritt:
-Stempel, der: Stempel auf der eingegangenen Post, der das
Eingangsdatum angibt.
Dau, Dhau [dau], die; -, -en [engl. d(h)ow < arab. däw(a)]:
Zweimastschiff mit Trapezsegeln (ander ostafrikanischen
u. arabischen Küste).
Daube [dajiba], die; -. -n [wahrsch. beeinflußt von frz.
douve < mlat. dova, Nebenf. von: doga < spätlat. doga,
wohl < griech. doche = Behälter]: 1. gebogenes Seitenbrett
eines Fasses od. eines ähnlichen Holzgefäßes. 2. hölzerner
Würfel als Ziel beim Eisschießen.
Daube! [dajibl], die; -. -n [entstellt ausTauchber. zu
ftauchen u. Ber = Netz zum Fischfang < mhd. ber(e)]:
(österr.): Fischnetz.
Daubenholz, das: für Dauben (1) geeignetes, vorgesehenes
Holz.
daubieren [dobhren] <sw. V.; hat) [frz. dauber, urspr. =
(mit Weiß) übertünchen < lat. dealbäre] (veraltet): (von
Fleisch u. a.) dämpfen, dünsten.
Dauer ['daue], die; -. -n [spätmhd. dür, zu mhd. düren.
türen. t'dauern]: 1. <fachspr. PI. Dauern) Zeitspanne von
bestimmter Länge: Zeitraum: die D. des
Krankenhausaufenthaltes ist noch unbestimmt; für die D. eines Jahres/
von einem Jahr; während der D. unseres Aufenthaltes.
2. <o. PI.) das Andauern, Fortbestehen: unbegrenzte Zeit:
dieses Glück hatte keine D.; *auf die D. (für längere
Zeit): der Lärm ist auf die D. nicht zu ertragen; von
D. sein (Bestand haben, fortbestehen): von kurzer/von
begrenzter/nicht von langer D. sein (nicht lange währen, nicht
lange bestehen): sein Arbeitseifer war nur von kurzer D.
dauer-, Dauer-: ^ackerland, das (Landw.): Ackerland, das
ständig ackerbaulich genutzt wird: -auftrag, der (Bankw.):
Überweisungsauftrag für regelmäßig zu leistende, dem
Betrag nach feststehende Zahlungen: -aussehender, der (Med.):
klinisch gesunder Mensch, der nach einer überstandenen
Infektionskrankheit Krankheitserreger zeitweilig od.
dauernd ausscheidet: -ausstellung, die: ständige
Ausstellung: -ausweis, der: über einen längeren Zeitrawn zu etwas
berechtigender Ausweis: -backware, die: Gebäcksorte, die
auch bei längerer Lagerung nicht an Qualität u. Geschmack
verliert: ^bad, das (Med.): bei bestimmten Hautkrankheiten
u. Verbrennungen angewandtes stunden- bis tagelanges
Vollbad: ^belasten <hat; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): ständig,
über längere Zeit belasten: der neue Stereohörer ... kann
max. mit 100 mW dauerbelastet werden (Funkschau 19.
1971. 1945); -belastung, die: ständige, über längere Zeit
sich auswirkende Belastung: Der Übergang von einer
akuten zu einer D. setzt bei nicht entzündlichen
Beanspruchungen des Organismus typische Mechanismen der Anpassung
... in Gang (Medizin II. 270); ^beschäftigung, die: jmdn.
für eine D. suchen; -betrieb, der: das ständige In-Betrieb-
Sein von etw.: 10 Jahre Haltbarkeit bei D.; ^brandofen,
der: svw. Nbrenner (1); -brenner, der: 1. Ofen, der eine
bestimmte Mindestzeit ohne weitere Brennstoffzufuhr u.
ohne sonstige Bedienungsmaßnahmen weiterbrennt: Aus
490
daumen-, Daumen -
Kanonenöfen wurden D. (Spiegel 1/2. 1966. 20); Ü daß
das Frauenzentrum sich nicht als Durchlauferhitzer
versteht, sondern als D. (Spiegel 25. 1974. 11). 2. (ugs.) a)
Theaterstück, Film. Schlager o. ä. mit bes. langer
Erfolgsdauer; b) langer Kuli: ... daß Loriot beschloß, aus dem
Küßchen einen D. zu machen (Hörzu 7. 1974. 16); c)
jmd., der lange Zeit hindurch / beruflich Beachtliches
leistet: Johannsen ... bei Eintracht Braunschweig als ..D."
und ..Meistermacher" gefeiert (MM 21. 9. 71, 15); -ehe.
die (Verhaltensf.): Bei Vögeln aber, die in jahrelanger D.
leben (Lorenz. Verhalten I. 231); die Schneegans kennt
... eine D. zwischen zwei Geschlechtspartnern (Tier 11,
1971, 30); ^ei, das <meist PI.) (Zool.): mit einer bes. festen
Hülle zum Überdauern ungünstiger Lebensbedingungen
ausgestattetes Ei bestimmter Süßwassertiere (z. B.
Strudelwürmer); ^einrichtung, die: etwas, was über einen langen
Zeitraum hin als Einrichtung, Maßnahme o. ä. aufrechterhalten
wird, vorhanden ist. sich häufig, regelmäßig wiederholt, im
Laufe der Zeit zur Gewohnheit geworden ist: ihre
ursprünglich unregelmäßigen Zusammenkünfte wurden zur D.;
-elastisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e hochfeste
Gewebeschläuche (Elektronik 11, 1971, A 83); -erfolg, der:
lange an/ialtender Erfolg eines Theaterstücks, Films o. ä.:
-erscheinung, die: das ist eine D. bei dieser Krankheit;
^feldbau, der (Landw.): während des ganzen Jahres
erfolgender Anbau von Nutzpflanzen (bes. in den Tropen); -flug.
der: langer Flug o/we Zwischenlandung; -formen <P1.)
(Biol.): Organismen, die sich über erdgeschichtlich lange
Zeiträume mehr od. minder unverändert erhalten haben;
^frost, der: lang anhaltende Frostperiode, dazu:
^Frostboden» der: in der Tiefe ständig gefrorener, nur in der warmen
Jalireszeit oberflächlich auftauender Boden; -gast, der:
a) häufiger Gast: er ist in dieser Kneipe D.; b) Gast,
der für lange, unbegrenzte Zeit bleibt: in dem Hotel
wohnen auch Dauergäste; Ü von den Dauergästen des
Elends (Langgässer, Siegel 472); -gesdiwindigkeit.die: über
längere Stunden beibehaltene Geschwindigkeit eines
Fahrzeugs; -gewebe, das (Bot.): pflanzliches Zellgewebe, das
keine Fälligkeit zur Zellteilung mehr besitzt; -heilung, die
(Med.): nach entsprechenden Untersuchungen als
abgeschlossen geltende Ausheilung einer Krankheit; -Institution,
die: Gruppengespräche als D. (Wohngruppe 14): -karte,
die: Fahrkarte. Eintrittskarte o.a., die fiir längere Zeit,
für die Dauer von etwas Gültigkeit hat u. während dieser
Zeit immer wieder benutzt werden kann; -krause, die: svw.
t -welle; -krise. die: lang anhaltende Krise, bes. im
politischen u. wirtschaftlichen Bereich; -künde, der: svw.
tStammkunde: Ü er ist schon ein richtiger D. bei der
Polizei (scherzh.; er fällt bei der Polizei wegen seiner
häufigen Vergehen auf)', -kundschaft, die: svw. t
Stammkundschaft; -lauf, der: tätigerer / Übungs Jlauf in gleichmäßigem,
nicht allzu schnellem Tempo; -leihgabe, die: Leihgabe für
unbegrenzte Zeit: die Gemälde in dieser Abteilung sind
-n eines Sammlers: -leistung, die: Das rührt daher, daß
bei reinen -en die Frau dem Mann zumindest gleichwertig
sein dürfte (Frankenberg. Fahren 136); -hitsdier, der:
großer Lutscher; -marsch, der: langer; Übungs imarsch;
-mieter, der: sie vermieten die Wohnungen nur an D.; -obst,
das: Obst, das sich lange hält; -posten, der: svw. f -Stellung;
-Prüfung, die: Material- u. Fahrerprüfung über lange Strek-
ken u. Zeiträume, bes. im Autorennsport; -redner, der
(abwertend): Redner, der allzulange spricht, kein Erde findet;
-regehmg, die: ob ... eine D. möglich ist. die dann ab
1973 Gültigkeit haben müßte (Bundestag 189.1968.10252);
-regen, der: die Überschwemmung ist durch den D.
verursacht worden; -schaden, der: nach Krankheit od. Unfall
zurückbleibende körperliche Schädigung; -schlaf, der: tage-
bis wochenlang durchgeführter Heilschlaf; -schütz, der: als
Saisonschutz, der etwa sechs Monate hält, oder als
aufwendigen D.. der zwar nicht das Leben des Autos, aber doch
ein paar harte Winter übersteht (DM Test 49. 1965. 38);
-seilender [tSeiler]: svw. tBestseller. Longseller; -Sitzung,
die: Sitzung, die allzulange dauert; -skat, der (scherzh.);
-spore, die <meist Pl.> (Bot.): sehr widerstandsfähige Spore
niederer Pflanzen, die vor der Keimung eine Ruhezeit hat;
-Stellung, die: berufliche Stellung für eine sehr lange, für
unbegrenzte Zeit; -«trau, der (Elektrot.): für harten
Dauerstreß der elektrischen Praxis... für Dauerströme von 0.5 bis
32 A (Funkschau 20. 1971. 2071); -test, der: Die Stoflbe-
züge der Sitze und Seitenteile sind, wie unser D. bewiesen
hat.erstaunlich3trapazierfähig(Auto6.1965.23);-ton,der:
über längere Zeit anhaltender Ton: ein D. im
Radio bei Sendeschluß; -tropfinfusion, die (Med.): über einen
längeren Zeitraum tropfenweise erfolgende, meist
intravenöse Infusion; —typen <P1.>: svw. f-formen; -Verhältnis,
das: über längere Zeit bestehendes Liebesverhältnis;
-wald. der (Forstw.): naturgemäß bewirtschafteter Wald,
bei dem keine Kahlschläge vorgenommen werden; -wäre,
die: durch bes. Behandlung wie Trocknen, Räuchern,
Sterilisieren. Gefrieren o.a. für längere Zeit haltbar gemachte
Ware; -welle, die: künstliche Wellung der Haare, die durch
Einwirkung bestmunter Chemikalien auf das über kleine
Spulen gewickelte Haar hervorgebracht wird; -Wirkung,
die: lange, unbegrenzt anhaltende Wirkung; -wurst, die:
aus rohem Fleisch. Speck, Salz u. Gewürzen hergestellte
Wurst, deren Haltbarkeit durch Räuchern, Lufttrocknung
u. Feuchtigkeitsenfzug erhöht wirdfz. B. Plockwurst, Salami
o.a.); -zelle, die <meist PI.) (Biol.): fertig ausgebildete
Körperzelle, die (im Gegensatz zu den embryonalen Zellen)
nicht mehr teilungsfähig ist; -zustand, der: meist
unangenehme Lage o.a., in der sich jmd. od. etw. immer wieder von
neuem oder ständig befindet: der Geldmangel ist bei uns
schon zum D. geworden.
dauerhaft <Adj.; -er. -este> [frühnhd. dauerhaftig]: einen
langen Zeitraum überdauernd, beständig, fest: eine
endgültige u. -e Regelung anstreben; ein -es (haltbares,
widerstandsfähiges) Material; der Friede war nicht d.; <Abl.:>
Dauerhaftigkeit, die; -; 'dauern ['dauen] <sw. V.; hat) /vgl.
dauernd/[mhd. türen,düren < mniederd..mniederl. düren
< lat. düräre]: 1. eine bestimmte Dauer (1) haben; eine
bestimmte /begrenzte! Zeit währen, anhalten: die Sitzung
dauerte zwei Stunden; das dauert seine Zeit; das dauert
mir zu lange; ein Weilchen wird es schon noch dauern;
Wissen Sie. wie lange meine Jugend gedauert hat? (Frank.
Tage 67); Mensch, das dauert aber (Grass, Katz 38). 2.
(geh.) Bestand haben, unverändert bestehenbleiben: diese
Freundschaft wird d.; die Menschen siechen, verfallen,
sterben oder gehen frei aus und vergessen. Die Akten
dauern (A. Zweig. Grischa 195); Denn sie scheinen sich
geheimnisvoll zu erneuern und doch zu d. wie ein Baum
und ein Feld (Fallada. Herr 27).
Mauern [-1 <sw. V.; hat) [mhd. türen. urspr. = (zu) teuer
dünken, (zu) kostbar vorkommen, zu t teuer] (geh.): jnuitn.
leid tun, bei jmdm. Mitleid erregen: die kranken Leute
dauerten ihn sehr; irgendwie dauerte ihn auch wieder,
daß die Wirtschaft daniederlag (Bredel. Väter 284); ihn
dauerte (reute) das viele Geld.
dauernd ['dajicnt] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [1. Part,
zu t'dauern (2)j: a) für längere Zeit in gleichbleibender
Weise vorhanden, wirkend, geltend; fortwährend,
ununterbrochen, ständig: er hat hier seinen -en Wohnsitz; die
Gefahrward, vorhanden; b) häufig auftretend, wiederkehretut;
immer wieder: -e Belästigungen. Störungen; er kommt d.
zu spät.
Däumchen [dDym^n],das. -s, -: fDaumen; Daumen [dau-
manl. der; -s. - <Vkl. t Däumchen) [mhd. düme. ahd.
thümo. eigtl. = der Dicke. Starke]: erster u. stärkster,
kurzer Finger mit nur zn>ei Gliedern, der den übrigen Fingern
gegenübergestellt werden kann: das Kind lutscht am D.;
*am D. lutschen (ugs.; nichts zu essen haben): D./Däumchen
drehen (ugs.; nichts tun u. sich langweilen, gelangweilt sein)'.
jmdm./fiir imdn. den D. drücken/halten (ugs.; jmdm. in einer
schwierigen Sache Erfolg, gutes Gelingen wünschen / u. in
Gedanken bei ihm sein/; das Daumendrücken galt früher
als ein Zauber, mit dem Dämonen u. Hexen gebannt
werden sollten); auf etwas den D. drucken (ugs.; auf etwas
bestehen): auf etwas den D. halten/haben (ugs.; dafür sorgen,
daß etwas nur sinnvoll ausgegeben, verwendet wird; etwas
nicht ohne weiteres herausgeben): sie hielt den Daumen
auf die Vorräte, hatte den D. auf den Vorräten; jmdm.
den D. aufs Auge drücken/halten/setzen (ugs.; imdn. durch
brutale Zwangsmittel zu etw. veranlassen, jmdn.
erbarmungslos zwingen; eigtl. vom Zweikampf, bei dem der
Unterliegende zur Unterwerfung gezwungen werden soll)
[etw.] über den D. peilen (ugs.; eine Schätzung nur grob,
ungefähr vornehmen).
daipnen-, Daunen-: Abdruck, der: der D. auf einem Glas
hat den Einbrecher verraten; ^breit <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): etwa so breit wie ein Daumen: eine -e Spalte; ^breite,
die: der Rock ist um [eine] D. zu lang; wenn Sie da rüberse-
491
Däumling
hen. eine D. links der Siegessäule (Kant, Impressum 151);
-dick <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -es Seil: -groß
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit dem -en Hautfetzen,
der von seiner Hand abhing (Johnson. Mutmaßungen 111);
-lutsdier. der (abwertend): Kind, das häufig am Daumen
lutscht, -nagel.der; -register, das: /halbkreisförmige/
Ausstanzungen am vorderen Rand der Buchseiten eines
Nachschlagewerkes, die. meist nach alphabetischem Prinzip, das
Nachschlagen mit Hilfe des Daumens erleichtern:
^schraube, die <meist PI.) (hist.): ein Folterwerkzeug: *imdm. [die]
-n anlegen/ansetzen/aufsetzen (jmdn. unter Druck setzen,
ihn in grober, rücksichtsloser Weise zu etwas zwingen):
-sprang, der: scheinbare Bewegung des vor die Augen
gehaltenen Daumens bei abwechselnd - erst links, dann rechts -
geöffnetem Auge, die als Hilfsmittel zur Schätzung der
Entfernung od. des Abstandes dient: -stark <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): svw. t-dick: ein -er Zweig.
Däumling ['dqymlinl. der; -s, -e [frühnhd. deum(er)ling]:
l.a) Schutzkappe für den Daumen: b) (landsch.) den
Daumen bedeckender Teil des Handschuhs. 2. <o. PL) durch
ihre Winzigkeit (Größe eines Daumens) u. ihre Gewitztheit
charakterisierte Märchengestalt.
Daune fdapna]. die; -. -n (meist PI.) [niederd. düne <
mniederd. dün(e) < aisl. dünn]: kleine, zarte Feder mit
weichem Kiel, die sich unter den Deckfedern der Vögel
befindet: Flaumfeder: die Kissen sind mit -n gefüllt.
dlaunen-, Daunen- -bett. das: mit Daunen gefülltes Deckbett:
-decke, die; -feder. die; -fiilhmg, die: ein Kissen mit
D.; -kissen, das; -kleid, das: das noch weiche Federkleid,
der Flaum junger Vögel: ^weich <Adj.; o. Steig.): sehr
weich u. zart wie Daunen.
Dauphin [do'fS:]. der; -s, -s [frz. dauphin (daufin. dalfinfus])
= von 1349-1830 gültiger Titel des frz. Thronfolgers,
davor des Herrschers der Dauphinö (Teil von Burgund),
H. u.] (hist.): französischer Thronfolger: Ü der
Regierungschef glaubte in ihm seinen D. (Nachfolger) gefunden zu
haben.
'Daus [daus; viell. verhüll. Entstellung für ..Teufel44] nur
noch in Fügungen wie ei der D.!, was der D.! (veraltete
Ausrufe des Erstaunens, der Verwunderung): Herr Wolzo-
gen mußte plötzlich aus Pütz weg. Ei der D.? Und wohin?
Er hat einen Befehl bekommen (Kuby. Sieg 106).
2Daus [-]. das; -es. Däuser ['drwzBl. auch: -e [mhd.. ahd.
düs < afrz. dous = zwei < Tat. duo(s)]: 1. zwei Augen
im Würfelspiel. 2. As in der deutschen Spielkarte.
David[s]stern[da:fit(s)-.auch: da:vit(s)-].der;-[e]s.-e[nach
David (etwa 1000-970). der zentralen Königsgestalt der
jüdischen Geschichte]: jüdisches Glaubenssymbol in der
Form eines sechszackigen Sterns, der aus zwei gleichseitigen,
ineinandergeschobenen Dreiecken besteht: den ... jüdischen
Buben, der nicht die Armbinde mit dem Davidsstern trug
(MM 13. 3. 74, 15).
Davis-Cup [deivis-]. der; -s, Davis-Pokal, der; -[e]s [nach
dem Stifter, dem amerik. Diplomaten u. Tennisspieler D.
F. Davis (1879-1945)]: (um 1900 gestifteter) bedeutendster,
im Tennissport bei internationalen
Mannschaftswettbewerben vergebener Wanderpokal.
Davit[de:vit],der; -s, -s[engl.davit. viell. zum Eigennamen
David] (Seew.): kranähnliche, dreh- u. schwenkbare
Hebevorrichtung auf Schiffen für Anker. Rettungsboote u. a.
davon [daTon, mit bes. Nachdruck: da:ßn] <Adv.> [frühnhd.
darvon, mhd. davon]: l.a) von dieser Stelle, diesem
Gegenstand, dieser Person entfernt: hier ist die Unglücksstelle,
und nur einige Meter d. [entfernt] ist eine steile Böschung;
Ü wir sind noch weit d. entfernt (haben noch lange keine
Lösung gefunden): b) von dieser Stelle als Ausgangspunkt,
von diesem Gegenstand weg: dies ist die Hauptstraße, und
d. zweigen einige Nebenstraßen ab; das Schild klebt so
fest an dem Brett, daß es nicht d. zu lösen ist. 2. von
dieser Sache. Angelegenheit /als Ausgangspunkt I:
hinsichtlich dieser Sache. Angelegenheit, im Hinblick darauf: über
diese Sache. Angelegenheit: es war ein Schock für sie.
aber sie hat sich wieder d. erholt; das Gegenteil d. ist
wahr; d. hast du doch nichts (das bringt dir doch keinen
Nutzen). 3. durch diese Sache. Angelegenheit verursacht:
durch dieses Mittel. Verfahren, durch diesen Umstand,
dadurch: d. hast du nur Arger, wirst du nur krank; es war
so laut, ich bin d. aufgewacht; das kommt d.! (ugs.; die
Folgen waren ja abzusehen, waren dir ja bekannt f). 4. von
dieser Menge als f AnJteil, von diesen Personen: hast du
schon d. gegessen, genommen?; das ist die Hälfte d. 5.
von dieser Sache, diesem Material als Grundlage: aus diesem
Material. Stoff, daraus: hier ist Wolle, du kannst dir einen
Schal d. stricken; d. (von diesen IfinanziellenJ Mitteln)
kann man nicht leben. 6. (nordd.) in bestimmten
Verwendungen in getrennter Stellung: da habe ich nichts von.
davgn-: -bleiben <st. V.; ist) (ugs.): sich von etw. entfernt
halten: etw. nicht berühren, anfassen: die Waffe ist zu
gefährlich, du sollst d.!; -brausen <sw. V.; ist): sich
geräuschvoll, mit großer Geschwindigkeit fahrend entfernen: mit
dem Motorrad d.; -eilen <sw. V.; ist): sich eilig entfernen:
sehr schnell weggehen, fortlaufen: -fahren <st. V.; ist):
sich fahrend entfernen: weg-, fortfahren: -fliegen <st. V.;
ist): sich fliegend entfernen: weg-, fortfliegen: -galoppieren
<sw. V.; ist): sich galoppierend entfernen: -gehen <unr.
V.; ist): einen Ort zu Fuß verlassen: weg-, fortgehen: er
erhob sich und ging davon; Ü sie ist für immer
davongegangen (geh. verhüll.; gestorben): -hasten <sw. V.; ist): sich
mit Hast entfernen: hastig weg-, fortgehen: -humpeln <sw.
V.; ist): sich humpelnd entfernen: -huschen <sw. V.; ist):
sich lautlos, flink bewegend entfernen: -Jagen <sw. V.):
1. sich sehr schnell u. mit Heftigkeit entfernen Ost): er
schwang sich aufs Rad und jagte davon. 2. vertreiben,
verscheuchen, in die Flucht schlagen: weg-, fortjagen <hat):
einen Hund d.; Ü er hat den Lehrling im Zorn davongejagt
(ugs.; ihn entlassen, ihm gekündigt): -kommen <st. V.; ist):
einer Gefahr entrinnen, aus einer unangenehmen Situation
glücklich entkommen: mit dem Schrecken d.; er ist noch
einmal [mit dem Leben] davongekommen; -lassen <st. V.;
hat) in der Wendung die Finger davoniassen (tFinger);
-laufen <st.V.; ist): l.a) schnell laufend einen Ort verlassen:
weg-, fortlaufen: als wir kamen, liefen sie davon; er ist
einfach davongelaufen (geflohen): * etwas ist zum
Davonlaufen (ugs.; etwas ist unerträglich, sehr übet): b) (ugs.)
überraschend verlassen: das Hausmädchen ist ihr
davongelaufen; eigentlich war er ganz froh, daß ihm seine Braut
davongelaufen war. 2. sich jmds. Kontrolle entziehen,
unkontrollierbar werden: die Preise laufen [den Einkommen]
davon; -machen, sich <sw. V.; hat) (ugs.): sich heimlich,
unauffällig (weil man an etwas nicht mehr teilhaben will
o. ä.) entfernen: immer wenn es etwas zu tun gibt, machst
du dich davon; Ü der Alte hat sich Jetzt auch davongemacht
(verhüll.; ist jetzt auch gestorben): -preschen <sw. V.; ist):
vgl. -rasen: Er preschte mit wilden ... Sprüngen davon
(Kirst. 08/15.678); -radeln <sw. V.; ist): mit dem Fahrrad
davonfahren: Kroll radelt davon (Remarque, Obelisk 171);
-rasen <sw. V.; ist): sich mit großer Geschwindigkeit
entfernen, sehr schnell davonlaufen, -fahren: ^rauschen <sw. V.;
ist) (iron.): betont auffallig u. mit einer gewissen
Gewichtigkeit einen Personenkreis verlassen: beleidigt rauschte sie
davon; -reiten <st. V.; ist): sich reitend entfernen: -rennen
<unr. V.; ist): sich rennend entfernen: -rollen <sw. V.;
ist): a) sich rollend wegbewegen, wegrollen: die Kugel rollte
davon; b) sich auf Rädern rollend entfernen, /langsam/
davonfahren: die Kutsche rollte gemächlich davon; -sausen
<sw. V.; ist): sich sehr schnell entfernen: in großer Eile
davonlaufen, mit hoher Geschwindigkeit davonfahren:
-schießen <st. V.; ist): sich /auf etw. hin/ sofort mit höchster
Geschwindigkeit von etw. fortbewegen: so schnell wie
möglich eine Flasche Champagner!" Eduard schießt davon
wie ein geölter Blitz (Remarque. Obelisk 199); der Hund
schießt davon (Spoerl, Maulkorb 25); Die Hinterräder
des Jeeps mahlten im Sand, um das olivgrüne Fahrzeug
dann wie eine Rakete d. zu lassen (Cotton. Silver-Jet 115):
-schleichen <st. V.): a) leise u. langsam davongehen <ist>:
bedrückt schlich er davon; er wollte unbemerkt d.; b)
<d. + sich) sich leise u. heimlich entfernen: sich davonstehlen
(hat): ich schlich mich davon; -schleppen <sw. V.; hat)
(geh.): 1. mühsam, mit großer Anstrengung davontragen
(1): er packte den schweren Koffer u. schleppte ihn davon.
2. <d. + sich) sich mühsam, mit großer Anstrengung
fortbewegend davongehen: unter Stöhnen versuchten die
Verwundeten sich davonzuschleppen; -schreiten <st. V.; ist)
(geh.): sich mit gemessenen Schritten entfernen: -schufTetn
<sw. V.; ist) mit gleitenden Schritten davongehen: ich
muß mal nach dem Essen sehen!" Sie schufleite in ein
finsteres Türloch davon (Fussenegger. Zeit 463); Er
schuffeite davon (Remarque, Triomphe 250); -schwimmen <st.
V.; ist): sich schwimmend entfernen: -schwirren <sw. V.;
ist): mit schwirrendem Geräusch davonfliegen: -sein <unr.
492
dazwischen-, Dazwischen-
V.; ist; Zusschr. nur im Inf. u. 2. Part.) (salopp): heimlich
verschwunden sein: Eine Frau, die Sie lieben, ist mit einem
anderen davon (ist mit ihm durchgebrannt; Frisch, Cruz
66); ^springen <st. V.; ist): a) sich mit einem großen Sprung,
mit großen Sprüngen. Sätzen entfernen: der Hund sprang
bellend davon; b) (ugs.) svw. t-laufen; -stehlen, sich <st.
V.; hat) (geh.): sich heimlich u. unbemerkt entfernen, leise
u. heimlich davongehen: ^steten <sw. V.; ist): sich mit
stelzenden Schritten entfernen: -stieben <st. V.; ist) (geh.):
sich schnell, fluchtartig, mit Hast (in verschiedene
Richtungen I entfernen: als der Schuß fiel, stoben die Vögel davon;
-stiefeln <sw. V.; ist): sich mit festen, eifrigen, munteren
Schritten entfernen: die Kinder stiefelten durch den Schnee
davon; -stolzieren <sw. V.; ist): stolzierend davongehen;
-stürmen <sw. V.; ist): in großer Eile u. mit Vehemenz
davonlaufen; -stürzen <sw. V.; ist): sehr eilig u. überstürzt
davonlaufen; -tragen <st. V.; hat): 1. durch Tragen
entfernen, wegbringen, -bewegen; weg-, forttragen: einige brachen
zusammen und wurden davongetragen; Der Bediente nahm
seinen Säbel in Empfang und trug ihn durch die Galerie
davon (Th. Mann. Hoheit 158); U der Wind trug die
Klänge davon. 2.a) (geh.) erringen, erlangen: einen Sieg
d.; Wir hatten weder Lohn noch Ruhm davongetragen
(Jünger. Bienen 21); b) sich zuziehen, erleiden: eine
Verletzung d.; Die zweite Maschine trug so starke Zerstörungen
davon ... (Gaiser. Jagd 191); -treiben <st. V.; hat): vor
sich her treibend entfernen, wegbewegen; weg-, forttreiben:
der Wind trieb die Blätter davon; -trollen, sich <sw. V.;
hat) (ugs.): /gezwungenermaßen, leicht beschämt, unwillig
o.ä.j ohne Eile, ohne Hast davongehen: als ich merkte,
daß ich nicht gelegen kam. trollte ich mich wieder davon;
-trotten <sw. V.; Ist): [lustlos, gleichgültig] mit langsatnen.
schwerfälligen Schritten davongehen: er sah die grauen
Gestalten auf der staubigen Straße d.; -ziehen <unr. V.; ist):
1. sich auf eine längere Wanderung. Falirt begeben u. sich
stetig wegbewegen, in stetiger Bewegung entfernen: sie zogen
singend davon; die Vögel sind schon davongezogen. 2.
(Sport) einem Gegner. Konkurrenten gegenüber einen I sich
stetig vergrößernden! Vorsprung gewinnen, ihn hinter sich
lassen: auf den letzten vierhundert Metern überspurtete
er die andern und zog davon; die deutsche Mannschaft
war schließlich auf 5:1 davongezogen.
davor [dafo:£. mit bes. Nachdruck: 'da:fo:?l <Adv.) Imhd.
da vor. ahd. dar(a) furij: l.a) vor diesem Gegenstand. Ort
o.a.: ein Haus mit einem Garten d.; b) vor diesen
Gegenstand. Ort o. ä.: ich würde den Stuhl d. stellen, nicht
daneben. 2. vor diesem Zeitpunkt, vorher: das Spiel beginnt
um 16 Uhr, d. spielen noch zwei Jugendmannschaften.
3. vor dieser Sache. Angelegenheit, im Hinblick darauf:
wir haben ihn d. gewarnt; er hat keinen Respekt d.; er
hat Angst d.. erwischt zu werden. 4. (nordd.) in bestimmten
Verwendungen in getrennter Stellung: da habe ich keine
Angst vor.
davor-: -halten <st. V.; hat): vor diese Stelle, diesen
Gegenstand o. ä. halten: er hat die Platte davorgehalten; -legen
<sw. V.; hat): vor diese Stelle, diesen Gegenstand o. ä. legen:
sie öffnete die Tür, um die Fußmatte davorzulegen; -liegen
<st. V.; hat): vor dieser Stelle, diesem Gegenstand o.a.
liegen: er sah die Hütte und den Hund, der davorlag;
-schieben <st. V.; hat): vor diese Stelle, diesen Gegenstand
o. ä. schieben: er hatte den Riegel nicht davorgeschoben;
-setzen <sw. V.; hat): vor diese Stelle, diesen Gegenstand
o. ä. setzen: er schaltete das Fernsehgerät ein und setzte
sich davor; -sitzen <unr. V.; hat): vor dieser Stelle, diesem
Gegenstand o. ä. sitzen: er wußte nicht, wie lange er davor-
gesessen hatte; -stehen <unr. V.; hat): 1. vor dieser Stelle,
diesem Gegenstand o. ä. stehen: sie öffnete die Tür, um
zu sehen, wer davorstand. 2. unmittelbar vor dieser Aufgabe,
diesem Ereignis o. ä. stehen: entweder hat er sein Examen
schon gemacht, oder er steht kurz davor; -stellen <sw.
V.; hat): vor diese Stelle, vor diesen Gegenstand o. ä. stellen:
sie schob das Bild etwas zurück, um ein paar Blumen
davorzustellen.
dawai [da'vaj; russ. dawai, 2. Pers. Sg. Imperativ von: dawat
= geben; lassen] (ugs.): los\
dawider [da'vhdB] <Adv.) Imhd. da(r)wider, ahd. darta)
wider(i)J (veraltet, noch landsch.): svw. tdagegen (1. 2);
dawiderreden <sw. V.; hat) (veraltet): etwas einwenden;
etw. anderes, das Gegenteil behaupten: er mußte immer
d., wenn man ihm etwas sagte.
dazu [da'tsu:. mit bes. Nachdruck: da:tsu:] <Adv.) [mhd.
dä(r) zuo, ahd. darta) zuo]: l.a) zw dieser Sache, diesem
Zustand, diesem Vorgang Ihinzu j; zusätzlich zu diesem:
d. reiche man am besten Salat; er arbeitet und singt d.;
b) darüber hinaus, außerdem, überdies: sie ist schön und
d. nicht ganz unvermögend. 2. hinsichtlich dieser Sache.
Angelegenheit, im Hinblick darauf: er hatte d. keine Lust,
keine Zeit; sie wollte sich d. nicht äußern; sie wollte helfen,
war aber nicht d. in der Lage. 3. zu diesem Zweck, diesem
Ziel; für diesen Zweck: er eignet sich nicht d.; d. kann
ich dir nur raten; die Entwicklung führte d.. daß ...; seine
Erklärungen waren nicht d. angetan (geeignet), mich
umzustimmen; d. reicht das Geld nicht; wie komme ich d.?
(ugs.; warum soll ich denn das tun?; das mache ich nicht!).
4. (nordd.) in bestimmten Verwendungen in getrennter
Stellung: da habe ich keine Lust zu; Ich wollte da nur
noch einen Gesichtspunkt zu sagen (Bausinger. Dialekte
102).
dazu-: -bekommen <st. V.; hat): zu diesem Vorhandenen
hinzubekommen, zusätzlich bekommen; -geben <st. V.; hat):
zu diesem Vorhandenen geben, beisteuern: zum Kauf des
Hauses reicht ihr Geld nicht, die Eltern wollen ihr noch
etwas d.; -gehören <sw. V.; hat): zu dieser Sache. Kategorie.
Personengruppe gehören: bei der Reisegesellschaft waren
einige Leute, die eigentlich nicht dazugehörten; es gehört
schon einiges dazu (man muß schon beherzt sein), wenn
man eine solche Tour unternimmt; -gehörig <Adj.; o.
Steig.; nur attr.X ein Hängeschloß und die -en Schlüssel;
-gesellen, sich <sw. V.; hat): hinzukommen zujmdm.. etw.:
Sogleich hatten sich einige Spanier dazugesellt (Leonhard.
Revolution 177); halten wir unseren Schuldschein in
Händen .... und neue Zettel gesellen sich dazu (Thielicke. Ich
glaube 182); -halten, sich <st. V.; hat) (landsch.): sich
beeilen, anstrengen; -kommen <st. V.; ist): 1. zu einem
Geschehen hinzukommen, während eines Geschehens
eintreffen, erscheinen: sie kam gerade dazu, als sich die Kinder
zu streiten begannen. 2. zu dieser Sache, diesem
Personenkreis I zusätzlichJ hinzukommen: wir sind noch nicht
vollzählig, es kommen noch einige Gäste dazu; -können <unr.
V.; hat) (nordd.): svw. Tdafürkönnen; -lernen <sw. V.;
hat): Zusätzliches lernen, neue Erfahrungen machen: man
kann immer noch [etwas] d.; -rechnen <sw. V.; hat): zu
diesem Betrag rechnend hinzufügen: du mußt diese Summe
noch d.; Ü wenn man noch dazurechnet (mit in Betracht
zieht, berücksichtigt), wieviel Zeit er dafür gebraucht hat.
dann ...; -schlagen <st. V.; hat): svw. t -rechnen: man
muß die Zinsen noch d.; -schreiben <st. V.; hat): zu diesem
Geschriebenen schriftlich hinzufügen: willst du auch noch
Grüße d.?; -setzen <sw. V.; hat): zu diesem Personenkreis
setzen: sie begrüßten die Runde und setzten sich dazu;
-tun <unr. V.; hat) (ugs.): zu diesem Vorhandenen tun.
hinzufügen: du kannst ruhig noch von dem Gewürz d.;
-tun, das: in der Fügung ohne imds. Dazutun (ohne jmds.
Beteiligung. Unterstützung): ohne dein D. hätte er es nicht
geschafft; -verdienen <sw. V.; hat): zusätzliches Geld
verdienen: seine Frau verdient noch [etwas] dazu.
dazuhjn <Adv.) (regional): darüber hinaus, außerdem,
überdies: Es gibt bei den Wagen folgende Klassen.... d. noch
eigene Klassen für Dieselfahrzeuge (Frankenberg, Fahren
128); dazumal <Adv.) [aus: da (mhd. dö = da[mals]) u.
zumal (mhd. zemäl. ze male = zugleich, zu der(selben)
Zeit)] (veraltend, noch scherzh. altertümelnd): datnals in
jener vergangenen Zeit: d. gab es noch keine Eisenbahn.
dazwischen [da'tsvijn, mit bes. Nachdruck: da:tsvijnl
<Adv.) [mhd. da(r) zwischen]: l.a) zwischen diesen Pers(>-
nen. Gegenständen. Sachen. Orten: die Häuser stehen frei,
d. befinden sich Gärten und Wiesen; er fand d. keinen
Platz mehr; Ü das sind extreme Standpunkte, d. gibt es
auch noch andere Möglichkeiten; b) zwischen diese
Personen. Gegenstände. Sachen, Orte: lege das Buch nicht darauf,
sondern d. 2. a) unter, in dieser Menge, darunter: wir haben
die Posteingänge durchgesehen, aber Ihr Brief war nicht
d.; b) unter, in diese Menge, darunter: die Leute standen
dicht gedrängt, und das Tier sprang mitten d. 3. a) zwischen
diesen Zeitpunkten. Ereignissen: drei Monate lagen d.; der
Aufstieg dauerte mehrere Stunden; sie mußten d.
(zwischendurch ) öfterRast machen; b) zwischen diese
Zeitpunkte. Ereignisse: zwei Vorträge stehen noch aus. wir werden
eine Pause d. einschieben.
dazwjschen-. Dazwischen-: -fahren <st. V.; ist): 1. Ordnung
493
DDT
schaffend, heftig in etw. eingreifen: als die Kinder sich
zu streiten begannen, fuhr er dazwischen. 2. jmdn. in seiner
Rede durch einen Einwand o. ä. mit Heftigkeit unterbrechen:
„Das ist eine Lüge", fuhr er dazwischen; ^fragen <sw.
V.; hat): ein Gespräch mit einer Frage unterbrechen: darf
ich einmal kurz d.?; --funken <sw. V.; hat) (ugs.): sich
in etw. einschalten u. dadurch den Ablauf von etw. /
absichtlich i stören od. einen Plan durchkreuzen: Wenn mir die
SED-Zentrale nicht dazwischenfunkt, werde ich die
Zeitschrift nach meinem Kopf redigieren können (Kantoro-
wicz, Tagebuch I. 320); -geraten <st. V.; ist): 1. zwischen
diese Dinge, Gegenstände geraten: beim Abschalten der
Maschine ist er mit den Fingern dazwischengeraten. 2.
ungewollt in diese Angelegenheit verwickelt werden,
hineingeraten: -hauen <unr. V.; hat) (ugs.): svw. t ^schlagen:
Wenn ich vor ein paar Jahren so „blödes Gerede" hätte
anhören müssen, hätte ich mit dem Stuhlbein dazwischen-
gehauen (Plievier. Stalingrad 343); -kommen <st. V.; ist):
1. svw. f ^geraten (1). 2. unvorhergesehen als Störung,
Unterbrechung eintreten: ich nehme teil, wenn [mir] nichts
dazwischenkommt, zu 2: -kunft [-kunft], die: - (selten):
wenn Ihre unverhoffte D. ihn nicht aufgestört hätte (Ku-
senberg, Mal 15); -liegen <st. V.; hat): zwischen diesen
Zeitpunkten, Ereignissen, Grenzen o.a. liegen, vorhanden
sein, sich ereignen: Jahre liegen dazwischen; -mischen.
sich <sw. V.; hat) (ugs.): sich in eine Angelegenheit
einmischen: misch dich nicht dazwischen, das geht dich nichts
an; -reden <sw. V.; hat): 1. sich in dieses Gespräch, diese
Unterhaltung unaufgefordert, störend einmischen: einen
Sprechenden in störender Weise unterbrechen: du sollst nicht
immer d., wenn wir uns unterhalten. 2. sich einmischen
mit dem Ziel, jmdn. zur Änderung od. Aufgabe seines Planes
0. ä. zubringen: wenn er sich zu diesem Schritt entschlossen
hat. würde ich ihm nicht mehr d.; -rufen <st. V.; hat):
diese Rede, Diskussion durch Zwischenrufe unterbrechen:
-schalten <sw. V.; hat): in diese Folge von technischen
Geräten o. ä. durch Schaltung einfugen: einen Widerstand
d.; Ü war es denn nötig, noch eine weitere Behörde dazwi-
schenzuschalten (einzuschalten)?: -schieben <st. V.; hat):
1. zwischen diese Dinge, Gegenstände schieben: dort ist
noch Platz, du kannst das Buch einfach d.; Dann schob
sich eine Wolkendecke dazwischen (Küpper. Simplicius
159). 2. in diese Reihenfolge, diesen Ablauf einschieben,
einfügen: können wir noch einen weiteren
Diskussionspunkt d.?; -schlagen <st. V.; hat): in diese
Auseinandersetzung, diesen Streit o.a. mit Schlägen eingreifen, um ihn
zu beenden, um die Ordnung o.a. wiederherzustellen: als
die Demonstranten nicht wichen, schlug die Polizei
dazwischen; -springen <st. V.; ist): schnell, rasch dazwischentreten
(1); -stehen <unr. V.; hat): 1. zwischen diesen Personen,
Dingen, Gegetiständen stehen: die Menge wartete, und wir
standen dazwischen. 2. zwischen diesen Gegensätzen, Polen
stehen, eine Mittelstellung innehaben: keiner der geäußerten
Meinungen mochte er sich anschließen, er stand mit seiner
Ansicht dazwischen. 3. zwischen diesen Personen eine
Einigung verhindern, trennend im Wege sein: die beiden hätten
sich längst versöhnt, wenn nicht die Mutter d. würde;
^treten <st. V.; ist): 1. in diese Auseinandersetzung, diesen
Streit schlichtend eingreifen: als die beiden in Streit gerieten,
mußte er d.; <subst.:> seinem Dazwischentreten war es
zu verdanken, daß ... 2. zwischen diesen Personen
Uneinigkeit verursachen, diese Personen auseinanderbringen: sie
waren befreundet, bis ein Mädchen dazwischentrat; ~wer-
fen<st.V.;hat):l.<d. + sich) sich schnellu. mit körperlichem
Einsatz zwischen Streitende werfen: dazwischentreten (1).
2. als Zwischenbemerkung einwerfen: eine bissige
Bemerkung d.
DDT©[de:de:'te:]. das; -[s] [Kurzwort aus Dichlordiphenyl-
trichloräthanj: ein Insektenbekämpfungsmittel.
D-Dur [de:du:?. auch:'-'-]. das; - (Musik): Tonart: Zeichen:
D (td. D 2); <Zus.:> D-Dur-Etüde, die.
Dead heat l'ded hi:t]. das; - -[sl. - -s [engl, dead heat.
eigtl. = tote Hitze]: totes Rennen (wenn zwei (xJ. mehr
Teilnehmer zur gleichen Zeit durchs Ziel gehen): Deadline
[dcdlainj.die;-.-s[engl.-amerik. deadline. eigtl. =
Sperrlinie. Todesstreifen J: 1. letzter i Ablieferungstermin für
Zeitungsartikel l: Redaktions-, Anzeigenschluß. 2. Stichtag. 3.
äußerste Grenze (in bezug auf die Zeit): 15 Minuten vor
der D. erst wurde Aden für uns freigegeben (Spiegel 11.
1975. 16); Deadweight [dedweit], das; -[sl. -s [engl, dead
weight. eigtl. = totes Gewicht]: Gesamttragfähigkeit eines
Schiffes.
deaggressivjeren <sw. V.; hat) [aus lat. de- = von - weg
u. taggressivieren] (Psych.): /Emotionen] die Aggressivität
nehmen: Sie (= die Psychoanalyse) beschreibt.... wie Liebe
und Haß neutralisiert ... und deaggressiviert ... werden
(Hacker. Aggression 408).
Deakzentukning, die; -. -en [aus lat. de- = von - weg
u. t Akzentuierung] (Funkw.): eine bestimmte (reziproke)
Art der Entzerrung beim Empfang.
Deal [di:l], der od. das; -s, -s [engl, deal]: Handel, Geschäft:
Die Übernahme von Wintershall war ein faires D. (MM
25. 4. 69. 23); dealen [di:ton] <sw. V.; hat) [engl, to deal
= handeln]: illegal mit Rauschgift handeln: in mehreren
Lokalen der Innenstadt wird gedealt; <subst.:) Inzwischen
ist er verhaftet und sitzt wegen Dealens von Drogen in
Haft (Ossowski. Bewährung 137); Dealer ['di:le]a der; -s.
- [engl, dealer = Händler]: \.*)jmd., der illegal mit
Rauschgift handelt, Rauschgifthändler, Drogenverkäufer: b) jmd.,
der etw. illegal zu vertreiben versucht: zwei dänische D.
hatten Pornohefte überdie Post verschickt. 2. svw. t Jobber.
Debakel [deba:k|]. das; -s. - [frz. debacle = plötzlicher
Eisbruch, plötzliche Auflösung, zu: debacler = (vom Eis)
plötzlich auf-, durchbrechen, frei werden, zu: bäcler =
(mit Holz) verrammeln < prov. baclar < vlat. *bacculäre.
zu: *bacculum < lat. baculum = Riegel. Stock] (bil-
dungsspr.): Zusammenbruch, Niederlage: unfieilvoller,
unglücklicher Ausgang: ein D. erleiden; schuld an dem D.
war die Regierung.
Debardage[debarda:39].die;-.-n [frz. debardage] (veraltet):
das Ausladen, Löschen einer , Holz fracht: 'Debardeur [de-
bar'do:?]. der; -s. -e [frz. debardeur] (veraltet):
Schiffsentlader: ^Debardeur [-]. das; -s. -s [frz. debardeur. eigtl. =
Kleidungsstück) eines 'DebardeursJ: rund ausgeschnittenes
Trägerhemdehen: debardieren [debar'di.ran] <sw. V.; hat)
[frz. debarder, wohl zu: bard = Tragbahre < afränk.
* berhard = Träger; tragbares Ding] (veraltet): eine Fracht
ausladen, eine Ladung löschen.
debarkieren [debar'ki:ran] <sw. V.; hat) [frz. däbarquer.
zu: barque = tBark] (veraltet): aus einem Schiff ausladen:
ausschiffen.
Debatte [de'bata]. die; -. -n [rückgeb, aus dem PI. Debatten
< frz. döbats. zu: debattre. tdebattieren]: a) lebhafte
Diskussion, Auseinandersetzung, Streitgespräch: eine erregte,
lebhafte D. ist im Gang; Ich entfesselte hitzige -n (Niekisch,
Leben 107); etw. in die D. werfen; in eine D. eingreifen;
etw. steht zur D. (solldiskutiert werden): Ob diese Lesart
zutreffend ist. ... steht nicht zur D. {das soll hier nicht
erörtert werden: Dönhoff. Ära 137); b) Erörterung eines
Themas im Parlament: die D. über die
Regierungserklärung; die D. dauert noch an. wurde vertagt, wird
fortgesetzt; In der außenpolitischen D. ... sagte der
Bundeskanzler ... (DönhofT, Ära 84); <Zus.:) Debgttenschrift, die <o.
PI.) (veraltet): zum Mitschreiben von Reden besonders stark
gekürzte Stenographie, Eilschrift: Debatter [de'batB], der;
-s, - [engl, debater, zu frz. debattre. tdebattieren]: jmd.,
der zu debattieren versteht, guter Redner bei Diskussionen:
Auch die Gegner von Strauß anerkennen... sein
überdurchschnittliches Talent als parlamentarischer D. (Welt 30.
6.62,4); debattieren [deba'thron] <sw. V.; hat) [frz. debattre
= durchsprechen, den Gegner mit Worten schlagen <
galloroman. *debattere. zu vlat. battere = schlagen <
lat. battuere]: erörtern, verhandeln, eingehend besprechen:
lebhaft diskutieren: einen Plan, ein Problem, eine Gesetzes-
vorlaged.; [über] eine Frage heftig, hitzig, lebhaft,
stundenlang d.; Als ... die Vertreter der Verbraucher und der
Einzelhändler zum Thema Ladenschlußgesetz debattierten
... (Hörzu 31. 1973. 5); <Abl.:> Debattierer [debati:re].
der; -s. -: svw. T Debatter; <Zus.:> Debattferklub.der
(abwertend): eifrig, aber ohne sichtbaren Nutzen debattierende
zu einem bestimmten Zweck zusammengekommene!
Gruppe von Personen: Glauben Sie denn, die dünkelhaften
Parlamente und -s ä la Genf hätten dazu noch die Kraft?
(Hochhuth. Stellvertreter 92).
Debauche [de'bo:J(9)l. die; -, -n [...fn; frz. debauche] (bil-
dungsspr.): ausschweifender Lebenswandel, Wollust: Sie
schläft mit ihm. er schläft mit ihm. und sie schläft mit
ihr. Das ganze soll die D. der römischen Aristokratie
im Jahre 2000 widerspiegeln (MM 3./4. 10. 70. 7);
debauchieren [debofi:r9n] <sw. V.; hat) [frz. (se) däbaucher.
494
deck-, Deck-
eigtl. = von der Arbeit abhalten, zu afrz. bauch, balc
= Balken < afrank. *balk] (selten): ausschweifend leben.
Debellation [debelatsio:n]. die; -. -en [lat. debellätio =
BesiegungJ (Völkerr.): Beendigung eines Krieges durch die
völlige Vernichtung des feindlichen Staates.
Debet ['de:bet], das; -s. -s [subst. aus lat. debet = er schuldet,
zu: debere = schulden, sollen] (Bankw.): linke Seite
(Sollseite) eines Kontos (Ggs.: Kredit); <Zus.:> Debetsaldo, der
(Bankw.): Saldo, bei dem die Sollseite überwiegt.
debil [de'bi:l] <Adj.) [lat. debilis = schwach, schwächlich]:
leicht schwachsinnig: ein -es Kind; Denn sein gedankliches
Niveau ist subaltern und seine Sprache d. (Deschner,
Talente 46); <Abl.:> Debilität [debili'te:t]. die; - [lat. debilitäs
= Gebrechlichkeit]: leichter Grad der Schwachsitmigkeit.
Debit [de'bi:t, de'bi:]. der; -s [frz. debit, zu: debiter =
im kleinen verkaufen, eigtl. = zerteilen, zu mniederd.
biten = beißen; schneiden, spalten] (veraltet):
Warenverkauf: Ausschank.
debitieren [debi'ti:ren] <sw. V.; hat) [zu tDebitor]: eine
Person od. ein Konto belasten: Debitor [de.bitor, auch: de:bi-
to:^], der; -s. -en [debi'to:ren] <meist PI.) [ital. debitore <
lat. debitor. zu: debere = schulden] (Bankw.): Schuldner,
der Waren von einem Lieferer auf Kredit bezogen hat:
<Zus.:> Debitorenkonto, das (Bankw.): Konto, auf dem die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verbucht
werden.
deblockkren <sw. V.; hat) [frz. debloquer. zu: bioquer,
t blockieren] (Druckw.): blockierten Text durch den
richtigen ersetzen.
debouchieren [debu'JLren] <sw. V.; ist) [frz. deboucher. zu:
bouche = Mund; Öffnung < lat. bucca = Backe] (Milit..
veraltet): aus einem Engpaß hervorrücken, -brechen.
Debre[c]ziner [debretsi:ne] <P1.) [nach der ung. Stadt Debre-
cen (dt. Debre[c]zin)]: scharf gewürzte Kochwürstchen.
Deburyking [dibankw], das; -s. -s [engl, debunking. zu: bunk
= leeres Geschwätz]: das Entlarven eines Helden od. eines
Mythos in Film, Theater od. Roman: Es kommt
verschiedentlich zu einem ..Debunking" einst verklärter
Heldengestalten wie des General Custer (Gregor. Film 219); Ü
Das ..Debunking" der positivistischen Philosophie wird
rückläufig, über Kant entwickelt es sich zurück zu reiner
Metaphysik (FAZ 19. 10. 61. 25).
Debüt [de'by:]. das; -s. -s [frz. debut = Anspiel. Anfang,
aus der Fügung: jouer de but = auf das Ziel hin spielen;
frz. but. H. u.]: a) erstes i öffentliches Auftreten eines
Künstlers, Sportlers o.a.: sein D. als Schriftsteller war
ein großer Erfolg; die junge Sängerin gab ihr D.; der
Regisseur lieferte mit dieser Inszenierung sein D. (stellte
erstmals eine eigene Arbeit vor): Ü ... daß erst mit dem
D. des BMW 1500 diese Vorderachskonstruktion stärker
beachtet wurde (Auto 6,1965. 31); b) (früher) erste
Vorstellung bei Hofe: Debütant [deby'tant]. der; -en. -en [frz.
debutant]: Künstler, Sportler o.a., der zum ersten Mal
öffentlich auftritt: Debütantin, die; -. -nen: a) w. Form zu
t Debütant; b) junges Mädchen aus der höheren
Gesellschaftsschicht, das in die Gesellscliaft eingeführt wird: <Zus.
zu b:> Debütantinnenball, der: Ball, auf dem die
Debütantinnen der Gesellschaft vorgestellt werden: Für einen D. ist
fast immer ein weißes Ballkleid Vorschrift (Dariaux
[Übers.]. Eleganz 57); debütieren [deby'ti:ran] <sw. V.; hat)
[frz. debuter]: (von Künstlern, Sportlern o.a.) erstmals
öffentlich auftreten: mit einem Werk d.; der Regisseur
debütierte am, beim Theater; als Siegfried in Wagners ..Ring
des Nibelungen" d.
Decay [dikei]. das;-[s] [engl, decay. eigtl. = Verfall.
Abnahme, zu: to decay = verfallen, abnehmen < afrz. decair
< vlat. decadere < lat. decidere = herabfallen; verfallen]
(elektron. Musik): Zeit des Abfallens des Tons vom
Maximum bis O beim Synthesizer.
Dechanat [de^a'na.t], Dekanat [deka'na.t]. das; -[e]s. -e
[mlat. decanatus = Amt. Würde eines Dechanten. zu:
decanus. tDekan]: Amt od. Amtsbereich (Sprengel) eines
Dechanten: Dechanei [d£$a'nai], Dekanei [dekanai]. die;
-. -en [mhd. nicht belegt. ahd. dechenie. zu: tDechant]:
Wohnung eines Dechanten: Dechant [d£<^nt. auch, vor
allem östenv. '—]. der; -en. -en [mhd. dechan(t). techan(t)
= (kirchlicher) Vorsteher; spätahd. dechan, techant =
ausgewählter Gehilfe < mlat. decanus. t Dekan]: höherer
katholischer Geistlicher, Vorsteher eines Kirchenbezirks
innerhalb der Diözese, auch eines Domkapitels u.a.: <Abl.:>
Dechantei [de^an'laj], die; -. -en [mhd. nicht belegt, ahd.
dechentey = Ami. Würde. Bezirk eines Dechanten]
(österr.): Amtsbereich eines Dechanten.
Decharge [de1 Jana], die; -. -n [frz. d&harge] (veraltet):
Entlastung I von Vorstand u. Aufsichtsrat bei
Aktiengesellschaften): dechargkren <sw. V.; hat) [frz. decharger. eigtl. =
abladen < vlat. discar(r)icäre. zu lat. carrus = Karren]
(veraltet): entlasten.
Decher ['de^ej. das od. der; -s, - [mhd. decher = zehn
Stück Leder. Häute von kleinem Vieh < lat. decuria =
Anzahl von zehn] (hist.): deutsches Maß für Felle u.
Pelzwaren.
Dediet [de'Je:], der; -s. -s (meist PI.) [frz. dechet. eigtl.
= Abfall, zu: dechoir = abnehmen; verlieren < vlat.
decadere. t Decay]: Spinnereiabfälle verschiedener Art.
dechiffrieren <sw. V.; hat) [frz. dechiflrer, zu: chiflre, TChif-
fre]: den wirklichen Text einer verschlüsselten Nachricht
herausfinden bzw. herstellen: entziffern, entschlüsseln (Ggs.:
chiffrieren): eine Nachricht, eine Geheimschrift d.; Ü ...
die albernen äußerlichen Konventionen und Zustände des
heutigen Menschen zu d. (MM 19.6. 69, 24); <Abl.:> De-
diiflrjfining, die; -. -en: Entschlüsselung eines Textes, einer
Nachricht: die D. militärischer Geheimschriften; Ü eine
gesellschaftliche D. Bachs (Adomo. Prismen 138).
Dechsel ['deks)]. die; -. -n [mhd. dehsel. ahd. dehsala. zu
einem germ. Verb mit der Bedeutung ..schlagen"]
(Holzverarb.): beilähnliches Werkzeug zum Aushauen von
Vertiefungen o. ä. mit quer zum Holm stehendem, meist leicht
gekrümmtem Blatt.
deciso [de'yi.zo] <Adv.) [ital. deciso. 2. Part, von: decidere
= festsetzen, entscheiden < lat decidere] (Musik):
entschlossen, entschieden.
Deck [dek]. das; -[e]s. -s [niederd. dek = Schifisdeck. zu:
decken = be-, ver-, zudecken]: 1. waagerechte Fläche,
die den Rumpf von Wasserfahrzeugen nach oben hin
abschließt: das D. reinigen, scheuern; alle Mann an D.!
(seemännisches Kommando): auf D. sein, unter D. gehen;
* nicht/wieder auf Deck sein (ugs.; nicht rechtIwieder gesund
sein: urspr. Seemannsspr.). 2. jede waagerechte Unterteilung
des Schiffsrumpfesu. der dazwischen liegende Raum
(Stockwerk) eines Schiffes: der Salon befindet sich im mittleren
D. 3. Stockwerk in einem hohen Bus: auf den -sder
Autobusse, die wie Elefanten trotteten (Johnson. Ansichten 143).
4. kurz für t Parkdeck.
'D«ck- (Deck 1. 2; vgl. auch: Decks-): -auftauten <P1.):
die Aufbauten auf einem Schiff: -balken, der: quer zum
Schiff verlaufender Balken, der den Schiffsrumpf versteift:
-ladung. die: auf dem Deck (1) verladene Güter: -last.
die: svw. T Ladung; --offizier, der: in der deutschen
Kriegsmarine bis 1918 eine Rangklasse zwischen Offizier u.
Unteroffizier: -passagier, der: Schiffsfahrgast, der keinen Kaiü-
tenplatz hat: -planke, die: Planke, die längs zum Schiff
auf den Deckbalken verlegt wird: -sessel, der: vgl. -stuhl;
-stuhl, der: Liege /stuhlaufDeck (\)für Schiffspassagiere.
d«ck-, 2Dqck- (decken): -adresse, die: eine andere als die
eigentliche Adresse, diejmd. angibt, um als Empfänger von
Sendungen nicht mit dem eigenen Namen bekannt zu werden:
Sie schrieb dem Kameraden des jungen Brück ... an seine
D. in Prag (K. Mann. Vulkan 58); -akt, der: (bei Tieren)
Begattung: -anschrift, die: svw. t-adresse; -anstrich, der:
die letzte, deckende Farbschicht: -bett, das: große, mit
Federn gefüllte Zudecke, Federbett: -Matt, das: 1. (Bot.)
Blatt, aus dessen Achsel ein Seitensprofi entspringt. 2. das
äußerste Blatt der Zigarre. 3.a) Blatt mit Ergänzungen
od. Berichtigungen, das in Bücher, Broschüren o. ä.
eingeklebt wird: b) Titelblatt eines Buches, Heftes: c)
durchsichtiges Blatt mit Eintragungen) zum Auflegen auf Landkarten
od. vor Kunstdrucken. 4. oberste Karte bei einem Stoß
Spielkarten: -blech, das: Blech zum Be- od. Abdecken einer
Sache: -brett.das: Brett zum Be- od. Abdecken einer Sache:
-erinnerung, die (Psych.): unwesentliche Erinnerung, die
eine andere, wichtige Erinnerung an bestimmte Ereignisse
verdrängt: -erlaubnis, die: Erlaubnis, ein Tier zum Decken
fremder od. eigener Tiere zu verwenden: -fähig <Adj.; nicht
adv.): (von Tieren) in der Lage, gedeckt zu werden od.
zu decken (9); -färbe, die: Farbe, die den Untergrund, auf
den sie gemalt ist, nicht durchscheinen läßt, dazu: -farben-
malerei, die; -fSrbung, die: (von Tieren) Tarnfärbung: -fe-
der, die <meist PI.): Schwanz u. Flügel bedeckende
Vogelfeder: -ftügel, der: als Schutz für Hinterflügel u. Hinterleib
495
Deckchen
dienender Vorderflügel bei Insekten. FlügeUlecke; ^flügler,
der; -s. -: Vertreter einer Ordnung der Insekten (Käfer);
^frudit, die: Feldfrucht, die in eine zweite, langsamer
wachsende eingesät wird, um diese zu schützen u. um zweimal
ernten zu können; -gam. das: svw. t ^netz; ^gebirge. das
(Geol.. Bergbau): auf dem älteren u. tieferliegenden
Grundgebirge auflagernde Oberflächengesteine; --gewebe, das:
oberste Zellschicht des menschlichen u. tierischen Haut-
u. Schleimhautgewebes; Epithel; MÜas, das: dünnes Glas-
plättchen zur Abdeckung mikroskopischer Präparate:
^haar, das: a) aus Leit- u. Grannenhaaren bestehender Teil
des Fells der Säugetiere; b) oberer Teil der Kopfhaare des
Menschen; ^hengst, der: Zuchthengst, Beschäler; ^kraft,
die: Fähigkeit einer Farbe, den Untergrund nicht
durchscheinen zu lassen, dazu: ^kräftig <Adj.; nicht adv.);
^leiste, die: Leiste zum Verdecken von Fugen u. Übergängen;
-mantel, der <o. PI.) [mhd. deckemantel]: etw. Gutes i.
was als Verschleierung. Vorwand , bei weniger guten od.
egoistischen Unternehmern dient: Gerechtigkeit ist der D.
für jede Parteiraserei (Rcmarque, Triomphe 156); Was
soll die Kommission? Ist sie ein D. dafür, daß man nichts
mehr tun kann ...? (Bundestag 189, 1968. 10247); die
Macht, die er in Männerbünden ... ausübt als kleiner
... Diktator, oft mit dem D. frommer und freiheitlicher
Sprüche (Graber, Psychologie 24); Bierflaschen leeren und
widerspenstige Redensarten führen; und alles unter dem
D. der Kameradschaft (Kirst, 08/15,80); -name, der:
angenommener, an Stelle des eigentlichen Namens gebrauchter
Name; Pseudonym; -netz, das: Netz, mit dem Federwild
gefangen wird; MMimmer, die: Nummer, die eine Person
ixi. Sache trügt, um die eigentHefte Identität zu verdecken;
-plane, die: Plane zum Ab- od. Zudecken von etw.; -platte,
die: Platte zum Ab- od. Zudecken von etw.; -reisig, das:
Reisig zum Dachdecken; -rüde, der: zur Zucht verwendeter
männlicher Hund. Zuchtrüde; -schidit, die (Fot., Malerei):
oberste Schicht. Schutzschicht; -seuche, die: durch den
Deckakt übertragene Krankheit; -Station, die: Ort, an dem
männliche Zuöttttere zum Decken zur Verfügung stehen;
-stroh, das: Stroh zum Dachdecken; -weiß, das: weiße
Farbe, die den Untergrund, auf den sie aufgetragen wird,
nicht durchscheinen läßt; -wort, das: Uneingeweihten
unverständliches Wort, das dazu dient, etw. Geheimes zu
bezeichnen; -zeit, die: (von Tieren) Begattungszeit.
Deckchen [dek^nl, das; -s. -: tDecke (1); Decke ['dckal.
die; -, -n [mhd. decke, ahd. decchil: 1. <Vkl. t Deckchen)
rurtdes od. eckiges Stoffstück aus Leinen. Halbleinen.
Baumwolle o. ä. zum Bedecken bes. eines Tisches; Tischdek-
ke. Tischtuch: eine bestickte, gemusterte, gehäkelte D.;
die D. hat viele Flecken; eine neue D. auflegen; er schüttete
den Kaffee über die D. 2. aus wärmendem textilem Material
hergestellter Gegenstand zum Zudecken: Wolldecke: eine
weiche, wollene, warme D.; die D. ausbreiten,
zurückschlagen, zusammenlegen; ich zog mir die D. bis über den
Kopf; sich in eine D. wickeln; unter die D. schlüpfen,
kriechen; Ü der Winter hat eine weiße D. über das Land
gebreitet (das Land ist mit Schnee bedeckt); * sich nach der
D. strecken [müssen] (ugs.; sich seinen bescheidenen
Verhältnissen anpassen, mit wenig Mitteln auskommen I
müssen!; eigtl. = sich so ausstrecken, wie die Länge der
Bettdecke es erlaubt); mit jmdm. unter einer D. stecken (ugs.;
mitjmdm. gemeinsante Sache machen, die gleichen
schlechten! Ziele verfolgen; zu beziehen auf das
Zusammenschlafen miteinander Bekannter od. Vertrauter allgemein
od. auf den ma. Rechtsbrauch des feierlichen Zudeckens
der Jungvermählten). 3. oberer Abschluß eines Raumes
od. Stockwerks: eine niedrige, hohe, getäfelte D.; die D.
weißen; eine neue D. einziehen; *imdm. fällt die D. auf
den Kopf (ugs.: 1. jmd. fühlt sich in einem Raum beengt
u. niedergedrückt. 2. jmd. langweilt sich zu Hause u. wünscht
sich Zerstreuung. Geselligkeit): an die D. gehen (ugs.;
aujhrausen, sehr zornig, wütend werden): [bis] an die D.
springen (vor Freude o.a.) (seiner großen Freude o. ä.
Ausdruck geben). 4. Straßenbelag. Fahrbahnbelag: die D. ist
aufgebrochen, hat viele Schlaglöcher; die D. erneuern.
5. äußerer Teil der Bereifung, Radmantel: der Reifen besteht
aus D. und Schlauch. 6. (Jägerspr.) a) Haut aller
Hirscharten: dem Bock die D. abziehen; b) Fell von Bär. Wolf.
Luchs u. Wildkatze; c) die beiden mittleren Schwanzfedern
des Flugwildes. 7. Bucheinband: die D. des Bandes ist
abgegriffen. 8. (Musik) (bei Saiteninstrumenten) Oberteil des
Korpus; Deckel [dckj], der; -s. - [zu t decken]: 1.
aufklappbarer od. abnelimbarer Verschluß eines Gefäßes, Behälters,
einer Kiste, eines Koffers. Möbelstücks u.a.: der D. paßt
nicht, schließt nicht; den D. öffnen, schließen, ab-,
hochheben, zurückklappen. 2. vorderer u. hinterer Teil des steifen
Umschlags, in den ein Buch eingebunden ist: ein D. aus
Leder. Kunststoff; der D. ist vergilbt. 3. (salopp) Hut,
Kopfbedeckung: nimm im Zimmer deinen D. ab!; * jmdm.
eins auf den D. geben (ugs.; jmdn. zurechtweisen): eins
auf den D. bekommen/kriegen (ugs.; gerügt, zurechtgewiesen
werden).
Dackel-: ^becher. der: Trinkbecher mit aufklappbarem Dek-
kel (1); Mtlas, das: Trinkglas mit aufklappbarem Deckel
(1); -halter, der: Gestell für Topfdeckel; -kanne, die;
-kapsei, die (Bot.): Kapselfrucht, deren oberer Teil bei der Reife
abgeworfen wird; ^korb. der; -knig, der; -pfeife, die:
Tabakspfeife mit Deckel; -uhr, die: Taschenuhr mit
aufspringendem Deckel(1); -vase, die: Vase mit einem
abnehmbaren Deckel (1).
deckein [deklnj <sw. V.; hat) [2: Ü zu deckein = eins
auf den Deckel (3) geben]: 1. mit einem Deckel (1)
verschließen: Konservendosen werden maschinell gedeckelt; er
nickte dem Laubfrosch zu und deckelte wieder das Glas (Lang-
gässer, Siegel 168): die Bienen deckein die Waben
(verschließen sie mit einer Wachsschicht). 2. (ugs.) jmdn. wegen
seiner Aktivitäten o. ä. kritisieren, rügen, zurechtweisen, ihn
in seinen Unternehmungen dämpfen: Um den ...
konservativen Wischnewski zu d., hatte... Egon Franke seine Hinter-
bänklerriege ... mobilisiert (Spiegel 53, 1971, 31).
decken [dekn] <sw. V.; hat) /vgl. gedeckt/ [mhd. decken,
ahd. decken, decchen]: 1. a) auf etw. legen, über etw. breiten:
ein Tuch über eine Leiche d.; der Bettler deckte die Hand
über die Augen; b) zum Schutz' mit etw. Bedeckendem
versehen: das Dach [mit Ziegeln, mit Stroh] d.; ein Haus
d. (mit einem Dach versehen); ein gedeckter (überdachter)
Waggon; (Kochk.:) gedeckter (mit einer Teigschicht
überzogener) Apfelkuchen; c) (einen Tisch) zum Essen
vorbereiten (Tischtuch auflegen. Geschirr u. a. hinstellen): der
Diener deckte den Frühstückstisch; es ist für fünf Personen
gedeckt; ein liebevoll gedeckter Tisch; d) (geh.) als Schutz j
über etw. gebreitet sein, auf etw. liegen, bedecken: Schnee
deckte die Erde; ihn deckt schon lange der grüne Rasen
(verhüll.; er ist schon lange tot). 2. (von einer Farbschicht)
nichts mehr durchscheinen lassen: die Farbe deckt gut;
die neue Farbe deckt den Untergrund noch nicht. 3. a)
gegen etw. schützen, abschirmen, einen Schutz für etw.
darstellen: Artillerie deckte den Rückzug; die Mutter hat
das Kind mit ihrem Körper gedeckt; die Büsche decken
gegen Sicht von außen: (Schach:) der Turm wird vom
Läufer gedeckt; (Boxen:) der Europameister deckte das
Kinn mit der Rechten; der Boxer deckte sich nicht, deckt
schlecht, ungenügend; b) sich schützend vor etw. od. jmdn..
der unrecht gehandelt hat. stellen; verbergen, zur
Verheimlichung von etw. beitragen: einen Komplizen d.; er hatte
versucht, die Veruntreuungen seines Freundes zu d. 4.
befriedigen, die notwendigen Mittel für etw. bereitstellen:
den Bedarf, die Nachfrage d.; die Bedürfnisse der
Bevölkerung nicht voll d. können; die Versorgung ist für eine
Woche gedeckt (gesichert); mein Bedarf ist gedeckt (ugs.;
ich habe genug davon, mir reicht es). 5. (Kaufmannsspr.)
finanziell absichern, Geldmittel für etw. bereithalten,
finanziell für etw. aufkommen: einen Wechsel, ein Defizit d.;
der Scheck ist nicht gedeckt (das Guthaben reicht für die
Einlösung des Schecks nicht aus); das Darlehen wird durch
eine Hypothek gedeckt; der Schaden ist durch die
Versicherung voll gedeckt. 6. <d. + sich) a) (Geom.) genau
übereinstimmen, kongruent sein: die Dreiecke decken sich; b)
(gedanklich u. iniialtlieh) zusammenfallen, gleich sein: meine
Ansicht deckt sich nicht mit Ihrer/der Ihrigen; in diesem
Fall decken sich unsere Standpunkte; die Aussagen der
Frau deckten sich nicht mit der des Taxifahrers. 7. eine
genaue Beschreibung, Entsprechung für eine Sache
darstellen: der Name Kulturindustrie deckt die Sache nicht. 8.
(Sport) den gegnerischen Spieler, den Raum, in den der
gegnerische Spieler eindringen will, so abschirmen, daß der
Gegner nicht den Ball annehmen kann, nicht zur
Spielentfaltung kommt: einen Spieler eng. hautnah d.; der
Mittelstürmer wurde [messerlscharf gedeckt; die Tore fielen, weil
die Verteidigung ungenau deckte. 9. (von Haustieren außer
Vögeln) begatten: der Hengst hat die Stute gedeckt. 10.
496
Deemphasis
(Jägerspr.) das Wild packen: der Hund deckte das
Wildschwein. 11. (Jägerspr.) (von der Flinte) die einzelnen
Schrotkörner gut zusammenhalten (Ggs.: streuen). 12.a)
(Chemie) anhaftende Mutterlauge von Kristallen entfernen:
b) (Fachspr.) Zuckerkristalle reinigen.
decken-. Decken- (Decke 3): -balken, der; ^beleuditung.
die: an der Decke angebrachte Beleuchtung: ^gemälde, das:
auf die Decke eines Raumes gemaltes Bild: "-Heizung, die:
Strahlungsheizung mit in der Decke verlegten Rohren: --hoch
<Adj.; o. Steig.): so hoch wie die Decke, bis an die Decke
1 reichend/: die ... in runden Terrassen sich d. aufbauenden
Öfen der Burg (Th. Mann. Hoheit 8); -bunpe, die; -leuchte,
die; -licht, das <P1.: -er): Oberlicht: -maierei, die:
Bemalung u. künstlerische Ausgestaltung von Decken in Profan-
u. Sakralbauten: -paneel, das: Holztäfelung einer Decke:
-putz, der: Verputz an der Decke: -schahmg, die: Schalung
zum Gießen von Betondecken: -strahier, der: an der Decke
angebrachter, scheinwerferartiger Beleuchtungskörper: In
den Lichtschienen lassen sich die D. verschieben
(Wohnfibel 30); -träger, der: in eine Decke eingezogener
Eisenträger: -ventitator, der; -Verkleidung, die.
D^cks- (Seemannsspr.): svw. t'Deck-.
Deckung ['dekunh die; -. -en <P1. selten) [zu Tdecken]: 1.
deckende Schicht: eine D. aus Stroh, Dachpappe. 2. (bes.
Milit.) a) das Schützen. Sichern. Abschirmen: die D.
übernehmet; die D. des Rückzuges gelang nicht; Jmdm. D.
(Feuerschutz) geben; (Schach:) die D. der Dame nicht
vernachlässigen; (Boxen:) die Linke für die/zur D.
benutzen; der Europameister vernachlässigte sträflich die D.;
b) Schutz (gegen Sicht od. Beschuß): das Gelände bot
keine D.; in Gräben D. nehmen, suchen; volle D.!
(militärisches Kommando): in D. gehen, bleiben; (Schach:) die
D. (die deckende Figur) abziehen; (Boxen:) die D. (die
deckenden Arme. Fäuste) durchschlagen; der
Herausforderer ließ die D. (die deckenden Arme. Fäuste) fallen; c)
Verheimlichung einer ungesetzlichen Handlung: die D. einer
rechtswidrigen Verhaftung. 3. Befriedigung. Bereitstellung
der erforderlichen Mittel: man sicherte die D. des Bedarfs
an Lebensmitteln durch Importe; zur D. der Nachfrage
fehlt eine Monatsproduktion. 4. a) (Kaufmannsspr.)
finanzielle Absicherung. Sicherheit, entsprechender Gegenwert:
die D. der Währung in Gold od. Devisen; der Scheck
ist ohne D.; b) das Aufkommen für etw.. das Begleichen:
die Versicherung übernimmt die volle D. des Schadens;
das Geld reicht zur D. der Schulden, des Defizits nicht
aus. 5. gedankliche, inhaltliche ixl. formale
Übereinstimmung, das Gleichsein: unterschiedliche Standpunkte zur
D. bringen. 6. (Sport) a) das Abschirmen eines gegnerischen
Spielers, des Raumes, in den der gegnerische Spieler
eindringen will, um zu verhindern, daß der Gegner an den Ball
kommt, sein Spiel entfaltet: in der zweiten Halbzeit
übernahm der Libero die D. des gefährlichen Mittelstürmers;
b) die deckenden Spieler: Verteidigung: eine stabile D.;
die D. spielte fehlerfrei. 7. das Begatten (von Haustieren
außer Vögeln).
d^ckungs-, D^ckungs-: -aufgäbe, die (Sport): Aufgabe, den
gegnerischen Spieler zu decken: ein Spieler war nur mit
-n betraut; -auftage, die: Anzahl der Exemplare eines
Verlagswerkes, die verkauft werden müssen, um die Kosten
zu decken: -fehler, der (Sport): in der Deckung (6 a). von
der Deckung (6 b) begangener Fehler: ein D. kostete den
Sieg; -feuer, das (Milit.): Schüsse zur Deckung (2a) von
jmdm.: ^»eschäft, das (Kaufmannsspr.): 1. svw. t^kauf.
2. Erwerb von Wertpapieren. Devisen u.a. zwischen
Abschluß u. Erfüllung des Kaufvertrages durch den Verkäufer:
-gleich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): völlig übereinstimmend,
kongruent: die Dreiecke sind d.. dazu: -glekhheit, die;
-graben, der (Milit.): Schützengraben: -kapital, das: der
angesammelte Teil von Versicherungsprämien für künftig
fällig werdende Leistungen: -karte, die: svw. tVersiche-
rungsbestätigungskarte; -kauf, der (Kaufmannsspr.):
ersatzweiser Kauf bei einem anderen Verkäufer bei
Nichtlieferung einer bestellten Ware durch den ursprünglichen
Verkäufer: -loch, das: 1. im Boden befindliches Loch zur Dek-
kung (2 b): Dann stiefelte auch er rasch auf das D. zu
und verschwand darin (Kirst. 08/15. 486). 2. (ugs.)
eingeplante Ausgabe, für die / noch / keine Deckung (4)
vorhanden ist: ... daß dann immer noch ein gewaltiges D. an
einer Stelle liegt, wo man nicht auf die Ausgaben verzichten
kann (Bundestag 189. 1968. 10247); -Kicke, die: svw.
Moch (2); -mittel <P1.>: der Grundsatz der Einheit der
D.. der besagt, daß im Prinzip sämtliche Einnahmen als
D. für sämtliche Ausgaben zu dienen bestimmt sind (Fraen-
kel. Staat 59); -Spieler, der (Sport): in der Deckung (6 b)
spielender Spieler: -trappe, die (Milit.): Truppe, deren
Aufgabe die Deckung (2 a) anderer Truppen ist, -Wechsel, der
(Bankw.): zur Sicherung einer Forderung ausgestellter
Wechsel: -zusage, die: Versprechen einer Versicherung, für
einen Schaden aufzukommen.
Decoder [di'kotxfo]. der; -s. - [engl, decoder. zu: to decode.
tdekodieren]: /Daten/entschlüssler in einem
Computer. Stereorundfunkgerät, Nachrichtenübertragungssystem
(Ggs.: Encoder): Bei der Wiedergabe solcher Schallplatten
ist selbstverständlich ein zusätzlicher D. erforderlich
(Funkschau 19,1971, 1943); Die Ausgänge der D. bereiten
die zugehörigen Zeichenencoder vor (Elektronik 12, 1971,
409); decodkren usw.: tdekodieren usw.; Decoding [di-
koodin]. das; -s. -s [engl, decoding]
(Kommunikationsforschung): Entschlüsselung einer Nachricht (Ggs.: Encoding).
Decollage [delo 'la:33l. die; -. -n [frz. decollage, zu: collage.
tCollage] (bild. Kunst): Bild, das durch die destruktive
Veränderung von vorgefundenen Materialien entsteht (z. B.
Zerstören einer Oberfläche durch Zerschneiden od.
Ausbrennen); Decollagist [dekala'jist]. der; -en, -en: jmd.. der
Decollagen herstellt: Decollement [dekDb'mä:], das; -s, -s
[frz. decollement, eigtl. = Loslösung] (Med.): Ablösung
der Haut von der Muskulatur durch stumpfe
Gewalteinwirkung (z. B. bei Quetsch Verletzungen).
Decollete: t Dekollete.
Decoupage [deku'pa:^]. die: -. -n [frz. d6coupage. eigtl.
= das Zerschneiden. Abschneiden, zu: decouper =
zerschneiden, zu: coup. tCoup]: frz. Bez. für Drehbuch.
decouragienen [dekura'3i:ren] <sw. V.; hat) /vgl.
decouragiert/ [frz. decourager. zu: courage. tCourage] (veraltend):
entmutigen: sich von etwas d. lassen; decouragiert [deku-
ra'ji.-gt] <Adj.; o. Steig.): mutlos, verzagt.
Decourt [de'ku:g]. der; -s. -s: vgl. Dekort.
Decouvert: tDekuvert; decouvrieren: tdekuvrieren.
decrescendo [dekre'Jendo] <Adv.) [ital. = leiser werdend,
zu: decrescere = abnehmen, kleiner werden < lat. decres-
cere] (Musik): in der Tonstärke schwächer werdetid. im
Ton zurückgehend, leiser werdend (Ggs.: crescendo); Abk.:
decresc.; <subst.:) Decrescendo, das; -s. -s u. ...di: das
Schwächerwerden der Tonstärke (Ggs.: Crescendo).
de dato [de: da:to; aus lat. de = von u. fdato] (veraltet):
vom Tag der Ausstellung an (auf Urkunden); Abk.: d. d.
Dedikation[dedika'tsio:n],die; -. -en [lat. dcdicätio]:
X.Widmung. Zueignung: das Buch enthielt eine D. des Verfassers.
2. a) Gabe, die jmdm. gewidmet, geschenkt worden ist:
b) Schenkung. Stiftung: die Bibliothek ist die D. eines
reichen Bürgers der Stadt; (Zus. zu 1:) Dedikationsexem-
plar, das: Buch mit einer Widmung des Autors: Dedikations-
titel, der: besonderes Blatt des Buches, das die Widmung
trägt: dedizieren [dedi'tsi:ren] <sw. V.; hat) [lat. dedicäre
= zueignen, widmen): 1. widmen: der Autor dedizierte
das Buch seinem verstorbenen Lehrer. 2. (oft scherzh.)
feierlich' schenken: darf ich Ihnen das Etui d.?
Deduktion [deduktsio:nJ. die; -. -en [lat. deductio =
Abfuhren. Fortführen, zu: dedücere. fdeduzieren]: I. (Philos.)
Ableitung des Besonderen u. Einzelnen vom Allgemeinen:
Erkenntnis des Einzelfalles durch ein allgemeines Gesetz
(Ggs.: Induktion 1). 2. (Kybernetik) Ableitung von Aussagen
aus anderen Aussagen mit Hilie logischer Schlußregeln
(Ggs.: Heuristik); deduktiv [deduk'ti:f. auch: de:..J <Adj.;
o. Steig.) [lat. deductivus = abgeleitet, zu: dedücere.
tdeduzieren] (Philos.): ableitend: vom Allgemeinen aufs
Besondere. Einzelne schließend (Ggs.: induktiv): eine -e Methode,
Schlußfolgerung; die aus den Erfahrungen vergangener
Zeiten d. gezogenen Folgerungen; deduzieren [dedutsi:ran]
<sw. V.; hat) [lat. dedücere = herab-, fortführen, den
Ursprung von etw. ab-, herleiten] (bes. Philos.): ableiten:
das Besondere. Einzelne aus dem Allgemeinen herleiten
(Ggs.: induzieren): eine Schlußfolgerung logisch d.; unsere
... skeptisch gewordene Generation kann nicht einfach
die Postulate einer Menschenführung aus irgendwelchen
allgemein anerkannten Dogmen d. (Natur 49).
Deemphasis [de'lemfazis]. die; - [engl, de-emphasis. aus lat.
de- = von-weg u. griech. dmphasis = Verdeutlichung,
Betonung] (Funkw.): Ausgleich der Vorverzerrung. Vgl.
Preemphasis.
32 GDW C
497
Deep-freezer
Deep-freezer['di:pfri:z3],der; -s, - [engl.-amerik. deep free-
zerj: Tiefkühlvorrichtung. Tiefkühltruhe,
Deern[de:gn],die;-.-s [mniederd. deme = t Dime] (niederd.):
Mädchen.
Deesis [de:ezis], die; -, ...esen [de'e:zn; griech. deesis =
Bitte! (bild.Kunst): byzantinische Darstellung des im
Jüngsten Gericht thronenden Christus zwischen Maria u. Jolian-
nes dem Täufer, den „Fürbittern".
Deeskalation [auch: de:...), die; -. -en [aus lat. de- =
von-wegu. tEskalationJ: stufenweise Verringerung od. Ab-
schwächung eingesetzter, militärischer; Mittel (Ggs.:
Eskalation); deeskalteren [auch: 'de:...] <sw. V.; ist. auch:
hat) [aus lat. de- = von -weg u. t eskalieren): die
eingesetzten militärischen/ Mittel stufenweise verringern txl.
abschwächen (Ggs.: eskalieren).
Deez: TDez.
de facto [de: fakto; mlat. de facto = in Wirklichkeit, zu
lat. factum, tFaktum]: tatsächlich bestehend;, den
Tatsachen gemäß (Ggs.: de jure): eine Sache d. f. anerkennen
(durch sein Verhalten die Anerkennung einer Sache zum
Ausdruck bringen); die asiatischen u. afrikanischen Länder,
deren Parlamente nicht nur de jure, sondern auch d. f.
eine reale politische Macht ausüben (Fraenkel, Staat 239);
<Zus.:> De-fycto-Anerkennung, die: Anerkennung eines
Sachverhaltes o. ä. auf Grund bestehender Tatsachen u. Ge-
gebenl\eiten ohne rechtliche Grundlage (Ggs.:
De-jure-Anerkennung): die Politiker forderten eine D. dieser
Verhältnisse.
Defaitismus usw.: t Defätismus usw.
Defakation [defeka'tsjp:n]. die; -. -en [lat. defaecätio =
Reinigung] (Med.): Stuhlentleerung; debitieren [defe'ki:-
ran], (auch:) defäzieren [defetsi:ren] <sw. V.; hat) [lat.
defaecäre = reinigen] (Med.): Kot ausscheiden.
Defatigation [delatigatsio:nJ, die; -. -en [lat. defatigätio]
(Med.): Ermüdung. Überanstrengung.
Defätismus,(Schweiz.:) Defaitismus [defe'tismus]. der; - [frz.
defaitisme,zu:defaite = Niederlage, zu: defaire =
vernichten, zerstören < afrz. desfaire, zu lat. dis = von - weg
u. facere = machen, tun]: geistig-seelischer Zustand der
Mutlosigkeit. Hoffnungslosigkeit u. Resignation, bei dem
die eigene Sache für aussichtslos angesehen wird u. man
zum Aufgeben des militärischen Widerstands neigt;
Schwarzseherei. Miesmacherei; unter den Soldaten breitete
sich D. aus; Defätist. (Schweiz.:) Defaitist [defe'tist], der;
-en, -en [frz. defaitiste. zu: däfaite, t Defätismus]: jmd..
der mut- u. hoffnungslos ist u. die eigene Sache für
aussichtslos hält; Schwarzseher. Miespnucher; <Abl.:) defatjstisdi.
(Schweiz.:) defaitistisch <Adj.>: sich im Zustand der
Mutlosigkeit u. Resignation befindend; pessimistisch, ohne
Hoffnung; -e Äußerungen.
def&zieren: tdefäkieren.
defekt [de'fekt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. defectus
= geschwächt, mangelhaft]: schadhaft, fehlerhaft, nicht
in Ordnung; ein -er Motor. Schalter; die Benzinpumpe,
Wasserleitung ist d.; ... daß die Ölleitung d. war (Kirst.
08/15,444); Hier scheint die Klimaanlage d. zu sein (Cot-
ton, Silver-Jet 18); Ü Sein geistiger Zustand war d. (Nie-
kisch, Leben 68); Eduard hat ... versucht, mich wegen
der Eßmarken als moralisch d. ausschließen zu lassen
(Remarque, Obelisk 27); Defekt [-]. der; -[e]s, -e [lat.
defectus]: 1. Schaden. Fehler: der Motor hatte einen D.; ein
leicht zu behebender D. 2. (Med.) a) Fehlen eines Organs
od. Organteils; b) Fehlen od. Ausfall einer Sinnesfunktion:
er hat einen [schweren, bedenklichen] geistigen, seelischen,
psychischen, moralischen D.; Das Ende (einer Krankheit)
kann sein: vollständige Heilung. Heilung mit bleibendem
D.Tod (Medizin II, 148). 3. <P1.) a) (Druckw.)
ausgegangene Buchstaben, die nachgegossen werden müssen; b)
(Buchw.) fehlende Blätter. Bogen od. Beilagen in
antiquarischen i Büchern; Defektar [defekta:?]. der; -s. -e [zu t Defekt
= Mangel; Bedarf]: Apotheker, der speziell mit der
Herstellung bestimmter, in größeren Mengen vorrätig zu haltender
Arzneimittel betraut ist; Def?ktexemplar. das; -s. -e
(Buchw.): Buch mit Herstellungsmängeln od.
Beschädigungen; defektiv [defek'ti:f. auch: 'de:...] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [lat. defectivus = abnehmend; unvollständig]:
fehlerhaft, lückenhaft, unvollständig: -e Verben (Sprachw.;
Verben mit unvollständigen Beugungsformen)'. <Abl.:>
Defektivität [defEktivit£:t]. die; -: Fehlerhaftigkeit.
Mangelhaftigkeit; Defektivum [defEk'thvom], das; -s, ...va (Sprachw.):
nicht in allen Formen vorkommendes od. an allen
syntaktischen Möglichkeiten seiner Wortart teilnehmendes Wort;
Def«ktmutation, die; -. -en (Biol.): spontane od. durch
Mutagene hervorgerufene Erbänderung, die teilweisen od. völligen
Ausfall bestimmter Körperfunktionen bewirkt; Defektur
[defek'tu:?]. die; -. -en [zu t Defekt = Mangel; Bedarf]:
a) in Apotheken Herstellung von Arzneimitteln, die in
größeren Mengen vorrätig gehalten werden; b) Bestandsaufnahme
derjenigen Arzneimittel, die in einer Apotheke hergestellt
u. in größeren Mengen vorrätig gehalten werden.
Defemination [defemina'tsio.n], die; -. -en [zu lat. de- =
von -weg u. ßmina = Frau] (Med.): 1. Verlust der typisch
weiblichen Geschlechtsempfindungen. Frigidität. 2.
physische u. psychische Umwandlung der Frau zum männlichen
Geschlecht hin.
defensiv [defen'zi:f. auch de:...] <Adj.) [mlat. defensivus.
zu lat. defendere = abwehren]: a) verteidigend, abwehrend
(Ggs.: offensiv): ein -es Bündnis; sich im Krieg d. verhalten;
Sie drücken sich immer d. aus. meinen Sie es nicht in
Wahrheit offensiv? (Wolfe. Radical 50); b) auf Sicherung
od. Sicherheit bedacht (Ggs.: aggressiv): -e Fahrweise
(rücksichtsvolle. Risiken vermeidende Faixrweise. bei der die
eigenen Rechte der Verkehrssicherheit untergeordnet werden):
Ein typisches Beispiel dafür, daß man stets „defensiv"
fahren, also immer mit Fehlem der anderen rechnen soll
(Hörzu 37. 1975. 98); c) (Sport) im Spiel die Abwehr.
Verteidigung bevorzugend; aus einer verstärkten Abwehr
operierend (Ggs.: offensiv): -e Aufgaben übernehmen; d.
spielen.
Defensiv-: -boxer, der: die Verteidigung bevorzugender
Boxer: der enttäuschende Kampf zweier D.; ^bündnts, das:
Verteidigungsbündnis, das im Falle eines feindlichen Angriffs
die Vertragspartner zu gegenseitigem Beistand verpflichtet;
^krieg, der: Verteidigungskrieg; -spiel, das (Sport): ganz
auf Verteidigung u. Abwehr eingestelltes Spiel (Ggs.:
Angriffsspiel. Offensivspiel), dazu: -spieler, der; -Stellung,
die: Verteidigungsstellung: eine D. einnehmen, beziehen.
Defensive [defen'zi.va]. die; -, -n <P1. selten) [viell. über
frz. defensive subst. aus Tdefensiv]: a) Abwehr. Verteidigung
(Ggs.: Offensive): aus der D. zum Angriff übergehen; sich
in die D. begeben; in die D. gedrängt; Ü In der
bildungspolitischen Diskussion geriet die ökonomische Motivation in
die D. (Spiegel 36. 1974. 50); b) (Sport) auf Abwehr.
Verteidigung eingestelltes Spiel: die D. bevorzugen; aus der D.
spielen; Defensivität [def£nzivi't€:t], die; -: Neigung zu
abwehrender Haltung.
deferieren [defe'rhran] <sw. V.; hat) [lat. deferre =
herabtragen, bringen, anbieten] (veraltet): 1. jmdni. einen Eid vor
einem Richter auferlegen. 2. einem Antrag stattgeben.
defibrinieren [defibri'ni:ren] <sw. V.; hat) [zu lat. de- =
von - weg u. tFibrin] (Med.): Fibrin auf mechanischem
Weg aus frischem Blut entfernen u. dieses dadurch
ungerinnbar machen.
deficiendo [deiVtJendo] <Adv.) [zu älter ital. deficere =
fehlen; nachlassen < lat. deficere] (Musik): Tonstärke u.
Tempo zurücknehmend, nachlassend, abnehmend.
Deficit-spending ['defisit 'spendin), das; -[s] [engl, deficit
spending, eigtl. = Defizitausgabe]: svw.
tDefizitfinanzierung.
Defiguratign, die; -. -en [aus lat. de- = von - weg u. figürätio
= Gestaltung] (veraltet): Verunstaltung, Entstellung; defi-
gurj0ren <sw. V.; hat) [aus lat. de- = von - weg u. figüräre
= gestalten] (veraltet): verunstalten, entstellen.
Defilee [defi'Ie:. Schweiz.: 'de:file]f das; -s. -s (schweiz. nur
so).auch: -n [...'le:an; frz. defile] (bildungsspr.):
parademäßiger Vorbeimarsch, das feierliche Vorüberziehen an einer
hochgestellten Persönlichkeit; defilieren [defi'li:ren] <sw. V.;
ist/hat) [frz. defiler. aus: de- (< lat. de- = ab) u. fil
= Faden < lat. filum. also eigtl. = abrollen wie ein
Faden]: parademäßig od. feierlich an jmdm.. bes. an einer
hochgestellten Persönliclikeit. vorbeiziehen: die Soldaten
defilierten vor der Ehrenloge der Königin; anläßlich der
24. Internationalen Polizeisternfahrt defilierten 3000
Polizisten ... vor dem allerdings eher schütteren Spalier der
Wiener (Presse 7. 7. 69. 10); <Zus.): Defilkrmarsch. der:
Parademarsch.
Definiendum [defi'niendomj.das; -s, ...da [lat. definiendum,
Gerundivum (Neutr.) von: definire. tdefinieren]
(Sprachw.): Begriff, der bestimmt werden soll, über den
etw. ausgesagt werden soll; das. was definiert wird; Definiere
498
degagieren
[de'fr.niensj.das; -. ...tia [defi'nientsia; lat.definiens, 1 .Part,
von: defimre, t definieren] (Sprachw.): Begriff, der einen
anderen Begriff bestimmt, der über diesen anderen Begriff
etw. aussagt; das Definierende; definieren [defi'nhran] <sw.
V.; hat) [lat. definlre, eigtl. = ab-, begrenzen]: a) den Inhalt
; eines Begriffes auseinanderlegen, erklären: ein Wort
exakt, ungenau d.; den Begriffsinhalt d.; Bezeichnend
ist, daß Thomas von Aquin den Menschen als 'animal
sociale et politicum' definiert (Fraenkel. Staat 110); b)
bestimmen, festlegen; angeben oder beschreiben, worum es
sich handelt: das Drehmoment präzise d.; ein
stereometrisches Frühjahrsmodellhütchen, welches, wenn man es
mathematisch d. wollte, die dreidimensionale Projektion eines
vierdimensionalen Körpers ist (Bamm, Weltlaterne 26);
ein zeitlich definierter Impuls; Die zivilen Luftfahrtsrechte
waren aber leider>mch vor der Luftbrücke nicht
einwandfrei definiert (Dönhoff, Ära 86); die Farbe des Kleides
ist schwer zu d.; c) <d. + sich) seine Stellung bestimmen;
sein Selbstverständnis Ixaben: die Ehefrau definiert sich
durch den Status des Mannes; definit [defi'ni:t] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) [lat. definltus]: bestimmt, festgelegt: -e
Größen (Math.; Größen, die immer das gleiche Vorzeichen
haben)'. Definition [defini'tsio:n], die; -. -en [lat. definltio
= Abgrenzung, Bestimmung]: 1. genaue Bestimmung eines
Begriffes durch Auseinanderlegung. Erklärung seines
Inhalts; diese D. des Staatsbegriffs ist unbefriedigend; eine
genaue, klare, exakte, falsche D. von etw. geben; man
muß sich auf eine D. einigen. 2. (kath. Kirche) als unfehlbar
geltende Entscheidung des Papstes (xi. eines Konzils über
ein Dogma; definitiv [defini'ti:f. auch: de:...] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) [lat. deflnitlvus = entscheidend,
bestimmt] (bildungsspr.): endgültig, abschließend, ein für alle-
mal: eine -e Entscheidung. Erklärung; und abends im
Hafen von Köln trat an Stelle der provisorischen
Restaurierung eine -e (Kisch. Reporter 53); meine Antwort ist d.;
Definitivum [defini' ti: vom]. das; -s.... va (bi Idungsspr.):
endgültiger Zustand; Definilor [defi'ni:tor. auch: ...to:^]. der;
-s.-en[...ni'to:r3n;mIat.definitor< lat.definitor = Bestim-
mer. Verordner] (kath. Kirche): 1. Verwaltungsbeamter
in einem Bistum od. Dekanat. 2. im Mönchswesen Rat
eines Klosteroberen od. Ordensgenerals; definitorisch [defi-
ni'to:nJ] <Adj.; o. Steig.): die Definition betreffen*!, durch
Definition festgelegt, im Hinblick auf eine Definition.
defizient [defi'tsient] <Adj.; o. Steig.) [lat. deficiens (Gen.:
deficientis). 17 Part, zu: deficere = abnehmen; fehlen]:
unvollständig, unzulänglich: der Mann von heute, als ein
Vater ohne Autorität, Würde und Väterlichkeit, ein -er
Modus väterlichen Daseins (Bodamer. Mann 142);
Defizient [-]. der; -en. -en: 1. (veraltet) Dienstunfähiger. 2.
(österr. u. südd.) durch Alter u. Krankheil geschwächter
katholischer Geistlicher.
Defizit ['de'fitsitl. das; -s. -e [frz. deficit < lat. deficit =
es fehlt]: 1. "Fehlbetrag: das von einem Wirtschaftsjahr
in das andere geschleppte D.; ein D. in der Kasse haben;
das D. decken; Bulgarien hat in seinem Handel ein D.
2. Mangel: So würde ein D. an Nährstoffen entstehen,
wenn nicht... durch Zufuhr gelöster Nährstoffe von außen
her sich dieses D. stets wieder ausgliche (Thienemann,
Umwelt 65); Ü ein D. an Liebe (ein zu geringes Maß
an Zuwendung); <Abl. zu a, b:) defizitär [defitsi'te:^] <Adj.;
o. Steig.) [frz. deficitaire. zu: deficit, t Defizit]?a) mit einem
Defizit belastet: ein -er Haushalt; -e Betriebe; Ü Bei den
meist wenig ansehnlichen und psychisch belasteten Damen
... entdeckte der Marburger Kriminologie-Professor Erich
Hupe „einen fatalen Zug zum sozial -en Häftling" (Spiegel
25. 1975. 57); b) zu einem Defizit führend: -e Finanzpolitik;
<Zus. zu a:> Defizitfinanzienmg, die: Finanzierung
öffentlicher Investitionen u. Subventionen durch später eingehende
Haushaltsmittel.
Deflagration [deflagra'tsio.n]. die; -. -en [lat. deflagrätio
= das Niederbrennen, gänzliche Vernichtung] (Bergbau):
verhältnismäßig langsam erfolgende Explosion
(Verpuffung) von Sprengstoffen; Defiagrator [defla'gra:tDr. auch:
...to:£]. der; -s, -en [...gra'to:ran; zu lat. deflagrätus, 2.
Part, von: deflagräre = niederbrennen, gänzlich vernichten]
(Physik): elektr. Voltaelement für große Stromstärken.
Deflation [defla'tsio.n]. die; -. -en [Ggb. zu t Inflation]: 1.
(Wirtsch.) Verminderung des Geldumlaufs, um den Geldwert
zu steigern u. die Preise zu senken (Ggs.: Inflation). 2.
(Geol.) Abtragung von lockerem Gestein durch den Wind.
Ausblasung (1); <Abl. zu 1:> deflationär [deflatsjp'ne:?]
<Adj.; o. Steig. >: die Deflation betreffend, auf eine Deflation
hinwirkend: -e Maßnahmen der Regierung; deflationieren
[deflatsio'ni'.ren] <sw. V.; hat): den Geldumlauf herabsetzen,
eine Deflation herbeiführen; Ü Der Kaffee zerstörte die
Einsamkeit, und andrerseits defiationierte er die
aufgeschwemmte Monomanie eines hilflos gelehrten Denkens
(Jacob, Kaffee 98); deflationistisch <Adj.): (durch
wirtschaftspolitische Maßnahmen) eine Deflation (1) auslösend,
auf Deflation beruhend (Ggs.: inflationistisch).
Deflations-: -maßnähme, die (meist PI.): auf eine Deflation
(1) abzielende wirtschaftspolitische Maßnafime; -Politik.
die: Politik, durch die eine Deflation (1) herbeigeführt werden
soll; -prozeß, der: Die Weltwirtschaftskrise der Jahre
1929-1932 ... war währungspolitisch nichts anderes als
ein D.: die Preise sanken, der Wert des Geldes stieg
(Fraenkel. Staat 363); -wanne, die (Geol.): vom Wind ausgeblasene
Vertiefung, meist in Trockengebieten.
deflatorisch [defla'to:nJ] <Adj.>: (von wirtschaftlichen
Prozessen) eine Deflation (1) bewirkend.
Deflektor [de'flektDr. auch: ...to:g]. der; -s. -en l...'to:ren;
zu lat. deflectere = abbiegen, ablenken]: 1. (Technik)
Saug-. Rauchkappe. Schornsteinaufsatz. 2. (Kernphysik)
Vorrichtung im Elektronenbeschleuniger zur Ablenkung
geladener Teilchen von ihrer Bahn.
Defloration [deflora'tsio:n]. die; -, -en [mlat.. kirchenlat.
defloratio < lat. deflörätio = Ver-. Abblühen] (Med.):
Zerstörung des Jungt er nltäutchens einer Frau beim ersten
Geschlechtsverkehri; Entjungferung; deflorieren <sw. V.;
hat) [mlat.. kirchenlat. deflorare < lat. denöräre = ver-.
abblühen, des Ansehens berauben]: eine Defloration
herbeiführen, entjungfern; <Abl.:> Deflorjerung, die; -, -en: svw.
t Defloration.
Deformation,die; -. -en [lat. deförmätio]: 1, (Physik) Gestalt-
od. Volumen veränderung eines Körpers durch auf ihn
einwirkende Kräfte. Verformung. 2. (Med.) Verunstaltung.
Mißbildung; deformieren <sw. V.; hat) [lat. deförmäre]: 1. die
Form von etw. verändern, verformen: durch den starken
Aufprall wurde die Karosserie des Wagens total
deformiert. 2. entstellen, verunstalten (meist im 2. Part.): ein
deformiertes Gesicht; Ü Fürsorgeerziehung, wo gefährdete
Minderjährige zu ..geistigen und seelischen Krüppeln" ...
deformiert werden (Spiegel 4, 1973. 78); <AbI.:) Deformk-
rung.die: 1. das Deformieren (1). 2. Entstellung.
Verunstaltung. Verstwnmelung: bei vielen Völkern ist die D. des
Schädels Brauch; Deformität [def3imitc:t]. die; -. -en [lat.
deförmitäs] (Med.): a) Mißbildung von Organen od.
Körperteilen; b) <o. PI.) Zustand der Mißbildung.
Defraudant [defraudant]. der;-ent-en [lat. defraudäns (Gen.:
defraudantis), 1. Part, zu defraudäre. t defraudieren]
(veraltend ): jmd.. der eine Defraudation begeht; Betrüger;
Defraudation [defrauda'tsio.n]. die; -. -en [lat. defraudätio]
(veraltet): Betrug; Unterschlagung. Hinterziehung (bes. von
Zollabgaben); defraudieren [defrau'dhran] <sw. V.; hat)
[(m)lat. defraudäre] (veraltet): betrügen; unterschlagen,
hinterziehen, veruntreuen.
Defroster [deTrostu]. der; -s, - [engl, defroster = Entfroster,
zu: todefrost = entfrosten]: a) Scheibenheizanlage in
Kraftfahrzeugen, die ein Beschlagen od. Vereisen der Scheiben
verhindern od. den Beschlag beseitigen soll; b) Sprüh mittel
zum Enteisen von Kraftfahrzeugscheiben; c)
Abtauvorrichtung in Kühlschränken; <Zus.:> Defrgsteranlage, die: svw.
t Defroster (a).
deftig Cdeftu;] <Adj.) [fries.. niederl. deftig = stattlich,
würdevoll, gewichtig] (ugs.): 1. (ohne verfeinert zu sein) kräftig
u. nafirhaft eine -e Mahlzeit. 2. derb: -e Spaße; ... daß
er ... die deftigsten Schnurren zum besten gab (Sebastian,
Krankenhaus 132); Er hatte einen kleinen -en (robusten)
Ewer. Damit segelten wir über die Watten (Leip. Klabau-
terflagge 6); Sie sind lieber d. (unverhildetj oder aggressiv
oder problemfreudig bohrend (Dönhoff, Ära 193). 3.
(selten) tüchtig, sehr: Die Bundesregierung bezog so -e Prügel,
daß ... (Zeit 7. 2. 75, 1); jmdn. d. ausnutzen; <Abl.:>
Deftigkeit, die; -.
Degagement [dega&mä:]. das; -s. -s [frz. degagement]: 1.
(veraltet) Zwanglosigkeit. 2. (veraltet) Befreiung von einer
Verbindlichkeit/. 3. (Fechten) das Degagieren (2);
degagieren [dega'3i:ran] <sw. V.; hat) [frz. degager = auslöschen,
befreien, zu: gage, tGage]: 1. (veraltet) von einer Verbinil-
lichkeit) befreien. 2. (Fechten) die Klinge von einer Seite
32«
499
Degen
auf die andere bringen, wobei die Hand des Gegners mit
der Waffe umkreist wird; degagiert [dega'3i:?t] <Adj.; -er,
-este> (veraltet): zwanglos, frei.
'Degen ['de:gn], der; -s. - [mhd. degen = Krieger. Held.
Knabe < ahd. thegan = Gefolgsmann. Knabe]
(altertümlich): Ijunger] heldenhafter Krieger.
2Degen [-]. der; -s, - [ostfrz. degue (dague) < provenz..
ital. daga = Dolch. H. u.J: a) frühere Hieb- u. Stichwaffe
mit Griff u. schmaler, gerader und spitzer Klinge: den D.
ziehen; die D. kreuzen; jmdm. den D. in die Brust stoßen;
er durchbohrte ihn mit seinem D. b) (Fechten) Stoßwaffe
mit dreikantiger Klinge: c) <o. PI.) kurz für t Degenfechten:
beim Turnier im D. dauern die Kämpfe noch an.
Degen- (2Degen): -hbtt, das: svw. ^klinge; -fechten, das:
das Fechten mit dem Degen als sportliche Disziplin, dazu:
Rechter, der; -glocke, die: Metallschale am Degen zum
Schutz der Hand; Stichblatt; ^grifT.der; -gurt,der; -klinge.
die; ^korb, der: Handschutz am Degen; -scheide, die:
Behältnis für den Degen; -schlucker, der: svw. t
Schwertschlucker; -spitze, die; -stoß, der.
Degeneration, die; -. -en [zu (m)lat. degeneräre. t
degenerieren]: 1. (Biol.. Med.) Rückbildung. Verfall von Zellen,
Geweben oder Organen: die D. von Geweben. 2. vom Üblichen
abweichende negative Entwicklung. Entartung; körperlicher
od. geistiger Verfall. Abstieg, z. B. durch
Zivilisationsschäden: Abschließung des Adels durch strenge
Ebenbürtigkeitsgesetze führt zur Kastenbildung und D.. wie im
europäischen Hochadel vor allem seit 1815 (Fraenkel. Staat
32); <Zus.:> Degeneratignserscheiraing. die; degenerativ [de-
genera'ti:fl <AdJ.; o. Steig.) [viell. unter Einfluß von engl,
degenerative zu lat. degenerätus, 2. Part, von: degeneräre.
tdegenerieren]: auf Degeneration beruhend, mit
Degeneration zusammenhängend: -e Schäden; degenerieren
<sw. V.; ist) [(m)lat. degeneräre]: 1. (Biol.. Med.) sich
zurückbilden, verfallen, verkümmern: die Zellen
degenerieren. 2. vom üblichen abweichend sich negativ entwickeln,
entarten; körperlich od. geistig verfallen: seine übereinan-
dergeschlagenen Beine hätten ebensogut einem
degenerierten Aristokraten ... gehören können Wabe, Narren 7);
In der Neuzeit degenerierte diese Ordnung mehr und mehr
zu einer Privilegienordnung (Fraenkel, Staat 325).
Deghitination [deghitina'tsio:n], die; -. -en [Ggb. zu T
Agglutination] (Sprachw.): falsche Abtrennung eines
Wortanlautes, der als Bestandteil des vorausgehenden Artikels
verstanden wird (Ggs.: Agglutination 2a).
Degorgement [degorsa'mä:], das; -s. -s [frz. degorgement]
(fachspr.): Entfernung der Hefe im Flaschenhals bei der
Schaumweinherstellung; degorgieren [degar'^ron] <sw. V.;
hat) [frz. degorger. zu: gorge = Kehle. Schlund < spätlat.
gurga < lat. gurges = Wasserstrudel. Abgrund. Schlund]
(fachspr.): die Hefe bei der Schaumweinherstellung aus dem
Flaschenhals entfernen.
Degout [de'gu:]. der; -s [frz. degout, zu: dögoüter. t degoutle-
ren] (geh.): Ekel, Widerwille, Abneigung: Allgemein war
der D. vor Revolverblättern wie der ..Bild-Zeitung*4 (MM
30.10. 68. 6); degoutant [degu'tant] <Adj.) [frz. degoütant]
(geh.): ekelerregend, widerlich, abstoßend: ein -er Witz;
ein -es Deutsch (Deschner. Talente 51); wie sie sich aufllihr-
te. ward.;degoutieren[degu,ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. degoü-
ter = die Eßlust verlieren, anekeln, zu: goüt =
Geschmackssinn) < lat. gustus] (geh.): anekeln, anwidern:
die Löffel waren ... in ziemlich degoutierender Art und
Weise an die Suppentöpfe angekettet (R. Walser. Gehülfe
129); Ü während der Stier, geschwächt wohl bereits und
degoutiert von der Vergeblichkeit all seines Zornes,
abgewandt stand und dumpf vor sich hin brütete (Th. Mann.
Krull 434).
Degradation [degrada'tsiorn], die; -. -en [mlat.. kirchenlat.
degradätio = Herabsetzung]: 1. svw. t Degradierung (1).
2. Bestrafung eines katholischen Geistlichen durch
Ausstoßung aus dem geistlichen Stand. 3. (Landw.) Veränderung
eines guten Bodens in einen schlechten, z. B. durch
Auswaschung. Kahlschlag u.a.; degradieren [degra'dhran] <sw.
V.; hat) [mlat.. kirchenlat. degradäre = herabsetzen, zu
lat. gradus = Schritt. Stufe. Rang]: l.a) im Dienstgrad.
Dienstrang herabsetzen: jmdn. vom Oberregierungsrat zum
Regierungsrat d.; einen Unteroffizier zum Gefreiten d.;
er wurde wegen Feigheit vor dem Feind degradiert; b)
herabwürdigen; erniedrigen: jmdn. zur Nebenfigur d.; eine
These zum Schlagwort d.; Ü Er versuchte, mit dem zum
Spazierstock degradierten Regenschirm auszugleichen
(Fries, Weg 60). 2. einen katholischen Geistlichen durch
Degradation (2) bestrafen. 3. (Landw.) einen Boden
verschlechtern: <Abl.:>Degradjfinmg,die; -. -en: l.a)
Rangverlust. Herabsetzung im Rang. Entziehung eines Amtes; b)
Herabwürdigung: mit ... der D. der eroberten Gebiete zu
Anhängseln minderen Rechts (Fraenkel. Staat 214). 2.
svw. T Degradation (3).
degraisieren [degre'si:ren] <sw. V.; hat) [frz. dögraisser.
zu: graisse =Fett < vlat. *crassia. zu lat. crassus =
dick, fett] (Kochk.): das Fett von Soßen u. Fleischbrühen
abschöpfen.
Degression [degre'sio-.n]. die; -, -en [frz. dlgression < lat.
degressio = das Hinabsteigen]: 1. (Wirtsch.) relative Ko-
stenabnafime bei steigender Produktionsmenge. 2. (Steuerw.)
Abnahme des Steuersatzes bei abnehmendem zu
versteuerndem Einkommen; degressiv [degre'si:fl <Adj.; o. Steig.: nicht
adv.) [frz. ddgressif. zu lat. degressus. 2. Part, von: degredi
= herabsteigen] (Bankw.; Wirtsch.): abnehmend, sich
stufenweise od. kontinuierlich vermindernd: -e Schulden; die
-e Abschreibung von Neubauten.
Degustation [degustatsio.n]. die; -. -en [lat. degustätio =
das Kosten] (bes. Schweiz.): das Prüfen. Probieren. Kosten
von Lebensmitteln in bezug auf Geruch u. Geschmack.
de gustibus non est dkputandum [de: gostibus no:n 'est
dispu'tandom; lat. = über Geschmäcker ist nicht zu
streiten]: über Geschmack läßt sich nicht streiten (weil jeder
ein eigenes ästhetisches Urteil hat).
degustieren [degos'thron] <sw. V.; hat) [lat. degustäre =
kosten, versuchen] (bes. Schweiz.): Lebensmittel in bezug
auf Geruch u. Geschtnack prüfen, probieren, kosten.
dehn-. Dehn-: -fähig <AdJ.; nicht adv.): svw. tdehnbar,
dazu: -fähigkeit, die; -; -fuge, die: svw. t Dehnungsfuge;
-sonde, die: svw. TBougie; -stufe, die (Sprachw.): Sude
des Ablauts, bei der der Vokal (der Grundstufe) gelängt wird.
dehnbar [de:nba:^] <Adj.; nicht adv.): 1. sich in die Länge
od. Breite dehnen, ziehen lassend; elastisch: ein -er Stoff.
Gummiring; eine noch gut -e Skihose (DM Test 49. 1965.
26). 2. nicht klar umrissen, nicht genau bestimmt, mehrere
Auslegungen zulassend: das ist ein -er Begriff; diese ebenso
massive wie -e brutale Nazi Verordnung (Mostar.
Unschuldig 147); <Abl.:> Dehnbarkeit.die; -; dehnen [de:nan] <sw.
V.; hat) [mhd.. ahd. den(n)en]: l.a) in die Länge u /od.
Breite ziehen, strecken; durch Auseinanderziehen. Spannen
länger, breiter machen: das Gummifband] d.; b) ausstrek-
ken, recken: seine Anne u. Beine d.; ..Liebe" sagte sie
dann und dehnte wohlig die Schultern (Remarque. Triom-
phe 173); c) Laute od. Wörter langgezogen aussprechen:
etw. gedehnt sagen, aussprechen; Er antwortete in der
gedehnten Sprechweise der russischen Bauern (Leonhard,
Revolution 116). 2.a) <d. + sich) länger, breiter werden:
der Stoff dehnt sich; Die eigenen Umrisse scheinen sich
zu d. (Christa Wolf. Nachdenken 224); b) sich in die Länge
ziehen; dauern: das Gespräch dehnte sich; Die
Essenausgabedehnte sich endlos (MUthel. Baum 122); So dehnt
sich die Zeit, wenn sie ausgefüllt ist (Geissler. Nacht 138);
c) sich ausstrecken, recken: sich in der Sonne d. u. strecken;
d) sich erstrecken, ausbreiten, hinziehen: eine weite Ebene
dehnte sich vor unseren Blicken; Breit und leer dehnte
sich der Appellplatz (Apitz. Wölfe 289); <Abl.:> Dehnung«
die; -. -en: 1. das Dehnen (1 a. b. c). 2. Dehnfähigkeit:
Reform-Seide hat eine hohe Zugfestigkeit und eine zum
Vorbild gewordene D. (Herrenjournal 3. 1966, 102). 3.
das Gedehnte.
Dehnung»-: -wfuge, die: Fuge in Bauwerken zum Ausgleich
von Spannungen, die infolge von Temperaturschwankungen
od. Schwund des Materials entstehen; ^h (mit Bindestrich),
das (Phon.): der Buchstabe h als Zeichen für die
Lautdehnung; Mnesser, der (Technik): Vorrichtung zum Messen
von Dehnungen an Werkstoffen; ^ zeichen, das (Phon.):
Schriftzeichen zur Kennzeichnung der Lautdehnung.
Dehors [de'o:g(s)J <PI> [frz. dähors = Äußeres, zu: döhors
(provenz. defors) = draußen, hinaus < spätlat. deforis
= von außen] (veraltend): äußerer Schein, gesellschaftlicher
Anstand; fast nur in der Wendung die D. wahren
Dehumanisation [dehumanizatsio:n], die; -. -en [zu lat. de-
= weg. ab u. hümänus = menschlich] (bildungsspr.):
Entmenschlichung. Herabwürdigung, dazu: dehumantsferen
<sw. V.; hat) (bildungsspr.): enttnenschlichen,
herabwürdigen; <Abl.:) Dehumanfetenmg, die: -. -en.
500
Deka-
Dehydratation [dehydratatsio:n]. die; -, -en [aus tat. de-
= von - weg u. t Hydratation] (Fachspr.): Entzug von
Wasser, Trocknung (z. B. von Lebensmitteln); Dehydration
[dehydro* tsio:n], die; -, -en [aus lat. de- = von - weg
u. T Hydration] (Chemie): Entzug von Wasserstoff; dehydra-
tisieren [dehydrati'zi:ren] <sw. V.; hat) [aus lat. de- =
von - weg u. t hydratisieren] (Fachspr.): Wasser entziehen;
dehydrieren [dehydirran] <sw. V/ hat) [aus lat. de- =
von-weg u. t hydrieren] (Chemie): (einer chemischen
Verbindung) Wasserstoff entziehen; <Abl.:) Dehydrierung, die;
-, -en: svw. t Dehydration.
Deibel: svw. t Deiwel.
Deich [dajf]. der; -[e]s, -e [spätmhd. dich < mniederd.
dlk = Deich, (künstlich ausgehobener) Teich, urspr. =
Ausgestochenes]: aufgeschütteter Erddamm längs eines
Flusses od. einer Meeresküste zum Schutz tieferliegenden
Geländes gegen Überschwemmung; die -e brechen; einen
D. bauen; die -e verstärken, ausbessern; auf dem D.
Spazierengehen; * mit etw. über den D. gehen (landsch.; sich etwas
aneignen u. damit verschwinden): Jetzt ist der Kerl doch
mit meinem Kugelschreiber über den D. gegangen.
Deich-: ^basfe. die: Grundfläche des Deiches; ^bau, der
<o. PI.); -wböschung, die: abgeschrägte Seitenfläche des
Deiches; ^broch, der: Bruch des Deiches durch andrängende
Wassermassen; ^fuß, der: svw. t-basis; ^genossenschaft,
die: Verband der an einem Deich beteiligten
Grundeigentümer; -geschworene, der: Mitglied der Deichgenossenschaft;
-graf, der (veraltet): svw. f-Vorsteher; ^hauptmaim, der:
svw. t-Vorsteher; -kröne« die: obere Fläche des Deiches;
-land, das <o. PL): das hinter dem Deich liegende Land;
-Ordnung, die: gesetzliche Regelung des Deichwesens;
-Pflicht, die: Verpflichtung der Mitglieder einer Deichgenos-
senschaft zu bestimmten Leistungen, die der Erhaltung eines
Deiches dienen; -lichter, der: svw. T-Vorsteher; -schleuse,
die: Bauwerk zum Durchführen eines Wasserlaufs durch
einen Deich; -siel, das: svw. t -schleuse; -verband, der: svw.
t-genossenschaft; -vogt.der: svw. t -Vorsteher; -vorland,
das: vor einem Hauptdeich zwischen Küste u. Ufer liegendes
begrüntes Land; -Vorsteher, der: Vorsteher der
Deichgenossenschaft; -wesen, das <o. PL).
'Deichsel: svw. TDechsel.
^ichsel [dajksj], die; -. -n [mhd. dihsel. ahd. dlhsala]:
1. aus einer od. zwei Stangen besteheruier Teil des Wagens,
an den die Zugtiere gespannt werden u. der dem Ziehen
u. Lenken des Wagens dient; die D. ist gebrochen; die
Pferde an die D. spannen; einen Handwagen an der D.
führen. 2. (derb) erigierter Penis.
Deichsel-: -brach, der; -kette, die: Kette zum Anspannen
von Zugtieren; -kreuz, das: 1. Griff an der Deichsel eines
Handwagens; endloses Räderrollen und unsere Hände am
D. (Kaschnitz. Wohin 155). 2. i christliches] Kreuz in
Form eines Ypsilon; -pferd, das: Pferd, das neben der
Deichsel geht; -stange, die.
deichseln [daiksln] <sw. V.; hat) [eigtl. = einen Wagen
an der Deichsei rückwärts lenken, zu T2Deichsel] (ugs.):
durch geschicktes Lenken, Arrangieren eine gewünschte
Situation, Konstellation zustande kommen lassen; er wird die
Sache schon d.; das hat sie gut gedeichselt; dann deichseln
sie es. daß Pinneberg gerade dazukommt, wenn Heilbutt
einen Anzug... verkauft hat. und dann trägt ihn Pinneberg
auf seinem Kassenblock ein (Fallada. Mann 180).
Deifikation [deifika'tsio:n], die; -. -en [kirchenlat. deificätio]
(bildungsspr.): Vergottung eines Menschen od. eines Dinges;
deifizieren [deifi'tsLran] <sw. V.; hat) [mlat.. kirchenlat.
deificare. zu lat. deus = Gott u. facere = machen]
(bildungsspr.): zum Gott machen, vergotten; Wie der primitive
Mensch früherer Kulturepochen die Impulse und
Elemente, die sein persönliches Leben beherrschten ....
personifizierte und deifizierte. so ist ... (K. Mann, Wendepunkt
22).
Dei gratia ['de:i 'gra.tsia; lat. de! grätiä = von Gottes
Gnaden]: von Gottes Gnaden (Zusatz zum Titel von
Bischöfen, früher auch von Fürsten).
deiktisdi [dajktij. auch: de'iktij] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.)[griechTdeiktikös = hinweisend]: a) (Sprachw.): (als
Eigenschaft bestimmter sprachlicher Einheiten, z. B. des
Demonstrativpronomens) hinweisend; b) (als Lehrverfahren)
von der Anschauung ausgehend.
'dein [dain] <Possessivpron.) [mhd., ahd. dln]: bezeichnet
die Zugehörigkeit od. Herkunft eines Wesens od. Dinges.
einer Handlung od. Eigenschaft zu einer bzw. von einer
mit ..du4* angeredeten Person: 1. a) <vor einem Subst.)
00 d. Bruder, -eTasche, d. Buch, -e Meinung, d. Verhalten;
wir haben -en Brief bekommen; infolge -es Einsatzes, -er
Mühe; -em Versagen ist es anzulasten; du verläßt -en
Standort; viele Grüße von Deiner Karin (Schlußformel
in Briefen); d. Zug (der Zug, mit dem du fahren willst)
fährt in zehn Minuten; ich ziehe -e Strümpfe an (1.
Strümpfe, die dir gehören. 2. Strümpfe, die ich von dir geschenkt
bekommen habe): ß) als Ausdruck einer Gewohnheit,
gewohnheitsmäßigen Zugehörigkeit. Regel o. ä. bei einer mit
..du4* angeredeten Person: machst du noch jährlich -e Kur?;
du hast wohl -en Zug (den Zug, mit dem du immer fährst)
verpaßt?; nimm jetzt -e Medizin!; Warum läßt du ihn nicht
hochgehen, -en PfafTen? (Genet [Übers.l. Tagebuch 116);
jetzt wollte Zünder ... nichts mehr lesen von dem. Siehst
du. sagte seine Mutter, d. Karl May (Degenhardt.
Zündschnüre 20); Ich bin nicht hysterisch ... Ich bin nicht
-e Leser, ich kenne dich! (Baldwin [Übers.]. Welt 259);
b) <o. Subst.) ich bin d. (geh.; gehöre dir); er ist nicht
mein Freund, sondern -er; sind das ihre Handschuhe od.
-e?; nicht ihr Benehmen ist unpassend, sondern deins,
(geh.:) deines. 2. <subst.) (geh.) es war nicht mein Wunsch,
sondern der -e; ewig der Deine (Schlußformel in Briefen);
der Deine (dein Mann); die Deine (deine Frau); die Deinen
(deine Angehörigen); das Deine (das dir Gehörende); du
mußt das Deine tun (deine Aufgabe, das dir Zukommende);
^m [-; mhd.. ahd. dln] (geh.. veraltet): svw. tdeiner:
ich gedenke d.; deiner [dajnE] <Gen. des
Personalpronomens ..du") [mhd. din(er)7ahd. dln]: ich gedenke d.; vgl.
^ein; deinerseits <Adv.) [t^seits]: von dir aus, von deiner
Seite aus: bestehen d. noch Fragen?; du mußt d. daran
denken; deinesgleichen <indekl. Pron.) [t-gleichen]: jmd.
wiedu.jmd., der dir gleich ist: du und d.; deinesteils <Adv.>:
vgl. f deinerseits: Du bist, geradezu gesprochen, ein netter
Bursche und setzest Deinesteils Dein Äußeres herab (Th.
Mann. Krull 401); ddnettylben <Adv.) [f-halben]
(veraltend): svw. t deinetwegen; deinetwegen <Adv.): aus
Gründen, die dich betreffen: ich bin d. gekommen; deinetwillen
<Adv.) nur in der Fügung um d. (mit Rücksicht auf dich):
ich habe um d. so gehandelt; deinige ['dainigol. der. die.
das; -n. -n <Possessivpron.; immer mit Art.) (geh..
veraltend): der, die, das deine: er hat nur an seinen Vorteil
gedacht, nicht an den -n.
Deismus [de'ismos]. der; - [wohl über engl, deism < frz.
deisme. zu lat. deus = Gott]: Gottesauffassung der
Aufklärung des 17. u. 18. Jh.s, nach der Gott die Welt zwar
geschaffen hat, aber keinen weiteren Einfluß mehr auf sie ausübt;
Deist [de'ist]. der; -en. -en [wohl über engl, deist < frz.
deiste]: Anhänger des Deismus; dejstiseh <Adj.; o. Steig.):
der Lehre des Deismus folgend, sich auf sie beziehend.
Deiwel f'daiv}].Deixel [daiksl], der; -s [mundartl. aus mhd.
tiuvel. tTeufel. bzw. Entstellung aus TTeufel] (landsch.
ugs.): svw. tTeufel.
DeJä-vu-Erlebnis [desa'vy:-]. das; -ses. -se [frz. d6Jä = schon
(zu lat. iam = schon) u. vu. 2. Part, von: voir = sehen
< lat. videre] (Psych.): Form der Erinnerungstäuschung,
bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in
gleicher Weise schon einmal erlebt zu haben.
Deiektion [dejektsio:n], die; -. -en [lat. deiectio = das
Hinabwerfen; Durchfall] (Med.): Entleerung des Körpers
von Ausscheidungsstoffen (z.B. von Kot, Harn).
Dejeuner [de30'ne:]. das; -s, -s [frz. dejeuner. zu: dejeuner,
tdejeunieren]: a) (veraltet) Frühstück; b) (geh.) kleines
Mittagessen; deteunieren [de^'nr.ren] <sw. V.; hat) [frz. döjeu-
ner < vlat. *disieiünäre = zu fasten aufhören, zu lat.
ieiünäre = fasten] (veraltet): frühstücken.
de iure [de:'ju:ra; mlat. de iure, zu lat. iüs, tJus]: von Rechts
wegen, rechtlich betrachtet, formalrechtlich; der formellen
Rechtslage zufolge, jedoch ohne Rücksicht auf tatsächliche
Umstände (Ggs.: de facto): einen Staat d. j. anerkennen;
der Vertrag ist d. j. gültig; Wenn man Chef bleiben wollte,
nicht nur d. j.. das ging auch anders lange, sondern de
facto (Kant. Impressum 115); <Zus.:> De-Jure-Anerken-
nung, die: Anerkennung auf rechtlicher Grundlage.
Deka fdEka], das; -[s], - (österr.): Kurzf. von t Dekagramm.
Deka- [deka-; (frz. deca-) < griech. deka = zehn]: -eder,
das [zu griech. hedra = Fläche. Basis] (Geom.): Körper,
der von zehn / regelmäßigen 1 Vielecken begrenzt wird; MJQn,
das [griech. dekägönon] (Geom.): Zehneck; -gr^mm
501
Dekabrist
[Osten*.: 'ds...]. das [frz. decagramme. tGramm]: 10
Gramm; Zeichen: Dg (österr.: dkg); ^liter, der [frz. decali-
tre. TLiter]: 10 Liter; Zeichen: Dl, dkl.; Miieter. der [frz.
decametre, t Meter]: 10 Meter; Zeichen: dam, veraltet: Dm,
dkm; ~ster, der [frz. decastdre. f Ster]: 10 Ster; -syllabus,
der [spätlat. decasyllabus = zehnsilbig < griech. deka-
syllabos] (Verslehre): zehnsilbiger Vers aus Jamben.
Dekabrist [dekabrist], der; -en, -en [russ. dekabrist, zu:
dekabr = Dezember < mgriech. dekembri(o)s < lat.
december, t Dezember, also eigtl. = Dezembermann]
(hist.): Teilnehmer an dem Offiziersaufstand für eine
konstitutionelle Verfassung in Rußland im Dezember 1825.
Dekade[deka:dd].die; -.-n [frz. decade < lat. decas (Gen.:
decadis) = Zehnt, Anzahl von zehn < griech. dekäs.
zu: deka = zehn]: a) Satz od. Serie von 10 Stück; b)
Zeitraum von 10 Tagen* Wochen. Monaten od. Jahren;
c) (Literaturw.) Einheit von 10 Gedichten od. Büchern.
dekadent [deka'denl] <Adj.; -er, -este> [frz. decadent] (bil-
dungsspr.): infolge kultureller Überfeinerung entartet;
kulturell im Verfall begriffen; eine -e Epoche; das Bürgertum
weist -e Züge auf; Wirtschaftliche Hochblüte allein ist
Quelle solch -er Kultur (Ceram, Götter 78); Dreck hat
keiner gern an der Geliebten, wenn er nicht d. ist (Re-
marque, Obelisk 89); Dekadenz (dekadents), die; - [frz.
decadence < mlat. decadentia, zu lat. de-~= von - weg
u. cadere = fallen, sinken] (bildungsspr.): kultureller
Niedergang mit typischen Entartungserscheinungen in den
Lebensgewohnheiten u. Lebensansprüchen; Verfall, Entartung:
DasVolk ... hatte geschwelgt in Reichtum und Wollust
und war-wahrscheinlich -aufder Höhe seiner Entwicklung
schon Jener sybaritischen D. verfallen, die den Keim des
Untergangs in sich trägt (Ceram, Götter 78).
dekadisch [de'ka:dij] <Adj.; o. Steig.) [zu T Dekade]:
zehnteilig, auf die Zahl 10 bezüglich: -er Logarithmus
(Logarithmus einer Zahl zur Basis 10. Zehnerlogarithmus); -es System
(Zahlensystem mit der Grundzald 10, Dezimalsystem).
Dekalkierpapier [dekal'ki:g-]. das [zu veraltet dekalieren
< frz. decalquer = einen Gegenabdruck machen, zu:
calquer = durchzeichnen, -pausen < ital. calcare = drük-
ken, treten < lat. calcäre = treten]: zur Herstellung von
Abziehbildern verwendetes saugfähiges Papier.
Dekalog [deka'lo:k], der; -lejs [mlat., kirchenlat. decalogus
< griech. dekälogos aus: data = zehn u. lögos = Wort]
(christl. Rel.): die Zehn Gebote; Dekan [de'ka:n], der; -s,
-elmlat.decanus = Propst. Oberaufseher einer königlichen
Domäne. Vogt < lat. decänus = Führer von zehn Mann]:
1. (kath. Rel.) svw. tDechant. 2. (ev. Rel.; in
Süddeutschland) svw. T Superintendent. 3. Vorsteher einer Fakultät
od. eines Fachbereichs an der Universität; Dekanat
[dekana:t]. das; -s. -e [mlat. decanatus = Amt, Würde
eines Dekans]: 1. Amt, Bezirk eines Dekans; vgl. Dechanat.
2. Verwaltung einer Fakultät od. eines Fachbereichs an
einer Universität. 3. (Astroi.) Unterteilung des Tierkreises
in Abschnitte von je zehn Grad; Dekanei [deka'naj], die;
-.-enlmlat.decania = Dekanatsgebiet]: l.svw. tDechanei.
2. Wohnung eines Dekans (2).
dekantieren [dekan'tr.ran] <sw. V.; hat) [frz. döcanter =
abgießen < alchimistenlat. decanthäre. zu lat. canthus
= Schnabel eines Krugs. Augenwinkel < griech. kanthös
= Augenwinkel] (bes. Chemie): eine Flüssigkeit abklären,
vom Bodensatz abgießen.
dekapieren [deka'phren] <sw. V.; hat) [frz. decaper. zu:
cape = Umhang, Mantel < spätlat. cappa, t Kappe]
(Chemie): a) Eisenteile durch chemische Lösungsmittel von
Farbresten befreien, reinigen: b) Metallteile od. Blech beizen
u. dadurch von dünnen Anlauf- bzw. Oxydationsschichten
befreien.
Dekapitation [dekapita'tsio:n], die; -. -en [mlat. decapitatio
= Enthauptung] (MeJ.): das Leben der Mutter rettende
Abtrennung des kindlichen Kopfes während der Geburt: eine
D. durchführen, dazu: dekapitieren [dekapieren], de-
kaptieren [dekap'thren] <sw. V.; hat) [lat. decapitäre =
enthaupten] (Med.): eine Dekapitation vornehmen.
Dekapsulation [dekapsulatsio:n]. die; -. -en [zu lat. de- =
von-weg u. Capsula = Kapsel] (Med.): operative Abtragung
der Nierenkapsel.
dekaptieren: t dekapitieren.
Dekar [de'ka:?]. das; -s. -e (aber: 3 -), (Schweiz.:) Dekare
[de'ka:re], die; -. -n [frz. decare. aus: d6ca- (< griech.
deka = zehn) u. are, t Ar]: 10 Ar.
dekartellieren [dekarteTcran]. (häufiger.) dekartellisieren
[dekart€li'zi:ran] <sw. V.; hat) [frz. decartelliser, zu: cartelli-
ser = in Kartellen zusammenfassen, zu: carte!, t Kartell]
(Wirtsch.): Unternehmenszusammenschlüsse rückgängig
machen u. die Bildung neuer Kartelle unterbinden (Ggs.:
kartellieren); <Abl.:> Dekartellisierung, die; -. -en.
Dekateur [deka'to:^]. der; -s. -e [zu f dekatieren] (Textilw.):
jmd., der Stoffe dekatiert (Berufsbez.); dekatieren [deka-
*ti:ran] <sw. V.: hat) [frz. döcatir. zu: catir = (Tuch)
pressen, H. u.. viell. < vlat. *coactire, zu lat. coäctus =
zusammengetrieben. 2. Part, von: cögere =
zusammentreiben] (Textilw.): Woll Stoffe mit Wasser od. Dampf
behandeln, um ihnen den Preßglanz zu nehmen u. nachträgliches
Einlaufen zu verhindern; Dekatierer [deka'Ihre], der; -s,
-: svw. f Dekateur; Dekatur [deka'tu:?], die; -. -en: Vorgang
des Dekatierens.
Deklamation [deklama'tsio.n], die; -. -en [lat. declämätio
= Redeübung, Vortrag]: 1. kunstgerechter Vortrag (einer
Dichtung).!, tmr auf Wirksamkeit bedachte [nichtssagende]
Äußerung; Gerede: leere -en; Es blieb Chruschtschow
überlassen, sich mit lautstarken -en für eine entsprechende
Veränderung einzusetzen (Dönhoff, Ära 177). 3. (Musik)
Hervorhebung u. Artikulation einer musikal. Phrase od.
des Sinn- u. Ausdrucksgehaltes eines vertonten Textes;
Deklamator [dekla'ma:tor, auch: ...to:g]. der; -s. -en [...ma-
to.ren; lat. declämätor = Redekünstler, Schulredner]:
Vortragskünstler; Dekbmatorik [...ma'to:nk]. die; -
(bildungsspr.): Vortragskunst; deklamatorisch [...ma'to:nJl
<Adj> [lat. declämätörius]: a) <o. Steig.) ausdrucksvoll
im Vortrag, vortragskünstlerisch; b) übertrieben im
Ausdruck: Aber bei der zweiten (Strophe) spürt man -es Effekt-
streben (Deschner, Talente 76); c) (Musik) beim Gesang
auf Wortverständlichkeit Wert legend; deklamieren [dekla-
mi:ran] <sw. V.; hat) [lat. declämäre = laut aufsagen]:
I. kunstgerecht i vortragen: ein Gedicht d.; Er deklamierte
falsch ... mit der falschen Betonung (Strittmatter,
Wundertäter 278). 2. (selten) voller Eifer im Gespräch behandeln:
der eine müßte um des anderen willen aus dem Wege
geräumt werden... Die Brüder deklamierten diesen Ausweg
und feilschten dann wie an einem Diskussionsthema
(Jahnn. Geschichten 76). 3. (Musik) einen vertonten Text
mit deutlicher Aussprache u. unter Berücksichtigung des
Sinn- u. Ausdrucksgehaltes vortragen.
Deklaration [deklara'tsio:n], die; -. -en [lat. declärätio =
Kundgebung, Offenbarung]: 1. feierliche, öffentliche
Erklärung grundsätzlicher Art, die von einer Regierung, einem
Staat, einer Organisation od. von mehreren Staaten od.
Organisationen gemeinsam! abgegeben wird: die D. der
Menschenrechte in der Charta der Vereinten Nationen.
2.a) Zoll-, Steuererklärung; b) (Wirtsch.) Inhalts-,
Wertangabe bei einem Versandgut!; deklarativ [deklara-
ti:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. declärätivus]: in
Form, in der Art einer Deklaration: Die Antwort ... hängt
.,. davon ab. ob Schütz dieser seiner Äußerung offiziellen,
-en Charakter gegeben hat oder nicht (Mutterspr. 7/8.
1968. 256); deklarieren [dekla'ri:ren] <sw. V.; hat) [mhd.
declariren < lat. decläräre = deutlich kundgeben,
offenbaren]: 1. eine feierliche, Erklärung abgeben: die
Bundesregierung deklarierte die Ratifikation des
deutsch-französischen Freundschaftsvertrags. 2. a) eine Zoll-,
Steuererklärungabgeben, beim Zoll, bei der Steuer angeben: den Kaffee
beim Grenzübertritt d.; b) (Wirtsch.) den Inhalt, Wert
einer Warensendung angeben. 3. als etw. bezeichnen, zu
etw. erklären was in Wirklichkeit nicht ist I: er deklarierte
ihn zu seinem persönlichen Berater; den Pfleger als Arzt
d.; aneinandergereihte Sätze als Gedicht d.; deklariert [de-
kla'ri:?t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): offenkundig,
ausgesprochen: zu den -en Favoriten des Ministers gehören;
Deklarjgnung, die; -. -en: Subst. zu tdeklarieren.
deklassieren <sw. V.; hat) [frz. declasser. zu: classer ( =
in Klassen einteilen, ordnen) od. zu: classe. f Klasse]: 1.
a) (Soziol.) aus einer bestimmten sozialen od. ökonomischen
Klasse in eine niedrigere verweisen, herabsetzen: der
Arbeiter ist heute gesellschaftlich nicht mehr so stark deklassiert
wie früher; b) auf eine niedrigere Stufe verweisen,
herabsetzen: Die Spezialisierung im Wissen deklassiert den
Dilettanten in unserer Zeit viel stärker noch, als es zum
Beispiel während der zwanziger Jahre geschehen konnte
(Welt. 3. 7. 65. Die geistige Welt 1). 2. (Sport) einem
Gegner eindeutig überlegen sein u. ihn überraschend hoch
502
dekorativ
besiegen: der Europameister deklassierte den
Herausforderer; die übrigen Läufer wurden förmlich deklassiert; die
Fußballnationalmannschaft deklassierte ihren Gegner zum
hoffnungslosen Amateur; <Abl.:> Deklas^krung, die; -. -en.
deklinabel [dekli'na:b|] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat.
decllnäbilis] (Sprachw.): (von Wörtern bestimmter
Wortarten) beugbar (Ggs.: indeklinabel); Deklination [deklina-
'tsjp:n]f die; -, -en [(spät)lat. decllnätio, eigtl. = Abbie-
gungl: 1. (Sprachw.) Formabwandlung, Beugung des
Substantivs. Adjektivs, Pronomens u. Numerales: die starke,
schwache D. 2. (Astron.) Abweichung. Winkelabstand eines
Gestirns vom Himmelsäquator. 3. (Physik) Abweichung der
Richtungsangabe der Magnetnadel i beim Kompaß! von der
wahren Nordrichtung. Mißweisung: Deklinator [dekli'na:-
tor, auch ...to:?]. der; -s, -en [...natoiran]. Deklinato-
rium [dekIina'to:rium],das; -s. ...ien [...pn; zu lat. decllnäre.
tdeklinieren]: Gerät zur Bestimmung zeitlicher]
Änderungen der Deklination (2); deklinierbar <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): svw. T deklinabel; deklinieren [dekli'nirren] <sw. V.;
hat) [lat. decllnäre. eigtl. = abbiegen] (Sprachw.):
Substantive. Adjektive, Pronomen u. Numeralia in ihren
Kasusformen abwandeln, beugen: dieses Substantiv wird stark,
schwach dekliniert: Deklinometer [deklino...]. das; -s, -
[zu lat. decllnäre (Tdeklinieren) u. t^meter]: svw. t
Deklinator.
dekodieren, (häufig, bes. in der Technik auch:) decodieren
<sw. V.; hat) [engl, to decode, aus: de- (< lat. de- =
von - weg) u. code, TKode] (Fachspr.; Ggs.: kodieren):
1. eine Nachricht aus einem Kode kleiner Redundanz in
einen Kode größerer Redundanz übersetzen. 2. eine
Nachricht i mit Hilfe eines Kodes entschlüsseln: <Abl.:> Dekodk-
rung. die; -. -en.
Dekokt [de'kDkt], das; -[e]s, -e [lat. decoctum = das Aus-,
Abgekochte] (Pharm.): Abkochung, Absud von
Arzneimitteln.
Dekollete, (bes. Schweiz.:) Decollete [dekal'te:]. das; -s, -s
[subst. aus frz. decollete(e), 2. Part, von: decolleter, f
dekolletieren]: tiefer Ausschnitt an Damenkleidern o. ä., der
Schultern, Brustansatz od. Rücken frei läßt: ein tiefes,
ausgeschnittenes, gewagtes, offenherziges (ugs. scherzh.; tiefes)
D.; Meine Reisende lag dort... in einem batistenen Nacht-
gewande mit... einem von Spitzen umrahmten quellenden
D&ollete (Th. Mann. Krull201); dekolletieren [dekalieren]
<sw. V.; hat) [frz. decolleter, eigtl. = den Hals, den Nacken
entblößen, zu: collet = Halskragen, zu: col = Hals <
lat. Collum]: 1. ein Danienkleid mit einem Dekollete
versehen.!, id. + sich) (ugs.) sich bloßstellen, -dekolletiert [deksl-
'ti:?t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. decollete(e). 2.
Part, von: decolleter. tdekolletieren]: 1. (von
Damenkleidern) tief ausgeschnitten: Die Abendroben sind breit d.
(Welt 30. 7. 75. 18). 2. ein Dekollete tragend: Handfläche,
die auf ihrem -en Rücken lag (Baum. Paris 5).
Dekolonisation, die; -. -en [aus lat. de- = von - weg u.
tKolonisation] (Ggs.: Kolonisation 1): Entlassung einer
Kolonie aus der wirtschaftlichen, politischen u. militärischen
Abhängigkeit vom Mutterland: dekolonisferen <sw. V.;
hat): die wirtschaftliche, politische u. militärische
Abhängigkeit einer Kolonie vom Mutterland beseitigen, aufheben
(Ggs.: kolonisieren 1): <Abl.:> Dekoloniskrung, die: -. -en:
Über die D. in Afrika (Spiegel 34, 1974. 60).
dekolorferen <sw. V.; hat) [frz. decolorer < lat. decolöräre]
(Fachspr.): einfärben, ausbleichen.
dekomponkren <sw. V.; hat) [mlat. decomponere, zu lat.
compönere, tkomponieren]: a) (bildungsspr.) (in seine
Grundbestandteile] zerlegen, auflösen: bHSprachw.)
systematisch aufgliedern] in elementare Komponenten]: Dekom-
posltion, die; -, -en: a) (bildungsspr.) das Dekomponieren.
Auflösung: Alles Lebende wird erst im Abbau, in der D.
der Analyse zugänglich(Gehlen,Zeitalter 85); b) (Sprachw.)
systematische Aufgliederung in elementare Komponenten/:
<Abl.:> dekompositorisch <Adj.) (bildungsspr.): zersetzend,
zerstörend: eine -e Teilnahme an der Entwicklung; Dekom-
POsitum, das; -s. ...ta [zu spätlat. decompositus = von
einem zusammengesetzten Wort abgeleitet, zu lat. compo-
situs, 2. Part, zu: compönere. tkomponieren] (Sprachw.):
Neu- od. Weiterbildung aus einer Zusammensetzung in Form
einer Ableitung (z. B. wetteifern von Wetteifer) od. in Form
einer mehrgliedrigen Zusammensetzung (z. B.
Eisenbahnfahrplan).
Dekompression, die: -. -en [aus lat. de- = von - weg u.
t Kompression]: 1. Druckabfall in einem technischen
System. 2. / allmähliche I Druckentlastung für den Organismus
nach längerem Aufenthalt in Überdruckräumen, z. B.
Taucherglocken: <Zus.:) Dekompressionskammer. die:
geschlossener Raum, in dem der Organismus nach längerem
Aufenthalt in Überdruckräumen allmählich vom Überdruck
entlastet wird: Dekompressionskrankheit, die: vgl.
Caissonkrankheit; dekomprimkren <sw. V.; hat) [aus lat. de-
= von - weg u. t komprimieren]: den Druck von etw.
verringern: <Abl.:> Dekomprimjgnmg, die; -. -en.
Dekonditionation [dekDnditsiona'tsio.n], die: -. -en [zu lat.
de- = von-wegu. tKondition (2b)] (Fachspr.):
Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit (bes. bei
Raumflügen) infolge Schwerelosigkeit.
Dekontamination,die; -. -en <P1. ungebr.) [engl, decontami-
nation. zu: contamination, t Kontamination]: 1. (Physik)
Entfernung von Neutronen absorbierenden Verunreinigungen
aus einem Kernreaktor: Entgiftung. 2. Sammelbez. für alle
Maßnahmen, durch die ein von atomaren, biologischen od.
chemischen Kampfstoffen verseuchtes Gebiet od. Objekt
entgiftet wird, so daß Menschen u. Tiere ohne Schutzvorrichtung
mit ihm in Berührung kommen können (Ggs.:
Kontamination 2); dekontaminifiren <sw. V.; hat): eine
Dekontamination vornehmen: <AbI.:> Dekontaminj&ung, die; -. -en <P1.
ungebr.).
Dekonzentration, die; -, -en [aus lat. de- = von - weg
u. T Konzentration]: das Dekonzentrieren. Entflechtung.
Verteilung (Ggs.: Konzentration l):'eine räumliche D.;
... Hoffnung..., daß es gelingen wird, der weitaus technisch
bedingten Konzentration von Produktivkapital eine D.
des Eigentums an diesen Produktionsmitteln
entgegenzusetzen (Zeit 33, 1958, 11); dekonzentrieren <sw. V.; hat)
[aus lat. de- = von - weg u.! konzentrieren]: eine
Konzentration, eine Zusammenballung auflösen, entflechten,
verteilen (Ggs.: konzentrieren 1); <Abl.:> Dekonzentrterung, die;
-. -en.
Dekor [de'ko.'g]. der, auch: das; -s. -s u. -e [frz. decor(e),
zu: decorer, tdekorieren]: 1. farbige, Verzierung. Gold] -
muster. insbes. auf Glas- u. Porzellanwaren: ein
handgemaltes D.; Farbige Gläser und bunte Metalle sind das D.
für die neuen Hochhäuser (Marek, Notizen 83). 2.
Ausstattung eines Theaterstücks od. Filmst, Dekoration (3);
Dekorateur [dekora'to.'B], der; -s. -e [frz. decorateur. zu: decorer.
f dekorieren]: Fachmann für die Gestaltung u. Ausschmük-
kutig von Innenräumen. Schaufenstern, Theater- u.
Filmkulissen (Berufsbez.); Dekoratairin, die; -. -nen: w. Form
zu t Dekorateur; Dekoration [dekora'tsio:n], die; -. -en
[unter frz. Einfluß aus spätlat. decorätio = Ausschmücken.
Schmuck, zu lat. decoräre, tdekorieren]: 1. <o. PI.) das
Ausschmücken, Ausgestalten: zu den Prüfungsaufgaben
gehört die D. eines Schaufensters. 2.a) Ausschmückung,
künstlerische Ausgestaltung eines Raumes od. Gebäudes für
einen bestimmten Anlaß/: eine festliche, weihnachtliche
D. der Räume; die D. für den Fastnachtsball war gelungen;
b) werbewirksame! Ausstattung eines Schaufensters: c)
(Theater. Film) Bühnenausstattung. Bühnenbild. Film /ku-
lisse: die D. dir ein Stück entwerfen; Ü „Aber er war
ja nicht allein bei diesen Zusammenkünften, es waren
auch Künstler da, lieber Nationalrat/' „Die notwendige
D. ..." (Dürrenmatt, Richter 65). 3. Gesamtheit der in
einem Raum od. an einem Gegenstand angebrachten schmük-
kenden Dinge: die D. der Hochzeitstafel bestand aus
Blumen. 4.a) Ordensverleihung. Dekorierung: Lob.
Beförderung und D. war ihnen sicher (Kirst, 08/15, 128); b) Orden.
Ehrenzeichen.
Dekoration»- (Dekoration 2): -arbeit, die (meist PI.): die
-en werden von einer angesehenen Firma ausgeführt;
-Wime, die: Papier- od. Plastikblume zum Dekorieren (1);
-element, das: Teilstück einer größeren Dekoration: -kunst,
die; Mittler, der: jmd.. der Innenräume ausmalt od.
Theaterdekorationen malt (Berufsbez.); -maierei, die: rein
dekorative Malerei: Bühnenmalerei: -papier, das: einfarbiges
Plakatpapier: -pflanze, die: zum Schmuck aufgestellte / Grün /-
pflanze: ^«toff. der: einfarbiger od. bedruckter Stoff zum
Ausschmücken von Innenräumen, für Vorhänge u. Möbel:
-stück, das: svw. t --element; -Wechsel, der: das
Auswechseln einer Dekoration.
dekorativ [dekora'tr.fl <Adj.) [frz. decoratifl: 1. schmückend,
als Schmuck wirkungsvoll: einer Sache od. Person einen
zusätzlichen Glanz verleihend: ein -es Blumengebinde; ein
503
dekorieren
-er Hut, Halsschmuck; -e Kosmetik (Kosmetik, die der
Verschönerung dient im Gegensatz zur vorwiegend
pflegenden Kosmetik); eine ausschließlich -e Persönlichkeit (Th.
Mann, Hoheit 13); diese Pose ist, wirkt sehr d. 2. die
Theater-, Filmdekoration betreffend: ... sprach er von
Wandlungen des -en Stils (K. Mann. Mephisto 102);
dekorieren [deko'rhren] <sw. V.; hat) [beeinflußt von frz. decorer
< lat. decoräre; 2: nach engl, to decorate]: 1. ausschmücken,
künstlerisch ausgestalten: das Schaufenster d.; Fingerringe,
von denen einer ... einen ... dreieckigen Rubin, dekoriert
mit Brillanten .... trug (Th. Mann, Krull 158). 2. durch
die Verleihung eines Ordens od. Ehrenzeichens ehren; jmdm.
einen Orden verleihen: jmdn. mit dem Verdienstkreuz d.;
Ich habe Dutzende von Menschen in meinem Leben getötet
..., und ich bin dekoriert worden dafür (Remarque. Triom-
phe 413); der Aufmarsch dekorierter Diplomaten (Grass,
Blechtrommel 97); <Abl.:> Dekorknmg, die; -, -en.
Dekort [de'ko:^. auch: de'kDrt]. der; -s. -s u. (bei dt, Ausspr.:)
-e [rückgeb. aus t dekortieren] (Wirtsch.): 1. Abzug vom
Rechnungsbetrag, z. B. wegen schlechter Verpackung,
Mindergewicht, Qualitätsmangel. 2. Preisnachlaß, im
Exportgeschäft!; dekortieren [dekorthran] <sw. V.; hat) [unter
Einfluß von frz. court. ital. corto < lat. decurtäre = verkürzen!
(Wirtsch.): einen Dekort vornehmen.
Dekorum [de'ko:rom]. das; -s [lat. decörumj (bildungsspr.
veraltend): äußerer Anstand, Schickliclikeit: das D. wahren;
U das wissenschaftliche D. wird zwar sorgsam gewahrt:
die Anhänge und Register sind ordentlich ausgearbeitet,
es fehlt weder an Bibliographien noch an Professorentiteln
(Enzensberger. Einzelheiten I. 154).
Dekostoff! de:ko, d£ko-], der; -[e]s, -e: Kurzf. von t Dekora-
tionsstoflT: Gardinen und D. aufeinander abstimmen.
Dekrement [dekrement]. das; -s. -e [1: lat. decrementum]:
1. Abnahme, Verminderung, Verfall. 2. (Med.) das
Abklingen von Krankheitserscheinungen. 3. in der Verbindung
logarithmisdies D. (Math.; Größe, die den Vorgang des
Abklingens gedämpfter freier Schwingungen kennzeichnet).
dekrepit [dekre'pi.t] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [frz. döcnepit
< lat. decrepitus. zu: crepäre = platzen, bersten, also
eigtl. = auseinandergeplatzt] (Med.): abgelebt, alt,
schwach, verbraucht; Dekrepitation die; -. -en [wohl unter
Einfluß von frz. decröpitation zu tdekrepitieren] (Chemie):
das Zerplatzen von Kristallen beim Erhitzen, verbunden mit
Knistern u. Austritt von Wasserdampf; dekrepitieren [dekre-
pi'ti:ren] <sw. V.; ist) [wohl < frz. decrepiter. zu: crtpiter
= knistern < lat. crepitärel: (von Kristallen) unter Austritt
von Wasserdampf zerplatzen.
Dekresoendo: tDecrescendo; Dekreszenz [dekrsstsents].
die; -. -en [lat. decrescentia = Abnahme, zu: decresceire
= im Wachstum abnehmen]: 1. (Fachspr.) Abnafime. 2.
(Musik) allmähliche Tonabschwächung.
Dekret [de'kje:t], das; -le]s. -e Imhd. decret < lat. decretum]:
behördliche od. richterliche Verfügung. Beschluß,
Verordnung: ein D. erlassen, verlesen; Dekretale [dekreta:ta],
das; -. ...lien [...ljpn] od. die; -. -n <meist PI.) [mlat. decretale.
wohl gek. aus: litieraedecretalcs = ein Dekret enthaltendes
Schriftstück, zu lat. decretälis = ein Dekret enthaltend,
zu: decretum, TDekret] (kath. Rel.): päpstliche
Entscheidung in Einzelfragen (bis 1918 Hauptquelle des katholischen
Kirchenrechts, heute nur in bezug auf das Dogma u. die
Kanonisation); Dekretalist [dekretallst], der; -en. -en:
mittelalterlicher Lehrer des katholischen Kirchenrechts; de*
kretieren [dekre'ti.ran] <sw. V.; hat) [wohl unter Einfluß
von mlat. decretare zu t Dekret]: verordnen, anordnen,
bestimmen: Maßnahmen d.; Der Kaiser wußte sehr genau,
daß der von ihm dekretierte Ruin des ganzen englischen
Überseehandels dem französischen ... nichts nützen könne
(Jacob. Kaffee 165); Dekretist [dekre'Ust], der: svw. t
Dekretalist.
dekryptieren [dekryp'thran] <sw. V.; hat) [zu lat. de- =
von - weg u. griech. kryptös = versteckt, verborgen]:
einen Geheimtext ohne Kenntnis des Schlüssels zu
entschlüsseln versuchen.
Dekubitus [de'ku:bitus], der; - [lat. decubitus. 2. Part, von:
decumbere = sich niederlegen; krank daniederliegen]
(Med.): das Wundliegen als Folge langen Liegens bei
bettlägerigen Kranken.
dekupieren <sw. V.; hat) [frz. decouper. zu: couper =
schneiden, zu: coup, tCoup] (Fachspr.): aussägen, ausschneiden:
Figuren mit der Laubsäge d.; <Zus.:) Dekupiersäge, die:
maschinelle Laubsäge mit dünnem, schmälern Sägeblatt zur
Herstellung geschweifter Sägearbeiten.
Dekurie [de'ku:r|3]. die; -. -n [lat. decuria. zu: decem =
zehn]: a) / Zehner Jgruppe als Untergliederung des Senats
od. des Richterkollegiums im antiken Rom; b)
Unterabteilung von zehn Mann in der altrömischen Reiterei; Dekurio
[de'ku:rio]f der; -s u. -nen. -nen [...ku'rio:n3n; lat. decurio]:
a) Mitglied einer Dekurie (a); b) Anfuhrer einer Dekurie
(b).
Dekuvert, (auch:) Decouvert [deku've^]. das; -s. -s [frz.
decouvert. eigtl. = unbedeckt, zu: decouvrir. tdekuvrieren]
(Wirtsch.): Wertpapiermangel an der Börse; dekuvrieren,
(auch:) decouvrieren ldeku'vri:ren] <sw. V.; hat) [frz.
decouvrir = ab-, aufdecken < lat. discooperlre = enthüllen]:
1. entlarven, enthüllen, aufdecken: einen Lügner, einen
Skandal d. 2. eigentliche u. verborgene, von anderen negativ
gewertete od. dem Betreffenden unangenehme Züge zum
Vorschein kommen lassen, durch etw. verraten: sich, seine
Person d.; Für den Mann von heute ... bedeutet die
Autofahrt ein ideales Mittel, um das Liebesgespräch auf der
Ebene zu halten, die ihm gestattet, seine Person nicht
zu sehr zu d. (Bodamer. Mann 130); Nichts decouvriert
den Menschen mehr - als wie er auf dem Pferde sitzt!
(Dwinger. Erde 107); Wenn es nach ihm gegangen wäre,
hätte er sich jetzt noch nicht decouvriert (Dönhoff. Ära
130).
Delaborieningswagen [delabo'ri:ruos-]. der; -s. - [zu lat. de-
= von - weg u. laböräre = arbeiten] (Polizeiw.):
Spezialfahrzeug* das beim Entschärfen von Sprengkörpern
eingesetzt wird: Schließlich holte die Polizei den Sprengkörper
mit einem D. ab. In diesem Spezialfahrzeug explodierte
die Kiste dann (Welt 21. 8. 75. 1).
deleatur [delea:tur; lat. = es möge gestrichen werden, zu:
delere = eine Sache (ver)tilgen] (Druckw.):
Korrekturanweisung, die anzeigt, daß etw. gestrichen werden soll; Abk.:
de!.; Zeichen: 41; <subst.:) Deleatur. das; -s. - (Druckw.):
Tilgungszeichen; <Zus:> Deleaturzeichen, das: svw. T
Deleatur.
Delegat [delega:t]. der; -en. -en [mlat. delegatus. zu lat.
delegäre, tdelegieren]: Bevollmächtigter, Abgesandter:
Apostolischer D. (Bevolbnächtigter des Papstes ohne
diplomatische Rechte); Delegation [delega'tslo:n]. die; -. -en
[lat. delegätio = Anweisung (später In der Bedeutung
durch das Verb ..delegieren" bestimmt)]: 1. a) das
Delegieren; b) Abordnung [von Bevolhnächtigten], die zu [meist
politischem Tagungen, Konferenzen u. a. entsandt wird: die
britische D. besteht aus sechs Mitgliedern; eine D. von
Arbeitern; die D. reiste nach Moskau ab; der
Außenminister empfing eine zehnköpfige D. aus Spanien. 2.
Übertragung von Zuständigkeiten, Aufgaben, Leistungen,
Befugnissen: Bewußtseinsstufe .... die mit diesem Maß an D. von
Denkarbeit an Apparate umzugehen vermag (MM 28729.
9. 68. 3); <Zus. zu 1 b:) Delegationschef, der: Leiter einer
Delegation (1); Delegatur [delega' tu:uh die; -. -en: Amt sbe-
reich I eines Apostolischen Delegaten.
de lese ferenda [de:le:g3 fe'renda; lat. = von dem zu
erlassenden Gesetz] (bildungsspr.): vom Standpunkt des
künftigen Gesetzes, des künftigen Rechtszustandes aus; im
Hinblick auf das künftige Gesetz (Ggs.: de lege lata): Diese
Lösung erscheint d. 1. f. auch dem Verfasser als... sinnvolle-
re Alternative zu den ..konkreten Gefährdungsdelikten"
heutigen Rechts (Börsenblatt 40. 1973. 280S); de lese lata
[- - la:ta;lat. = von dem erlassenen Gesetz] (bildungsspr.):
vom Standpunkt des gültigen, erlassenen Gesetzes, des
bestehenden Rechtszustandes aus, im Hinblick auf das geltende
Gesetz (Ggs.: de lege ferenda).
delegieren [dele'gi:ran] <sw. V.; hat) [(m)lat. delegäre =
Jmdn. od. etw. jmdm. überweisen, jmdn. zu etw.
beauftragen]: 1. zu etw. abordnen, in eine Delegation (1 b) wählen:
jmdn. zu einem Kongreß d.; ein Schüler aus unserer Klasse
wurde ins Schülerparlament delegiert; Der Bayerische
Zentralrat hatte mich delegiert (Niekisch. Leben 64). 2. Rechte
od. Aufgaben /abtreten u.J auf einen anderen
übertragender Abteilungsleiter delegiert viele Aufgaben an (selten
auch: auf) seine Mitarbeiter; wir müssen in unserer
unüberschaubaren Gesellschaft viele, sogar die wichtigste
Entscheidung d. (MM 28. 1. 69. 18); er versteht es. Arbeit
zu d. (iron.; lästige Arbeit einem anderen aufzubürden):
(subst. 2. Part, zu 1:) Delegierte, der u. die; -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete): Mitglied einer Delegation (1 b), Abgesand-
504
Delogierung
telrl als -r zu einem Kongreß entsandt werden, dazu:
Delegiertenkonferenz, die. Detegfertenversammking, die;
<Abl.:> Ddesknwft« die; -. -en: svw. tDelegation (2).
delektabel [delek'taibl] <Adj.; ...Wer. ...-ste) [lat. delectäbi-
lis] (bildungsspr. selten): genußreich, ergötzlich: ein delekta-
bles Unterhaltungsprogramm; delektieren [delek'ti:ren]
<sw. V.; hat) [lat. delectäre] (bildungsspr.): 1. mit etw.
erfreuen, ergötzen: er delektierte seine Gäste mit hübschen
Anekdoten. 2. <d. + sich) sich an etw.. bes. an Speisen
o. ä. gütlich tun: man delektierte sich an den aufgetragenen
Speisen; auch an Hühnern darf man sich hier d. (Koeppen.
Rußland 26); Ü Freilich gibt es auch unter Pädagogen
solche, die sich an Phrasen d. (Welt 14.7.62. Geist. Welt 1).
deletär [dele'tE.?] <Adj.; o. Steig.) [frz. deletere < griech.
deleterios = schädlich] (Med.): tödlich: verderblich: In
einem anderen Organ wie im Gehirn kann sie (= Gefäßhya-
linose) sich sehr d. auswirken (Universitas 8. 1970. 845);
... um schließlich nach der Geburt zu prävalieren und
im alternden Organismus -e Wirksamkeit zu erreichen
(Medizin II, 27).
Deletion [dele'tsjp:n]. die; -. -en [lat. deletio = VemichtungJ
(Sprachw.): Tilgung sprachlicher Elemente im Satz (z.B.
die Weglaßprobe zur Feststellung der Valenz von Verben).
Deliberation [delibera'tsio:n], die; -. -en [lat. deliberätio]
(bildungsspr. veraltend): Beratschlagung. Überlegung:
<Zus.:) Deliberationsfrist, die: Bedenkfrist, bes. im
römischen Recht die dem Erben gesetzte Frist zur Entscheidung
über Annahme od. Ablehnung einer Erbschaft: Delibera-
tivstimme [...'ti:f-l. die (Politik): nur beratende, aber
nicht abstimmungsberechtigte Stimme in einer politischen
Körperschaft (Ggs.: Dezisivstimme); deliberieren [deli-
be'ri:ran] <sw. V.; hat) [lat. deliberäre] (bildungsspr.
veraltend): überlegen, bedenken, beratschlagen.
Delicious [de'li:tsj[us. engl.: di'Ufas]. der; -, - [engl, delicious
= köstlich, wohlschmeckend < afrz.. anglofrz. delicious
< spätlat. deliciösus. t deliziös]: 1. Bez. für aus Amerika
stammende Apfelsorten. 2. svw. t Golden Delicious.
delikat [delika:tJ<Adj.;-er,-cste) [frz. delicat < lat. delicä-
tus = reizend, fein, luxuriös, schlüpfrig] (bildungsspr.):
l.a) sehr wohlschmeckend, lecker: -es Gemüse, Fleisch;
der Salat ist ganz d.; es schmeckt d.; b) auserlesen, fein:
ein -es Aroma haben. 2. zart fühlend', zurückhaltend,
behutsam: er hat eine -e Art; Die -e Form, mit der er diese
Ungehörigkeit rügte, entzückte die meisten seiner Hörer
(Thieß. Frühling 8); ein Problem d. behandeln. 3. <nicht
adv.) Diskretion erfordernd: durch eine gesellschaftlich
verpönte erotische Komponente] nur mit Zurückhaltung,
mit Takt zu behandeln, durchzufuhren o.a.: das ist eine
-e Frage; Wenn ein junges Mädchen auf so lange Zeit
verschwindet, muß das seinen -en Grund haben (Werfel.
Bernadette 68); die Angelegenheit ist d.; Wenn der Witz
etwas d. (anzüglich) wird, bleibt er doch in dieser Form
erträglich (Tucholsky. Zwischen 57). 4. (selten) heikel,
empfindlich, bes. in bezug auf Speisen o.a.: vieles ablehnend,
nicht mögend: einen heiklen, -en Mann unter so abnormen
Umständen durchzufüttern, war gewiß keine Kleinigkeit
(K. Mann, Wendepunkt 52); unsere Kundschaft ist in
diesem Punkte d. (empfindlich u. anspruchsvoll).
'Delikat^D-, Delikatessen-: -geschäft, das:
Feinkostgeschäft; ^handhing, die: svw. T ^geschärt; -laden, der: svw.
t^geschäft; -wäre, die <meist PI.): Feinkost.
2Delikatefr-: -gurke, die: besonders fein eingelegte, kleine
Gewürzgurke: ^bering« der: sauer eingelegter Hering:
Mnayomaise.die: Mayonnaise mit hohem Fettgehalt: -senf,
der: fein gewürzter Senf-
Delikatesse [delika'tesa], die; -, -n [frz. delicatesse (vidi,
nach ital. delicatezza). zu delicat. Tdelikat]: 1. etw. bes.
Wohlschmeckendes od. Ungewöhnliches: Leckerbissen:
Lachs ist eine D.; wenn man einmal erfahren hat. was
es bedeutet, von einem Butterbrot wie von einer
himmlischen D. zu träumen (K. Mann, Wendepunkt 52); Ü eine
literarische, architektonische, musikalische D. 2. <o. PI.)
(geh.) Zartgefühl. Feingefühl: allzu große Wahrheitsliebe
und Offenheit kann oft auch als Mangel an D. erscheinen
(Goldschmit. Genius 133); die Angelegenheit ist mit
äußerster D. zu behandeln.
Delikatessen-: svw. t 'Delikateß-.
Delikt [de'hkt], das; -[e]s. -e [lat. delictum = Verfehlung]:
ungesetzliche, strafbare Handlung. Straftat: ein schweres,
sittliches D.; ein D. begehen; jmdn. eines -es anklagen.
überführen; Man wollte wissen,... welchen -es ich
verdächtig wäre (Niekisch, Leben 309); <Abl.:> deliktisch <Adj.;
o. Steig.): -e Verstöße unbeachtet lassen.
Delimitation [deümita'tsio:n], die; -. -en [lat. delimitätio
= Abgrenzung]: 1. (veraltet) Grenzberichtigung. 2.
(Sprachw.) Abgrenzung. Zerlegung od. Unterteilung
komplexer sprachlicher Erscheinungen in einzelne Elemente: deli-
mitativ [delimitati.fi <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Sprachw.): zur Abgrenzung, bes. zur Abgrenzung von
Morphemen gegenüber Wörtern dienend: delimitkren <sw. V.;
hat) [lat. delimitare = abgrenzen] (veraltet): Grenzen
berichtigen.
delineavit [deline'a.vit; lat. = hat es gezeichnet, zu: delineäre
= im Abriß darstellen, zeichnen]: gezeichnet von (in
Verbindung mit dem Namen des Künstlers, bes. auf
Kupferstichen; Abk.: del.. delin.).
delinquent [delin'kvent] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat.
delinquens (Gen.: delinquentis), 1. Part, zu: delinquere
= hinter dem erwarteten Verhalten zurückbleiben,
mangeln, fehlen] (Fachspr.): straffällig, verbrecherisch: ein -es
Verhalten; ein -er Autofahrer; in ... neurotischen oder
-en Revolten gegen die Anforderungen der
mitmenschlichen Existenzen (Josef Rattner: Aggression und
menschliche Natur. Frankfurt a.M. 1973. S. 58); Delinquent [-],
der; -en, en (bildungsspr.): Übeltäter. Verbrecher: der D.
wurde verhört, verurteilt; Delinquenz, die; - [lat. delinquen-
tia] (Fachspr.): Straffälligkeit: <Zus.:) Delinqu^nzprophy
laxe, die (Fachspr.): vorbeugende Verbrechensbekämpfung.
Delir [de'li:^], das; -s: Kurzf. von t Delirium; delirant
[delirant] <Adj.) Ifrz. delirant, zu: delirer = irrereden < lat.
dellräre, t delirieren] (Med.): verwirrt: -er Zustand
(Delirium): delirieren [deli'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. delirärel
(bildungsspr.): irre sein, irrereden: Und drüben liegt dein
Opfer und deliriert (Remarque. Triomphe 269); Und durch
... die Kampfbefehle eines delirierenden Leutnants rang
sich der fette Tenor (Plievier, Stalingrad 291): deliriös [deli-
*ri0:s] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (bildungsspr.): mit
Delirien verbunden: Delirium [de'li:rium], das; -s, ...ien [...pn;
lat. delirium = Irresein] (bildungsspr.):
Bewußtseinstrübung, die sich in Verwirrtheit u. Wahnvorstellungen äußert:
aus dem D. erwachen; im D. liegen, sein; der Sterbende
redet im D.; Ü „Das sind Delirien des Liebeshungers,
... die mit der Sättigung vergehen4' (Musil, Mann 567);
Delirium tremens [- 'tre:mcns], das; - - [lat. tremens. 1.
Part, von: tremere = zittern] (Med.): durch Alkoholentzug
ausgelöste Psychose bei Trinkern, die durch
Bewußtseinstrübung. Halluzinationen u.a. gekennzeichnet ist:
Säuferwahn.
delischfde.liß <Adj.)[lat. delius < griech.delios, zu: Dglos
= Insel im Agäischen Meer mit einem berühmten Orakel,
nach dessen Spruch ein würfelförmiger Altar des Apollon
verdoppelt werden sollte] in der Fügung das -e Problem
(Geom.; die nicht lösbare Aufgabe, nur mit Hilfe von Zirkel
u. Lineal die Kantenlängen eines Würfels zu bestimmen,
der das doppelte Volumen eines gegebenen Würfels haben
soll).
deliziös[deli'tsi0's]<Adj.;-er,-este>[frz.delicieux < spätlat.
deliciösus =~weichlich, verwöhnt] (geh.): sehr wohlschmek-
kend. bes. köstlich: eine Erfrischung in Form von
Champagner und -en Krustazeen (Hildesheimer, Legenden 11);
Ü -e volkstümliche Bildhaftigkeit (Deschner. Talente 262);
Deliztus [de'li:t$ius], der; -, -: svw. tGolden Delicious.
Delkredere [del'krextara), das; -. - [ital. delcredere. eigtl.
= auf Vertrauen, zu lat. erödere = vertrauen, glauben]
(Wirtsch.): 1. Haftung für den Eingang einer Forderung.
2. Wertberichtigung für voraussichtliche Ausfälle von
Außenständen: <Zus.:) Delkrederefonds« der (Wirtsch.): Rücklage
zur Deckung möglicher Verluste an ausstehenden
Forderungen.
Delle ['deb], die; -. -n [vgl. (m)niederl. delle = Vertiefung,
mhd. teile = Schlucht, zu tTal]: 1. (landsch.) eingedrückte
Stelle, durch einen Schlag. Stoß. Zusammenprall o. ä.
entstandene leichte Vertiefung: eine D. im Kotflügel; eine
D. in den Hut drücken. 2. (Geogr.) muldenartige Vertiejunx
ohne dauernd fließendes Gewässer.
delogieren <sw. V.; hat) [frz. deloger, zu: loger, T logieren]
(bes. österr.): zum Ausziehen aus einer Wohnung veranlassen
od. zwingen: einen Schuhmacher, der am 1. August
delogiert ... worden war (Kisch. Reporter 205); <Abl.:)
Delogierung, die; -. -en.
505
Delphin
'Delphin [delTi:n]. der; -s, -e [mhd. delfin < lat. delphlnus
< griech. delphin, älter: delphis (Gen.: delphTnos). wohl
zu delphys = Gebärmutter, wahrsch. nach der
gebärmutterähnlichen Körperform]: sehr schnell schwimmendes,
sich gern aus dem Wasser schnellendes, gesellig lebendes
Wasser Säugetier (aus der artenreichen Fanuli e der Zahnwa-
le) mit schnabelartig verlängerter Schnauze, das sehr gelehrig
ist; ^Iphin [-]. das; -s <meist o. Art.): svw. t
Delphinschwimmen: Meisterschaft über 100 m D.
Delphin-: ^schwimmen, das: Schwimmstil, bei dem die Arme
gleichzeitig über dem Wasser nach vorn geworfen u. unter
Wasser nach hinten geführt werden u. der
Schwanzflossenschlag des Delphins durch Auf- u. Abbewegen der
geschlossenen Beine nachgeahmt wird; ^Schwimmer, der: jmd.. der
2Delphin schwimmt; ^sprang, der (Wasserspringen): ein
bestimmter Sprung von Brett od. Turm (Absprung rückwärts
mit nachfolgender Drehung nach vorn).
Delphinarium [df.lfi'na.rium], das; -s, ...ien [...ion]: Anlage
mit großem Wasserbecken, in dem Delphine gehalten u.
vorgefüfirt werden; Delphinologe [dElfino'lo.ga], der; -n. -n
[t ^logel: Fachmann, der das Verhalten der Delphine
wissenschaftlich untersucht.
delphisch ['deinj] (Adj.; o. Steig.) [lat. delphicus < griech.
delphikös, zu: Delphoi, der altgriech. Orakelstätte] (bil-
dungsspr.): doppelsinnig, rätselßuift. dunkel, unverständlich;
ein -er Spruch; geradezu d. wirkt dagegen die Veränderung
des Textes im Parawaohen 5 (MM 8. 10. 71, 2).
'Delta [delta], das: -[s], -s [griech. delta < hebr. d?l?t.
eigtl. = Tor (nach derÄhnlichkeit desalthebr. Buchstabens
mit einem Tor)): vierter Buchstabe des griechischen
Alphabets (6. A); *Delta [-1, das; -s, -s u. ...ten [nach der
Form des griech. Buchstabens A. T 'Delta]: fächerförmiges,
mehrarmiges Mündungsgebiet eines Stromes.
delta-, D?lta-: -bikhmg, die (zu: 2Delta); Mirachen, der:
deltaförmiger Drachen (4); -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: von der Form des griech. Buchstabens A; -gebiet,
das (zu: 2Delta): -gleiten der [nach amerik. delta glider]:
vgl. brachen; -metall, das (Maschinenbau): besondere,
im Maschinenbau verwendete Messinglegierung von hoher
Festigk eit; Mimindung,die (zu: 2DeIta); -muskei, der (Med.):
Muskel, der den Oberarm hebt; -region, die: vgl. ^gebiet;
-strahlen, 8-StrahIen < Pl.> (Kernphysik): beim Durchgang
von radioaktiver Stra/ilung durch Materie freigesetzte Elek-
tronenstra/ilen.
Deltoid [delto'ht], das; -s, -e [griech. deltoeides = wie ein
Delta geformt, dreieckig] (Geom.): Viereck mit zwei Paaren
gleichlanger Nachbarseiten, Drachenviereck; <Zus.:> Del-
tojddodekaeder, der: Kristallform mit 12 Deltoiden.
Delusion [delu'zjo:n), die; -. -en [lat. delüsio] (bildungsspr.
veraltend): a) Verspottung; b) Hintergehung. Täuschung;
das Beharren auf entlarvten, aber weiter angewandten
Illusionen oder -en (Hacker, Aggression 415), dazu: dehisorisch
[delu'zoTiJ] <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr. veraltend): a)
verspottenil; b) jmdn. hintergehend; täuschend, trügerisch.
de Luxe [da'Iyks; frz. de luxe = mit Luxus, aus: de =
von, mit (< lat. de) u. luxe < lat. lüxus. t Luxus]: kostbar
ausgestattet, mit allem Luxus (oft nachgestellt / bei
Markennamen/); China-Tourismus d. L. (Spiegel 11, 1975. 88);
De-Luxe-Ausstattung, die: sehr teure, kostbare Ausstattung.
Delysid [dely'zi.t], das; -s [Kunstwort]: Handelsname für
Lysergsäurediäthylamid (LSD).
dem [de:m] Dativ Sg. von tder (I 1 a) u. das: sie sprach
mit d. Mann; er stand vor d. Haus. Vgl. der 1 1 a.
Demagoge [dema'go:g3], der; -n. -n [griech. demagögös =
Volksaufwiegler, politischer Hetzer, urspr. = Volksführer.
Staatsmann] (abwertend): jmd.. der andere durch
leidenschaftliche Reden politisch aufhetzt, aufwiegelt;
Volksverführer. Volksaufwiegler: Arbeitslosenversammlungen
wurden einberufen, -n peitschten die Menge auf (Niekisch,
Leben 65); Es sind -n, die mit Hilfe von Pseudodogmen
und Pseudoideologien der Masseden Kopf verdrehen
(Niekisch. Leben 153); Demagogie [demago'gij.die; -. -n [...hon;
griech. demagögfa] (abwertend): Volksverfüfirung,
Volksaufwiegelung, politische Hetze: sein Verhalten ist reinste
D.; Volksbefragungen, die von einzelnen ... Gruppen
durchgeführt werden, ... müssen zwangsläufig in D.
ausarten (Dönhoff, Ära 34); demagogisch [...'go.gij] <Adj.>
[griech. demagögikös = zum Demagogen gehörig]
(abwertend): aufwiegelnd, hetzerisch; Hetzpropaganda treibend:
-e Reden, Propaganda; -e Agitation; d. reden, vorgehen.
Demant fde:mant, auch: de'mant], der; -[e]s. -e [mhd. dle-
mant, Nebenf. von: dlamant. t'Diamant] (dichter.): svw.
t'Diamant; <Abl.:> dementen <Adj.; o. Steig.) (dichter.):
svw. Tdiamanten: wie elendsvoll ihm die Stunden
schwanden, bis sein kümmerlicher Tagesanteil im Spalt des Steines
erstarb und statt dessen ein mitleidiger Stem seinen -en
Strahl zu ihm hinabsandte ins Grab (Th. Mann, Joseph
576).
Demarch [de'mar^]. der; -en. -en [griech. demarchos]:
Vorsteher des Demos in altgriechischen Gemeinden.
Demarche [de'marj(d)], die; -, -n [frz. demarche = Maßregel.
Gang, Haltung beim Gehen. Schritt, zu: demarcher =
einen Schritt tun. urspr. = mit den Füßen treten, zu:
marcher, tmarschieren] (Dipl.): diplomatischer Schritt,
mündlich > vorgetragener diplomatischer Einspruch: die D.
wurde zurückgewiesen.
Demarkation [demarka'tsio:n], die; -. -en [frz. demarcation
< span. demarcaciönr zu: demarcar = abstecken, zu:
marca = Kennzeichen. Grenzgebiet < germ. *maika,
vgl. Marke, 2Mark]: 1. (bildungsspr.) Abgrenzung. 2.
(Med.) scharfe Abgrenzung zwischen gesundem u. krankhaft
verändertem Gewebe; <Zus. zu 1:> Demarkationslinie* die:
zwischen Staaten vereinbarte, vorläufige Grenzlinie: Ich
hoffe, daß sie dabei die derzeitige französische Regierung
von ihrer Haltung abbringt, die jetzige D. als künftige
Grenze unterstützen zu wollen (Welt 30. 1. 65. Das
Forum); Ü In den Konzentrationslagern des Faschismus
wurde die D. zwischen Leben und Tod getilgt (Adorno.
Prismen 268);demarkieren <sw. V.; hat) (bildungsspr.):
abgrenzen; <Abl.:> Demarkfcrung, die; -. -en.
demaskieren <sw. V.; hat) [frz. demasquer. zu: masquer,
tmaskieren!: 1. <d. + sich) a) die Maske, die man auf
einem Kostüm- od. Maskenfest getragen hat. ablegen: sich
um Mitternacht d.; b) sein wahres Gesicht zeigen, sich
offenbaren: sich durch sein Verhalten als gewissenloser
Verräter d. 2. entlarven: einen Betrüger d.; der Konkurs
hatte ihn als unseriösen Kaufmann demaskiert; die
Intensität, mit der in jenem ersten abendfüllenden Stück des
amerikanischen Dramatikers ... die heutige Gesellschaft
demaskiert wurde (MM 26. 9. 68. 32). 3. (Milit.) die
Tarnung von einem Geschütz entfernen; <Abl.:) Demaskk-
rung, die; -. -en.
Dematerialisation, die; -. -en [aus lat. de- = von - weg u.
t Materialisation (2)] (Parapsych.): Auflösung eines
körperhaften Gegenstandes bis zur Unsichtbarkeit (Ggs.: Remate-
rialisation).
Demelee[deme'le:, landsch.: 'demele], das; -[s], -s [frz. deme-
le. zu: demeler = sich mit jmdm. streiten, mit jmdm.
Händel haben, zu: meler = mischen < mfrz. mesler <
vlat. misculäre, zu lat. miscere] (veraltet, noch landsch.):
Streit, heftige Auseinandersetzung. Handgemenge.
Danen: PI. von t Demos.
Dementi [de'menti], das; -s, -s [frz. dementi, zu: dementir,
t dementieren): offizielle Berichtigung. Widerruf einer
Nachricht od. Behauptung: ein amtliches, schwaches, heftiges
D.; ein D. veröffentlichen; sich zu einem D. veranlaßt
sehen; Dementia [de'mentsia], die; -. ...tiae [...tsie] (Med.):
svw. t Demenz: eine Zeit7deren Erlebnisse sich ... getreu
wohl nur in einer Sprache der D. wiedergeben lassen
würden (Dessauer. Herkun 255); dementieren [demen'thron]
<sw. V.; hat) [frz. dementir = hinfällig machen, älter:
Lügen strafen, verleugnen, zu: mentir = lügen < lat.
mentlril: eine Behauptung od. Nachricht offiziell berichtigen
od. widerrufen: eine Meldung, Nachricht scharf d.; Am
Tage darauf dementierte ein US-Regierungssprecher mit
allem Nachdruck, daß ein solcher Vorschlagen der
Regierung Kennedy erwogen werde (Dönhoff, Ära 85); Ü ihr
besonnenes Maßhalten dementiert das maßlose Grauen
(Adorno. Prismen 200); <Abl.:> Dementierung. die; -, -en.
dementsprechend <Adj.; o. Steig.): dem gerade Gesagten
entsprechend: er gab eine -e Antwort; das Wetter war schlecht
und die Stimmung d.
Demenz [de'ments], die; -, -en [lat. dementia] (Med.):
erstorbener Schwachsinn, auf organischen Hirnschädigungen
beruhende dauernde Geistesschwäche.
Dement [deme'rht], der; -en, -en [mlat. demeritus, 2. Part,
von: demerere = sich vergehen; gewinnen < lat. demerere
= verdienen] (kath. Kirche): straffällig gewordener
Geistlicher, der wegen seines Vergehens für einige Zeit od. für
immer sein kirchliches Amt nicht ausüben kann.
506
demokratisieren
demgegenüber <Adv.>: dem gerade Gesagten gegenüber, im
Vergleich dazu: Wie unvergleichlich karger ist d. die
Sprache der Bibel (Thielicke. Ich glaube 131); das
Gesetzgebungsrecht liegt allein bei der Volkskammer, d. besitzen
die Verordnungen des Ministerrates Gesetzeskraft.
demgemäß <Adv.>: a) dem gerade Gesagten gemäß,
infolgedessen: die Zeitung hatte nur eine kleine Auflage u. warf
d. nicht viel ab; b) dementsprechend: das Mädchen war
erwachsen u. wollte d. behandelt werden; <auch attr.:>
eine -e Anordnung.
Demijohn [de:midjson], der; -s. -s [engl, demijohn. volks-
etym. für frz. dame-jeanne. scherzh. = die Dame Johannal
(Fachspr.): Korbflasche zum Transport von Säuren.
Spirituosen u. a.
demilitarisieren <sw. V.; hat) [frz. demilitariser, zu: militari-
ser.tmilitarisieren!(selten): svw. f entmilitarisieren; <Abl.:>
Demilitaristening. die; -. -en.
Demimonde [dami'mö.'d]. die; - [frz. demi-monde (bekannt
durchA.Dumasd.J.),aus:demi = halb(< vlat. dimedius,
lat. dlmidius) u. monde = Welt, Leute < lat. mundus
= Weltl (bildungsspr. abwertend): Halbwelt.
Demineralisation[demineralizatsio:n]tdie; - [zu fdeminera-
lisieren): 1. (Fachspr.) das Demineralisieren. 2. (Med.)
Verarmung des Körpers an Mineralien (z. B. Kalk-t Salzverlust);
demineralisjfiren <sw. V.; hat) [aus lat. de- = von - weg
u. Tmineralisieren] (Fachspr.): die Minerale aus etw.
entfernen: Wasser d.
deminutiv usw.: svw. tdiminutiv usw.
demi-sec [cbmi'sek] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [frz. demi-
sec, aus: demi (I Demimonde) u. sec = trocken < lat.
siccus] (Fachspr.): (von französischen Schaumweinen) halb-
trocken.
Demission, die; -, -en [frz. demission < lat. demissio =
das Herablassen, das Hängenlassen]: freiwilliger od.
erzwungener Rücktritt eines Ministers od. einer Regierung:
Demissionär [demisio'ne:^]. der -s. -e [frz. dämissionnaire]
(veraltet): entlassener, verabschiedeter Beamter:
demissionieren <sw. V.; hat) [frz. demissionner]: 1. a) (von Ministern
ixi, Regierungen) von einem Amt zurücktreten, seinen
Rücktritt anbieten, seine Entlassung einreichen: Bevor
Marineminister ... Mayhew demissionierte, brandmarkte er ... die
neue Verteidigungsplanung (Spiegel 10. 1966. 109); b)
(Schweiz.) kündigen: An der Sekundärschule hat Theo
Siegfried wegen Wegzug auf Ende März 1969 demissioniert
(Bund. 280. 1968. 15). 2. (von Ministern) entlassen
werden.
Demiurg [demi'ork]. der; -en u. -s [lat. demiürgus < griech.
demiourgös = Schöpfer, Handwerker; jmd., der
öffentliche, dem ganzen Volk nützliche Geschäfte besorgt]: (bes.
in der platonischen Philosophie) göttlicher Baumeister, der
nach ewigen Ideen den chaotischen Raum zum Kosmos formt:
Weltenschöpfer.
Demi-vierge [dami'vjEnl. die; - [frz. demi-vierge, eigtl. =
Halbjungfrau, geb. von dem frz. Schriftsteller M. Prevost
(1862-1941) aus: demi (T Demimonde) u. vierge =
Jungfrau < lat. virgo] (bildungsspr. veraltend): Mädchen, das
zwar sexuelle Kontakte, aber keinen Geschlechtsverkehr hat.
demnach <Adv.): auf Grund des gerade Gesagten, folglich,
also: es gibt d. keine andere Möglichkeit; Das geschah,
wie genau bekannt ist. 1723. Der erste Anbau in Brasilien
dürfte d. kaum vor dem Jahre 1735 stattgefunden haben
(Jacob. Kaffee 225).
demnächst <Adv.): in nächster Zeit. bald, in Kürze: sich
d. ändern; ich sehe das brennende Streichholz, das d.
... seine Finger verbrennen wird (Frisch, Gantenbein 215);
d. in diesem Theater (nach Voranzeigen in Filmtheatern;
auch ugs. scherzh.: bald, in Kürze an dieser Stelle,)', das
neue Buch erscheint d.
Demo fdemo]. die; -. -s (ugs.): kurz für tDemonstration
(1).
Demobilisation, die; -. -en [wohl < frz. demobilisation.
zu: mobilisation. t Mobilisation]: a) Rückführung des
Kriegsheeres auf den Friedensstand (Ggs.: Mobilisation 2);
b) Umstellung der Industrie von Kriegs- auf
Friedensproduktion: demobilisieren <sw. V.; hat) [frz. demobiliser. zu:
mobiliser. t mobilisieren]: a) aus dem Kriegszustand in
Friedensverhältnisse überführen (Ggs.: mobilisieren 1); b) die
Kriegswirtschaft abbauen: c) (veraltet) aus dem Kriegsdienst
entlassen: eine Verwundung. Ich werde jetzt demobilisiert
werden (Seghers. Transit 226); <Abl.:> Demobilisierung,
die; -. -en (Ggs.: Mobilisierung 3); Demobibnachung, die;
-. -en [aus lat. de = von - weg u. tMobilmachung]: svw.
t Demobilisation (a).
demodö[de:mo'de:]<Adj.;o. Steig.; nur präd.) [frz. demode
= unmodern] (bildungsspr. veraltend): aus der Mode, nicht
mehr aktuell: dieses Kleid ist längst d.
Demodulation, die; -. -en [zu t demodulieren]
(Nachrichtent.): Abtrennung der durch einen modulierten hoclifrequen-
ten Träger übertragenen niederfrequenten Schwingung in
einem Empfänger: Gleichrichtung: Demodulgtor, der; -s.
-en (Nachrichtent.): Bauteil in einem Empfänger, der die
Demodulation bewirkt: Gleichrichter: demodulkren <sw. V.;
hat) [aus lat. de- = von-weg u. tmodulieren]
(Nachrichtent.): eine Demodulation vornehmen: gleichrichten.
Demosraph [demo'gra:fl. der; -en -en [rückgeb. aus f
Demographie; f ^graph]: jmd.. der berufsmäßig Demographie
betreibt: Dem Sinken der Geburtenrate liegt ein Bündel von
Bedingungen zugrunde, das von den -en weltweit mit der
englischen Vokabel ..modernization" umrissen wird
(Spiegel 13. 1975. 44); Demographie [demogra'fi:]. die; -, -n
[...i:an; aus griech. dSmos = Volk. Bezirk. Gemeinde u.
t ^graphie]: a) Beschreibum der wirtschafts- u.
sozialpolitischen Bevölkerungsbewegung: b) svw. t
Bevölkerungswissenschaft; <Abl.:> demographisch <Adj.; o. Steig.):
wirtschafts- u. sozialpolitische Bevölkerungsbewegungen
betreffend: -e Daten. Untersuchungen; Das aufregendste -e
Ereignis der Weltgeschichte war die starke
Bevölkerungsvermehrung des Abendlandes im Zeitalter der
Industrialisierung (Fraenkel, Staat 43); -e Strukturen
(Bevölkerungsstrukturen).
Demoiselle [damQa'zel, de...], die; -, -n [frz. demoiselle <
mlat. dominicella = Mädchen. Ritterfräulein. Vkl. zu lat.
domina. tDame (1)] (veraltet): Fräulein, junge Dame.
Demökologk» die; -. -n [zu griech. demos = Volk. Bezirk
u. t Ökologie]: Teilgebiet der Ökologie, auf dem die
Umwelteinflüsse auf die Gesamtheit der Individuen einer
bestimmten Tier- u. Pflanzenwelt erforscht werden.
Demokrat [demo'kra:t]. der; -en -en [frz. democrate. zu
griech. demokratia. t Demokratie]: a) Anhänger der
Demokratie; Mensch mit demokratischer Gesinnung: jmd.. der
den /politischen/ Willen der Mehrheit respektiert: ein
überzeugter D.; Er ... ist ein echter D.. mit dem man Probleme
vernünftig durchsprechen kann (Hörzu 11. 1975. 28);
Schließlich haben wir Europäer uns ja auch nicht in einigen
Jahrzehnten zu -en entwickelt (Grzimek, Serengeti 176);
b) Mitglied einer bestimmten, sich auch im Namen als
demokratisch (1) bezeichnenden Partei: -en und Republikaner
kämpfen um die Sitze im Kongreß; Demokratie [demokra-
ti:]. die; -. -n [...i:an; frz. democratie < (m)lat. democratia
< griech. demokratia = Volksherrschaft]: 1. <o. PI.) a)
politisches Prinzip, nach dem das Volk durch freie Wahlen
an der Machtausübung im Staat teilhat: zu den Prinzipien
der D. gehört die freie Meinungsäußerung; b)
Regierungssystem, in dem die vom Volk gewählten Vertreter die
Herrschaft ausüben: wir erstreben eine parlamentarische D.
2. Staat mit demokratischer Verfassung, demokratisch
regiertes Staatswesen: in einer D. leben; die westlichen -n.
3. <o. PI.) Prinzip der freien u. gleichberechtigten
Willensbildung u. Mitbestimmung in gesellschaftlichen Gruppen: D.
am Arbeitsplatz; innerparteiliche D.; Wir sollten nicht
über zuviel D. klagen. Im Gegenteil: Wir sollten streng
darüber wachen, daß nicht zuwenig D. geübt wird
(Dönhoff. Ära 44); demokratisch <Adj.) [frz. democratique <
mlat. democraticus < griech. demokratikös]: 1. sich auf
die Demokratie (1) beziehend, die Ziele der Demokratie
(1) verfolgend: eine -e Verfassung. Partei; ein -es Land.
2. nach den Prinzipien der Demokratie (3) aufgebaut,
verfahrend, nach Demokratie (3) strebend; freiheitlich, nicht
autoritär: eine -e Entscheidung (Mehrheitsentscheidung); er
verhält sich d.; Sie (= eine Kommission) hat fair und d.
deren Aussagen (= die Aussagen der Zeugen)...
veröffentlicht (Grzimek. Serengeti 302). 3. den Demokraten (b)
angehörend: der -e Senator H.; demokratisieren [demokrati-
'zi:ran] <sw. V.; hat) [frz. democratiser]: 1. (einen Staat)
nach den Grundsätzen der Demokratie (1) einrichten,
gestalten: demokratisch (1) machen: die Regierung ist bemüht,
das Land zu d. 2. (eine Institution, Behörde o. ä.)
demokratisch (2) machen, gestalten: die [Hoch]schule, die
Verwaltung d.; Ein Versuch, die Heimerziehung zu d. (Hörzu
2. 1973. 55). 3. etw.. was Privilegierten vorbehalten war.
507
Demokratisierung
allgemein zugänglich, erreichbar o. ä. machen: das Reisen
d.; die durchrationalisierte Bekleidungsfirma und der Cou-
turier. die einer demokratisierten Mode zum Durchbruch
verhalfen (Herrenjournal 3.1966. 86); <AbI.:>
Demokratisierung, die; -. -en; Demokratisraus [demokra'tismus]. der
- (abwertend): formalistische Übertreibung demokratischer
Verfahrensweisen: Demokratie darf nicht in D. ausarten
(MM 18. 3.71, 13).
demolieren [demo'li.ron] <sw. V.; hat) [unter Einfluß von
frz. d&nolir < lat. demölirij: gewaltsam [u. mutwillig!
beschädigen, zerstören: die Wohnungseinrichtung d.; das
Auto. Fahrrad ist total demoliert; (derb:) Kann sein, daß
sie einem die Fresse d. (Lenz, Suleyken 136); <Abl.:) Demo-
Ikniris« die; -. -en.
demonetisieren [demoneti'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. d&none-
tiser. zu lat. moneta = Münze] (Bankw.): (von Münzen
od. Münzmetall) aus dem Verkehr ziehen: Die
Nixon-Administration aber nutzt die Chance der gegenwärtigen Dollar-
starke, um endgültig das Gold zu d. (MM 17. 11. 73.
6); <Abl.:) Demonetiskrung« die; -. -en.
demonomisch [demo'no:miX] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
dgmos = Volk, Bezirk u. nomikös = gesetzlich]: die soziale
Organisation in tierischen Gemeinschaften betreffend (z. B.
die Kastenbildung im Insektenstaat).
Demonstrant [demon'strant], der; -. -en [wohl über engl,
demonstrant < lat. demönsträns (Gen.: demönstrantis).
1. Part, zu: demönsträre. tdemonstrieren]: Teilnehmer an
einer Demonstration (1): jugendliche -en zogen durch die
Straßen; die Polizei verhaftete einige -en; Demonstration
[dem3nstra'tsio:n]. die; -. -en [wohl über engl, demonstra-
tion < lat. demonstratio, eigtl. = das Hinweisen]: 1.
Protestkundgebung, -marsch, Massenkundgebung: eine
friedliche D.; -en gegen den Krieg, für freie Wahlen; die
D. verlief ohne Zwischenfälle, löste sich allmählich auf;
eine D. veranstalten, an einer D. teilnehmen; zu einer
D. aufrufen. 2. (bildungsspr.) sichtbarer Ausdruck einer
bestimmten Absicht, eindringliche, nachdrückliche
Bekundung /für od. gegen etw.j: die Olympischen Spiele waren
eine D. der Völkerfreundschaft; die Parade war eine D.
militärischer Stärke; die Veranstaltung wurde zu einer D.
für den Frieden; Diese Bibliothek- eine amerikanische
D. für die Ausbildungshilfe an Ägypter und Afrikaner
(Welt 28.11.64,1). 3. (bildungs&vT.) anschauliche Darlegung.
Beweisführung. Veranschaulichung an Beispielen o. ä.: Fast
atemlos folgten sie (= die Zuschauer) dieser herrlichen
D. eines vollendeten Skilaufs (Maegerlein. Piste 45);
Unterricht mit praktischer D.; Lichtbilder zur D. von ...
Demonstration»-: ^apparat, der: Apparat, mit dem eine
Demonstration (3) durchgeführt wird: ^marsch, der (zu:
Demonstration 1); Mnaterial, das: Material für eine
Demonstration (3); -Objekt, das: Person od. Sache, an od. mit
der etw. demonstriert (3) wird: ^recht, das: Grundrecht,
seine Meinung in einer Veranstaltung unter freiem Himmel
kundzutun: ^Schachbrett, das: großes, meist an der Wand
hängendes Schachbrett zu Lehrzwecken: ^verbot, das:
Verbot, eine Demonstration (1) durchzuTüixren: -zug. der: durch
die Straßen marschierender Zug von Demonstranten.
demonstrativ [demonstratio <Adj.> [lat. demönsträtlvus =
(hin)zeigend]: I. in auffallender, oft auch in provozierender
Weise seine Einstellung zu etw. bekundend: betont
auffallend, herausfordernd: ein -es Bekenntnis; d. aufstehen,
wegsehen; sich d. abwenden; Aus einer Oppositionshaltung
gegen die Republik ... wurde d. wieder das studentische
Korporationswesen gepflegt (Niekisch. Leben 59). 2.
anschaulich, verdeutlichend, aufschlußreich: ein -es Beispiel.
3. <o. Steig.) (Sprachw.) hinweisend: ein -es Pronomen;
Demonstrativ [-]. das;-s.-e[...i:va]: svw. t
Demonstrativpronomen; Demonstrativadverb, das; -s. -ien [..Jpn] (Sprachw.):
demonstratives Pronominaladverb (z. B. da. dort);
Demonstrativpronomen, das; -s. - u. ...mina (Sprachw.):
hinweisendes Fürwort (z. B. dieser. Jener); Demonstrativen [demon-
stra'thvom], das: -s, ...va (veraltet): svw. f Danonstrativ-
pronomen;Demonstrator[demDn'stra:tor.auch:...to:?].der;
-s. -en [...stra'to:ren; lat. demönsträtor] (veraltet):
Beweisführer, Vorführer: demonstrieren [demDn'stri.ran] <sw. V.;
hat) [wohl über engl, to demonstrate < lat. demönsträre]:
1. eine Demonstration (1) veranstalten, an ihr teilnehmen:
gegen den Krieg d.; Tausende demonstrierten aus
Solidarität mit den Inhaftierten für Frieden und Freiheit. 2.
bekunden, deutlich kundtun: Entschlossenheit. Härte, seinen
Willen, seine Absicht d.; der Staat demonstrierte der Welt
den Stand seiner technischen Entwicklung. 3. in
anschaulicher Form darlegen, beweisen, vorführen: die
Funktionsweise der Maschine d.: er demonstrierte den Studenten
seine Thesen an Hand des Materials.
demontabel [demon'taib)] <Adj.; o. Steig.) [wohl < frz.
demontable. zu: dämonter. f demontieren]: zerlegbar, zum
Ab- u. Wiederaufbauen geeignet: ... erwägen die Behörden
... ein ..demontables Gebäude" zu errichten (Bergsträßer
Anzeiger 25. 1. 74. 9); Demontage, die; -. -n [wohl <
frz. demontage, zu demonter, f demontieren]: a) das
Abbauen, Abbrechen: die D. ganzer Fabrikanlagen; b) das Aus-
einandernehmen. Zerlegen: die D. der Maschinen; c) der
gradweise Abbau von etw. Bestehendem: eine Möglichkeit
.... der nun seit drei Jahren andauernden D. (= dem
Abbau des Familienlastenausgleichs) ein Ende zu setzen
(Bundestag 189. 1968. 10268); Es ist... das ... Schlagwort
von der ..sozialen D." geprägt worden (Bundestag 188.
1968. 10176); demontieren <sw. V.; hat) [wohl < frz. de-
monter, zu: monter.tmontieren]: a) (bes. Industrieanlagen)
abbauen, abbrechen: nach dem Krieg wurden Fabriken.
Maschinen demontiert; b) auseinandernehmen, zerlegen:
ein aus dem Verkehr gezogenes Flugzeug d.; c)
abmontieren: Autoreifen d.; d) stufen- od. gradweise zerstören,
abbauen: Vorurteile, seinen Ruhm d.; <Abl.:> Demontkrung,
die; -. -en.
Demoralisation [demoraliza'tsio.n]. die; -. -en (PI. ungebr.)
[frz. demoralisation. zu: moral = moralisch, die Sitten
betreffend < lat. mörälis]: Auflösung, Untergrabung von
Sitte u. Ordnung: Zuchtlosigkeit: demoralisieren <sw. V.;
hat) [frz. demoraliser. zu: moral = moralisch, t
Demoralisation]: a) jmds. Moral untergraben, einer Person. Gruppe
durch bestimmte Handlungen, Äußerungen o. ä. die sittlichen
Grundlagen für eine Gesinnung, ein Verhalten nehmen: Sulla
hinterließ bei seinem Rücktritt und Tode einen
demoralisierten Trümmerhaufen als Staat, ein Imperium, dessen
ganzes Gefüge krachte (Goldschmit. Genius 31); b) jmds.
Kampfgeist untergraben, jmdn. entnerven, entmutigen:
Gerüchte demoralisierten die Truppe; völlig demoralisiert
gab der Europameister in der 9. Runde auf; die Niederlagen
wirkten demoralisierend auf die Sportler; <Abl.:>
Demoralisierung, die; -. -en.
de mortuis nil nisi bene [de: rmrtui:s ni:l 'ni:zi 'be:n;>;
lat.): „von den Toten t soll man! nur gut isprechen ".
Demos ['demos], der; -. Demen fde.man; 1: lat. demos
< griech. dgmos; 2: ngriech. dimos]: 1. Gebiet u.
Volksgemeinde eines altgriechischen Stadtstaates. 2. kleinster
staatlicher Verwaltungsbezirk in Griechenland: Demoskop
[demo'sko:p], der; -en. -en [aus griech. dgmos = Volk.
Bezirk. Gemeinde u. skopös = Beobachter]: Mebmngsfor-
scher: bis zu den Wahlen werden die -en nicht nur den
Sympathiepegel der Parteien, sondern auch noch manche
Hoffnung ins Wanken bringen (MM 22.8.69,2);
Demoskopie [demoskopl:]. die; -. -n [,..i:an; aus griech. demos =
Volk. Gemeinde. Bezirk u. skopia = Beobachtung]: a)
<o. PI.) /System, Verfahren der j Meinungsforschung:
Institut für D.; Die D. ist gleichsam das ..dritte Auge" der
Wahlstrategen (MM 22. 8. 69. 2); b) Meinungsunifrage:
eine D. durchfuhren; demoskopisch <Adj.; o. Steig.): a)
durch Meinungsumfrage ermittelt: -es Ergebnis, -e Zahlen;
b) Meinungsumfragen betreffend, auf sie bezüglich: eine
-e Umfrage. Untersuchung; demotisch [de'mo:tifi <AdJ.;
o. Steig.) [griech. demotikös] in der Fügung -e Schrift
(volkstümliche altägyptische Schrägschrift): vgl. hieratisch;
Demotistik [demo'tistik]. die; -: Wissenschaft von der
demotischen Schrift.
demselben: t derselbe.
Demulaator [demol'gator, auch: ...to:g], der; -s. -en [...ga-
'to.ran; zu tdemulgieren]: Stoff, der eine Emulsion (1)
entmischt: demulgieren[... girsn] <sw. V.; hat) [Ggb. zu femul-
gieren]: eine Emulsion (1) entmischen.
demuner^chtet; demungeqchtet (veraltet): svw. f
dessenungeachtet.
Demut fde:mu:t], die; - [mhd. demu(o)t (beeinflußt von
mniederd. demöt) neben diemüete. diemuot. ahd. die-
muotl. zu: diomuoti = demütig, aus: dio- (Stamm des
Verbs dionen.t dienen) u.muoti.t Mut. also eigtl. =
Gesinnung eines Dienenden]: tiefe Ergebenheit: Bereitschaft, sich
zu unterwerfen: wahre, christliche D.; Seit der Antike galten
... Ehrfurcht und D. als männliche Haltungen (Bodamer.
508
denk-, Denk-
Mann 177); Sie verriet ... die gebührende D. der Magd
(Werfel. Himmel 86); Das Christentum ... predigt D. und
Unterwerfung (Friedell. Aufklärung 83); etw. in/mit D.
[erltragen; voll D.; demütig [de:my:ti9l <AdJ.) Imhd. de-
mu(e)tec (wohl beeinflußt von mniederd. demödich) neben
diemüetec. spätahd. diemuotig, erw. aus ahd. diomuoti]:
voller Demut, unterwürfig, ergehen: eine -e Bitte; er ist
sehr d.; Der Gehülfe entfernte sich wieder, scheinbar d.
das Regiment der Zuchtmeisterin anerkennend (R. Walser,
Gehülfe 79); demütigen [...ign] <sw. V.; hat) [spätmhd.
(wohl beeinflußt von mniederd. demodigen), mhd. diemüe-
tigen): a)jmdn. durch Worte od. Handlungen in seiner
Würde, seinem Stolz verletzen: die Besiegten d.; die Äußerung
hat ihn sehr gedemütigt; Jede seiner Verordnungen
bekundete die Absicht, die Häftlinge zu d. (Niekisch. Leben
97); sie fühlte sich durch sein Benehmen gedemütigt; die
Versetzung war für ihn sehr demütigend; b) <d. + sich)
sich vor jmdm. erniedrigen, herabsetzen: warum sitzen Sie
so selbstgewiß... da. während ich mich vor Ihnen demütige?
(A. Zweig, Claudia 16); <AbI.:) Demütigung, die; -. -en:
tiefe Kränkung, Herabwürdigung: eine schwere D.; Alle
erlittenen -en traten wieder klar in das Bewußtsein des
Kindes (Klepper. Kahn 31); -en hinnehmen müssen.
demute-, Demuts-: -gebirde, die (Verhaltensf.):
Körperhaltung, die ein Tier einnimmt, wenn es sich (z. B. im
Rivalenkampf) geschlagen gibt: -haitung, die: vgl. -gebärde;
-Stellung, die: vgl. T-gebärde: -voll, (auch:) demutvoll
<Adj.; o. Steig.): voll Demut.
demzufolge <Adv >: demnach, folglich, infolgedessen: er fuhr
früher weg. d. müßte er bereits hier sein.
den [de:nj: 1. Akk. Sg. von tder (I 1 a). 2. Dativ PI. von
tder (I 1 a). die. das; vgl. der.
Denar [de'na:g]. der; -s. -e [mhd. denar < lat. denärius]:
1. altrömische Silbermünze. 2. fränkische Silbermünze der
Merowinger- u. Karolinger zeit: Pfennig: Abk.: d
Denaturalisation, die; -. -en: das Denaturalisieren (Ggs.:
Naturalisation 1); denaturalisieren <sw. V.; hat) [aus lat. de-
= von - weg u. Tnaturalisieren]: aus der bisherigen
Staatsangehörigkeit entlassen, ausbürgern (Ggs.: naturalisieren),
denaturieren [dena tu'ri.ran]<sw. V.) [wohl < frz. denaturer.
zu nature < lat. natura. tNatur]: 1. (bildungsspr.) seiner
eigentlichen Natur, seines eigentlichen Charakters berauben
<hat>: Ursprünglich achtbare Juristen aber sind beim
Volksgerichtshof denaturiert worden aus vermeintlich
.»nationaler" Einstellung (MM 13. 12. 68. 2). 2. (Fachspr.)
<hat> a) (von Lebens- u. Genußmitteln) durch Zusätze
ungenießbar machen: vergällen: Alkohol für technische Zwecke
d.; b) (von Eiweißstoffen) einem nicht umkehrbaren
chemischen Prozeß aussetzen: gerinnen lassen: Eiweiße durch
Erhitzen d.; c) (von Lebensmitteln) einem chemischen,
physikalischen od. mechanischen Prozeß aussetzen, der zum
Verlust bestimmter Stoffe (z. B. von Vitaminen) führt:
denaturierte Nahrungsmittel; d) nicht spaltbare Isotope
spaltbarer Materie zusetzen, um sie für Kernwaffen unbrauchbar
zu machen. 3. (bildungsspr.) zu etw. entarten <ist>: eine
spezifisch deutsche Mutterschafts-Ideologie, die ... zur
..starren Prinzipienreiterei" denaturiert ist (Spiegel 51,
1971. 60); <Abl.:) Denaturj&ung, die; -. -en.
denazifizieren [denatsifi'tsi:r3n] <sw. V.; hat): svw.
tentnazifizieren; <Zus.:> Denazifizterung, die; -.
Dendrit [den'dri:t. auch: ...dnt]. der; -en. -en [zu griech.
dendrites = zum Baum gehörend]: I. (Geol.) moos- od.
baumförmige Eisen- u. Manganablagerung auf
Gesteinsflächen. 2. (Med.) verästelter Protoplasmafortsatz einer
Nervenzelle: Vom Zellkörper strahlen zahlreiche feine,
verästelte Fasem. die -en ... aus (Wieser. Organismen 34);
dendritisch <Adj.; o. Steig.): verzweigt, verästelt.
dendro-.Dendro-ldendro-; griech. dendron = Baum]: -bjos,
der [tBios]: Gesamtheit der auf Baumstämmen lebenden
Organismen: -chronologk« die: Verfahren zur Bestimmung
des Alters vorgeschichtlicher Funde mit Hilfe der Jahresringe
mitgefundener Holzreste, Jahresringforschung: -tote, der
[t -löge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der Dendrologie:
^togje, die [T-logie]: wissenschaftliche Erforschung der
Bäume, Gehölze u. Sträucher: Baumkunde: -logisch <Adj.;
o. Steig.): die Dendrologie betreffend: -meter, das; -s -
[t-meter]: Gerät zur Messung der Höhe u. Dicke stehender
Bäume.
denen [de:ndn] Dativ PI. von tder (II 1 a. b u. III la).
die. das; vgl. der.
Denervierung [denEr'vi.Tool.die; -. -en [zu lat. de- = von-
weg u. tNerv] (Med.): Ausschaltung der Verbindung
zwischen Nerv u. dazugehörigem Organ.
Dpigel-: -amboB, der: kleinerer Amboß zum Dengeln: ^geist,
der: Spukgeist in alemannischen Sagen: -hammer, der;
-maschine, die: -stock, der: svw. f -amboß; -zeug, das:
alles zum Dengeln benötigte Werkzeug.
dengein I'deoln] <sw. V.; hat) [mhd. tengelen = hämmern,
klopfen, zu ahd. tangol = Hammer] (Landw.): (die
Schneide von Sense. Sichel'od. Pflug) durch Hämmern dünn machen
u. von Scharten befreien u. dadurch schärfen: das
Sensenblatt, die Sense d.
Denguefieberl'denge-]. das;-s[span.dengue, wohl <
Suaheli ka dinga pepo = plötzlicher, krampfartiger Anfall]
(Med.): akute Infektionskrankheit in den Tropen u.
Subtropen.
Denier [de'nie:]. das; -[s]. -[frz. denier = Denier. Denar,
gesetzlicher Feingehalt des Silbers < lat. denärius. t
Denar]: Einheit für die Fadenstärke bei Seiden- u.
Chemiefasern: Abk.: den; vgl. tex
denitrieren [deni'tri:ran] <sw.V.; hat) [aus lat. de-= von -
weg u. tnitrieren] (Chemie): Nitrogruppen aus einer
Verbindung entfernen: Denitrifikation [denitrifika'tsio:n], die; -
[auslat. de- = von -weg u. TNitrifikation]: das Freimachen
von Stickstoff aus Salzen der Salpetersäure (z. B. im
Kunstdünger) durch Bakterien: denitrifizieren [...'tsi:ren] <sw.
V.; hat) [aus lat. de- = von - weg u. Tnitrifizieren]: eine
Denitrifikation durchführen.
dpik-, D^nk-: -ansatz, der: Ansatzpunkt für einen
Gedankengang od. eine Theorie: ein falscher, richtiger, politischer
D.; -anstoB.der: Anregung, sich zu einerbest. Frage
Gedanken zu machen: einen D. liefern, geben; als D. wirken;
-arbeit, die; ^art, die: a) Art u. Weise zu denken: die
philosophische, wissenschaftliche D.; b) Einstellung,
Gesinnung: eine typisch bürgerliche D.; die Milch der frommen
D. (nach Schiller. Wilhelm Teil IV, 3); -aufgäbe, die:
nach Art eines Rätsels gestellte, durch Nachdenken zu
lösende Aufgabe: -bild, das: Die ... Einordnung (= der
Naturwissenschaft) in ein umfassendes D. (Natur. 15); -ebene,
die: Solche Auffassung und Erwartung beruht auf der
... prinzipiellen Gleichsetzung von Philosophie und
Naturwissenschaft, der Projektion dieser beiden ... Bereiche auf
die gleiche D. (Natur. 15); -fähig <Adj.; nicht adv.). dazu:
-ßhigkeit. die <o. PL); -falte, die: svw. t Denkerfalte;
-faul <Adj.; nicht adv.): zu faul zum Denken, dazu: -faul-
heit.die; -fehler, der: ein unbedeutender, schwerwiegender
D.; ihm ist ein D. unterlaufen; -form, die: Menschen,
die bisher in archaischen Denk- und Daseinsformen gelebt
hatten (Welt 17. 11. 62. Literatur); -freiheit, die <o. PL);
-gebäude, das: vgl. -System; -gesetz, das; -gewohnheit,
die: Gewohnheit, in bestimmter Weise zu denken: -Haltung,
die; -hilfe, die; -impuls, der: vgl. -anstoß; -Inhalt, der:
neuen -en eine Form geben; -kategorie, die: Für viele.
... die in solchen -n erzogen worden sind, ist das Schauspiel
... nicht erbaulich (Dönhoff. Ära 42); -lehre, die: svw.
t Logik; -leistung, die; -mal usw. f Denkmal usw.; -metho-
de, die; -modell, das: gedanklich konzipiertes Modell der
Funktion od. Struktur von etw., hypothetischer Entwurf:
neue Begriffe und -e einfuhren, erläutern; -münze, die:
svw. t Gedenkmünze; -muster, das: vgl. -modell;
-notwendig <Adj.; o. Steig.): svw. tlogisch; -pause, die: 1. Pause,
die man bei Gesprächen. Verhandlungen zum weiteren
Nachdenken über etw. einlegt: Auf Wunsch der Bonner
Delegation wurden die Gewaltverzichtsverhandlungen in Moskau
für eine kurze D. unterbrochen (MM 30. 7. 70, 17). 2.
(selten) Pause im Denken. Erholungspause: -prozeß, der;
-Psychologie, die: Teilgebiet der Psychologie, auf dem das
Denken experimentell analysiert wird: ~rede, die: svw. t
Gedenkrede; -richtig <Adj.; o. Steig.) (selten): svw. t logisch;
-richtung,die;-säule,die: svw. tGedenksäule; -Schablone,
die: nach vorgegebenen -n handeln; -Schema, das; -schrift,
die: an eine offizielle Stelle gerichtete Schrift über eine
wichtige I öffentliche I Angelegenheit: -schritt, der; -spiel,
das: vgl. -sport; —sport, der: das Lösen von rätselartigen
Aufgaben durch Nachdenken: mit Begeisterung D.
betreiben, dazu: -sportaufgabe, die: svw. t -aufgäbe; -sprach,
der: Wa/t Ispruch: -stein, der: svw. TGedenkstein; -Störung,
die; -System, das: logisch aufgebautes System, in dem
gedacht wird: ein abgeschlossenes, philosophisches D.; -tfi-
tigkeit.die <o. PI.); -trSgheit,die: svw. t-faulheit; -Übung.
509
denkbar
die; ^vermögen,das; ^vers.der: gereimter Versals Gedacht-
nishilfe; ^Vorgang, der; -weise, die: svw. Nart; -würdig
<Adj.; nicht adv.): wert, im Gedächtnis bewahrt zu werden,
bedeutungsvoll: ein -er Tag; dieses -e Ereignis liegt nun
schon 25 Jahre zurück, dazu: ^Würdigkeit, die: 1. <p.PL>
das Denkwürdigsein. 2. <PI.) veraltet für: Memoiren;
-Zentrum, das: Zentruni des Denkens im Gehirn; ~~zettd.
der [mniederd. denksed(d)el, -cedel = Urkunde. Merkblatt;
im 16. Jh. hängte man Schülern Schandzettel mit ihren
Schul vergehen an]: exemplarische Strafe od. als Warnung
angesehene unangenehme Erfahrung: jmdm. einen D. geben,
verpassen; ... daß ihm die Untersuchungshaft ein D. fürs
Leben sei (Ossowski. Bewährung 59).
denkbar [denkba^l <Adj.; o. Steig.): 1. vorstellbar, möglich:
alle nur -en Sicherheitsvorkehrungen waren getroffen
worden; Der Ruf aller -en Nachfolger für die beiden höchsten
Ämter im Staat wurde schwer geschädigt (Dönhoff. Ära
22); etw. ist nicht, sehr wohl, durchaus d. 2. (intensivierend
bei Adjektiven) sehr, äufierst: ein d. günstiges Angebot;
d. leicht, einfach, schwer; auf dem d. schnellsten (aller-
schnellsten) Weg; das ist died. beste (allerbeste) Methode.
denken ['deokn] <unr. V.) /vgl. gedacht/ [mhd.. ahd. denken]:
1. die menschliche Fähigkeit des Erkennens u. Urteilens
anwenden, mit dem Verstand arbeiten, überlegen: logisch,
nüchtern, schnell d.; er denkt praktisch; bei dieser Arbeit
muß man d.; laut d. (ugs.; vor sich hin reden); vor Müdigkeit
kaum noch, nicht mehr klar d. können; Zum zweiten
Mal in dieser Stunde dachte er den gleichen Gedanken
(stellte er die gleiche Überlegung an: Plievier, Stalingrad
109); wenn man konsequent die Dinge zu Ende denkt
(Leonhard, Revolution 184); R erst d., dann handeln;
Denken (auch: denken) istGlück[s]sache; gedacht, getan
(veraltend; kaum überlegt, schon ausgeführt): wo denkst du hin!
(ugs.; da irrst du dich, das muß ich zurückweisen): denk
mal. Eva hat sich verlobt (ugs.; drückt Erstaunen über
eine unerwartete Tatsache aus); (auch spöttisch:) kannst
du denn schwimmen? Ja. denk mal an!; die Bürger zu
denkenden Menschen zu erziehen ... das sollte die
vornehmste Aufgabe einer ... Regierung sein (Dönhoff, Ära
49); <subst.:) logisches, abstraktes, begriffliches Denken;
bei dieser Sache mußt du das Denken ausschalten; die
Klarheit seines Denkens ist bestechend; *etw. gibt jmdm.
zu d. (etw., ein Vorkommnis, ein Verhalten o.a. stimmt
jmdn. nachdenklich, macht jmdn. stutzig). 2. eine bestimmte
Gesinnung haben, gesinnt sein: rechtlich, freiheitlich,
spießbürgerlich, gemein d. 3. annehmen, glauben, vermuten,
meinen: nichts Böses d.; ich denke, wir können uns auf
dieser Basis einigen; was/wieviel haben Sie denn gedacht
(welche Preisvorstellung haben Sie)?: wer hätte das gedacht!
(Äußerung der Verwunderung); er denkt (bildet sich ein),
wunder was getan zu haben; Spr was ich denk' und tu\
trau' ich andern zu. 4. eine bestimmte Meinung von etw.
haben, etw. von etw. Iialten: er denkt ganz anders über
diese Sache; wir haben uns ... von Anfang an ... die Freiheit
genommen zu schreiben, was wir dachten (Dönhoff, Ära
15); da weiß man nicht, was man d. soll; was werden
die Leute denken?; das hätte ich nie von ihm gedacht
(ihm nicht zugetraut). 5. <d. -I- sich) sich etw. in best.
Weisel vorstellen: ich könnte es mir so d., daß ...; du
kannst dir d.. daß ich müde bin; das kann ich mir nicht
d. (das halte ich für unwahrscheinlich, glaube ich nicht):
ein gedachter (in der Vorstellung angenommener,
vorausgesetzter) Punkt. Fall; * denkste [Frieda]!/das hast du dir
[so] gedacht! (ugs.; du glaubst, daß erw. so ist, aber das
stimmt nicht): typischer Fall von denkste (großer lrrtutn);
6. sich erinnern, gedenken: oft, mit Freude an etw. d.;
denk daran (vergiß nicht), die Rechnung zu bezahlen;
der wird noch an mich d.! (Drohung); das geschieht schon,
solange ich d. kann (schon immer): 7. seine Gedanken,
sein Interesse auf jmdn., etw. richten: er denkt nur an
sich, an seinen Vorteil; bei dieser Arbeit haben wir an
Sie gedacht (für diese Arbeit haben wir Sie vorgesehen);
du mußt mehr an deine Gesundheit d.; auch die kleinen
Leute müssen an die Zukunft d. (Simmel, Affäre 59);
(südd., österr.:) auf seine Sicherheit d. 8. eine bestimmte
Absicht haben, etw. Bestimmtes vorhaben: wir denken
daran, uns eine neue Wohnung zu suchen; Sie wollten
durchaus in der Stadt bleiben. Sie dächten nicht an Abfahrt
(Seghers, Transit 227); ich denke gar nicht daran, das
zu tun (das kommt nicht in Frage); <Abl. zu 1:) Denker
fdenlq?], der; -s, - [für engl, thinker]: jmd., der über
Probleme des Daseins lange u. gründlich nachdenkt; Philosoph:
er gehört zu den bedeutendsten -n seiner Zeit; Er war
der Gehirnmensch, der abstrakte Denker, der
Begriffsjongleur (Niekisch. Leben 127); <Zus.:> Dpikerfalte. die
(scherzh.): beim angestrengten Nachdenken auf der Stirn
entstellende Falte; Denkerstirn, die (oft scherzh.): bes. hohe
Stirn: seine D. in Falten legen; <Abl.:> d$nkerisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): von einem denkenden Menschen
ausgehend, ihn betreffend: eine überragende -e Leistung;
Denkmal, das; -s. ...maier (geh., selten: ...male) [für griech.
mnemösynon = Gedächtnishilfe, vgl. zu 2Mal]: 1. zum
Gedächtnis an eine Person od. ein Ereignis errichtete, größere
plastische Darstellung; Monument: ein D. [zu Ehren der
Gefallenen] errichten, enthüllen; jmdm. ein D. setzen
[lassen]; Max Schmeling ist schon zu Lebzeiten ein D. (fest
verankert im Bewußtsein der Menschen als Verkörperung
von etw.); * sich ein D. setzen (eine große Leistung
vollbringen u. dadurch in der Erinnerung anderer weiterleben). 2.
erlialtenes Kunst werk, das für eine frühere Kultur Zeugnis
ablegt: diese Handschrift gehört zu den wichtigsten
Denkmälern des Mittelalters; an den Denkmalen der
Vergangenheit (Wirkendes Wort 4, 1970. 244).
d$nkiral[s]-. D^nkmalls]-: -künde, die: Gebiet der
Kunstgeschichte, das sich mit historisch wertvollen Denkmälern
befaßt, dazu: -kundlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.); -pflege,
die: das Bemidxen, Objekte von künstlerischem od.
kulturgeschichtlichem Wert (bes. Bauwerkeu. Stadtviertel) zu
erhalten od. wiederherzustellen, dazu: -pfleget*, der: jmd.. der
alte Bauwerke renoviert (Berufsbez.), -pflegenseh <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.>; -Schändung, die; -schütz, der: durch
Gesetze sichergestellter Schutz von Boden-. Bau- u.
Kulturdenkmälern: dieses Haus, dieser Baum steht unter D.;
etw. unter D. stellen, dazu: -schützerisch <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.).
D^nkunssart, die; -. -en (veraltend): svw. t Denkart: Nicht
meine D. hat mein Unglück verursacht, sondern die D.
der andern (Weiss. Marat 141); Dpikungsweise, die; -.
-n (veraltend): svw. t Denkweise.
'denn [den; mhd. den(ne), ahd. denne, urspr. gleichbed.
mit „dann", seit dem 18. Jh. geschieden]: l.<kausa!eKonj.)
gibt die Begründung an: wir blieben zu Hause, d. das
Wetter war schlecht; ich glaube ihm nicht, d. wenn es
so wäre, hätte er die Polizei verständigt; sie war von ihrem
Sieg überzeugt, d. um zu gewinnen, hatte sie hart trainiert.
2. (Vergleichspartikel; vereinzelt noch, um doppeltes „als"
zu vermeiden, sonst veraltet od. geh.) er ist als
Wissenschaftler bedeutender d. als Künstler; häufig in Verbindung
mit „je" nach Komp.: mehr, besser, öfter d. je [zuvor];
sie war schöner d. je. 3. <Adv.) a) (selten) ausgenommen,
wenn; unter der Voraussetzung, daß: ich leihe ihm nichts
mehr, er müßte sich d. gründlich geändert haben; *es
sei d. (ausgenommen): er wird gewinnen, es sei d., es
passiert etw. Unvorhergesehenes/daß etwas
Unvorhergesehenes passiert; geschweige d. vgl. geschweige; b) oft) drückt
in Fragesätzen die Anteilnahme des Sprechers aus: über-
liaupt. eigentlich: was soll das d.?; was willst du d.?; wo
ist er d. nur?; seit wann bist du d. krank?; was ist d.
[da] los?; ß) in Aussagesätzen verstärkend, drückt oft eine
Folgerung aus: also, schließlich, nun: so wollen wir d.
verfahren: ihr war es d. doch ein bißchen zu anstrengend;
das ist d. doch die Höhe! (Äußerung der Entrüstung);
2dem [-] <Adv.) (nordd.): dann: er hat es d. doch noch
geschafft; na. d. nicht (dann eben nicht); na. d. prost!:
na. d. los!
dennoch [denox] <Adv.) [mhd. dennoch, dannoch. ahd.
denninoh. danna noh = damals noch, ferner, außerdem]:
trotzdem: häßlich und d. schön; er will es d. versuchen;
sie war krank, d. wollte sie die Reise nicht verschieben.
denrochon: T wennschon.
Denobilitatign,die; -. -en [aus lat. de- = von -weg u. tNobi-
litation] (selten): Entzug des Adelsprädikats; denobilitkren
<sw. V.; hat) [aus lat. de- = von-weg u. Tnobilitieren]
(selten): das Adelsprädikat entziehen.
Denomination [denomina'tsio:n], die; -. -en [1: wohl < frz.
denomination < lat. denöminätio; 2.3:engl.denomination
< frz. denomination]: 1. (veraltet) a) Benennung.
Ernennung; b) Atikündigung. Anzeige. 2. (Wirtsch.) Herabsetzung
des Nennbetrages einer Aktie. 3. (Rel.; bes. amerik. Bez.
für) eine christliche Religionsgemeinschaft (Kirche od. Sek-
510
depeschieren
te): Denominativ [denomina'ti:fl. das; -s. -e u. Denominati-
vum [...'ti.vum]. das; -s, ...va [zu spätlat. denöminätivus
= durch Ableitung gebildet] (Sprachw.): Ableitung von
einem Substantiv od. Adiektiv (z.B. „tröstlich" von
..Trost"); denominieren <sw. V.; hat) [lat. denöminäre]
(veraltet): benennen, ernennen.
Denotat [deno'ta:t], das; -s, -e [lat. denotätum, 2. Part.
(Neutr.) von: denotäre = bezeichnen] (Sprachw.): 1. vom
Sprecher bezeichneter Gegenstand od. Sachverhalt in der
auliersprachlichen Wirklichkeit. 2* begrifflicher Inhalt eines
sprachlichen Zeichens im Gegensatz zu den emotionalen
Nebenbedeutungen (Ggs.: Konnotat); Denotation [denota-
tsio:n]. die; -, -en [1: lat. denotätio; 2: engl.-amerik.
denotation]: 1. (Logik) Inlmltsangabe eines Begriffs. 2. (Sprachw.)
a) die auf den mit dem Wort gemeinten Gegenstand
hinweisende Bedeutung (Ggs.: Konnotation); b) die formale
Beziehung zwischen dem Zeichen u. dem bezeichneten Gegenstand
od. Sachverhalt in der auliersprachlichen Wirklichkeit:
denotativ [denota'tl.f. auch: 'de:...] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.> (Sprachw.): nur den begrifflichen Inhalt eines
sprachlichen Zeichens betreffend, ohne Berücksichtigung von
Nebenbedeutungen (Ggs.: konnotativ): Denotator [deno'ta:t^r.
auch: ...toig], der; -s, -en [...ta'to:ron] (Sprachw.):
sprachliches Zeichen, das einen Gegenstand od. Sachverhalt in
der auliersprachlichen Wirklichkeit bezeichnet.
Dens [dens], der; -. Dentes [dente:s; lat. dens (Gen.: dentis)]
(Med.): Zahn.
denselben: T derselbe.
Densimeter [denzi'me.tc], das; -s. - [zu lat. densus = dicht
u. t -meter] (Physik): Gerät zur Messung des spezifischen
Gewichts bes. von Flüssigkeiten: Densitit [denzi'tE:t], die;
- [frz. densite < lat. densitäs]: 1. (Physik) Dichte,
Dichtigkeit. 2. Maß für den Schwärzegrad fotografischer Schichten:
Densitometer [denato'me.tn], das; -s. - [zu fDensität (2)
u. t -meter]: Schwärzungsmesser für fotografische
Schichten: Densitometrie [...metri:]. die; - [zu fDensität (Du.
t-metrie] (Physik): Messung der Dichte von Stoffen: Denso-
graph [denzo'gra.fl, der; -en, -en [zu lat. densus = dicht
u. t -graph]: svw. t Densitometer.
Dentagra [dantagra]. das; -s [zu lat. dens (Gen.: dentis)
= Zahn u. griech. ägra = Jagd. Fang(art); analog zu
t Podagra]: svw. tDentalgie.
dental [denta:l] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. dentälis = die
Zähne betreffend, zu lat. dens, t Dens]: 1. (Med.) die Zähne
betreffend* zu ihnen gehörend. 2. (Phon.) (von Lauten) mit
Hilfe der Zä/ine gebildet: Dental [-1. der; -s. -e (Phon.):
Zahnlaut (z.B. d. 1); Dentalgie [dental'gi:]. die; -. -n
[...i:an: zu lat. dens (TDens) u. griech. älgos = Schmerz]
(Med.): Zahnschtnerz: Dentalis [den'ta:Iis]. der; -. ...les
[...le:s] (veraltet): svw. t Dental; Dentalisierung [dentali-
'zi:runl. die; -. -cn (Phon.): Verwandlung eines
nichtdentalen Lautes in einen dentalen, meist unter Einfluß eines
benachbarten Dentals: dentelieren [däto'Ir.ran] <sw. V.; hat)
[frz. denteler. zu: dent = Zahn < lat. dens. t Dens] (Textil-
ind.): (vonSpitzen) auszacken: Dentelles [dä'tel] <PI.) [frz.
dentelles (PL), eigtl. = Zähnchen, Vkl. von: dent. t
dentelieren] (Textilind.): geklöppelte Spitzen. Dentes: tDens;
Dentifikation [dentfikatsio.n], die; - [zu lat. dens (tDens)
u. -ficätio = das Machen, zu: facere = machen, tun]
(Med.): Zahnbildung: Dentikel [denti:kl]. der; -s, - [lat.
denticulus = kleiner Zahn] (Med.): kleine Neubildung aus
Dentin im Zahninnern: Dentin [den'ti:n], das; -s: 1. (Med.)
Zahnbein. 2. (Biol.) Hartsubstanz der Haischuppen: Dentist
[dentist], der; -en. -en [frz. dentiste. zu: dent = Zahn
< lat. dens. tDens] (früher): Zahnarzt ohne
Hochschulprüfung: Dentition [dcnti'tsip:n]. die; -. -en [lat. dentitio]
(Med.): Zahndurchbruch. das Za/inen: dentogen [dento'ge:nj
<Adj.; o. Steig.) [zu lat. dens (tDens) u. t -gen] (Med.):
von den Zähnen ausgehend, Dentologie [...lo'gi:]. die; - [zu
lat. dens (tDens) u. t -logie]: Zalinlieilkunde.
Denudation [denuda'tsj[o:n]. die; -. -en [lat. denüdätio =
Entblößung]: 1. (Gebl.) flächenhafte Abtragung der
Erdoberfläche durch Wasser\ Wind u.a. 2. (Med.) Fehlen bzw.
Entfernung einer natürlichen Hülle (z. B. das Fehlen von
Zahnfleisch an einer Zahnwurzel).
Denuklearisienms [denukleari'zi:run]. die; -, -en [zu lat.
de- = von-wegu. tnuklear]: das Freihalten (eines
Gebietes) von Atomwaffen versuchen,: eine D. des
Meeresbodens; Truppenabzug und D. bedeuten eine erhebliche
Entlastung in dieser Region.
Denunziant [denun'tsiant], der; -en. -en [lat. denüntiäns
(Gen.:denüntiantis7.1. Part, zu: denüntiäre, tdenunzieren]
(abwertend): jmd., der einen anderen denunziert (1): ein
übler D.; ein D. hat ihn verleumdet, angezeigt;
Denunziantentum, das; -s (abwertend): 1. Wesen, Art des Denunzianten:
das riecht nach D. 2. die gesamten, alle Denunzianten: das
D. verachten; Denunziation [denontsia'tsjp:n], die; -. -en
[lat. denuntiatio = Ankündigung. Anzeige] (abwertend):
denunzierende Anzeige: eine anonyme D.; die schreckliche
Zeitder-en und des Spitzelunwesens sei vorüber (Leonhard.
Revolution 76); denunziatorisch [denuntsia'toTiJ] <Adj.;
o. Steig.): a) denunzierend, einer Denunziation
gleichkommend: -e Gerüchte; b) brandmarkend, öffentlich verurteilend:
Spenglers -er Satz. Geist und Geld gehörten zusammen,
trifft zu (Adorno, Prismen 15); denunzieren [denun'tshren]
<sw. V.; hat) [1: lat. denüntiäre = ankündigen, anzeigen;
2: nach engl, denouncej: 1. (abwertend) laus persönlichen
niedrigen Beweggründen! anzeigen: jmdn. bei der Polizei,
beim Gericht d. 2. als negativ hinstellen, öffentlich
verurteilen, brandmarken: ein Buch, eine Meinung [als etw.] d.;
Allmählich wurde ... meine Ausrichtung als nationalistisch
denunziert (Niekisch. Leben 114).
Deo ['de:o], das; -[s], -s: kurz für t Deodorant.
Deodorant [delodo'rant], das; -s. -s. (auch:) -e [engl, deodo-
rant. zu lat. de- = von-weg u. odor = Geruch]:
kosmetisches Mittel gegen Körpergeruch: <Zus.:> Deodor^ntspray.
der od. das: Spray mit deodorierender Wirkung, deodorieren
[dc|odo'ri:ron], (auch:) desodorieren [des|.... dezo...]. de-
odorisieren[de|odorizi.Tdn]. (auch:) desodorisieren [dcs|...,
dezo...] <sw. V.; hat) [engl, deodorize, frz. de(s)odoriser]:
schlechten, unangenehmen Körpert geruch hemmen,
überdecken: deodorierende Seife, Sprays; <Abl.:) Deodorkrang,
(auch:) Desodorigrung. Deodoriskning, (auch:) Desodori-
sifirung, die; -. -en.
Deogratias! ['de:o gra:tsia:s; lat. deö grätiäs] (bildungsspr.):
Gott sei Dank!
Deontolosie [desntologi:], die; - [engl, deontology. zu
griech. deon (Gen.: deontos) = das Nötige, Pflicht u.
t-logie] (Philos.): Ethik als Pflichtenlehre.
Deospray [de:o-]: kurz für fDeodorantspray.
Departement [departo'mä:, Schweiz, auch: ...a'mEnt], das:
-s. -s u. (schweiz.:) -e [frz. departement. zu: departir =
aus-, verteilen < lat. dispertlre = ein Ganzes in
verschiedene Teile auseinanderlegen]: 1. Verwaltungsbezirk in
Frankreich. 2. (Schweiz.) Ministerium, Verwaltungsabteilung in
der Schweiz. 3. (Schweiz., sonst veraltet) Abteilung,
Geschäftsbereich: Department [di'pa:tnidnt]. das; -s. -s [engl,
department < frz. döpartement. t Departement]:
Fachbereich an amerikanischen u. englischen Universitäten: Depar-
ture[di'patfe] <o. Art.) [engl, departure < afrz. departeüre
= Abreise, zu: departir. t Departement]: a) Abflugstelle
(Hinweis auf Flughäfen); b) Abflugzeit.
Dependance [depä'dä:s]. die; -. -n [frz. dependance. eigtl.
= Zubehör, zu: dependre = abhängig sein, gehören zu
< lat. dependere = abhängig sein, herabhängen]: 1.
(bildungsspr.) Niederlassung, Zweigstelle: die D. einer Firma,
eines Verlags. 2. (Hotehv.) Nebengebäude eines Hotels/:
er wurde in der D. untergebracht; Dependance: frz.
Schreibung für t Dependance; dependentiell [depcndt;n'tsiel]
<Adj.; o. Steig.) [zu tDependenz (1)] (Sprachw.): a) auf
die Dependenzgrammatik bezüglich: b) nach der Methode
der Dependenzgrammatik vorgehend: Dependenz
[depen'dents], die; -, -en [zu lat. dependere = abhängig
sein]: 1. (Philos.. Sprachw.) Abhängigkeit. 2. (veraltet)
Nebengebäude i eines Hotels i; <Zus. zu 1:)
Dependenzgrammatik, die (Sprachw.): Forschungsrichtung der modernen
Linguistik, die die hinter der linearen Erscheinungsform
der gesprochenen od. geschriebenen Sprache verborgenen
strukturellen Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen
im Satz untersucht od. darstellt, v. a. die Abhängigkeit der
Satzglieder vom Verb.
Depersonalisation [deperzonalizatsio:n]. die; -. -en [frz. de-
personnalisation, zu: personnel *= persönlich < spätlat.
persönälis, t personal] (Psych.): Verlust des
Persönlichkeitsgefühls bei geistig-seelischen Störungen.
Depesche [de'pefe], die; -. -n [frz. depeche. zu: depecher,
t depeschieren] (veraltet): Telegratnm: eine D. aufgeben;
er schickte ihm eine D.; depeschieren [depE'Ji:ran] <sw.
V.; hat) [frz. depecher = befördern, beschleunigen, eigtl.
= Hindernisse vor den Füßen wegräumen, zu spätlat.
511
depigmentieren
impedicäre = verhindern, zu lat. pedica = Fußschlinge]:
eine Depesche schicken, telegrafieren: seine Ankunft d.;
er depeschierte ihm. daß das Geschäft abgeschlossen sei;
In diesem Sinne wurde auch an die Berliner Blätter
depeschiert (K. Mann, Mephisto 149).
depigmentkren <sw. V.; hat) [aus lat. de- = von-weg u.
t pigmentieren]: ; Haut ifarbstoff entfernen; <Abl.:> Depig-
mentjfirung, die; -, -en: Entfernung od. Verlust des , Hautj-
farbstoffs.
Depilation [depila'tsjp:n]. die; -. -en [zu tdepilieren] (Med.):
Enthaarung; Depibtorium [...'to.riumj.das; -s. ...ien [...pn]
(Med.): Enthaarungsmittel; depilieren [depi'li.ran] <sw. V.;
hat) [lat. depiläre] (Med.): enthaaren.
Deplacement [deplasa'mä:], das; -s. -s [frz. deplacement]
(Schiffbau): Wasserverdrängung eines Schiffes; deplacieren
[depla'si:ren. auch: ...a'tsi:...] <sw. V.; hat) [frz. döplacer.
zu: place, t Platz] (veraltet): verrücken* verdrängen;
deplaciert, (eingedeutscht:) deplaziert [depla'tßi:gt] <Adj.; -er.
-este; nicht adv.) [frz. deplace. 2. Part, von: deplaeer,
Tdeplacieren]: unangebracht, fehl am Platz: ich fühle mich
hierd.; eine -e Bemerkung; Deptacferung, die; -. -en
(veraltet): Verrückung, Verdrängung.
deplorabel [deplo'ra:b|] <Adj.; ...bler, -ste) [frz. deplorable.
zu: deplorer = beklagen, bedauern < lat. deplöräre =
beweinen, beklagen] (veraltend): beklagens-,
bedauernswert sie befand sich in einem deplorablen Zustand.
Depolarisation,die; -, -en [aus lat. de- = von-weg u. t
Polarisation] (Physik): Vermeidung elektrischer Polarisation
in galvanischen Elementen; Depolarisator, der; -s, -en
(Physik): Sauerstoff od. Chlor abgebende Chemikalien die in
galvanischen Elementen den Wasserstoff bindet, durch den
sich die positive Elektrode polarisiert; depolariskren <sw.
V.; hat) [aus lat. de- = von - weg u. ! polarisieren]
(Physik): eine Depolarisation vornehmen.
Depolymerisation, die; -. -en [aus lat. de- = von-weg u.
t Polymerisation] (Chemie): Zerlegung von polymeren
Stoffen.
Deponat [depona:t], das; -[eis. -e [zu tdeponieren]: erw.,
was für eine spätere Verwendung an dafür vorgesehener
Stelle deponiert wurde: daß sein D. wahrscheinlich durch
einen Fehler in der technischen Einrichtung zerstört
worden sei (BZ. 17.7.75. 48); Deponens [de'po:nens], das;
-. ...nentia [...po'nentsia] u. ...nenzien [...po'nentspn; spät-
lat. depönens (verbum). zu lat. depönere, tdeponieren!
(Sprachw.): Verb mit passiver Form, aber aktiver
Bedeutung; Deponie [depo'ni:]. die; -. -n [...i:an] Amtsspr. kurz
für Mülldeponie. Müll-. Schuttabkideplatz: zentrale -n;
D eine junge, zuerst in der Schweiz 1965 bezeugte
Rückbildung zum Verb deponieren (Sprachpflege 5/74.
109); Die geplante regionale D. im Raum Biblis (MM
5.12.70.9); geordnete D. (Abladeplatz, auf dem die Abfälle
mit Erdreich abgedeckt werden, das später bepflanzt wird);
deponieren [depo'ni:ren] <sw. V.; hat) [lat. depönere =
ab-, niederlegen]: a) in Verwahrung geben, hinterlegen:
Geld. Schmuck bei der Bank, im Safe d.; b) auf einen
bestimmten Platz legen, stellen: den Schlüssel auf der
Fensterbank d.; <Abl.:) Deponierung, die; -. -en.
DepopubtiQiu die; -. -en [lat. depopulätio = Verheerung.
Verwüstung] (veraltet): Entvölkerung.
Deport [de'port. auch: de'po:^]. der; -s. -e u. (bei frz.
Aussprache:) -s [...o:^s; frz. deport. Ggb. zu: report. T
Report (2)] (Bankw.): Kursabzug im Deportgeschäft (Ggs.:
Report 2): Die Differenz zwischen Termin- und Kassakurs
wird als Report (Kursaufschlag) oder Deport
(Kursabschlag) bezeichnet (MM 28./29.9.68. 24); Deportation
[dep3rta'tsio:nl. die; -. -en [lat. deportätioj:
Zwangsverschickung. Verschleppung. Verbannung von Verbrechern,
unbequemen politischen Gegnern od. ganzen Volksgruppen:
die D. der Häftlinge in ein Arbeitslager; <Zus.:>
Deportationslager, das; deportieren [depar'ti.ren) <sw. V.; hat) [frz.
deporter < lat. deportäre]: unbequeme Verbrecher,
politische Gegner, ganze Volksgruppen zwangsweise in ein Gebiet
o.a. transportieren, wo sie nicht mehr gefährlich werden
können: neunzehnhundertvierundvierzig deportiert man
ihn in das Konzentrationslager Stutthof (Grass.
Hundejahre 133); Den haben sie. samt der Gattin, nach Polen
deportiert (K. Mann. Wendepunkt 443); Deportieren Sie nicht
vor übermorgen (Hochhuth. Stellvertreter 150); <subst.
2. Part.:) Deportierte,der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete): jmd.. der deportiert worden ist; Verbannter.
Depositar [depozTta:g]. Depositär [...'te:?], der; -s, -e [frz.
döpositaire < spätlat. depositärius]: Verwahrer von
Wertgegenständen, -papieren u.a.; Depositen [...'zi:tn] <P1.) [zu
lat. depositum. t Depositum] (Bankw.): Einlagen. Gelder,
die als kurz- od. mittelfristige Geldanlage bei einem
Kreditinstitut gegen Verzinsung eingelegt u. nicht auf ein Spar-
od. Kontokorrentkonto verbucht werden; <Zus.:)
Depositenbank, die: Bank, die sich auf Depositenannahme. Gewährung
von kurzfristigen Krediten u.a. beschränkt; Kreditbank
(Ggs.: Effektenbank); Deposition [depozTtslo:nL die; -. -en
[spätlat. depositio]: 1. (jur.. Bankw.) Hinterlegung. 2. (Rel.)
Absetzung eines katholischen Geistlichen ohne
Wiederverwendung im Kirchendienst; Depositorium [...to:rium], das;
-s, ...ien [...pn; spätlat. depositorium]: Aufbewahrungsort.
Hinterlegungsstelle; Depositum [de'po:zitom], das; -s. ...ten
[depozi:tn; lat. depositum. 2. Part, von: depönere.
Tdeponieren] (jur.. Bankw.): etw.. was hinterlegt, in Verwahrung
gegeben worden ist.
depossedieren [depDse'di:ran] <sw. V.; hat) [frz. depossäder.
zu: posseder = besitzen < lat. possidere] (veraltet):
enteignen, entrechten, entthronen; <subst. 2. Part.:) Depos9edkrte,
der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): Monarch, der zur
Abdankunggezwungen wurde; DepossedJ&rung, die; -. -en:
Entthronung.
Depot [depo:], das; -s. -s [frz. döpöt < lat. depositum.
tDepositum]: 1. a) staatlicher! Aufbewahrungsort für
größere Mengen von Gegenständen, Sammellager: Butter.
Getreide in einem D. lagern; b) Abteilung einer Bank,
in der Wertsachen u. -Schriften verwahrt werden:
Wertsachen in ein D. geben; c) aufbewahrte Gegenstände: das
D. bestand aus Schmuck und Wertpapieren. 2. Bodensatz
in Getränken, bes. im Rotwein. 3. (Med.) natürliche od.
künstlich herbeigeführte Speicherung eines Stoffes in
Geweben od. Organen. 4. Sammelstelle für Omnibusse od.
Schienenfahrzeuge; Fahrzeugpark: die Straßenba ho fährt ins D.
Depot-: ^behandking,die (Med.): Einspritzung von
Depotpräparaten; -buch, das (Bankw.): von den Banken geführtes
Buch zur Erfassung des Inhalts eines Depots (1 b); ^fett,
das (Biol.. Med.): nicht benötigtes Fett, das im
Unterhautfettgewebe gespeichert u. vom Organismus bei Bedarf wieder
verwertet wird; -ftmd, der (Archäol.): Sammelfund von
Stein- od. Metallgeräten aus vorgeschichtlicher Zeit;
-gebühr, die (Bankw.): Entgelt für Verwahrung u. Verwaltung
von Wertsachen u. -papieren; -geschÄft, das (Bankw.):
Entgegennahme von Wertsachen u. -papieren zur Verwahrung
u. Verwaltung durch Banken; -gesetz, das: Gesetz zur
Regelung der Depotgeschäfte; -prfiparat, das (Med.): schwer
lösliches Arzneimittel, das nach der Einspritzung nur
langsam aufgenommen wird u. dadurch eine lang anhaltende
Wirkung zeigt: -schein, der (Bankw.): Bescheinigung der
Bank über die Einlagen in einem Depot (1 b) als
Legitimationspapierfür den Eigentümer; -Stimmrecht, das (Bankw.):
Bevollmächtigung eines Kreditinstituts, das Stimmrecht aus
den bei ihm im Depot befindlichen Aktien für den Kunden
in der Hauptversammlung auszuüben; -Wechsel, der
(Bankw.): Öls Sicherheit für einen Bankkredit hinter legier
Wechsel; -Wirkung, die (Med.): Wirkung von
Depotpräparaten.
Depp [dep]. der; -en (auch: -s). -en (auch: -e) [mundartl.
(bayr.-österr.) Tepp. Tapp, frühnhd. tapp, wohl zu t
tappen, also eigtl. = Jmd.. der „täppisch44 geht u. zugreift]:
a) (bes. südd.. österr.. Schweiz, abwertend) einfältiger,
ungeschickter Mensch. Tölpel, Dummkopf; b) (landsch.
abwertend) Schwachsinniger, Idiot; deppen ['dspn] <sw. V.; hat)
(landsch.): ducken, demütigen: Die Zentrale ist eine
Einrichtung, die dazu dient. ... Energie und Tatkraft der
Unterstellten zu d. (Tucholsky. Zwischen 70); deppert fdepm] <Adj.)
(südd.. österr.): dumm, einfältig, blöd: -e Sprüche; ich bin
doch nicht d.
Depravatkm [deprava'tsio:n], die; -. -en [lat. deprävätio =
Verzerrung. Entstellung]: 1. Entartung. 2. Wertminderung,
bes. im Münzwesen. 3. (Med.) Verschlechterung im
Krankheitszustand; depravieren [depra'vi:ran] <sw. V.; hat) [lat.
depräväre = verzerren, entstellen]: 1. verderben: so ist
auch der Begriff der Gedankenfreiheit in den letzten
Jahrzehnten depraviert und seines eigentlichen Inhaltes beraubt
worden (Kantorowicz. Tagebuch 347). 2. (bes. von
Münzen) im Wert herabsetzen.
Deprekatkm [deprekatsio:n], die; -. -en [lat. deprecätio]
(veraltet): Abbitte; vgl. deprezieren.
512
der
Depression [depre'sioinl. die; -. -en [frz. depression =
Niederdrückung. Senkung < lat. depressio]: 1.
Niedergeschlagenheit, seelische Verstimmung* traurige Stimmung: er hat
eine schwere D.; an. unter -en leiden; in eine tiefe seelische
D. verfallen. 2. (Wirtsch.) Niedergangsphase im
Konjunkturverlauf: eine weltweite D. 3. (Meteor.)
Tief(druckgebiet j. 4. (Med.) Ein Senkung, Einstülpung* Vertiefung. z.B.
im Knochen. 5. (Geogr.) Festlandgebiet, dessen Oberfläche
unter dem Meeresspiegel liegt: Landsenke. 6. (Astron.) a)
negative Höhe eines Gestirns, das unter dem Horizont steht:
b) Winkel zwischen der Linie Auge-Horizont u. der
waagerechten Linie, die durch das Auge des Beobachters verläuft.
7. (Physik) vorübergehendes Herabsetzen des Nullpunktes
eines Thermometers 1 durch Überhöhung der Temperatur
u. unmittelbar folgende Abkühlung aufO°: depressiv [depre-
si:fl <Adj.> [frz. depressif= niederdrückend, zu lat. de-
pressus, 2. Part, zu: deprimere, tdeprimieren!: 1. traurig,
seelisch gedrückt, niedergeschlagen: eine -e Stimmung; sich
in einem -en Zustand befinden; er war sehr d. gestimmt.
2. (Wirtsch.) durch einen Konjunkturrückgang bestimmt:
Depressivität [depresivi'te.t], die; -: Zustand der
Niedergeschlagenheit.
Depretiation [depretsiatsio:n]. die; -. -en [zu tdepretiieren]
(veraltet): Entwertung.^Herabsetzung: depretiieren [depre-
tsii:ran] <sw. V.; hat) [lat. depretiäre] (veraltet):
unterschätzen, entwerten, herabsetzen.
deprezieren [depre'tshran] <sw. V.; hat) [lat. deprecäri]
(veraltet): Abbitte leisten: vgl. Deprekation.
deprimieren [depri'mi:ran] <sw. V.; hat) [frz. deprimer <
lat. deprimere = herabdrücken, senken]: niederdrücken,
entmutigen: das Wetter deprimiert mich; es deprimierte
ihn. wie die Leute dahinvegetierten; er ist deprimiert,
schaut deprimiert drein; die Zustände waren schrecklich
deprimierend; eine deprimierende Entwicklung nehmen;
ein deprimierter Gesichtsausdruck.
Deprivation [depriva'tsjp.n], die; -. -en [mlat. deprivatio.
eigtl. = Beraubung]:!. (Psych.) Mangel. Verlust. Entzug
von eto. Erwünschtem. Liebesentzug (z. B. fehlende
Zuwendung einer Bezugsperson bei Heimkindern). 2. Absetzung
eines kath. Geistlichen: <Zus. zu 1:) Deprivationssyndrom«
das (Psych.): körperlich-seelischer Entwicklungsrückstand
bei Kindern bes. in Heimen, die eine feste Bezugsperson
entbehren müssen: Hospitalismus: deprivieren [depri'vi.ran]
<sw. V.; hat) [mlat. deprivare = entziehen, absetzen, zu
lat. priväre = berauben]: die Mutter oder eine andere
Bezugsperson entbehren lassen.
Depurans [depu:rans]. das; -. ...rantia [...pu'rant&a] u.
...pu'rantien [...pu'rantßjan; mlat. depurans. 1. Part, von:
depurare = gründlich reinigen, zu lat. püräre = reinigen]
<meist PI.) (Med. selten): Abführmittel.
Deputant [deputant]. der; -en. -en [lat. deputäns (Gen.:
deputantis), 1. Part, von: deputäre, tdeputieren]: jmd..
der auf ein Deputat (1) Anspruch hat: Deputat [depu'ta:t].
das; -[e]s. -e [lat. deputätum = Zugeschnittenes.
Zugeteiltes, 2. Part, von: deputäre, tdeputieren]: 1. zum Lohn
od. Gehalt gehörende Sachleistung: Er erhielt bis zuletzt
sein D., Milch, Butter, Eier, Kartoffeln (Hauptmann,
Schuß 70). 2. die Anzald der Pflichtstunden, die eine
Lehrkraft zu geben hat: Sein D. beträgt 20 Stunden; er
unterrichtet mit einem halben D.; Deputation [deputatsio:n]. die;
-, -en [mlat. deputatio. zu spätlat. deputätus. t deputierte]:
Abordnung, die einer politischen Körperschaft im Auftrag
einer Versammlung Wünsche od. Forderungen überbringt:
deputieren [deputi:ren] <sw.V.;hat) [spätlat.
deputäre = abordnen < lat. deputäre = abschneiden]: einen
Bevollmächtigten od. eine Gruppe von Bevollmächtigten
abordnen: Deputierte, der u. die; -n, -n <Dekl. t
Abgeordnete) [über frz. döpute < spätlat. deputätus = Repräsentant
staatlicher Autorität. 2. Part, von: deputäre. t deputieren]:
1. Mitglied einer Deputation. 2. Abgeordnete.>rj (z.B. in
Frankreich).
der [de:$; mhd.. ahd. der], die [di:; mhd.. ahd. diu], das
[das; mhd.. ahd. da3]: I. (bestimmter Artikel) 1.
individualisierend a) (allß.) <Sg.) der Mann schläft; auf Befehl des
Königs; auf dem Tisch liegen; den Baum fällen; die Mutter
ruft ihr Kind; der Tür einen Tritt geben; die Pflanze
bewässern; das Mädchen hat blonde Haare; in einem Zimmer
des Hauses; aus dem Buch vorlesen; das Auto reparieren;
<PI.) die Züge fahren vorbei; es ist der Wunsch der Eltern;
den Hühnern Futter geben; die Flüsse hinauffahren; b)
(bei Abstrakta u. Stoflbezeichnungen) der Tod; die Liebe;
das Leben; die Hoffnung; das Eisen dieser Kanone ist
rostig; das Holz des Tisches ist wertvoll; c) (bei etw.
Einmaligem) er warder (der größte) Komponist des 19.
Jahrhunderts; das ist die (die beste) Idee; d) (bei Eigennamen)
QU wenn etw. Einmaliges benannt wird: den Rhein
überqueren; den ..Faust44 lesen; mit der „Europa44 (Name eines
Schiffes) fahren; ß) wenn ein Attribut dazu tritt: der kleine
Hans; das Frankreich der Revolution; Y) bei bestimmten
Länder- od. Landschaftsnamen: die Schweiz; die
Tschechoslowakei; der Kongo; das Tessin; die Niederlande; 6)
(südd.) die Petra kommt gleich, der Papa ist nicht da;
das Gretchen spielt; die Müllers fahren in Urlaub; £) bei
berühmten weiblichen Persönlichkeiten: die Düse, die
Knef; C) in der Amtssprache: die Vorladung des Hans
Meier. 2. generalisierend a) (allg.) der Mensch ist ein
soziales Wesen; die Emanzipation der Frau; das tägliche Brot;
die Bäume gehören zu den Pflanzen; b) bei Eigennamen:
der Italiener, die Schwedin. II. (Demonstrativpronomen)
I. (attributiv) a) immer betont a) <Sg.) der Mann war
es; dessen Auto willst du kaufen?; dem Ratschlag vertraue
ich nicht; den Lehrer kann ich gut leiden; die Flasche
ist aber nicht voll; deren Kleid ist sehr auffällig; der Blume
muß man noch Wasser geben; die Truhe kaufe ich; das
Grundstück ist leider verkauft; dessen Brot ist das beste;
dem Pferd gebe ich keine Chance; das Buch muß man
gelesen haben; ß) <P1.) die Arbeiter werden ausgezeichnet;
(rückweisend) deren Leistung war überragend;
(vorausweisend) die Leistung derer, die ausgezeichnet werden.
ist überragend; diese Schüler waren fleißig, denen muß
man gute Noten geben; die Platten will ich mir noch
anhören; Y) in Wortpaaren: aus dem und jenem Grund
(aus verschiedenen Gründen): um die und die Zeit (um
eine bestimmte, jedoch nicht genauer bezeichnete Zeit):
b) nicht betont: <an Stelle eines Genitivattributs) Wir
fuhren in dessen (des Mannes) großem Auto; ich sprach
mit Margot und deren nettem Mann; vor dem Denkmal
und dessen verziertem Sockel; die Verwandten und deren
Kinder kamen zu Besuch. 2. (selbständig) a) unmittelbar
hinweisend: der war es; die hat es getan; das ist doch
die Höhe!; das ist die Ursache für das Unglück; Wer
ist denn die [da]?; der (er. der Herr) hat gesagt, daß
...; die da oben sind an allem schuld; der und arbeiten!
(ugs.; er wird bestimmt nicht arbeiten)', b) unterscheidend
(ugs.): die mit den blonden Haaren; der mit der Glatze:
(abwertend:) ach die!; c) das Qt) bei unpersönlichen od.
unpersönlich gebrauchten Verben: das regnet den ganzen
Tag; das hört überhaupt nicht auf zu schneien; das stinkt
hier ganz schön; ß) in Sätzen mit Prädikativum: das ist
Frau Maier, und das ist ihr Sohn; d) bei Adelsnamen:
das Schloß derer von S.; e) in Wortpaaren: er hat zu
mir gesagt, er sei der und der (jmd. Bestimmtes, der nicht
genauer bezeichnet wird): f) rück- od. vorausweisend (ugs.):
Willst du Hans sprechen? Der ist schon lange weg; deine
Brüder, die habe ich nicht gesehen; dort liegt eine Frau,
deren muß man sich annehmen, ... ein Kind/ein Mann,
dessen muß man sich annehmen; sie fuhren mit dem Auto
meines Vaters und dem meines Onkels; das, was noch
kommen wird, erschreckt mich nicht; g) auf einen
Gesamtinhalt rück- od. vorausweisend: er ist wütend, und das
mit Recht; der eigentliche Grund war der, daß er keine
Lust hatte; wie dem auch sei (wie es auch damit stehen
mag): dem ist [nicht] so (das ist nicht j so): es ist [nicht]
an dem (es ist nicht j so): auch das noch! (ugs.; jetzt
kommt noch dieses Unglück, diese schlechte Nachricht
hinzu)', h) (ugs. statt des Personalpronomens:) Suchst du Fritz?
Der (er) kommt gleich; Mutter ist krank, die (sie) hat
zuviel gearbeitet; mein Auto zieht schlecht, das ist bestimmt
kaputt; die (sie) haben (die Stadt hat) einen neuen
Parkplatz gebaut; ich habe meine Eltern eingeladen und verstehe
gar nicht, warum die (sie) nicht kommen. III.
(Relativpronomen) La) (selbständig) ein Stuhl, der kaputt ist; ein
ehemaliger Lehrer, dessen ich mich erinnere; ein Hund,
dem du Futter gegeben hast; ein Baum, den man gedüngt
hatte; eine Schüssel, die auf dem Tisch steht; diese Frau,
deren (nicht: derer) er sich annahm; diese Verkäuferin,
der Hans Geld gab; diese Vase, die ich gesehen habe;
dieses Spiel, das spannend verlief; ein hübsches Mädchen.
dessen/(veraltet:) des er sich erinnerte; ein Urteil, dem
man vertraute; ein Bild, das er aufgehängt hat; alle Spieler.
33 GDW
513
Derangement
die am Ball waren; Beweise, auf Grund deren er verurteilt
wurde; jene Leute, denen sie die Meinung sagte; alle
Spielsachen, die der Großvater kauft; b) (an Stelle eines
Genitivattributs) der Vater, dessen Sohn eine Lehre macht; die
Tischplatte, deren Oberfläche zerkratzt ist; das Buch,
dessen Einband beschädigt ist; die Kinder, deren Eltern
anwesend sind; der Mann, auf dessen erschöpftem Gesicht der
Schweiß stand; die Lampe, von deren grellem Licht er
geblendet wurde; Karl, mit dessen Freund ich gerade
sprach; Inge, von deren Mann die Rede war; Ergebnisse,
auf deren Richtigkeit es ankam. 2. (Relativ- u.
Demonstrativpronomen zugleich) der (derjenige, welcher) sich immer
für mich einsetzt, ist mein Freund; die (diejenige, welche)
das getan haben soll, ist nicht mehr anwesend; die
(diejenigen, welche) den größten Sieg erringen, denen gebührt
das meiste Lob.
Derangement [derä&'mä:]. das; -s. -s [frz. derangement]:
Störung, Verwirrung,denuigieren[derä'3i:r3n] (sw. V.; hat)
[frz.deranger.zu: ranger = einreihen, ordnen, t rangieren):
a) (veraltet) stören: er wollte nicht d.; b) (meist im 2.
Part.) durcheinatulerbringen; mitnehmen: der Vorfall hatte
ihn etwas derangiert; Er hängt angetrunken und ziemlich
derangiert in einem Sessel (Hörzu 6, 1971, 34); mit
derangierter Kleidung und Frisur.
derart (Adv.): so, in solchem Maße, in solcher Weise: es
hat lange nicht mehr d. geregnet; man hat mich d. schlecht
behandelt.daß...;derartig (Adj.; o. Steig.): solch, so
geartet;: eine -e Kälte hat es seit langem nicht gegeben; sie
schrie d.. daß ...
derb [derp] (Adj.) [mhd. derp = hart, tüchtig, fest,
ungesäuert, ahd. derp = ungesäuert (vom Brot)]: l.a) fest,
stabil* widerstandsfähig beschaffen: -es Schuhwerk; ein -er
StofT; -es Leder; b) voller Näfirkraft. kräftig: -e Kost lieben;
c) voller Kraft, stark, heftig: d. zupacken; er faßte ihn
d. am Arm; „Wenn du mich etwas schlügest? D. schlügest,
meineich?" (Th. Mann, Krull 208); d)(Geol.) (vonGestein)
grobkörnig. 2.a) grob, ohne Feinheit: -e Witze. Scherze
machen; -e Bauernszenen, zumeist holländischer Meister
(Grass. Hundejahre 305); Rheinländerinnen, die ihn ...
eingeführt hatten in die -e (urwüchsige u. pralle)
Wirklichkeit der Liebe (K. Mann. Mephisto 98); seine
Ausdrucksweise ist d. (ungeschliffen): b) unfreundlich: eine -e
Antwort; jmdn. d. anfahren (überaus unfreundlich
zurechtweisen): (Abi.:) Derbheit, die; -. ^en: 1. (o. PI.) derbes Wesen,
Grobheit. 2. grobe, unfeine Äußerung: (Zus.:) Derbholz,
das (Forstw.): Stamm- od. Astholz von mehr als 7 cm
Durchmesser: derbknodiig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -es
Gesicht.
Derby I'derbi]. das; -s. -s [engl, derby, nach Edward Stanley,
dem 12. Earl of Derby, der 1780 das erste Rennen dieser
Art veranstaltete]: I. Pferderennen als alljährliche
Zuchtprüfung für die besten drei jäJxr igen Vollblutpferde. 2. sportliches
Spiel von besonderem Interesse: im Derby der beiden
Lokalrivalen siegte diesmal der VfR; (Zus.:) D^rb>rennen, das:
svw. t Derby (1).
Derealisation [derealizatsio:n], die; -, -en [amerik. derealiza-
tion, aus lat. de = von-weg u. TRealisation] (Psych.):
der Wirklichkeit nicht entsprechende subjektive Ausdeutung
u. nachträgliche Rechtfertigung des eigenen Verhaltens: Die
Konfliktpsychologie faßt diese Vorgänge auch unter dem
BegrifTD. zusammen. Es handelt sich also um Psychismen,
die die Wirklichkeit subjektiv färben (Ruthe, Partnerwahl
37).
dereierend [dere'i:rent], dereistisch [dere'istiJ; zu lat. de re
= von der Realität weg, aus: de = von-weg u. re, Ablativ
von: res = Sache, Gegenstand] (Adj.; o. Steig.) (Philos.):
die Erkenntnis durch unreflektierte Emotionen beeinflussend.
derginst (Adv.) [Kurzf. von: dermaleinst, aus mhd. der
male eines = von den Malen einmall: a) (geh.) künftig,
später einmal: wenn ich d. sterbe, begrabt mich am Fluß;
Arnheim habe ihn gekauft, um ihn d. dem Fürsten
furchtbar teuer wieder zu verkaufen (Musil. Mann 222); b)
(veraltet) einst, früher einmal: ich bin ihr d. vorgestellt worden;
(Abl.:> derfijnstig (Adj.; o. Steig.; nur attr.) (selten):
künftig: ... die katholische Kirche steht unverrückbar auf dem
Standpunkt einer -en Judenbekehrung ... (Bloch. Wüste
134).
Dereliktion [derelik'tsio:n], die; -. -en [lat. derelictio =
Hintansetzung, Preisgabel (jur.): Aufgabe von
Eigentumsrechten: derelinquieren [derelu)'kvi:ran] (sw. V.; hat) [lat.
derelinquene = aufgeben] (jur.): ilas Eigentum an I eine r
bewegliche: n, Sache aufgeben.
deren [de:ranj: 1. (Demonstrativpron.)a) Gen. Sg. von t
die (t der 11 1 a a); b) Gen. PI. von Tder. die, das (tder
II 1 a ß). 2. (Relativpron.) a) Gen. Sg. von t die (tder
III la, b); b) Gen. PI. von Tder, die. das (Tder III.
1 a. b).
derart- ['de:rent-; zu Tderen]: ^h?lben (Adv.) [t -halben]
(veraltet): svw. t^wegen; -wegen (Adv.) [t-wegen]: 1.
(demonstrativ) in dieser Stadt steht eine berühmte Kirche,
und d. haben wir unsere Fahrt unterbrochen. 2. (relativ)
die Gäste, d. das Fest stattfand, verspäteten sich; -wjllen
(Adv.) [t - willen]: nur in der Fügung um d. (mit Rücksicht
auf die: der, denen zuliebe): das Mädchen, um d. er das
alles getan hatte, verließ ihn.
derer [de:rB] Gen. PI. von tder, die. das (tder II laß).
deret- [de.rat-]: älter für tderent-.
dergestalt (Adv.) [für älteres: der gestalt (adv. Gen.)] (geh.):
derart, so. auf diese Weise: die Ermittlungen verliefen d.,
daß ...: d. ausgerüstet, trat er seinen Dienst an.
dersteRhen (indekl. Demonstrativpron.) [aus mhd. der
(Gen. PI.) u. t-gleichen]: a) (attributiv) so beschaffen,
solch, derartig: d. Fragen schätzte er gar nicht; ... und
was d. Worte mehr sind; Abk.: dgl.; und d. mehr (Abk.:
u. dgl. m.); b) (selbständig) so etwas, solches, derartiges:
d. geschieht immer wieder; nichts d. geschah; c) * nicht
d. tun (ugs.; nicht das tun, was erwartet wird, nicht reagieren):
man forderte ihn auf zu gehen, doch er tat nicht d.
de rigueur [dari'goe.r; frz. de rigueur. aus: de = von. mit
(< lat. de) u. rigueur = Strenge, Härte < lat. rigor]
(selten): unerläßlich: in der gegenwärtigen Phase der
Demokratie ist Kritik an allem d. r.
Derivans['de:rivans],das;-, Derivantia [...vantsja] u. ...van-
zien[deri'vantsjpn;lat.deriväns, 1 .Part. von: deriväre. tderi-
vieren] (meist PI.) (Med.): Mittel, das eine bessere
Durchblutung von Organen bewirkt. Hautreizmittel: Derivat [deri-
' va:t]. das; -[e]s. -e [lat. derivätus. 2. Part, von: deriväre, tde-
rivieren]: 1. (Sprachw.) abgeleitetes Wort (z.B.
..Schönheit" von ..schön"). 2. (Chemie) chemische Verbindung, die
aus einer anderen entstanden ist. 3. (Biol.) Organ, das sich
auf ein entwicklungsgeschichtlich älteres zurückführen läßt:
Derivation [deriva'tsio:n], die; -. -en [I: lat. derivätio]: 1.
(Sprachw.) Bildung neuer Wörter aus einem Ursprungsn>ort,
Ableitung. 2. (Milit.) seitliche Abweichung eines Geschosses
von der Visierlinie: (Zus.:) Derivationsrechnung, die
(veraltet): svw. t Differentialrechnung; Derrvationswinkel. der
(Schiffahrt): Winkel der Kiellinie eines drehenden Schiffes
mit der an den Drehkreis gelegten Tangente.derivativ [...'ti:fl
(Adj.; o. Steig.) [spätlat. derivätivus] (Sprachw.): durch
Ableitung entstanden: Derivativ [-], das; -s. -e [...r.va]
(Sprachw.): abgeleitetes Wort, Ableitung (z.B. „täglich"
von ..Tag"); Derivativum [...ti:vum]. das; -s. ...va (selten):
svw. t Derivativ; derivieren [deri'vhran] (sw. V.; hat) [lat.
deriväre = (ein Wort vom andern) ableiten]: 1. (Sprachw.)
ein Wort ableiten (z. B. „Verzeihung" von ..verzeihen").
2. (Milit.) (von Geschossen) von der Visierlinie abweichen:
(subst. 2. Part.:) Der! vierte, die; -n, -n (Dekl. t Abgeordnete)
(Math.): mit Hilfe der Differentialrechnung abgeleitete
Funktion einer Funktion.
derjenige f de:?je:niga], diejenige I'di:...], dasjenige [das...]
(Demonstrativpron.) [zu spätmhd. der jene. mhd. der
jener, tder u. t jener] verstärkend für der, die. das: a) (mit
nachfolgendem Relativsatz) derjenige, der das getan hat.
soll sich melden; diejenige Frau, die mir geholfen hat.
ist verschwunden; dasjenige, was sie am liebsten tut;
diejenigen Ereignisse, die meine Situation veränderten; er ist
derjenige, welcher (ugs.; der entscheidende Mann, der, auf
den es ankommt, von dem die Rede ist)', b) (mit
nachfolgendem Gen.) mit dem Amt ist automatisch dasjenige des
Parteivorsitzenden verbunden; die Lieferungen der
anderen Länder waren umfangreicher als diejenigen Hollands.
derlei [de:?iai] (indekl. Demonstrativpron.) [mhd. der leie
= von der Art, t ^lei]: a) (attributiv) solch, derartig, von
solcher Art, dergleichen: d. Worte hört man oft; auf d.
Reisen erlebt man viel; Carmichael begnügt sich aber nicht
damit, d. unwiderlegliche Hinweise ... zusammenzutragen
(Spiegel 6. 1966. 50); ... daß ihm d. Gedanken durch
den Kopf schwirren wollten (H. Kolb. Wilzenbach 141);
b) (selbständig) so etwas, solches: d. kommt häufig vor:
Die Obrigkeit sah d. nicht ungern (Jacob, Kaffee 57).
514
Desaster
Derma [derma], das; -s, -la [...ta; griech. derma (Gen.:
dermatos) = Haut] (Med.): Haut; dermal [der'ma:l]. der-
matisch <Adj.; o. Steig.) [zu TDerma] (Med.): die Haut
betreffend, von ihr stammend, an ihr gelegen.
dermaleinst <Adv.) [tdereinst] (veraltet, geh.): tdereinst: d.
sollte er das Geschäft fuhren.
dermalen [de:?'ma:bn] <Adv.> [alemann. Form des Gen. PI.
von: Mal] (österr. selten, sonst veraltet): jetzt, zu dieser
Zeit.
Dermalgie [dermal'gi:], die; -. -n [...i:an; zu griech. derma
(t Derma) u. älgos = Schmerz] (Med.): Hautnervenschmerz.
dermalig [de:^ma:li9] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (österr.
selten, sonst veraltet): jetzig.
dennaOen [de:s'ma:sn] <Adv.) [aus dem schwach gebeugten
mhd. Gen. Sg.: der mä3en = dieser Art]: in solcher Weise,
so sehr, derart: ich war d. überrascht, daß ...; er hat sich
d. dumm angestellt, daß ...
Dermatikum [der'ma:tikum]. das; -s. ...ka; [zu griech.
derma (Gen.: dermatos) = Haut] (Med.): Medikament
zur Behandlung der Haut; derm&tisch <Adj.; o. Steig.)
[griech. dermatikös = aus Haut; hautähnlich]: svw. f
dermal; Dermatitis [derma'ti.tis], die: -. ...itiden [...ati'ti:dn;
zu griech. derma (Gen.: dermatos) = Haut] (Med.): Haut-
entzündung; Dermatosen [dcrmato'ge.n], das; -s [aus griech.
derma (Gen.: dermatos) = Haut u. t-gen] (Bot.):
Zellschicht, die den Vegetationskegel der Pflanzen überzieht;
Dermatologe [...'lorga]. der; -n. -n [aus griech. derma (Gen.:
dermatos) = Haut u. t -löge]: Hautarzt (Berufsbez.);
Dermatologie [...lo'gi:]. die; - [T - logie]: wissenschaftliche
Erforschung der Hautkrankheiten; Dermatolysis [...'ly:zis], die;
- [aus griech. derma (Gen.: dermatos) = Haut u. tLysis]
(Med.): angeborene Schlaffheit der Haut; * Derma tom
[dErma'to:m].das; -s, -e [zu griech. derma (Gen.: dermatos)
= Haut] (Med.): Hautgeschwulst; 2Dermatom [-], das; -s.
-e [1: zu griech. derma (t Derma) u. tome = das
Abgeschnittene. Abschnitt; 2: zu griech. derma (t Derma) u. tomös
= schneidend] (Med.): 1. Hautsegment. 2. chirurgisches
Instrument zur Ablösung von Hautlappen für
Transplantationszwecke; Dermatomyom [dcrmatomy'o:m]. das; -s, -e
[aus griech. derma (Gen.: dermatos) = Haut u. TMyom]
(Med.): gutartige Hautgeschwulst; Dermatoptystik, die; -.
-en [aus griech. derma (Gen.: dermatos) = Haut u. t
'Plastik (2)] (Med.): Ersatz von kranker od. verletzter Haut
durch Hauttransplantation; Dermatose [derma'to:za], die;
-, -n [zu griech. derma (Gen.: dermatos) = Haut] (Med.):
Hautkrankheit; Dermatozoon [dermato'tso^n]. das; -s,
...zoen [...'tso.an; aus griech. derma (Gen.: dermatos) =
Haut u. zöon = Tier] (Med.): tierischer Haut Schmarotzer,
der Hautkrankheiten hervorrufen kann; Dermatozoonose
[...tsoo'no:z3], die; -, -n [aus griech. derma (Gen.: dörmatos)
= Tlaut u. TZoonose] (Med.): durch Dermatozoen
verursachte Hautkrankheit; Dermograph [dermo*gra:f). der; -en.
-en [aus griech. derma (t Derma) u. t -graph] (Med.):
Fettstift für Markierungen auf der Haut; Dermographie [...gra-
fi;].die; -. -n [...i:an; aus griech. derma (T Derma) u. t -gra-
phie]. Dermographismus [...gra'fismos], der; -. ...men
[...man] (Med.): Streifen- od. Striemenbildung auf
mechanisch gereizten Haut stellen; Dermoid [dermo'i:t]. das;
-s. -e [zu griech. derma (t Derma) u. -oeides = ähnlich]
(Med.): hautartige Fehlbildung an Schleimhäuten; Dermo-
pfystik [dermo...], die; -. -en [aus griech. derma (t Derma)
u. t 'Plastik (2)]: 1. (Med.) svw. TDermatoplastik. 2.
Präparationsverfatiren zur möglichst naturgetreuen Darstellung
von Wirbeltieren; dermotrop [,..'tro:p] <Adj.; o. Steig.) [zu
griech. derma (t Derma) u. -tropos = sich wendend, zu:
tröpos = Wendung] (Mai.): die Haut beeinflussend, auf
sie wirkend, auf sie gerichtet.
Derniercri [dernje'kri]. der; - -. -s -s [dernje'kri; frz. dernier
cri. eigtl. = letzter Schrei]: allerletzte Neuheit (bes. in
der Mode): ein Abendkleid aus Metall galt als der D.
c; sie ist immer nach dem D. c. gekleidet.
dero ['de:ro] <indekl. Pron.) [aus dem Alemann, in die
Amtsspr.; ahd. dero = Gen. PI. von: der u. die] (veraltet):
deren; Dero [-] <indekl. Pron.): Ihr. Euer (in veralteter
Anrede): D. Gnaden; D. Exzellenz untertänigster Diener;
Es soll eigentlich ein Geheimnis sein ... aber D. Liebden
dürfen es schon wissen (Fallada. Herr 13).
Derogation [deroga'tsio:n]. die; -. -en [lat. derogätio] (jur.):
teilweise Außerkraftsetzung / eines Gesetzes '; derogativ [de-
roga'thf) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. derogätlvus]
(jur.): ein Gesetz zum Teil aufhebend, außer Kraft setzend;
derogatorisch [deroga'to:nJ] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[lat. derogätörius]: svw. f derogativ: derogieren [dero «i:ran]
<sw. V.; hat) [lat. derogäre] (jur.): teilweise außer Kraft
setzen: diese Vorzüge derogieren nicht, was in allen
Büchern ... überwiegt: ein degoutantes Deutsch (Deschner.
Talente 51).
Deroute [de'ru:tte)]. die; -, -n [frz. deroute. zu afrz. de-
router = sich von der Schar trennen, auseinanderlaufen,
zu: ro(u)te = T Rotte. Schar]: 1. (veraltet) wilde Flucht
einer Truppe. 2. (Wirtsch.) Kurs-. Preissturz; deroutieren
[deru'ti.ren] <sw. V.; hat) [1: frz. derouter. zu: route.
tRoute; 2: zu t Deroute (1)]: 1. (veraltet) vom Wege abbringen:
Die Demoralisierung der auf ihrer Wegsuche immer wieder
derogierten ... jungen Generation (Kantorowicz.
Tagebuch 434). 2. (Wirtsch.) Preisverfall bewirken, preislich
ruinieren: in den großen Einfuhren, die den Markt
mengenmäßig überfordern und preislich deroutieren (Welt II.
11. 68. 17); <Abl.:> Deroutkrung, die; -. -en.
DerrickkranCdenk-]. der; -s. -e (auch: -kräne) [engl, denick
crane. nach einem engl. Henker des 17. Jh.s namens Der-
rick]: Montagekran für Hoch- u. Tiefbau.
Denis fdens]. die; - [griech. derris = Haut; lederne Decke]
(Bot.): Vertreter einer in Afrika u. Asien beheimateten
Gattung der Schmetterlingsblütler, dessen Wurzeln zur
Herstellung von Schädlingsbekäfnpfungsmitteln dienen.
derselbe [de^'zelba]. dieselbe [di:'...]. dasselbe [das'...]
Demonstrativpron.) [mhd. der, diu. das selbe, ahd. der
selbo. diu. das selba]: 1. dieser (sich selbst gleiche) u. kein
anderer; der. die. das nämliche: er trägt denselben Anzug
wie gestern; es war dieselbe Stadt wie damals; sie stammt
aus demselben Dorf wie ich; es war ein und derselbe
Schauspieler; das ist doch ein und dasselbe (macht keinen
Unterschied); sie ist immer noch dieselbe wie damals (hat
sich nicht verändert). 2. (ugs.) der. die. das gleiche: er
fährt dasselbe (besser: das gleiche) Auto wie ich. 3.
(veraltet. Papierdt.; nachgestellt u. auf eine vorausgegangene
Größe zurückweisend): das Haus, vor allem das Dach
desselben (sein Dach) mußte repariert werden; zum
Besteigen der Berge ist eine genaue Kenntnis derselben (von
ihnen) notwendig.
derselbige[de:^'z£lbig3].dieselbige[di:'...].dasselbige[das'...]
(veraltet): svw. t derselbe, dieselbe, dasselbe.
Derutaware [de'ru:ta-]. die; - [nach der ital. Stadt Derma
in der Provinz Perugia]: Tonware des 16. JaJirhunderts.
denveiKen], (seltener:) denvdle [mhd. der wfle(n). t Weile]:
I. <Adv.) während dieser Zeit, inzwischen, unterdessen,
mittlerweile: ich gehe d. schon mal nach unten; sie zog den
Mantel aus, und er sah sich d. im Hause um; Derweilen
kommen kleine blasse Jungen.... und putzen den Männern
die Schuhe (Koeppen. Rußland 20). II. <Konj.) während:
d. sie mit den Kindern spielte, arbeitete er.
Derwisch ['dervül. der. -[e]s. -e [türk. dervi§ = Bettelmönch
< pers. darwß = Bettler]: Mitglieti eines islamischen
religiösen Ordens, zu dessen Riten Musik u. rhythmische Tänze
gehören: wenn er, einem rasenden D. gleich, brüllend auf
dem Tisch tanzt (MM 14. 2. 66. 20).
derzeit <Adj.) [mhd. der zit(e). tZeit]: 1. augenblicklich,
gegenwärtig, zur Zeit: ich habe d. nichts davon auf Lager;
Die ältesten d. gültigen Verfassungen entstanden in den
Vereinigten Staaten (Fraenkel. Staat 332). 2. (veraltend)
damals, seinerzeit, früher: d. war er der beste Läufer;
derzeitig <Adj.; o. Steig.; nur attr.): 1. gegenwärtig,
augenblicklich, jetzig: nach dem -en Recht ist er Vormund. 2.
(veraltend) damalig: der -e Leiter des Unternehmens hatte das
verfugt.
,des [des] <Gen. Sg. von: der u. das) (f der I 1 a).
2des. 'Des [-]. das; -. - (Musik): um einen halben Ton
erniedrigtes d: 2Des: Zeichen für t Des-Dur.
Desannexion [des|.... deza...]. die; -. -en [frz. desannexion,
aus: des- (< lat. dls- = von - weg) u. t Annexion]: das
Rückgängigmachen einer Annexion (frz. Schlagwort im
1. Weltkrieg in bezug auf Elsaß-Lothringen).
desarmkren [des|.... deza...] <sw. V.; hat) [frz. desarmer,
aus: des- (< lat. dis- = von-weg) u. t armieren]: 1. (Milit.
veraltet) entwaffnen (Ggs.: armieren 1). 2. (Fechten) dem
Gegner die Klinge aus der Hand schlagen.
Desaster [de'zaste]. das; -s. - [frz. desastre < ital. disastro,
aus: dis- (< lat. dis- = un-. nicht) u. astro = Gestirn,
Stern (lat. astrum < griech. ästron). also eigtl. = Unstern]:
33#
515
desavouieren
Unglück. Unheil. Zusammenbruch, Mißgeschick: ein
schlimmes, entsetzliches D.; mit einem D. enden.
desavouieren [des|avu'i:rcn. deza...] <sw. V.; hat) [frz. des-
avouer, aus: des- (< lat. dis- = un-. nicht) u. avouer
= anerkennen, einräumen < lat. advocäre = (als Helfer)
herbeirufen): 1. in der Öffentlichkeit bloßstellen: jmdn. in
aller Öffentlichkeit d.; er hat durch sein Verhalten die
Regierung desavouiert; Leisten Sie nicht der sündhaften
... Mordhehlerei Vorschub! Desavouieren Sie die
Gesellschaft nicht! (Maass, Goufle 292); Ich will ... zeigen ....
als was der Börsenverein in der Öffentlichkeit desavouiert
werden muß (Spiegel 41. 1969, 210). 2. nicht anerkennen,
verleugnen, in Abrede stellen: der Amtsrichter desavouierte
die höchstrichterliche Grundsatzentscheidung; <Abl.:>
Desavoukning« die; -. -en.
Descort [de'ko:?]. das; -. -s [(a)frz. descort. eigtl. =
Zwietracht, zu: descorder = in Zwietracht sein < lat. discordä-
re] (Literaturw.): altfranzösisch-provenzalische
Gedichtgattung mit ungleichen Strophen.
Des-Dur ['des-, auch:'-'-]. das; - (Musik): Tonart: Zeichen:
Des (t2des. Des); <Zus.:> Des-Dur-Etüde. die.
Desensasement [dezägasa'mä:]. das; -s. -s [frz. desengage-
ment = Lossagung von einer Verpflichtung, aus: d&-
(< lat. dis- = von-weg) u. TEngagement]: svw. t
Disengagement.
Desensibilisalion [dezenzibiIiza'tsio:n]. Desensibilisierung,
die; -. -en [zu tdesensibilisierenj: 1. (Fot.) Verringerung
der LichtempTindlichkeit von belichteten fotografischen
Schichten mit Hilfe von Desensibilisatoren. 2. (Med.)
Schwächung od. Außiebung der allergischen Reaktionsbereitschaft
eines Organismus durch stufenweise gesteigerte Zufuhr des
anfallauslösenden Allergens: Desensibilisator [... za:tor.
auch: ...to:ß]. der; -s, -en [...za'to:ren] (Fot.): Farbstoff
der Filme desensibilisiert: desensibilisieren [...'zi:ranl <sw.
V.; hat) [aus lat. de- = von-weg u. Tsensibilisieren]: 1.
(Fot.) (vonFilmen) mit Hilfe von Desensibilisatoren weniger
lichtempfindlich machen. 2. (Med.) unempfindlich machen:
<Abl.:> Desensibilisj&iing: die; -. -en: svw. TDesensibilisa-
tion.
Deserteur [dezerto:?], der; -s, -e [frz. deserteur < lat. deser-
tor] (Milit.): Fahnenflüchtiger, Überläufer: der D. wurde
festgenommen u. verurteilt; desertieren [dez£r'ti:ren] <sw.
V.; ist/hat) [frz. d&erter, zu: desert = öde. verlassen <
lat. desertus. urspr. 2. Part, von: deserere = abtrennen,
verlassen] (Milit.): fahnenflüchtig werden, die Truppe
verlassen um zum Feind überzulaufen i: er ist von seiner Truppe,
zum Feind desertiert; Ü Die Rolle der Mittelsmänner ist
nicht beneidenswert: desertieren sie gänzlich zur Literatur
.... so stockt der Apparat (Enzensberger. Einzelheiten I.
144); <subst.:> Desertion [dez£r'tsio:n], die; -. -en [frz. deser-
tion < lat. desertio] (Milit.): das Desertieren: Die
Kampfkraft der ... Streitkräfte soll ... zugenommen haben, ob-
schon -en noch häufig vorkommen (MM 27. 8. 69. 2).
desgleichen <Adv.) [mhd. desgefichen]: ebenso, ebenfalls:
Die Steuergesetze werden in der Regel auf Dauer erlassen,
d. die Steuersätze (Fraenkel, Staat 93).
Deshabille [dezabi'je:]. das; -[s]. -s [frz. deshabille. subst.
2. Part, von: deshabiller = entkleiden, aus: des- (< lat.
dis- = von-weg) u. habiller = bekleiden; zubereiten, zu
afrz. abiKDe = geeignet, passend < lat. habilis]: a)
eleganter, dekolletierter Morgenrock: b) elegantes Haus- u.
Morgenkleid, das bes. im 18. Jh. in Mode war.
deshalb <Adv.> [mhd. deshalp]: aus diesem Grund, daher:
er ist krank und kann d. nicht kommen; d. brauchst du
nicht gleich beleidigt zu sein; ach. d. also!
desiderabel [dezide'ra:bj] <Adj.; ...bler. -ste> [lat. de-
slderäbilis] (bildungsspr.): wünschenswert: desiderat
[...'ra:t]<Adj.>[lat.desIderätus = erwünscht, willkommen,
eigtl. 2. Part, von: deslderäre = verlangen, wünschen]
(bildungsspr.): eine Lücke füllend, einem Mangel abhelfend,
dringend nötig: ein solches Nachschlagewerk wäre wirklich
d.; Desiderat [dezidera.t], das; -[eis. -e u. Desideratum
[...'ra:tumj. das; -s. ...ta [...ta; lat. desideratum =
Gewünschtes]: 1. (Buchw.) ein vermißtes u. zur Anschaffung
in Bibliotheken vorgeschlagenes Buch. 2. (bildungsspr.)
etwas, was fehlt, was nötig gebraucht wird: Erwünschtes:
Desiderativun [...rati:vum]. das; -s. ...va [...va; spätlat.
deslderätlvus = ein Verlangen anzeigend] (Sprachw.):
Verb, das einen Wunsch ausdrückt (z. B. lat. „scriptürio"
= ..ich will gern schreiben"); Desideratum: t Desiderat;
Desiderttm [dezTde:rium]. das; -s, ...ien [...pn] u. ...ia [...[a;
2: lat. desiderium] (bildungsspr.): 1. <meist PI.) svw.
tDesiderat (1). 2. fVunsch, Forderung, Verlangen.
Design [di'zajn],das; -s. -s [engl, design < älter frz. desseing.
zu: desseigner = zeichnen, entwerfen < ital. disegnare
< lat. designäre. tdesignieren]: formgerechte u. funktionale
Gestaltgebung u. die so erzielte Form eines Gebrauchsge-
genstandes. Entwurf szejehnung/: neuzeitliches,
geschmackvolles D. [von Möbeln]: die Zentrale .... die ...
für ihre Produkte konsequent ein funktionelles D. entwarf
(Zeit 25. 4. 75. 33); Designat [dezigna.t]. das; -[e]s. -e
[lat. deslgnätum. subst. Neutr. zu designätus. f designatus]
(Sprachw.. Logik): (in einem bilateralen Zeichenmodell der
Sprache bzw. der Logik) das durch eine Bezeichnung (einen
bezeichnenden Ausdruck, einen Designator, einen
Signifikanten) Bezeichnete (das seinerseits sprachlicher / Inhalt,
Klasse od. Gegenstand ist): vgl. Signifikat; Designation
[dezigna'tsio.n]. die; -. -en [lat. designätio]: 1. Bestimmung,
Bezeichnung. 2. vorläufige Ernennung: Designator [de-
zt'gna:t3r. auch: ...o:g]. der; -s. -en [dezignato.Tdn; zu lat.
designäre = bezeichnen, tdesignieren] (Sprachw.. Logik):
(in einem bilateralen Zeichenmodell der Sprache bzw. der
Logik) die Bezeichnung, der bezeichnende Ausdruck für
ein Bezeichnetes (Designat, Signifikat): vgl. Signifikant;
designatus [dezi'gna:tus; lat. designätus. 2. Part. von.
designäre. t designieren]: im voraus ernannt, vorgesehen: Abk.:
des.: er ist Doktor d.; Designer [di zaine], der; -s. - [engl,
designer. zu: to design = zeichnen, entwerfen < frz. desi-
gner < lat. designäre. tdesignieren]: jmd., der das Design
von Gebrauchs- u. Verbrauchsgütern entwirft (Berufsbez.):
D. von Industrieprodukten; Designerin, die; -. -nen: w.
Form zu f Designer; designieren [dezi'gni: ran] <sw. V.; hat)
[lat. designäre] (bildungsspr.): 1. für ein noch nicht
besetztes Amt vorsehen: der designierte Präsident; er ist zum
Vizekanzler designiert; Er hatte zwei Söhne .... von denen
der eine bei der Marine .... der andere im väterlichen
Weinhandel tätig und designierter Erbe der Firma war
(Th. Mann, Zauberberg 46). 2. bestimmen, bezeichnen,
vorsehen: Allenfalls zwei oder drei der französischen
Atombomber ... können im Ernstfall ihre designierten Ziele
in der Sowjet-Union erreichen (Spiegel 48, 1965. 130).
Desillusion [des -. dezi...], die; -. -en [frz. desillusion. aus:
d&- (< lat. dis- = von-weg) u. tIllusion]: 1. <o. PI.)
Enttäuschung, Ernüchterung. 2. enttäuschendes Erlebnis:
Erfahrung, die eine Hoffnung zerstört: eine D. erleben; desilhi-
sionieren [des|ilu4o'ni:ran, dezi...] <sw. V.; hat) [frz.
desillusionner]: ernüchtern, enttäuschen: jmdm. die Illusion
nehmen: Diese Berichte sind in ... gemessener Sprache
abgefaßt, aber sie sind gleichwohl desillusionierend (Spiegel
9, 1966. 51); er kehrte desillusioniert von seiner Reise
zurück; eindesillusionierendes Erlebnis; <Abl.:> Desilhisio-
nkrung, die; -. -en; Desillusionjsmus [des|-, dezL..]. der;
-: Hang zu illusionsloser, schonungslos nüchterner
Betrachtung der Wirklichkeit.
Desinfektion [des|-, dezi...]. die; -. -en [aus frz. des- =
ent- (< lat. dis-) u. t Infektion]: 1. Abtötung von Erregern
ansteckender Krankheiten durch physikalische od. chemische
Verfahren od. Mittel: Entkeimung, Entseuchung: die D.
des Zimmers, der Kleidung, der Wunde. 2. <o. PI.) Zustand,
in dem sich etw. nach dem Desinfizieren befindet: die D.
hielt nicht lange vor; <Zus:> Desinfektionsmittel, das:
keimtötendes Mittel: Desinfektor [deslmfektor. dezi..., auch:
...to:«]. der; -s, -en [...'to:ren]: 1. Fachmann für
Desinfektionen (Berufsbez.). 2. Gerät zum Desinfizieren: Desinfiziere
[des|in'fl:tsiens. dezi...]. das; -. ...zientia [...fi'tsicntsia] u.
.. .zienzien [...fi' tsientsian]: svw. t Desinfektionsmittel;
desinfizieren [des|-, cfezi..7] <sw. V.; hat) [aus frz. des- = ent-
(< lat. dis-) u. t infizieren]: von Krankheitserregern od.
Schädlingen befreien, entkeimen, entseuchen: das ganze
Haus, die Wunde, die Operationswerkzeuge d.; eine Spritze
durch, mit Alkohol d.; <Abl.:) Desinfizkning, die; -. -en:
svw. t Desinfektion (1).
Desinformation [d£S|-, dezi...], die; -. -en [aus frz. des- =
ent- (< lat. dis-) u. t Information]: bewußt falsche
Information, die ein Geheimdienst zum Zwecke der Täuschung
bestimmter Personen o. ä. verbreiten läßt.
Desintegration [desl-, dezi...]. die; -. -en [aus frz. des- =
ent- (< lat. dis-) u. T Integration]: 1. (Soziol.; Ggs.:
Integration) a) Auffächerung eines kulturellen Normen- u.
Wertesystems in viele einzelne, voneinander unabhängige Kultursek-
516
dessen
toren; b) Auflösung der Struktur einer sozialen Gruppe od.
eines sozialen Systems. 2. (Psych.) Persönlichkeitsverfall
bei psychisch Kranken; Desintegrator [des|-, des...], der,
-s. -en [...gra'to:ren; zu frz. des- = ent- (< lat. dis-) u.
tintegrieren da)] (Technik): Maschine, die nichtfaserige
Materialien zerkleinert; desintegrierend [des|-, dezi...]
<Adj.> [aus frz. des- = un-, nicht (< lat. dis-) u. t
integrierend]: nicht unbedingt notwendig, nicht wesentlich (Ggs.:
integrierend); Desintegrkning [des|-, dezi...], die; -. -en:
svw. t Desintegration (1; Ggs.: Integrierung).
Desinteresse fdesl-], das; -s [aus frz. des- = un-. nicht
(< lat. dis-) u. t Interesse] (bildungsspr.): Interesselosigkeit,
Gleichgültigkeit, Unbeteiligtheit, Uninteressiertheit (Ggs.:
Interesse): sein D. an. für etw. bekunden, zeigen; auf D.
stoßen.
dcsinteressieren, sich <sw.V.; hat) [frz. se desinteresser.
aus: dös- = un-. nicht (< lat. dis-) u. intöresser, t
interessieren] (bildungsspr.. selten): sein Interesse an etw. verlieren,
aufgeben: auch die progressiven Elemente ... zeigten eine
ominöse Tendenz, sich an Europa ... zu d. (K. Mann.
Wendepunkt 312); d^sfaiteressiert <Adj. > [nach frz. desinter-
esse, 2. Part, von: se desinteresser, Tdesinteressieren]
(bildungsspr.): ohne Interesse, unbeteiligt, gleichgültig (Ggs.:
interessiert): ein -es Gesicht machen; er ist, tut. zeigt sich
völlig d.; sie sitzt d. in einer Ecke; die Zuhörer verlassen
... desinteressiert die Tribüne (Hacks. Stücke 127); <Abl.:)
D^sinteressiertheit, die; -.
Desinvolture [dezgvol'ty.-s], die; - [frz. desinvolture < ital.
disinvoltura. zu: disinvolto = ungezwungen, unbefangen,
eigtl. = ausgewickelt, 2. Part, von: disinvolgere = auswik-
keln,aus:dis- = ent-(< lat. dis-) u. involgerc = einwickeln
< lat. involvere] (Literaturw.): ungezwungene Haltung. Un-
geniertheit im Stil].
desistieren [dezis'ti.ran] <sw. V.; hat) [lat. desistere]
(veraltet): von etw. Abstand nehmen, absehen (3) (Ggs.:
insistieren).
Desjatine [desjati.nd]. die; -. -n [russ. desjatina. zu: desjat
= zehn]: altes russisches Flächenmaß (etwa ein Hektar).
deskribieren [deskri'bi:ran] <sw. V.; hat) [lat. describere]
(Sprachw.): beschreiben (z.B. sprachliche Erscheinungen):
bot sich hier eine ... Möglichkeit, ein geschlossenes
Grapheminventar ... zu d. und zu interpretieren
(Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verbandes 3, 1969,
18); Deskrlption [desknp'tsio:n], die; -, -en [lat. descriptio]
(meist fachspr.): Beschreibung; deskriptiv [deskriptiv
<Adj.; o. Steig.) [lat. descriptivus] (meist fachspr.):
beschreibend: ein rein -es Bild geben; -e Mitteilung, nicht
Ausdruck; keine gestalterische, sondern eine genuin -e Prosa
(Desdwer. Talente 145); etw. d. darstellen; -e
Grammatik (Grammatik, die den Sprachzustand eines bestimmten
Zeitabschnitts rein beschreibend darstellt); Deskriptivismus
[...tivismus], der; -: Richtung der modernen
Sprachwissenschaft (vor allem in Amerika), die nicht von abstrakten
Theorien, sondern beschreibend von der konkreten Sprache
ausgeht; deskriptivjstisch <AdJ.; o. Steig.): nach Art, nach
der Methode des Deskriptivismus / verfahrend!; Deskriptor
[de'sknptor.auch: ...to:B].der; -s. -en [...'to:ren; lat. descrip-
tor = Beschreiber] (Datenverarb.): Kenn- od. Schlüsselwort,
durch das der Inhalt einer Information charakterisiert wird
u. das zur Bestimmung von Daten im Speicher eines
Computers dient.
Desmitis [des'mi:tis], die; -. ...itiden [...miti:dn; zu griech,
desmös = Band] (Med.): Sehnen- oder Bänder ent Zündung;
Desmodont, [desmo'dont]. das; -s [zu griech. desmös =
Band u.odon (Gen.: odöntos)= Zahn](Med.): Wurzelhaut
[des Zahnes]; Desmoid [desmo'i:t]. das; -s. -e [zu g riech,
desmös = Band u. -eides = ähnlich] (Med.): harte Bindege-
websgeschwulst; Desmologie [...lo'gi:], die; -, -n [...i;an; zu
griech. desmös = Band, Fessel u. t-Iogie] (Psych.): Lehre
von der Bedeutung der Antriebshemmung für die Entstehung
neurotischen Fehlverlialtens.
Desodorant [deslodo'rant. dezo...] usw.: T Deodorant usw.
desolat [dezo'la:t] <Adj.; -er. -este) [lat. desölätus. 2. Part,
von: desöläre = einsam lassen, verlassen] (bildungsspr.):
trostlos, traurig: ein -er Anblick; Länder, deren
Wirtschaft sich in einem -en Zustand befindet (in einem sehr
schlechten, miserablen Zustand: Zeit 14. 3. 76, 41).
Desordre [de'zoixte], den -s. -s [frz. dösordre. aus: dös- =
un-. nicht (< lat. dis-) u. ordre = Ordnung < lat. ordo]
(veraltet): Unordnung, Verwirrung.
Desorganisation [des|-. dezo...), die; -. -en [frz. d&organisa-
tion] (bildungsspr.): 1. Auflösung. Zerrüttung. 2. fehlende,
mangelhafte Planung: der Grund für das Scheitern des
Vorhabens war völlige D.; bei dem Rückzug der Truppen
herrschte eine vollkommene D.
desorganisieren [des|-. dezs...] <sw. V.; hat) [frz. desorgani-
ser. aus: d&- = ent- (< lat. dis-)u. torganisieren]:
zerstören, zerrütten, auflösen: die Versorgung der Bevölkerung
d.; <Abl.:> Desorganiskrung, die: -. -en.
desorientieren [des|-, dezo...] <sw. V.; hat) [frz. desorienter.
aus: des- = ent- (< lat. dis-) u. torientieren]: verwirren,
nicht od. falsch unterrichten (Ggs.: orientieren): Die rapide
Bildfolge... desorientiert den Zuschauer ... (Enzensberger,
Einzelheiten I. 129); ich bin in dieser Angelegenheit völlig
desorientiert (nicht im Bilde); <AbI. vom 2. Part.:)
Desorientiertheit« die; .; Desorientierung, die; - (Ggs.:
Orientierung): 1. falsche od. mangelhafte Unterrichtung. Verwirrung.
2. (Psych.) Störung des normalen Raum- u. Zeitempfindens.
Orientierungsunfähigkeit.
DesorptionldezDrptsio^l.die; -. -en [Ggb. zu T Adsorption]:
1. (Physik) das Austreiben eines adsorbierten od.
absorbierten Stoffes. 2. (Chemie) das Entweichen adsorbierter Gase.
Desoxydation [des|-.deza...]. (ehem. fachspr.:) Desoxidation,
die; -, -en [zu tdesoxydieren]: Entzug von Sauerstoff aus
einer chemischen Verbindung; desoxyd^en [des|-, dez3...],
(ehem. fachspr.:) desoxidkren <sw. V.; hat) [aus frz. d&-
= ent- (< lat. dis-) u. toxydieren] (Chemie): einer
chemischen Verbindung Sauerstoff entziehen; Desoxyribose
[des|Dksyribo:z9, dezo...]. die; - [zu frz. d&- = ent- (<
lat. dis-), oxy- (kurz ftir tOxygen) u. tRibose] (Chemie):
in der Desoxyribof se /nukleinsäure enthaltener Zucker;
Desoxyribolselnukleinsäure [...'bo:zdnukle'i:n-, ...ribonu-
kle'i:n-],die; -, -n (Biochemie): wichtiger Bestandteil der
Zellkerne aller pflanzlichen, tierischen u. menschlichen
Organismen; Abk.: DNS.
despektieren [despek'thron] <sw. V.; hat) [lat. despeetäre
= herabsehen; verachten] (veraltet): geringschätzen,
verachten; despektierlich <Adj.) (geh.): den erforderlichen
Respekt vennissen lassend; abfällig, abschätzig, geringschätzig:
eine -e Äußerung, Geste; man redet d. über ihn.
Desperado [despera:do], der; -s. -s [amerik. desperado
(beeinflußt von engl, desperate = verzweifelt, verwegen)
< span. des(es)perado = verzweifelt, 2. Part, von: desespe-
rar, zu: esperar = hoffen < lat. speräre] (bildungsspr.):
1. ein zu jeder Verzweiflungstat entschlossener politischer
Abenteurer: Ein Israeli... hätte für arabische -s ein
lohnendes Ziel ... abgeben können (Hörzu 21.1973,10). 2- Bandit;
desperat [d£spe'ra:t] <Adj.; -er, -este) [lat. desperätus]
(bildungsspr.): verzweifelt, hoffnungslos: eine -e Lage; in -er
Stimmung sein. Sie nennen in zynischem Geschichtsbezug
ihr -es Beginnen „Operation 1830" (Die Welt 9. 6. 62,
3); „Ich bin d.", sagte der Baron (Fussenegger, Haus
180); Desperation ktespera' tsjp:n]. die; -. -en [lat. desperätio
= Hoffnungslosigkeit]: Verzweiflung: Aber wo Hoftnanns-
thal die Finte wählt, greift er mit D. zur Gewalt (Adorno.
Prismen 209).
Despot [des'po:t]. der; -en. -en [griech. despötes]: 1.
unumschränkt Herrschender, Gewaltherrscher: ein
mittelalterlicher, grausamer D.; das Volk wurde von einem -en
beherrscht, unterdrückt. 2. (abwertend) herrischer,
tyrannischer Mensch: er spielt sich seiner Familie gegenüber als
D. auf; Despotie [despoti:]. die; -, -n [...i:an]: schrankenlose
Gewalt-. Willkürherrschaft: seine Macht beruhte auf
schrankenloser D. (Thieß. Reich 180); despotisch <AdJ.):
1. in der Art eines Despoten (1): ein -er Fürst; -e Willkür;
d. regieren. 2. (abwertend) herrisch, tyrannisch, keinen
Widerspruch duldend, rücksichtslos: er hat eine -e Natur; sein
Charakter istd.; er herrscht d. über seine Familie;
Despotismus, der; -: System der Gewaltherrschaft, unumschränkte
Herrschergewalt: es herrschte ein grausamer D.
Desquamation [deskvamatsio:n]. die; -. -en [zu lat. desquä-
mätus.2. Part, von: desquamäre = abschuppen]: 1. (Geol.)
schuppen- od. schalenförmiges Abspringen von Teilchen der
Gesteinsoberfläche, bes. bei Massengesteinen wie Granit.
2. (Med.. Biol.) Abstoßung von abgestorbenen, verhornten
Hautschichten bei Säugetieren u. beim Menschen. 3. (Med.)
Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut bei der
Menstruation.
desselben [des'zElbn]: t derselbe.
dessen fdesn) (Gen. Sg. von: der. das; tder III, 1).
517
dessent-
dessent- ['d£snt-; zu tdessen]: -halben <Adv.> [t -halben]
(veraltet): svw. Nwegen; -wegen <Adv.> [t-wegen]: 1.
(demonstrativ) er hatted. (wegendieser Sache) drei Nächte
nicht geschlafen. 2. (relativ) das. Mädchen, d. er gekommen
war; -wjlten <Adv.> [f-willen] nur in der Fügung im
d. (mit Rücksicht darauf'; dem, ihm zuliebe): das Mädchen,
um d. er gekommen war.
dessenungeachtet [auch: '—' ] <Adv.> [aus tdessen u.
tungeachtet]: dennoch* trotzdem: es regnete in Strömen,
d. setzte man das Spiel fort.
Dessert [dc'se:^. de's£:g. auch: de'sErtl. das; -s, -s [frz. des-
sert, zu: desservir = die Speisen abtragen, zu: servir, t
servieren]: Nachspeise. Nachtisch: als. zum D. gab es Eis;
wir waren gerade beim D.;Ü ich habe ... als D. ein paar
Kapitel Schopenhauer und Nietzsche gelesen (Remarque,
Obelisk 85).
Dessert-: -besteck, das; -gabel, die; -töflel, der; -messer,
das; ^Service, das; steiler, der; -wein, der: Wein mit hohem
Alkohol- u. Zuckergehalt; Südwein, Süßwein; < ... werden
zu Süßspeisen, aber auch gern nach den Mahlzeiten
getrunken (Petra Rezepte 8, 1967, 12).
Dessin [de'sS:], das; -s. -s [frz. dessin (nach ital. disegno),
zu: dessiner. tdessinieren]: 1. fortlaufendes Muster aus
immer wiederkehrenden Motiven auf Stoff, Papier u. ä.: Stoffe
mit bunten -s; neue -s entwerfen. 2. Plan, Zeichnung,
Entwurf 3. (Billard) Weg des gestoßenen Balls; Dessimteur
[dcsina'to:?], der; -s. -e [frz. dessinateur (nach ital. disegna-
tore), zu: dessiner. tdessinieren]: Musterzeichner im Tex-
tilgewerbe/; dessinieren [desi'nrron] <sw. V.; hat) [frz.
dessiner < ital. disegnare. < lat. designäre = bezeichnen,
im Umriß darstellen] (Fachspr.): (Muster) entwerfen,
zeichnen; <2. Part.:> dessinj&t <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>:
gemustert; Dessinkmng, die; -. -en: Krawatten in dezenten
...-en(MM 1. 12. 71.7).
Dessous [de'su:]. das; - [desu:(s)]t - [desu:s] (meist PI.)
[frz. dessous, eigtl. = darunter, zu: sous = unter < lat.
subtus. zu: sub = unter] (bildungsspr. veraltend): Damen-
Unterwäsche: ein reizvolles D.; seidene D. tragen; führte
... die neuesten Kreationen ohne Büstenhalter vor. weil
die Modeschöpfer Verzicht auf diese D. empfehlen (Spiegel
8, 1966, 112).
Destillat [destila:t], das; -[e]s. -e [lat. destillätum, 2. Part,
von: destilläre, tdestillieren] (Fachspr.): der wieder
verflüssigte Dampf bei einer Destillation; Ü ebenso wie er den
existential-ontologischen GeschichtsbegrifT als bloßes D.
verwarf, aus dem der Stoff der historischen Dialektik
verdampft (Adorno. Prismen 235); <Zus.:> Destillatbrenner,
der: Branntweinhersteller (Berufsbez.); Destillateur
[destila't0:£].der: -s.-e[frz.distillateur. zu: distiller. 1
destillieren): 1. Branntweinbremter. -hersteiler. 2. (selten)
Gastwirt, der Branntwein ausschenkt; Destillation [dcstila-
tsio:n], die; -. -en [1: lat. destillätio = das Herabträufeln;
273: gek. aus: Destillationsanstalt]: 1. (Chemie) Reinigung
u. Trennung meist flüssiger Stoffe durch Verdampfung u.
anschließende Wiederverflüssigung: D. spielt in der
Parfümherstellung eine wichtige Rolle (Petra 10, 1966. 122). 2.
Branntweinbrennerei. 3. kleine Schankwirtschaft: destillativ
<Adj.; o. Steig.): durch Destillation (1) bewirkt, gewonnen;
Destillator [desti'la.tor, auch: ...to:g], der; -s. -en [...la-
'to:ren]: Destillationsgerät: denn einen Dampfer ohne
Süßwasserreservoir und ohne D. für Salzwasser hat er wohl
noch nie in seinem langen Seeleben gesehen (Kisch.
Reporter 36); Destille [des*tibi, die; -. -n [urspr. berlin.. gek.
aus tDestillation (3)] (landsch.. ugs. veraltend): 1.
kleinere! Gastwirtschaft, in der vorwiegend Branntwein
ausgeschenkt wird: eine kleine, dunkle D.; In den Straßen steht
Haus bei Haus ... -n, Restaurationen. Obst- und
Gemüsehandel (Döblin. Alexanderplatz 105); hier riecht es wie
in einer D. (hier riecht es nach Schnaps). 2.
Branntweinbrennerei: produzieren ... mit Brennrechten ausgestattete -n
... Trinkbranntwein (Spiegel 6. 1967. 41); destillieren
[dESti'lr.ran] <sw. V.; hat) [lat. destilläre = herabträufeln]:
1. (Chemie) eine Destillation (1) durchführen: Alkohol d.;
daß der brasilianische Chemiker ... aus 100 Litern KafTee-
kirschen lOGramm Sprengstoff destillierte (durch
Destillation gewann: Jacob. Kaffee 202); destilliertes Wasser (durch
Destillation gereinigtes, von Salzen befreites Wasser). 2.
aus einer größeren, umfangreichen Abhandlung, Arbeit o. ä.
das Wichtigste herausarbeiten u. zusammenfassen: Schon
seit Wochen erhebt er immer wieder seine Stimme, um
gegen die Eingriffe, die seiner aus 1 500 Seiten destillierten
Fassung zuteil geworden sind, zu protestieren (Welt 28.
6. 65. 7); <Zus.:> Destillierkolben, der: bauchiges Glasgefäß
mit langem Hals, in dem die zu destillierende Flüssigkeit
erhitzt wird; Destillferofen, der: Industrieofen zur
Gewinnung von Metallen aus ihren Oxyden.
Destinatar [destinata:^]. Destinatar [...'tr.g]. der; -s. -e [frz.
destinataire. zu: destiner = bestimmen < lat. destinäre]
(Kaufrnannsspr.): Empfänger von Frachten, bes. im
Seefrachtverkehr; Destination [destina'tsip.n]. die; -, -en [lat.
destinätio = Bestimmung] (bildungsspr.): a) eine Aufgabe
u. dgi, diejmd. als seine Bestimmung ansieht: es war seine
D.. für das Recht der Unterdrückten zu kämpfen und
dabei sein Leben zu opfern; b) Endzweck, Ziel.
destituieren [destitu'hren] <sw. V.; hat) [lat. destituere]
(veraltet): absetzen; Destitution [destitu'&o:n]. die; -. -en [spät-
lat. destitütio = das Verlassen; Abschaffung] (veraltet):
Absetzung von einem Posten; Amtsenthebung.
desto ['desto] <Konj.) [mhd. deste. des de. des die. ahd.
des diu (des = Gen. des Artikels, diu = Instrumental
des Artikels)]: <nur vor Komp.) um so: je eher. d. besser;
je älter er wird. d. bescheidener wird er; sooft er mich
auch tadelte, ich schätzte ihn nur d. mehr; Doch spürte
er. je länger desto mehr, daß seine Gefolgschaft auf diesem
Wege nicht sicher war (Niekisch. Leben 160).
Destose [des' to:za], die; - [Kunstwort]: aus rofiem Stärkesirup
gewonnener Süßstoff
destra mano ['destra 'ma.no): tmano destra.
destruieren [destru'i:ren] <sw. V.; hat) [lat. destruere]
(bildungsspr.): zerstören, zugrunde richten: daß die
Hochschulen mit diesen Gesetzen mehr destruiert werden als ohne
sie (MM 30. 6. 70. 2); unter den Trümmern ihres von
Alkohol, sexueller Ausschweifung und Selbstvorwürfen
destruierten Ichs (FAZ 18. 11. 61. 53); indem sie sich
in Form einer destruierenden Krankheit gegen den
Menschen selbst richten (Natur 70); Destruktion [destrok-
'tsio:n]. die; -. -en [lat. destrüctio = das Niederreißen]:
l7 Zerstörung: die Leidenschaft zur D. von Ideologien
(Adorno, Prismen 30). 2. (Geol.) Abtragung der
Erdoberfläche durch Verwitterung; <Zus. zu 1:) Destruktionstrieb,
der (Psych.): auf Zerstörung gerichtetes Verhalten des
Menschen; destruktiv [destruk'thfl <Adj.) [spätlat. destrüctlvus]:
1. zerstörend, zersetzend: eine -e Haltung. Politik; Nicht
vor den ungeheuren -en Energien der Atomkerne haben
die Menschen Angst, sondern vor den eigenen (Gehlen,
Zeitalter 75); d. arbeiten. 2. (Med.) bösartig, zum Zerfall
von Geweben, fültrend; <Abl. zu 1:) Destruktivitat [...ti-
vi'tc:t], die; -: Seinerzeit haben Wilhelm Reich und Arno
Plack die menschliche D. wieder ganz im Sinne der
ursprünglichen Freudschen Gedankengänge aus der
sexuellen Verklemmung ... abgeleitet (Hacker. Aggression 401).
desultorisdi [dezul'to.nj] <Adj.) [lat. desultörius = bald
auf diesen, bald auf jenen Gegenstand überspringend]
(veraltet): sprunghaft, unbeständig, oltne Ausdauer.
desunee^chtet: t dessenungeachtet.
deswegen [auch: ' ] <Adv.) [aus älterem des = tdessen
u. f wegen]: svw. tdeshalb.
Deszendent [deststn'dent], der; -en. -en [zu lat. descendens
(Gen.: descendentis). 1. Part, von: descendere. fdeszendie-
ren]: 1. (Genealogie) Nachkomme. Abkömmling (Ggs.:
Aszendent 1). 2. (Ggs.: Aszendent 2)a) (Astroi.) im Augenblick
der Geburt am Westhorizont untergehendes Tierkreiszeichen
od. Gestirn; b) (Astron.) Gestirn im Untergang; c) (Astron.)
Untergangspunkt eines Gestirns; Deszendenz [...'dents], die;
-: 1. (Genealogie) Verwandtschaft in absteigender Linie
(Ggs.: Aszendenz 1). 2. (Astron.) Untergang eines Gestirns
(Ggs.: Aszendenz 2); <Zus. zu 1:) Deszendenztheorie, die:
Abstammungstheorie, nach der die höheren Lebewesen aus
niederen hervorgegangen sind; deszendieren [...di:ran] <sw.
V.; ist) [lat. descendere = absteigen]: absteigen, absinken
(z. B. von Gestirnen, von Wasser); Deszensus [des'tsenzos],
der; -: 1. (Biol.) Verlagerung der Keimdrüsen von Säugetieren
im Laufe der embryonalen od. fetalen Entwicklung nach
unten bzw. hinten. 2. (Med.) Absinken eines Organs infolge
Bindegewebsschwäche.
dftadie[deta'Je:; frz.dötachö. T'detachieren] (Musik): (vom
Bogenstrich eines Streichinstruments) kurz, kräftig, zwischen
Auf- u. Abstrich abgesetzt; Detadie [-]. das; -s. -s (Musik):
kurzer, kräftiger, zwischen Auf- u. Abstrich abgesetzter
Bogenstrich; Detacheroent [detaJVmä:, Schweiz, auch:
518
Detonation
...'mentl. das; -s, -s u. (Schweiz.:) -e [frz. detachement]:
I. lauf Absonderung bedachte kühle Distanzhaltung. 2.
(Milit. veraltet) für besofuiere Aufgaben abkommandierte
Truppenabteilung: Das erste Heer nimmt den Weg durch
Sachsen und Böhmen.... nicht ohne ein D. von
fünfzehntausend Mann bei Zittau zurückzulassen (Hacks. Stücke
269); 'Detacheur [...'Je:«], der; -s. -e [zu t 'detachieren!
(Technik): Müllereimaschine, die die im Walzenstuhl
entstandenen Mehlplättchen zu Mehl auflockert.
2Detacheur [-]. der; -s. -e Ifrz. detacheur = Fleckenreiniger,
zu t detachieren]: Fachmann auf dem Gebiet der
Fleckenentfernung (Berufsbez.); Detacheuse [...Jo.za], die; -, -n: w.
Form zu !2Dctacheur.
'detachieren [deta Ihren] <sw. V.; hat) [frz. dötacher =
losmachen, trennen, zu: de- = von-weg (< lat. de-) u.
attacher = befestigen]: 1. (Technik) das Mahlgut auflok-
kern, zerbröckeln: vgl. 'Detacheur. 2. (veraltet) eine
Truppenabteilung für besondere Aufgaben abkommandieren.
detachieren [-] <sw. V.; hat) [frz. detacher. zu: tache =
Fleck]: von Flecken reinigen.
detachiert [...'Ji:?t] <Adj.; -er. -este) [zu t 'detachieren]
(bildungsspr.): sachlich-kühl, losgelöst von eigener Anteilnahme:
Diese Methoden schienen ihm zu kalt, zu d.. zu unpersönlich
(Hacker, Aggression 43); <AbI.:) Detachkrtheit, die; - (bil-
dungsspr.): objektive Wissenschaftlichkeit hat aus der
Beobachtung von uns Opfern in schöner D. bereits den Begriff
des „KZ-Syndroms" gewonnen (J. Amery, Jenseits von
Schuld und Sühne, 1970, 83).
Detachur [...'Ju:?l, die; -, -en [zu 12detachieren] (Fachspr.):
Fleckenbeseitigung aus Geweben mit Hilfe verschiedener
chemischer Mittel.
Detail [de'taj, auch: de'ta.j]. das; -s, -s [frz. detail, zu: d&ail-
ler = abteilen, in Einzelteile zerlegen, aus verstärkendem
de- (< lat. dis- = zer-) u. tailler = schneiden, zerlegen]:
Einzelheit, Einzelteil, das zu einem größeren Ganzen gehört:
ein unwichtiges, wesentliches D.; sich über die -s einer
Sache einigen; ins D. gehen; er hat uns in allen -s, bis
ins kleinste D. davon berichtet; *imD. (svw. ten detail):
Fünfeinhalb Jahre lang verkaufte er Heringe. ... Milch
und Salz im D. (Ceram, Götter 43).
detail-. Detail-: -bericht, der; -frage, die: sich in -n verlieren;
^gesdiäft, das; svw. t -handel; -handel, der (Kaufmanns-
spr. veraltet): Einzelhandel: -handler, der (Kaufmannsspr.
veraltet): Einzelhändler, ^kemtnis, die: Der junge Mann
zeigte... jedoch -se. die nur der Täter selbst wissen konnte
(MM 26.6.73. 15); -preis, der: Schnaps zum D. (Bergen-
gruen, Rittmeisterin 131); -reich <Adj.). dazu: -reichtum,
der <o. PL); -Schilderung, die; -Untersuchung, die: Um
die Forschung wäre es noch schlechter bestellt, wenn die
respektablen -en ... fehlten (Welt 18. 11. 61. Geist. Welt
1); -Zeichnung, die: genaue Darstellung eines Einzelteils.
detaillieren [detajhren] <sw. V.; hat) [frz. detailler. t Detail]:
1. im einzelnen darlegen: einen Vorschlag d.; <ofl im 2.
Part.:) detaillierte Angaben, Forderungen. Auskünfte;
einen detaillierten Bericht abgeben; Die Arnold-Wagen sind
sehr gut detailliert (in den Einzelheiten nachgebildet,
ausgeführt) und modellgetreu ... Die Preise liegen zwischen
2.50 und 8 Mark (DM 45, 1965. 24). 2. (Kaufmannsspr.
veraltet) eine Ware in kleinen Mengen verkaufen.
Detektei [detek'taj], die; -, -en [zu t Detektiv]: Detektivbüro,
Ermittlungsbüro7t\t\t D. aufmachen; Detektiv [...'ti:fl. der;
-s, -e [engl, detective (policeman), zu: to detect = aufdek-
ken. ermitteln < lat. detegere (2. Part.:detectus) =
enthüllen]: 1. Privatperson mit polizeilicher Lizenz!, die
Ermittlungen aller Art anstellt (Berufsbez.): einen D. beauftragen;
das Kaufhaus beschäftigt einen D.. der Ladendiebstähle
verhindern soll; jmdn. durch einen D. beobachten,
überwachen lassen. 2. Geheimpolizist, Ermittlungsbeamter der
Kriminalpolizei: die -e von Scotland Yard.
Detektiv-: -büro.das; -geschichte.die vgl. -roman; -insti-
tut, das: svw. Nbüro; ^kamera, die: sehr kleine Kamera,
mit der man unbeobachtet fotografieren kann: -roman, der:
Roman, in dessen Mittelpunkt die Aufdeckung eines
Verbrechens durch einen Detektiv steht.
detektivisch <Adj.; o. Steig.): in der Art eines Detektivs:
-er Scharfsinn; Die Dialektforscher haben allmählich ein
geradezu -es Instrumentarium entwickelt, das ihnen
erlaubt, auch kleine Sprachausschnitte ... zu lokalisieren
(Bausinger. Dialekte 18); Detektor [de'tektor. auch: ...to:g].
der; -s. -en [...'to:ren; engl, detector < lat. detector =
der Offenbarer]: 1. (Technik) Gerät zum Nachweis od.
Anzeigen nicht unmittelbar zugänglicher Stoffe od. Vorgänge.
2. (Funkw.) HochfreQuenzgleichrichter.
Detente [de'tä:t]. die; - [frz. detente. zu: detendre =
losspannen, zu lat. tendere = spannen] (Politik): Entspannung
zwischen Staaten: Tatsächlich sprach der Sowjet-Gast ...
nur von D. (Spiegel 6. 1975. 20); <Zus.:> Detentepolitik.
die: Entspannungspolitik.
Detention [deten'tsio:n], die; -. -en [lat. detentio = das
Zurückbehaltend 1. (röm. Recht) Besitz einer Sache ohne
Rechtsschutz. 2. (veraltet) Haft, Gewahrsam.
Detergens [de'terg£ns]. das; -. ...gentia [...'gsntsia] u. ...gen-
aen [...'gentsjpn; lat. detergens (Gen.: detergehtis). 1. Part,
von: detergere = abwischen, reinigen] (Med.): reinigendes,
desinfizierendes Mittel: Detergentia [...'gentsia], Deter-
genzien [...'gEntsjan] <PL>: 1. seifenfreie, hautschonende
Wasch-. Reinigungs- u. Spülmittel: in Waschmitteln o.a.
enthaltene Stoffe, die die Oberflächenspannung des Wassers
herabsetzen. 2. PI. von t Detergens.
Deterioration [deteriora'tsio:n]. die; -. -en [frz. deterioration
= Verschlechterung <~spätlat. deteriörätio] (jur.):
Wertminderung einer Sache: Deteriorativiim [...'ti:vom], das;
-s. ...va [...va; zu spätlat. deteriörätus, 2. Part, von: deteriö-
räre. tdeteriorieren]: svw. t Pejorativum; deteriorieren
[...'irren] <sw. V.; hat) [frz. d&eriorer = verschlechtern
< spätlat. deteriöräre. zu lat. deterior = schlechter] (jur.):
im Wert mindern: <Abl.:> Deteriorkning, die; -. -en: svw.
t Deterioration.
Determinante [determi'nanta]. die; -. -n [lat. determinäns
(Gen.: determinantis), 1. Part, von: determinäre.
tdeterminieren]: 1. (Math.) Rechenausdruck in der Algebra zur
Lösung eines Gleichungssystems: 2. (Biol.) im Aufbau u. in
der chemischen Zusammensetzung noch nicht nä/ter
bestimmbarer Faktor der Keimentwicklung, der für die
Vererbung u. Entwicklung bestimmend ist: Determination [deter-
minatsio:n], die; -. -en [lat. determinätio = Abgrenzung]:
1. (PhiTos.) Bestimmung eines Begriffs durch einen
nächstuntergeordneten, engeren. 2. (Biol.) das Festgelegtsein eines
Teils des Keims für die Ausbildung eines bestimmten Organs.
3. (Psych.) das Bedingt sein aller psychischen Phänomene
durch äußere od. innerseelische Gegebenheiten: determinativ
[...mina'ti:fl <Adj.; o. Steig.): 1. bestimmend, begrenzend,
festlegend. 2. entschieden, entschlossen: Determinativ [-],
das; -s. -e [...i:vd]: 1. Zeichen in der ägyptischen u.
sumerischen Bilderschrift, das die Zugehörigkeit eines Begriffs
zu einer bestimmten Kategorie festlegt. 2. (Sprachw.)
Weiterbildung od. Erweiterung der Wurzel eines
indogermanischen Wortes ohne i wesentlichen / Bedeutungsunterschied
(Ggs.: Formans); <Zus.:> Determinativkompositum, das
(Sprachw.): Zusammensetzung* bei der das erste Glied das
zweite näher bestimmt (z. B. Kartoffelsuppe = Suppe aus
Kartoffeln); Determinativum [detcrmina'ti.vum]. das; -s.
...va [...va]: svw. TDeterminativ; determinieren [determi-
ni:ran] <sw. V.; hat) [lat. determinäre]: / im voraus]
bestimmen, festlegen, begrenzen: durch Tradition. Vererbung
determiniert sein; Ein Zweck, ein Streben determinieren die
Gefühle (Musil. Mann 1582); bei denen ... jede der beiden
Zellen vollkommen zu ihrem späteren Verhalten
determiniert ist (Lorenz. Verhalten I. 144); <AbI. vom 2. Part.:)
Determiniertheit, die; - (Philos.): Bestinvntheit,
Abhängigkeit des unfreien I Willens von inneren od. äußeren
Gegebenheiten: Determinismus [...'nismos]. der; - (Philos.): 1. Lehre
von der kausalen / Vor /bestitnmtheit alles Geschehens: Man
gab also prinzipiell den reinen D. nicht auf und stellte
sich vor. daß im einzelnen das Geschehen nach der New-
tonschen Mechanik vollständig bestimmt sei (Heisenberg.
Naturbild 27). 2. die der Willensfreiheit widersprechende
Lehre von der Bestimmung des Willens durch innere od.
äußere Ursachen {Ggs.: Indeterminismus); Determinjst, der;
-en. -en: Vertreter des Determinismus: deterministisch
<Adj.; o. Steig.): 1. den Determinismus betreffend. 2. /
Willens ifreiheit verneinend.
detestabel [det€s'ta:bl] <Adj.; ...bler. -ste) [frz. detestable
< lat. detestäbilis] (bildungsspr.): verabscheuungswürdig,
detestieren [detes'ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. detester < lat,
detestäri. eigtl. = unter Anrufung der Götter etwas Böses
auf jmds. Haupt herabwünschen] (bildungsspr.):
verabscheuen, verwünschen.
'Detonation [detona'tsio:n]. die; -. -en [wohl < frz. d&ona-
tion]: eine stoßartig^erfolgende, extrem schnelle chemische
519
Detonation
Reaktion von explosiven Gas- bzw. Dampfgemischen od.
Sprengstoffen mit starker Gasentwicklung, starke
Explosion: eine schwere, heftige D.; die D. war kilometerweit
zu hören; Mit dem Wind wehten -en herüber. Das sind
Gaskessel ....platzen weg wie die Luftballons (Degenhardt.
Zündschnüre 85); die D. einer Bombe.
2Detonation [-], die: -. -en [frz. detonnation. zu: dltonner.
t Betonieren] (Musik): das unreine Singen od. Spielen.
Detonator [deto'na:U>r.auch: ...to:^],der;-s.-en [...na'to:ren]:
Hilfsmittel zur Übertragung der Zündung vom Zündmittel
auf die Sprengladung eines Geschosses: 'detonieren [deto-
ni:ran] <sw. V.; ist) [frz. detoner < lat. detonäre = herab-
donnern]: mit lautem Knall explodieren: eine Bombe. Mine
detonierte in der Nähe; Ein Kanonenschlag, den Hermann
Gimpel... auf dem Metalldach d. läßt (Grzimek. Serengeti
125); detonierende Granaten.
Betonieren [-] <sw. V.; hat) [frz. detonner. zu: ton = Ton
< lat. tonus. tTon] (Musik): unrein, falsch singen od.
spielen: er hat gegen Ende der Arie detoniert: <subst.:)
die musikalische Unsicherheit ( = des Sängers) und
Tendenz zum Detonieren (MM 27. 9. 71, 24).
Detraktion [detrak'tsjo:n], die: -. -en [lat. detractio = das
Wegnehmen] (GeoL): Ausliehen größerer Gesteins- od.
Bodenpartien aus dem Untergrund eines Gletschers durch das
Eis.
Detriment [detri'mcnt], das; -[e]s. -e [lat. detOmentum, eigtl.
= das Abreiben] (veraltet): Schaden, Nachteil: detritogen
[detrito'ge:n] <Adj.; o. Steig.) [zu tDetritus (2) u. T-gen]
(Geol.): (von Kalkbänken u. Kalkablagerungen in Rifflük-
ken) durch organischen Detritus entstanden: Detritus [de-
'tri:tos]. der; - [lat. detritus = das Abreiben, zu: deterere
= abreiben, abscheuern]: 1. (Geol.) zerriebenes
Gesteinsmaterial, Gesteinsschutt. 2. (Biol.) Schwebe- u. Sinkstoffe
in den Gewässern, deren Hauptanteil abgestorbene
Mikroorganismen bilden. 3. (Med.) Überrest zerfallener Zellen
od. Gewebe.
detto [deto] <Adv> [ital. detto. tdito] (bayr.. österr.. sonst
selten): svw. tdito.
Detumeszenz [detumes'tsents]. die; - [zu lat. detumescere
= zu schwellen aufhören] (Med.): Abschwellung, Abnahme
einer Geschwulst: <Zus.:) Detumeszpiztrieb, der (Med.):
Drang zur geschlechtlichen Befriedigung, eine
Teilkomponente des Sexualtriebs.
Deubel ['dgybj] (landsch.): svw. tTeufel; vgl. Deiwel.
deucht,deuchte[doy^tte)]: fdünken.
Deus absconditus [de:us apstonditus]. der; - - [lat. =
verborgener, unbekannter Gott] (christl. Rel.): der trotz
Offenbarung letztlich unerkennbare Gott: Deus ex machina [de:os
eks 'maxina]. der; - - -. Dei ['de:i] - - <P1. selten) [lat.
= der Gott aus der (Theater)maschine (im antiken Theater
schwebten die Götter an einer kranähnlichen
Flugmaschine auf die Bühne)] (bildungsspr.): unerwarteter, im richtigen
Moment auftauchender Helfer in einer Notlage:
überraschende, unerwartete Lösung einer Schwierigkeit: Jetzt ...
hält das Schicksal ... noch zwei Dei ex machina bereit:
einen Zeugen, der rasch noch entlasten will, und einen
zweiten, der rasch noch belasten soll (Mostar. Unschuldig
184).
Deut [dqyt; niederl. duit = niederl. Kleinmünze < mniederl.
duyt, eigtl. = abgehauenes Stück] nur in der Fügung
keinen/nicht einen D. (gar nicht sl): keinen, nicht einen
D. wert sein; sich [kleinen D. um etw.. jmdn. kümmern;
nicht einen D. für etw. geben; [um] keinen D. (um nichts)
besser sein; Das weitaus größte Menschheitskontingent
... interessiert sich doch keinen D. für Gott (Thielicke,
Ich glaube 166).
deutbar ['dDytba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich deuten
(3) lassend: schwer -e Begriffe; das Gedicht ist
psychologisch d.; Deutelei [dgyto'laj], die; -. -en [zu T deuteln]
(abwertend): spitzfindige, kleinliche Deutung. Auslegung, deuteln
fdqytfn] <sw. V.; hat) [zu tdeuten]: kleinlich, spitzfindig
zu deuten, auszulegen versuchen: Daß ich es machen muß.
daran gibt es nun mal nichts zu rütteln und zu d.. Befehl
ist schließlich Befehl (das steht fest: H. Kolb, Wilzenbach
32); an einer Sache nicht d.; deuten [dqytn] <sw. V.;
hat) [mhd.. ahd. dluten = zeigen, erklären, übersetzen,
zu einer Wz. mit der Bed. ..Volk", also eigtl. = für das
(versammelte) Volk erklären, verständlich machen]: 1. (mit
dem Finger, einem Gegenstand) auf etw. zeigen, hinweisen:
mit dem Finger auf jmdn.. etw. d.; er deutete nach Süden.
in die andere Richtung: Mein Vater deutete mit dem
Daumen nach dem Fluß hin (Schnabel. Marmor 57). 2. etw.
erkennen, erwarten lassen: auf etw. hinweisen, hindeuten:
die Zeichen deuten auf einen Umschwung, eine
Wetteränderung [hin]; Alles deutet auf Übergang. Wie es ist. bleibt
es nicht (Chr. Wolf. Nachdenken 179). 3. a) auslegen,
erklären: einer Sache einen bestimmten Sinn beilegen: etw.
richtig, falsch, ganz anders d.; ein Gedicht. Träume d.; wir
deuten dies als ein Zeichen der Entspannung; Jmdm. die
Zukunft d. (vorhersagen): b) (selten) (jmds. Verhalten o. ä.)
in bestimmter Weise auslegen, einen bestimmten Sinn
hineinlegen: jmdm. etw. übel, negativ d.; <Abl.:> Dfiuter, der;
-s. -: 1. Erklärer, Ausleger, Interpret: Selous. wohl ein
sehr guter Kenner und D. tierischen Benehmens (Lorenz,
Verhalten I. 183). 2. (österr.) Kopf- od. Handbewegung,
mit der auf etw. aufmerksam gemacht werden soll, Wink:
gib ihm einen D.!
Deutenupnist [doyterago'mst]. der; -en. -en [griech. deuter-
agönistes. zu: deuteros = der zweite u. fAgonist (1)]:
zweiter Schauspieler auf der altgriechischen Bühne: vgl.
Protagonist u. Tritagonist; Deuterium [dqy'tariuml. das;
-s [zu griech. deüteros = der zweite]: schwerer Wasserstoff,
Wasserstoffisotop mit dem doppelten Atomgewicht des
gewöhnlichen Wasserstoffs: Zeichen: D, dazu: Deuterium-
oxyd, (ehem. fachspr.:) Deuteriumaxid, das <o.Pl.):
schweres Wasser: Deuteron [doyteron]. das; -s. -en [...'ro:nan;
zu t Deuterium]: aus einem Proton u. einem Neutron
bestehender Atomkern des Deuteriums: deuteronomisdi [doytero-
'no:mif] <Adj.; o. Steig.) [zu Deuteronomium = 5. Buch
Mose < spätlat. deuteronomium < griech. deuteronö-
mion. eigtl. = zweites Gesetz] (christl. Rel.): zum 5. Buch
Mose gehörend: Deuterostcmier [dqytero'sto:miB]. der; -s,
- (meist PI.) [zu griech. deüteros = der zweite u. stöma
= Mund; Öffnung] (Zool.): zusammenfassende Bez. der
Tierstämme, bei denen sich der bleibende Mund neu bildet
u. der Urmund zum After wird.
-deutig [-doyti9] in Zusb.. z.B. doppeldeutig; Deutler
['dqytte]. der. -s. -:jmd., der etw. spitzfindig auslegt: deutlich
['dqytlic;] <Adj.) [mhd. diut(ec)IIche(n), Adv.]: a) gut wahr-
nehmbar. scharf umrissen, klar, genau: ein -e Schrift.
Aussprache; d. sprechen; daraus wird d. (klar, erkennbar),
daß ...; jmdm. etw. d. machen (verdeutlichen, erklären,
vor Augen führen): sich d. (genau) an etw. erinnern; b)
eindeutig, unmißverständlich, ausdrücklich: ein -er Hinweis.
Wink; das war ein -er Sieg; das mit Faber ist ja d.. die
lösen doch nicht einen Mann ab. wenn er mit der Sache
nichts zu tun hat (v. d. Grün. Glatteis 110); etw. klar
und d. sagen; um es noch einmal ganz d. zu sagen; jmdm.
etw. d. zu verstehen geben; *d. weiden (eine bisher
zurückgehaltene Kritik iheftig u. grob/ äußern): <AbI.:>
Deutlichkeit, die; -. -en: a) <o. PI.) Klarheit, gute Wahrnehmbarkeit,
Verständlichkeit: die D. der Aussprache, einer Schrift; etw.
gewinnt an D.; b) <o. PI.) Eindeutigkeit,
Unmißverständlichkeit: Offenheit: seine Antwort läßt an D. nichts zu
wünschen übrig; etw. in. mit aller D. sagen; Ich erkannte
meinen Zustand mit voller, rücksichtsloser D. (Hesse.
Steppenwolf 110); anstatt Mitleiden gab sie mit wachsender
D. Zorn zu erkennen (H. Mann. Unrat 37); c) <P1.)
Grobheiten, Umverschämtheiten: jmdm. -en sagen;
deutlichkeitshalber <Adv.>: um der Deutlichkeit willen: ich schreibe
es d. in Druckbuchstaben.
Deutoplasma [doyto'-J. das; -s. ...men [...man] (Biol.): die
im Protoplasma der Zelle vorhandenen Reservestoffe (z. B.
der Dotter der Eizelle).
deutsch [dDvtJl <Adj.) [mhd. diut(i)sch. tiu(t)sch. ahd. diu-
tisc. zu: diot(a) = Volk, also eigtl. = volksmäßig]: a)
(Steig, selten: -er, -este) die Deutschen, Deutschland
betreffend: das -e Volk; die -e Sprache. Nationalhymne; ein
-er Autor; die -e Presse; Gar nicht geschwiegen hat in
den letzten Wochen die -e Öffentlichkeit (Dönhoff. Ära
60); -er Abstammung sein: die -e Staatsangehörigkeit
besitzen; Auf-em Boden stehen östliche und westliche Truppen
(Dönhoff. Ära 122); ein -es Auto (ein Auto, das deutsches
Fabrikat ist oder ein deutsches Kennzeichen trägt): Wenn
ich also d. sei von Geburt,... warum ich dann den
französischen Namen Armand trüge (Th. Mann. Krull 247); das
ist typischd. (für die Deutschen eigentümlich): b) <o. Steig.)
in der Sprache der Bevölkerung Deutschlands: er spricht
d.; etwas ist d. geschrieben; die -e Schweiz (der Teil der
Schweiz, in dem deutsch gesprochen wird): die -e Überset-
520
Devianz
zung des Romans; etw. auf d. sagen; der Brief ist in d.
geschrieben; ..Timing". zu d. „der richtige Zeitpunkt für
etwas" (übersetzt, auf deutsch heißt das ...); *auf [gut]
d. (ugs,; deutlich, unverblümt, ohne Beschönigung): was in
Hamburg getrieben wird, das ist 'ne große Schweinerei.
Finde ich. Auf d. gesagt (Aberle, Stehkneipen 87); mit
jmdm. d. reden/sprechen (ugs.; jtndrn. offen, unverblümt
die Meinung sagen): Ich hab d. mit dem Chef gesprochen,
darauf hat er mich angefahren (Döblin, Alexanderplatz
43); c) <o. Steig.) auf die deutsche Schreibschrift bezogen:
meine Großmutter schreibt noch d.; Deutsch [-]. das; -[sj:
a) die deutsche Sprache / eines einzelnen od. einer Gruppe i;
die näher gekennzeichnete deutsche Sprache: gutes,
gepflegtes, fehlerfreies D.; er lernt, versteht, spricht fließend D.;
Der andere... sprach ein leicht rheinisch gefärbtes, beinahe
gewähltes D. (Kuby. Sieg 206); sein D. ist akzentfrei;
etw. ist in D. abgefaßt; * nicht [mehr] D./kein D. [mehr]
verstehen (ugs.; etw. absichtlich nicht verstehen wollen: nicht
gehorchen); b) <o. Art.) die deutsche Sprache u. Literatur
als Unterrichtsfach: er lehrt, gibt D.; Ich denke, sie haben
D. als Fach? (Böll. Adam 68); ein Lehrstuhl für D.; wir
haben in der zweiten Stunde D.; in D. eine Zwei haben.
'dfiUtsch-, Deutsch- (Zusammenschreibung; vgl. aber:
2deutsch-, Deutsch-): -amerikaner, der: Amerikaner
deutscher Abstammung, dazu: ^amerikanisch <Adj.; o. Steig.):
^arbeit, die: schriftliche Arbeit im Unterrichtsfach Deutsch:
^feindlich <Adj.>: den Deutschen, Deutschland gegenüber
feindlich eingestellt, dazu: -Feindlichkeit, die: -freundlich
<Adj.>: den Deutschen, Deutschland gegenüber freundlich
eingestellt, dazu: ^freundlichkeit, die: -gesinnt <Adj.; o.
Steig.: nicht adv.): sich der deutschen Sprache u.
Kulturgemeinschaft bewußt zugehörig fühlend u. dies auch zum
Ausdruck bringend: -herren <P1.>: Mitglieder des Deutschen
Ordens, einer im Mittelalter gegründeten christlichen
Gemeinschaft, dazu: -herrenorden. der <o. PI.); -künde, die:
Lehre von der deutschen Sprache u. Kultur, dazu: -kundler,
der; -s. -. -kundlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.); -fauid
(Eigenn.; o. PI.), dazu: -landfrage, die <o. PI.) (Politik):
mit der endgültigen territorialen Ordnung Deutschlands nach
dem 2. Weltkrieg zusammenhängender Problemkomplex:
die Wiedervereinigung ist das Kernstück der D.. -landlied.
das <o. PI.): Nationalhymne des Deutschen Reiches (seit
1922), deren dritte Strophe die offizielle Hymne der
Bundesrepublik Deutschland ist, -landpolitik, die: die Deutschland
betreffende Politik ausländischer Staaten, -landproblem,
das <o. PI. >: svw. t ^frage; -lehrer, der: Lehrer, der deutsche
Sprache u. Literatur unterrichtet: -mebter, der (bist.): der
ursprünglich für alle Besitzungen des Deutschen Ordens
außerhalb des Ordensstaates zuständige Vertreter des
Hochmeisters (Landmeister): -national <Adj.) (hist.): a) zu einer
liberalen Bewegung in Österreich gehörend, die die
Anlehnung des deutschen Österreich an Deutschland forderte:
b) zu einer monarchistischen u. betont nationalistischen
Partei der Weimarer Republik gehörend, sie betreffend:
-schweizer, der: Schweizer mit Deutsch als Muttersprache,
dazu: -schweizerisch <Adj.; o. Steig.): die deutschsprachige
Schweiz betreffend: -sprachig <Adj.; o. Steig.): a) die
deutsche Sprache sprechend: die -e Bevölkerung der Schweiz;
b) in deutscher Sprache: -er Unterricht; -es Schrifttum;
-sprachlich <Adj.; o. Steig.; nur attr. >: die deutsche Sprache
betreffend: der -e Unterricht im Ausland; -stimmig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv. >: von deutschen Vorfahren abstammend:
-stunde, die: Unterrichtsstunde im Schulfach Deutsch; Min-
terricht.der: / Schulunterricht in deutscher Sprache u.
Literatur.
2daitsch-, Deutsch- (Schreibung mit Bindestrich; vgl. aber:
'deutsch-. Deutsch-): -amerikanisch <Adj.; o. Steig.; nur
attr.): zwisehen Deutschland u. Amerika, aus Deutschen
u. Amerikanern bestehend: -e Verhandlungen; eine -e
Kommission; (entsprechend:) -schweizerisch <Adj.; o. Steig.;
nur attr.) usw.
'Deutsche ['drjytja]. der u. die; -n. -n <Dekl.: t Abgeordnete):
Angehörigel rj des deutschen Volkes, aus Deutschland
stammende Person: ein typischer -r; sie ist D.; die -n (die
deutsche Mannschaft, die deutschen Sportler) haben die
Fußballweitmeisterschaft gewonnen.
2Deutsche [-], das; -n: a) (nur mit best. Art.) die deutsche
Sprache im allgemeinen: das D. ist eine indogermanische
Sprache; etw. aus dem -n/vom -n ins Französische
übersetzen; der Konjunktiv im -n; b) das die Deutschen
Kennzeichnende; deutsche Eigenart: er hat eine Abneigung gegen
alles D.
Deutschen-: -feind, der: jmd., der die Deutschen u. alles
Deutsche ablehnt; -fresser, der (ugs. abwertend): svw.
T ^hassen -freund, der: jmd., der den Deutschen freundlich
gesinnt ist; -haß, der: Haß gegen die Deutschen u. alles
Deutsche: -hasser, der.
Deutschheit, die; - (veraltet): deutsche Wesensart, nationale
Gesinnung eines Deutschen.
Deutschland: t 'deutsch-. Deutsch-.
Deutschtum, das; -s: a) Gesamtheit der für die Deutschen
typischen Lebensäußerungen; deutsche Wesensart: das
Wesen des -s; b) Zugehörigkeit zum deutschen Volk:
Ich habe ... mein D. aufgegeben und bin Amerikaner
geworden (K. Mann. Wendepunkt 455); c) Gesamtheit
der deutschen Volksgruppen im Ausland: das D. im Ausland;
<Abl. zu a:> Deutschtümelei [-ty:m3'laj], die; -. -en
(abwertend): aufdringliche, übertriebene Betonung deutscher
Wesensart: Den deutschen Spießern wird ihre Rückständigkeit
und D. doch wohl auszutreiben sein (Enzensberger.
Einzelheiten I. 175); Doitschtümler [-ty:mlB]. der; -s. -: jmd.,
der das Deutschtum (1) allzusehr betont.
Deutung ['dcjytonl. die; -. -en [mhd. diutunge]: Versuch,
den tieferen Sinn, die Bedeutung von etw. zu erfassen,
aufzuschließen; Auslegung, Interpretation: eine tiefsinnige,
religiöse, psychologische D.; die D. einer Handschrift, eines
Traums; die D. des Begriffs „Seele"; der Text läßt mehrere
-en zu; wie denn... mein Pate seinem Namen eine sonderbar
hypochondrische D. zu geben pflegte (Th. Mann. Krull
28); <Zus.:) Qoitungsversuch, der: ein psychologischer D.;
keiner der -e führte zu einem Ergebnis; Deutungsweise,
die.
Deutzie l'dDytsp], die; -. -n [nach dem Amsterdamer
Ratsherrn J. van*der Deutz. 1743-1788 (?)]: Vertreter einer
Gattung von Ziersträuchern aus Ostasien,
Steinbrechgewächs.
Deux-pieces [do'pic.s]. das; -. - [frz. deux-pieces. aus: deux
= zwei (< bat. duo) u. piece = Stück]: zweiteiliges
Damenkleid
Devahiation [devalya'tsio:n]. die; -. -en [frz. devaluation,
zu: devaluer = abwerten, tdevalvieren (Ggb. zu T
Evaluation)]: svw. f Devalvation; Devalvation [devalva'tsio:n]. die;
-. -en [mit Angleichung von u zu v aus t Devaluation]
(Geldw.): Abwertung (1): eine D. der deutschen Währung;
devalvatorisch [devalva'to:nJ] u. devalvationistisch [deval-
vatsio'nistij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): abwertend (bes.
in fcezug auf eine Währung); devalvieren [deval'vi:ren] <sw.
V.; hat) [frz. devaluer. zu: valoir = wert sein, gelten
< lat. valere]: a) (Geldw.) abwerten: eine Währung d.;
b) (selten) in seinem Wert, seiner Bedeutung herabsetzen:
einen Begriff d.: <Abl.:> Devalvjenmg. die; -. -en.
Devastation [devasta'tsio:n]. die; -. -en [spätlat. devästätio]
(Fachspr.): Verwüstung, Verheerung, Zerstörung; devastie-
ren [devas'ti:ren] <sw. V.; hat) [lat. devästäre] (Fachspr.):
zerstören, verwüsten: Das Naturschutzgebiet der
Lüneburger Heide beruht eigentlich auf einer devastierten
ehemaligen Waldlandschaft (Mantel. Wald 123); in den durch
eiszeitliche Vergletscherung devastierten Gebieten (Thiene-
mann. Umwelt 47).
Developer [di'vEtapa], der; -s. - [engl, developer, zu: to deve-
lop = entwickeln]: I. (Fot.) Entwickler (2). 2. (Kosmetik)
a) Kosmetikum zur Entwicklung u. Formung der weiblichen
Brust; b) Gerät zur Entwicklung u. Formung der weiblichen
Brust.
Deverbativ [deverba'ti:f). das; -s. -e [...va] u. Deverbativum
[deverba'ti:vom]. das; -s, ...va [nach tDenominativ(um).
zu lat. de- = von - weg u. verbum = Wort. Verb]
(Sprachw.): von einem Verb abgeleitetes Substantiv od.
Adjektiv (z. B. Atmung von atmen, eßbar von essen).
devestieren [de'vestl:ran] <sw. V.; hat) [lat. devestire =
entkleiden]: die Priesterwürde od. (im Mittelalter) das Lehen
entziehen; Devestitur [devesti'tu:?]. die; -: Entziehung der
Priesterwürde od. (im Mittelalter) des Lehens.
deviant [de'viant] <Adj.; -er. -este) [lat. deviäns (Gen.: de-
viantis). 1. Part, von: deviäre. tdeviieren] (Soziol.): von
der Norm sozialen Verhaltens, vom Üblichen abweichend:
das Untergrunddasein einer zahlenmäßig immerhin
gewichtigen Gruppe sexuell -er Mitmenschen (MM 11. I.
74. 20); sich d. verhalten; Devianz [de'viants]. die; -. -en
(bes. Soziol.): Abweichung von der Normt: sexuelle D.;
521
Deviation
Deviation [devia'tsio:n]. die; -, -en (Fachspr.. bes. SozioL
Sprachw.): Abweichung; Deviationjst, der; -en. -en: jmd..
der von der vorgezeichneten Partei Urne abweicht.
Abweichler; deviieren [devi'i.ren] <sw. V.; ist) [lat. deviäre
= vom Wege abgehen]: von der Partei linie abweichen.
Devise [de'vi:z3|, die; -, -n [frz. devise, urspr. = abgeteiltes
Feld eines Wappens, in dem ein Sinnspruch stand, zu:
deviser = einteilen, zu lat. dividere. tdividieren!:
Wahlspruch. Losung: seine [erste, oberste! D. ist: ...; Auf dem
Parteitag... wurde... die D. ausgegeben: Keine
Experimente! (Dönhoff. Ära 47); immer nach der D. ..leben und
leben lassen"; die Firma hat es sich zur D. gemacht. ...
stets nur Qualitätsware ... zu liefern (zur Aufgabe gemacht,
zum Ziel gesetzt; Herrenjournal 3. 1966. 184); Devisen
[de'vhznl <P1.> [zu f Devise, da auf den ersten
Auslandswechseln eine Devise stand]: a) im Ausland auszuzahlende
Zahlungsanweisungen in fremder Währung: die Ausfuhr
von D.; b) Zafilungsmittel in fretnder Währung, Sorten:
D. kaufen, eintauschen; das Reisegeld in D. bei sich haben.
devisen-, Devisen-: -abkommen,das (Politik): internationales
Abkommen, die Devisen betreffend: ^abteihmg, die: für
die Devisen zuständige Abteilung eines Kreditinstitutes;
-ausgleich, der: von der Bundesrepublik Deutschland an
andere Natopartner entrichtete finanzielle Entschädigung
für deren Aufwertungen bei der Stationierung ihrer Truppen
auf bundesdeutschem Gebiet; -beschränkung, die:
Einschränkung des freien Kaufs von Devisen; -bestand, der;
-bestimmung. die (meist Pl.>: gesetzliche Bestimmung, die
die Ein- od. Ausfiüir od. die Verwendung von Devisen betrifft;
-bewirtschaftung, die (Politik): Aufsicht u. Lenkung des
gesamten Zahlungs-. Kredit- u. Kapitalverkehrs mit dem
Ausland; -bilanz, die: Ohne das Geld der Deutschen sähe
es um Italiens D. nicht gut aus (Spiegel 1/2. 1966. 21);
-börse, die; -bringer. der (ugs.): Wirtschaftsfaktor
irgendeiner Art. der einem Land Devisen bringt: Diese
Leistungen waren zeitweise der größte D. Europas
(Rittershausen. Wirtschaft 23); -geschäft, das; -gesetz. das;
^handelt der: An- u. Verkauf von Devisen durch Banken; <Zus.:>
^Handelsplatz, der: svw. t-börse; -knappheit, die; -kurs,
der; -markt, der: der gesamte an der Devisenbörse
stattfindende Devisenfiandel: der Frankfurter D.; -notierung, die;
-reserven <PI.): der Bestand an liauiden internationalen
Zahlungsmitteln. -Schiebung, die; -Schmuggel, der;
-Spekulation, die; -trachtig <Adj.; nicht adv.) (ugs.): größere
Mengen von Devisen erwarten lassend: -e Touristen;
-vergehen, das; -Vorschrift, die; -Zuteilung, die;
-Zwangswirtschaft, die.
devital [devi'ta:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus lat. de-
= von-weg u. T vital! (Med.): bes. von Zähnen mit
abgestorbener Pulpa abgestorben, leblos; Devitalisation [devita-
liza'tsio:nJ.die;-.-en(Med.): Abtötung der Pulpa /; devita-
lisieren [devitali'zi:renj <sw. V.; hat) (Med.): die Pulpa,
abtöten, dazu: Devitalisierung, die; -. -en.
Devolution [devolu'tsio:n], die; -. -en [mlat. devolutioj: 1.
(Rechtsspr. veraltet) Übergang eines Rechtes od. einer Sache
an einen anderen. 2, (kath. Kirche) Befugnis einer höheren
Stelle, ein von der nachgeordneten Stelle nicht od. fehlerhaft
besetztes Amt neu zu besetzen; devolvieren [devDl'vhranJ
<sw. V.; ist) [spätlat. devolvere, eigtl. = herabrollen]
(Rechtsspr. veraltet): (von einem Recht od. einer Sache)
jmdm. zufallen, an jmdn. übergehen.
Devon [de'vo:n], das; -[sj [nach der engl. Grafschaft Devon-
shirej (Geol.): Formation des Paläozoikums; devonisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): das Devon betreffend.
devorieren [devo'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. devoräre] (Med.):
verschlucken.
devot [de'vo.t] <Adj.; -er. -este) [lat. devötus] (bildungsspr.
selten): a) (abwertend) unterwürfig, ein übertriebenes Maß
an Ergebeniieit zeigend: eine -e Haltung; d. grüßen;
.Jawohl. Euer Exzellenz", sagte der Kellner d. und
entschwand (Kirst08/15.489); b) (veraltet) demütig: er kniete
d. vor dem Kruzifix nieder; Devotion [devo'tsio.n], die;
-, -en [lat. devötio] (bildungsspr. selten): a) Unterwürfigkeit;
b) Demut; Devotionalien [...tsjp'na:lion] <PI.) (Rel.):
Gegenstände, die bei der Andacht benutzt werden (z. B.
Rosenkränze. Statuen. Kreuze); <Zus.:> Devotionalienhandhing« die:
• Laden, der Devotionalien verkauft.
Dewadasi [devada:zi]. die; -. -s [sanskr. devadäsi = Dienerin
des GottesJ: indische Tempeltänzerin.
Dexiugraphk [d£ks|o-I. die; - [aus griech. dexiös = rechts
u. t -graphie): das Schreiben von links nach rechts; dexiogrg-
phisch <Adj.; o. Steig.): von links nach rechts geschrieben:
-e Schriften.
Dextran (S)[d€ks'tra:n!. das; -s [zu lat. dexter = rechts!:
medizinisch u. technisch vielfach verwendeter, durch
Bakterien aus Traubenzucker synthetisierter Blutplasmaersatz;
Dextrin [dEkstri:n|. das; -s. -e [frz. dextrine. zu lat. dexter
= rechts (wegen seiner rechtsdrehenden Wirkung auf die
Ebene des polarisierten Lichts)]: 1. Stärkegummi
(Klebemittel). 2. (Med.. Chemie) wasserlösliches Abbauprodukt
der Stärke; dextrogyr [dekstro'gy:?] <Adj.; o. Steig.) [zu
griech. gyros = Kreis! (Physik, Chemie): die Ebene
polarisierten Lichts nach rechts drehend; Dextrokardie [dekstro-
kar'di.l. die; -. ...ien [...i:an; zu griech. kardia = Herz]
(Med.): Lage des Herzens inderrechten Brusthöhle; Dextrose
[deks'tro:z3l. die; - [zu t Dextrin!: Traubenzucker.
Dez, (auch:) Deez [de:tsl. der; -es, -e [frz. tete < vlat.
testa < lat. testa =~ irdenes Geschirr, (Hirn)schalel
(landsch.): Kopf: jmdm. eins auf/über den Dez geben;
Will sie aber nicht, so gibt er ihr einfach einen vor den
Deez! (Fallada. Jeder 18).
Dezem [de:tsem], der; -s, -s [lat. decem = zehn] (hist.):
vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert die Abgabe des
zehnten Teils vom Ertrag eines Grundstücks an die Kirche.
Zehnt; Dezember [de'tsembB]. der; -[s]. - [lat. (mensis)
December = zehnter ftlonat (des röm. Kalenders), zu:
decem = zehn): zwölfter Monat des Jahres; Abk.: Dez.;
vgl. April; Dezem vir [de'tsemvir], der; -n u. -s. -n [lat.
decemvir]: Mitglieddes Dezemvirats; Dezemvirat [...vira.t],
das; -[e]s. -e [lat. decemvirätus]: aus zehn Männern
bestehendes Beamten- od. Priesterkollegium im alten Rom;
Dezennium [de'tsenjum]. das; -s. ...ien [...pn; lat. decennium.
zu: decem" = zehn u. annus = Jahr]: Zeitraum von zehn
Jahren. Jahrzehnt: die politischen Ereignisse des letzten
-s; ein Publikum .... das bald um Dezennien jünger ist
als die Sommergäste (Zeit 7. 2. 75. 51).
dezent [detsent] <Adj.; -er. -este) [frz. decent < lat. decens
(Gen.: decentis) = geziemend, schicklich, zu: decere =
zieren, sich ziemen!: a) vornefun-zurückhaltend. taktvoll,
feinfühlig (Ggs.: indezent): ein -es Lächeln; mit -er Ironie;
der Kellner im Frack wartete d. neben ihrem Tisch (Jaeger.
Freudenhaus 23); b) unaufdringlich, nicht unangenehm
auffallend: ein -es Parfüm; die Tapete hat ein -es Muster;
-e (gedämpfte) Beleuchtung; sie trug ein Kleid in einem
-en (zarten, abgetönten) Rot; -e (gedämpfte, leise) Musik;
die Räume waren d. eingerichtet; Wedelmann erhielt die
Flasche, d. (unauffällig) verpackt, im Büro... ausgehändigt
(Kirst 08/15. 166).
dezentral [auch: 'de:...J <Adj.; o. Steig.) [aus lat. de = von-
weg u. tzentrall (Ggs.: zentral): 1. von einem Mittelpunkt
entfernt: eine -e Lage. 2. auf verschiedene Stellen od. Orte
verteilt, nicht von einer Stelle ausgehend: -e Strom- und
Wasserversorgung; Dezentralisation, die; -. -en [wohl <
frz. d&entralisationl: Übertragung von Funktionen u. Ver-
waltungs aufgaben auf verschiedene untergeordnete Stellen
(Ggs.: Zentralisation); dezentralisieren <sw. V.; hat) [frz.
decentraliserj: eine Dezentralisation vornehmen (Ggs.:
zentralisieren); <Abl.:> Dezentralisierung, die; -. -en (Ggs.:
Zentralisierung): Dezentralisation.
Dezenz[de'ts£nts).die;-[frz. d&ence < lat. decentia] (geh.):
1. Unaufdrlnglichkeit. vornehme Zurückhaltung.
Feinfühligkeit (Ggs.: Indezenz): etw. mit betonter D. tun, sagen.
2. unauffällige Eleganz: die D. seiner Kleidung.
Dezernat [detser'na:tj. das; -[ejs. -e [lat. decernat = er soll
entscheiden.^. Pers. Sg. Konj. Präs. von: decernere =
entscheiden!: Geschäftsbereich eines Dezernenten;
Dezernent [detser'nEnt]. der; -en. -en [lat. decernens (Gen.: decer-
nentis).!. Part, von: decernere = entscheiden]:
Sachbearbeiter mit Entscheidungsbefugnis bei Behörden u.
Verwaltungen; Leiter eines Dezernats.
Dezi- [detsi'-. auch: 'de:t$i-; frz. deci- < lat. decimus =
zehntel: ^ar, das [frz. deciare. TAr]: ^ Ar; Zeichen: da;
^bel, das: -s. - [autf tDezi- u. Bei, nach dem amerik.
Techniker u. Physiologen A. G. Bell (1847-1922). dem
Erfinder des Telefons!: Benennung des Logarithmus eines
Verhältnisses von Schalldruckgrößen; Zeichen: dB;
-gramm, das [frz. decigramme, zu: gramme = Gramm]:
%) Gramm; Zeichen: dg; -liter, der od. das [frz. decilitre,
zu: litne = Liter!: % Liter; Zeichen: dl.; -meter, der
od. das [frz. decimetre. zu: m&re = Meter!: '/*> Meter:
522
Diagnose
Zeichen: dm; ^ster, der [frz. decistere. zu: stere = Ster]:
l/I0 Ster: -tonne, die: 100 kg: Zeichen: dt.
dezklieren [detsi di:ranl <sw. V.; hat) [lat. decidere, eigtl.
= abschneiden] (selten): entscheiden: <2. Part.) dezidiert
[detsi'di:£t] <Adj.; -er, -este> (bildungsspr.): bestimmt,
entschieden: energisch: -e Forderungen; eine -e Interpretation;
stellte ich ... einige -e Fragen, die ich mir vorher auf
einen Zettel geschrieben hatte (Jens, Mann 154); für etw.
d. eintreten; das Verwaltungsgericht ... beanstandete d.
elf von ... insgesamt 100 Fragen (genau elf: MM 18. 2.
70, 12).
dezimal [detsi'ma:!] <Adj.; o. Steig.) [mlat. decimalis. zu
lat. decem = zehn]: auf die Grundza/il 10 bezogen: ein
-es Zahlensystem; die -e Schreibweise (Darstellung der
Zahlen im Dezimalsystem).
Dezimgl-: -bruch, der (Math.): a) ein Bruch (8). dessen
Nenner mit 10 od. einer Potenz von 10 gebildet wird (z. B.
0.54 = "Aoo): b) svw. Kzahl; -klassifikation. die <o. PI.):
Ordnungssystem für Karteien. Register u. ä.. das das gesamte
Wissensgebiet in 10 Hauptabteilungen einteilt, diese wieder
in 10 Unterabteilungen usw.: Abk.: DK; -maß, das (Math.):
Maß. das auf das Dezimalsystem bezogen ist: ^potenz.
die(Med.):df/W/H Verhältnis 1:10 fortschreitenden
Verdünnungsstufen bei homöopathischen Arzneien: ^rechnung, die
(Math.): Rechnung mit Dezimalbrüchen: -stelle, die: svw.
t Dezimale: einen Wert auf vier -n genau berechnen: -System,
das (Math.): auf der Grundzahl 10 aufbauendes
Zahlensystem, dekadisches System: -waage, die: Waage, bei der
die Last zehnmal so schwer ist wie die Gewichtsstücke,
die beim Wiegen aufgelegt werden: -zahl, die (Math.):
nicht ganzzahlige Zahl, deren Bruchteile rechts vom Komtna
angegeben werden: 1,74 ist eine D.
Dezimale [detsi'ma:b], die; -In], -n [zu fdezimal] (Math.):
eine Ziffer (Ter Ziffernfolge, die rechts vom Komma einer
Dezimalzalil steht: dezimalisieren [...mali'zi:ren] <sw. V.;
hat) [engl, decimalize]: auf das Dezimalsystem umstellen:
das Pfund Sterling wurde dezimalisiert. dazu: Dezimalisje-
rung, die; -. -en; Dezimation [detsima'tsio:n], die; -. -en
[lat. decimätio]: 1. (hist.) ehemaliger Kriegsbrauch, bei dem
jeder zehnte Mann hingerichtet wurde. 2. (veraltet) Erhebung
des Zehnten: Dezime [de'tsi:md], die; -, -n [lat. decimus
= der zehnte]: 1. (Musik) zehnter Ton einer diatonischen
Tonleiter vom Grundton an (Oktave plus kleiner od. großer
Terz). 2. (Dichtk.) aus zehn Zeilen bestehende ; span. i
Strophenform; dezimieren [detsi'mi:rdn] <sw. V.; hat) [lat. deci-
märe = jeden zehnten Mann (mit dem Tode) bestrafen,
zu: decimus = zehnte]: l.a) die Anzahl der Mitglieder
einer Gruppe von Lebewesen durch entsprechettde. meist
zerstörerische Einwirkung stark verringern; b) durch einen
gewaltsamen Eingriff vermindern, verringern; Verlieren wir
auch nur eines (= der Schiffe), dann ist gleich unsere
Flotte um beinahe die Hälfte dezimiert (Ott, Haie 219);
Ü (scherzh.:) Während ich mich ... bemühte, den würzigen
Riesling... nach Kräften zu d. (Zwerenz, Kopf 252); Kriege.
Hunger. Seuchen dezimierten die Bevölkerung; die Truppe
wurde durch die Kämpfe stark dezimiert; c) <d. + sich)
sich stark verringern, abnehmen: In den Betrieben
dezimierten sich die Belegschaften (MM 1. 2. 68, 11). 2. (hist.)
jeden zehnten Mann mit dem Tode bestrafen; <Abl.:> Dezt-
mknmg, die; -. -en.
Dezisionismus [detsizjo'msmos], der; - [zu lat. decisio =
Entscheidung]: rechtsphilosophische Anschauung, nach der
das als Recht anzusehen ist. was die Gesetzgebung zum
Recht erklärt; dezisiv[detsi'zi:fl<Adj.;o. Steig.) [frz. decisif
< mlat. decisivus. zu~lat. decidere. fdezidieren]
(bildungsspr.): entscheidend, bestimmt; <Zus.:> Dezisivstimme,
die (Politik): abstinunungsberechtigte Stimme in einer
politischen Körperschaft (Ggs.: Deliberativstimme).
Dhau: TDau.
Dia [di:a]. das; -s, -s (Fot.): Kurzf. von tDiapositiv: -s
rahmen, vorführen.
Dia- [-; zu TDia]: -betrachter, der: optisches Gerät, in dem
man Diapositive in Vergrößerung : u. elektrisch beleuchtet/
betrachten kann; -Projektor, der: Vorfülirgerät für
Diapositive; -rfihmchen, das. -rahmen, der: kleiner viereckiger
Rahmen, in den das Dia gespannt wird, um projiziert werden
zu können; -Vortrag, der: Vortrag, bei dem Dias gezeigt
werden. Lichtbildervortrag.
Diabas [dia'ba:s], der; -es. -e [zu Kriech, diäbasis = das
Hinübergehen; Übergang (da sich das Gestein durch
zahlreiche Schichten hindurchzieht)]: körniges, dunkelgrünes
bis schwarzes Gestein von zäher Beschaffenlieit. das
besonders zu Schotter u. Pflastermaterial im Straßenbau
verwendet wird. Grünstein: Grabsteine, die zumeist aus ... Granit
oder D. geschlagen waren (Grass, Blechtrommel 311).
Diabetes [dia'be.tcs]. der; -s [griech. diabetes. eigtl. = die
Beine spreizend (wegen des verstärkten Harnflusses)]
(Med.): 1. Harnruhr. 2. Kurzf. von tDiabetes mellitus;
Diabetes mellitus [- me'li:tos], der; - - [lat. mellitus =
honigsüß] (Med.): Kratikheit mit erhöhtem Blutzuckergehalt
u. Ausscheidung von Zucker im Urin infolge ungenügender
Funktion der Bauchspeicheldrüse; Zuckerharnruhr.
Zuckerkrankheit; Diabetiker [dia'be:tiki?]. der; -s, - (Med.): jmd..
der an Zuckerkrankheit leidet; Diabetikerin, die; -, -nen:
w. Form zu: t Diabetiker; diabetisch [dia'be.tij] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): zuckerkrank; Diabetotoe, der; -n. -n
[T-loge]: Arzt mit speziellen Kenntnissen u. Erfalirungen
auf dem Gebiet des Diabetes mellitus; Diabetologie, die;
- [T-logie]: Fachrichtung der inneren Medizin, die sich mit
der Erforschung u. Heilung des Diabetes mellitus befaßt.
Diabolie[diabo'Ii:],die;- [griech. diabolia = Verleumdung.
Haß]: teuflische Bosheit, abgründiges Bösesein; Diabolik
[dia'bo.hk],die;- (bildungsspr.): teuflisch-boshaftes Wesen;
diabolisch [dia'bo:hJ] <Adj.) [lat. diabolicus < griech.
diabolikös] (bildungsspr.): teuflisch-boshaft: ein -es
Lächeln; Seine (= des Autors) Erfindungskraft hat etwas
Satanisches, und mit -er Freude vernichtet er seine
erfundenen Bürger (Menzel. Herren 8); dieser Plan ist d.; <subst.:>
Hat er es denn nicht gewußt. ... daß totes Zeug oft etwas
Diabolisches hat? (Frisch. Stiller 431); Diabolo [dl'a:bolo],
das; -s. -s [Phantasiebez.]: ein Geschicklichkeitsspiel, bei
dem man einen sanduhrförmigen Körper mit einer an zwei
Handgriffen befestigten Schnur in Rotation versetzt, in die
Höhe schnellen läßt u. wieder aufzufangen versucht; Diabolos
[di'a:bobs], Diabohis [...lus]. der; - [kirchenlat. diabolus.
diabulus < griech. diabolos = Verleumder (bildungsspr.):
der Teufel; vgl. Advocatus Diaboli.
Diabon © [dia'bo:n], das; -s [Kunstwort]: säure-, hitze-
u. korrosionsbeständiger Werkstoff aus porösem Graphit.
diachron [dia'kro.n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. diä = durch
u. chrönos = Zeit] (Sprachw.): geschichtlich, entwicklutigs-
mäßig betrachtet (Ggs.: synchron): eine -e Grammatik;
Diachronie [diakroni:], die; - (Sprachw.): Darstellung der
geschichtlichen Entwicklung einer Sprache (Ggs.: Synchro-
nie); diachronisch [dia'kro:niJ]: svw. Tdiachron (Ggs.:
synchronisch): die Sprachwissenschaft zerfällt in einen -en
und einen synchronischen Zweig; -e Wörterbücher; etw.
d. betrachten.
Diadem [dia'de.m], das; -s. -e [lat. diadema < griech. diäde-
ma, wörtlich = Umgebundenes]: um die Stirn od. im Haar
getragener Reif aus edlem Metall u. kostbaren Steinen:
sie trägt ein funkelndes D.
Diadodien [dia'daxn] <P1.) [griech. diädochos =
Nachfolger, zu: diadechesthai = (von einem früheren Besitzer)
übernehmen] (bildungsspr.): um den Vorrang streitende
Nachfolger einer bedeutenden, einflußreichen Persönlichkeit;
Diadgchenkimpfe <P1.) (bildungsspr.): Konkurrenzkampf
zweier od. mehrerer Anwärter um die Nachfolgerschaft für
ein bedeutendes, einflußreiches Amt: es gab D. um die
Nachfolge in der Parteiführung. Diadpchenstreit, der: svw.
f Diadochenkämpfe.
Diagenese [diage'ne:za]. die; -. -n [aus griech. diä = durch
u. tGenese] (Geol.): Umbildung lockerer Sedimente zu
festen Gesteinen durch Einwirkung von Druck. Temperatur
usw.
Diaglyphe [dia'gly:f3], die; -. -n [griech. diäglyphos =
ausgehöhlt, ausgemeißelt] (Kunstwiss.): in eine Fläche
vertieft geschnittene, gemeißelte od. gestochene Figur; <Abl.:)
diaglyphisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vertieft gemeißelt,
geschnitten, gestochen.
Diagnose [dia'gno:zd]. die; -. -n [frz. diagnose < griech.
diägnösis = unterscheidende Beurteilung. Erkenntnis]: I.
(Med.; Psych.) das Erkennen u. Bestimmen einer
körperlichen od. psychischen Krankheit durch den Arzt: eine
richtige, falsche D.; eine D. stellen; die ärztliche D. lautete
auf Nierenentzündung; Ü sein Bericht ist eine D. der
politischen Zustände des Landes; auch Albert Einstein hat
Wasser in den Wein solcher Fortschrittsträume gegossen, wenn
er die tiefsinnige D. aufstellt: ..Wir leben in einer Zeit
vollkommener Mittel und verworrener Ziele." (Thielicke.
523
Diagnoseverfahren
Ich glaube 261). 2. (Biol.) zusammenfassende Beschreibung
der wichtigsten Merkmale für die Erkennung einer Pflanzen-
od. Tierart (bzw. Gattung, Familie, Ordnung): ich entnehme
einem ... Lehrbuch der Zoologie folgende D. der ...
Ordnung der Columbae (Lorenz. Verhalten I, 308). 3. (Met.)
zusammenfassende Beurteilung aller Wetterbeobachtungen,
aus denen sich die Wettervorhersage ergibt: <Zus. zu 1:>
Diagnoseverfahren, das; Diagnoeezentrum, das: Klinik, die
auf die Früherkennung von Krankheiten u. Organstörungen
spezialisiert ist, Diagnostik [dia'gnastik], die; - [griech. dia-
gnöstikös = zum Unterscheiden geschickt] (Med.; Psych.):
Fähigkeit u. Lehre, Krankheiten zu erkennen: ist es schwierig
.... Vergleiche mit der Zeit vor der wissenschaftlichen
Medizin zu ziehen, als es noch keine Krankheitssymptomatik
und damit keine D. gab (Natur. 63); Diagnostiker, der;
-s, -: der Arzt im Hinblick auf seine Aufgabe, Krankheiten
zu diagnostizieren: er ist ein guter, schlechter D.; ein
leidlicher D.. aber ein schwacher Operateur (Remarque.
Triomphe 185); Diagnostikon [dia'gnDstikan]. Diagnosti-
kum [...kum], das; -s, ...ka: Erkennungsmerhnal (bes.
einer Krankheit): diagnostisch <Adj.; o. Steig. >: die
Diagnose begründend: auf einer Diagnose beruhend: -e Tests; eine
-e Methode; -e Erkenntnisse; diagnostizieren [diagnosti-
tsi:ranl <sw. V.; hat): einen i Krankheits jbefund [durch
eingehende Untersuchung des Patienten! ermitteln u.
benennen: der Arzt diagnostizierte eine Lungenentzündung; die
Krankheit als Diabetes d.; Der Arzt diagnostizierte sofort
auf Gehirnblutung (Katia Mann. Memoiren 146).
diagonal [diago'na:l] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. diagönälis
= durch die Winkel führend, zu griech. diä = durch
u.gönia = Ecke, Winkel]: 1. (Geom.) zwei nicht
benachbarte Ecken eines Vielecks geradlinig verbindend: -e Linien;
die Gerade schneidet das Viereck d. 2. schräg, quer
verlaufend!: -e Streifen; die Schnittwunde verläuft d. über
das Gesicht; die Sportstätte, zu der die Jünger des
Turnvaters ... in d. sich auflösenden Reihen über die sandglitzernde
Vorfläche ... sprinteten (Fries, Weg 60); *[etw.) d. lesen
(ugs.; nicht Zeile für Zeile lesen, nur überfliegen, um sich
einen allgemeinen Überblick zu verschaffen): Diagonal [-1.
der; -[sj. -s: schräggestreifter Kleiderstoff in Köperbindung:
Diagonale[diago'na:b].die; -, -n (zwei -ln]> (Geom.):
Gerade, die zwei nicht benaclibarte Ecken eines Vielecks
miteinander verbindet: die -n [eines Rechtecks] berechnen,
einzeichnen; Diagonalreifen« der (Kfz-T.): Kraftfahrzeugreifen, in
dessen Gevi'ebeeinlage die Fäden schräg zur Laufrichtung
des Reifens liegen u. sich etwa rechtwinklig kreuzen:
Diagonal- und Gürtelreifen.
Diagramm [dia gram], das; -s. -e [griech. diägramma =
Umriß, geometrische Figur, musikalisches Schema]: 1.
(Statistik) zeichnerische Darstellung errechneter Werte in
einem Koordinatensystem t!: den Bevölkerungszuwachs in
einem D. darstellen; jede Personalakte läßt sich zu einem
D. rationalisieren: In den Vertikalen vergeht die Zeit, auf
den Horizontalen das Leben (Kant. Impressum 9). 2.
(Biol.) schematische Zeichnung von Blütengrundrissen. 3.
Stellungsbild beim Schach. 4. magisches Zeichen,
Drudenfuß, Pentagranvn: <Abl.:> diagrammatisch [diagra'ma.tij]
<Adj.; o. Steig.)): -e Darstellung; <Zus.:> Diagnpnmpapier.
das: mit Liniennetzen bedrucktes Spezialpapier; Diagramm-
Stempel, der (im Schach): Stempel zur Aufzeichnung eines
Stellungsbildes.
Diagraph [dia'gra:fl. der; -en. -en [zu griech. diagräphein
= mit Linien umziehen, eine Zeichnung entwerfen!: Gerät
zum Zeichnen von t Schädel umrissen u. Kurven.
Diakaustik [dia'kaustik], die; -. -en [aus griech. diä = durch
u. TKaustik] (Optik): beim Durchgang von parallelem Licht
bei einer Linse entstehende Brennfläche: <Abl.:> diakau-
stisdi <Adj.; o. Steig.; nicht adv. >: die Diakaustik betreffend,
auf sie bezogen.
Diakon [diako:n, österr. u. südd.: di:ako:n], der. -s u.
-en, -e[nl [mhd. diäken (seit der Reformation relatinisiert)
< kirchenlat. diäconus < griech. diakonos = Diener]:
1. (ev. Kirche) für den Dienst in der Gemeinde ausgebildeter
Helfer (Pfarrhelfer, Krankenpfleger). 2. katholischer,
orthodoxer od, anglikanischer Geistlicher, der um einen Weihegrad
unter dem Priester steht; Diakonat [diako'na.t]. das; -[eis.
-e [kirchenlat. diäconätus]: 1. Amt u. Wohnung eines
Diakons. 2. Pflegedienst / im Krankenhaus!: ein D. übernehmen;
Diakome[diako'ni:].die:-[lat.diäconia < griech. diäkonia
= Dienst] (ev. Kirche):, berufsmäßiger / Dienst an
Hilfsbedürftigen (Krankenpflege, Fürsorge usw.): in der D.
arbeiten; Diakonikon [diakoni'kon]. das; -[s], ...ka [griech. diäko-
nikön]: Sakristeiraum der frühchristlichen u. orthodoxen
Kirchen; Diakonin, die; -. -nen: w. Form zu T Diakon;
diakonisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): den Diakon od.
die Diakonie betreffend: -e Einrichtungen. Aufgaben;
Diakonisse [diakonisa]. die; -. -n [kirchenlat. diäconissa =
(Kirchen Wienerin] (ev. Kirche): Kranken-u. Gemeindeschwester.
dazu: Diakonjssenhaiis, das: Ausbildungsstätte, Wohn- u.
Altersheim für Diakonissen; Diakonissin* die; -. -nen: svw.
tDiakonisse; Diakonus [di'a.konos], der; -. ...onefn] [dia-
*ko:na(n); t Diakon] (veraltet): zweiter od. dritter Pfarrer
einer evangelischen Gemeinde; Hilfsgeistlicher.
Diakrise [dia'kri:za]. Diakrisis [di'a:krizis].#die; -, ...isen
[dia'kri:zn; griech. diakrisis = Trennung; Beurteilung;
Entscheidung] (Med.): 1. svw. fDifferentialdiagnose. 2.
entscheidende Krise einer Krankheit; diakritisch [dia'kri:tij]
<Adj.)[griech.diakritikös = unterscheidend] in der Fügung
-es Zeichen (Sprachw.; Zeichen, das die besondere
Aussprache eines Buchstabens anzeigt [z. B. die Umlautpunkte oder
das Akzentzeichen]).
diaktin [diak'ti:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
diä = durch u. aktfs (Gen.: aktTnos) = Strahl] (Med.):
Röntgenstrahlen durchlassend.
Dialekt [dia'lekt], der; -[e]s. -e [lat. dialectos < griech.
diälektos = Ausdrucksweise]: a) Mundart; Gruppe von
Mundarten mit gewissen sprachlichen Gemeinsamkeiten: EI-
sässer D.; ein norddeutscher D.; unverkennbaren, breiten
D. sprechen; ... erklärte sie in unverhohlenem D.; ohne
D. sprechen; b) (Sprachw.) regionale Variante einer Sprache.
dialekt-, Dialekt-: -ausdruck, der <PI.: ^ausdrücke): einem
bestimmten Dialekt zugehörender Ausdruck, Mundartwort;
-dichter, der; Mlichtung, die; -ßrbung, die; -form, die:
-forscher, der: Mundartforscher; ^Forschung, die:
Mundartforschung; ^frei <Adj.>: d. sprechen; -geographie, die
(Sprachw.): Mundartforschung, die die geographische
Verbreitung von Dialekten u. mundartlichen Sprachformen
untersucht; -stück, das: in einem Dialekt geschriebenes u.
vorgetragenes Theaterstück.
dialektal [dialekta:!] (Adj.; o. Steig.): den Dialekt betreffend,
mundartlich: -e Unterschiede: seine Sprache hat eine -e
Färbung, einen -en Einschlag.
Dialektik [dialektik]. die; - [lat. (ars) dialectica < griech.
dialektike(techne)]: 1. (Rhet.) Kunst der GesprächsfiJtrung:
Fähigkeit, den Diskussionspartner in Rede u. Gegenrede
zu überzeugen: ein Mann von bestechender D. 2. (Philos.)
a) philosophische Methode, die die Position, von der sie
ausgeht, durch gegensätzliche Behauptungen in Frage stellt
u. in der Synthese beider Positionen eine Erkenntnis höherer
Art zu gewinnen sucht: Hegel bediente sich der Methode
der D.; b) (Diamat) die innere Gesetzmäßigkeit der
ökonomischen Entwicklung in realen Gegensätzen: Marx begründete
eine materialistische D. 3. (die einer Sache innewohnende)
Gegensätzlichkeit: Nach dem Gesetz erotischer Dialektik
ziehen sich die zwei... einander an. der strahlend gesunde
Athlet und der introvertierte Intellektuelle (K. Mann.
Wendepunkt 186): <Abl.:> Dialektiker [dia'lektikt?]. der; -s.
-: l.jmd., der sich der Dialektik als Methode der Gesprächs*
bzw. der Beweisführung bedient. 2. (Philos.) Vertreter einer
philosophischen Schule, die sich einer dialektischen Methode
der Erkenntnisgewinnum bedient; dialektisch <AdJ.; o.
Steig.) [lat. dialecticus < griech. dialektikös]: 1. svw.
tdialektal. 2. (Philos.) entsprechend der Methode der Dialektik;
in Gegensätzen denkend: die -e Methode; mit -er Schärfe
argumentieren; d. denken. 3. (bildungsspr.) spitzfindig,
haarspalterisch: er argumentiert allzu d.; Lassen Sie doch
Ihre -en Zungenübungen. Herr Freitag! (Kirst. 08/15.761);
Dialektismus [dialek'tismos]. der; -. ...men (Sprachw.):
dialektale Variante einer hochsprachlichen Form (z. B. österr.
Karfiol = binnendeutsch Blumenkohl); Dialektologie
[dialektologi:], die; - [zu t Dialekt u. t -logie]:
Mundartforschung; <Abl.:> dialektologisch [dialekto'lo:giJ1 <AdJ.; o.
Steig.): die Mundartforschung betreffend, mundartkundlich.
Dtalftefte [dia'le.b], die; -. -n [griech. diällelos = sich
entsprechend; im Kreis (gehend)] (Philos.): ein Beweis mit
Voraussetzungen, in denen das zu Beweisende schon enthalten ist;
Zirkelschluß.
Dialog [dia'lo:k], der; -[e]s. -e [frz. dialogue < lat. dialogus
< griech. diälogos, eigtl. = Unterredung. Gespräch]: a)
von zwei od. mehreren Personen abwechselnd gejüßirte Rede
524
Diaphragma
u. Gegenrede: Zwiegespräch, Wechselrede(Ggs.: Monolog):
zwischen ihnen entspann sich folgender D.: ...; einen D.
mit jmdm. führen; Sie sahen eines der modernen
französischen Stücke, geschliffene -e (Sebastian, Krankenhaus
113); b) Gespräche\ die zwischen zwei Interessengruppen
geführt werden mit dem Zweck des Kennenlernens der
gegenseitigen Standpunkte o. ä.: Kein gesamtdeutscher D.
(Spiegel 46, 1967, 80); ein D. zwischen den Vertretern beider
Staaten; die Fortsetzung des -s mit Moskau.
Dialos-: -autor, der (Film): Bearbeiter der Dialoge im
Drehbuch: -Tonn, die <o. Pl.>: Gedichte in D.; -kunst, die
<o. Pl.>: Fähigkeit. Kunst. Dialoge zu schreiben od. zu
führen: -regie, die (Film); -stück, das (Theater).
dialogisch [dia'lo:giJ] <Adj.; o. Steig.): in Dialogform, in
der Art des Gesprächs (Ggs.: monologisch): der -e
Charakter der Sprache; dialogisieren [dialogi'zi.ren] <sw. V.; hat)
[wohl < frz. dialogiser]: in Dialogform tum/setzen: einen
Text d.; Dialogismus [dialo'gismus], der; - [spätlat. dialogis-
mos= Unterredung; Selbstgespräch < griech.dialogismös
= Unterredung]: a) (Literaturw.) dialogische Form der
Darstellung innerhalb eines epischen od. lyrischen Werkes;
b) (Rhet., Stilk.) rhetorische Figur in Form von Fragen,
die ein Redner gleichsam im Selbstgespräch an sich selbst
richtet u. auch selbst beantwortet; Dialogist [dialo'gist],
der; -en. -en [spätlat. dialogista = gewandter
Gesprächspartner]: svw. t Dialogautor.
Dtalysator [dialy'za:tor, auch ...to:^]. der; -s. ...oren [...za-
to:ran; zu TDialysel (Chemie): Gerät zur Durchführung
der Dialyse; Dialyse [dia'ly:z3]. die; -, -n [griech. diälysis
= Auflösung. Trennung]: 1. physikalisch-chemische
Trennung von Flüssigkeiten mit Hilfe einer porösen Scheidewand.
2. (Med.) Hämodialyse. Blutwäsche.
Dialyse- (Dialyse 2): -apparat, der: bei einem Versagen
der Nieren eingesetztes Gerät zur Reinigung des Bluts von
Giftstoffen, künstliche Niere; -Station, die: Station.
Abteilung einer Klinik, in der Dialysen vorgenommen werden;
-zentnm, das: Spezialklinik für Nierenkranke, in der
Dialysen vorgenommen werden.
dialysieren [dialy'zi:ran] <sw. V.; hat): 1. (Physik, Chemie)
eine Dialyse (1) durchfuhren. 2. (Med.) eine Hämodialyse.
Blutwäsche durchführen; dialytisch [dia'ly:Uf] <Adj.; o.
Steig.) [griech. dialytikös] (Chemie): auf Dialyse beruhend;
auflösend; zerstörend.
diamagnetisch <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (Physik): den
Diamagnetismus betreffend, auf ihm beruhend; Diamagnetjs-
mus, der; - [aus griech. diä = durch; auseinander u. T
Magnetismus] (Physik): I. Auftreten eines entgegengesetzten
magnetischen Moments bei Stoffen in einem äußeren
Magnetfeld. 2. Lehre von den Eigenschaften diamagnetischer
Stoffe.
'Diamant [dia'mant], der; -en, -en [mhd. diamant. dlemant
< frz. diamant < vlat. adiamäs (adiamante). zu lat. ada-
mäs < griech. adämäs. eigtl. = Unbezwingbares]: fast
farbloser, kostbarer Edelstein von sehr großer Härte u.
starker Lichtbrechung, der als Schmuckstein u. in der Industrie
verwendet wird: ein roher, [ungeschliffener, hochkarätiger
D.; ein D. von 20 Karat; einen -en schleifen; hart wie
ein D.; * schwarze -en (Steinkohle). 2. (zum Tonabnehmer
eines Plattenspielers gehörender) kleiner Stift mit einer
Spitze aus Diamant (1) zum Abspielen von Schallplatten.
Diamant [-], die; - [viell. wegen ihres besonderen Wertes
u. ihrer Seltenheit nach T'Diamant] (Druckw.): kleinster
Schriftgrad (4 Punkt).
diamant-, Diamant- ('Diamant; gelegtl. mit diamanten-,
Diamanten- wechselnd): -besetzt, (auch:)
diamantenbesetzt <AdJ.>; -bohrer. der (Bergbau): Gerät mit
Diamantspitze zum Bohren in sehr hartem Gestein; -geschmeide,
(auch:) Diamantengeschmeide, das; -glänz, der (Fachspr.):
für durchsichtige Mineralien mit hohem Brechungsindex
charakteristischer Glanz; -gravierung, die: Technik der
Glasverzierung, bei der mit einem Diamanten ein Dekor auf
die Glasoberfläche geritzt wird; -kollier, (auch:)
Diamantenkollier, das: mit Diamanten besetzter Halsschmuck;
-leim, der: Masse zum Fassen von Schmucksteinen; -nadel,
die: mit Diamanten besetzte Anstecknadel; -quader, der:
(in der Baukunst der Renaissance u. des Barocks) Quader,
dessen Oberflächenprofil einem Diamanten ähnlich
geschliffen wurde: -ring, der: mit Diamanten besetzter Fingerring;
-Schleifer, der (Berufsbez.); -schmuck, (auch:)
Diamantenschmuck, der; -Schneider, der (Berufsbez.); -spitze, die:
als Spitze eines Werkzeugs dienender Diamant; -stahl, der:
gehärteter Edelstahl; -staub, (auch:) Diamantenstaub, der:
beim Schleifen# von Diamanten abfallender Staub; -tinte,
die: flüssiges Ätzmittel für Glas.
diamanten [dia'mantn] <Adj.; o. Steig.): a) (nur attr.) aus
einem Diamanten gearbeitet: eine -e Bohrerspitze; b) <nur
attr.) mit Diamanten besetzt: ein -es Armband; c) (nicht
adv.) einem Diamanten vergleichbar, ä/inlich: ein -er Glanz.
diamanten-, Diamanten- ('Diamant; gelegtl. mit diamant-,
Diamant- wechselnd): -besetzt, (auch.) diamantbesetzt
<Adj>; -geschmeWe, (auch:) Diamantgeschmeide, das;
-kodier, (auch:) Diamantkollier, das; -schliff, der: svw.
t Brillantschliff; -schmuck, (auch:) Diamantschmuck, der;
-staub, (auch:) Diamantstaub. der.
Diamantine [diamanti.nd]. die: - [zu 'Diamant]: ein
Schleifmittel.
Diam^ntschrift, die (Druckw.): in 2Diamant abgesetzte
Sclirift: eine Bibel in D.
Diamat, DIAMAT [dia'ma(:)t], der; - [russ. diamat]:
Kurzwort für: dialektischer f Materialismus.
Diameter [dia'me:te], der; -s. - [lat. diametros < griech.
diämetros] (Geom.): Durchmesser eines Kreises od. einer
Kugel; <AbI.:> diametral [diame'tra:l] <Adj.; o. Steig.; nicht
präd. > [spätlat. diameträlis]: 1. (Geom.) a) auf einem
Durchmesser gelegen; b) in genau entgegengesetzter Richtung
liegend: die -en Punkte eines Kreises. 2. (bildungsspr.)
entgegengesetzt, gegensätzlich: -e Ansichten; ihre Auffassungen
von der Sache waren d. (ganz u. gar) entgegengesetzt;
diametrisch [dia'me.tnj] <Adj.; o. Steig.) [griech. diametri-
kös] (Geom.): dem Durchmesser entsprechend.
Diamid [dia'mi:t], das; -s [zu griech. dis = zweifach u.
t Amid] (Chemie): svw. tHydrazin; Diamin [dia'mi:n], das;
-s. -e [zu griech. dis = zweifach u. tAmin] (Chemie):
organische Verbindung mit zwei Aminogruppen.
Dianetik [dia'ne.tik]. die; - [aus TDianoetik]:
(unwissenschaftliche) Theorie, daß menschliche Komplexe u.
Hemmungen durch vorgeburtliche, im als Computer gedachten
Gehirn gespeicherte Erlebnisse entstanden sindu. mit
psychotherapeutischen Mitteln geheilt werden können; Dianoetik
[diano'e:tik], die; - (Philos.): die Kunst des Denkens; dianoe-
tisch [diano'e:tif] <Adj.; o. Steig.) [griech. dianoetikös]:
den Verstand betreffend.
Diapason [diapa.zan], der; -s. -s u. -e [...pa'zo.na; lat. diapä-
sön < griech. diapasön. eigtl. = durch alle (acht Saiten)]
(Musik): a) <auch: das) ursprünglicher Name der
altgriechischen Oktave; b) Normalstimmton. Kammerton; c)
Stimmgabel, -pfeife; d) <auch: das) englisches Orgelregister.
Diapause [dia'pauza], die; -. -n [griech. diäpausis = das
Dazwischenausruhen] (Biol.): (bei bestimmten Tieren) ein
klimatisch od. erblich bedingter Ruhezustand während der
Entwicklung.
Diapedese [diapede:zd], die; -. -n [griech. diapedesis. eigtl.
= das Durchspringen] (Med.): Durchtritt von
Blutkörperchen durch eine unverletzte Gefäßwand.
diaphan [dia'fa:n] <Adj.) [griech. diaphanes] (Kunstwiss.):
durchscheinend, durchsichtig; Diaphanie [diafa'ni:]. die; -,
-n [...iian] (Kunstwiss.): durchscheinendes Bild. Glasbild;
Diaphanitat [diafani'te:t], die; - (Met.): Durchlässigkeit für
Lichtstrahlen; Diaphanoskop [...nosko:p], das; -s. -e [zu
tdiaphan u. griech. skopein = betrachten, beschauen]
(Med.): Instrument zum Durchfüixren einer Diaplianoskopie;
Diaphanoskopie [...sko'pi:]. die; -. -n [...i:an] (Med.):
Untersuchung, bei der Körperteile durch eine dahintergehaltene
Lichtquelle durchleuchtet werden, um krankhafte
Veränderungen an Hand von Schatten festzustellen.
Diaphonie [diafo'ni:]. die; -. -n [...i:an; lat. diaphönia <
griech. diaphönia] (Musik): a) Mißklang, Dissonanz (in
der altgriech. Musik); b) älteste Art der Mehrstimmigkeit.
Diaphora [dia:fora. diafora]. die; - [griech. diaphorä =
Verschiedenheit] (Rhet.): 1. Darlegung des Unterschieds
zweier Dinge. 2. Wiederholung desselben Wortes oder
Satzteils, aber mit nachdrücklicher Betonung, so daß eine
Bedeutungsverschiebung eintritt.
Diaphorese [diafore:zd], die; -. -n [spätlat. diaphoresis <
griech, diaphoresis, eigtl. = das Zerstreuen] (Med.):
Schweißabsonderung; Diaphoretikum [...'re.tikom], das; -s.
...ka (Med.): schweißtreibendes Mittel; diaphoretisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [spätlat. diaphoreticus < griech.
diaphoretikös]: schweißtreibend.
Diaphragma [dia'fragma]. das; -s. ...men [spätlat. diaphrag-
525
Diaphyse
ma = Zwerchfell < griech. diäphragma = Zwischen-,
Scheidewand; Zwerchfell]: 1. (Anat.) a) Zwerchfell; b)
Scheidewand zwischen einzelnen Körperteilen od. Organen.
2. (Chemie) für Ionen durchlässige Membran, die bei
Trennverfahren (z.B. Filtrieren od. Osmose) benutzt wird. 3.
(Physik) Austrittsstelle des Dampfstrahls bei Vakuumpum-
pen. 4. (Optik veraltet) Blende.
Diaphyse [dia'fy:/3]. die; -. -n [griech. diäphysis = das
Durchwachsen; Zwischenwuchs; Gelenk- u.
Gliederverbindung] (Anat.): Mittelteil der Röhrenknochen (bei
Wirbeltieren).
diaplazentar [diaplatscn'ta:c] <Adj.; o. Steig.) [aus griech.
diä = durch u. tplazentar] (Med.): durch die Plazenta
hindurch: -e Übertragung von Bakterien.
Diapositiv [diapozi'ti.f). das; -s, -e [...i.val; zu griech.
diaphainesthai = durchschimmern u. t Positiv] (Fot.): zu
einem durchscheinenden Positiv (auf Glasplatte oder Film)
entwickeltes fotografisches Bild, das dazu bestimmt ist. auf
eine Leinwand projiziert zu werden; Dia.
Diärese [die're.za], Diäresis (di'e:rezis), die; -. ...resen
[...'re:zn; lat. diaeresis < griech. diairesis, eigtl. =
Trennung]: 1. (Sprachw.) getrennte Aussprache zweier
aufeinanderfolgender Vokale (z.B. Deismus [de'is...]). 2. (Metrik)
Einschnitt im Vers, an dem Wort- u. Versfußende
zusammenfallen. 3. (Rhet.) Aufgliederung eines Hauptbegriffs in
mehrere aneinandergereihte Unterbegriffe, die am Schluß durch
Nennung des Kollektivs zusammengefaßt werden. 4. (Philos.)
Begriffszerlegung, Teilung eines Begriffs bis zum
Unteilbaren. 5. (Med.) Undichtigkeit. Zerreißung eines Blutgefäßes
mit Blutaustritt in die Umgebung.
Diarium [dia:rium], das; -s, ...ien [...jpn; lat. diärium =
Tagebuch]: 1. veraltet) a) Tagebuch; ein D. führen; b)
Kladde, Geschäftsbuch; Die Herren sollten sich Anselms
D. als Beispiel nehmen und ordentlich Buch führen (Grass.
Hundejahre 50). 2. (veraltend) dickeres Sclvreibheft mit
festem Deckel
Diarrhö, Diarrhöe [dia'ro:], die; -. ...öen [...0:an; lat. diar-
rhoea < griech. diärrhoia, wörtlich = Durchfluß] (Med.):
Durchfall; <Abl.:> diarrhoisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
mit Durchfall verbunden; eine -e Infektion.
Diaskop [diasko:p], das; -s. -e [zu griech. diä = durch
u. skopein = betrachten, beschauen] (veraltend): svw.
t Diaprojektor; Diaskopie [...sko'pi:], die; -. -n [...i:an]
(Med. veraltend): Röntgendurchleuchtung.
Diaspor [dia'spo:?]. der; -s, -e [griech. diasporä = das
Zerstreuen (da er vor dem Lötrohr in kleine Teilchen
zerspringt)]: ein Mineral. Bestandteil des Bauxits; Diaspora
[diasporä]. die; - [griech. diasporä = das Zerstreuen,
Zerstreuung]: a) Gebiet, in dem eine konfessionelle od. nationale
Minderheit lebt: in der D. leben; b) die konfessionelle od.
nationale Minderheit selbst: die katholische D. in Berlin.
Diastase [dia'sta:z3], die: -. -n [griech. diästasis = das
Auseinanderstehen, Spaltung] (Anat.): Lücke zwischen
Knochen u. Muskeln; Diastema [diastema. auch: diaste:ma],
das; -s, -ta [diaste.mata; lat. diastema = Zwischenraum,
Abstand < griech. diastema] (Med.): angeborene Lücke
zwischen den oberen Schneidezähnen.
Diastole [di'astole. auch: diasto.b], die; -. -n [griech. diasto-
le] (Ggs.: Systole): 1. (Med.) die mit der Zusammenziehung
rhythmisch abwechselnde Erweiterung des Herzens. 2.
(Metrik) Dehnung eines kurzen Selbstlauts aus Verszwang;
< Abi. :> diastolisch [dia'sto:liJ] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
die Diastole betreffend, auf ihr beruhend: -er Blutdruck.
diastratisdi [dia'stra:tif] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. diä
= durch u. lat. Stratum = das Hingebreitete] (Sprachw.):
die schichtempezifischen Unterschiede einer Sprache
betreffend.
Diasystem [di:a-l. das: -s. -e (Sprachw.): übergeordnetes
System, in dem verschiedene Systeme zuswnnxenfunktionie-
ren.
diät [di'E;t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tDiät]: a) der
richtigen Ernäfirung entsprechend: d. kochen; (selten auch
attr.: > eine -e Lebensweise; b) einer Schonkost. Krankenkost
u.a. entsprechend: er muß streng d. leben, essen; Diät
[-]. die; -, (Arten:) -en [lat. diaeta < griech. diaita =
Lebensweise, Diät]: a) gesunde Ernährungsweise: ihre D.
war rein vegetarisch; b) Krankenkost, Schonkost: salzlose
D.; eine D. für Magenkranke; eine strenge D. einhalten
müssen, beobachten; er wurde auf D. gesetzt (ugs.; ihm
wurde D. verordnet): Ü ... indem Sie sowohl in der
Einsamkeit als auch in der Geselligkeit D. halten (sich mäßigen;
Jünger, Bienen 48).
Diät-: ^assistent, der: ausgebildete Fachkraft, die bei der
Aufstellung von Diätplänen beratend mitwirkt (Berufsbez.);
^assistentin: w. Form zu t-assistent (Berufsbez.): ^bier,
das; ^fahrplan, der (ugs. ):/#/•*inebestimmte Diät
zusammengestellter Speiseplan: ein D. für eine Schlankheitskur;
^fehler, der: Ernährungsfehler; -form, die; -kodi, der
(Berufsbez.); -köchin: w. Form zu Nkoch (Berufsbez.); -kost,
die; -küche, die: a) Küche, in der Diätkost hergestellt wird;
b) <o. PI.) Schonkost: er ist an D. gewöhnt; c) <o. PI.)
die Art des Diätkochens; sie bevorzugt die D.; ^kur, die;
-plan, der; -Schwester, die (Berufsbez.).
Diätar [die'ta:^]. der; -s. -e [zu tDiäten] (veraltet): bei
Behörden auf Zeit Angestellter. Hilfsarbeiter; <Abl.:> diä-
tarisch <Adj.; o. Steig.): gegen Tagegeld: d. beschäAigt
sein; Diäten [die:tn] <P1.) [wohl gek. aus: Diätengelder.
zufrz.diete = tagende Versammlung < mlat.dieta. diaeta
= festgesetzter Tag, Versammlung, zu lat. dies = Tag]:
1. Bezüge der Abgeordneten eines Parlaments o. ä. in Form
von Tagegeld. Aufwandsentschädigung u.a.; D. beziehen;
... daß George Kennan bei der Kasse des Bundeshauses
keine D. erhebt (Augstein, Spiegelungen 44); In den
Parlamenten schwatzen sie. holen sich die dicken D. weg
(Marchwitza, Kumiaks 144); Eine Zahlung von D. durch
den Staat wurde ... 1911 eingeführt (Fraenkel. Staat 234).
2. Einkommen bestimmter außerplanmäßiger Lehrkräfte an
Hochschulen: (Zus. zu 2:> Diätendozent, der;
Diätendozentur, die.
Diätetik [die'te:tik], die;-, -en [lat. (ars) diaetetica < griech.
diaitetike (techne)]: Lehre von der Diät, von der gesunden
Lebensweise; Diätetikum [die'te:tikoml. das; -s, ...ka: für
eine gesunde Lebensweise, für eine Diät geeignetes
Nahrungsmittel; diätetisch [diete:tiJl <Adj.>: der Diätetik
gemäß: eine -e Lebensweise.
Diathek [dia'te:k], die; -, -en [zu TDia u. griech. theke =
Abstellplatz, Behältnis (nach dem Vorbild von t Bibliothek
usw.)]: Sammlung von Diapositiven.
diatherman [diater'ma:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. diä
= durch, hindurch u. therme = Wärme] (Fachspr):
wärmedurchlässig. Wärmestrahlen nicht absorbierend, z. B.
Glas; <Abl.:> Diathermanitit, die: - (Met.):
Durchlässigkeit {für Wärmesirahlen); Diathermansjg. die; - [frz. dia-
thermansie. zu griech. diä = durch, hindurch u. thermansis
= Erwärmung): svw. f Diathermanität; Diathermie [diäter-
'mi:]. die: - (Med.): Heilverfahren, bei dem durch hoclxfre-
Quente Wechselströme bestimmte Gewebsabschnitte im Kör-
perinnern erwärmt werden.
Diathese [dia'te:z3], die; -. -n [griech. diäthesis = Zustand.
Verfassung] (Med.): anlagebedingte Bereitschaft des
Organismus zu krankhaften Reaktionen (z. B. Blutungen) u. zu
bestimmten Krankheiten.
diätisdi [die:tiXl <Adj.; o. Steig.) [zu tDiät]: die Ernährung
betreffend: -er Wert (Nährwert); Diätistin [dietistm], die;
-, -nen [zu tDiät]: svw. tDiätassistentin.
Dtatomee [diato'me.a], die; -. -n (meist PI.) [zu griech.
diätomos = zerschnitten, geteilt (wegen der zwei Hälften
des Kieselpanzers)] (Biol.): Vertreter einer Klasse
mikroskopisch kleiner, einzelliger Algen mit einem Panzer aus Kiesel-
satid; Kieselalge: <Zus.:) Diatomeenerde, die <o. PI.): svw.
t Kieselgur; Diatomeenschlammtder: Ablagerung von
Diatomeen in Tiefseebezirken; Diatomit [...'mi: t.auch: ...mit], der;
-s: Sedimentgestein aus verfestigtem Diatomeenschlamm.
Diatonik [diato.nik], die; - (Musik): Dur-Moll-Tonsystem;
das Fortschreiten in der Tonfolge der siebenstufigen Tonlei-
ter (Ggs.: Chromatik 1); diatonisch <AdJ.; o. Steig.) [spätlat.
diatonicus < griech. diatonikös] (Ggs.: chromatisch 1):
die-e Tonleiter.
diatopisch [diato:piJ] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. diä =
durch u. topos = Ort. Gegend, Land] (Sprachw.): die
landschaftlich bedingten Unterschiede sprachlicher Formen
betreffend: -e Untersuchungen zur Lautverschiebung.
Diatribe[diatri:bd].die;-.-n[lat.diatriba < griech. diatribe,
eigtl. = das Zerreiben]: a) (Literaturw.) in Vers od. Prosa
abgefaßte satirische; Moralpredigt mit fingiertem
Dialog i; b) (bildungsspr. j gelehrte Streitschrift, weitläufige
kritische Abhandlung-
Diazin [dia'tsi:n], das; -s. -e [zu griech. dis = zweifach
u. frz. azote = Stickstofll (Chemie): ringförmige
Verbindung, die zwei Stickst offatome enthält; DiazofarbstofT. der;
526
Dichter-
-[e]s, -e (Chemie): ein Azofarbstoff. der zwei Azogruppen
enthält; Diazotypie [diatßoty'pi:], die; -, -n [...i:an] (Fot.):
ein Lichtpausverfahren für transparente Strichvorlagen.
Dibbelmaschine ['dibf-1. die; -,-n [engl, dibble = Pflanzholz.
Setzholz]: Sämaschine* die das Saatgut in Reihen mit
größeren Abständen häufchenweise / ablegt; dibbeln ['dibfnl <sw.
V.; hat) [engl, to dibble] (Landw.): mit der Dibbelmaschine
säen: Bohnen d.; Djbbeisaat, die.
dibbern [diben] <sw. V.; hat) Uidd. dibbern = reden,
sprechen] (landsch.): leise\ heimlich miteinander sprechen; leise
aufjmdn. einreden.
Dibothriocephalus [dibotrio'tse:falus], der; -, ...li [zu griech.
dfs = zweifach, bothrion = kleine Grube u. kephale
= Kopf): Vertreter einer Gattung der Bandwürmer;
' Fischbandwurm.
Dibrachys [di:braxYs], der; -. - [lat. dibrachys < griech.
dibrachys = aus zwei kurzen Silben bestehend] (Metrik):
aus zwei Kürzen bestehender antiker Versfuß.
dich [du;; mhd. dich. ahd. dih]: 1. <Akk. des Personalpron.
tdu) ich habe dich gestern vermißt. 2. <Akk. des Reflexiv-
pron. der 2. Person, tsich) du solltest d. schämen.
Dichashm [di<^:ziom],das; -s, ...ien [...pn; zu griech. dicha-
sis = Teilung] (Bot.): Form der Verzweigung in jeweils
zwei gleiche Sprosse; Blütenstand als zweigliedrige Trug-
dolde.
Dichogamie [di^oga'mi:]. die; - [zu griech. dicha = getrennt
u. gämos = Hochzeit, Ehe] (Bot.): zeitlich getrennte Reife
von Staubblättern u. Stempeln, wodurch bei Zwitterblüten
die Selbstbestäubung verhindert wird.
Dichoreus [dico're:us], der; -. ...gen [lat. dichoreus < griech.
dichöreios] (Metrik): doppelter Trochäus.
dichotom [di<jo'to;m] <Adj.; o. Steig.) [griech. dichötomos
= zweigeteilt]: 1. (Biol.) gegabelt (von Pflanzensprossen).
2. (Philos., Sprachw.) in Begriffspaare zweiteilig gegliedert;
Dichotomie [di^oto'mi:], die; -, ...ien [...i:an; griech. dicho-
tomia = Zweiteilung]: 1. (Biol.) Zweiteilung des Pflanzen-
sprosses (die Hauptachse gabelt sich in zwei gleichstarke
Nebenachsen). 2. (Philos., Sprachw.) Zweiteilung; die
zweigliedrige Einteilung in Begriffspaare (z. B. diachron-syn-
chron); <Abl.:)dichotomisch [di^o'tomiJl <Adj.; o. Steig.):
svw. tdichotom: „Arbeiter erleben die Gesellschaft d."
Also nicht: unsere Gesellschaft ist geteilt in oben und
unten, sondern Arbeiter erleben sie so (Bottroper
Protokolle 9).
Dichroismus [dikro'ismus], der; - [zu griech. dichroos =
zweifarbig] (Physik): Eigenschaft vieler Kristalle. Licht nach
zwei Richtungen in Farben zu zerlegen; <Abl.:> dichroitisch
[...o'i.tij] <Adj.; o. Steig.): in verschiedener Richtung zwei
verschiedene Farben zeigend; Dkhramasie [dikroma'zi:].
die; -, -n [...han; zu griech. dis = zweifach u. chröma
= Farbe] (Med.): Farbenblindheit, bei der nur zwei der
drei Grundfarben erkannt werden; Dichromat [dikro'ma.t],
das; -s, -e [zu griech. dis = zweifach u. tChromat]
(Chemie): Salz der Dichromsäure; dichromatisch [dikro'ma:tiJ]
<Adj.; o. Steig.): zweifarbig; Dichromatopsie [dikromat>
psi:], die;:, -n [...i:an; zu griech. dis = zweifach, chröma
(Gen.: chrömatos) = Farbe u. öpsis = das Sehen]: svw.
tDichromasie; Dkhromie [dikro'mi:], die; -. -n [...i:an; zu
griech. dichrömos = zweifarbig] (Zool): verschiedene
Färbung von Tieren der gleichen Art (meist in Abhängigkeif
vom Geschlecht); Dichromsäure, die [zu griech. dis =
zweifach u. TChromsäure] (Chemie): Chromsäure mit zwei
Atomen Chrom im Molekül; Dichroskop [dikro'sko:p], das;
-s, -e [zu T Dichroismus u. griech. skopein = betrachten,
beschauen]: optische Vorrichtung zur Untersuchung
doppelter Lichtbrechungen bei Kristallen; <Abl.:) didiroskopisdi
<Adj.; o. Steig.): das Dichroskop betreffend, mit Hilfe des
Dichroskops.
dicht [dift] <Adj.; -er, -este) [unter mniederd. Einfluß <
mhd. dihte]: l.a) zusammengedrängt, zusammenstehetul;
ohne (größere) Zwischenräume: -es Haar; ein -esGestrüpp;
-e Hecken; beim -esten Verkehr; die d. an d., d. bei d.
(sehr dicht beieinander) stehenden Tulpen; ein d.
bevölkertes Land; die Zuschauer waren d. gedrängt; d. behaart
sein; Dichter wurde der Wald, rückte zusammen (Grass,
Hundejahre 128); Ü ein -es (vollausgefülltes) Programm;
eine -e(gestraffte, das Wesentliche betonende) Aufführung;
einen nur teilweise -en (komprimierten, das Wesentliche
betonenden) Film über ein mörderisches Unternehmen
(MM 3. 2. 73, 20); b) (für den Blick) eine fast uniiurchdring-
bareEin/ieit bildend; undurchdringlich: -er Nebel, -e
Schwaden; das Schneegestöber wurde immer -er; die Nacht wurde
d. und setzte unserer Tätigkeit ein Ende (Küpper, Simpli-
cius 135); Ü -es Schweigen; c)fest abschließend,
undurchlässig (Ggs.: undicht): ein -es Faß; das Dach, das Fenster,
der Verschluß ist nicht mehr d.; meine Stiefel halten nicht
mehrd.; Schotten d.! (seem. Kommando); Fugen, Ritzen
d. machen; die Gardinen waren d. zugezogen; * nicht ganz
d. sein (ugs. abwertend; nicht ganz bei Verstand sein):
Erwachsene sind manchmal nicht mehr ganz d. (Hornschuh,
Ich bin 14). 2. <besonders in Verbindung mit
Präpositionen) a) ganz nafie, in unmittelbarer Nähe: d. neben der
Kirche, d. überm Erdboden; die Polizei ist ihm d. auf
den Fersen; Er gab Gas, wartete bis der nachkommende
... auch Gas gab und -er auffuhr (Zwerenz, Erde 12);
b) zeitlich ganz nahe, unmittelbar: das Fest stand d. bevor.
djcht-: Mmf <Adv.): im kleinstmöglichen (räumlichen)
Abstand hintereinander: d. folgen; in der Wertung, in der
Tabelle d. liegen; -bebaut <Adj.; dichter, am
dichtesten bebaut; nur attr.); -behaart <Adj.; dichter, am
dichtesten behaart; nur attr.); -belaubt <Adj.; dichter,
am dichtesten belaubt; nur attr.); -besetzt <Adj.; dichter,
am dichtesten besetzt; nur attr.); -besiedelt <Adj.; dichter,
am dichtesten besiedelt; nur attr.); -bevölkert <Adj.;
dichter, am dichtesten bevölkert; nur attr.); -bewachsen <Adj.;
dichter, am dichtesten bewachsen; nur attr.); -gedrängt
<Adj.; dichter, am dichtesten gedrängt; nur attr.); -halten
<st. V.; hat) (ugs.): sich durch nichts verleiten lassen, über
etw.. was verschwiegen werden, geheim bleiben soll, zu reden:
er hat dichtgehalten; -machen <sw. V.; hat) (ugs.): l.a)
schließen, nicht mehr für den Verkauf o.a. geöffnet haben,
den Betrieb von etwas einstellen: der Fleischer macht seinen
Laden heute schon um 13°°Uhr dicht; er hat das Lokal
d. müssen; die Polizei hat ihm die Bude dichtgemacht;
b) nicht mehr geöffnet sein, den Betrieb einstellen: wann
machen die Geschäfte am Samstag dicht? 2. (Sport Jargon)
die eigene Abwehr so verstärken, daß der Gegner sie nicht
überwinden kann: hinten d.; -verschneit <Adj.; dichter,
am dichtesten verschneit; nur attr.).
Dichte ['distal, die; -, -n <PI. ungebr.): l.a) dichtes
Nebeneinander (von gleichartigen Wesen od. Dingen auf einem
Raum): die D. des Waldes; die D. des Verkehrs, der
Bevölkerung; Ü die D. seiner Beweisführung (Gedrängtheit);
ein Werk nicht nur von großer psychologischer D.
(Komprimiertheit) und ungeheurer Eindringlichkeit (Hildeshei-
mer, Legenden 19); b) (für den Blick) Undurchdringbarkeit:
die D. des Nebels, der Finsternis. 2. (Physik) das Verhältnis
der Masse eines Körpers zu dem von ihm eingenommenen
Raum: die mittlere D. der Luft, des Wassers. 3. (Fot.)
das Maß für die Schwärzung b.zw. Farbdichte einer
fotografischen Schicht. 4. (Textilind.) die AnzaJtl der Fäden od.
Maschen, die auf eine bestimmte Maßeinheit entfallen; <Zus.
zu 2:) Djchtemesser, der: svw. TDensimeter.
'dichten ['diftn] <sw. V.; hat): a) dicht machen, abdichten:
das Dach, ein Leck [mit etw.] d.; die Fugen sind schlecht
gedichtet; im Verlaufe des Sommers konnten die
bröckelnden Mauern gedichtet... werden (Kantorowicz, Tagebuch
I, 288); b) als Mittel zum Abdichten geeignet sein: der
Kitt dichtet gut.
Richten l'diftn] <sw. V.; hat) [mhd. tihten. ahd. dihtön,
tihtön = schriftlich abfassen, ersinnen < lat. dictäre =
zum Nachschreiben vorsagen, vorsagend verfassen]: 1. ein
sprachliches Kunstwerk (insbes. in Versform) verfassen,
schaffen: ein Gedicht, ein Epos d.; er hat in Jamben
gedichtet; Ü so dichte (scherzh.; schreibe) ich denn meine
Artikelchen ... über den Stand des Krieges (K. Mann. Wendepunkt
405); 2. *das Dichten u. Trachten {das Denken u. Streben
des Menschen; nach 1. Mose 6.5 u. 1. Mose 8.21): sein
Dichten u. Trachten war nur auf Genuß gerichtet; Dichter
l'di<;te]. der; -s, - [mhd. tihtaere]: Verfasser eines
sprachlichen Kunstwerks: ein großer, bedeutender, deutscher D.;
der D. des „Hamlet4*, von „Romeo und Julia"; wäre ich
ein D., könnte ich vielleicht den Ausdruck seines Gesichtes
beschreiben (Jens, Mann 78); „Sie sind der reinste D.
(können sich ausdrücken wie ein Dichterr. hatte ...
Georgette geantwortet (Dürrenmatt, Grieche 16); einen D. (das
Werk eines Dichters) zitieren, gerne lesen.
Djchter-: -akademie. die: Vereinigung von Schriftstellern
zur Pflege der Sprache und Literatur; ^biographie, die:
wissenschaftliche Darstellung vom Lebenshuf eines Dich-
527
Dichterin
ters; -bund, der: svw. t -kreis; -fürst, der (veraltet): alle
anderen überragender Dichter: Goethe, der D.; -gäbe, die
<o. PI.) (geh.): dichterische Begabung: -komponist, der:
jmd., der Dichter u. Komponist zugleich ist: E.T. A. Hoflf-
mann war ein D.; -kränz, der: Lorheerkranz, mit dem
Dichter geehrt wurden: -kreis, der: Verbindung gleichge-
sinnter Dichter: -krönung, die (hist.): öffentliche
Auszeichnung eines Dichters: -lesung, die: Veranstaltung, bei der
ein Dichter aus seinen Werken vorliest: -roß, das <o. PI.)
(bildungsspr.; selten): Pegasus: -rahm, der; -schule, die
(veraltet): svw. t -kreis; -spräche, die: Sprache der Dichter:
höchste Form der Sprachkunst: -werk, das: Werk.
Schöpfung eines Dichters: -wort, das: Ausspruch eines
Dichters.
Dichterin ['diftonn], die; -. -nen: w. Form zu f Dichter;
dichterisch ['di<;tdnj] <Adj.): in der Weise eines Dichters:
poetisch: eine -e Prosa, Form; eine -e Begabung; Teilhard
steht eine reiche, nicht selten -e Sprache zu Gebote (Natur.
22); einen Stoff d. gestalten; Dichterling [ di^tplinl. der;
-s. -e (abwertend): schlechter, unbegabter Dichter.
Versemacher; Dichtertum ['dicUHu:m]. das; -s: die Eigenart des
dichterischen Seins: das D. Goethes.
Dichtigkeit ['di^kajt], die; -: svw. T Dichte.
Dichtkunst ['dujtkonstl, die; -: 1. a) das dichterische Schaffen:
die D. der Klassik; b) die Fähigkeit, ein dichterisches
Kunstwerk hervorzubringen: die D. ist nicht erlernbar. 2. die
Dichtung. Poesie als Kunstgattung: D.. Malerei u. Musik.
'Dichtung ['di^tunl. die; -. -en: 1. <o. PI.) das
Undurchlässigmachen, das Abdichten. 2. Schicht aus einem geeigneten
Material, die zwischen zwei Teile eines Geräts o.a. zur
Abdichtung gelegt wird: die D. ist kaputt: eine neue D.
einfügen: die D. am Wasserhahn erneuern.
Dichtung [-1. die; -. -en [spätmhd. tihtunge = Diktat.
Gedicht): 1. sprachliches Kunstwerk: lyrische, epische,
dramatische D.; daß das Leben keine heroische D. ist. mit
Heldenrollen und dergleichen (Hesse. Steppenwolf 172); die -en
Goethes; Ü was er da erzählt hat. ist reine D. (ugs.; ist
frei erfunden, stimmt mit der Wirklichkeit nicht überein).
2. <o. PI.) svw. t Dichtkunst (2): die höfische D.; die D.
des Mittelalters; (Zus. zu 1:) Djditungsform, die:
literarische Gattung: Epos u. Roman sind verschiedene -en;
Dichtungsgattung, die.
Djditungs- ('Dichtung): -nusse, die; -matertal, das: als
D. wird z. B. Filz, Kork. Gummi gebraucht; -mittel, das:
Zusatzstoff, der Beton wasserundurchlässig macht: —ring«
der: ringförmige Dichtung; -Scheibe, die: vgl. -ring.
dick [dik] <Adj.) [mhd. diclke], ahd. dickij: 1. von
beträchtlichem, mehr als normalem Umfang; massig (Ggs.: dünn
1): ein -er Baum; ein -es Kind; ein -es Buch; es regnete
-e Tropfen; sie hat -e Beine; das Baby ist d. u. rund
(ugs.); er ist d. u. fett (ugs.); du bist -er geworden; das
Kleid macht dich zu d.; Ü (ugs.:) er fährt ein -es Auto
(großes, teures Auto); das ist ein -er Fehler (schlimmer
Fehler);ein -esGehalt. Honorar (hohesGehalt. Honorar);
ein -er Auftrag (großer Auftrag); Trotz dieser
Einschränkungmöchte ich Herrn Rosenbauer ein -es Lob (ein großes
Lob) spenden (Hörzu 39. 1975, 39); *jmdn. d. machen
(derb; schwängern): d. sein (derb; schwanger sein): sich
[mit etw.J d. machen (sich brüsten, angeben). 2.a) <in
Verbindung mit Maßangaben, nachgestellt) eine bestimmte
Dicke aufweiset: die Bretter sollen 5 cm d. sein; die Salbe
ist zwei Finger d. aufzutragen; b) einen beträchtlichen
Querschnitt aufweisend; stark (Ggs.: dünn 1): eine -e Eisdecke,
Staubschicht; ein -er Teppich; der StofT ist sehr d.; die
Salbe d. auftragen; *mit jmdm. durch d. u. dünn gehen
(jmdm. in allen Lebenslagen beistehen); d. auftragen (ugs.
abwertend; übertreiben): Die Handlung war ungeschickt
konstruiert, das Sentimentale d. aufgetragen (K. Mann.
Wendepunkt 187); es nicht so d. haben (ugs.; nicht über
viel Geld verfügen): seit... mein Vater die Tapeten bezahlen
mußte, obwohl er es doch auch nicht so d. hat (Keun,
Mädchen 28). 3. (ugs.) krank/iaft angeschwollen: eine -e
Backe; sie hat einen ganz -en Knöchel; seine Mandeln
sind d. [geschwollen]. 4. dickflüssig steif: eine viel zu -e
Soße; -e (gestockte, saure) Milch; eine Erbsensuppe ...,
die so d. war. daß der Schöpflöffel aufrecht darin stehen
blieb (Remarque, Obelisk 43); den Saft d. einkochen. 5.
dicht, umlruchdringlich: -e Rauchschwaden; ihr Haar ist
sehr d. (ugs.; dicht gewachsen): die Pflanzen stehen zu
d. (ugs. landsch.); Ü Sie kamen in den -sten Abendverkehr
(ugs.; in den stärksten, dichtesten Verkehr; Chr. Wolf,
Himmel 298). 6. <nicht adv.) (ugs.) vertraut, eng: eine -e
Freundschaft; sie waren -e Freunde. 7. (intensivierend bei Adj.
u. Verben) (ugs.) sehr: d. satt sein; Jmdm. etw. d. ankreiden.
8. *jmdn., etw. d. haben/kriegen (ugs.; jtnds.. einer Sache
überdrüssig sein): vgl. dicke.
djck-, Djck-: -balg, der (ugs. abwertend): dicker Mensch:
Die Dickbälger schrappen die Profite (Marchwitza. Ku-
miaks 112); -bauch, der (scherzh.): beleibter Mensch;
-baucher [-bauxE] (ugs. scherzh.): svw. f-bauch; -bauchig
<Adj>: stark gewölbt, gebaucht: eine -e Flasche; -bauchig
<Adj.): mit einem dicken Bauch: -e Kinder; -bein, das
[volksetym. an dick angelehnt, urspr. wohl mhd. diech
= Schenkel u. dazu erläuterndes Bein] (landsch.): Bein
von der Hüfte bis zum Knie. Oberschenkel; -blatt, das:
Vertreter einer in Südafrika vorkommenden Gattung der
Dickblattgewächse (beliebte Zierpflanze); -dann, der: der
an den Dünndarm anschließende kürzere u. dickere Abschnitt
des Darms: -fellig [-fcli^] <Adj.) (ugs. abwertend):
gleichgültig, unempfindlich gegenüber Aufforderung. Mißbilligung
o.a.: er ist ein sehr -er Mensch; sei doch bloß nicht so
d.!. dazu: -felligkeit, die; -fleischig <AdJ.): dick / und viel
Saft enthaltend/: -e Blätter; -flüssig <Adj.>: zäh-,
schwerflüssig: ein -es öl. dazu: -flüssigkeit, die <o. PL); -fuß,
der: 1. schnepfenähnlicher Vogel, Triel. 2. in Gruppen
vorkommender, ungenießbarer Blätterpilz mit knolligem Stiel;
-fußröhrling, der: ungenießbarer Röhrenpilz mit knolligem
rotem Stiel; -füttern <sw. V.; hat) (ugs.): bis zum
Dickwerdenfüttern: ein Tier, ein Baby d.; -gehen, das (Jägerspr.):
das Trächtigsein von Hund u. Raubwild; -glas, das: nicht
splitterndes Sicherheitsglas für Fahrzeugverglasung;
-häuter [-toytel. der; -s, -: großes, plumpes Säugetier mit dicker,
lederartiger Haut: zu den -n gehören Elefanten, Nashörner.
Flußpferde und Tapire; Ü er ist ein D. (ihn kann nichts
so leicht beeindrucken, seelisch aus dem Gleichgewicht
bringen), dazu: -häutig <Adj.>: mit dicker Haut; -köpf, der
(ugs.): a) eigensinniger, starrköpfiger Mensch; b)
eigensinnige Haltung, starrköpfiges Wesen: einen D. haben, seinen
D.aufsetzen^ro/2/g^//iA-köiiflg<Adj.;nichtadv.)(ugs.):
starrköpfig, eigensinnig, dazu: -köpfigkeit, die; -leibig
[-laibu;] <Adj.; nicht adv.): korpulent, von großem Leibes-
unifang: ein -er Gastwirt; Ü ein -es Buch, dazu: -leibtgkeit,
die; -lippig <Adj>: mit dicken Lippen: ein -er Mund;
-milch, die: geronnene, saure Milch; -münze, die: ma.
Münze aus dickerem Metall, aber geringerem Durchmesser
als das normale Stück der betr. Münzsorte; -nischel, der
(ostmd.): svw. t -köpf; -pfennig, der: svw. T -münze; -rübe,
die (landsch.): svw. t Runkelrübe; -sack« der (salopp
abwertend; landsch. auch scherzh.): dicker /kleiner/ Mensch;
-schädel« der (ugs.): svw. t-kopf: er ist ein furchtbarer
D.. dazu: -schädelig« -schädlig <AdJ.; nicht adv.):
eigensinnig, starrköpfig; -schalig <Adj.; nicht adv.): mit dicker
Schale: eine -e Apfelsine; -stein« der: Diamantschliff mit
wenig Facetten: -Strunk, der (landsch.): Futterkohl; ^tuer
[-tu:B], der: -s. - (landsch. salopp abwertend): Wichtigtuer;
-tuend, die (landsch. salopp abwertend): Wichtigtuerei;
-tuerisch <Adj.) (landsch. salopp abwertend): sich
wichtigtun, prahlen; -tun« sich <unr. V.; hat) (ugs. abwertend):
prahlen, großtun: Ich habe das Gefühl, hier will sich wer
d.. der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat (Hacks.
Stücke 331); -wandig <Adj.; nicht adv.): mit fester, dicker
Wand: -e Gefäße; -wanst, der (salopp abwertend): dicker,
fetter Mensch, dazu: -wanstig <Adj.; nicht adv.); -würz,
-wurzel« die (landsch.): svw. f Runkelrübe; -zuckerbehand-
hing« die (Fachspr.): das Konservieren von Früchten mit
Hilfe von konzentrierten Zuckerlösungen.
djcke <Adv.) [mhd. dicke = oft. häufig] (ugs.): reichlich,
vollauf genug: d. genug haben; wir kommen mit den
Vorräten d. aus (wir haben auf Grund der vorhandenen Menge
reichlich genug): * Imdn., etw. d. haben (salopp; jmds., einer
Sache überdrüssig sein): er hatte seine Arbeit d.
'Djcke, die; -. -n <PI. selten) [mhd. dicke, ahd. dick?]: 1.
das Dicksein. Umfänglichkeit; die D. der Mauern; die D.
eines Stammes; ein Mann von einer krankhaften D.
(Beleibtheit. Korpulenz). 2. (in Verbindung mit Maßangaben)
Querschnittliche Ausdehnung, meßbarer Abstand von einer
Seite zur gegenüberliegenden: die Eisdecke hat eine D.
von 50 cm; wir brauchen Stäbe mit einer D. von mindestens
16mm; Bretter von verschiedenen -n. 3. <o. PI.)
Dickflüssigkeit: die D. der Soße.
528
Dielektrikum
*Dicke, der u. die; -n, -n <Dekl. I Abgeordnete; [zu Idick
(I)]: I. (ugs.)jmd., der dick, korpulent ist: der D. schnaufte
beim Treppensteigen. 2. (meist o. Art.) Kosename meist
für einen dicken Menschen: -r, komm mal her!; das ist
unsere kleine D.
JDjcke, das; -n [zu t dick (1)) <meist o. Art.) (fam.): Koseneone
für ein dickes Kind, Mädchen, für eine dicke Frau: das
ist unser -s.
dicken [diknj (sw. V.) [zu tdick (DJ: a) dick-, zäfij'lüssig
machen (hat): eine Soße mit Rahm d.; b) dick-, zä/iflüssig
werden (hat/ist): Gelee aus Brombeeren dickt leicht; Djk-
kenabnahme. die: das Abnehmen an Umjäng. an lDicke
(1); Djckenzunahme, die: das Zunehmen an Umfang, an
1 Dicke (1); Dkrkerchen [dike^nj. das; -s. - [zu Tdick (1)]
(fam. scherzh.): dicker kleiner/ Mensch: dickes Kind: das
Baby ist ein richtiges D.; mein kleines D.!; djcketun, sich
(unr. V.; hat) (ugs. abwertend): svw. t dicktun; Dickicht
['dikif t]a das; -[e]s, -e [zu Idick]: dichtes, undurclidringliches
Gebüsch, Gestrüpp: Wald mit dichtem Unterholz: Noch
heute ist dieser Wald ein ... völlig undurchdringliches D..
durch dessen ... Unterholz ... nicht Mensch noch Tier
zu dringen vermag (Sieburg. Blick 33); sich im D.
verbergen: die Rehe verschwanden im D.; Ü er fand sich nicht
mehr zurecht in dem D. der Paragraphen; djcklkh (Adj.;
nurattr. u. präd.): 1. zur Fülle neigend: etwas aufgedunsen:
ein -es Kind; ein unauffälliger, bäuchiger Alter mit einem
-en Gesicht (Johnson. Ansichten 53); er ist in letzter Zeit
etwas d. geworden. 2. dickflüssig, angedickt: ein -er Saft;
die Sauce ist d.; (Abi.:) Djcklichkeit, die; -; Djckte, die;
-, -n [zu Tdick (1)] (Druckerspr.): die unterschiedliche Breite
eines Druckbuchstabens im Schriftbild, z. B. m gegenüber
i: Djckung, die; -, -en: dichter, geschlossener junger Waldbe-
stand: die Tiere verschwanden in der D.
Dictionnaire [diktsio'nE.ßJ, das (auch: der); -s, -s: svw. f Dik-
tionär.
Didaktik [di'daktik]. die: -. -en (Päd.): a) (o. PI.) Uhre
vom Lehren u. Lernen: Unterrrichtslehre: D. der
Mathematik, der Physik; b) Theorie der Bildungsinltalte; Methode
des Unterrichtens: es gibt zur Zeit viele verschiedene -en;
c) Abhamilung, Darstellung einer didaktischen Theorie: etw.
in einer D. nachlesen; (Abi.:) Dktyktiker, der; -s. -: a)
Fachvertreter der Unterrichtslehre: b)jmd.. der über
didaktische Fälligkeiten verfiigt: er ist ein guter D.; didaktisch
(Adj.)[griech.didaktikös](Päd.):a)(o. Steig.; nicht präd.)
das Lehren u. Lernen, die Vermittlung von Lehrstoff
betreffend: für Unterrichtszwecke geeignet: -e Theorien, Modelle;
Der Vergleich ist ... ein wesentliches -es Mittel (Meyer,
Unterrichtsvorbereitung 78): d. vorgehen; diese Methode
ist d. falsch; b) belehrend, lehrhaft: -es Theater; eine -e
Dichtung; -es Spielzeug (Spielzeug von pädagogischem
Wert): diese Geschichte ist sehr d.; Didaktisierung [didakti-
'zi:ruo], die; -, -en (Päd.): die didaktische Aufbereitung
eines Lehrstoffes: ein Versuch der D. des Lehrstoffs
Gemeinschaftskunde; Didaskalien [didas'ka.lpn] (PI.) [griech.
didaskalia, eigtl. = Lehre. Unterweisung]: 1.
Regieanweisungen altgriechischer Dramatiker für die Aufführungen
ihrer Werke. 2. in der Antike die urkundlichen Verzeichnisse
der aufgeführten Dramen mit Angaben über Titel. Dichter,
Schauspieler, Ort u. Zeit der Aufführung usw.: Didaxe [di-
'dakso], die; -. -n [griech. didaxis] (selten): svw. T Didaktik
(a).
dideWum [dhdldom]. dideUumdei [di:d|domdaj] (Interj.)
[lautm. nach dem Klang des Dudelsacks od. der Drehorgel]
(veraltend): lautmalerisches Füll- u. Begleitwort in Liedern
u. Kinder reimen.
Didotantiqua [di'do:|anti:kva], die; -: von den französischen
Buclidruckern Francois Ambroise u. Firmin Didot
geschaffene Druckschrift: Didotsystem. das; -s: von dem französischen
Buchdrucker Francois Ambroise Didot wesentlich
verbessertes typographisches Maßsystem.
Didym [di'dy:m], das; -s [zu griech. didymos = doppelt:
Zwilling (weil es zusammen mit dem Lanthan gefunden
wurde)] (Chemie): eine seltene Erde (Gemisch aus
Praseodym u. Neodym): (Zus.:) DWymmetall, das: svw. TDidym;
Didymitis [dldy'mi:tis], die; -. ...itlden [...ymi'li:dn; zu
griech. didymoi (PI.) = Hoden, eigtl. = die Doppelten]
(Med.): Hodenentzündung.
dktynamisch (Adj.; o. Steig.) [zu griech. dis = zweifach
u. Tdynamisch] (Bot.): (von Zwitterblüten) zwei lange u.
zwei kurze Staubblätter aufweisend.
die: Tder.
Dieb[di:p], der; -[eis. -e [mhd. diep. diup. ahd. diob. thiob]:
jmd., der fremdes Eigentum heimlich entwendet: ein
gemeiner. rafTinierter D.; -e waren am Werk; der D. war
durchs Fenster eingestiegen; den D. schnappen, auf frischer
Tat ertappen; haltet den D.!; er hat sich davongestohlen
wie ein D. (ist heimlich, unbemerkt davongegangen): R
die kleinen -e hängt man. die großen läßt man laufen;
*wie ein D. in der Nacht (geh.; unbemerkt, überraschend,
unvorhergesehen).
Dieberei [di:bö'raj], die; -. -en (ugs. abwertend):
fortwährendes Stehlen: der Angeklagte hat sich auch kleine -en
zuschulden kommen lassen.
dkbes-, Diebes- (vgl. auch: Diebs-): -bände, die
(abwertend); -beute, die: ^fahrt. die: Fahrt. Unternehmung, bei
der man auf Diebstahl ausgeht: -falle, die: Vorkehrung
zur Überfütirung eines Diebes: -gut, das: svw. ^beute;
-haken» der: Drahthaken zum öffnen von Schlössern:
Dietrich: -handwerk, das (o. PI.) (iron.); -höhle, die: svw.
T -nest; -nest.das: Versteck von Dieben: -paar, das; -pack,
das: svw. f Diebsgesindel; -sicher (Adj.): sicher vor Dieben:
-spräche, die: Geheimsprache der Diebe. Gaunersprache.
Rotwelsch: -tour.die: svw. T-fahrt; -Werkzeug, das; -zug,
der: Unternehmung, bei der man auf Diebstahl ausgeht.
Diebin [di:bin], die; -. -nen: w. Form zu TDieb; dkbisch
(Adj.) [mhd. dienlich]: 1. (nur attr.) (veraltend): zum
Diebstahlneigend, auf Diebstald ausgehend: -es Volk, Gesindel;
Zum Glück beginnen ... die meisten Menschen bereits
im zarten Alter ... ihre -en ... Instikte zu verbergen (Habe.
Namen 303). 2. heimliches Frohlocken verratend, nur ver-
stolilen seine Belustigung zeigend: er hatte ein -es Vergnügen
daran, andere irrezuführen; er hat sich d. (sehr, mit
heimlicher Schadenfreude) gefreut, als die anderen auch einmal
zu spät kamen.
Diebs- (noch in bestimmten Zus. für: Diebes-): -daumeru
der (Volksk.): als Glücksbringer aufbewahrter Daumen eines
hingerichteten Diebes: -geliebter, das (salopp abwertend):
svw. T ^gesindel; -gesindel, das (salopp abwertend):
Gesellschaft, Gruppe von Dieben: -volk. das: svw. T^gesindel;
-zunft, die: svw. T -gesindel.
Djcbspning,der; -[e]s. ...sprünge [zu TDieb] (Turnen): Über-
sprung, bei dem man aus dem Anlauf mit einem Bein
abspringt, im Sprung die Beine schließt u. nach vorn streckt
u. sich erst mit den Händen abstützt, nachdem die Beine
über das Gerät hinübergelangt sind.
Diebstahl Cdi:p-Jta:l], der; -[e]s. ...stähle [mhd. diupstäle.
diepstäl. aus: diube, ahd. diub(i)a = Diebstahl u. -stäke),
ahd. stäla = das Stehlen, nhd. zu TDieb gezogen]:
heimliches Entwenden fremden Eigentums: Stehlen: einfacher,
schwerer, fortgesetzter D.; geistiger D. (unerlaubte über-
nafime fremden Gedankenguts, Plagiat): einen D. begehen,
verüben, entdecken; man wollte mir D. von
Werkseigentum anhängen (v.d. Grün, Glatteis 120); jmdn. wegen
-s verurteilen; Ü Das ( = dir einen Hungerlohn zu schuften)
ist D. an unserer Gesundheit, an unserer Intelligenz
(Sebastian. Krankenhaus 49); (Zus.:) Dkbstahlsverdacht, der;
Dkbstahlversicherung, die: Versicherung gegen Diebstahl.
Dieder [di'le.dß]. das; -s. - [zu griech. dis = zwei(fach)
u. hedra = Fläche. Basis] (Geom.): zweiflächiges
regelmäßiges Vieleck, bei dem die Ober- u. Unterseite unterschieden
werden.
Diegese [die'ge:za], die; -. -n [griech. diegesis] (veraltet):
weitläufige Erzählung, Ausführung, Erörterung: diegetisdi
[...'ge:tij] (Adj.) [griech. diegetikös] (veraltet): erzählend,
erörternd.
diejenige: T derjenige.
Diele ['di:b|. die; -. -n [mhd. dil[le]. ahd. dilla = Brett.
Bretterwand, -boden in Schiffen u. Häusern]: 1. langes,
schmales FufJbodenbrett: rohe, gestrichene -n; die -n
knarren, sind ausgetreten; Zwei Frauen ... gössen Ströme von
Wasser über die morschen -n im Erdgeschoß (Kuby, Sieg
395). 2. hinter der Wohnungstür gelegener Vorraum,
geräumiger Flur, in dem sich meist die Garderobe befindet: in
der D. stehenbleiben. 3. im niederdeutschen Bauern- und
Bürgerhaus Hauptraum: in... einem alten Kaufmannshause
mit hallender D. und weißlackierter Galerie (Th. Mann.
Tod 79). 4. (veraltend) kurz für TTanzdiele.
Dielektrikum [die'Iektrikom], das; -s. ...ka [zu griech. diä
= zwischen, auseinander u. T elektrisch] (Physik, Elektrot.):
luftleerer Raum <xf. isolierende Substanz, in der ein elektro-
34 GDW
529
dielektrisch
magnetisches Feld ohne Ladungszufidxr erhalten bleibt: Das
nach diesen Bedingungen hergestellte LeuchtstofTpulver
... muß in ein durchsichtiges D. eingebettet werden
(Elektronik 1971. 405); dielektrisch <Adj.; o. Steig.) (Physik,
Elektrot.): (von bestimmten Stoffen) elektrisch nicht
leitend; Dielektrizitätskonstante, die (Physik. Elektrot.):
Wert, der die elektrischen Eigenschaften eines Stoffes
kennzeichnet.
dielen l'di:In) <sw. V.; hat) [mhd. dillen. ahd. dillön] (Bauw.):
den Fußboden eines Raumes mit Dielen belegen: der Boden,
der Raum muß neu gedielt werden; <Abl.:) Djfihing, die;
-, -en (Bauw.): 1. das Dielen. 2. Bretterbelag des Fußbodens.
Dklen-: -boden, der; -brett, das; -fenster, das; -fiißboden,
der; -holz, das; -köpf, der (Kunstwiss.): plattenförmige
Verzierung an der Unterseite des Kranzgesimses einer
dorischen Säulenordnung; ^lampe, die; ^ritze, die; -treppe,
die (Bauw.): Treppe innerhalb eines Raumes.
Dieme ['di:ma], die; -. -n. Diemen ['di:man], der; -s. -
[aus dem Niederd. < frz. dime = der Zehnte < lat.
declma] (nordd.): im Freien geschichteter größerer Haufen
Stroh. Heu. Torf
Dien [di'e:n], das; -s. -e <meist PI.) [zu griech. dis =
zweifach)] (Chemie): ungesättigter Kohlenwasserstoff der 2
Doppelbindungen im Molekül enthält.
dienen ['di:nanl <sw. V.; hat) /vgl. gedient/ [mhd. dienen,
ahd. dionönj: l.a) in abhängiger Stellung gegen Lohn.
Gehalt bestimmte Pflichten erfüllen, bestimmte Arbeiten
verrichten, bei jmdm. Dienst tun. in jmds. Dienst stehen:
dem Staat loyal d.; er hatte dem König treu gedient;
sie hatte in Herrschaftshäusern [als Dienstmädchen]
gedient (gearbeitet); R niemand kann zwei Herren d.; b)
Militärdienst tun: er hatte acht Jahre [bei der Bundeswehr,
im Heer] gedienl (war acht Jahre Soldat); als Artillerist,
bei den Pionieren d.; hast du schon gedient?; er brauchte
nicht zu d. 2. a) (geh.) sich einer Sache od. Person freiwillig
unterordnen u. für sie wirken, für jmdn..für etwas eintreten:
der Gerechtigkeit, dem Fortschritt d.; er dient mit seiner
Arbeit einer großen Sache; er hatte noch die Kunst, der
er diente; b) nützlich, vorteilliaft. dienlich sein: etw. dient
der Sicherheit; die Sammlung dient einem guten Zweck.
3. jmdm. behilflich sein, helfen: mit dieser Auskunft ist
mir wenig gedient; womit kann ich d.?; es tut mir leid,
daß ich Ihnen in dieser Angelegenheit nicht d. kann; mit
50 Mark wäre mir schon gedient. 4. gebraucht, betmtzt.
verwendet werden; einen bestimmten Zweck haben od.
erfüllen: das alte Schloß dient jetzt als Museum; etw. dient
als Ersatz, Notlösung, Vorwand; etw. dient [jmdm.] als/zur
Nahrung. Unterkunft; er hat den Kameraden immer als
Prügelknabe gedient; das möge dir zur Warnung d.; Diener
[di:m?], der; -s. - [mhd. dienare]: a) jmd., der bei einer
Privatperson gegen Lohn Dienst tut; Hausangestellter.
Domestik: der Beruf eines herrschaftlichen -s (Jahnn,
Geschichten 160); bei... Empfängen entzünden die livrierten
D. alle Kandelaber (St. Zweig, Fouche 178); Ü Erfahrene
junge Herrin (verhüll.; Sadistin) ruft den D. (verhüll.; maso-
chistisch veranlagten Mann) ins Domino-Studio
(Abendpost Nachtausgabe 11.10.74,13); * einen D. machen (fam.;
von Kindern: bei der Begrüßung eine Verbeugung machen):
Vater zog seinen Hut, und ich machte auch einen D.
(Schnurre, Bart 84); Ein artiger junger Mann macht beim
Abschied höfliche D. (Noack, Prozesse 243); stummer D.
(Serviertisch); b) (geh.) jmd.. der in einem Gemeinwesen
bestimmte Pflichten erfüllt, ein öffentliches Amt bekleidet:
ein D. der Kirche, des Staats; Durch die feste Bindung
... an den Begriff der Pflicht hat er ... die Herrscher ...
zu den ..ersten -n" ihres Staates gemacht (Fraenkel, Staat
19); K der von geheimnisvollen -n des Gesetzes am
Ende erwürgt wird (Koeppen, Rußland 43); c) (geh.) jmd..
der sich einer Person. Sache freiwillig unterordnet u. für
sie wirkt; Förderer. Helfer: ein D. der Wissenschaft, der
Kunst; Dienerin ['dLnannl, die; -, -nen: w. Form zu f Diener
(a, c): Sie stieß die Namen von Dienern und -nen aus
(Jahnn. Geschichten 29); dienern [di:nen] <sw. V.; hat)
(abwertend): sich beflissen verbeugen, wiederholt
Verbeugungen machen der Empfangschef dienerte beflissen vor
den Gästen; Ü er dienert beständig vor seinen Vorgesetzten
(verhält sich devot, unterwürfig, kriecherisch);
Dienerschaft, die; -: Gesamtheit der Diener; alle Dienstboten • eines
Hauses ; dienlich <Adj> in der Verbindung jmdm., einer
Sache d. sein (jmdm.. einer Sache förderlich, zuträglich.
nützlich sein): sein Verhalten war der Sache wenig d.;
Er erreichte.... daß ich mehr trank, als mir d. war (Fallada,
Herr 103); kann ich Ihnen mit etwas d. sein? (veraltend;
kamt ich Ihnen mit etwas helfen?)'. <auch attr.:> der
Angelegenheit wenig -e Angaben; <Abl.:> Dj&ilichkeit, die; -;
Dienst [di:nst]. der; -[e]s. -e [mhd. dien(e)st, ahd. dionöst]:
l.a) <o. Pl.> berufliche Arbeit. Tätigkeit. Erfüllung von
beruflichen, Pflichten: ein harter, schwerer, eintöniger,
langweiliger D.; die Nachtschwester hat einen
anstrengenden D.; Es waren herrliche Zeiten ... Reichlich zu essen,
gut zu trinken, angenehmer D. (Remarque, Obelisk 280);
sein D. beginnt sehr früh; um 800 Uhr seinen D. antreten;
seinen D. vernachlässigen, gewissenhaft versehen; er hat
heute lange D. (muß lange arbeiten); D. machen, tun
(arbeiten); welche Apotheke hat heute D. (ist heute
geöffnet)?; die Postbeamten machten D. nach Vorschrift, um
ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen
(arbeiteten peinlich genau nach den Dienstvorschriften u.
verursachten so beabsichtigte Verzögerungen); außer Dienst,
außerhalb des -es (inder Freizeit); nicht im D. sein (dienstfrei
haben); im D. ergraut sein; der Unteroffizier vom D.
(der diensthabende Unteroffizier); er ist der Chef vom
D. (der für den organisatorischen Ablauf verantwortliche
Mann in einer ZeitungsredaktionJ); zum D. gehen; zu
spät zum D. kommen; R D. ist D. und Schnaps ist Schnaps
(Arbeit u. Privatvergnügen muß man auseinanderhalten);
b) <PI. selten) Arbeitsverhältnis. Stellung. Amt: seinen D.
antreten; den D. quittieren (seine Stellung aufgeben, sein
Amt niederlegen); ,,Ich sage meinen D. auP\ rief Mandia-
ro, „ich bin nicht mehr dein Stiefelputzer (Reinig, Schiffe
19); jmdn. aus dem D.. aus seinen -en entlassen; in jmds.
-e treten, jmdn. in Dienst nehmen; in jmds. Dienst[en]
sein/stehen (veraltend; ./wr.//w/rt., bei jmdm. arbeiten)'. *
außer D. Um Ruhestand. Abk.: a.D.): er ist Major a.D.;
im D. von etw.« im D. einer guten Sache stehen; sich in
den D. von etw.« in den D. einer guten Sache stellen (etw.
Bestimmtes fördern; sich für etw. Gutes einsetzen); etw.
in D. stellen (in Betrieb nehmen): der Luxusdampfer wurde
erst vor zwei Jahren in D. gestellt; c) <o. Pl.>
Tätigkeitsbereich (in einem öffentlichen Amt): er ist im mittleren,
gehobenen D. tätig; er wurde in den diplomatischen,
auswärtigen D. übernommen; *der öffentliche D. (1. Gesamtheit
der Tätigkeiten im öffentlichen Bereich auf der Ebene von
Bund. Ländern u. Gemeinden. 2. Gesamtheit der im
öffentlichen Bereich Beschäftigten). 2. Gruppe von Personen, die
bestimmte Aufgaben zu versehen haben, dafür bereitstehen:
der technische D.; für die Übermittlung der Nachrichten
arbeiten verschiedene -e. 3. Hilfeleistung;. Beistand: ein
selbstloser D.; jmdm. seinen D.. seine -e anbieten; kannst
du mir einen D. tun (mir helfen)? der Oberleutnant griff
nicht auf Stefans -e zurück (Kuby, Sieg 128); *[das ist]
D. am Kunden (ugs.. oft scherzh.; eine unentgeltliche
Dienstleistung eines Geschäftsmanns; zusätzliche Leistung,
die jmd.. bes. der Geschäftsmann, dem Kunden erbringt,
ohne daß dieser einen Anspruch darauf hätte): seinen D./seine
-e tun (für den Zweck, für den es gebraucht wird, taugen,
zu brauchen sein): ein Waschtrog .... er tut ... wohl seinen
D. Tür die Not (Wagger 1, Brot 107); jmdm. gute -e tun
(jmdm. sehr nützlich sein): der warme Pullover hat mir
gestern gute -e getan; jmdm. mit etw. einen schlechten D.
erweisen (jmdm. trotz bester Absicht mit etw. schaden);
zu jmds. -en, jmdm. zu -en sein/stehen (jmdm. seine Hilfe
atibieten, sich jmdm. zur Verfügung stellen): immer stand
Pablo mir mit besonderem Eifer zu -en (Hesse, Steppenwolf
164); jmdm. den D. versagen (schwach werden, versagen);
die Beine versagten ihm plötzlich den D. 5. (Kunstwiss.)
überwiegend in der gotischen Baukunst verwendetes dünnes
Säulchen, auch Halb-. Viertel- od. Dreiviertelsäulchen mit
Kapitell, das die Rippen od. Gurte des Kreuzgewölbes bzw.
die Profile der Arkadenbogen trägt.
dienst-, Dienst-: -ablauf, der: Abfolge der während des
Dienstes atifalletiden Arbeiten o.a.; -ablösung, die: a) Wechsel
der einen Dienst versehenden Personen; b) Mannschaft, die
eine andere im Dienst ablöst; -abteil, das: Eisenbahnabteil,
das für das Zugpersonal bestimmt ist; -adel, der (hist.):
Gruppe des tAdels da), die ihre soziale Stellung einem
Dienstverhältnis zum König o. ä. verdatikte. z. B. die
Ministerialen; ^alter, das: die im Beamten- od. Soldatendienst
abgeleisteten Jahre; -älteste, der u. die <Dekl. f Abgeordnete):
jmd.. der von mehreren bei gleicher Dienststellung das höch-
530
dienst-, Dienst-
ste Dienstalter hat: ^angelegenheit, die; -antritt, der: das
Antreten eines Dienstes. Amtes: das Datum seines -s ist
der 1. Juni 1970; -anweisung, die: Vorschriften für
bestimmte dienstliche Obliegenheiten: -anzug,der: svw. t-kleidung;
-auffassung, die <o. PL): die persönliche Einstellung zu
den dienstlichen Pflichten: -aufsieht, die <o. PL): die
Überwachung der Tätigkeit von Bediensteten durch eine
übergeordnete Person od. Behörde, dazu: -aufsichtsbeschwenle,
die: formlose Beschwerde bei der übergeordneten Behörde
gegen einen Verwaltungsakt: -auftrag.der: dienstlicher
Auftrag: -aufwandsentschädigung, die: Betrag zum Ausgleich
bes. finanzieller Belastungen bei Ausübung des Dienstes:
-ausgäbe, die (Milit.): Bekanntgabe des Dienstplans für
den nächsten Tag: ^ausweis, der: Ausweis, mit dem die
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Dienststelle
nachgewiesen werden kann u. der datier zu etw. (z.B. zum Betreten
des Dienstgebäudes) berechtigt: -auszeidinung, die: Ehrum
für besondere Verdienste od. viele Dienstjaixre: -auto, das:
svw. f -wagen; -befehl, der: verpflichtende dienstliche
Anweisung: -beflissen <Adj.>: sehr beflissen, bemüht, einem
anderen gefällig zu sein, ihm Dienste (3) zu leisten, über i-
eifrig. dazu: -beflissenheit, die; -beginn, der: D. ist acht
Uhr morgens; -behörtle, die: die für einen Dienstbereich
zuständige, übergeordnete Behörde: -bekleidung. die: svw.
f-kleidung; -bereich, der: Zuständigkeitsbereich des
Inhabers einer bestimmten Dienststellung: -bereit <Adj.>:
1. (veraltend) a) <o. Steig.: nicht adv.) dietistwillig: b)
gefällig, hilfsbereit: -e Nachbarn; er ist sehr d. 2. <o. Steig.;
nicht adv.) außerluilb der gewöhnlichen Arbeits- od.
Öffnungszeit für dringende Bedarfsfälle bereit: die Apotheke
ist auch am Sonntag d.. dazu: -bereitschaft, die; -beschädi-
gung, die: gesundheitliche Schädigung, die sich jmd. in
Ausübung seines Dienstes zugezogen hat: -besprechung, die:
Arbeitsbesprechung in einer Dienststelle: -betrieb, der:
Organisation u. Ablauf des Dienstes: -bezeichnung, die:
Benennung einer Person auf Grund ihrer bestimmten Tätigkeit
im Dienst: seine D. ist Hilfsassistent; -bezöge, die <P1):
das Gelialt eines Beamten: die D. der Hochschullehrer
wurden erhöht; -bolzen, der (salopp abwertend, veraltend):
Dienstmädchen: das ist ein Lokal, in dem D. verkehren;
^bote, der (veraltend): Hausangestellte rt; sie haben ein
großes Haus u. mehrere -n. dazu: -boteneingang, der
(veraltend, sonst iron.): Nebeneingang eines Herrschafts hauses
od. eines Hotels, den die Dienstboten benutzen müssen:
-botenklatsdi, der; -botennatur, die (abwertend): -boten-
zinmer.das (veraltend); -buch, das: Buch, in dem besondere
Vorkommnisse wäfirend des Dienstes eingetragen werden:
-eid, der: Eid. der beim Antreten eines Dienstes geleistet
wird und der zu treuer Pflichterfüllung und zur Wahrung
des Gesetzes verpflichtet: * einen auf den D. nehmen (ugs.
scherzh.; [von Beamten) im Dienst ein Glas Schnaps.
Alkohol zu sich nehmen: paradoxe Anspielung auf das
dienstliche Alkohol verbot, das durch Alkoholgenuß bekräftigt
werden soll); -eifer.der: Beflissenheit, Über eifrigkeit:
Streben, anderen gefällig zu sein, dazu: -eifrig <Adj.): ein
-er Kellner; d. herbeieilen; -Enthebung, die: das vorläufige
Verbot jeder Amtshandlung bei Einleitung eines
Dienststrafverfahrens: -entftassung, die: die Entlassung eines Beamten
aus dem Dienst: -fähig <Adj.>: svw. t ^tauglich, dazu:
-fShigkeit, die <o. PI.); -fahrt, die: svw. t^reise; -fertig
<Adj.) (selten): a) gern zu einer Dienstleistung. Gefälligkeit
bereit: diensteifrig: b) gerüstet, fertig zum Diensteinsatz.
zu a: -fertigkeit, die; -flagge, die: amtliche Flagge einer
Behörde: -flucht, die <o. PI.) (Rechtsspr.): ein der
Fahnenflucht entsprechender strafbarer Tatbestand im Bereich des
zivilen Ersatzdienstes: -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
-e Zeit; d. sein, haben; sich d. nehmen: -gang, der: das
Zurücklegen einer Wegstrecke aus dienstlichem Anlaß od.
in Ausübung des regelmäßigen Dienstes: -gebäude, das;
-geber, der (bes. österr.): Arbeitgeber: die Geld- und
Sachbezüge .... die er ... vom D. oder von einem Dritten erhält
(Vorarlberger Nachr. 23.11.68. 14); -gebrauch, der <o.
PL): Gebrauch, Verwendung im Dienstbereich: -geheimnis.
das: a) dienstliche Angelegen/ieit. über die Schweigepflicht
besteht: b) <o. PI.) Schweigepflicht über dienstliche
Angelegenheiten: das D. verletzen; -geschäfte, die <PI.>:
dienstliche, nicht private Aufgaben: D. führten ihn oft ins
Ausland; -gesinnung, die: die positive innere Einstellung zum
Dienst: D. ist für den Beamten primäre Lebensforderung
(Fraenkel, Staat 39); -gespräch, das: a) über eine dienstliche
Angelegenheit geführtes Gespräch: b) im Dienst u. aus
dienstlichem Anlaß geführtes u. daher für den Anrufer
gebührenfreies Telefongespräch: -grad,der: a) militärische
Rangstufe: er hat den D. eines Unteroffiziers; b) Person, die einen
Unteroffiziersdienstgrad hat: diese Arbeit muß von einem
D. beaufsichtigt werden, zu a: -gradabzeichen, das:
Abzeichen auf der Uniform zur Kennzeichnung des Dienstgrades
ihres Trägers: -habend <Adj.; o. Steig., nur attr.): zu einer
bestimmten Zeit den Dienst versehend, zum Dienst eingeteilt:
der -e Beamte, Unteroffizier, Arzt; <subst.:) -habende,
der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete): der D. nahm
die Meldung entgegen; -handhing, die: auf Grund
dienstlicher Verpflichtung. Anweisung vorgenommene Handlung:
-herr.der: a) die vorgesetzte Dienstbehörde: b) der
Arbeitgeber: sein D. war ein bekannter Großkaufmann; -hund,
der: Hund, der für den Wach- utid Suchdienst abgerichtet
ist: ^Jahr, das <meist PI.): im Dienst verbrachte Zeit: er
hat bereits 10 -e hinter sich; -Jubiläum, das: Feier zur
Wiederkehr des Dienstantrittstages nach einer bestimmten
Anza/il von Dienstjahren: -kleidung, die: Kleidung, die für
den Dienst vorgeschrieben ist: die Polizei bekommt eine
neue D.; -laufbahn, die: die D. eines Beamten, eines
Soldaten; -leistung, die: a) Dienst, den man freiwillig leistet
(xi. zu dem man verpflichtet ist: eine kleine D.; b) <meist
PI.) (Wirtsch.) Leistungen. Arbeiten in der Wirtschaft, die
nicht der Produktion von Gütern dienen: zu den -en gehören
u.a. Gaststättenwesen, Friseurgewerbe u. Krankenpflege,
zu b: -leistungsbetrieb, der (Wirtsch.): Betrieb.
Unternehmen, das Dienstleistungen erbringt, -leistungsbilanz, die
(Wirtsch.): Gegenüberstellung der Werte von
Dienstleistungsimport u. -export (z.B. Fremdenverkehr) für einen
bestitmnten Zeitraum: -leistungseinrichtung, die:
Kindergärten gehören zu den -en; -leistungsgeschäft, das
(Bankw.): kapital- u. vermögensunabhängige Geschäfte eines
Kreditinstituts, die auf Grund von Kundenaufträgen abgewik-
kelt werden, -leistungsgesellschaft, die (Soziol.): heutige
Gesellschaft, in der die Dienstleistungsbetriebe,
-unternehmen zentrale Bedeutung haben, -leistungsgewerbe, das. -lei-
stungskombinat, das (DDR): Großbetrieb, der verschiedene
Arten von Dienstleistungen ausführt: Die Annahmestellen
der-e... haben großen Kummermit ihrem Vertragspartner,
dem Mühlhäuser „Waschbär44 (Volk 4. 7.64,4), -leistungs-
sektor, der: Sektor der Wirtschaft, der Dienstleistungen
erbringt. -leistungsverkehr,der<o. PI.): Teil der
Außenwirtschaft, der Dienstleistungen betrifft: -mädchen, das
(veraltend): Hausangestellte. Hausgehilfin: Damals ... hatte der
ledige Chauffeur Wilhelm Groth zu dem ledigen D. Hilde
Jensen gesagt ... (Kant, Impressum 87); Zum Glück ist
eine Flasche im Zimmer, so daß ich kein D. zu rufen
brauche (Frisch. Gantenbein 320); Bisher hatte er es mit
seinen D. getrieben (Jaeger. Freudenhaus 172): -magd,
die [mhd. dienestmagetj (veraltet): Mädchen od. Frau, die
im Haus die groben Arbeiten verrichtet: -mann, der: 1.
<P1.: ...mannen) [mhd. dienestman, ahd. dionöstman =
Diener] (hist.) Höriger. Lehnsmann. 2. <P1. ...männer
(österr. nur sol u. ...leute) (veraltend) Gepäckträger (1);
-marke, die: 1. (Postw.) Briefmarke, die von der Post ohne
Bezahlung od. gegen Verrechnung an Behörden zur
Freimachung der Dienstpost ausgegeben wird. 2. Ausweisplakette
der Kriminalbeamten u. der Polizeibeamten in Zivil: -mutze,
die: die im Dienst getragene zum Dienstanzug gehörende,
Mütze: -nehmer, der (österr.): Arbeitnehmer: Zunächst
soll die wöchentliche Arbeitszeit für alle D. ... verkürzt
werden (Vorarlberger Nachr. 6.11.68); -nehmerin, die
(österr.): w. Form zu t ^nehmen -Obliegenheiten, die <P1.):
dienstliche Aufgaben. Pflichten: -Ordnung, die: Gesamtheit
der Rechte u. Pflichten der Angestellten von
Sozialversicherungsträgern: -personal, das: das untergeordnete Dienste
verrichtende Personal (z.B. in einem Haushalt od. Hotel):
-pferd, das: bei der Erfüllung bestimmter dienstlicher
Aufgaben z. B. bei der Polizei - gebrauchtes Pferd: -pflicht,
die: a) Verpflichtung des Staatsbürgers zu bestimmten
Diensten. Leistungen für die Gemeinschaft: die Wehrpflicht
gehört zu den -en des Staatsbürgers; b) die aus dem
jeweiligen Dienstverhältnis entstehenden Pflichten, zu a) -pflichtig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -pistole, die: Jetzt kann ich
ihm meinen Ausweis und meine D.... zum Pfand anbieten
(Johnson, Mutmaßungen 135); -plan, der: Plan, der den
zeitlichen Ablauf des Dienstes regelt: -post, die: den Dienst
betreffende Post: -Pragmatik, die (österr.) <o. PL): generei-
34-
531
Dienstag
le% Norm für das Öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis in
Österreich; -rang, der: svw. Ngrad: Der Uniformierte
... stand im D. eines Obersten (Cotton, Silver-Jet 119);
-räum, der: svw. I -zimmer; -recht, das <o. Pl.>: das Recht
der Beamten u. Angestellten im öffentlichen Dienst, dazu:
-rechtlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>: eine -e Sicherung
gegen willkürliche Entlassung; -reglement, das (veraltet):
svw. T-Vorschrift; -reise, die: Reise in einer dienstlichen
Angelegenheit; -sache, die: a) amtliche Angelegen/ieit; b)
amtliches Schreiben; -Schluß, der <o. PL): Ende der
täglichen Dienstzeit; -schreiben, das: Schreiben dienstlichen
Inhalts; -Siegel, das: dienstliches Siegel. Amtssiegel zur
Beglaubigung von Schriftstücken; -spritze, die (veraltend
abwertend): weibliche Hausangestellte; -stelle, die: Amt.
Dienstbehörde; sich an die zuständige, oberste D. wenden;
sich bei der zuständigen D. melden, dazu: -Stellenleiter,
der; -Stellung, die: Tätigkeitsbereich, dienstliche Funktion;
seine D. verlangt von ihm ein großes Maß an
Verantwortung; -Stempel, der: Stempel einer Behörde: die Kuverts
müssen frankiert und mit D. versehen werden; -strafe,
die: svw. t Disziplinarstrafe, dazu: -strafrecht, das <o. PI.):
svw. tDisziplinarrecht; -stunde, die <meist PI.): 1. Zeit
von einer Stunde . die man im Dienst verbringt; Dienstzeit;
während der -n darf nicht geraucht werden. 2. Zeit, in
der eine Behörde, eine Dienststelle o. ä. für den
Publikumsverkehr geöffnet ist: -n von 8-12 Uhr vormittags; -tatig-
keit, die; -tauglich <Adj.) (bes. Milit.): auf Grund
hinreichender allgemeiner, vor allem körperlicher Gesundlieif zum
Wehr)dienst tauglich, dazu: -tauslichkeit, die; -telefon,
das: Telefon für den Dienstgebrauch; -tuend <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): svw. T-habend: der -e Arzt, Offizier, Beamte;
<subst.:) -tuende, der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete);
-Übergabe, die: Übergabe des Dienstes an einen anderen
bei Schichtwechsel ixl. beim Ausscheiden aus einem Amt;
-unfähig <Adj. >: (von Beamten u. Soldaten) aus
gesundheitlichen Gründen nicht fähig, seinen Dienst zu versehen, dazu:
Minfähigkeit, die; -Unfall, der: Unfall im Dienst;
-untauglich <Adj.): svw. f-unfähig, dazu: -untauglichkeit, die;
-vergehen, das: (von Beamten. Richternu. Soldaten)
schuldhafte Verletzung der dienstlichen Pflichten; -Verhältnis, das:
Rechtsverhältnis zwischen Angestellten des öffentlichen
Dienstes! od. Beamten u. ihrer dienstgebenden Behörde;
-verkehr, der: dienstlicher Verkehr innerhalb einer Behörde;
-verpflichten <sw. V.; hat; im allg. nur im Inf. u. 2. Part.):
im Falle des Notstands zu bestimmten Dienstleistungen,
vor allem zum Wehrdietxst heranziehen, verpflichten: er war
im Krieg in der Rüstungsindustrie dienstverpflichtet, dazu:
-Verpflichtung, die: -vertrag, der: Vertrag, durch den sich
ein Partner zur Leistung der Arbeit, der andere zur Zahlung
des vereinbarten Entgelts verpflichtet; Arbeitsvertrag;
-Verweigerung, die; -Vorschrift, die: Vorschrift für Beamte u.
Soldaten, die die ordnungsgemäße Durchfülirung des
Dienstes regelt; -wagen, der: Personenwagen, der jmdnt. für
Dienstfahrten zur Verfügung steht; -weg, der: für die
Abwicklung behördlicher Angelegenheiten vorgeschriebener
Weg; Amtsweg. Instanzenweg: das Gutachten geht den
normalen D.; -widrig <Adj.): gegen die Dienstvorschrift
verstoßend, dazu: -Widrigkeit,die: -willig<Adj.): \.ü)gern
u. eifrig den Dienst versehend; b) bereit, den Wehrdienst
zu leisten. 2. hilfsbereit, gefällig, dazu: -Willigkeit, die;
-wohnung, die: jmdm. für die Dauer seiner Beschäftigung
von der vorgesetzten Behörde o. ä. zur Verfügung gestellte
Wohnung; -zeit, die: 1. festgesetzte Gesamtdauer des
Dienstes (von Beamten u. Soldaten): seine D. als Soldat
beträgt zwei Jahre. 2. die festgesetzte Dauer der täglichen
Arbeitszeit: seine tägliche D. beträgt acht Stunden;
-Zeugnis, das: Zeugnis über die geleistete Arbeit, das bei
Beendigung eines Dienstverhältnisses ausgestellt wird; -zimmer,
das: Arbeitszimmer bei einer Behörde1. Amtszimmer;
-zweig, der: dienstlicher Tätigkeitsbereich, amtliche
Abteilung.
Dienstag ['di:nsta:k). der; -[e]s. -e [mhd. dienstac. dinstac
< mniederd. dinsdach. dingesdach. eigtl. = Tag des Mars
als des Thingbeschützers]: zweiter Tag der mit Montag
beginnenden Woche: heute ist D.. der 9. Juni; am D..
dem 9. Juli/den 9. Juli; [aml D. morgen, [nachlmittag,
abend; D. vormittags; D. früh; die Nacht von Montag
auf/zum D.
Dienstag-: -abend [—'—, auch: '--'—1, der: der Abend
des Dienstags: am D. hat sie Gesangstunde; ihre -e sind
für die nächste Zeit alle belegt; -mittag [—'—, auch:
'--'--1, der: der Mittag des Dienstags; -morgen [—'--,
auch: '—'--]. der: Morgen des Dienstags; -nachmittag
[--' , auch: '--' 1, der: der Nachmittag des
Dienstags; -vormittag [- -' . auch:'- -' 1, der: der
Vormittag des Dienstags.
diemtfigig I'dhnst^gu;] <Adj.; o. Steig., nur attr.): an einem
Dienstag stattfindend: die -e Fernsehsendung gefiel uns
recht gut; dknstüglkh <Adj.; o. Steig., nicht präd.): jeden
Dienstag stattfindend, sich jeden Dienstag wiederholend:
die -en Vorlesungen; dienstags Cdi:nsta:ks] <Adv.): an
jedem Dienstag: wir treffen uns d.; d. abends pflegt er Tennis
zu spielen.
dknstbar <Adj.) Imhd. dienestbaerej: zum Dienst bereit:
ich will mich Euch allezeit d. erzeigen (Hacks. Stücke
16); *ein -er Geist (ugs. scherzh.; jmd.. der sich um jmdn.
helfend bemüht, ihn bedient, betreut): Ist kein -er Geist
vorhanden, so öffnet der Hausherr (Hörn, Gäste 21); die
Garderobe des Großen Hauses (= des Theaters) wird
weiterhin von -en Geistern (= Garderobenfrauen) betreut
(MM 15. 9. 72. 5); sich (Dativ), einer Sache jmdn. od.
etw. d. machen (sich, einer Sache jmdn. od. erw. untenan,
gefügig, nutzbar machen): durch Geldgeschenke machte
er sich das Personal d.; etw. dem Staate d. machen; <Abl.:)
Dknstbarkeit, die; -, -en: l.a) <o. PI.) (selten) das
Tätigsein als Diener o.ä.i: An den verschiedenen Stätten ihrer
D. war ihr nie etwas Schlimmeres begegnet als dann und
wann eine Rüge (Werfel. Himmel 145); ihre (= der Kellner)
blasierte D.f die Herablassung... (Lenz. Brot 99); b)
Gefälligkeit, dienstbare Handlung: Weil ... der
Weihnachtseinkauf vor der Tür steht, ist eine der Ideen, wie für den
Kunden echte -en über den unmittelbaren Einkauf hinaus
geboten werden können (Vorarlberger Nachr. 9. 11. 68).
2.a) <o. PI.) (geh.) Abhängigkeit: er war in die D. seiner
Geldgeber geraten; Ü weil ... sie selbst die Sprache in
ihre D. (Verfügungsgewalt) brachten (A. Zweig. Grischa
452); b) <o. PI.) (hist.) Untertänigkeit. Leibeigenschaft:
die D. der Bauern im Mittelalter. 3. (jur.) dingliches
Recht zur beschränkten Nutzung eines Grundstückes od.
beim Nießbrauch auch zur Nutzung einer beweglichen Sache
od. eines Rechts: das Wegerecht gehört zu den -en; die
Erweiterung der Verteilanlagen und die damit verbundenen
-en (St. Galler Tagblatt 560. 1968. 25); eine beschränkte
persönliche D die der Stadt das Recht gab. auf ewige
Zeiten die Fläche ihres Grundstücks mit der U-Bahnröhre
zu unterfahren ... Der von der D. betroffene
Grundstücksraum wurde für alle Zeiten vom Grundstück der
Eigentümerin abgetrennt (MM 9./10. 11. 74.45); dienstcn [di:nstn]
<sw. V.: hat) (salopp): Dienst tun: Dr der damals
noch in den Städtischen Krankenanstalten dienstete (MM
Weihnachten 1969. 5); dienstlich <Adj.; o. Steig.) [mhd.
dienestlich = dienstbeflissen]: a) das Amt. den Dienst
betreffend: ein -es Schreiben; es handelt sich um eine rein
-e Angelegenheit; er ist häufig d. (im Dienst, beruflich)
unterwegs: d. (durch Dienstgeschäfte) verhindert sein; b)
streng offiziell: ich gebe Ihnen den -en (strikten) Befehl;
der Brief ist in einem -en Ton abgefaßt; plötzlich wurde
der sonst so joviale Vorgesetzte ganz d. (unpersönlich,
formell, frostig).
dies [di:s]: t dieser, diese, dieses (dies).
Dies l'dixs): kurz für tDies academicus.
dies-, Dj&-: -bezüglich <Adj.; o. Steig.: nicht präd.): in
bezug auf diese Angelegenheit; das Erwähnte betreffend:
eine -e Frage. Feststellung; d. (hierzu) kann ich keine
Angaben machen; -fällig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
(Schweiz.): svw. t^bezüglich; ^falb <Adv.) (veraltend):
in bezug auf diesen Fall: d. müssen wir etwas unternehmen;
-jährig <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus diesem Jahr
stammend; in diesem Jahr fällig, stattfindend: die -e Ernte;
unser -es Treffen; Mnal <Adv.>: dieses Mal: für d. genug:
vielleicht hast du d. mehr Glück, dazu -malig <Adj.; o.
Steig.; nur attr.): sein -er Aufenthalt in England; -§ettig
<Adj.>: a) <o. Steig.; nur attr.) auf dieser Seite gelegen
(Ggs.: jenseitig): am -en Ufer des Rheins; b) (nicht adv.)
(geh.) auf das Weltliche bezogen, irdisch: die Souveränität
des -en Lebens und Schaffens (Fraenkel. Staat 182); sein
Denken wurde immer -er. (subst. zu b:> -zeitige, das;
-n: im -n seine Heimat haben, <AbI.:) -settigkeit, die:
- (geh.): dem Diesseits, der Welt zugewandte Haltung;
Weltlichkeit: die D. seines Denkens, seiner Philosophie; Indem
532
Differential-
das Ungeheuerliche gedacht wird, gerät es in die
notwendige D. (Realität des Diesseits), wird vielleicht beeinflußbar
(Zwerenz, Kopf 233); -seits: auf dieser Seite (Ggs.:
jenseits): a) <Präp. mit Gen.): d. der Stadtgrenze, des Waldes;
b) <Adv.>: d. von Frankfurt; d. vom Fluß. <subst.:> -seits,
das; -: die Welt, das irdische Leben (Ggs.: Jenseits): sich
den Freuden des D. hingeben; sie hegt ein ... verhaltenes
Mitleid für alle, die sich schon im D. eingerichtet haben
(Hildesheimer. Legenden 166). dazu: Djfisseitsglaube, der:
das Orientiertsein an das Diesseits, das Bejahen der Welt
ohne Eitibeziehung der Transzendenz.
Dies academicus [di:es aka'de:mikus], der; - - [lat. dies
academicus = akademischer Tag] (bildungsspr.): vorle-
sungsfreier Tag an der Universität, an dem eine Feier od.
allgemeine Vorträge angesetzt sind: Dies ater ['di:es 'a:tr]
der; - - [lat. dies äter] (bildungsspr.): Tag, an dem jmdm.
besonderes Unfieil widerfährt, Unglücks tag.
diese, tdieser.
Diese [di'e:z3], die; -, -n (seltener): svw. tDiesis.
Diesel [di:zl]. der; -[sl. - [nach dem dt. Ingenieur R. Diesel
(1858-1913)] (ugs.): 1. kurz für t Dieselmotor. 2. kurz für
Fahrzeug mit Dieselmotor. 3. kurz für t Dieselkraftstoff.
4. (landsch. scherzh.) svw. kalter t Kaffee (3).
djßsel-, Diesel-: ^antrieb, der: Antrieb durch Dieselmotor:
^elektrisch <Adj.; o. Steig.) (Elektrotechnik): mit Hilfe
eines Dieselmotors elektrische Energie erzeugend: ein Schiff'
mit -em Antrieb; ^karren, der; kleines, von einem
Dieselmotor angetriebenes Transportfahrzeug; ^kraftstoff, der: ein
aus einem Gemisch von verschiedenen Kohlenwasserstoffen
bestehender Brennstoff, Kraftstoff für Dieselmotoren: ^lok,
die: Kurzf. von t Diesellokomotive; -lokomotive, die:
Lokomotive mit Dieselantrieb: Mnotor, der:
Verbrennungsmotor, bei dem der Kraftstoff in die im Verbrennungsraum
enthaltene, unter hohem Druck stehende heiße Luft
eingespritzt wird, wobei sich der Kraftstoff entzündet: ~*ö\% das:
svw. t ^kraftstoflT; ^triebwagen, der: Schienentriebwagen
mit Dieselmotor; -wagen, der (ugs.): PKW od. LKW mit
Dieselmotor.
dieselbe: t derselbe; dieselbige: tderselbige.
dieseln ['di:zln): svw. t nachdieseln.
dieser['di:zej.diese[di:za]. dieses [*di:z3s]. (dies [di:sl)
(Demonstrativpron.) [mhd. diser. disiu. di3. ahd. deser. disiu.
di3l: 1. <attr.) a) bezieht sich auf jmdn.. etw. in der Nähe
Befindliches, worauf der Sprecher ausdrücklich hinweist:
dieser Platz [hier] ist frei; diese Sachen [da] gehören mir;
dies [es] Kleid gefällt mir nicht; b) nimmt Bezug auf etw.
schon Erwähntes od. Bekanntes u. hebt es hervor: ich
höre von dieser Sache zum ersten Mal; dieses sein erstes
Buch; c) in Verbindung mit Zeitbegriffen auf einen
bestimmten bevorstehenden od. zurückliegenden Zeitpunkt
hinweisend: diesen Sommer; diese Weihnachten; Anfang
dieses Jahres (des laufenden Jahres, Abk.: d. J.); diese
Nacht wird es schneien; in diesen Tagen, dieser Tage (in
den nächsten Tagen) muß er Geburtstag haben; d) in
Verbindung mit Personenbezeichnungen od. Namen eine
[negative! Wertung ausdrückend: dieser Herr Meier ist mir
sehr suspekt; dieses ..Lolita" ist ein etwas anrüchiges
Lokal; wer ist denn dieser Krause?; wie können wir diese
Russen (diese russische Sportmawischuft) in ihrem Siegen
stoppen? 2. (selbständig) a) nimmt Bezug auf etw. in
einem vorangegangenen od. folgenden Substantiv od. Satz
Genanntes: dies ist richtig; dies[es] alles wußte ich nicht;
dies nur nebenbei; als er das Mädchen sah. dachte er
bei sich: ..Diese oder keine"; Schreiber dieses (veraltet;
dieses Briefes): ich weiß nur dies (soviel), daß ...; b) in
Verbindung mit ..jener": Mutter u. Tochter waren da;
diese (= die Tochter) trug einen Hosenanzug, jene ( =
die Mutter) ein Kostüm; *dies und das/dies[es] und jenes
(einiges, allerlei, verschiedenes): ich habe noch dies und
das zu erledigen; wir sprachen über dieses u. jenes; dieser
und jener (einige); dieser oder jener (mancher, manch
einer) : dieser oder jener hätte sicher noch Verwendung dafür.
djesergrt: I. (indekl. Demonstrativpron.) so geartet: er kann
mit d. Leuten nicht umgehen. II. <Adv.; selten) auf diese
Weise: während das Auto noch d. die Stuttgarter
erschreckte (Auto 8, 1965. 11).
djgserhalb <Adv.) (geh.): deshalb, deswegen: er wußte die
Adresse nicht mehr und mußte d. erst Erkundigungen
einziehen.
dieses: I dieser.
diesig fdi:zi<;] <Adj.; nicht adv.) [niederd. dlsig]: (auf die
Atmosphäre, die Witterung bezogen) trüb u. feucht,
verhangen, dunstig: ein -er Herbsttag; das Wetter war so d.,
daß wir die entfernter liegenden Berge nicht erkennen
konnten; Die Luft wird d. von Geschützrauch und Nebel
(Remarque, Westen 43); <AbI.:> Djgsigkeit, die; -.
Dies irae l'dixs 'i:rej. das; - [mlat. dies irae = Tag des
Zorns; Anfang eines lateinischen Hymnus auf das
Weltgericht]: Sequenz in Messen für Verstorbene: das D. i. singen.
Diesis[di:ezis].die;-. Diesen [di'e:zn; lat. diesis = Halbton
< griech. diesis. eigtl. = das Durchlassen] (Musik):
Vorzeichen, das die Erhöhung um einen halben Ton angibt.
Dietrich [di.tric], der; - s, -e [spätmhd. dieterich. scherzh.
Übertragung des Namens auf den sonst mhd. diep-, mite-
slü33el genannten Nachschlüssel]: hakenähnlich gebogenes
Werkzeug (des Schlossers), mit dem sich einfache Schlösser
öffnen lassen; Nachschlüssel: Schlüssel in verschiedenen
Längen und Stärken, auch ein verstellbarer D. war dabei
(v. d. Grün. Glatteis 52).
diewdl (veraltend): I. <Konj.) [mhd. die wUe, fWeile]: a)
(zeitlich) während!dessen/: die Kinderlein schlafen .... d.
wir oft die halbe Nacht lang schwatzen (Frisch, Cruz
22); b) (kausal) aus dem Grunde: weil: Man wagt kaum,
diese ... Äußerungen zu kommentieren, d. man fürchtet.
... ihnen nur Abbruch zu tun (Nigg. Wiederkehr 182).
II. <Adv.) in der Zwischenzeit, inzwischen, unterdessen:
sie hatte einen Augenblick nicht aufgepaßt, d. war die
Suppe übergekocht.
Diffamation [difama'tsio.nl. die; -. -en [mlat. diffamatio,
zu lat. diffamäre, fdiffamieren] (bildungsspr.):
Verleumdung, Herabsetzung: im Laufe seiner Amtszeit war er vielen
-en ausgesetzt; diffamatortsch [difama'to:nJl <Adj.) [mlat.
diflamatorius] (bildungsspr.): Ehrenrühriges,
Verleumderisches enthaltend: -e Äußerungen. Reden; Diffamie [difa-
'mi:l. die; -. -n [...i:an]: I. <o. PI.) verleumderische Bosheit:
die D. seiner Äußerungen ist erschreckend. 2. verleunuleri-
sche, herabsetzende Äußerung, Beschimpfung: der
Zeitungsartikel ist voller -n; diffamieren [difa'mi:ran] <sw. V.; hat)
[frz. diffamer < lat. diffamäre aus: dis- = entzwei,
auseinander und fama = Rufl (oft abwertend): in seinem Ansehen,
in seinem Wert herabsetzen, (durch üble Nachrede) in Verruf
bringen; schlechtmachen, verleumden: er hatte keine
Skrupel, andere zu d.; man hatte ihn als Linksradikalen
diffamiert; es wäre ... geschmacklos, eine frühere Anpassung
des Kindergeldes an die Entwicklung jetzt als
..Wahlgeschenk" zu d. (Bundestag 189. 1968. 10268); Um dem
Zauberkreis der Spenglerschen Morphologie zu entrinnen,
genügt es nicht, die Barbarei zu d. und auf die Gesundheit
der Kultur sich zu verlassen (Adorno. Prismen 67);
diffamierende (ehrenrührige, verleumderische) Äußerungen; er
empfand die Kritik als diffamierend; <Abl.:> Diffamierung,
die -. -en (oft abwertend): das Diffamieren, Herabsetzung:
die D. der Minderheiten; vor allem verbat er sich
ausdrücklich den rüden Ton und die fortgesetzten -en seines Sohnes
(Chr. Wolf. Himmel 58).
different [difa'rent] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. diflferens,
1. Part, von: differre. tdifferieren] (selten): ungleich,
verschieden, voneinander abweichend: -e Anschauungen; diffe-
rential [difaren'tsia.lj.diflerentiell [...'tsjel] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (selten): einen Unterschied darstellend,
begründend; unterschiedlich, voneinander abweichend: Selbst wenn
die Impulsfrequenz in allen Fasern dieselbe wäre, würden
die differentiellen Leitungsgeschwindigkeiten doch
genügen, um... (Wieser. Organismen 148); Differential [diferen-
tsia:l], das; -s. -e [zu TDiflerenz]: 1. (Math.) Zuwachs
einer Funktion bei einer > kleinen] Änderung ihres Arguments
(2). 2. kurz für t Differentialgetriebe.
Differential-: ^analysator, der: mechanische od. elektrische
Rechenmaschine zur Lösung von Differentialgleichungen;
Mliagnose, die (Med.): a) Bestimmung einer Krankheit durch
Unterscheidung u. Abgrenzung von anderen ähnlichen
Krankheitsbildern mit äfinlichen Symptomen; b) jede der bei der
Differentialdiagnostik zu berücksichtigenden Diagnosen;
Abk.: DD. auch: D. D.; Mliagnostik. die (Med.):
diagnostisches Vorgehen, das auf die Unterscheidung u. Abgrenzung
einander ähnlicher Krankheitsbilder mit ähnlichen
Symptomen gerichtet ist; ^geometrie, die: Gebiet der Mathematik,
in dem die Differentialrechnung auf geometrische
Sachverhalte (Flächen u. Kurven) angewandt wird; ^getriebe, das
(Kfz.-T.): Getriebe, das bei Kurvenfahrt die unterschiedli-
533
Differentiat
chen Drehzalxlen der Antriebsräder ausgleicht;
Ausgleichsgetriebe: ^glefehuns.die (Math.): Gleichung für eine Futiktion.
in der außer der gesuchten Funktion mindestens eine ihrer
Ableitungen vorkommt; -quotient, der (Math.): a)
Grundgröße der Differentialrechnung; b) Grenzwert des Quo-
fienten, der den Tangentenwinkel bestimmt; -redinung. die
(Math.): 1. <o. PI.) das Rechnen mit Differentialen (1),
Teilgebiet der höheren Mathematik. 2. Rechnung aus dem
Gebiet der Differentialrechnung (1); ^rente, die (Wirtsch.):
Einkommen* das unter Voraussetzung unterschiedlicher
Produktionskosten allen Produzenten mit niedrigeren
Produktionskosten zufließt; ^schütz, der (Elektrot.):
Schutzeinrichtung gegen Störungen in elektrischen Anlagen; ^tarif. der
(Verkehrsw.): unterschiedlicher, abgestufter Tarif für die
Beförderung gleicher Mengen gleichen Gutes aus gleicher
Entfernung; ^zoll, der: je nach dem Herkunftsland
unterschiedlich hoher Zoll für Waren gleicher Art.
Differentiat [diforen'tsia.t], das; -s. -e [zu lat. differentia,
t Differenz] (Geol): durch Differentiation (1) entstandenes
Mineral. Gestein; Differentiation [difarentsia'tsio.n], die;
-, -en: 1. (Geol.) Aufspaltung, Zerfall einer homogenen
Gesteinsschmelze in verschiedene Mineralien. Gesteine
(infolge unterschiedlicher Kristallisationstemperatur). 2.
(Math.) Anwendung der Differentialrechnung; Bildung des
Differentialquotienten; differentiell: Tdiflerential.
Differenz [difa'rents], die;-,-en [lat. differentia =
Verschiedenheit]: l.a) in Zahlen ausdrückbarer, meßbarer!
Unterschied (zwischen bestimmten Werten, Maßen o.a.):
zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis besteht eine D.
von 20 Mark; zunächst einmal ist die D. von 6 km schon
wesentlich gravierender als die D. von 2 km (Frankenberg.
Fahren 68); worauf es in einer Allianz ankommt, das
ist genau jene D. zwischen der Verpflichtung zur
Bündnistreue und der Überzeugung, durch dick und dünn
zusammenhalten zu wollen (Dönhoff, Ära 147); b) (Math.)
Ergebnis einer Subtraktion; die D. von/zwischen 10 und 8
beträgt/ist 2; c) (Kaufmannsspr.) Fehlbetrag: die D. ist
durch einen Buchungsfehler entstanden. 2, (meist PI.)
Meinungsverschiedenheit. Unstimmigkeit. Zwist: Die Konflikte,
die es gegeben hat. gingen meist von persönlichen -en
aus (Wohngruppe 109); zwischen beiden gab es oft -en
wegen der/über die Kindererziehung; mit Jmdm. -en
haben; wir haben die D. beigelegt; <Zus. zu 1 a:> Differ^nz-
betrag, der: Betrag, der die Differenz (1) zwischen zwei
Geldsummen ausmacht; Differenzenquotient, der; -en, -en
(Math.): Quotient aus der Differenz zweier Funktionswerte
u. der Differenz der entsprechenden Argwnente (2); Diffe-
renzgeschäft, das; -[eis, -e (Börsenw.): Termingeschäft, bei
dem nicht Lieferung u. Bezalilung des Kaufobjekts, sondern
nur die Zahlung der Kursdifferenz zwischen
Vertragskurs u. Kurs am Erfüllungstag an den gewinnenden
Partner vereinbart wird (Ggs. Effektivgeschäft); dMTerenzierfaar
[diforen'tsi:?ba:^l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> 1. sich
differenzieren, abstufen, gegeneinander abgrenzen lassend: die
Unterschiede sind nicht stärker d. 2, (Math.) (von einer
Funktion 2) für eine Differentiation (2) geeignet: -e
Funktionen; <Abl.:> Diflerenzkrbörkeit, die; -; differenzieren
[diferentsi:ren] <sw. V.; hat) [zu t Differenz): 1.
(bildungsspr. ) a) trennen; genau, fein unterscheiden: er di fferen-
ziert zu wenig bei seinen Urteilen. Behauptungen; man
muß d. zwischen Dummheit und Unwissenheit; bei dieser
Frage muß man d. (die Dinge auseinanderhalten, ihre
Unterschiede beachten); genauer differenzierende Methoden; b)
<d. + sich) (von etw. Einfachem. Ungegliedertem) sich
zu einer komplizierten Struktur fortentwickeln, entfalten;
die Bereiche der Technik differenzieren sich immer starker;
der Organismus dieser Tierart hat sich im Laufe der
Entwicklungsgeschichte immer mehr differenziert. 2. (Math.)
die Ableitung (den Differentialquotienten) einer Funktion
bilden: eine Funktion d. 3. (Biol.) eine Überfärbung von
mikroskopischen Präparaten (Einzellern. Schnitten von
Gewebe) mit Hilfe von Alkohol od. Säuren auf unterschiedliche
Intensitätsstufen zurückführen zum Zwecke besserer
Unterscheidbarkeit einzelner Strukturen: Salzsäure differenziert
Holzgewebe von unverholztem Gewebe. 4. (DDR)
landwirtschaftliche Produkte bei der Pflichtablieferung
unterschiedlich veranlagen; differenziert <Adj.; -er, -este) (bil-
dungsspr.): 1. fein abgestuft, nuanciert, verfeinert: die
Wissenschaft hat heute viel -ere Methoden; sein Gefühlsleben
ist wenig d.; er urteilt sehr d.; So erklärt sich, daß ...
der Liberalismus stark d. war (Fraenkel, Staat 185). 2.
verschieden artig .... Zauber religiöser Gespräche am
Kamin ... bei guten Weinen und -em Käsegebäck (Böll. Haus
156); ein breites Angebot -er Anzüge (Herrenjournal 3,
1966. 130). dazu: Differenziertheit, die; -: das
Differenziertsein: Erst Entspannung bringt die D. des kommunistischen
Blockes heraus (Dönhoff, Ära 139); Wenn sich dieser
Wettbewerb in der D. der Produkte ... widerspiegeln soll, muß
man ... sein Vorhandensein bezweifeln (FAZ 16. 8. 61,
5); Differenzierung, die; -. -en: l.a) das Differenzieren (1 a.
2-4); b) Unterscheidung. Sonderung; feine Abstufung; Auf-
gliederung: sich um eine begriffliche D. bemühen; -en des
Arbeitsprozesses; -en und Zwischentöne lagen ihm fern,
sein Feldzeichen war die Heftigkeit (Zwerenz, Kopf 127).
2. (Biol.) a) Bildung verschiedener Gewebe aus ursprünglich
gleichartigen Zellen; b) Aufspaltung systetnatischer Gruppen
im Verlauf der Stammesgeschichte. 3. (Math.) Beliandlung
einer Funktion nach den Regeln der Differentialrechnung.
4. (DDR; Landw.) unterschiedliche Veranlagung bei der
Pflichtablieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse; <Zus.
zu l:> Differenzißrungsprozefi, der: Prozeß. Ablauf des
Sich differenzierens; differieren [difa'ri.ren] <sw. V.; hat)
[(viell. über frz. differer) < lat. differrel (bildungsspr.):
voneinander verschieden sein, voneinander abweichen: unsere
Ansichten differierten in manchen Punkten erheblich; die
Preise differieren sehr stark, um zehn Mark.
diffizil [difitsi.l] <Adj.; nicht adv.) [frz. difficile < lat.
difficilisl (bildungsspr.): a) schwierig, nicht leicht zu
bewältigen, peinliche Genauigkeit fordernd, kompliziert: eine
sehr -e Arbeit. Aufgabe; die Untersuchungsmethoden sind
äußerst d.; b) peinlich genau. . überjkorrekt: Und Tür die
Aufrechterhaltung ... der -en Organisation des
Krankenhauses ... (Sebastian. Krankenhaus 199); c) einen
schwierigen Charakter habend, schwer zu behandeln: er ist ein sehr
-er Mensch; er ist in allen Dingen sehr d.; sei doch nicht
so d. (ugs.; empfindlich, heikel)!
Diflhienz [diflu'ents]. die: -. -en [lat. diffluentia = das
Zerfließen] (Geol.): Gabelung eines Gletschers (Ggs.: Kon-
fluenz).
difform [di' form] <Adj. [zu lat. dis- = den Gegensatz
bezeichnend u. forma = Gestalt. Form] (Med.): mißgestaltet;
Abi.: DtfTormität [difDrmita:tJ. die; -. -en (Med.):
Mißbildung. Mißgestalt.
diffrakt [di'frakt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. diffräctus.
2. Part, von: diffringere = zerbrechen]: zerbrochen, dazu:
Diffraktion [difrak'lsip:n], die; -, -en (Physik): Beugung
der Lichtwellen u. anderer Wellen.
diffundieren [difun'di.ren] <sw. V.; ist. hat) [lat. difüindere
= ausgießen; ausströmen, sich verbreiten]: 1. (Chemie)
in einen anderen Stoff eindringen; verschmelzen: Es gelang
sogar, den Inhalt der Kügelchen durch die Membranen
in eine umgebende Flüssigkeit d. zu lassen (MM 16. 6.
68. 3). 2. (Physik) (von Strahlen) zerstreuen; diffus
[difu:s] <AdJ.; -er. -este) [lat. diflusus = ausgebreitet,
2. Part, von: diffundere, T diffundieren]: 1. (Physik. Chemie)
unregelmäßig zerstreut, nicht scharf begrenzt, ohne einlieit-
liche Richtung: -es Licht (Streulicht); eine -e Strahlung.
2. (bildungsspr.) unklar, ungeordnet, konturlos.
verschwommen: Leute mit sehr starkem Willen, die. obwohl sie alle
sehr -e Ziele verfolgen, genau wissen, was sie wollen
(Wohngruppe 80); mein Eindruck bleibt d.; Die politischen
Zielsetzungen ... gehen etwas d. in eine
sozialistisch-anarchistische Richtung (Wohngruppe 24); Diffusat [difu'za.t],
das; -s. -e (Chemie): durch Diffusion (1 a) entstandene
Mischung; Produkt einer Verschmelzung verschiedener Stoffe;
Diffusion [difu'zip:n]. die; -. -en [lat. diflusio = das
Auseinanderfließen]: l.a) (Chemie. Physik) (von Gasen.
Flüssigkeiten) Verschmelzung, gegenseitige Durchdringung: Da
also diese (= die Körper- und Gewebsflüssigkeiten) sofort
gefrieren, ist eine D. von Substanzen ... nicht mehr möglich
(Medizin 11.69); b) (Physik) Streuung des Lichts. 2.
(Bergbau) Wetteraustausch. 3. (bei der Zuckerherstellung)
Auslaugung; Diffusor [drfu:zor, auch: ...zo:gl. der; -s. -en [difu-
zo.ren]: I. (Technik) Rohrleitungsteil, dessen Querschnitt
sich erweitert. 2. (Fot.) transparente, lichtstreuende
Plastikscheibe zur Erweiterung des Meßwinkels bei Lichtmessern:
Lichtmessungen mit halbkugelförmigem D. (Fotomagazin
8, 1968, 70).
difteln ['dift|n] <sw. V.; hat) (landsch.): svw. t tüfteln:
Ortsund Flurbezeichnungen mögen sich auf diese Art d. (her-
534
Diktat
ausfinden) lassen; aberTulIa ... läßt sich ... nicht enträtseln
(Grass, Hundejahre 146).
Digamma [di'gama]. das; -[s]. -s [lat. digamma < griech.
digamma, eigtl. = Doppelgammal: Buchstabe im ältesten
griechischen Alphabet (f).
digen [dige:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. dis = zweifach
u. t^gen] (Biol.) durch Verschmelzung zweier Zellen
gezeugt.
digerieren [dige'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. dlgerere =
auseinandertragen, zerteilen; verdauen!: 1. (Chemie) a) eine
feste Substanz mit einer Flüssigkeit vermischen; b) die
löslichen Bestandteile eines Stoffgemisches durch Übergießen
mit einem Lösungstnittel auslaugen, extrahieren. 2, (Phy-
siol.) verdauen; Digest [daidsest], der od. das; -[s], -s [engl,
digest < lat. dlgesta, eigtl. = eingeteilte (Schriften)]: a)
bes. in den angelsächsischen Lätidern übliche Art von
Zeitschriften, die Auszüge aus Büchern. Zeitschriften usw.
bringen: ein medizinischer D.; b) Auszug aus einem Buch od.
Bericht; Zusammenfassung: wenn ich aus dem Wälzer von
achthundert Seiten einen D. von zweihundertflinfzig Seiten
mache (Kantorowicz. Tagebuch I. 549); Digestion [digss-
't|o:n]. die; -. -en [lat. dlgestio = Verteilung; Verdauung):
1. (Chemie) Auslaugung. Auszug. 2. (Physiol.) Verdauung;
digestiv [digesten <Adj.) [zu lat. digestus, 2. Part, von:
dlgerere, fdigerierenl: a) (Physiol.) die Verdauung
betreffend; b)die Verdauung fördernd; Digestivun [diges'ti:vom],
das; -s, ...va: a) verdauungsförderndes Mittel; b) (Chemie)
Lösungsmittel zum Extrahieren fester Drogen; Digestor
[di'gestDr, auch: ...to:g], der; -s, -en [...to.ran]: 1. Raum
od. Einrichtung mit erhöhtem Luftaustausch in einem
Laboratorium; Abzug. 2. (Chemie) Gefäß zum Digerieren (1).
3. (veraltet) Dampfkochtopf
Digger I'digi?]. der; -s, - [engl, digger. zu: to dig = (aus)-
graben]: jmd., der mit Spaten u. Hacke im Boden nach
etwas sucht: Den Spatenforscher aber, den D., müßte noch
anderes reizen (Ceram, Götter 164).
Digimatik [digi'ma:tik], die; - [zu tdigital (2)]: elektronische
Zähltechnik; Wissenschaft von der digitalen
Informationsverarbeitung; Digit ['dutaitj. das; -[s], -s [engl, digit,
eigtl. = (zum Zählen benutzter) Finger < lat. digitus]
(Technik): Ziffer, Stelle (inder Anzeige eines elektronischen
Geräts): digital [digi'ta:l] <Adj.; o. Steig.) [1: lat. digitälis;
2: engl, digital, tDigit]: 1. (Med.) den Finger betreffend:
mit Hilfe des Fingers: etw. d. untersuchen. 2. (Datenver-
arb.) (bei Computern) Daten u. Informationen in Ziffern
darstellend (Ggs.: analog 2): -e Maschinen; die -e
Speicherung grammatischer Daten; Digitaldrucker drucken alle
d. zur Verfugung stehenden Meßwerte automatisch aus
(Elektronik 10, 1971, 34).
Digital-: -anzeige, die: Anzeige in Ziffern; Klarstellung,
die: Darstellung von Daten, insbesondere von Zahlen durch
diskrete Symbole eines endlichen Alphabets; Mirucker, der:
Gerät, das Ziffern (z. B. gemessene Werte) druckt;
^rechnen der (Datenverarb.): mit nicht zusammen/längenden
Einheiten (Ziffern, Buchstaben) arbeitende elektronische
Rechenanlage; elektronischer Rechner, der mit binären Ziffern
arbeitet (Ggs.: Analogrechner); -technik. die: Umsetzung
von Zeigerausschlägen in Ziffern; Mrfir, die: 1.
(Datenverarb.) in die elektronische Datenverarbeitungsanlage
eingebaute Uhr: die D. kann zeitabhängig Meßvorgänge
auslösen (Elektronik 10,1971, A 10/11). 2. elektronische
Uhr. die die Uhr zeit nicht durch auf einem Zifferblatt
wandernde Zeiger, sondern durch bewegliche Zahlenreihen
anzeigt: Jetzt macht das Träumen wieder Spaß -Radio mit
D.-der fröhliche Wecker (Hörzu 40, 1974, 133);
^verfahren, das (Datenverarb.): in der Nachrichtentechnik
angewandtes Verfahren; bei dem das kodierte Zeichen durch
eine bestimmte, abzählbare Anzahl diskreter, voneinander
unterscheidbarer Impulse dargestellt wird.
Digitalis [digita:lis; LÜ von tFingerhut, tdigital (1)]: I.
die; -, - (Bot.): svw. f Fingerhut (2). 2. das; - (Pharm.) aus
den Blättern des Fingerhuts gewonnenes starkes Herzmittel.
Digitalis-: -glykoskJ, das; -s. -e: starke Droge aus Blättern
verschiedener Arten des Fittgerhuts, die auf das Herz wirkt;
^therapie.die: Behandlung von Herzkrankheiten mit Digita-
lisglykosiden; -Vergiftung, die: durch Überdosierung od.
Überempfindlichkeit gegen Digitalisglykoside
hervorgerufene Vergiftung vor allem des Herzens.
digitalisieren [digitalizi:ran] <sw. V.; hat) [zu tdigital (2)]
(Elektrot.): Daten u. Informationen in Ziffern darstellen:
analoge Größen [müssen] auf elektromechanischem Wege
zur Eingabe in Prozeßrechner digitalisert werden
(Elektronik 10. 1971, A 52). dazu: Digitalisierung, die: die D.
von Meßwerten. Digitalisjerungsbefehl, der: Die Anzahl
der Meßwerte pro D. (Elektronik 10. 1971, 56).
Digitaljsmus, der; -: svw. t Digitalisvergiftung; Digitaloid
[digitalo'i.t]. das: -s. -e [zu t Digitalis (2) u. griech. -oeides
= ähnlich]: Herzmittel mit der Wirkung des Digitalis (2):
Digitoxin [digitoksi:n] das; -s [zu t Digitalis (Du. t Toxin]:
wirksamster u. giftigster Bestandteil der Blätter des
Fingerhuts.
Diglossie [digb'si:]. die; -. ...ien [zu griech. dis = zweifach
u. glÖssa = Zunge; Sprache] (Sprachw.): 1. Vorkommen
von zwei Sprachen in einem bestimmten Gebiet (z. B.
Englisch u. Französisch in Kanada). 2. das Auftreten von zwei
ausgebildeten^ Varianten der Schriftsprache in einem Land
(z.B. Bokmdl u. Nynorsk in Norwegen).
Diglyph[di'gly:n. der;-s.-e [griech. dfglyphos = mit
doppeltem Einschnitt] (Kunstwiss.): Platte mit zwei Schlitzen als
Verzierung am Fries.
Dignitar [digni'ta.g], Dignitär [digni'te:?], der; -s. -e [mlat.
dignitäriusbzw. frz. dignitaire. zu lat. dignitäs, f Dignität]:
geistlicher Würdenträger der katholischen Kirche; Dignität
[digni'tE:t], die; -, -en [(m)lat. dignitäs]: 1, <o. PI.) (bil-
dungsspr.) hoher Wert, Rang; Würde: der Mensch als
soziales Wesen, ... für das Sitte, Brauch und Recht die D.
des „Natürlichen" gewinnen (Psychol. Rundschau XIII,
3, 171). 2. (kath. Rel.) a) Amtswürde eines bestinvnten
hohen Geistlichen; b) hoher geistlicher Würdenträger: an
der Spitze der Prozession schritten die -en.
Dtgraph [di'gra.fl, der; -s, -e[n] [zu griech. dis = zweifach
u. t-graph] (Sprachw.): Verbindung von zwei Buchstaben,
die einen einzigen Laut wiedergeben (z. B. ch für
gesprochenes [x]).
Dtgression [digrE'sio:n], die; -. -en [lat. digressio = das
Weggehen, Abweichung]: 1. Abweichung. Abschweifung,
2. (Astronom.) Winkel zwischen dem Meridian u. dem
Vertikalkreis, der durch ein polnahes Gestirn geht.
dihybrid [dihy'bri:t, 'di.hybri.t] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
dis = zweifach u. t hybrid] (Biol.): sich in zwei
Erbmerkmalen unterscheidend; Dihybride [dihy'bri:d3. di:h...], der; -n,
-n [zu griech. dis = zweifach u. tHybride] (Biol.): Bastard,
dessen Eltern sich in zwei Erbmerkmalen voneinander
unterscheiden, die er aber beide selbst in sich trägt.
Dijambus[di'Jambus], der; -s. ...ben [lat. diiambus < griech.
diiambos] (Metrik): doppelter Jambus (^-^-).
Dikaryont [dikaryont]. das; -s [zu griech. dis = zweifach
u. käryon = Nuß, Kern] (Bot.): Zweikernstadium (Zelle
enthält einen männlichen u. einen weiblichen haploiden Kern)
vor der Befruchtung bei höheren Pilzen.
Dikasterium [dikas'te:riom], das; -s. ...ien [...ton; griech.
dikasterion]: Gerichtshof bei den alten Griechen.
diklin [di'klhn] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. dis = zweifach
u. kline = Lager. Bett] (Bot.): zweikeimblättrig.
Dikotyle [dikoty:b], Dtkotyledone [dikotyle'doina], die; -.
-n [zu griech. dis = zweifach u. t Kotyledone (1)] (Bot.);
zweikeimblättrige Pflanze.
Dikrotie [dikro'ti:], die; -, ...ien [...i:an: zu griech. dikrotos
= zweimal schlagend (vom Puls)] (Med.): Zweigipfligkeit
(doppeltes Schlagen) des Pulses.
Diktam ['diktam]: svw. tDiptam.
diktando [diktando; lat. dictando, Ablativ des Gerundiums
von: dictäre, tdiktieren]: diktierend; beim Diktieren; Dik-
tant [dik'tant], der; -en, -en [lat. dictäns (Gen.: dictantis).
1. Part, von: dictäre. tdiktieren] (Bürow.): jmd., der in
ein Diktiergerät spricht od. einer Schreiberin unmittelbar
diktiert; Diktierer; DUttyntenseminar, das; -s. -e: Seminar,
Übungskurs, in dem man sich mit der Ansagetechnik beim
Phonodiktat beschäftigt; Diktaphon [dikta'fo:n], das; -s.
-e [zu lat. dictäre (tdiktieren) u. t-phon]: svw.
tDiktiergerät; Diktat [dik'ta:t], das; -[e]s. -e [lat. dictätum. 2. Part,
von: dictäre, tdiktieren]: fca) das Diktieren, die Ansage
zur wörtlichen Niederschrift: ein D. in die Schreibmaschine;
Er rief sie an. als ihm plötzlich mitten in einem D. einfiel,
wo er sie das erstemal gesehen hatte (Kuby. Rosemarie
39); nach D. schreiben; die Sekretärin zum D. rufen; b)
das Diktierte: Alle -e wurden in der internationalen
phonetischen Schrift geschrieben (Leonhard. Revolution 52);
ein D. aufnehmen; ein D. in die Maschine übertragen;
c) vom Lehrer diktierte Sätze als Rechtschreibübung in
535
Diktator
der Schule: ein schwieriges D. schreiben; Thomas hat im
D. null Fehler. 2. (bildungsspr.) aufgezwungene harte
Verpflichtung: das Land hat sich dem D. der Siegermächte
unterwerfen müssen; dem D. der Mode gehorchen (sich
nach der neuesten Mode richten, kleiden); unter dem ...
schmerzlichsten Protest meines Geistes gegen das D.
meines armseligen Körpers (Th. Mann. Zauberberg 347);
Diktator [dik'ta:tor, auch: ...to:?]. der; -s, -en [...ta'to.ren; lat.
dictätor): 1. unumschränkter Machthaber in einem Staat;
Gewaltherrscher: Das aber stimmt ebensowenig wie die
Vorstellung, der D. könne zum Demokraten werden
(Dönhoff, Ära 18); Ü er spielt sich zu Hause als D. (herrischer,
keinen Widerspruch duldender Mensch) auf. 2. (Hist.)
römischer Beamter, dem in Notzeiten vorübergehend die Gesamt-
leitung des Staates übertragen wurde: Der römische D.
des 3. Jh. v.Chr. war eine verfassungsmäßige Einrichtung
zur Abwehr äußerer und innerer Krisenlagen (Fraenkel,
Staat 79); diktatorial [diktator'ia:l] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [vgl. engl., frz. dictatorialj: a) gebieterisch, autoritär;
b) absolut, unumschränkt; diktatorisch [diktatoinJI <Adj.>
[lat. dictätöriusj: I. a) einer Diktatur gemäß, auf einer
Diktatur beruhend; b) alleinlierrschend. unumschränkt, nach dem
Willen eines Diktators: dieses Land wird d. regiert. 2.
(abwertend) autoritär, keinen Widerspruch duldend: der
Vater bestimmte d.. daß ...; Diktatur [dikta'tu:^]. die; -.
-en [lat. dictätüra): l.a) <o. Pl.> t Herrscliaftssystem mit
einer Konzentration der öffentlichen Gewalt in der Hund
einer Person, einer Personengruppe od. Partei: die D. der
Militärs; die D. des Proletariats (marx.; die politische
Herrschaft der Arbeiterklasse im Übergangsstadium zwischen
der kapitalistischen u. der klassenlosen Gesellschaftsform);
Alle Versicherungen können nicht darüber
hinwegtäuschen, daß das große Wohlwollen fatalerweise in einer
religiösen D. geendet hat. in der Cromwell das Heft allein
in die Hand nahm (Nigg, Wiederkehr); b) autoritär,
diktatorisch regiertes Staatswesen: in einer D. leben; -en sind
nur von innen aufzubrechen (Hochhuth. Stellvertreter 64).
2. <o. PI.) (abwertend) autoritäre Führung; autoritärer
Zwang, den eine Einzelperson, eine Gruppe od. Institution
auf andere ausübt; Willkürherrsehaft: die D. des Chefs;
unter jmds. D. zu leiden haben. 3. (hist.) Amt u. Amtszeit
des römischen Diktators; diktieren [dik'ti'.ranl <sw. V.; hat)
[lat. dictärej: 1. einen Text zur wörtlichen Niederschrift
ansagen, vorsprechen: er hat seiner Sekretärin das
Gutachten [in die Maschine] diktiert; der Hagere ... diktierte
einen Funkspruch (Plievier. Stalingrad 171). 2.
(bildungsspr.) vorschreiben, aufzwingen, auferlegen: die
Konzerne diktieren die Preise; den besiegten Staaten sind harte
Reparationen diktiert worden; ich lasse mir nicht von
anderen d., was ich zu tun habe; Brasilien diktiert der
Welt (den Kafleepreis) - doch in Brasilien diktiert der
Kaffee (Jacob, Kaffee 223). 3. zwanghaft bestimmen,
hervorrufen, bedingen: Haß, Leidenschaft diktierte sein
Handeln; Die Beziehungen ... waren menschlich von der
hohen Achtung diktiert, die sie ihren Leistungen
gegenseitig entgegengebracht haben (Goldschmit. Genius 11);
Diktierer [diktiin?]. der. -s. -: svw. fDiktant; Diktkrserät,
das; -[eis, -e: Gerät zur Aufnalime u. Wiedergabe eines
gesprochenen Textes; Diktion [diktsio.n]. die; -. -en [lat.
dictio, eigtl. = das Sagen] (bildungsspr.): mündliche od.
schriftliche Ausdrucksweise; Rede-. Schreibstil: die klare
D. dieses Aufsatzes; Der Bundeskanzler sprach .... im
Gegensatz zu der bisherigen D. seines Außenministers,
vom Europa der Vaterländer (Welt 16. 1. 65, 1); Diktionär
[diktsjp'ne:g], das, auch: der; -s, -e [frz. dictionnaire <
mlatT dictiönärium. zu lat. dictio. t Diktion] (veraltend):
zweisprachiges fremdsprachliches Wörterbuch: im
französisch-deutschen D. nachschlagen; Diktum [diktom]. das;
-s. Dikta [lat. dictum, eigtl. = das Gesagte] (bildungsspr.):
1. bedeutsamer, pointierter Ausspruch: Lessings D. vom
Klugen, der klug genug war. nicht klug zu sein (Adorno.
Prismen 56). 2. (veraltet) Entscheid. Befehl.
Diktyogenese[diktyoge'ne:za|.die; -. -n [zu griech. diktyon
= Netz u. tGenese] (Geol.): Gerüstbildung; Bezeichnung
für tek tonische Bewegungsformen.
dilatabel [dila'ta:bl] <Adj.; ...bler. -ste) [zu lat. dDätäre.
tdilatieren]: dehnbar; Dilatabiles [dila'ta:bile:s] <PL):
hebräische Buchstaben, die zum Ausfüllen der Zeilen in die
Breite gezogen wurden; Dilatation [dilata'tsjpm]. die; -.
-en [spätlat. dTlätätio = Ausdehnung. Erweiterung] 1.
(Physik) Ausdehnung eines Körpers durch äußere Kräfte
od. Wärme. 2. (Bot.) Erweiterungswachstum der
Baumstämme. 3. (Med.) krankhafte od. künstliche Erweiterung von
Hohlorganen (z.B. des Herzens); DihtationsfuBe, die; -,
-n (Bauw.): Fuge zwn Ausgleich von Spannungen, die in
Baustoffen infolge Temperaturschwankungen usw.
entstellen; dilatativ [dilata'ti:fl <Adj.; o. Steig.) zur Erweiterung
führeml; Diktator [dila'ta:tor. auch: ...o:g]. der; -s, -en
[...ta'to:ran; spätlat.dllätätor = Erweiterer] (Med.):
Instrument zur Erweiterung von Höhlen u. Kanälen des Körpers;
diktieren [dila'ti:ren] <sw. V.; hat) [lat. dflätäre = breiter
machen, ausbreiten]: l.a) ausdehnen, erweitern; b) sich
ausbreiten. 2. (Med.) ein Hohlorgan mit dem Dilatator
erweitern; Dilation [dilatsio:n]. die; -. -en [lat. dllätio]
(Rechtsspr.): Aufschub. Aufschubfrist; Dilatometer [dilato-
'me:te], das; -s, - [zu lat. dilätäre (tdilatieren) u. T -meter]:
1. (Physik) Apparat zur Messung der Ausdehnung von
Körpern bei Temperaturerhöhung. 2* Apparat zur Bestimmung
des Alkoholgehalts einer Flüssigkeit auf der Grundlage der
sogenannten Schmelzausdehnung; dilatorisch [dila'to:nJl
<Adj.) [lat. dflätörius] (bildungsspr.): aufschiebend,
schleppend, hin/ialtend: ein -es Verfahren; eine -e Einrede (jur.;
Einrede, die den Anspruch des Klägers aufschiebt bzw.
teilweise aufhebt; Ggs.: peremptorische Einrede).
Dilemma [di'Iema], das; -s. -s u. -ta [lat dilemma < griech.
dilemma = Doppelfang, Zwiegriff): Zwangslage. Situation,
in der sich jmtl. befindet, wenn er zwischen zwei in gleicher
Weise schwierigen od. unangenehmen Dingen wählen soll
(hl. muß; schwierige Situation in der eine Entscheidung
getroffen werden midi : BonhoefTer .... der nicht zögerte,
das sittliche D. zu einer radikalen Lösung zu bringen
(Rothfels, Opposition 147); einen Ausweg aus dem D.
suchen; sich in einem D. befinden; dilemmgtisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): zwei alternativ verbundene sich
gegenseitig ausschließende Lösungen enthaltend: Erfreulich für
den Germanisten ... ist ... das Register aller -en
Streitgedichte (Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verban-
des4. 1969. 39).
Dilettant [diletant], der; -en [ital. dilettante. zu: dilettare
= ergötzen, amüsieren < lat. delectäre] (bildungsspr.):
a) jmd.. der sich ohne gründliche Fachkenntnis in Kunst
od. Wissenschaft betätigt; Nichtfachmann. Laie mit
wissenschaftlichem od. künstlerischem Ehrgeiz. Liebhaher: er war
auf vielen Gebieten ein begabter D.; Die Spezialisierung
im Wissen deklassiert den -en in unserer Zeit (Welt 3.
7. 65, Geist. Welt 1); b) (abwertend) Stümper. Nichts-
kön/ier: das Machwerk eines literarischen -en; <AbI.:)
dileftyntenhaft <Adj.; -er, -este) (bildungsspr.
abwertend): in der Weise eines Dilettanten (b), stümperhaft:
sein Klavierspiel ist sehr d.; Dilettantentum, das; -s
(bildungsspr.): das Dilettantsein: Der HauptangrifTspunkt, den
die Gelehrten unter das Feuer ihrer Philippiken nahmen,
war sein (= Schliemanns) D. (Ceram, Götter 66);
Dilettantin, die: -. -nen: w. Form zu t Dilettant; dilettantisch <Adj.):
a) nicht fachnännisch; als Laie; b) (abwertend) stiunperhaft;
unzulänglich: Es scheint auch, als hätten sie (= die
Kriminalbehörden) bei dem geradezu -en Vorgehen der
Verbrecher leichtes Spiel (Mostar. Unschuldig 21);
Dilettantismus [diletantismos], der; -: a) Beschäftigung mit
Wissenschaft. Kunst u. a. ohne Fachausbildung:
künstlerischer, wissenschaftlicher D.; b) (abwertend) Laieniiaftig-
keit. Stümperhaftigkeit: Aber warum muß bei uns jede
Revolution in D. verenden? (Chr. Wolf. Himmel 179);
sein Spiel zeugt von D.; dilettieren [dilEti:ran] <sw. V.;
hat): im wissenschaftlichen, künstlerischen o. ä. Bereich ohne
Fachausbildung in nicht ganz ernst zunehmender Weise
tätig sein; sich aus Liebhaberei mit etw. beschäftigen: er
war ein koketter Fechter, Reiter. Schwimmer, Charmeur.
Bricfplauderer und dilettierte in verschiedenen Künsten
(Goldschmit, Genius 27); ein in der Schriflstellerei dilettie-
render Schauspieler.
Dill [dil]. der; -[eis. -e, (österr. auch:) Dille ['dibj. die; -.
-n [mhd. tille, ahd. Ulli. H. u.] (Bot.): als Küchengewürz
u. Heilpflanze verwendetes Doldengewächs mit kleinen
gelblichen Blüten u. feingefiederten Blättern; Djllenkraut. das;
-[eis, ...krauter (österr.): svw. T Dill.
Diligence[dili'3ä:s], die; -,-n[frz.diügence, eigtl. =
Schnelligkeit, Fleiß < lat. diligentia, TDiligenz] (hist.): Eil
Postwagen; Diligenz [dili'gants], die; - [lat.diligentia] (veraltet):
Sorgfalt. Fleiß.
536
Ding
diktieren [dilui.ren] <sw. V.; hat) [lat. diluere] (Med.):
verdünnen (z. B. eine Säure mit Wasser); Dilation [dilu'tsio:n],
die; -. -en (Med.): Verdünnung; diluvial [diluvia:l]~<Adj.;
o. Steig.; nur attr.) [lat. düuviälis = überschwemmend]
(Geol.): das Diluvium betreffend, zu ihm gehörend, aus ihm
stammend; eiszeitlich; -es Gestein; <Zus.:> Diluvialboden.
der; -s. -böden (Geol.): Boden, der auf Ablagerungen aus
der Eiszeit zurückgeht; Diluvialzeit, die; - (Geol.); Diluvium
[di'lu:vium]. das; -s [lat. düuvium = Überschwemmung,
Wasserflut] (Geol.) (veraltet): Pleistozän.
Dimafon [dima'fo:n], das; -s. -e [Kurzwort aus: D/ktier-jl/0-
gneiofon): mit Magnetton arbeitendes Diktiergerät;
Sekretärin perfekt in Stenografie. Fernschreiber und D. (FAZ
7. 8. 58. 9).
Dime [dann], der; -s, -s (aber: 10 Dime) [engl.-amerik. dime
< frz. dime = Zehnt < lat. decima = der zehnte (Teil)]:
Silbermünze der USA im Wert von 10 Cents.
Dimension [dim£n'4o:n]. die; -. -en [lat. dimensio = Aus-,
Abmessung, Ausdehnung]: 1. a) (Physik) Ausdehnung eines
Körpers (nach Länge. Breite u. Höhe); ein Raum hat drei
-en; die ... Vertraulichkeit des Barkellners und die auf
zwei -en retouchierten Fotografien der Staatsoberhäupter
(Johnson. Mutmaßungen 168); die vierte D. (der Bereich
des nicht mit den Sinnen Wahrnehmbaren); b) (Physik)
Beziehung einer Größe zu den Grundgrößen des Maßsystems;
c) <meist PI.) räundiche Abmessung; Ausmaß. Umfang:
die -en des Bauwerks sind gewaltig; es war ein
Unternehmen von gigantischen -en. 2. Erstreckung. Ausdehnung
in einen bestimmten geistigen Bereich od. Raum. Größe:
Die ... Frage, um die es hier geht, hatte ... noch eine
andere D. (Rothfels. Opposition 83); Die D. (die
Eigenschaft, der Begriff) des Außerordentlichen freilich fehlt
(Deschner, Talente 75); <Abl.:)dimensional [dim£nzio'na:l]
<Adj.; o. Steig.): auf die Dimension, die Ausdehnung
bezogen; ausgedehnt; dimensionieren [dimanzio'ni:ran] <sw. V.;
hat) (Technik): (auf Grund von Berechnungen) die
(optimalen) Maße. Abmessungen von erw. festlegen: Man
dimensioniert an einem Rennwagen die einzelnen Teile ... für diese
höchste Beanspruchung (Frankenberg. Fahrer 11); ein gut
dimensioniertes Bauwerk; <Abl.:> Dimensionkruns« die;
-. -en.
Dimeter[di:metB].der; -s.- [lat.dimeter < griech. dfmetros
= aus zwei Maßen bestehend]: aus zwei gleichen Metren
bestehender antiker Vers.
diminuendo [dimi'nyendo] <Adv.) [ital. = abnehmend, zu:
diminuire = abnehmen, vermindern < lat. diminuere,
Tdiminuieren] (Musik): inder Tonstärke abnehmend,
schwächer werdend; Abk.: dim., dimin.; <subst.>: Diminuendo,
das; -s, -s u. ...di (Musik): allmähliches Leiserwerden: Das
zweite (= das Musikstück)... ist nur ein auskomponiertes
D. höchster Originalität (Adorno, Prismen 171); diminuie-
ren [diminu'i:ron] <sw. V.; hat) [lat. diminuere] (bil-
dungsspr., selten): verkleinern, verringern, vermindern: in
dem Maße, als in der Kunst ... die Dinge diminuiert.
unwichtig, unernst genommen werden (Becher, Prosa 171);
<Abl.:> Diminukning. die; -. -en; Diminution [diminu-
tsio:n], die; -, -en [lat. diminutio]: I. (bildungsspr. selten)
Verkleinerung. Verringerung. 2. (Musik) a) Wiederholung
eines Themas unter Verwendung kürzerer Notenwerte (Ggs.:
Augmentation b); b) variierende Verzierung durch
Umspielen der Melodienoten; c) Tempobeschleunigung durch
Verkürzung der Noten; diminutiv [diminu'ti:fl, (auch:)
deminutiv [deminutLIl <AdJ.; o. Steig.; nur attr.) [lat. dlminütlvus]
(Sprachw.): das Diminutiv betreffend; verkleiner ml;
<subst.:> Diminutiv, (auch:) Deminutiv, das; -s, -e [...va]
(Sprachw.): die Verkleinerungsform eines Substantivs (z. B.
Ofchen. Gärtlein); <Zus.:> Diminutivform, die; -. -en; Dimi-
nutivum [...ti:vum], das; -s, ...va [lat. dlminutlvum]: svw.
t Diminutiv.
Dimission [dimi'sio:n]. die; -. -en [lat. dlmissio] (veraltet):
Demission; Dimissionär [...sio'neig]. der; -s. -e (veraltet):
Demissionär; Dimissoriale [...so'ria:te]. das; -s, ...alien
[...Ijpn; zu spatlat. dimissörius = abgesandt] (ev. Rel.):
Genehmigung, mit der der zuständige Amts träger einen
anderen Geistlichen zu Amtshandlungen (Taufe. Trauung o. ä.)
cr/wäcA/w/;dimittieren[dimi'ti:rDn]<sw. V.; hat)[lat. dimit-
tere] (veraltet): entlassen, verabschieden.
Dimmer [dime], der; -s, - [engl, dimmer, zu: to dim =
verdunkeln. (Licht) dämpfen]: Helligkeitsregler für Glüh-
u. Leuchtstofflampen.
di molto: t molto.
dimorph [di'morfl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [griech. dfmor-
phos = doppelgestaltig]: I. (Biol.) (von Tier- od.
Pflanzenarten) in zwei verschiedenen Formen auftretend): wie bei
diesen wenig sexuell -en Tieren ... das Zustandekommen
ungleichgeschlechtlicher Paare gesichert wird (Lorenz.
Verhalten I, 230). 2. (Chemie) (von Kristallen) in zwei
Kristallformen auftretend; <Abl.:) Dimorphie [...Ti:]. die;
-. -n [...i.an]: I. (Chemie) das Auftreten eines Kristalls in
zwei Modifikationen. 2. svw. t Dimorphismus;
Dimorphismus [...'fismosK der; -. ...men (Biol.): das Auftreten
derselben Tier- od. Pflanzenart in zwei verschiedenen Formen.
'DIN @>[di:n; auch: dm; Kurzw. für: Deutsche Industrie
Normten), später gedeutet als: Das Ist Norm]:
Verbandszeichen des Deutschen Instituts für Normung e. V.; *D1N:
Maßeinheit für die Lichtempfindlichkeit eines Films: die relativ
geringe Empfindlichkeit der Farbfilme zwischen 15 und
21 DIN (Fotomagazin 8. 1967, 37).
DIN- (mit Bindesirich): -Blatt« das: vom Deutschen Institut
für Normung e. V. für einen bestimmten Bereich
herausgegebenes Normblatt; -Format, das: nach DIN festgelegtes
Papierformat; -Grad, der (veraltet): 2DIN.
Dinanderie [dinandd'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. dinanderie.
nach der belgischen Stadt Dinant): Messingarbeit aus dem
Maastal. aus Brabant u. Flandern.
Dinar [di'na.^, serbokr.:'dina:r], der; -s, -e (aber: 10 Dinar)
[arab. dinär < griech. denärion = röm. Denar < lat.
denarius. t Denar]: Währungseinheit in Jugoslawien (100
Para), Iran (Vioo Rial), Algerien (100 Centimes). Tunesien
(1 000 Millimes) u.a.; Abk.: Din. im Iran: D.
dinarisch [di'na:nX] <Adj.; o. Steig.) [nach den Dinarischen
Alpen]: ebwm Menschentypus atigehörend, entsprechend,
der bes. in den Gebirgen Mittel- u. Südeuropas lebt u. für
den schlanker, hoher Körperwuchs, braune Augen u. braune
Haare u. Adler- od. Hakennase typisch sind: die -e Rasse.
Diner [di'ne:]. das; -s. -s [frz. diner. subst. Inf. von: diner
= eine Hauptmahlzeit zu sich nehmen < vlat. disieiünäre
= zu fasten aulhören, aus lat. dis = den Gegensatz zu
dem im Grundwort Bezeichneten ausdrückend u. ieiünus
= nüchtern, hungrig]: a) (geh.) festliches Mittag- od.
Abendessen: ein festliches D.; raffinierte -s. bei denen
Champagner in Strömen floß (Hauptmann. Schuß 20);
eine Einladung zu einem [offiziellen] D.; b) in Frankreich
die am Abend, seltener auch am Mittag eingenommene
Hauptmahlzeit.
'Ding [din). das; -[e]s. -e u. -er [mhd. dinc. ahd. thing.
eigtl. = Rechtssache. Rechtshandlung; 5: mhd. gedinge
= Hoffnung. Zuversicht; frühnhd. = Laune. Stimmung]:
l.a) <P1. -e (meist PL). Vkl.: Dingelchen) Gegenstand.
Sache, die nicht näher bezeichnet wird: schöne, wertvolle
-e; seine persönlichen -e mitnehmen; Gott, der Schöpfer
aller -e (der Welt u. alles Existierenden); R aller guten
-e sind drei (zur Rechtfertigung von etw.. was man ein
drittes Mal tut); jedes D. hat zwei Seiten (jede Sache
hat ihre guten u. schlechten Seiten); b) <P1. -er) (ugs.)
etw.. was man (in abschätziger o.a. Redeweise od. weil
man die genaue Bezeichnung dafür nicht kennt od. nicht
gebrauchen will) nicht mit seinem Namen nennt: was ist
denn das für ein D.?; das Haus ist ja ein tolles D.; die
-er (z.B. Schrauben) taugen nichts, sind schon kaputt;
wir hatten da eine Firma, die hatte alle -wie heißen die
noch?- jedenfalls, die hatte alle -er... die ganzen
Versicherungen (Aberle. Stehkneipen 52); *das ist ia ein D.! (ugs.;
Ausruf der Überraschung od. der Entrüstung): das ist ein
D. mit ['nem] Pfiff (ugs.; eine tolle Sache)', das ist ein
D. wie 'ne Wanne (berlin.; eine eindrucksvolle Sache): ein
D. drehen (ugs.; etw. Unrechtmäßiges tun); imdm. ein D.
verpassen (ugs.; 1. jmdm. einen brutalen Schlag versetzen.
2. jmdn. in unsanfter Forn^ zurechtweisen, tadeln o.a.);
krumme -er machen (ugs.; etw. Unerlaubtes. Rechtswidriges
tun); mach keine -er! (ugs.; Ausruf des Erstaunens, der
Überraschung). 2. <P1.: -e(meistPl.))a) Vorgänge.
Ereignisse: es waren unerfreuliche -e vorgekommen; der -e harren,
die da kommen sollen (abwarten, was kommt; nach Luk.
21.25); nach Lage der -e; seinen Hut.... den er. in
Voraussicht der kommenden -e, von der Garderobe geholt hatte
(Hildesheimer. Legenden 87); *über den -en stehen (sich
von den unliebsamen Dingen des Alltags nicht allzusehr
berühren, beeinträchtigen lassen); b) Angelegenheiten.
Sachen: es handelt sich um private, persönliche -e, die nieman-
537
Ding
den etwas angehen; die meisten -e seien von Natur
unabänderlich und alles Tun ja doch vergeblich (Dönhoff, Ära
88); sie hatte vor der Reise noch tausend -e zu erledigen;
in -en des Geschmacks (in allem, was den Geschmack
betrifft) kennt er sich aus; Wir sprachen ... über praktische
-e, Wald, Feld, Wiese, ... und Moor (Hauptmann, Schuß
48): das Annehmen der Meldung und das Ergreifen von
Maßnahmen, das war nicht einerlei D. (waren zwei
verschiedene Sachen, von denen nicht unbedingt die eine aus
der anderen folgen muß); Spr gut D. will Weile haben
(etw.. was gut werden soll, braucht seine Zeit); *die Letzten
-e (religiös-metaphysische Vorstellungen Tod u. Ewigkeit
betreffend); unverrichteter«e (ohne etw. erreicht zu haben);
etw./es ist ein D. der Unmöglichkeit (etw. ist unmöglich,
läßt sich nicht ausführen, einrichten o.a.); etw./das geht
nicht mit rechten -en zu (etw.Idas ist merkwürdig,
unerklärlich; etw. ist auf unredliche Weise zustande gekommen);
vor allen -en (vorallem, besonders ).3. <PI. -er. Vkl.:
Dingelchen) (ugs.) Mädchen: ein junges D.; ihr frechen, dummen
-er!; Sie war ein unbedeutendes D.. ergeben, ohne Urteil
und Widersetzlichkeit (Th. Mann, Joseph 174). 4. <P1.
-er) (ugs. verhüllend) männliches od. weibliches
Geschlechtsteil. 5. * guter -e (geh.: I. fröhlich u. munter: er ist immer
guter-e. 2. voll Hoffnung, voll Optimismus: guter -e machte
er sich an die schwierige Aufgabe).
2Ding [-], das; -[eis. -e [mhd. dinc. ahd. thing] (hist.): svw.
T Thing.
'djng-, Djng- ('Ding): -gedieht, das (Literaturw.):
Gedichttypus, bei dem ein Ding (1) Gegenstand der Beschreibung
fu. symbolischer Ausdeutung/ ist; ^weh, die: die Welt der
Erscheinungen; -wort, das <P1. -Wörter): seltener für
TSubstantiv,dazu: -wörtlich<Adj.; o. Steig): seltener für
f substantivisch.
^jng-, Djng- (2Ding): -fest nur in der Verbindung jmdn.
d. machen (jmds. habhaft werden u. ihn in Haft nehmen):
der Verbrecher wurde d. gemacht; Ü hier beginnt ... eine
neue Schwierigkeit, den neuen Begriff d. zu machen (zu
erfassen, festzulegen; Herrenjournal 3. 1966. 200); -platz.
der (hist.): svw. tThingplatz; -statte, die (hist.): svw.
T Thingstätte.
Dingelchen ['diol^nj, das; -s. -, (auch:) Dingerchen: t 'Ding
(la, 3).
dingen Cd man] <dingte/(selten:) dang, hat gedungenAselte-
ner:) gedingt) [mhd. dingen, ahd. dingön = vor Gericht
verhandeln]: a) (veraltet, noch landsch.) gegen Lohn in
Dienst nehmen, einstellen: Gesinde d.; b) (veraltet) gegen
Bezahlung für die Erledigung einer Aufgabe verpflichten,
engagieren: Ich werde .., einen Führer d., der mich durch
die Berge bringt (Seghers, Transit 237); c) (geh. abwertend)
mit Geld für die Ausführung eines Verbrechens gewinnen:
einen Mörder d.; ein gedungener Killer.
Dingerchen [dwB<pn] <P1. von t Dingelchen); Dingerich.
Dingrich['dio(3)n<;J.der;-s.-e[zut 'Ding] (landsch. salopp):
1. Bez. für eine männliche Person, von der der Sprecher
in respektlosem Ton spricht, deren Name ihm gerade nicht
einfällt od. deren Manien er nicht weiß. 2. Bez. für etw..
was der Sprecher nicht näher bezeichnen kann txl. will.
DjnggeM. das; -[eis. -er (veraltet): svw. tHandgeld.
djnghaft <Adj.; -er. -este): real, gegenständlich vorhanden:
die Leere, mit der die rechte Hand vor sich hinstarrte,
war-er als der Teller daneben (FAZ 21. 10.61.54); <Abl.:)
Dinghaftigkeit. die; -.
Düighi, (häufiger auch:) Dingi ['dingi], das; -s. -s [engl,
dinghy < Hindi dlftgi = kleines Boot]: 1. kleines Beiboot
auf Kriegsschiffen u. Jachten. 2. kleines Sportsegelboot.
dinglich <AdJ.): I. gegenständlich; real, konkret; in der
Realität, als Sache vorhanden; auf eine Sache bezogen: Eine
physiologische Störung ist so d.... wie eine Mauer (Musil.
Mann 1469); <subst.:)das Dingliche, die
lockend-belehrenden Auslagen der Welt (Th. Mann. Krull 97). 2. <o. Steig.;
nicht adv.) (Jur.) das Recht an Sachen betreffend: -es Recht
(Sachenrecht): ein -er Anspruch. Vertrag; <Abl. zu 1:)
Dinglichkeit, die; -: zerstreute Fetzen von
Gegenständlichkeit; Resteeiner... verplatteten und entfärbten D. (Gehlen.
Zeitalter 63).
Dingo ['dingo]. der; -s. -s [austral. Eingeborenenspr.]:
australischer Wildhund von der Größe eines kleinen deutschen
Schäferhundes.
Dingrich: svw. t Dingerich; Dings [dins]. der. die. das; -
[mhd. dinges. partitiver Gen. von: dinc. t 'Ding] (salopp):
I. der. die. (landsch. auch:) das: Bez. für eine männliche
od. weibliche Person, deren Name dem Sprecher im
Augenblick nicht einfällt, die er nicht kennt od. nicht nennen
will: Herr D., du weißt schon, wen ich meine; der, die,
das (landsch.; die) D. hat gesagt, ...; und der D. da. der
Krause, natürlich nischt wie zur Polizei in seinem Bammel
(Schnurre. Ein Fall 26). 2. das: etw. (Gegenstand.
Einrichtung o. ä.). dessen Name dem Sprecher im Augenblick nicht
einfallt, den er nicht kennt od. nicht nennen will; Ding
(lb): gib mir mal das D. da!; Und gleich haben die
mich zum D. (= zur Wache) gebracht, hier zum-zur-es
war in der Gothaer Straße (Aberle, Stehkneipen 54). 3.
<o. Art.) Ortsname, der dem Sprecher im Augenblick nicht
einfällt, den er nicht kennt od. nicht nennen will: sie fahren
im Urlaub immer nach D., ich weiß den Namen nicht
mehr.
Djngs-: -bums, der. die. das (ugs.): svw. tDings: -da, der.
die. das (ugs.): svw. f Dings; ^kirdien (salopp): 1. [auch:
-'--] <o. Art.) Ort. dessen Name dem Sprecher im
Augenblick nicht einfällt, den er nicht genau kennt od. nicht nennen
will. TL der: Bez. für eine männliche Person, deren Name
dem Sprecher im Augenblick nicht einfallt od. von der er
bewußt respektlos sprechen will; ^bmdei [-lam'daj]. der,
die. das (landsch.): svw. T Dings.
dinieren [di'ni:ren] <sw. V.; hat) [frz. diner, t Diner] (geh.):
ein Diner einnehmen, (am Mittag od. Abend) festlich
speisen: bei. mit jmdm. d.; Warum dinierst du nicht ... im
ehemaligen Hotel Hohenzollern ...? Kaviar und Seetiere?
(Remarque. Obelisk 292); Diningcar [dainiQka.g], der; -s.
-s [engl, diningcar]: engl. Bez. für TSpeisewagen; Dining-
room [dammrum]. der; -s. -s [engl, dining room): engl.
Bez. für t Speisezimmer.
Dinkel [dmk]]. der; -s. - [mhd. dinkel. ahd. dinchel. thincil]:
nur noch vereinzelt angebaute Weizenart; Spelt.
Dinner ['dm*],das; -s.-[s] [engl, dinner < frz. diner.t Diner]:
a) in den angelsächsischen Ländern am Abend
eingenommene Hauptmahlzeit des Tages: In Amerika ist der Drink
vor dem D. der Entspannung gewidmet, hier der Dialektik
(Welt 7. 3. 64. 3); b) festliches Abendessen [mit Gästen
o. ä.;. sie trafen sich zu einem D. im Hotel; <Zus.:) Dinner-
jacket[dmBdjekit].das; -s.-s[engl.dinner jacket]: Herren-
jacket für halboffizielle gesellschaftliche Anlässe.
Dinosaurier [dino'zäune], der; -s. -. Dinosaurus [dino'zau-
rus]. der; -. ...rier [...T\p. zu griech. deinös = gewaltig,
furchtbar u. saüra. saüros = Eidechse]: ausgestorbenes
Riesenkriechtier; Dinotherium [dino'te:riom]. das; -s. ...ien
[...jpn; zu griech. deinös = gewaltig, furchtbar u. therion
= Tier]: ausgestorbenes elefantengroßes Rüsseltier,
Diode [di'o.'dd]. die; -. -n [zu griech. dis = zweifach u.
hodös = Weg] (Elektrot.): elektronisches Bauelement,
dessen Widerstand in extremer Weise von der Polarität der
angelegten elektrischen Spannung abhängt.
Diolefin [dk>le'fi:n], das; -s. -e [zu griech. dis = zweifach
u. TOlefin]: svw. TDien.
Diolen<S)[dio'le:n], das; -s [Kunstwort]: 1. kurz für f Diolen-
faser. 2. Gewebe aus Diolen (1); <Zus.:> Diolenfaser, die;
-. -n: synthetische Textilfaser aus Polyester.
Dionysien [dio'ny:zi3n] <P1.) [lat. Dionysia < griech. Diony-
sia, zum Namen des Gottes Dionysos]: altgriechisches Fest
zu Ehrendes Wein- u. Fruchtbarkeitsgottes Dionysos;
dionysisch [dio'ny:ziJ] <Adj.; -er. -ste) (bildungsspr.): 1. <o.
Steig.; nicht adv.) dem Gott Dionysos zugehörend, ihn
betreffend: ein -er Kult. 2. (bes. Philos.) rauschhaft, ekstatisch
(Ggs.: apollinisch): eine -e Lust ergriff die Massen ... und
riß alle Mauern und Zäune ein. hinter denen sich ihre
Lebensfreude staute (Hagelstange. Spielball 214).
diophantisch [dio'fanttf] <Adj.)[nachdem griech.
Mathematiker Diophantos (3. Jh. v.Chr.)] in der Fügung -e
Gleichung (Gleichung mit mehreren Unbekannten, für die
ganzzahlige Lösungen zu finden sind).
Diopsid [db'psi:t], der; -s. -e [zu griech. dis = zweifach
u. öpsis = Anblick; Erscheinung (da die Kemgestalt eine
doppelte Ansicht gewährt)]: farbloser, gelblicher, grüner
od. grünlichgrauer Augit; Dioptas [diD'pta:s], der; -. -e [zu
griech. diopteia = das Hindurchsehen]: smaragdgrüner,
durchscheinender bis durchsichtiger Edelstein; Diopter
[di'opte], das; -s. - [lat. dioptra = Instrument zum
Höhenmessen u. Nivellieren < griech. dioptra]: aus Lochblende
u. Zielmarke bestehendes Zielgerät; Dioptrie [...tri:], die;
-. -n [...i:an] (Optik): Maßeinheit für die lichtbrechende
538
Diplomatiker
Kraft einer Linse od. eines Linsensystems; Abk.: dpt. Dptr.
u. dptr.; Dhpptrik [...nkl, die; - (veraltet): Lehre von der
Brechung des Lichts; digptrisch <Adj.; o. Steig.) (Optik):
a) zur Dioptrie gehörend; lichtbrechend; durchsichtig; b)
nur lichtbrechende Elemente ent/ialtend: ein -es Fernrohr;
Dioptrometer, das; -s, - [zu t Dioptrie u. t-meter]: Gerät
für die Bestimmung der Dioptrien.
Diorama [dio'ra:ma], das; -s, ...men [zu griech. diä =
hindurch u. höräma = das Gesehene, Anblick] (Kunstwiss.):
plastisch wirkendes Schaubild, bei dem räumliche
Gegenstände vor einem gemalten od. fotografierten Hintergrund
aufgestellt sind.
Diorid © [dio'rht], das; -s [Kunstwort]: eine Kunstfaser;
Diorismus [dio'nsmos]. der; - [griech. diorismös = das
Abgrenzen. Bestimmung]: Begriffsabgrenzung, -bestim-
mung; Diorjt [auch: dio'nt], der; -s. -e [zu griech. diorizein
= abgrenzen, unterscheiden (wegen der in Farbe u. Gefüge
starken Unterschiede der Gemengteile)]: körniges, meist
helles, grünlichgraues Tiefengestein.
Dioskuren [dps'ku:ran] <PI.) [griech. Diöskouroi = Söhne
des Zeus (Kastor u. Pollux)] (bildungsspr.):
unzertrennliches Freundespaar: Diebeiden verstanden sich auf Anhieb
und wurden filmische D. (MM 20. 8. 66. 39).
Dioxid ['di:|3ksi:t. auch: di|3'ksi:t], (ehem. fachspr. für.)
Dioxyd [di:bksy:t. auch: di|3'ksy:t], das; -s, -e [zu griech.
dis = zwei(fach) u. TOxyd] (Chemie): Oxyd, das zwei
Sauerstoffatome enthält.
diözesan [di0tse'za:n] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [kirchen-
lat. dioecesänus]: die Diözese betreffend, zu einer Diözese
gehörend; <subst.:> Diözesan, der; -en. -en: Angehöriger
einer Diözese; Diözese [di0't£e:z3], die; -. -n [kirchenlat.
dioecesis < griech. dioikesis = Verwaltung. Provinz]
(kath. Rel.): Amtsgebiet eines katholischen Bischofs.
Bistum; Dtözie [dio'tsi:]. die; - [zu griech. dis = zweifach
u. oikia = Haus] (Bot.): Zweihäusigkeit von Pflanzen,
bei der männliche u. weibliche Blüten auf verschiedenen
Individuen stehen; diözisch [di'o^tf] <Adj.; o. Steig.) (Bot.):
(von Pflanzen) zweihäusig; Diöztsmus [dio'tßismos], der;
-: svw. tDiözie.
Dipeptid [dipep'tht], das; -s. -e [zu griech. dis = zweifach
u. t Peptid] (Chem.): aus zwei beliebigen Aminosäuren
aufgebauter Eiweißkörper; Dipeptidase [...ti'da'.zs]. die; -. -n:
Enzym, das Dipeptide spaltet.
Diphtherie [difte'ri:], die; -. -n [...i:an; zu griech. diphthera
= Haut, Fell] (Med.): akute Infektionskrankheit mit
Bildung häutiger Beläge auf den Mandeln u. auf den
Schleimhäuten verschiedener Organe; diphtherisch <Adj.; o. Steig.)
(Med.): durch Diphtherie hervorgerufen; zum
Erscheinungsbild einer Diphtherie gehörend; -e Symptome; Diphtheritis
[difte'ri:tis], die; - (ugs.): svw. tDiphtherie; diphtheroid
[drftero'i.t] <Adj.; o. Steig.) (Med.): diphtherieähnlich: ein
-es Krankheitsbild.
Diphthong [diftool. der; -s. -e [lat. diphthongus < griech.
diphthoggos, eigtl. = zweifach tönend] (Sprachw.): aus
zwei Vokalen gebildeter Zwielaut; Doppellaut. Doppelvokal
(Ggs.: Monophthong): ei. au, eu sind -e: diphthongieren
[drfbo'gi:ren] <sw. V.; hat) (Ggs.: monophthongieren;
Sprachw.): a) einen Monophthong zu einem Diphthong
weiterentwickeln: das Neuhochdeutsche hat das
mittelhochdeutsche lange „r zu „ei" diphthongiert; b) (von einem
Einzelvokal) zu einem Diphthong werden (Ggs.:
monophthongieren): das „i" diphthongiert zu „ei"; <Abl.:)
Diphthongierung, die; -, -en; diphthongisch <AdJ.; o. Steig.)
(Ggs.: monophthongisch; Sprachw.): a) einen Diphthong
enthaltend: eine -e Lautverbindung; b) als Diphthong
gesprochen: eine Vokalgruppe d. aussprechen.
dlphyletisch [difyie:tij] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. dis =
zweifach u. Tphyletisch] (Blol.): (von Tier- od.
Pflanzeneinheiten) stammesgeschichtlich von zwei Ausgangsformen
ableitbar.
diphyodont [difyodant] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu
griech. diphyes = doppelt u. odoüs (Gen.: odöntos) =
Zahn] (Med.): einen Zahnwechsel durchmachend.
Diplegiejdiple'gi:],die; -. -n (...i:an; zu griech. dis = zweifach
u. plege = Schlag] (Med.): doppelseitige Lähmung.
Diplexbetrieb ['di:pleks-J, der [zu griech. dis = zweifach
u. lat. (du)plexj: svw. T Duplexbetrieb.
Diplodokus [diplo'do:küs], der; -. ...ken [zu griech. diplöos
= doppelt u. dokös = Balken]: ausgestorbene Riesenechse.
DipJoe [di'plo:3],die; - [griech. diplöe. eigtl. =
Verdoppelung] (Med.): zwischen den beiden Tafeln des Schädeldaches
liegende schwammige Knochensubstanz; diploid [...o'i:t]
<AdJ.; o. Steig.) [zu griech. diplöos = doppelt u. -oeides
= gestaltet; ähnlich] (B\ol): einen doppelten (d.h.
vollständigen) Chromosomensatz aufweisend (Ggs.: haploid); Di-
ploidie [...i'di:]. die; - (Biol.): das Vorhandensein des
vollständigen Chromosomensatzes im Zellkern; Diplokokkus
[...kokos], der; -. ...kken [zu griech. diplöos = doppelt
u. tKokkus] (Med.): Vertreter einer Gattung von paarweise
zusammenhängenden kugelförmigen Bakterien
(Krankheitserreger).
Diplom [di'pIo:m],das; -s,-e [lat.diplöma < griech. diplöma
= Handschreiben auf zwei zusammengelegten Blättern,
Urkunde; eigtl. = zweifach Gefaltetes]: 1. a) amtliche
Urkunde, z. B. über eine abgeschlossene Universitäts- bzw.
Fachhochschulausbildung od. eine bestandene Prüfung für
einen Handwerksberuf: ein D. über die bestandene Prüfung
ausstellen, bekommen; das D. des Bäckermeisters hängt
gerahmt im Schaufenster; b) akademischer Grad: ein D.
erwerben; er hat sein D. [als Chemiker] gemacht; Abk.:
Dipl. 2. Ehrenurkunde, die für eine bestimmte Leistung
o. ä. verliehen wird: der Hersteller bekam ein D. für sein
Erzeugnis.
Diplom- (Diplom 1): -arbeit, die: wissenschaftliche Arbeit,
mit der ein Diplom erworben wird: ^bibliothekar, der:
Bibliothekar des gehobenen Dienstes mit staatlicher Prüfung;
-Chemiker, der: Chemiker, der seine Hochschulausbildung
mit einer Diplomprüfung abgeschlossen hat; Abk.: Dipl.-
Chem.; -dolmetscher, der; Abk.: Dipl.-Dolm.;-gwerbe-
lehrer, der; Abk.: Dipl.-Gwl.; -handelslehrer, der; Abk.:
Dipl.-Hdl.; ^holzwirt.der; Abk.: Dipl.-Holzw.; -Ingenieur,
der; Abk.: Dipl.-Ing.; -kaufmann, der <P1.: -kaufleute);
Abk.: Dipl.-Kfm., (österr.:) Dkfm.; -landwirt, der; Abk.:
Dipl.-Ldw.; -mathematiker,der; Abk.: Dipl.-Math.; -me-
teorologe, der; Abk.: Dipl.-Met.; -pädagoge, der; Abk.:
Dipl.-Päd.; -physiker, der; Abk.: Dipl.-Phys.; -Prüfung,
die: Prüfung /an einer Hochschule/, mit der ein Diplom
erworben wird; -Psychologe, der; Abk.: Dipl.-Psych.;
-Sportlehrer, der; Abk.: Dipl.-Sportl.; -Volkswirt, der;
Abk.: Dipl.-Volksw.
Diplomand [diplo'mant], der; -en. -en [zu tDiplom]: jmd..
der sich auf die Diplomprüfung vorbereitet; Diplomat
[diplöma^], der; -en. -en [frz. diplomate. rückgeb. aus:
diplomatique = urkundlich < nlat. diplomaticus. zu lat. diplöma,
T Diplom]: 1. höherer Beamter des auswärtigen bzw. des
diplomatischen Dienstes, der bei einem fremden Staat
akkreditiert ist u. dort die Interessen seines Landes vertritt: ein
ausländischer D. 2. jmd.. der geschickt u. klug taktiert,
um seine Ziele zu erreichen, ohne andere zu verärgern o. ä.:
du bist überhaupt kein D.!; er ist der geborene, ein
ausgesprochener, geschickter D.
Diplomaten-: -aktentasche, die: große u. meist elegante
Aktentasche; -ausweis, der; -gepäck, das: Reisegepäck eines
Botschaftscmgehörigen; -gattin, die; ^gut, das: zollfreie/
Waren, die zum persönlichen Bedarf der Angehörigen einer
diplomatischen Vertretung gehören; ^kofler, der, ^köffer-
chen, das: kofferähnliches Behältnis, das in seiner Größe
u. Funktion einer Aktentasche entspricht; -bufbahn, die:
die D. einschlagen; -löge, die: Diplomaten vorbehaltene
Plätze im Parlament; -mappe, die: svw. t ^aktentasche;
-paß, der: Reisepaß eines Diplomaten; -post, die: Post,
die ein Diplomat mit sich führt u. die niety kontrolliert
werden darf; -Schreibtisch, der: bes. großer, massiver
Schreibtisch; -tasche, die: svw. t ^aktentasche; ^wasser,
das (ugs. scherzh.): Sekt; -viertel, das: Wohnviertel in
einer Hauptstadt, in dem die Familien der Diplomaten
wohnen [u. in dem sich die Konsulate u.ä. befinden;.
Diplomatie [diploma'ti:], die; - [frz. diplomatie]: 1. a)
Methode der i Wahrnehmung außenpolitischer Interessen eines
Staates durch seine Vertreter im Ausland; Außenpolitik:
die hohe Schule der D. beherrschen; was ... hätte er von
der klassischen europäischen D.. wie sie ... in Paris, Bonn
und Algier praktiziert wird, anders lernen können?
(Augstein, Spiegelungen 103); b) Gesamtheit der Diplomaten,
die in einer Hauptstadt, in einem Land akkreditiert sind:
bei dem Empfang war die gesamte ausländische D.
vertreten. 2. diplomatisches (2) Verhalten; Geschick, kluge
Berechnung: das ist eine Frage der D.; du mußt mit [mehr]
D. vorgehen, wenn du dein Ziel erreichen willst; Dipkxnatik
[diplo'ma:tik], die; -: svw. t Urkundenlehre; Diplomatiker,
539
Diplomatin
der; -s. -: Gelehrter auf dem Gebiet der Diplomatik:
Urkundenforscher u. -kennen Diplomatin« die; -. -nen: w. Form
zu tDiplomat; 'diplomatisch <Adj.) [frz. diplomatique]:
1. <o. Steig.; nicht präd.) a) die offiziellen
zwischenstaatlichen Beziehungen betreffend: die -en Beziehungen
aufnehmen, abbrechen; ein Land d. anerkennen (durch
Entsendung von Diplomaten (1) mit diesem Land in offizielle
Beziehungen treten): b) Diplomaten (1) betreffend, von
Diplomaten (\) ausgeübt, auf Diplomaten (1) bezogen o.a.: die -e
Laufbahn einschlagen; eine -e Vertretung einrichten; aus
-en Kreisen verlautet...; das -e Viertel (Gegend, Stadtteil,
in dem sich die /Botschaften u. Wohnungen der
Botschaftsangehörigen befinden): das -e Korps (die
Gesamtheit der in einem Land akkreditierten Diplomaten 1; Abk.:
CD = f Corps diplomatique). 2. klug, taktisch geschickt
bei dem Bemühen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen (Ggs.:
undiplomatisch): ein sehr -er Mensch sein; es war nicht
sehr d. von dir, dies zu sagen; d. antworten, lächeln; *diplo-
mgtisch <Adj.; o. Steig.; nur präd.>: die Diplomatik
betreffend, urkundlich: ein -er Abdruck (eine buchstäblich genaue
Druckwiedergabe eines Hatidschriftentextes): diplomieren
[diplo'mi:ren] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): jmd/n. auf Grund
einer entsprechenden Prüfung ein Diplom zuerkennen: <meist
im 2. Part.:> eine diplomierte Kinderschwester; er ist
diplomierter Psychologe (Diplompsychologe).
Diplont [di'pbntl.der; -en, -en [zu griech. diplöos = doppelt
u. ön (Gen.: öntos), 1. Part, von: elnai = sein] (Biol.):
tierischer od. pflanzlicher Organismus, dessen Körperzellen
zwei Chromosomensätze aufweisen: diplostemon [diploste-
mo:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. diplöos = doppelt
u. stemön = Gesamtheit der Kettfäden (beim Weben)]
(Bot.): (von Blüten, deren äußerer zu dem nächststehenden
Blütenhüllkreis versetzt steht) mit zwei Staubblattkreisen
versehen.
Dipodie [dipo'di:]. die; -. -n l...i:an; tat. dipodia < griech.
dipodia. eigtl. = Doppel fuß igkeit]: (in der griechischen
Metrik) Verbindung zweier Versfüße (rhythmischer
Einheiten) zu einem Verstakt (vgl. Monopodie u. Tripodie);
dipodisdi[di'po:diJl<Adj.;o. Steig.): (von Versen)
abwechselnd Haupt- u. Nebenhebung (Haupt- u. Nebenton)
aufweisend.
Dipol ['di:po:ll. der; -s. -e [zu griech. dis = zweifach u.
TPol] (Physik): I. Anordnung zweier gleich großer
elektrischer Ladungen od. magnetischer Pole entgegengesetzter
Polarität in geringem Abstand voneinander. 2. svw. t
Dipolantenne; <Zus.:> Dipolantenne, die: Antennenanordnung
mit zwei gleichen, elektrisch leitenden Teilen.
Dippel l'dipl). der; -s. -: 1. (südd.. österr.) svw. tDübel
(1). 2. (österr. ugs.) Beule: <Zus.:) Djppelbaum. der (österr.):
Tragbalken für Zimmerdecken o. ä.
djppen <sw. V ; hat) [I: niederd.; 2: engl, to dip]: 1. (landsch.)
in etw. eintauchen: Brotstücke in die Soße d. 2. (See-
mannsspr.) (die Schiffsflagge) zur Begrüßung eines anderen
Schiffes od. einer Flagge an Land etwa halb niederholen
u. wieder hochziehen: <subst.:) wichen die ... Motorschiffe
dem Raddampfer aus und grüßten ihn durch Dippen der
Flagge (MM 19. 10.68.4).
Dipsomane [dipso'ma:n3], der od. die: -n. -n [rückgeb. aus
T Dipsomanie]: jmd.% der von periodischer Trunksucht
befallen wird: Quartalssäufer: Dipsomanie [...ma'ni:). die; -. -n
[...i:an; zu griech. dipsa = Durst u. TManiel: periodisches
Auftreten von Trunksucht.
Diptam fdiptam]. der; -s [mlat. diptamnum < lat. dictam-
num < griech. dflUamnon. viell. nach dem Berg Dikte
auf Kreta) (Bot.): zu den RautengewäcJisen gehörende, oft
als Zierpflanze kultivierte Staude mit weißen bis rötlichen
Blüten u. zitronenartigem Duft, deren an ätherischen Ölen
reiche Blätter leicht entzündbar sind.
Dipteren [dipte:ran] <P1.) [zu griech. dipteros =
zweiflügelig]: Insektenordnung der Mücken u. Fliegen: Dipteros
['dipteros]. der: -. ...roi [...jy: griech. dipteros (naös) =
zweiflügelig(er Tempel)]: griechischer Tempel, der von einer
doppelten Säulenreihe umgeben ist.
Diptychon l'diptYtpn], das: -s. ...chen u. ...cha [...^n u.
...9a; griech. diplychon = zweiteilige Schreibtafel] (Kunst-
wiss.): 1. antikes, in der Mitte zusammenklappbares rechtek-
kiges Täfelchen aus Elfenbein, Holz od. Metall, dessen
Innenfläche mit einer Wachsschicht überzogen ist, die als
Schreibfläche dient. 2. zweiflügeliges Altarbild. Klappaltar.
Dipykmkultur ['di:pybn-J. die; - [nach der Fundstelle vor
dem Dipylon. dem ..Doppeltor", in Athen]: eisenzeitliche
Kultur in Griechenland: Dfrylonstil, der; -s [nach den Dipy-
lonvasen] (Kunstwiss.): geometrischer Stil der
frühgriechischen Vasenmalerei: Dipyionvasen <PI.) (Kunstwiss.):
Tongefäße der griechischen Vasenmalerei in der späteren
archaischen Zeit.
dir [di:s; mhd.. ahd. dir]: 1. <Dativ Sg. des Personalpron.
Tdu:> wie geht es d.? 2. (Dativ Sg. des Reflexivpron.
der 2. Person) (bezieht sich auf eine mit „du" angeredete
Person zurück:) was hast du dir gewünscht?
Dirae [di:re] <P1.) [lat. dlrae, subst. Fem. PI. von: dirus
= grausig, schrecklich] (Literaturw.):
Verwünschungsgedichte u. Schmähverse (altrömische Literaturgattung).
Direct costing [dairekt kästln; engl, direct costing
= direkte Kostenberechnung] (Wirtsch.): Sammelbez. für
verschiedene Verfahren der Teilkostenrechnung.
Directoire [direk'tQa:?]. das; -[s] [nach dem Directoire. der
höchsten Behörde der ersten frz. Republik (1795-99)]
(Kunstwiss.): französischer Kunststil am Ende des 18. Jh.s
(zwischen Louis-seize u. Empire): <Zus.:> Directoirestil,
der.
direkt [direkt; lat. directus = gerade, ausgerichtet, zu:
dlrigere «= ausrichten, vgl. dirigieren]: I. <Adj.; -er, -este)
1. <o. Steig.; nicht präd.) ohne Umweg, in gerader Richtung
auf ein Ziel zuführend, sich auf ein Ziel zubewegend: diese
Straße führt d. ins Zentrum; eine -e Verbindung nach
Paris (eine Verbindung, die kein Umsteigen erfordert): der
Raum hat kein -es (unmittelbar von außen einfallendes)
Licht; ich komme d. (geradewegs) vom Bahnhof. 2. <o.
Steig.; nicht präd.) unverzüglich, sofort, ohne Aufenthalt:
er kommt d. nach Dienstschluß hierher; mit diesem Zug
haben Sie d./-en Anschluß; ein Fußballspiel d. (live)
übertragen. 3. <in Verbindung mit Präpositionen) in
unmittelbarer Nähe: d. am Bahnhof, vorm Haus. 4. <o. Steig.; nicht
präd.) ohne Vermittlung, ohne Mittelsperson,
unmittelbares besteht keine -e Telefonverbindung; sie bekommen ihre
KartofTeln d. vom Bauern; schicken Sie die Post bitte
d. an mich. 5. durch unmittelbare Beziehung o. ä.: persönlich,
nicht vermittelt (Ggs.: indirekt): eine -e Einflußnahme;
seine Anteilnahme ist viel -er. 6. (ugs.) unmißverständlich,
unverblümt (Ggs.: indirekt): das war eine sehr -e Frage;
so d. wollte er das nicht aussprechen; er ist allzu d. in
seiner Art zu fragen. II. <Adv.) (ugs.) geradezu,
ausgesprochen, regelrecht: das ist ja d. gefährlich, was du da machst;
er hat d. Glück gehabt: man sieht d.. wie sich die Sache
verändert.
Direkt-: -bezug. der <o. PI.) (Wirtsch.); Einkauf, der <o.
PI.) (Wirtsch.); -flug, der: Flug, bei dem der Zielort ohne
Zwischenlandung erreicht wird: -foto, das: mit einem
bestimmten Fotoapparat hergestelltes Foto, das sich innerhalb
weniger Sekunden ohne besonderes Verfahren selbst entwik-
kelt: -geschäft, das (Wirtsch.); -mandat. das (Politik):
Mandat, das der Kandidat einer Partei in einer Wahl
persönlich erringt: -masdiine, die: Flugzeug, das für einen
Direktflug eingesetzt ist: Am Freitagvormittag kommt er mit
einer D. aus New York (Welt 21. 5. 65. 9); -sendung.
die (Rundf.. Ferns.): Sendung, die unmittelbar vom Ort
der Aufnahme ausgestrafdt, übertragen wird: Live-Sendung
(Ggs.: Aufzeichnung 2 b): das Fußballspiel wird in einer
D. übertragen: -spiel, das(Fußball) <o. PL): Kotnbinations-
spiel, bei dem der Ball direkt weitergeleitet wird: Die Gäste
zeigten ... in der ersten Halbzeit ein zwingendes D. (MM
9.9.68,15); -Student der (DDR): Student, der sein Studium
unmittelbar an der Universität absolviert (Ggs.:
Fernstudent); -Studium, das <o. PI.) (DDR): Studium, das an
einer Universität absolviert wird (Ggs.: Femstudium);
-Übertragung« die: svw. t -Sendung; -verkauf, der
(Wirtsch.): Verkauf vom Hersteller od. Großhändler
unmittelbar an den Verbraucher unter Umgehung des
Einzelhandels: -wähl, die: I. <o. PI.) Möglichkeit, einen
Fernsprechteilnehmer direkt anzuwählen, ohne die Zentrale od.
Vermittlung einschalten zu müssen: Hotelzimmer mit Telefon und
D. 2. svw. t Mehrheitswahl: -Werbung, die <o. PI.)
(Wirtsch.): auf mögliche Käufer direkt zielende Werbung.
direktemang [direkto'mao] <Adv.) [aus fdirekt u. der frz.
Adverbendung -ment] (ugs. scherzh.): geradewegs: Pflanze
dich hin, Bruder Arnolph. d. auf das Sofa (Dürrenmatt,
Grieche 105); Direktheit, die; -. -en: 1. <o. PI.)
Unverblümtheit, unverbrämte Deutlichkeit in der Form des Sichäußerns:
die D. ihrer Äußerungen ist umwerfend. 2. (leicht abwer-
540
Dirn
tend) unverblümte, an Deutlichkeit nichts zu wünschen
übriglassende Äußerung: ihre -en sind oft beleidigend; Direktion
[direk'tsioml. die; -. -en [lat. directio = das Ausrichten,
zu: dirigere, t dirigieren]: 1. <o. PI.) Leitung eines
Unternehmens o.a.: die D. der Bank; er wird mit der D. des
Opernhauses betraut; ihm wurde die D. des Krankenhauses
übertragen. 2. a)die leitenden Personen eines Unternehmens.
Geschäftsleitung. Verwaltung einer Behörde o.a.: die D.
des Hauses besteht aus drei Herren; sich an die D. wenden;
er wurde zur D. beordert; b) Büroräume der
Geschäftsleitung eines Unternehmens, einer Verwaltung o.a.: die D.
befindet sich im ersten Stock des Hauses. 3. (veraltet)
Richtung: Sie müssen in dieser D. weitergehen; Ü die
geistige Situation vor dem Krieg; sie war ohne innere D.
{Ausrichtung, Leitvorstellung: Musil. Mann 1592). 4. (Schweiz.)
kantonales Ministeriwn.
direktions-, Direktions-: -assistent, der: jmd.. der als Assi-
stent in einer Direktion (2 a) arbeitet: ^etage, die: svw.
t Chefetage; ^loge, die: Loge im Theater. Konzertsaal, die
der Direktion (2 a) eines Theaters o.a. vorbehalten ist.
Intendantenloge: ^k» <Adj.; -er. -este> (geh.. selten): rieh-
tungslos: ^redit, das: Recht des Arbeitgebers, einem
Arbeitnehmer Anweisungen zu geben: Weisungsrecht: Juristische
Hauptstütze der privaten Verfügungsmacht ist das D. der
Unternehmer (Stamokap 32); -Sekretärin, die; -zimmer.
das: Zimmer. Büroraum einer Direktion (2 a).
direktiv [direkti:f) <Adj.; o.Steig.) [zu lat. directus, tdirekt]
(bildungsspr.. selten): Verhaltensregeln gebend: Direktive
[direk'ti.va]. die; -. -n (häufig PI.) [kurz für: Direktivnorm]
(bildungsspr.): von einer übergeordneten Stelle gegebene
Weisung. Richtlinie. Verhaltensmafiregel: -n erhalten; Er
ordnete an. die Volkskammer und nicht die Regierung
solle künftig die -n für die Gemeindevertretungen ausgeben
(Dönhoff. Ära 91); sie hielten sich strikt an die D. der
Parteiführung; Direktor [direkter, auch: ...to:g], der; -s,
-en [...'to:ren; lat. dlrector. zu: dlrigere = ausrichten,
leiten]: l.a) Leiter bestimmter Schul- u. Hochschultypen: er
ist D. des Gymnasiums, der Realschule, der
Musikhochschule; b) Leiter einer öffentlichen Institution od. bestimmter
Behörden: der D. des Museums, des Zoos; In der Novelle
über die Bezeichnung der Richter wird ..Aufsichtsführen-
der Richter44 durch ..Direktor44 ersetzt (MM 4. 10. 75.
5); jmdn. als D. einsetzen, absetzen; jmdn. zum D. wählen,
berufen. 2. (Wirtsch.) alleiniger Leiter od. Mitglied des
Direktoriums eines Unternehmens: Leiter einer bestimmten
Sparte od. Abteilung eines Unternehmens: er ist erster,
zweiter, stellvertretender, kaufrnännischer, technischer D. der
Firma; die Leitung der sozialisierten Betriebe durch
staatlich eingesetzte -en (Leonhard. Revolution 55).
Direktor-: ^posten. der: Amt. Stellung eines Direktors (1);
^stelle, die: svw. T ^posten; -zimmer. das: Dienstraum des
Direktors (1).
Direktorat [direkto'ra:t]. das; -[e]s. -e: I. a) Amt des Direktors
(1 a) od. der Direktorin: jmdm. das D. übertragen; b)
Amtszeit eines Direktors da) od. einer Direktorin: unter seinem
D. hatte die Hochschule sehr an Ansehen gewonnen. 2.
Dienstzimmer des Direktors (1 a) <xi. der Direktorin: der
Schüler wurde ins D. gerufen; Direktorengehalt, das; -[eis.
...gehälter (scherzh.): sehr hohes Gehalt (das Bewunderung
od. Neid erregt): er bezieht ein D.; Direktorenposten, der;
-s. -: Stellung eines Direktors (2); Direktorensessel, der;
-s. -: Stellung eines Direktors (2): er strebt nach dem D.;
direktorial [direkto'ria.l] <Adj.; o. Steig.): zu den
Befugnissen eines Direktors gehörend: einem Direktor gemäß: ein
-es Verhalten. Auftreten; eine -e Entscheidung; Direktorin
[dirEk'to:rm], die; -. -nen: w. Form zu t Direktor;
Direktoriini [dirEk'to:riom], das; -s. ...ien [...ton]: 1. ein von
mehreren Personen gebildetes leitendes Gremium an der Spitze
eines Unternehmens, einer Organisation o.a.: ein
vierköpfiges D.; ein D. bilden; in das D. [eines Konzerns] berufen
werden; Hatte nicht der Generalstaatskommissar genau
wie er die Reichsregierung beseitigen, durch ein
antiparlamentarisches D. ersetzen wollen? (Feuchtwanger. Erfolg
749). 2. (kath. Rel.) Anweisung für Meßfeier u. Stundengebet
für jeden Tag des Jahres: Direktrice [direktrhsd], die; -.
-n [frz. directrice]: leitende Angestellte in der
Bekleidungsindustrie, die als ausgebildete Schneiderin Modelle entwirft
bzw. in einem Einzelhandelsgeschäft das Änderungsatelier
leitet: sie ist D. in einem Modesalon, eines Modesalons;
Direktrix [di'rektnks]. die; - [zu lat. dlrector = Leiter
u. der Femininendung -trix] (Math.): Leitlinie von
Kegelschnitten. Leitkurve \jon gekrümmten Flächen: Direttissima
Idire'tisima], die; -. -s [ital. direttissima. zu: diretto =
gerade.direkt < lat.directus.Tdirekt] (Bergsteigen): Route,
die ohne Umwege zum Gipfeleines Berges führt: sie wählten
für ihre Klettertour die D.; direttjssimo [...o] <Adv.)
(Bergsteigen): die Direttissima nehmend, bildemi: Direx ['di.reks],
der; -. -e <P1. selten) u. die; -. -en <P1. selten) [nach lat.
rex, artifex o.a.. zu tDirektor] (Schülerspr.): Direktor in
einer Schule.
Dirham ['dirham]. Dirhem ['dirhem]. der; -s. -s <aber: 5
Dirham) [arab. dirham < griech. drachme. T Drachme]:
I. Währungseittheit inMarokko{\ Dirham = lOOCentimes);
Abk.: DH 2. Gewichtseinheit in den islamischen luindern;
Abk.: D
Dirigat [diri'ga:t].das;-[e]s.-e[zu t dirigieren] (bildungsspr.):
a) Orchesterleitung. Dirigentschaft: ein D. übernehmen;
b) öffentliches Auftreten eines Dirigenten als Orchesterleiter
o.a.: Der feste Vertrag geht ... von fünf -en Kleibers
in der...Spielzeit aus (MM 1.3. 74.56); Dirigent [diri'gEnt].
der; -en. -en [lat. dirigens. 1. Part, von: dirigere. I dirigieren]:
1. jmd.. der ein Orchester dirigiert (1). ein musikalisches
Werk zur Aufführung bringt, interpretiert: Leiter eines
Chores od. Orchesters: ein gefeierter D.; der D. des Orchesters
...; sein erstes Auftreten als D.; die Philharmoniker haben
einen neuen -en. 2. (selten) jmd.. der etw. leitet, dirigiert
(2 a): der Mensch als der große D. der Naturgesetze (Thie-
llcke. Ich glaube 63); Pele war... der D. seiner Mannschaft
(Sport; der Spieler, der das Spiel anführte: Welt 4. 6. 65.
8).
Dirigenten-: -podium. das: trittartige Erhöhung als Statul-
platz des Dirigenten: ^pult, das: vor dem Orchester od.
Chor aufgestelltes Pult (zum Ablegen der Partitur des Diri-
genten.hinterdem stehend er dirigiert): ^stab.der: Tak tstock
des Dirigenten (1); -stock, der: svw. t ^stab.
Dirigentschaft, die; -. -en: /Zeit der] Tätigkeit eines
Dirigenten (1); das Dirigentsein: in der Zeit seiner D. in Berlin
war er sehr berühmt.
Dirigier-: -partitur. die: Partitur eines Musikwerks, die der
Dirigent benutzt: -stab. der: svw. t Dirigentenstab; -stock.
der: svw. t Dirigentenstab.
dirigieren [diri'gi:ren] <sw. V.; hat) [lat. dirigere =
ausrichten, leiten]: 1. a) durch bestimmte, den Takt, die Phrasierung.
das Tempo u. a. angebende Bewegungen der Arme u. Hände
einen Chor, ein Orchester bei der Auffüixrung eines
musikalischen Werkes führen: einen Chor, ein Orchester d.; er
dirigiert mit einem Taktstock; Der Kapellmeister dirigierte
mit Armen und Körper, als galoppierte er (H. Mann.
Stadt 169); b) ein Musikwerk als Dirigent aufführen,
interpretieren: Karajan dirigierte die 5. Sinfonie von Beethoven.
2. a) fuhren, leiten: die Leitung von etw. haben: den Gang.
Ablauf von etw. steuern: ein Unternehmen d.; Irene Kram-
pus .... die wie üblich an einem kleinen Ecktisch saß und
von dort aus den Betrieb dirigierte (Kirst. Aufruhr 14);
begnügen sie sich damit, das Personal ... mit den Augen
zu d. (Hörn. Gäste 62); ein Polizist dirigiert (lenkt) den
Verkehr; die Wirtschaft d. (durch dirigistische Maßnahmen
lenken): der Vorstopper dirigierte den Angriff (Sport;
lenkte das Angriffsspiel): b) durch Anweisungen o.a. an ein
bestimmtes Ziel, in eine bestimmte gewünschte Richtung
lenken, leiten: die Fahrzeugkolonne durch die Stadt d.;
Kurt Bach dirigiert einen mächtigen Block Sandstein in
seine Werkstatt (Remarque. Obelisk 87); ü Stollenberg
... dirigierte sie (= seine Pfeife) abwechselnd von einem
Mundwinkel in den anderen (Ott. Haie 253); Dirigismus
[diri'gismos]. der (Wirtsch.): a) Wirtschaftsordnung, die
bestimmte Eingriffe u. Lenkungsmaßnahmen des Staates
zuläßt: Die ... Konjunkturpolitik werde sich ... gegen alle
Versuche zur Wehr setzen müssen. ... den Weg in den
staatlichen D. einzuschlagen (MM 14. 2. 74.6); b) Lenkung
der Wirtschaft durch staatliche Einflußnahme bes. auf
Produktion u. Preisbindung: durch D. versucht man die
Wirtschaft in den Griff zu bekommen; dirigistisch <Adj.; o.
Steig.) (Wirtsch.): in der Weise des Dirigismus: staatlich
reglementierend: eine -e Planwirtschaft; -e Maßnahmen;
ob ein weitergreifendes -es Eingreifen ... automatisch auch
zu einer Verbesserung der Wohn- und Umweltqualität
führen muß (Bausinger. Dialekte 103).
Dirn [dirn]. die; -. -en [T Dirne]: 1. (bayr., österr. mundartl.)
Bauernmagd. 2. (nordd.) Mädchen: eine stramme, etwas
541
Dirndl
kurze D. (Winckler. Bomberg 114): 'Dirndl ['dirnd|l. das:
-s. -[nl [zu tDirnel: I. <P1. -n> (bayr.. österr. mundarll.)
junges Mädchen. 2. <P1. -> kurz für t Dirndlkleid: sie trägt
ein fesches, zünftiges D.
2Dirndl [-1. das: -s. - [mhd.. ahd. tirn. in Anlehnung an
t'Dirndl (1)1 (ostösterr. mundartl.): a) Baum od. Strauch
der Kornelkirsche; b) Frucht der Kornelkirsehe.
'Dirndl- ('Dirndl): ^bluse.die: zu einem zugehörigen Dirndl-
rock getragene weiße Bluse imit Puffärmeln u.
Halsbündchen ;; ^kleid, das: zur bayrischen u. österreichischen Tracht
gehörendes od. ihr nachempfundenes Kleid aus buntem
Wasch stoff mit gefaltetem od. gekraustem Rock u.
tailliertem Mieder, das mit einer Halbschürze getragen wird; Mno-
de, die: Moderichtung, die Dirndlkleider bevorzugt; -rock,
der: Trägerrock aus buntem Wasch stoff der zusammen
mit Dinidlbluse u. -schürze getragen wird; -schürze, die:
Halbschürze, die zum Dirndlkleid getragen wird.
2Djrndl- (:Dirndl): -bäum, der [mhd. timboum. ahd. tirn-
pouml (ostösterr. mundartl.): svw. tKornelkirsche: -holz,
das: svw. tKornelkirsche; -schnaps, der (österr.): aus der
Frucht der Kornelkirsche gewonnener Schnaps; -straudi.
der (ostösterr. mundartl.): svw. tKornelkirsche.
Dirne fdirna], die: -, -n [mhd. dierne. ahd. thiorna]: 1.
(veraltet, noch mundartl.) junges Mädchen. 2. weibliche
Person, die sich gewerbsmäßig zum Geschlechtsverkehr
anbietet; Prostituierte: sie war im Heim aufgewachsen u.
schließlich eine D. geworden.
Djmen-: -haus, das (selten): svw. t Bordell: Minterkunft,
die: -unwesen, das (abwertend): als Belästigung
empfundenes Treiben, das durch die Anwesenheit von Dirnen u. ihren
Freiern in einem Stadtteil, einer Straße o. ä. entsteht;
-Wesen, das <o. PL): svw. TProstitution; -weit, die; -: Milieu,
in dem Dirnen verkehren.
Dirt-Track-Rennen ['dattrek-l. das; -s. - [zu engl, dirt track
= Schlackenbahn, eigtl. Schmutzbahnl: Motorrad- od.
Fahrradrennen auf einer Schlacken- od. Aschenbahn.
'dis. !Dis [dis], das; -, - (Musik): um einen halben Ton
erhölues d (2); *dis: tdis-Moll; ^is: tDis-Dur.
Disacdiarid, Disacharid [dizaxa'ri:t, 'di:z...l, das: -s. -e
[aus: di... (ghech. di.... zu: dis = zweimal, zweifach) u.
tSa(c)charidl (Chemie): Kohlehydrat, das aus zwei
Zuckermolekülen aufgebaut ist.
Dtsasio [dis'la:cho]. das; -s [ital. disag(g)io. aus: dis- =
den Gegensatz bezeichnend (< lat. dis-) u. TAgio] (Bank-
u. Börsenw.): Abschlag, um den der Preis od. Kurs hinter
dem Nennwert od. der Parität eines Wertpapiers od. einer
Geldsorte zurückbleibt (Ggs.: Agio).
Discantus [dis'kantus], der; -. - [...kantu:s]: vgl. Diskant.
Disciplesof Christ [di'saiplzav 'kraist]<PI.)[engl. = Jünger
Christi]: Zweig der Baptisten in den USA u. Kanada.
Discjockey: t Diskjockey.
Discount- [diskaunt-; engl, discount = Preisnachlaß <
afrz. descompte = Abzug, zu mlat. discomputäre. t
Diskont]: -geschaft, das: Einzelhandelsgeschäft meist ohne
aufwendige Ausstattung, in dem nicht preisgebundene Produkte
bei einem Wegfall des Kundendienstes mit hohen Rabatten
verkauft werden; -haus, das: vgl. ^geschaft; -laden, der:
svw. Ngeschäft; -preis, der: Preis einer Ware mit dem
in Discountgeschäften üblichen Rabatt.
Discounter [dis'kaunte]. der; -s. - [engl, discounter]:
Einzelhändler, der ein T>iscountgeschäft betreibt.
Dis-Dur [dis-, auch: '-'-]. das; - (Musik): Tonart; Zeichen:
Dis (t'dis. 'Dis).
Disengagement [disingeidsmant], das; -s [engl, disengage-
ment. aus: dis- ( < lat. dis- = auseinander) u. engagement.
t Engagement] (Politik): das militärische Auseinanderrücken
der Machtblöcke.
Diseur [di'zo:^]. der; -s. -e [frz. diseur. zu: dire = sagen
< lat. dicere]: Sprecher. Vortragskünstler, bes. im Kabarett;
Diseuse [di'z0:z3], die; -. -n [frz. diseuse]: w. Form zu
T Diseur.
disgruent [disgruent] <Adj.; o. Steig.) [aus lat. dis- = den
Gegensatz bezeichnend u. I kongruent]: nicht
übereinstimmend (Ggs.: kongruent 1).
Disharmonie [auch: ' ]. die: -. -n [...i:an; aus lat. dis-
= den Gegensatz bezeichnend u. t Harmonie] (Ggs.:
Harmonie): l.a) (Musik) als unangenehm empfundener
dissonanter Zusammenklang von Tönen; Mißklang; b) als
unharmonisch empfundene Verbindung. Zusammenstellung von
Farben. Formen o.a.: die D. der Farben war störend.
2. (bildungsspr.) Mangelan seelisch-geistiger
Übereinstimmung; Uneinigkeit; Mißstimmigkeit: Die Kinder sind in
der Lage. -n. Widersprüche. Konflikte ... zu erkennen
(Wohngruppe 16); dftshannonj&*en [auch: ' ] <sw.
V.; hat)(Ggs.: harmonieren): l.a)(Musik)schlecfit
zusammenklingen, eine Disharmonie (1 a), einen Mißklang ergeben:
die Akkorde, diese Instrumente disharmonieren; b) (von
Farben. Formen o.a.) nicht zusatnmenstimmen: stark dishar-
monierendeFarben.2.5/cA nicht in einem innerenGleichklang
befinden; in Disharmonie (2) miteinander leben: die beiden
disharmonieren meistens; disharmonisch [auch: ' ]
<Adj.) (Ggs.: harmonisch): l.a) (Musik) schlecht
zusammenklingend; einen Mißklang ergebend: ein -er Akkord;
b) in Farbe. Form o.a. nicht zusammenstimmend. 2. sich!
in einem Zustand von Disharmonie (2) t befindend : die
beiden stehen in einem sehr -en Verhältnis zueinander.
3. (Geol.) (bei der Faltung von Gesteinen) unterschiedlich
verformt.
Disjektion [disjek'tsio.n], die; -. -en [zu lat. disiectus. 2.
Part, von: disicere = auflösen; zerspalten] (Psych.):
Persönlichkeitsspaltung als Trautnerlebnis. bei dem ein Trauminhalt
in doppelter Gestalt erscheint (z. B. man sieht sich selbst
u. ist zugleich als Zuschauer anwesend).
disjunkt [disjonkt] <Adj.; o. Steig.) [lat. disiünctus. zu:
disiungere = auseinanderbinden]: 1. (Math.) getrennt,
geschieden, gesondert: -e Mengen (Mengen, die kein Element
gemeinsam haben). 2. (Logik) durch Disjunktion (2)
verknüpft; Disiunktion [disjunktsio.n], die; -. -en [I. 2: lat.
disiünctio]: 1. (veraltet) Trennung. Sonderung. 2. (Logik)
a) Verknüpfung zweier Aussagen durch das ausschließetide
..entweder-oder"; b) Verknüpfung zweier Aussagen durch
das nichtausschließende ..oder". 3. (Biol.) a) Trennung eines
pflanzen- od. tiergeographischen Verbreitungsgebietes in
mehrere nicht zusanunenhängende Teilgebiete (z. B. die
Verbreitung der Robben im Ozean u. in Binnenseen); b)
Trennungsvorgang bei Chromosomen; disjunktiv <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [lat. disiünctlvus]: 1. (Philos.) (von Urteilen.
Begriffen) einander ausschließend, aber zugleich eine Einfielt
bewirkend (Ggs.: konjunktiv). 2. (Sprachw.) a) eine
Waiümöglichkeit zwischen mehreren sprachlichen Formen
aufweisend, die aber nicht frei ist. sondern von bestimmten
Gegebenheiten abhängt (z. B. die Vergangenheitsform der
schwachen Verben: er wend-et-e. er lach-t-e); b)
ausschließend: ..oder" ist eine -e Konjunktion.
Diskant [diskant], der; -s. -e [mlat. discantus =
Oberstimme, aus lat. dis- = auseinander u. cantus. ICantus]: 1.
(Musik) a) höchste Stimmlage einer Singstimme; höchste
Tonlage bei bestimmten Instrumenten; b) rechte Hälite der
Tastatur beim Klavier; c) die dem Cantus firmus
hinzugefügte Gegenstimme. 2. sehr hohe, schrille Stimmlage der Sprech-
stinune:... wobei sich seine Stimme in hohem D. überschlug
(Kirst.08/15.126); Die tiefe Stimme ... war in einen
schneidenden D. umgeschlagen (Fallada. Herr 85); Ü Die eisernen
Räder der Bahn, abermals in die Kurve gehend, schliffen
die Schienen nun im höchsten D. (Fries. Weg 103); <Zus.:>
Disk^ntsdiKisseL der <o. PI.) (Musik): Sopranschlüssel. C-
Schlüssel auf der untersten der fünf Notenlinien;
Diskantstimme, die.
Diskjockey, Discjockey [diskdsDke. auch: ...ki], der; -s, -s
[engl, disk Jockey, aus: disk = Scheibe. Schallplatte (<
lat. discus, t Diskus) u. Jockey. T Jockey]: jmd.. der in
Rundfunk od. Fernsehen u. bes. in Diskotheken Schallplatten
präsentiert: der D. legt einen neuen Hit auf den
Plattenteller; Disko [disko], die; -. -s: 1. Kurz f. von f Diskothek
(2). 2, Tanzveranstaltung / bes. für Jugendliche/ mit Schall-
plattenmusik; Diskographie [diskogra'fi:], die; -. -n [...i:an;
frz. discographie. zu: disque = Scheibe. Schallplatte (<
lat. discus, 1 Diskus) u. I-graphie]: Schallplattenverzeichnis%
das (mehr od. weniger vollständig u. mit genauen Daten)
die Plattenaufnahmen eines bestimmten Interpreten od.
Komponisten enthält; diskoidal [diskoi'da:!] <Adj.; o. Steig.)
[zu gleichbed. spätlat. diseoides < ghech. diskoeides]:
(Biol.): scheibenförmig.
Diskont [dis'kDnt], der; -s. -e. DiskQnto. der; -[s], -s u.
...ti [ital. disconto. zu mlat. discomputäre = abrechnen,
aus lat. dis- = auseinander u. computäre. t Computer]
(Bankw.): 1. der bei Ankauf einer noch nicht fälligen
Zahlung, bes. eines Wechsels, abgezogene Zins. 2. kurz für
t Diskontsatz.
Diskpnt- (Bankw.): -erhöhung, die: Erhöhung des Diskont-
542
Diskus-
satzes; ^gesdiäft, das: der Ankauf von noch nicht fälligen
Wechseln od. Schecks unter Abzug des Diskonts (1); -«atz.
der: Zinssatz, der beim Diskontgeschäft zugrunde gelegt,
angewendet wird; ^Senkung, die: Senkung des
Diskontsatzes.
Diskonten <P1.) (Bankw.): inländische Wechsel; diskontieren
[diskan'thren] <sw. V.; hat) (Bankw.): Wechsel vor ihrer
Fälligkeit unter Abzug der Zinsen ankaufen; <Abl.:>
Diskontierung, die; -. -en.
diskontinuierlich <Adj.) [aus lat. dis- = den Gegensatz
bezeichnend u. t kontinuierlich) (bildungsspr.): mit zeitlichen
u./od. räwnlichen Unterbrechungen aufeinanderfolgend;
unzusammenhängend, unterbrochen (Ggs.: kontinuierlich):
eine -e Entwicklung; ein d. ablaufender Vorgang;
Diskontinuität, die; -. -en: I. Ablauf von Vorgängen mit zeitlichen
u./od. räumlichen Unterbrechungen (Ggs.: Kontinuität). 2.
(Verfassungsw.) Grundsatz, nach dem im Parlament
eingebrachte Gesetzesvorlagen, die nicht mehr vor Ende einer
Legislaturperiode behandelt werden konnten, vom neuen
Parlament neu eingebracht werden müssen.
Diskonto: T Diskont.
Diskopathie [diskopati:], die; -. -n [...i:an; zu griech. diskos
= Scheibe u. T-pathie] (Med.): Bandscheibenleiden,
degenerative Veränderung an der Zwischenwirbelscheibe.
diskordant [diskar'dant] <Adj.) [lat. discordäns (Gen.: dis-
cordantis). 1. Part, von: discondäre = uneinig sein; nicht
übereinstimmen] (Geol.): (von Gesteinen) ungleic/rförmig
zueinander gelagert; Diskordanz [...'dants], die; -. -en [mlat.
discordantia = Widerspruch]: 1. Unemigkeit, Mißklang.
2. (meist PI.) Unstimmigkeit in der Komposition od.
Wiedergabe eines musikalischen Werks. 3. (Geol.) ungleiclxför-
mige Lagerung zweier Gesteinsverbände.
Diskothek [diskote.k], die; -. -en [frz. discotheque. zu:
disque= Scheibe. Schallplatte (< lat. discus. I Diskus) u.
griech. theke = Behältnis]: l.a) (bes. beim Rundfutik)
Archiv für Schallplatten u. Tonbänder; Phonothek; eine
D. bietet einen Überblick über die im Buchhandel
befindlichen Schallplatten (Welt 13. 11.65.14); Die Stereoanlage
steht auf der räum teilenden Schrankzelle, in der auch
unsere D. untergebracht ist (Wohnfibel 92); b) Räumlichkeiten,
in denen ein Schallplatten-, Tonbandarchiv untergebracht
ist. 2. Tanzlokal, bes. für Jugendliche, mit Schallplatten-
od. Tonbandtnusik: eine D. besuchen; eine D. mit Cafe
(MM 4. 8. 70. 5); Diskothekar [diskoteka:?]. der; -s. -e
[zu t Diskothek (1)]: Verwalter der Diskothek (1) bes. eines
Rundfunksenders; Diskothekgrin, die; -. -nen: w. Form zu
f Diskothekar.
Diskredit ['diskredi:t. — -]. der; -[e]s [frz. discredit =
Mißkredit < ital. discredito. tKredit] (bildungsspr.): übler
Ruf; jmdn. in D. bringen; diskreditieren [diskredi'thron]
<sw. V.; hat) [frz. disertditer] (bildungsspr.): indem man
Zweifel an der Qualifikation o. ä. einer Person od. Sache
ausspricht! jmdn.,etw. in Verruf bringen, jmds. Ruf, Ansehen
schaden, abträglich sein: einen Politiker, ein System d.;
entweder er lehnt es ab. was ihn innenpolitisch
kompromittieren, oder er nimmt es an. was ihn außenpolitisch d.
würde (DönhofT. Ära 184); <Abl.:) Diskreditierung, die;
-. -en.
dtskrepant [diskrepant] <Adj.) [lat. discrepäns (Gen.: dis-
crepantis). 1. Part, von: discrepäre = nicht
übereinstimmen] (bildungsspr. selten): a) voneinander abweichend,
widersprüchlich: -e Meinungen; b) verschiedetuvtig: wenn
man im lateinischen Viertel wohnt .... kann man die
Studenten bei den -esten Beschäftigungen beobachten (Kisch.
Reporter 300); Diskrepanz [diskrepants], die; -. -en [lat.
discrepantia] (bildungsspr.): Widersprüchlichkeit,
Mißverhältnis zwischen zwei Sachen:... muß die D. zu den ständig
sich verbessernden Lebensumständen in
den..Fortschrittsländern" immer größer werden (DönhofT. Ära 171); eine
D. zwischen unserem intellektuellen und unserem
emotionellen Niveau (Frisch. Stiller 380); zwischen beiden
Aussagen gibt es eine erhebliche D.
diskret [dis'kre:t] <Adj.; -er. -este) [1 und 2: frz. discret
< mlat. discretus = abgesondert; fähig, unterscheidend
wahrzunehmen, zu lat. discernere = absondern,
unterscheiden; 3: engl, discrete] (bildungsspr.): l.a) so unauffällig
behandelt, ausgeführt o. ä., daß es von anderen nicht bemerkt
wird, vertraulich: eine heikle Angelegenheit d. behandeln;
b) taktvoll, rücksichtsvoll (Ggs.: indiskret): ein -es
Verhalten; er war sehr d.; eine Peinlichkeit d. übergehen; d.
schweigen, zur Seite sehen; etw. d. übersehen; er zog sich
d. zurück, als er merkte, daß sie gerne allein sein wollten;
c) unaufdringlich, zurücklialtend, dezent: ein -es Parfüm.
Muster; ihr Make-up war sehr d.; er war ... - entgegen
der Mode - sehr d. angezogen (Böll. Haus 23). 2. (Technik.
Physik. Math.) durch endliche Intervalle od. Abstände
voneinander getrennt. 3. (Sprachw.) (von sprachlichen
Einheiten) abgegrenzt, abgetrennt; <Abl.:> Diskretheit, die; -:
das Diskretsein: die Züge ritterlicher D. wahrend (Fries,
Weg 35); Diskretion [diskre'tsio:n], die; - [frz. discretion
< lat. discretio = Absonderung. Unterscheidung] (Ggs.:
Indiskretion): a) Verschwiegenheit, Vertraulichkeit,
Geheimhaltung in bezug auf eine Sache: D. [ist] Ehrensache!;
strengste D. wahren; jmdm. absolute D. zusichern; etw.
mit D. behandeln; jmdn. um äußerste D. in einer
Angelegenheit bitten; b) Takt, Rücksichtnahme: die D. verbietet
es, nach Einzelheiten zu fragen; D. üben; c) Zurückhaltung,
Unaufdringlichkeif: D.. eine Art von verfeinertem gutem
Geschmack (Dariaux. Eleganz 60).
Diskrimirante [diskrimi'nanto], die; -. -n [lat. discriminäns
(Gen.: discriminantis). 1. Part, von: discriminäre, Tdiskri-
minieren] (Math.): mathematischer Ausdruck, der bei
Gleichungen zweiten u. höheren Grades die Eigenschaft der
Wurzel angibt; Diskrimination [diskrimina'tsjp:n]. die; -. -en
[lat. discrlminätio = Unterscheidung] (bildungsspr.
selten): svw. T Diskriminierung; diskriminieren [diskrimi-
'nhron] <sw. V.; hat) [lat. discriminäre = trennen,
absondern]: 1. (bildungsspr.) durch , unzutreffende/ Äußerungen,
Behauptungen in der Öffentlichkeit jmds. Ansehen, Ruf
schaden; jmdn., etw. herabwürdigen: jmdn., jmds. Leistungen
d.; diskriminierende Äußerungen. 2. (bildungsspr.) (durch
unterschiedliche Behandlung) benachteiligen, zurücksetzen;
(durch Nähren von Vorurteilen) verächtlich machen: die
Farbigen werden in diesem Land noch immer diskriminiert;
daß die CSSR gegenüber anderen Ostblockländern
diskriminiert würde (MM 27.7. 67,1). 3. (Sprachw.) (sprachliche
Eintieiten) gegeneinander abgrenzen; <Abl.:>
Diskriminierung, die; -. -en: I. (bildungsspr.) das Diskriminieren: die
D. von Minderheiten. 2. (bildungsspr.) diskriminierende
Äußerung, Handlung: es gab -en. Der Sohn ... eines Arbei-
terserhielt... 190 Mark, während das Kind eines
Angestellten nur 160 Mark bekam (Berliner Morgenpost 29. II.
68. 26). 3. (Sprachw.) Abgrenzung; <Zus.:) Diskriminier
rungsverbot, das (jur.): durch Gesetz od. Vertrag festgelegte
Bestimmung, die eine Benachteiligung von Personen grup-
pen auf Grund ihrer Rasse, Religion, Parteizugehörigkeit
o.a. verbietet.
diskurrieren [disko'ri.ren] <sw. V.; hat) [lat. discurrere =
umherlaufen, sich über etw. ergehen] (veraltet, noch
landsch.): sich eifrig, angeregt unterhalten, über etw.
diskutieren; Diskurs [dis'kors]. der; -es. -e [lat. disoirsus =
das Umherlaufen, das Sich-Ergehen über etw.]
(bildungsspr.): 1. methodisch aufgebaute Abhandlung über ein
bestimmtes, wissenschaftliches} Thema. 2.a)
Gedankenaustausch, Unterhaltutig: ein lebhafter D.; einen D. mit Jmdm.
haben, fuhren; b) heftiger Wortstreit, Wortwechsel: es gab
einen heftigen D.; das letzte erregte Stück des -es auf
der Brücke war nicht ungehört geblieben (Fallada. Herr
64); Sie ... gedachte der beiden Kaffeetassen, die erst
neulich bei einem solchen D. zertrümmert worden waren (Fua-
senegger. Haus 172). 3. (Sprachw.) die von einem
Sprachteilhaber auf der Basis seiner sprachlichen Kompetenz
tatsächlich realisierten sprachlichen Äußerungen; diskursiv
[diskor'zi:fl <Adj.; o. Steig.) (Philos.): von Begriff zu Begriff
methodisch fortschreitend, logisch, schlußfolgernd (Ggs.:
intuitiv): -es Denken; -e Logik; Herr Naphta ist ein Mann
von Kopf... Er ist eine -e Natur (Th. Mann, Zauberberg
564).
Diskus [diskos], der; - u. -ses. ...ken u. -se [lat. discus
< griech. diskos] (Leichtathletik): 1. (Leichtathletik) a)
Wurfgerät in Form einer Scheibe, bestehend aus einem
Holzkörper mit Metallreifen u. Metallkern (verschieden
schwer für Männer. Frauen u. Jugendliche); b) kurz für
t Diskuswerfen: im D. gab es einen neuen Weltrekord.
2. (Bot.) wulstförmige Verdickung des Blütenbodens, bes.
bei Doldenblütlern. 3. in der orthodoxen Kirche der
Opfertellerfür das geweihte Brot.
Djskus- (Leichtathletik): ^werfen, das: sportliche Disziplin,
bei der der Diskus aus einem Wurfring heraus möglichst
weit geworfen werden muß; ^werter, der: Sportler, der das
543
Diskussion
Diskuswerfen als sportliche Disziplin betreibt: ^wurf, der:
a) <o. PI.) sportliche Disziplin des Diskuswerfens; b)
einzelner Wurf im Diskuswerfen: ein D. über 60 m.
Diskussion [disko'sio:n], die; -. -en [lat. discussio]: l.a). uth
ter der Führung eines Diskussionsleiters stattfindendes, in
bestimmter Form ablaufendes! Gespräch. Aussprache.
Austausch von Meinungen mehrerer Personen über ein
bestimmtes Tliema: eine sachliche, stürmische, lebhafte D.; nach
dem Vortrag die D. eröffnen; die D. leiten, schließen;
sich an der D. beteiligen; In der D. sprach ein USPD-Red-
ner (Niekisch. Leben 64); ein Vortrag mit anschließender
D.; einen Beitrag zur D. leisten; sich zur D. melden; b)
Auseinandersetzung zwischen einzelnen Personen über
bestimmte, sie angehende Fragen: sie wollte keine -en. suchte
alle -en über das heikle Thema zu vermeiden; sich mit
jmdm. auf keine -en einlassen; jmdn. in eine D. verwickeln.
2. in der Öffentlichkeit (in der Presse, im Fernsehen, in
der Bevölkerung o. ä.) stattfindende Erörterung von
bestimmten, die Allgemeinheit od. bestimmte Gruppen betreffenden
Fragen: freimütige, endlose -en; es gab. entbrannte eine
leidenschaftliche, erregte D. über, um den Paragraphen
218; *etw. zur D. steilen (als Thema für eine Diskussion
1 b vorschlagenj; [nicht] zur D. stehen ( nicht i als Frage
anstehen, [nicht Thefna sein).
Diskussions-: ^abend, der: abendliche Zusa/nmenkunft. bei
der diskutiert wird; -bask, die: svw. t Grundlage; -beitrag.
der: Äußerung, mit der sich jmd. an einer Diskussion
beteiligt, etw. zur Diskussion beiträgt: einen wertvollen D.
liefern; -berei tschaft, die <o. PL); ^freudig <AdJ.; nicht adv.>;
^gegenständ, der: Thema, das Gegenstand einer Diskussion
ist; ^gnmdlage. die: erw.. was als Grundlage, als
Ausgangspunkt für eine Diskussion dienen kann, woran eine
Diskussion anknüpfen kann; ^leiter, der: jmd.. der eine Diskussion
(1 a) leitet, für ihren ordnungsgemäßen Ablaid sorgt; Mnate-
rial, das: svw. t -stoff; -partner. der; -rede, die:
Diskussionsbeitrag in Form einer Rede; -redner, der; ^runde.
die: Kreis. Gruppe von Diskutierenden; ^stofF, der <P1.
selten): Fragen. Themen, die Gegenstand einer Diskussion
sein können; -teilnehmer. der; -thema. das.
diskutabel [diskuta:bl] <Adj.; ...hier, -ste; nicht adv.) [frz.
discutable] (bildungsspr.): erörternswert, erwägenswert;
annehmbar (Ggs.: indiskutabel): ein diskutabler Vorschlag;
als Malerei wären diese Tableaus schon 1880 nicht mehr
d. gewesen (Koeppen. Rußland 147); Er würde es durchaas
fürd. halten, zu diesem Zweck nach München zu kommen
(Niekisch. Leben 59); Diskutant [disku'tant], der; -en -en
(bildungsspr.): jmd.. der sich aktiv an einer Diskussion (1 a)
beteiligt: als D. an einem Streitgespräch teilnehmen;
diskutieren [disku'ti:ron] <sw. V.; hat) [lat. discutere, eigtl. =
zerschlagen, zerteilen, zerlegenl: l.a) in einem Gespräch,
einer Diskussion da) Ansichten. Meinungen austauschen:
Wir hatten etwa die gleichen Bücher gelesen und auf langen
... Spaziergängen ... stundenlang diskutiert (Leonhard,
Revolution 156); sie diskutierten mit Freunden über Fragen
der Kindererziehung; b) um etw. eine Diskussion (1 b)
führen, eine Auseinandersetzung haben: Knopf steht gerade
wieder vor dem Obelisken und läßt sich gehen. Ich
schweige; ich will nicht mehr d. (Remarque. Obelisk 72). 2-
reden, verhandeln, um zu einer Einigung. Übereinstimmung
in einer bestimmten Sache zu kommen: über das Angebot
d.; darüber läßt sich d. 3. in einer Diskussion da). Debatte
(a) eingehend erörtern: ein Thema, eine Gesetzesvorlage,
ein Problem d.; Fragen der Theologie ... werden
leidenschaftlich diskutiert (Thielicke. Ich glaube 10).
Dislokation [dislokatsio:n]. die; -. -en [zu mlat. dislocätus.
2. Part, von: dislocare. t dislozieren]: 1. (Milit. selten) das
Dislozieren d). 2. (Med.) Lageveränderung. Verschiebutig
der Bruchenden gegeneinander bei Knochenbrüchen. 3.
(Biol.) a) Zertrennung eines Chromosoms in seine beiden
Arme; b) Verlagerum von Chromosomensegmenten; c)
(Geol.) Störung der normalen Lagerung von Gesteinsverbäth
den durch Faltung od. Bruch. 4. (Physik) Verschiebung.
Versetzung von Atomen in einem Kristallgitter; <Zus. zu 3 c: >
Dislokationsbeben, das; -s. - (Geol.): Erdbeben, das durch
tektonische Bewegungen verursacht wird.
disloyal [dislQa'ja:l. auch: ' J <Adj.> [aus lat. dis- =
den Gegensatz bezeichnend u. f loyal]: gegen die Regierung
eingestellt (Ggs.: loyal): Sie sind ..disloyale" Bürger, die
seit eh und je der Teilung des Landes widersprochen haben
(FAZ71. 1958.2).
dislozieren (dislotsi:ranl <sw. V.; hat> [mlat. dislocare =
verschieben, zu lat. locus = Ort. Stelle]: 1. (Milit.)
(Truppen) in einem bestimmten geographischen Raum verteilen,
stationieren. 2. (Schweiz.) in eine andere Wohnung o.ä.
ziehen, umziehen: Vorläufig dislozieren ... zwei
Kindergärten ins Beaumontgebiet (Bund IS. 10.68. 9); <Abl.:> Disio-
zifimng. die; -. -en:... durch -^n und
Selbstschutzmaßnahmen ... die Fälligkeit zum Überleben der ersten
gegnerischen Schläge zu steigern (Welt 29.11.67.6).
DismembratRm [dismembra'tsio:n]. die; -. -en [zu lat. dis-
= auseinander u. membrum = Glied; Teil]: 1.
Zerschlagung. Zerstückelung, bes. von Ländereien bei Erbschaften:
Tragen wir Sorge, daß die D. erstarrter Formen und
Normen anhält (MM 24.1.70. 21). 2. Zerfall eines Staates
in verschiedene Teile, die sich verselbständigen (z. B.
Österreich-Ungarn 1918); Dismembrator [...bra:tor. auch:
...to:g], der; -s, -en [...bra'to:ren]: Maschine zur
Zerkleinerung halbharter Materialien (z. B. Ton. Gips) durch
rotierende, mit Stiften besetzte Scheiben.
dfe-Moll [dis-. auch: '-'-]. das; - (Musik): Tonart; Zeichen:
dis (I'dis. 'Dis).
Dispache [dis'pafc], die; -. -n [frz. dispache < ital. dispaccio
= Abmachung. Erledigung, zu: dispacciare = abfertigen,
zu lat. pactus. 2. Part, von: pangere = befestigen]:
Schadensberechnung u. -Verteilung auf die Beteiligten bei
Seeschäden; Dispacheur [...'Je:?], der; -s. -e [frz. dispacheur]:
Sachverständiger für Seeschadensberechnung u. -Verteilung;
dispachieren [...Ji:ren] <sw. V.; hat): den Seeschadensanteil
berechnen.
disparat <Adj.; -er. -este) [lat. disparätus. 2. Part, von:
disparäre = trennen, absondernl (bildungsspr.):
verschiedenartig, ungleiclxartig. uneinJieitlich; Sie (= die Villa)
besteht aus den -esten Bauwerken innerhalb eines Parkes
(Bild. Kunst 1.221); Am wenigsten kann... über die
Außenbeziehungen von Wohngruppen ... ausgesagt werden; die
vorliegenden Erfahrungen sind ziemlich d. (Wohngruppe
19); Disparität, die: -. -en [spätlat. dispäritäs]: Ungleichheit.
Verschieden/ieit: -en ausgleichen.
Dispatcher [dispetJH der; -s. - [a: amerik. dispatcher. zu
engl, to dispatch = abschicken < span. despachar. zu
lat. pangere = befestigen; b: russ. dispettscher] (Wirtsch.):
a) leitetider Angestellter in der Industrie, der den Pnxiuk-
tionsablauf überwacht; b) (DDR Technik) jmd.. der fi*r
die zentrale Lenkung und Kontrolle des Arbeitsahlaufs in
der Prixiuktion u. im Verkehrswesen verantwortlich ist. u.
die Planerfüllung eines Betriebes überwacht .
Dispens [dispens]. der; -es. -e. (Osten*, u. im kath.
Kirchenrecht nur:) die; -. -en [mlat. dispensa. zu lat. dispensäre.
t dispensieren]: Befreiung von einer allgemein geltenden
Vorschrift für einen jewedigen Einzelfall (bes. im kath. Kirchett-
recht): ... will Henrique sich verheiraten ... Henrique.
der Kardinal, erbittet vom Papst den D. (Schneider. Leiden
135); ... Untersuchung über die Anzahl der Priester, die
... um die D. zur Eheschließung angesucht haben (Presse
3.7.69.3);dispensabel [...'za:bj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv. >
(veraltet): verzeihlich; Dispensairemethode Idispä'se:?-]. die;
-. -n [zu frz. dispensaire = Armenapotheke; Poliklinik
< engl, dispensary, zu: to dispense = austeilen < afrz.
dispenser < lat. dispensäre. tdispensieren] (Med.. Sozial-
psych.): vorbeugendes Verfahren der Erfassung u.
medizinischen Betreuung bestimmter gesundheitlich gefährdeter
Bevölkerungsgruppen (z.B. von Versehrten im Zuge der
Wiedereingliederung in den Arbeitsprozeß); Dispensarium
[...za:riom]. das; -s. ...ien [...pn]: svw. tDispensatorium;
Dispensation [...a'tsio:n]. die; -. -en [1: mlat. dispensätio
< lat. dispensätio~= genaue Einteilung]: svw. 1
Dispensierung; Dispensatorium [...*to:riom]. das; -s. ...ien [...pn; zu
lat. dispensätus. 2. Part, von: dispensäre. tdispensieren]:
Arzneibuch: Disp^sisehe, die; -, -n (kath. Kirchenrecht):
(in bezug aui bestehende EJiehitidernisse) Ehe. die mit
kirchlichem Dispens geschlossen wird; dispensieren [dispen' zi:ran]
<sw. V.; hat) [mlat. dispensäre < lat. dispensäre =
austeilen, zuteilen]: (in einem jeweiligen Einzelfall) vorübergehend
von einer allgemein geltenden Vorschrift o. ä. befreien,
freistellen: einen Schüler vom Unterricht, jmdn. vom Dienst
d.; Ü könnten wir uns... wirklich von der Frage dispensiert
sehen, wer Jesus gewesen sei ...? (Thielicke. Ich glaube
108); <Abl.:> Dtspensjgnmg, die; -. -en: 1. Befreiung von
einer Verpflichtung. 2. Bereitung u. Abgabe einer Arznei.
Dispersens [dis'pergens]. das; -. ...enzien [...gentspn] u.
544
Disputant
...entia [...'gentsja; lat. dispergens. 1. Part, von: dispergere.
Tdispergieren]: gasförmiges od. flüssiges Lösungsmittel, in
dem ein anderer Stoff in feinster Verteilung enthalten ist;
dtspergieren [...'girren] <sw. V.; hat) [lat. dispergere]:
zerstreuen, verbreiten, fein verteilen.
Dispermie [disper'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. dis =
zweifach u. Sperma. TSperma] (Med.): das Eitidringen
zweier Spermatozoen in dieselbe Eizelle.
dispers [dispers] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [lat. dispersus.
2. Part, von: dispergere. t dispergieren] (Physik. Chemie):
zerstreut, feinverteilt: die -e Phase (je nach seiner Größe
grob-, fein- od. feinstverteilter Stoff in einer Flüssigkeit);
Dispersion [,..'zio:n]. die; -. -en [lat. dlspersio =
Zerstreuung]: 1. (Physik. Chemie) feinste Verteilung eines
Stoffes in einem anderen in der Art, daß seine Teilchen in
dem anderen schweben. 2. (Physik) a) Abliängigkeit der
Fortpflanzungsgeschwindigkeit einer Wellenbewegung (z. B.
Licht, Schall) von der Wellenlänge bzw. der Frequenz; b)
Zerlegung von weißem Licht in ein farbiges Spektrum;
Dispersität [...zi'te.t].die; -. -en (Physik.Chemie):
Verteilungsgrad bei der Dispersion; Dbpersoid [...zo'i:t]. das; -s. -e
[zu fdispers u. griech. -oeides = ähnlich] (Physik. Chemie):
disperses System aus Dispergens u. Dispersuni; Gesamtheit
einer Flüssigkeit u. des darin verteilten Stoffes; Dispersum
[...zum], das; -s, -s [lat. dispersum. 2. Part. (Neutr.) von:
dispergere. Tdispergieren] (Physik. Chemie): Stoff in
feinster Verteilung, der in einem Dispergens schwebt.
Dispbced person [dis'pleist *po:sn]. die; - -. - -s [engl, dis-
placed person = verschleppte Person]: währenddes 2.
Weltkriegs nach Deutschland verschleppter od. geflüchteter
Ausländer, der sich bei Kriegsende im daftxaligen deutschen
Reichsgebiet aufhielt; Abk.: D. P.
Display [displei]. das; -s. -s [engl, display = Schaustellung,
von: to display = entfalten, zeigen < afrz. despleier =
entfalten < lat. displicäre]: 1. (Werbespr.) a)
werbewirksames, verkaufsunterstützendes Auf-, Ausstellen von Waren:
Zu erreichen ist dies nur mit immer wieder neuen Ideen
aus dem Sektor verkaufsaktives, markengerechtes D. (FAZ
11.2.67); b) beim Display (1 a) verwettdetes
Dekorationselement (in Form eines Aidstellers, Aufsteckers, Werbebildes
o. ä.): Zusammen mit unseren -s. Plakaten und Dekotape-
ten (Börsenblatt 49. 1971. 3903). 2. (Datenverarb.) Gerät,
das Datenoptisch darstellt; <Abl. zu 1:) Displayer [displeid].
der; -s. - (Werbespr.): Entwerfer von Displaysll b),
Dekorationen u. Verpackungen; <Zus. zu 1:) Displaymaterial, das
(Werbespr.): für das Display (1 a) hergestellte
Dekorationselemente; Displaywerbung, die: Werbung, die sich des
Displays (b) als Werbemittel bedient.
Dispondeus [disp:>n'de:os]. der; -. ...een [...e:an; lat. dispon-
deus < griech. dispöndeios]: doppelter Spondeus ( ).
Disponende [dispo'nEnda]. die; -. -n (meist PI.) [lat. dispö-
nenda. Fem. Sg. des Gerundivums von: dispönere. t
disponieren]: vom Sortimentsbuchhändler bis zum vereinbarten
Abrechnungstermin nicht verkauftes Buch, das er mit
Genehmigung des Verlages weiter bei sich lagert; Disponent
[dispo'nent]. der; -en. -en [lat. dispönens (Gen.: dispönen-
tis). 1. Part, von: dispönere. t disponieren]: 1. (Wirtsch.)
kaufmännischer Angestellter, der mit besonderen Volltnach-
ten ausgestattet ist u. einen größeren Unternehmensbereich
leitet: der D. überwacht, kontrolliert die Aufträge; Ü wo
die getrockneten Lesefrüchte feilgeboten werden, die der
intellektuelle D. von der Konkursmasse der Kultur billig
zusammengerafft hat (Adorno. Prismen 56). 2. jtnd., der
am Theater für den Vorstellungs- u. Probenplan, für die
Platzmieten u. für den Einsatz der Schauspieler u. Sänger
verantwortlich ist.
disponibel [dispo'ni.bl] <Adj.; ...bler. -ste; nicht adv.): a)
verfügbar (Ggs.: indisponibel): disponibles Kapital; die
Gelder sind jederzeit d.; Die die Spezifität determinierende
Molekülgruppe am Antigen ist nicht d. (Medizin II. 308);
b) (Marxismus) auf Grund seiner Ausbildung vielseifig
verwendbar: anknüpfend an die Marxsche Erkenntnis, daß
die große Industrie den disponiblen, mit einem breiten
technischen Allgemeinwissen ausgerüsteten Arbeiter
benötigt (Klein. Bildung 57); <Abl.:) Disponibilität [dispo-
nibili't£:t]. die; -: a) Verfügbarkeit: Ü Eine Sprache ist
System, aber mehr noch asystematische D. (Mitteilungen
des Dt. Germanisten-Verbandes 3. 1971, 28); b)
(Marxismus) vielseitige Verwendbarkeit auf Grund der Ausbildung:
damit die D. der Menschen im Produktionsprozeß und
in der wissenschaftlichen Arbeit gewährleistet ist
(Wochenpost 13.6.64. 17); disponieren [dispo'ni:ren] <sw. V.; hat)
/vgl. disponiert/ [lat. dispönere. eigtl. =
auseinanderstellen, in einer bestimmten Ordnung aufstellen] (bil-
dungsspr.): a) in bestimmter Weise verfügen; jmdn., erw.
verwenden, einsetzen: über seine Untergebenen d.; er
möchte jederzeit über sein Geld d. können; b) im voraus ein!-
planen, kalkulieren: gut. schlecht d.; er kann nicht d.;
Disponieren Sie... Ihren Bedarf entsprechend der...
Nachfrage (Börsenblatt 9.1973. 769); disponiert <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (bildungsspr.): a) für etw., bes. einen
künstlerischen Vortrag, in einer bestimmten körperlich-seelischen
Verfassung: ein gut. schlecht -er Künstler; die Sängerin war
bei der letzten Au/Führung besser d. als am Vortag; b)
(Med.) (in bezug auf eine bestimmte Krankheit o.a.) für
etw. empfänglich, zu etw. neigend: er war von Kind an
d. für/zu Krankheiten der Atemwege; c) zu etw. eine
Veranlagung, Begabung besitzend: sie scheint rechtens d. zu bei-
dem. zum Lied und zur Arie (Welt 17.9.66. 14);
Disposition [dispozi'tsio.n], die; -. -en [lat. dispositio =
Anordnung] (bildungsspr.): l.a) das Verfügenkönnen;
freie Verwendung: volle, freie, uneingeschränkte D. über
etw. haben; ein großes Vermögen zu seiner D. haben; etw.
steht [jmdm.] zur D.; Jmdn. zur D. stellen (Amtsspr.; in
den einstweiligen Ruliestand versetzen; Abk.: z. D.); b)
Planl ung!, Vorbereitung, das Sicheinrichten auf etw.: seine
-en ändern; für ein Vorhaben seine -en treffen;
Kollektionen, die ... dem Fachhandel zur D. vorgeführt werden
(Herrenjournal 3.1966.117); c) Gliederung, Plan: zu einem
Aufsatz eine D. machen; Klare D. im Kopf - möglichst
wenig auf dem Papier (Tucholsky. Zwischen 104). 2.a)
bestimmte Veranlagung. Empfänglichkeit, innere
Bereitschuft zu etw.; es gibt auch gewichtige äußere Gründe.
... wie immer ... trifft ja die innere D. zusammen mit
einem äußeren Umstand (Seghers. Transit 108); b) (Med.)
Krankheitsbereitschaft, Veranlagung od. Empfänglichkeit
des Organismus für bestimmte Erkrankungen: er hat eine
D. für/zu Erkrankungen im Bereich der Atemwege.
dispositions-, Disposition*-: ^ßhig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): svw. tgeschäftsfähig; ^Ahigkeit, die; -fonds, der:
Posten im Staatshaushalt, dessen Verwendungszweck nicht
festgelegt ist; -kredit, der (Bankw.): Kredit, der dem
Inhaber eines Lohn- od. Gelialtskontos erlaubt, sein Konto in
bestimmter Hölie zu überziehen.
dispositiv [dispozi'ti.f] <Adj.; o. Steig.): anordnend,
verfügend: eine -e Tätigkeit, Funktion. Qualifikation; -es Recht
(rechtlich vorgeschriebene Regelung, die durch die daran
Beteiligten geändert werden kann); Bewerber müssen in
der Lage sein, den Betrieb d. zu leiten (FAZ 102. 1958.
20); Dispositor [dis'po-.zitar, auch: ...to:|?]. der; -s. -en
[...pozi'to:ran; lat. dispositor = Ordner] (Astrol.): Planet,
der die in einem Tierkreiszeichen befindlichen
Himmelskörper beherrscht: Im Horoskop ... Mars als D. der
Planeten im Skorpion (Das neue Zeitalter 47, 1971, 15).
Disproportion [auch: ' ]. die; -. -en [aus lat. dis- =
den Gegensatz bezeichnend u. t Proportion] (bildungsspr.):
das Fehlen des richtigen Verhältnisses der Teile zueinander,
Mangel an Proportion: die Plastik weist große -en auf;
Ü Es entsteht ... mitunter eine ... D. (ein Mißverhältnis)
... zwischen negativen Erscheinungen und Personen ... und
positiven Kräften (Kantorowicz. Tagebuch 1.672);
Disproportionalität [auch: * ], die; -. -en: Mißverhältnis:
Wenn Veblen einem Fassadenphänomen wie dem
barbarischen Aufwand wesentlich die Schuld aufbürdet, so wird
gerade die D. der These zum Element ihrer Wahrheit
(Adorno. Prismen 87); disproportioniert [auch: ' ]
<Adj.; nicht adv.) (bildungsspr.): ohne richtige Proportion,
schlecht proportioniert: die Räume sind d.
Disput [dis'pu:t], der; -[e]s. -e [frz. dispute, zu: disputer
= Streitgespräche führen < lat. disputäre. tdisputieren]
(bildungsspr.): Streitgespräch, meist zwischen zwei
Personen, die über einen bestimmten Gegenstand heftig diskutieren
u. mit Zähigkeit ihre verschiedenen Meinungen vertreten:
ein langer, endloser D.; Gar heftige und unterhaltende
-e entspannen sich da in Wind und Wetter (A. Kolb.
Daphne 46); mit jmdm. einen D. haben, führen; um einen
Kollegen zu bewirten, mit dem er einen wissenschaftlichen
D. auszutragen hat (Menzel. Herren 38); disputabel
[...'ta:bj] <Adj.; ...bler. -ste; nicht adv.) [lat. disputäbilisj:
strittig (Ggs.: indisputabel); Disputant [dispu'tant]. der;
35 GDW
545
Disputation
-en, -en [lat. disputäns (Gen.: disputantis). 1. Part, von:
disputäre. f disputieren] (bildungsspr.): jmd.. der an einem
Streitgespräch teilnimmt; Disputation [disputa't$io:n], die;
-. -en [lat. disputätio] (bildungsspr.): wissenschaftliches
Streit jgespräch. in dem ein Thema, ein Fragenkomplex
iöffentlich! erörtert wird: In der ... eineinhalbstündigen
D.. die von Helbich einleitend auch ein ..Lehrgespräch"
genannt wurde, beantwortete Rahner die von seinem
evangelischen Kollegen ... an ihn gerichteten Fragen (Glaube
46. 1966. 4); Disputator [...'ta.tor. auch: ...to.-g]. der; -s.
-en [...ta'to:ran: lat. disputator]: Teilnehmer an einer
Disputation (entweder als Verteidiger oder als Opponent eines
behandelten Themas o.a.): Gesprächsleiter H.-J. Deckert
begrüßte im Mozartsaal vier -en, die sehr unterschiedliche
Standpunkte einnehmen (MM 29.5.70. 6); disputieren
[dispu'ti:ron] <sw. V.: hat) [lat. disputäre = nach allen
Seiten erwägen] (bildungsspr.): a) in einem Disput
Meinungsverschiedenheiten austragen: Die Brüder hatten schon
wiederholt miteinander disputiert, weil Heinrich eben ganz
westlich orientiert war (Katia Mann. Memoiren 37); er
disputiert gerne (läßt sich gerne in einen Wort streit ein);
b) svw. Tdiskutieren (3): über ein Thema, eine Frage [mit
jmdm.. miteinander] d.; Sie disputieren darüber, was wir
annektieren sollen (Remarque. Westen 120); <Abl.:)Dispu-
tkrer, der; -s, -: jmd.t der gerne disputiert.
Disqualifikation, die; -. -en [aus lat. dis- = den Gegensatz
bezeichnend u. T Qualifikation]: 1. Feststellung einer Nicht-
eignung; DisQualifizierung. 2. (Sport) Ausschluß eines
Wettkämpfers od. einer Mannsc/iaft von einem Wettbewerb bei
groben Verstößen gegen die sportlichen Regeln:
disqualifizieren <sw. V.; hat): 1. (bildungsspr.) a) (selten) für untauglich
erklären: jmdn. d.; sich als undemokratisch d. (Fraenkel.
Staat 72); b) <d. -I- sich) seine Untauglichkeit für erw.
erkennen lassen, sich einer Sache unwürdig erweisen: mit
seinen Äußerungen hat er sich für eine Vertrauensstellung
disqualifiziert. 2. (Sport) wegen eines schweren
Regelverstoßes vom sportlichen Wettbewerb ausschließen: der Spieler
wurde disqualifiziert; <Abl.:) Dtsqualifizkrung, die: -. -en.
Dissektion [disek'tsio:n]. die: -. -en [zu lat. dissectus. 2.
Part, von: dissecäre = zerschneiden]: 1. (selten)
Zergliederung: das gelöste Partikel oder lineare Prozesse sind das
Ergebnis von D. und Abstraktion und sind repräsentativ
für das Ganze (Wieser. Organismen 13). 2. (Med. selten)
Zerschneidung. Zerkleinerung.
Dissens [di'sens], der; -es. -e [lat. dissensus] (bildungsspr.):
Nichtübereinstimmung. Meinungsverschiedenheit in bezug
auf bestimmte Fragen o.a. (Ggs.: Konsens): es gab einen
D. in der Frage des §218; Hierüber darf es weder einen
offenen noch einen versteckten D. geben (MM 27.7.70,
2); Dissenter Idi'sente], der; -s. -s [engl, dissenter. zu: to
dissent = von der Staatskirche abweichen; anderer
Meinung sein < lat. dissentire, Tdissentieren]: (in England)
nicht der anglikanischen Kirche angehörender Gläubiger
einer evangelischen Sekte od. der römisch-katholischen
Kirche; dissentieren [disenti:ran] <sw. V.; hat) [lat. dissentire]
(bildungsspr.): abweichender Meinung sein.
Dissepiment [disepi'ment]. das; -s, -e [lat. dissaepimentum
= Scheidewand] (Biol.): Scheidewand im Innern von
Blumentieren. Regenwürmern u. Armfüßern.
Dissertant [diser'tant], der; -en. -en [lat. dissertäns (Gen.:
dissertantis). 1. Part, von: dissertäre. Tdissertieren]
(bildungsspr.): svw. f Doktorand; Dissertation [disertatsio:n].
die; -. -en [lat. dissertätio = Erörterung] (bildungsspr.):
für die Erlangung des Doktorgrades angefertigte
wissenschaftliche Arbeit; Doktorarbeit; dissertieren [diser'ti:ran]
<sw. V.; hat) [lat. dissertäre = auseinandersetzen]
(bildungsspr. selten): an einer Dissertation arbeiten.
Dissident [disident], der; -en. -en [I: lat. dissidens (Gen.:
dissidentis). 1. Part, von: dissidere. tdissidieren; 2: russ.
dlssident]: 1. (bildungsspr.) jmd.. der sich außerhalb einer
Religionsgemeinschaft stellt, der aus einer Kirche
ausgetreten ist; Religionsloser. 2. jmd.. der von einer offiziellen
Meinung abweicht; Abweichler. Andersdenkender: einen -en
verhaften; Dissidien [di'shdpn] <P1.) [lat. dissidium =
Trennung, Scheidung] (bildungsspr. veraltet): Streitpunkte;
dissidieren [disi'dhran] <sw. V.) [1: lat. dissidere. eigtl.
= voneinander entfernt sitzen] (bildungsspr. veraltet): 1.
<hat> anders denken. 2. <ist) aus der Kirche1 austreten.
Dissimilation [disimila'tsjpm]. die; -. -en [lat. dissimulätio.
dissimilätio = das Unähnlichmachen]: l. (Phon.) Änderung
des einen von zwei gleichen od. älinlichen Lauten in einem
Wort od. Unterdrückung des einen von ihnen (z. B. Ausfall
des n in König aus ahd. kuning; Ggs.: Assimilation 2).
2. (Physiol.) Abbau u. Verbrauch von Körpersubstanz bei
gleichzeitiger Gewinnung von Energie (Ggs.: Assimilation
5). 3. (Soziol.) Wiedergewinnung einer eigenen Volks- oder
Gruppeneigenart; dissimilieren [disimi'Ihren) <sw. V.; hat)
[lat. dissimuläre. dissimilare = unähnlich machen]: I.
(Sprachw.) zwei ähnliche od. gleiche Laute in einem Wort
durch den Wandel des einen Lautes unähnlich machen,
stärker voneinander abheben. 2. (Biol.) höhere organische
Verbindungen beim Stoffwechsel unter Freisetzung von Energie
in einfachere zerlegen (Ggs.: assimilieren 1); Dissimulation
[disimuIa'tsio:n], die; -. -en [lat. dissimulätio = das
Unkenntlichmachen. Maskierung] (Med., Psych.): bewußte
Verheimlichung von Krankheiten od. Krankheitssymptomen;
dissimulieren [...'li.ranKsw. V.; hat) [lat. dissimuläre (Med..
Psych.): (insbes. eine Krankheit od. ihre Symptome)
verbergen, verheimlichen.
Dissipation [disipa'tsio:n]. die: -. -en [lat. dissipätio =
Zerstreuung. Zeitteilung] (Physik): Übergang einer
umwandelbaren Energieform in Wärmeenergie; DissipatiQnssphäre,
die (fachspr.): äußerste Schicht der Atmosphäre: dissipieren
[disi'pi:ren] <sw. V.; hat) [1: lat. dissipäre] (Fachspr.): 1.
zerstreuen. 2. umwandeln.
dlssohibe! [diso'lu.bl] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. disso
lübilis] (Chemie): löslich, auflösbar, zerlegbar: dissoluble
Mischungen;dissokit [disoiu:t] <Adj.; -er, -este) [lat. disso-
lütus. eigtl. = aufgelöst] (bildungsspr. veraltet): zügellos,
haltlos; Dissohition [disolu'tsio:n]. die: -. -en [lat. dissolü-
tio]: 1. (Med.) Auflösung. Zersetzung. Trennung. 2.
(bildungsspr. veraltet) Zügellosigkeit; Dissolvens [di'salvsns].
das; -. ...ventia [...ventsia] u. ...venzien [...ventspn; lat.
dissolvens, 1. Part. vonTdissolvere. fdissolvierenl (Med.):
auflösendes, verteilendes Arznei mittel; dtssolvieren
[diSDl'vi:r3n] <sw. V.; hat) [lat. dissolvere] (Fachspr.):
auflösen, schmelzen.
dissonant [diso'nant] <Adj.; -er. -este) [lat. dissonäns (Gen.:
dissonantis), 1. Part, von: dissonäre. T dissonieren]: 1.
(Musik) (von Intervallen, deren Töne einander unälinlich sind
u. in einem komplizierten Schwingungsverhältnis zueinander
stehen) nicht gut zuswnmenklingend; nach einer Auflösung
strebend (Ggs.: konsonant): -e Akkorde. Klänge.
Tonfolgen. 2. (bildungsspr.) unstimmig, unschön; Dissonanz [diso-
nants], die; -. -en [spätlat. dissonantia. zu lat. dissonäre
= mißtönen] (Musik): Zusammenklang von Tönen, der
als unschön empfunden wird u. nach der überlieferten
Harmonielehre eine Aullösung fordert: die Musik hat
unerträgliche -en; Ü das anfangs harmonische Zusammensein
endete mit einer D. (einem Mißklang, einer Unstimmigkeit,
die durch irgendeinen Umstand verursacht wurde);
dissonieren [diso'ni:ren] <sw. V.; hat) [lat. dissonäre]: 1. (Musik)
dissonant klingen; mißtönen. 2. (bildungsspr.) nicht
übereinstimmen.
Dissousaas [di'su:-]. das; -es [zu frz. dissous = aufgelöst,
eigtl. 2. Part, von: dissoudre = auflösen < lat. dissolvere.
Tdissolvieren] (Chemie): in druckfester Stahlflasche
aufbewahrtes, in Aceton gelöstes Acetylen.
dissozial <Adj.) [engl, dissocial, aus lat. dis- = den
Gegensatz bezeichnend u. engl, social, t sozial] (Psych.): auf Grund
eines bestimmten Fehlverhaltens nicht od. nur bedingt in
der Lage, sich in die Gesellschaft einzuordnen: ... müßte
der Erzieher gefährdeter, -er Jugendlicher die Weisheit
Salomons haben ..r (Spiegel 4. 1973. 79); Dissozialitit
[disotsiali't£:t],die; - (Psych.): dissoziales Verhalten;
Dissoziation [disotsia'tsio:n], die; -. -en [lat. dissociätio =
Trennung]: 1. (Psychokrankhafte Entwicklung, in deren Verlauf
zusatnmengehörige Denk-. Hatidlungs- od.
Verhaltensabläufe in weitgehend unkontrollierte Teile u. Einzelerscheinungen
zerfallen. 2. (Med.) Störung des geordneten Zusammenspiels
von Muskeln. Organteilen od. Empfindungen. 3. (Chemie)
Zerfall von Molekülen in einfachere Bestandteile; dissoziativ
[...a'thfl <Adj.) (fachspr.): die Dissoziation betreffend, auf
Dissoziation beruhend; dissoziieren [disotsi'i:ran] <sw. V.)
[lat. dissociäre = vereinzeln, trennen. zu:^iis- =
auseinander, hinweg u. socius = Gefährte. Genosse]: 1. <hat)
(bildungsspr.) a) trennen, auflösen; b) <d. + sich) getrennt
werden, sich auflösen. 2. (Chemie) a) <hat> in Ionen od.
Atome aufspalten; b) <ist> in Ionen zerfallen.
distal [dis'ta:!] <Adj.) [zu lat. distäre = entfernt sein] (Med.):
546
Disziplin
(in bezug auf Körperregionen. Gliedmaßen bzw. Blutgefäße)
weiter von der Körpermitte bzw. vom Herzen entfernt
liegend.
Distanz [dis'tants], die: -. -en [lat. dlstantia. zu: distäre
= auseinandergehen]: 1. (bildungsspr.) räumlicher
Abstand, Zwischenraum, Entfernung: die D. zwischen beiden
Punkten beträgt 200 m; Ü er hat zu den Ereignissen noch
nicht die nötige D. (den für ein richtiges Urteil o. ä. nötigen
inneren Abstand) gewonnen; etw. aus der D. (aus einem
zeitlichen Abstand) beurteilen. 2. <o. PI.) (bildungsspr.)
a) durch gesellschaftliche Rangunterschiede hervorgerufener
Abstand: gesellschaAliche D.; auf D. achten; b)
Reserviertheit. Zurückhaltung im Umgang mit anderen Menschen:
D. wahren; er blieb immer auf D. 3. (Leichtathletik.
Rennsport) zurückzulegetide Strecke: die kurze D. vorziehen;
ein auf allen -en ausgeglichener Laufer; gegen Ende der
D. fiel er zurück; ein Lauf über eine D. von 1000m.
4. (Boxen) a) der Abstand zwischen den Boxern im Kojnpf.
wie er von der Reichweite der Arme bestimmt wird: auf
D. gehen; b) vorgesehene Rundenzahl eines Kampfes: der
Kampf geht über die D. von 15 Runden.
distynz-, Distanz-: ^gesdiäft,das(Kaufmannsspr.):
Kaufvertrag, bei dem der Käufer die Ware nicht an Ort u. Stelle
prüfen kann, sondern auf Grund eines Musters od. Katalogs
bestellt (Ggs.: Lokogeschäft); -komposition, die
(Sprachw.): unfeste Zusammensetzung bei Verben (z. B.
einsehen-er sieht es ein); ^los <Adj.; -er, -este) (bildungsspr.):
ohne die nötige Distanz, den nötigen inneren u. auch
räumlichen Abstand zueinander: ein enges, -es
Zusammenwohnen; die Menschen leben hier zu d.. dazu: -losigkeit, die;
- (bildungsspr.): Mangel an innerer u. äußerer Distanz,
an Abstand: -relais, das (Elektrot.): Relais, das bei
Kurzschluß den Wechselstromwiderstatidw. damit die Entfernung
zM'ischen seiner Einhaustelle u. der Kurzschlußstelle mißt;
^ritt, der: Dauerritt; Ritt über eine sehr lange Strecke;
^Wechsel, der (Kaufmannsspr.): Wechsel, bei dem Ausstel-
lungs- u. Zahlungsort verschieden sind.
distanzieren [distan'tsi:ran] <sw. V.; hat) /vgl. distanziert/
[frz. distancer = einen Abstand zwischen sich u. andere
bringen, zu: distance = Abstand < lat. dlstantia. t
Distanz): I. <d. + sich) (bildungsspr.) a) sich von jmdm.
zurückziehen; abrücken, auf Distanz gehen: sich von seinen
Parteifreunden d.; viele Nachbarn haben sich nach dem
Vorfall [von ihm] distanziert; b) etw.. was man nicht billigt,
zurückweisen; zum Ausdruck bringen, daß man, mit etw.
nichts zu tun haben möchte: sich von einer Äußerung,
von einem Interview d.; er distanzierte sich von der
Zeitungsmeldung. 2. (Sport) in einem Wettkampf überrunden,
besiegen: seinen Gegner [um fünf Runden] d.; die
Neuköllner Sportfreunde, die im Endspiel Germania 07 ... mit
89:61 distanzierten (Welt 11.6.66.7); <2. Part.:)distanziert
<Adj.; -er. -este) (bildungsspr.): zurückhaltend; gegetiüber
anderen Menschen auf Distanz (2) bedacht: er wirkt sehr
d.. dazu: Distamiertheit, die; - (bildungsspr.): das
Distanziertsein; <Abl.:) Distanzjfirung, die; -. -en.
Distarlinse [dis'ta:^-]. die; -. -n [zu lat. distäre = getrennt,
auseinander stehen]: zerstreuende Vorsatzlinse zur
Vergrößerung der Brennweite von fotografischen Objektiven.
Distel ['distll. die; -. -n [mhd. distel. ahd. distil(a)]: Pflanze
mit vielen Arten, die stachlige Blätter Stengel u. Blüten
hat w. auf Feldern als Unkraut wuchert; Vertreter einer
Gattung der Korbblütler; <Zus.:> D|stelfalter. der:
weitverbreiteter Schmetterling mit brauner, schwarzer u.
weißer Fleckung auf den gelbbraunen Flügeln, dessen
Raupen vor allem an Disteln leben; Djstelfink. der [mhd.
distelvinke. ahd. distilfinko]: vorwiegend Distelsamen
fressender, zu den Finken gehörender Singvogel mit vielfarbigem
Gefieder; Stieglitz.
distidi[dis'tu;] <Adj.; o. Steig.) [lat. distichus = zwei Reihen
habend, zweizeilig < griech. distichos] (Bot.): (von
Blättern) in zwei einander gegenüberstehenden Reihen
angeordnet; distjchisch u. distichitisch [disti'<ji:tiJl <Adj.; o. Steig.):
I. das Distichon betreffend. 2. aus metrisch ungleichen
Verspaaren bestehend (Ggs.: monostich[it]isch); Distichon
[disti<pn]. das; -s. ...chen [lat. distichon < griech. disti-
chon] (Verslehre): Verspaar aus einem Hexameter u. einem
Pentameter.
Distingem [distio'ge:m]. das; -s, -e [zu lat. distinguere =
unterscheiden; analog zu I Phonem] (Sprachw.): distinktives
Sprachzeichen (z.B. ein Phonem, eine Phonemgruppe) im
Unterschied zum signifikativen; distinguieren (distirTgiTan)
<sw.V.; hat) /vgl. distinguiert/ [lat. distinguere]
(bildungsspr.. fachspr.): unterscheiden, in besonderer Weise
abheben: seine Sprache distinguierte ihn von den anderen;
diese Zeichen haben distinguierende Funktion; distinguiert
[distin'gi:?t] <Adj.; -er. -este) [nach frz. distingue. 2. Part,
von: distinguer = unterscheiden, auszeichnen < lat.
distinguere. f distinguieren] (bildungsspr.): sich durch Gewähltheit
bes. in Kleidung, Formen des Umgangs u. ä. von anderen
abhebend, unterscheidend; betont vornehm: ein -er Herr;
er gibt sich sehr d.; <Abl.:> Dfstingukrtheit. die; -; distinkt
[distiokt] <Adj.; -er. -este) [lat. distlnctus. 2. Part, von:
distinguere. Idistinguieren] (bildungsspr.): klar u. deutlich
abgegrenzt : Die Tatsache, daß sich in Schaltelementen
-e Kommandos verknüpfen lassen, erlaubt den Aufbau
von Schaltnetzen, in denen die logischen Operationen
unserer Sprache simuliert werden (Wieser. Organismen 98);
sich in -er Weise unterscheiden; Vorstellungen, die durch
Vertiefung der Sachkenntnis -er werden; etw. d.
formulieren; Distinktion [distink'tsiorn]. die; -. -en [frz. distinction
< lat. dlstlnctio]: 1. (bildungsspr.) Unterscheidung: für
trennscharfe begriffliche -en... fehlt es heute... an Organen
(Gehlen. Zeitalter 35). 2. <o. PI.) (bildungsspr. veraltend)
besondere Vornehmheit, durch die sich jmd. od. etw.
auszeichnet: die D. ihrer Erscheinung; er war ein
Wissenschaftler von D. (von Rang). 3. (bildungsspr. veraltend)
Hochachtung. Wertschätzung: mit der höchsten D. von jmdm.
sprechen. 4. (österr.) Ranglabzeichen]; distinktiv [distink'ti:fl
<Adj.) (bildungsspr.): unterscheidend: -e Merkmale.
Distorsion [distor'zjp.n]. die; -, -en Hat. distorsio =
Verdrehung, zu: distorquere = auseinanderdrehen, verzerren]:
1. (Med.) Verstauchung eines Gelenks. 2. (Optik)
Bildverzerrung. -Verzeichnung.
distrahieren [distra'hhran] <sw. V.; hat) [lat. distrahere]:
1. (veraltet) zerstreuen, ablenken. 2. (fachspr.)
auseinanderziehen, trennen; Distraktlon [distraktsj[o:n], die; -. -en [lat.
distractio. zu: distrahere]: 1. (veraltet) Zerstreuung.
Ablenkung. 2. (Geol.) Zerrung von Teilen der Erdkruste durch
tektonische Kräfte. 3. (Med.) das Auseinanderziehen von
ineinander verschobenen Bruchenden (zur Einrichtung von
Knochenbrüchen).
Distribuent [distri'byent], der; -en. -en [zu tdistribuieren]
(bildungsspr.): Verteiler; distribuieren [.. u'iiran] <sw. V.;
hat) [lat. distribuere] (bildungsspr.): verteilen, austeilen;
Distribution [...bu'tsjp.'n], die; -. -en [unter Einfluß von
gleichbed. engl, distribution < lat. distribütio]: I.
(Wirtsch.)a) Einkommensverteilung; b) Verteilung od.
Vertrieb von Handelsgütern: die D. von Waren. Gütern
übernehmen. 2. (Psych.) Verteilung u. Aufspaltung der
Aufmerksamkeit. 3. (fachspr.) das Verbreitetsein. Verteiltsein, die
Verteilung: die D. bestimmter Tierarten auf der Erde.
4. (Math.) verallgemeinerte Funktion, die sich durch
Erweiterung des mathematischen Funktionsbegriffs ergibt. 5.
(Sprachw.) a) Verteilung von Sprachelementen innerhalb
größerer sprachlicher Einheiten; b) Gesamtheit aller
Umgebungen, in denen ein sprachliches Element vorkommt, im
Gegensatz zu jenen, in denen es nicht erscheinen kann, dazu:
distributional [...utsio'na:l] u. distributioneil [...utsjp'nel]
<Adj.; o. Steig.): ~die Distribution (5) betreffend, darauf
beruhend, distributiv [...'ti:fl <Adj.; o. Steig.) [lat. distribü-
tlvus = verteilend]: 1. (Sprachw.) a) eine sich wiederholende
Verteilung angebend: -e Zahlwörter; b) in bestimmten
Umgebungen vorkommend. 2. (Math.) nach dem Distributivgesetz
verknüpft: -er Verband, dazu: Distributivitit [...tivi'te:t],
die; -. -en: Mengenlehre ... Da gibt es das Axiom ... der
D. (Spiegel 36. 1974. 32); Distributivgesetz, das (Math.):
die Reihenfolge der Verknüpfungen regelndes Axiom in
algebraischen Strukturen mit zwei Verknüpfungen (z.B.
Addition und Multiplikation) der Elemente; Distributivum
[...ti:vom], das; -s. ...va (Sprachw.): Numerale, das die
Einteilung in untereinamier gleiche Mengen bezeichnet;
Verteilungszahlwort. Einteilungszahl (im Deutschen durch ..je"
wiedergegeben; z.B. ..je drei"); Distributivzahl, die
(Sprachw.): svw. tDistributivum.
Distrikt [dis'tnkt]. der; -[e]s. -e [(von engl.-amerik. district
beeinflußt) < spätlat. districtus = Umgebung der Stadt]:
1. (selten) Bereich. Gebiet. Region: die Grundstücke liegen
in einem abgelegenen D. 2. Verwaltungsbezirk bes. in
angelsächsischen Ländern.
Disziplin [distsi'pli:n], die; -. -en [lat. disciplina = Schule.
35'
547
disziplin-, Disziplin -
Wissenschaft, schulische Zucht]: l.<o. PI.) a) äußere Zucht.
Ordnung, der sich jmd. in einer Gemeinschaft unterwirft:
in dieser Armee herrscht strenge D.; die D. in seiner Klasse
ist schlecht; b) innere Zucht u. Beherrschtheit. Selbstzucht,
die jmdn. zu besotideren Leistungen befähigt: dieser Beruf
verlangt äußerste, eiserne D.; Noch wahrten die
Streikenden Ruhe, hielten die D. gewerkschaftlich organisierter
Arbeiter hoch (Bredel. Väter 374); ein Mensch ohne D.
2. Wissenschaftszweig. Teilbereich. Unterabteilung einer
Wissenschaft: eine Begegnung von Wissenschaftlern
verschiedener -en; die Anatomie ist eine selbständige D. der
Medizin; Die Finanzpolitik ist angewandter Teil einer
eigenen wissenschaftlichen D. der Finanzwissenschaft (Fraen-
kel. Staat 90). 3. Teilbereich. Unterabteilung des Sports:
Sportart: solange Boxen olympische D. ist. machen wir
mit (Kant, Impressum 35); die Leichtathletik gliedert sich
in mehrere unterschiedliche -en.
disziplin-. Disziplin- (Disziplin 1): -los <AdJ.; -er. -este):
ohne Disziplin (1): ein -er Mensch; Es war völlig taktlos
von Asch, vielleicht sogar d.. ihn darauf aufmerksam zu
machen (Kirst. 08/13. 222). dazu: -losigkeit. die: -. -en:
I. <o. PI.) Mangel an Disziplin da); disziplinloses
Verhalten: Marilyn Monroe war ... wegen D. entlassen worden
(Welt 29.12.62. Literatur). 2. Handlung, die auf
Disziplinlosigkeit (1) beruht: er wollte sich die -en der Schüler
nicht länger gefallen lassen; ^Schwierigkeiten <P1.):
Schwierigkeiten eines Lehrers bei der Wahrung der Disziplin da)
in einer Klasse: ^widrig <Adj.): gegen die Disziplin (1 a)
verstoßend, dazu: -Widrigkeit, die; -. -en: vgl. -loslgkeit.
Disziplinar- [distsipli'na:?-] (Jur.): -gerkht, das:
Verwaltungsgericht zur Ausübung der Disziplinargerichtsbarkeit:
Mterichtsbarkeit, die: besondere, mit den Angelegenheiten
des Disziplinarrechts befaßte Gerichtsbarkeit: MKwaH. die
<o. PL): die rechtliche Gewalt des Staates seinen Beamten
gegenüber: ^maßnähme.die (meist PI.): rechtliche
Maßnahme gegen die dienstliche Verfehlung eines Beamten: Um
-n aus dem Wege zu gehen, schied sie dann freiwillig
aus dem Polizeidienst aus (Welt 15.9.62. 7); -recht, das
<o. PI.): Teil des Beamtenrechts, das die Rechtsvorschriften
enthält, nach denen dienstliche Verfehlungen von Beamten
geahndet werden, dazu: -rechtlich <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): das d. vollstreckbare Erfordernis der
Zurückhaltung gegenüber allen Beziehungen (Fraenkel. Staat 40):
-strafe, die: 1. (veraltet) svw. t ^maßnähme. 2. (Sport)
a) vom Verein gegen einen Spieler ausgesprochene interne
Strafe: b) (Eishockey) gegen einen Spieler wegen eines
disziplinarischen Verstoßes verhängte Strafe von zehn Minuten
effektiver Spielzeit: ^verfahren, das: Verfahren zur
Aufklärung u. Ahndung von dienstlichen Vergehen von Beamten.
Richtern u. Soldaten.
disziplinir [distsipli'ne:ß] <AdJ.; o. Steig.) (bes. österr.): die
Disziplin da), die Dienstordnung betreffend, auf ihr
beruhend, ihr entsprechend: disziplinarisch (1): Eine eigentliche
-e Verantwortung wie bei den Karrierebeamten findet meist
nicht statt (Fraenkel. Staat 294); es war fraglich, ob gegen
ihn d. vorzugehen sei; disziplinarisch <AdJ.; o. Steig.):
1. die Disziplin (1), Dienstordnung betreffend: dem
Disziplinarrecht entsprechend: -e Maßnahmen. Strafen; gegen
Jmdn. d. vorgehen. 2. sehr streng, hart: mit gebotener
Strenge. Härte: er wurde d. bestraft für seine Taten; disziplinieren
[disziplinaren] <sw. V.; hat) /vgl. diszipliniert/
(bildungsspr., oft abwertend): unnachsichtig, mit Strenge zur
Ordnung. Disziplin (1) anhalten, erziehen: eine Schulklasse
d.; wird das Kind ... die jüngeren Geschwister mit eiserner
Strenge beaufsichtigen und d. (Hacker. Aggression 206);
du mußt lernen, dich zu d. (dich einer gebotenen Disziplin
zu unterwerfen): diszipliniert (Adj.; -er. -este) (bil-
dungsspr.): a) an bewußte Einordnung. Disziplin da)
gewöhnt: eine-e Truppe; strafTorganisierte und -e Partelen,
die bald zu bloßen Befehlsempfängern der Moskauer
Zentrale wurden (Fraenkel. Staat 26); die Klasse dieses Lehrers
ist sehr d.; b) beherrscht, zuchtvoll: von innerer Disziplin
(1 b) bestimmt: ein sehr -er Mensch; das Spiel des Künstlers
ist sehrd.; sich in einer gefahrvollen Situation d. verhalten,
dazu: Diszipliniertheit, die; - (bildungsspr.): a) das
Diszipliniert sein: das Gewöhntsein an Einordnung. Disziplin da):
eine zahlenmäßig begrenzte Kadergruppe von erstklassiger
D. (Augstein. Spiegelungen 65); b) das Diszipliniertsein:
das Bestimmtsein von innerer Disziplin (1 b); Beherrschtheit:
dank der bewundernswerten Musikalität und D. des
Hamburger Rundfunkchors (Welt. 20.2.65. 17); <Abl.:) Diszi-
pKnknmg, die; -. -en <P1. selten) (bildungsspr.. oft
abwertend): das Disziplinieren: Manche Unternehmer ... erblik-
ken auch heute in einer industriellen Reservearmee das
beste Mittel zur D. der Arbeitnehmer (Spiegel 42. 1974,
75).
Diszission [distsi'sio:n]. die; -. -en [lat. discissio = das
Zerreißen, zu: discindere = zerreißen, zerspalten] (Med. selten):
operative Spaltung. Zerteilung eines Organs od. Gewebes.
Dit [dir], das; -s. -s (Literaturw.): in der altfranzösischen
Literatur verbreitete kurze Erzählung mit belehrender
Tendenz in Versen od. in Mischformen von Vers u. Prosa.
Dhetrode [dite'tro.cfal.die; -. - (Elektrot.): Elektronenröhre
mit zwei Tetroden > Systemen I: Doppelvierpolröhre.
Dithyrambe [dlty'ramba]. die; -. -n. Dithyrambus [dity-
'rambos]. der. -. ...ben [lat. dithyrambus < griech. dithy-
rambos] (bildungsspr.): a) ekstatisches Chorlied aus dem
altgriechischen Dionysoskult: b) begeisterte Zustimmung.
Würdigung einer Person od. Sache: überschwengliches Lob:
dithyrambisch <Adj.) (bildungsspr.): a) (nicht präd.) von
der Form einer Dithyrambe: b) überschwenglich, begeistert:
Dithyrambus: t Dithyrambe.
dito['di:to]<Adv.>[frz.dito < ital.detto = besagt,genannt.
2. Part, von: dire = sagen < lat. dlcere] (Kaufmannsspr..
sonst veraltend, noch in saloppem Umgangston): ebenfalls,
gleichfalls, desgleichen, ebenso (steht stellvertretend für
vorher Genanntes): „Noch einen. Hanne." „Mir
auch".sagte Fries. ..Dito44, sagte Burkner (Schnurre. Fall
20);Abk.:do..dto.
Ditroch2us[ditre'x£:os].der; -. ...äen [...e:an; lat. ditrochaeus
< griech. ditröchaios] (Verslehre): doppelter Trochäus
<-u-J-
Dittchen [dit^an], das u. der; -s. - (meist PI.) [zu poln.
dudek (PLdudki) = Dreigroschenmünze, eigtl. =
Wiedehopf (nach einem spött. Vergleich des aufgeprägten poln.
Adlers mit einem Wiedehopf)] (ostpreuß.):
Zehnpfennigstück: Er klapperte mit der Büchse .... heimste mehr D.
ein als die echten Parteigenossen (Grass. Hundejahre 238).
Dittographie [ditogra'fi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. dittös
= doppelt u. t-graphiel (Fachspr.): 1. fehlerhafte
Wiederholung eines Buchstabens, einer Silbe, eines Wortes in
handgeschriebenen od. gedruckten Texten (Ggs.: Haplographie).
2. doppelte Lesart od. Fassung einzelner Stellen in antiken
Texten: Dittologie [ditolo'gi:], die; -. -n [...i:an; zu griech.
dittös = doppelt u. t-logie] (Fachspr.): fehlerhaftes
doppeltes Aussprechen eines od. mehrerer Laute, bes. beim Stottern.
Diurese [diure:z3]. die; -. -n [zu griech. dioureln = Ham
ausscheiden] (Med.): /gesteigerte] Harnausscheidung. Di-
urefttam[...re:tiküm]. das; -s. ...ka [...ka] (Med.):
harntreibendes Mittel: dkiretisch [diu're:tij] <Adj.; o. Steig.) [spät-
lat. diüreticus < griech. diouretikös] (Med.): harntreibend.
Dturnal [dior'na:l], das; -s. -e. Dkirngle, das; -. ...lia [...l[a;
mlat. diurnale. Neutr. Sg. von: diurnalis = täglich, zu
lat. diumus. tDiurnum] (kath. Kirche): Auszug aus dem
Brevier, der als Gebetbuch der katholischen Geistlichen die
Gebete enthält, die am Tage zu beten sind: Diurnum
[diornom].das;-s. ...nen[lat.diurnum = tägliche Ration,
subst. Neutr. Sg. von: diumus = täglich] (österr. veraltet):
Tagegeld.
Diva fdi:va]. die; -. -s u. Diven [ital. diva. eigtl. = Göttliche
< lat. divus = göttlich]: a) (bildungsspr.) gefeierte
Sängerin, Film Schauspielerin [die durch exzentrische Allüren
von sich reden macht i: die Düse war eine große D.; b)
jmd.. der durch besondere Empfindlichkeit, durch
exzentrische Allüren o. ä. auffällt: sich wie eine D. benehmen; sie
ist eine richtige D.
Diverbia [di'verbia] <Pl.) [lat. dlverbia. PI. von: diverbium
= Dialog] (Literaturw.): gesprochene Dialogpartien des
altrömischen Dramas.
divergent [divergent] <Adj.) [mlat. divergens (Gen.: diver-
gentis). 1. Part, von: divergere. tdivergieren] (Ggs.:konver-
gent): 1. <-er. -este) (bildungsspr.) entgegengesetzt,
unterschiedlich verlaufend: -e Linien; die Geraden verlaufen d.;
Ü Instinktives Verhalten auf der einen, erlerntes und
einsichtiges Verhalten auf der anderen Seite ... entsprechen
zwei -en Entwicklungsrichtungen (Lorenz. Verhalten I.
135); die Meinungen. Urteile waren sehr d. 2. (Math.)
nicht einem etuilichen Grenzwert zustrebend: eine -e Reihe;
Divergenz [diver'gents]. die; -. -en (Ggs.: Konvergenz):
1. <o. PI.)(bildungsspr.)das Auseinanderstreben in
verschiebt
d- Moll-Etüde
dene Richtungen: die D. der Linien, Strahlen. 2. (bil-
dungsspr.) (von Meinungen, Auffassungen o.a.)
Abweichung. Unterschied, i Meinungs I Verschiedenheit: die
politischen, weltanschaulichen und wirtschaftlichen -en bleiben
(Dönhoff. Ära 185); es gab große -en in. zwischen den
Auffassungen der einzelnen Parteien. 3. (Math.) (von
Zahlenreihen) das Auseinanderstreben ins Unendliche:
divergieren [diver'girren] <sw. V.; hat) [mlat. divergere, aus lat.
dis- = auseinander u. vergere = sich neigen, streben]
(Ggs.: konvergieren): I. (bildungsspr.) in unterschiedliche,
entgegengesetzte Richtungen auseinanderstreben: diese
Linien divergieren; divergierende Strahlen; die schwarze
Scheibe mit den drei scharfen, nach oben divergierenden weißen
Strichen (Lorenz. Verhalten I. 158). 2. (bildungsspr.) sich
unterscheiden, voneinander, von etw. abweichen: die
Interessen dieser Gruppe divergieren sehr stark; seine Ansichten
divergieren stark von meinen; divergierende Standpunkte;
der ... ausgleichende Faktor zwischen den divergierenden
politischen u. gesellschaftlichen Kräften der Nation (Welt
1.10.66. 3). 3. (Math.) (von Zahlenreihen) nicht einem
endlichen Grenzwert zustreben, ins Unendliche auseinander-
streben: divergierende Zahlenreihen.
divers... [divers...] <Adj.; o. Komp.. -este; nur attr.) [lat.
diversus = abweichend, verschieden] (bildungsspr.): einige,
mehrere / verschiedenei': -e Weinsorten; Ich kannte ... -e
Schriftsteller schon als Kind (Katia Mann, Memoiren 13);
Ein Bier trinkt man natürlich immer .... nicht nur eins,
sondern -e (Aberle. Stehkneipen 16); man hörte die -esten
(unterschiedlichsten) Meinungen zu der Frage; <subst.:>
er hatte Diverses (einiges, verschiedenes) zu beanstanden;
Diveraa [diverza]. Diverse <P1.> [lat. dlversa. subst. Neutr.
PI. von: diversus. tdivers...]: Vermischtes. Allerlei:
Diversant [divEr'zant]. der; -en. -en [russ. diwersant. zu: diwersija.
t Diversion] (bes. DDR): jmd.. der Diversion betreibt:
Saboteur: SED-Genossinnen erblicken in Nagellack und
Lippenstift nicht länger die Werkzeuge imperialistischer -en
(Zeit 15.5.64. 3); Diverse [diverza] <P1.>: svw. tDiversa;
Diversifikation [diverzifika'tsio.n]. Diversifizierung, die; -.
-en [1: zu mlat. diversificatus. 2. Part, von: diversificare
= verteilen, zu lat. diversus(tdivers...)u.facere = machen,
tun; 2: engl. diversification]:l. Veränderung. Abwechslung.
Vielfalt. 2. (Wirtsch.) Ausweitutig der Produktion eines
Unternehmens auf neue, bis dahin nicht erzeugte Produkte:
das Bemühen eines Unternehmens, unter Berücksichtigung
der Produktions- u. Absatzstruktur neue Produkte auf neuen
Märkten einzuführen, um auf diese Weise im Wettbewerb
besser zu bestehen, diversifizieren [...fi'tsi:ran] <sw. V.; hat)
[zu t Diversifikation (2)] (Wirtsch.): ein Unternehmen auf
neue Produktions- bzw. Produktbereiche umstellen: Wie im
Geschäftsbericht mitgeteilt wird, beginnen die verstärkten
Bemühungen des Konzerns, sein Produktionsprogramm
zu d. (Welt 8.4.70. 16); Dtversifizkrung: TDiversifikation;
Diversion (diver'zio:n]. die; -. -en [zu russ. diwersija. eigtl.
= Ablenkungsangriff < lat. diversio = Ablenkung] (bes.
DDR): Sabotage gegen den Staat: Titkow richtete die
besondere Aufmerksamkeit der Partei auf die ideologische
D. des Westens (Neues D.. 13.6.64. 6); divertieren [diver-
'ti.ran] <sw. V.; hat) [frz. divertir. eigtl. = ablenken <
lat. dlvertere = auseinandergehen, sich abwenden]
(veraltet): ergötzen, belustigen: Divertikel [diverti.kl]. das; -s.
- [lat. dlverticulum. deverticulum = Abweg. Seitenweg;
Abweichung] (Med.): Ausbuchtung eines Hohlorgans (z. B.
am Darm); Divertikulitis [...tikuli:tis]. die: -. ...itiden [...11-
'ti:dn] (Med.): Du Zündung eines Divertikels: Divertikulose
[...'lo:z3],die; -. -n (Med.): vermehrtes Auftreten von
Divertikeln im Darm.
Divertimento [diverti'mento]. das; -s. -s u. ...ti [ital. diverti-
mento.zu:divertire = unterhalten, vergnügen < frz.
divertir. t divertieren]. Divertissement [diverüsd'mä:]. das; -s.
-s [frz. divertissement. zu: divertir. tdivertieren] (Musik):
1. einer Suite ähnliche lose Folge von Instrumentalsätzen.
2. svw. tPotpourri. 3. in der Fuge eine freier gearbeitete
Episode zwischen den streng thematischen Teilen. 4.
musikalisches Zwischenspiel. 5. Gesangs- od. Balletteinlage in
französischen Opern des 17. u. J8.Jh.s.
divideet hnpera! [di.vide et rmpera; lat. = teile und
herrsche!]: stifte Unfrieden unter denen, die du beherrschen
willst!
Dividend [dlvi'dent]. der; -en. -en [lat. dlvidendus = zu
teilender (Wert), zu: dlvidere. Tdividieren] (Ggs.: Divisor;
Math.): a) Zahl, die durch eine andere Zahl geteilt wird:
b) Zähler eines Bruchs: Dividende [divi'dEnda], die; -. -n
[frz. dividende < lat. dlvidendum = das zu Teilende,
zu: dividere. tdividieren] (Wirtsch.): der jährlich auf eine
Aktie entfallende Anteil am Reingewinn: eine hohe D.
zahlen, ausschütten; die D. anheben, erhöhen; Was früher
die Aktionäre an D. geschluckt haben, das kriegt Jetzt
zu Dreiviertel unsere Gewerkschaft (v.d. Grün. Glatteis
278); <Zus.:> Dividendenausschüttung, die: Verteilung.
Auszahlung von Dividenden: dividieren [divi'di:ran] <sw. V.;
hat) [lat. dlvidere = auseinandertrennen, teilen] (Math.):
(eine Zahl durch eine andere) teilen (Ggs.: multiplizieren
1): [20] durch 5 d.; 10 dividiert durch 2 ist. gibt 5.
Divination [divina'tsjp:n]. die; -. -en [lat. dlvinätio]
(bildungsspr. selten): Voraussage von Ereignissen: die Gabe
der D. besitzen; <Abl.:> divimtorisch [divina'to:nJ] <Adj.;
o. Steig.) (bildungsspr.): die Gabe der Divination besitzend:
Divinität [divini'te:t]. die; - [lat. divlnitäs]: Göttlichkeit,
göttliches Wesen.
Divis [divi:s], das; -es, -e [lat. dlvlsum. 2. Part. (Neutr.)
von: dlvidere. tdividierenj: 1. (Druckw.) Bindestrich. 2.
(veraltet) Teilungszeichen: divisi [di'vi:zi; ital. divisi. PI.
von: diviso = geteilt < lat. divisus. TDivis] (Musik):
musikalisches Vortragszeichen, das Streichern bei
mehrstimmigen Stellen vorschreibt, daß diese nicht mit Doppelgriffen,
sondern geteilt (von zwei Musikern) zu spielen sind: Abk.:
div.; divisibd [divi'zi.bj] <Adj.; o. Steig.) [lat. dlvisibilis]:
so beschaffen, daß es dividiert werden kann: teilbar: eine
divisible Zahl; 'Division [divi'4o:n]. die; -. -en [lat. divisio]
(Math.): Teilung (einer Zahl durch eine andere): das
Dividieren (Ggs.: Multiplikation): eine D. vornehmen; die D.
geht [ohne Rest] auf; Division [-]. die; -. -en [frz. division,
eigtl. = Abteilung < lat. divisio]: größere militärische
Einheit, größerer Truppenverband (bei verschiedenen
Waffengattungen): die erste, zweite, kampferprobte D.; eine
D. ist im Einsatz, wird eingekesselt, aufgerieben; eine D.
aufstellen, [neu] zusammenstellen; -^Division [-], die; -. -en
[engl.(-amerik.) division < frz. division. t2Division]: a)
(Fußball) (bes. in England) Spielklasse: in der ersten D.
spielen; b) (Wirtsch.) amerik. Bez. für / Produktions Ibereich
eines Konzerns: Divfekmär [divizio'nE:^], der; -s. -e [frz.
divisionnaire] (Milit.. bes. Schweiz.): Befehlshaber einer
2Division. Divisionismus [...'nismus], der. - [frz. division-
nisme] (Kunstwiss.): Richtung der modernen französischen
Malerei (Zerteilung der Farben in einzelne Tupfen):
Divisionist [...'nist], der; -en. -en [frz. divisionniste]: Vertreter
des Divisionismus.
Divisions- (2Division): -arzt, der; -befiehl, der; ^komman-
deur, der; -buarett. das; -stärke, die (o. PL): einen
Truppenverband auf D. bringen.
Divisor [divi:zor. auch: ...zo:tf], der; -s. -en [divi'zo:ren; lat.
divfsor, eigtl. = (Ab)teiler] (Ggs.: Dividend; Math.): a)
Zahl, durch die eine andere geteilt wird: b) Nenner eines
Bruchs: Dtvisorium [divi'zo:rium], das; -s, ...ien [...J?n; zu
lat. divisus, tDivis] (Druckw.): gabelförmige Klammer zum
Halten der Vorlage des Setzers.
Divulgator[divül>ga:tdr.auch:...to:^].der;-s.-en[...ga>to:r3n;
spätlat. dlvulgätor = der Ausbreiter] (bildungsspr. selten):
jmd.. der bestimmte Ideen verbreitet. Propagandist: War
also Voltaire nur ein geschickter und überaus geistreicher
publizistischer D. aufklärerischer Ideen ...? (FAZ 12. 8.
61.47).
Divubion [divuI'4o:n],die; -. -en [lat. dlvulsio = Zerreißung.
Trennung] (Med.): gewaltsame Trennung. Zerreißung.
Diwan [di:va:n], der; -s, -e [frz. divan, ital. divano < türk.
divan < pers. drwän = Schreib-, Amtszimmer, eigtl. =
Sammlung beschriebener Blätter]: 1. (veraltend) niedriges
Liegesofa: Wenn die Völker der Antike an der Festtafel
aßen und tranken, lagen sie lang auf der Seite und wälzten
sich auf-en und Sofas (Reinig, Schiffe 137). 2. orientalische
Gedichtsammlung: <Zus. zu 1:) Diwandecke,die (veraltend):
über den Diwan gebreitete Decke.
Dixie [diksi], der; -[s]: kurz für tDixieland; Dixieland
[...tend]. der; -[s], DfxiehuidJ&zz,der; - [amerik. Dixie(land).
eigtl. Bez. für die Südstaaten der USA, wo er (in New
Orleans) entstand]: eine aus der Nachahmung der
Instrumentalmusik der Neger durch weiße Musiker entstandene
Variante des Jazz.
d-Moll ['de:-, auch: '-'-]. das; -: Tonart: Zeichen: d (td.
D2); <Zus.:) d-Moll-Etüde, die.
549
do
do [do:; ital. do (angeblich ersetzte der ital. Musiker G.
B. Doni. 1594-1647. wegen des größeren Wohlklangs
älteres „ut" durch die erste Silbe seines Namens), fSolmisa-
tion]: Silbe, auf die beim Solmisieren der Ton c gesungen
wird.
Dobel [do:bl]: TTobel.
!Döbel ['d0:blj. der; -s. - [apreuß. dubelis = Halbfisch]:
in fließenden Gewässern Europas vorkommender, kräftiger
Karpfenfisch mit großen Schuppen u. dunklem,
grünglänzendem Rücken.
2Döbd[-]:t Dübel.
Dobermann [do:bmnan], der; -s, ...männer [nach dem dt.
Hundezüchter K. F. L. Dobermann. 1834-1894): aus der
Hunderasse der Pinscher gezüchteter, mittelgroßer, kurzlxaa-
riger. meist schwarzer od. brauner Schutz- u. Polizeihund;
<Zus.:> Dobermannpinscher, der: svw. TDobermann.
docendo dbcimus [do'tsendo 'distsimus; lat.J: durch Lehren
lernen wir.
doch [dDx; mhd. doch, ahd. doh]: I. <Konj. od. Adv.)
aber: ich habe mehrmals angerufen, d. er war nicht zu
Hause; die Wohnung ist zwar komfortabel, d. [ist sie]
auch teuer. II. <Adv.> 1. dennoch (immer betont): er sagte
es höflich und d. bestimmt. 2. schließt eine begründende
Aussage an: er bot mir den Wagen gar nicht an. wußte
er d. (= weil er wußte), daß ich mir ein so teures Fahrzeug
nicht leisten konnte. 3. als gegensätzliche Antwort auf eine
negativ formulierte Aussage od. Frage in Konkurrenz zu
Ja" bei einer positiv formulierten Frage u. in Opposition
zu ..nein" (immer betont): ..Das stimmt nicht!" - ,.D.!";
„Hast du keine Schularbeiten auf?" - ,.D.!" 4. wider
Erwarten (stark betont): also d.; man kann sich eben d. auf
ihn verlassen; er blieb dann d. zu Hause. 5. gibt einer
Frage. Aussage. Aufforderung od. einem Wunsch eine
gewisse Nachdrücklichkeit: es wird d. nichts passiert sein?;
Sie kommen d. [oder nicht]?; das hast du d. gewußt; ja
d.!; paß d. auf!; daß du d. bald wieder gesund wärst!
dochmisch ['cbxmdl <Adj.; o. Steig.) [griech. dochmikös]:
den Dochmiusbetreffend; Dochmius fdoxmios], der; -. ...ien
[...ian; lat. dochmius < griech. döchmios. eigtl. = der
Krumme, der Schiefe! (Verslehre): altgriechischer Versfuß
(u--u-; mit vielen Varianten).
Docht [doxt], der; -[eis. -e [mhd.. ahd. täht. eigtl. =
Zusammengedrehtes]: den Brennstoff o.a. zuführender
Baumwollfaden !in einer Kerze od. Öllampe!: der D. der Kerze
ist niedergebrannt; den D. beschneiden; den D. der Lampe
herunter-, höher schrauben; Auf dem Tisch stand ein Hin-
denburglicht. ein D. in einem kleinen Talgbehälter aus
Pappe (Plievier. Stalingrad 227); <Zus.:> DQditaarn. das:
weiches, lose gesponnenes Garn /aus kurzer Baumwolle;;
Dochtschere, die: Schere zum Beschneiden des Dochtes einer
Kerze, bei der das abgeschnittene Stück in einen kleinen
Behälter fallt; Lichtputzschere.
Dock [dok]. das; -s. -s u. (selten:) -e [niederl. dok od. engl,
dock; H. u.]: 1. Anlage in Werften u. Häfen, in der das
Schiff zum Ausbessern aus dem Wasser genotnmen wird:
das Schiff liegt im D.. geht in[s] D. 2. (durch Schleuse: n
abgetrenntes) Hafenbecken als Schiffsliegeplatz in Häfen
mit starkem Tidenhub, in dem der Wasserstand konstant
gehalten werden kann.
Docke fdoka]. die; -. -n [mhd. tocke = Puppe. Mädchen;
walzenförmiges Stück. Bündel. Büschel, ahd. tocka =
Puppe]: 1. zopfartig in Strängen gedrehtes Bündel Garn;
Garnmaß: eine D. Stickgarn. 2. zum Trocknen aufgestelltes
Getreidebündel; Puppe. 3. untersetztes Säulchen aus Stein.
Holz od. Metall als Teil der Balustrade; Baluster. 4.
(landsch.) Puppe. 5. (landsch.) Schwein; 'docken ['doknl
<sw. V.; hat): in Docken bündeln: Garn. Getreide d.
Pocken [-] <sw. V.; hat) [2: engl, to dock]: la) (ein Schiff)
ins Dock bringen; b) im Dock liegen. 2. (ein Raumfahrzeug
an ein anderes) ankoppeln: „Wir haben gedockt ..."
Armstrong muß sein Raumschiff millimetergenau in die
Kupplung der Agena hineingesteuert haben (MM 18. 3. 66.
3); Docker ['dake]. der; -s. -: Arbeiter in einem Dock:
... daß die D. von Toulon. Marseille und Genua sich
weigerten. Schiffe mit unseren Waffen zu entladen (Fr.
Wolf, Menetekel); DQckhafen, der; -s. -häfen: svw. TDock
(2); Dodcing ['dakrol. das; -s. -s [engl, docking. zu: to
dock; T2docken (2)]: Ankoppelung eines Raumfalirzeuges
an ein anderes (z. B. der Mondfähre an das Raumschiff):
Ohne ..Docking4* ist der Mondflug nicht denkbar.
DodekadBt [dodeka:dik].die; - [zu griech. dodeka = zwölf):
svw. T Duodezimalsystem; dodekadfech [dode'ka:dtf] <Adj.:
0. Steig.): svw. fduodezimal; Dodekaeder [dodeka'|e:de],
das; -s. - [griech. dödekäedron]: von zwölf gleichen
regelmäßigen Fünfecken begrenzter Körper mit 20 Ecken u. 30
Kanten; Dodekaphonie [dodekafo'ni:], die; - [zu griech.
dodeka = zwölf u. phone = Ton. Stimme]: svw.
TZwölftonmusik; dodekaphonisdi [...To:niJ] <Adj.): die
Dodekaphonie betreffend; Dodekaphonbt [...fo'nist]. der; -en. -en:
Vertreter der Zwölftonmusik.
Dodd ['do:d|l. der; -s. -[n] (österr. ugs.): dummer Mensch.
Trottel.
Doeknstück ['du:bn-] <P1.) [zu niederl. doelen =
Schützenhaus]: Gemälde niederländischer Maler des 16. u. 17.Jh.s
(bes. Hals. Rembrandt u. van der Helst) mit Darstellungen
festlicher Schützengesellschaften.
Docskin<S>['do:$km]. der; -[s] [engl, doeskin. eigtl. =
Rehfell]: kräftiger, glatter Wollstoff.
Dogaressa [doga'resa]. die; -. ...ssen [venez. dogaressa. zu:
doge. f Doge]: Getnahlin des Dogen.
Dogcart [d:>gka:t]. der; -s. -s [engl, dogcart. eigtl. =
Hundekarren]: offener, zweirädriger Einspänner für die Jagd .
Doge ['do.'sal. der; -n. -n [venez. doge < lat. dux (Gen.:
ducis) = Führer] (hlst.): Staatsoberhaupt in den ehemaligen
Republiken Venedig u. Genua; <Zus.:) Dogenmütze, die:
aus defn Herzogshut hervorgegangene, hinten hortxförmig
aufgebogene Brokatmütze als Würdezeichen des Dogen.
Dogge ['dogal. die; -. -n [aus dem Niederd. < engl, dog
= Hund]: Vertreter einer Gruppe großer, kräftiger, meist
emfarbig gelber, kurz- u. glatthaariger Haushunde mit
gedrungenem Körper, die als Wach-. Hetz-. Hüte- od.
Begleithunde gehalten werden: eine deutsche D.; zwei mächtige
-n bewachten den Eingang.
'Dogger CdagB]. der; -s [engl. Dogger, eigtl. Bez. eines
Eisensteins in der engl. Grafschaft Yorkshire] (Geol.): an
Eisenerzen reiche mittlere Juraformation. Brauner Jura.
2Doflier [-]. der; -s. - [niederl. dogger]: niederl.
Fischereifahrzeug.
Dögling ['d0:klii)]. der; -s. -e [schwed. dögling]: im
Nordatlantik, gelegentlich auch in der Nord- u. Ostsee
vorkommender, bis über 9 m langer Entenwal mit schnabelartig
gebildeten Kiefern u. steil aufgewölbter Stirn.
Dogma fdogma]. das; -s. ...men [lat. dogma < griech. dög-
ma]: I. kirchlicher Glaubenssatz mit dem Anspruch
unbedingter Geltung (bes. in der kath. Kirche): Wir meinen
den. der die ausgebrannte Schlacke toter christlicher
Dogmen wieder zu einer glühenden Lava macht (Thielicke.
Ich glaube 290). 2. (oft abwertend) feste Lehrmeinung,
starrer Lehrsatz: ein politisches, philosophisches,
unumstößliches D.; Das D. beherrscht dort (= in der
DDR) jedes Gespräch ..:; es verstellt den Kommunisten
den Zugang zur Wirklichkeit (Zeit 5.6.64.3); Es widersteht
mir.... eine Art D. daraus zu machen (Nossack. Begegnung
158); etw. in den Rang eines -s erheben;... daß auf diesem
Gebiet zuerst die Zerstörung eines -s glückte, gab der
Anatomie ... eine epochale Bedeutung (Medizin II. 33);
Dogmatik [do'gma:tik]. die; -. -en: I. wissenschaftliche
Darstellung der christlichen j Glaubenslehre: die katholische,
christliche D. 2. (abwertend) dogmatische Gesinnung, starre
Haltung:... mit dieser witzigen Methode daheim die
brüchige D. ihrer Eltern und Erzieher zu ... zerstückeln (Thieß.
Reich 75); Doongtiker. der; -s, -: 1. (abwertend) starrer,
unkritischer Verfechter einer Ideologie. Anschauung od.
Lehrmeinung. 2. Lehrer der Dogmatik; dogmatisch <Adj.>:
1. das Dogma (1) betreffend: eine d. verbindliche Lehre;
was das Christentum die Erlösung nenne, mit Kreuz und
... Auferstehung und all dem ..-en Kram" (Thielicke. Ich
glaube 53). 2. (abwertend) starr an einer Ideologie od.
Lehrmeinung festhaltend, fest daran gebunden; hartnäckig
u. unduldsam einen bestimmten Standpunkt vertretend: eine
-e Einstellung; d. starr; an etw. d. festhalten; die Engländer
halten die Deutschen für unpolitisch, d.. phantasielos,
unelastisch (Dönhoff. Ära 132); Wir müssen bereit sein, das
Problem nicht d.. sondern pragmatisch anzugehen
(Bundestag 188. 1968. 10163); dogmatisieren [d3gmati'zi:nm]
<sw. V.; hat): zum Dogma erheben: Montesquieu hat das
... Verfassungsrecht Englands systematisiert, dogmatisiert
(Fraenkel. Staat 119); Dogmatismus [...'tismus]. der; -:
(abwertend) starres Festhalten an Anschauungen od.
Lehrmeinungen: Mit verbissenem D. versucht man eine
550
Dokumentär
Berechenbarkeit von Kommastellen zu erzwingen (Noelle.
Umfragen 142); dogmatjstisch <Adj.>: in Dogmatismus
befangen; unkritisch denkend; DQgmengeschichte, die; -:
1. historische Disziplin der Theologie, die die Entwicklung
der christlichen Dogmen untersucht. 2. Geschichte der
Volkswirtschaftslehre, dazu: dQgmengeschiditlich <Adj.; o.
Steig. >: die Dogmengeschichte (1.2) betreffend, zur
Dogmengeschichte gehörend; eine -e Darstellung.
Dogskin ['dagskm]. das; -s [engl, dogskin. eigtl. =
Hundefell]: Leder aus kräftigem Schaffell.
Dohle ['do:b], die; -. -n [mhd. tahele. täle. Vkl. zu mhd.
tahe. ahd. taha (nach dem Lockruf)]: 1. meist in Höhlen
an Felsen, in Ruinen od. in Parkanlagen nistender,
kleinerer, schwarzer Rabenvogel mit grauem Nacken. 2.
(scherzh. abwertend) altmodischer dunkler Hut: ein
untersetzter ... Kollege mit schwarzer D. über einem breiten,
geröteten Gesicht (Bredel. Väter 376); Dohlin, die; -. -nen:
weibliche Dohle: ...daß eine junge D. allein davongeflogen
sein soll (Lorenz. Verhalten 31).
Dohne [do:nd], die; -. -n [mhd. don(e) = Spannung, ahd.
dona = Ranke. Zweig]: Schlinge aus Pferdehaar an
gebogener Rute zum Fang von Drosseln: nach dem
Vogelschutzgesetz sind -n in Deutschland verboten; <Zus.:> Dohnensteig,
Dohnensties [...Jti:k]. der; -s. -e (früher): kleiner Waldpfad,
in dem Dohnen mit Ebereschenbeeren aufgehängt wurden.
Döhnkes ['do.-nkssl <P1.> [aus dem Niederd.. TDöntjes]
(nordd.): svw. tDönkes: Kumpel Anton .... der ... seine
D. erzahlt (Spiegel 16. 1967. 76).
do it yourself! [du: it j3:'self; engl.]: mach es selbst!
(Schlagwort für die selbständige Ausführung handwerklicher
Arbeiten ohne Inanspruchnahme von Handwerkern); <Zus.:>
Do-it-yourself-Bewegung, die: von den USA ausgehetide
Bewegung, die die Do-it-yowrself-Methode propagiert; Do-it-
yourself-Methode. die: selbständige AusfüJxrung
handwerklicher Arbeiten ohne Inanspruchnahme von Handwerkern;
Ü Nicht ... mit neuartigen Mitteln vorausschauender Be-
triebsfuhrung.... sondern nach der D. des Kolonialpioniers
(Spiegel 38. 1966.36).
Dokes ['do:kas]: fTokus.
Doket [do'ke.t]. der; -en. -en (meist PI.) [griech. Doketai
(PI.), eigtl. = Gläubige, zu: dokein = scheinen; meinen,
glauben]: Anhänger des Doketismus; doketisch <Adj.; o.
Steig.): auf dem Anschein beruhend; Doketismus [do-
ke'üsmusj.der; -: frühchristliche Sektenlehre, die Christus
nur einen Scheinleib zuschreibt u. seinen persönlichen
Kreuzestod leugnet.
Dokimasie [dokima'zi:]. die; -. -n [...i:an; griech. dokimasia.
eigtl. = Prüfung. Untersuchung]: 1. im Griechenland der
Antike Prüfung der Qualifikation für offizielle Zwecke von
jmdm. (z. B. Eintritt in den Staatsdienst) od. etw. (z. B.
Verwendung als Opfertier). 2. svw. TDokimastik (1); Doki-
masidogie [...zjplo'gi:], die; - [zu t Dokimasie (2) u. t - logie]:
svw. tDokimastik; Dokfanastik [...'mastik]. die; - [griech.
dokimastikös = zum Prüfen gehörend]: 1. Gesamtheit aller
Verfahren zur Bestimmung des / Edel jmetallgehalts in
Erzen. 2. svw. tDokimasie (1); dokmqstisch <Adj.; o. Steig.):
die Dokimastik betreffend.
doktern ['cbkten]: seltener für t herumdoktern; Doktor
['dsktor.auch: 'dakto:?]. der; -s, -en [...'to:ran; mlat. doctor
= Lehrer, zu lat. docere = lehren]: l.a) <o. PI.) höchster
akademischer Grad, der durch eine schriftliche
wissenschaftliche Arbeit (1 Dissertation) u. eine bestandene mündliche
Prüfung (\Rigorosum) erworben wird; Abk.: Dr.; D. beider
Rechte; den medizinischen D. haben; seinen D. machen,
(ugs.:) bauen; zum D. promovieren, promoviert werden;
Dr. E. h. = Doktor Ehren halber (Ehrendoktor); Dr.
h. c. = Doctor honoris causa (Ehrendoktor); Dr.-Ing.
= Doktoringenieur (Doktor der Ingenieurwissenschaften);
Dr. jur. = doctor juris (Doktor der Rechte); Dr. j[ur].
u[lr]. = doctor juris utriusque (Doktor beider Rechte);
Dr. med. = doctor medicinae (Doktor der Medizin); Dr.
med. dent. = doctor medicinae dentariae (Doktor der
Zahnheilkunde); Dr. oec. = doctor oeconomiae (Doktor
der Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaft); Dr. phil.
= doctor philosophiae (Doktor der Philosophie); Dr. rer.
oec. = doctor rerum oeconomicarum (Doktor der
Wirtschaftswissenschaften); Dr. rer. pol. = doctor rerum politi-
carum (Doktor der Staatswissenschaften); Dr. sc. math.
= doctor scientiarum mathematicarum (Doktor der
mathematischen Wissenschaften); Dr. theol. = doctor theolo-
giae (Doktor der katholischen, evangelischen Theologie;
im Unterschied zu D. [theol.]: verliehener Doktor der
evangelischen Theologie); b) Träger eines Doktortitels
(Abk.: Dr., PI.: Dres. = doctores): er ist D. der Philosophie;
sehr geehrte Frau Dr. Schulz!; sehr geehrte Frau Doktor
(wird ausgeschrieben)!; die Herren Doktoren (wird
ausgeschrieben) Schmidt u. Kraus; die Dres. Schmidt u. Kraus.
2. (ugs.) Arzt: der D. ist der vornehme Herr, der am
Strand entlangkommt (Kant, Impressum 289); (Kin-
derspr.:) der Onkel D.; den D. rufen; zum D. gehen.
Doktor-: ^arbeit, die: svw. t Dissertation; -diplom, das:
Urkunde über die Verleihung der Doktorwürde; -examen, das:
svw. tRigorosum; -frage, die (ugs.): sehr schwierige Frage;
MPrad, der: akademischer Grad eines Doktors; ~shut, der:
a) Hut als Zeichen der Doktorwürde (heute noch bei
Ehrenpromotionen an außerdeutschen Universitäten): als der
D. auf das Haupt des amerikanischen Außenministers
gesetzt wurde (Welt 30. 7. 62. 3); Ü Ein Minister geht
nicht mehr lange ohne D. (Kant, Impressum 27); b) (ugs.)
Doktorwürde: den D. erwerben; -Ingenieur, der:
promovierter Ingenieur; Abk.: Dr.-Ing.; ^Jubiläum, das: festlich
begangener Jahrestag der Verleihung des Doktortitels;
-Prüfung, die: svw. tRigorosum; -schmaus, der (veraltend):
Essen, das jmd. nach bestandener Doktorprüfung seinen
Lehrern gibt; -schrift, die: 1. (scherzh.) schwer lesbare
Handschrift. 2. (selten) svw. T ^arbeit; -titel, der: Titel
eines Doktors (1 a); ^vater, der (ugs.): Universitätsprofessor,
der dem Doktoranden das Thema für die Doktorarbeit gibt
u. ihn bei der Abfassung seiner Dissertation berät; Mvürde.
die: höchster akademischer Grad, Titel eines Doktors (1 a).
Doktorand kfokto'rant], der; -en, -en [mlat. doctörandus]:
jmd., der an seiner Dissertation schreibt; Abk.: Dd.; <Zus.:>
Doktor^ndenkolloquium, das: Zusammenkunft von
Doktoranden u. Professor, in der wissenschaftliche Gespräche
geführt werden, insbes. entstehende Doktorarbeiten
diskutiert werden; Doktorandin [...'randin], die; -. -nen: w. Form
zu tDoktorand; Doktorat [...ra:t]. das; -[e]s. -e [mlat. doc-
toratus]: 1. (veraltend) svw. t Doktorwürde: er hatte gerade
das D. erworben (Musil. Mann 673). 2. (österr.)
Doktorprüfung: Bestehen Sie Ihr D.. und es soll Sie nicht gereuen
(Habe. Namen 149); doktorieren [...'ri:ren] <sw. V.; hat)
[mlat. doctorare]: svw. t promovieren; Doktorin [dak'to:-
rm], die; -. -nen: w. Form zu t Doktor (1 b. 2).
Doktrin [dok'tri.n], die; -. -en [lat. doctrina = Lehre, zu:
docere = lehren]: 1. Lehrmeinung, wissenschaftliche
Theorie von geforderter absoluter Gültigkeit: die marxistisch-
kommunistische D.; an einer D. festhalten. 2. politischer
Grundsatz. Handlungsgrundsatz: die D. von der Teilung
der Gewalten; nach einer D. verfahren; doktrinär
[dDktri'nE.?] <Adj.) [frz. doctrinaire]: 1. in der Art einer
Doktrin (1); auf einer Doktrin (1) beruhend: ein -er
Marxismus. 2. (abwertend) starr u. unduldsam eine /unhaltbare!
Theorie verfechtend: Durch ... den Rücktritt des allzu -en
sozialistischen ... Bilanzministers Giolitti ... (Welt 7. 11.
64. 3); Doktrinär [-]. der; -s. -e: 1. Verfechter, Vertreter
einer Doktrin (1). 2. (abwertend) wirklichkeitsfremder,
unduldsamer Fanatiker; Doktrinarismus [...na'nsmos], der;
- (abwertend): wirklichkeitsfremdes, starres Festhalten an
bestimmten Theorien od. Meinungen: ... ein wider besseres
Wissen behaupteter D. des Glaubens (MM 31. 12. 68.
3); doktrinell [cbktri'nel] <Adj.>: die Doktrin betreffend:
Nachdem ... das Thema über den Priesterstand in seinen
-en und praktischen Aspekten abgeschlossen ist (MM 16.
10.71.23).
Dokument [doku'mcnt], das; -[e]s. -e [mlat. documentum
= beweisende Urkunde < lat. documentum = das zur
Belehrung über etw. bzw. zur Erhelluhg von etw. Dienliche.
Beweis, zu: docere = lehren]: 1. Urkunde, amtliches
Schriftstück: ein geheimes D.; -e veröffentlichen; der Bericht
stützt sich auf-e. 2. Beweisstück, Zeugnis: etw. als
historisches D. aufbewahren; der Film ist ein erschütterndes
D. des Krieges. 3. (DDR) kurz für t Parteidokument;
Mitgliedsbuch für das Mitglied einer marxistisch-leninistischen
Partei; Dokumentalist [...ta'list], der; -en, -en [engl, docu-
mentalist, frz. documentaliste]: svw. t Dokumentär;
Dokumentalistik, die; -: fachwissenschaftliche Disziplin, die sich
mit den Problemen bei der Mechanisierung des Prozesses
der Informationsswnmlung, -speicherung u. -abrufung befaßt;
Dokumentär [...'tan?], der; -s, -e: jmd., der nach einer
wissenschaftlichen Fachausbildung in einem Dokumentationszen-
551
Dokumentär-
trum od. in einer Spezialbibliothek tätig ist (Berufsbez.):
Der Einladung... sind 500 -e. darunter SO aus ausländischen
Nationen, gefolgt (Sprachdienst 12.1966.187).
Dokumentär-: -aufnähme, die: fotografische od. akustische
Aufnahme, die als Dokument (2) dient; -bericht, der: Fern-
seh i bericht. der zeitkritische Probleme umfassend an Ha tut
von Fakten u. dokumentarischem (2) Material darlegt;
-film, der: Film mit Dokumentaraufnahmen, der
Begebenheiten u. Verliältnisse möglichst genau, den Tatsachen
entsprechend zu schildern versucht; -literatur, die:
geSeilschaft skr iti seh u. politisch orientierte Literatur, die auf
Dokumente (2) u. Fakten zurückgreift u. nah am faktischen
Geschehen bleibt, -Sendung, die: Dokumentarbericht im
Rundfunk od. Fernsehen; ^serie, die: in Fortsetzungen
erscheinenderDokwnentarbericht; -spiel, das: Produktion des
Fernsehens, in der ein historisches od. zeitgeschichtliches
Ereignis in einer Spielhandlung nachgestaltet wird; -theater,
das: gesellschaftskritische Stilrichtung des modernen
Theaters, die politisch relevante Stoffe (oft in Form eines
Prozesses od. einer Untersuchung) unter Verwendung von
dokumentarischem (2) Material gestaltet.
dokumentarisch <AdJ>: I. <o. Steig.) urkundlich, durch
ein Dokument (I) /belegtj: eine -e Beglaubigung; seine
Aussage d. erhärten. 2. beweiskräftig, als Dokument (2)
/dienend/. Dokumente (2) verwetidend: -e Fotos; ein
Buch von größtem -em Wert; Dokumentarist [...ta'nst].
der; -en, -en: Autor von Dokumentarberichten, -filmen,
-spielen, -literatur; Dokumentation [...ta'tsio:n], die; -. -en: l.a)
Zusammenstellung, Ordnung u. Nutzbarmachung von
Dokumenten u. Sprach materialien jeder Art (z. B. Urkunden.
Akten, Zeitschriftenaufsätze zur Information über den
neuesten Erfahrungsstand): eine D. vornehmen; b) das
Zusammengestellte (in bezug auf Dokumente o. ä.): eine
umfassende D. [des letzten Jahrhunderts spanischer Geschichte]
liegt vor. 2. Ausdruck von etw.% beweiskräftiges Zeugnis,
anscliaulicher Beweis: eine D. internationaler
Zusammenarbeit; Dokumentator [...'tauor, auch: ...to:$]. der; -s. -en
[...ta'to:ren]: svw. t Dokumentarist; dokumentieren
[...'ti:ren] <sw. V.; hat): l.a)deutlich zum Ausdruck britigen,
bekunden, zeigen: mitetw. seineGesinnungd.; Wie
bahnbrechend die... Leistungen ... sind, wird schon dadurch
dokumentiert, daß ... (Kosmos 1. 1965. 6); b) zum Ausdruck
kommen.deutlich werden, sich zeigen: <d. + sich) Lediglich
durch die Wahl der Stoflquali täten ... dokumentiert sich
der besondere Verwendungszweck (Herrenjournal 3.1966,
154). 2.a) durch Dokumente (2) belegen: Dieser ... Film
wird mit dem ..Buch vom Lack" dokumentiert (Börsenblatt
46, 1967, 2972); ... wie sich das für uns in dem weitaus
am besten dokumentierten Athen beobachten läßt (Fraen-
kel. Staat 257); b) dokumentarisch (2) darstellen: Bakterien
filmisch d.; Gleichzeitig wird der Elektrokardiograph
gestartet, damit der normale Verlauf der
Herzaktionsspannung auch dokumentiert ist (Elektronik 11. 1971. 389);
<Abl.:> Dokumentknine. die; -. -en.
Dokus ['do:kosJ: TTokus.
Dol [do:l]. das; -[sj. - [Kurzf. von lat. dolor = Schmerz]
(Med.): Einheit für die Intensität einer Schmerzempfindung
(1 dol = Vio des höchstmöglichen Schmerzes einer
punktförmigen Verbrennung 3. Grades); Zeichen: dol
Dolan [do'la:n], das; -[s] Kunstwort]: synthetische Faser,
die bes. für Berufs- u. Schutzkleidung verwendet wird.
dolee ['dalüa]. <Komp.:> piu dolee [piu: -]. <Sup.:) dolcissi-
mo [chl'tlisimo; ital. dolee < lat. dulcis] (Musik): sanft,
süß. weich, lieblich: in der Klavierstimme ist ..d."
vorgeschrieben; für diesen Satz war sein Spiel im Ausdruck
zu wenig d.; dolee far niente [- Tan? niente; ital.. aus:
fdolee. far(e) = tun (< lat. facere) u. niente = nichts
(< lat. nee entern)]: ..süß ist's, nichts zu tun" (Maxime
eines Lebensstils); <subst.:) Dolcefarniente. das; -: sü/Ses
Nichtstun; Dolee Stil nuovo [- 'sti.l nuo:vo]. der; - - -
[ital. dolee Stil nuovo = süßer neuer Stil, aus: tdolee,
stil(e) = Stil (< lat. stilus. tStil) u. nuovo = neu < lat.
novus]: Stilrichtung der italienischen Liebeslyrik in der 2.
Hälfte des !3.Jh.s. die provenzalisch-sizilianische
Troubadourlyrik mit einer platonisierenden, intellektuell-mystischen
Konzeption der Liebe verbindet (bei Dante. Cavalcanti
u.a.); Dolee vita [- 'vi:ta). das od. die; - - [ital. dolee vita
= süßes Leben, aus: t dolee u. vita = Leben < lat. vita]
(nach Fellinis gleichnamigem Film): / modernes;
ausschweifendes u. übersättigtes Müßiggänger tum: Mit Ausflügen
ins D. v. hat sich ein Zuchthäusler in Berlin das harte
Leben hinter Gittern versüßt (MM 20. 10. 66. 9); der
Ludergeruch der D. v. (Welt 12. 5. 62. Geist. Welt 2).
Dolch [dalf], der; -[e]s. -e fH u.. viell. umgestaltet aus
einem alten heimischen Wort für Messer nach lat. dolö
= Stockdegen. Dolch]: 1. kurze Stichwaffe mit
feststehender, spitzer, meist zweischneidiger Klinge: ein dreikantiger
D.; den D. ziehen, zücken; Solche Aussprüche ... sind
wie ein D. in den Rücken der ... gemäßigten Kräfte der
Partei (Dönhoff. Ära 20). 2. (salopp) Messer.
Dplch-: -klinge, die; -messer, das: kurzes, dolchartig
geformtes Messer: -spitze, die; -stich, der: Stich, der jmdm. mit
einem Dolch zugefugt wird; -stoß, der: 1. Stoß, den man
jmdm. mit einem Dolch versetzt. 2. hinterhältiger Anschlag:
... vieler Bürger .... die in der Niederlage von 1918 ...
nur ... Verrat und D. zu sehen vermochten (Fraenkel.
Staat 204). dazu: -stoßlegende, die: lügenhafte
Behauptung, nach der ein hinterhältiger, heimtückischer Anschlag
o. ä. für eine Niederlage od. für ein Mißlingen verantwortlich
sein soll; insbes. die Behauptung, Deutschland habe den
L Weltkrieg nicht militärisch-wirtschaftlich, sondern durch
Sabotage in der Heimat verloren: Ihre vielfältigen
Argumente suchen nach dem Vorbild der D. von 1918 die
Katastrophe von 1945 mit Verrat... zu erklären (Fraenkel.
Staat 210).
doleissimo: t dolee.
Dolde ['dakfol. die: -.-n[mhd. tolde.ahd. toldo = Pflanzen-,
Baumkrone]: schirmähnlicher od. büscheliger Blütenstand:
große, helle -n des Holunders.
dplden». Dplden-: -Mütter, der: 1. Vertreter einer Ordnung
von Blütenpflanzen mit kleinen Blüten, meist in Dolden
od. Köpfchen. 2. svw. t Doldengewächs; -förmig <Adj.;
o. Steig.): die Form einer Dolde aufweisend: -gewächs,
das <meist PI.): Vertreter einer Familie von zweikeimblättri-
gen Pflanzen mit weltM'eit in außertropischen Gebieten
verbreiteten Arten, meist Kräutern od. Stauden mit kleinen
weißen: Blüten in einfachen od. zusammengesetzten
Dolden; -rispe, die: Rispe mit schirmförmig angeordneten
Blüten; -ständig <Adj.; o. Steig.): Dolden als Blüten- od.
Fruchtstände aufweisend; -traube, die: Traube, deren
verschieden lang gestielte Blüten annähernd in einer Ebern
liegen.
doldig [daldi^] <Adj.; o. Steig.): svw. Idoldenförmig.
Dole [do:b]. die; -. -n [spätmhd. dol = Mine. ahd. dola
= (Erd)röhre] (südd.): überdeckter Abzugsgraben.
Dolerit [dola'ri.t. auch: ...nt], der; -s. -e [zu .griech. dolerös
= trügerisch (wegen der ..trügerischen" Ähnlichkeit mit
dem Diorit)]: grobkörnige Basaltart.
dolichokephal [dohcoke'fa:!] usw.: tdolichozephal usw.; do-
Ikhozephal [...tsefa.i] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. dolichös
= lang u. kephale = Kopfl (Biol.. Med.): langköpfig;
Dolichozephgle, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete)
(Biol.. Med.): jmd.. der einen /abnorm! langen Kopf hat;
Dolichozephalie [...fa'li:]. die; - (Biol.. Med.): ! abnorme!
Langköpfigkeit.
dotieren [doloren]: Idollleren.
Doline [do'li:nd], die: -. -n [slowen. dolina = Tal] (Geogr.):
trichterförmige Vertiefung der Erdoberfläche, bes. im Karst.
doli [dol] <Adj.) [T toll] (salopp): 1. ungewöhnlich,
unglaublich: eine -e Sache; <subst.:) das Dollste an der Geschichte
ist...; Der hängt sich irgendwann mal auf... oder erfindet
was Dolles (Grass. Katz 77). 2. großartig, prachtvoll: eine
-e Party; Zum erstenmal bin ich in der glücklichen Lage,
nicht mehr beweisen zu müssen, was Tür ein -er Maxe
ich bin (Hörzu 31.1974.6); einfach d.. sage ich dir; (iron.:)
eine -e Freundschaft ist das! 3. schlimm: ein -er Lärm.
4. (verstärkend bei Verben) (nordd.) sehr, stark: ich habe
mich d. gefreut; es regnet immer -er. Vgl. toll.
Dollar [dala:?]. der; -[s]. -s <aber: 30 Dollar) [amerik. dollar
< niederd.. nieder 1. daler = Taler(dt. fTaler)]:
Währungseinheit in den USA. Kanada u. atideren Ländern (1 Dollar
= 100 Cents); Zeichen: $: der kanadische, äthiopische,
australische D.; der D. wurde mit 2,60 gehandelt; Noch
im Badkleid sieht man ihnen an, daß sie D. haben (Frisch,
Homo 220); in D. zahlen; <Zus.:> DQlbrkurs, der; Dplfair-
scrips <P1.) [aus t Dollar u. amerik. scrips. PI. von: scrip
= Geldschein. Besatzungsgeld, wohl gek. aus: substr/ption
receipt = Betragsbescheinigung]: Spezialgeid für die
amerikanische Besatzungstruppe nach 1945; Dpllarzeichen, das:
das D. entstand wahrscheinlich aus einer 8.
552
Domestike
DQllbohrer. der [eigtl. = Lehrling, der ausschließlich Locher
für Dollen (t Dollen) bohrt] (ugs.): dummer, ungeschickter
Mensch.
Dpllbord. das: -[e]s. -e: obere Planke auf dem Bootsbord,
in der die Dolle angebracht ist.
DQllbregen,(danebenauch.)Dpllbrägen,der; -s. - [mniederd.
dulbregen. eigtl. = TolUcopfl(nordd.): verwegener Mensch.
Draufgänger, Heißsporn: Der Bootsmann ist ein
Dollbrägen (Nachbar. Mond 9): Ich habe Preise gesagt, nicht
Geld. Sie Dollbrägen (Kant. Impressum 99).
Dolle ['dabl. die; -. -n [mniederd. dolle): drehbare eiserne
Gabel an der Bordwand eines Ruderbootes zur Aufnahme
der Riemen: Dollen fdoln], der; -, - [tDollel (Fachspr.):
Holzdübel.
dollieren [do'lhren] <sw. V.; hat) [frz. doler = (ab)hobeln
< lat. doläre = bearbeiten, behauen] (Gerberei): die
Fleischseite von Leder abschleifen.
Dollpunkt [dal-], der: -[e]s. -e [eigtl. = Punkt, an dem
die Dolle im Dollbord angebracht ist]: von jmdm. immer
wieder aufgegriffenes Thema, umstrittener Punkt: Ein ...
D. der Linken ist Schmidts Rentenpolitik (Spiegel 43.
1978.36).
Dolly ['dali], der; -[s]. -s [engl, dolly. zu: doli = Puppe
(wohl nach der ähnlichen Form)]: a) fahrbares Stativ für
eine Filmkamera: b) fahrbarer Kamerawagen mit
aufmontierter Kcunera.
Dohna Ubl'ma(:)]. das; -[s]. -s (meist PI.) [türk. dolma]:
türkisches Nationalgericht aus Kohl- u. Weinblättern, die
mit gehacktem Hammelfleisch u. Reis gefüllt sind.
Dobnan ['dalman]. der; -s, -e [ung. dolmäny < türk. dola-
man]: 1. vorn offener, mit Pelz besetzter Überrock in der
alttürkischen Nationaltracht. 2. mit Knöpfen u. Schnüren
besetzte, eng anliegende, mit Pelz verbrämte kurze /
Husaren ijacke der Ungarn. 3. kaftanähnliches Frauengewand
auf dem Balkan.
Dolmen fdalman]. der; -s. - [frz. dolmen. zu bret. taol
= Tisch u. maen = Stein]: prähistorische Grabkammer
aus senkrecht aufgestellten Steinen mit einer Deckplatte.
Dolmetsch fdalmetj). der; -[e]s. -e [mhd. tolmetsche. tolmet-
ze < ung. tolmäcs < osman.-türk. tilmaC < talami der
Mitannisprache in Kleinasien = Mittelsmann (zur
Verständigung zweier Parteien)]: 1. (österr.. sonst selten, geh.)
svw. TDolmetscher: Dieser ... war lange türkischer D.
gewesen (Jacob. Kaffee 37). 2. (geh.) jmd., der
stellvertretend für andere einer Sache Ausdruck gibt: Fürsprecher:
er war der D. ihrer Gedanken; er machte sich zum D.
der Armen; dQbnetschen <sw. V.; hat) [mhd. tolmetzen]:
a) einen gesprochenen od. geschriebenen Text für jmdn.
mündlich übersetzen: ein politisches Gespräch, ein
Schriftstück d.; Wir dolmetschen deshalb, sie möchten zu uns
kommen (Remarque. Westen 106); Ü Man muß seine
Thesen versimpeln, wenn man sie d. will (Spiegel 47, 1968,
68); b) als Dolmetscher tätig sein: da dolmetschte sie nun
in einem Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte
(Johnson. Mutmaßungen 11); Dpbnetsdier, der; -s. - [mhd.
tolmetscher, tolmetzer, I Dolmetsch]: jmd., der Äußerungen
in einer fremden Sprache bes. mündlich im Simultan- od.
Konsekutivverfahren übersetzt (Berufsbez.): ein
freiberuflicher, vereidigter D.; als D. bei Konferenzen. Interviews,
in der Privatwirtschaft arbeiten; bei den
Gerichtsverhandlungen wurde ein D. hinzugezogen; Dolmetscherin, die;
-. -nen: w. Form zu t Dolmetscher; <Zus.:> DQhnetsdierinsti-
tut, das: svw. f Dolmetscherschule; Dphnetsdierschule, die:
Fachschule od.der Universität angeschlossene
Fachhochschule zur Ausbildung von Dolmetschern u. Übersetzern.
Dolomit [dolo'mi:t. auch: ...mit], der; -s. -e [nach dem frz.
Mineralogen D. de Gratet de Dolomieu (1750-1801)]:
I. farbloses, weißes od. bräunliches Mineral aus Kalzium-
u. Magnesiumkarbonat. 2. hauptsächlich aus dem
gleichnamigen Mineral u. Kalkspat bestehendes /körniges/
Sedimentgestein.
Dolorosa [dolo'ro:za], die; -: svw. t Mater dolorosa; doloroso
[dolo'ro.zo] <Adv.) [ital. doloroso < mlat. dolorosus =
schmerzerfiillt < lat. dolörösus = schmerzhaft] (Musik):
schmerzerfüllt, klagend, betrübt, trauervoll: auch als
nachgestelltes AdJ.: er spielte ein Largo d.
dolos [do'lo:s] <Adj.) [lat. dolösus] (Jur.): arglistig,
vorsätzlich, aus böser Absicht hervorgehend: Dolus ['do:lus], der;
- [lat. dolus] (Jur.): Arglist, böser Vorsatz: *D. directus
[- direktos; lat. directus, tdirekt] (Vorsatz im vollen
Bewußtsein der Folgen einer Tat u. ihrer strafrechtlich erfaßten
Verwerflichkeit): D. eventualis [- ev£n'tya:Iis; tEventual-]
(bedingter Vorsatz, d. h. bewußtes Inkaufnehmen der
Nebenfolgen einer Tat).
'Dom [do:m], der; -[e]s. -e [frz. dorne < ital. duomo <
kirchenlat. domus (ecciesiae). LÜ von griech. olkos tes
ekklesiäs = Haus der Christengemeinde]: Bischofs-,
Haupt-, Stiftskirche mit ausgedehntem 2Chor (1): ein
romanischer D.; der Aachener D.; Ü (dichter.:) der D.
des Waldes, des Himmels.
2Dom[-]. der;-[e]s.-e [frz. dorne, eigtl. = Kuppel < provenz.
doma < griech. döma = Haus. Dach]: 1. (Geol.)
gewölbeartige Sattelstruktur einer Gesteinsfalte von geringer
Länge mit kreisförmiger od. ovaler Grundform. 2. gewölbter
Aufsatz eines Dampfkessels od. Destillierapparats.
JDom[-]<o. Art.)[port.dorn < lat. dominus = (Haus)heifl:
vor den männlichen Vornamen gesetzter portugiesischer
Adels titei
Dom- ('Dorn): m*kh\ der: I. xChor da) eines Domes. 2.
2Chor (1) eines Domes. Miechant, Mlekan, der: zweiter
od. auch einziger Würdenträger eines Domkapitels, der die
Aufsicht über die gottesdienstlichen Veranstaltungen hat od.
auch die äußeren Angelegenheiten des Kapitels leitet:
^Freiheit, die (hist.): meist um die Domkirche gelegenes, von
der regulären Gerichtsbarkeit freies Rechtsgebiet innerhalb
einer Stadt, in dem ein Domstift die Rechtswahrung innehat:
^herr, der (kath. Rel.): Mitglied eines Domkapitels: ^ka-
pelkneister, der: Leiter eines Domchors (1); ^kapitel, das
(kath. Rel.): an einer Bischofskirche Gemeinschaft von
Geistlichen, die für die Gestaltung des Gottesdienstes
verantwortlich ist u. als Beirat des Bischofs in bestimmten
Angelegenheiten der Diözese ein Zustimmungs- od. Beratungsrecht hat:
^kapitubr. der: svw. t-herr; ^pfaflf. der; -en. auch: -s.
-en [wegen der schwarzen Kappe]: (zu den Finken
gehörender) Singvogel mit schwarzer Kopfkappe, grauem
Gefieder und (beim Männchen) leuchtend roter Unterseite: ~pre-
diger, der (ev. Rel.): Prediger an einem sDom; ^propst,
der (kath. Rel.): erster Würdenträger eines Domkapitels,
der die äußeren Angelegenheiten des Kapitels leitet: ^schätz,
der: Sammlung wertvoller sakraler Geräte und Kunstwerke
in einem *Dom; -schule, die (MA.): einer Bischofskirche
angeschlossene Schule, die vor allem zur Heranbildung von
Geistlichen diente: -schweizer, der: Aufseher in einem Dom:
zur Kaisergruft des Speyerer Domes ... An dem Relief
wurde die rechte Hand abgeschlagen und entwendet. Ein
D. entdeckte die Tat (MM 4./5. 10. 75. 18); -stift. das
(kath. Rel.): aus dem Mittelalter herrührende Körperschaft
eines Domes, Domkapitel.
Doma ['doma], das; -s ...men [kirchenlat. döma = Dach
< griech. döma, I2Dom]: kristallographische Form aus
zwei spiegelsymmetrisch angeordneten Flächen, die wie die
beiden Hälften eines Satteldaches zusammenstoßen.
Domäne [do'mE.na]. die; -, -n [frz. domaine = Gut in
landesherrlichem Besitz < lat. dominium = Herrschaftsgebiet]:
1. Staatsgut, staatlicher Landbesitz: eine ertragreiche D.;
eine D. verpachten, verwalten. 2. Spezialgebiet: Gebiet,
auf dem sich jmd. besonders betätigt o.a.: eine D. des
Mannes, der Frau, der Jugend; seine D. ist die
Kurzgeschichte; das ist ihre ureigenste D.; domanial [doma'nia:l]
<Adj.; o. Steig.) [frz. domanial]: staatlichen Landbesitz
betreffend, zu einer Domäne gehörend: Domaniglbesitz, der:
staatlicher Landbesitz: Domäne.
Domatien [do'ma:tspn] <P1.) [griech. dömätion = kleines
Haus; Zimmer]: /deine Hohlräume an Pflanzenteilen (z. B.
der unter seit s durch Haarbüschel verschlossene
Nervenwinkel an der Blattunterseite verschiedener Lindenarten), die
Tieren (z.B. Milben) als Unterschlupf dienen.
Domestik [domes'ti:k], der; -en. -en [frz. domestique,
zu lat. domesticus = zum Hause gehörend, zu:
domus = Haus]: 1. <meist PI.) (veraltend abwertend)
Dienstbote: Ich habe die -en nie als mindere Menschen
betrachtet (Habe. Namen 39). 2. Radrennfahrer, der als
Mitglied einer Mannschaft in erster Linie für den Sieg des
erklärten Spitzenstars fährt u. ihm Hilfsdienste leistet:
Domestikation [...tika'tsio:n], die; -. -en [frz. domestica-
tion]: allmähliche Umwandlung von Wildtieren in
Haustiere od. von wildwachsenden Pflanzen in Kulturpflanzen
durch den Menschen: die D. des Haushundes; Auf die D.
(Verhäuslichung) der Pflanzen wirft der Fund von Jarmo
ein helles Licht (MM 13. 11. 59. 3): Domestike, der; -n.
553
Domestikin
-n: TDomestik; Domestikin, die; -. -nen (verhüll.): Masochi-
stin, die sadistische Handlungen an sich vornehmen läßt
(oft in Zeitungsanzeigen): D. und Domina (Abendpost
Nachtausgabe 11. 10. 74, 13); domestizieren l...'tsi:ron]
<sw. V.; hat) [mlat. domesticare = zähmen, zu lat. domesti-
cus, T Domestik]: Haustiere od. Kulturpflanzen aus
Wildformen züchten: Die Kenntnisse der heutigen Biologen reichen
aus, jegliches Tier zu d. (Marek. Notizen 31); das
domestizierte Huhn; domestizierter Weizen; Ü seinen Radikalismus
d. (zähmen): <Abl.:> Domestizierung,die; -. -en: svw. TDo-
mestikatlon; Domina ['do.mina], die; -. ...na [lat. domina
= Hausherrin. Hausfrau. Herrin]: 1. Stiftsvorsteherin. 2.
(verhüll.) Prostituierte, die sadistische Handlungen an einetn
Masochisten vornimmt (oft in Zeitungsanzeigen):
Domestikin und D. (Abendpost Nachtausgabe 11. 10. 74. 13);
domingl <Adj.; o. Steig.): in der Art einer Domina (2):
Junge Eurasierin (privat, sexy u.d.) (Abendpost
Nachtausgabe II. 10. 74. 12); dominant [dominant] <AdJ.) [lat.
dominäns (Gen.: dominantis). 1. Part, von: dominäri. f
dominieren] (Biol.): (von Erbfaktoren) vorherrschend,
überdeckend (Ggs.: rezessiv 1): ein -es Merkmal; Dunkle
Augen verhalten sich d. gegenüber dem rezessiven Merkmal
blauer Augen (Medizin II, 90); Ü Der hier so -e innere
Monolog (Deschner. Talente 27); Dominfntakkoid, der;
-[e]s. -e. Dominpitdreiklang, der; -[eis. ...klänge: Dreiklatig
auf der Dominante, der 5. Stufe der diatonischen Tonleiter:
Dominante, die; -. -n [1: zu t dominant; 2: zu ital. dominante,
subst. I. Part, von: dominare = (be)herrschen < lat.
dominäri. tdominierenl: 1. vorherrschendes Merkmal: Die
farbliche D. bildet das ... rötlichbraune Mahagoniholz
(Wohnfibel 96). 2* a) Quint. 5. Stufe der diatonischen
Tonleiter: b) über der Quint einer Dur- od. Molltonleiter errichteter
Durdreiklang: Domlnants^ptakkord.der; -[e]s. -e: Dreiklang
auf der Dominante (2 a) mit kleiner Septime: Dominanz
[...nanlß], die; -, -en [zu tdominant] (Biol.): Eigenschaft
von Erbfaktoren, sich gegenüber schwächeren durchzusetzen
(Ggs.: Rezessivität): Epistase und Hypostase sind in
gewisser Weise das Gegenstück zu D. und Rezessivität (Medizin
II. 90); Dominat [...na.t]. der od. das; -[e]s. -e [lat. dominä-
tus = (Allein)herrschaft]: absolutes, göttlich sanktioniertes
römisches Kaisertum, das bei Diokletian seine letzte
Vollendung fand: vgl. Prinzipat; Dominadon [...na'l$io:n]. die;
- [lat. dominätio]: das Dominieren, Beherrschung,
Vormachtstellung: Albanien ... stellt mit ... Jugoslawien und
mit Rumänien ein Gegengewicht gegen die sowjetische
Politik der D. dar (MM 9. 6. 72.2); Dominica [do'mi:nika].
die; - [mlat. dominica (dies), eigtl. = (der Tag) des Herrn]
(kath. Rel.): Sonntag: *D. in albis [- in 'albi:s] (Weißer
Sonntag: erster Sonntag nach Ostern: mlat. dominica in
albis. nach den bis dahin getragenen weißen Kleidern der
Neugetauft«i); dominieren [...'ni:ren] <sw. V.; hat) [lat.
dominäri]: l.a) vorherrschen, überwiegen: in dieser Stadt
dominiert die konservative Partei; Grau mit blauen und
braunen Nuancen dominiert in der neuen Herbstmode;
daß sie heute das Haus nicht nur führt, sondern dominiert -
sie ist wirklich die Herrin des Hauses (Katia Mann.
Memoiren 162); eine dominierende Figur, Stellung. Rolle; von
den fünf dominierenden (herausragenden) Ereignissen des
Zeitraums, von dem hier die Rede ist ... (Enzensberger.
Einzelheiten I. 30); Auch der Nutzen des Waldes durch
die Nebennutzungen, die Waldfrüchte. Streu, war
manchmal dominierend (eine Triebkraft, die zum Entstehen der
Forstwirtschaft Anlaß gab. Mantel. Wald 91); b)
beherrschen: die politische, literarische Szene d.; die Heere der
von den Sowjets dominierten Staaten (Augstein,
Spiegelungen 86). 2. (verhüll.) sadistische Handlungen an einetn
Masochisten vornehmen (oft in Zeitungsanzeigen).
Dominikaner [...ni'ka.m?]. der; -s. - [nach dem hl. Domini-
kus]: Angehöriger des Dominikanerordens: <Zus.:)
Dominikanerkloster, das; Dominikanerorden, der <o. PI.): vom
hl. Dominikus 1215 als Bettelorden gegründeter
Predigerorden: Abk.: O. P. (= Ordo Praedicatorum); dominikanisch
<Adj.; o. Steig.): die Dominikaner betreffend, zu den
Dominikanern gehörend, in der Art der Dominikaner.
Dominion [do'mmpn], das; -s. -s u. ...nien [...npn; engl,
dominion < afrz. dominion. zu lat. dominium =
Herrschaftsgebiet)] (bist.): ein der Verwaltung nach
selbständiges Land des Britischen Reiches: Dominium [do'mi:niom],
das; -s, ...ien [...pn; lat. dominium = Herrschaft(sgebiet)]:
a) (MA.) bestimmtes Herrschaftsverhältnis: b)
(veraltet) Domäne (I); 'Domino fdo.mino]. der; -s. -s [(viell.
über frz. domino) < ital.domino = Herr(< lat. dominus).
Bez. für den geistlichen Herrn wie auch für seine
Winterkleidung]: a) langer seidener, Maskenmantel mit Kapuze
u. weiten Ärmeln: einen D. tragen, überziehen; b) Träger
eines solchen Kostüms: als D. zum Maskenball gehen; 2Do-
mino [-]. das; -s. -s [zu t 'Domino, viell.. weil der Gewinner
sich „Domino" (= Herr) nennen durfte]: a) Anlegespiel
mit rechteckigen Steinen, die nach einem bestimmten System
aneinandergelegt werden: D. spielen; er hat im D.
gewonnen; b) (auch: der; österr. kurz für) T Dominostein (2);
<Zus.:) Dominospiel, das: svw. f2Domino (a); Dominostein,
der: 1. Legestein im 'Domino (a) mit einem Zahlenwert
von 0 bis 6 in jedem der zwei darauf abgegrenzten Felder.
2. mit Kuvertüre überzogenes, würfelförmiges Gebäck aus
Lebkuchenteig mit je einer Schicht Marzipan u. Fruchtnmrk
o.a.
Dominus [dominus; lat. dominus = (Haus)herr] <o. Art.)
(kath. Liturgie): Gott der Herr: * Dominus vobiscum! [-
vobiskom] (kath. Liturgie): der Herr sei mit euch!: Domizil
[domi'tsUl. das; -s. -e [lat. domicilium = Wohnstätte,
Wohnsitz]: 1. (bildungsspr.; meist scherzh.) Wohnsitz.
Stätte, wojmd. zu Hause ist: ein vornehmes D.; wiewohl dieses
trübselige D. mit unserer heiteren Villa daheim auch nicht
entfernt in Vergleich zu bringen war (Th. Mann. Kxull
89); sein D. wechseln; an einem Ort, bei jmdm. sein D.
aufschlagen (sich dort häuslich niederlassen, einrichten).
2.(Bankw.) (von Wechseln) Zahlungsort. 3. (Astrol.) einem
bestimmten Planeten zugeordnetes Tierkreiszeichen:
domizilieren [...tsi li:ren] <sw. V.; hat): 1. (bildungsspr.. meist
scherzh.) seinen Wohn sitz, seine Wohnung haben: wohnen:
ansässig sein: in einer Villa, einer Pension, im ersten Stock
d.; Ü Die in Hamburg domizilierende Lebensversicherung
(MM 16. 1. 69. 19). 2. (Bankw.) (einen Wechsel) an einem
anderen Ort als dem Wohnort dessen, der den Scheck od.
Wechsel zahlen muß. zur Zahlung anweisen: Domizilwechsel,
der; -s. -: 1. (Bankw.) Wechsel, der nicht am Wo/mort
des Ausstellers eingelöst wird. 2. Wechsel, der am Wohnort
des Ausstellers bei einem Dritten (Bank) eingelöst wird:
Zahlstellenwechsel.
Dompteur [damp'te^]. der; -s. -e [frz. dompteur. zu: dompter
= zähmen < lat. domitäre]: jmd., der wilde Tiere für
Vorführungen dressiert, Tierbätidiger: ein erfahrener D.;
der Tiger zerfleischte den D.; Ü Denn die Menschen ...
gleichen Raubtieren, die von den Jeweils an der Macht
befindlichen -en abgerichtet werden, durch Ringe zu
springen oder auch Andersgläubige zu verschlingen (Dönhoff.
Ära 181); Dompteuse [...'te:z3l. die; -. -n [frz. dompteuse]:
w. Form zu t Dompteur.
Domra ['domral. die; -. -s u. ...ren [russ. domra. aus dem
Turkotat.]: einer Laute ähnliches, altes russisches
Instrument mit langem Hals, ovalem Klangkörper u. meist drei
in Quarten gestimmten Saiten.
Don[don] <o. Art.) [span. don bzw. ital. don < lat. dominus
= (Haus)herr]: a) vor den männlichen Vornamen gesetzter
spanischer Höflichkeitstitel: D. Pedro; b) vor den
männlichen Vornamen gesetzter Titel der Priester u. der Angeliöri-
gen bestimmter Adelsfamilien in Italien: D. Camillo; Dofta
fdanja] <o. Art.) [span. dofla < lat. domina = Herrin]:
vor den weiblichen Vornamen gesetzter spanischer
Höflichkeitstitel: D. Elvira. Vgl. Donja. Donna.
Donarit [donari:t. auch: ...nt], der; -s [nach dem germ.
Donnergott Donar]: wegen seiner niedrigen
Explosionstemperatur u. hohen Sprengwirkung bes. im Steinkohlenbergbau
verwetideter pulvriger Sprengstoff.
Donatar [dona'ta:?]. der; -s. -e [mlat. donatarius, zu lat.
dönäre = schenken] (Jur.): der Beschenkte, Empfänger
einer Schenkung: Donation [...'tsio:n], die; -. -en [lat.
donatio] (jur.): Schenkung: Donatismus [dona'tismos], der; -
[zu TDonatist] (Theol.): rigoristische kirchliche Bewegung
(u. sich daraus entwickelnde Sonderkirche) in der
nordafrikanischen Kirche vom 4. bis 7. Jh., in der sich religiöse,
nationale u. soziale Elemente verbanden: Donatpt. der; -en,
-en [kirchenlat. Donatista. nach dem Bischof Donatus
von Karthago, dem Führer der Bewegung]: Anhänger des
Donatismus: Donator [do'na.tor. auch: ...to:?]. der; -s, -en
[...na'to.'ren; lat. dönätor]: 1. (veraltet) Geber, Spender. 2.
(Physik. Chemie) Atom, Molekül, das beim Ablauf einer
chemischen Reaktion Elektronen od. Ionen abgibt.
Donegal fdo.nega:!]. der; -[s]. -s [nach der gleichnamigen
554
Doofi
ir. Grafschaft]: locker gewebter Mantelstoff aus Noppen-
Streichgarn in Köper- od. Fischgratbindung.
Donja ['donja], die; -. -s [span. dofla. t Dofla] (ugs. leicht
abwertend): a) Freundin, Geliebte: er ging mit seiner D.
spazieren; b) (veraltend) Dienstmädchen: die D. räumte
den Tisch ab. Vgl. Dofla. Donna.
Donion [dfi'aö:]. der; -s. -s [(a)frz. donjon < vlat. *domino
(Gen.: *dominiönis). zu lat. dominus, t Dominus]: frz. Bez.
für wehrltafter Haupt türm mit Wo/infunkt ion in
mittelalterlichen Burgen Fratikreichs.
Don Juan [dan xuan, auch: dö 3yä]. der; - -s, - -s [nach
der gleichnamigen Sagengestalt in der spanischen
Literatur]: Mann, der ständig auf neue Liebesabenteuer aus ist.
immer neue erotische Beziehungen sucht; Verführer. Frauen-
held: er war der Prototyp des Schürzenjägers, des
Frauenlieblings, des - -s und des eitlen Kavaliers (Goldschmit,
Genius 27); Homosexuelle - -s ... jagen enttäuscht von
einem männlichen Partner zum anderen (Studium 5. 1966.
321); doniuanesk [...nesk] <Adj.; o. Steig.) [span. don-
juanesco]: ganzl in der Art eines Don Juans, stark an
einen Don Juan erinnernd: ... nur auf die Fortführung
seines -en Treibens bedacht (Jens. Mann 98); Donjuanlsmus
[...'nismus], der; - [span. donjuanismo = Art u. Weise
des Don Juan] (Psychoanalyse): Störung im männlichen
Sexualverhalten, die sich in hemmungslosem Verlangen, detn
Zwang, häufig den Partner zu wechseln, äußert (aus
neurotischer Angst vor der Bindung).
Dönkes ['dcenkas] <P1.> [aus dem Niederd.. tDöntjes]
(nordd.): lustige Geschichten.
Donkey ['danki], der. -s. -s [engl, donkey. eigtl. = Esel]
(Schiffbau): Hilfskesselzum Betrieb der Lade- u.
Transportvorrichtungen auf Handelsschiffen.
Donna [dona] [ital. donna < lat. domina = Herrin]: 1.
<o. Art.) vor den weiblichen Vornamen gesetzter Titel der
Angehörigen bestimmter italienischer Adelsfaniilien: D.
Anna. 2. <die; -. -su. Donnen) (ugs. abwertend)
Hausangestellte. Dienstmädchen. Vgl. Dofla, Donja.
Donner ['dane], der; -s. - <P1. selten) [mhd. doner. ahd.
donar. lautm.j: dumpf rollendes Geräusch, das dem Blitz
folgt: ein lang anhaltender, heftiger, ferner D.; der D.
rollt; Noch immer brüllte der löwenhafte und im Gebrüll
sich entfernende D. (Langgässer. Siegel 578); Ü der D.
der Kanonen, des Wasserfalls; *wie vom D. gerührt
dastehen/sein (erstarrt u. verstört dastehen): * Donner!, D.
und Blitz!, D. und Doria! [- - do.ria; nach Schiller.
Fiesko I. S], ach du Donnerchen!(ugs.; Ausrufe des
Erstaunens).
Donner-: -balken. der (Soldatenspr.. derb): a) Sitzstange
einer primitiven Latrine; b) primitive ■ mit einer Sitzstange
versehene/ Latrine; -büchse, die (veraltend scherzh.):
altes, umständlich zu /landhabendes Gewehr; ^gott, der <o.
PL): altgermanischer Gott des Donners (Donar, Thor), der
die Macht über Winde u. Wolken besitzt u. dessen Attribut
der Hammer ist; -grollen, das; ^hall, der (veraltend); ^kell.
der [2: für TBelemnit; 3: nach der älteren Bed.
..Blitzstrahl44]: 1. präJüstorisches Werkzeug. 2. versteinertes,
keilförmiges Gehäuseende des Belemniten. 3. ['- -'-] (salopp)
als Ausruf des Erstaunens: D.. hat der Baum viele Äpfel!;
^kk) [niederd. Dunnerkiel = tDonnerkeil (3)] <o. Art.)
(salopp): Ausruf des Erstaunens: D.. was war das (Döblin.
Berlin 25); -Ifttchen, (auch:) ^tyttchen <o. Art.) [zum 2.
Bestandteil vgl. ostpreuß. Lichting = Blitz] (landsch.):
Ausruf des Erstaunens: Donnerlüttchen. da heißt es bei
den Preußen: Hände an die Hosennaht (Döblin, Berlin
221); ^maschine, die: Resonanzkasten zur Erzeugung des
Tlieaterdonners; ^rollen, das; ^schlag, der: 1. kurzer
Donner: die Donnerschläge des davoneilenden Unwetters
(Molo. Frieden 48); Ü euer ... Weltfriedenskongreß wird ihn
mit einem D. geweckt habenJ (Musil. Mann 1250). 2.
['--'-] <o. Art.) (salopp) Ausdruck des [ärgerlichen]
Erstaunens: D., jetzt ist der Bindfaden schon wieder gerissen!;
-stein, der: svw. t-keil (1, 2); -stimme, die: gewaltige,
dröhnende Stimme: mit einer D. brüllen, sprechen; ^werter,
das: I. (veraltet) Gewitter: Die Allmacht Gottes im D.
wird nur bewundert... hintendrein beim Abzüge
(Tucholsky. Werke II. 235); Ü (ugs.:) da soll doch ein heiliges
D. drelnschlagen! 2. (ugs.) Krach, heftige Vorwürfe: Als
er das hörte, ging in der FDP das D. los (Spiegel 38,
1967, 28); ein D. vom Stapel lassen, über sich ergehen
lassen. 3. ['--'—] (salopp) a) Ausruf der Verwünschung.
des Zorns: zum D. [noch einmal]!; b) Ausruf des
bewundernden Erstaunens: D.. was hat so eine Gans für Kraft!
(Remarque. Westen 71).
Donnerer [danare],der;-s[zu tdonnern (1)]: svw. TDonner-
gottidonnernl'dDnpn] <sw. V.) [mhd. donern. ahd. donarön,
zu: donar. t Donner]: 1. <unpers.) als Donner in Erscheinung
treten <hat): es blitzt und donnert. 2. <hat) a) ein donnerä/m-
liches Geräusch verursachen, hervorbringen: die
Flugzeugmotoren donnern; hinter den Dünen hörten sie die See
d.; donnernder Beifall; ... toben sie los. daß die Scheiben
donnern {erschüttert werden und klirren; A. Zweig. Grischa
286);b)donnerä/mlichertönen lassen:... hältden... Pianisten
nicht ab, Läufe zu d.. wo immer er sie d. kann (Spiegel
52. L965. 117). 3. sich mit donnerähnlichem Geräusch fort-.
irgendwoliinbewegen(\sl):derZugdonnert überdie Brücke;
eine Lawine war zu Tal gedonnert. 4. (ugs.) a) mit Wucht
irgendwohin schleudern, schießen <hat): die Schulmappe
in die Ecke d.; den Ball an die Latte d.; der Mittelstürmer
donnerte [den Ball] unhaltbar insTor; b)mit Wucht schlagen,
so heftig schlagen, daß ein lautes Geräusch entsteht <hat):
an die Tür d.; er hat gegen die Scheiben gedonnert; du
kriegst gleich eine, ein paar gedonnert; c) mit Wucht gegen
etw. prallen <ist>: er war [mit dem Auto] gegen einen
Baum gedonnert. 5. (ugs.) laut schimpfen <hat>: gegen
die Schlamperei, gegen die Anarchisten d.; er donnerte
furchtbar, weil wir zu spät kamen; Donnerstag, der; -[eis.
-e [mhd. donerstac. ahd. Donares tag. mit dem Namen
des germ. Donnergottes Donar als LÜ nach lat. Jovis
dies = Jupiters Tag]: vierter Tag der mit Montag beginnenden
Woche; vgl. Dienstag; Donnerstag-, dpinerstägig, dgnner-
stäglich, donnerstags: vgl. Dienstag- usw.
Don Quichotte [danki' Jbt. dö...]. der; - -s. - -s [frz. Schreibung
von span. Don Quijote. Titelheld eines Romans von
Cervantes, aus: tDon (a) u. quijote = Beinschiene des
Harnischs, zu lat. coxa = Hüfte]: lächerlich wirkender
Schwärmer, dessen Tatendrang an den realen Gegebenheiten
scheitert: Natürlich geht nach einem MT niemand als
D. Q. nach Hause und nimmt den Kampf mit
Windmühlenflügeln auf (Hörzu 10.1973.126); <Abl:> Donquichotte-,
rie, (österr. auch:) Donquichoterie [...fota'ri:], die; -. -n
[...i:an]: törichtes, von Anfang an aussichtsloses
Unternehmen aus weltfremdem Idealismus: eine D.. die Hoffnung,
es müsse sich eine Antilärm-Vorrichtung ... zu großer
Vollendung ausbauen lassen (Beheim-Schwarzbach.
Freuden 76); Donquichottiade [...Jb'tia:da]. die; -. -n: Erzählung
im Stil des ..Don Quichotte" von Cervantes; Don Quijote,
Don Quixote [dDnki'xo:ta]: span. Form von TDon
Quichotte.
Dontgeschäft ['dö:-]. das; -[e]s. -e [zu frz. dont = von
wo (an) < (v)lat. de unde] (Börsenw.): Börsengeschäft,
bei dem die Erfüllung des Vertrages erst zu einem späteren
Termin, aber zum Kurs des Abschlußtages erfolgt;
Zeitgeschäft.
Dönttes [docntjes. d0:ntjas] <P1.) [aus dem Niederd.. zu
mniederd. dönen = erzählen] (nordd.): lustige Geschichten.
Anekdoten: Doch die D.. die Adenauer erzahlt, kommen
hier gut an (FAZ 15.9.61.5).
Donum [do:num]. das; -s. Dona [lat. dönum = Gabe.
Geschenk] (bildungsspr., veraltet): Schenkung eines
Buches .
doodeln [du:d|n] <sw. V.; hat) [engl, to doodle]: nebenher
in Gedanken kleine Männchen o.a. malen, kritzeln (z.B.
während man telefoniert).
doof [do:f; aber gebeugt, z. B. doofe = do:va. 'do:fa] <Adj.)
[niederd. Entsprechung zu hochd. taub < mniederd. döf
= taub] (salopp abwertend): 1. einfältig u. beschränkt
hinsichtlich der Auffassungsgabe/, ein -er Kerl; eine -e
Nuß (ein beschränkter Mensch); glaubst du. ich bin d.?;
mein Mann möchte lieber fernsehen oder bloß d. vor
sich hin gucken (Hörzu 7,1973. 8). 2. (landsch.) a)
uninteressant, langweilig: wir haben jetzt so einen -en Lehrer;
diese Geschichte ist einmalig d.; b) nicht den Vorstellungen
des Sprechers entsprechend, ihm Ärger bereitend: die -e
Tür bleibt nicht zu; <Abl.:> Düöfheit, die; -. -en (salopp
abwertend): 1. <o. PI.) a) einfältige, beschränkte Art.
Dwnmheit; b) Langweiligkeit. 2. unvernünftige Hamllung;
Doofi fdo.fi]. der; -[s]. -s (ugs.): gutgläubig-einfältiger
Mensch: er ist ein richtiger D.; * Klein D. mit Plüschohren
(ugs. scherzh.; gutgläubig-einfältiger Mensch): Frau Mira,
die sich immer so'n bißchen wie Klein D. mit Plüschohren
555
Doofkopp
fühlt (Hörzu 22.1975.102);Doolkopp[-kDp].der;-s.-köppe
[-kcepa; niederd. Kopp = Kopfl (salopp abwertend):
beschränkter Mensch: jeder D. geht aufs College (Spiegel
47.1967.206); Dfißfmann, der <P1. -männer) (salopp
abwertend): dummer Mensch.
dopen ['dapn. do:pn] <sw. V.; hat) [engl, to dope, zu: dope
= zähe Flüssigkeit; Narkotikum; aufpeitschendes Getränk
< niederl. doop = Soße]: durch verbotene Anregungsmittel
zu einer vorübergehenden sportlichen Höchstleistung zu
bringen versuchen: ein Pferd d.; Der Olympiasieger ... war
... gedopt (MM 16. 5. 69. 20); der Herausforderer hatte
sich gedopt; U mit einem Glas Sekt gedopt (MM 26.
2. 74.9); Doping [dapm. 'do:pinl. das; -s, -s [engl, doping]:
unerlaubte Anwendung von Anregungsmitteln zur
vorübergehenden Steigerung der sportlichen Leistung: der Läufer
wurde wegen -s disqualifiziert; <Zus.:> Dopingkontrolle,
die (Sport): Kontrolle, bei der auf Doping untersucht wird.
Doppel ['dapj], das; -s. -: 1. zweite Ausfertigung: das D.
eines Zeugnisses einreichen. 2. (bes. Tennis) a) Spiel zweier
Spieler gegen zwei andere: ein gemischtes D. (Doppel,
bei dem je eine Dame u. ein Herr eine Mannschaft bilden):
ein D. austragen; b) aus zwei Spielern bestehende
Mannschaft. 3. (Schweiz.) Einsatz beim Schützenfest.
(typpel-, Doppel-: -achse, die: zwei dicht hintereinanderlie-
gende Radachsen: Mit einer Last von 17.42 Tonnen je
D. (Neues D. 14.6.64.6); -achter, der (Rudern): Rennboot
für acht Ruderer mit je zwei Riemen; -adler, der: als
Wappentier od. Münzbild verwendetes, symbolisches Bild eines
doppelköpfigen Adlers; -agent, der: Agent, der für zwei
sich bekämpfende, gegnerische Staaten arbeitet; -axel, der
(Eiskunstlauf): doppelter \Axel; MWt. die: Axt mit zwei
symmetrischen. Rücken an Rücken angeordneten Schneiden
mit mittelständigem Schaft loch (oft als Kultsymbol in frühen
Kulturen): Das ... Symbol der D. erscheint ... bereits in
der frühminoischen Kultur (Bild. Kunst I. 126); -b (mit
Bindestrich), das (Musik): Versetzungszeichen zur
Erniedrigung eines Tones um zwei Halbtöne (Zeichen: M>): durch
das D. wird c zu ceses; -band, der: a) Band von doppeltem
Umfang, der ein größeres Druckwerk in zwei Teilen enthält;
b) in einer bestimmten Buchreihe veröffentlichter Band von
stärkerem Umfang als gewöhnlich; -bauer, der (Schach):
zwei in einer Linie hintereinander stehende Bauern; -becher.
der (hist.): Trinkgefäß aus zwei mit dem Rand
aufeinanderstellenden od. ineinandergesetzten Schalen aus Silber od.
Holz; -belastung, die: doppelte Belastung, der jmd. durch
zwei verschiedene Aufgabenbereicheausgesetzt ist {wenn z. B.
eine Frau neben der Berufstätigkeit noch einen Haushalt
führenmuß i: Mirginges nicht viel anders als Millionen
berufstätiger Mütter: Die D. wurde zu groß (Hörzu 39.1975.10);
-beliditung, die: I. (Fot.) unbeabsichtigte doppelte
Belichtung desselben Negativs, das dadurch wertlos wird. 2. (Film)
beabsichtigte doppelte Belichtung (für Doppelgängeraufnalt-
men o.a.). bei der z.B. dieselbe Person nacheinander auf
zwei Bildhälften belichtet wird: ... hatte er ... auf die -en
(..Geisterbilder") des Stummfilms zurückgegriffen (Gre^
gor. Film 223). dazu: -belfchtungssperTe, die (Fot.):
Mechanismus in Fotokameras, der das unbeabsichtigte
mehrmalige Belichten desselben Negativs verhindert: Agfa Isola
6 x 6 mit D. (Quick 51. 1958. 21); -besteuern«, die:
a) Besteuerung eines Steuerpflichtigen durch mehrere
Staaten: b) mehrfache Besteuerung desselben Steuerobjekts
innerhalb eines Staates; -bett, das: Schlafstelle für zwei
Personen in Form eines breiten Bettes od. zweier dicht
nebeneinanderstehender Betten; Ehebett, dazu: -bettcouch, die: ab
Doppelbett benutzbare Couch; -bewacher <P1.> (Ballspiele):
zwei Spieler, die gemeinsam einen anderen bewachen, dazu:
-bewachung, die; -Wer, das: svw. t Starkbier; -bilder <P1.)
(Med.): zwei beim Doppeltsehen wahrgenommene
verschiedene Bilder desselben Gegenstandes; -bindung, die: ehem.
Bindung von Atomen durch zwei Elektronenpaare; -Mind-
versudi. der (Psych.): in der pharmakologischen Psychologie
angewandte Versuchsmethode, bei der weder die
Versuchsperson noch der teilnehmende Arzt wissen, wem das
Scheinpräparat bzw. das eigentliche Präparat verabreicht wurde:
Um unanfechtbare Ergebnisse zu erhalten, wählten die
Forscher f\lr ihre Untersuchung den D. (MM 21. 8. 68.
3); -block, der; -[e]s. -s u. -blocke (Volleyball): von zwei
Spielern gebildeter Block; -bock, das: besonders starkes
Bockbier 'das zur Fastenzeit gebraut wird!; -boden, der
(Schiffbau): Raum zwischen äußerem u. innerem
Schiffsboden, der Rohrsysteme für Wasser u. Treibstoff enthält; ^bo-
dig, (häufiger:) -bödig <Adj.>: doppeldeutig, hintergründig:
ein -er Witz. Humor, dazu: -bödigkeit, die; -. -en: 1.
<o. Pl.> doppelbödiger Sinn: die D. einer Situation, seiner
Moral, seiner bürgerlichen Existenz. 2. doppelbödige,
hintergründige Äußerung; -bogen, der: / in der Mitte gefalteter /
Bogen Papier von doppeltem Format; -brechung, die
(Physik): Aufspaltung von Lichtstrahlen in zwei senkrecht
zueinander polarisierte Teilstrahlen beim Durchgang durch
nichtreguläre Kristalle; abrief, der: Brief, der mehr als 20 g
wiegt od. die Standardmaße überschreitet u. ein erhöhtes
Porto kostet; -brach, der (Math.): Bruch, in dessen Zähler
od. Nenner wieder Brüche vorkommen; -büchse.die: Büchse.
Gewehr mit zwei Läufen; -chor, der: 1. (Musik) in zwei
Gruppen geteilter Chor: eine Komposition für D. 2. (Ar-
chit.; selten) doppelchörige Anlage; -chörig [-k0:n<;] <Adj.;
o. Steig.): 1. (Mus\k)den Doppelchor betreffend, für
Doppelchor geschrieben: eine -e Messe. 2. neben dem üblichen
Ostchor einen Westchor aufweisend: eine -e Anlage; ein
-er Dom; -decker, der [zu t Deck]: 1. (bes. in den Anfängen
der Luftfalirt) Flugzeug mit zwei übereinander angeordneten
Tragflächen (vgl. Eindecker 2). 2. (ugs.) doppelstöckiger
Omnibus. 3. (ugs.) svw. T -schnitte; -deckung, die
(Ballspiele): das Decken eines Spielers durch zwei Gegenspieler;
-deutig <Adj.>: a) auf doppelte Weise zu deuten; b) bewußt
auf zweideutige, einen anzüglichen o. ä. Nebensinn
enthaltende Weise formuliert: einen -en Witz erzählen, dazu: -deutig-
keit, die; -. -en: 1. <o. PI.) doppeldeutiger Sinn: die D.
eines Satzes. 2. a) doppeldeutige Äußerung o.a.: der Text
enthielt mehrere -en; b) zweideutige, anzügliche Äußerung;
-dreier, der (Eiskunstlauf): doppelter T Dreier; -dribbel,
das; -s. - (bes. Basketball): zwei Dribblings hintereinander;
-«he, die: zwei rechtlich geschlossene, nebeneinander
bestehende Elien ein u. derselben Person, wobei man strafbar
eine neue Ehe eingeht, ohne daß die bisherige aufgelöst
ist: eine D. führen (vgl. Bigamie); -erfolg, der: 1. Erfolg
eines Teilnehmers in zwei aufeinanderfolgenden
Wettbewerben: Da der Mini-Cooper ... gute Eigenschaften für eine
Winterrallye mitbringt, nimmt sein D. in der Monte-Carlo-
Rallye 1964 und 1965 nicht wunder (Auto 7. 1965. 36).
2. Erfolg zweier Teilnehmer einet Mannschaft im gleichen
Wettbewerb: Im Gesamtergebnis bin ich Zweite geworden
... hinter Heidi Mittermaier - also ein deutscher D. (Mae-
gerlein. Piste 93); -fehler, der: 1. (Tennis) Fehler u. damit
verbundener Punktverlust durch Verschlagen beider
Aufschläge. 2. (Volleyball) gleichzeitig begangener Fehler
zweier Gegenspieler; -feld, das (Tennis. Badminton): mit den
für das Doppel erforderlichen Markierungen versehenes
Spielfeld; -fenstar, das: Fenster, das (zur besseren
Isolierung) aus zwei hintereinander angebrachten Einzelfenstern
besteht; -flinte, die: Flinte mit zwei Läufen; -foul, das
(Basketball): gleichzeitig begangenes Foul zweier
Gegenspieler gegeneinander; -füge, die (Musik): Fuge mit zwei
kontrastierenden Themen; -funktion, die: Diese D. ist schon vor
dem ersten Weltkriege ... kritisiert worden (Welt 23. 6.
62. 9); -ganger, der: eine zweite Person, die jmdm. zum
Verwechseln ähnlich sieht: einen D. haben; -gängerin, die;
-. -nen: w. Form zu t -ganger; -geschlechtig <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.): svw. tzwittrig, dazu: -gesdiledrtigkeit,
die; -; -gesichtig [-gazufti^] <Adj.; o. Steig.): a) zwei
Gesichter habend: der Januskopf ist ein -er Männerkopf; b) sich
von zwei entgegengesetzten Seiten zeigend, januskopf ig: eine
-c politische Meinung vertreten, dazu: -gesiditigkeit, die;
-; -gewebe, das (Textilind.): zwei Gewebe, die miteinander
verbunden sind, indem Fäden des einen Gewebes stellenweise
in das andere greifen; dadurch kann der Stoff auf beiden
Seiten verwetutet werden; -gipfelnder: Gipfel mit zwei
Bergspitzen; -gleisig [-glajzKf] <Adj.; o. Steig.): 1. auf zwei
Gleisen befahrbar: die Strecke ist d. 2. zwielichtig: eine
-e Politik; -grab, das: 1. Grabstelle für zwei Personen:
2300 Mark ... für das D. (Noack. Prozesse 143). 2,
(Kunstw.) a) Grab platte mit der Darstellung von zwei
nebeneinanderliegenden Toten (meist einem Ehepaar); b)
Anlage mit zwei durch Säulchen miteinander verbundenen
Grabplatten, auf denen oben der aufgebahrte Tote u. unten
seine Verwesung dargestellt ist; -griff, der (meist PI.)
(Musik): gleichzeitig gegriffene, gestrichene od. gezupfte Töne
auf zwei od. mehr Saiten eines Streichinstruments: die -e
waren nicht sauber; -haus, das (Bauw): zwei Häuser, die
an der gemeinsamen Grenze aneinandergebaut sind, von de-
556
doppel-, Doppel-
nen aber jedes auf eigenem Grundstück steht; -tieft, das:
Heft I einer Zeitschrift I, in dem zwei Einzelhefte
zusammengefaßt sind; -heltx [-he:liks]. die; - [BloU: Bezeichnung
für die Struktur des Moleküls der Desoxyribonukleinsäure;
-hochzeit, die: gemeinsame Hochzeit von zwei verwandten
od. auch befreundeten Paaren; -<Ich (mit Bindestrich):
Phänomen der Persönlichkeitsspaltung in zwei neben- od.
gegeneinander wirkende Subjekte; -kiim, das: starker Wulst aus
Fettgewebe unter dem Kinn; -knoten, der: zweifacher
Knoten, durch den eine Verschnürung besser hält; -kohlensauer
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (selten): svw.
tdoppeltkohlensauer; -kolbenmotor, der (Techn.): I Zweitakt/motor, bei
dem zu einem gemeinsamen Verbrennungsraum zwei Kolben
gehören; -konsonant, der: zwei / identische; Konsonanten,
die oft die Kürze des vorhergehenden Vokals ausdrücken
(z.B. 11 in Falle), dazu: -konsonanz, die: 1. Folge von
zwei gesprochenen / identischen] Konsonanten. 2. Folge von
zwei I identischen / Konsonantenbuchstaben; -konzert, das:
Konzert für zwei Soloinstrumente u. Orchester; -köpf, der
<o. Pl.>: Kartenspiel mit vier bis sechs Teilnehmern u. zwei
Spielen zu 24 Karten; -körn, der: Korn mit einem
Alkoholgehalt von mindestens 38 Vol.-%: Onkel Halmdach kam und
wollte einen Cognac oder einen kräftigen D., weil die
Bowle nichts taugte (Keun. Mädchen 143); -kreuz, das:
I. (Musik) Versetzungszeichen zur Erhöhung eines Tones
um zwei Halbtöne (Zeichen: x): durch das D. wird c zu
cisis. 2. Kreuz mit zwei Querbalken; -kuppei, die (Archit.):
Kuppel, die aus einer äußeren u. einer inneren Gewölbeschale
besteht; -kurve, die: zwei in entgegengesetzter Richtung
unmittelbar aufeinanderfolgende Kurven; -lasso, der (Eis-.
Rollkunstlauf): doppelter t Lasso; -buif. der: zwei
nebeneinander angeordnete Gewehrläufe, dazu: -läufig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: mit zwei Gewehrläufen ausgestattet;
ein -es Gewehr; -bwt. der: 1. svw. t Diphthong. 2.a) svw.
T Doppelkonsonant; b) svw. t Doppelvokal; -leben, das:
zwei Lebensweisen, bei denen neben die eigentliche
bürgerliche, den anderen off verborgen, eine unbürgerliche o.a.
getreten ist; eine Art von D. ...: wenn ich als livrierter
Commis de salle den Gästen ... aufwartete oder wenn
ich als unbekannter Herr von Distinktion ... mich bei
Tisch ... bedienen ließ (Th. Mann. Krull 266); ein D.
führen; -linien <PI.>: mehrere Linien übereinander: ein
Schreibheft mit D.; -hrtz,der(Eis- u. Rollkunstlauf): \Lutz
mit zweifacher Drehung; -mandat, das: zweifaches Mandat
eines Abgeordneten; ... daß die Unvereinbarkeit von -en
im Grundgesetz nicht ausdrücklich festgelegt worden sei
(Welt 7. 11. 64. 4); -meteter, der (Sport): Meister in zwei
verschiedenen Disziplinen; -monarchie, die: zwei
Königreiche unter der Herrschaft eines Regenten: die habsburgische
D. Österreich-Ungarn; -moral. die: doppelte Moral: ein
Milieu-Krimi um Provinzhonoratioren, deren D. durch
einen Mord aufgedeckt wird (Spiegel 43.1974.224); -mord.
der: von jmdm. gleichzeitig an zwei Personen begangener
Mord; -naht, die: Naht, die zunächst auf der rechten, dann
daneben auf der linken Seite der beiden Stoffteile genäht
wird; Rechtslinksnaht; -name, der: aus zwei i Familien na-
men bestehender Name; -natur, die: Geartetsein, das sich
auf zweierlei Weise auswirken kann; Doppelgesichtigkeit.
Janusköpf igkeit: die gefährliche D. jeglichen
wissenschaftlich-technischen Fortschritts (Natur 39); -nebon. der:
doppelter \ Nelson beim Ringen u. Rettungsschwimmen; -iman-
merf die: svw. t Doppelheft; -paddel, das: Paddel mit je
einem breiten, flachen Ende, das sitzend geführt wird;
^Partner, der (Tennis. Tischtennis. Badminton): Partner beim
Doppel; -paß. der (Fußball): zwei aufeinanderfolgende
Pässe, von denen der erste an einen Mitspieler gegeben wird,
der ihn sofort wieder an den ersten Spieler zurückpaßt.
dazu: -paßspiel, das (Fußball): das Spielen von
Doppelpässen; -pony, das [weil dieses Pony gegenüber dem eigtl.
Pony groß u. schwer ist]: Vertreter einer der mittelgroßen
Pferderassen (z. B. Panjepferd. Haflinger); vom Shetland
zum Pony, vom D. zum Reitpferd (Dwinger. Erde 121);
-porto, das; -porträt, das: Porträt von zwei Personen (in
der Malerei. Plastik. Fotografie): Hans Namuth ist mit
einem trefflichen D. von Frederick Kiesler und Constanti-
no Nivola vertreten (Foto-Magazin 18.1967. 26); -posten,
der (Milit.): Wachtposten von zwei Mann; -punkt, der
[für lat. cölon. t Kolon]: zwei übereinander stehende Punkte,
die als Satzzeichen der direkten Rede, vor Aufzählungen.
Zusammenfassungen o. ä. sowie in der Lautschrift zur
Kennzeichnung eines langen Vokals dienen; -Quartett, das
(Musik): I. Komposition für zwei miteinander konzertierende
Streichquartette. 2. Vereinigung von zwei miteinander
musizierenden Streichquartetten; -reihe, die: zwei parallele
Reihen. Zweierreihe; -reiher, der: svw. tZweireiher; -reihig
[-raJKj] <Adj.; o. Steig.): svw. tzweireihig; -rittberger, der
(Eiskunstlauf): doppelter t Rittberger; -rolle, die: zwei
verschiedene, von einem Darsteller gespielte Rollen in einem
Theaterstück od. Film; -rumpfboot, das: [ südostasiat. I
Segelbtx)t mit zwei parallelen, durch Querstangen
verbundenen Rümpfen; -runde, die (Sport): Spielrunde, bei
der sich die Gegner in je zwei Heim- u. Auswärtsspielen
gegenüberstehen; -salchow, der (EiskunstlauO: doppelter
t Salchow; -salto, der (Turnen): zweimal hintereinander
ausgeführter Salto; -salz, das (Chemie): Verbindung höherer
Art. die aus zwei verschiedenen Salzen auskristallisiert ist
u. in Lösungen wieder in Ionen zerfällt; -schiebt, die: zwei
Arbeitsschichten nacheinander: wenn sich immer wieder
Hunderte bereit fanden, zu einer D. einzufahren? (March-
witza. Kumiaks 68); -schläfrig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv .>:
(auf einer Couch o. ä.) einen Schlafplatz für zwei Personen
bietend: Es war das -e Ehebett mit dem rosenbestickten
Himmel (Fussenegger. Haus 409); -schlag, der: 1. (Musik)
Verzierung, bei der die Hauptnote in einer Viererfigur durch
die obere u. untere Sekunde umspielt wird (Zeichen:«^).
2. (Tennis. Tischtennis. Badminton) Schlag, bei dem der
Ball zweimal hintereinander berührt wird; -schleife, die:
über einer Schleife gebundene Schleife; vgl. -knoten;
-schnitte, die: zwei zusammengelegte u. innen belegte od.
bestrichene Brotscheiben; -seite, die (Zeitungsw.): zwei
nebeneinanderliegende Seiten, die ein Thema umfassen.
dazu: -seitig <Adj.; o. Steig.): 1. zwei Seiten, eine
Doppelseite umfassend: eine -e Anzeige. 2. die rechte u. die linke
! Körper iseite betreffend, beidseitig; eine -e
Lungenentzündung; ... wenn der Grat d. überwachtet ist (Eidenschink.
Bergsteigen 122); -sieg, der: Belegung der beiden ersten
Plätze in einem sportlichen Wettkampf durch ein und dieselbe
Mannschaft: hatten sie ... zweimal einen D. gewonnen
(Olymp. Spiele 68); -sinn, der: svw. I-deutigkeit (1): der
D. eines Wortes, einer Frage; -sinnig <Adj.>: svw. t^deutig
(a): „Du hast verspielt!" sagte sie d. (Hagelstange, Spielball
314).dazu: -sinnigkeit.die; -: svw. t-deutigkeit (1); -sohle,
die: Schuhe mit -n; -spalte, die (Zeitungsw.): Rautn von
zwei nebeneinanderliegenden Spalten für einen Artikel: Das
„Hamburger Echo" brachte lauter nichtssagende
Mitteilungen, aber eine D. „Stimmungsbilder'* (Bredel. Väter
410); -spiel, das: 1. (abwertend) Verhalten, bei dem man
seinem Partner gegenüber Aufrichtigkeit vortäuscht, ihm
aber hinter seinem Rücken schadet; Falschheit. Unaufrich-
tigkeit: jmds. D. durchschauen; *mit jmdm. ein D. treiben
(unehrlich handeln, mit jmdm. verfahren). 2. (Tennis,
Tischtennis. Badminton) Spiel zweier aus zwei Spielern
bestehender Mannschaften gegeneinander; -spion, der: vgl. -agent:
Ich will damit nicht behaupten, daß es den einzelnen
Geheimdiensten völlig gleichgültig ist, ob sie es mit
verläßlichen Sonderagenten oder mit -en zu tun haben (Habe.
Namen 364); -sprang, der (Sport): zwei unmittelbar
einander folgende, ohne Zwischenschritt ausgeführte Sprünge:
ein ungemein schwieriges Programm (= der
Kürläuferinnen) mit zahlreichen Doppelsprüngen (Maegerlein.
Triumph 9); -spur, die: zwei eng nebeneinander liegende
Spuren: Und soviel auch die Preisrichter suchten. ...
sie entdeckten keine D. und keinen Kantenwechsel
(Maegerlein, Triumph 22); -Stecker, der (Elektrot.): Stecker
mit zwei Anschlüssen für elektrische Geräte; ^stern, der:
zwei sehr nahe beieinanderstehende Sterne, die sich um einen
gemeinsamen Schwerpunkt bewegen, od. zwei nur optisch
sehr nahe beieitxanderstehende Sterne; -Stockbühne, die:
Bühne mit einer Spielfläche in der Spielebene u. einer
darunterliegenden in der Unterbühne, wobei zum Szenenwechsel
die gesamte Konstruktion angehoben wird, so daß die
Dekoration der oberen Spielfläche in der Obermaschinerie
verschwitzet; -stockbus, der: svw. t-stockomnibus; -stöckig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: aus zwei Geschossen bestehend,
mit zwei übereinanderliegenden Ebenen konstruiert: ein -es
Haus; ein -er Omnibus; Ü (ugs.:) ...trank er einen -en
Whisky (Hörzu 19. 1971. 46); -stockomnibus. der:
doppelstöckiger Omnibus; -Stockschub, der (Sport): (beim
Ski laufen) gleichzeitiges Einsetzen der Stöcke in den Schnee
an Stelle des wechselseitigen Rhythmus: Wenn sich nun
557
Doppelheit
die Spur fast unmerklich senkt .... wenden wir den D.
an (Gast. Bretter 34); -stopper, der (Fußball): hinter dem
Mittelläufer postierter Stopper; -Strategie, die: zwei, für
jeweils verschiedene politische Ziele, Personen entworfene,
angewendete Strategien; -strike, der (Bowling): zwei Stri-
kes nacheitiander: Bärbel ... sicherte sich mit einem D.
... den Titel vor Hüser (MM 2. 6. 75. 10); -studiim,
das: zwei parallel laufende Studiengänge in zwei
verschiedenen Fachrichtungen (z. B. Philologieu. Medizin): Zum
fraglichen D. erklärt der Professor, es sei im Krieg an sich
verboten gewesen (Noack. Prozesse 257); -stunde, die:
Unterrichtsstunde, die doppelt so lange dauert wie eine eitifa-
che; -triller, der: Triller, der auf zwei Tönen desselben
Akkords mit einer Hand (bes. auf Violine od. Klavier)
ausgeführt wird; ^T-Stahl (mit Bindestrich), der (Bauw.);
^T-Träger (mit Bindestrich), der (Bauw.): Stahlträger in
Form eines doppelten T, ätinlich der römischen Zahl I;
-für, die: Tür, die (zur besseren Isolierung) aus zwei hinter-
einander angebrachten Einzeltüren besteht, dazu: -fürig
<Adj.; o. Steig.; nichtadv.); -Verdiener, der: 1. <P1.)
Eheleute, die beide berufstätig sind u. Geld verdienen. 2. jmd.%
der Einkommen aus zwei beruflichen Tätigkeiten hat, zu
1.: -verdienst, der: gemeinsames Einkommen
berufstätiger Eheleute; -vergaser, der: Vergaser mit zwei parallel
arbeitenden Benzin-Luft-Mischungssystemen für
Hochleistungs-Ottomotoren; -vierpolröhre, die svw. tDitetrode;
-vokal, der: aus zwei gleichen Vokalbuchstaben bestehendes
Schriftzeichen, das im allgemeinen die Länge des Vokals
ausdrückt (z.B. oo in Moor); -Währung, die: Währung,
bei der zwei Metalle (meist Gold u. Silber) Zahlungsmittel
sind; -watse, die: svw. t Vollwaise; -wand, die: aus zwei
Wänden bestehende Trennwatui, dazu: -wandig [-vandu;]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit einer Doppelwand versehen:
-e Häuser; -Wendel, die (Elektrot.): zwei verbundene,
spiralförmig gebundene Drähte; -zelle, die: zwei Bäcker
mit sich gegenseitig aufhebenden Delikten in einer D.
(Bieler. Bonifaz 195); -Zentner, der: zwei Zentner, 100
kg (Zeichen: dz); -zimmer, das: Zimmer mit zwei
zusammenstehenden! Betten (in Hotel Unterkünften od.
Krankenhäusern): er bestellte im Redgate Motel ein D. (Ggs.:
Einzelzimmer); vgl. Zweibettzimmer; -zünder, der:
Zündvorrichtung, bei der Aufschlag- u. Zeitzünder verbunden
sind; -zunge, die: Technik auf Blasinstrumenten, bei der
bes. zur leichteren exakten Wiedergabe schneller Passagen
die Verschlußlaute t (od.d) u.k artikuliert werden; -zünge-
lei.die: vgl. Nzüngigkeit; -züngig [-tsYnn;] <AdJ.)
(abwertend): / in der Absicht, sich niemcuxden zum Feind zu machen
sich über etw. mehreren Personen gegenüber verschieden
äußernd; falsch, unaufrichtig: eine -e Politik. Aussage; er
ist d.. dazu: -züngigkeit, die; -, -en (abwertend): I. <o.
PI.) Unaufrichtigkeit. 2. doppelzüngige Äußerung: -züngler,
der (abwertend): doppelzüngiger Mensch: die ständigen
Drohungen... gegen Spione u. D." (Leonhard.
Revolution 25).
DQppeheit, die; -. -en <P1. selten): doppeltes Vorhandensein
von et*'.; doppeln ['dopjnj <sw. V.; hat) /vgl. gedoppelt/:
1. (südd., österr.) (Schuhe) besohlen: Schuhe d. 2. (Da-
tenverarb.) aus einer Lochkarte zeilenweise ein Duplikat
stanzen: Lochkarten d.; doppelt <Adj.; o. Steig.) [nieder-
rhein. dobbel. dubbel < frz. double < lat. duplus =
zwiefältig; das t ist übernommen aus dem 2. Part, gedoppelt
von nhd. doppeln (nach frz. doubler)]: 1. zwei in einem;
zweimal der-, die-, dasselbe; zweifach: die -e Länge; -es
Gehalt beziehen; (Kaufmannsspr.:) -e Buchführung; einen
-en Klaren trinken; eine -e Verneinung (sich aufhebende
Verneinung durch zwei Negationswörter; z. B. es gibt keinen,
der das nicht wüßte = jeder weiß das); d. verglaste Fenster;
ich habe das Programm d.; der StofT liegt d. (ist in
zweifacher Breite aufgewickelt); d. (noch einmalJ so groß wie
..; R (ugs.:) das ist d. gemoppelt (unnötigerweise zweifach
ausgedrückt; scherzh. Bildung zur Bez. der überflüssigen
Verdopplung); d. [genäht] hält besser; Spr geteilter Schmerz
ist halber Schmerz, geteilte Freude ist -e Freude; d. gibt,
wer schnell gibt; Ü eine Komödie mit -em Boden (eine
doppelbödige Komödie); *d. sehen (ugs.; betrunken sein):
d. und dreifach (ugs.; über das Notwendige hinausgehend):
etw. d. und dreifach sichern; <subst.:> das Doppelte
bezahlen; die Kosten sind auf das. ums Doppelte gestiegen:
einen Doppelten (ugs.; einen doppelten Schtiaps) trinken.
2. besonders groß, stark; ganz besonders: etw. mit -em
Eifer betreiben; sich d. vorsehen müssen; das zählt d.
(fällt besonders ins Gewicht, muß man jmdm. besonders
hoch anrechnen); doppeltkohlensauer <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): so beschaffen, daß in der betreffenden chemischen
Verbindung eins der beiden Natrium- od. Kalziwnatome
durch ein Wasserstoffatom ersetzt ist: doppeltkohlensaures
Natron; doppeltkohlensaurer Kalk; Doppeltsehen, das; -s:
gleichzeitiges Sehen zweier Bilder von einem einzigen
Gegenstand (bei pathologischen Veränderungen am Auge); Doppik
[dopik], die; - [Kunstwort]: doppelte Bucliführung; doppio
movimento fdDpjo movi'mento; ital., eigtl. = doppelte
Bewegung, aus: doppio = doppelt (< lat. duplus) u.
movimento. t Movimento] (Musik): doppelte
Geschwindigkeit, doppelt so schnell wie bisher (Vortragsanweisung);
Doppler, der; -s. - (südd., österr.): erneuerte Schuhsohle;
vgl. doppeln (1).
Dopplereffekt, der; -[e]s [nach dem österr. Physiker u.
Mathematiker Chr. Doppler (1803-1853)] (Physik): Frequenz-
anderung je nach der abnehmenden od. zunehmenden
Entfernung eines Schallwellen- od. (in Analogie)
Lichtwellenerzeugers.
dopsen ['dapsn] <sw. V.; ist) [zu landsch. doppen = flüchtig
berühren (vom aufprallenden Gummiball), vgl. tupfen]
(landsch.): aufprallen u. hochspringen;: der Gummiball
dopst.
Dorade [doraxta], die; -. -n [frz. dorade, zu: dorer =
vergolden < lat. deaurärej: Goldmakrele (ein Speisefischy. Dora-
do [do'ra:do]: f Eldorado.
Dorant[do'rant].der;-[e]s. -efausmlat. orontium < griech.
oröntion] (Volksk.): (nach altem Volksglauben)
zauberbrechende od. -abwehrende Pflanze (z. B. Löwenmaul.
Sumpfschafgarbe).
Dorf [dDrfl. das; -[e]s. Dörfer [doerfe; mhd., ahd. dorf =
bäuerliche Siedlung; Einzelhofl: 1. <Vkl. t Dörfchen)
ländliche Siedlung mit bäuerlichem Charakter (Ggs.: tStadt):
ein altes D.; auf dem D. wohnen; vom D. stammen; vom
D. in die Stadt ziehen; diese Stadt ist ein richtiges D.
(abwertend; ihr fehlt das eigentlich städtische Leben u.
Treiben); ... und die umliegenden Dörfer (ugs.; ... und die
nähere Umgebung); R die Welt ist ein D. (man trifft sich
unverhofft sogar an einem entfernten Ort); * das olympische
D. (Wohngebiet der Teilnehmer an einer Olympiade); das
sind Potemkinsche Dörfer (das ist nur vorgetäuscht, gibt
es in Wirklichkeit gar nicht; nach zeitgenössischen
Berichten soll der Fürst Potemkin. Günstling u. Ratgeber der
Kaiserin Katharina II. von Rußland. 1787, als die Kaiserin
das neu eroberte Gebiet der Krim besuchte, schnell
Fassaden errichten lassen haben, die Dörfer vortäuschen sollten,
um den wahren Zustand dieses Gebietes zu verdecken);
das sind jmdm./fi)r imdn. böhmische Dörfer (das sind für
jmdn. unverständliche, unbekannte Ditige: mit vielen
tschechischen Ortsnamen des böhmischen Gebietes konnten
auf Grund des fremden Klanges viele Deutsche keine
inhaltliche Vorstellung verbinden); auf/über die Dörfer gehen
(Ggs.: etw. umständlich tun, erzählen); auf die Dörfer gehen
(Skat; Farben statt Trumpf d.h. kleinwertige Karten, hohe
Beikarten ausspielen; wohl von den Hausierern, die ihre
Ware in den Dörfern abzusetzen versuchen, weil ihnen
in der Stadt kaum etwas abgekauft wird. od. auch von
weniger qualifizierten Theatergruppen, die von Dorf zu
Dorf ziehen müssen); aus/in jedem D. einen Hund haben
(Skat; Karten jeder Farbe haben, d. h. nicht über die
notwendige Zahl einer Farbe verfügen); nie aus seinem D.
herausgekommen sein (einen beschränkten Horizont haben). 2. (ugs.)
Dorfgemeinschaft, die Dorfbewohner: das ganze D. war
auf den Beinen; ein Wettbewerb zwischen mehreren
Dörfern.
Dorf-: -akademie.die (DDR): Einrichtung der
Erwachsenenbildung mit Abendkursen zur beruflichen Fortbildung der
Landbevölkerung; kälteste, der: Zum Teil waren die
Häuptlinge nur kleine D. (Grzimek. Serengeti 102); -anger, der
(veraltend); -ausgang, der: Stelle am Rande des Dorfes,
wenn man aus dem Dorf hinausfährt: das Haus am D.
war unbewohnt; -beiz, die (Schweiz.): svw. t^schenke;
-bewohner, der; -bulle, der: Bulle zum Decken der Kühe
eines Dorfes; -depp, der (landsch.): svw. Ntrottel; ^ein-
gang, der: Stelle am Rande des Dorfes, wenn man ins Dorf
hineinfährt: am D. passierte ein Unfall: -gemeinde, die:
aus einem od. mehreren Dörfern bestehende Gemeinde; ^ge-
schichte, die: bes. im 19. Jh. beliebte Erzählung aus dem
558
dortdörflichen Erlebnisbereich, in der der Standort des Verfassers
auf der Grenze zwischen dörflichem u. städtischem Leben
liegt: ein bedeutender Vertreter der D. war Berthold
Auerbach mit seinen „Schwarzwälder -n"; -grenze, die; -helfe-
rln. die: bei kommunalen od. freien Verbänden Angestellte
mit Fachschulausbildung, die bei Ausfall der Bäuerin die
Haushaltsführung übernimmt (Berufsbez.): Der ...
Landwirtschaftsminister ... hat... neun -nen ausgezeichnet (MM
28. 1. 71. 13); -iugend. die; -kirche, die; -klatsch, der;
-ktub. der (DDR): auf Initiative der Dorfbewohner gebildete
Einrichtung zur Förderung u. allseitigen Entwicklung der
kulturellen u. gesellschaftlichen Arbeit: 17 Frauen und 11
Männer bilden die neue Leitung des -s (Neues D. 9. 6.
64, 3); -krug, der (landsch.. bes. nordd.): Gaststätte in
einem Dorf: bleute <P1.>; -linde, die: auf dem früheren
Gerichtsplatz od. der dörflichen Versammlungsstätte als
Mittelpunkt des Rechts- u. Gemeinschaftslebens gepflanzte
alte Linde: -musikant, der (veraltet): bei geselligem
Beisammensein o. ä. der Dorfbewohner im Freien spielender
Musikant: -pfarrer, der; -platz, der: zentraler Platz in einem
Dorf: -schenke, die; -schmiede, die; -schöne, die (spött):
hübsches Mädchen vom Dorf: Bach ist mit einer kräftigen
-n in die Getreidefelder gegangen, um die Natur zu
genießen (Remarque. Obelisk 105); -schule, die: früher oft ein-
klassige Schule auf dem Lande: -schullehrer, der;
-Schulmeister, der (veraltet); -Schulze, der (veraltet):
Gemeindevorsteher: -Straße, die; -teich, der; -trottel, der: in einem
Dorf durch Schwachsinn u. ein entsprechendes Verhalten
auffallender Mensch: der D. ... konnte uns keine Auskunft
geben (Seghers. Transit 9); Ü (abwertend.) unsere Kinder
würden ... zu -n Europas (Bundestag 189. 1968. 10207).
Dörfchen ['doerffanl. das; -s. -: tDorf (1); dörfisch <Adj.>
(selten): nicht kultiviert, bäurisch: ein -es Auftreten; sie
benahmen sich ziemlich d.; DQrfler, der; -s. -: Dorjbewph-
ner: armselige Wohnstätten tunesischer D. (Dönhoff. Ära
117); dörflich <Adj.; o. Steig.): auf dem Dorf üblich, ländlich:
-es Leben; die Sitten sind noch ganz d.; Dpifschaft, die;
-. -en (schweiz.): Dorf, dörfliche Ortschaft: Die zwei Bärens-
wiler zottelten in ihre D. und engere Heimat zurück (R.
Walser. Gehülfe 163).
Doria: t Donner.
dorisch fdo:n.f] <AdJ.; o. Steig.) [nach dem altgriech.
Volksstamm der Dorerl: die Kunst der Dorer betreffend: -e
Säule (altgriechische Säule ohne Basis, mit kanneliertem
Schaft u. wulstförmigem Kapitell unter einer Deckplatte):
-e Tonart (eine der drei altgriechischen Stammtonarten,
aus der sich die auf dem Grundton d stehende Haupttonart
des mittelalterlichen Tonsystems entwickelte).
Dormeuse [dar'nraza], die; -. -n [frz. dormeuse. zu: dormir
= schlafen < lat. dormire]: 1. bequemer Lehnstuhl zum
Schlafen/. 2, elegante Haube der Rokokozeit zum Schutz
der kunstvollen Frisur: Donmitorium [dDrmi'to:riom]. das;
-s. ...ien [...ian; (m)lat. dormltörium): a) Schlafsaal in einem
Kloster: b) Teil eines Klostergebäudes, der die Einzelzellen
ent/iält.
Dorn [darn], der; -[e]s. -en (ugs. auch: Dörner fdcernB])
u. -e [mhd.. ahd. dorn, zu einer Wz. mit der Bedeutung
..starr, steif sein44]: 1. <P1. Dornen) a) spitzer, harter
Pflanzenteil (bes. am Pflanzenstiel): einen D. entfernen,
ausziehen; sich einen D. in den Fuß treten; sich an den -en
stechen; ihre Wangen waren von -en zerkratzt (Langgässer.
Siegel 236); Ü sein Lebensweg war voller -en (geh.; Leiden)',
*jmdm. ein D. im Auge sein (jmdm. ein Ärgernis sein:
bibl. (Luther), mhd.): Der Nazismus erklärte unserem
Haus den Krieg: Die Familie Mann war ihm ein D. im
Auge (K. Mann. Wendepunkt 234); b) (Bot.) zu einem
spitzen, starren Gebilde utngewandeltes Blatt, Blatteil od.
Wurzel (z.B. bei der Berberitze, der Schlehe) (Ggs.:
Stachel). 2, (dichter.) Dornbusch: weiß, rot blühender D. 3.
<P1. Dorne) a) dornartiges Metallstück, Metallstift: -e unter
den Spitzen sollen das Rutschen des Läufers verhindern;
der seinen ... Kahn an einem Uferpflock angekettet und
an dem eisernen D. des Balkens eine Laterne aufgehängt
hatte (Langgässer. Siegel 298); b) Werkzeug, das aus einem
spitz auslaufenden Rundstahl besteht und zum Erweitern
wn Löchern, Herausschlagen von Nieten o.a. dient: c)
(Technik) Rundstahl zum Rundbiegen von Blechen u. ä.
Dorn- (vgl. auch: dornen-. Dornen-): -busch, der: Strauch
mit Dornen: -fortsatz, der (Anat.): nach hinten gerichteter
Fortsatz eines Wirbels: -hai, der: Vertreter einer Familie
langgestreckter Haie mit kräftigem Stachel vor den beiden
Rücketiflossen, -röschen [-'--]. das: Gestalt des
Volksmärchens, die durch eine böse Fee in einen hundertjährigen
Schlaf in einem von einer hohen Dornenhecke umgebenen
Schloß versenkt wird, dazu: -röschenschlaf [-' ]. der
(iron.): untätiges Dasein, in dem man keine Notiz von der
Außenwelt nimmt: die politische Aktivität erwacht aus
ihrem sommerlichen D. (MM 31. 8. 68. 2).
dornen-. Dornen- (vgl. auch: Dorn-): -gekrönt <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): eine Dornenkrone tragend: das -e Haupt
Christi; -gestrüpp, das: stark verzweigtes dorniges
Gesträuch, durch das man sich nur schwer einen Weg bahnen
kann: -hecke, die: Hecke aus Dornensträuchern: -kränz,
der: svw. T ^krone; -kröne, die: aus Dornenzweigen
geflochtener Kranz, mit dem Christus zum Spott gekrönt wurde
(Symboldes Leidens): -pfad, der (geh.): svw. t Mveg; ^reich
<Adj.; nichtadv.): durch Leiden u. mancherlei
Schwierigkeiten gekennzeichnet: ein -es Leben; bis zum Weltruhm war
es ein -er Weg; -Strauch, der: Strauch mit Dornen: ^voll
<Adj.>: svw. Weich; -weg, der (geh.): Leidensweg, durch
Schwierigkeiten u. Mühsal gekennzeichneter Prozeß: -zweig,
der.
Dornicht fd3rni<;t], das; -s, -e (veraltet): Dornengestrüpp:
dornig ['dornig] <Adj.; nicht adv.) [mhd. dornec, ahd. dor-
nac]: 1. mit Dornen besetzt. Dornen aufweisend: -e Zweige.
Sträucher. 2. (geh.) schwierig, voller Schwierigkeiten: eine
-e Sache; sein Lebensweg war d. (er hatte kein leichtes
Leben).
Doromanie [doroma'ni:], die; - [zu griech, döron = Gabe.
Geschenk u. tManie] (Med.. Psych.): krankhafte Sucht,
Dinge zu verschenken.
Doronicum [do'ro:nikuro], das; -s. - [von arab. daränag
= eine Pflanze aus der Familie der Senecionen]:
gelbblühende Staudenpflanze, Gemswurz: ein Strauß aus Tulpen u.
D.
Dörr-: -fleisch, das (landsch.): magerer, von Fleisch
durchwachsener Speck: ^geraüse, das: gedörrtes Gemüse: -obst,
das: gedörrtes Obst, Backobst: -ofen. der: Ofen zum
Dörren: -pflaime, die <meist PI.): gedörrte Pflaume,
Backpflaume.
Dörre ['doero], die; -. -n (landsch.): svw. f Darre (1 a); dorren
['doran] <sw. V.; ist) [mhd. dorren, ahd. dorren = dürr
werden] (geh.): trocken werden, verdorren: dörren fdceren]
<sw. V.) [mhd. derren. ahd. derran. darran; die nhd. Form
mit ö beruht auf Anlehnung an das o in „dorren"]: 1.
dürr machen, austrocknen, ausdorren <hat): die anhaltende
Hitze dörrt den Rasen; gedörrtes Gemüse, Obst. 2. dürr,
trocken werden, dorren <ist>: Apfelschnitze dörren, der
Stockfisch dörrt an der Luft.
dorsal [d3r'za:l] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. dorsälis = zum
Rücken gehörend, zu lat. dorsum = Rücken]: 1. (Med.)
zum Rücken, zur Rückseite gehörend, am Rücken, an der
Rückseite gelegen: zur Rückseite, zum Rücken hin:
rückseitig. 2. (Phon.) (von Lauten) mit dem Zungenrücken gebildet:
Dorsal [-]. der; -s. -e (Phon.): mit dem Zungenrücken
gebildeter Laut: Dorsalfe] Ka)]. das; ...l[e]s. ...le (Archit.):
Rückwand des Chorgestühls: Dorsallaut, der: svw. t Dorsal.
Dorsch [darf], der; -[e]s. -e [mniederd. dorsch < aisländ.
borskr. das wahrsch. zur Sippe von ..dürr" gehört]: a)
junger Kabeljau: b) kleinwüchsige, in der Ostsee
vorkommende Form des Kabeljaus: <Zus.:) Dorschleber, die.
Dorsche ['darfe], die; -. -n [mhd. torse. ahd. torso. wohl
< ital. torso. tTorso] (landsch.): I. Steckrübe. 2.
Kohlstrunk.
dorsiventral [dorziven tra:l] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. dorsum
= Rücken u. Tventral] (Biol.): (von Pflanzenteilen od.
Tieren) einachsig symmetrisch (z. B. Tiere mit
spiegelbildlich gleichen Flanken, aber verschiedener Rücken- u.
Bauchseite); dorsoventral [dorzoven'tra:!] <Adj.; o. Steig.)
[zu lat. dorsum = Rücken u. tventral] (Anat.. Biol.):
vom Rücken zum Bauch hin gelegen,.
dort [d:>rt] <Adv.) [mhd. dort. ahd. dorot. darot]: an jenem
Platz, Ort: da (Ggs.: hier): d. oben, drüben, hinten, im
Regal; d. [wo die Straße einen Bogen macht] ist der
Bahnhof; wer ist d.?; ich komme gerade von d. (dorther):
von d. aus können Sie mich anrufen.
dort-: -behalten <st. V.; hat): vgl. dabehalten; -bleiben
<st. V.; ist): vgl. dableiben; -her [auch: -'-. mit besonderem
Nachdruck: '—] <Adv.>: von dort: ich komme gerade d.;
von d. (von ihm, ihnen o. ä.) kommen also die Geschenke;
559
dorten
-Jijn [auch: -'-. mit besonderem Nachdruck: '—I <Adv.>:
nach dort: stell dich d.!; welcher Bus fährt d.?; -hin*b
[auch: —'-. mit besonderem Nachdruck: ' ] <Adv.>:
an jene Stelle, an jenen Ort hinab: d. führt der Weg; -hinauf
[auch: —'-. mit besonderem Nachdruck: ' ] <Adv.>:
an jene Stelle, an jenen Ort hinauf: d. ist der Weg sehr
steil; ^hinaus [auch: --'-. mit besonderem Nachdruck:
' ] <Adv.>: in jene Richtung hinaus: d. kommen Sie
auf die Autobahn; *bis d. [' 1 (ugs.; sehr, maßlos, ganz
besonders): [er ist] frech bis d.; -hinein [auch: --'-, mit
besonderem Nachdruck: ' ] <Adv.>: in jenen Raum.
Bereich o.a. hinein: die ... Helligkeit dieser Räume reichte
offenbar nicht bis d. (Th. Mann, Zauberberg 189);
-hinunter [auch: —'--. mit besonderem Nachdruck: ' ]
<Adv.>: an jene Stelle, an jenen Ort hinunter: d. gibt es
einen Wanderweg; -selbst [-'-] <Adv.> (veraltend, geh.):
an dem bereits genannten Ort, ebendort. daselbst: Rückkehr
nach Dorf X. Übernachtung d. (H. Kolb. Wilzenbach
22); -zulande, (seltener:) -zuland <Adv.> (geh.): in jenem
Land (meist in bezug auf etw. dafür Charakteristisches):
die Sitten und Gebräuche dortzulande; ohne Rücksicht
auf dortzuland herrschende Vorurteile (Th. Mann, Hoheit
129).
dQrten <Adv.> (veraltet, noch österr. ugs.): dort: Dorten
ist mir leichter gewesen ohne die permanente Anschafferei
(Doderer. Dämonen 578); dortig ['dortig] <Adj.; o. Steig.;
nur attr.) [zu tdort]: a) dort befindlich, anzutreffen: die
-en Behörden. Verhältnisse; <subst.:> wie wir aussteigen
und ihn bezahlen, kam ein Dortiger (dort Einlieimischer)
und sagte: Der hat ja gar keine Konzession (Katia Mann.
Memoiren 70); h) sich dort ereignend, dort geschehen: die
Zeitung berichtete über die -en Vorgänge.
Dos Idorsl. die; -. Dotes ['do.te.s; lat. dös (PL: dötes)]
(Rechtsspr.): Mitgift.
dos ä dos [doza'do:] <Adv.> [frz. dos ä dos, aus. dos =
Rücken (< vlat. dossum < lat. dorsum) u. tä] (bil-
dungsspr.): Rücken an Rücken: sie standen dos ä dos.
Dösdien l'do.&pn). das; -s. -: tDose (1); Dose [*do:za]. die;
-, -n [mniederd.. mniederl. dose = Behälter zum Tragen.
Lade,Koffer; H. u.]: 1. <VkI. tDöschen) kleiner /runder:
Behälter mit Deckel: eine ovale D. [aus Porzellan]; eine
große achatene D., mit Brillanten überreich verziert (B.
Frank. Tage 13); eine D. mit Pralinen füllen. 2. kurz
für TKonservendose: eine D. Erbsen; eine D. öffnen,
aufmachen; Bier. Wurst in -n. 3. kurz für t Steckdose: der
Elektriker muß in jedem Raum noch eine D. setzen. 4.
(vulg.) Vagina: Mädchen mit käuflicher D. (Lynen.
Kentaurenfährte 20). 5. (selten) svw. f Dosis: die Arznei in
vorgeschriebener D. einnehmen.
dösen ['d0:zn] <sw. V.; hat) [niederd. dösen, frühnhd.. mhd.
dösen = schlummern] (ugs.): 1. leicht, nicht tief schlafen;
sich in einem Zustand von Halbschlaf befinden: ich schloß
die Augen und döste; <subst.:> Die herrschende Schwüle,
die meine Gefährten in ein nickendes D. lullte (Th. Mann,
KruII 105); Ü Die Baracken dösten wie vorher in der
Sonne (Remarque. Funke 11). 2. halb wie im Traum vor
sich hin blicken, ohne seine Aufmerksamkeit auf jmdn. od.
etw. zu richten: Im Unterricht döste er [vor sich hinj;
Der Wirt stand hinter der Theke, rauchte und döste (Böll.
Adam 58).
dosen-, Dosen- (vgl. auch Büchsen-): -bier, das: in Dosen
abgefülltes Bier; ^Wedi, das: für Konservendosen
verwendetes Blech; -deckel, der; -fertig <Adj.; o. Steig.): in einer
Dose zum Verzehr fertig: -e Eintopfgerichte; -fisch, der:
in Dosen konservierter Fisch; -fleisch, das: in Dosen
konserviertes Fleisch; -gcmuse, das: in Dosen konserviertes
Gemüse; -libelle, die (Fachspr.): Teil der Wasserwaage; Libelle;
-milch, die: Kondensmilch; -offner, der: Gerät zum öffnen
von Konservendosen: -suppe, die: in Dosen konservierte
Suppe.
dosierbar [do'zrgbag] <Adj.; o. Steig.): sich genau dosieren
lassend: eine genau -e Menge; die Lieferung ... exakt nach
Gramm -er allgemeiner ... und örtlicher Anästhetika
(Medizin II. 12); <Abl.:) Doskrbarkelt, die; -; dosieren [do-
*zi:ran] <sw. V.; hat) [frz. doser. zu: dose = abgemessene
Menge < mlat. dosis = Gabe. T Dosis]: in der für
erforderlich gehaltenen Menge. Dosis ab-, zumessen, zuführen: ein
Medikament. Mittel d.; die hohe Motorleistung, die sich
bei dem scharfen Motor nicht gut d. läßt (Auto 7. 1965.
38); ... daß nur das ... nicht richtig dosierte Wachs ihn
... im olympischen Kampf zurückgeworfen hatte (Maeger-
lein. Piste 75); Ü Nach solchen ... Beleidigungen fällt es
einem Aufseher ... wohl schwer, seine Notwehrschläge
korrekt dosiert zu verabfolgen (Spiegel 21. 1966. 51);
<Abl.:> Dosierung, die; -. -en: 1. das Dosieren: die exakte
D. des Medikamentes ist unerläßlich; Ü scheint ... die
genaue D. der Informationen ... ein wichtiges Merkmal
des stalinistischen Systems zu sein (Leonhard, Revolution
135). 2. abgemessene, dosierte Menge von etw.: ein
Medikament in der richtigen D. verabreichen; Ü Man will ...
Ernst, und zwar in kleiner, individuell zu bemessender
D. (Gehlen. Zeitalter 68).
dösig [doizj^] <Adj.) [aus dem Niederd. < mniederd.
dösich; vgl. dösen] (ugs.): a) nicht ganz wach; benommen,
schläfrig: jmd.. jmdm. ist ganz d.; die Hitze macht einen
ganz d.; b) stumpfsinnig u. unaufmerksam gegenüber allem,
was um einen vorgeht: ein -er Schüler, Blick; Butgereit
schweigt %ne Weile. Träumt d. dem Rauch nach (Schnurre.
Fall 24).
Dosimeter [dozi'me.te], das; -s, - [zu griech. dösis (TDosis)
u. T - meterj: Gerät zur Messung der vom Menschen aufge-
nonunenen Menge an radioaktiven Strahlen; Dosimetrie
[...me'tri:]. die; - (Physik. Chemie. Med.): Messung der
Energiemenge von / Röntgen istrahlen; Dosis fdo:zis], die;
-. Dosen [mlat. dosis = Gabe < griech. dösis]:
entsprechende, zugemessene / Arznei menge: die tägliche, eine
schwache, eine tödliche D.; eine beträchtliche D. [an]
Schlaftabletten einnehmen, zu sich nehmen; Ü eine gehörige
D. Eitelkeit; es fehlt eben jene leise D. von Irrationalem,
die erst dem vernünftigen Menschen den inneren Halt
gibt (Tucholsky, Werke II, 380); jmdm. etw. in kleinen
Dosen verabreichen, beibringen (ugs.; schonend nach u.
nach mitteilen).
Däskopp ['daskap]. der: -s, ...köppe [niederd. Döskopp
= Dummkopf; vgl. dösen] (salopp): unaufmerksamer
Träumer, der nicht recht zu etw. zu gebrauchen ist: schrie er
nach dem Milchkutscher ..., wo denn dieser D. wieder
stecke (FAZ 5.8.61. 50).
Dossier [da'sie:], das (veraltet: der); -s, -s [frz. dossier. zu:
dos = Rücken (nach dem Rückenschild), tdos ä dos]:
umfänglichere Akte, in der alle zu einer Sache, einem
Vorgang gehörenden Schriftstücke gesammelt sind: ein D. [über
jmdn.] anlegen; belastendes Material in einem D. sammeln;
Einsicht in ein D. verlangen; b) (selten) ibelastendes
Schriftstück: man hatte den Minister seit langem mit
zahlreichen -s über Korruption und Mißwirtschaft versorgt.
dossieren [da'shrdn] <sw. V.; hat) [zu frz. dossier =
Rücklehne. Rückwand, t Dossier] (Fachspr.): abschrägen,
abböschen; <Abl.:> Dossjtfting, die; -. -en: 1. das Dossieren.
2. flache Böschung.
Dost [dost], der; -[e]s. -e [mhd. doste, ahd. dost(o). eigtl,
= Büschel (nach den büscheligen Blütenständen)]: als
Gewürz- u. Heilpflanze verwendeter Vertreter einer mit dem
Majoran verwandten Gattung der Lippenblütler; Origanum,
wilder Majoran.
Dotabystem [do'ta:l...|. das; -s [zu lat. dötälis= zur Mitgift
gehörend] (hist.): System des ehelichen Güterrechts im
römischen Recht, nach dem das Vermögen der Frau nach der
Hochzeit in das des Mannes überging; Dotation [dola-
tsjo.n]. die; -. -en [mlat. dotatio = Ausstattung, zu lat.
dötäre, t dotieren] (bildungsspr.): a) Schenkung. Zuwendung
von Geld od. anderen Vermögenswerten an öffentliche
Einrichtungen od. an Personen (bes. für Verdienste um den
Staat): Einige ... Offiziere suchten sich ... Reservatgüter
... aus. die sie später als D. zu empfangen wünschten
(A. Zweig. Grischa 75); b) (selten) svw. T Mitgift; dotieren
[do'ti.ran] <sw. v.; hat) [lat. dötäre = ausstatten]: I. (in
bezug auf gehobene berufliche Positionen) in bestimmter
Weise bezahlen: wir werden die Position mit 5000 Mark
d.; (meist im 2. Part.:) die Stellung ist hoch, mäßig dotiert;
der Posten als Trainer ist mit 5000 DM dotiert; eine
gut dotierte Position. 2. mit einer bestimmten Geldsumme
o.a. ausgestalten: der Preis soll mit 10000 Mark dotiert
werden; <meist im 2. Part.:) beide Preise sind mit je 6000
Mark dotiert die Rallye ist mit Geldpreisen dotiert; eine
reich dotierte Stiftung. 3. (Halbleitertechnik) (zur gezielten
Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit) Fremdatome
in Halbleitermaterial einbauen; Dotierung, die; -. -en: 1.
das Dotieren. 2. Entgelt, Gehalt für eine gehobene berufliche
Tätigkeit.
560
Drachen-
Dotter ['cbte]. der od. das; -s. - [mhd. toter, ahd. totoro;
verwandt mit norw. mundartl. dudra = zittern): I. (Zool.)
in tierischen Eizellen enthaltene Nährsubstanz für den Keim-
ling: der Embryo nährt sich vom D. 2. das Gelbe des
Vogeleis. bes. des Hühnereis. Eigelb: den D. vom Eiweiß
trennen; Gegenseitig köpften sie einander die Eier; er
streute ... Salz in das offene D. (Fussenegger. Haus 205).
ctytter-, DQtter-: ^Mume. die: a) Sunipfstaude mit gelben
Blüten (Vertreter einer Gattung der Hahnenfußgewächse);
b) kurz für ISumpfdotterblume; M»lb <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): kräftiggelb wie der Dotter des Hühnereis: ein
-er Kissenbezug; ^sack,der (Zool.): den Dotter umhüllendes
Anhangsorgan bei Embryonen von Wirbeltieren (z. B.
Fischen, Vögeln).
dotzen f'dot^n] <sw. V.; hat) (landsch.): (bes. von einem
Ball) aufprallen u. hochspringen: der Ball dotzt; Ü Wir
fangen den Kohl schon auf, wenn er fällt, lassen ihn aber
vorher zweimal dotzen (Spiegel 11. 1975. 24).
Douane I'dya.nd] <o. Art.) [frz. douane < älter ital. doana
< arab. diwän = Zollbüro < pers. diwän. t Diwan]:
frz. Bez. für Zoll[amt] (Hinweis auf Schildern an der frz.
Grenze); Douanier [dya'nie:]. der; -s. -s [frz. douanierj:
Grenz-, Zollbeamter (in Frankreich).
doubeln I'du:bln] <sw. V.; hat) [zu T Double! (Film): a) einen
Darsteller in einer gefährlichen Szene, bei Proben o. ä.
ersetzen, dessen Rolle übernehmen: einen Hauptdarsteller d.;
Das Mädchen wird ... gedoubelt. da die echte Täterin
inzwischen unauffindbar ist (Hörzu 15. 1972. 93); er hat
schon mehrfach gedoubelt (als Double da) gearbeitet);
b) mit einem Double besetzen: eine Szene d.; In diesem
Film war jede Gesangspartie gedoubelt (Börsenblatt 74.
1965. 5030); Doublage [du'bla:»]. die; -. -n [frz. doublage.
eigtl. = das Verdoppeln] (Fachspr.): 1. Vorgang des
filmischen Synchronisieren. 2. das durch filmisches
Synchronisierenhergestellte Werk; Double ['du:b|l. das; -s. -s [frz. double
= doppelt; Doppelgänger < tat. duplus; vgl. doppelt]:
l.a) (Film) ähnlich aussehender Ersatzdarsteller für
bestimmte !gefährlichei Szenen, bei Proben o.a.: er stand
die Dreharbeiten ohne D. durch; sie arbeitel beim Film
- als D. für sportliche Szenen wie Reiten. Tauchen.
Skilaufen. Schießen und solche Dinge (Brand. Gangster 32);
b) Doppelgänger. 2. (Musik) Variation eines Satzes der
Suite durch Verzierung der Oberstimme. 3. svw. t Double-
face (b). 4. (Sport) Gewinn der Meisterschaft u. des
Pokalwettbewerbs durch dieselbe Mannschaft in einem Jahr: sie
schafften das D.; Double [du'ble:]: 1. svw. TDublee. 2.
(Fechten) Doppeltreffer beim Degenfechten; Doubleface
['du:b|fa:s. auch: dAblfeis]. der od. das; -. -s [...fa:s. auch:
...feisiz; frz. double-face. aus: double = doppelt (tDouble)
u. face = Gesicht, Außenseite < lat. facies]: a) Gewebe
aus Halb seide od. Chemiefasern mit verschiedenfarbigen
Seiten, die beide nach außen getragen werden können; b)
dickes Doppelgewebe aus Streichgarn für Wintermäntel;
doublieren [du'blhran]:!dublieren.
Douceur [du's0:?], das; -s, -s [frz. douceur. eigtl. =
Süßigkeit, zu: doux = süß < lat. dulcis] (veraltend): Trinkgeld:
Wie reagiert die Psyche des Straßenbahnkondukteurs auf
ein D. von ungewöhnlichem Ausmaße ...? (Kisch. Reporter
59).
Douglas- ['dagtas-; nach dem schott. Arzt J. Douglas
(1675-1742)] (Med.): -räum, der <o. Pl.>: Bauchfellgrube
zwischen Mastdarm u. Blase bzw. Gebärmutter; ^skop
l...sko:p], das; -s. -e [zu griech. skopein = betrachten,
beschauen]: Endoskop zur Betrachtung des Douglasraums;
^skopie [...sko'pi:], die; -. -n [...i.an]: Untersuchung des
Douglasraums mittels Douglasskop von der Scheide her.
Douglasie [du'gla:zp], die: -. -n [nach dem schott. Botaniker
D. Douglas (1798-1834)]: bis 100m hohes,
schnellwachsendes Kieferngewächs aus Nordamerika mit weichen, an der
Unterseite weißlich gestreiften Nadeln: Douglasfichte,
Douglastanne [du.glas-]. die: -. -n: svw. tDouglasie.
Dourine [du'ri.na] u. (eingedeutscht:) Durine [-]. die; -. -n
[frz. dourine. viell. zu arab. darina = schmutzig sein]
(Tiermed.): durch Trypanosomen verursachte
Geschlechtskrankheit von Pferd u. Esel.
do ut des ['do: ot de.s; lat. = ich gebe, damit du gibst]:
1. altröm. Rechtsformel für gegenseitige Verträge oder
Austauschgeschäfte. 2. Ausdruck dafür, daß man mit einer
Gegengabe od. einem Gegendienst rechnet.
Dow-Jones-Aktienindex [daudsoonz-]. (auch:) Dow-Jones-
Index. der; - [nach der amerik. Firma Dow. Jones & Co..
die den Index ermittelt] (Wirtsch.): Verzeichnis, Aufstellung
der errechneten Durchschnittskurse von Aktien in den USA:
In Wallstreet hatte der Dow-Jones-Index gerade den Stand
von 700 Punkten überschritten (FAZ 1.7.61. 7); An der
Wallstreet erreichte der Dow-Jones-Index ... einen ...
Höchststand (Welt 18.11.61. 12).
Dowlas [daubsl. das; - [engl, dowlas. nach der t\z. Stadt
Daoulas. wo es zuerst hergestellt wurde] (Textilind.):
dichtes, gebleichtes Baumwollgewebe für Wäsche u. Schürzen.
down [daon; engl. down, eigtl. = hinunter] (ugs.): sich
körperlich, seelisch auf einem Tiefstand befindend; / nach
einer Anstrengung j erschöpft, zerschlagen, ermattet;
niedergeschlagen, bedrückt: d. sein; Mustafa ... kommt
vollkommen d. an und schläft seinen Rausch aus (Zwerenz. Kopf
181).
Down-Syndrom [daun-]. das; -s [nach dem brit. Arzt J.
L. H. Down (1828-1896)]: svw. t Mongolismus.
Doxa ['daksa], die; - [griech. doxa = Meinung; Ruf. Ruhm]
(Rel.): die überweltliche Majestät Gottes; die göttliche
Wirklichkeit.
Doxale [do'ksa:b]. das; -s. -s [mlat. doxale] (Archit.): Gitter
zwischen Chor u. Mittelschiff, bes. in barocken Kirchen.
Doxograph [dokso'gra:fl. der; -en. -en (meist Pl:> [zu griech.
doxa = Meinung u. t-graph] (Philos.): einer der
griechischen Gelehrten, die die Lehren der Philosophen nach
Problemen geordnet sammelten; Doxologfc, die; -. -n [...i.an; mlat.
doxologia < griech. doxologia = das Rühmen]:
Lobpreisung Gottes, der Dreifaltigkeit in der christlichen Liturgie:
die große D. (..Ehre sei Gott in der Höhe ..."); die kleine
D. (..Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen
Geist'4); die D. singen.
Doyen [dQajfi:]. der;-s.-s <P1. selten) [frz. doyen = Ältester.
Dekan < lat. deeänus. t Dekan]: a) dienstältester Leiter
u. Sprecher des diplomatischen Korps; b) Ältester einer
Gruppe, Rangältester: Hofschauspieler ... Tressler. der D.
des ... Burgtheaters (MM 27.10.61. 32); Doyenne [...'Jen],
die; -. -n <P1. selten) [frz. doyenne]: w. Form zu t Doyen
(b).
Dozent [do'tsent], der; -en. -en [lat. docens (Gen. docentis).
1. Part, von: docere = lehren]: a) Lehrer an einer
Hochschule, Fachhochschule od. Volkshochschule; b) Lehrer an einer
Universität, der nicht Professor, sondern Beamter auf i
Lebens/zeit ist; c) svw. t Privatdozent; Dozentin, die; -. -nen:
w. Form zu tDozent; Dozentur [...'tu:;], die; -. -en: a)
akademischer Lehrauftrag: eine D. übernehmen, erhalten;
seihe Verwandtschaft mit dem Kultusminister ... hatte
ihm diese D. verschafft (Thieß. Frühling 5); b) Stelle für
einen Dozenten an einer Hochschule o.a.: eine neue D.
einrichten; dozieren [do'tshren] <sw. V.; hat) [lat. docere
= jmdn. etwas annehmen machen, lehren]: 1. an einer
Hochschule o. ä. lehren, Vorlesungen halten: über
Psychologie d.; an einer Universität d.; Weißblatt trug seine
Ansichten und Theorien über diese Welt ... im Liegen vor. Alle
Weisen haben gelegen, wenn sie dozierten (Strittmatter.
Wundertäter 340). 2. in lehrhaftem Ton reden: mußt du
immer gleich d.?; ..Der Krieg ist viereinhalb Jahre vorbei'4,
doziert er (Remarque, Obelisk 10); in dozierendem Ton
sprechen.
Drache ['draxal. der; -n. -n [lat. draco < griech. dräkön]:
geflügeltes, feuerspeiendes, schlangenartiges Fabeltier {mit
mehreren Köpfen i; Lindwurm: Siegfrieds Kampf mit dem
-n; eine Darstellung des heiligen Georg, des Erzengels
Michael mit dem -n; Er träumte von feurigen -n. die
in den Herbstnächten über den Kiefernwald ins Dorf flogen
(Strittmatter. Wundertäter 314); Drachen, der; -s. - [Nebenf.
von t Drache]: 1. mit Papier, Stoff o.a. bespanntes Gestell,
das man an einer langen Schnur in den Himmel steigen
lassen kann: einen D. basteln; im Herbst lassen die Kinder
D. steigen; die Meßgeräte der Meteorologen werden an
einem Drachen in die Höhe getragen. 2. (salopp abwertend)
zänkische Frau: sie ist ein [furchtbarer] D. 3. Drei-Mann-
Kielboot für Segelrennen. 4. deltaförmiges Fluggerät {für
das Drachenfliegen 1 u. 2): der Wiener Drachenflieger ...
versuchte... einen Start mit einem ihm völlig neuen
Schweizer D. (MM 24. 3.75.3).
Drachen-: -ballon, der: svw. T Fesselballon; -baim, der
[nach dem t Drachenblut (2) genannten Harz des
Strauches]: zu den Liliengewächsen gehörender baumartiger
Strauch, der auf den Kanarischen Inseln beheimatet ist u.
36 GDW
561
Drachme
in Mitteleuropa als Zierpflanze kultiviert wird; -blut, das:
1. der Sage nach besondere Kraft verleihendes Blut des
Drachen. 2. rotes Harz in fester Form aus dem Fruchtfleisch
der Drachenblutpalme u. verwandter Arten, das zu Lacken,
medizinischen Pflastern, zum Färben von Lacken u. Papier
verwendet wird; -blutpalme, die: auf den Inseln des
Malaiischen Archipels beheimatete, lianenartig kletternde, dünne
Palme mit langen Fiederblättern; -brut* die (veraltend
abwertend): Gesindel; -bürg, die (scherzh. veraltend): svw.
Nfels; -fels, der (scherzh. veraltend): Platz, von dem aus
die Mütter ihre Töchter bei einem Ball beobachten; -fisch,
der: Vertreter der Barschfische mit vier Arten in Atlantik.
Mittelmeer. Nordsee u. a.. wo sie sich meist in feinsandigem
Grund eingraben; -fliegen, das: das Fliegen. Gleiten im
Schlepp eines Motorbootes od. von Bergkuppen o. ä. herab
mit einem deltaförmigen Fluggerät, das aus einem mit
Kunststoff gewebe bedeckten Rohrgerüst besteht; dazu: -flieger,
der; -ftug, der, dazu: -flugmeisterschaft, die, -flugschule,
die; -gift, das (dichter.): etw. Schädliches das man jtndm.
anbietet j V-kopf.der: Vertreter der in allen Meeren
verbreiteten Knochenfische mit stacheligen mit Giftdrüsen in
Verbindung stehenden ', Flossen; —muster, das: das Drachenmotiv
verwendendes Porzellanmuster chinesischen Ursprungs;
-saat, die [nach der Fabel des Hyginus u. nach Ovid
wachsen aus den von Kadmos ausgesäten Zähnen des
von ihm erlegten Drachen Krieger, die sich gegenseitig
erschlagen] (geh.): Gedanken, die Zwietracht säen od.
anderen Scheuten anrichten; Eine... D. von Demagogie. Bosheit
und politischer Perfidie (FAZ 70. 1958. 2); die D. ist
aufgegangen (Zwietracht, feindliche Gesinnung o.a. hat
sich verbreitet).
Drachme l'draxma). die; -, -n [lat. drachma < griech. drach-
me. eigtl. = eine Handvoll (Münzen)]: 1. griechische
Währungseinheit (= 100 Lepta). 2. (hist.) Apothekergewicht.
Dragee, (auch:) Dragee [dra'se:]. das; -s, -s [frz. dragee
< lat. tragemata < griech. tragemata = Naschwerk]:
1. mit einem Glanzüberzug aus Zucker. Schokolade o.a.
versehene Süßigkeit mit einer festen od. flüssigen Füllung.
2. linsenförmige Arzneipille, die aus einem Arzneimittel mit
einem geschmacksverbessernden Überzug besteht; <Abl.:>
Drageur [dra'30:;], der; -s. -e: jmd.. der Süßwaren herstellt
(Berufsbez.).
Draggen ['dragnl. der;-s. -[niederd. Dragge(n) < mniederd.
draggen. viell. aus: dreegge = Dreizack] (Seemannsspr.):
kleiner mehrarmiger Anker.
dragieren [dra'3i:ran] <sw. V.; hat): mit einem Glanzüberzug
aus Zuckermasse o. ä. versehen, so daß Dragees entstehen:
Pillen d.; Dragist [dra'3ist]. der; -en. -en [frz. dragiste]:
svw. t Drageur.
Dragoman fdra:goman. auch: drago'ma:n]. der; -s. -e [ital.
dragomanno < arab. tarfcumän]: einheimischer, sich als
Fremdenführer betätigender Dolmetscher im Naixen Osten,
bes. für Arabisch. Türkisch u. Persisch: ... fährt man ...
bis nahe ans Pyramidenfeld, empfangen von schreienden
-en. Eseltreibern und Kamelhütern, die Bakschisch fordern
(Ceram. Götter 154).
Dragon [dra'go:n]. Dragun [dra'gu:nl. der od. das; -s [älter
frz. targon < mlat. tarc(h)on. T Estragon]: svw. T Estragon.
Dragonade [drago'na:dd], die; -, -n (meist PI.) [frz. dragon-
nade]: 1. (hist.) Gewaltmaßnahme Ludwigs XIV. zur
Bekehrung der Hugenotten durch Einquartierung von Dragonern.
2. (bildungsspr.) gewaltsame Maßregel: Dragoner [dra-
go:ne], der; -s. • [frz. dragon. urspr. = „(feuerspeiender)
Drache" als Name einer Handfeuerwaffe < lat. draeö
< griech. dräkön = Drache]: 1. (hist.) leichter Reiter.
Angehöriger einer Reitertruppe. 2. (salopp abwertend) in
ihrer Erscheinung u. ihrem Auftreten derbe, resolute,
männlich aussehende od. wirkende Frau. 3. (österr. veraltend)
Rückenspange an Jackett od. Mantel.
Dragun: t Dragon.
drahn [dra:n] <sw. V.; hat) [eigtl. = drehen] (österr. ugs.):
bis in die Nacht hinein feiern, die Nacht durchfeiern: Heut
wird gedraht - gestern hab ich mit dem Sascha Kolowrat
gedraht ... (Kraus, Menschheit I. 24); <Abl.:> Drghrer,
der; -s, -: jmd.. der droht. Nachtschwärmer.
Draht [dra:t]. der; -[e]s, Drähte <Vkl. t Drähtchen) ['drete;
mhd.. ahd. drät (2. Part, von: dräen = drehen), eigtl.
= Gedrehtes, gedrehter (Faden), mhd. = gezogener
Metalldraht]: 1. schnurförmig ausgezogenes Metall: ein dünner
D.; rostiger D.: ein Stück D.; Draht [ausgehen
(herstellen); Nelken auf D. ziehen; etw. mit D. umwickeln; über
einen D. stolpern. 2.a) Telefon-. Telegrafendraht;
Telefonleitung: die Schwalben sitzen auf den Drähten: er ... ließ
... nach Witterer telefonieren, bis die Drähte rauchten
(Kirst.08/15. 547); b) Telefonverbindung, telegrafische
Verbindung: am anderen Ende des -es meldete sich niemand;
die Nachricht kam über D. (über eine telegrafische
Verbindung); hätten sie das Telefon von der Gabel gehoben
und Flüche durch den D. gebrüllt (Reinig. Schiffe 92);
Ü den D. nach Moskau nicht abreißen lassen (die
politischen Beziehungen zu Moskau aufrechterhalten); * heißer
D. (direkte telefonische Verbindung i zwischen den
Regierungen der Großmächte . bes. bei ernsten
Konfliktsituationen; LÜ von engl, hot-line. hot-wire); auf D. sein (ugs.;
wachsam sein, aufpassen u. eine Situation sofort richtig
erkennen u. nutzen): Jetzt war Stefan nicht auf D.; er hätte
ja sagen müssen (Kuby. Sieg 173); imdn. auf D. bringen
(ugs.; imdn. dazu bringen, rasch zu handeln): c) (Solda-
tenspr.) , Stachel drahtverhau: die Flüchtlinge blieben im
D. hängen, kamen nicht durch den D. 3. <o. PI.) (ugs.
veraltend) Geld.
draht-, Drght-: -ansdirift, die: abgekürzte Anschrift im
Telegrammverkehr. Kurzanschrift. Telegrmnmadresse.
-antworte die: telegrafische Rückantwort; -auslöser, der (Fot.):
Bowdenzug zur erschütterungsfreien Übertragung des
Auslösedrucks auf den Auslöserhebel einer Fotokamera bei
Stativaufnahmen; -besen, der: im Freien verwendeter
Kehrbesen mit elastischen Zinken aus Draht: ^bürste, die: Bürste
mit Borsten aus Draht; ^eseL der (ugs. scherzh.): Fahrrad;
^fenster, das: Drahtgitter vor einem Fenster; -funk, der:
Übertragung von Rundfunkprogrammen über / Telefon lei-
tungen; -gebunden <Adj.; o. Steig.) (Nachrichten t): an
Leitungen gebunden (Ggs.: drahtlos); -geflecht, das: Geflecht
aus DraJu; -gestell, das: aus Draht geflochtenes Gestell;
-gewebe. das: Gewebe aus Draht mit Quadratischen od.
rechteckigen Maschen (für Siebe, als Halt für den Putz
o. ä.); ^gitter, das: Gitter aus Draht; ^gbs, das:
Sicherheitsglas, in das Drahtgewebe od. -geflecht eingewalzt ist; -glok-
ke. die: aus Drahtgeflecht bestehender Sturz, unter dem
Lebensmittel vor Fliegen geschützt aufbewahrt werden;
^haarv das: rauiies. hartes Haar bestimmter Hunderassen.
dazu: -haardackd, der. -haarfox, der. -haarterrier, der:
Dackel usw. mit Drahthaar; -kommode, die (ugs. scherzh.):
Klavier; -korb, der: Korb aus Drahtgeflecht; -lehre, die:
Werkzeug zur Bestimmung der Dicke von Drähten; ^los
<Adj.; o. Steig.) (Nachrichtent.): durch Funk nicht an
Leitungen gebunden (Ggs.: drahtgebunden): -e Telegrafie;
-mekbmg, die; -nachricht, die: Telegramm nachricht ;
-nagel,der: vgl. -stift; -netz, das: Netz aus Draht; ^ puppe,
die: Marionette; -putzdecke, die (Bauw.): svw. tRabitzdek-
ke; -rolle, die: zu einer Rolle aufgerollter Draht; -schere,
die: Schere, mit der man Draht schneiden kann; -schlinge,
die: Schlinge aus Draht; -Schneider, der: Werkzeug, mit
dem man Drain schneidet; ^seiL das: Seil aus Stahldrähten.
dazu: -seilbahn, die: svw. f Seilbahn, -seilkünstler, der:
Akrobat, der Balanceakte auf einem Drain seil vorführt;
Seiltänzer; -sieb, das: Sieb aus Drahtgewebe; -spuie, die:
mit Draht umwickelte Spule; -Stift, der (fachspr.): kleiner
Nagel aus Draht mit Spitze u. Kopf; -verhau, der od.
das: 1. Verhau aus verschlungenen Drähten od. Stachel -
drahtgeflecht. 2. (Soldatenspr.) Dörrgemüse; Mvurm, der:
unterirdisch an Pflanzen schmarotzende, langgestreckte,
gelbbraune Larve des Schnellkäfers; -zange, die: Kneifzange,
mit der man Draht abtrennen kann; -zäun, der: Zaun aus
Drahtgeflecht, -zieher l-tßi:e], der; -s, - [2: nach den
Marionettenspielern]: 1. jmd.. der Draht herstellt (Berufsbez.).
2. jmd.. der andere für seine politischen Ziele einsetzt
u. selbst im Hintergrund bleibt; Hintermann: Diese
Handlungen sind von den gleichen -n vorbereitet .... die auch
... diese (= Krawalle am Ostermontag) dirigierten (Spiegel
18. 1968. 60); -zieherei, die: Betrieb, in dem Drain
hergestellt wird: Arbeiter in der D. der Hoesch-Werke (v. d.
Grün. Glatteis 5).
Drihtchen [dre^n]: tDraht; 'drahten [dra:tnj <sw. V.;
hat) [zu t Draht (1 b)l: 1. (veraltend) telegrafisch
übermitteln: Pearson ... drahtete die niedrigsten Preise (Baum.
Paris 40); er drahtet an den Minister: ... (Ceram. Götter
62). 2. mit Drain zuscunmetiflechten. Mrahten [-] <Adj.;
o. Steig.; nur attr.): aus Draht; drähtern fdratim] <Adj.;
o. Steig.; nur attr.): svw. t drahten.
562
dran-, Dran-
drahtig [dra:ti(jj <Adj.; nicht adv.>: 1. drahtartig rauh: ein
-er Schnauzbart (Spoerl, Maulkorb 9). 2. (meist auf
Männer bezogen) sehnig, von schlanker, durchtrainierter Figur:
ein -er Typ, junger Mann; eine -e Figur; d.. mit scharf
ausgeprägten Zügen, ein Willensmensch (Hörzu 31. 1971.
20); Männer, die so d. aussehen, spielen Tennis (v. d.
Grün, Glatteis 118); Drahtung, die; -. -en: telegrafische
Meldung.
Drain [dre:n. drg:]. der; -s. -s [frz. drain < engl, drain):
1. (auch: Drän [dre:n]; Med.) Gummi- od. Glasröhrchen
zur Durchführung einer Drainage (1). 2. t Drän (1); Drainage
[dr&'na:3d]. die; -. -n [frz. drainage]: 1. (auch: Dränage:
Med.) Ableitung von Wundabsonderungen, Flüssigkeiten
nach außen mit Hilfe eines Gummi- od. Glasröhrchens.
2.1 Dränage (1). 3. (Kfz.-T.) Verdrängung von Wasser aus
der sich zwischen Reifen u. Fahrbahn bildenden
Kontaktfläche bei nasser Fahrbahn; drainieren [dre'ni:ren] <sw. V.;
hat) [frz. drainer]: 1. (auch: dränieren: Med.)
Wundabsonderungen, Flüssigkeiten durch Drains (1) ableiten: eine
Wunde d. 2. tdränieren (1).
Draisine [drai'zi.na], die; -. -n [nach dem dt. Erfinder K.
Freiherr Driis von Sauerbronn (1785-1851)1: 1. Laufrad,
Laufmaschine ( Vorläufer des Fahrrads). 2. kleines
Schienenfahrzeug zur Kontrolle von Eisenbahnstrecken.
drakonisch [dra'ko:ntf] <Adj.) [nach dem altgriech.
Gesetzgeber Drakon. dessen Gesetze sehr hart u. grausam waren]:
ihäufig in bezug auf Maßnahmen einer Instanz) sehr streng,
hart: -e Strafen. Maßnahmen, Gesetze: eine -e StraOustiz;
mit -er Strenge durchgreifen; Steuergeselze sind selten
populär, diese aber waren so d., daß ... (Thieß. Reich
315); etw. d. durchführen; Drakonfiasis [drakan'ti:azis],
die; - [griech. drakontiasis]: svw. t Drakunkulose; Drakun-
kulose [drakunku'lo.zD]. die; -. -n [zu lat. dracunculus =
kleine Schlange. Vkl. von: draco. t Drache] (Med.):
Wurmkrankheit des Menschen, die durch einen im
Unterhautbindegewebe schmarotzenden Fadenwurm hervorgerufen wird.
drall [dral] <Adj.; nicht adv.> [aus dem Niederd. < mnie-
derd. drall = fest gedreht. Ablautbildung zu tdrillen]:
(in bezug auf jugendliche weibliche Personen) von
rundlichen, kräftig-straffen Formen: ein -es Mädchen; er ...
tanzte mit den -en Bauerndirnen (Winckler. Bomberg 113);
sie hat -e Arme; Ü Von dieser -en. unbekümmerten Komik
ist Thümmels Jugenddichtung weit entfernt (Greiner,
Trivialroman 65); Drall [-1. der; -[eis. -e <P1. selten): la)
schraubenlinienartige Züge im Lauf od. Rohr einer
Feuerwaffe, durch die das Geschoß in eine Drehbewegung gebracht
wird: b) Drehbewegung eines Geschosses durch den Drall
(la); Ü einen D. (Hang) zum Politisieren. Moralisieren
haben. 2. (Physik) a) Drehbewegung, Rotation eines
Körpers um die eigene Achse: b) svw. T Drehimpuls. 3. (Textil-
ind.) Anzahl der Drehungen bei Garn u. Zwirn auf eine
bestimmte Fadenlänge: Dtyllheit, die; -: (in bezug auf
jugendliche weibliche Personen) Rundliclikeit u. Festigkeit
der Formen.
Draton©['dra:bn]f das; -[sj [Kunstwort]: synthetische
Faser, die u. a. wollartige Gewebe ergibt.
Drama [dra:ma]. das; -s. ...men [lat. dräma < griech. drä-
ma. eigtl. = Handlung. Geschehen]: l.a) <o. PI.)
Schauspiel, Trauerspiel u. Lustspiel umfassende literarische
Gattung des Sprechtheaters, in der eine Handlung durch die
beteiligten Personen auf der Bühne dargestellt wird: das
moderne, expressionistische, englische D.; das D. der
deutschen Klassik; die Lehre von den drei Einheiten (Zeit.
Ort u. Handlung) im D.; b) Schauspiel mit tragischem
Ausgang]: ein bühnenwirksames D.; ein D. in fünf Akten;
die Dramen Shakespeares/von Shakespeare; das D. spielt
in Wien im Jahre 1883; ein D. schreiben, aufführen,
inszenieren; Ü alle Gestalten in jenem großen D. zwischen
Gott und Mensch, das die Bibel vor uns abrollen läßt
ffielicke. Ich glaube 148). 2. <P1. selten) aufregendes,
erschütterndes od. trauriges Geschehen: das D. der
Geiselbefreiung; ihre Ehe war ein einziges D.; angesichts des -s
in der und um die ÖSSR (Bundestag 190, 1968. 10305);
mit der Versorgung ist es ein D. (die Versorgung
funktioniert nicht): man sollte kein D. daraus machen (sollte
die Angelegenheit nicht schlimmer hinstellen, als sie
eigentlich ist); <Abl.:> Dramatik [dra'ma:tik]. die; -: 1. Spannung,
bewegter Ablauf: die D. eines sportlichen Wettkampfs;
die schicksalsschwere D. der Krise vom September 1938
(Rothfels. Opposition 69); in dieser Szene liegt eine
ungeheure D. 2. dramatische Dichtkunst: die D. der Gegenwart;
Dramatiker, der; -s. -: Verfasser von Dramen: der Autor
ist hauptsächlich als D. hervorgetreten; dramatisch <Adj.)
[lat. drämaticos < griech. dramatikös]: I. <o. Steig.: nicht
adv.) das Drama (la) betreffend, kennzeichnend, zum
Drama gehörefid: das -e Werk eines Dichters; die -e
Wirkung. Spannung eines Theaterstücks; der -e Höhepunkt;
Bertolt Brechts -e Bemühungen zielten im wesentlichen
auf die Sprengung des Rahmens der Guckkasten-Bühne
(Marek. Notizen 83). 2. aufregend u. spannungsreich: ein
-es Finale; eine -e Rettungsaktion; Dies ist der -e Verlauf
der Wahlnacht, die dem Labour-Kabinett einen
empfindlichen Stoß versetzte (Welt 23. 1. 65. 4); das Spiel war.
verlief äußerst d.; die Ereignisse haben sich d. zugespitzt;
So rief er heute recht d. ... an. daß er noch immer keine
Arbeit hätte (Ossowski. Bewährung 68); dramatisieren [dra-
mati'zi:ren] <sw. V.; hat): 1. aufregender, schlimmer od.
bedeutungsvoller darstellen, als die betreffende Sache
eigentlich ist: bestimmte Vorfälle, eine Situation, seine Leiden.
Krankheiten d.; Dieser bestimmte Turm verdient es so
wenig wie dieser bestimmte Zielbahnhof, daß man ihn
dramatisiert. Der Turm ist einfach ein Turm (Wohmann.
Absicht 453). 2. zu einem Drama verarbeiten, umarbeiten:
einen Stoff. Roman d.; <Abl.:> Dramatisierung, die; -,
-en: Die D. und erste Broadway-Inszenierung von „Ben
Hur" (Welt 29. 3. 64. Literaturblatt); dramatb personae
['dra.matis per'zo:ne] <P1.> [lat. = die Personen des
Dramas] (bildungsspr.): Personen, die in einem Drama (1 b)
auftreten; Dramaturg [...'tork]. der; -en. -en [griech. drama-
tourgos = Schauspielmacher.-dichter, zu: ergon = Werk]:
literatur- u. theaterwissenschaftlicher Berater beim Theater.
Funk od. Fernsehen, zu dessen Aufgaben die Sichtung,
Auswahl. Bearbeitung u. Realisierung der neuen! Stücke gehö-
ren. Dramaturgie[...tur'gi:].die;-.-n [...i:an; griech. drama-
tourgia]: I. Lelire von der äußeren Bauform u. den
Gesetzmäßigkeiten der inneren Struktur des Dramas, bes. im Hinblick
auf die praktische Realisierung: am Anfang der
europäischen D. steht die ..Poetik" des Aristoteles; Lessings
Hamburgische D. (kritische Betrachtungen über Dramaturgie).
2. Bearbeitung u. Gestaltung eines Dramas, Funkspiels,
Fernseh films o.a.: was nicht heißen soll, daß sie ( =
die Musik Purcells) nicht zuweilen die D. der Szene
bestimmt (Welt 22. 7. 65. 5). 3. Abteilimg der beim Theater,
Funk od. Fernsehen beschäftigten Dramaturgen: Ein
Hörspiel ... ist der Beitrag des DDR-Rundfunks in seinem
Programmaustausch mit der D. des Westdeutschen
Rundfunks (Bayerischer Rundfunk. Winterprogramm 1966/67);
dramaturgisch <Adj.; o. Steig.): I. die Dramaturgie (1)
betreffend: nach alter -er Regel (Mostar. Liebe 37). 1
die Kunst der Gestaltung eines Stücks, einer Szene
betreffetid: der Autor hat außerordentliches -es Geschick; Das
ist der grundlegende -e Fehler in der Konzeption des Films
(Welt. 6. 11. 75. S. Film); Ü der -e Aufbau, den sich
der Kriegsgerichtsrat ausgedacht hatte (Kuby. Sieg 426).
3. die Dramaturgie (3) betreffend: die -e Abteilung eines
Senders; Dramma per musica [drama per 'mu:zikal. das;
. ...me-- (...ma; ital.. eigtl. = Drama für Musik]
(ital. Bez. für): Oper, musikalisches Drama; Dramolett
[dramo'let]. das; -s. -e. auch: -s [französierende Bildung
zu TDrama]: kurzes Bühnenspiel.
dran [dran; spätmhd. dran(e)] (ugs. für): Tdaran (1. 2):
an der Geschichte ist schon was [Wahres] d.; Ü gut. schlecht
d. sein (es gut, schlecht haben); an dem Motor, an der
Batterie ist was d. (nicht in Ordnung); an dem Mädchen
ist nichts d. (das Mädchen hat keine äußerlichen od.
innerlichen Vorzüge); da ist alles d.! (das hat alle nur denkbaren
Vorzüge, iron.: Nachteile); an dem Gerücht ist [schon]
etw. d. (es ist nicht erfunden); *d. sein (1. an der Reihe
sein. 2. zur Verantwortung gezogen werden. 3. sterben
müssen): am -titen sein (scherzh.; an der Reihe sein): nicht
wissen, wie man mit jmdm. d. ist (was man von jmdm.
halten soll); d. glauben müssen (sterben müssen; einer
Gefahr, einer schwierigen Aufgabe nicht entgehen).
dr^n-, Dryn- (vgl. auch: daran-. Daran-): ^bleiben <st. V.;
ist) (ugs.): an jmdm.. etw. bleiben: bleiben Sie bitte dran
(= am Telefon); ... aber dann am Gegner d. (Plenzdorf.
Leiden 78); -gäbe, die <o. PL): das Hingeben, Opfern:
Es ( das Wort Armut) besagt Verlassenheit". D..
Entbehrung (Vorarlberger Nachrichten 23. 11. 68. 4); -geben
<st. V.; hat): hingeben, opfern: sein Leben für etw. d.;
36*
563
Drän
^gehen <unr. V.: ist) (ugs.): svw. tdarangehen; -halten,
sich <st. V.; hat): 1. (ugs.) sich beeilen: wenn du rechtzeitig
fertig werden willst, mußt du dich d. 2. (landsch.) nicht
aufhören [wollen , unaufhörlich geschehen, weiter'tun:
hartnäckig beharren: es hält sich dran; genug, man kann
sich nicht d.!; -hangen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. etw. um
eine kurze Zeit verlängern: er hängte noch ein Wochenende
[an seinen Urlaub] dran. 2. mit erw. zusammenhängen,
dazugehören: da hängt soviel [Arbeit] dran; -kommen <st.
V.; ist) (ugs.): a) an die Reihe kommen, der Reihe nach;
abgefertigt, behandelt, berücksichtigt werden: als erster,
außer der Reihe d.; das kommt nachher dran; b) im Unterricht
aufgerufen werden, um auf Fragen des Lehrers zu antworten
o.a.: in Latein ist er mehrmals drangekommen; -kriegen
<sw. V.; hat) (ugs.):! durch besonderes Geschick / bewirken,
daß sich jmd. einer Forderung od. Leistung nicht /länger
entziehen kann: ..Schach und matt ...!" „Da haben Sie
mich also wieder drangekriegt ..." (Fallada. Jeder 340);
-machen, sich <sw. V.; hat) (ugs.): svw. Tdaranmachen;
-nehmen <st. V.; hat) (ugs.): a) 'der Reihe nach abfertigen,
behandeln: ... daß wir dich Anfang der nächsten Woche
d. (operieren) werden (Sebastian, Krankenhaus 77); b)
(vom Lehrer einem Schüler gegenüber) im Unterricht
auffordern. Fragen zu beantworten o.a.: die dreißig Gesichter
warteten ... ängstlich darauf, wen er d. würde (Augustin.
Kopf 14); -setzen <sw. V.; hat): für etw. einsetzen: seine
ganze Kraft, sein Vermögen d.. um ein Ziel zu erreichen.
Drän [dre:n], der; -s. -s u. -e [eingedeutschte Form von
tDrain]: l.a) Entwässerungsgraben: b) Rohr zur
Entwässerung des Bodens. 2. t Drain (1); Dränage [dre'na:3d]. die;
-. -n [eingedeutschte Form von tDrainage]: l.a) System
von Gräben od. Rohren zur Entwässerung des Bodens: b)
t Dränung. 2. t Drainage (1).
drang [dran]: tdringen; Drang [-]. der; -[e]s, (selten:) Dränge
['drena; mhd., mniederd. dranc = Gedränge. Bedrängnis,
ablautend zu: dringen od. als Rückbildung zu mhd.
drangen, ahd. drangön = (sich) drängen]: I. starker innerer
Antrieb: der D.. sich zu betätigen; Spukphänomene ...
als unmittelbare Auswirkung der psychokinetischen
Dränge und Kräfte Lebender (Spiegel 9. 1967. 115); einem
inneren D. nachgeben; einen unstillbaren D. nach
Erkenntnis. Freiheit in sich fühlen; (Sport.) der Spieler ließ jeden
D. zum Tor (jede Zielstrebigkeit beim Angreifen des
gegnerischen Tores) vermissen. 2. <o. PI.) Druck. Bedrängnis:
der D. des Augenblicks, der gegenwärtigen Verhältnisse;
dränge fdrenal: tdringen; Drängelei [...laj], die; -. -en
(abwertend): 1. lästiges Drängelnd): die D. beim Einsteigen,
an der Kasse. 2. lästiges Drängeln (2): eure ewige D. kann
ich nicht mehr hören; drängeln fdrenln] <sw. V.; hat)
[zu tdrängen] (ugs.): l.a) (in einer Menge) andere
ungeduldig vorwärts- od. zur Seite schieben, um möglichst schnell
irgendwohin zu gelangen od. an die Reihe zu kommen: du
brauchst nicht zu d., du kommst doch nicht eher dran;
Vor den wenigen Rolltreppen bilden sich lange Schlangen,
doch niemand ... drängelt (Berl. Morgenpost 3. 3. 74,
12); b) durch rücksichtsloses, ungeduldiges Drängen u.
Schieben in einer Menge jmdn.. sich an eine bestimmte Stelle
schaffen: sich an Jmds. Seite, durch die Menge, nach vorn
d.; Freddy-Freunde drängeln sich um ihren Star (Hörzu
43. 1971. 46); der Portier drängelte ihn zur Tür. 2. jmdn.
ungeduldig zu etw. zu bewegen suchen: so lange d.. bis
der andere nachgibt; die Kinder drängelten die Mutter
[ihnen ein Eis zu kaufen]; ..Sag schon", drängelte ich.
..was war passiert?" (Schnurre. Bart 138); drängen ['drenanj
<sw. V.; hat) /vgl. drängt/ [mhd. drengen. eigtl. = dringen
machen]: l.a) (von einer größeren Anzahl von Menschen,
einer Menschenmenge) heftig, ungeduldig schieben u. drük-
ken. in dem Bestreben, rascher an ein Ziel zu kommen:
bitte nicht d.!; die Menge drängte so unvernünftig, daß
es am Ausgang eine Stauung gab; b) (von einer größeren
Anzahl von Menschen, einer Menschenmenge) sich
gegenseitig auf engem Raum schieben u. drücken: Scharen eiliger
Menschen drängten sich an den Eingängen (Remarque.
Triomphe 23); Vor seiner Tür. in Guillaumes Zimmer
und auf den Korridoren ... drängten sich ... wieder die
Besucher (Maass, Goufle 70). 2.*) jmdn. [trotz seines
Widerstands] irgendwohin drücken od. schieben: jmdn. an die
Wand, in eine Ecke, zur Seite d.; ohne sein ... Lächeln
abzulegen, drängte Unrat den Herrenhuter aus der Tür
(H. Mann. Unrat 99); Ü jmdn. in den Hintergrund d.;
b) sich ungeduldig schiebend u. drückend irgendwohin
bewegen: die Menschen drängten an die Kassen; in großer
Hast drängten die Besucher zu den Ausgängen; die Menge
drängte nach vom; <d. 4- sich:) er versuchte, sich nach
vorn zu d.; Ordonnanzen kamen und drängten sich durch
die Menge (Plievier. Stalingrad 307); Ü Daß die alte Garde
wieder nach vom drängt, wen wundert das? (Augstein.
Spiegelungen 13); der Deutsche drängt... in die freie Natur
(Mantel, Wald 14). 3. (Ballspiele) stark offensiv spielen
u. den Gegner in seiner Hälfte einschnüren: vom Anpfiff
an drängte die brasilianische Mannschaft. 4.a) ungeduldig,
nachdrücklich antreiben, etw. zu tun: jmdn. d.. seine
Schulden zu bezahlen; zum Aufbruch d.; jmdn. zum Handeln,
zur Wiedergutmachung des Schadens d.; Ich hoffe nur.
daß Lila jetzt nicht auftaucht, und dränge zur Eile (Frisch.
Gantenbein 331); es drängt mich (ist mir ein Bedürfnis).
euch zu danken; sich [nicht] gedrängt fühlen, sich zu
entschuldigen ( nicht I meinen, sich entschuldigen zu müssen):
<subsl.:> jmds. Drängen nachgeben; auf Drängen des
Vorstandes; b) etw. mit Nachdruck fordern: auf Lösung
der Probleme, auf Abbruch der diplomatischen
Beziehungen d.; seine Frau hatte auf Abreise gedrängt. 5. rasches
Handeln fordern: keinen Aufschub dulden: Die Zeit drängt.
Ihre Bewunderer warten voll Ungeduld (Maass. GouffS
332); die Situation drängt; drängende Fragen. Probleme;
Drängerei [...'raj]. die; -. -en (abwertend): unablässiges,
lästiges Drängen: Drgneperiode, die; -. -n (Sport): längerer
Zeitabschnitt, in dem eine Mannschaft ständig das
gegnerische Tor bestürmt: Drangsal [dranza:l]. die; -. -e. (veraltet:)
das; -[eis. -e [spätmhd. drancsal = Bedrängung. Nötigung,
zu mhd. drangen = (sich) drängen] (geh.): qualvolle Bedrük-
kung. Leiden: die psychische D. der rassisch
Diskriminierten (Gregor. Film 298); D. erleiden, erdulden; <Abl.:>
drangsalieren [...zali:ren] <sw. V.; hat) (abwertend):
Quälen, peinigen, jmdm. zusetzen: der Kranke drangsalierte
seine Umgebung von früh bis spät; Stechmücken
drangsalierten sie fürchterlich; jmdn. mit seinen Fragen d.; sobald
der Pfarrer dem Volk dient, wird er von der etablierten
Macht drangsaliert (unter Druck gesetzt: Wolfe. Radical
46); <Abl.:) DranssaUcrung, die; -. -en: das
Drangsalieren: Es war nicht zu Folterungen gekommen - nicht
die geringste D. hatte stattgefunden (Kaiser. Villa 77);
drangvoll <Adj.) (geh.): 1. dicht gedrängt: in -er Enge.
2. bedrängend, bedrückend: -e Verhältnisse.
dränieren [dre'niiran] <sw. V.; hat) [eingedeutschte Form
von tdrainieren): 1. den Boden durch ein System von Gräben
od. Rohren entwässern. 2. \drainieren (1); <Abl.:)
Dränierung, die; -. -en: Dränung.
Drank [drank]. der; -[e]s [aus dem Niederd. < mniederd.
drank. eigtl. = Trank] (niederd.): a) Spülwasser, b)
Schweinefutter aus flüssigen Küchenabfällen: <Zus.:)
Dr^nktonne, die (landsch.): 1. Tonne für Schweinefutter.
2. (salopp) dicker Mensch, der wahllos alles ißt. was sich
ihm bietet.
dransten [dranstn): scherzh. Sup. zu tdran.
Ordnung [dr£:non]. die; -. -en [zu f Drän (DJ: Entwässerung
des Bodens durch Röhren od. Grabensysteme, die das
überschüssige Wasser sammeln u. ableiten.
Drap [dra], der; - [frz. drap = Tuch < vlat. drappus]:
festes Wollgewebe.
Drapa ['dra:pal. die; -. Drapur ['dra:por; anord. drapa]
(Literaturw.): altnordische Gedichtform (Lobgesang) des
JO.-U.Jh.s.
Drape [dra'pe:J. der; -s. -s [zu frz. drap. TDrap]: feiner,
einfarbiger Anzug- od. Kostionstoff aus Kammgarn u.
Streichgarnj: Drapeau [drapo.l. das; -s. -s [frz. drapeau.
urspr. = Stück Tuch. Lappen, zu: drap. TDrap] (veraltet):
Fahne. Banner: Draperie [drapori:]. die; -. -n [...i.sn; frz,
draperie] (veraltend): kunstvoller Faltenwurf eines Vorhangs
od. Kleides:... um nicht... von einem hinter den -n
lauernden Gegenspion erdolcht zu werden (Habe. Namen 185);
drapieren [dra'pi:ren] <sw. V.; hat) [frz. draper. zu: drap.
tDrap]: 1. kunstvoll in Falten legen: einen Schleier, eine
Gardine d.; einen Schal um den Ausschnitt d.; ein breiter,
drapierter Gürtel. 2. mit kunstvoll gefaltetem Stoff
behängen, schmücken: Möbel, eine Tür. ein Zimmer d.; Ü eine
anspruchsvoll drapierte Mischung von Unkenntnis und
Halbwissen (Poetica 2.1968.282); <Abl.:> Drapierung, die;
-. -en: 1. das Drapieren (1). 2. das Drapieren (2); Ü Unter
der D. durch ihren (= der Sprache der Zeitung) Jargon
564
Drazäne
sind weder die Züge Goethes noch die von Dylan Thomas
wiederzuerkennen (Enzensberger. Einzelheiten I. 80).
drapp [drap]. dryppfarben <Adj.; o. Steig.) [zu frz. drap.
TDrapl (östen\): sandfarben: ein -es Kleid.
Drapur: PI. von TDrapa.
drasch [dra:J]: tdreschen; Drasch, [-1, der; -[eis [zu tdreschen]
(landsch.): lärmende Geschäftigkeit, Unruhe. Hast; dräsche
fdre:j3]: tdreschen.
draschen ['dra:Jnl <sw. V.; hat) [eigtl. = lärmen, heftig
rauschen (bes. vom Regen); wohl lautm.) (ostmd.): regnen.
Drastik ['drastikl. die; - [zu tdrastischl: derbe
Anschaulichkeit u. Direktheit: die D. war nicht zu überbieten; etw.
mit besonderer D. schildern, darstellen; Drfstikum
[...tikum]. das; -s. ...ka [zu griech. drastikös. tdrastischl:
starkes Abführmittel; drastisch <Adj.) [griech. drastikös
= tatkräftig, wirksam, zu: drän = tun. handeln, (behvir-
kenl: a) derb anschaulich u. direkt: eine -e Ausdrucksweise.
Komik. Gestik; ein -es Bild; sie ist immer sehr d.; etw.
d. demonstrieren; b) deutlich in seiner J negativen
Aus/Wirkung spürbar; einschneidend: eine -e Änderung.
Maßnahme. Einschränkung. Steuererhöhung; ihm war kein Mittel
zu d.; die Preise wurden d. (sehr stark) gesenkt.
dräuen [droyan] <sw. V.; hat) [mhd. dröuwen. ahd. drou-
wen] (dichter.): drohen: Gefahr dräut; Seine kurzen, dichten
Augenbrauen stellten sich auf und bildeten zwei...
dräuende ... Hecken aus kleinen starrenden Stacheln (J. Roth.
Radetzkymarsch 218).
drauf [drauf; mhd. drüf. aus: dar üf = tdaraufl: ugs. Air
t darauf (1-5): Käse d. (= auf dem belegten Brot) haben;
auf meinem Konto ist nichts d.; ..Den roten Hund kennen
wir doch!" ... .£>rauf!" (Remarque. Obelisk 328); *etw.
d. haben (1. etw. einstudiert, gelernt haben u. beherrschen,
in seinem Repertoire haben, 2. mit einer bestimmten
Geschwindigkeit fahren: er hat 120 Kilometer. Sachen d.);
d. und dran sein, etw. zu tun (fast soweit sein, etw. I
Negatives 1 zu tun): ich war d. und dran, die ganze Arbeit wieder
hinzuwerfen.
dnujf-. Drauf-: -bekommen <sw. V.; hat) in der Verbindung
einsd. (1. gescholten werden. 2. einen Klaps, einen / leichten
Schlag erhalten): -brummen <sw. V.) (ugs.): 1. auf jmdn.
od. etw. mit Wucht auffahren <ist>: ein Lastwagen ist mir
draufgebmmmt. 2. (Sport Jargon) wuchtig aufs Tor
schießen; -gäbe« die: a) etw.. was als Handgeld beim Vertrags-
od. Kaufabschluß! zugegeben wird: Obendrein verlangte
er ... als D. die Lack-Spangenschuhe (Grass. Hundejahre
49); b) (landsch.) svw. tDreingabe: Ein flotter Marsch
als D. (Vorarlberger Nachr. 28. 11. 68, 9); Die Schwester
konnte ... nichts mit dem Bild anfangen. ... ob sie es
nun den Kuhbauern als D. zum Hochzeitsfoto schenkte
(Kant. Impressum 184); -ganger, der; -s. - [veraltet Gänger
= Gehender): verwegener Mensch, der. ohne zu zögern
u. auf Gefahren zu achten, sein Ziel zu verwirklichen trachtet,
sich mit Elan für etw. einsetzt: ein richtiger, rechter D.
sein; er ist als D. bekannt, dazu: -gängerisch <Adj.): wie
ein Draufgänger handelnd, einem Draufgänger entsprechend:
dn -er Typ; Sein Mut war nicht d„ sondern abwägend,
beobachtend und berechnend (Apitz. Wölfe 131), -gänger-
tum, das; -s: draufgängerisches Handeln, Verhalten: an Mut
und D. fehlt es ihm nicht; Temperament .... was
bekanntlich im Ernstfall zum D. zu führen pflegte (Kirst. 08/15.
108); -geben <st. V.; hat): l.a) zu etw. dazugeben: weil
das Obst nicht mehr frisch war. hat der Kaufmann noch
etwas draufgegeben; Ü Daß uns das die Kunst kosten
wird, nebenbei. Daß wir die ..ewigen Werte" d. müssen,
sei erwähnt (Tucholsky. Werke II. 81); b) (österr.) als
zusätzliche Darbietung vortragen: Paula Wessely .... die
... noch das Gedicht ..Praterallee" draufgab (Express 7.
10. 68. 5). 2. *|mdm. eins d. (ugs.: 1. jmdm. einen
Klaps, einen / leichten] Schlag versetzen. 2. jmdn.
zurechtweisen: er hat seinem Vorredner gehörig eins
draufgegeben); -gehen <unr. V.; ist) (ugs.): 1. bei etw. umkommen,
zugrunde gehen: bei einem Unfall d. 2.a) durch od. für
er*', verbraucht werden: im Urlaub ist mein ganzes Geld
draufgegangen; eine ganze Kiste Kognak war dabei ( =
bei einem alkoholischen Exzeß) draufgegangen (Plievier.
Stalingrad 261); b) bei erw. entzweigehen od. in einen solchen
Zustand geraten, daß die betreffende Sache völlig verdorben
isr: bei der Arbeit ist mein Anzug draufgegangen; -geld.
das: zusätzlicher Betrag [als Handgeld/ beim Kaufabschluß:
daß Pop ... dem Kunden für ein D. die Reparatur bis
zum Abend versprochen hat (F. Wolf. Menetekel 90);
-halten <st. V.; hat) (ugs.): I. /fest/ auf eine bestimmte
Stelle halten: kannst du bitte einen Finger d.. damit ich
den Knoten machen kann. 2. etw. zum Ziel nehmen: gegen
das Waldstück in Marschgeschwindigkeit fünfunddreißig.
Mußte nur d. (Grass. Katz 170); als er die Angreifer
bemerkte, riß er die Maschinenpistole hoch und hielt drauf
(und schoß unentwegt auf sie); -hauen <unr. V.; hat) (ugs.):
1. auf jmdn., erw. schlagen. 2. in der Verbindung einen
d. (gemeinsam mir einem od. mehreren anderen ausgelassen
sein, feiern); -knallen <sw. V.; hat) (salopp): 1. auf jmdn..
erw. schießen. 2. jmdm. den Preis um eine als zu hoch
empfundene Summe heraufsetzen: auf die Miete haben sie
uns anständig was draufgeknallt; ^kommen <st. V.; ist)
(ugs.): die Hintergründe von etw. herausbekommen: die
Polizei ist ihm sehr schnell draufgekommen; -kriegen <sw.
V.; hat) in der Verbindung *eins/etw. d. (ugs.: 1. scharf
getadelt, streng bestraft werden. 2. besiegt werden. 3. einen
Schicksalsschlag erleiden): -legen <sw. V.; hat) (ugs.): 1.
auf eine bestimmte Stelle legen: Als wir die Kränze
ordentlich draufgelegt hatten ... (Schnurre. Bart 13). 2. zu einer
bestimmten Summe als noch fehlenden Betrag hinzufügen:
noch ein paar Mark d. [müssen]; wenn Sie eine bessere
Ausführung haben wollen, müssen Sie noch etwas d. (einen
höheren Preis in Kauf nehmen); ^k» [-'-] <Adv.>: ohne
lange Überlegung auf erw. Bestimmtes zu (als Ausruf): .Also
das ist die Chance! Immer feste d.!" (Remarque. Obelisk
224). dazu: -losarbeiten <sw. V.; hat): ohne Überlegung
anfangen zu/ arbeiren. -tosfeuern <sw. V.; hat) (ugs.):
svw. t-losschießen, -losgehen <unr. V.; ist) (ugs.): ohne
zu zögern, geradewegs auf sein Ziel losgehen; Ü ... wie
die ( = die Weiber) mir nichts, dir nichts drauflosgingen
(Hauptmann. Schuß 13). -losreden <sw. V.) (ugs.): ohne
Überlegung /anfangen zu/ reden, -losreiten <st. V.; ist)
(ugs.): ohne fesres Ziel irgendwohin reiren. -losschießen
<st. V.; hat) (ugs.): unkonrrollierr /um sich; schießen: blind
d.. -losschimpfen <sw. V.; hat) (ugs.): unbeherrscht /zu]
schimpfen [anfangen], -loswirtschaften <sw. V.; hat) (ugs.):
seine Haushaltsführung nicht auf die vorhandenen Mittel
abstimmen u. nirgends /zu/ sparen /versuchen/; -machen
<sw. V.; hat) in der Verbindung einen d. (ugs.; /aus einem
bestimmten Anlaß/ spontan irgendwo außer Haus
/kostspielig/ feiern): -schmieren <sw. V.; hat) (ugs.): (von Salbe
o.a.) auf etw. auftragen: Jod [auf eine Wundel d.; -sieht,
die (Fachspr.): Ansicht von oben; -stehen <unr. V.; hat)
(ugs.): aujetw. zu lesen, eingetragen sein: auf der Liste stand
sein Name nicht drauf; -stoßen <st. V.; hat) (ugs.): jmdn.
deutlich auf etw. hinweisen; -treten <st. V.; ist) (ugs.):
auf jmdn.. etw. treten: auf das lange Kleid, jmdm. auf
die Schuhe d.; -zahlen <sw. V.; haO (ugs.):*) eine bestimmte
Summe zuzahlen: noch etw. d. müssen; b) zusetzen, eine
geldliche Einbuße erleiden; Ü ich bin nicht mehr der
Freigeist meiner Jugend. weißGott. ich hab* d. müssen (Werfel,
Himmel 141).
draus [draus]: ugs. für tdaraus (1. 2): es wurde nichts d.;
*slch nichts d. machen (ugs.; über erw. nicht verstimmt
sein, sich über etw. nicht ärgern): drausbringen <unr. V.;
hat) (südd.. österr. ugs.): verwirren; aus dem Konzept
bringen: er hat mich mit seinem Gerede ganz drausgebracht;
dnujskommen <st. V.; ist): 1. (südd.. österr. ugs.) aus etw.
herausgerissen, von etw. abgebracht werden; sich ablenken,
verwirren lassen: an der schwierigen Stelle des
Klavierstücks ist siedrausgekommen (ausdem Takt gekommen) u.
mußte noch mal anfangen. 2. (ugs.) aus etw. schlau werden;
etw. Geschriebenes entziffern können: ich werde schon d.;
Drauskommen, das: in der Wendung * sein D. haben (österr.
ugs. sein Auskommen haben): draußen [drausn] <Adv.)
[mhd. dar Ü3en. ahd. dar U3(3)ana): a) außerhalb eines
Raumes. Gebäudes (Ggs.: drinnen): d. vor dem Haus; d.
im Garten; bleib d.!; nach d. (ins Freie) gehen; b) irgendwo
weit entfernt: das Boot ist d. [auf dem Meer]; U d. in
der Welt; er ist d. geblieben (verhüll.; im Krieg gefallen).
Drawback ['dn>:baekl. das; -[s]. -s [engl, drawback]
(Wirtsch.): Rückvergütung von zuviel bezahltem Zoll.
Drawing-room ['dramruml. der; -s. -s [engl, drawing room.
gek. aus: withdrawing room. eigtl. = Zimmer, in das
man sich zurückzieht]: Empfangs- u. Gesellschaftszimmer
in England.
Drazäne [dra'tse:n3l. die; -. -n [griech. dräkaina =
weiblicher Drachel: svw. t Drachenbaum.
565
Dreadnought
Dreadnought ['dredno.t]. der; -s. -s [engl, dreadnought, eigtl.
= Fürchtenichts]: früheres englisches Großkampfschiff
drechseln ['dreksjn] <sw. V.; hat) [mhd. drahseln. drehsein,
zu: draehsel. ahd. drähsil = Drechsler]: durch Bearbeiten
von Holz, Elfenbein. Hörn] auf der Drechslerbank
herstellen: eine Figur, einen Leuchter d.; gedrechselte Stuhlbeine;
Ü (scherzh.:) Sätze, Phrasen d.; kunstvoll gedrechselte
Verse; <Abl.:> Drechselei [...sa'Uy], die; -, -«n: a) <o. PI.)
das Drechseln: b) etw. Gedrechseltes: Drechsler ['drekste].
der; -s. - [mhd. drajiseler. drehseler. ahd. thräsläri]:
Handwerker, der Möbel, /Kunst /gegenstände auf der
Drechslerbank herstellt (Berufsbez.).
Drechsler-: ^arbeit, die: vom Drechsler ausgeführte Arbeit:
^bank, die: Drehbank, bei der der Drehmeißel von Hand
auf einer verstellbaren Handauflage geführt wird:
^Handwerk, das <o. PI.); ^neister, der: Meister im
Drechslerhandwerk: -Werkstatt, die.
Drechslerei [...lor^jl.die; -. -en: 1. svw. t Drechslerwerkstatt.
2. <o. PI) svw. t Drechslerhandwerk; dr^chslern <sw. V.;
hat): als Laie Drechslerarbeiten ausfuhren.
Dreck [drek], der; -[e]s [mhd.. ahd. drec; mhd. Ü =
Wertloses]: 1. (ugs,) Schmutz: auf der Treppe liegt D.; den
D. aufkehren, zusammenfegen; im D. (Morast. Schlamm)
steckenbleiben; in den D. (auf den /Erdboden) fallen;
mit D. bespritzt werden; seine Hände waren schwarz vor
D. (sehr schmutzig): er starrt vor D. (ist über u. über
voll Schmutz): *D. am Stecken haben (nicht ganz integer
sein, sich etw. haben zuschulden kommen lassen): [wohl]
D. in den Ohren haben (salopp; jmds. Worte anscheinet
nicht verstanden liaben): D. in den Händen haben (salopp;
beim Zugreifen. Festhalten ungeschickt sein): aus dem
[gröbsten] D. [heraus] sein (ugs.; die größten Schwierigkeiten
überwunden Imben): ich bin jetzt einigermaßen aus dem
D., finanziell nicht so, aber eben garderobemäßig (Aberle,
Stehkneipen 64); imdn. aus dem D. ziehen (ugs.; jmdm.
aus einer schwierigen Lage heraushelfen): zu der Zeit hab'
ich auf der Straße gelegen, da haben die mich
aufgenommen ... mich aus dem D. gezogen (Zeit 7. 2. 75. 55);
etw. in den D. ziehen/treten (abfällig über etw. sprechen,
um es herabzuwürdigen): im D. stecken/sitzen (ugs.; in
einer überaus mißlichen Lage, in größten Schwierigkeiten
sein): in D. u. Speck (ugs.; in bezug auf Personen/ von
einer Arbeit verschmutzt): Ich werde in D. u. Speck zur
Untersuchung gehen (Ott. Haie 20); mit D. u. Speck (ugs.;
mit allem noch anhaftenden Schmutz, ungewaschen): er
aß das Obst mit D. und Speck; imdn.. etw. mit D. bewerfen
(mit verleumderischen Behauptungen angreifen). 2. (salopp
abwertend) Sache. Angelegenheit: macht euren D. alleine;
den alten D. wieder aufrühren (eine unangenehme Sache
von früher wieder in Erinnerung bringen): Man kann ihn
(= den Doktor) nicht bei jedem D. (bei jeder Kleinigkeit)
kommen lassen (Nachbar, Mond 111); der Feldwebel, ein
cholerischer Mensch mit außerordentlich gepflegtem
Talent, sich ... über jeden D. (über jede Kleinigkeit) zu argem
(A. Zweig, Grischa 21); kümmere dich um deinen eigenen
D.!; sich um Jeden D. (jede Kleinigkeit) selbst kümmern
müssen; *ein D./der letzte D. sein (salopp abwertend; zum
Auswurf. Abschaum der menschlichen Gesellschaft,
gehören): Als Platzarbeiter ist man der letzte D. (v. d.
Grün, Glatteis 17); einen D. (salopp; gar nichts, in keiner
Weise): das geht dich einen [feuchten] D. an; der versteht
einen D. davon; ich kümmere mich einen D. darum; ich
mache mir einen D. daraus; imdn. wie [den letzten] D.
behandeln (salopp; jmdn. sehr schlecht, entwürdigend
behandeln). 3. (salopp abwertend) minderwertiges od. wertloses
Zeug: das ist doch alles D.; das ist ein D. dagegen (das
läßt sich gar nicht damit vergleichen, liegt in der Qualität
weit darunter): du kaufst auch jeden D. (achtest nicht
darauf, ob es überhaupt etwas taugt).
Dr^ck-: -arbeit, (auch:) Drecksarbeit, die: a) Schmutz
verursachende Arbeit: b) niedere Arbeit, für die sich andere zu
gut dünken: -bude. die: vgl. ^loch; -bürste, die (ugs.):
Schuhbürste für den gröbsten Schmutz: -ding, das (salopp
abwertend): 1. etw. Schmutziges, schmutziger Gegenstand:
dieses D. fasse ich nicht an. 2. etw. Minderwertiges:
Gegenstand, über den man sich ärgert: das D. funktioniert schon
wieder nicht; -ebner, der (ugs.); * strahlen wie ein frisch
geputzter D. (ugs. scherzh.; vor Freude strahlen): -fink,
der (salopp): svw. T Schmutzfink; -fleck, der (ugs.): svw.
tSchmutzfleck; -häufen, der (ugs.); -kerl, der: svw.
T Dreckskerl; -läppen, der: 1. (ugs.) svw. t Aufwischlappen.
2. (salopp abwertend) schmutziger Stoffetzen. schmutziges
Kleidungsstück: -loch, das (salopp abwertend): schmutziges
Zimmer, scfimutzige. ungepflegte Wohnung: -nest, das
(salopp abwertend): langweiliger kleiner Ort: ^pfote, die
(derb): schmutzige Hand, -sack, der (derbes Schimpfwort):
Mann, auf den man wütend ist weil er etw. Anstößiges
getan hat/: -sau, die (derbes Schimpfwort): a) jmd.. der
schmutzig und ungepflegt ist: b) jmd.. auf den man wütend
ist l weil er etw. moralisch Verwerfliches getan hat /:
^Schaufel, die (ugs.): Kehrichtschaufel: Die Mutter schluchzte
plötzlich, warf die D. hin (Böll. Haus 204); -schippe,
die (landsch.): svw. I -schaufei; -Schleuder, die: a) (derb
abwertend) freches Mundwerk mit dem Hang zu unflätigen
Reden: eine D. haben; b) (derbes Schimpfwort) jmd.. der
ein freches Mundwerk u. einen Hang zu unflätigen Reden
hat: eine D. sein; -schwein, das (derbes Schimpfwort):
jmd.. der sehr schmutzig u. ungepflegt ist lu. sich stark
vernachlässigt j: -spatz,der: a) (fam.) Kind, das sich
schmutzig gemacht hat: b) (derbes Schimpfwort) jmd.. auf den
man wütend ist [ weil er etw. moralisch Verwerfliches getan
hat : -Spritzer, der (ugs.); -wetter, das (ugs. abwertend):
anhaltendes Regenwetter: -zeug, (auch:) Dreckszeug, das
(ugs. abwertend): etw. Minderwertiges: so ein D. kaufe
ich nicht.
dreckein [drekln] <sw. V.; hat) [zu tDreck] (landsch.): I.
unkonzentriert an vielerlei Dingen arbeiten: geschäftig tun,
ohne eh\\ zustande zu bringen: er hat mal wieder den ganzen
Tag gedreckeil. 2. zotige Reden führen: Dreckerei [dreka-
'rajl, die; - (landsch.): von jmdm. verursachter Schmutz:
dreckern ['drsken] <sw. V.; hat) (landsch.): 1. im Sand
spielen: die Kinder dreckern im Sandkasten. 2. (beim
Arbeiten) Schnutz verursachen: der Maler hat ganz schön
gedreckert; dreckig fdrekjs] <Adj.) [zu f Dreck]: 1. <nicht
adv.) (ugs.) a) mit Schmutz behaftet, schmutzig: -e Schuhe.
Hände; du hast dich ganz d. gemacht; er macht sich nicht
gern d. (scheut Schmutzarbeit): die -e (gebrauchte, nicht
mehr saubere) Wäsche; der Fußboden ist ganzd. geworden
von deinen Stiefeln; es sieht überall sehr d. aus; Ü -e
(unanständige) Witze; b) (von Personen) ohne besonderes
Sauberkeitsbedürfnis, unsauber, ungepflegt: Sie ist d., siehst
du das nicht? Ungewaschen, aber ein Seidenfetzen drüber
(Remarque. Obelisk 89). 3. (salopp abwertend) frech,
unverschämt: eine -e Bemerkung; lach nicht so d.! 4. <nur
attr.) (salopp abwertend) übel, gemein: ein -er Mord; es
ist Mord ... ein sehr -es Verbrechen (Aberle. Stehkneipen
67); ihr -en Schweine!; Niemand würde diesem -en Juden
recht geben (Böll. Adam SS). S. * jmdm. geht es d. (ugs.;
jmdm. geht es finanziell/ nicht gut): ihm ist es lange Zeit
ziemlich d. gegangen.
Drucks-: -arbeit, die: svw. T Dreckarbeit; -kerl, (auch:)
Dreckkerl, der (derbes Schimpfwort): Mann von niedriger
Gesinnung, der gemein an jmdm. handelt: -zeug, das: svw.
t Dreckzeug.
Dredsche [dredjp], die; -. -n [engl, dredge] (Fischereiw):
Schleppnetz zum Einsammeln von Austern o. ä.
Dreesch [dre:J]: TDriesch.
dreeschen [dre:Jn] <sw. V.; hat) [tdraschen] (ostmd.):
regnen.
Dresse ['dregaj. die: -. -n: svw. t Draggen.
Dreh [dre:], der; -s. -s [1: urspr. = betrügerisches Verfahren
eines Händlers, der eine nicht ganz einwandfreie Ware
beim Verkauf so dreht, daß der Fehler nicht zu sehen
ist. zu Tdrehen]: I. Einfall. Kunstgriff mit dem sich ein
Problem lösen läßt: ein ganz einfacher, unscheinbarer
Zettel, der von der jeweiligen Gemeindekanzlei ausgestellt
wird .... das ist schon der ganze D. (Kirst. 08/15. 698);
den richtigen D. [wie man die Bestimmungen umgehen
kann] finden, [noch nicht] heraushaben; ich weiß nicht,
wie er auf diesen D. gekommen ist; hinter Jmds. D. (Trick)
kommen. 2. Drehung: Ein D. mit dem Zündschlüssel, und
der Motor kommt sofort (Hobby 23. 1969. 28). 3. *um
den D. ([eine genauere Angabe relativierend:] so ungefähr):
kommst du um 3 Uhr? Ja. so um den D.
Dreh-: -adise, die: Linie, um die die Drehung eines Körpers
erfolgt: -arbeit, die <meist PL): das Aufnehmen eines Films.
Filmauffuüimen: ^bank, die: Werkzeugmaschine, bei der
ein rotieretides Werkstück durch Spanabhebung mittels eines
scharfkantigen Werkzeugs bearbeitet wird: ^bewegung, die;
-bleistift, der: Schreibgerät mit einer Blei- txi. Farbmine.
566
drei-, Drei-
die durch Drehen am oberen Ende des Stiftes erneuert werden
kann; -brücke, die: Pfeilerbrücke mit seitlich drehbarer
Fahrbahn für die Durchfahrt größerer Schiffe; ^buch, das:
Textbuch eines Films mit genauen Anweisungen für alle
optischen u. akustischen Einzelheiten der Darstellung u.
der Aufnahmetechnik, dazu: -buchautor, der; -bühne, die:
in den Bühnenboden eingelassene, drehbare kreisförmige
Fläche, deren einzelne Ausschnitte bei der Drehung vor die
Bühnenöffnung gelangen; -dolle. die (Rudern): drehbare
Dolle: ^feld. das (Elektrot.): elektrisches od. magnetisches
Feld, dessen Richtung um eine Achse rotiert; -flanke, die
(Turnen): Übung am Pauschenpferd aus dem Seitstand mit
der rechten Hand an der linken Pausche u. der linken Hand
auf dem linken Pferdende, wobei der Absprung mit einer
halben Drehung rückwärts im Wendeschwung erfolgt: ^flü-
gelflugzeug, das: Flugzeug, das an Stelle von starren
Tragflächen schmale, sich drehende Flügel hat (z. B.
Hubschrauber); -fkigler, der: svw. t ^flügelflugzeug; -Bestell, das:
drehbares Fahrgestell von Schienetifahrzeugen; -fanpuls, der
(Physik): vektorielles Produkt aus Impuls u. Ortsvektor
eines Teilchens (physikalische Größe); -kehre, die
(Turnen): Kehre mit halber Drehung in die entgegengesetzte
Richtung; -kippe, die (Turnen): mit einer halben Drehung
verbundene Kippe; --knöpf, der: Knopf i an technischen
Geräten, der durch Drehen bedient wird; -kolbenmotor, der:
svw. t Wankelmotor; -kondensator, der (Elektrot.):
Kondensator mit stetig veränderbarer Kapazität (z. B. in
Radiogeräten): -kran, der: Kran, dessen Ausleger um die
Kranachse geschwenkt werden kann; -krankheit, die: zwanghafte
Drehbewegung auslösende, durch den Drehwurm verursachte
Krankheit bei Tieren, bes. bei Schafen; -kreuz, das:
Drehvorrichtung, deren kreuzförmig angeordnete Arme zum
Passieren gedreht werden müssen u. nur jeweils einer Person
den Durchgang gestatten: der Bahnübergang, der Eingang
zur Lebensmittelabteilung hat ein D.; -leier, die: bes. im
MA. verwendetes Streichinstrument, dessen Saiten von
einem Scheibenrad oberhalb des Stegs gestrichen werden;
Radleier; ^maschine, die: svw. T ^bank; -meißel, der:
Schneidwerkzeug zur Bearbeitung eines Werkstücks auf einer
Drehbank; -moment, das (Physik): Maß für das Drehbestreben
eines Körpers in bezug auf eine gewählte Drehachse: -orgel,
die: trag- od. fahrbares mechanisches Musikinstrument der
Straßenmusikanten, Leierkasten, dazu: -orgelmann, der
(ugs.): svw. t-Orgelspieler. -Orgelmusik, die <o. PL).
-Orgelspieler, der; MMt. der <P1. ...orte): Ort, an dem ein
Film gedreht wird; -pause, die: Pause bei Filmaufnahmen;
in einer D. gab der Star ein Interview; -punkt, der: Punkt,
um den sich etw. dreht; Angelpunkt; Ü Die Pistole. ...
Dreh- und Angelpunkt des ganzen Prozesses (Noack.
Prozesse 117); -restaurant, das: auf Funk-, Fernmeldetürmen
u.a. Restaurant, das sich langsam dreht, um den Gästen
eine ständig wechselnde Aussicht zu bieten; -salto, der
(Turnen): svw. t Schraubensalto; -Scheibe, die: 1. um eine
senkrechte Achse drehbare Vorrichtung zum Umsetzen od.
Wenden von Schienenfahrzeugen; 0 Die Schweiz als
internationale finanzielle D. (Der Bund 18. 12. 68). 2. svw. tTöpfer-
scheibe; -schufl, der (Fußball): a) Schuß aufs Tor aus der
Drehung heraus; b) Schuß mit dem Innen- od. Außetvrist,
bei dem der Ball Effet erhält; -Schwungstemme, die
(Turnen): Schwungstemme mit halber Drehung, wobei vor od.
nach der Drehung umgegriffen wird; -sessel, der: / in der
Höhe verstellbarer drehbarer Sessel; -sprong, der
(Turnen): Sprung mit Drehung um die Längsachse des Körpers;
-ström, der (Elektrot.): Stromart, bei der drei um 120°
gegeneinander verschobene Wechselströme verkettet sind;
Dreiphasenstrom, dazu: -strommotor, der; -stuhl, der: vgl.
-^sessel; ^tür, die: um eine Achse drehbare I mehrflügelige\i Tür;
-Vorrichtung, die; Mvende, die (Turnen): Wende mit halber
Drehung in die entgegengesetzte Richtung; -wurm, der:
Finne einer Bandwurmart, die im Gehirn von Schafen,
Rindern u. a. die Drehkrankheit verursacht; Ü sie hat den D.
(salopp: 1. ihr ist schwindlig. 2. sie ist launisch,
wetterwendisch): -zahl, die: Anzahl der Umdrehungen eines
rotierenden Körpers in einer bestimmten Zeit (meist in der Minute),
dazu: -zahbnesser, der: Meßgerät zur Bestimmung der
Drehzahl von rotierenden Körpern sowie daraus ablesbarer
Geschwindigkeiten o. ä.; Tourenzähler.
drehbar ['dre:ba:Bl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: sich drehen
(1 a) lassend: ein -er Sessel; die Bühne ist d.; Drehe ['dre:d],
die; - (landsch.): Umkreis, Nähe eines Ortes o.a.: Hier
um die D. rum muß er wohnen (Fallada. Jeder 401);
drehen <sw. V.; hat) [mhd. dra(je)n, drsehen, ahd. dräen]:
l.a) etw. im Kreis /teilweise] um seine Achse bewegen:
den Schlüssel im Schloß d.; Er ... drehte einen Grashalm
unschlüssig in der Hand (Musil. Mann 1090); Unter den
Tauschangeboten ist keines, nach dem auch nur den Kopf
zu d. (sich umzusehen) sich lohnen würde (Ch. Wolf.
Nachdenken 66); b) sich im Kreis [teilweise/ um seine
Achse bewegen: die Räder, Zeiger. Walzen drehen sich;
die Wetterfahne dreht sich im Wind; das Karussell dreht
sich im Kreise; Es war, als ob sich das Boot um seine
Längsachse d. wollte (Ott. Haie 330); Die Erde hatte sich
jetzt um einen vollen Quadranten gedreht (Schnabel.
Marmor 132); * imdm. dreht sich alles (ugs.; jmd. ist schwindlig);
c) durch eine Drehbewegung in eine bestimmte andere
Richtung o.a. bringen: sich auf den Rücken d.; du mußt den
Schalter nach rechts d.; den Kopf zur Seite d.; Ü man
kann die Sache d. u. wenden, wie man will, sie wird
dadurch nicht besser; d) seine Richtung durch eine Drehung
ändern: das Schiff dreht [nach Norden]; der Wind hat
gedreht (ist umgesprungen); der Autofahrer drehte u. fuhr
zurück; e) mit etw. eine Drehbewegung ausfuhren: ich drehe
an dem Schalter, an den Knöpfen des Radios; am Radio
d. (die Knöpfe des Radios betätigen); * da hat doch
jemand/einer dran gedreht, da muß doch jemand/einer dran
gedreht haben (salopp; da stimmt doch etwas nicht, ist
etwas faul)', 0 (ugs.) (einen Apparat) durch eine
Drehbewegung in bestimmter Weise einstellen: den Herd klein, auf
klein drehen; die Heizung höher d.; den Apparat nicht
so laut d. 2. mit Drehbewegungen o. ä. I maschinell! formen,
herstellen: Seile. Schrauben. Pillen d.; er drehte sich eine
Zigarette. 3. (von Filmen o.a.) herstellen, machen: einen
Film d.; in Mexiko d. (Fi hnaufnahmen machen); Wir
drehten für Sie die wichtigsten Ereignisse der Woche (Enzens-
berger. Einzelheiten I. 106). 4. <d. + sich) (ugs.) etw.
Bestimmtes zum Gegenstand haben: in dem Prozeß dreht
es sich um Betrügereien; daß die Konversation sich meist
um kulturelle Gegenstände drehte (K. Mann. Wendepunkt
79); es dreht sich (geht) darum, daß ...; alles dreht sich
um ihn (er ist immer die Hauptperson, steht bei allen
Überlegungen im Vordergrund). 5. (ugs. abwertend) in bestimmter
Weise in seinem Sinn beeinflussen: das hat er sehr geschickt,
schlau gedreht; eine Sache so d.. daß sie nicht anfechtbar
ist; * daran ist nichts zu d. und zu deuteln (das ist ganz
eindeutig). 6. (ugs. abwertend) etw. Unrechtmäßiges tun,
etw. anstellen: wenn ich am nächsten Tag in der Zeitung
lese, was ich gedreht habe, dann ist man doch irgendwie
stolz (Ossowski. Bewährung 17). 7. <d. 4- sich) (österr.
ugs.): aufbrechen, sich entfernen: bevor die Reihe zum
Zahlen an ihn kam. hat er sich gedreht; drehend <Adj.;
nicht adv.) (landsch.): schwindlig; <Abl.:> Dreher, der; -s.
-: 1. Facharbeiter an der Drehbank (Berufsbez.). 2. dem
Ländler ähnlicher Volkstanz aus Österreich. 3. (ugs.) das
Schleudern eines Autos um die eigene Achse; drehrig ['dre:ru;l
<Adj.; nicht adv.) (landsch.): schwindlig: mir ist ein bißchen
d.; Drehung, die; -. -en: das [Sichjdrehen.
drei [drajl (Kardinalz.) [mhd.. ahd. drfl (als Ziffer: 3): vgl.
acht: er arbeitet, ißt für d. (überdurchschnittlich viel);
* nicht bis/(seltener:) auf d. zählen können (ugs.; nicht sehr
intelligent sein); Drei [-1. die; -. -en: a) Ziffer 3; b) Spielkarte
mit drei Zeichen; c) Anzahl von drei Augen beim Würfeln:
eine D. würfeln; d) Zeugnis-, Bewertungsnote 3: er hat
in Latein eine D. geschrieben (die Note 3 erhalten); e)
(ugs.) Wagen, Zug der Linie 3. Vgl. 'Acht.
drei-. Drei-: -achser, der (ugs.): Wagen mit drei Achsen;
-achsig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.; mit Ziffer: 3achsig)
(Technik): mit drei Achsen konstruiert: ein -er Anhänger;
-gchteltakt, der: Taktmaß, bei dem der einzelne Takt aus
Notenwerten von drei Achteln besteht; -akter, der: aus
drei Akten bestehendes Werk des Sprech- od. Musiktheaters;
-angel, der; -s. - (landsch.): dreieckiger Riß im Stoff,
Triangel (2); -armtg: vgl. achtarmig; -ball, der (Golf): Spiel,
bei dem drei Spieler gegeneinander kämpfen u. jeder einen
eigenen Ball spielt; -bändig: vgl. achtbändig; -hastig
[-basti^] <Adj.) [zu Bast = (menschliche) Haut, also eigtl.
= mit drei Häuten. TBast] (landsch.): dummdreist, frech:
Der Mahlke ... hat sich zuerst geweigert, nicht etwa auf
die -e Tour, sondern ganz ruhig und sachlich (Grass. Katz
139); -bein, das (ugs.): Schemel mit drei Beinen; >beinig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit drei Beinen konstruiert .
567
drei-, Drei-
ein -er Tisch; -bettzimmer, das: Hotel-, Krankenhaus-.
Gästezimmer mit drei Betten: -blatt, das (Bot.): Bez. für
verschiedene Pflanzen, z. B. Klee, Wachslilie: -blättrig: vgl.
achtblättrig; -dimensional <Adj.; o. Steig.): in drei
Dimensionenangelegt od. wiedergegeben, räumlich / erscheinend1:
der -e Raum; ein -er Körper. Film; etw. d. darstellen;
-eck, das: 1. von drei Linien begrenzte Fläche: ein
spitzwinkliges, gleichschenkliges, ungleichseitiges D.; Als sie
(= die Sterne) nur noch ein ganz winziges D. bildeten
(Schnabel. Marmor 58); Ü unter dem Stoff zeichnete sich
dunkel ihr D.. ihr schwarzes D. (die Schambehaarungj
ab; in dem nassen D. zwischen Hamburg. Cuxhaven und
Emden leben wenig Menschen. 2. (Sport, bes. Fußball)
von Torpfosten und Querlatte gebildeter Winkel: er knallte
den Ball genau ins rechte D.; -eckig: mit drei Ecken,
in der Form eines Dreiecks: -ecksgesdiichte, die:
literarische od. filmische Darstellung eines Dreiecksverhältnisses:
-eckskomödie, die: Darstellung eines Dreiecksverhältnisses
in einer Komödie: -eckstuch, das: großes dreieckiges Tuch
aus Wolle od. Wollstoff, das um die Schultern getragen
wird: -ecksverhältnis, das: Beziehungen einer Person zu
zwei Geschlechtspartnern: -einh?lb: vgl. achteinhalb; -einig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (christl. Rel.): Gott Vater,
Sohn u. Heiligen Geist in sich vereinigend: der -e Gott;
Einigkeit, die (christl. Rel.): Einheit von Gott Vater. Sohn
u. Heiligem Geist, dazu: -eintgkeitsfest, das: vgl. -faltig-
keitssonntag; -fältig: vgl. achtfältig; ^fyhigkeit. die; -:
svw. t^einigkeit. dazu: -fyltigkeitssoraitag, der: erster
Sonntag nach Pfingsten als Festtag der Dreifaltigkeit: ^fyr-
bendruck. der: a) <o. PI.) Verfahren, bei dem die
Teildruckformen in den Farben Gelb. Rot u. Blau übereinanderge-
druckt werden, um eine farbrichtige Wiedergabe zu
erreichen: b) einzelner Druck als Ergebnis eines solchen
Druckverfahrens: -farbig <Adj.; o. Steig.): drei Farben
aufweisend: -färbig <Adj.; o. Steig.) (österr.): svw. t^farbig;
-fslderwirtschaft, die <o. PI.): Bewirtschaftungssystem, bei
dem in dreijährigem Turnus Wintergetreide.
Sommergetreide u. Brache (heute statt dessen Hackfrüchte od.
Futterpflanzen) wechseln: -fenstrig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
drei Fenstern: ein -es Zimmer; -fiiB, der: 1. dreiftißiges
Gerät, auf dem Schuhe besohlt werden. 2. dreifüßiges Gerät
zum Erhitzen od. Kochen: wie man das Teewasser auf
einem D. im Kaminfeuer rasch zum Kochen bringt (Böll.
Tagebuch 75). 3. dreibeiniger Schemel: unter einem D.
aus gefällten Bäumen (Gramek, Serengeti 120). dazu:
-fußig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit drei Füßen
konstruiert,: ein -er Kessel; -geschossig: vgl. achtgeschossig;
-gespann, das: Gespann mit drei Pferden: Ü eine Art
Interregnum, in dem ein redaktionelles D. (ein Tewn aus drei
Personen) die Geschäfte führte (Spiegel 29. 12. 65. 22);
-gestirn, das (dichter.): drei Sterne: Ü die ... Schaffenskraft
dieses Namens (= Rutherfords), der mit Planck und
Einstein das leuchtende D. am Himmel der physikalischen
Wissenschaft bildet (Menzel. Herren 120); -gestrichen
<Adj.; o. Steig.; nurattr.) (Musik): von der mittleren
Höhenlage des Tonsystems nach oben gerechnet, in der dritten
Oktave liegend (in der Notenschrift mit drei hochgestellten
senkrechten Strichen od. der Ziffer 3 versehen): der
Koloratursopran hat hier das -e F zu singen: -gliederung, die:
-gliedrtg: vgl. achtgliedrig; -gnjschenheft, das
(abwertend): als Heft gebundener Kurzroman von primitivem
Niveau: -hindert: vgl. achthundert; -jährig: vgl. achtjährig;
-jährlich: vgl. achtjährlich; -kämpf, der: Mehrkampf in
der Leichtathletik, der aus 100-m-Lauf. Weitsprung u.
Kugelstoßen besteht: -kant. das od. der; -[eis. -e: von drei
Ebenen begrenzte Ecke eines Körpers: -kanter [-kante],
der: svw. t-seithof; -kantig: vgl. achtkantig; -kantmu-
schel, die: svw. t Wandermuschel; -kantsdüüsseJ, der;
-kantstahl, der (Technik): Stahl, dessen Querschnitt ein
gleichseitiges Dreieck darstellt: -kösehoch, der; -s. -[sl (ugs.
scherzh.): kleiner Junge: -klang, der: aus drei Tönen in
zwei Terzen übereinander aufgebauter Akkord: Ü Ein D.
in Gelb. Grün und Braun (Petra 11. 1966. 125); -kl«ssen-
wahlrecht, das: nach Einkommen od. Steuerleistung
abgestuftes preußisches Wahlrecht bis 1918. bei dem eine kleine
Gruppe mit hohem Steueraufkonvnen ebensoviele Stimmen
wie eine große Zahl Minderbemittelter hatte: -könige <P1.;
o. Art.): Fest der Heiligen Drei Könige: nach. vor. zu
D.; -kön«sfest, das: svw. t-könige; -kjjnigsspiel, das:
geistliches Drama des MA.. das die Anbetung Christi durch
die Heiligen Drei Könige darstellt: -königstag, der: Tag
(6. Januar), an dem das Fest der Heiligen Drei Könige
gefeiert wird: -königstreffen, das: traditionelles Treffen der
baden-württembergischen F.D.P. am Dreikönigstag:
-köpfig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus drei Personen
bestehend: -Ifndereck, das: geographisches Gebiet, an dem
die Grenzen dreier Staaten aneinanderstoßen: *buit, der
(Sprachw.): svw. fTriphthong; -mähdtg <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [zu t'Mahd]: svw. t^schürig; ^mal: vgl.
achtmal; -malig: vgl. achtmalig; -master, der; -s. -: 1.
Segelschiff mit drei Masten. 2. Dreispitz mit breiter Krempe:
-mastig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit drei Masten
konstruiert!: -meüenzone, die: drei Seemeilen von der Küste
entfernte Grenze der Nationalhoheit eines Landes im
Küstenmeer: -meterbrett, das: vgl. Einmeterbrett; -monatig: vgl.
achtmonatig; -monatlich: vgl. achtmonatlich; -monatsziel,
das (Kaufmannsspr.): Zahlungsziel von drei Monaten:
-paß, der [zu tPaß (4)]: Figur des gotischen Maßn'erks,
aus drei ineinandergreifenden Kreisen in Kleeblattform:
-pfyndbrot, das: Brot, das drei Pfund wiegt: >pfiinder,
der (ugs.): svw. t-pfundbrot; -pfundig vgl. achtpfundig;
-phgsenstran, der: svw. t Drehstrom; -prozentig <Adj.;
o. Steig.): drei Prozent enthaltend, mit drei Prozent: -punkt-
gurt. der: Sicherheitsgurt iim Auto,, der über das Becken
u. scliräg über den Oberkörper verläuft u. an drei Punkten
verankert ist: -punktbuidung, die: gleichzeitiges Aufsetzen
auf dem Boden mit Haupträdern u. Bugrad od. Sporn beim
Landen eines Flugzeugs: -nid, das: 1. dreirädriges kleines
Fahrzeug, mit dem kleine Kinder herumfahren. 2.
dreirädriges Fahrzeug, dreirädriger Lieferwagen: -rftdrig, (seltener:)
-riderig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): auf drei Rädern
fahrend: -radwagen, der: svw. t-rad (2); -saitig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): mit drei Saiten bespannt!: -satz,
der <o. PL): Rechenverfahren, bei dem man aus drei
bekannten Größen eine vierte unbekannte bestimmt, dazu: -satz-
aufgabe, die: Rechenaufgabe, bei der man den Dreisatz
anwendet, -satzrechnung, die <o. PI.): svw. t-satz,
-satzspiel, das (Tennis): über drei Sätze gehendes Spiel: -schiffig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von Kirchen) aus Mittelschiff
u. zwei Seitenschiffen bestehend: eine -e Basilika, Anlage;
-schlitz, der: svw. TTriglyph; -schneuß, der (Archit.): aus
drei Fischblasen bestehende Schmuckform des gotischen
Maßwerks: -Schrittregel, die (Handball): Regel, die besagt,
daß sich ein Spieler höchstens drei Schritte mit dem Ball
in der Hand bewegen darf: -schürig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): drei Ernten liefernd: eine -e Wiese; -seithof, der:
Gehöftanlage, bei der Wohnhaus. Scheune und Stallungen um
einen Innenhof errichtet sind, der zur Straße hin gewöhnlich
mit einer Torwand abschließt: -seitig: vgl. achtseitig; ^sekyn»
denrege), die: 1. (Handball) vgl. -schrittregel. 2.
(Basketball) Regel, die besagt, daß ein Spieler sich nicht länger
als drei Sekunden im gegnerischen Freiwurfraum aufhalten
darf: -silbig: vgl. achtsilbig; -spaltig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Druckw.): in drei Spalten: -spänner, der: mit drei
Pferden bespannter Wagen: -spännig: vgl. achtspännig;
-spitz,der: (bes. im 18. Jh. getragener) Herren hut. dessen
Rand dreiseitig hochgeklappt ist: ^sprachig <Adj.; o. Steig.):
a) drei Sprachen sprechet: b) in drei Sprachen abgefaßt:
-Springer, der (Sport): jmd.. der Dreisprung als sportliche
Disziplin betreibt: -sprang, der: aus drei Sprütigen in einem
bestehender Weitsprung, wobei nach zwei Sprüngen das
Sprungbein wechselt: -stellig: vgl. achtstellig; -st?lhffigs-
kampf. der (Schießsport): Wettbewerb im Schießen mit
Gewehr in drei verschiedenen Stellungen (stehend,
kniend, liegend): -stimmig <Adj.; o. Steig.): a) <nicht
adv.) für drei Gesangs- od. Instrumentalstimmen
gesetzt, geschrieben: ein -es Chorlied; eine -e Invention
von Bach; b) mit drei Stimmen / singend i: ein -er Chor;
sie sangen d.; -stöckig: vgl. achtstöckig; -strahlig <Adj.:
o. Steig.; nicht adv.): mit drei Strahltriebwerken
ausgerüstet: Er flog seine -e Boeing „727 Europa-Jet" (Hörzu
41. 1975. 15); -Stufenrakete, die: Rakete aus drei Teilen
mit je einem Triebwerk: -stundig: vgl. achtstündig;
-stündlich: vgl. achtstündlich; -tggefieber, das: hifektionskrank-
heit in den Mitteltneerländern mit hohem Fieber: -tägig:
vgl. achttägig: -täglich: vgl. achttäglich; -tausend: vgl.
achttausend; -tausender, der: vgl. Achttausender; -teilen
<sw. V.; hat): in drei Teile teilen: ein dreigeteilter Staat;
-teilig: vgl. achtteilig: -teihmg, die: Teilutig in drei Teile.
Stücke. Abschnitte: -uhrvorstelhing, die: vgl. Achtuhrvor-
568
dressen
Stellung; -uhrzug, der: vgl. Achtuhrzug; -undeinh^lb: vgl.
achtundeinhalb; -vierte! ['drai'firtj] <Bruchz.> (in Ziffern:
%): es ist d. zwei; der Saal war d. voll; ^viertel [-]. der;
-s, - (Rugby): Spieler in der Dreiviertelreihe; ^viertelärmel
[-'firtj-l. der: dreiviertellanger Ärmel; -viertellang [-Tirtj-]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: drei Viertel der Rock- od.
ganzen Ärmellänge messend; ein -er Mantel. Ärmel; die
Jacke ist d.; ^viertelljterflasche. die; ^viertelmehrheit
[-Tirtj-]. die: mindestens 75% der abgegebenen Stimmen;
-viertelreihe [-fntl-], die (Rugby): in der Grundstellung
unmittelbar vordem Schluß postierte Reihe von vier Spielern;
-Viertelstunde, die: 45 Minuten; -vierteltakt [-firtl-]. der:
Taktmaß. bei dem der einzelne Takt aus Notenwerten von
drei Vierteln besteht; -wegehahn, der (Technik):
Leitungshahn mit drei Zugängen, die miteinander in jeder beliebigen
Kombination verbunden werden können; -wertig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: I. (Chemie) sich mit drei Atomen des
einwertigen Wasserstoffs verbinden könnend; Bor ist ein
-es Element. 2. (Sprachw.) (vom Verb) bei der Satzbildung
drei Satzglieder od. Ergänzungsbestimmungen fordernd;
-wöchentlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (mit Ziffer:
3wöchentlich): sich alle 3 Wochen wiederholend; d.
wechseln; -wöchig <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (mit Ziffer:
3wöchig): drei Wochen dauernd; ein -er Urlaub; -zack
I-tsak], der; -s. -e: großer dreizinkiger Stab; der D. des
Poseidon, dazu: -zackig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
drei Zacken verseilen; -zehn: vgl. achtzehn; * jetzt schlägt's
[aber] d.! (ugs.; das geht aber zu weit, jetzt ist Schluß
damit; die Dreizehn gilt im Volksglauben als
Unglückszahl), dazu: -zehnjährig: vgl. achtzehnjährig; -zeilig: vgl.
achtzeilig; ^z{mmerwohnung. die: Wohnung mit drei
Zimmern, Küche u. Bad; -zinkig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
mit drei Zinken versehen.
Dreier I'drate). der; -s. - [spätmhd. drier]: 1. frühere mittel-
u. norddeutsche ' Kupfer Imünze im Wert von drei Pfennigen;
Ü das ist keinen D. [mehr] (ugs.; nichts /mehr/) wert.
2. (ugs.) drei Zahlen, auf die ein Gewinn fallt; ein D. im
Lotto. 3. (landsch.) svw. TDrei (a. c. d. e). 4. (Eis-.
Rollkunstlauf) Figur in Form einer Drei. 5. (GolO Spiel, bei
dem ein Spieler gegen zwei andere spielt, wobei jede Partei
einen Ball spielt.
Dreier- (drei): -kombination, die (Ski): Kombination von
Abfahrtslauf, Slalom u. Riesenslalom; -mannschaft, die
(Tischtennis): aus bis zu fünf Spielern bestehende
Mannschaft, von denen nur drei eingesetzt werden dürfen; -pakt,
der: Pakt zwischen drei Staaten; -reihe, die: jeweils drei
hintereinandergeordnete Personen od. Gegenstände: in D.
(zu jeweils drei hintereinandergeordneten Personen)
antreten, marschieren; -spnmg, der (Eiskunstlauf.
Rollkunstlauf): Kombination in der Kür, die sich aus einem Bogen
vorwärts-auswärts, eitlem Sprung mit halber Drehung u.
dem Aufsetzen rückwärts-auswärts zusatnmensetzt; -takt.
der: ungerades Takt maß aus drei Zeitwerten (z.B. %, %.
%) mit dem Hauptakzent auf dem ersten Zeitwert; -wette.
die (Reiten): Wettart, bei der die drei als erste durchs
Ziel gehenden Pferde in der richtigen Reihenfolge genannt
werden müssen: D. - „Ihre" drei Pferde kommen in der
von ihnen getippten Reihenfolge an (Hörzu 42. 1972. 22).
dreierlei: vgl. achterlei; dreifach: vgl. achtfach; Dreifache:
vgl. Achtfache; Dreiheit, die; -: drei zusammengehörende
Wesen od. Dinge.
drein-. Drein- ['drain-l (vgl. darein-): -blicken <sw. V.; hat):
auf eine bestimmte Weise blicken, eine bestimmte Miene
machen: finster, gutmütig d.; -fahren <st. V.; ist) (ugs.):
durch Worte] energisch in eine Angelegenheit eingreifen:
hart, streng, mit dem Knüppel d.; -finden, sich <st. V.;
hat) (ugs.): svw. tdareinfinden, sich; -gäbe, die (landsch.):
erw. Zusätzliches, Zugabe: jmdm. etw. als D. versprechen;
das öffentliche, beinah schauspielerische Moment wird
da (= in einem Beruf) als notwendige D. verlangt (Erh.
Kästner. Zeltbuch 56); -geben <st. V.; hat): 1. hingeben,
auf etw. um einer anderen Sache willen verzichten: Ich
gab das Aufleuchten ihres Gesichts... gern drein für solche
hartnäckige Suche, deren Zeuge ich sein durfte (Seghers.
Transit 212). 2. <d. 4- sich) (selten) svw. T-schicken. sich;
-hauen <unr. V.; hat) (salopp): svw. T -schlagen; -mengen.
sich <sw. V.; hat) (ugs.): svw. t-mischen; -mischen, sich
<sw. V.; hat) (ugs.): svw. tdareinmischen, sich; -reden
<sw. V.; hat) (ugs.): svw. tdareinreden; -schauen <sw.
V.; hat): svw. T-blicken: -schicken, sich <sw. V.; hat):
sich in etw. schicken, sich seinem Schicksal unterwerfen:
da bleibt nichts weiter, als sich dreinzuschicken; -schlagen
<st. V.; hat) (ugs.): in eine Gruppe hineinschlagen, schlagetid
in einen Streit eingreifen: zuletzt haben noch im Türeingang
die Schupos mit dem Knüppel dreingeschlagen (Döblin.
Berlin 447); -sehen <st. V.; hat): svw. t -blicken.
dreißig fdrajsic] <Kardinalz.) [mhd. drisec, ahd. drijuc]
(in Ziffernr3Ö): er ist [noch unter] d. [Jahre alt]; vgl.
achtzig; <subst.:) Dreißig [-], die: vgl. Achtzig; dreißiger
['draisige]: vgl. achtziger; Dreißiger [-]. der: vgl. Achtziger;
Dreißigerin, die: vgl. Achtzigerin; Dreißigeriahre: vgl.
Achtzigerjahre; dreißigjährig: vgl. dreijährig; der Dreißigjährige
Krieg (europäischer Krieg in Deutschland von 1618-1648);
Dreißigsekvndenregel. die (Basketball): Regel, die besagt,
daß eine Mannschaft innerhalb von dreißig Sekunden einen
Korbwurfversuch machen muß, wenn sie in Ballbesitz kommt;
dreißigst... fdraisicst...] (Ordinalz. zu tdreißig) (in Ziffern:
30.); vgl. dritt.T; dreißigste!: vgl. achtzigste); Dreißigstel.
das: vgl. Achtzigstel.
dreist [drajst] <Adj.; -er. -este) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. drfste. dristic = beherzt, kühn, frech]: mehr od.
weniger frech, unverschämt; recht ungeniert u. ohne
Hemmungen sich etw. herausnehmend: eine -e Behauptung; er
wurde immer -er; er erzählt Sachen ... ganz d. und gottes-
fürchtig: Ach. wie gut. daß keiner weiß! (Bobrowski.
Mühle 116); <Abl.:> Dreistigkeit, die; -. -en: a) <o. PI.) dreistes
Wesen. Verhalten: sich über jmds. D. ärgern; er besaß
die D. (war so dreist), uns anzulügen; b) dreiste Handlung:
sich -en herausnehmen.
Drell [drei], der; -s. -e [aus dem Niederd. < mniederd.
drei = dreifädiges Gewebe]: svw. T Drillich.
dremmeln rdremjn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd.. urspr.
= Zwischenhandel treiben] (landsch.): drängend bitten:
die Kinder drcmmelten so lange, bis ihnen ihr Wunsch
erfüllt wurde.
Drempd fdrempj]. der; -s. - [mhd. drempel = Türschwelle]:
1. über die Decke des obersten Geschosses hinausreichender
Teil der Außenmauer eines Gebäudes zur Vergrößerung des
Dachraumes. 2. Schwelle im Schleusenboden, gegen die sich
das geschlossene Schleusentor stützt.
Dresche ['drefe]. die; - [zu t dreschen (2)] (salopp): svw.
T Prügel: D. bekommen; Ich will deinetwegen keine D.
kriegen (Kant. Impressum 209); draschen <st. V.; hat)
[1: mhd. dreschen, ahd. dreskan; 2: mhd. Ü zu 1]: 1.
die Körner aus etw. maschinell herauslösen, mit dem
Dreschflegel o.a. herausschlagen: Getreide [mit der Maschine,
auf dem Feld] d.; morgen dreschen wir. wird gedroschen;
<subst.:)die Bauern sind beim Dreschen. 2. (salopp) svw.
t prügeln: sie haben ihn windelweich, grün und blau
gedroschen; sie droschen sich, daß die Fetzen flogen; er hat
sich mit seinem Freund auf dem Schulhof gedroschen.
3. (salopp) a) mit Wucht irgendwohin schlagen: auf die
Tasten, mit der Faust auf den Tisch d.; der Verteidiger
drosch über den Ball; b) mit Wucht irgendwohin schießen:
den Ball insTor. über die Auslinie d.; <Abl. zu 1:) Drescher,
der; -s, -: jmd., der drischt, dazu: Dr^scherkrankheit. die:
Infolge Staubeinwirkung durch bestimmte Schimmelpilze
hervorgerufene akute fieberhafte Bronchitis bei Dreschern
in der Erntezeit; <Zus. zu 1:> Dreschflegel, der: Handgerät
zum Dreschen: den D. schwingen; die Hände hingen ihm
wie D. herab (Kirst. 08/15. 493); ein Maulwerk wie ein
D. (Tucholsky. Werke II, 234); Dreschmaschine,
die:!fahrbare! Maschine, in der die Körner aus den Ähren
herausgelöst werden.
Dreß [dres]. der; Dresses, (selten:) Dresse; (österr. auch:)
die; -. Dressen [engl, dress = (Be)kleidung. Kleid, zu:
to dress = sich anziehen, herrichten < frz. dresser, t
dressieren]: Kleidung für einen bestimmten Anlaß, bes.
Sportkleidung: der D. der Sportler. Reiter. Tennisspieler, einer
Mannschaft; Marga. deren Haare schwärzer waren als
ihr D. (Kuby. Rosemarie 33); er war schon im D. (ugs.;
für etw. fertig angezogen).
Dressat [dresa:t]. das; -[e]s. -e [zu tdressieren]: I. (Fachspr.)
Ergebnis einer Tierdressur. 2. (Psych.) zur eingefahrenen
Gewohnheit gewordene atierzogene Verhaltens-.
Reaktionsweise: im Grunde wirkte in ihm ein unbewußtes D.. das
hieß: geschieht euch allen ... recht, daß... (Graber.
Psychologie 85); dressen [dresn] <sw. V.; hat) [nach engl, to
dress. t Dreß]: sich auf eine besondere Art. für eine
bestimmte Gelegenheit I anziehen: Ich dresse mich. Ich könnte mich
569
Dresser
ebensogut anziehen. Aber das ist ein Unterschied wie
zwischen Speisen und Essen. Wandeln und Gehen. Das eine
ist eine Handlung, das andere eine Zeremonie (Bamm.
Weltlaterne 82); Dresser Cdresv]. der; -s. - [engl, dresser]:
jmd., der für jnuis. Kleidung zuständig, verantwortlich ist,
der für jmds. Kleidung sorgt; Garderobier; Dr$sserin, die;
-, -nen: w. Form zu t Dresser; Dresseur [dre'so:?!. der:
-s, -e [frz. dresseur]: jmd., der Tiere dressiert, abrichtet
(Berufsbez.): Die Stellung des deutschen Offiziers zum
Mann war etwa die eines -s zu einem verprügelten Hund
(Tucholsky. Werke 1.291); dressierbar [drE'si:?ba:?J <AdJ.;
0. Steig.; nicht adv.>: geeignet, dressiert zu werden (1):
Doch ist sie. wie fast alle jungen Mädchen, vollkommen
d. (Hochhuth, Stellvertreter 184); dressieren [drc'siircn]
<sw. V.; hat) [frz. dresser = aufrichten; aufmachen;
abrichten < vlat. *directiäre < lat. dlrigere = ausrichten]: l.a)
einem Tier bestimmte Fertigkeiten beibringen; einen Hund.
Pferde d.; der Hund ist auf den Mann dressiert; ein Brief
.... mit dem Scarletto ... aufgefordert wird, sämtliche ...
Ratten zu d. (Bobrowski. Mühle 78); b) (abwertend) jmdn.
durch Disziplinierung zu einer bestimmten Verhaltensweise
bringen: seine Kinder d.; Sie ... vergaßen, daß man sie
auf Töten dressiert hatte (Ott. Haie 136). 2. (Kochk.)
a) einem Gericht, bes. Geflügel, durch Zusatnmenbinden
od. -nähen vor dem Braten eine zum Servieren geeignete
Form geben: Wild. Geflügel. Fische d.; b) Süßspeisen
mit einer Creme o.a. verzieren, die aus einer Spritze od.
einem Dressiersack gedrückt wird: eine Torte d.; c) durch
Ausdrücken aus einem Dressiersack bestimmte Formen aus
Teig, Cremeo. ä. bilden: von dem fertigen Teig gleichmäßig
große Krapfen auf ein schwach gefettetes Backblech d.;
Hochfeine G i and u ja-Schoko lade auf hochfeines Marzipan
dressiert (Pralinenpackung Sarotti 1969). 3. unter Dampf
[in der Hutpresse formen: einen Filzhut d.; Dressieren
- so nennt man in der Fachsprache das schneidermäßige
Formbügeln (MM 30. 3. 72. 16). 4. (Textilindustrie) (in
der Spinnerei) Sehappeseide kämmen. 5. (Technik)
nachwalzen. 6. (ugs.) drängeln; <Zus. zu 2 b. c:> Dresskrsack, der;
-[eis. ...sacke (Kochk.): Tüte mit Metallspitze, aus deren
Öffnung man Creme o. ä. zutn Verzieren auf eine Torte
od. zum Backen auf ein Blech drücken kann: aus dem
D. kleine Ringe aufs Blech geben; Dressing ['drcsii)]. das;
-s. -s [engl, dressing. zu: to dress = zubereiten, anmachen.
TDreß]: 1. spezielle Salatsoße: Nudelsalat mit Thunfisch.
Schinken- oder Salamistreifen und einem ..pfiffigen D."
(Spiegel 30, 1974, 45). 2. Kräuter- od. Gewürzmischung
für! Geflügel Jbratenfüllungen: Zucker und Salz - Wurzeln
und Zwiebeln - -s und Saucen (Börsenblatt71.1966.5212);
Dressing-gown [dresmgaon]. der. auch: das; -s. -s [engl,
dressing gown. aus: dressing = das Ankleiden u. gown
= Kleid]: / Herren jmorgenmantel mit Schalkragen u.
geschlungenem Gürtel: der D. aus reinseidenem Foulard
(Herrenjournal 3.1966.178); Dressman ['dresman], der; -s.
...men [anglisierende Bildung, aus engl, dress (tDreß) u.
man= Mannl: l.a) dem Mannequin entsprechende
männliche Person: Dressmen und Mannequins werden ... durch
seinen ( = PierreCardins) Salon gejagt (Spiegel 33.1966.82);
b) männliches Fotomodell: Denn die Schönsten der Dressur-
willigen sind die ..Dressmen44. auch ..Coverboys" genannt.
Auf deutsch: die männlichen Fotomodelle (Hörzu 45.1972.
143). 2. (verhüll.) junger Mann, der sich homosexuell
prostituiert (off in Zeitungsanzeigen): Junger D. verwöhnt ohne
Hast mit Film- und Badeservice exkl. für den Herrn
(Abendpost Nachtausgabe 11. 10. 74. 12); Dressur
[dre'su:g]. die; -. -en [zu tdressieren mit lat. Endung geb.]:
1. <P1. selten) a) das Dressieren (1 a): die D. eines Pferdes;
bei der D. der Elefanten; Das gilt allerdings nicht für
die D.. da man die Zügel für diese ... verkürzen muß
(Dwinger. Erde 93); b) das Dressieren (1 b): Eines Tages
setzte also die D. ein: Kartoffeln schneidet man nicht
mit dem Messer (Roehler. Würde 66). 2. Kunststück, ein-
geübte Fertigkeit des dressierten Tiers: eine [schwierige)
D. vorführen; sobald ein solcher UltrapfifTertönte,
vergaßen sie ( = die Hunde) ihre D. und folgten den lockenden
Tönen (Menzel. Herren 77).
Dressur-: ~akt. der: a) Durchführung einer Dressur (la):
-e im Zirkus; b) (abwertend) Durcliführung einer Dressur
(1 b): Sie (= die Leserbriefe) beweisen, daß die -e. jedenfalls
bei einem Teil der Leserschaft, durchaus gelungen sind
(Enzensberger. Einzelheiten I, 82); Miertay, das:
pferdesportlicher Wettkampf; ^föhigkeit. die: Auffassungskraft
eines Tieres, die es für eine Dressur (la) fähig macht;
^hakband. das: Halsband mit Stacheln zur Dressur schwer
abzurichtender Hunde; ^haltung« die: 1. bestimmte
Körperhaltung des Reiters. 2. bestimmte Körperhaltung des Pferdes
unter dem Reiter; ^kunststück, das: einem Tier beigebrachte
Bewegung o. ä.. die von ihm Talent od. besondere
Geschicklichkeit fordert; -leistung, die: Pferd u. Reiter zeigten
hervorragende -en; Mimmer, die: Dressurkunststück, das
Zuschauern bei einer Vorführung gezeigt wird; ^pferd, das:
Pferd, das einer Dressur (1 a) unterzogen wird; -Prüfung,
die (Reiten): Prüfung, in der die Fähigkeit in einzelnen
Übungen u. der Ausbildungsstand eines Pferdes geprüft u.
bewertet werden; ^reiten, das; -s: Grundlage der
Pferdeausbildung u. des Reitens mit verschiedenen Dressurprüfungen:
Beim echten D. kommt jedesmal alles ganz neu heraus
(Dwinger. Erde 146); -versuch, der: Versuch, ein Tier zu
dressieren (1 a).
Dribbel [dnbl]. das; -s. - [engl, dribble] (bes. Basketball):
svw. T Dribbling.
drjbbel-.Drjbbel-: -gewandt <Adj.> (Ballspiele): im ] Dribbeln
gewandt; in der Lage, gut zu ^dribbeln: der Mannschaft
fehlen zwei -e Außen; der Linksaußen ist sehr d.; -kirnst.
die (Ballspiele): Geschicklichkeit. Gewandtheit im
]Dribbeln; -künstler, der (Ballspiele): Spieler, der besonders
geschickt zu ^dribbeln versteht.
•dribbeln [dnbln] <sw. V.; hat) [engl, to dribble, eigtl. =
tröpfeln: den Ball tröpfchenweise vortragen] (Ballspiele):
den Ball, die Scheibe durch kurze Stöße über größere Strek-
ken vorwärts treiben u. dabei zur Täuschung des Gegners
die Richtung ändern, um den Gegner zu umspielen ■: nicht
d.. sondern abspielen; er dribbelte [in den Strafraum];
Die Zeiten, als ich für mich dribbelte {den Ball nicht
abspielte), sind vorbei (Express 6. 10. 68. 15).
kribbeln [-] <sw. V.; ist) (landsch.): svw. t trippeln: einige
Burschen stellten für mehrere Takte das Tanzen ein. hielten
die ungeduldig auf der Stelle dribbelnden Mädchen am
Oberarm (Grass. Blechtrommel 561).
Dribbler fdribte]. der; -s. - [engl, dribbler] (Ballspiele):
Spieler, der igut: zu ^dribbeln versteht: der Stürmer ist ein
geborener D.; ein Außenstürmer muß ein guter D. sein,
dazu: Drjbblerköntg. der (Ballspiele Jargon):
hervorragender, ausgezeichneter Dribbler; Dribbling fdnblw]. das; -s.
-s [engl, dribbling] (Ballspiele): das Laufen mit dem Ball
: am FußU Oft stand einer von uns im schönsten D.
plötzlich vor einer Wasserlache (Walter. Spiele 145); zu einem
D. ansetzen.
Driesch [dri:J]. der; -s. -e [mhd. driesch, zu einer Wz. mit
der Bed. „ermüden, ermangeln, untauglich werden"]
(landsch.): Brache, unbebautes Land.
drieschen['dri:J'n] <sw. V.; hat) [tdraschen] (ostmd.): regnen.
Drift [dnft], die; -. -en [aus dem Niederd. < mniederd.
drifl; ttreiben]: l.a) durch den Wind erzeugte Strömung
an der Meeresoberfläche; b) unkontrolliertes Treiben eines
Schiffes/ auf dem Wasser. 2. durch Strömung fortbewegtes
Treibgut; <Abl.:) driften fdnftn] <sw. V.; ist): auf dem
Wasser treiben; Drei Wochen lang driften die Schiffe ...
im Passatwind nach Südwest (MM 6. 9. 68. 3); Ü wenn
ein sozial benachteiligtes Kind ... in die Kriminalität driftet
(Spiegel 4. 1973.81).
Drileh [dril^], der; -[e]s. -e (landsch.): svw. t Drillich.
'Drill [dnl]. der; -[e]s [rückgeb. aus tdrillen (1)1: 1.
mechanisches Einüben von Fertigkeiten beim Militär, bes. von
Waffenhandgriffen u. Gefechtsbewegungen: scharfer,
preußischer D.; Ü ich erzählte ihm von dem Heim: Kein D.
im üblichen Sinn. Selbstbestimmung der Hausordnung
(Ossowski. Bewährung 77). 2. (Angeln) das Drillen (4):
Als Köder diente ein kleines Rotauge, Hakengröße 3.
Schnur 0.50 mm Perlon. Der D. begann um 11.30 Uhr
und endete um 12.05 Uhr (MM 20. 9. 72. 4).
2Drill [-]. der; -s. -e: svw. t Drillich.
^Drill [-]. der; -s, -e [engl, drill, aus dem Afrik.]: in den
Regenwäldern Westafrikas vorkommender, dem Mandrill
ettg verwandter, bis zu 85 cm langer Affe mit stark
verlängerter Schnauze.
Drjllbohrer, der; -s. - [zu tdrillen (3)]: Bohrer, dessen Antrieb
mittels einer schraubenförmigen Spindel erfolgt, die durch
die Aufundabbewegung der Schraubenmutter in Rotation
versetzt wird; drillen [dnbn] <sw. V.; hat) [1. 3: frühnhd.
drillen = (herumdrehen, drechseln, bohren < mniederd.
570
Drive
drillen = drehen, rollen; plagen; 2: engl, to drill]: l.a)
einem harten militärischen Training unterziehen: Rekruten
d.; b) durch monotone Wiederholung hart schulen: Schüler,
jmds. Geist d.; *auf etw. gedrillt sein (ugs.; durch ständige
Schulung o.a. auf etw. gut vorbereitet sein u. entsprechend
reagieren): Auf diese indirekten Freistöße sind wir gedrillt
(Quick 41. 1958, 77); elf Münchner Spieler waren auf
Kampf gedrillt (Welt 29. 4. 65. 8). 2. mit der Drillmaschine
in Reihen säen: Raps. Rüben d. 3. mit dem Drillbohrer
bohren. 4. (Angeln) einen Fisch an der Angel durch
wiederholtes Freigeben u. Einholen der Angelschnur ermüden.
Drillich ['dnlif ]. der; -s, -e [mhd. dril(i)ch, subst. aus dril[i]ch
= dreifädig. in Anlehnung an lat. trilix = dreifädig; ahd.
drillh = dreifach]: dichtes Baumwoll- od. Leinengewebe
in Köperbindung: Arbeitskleidung. Matratzenbezüge.
Markisen aus D.
Drillich-: -anzug. der: Soldaten in hellgrauen
Drillichanzügen: -hose, die: -Jacke, die; -zeug, das: Arbeitskleidung
aus Drillich.
Drilling [dnlinl. der; -s. -e [nach dem Muster von Zwilling
geb.; älter: Dreilingl: 1. eines von drei gleichzeitig
ausgetragenen, kurz nacheinander geborenen Kindern: sie sind
[eineiige] -e. 2« Jagdgewehr mit einem Kugellauf u. zwei Schrot-
laufen.
Drjllmaschine. die; -. -n [zu t drillen (2)]: Maschine zur
gleichmäßigen Aussaat in Reihen.
drin [drin]: 1. ugs. für f darin: ich glaube, daß der Schlüssel
d. steckt; *etw. ist d. (etw. ist möglich, läßt sich machen):
dieser Preis/mehr ist [bei mir] nicht d.; in dem Spiel ist
noch alles d. (ist noch keine Entscheidung gefallen). 2.
ugs. für f drinnen: er ist dort d.; sie ist den ganzen Tag
d. geblieben: *d. sein (mit einer Tätigkeit wieder' ganz
vertraut sein, so daß man sie beherrscht): nach seiner
Krankheit, dem langen Urlaub war er noch gar nicht wieder
richtig d.
dr|n-: ^sitzen <unr. V.; hat) (ugs.): sich in einer schwierigen
od. peinlichen Lage befinden: Der Bürobote oder eine
schnüffelnde Reinmachefrau, und ich säße drin!" (Fallada.
Jeder 117); -stecken <st. V.; hat) (ugs.): 1. viel Arbeit.
Schwierigkeiten mit etw. haben: er steckt bis über die Ohren
[in seiner Arbeit] drin. 2. in jmdm.. etw. als Anlage o.a.
vorhanden sein: irgendwo muß ein Ansatz zum guten
Menschenbild d. (Kant. Impressum 229). 3. *in etw. nicht
d. (über etw. keine Vor]aussagen machen können): ob
das Auto noch lange hält, weiß ich nicht, da steckt man
nicht drin; -stehen <unr. V.; hat/(landsch.:) ist) (ugs.):
in einem Buch o.a. zu lesen stehen: dieses Wort steht im
Lexikon nicht drin.
dringen [dnnan] <st. V.) /vgl. dringend/ [mhd. dringen,
ahd. dringan. urspr. = stoßen, drängen]: 1. durch etw.
an eine bestimmte Stelle gelangen: eindringen, vordringen
(ist): sie versuchten, durch das Dickicht zu d.; die Sonne
dringt durch die Wolken; Wasser ist in den Keller
gedrungen; ein Splitter drang ihm ins Auge; das Gerücht drang
in die Öffentlichkeit; Ü durch eine tiefer -de Betrachtung
(Natur 43). 2. (geh.) sich mit Worten heftig bemühen, auf
jmdn. einzuwirken <ist>: [mit Bitten. Fragen] in jmdn. d.;
sie drang voller Neugier in ihn. ihr alles zu erzählen;
•sich zu etw. gedrungen fühlen (einen starken Antrieb
verspüren, etw. zu tun): ich fühlte mich [nicht] gedrungen,
mich bei ihnen zu bedanken. 3. etw. unnachgiebig j fordern
(hat): auf sofortige Zahlung d.; er hatte daraufgedrungen,
einen Spezialisten zu konsultieren; drjngend <Adj.) [1. Part,
zu veraltet tr. dringen]: a) keinen Aufschub duldend, eilige
Erledigung verlangend: -e Arbeiten; ein -es
Telefongespräch; die Sache ist d.; jmdn. d. (unbedingt sofort)
sprechen müssen; b) <nicht präd.) zwingend, nachdrücklich:
einen -en Appell an jmdn. richten; er war der Tat d.
verdächtig; jmdn. d. warnen; dringlich <Adj.):
nachdrücklich u. eindringlich: Diese Abmachung... war ohne
aufwendige Gesten vollzogen worden und hatte keiner -en
Beschwörung bedurft (Kant. Impressum 86); Dann sprach
er -er (Grass. Hundejahre 176); <Abl,:> Dringlichkeit, die;
-. dazu: Drjnglichkeitsanfrage, die (Pari.): Für die
Fragestunde des Bundestages ... hat der parlamentarische
Geschäftsführer ... eine D. eingereicht (Welt 24. 10. 67. 3).
Dringlichkeitsantrag, der (Pari.): ... brachten SPD, CDU
und FDP gemeinsam... den D. ein.... Berlin zur Aufnahme
von Bundesorganen auszubauen (Dönhoff. Ära 70).
Drink [dnnk]. der; -[s]. -s [engl, drink]: meist alkoholisches
[Mixjgetränk: harte, alkoholfreie-s; vordem Dinner einen
D. nehmen; sich auf einen/zu einem D. in der Bar
verabreden.
drinnen ['dnnan] (Pronominaladv.): innerhalb eines Raumes
(Ggs.: draußen a): d. im Zimmer; die Tür von d. (von
innen) öffnen; Ü als schließlich die öffentliche Meinung
d. und draußen (im In- u. Ausland) sich zu ändern begann
(Dönhoff. Ära 11); *etw. ist d. (österr. ugs.: svw. etw.
ist tdrin): aber wir hatten nur eine Halbzeitelf. und mit
einer solchen ist im internationalen Fußball nichts d.
(Kronen-Zeitung 14. 10.68.10).
drippefan ['drip|n] <sw. V.; hat) [zu niederd. Dripp =
Tropfen] (nordd.): a) <unpers.) leicht regnen: es regnet, es drip-
pelt und drippelt (Döblin. Berlin 276); b) tropfenweise
Wasser abgeben: dann drippelt er (= der Gasometer) ganz
rasch, ein kleiner See steht im Korridor (Tucholsky. Werke
1.94).
drisch [dnj] Tdreschen; Drtechel [dnjl]. der; -s. - od. die;
-. -n [mhd. drischel. ahd. driscil] (südd., österr.): a) svw.
t Dreschflegel; b) Schlagkolben am Dreschflegel; drischst,
drischt [drij*(s)t]: f dreschen.
dritt [dnt]: in der Fügung zu d. (mit drei Personen): zu
d. spielen; eine Ehe zu d. (Zusammenleben einer Person
mit zwei Geschlechtspartnern); dritt... ['dnt...] (Ordinalz.
zu tdrei) [mhd. drit(t).... ahd. dritt...] (als Ziffer: 3.): er
wurde -er. der -e; der -e von rechts; zum ersten, zum
zweiten, zum -en [und letzten]! (Ausruf des Auktionators);
(subst.:> es ist noch ein Drittes zu erwähnen; bei dem
Wettbewerb wurde er Dritter; er ist der Dritte im Bunde;
gespielt wurde die Dritte (dritte Sinfonie) von Beethoven;
Spr wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte; Ü etw.
von -er (anderer) Seite erfahren; wenn die Geschwister
ihren Bruder sprechen wollten, müßten sie sich mit ihm
an einem -en (neutralen) Ort treffen (Jens. Mann 111);
(subst.:> jmdn. in den Augen Dritter herabsetzen; etw.
einem Dritten (einem Unbeteiligten. Außenstehenden)
gegenüber erwähnen; *der lachende Dritte (ßnd., der aus
der Auseinandersetzung zweier Personen Nutzen zieht). Vgl.
acht...; 'drjtt-, 'Dritt- (Ordinalz. zu tdrei); (in Zus.:)
hinsichtlich der genannten Eigenschaft an dritter Stelle stehend.
z.B.: er ist der Drittbeste seiner Klasse; der dritthöchste
Berg; er war der drittletzte; ^>jtt- (Ordinalz. zu tdrei);
(in Zus.:) zu zwei Partnern als dritter hinzutretend. z.B.:
^land, das: Die schweizerische Luftverkehrsgesellschaft
...darf von den Flughäfen der Bundesrepublik ... nicht
mehr zu Flügen in Drittländer starten (MM 10.5.67.11);
-person, die: daß sie das Geheimnis ... der -en (Schweiz.;
Dritten) ... aufhebt (Frisch. Gantenbein 480); -schaden,
der (jur.): Schaden, den eine nur mittelbar durch ein
schädigendes Ereignis betroffene Person erlitten hat; -Schuldner,
der (jur.): Schuldner einer Forderung, die vom Gläubiger des
Gläubigers gepfändet wurde; -Verteidiger, der (Fußball):
Spanien spielt mit einem D.
Drjtteil. das; -s. -e (veraltet): svw. t Drittel (1); drittel ['dnt}]:
vgl. achtel; Drittel [-]. das. (Schweiz, meist:) der; -s. - [mhci.
dritteil]: 1. vgl. Achtel (a). 2. (Eishockey) a) einer der
drei gleich großen Abschnitte des Spielfeldes; b) einer der
drei Abschnitte der Spielzeit: nach dem ersten D. stand
es 1:0; drjtteln (sw. V.; hat) [aus älterem dritteilen]: in
drei Teile teilen; Drittenabschlagen, das; -s: Fangspiel, bei
dem ein Verfolgter sich vor eine der einen Kreis bildenden
Zweiergruppen flüchtet, so daß der hinten stehende Dritte
vom Verfolger einen Schlag erhalten kann u. selbst die
Verfolgung aufnehmen muß. wenn er sich nicht vorher vor
eine andere Gruppe stellt: D. spielen; drjttens (Adv.): an
dritter Stelle, als dritter Punkt; Drjttklässer, der; -s. -:
vgl. Erstklassen drjttklassig (AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
/von/ dritter Klasse: ein -es Hotel; Drjttklaßler (landsch..
bes. österr). Drjttklaßler. der; -s. -: vgl. Erstkläßler.
Drive [drajf. engl.: draiv], der; -s. -s [engl, drive. eigtl.
= das (Än)treiben]: l.a) Neigung, starker Drang.
Bestrebungen: daß es nicht Adenauer war. der den atomaren
D. der Bundespolitik erfunden, formuliert und
durchgesetzt hat (Augstein. Spiegelungen 118); b) Dynamik: Das
Redaktionsprogramm ist ..der D. der großen heißen Welt44
(Spiegel 47.1965. 74). 2. (o. PI.) (Jazz) durch die Spannung
zwischen Beat u. Off-Beat entstehende, vorantreibende
Dynamik des Spiels mit scheinbarer Beschleunigung des
Rhythmus. 3. (bes. Golf. Tennis) weiter Schlag; Treibschlag:
... trotz der langen -s von Bungert (MM 8. 7. 67. 17);
571
Drive-in-Kino
Drive-in-Kino, das; -s. -s [zu engl.-amerik. drive-in. eigtl.
= das Hineinfahren (mit dem Auto)J: svw. t Autokino;
Drive-jn-Lokal. das; -fe]s. -e. Drive-|n-Restaurant, das; -s.
-s: Schnellgaststätte für Autofahrer mit Bedienung am
Fahrzeug; driven [drajvn] <sw. V.) [engl, to drive] (Sport, bes.
Golf): einen Treibball spielen: er hat einen Flugball gedrivt;
Driver ['draivel. der; -s. -s [engl, driver]: Golfschläger für
Treibschlag u. a.
drob [drop]: svw. fdarob; droben [*dro:bn] <Adv.> (geh..
auch südd.. österr.): dort oben (Ggs.: drunten): am Himmel
d.; d. in den Bergen; da d.; Ü Für alle Opfer ... dürfe
man einmal d. (im Himmel, im Jenseits) den Lohn erwarten
(Glaube 3. 1967. 15).
Droge ['dro:ga]. die; -. -n [frz. drogue. wahrsch. aus niederd.
droge = trocken in der Fügung droge-fate = trockene
Fässer, d. h. Packfässer mit Trockenware; ..droge" wurde
irrtümlich als Warenbez. des Inhalts verstanden): \.
pflanzlicher, tierischer od. mineralischer Rohstoff für Heilmittel.
Stimulanzien od. Gewürze: starke Schmerzen lindernde -n;
mit... Medikamenten, unter denen ... die brechwirksamen
und abführenden -n vorherrschten (Medizin II. 184). 2.a)
(veraltend) Arzneimittel: es verging kaum eine Nacht, in
der Bugenhagen nicht lindernde Mittel. Spritzen, -n und
Zäpfchen benötigte (Jens. Mann 92); b) Rauschgift: harte
-n (z. B. Opium. Heroin); weiche -n (z. B. Haschisch); Er
mochte keine -n, fühlte sich bereits von zu vielen Dingen
abhängig (Zwerenz. Kopf 248); mit -n handeln; unter [dem
Einfluß von] -n stehen.
dröge ['dra:g3] <Adj.; -r. drögste) [aus dem Niederd. <
mniederd. dröge = trocken] (nordd.): a) trocken: ein -r
Kuchen; das Essen war ein bißchen d.; b) durch seine
prosaisch-nüchterne Art langweilig u. reizlos: ein -r Mensch.
Vortrag; Klappentexte ... müssen ... stimulieren, dürfen
weder marktschreierisch noch d. sein (Börsenblatt 44.1971,
1282); Dröge. als beschriebe er eine Sitzung des
Zentralkomitees .... kommentiert Oertel aus den westdeutschen
Stadien (Spiegel 27. 1974. 55).
drosen-, Drogen-: -abhängig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
rauschgiftsüchtig: -abhängige, der u. die: -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete): Rauschgiftsüchtige/ r!: Therapieversuche
mit -n; -abhängigkeit. die <o. PI.); -konsum, der;
-mißbrauch, der; -pflanze, die: svw. t Heilpflanze: -schuk der:
Ein nackter Leichnam .... den rechten Arm abgeschnürt
für den letzten D.. neben sich noch die Spritze (Spiegel
22. 1975, 137); -sucht, die <o. PL); -szene, die [engl,
drug scene] (ugs.): Milieu der Rauschgiftsüchtigen u. -häiid-
ler: die vielen Gelegenheitshändler der westdeutschen D.
(MM 14. 10. 71, 9); Ich habe zwei Jahre in der D. gelebt
(MM 21. 12. 7t. 10).
Drogerie [drogari:]. die; -. -n [...i:an; frz. drogueriel:
Geschäft, in dem nicht apothekenpflichtige Heilmittel.
Chemikalien u. Kosmetikartikel verkauft werden; Drogist
[dro'gist], der; -en, -en [frz. droguiste]: Inhaber od.
Angestellter einer Drogerie mit spezieller Ausbildung (Berufs-
bez.).
Droh- fdro:-]: -brief. der: Brief, in dem man jmdn. mit
einer Drohung zu erpressen sucht; -gebärde, die (Verhal-
tensf.): charakteristische Haltung od. Gebärde, die bei Tieren
u. Menschen einem Angriff vorausgehen u. die den Angreifer
abschrecken soll: Läßt sich das Gegenüber nicht durch
-n zum Rückzug bewegen.... so setzt es kräftige Schnabel-
und Schwingenhiebe ab (Tier 12. 1971. 15); Ü Die Bildung
ist Teil ihrer D., mit der sie nach unten weisen, um Furcht
zu erregen (Zwerenz, Kopf 255); -verhalten, das: vgl.
-gebärde; Mvort. das <P1. ...worte).
drohen ['dro:an] <sw. V.; hat) [mhd. drön. Nebenform von
dro(u)wen. dröuwen. ahd. drouwen]: l.ü)jmdn. durch
Gesten od. emphatische, nachdrückliche Worte einzuschüchtern
versuchen, damit er etw. nicht zu tun wagt: Jmdm. mit
dem Finger, mit der Faust, mit dem Stock d.; er hat
mir gedroht; Meistens fangen sie ( = die Strauße) mit
... Flügelschlägen an zu tanzen; sie wollen d. und Eindruck
machen (Grzimek. Serengeti 133); eine -de Haltung
einnehmen; b) daraufhinweisen, daß man etw. für jmdn.
Unangenehmes tun wird, falls er sich nicht den Forderungen
entsprechend verhält: [Jmdm.] mit Entlassung d.; Er drohte mir
mit Gestapo und Konzentrationslager (Remarque. Triom-
phe 89); sie drohten damit, die Geiseln zu erschießen:
er drohte, den Saal räumen zu lassen. 2. als etw.
Gefährliches. Unangenehmes möglicherweise eintreffen, als Gefahr
o. ä. bevorstehen: eine Gefahr. Unheil droht; das ... Flehen
der Menschen .... die sich alle vom Tod bedroht fühlten
oder wenigstens glaubten, daß ihnen der Tod drohe
(Seghers. Transit 189); es droht ein Gewitter; dem Land droht
eine Wirtschaftskrise; drohende Gefahren; Justinians
Finanzwirtschaft ist die eines Mannes, der unaufhörlich
vor drohendem Bankerott steht (Thieß. Reich 509). 3.
im Begriff sein. etw. zu tun: er drohte vor Erschöpfung
zusammenzubrechen; das Haus droht einzustürzen.
Drohn [dro:n], der; -en. -en: fachspr. für f Drohne (1); Drohne
['dro:nal, die: -. -n [aus dem Niederd. < mniederd. dröne.
dräne; mhd. trene. ahd. trenol: 1. plumpes, stachelloses
Männchen der Honigbiene, das sich überwiegend von den
Arbeiterinnen (2) füttern läßt. 2. (abwertend) fauler
Nutznießer fremder Arbeit: sein Sohn ... ein verhätscheltes
Herrensöhnchen .... eine elegante D. (Th. Mann. Joseph
155).
dröhnen [dro:n3n] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. <
mniederd. drönen = mit Erschütterung lärmen]: l.a)
durchdringend laut u. dumpf tönen, hallen: die Glocken. Motoren
dröhnen; seine Stimme dröhnt aus dem. durch den
Lautsprecher; Er pochte mit dem ... Klopfring. Die Schläge
dröhnten in der Stille (Zuckmayer. Herr 128); Plötzlich
hören wir Hufe d. (Grzimek. Serengeti 130); dröhnendes
Gelächter; der Lärm dröhnte ihnen in den Ohren; b) von
lautem, vibrierendem dumpfem j Hall erfüllt sein: der Saal
dröhnte [von tosendem Beifall]; Bald dröhnte das Rollfeld
(hallte es wider) ... von einfallenden Einheiten (Gaiser.
Jagd 14); die Erde dröhnte unter den Hufen; Ü mein
Kopf dröhnt (ich habe heftige Kopfschmerzen); Sein
Schädel dröhnte. Über der linken Braue war eine besonders
schmerzhafte Stelle (Lederer. Bring 117). 2. (nordd.)
eintönig über belanglose Dinge sprechen: was der dröhnt,
darauf mußt du nichts geben. So ein Schnaps wärmt noch
mal so gut, wenn ein bißchen geklönt und gedröhnt wird
(Nachbar. Mond 94).
Drohnendasein, das: -s (abwertend): Dasein eines Menschen,
der andere für sich arbeiten läßt; Drohnenschlacht, die:
-. -en: nach der Begattung der Königin stattfindende
Vertreibung der Drohnen durch die Arbeiterinnen (2) aus dem
Bienenstock, wobei sich wehrende häufig getötet werden.
dröhnig [dre.nu;] <Adj.) [aus dem Niederd.. zu tdröhnen
(2)] (nordd.): (vom Sprechen o.a.) schwerfällig: Er zählte
... seine Groschen und wollte das Klimpern mit seiner
-en Gesangbuchstimme übertönen (Leip. Klabauterflagge
9).
Drohung [dro.uol. die; -. -en [mhd. nicht belegt, ahd.
dröunga]: Ankündigung von etw. Unangenehmem, falls jmd.
sich nicht einer Forderung entsprechend verhält: eine offene,
versteckte D.; das sind [alles] leere -en; eine D. ausstoßen:
seine D. wahrmachen; Die Polizei darf... kein Geständnis
erpressen, weder durch D. noch durch Lockung (Mostar.
Unschuldig 6): jmdn. durch -en einschüchtern; Ich werde
es nicht vergessen, sagte er .... indes sie zu kindlicher D.
den... Zeigefinger hob (Maass.GoufT6 334); wie ein
Unwetter war diese Flut von -en ... über Törleß weggerauscht
(Musil. Törleß 135).
Drolerie [drob'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. drölerie. zu niederl.
drol. tdrollig]: 1. etw. Lustiges. Komisches: ... daß die
Zitate als D. (Belustigung) für Erwachsene verstanden
werden könnten (MM 8. 12. 73.41). 2. (Kunstwiss.)
groteske od. komische Darstellung von Menschen. Tieren u.
Fabelwesen in der Gotik (z. B. in der Bauplastik, am
Chorgestühl): drollig ['drelif] <Adj.) [aus dem Niederd. < niederl.
drollig, zu: drol = Knirps. Spaßmacher, eigtl. =
rundgedrehter Kegel]: a) spaßig, belustigend wirkend: eine -e
Geschichte. Art; das war so d.. daß wir alle lachen mußten;
<subst.:> mir ist etw. Drolliges passiert; b) niedlich,
possierlich: ein -es kleines Mädchen. Kätzchen; sie spricht sehr
d.; c) komisch, seltsam: ein -er Kauz; .Xomm. werd nicht
d. Bin ich vielleicht 'n Verbrecher?" (Schnurre. Fall 4);
<Abl.:> D^lligkeit, die; -. -en: 1. <o. Pl.> drollige Art.
2, drolliger Vorgang, drolliges Geschehen.
Dromedar ['dro:meda:£. dromeda:^]. das; -s. -e [(frz. droma-
daire < afrz. dromedaire < lat. dromedärius (camelus)
= Rennkamel. Renner, zu griech. dromäs = laufend]:
einfiöckeriges Kamel in Nordafrika u. Arabien.
Drommete [dro'me:to], die; -. -n (veraltet, dichter.): svw.
t Trompete.
Dronte ['dronte], die; -. -n [frz. dronte. viell. aus einer Einge-
572
druck-, Druck-
borenensprache der Insel Mauritius]: Vertreter einer im
17. u. 18. Jh. von Seefahrern ausgerotteten Art großer,
flugunfälüger Kranichvögel mit mächtigem Hakenschnabel.
Dropkick [dropkik], der; -s. -s [engl, drop kick, aus: drop
= Tropfen, das Herabfallen u. kick = Tritt, Schußl (bes.
Fußball): Schuß, hei dem der Ball in dem Augenblick gespielt
wird, indem er auf den Boden aufprallt; Drop-out [drop' laotl.
der; -s. -s [engl.-amerik. drop-out]: I. jmd.. der aus der
sozialen Gruppe, in die er integriert war. ausgebrochen ist:
Mit der ... Häufigkeit der Drogeneinnahme schnellt der
Prozentsatz der ..Drop-outs". die Ausbildung oder Beruf
aufgegeben haben, steil nach oben (MM 24. 7. 71. 31).
2. (Technik) durch unbeschichtete Stellen im Magnetbarul
od. Schmutz zwischen Bandu. Tonkopf verursachtes
Aussetzen in der Schallaufzeichnung. 3. (Datenverarb.) Signalaus-
fall bei der Datenspeicherung auf Magnetband; droppen
I'dropn] <sw. V.: hat) [nach engl, to drop = (herab)tropfen
(lassen), (herab)fallen (lassen)] (Golf): einen neuen Ball
ins Spiel bringen, indem man ihn auf bestimmte Weise fallen
läßt; Dropper fdrope], der; -s. - (Tennis, Tischtennis): svw.
T Drop-shot; Drops [drops], der, auch: das; -, - u. -e [PI.
von engl. drop. eigtl. = Tropfen]: 1. <P1. Drops, meist
PI.) ;mit mehreren andern in einer Rolle verpackter
ungefüllter, flacher, runder Fruchtbonbon: englische D.; eine
Rolle saure[r] D. 2, <P1. - u. -e> (ugs.) jmd.. der durch
sein Wesen. Benehmen auffällt: das ist ja ein ulkiger D.;
der hatte schon in der Schule Schwierigkeiten. Mit den
D. ausunsererKlasseund mit sich selbst (Degener.
Heimsuchung 132); Dropshol ['drapjat]. der; -[s], -s [engl, drop
ihot. aus: drop = Tropfen, das Herabfallen u. shot =
Schuß, Schlag] ([Tischjtennis): in Netznähe ausgeführter
Schlag, bei dem sich der Schläger leicht rückwärts bewegt,
sodaßder Ball kurz hinter dem Netz fast senkrecht herunter-
kommt.
drosch [draj], drösche ['droefe]: t dreschen.
Droschke [drojka]. die; -, -n [russ. droschki = leichter
Wagen]: 1. (früher) leichtes ein- od. zweispänniges
Mietfuhrwerk zur Beförderung von Personen: eine D. mit
zurücklegbarem Verdeck; in einer D. fahren. 2. (veraltend) svw.
t Taxe. Autodroschke: eine D. herbeiwinken; So
schleuderte der Zweisitzer beim Bremsen ... gerade an dem Kühler
der D. vorbei (Remarque. Triomphe 15); <Zus.:) DrQsch-
kengauh der (ugs. abwertend): grobknochiges, schweres
Pferd: so ein alter D.!; Droschkenkutscher, der: Kutscher
einer Droschke (1).
dröseln ['dneKzjn] <sw. V.; hat) [zu md., niederd. triseln
= im Kreise drehen, rollenl (landsch.): I. Fäden drehen:
ich dröstejle. 2. svw. t trödeln.
Drosera [ dro:zera], die; -, ...rae [zu griech. droserös =
tauig, betaut (nach der Ähnlichkeit der klebrigen
Sekrettropfen an den Blättern mit Tautropfen)]: Vertreter einer
Gattung der Sonnentaugewächse mit vielen Arten, in
moorigen Gebieten wachsende krautige, fleischfressende Pflanze;
Drosoeraph [drozo'gra:f). der; -en. -en [zu griech. drösos
= der Tau u. t-graph] (Meteor.): ein die Menge des ]Taus
automatisch registrierendes Meßgerät; Drosometer, das; -s,
- [zu griech. drösos = der Tau u. t-meter] (Meteor.):
Gerät zum Messen des xTaus; Drosophila [drozo:flla], die;
-. ...lae [zu griech. drösos = der Tau u. philos = lieb;
Freund]: Vertreter einer Gattung der Taufliegen (häufig
zu genetischen Versuchen benutztes Insekt).
'Drossel fdros}]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
drösle (mhd. droschel). aniederfränk. drosla (ahd. drösca-
[la])]: Vertreter einer weitverbreiteten Singvogelfatnilie mit
spitzem, schlankem Schnabel u. langen Beinen, der sich
vorliegend von Insekten u. Beeren ernährt: eine D. pfeift.
2Drossel [-1. die; -, -n [spätmhd. drossel. zu mhd. dro33e.
ahd. dro33a = Kehle. Gurgel]: 1. (Jägerspr.) Luftröhre
des Schalenwildes. 2. (Elektrot.) svw. t Drosselspule. 3.
fTcchnik) svw. t Drosselventil.
Drossel- (Drossel 2.3): ^klappe, die (Technik): verstellbare
Scheibe in Rohrleitungen, die eine Verkleinerung des
Rohrquerschnitts erlaubt (z. B. zur Regelung der Gaszufuhr);
^spuie. die (Elektrot.): elektrische Spule mit einem
Eisenkern . mit der Wechselströme gedrosselt werden können,
wobei das Maß der Drosselung von der Windungszahl der
Spule u. der Frequenz des Stroms abhängig ist; ^ventil,
das (Technik): in Rohrleitungen eingebautes Ventil zur
Regelung von Menge. Druck o. ä. der hindurchströmenden Gase
ad. Flüssigkeiten.
drosseln fdresjn] <sw. V.; hat) [zu t2Drossel]: 1. (veraltend)
jmdm. die Kehle zudrücken; würgen: um ihm dann den
Strick über den Kopf zu streifen und ihn von hinten zu
d. (Remarque. Triomphe 118); Schwach erscheint
demgegenüber der Versuch des jungen Kriegers.... den
drosselnden Arm zu lockern (Bild. Kunst I. 34); Ü Eine und
dieselbe Furcht drosselte die Mädchen Lautenschlag (A.
Kolb. Schaukel 42). 2. a) in der Leistung herabsetzen, kleiner
stellen; die Heizung d.; ein gedrosselter Motor (Motor,
dessen mögliche Höchstleistung technisch nicht voll
ausgenutzt wird); b) die Zufuhr von etw. verringern: den Dampf
d.; c) herabsetzen, einschränken: das Tempo, die Einfuhr
d.; In England wurde... die Fernsehwerbung für Zigaretten
eingestellt, und in den USA wurde diese Werbung
gedrosselt (MM 5. 9. 69. 12).
DrQSsebänger, der; -s. - [zu t ■Drossel]: im Röhricht am
Rande von Gewässern lebender, größter Rohrsänger der
Vogelfamilie Grasmücken mit lauter, knarrender Stimme u.
rostbrauner Färbung mit weißlichgelber Unterseite.
Drosselung, (auch:) Drpßhmg. die; -. -en: das Drosseln (2).
Drost [drost]. der; -[e]s. auch: -en. -e. auch: -en [aus dem
Niederd. < mniederd. dros(se)te. vgl. Truchseß] (hist.):
in Nordwestdeutschland u. den östl. Niederlanden über einen
Verwaltungsbezirk gesetzter landesherrlicher Beamter mit
administrativenu. richterlichen Befugnissen; <Abl.:) Drostei
[dros'taj]. die; -. -en (hist.): einem Drost unterstehender
Verwaltungsbezirk.
drüben ['dry :bn] <Adv.): auf der anderen, gegetiüberliegenden
Seite: da. dort d.; d. über dem Rhein; von d. (von jenseits
des Ozeans, der Grenze) kommen; ich komme von d. (aus
der DDR; Kant. Impressum 184); drüber ['dry:be]: ugs.
Tür f darüber; drüber- [-]: ugs. für t darüber-; driibig [dry :bi<;]
<Adj.; o. Steig.; nur attr.) (ugs.): drüben, jenseits des Ozeans,
der Grenze existierend: Daraufhin wurde ... über hübiges
und -es Wetter ... gesprochen (FAZ 7. 10. 61. 30).
'Druck [drok], der; -[e]s. Drücke ['drykal. (seltener: -e)
[mhd.. ahd. druc, zu tdrücken]: 1. (Physik) auf eine Fläche
wirkende Kraft: ein großer, starker, geringer D.; ein D.
von 10 atü; in dem Zylinder entstehen hohe Drücke; den
D. messen, kontrollieren, erhöhen; die Deiche haben dem
D. der Wassermassen nicht standgehalten; etw. steht unter
hohem D.; Ü der militärische D. des Gegners war
übermächtig, nahm zu. ließ nach; die Abwehr der deutschen
Nationalmannschaft stand mächtig unter D. (wurde hart
bedrängt); *D. hinter etw. machen (ugs.; dafür sorgen,
daß etw. beschleunigt erledigt wird). 2. <o. PI.) a) Betätigung
durch 'Druck (1). das Drücken: ein D. mit den Schenkeln
- und das Pferd reagiert sofort; ein leichter D. auf den
Knopf; durch einen D./mit einem D. auf die Taste setzte
der Minister die Anlage in Betrieb; b) Gefühl des ]Druckes
(1) an einer bestimmten Körperstelle: einen D. im Kopf
haben; er spürte einen starken D. im Magen. 3. <o. PI.)
Zwang: D. auf jmdn. ausüben; dem D. der öffentlichen
Meinung nachgeben; mit etw. in D. (Bedrängnis) kommen,
geraten; in/im D. (ugs.; in Zeitnot) sein; er sitzt, steckt
ganz schön im D. (ugs.; in Zeit-, Geldnot): unter dem
D. der Verhältnisse (weil die Verhältnisse dazu zwingen);
unter D. stehen, handeln; jmdn. unter D. setzen
(bedrängen).
2Druck [-]. der; -le]s. -e u. -s [zu tdrücken]: l.a) <o. PI.)
das Drucken: den D. überwachen; etw. in D. geben; der
Vortrag ist im D. erschienen (liegt gedruckt vor); b) <P1.
-e> gedrucktes Werk. Bild: ein alter D.; an den Wänden
hingen -e impressionistischer Gemälde; c) <o. PI.) Art
od. Qualität, in der etw. gedruckt ist: kursiver D.; ein
schlechter, unklarer D.; ein kleiner (kleine Schriftzeichen
verwendender) D. 2. <P1. -s) bedruckter / Kleider Istoff:
Hemden in neuen -s; Vierecktücher, reine Seide.... schicke
-s(MM29. 1.66. 15).
'druck-. Druck- ('Druck): -abfall, der (Physik):
Verringerung des atmosphärischen Druckes; MUisst, die <o. PL):
durch Druck auf die Brust (im Schlaf) erzeugte Angst;
Einstieg, der; Mipparat. der (Technik): luftdicht
verschließbarer Behälter, in dem Stoffe hohem Druck ausgesetzt
werdenkönnen; ^ausglekh, der (Physik; Med.): Ausgleich der
unterschiedlichen Drücke in zwei Körpern od. Räumen: es
findet ein D. zwischen Innen- und Außendruck statt, dazu:
~~ausgleichskabine, die: vgl. -kabine; ^belastung, die:
mögliche Belastung durch einen bestimmten Druck: Die D. der
Haltepunkte besonders im morschen Fels ist wichtig für
573
druck-,
Druckten möglichen Halt (Eidenschink. Fels 40); -Meistift,
der: Schreibgerät mit einer Bleimine, die durch Druck auf
das obere Ende des Stiftes erneuert werden kann;
^empfindlich <Adj.; nicht adv.>: empfindlich gegen xDruck (2)
(Ggs.: t^unempfindlich): -er Stoff; ein -er Magen;
Pfirsiche sind besonders d.; ^fest <Adj.; nicht adv.>: einem
bestimmten Druck standhaltend: Benzinfuhrende Teile und
Tank d. und dicht (DM 8. 1967. 13): Festigkeit, die:
maximale Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffes gegen
Druck; -gefalle, das (Physik; Med.): Gefälle von
verschiedenen Drücken; -gefühl, das: ein D. im Kopf haben; -kabine,
die: in Flugzeugen u. Raumfahrzeugen abgesclilossener
Raunt mit höherem Innendruck (u. Klimatisierung) zur
Aufrechterhaltung normaler Atmungsfunktionen; -kessel, der
(Technik): Kessel, in dem Stoffe unter hohem Druck erhitzt
werden; -knöpf, der: 1. für verdeckte Kleiderverschlüsse
verwendeter Metallknopf aus zwei Plättchen, die ineinander-
gedrückt u. durch eine Feder gehalten werden. 2, Knopf,
auf den man zur Betätigung elektrischer Geräte u. Anlagen
drückt; -kochtopf, der: svw. f Dampfkochtopf; -lähnoing,
die: Lähmung bes. von Nerven der Gliedmaßen durch lang
andauernden örtlichen Druck (z. B. beim Arbeiten in hok-
kender Stellung); -hift, die <o. PI.) (Physik):
verdichtete Luft* die als Energieträger zum Betrieb von
Druckluftwerkzeugen u. -geraten o.a. dient. Preßluft, dazu: -hift-
bremse, die: mit Druckluft arbeitendes Bremssystem, ^luft-
hammer, der: svw. t Preßlufthammer, -kiftkrankheit, die:
svw. tCaissonkrankheit, -hiftpumpe, die (Technik):
Pumpe, die mit Druckluft arbeitet; -messer, der (Physik): Gerät
zum Messen des Druckes von Gasen u. Flüssigkeiten.
Manometer; -mittel, das: etw.. was man ausnutzt, um auf imdn.
in bestimmter Weise ]Druck (3) auszuüben: De Gaulle
braucht ein diplomatisches D. gegen seine westlichen
Alliierten. ... um seine Reformpläne für EWG und Nato
durchzusetzen (Spiegel 5. 1966. 69); -posten, der: t
Druckposten; -puls, der (Med.): langsamer Puls bei erhöhtem
Hirndruck; -pumpe, die (Technik): Pumpe, mit der etw.
durch Druck befördert wird; -punkt, der: 1. durch einen
Widerstand beim Abdrücken wa/irnehmbare Stellung des
Abzughebels an Schuliwaffen (zur Ermöglichung der
zielsicheren Abgabe des Schusses): D. nehmen. 2. Angriffspunkt
der durch strömende Luft erzeugten Kraft am Profil von
Flugzeugtragflächen; -regier, der: Vorrichtung, mit deren
Hilfe sich der Druck in einem Gefäß od. Behälter konstant
halten läßt; -Schwankung, die (Physik): -en ausgleichen;
-Situation, die: Situation, in derjmd. unter Druck (3) steht:
Wenn Herr Kollege Barzel so angreift. ... dann deshalb,
weil er sich in einer D. befindet (Bundestag 189. 1968,
10241); -stelle, die: Stelle am Körper . wo etw. sichtbar
gedrückt hat: vom Geigespielen eine D. am Hals haben;
-taste, die: vgl. -knöpf (2); -topf, der: svw. t -kochtopf;
-unempfindlich <Adj.; nicht adv.>: unempfindlich gegen
1Druck (2) (Ggs.: t-empfindlich): Veloursflor
besonders druck- und schmutzunempfindlich (Wohnfibel 141);
-unterschied, der (Physik); -Veränderung, die; -verband,
der: straff angelegter, durch Abdrücken des blutenden
Gefäßes blutstillender Verband; -welle,die (Physik): Ausbreitung
einer Druck- od. Dichteänderung, bes. die von einem
Flugzeug od. Flugkörper (mit Überschallgeschwindigkeit). die
am Boden als scharfer Doppelknall empfunden wird.
Mryck-, Dryck- (2Druck): - bewill igung, die: svw. t
-Erlaubnis; -bogen, der: im allgemeinen 16 Buchseiten umfassender
Papierbogen, der meist zweiseitig bedruckt, gefaltet
aufgeschnitten u. geheftet wird; -budtstabe, der: in der
Schreibschrift verwendeter Buchstabe aus der Druckschrift (1); -er-
laubnis, die: vom Autor od. Verleger nach Durchsicht der
letzten Korrekturabzüge erteilte Genehmigung zum
Druckbeginn; Imprimatur; -erzeugnis, das: etw. Gedrucktes (z. B.
Buch. Zeitung. Prospekt); -fähig <Adj.; o. Steig.): für
den Druck geeignet: dieses Wort, dieser Satz, der Stil des
Autors ist nicht d.; -fahne, die: svw. t Fahne (3); -färbe,
die: beim Drucken verwendete Farbe; -fassung, die:
endgültige Fassung eines Manuskripts, die gedruckt wird; -fehler,
der: Fehler im gedruckten Text, der auf einen od. mehrere
falsch gesetzte Buchstaben zurückgeht, dazu: -fehlerberich-
tigung, die. -fehkrteufel, der (scherzh.): imaginäre, als
heimtückisch-listig vorgestellte Macht, der man die Schuld
an den bei aller Sorgfalt auf unerklärliche Weise
auftretenden groben Druckfehlern gibt; -fertig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: fertig zum Druck; -form, die: flächiges Gebilde
aus Metall1, mit dessen Hilfe die Druckfarbe zur
Wiedergabe eines Textes od. Bildes übertragen werden kann:
-en für ein bestimmtes Druckverfahren herstellen; -frei-
helt,die: svw. t Pressefreiheit; -frisch <Adj.; o. Steig.; nicht
adv. >: gerade erst gedruckt: eine -e Zeitung; -genehmigung,
die: svw. t-erlaubnis; -graphik, die (Kunstwiss.): in vielen
gleichwertigen i Exemplaren auf handwerklichem od.
maschinellem Wege herstellbare Graphik; -kosten <PL>:
Kosten, die das Drucken eines Textes verursacht; -legung,
die; -, -en: a) in Verlag, graphischem Betrieb u. Buchbinderei
geleistete technische u. organisatorische Arbeiten zur
Vervielfältigung einer Text- od. Bildvorlage; b) das In-Druck-
Gehen eines Textes; -letter. die: vgl. -schritt (1.2); -lizenz,
die: svw. t -erlaubnis; -maschine, die: Maschine, mit der
nach einem bestimmten Verfahren gedruckt wird; -muster,
das: auf einen Stoff o. ä. aufgedrucktes Muster; -ort, der:
Ort. wo erw. gedruckt worden ist; -papier, das: Papier
zum Drucken; -platte, die: entsprechend dem Druckverfafi-
ren ebene od. gekrümmte, starre od. flexible, platten- od.
foliefiartige Druckform; -presse, die: svw. t-maschine;
^reif <Adj.; o. Steig.): nach inhaltlichen, stilistischen o.a.
Gesichtspunkten beurteilt, für die Drucklegung geeignet:
ein -es Manuskript; seine Arbeit ist d.; Ü -e Bemerkungen;
d. reden; -sache, die: 1. zu ermäßigter Gebühr beförderte,
nicht verschlossene Postsetidung, die aus einem gedruckten
Text besteht. 2. (Druckerspr.)öWA nicht fortlaufendem Text
bestehendes Druckerzeugnis (z. B. Geschäftsbriefbogen.
Visitenkarte. Formular); Akzidenz; -Schrift, die: 1. Schriftart
für den Druck, die bestimmte Typen u. Schriftgrade
verwendet. 2. Schreibschrift, die Druckbuchstaben nachalunt. 3.
kleineres, nicht gebundenes Druckerzeugnis; -seite, die:
Seite eines Druckerzeugnisses; -sorte, die (meist PI.) (österr.):
Vordruck, Formular; -spalte, die: Spalte einer Druckseite;
-stock, der: Druckplatte im Hochdruck, die durch
Aufbringen auf eine Unterlage auf Schrifthöhe gebracht wird;
Klischee: -Stoff, der: Stoff mit aufgedrucktem Muster;
-technisch <AdJ.; o. Steig.): das Drucken, die Drucktechnik
betreffend; -type, die: zur Herstellung des Satzes dienende
metallene f Hochdruckform, deren oberer Teil ein erhabenes
spiegelbildliches Schriftbild trägt; Letter: eine kleine D.
wählen; -verbot, das: Verbot, etw. im Druck zu
veröffentlichen; -verfahren, das: durch die Art der Druckform (z. B.
Hoch-. Flach-, Tief-, Durchdruck) u. durch eine bestimmte
Druckübertragung gekennzeichnete Art des Drückens;
-vorläge, die: Text, Bildo. ä. als Vorlage für den Druck; -werk,
das: Druckerzeugnis von größerem Umfang; -wesen, das
<o. PI. >: alles, was mit dem Drucken zusammenhängt, einschl.
Funktion. Organisation u. Verwaltung; -Zuschuß, der.
Drückeberger ['drYkabergBl. der; -s. - [scherzh. Nachbildung
eines Einwohnernamens, zu t drücken (5)1 (ugs.
abwertend): jmd.. der sich einer als unangenehm empfundenen
Verpflichtung aus Feigheit. Bequemlichkeit o.a. entzieht;
<Abl.:> Drückebergerei [...ga'rai], die; -. -en (ugs.
abwertend): drückebergerisches Verhalten; drtyckebergerisdi
<Adj.): in der Art eines Drückebergers, einen Drückeberger
kennzeichnend: ein -er Typ; eine -e Einstellung.
drucken[droknl<sw. V.;hat)[oberd. Form von t drücken]:
a) eingefärbte Typen od. Bilder durch Maschinen auf Papier
od. Stoff pressen, übertragen u. vervielfältigen: einen Text
d.; etw. auf Bütten[papier] d.; die Maschine druckt sehr
sauber; lügen wie gedruckt (ugs.: unglaublich lügen; eigtl.
= etw. so darstellen, als sei es gedruckt zu lesen und
daher war); b) durch Drucken (a) herstellen: Bücher.
Formulare [in hoher Auflage] d.
drücken [drYkn] <sw.V.; hat) [mhd. drücken, ahd. drucchen]:
1. a) einen Druck (2 a) auf etw. ausüben: auf einen
Knopf d.: du darfst nicht an dem Geschwür d.; auf die
Hupe d. (sie durch einen Druck betätigen); Ü eine
drückende (lastende, schwüle) Hitze; heute ist es drückend
(schwül); die Nachricht drückte auf (beeinträchtigte) die
Stimmung; der Film drückt auf die Tränendrüsen (ugs.;
will Rührung hervorrufen); die Mannschaft drückte ständig
[auf das Tor] (Sport; bedrängte den Gegner hart, zwang
den Gegner in die Verteidigung); b) pressen: bei Alarm
Knopf d.!; die Mutter drückt das Kind (preßt es an sich,
umschließt es eng); jmdm. die Hand d; c) durch
Zusammenpressen aus etw. herausbringen: den Saft au^der Zitrone
d.; er drückte den Eiter aus dem Ges^hrttfür; d) unter
Anwendung von Kraft bewirken. daßjnuL. etw. irgendwohin
gelangt, ganz dicht an etwas herankommt: jmdn. zur Seite
574
drüsen-, Drüsen-
d.; sie drückte ihr Gesicht in die Kissen: ein Pflaster auf
die Wunde d.; das Siegel auf die Urkunde d.; er hatte
den Hut tief in die Stirn gedrückt; er drückte ihr einen
Kuß auf die Wange; jmdm. Geld in die Hand d.; jmdn.
an seine Brust, an sein Herz, an sich d.; Ü der Schmerz
drückte ihn zu Boden (überwältigte ihn); <d. + sich:)
er drückte sich in die Ecke, in das Dunkel der Toreinfahrt;
sich stillschweigend aus dem Saal d. (unauffällig
verschwunden); der Hase drückt sich ins Gras (Jägerspr.; versteckt
sich). 2. das Gefühl des l Druckes (1) an einer bestimmten
Körperstelle hervorrufen (weil die betreffende Sache zu eng
od. zu schwer ist): der Rucksack drückt; die Schuhe drük-
ken [anfangs noch]; ihn drück teder Magen. 3. (geh.) schwer
auf jmdm. lasten, bedrücken: ihn drücken Kummer u.
Sorgen; das schlechte Gewissen drückt ihn; drückende
Schulden; in gedrückter (bedrückter, niedergeschlagener)
Stimmung sein. 4.a) (Fliegerspr.) nach unten steuern: der Pilot
drückte die Maschine: b) herabsetzen, verringern: das
Niveau d.; die erhöhten Einfuhren drücken stark auf die
Preise; er hat den Rekord um zwei Sekunden gedrückt
(unterboten); c) (ugs.) jmds. Entfaltung verhindern: der
Lehrer hat ihn ständig gedrückt. S. <d. + sich) (ugs.)
sich einer als unangenehm empfundenen Verpflichtung aus
Feigheit. Bequemlichkeit o. ä. entziehen: er drückt sich gern
[vor/von der Arbeit!. 6. (Kartenspiel) verdeckt ablegen:
er hat zwei Asse gedrückt; was hattest du gedrückt?;
Augenblick, ich muß noch d. 7. (Gewichtheben) nach
bestimmten Regeln stemmen: 280 kg d.; <subst.:> er ist Meister
im beidarmigen Drücken. 8. (Jägerspr.) olme Lärm zu
verursachen, durch Wald u. Buschwerk gehen u. das Wild
in die gewünschte Richtung u. an den Schützen heranbringen.
Drucker fdrukB]. der; -s. - [zu t drucken): jmd.. der das
Druckerhandwerk ausübt (Berufsbez.).
Drücker ['drYksl. der; -s. - [zu tdrückenl: 1. svw. tTürdrük-
ker; *auf den letzten D. (ugs.; im letzten Moment, fast
zu spät; gemeint ist vermutlich der Türgriff des letzten
Wagens eines abfahrenden Zuges). 2. Drei- oder
Vierkantschlüssel: die Tür mit einem D. öffnen. 3. Abzug am
Jagdgewehr. 4. Knopf zur Betätigung elektrischer Anlagen; *am
D. sitzen/sein (ugs.; die Entscheidung über etw. in der Hand
haben, entscheideniien Einfluß auf etw. haben). 5. (ugs.)
einzelner Bestandteil eines Werkes, der Rührung hervorrufen
soll: das Thema, das der ... Regisseur ... nicht ohne
modische Weltschmerz-Attitüde und sentimentale D. abhandelt
(MM 9. 9. 72, 57). 6. (ugs.) jmd.. der von Tür zu Tut
geht, u/n Abonnenten für Zeitschriften zu gewinnen; Werber.
7. (Sport) jmd.. der Drücken (7) als sportliche Disziplin
betreibt.
Drucker-: -färbe, die: svw. t Druckfarbe; -gehilfe, der;
-Handwerk, das; -lehrling. der; -marke, die: svw. t
^zeichen; -meister. der; -presse, die: svw. t Druckmaschine;
-schwärze, die: schwarze Druckfarbe; -Sprache, die:
Berufssprache der Buchdrucker. Setzer u. Schriftgießer, die
durch altertümliche, z. T. humorige Ausdrücke u. durch
gelehrte Fremdwörter gekennzeichnet ist; -zeichen, das:
Holzschnitt Ornament, das ein Buch als Erzeugnis einer
bestimmten Druckerei od. eines Verlages kennzeichnet.
Druckerei [drokaraj], die; -. -en [zu tdrucken]: Betrieb des
graphischen Gewerbes, der Druckerzeugnisse herstellt.
Druckerei [drYkarai], die; -. -en (ugs. abwertend): das Drük-
ken (bes. 5): Dri)ckjagd, die; -. -en (Jägerspr.): Jagd, bei
der das Wild gedrückt (8) wird: ... Jäger .... die laute
Treib- oder leise Drückjagden abhalten (MM 11. 11. 71.
14).
Drvckposten, der; -s. - [zu tdrücken (5)] (ugs.): bequemer
Posten i im Krieg j. auf dem man keinen Gefahren ausgesetzt
ist: das ist ein wunderbarer D.; einen D. haben; Ü Wäre
der Glaube wirklich so ein D. für die Bequemen und
Feigen ... (Thielicke. Ich glaube 26); drucksen [druksn]
'sw. V.; hat) [zu tdrucken. drücken! (ugs.): [auf eine Frage;
sich nur zögernd äußern, nicht recht über etw. sprechen
wollen: Der junge Herr B. hatte ... seitwärts blickend
gedruckst: Ach ... na ja ... Na ja (Johnson. Ansichten 160).
Drude ['dru:dal. die; -. -n [mhd. trut(e)l: im Volksglauben
weiblicher Nachtgeist, der das Alpdrücken verursacht.
Dnidel [dru:dl]. das od. der; -s. - [Phantasiebez.]: witziges
Zeichenrätsel, das darin besteht, daß man einen Gegenstand
aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeichnet od. einen
Ausschnitt o. ä. darstellt u. den anderen raten läßt, wobei
der nur mit viel Sinn für Blödelei auf die Lösung kommen
kann; drudeln [dru:dln] <sw. V.; hat): Drudel zeichnen,
raten.
Drudenfuß, der; -es. ...fuße: Pentagramm, im Volksglauben
als Fußabdruck der Drude gedeutetes magisches Zeichen
zu deren Abwehr; Drudenstein, der; -[eis. <: vom Wasser
geschliffener Stein mit einem Loch darin, der im
Volksglauben als Abwehrmittel gegen Druden u. das von ihnen
verursachte Alpdrücken gilt.
Drugstore ['drAgsto:]. der; -[s]. -s [engl.-amerik. drugstore,
aus: drug = Arzneimittel. Droge u. störe = Lager.
Geschäft!: finden USA) mit einer Schnellgaststätte
kombiniertes Verkaufsgeschäft für alle Artikel des täglichen Bedarfs:
Geschäftsleute, die ... den ersten D. nach amerikanischem
Muster in München eröffnen wollen (MM 1. 7. 67. 10).
Druide [dru'i:da]. der; -n. -n [lat. druides (PI.), aus dem
Gall.J: keltischer Priester der heidnischen Zeit; <Abl.) dntf-
disch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zu den Druiden gehörend,
die Druiden betreffend: -e Riten.
drum [drum]: ugs. für tdarum: sie haben ein Haus mit
einem großen Garten d. [herum]; wir wollen nicht lange
d. rumreden: Wo sind die Aufzeichnungen? (v. d. Grün,
Glatteis 42); * sei's d. (sei es. wie es ist); was d. und dran
ist o.a. (was dazugehört, was damit zusammenhängt): die
Brinkgasse selber kann bleiben - aber was d. und dran
hängt (Aberle. Stehkneipen 120); * alles/das [ganze] Drum
und Dran (alles/das. was dazugehört): er verzehrte ein
riesiges Steak mit allem Drum und Dran; drum-: ugs.
für t darum-.
Drum [dram. engl.: drAm]. die; -. -s [engl, dmm(s)]: a)
engl. Bez. für Trommel; b) <P1.) Schlagzeug, bes. im Jazz.
Drumherum, das; -s: das. was dazugehört: Neu ist nur die
Verpackung, das D. (FAZ 22. 4. 61. 2).
Drumlin [drumlin. engl.: 'drAmlinl. der; -s. -s u. Drums
[engl, drumlin. zu ir.-gäl. druim = Kamm. Rücken]
(Geol.): von Eiszeitgletschern geformter, langgestreckter
Hügel aus Grundmoränenschutt.
Drummer fdramB. engl.: drAma]. der; -s, - [engl, drummer]:
Schlagzeuger im Jazzorchester od. in einer Band: Er
studierte .... klopfte als D. fünf Stunden in rauchgeschwängerten
Kneipen und sang ... amerikanische Songs (Hörzu 17.
1971.40).
Drums: PI. von TDrum u. t Drumlin.
drunten I'druntn] <Adv.) (bes. südd.. österr.): dort, da unten
(Ggs.: droben): d. im Tal; Ü Seit er so d.
(heruntergekommen) ist. zwing* ich ihn ja zu keiner Arbeit mehr, aber
was hilft's, das sitzt bei ihm anderwärts (Hesse. Sonne
48); drunter [druntB]: ugs. für f darunter: * es/alles geht
d. und drüber (es/alles geht planlos, ohne eine bestimmte
Ordnung vor sich): ... damals (= in der Nachkriegszeit),
als alles noch d. und drüber ging (Gaiser. Schlußball 216);
<subst.:> das Drunter und Drüber (unruhige Zeit,
ungeordnete Verhältnisse); drynter-: ugs. für Idarunter-.
Drusch [droJl. der; -[e]s, -e [zu tdreschen]: 1. das Dreschen:
Ich erzählte ihm auch ... von der Mahd, vom D. (Bieler.
Bonifaz 193). 2. Dreschertrag: den D. zur Mühle bringen;
<Zus.:> Druschgemeinschaft, die (DDR); Dryschplan, der
(DDR).
Drusdiel [drojj]. die: -. -n [aus IGruschel] (landsch.):
Stachelbeere.
Druschina [dru'jV.na. dru'3i:na], die; - [russ. druschina]
(hist.): Schutztruppe russischer Fürsten.
Druse ['dru:z9]. die; -. -n [mhd.. ahd. druos = Drüse.
Schwellung]: 1. runder od. ovaler Hohlraum im Gestein, dessen
Wände mit kristallisierten Mineralien besetzt sind: Ü Vor
dem ungeheuren Kamin stand ... ein völlig erstarrtes Pikett
der Schweizergarden. Diese... D. kristallisierter Tapferkeit
schien nicht zu atmen (Werfel. Himmel 217). 2. katarr/tali-
sche Pferdekrankheit; Drüse ['dry:za]. die; -. -n [mhd. drües.
PI. von: druos. t2Druse]: Körperorgan, das ein Sekret nach
au/Jen bzw. in Körperhohlräume od. ins Blut bzw. in die
Lympfie ausscheidet: endokrine, innersekretorische -n;
stark arbeitende -n.
druseln ['dru:zln] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd.. urspr.
= sinken] (nordd.): leicht schlafen: er druselte ein bißchen
im Sessel.
Drusen[dru:zn] <P1.) [mhd. drusene. ahd. truosana]
(veraltet, noch landsch.): Weinhefe. Bodensatz.
drüsen-, Drüsen-: -artig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einer
Drüse ähnlich; ^fieber, das: anginaartige Viruserkrankung;
-fimktion. die; -krank <Adj.; o. Steig.: nicht adv.): an
575
drüsig
einer Drüsenkrankheit leidend: ^krankheit, die; -pest, die
(Med.): Beulenpest: ^Schwellung, die; System, das: das
endokrine D.
drüsig ['dnrzif] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.>: von der Druse
(2) befallen: ein -es Pferd; drüsig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.>: von der Art einer Drüse: -es Gewebe.
dry [draj] <Adj.; o. Steig.; als nachgestelltes Attr. zur
Bezeichnung einer Sorte) [engl, dry]: (von Sekt, Wein u.
anderen alkoholischen Getränken) herb, trocken.
Dryade [dry'a:da]. die; -n. -n <meist PI.) [lat. Dryas (Gen.:
Dryadis) < griech. Dryäs (Gen.: Dryädos)] (griech.
Myth.): weiblicher Baumgeist, Waldnymphe: Dryas
fdry:as]. die; - [nach den Dryaden. T Dryade]: Vertreter
einer im Hochgebirge wachsetiden, Zwergsträucher
bildenden Gattung der Rosengewächse: Silberwurz.
Dryfarming ['draifarmrol. das; -s [engl, dry farming = das
TrockenfarmenT (Wirtsch.): Nutzbarmachung des Brach-
landes zur Wasserspeicherung in trockenen Ländern.
D-Saite ['de:-], die: -. -n: auf den Ton d, D (2) gestimmte
Saite eines Saiteninstruments.
Dschaina [d^ajnaj, der; -[s], -[s] [sanskr. jaina. zu: jina
= Sieger): Anfiänger des Dschainismus: Dschainjsmus, der;
-: streng asketische, auf die Zeit Buddhas zurückgehende
indische Religion: dschainjstisdi <AdJ.; o. Steig.): den
Dschainismus betreffend.
Dschellaba [djselaba], die; -. -s [arab. gallaba]: weites
arabisches Männergewand aus Wolle: die maghrebinische D.
mit Zipfelmütze, die Dior parisianisierte (MM 6. 3. 70.
Mode 1).
Dschihad [djsi'ha:t], der; - [arab. gihäd]: der Hedige Krieg
der Mohammedaner zur Verteidigung u. Ausbreitung des
Islams.
Dschina [dji'.na] usw.: fDschaina usw.
Dschinn [43m]. der; -s. - u. -en [arab. feinn (PI.)]: > böser]
Geist, Dämon im / vor/islamischen Volksglauben.
Dschki-D9chilsu [djKu'djitsu]: tJiu-Jitsu.
Dsdhodo[d^oido],das; - [jap. jödo = Reich ohne Makel]:
ideales Reich der Wiedergeburt (in einer bestimmten
Schulrichtung des Buddtüsmus).
Dschonke [djanka]: tDschunke.
Dschungel fdjonl]. der. selten: das: -s. - [engl. Jungle <
sanskr. jaqgala = wüster, unbebauter Boden]:
undurchdringlicher tropischer Sumpfwald: ein dichter D.: in den
D. eindringen; Ü Die Hecken ... wahre D. (Dickichte)
von schnell wachsenden Rosen (Gaiser. Jagd 104); der
D. (das undurchdringliche Gewirr) der Städte; Bald tut
sich ein D. (dichtes Geflecht) menschlicher Konflikte vor
ihm auf (Bild u. Funk 6. 1966. 33); der D. (die
Undurchschaubarkeit) der Paragraphen; *das Gesetz des -s (Recht-
u. Gesetzlosigkeit, in der sich nur der rücksichtslose Stärkere
durchsetzt).
Dschungel-: -lieber, das: svw. t Gelbfieber; -krieg, der: im
Dschungel geführter Krieg, in dem meist kleinere Einheiten
aufeinandertreffen: ^pfad, der.
Dschunke [c^ooka]. die; -. -n [port. junco < malai. djung
= großes Schiflfl: chinesisches Segelschiff mit flachem
Schiffsrumpf u. rechteckigen Mattensegeln.
dujdu:] <Personalpron.; 2. Pers. Sg. Nom.) [mhd.. ahd.
du]: a) Anrede an verwandte od. vertraute Personen u.
an Kinder, an Gott od. göttliche Wesenheiten, gelegentlich
an Untergebene, (in dichter. Sprache) personifizierend an
Dinge u. Abstrakta: du hast recht; du Glücklicher!; du.
mein Land, meine Vaterstadt; jmdn. du nennen; du
zueinander sagen; mit jmdm. auf du und du stehen (vertraut
mit ihm sein): [mit jmdm.] per du sein; ein Mensch wie
du und ich; du. du! (scherzh. Drohung gegenüber kleinen
Kindern); <Gen.:) wir haben deiner gedacht; (Dativ:)
kann ich dir helfen?; Spr wie du mir. so ich dir (ich
werde dich genauso behandeln, wie du mich behandelt hast):
<Akk.:) ich habe dich nicht gesehen; b) man: daran
kannst du nichts ändern; du kannst machen, was du willst,
es wird nicht besser; <subst.:) Du [-]. das; -[s]. -[s]: das
vertraute Du; Er gebrauchte das natürliche Du der
einfachen Leute (Musil. Mann 1479); jmdm. das Du anbieten.
dual [du'a:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. duälis. zu: duo = zwei]:
eine Zweiheit bildend: Dual [-]. den -s. -e. Dualis [du'a.lis],
der; -, Duale [lat. duälis (numerus)]: 1. (Sprachw.): Numerus
(Zahlform) für zwei ( zusammengehörige j Dinge od. Wesen
(z.B. bayr.-österr. ugs. ..enk" für ..euch44). 2,
(Kunstschach) vom Verfasser nicht beabsichtigte / Teiltnebenlö-
sung eines Schachproblems: dualisieren [duali'zi.rsn] <sw.
V,; hat): verzweifachen, verdoppeln: Dualismus
[dua'lismus]. der; -: 1. Zweiheit: Gegensätzlichkeit,
Polarität: der D. zweier Auflassungen. 2. philosophisch-religiöse
Lehre von der Existenz zweier Grundprinzipien des Seins,
die sich ergänzen od. sich feindlich gegenüberstehen (z. B.
Gott - Welt; Leib - Seele; Geist - Stoff; Ggs.: Monismus).
3. (Politik) das Nebeneinander od. die Rivalität zweier
Machtfaktoren in einem politischen System (z.B. zweier
Staaten in einem Staatenbund); Dualjst. der; -en. -en:
Anhänger des Dualismus (2); dualistisch <Adj.; o. Steig.) (bil-
dungsspr.): I. zwiespältig, gegensätzlich: ein -es Verhältnis;
-e Auffassungen. 2. den Dualismus (2. 3) betreffend, auf
ihm beruhend: eine -e Weltanschauung; der -e Ständestaat.
3. (von Schachproblemen) eine / Teillnebenlösung
aufweisend: Dualität [duali'te.t]. die; - [lat. duälitäs = Zweiheit]:
1. (bildungsspr.) Zweiheit, Doppelheit, Vertauschbarkeit,
wechselseitige Zuordnung: die D. zweier Begriffe; die D.
von Sätzen. Axiomen. 2. (Geom.) Eigenschaft zweier
geometrischer Gebilde, die es gestattet, aus Kenntnissen über
das eine Sätze über das andere abzuleiten: <Zus.:) Dualitfts-
prinzip. das: Anwendung der Dualität (2); Dualsystem, das;
-s: 1. (Math.) Zahlensystem, das als Basis die Zahl zwei
verwendet u. mit Hilfe von nur zwei Zahlenzeichen (0 und
1) alle Zahlen als Potenzen von 2 darstellt. 2, (Soziol.)
zweiseitiges Abstammungs-, Verwandtschaftsverhältnis.
Dubasse [du'basa], die; -. -n [russ. dubas]: flaches (barken-
älmliches) Ruderboot in Polen u. Rußland.
Dubbas [dubas]. der: -. -se [eigtl. = tDubasse] (landsch.):
großer, ungefüger Gegenstand (den man nicht näher
bezeichnet): wird ihm jedenfalls die Sprache verschlagen haben.
... dem Mahlke sein D. (Grass. Katz 140).
Dübel [dy:b|]. der; -s. - [mhd. tübel. ahd. (gi)tubili]: 1.
Pflock, Zapfen, mit dessen Hilfe Schrauben, Nägel, Haken
u. a. in einer Wand od. Decke fest verankert werden können.
2. (Bauw.) Verbincfungselement zum Zusammenhalten von
Bauteilen. 3. (österr.) Beule: dübeln <sw. V.; hat): mit einem
Dübel (1) befestigen: mit Hilfe von Dübeln (1) anbringen:
einen Haken d.; ein Regal, einen Hängeschrank an die
Wand d.
Dubia, Dubien: PI. von TDubium.
dubios [du'bio.s]. dubiös [du'bi0:s] <Adj.; -er. -este: nicht
adv.) [lat. dubiösus] (geh.): zweifelhaft, fragwürdig: -e
Machenschaften; ein -es Hotel; Durch ein simples
Finanzmanöver prellten Manager einer dubiosen ölgesell-
schaft prominente Wallstreet-Bankiers (Spiegel 28. 1974.
74); seine Vergangenheit ist recht d.; Dubiosa. Dubiosen
<P1.) (Wirtsch.): Forderungen, Außenstände, deren
Begleichung zweifelhaft ist.
Dubitatio [dubita:tsio]. die: -. ...ones [...ta'tsio:ne:s; lat.
dubitätio = ZweiTel] (Rhet.): die Darstellung einleitende
zweifelnde Frage: dubitativ [dubita'ti.fl <Adj.; o. Steig.)
[lat.dubitätlvus.zu:dubitäre = schwanken, ungewiß sein]:
zweifelhaft, Zweifel ausdrückend: eine -e Aussage; Dubitativ
[-]. der; -s. -e [...va] (Sprachw.): Konjunktiv, der einen
Zweifel ausdrückt: Dubium ['du:biom], das; -s. ...ia [...ia] u.
...ien [...jpn; lat. dubium]: Zweifelsfall.
Dublee [düble:], das; -s. -s [frz. double, subst. 2. Part,
von: doubler = doppeln < spätlat. dupläre. tdoppelt):
1. unedles Metall mit einem dünnen Überzug aus Edelmetall
(bes. aus Gold): eine Uhr. ein Armband aus. in D.; vgl.
Double. 2. Stoß beim Billardspiel: <Zus. zu 1:) Dubtecgold.
das; Dublette [du'bletol. die; -. -n [frz. doublet, zu: double
= doppelt < lat. duplus. tdoppelt]: 1. doppelt vorhandenes
Stück (in einer Sammlung o.a.): -n von Briefmarken
tauschen; die D. einer Münze, eines Buches. 2. (Jägerspr.)
das Erlegen von zwei Stück Wild mit zwei rasch
aufeinanderfolgenden Schüssen aus einem Gewehr: eine D. michen.
3. Edelstein; Imitation] aus zwei durch Übereinanderpressen
zusatmnengesetzten verschiedenen Teilen. 4. (Boxen)
Doppelschlag. 5. (Druckw. selten) schlechter, unscharfer, durch
doppelten Rand des Schriftbildes gekennzeichneter Druck.
dublieren [du'blrran] <sw. V.; hat) [frz. doubler = (ver)-
doppeln. t Dublee]: 1. unedles Metall mit einem dünnen
Überzug aus Edelmetall (bes. aus Gold) versehen. 2,
(Spinnerei) zwei od. mehrere Fäden vor dem Zwirnen
zusammendrehen. 3. (Druckw.) (von einem Abdruck) sich auf dem
Druckbogen etwas verschieben. 4. (Kunstwiss.) bei der
Restaurierung eines Gemäldes die Rückseite durch ein Gewebe
od. eine Holztafel verstärken: <Zus. zu 2:) Dublkrmaschine,
576
Duft
die (Spinnerei): Maschine, die vor dem Zwirnen die Fäden
dubliert (2); Dublone [du'b!o:nd]. die; -. -n [frz. doublon
< span. doblon, zu: doble = doppelt < lat. duplus.
tdoppelt]: alte spanische Goldmünze; DubUre [du'bly:re]. die;
-. -n [frz. doublure. zu: doubler. tDublee]: l.a) (veraltend)
Unterfutter; b) Aufschlag an Uniformen. 2, (Buchw.) verzier-
te Innenseite des Buchdeckels von Prachtbänden; Spiegel.
Due [dyk]. der; -[s]. -s [frz. due = Herzog < lat. dux
(Gen.: ducis) = Führer, zu: ducere = ziehen, führen]:
höchster Rang des Adels in Frankreich u. sein Inhaber;
Duca [du:ka], der; -. -s [ital. duca = Herzog < lat. dux.
TDuc]: ital. Adelstitel u. sein Träger.
Ducento: tDuecento.
Duces: PI. von tDux.
'Dudiesse [dy'Jes]. die; -. -n [frz. duchesse. zu: due. tDuc]:
frz. Bez. für Herzogin; 2Duchesse [-]. die; -: schweres
Kunst Iseidengewebe mit glänzender Vorder- u. matter
Rückseite in Atlasbindung; Pelzmantel... ganz auf D.
gefüttert (MM 3. 10. 68. 9); <Zus.:> Duchessespitze, die: Spitze,
bei der die einzelnen geklöppelten Muster aneinandergenäht
sind.
Ducht [duxt], die; -. -en [aus dem Niederd. < mniederd.
ducht] (Seemannsspr.): Sitz- od. Ruderbank in einem offenen
Ruder- oder Segelboot.
Dückdalbe ['dukdaltel. (seltener:) Dückdalbe ['dvk-l. die;
-. -n (meist PL), (auch:) Dückdalben, Dückdalben, der;
-s. - (meist PI.) [H. u.. vidi. < niederl. due Dalba. dukdalf.
nach dem Herzog von Alba, der sie eingeführt haben
soll] (Seemannsspr.): eingerammte Pfahlgruppe zum
Festmachen von Schiffen im Hafen.
ducken Cdokn] <sw. V.; hat) [mhd. tucken. tücken = eine
schnelle Bewegung (nach unten) machen; verstärkende
Bildung zu ttauchen]: l.a) <d. + sich) Kopf u. Schultern
einziehen u. den Oberkörper beugen od. in die Hocke gehen
f um einem Hindernis o. ä. auszuweichen od. vor etw. Schutz
zu suchen): sich d.. um einem Schlag auszuweichen; er
muß sich d.. wenn er unter der niedrigen Tür durchgeht;
sich hinter eine Mauer, in eine Ecke d.; Sie sprang ...
auf und duckte sich gleich danach wieder zur Erde (Lang-
gässer. Siegel 354); in geduckter Haltung verharren; U
die geduckten Halbholzhäuser.... sahen aus wie
vergessenes Brennmaterial (Kirst. 08/15.332); b) (selten) (den Kopf)
einziehen: sie reichte ihm bis zu den Rippen, während
er. um sich nicht in Papierschlangen zu verfangen, seinen
Kopf duckte (Frisch. Homo 126). 2.a) sich aus Angst,
Unterwürfigkeit, Berechnung o. ä. demütigen, ergeben
zeigen; es nicht wagen, aufzubegehren: er duckt immer; (auch
d. + sich.) Nach oben duckte er sich in anbetender
Schmeichelei, nach unten trat er rücksichtslos (Thieß. Reich 509);
Sie hatten zu gehorchen, zu folgen, sich zu d. (A. Zweig.
Grischa 206); b) (abwertend) jmdn. (auf Grund seiner
Machtstellung o.a.) demütigen, einschüchtern [u. an seiner
Selbstentfaltung hindern /; jmdn. neben sich nicht
hochkommen od. bestehen lassen: er ist in seinem Leben immer
nur geduckt worden; Sie malte sich ... Szenen aus. in
denen sie den Ungeratenen demütigte, duckte,
zerschmetterte (Bredel. Väter 10); Duckmäuser [dukm^yze]. der;
-s. - [spätmhd. duckelmüser = Schleicher. Heuchler, zu
mhd. tockelmüsen = Heimlichkeiten treiben, zusgez. aus
mhd. müsen = Mäuse fangen u. bayr. duckein = mit
heimlichem Betrug umgehen] (abwertend): jmd., der aus
Feigheit od. aus Heuchelei seine Meinung od. Gesinnung
verbirgt; Leisetreter. Kriecher: man braucht Jasager,
Strammsteher, Heilrufer, Mitmacher. D. (Kantorowicz.
Tagebuch I. 44); <AbI.:> Duckmäuserei, die -: Verhalten
eines Duckmäusers; duckmäuserisch <Adj.): wie ein
Duckmäuser: ein -es Auftreten; Bin ich eine solch -e
Angestelltenseele? (R. Walser. Gehülfe 48); sich d. verhalten.
Ductusfdoktos].der;-.-[duktu:s; lat. duetus = Führung;
Wasserleitung] (Med.): Gang. Kanal. Ausführungsgang von
Drüsen. Vgl. Duktus.
Dudd- rdu:d)-]: -kästen, der (salopp abwertend):
Plattenspieler. Radio. Fernsehapparat: mach endlich den D. aus!;
-sack, der [zu tschech. dudy < türk. düdük = Flöte]:
altes, heute bes. noch in Schottland. Irland u. auf dem
Balkan gespieltes Blasinstrument mit einem ledernen
Luftsack, der durch ein Mundstück gefüllt u. durch Armdruck
betätigt wird, wobei Luft in die in dem Sack steckenden
drei bis vier Pfeifen gelangt u. diese zwn Klingen bringt;
Sackpfeife, dazu: -sackpfetfer, der. -sackspieler, der.
Dudelei [du:da'lai]. die; -. -en <P1. selten) (ugs. abwertend):
als lästig empfundenes Dudeln (1. 2): hör bloß auf mit
dieser ewigen D. auf der Flöte!; Stell doch endlich den
Musikkasten ab! Bei dieser D. kannst du dich doch nicht
auf deine Hausaufgaben konzentrieren! (Hörzu 41. 1974.
97); Dudeler. Dudler fdu:d(3)te], der; -s. - (abwertend):
l.a) Dudelsackpfeifer: b) Leierkastenmann. 2. jmd.. der
/lange u.J eintönig singt od. spielt, ohne dabei besondere
Kunstfertigkeit zu zeigen; dudeln [du:dln] <sw. V.; hat)
[entw. lautm. od. zu t Dudelsack] (ugs. abwertend): 1. (auf
einem Instrument o.a.) lange u. eintönig kunstlose Klänge
erzeugen: den ganzen Tag dudelt er schon das gleiche
Lied; jmdm. mit der Flöte die Ohren voll d. 2. lange
u. eintönig kunstlose Klänge von sich geben: auf dem
Rummelplatz dudelt eine Drehorgel; das Radio dudelt
ununterbrochen (ist eingeschaltet u. spielt ununterbrochen
irgendwelche von den Anwesenden beiläufig aufgenommene
Musik): daß mein Mann ... pausenlos in die Röhre starrt.
Der Fernsehapparat dudelt und schwätzt während der
ganzen Sendezeit (Hörzu 1. 1974. 66). 3. (landsch.. ugs.)
Ikräftig! Alkohol trinken: wir gehen heute abend einen d.
Dudler: svw. f Dudeler.
due Cdu:e; ital. due < lat. duo] (Musik): zwei: a due (zu
zweit); Duecento [due'tjEnto]. Dugento [du'dsento],
Ducento [du'tfento]. das; -[s] [ital. duecento. dugento.
ducento. eigtl. = zweihundert, kurz für 1200]: das 13. Jh. in
Italien als Stilbegriff
Duell [du'd], das; -s. -e [mlat. duellum < älter lat. duellum
= Krieg für gleichbed. lat. bellum; die Bed. ..Zweikampf4
entstand durch volksetym. Anschluß an das lat. Zahlwort
duo = zwei]: 1. zur Entscheidung eines Ehrenhandels, zur
Schlichtung eines Streits ausgetragener Zweikampf mit
Waffen: ein D. [mit jmdm.] austragen; ein D. auf Pistolen;
Er war bereits 1864 an den Folgen eines -s um ein Mädchen
gestorben (Hörzu 29. 1972. 71); handelte es sich um ein
D. mit unglücklichem Ausgang, eine Verletzung der
Herzgegend (Zuckmayer. Herr 13); Ü Ich nehme mir vor, Rubins
Freiheitsbegriff mit Rosa Luxemburg ins D. zu fordern
(Wohmann. Absicht 117); Jmdn. zum D. [herausfordern.
1* a) (Sport) sportlicher Wettkampf zwischen zwei Sportlern
od. zwei Mannschaften: die beiden Fußballmannschaften,
lieferten sich ein packendes, spannendes D.; Beim letzten
D. beider Vereine siegte der FC Bayern (MM 222. 1974.
10); b) (bildungsspr.) Wortgefecht; Zweikampf mit geistigen
Waffen: die beiden Redner lieferten sich ein witziges,
scharfes, erbittertes D.; Duellant [duE'lant]. der; -en. -en [mlat.
duelläns(Gen.: duellantis). 1. Part, von: duellare. t
duellieren]: jmd., der sich mit einem anderen duelliert; duellieren
[due'lhran]. sich <sw. V.; hat) [mlat. duellare]: ein Duell
(1) austragen: sich mit jmdm. [wegen einer Sache] d.; sie
duellierten sich auf einer Waldlichtung; Du$llpistole, die;
-. -n: Pistole zum Duellieren: eine schlanke,
perlmuttverzierte D. (Brand. Gangster 81).
Duenia [dyenjaj. die; -. -s [span. duena, eigtl. = Herrin
< lat. domina] (veraltet): Anstandsdame; Erzieherin.
Duett [du'et], das; -[e]s. -e [ital. duetto. zu: due = zwei.
tDuo]: 1. (Musik) a) Komposition für zwei Singstimmen
mit Instrumentalbegleitung!: ein D. singen; das
bekannteste D. aus einer Oper vortragen; b) zweistimmiger
musikalischer Vortrag: ihre Stimmen erklangen im D.; [im] D.
(zweistimmig) singen; Ü Das Gedröhn der Bomber und
das Gebrüll der Scharführer vereinte sich zu einem
schaurigen D. (Apitz, Wölfe 330). 2. svw. TDuo (2): das Interesse
... mußte auf den anderen Partner des verbrecherischen
-s hingelenkt werden (Maass. Gouffe 155).
duff [dufl <AdJ.; nicht adv.) [aus dem Niederd.. eigtl. =
taub. vgl. doof] (nordd.): matt, glanzlos: -es Gold; das
Fenster ist ganz d. geworden; eine Kellnerin ... in einem
Kleid aus rotem -en Stoff (Jahnn. Nacht 69); Der Körper
des Grooms war schwarz .... ein Stück menschgeformte
-e Kohle (Jahnn. Nacht 41).
DüfTel ['dvA], der; -s. - [engl, duffel. duflle < niederl. duffel.
nach der belg. Stadt Düffel]: ein schweres Baumwollgewebe;
Dufflecoat ['dAfdlkout]. der; -s. -s [engl, duflle coat. aus:
duflle = TDüffel u. coat = Rock. Mantel]:
dreiviertellanger, meist mit Knebeln u. Schlaufen zu schließender
Sportmantel.
Duft [doft]. der; -[eis. Düfte ['dvfb; mhd. tuft. ahd. dufl
= Dunst. Nebel. Tau. Reif): 1. <Vkl. t Düftchen) alsange-
nehn empfundener, zarter bis intensiver Geruch: ein betäu-
37 GDW
577
Darbender D. breitete sich aus; der D. einer guten Zigarre;
der D. von Rosen, von Parfüm; Ein feiner D. von
Kölnischwasser schwebt in der heißen Luft (Thieß. Legende 107);
Ein feuchter D. von Erde und Blumen lag in dem kleinen
Laden (Th. Mann. Buddenbroks 116); der D. (iron.;
unangenehme Geruch) von altem Käse, von Knoblauch; Ü der
D. (das Flui dum. die Atmosphäre) der weiten Welt; ein
qualvoller D. von Erinnerungen (Langgässer. Siegel 424).
2.a) (dichter., landsch.)/<?/>!£/• Dunst, leichter Nebel:
morgendlicher D. lag über den Bergen; b) (Schweiz.) Raulweif.
Dyft-: ^besen, der (salopp): / großer] Blumenstrauli; -bruch.
der (Forstw.): durch Duft (2 b) verursachter Schaden an
Bäumen (z.B. Abbrechen von Ästen); -drikse, die: (bei
Menschen u. Tieren) Drüse, die Duft Stoffe (a) absondert;
-hauch, der (dichter.): zarter Duft (1). Hauch eines Duftes;
-kissen.das: kleines, mit Lavendel, wohlriechenden Kräutern
o. ä. gefülltes Kissen; ^marke. die (Biol.): von Tieren
gesetzter Dultstoff (a) zur Markierung des Reviers o.a. (xl. zur
Verständigung mit Artgenossen; -note, die: ( von Parfüms,
duftenden Substanzen) Duft von besonderer Prägung.
Eigenart: eine frische, herbe D.; -organ, das: (bei Tieren,
bes. Insekten) drüsenartiges Organ, das Duftstoffe (a)
absondert; -probe, die: a) Prüfung des Geruchs (einer duftenden
Substanz): eine D. vornehmen; ein Parfüm einer D.
unterziehen; b) kleine Menge. Probepackung einer duftenden
Substanz: eine D. verlangen, geschenkt bekommen; -stoff,
der: a) (Biol.) von Lebewesen aus Duftdrüsen abgesonderte
Substanz, deren Geruch besondere Funktionen erfüllt (z. B.
Verständigung. Abschreckung); b) auf der Basis natürlicher
Duftstoffe (a) od. synthetisch hergestellte Substanz, die
Parfüms, Kosmetika u.a. ihren Duft verleiht; -wasser, das
<P1. -wässer): a) duftende alkohol. Flüssigkeit in schwacher
Konzentration zur Parfümierung u. Erfrischung; b) (scherzh.)
Parfüm; Mvolke. die (oft iron.): in eine D. eingehüllt sein.
Düftchen ['dvft^n]. das; -s. -: TDuft.
dufte [dufte] <Adj.; Steig, selten) [gaunerspr. duf. tofT <
jidd. tow < hebr. tob] (salopp, bes. berlin.): ausgezeichnet,
großartig; erstklassig (drückt begeistertes Lob aus): Sexy
sein und ein ,.-r Kumpel". Elke Sommer in einem Gespräch
(MM 27728. 5. 67. 40); ein -s junges Mädchen umfaßte
seine Beine (Döblin. Berlin 24); man hatte sich dieses
Pop-Konzert entschieden -r gewünscht (MM 9. 3. 70, 6);
eine d. Biene. Puppe (ein hübsches, attraktives Mädchen);
der Urlaub war einfach d.; das einzig d. daran waren
die Feten im Hotel; das hat wieder d. geschmeckt.
duften l'düftn] <sw. V.; hat) [mhd. tuften. tüften = dampfen,
dünsten]: a) Duft verbreiten: die Blumen duften [nicht];
die Rosen duften stark: b) in einer bestimmten Weise,
nach etwas riechen: einen bestimmten od. für etw.
charakteristischen Duft verbreiten: die Rosen duften lieblich,
betörend; hier duftet es nach Flieder, nach Parfüm; (iron.:)
er duftet nach Schnaps; dyfttg <AdJ.): 1. hauchzart, fein:
ein -es Sommerkleid; -e Spitzen; die Bluse ist. wirkt d.
2. (dichter.) in feinen Dunst, leichten Nebel gehüllt: in -er
Ferne; <Abl.:) Deftigkeit, die; -.
Dugento: tDuecento.
Diigong [du:gon]. der; -s, -e u. -s [malai. du jung]: Seekuh
der australischen u. philippinischen Küstengewässer u. des
Roten Meeres.
du Jour [dy'3u:?; frz. = vom Tage, heutig, t Jour] (veraltet):
vom Dienst: d. j. sein (mit dem für einen bestimmten, immer
wiederkehrenden Tag festgelegten Dienst an der Reihe sein).
Dukaten [du'ka:tn], der; -s, - [spätmhd. < ital. ducato
< (m)lat. ducätus = Herzogtum, zu lat. dux = Führer;
das lat. Wort erschien zuerst im Jahre 1140 auf Münzen,
die König Roger II. von Sizilien als Herzog von Apulien
schlagen ließ): frühere Gokbnünze (13.-20. Jh.): ein
blanker, goldener D.
Dukaten-: -esel. der (ugs. scherzh.): unerschöpfliche
Geldquelle: bin ich etwa ein D.?; ich habe doch keinen D.!;
MSold, das: reinstes verarbeitetes Gold; Mnäimchen, das:
vgl. -esel; -scheißer, der (salopp): vgl. -esel.
Duke [dju:k], der; -. -s [engl, duke < frz. duc = Herzog
< lat. dux (Gen.: ducis) = Anführer. Leiter]: höchster
englischer Adelstitel (etwa unserem „Herzog"
entsprechend); Träger dieses Titels.
Düker ['dy:kB], der;-s.-[aus dem Niederd.. eigtl. = Taucher
< mniederd. düker]: 1. unter einem Hindernis (z. B. einem
Gewässer od. einem Verkehrsweg) verlaufettde Rohrleitung.
2. (mundartl.) Tauchente.
duktil [dukti:l] <Adj.) [engl, ductile < lat. ductilis =
ziehbar, dehnbar, zu: dücere = ziehen] (Technik): gut dehn-,
streckbar, verformbar, plastisch: Duktilitit [doktili't£:t],
die; - (Technik): Dehnbarkeit, Streckbarkeit, Verfonnbar-
keit; Duktor [doktor. auch: ...to:?]. der; -s. -en [...to:ren;
lat. ductor = Führer] (Druckw.): Stahlwalze in der
Schnellpresse, die die Farbe an die Stahlreiber weiterführt; Duktus
[duktos], der. - [lat. ductus = das Ziehen. Führung,
innerer Zusammenhang] (geh.): 1. charakteristische Art,
bestimmte Linienführung einer Schrift: der D. der Sütterlin-
schrift; verraten Handschrift. D. und Stil ... mehr von
all diesen Schreibenden als jede gelehrte Betrachtung (Welt
23. 7. 65. 7); einen eigenwilligen, markanten D. haben;
der (= Namenszug), im Gegensatz zu den spitzig-gotischen
Zeichen des Textes, den lateinischen D. aufwies (Th. Mann.
Krull 43). 2. charakteristische Art der künstlerischen
Formgebung, der Linietiführung eines Kunstwerks: der D. seiner
Verse ist unverkennbar; am D. eines Gemäldes, eines
Schauspiels den Künstler erkennen. Vgl. Ductus.
Dulcin. Dulzin [dul'tsim]. das; -s [zu lat. dulcis = süß]:
künstlicher Süßstoff (auch für Zuckerkranke).
dulden [doldn] <sw. V ; hat) [mhd.. ahd. dulten]: l.a) erw.
aus Nachsicht fortbestehen lassen, ohne ernsthaften
Widerspruch dagegen einzulegen oder bestimmte
Gegenmaßnahmen zu ergreifen; etw. zulassen, gelten lassen: keinen
Widerspruch d.; Ausnahmen werden nicht geduldet; ich dulde
nicht, daß du weggehst; die Arbeit hat keinen Aufschub
geduldet; b) sich wo aufhalten lassen, jmds. Anwesenfieit
an einem Ort gestatten: sie duldete ihren Verwandten nicht
in ihrem Haus; wir sind hier nur geduldet (eigentlich nicht
gern gesehen). 2. (geh.) a) leiden, ohne sich aufzulehnen:
standhaft, still, ergeben d.; er duldet, ohne zu klagen;
b) seltener für t erdulden: sie mußte viel Leid d.; Not
und Verfolgung d. [müssen]; <Abl. zu 2:> DgMer. der;
-s. -; Dulderin, die; -. -nen: w. Form zu t Dulder;
Duldermiene, die; -. -n <P1. selten) (iron.): absichtlich aufgesetzte
Miene ergebenen Duldens: etw. mit D. sagen; duldsam
[doltzarm] <Adj.): voller Geduld, nachsichtig; tolerant: ein
-er Mensch; eine -e Gesinnung; sich d. gegen
Andersdenkende zeigen, dazu: Duldsamkeit, die; -; Duldung, die; -,
-en <P1. selten): Subst. zu Tdulden (1): stillschweigende
D. durch den Staat/von selten des Staates; er hat es mit
ihrer D. getan.
dulliäh Iduli'c:] <Adj.; o. Steig.; nur prad.y [eigtl. ein beim
Jodeln ausgestoßener Freudenschrei] (österr. ugs.):
fröhlich, lustig: die Stimmung war schon ganz d.; Dulliäh [-].
der; - (österr. ugs): leichter Rausch: er hat heute wieder
seinen D.
Dult [dült]. die; -. -en [mhd.. ahd. tult. urspr. = Ruhezeit]
(bayr.. österr.): Jahrmarkt, Vergnügungsmesse.
Dulzian [doltsia:n. -'-]. das; -s. -e [ital. dulciana < mlat.
dulciana. zu lat. dulcis = süß. lieblich] (Musik): 1. im
16. u. 17. Jh. verwendete Frühform des Fagotts. 2. nasal
klingendes Zungenregister der Orgel; Dulzin: t Dulcin;
Dulzinea [dultsi'ne:a]. die; -. ...een [...'ne.an; nach span. Dulci-
nea del Toboso (zu: dulce = süß. liebreich < lat. dulcis).
der Angebeteten des Don Quichotte, des Titelhelden eines
Romans von Cervantes] (scherzh. abwertend): Geliebte.
Duma l'du:ma], die; -, -s [russ. duma, eigtl. = Gedanke]:
I. (hist.) Rat der fürstlichen Gejolgsleute in Rußland. 2.
die russische Stadtverordnetenversammlung seit 1870. 3. das
russische Parlament von 1906 bis 1917.
Dumb show IdAm Joo]. die; - -, - -s [engl, dumb show.
eigtl. = stumme Schau]: Pantomime im älteren englischen
Drama, die vor der Aufführung die Handlung erläuterte.
Dumdun [dum dorn], das; -[s], -[s], Dumdumgeschoß, das;
-geschosses. -geschosse [engl, dumdum. nach der militär.
Niederlassung Dumdum bei Kalkutta, wo diese Geschosse
zuerst hergestellt wurden]: b\fanter iegeschoß mit angebolir-
ter od. abgeschnittener Spitze od. teilweise freiliegendem
Bleikern, das große Wunden verursacht u. daher
völkerrechtlich verboten ist.
Dumka ['domkal. die; -. ...ki [tschech. dumka]:
schwermütiges slawisches Volkslied (meist in Moll).
dumm [dum] <Adj.; dümmer, dümmste) [mhd. tump =
töricht, unerfahren, stumm, ahd. tumb = töricht, taub,
stumm. Grundbed. ..stumm", eigtl. wohl = verdunkelt,
mit stumpfen Sinnen]: l.a) nicht klug, unintelligent, ohne
Intelligenz: ein -er Mensch; sie ist ein -es Luder; jmdn.
wie einen -en Jungen behandeln; er ist nicht so d.. wie
578
Dung-
er aussieht; sich d. stellen (ugs.; so tun% als ob man nichts
wüßte): <subst.:> immer wieder einen Dummen finden
(jmdn.. der sich für etw. hergibt od. der auf etw. hereinfällt);
R d. geboren, nichts dazugelernt (salopp: in hohem Maße
dumm): die Dummen werden nicht alle; *sidi nicht flir
d. verkaufen lassen (ugs.; nicht glauben, was jmd. einem
einzureden versucht): d. und dämlich (ugs.; sehr viel, bis
an die Grenze des Erträglichen): sich d. und dämlich suchen,
reden, essen, verdienen; [immer] der Dumme sein (ugs.;
der Benachteiligte sein, den Schaden tragen): b) unklug,
nicht vernünftig: das war d. von dir. ihm das zu sagen;
sei nicht so d.. und nimm das Angebot an!; er war so
d.. d. genug (so naiv, naiv genug), darauf hereinzufallen;
c) (ugs.) töricht, albern: -es Gerede; rede kein -es Zeug!;
nur -e Gedanken im Kopf haben; ein -es Gesicht machen;
sie ist eine -e Gans (ein ein/altiges Mädchen); die Sache
ist mir einfach zu d.; jmdn. d. anstarren; *imdm. ist/wird
etw. zu d. (ugs.: jmds. Geduld ist am Ende). 2. (ugs.)
unangenehm, übel: ein -er Zufall; das ist eine -e Geschichte; das
ist eine-e Angewohnheit von mir; ich werde das -e (ungute)
Gefühl nicht los. daß ...; das hätte d. ausgehen können;
jmdm. d. kommen (ugs.; zujmdm. frech, unverschämt
werden): <subst.:> mir ist etwas Dummes passiert; etwas
Dummes anstellen. 3. (ugs.) benommen, schwindlig: mir ist ganz
d. im Kopf; der Lärm machte uns ganz d.
dymm-, Dymm-: -badi in der Wendung [nicht] aus D.
sein (salopp; / nicht dumm sein: ein erfundener Ortsname
mil dem häufigen Grundwort -bach); -bart, der; -[eis.
-e u. -bärte. -bartel, der; -s. - (salopp): svw. T ^kopf; -dreist
<Adj.; o. Steig.): dumm it. dreist zugleich, in dummer,
plumper Weise dreist: eine -e Antwort; d. grinsen, dazu: Mlrei-
stigkeit. die; -frech <Adj.>: svw. t ^dreist; -koller, der
(Tiermed.): unheilbare Gehirnkrankheit bei Pferden; -köpf,
der (ugs.): dummer, unvernünftiger Mensch: nur ein D.
kann so etwas tun; du D.!; komm, sei kein D.! (weigere
dich nicht!): -stolz <Adj.; o. Steig.): dumm u. stolz zugleich,
überheblich: eine -e Äußerung; d. daherreden.
Dymmchen ['dornen]: svw. T Dummerchen; Dimwneji,mgen-
streich, der; des Dumme[n]jungenstreich[e]s. die Dum-
me[n]Jungenstreiche (ugs.): unüberlegter, törichter Streich.
Lausbubenstreich: das war ein Dumme[r]jungenstreich;
einen Dumme[n]jungenstreich aushecken; Dymmenfang, der;
-le]s (abwertend): plumper Versuch, mit leeren
Versprechungen Leichtgläubige anzulocken: auf D. [aus]gehen. aussein;
Dummerchen ['dome^n). das; -s. - (wohlwollend, fam.):
törichter, naiver Mensch; dummes Kind: mein D. hat wieder
alles ausgeplaudert; Dymmerjan [...ja:n], Dummrian
[domria(:)n]. der; -s. -e [für frühnhd. dummer Jan (Jan
= niederd. Kurzform des Personenn. Johannes)] (ugs.):
dummer, e'mfältiger Mensch: dieser D. glaubt auch alles;
und du D. bist darauf reingefallen!; Dymmerling [...1ml.
der; -s. -e: svw. t Dummerjan; dymmerw£ise <Adv.): 1.
durch einen mililichen Umstand. Zufall; ärgerlicherweise:
man hat uns d. zusammen gesehen: d. kommt das Gepäck
erst morgen. 2. aus Dummheit, törichterweise: ich bin d.
weggelaufen, statt zu bleiben; Dummheit, die; -. -en: 1.
<o. PI.) Mangel an Intelligenz: seine D. ist schon
sprichwörtlich; etwas aus [reiner, purer] D. sagen, tun;
R wenn D. weh täte, müßte/würde er den ganzen Tag
schreien (salopp; er ist entsetzlich dumm): Spr D. und Stolz
wachsen auf einem Holz (sind meist zusammen
anzutreffen >.• • vor D. brüllen (salopp; äußerst dumm sein). 2. unkluge
Handlung, törichte Äußerung: das war eine große, sträfliche
D von dir; mir ist eine D. passiert: -en begehen, sagen;
mach keine -en!; lauter -en im Kopf haben; ... wo die
Hausfrau, eine verheiratete Frau wenn man es richtig
anstellte, sogar für -en zu haben sein sollte (Seitensprünge;
H. Mann. Unrat 133); Dummian [dumia(:)n] (landsch..
osterr): svw. t Dummerjan; dümmlich ['draili^] <Adj.>: ein
*enigdummt leicht beschränkt wirkend]. durch sein
Aussehen, seine Miene einen wenig intelligenten Eindruck
machend: eine -e Blondine; sein Gesichtsausdruck war ein
uenig d.; d. grinsen; Dümmling [...Im], der; -s. -e (ugs.):
dümmlicher Mensch: Ach, holder D., du verstehst das nicht!
<Th Mann. Krull 204); Dummrian: I Dummerjan;
Dummsdorf (doms-]: in der Wendung [nicht] aus D. sein (salopp;
nicht dumm sein; ein erfundener Ortsname mi t dem
häufigen Grundwort -dorf).
Hü—uy (dami). der; -s. -s u. Dummies [engl, dummy. zu:
dumb = stumm]: 1. lebensgroße, bei Utifalltests in
Kraftfahrzeugen verwendete Kunststoff!puppe: wenn zwei
Dummies (Puppen) unangeschnallt mit einer Geschwindigkeit
von 48 km/h auf die Frontscheibe knallen, müssen
mindestens 75 Prozent des Glases an den Kanten im Rahmen
bleiben (MM 24. 10. 69. 35).2. Attrappe. Schaupackung
(für Werbezwecke); Dummy-head-Stereophonie [-'hed-].
die; - [zu engl, dummy = nachgemacht (t Dummy) u.
head = Kopfl: svw. t Kunstkopfstereophonie.
dümpeln fdYmpjn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. dümpelen = eintauchen, untertauchen] (See-
mannsspr.): leicht schlingern: das Boot dümpelte träge
in der Dünung.
Dumper [dampB. auch: 'dompe]. der; -s. - [engl, dumper.
zu: to dump = hinfallen lassen, (um)kippen. abladen]:
Kippfahrzeug für den Transport von Erde. Schutt o. ä.
dumpf [dornen <Adj.; -er. -[eiste) [wohl verkürzt aus älterem
dumpfig = schimmlig, muffig, zu: dumpf = Schimmel,
auch: Atemnot. Asthma (im Ablaut zu DampO]: 1. dunkel
u. gedämpft klingend: ein -er Trommelwirbel; das -e
Rollen des Donners; -e Geräusche; d. klingen, aufprallen.
2. muffig: ein -es Zimmer. Gewölbe; die Luft, der Keller
ist ganz d.; das Mehl riecht d. 3. stumpf sinnig/: die -e
Atmosphäre der Kleinstadt; in -er Gleichgültigkeit
dasitzen; er blickte d. vor sich hin; Der einzelne kann ... mehr
tun als die Masse, die sich d. alles gefallen läßt (Kirst
08/15.480). 4. nicht klar ausgeprägt, undeutlich
hervortretend;, unbestimmt: eine -e Ahnung von etw. haben; einen
-en Schmerz verspüren; ein -er Druck im Gewissen (Dode-
rer. Wasserfälle 108); In mir sitzt -e Wut (Remarque.
Westen 118); ... wenn ich unruhig geschlafen oder -es
(wirres) Zeug geträumt habe (Geissler. Wunschhütlein
138); sich nur d. an etw. erinnern. 5. (veraltend) benommen;
ein -er Halbschlaf; Erwachen sie aus dem -en Traum von
Bräuchen und Kulturen? (Tucholsky. Werke II. 81); Ich
bin d. vor Erschöpfung und Hunger (Remarque. Westen
160); die knieende Stellung hatte meine Glieder d. (taub,
gefühllos) gemacht (Rilke. Brigge 66); <Abl.:> Dumpfheit,
die; -; dumpfig ['dumpfig] <Adj.) [t dumpf]: muffig, modrig,
dumpf (2): ein -es Gewölbe; das Heu ist d. geworden;
d. riechen; dazu: Dympflgkeit, die; -.
Dumping [dampm]. das; -s [engl, dumping. zu: to dump
= hinfallen lassen; zu Schleuderpreisen verkaufen]
(Wirtsch.): Export einer Ware unter ihrem Inlandspreis,
um damit einen ausländischen Markt zu erobern; <Zus.:>
Dumpingpreis, der.
Dumy fdu:mi] <P1.) [russ. dumy. PI. von: duma; vgl. Duma]:
ukrainische Volkslieder, die historische Ereignisse od.
volkstümliche Helden besingen.
dun [du:n]<Adj.; nicht attr.) [aus dem Niederd. < mniederd.
dun. urspr. = gedunsen, geschwollen] (nordd. salopp):
betrunken: d. sein; sich d. trinken.
Dunciade [dun'tsia.'dal. die: -. -n [nach der Satire ..Dunciad"
von Pope] (Literaturw.): literarisch-satirisches
Spottgedicht.
Dune ['du:n3], die; -. -n (niederd.): svw. tDaune.
Düne [dy:n3], die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
düne. mniederl. düne; mhd. ü nach der älteren niederl.
Aussprache mit ü (niederl. duin); zu einer Wz. mit der
Bed. „stieben"]: durch den Wind aufgeschütteter Sandhügel
od. Sandwall: -n entstehen an Küsten u. in
Trockengebieten; flache -n; durch/über die -n laufen; auf das kleine
Boot ... rollten Riesenseen wie schnell wandernde -n zu
(Ott. Haie 231).
dfjneiK Dünen-: --artig <Adj.; o. Steig.): -e Ablagerungen;
der Sand wurde d. angeweht: ^bildung. die; -gebiet, das;
Miras, das; -kette, die: Reihe nebeneinanderliegender Dünen;
~rose, die: auf Dünen u. Felsen wachsende, meist weiß
blühende Rosenart; -sand, der; -wall, der.
Dung [dunl. der; -[eis [mhd. tunge. ahd. tunga. eigtl. =
das Bedeckende, zu mhd. tunc. ahd. tung = unterirdische
Vorratsräume u. Webkammern, die gegen die Winterkälte
mit Mist bedeckt wurden]: Mist: D. streuen, ausbreiten,
untergraben; [eine Fuhre] D. aufs Feld fahren; der nächste
gewissenlose Physiker wird uns in D. verwandeln, der
unbegraben bleibt (Jahnn. Geschichten 121).
Dyng-: -abläge, die: flache Dunggrube; -fliege, die:
Vertreterin einer Familie kleiner, schwarzer Fliegen, deren
Larven bes. in faulenden Stoffen u. in Exkrementen leben;
-grübe, die; -häufen, der: Misthaufen. Düngerhaufen; ^kä-
fer. der: Vertreter einer Käferfamilie, die meist im Dung
579
Dünge-
lebt; ^karren, der: vgl. -wagen; -Streuer, der: Maschine
zur gleichmäßigen Ausbringung von Dung. Düngerstreuer;
-wagen, der: den Dung transportierender Kastenwagen.
Düngerwagen. Mistwagen.
Dünge- ['dYoa-l: -kalk, der: Kalk zum Düngen: -mittel,
das (meist PI.): svw. tDünger, dazu: -mittelindustrie, die;
-salz, das: salzartiges Düngemittel; ^torf, der.
düngen fdYrpn] <sw. V.; hat) [mhd. tungen. zu TDung]:
a) mit Dünger anreichern: den Acker d.; gut gedüngte
Erde; die Pflanzen (den Boden, auf dem die Pflanzen
wachsen) d.; weil überall der Boden von Millionen dort
nistender Krabbentaucher stark gedüngt wird ... (Thienemann.
Umwelt 92); Ü ... und ihr Leben, wie man so sagt, den
Acker der Zukunft düngt (Langgässer. Siegel 457); Sie
düngten ihre Sucht nach Erfolg ... mit dem Blut ihrer
Soldaten (Kirst. 08/15. 930); Ihr Sohn vielleicht wird schon
so weich gedüngt sein von der Zeit, daß er nicht mehr
zurückkehren würde (Wiechert. Jeromin-Kinder 663); b)
als Dünger wirken: das faulende Laub düngt [gut]; Dünger
l'dYOB], der; -s. - [spätmhd. tunger. zu f Dung]: Stoff, der
dem Boden zur Erhaltung seiner Fruchtbarkeit zugeführt
wird: natürlicher, künstlicher, flüssiger D.
Dünger-: -einleger, der (Landw.): Vorrichtung am Pflug,
die das Unterpflügen von Dünger erleichtert; ^häufen, der:
svw. t Dunghaufen; -Streuer, der: svw. t Dungstreuer;
-wagen, der: svw. t Dungwagen; -Wirtschaft, die.
Düngung, die; -. -en <P1. selten): a) das Düngen (a): die
D. regelmäßig durchführen; b) (selten) Dünger: die D.
aufs Feld fahren.
dunkel ['duokj] <Adj.; dunkler, -ste) [mhd. tunkel, ahd.
tunkal = dunstig, neblig]: I.(nicht adv.) a) finster, ohne
/viel/ Licht (Ggs.: hell): eine dunkle Straße; in dunkler
Nacht; das Zimmer ist [mir] zu d.; alle Fenster waren
d.; es wird d. (es wird Abend); plötzlich wurde es d.
im Zimmer (ging das Licht aus); der Himmel war d.
von Rauch; <subst.:> im Dunkeln sitzen; R im Dunkeln
ist gut munkeln; Ü im dunkeln (anonym) bleiben; die
künftige Entwicklung liegt noch im dunkeln (ist noch
ungewiß); *im dunkeln tappen (in einer aufzuklärenden Sache
noch keinen Anhaltspunkt haben); b) düster,
unerfreulichem dunkles Kapitel der Geschichte; das war der dunkelste
Tag in meinem Leben. 2. (nicht adv.) nicht leuchtend,
in der Farbe sich dem Schwarz nähernd (Ggs.: hell): ein
dunkles Rot; dunkle Kleidung tragen; dunkles Haar; von
dunkler Hautfarbe; dunkles Brot. Bier; diese Tapete ist
mir zu d.; die Brille ist d. getönt; <subst.:) Herr Ober,
bitte ein Dunkles (ugs.; dunkles Bier). 3. (von Klängen.
Tönen) tief (Ggs.: hell): eine dunkle Stimme haben; d.
klingen. 4. a) unbestimmt, undeutlich: nur eine dunkle
Vorstellung von etw. haben; einen dunklen Verdacht haben;
dunkle Andeutungen machen; eine dunkle Sehnsucht: So
empfand Aschenbach eine dunkle Zufriedenheit über die
obrigkeitlich bemäntelten Vorgänge (Th. Mann, Tod 48);
etw. d. ahnen, fühlen; sich nur d. an etw. erinnern können;
b) unklar: in dunkler (ferner und geheimnisvoller) Vorzeit;
Ich glaube es. aber es bleibt mir d. (Musil. Mann 1164);
eine dunkle (schwer deutbare) Textstelle; jmdn. [über etw.]
im dunkeln (im unklaren, ungewissen) lassen. 5. (nicht
adv.) (abwertend) undurchsichtig, verdächtig, zweifelhaft:
dunkle Geschäfte machen; eine dunkle Vergangenheit
haben; das Geld fließt in dunkle Kanäle.
Dunkel [-]. das; -s [mhd. tunkel (Fem.), ahd. tunkali =
Dunkelheit]: I. (geh.) Dunkelheit: das D. der Nacht; es
herrschte völliges D.; im D. des Waldes; der Weg war
in tiefes D. gehüllt. 2. Undurchschaubarkeit,
Rätselhaftigkeit: über den Vorgängen an jenem Abend liegt ein
geheimnisvolles D.; das D. um einen Vorfall lichten, aufhellen;
die Ursachen sind in mysteriöses D. gehüllt.
dynkek Dynkel-: -adapt[at]ion, die: svw. t ^anpassung;
-Anpassung, die: Anpassung der Lichtempfindlichkeit des Auges
an eine dunkle Umgebung; Murrest, der (früher): Arrest
(1 a) in einem verdunkelten Raum; ^äugig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): mit dunklen Augen (Ggs.: helläugig): ein -er
Knabe; ^bfaui <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): von dunklem
Blau (Ggs.: hellblau); vgl. blau; -blond <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.) (Ggs.: hellblond): a) von dunklem Blond: -e
Haare; b) mit dunkelblonden Haaren: ein -es Mädchen;
-braun <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von dunklem Braun
(Ggs.: hellbraun); vgl. blau: -färben, -farbig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): von dunkler Farbe, in dunklen Farben
gehalteniGgs.: hellfarben): -e Möbel; -gefärbt: vgl. -getönt;
gekleidet <Adj.; o. Steig.; nur attr.): mit dunkler Kleidung
(Ggs.: hellgekleidet); -gelb <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
von dunklem Gelb (Ggs.: hellgelb); vgl. blau; -getönt <AdJ.;
o. Steig.; nur attr.): von dunkler Tönung: eine -e Brille;
-grau <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): von dunklem Grau
(Ggs.: hellgrau); vgl. blau; -grün <Adj.; o. Steig., nicht
adv.): vondunklem Grün (Ggs.: hellgrün); vgl. blau; -haarig
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): mit dunklen Haaren (Ggs.:
hellhaarig): eine -e Dame; <subst.:> eine schöne
Dunkelhaarige; -halt, die: vgl. -arrest; -häutig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): von dunkler Hautfarbe (Ggs.: hellhäutig): ein -er
Amerikaner; -kammer, die: verdunkelter od. nur durch
Speziallampen erhellter Raum zum Arbeiten mit
lichtempfindlichem Material; —mann, der <P1. -männer) [LÜ von
tat. vir obscurus; die »Epistolae obscurorum virorunV. d. h.
„Briefe unberühmter Männer4*, eine satirische Streitschrift
deutscher Humanisten um 1516 (angeblich von
scholastischen Theologen verfaßt), geißelten die Unbildung und
Rückständigkeit des damaligen Wissenschaftsbetriebes; die
heutige Bed. erst im 19. Jh.] (abwertend): 1. zwielichtiger
Mensch, den man dunkler Machenschaften verdächtigt;
Drahtzieher: Neben den Journalisten, die ... versuchen,
der Vernunft zum Durchbruch zu verhelfen. ... fischen
Dunkelmänner im trüben (Vogelstang Echo 55. 1973. 2).
2. (veraltet) Vertreter des Rückschritts; Bildungsfeind; ^ne-
bd, die <PL>: svw. t ^wölken; mt* <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): von dunklem Rot (Ggs.: hellrot); vgl. blau; -ström,
der (Elektrot.): Strom, der in Photozellen auch bei
Nichtbeachtung fließt; -violett <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von
dunklem Violett; vgl. blau; ^weiß <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (scherzh. verhüll.): durch Schmutz nicht mehr hell
weiß: -werden« das; -s: Einbrechen der Dunkelheit (Ggs.:
Hellwerden): ich muß noch vor [dem] D. zu Hause sein;
-wölken <P1.) (Astron.): Ansammlungen von Materie, die
das Licht der dahinterliegenden Sterne so absorbiert, daß
scheinbar sternlose Räume entstehen; -zelle, die (früher):
verdunkelte Haft- od. Arrestzelle; -Ziffer, die: offiziell nicht
bekanntgewordene Anzahl [von bestimmten, sich negativ
auf die Gesellschaft auswirkenden Vorkommnissen I: die D.
der Kindesmißhandlungen läßt sich kaum schätzen; Die
D. der in der Öffentlichkeit überhaupt nicht erscheinenden
Menschen homosexueller Neigungen ist ... auf jeden Fall
sehr groß (Studium 5. 1966. 305); Mit Sicherheit steht
aberfest,daßdie,»Dunkelziffer" erheblich über den
statistischen Zahlen liegt (MM 3.5.66.11); es ist nur ein
nachweisbarer Betrag, die D. dürfte eine ganz andere sein (Kant.
Impressum 127); -zone.die: der öffentlichen Kontrolle
entzogener Bereich: das Ausmaß des Geheimbereichs"-
einer D.. in der ..rechtsstaatliche Sicherungen ... nicht
... vorgesehen sind" (Spiegel 24.1976.112).
Dünkel [dvokl],der; -s [für mhd. dune = Bedünken.
Meinung, zu t dünken] (geh. abwertend): übertriebene Selbstein-
schätzung auf Grund einer vermeintlichen Überlegenheit.
Eingebildetheit. Hochmut: ein intellektueller, akademischer
D ; es steckt da ein D.. fast etwas wie Snobismus dahinter
(A. Kolb. Daphne 87); <Abl.:> etynkehaft <Adj.; -er. -este)
(geh. abwertend): voller Dünkel, überheblich, eingebildet,
hochmütig: ein -es Auftreten; eine -e Gesellschaft; Glauben
Sie denn, die -en Parlamente und Debattierklubs ä la
Genf hätten dazu noch die Kraft? (Hochhuth. Stellvertreter
92); das klingt aber sehr d.; sich d. benehmen, dazu:
Dünkelhaftigkeit, die; -.
Dynkelieit, die; -. -en (PI. selten): a) Zustand des
Dunkelseins, lichtarmer Zustand (Ggs.: Helligkeit): die D. bricht
herein, senkt sich herab (geh.); bei einbrechender D./bei
Einbruch der D.; im Schutze der D. entkommen; b) (geh.)
(von Farben) dunkle Tönung: die seidige D. des Kleides
(Th. Mann. Zauberberg 453); dunkeln [duok|n] <sw. V.)
[mhd. tunkein, ahd. tunkalen]: I. (hat) a) <unpers.) (geh.)
langsafn dunkel werden: es dunkelt schon; b) (dichter.)
Dunkelheit verbreiten; der Abend, die Nacht dunkelt. 2,a)
eine dunklere Färbung annehmen, bekommen <ist): das Bild
war im Laufe der Jahre gedunkelt; b) dunkler machen,
färben (hat; meist im 2. Part.): gedunkeltes Haar; künstlich
gedunkeltes Holz. 3. (dichter.) als etwas Dunkles in
Erscheinung treten <hat): hinten ... dunkelte das Gewölk (Th.
Mann. Zauberberg 662).
dünken[dYnkn]<unr. V.; hat) [mhd. dünken.dünken, ahd.
dunchen, eigtl. = den Anschein haben, vorkommen (im
580
Duo-
Ablaut zu tdenken)] (geh.. veraltend): a) scheinen: mich
(seltener: mir) dünkt (veraltet: deucht), wir werden
scheitern/daß wir scheitern werden; mich (seltener: mir) dünkte
(veraltet: deuchte) die Trennung unvermeidlich [zu sein];
<unpers.:> es dünkt mich (seltener: mir), man hat uns
vergessen; es dünkt mich (seltener: mir) unerläßlich, sofort
zu helfen; Zur Versammlung: Dünkt Euch das billig?
(Hacks.Stücke 18); Die starken Mauern Ktesiphonsdünken
ihm nicht Sicherheit genug (Jahnn. Geschichten 38); b)
<d. + sich) sich zu Unrecht etw. einbilden, sich für etwas
halten: du dünkst dich (seltener: dir) etwas Besseres, ein
Held [zu sein]; In seinem eigenen Bewußtsein dünkt ein
jeder ... sich souverän (Enzensberger. Einzelheiten I. 7).
dünn [dvn] <Adj.) [mhd. dünne, ahd. dunni. eigtl. = lang
ausgedehnt, tdehnen]: 1. (Ggs.: dick) a) von geringer
Stärke. Dicke: von geringem Umfang: ein -er Ast; ein -es Buch;
-e Beine; etw. in -e Scheiben schneiden; die Eisdecke ist
sehr d.; b) hager, mager: sie ist sehr d. geworden; sich
d. machen (scherzh.; sich schlank machen u. weniger Platz
beanspruchen): vgl. aber: dünnmachen; c) in geringer
Menge / sich über eine Fläche erstreckend od. darauf
vorhanden/: Farbe. Lack d. auftragen. 2.*) fein, zart, leicht:
ein -er Schleier; -e Strümpfe; Ü die Luft wird in großer
Höhe immer -er; b) nicht dicht, spärlich (Ggs.: dicht):
-es Haar haben, das Land ist d. bevölkert, besiedelt;
c) schwach: eine -e Stimme; mit einem -en Trällern (H.
Mann. Stadt 261); Bis nach Odelsberg kam mit dem
Südwind ein -er Geruch Italien (Feuchtwanger Erfolg 678);
Er lächelte d.. als er sagte ... (Sebastian. Krankenhaus
117). 3.a) wenig gehaltvoll: eine -e Suppe; der Kaffee ist
ziemlich d.; Ü Die etwas -en (dürftigen) Resultate deiner
mühseligen Kombination (Goetz. Prätorius 11); der Inhalt
des Buches ist doch recht d. (dürftig, unbedeutend).
dum-, Dtym-: -behaart <AdJ.; dünner, am dünnsten behaart;
nur attr.): nur wenig behaart; -beinig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: mit dünnen Beinen: ein -es Mädchen; eine -e Zier-
kommode (Th. Mann. Krull 324); -besiedelt <Adj.; dünner,
am dünnsten besiedelt; nur attr.): wenig besiedelt: eine
-e Gegend; -bevölkert: vgl. -besiedelt; -b*er. das (ugs.):
alkoholarmes Bier; -blutig <Adj.; o. Stei.f.) (geh.
abwertend): zart, kraftlos: seinesd. verfeinerten Äußern
ungeachtet (Th. Mann, Zauberberg 48); ein -es (weniggehaltvolles)
Gedicht; -brettbohrer, der [nach dem Bild eines
unterschiedlich dicken Brettes, durch das man ein Loch bohren
muß. um hindurchzukommen] (salopp abwertend): jmd..
der den Weg zu einem Ziel wählt, der die geringsten
Schwierigkeiten bietet; -dann, der: vom Magenausgang bis zum
Beginn des Dickdarms reichender Teil des Darmes, dazu:
Miarmentzündung, die; -druck, der <P1. -drucke) (Buchw.):
I. <o. PI.) Druck auf Dünndruckpapier: das Buch erscheint
in D. 2. Buchexemplar in Dünndruck, dazu: -druckausgabe.
die: in Dünndruck erscheinende Ausgabe eines Buches.
-druckpapier.das: bes. dünnes, feines Druckpapier; -flüssig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sehr flüssig: -es Ol; eine zähe
Masse d. machen, dazu: -flüssigkeit, die <o. PL); -gesät
\Adj.; dünner, am dünnsten gesät; nur attr.) (ugs.): spärlich
vorhanden: -e Erfolge; -glas, das <P1. -gläser): sehr dünnes
Tafelglas; -häutig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit dünner
Haut: ein -es Insekt; Ü dies deutlich zu spüren, war Hans
Castorp schlau und d. (geh.; sensibel) genug (Th. Mann.
Zauberberg 542); -lippig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
dünnen, schmalen Lippen: ein -er Mund; eine -e Alte; Mna-
chen, (auch:) dünnemachen, sich <sw. V.; hat) (ugs.):
weglaufen. /unauffällig/ verschwinden: die Burschen haben sich
längst dünn[e]gemacht; -mann, der <P1. -männer) (salopp
abwertend): a) unbegabter Mensch. Versager; b)
Schwächling. Feigling; -pfiff, der <o. PI.) (salopp): Durchfall (1);
^schalig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): mit dünner Schale:
-e Früchte; die Eier sind sehr d.; -schiß, der (derb):
Durchfall (1); -schliff, der: aus Mineral od. Gestein zur
mikroskopischen Untersuchung hergestelltes dünnes Plättchen;
-wandig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): mit dünner Wand: ein
-es Gefäß.
'Dünne l'dvna], die; - [mhd. dünne, ahd. dunnll (gew.
fachspr.): dünne Beschaffenheit. Dünnheit (Ggs.: Dicke);
2Dünne [-1. der; -n. -n (salopp): Durchfall i\): den -n kriegen;
hast du den -n?
dünnemachen: t dünnmachen.
dumemah [dundma:ls] <Adv.) [aus dem Niederd.. aus:
dünn = dann, damals u. verdeutlichendem t -malsl
(veraltet, landsch.): damals: in freundlicher Erinnerung an d..
als sie noch Jung waren (Tucholsky. Werke I. 374); * Anno
d. (ugs. scherzh.; früher, in jener [alten, vergangenen/ Zeit).
Dunnerlittchen: t Donnerlittchen.
Dünnheit die; -: svw. t1 Dünne; Dtymmg, die; -. -en: 1.
(Jägerspr.) Flanke (des Schalenwilds). 2. (Fleischerei)
Rinderbauch.
Dunsel Cdonz)]. der; -s. - [viell. rückgeb. aus: dunseln =
(kurze Zeit) schlafen! (ostmd): törichter, einfältiger
Mensch; Tolpatsch.
Dunst [dunst], der; -[eis, Dünste [mhd. dunst, tunst =
Dampf. Dunst, ahd. tun(i)st = Sturm, zu einer Wz. mit
der Bed. ..stieben, wirbeln, dampfen44!: l.a) <o. PI.) neblige
Luft, getrübte Atmosphäre: ein feiner D. liegt über der
Stadt; die Berge liegen im D.. sind in [bläulichen] D.
gehüllt; Ü Er... trug dazu bei. daß ihn der D. des
Geheimnisses einhüllte (Niekisch. Leben 126); b) von starkem
Geruch [u. Dampf/ erfüllte Luft: der warme D. der Pferde,
der Ställe; bläulicher D. von Abgasen; ein D. von
Tabakrauch und Speisen erfüllte die Gaststube; aufsteigende,
warme, schädliche Dünste; *imdm. blauen D. vormachen
(ugs.; jmdm. etw. vorgaukeln; nach dem blauen Rauch,
den Zauberkünstler früher vor der Vorführung ihrer
Kunststücke aufsteigen ließen); * keinen [Massen] D. von
etw. haben (ugs.; keine Ahnung von etw. haben). 2. <o.
PI.) (Jägerspr.) feinster Schrot für die Vogeljagd. 3. <o.
PI.) (Handw.) Mehlsorte, deren Feinheitsgrad zwischen
Grieß u. Mehl liegt. 4. <o. PI.) (Soldatenspr.) Beschuß:
D. kriegen, bekommen (beschossen werden).
Dynst-: -glocke. die: sichtbare Ansammlung von
verunreinigter Luft über Industriegebieten; -haube, die: svw. t ^glocke;
-kalb, das: im Mutterleib abgestorbene Leibesfrucht eines
Rindes; -kiepe.die [tKiepenhut] (ugs. scherzh.): a) /hoher/
Hut; b) /Stahl/heim; -kreis, der (geh.): Atmosphäre. Wir-
kungs-. Ausstrahlungsbereich; / geistigeJ Umgebung: noch
im D. Nietzsches, nicht weit von Heine und Büchner
(K. Mann. Wendepunkt 103); -obst, das (österr.): svw.
t Dünstobst; -schiebt, die; -schleier, der; -Schwaden <P1.);
-wölke, die.
DUnst- (dünsten 1): -flusstgkeit. die; -kartoffeln <PL);
-obst, das.
dunsten fdunstn] <sw. V.; hat) [mhd. dunsten, dünsten,
zu t Dunst]: 1. (geh.) a) dampfen: nach dem Regen dunstete
der Boden; b) ausdunstend Geruch verbreiten; Dunst (1 b)
ausströmen: Aus ihrer Haut dunstete sie warm und
parfümiert wie ein kleiner Ofen (Koeppen. Rußland 27); Eine
kellerige Fliesenkühle, nach Feuchtigkeit dunstend
(Maass. Goufle 24); In der Wärme dunsteten Leder und
Polsterung, feiner Rauchgeruch kam durchs Fenster (Do-
derer. Wasserfälle 7). 2. * Jinda d. lassen (österr. ugs.;
jmdn. hinhalten, im ungewissen lassen): dünsten ['dvnstn]
<sw. V.; hat) [vgl. dunsten]: 1. (Speisen) in einem
zugedeckten Gefäß mit wenig Fett od. Flüssigkeit garen; dämpfen:
Fisch. Fleisch. Gemüse d.; gedünsteter Rotkohl. 2. svw.
fdunsten (1); dunstig [dunstig] <AdJ.; nicht adv.) [mhd.
dunstec = dampfend, ahd. dunistig = stürmisch]: a) leicht
neblig, trübe: ein -er Herbstmorgen; Sie sahen die losen
Verhaue... aufwärtsgezogen zum -en (im Dunst liegenden)
Hügelrand (Johnson. Achim 315); draußen war es schwül
und d. (Böll. Adam 26); b) von warmer, verbrauchter Luft
erfüllt, verräuchert: eine -e Kneipe.
Dünung [dy :nunl. die; -. -en [wohl zu niederd. dunen, dunen
= schwellen, auf u. nieder wogen]: durch den Wind hervor-
gerufener Seegang mit gleichmäßigen, langgezogenen
Wellen: eine leichte, schwere, flache D.; Dann kam der Mond
auf und stand über dem Himmelsrand niedrig, so daß
... das wellige Land wie eine längst erstarrte D. im Mond
lag (Gaiser. Jagd 23); das Schiff hebt sich in der D.
Duo [du:o], das; -s. -s [ital. duo = Duett < lat. duo
= zwei]: 1. (Musik) a) Komposition für zwei meist ungleiche
! Instrumental/stimmen: ein D. für Flöte und Klavier: b)
zwei gemeinsam musizierende / Instrumental /Solisten: das
weltberühmte D. gibt ein Konzert. 2. (iron.) zwei Personen,
die eine / strafbare} Handlung gemeinsam ausführen (öfter
in Zus.. z. B. Diebes-. Gaunerduo).
Duo-: ^Bus (mit Bindestrich), der: Omnibus, der seine
elektrische Antriebsenergie wahlweise von einer Oberleitung od.
von mitgeführten Batterien bezieht; Miraina. das: Drama,
in dem nur zwei Personen auftreten; -kultur, die (Landw.):
Doppelanbau von Kulturpflanzen auf demselben Feldstück;
581
duodenal
^set, das: zwei zusotwnengehörende EJieringe; vgl. Triset;
-walzwerk, das: Walzwerk mit zwei in entgegengesetzter
Richtung laufenden Walzen, die ihre Bewegungsrichtung
ständig umkehren.
duodenal [duodena:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t
Duodenum] (Med.): zürn Zwölffingerdarm gehörend* ihn
betreffend; Duodenalulkus, das; -. -ulzera (Med.):
Zwölffingerdarmgeschwür; Duodenitis [duodeni.tis). die; -. ...tiden
[...ni'ti:dn; zu t Duodenum] (Med.): Entzündung des
Zwölffingerdarms; Duodenum [duo de:num], das; -s. ...na [zu
lat. duodenl = je zwölf, zwölf (zusammen)] (Med.):
Zwölffingerdarm.
Duodez [duo'de:ts]. das; -es (österr.: -) [zu lat. duodecimus
= der zwölfte]: Buchformat in der Größe eines zwölftel
Bogens. Zeichen: 12°.
'Duodez-: -ausgäbe, die: Buchausgabe in Duodez; -band,
der; -format, das: svw. t Duodez.
2Duodez- (Best, von Zus. mit der Bedeutung ..besonders
klein, lächerlich klein44): -fürst, der: Herrscher eines
winzigen Fürstentums, dazu: -Fürstentum, das; -Staat, der: sehr
kleiner Staat. Zwergstaat.
duodezimal [duodetsi'ma:!] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. duode-
cim = zwölfl: auf das Duodezimalsystem bezogen; <Zus.:>
Duodezimglsystem, das <o. PL): Zahlensystem mit der
Grundzahl 12; Duodezime [...'dezimal, die; -. -n [ital.
duodeclma < lat. duodecima = die zwölfte] (Musik): a)
der zwölfte Ton einer diatonischen Tonleiter; b) Intervall
von zwölf diatonischen Tonstufen.
Duoie [du'o:b], die; -. -n [zu lat. duo = zwei] (Musik):
Folge von zwei Noten, die für drei Noten der gleichen Gestalt
bei gleicher Zeitdauer eintreten.
dupen [dopn] <sw. V.; hat) [Kurzwort aus duplizieren]
(Fot.): von einer Positivkopie eine Negativkopie herstellen.
düpieren [dy'pi:ron] <sw. V.; hat) [frz. duper = narren,
täuschen, zu: dupe = Narr. Tropf] (geh.): täuschen,
überlisten, zum Narren halten: Für den falschen „Pater Paulus",
der ... im Priestergewand Geschäftsleute und Behörden
düpierte (Welt 9. II. 65.11); daß ich Sie nicht mit
Paradoxen zu d. (verwirren) beabsichtige (Maass. Goufle 314);
<meist 2. Part.:) Aber auch Professor Bahrdt fühlt sich
düpiert, weil ein Althistoriker sein Soziologenurteil
unfreundlich beurteilen durfte (Spiegel 31.1968.44); <subst.:>
Düpierte, der u. die; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete); <Abl.:>
Düpkrung, die; -. -en.
Dupta: PI. von t Duplum; Duplet [duple:]. Duplett [du'plet].
das; -s. -s [mit frz. Endung zu lat. duplex = doppelt]:
Lupe aus zwei Linsen.
Duplex- ['du:pleks-; lat. duplex = doppelt
(zusammengelegt), f Duplikat] (Best, in Zus. mit der Bedeutung
..Doppel-44): -autotypte, die (Druckw.): doppelte Rasterätzung
für Zweifarbendruck; -betrieb, (auch:) Diplexbetrieb
['di:...],der: 1. Telegrofieverfahren, bei dem auf einer Leitung
gleichzeitig zwei Telegramme in entgegengesetzter Richtung
durchgegeben werden können. 2. Betrieb eines
Computersystems in der Weise, daß bei seinem Ausfallen auf ein
bereitstehendes gleichartiges System ausgewichen werden kann; ^pa-
pier, das: aus zwei verschiedenartigen od. -farbigen Lagen
zusammengepreßtes Papier; ^telegrafier die: svw. T ^betrieb
(1).
duplieren [du'plhren] <sw. V.; hat) [spätlat. dupläre. zu
lat. duplus = doppelt] (bildungsspr.): verdoppeln; <Abl.:)
Duplierung. die; -. -en.
Duplik [du'pli:k, auch: ...lue], die; -. -en [frz. duplique <
lat. duplex (Gen.: duplicis). tDuplikat] (jur. veraltend):
Gegenerklärung des Beklagten auf eine Replik; Duplikat
[dupli'ka:t). das; -[e]s, -e [lat. duplieätum = zweifältig.
verdoppelt, part. Adj. von: duplieäre = verdoppeln, zu:
duplex = doppelt (zusammengelegt), aus: du(o) = zwei
und -plex, wohl zu: plaga (< griech. pläx) = Fläche]:
Zweitschrift. Abschrift: ein D. einer Urkunde anfertigen;
Duplikation [...ka'tsio:n]. die; -. -en [lat. duplieätio]: 1.
(bildungsspr.) Verdopplung. 2. (Genetik) Verdopplungeines
Chromosomenabschnitts; Duplikatur [...ka'tu:?]. die; -. -en
(Med.): Verdoppelung. Doppelbildung; duplizieren [...'$!:-
ron] <sw. V.; hat) [lat. duplieäre. t Duplikat] (bildungsspr.):
verdoppeln; Duplizität [...tsi'te:t], die; -. -en [lat. duplicitäs.
zu: duplex = doppelt (zusammengelegt), t Duplikat]: 1.
Doppelheit; doppeltes Vorkommen. Auftreten: die D. der
Fälle, der Ereignisse; Dieser doppelten Perspektive, deren
D. übrigens nie aufdringlich wirkt (Zeit 20. 11. 64. 30).
2. (veraltet) Zweideutigkeit; Duplum fdu:plom]. das; -s.
...pla [lat. duplum = das Doppelte]: svw. t Duplikat.
Dupren [dy'pre:n]. das; -s [Kunstwort]: synthetischer
Kautschuk.
Dups [dups]. der; -es. -e [zu poln. dupa = Hintern] (bes.
schles.): Gesäß.
Dur [du:£]. das; - [mhd. bedüre = der Ton h, zu lat.
dürus = hart; der charakteristische Unterschied zwischen
Dur u. Moll besteht in der großen Terz, die als ..harter4'
Klang empfunden wurde] (Musik): Tongeschlecht aller
Totuirten. bei denen nur ein Halbton zwischen der dritten
u. vierten sowie der siebenten u. achten Stufe der Tonleiter
liegt (Ggs.: Moll): in D.
Dyr-: -akkord, der; Mlreiklang, der; ^tonart, die; -tonleiter,
die.
Dura, die; -: svw. tDura mater; durabel [du'ra:bl] <Adj.;
...bler, -ste) [lat. düräbilis] (geh.): dauerhaft, haltbar: einer
serienweise hergestellten Fabrikware durable, individuelle
Handwerksarbeit entgegenzustellen (Bredel. Väter 209);
dural [du'ra:l] <Adj.; o. Steig.) [zu tDura] (Med.): zur
Dura nutter gehörend, sie betreffend; Dural [-]. das; -s:
österr. kurz für tDuralumin; Duralumin© ['du:ralumi:nj.
das; -s [entw. zu lat. dürus = hart od. Kunstwort aus
Marco^orum. dem lat. Namen von Düren, wo es zuerst
hergestellt wurde, u. T Aluminium]: sehr feste Aluminiunde-
gierung; Dura mater [du:ra ma.te]. die; - - [mlat. dura
mater (cerebri). eigtl. = harte Mutter (des Gehirns)]
(Med.): harte (äußere) Hirnhaut: durativ ['du:rati:fl <Adj.;
o. Steig.) [zu lat. düräre = ausdauem] (Sprachw.):
andauernd, anhaltend: -e Aktionsart (Aktionsart eines Verbs,
das die Dauer eines Seins od. Geschehens ausdrückt, z. B.
schlafen); Durax®['du:raks].das; - [Kunstwort]: härtbares
Phenolharz.
Durbar ['durba:g. -'-]. der od. das; -s. -s [engl, durbar
< Hindi darbär < pers. darbär]: offizieller Empfang bei
indischen Fürsten u. bei dem ehemaligen Vizekönig von
Indien.
durch [dorc; mhd. dur(ch). ahd. dur(u)h]: I. <Präp. mit
Akk.) /vgl. durchs/ 1. (räumlich) a) kennzeichnet eine
Bewegung, die auf der einen Seite in etwas hinein- u.
auf der anderen Seite wieder herausführt: d. die Tür gehen;
das Geschoß drang d. den rechten Oberarm; etw. d. ein
Sieb gießen; d. die Nase atmen, sprechen; b) kennzeichnet
eine (Vorwärtslbewegung in ihrer ganzen räumlichen
Ausdehnung: d. das Wasser waten; d. die Straßen, d. den
Park bummeln; Ü mir schießt ein Gedanke d. den Kopf.
2. (modal) a) gibt die vermittelnde, bewirkende Person,
das Mittel, den Grund, die Ursache an. mittels: etwas
d. Boten, d. die Post schicken; etwas d. Lautsprecher
bekanntgeben; d. einen Freund habe ich noch
Eintrittskarten bekommen; etwas d. das Los entscheiden; (Math.:)
eine Zahl d. eine andere dividieren; 6 durch 3 = 2; b)
in passivischen Sätzen, wenn nicht der eigentliche, der
unmittelbare Träger des Geschehens bezeichnet wird, von:
das Haus wurde d. Bomben zerstört. 3. (zeitlich; österr.)
für die Zeit von; lang, hindurch: d. zwei Jahre bemühte
er sich um ein Visum. II. <Adv.) 1. (zeitlich; nachgestellt)
a) hindurch, über einen gewissen Zeitraum: den Winter,
das ganze Jahr d.; b) (ugs.) vorbei, kurz danach: es ist
schon 3 Uhr d. 2. (ugs.) in Verbindung mit ..sein44 elliptisch
für ein mit ..durch44 zusammengesetztes Verb <im Inf.
u. Part, zusammengeschrieben): der Zug, der Bus ist schon
d. (durchgefahren, hat die Station passiert); <salopp als
adj. Attribut:) ein gut -er (durchgezogener, reifer) Harzer
Käse; vgl. durchsein. 3. *d. und d. (1. völlig, ganz u. gar:
ich bin d. und d. naß; ich bin d. und d. davon überzeugt.
2. bis ins Innerste, durch Mark und Bein: der Schrei, der
Schmerz ging mir d. und d.).
dvp-dtabfertisen <sw. V.; hat): (Luftgepäck o.ä) bis zwn
Zielort abfertigen* ohne Rücksicht auf Unterbrechungen od.
Umsteigen.
durchackern <sw. V.; hat) (ugs.): a) (einen schwierigen Stoff)
angestrengt, mit Mühe durcharbeiten: Akten d.; abends
ackert er noch seine Fachliteratur durch; Am Tag
dazwischen ... ackerte der Kanzler... die vorbereitete
Konferenzmappe durch (Spiegel 19. 1967. 39); b) <d. + sich) sich
mühsam durcluurbeiten: ich habe mich durch alle Instanzen,
durch das schwierige Buch durchgeackert; Ich habe ...
mich durchgeackert durch Komitees (Seghers. Transit
118); <Abl.:) Durchackernd, die; -. -en: mangels genügen-
582
durchbohren
der Zeit für eine gründliche engere D. der Probleme (Bund
4. 10. 68).
durchädert [...Textet] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sichtbar
von Adern durchzogen: -e Wangen; seine Hände sind stark
d.; Ü (geh.:) die Wellenrücken von Hügeln, d. von Bächen
(A. Zweig. Grischa 62).
durcharbeiten <sw. V.; hat): 1. (über einen bestimmten
Zeitraum) fortgesetzt arbeiten: heute nacht wird
durchgearbeitet; in der Mittagspause arbeite ich durch; „Wann muß
er fertig sein?" ..So bald wie möglich." „Dann muß ich
die Nacht d. ..." (Remarque. Obelisk 240). 2. vollständig,
gründlich lesen u. auswerten: ein wissenschaftliches Werk
d.; Am nächsten Tag fielen zwei Stunden ... aus. Wir
sollten den Prozeß und das Urteil ..durcharbeiten" (Leon-
hard. Revolution 42). 3. in allen Einzelheiten gestalten,
vollständig, grüfidlich ausarbeiten: der Aufsatz ist sprachlich
und gedanklich gut durchgearbeitet. 4. durchkneten:
arbeilen Sie den Teig kräftig durch; beim Massieren werden
die Muskeln kräftig durchgearbeitet. 5. <d. + sich) sich
mühsam einen Weg durch etw. bahnen: ich habe mich durch
die Menge, durch das Dickicht durchgearbeitet; In
schwierigen Bodenverhältnissen ... arbeitet sich der Wagen gut
durch (Auto 7. 1965. 45); Ü ich muß mich noch durch
ein Fachbuch d.; von innen arbeitet sich der Tod durch
(Remarque. Westen 16); durcharbeitet <Adj.;o. Steig.; nicht
adv.): arbeitend verbracht: eine -e Nacht (eine Nacht, in
der man durchgearbeitet hat): Durcharbeitung, die; -. -en:
das Durcharbeiten (2. 3, 4).
durchatmen <sw. V.; hat): bewußt tief atmen: atmen Sie
zweimal kräftig durch!; durchatmen <sw. V.; hat) (dichter.):
wehend erfüllen: die Atmosphäre ward unten von einer
leise strömenden Bewegung durchatmet (A. Zweig. Grischa
401).
durchaus [auch: '-'-, '—] <Adv.>: a) unbedingt, unter allen
Umständen: er möchte d. mitkommen; b) völlig: das ist
d. richtig, möglich; ich bin d. Ihrer Meinung; er ist d.
nicht (keinesfalls, ganz u. gar nicht) abgeneigt.
dvpxhbacken <sw. V.; hat): 1. ganz u. gar backen, zu Ende
backen: der Kuchen ist nicht richtig durchgebacken: [gut]
durchgebackenes Brot. 2. (über einen bestimmten
Zeitraum) ohne Pause backen: der Bäcker hat die ganze Nacht
durchgebacken; durchbacken <sw. V. hat; selten, meist im
2. Part.): ein mit Rosinen durchbackener Kuchen (ein
Kuchen, in den Rosinen eingebacken sind).
durchbeben <sw. V.; hat) (geh.): mit Beben erfüllen: ein
Zittern, ein Schauer durchbebte ihren Körper; Ü von einem
glühenden Wunsch durchbebt sein.
durchbeißen <st. V.; hat): 1. in zwei Teile zerbeißen, durch
Beißen trennen: (beim Nähen) den Faden d.; er biß die
Praline in der Mitte durch; Ü während er mit der
Kneipzange Drähte ... mit mächtigem Pressen seiner Fäuste
durchbeißt (A. Zweig. Grischa 23). 2. <d. + sich) (ugs.) sich
erfolgreich durch Schwierigkeiten l hindurchkämpfen, sich
behaupten: ich werde mich schon d.; es waren schwere
Zeiten, aber wir haben uns durchgebissen; wer keine Lust
hat. sich ... durch einen grauen Berg von Zweideutigkeiten
und Suggestion zu lückenhaften Informationen
durchzubeißen ... (Enzensberger. Einzelheiten I. 73); durchbeißen
<st. V.; hat): beißend durchdringen, schwer verletzen: der
Hund durchbiß ihm die Kehle, hat sie ihm durchbissen.
dp-chbekommen <st. V.; hat) (ugs.): 1. svw. tdurchbringen
(1): hielt ich in meinem Mund bereits mein Stück
Feuerzeugstahl versteckt, um es gegen jedes Verbot mit
durchzubekommen, wenn Herr Bienveau ... mich durchsuchen
würde(Genet [Übers.l.Miracle276). 2. svw. Tdurchbringen
(2): ein Gesetz, einen Antrag d.; eine Revision da
durchzubekommen, das ist sehr, sehr schwer (Aberle, Stehkneipen
84). 3. in zwei Teile zerlegen können: mit dieser Säge
bekomme ich den Stamm nicht durch (kann ich ihn nicht
durchsägen): hast du das Brett mit der Axt durchbekommen
f durchhauen können)?
dyrchberaten <st. V.; hat): 1. eingehend, in allen Einzelheiten
beraten: vor seiner Verabschiedung wurde das Gesetz
gründlich durchberaten. 2. (mehrere Themen)
nacheinander beraten: die Gesprächspunkte im Eiltempo d.
durchbetteln, sich <sw. V.; hat): sich mit Betteln
durchbringen, ernähren: er hat sich überall durchgebettelt;
durchbetteln <sw. V.; hat): (ein Gebiet) bettelnd durchziehen: er
hat das ganze Land durchbettelt.
durchbeuteln <sw. V.; hat) (bes. österr.): kräftig schütteln:
er packt die schwere Frau bei den Schultern und beutelt
sie ordentlich durch (Fallada. Jeder 93); Ü so ein langes
Leben nimmt den Menschen tüchtig her. krümmt ihn,
beutelt ihn durch (Zwerenz. Kopf 108).
durchbewegen, sich <sw. V.; hat): sich durch eine Absperrung,
eine enge Stelle bewegen.
durchbiegen <st. V.; hat): a) sehr stark, so weit wie möglich
biegen: den Rücken, das Kreuz d. (ein Hohlkreuz machen):
b) <d. + sich) sich nach unten biegen: unter der Last
der Bücher biegen sich die Regale langsam durch; <Abl.:)
Durchbiegung, die: -.
durchbilden <sw. V.; hat): gründlich, bis ins einzelne bilden,
formen: ein künstlerisch durchgebildetes Werk; sein
Körper ist durch das intensive Training gut durchgebildet;
<Abl.:> Durchbildung, die; -.
dgrchbiasen <st. V.; hat): 1. durch Hindurchblasen reinigen:
ein verstopftes Röhrchen d.; der Arzt hat mir die Ohren
durchgeblasen. 2. blasend durch etw. treiben: er bläst die
Kugel [durch das Rohr] durch. 3.a) durch etw. blasen,
wehen: der Wind bläst durch die Ritzen der Hütte durch;
b) stark wehend durchdringen: der Nordwind hatte uns
durchgeblasen. 4. (auf einem Blasinstrument) ohne Pause
blasen: der über uns wohnende Trompeter hat den ganzen
Nachmittag durchgeblasen. 5. (ein Bläserstück) von An-
fang bis Ende blasen: der neue Posaunist bläst seinen Part
schon fehlerlos durch; durchblasen <st. V.; hat): stark
wehend durchdringen: der Wind durchbläst mir die Haare;
Ein Haufen Menschen stand auf der Straße, vom Wind
durchblasen (Seghers. Transit 78).
durchblättern, (auch:) durchblättern <sw. V.; hat): (ein Buch,
eine Zeitung o. ä.) blätternd durchsehen, überfliegen: Akten.
Papiere d.; ich habe eine Menge Zeitschriften und Bücher
durchgeblättert/durchblättert; Ü Man durchblättere die
Weltgeschichte nach Beispielen freiwilligen Entsagens (St.
Zweig. Fouche 119); <subst.:> beim Durchblättern der
Papiere fand er ein altes Foto.
durchbleuen <sw. V.; hat) (ugs.): kräftig verprügeln: er hat
den Jungen ordentlich durchgebleut.
Durchblick, der; -[eis. -e: 1. Blick. Ausblick zwischen od.
durch etw. hindurch: an dieser Stelle bietet sich ein herrlicher
D. auf den See. 2. (ugs.) das Verstehen von
Zusammenhängen: Überblick über etw.: ich habe völlig den D. verloren:
Ich diktier' dir ein paar Sätzchen auf dein Band. Den
absoluten D.. den hab' nämlich ich. nur ich (Degener,
Heimsuchung 63). 3. (selten) zuscunmenfassende Übersicht
über etw.: ein D. durch das neuzeitliche literarische
Schaffen (Vorarlberger Nachr. 29. 11. 68. 19); durchblicken <sw.
V.; hat): I. durch etw. hindurchblicken: er blickte
angestrengt [durch das Fernrohr] durch; laß mich einmal d.!
2. (ugs.) erw. verstehen, die Zusanvnenhänge erkennen: da
blicke ich nicht [ganz] durch; ich hab* selbst acht Semester
studiert.... ich blicke da durch, bild* ich mir ein (Aberle.
Stehkneipen 38); blickst du bei dieser Aufgabe durch?
3. *etw. d. lassen (zu verstehen geben, andeuten): er ließ
d.. daß er nicht zufrieden sei.
durchbljtzen <sw. V.; hat): wie ein Blitz durchzucken: ein
Gedanke durchblitzte ihn. sein Gehirn; durchblitzen in
der Verbindung etw. d. lassen (erkennen lassen, zeigen):
Ich habe schon mal ganz gern ein bißchen Überlegenheit
d. lassen (Katia Mann, Memoiren 67).
durchbluten <sw. V.): a) (von einer Wunde) Blut durch den
Verband o. ä. dringen lassen <hat): die Wunde hat stark
durchgeblutet; b) (in bezug auf einen Verband o.a.) von
Blut aus einer Wunde durchdrungen werden <ist>: den
durchgebluteten Verband wechseln; durchbluten <sw. V.; hat):
a) mit Blut versorgen: durch kaltes Waschen wird der
Körper besser durchblutet; das Gehirn ist schlecht
durchblutet; gut durchblutete Haut; Ü das wiedererwachte
Lebensgefühl durchblutete sie warm (Apitz. Wölfe 140); b)
(von einer Wunde verursacht) einen Verband o.a. mit Blut
durchdringen, tränken: die Wunde hatte den Verband stark
durchblutet; das durchblutete Taschentuch (Hochhuth.
Stellvertreter 196); <Abl.:) Durchblutung, die; -. -en: das
Durchbluten (a): die D. der Haut, des Gehirns; Ü Otto
Bambuss erhofft davon eine D. (Belebung) seiner Lyrik
(Remarque. Obelisk 179). dazu: durchblutungsfördernd
<Adj.; nur attr.): -e Medikamente; Durchblutungsstörung«
die.
durchbohren <sw. V.; hat): a) bohrend durchdringen: die
Wand d.; ein durchgebohrtes Brett; b) durch etw. bohren:
583
durchbohren
wir bohren jetzt durch die Wand durch; c) / eine Öffnung;
durch Bohren herstellen: ein Loch [durch die Wand] d.;
d) <d. -I- sich) sich bohrend durcharbeiten, durchbewegen:
der Holzwurm hat sich durch den ganzen Schrank
durchgebohrt: durchbohren <sw. V.; hat): mit einem spitzen
Gegenstand] durchdringen: ein Schwert, ein Messer durchbohrte
seine Brust; Das Eisen hatte den Dünndarm zweimal
durchbohrt (Grzimek. Serengeti 45); von einer Kugel, von
Pfeilen durchbohrt werden; Ü sie ... schritt auf uns zu
und durchbohrte uns mit furchtbarem Blick (K. Mann.
Wendepunkt 258); Jmdn. durchbohrend, mit
durchbohrenden Blicken ansehen; <Abl.:> Durchbohrung, die; -. -en.
durchboxen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. <d. + sich) sich stoßend
u. drängend einen Weg bahnen: viele haben sich
rücksichtslos zum Ausgang durchgeboxt; Ü er hat sich im Leben
immer allein d. müssen. 2. mit Gewalt durchsetzen, zustande
bringen: ein Gesetz trotz großer Widerstände d.; wir wollen
nicht versuchen, eine Einigkeit durchzuboxen
(Wohngruppe 107).
dgrchbraten <st. V.; hat): (bes. Fleisch) so lange braten,
bis es ganz durch ist: bitte braten Sie mein Steak nicht
ganz durch; gut durchgebratenes Fleisch.
durchbrausen <sw. V.; hat): mit großer Geschwindigkeit durch
einen Bereich ohne Aufenthalt durchfahren, brausen: der
Zug brauste [durch den kleinen Ort] durch, ohne
anzuhalten; durchbrausen <sw. V.; hat): mit Brausen erfüllen: der
Sturm durchbraust das Tal; Ü Begeisterung durchbrauste
den Saal.
durchbrechen <st. V.): 1. a) in zwei Teile brechen <hat): er hat
die Tafel Schokolade durchgebrochen; b)
auseinanderbrechen u. /in zwei Teilet zerfallen <ist>: das Brett ist [in der
Mitte] durchgebrochen; der Blinddarm, das
Magengeschwür bricht durch (Med.; platzt u. ergießt sich in die
Bauchhöhle): c) einbrechen u. nach unten fallen, sinken <ist>: er ist
[durch die Eisdecke, durch den Bretterboden]
durchgebrochen. 2.a) eine Öffnung durch etw. brechen <hat>: eine
Wandd.; ^durchbrechendschaffen, hervorbringen, herstellen
<hat>: wir haben eine Tür. ein Fenster durchgebrochen.
3. zum Vorschein kommen, hervorbrechen <ist>: die Sonne
ist durchgebrochen; die Knospen brechen durch; der erste
Zahn ist durchgebrochen; Ü er ließ mit einemmal alle
Vorsicht fahren, der zurückgestaute Haß brach durch
(Maass. Goufle 203). 4. / gewaltsam! ein Hindernis
überwindend, sich einen Durchbruch verschaffen, einen Weg bahnen
<ist): hatte er ... den Armeefuhrer aufgefordert. ... nach
Westen durchzubrechen (Plievier. Stalingrad 172); der
Feind ist an drei Frontabschnitten durchgebrochen; der
Mittelstürmer brach durch (bahnte sich seinen Weg durch
die gegnerische Deckung) u. schoß das Führungstor;
durchbrachen <st. V.; hat) /vgl. durchbrochen/: a) (ein Hindernis)
überwinden, durchstoßen: das Wasser durchbrach die
Deiche; die Menge durchbrach die Absperrungen; das Flugzeug
hat die Schallmauer durchbrochen (fliegt mit einer
Geschwindigkeit, die über der Schallgrenze liegt): Ü ein
Prinzip, alle Konventionen, ein Verbot d.; Die ... Gestalt des
Wunders aber besteht ... darin, daß Naturgesetze
durchbrochen werden (Thielicke. Ich glaube 76); <Abl.:)
Durchbrechung, die; -. -en.
durchbrennen <unr. V.) [2: eigtl. von hindurchdringendem
Feuer]: l.a) durch zu starke Hitze-. Strombelastung
schmelzen u. entzweigehen <ist>: die Sicherung, die [Glühlbirnc
ist durchgebrannt; b) vollständig brennen, glühen <ist>: die
Kohlen müssen richtig d.; c) (über einen bestimmten
Zeitraum) ohne Unterbrechung brennen <hat): wir lassen den
Ofen [heute nacht] d. 2. <ist) a) (ugs.) sich heimlich
davonmachen, ausreißen: mit dem Geld d.; der Junge ist schon
oft von zu Hause durchgebrannt; Wahrscheinlich ist ihm
die Frau mit ihrem Liebhaber durchgebrannt
(davongelaufen: Sebastian. Krankenhaus 184); b) (Fußball Jargon)
sich der Deckung. Bewachung durch einen Gegenspieler
entziehen u. dem Gegner gefährlich werden: C. brannte dem
Verteidiger durch u. erzielte ein Tor; <Abl.:> Durchbrenner.
der; -s. - (ugs): Ausreißer.
durchdringen (um*, v.; hat): l.a) durch eine enge Stelle
bringen, bewegen können: bringen wir den Schrank hier
durch?; b) über die Grenze, durch die Kontrolle bringen:
man hat [an der Grenze] alle Flüchtlinge, alle Waren
durchgebracht. 2.a) erfolgreich durch eine Wahl, eine Prüfung
o. ä. bringen: man hat diesmal alle Kandidaten
durchgebracht; b) gegen Widerstände durchsetzen: ein Gesetz, einen
Antrag d.; eine Anordnung, die er nur mit dem Einsatz
seiner ganzen Persönlichkeit durchzubringen vermochte
(Dürrenmatt. Richter 9). 3.a) /notdürftig/ ernähren, mit
dem Lebensnotwendigen versorgen: sie hat ihre Familie
mit Heimarbeit durchgebracht; sich ehrlich, schlecht und
recht d.; In Mexiko hatte er sich als Lastwagenführer
durchgebracht (K. Mann. Wendepunkt 161); b) durch
ärztliche Kunst, durch intensive Pflege erreichen, daß jmd. eine
schwere Krankheit o.a. übersteht: die Ärzte hoffen, den
Kranken durchzubringen. 4. vergeuden, verschwenden: alle
Ersparnisse, sein Vermögen d.; Dann sei er mit der Beute
nach Wien gefahren und habe das Geld in Kaffeehäusern
durchgebracht (Mostar. Unschuldig 93).
durchbrpchen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit einer Durch-
brucharbeit verziert: -e Stickereien. Strümpfe. Schuhe; das
-e. kunstvoll geschmiedete Gitter (Grass. Hundejahre 91);
Durchbrach, der; -[eis. ...brüche: l.a) das Durchbrechen
(3. 4): der D. eines Zahnes; dem Feind glückte der D.;
der Stürmer kam nach einem D. (Fußball Jargon; Vorstoß
in die gegnerische Deckung) zum Erfolg; Ü ihm gelang
der D. zur Spitzenklasse; einer Sache zum D. (Erfolg)
verhelfen; eine Idee kommt zum D. (setzt sich durch):
b) Stelle des Durchbrechens (2). durchgebrochene Öffnung:
einen D. durch die Wand machen.
Durchbrach-: ^arbeit, die: 1. Handarbeit, bei der
durchbrochene Stellen im Gewebe entstehen. 2. kunstgewerbliche
o. ä. Arbeit in einem festen Material, aus dem Muster
ausgestanzt od. in anderer Weise herausgearbeitet werden:
-[sjstelle, die; -stkkerei, die: Stickerei mit durchbrochenen
Stellen im Gewebe.
dyrchbnnimen <sw. V.; ist) (ugs.): bei einer Prüfung versagen,
durchfallen.
dyrchbuchstabieren <sw. V.; hat): a) über das Telefon, durch
Funk o. ä. buchstabierend übermitteln: Wir... buchstabieren
dann bei der Radiodurchsage ... einen Telegrammtext
durch (Grzimek. Serengeti 168); b) ganz u. gar. bis zum
Ende buchstabieren: Sie hat das Zimmer noch nicht zu
Ende angesehen, nicht die Wandsprüche
durchbuchstabiert (Chr. Wolf. Nachdenken 100).
dgrchbunmein <sw. V.) (ugs.): a) durch etw. bummeln (1 a)
<ist): durch die Straßen, durch eine Ausstellung d.; b)
(über eine bestimmte Zeit) ohne Pause butnmeln (1 b);
durchzechen, durchfeiern <hat): er sah aus. als hätte er
die Nacht durchgebummelt; dwchbymneln <sw. V.; hat):
bummelnd'(1 b) verbringen: <meist 2. Part.:) eine
durchbummelte Nacht (eine Nacht, in der man durchgefeiert,
durchgezecht hat).
dgrchbumsen <sw. V.; hat) (vulg.): svw. tdurchvögeln.
durchbürsten <sw. V.; hat): (die Haare) gründlich bürsten:
das Haar nach dem Trocknen kräftig d.
dyrchchecken <sw. V.; hat): 1. vollständig, ganz u. gar chek-
ken (2): die Passagierliste d. 2. svw. tdurchabfertiden.
durchdenken <unr. V.; hat): vollständig, in allen Einzelheiten,
hinsichtlich der Möglichkeiten u. Konsequenzen überdenken:
seine Situation d.; daß man noch einmal neu anfangen,
besser: alles neu d. müßte (Dönhoff. Ära 89); die Sache
ist nicht durchdacht; ein gut durchdachter Plan;
durchdenken <unr. V.; hat) (selten): svw. tdurchdenken: Ich
probierte ein paarmal, diesen Prozeß durchzudenken (Bachmann.
Erzählungen 113); die Sache ist nicht richtig durchgedacht.
durchdiskutieren <sw. V.; hat): gründlich, vollständig
diskutieren: vor ihrer Verwirklichung müssen die Pläne
eingehend durchdiskutiert werden.
dMTchdrfingein, sich (ugs.): svw. tdurchdrängen, sich: sich
nach vom d.; durchdringen, sich <sw. V.; hat): sich
drängend hindurchbewegen: wir drängten uns mühsam durch
die Menge, zum Ausgang durch.
durchdrehen <sw. V.): 1. durch den Fleischwolf drehen
(hat): Fleisch. Kartoffeln d. 2. (ugs.) kopflos werden,
die Nerven verlieren <hat. seltener: ist): vor dem Examen
hat sie plötzlich durchgedreht; mach dich doch nicht
verrückt, dreh Jetzt nicht durch (v. d. Grün. Glatteis 188);
von all den Aufregungen war sie ganz durchgedreht
(verwirrt, kopflos: erschöpft): Er ist vor Schmerzen
durchgedreht (Kant. Impressum 84). 3. (von Rädern eines
Fahrzeugs) sich auf der Stelle drehen <hat): beim Start auf
dem vereisten Boden drehten die Räder durch. 4. (Film)
eine Szene. Szenen ohne Unterbrechung aufnehmen <hat).
durchdringen <st. V.; ist): 1. durch etw. hindurchdringen:
der Regen drang [durch die Kleider] durch; die Sonne
584
Durchfall
ist heute kaum durchgedrungen; ein durchdringendes
Geräusch; ein durchdringender Geruch; durchdringende
Kälte; ein durchdringender Schrei; Jmdn. durchdringend, mit
durchdringendem Blick ansehen; Ü das Gerücht ist bis
zur Direktion durchgedrungen. 2. sich mit etw. durchsetzen:
damit wirst du [bei der Behörde] nicht d.; der Redner
drang [mit seiner Stimme] nicht durch (sprach zu leise,
wurde nicht verstanden): Ü als er merkt, daß er mit seinen
Worten nicht durchdringt (kein Gehör findet) .... legt er
sich aufs Bitten (Jens. Mann 145); durchdringen <st. V.;
hat): 1. durch etw. hindurchdringen: die Strahlen können
die dicksten Wände d.; ihre Augen versuchten, das Dunkel
zu d. 2. erfüllen, ergreifen: diese Idee hat ihn völlig
durchdrungen; Bunjans Worte ... sind von tiefem Ernst
durchdrungen (Nigg. Wiederkehr 71); <Abl.:> Durchdringung*
die; -: 1. das vollständige Eindringen in. Hindurchdringen
durch etw.. Sättigung: die D. des Bodens mit Feuchtigkeit;
Ü eine neuartige D. (Verschmelzung) von Kapitalismus
und Sozialismus.... die man auch als ..Sozialkapitalismus'4
bezeichnen kann (Fraenkel. Staat 150). 2. geistige
Erfassung. Aneignung: Der Periode der ..fortschreitenden
Einsicht44 folgt die der ..absoluten D.44 (Kirst. 08/15. 955);
die geistige D. eines Themas.
durchdröhnen <sw. V.; hat): mit Dröhnen erfüllen: der Lärm
der Maschinen durchdröhnte die Fabrikhalle.
durchdrucken <sw. V.; hat): a) (von etwas Gedrucktem)
einen Abdruck auf einer Unterlage hinterlassen: die Zeitung
hat [auf die Tischdecke] durchgedruckt; b) (über einen
bestimmten Zeitraum) ohne Pause drucken: die
Zeitungsdruckerei druckt Jede Nacht durch.
durchdrücken <sw. V.; hat): 1. durch etw. hindurchdrücken,
-pressen: Quark [durch ein Tuch, durch ein Sieb] d. 2.
so weit wie möglich nach hinten drücken, zu einer Geraden
strecken: den Ellenbogen, das Kreuz d.; mit
durchgedrückten Knien. 3. (Wäsche) leicht drückend waschen: Pullover,
Feinwäsche d. 4. (ugs.) trotz Widerstandes durchsetzen:
einen Plan, seinen Willen [gegen starken Widerstand] d.;
er hat durchgedrückt, daß er Urlaub bekommt.
durchdrungen: t durchdringen; <Abl.:> Durchdryngensein,
das; -s: das Erfülltsein von etw.
durchdyften <sw. V.; hat) (dichter.): mit Duft erfüllen: das
weiße Geißblatt, das einen ganzen Wald durchduftet (Fr.
Wolf. Zwei 20).
dvrchdUrfen <unr. V.; hat) (ugs.): 1. sich durch etw. (eine
Absperrung o.a.) durchbewegen dürfen: hier ist gesperrt,
hier darfst du nicht durch! 2. passieren dürfen: zuerst
darf das von rechts kommende Auto durch.
durcheilen <sw. V.; ist): durch etw. hindurcheilen: er ist [durch
die Bahnhofshalle] durchgeeilt; durchdien <sw. V.; hat):
eilig durchqueren: er hat [die Bahnhofshalle] durcheilt; Ü
die Nachricht durcheilte die Welt; so verwickelte
Zusammenhänge durcheilte der kleine General im Fluge (Musil.
Mann 320).
durcheinander <Adv.): völlig ungeordnet, in Unordnung: hier
ist ja alles d.; alles d. (wahllos die verschiedensten Dinge)
essen u. trinken; De facto gibt es ja eine Menge Ordnungen
d. (nebeneinander bestehend: Musil. Mann 1236); *d. sein
(verwirrt, konfus sein): <subst.:> Durcheinander [auch:
' l.das; -s: 1. Unordnung: in der Wohnung, im Schrank
herrscht ein fürchterliches D.; Der Tisch stand immer
noch gedeckt, ein schmutziges D. (Böll. Adam 58); Ü
In wirrem D. summen mir die Gedanken im Schädel (Re-
marque, Westen 149). 2, Situation, in der Menschen verwirrt
durcheinanderlaufen / u. kopflos handeln /; Wirrwarr,
chaotische Zustände: es herrscht ein heilloses, wüstes, wildes
D.; das D. war hoffnungslos; in dem allgemeinen D. konnte
der Dieb entkommen.
durcheinander-: -bringen <unr. V.; hat): a) in Unordnung
bringen: du hast meine Bücher durcheinandergebracht:
b) verwirren, in Verwirrung bringen: eine Frau mit einem
Lächeln ganz d.; er hat mit seinen Parolen die Leute
nur durcheinandergebracht; c) miteinander verwechseln:
du bringst hier zwei verschiedene Dinge. Ausdrücke
durcheinander; ^dringen <sw. V.; hat): drängend
durcheinanderlaufen: Grafen. Exzellenzen und Feldmarschälle ...
drängten wie aufgescheuchte, bunte Hühner durcheinander (Rc-
marque. Triomphe 354); ^griien <unr. V.; ist) (ugs.): völlig
ungeordnet vor sich gehen, vonstatten gehen: im Betrieb
geht heute alles durcheinander: Ü mir geht heute alles
durcheinander (ich bin verwirrt und verwechsle alles):
Allgemeines und sehr Persönliches ging ihm da ärgerlich
durcheinander (brachte er durcheinander: Feuchtwanger.
Erfolg 704); -geraten <st. V.; ist): in Unordnung geraten:
meine schön geordnete Sammlung ist
durcheinandergeraten; Ü mir sind wohl zwei Begriffe durcheinandergeraten
(ich habe sie verwechselt): -kommen <st. V.; ist) (ugs.):
svw. Ngeraten; -laufen <st. V.; ist): (von mehreren
Personen od. Tieren) regellos hin und her laufen: alle liefen
aufgeregt durcheinander; -liegen <st. V.; hat): ungeordnet,
in Unordnung daliegen: es ist nicht nötig, daß alles
durcheinanderliegt; -mischen <sw. V.; hat) (miteinander!
vermischen: Sie verfiel... in ein Kauderwelsch, mischte Kisua-
heli. Englisch und Deutsch durcheinander (Hauptmann.
Schuß 60); -reden <sw. V.; ist): gleichzeitig reden: wenn
alle durcheinanderreden, versteht man kein Wort; -rennen
<sw. V.; ist): vgl. ^laufen; -rufen <sw. V.; hat): gleichzeitig
rufen: Beide Stimmen riefen wie in höchster Beschwörung
durcheinander (Gaiser. Jagd 141); -schreien <st. V.; hat):
gleichzeitig schreien: alle schrieen aufgeregt durcheinander;
-werfen <st. V.; hat): a) so / umher j werfen, daß eine
Unordnung entsteht: sie warf alle Papiere, die Wäsche im Korb
durcheinander; Ü in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs
.... als ohnegleichen Menschen und Völker
durcheinandergeworfen worden sind (Musil. Mann 1153); b) miteinander
verwechseln: er wirft wieder alles durcheinander, was ich
ihm erklärt habe; ^wirbeln <sw. V.; hat) 1. (von einem
Windstoß o. ä. in Bewegung gesetzt) wirbelnd umherfliegen:
die Blätter wirbelten durcheinander. 2. (Fußball Jargon)
die gegnerische Mannschaft durch gekonnte Spielzüge
verwirren: die schnellen Außen wirbelten die Abwehr
durcheinander; unsere Mannschaft wurde kräftig
durcheinandergewirbelt; -würfeln <sw. V.; hat): wahllos, ohne
Ordnungsprinzip zusammenstellen <meist im 2. Partizip): eine bunt
durcheinandergewürfelte Gesellschaft; die Wagen halten,
wir klettern hinunter, ein durcheinandergewürfelter
Haufen (Remarque. Westen 99).
dyrchessen, sich <unr. V.; hat): a) bei anderen, auf Kosten
anderer essen: er ißt sich ungeniert bei all seinen Bekannten
durch; b) (scherzh.) von allem Vorhandenen nacheinander
essen: sich durch alle Gänge eines Menüs d.
dyrchexerzieren <sw. V.; hat) (ugs.): gründlich, von Anfang
bis Ende üben: das Einmaleins. Grammatikregeln d.; Nun
verlief alles so. wie sie es unzählige Male durchexerziert
hatten (Ott. Haie 319); Ü Ein System, das erlebte, wie
es seine eigene Antithese erzeugte, die dann bis zum totalen
Untergang durchexerziert (durchgespielt) wurde
(Dönhoff. Ära 43).
durchfahren <st. V.; ist): a) hindurchfahren: durch einen
Tunnel, unter einer Brücke, zwischen zwei Markierungen
d.; wir werden wohl wieder [durch die ganze Stadt] d.
müssen; b) nicht anhalten, nicht Station machen: der Zug
fährt in H. durch; seltsam zu denken, daß es wirklich
Jemanden gibt, der wohnt, wo wir durchfahren (Jens. Mann
63); c) ohne Unterbrechung fahren: der Zug fährt bis
München durch; wir sind die ganze Nacht durchgefahren; bei
dieser Zugverbindung können wir d. (brauchen wir nicht
umzusteigen): durchfahren <st. V.; hat): a) fahrend
durchqueren: ein Gebiet, die Gegend, das Land d.; Nach
häßlichen Vorstadtstraßen durchfuhr die Bahn freies
Gartengelände (Härtung. Juni tag 4); b) (eine Strecke) fahrend
zurücklegen: er hat die Strecke in Rekordzeit durchfahren;
c)jmdm. plötzlich bewußt werden u. eine heftige Empfindung
auslösen: ein Schreck, ein Beben, ein Gedanke durchfuhr
sie; plötzlich durchfuhr es sie (kam es ihr ins Gedächtnis).
daß sie nach Hause mußte; In demselben Augenblick
durchfuhr mich eisig, was für eine ... Torheit ich eben
gesagt hatte (Fallada. Herr 43).
Durchfahrt, die; -. -en: 1. <o. PI.) a) das Durchfahren (a):
D. verboten!; die D. durch den Kanal dauerte drei Stunden;
b) das Durchfahren (a) durch einen Ort. eine Gegend:
Durchreise (1): sich auf der D. befinden; wir sind hier nur auf
der D. (wir machen hier nur Zwischenstation): c) freie
Weiterfahrt: der Polizist gab die D. frei. 2. Raum. Weg.
Stelle, wo man durch etw. hindurchfährt: bitte [die] D.
freihalten!
Durchfahrt»-: -höhe, die; -recht, das: Recht auf Durchfahrt
durch ein fremdes Grundstück; -Straße, die: bevorrechtigte
Straße, die durch eine Ortschaft hindurchführt; -verbot,
das.
Durchfell, der; -s. ...fälle [2: zu ?durchfallen (2)]: 1. /Krank-
585
durchfallen
heit, die gekennzeichnet ist durch die häufige1 Ausscheidung
von dünnflüssigem Stufil; Diarrhö: D. bekommen, haben;
eine mit schweren Durchfällen einhergehende Krankheit.
2. (ugs.) a) (von der Aufführung eines Theaterstücks o.a.)
Mißerfolg: das Stück wurde ein D.; Meine Komödie
befremdete, mißfiel. Es war ein D. (K. Mann, Wendepunkt
187); b) das Versagen, Nichtbestehen (bei einer Prüfung):
er hat beim Examen einen D. erlebt; durchfallen <st. V.;
ist) [2: urspr. Studentenspr.; geht auf den ma. Schwank
vom „Schreiber im Korbe" zurück, in dem ein Mädchen
seinen Liebhaber zum Fenster hochzieht, um ihn dann
durch den schadhaften Boden fallen zu lassen]: I. durch
etw. hifidurchfallen: die kleinen Steine fallen [durch den
Rost] durch. 2. (ugs.) a) (von einem Theaterstück o.a.)
keinen Erfolg haben: die Aufführung ist [beim Publikum]
durchgefallen; b) (eine Prüfung) nicht bestehen: er ist [im
Examen] durchgefallen; bei der Fahrprüfung d.; er ist
mit Pauken u. Trompeten/mit Glanz durchgefallen (ugs.;
hat in der Prüfung vollständig versagt): c) (bei einer Wahl)
verlieren, nicht gewählt werden: der neu aufgestellte
Kandidat ist bei der Wahl durchgefallen. 3. (Fliegerspr.) (eine
bestimmte Strecke weit) frei fallen: die Maschine ... fiel
eine Strecke weit durch wie ein Stein (Gaiser. Jagd 92);
durchfallen <st. V.; hat): eine Strecke fallend
zurücklegender Stein hat die Strecke in einer Sekunde durchfallen;
Durchfaller ['dur^fate].der;-s. - [zu tdyrchfallen 2b] (ugs.):
jmd., der bei einer Prüfung versagt, durchfällt.
durchfärben <sw. V.; hat): 1. vollständig, an allen Stellen
! gleichmäßig färben: ein Gewebe gleichmäßig d. 2. Farbe
/durch etw.i durchdringen lassen: abfärben: die Unterlage
hat [durch das dünne Papier] durchgefärbt; <Abl. zu 1.:)
Dyrchfärbung, die; -. -en.
durchfaulen <sw. V.; ist): durch und durch faulen, vollständig
verfaulen: von Fäulnis ganz zerstört werden: die Balken.
Bretter sind völlig durchgefault.
durchfechten <st. V.; hat): 1. bis zum erfolgreichem Ende
durchstehen, durchkämpfen: einen Prozeß d.; Obwohl der
Krieg unpopulär war. glaubten viele Freunde .... daß er
bis zum Ende durchgefochten würde (Leonhard.
Revolution 61); er hat seine Ansprüche [vor Gericht]
durchgefochten (in einem Prozeß durchgesetzt). 2. <d. + sich) a)
sich durch Widrigkeiten seinen Weg bahnen, sich
durchkämpfen: ich mußte mich im Leben immer allein d.; b)
(ugs.) sich durchbetteln: sie fanden keine Arbeit und mußten
sich d.; durchfechten <st. V.; hat) (selten): fechtend,
kämpfend durchstehen: einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten
und durchfochten hat (Rinser. Mitte [Vorwort. 2]).
dyrchfedern <sw. V.; hat): federnd nach unten bewegen: mit
den Knien d.; <subst.:) Also nochmals, meine Freunde:
D.. Absprung. Stützhaltung (Dwinger. Erde 60).
dijrchfegen <sw. V.; hat): (einen Raum o.a.) ganz, bis in
alle Ecken fegen: sie hat das ganze Haus durchgefegt;
durdifeflen <sw. V.; hat): (votn Wind o.a.) mit großer
Geschwindigkeit durchqueren: der Wind durchfegte die
Wälder; stapfte... Leutnant Lawkow durch die von Schnee
durchfegte Nacht (Plievler, Stalingrad 143).
durchfeiern <sw. V.; hat) (ugs.): (über eine bestimmte Zeit)
ohne Pause feiern: wir haben [die ganze Nacht]
durchgefeiert; heute feiern wir durch (wir feiern bis zum Morgen):
durchfeiern <sw. V.; hat): feiernd verbringen: er hat manche
Nacht durchfeiert; eine durchfeierte Nacht.
durchfeilen, (seltener:) durchfeilen <sw. V ; hat): 1. durch
Feilen in zwei Teile zertrennen: er hat die Eisenstange,
die Kette durchgefeilt; eine unter einem Dutzend
Leidenschaften war auch diese: geschickt Gitter zu durchfeilen
(Becher. Prosa 56). 2. (nur: durchfeilen) im ganzen
sorgfältig bearbeiten, ausfeilen: einen Aufsatz d.
dyrchfetten <sw. V.; hat): Fett durch eine Umhüllung dringen
lassen <hat>: das Butterbrot hat [durch das Papier]
durchgefettet.
durchfeuchten <sw. V.; hat): mit Feuchtigkeit durchdringen,
durch u. durch feucht machen: Blut hat den Verband
durchfeuchtet; Weißblatt ... sprang ... auf. weil ihm das
Waldmoos den Hosenboden durchfeuchtet hat (Strittmatter.
Wundertäter 436); das Holz ist vom Regen ganz
durchfeuchtet.
dvrdificken <sw. V.; hat) (vulg.): svw. tdurchvögeln.
dyrchfilzen <sw. V.; hat) (salopp): jmdn. nach verbotenem
Besitz, den er bei sich trägt, od. nach Ungeziefer gründlich,
peinlich genau durchsuchen: die ganze Kompanie wurde
systematisch durchgefilzt; auf dem Flughafen hat man
die Passagiere durchgefilzt.
dyrchfinden <st. V.; hat): I. endgültig zu etw. finden, zu
einem angestrebten Ziel gelangen: er hat endlich zu seiner
wahren Bestimmung durchgefunden. 2. die Übersicht
behalten, sich zurechtfinden: das alles ist so schwierig, daß man
nicht mehrdurchflndet; <auchd. + sich:) bei diesem/durch
dieses Durcheinander finde ich mich nicht mehr durch.
dyrchflainmen <sw. V.; hat) (landsch.): verprügeln: jmdn.
ordentlich d.; durchflammen <sw. V.; hat) (geh.): flammend
durchzucken: von Leidenschaft durchflammt sein; Zorn
durchflammte ihn; Ein großes Empfinden durchflammte
den Apotheker Henschke mit einem Mal (B. Frank. Tage
122).
dyrchflechten <st. V.; hat): beim Flechten durchschlingen,
durchziehen: er hat das Band [durch den Kranz]
durchgeflochten; durchfechten <st. V.; hat): beim Flechten mit
etw. versehen: sie durchflicht den Kranz mit Bändern.
Blumen; Ü seine Rede war mit Zitaten durchflochten.
durchfliegen <st. V.; ist): 1. durch etw. hindurchfliegen: ein
Stein flog [durch die Scheibe] durch; das Segelflugzeug
ist gerade durch eine Wolke durchgeflogen. 2. ohne
Unterbrechung, ohne Zwischenlandung bis zum Ziel fliegen: wir
sind durchgeflogen; die Maschine flog trotz des
Zwischenfalls [bis zum Zielort] durch. 3. (ugs.) in einer Prüfung
durchfallen: er ist im Staatsexamen durchgeflogen;
durchfliegen <st. V.; hat): l.ü) fliegend durchqueren, durchstoßen:
soeben haben wir die Wolken durchflogen; Ü als die Wagen
die stattliche Kastanienallee durchflogen (schnell durclxfuh-
ren: Th. Mann. Hoheit 136); milde wie ein Sommerabend,
den kein Wind durchfliegt (dichter.; Jahnn. Geschichten
209); b) (eine Strecke) fliegend zurücklegen: die Maschine
hat schon weite Strecken durchflogen; Die paar Kilometer
bis zur Maas waren in Sekunden durchflogen (Kuby. Sieg
229). 2. flüchtig lesen, überfliegen: rasch die Post, die
Zeitung d.
durchfließen <st. V.; ist): durch etw. hindurchfließen: das
Wasser fließt nur langsam [durch die Röhren] durch;
durchflogen <st. V.; hat): fließend durchqueren: das Tal wird
von einem Bach durchflössen; (Physik:) der Strom
durchfließt das Gerät.
Dyrchflug. der; -[eis. ...flüge: das Durchfliegen (1): der D.
durch ein Krisengebiet; der D. durch die Wolken; <Zus.:>
Dvrchflugsrecht, das (Völkerr.): das Recht, den Luftraum
eines Staates zu durchfliegen.
Durchfluß, der; ...flusses, ...flüsse: 1. das Durchfließen: der
D. des Wassers [durch eine Leitung]. 2. Öffnung, durch
die etw. durchfließen kann: einen D. bohren.
Durchfluß-: -geschwindigkeit. die; -menge, die; Mitesser,
der: Gerät zur Messung des Durchflusses (i)in einer Leitung.
dyrchfluten <sw. V.; hat) (geh.): durch etw. fluten: das Wasser
ist [durch den Riß im Deich] durchgeflutet; durchfluten
<sw. V.; hat) (geh.): flutend durchströmen: der Strom
durchflutet das Land; Ü Licht. Sonne durchflutet den Raum;
Eine ungemeine Wärme durchflutet mich mit einemmal
(Remarque. Westen 150).
dyrchflutschen <sw. V.; ist) (ugs.): durch etw. gleiten,
hindurchschlüpfen: ich bin gerade noch [durch die Tür]
durchgeflutscht.
d^rchformen <sw. V.; hat): sorgfältig, bis ins einzelne formen:
seinen Stil d.; Der Bericht war ... sauber und ordentlich
geschrieben, in jener allzu bewußt durchgeformten
(ausgefeilten) Art (Rinser. Mitte 124); <Abl.:> D^rdifonrning.
die; -. -en.
dyrchformulieren <sw. V.; hat): sorgfältig, bis ins einzelne
formulieren: der Text war sehr gut durchformuliert.
durchforschen <sw. V.; hat): a) methodisch wissenschaftlich
untersuchen: die Quellen der Geschichte d; b) gründlich
durchsuchen, absuchen: die Gegend nach einer Quelle d.;
Tagsüber wird das Gelände mit Gläsern durchforscht
(Remarque. Westen 92); Ü Jede einzelne Zeile durchforscht
er ... auf die kleinste Unstimmigkeit (St. Zweig. Fouch£
124); <Abl.:) Durchforschung, die; -. -en.
durchforsten <sw. V.; hat): selten für f durchforsten;
durchforsten <sw. V.; hat): 1. (Forstw.) (Baumbestände)
planmäßig ausholzen, von minderwertigen Stämmen befreien: den
Wald regelmäßig d.; Ü Wissenschaftler raten, doch einmal
den Subventionswald zu d. (Spiegel 9. 1966. 52). 2. etw.
auf etw. Bestimmtes hin kritisch durchsehen /u.
Überflüssiges entfernen J: eine Kartei, alte Vorschriften d.; <subst.:)
586
durchgehen
Ein bißchen Denkarbeit macht sich ... beim regelmäßigen
Durchforsten der häuslichen Vorräte bezahlt (MM 219,
1974, 33): <Abl.:> Durdifprstung, (selten:) DuixMbrstung,
die; -. -en.
durchfragen, sich <sw. V.; hat): (an einem Ort o.a.. an
dem man sich nicht auskennt) durch mehrmaliges Fragen
nach dem Weg an sein Ziel gelangen: ich habe mich nach
dem Bahnhof, zum Museum durchgefragt; Meine
Unsicherheit wuchs in dem Maße, wie ich mich d. mußte.
Umwege, überflüssige Wege fahren mußte (v. d. Grün.
Glatteis 307),
durchfressen <st. V.; hat): 1. a) durch Fressen, Nagen verursa-
clien: die Mäuse haben ein Loch [durch das Brett]
durchgefressen; b) (von Ungeziefer) durch Fraß zerstören: die
Motten haben das Gewebe durchgefressen; c) (von bestimmten
chemischen Stoffen) durch zersetzende Einwirkung
zerstören: der Rost hat das Blech durchgefressen; die Säure
frißt den Stoff durch. 2. <d. + sich) a) sich fressend einen
Weg durch etw. balmen: der Wurm hat sich durch den
ganzen Apfel durchgefressen; Ü der Brand fraß sich durch
das ganze Haus durch; b) (ugs. abwertend) bei anderen,
auf Kosten anderer essen: Das haben wir gerne, der Herr
Künstler frißt sich hier durch und legt sich auf die faule
Haut (Jaeger. Freudenhaus 59); c) etw., eine große Menge
von etw. mü/isam durcharbeiten: Walter Mostin hat sich
durch Stapel von entsprechender Lektüre d. müssen (MM
14. 10. 70. 8); durchfroren <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
durch Ungeziefer od. durch zersetzende Eitiwirkung
bestimmten Stoffe zerstört: das Gewebe ist von Motten, von
Säure d.
dgrchfretten. sich <sw. V.; hat) (bayr.. österr. ugs.): svw.
'sich durchschlagen (6b): wenn er als Arbeiter auf den
Bau ging, wenn er sich mit gelegentlichen Diensten durch-
frettets (Fussenegger. Zeit 363).
durchfrieren <st. V.; ist): a) vollständig gefrieren: der See
ist bis zum Grund durchgefroren; b) völlig von der Kälte
durchdrungen werden, vor Kälte fast starr werden: die
Kinder waren ganz durchgefroren, als sie nach Hause kamen;
durchfroren <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ganz ausgekühlt,
steif vor Kälte: ich bin ganz d.
durchfrtysteln <sw. V.; hat): mit einem Frösteln durchziehen:
ein Schauer durchfröstelte ihn. seinen Körper.
durchfrosten <sw. V.; hat) (geh.): mit Frost, mit eisiger Kälte
durchdringen: Trotz des Mantels durchfrostete ihn die
feuchte Nachtkälte (Apitz. Wölfe 322); sein durchfrosteter
Körper.
durchfühlen <sw. V.; hat): durch etw. hindurch fühlen: durch
die neuen Schuhe fühle ich jeden Stein durch; Ü selbst
bei seinen wenigen Worten fühlte man die Bitterkeit durch.
Durchfuhr ['donffii:?). die; -. -en (Wirtsch.): Beförderung
von Waren über ein drittes Staatsgebiet zu ihrem Bestim-
nuingsland. Transit.
Durchfuhr-: Erlaubnis, die; -handel, der: svw. t Durchfuhr;
^bnd, das: Land, durch das die Durchfuhr von Waren
erfolgt; -verbot, das.
durchführbar (dorcfy.^ba:^) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
sich durchführen (2) lassend: ein leicht -er Plan; unser
Vorhaben erwies sich als schwer d.; etw. ist technisch d.;
Abi.) Durchführbarkeit, die; -; durchführen <sw. V.; hat):
l.a) durch etw. hindurchgeleiten: er hat uns [durch die
ganze Ausstellung] durchgeführt; b) durch einen bestimmten
Bereich verlaufen: die neue Autobahn führt mitten durch
die Stadt durch; der Weg führt unter einer Brücke durch.
2.a) konsequent in die Tat umsetzen, verwirklichen: ein
Vorhaben, einen Plan, einen Beschluß d.; Mag sein, daß
er eine solche Konzeption hat- die Mittel aber, sie
durchzuführen, hat er nicht (Dönhoff. Ära 202); b) ausführen:
eine Arbeit, eine Operation. Messungen d.; wir haben
die Untersuchungen mit aller Strenge durchgeführt (vorge-
nomtnen); c) bis zu Ende fuhren, konsequent einhalten u.
wllenden: etw. läßt sich auf die Dauer nicht d.; sie führt
ihre Rolle ausgezeichnet durch; ist dieses System nicht
immer folgerichtig durchgeführt (Fraenkel. Staat 115); ein
gut durchgeführter Gedankengang; d) stattfinden lassen,
veranstalten: eine Sammlung. Zählung d.; die
Versammlung konnte ohne Störungen durchgeführt werden; <Abl.:)
Durchführung, die; -. -en: das Durchfültren (2a-d): die D.
eines Plans, einer Arbelt. eines Gedankens, einer
Veranstaltung; *zur D. kommen/gelangen (Papierdt.; durchgeführt
n-erden): zur D. bringen (Papierdt.; durchfuhren).
Durchführung!*-: -bestimmung, die: svw. t -Vorschrift; -ge-
setz, das: svw. f Ausflihrungsgesetz; -Verordnung, die:
Rechtsverordnung für die Durchfi'dtrung eines bestehetiden
Gesetzes: -Vorschrift, die: Rechtsverordnung od.
Verwaltungsvorschrift zur Durchführung eines bestehenden
Gesetzes.
durchfurchen <sw. V.; hat): mit Furchen durchziehen (meist
2. Part.): das Land d.; Ü ein durchfurchtes Gesicht.
durchfüttern, sich <sw. V.; hat) (ugs.): sich über längere
Zeit bei anderen auf deren Kosten sattessen: er futtert sich
meistens bei andern durch; ich habe keine Lust, dich faules
Subjekt bei mir durchzufüttern.
durchfüttern <sw. V.; hat) (ugs.): a) unter Schwierigkeiten
über einen bestimmten Zeitraum ernähren, durchbringen:
Vier gierige Kinder ... unter so abnormen Umständen
durchzufüttern, war gewiß keine Kleinigkeit (K. Mann.
Wendepunkt 52); b) jmdn. (der sich nicht selbst ernähren
kann od. will) vorübergehend mit ernähren, versorgen: er
läßt sich einfach von ihr d.; Da kann sie zwei, drei Wochen
unangemeldet leben, die füttern sie schon durch (Fallada.
Jeder 67).
Durchgabe, die; -. -n: das Durchgeben: die D. eines
Telegramms.
Durchgang, der; -[eis. ...gänge: l.a) das Durchgehen (1 a):
D. verboten; D. zum Bahnhofsvorplatz durch den Tunnel;
Ü der D. eines Planeten durch die Sonne (Astron.; sein
Vorbeiziehen vor der Sonne): das Licht wird beim D. durch
das Prisma gebrochen: b) Öffnung, Weg zum Durchgehen:
ein schmaler, ein öffentlicher D.; den D. versperren. 2.
eine von mehreren 'gleichartigenI Phasen eines Geschehens,
eines Gesamtablaufs: der erste D. einer Versuchsreihe; der
Kandidat unterlag bereits im ersten D. der Wahl; beim
zweiten D. traten die Läufer in neuer Reihenfolge an;
die Stürmer vergaben im zweiten D. (Fußball;
Spielabschnitt) die besten Chancen; der Bundesrat befaßte sich
im ersten D. (Pari.; in seiner ersten Beratung des Entwurfs)
mit dem Gesetzentwurf; das Heim wird in zehn
Durchgängen (Zeitabschnitten) von je vierzehn Tagen Dauer belegt;
Durchgänger, der; -s. -: 1. leicht! scheuendes Pferd. 2.
(veraltend) Ausreißer: durchgingig [...gerne] <Adj.; o.
Steig.): von Anfang bis Ende durchgehend, allgemein
feststellbar: ein -er Zug seines Stils; diese Meinung wird d.
vertreten; Kein einziges der ... Merkmale findet sich d.
(überall, konstant: Lorenz. Verhalten I. 308); <Abl.:)
Durchgängigkeit, die; -.
Durchgangs-: ^arzt. der: Facharzt zur Beratung u.
Untersuchung von i Betriebs /Unfallverletzten: ^bahnhof, der: Ba/tn-
hof mit durchgehenden Hauptgleisen (Ggs.: Kopf-,
Sackbahnhof); ^hafen, der: Hafen an Meerengen o. ä.. der
vorwiegend der Abfertigung von Schiffen dient u. keinen
Personenverkehr hat: ^lager, das: Lager zur vorübergehenden
Unterbringung von Vertriebenen. Flüchtlingen u.a.:
^Stadium, das: Stadium. Zeit des Übergangs: er befindet sich
in einem D. vom Jugendlichen zum Erwachsenen; -Station,
die: Zwischenstation. Zeitpunkt eines Übergatigs: diese
Prüfung war eine bedeutende D. in seinem Leben; ^straße,
die: Straße, die einen Ort zwischen Ortseingang u. -ausgang
durchquert: -verkehr, der: 1. svw. t Durchfuhr. 2.a) durch
einen Ort führender Verkehr: die Straße ist für den D.
gesperrt; b) (im Güterverkehr auf Eisenbahnen) Verkehr
vom Ausland zum Ausland: -zug, der (selten): svw. t D-Zug.
durchgaren <sw. V.): a) durch u. durch gar werden lassen
<hat): der Kohlkopf muß völlig durchgegart werden; b)
durch u. durch gar werden Ost): Man ... bäckt die Schnitten
.... bis das Mark ... durchgegart ist (Hörn. Gäste 173).
durchgären <st.. seltener: sw. V.; hat/ist): durch u. durch,
vollständig gären: der Saft hat/ist richtig durchgegoren,
(seltener:) durchgegärt.
durchgaunern, sich <sw. V.; hat) (ugs.): sich mit kleinen
Gaunereien, unredlichen Handlungen durchschlagen: du hast
dich schon so manches Mal durchgegaunert.
durchgebacken: f durchbacken.
durchgeben <st. V.: hat): (eine Nachricht) direkt übermitteln,
mitteilen: ein Telegramm, eine Meldung telefonisch d.;
die Nachricht wurde im/über den Rundfunk, per
Telefon durchgegeben; alles wird ... in Ziffern. Zahlen und
in Schlüsselsprache durchgegeben (Grzimek, Serengeti 28).
durchgedreht: t durchdrehen (2).
durchgehen <unr. V.; ist): l.a) durch etw. hindurchgehen:
durch die Sperre d.; er ist gerade vor Ihnen [durch die
587
durchgehen
Tür] durchgegangen; wir sind durch den Bach
durchgegangen (haben ihn durchquert): Ü alles war immer durch
mich durchgegangen (hatte mich im Innersten nicht berührt:
Seghers.Transit 246); b) (ugs.) durch eine enge Stelle o.a.
bewegt, gebracht werden können: ob das Klavier [durch
die schmale Tür] durchgeht?; der Faden ist nicht
durchgegangen; c) durch erw. hindurchdringen: der Regen geht
[durch meine Jacke] durch. 2.a) direkt zum Ziel führen:
der Zug geht bis München durch; ein durchgehender Zug;
b) ohne / größereJ Pause andauern: die Sitzung geht bis
zum Abend durch; das Geschäft hat durchgehend geöffnet;
c) bis zu einem bestimmten Punkt, bis zum Ende von etw.
verlaufen: der Gang geht [bis zum Flußufer] durch; der
Streifen geht durch; ein Kleid mit durchgehender
Knopfleiste; an durchgehenden (nicht unterbrochenen) Linien darf
nicht überholt werden; Ü das Motiv geht durch die ganze
Erzählung durch (tritt bis zum Schluß immer wieder auf).
3. a) bis zu einem bestimmten Punkt auf dem eingeschlagenen
Weg o. ä. /weiter/gehen: gehen Sie die Straße gerade durch
bis zur Kirche; bitte im Wagen weiter d.! (aufrücken):
b) eine längere Strecke ohne Pause gehen: wir sind drei
Stunden zügig durchgegangen. 4.a) (in bezug auf etw.,
was der Zustimmung, Billigung durch eine bestimmte Instanz
bedarf) angenommen, zugelassen o. ä. werden: das Gesetz,
der Antrag ist ohne Schwierigkeiten [im Parlament]
durchgegangen; b) hingenommen, nicht beanstandet werden: diese
Abweichung kann gerade noch d.; was alles verboten war
und doch mit durchging, wo keine Gesetze und Ordnungen
mehr galten (Lynen. Kentaurenfährte 166); *Qmdm.] etw.
d. lassen (etw. was jmd. tut od. getan hat] mit Nachsicht
behandeln, nicht beanstanden od. bestrafen): ich werde es
noch einmal d. lassen, daß ...; man darf dem Kind die
Unarten/die Unarten des Kindes nicht d. lassen; er läßt
ihr nichts d.; der Schiedsrichter hätte die Unsportlichkeiten
nicht d. lassen dürfen; c) für etw. gehalten werden: daß
der Hut stets für neu durchging (Winckler. Bomberg 97).
5. [in allen Einzelheiten! prüfend lesen, durchsehen /u.
besprechen/: etw. Punkt für Punkt. Wort für Wort d.;
der Lehrer ist die Arbeit mit den Schülern durchgegangen;
Stanislaus geht die Zeitung durch, findet im Vergleich
zum Vortag keine Veränderung in der Weltpolitik (Fries,
Weg 182). 6.a) (von Zug- od. Reittieren) in einer Flucht-
reaktion o.a. wild davonstürmen so daß der Lenker des
Fuhrwerks od. der Reiter keine Kontrolle mehr darüber
hat/: die Pferde gingen [mit dem Wagen) durch; b) (ugs.)
sich mit etw., was einem anvertraut war, bes. mit Bargeld
o.a., davonmachen: der Bote ist mit dem Geld, mit der
Kasse durchgegangen; c) (ugs.) (seinem I Ehe j partner
heimlich mit einem anderen) davonlaufen: seine Frau ist ihm
durchgegangen; sie ist mit ihrem Geliebten durchgegangen.
7. außer Kontrolle geraten: ihm gingen die Nerven durch;
sein Temperament ging mit ihm durch (er verlor die
Beherrschung): durchgehen <unr. V.; hat): gehend durchqueren:
ich habe den Wald durchgangen; dyichgehends <Adv.)
(Osten*., sonst ugs.): ohne Unterbrechung.
durchgeistigt [dui\ gajstKjt] <Adj.; nicht adv.) (geh.): von
geistiger Arbeit geprägt u. verfeinert: ein -es Gesicht; ein
-er Mensch; von einem d. blickenden, vornehmen Mann
(Menzel. Herren 46).
durchgeknöpft: f durchknöpfen.
durdisellen <sw. V.; hat): gellend durchdringen: Es schwang
wie Glockengeläut durchgellt von wilden Schreien
(Hausmann. Abel 43).
durchgerben <sw. V.; hat) (ugs.): verprügeln.
durchgeregnet <Adj.; meist präd.; nicht adv.) (ugs.): vom
Regen völlig durchnäßt: er ist ganz d.
durchgeschwitzt: f durchschwitzen.
durchgestalten <sw. V.; hat): vollständig, bis ins einzelne
gestalten: ein Motiv, ein Thema künstlerisch d.; <Abl.:)
Durchgestaltung, die; -. -en.
dijrchgfcßefi <st. V.; hat): durch ein Sieb o.a. gießen: Tee
[durch ein Sieb] d.
durchgleiten <st. V.; ist): durch etw. hindurchgleiten: sie glitt
leise durch die Tür durch.
durchgliedern, durchgUfidern <sw. V.; hat): (von einer
[schriftlichen] Darlegung o.a.) bis ins einzelne gliedern,
in einzelne, in sich geschlossene Abschnitte,
Gedankenschritte unterteilen: einen Vortrag d.; ein gut durchgegliederter/
durchgliederter Aufsatz; <Abl.:> DurchgUedenmg, Durch-
glifiderung, die; -. -en.
durchglühen <sw. V.): 1. vollständig, bis ins Innerste zum
Glühen bringen <hat): Eisen. Metall d. 2. vollständig, durch
u. durch glühen Ost): die Kohlen sind noch nicht ganz
durchgeglüht. 3. durch zu starke Hitze-, Strombelastung
entzweigehen <ist): die Heizspirale ist durchgeglüht;
durchglühen <sw. V.; hat) (dichter.): mit Glut erfüllen: der
Himmel war von der Abendsonne durchglüht; Ü das Gefühl
einer höheren Berufung durchglühte seine ganze Existenz
(Niekisch. Leben 98).
durdigraben <st. V.; hat): 1. durch etw. graben: ein Tunnel
wurde [durch den Berg] durchgegraben. 2. <d. + sich)
sich grabend einen Weg durch etw. bahnen: die Maulwürfe
haben sich durchgegraben; Ü Einer hat sich zu uns
durchgegraben (hat uns gefunden: Thielicke. Ich glaube 289).
durchgrfttschen <sw. V.; hat/ist) (Turnen): während einer
Übung an einem Gerät unter den Händen hindurchgrätschen.
durchgreifen <st. V.; hat): 1. durch etw. hindurchgreifen:
durch den engmaschigen Zaun kann man nicht d. 2.
drastische Maßnahmen ergreifen, energisch einschreiten: die
Polizei griff [hart, energisch gegen die Demonstranten] durch;
<subst.:) Er versprach sich viel davon. ... ein schärferes
Durchgreifen .... Schliff, nicht nur Drill (Kirst;.08/15.117);
es kam zu durchgreifenden (einschneidenden) Änderungen.
durchgrünen <sw. V.; hat): durch Grünanlagen auflockern:
ein Wohnviertel d.
durchgucken <sw. V.; hat) (ugs.): svw. tdurchblicken (1.
2).
durchhaben <unr. V.; hat) (ugs.): 1. durch etw.
hindurchbewegt haben: habt ihr den Schrank Jetzt [durch die schmale
Tür] durch? 2« sich von Anfang bis Ende mit etw. befaßt
haben: etw. von Anfang bis Ende ausgeführt haben o.a.:
hast du das Buch schon durch (durchgelesen)?: bis ich
am Friedhof war. hatte ich die wichtigsten Lieder längst
durch (durchgesungen: Schnurre. Bart 103). 3. in zwei Teile
zerteilt haben: er hat den Ast endlich durch (durchgesägt).
durchhacken <sw. V.; hat): in zwei Teile hacken: einen
Holzklotz d.
durchhageln<sw. V.): I. <unpers.) (vonHagel) durchdringen,
durchkommen <hat): es hat [durch das Dach] durchgeha-
gelt. 2. (salopp) <ist) svw. t durchfallen (2 b): ich bin bei
der Prüfung durchgehagelt (Ott. Haie 27).
Durchhalte-: -apostel, der (abwertend): jmd., der eine
militärische Auseinandersetzung o. ä. / trotz offensichtlicher
Aussichtslosigkeit/ nicht beenden will, sondern für deren
Fortführung eintritt: ^befehl, der: Befehl zum Durchhalten um
jeden Preis: -paroJe,die (abwertend): vgl. -befehl;
-vermögen, das; -s: Vermögen, Kraft zum Durchhalten (a. b).
durchhalten <st. V.; hat): a) ausharren, nicht aufgeben: wir
müssen [bis zum Schluß] d.; Durchhalten! Wir kommeh.
Wir rächen euch! (Hochhuth. Stellvertreter 219); b) eth.
ausixalten, durchstehen: einen Kampf, einen Streik d.; die
Belastung halte ich [gesundheitlich] nicht durch; c)
beibehalten, aufrechterhalten: Wollt ihr um jeden Preis euere
Theorie d.? (Dönhoff. Ära 146).
Durchhang, der; -[eis: das Durchhängen (1); durdihftngen
<st. V.; hat): 1. in der Mitte nach unten hängen, sich nach
unten durchbiegen: das Seil, das Brett im Regal hängt
durch. 2. (ugs.) nichts mehr zustande bringen: in schlechter
körperlicher od. seelischer Verfassung sein: nach so einer
Veranstaltung hängt man völlig durch; dann gehen se
da mal schnell arbeiten, drei Stunden, wa. un dann hängen
se wieder durch ne ganze Nacht (Schmidt.
Strichjungengespräche 221); Jetzt hängt die Sendung manchmal durch
(ist streckenweise langweilig: Hörzu 46. 1972. 36).
durchhauen <unr. V.; hat): 1. <hieb/(ugs.:) haute durch,
hat durchgehauen) a) in zwei Teile hauen: er hieb den
Ast mit der Axt durch; b) <d. -I- sich) sich durch Hauen
einen Weg bahnen: wir hieben uns [durch das Dickicht]
durch; Ü nach Westen hat er gewollt, sich d. (durchschlagen)
zum deutschen Heer (Plievier. Stalingrad 275). 2. (haute
durch) (ugs.) kräftig verprügeln: der Vater haute den Jungen
tüchtig durch. 3. <haute durch) (ugs.) (von elektrischen
Leitungen) zerstören: der Blitz hat die Leitung
durchgehauen; es hat die Sicherung durchgehauen; durchhauen <unr.
V.;durchhieb/(ugs.:) durchhaute, hat durchhauen): 1. svw.
t durchhauend a).2~(Forstw.) durch Hauen einen Weg durch
etw. bahnen: den Wald d.; ein durchhauener Wald.
Durchhaus, das; -es. ...häuser (österr.): Haus mit einem
Durchgang, der zwei Straßen verbindet: Ü etwas als D.
(Übergangslösung, -Station) betrachten.
588
durchkonstruieren
durchhecheln <sw. V.; hat): 1. (Flachs) durch die Hechel
ziehen. 2. (ugs. abwertend)! Punkt für Punkt j
schlechtmachen; über etw. herziehen: die (lieben) Verwandten d.; die
Affäre wurde in allen Zeitungen durchgehechelt; Und nun
wollen wir den gestrigen Abend d. (Seidel, Sterne 139).
durchheizen <sw. V.; hat): a) durch u. durch, gründlich heizen:
das ganze Haus d.; die Wohnung ist gut durchgeheizt;
b) (über einen bestimmten Zeitraum) ohne Unterbrechung
heizen: über Nacht d.; wir heizen den Winter über durch.
durchhelfen <st. V.; hat): 1. jmdm. helfen, durch etw. zu
gelangen: er half mir durch die schmale Öffnung durch;
U sie halfen ihm durch viele Schwierigkeiten durch. 2.
<d. + sich) sich allein behelfen, (notdürftig I durchbringen:
ich helfe mir schon irgendwie durch.
Durchhieb, der; -[eis. -e: ausgehauener Waldstreifen. Schnei-
se.
dgrchhocken <sw. V.: hat/ist) (Turnen): während einer Übung
an einem Gerät den Körper durch die abgestützten Arme
nach vorne bringen, indem die angezogenen Beine zur Brust
gebeugt werden: in den Stütz d.
durchholen <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): (ein
durchhängendes Tau o. ä.) straff anziehen.
durchhören <sw. V.; hat): a) durch etw. (eine Wand o.a.)
hindurch hören: im Nebenzimmer wurde so laut
gesprochen, daß man alles d. konnte; b) heraushören: man hörte
(durch seine Wortel tiefe Verbitterung durch.
durchhungern, sich <sw. V.; hat): sich hungernd notdürftig
durchschlagen: ich habe mich mit meiner Familie [durch
die schlechten Zeiten] durchgehungert.
durchhuschen <sw. V.; ist): durch etw. hindurchhuschen: bevor
die Tür zufiel, konnte sie gerade noch d.
durchimpfen <sw. V.; hat): (einen Personenkreis o.a.)
ausnahmslos impfen: die Bevölkerung ist nicht mehr genügend
durchgeimpft (MM 22. 7. 67. 9); <Abl.:) Durchimpfung.
die; -. -en.
durchirren <sw. V.; hat): irrend durchstreifen, durchqueren:
er hat alle Straßen, den Wald durchirrt.
durchixen <sw. V.; hat) (ugs.): durch Übertippen mit dem
Buchstaben x auf der Schreibmaschine ungültig, unleserlich
machen: in dem Brief waren einige Wörter durchgeixt.
durchjagen <sw. V.): 1. (hat) a) durch etw. jagen, treiben,
verfolgen: die Tiere sind [durch das Buschwerk! durchgejagt
worden; b) mit höchster Eile behandeln, bearbeiten: einen
Prozeß, einen Auftrag d. 2. durch etw. jagen, rasen <ist>:
die Burschen mit ihren Motorrädern sind [durch den Ort]
durchgejagt; durchjagen <sw. V.; hat): jagend, rasend
durchqueren: die Verfolger durchjagten die Stadt; glitzerndes
Wasser, durchjagt von schwarzen Windwellen (Hausmann.
Abel 169).
durchkälten <sw. V.; hat) (geh.Y.jmdn.. etw. mit Kälte
durchdringen: der Raum war völlig durchkältet; völlig
durchkältet kamen sie nach Hause; Schmerz, der sich ... in ihr
ausbreitet, der sie durchkältet wie Eis (Fallada. Jeder 349).
durchkämmen <sw. V.; hat): 1. gründlich, kräftig kämmen:
sie kämmt ihr Haar durch. 2. svw. tdurchkommen: die
Polizei kämmte das ganze Gebiet, die Wälder, die Häuser
[nach dem Flüchtling] durch; die Polizei konnte keinen
Hinweis auf den Täter erhalten, wenn sie den
Bekanntenkreis des Ermordeten durchkämmte (Noack. Prozesse 224);
durchkommen <sw. V.; hat): in einem größeren Einsatz
gründlich u. systematisch durchsuchen: die Polizei
durchkämmte das ganze Gebiet [nach dem Flüchtling]; vgl.
durchkämmen (2).
durchkämpfen <sw. V.; hat): 1. über einen bestimmten
Zeitraum ohne Unterbrechung kämpfen: die Soldaten hatten
drei Tage und drei Nächte durchgekämpft; 17 Stunden
in unbeschreiblicher Willensanstrengung hat er (= der
Bergsteiger) durchgekämpft (Trenker. Helden 260). 2.a)
durch die Überwindung von Schwierigkeiten zu einem guten
Abschluß bringen, durchstehen: die Widerlichkeiten eines
Prozesses d. [müssen]; b) durch Überwinden von
Schwierigkeiten durchsetzen: Jetzt werde ich die Versetzung selbst
d. müssen (Kuby. Sieg 402). 3.a) <d. + sich) sich mit
Gewalt einen Weg bahnen: sich [durch die Menge] zum
Ausgang d.; b) eine schwierige Zeit des Lebens durchstehen:
in den Nachkriegsjahren, als ihr Mann noch in
Gefangenschaft war. hatte sie sich mühsam d. müssen; c) sich unter
Überwindung innerer Widerstände zu etw. entschließen,
durchringen: er hat sich dazu durchgekämpft, seinen Plan
aufzugeben; durchkämpfen <sw. V.; hat): (eine bestimmte
Zeitspanne) unter körperlichen od. seelischen Qualen
hinbringen: sie mußten bange und lebensbedrohende Minuten
d.; manche durchkämpfte Nacht.
durchkauen <sw. V.; hat): 1. ganz u. gar, gründlich kauen:
frisches Brot sollte man gut d.; stoßen sie (= die
Wiederkäuer) das Gefressene wieder auf ins Maul. Dann liegen
sie und kauen mit Genuß die Klumpen noch einmal ...
durch (Th. Mann. Krull 346). 2. (ugs.) ausführlich, bis
zum Überdruß besprechen: ich habe das Thema, die Lektion
schon zweimal mit ihm durchgekaut.
durchkitzeln <sw. V.; hat): jmdn. lange u. gehörig kitzeln.
durchklettern <sw. V.; ist): durch eine Öffnung
hindurchklettern: ich bin [durch das Fenster, den Zaun] durchgeklettert;
durchklettern <sw. V.; hat): kletternd zurücklegen,
bewältigen, überwinden: sie durchkletterten die Nordwand des
Berges in drei Tagen; <Abl.:) Durchk^ttenmg, die; -. -en.
durchklingebi <sw. V.; hat) (nordd.. ugs.): (per Telefon)
anrufen: ich klingele mal wieder bei Ihnen durch.
durchklingen <sw. V.): a) vor anderen Klängen hervorstechen,
besonders deutlich hörbar sein Ost): seine Stimme klang
am lautesten durch; b) andeutungsweise zum Ausdruck
kommen, mitschwingen <hat/ist): durch seine Worte klang
Unsicherheit durch; durdikljngen <sw. V.; hat) (geh.): mit
Klängen erfüllen: immer hatte Musik das Haus durchklungen.
durchklopfen <sw. V.; hat) (landsch.): svw. tdurchprügeln.
durchknallen <sw. V.; ist) (ugs.): in einer Prüfung versagen,
durchfallen (2 b): er ist im Abitur, bei der Fahrprüfung
durchgeknallt.
durchkneten <sw. V.; hat): a) ganz u. gar, gründlich kneten:
den Teig d.; b) (ugs.) /kräftig/ massieren: ich lasse mich
täglich eine halbe Stunde lang d.
durchknöpfen <sw. V.; hat): von oben bis unten zuknöpfen:
das Hemd d.; <meist im 2. Part.:) sie trägt gern
durchgeknöpfte Kleider (Kleider, die sich von oben bis
unten knöpfen lassen).
durchkochen <sw. V.; hat): gründlich kochen: Wenn er ( =
der Bratensaft mit den Zutaten)... durchgekocht ist. gießt
man ihn über die Rippchen (Hörn. Gäste 188).
durchkommen <st. V.; ist): 1. (trotz räumlicher Behinderung
o. ä.) durch etw. hindurchgelangen: wir hatten Mühe [durch
die Innenstadt! durchzukommen; <subst.:> ein
Durchkommen ist hier nicht möglich; bei dieser massierten Deckung
fanden die Frankfurter kein Durchkommen (Sport;
konnten sie die gegnerische Abwehr nicht überwinden). 2. (ugs.)
eine telefonische Verbindung bekommen: er wählte die
Nummer, kam aber [mit seinem Anruf! nicht [nach Hausei
durch. 3. (ugs.) durchgesagt, bekanntgegeben werden: die
Meldung, Nachricht kam durch, daß ...; Es ist gerade
im Radio in den Nachrichten durchgekommen (v. d. Grün.
Glatteis 7). 4. (auf seinem Weg an einem bestimmten Ort)
vorbeikommen, -fahren: passieren: um 5 Uhr muß der D-
Zug nach München [hierl d.; vorige Woche kam hier eine
Jagdsafari durch (Grzimek. Serengeti 26S). S.a) (ugs.)
durchdringen: der Regen kommt [durch die Zimmerdeckel
durch; b) sich kurz/ zeigen, durchscheinen: immer wieder
kam die Sonne [durch die Wolken] durch: Ü manchmal
kommt der Lehrer bei ihm durch (merkt man ihm an,
daß er von Beruf Lehrer ist). 6.a) erfolgreich sein,
weiterkommen: er ist [mit seiner Einstellung] im Leben immer
gut durchgekommen; Ü damit wirst du [bei ihm] nicht
d. (wirst du keinen Erfolg haben, dich nicht aus der Affäre
ziehen können): b) nicht mehr als die nötigsten Mittel zum
Leben haben, auskommen: sie kommt [mit ihrer Rente]
kaum durch. 7. (ugs.) a) eine gefährliche, bedrohliche
Situation überstehen, sich retten: sie hoffen, unentdeckt
durchzukommen; wenn ich nachts wach liege, dann denke ich
oft. daß wir doch nicht heil d. werden (Fallada. Jeder
233); b) eine lebensgefährliche Krankheit überstehen: der
Patient ist [gut] durchgekommen; c) eine Prüfung
bestehen: die ganze Klasse ist [beim Abitur] durchgekommen.
durchkomponieren <sw. V.; hat): 1. im einzelnen
durchgestalten: seine souveräne, streng durchkomponierte
Inszenierung von Edward Bonds ..Die See"; die mittelalterliche
Erzählung ist von dem Bearbeiter bewußt
durchkomponiert worden. 2. (Musik) die einzelnen Strophen eines
Gedichtes verschieden vertonen: Schubert hat viele Lieder
durchkomponiert.
durchkönnen <unr. V.; hat) (ugs.): durch etw.
hindurchgelangen können: niemand kann durch die Absperrung durch.
durchkonstruieren <sw. V.; hat) (bes. Technik): bis in die
589
durchkontrollieren
Einzellieiten konstruieren: eine Maschine sorgfältig d.; der
Bau ist eine ungewöhnlich gut durchkonstruierte Anlage.
dyrchkontrollieren <sw. V.; hat): gründlich kontrollieren: die
Deutschen lassen sich nicht die Gelegenheit nehmen, die
Menschen durchzukontrollieren. die aus Europa abziehen
(Seghers, Transit 48).
durchkoppeln <sw. V.; hat) (Sprachw.): durchgehend koppeln
(3).
durchkosten <sw. V.; hat) (geh.): 1. durchprobieren: ich habe
alle Weinsorten durchgekostet. 2. erleiden müssen,
durchmachen: er mußte die Qual des Vergessenwerdens [von
Anfang bis Ende] d.; durchkosten <sw. V.; hat) (geh.):
von Anfang bis Ende in sich aufnehmen, genießen: alle
Freuden dieses Lebens d.; er durchkostete diese erhabenen
Minuten (Kirst. 08/15. 451).
dyrdikfBinen. (auch:) durchkramen <sw. V.: hat) (ugs.):
durchwülden, durchsuchen: er kramte die Schublade durch/
durchkramte die Schublade.
durchkreuzen <sw. V.; hat): kreuzförmig durchstreichen:
Nichtzutreffendes bitte d.; fehlerhafte Stellen im Text
werden durchgekreuzt; durchkreuzen <sw. V.; hat): 1. (geh.)
kreuz u. quer durclifaliren, durchwandern o.a.: Länder,
einen Erdteil d.;... konnte man... das gesamte Kasernement
in allen Richtungen d. (durchqueren: Kirst. 08/15. 88);
Ein Whiskyfaß ist am ehesten noch geeignet, als Fahrzeug
zu dienen, wenn der Mensch den Ozean d. will, der ihn
von seiner Seele trennt (Bamm. Weltlaterne 172). 2. jmds.
Pläne, Vorhaben p.a. zunichte machen, vereiteln: jmds.
Absichten, Pläne. Überlegungen d.; Ein besonders
auffallender Versuch, die amtliche Politik zu d. (Rothfels.
Opposition 69); <Abl.:> Durchkreuzung, die; -. -en.
durchkriechen <st. V.; ist): durch etw. hindurchkriechen: der
Flüchtling ist [hier, unter dem Zaun] durchgekrochen;
durchkriechen <st. V.; hat): kriechend durchqueren: er hat
das ganze Gelände durchkrochen; Ü Angst durchkriecht
sie (geh.; steigt in ihr auf).
durchkriegen <sw. V.; hat) (ugs.): svw. t durch bekommen.
dgrchkühlen, (auch:) durchkühlen <sw. V.; hat): mit Kühle
ganz durchdringen: der Wind hat uns ganz durchgekühlt/
durchkühlt; <Abl.:) Durchkühhing. die; -. -en.
durchladen <st. V.; hat): eine Patrone durch Betätigen des
Verschlusses aus dem Magazin in den Lauf bringen u. damit
die Waffe schußbereit machen: ein Gewehr, eine Pistole
d.; er hat durchgeladen; eine durchgeladene
Maschinenpistole.
durchlangen <sw. V.; hat) (ugs.): durchgreifen, durchreichen:
durch den Zaun d.
Durchlaß fdon;las]. der; ...lasses. ...lasse [...lesd]: 1. (geh.)
Möglichkeit, eine bestimmte Stelle o. ä. zu passieren: jmdm.
D. gewähren, verschaffen. 2. Stelle, an der man durch
ein Hindernis hindurch kann: Durchbruch: Durchgang, der
durch eine Mauer, einen Baimdanmx o.a. hindurchführt,
ein Durchgehen o. ä. ermöglicht: ein schmaler D.; der Bach
fließt durch einen D.; es gab Durchlässe, die Petrie ...
auf dem Bauch kriechend ... überwinden mußte (Ceram.
Götter 165); durchlassen <st. V.; hat): 1. (in bezug auf
eine Absperrung, eine Grenze o.a.) durchgehen, -fahren,
passieren lassen: jmdn. [durch ein Tor] d.; würden Sie
mich bitte d.?; er wurde von dem Posten nicht
durchgelassen; Man läßt keine Fremden mehr nach Oran. - Unsereins
läßt Spanien nicht durch (Seghers. Transit 55). 2.
durchdringen lassen, für erw. durchlässig sein: der Vorhang läßt
[kein] Licht durch; die Stiefel haben das Wasser nicht
durchgelassen. 3. (ugs.) (von Unarten o.a.) nicht rügen:
sie haben [bei) dem Kind alles durchgelassen; dir hätte
er so etwas nicht d. dürfen. 4. (Ballspiele) (vom Torwart)
den Ball ins Tor gehen lassen, nicht lialten: durchlässig
<Adj.; nicht adv.): I. flüssige od. gasförmige Stoffe durch-
dringen lassend: undicht: -e Schuhe; die Gefäße sind d.;
Ü die Wände sind hier d. (man muß damit rechnen, belauscht
zu werden). 2, (von einem abgeschlossenen System o.a.)
einen Austausch. Wechsel. Wandel o.a. ermöglichend: das
Schulwesen sollte -er gestaltet werden; Reformen, die den
Wechsel zwischen einem Leben im Haushalt und Beruf
erleichtern und -ermachen (MM 9.3.74); <Abl:>
Durchlässigkeit, die; -.
Durchlaucht fdorclauxt. auch: --]. die; -, -en [spätmhd.
durchlücht (für gleichbed. lat. perillustris). md. Form von
durchliuht(et). 2. Part, von mhd. durchliuhten =
durchleuchten, durchstrahlen): Amede für Angehörige des hohen
Adels im Rang von Fürsten: D.. Sie haben mich falsch
verstanden; in Briefen: Euer D. werden gebeten ...; Seine
D.. der Fürst; Ihre D.. die Prinzessin; <Abl.:) durchlauchtig
<Adj.; o. Komp.; nur attr.) [mhd. durchliuhtec =
durchstrahlend, helleuchtend]: fürstlich: erliaben: -e Herren; (bei
Angehörigen des höchsten Adels.) durchlauchtigste
Herrschaften.
Durchlauf, der; -[e]s. ...laufe: a) (selten) das Durchlaufen
(1 b); b) (Datenverarb.) das Ablaufen eines Programms im
Computer von Anfang bis Ende: die Maschine führt die
Rechnung in mehreren Durchläufen aus; c) (Rundf.
Fernsehen) das Vorspielen eines aufgenommenen Beitrages vor
der Instanz, die die Sendeerlaubnis erteilt: Eineinhalb
Stunden vor der Sendung erfolgte der sogenannte D. (Spiegel
8.1966.12); d) (Sport) svw. T Durchgang (2): ein
Abfahrtsrennen mit zwei Durchläufen.
Durchlauf-: ^«rhltzer. der; -s. -: mit Gas od. Elektrizität
betriebenes Gerät, in dem Wasser beim Durchlauf erhitzt
wird: -probe, die (Theater): Probe, bei der ein Stück ohne
Unterbrechung ganz gespielt wird: ^ Wassererhitzer (mit
Bindestrich), der: svw. t^erhitzer; ^zeit, die (bes.
Datenverarb.): Zeit, die ein Durc/daufib) benötigt.
durchlaufen <st. V.): 1. (ist) a) durch etw. hindurchlaufen:
er lief einfach [durch die Absperrung] durch; b) (von
flüssigen Stoffen) durchrinnen, durchsickern: das Wasser läuft
[durch die Kieselsteine] durch; der Kaffee ist noch nicht
ganz [durch den Filter] durchgelaufen. 2. vorüberlaufen,
passieren <ist>: der Fackelträger mit dem olympischen
Feuer ist eben [hier] durchgelaufen. 3. (einen bestimmten
Zeitraum) ohne größerei Unterbrechung laufen <ist): wir sind
die ganze Nacht durchgelaufen. 4. (Ballspiele) an der
gegnerischen Abwehr vorbeilaufen, sie überlaufen Ost): der
Mittelstürmer lief frei durch. 5. durch Laufen verschleißen <hat>:
er hat die Schuhe. Socken durchgelaufen; durchgelaufene
Schuhe. Sohlen. 6. (von Bauteilen u. ä.) ohne Unterbrechung
durchgehen, fortlaufen <ist): trat er ... auf den Balkon
hinaus, der durchlief (Th. Mann, Zauberberg 57); ein
durchlaufendes Sims; ein durchlaufender Fries; durchlaufen
<st. V.; hat): 1. (eine bestimmte Strecke) laufend
zurücklegen: er durchlief die 800m in weniger als zwei Minuten.
2. (ein Gebiet) laufend durchqueren: die ganze Stadt, den
Wald d. 3. (geh.) durch jmdn., etw. hindurchgehen: ein
Schauder durchlief mich; Elektrisierende Wellen
durchlaufen die Muskulatur (Zwerenz, Kopf 30). 4. hinter sich
bringen, absolvieren: die Schule, verschiedene Entwickf
lungsstufen. eine Ausbildung, einen Studiengang d. '
durchlavieren, sich <sw. V.; hat) (ugs.. oft abwertend): sich
unter Nutzung aller Vorteile geschickt durchbringen: er
laviert sich überall so durch.
durchleben <sw. V.; hat): (eine bestimmte Zeit, eine
Situation) von Anfattg bis Ende erleben: eine schöne Jugend
d.; eine solche Zeit möchte ich nicht noch einmal d.;
eine schreckliche Angst d.; Augenblicke höchsten Glücks
d. (bewußt erfahren).
durchlecken <sw. V.; hat/ist): durch etw. lecken, durchsik-
kern: das Wasser leckt durch die Decke durch.
durchlesen <sw. V.; hat) (ugs.): durch etw. hindurch ver
legen, verlaufen lassen: die neue Straße soll hier durchgelegt
werden.
durchleiden <unr. V.; hat) (geh.): (eine bestimmte Zeit, eine
Situation) leidend durchleben, erleiden: eine schreckliche
Zeit d. müssen; Einsamkeit und Angst d.
durchleiten <sw. V.; hat): über öffentliche u. private
Grundstücke hindurchleiten: die Gesellschaft hat das Recht, den
elektrischen Strom [durch dieses Gebiet] durchzuleiten;
<Abl.:> Dvpxhleitung. die; -. -en. dazu: Dvrchleitungsrecht,
das.
durchlesen, (veraltet:) durchlesen <st. V.; hat): von Anfang
bis Ende, ganz lesen: ich habe das Buch, den Brief [zweimal]
durchgelesen.
durchleuchten <sw. V.; hat): durch etw. hhuiurchleuchten:
die Sonne leuchtet [durch die Vorhänge] durch;
durchleuchten <sw. V.; hat): I. (geh.) mit Licht erfüllen: der Himmel
war vom Abendrot durchleuchtet; Ü Oberhof drehte sich
um. sein Gesicht war von innen durchleuchtet (Seidel.
Sterne 40). 2. mit Hilfe einer Lichtquelle prüfen,
untersuchen: Eier d.; der Arzt durchleuchtet die Patientin
(untersucht sie mit Hilfe von Röntgenstrahlen): sich d. lassen;
ich ließ mir die Lunge, den Magen d. 3. unter die Lupe
nehmen, kritisch untersuchen, analysieren: einen Fall, eine
590
durchpennen
Angelegenheit bis ins kleinste d.; eine Problematik [auf
etw. hin] d.; jmds. Vergangenheit, jmds. Charakter d.;
er wurde von den Staatssicherheitsorganen gründlich
durchleuchtet; es handle sich darum, mich psychologisch
zu d. (Niekisch. Leben 330); <Abl.:) Durchleuchtung, die;
-. -en.
durchljditen <sw. V.; hat) (geh.): Licht in etw. bringen:
die Sonne durchlichtet noch diese Wasserschicht; Ü er
bemühte sich, das Dunkel, in das die Vorgänge getaucht
waren, zu d.
durchliegen <st. V.; hat): 1. durch beständiges Daraufliegen
verschleißen: Matratzen d.; ein durchgelegenes Bett. 2.
<d. + sich) durch lange Bettlägerigkeit wunde Stellen
bekommen: sich aufliegen, sich wundliegen: der Patient hat
sich durchgelegen.
durchlQchen <sw. V.; hat): (selten) mit einem Loch, mit
Löchern versehen: er hat das Papier durchlocht;
durchlöchern <sw. V.; hat): I. viele Löcher in etw. machen:
eine Scheibe d.; auch die Blechwand des Omnibusses war
von Gewehrkugeln durchlöchert (Plievier, Stalingrad 159);
von Kugeln durchlöchert zu Boden sinken. 2. auf etw.
so einwirken, daß es nicht mehr fest in sich gefügt, nicht
mehr stabil ist: schwächen: ein staatliches System.
Prinzipien d.; Ausnahmen durchlöchern auch das
Kündigungsrecht (DM 1.1966. 58); durch gekonnte lange Pässe wurde
die ohnehin nicht sattelfeste Abwehr durchlöchert; <Abl.
zu 2:) Durchlöcherung, die; -: die D. gesellschaftlicher
Strukturen.
durchlotsen <sw. V.; hat) (ugs.): (durch eine schwierige
Stelle) hindurchlotsen, -geleiten: ein Schiff durch die verengte
Fahrrinne d.; Autofahrer [durch eine Stadt, bis zum
Messegelände] d.; Ü Irgendwie stimmte es ihn zufriedener, daß
sie sich nicht mehr abplagte, einen echauffierten, fremden
Burschen zwischen den Tanzenden durchzulotsen (Baum.
Paris 30).
durchlüften, (seltener:)durchlüften <sw. V.; hat): a) gründlich
lüften: sie hat die Wohnung gut durchgelüftet/durchlüftet;
b) [nur durchlüften] (fachspr.) von frischer Luft durchziehen
lassen: das Erdreich d.; das Getreide muß gut durchlüftet
werden; <Abl.:) Durchlüftung, die; -. -en.
durchlügen, sich <st. V.; hat) (ugs.): sich mit Lügen
durchbringen: sich [mit Erfolg] durch alle Schwierigkeiten d.
durchmachen <sw. V.; hat): 1. von Anfang bis Ende
durchlaufen, hinter sich bringen, absolvieren: eine Lehre. Schule.
Ausbildung d.; eine Entwicklung d.; er hat eine große,
entscheidende Wandlung durchgemacht. 2. (eine
schwierige Zeit. Situation o.a.) durchleben, durchstehen, erleiden:
Schreckliches d.; sie haben sehr viel, sehr schlimme Zeiten
d. müssen; Sibylle hat zu viel Armut durchgemacht (Geiss-
ler. Wunschhütlein 118); er hat eine schlimme Krankheit
durchgemacht (ist sehr krank gewesen): Kranke mit einem
durchgemachten Infarkt (MM 29. 7. 69. 3). 3. (ugs.) in
einer bestimmten Tätigkeit keine Pause machen, bis zum
Schluß weitermachen: wenn ich nicht fertig werde, muß
ich das Wochenende d.; heute machen wir durch (feiern
wir bis zum Morgen).
durchmahlen <sw. V.; hat) in einem Mahlgerät zerkleinern:
Mandeln. Nüsse d.
dyrchmanövrieren <sw. V.; hat): (ein Falirzeug) durch eine
enge Durclifalirt od. zwischen vielen anderen Fahrzeugen
od. Hindernissen hindurchmanövrieren: ich versuchte, das
Boot [durch die schmale Passage] durchzumanövrieren;
sich an den Schiffen vorbei zur Landungsstelle d.; Ü er
konnte in dieser schlechten Zeit seine Familie sicher durch
alle Schwierigkeiten d.
Durchmarsch, der; -[e]s, ...märsche: 1. das
Durchmarschieren: die Truppen sind auf dem D. zur Grenze. 2. <o.
PI.) (salopp) Durchfall: D. haben. 3. (Skat Jargon) Spiel
beim Ramsch, bei dem die Mitspieler keinen Stich machen:
durchmarschieren <sw. V.; ist): marschierend
vorüberkommen, passieren: die Truppen sind hier durchmarschiert.
dgrchmengen <sw. V.; hat): I. . gründlich miteinander
vermengen: die Zutaten zum Teig in einer Schüssel gut d.
2. (landsch.) beim Suchen nach etw. ein Behältnis
durchwinden u. in Unordnung bringen: die Schublade, den Koffer
d.
durchmessen <st. V.; hat): in seiner ganzen Länge.
Ausdehnung o.a. messen: einen Stoffballen d.; durchmessen <st.
V.; hat) (geh.): durchqueren, durchschreiten: einen Raum,
ein Zimmer [mit großen Schritten] d.; eine Entfernung.
eine Strecke schwimmend, laufend d.; der ... Mensch, der
im Sputnik die Räume des Kosmos durchmißt (Thielicke.
Ich glaube 79); Durchmesser, der; -s. - [für T Diameter]:
gerade Linie, die durch den Mittelpunkt einer regelmäßigen
ebenen od. räumlichen Figur geht: den D. [in einen Kreis]
einzeichnen; den D. [eines Kreises, einer Kugel] berechnen;
der D. beträgt (hat eine Länge von) 10cm; etwas mißt
drei Meter im D.; Zeichen: d od.0.
durchmischen <sw. V.; hat): grwidlich mischen: den Reis.
Salat gut d.; durchmischen <sw. V.; hat): svw. f
untermischen: der Kalk ist mit Sand durchmischt; <Abl.:> Durchmj-
sdiung, die; -, -en.
durchmogeln, sich <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): sich mit
kleinen Gaunereien, allerlei Kunstgriffen durchbringen: du
wirst dich schon irgendwie d.
durchmüssen <unr. V.; hat) (ugs.): I. einen bestimmten engen,
durch ein Hindernis o.a. versperrten Bereich passieren,
durchdringen, durchqueren müssen: durch die Absperrung,
zwischen den Autos, durch das Gestrüpp, den Morast
d.; Ü in dieser Lage hilft kein Jammern: wir müssen durch
(die Schwierigkeiten gut zu überwinden suchen). 2.
vorbeigehen, -fatiren. passieren müssen: auf seiner Fahrt muß er
hier durch.
durchmustern, durchmustern <sw. V.; hat): prüfend ansehen,
mustern, auf etw. hin durchsuchen: er musterte die
eingegangene Warensendung durch; wir durchmusterten unsere
Vorräte; <Abl.:> Durchmusterung, Durchmusterung, die; -.
-en.
durchnagen,durchnagen <sw. V.; hat): in zwei Teile zernagen:
durch Nagen zerstören: der Hamster nagte den Strick
durch/durchnagte den Strick; Mäuse haben die Verpak-
kung durchgenagt.
Durchnahme ['du^na.ma]. die; -: das Durchnehmen (a): auf
die D. eines Lehrstoffes viel Zeit verwenden.
durchnässen <sw. V.; hat): mit Nässe durchdringen,
vollständig naß machen <meist im 2. Part.): der Regen durchnäßte
ihn; Die schnell... aufsteigende blauschwarze Wolkenwand
würde es (= das Heu) bald durchnäßt ... haben (Molo.
Frieden 43); mit durchnäßten Schuhen und Strümpfen;
sie waren bis auf die Haut (völlig) durchnäßt; Durchn$s-
sung, die; -. -en.
durchnehmen <st. V.; hat): a) (einen Lehrstoff, ein •
Unterrichts thema o. ä.) behandeln, durchsprechen: die 20.
Lektion, die Geschichte eines Landes, einen Schriftsteller,
einen mathematischen Satz [in der Schule, im Unterricht]
d.; einen Lehrstoff mit den Schülern d.; b) (ugs. abwertend)
lange und negativ über jmdn.. der nicht anwesend ist.
reden: sie nahm der Reihe nach alle Bekannten durch.
durchnumerieren <sw. V.; hat): durchgehend, von Anfang
bis Ende numerieren: Fragebogen. Seiten d.
durchorganisieren <sw. V.; hat): vollständig, gründlich
organisieren: die Wirtschaft, einen Betrieb, eine Partei d.; das
unabdingbare Merkmal des modernen, zentral
durchorganisierten Staates (Fraenkel. Staat 302);
Durchorganisierung, die; -.
durchQrtern <sw. V.; hat) (Bergmannsspr.): Strecken
anlegen: das Gestein mit Stollen d.; <Abl.:) DurchQrtening,
die; -. -en.
durchparieren <sw. V.; hat): I. (Fechten) einen heftigen
Angriff des Gegners ohne Gegenangriff abwehren. 2. (Reiten)
ein Pferd dazu bringen, in eine schnellere od. langsamere
Gangart überzugehen: Wollen Sie es (= das Pferd) aber
aus dem Galopp zum Trabe durchparieren (Dwinger. Erde
14).
durchpassieren <sw. V.; hat): svw. t passieren.
durchpauken <sw. V.; hat) (ugs.): 1. von Anfang bis Ende,
gründlich lernen, pauken: ich muß noch die unregelmäßigen
Verben d. 2. mit Hartnäckigkeit od. Gewalt durchsetzen:
Gesetze d.; die neuen Bestimmungen wurden gegen den
Widerstand einzelner Gruppen durchgepaukt.
durchpausen <sw. V.; hat): svw. t pausen: eine Zeichnung
d.
durchpeitschen <sw. V.; hat): 1. mit einer Peitsche schlagen,
auspeitschen: Sklaven d. lassen; Der Insasse in Torstens
Nebenzellc wird durchgepeitscht (Bredel. Prüfung 182).
2. (ugs. abwertend) in aller Schnelligkeit, ohne Eingehen
auf Details durchbhtigen: Gesetze. Anträge [rücksichtslos]
d.; Ein Beschluß soll durchgepeitscht werden, verhindere
das (Hacks. Stücke 330).
durchpennen <sw. V.; hat) (salopp): svw. ! durchschlafen.
591
durchpflügen
durchpflügen <sw. V.; hat): vollständig, gründlich pflügen:
den Boden tief <±; durchpflüiien <sw. V.; hat): I. einen
Bereich über eine längere Strecke aufwühlen, durchfurchen:
der Wagen durchpflügte eine aufstäubende Schneewand;
die Felder sind durchpflügt von Panzerspuren. 2. genau,
bis ins einzelne durchgehen, prüfen: die Literatur [nach
bestimmten Hypothesen] d.; sein Gedächtnis [nach einem
Namen] d.
durchplanen <sw. V.; hat): vollständig, bis ins einzelne planen:
einen Ausbildungsgang d.; gut durchgeplante Ferien.
dyrdiplumpsen <sw. V.; ist) (ugs.): a) durchfallen (1): paß
auf. daß du nicht zwischen den beiden Brettern
durchplumpst!; b) in einer Prüfung versagen, durchfallen (2 b):
er ist im Abitur durchgeplumpst.
durchpressen <sw. V.; hat): 1. durch ein Sieb o. ä. durchdrük-
ken. -pressen: Kartoffeln. Gemüse [durch ein Sieb] d. 2-
(ugs. abwertend) mit Gewalt durchsetzen: seine Pläne d.;
obwohl die Parteizelle ... versucht hatte, ihre Kandidaten
durchzupressen (FAZ 25. 2. 61).
durchprjcketn <sw. V.; hat): prickehtd durchströmen: die
Wärme durchprickelte meine Beine.
durchproben <sw. V.; hat): (eine Aufführung. Szene o.a.)
von Anfang bis Ende proben: eine Szene noch einmal d.;
wir hatten den Auftritt schon zweimal durchgeprobt;
durchprobieren <sw. V.; hat): alles Vorhandene od. eitte
größere Menge von Gleichartigem prüfend probieren: alle
Schuhe, einige Weinsorten, verschiedene Lösungen der
Reihe nach d.
durchprüfen <sw. V.; hat): gründlich, sorgfältig prüfen,
kontrollieren: ein elektrisches Gerät d.; der Inhalt der Tasche
wurde durchgeprüft.
durchprügeln <sw. V.; hat) (ugs.): kräftig verprügeln,
durchhauen.
durchpglsen <sw. V.; hat) (geh.): pulsend durchfließen, warm
durchströmen: das Blut durchpulst meine Adern; U (geh.:)
vom Verkehr durchpulste Straßen. Städte.
durchpusten <sw. V.; hat) (ugs.): 1. durch Hindurchblasen
reinigen: ein Röhrchen d.; laß dir mal die Ohren d.! 2.
durch Blasen durch etw. treiben: eine Kugel durch ein
Rohr d. 3.a) durch etw. blasen, wehen: der Wind pustet
[durch die Ritzen] durch; b) stark wehend durchdringen:
der Wind hat uns ganz schön durchgepustet (ist uns durch
die Kleidung bis auf die Haut gedrungen).
durchputzen <sw. V.; hat) (ugs.): ein Zimmer, ein Haus
o.a. ganz u. gar gründlich putzen: die Wohnung muß
mal wieder gründlich durchgeputzt werden.
durchqueren <sw. V.; hat): von einem zum anderen Ende
durchlaufen, durchfahren: einen Raum, einen Erdteil, ganze
Länder d.; Der Tscheche ... durchquerte mit finster
entschlossener Miene das Cafe (Seghers, Transit 232); <AbI.:>
Durchquenms. die; -. -en.
durchquetschen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. svw. f durchpressen
(1). 2. <d. -I" sich) durchdrängeln: sich zum Ausgang d.
durchradeln <sw. V.; ist): a) durch etw. hindurchradeln:
zwischen zwei Bäumen d.; b) vorüberradeln, radelnd passieren:
die beiden sind hier eben durchgeradelt; durchradeln <sw.
V.; hat): radelnd durchqueren: ein Gebiet d.
durchrasen <sw. V.; ist): a) durch etw. hindurchrasen: durch
eine Absperrung d.; der Zug raste [durch die Station]
durch; b) vorüberrasen: die Verfolger der Spitzengruppe
sind vor wenigen Augenblicken hier durchgerast;
durchrasen <sw. V.; hat): mit einem Fahrzeug! mit rasender
Geschwindigkeit durchqueren: eine schöne Gegend im Auto
d.; Ü während ein wilder reißender Schmerz seinen Leib
durchraste (Ott. Haie 183).
durchrasseln <sw. V.: ist) (salopp): in einer Prüfung versagen,
durchfallen (2 b): im Abitur, bei der Fahrprüfung d.; er
ist auch beim zweiten Mal durchgerasselt.
durchratioralisieren <sw. V.; hat): vollständig, gründlich
rationalisieren: einen Betrieb d.; ein durchrationalisiertes
Verfahren.
durchräuchern <sw. V.; hat): völlig, ganz u. gar räuchern:
den Schinken gut d.
durchrauschen <sw. V.; ist): 1. (ugs.) in einer Prüfung
versagen, durchfallen (2 b): er ist durch die theoretische Prüfung
durchgerauscht. 2. sich eilig u. geräuschvoll durch etw.
hindurchbewegen: durchrauschen <sw. V,; hat) (dichter.):
mit Rauschen erfüllen: aber wie poetisch ist dieser Schatten,
feucht duftend, durchrauscht vom Wasserfall (H. Mann.
Stadt 48).
durchrechnen <sw. V.; hat): von Anfang bis Ende, vollständig
berechnen: eine Aufgabe. Beträge, die Kosten [noch einmal]
d.; Ü er rechnet klar die armseligen Machtmöglichkeiten
des Kaisers durch (St. Zweig. Fouche 192).
durchregnen <sw. V.; hat) /vgl. durchgeregnet/ (unpers.):
(von Regen) durchdringen, durchkommen: in der Küche
regnet es durch.
durchreiben <st. V.; hat): durchm vieles Reiben abnützen,
beschädigen: [sich (Dativ)] die Ärmel d.
Durchreiche [dun^rai^d]. die; -. -n: Öffnung in einer Wand
zwischen der Küche und einem anderen Wohnraum, durch
die man Speisen. Geschirr o. ä. durchreichen kann:
durchreichen <sw. V.; hat): durch etw. hindurchreichen: Papiere
[durch einen Schalter] d.
Durchreise, die; -. -n: das Durchreisen (1). Durchfahrt:
sich auf der D. befinden; eine Stadt auf der D.
kennenlernen; ich kenne das Lahntal leider nur von der D.;
Durchreiseerlaubnis, die; -. -se: vgl. Durchreisevisum;
durchreisen <sw. V.; ist): 1. auf einer Reise durch ein Gebiet
o.a. durchfahren: wir sind [durch Rom] nur durchgereist;
Die Wohnung schien eigens dazu da zu sein,
durchreisenden Genossen für wenige Tage Quartier zu geben (Leon-
hard. Revolution 150). 2. ohne Unterbrechung reisen: sie
sind [die ganze Nacht, bis nach Berlin] durchgereist;
durchreisen <sw. V.; hat): (ein Land. Gebiet o.a.) auf der Reise
durchqueren: er hat die halbe Welt durchreist;
Durchreisende, der u. die: jmd.. der sich auf der Durchreise (1) befindet:
für die -n gelten besondere Bestimmungen;
Durchreisevisum, das; -s. ...Visa u. ...Visen: Visum, das die
Durchreiseerlaubnis durch ein Land bestätigt.
durchreißen <st. V.): 1. in zwei Teile reißen <hat): ein Tuch,
ein Papier [in der Mitte] d. 2. durch Reißen geteilt werden
(ist): der Faden ist durchgerissen. 3. (Milit.) hastig, ohne
richtig Druckpunkt zu nehmen, den Abzug einer Schußwaffe
betätigen <hat>: er hat beim zweiten Schuß durchgerissen;
Durchreißer, der; -s. - (Fußball Jargon): Spieler mit der
besonderen Fähigkeit, die gegnerische Abwehr zu
überspielen: Angriffsspieler.
durchreiten <st. V.): 1. <ist> a) durch etw. hindurchreiten:
er ist durch den Bach durchgeritten; b) vorüberreiten,
reitend passieren: der Trupp ist hier eben durchgeritten, ll.
(eine bestimmte Zeit) ohne Unterbrechung reiten Ost): sie
sind [die Nächte] durchgeritten. 3. <hat) a) durch Reiten
vollständig abnutzen: [sich (Dativ)] die Hosen d.; b) <d.
+ sich) sich durch Reiten wund reiben: ich habe mich
durchgeritten. 4. (ein Pferd) zureiten <hat>: das Pferd
ist schon weitgehend durchgeritten; durchreiten <st. V.;
hat): reitend durchqueren: einen Wald, einen Bach d.
durchreitem <sw. V.; hat) (österr.): durchsieben.
durchrennen <unr. V.; ist): a) durch etw. hindurchrennen:
er ist [durch die Absperrung] durchgerannt; b)
vorbeirennen, rennend passieren: mehrere Männer sind hier
durchgerannt; durchrennen <unr. V.; hat): rennend durchqueren:
er durchrannte die Strecke in wenigen Minuten.
durchrieseln <sw. V.; ist): durch etw. hindurchrieseln: Sand
rieselte ihm zwischen den Fingern durch; durchrieseln <sw.
V.; hat): (von Gemütsbewegungen o.a.) jmdn. befallen,
plötzlich erfüllen: ein freudiger Schauer durchrieselte ihn.
durchringen, sich <st. V.; hat): sich nach innerem Widerstand
u. längerem Abwägen. Überlegen zu etw. entschließen: ich
habe mich zu einer Entscheidung, einem Entschluß
durchgerungen; sie rang sich schließlich dazu durch, den Beruf
aufzugeben.
durchrinnen <st. V.; ist): durch etw. hindurchrinnen: ein
Bächlein rinnt zwischen den Felsen durch; Ü das Geld rinnt
ihm zwischen den Fingern durch (er kann nicht
wirtschaften): durdirjimen <st. V.; hat): 1. langsam fließend
durchqueren: ein Bach durchrann die Wiesen; Ü ein Schrecken
durchrann ihn. 2. (Jägerspr.) (von Haarwild)
durchschwimmen: einen Fluß d.
durchrollen <sw. V.; ist): a) durch, unter etw. o. ä.
hindurchrollen: der Ball ist [unter dem Auto] durchgerollt; b) ohne
Halt irgendwohin rollen: Soldaten ... ließen die russischen
Panzer ... bis vor die Türen der Stäbe d. (durchfahren:
Plievier. Stalingrad 336).
durchrosten <sw. V.; ist): von Rost gänzlich zerfressen, durcli
Rost zerstört werden: das Rohr ist ganz und gar
durchgerostet.
durchrudem <sw. V.; hat): rudernd durchqueren: den See
d.
592
durchschlagen
dyrchrufen <st. V.; hat) (ugs.): eine Telefonverbindung mit
jmdm. herstellen.
durchrühren <sw. V.; hat): 1. gründlich umrühren: die Masse
gut d. 2. unter Rühren durchpassieren: die Haferflocken
[durch das Sieb] d.
dyrchnitschen <sw. V.; ist) (ugs.): I. durch, zwischen erw.
o.a. hindurchrutschen: zwischen zwei Platten d.; die
Speiseröhre ist nur so eine Art Schlauch, wo das Essen
durchrutscht (Kant. Impressum 76); Ü diese Bemerkung
ist ihm bloß so durchgerutscht (unbeabsichtigt entschlüpft).
2. ohne Beanstandung durchkommen: bei der Prüfung ist
er gerade noch mit durchgerutscht. 3. unterlaufen: einige
Fehler sind ihm durchgerutscht.
durchrütteln <sw. V.; hat): heftig rütteln, durchschütteln:
in der alten Straßenbahn werden wir immer kräftig
durchgerüttelt; der Bus hat uns durchgerüttelt.
durchs [donp] <Präp. + Art.): durch das: d. Haus laufen;
er ist d. Examen gefallen.
durchsäbeln <sw. V.; hat) (salopp): ungeschickt,
unsachgemäß durchschneiden: einen Braten d.
durchsacken <sw. V.; ist) (Fliegerspr. Jargon): (vom
Flugzeug) plötzlich an Höhe verlieren: Beim Starten ist die
Maschine durchgesackt (Grzimek. Serengeti 289).
Durchsage, die; -. -n: über Rundfunk. Fernsehen od.
fernmündlich durchgegebene Mitteilung: eine D. der
Kriminalpolizei, des Wetteramtes Stuttgart; eine D. bringen; Ende
der D.!; durchsagen <sw. V.; hat): I. über Rundfunk,
Fernsehen od. fernmündlich bekanntgeben: Telegramme d.; die
Nachricht wurde telefonisch durchgesagt. 2. eine
Nachricht, eine Mitteilung, einen Befehl von Person zu Person
weitergeben: das Losungswort leise d.; lassen Sie d..
daß,..
durchsägen <sw. V.; hat): in zwei Teile sägen: einen Baum.
Pfähle d.
Durchsatz, der; -es, ...sätze [zu veraltet durchsetzen = das
zerkleinerte Erz durchsieben, im Ofen ausschmelzen]
(Fachspr.): (bes. in der eisen- u. stahlerzeugenden Industrie)
die in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anlage
durchlaufende Stoffmenge: eine eigene Rohölverarbeitung mit
einem D. von 2 Millionen Jahrestonnen (MM 3. 4. 69.
19).
durchsäuern <sw. V.; hat) (vom Teig) ganz u. gar sauer
machen: Teig d.; man läßt die Masse d.; durchsäuerter
Teig.
durchsaufen <st. V.; hat) (derb): 1. kräftig trinkend
durchfeiern: sie haben [bis morgens um 6 Uhr] durchgesoffen.
2. <d. + sich) auf Kosten anderer viel Alkohol trinken:
der Kerl säuft sich überall durch: durchsaufen <st. V.;
hat) (derb): eine bestimmte Zeit: kräftig trinkend
verbringen: eine durchsoffene Nacht.
durchsausen <sw. V ; ist) (ugs.): 1. svw. Idurchrasen (a):
die Straßenbahn sauste durch, ohne anzuhalten. 2. in einem
Examen versagen, durchfallen (2 b): er ist im Abitur, durch
die Fahrprüfung, schon zum zweiten Mal durchgesaust.
dyrehschaben <sw. V.; hat): durch Schaben abnutzen,
schadhaft machen: du hast [dir] die Ärmel an den Ellbogen
durchgeschabt; durchgeschabte Ärmel.
durchschallen <schallte/(seltener:) scholl durch, hat
durchgeschallt): durch etw. hindurch schallend ertönen: der Lärm
schallt [durch die Wand] durch: durchschallen <sw. V.;
hat) (Technik): mit Ultraschallwellen durchdringen: dünne
Bleche. Stangenmaterial d.. dazu: Durchsch^Jhing, die; -.
-en.
durchschallen <sw. V.; hat): 1. (Technik) a) die Schaltung
mehrerer Schaltelemente ganz durchführen, Strom bis zum
Endpunkt durchleiten: eine Telefonleitung d.; Zur Ansteue-
rung des Triac dient ein Diac, der bei einer bestimmten
Schwellenspannung durchschaltet (Elektronik 10. 1971.
340); b) durch die Schaltung mehrerer Schaltelemente bis
zu einem Endpunkt leiten, übermitteln: dann wird das Signal
aus dem linken Vertikaleinschub durchgeschaltet
(Elektronik 11. 1971. 380). 2. (Motorsport) schnell hochschalten:
(Abi.:) Dyrchschaltung, die; -. -en.
durchsdiaubar [durc'Jauba.^1 <Adj.; nicht adv.): sich
durchschauen lassend, leicht erkennbar, vordergründig: [leicht]
-e Pläne; Zu Hause in ihrem Dorf war alles einfach gewesen,
d. (Chr. Wolf. Himmel 90); etw. d. machen (so klar u.
übersichtlich darstellen o.a., doli es leicht zu verstehen,
einzusehen ist), dazu: Durchschaubarkeit. die; -;
durchschauen <sw. V.; hat) (landsch.): svw. f durchsehen;
durchschauen <sw. V.; hat): a) durch den äußeren Schein hindurch
in seiner waliren Gestalt o.a., in seinen verborgenen,
vertuschten Zielsetzungen erkennen: jmds. Absichten, Motive,
jmds. Wesen d.; er hat die Intrigen, den Betrüger schnell
durchschaut; du bist durchschaut (deine Absichten sind
erkannt): b) verstehen, begreifen: mit den Regeln der
Algebra, die nicht ganz leicht zu d. ist (Schnabel. Anne 38).
durchschauern <sw. V.; hat) (geh.): mit einem Schauer
erfüllen: Das Vorhandensein einer unsichtbaren,
allgegenwärtigen Kraft durchschauerte ihn (Apitz. Wölfe 189).
d^rchschaukein <sw. V.; hat) (ugs.): svw. tdurchrütteln:
wir wurden auf der Fahrt kräftig durchgeschaukelt.
durchscheinen <st. V.; hat) /vgl. durchscheinend/: durch etw.
hindurchscheinen: die Sonne schien [durch die Wolken)
durch; Ü durch seine Worte scheint seine politische
Einstellung durch (an seinen Worten wird sie erkennbar):
durchscheinen <st. V.; hat): mit Lichtstrahlen erfüllen: die
Sonne durchschien das Zimmer; Ü alles war vom Eros
durchschienen (Hesse. Steppenwolf 195); durchscheinend
<Adj.; nicht adv.): lichtdurchlässig, durchsichtig,
transparent: ein -er Vorhang; Ü ihr Gesicht war blaß und d.
(sehr zart, ohne frische Farbe).
durchscheuern <sw. V.; hat): durch ständiges Scheuern,
Reiben schadhaft machen, durchwetzen: die Ärmel, die Hose
d.; durchgescheuerte Kabel.
durchschieben <st. V.; hat): durch etw. hindurchschieben:
einen Brief durch den Briefkastenschlitz, unter der Tür
d.
durchschießen <st. V.; hat): durch etw. hindurchschießen:
er hat den Ball zwischen den Bäumen durchgeschossen;
durchsdikffen <st. V.; hat): 1. mit einem Schuß, mit Schüssen
durchbohren: der Kopf des Toten war von mehreren Kugeln
durchschossen; mit durchschossener Brust. 2.
(Buchbinderei) zwischen die bedruckten Seiten eines Buches leere Seiten
einfügen: ein durchschossenes Exemplar. 3. (Druckw.) den
Zeilenabstand vergrößern: eine Seite d.; bitte stärker d.!
4. (Textilind.) in ein Gewebe ein abstechendes Garn
einweben: der StofTwar mit Silberfäden durchschossen. 5. (von
Sinneseindrücken, Gedanken o.a.) jmdn. plötzlich befallen,
durchfahren: auf einmal durchschoß ihn ein Gedanke.
durchschjfTen <sw. V.; hat) (veraltet, selten): mit dem Schiff
durchqueren: viele Meere durchschifft haben.
durchschimmern <sw. V.; hat>: a) durch etw. schimmern:
der Schein einer Lampe schimmerte [durch den Vorhang]
durch; die Haut seiner Mundwinkel war so ausgespannt,
daß man das Licht d. sah (Lorenz. Verhalten I. 60); b)
andeutungsweise zum Ausdruck kommen, atiklingen: in
seinen Worten schimmerte Mißtrauen durch; Pater Bron-
zetti .... dessen energisches Phlegma eine verständnisvolle
Gutmütigkeit d. ließ (Thieß. Legende 101).
durchschlafen <st. V.; hat): (einen bestimmten Zeitraum)
ohne Unterbrechung schlafen: der Patient hat [die ganze
Nacht] durchgeschlafen; das Baby schläft nachts nicht
durch; durchschlafen <st. V.; hat): schlafend verbringen,
hinbringen: durchschlafene Vormittage; Durchschlafmittel,
das; -s. -: Arzneimittel, das Unterbrechungen des Schlafs
entgegetrwirkt.
Durchschlag, der; -[eis. ...schlage: 1. mit Kohlepapier
hergestellte meist maschinenschriftlicheJ Kopie eines
Schriftstücks: einen D. anfertigen; einen Brief mit zwei
Durchschlägen tippen; Sie nimmt eine Akte, sie legt den D.
hinein (Fallada. Mann 86). 2. siebartiges Küchengerät zum
Durchschlagen (1c). 3. vorn zugespitztes Werkzeug zum
Lochen, Durchschläger. 4. (Elektrot.) schlagartiger
Durchgang von elektrischem Strom durch einen Isolator bei hoher
Spannung: ML-Kondensatoren heilen bei Durchschlägen
selbst (Elektronik 12. 1971. A 5). 5. (Bergbau) Treffpunkt
zweier Grubenbaue, die aufeinander zulaufen. 6. (Kfz.-W.)
Stelle, wo etw. den Reifen durchschlagen hat: einen Reifen
auf Risse. Blasen oder Durchschläge untersuchen;
durchschlagen <st. V.) /vgl. durchschlagend/: 1. (hat) a) mit
einem Schlag durchtrennen, in zwei Teile schlagen: einen
Ziegelstein [mit einem Hammer] d.; b) schlagend durch etw.
treiben: hier muß ein Nagel durchgeschlagen werden; c)
durch einen Durchschlag (2) pressen, streichen: passieren:
gekochte Kartoffeln d. 2. stark abführend wirken (hat):
dieses Mittel, gedörrtes Obst schlägt [bei ihm] durch. 3.
(von Sicherungen) durchbrennen (ist): die Sicherung ist
heute schon zum zweitenmal durchgeschlagen; Ü
Irgendwann bietet sich natürlich immer ein Anlaß, um Angst
38 GDW
593
durchschlagen
zu produzieren, um Aggressionen tatsächlich
abzureagieren. Dann schlagen alle Sicherungen durch (Zeit 7. 2.
75. 56). 4. durch ein Material durchdringen Ost): die
Feuchtigkeit schlägt [durch die Wände] durch; die Tinte ist durch
das Papier durchgeschlagen; Ü Vielleicht überlegen Sie
sich noch einen Grund, der völlig durchschlägt (Fallada.
Blechnapf 260); Die westliche ölpreiskrise schlägt auf die
Öl-Habenichtse im Osten durch (überträgt sich auf sie):
Die Sowjetunion nähert sich mit ihren Preisen ... dem
Weltniveau (Spiegel 11. 1975. 114); die erhöhten Steuern
schlagen auf die Preise durch (wirken sich auf die Preise
aus. Bundestag 188. 1968. 10173); bei ihm schlägt das
väterliche Erbe durch (kommen die Erbanlagen des Vaters
zum Durchbruch). 5. (Kfz.-W.) Schwingungen nicht
genügend abschwächen u. daher auf etw. hart auftreffen Ost):
auf schlechten Straßen einige Nickbewegungen .... bei
plötzlichen Stößen schlägt die Federung hinten manchmal
durch (Auto 6, 1965. 33); Der Wagen sackte ab. schlug
durch, hüpfte dann wild hoch (Kirst. 08/15. 323). 6. <d.
+ sich; hat) a) unter Aufbietung von List od. Gewalt durch
feindliches Gebiet hindurch ein sicheres Ziel erreichen:
Brauner... konnte sich zwischen den Fronten nach Deutschland
d. (Bild 9.6.64.4); b) sich unter Überwindung von
Schwierigkeiten durchbringen: sich mit Klugheit d.; die Familie
mußte sich in den schweren Zeiten mühsam d.; Ü Du hast
Modellsätze, mit denen du dich d. kannst (Handke. Kaspar
57); durchschlagen <st. V.; hat): mit einem Schlag
durchdringen lu. dabei beschädigen od. zerstören;: ein Geschoß
durchschlug den hinteren Kotflügel; durchschlagend <Adj.;
nicht adv.) [zu 1 durchschlagen (4)1: überzeugend,
entscheidend: -e Beweise; der Erfolg war d.; Durchschlager, der;
-s, -: svw. tDurchschlag (3); Dyrdischhgfestigkeit. (auch:)
Durchschlagsfestigkeit, die; - (Elektrot.): die auf die Dicke
des Materials bezogene elektrische Feldstärke, bei der ein
Durchschlag (4) ausgelöst wird: dyrchsdilfigig [...Jle:gic]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bergbau): mit einem
Durchschlag (5) versehen: Grubenbaue d. machen:
Durchschlagpapier, das; -s, -e: beim Maschinenschreiben verwendetes
dünnes Papier für Durchschläge (1): Er legte die betippten
Blätter aufs Gesicht und zog das D. heraus (Böll. Adam
32); Durchschlagsfestigkeit: f Durchschlagfestigkeit; Durch*
schlagskraft, die; -: 1. (Ballistik) Kraft, mit der ein Geschoß
etw. durchschlägt: die D. einer Sprengbombe, einer
Granate. 2. Überzeugungskraft, Wirksamkeit: Argumente von
hoher D.; Er ... bemüht sich, der Aussage mit beiden
Händen größere D. zu verleihen (Noack. Prozesse 111).
dazu: dyrchschlasskräftig <Adj.): wirkungsvoll, so
überzeugend, daß alle Gegenargumente o. ä. entkräftet werden: etw.
erweist sich als d.; Sie ... prägten sich am -sten in der
Sammelbewegung des Nationalsozialismus aus (Fraenkel.
Staat 205).
durchschlängeln, sich <sw. V.; hat): sich geschickt an allen
Hindernissen vorbei durch etw. bewegen, sich durchwinden:
ich schlängele mich zwischen den Tischen und Stühlen
des Cafes durch; U er hat sich sein Leben lang überall
durchgeschlängelt; wenn ich dir mit fünfzig Mark
aushelfen kann?" Nein. ...Wir schlängeln uns schon
durch ..." (Fallada. Mann 176).
durchschleichen <st. V.; ist): heimlich, leise, unbemerkt durch
etw. gelangen: es glückte ihm [durch die Absperrung]
durchzuschleichen; durchschleichen <st. V.; hat):
schleichend durchqueren: sie durchschlichen das Grundstück.
durchsdileifen <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): svw. t
durchschleppen.
durchschl^ndern <sw. V.; hat): schlendernd durchqueren: das
Geschäftsviertel d.
durchschleppen (sw. V.; hat) (ugs. abwertend): (eine hilflose
od. unfällige Person) unter Mühen eine Zeitlang mit
versorgen, ihr Hilfe angedeihen lassen: die (= Tutti u. Lotte)
waren auch ganz bereit gewesen, diesen kleinen,
anschmiegsamen Mann eine Weile durchzuschleppen (Falla-
da. Jeder 29).
durchschleusen <sw. V.; hat): I. (Schiffahrt) ein Schiff;
durch die Schleuse bringen. 2. (ugs.) durch eine schmale
Passage, zwischen vielen Hindernissen hindurch/ sicher
führen, geleiten: jmdn. durch den Verkehr, durch feindliches
Gebiet d.; Es gab Hallo, als uns jemand von der
Feldgendarmerie d. wollte (Grass, Blechtrommel 403); um einen
Kübelwagen, einen Pkw, auch manchmal einen Autobus
durchzuschleusen (Plievier. Stalingrad 25).
durchschliefen <sw. V.; ist) (Jägerspr.): durchkriechen,
durchschlüpfen: der Hund schlierte fortwährend unter den
gefallenen Fichten durch (Löns, Gesicht 145).
Durchschlupf, der; -[eis. -e: Öffnung zum Durchschlüpfen:
durchschlüpfen <sw. V.; ist): durch, unter, zwischen etw.
hindurchschlüpfen: die Kinder sind hier, durch den Zaun,
unter dem Netz durchgeschlüpft; Ü der Verbrecher ist
der Polizei [zwischen den Fingern] durchgeschlüpft
(entkommen): <subst.:) Denn jeder Befehl hat Maschen, die
ein Durchschlüpfen erlauben (Gaiser. Jagd 61).
durchschmecken <sw. V.; hat): durch Schmecken als
Bestandteileiner Speise o. ä. erkennen, herausschmecken: bei diesem
Wein schmeckt man die Erde durch; Ü ein wenig Voltaire,
ein wenig Rousseau und ein wenig Sterne, gerade so viel,
daß man's eben durchschmeckt, ohne daß es auf der Zunge
beißt (Greiner. Trivialroman 65).
durchschmelzen <sw. V.; ist): durch einen Schmelzvorgang
entzweigehen: die Sicherung ist durchgeschmolzen.
dyrchschmökern, (auch:) durchschmökem <sw. V.; hat)
(ugs.): svw. tdurchlesen: Wir hatten die ... New Yorker
Zeitungen samt und sonders durchschmökert (Habe.
Namen 298).
durchschmoren <sw. V.; ist) (ugs.): durch übermäßige
Hitzeentwicklung zerstört werden: ein Kabel, die Glühbirne
ist durchgeschmort; mit einer Tessar-Optik und einer 18er
Blende hätte man bequem eine Aufnahme von ihr machen
können, ohne daß der Film durchschmorte (Bieler. Bonifaz
173).
durchschmuggeln <sw. V.; hat): verbotenerweise durch eine
Absperrung, eine Grenze, eine Kontrolle o. ä. transportieren:
Flugblätter [durch die Werktorel d.; Ich werde Siegfried
schreiben, irgendwie schmuggle ich den Brief schon durch
nach Moabit (Fallada. Jeder 63).
durchschneiden, (auch:) 'durchschneiden <unr. V.; hat): in
zwei Teile schneiden, mit einem Schnitt trennen: einen
Bindfaden d.; den Telefondraht d.; er schnitt das Band durch/
durchschnitt das Band; sie durchschnitt die Nabelschnur
(Böll, Haus 12); er wollte ihm die Kehle d.; mit
durchgeschnittener/durchschnittener Kehle; durchschneiden <unr.
V.; hat) (geh.): a) sicli so durch etw. hindurchziehen, daß
es geteilt, getrennt wird: das Tal durchschneidet das
Gebirge; eine breite Straße durchschneidet die Vorstadt; schmale,
blaue Venen durchschnitten das Fleisch (Jens, Mann 175);
b) feilend durchdringen: ein ... Stück Stahl .... das die
See durchschnitt wie ein scharfer Dolch (Ott, Haie 319);
Ü ein Schrei durchschnitt die Stille; der Kranichzug. der
den Himmel durchschneidet (Wiechert. Jeromin-Kinder
932).
Durchschnitt, der; -[eis. -e [1. 2, 4: H. u.; 3: zu:
durchschneiden!: 1. a) der aus mehreren vergleichbaren Größen
errechnete Mittelwert: den D. ermitteln; *imD. (gewöhnlich, im
allgemeinen): dafür benötigen wir im D. fünf bis sechs
Wochen; b) (von einer gegebenen Menge) der größere Teil,
die Mehrheit: der D. unserer Kundschaft bevorzugt die
Selbstbedienung. 2. Mittelmaß: über/unter dem D. stehen;
die Ausstattung dieses Autos liegt über dem D.;
guter/unterer D. sein (mit seinen Leistungen über lunter dem
D. stehen): er gehört [nur] zum D. 3. (Fachspr.)
Querschnitt: den D. eines Hauses zeichnen. 4. (Math.)
Durchschnittswert: der D. von 8 und 4 ist 6; durchschnittlich:
I. <Adj.) I. <o. Steig.; nur attr.): dem Durchschnitt (1 a)
entsprechend: die -e Bevölkerungsdichte; das -e
Einkommen; Das -e Lebensalter des Menschen ist ... von etwa
36 auf über 60 Jahre erhöht worden (Natur 31). 2.a)
normal, allgemein üblich, gewöhnlich: ein -es Leben fuhren;
Der -e deutsche Untertan wußte kaum etwas von diesen
geistigen Vorgängen (K. Mann. Wendepunkt 57); „Du
bist nicht mehr als eine -e Nutte", ächzte Torrin (Cotton.
Silver-Jet 93); b) mittelmäßig: eine [nur! -e Begabung; er
ist ein Mensch von -er Intelligenz. II. <Adv.) im
Durchschnitt: wir produzieren d. 2000 Stück pro Tag; Was wird
denn der so d. pro Tag am Krieg verdienen? (Hochhuth.
Stellvertreter 47).
Durchschnitts- (zu Durchschnitt 1 u. 2; oft abwertend):
-alter, das: mittleres Alter: das D. einer Gruppe;
-begabung, die: mittelmäßige, nicht besonders gute
Begabung: -biklung, die: er war ein Mensch mit D.; -bür-
ger, der: jmd.. der den Durchschnitt der Bevölkerung
repräsentiert, dessen Verhalten dem der Allgemeinheit entspricht:
der D. ist erschreckend leichtgläubig; -ehe. die: nach den
594
durchsetzen
landläufigen Vorstellungen verlaufende Ehe, Alltag sehe;
-einkommen. das: das D. der Bevölkerung beträgt 1 200
DM; -ernte, die; -ertrag, der: mittlerer Ertrag: dieses
Jahr hatten wir einen D. von 5 Tonnen pro Hektar; ^ge-
9chmack. der: keine persönlichen Züge aufweisender
Geschmack* Allerwelt sgeschmack; -geschwindigkeit, die:
mittlere Geschwindigkeit: er erreichte auf der Autobahn eine
D. von 120 km/h; ^vesichUdas: keine od. wenige
charakteristische Züge aufweisendes Gesicht, Allerweltsgesicht: ein
D. haben; -hotel. das: mittelmäßiges Hotel; -kost, die
(geh.): mittelmäßige Kost, Alltagskost; -leistung, die:
mittlere Leistung; dieser, der: Leser ohne höhere geistige
Ansprüche; -Publikum, das: vgl. dieser; -schüler, der: Schüler
mit mittlerer Begabung od. Leistung; -talent. das:
mittelmäßiges, nicht ausgeprägtes Talent; -temperatur, die: mittlere
Temperatur: die jährliche D. dieses Landes beträgt 15
Grad; ^wert. der: mittlerer Wert.
dyrchschnüfTeln, (auch:) duräischnüffeln <sw. V.; hat)
(abwertend): neugierig od. von Ahus wegen durchsuchen: sie
schnüffelten die Wohnung durch/durchschnüffelten die
Wohnung; <subst.:) Ost-Kontrollen ... viermal mußte ich
die Taschen auspacken ... Dieses Durchschnüffeln ist ein-
fachwiderlich(BierlinerMorgenpost27.6.75.1 Leseforum);
Ü ... wie die Zeit vorrückte und die Menschen mehr und
mehr die Welt durchschnüffelten (Döblin. Märchen 7).
durchschossen: T durchschießen.
Durchschreibe- ['dur^JYaita-] (zu tdurchschreiben 1):
-Wock, der: Block, auf dem man mit Durchschreiben
Original u. Kopie eines Schriftstücks gleichzeitig anfertigen kann;
-budiführung. die: Buchführung, bei der mittels
Durchschreiben mehrere Arbeitsgänge zusammengefaßt werden
können; -papier, das: vgl. ^block; -verfahren, das: VerfaJi-
ren, das es gestattet, mittels Durchschreiben Original u.
Kopie eines Schriftstücks gleichzeitig anzufertigen.
durchschreiben <st. V.; hat): I. mit Hilfe von eingelegtem
Kopierpapier od. auf speziellem, auf der Rückseite
beschichtetem Papier Original u. Kopie eines Schriftstücks
gleichzeitig anfertigen. 2. auf dem Fernschreiber durchgeben: Der
Hauptmann fragte, werdieKRs nach Wolfsschanze
durchschriebe (Fühmann, Judenauto 116).
durchschreiten <st. V.; hat) (geh.): durch erw.
hindurchschreiten, schreitend durchqueren: er durchschritt würdevoll den
Saal; Margot fröstelte, als sie die Finsternis zwischen dem
Bahnhof Zoo und dem Wittenbergplatz durchschritten
(Plievier. Stalingrad 100).
Durchschrift, die: mittels Durchschreiben (1) hergestellte
Kopie eines Schriftstücks: von einem Brief eine D. anfertigen,
machen.
Durchschuß, der; ...Schusses. ...schlisse: l.a) Schuß, bei dem
das Geschoß in etw. eindringt u. auf der entgegengesetzten
Seite wieder austritt; b) auf einen Durchschuß (1 a) zurückge-
liende Verletzung, Beschädigung o.a.: ein glatter D.; Er
zog sein Hosenbein hoch und zeigte die kaum mehr
sichtbaren Narben eines Durchschusses (Kuby. Sieg 239); Das
Wellblechtor der Flughalle zeigt noch immer Durchschüsse
ausderZeitvonRommelsAfrikakrieg(Grzimek.Serengeti
31). 2. (Druckw.) beim Setzen von Texten durch die
Verwendung von Blindmaterial oder durch Kodierungen (beim
Lichtsatz) erzielter Zwischenraum zwischen den Zeilen. 3. (Tex-
lilind.) Schußfäden, die beim Weben durch die Kettfäden
durchgeschossen werden.
dgrchschütteln <sw. V.; hat): grwuilich u. über längere Zeit
schütteln: er packte den jungen Dieb am Kragen und
schüttelte ihn tüchtig durch; sie wurden im Autobus kräftig
durchgeschüttelt; durchschütteln <sw. V.; hat) (dichter.):
erschüttern: Kampfund Aufruhr durchschüttelt die
Republik (St. Zweig. Fouche 35).
dgrdischwabbeln <sw. V.; ist) (landsch.): svw.
tdurchkriechen.
durchschwängern <sw. V.; hat) (dichter.): mit etw. stark
anfüllen, mit etw. ganz durchsetzen: Der Motor ... puffte
und durchschwängerte die Luft mit blauem Dunst (Plievier.
Stalingrad 306); Ü Durchschwängern wir die Heimat,
gründen wir einen Konzern (Benn. Stimme 27).
durchschw$rmen <sw. V.; hat) (geh.): (eine bestimmte Zeit)
sich herumtreibend und zechend verbringen: wir haben so
manche Nacht durchschwärmt.
durchsdmeben <sw. V.; hat) (dichter.): schwebend
durchdringen: Wolkenbäusche, die ... den Raum durchschwebten
(Gaiscr, Jagd 86).
durchschwdfen <sw. V.; ist) (dichter, veraltet):
durchwandern: er durchschweifte Fluren und Auen; Ü ihre Blicke
durchschweiften den Raum (sie blickte im Raum umher).
durchschweißen <sw. V.; hat): durch Schweißen trennen, in
zwei Teile zerlegen: die Mauern zum Einsturz bringen
... Vorher waren bereits die Stahlträger durchgeschweißt
worden, die der Mauer noch einen Halt gaben (MM 25.
8. 67, 4).
durchschwimmen <st. V.; ist): 1. durch, unter, zwischen etw.
hindurchschwimmen: unter einem Schiff, zwischen zwei
Bojen d. 2. (eine bestimmte Zeit) ohne Unterbrechung
schwimmen: die Schiflbrüchigen sind den ganzen Tag. bis zum
Ufer durchgeschwommen; durchschwimmen <st. V.; hat):
schwimmend durchqueren: er hat schon zweimal den
Ärmelkanal durchschwömmen.
durchschwindeln, sich <sw. V.; hat): sich mit Schwindeleien
erfolgreich durch Schwierigkeiten hindurchbringen: du
kannst dich nicht immer und überall d.
durchschwitzen, (auch.) durchschwitzen <sw. V.; hat): mit
Schweiß durchnässen: er hat sein Wollhemd
durchgeschwitzt; den durchgeschwitzten/(auch:) durchschwitzten
Kragen wechseln; ein durstiger, durchschwitzter Wanders-
mann (Tucholsky. Zwischen 179).
durchsegeln <sw. V.; ist): 1. durch, zwischen etw.
hindurchsegeln: sie sind zwischen den Felsen durchgesegelt. 2. (Schü-
lerspr.) in einer Prüfung versagen, durclxfallen (2 b): er ist
im Abitur, durch die Fahrprüfung, schon zum zweiten
Mal durchgesegelt; durchsegeln <sw. V.; hat): segelnd
durchqueren, überqueren: das Meer d.
durchsehen <st. V.; hat): I. durch, zwischen etw.
hindurchsehen: durch das Milchglas kann man nicht <±; er versuchte,
zwischen den Bambusstäben durchzusehen. 2.a) von
Anfang bis Ende / der Reihe tiach i prüfen, kontrollieren: den
geschriebenen Brief [auf Schreibfehler hin] d.; ich muß
meine Bestände erst d.; Im Bahnhofsgebäude öffneten sie
unsere Koffer und sahen sie durch (Leonhard. Revolution
11); b) flüchtig, nicht sehr gründlich durchlesen: eine
Zeitschrift d. 3. (ugs.) verstehen, durchblicken (2): siehst du
da noch durch?; ..Da sieht ja keiner mehr durch" (Spiegel
53. 1971.55).
durchseihen <sw. V.; hat) (Kochk.): (Flüssigkeiten) durch
ein Sieb od. ein Tuch gießen u. dadurch reinigen, .filtern:
Er nahm ein Sieb und entfernte den ..Satz", indem er
die Flüssigkeit durchseihte (Jacob. Kaffee 46).
durchsein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) /vgl. durch II. 2/ (ugs.): l.a) durch eine enge
Stelle o. ä. durchgekommen sein, ein räumliches Hindernis
überwunden haben: um diese Zeit wollten sie eigentlich
schon [durch die Zollabfertigung] d.; b) durchgefahren,
vorbeigefaixren sein: der Zug müßte eigentlich schon d.
2.a) mit etw. fertig sein, etw. geschafft liaben: ich bin
jetzt [durch den Berg von Akten] durch (habe die Akten
fertig bearbeitet); b) alle Instanzen durchlaufen haben: das
Gesetz würde bis dahin d.; c) Schwierigkeiten überstanden
haben, gerettet sein: ein Verletzter ist gestorben, die anderen
sollen dagegen d. (nicht mehr in Lebensgefalir schweben);
d) eine Prüfung bestanden haben: er konnte es kaum
glauben, tatsächlich durchzusein. 3. entzweigegangen sein: wenn
du die Hose so oft anziehst, wird sie bald d.
(durchgescheuert sein). 4.a) durchgezogen, reif sein: der Käse ist
noch nicht durch; b) durchgebraten sein: das Fleisch müßte
eigentlich schon d. 5. *bei jmdm. unten d. (ugs.; jmds.
Wohlwollen verloren, verscherzt haben; nach niederl. onder-
door gaan = unten durchfahren [vom Schiff unter
Sturzseen], dann: scheitern [von gewagten Unternehmungen]):
bei mir ist er schon längst unten durch.
durchsetzbar ['dor(js6tsba:^] <Adj.>: so beschaffen, von der
Art, daß es durchgesetzt (1 a) werdenkann: Rechte...
gewähren dem einzelnen einen gerichtlich -en Rechtsanspruch
(Fraenkel, Staat 127); Ein friedlicher Ausgleich der
Interessen ... ist in der zwischenstaatlichen Politik ... noch nicht
verbindlich d. (Fraenkel. Staat 215); durchsetzen <sw. V.;
hat): l.a) gegen Widerstände j zum Erfolg verhelfen,
durchbringen: den Kandidaten seiner Wahl d.; eine Reform
d.; seinen Willen [gegen jmdn.] d.; b) <d. + sich) Erfolg
haben, durchdringen (2): seine Ideen setzten sich überall
durch; die Gewerkschaft konnte sich [mit ihren
Forderungen, gegen die Arbeitgeber] d.; (Sport:) die Damen setzten
sich gegen den Europameister Holland überlegen durch;
Alfred Döblin war auch nach Amerika emigriert, konnte
38*
595
durchsetzen
sich aber gar nicht d.. hatte kein Publikum (Katia Mann.
Memoiren 137). 2. (Fachspr.) einen bestimmten] Durchsatz
haben: durchsetzen <sw. V.; hat): in größerer Anzahl ein-
streuen, verteilen: einen Prosatext mit Versen d.; einen
Betrieb mit Spitzeln d.; Durchsetzung, die; -: das
Durchsetzen (la): es geht ihm um die D. seiner Forderungen,
dazu: Dyrchsetzungskraft, die; -: svw. t
Durchsetzungsvermögen; DjpehsetzungsvennÖBen, das; -s: Fähigkeit, sich,
seine Ansichten durchzusetzen.
durchsfiuchen <sw. V.; hat) (selten): ein größeres Gebiet;
ganz u. gar verseuchen: das Land war von einer Epidemie
durchseucht.
Durchsicht, die; -: 1. (selten) Durchblick, das Durchsehen
(2): eine erste D. ergab folgendes ...; bei. nach D. der
Akten ...; durchsichtig <Adj.): a) <o. Steig.; nicht adv.)
so beschaffen, daß man hindurchsehen kann: -e Stoffe; jede
dritte Obstkonserve wird in -er Verpackung verkauft (DM
5. 1966. 24); Es befanden sich Lurche darin, Molche,
zum Teil halb d. (Doderer. Wasserfälle 6); dieser
Kunststoff ist d.; Ü eine -e (zarte, durchscheinende) Haut; ein
bißchen d. (blaß) warst du ja immer und bist du geblieben
(Th. Mann. Hoheit 96); b) (nicht adv.) leicht
durchschaubar, klar erkennbar: -e Lügen; Bestimmungen -er
(verständlicher) machen; Ich meine, daß diese Probleme schon
wieder -er (verständlicher) geworden sind (Wohngruppe 64);
... ob er jedoch das Gold ... bloß zur Wahlpropaganda
benützte .... das war weniger d. (Broch, Versucher 171);
<Abl.:) Durchsichtigkeit, die; -.
durchsickern<sw. V.; ist): J. (von einer Flüssigkeit) sickernd,
tropfenweise durch etw. durchdringen: das Blut sickert
[durch den Verband) durch; Ü Die Flüchtlinge würden
... schon an den ersten Brücken hängenbleiben. Durchsik-
kern (unbemerkt durchkommen) wird vielleicht mal die
eine oder andere Gruppe (Spiegel 48. 1965. 49). 2. auf
Umwegen bekanntwerden. langsam in die Öffentlichkeit
dringen: Informationen. Nachrichten sickerten durch; es
sickerte durch, daß ...; Es war etwas von dem leidigen
Zwischenfall in die Zeitungen durchgesickert (Musil. Mann
1263); ich ... war treuherzig genug, von meinem Glück,
meinen Wünschen allerlei d. zu lassen (bekanntwerden zu
lassen, unter die Leute zu bringen: Th. Mann. Krull 275).
durchsieben <sw. V.; hat): durch ein Sieb schütten, rühren
od. gießen, um dadurch in Größe (xt. Art unterschiedliche
Bestandteile voneinander zu trennen: Mehl, Tee d.; Ü sie
begannen, die Bewerber durchzusieben (zu durchmustern
und auszusondern): durchstehen <sw. V.; hat) (ugs.): ganz
u. gar wie ein Sieb durchlöchern: die Tür war von Kugeln
durchsiebt; Splitter hatten die Tragflächen durchsiebt; das
ganze Kellergeviert war von ... Rattenlöchern durchsiebt
(Schnurre. Fall 66).
durchsingen <st. V.; hat): von Anfang bis Ende singen: sie
haben das Lied noch einmal ganz durchgesungen.
durchsitzen <unr. V.; hat): I. durch häufiges Daraufsitzen
vollständig abwetzen: [sich (Dativ)] den Hosenboden d.:
er hat die Hose so lange getragen, bis sie durchgesessen
war. 2. <d. + sich) (von dem Polster eines Stuhles o.a.)
die Federung einbüßen: das Polster, die Stuhlsitze haben
sich rasch durchgesessen.
durdisonnt [dur^zsnt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (dichter.):
mit Sonnenschein erfüllt, sonnig: eine -e Landschaft; daß
die Luft frisch und durchsonnt... war (K. Mann. Mephisto
66).
durchspalten, durchspalten <sw. V.; hat): in zwei Teile
spalten: Holzscheite d.
Dvrchspiel, das; -[e]s, -e (Fußball): Spielzug\ mit dem sich
eine Mannschaft durch die gegnerische Abwehr spielt: ein
blitzschnelles D ; durchspielen <sw. V.; hat): l.a) probend
o.ä.j von Anfang bis Ende spielen: eine Szene, den Satz
einer Sonate noch einmal ganz d.; b) bis zum Ende spielen:
er konnte [seine Rolle] nicht d.; wegen einer Verletzung
konnte der Spieler [die 90 Minutenl nicht voll d. (konnte
er nicht bis zum Ende im Spiel bleiben). 2. alle Möglichkeiten
u. Konsequenzen eines zukünftigen Geschehens im Geist
durchgehen: einen Ernstfall d.; ...daß zwei Personen ihre
Konflikte besser in einer Gruppe als ohne sie lösen können,
indem sie ihre Konflikte durchspielen (Wohngruppe 94).
3. <d. + sich) (Fußball) sich durch die gegnerische Abwehr
spielen: In der 20. Minute etwa spielten sich Conen und
Lehner durch, der Ball wanderte zwischen ihnen hin und
her (Walter. Spiele 55).
durchsprechen <st. V.; hat): von Anfang bis Ende, eingehend
besprechen: etw. in Ruhe [mit jmdm.] d.
durchsprengen <sw. V.; ist) (dichter.): in schnellem Tempo
hindurchreiten: er sprengte durch das Tor durch.
durchspringen <st. V.; ist): durch etw. hindurchspringen: der
Löwe mußte [durch einen Reifen] d.; durchspringen <st.
V.; hat): springend durchqueren: der Löwe mußte den
Reifen d.
durchspülen <sw. V.; hat): gründlich spülen: die Wäsche
mit klarem Wasser gut d.
durchspüren <sw. V.; hat) (ugs.): durch etw. hindurch fühlen,
merken: [durch die Topflappen! die Hitze d.
durchstarten <sw. V.; ist): I. (Flugw.) bei einem
Landemanöver aus dem Flug heraus wieder starten, wenn
sich überraschend herausstellt, daß eine Landung nicht
möglich ist: auf unserem Landestreifen mußten wir einmal
d. und konnten nicht landen (Grzimek. Serengeti 132);
Der Pilot habe d. müssen, da sich die Maschine bei einem
Bremsversuch wahrscheinlich überschlagen hätte (MM 23.
10. 69. 12). 2. (Kfz.-W.) a) kurz vor dem Anhalten plötzlich
wieder Gas geben: b) beim Anlassen des kalten! Motors
kräftig Gas geben: Als der polnische Straßenwachtfahrer
... einem deutschen Kraftfahrer... mit einigen Litern
Benzin geholfen hatte, legteer Tür einige Sekunden seine
Brieftasche auf das Auto ... In diesem Moment startete der
Autofahrer durch (MM 30. 8. 72. 14); Ü Apel sprach
sich ... für eine geteilte Konjunkturpolitik aus. weil ein
allgemeines Durchstarten die derzeitigen Probleme nicht
lösen könne (MM 26. 11. 74. 8).
durchstechen <st. V.; hat): durch etw. stechen: mit der Nadel
[durch den Stoff) d.; durchstachen <st. V.; hat): mit einem
Stich durchdringen, durchbohren: Der Kullerpfirsich ist ein
gut reifer, mehrfach durchstochener Pfirsich ... (Hörn.
Gäste 91); Durchstecherei [dur^Jteca'raj]. die; -. -en [viell.
vom Falschspiel mit zur Kennzeichnung durchstochenen
Spielkarten] (geh.): Täuschung. Betrug: Die -en seien bei
der Beschaffung von Bordausrüstungen ... vorgekommen
(Spiegel 23. 1966. 30); ... daß die soldatische Welt ... ein
anarchisches Element in sich trägt, das der Willkür Raum
gibt, jede Regelwidrigkeit erlaubt, jede D.. Ränken und
Intrigen Tür und Tor öffnet (Kuby. Sieg 399); Durchst«-
chung, die; -. -en: das Durchstichen.
durchstecken <sw. V.; hat): durch etw. stecken: einen Finger
[durch das Loch] d.; der Briefträger hat einen Brief
durchgesteckt; Hier die Arme d.! (Hausmann. Abel 117).
durchstehen <unr. V.; hat): I. durchhalten, überstehen,
bestehen: das Tempo d.; er hat die schwierige Situation gut
durchgestanden; dieser Markenartikel stand den Test
befriedigend durch; Vor dem Abenteuer der Forschung in
der Wildnis müssen wir noch ein sportliches Abenteuer
d. (Grzimek. Serengeti 22). 2. (Ski) einen Skilauf od. -sprung
zu Ende fuhren, ohne zu stürzen: einen Sprung, eine Weite
[glatt] d.; durchstehen <unr. V.; hat): selten für tdurchstehen
(1); <Zus.:)Dvrchstehvennöaen9das; -s:
Durchhaltevermögen: er bewies erstaunliches D.
durchsteigen <st. V.; ist): 1. durch etw. steigen: durch ein
Loch im Zaun d. 2. (salopp) etw. verstehen, durchschauen:
da steig' ich nicht [mehr] durch; durchsteigen <st. V.; hat)
(bes. Bergsteigen): kletternd überwinden, durchklettern: sie
haben die Nordwand in 3 Tagen durchstiegen; <Abl.:>
Durchsteigung, die; -. -en: eine D. dieser Wand ist im
Winter unmöglich.
durchstellen <sw. V.; hat): (ein Telefongespräch) vom
Hauptapparat auf einen Nebenanschluß weiterleiten: bitte [das
Gespräch] in die Wohnung, zum Chef d.!; Als es ( =
das Ferngespräch) durchgestellt wurde. ... kam (Sellman)
ans Telefon (Bieler. Mädchenkrieg 92).
dyrdistemmen <sw. V.; hat): mit einem Stemmeisen
durchbrechen: eine Wand d.
dyrchsteppen <sw. V.; hat): durch etw. steppen: die
Verschlußkante d.; Hierzu werden die Schnittkanten nach
links umgelegt und direkt neben dem Bruch durchgesteppt
(Gütermann Nählexikon).
Durchstich, der; -[e]s, -e: a) das Herstellen einer direkten
Verbindung an einer dafür geeigneten Stelle durch Graben
od. Sprengen, z. B. beim Bau eines Kanals od. eines Tunnels
od. zur Begradigung von Flüssen: der D. wird 5 Millionen
DM kosten; b) die durch einen Durchstich (a) gewonnene
direkte Verbindung: seit 1869 existiert ein D. durch die
Landenge von Sues.
596
durchtreten
Durchstieg ['dunjftr.k]. der: -[eis. -e: freie Stelle. Öffnung
in etw., durch die man hindurchsteigen kann: ... schnitt
Franz ... am zweiten Zaun einen Durchstieg, der uns den
Weg zur Kellertür freigab (v. d. Grün. Glatteis 63).
durdistimmbar ['dun^timba:*] <AdJ.; o. Steig.) (Elektrot.):
nacheinander auf die gewünschte Frequenz einstellbar: Einen
-en Laser für den Bereich 490 ... 1 160 mm präsentierte
die Firma ... (Elektronik 12.1971.426); durchstimmen <sw.
V.; hat): 1. (Musik) ein Instrument ganz u. gar stimmen:
ich muß das Klavier mal wieder d. lassen. 2. (Elektrot.)
kontinuierlich, nacheinander auf die gewünscht&sFrequenz
einstellen. \
durchstöbern <sw. V.; hat) (ugs.): gründlich, bis in den letzten
Winkel nach etw. Konkretem durchsuchen: er stöberte das
ganze Haus [nach dem vermißten Brief] durch;
durchstöbern <sw. V.; hat) (ugs.): a) svw. tdurchstöbern:
erst gestern ist meine Wohnung von oben bis unten
durchstöbert worden (Niekisch. Leben 238); Ü Weidel ...
hat... Paris nach Freunden durchstöbert (Seghers. Transit
162); b) ohne konkretes Ziel durchsuchen: die Buchhandlung
nach einem Geschenk d.; alte Zeitungen d.
Durchstoß,der; -es. ...stoße: das Durchstoßen (3): am Morgen
gelang ihnen der D. zur Küste; durchstoßen <st. V.): 1.
durch etw. stoßen <hat>: Er hatte das Gefühl, als müsse
er seinen Arm durch eine Betonwand d. (Remarque.
Triomphe 329). 2.a) stark abnutzen, durchwetzen <hat>:
du hast die Manschetten ganz durchgestoßen; b) <d. +
sich) stark abgenutzt, durchgewetzt sein <hat>: der Kragen
hat sich sehr schnell durchgestoßen. 3. (bes. Milit.) bis
zu einem bestimmten Ziel vorstoßen <ist>: die Feinde sind
bis zur Hauptstadt durchgestoßen; durchstoßen <st. V.;
hat): stoßend durchdringen: er hat mit der Hand die
Glasscheibedurchstoßen; Sein Kopf durchstieß die Verglasung
(Schnabel. Marmor 102); Ü Hier (= in dem Buch) war
aufgezeigt, wie Nietzsche das Dekadenzstadium
durchstoßen und den Boden einer neuen ... Ordnung erreicht habe
(Niekisch. Leben 193); das Flugzeug hat die Wolkendecke
durchstoßen (ist durch die Wolkendecke hindurchgeflogen):
mehrere Truppeneinheiten haben die feindlichen Linien
durchstoßen (Milit.; durchbrochen).
durchstrahlen <sw. V.; hat): 1. mit Strahlen durchdringen:
eine chemische Substanz d. 2. mit strahlendem Licht
erfüllen: Tausende heller Lampen durchstrahlten den
Nachthimmel; <Abl. zu 1:) Durchstrahlung, die; -. -en: das
Durchstrahlen.
durchstrecken <sw. V.; hat): a) so weit wie möglich strecken:
die Arme. Beine d.; b) durch etw. strecken: das Kind streckt
den Kopf zwischen den Gitterstäben des Balkons durch.
durchstreichen <st. V.; hat): 1. (etw. Geschriebenes od.
Gedrucktes) mit einem od. mehreren Strichen ungültig machen:
ein Wort d.; Nichtzutreffendes bitte d.; Er nahm seinen
Federhalter und strich im Notizbuch Namen und Adresse
des verhafteten R. sorgfältig durch (Leonhard. Revolution
39). 2. durch ein feines Sieb streichen, passieren: Erbsen
(durch ein Sieb] d.; durchstreichen <st. V.; hat) (veraltend):
1. svw. t durchstreichen (1): die vielfach durchstrichenen
... nicht immer, leicht zu entziffernden Aufzeichnungen
(Musil. Mann 1239). 2. (geh.) ziellos durchwandern, durch-
schweifen: ... wie er ... die bunte Fremde durchstreicht
(Th. Mann. Krull 93).
durchstreifen <sw. V.; hat): 1. (geh.) ziellos durchwandern:
Wiesen und Wälder d.; sie haben 14 Tage lang die
herbstliche Landschaft durchstreift. 2. (ein Gebiet) systematisch
absuchen, kontrollieren: Patrouillen durchstreifen das Land
(Koeppen. Rußland 11).
durchströmen <sw. V.; ist): durch etw. strömen: das Wasser
strömt hier [zwischen den Steinen] durch; Ü die Menge
strömte durch den Eingang durch; durchströmen <sw. V.;
hat): durchfließen: das Wasser durchströmt die Ebene;
Die Kapillaren werden nicht mehr ausreichend
durchströmt (Medizin II. 143); U ein Gefühl des Glücks, der
Dankbarkeit durchströmte ihn.
dyrchstrukturieren <sw. V.; hat): durch u. durch
strukturieren: gut durchstrukturiert; Das zentrale Problem des
Staates besteht ... darin, daß er aus ..Sachzwang44 den
Kapitalismus verwaltet und daß er prinzipiell undemokratisch ...
durchstrukturiert ist (Stamokap 176); Je vollkommener
an Fragebogen durchstrukturiert ist. desto weniger
Spielraum bleibt für den Interviewereinfluß (Noelle. Umfragen
198); <Abl.:> Durchstrukturiening. die; -. -en: das
Durchstrukturieren: ... daß die Unmittelbarkeit der gelebten
Persönlichkeit ... zu einem Prinzip der gesellschaftlichen D.
geworden ist (Gehlen. Zeitalter 114).
durchstudieren <sw. V.; hat) (ugs.): gründlich lesen,
durcharbeiten: sie hat fast alle Schriften des Aristoteles
durchstudiert.
durchsuchen <sw. V.; hat): bis in den letzten Winkel, ganz
u. gar absuchen, um etw. od. jmdn. zu finden: ich suchte
alles durch, konnte aber nichts finden; durchsuchen <sw.
V.; hat): a) in etn>. gründlich suchen, um etw.. jmdn. zu
finden: sie haben das ganze Haus [nach ihm] von oben
bis unten durchsucht; b) in jmds. Kleidung nach etw.. was
er verborgen halten könnte, suchen: jmdn. [nach Waffen.
Rauschgift] d.; Aber hat denn schon jemand Buschmanns
Klamotten durchsucht? (Grass. Katz 92); <Abl.:>
Durchsuchung, die; -. -en: das Durchsuchen: bei der D. der Wohnung
fand man die gestohlenen Banknoten, dazu:
Durchsuchungsbefehl, der: amtliche Legitimation zur Durchsuchung
einer privaten Wohnung, eines Hauses, eines Betriebes o. ä.:
er fragte nach dem richterlichen D.
dvrchsumpfen <sw. V.; hat) (salopp): durchfeiern,
durchzechen: er hat die ganze Nacht durchgesumpft.
durchtanken. sich <sw. V.; hat) [zu Tank (2)] (Fußball
Jargon): mit kraftvollem körperlichem Einsatz durch die
gegnerische Deckung brechen u. eine Chance erspielen: der bullige
Mittelstürmer hatte sich wieder durchgetankt.
durchtanzen <sw. V.; hat): 1. (eine bestimmte Zeit) ohne
größere Unterbrechung tanzen: sie haben die [ganze]
Nacht durchgetanzt. 2. durch Tanzen abnutzen: Schuhe
d.; durchtanzen <sw. V.; hat): tanzend verbringen: Trotzdem
durchtanzt sie ganze Nächte (Hörzu 47. 1972. 123).
durchtasten, sich <sw. V.; hat): sich tastend durchfinden:
ich tastete mich bis zur Lampe durch.
durchtelefonieren <sw. V.; hat): 1. telefonisch durchsagen:
Er ... macht sich nur Notizen, anhand deren er seine
ungeheuren Artikelausstöße in die Redaktion
durchtelefoniert (Zwerenz. Kopf 253). 2. <d. + sich) (ugs.) nach
einiger Anstrengung die telefonische Verbindung zu jmdm.
bekommen: Noch am spaten Donnerstagabend telefonierte
Schüler sich zu Kohl und Biedenkopf durch (Spiegel 25.
1975. 25).
durchtesten <sw. V.; hat): a) eine bestimmte Menge testen,
ohne einen Teil davon auszulassen: wir testeten alle Geräte
durch; b) gründlich testen: die Gerate einzeln d.; .... wobei
sie diese Auffassung in persönlichen Gesprächen d. wollen
(MM 16. 9. 75. 3).
durchtexten <sw. V.; hat): ganz u. gar textlich gestalten:
die Anzeigen sind ... abwechslungsreich durchgetextet
(Börsenblatt 25. 1975.443).
durchtoben <sw. V.; hat): 1. lärmend, tobend verbringen:
sie durchtobten die ganze Nacht. 2. (geh.) bis ins Innere
erschüttern, aufwühlen: Bürgerkrieg durchtobte das Land;
der Sturm seiner Leidenschaften durchtobte ihn.
durchtosen <sw. V.; hat) (geh.): tosend durchqueren: ein
Wildbach durchtost die Schlucht.
durchtragen <st. V.; hat): durch etw. tragen: notfalls müssen
wir den Verletzten [durch den Bach] d.
durchtrainieren <sw. V.; hat) (bes. Sport): etw. i gründlich,
konsequent trainieren: seinen Körper d.; ein
durchtrainierter Sportler; Nur ein bis ins letzte durchtrainierter Körper
ist den Anforderungen gewachsen, wie sie die ... schweren
Westalpenfahrten an den Bergsteiger stellen (Eidenschink.
Eis 25).
durchtränken <sw. V.; hat) (geh.): mit Feuchtigkeit
durchziehen: das Wasser durchtränkt den Erdboden; Ü Tage von
unbeschreiblicher Vollkommenheit, durchtränkt (dichter.;
durchdrungen) von uneingestandener Angst (Rinser. Mitte
161).
durchtreiben <st. V.: hat): 1. durch etw. treiben: Kühe [durch
ein Gatter] d. 2. durch etw. schlagen, mit Wucht dringen
lassen: einen Bolzen, einen Nagel [durch ein Brett] d.
durchtrennen, (auch:) durchtrpmen <sw. V.; hat): in zwei
Teile trennen, entzweischneiden: die Nabelschnur d.; er
hat die Äste des Nervs durchgetrennt/durchtrennt.
durchtreten <st. V.): 1. <hat) a) (einen Hebel) bis an den
äußersten Punkt, bis zum Anschlag treten: das Bremspedal
<±; er trat das Gaspedal voll durch; b) (Fußball) (von
einem Spieler, der gleichzeitig mit einem anderen nach dem
Ball tritt) den Fuß nicht zurückziehen, sondern ohne
Rücksicht auf den Gegenspieler nach dem Ball treten: der Verteidi-
597
durchtrieben
ger hat voll durchgetreten. 2. (von flüssigen u. gasförmigen
Stoffen) durch eine abschließende Wand dringen Ost): das
Blut tritt [durch die Gefäßwände] durch. 3. (ugs.) weiter
in das Wageninnere eines Verkehrsmittels treten, um
Einsteigenden Platz zu machen Ost): meine Herrschaften, treten
Sie bitte durch!
durchtrieben [donf'tri.bn] <Adj.) [2. Part, von mhd. durch-
triben = mit etw. durchdringen, -setzen] (abwertend):
gerissen, raffiniert, schlau: ein -er Bursche; Frau Ragna Soka,
-e Bibelauslegerin .... wußte es auch nicht (Jahnn,
Geschichten 90); des kleinen Kanzlers überwacher, -er Blick
(Seghers. Transit 60); es gibt kein -eres Kunststück (Geiss-
ler. Wunschhütlein 99); <Abl.:) Durchtriebenheit, die; -,
-en: 1. <o. PI.) durchtriebenes Wesen, Gerissenheit,
Schlauheit. 2. eine für die Durchtriebetüieit (1) des Betreffenden
kennzeichnende Handlung.
durchtrinken <sw. V.; hat): 1. (eine bestimmte Zeit) tritikend
durchfeiern: wir haben die ganze Nacht durchgetrunken.
2. <d. + sich) auf Kosten ariderer Alkohol trinken: der
Kerl trinkt sich überall durch, durchtrjnken <sw. V.; hat):
leine Zeit) trinkend verbringen: durch trunkene Nächte.
Durchtritt, der; -s: das Durchtreten (2): den D. von Gas,
Wasser verhindern; <Zus.:) Durchtrittsstelle, die: Stelle,
an der etw. durchtritt.
durchtrocknen <sw. V.; hat): ganz u. gar, bis ins Innere
trocken werden: die Haare sind noch nicht
durchgetrocknet; die Farbe muß erst gut d.
dgrchtropfen <sw. V.; ist): durch etw. tropfen: an dieser
Stelle ist Wasser durchgetropft.
durchatmen <sw. V.; hat) (Turnen): mehrere Übungen, eine
Kür o. ä. von Anfang bis Ende turnen.
durchvariieren <sw. V.; hat): etw. in allen seinen Variationen
verwirklichen u. dadurch erschöpfen: Die gesamte
Geschichte der neueren Malerei bietet daher das Bild durchvariierter
Möglichkeiten, wie die Experimentalserien der Chemiker
(Gehlen. Zeitalter 30).
durchvögeln <sw. V.; hat) (vulg): a) eine Frau lange u. gehörig
koitieren: Ich hätte ihnen das Himmelreich auf Erden
versprechen ... können, hätte sie der Reihe nach ... d.
können (Zwerenz. Kopf 146); b) (eine bestimtnte Zeit)
fortgesetzt koitieren: du hast wohl die ganze Nacht
durchgevögelt, oder?
durchwachen <sw. V.; hat): (eine bestimmte Zeit) ohne
Unterbrechung wachen: wir haben [die ganze Nacht]
durchgewacht; durchwachen <sw. V.; hat): wachend verbringen:
sie haben mehrere Nächte durchwacht.
^yrchwachsen <st. V.; ist): (von Pflanzen) durch etw.
wachsen: die Blumen sind [durch den Maschendraht]
durchgewachsen; durchwachsen <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: a)
durchzogen, durchsetzt: das Gebüsch ist mit Efeu
durchwachsen; -er Speck (mit magerem Fleisch durchsetzter
Speck): b) <nur präd.) (ugs. scherzh.) mittelmäßig:
gemischt: das Wetter ist [so] d.; ..Wie gehfs?" - ..Danke,
d."; Ist sie (= die Grundstimmung) „durchwachsen" oder
ist sie pessimistisch? (Gut wohnen 1,1976, 24).
durchwagen, sich <sw. V.; hat) (ugs.): wagen, sich durch
etw. durchzubewegen: ich wage mich nicht [durch die
Menge] durch.
Durchwahl, die; -: das Durchwählen: eine Nebenstellenanlage
mit/ohne D.; Durchwahleinrichtung, die; -. -en: Einrichtung
zum Durchwätden: durchwählen <sw. V.; hat): a) mit Hilfe
des Selbstwählferndienstes wählen: in die USA d.; b) vom
Nebenanschluß einer Nebenstellenanlage direkt in das
öffentliche Netz wählen u. umgekehrt: Durchwahlnummer, die;
-. -n: zentrale Nummer einer Nebenstellenanlage.
durchwälgern <sw. V.; hat): svw. tdurchweigern.
durchwalken <sw. V.; hat) (salopp): durchprügeln.
durchwaten <sw V.; hat) (dichter.): beherrschen, bestimmen:
Er (= der Rhythmus) durchwaltet daher auch unser
Gestalten (Seidler. Stilistik 217).
durchwamsen <sw. V.; hat) (salopp): durchprügeln.
Durchwanderer, der; -s. -: amtl. Bez. für Landstreicher:
<Zus.:) Durdiwandererkarte, die: zeitlich befristeter
amtlicher Nachweis über soziale Hilfeleistungen für Obdachlose:
durchwandern <sw. V.; ist): (eine bestimmte Zeit) ohne
Unterbrechung wandern: sie sind fTag und Nacht, bis zum
Ziel] durchgewandert; durchwandern <sw. V.; hat):
wandernd durchqueren: ein Gebiet d.; sein Zimmer, die
Wohnung d. (scherzh.; im Zimmer, in der Wohnung
umhergehen): <Abl.:> Durchw^nderung, die; -. -en: ... das ötztal.
zu dessen D. man zwölf Stunden benötigt (Eidenschink.
Eis 10).
durchwärmen, durchwärmen <sw. V.; hat): ganz u. gar
wärmen, mit Wärme erfüllen: der Grog hat mich kräftig
durchgewärmt/durchwärmt; die Sonne durchwärmte sie; <Abl.:)
Durchwgrmimg, die; -. -en: das Durchwärmen: eine
wohltuende D.
durchwaschen <st. V.; hat) (ugs.): schnell, nebenbei waschen:
ein Paar Strümpfe [kurz] d.; ... damit er sich sein Hemd
... in dem Zuber einer mitleidigen Bäuerin d. konnte (Fus-
senegger. Haus 274).
durchwaten <sw. V.; ist): durch etw. waten: er ist [durch
den Bach] durchgewatet; durchwaten <sw. V.; hat): watend
durchqueren: ein überschwemmtes Gelände d.
durchweben <sw. V.; hat): etw. so weben, da/J das Muster
auf beiden Seiten erscheint: ein durchgewebter Teppich;
durchweben <durchwebte/(dichter.:) durchwob, hat durch-
webt/(dichter.:) durchwoben): (ein Gewebe) mit in Farbe
od. Qualität abstechenden Webfäden durchsetzen: den StofT
mit hübschen Mustern d.; mit Lurexfäden durchwehter
StofT; ihre Haare waren von Silberfäden durchwoben; Ü
die Hochzeitsrede war von vielen blumigen Floskeln
durchwoben.
durchweg ['dur^vek. auch: -'-] <Adv.): gänzlich,
ausnahmslos: die Beispiele sind d. aus der Praxis genommen; Er
sieht sich die Insassen des Saales genauer an: es sind
d. Arbeiter (Bredel. Prüfung 66); Idole, fast d. stehende
Frauen mit adorierend erhobenen Armen (Bild. Kunst
1.117);durchwegs['durcvE:ks.auch:--] (bes. österr. ugs.):
svw. T durchweg: Die folgende Untersuchung verzichtet
d. darauf, ihrerseits Fakten einzusammeln (Enzensberger.
Einzelheiten I. 23); ... obwohl man d. eine trockene und
lichtdurchglänzte Luft atmet (Musil. Mann 1156).
durchwehen <sw. V.; hat) (geh.): wehend durch etw. dringen:
ein frischer Luftzug durchwehte das Haus; U Die Luft
durchweht (erfüllt) von Tod (Plievier. Stalingrad 345).
durchweichen <sw. V.; ist): ganz u. gar von Nässe
durchdrungen u. dadurch weich werden: der Karton ist an dieser
Stelle ganz durchgeweicht; durchweichen <sw. V.; hat):
durchnässen u. dadurch weich machen: der Regen hat den
Boden völlig durchweicht.
durchweigern <sw. V.; hat) (landsch.): (Teig) wiederholt
rollen, ausrollen, wälzen, bis er durchgearbeitet ist: Ü Ich
besitze nun nichts mehr, Silvia, werde aber nicht sterben,
ohne vorher das Glück erfahren zu haben, einen durchzu-
welgern und neben der schönsten Frau zu liegen.- Wen
hast du denn durchgeweigert? fragte sie schwach ... -
Den Baron in persona. Beinahe ihn umgebracht .... als
ich ihn würgte (Dessauer. Herkun 213).
durchwerfen <st. V.; hat): durch etw. werfen: er wirft den
Ball [durch die Pfosten] durch.
durchwetzen <sw. V.; hat): durch langes Tragen abnutzen:
durchgewetzte Ärmel.
durchwichsen <sw. V.; hat) (salopp): durchprügeln.
durchwieseln, sich (landsch.): svw. tdurchschlängeln, sich:
sich zwischen den Tischen d.; Ü sich überall d.
durchwinden, sich <st. V.; hat): sich durch etw. winden,
zwängen: sie mußte sich zwischen den Tischen d.: Sie wand
sich zwischen den Zinkwannen durch (Böll. Haus 82);
Ü sich zu mehr Toleranz d.
durchwintern <sw. V.; hat): (Pflanzen) über den Winter
bringen: ich habe die Knollen im Keller durchwintert;
<Abl.:) Durchwjnterung, die; -. -en: das Durchwintern.
durchwirken <sw. V.; hat): 1. durchkneten (a): den Teig
kräftigd.; durchwjrken <sw. V.; hat) (geh.): svw.
tdurchweben: mit Goldfäden durchwirkter StofT; Ü Ist dieser
Kosmos ... durchwirkt (dichter.; erfüllt) von tödlichen Strahlen
und Antimaterie? (Thielicke. Ich glaube 54).
durchwitschen <sw. V.; ist) (salopp): gerade noch entkommen:
der Flüchtling ist [durch die Absperrung] durchgewitscht.
durchwogen <sw. V.; hat) (geh.): in starke Erregung
versetzen: eine heftige Empfindung durchwogte ihre Brust.
durchwollen <unr. V.; hat) (ugs.): a) eine als Passage
vorgesehene Öffnung o. ä. passieren, durchqueren wollen: wir wollen
hier, durch dieses Tor durch; b) ein Hindernis durchqueren
wollen, einen Durchbruch durch etw. schaffen wollen: durch
das Gestrüpp, den Morast d.; die Konstrukteure des
Tunnels wollen an dieser Stelle durch den Berg durch.
durchwuchern <sw. V.; hat): wuchernd durchziehen: der
Garten ist von Unkraut durchwuchert.
598
Durianfrucht
durchwühlen <sw. V.; hat): I. svw. tdurchwühlen (1): eine
Schublade d. 2. <d. + sich) (ugs.) etw. durchdringen, sich
durch etw. durcharbeiten: ein Maulwurf hat sich hier durch
die Erde durchgewühlt; U er hat sich [durch den Aktenstoß]
durchgewühlt; durchwühlen <sw. V.; hat): 1. wühlend durch-
suc/ien: den Schrank [nach Wertgegenständen] d.; er sucht
die letzten Zündhölzer .... durchwühlt die Taschen der
Jacke und der Hose (Jahnn. Nacht 152). 2. svw. t aufwühlen
(1 b): die Geschosse haben den Boden durchwühlt.
Durchwurf, der; -[e]s.... würfe: großes Gittersieb zum Sieben
von Erde. Kies. Sand o. ä.
durchwurschteln, durchwursteln, sich <sw. V.; hat)
(salopp): sich behelfsmäßig, unzulänglich durchbringen: Aber
bis jetzt hat man sich ja immer noch irgendwie
durchgewurschtelt (K. Mann. Wendepunkt 440).
durchwyrzeln <sw. V.; hat): mit seinen Wurzeln durchdringen:
die Bäume haben den Boden durchwurzelt; <Abl.:) Durch-
wyrzelung. die; -. -en.
dyrchwürzen <sw. V.; hat): durch u. durch würzen: das
Reisgericht kräftig mit Curry d.
durchwuzeln, sich <sw. V.; hat) (österr. ugs.): sich
durchzwängen: er wuzelte sich durch die Tanzenden durch.
durchzählen <sw. V.; hat): von Anfang bis Ende zählend
erfassen, abzäfilen: Geld, eine Anzahl Personen [einzeln]
d.; <Abl.:) Dyrdizählung. die; -. -en.
dyrchzechen <sw. V.; hat): (eine bestimmte Zeit) ohne
Unterbrechung zechen: sie haben [die ganze Nacht] durchgezecht;
durchziehen <sw. V.; hat): zechend verbringen: sie haben
die Nacht durchzecht.
durchzeichnen <sw. V.; hat): svw. tdurchpausen.
dMrchziehen <unr. V.): 1. durch erw. ziehen <hat>: die Schnur
[durch eine Schlaufe] d.; ein Gummiband [durch einen
ausgeleierten Hosenbund] d.; er zog die Reinigungskette
noch einmal durch. 2. gleichmäßig bis zum äußersten Punkt,
bis zum Anschlag ziehen <hat>: ein Sägeblatt, ein Ruder
[gut] d. 3. (ugs.) trotz Hindernissen ablaufen lassen,
durchdrücken, zu einem guten Ende bringen, durchfüixren. nicht
aufgeben <hat>: nachdem wir die Sache angefangen haben,
müssen wir sie unbedingt d.; Das Programm wird so oder
so in der ... festgesetzten Zeit durchgezogen (DM 5. 1966.
50). 4. vorbei-, vorüberziehen <ist>: Flüchtlinge sind [in
Scharen] durchgezogen; ein Gewitter zieht durch;
durchziehende Vogelschwärme. 5. <d. + sich) bis zum Ende in
erw. enthalten sein <hat): das Motiv zieht sich wie ein
roter Faden durch das ganze Stück durch. 6. (Kochk.)
'" von einer Speise, die sich aus mehreren Bestandteilen mit
verschiedenem Geschmack zusammensetzt) einige Zeit
stehen, um eine harmonische Geschmacksverbindung zu
erhalten (ist): der in Essig eingelegte Sauerbraten muß einige
Tage d.; der Salat ist gut durchgezogen. 7. (Soldatenspr..
derb) mit einer Frau geschlechtlich verkehren <hat): seit
ich in Hamburg bin. hab' ich allerhand durchgezogen,
so fünfzehn, zwanzig Stück bestimmt (Schmidt.
Strichjungengespräche 141); durchzkhen <unr. V.; hat): 1. ein Gebiet
o. ä. in ungeordneten j Gruppen kreuz u. quer durchstreifen
od. durchqueren: plündernde Horden durchzogen das
Land; die Karawanen durchziehen die Sahara. 2. jmdn.
schneidend, ziehend durchdringen: ein plötzlicher Schmerz
durchzog ihn; Ü (geh.)eine Welle von Mitleid. Dankbarkeit
durchzog sie. 3. linienförmig durchsetzen: Flüsse
durchziehen die Landschaft; ein von Hügeln bedecktes und von
Schluchten durchzogenes Gebiet (Plievier. Stalingrad 12);
von blauen Adern durchzogener Marmor. 4. in etw.
durchgängig enthalten sein: dieses Motiv durchzieht des Dichters
gesamtes Alterswerk; Die Frage: was ist ... der moderne
Mensch .... diese Frage durchzieht das ganze Buch (Boda-
mer.Mann 165); Durchzieher [dun;tsi:B]. der; -s. - (Studen-
tenspr.): a) ein durchgezogener Fechthieb bei der Mensur:
b) Narbe, die von diesem Fechthieb zurückbleibt.
durchzjttem <sw. V.; hat): 1. mit einem Zittern erfüllen:
ein leichter Stoß durchzitterte das Haus. 2. (geh.) ein Zittern
auslösend durchdringen: Freude durchzitterte sie.
durchsuchten <sw. V.; hat) (Tierzucht): (eine bestimmte
Rasse) so lange züchten, bis das Zuchtziel erreicht ist.
durchzucken <sw. V.; hat) 1. mit zuckenden
Lichterscheinungen erfüllen: Blitze durchzucken den Himmel; Eine Helle
.... durchzuckt vom Mündungsfeuer der Batterien (Re-
marque. Westen 47). 2. (von Gedanken. Gefühlen o.a.)
jmdn. plötzlich durchdringen, jmdm. ins Bewußtsein kommen:
plötzlich durchzuckte ihn ein Gedanke, eine Erkenntnis;
Indem ich von diesem Glück spreche, durchzuckt mich
... eine Sorge (Thielicke. Ich glaube 30).
Durchzug, der; -[e]s, ...züge: I. das Durchqueren eines Ortes.
Bereichs o. ä.: der D. der Truppen; der D. einer
Schlechtwetterzone. 2. <o. PI.) starker Luftzug, der durch zwei
einander gegenüberliegende Fenster-, Türöffnungen o. ä.
entsteht: es herrscht D. hier; zur Lüftung der Wohnung D.
machen; *auf D. schalten (ugs.; nicht zuhören, wenn jmd.
etw. sagt, berichtet o. ä.Y. wenn er zu reden anfängt,
schalte ich automatisch auf D.; <Abl. zu 1:) Dyrdizügler
[...tsy.klB], der; -s. - (Zool.): Vogel, der bei seinem Flug
nach Süden ein Land nur als Zugvogel berührt: <Zus.:>
Dvrchzugsarbeit, die: Handarbeit, bei der Fäden aus einem
Gewebe herausgezogen u. durch andere, abstechende Fäden
ersetzr werden: Dyrchzugsrecht. das (Völkerr.): das Recht
eines Staates, mit seinen Truppen ein bestimmtes Gebiet
zu durchqueren.
durchzwängen <sw. V.; hat): durch etw. hindurchzwängen:
das Kind hat seinen Kopf durch das Gitter durchgezwängt;
er zwängte sich [unter dem Zaun] durch.
Durdreiklang, der; -s. ...klänge (Musik): Dreiklang in Dur.
dürfen fdYrfn] <unr. V.) [mhd. dürfen, dürfen, ahd. durfan.
urspr. = brauchen, nötig haben]: 1. (Modalverb; durfte,
hat... dürfen) a) die Erlaubnis haben, berechtigt, autorisiert
sein. etw. zu tun: ..Darf ich heute nachmittag schwimmen
gehen?" - ..Du darfst [schwimmen gehen]"; ich habe nicht
kommen d.; ich darf Sie bitten, das Formular auszufüllen
(ich bitte Sie, ...): (in höflicher Ausdrucksweise, in der
Form einer Frage:) darf ich Sie bitten, das Formular
auszufüllen?; darf ich bitten? (höfliche Form der Aufforderung
zum Tanz, zum Essen, zum Betreten eines Raumes u.a.):
(iron.:) darf man einmal fragen.wie lange das noch dauert?;
b) drückt einen Wunsch, eine Bitte, eine Aufforderung
aus (oft verneint): du darfst jetzt nicht aufgeben!; ihm
darf nichts geschehen; Das darf nicht wahr sein (ugs.;
das ist nicht zufassen, nicht zu verstehen), daß der Friedrichs
neuer Boß ist (Hörzu 11.1973. 8); c) die moralische
Berechtigung, das Recht haben, etw. zu tun (verneint): du darfst
Tiere nicht quälen!; das hätte er nicht tun dürfen!; das
durfte nicht kommen, hätte nicht kommen d. (ugs.; die
Äußerung war fehl am Platz)', d) a) allen Grund, alle Ursache
haben, etw. zu tun: wir durften annehmen, daß der Film
ein voller Erfolg werden würde; Die Kollektion darf als
ausgewogener Querschnitt durch die Sportmode angesehen
werden (Herrenjournal 3.1966.38); ß) <nur im 2.
Konjunktiv + Inf.) es ist walu'scheinlich, mit großer
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß ...: diese Zeitung dürfte die größte
Leserzahl haben; es dürfte nicht schwer sein, das zu zeigen;
es dürfte ein Gewitter geben; e) (veraltend) brauchen (meist
in Verbindung mit ..nur. bloß"): du darfst bloß ein Wort
der Kritik sagen, dann gerät er schon außer sich. 2.
(Vollverb; durfte, hat gedurft) die Erlaubnis haben: er hat nicht
gedurft; ich darf es; darfst du das?; durfte ['durfte], dürfte
rdvrfTU)]: tdürfen; dürftig ['dvrft«;] <Adj.) [mhd. dürftic.
ahd. durftic. zu mhd.. ahd. dürft = Bedürfnis. Not.
INotdurft]: a) von materieller Armut zeugend: karg, ärmlich:
eine -e Unterkunft; in -en Verhältnissen leben: -e
Mahlzeiten; d. bekleidet sein; von Menschen bewohnt, die d. lebten
oder gar verkommen (Jahnn. Nacht 62); b) (abwertend)
unergiebig und ohne rechten Wert, unzulänglich,
kümmerlich: eine -e Beleuchtung; das ist nur ein -er Ersatz; In
der Mappe sind die einzigen, wenn auch -en Beweise,
die Schmied ... gesammelt hat (Dürrenmatt. Richter 88);
ein -es Ergebnis; seine Kenntnisse auf diesem Gebiet sind
d.; Er fand seine Scherze d. (Brecht. Groschen 148); c)
(veraltend) schwächlich, schmächtig: Morosow legte seinen
Arm um den Kübel der -en Palme (Remarque. Triomphe
60); Frauen, die unansehnlich waren und d. von Gestalt
(Feuchtwanger. Herzogin 12); <Abl.:> Dürftigkeit, die; -:
dürftige Beschaffenheit.
Durianbaum[du:rjia:n-].der; -[e]s. ...bäume [t Durianfrucht]:
Vertreter einer Gattung von malaiischen Wollbäumen, deren
kopfgroße, stachelige, gelbbraune Kapselfrüchte
kastaniengroße Samen mit weichem, weißlichem, wohlschmeckendem,
aber übelriechendem Samenmantel enthalten: Durianfrucht,
die; -. ...fruchte [zu gleichbed. malai. durian]: die
riesengroßen, warzenbedeckten Durianfrüchte. die so wunderbar
kilometerweit nach faulem Käse stinken, aber hinter dieser
Duftbarriere ein köstliches Fruchtfleisch verbergen (MM
6. 11.73.3).
599
Durine
Durine: tDourine.
Durit [du'rht. auch: ...nt], der; -s. -e [zu lat. dürus = hart]:
streifige Steinkohle mit holiem Ascherückstand; Duroplast
[duro'plast]. der. auch: das; -[eis. -e (meist Pl.> [zu lat.
dürus = hart u. fPlastl: in Hitze härtbarer, aber nicht
schmelzbarer Kunststoff.
dürr [dyrl <Adj> [mhd. dürre, ahd. durri. urspr. = trocken,
ausgedörrt]: l.a) <nicht adv.> vertrocknet, verdorrt: -e Äste;
-es Laub. Holz; -e Schoten raschelten (Grass. Hundejahre
258); b) ohne Feuchtigkeit u. Nährstoffe, ausgetrocknet u.
daher unfruchtbar: -er Boden; während sehr trockenen ...
Wetterperioden ... wird die Erde bröckelig und d. (Eiden-
schink. Fels 96); c) unergiebig, dürftig: die -en Jahre der
..depression" trieben den ... Intellektuellen aus dem
Elfenbeinturm (K. Mann. Wendepunkt 309); er antwortete
mit ein paar -en (kargen, knappen) Worten. 2. sehr mager\
liager: ein -er Körper, Hals; sie ist ein -es Gestell (ugs.;
ist in unschöner Weise mager)', der Junge ist sehr d.
Dijrr-: -fleisch, das: svw. T Dörrfleisch; -futter. das: aus
Heu bestehendes Tierfutter: Trockenfutter; -holz, das:
abgestorbenes, dürres Kleinholz; -kräutler, der (österr.
veraltet): Händler, der getrocknete Heilkräuter verkauft: ^obst,
das: svw. t Dörrobst.
Durra [dora], die; - [arab. dural: svw. tSorgho.
Dürre fdYi?]. die; -, -n [mhd. dürre, ahd. dum]: 1. trockene
Witterung, große Trockenfieit: es herrschte eine entsetzliche
D.; das Land wurde von einer D. heimgesucht; bei der
D. dieses Sommers verdorrte alle Vegetation; Ü eine
geistige D. (Unfruchtbarkeit) breitete sich aus. 2. <o. PI.) das
Ausgetrocknetsein. Verdorrtsein: die D. des Laubes, des
Bodens.
dijrre-, Di/rre-: -empfindlich <Adj.; nicht adv.) (Bot.): (von
Pflanzen) empfindlich gegen große Trockenheit; ^fest <Adj.;
nicht adv.) (Bot.): unempfindlich, widerstandsfähig gegen
große Trockenheit; ^iahr, das: Jahr, in dem anhaltende
große Trockenlieit herrscht; -katastrophe, die: die Länder
der Sahelzone erlebten in den letzten Jahren eine D.
größten Ausmaßes; -Periode, die: Zeit anhaltender großer Trok-
kenheit.^resistenz,die(Bot.): (von Pflanzen)
Widerstandsfähigkeit gegen Austrocknung; -schaden <P1.): die große
Trockenheit hatte dem Land große D. zugefügt.
Durst [durst], der; -[eis [mhd., ahd. durst]: 1. stärkeres
Bedürfnis zu trinken: quälender D. peinigt ihn; großen
D. bekommen, verspüren; [starken] D. [auf ein kühles
Bier, nach einem kühlen Bier] haben; seinen D. löschen,
stillen; vor D. fast umkommen; vor D. klebt ihm die
Zunge am Gaumen; *ein Glas etliche eins einen über den
D. trinken (ugs. scherzh.; zuviel von einem alkoholischen
Getränk trinken). 2. (dichter.) heftiges, drängendes
Verlangen: D. nach Ruhm. Freiheit. Erkenntnis; Er fühlte ...
die Unberührtheit ihres ... amazonischen Fleisches und
des zersprengenden -es ihrer Träume (Langgässer. Siegel
470).
dyrst-, Dyrst-: -gefühl, das: Gefühl, trinken zu müssen;
-löschend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -es Getränk;
-stillend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): das Durstgefühl nach-
Imltig beseitigeml; -e Getränke; -strecke, die: kürzere
Zeitspanne, in der man Entbehrungen. Einschränkungen auf
sich nehmen muß. in der man bestimmte notwendige od.
wünschenswerte Dinge nur in sehr beschränktem Maße zur
Verfügung hat: ... mittelständische und kleine
Unternehmer, die die kommende D. nicht überleben werden (DM
38. 1965. 50); -streik, der: Verweigerung der
Flüssigkeitsaufnahme, um bestimmte Forderungen durchzusetzen: die
Anarchisten traten in den D.
dursten[dorstnj <sw. V.; hat)(geh.): a)großen Durst leiden:
sie mußten lange hungern und d.; bei dieser Hitze durstet
alles; b) <unpers.) svw. tdürsten (1); c) svw. tdürsten (2):
er durfte nicht den Eintritt in das Gotteshaus denen streitig
machen, die ... nach Hilfe dursteten (Kirst. Aufruhr 66);
dürsten [dYrstn] <sw. V.; hat) [mhd. dürsten, dursten,
ahd. dursten] Wichter.): I. <unpers.) Durst haben: mich
dürstet/es dürstet mich [nach einem kühlen Trunk]. 2.
heftiges Verlangen nach etw. haben: wir dürsteten nach
Rache. Unabhängigkeit. Gerechtigkeit; <auch unpers.:)
es dürstete ihn/ihn dürstete nach Anerkennung; der
Verzweiflungsausbruch einer ... nach Gott dürstenden Seele
(Sieburg. Robespierre 98); durstig ['durstig] <Adj.; nicht
adv.) [mhd. durstec. ahd. durstac]: 1. Durst habend: ein
-er Wanderer; sehrd. sein; das Wandern hat ihn d. gemacht;
Ü ein Tropfen Wasser, auf -e Erde gefallen (Jahnn.
Geschichten 215). 2. (geh.) begierig nach etw.: er ist d. nach
Wissen: doch sahen Sie mir zunächst nicht gerade d. auf
Gesellschaft aus (Seghers. Transit 213).
Durtonart, die; -. -en (Musik): Tonart in Dur; Durtonleiter,
die; -. -n (Musik): Tonleiter in Dur.
Durumweizen[du:rom-]. der; -s [zu lat. durum. Neutr. Sg.
von: dürus = hart]: Hart-. Glasweizen.
Dysch-: -bad, das: a) Raum mit einer Vorrichtung zum
Duschen: Die Sportler finden Duschbäder. Sauna ... und
Umkleideräume vor (Spiegel 6. 1966. 69); b) Bad unter
der Dusche: ein D. nehmen; -ecke, die: abgeteilte Ecke
in einem Bad od. Waschrawn. in dem eine Dusche (1)
eingerichtet ist; -gelegenheit. die: Möglichkeit zum Duschen:
Suche Zimmer mit D.; -kabine, die: 1. kleiner,
abgetrennter, meist nach einer Seite hin offener Raum mit Dusche.
2. kleinere Kabine, in der eine Duschvorrichtung u. ein
Heißwasseraggregat eingebaut sind. u. die an Stelle eines
speziellen Duschraumes an geeigneter Stelle in einer
Wohnung aufgestellt werden kann; -räum, der: größerer Raum
mit mehreren Duschen; -Vorhang, der: zum Abhalten des
Wassers vor der Duschkabine aufgehängter Vorliang.
Dusche [doja. auch: 'du:Jd], die; -. -n [frz. douche < ital.
doccia = Wasserrinne. Gießbad, wohl zu: doccione =
(Wasser)leitungsröhre < lat. duetio. eigtl. = das Ziehen,
das Führen]: 1. Vorrichtung, die aus einer in bestimmter
Höhe an der Wand installierten Brause besteht mit darunter
befindlichem niedrigetn BeckenI. unter der man den ganzen
Körper einer Berieselung mit kaltem od. heißem Wasser
aussetzt: die D. anstellen; Zimmer mit D.; Gehen Sie
unter die D. (duschen Sie sich) und befreien Sie sich
innen und außen (Kant. Impressum 131); sich unter die
D. stellen. 2. das Duschen. Duschbad (b): die morgendliche
[kalte] D.; eine heiße D. nehmen (sich heiß duschen);
* eine kalte D. [für jmdn.] sein, wie eine kalte D. [auf jmdn.]
wirken (ugs.; eine Ernüchterung. Enttäuschung für jmdn.
sein). 3. svw. tDuschbad (a); duschen [dujn. auch: du:fn]
<sw. V.; hat): a) sich unter eine Dusche (1) stellen, ein
Duschbad (b) nehmen: abwechselnd warm und kalt d.;
er hatte keine Lust zu d.; <d. + sich) sich ausgiebig
d.; Duschen Sie sich frisch und fröhlich (Petra II, 1966.
90); b) / mit der Dusche/ bespritzen, absprühen: Unter dem
klaren, kalten Wasser der Quietschenden Pumpe duschte
ich den Oberkörper (Kreuder. Gesellschaft 73).
Düse [dy:z3]. die; -. -n [tschech. duSe = Schlauch. Inneres
eines Rohres. Rohr, urspr. = Seele] (Technik): sich riach
vorn stetig verengendes Rohr stück, indemeinhindurc/iflie-
ßendes Mediwn (Flüssigkeit od. Gas) seine Geschwindigkeit
unter gleichzeitigem Druckabfall erhöht: eine verstopfte
D.; die D. reinigen.
Dusel [du.zl]. der; -s [aus dem Niederd.]: a) (ugs.)
unverdientes Glück: mit seinem Geschäft hat er [großen] D. gehabt;
Das Leben wurde jedoch bereits für weniger wichtige
Sachen riskiert, und etwas D. gehörte immer dazu (Apitz.
Wölfe 109); b) (landsch.) Benommenheit. Schwitutelgefühl;
c) (landsch.) leichter Rausch: er war ständig im D.; duselig,
duslig [du:z[3]lic] <Adj> (ugs.): benommen, schlaftrunken;
duseln ['du:zjn] <sw. V.; hat) (ugs.): benommen,
schlaftrunken sein, dösen: Wir können nicht schlafen, wir stieren
vor uns hin und duseln (Remarque. Im Westen 81).
Düsen-: -aggregat, das: svw. f Strahltriebwerk; -antrieb,
der: Antrieb mit Hilfe eines Strahltriebwerks; -bomber,
der: vgl. -Flugzeug; -clipper, der: vgl. -flugzeug;
-flugzeug, das: durch ein Strahltriebwerk angetriebenes Flugzeug;
-gewitter, das (ugs.): akustische u. mechanische Folgen
des Schallmauerdurchbruchs von Düsenflugzeugen; -Jäger,
der: vgl. -flugzeug; -maschine, die: svw. T-flugzeug;
-motor, der: Motor eines Düsenflugzeugs: das sei eine
Gefahr für die von den Luftstreitkräften benötigten -en (Fr.
Wolf. Menetekel 200); Treibstoff, der: Treibstoff für ein
Düsenflugzeug; -triebwerk, das: svw. tStrahltriebwerk.
duslig: tduselig.
Dussel[dusl],der; -s, - [Nebenf. von TDusell (ugs.):
Dummkopf Schlafmütze: ich D. hätte doch daran denken sollen;
ich schicke Sie zur Ostfront. Sie D.. Sie! (Hochhuth.
Stellvertreter 136); Dusselei [dosa'laj), die; -. -en (ugs.):
Dummheit. Unachtsamkeit; dvsseli&: tdußlig; Dusseligkeit: t
Dußligkeit; dusseln ['dosin] <sw. V.; hat) (landsch.): svw.
tduseln: ich ... dusselte so langsam wie möglich über die
Chaussee (Bieler. Bonifaz 226); dyßltg, dusselig ['dustollu;]
600
Dynamismus
<Adj.> (ugs.): 1. dumnu dämlich: so ein -er Kerl!; die
Männer sind doch alle d.; Was stehst du da so d. herum,
Mensch! (Bobrowski. Mühle 256). 2. (landsch.) benommen,
betäubt: In der Nacht habe ich wieder drei Pillen für
meine Nerven genommen, ich bin noch ganz d. davon
(Faller. Zwei Frauen 58); <Abl.:> Dyßligkeit, Dysseligkeit.
die; -. -en (ugs.): 1. <o. PI.) Dummheit, Dämlichkeit: seine
D. ist grenzenlos! 2. dumme, törichte Handlung.
Dust [dost], der; -[e]s [vgl. Dunst] (niederd.): Dunst. Staub.
duster ['du :stB)<Adj.)[Nebenf. von tdüster] (landsch.. ugs.):
dunkel: ist das hier d.; ihr sitzt Ja im Dustern: düster
[dy:stp] <Adj.) [aus dem Niederd. < mniederd. düster]:
l.a) ziemlich dunkel, nicht genügend hell, nur spärlich
erleuchtet: ein -er Gang; ein großes, -es Zimmer mit blinden
Fenstern (Fallada. Blechnapf 202); b) dunkel u. bedrückend
wirkend: eine -e Backsteinkaserne: das Bild ist in -en Farben
gemalt; diese Landschaft ist mir zu d.; c) bedrückend
negativ: ein -es Bild von etwas zeichnen; eine -e Prognose
stellen; d) (selten) undurchsichtig, obskur: eine -e
Angelegenheit; e) (selten) unklar, verschwommen: nur eine -e
Ahnung von etw. haben. 2. schwermütig, niedergedrückt und
dalier unlieimlich wirkend : ein -er Mensch; er hat ein
-es Wesen; es herrschte eine -e Stimmung; Düster [-]. das;
-s (dichter.): svw. f Düsterheit; Düsterheit, Düsterkeit, die;
-: düstere Beschaffenheit: düstern ['dy:sten] <sw. V.; hat)
(dichter.): düster werden <unpers.>: es düstert; Düsternis,
die; - (geh.): svw. tDüsterheit.
Dutduiian ['dAtJman]. der; -s. ...men [...man; engl. Dutch-
man]: Schimpfwort Englisch sprechender Matrosen für
deutsche Seeleute.
Dutt [dot]. der; -[e]s. -e u. -s [aus dem Niederd., eigtl.
= Haufe] (landsch.): Haarknoten: einen D. tragen.
Dutte ['dutel. die; -. -n [mhd. tutte. ahd. tutta]: 1. (österr.
ugs.) Zitze: die Ferkel saugen an den -n. 2. (derb) weibliche
Brust. Vgl. Titte.
Duty-free-Shop [engl. dju.tifrijbp], der; -[s]. -s [aus engl,
dutyfree = abgabenfrei, zollfrei u. tShop]: ladenähnliche
Ehirichtung im zollfreien Bereich eines Flughafens o.a.,
wo man Waren zollfrei kaufen kann.
Dutzend [dütsntj. das; -s. -e [mhd. totzan. totzen < afrz.
dozeine. zu: doze < lat. duodeeim = zwölf]: a) <P1.: -)
Menge von zwölf Stück: ein ganzes, halbes D.; zwei D.
frische Eier/frischer Eier; das D. Eier kostet/kosten 2.40
Mark; R davon gehen 12 auf ein D. (ugs.: das ist gar
nichts Besonderes)', Abk.: Dtzd,; b) <P1.) eine
unbestimmbare Menge: -e [von] Menschen strömten in den Saal; sie
kamen in/zu -en.
dytzend-, Dytzend-: -fach <Adj.: o. Steig.; nicht präd.):
I. viel: die -en Zusammenbrüche in der Wirtschaft. 2.
<nur adv.) svw. t ^mal; -geschmack, der (abwertend):
Allgemeingeschmack: ^nesicht, das (abwertend): Allerweltsge-
sieht: ein D. haben; Mnal <Adv.>: häufig, sehr oft: ich
habe dir das schon [ein] d. gesagt; -mensch, der
(abwertend): gewöhnlicher Mensch, Alltagsmensch: ^typ, der: vgl.
t ^gesicht; -wäre, die (abwertend): Ware, die in sehr großer
Zahl angeboten wird: ^weise <Adv.): zu Dutzenden: diesen
Artikel haben wir d. verkauft.
Duumvir [du'umvir]. der; -n. -n (auch: -i) <meist PI.) [lat.
duumvir. zu: duo = zwei u. vir = Mann]: altrömischer
Titel für die Beamten verschiedener mit zwei Männern
besetzter Behörden in Rom bzw. in den römischen Kolonien
u. Munizipien: Duumvirat [duumvira:t]. das; -[e]s. -e [lat.
duumvirätus]: Amt u. Würde der Duumvirn.
Duvet [dy've], das; -s, -s [frz. duvet. eigtl. = Daune, zu
afrz. dum. dun = Daune < anord. dünn] (Schweiz.):
Daunendecke, Federbett: Duvetine [dYfthn], der; -s, -s [frz.
duvetine. zu t Duvet]: Samtimitation aus Wolle, Baumwolle
od. Chemiefaser.
Düwel [dy:vj]. der; -s. - (niederd.): Teufel.
Duwock ['duivak]. der; -s, -s [mniederd. düwenwocke]
(niederd.): Schachtelhalm.
Dux [doks]. der; -. Duces ['du:tse:s; lat. dux = Führer,
zu: dücere = ziehen, fuhren] (Musik): meist einstimmiges
Fugenthema in der Haupttonart, das im Comes (2) mündet.
Duz- (duzen): -bruder, der: svw. t-freund; -freund, der:
guter Bekannter, mit dem man sich duzt: die beiden sind
alte -e; -fuß: nur in der Wendung mit jmdm. auf [dem]
D. stehen (ugs.; sich mit jmdm. duzen): Ü er steht mit
dem Alkohol auf [dem] D. (ugs. scherzh.; er trinkt gern
u. viel alkoholische Getränke).
duzen [du:tsn] <sw. V.; hat) [mhd. duzen, dutzen]: mit
Du anreden: er duzt alle seine Leute; es ist doch ein Abstieg,
wenn einen Jeder duzt (Hörzu 23. 1971. 128); wir duzten
ihn und durften ihn ..Bert" nennen (K. Mann. Wendepunkt
88).
Dwaita ['dvajtaj. der; - [sanskr. dvaita = Zweiheit]: Lehre
der indischen Philosophie des Wedanda, die, alle Einheit
negierend, nur die Zweiheit von Gott u. Welt gelten läßt.
Dwandwa ['dvandva]. das: -[s]. -[s] [sanskr. dvandva. eigtl.
= Paar] (Sprachw.): Kompositum aus zwei gleichwertigen
Begriffen, Kopulativuni (z. B. taubstumm).
dwars [dvars] <Adv.) [mniederd. dwers] (niederd.): quer:
manchmal schob man d. durch eine Schneematschkurve
(Welt 7. 12. 65).
dw?rs-, Dw^rs- (Seemannsspr.): ^linie: in der Wendung
in D. (nebeneinander): -schiffs <Adv.): quer schiffs: Mvind,
der: Seitenwind.
Dweil [dvajl]. der; -s. -e [aus dem Niederd. < mniederd.
dwele = lHandHuch] (Seemannsspr.): aus einem Stiel u.
einem Lappen bestehendes Gerät zum Aufwischen des Decks.
Dyade [dya:dd]. die; -. -n [spätlat. dyas (Gen.: dyadis)
= Zweiheit < griech. dyäs (Gen.: dyädos). zu: dyo =
zwei]: 1. (Math.) Zusammenfassung zweier Einheiten
(Begriff aus dem Gebiet der Vektorrechnung). 2. (Soziol.) das
Paar als ehifachste soziale Beziehung: Dyadik [dy'a:dik].
die; - [zu griech. dyadikös = zur Zweizahl gehörend]
(Math.): auf dein Zweier- u. nicht auf dem Zehnersystem
aufgebaute Arithmetik: <Abl.:) dy&disdi <AdJ.; o. Steig.):
dem Zweiersystem zugehörend: das -e Zahlensystem; Dyas
[dy:as].die; - [spätlat. dyas = Zweiheit. t Dyade] (veraltet):
svw. t'Perm; <AbI.:) dyassisch [dy'asij] <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): die Dyas betreffend.
Dyn [dy:n]. das; -s [Kurzf. von griech. dynamis = Kraft]:
physikalische Einheit der Kraft: Zeichen: dyn; Dynameter
[dyna-]. das; -s. - [zu griech. dynamis (T Dynamis) u. t-me-
ter] (Optik): Instrument zur Bestirwnung der Vergrößerungs-
leistung eines Fernrohrs: Dynamik [dy'na.mik]. die; - [lat.
dynamice < griech. dynamike (techne). tdynamisch]: 1.
(Physik) Lehre vom Einfluß der Kräfte auf die
Bewegungsvorgänge von Körpern (Ggs.: Statik). 2. auf Veränderung,
Entwicklung gerichtete Kraft, Triebkraft: die
gesellschaftliche D.; die D. seiner Ideen, unserer Zeit; die D. der
wirtschaftlichen Entwicklung; Tendenzen .... die ... eine
neue politische D. und Sprungkraft gewonnen haben
(Fraenkel. Staat 202); Die Zeitung meint: ..Der Fußball
wurde seiner D. beraubt" (Welt 14. 11. 64. 15). 3. (Musik;
Tontechnik) Differenzierung der Klangfülle (Tonstärke):
der dritte Satz dieser Symphonie hat eine außerordentlich
hohe D.; Dynamis [dy:namis]. die; - [griech. dynamis]
(Philos.): Kraft, Vermögen, eine Veränderung
herbeizuführen: dynamisch <Adj.) [nach griech. dynamikös =
mächtig, wirksam, zu: dynamis. t Dynamis]: 1. (Physik) die von
Kräften erzeugte Bewegung betreffend (Ggs.: statisch): -e
Gesetze. 2.a) eine Bewegung, Entwicklung aufweisend
(Ggs.: statisch): eine -e Entwicklung der Wirtschaft; -e
Kräfte treiben die Ereignisse voran; eine -e Sozialpolitik
machen; Die hierarchische Ordnung ... gewinnt hier also
eine -e Dimension: sie ist nicht bloß, sondern sie geschieht
ständig (Wieser. Organismen 135); -e Rente (Rente, deren
Höhe nicht auf Lebenszeit festgesetzt, sondern periodisch
der Entwicklung des Sozialprodukts angepaßt wird): b)
energiegeladen, schwungvoll, mit Tatkraft u.
Unternehmungsgeist: wir suchen einen -en jungen Mann (in
Stellenanzeigen). 3. (Musik) die Differenzierung der Tonstärken
betreffend: zu den Stärken dieses Künstlers gehört sein d.
ausgefeiltes Spiel; dynamisieren [dynami'ziTan] <sw. V.; hat):
a) (bildungsspr.) in Bewegung setzen: vorantreiben,
beschleunigen: einen Prozeß d.; b) bestimmte Leistungen
an die Veränderungen der allgemeinen Bemessungsgrundlage
anpassen: die Kriegsopferrenten d.; dynamisierte Renten;
<Abl.:) Dynamisjfining, die; -, -en: Schon sehr bald ...
wird der Ruf nach D. des Kindergelds laut (Spiegel 6.
1975. 30); Dynamismus [dyna'mismos]. der; -. ...men: 1.
<o. PI.) (Philos.) Lehre, nach der alle Wirklichkeit auf
Kräfte u. deren Wirkungen zurückgeführt werden kann. 2.
<o. PI.) (Völkerk.) Glaube mancher Naturvölker an die
Wirkung unpersönlicher übernatürlicher Kräfte in Menschen
u. Dingen. 3.a) <o. PI.) svw. TDynamik (2): politischer
D.; Die EWG wird eingemauert und kann nichts mehr
von jenem politischen D. beweisen, der sie einst so anzie-
601
dynamistisch
hend gemacht hat (Bundestag 18.1968. 10259); b)
dynamisches Element, dynamischer Zug: sie können ... jene
destruktiven Dynamismen ausleben, an die sie sich von
Kindheit an gewöhnt haben (Josef Rattner. Aggression und
menschliche Natur. Frankfurt a.M.: 1973. S. 89); <Abl.:>
dynamistisch <Adj.; o. Steig.): den Dynamismus betreffend:
Dynamit [dyna'mi:t. auch: ...'mit], das; -s [zu griech.
dynamis = Kraft]: auf der Grundlage des Nitroglyzerins
hergestellter Sprengstoff: ein Paket D.; der Felsen wurde mit
D. gesprengt; Ü D. in den Fäusten haben (Boxen Jargon;
schlagstark sein); D. im Bein haben (Fußball Jargon;
schußgewaltig sein); der ... war zwar gerissen wie zwei
Autoverkäufer zusammen, aber doch wohl bestimmt nicht der
Mann, der mit D. spielt (der sich leichtsinnig in eine
Situation begibt, die seinen raschen Untergang bewirken könnte:
Kirst 08/15. 673); <Zus.:) Dynamitbombe, die; Dynamitpa-
trone, die; Dynamo [dy'na:mo. auch: *dy:namo]. der; -s.
-s [engl, dynamo, zu griech. dynamis = Kraft]: Kurzf.
von t Dynamomaschine: Radfahrer, die mit pfeifenden -s
an den Vorderreifen die Landstraße ein Stück weit
beleuchten (Schnabel, Marmor 155); Ü um seine (= Chinas) Rolle
als D. der internationalen Revolution zu erhärten (Spiegel
6, 1966. 73).
dynamo-, Dynamo- [dynamo-; zu griech. dynamis = Kraft]:
HPr&ph. der [t-graph] (Technik): registrierendes
Dynamometer; -metamprph <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.):
(von Mineralien u. Gesteinen) durch Druck umgeformt;
Mnetamorphose, die (Geol.): durch Druck verursachte
Umformung von Mineralien u. Gesteinen; Mneter, das [t -meter]:
1. Vorrichtung zum Messen von Kräften u. mechanischer
Arbeit. 2. (Physik) Meßgerät für Ströme hoher Frequenzen.
Dynamomaschine [auch: dyrnamo-]. die; -. -n (Technik):
Maschine zur Erzeugung elektrischen Stroms, Generator;
Dynast [dy'nast], der; -en. -en [griech. dynästes] (hist.):
Herrscher / eines kleinen Gebiets /. kleiner Fürst; Dynastie
[dynasti:]. die; -. -n [...i:an; griech. dynasteia] (bil-
dungsspr.): 1. Herrschergeschlecht; Herrscherhaus: die D.
der Oranier; in den apotheotischen Verherrlichungen der
universalen Macht der Kirche und der -n (Bild. Kunst
3.12); Und als die letzte, die 26. D.. ausstarb und unterging,
da ... (Ceram. Götter 96). 2. (meist als Grundwort in
Zusammensetzungen, z. B. Schauspielerdynastie) auf einem
bestimmten Gebiet bekannte od. hervorragende, Einfluß
ausübende Familie, Gruppe: die D. der Krupps; eine
aufstrebende D. von Veredlungsverkehrfachleuten (Musil. Mann
540); dynastisch <Adj.; o. Steig.; nur attr): den Dynasten,
die Dynastie betreffend: die Auflösung -er
Ordnungsstrukturen; Als ... dynastische Interessen Holland mit
Frankreich verbündeten (Jacob. Kaffee 240).
Dynatron [dy:natro:n]. das; -s. ...one [dyna'tro:n3], (auch:)
-s [Kurzwort aus griech. dynamis = Kraft u. t Elektron]
(Elektronik): Triode, bei der am Gitter eine höhere positive
Spannung liegt als an der Anode; Dynode [dy'no:(b], die;
-. -n [Kurzwort aus griech. dynamis = Kraft u. t Elektro]
(Elektronik): zusätzliche, in einer Serie von 10 bis 14
Exemplaren verwendete Elektrode einer Elektronenröhre zur
Beeinflussung des Stromes.
Dyophysit [dyofyzi:t]. der; -en. -en [spätgriech. dyophysites.
zu: dyo = zwei u. physis = Natur. Wesen]: Vertreter
des Dyophysitismus; dyophysitisch <Adj.; o. Steig.): den
Dyophysitismus, die Dyophysiten betreffend;
Dyophysitismus [dyofysi'tismus], der; - (griech. Kirche): Lettre von
den zwei Naturen Christi, nach der Christus wahrer Gott
u. walirer Mensch zugleich ist; Dyopson [dyo'pso:n], das;
-s Uu griech. dyo = zwei u. opsönia = das Einkaufen
der Zukost] (Wirtsch.): einfachste Form des Oligopsons,
bei der auf einem Markt nur zwei Nachfrager vorhanden
sind.
dys-. Dys [dys-; griech. dys-]: Präfix mit der Bed.
..abweichend von der Norm. übel, schlecht, miß.... krankhaft".
z.B. dyspeptisch. Dystrophie; Dysästhesie [dvsfeste'zi:.
dyze...], die; - [zu tdys- u. griech. aisthesis = Sinn;
Wahrnehmung. Empfindung]: 1. (Physiol.)^r Wirklichkeit nicht
entsprechende Wahrnehmung einer Sintiesempfindung. 2.
(Psychol.) das Erleben aller äußeren Sinneseindrücke als
unangenehm; Ehrsbakterie [dYsbakte'ri:]. die; -. -n [,..i:an;
zu tdys- u. t Bakterie] (Med.): Störung der normalen
Bakterienflora des Darms; Dysbasie [dYsba'zi:]. die; -. -n [...i.an;
zu tdys- u. griech. bäsis = Tritt. Gang] (Med.): Gehstörung,
/durch eine Durchblutungsstörung der Beine) erschwertes
Gehen: Dysbulie [dYsbuli:]. die; - [zu tdys- u. griech. boule
= Wille] (Psychol.): Willensschwäche, krankhafte Fehlge-
richtetheit des Willens; Dysenterie [dYslente'ri:. dyzE...],
die; -, -n [...i:an; lat. dysenteria < griech. dysenteria]
(Med.): Ruhr: <Abl.:) dysenterisch <Adj.; o. Steig.):
ruhrartig; Dysfunktion,die; -.-en [aus tdys- u. tFunktion] (Med.):
gestörte Funktion. Funktionsstörung; Dysgrammatismus
[dYsgrama'tismos], der; - [zu tdys- u. tgrammatisch]
(Psych.): Sprachstörung, Unfähigkeit eines Sprechers,
grammatisch richtige Sätze zu bilden; Dyskolie [dYsko'li:],
die; - [griech. dyskolia] (Psych.): Verdrossenheit,
Schwermut; Dyskrasie [dYskra'zi:]. die; -. -n [...i:an; griech.
dyskrasia] (Med.): fehlerhafte Zusammensetzung der
Körpersäfte, bes. des Blutes; Dyslexie [dYsle'ksi:]. die; -. -n
[...i:an; zu tdys- u. griech. lexis = das Sprechen; Rede;
Wort] (Med.. Psych.): organisch od. seelisch bedingte
Lesestörung. Minderung der Fähigkeit, Geschriebenes zu
erfassen, geistig aufzunehmen u. zusammenhängend
vorzutragen; dysmel [dYs*me:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): mit angeborenen Mißbildungen der Gliedmaßen
behaftet -e Kinder; Dysmelie [dYsme'li:]. die; -. -n [...i:an;
zu tdys- u. griech. melos = Glied] (Med.): angeborene
Mißbildung an Gliedmaßen; <Zus.:> Dysmeljenabteihing,
die; Dysmeljenklinik. die; Dysmenorrhö [dysmerD'ro:]. die;
-. -en [...'r0:an]. Dysmenorrhöe [dYsmena'ro:]. die; -. -n
[...'r0:an; aus tdys- u. tMenorrhö] (Med.): schmerzhafte
u. dadurch gestörte Mottatsblutung; Dysodil [dYS|o'di:I, dy-
zo...]. das; -s. -e [zu griech. dysodes = übelriechend]
(Mineral.): blättriges, graues bis bräunliches, biturnen- u. diato-
meenhaltiges Gestein; Blätter-. Papierkohle; Dyspareunie
[dYspargyni:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. dyspäreunos
= unglücklich nebeneinander gebettet, unglücklich
verheiratet] (Med.): a) körperliches od. seelisches Nicht
zusammenpassen von Geschlechtspartnern; b) Störung des sexuellen
Verhaltens der Frau. bes. das Ausbleiben des Orgasmus;
Dyspepsie [dYspe'psi:]. die; -. -n [...i:an; lat. dyspepsia <
griech. dyspepsia] (Med.): Verdauungsstörung, -schwäche;
<Abi.:) dysp?ptisch <Adj.; o. Steig.): a) schwer verdaulich;
b) Verdauungsstörungen, -schwäche aufweisend; Dysphasie
[dYsfa'zi:]. die; -. -n [...i:an; zu Tdys- u. griech. phäsis
= das Sprechen. Sprache] (Med.): Störung. Erschwerung
des Sprechens; Dysphonie [dYsfo'ni:]. die; -. -n [...i:an;
griech. dysphönia = Mißton. Mißklang] (Med.): Störung
der normalen Stimmbildung, z. B. bei Heiserkeit; Dysphorie
[dYsfo'ri:].die; -. -n [...i.an; griech. dysphoria = Unbehag-
lichkeit] (Med.. Psych.): krankhafte Verstimmung
allgemeiner Art. Übellaunigkeit. Gereiztheit (Ggs.: Euphorie 2);
<Abl.:)dysphorisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): bedrückt,
lustlos, gereizt u. leicht reizbar (Ggs.: euphorisch 2); dyspho-
tisch [dYs'fo:tiJ] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tdys- u.
griech. phos (Gen.: phötös) = Licht] (Biol.): (von tieferen
Gewässerschichten) lichtarm; Dysphrasie [dYsfra'zi:]. die;
-. -n [...i.an; zu tdys- u. griech. phräsis = das Sprechen.
Sprache] (Psychol.): durch eine Störung der
Intelligenzfunktionen bedingte Sprachhemmung; Dysplasie [dYspla'zi:]. die;
-. -n [...i:an; zu tdys- u. griech. pläsis = das Bilden. Form]
(Med.): Fehl-, Unterentwicklung; <Abl.:> dysplastisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): fehlentwickelt, von den
normalen Formen des Körperwachstums stark abweichend;
Dyspnoe [dYs'pno.d]. die; - [lat. dyspnoea < griech. dyspnoia]
(Med.): gestörte Atmung mit vermehrter Atemarbeit.
Atemnot. Kurzatmigkeit; Dysprosium [dYs'pro:4om]. das; -s [zu
griech. dysprösitos = schwer zugänglich (da es sehr
schwer rein zu gewinnen ist)]: metallischer chemischer
Grutidstoff. ein Mineral; Zeichen: Dy; Dysteleolosfc, die;
- [aus tdys- u. tTeleologie] (Philos.): Lehre von der Un-
zweckmäßigkeit u. Ziellosigkeit biologischer Bildungskräfte
in der Natur (Ggs.: Teleologie); <Abl.:> dysteleologisch
<Adj.; o. Steig.): die Dysteleologie betreffetui, auf ihr1 en
Grundsätzen/ beruhend; Dystokie [dYsto'ki:]. die; -. -n
[...i:an; griech. dystokia] (Med.): erschwerte Entbindung
(Ggs.: Eutokie); Dystonie [dYsto'ni:]. die; -. -n [...i:an; zu
tdys- u. tTonus] (Med.): Störung des normalen
Spannungszustandes der Muskeln u. Gefäße (Ggs.: Eutonie): vegetative
D. (zusammenfassende Bez. für alle durch Erkrankung
des vegetativen Nervetisystems bedingten Symptomen-
komplexe);dystroph [dYs'tro:f) <Adj.; o. Steig.): 1. (Med.):
die Ernährungsstörung verursachend. 2. (Biol.) (von Seen)
durch Humusstoffe u. Torfschlamm braun gefärbt; Dystro^
phie [dystroTi:], die; -. -n [...i:an; zu tdys- u. griech. trophe
602
eben
= das Ernähren, Nahrung) (Med.) (Ggs.: Eutrophie): a)
Ernährungsstörung: Die meisten hatten bloß D., einfache
Entkräftung. konnten nichts mehr halten (Zwerenz. Kopf
88); b) mangelhafte Ernä/irung eines Organs mit
Nährstoffen, dazu: Dystrophiker [dYs'tro:fikB]. der; -s. -: jmd., der
an Dystrophie leidet: die Hoffnungslosen von der Front
.... D. ohne Hungergefühl, ohne Wunsch, ohne Anteil
am eigenen Ergehen (Plievier. Stalingrad 241); Dysurie
IdYslu'ri:. dyzu...], die; -. -n [...i:an; spätlat. dysüria <
griech. dysouria] (Med.): schmerzhafte Störung der
Harnentleerung.
E
e,E [e:, Ta, A], das; -. - [1: mhd.. ahd. e): 1. fünfter Buchstabe
des Alphabets, zweiter Laut der Vokalreihe a, e, i, o, u:
ein kleines e. ein großes E schreiben. 2. (Musik) dritter
Ton der Grund-(C-Dur-) Tonleiter: auf dem Klavier das
e. E anschlagen; der Ton e. E; TE-Saite.
& E: Epsilon.
H, H: Eta.
Eagle ['i:gll. das; -s. -s [engl.-amerik. eagle. eigtl. = Adler
< afrz. egle. aigle < lat. aquila] (Golf): das Spielen eines
Loches mit zwei Schlägen weniger als dafür festgesetzt:
wird ein E. gespielt, werden keine Punkte für den besten
Ball gegeben.
Earl [9:1], der; -s, -s [engl, earl]: engl. Bez. für Graf-
EarlyEnglishf'a^i'ingliJ],das;--[engl. Early English (style),
eigtl. = früher englischer (Stil)] (Kunstwiss.): erste Phase
der englischen Gotik (1175-1250).
East-Coast-Jazz ['i:stkoostd3aez]. der; - [aus engl, east =
Osten; Ost-, coast = Küste u. TJazz] (Musik): seit etwa
1953 an der Ostküste der Vereinigten Staaten mit Zentrum
New York bes. von farbigen Musikern geprägte Richtung
des Jazz.
EasterngrifT ['i:ston-], der; -[eis [engl.-amerik. Eastern
grip. eigtl. = östlicher Griff (er wurde zuerst von Spielern
aus dem Osten der USA verwendet)] (Tennis): Griff für
den Vorhandschlag, bei dem die wie zum Händeschütteln
gehaltene Hand den mit der Schlagfläche senkrecht
gehaltenen Schläger von hinten oben faßt.
Easy-going Girl ['i:zigooin 'g3:l]. das; - -s. - -s [aus engl,
easy going = leichtlebig u. TGirl]: Mädchen od. junge
Frau, die sich weder durch moralische noch durch
gesellschaftliche Konventionen gebunden fühlt: Easy-rider fi:zi-
raidBhder; -s. - [engl.-amerik. easy-rider]: 1. Motorrad mit
hohem, geteiltem Lenker u. einem Sattel mit hoher
Rückenlehne. 2. Jugendlicher, der einen Easy-rider (1) fährt.
Eat-art fi:t|a:?t]. die; - [aus engl, to eat = essen u. art
= Kunst < frz. art < lat. ars]: Kunstrichtung, die
Kunstobjekte als Gegenstände zum Verzehr produziert.
Eau de Cologne ['o: da ko'bnjd]. das. seltener: die; ---.
Eaux - - ['o: - -; frz. eau de Cologne. aus: eau = Wasser
(< lat. aqua), de = aus (< lat. de) u. Cologne = Köln
(da es zuerst in Köln hergestellt wurde)]: Kölnischwasser:
E. de C. ... ist was zum Erfrischen und kann ruhig in
größeren Mengen verwendet werden (Petra 10. 1966. 89);
Eau de Javel [- - 3a'vel]. das od. die; —. Eaux - - ['o: - -;
frz. eau de Javel. eigtl. = Wasser aus Javel (bei Paris)]
(Chemie): wäßrige Lösung von Kaliumhypochlorit, die vor
allem als Bleich- u. Desinfektionsmittel verwendet wird:
Eau de Labarraque [-- labarak]. das od. die; - -- [frz. eau
de Labarraque. nach dem frz. Chemiker A. G. Labarraque.
der das Mittel 1820 erstmals herstellte] (Chemie veraltet):
Natronbleichlauge: Eau de partim [--par'fä:]. das; ---.
Eaux - - ['o: - -; aus frz. eau de (TEau de Cologne) u.
parfum. t Parfüm]: Duftwasser, dessen Duft stärke zwischen
Kölnischwasser u. Parfüm liegt; Eau de toilette [- - tQa'tet].
das; . Eaux - - ['o: - -; frz. eau de toilette. aus: eau
de (t Eau de Cologne) u. toilette. t Toilette (1)]: Duftwasser,
dessen Duft stärke zwischen Eau de parfum u. Kölnischwasser
liegt: Eau de vie [--'vi:], das od. die; --- [frz. eau-de-vie.
Dytron© [dy'tro:n]. das; -s [Kunstwort]: Kunststoff
(Phenolharz mit Baumwollgewebe).
D-Zug ['de:-], der; -[e]s. D-Züge [kurz für: Durchgangszug]:
auf längeren Strecken verkehrender, sehr schnell fahrender
Zug, der nur an wichtigen Bahnhäfen hält: R im D-Zug
durch die Kinderstube gefahren/gebraust sein (salopp; kein
gutes Benehmen gelernt haben, schlecht erzogen worden
sein): <Zus.:> D-Zug-Tempo, das (ugs.): hohes Tempo: im
D. angerannt kommen; D-Zug-Wagen, der;
D-Zug-Zuschlag, der: unter bestimmten Bedingungen auf den Fahrpreis
erhobener Aufschlag bei der Benutzung eines D-Zugs.
eigtl. = Wasser des Lebens, aus: eau de (t Eau de Cologne)
u. vie = Leben < lat. vlta]: frz. Bez. für Weinbrand,
Branntwein: Eau forte ['o: Tort], das od. die; - - [frz. eau-for-
te. aus: eau (tEau de Cologne) u. forte. Fem. Sg, von:
fort = stark < lat. fortis] (Chemie veraltet): Salpetersäure.
Ebbe ['ebol. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
ebbe, eigtl. = das Wegfluten. Zurückfluten, zu Tab =
weg]: der im Wechsel der Gezeiten allmäldich wieder
zurückgehende od. bereits zurückgegangene Wasserstand (Ggs.:
Flut): es ist E.; E. und Flut (die Gezeiten): bei Eintritt
der E.; die Boote schaukelten am Quai, wenn Flut war.
bei E. lagen sie auf Grund (Salomon. Boche 43); Ü in
unserer Kasse, im Geldbeutel ist. herrscht E. (ugs.; ist
so gut wie kein Geld mehr, nicht mehr genügend Geld)',
eine E. (ein Tiefstand) im kulturellen Leben; Liebe ist
kein Teich, in dem man sich immer spiegeln kann. Joan.
Sie hat E. und Flut (es gibt ein ständiges Auf u. Ab:
Remarque. Triomphe 179).
Ebbe-: Miauer. die; -ström, der (selten): svw. T Ebbstrom;
-Strömung, die; -und-Flut-Kraftwerk. das:
Gezeitenkraftwerk, ^zeit. die.
ebben ['ebn] <sw. V.; hat) [mniederd. ebben, zu tEbbe]:
(vom Meeresspiegel) bei Ebbe absinken <meist unpers.):
Da es ebbte (die Ebbe kam, es Ebbe war), warfen wir
erst mal Anker (Leip. Klabauterflagge 19); Ü aber diese
böse und hochmütige Aufwallung ebbte (selten, geh.; ebbte
ab, legte sich) im Fortschreiten des Mahles (A. Zweig.
Claudia 17); In Endlosigkeit - mit wachsendem Lärm
und ebbender (dichter.; abebbender, abnehmender, langsam
an Intensität verlierender) Stille - wiederholen sich Frage
und Antwort (Kaiser. Villa 169); Ebbstrom fep-l. der; -[e]s:
Strömung, die durch die Ebbe entsteht.
ebbes ['abas] (südwestd.): etwas.
leben fe:bn] <Adj.; o. Steig.) [mhd. eben. ahd. eban =
gleich (hoch), flach]: 1. gleichmäßig flach u. horizontal/:
-es Land; der Weg verläuft e. 2. <nicht adv.) glatt, geebnet:
ein -er Weg; die Bahn ist e.; den Boden e. machen (ebnen,
glätten): zu -er Erde (ebenerdig). 3. <nur attr.) (veraltend)
gleichmäßig, ohne Erschütterungen verlaufend: das Pferd
hat einen -enGang; 2eben [-] <Adv.> [mhd. ebene = soeben;
genau, sorgfältig, ahd. ebano = gleich; gemeinsam, zu
t'eben]: l.a) in diesem Augenblick, soeben, gerade jetzt:
e. tritt er ein; e. da ich das sage, fällt mir ein. daß ...;
in der Ebene draußen ging e. die Sonne auf (Th. Mann.
Krull 353); b) gerade vorhin: er war e. noch hier; was
hast du e. gesagt?; c) (landsch.) für ganz! kurze Zeit,
nur ganz \ kurz: schnell, rasch einmal: kommst du e. [mal]
mit?; Einen Augenblick noch ...! Ich muß e. noch etwas
bei den Elektrikern nachprüfen (Kessel [Übers.]. Patricia
49). 2. gerade noch, mit Mü/ie u. Not, knapp: mit drei
Mark komme ich [so] e. [noch] aus. 3. (verstärkend od.
bestätigend) a) gerade, genau: das wäre mir nur e. recht;
e. jetzt brauchen wir das Geld; Sie hoben den Gegenstand
auf. e. diesen Stein (Jahnn. Geschichten 73); das e. (ja
nun, nun gerade) nicht!; (eine Verneinung abschwächend.)
sie war nicht e. (nicht besonders) freundlich zu ihm; er
ist nicht e. (nicht gerade) ein Held; b) das meine ich ja
auch/, das ist es ja gerade: ..Herr Schulz. Sie haben
603
eben-, Eben-
mir das doch zweimal erklärt!44 - „Eben!"; Ja e.!; (ugs.:)
na e.! 4. (unbetont) nun einmal, einfach; das ist e. so;
du hättest ihm das Geld e. nicht geben sollen; Ihnen lag
e. die Wiedervereinigung Deutschlands nur so lange am
Herzen, als ... (Dönhoff. Ära 213).
1eben-tEben-: -WM, das [mhd. ebenbilde] (geh.): im Äußeren
(bes. in bezug auf das Gesicht u. die Gestalt) fast das
genaue Abbild eines anderen Menschen: sie ist das [getreue)
E. ihrer Mutter; -bürtlg [-bvrt«;] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>[mhd. ebenbürtec = von gleicher Geburt]: 1. (früher)
der vornehmen Geburt, Abstammung nach von gleichem
Rang: -e Familien; die zweite Frau des Grafen war nicht
e. 2. von gleichen Fähigkeiten zeugend!, an Fähigkeiten,
Macht gleich, jmdm. geistig od. körperlich/ gewachsen
u. gleichwertig: ein ihm -er Gegner; eine -e (gleichwertige)
Leistung; die beiden waren sich, (geh.:) einander [geistig]
e.; Es hatte Tage in seinem Dasein gegeben, da er sich
der Welt e. gefühlt hatte (Kesten, Geduld 88). dazu: -bür-
tigkeit. die; -; --erdig <Adj.; o. Steig.) (bes. österr.): zu
ebener Erde, in Höhe des Erdbodens, im Erdgeschoß: die
-en Fenster; die Räume liegen e.; -faJk <Adv.> [für älteres:
ebenes Falls]: gleichfalls, auch: er war e. anwesend: danke,
e.! (ich wünsche Ihnen das gleiche); Mmß, das <o. PI.)
[mhd. ebenmä3(e). ahd. ebanmä3a]: harmonisches
Verhältnis der Teile zum Ganzen: das E. ihres Körpers, seiner
Verse; ich war überaus angenehm und göttergleich
gewachsen, schlank ... und ohne Tadel in Hinsicht auf schönes
E. (Th. Mann. Krull 30). dazu: -mäßig <Adj.) [mhd. eben-
m«E3e(c)]: von od. in gefälligem Gleichmaß: ein -er Wuchs;
ihre Gesichtszüge sind e.; Jakob zog mit den Pferden
e. wie die Ewigkeit über die frischen Stoppeln (Johnson.
Mutmaßungen 127). dazu: -mäßigkeit.die; -: -wert <Adj.)
(Schweiz.): svw. !ebenbürtig (2).
2eben- [meist auch mit Betonung beider Wortteile od. (noch
stärker hinweisend) nur des letzten Wortteils] (genau,
gerade, gleichfalls...): Mla <Adv.): das Zitat findet sich e.
(an der eben angeführten Stelle); Abk. (bei Angabe von
Zitatstellen): ebd.; ebd. S. 35 und S. 90 (am angeführten
Ort auf S. 35 und S. 90); Mlaher: 1. <Adv.>: er kam
von e. 2. (Pronominaladv.): e. kommt es. daß ...; -dahin:
1. <Adv.>: e. gehen wir auch. 2. (Pronominaladv.): seine
Auflassung geht e.. daß ...; Miann ['-dan; -'dan] <Adv.):
eben zu diesem Zeitpunkt; -darum (Pronominaladv.): e.
muß ich zu ihr; -daselbst (Adv.) (gelegtl. Schweiz., sonst
veraltet): ebenda Ebendaselbst stieg er auf die kleine Varid-
tebühne vor aller Anwesender Augen und zum größten
Gaudium derselben (R. Walser. Gehülfe 125); Mler, Mlie,
Mlas (Demonstrativpron.): ebender. von dem wir
sprechen; ebendas bezweifle ich: Mierselbe, Miieselbe. Miasselbe
(Demonstrativpron.): an ebendemselben Platz; er variiert
seine Leistung unter dem Einfluß des Ergebnisses
ebenderselben (Gehlen. Zeitalter 20); Mieshalb, Mieswegen
(Pronominaladv.): e. bin ich gekommen; -dieser, bliese, -dieses
(Demonstrativpron.): ebendies[es] gilt auch für die
übergeordneten Behörden; -dort, (veraltet) -dortselbs! (Adv.):
Dieser ... hatte seine Blicke ebendort, wo er selbst sie
hatte (Th.Mann. Zauberberg 293); -felis: t'eben-. Eben-;
-jener, -jene, -jenes (Demonstrativpron.): ebenjenen
habe ich in X gesehen; -so [e:bnzo:] (Adv.): in eben
den selben, Weise, in der gleichen Weise, geradeso sehr ',
genauso, sehr i: ich mache es e. wie Sie; wir verehren ihn
e.. wie ihr ihn ablehnt; er ist/arbeitet e. gut wie (landsch.:
als) du; hier gibt es e. gute Straßen, dazu: -sogern (Adv.):
er hätte e. etwas anderes gegessen, -sogut (Adv.): er hätte
e. zu Hause bleiben können, -sohäufig (Adv.): er hat
e. gefehlt (wie ich), -sotangfe] (Adv.): er sprach e. (wie
du): -solcher, -solche, -solches (Demonstrativpron.): das
ist ebensolche/ebensolch eine Ware [wie man sie hier immer
bekommt]; zu: ebenso: -sooft (Adv.): er kommt e. [wie
du], -sosehr (Adv.): e. für Sprachen wie für Mathematik
begabt sein, -soviel (Indefinitpron.): e. sonnige Tage;
heute hat er e. geleistet [wie gestern], -soweit (Adv.): wir
laufen e. [wie ihr], -sowenig (Indefinitpron.): e. reife
Birnen; Fleisch rührte er grundsätzlich nicht an. und e. trank
er Wein (Nigg, Wiederkehr 107), -sowohl (Adv.): er hätte
e. etwas anderes werden können; das ist e. möglich.
Ebene ['e:bondh die; -, -n [mhd. ebene, ahd. ebanf. eigtl.
= Ebenheit, Gleichheit, zu T'eben; 2: für lat. planum;
3: für engl, level]: 1. sich weit erstreckendes flaches Land:
nach der Felsküste dehnte sich eine heiße, trockene E.
weit ins Land hinein (Geissler. Wunschhütlein 65); der
Ort liegt in einer fruchtbaren E. 2. (Geom., Physik)
unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche: zwei sich schneidende
-n; eine schiefe E. (geneigte Ebene); * auf die schiefe E.
geraten/kommen (auf Abwege geraten, herunterkommen).
3. Stufe, Niveau: ein Gespräch auf wissenschaftlicher E.
führen; Verhandlungen auf höherer, höchster E. (im Kreis
der höheren, höchsten zuständigen Personen); etw. liegt,
bewegt sich auf gleicher E. (ist gemuso zu beurteilen
wie...;); Auf sozialer E. (hinsichtlich der sozialen
Verhältnisse) schafft der demographische Anstieg in mehreren
Landern große Elendssituationen (Welt 20. 3. 65. 3);
Ebenheit, die; - [zu T 'eben]: ebene Beschaffenheit, das Ebensein.
Ebenholz [e:bn-]. das; -es. ...hölzer [verdeutlichende Zus.
zu mhd.. spätahd. ebenus = Ebenholz(baum) < lat.
ebenus < griech. ebenos < altägypl. hbni]: sehr hartes,
schwarzes od. tiefdunkles Edelholz: ein Griff aus blankem E.;
Haare, schwarz wie E.; (Zus.:) Ebenholzbaum, der: vgl.
Ebenholzgewächs; ebenholzfarben (Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): von der Farbe des Ebenholzes; tief dunkel, schwarz:
der Engländer sah. wie sich die jugendlichen, -en
Gesichtszüge verkrampften (Grzimek. Serengeti 286); Ebenhobge-
wfichs, das (meist PL): Vertreter einer Familie meist
tropischer Bäume, die wertvolles dunkles Kernholz (Ebenholz)
liefern; ebenieren [ebe'ni:ran] (sw. V.; hat) [zu lat. ebenus
= tEbenholz] (im 18. Jh.): 1. mit Ebenholz auslegen. 2.
(in Ebenholz) kunsttischlern; Ebenist [ebe'nist], der; -en.
-en [frz. ebeniste. zu: 6bene = Ebenholz < lat. ebenus.
t Ebenholz]: Kunsttischler des 18. Jh.s, der Möbel mit
Ebenholz- u. anderen Einlagen anfertigte.
Eber ['e:ta]. der; -s. - [mhd. eber. ahd. ebur]: pnännliches
Haus schwein: der E.... wühlte den Misthaufen um (Ku-
by. Sieg 237); wie ein wütender, wie ein angestochener
E. fuhr er dazwischen.
Eberesche, die; -. -n [für spätmhd. eberboum. zu gall. eburos
= Eibe, zu einem idg. Adj. mit der Bed. ..dunkelrötlich.
bräunlich*4; der Baum ist nach der Farbe seiner Früchte
benannt]: Baum mit gefiederten Blättern, doldenförmigen
weißen Blüten u. beerenähnlichen roten od. gelben Früchten.
Eberraute, die; -, -n [volksetym. Umbildung aus gleich bed.
lat. abrotanum]: alte, nur noch selten angebaute, in Stauden
wachsende Gewürz- w. Heilpflanze (Beifußart), deren in
schmalen Rispen wachseftde, gelbliche Blütenköpfchen nach
Zitronen duften.
ebnen ['e:bnan] (sw. V.; hat) [mhd. ebenen, ahd. ebanön.
zu I 'eben]: leben (2) machen, gleichnäßig flach u. glatt
machen: einen Weg e.; Schnell ... leerte ich die Erde aus
und ebnete mit der Schaufel ... die Einsenkung im Boden
(Molo, Frieden 11); einen Platz mit einer Walze e.
(planieren); (Abi.:) Ebnung. die; -.
Ebonit [eboni.t. auch: ...nit]. das: -s [engl, ebonite. zu:
ebony = Ebenholz < afrz. ebaine < lat. ebenus. t
Ebenholz]: Hartgummi, der aus Kautschuk hergestellt wird.
Ebullioskop [ebulio'sko:p]. das: -s. -e [zu lat. ebulllre =
heraussprudeln u. griech. skopein = betrachten,
beschauen] (Chemie): Gerät zur Durchführung der Ebullioskopie;
Ebullioskopie [...osko'pi:]. die; - (Chemie): Bestimmung des
Molekulargewichts aus der molekularen
Siedepunktserhöhung (Dampfdruckerniedrigung einer Lösung gegenüber dem
reinen Lösungsmittel); ebullioskopisch [...o'sko:pd1 (Adj.;
o. Steig.) (Chemie): auf dem Verfallen der Ebullioskopie
berufiend.
Ecaillemalerei [e'kaj-]. die; -. -en [zu frz. ecaille = Schuppe
< afränk. *skalja = Rinde. Ziegel] (Kunst): schuppenartige
Malerei auf Porzellan.
Ecart: tEkart; Ecarte: tEkarte.
Ecce fektsal. das; -. - [nach Jesaja 57. 1: ecce. quömodo
moritur Tüstus = sieh, wie der Gerechte stirbt] (früher):
(jährliche) Totengedächtnisfeier eines Gymnasiums!; Eo
ce-Homo['dcts3'ho:mo].das; -[s]. -[s] [nach dem Ausspruch
des Pilatus. Toh. 19. 5: ecce. homo = sehet, welch ein
Mensch]: Darstellung des dornengekrönten Christus in der
Kunst.
Ecdesia [ekle:zj[a]. die; - [lat. ecclesia = Versammlung;
christliche Gemeinde. Kirche < griech. ekklesia]: 1. svw.
tEkklesia (bes. in lat. Fügungen, entsprechend der [kath.]
Ekklesiologie): E. militans [- mi:litans; lat. mflitäns. 1.
Part, von: mflitäre = Kriegsdienste tun. kämpfen] (die
in der Welt kätnpfende Kirche, die Kirche auf Erden); E.
patiens [-'pa:tßiens; lat. patiens = erduldend] (die leidende
604
Eck-
Kirche, die Seelen der Verstorbenen im Fegefeuer); E. trium-
phans[- tri'umfans; lat. triumphäns, 1. Part, von: triumphä-
re. t triumphieren] (die triumphierende Kirche, die Kirche
im Stande der Vollendung, die Heiligen im Himmel). 2.
(Kunst) das (zusammen mit der Synagoge) als weibliche
Figur dargestellte Neue Testament.
Ecdyson: tEkdyson.
Edtappement [ejapa'mä:]. das; -s. -s [frz. echappement]:
1. (veraltet) das Entweichen; Flucht. 2. (Uhrmacherei)
Ankerhemmung der .Uhr. 3. (Klavierbau) Mechanik, die das
Zurückschnellen der angeschlagenen Hämmerchen beim
Klavier bewirkt; echappieren [ejapi.ren] (sw. V.; ist) [frz.
echapper < vlat. *excappäre. zu: cappa, tCape] (veraltet):
entweichen, entwischen.
Echarpe [e'Jarp]. die; -. -s [frz. echarpe]: 1. (veraltend, noch
fachspr.) Schärpe, Schal: Sommerliches Festkleid ... mit
doppelten Pagodenärmeln und großer E. (MM 30. 1. 71,
57). 2. (bes. Schweiz.) gemustertes Umschlagtuch.
echauffieren [ejD'fr.ren] <sw. V.; hat) [frz. (s'techaufler =
(sich) erhitzen < vlat. *excaleßre (lat. excalefacere). t
Kalfaktor] (veraltend): 1. sich durch Anstrengung od.
Aufregung erhitzen: im Gesicht bin ich auffallend echauffiert.
- da, fühle doch mal. wie ich brenne (Th. Mann.
Zauberberg 23). 2. sichj aufregen: e. Sie mich/sich nicht!; <2.
Part.:) echauffiert [...Ti:?t] <Adj.; -er. -este) (veraltend):
1. <nicht adv.) erhitzt: mit -em Gesicht. 2. aufgeregt: er
war sehr e. darüber, dazu: Echauflkrtheit, die; -: das
Echauffiertsein.
Echelon [eja lö:], der; -s. -s [frz. echelon. zu: echelle =
Leiter < lat. scäla] (Milit. veraltet): Staffelstellung (von
Truppen); <Abl.:> echelonieren [efolo'nhran] <sw. V.; hat)
[frz. &helonner] (Milit. veraltet): (Truppen) gestaffelt auf-
stellen.
Echeveria [EtJeveTia], die; -. ...ien [...pn; nach dem mex.
Pflanzenzeichner A. Echeverria (19. Jh.)]: als
Zimmerpflanze beliebtes, niedriges Dickblattgewächs aus Südamerika.
Ediinit [eg'nr.t. auch: ...nit). der; -s. -e od. -en, -en [zu
I Echinus (1)] (Paläont.): versteinerter Seeigel; Ediinoderme
[e^ino'dermd], der; -n. -n (meist PI.) [zu t Echinus (Du.
griech. derma = Haut] (Zool.): Stachelhäuter (z.B.
Seeigel. Seestern. Seelilie, Seegurke. Seh langen stem); Echino-
k*ktus,der; -. ...teen [...kak'te:an] (Bot.): Igelkaktus;
Echinokokkose [...kD'ko:za]. die; -. -n (fTierJmed.):
Echinokokkenkrankheit (vgl. Echinokokkus); Echinokokkus
[...kokus], der; -, ...ken [zu griech. echlnos = (See)igel
u. kökkos = Kern; Beere] (fTierlmed.): Blasenwurm (eine
auf den Menschen übertragbare Art des Hundebandwurms);
Echinus [e'^nus]. der; -. - [lat. echinus < griech. echTnos]:
1. (Zool.) Seeigel. 2. (Archit.) die Deckplatte mit dem
Säulenschaft verbindender Wulst am Kapitell einer dorischen
Säule.
Echo ['eco], das; -s. -s [lat. echö < griech. echo. zu: eche
= Schall]: I. Widerhall, Nachhall, mehrfachei
Schallreflexion: ein mehrfaches E.; das E. antwortete uns; E. hallte
aus allen Winkeln der verwirrend vielen Zimmer (Winckler.
Bomberg 229); ein [Filmatelier mit. ohne E.; Ü er ist
nur das E. seines Freundes (gibt nur dessen Äußerungen,
Ansichten wieder u. hat keine eigene Meinung); das E.
(die Reaktion) des Auslandes auf dieses Angebot war
schwach; Die vielen Preistheorien der
Volkswirtschaftslehre fanden ... wenig E. (kaum Anklang; Mantel. Wald 130).
2.a) (Technik) echoartiges Wieder leintreffen. Zurück-
kommen: das E. eines ausgesendeten [Radiojsignals; b)
fehlerhafte! Wiederholung od. unbeabsichtigter j Nachhall
auf Grund bestimmter technischer Neben ieffekte. 3.
(Musik) a) Wiederholung einer kurzen Phrase in geringerer
Tonstärke; b) (mit .Mcho" betiteltes) Musikstück, das
durchgehend mit dem Stilmittel des Echos (a) gestaltet ist
(bes. 16. bis 18. Jh.).
echo, Echo-: > artig <Adj.; o. Steig.); -Nid, das: (Ferns.;
zu Echo 2 b); >effekt, der: 1. (Technik; zu Echo 2 b).
2. (Musik) Stil Jeffekt durch echoartige Wirkung; >frei
<Adj.; o. Steig.); >gewölbe, das: Flüstergewölbe; -«raphk,
die; -. -n [...l:an; t-graphie) (Med.): elektroakustische
Prüfung u. Aufzeichnung der Dichte eines Gewebes mittels
Schallwellen; -lalk I-la'Ii:]. die; -, -n [...i:an; griech. lalia
= Rede. Geschwätz]: 1. (Psychiatrie) sinnlos-mechanisches
Nachsprechen gehörter Wörter od. Sätze (bei
Geisteskranken). 2. (Sprachpsych.) Wiederholung eines Wortes od.
Wortteils (bei Kindern vom 9. bis 12. Lebensmonat); ^lot
das (Technik): Gerät zur Entfernungs-, insbes. Tiefen- od.
Höhenmessung mit Hilfe von Schallwellen; Behmlot; >k>-
tiing*die;>matt,das:pörfl//e/öirf. spiegelbildlich verschobene
Wiederholung einer Mattstellung in Schachproblemen: > patt,
das: parallel od. spiegelbildlich verschobene Wiederholung
einer Patt Stellung in Schachproblemen; -phrasie [-fra'zi:]
die; -,-n[...i:an; zugriech, phräsis = das Sprechen. Sprache]:
svw. t ^lalie.
echoen fecoan] <sw. V.; hat) [zu tEcho]: 1. <unpers.) als
Echo widerhallen: „Esel!4* echote es [von den Bergen].
2. (eine Äußerung, geäußerte Meinung) spöttisch]
nachahmend od. gedankenlos wiederholen, nachsprechen,
bestätigen: „Tee!" echot Carl amüsiert und greift nach der
Karaffe (Rechy [Übers.]. Nacht 320).
Echse feksa], die; -. -n [durch falsche Worttrennung aus
t Eidechse rückgeb.]: zur Ordnung der Schuppetireptilien
gehörendes, eierlegendes Kriechtier (z.B. Blindschleiche.
Eidechse. Saurier).
echt [z<±\] <Adj.; -er. -este) [aus dem Niederd. < mniederd.
echt = echt, recht, gesetzmäßig, zusgez. aus: ehacht.
entsprechend mhd.. ahd. ehaft = gesetzmäßig, zu mhd. e.
ahd. ewa = Recht. Gesetz. Ehe(vertrag), vgl. Ehe]: l.a)
<o. Steig.; nicht adv.) nicht nachgemacht, nicht imitiert,
unverfälscht (Ggs.: falsch 1 a. unecht): ein -er Pelz,
Orientteppich; -e Perlen; ein -er Dürer (von Dürer selbst gemaltes
Bild); die Unterschrift ist e.; der Ring ist e. (rein) golden;
b) <o. Steig.; meist attr.) reinrassig: ein -er Pudel; c) wahr,
wirklich, nicht vorgetäuscht, nicht scheinbar: eine -e
Freundschaft; Hier handelt es sich um einen -en Notstand (v.
d. Grün. Glatteis 305); sein Schmerz war e.; (oft nur
Modewort:) ein -es Problem; eine -e Lücke; als adv.
Bestimmung, insbes. bei Adj.. meist ugs. verstärkend: er hat
sich e. (wirklich, richtig) angestrengt; ich war e. überrascht;
Das ist einer der Punkte, wo es auch e. zu
Auseinandersetzungen ... gekommen ist (Spiegel 43. 1975. 38). 2. (nur
attr.) typisch: ein -er Berliner; das ist e. englisch, e. Hitch-
cock; <ugs. auch präd.:) das war ja wieder einmal e.!
3. <o. Steig.; nicht adv.) (Math.) einen Zähler besitzend,
der kleiner als der Nenner ist: ein -er Bruch. 4. <nicht
adv.) (Chemie. Textihv.) (von Farben) sehr beständig,
gegenüberbestimmten chemischen u. physikalischen Einflüssen
fast unempfindlich: -e Farben; das Blau ist e.
$cht-, £cht-: -Nau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -deutsch
<Adj.; o. Steig.); -farbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
-goM. das; -golden <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -haar,
das. dazu: -haarperücke, die; -silber, das; -silbern <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.); -zeitbetrieb, der (Datenverarb.):
Arbeitsweise einer elektronischen Rechetianlage, bei der
eingegebene Daten sofort verarbeitet werden und die Rückgabe
der Antwort innerhalb einer gewissen Zeit erfolgen muß:
Informationsverarbeitung im E. (Elektronik 10.1971, 367).
Echtheit, die; - [zu techt (1. 4)].
Echtheits-: -beweis, der; -nadiwete, der; -probe, die;
-Prüfung, die: Prüfung, ob es sich auch wirklich um ein od.
das Original handelt: Die Edition einer Gesamtausgabe
erfordert es. daß vor Inangriffnahme eines Werkes die
lückenlose Reihe der Werke einer Gattung feststeht. Das
bedeutet ... zunächst einmal die kritische Sonde der E.
anzulegen (Welt 28. 6. 65. 7); -Zeugnis, das.
Eck [ek], das; -[e]s. -e u. (österr.:) -en [Nebenf. von tEcke]:
1. (südd.. österr.) svw. Ecke (1): Ü jmdn. über E. ansehen,
anschauen (landsch.; jmdn. schief ansehen); *im E. sein
(Sport; in schlechter Verfassung, außer Form sein; wohl
eigtl. = in die Ecke getrieben sein); übers E. (diagonal;
an einer Ecke beginnend): den Teig in Quadrate schneiden
und übers E. zusammenrollen. 2. (Ballspiele) Ecke des
Tors: kurzes (nächstgelegenes), langes (entferntes), oberes,
unteresE.; Herzog... schießt von der Elfmetermarke scharf
und halbhoch ins linke E. (Express 6. 10. 68, 13); der
Ball ging ins lange E.; -eck [-|ek] in Zus.. z.B. Dreieck.
Achteck. Dreißigeck (mit Ziffern: 30eck).
Eck-: ^ball. der (Ballspiele): gegen die Mannschaft, die den
Ball ins eigene Toraus befördert hat, verhängter Freistoß,
-wurf, -schlag von der nächstgelegenen Ecke des Spielfeldes
aus: einen E. treten; als Schiedsrichter Evans ... einen
E. für uns gab (Walter. Spiele 129); einen E. verwandeln
(zu einem Tor nutzen), dazu: -balhnarke, die (Radball):
Marke, von der aus der Eckball geschlagen wird, -ballver-
h<nis, das (Ballspiele): Verhältnis der von beiden
Mannschaften im Spiel erzielten Eckbälle, Eckenverhältnis;
605
Eckart
-bank, die: winkelförmige Bank, die in die Ecke eines
Raumes eingepaßt ist: ^beschlag, der: schmückender od.
schützender Metallbeschlag an den Ecken (z. B. bei Büchern.
Möbeln, Türen); -blatt, das (Kunstwiss.): blattartige
Verzierung an den vier Ecken einer Säulenbasis zwischen dem
runden Säulenfuß u. der quadratischen Platte des Sockels;
^boje, die (Kanupolo): Boje zur Markierung der Ecke des
Spielfeldes; ^brett» das: in die Ecke eines Raumes
eingepaßtes dreieckiges Wandbrett; Miaten <PI.>: Richtdaten einer
Planung o.a.: Die Fraktion ... hat dem Rahmen u. den
E. dieser Planung ausdrücklich zugestimmt (Bundestag
189.1968.10205); -^dreiviertel, der (Rugby): außen
spielender Dreiviertel; ^fahne.die (Sport): Stange mit einer kleinen
Fahne zur Markierung der Ecke des Spielfelds; ^fenster,
das: in die Ecke eines Gebäudes eingebautes Fenster; ^flügler
[...fly:glB].der; -s. - (Zool.): Edelschmetterling mit
charakteristischen Ecken in den Flügeln; Mtebäude, das: Gebäude
an einer Straßenecke; ^gnindstück, das: Grundstück, das
an einer Stelle liegt, an der zwei Straßen im Winkel
aufeinandertreffen; ^haus, das: Haus, das zwei rechtwinklig
zueinander verlaufende Straßenfronten hat; -laden, der; -lohn,
der (Wirtsch.): tariflicher Normallohn als Richtwert: Bei
einem Gespräch ... einigten sich ... die Tarifkommissionen
der Sozialpartner auf eine Erhöhung des -s (Welt 1. 9.
62. 1): -lokal, das: -losung, die (Kunstwiss.): beim
rechtwinkligen Zusammentreffen zweier Ornamentbänder einer
Saide/ entstehende neue Kombination der Ornamentmotive;
-pfeiler, der: Stützpfeiler an der Ecke eines Gebäudes; Ü
diese Hypothese ist ein E. (eine starke Stütze. Hauptstütze)
seiner Theorie; -platz, der: äußerster Platz atn Ende einer
Sitzreihe; -pokter, das (Boxen): in jeder Ecke des Rings
zum Schutz der Boxer angebrachtes Polster; -punkt, der:
Punkt, der die Ecke einer geometrischen Figur bildet; ^satz,
der <meist PI.) (Musik): erster bzw. letzter Satz einer
größeren drei- od. mehrsätzigen Komposition; die Ecksätze eines
Streichquintetts; -säuie.die: Säule am Ende einer
Säulenreihe; -schlag,der (Hockey): Eckball; -schrank, der:
dreieckiger Schrank, der in die Ecke eines Raumes eingepaßt ist;
-sitz, der: vgl. -platz: -sofa, das: vgl. -bank; -Stange,
die: vgl. ^fahne; ^stein: 1. der; -[eis, -e: Rand-, Schluß-,
Haupt stein an der Ecke eines Bauwerks . die Ecke
bildender od. bezeichnender Grenz stein: Ü für die
Bundesregierung blieben die europäischen Gemeinschaften der E. (die
Hauptstütze) und das wirksamste Instrument der Einigung
Europas (MM 26. 3. 69, 1); diese Entdeckung stellt einen
E. (Markstein) in der Geschichte der Tierpsychologie dar.
2. das; -s, - (Kartenspiel) Karo; -stofl, der (Fußball):
Eckball; -stück, das: Stück des Randes od. der Kante, das
die Ecke bildet; -stunde, die: erste od. letzte
Unterrichtsstunde; -tisch, der: Tisch in der Ecke eines Lokals ; -türm,
der: Turm, der die Ecke eines Bauwerks j bildet; ^wert,
der (Wirtsch.): Richtwert; Mvurf. der (Handball): Eckball;
-zahn, der: 1. spitzer Zahn zwischen Schneide- u. Backen-
zä/inen. 2. (ugs.) unansehnliches Mädchen ohne Freund,,
das beim Tanz meist nicht aufgefordert wird; -zimmer,
das: Zimmer mit zwei Außenwänden; -zins, der (Geldw.):
Zinssatz für Sparkonten mit gesetzlicher Kütidigung (als
Richtsatz für die Verzinsung anderer Einlagen).
Eckart fekart] in der Fügung ein getreuer E. (ein treuer,
stets helfender Mann; Gestalt aus der Heldendichtung des
Mittelalters).
Eckchen ['ck^nl. das; -s, -: TEcke (1 c, 2 a. 3).
Ecke feka], die; -. -n [mhd. ecke. egge. ahd. ecka): l.a)
von zusammenstoßenden winkelbildenden Linien, Kanten od.
Flächen begrenztes Flächen-, Raum- od. Materialstück an
seiner äußersten Stelle1: vorspringende -n; sich an der
E. eines Tisches stoßen; ein Buch mit abgestoßenen -n;
die E. eines Dreiecks. Würfels (Geom.; Punkt, in dem
zwei Begrenzungslinien einer Fläche od. drei Grenzebenen
bzw. Kanten eines Körpers zusammenstoßen)', *an allen -n
[und Enden] (ugs.; überall): die Stadt brennt an allen -n;
es fehlt an allen -n und Enden; es brennt an allen -n
[und Enden] (ugs.; alles ist in Aufregung, es herrscht großes
Durcheinander): b) Stelle, wo zwei Straßen zusammenstoßen,
Straßenecke: eine zugige E.; um die E. gehen; gleich um
die E. (ugs.; gleich in der Nähe, in der nächsten Querstraße)
wohnen; ich sah sie um die E. biegen, schwenken (gehen);
R das ist schon längst um die E. (ugs.; das ist schon vorbei,
schon erledigt): *E. stehen (ugs.; als Prostituierte auf der
Straße nach Kundschaft Ausschau halten): jmdn. uro die
E. bringen (ugs.; umbringen): etw. um die E. bringen (salopp:
1. bei einer sich bietenden Gelegenheit sich etw. aneignen,
beiseite bringen: der Gefreite hatte in der Küche helfen
müssen und hatte dabei einige Konserven mit Wurst um
die E. gebracht. 2. etw. durchbringen; leichtsinnigerweise
verbrauchen: in einigen Jahren hatte er das ganze Erbe
um die E. gebracht); um die E. gehen (salopp; eines
gewaltsamen Todes sterben): um die E. sein (ugs.; tot sein): mit
jmdm. um/über sieben -n verwandt sein (ugs.; mit jmdm.
weitläufig verwandt sein): jmdm. nicht um die E. trauen
(ugs.: jmdm. nicht vertrauen): c) <Vkl. t Eckchen) (landsch.)
spitz zulaufendes Stückchen: eine E. Käse. Wurst. 2.a)
<Vkl. t Eckchen) Stelle, an der zwei Seiten eines Raumes
aufeinanderstoßen, Winkel: die E. eines Zimmers; eine
gemütliche E.; etw. in die E. (beiseite) stellen; das Kind
muß [zur Strafe] in der E. stehen; man suchte ihn in
allen Ecken (überall); b) Stelle, cm der zwei Linien od.
Kanten aufeinandertreffen; das letzte Stück einer spitz
zulaufenden Fläche: etw. in die linke obere E. [einer Postkarte]
schreiben: in der E. des Spielfeldes; *die lange E. (Sport;
vom Spieler entferntere Ecke): die kurze E. (Sport; dem
Spieler nähere Ecke). 3. <Vkl. t Eckchen) (landsch.) Gegend:
in dieser E. Deutschlands; ein idyllisches Eckchen. 4.
(landsch.) Strecke: wir sind eine tüchtige E. marschiert,
gewandert; das ist noch eine ganze E. (das ist noch ziemlich
weit). 5. (Ballspiele) svw. tEckball: eine E. treten; Einmal
erzwangen wir hintereinander drei -n (Walter, Spiele 43);
*eine kurze E. (auf kurze Entfernung zu einem Mitspieler
gespielter Eckball); eine lange E. (vors Tor gespielter
Eckball); den Ball zur E. (zur Torauslinie) schlagen/lenken.
6. (Boxen) a) einer der vier Winkel des Boxrings: jeder
der beiden Boxer hat seine E., die der des Gegners diagonal
gegenüberliegt, die anderen beiden -n sind neutrale -n;
b) das einen Boxer beratende u. ihn unterstützende Team:
die gegnerische E. wurde wegen lauter Anweisungen
während des Kampfes verwarnt. 7. (Ringen) farbig markierter
Viertelkreis auf der Matte, in dem sich der Ringer wäfirend
der Pausen aufliält.
ecken [ekn] <sw. V.; hat) (veraltet): mit Ecken versehen.
$cken-, Ecken-: -band, das: svw. t Eggenband; -kragen,
der: Kragen mit Ecken (1 a); ^k» <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ohne Ecken (1 a): -schütze, der (Hockey): Spieler,
der den bei der Strafecke hereingegebenen und von einem
anderen Spieler gestoppten Ball aufs Tor schlägt: der E.
kann seine ganze Aufmerksamkeit dem Torschuß widmen;
-stand, der: svw. K Verhältnis; -Steher, der (ugs.): an
den Straßenecken / herumstehender Müßiggänger; ^tor, das
(Feldhockey): aus einem Eckschlag od. einer Strafecke
erzieltes Tor: zwei Feldtoren stand ein E. gegenüber;
-Verhältnis, das (Sport): Eckballverhältnis.
Ecker I'ske]. die; -. -n [mhd. ecker(n), ackeran = Eichel.
Buchecker, verw. mit t Acker: I. svw. t Buchecker. 2.
(selten) Eichel. 3. <P1.; o. Art.; als Sg. gebraucht) Farbe im
deutschen Kartenspiel, Eicheln: -n spielen; -n sticht.
eckig [ekuj] <Adj.) [mhd. eckeht. zu 7Ecke]: 1. Ecken (1 a)
atifweisend, nicht rund: ein -er Tisch; seine Schultern sind
e.; Das Gesicht war kleiner geworden, e. (L. Frank. Wagen
33); die Linie verläuft e. 2. a) abrupt wechselnde Bewegungen
zeigend: ein -er Gang; Dann bol er seinem Gaste mit
-em Hinweis Rauchzeug an (A. Zweig. Grischa 395); sich
e. (ungeschickt) benehmen; b) schroff, unverbindlich: ein
-er Mensch; ein -es Wesen haben; -eckig I-Ieki^] in Zusb..
z. B. dreieckig, achteckig, dreißigeckig (mit Ziffern: 30ek-
kig); Eckigkeit, die; - [zu t eckig].
Eckmarmsdirift ['ekman-l. die: - [nach dem dt. Maler O.
Eckmann (1865-1902)] (Schriftw.): meistgebrauchte
Schrifttype des Jugendstils.
Eclair [e'kle:^]. das; -s. -s [frz. eclair. eigtl. = Blitz, zu:
eclairer = beleuchten, erhellen < lat. exclaräre: weil man
es schnell (wie der Blitz) ißt]: mit Creme gefülltes u. mit
Zucker od. Schokolade überzogenes, längliches
Gebäckstück.
Economiser: fEkonomiser; Economyklasse [ikanami-]. die:
-. -n Izu engl, economy = Sparsamkeit < lat. oeconomia.
tÖkonomie]: billigste Tarifklasse im Flugverkehr.
e contrario [e: kDn'tra.rio] <Adv.) [lat. e contrario = aus
dem Gegenteil] (jur.. bildungsspr.): auf Grund eines
Umkehrschlusses, eines Schlusses aus einem gegenteiligen
Sachverhalt auf entsprechend gegenteilige Folgen.
Ecossais [eka'se], der; - [frz. ecossais. eigtl. = schottisch.
606
Eden
zu: Ecosse = Schottland < lat. Scötia] (Textilind.):
großkarierter Kleider- und Futterstoff; Ecossaise [eka'se.zal. die;
-. -n [frz. ecossaise, subst. Fem. von: ecossais = schottisch.
TEcossais] (Musik): schottischer Tanz im 3/2- od. ^Takt.
Schottisch, eri.
Ecraseieder [ekra'ze:-]. das; -s. - [zu frz. ecrase. 2. Part,
von: ecraser = zerdrücken, glätten, zu afrz. crasir =
zerbrechen < fränk. *krasjanj: farbiges, pflanzlich
gegerbtes, grobnarbiges Ziegenleder.
ecru: tekrü; Ecruseide: t Ekrü sei de.
ed. [e:didit; Abk. für lat. edidit = herausgegeben hat es
...1: Abkürzung, die zusammen mit einem folgenden
Eigennamen den Herausgeber des zuvor genannten Buches
benennt (z. B. Die Geschichte Roms ed. Reumont); vgl. edd.
Edamer ['e:dame]. der; -s. -. Edamer Käse, der; - -s. -
(Osten-.:) Edamerkäse, der; -s. - [nach der nieder). Stadt
Edam]: ein hell- bis goldgelber, fester Schnittkäse mit Rinde
aus rotem Paraffin (in Brot- od. Kugelform).
edaphisdi [eda.fij] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. ödaphos
= (Erd)boden] (Fachspr.): I. auf den Erdboden bezüglich.
2. bodenbedingt; Edaphon [e:da!bn], das; -s [zu griech.
edaphos = (Erd)bodenl (Biol.): Gesamtheit der in u. auf
dem Erdboden lebenden Kleinlebewesen (Pflanzen u. Tiere).
edd. [edi'de:runt; Abk. für lat. ediderunt = herausgegeben
haben es ...]: Abkürzung, die zusammen mit folgenden
Eigennamen die Herausgeber des zuvor genannten Buches
benennt (z.B. Deutsche Kunstdenkmäler, edd. Mader.
Hirschfeld und Neugebauer); vgl. ed.
edel [e:dl] <Adj.; edler. -ste) [mhd. edel(e). ahd. edill.
zu fAdel]: 1. <o. Steig.; nur attr.) a) (veraltet)
adlig: ein Mann aus edlem Geschlecht; b) reinrassig,
hochgezüchtet: ein edles Pferd. Tier; edle Rosen. 2. (geh.)
menschlich vornehm, von vornehmer Gesinnung ! zeugend i.
selbstlos, hochsinnig, human, nobel: ein edler Mensch; eine
edle Gesinnung; Verrat, der von Gefühlen ausgelöst wird,
die alles andere alse. sind: von Neid, von der Geldgier,
von Haß (Genet [Übers.]. Tagebuch 253); er hat e. [an
dir]gehandelt;e. denken. 3.a) (geh.) harmonisch gebildet,,
schön geformt: edler Wuchs; eine e. geformte Vase; b)
< meist attr.) vortrefflich, vorzüglich, hochwertig: edles Holz;
ein edles Instrument; Wir liefern für den Kaiser, edle
Tuche für seinen Hof (Hacks. Stücke 58); die edle Tonfülle
der Orgel (Thieß. Legende 5); edle (erlesene) Weine; die
edlen Teile (lebenswichtigen Organe) [des Körpers]; das
Aroma ist e. 4. <nicht adv.> (Jugendspr.) (in bezug auf
charakterliche Qualitäten) ausgezeichnet: Dieser Salinger
ist ein edler Kerl (Plenzdorf. Leiden 33); das war ja wieder
e. (iron.; gemein, unfair) von ihm.
edel-, Edel-: -blaß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (ugs.):
vornehm geschminkt; -branntwein, der: qualitativ hochwertiger
u. auf natürlicher Basis erzeugter Schnaps mit mindestens
SS Vol.-%; -bürtig [-bvrtu;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>
(geh.): svw. t-geboren; -dame, die (hist.): adlige Dame;
--denkend <Adj.; edler, am edelsten denkend; nicht adv.>;
-dirne.die: vgl. -nutte; -falter.der: Falter aus einer Familie
meist großer, bunter Tagschmetterlinge; -faul <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Winzerspr.): Edelfäuleaufweisend:
Hierfür werden nur die schönsten, -en und schon ...
zusammengeschrumpften Beeren verwendet (Hörn. Gäste 90); -fiiule,
die (Winzerspr.): durch einen Schimmelpilz bewirkte
Überreife u. Qualitätssteigerung bei Weintrauben: Die Qualität
der Jungweine wird ... gelobt, wozu die nur in wenigen
Jahren auftretende E. ... beiträgt (Berliner Morgenpost
16. 11. 75. 25): -link, der: svw. t Buchfink; -fisch, der:
wertvoller Speisefisch; -frau, die (hist.): adlige Frau;
-fräulein, das (hist.): adliges Fräulein; -gas, das (Chemie):
eines der sechs gasförmigen, färb- u. geruchlosen, kaum
Verbindungen eingehenden chemischen Elemente Helium.
Seon. Argon, Krypton, Xenon, Radon; -geboren <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (geh.): von adliger Geburt, Herkunft;
adlig; -gemuse, das (Gartenbau): hochwertiges, feines
Gemüse; -gesinnt <Adj.; edler, am edelsten gesinnt; nicht
adv.>; -herzig <Adj.) (geh.): edelgesinnt, großmütig, groß-,
gutherzig; -hirsch, der: svw. tRothirsch; -hof, der (hist.):
Hof eines Edelmannes; -holz, das: wertvolles, feines
Nutzholz; -hure, die: vgl. -nutte; -Jacquard, der (Textilind.):
bedruckter Vorhangstoff, in den außerdem noch ein Muster
Ton in Ton mit der Grundfarbe des Stoffs eingewebt ist;
^kastanie, die: 1. zur Familie der Buchengewächse
gehörender, stattlicher, sehr alt werdender Baum mit großen
länglichen, gezä/mten Blättern, weißen Blüten und eßbaren
Früchten (Eßkastanien) in stacheliger Hülle. 2. (häufig
für Rebstöcke verwendetes) hartes, dauerhaftes Holz der
Edelkastanie (1); -kitsch, der: Kitsch, der sich ein
anspruchsvolles Äußeres gibt: -knabe, der (hist.): adliger Knabe,
der an einem Hof diente; Page; -knecht, der (hist.): Knappe;
-kommunist.der (oft abwertend): Kommunist aus rein
idealistischen Gründen, der die revolutionäre u. radikale Praxis
des Kommunismus ablehnt, dazu: -kommunistisch <Adj.;
o. Steig.): mir hängt die in Berlin so beliebte -e Masche
schon lange beim Hals heraus (Express 2.10. 68.7); -koral-
le, die: an den Mittelmeerküsten in größerer Tiefe
auftretende rote Koralle, die bis zu 40 cm hohe bäumchenförmige
Stöcke bildet; -krebs, der: mitteleuropäischer Vertreter der
Flußkrebse, der als bester Speisekrebs gilt; -krimi, der
(ugs.): / eindrucksvoller u. verhältnismäßig / anspruchsvoller
Kriminalfilm (xi. -roman; -leute: PI. von tMTiann; -likör,
der: Qualitativ hochwertiger Likör; -mann, der <P1. -leute.
auch: -männer) (hist.): Adliger, dazu: -märaiisdi <Adj>:
die Gesinnung, Haltung eines Edelmanns zeigend; einem
Edelmann entsprechend; -marder, der: großer Marder mit
wertvollem braunem Fell. Baummarder; -mensch, der:
Mensch von (angeblich) edler Rasse, von veredeltem
Charakter; -metall, das: seltenes, kostbares Metall, das gegen
chemische Einflüsse insbes. des Sauerstoffs sehr
widerstandsfähig ist (z. B. Gold, Silber. Platin), dazu: -metallsdimied,
der; -mist, der: 1. (Landw.) bes. haltbarer Stapelmist, der
durch Selbsterwärmung stark verrottet ist (Heißmist). 2.
(ugs.) ganz großer Unsinn. 3. (abwertend) vgl. -kitsch;
-mit, der (geh.): edle Gesinnung. Hoch-, Großherzigkeit,
Großmut: seinen E. zeigen, beweisen; aus E. handeln;
-mutig <Adj.) (geh.): von Edelmut bestimmt, großmütig, hoch-,
großherzig: ein -er Mensch; seine Tat wai4 e.; -mütigkeit,
die; -: svw. T-mut; -nelke, die (Gartenbau): Nelke einer
hoch wachsenden, strauchigen Sorte; -nutte, die (salopp):
attraktive, anspruchsvolle Prostituierte, die einen
vermögenden Kundenkreis hat; -obst, das (Gartenbau): durch
Veredlung gezüchtetes, hochwertiges Obst; —Opal, der: bes.
schöner, für Schmucksteine geeigneter Opal; —pappfein]-
band, der (Buchw.): Einbandart, bei der der Buchblock
in eine Decke eingelegt ist, die mit Papier überzogen u.
mit Leder od. Pergament verstärkt ist; —pflaume, die: vgl.
-obst; -pilz, der: svw. tSteinpilz: -e suchen,
sammeln; -pilzkäse, der: halbfetter Käse aus Kuhmilch mit
Zusatz von eßbaren Schimtnelpilzen; -quatsch, der (ugs.):
vgl. t -mist (2); -raute, die: Beifuß; -reife, die: svw. t
-faule; -reis, das: Pfropfreis zur Veredlung; -reservist, der
(Ballspiele Jargon): leistungsfähiger Ersatzspieler, der
längere Zeit nicht in der ersten Mannschaft gespielt hat; -rost,
der: Patina; -schickse, die: vgl. -nutte; -schnulze, die
(abwertend): Schnulze (Film, Buch, Schlager) mit
künstlerischem Anspruch; -sinn, der (geh.): edler Sinn. Edelmut,
dazu: -sinnig <Adj.>; -sitz, der (hist.): Sitz eines Adligen;
-sorte, die: edle, veredelte Sorte (z.B. eines Obstes);
-splitt, der (Bauw.): doppelt gebrochener, sauber
aufbereiteter Splitt aus Hartgestein; -stahl, der: mit veredelnden
Metallen legierter, sehr harter u. rostfreier Stahl; -stein,
der: seltenes u. kostbares Mineral von großer Härte, das
wegen seines Glanzes, seiner schönen Farbe od. starken
Lichtbrechung als Schmuck verwendet wird: einen E.
schleifen, in Gold fassen; ein synthetischer (künstlicher) E.,
dazu: -steinartig <Adj.; o. Steig.), -steinern <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): aus Edelsteinen angefertigt: Und nicht selten
zeigten die Statuen ... -e Augen und künstliche Wimpern
(Ceram. Götter 31). -Steinimitation, die. -steinkunde, die.
dazu: -steinkundlich <Adj.; o. Steig.; meist attr.).
-Steinschleifer, der (Berufsbez.); -strich, der (ugs.): vgl. -nutte:
-tanne, die: hochwachsende Tanne, deren kräftige, flache
Nadeln weißliche Längsstreifen aufweisen; Weißtanne,
Silbertanne; -topas, der: bes. schöner, als Schmuckstein
geeigneter Topas; -weiß, das; -[esl, -e: Hochgebirgspflanze, deren
weißlichgelbe Blütenköpfchen sternförmig von weißen,
filzigen Hüllblättern eingefaßt sind; -western, der:
eindrucksvoller u. anspruchsvoller Western; -wild, das: svw. t
Rotwild; -zwicker, der: elsässischer Wein, Verschnitt aus
Qualitätsweinen verschiedener Rebsorten.
Edeling [e:ddlin]. der; -s. -e [mhd. edelinc. ahd. ediling]
(hist.): germanischer Adliger.
Eden fe:dn] [hebr. 'Eden, eigtl. = Wonne]: 1. <Eigenn..
o. Art.): *der Garten lt. (Rel.; das Paradies): eine Schilde-
607
Edentaten
rung des Gartens E.; U dieses Antiquariat ist ein Garten
E. für den Bücherliebhaber. 2. das; -[s] (geh.) Paradies:
diese Gegend ist ein wahres E.: dagegen leben wir in
einem E.; muß der Reisende den Eindruck haben, als
fahre er durch ein grünes, fruchtbares E. (Grzimek. Seren-
geti 36).
Edentaten [eden'ta:tn] <P1.) [lat. edentäta. Neutr. PI. des
2. Part, von: edentäre = zahnlos machen] (Zool.): zahnlose
od. zahnarme Säugetiere, die ihr Maul nicht öffnen können
u. ihre Nahrung (Insekten) mit Hilfe ihrer langen Zunge
aufnehmen (insbes. Gürtel-, Schuppen-, Faultiere u. Amei-
senbären).
edieren [e'di:ren] <sw. V.; hat) (lat. edere = herausgeben!:
/ wissenschaftlich! herausgeben: Schillers Werke e.
Edikt [e'dikt], das; -[eis. -e [lat. edictum. subst. 2. Part,
von: edicere = ansagen, bekanntmachen] (bes. hist.):
Erlaß. Verordnung einer Obrigkeit: der Kaiser erließ ein E..
wonach zwischen dem Befehl zu einer Hinrichtung und
seiner Ausrührung mindestens dreißig Tage vergehen
müßten (Thieß. Reich 314).
Edbonfassung ['e.dizan-l. die; -. -en [nach dem amerik.
Erfinder Th. A. Edison (1847-1931)] (Elektrot.): Fassung mit
Gewinde für elektrische Glühbirnen.
Editio castigata [e'di:tsio kasti'ga:ta], die; - -. -nes ...tae
[editsio:ne:s ...t£; lat. editio castigata = eingeschränkte
Ausübe] (Buchw.): Buchausgabe, bei der religiös, politisch
od. erotisch anstößige Stellen vom Herausgeber od. von
der Zensur gestrichen wurden: Edition [edi'tsjp:n], die; -,
-en [lat. editio. zu: edere. tedieren] (Buchw.): 1. bes.
wissenschaftliche/ Herausgabe: eine kritische, durchgesehene
E. von Schillers Werken; Die E. einer Gesamtausgabe
erfordert es. daß vor Inangriffnahme eines Werkes die
lückenlose Reihe der Werke einer Gattung feststeht (Welt
28.6. 65.7); jmdri. mit der E. eines Briefwechsels betrauen.
2. Werk, das in bestimmter Form wissenschaftlich /
herausgegeben wurde: kritische/ Ausgabe: eine broschierte E.
von Schillers Werken. 3. (selten) Verlag (meist in
Firmennamen): die Partitur dieser Sinfonie ist in der E. Schott
erschienen.
Editions-: -arbeit, die; -haus, das (selten): Verlag: -technik,
die: Technik der wissenschaftlich-kritischen Edition.
Editio princeps [e'di:tsio 'pnntseps], die; - -. -nes ...cipes
[edi'tsio.ne.s ...tsipe:s; lat. editio princeps = erste Ausgabe]
(Buchw.): Erstausgabe (insbes. eines alten Werkes): Editor
[e:ditor, auch: ...to:g; e'di:tor. auch: ...to:^]. der; -s. -en
[edi'to.ran; lat. editor = Hervorbringer] (Buchw.):
Herausgeber: Editorial [edito'ria:!, engl.: edi'tanal], das; -[s], -s
[engl, editorial = Leitartikel, zu: editor = Herausgeber.
Leitartikler < lat. editor. f Editor]: 1. Vorwort des
Herausgebers in einer Fach j Zeitschrift. 2. Leitartikel des
Herausgebers od. des Chefredakteurs einer Zeitung. 3.a)
Redaktionsverzeichnis. -Impressum: b) Verlagsimpressuni:
editorisch [edi'to:nJ] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>: I. die Edition
betreffetvd; zu ihr gehörend, ihr eigentümlich: -e Prinzipien.
2. verlegerisch: eine einmalige -e Leistung im Taschenbuch
(Börsenblatt 40. 1966. 2941).
Edle ['e:dbl. der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) [Subst.
zu t edel]: 1. (früher) Adliger (noch in Titeln): die -n klirrten
mit ihren Schilden (Hacks. Stücke 69); Joseph Edler von
Sonnenfels. 2. (geh.) edler Mensch.
Edukation[edukatsio:n].die; -. -en [lat. educätio. zu: educä-
re = aufziehen, erziehen] (veraltet): Erziehung: Edukt
[e'dukt]. das; -[e]s. -e [lat. öductum. 2. Part. (Neutr.) von:
edücere = herausführen, herausziehen]: 1. (Fachspr.) aus
Rohstoffen abgeschiedener Stoff (z. B. Ol aus
Sonnenblumenkernen). 2. (Geol.) Ausgangsgestein bei der
Metamorphose.
B-Dur [auch: - -]. das: -: Tonart; Zeichen: E (fe. E 2);
(Zus.:; E-Dur-Etüde, die.
EDV [e:de:'fau]: elektronische Datenverarbeitung; EEG
[e: e:'ge:]: Elektroenzephalogramm.
Efendi [e'fendi]. der; -s. -s [türk. efendi < ngriech. aphentes
< griech. authentes = unumschränkter Herr] (früher):
Titel u. Anrede Tür höhere Beamte (in der Türkei).
Efeu ['e:foy]. der; -s [mhd. ephöu. ebehöu. ahd. ebihouwi.
vermutlich in Anlehnung an T Heu < gleichbed. ahd. ebo-
we. ebewe, ebah]: Vertreter einer Gattung der
Efeugewächse; immergrüner Kletter Strauch mit drei- bis fünfeckig
gelappten Blättern: an der Mauer rankt sich, wächst E. hoch.
tfeu-. Efeu-: -ähnlich <Adj>; -artig <Adj.; o. Steig);
-bewachsen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; -Watt, das; -gewächs.
das <meist PI.): Holzgewächs einer Pflanzenfamilie mit den
Gattungen Efeu. Aralie u.a.; -grün <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.); -kränz, der; -taube, die; -ranke, die; -umrankt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
Effeff [ef |ef. auch: '— od. '-'-; H. u.. viell. zu der
kaufmannssprachl. Abk. fT = sehr fein] in den Wendungen
etw. aus dem E. beherrschen/können/verstehen (ugs.; erw.
hervorragend beherrschen, können, verstehen): zudem
versteht er technisch seine Sache aus dem E.
Effekt [e'fektl.der; -[e]s. -e [lat. eflectus. zu: efficere. Teffizie-
ren]: 1. bezweckte od. auch nicht bezweckte überraschende,
beeindruckende/ Wirkung, Auswirkung: der künstlerische
E.. der E. seiner Bemühungen war gleich Null; seine Worte
hatten, erzielten einen unbeabsichtigten E. (Erfolg);
keinen großen E. (Eindruck) [auf das Publikum] machen;
im E. (Endergebnis) läuft beides auf das gleiche hinaus;
was er wirklich noch an Zeugen beibrachte, war von
schwächlichem, wo nicht schädlichem E. (Maass. Goufle
264). 2. etw.. was auf Grund der Anwetidung eines
Verfahrens, einer Technik, eines Tricks überraschend u.
beeindruckend wirken soll: ein optischer, akustischer E.; der
E. wurde durch eine Kaskade von Schleifen unterstrichen
(Welt 16. 3. 63. Die Frau); mit billigen -en arbeiten.
eff$kt-. Effekt-: -beleuchtung, die (bes. Theater. Film.
Ferns.): anstrahlende Scheinwerfer beleuchtung. die besott-
dere Licht effekte (z. B. Hervorhebung. Verfremdung)
bezweckt; -garn. das (Textilw.): Garn, das durch besondere
Form (Knoten. Noppen. Schlingen u.a.) u.lod. farbige
Gestaltung (z. B. Verschiedetifarbigkeit der Einzelfäden) einem
Gewebe, einer Wirk- od. Strickware einen bestimmten Effekt
(2) verleiht; -haschend <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(abwertend): übermäßig auf Effekt e (2) bedacht, angelegt; ^ha-
scher. der (abwertend): jmd.. der übermäßig auf Effekt e
(2) bedacht ist; -hascherei [-hajd'rai]. die; -. -en
(abwertend): 1. <o. PI.) übertriebenes BeJachtsein. Angelegtsein
auf Effekte (2): auf E. verzichten; Es (= das Drehbuch)
ist so hart am Thema dran, so völlig ohne E. gemacht...
(Hörzu 41, 1974. 57). 2. <meist PI.) einzelne Äußerung.
Erscheinungsform der Effekthascherei (1): die plumpen -en
gingen ihm auf die Nerven; -hascherisch <Adj.>; -kohle.
die (Elektrot.): mit Leuchtsalz versetzte Dochtkohle von
Bogenlampen; -lack, der: Lack, der infolge besonderer
Zusammensetzung beim Trocknen dekorativ wirkende Figuren
od. Muster (z. B. Kräuselungen. Eisblumenmuster. Krakelü-
ren) bildet; -licht, das: vgl. -beleuchtung; -macherei [-rrta-
xa'raj], die: vgl. ^hascherei; -mittel, das: Mittel, mit dem
Effekte (2) hervorgebracht werden sollen; -musik, die:
Begleit-, Unterhaltungsmusik, die mit Hilfe insbes.
elektronischer Effekte (2) gestaltet ist; ^voll <Adj.): mit starkem
Effekt (2). wirkungsvoll: -e Tapetenmuster. Verzierungen:
Er sprach gemessen, mit -n Pausen, pointiert, überlegen
(Thieß. Frühling 5); -zwirn, der: vgl. ^garn.
Effekten [e'fektn] <P1.) [nach frz. eflets. PI. von: eflet (t
Effet); latinisiert unter Einfluß von t Effekt]: I. (Börsenw..
Bankw.) an der Börse gehandelte Wertpapiere: der
Kurswert der E. 2. (veraltet) bewegliche Habe. Habseligkeiten:
ob wohl die Dame beim Wiedereinpacken ihrer E. das
Kästchen vermißt hatte oder nicht (Th. Mann. Krull 147).
Effekten- (Effekten 1): -abteihmg, die: Abteilung einer Bank,
die für das Effektengeschäft zuständig ist; -bank, die: Bank,
die das Emissions- u. Finanzierungsgeschäft betreibt (Ggs.:
Depositenbank); -bestand, der: Bestand an Wertpapieren;
-börse* die: regelmäßig stattfindender Markt für
Wertpapiere; -depot, das: 1. Ort zur Aufbewcdirung von Effekten.
2. einem Kreditinstitut unverschlossen zur Verwahrung u.
Verwaltung übergebene Wertpapiere; -diskont, der: beim
Ankauf von festverzinslichen Wertpapieren kurz vor ihrer
Einlösung durch Kreditinstitute vorweg abgezogener
Zinsbetrag; -geschäft, das: An- u. Verkauf. Verwahrung u.
Verwaltung von Effekten sowie Ausgabe von fremden Effekten
durch ein Kreditinstitut; -händler, der: Angestellter einer
Bank, der im Auftrag seiner Firma Effektengeschäfte
abschließt; -makler. der: svw. T ^händler; -markt, der: svw.
T ^börse; -Plazierung, die: Unterbringung von Wertpapieren
bei Interessenten; -Scheck, der: eine Art Ausweis, der dazu
berechtigt, bei Wertpapiersammelbanken über sein
Miteigentum am Bestand von Wertpapieren zu verfügen;
-verkehr, der: svw. T ^handel.
effektiv [£fEk'ti:0 <Adj.) [lat. effectlve, Adv. zu: effectlvus
608
egalisieren
= (bewirkend zu: effectus. tEffekt]: l.a) wirksam, wir-
kungsvoll: ein -er Schutz; die -ste Form der
Zusammenarbeit; Der Einsatz dieser neuartigen Pistolen ist... -er und
humaner (MM 15. 9. 72. 14); b) <nur präd.) lohnend,
ergiebig: Damit soll aber nicht gesagt sein, daß es ebenfalls
sinnvoll und e. sein kann, von dem Begriff der sozialen
Gruppe ... auszugehen (Deutsche Sprache [Zeitschrift] 2.
1974. 73). 2.a) <nicht präd.) wirklich, tatsächlich: der -e
Gewinn; Worum es ihm geht, ist doch eine -e Steigerung
des Sozialproduktes (Spiegel 48. 1965. 33); feststellen, was
e. geleistet wurde; b) <nur adv.) (ugs.) ganz bestimmt,
ohne zu lügen, zu übertreiben o.a., wirklich: ich habe e.
keine Zeit; zwei Damen .... von denen ich e. weiß, daß
sie Jahrelang auf den Strich gegangen sind (Kuby.
Rosemarie 94); Effektiv [-]. das; -s. -e l...va] (Sprachw.): Verb
des Verwandeins (z. B. knechten = zum Knecht machen).
Effektiv- (bes. Fachspr): ^bestand, der (Wirtsch.):
tatsächlicher i gegenwärtiger Bestand; Miosis, die (Med.):
diejenige Menge von Substanzen (z. B. Medikamenten, Gift), die
bei einem Menschen od. bei Versuchstieren wirksam ist;
^geschäft, das: Abschlüsse an Warenbörsen, bei denen der
Wille der Parteien zur Erfüllung besteht u. der Verkäufer
über die Waren tatsächlich verfügt (Ggs.: Differenzge-
schäft); -leistung, die: tatsächliche Leistung; -lohn, der:
im Verhältnis zur jeweiligen Kaufkraft des Geldes
tatsächlicher Lohn: Industrie: E. muß über den Tarifen liegen
(Welt 10. 11. 62. 10); -stand, der; -stärke, die (Milit.):
tatsächlicher gegenwärtiger] Bestand. Ist-1 Beistand. Ist-
Stärke; -Verzinsung, die: der effektive Zins bzw. der
effektive Ertrag eines Wertpapiers: ^wert, der (Elektrot.):
tatsächlich wirkender Durchschnittswert des von Null bis zum
Maximalwert dauernd wechselnden Stromwertes (bes. bei
Wechselstrom): Dieser digitale Rauschgenerator gewährleistet
eine hohe Genauigkeit des -s und der statistischen
Eigenschaften des Rauschens (Elektronik 11. 1971. 378).
Effektivität [efektivi'tE.t], die; - [zu teffektiv (1)]:
Wirksamkeit, effektive Wirkung, Leistung: die E. der angewandten
Mittel; der Mythos von der höheren E. eines ... totalen
Kommandostaates gegenüber dem komplizierten ...
demokratischen Rechtsstaat (Fraenkel. Staat 330); Effektor
[e'fektor, auch: ...to:;]. der; -s, -en [...'to:ran] <meist PI.)
[lat. effector = Hersteller, Urheber]: 1. (Physiol.)a) Nerv,
der einen Reiz vom Zentralnervensystem zu den Organen
weiterleitet und dort eine Reaktion auslöst; b) Körperorgan,
das auf einen aufgenommenen u. weitergeleiteten Reiz
ausführend reagiert: diese Erschöpfung tritt bei sehr vielen
Instinkthandlungen ungemein rasch ein .... lange Zeit
bevor der Organismus als Ganzes oder die beteiligten -en
erschöpft sind (Lorenz, Verhalten I. 372). 2. (Biol.. Med.)
Stoff, der eine Enzymreaktion fördert od. hemmt, ohne an
ihrer Auslösung mitzuwirken: daß den vielen Tausenden
von chemischen Umsetzungen ... ebenso viele Fermente
als katatonische -en entsprechen (Medizin II, 252); <Abl.:>
effektorisch [efek'to.nj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
eflektuieren [efektu'i:ren] <sw. V.; hat) [frz. effectuer <
mlat. effectuäre = wirksam machen, verwirklichen, zu
lat. effectus, t Effekt] (Wirtsch.): a) einen Auftrag ausführen;
b) eine Za/dung leisten: c) versenden: eine Probesendung
e.
Effemination [efeminatsio:n]. die; -. -en [spätlat. efleminätio
= Verweiblichung] (Med.):a)r/av Vorhandensein psychisch
u. physisch weiblicher Eigenschaften beim Mann; b) höchster
Grad entgegengesetzter Geschlecht sempfindum beim Mann,
passive Homosexualität; efleminiert [Efemini.^t] <Adj.; -er,
-este) [2. Part, von: effeminieren < lat. efleminäre =
verweiblichen, verweichlichen] (bes. Med., Psych.): (von
einem Mann) verweiblicht. weiblich , geworden; (physisch
u. od. in Empfinden u. Verhalten); verweichlicht: -e Typen;
Er ist nicht e.. aber seine abschätzende Art mich anzusehen
sagt mir, daß er ein Freier ist (Rechy [Übers.]. Nacht
109).
Effendi: tEfendi.
efferent [efe'rcnt] <Adj.; o. Steig.) [lat. efferens (Gen.: effe-
rentis). 1. Part. von. efferre = herausbringen] (Med.):
von einem Organ herkommend, herausführend (Ggs.:
afferent): Erregungen, die vom Gehirn ableitende
Nervenbahnen benutzen, sind e. (Sprachpflege 8. 1965, 174).
cflerveszieren [eferves'tsrren] <sw. V.; hat) [lat. effervesoere]
(Physik): aufbrausen, aufwallen.
Eflet [e'fe:. auch: e'fe:]. der (selten: das); -s. -s [frz. effet
< lat. effectus. t Effekt]: einer Billardikugel od. einem
Ball beim Stoßen. Schlagen. Treten o. ä. durch seitliches
Anschneiden verliehener Drall: der Ball bekam E.; den
Ball mit E. schlagen; Mit E. segelte der Ball über ihn
hinweg in den Kasten (Walter. Spiele 211); <Zus.:> Effet-
ball. der: mit Effet gespielter Ball; Effetstoß, der; effettuoso
[Efe'tyo:zo;ital.effettuoso < spätlat. effectuösus] (Musik):
effektvoll, mit Wirkung; Efliciency [i'fifonsi]. die; - [engl,
efficiency < lat. efficientia = Wirksamkeit]:
Wirtschaftlichkeit, bestmöglicher Wirkungsgrad
(wirtschaftspolitisches Schlagwort, bes. in den USA u. in England).
effilieren [efi'lhren] <sw. V.; hat) [frz. effiler. zu: fil =
Faser. Faden < lat. filum] (Friseurhandwerk): dichte
Haare beim Schneiden gleichmäßig ausdünnen; Effilkrer, der;
-s, -: kleines Gerät zum Ausdünnen der Haare; <Zus.:>
Effilierschere, die; Effiloches [eflb'Je:] <P1.) [frz. effiloches.
PI. von: effiloche. zu: eflllocher = ausfasern, zu Halbzeug
zerkleinem, zu: fil. teffilieren] (Textilw.): Reißbaumwolle.
effizient [efi'tsient] <Adj.) [lat. efficiens (Gen.: efficientis).
1. Part, von: efficere. leffizieren] (fachspr.. bildungsspr.):
wirksam, leistungsfähig, /besonders! wirtscluiftlieh (Ggs.:
ineffizient): eine -e Methode; die Schulung ist nicht
besonders e.; Dazu sollten die Stiftungen in die Lage versetzt
werden, e. zu planen (MM 31. 5. 68. 34); Effizienz [...nts],
die; -. -en [lat. efficientia] (fachspr.. bildungsspr.):
Wirksamkeit. Leistungsfähigkeit (im Verhältnis zu den auf-
gewatulten Mitteln); besondere! Wirtschaftliclikeit (Ggs.:
Ineffizienz): die E. einer Methode, eines Systems; die E.
der Entwicklungshilfe; Es ist nach wie vor schwer. E.
und Kosten unterschiedlicher Gesundheitssysteme
miteinander zu vergleichen (Spiegel 43. 1975. 36); <Zus.:> Efll-
zienzkontrolle, die; effizieren [£fi'tsi:ran] <sw. V.; hat) Dat.
efficere] (bildungsspr. selten): hervorrufen, bewirken <meist
im 2. Part.): effiziertes Objekt (Sprachw.; Objekt, das das
Ergebnis eines Hervorrufens. Bewirkens bezeichnet, z. B.
Kaffee kochen; Ggs.: affiziertes Objekt).
Efllation [efla'tsjp.'n]. die; -. -en [zu lat. efflätus. 2. Part,
von: effläre =~ herausblasen] (Med.): das Aufstoßen.
Eflloreszenz [eflores'tsents], die; -. -en [zu Teflloreszieren]:
1. (Med.) krankhafte Hautverämlerung (z. B. Pusteln.
Bläschen, Flecken). 2. (Geol.) Bildung von mineralischen
Überzügen auf Gesteinen u. Böden. Ausblühung; eflloreszieren
[£fbres'tsi:ran]<sw. V.;hat)[lat.efilörescere = aufblühen]:
1. (Med.) krankhafte Haut Veränderungen zeigen. 2. (Geol.)
(von Gesteinen) mineralische Überzüge bilden.
eflluieren [eflu'hrcn] <sw. V.; hat) [lat. effluere] (Med.):
ausfließen; Effluvium [e*flu:viom], das; -s, ...ien l./jßtt:
lat. eflluvium] (Med.): Erguß. Ausfluß: Ausdünstung.
Eflusiometer [efuzjto-], das; -s, - [zu lat. effüsio (T Effusion)
u. t-meter] (Physik): Apparat zur Messung der Gasdichte;
Effusion [efu'zio:n],die; -, -en [lat. effüsio = das Ausgießen;
das Herausströmen] (Geol.): das Ausfließen von Lava; eflü-
siv [efu'zi:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.): durch
Ausfließen von Lava gebildet: -es Gestein; <Zus.:)
Effusivgestein, das (Geol.): Ergußgestein, das sich bei der Erstarrung
des Magmas an der Erdoberfläche bildet.
EFTA fefta], die; - [Kurzwort für engl. European Free
Trade Association]: Europäische Freihandelsassoziation
(Freihandelszone).
EG: Europäische Gemeinschaften].
egal: I. [e'ga:l] (indeki. Adj.; o. Steig.) [frz. egal < lat.
aequälis = gleich]: 1. <nicht adv.) gleich artig;,
gleichbeschaffen: die beiden Teile sind nicht ganz e.; Bretter e.
schneiden; <ugs. auch attr. u. dekliniert:) zwei -e Stühle.
2. <nur präd.) (ugs.) einerlei, gleichgültig: mir ist alles
e.; das kann dir doch e. sein; sie soll kommen, e.. wie
[sie das macht]. II. fe:ga(:)I] <Adv.) (landsch.. bes. ostmd.)
fortwährend, in einem fort, durchgehend; immer wieder,
noch»: es hat e. geregnet; er ist einer von denen, die e.
meckern müssen; Wie das Mädchen noch nicht sechzehn
war. ging sie schon e. (immerzu) ins Panoptikum und
zu den Artisten, die da arbeiten (H. Mann, Unrat 58);
egalisieren [egali'zi:ran] <sw. V.; hat) [frz. egaliser, zu:
6gal, tegal]: I. (Sport) a) (eine Höchstleistung) nochmals
erreichen, (einen Rekord) einstellen: einen Rekord e.; mit
9.9 Sekunden egalisierte er den Weltrekord seines
Landsmannes; b) (einen Vorteil) ausgleichen: den
[Punktvorsprung des Gegners e. 2. (Technik. Textilw.. Handw.)
Ungleichmäßiges so bearbeiten, daß es überall gleich stark
wird, gleichmäßig flach i machen: Leder e. 3. (Textilw.)
39 GDW
609
Egalisierung
gleichmäßig färben; <Abl.:)Egalisknmg.die; -. -en; egalitär
[egali'te:?] <Adj.; o. Steig.; meist attr.) [frz. egalitaire. zu:
6galite. tEgalite] (bildungsspr.): auf politische, bürgerliche\
soziale Gleichheit gerichtet: die -e demokratische
Massengesellschaft; -e Parolen; In der römischen Gesellschaft hatte
sich in gewissen Grenzen eine -e Tendenz durchgesetzt
(Enzensberger, Einzelheiten I, 190); Egalitarismus
[...ta'nsmus]. der; - (Soziol.. bildungsspr.): Sozialtheorie
von der / möglichst/ vollkommenen Gleichheit in der
menschlichen Gesellschaft bzw. von der Verwirklichung dieser
Gleichlieit: so führt der ideologisch-programmatische E.
nicht zur Befreiung, sondern zur Nivellierung aller
Beherrschten (Szczesny. Das sog. Gute. Rowohlt 1971. S.
133); Egalität [...t€:t]. die; - [zu tegal] (bildungsspr.):
politische od. soziale Gleichheit. Gleichberechtigung: Tocqueville.
der vor hundert Jahren bereits den Aspekt der Unfreiheit
an der hemmungslosen E. wahrnahm (Adorno. Prismen
92); Egalit* [egali'te:]. die; - [frz. 6galile < lat. aequälitäs
= Gleichheit] (bildungsspr.): Egalität. Gleichheit (eines
der drei Losungsworte der Frz. Revolution); egalweg
<Adv.) (ugs.. bes. berhn.): fortwährend, in einem fort,
durchgehend, egal (II).
Egart [e:gart], die; -, -en [mhd. egerte. egerde. ahd. egerda]
(bayr., österr. veraltet): Grasland, das in anderen Jaliren
als Acker genutzt wird; Brache; <Zus.:) Egart[en]wirtsdiaft,
die <o. PI.) (bayr., österr. veraltet): Art der Bodennutzung,
bei der ein Stück Land in bestimmtem Wechsel als Acker
od. Wiese genutzt wird. Feldgraswirtsclxaft.
Egel [e:gl], der; -s. - [mhd. egel(e). ahd. egala (Fem.)]:
blutsaugender Ringelwurm mit je einem Saugnapf an den
beiden Körperenden. Blutegel; <Zus.:) Egelschnecke, die:
langgestreckte Nacktschnecke mit zurückgebildetem
Gehäuse.
Egerling ['e:gelii)). der; -s. -e [zu t Egart] (landsch.):
Champignon.
Egerte ['e:get3], die; -. -n: svw. T Egart.
Egesta [e'gesta] <P1.) [lat. egesta. Neutr. PI. des 2. Part,
von: egerere = herausschaffen; auswerfen, von sich geben]
(Med.): Körperausscheidungen (z. B. das Erbrochene. Kot);
Egestion [eg£s'Uo:n]. die; -. -en [lat. egestio] (Med.):
Stuhlgang.
'Egge ['egal, die; -. -n [rückgeb. aus Teggen]:
landwirtschaftliches Gerät mit mehreren Reihen von Zinken, das zur
oberflächlichen Lockerung u. Krümelung des Bodens u. zur
Unkrautbekämpfung dient.
2Egge [-]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd. egge,
eigtl. = tEcke] Webrand. Gewebekante, -leiste.
eggen ['egn] <sw. V.; hat) [mhd. eg(g)en. ahd. egen. ecken,
zu mhd. egede. ahd. egida = Egge. verw. mit tEcke]:
(den Boden) mit der xEgge bearbeiten: die Bauern pflügen
und eggen [ihre Felder].
Eggenband. Eckenband, das; -[e]s, ...bänder [zu t2Egge]
(Schneiderei): festes Band, das Nähte vor dem Verziehen
schützen soll; Kantenband. Nahtband.
Egghead [eghed], der; -s. -s [amerik. egghead, eigtl. =
Eierkopfl (bildungsspr.. oft scherzh. od. abwertend):
Intellektueller i in den USA j.
egkmisieren [eglomi'zr.ren] <sw. V.; hat) [frz. egiomiser.
nach dem frz. Kunsthändler J.-B. Glomi (18. Jh.)] (Kunst):
eine Glastafel o. ä. auf der Rückseite so mit Lack bemalen,
daß Aussparungen entstehen, die mit spiegelnder Materie
hinterlegt werden.
Ego fe:go]. das; -. -s [lat. ego = ich] (Philos.. Psych.):
das Ich; vgl. Aller ego; <Zus.:> Ego-Ideal, das (Psych.):
Aufbau eines für die eigene Person gültigen Leitbildes, das
durch seinen grundsätzlichen Charakter zur
Persönlichkeitsentwicklung beiträgt; Egoismus [ego'ismos], der; -. ...men
[frz. egoisme. zu lat. ego = ich]: 1. <o. PI.) a) Haltung,
die gekennzeichnet ist durch das, Streben nach
Selbstbehauptung, nach Erlangung von Vorteilen für die eigene
Person, nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden
Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer; Selbstsucht.
Ichsucht. Eigenliebe (Ggs.: Altruismus): der
nationalstaatliche E.; das ist reiner, krasser E.; der E. der Parteien;
Ihr naiver E. rührte und erfreute ihn: er war die Natur
selbst (B. Frank. Tage 141); etw. aus [gesundem] E. tun;
b) (Philos.) Lehre. Anschauung, nach der alles, auch das
altruistische Handeln, auf Selbstliebe beruiu. 2. <P1.) Arten
des Egoismus; egoistische Eigenschaften. Eigenarten.
Verhaltensweisen. Handlungen: persönliche Egoismen und
Eitelkeiten; nationale Egoismen; das Schicksal des
Völkerbunds, an den absolut gesetzten Egoismen seiner
Mitglieder zugrunde zu gehen (Fraenkel. Staat 216); Egojst, der;
-en, -en [frz. egoiste]: von Egoismus bestimmter,
selbstsüchtiger, eigennütziger Mensch (Ggs.: Altruist): ein
rücksichtsloser E.; Männer sind häufig unerträgliche -en; jmdn.
einen -en nennen; Egoistin, die; -. -nen: w. Form zu t Egoist;
egoistisch <Adj.>: von Egoismus bestimmt; selbstsüchtig,
eigennützig (Ggs.: altruistisch): ein -er Mensch; nur -e
Zwecke verfolgen; sein Verhalten war sehr e.; e. denken,
handeln; Egotismus [ego'tismos], der; - [frz. egotisme <
engl.egotism = übertriebener Gebrauch des Wortes ..Ich";
Selbstgefälligkeit; Selbstsucht, zu lat. ego = ich] (Philos.):
philosophisch begründete Form des Egoismus, die das Glück
der Menschheit dadurch herbeizuführen trachtet, daß der
einzelne (einer Elite) auf ein Höchstmaß persönlichen
diesseitigen Glücks hinarbeitet; Egotfst, der; -en, -en [frz. ego-
tiste]: 1. Anhänger des Egotismus. 2. (Literaturw.) Autor
eines autobiographischen Romans in Ichform; Egotrip, der;
-s. -s [engl, ego trip] (Jargon): Lebenshaltung, bei der man
ganz auf sich selbst bezogen, egozentrisch ist: auf dem
E. sein.
Egoutteur [ego'to:^]. der; -s, -e [aus gleichbed. frz. rouleau
egoutteur. aus: rouleau = Rolle (t Rouleau) u. egoutteur.
zu: egoutter = abtropfen lassen, zu: goutte = Tropfen
< lat. gutta] (Papierherstellung): mit einem Drahtnetz
umkleidete Walze, mit der die Wasserzeichen in das Papier
eingepreßt werden.
Egozentrik [ego'tsentnk]. die; - [zu lat. ego = ich u.
tZentrum] (bildungsspr.): egozentrische Einstellung. Haltung.
Verhaltensweise. Art: die E. dieses Menschen, seiner
Weltanschauung; Egozentriker, der; -s. - (bildungsspr.):
egozentrischer Mensch; egozentrisch <Adj.) (bildungsspr.): die
eigene Person als Zentrum allen Geschehens betrachtend;
alles in bezug auf die eigene Person beurteilend, wertend;
stark ichbezogen denkend t. eine stark ichbezogene
Einstellung. Weltauffassung zeigend: ein -er Mensch; eine -e
Einstellung. Weltanschauung; e. denken; Egozentrismus [ego-
tsen'tnsmus]. der; -. Egozentrizität [egotsentritsi'tc:!]. die;
-: svw. t Egozentrik.
egrenieren [egre'ni.ren] <sw. V.; hat) [frz. egrener. zu: graine
= Samen(korn) < lat. gräna. Neutr. PI. von: gränum
= Korn] (Fachspr.): Baumwollfasern von den Samen
trennen; <Zus.:> Egreniermaschine, die.
egressiv [egre'si:fl <Adj.; o. Steig.) [zu lat. egressus = das
Herausgehen] (Sprachw.): 1. (von Verben) das Ende eines
Vorgangs od. Zustands ausdrückend (z. B. verblühen,
platzen; Ggs.: ingressiv 1). 2. den Luft ström bei der Artikulation
eines Lautes nach außen richtend (Ggs.: ingressiv 2).
Egyptienne tesi'psien]. die;- [frz. egyptienne. eigtl. =
ägyptische (Schrift)] (Druckw.): Antiquaschrift einer bestimmten
Art. bei der die Buchstaben gleichmäßig stark sind.
!eh [e:] <Interj.) [frz. eh. lautm.] (ugs.): 1. he da!: Eh.
wartet doch noch (Hacks. Stücke 77). 2. nun. na: War
dein Vater General? Auf welcher Seite hat er gekämpft,
eh? (Fries. Weg 13). 3. Ausruf des Staunens: eh. das darf
doch nicht wahr sein!
*eh [--. mhd. e(r). ahd. er, urspr. adv. Komp. zu einem
untergegangenem Positiv mit der Bed. „früh"]: 1. <Adv.)
(südd.. österr. ugs.) sowieso, ohnehin schon l: laß ihn in
Ruh', er ist eh schlecht gelaunt; mach dir keine Mühe,
jetzt ist eh alles gleich. 2. *seit eh und je (solange man
denken, sich erinnern kann); wie eh und je (wie schon
immer); ehe fe:al. (verkürzt:) eh' [e:] <Konj.) [mhd. e(r).
ahd. er, T 2eh]: vor dem Zeitpunkt, da...; bevor: es vergingen
drei Stunden, e. wir landen konnten; in einem verneinten
Gliedsatz bei gleichfalls verneintem Hauptsatz nur bei
besonderer Betonung der konditionalen Bedeutung u. bei
Voranstellung des Gliedsatzes: e. (wenn) ihr nicht still
seid, kann ich euch das Märchen nicht vorlesen.
Ehe ['e:al. die; -. -n [mhd. e[we], ahd. ewa = Ehe[vertrag];
Recht. Gesetz]: gesetzlich w. kirchlich > anerkannte
Lebensgemeinschaft von Mann u. Frau: eine glückliche, zerrüttete,
gestörte E.; ihre E. blieb kinderlos, ist gescheitert; nach
kurzer Zeit wurde die E. wieder geschieden; er ist auf
mich eifersüchtig .... und er versucht, unsere E.
kaputtzumachen (Hörzu 52. 1973. 67); die E. brechen (Ehebruch
begehen); einen Sohn aus erster E. haben; sie war in zweiter
E. mit einem Kaufmann verheiratet; Ü Es gibt keine
harmonischere E. als die zwischen Illusion und Ignoranz (Bamm.
610
ehe-, Ehe-
Weltlaterne 54); *eine E. zur linken Hand (bist.; standesun-
gleiche Ehe im Hochadel, bei der ein Ehevertrag die Lage
der unebenbürtigen Frau u. der Nachkommen verbesserte:
morganatische Ehe): wilde E. (veraltend; Zusammenleben
\xm Mann u. Frau ohne standesamtliche Trauung).
■che: -baldig <Adj.; o. Komp.; nicht präd.) (österr.): bald-
mißlichst: so bald wie möglich: Bedienerin zu -em Termin
gesucht; eine Ware e. liefern; -dem <Adv.> (geh.): vordem,
wirmals, damals, einst: er war e. ein guter Sportler; der
preußische Staat von e.; -gestern <Adv.) (veraltet):
vorgestern: gestern u. e.; -malig <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(zu Tehemal(s)]: einstig, früher: ein -er Offizier; meine -e
Wohnung; <subst.:> seine Ehemalige (ugs.; seine frühere
Frau. Freundin); -mals <Adv.> [mhd. emäles, aus: e (Präp.)
= vor u. T-mals] (geh.. veraltend): einst, früher: e. war
er ein guter Sportler; -möglich <Adj.; o. Komp.; nicht
präd.) (österr.): svw. t-baldig; -tunlichst <Adv.>
(veraltet): so bald wie möglich: Denn er ... sann auf nichts,
alse. loszukommen von dem fremden Verwandten ... (Th.
Mann, Joseph 150).
iehe-. Ehe-: -ähnlich <Adj.; o. Steig.): wie in der Ehe: mit
jmdm. in einem -en Verhältnis leben; -anbahner, der <meist
PI.): jmd., der eine Ehe vermittelt: Die E. nahmen das
Urteil an und verglichen sich anschließend mit dem Kläger
(DM 1, 1969, 18); -anbahnung. die: svw. t-Vermittlung,
dazu: -anbahnungsinstitut, das; -aspirant, der: svw. t
Kandidat; -aufhebung. die (jur.): rechtskräftige Auflösung einer
Ehe für die Zukunft wegen Mängeln, die bereits bei der
Eheschließung vorlagen: -band, das <PI. -bände, meist PI.)
(dichter.): Bindung durch die Ehe: der -e ledig sein, werden;
-berater, der: jmd., der von amtlicher od. kirchlicher Seite
zur Beratung in Fragen der Ehe eingesetzt ist: -beraterin,
die: w. Form zu t-beraten -beratung, die: 1. (insbes.
amtliche od. kirchliche) Beratung in Fragen der Ehe. 2.
Eheberatungsstelle, dazu: -beratungsstelle, die: -n
einrichten; -betrug, der (jur.): arglistiges Verschweigen eines
gesetzlichen Ehehindernisses beim Eingehen einer E/ie; -bett,
das: Doppel/bett der Eheleute: -brechen <st. V.; nur im
Inf. u. 1. Part, gebr.) [mhd. ebrechenj (geh. veraltet): die
Ehe brechen. Ehebruch begehen: der ehebrechende Partner;
<bibl.:) du sollst nicht e.; -brecher, der [mhd. ebrechare):
jmd.. der Ehebruch begeht: -brecherin, die; -. -nen: w.
Form zu t-brecher; - brecher isch <Adj.: o. Steig.; meist
nur attr.): -e Gedanken. Beziehungen; ein -es Verhältnis;
-bruch.der: Verletzung der ehelichen Treue durch
außerehelichen Geschlechtsverkehr: E. begehen; -bund, der (geh.):
Ehe: -bündnis, das: svw. t-bund: Ortspfarrer Michler ...
sprach in tiefsinnigen Worten über Freuden und Leiden
eines so langen -ses (Vorarlberger Nachr. 27. 12. 68. 3);
Delikt, das (jur.): die Ehe betreffendes Delikt (z. B.
Ehebruch. Ehebetrug. Bigamie); -dispens, die (jur.): Befreiung
wv? einem Eheverbot: Mirachen, der (ugs. abwertend):
zänkische Ehefrau: -erlaubnis, die: (insbes. amtliche)
Erlaubnis, eine Ehe zu schließen: -erschleichung, die (jur.):
Verleitung zum Eingehen einer Ehe durch arglistige Täuschung
des Partners: -fähig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (bes.
jur.): zur rechtswirksamen Eheschließung fähig, dazu:
-fahtgkeit,die <o. PL), dazu, -fähigkeitszeugnis, das:
amtliches Zeugnis über die Ehefälligkeit: -feind, der; -feindlich
Adj.): a) der Ehe abgeneigt: ein -er Junggeselle; e.
eingestellt sein; b) eine Ehe erschwerend: -e Berufe. Verhältnisse;
-frau,die: verheiratete Frau: Frau, mit der jmd. verheiratet
ist. jmds. Frau: das ist seine E.; eine E. sieht das anders;
-freuden <P1.) (scherzh.); -frieden, der: Zustand des
harmonischen, nicht durch Streit getrübten Zusammenlebens
m der Ehe: -gatte, der: 1. (geh.) Ehemann. 2. <PI.)
iAmtsspr.) Eheleute: -gattin, die: w. Form zu t-gatte;
-gelohnte, -gelübde, das (geh.): Eheversprechen: -gemahl:
1. der; (veraltet, noch scherzh.) Eltemann. 2. das; (veraltet)
Ehefrau: -gemahlin, die: w. Form zu ?-gemahl (1). svw.
* -gemahl (2); -gemeinschaft, die: durch die Ehe begründete
Gemeinschaft zwischen Mann u. Frau: in E. leben; -genösse,
der: svw. t -mann; -genossin, die: w. Form zu T -genösse;
-Beschichte, die: in Illustrierten werden die -n der
Prominenz ausführlich behandelt; -gesetz, das <meist PI.) (jur.):
Gesetz, das Vorschriften über die Eheschließung u. die Eixe-
scheidung enthält: -gespann. das (abwertend od. scherzh.):
Ehepaar, -gespons (veraltet, noch scherzh.): 1. der. auch:
das; svw. t-mann. 2. das; svw. T -frau; -glück, das: Glück
in der EJie; -gut, das: Vermögen eines Ehepartners (bes.
der Frau) od. beider Ehepartner: -güterrecht, das <o. PI.)
(jur.): Güter stand, der für alle Ehegatten gilt, die nicht
durch einen Ehevertrag anderes vereinbaren: -hafen, der
(ugs. scherzh.): die Ehe als Versorgungs- u. Zufluchtsort:
in den E. einlaufen, im E. landen (endlich heiraten): -hälf-
te.die (ugs. scherzh.): svw. I-frau: das ist meine E.; -herr,
der (veraltet, noch scherzh. od. iron.): svw. t-mann: Nun
hatte sie gar. ohne ihn. den -n. zu fragen, die Freundin
ins Haus genommen (Fussenegger, Haus 446); -henrin,
die (veraltet): svw. f-frau; -herrlich <Adj.; o. Steig.; meist
attr.) (selten): den Elieherrn betreffetid, von ihm ausgehend:
die-eGewalt; -hindernd <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (jur.):
ein Ehehindernis bildend: Noch Papst Gregor I. ... erklärte
Blutsverwandtschaft bis in den 7. Verwandtschaftsgrad
füre. (Schelsky. Soziologie 93); -hindernis, das (jur.):
Umstand, bei dessen Vorliegen das Gesetz die Eheschließung
verbietet (z. B. nahe Verwandtscliaft. schwere
Geisteskrankheit): -jähr, das: im dritten E.; -jodi. das <o. PI.) (ugs.
scherzh.): Belastung durch die Ehe: Wie kann man sich
nur freiwillig ins E. begeben? (BernstorfT. Leute 5);
-Jubiläum, das: sein 50jähriges E. feiern; -kandidat, der
(scherzh.): a) jmd.. der kurz vor der Heirat steht,
Heiratskandidat: b) noch unverheirateter, heiratswilliger junger Mann,
Heiratskandidat: Gleichwohl scheint es für junge Mädchen
empfehlenswerter, nach ... begabten und gut
verdienenden -en Ausschau zu halten (Welt 6. 10. 62. Die Frau);
-knochen, der (ugs. abwertend): jmd., der im Alltag der Ehe
keine Eigeninitiative mehr aufbringt: Gustav und Heinrich,
dressierte E.. wie er sie verächtlich nannte, waren wie
gehorsame Pudel nach Hause zu ihren Weibern gekrochen
(Bredel. Väter 19); -konflikt, der: ernsthafte
Auseinandersetzungen . Zwistigkeiten zwischen Elieleuten: -konsens, der
(jur. veraltet): Ehevertrag: -kontrakt, der: Ehevertrag:
-krach, der (ugs.): Streit, Zerwürfnis zwischen Eheleuten:
-kreuz, das: 1. (scherzh.) svw. t-joch: das E. geduldig
tragen. 2. (ugs. abwertend od. scherzh.) böses i Eheweib.
Ehefrau: -krise, die; -kriippel, der (salopp abwertend od.
scherzh.): Ehemann, der von seiner Frau abhängig ist bzw.
sich seiner Frau unterordnet u. deshalb in seiner Ehe kein
vollwertiger Mann ist: kleben, das: das Leben in der Ehe:
die Freuden und Leiden des -s; -leiblich <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (jur. veraltet): ehelich u. leiblich: -leute <PI.>:
Ehemann u. Ehefrau. Ehepaar: -liebste, der u. die (veraltet,
noch scherzh. od. iron.): lieber Ehemann, liebe Efiefrau:
-los <AdJ.; o. Steig.; nicht adv): ohne E/ie. unverheiratet:
e. bleiben, leben, dazu: -losigkeit, die; -: die E. der Priester;
-mäkler, der (jur.): svw. t Heiratsvermittler, dazu:
-mäklerlohn, der (jur.): Ein Heiratsvermittler muß den im
voraus empfangenen E. wieder herausrücken, wenn seine
Bemühungen zu wünschen übrig lassen (Stern 21. 1970.
98); -mann, der <P1. -männer): verheirateter Mann: Mann,
mit dem eine Frau verheiratet ist: jmds. Mann: ein
vorbildlicher E.. dazu: -männlich (Adj.; o. Steig.; meist attr.)
(meist scherzh.): die -e Gewalt; -e Pflichten; -müdigkeit,
die: Überdruß an der Ehe: Vielleicht ist es ... eine ganz
allgemeine E.. wie sie leicht jene Männer befällt, die sich
im Beruf über ihre Kräfte hinaus anstrengen müssen (Hör-
zu 51. 1972. 95); -mündig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(jur.): das vorgeschriebene Mindestalter für eine
Eheschließung habend: -mündigkeit, die (Ggs.: -Unmündigkeit);
-nichtigkeit, die (jur.): rechtskräftiges Urteil, das die
Wirkungen einer Ehe von Anfang an beseitigt: auf E. klagen;
-paar, das: verheiratetes Paar: ein älteres E., dazu: -paar-
kurs, -kursus, der: Tanz kurs für Ehepaare: -pakt, der
(österr. jur.): svw. t-vertrag; -partner, der; -Partnerin,
die: w. Form zu -partner; -Problem, das (meist PL);
-prozeö, der (jur.): besonderer Zivilprozeß für Ehesachen:
-recht, das <o. PI.) (jur.): das die Ehe regelnde Recht.
dazu: -rechtlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.); -reif <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): reif für die Ehe: -ring, der: Trauring:
-roman, der: Roman, der die Schilderung einer Ehe in
den Mittelpunkt stellt: -sache, die (jur.): Rechtssache auf
dem Gebiet des Eherechts: -Sakrament, das <o. PI.) (kath.
Rel.): Sakrament der EJie. das sich das Brautpaar während
der Trauung im Beisein des Priesters spendet: -Scheidung,
die: gerichtliche Auflösung der Ehe. dazu: -scheidungs-
grund, der (jur.). -Scheidungsklage, die (jur.).
-Scheidungsprozeß, der; -scheu <Adj.; nicht adv.): die Ehe scheuend,
der Ehe abgeneigt: -scheu, die: Scheu vor der Ehe.
Abneigung gegen die Ehe: -Schließung, die: persönliche, bei gleich-
39'
611
ehehaft
zeitiger Anwesenheit abgegebene Erklärung der Verlobten
vor dem Standesbeamten, die Ehe miteinander eingehen zu
wollen: standesamtliche E.; -segen,der (veraltet): aus einer
Ehe hervorgehende Kinder: Kindersegen: -stand, der <o.
PL): Stand der Ehe\ des Verheiratetseins: in den E. treten;
die Freuden des -es. dazu: -standsdarlehen. das: heute
noch in Berlin von der Regierung gewährtes* zinsgünstiges
Darlehen, über das beide Ehepartner Verfügungsrecht haben,
-Standslokomotive, die (ugs. scherzh.): Kinderwagen:
^stiften <sw. V.; hat) (selten): eine Eheschließung herbeiführen,
eine Ehe vermitteln, stiften: Frau Bernstein, die unsere
Bekanntschaft eifrig begünstigte und offenbar gerne
ehestiftete- ich will nicht den stärkeren Ausdruck gebrauchen
(Katia Mann. Memoiren 23); -Stifter, der: jmd., der eine
Eheschließung herbeiführt: Heiratsvermittler: -stifterin,
die: w. Form zu ?-Stifter; -Stiftung, die; -Störung, die
(jur.): Störung einer Ehe durch eine andere Person, etwa
durch eine Geliebte: Dieser Beweis genügte Frau Eleonore,
um die Sekretärin wegen E. verurteilen zu lassen (Express
II. 10. 68. 4); -streit, der svw. T Konflikt; -Streitigkeit,
die <meist PL); -studio, das (Schweiz.): Ehevermittlungsin-
stitut: -teufel, der (scherzh.): zänkische, unverträgliche
Ehefrau: -tragödie, die: Ehestreit mit unheilvollem Ausgang:
-trennung, die (jur.): das Getrennt leben der Eheleute bei
Fortbestehen der Ehe: ^tyrarai, der: tyrannischer Ehemann:
Minmündigkeit, die (Ggs.: -mündigkeit); -verbot, das
(Jur.): gesetzliches Verbot der Eheschließung bei Vorliegen
bestimmter Umstände: -Verfehlung, die (jur.): Verletzuttg
der den Ehepartnern durch Eingehung der Ehe auferlegten
Pflichten: Ehebruch und andere schwere -en;
-Verkündigung, die: svw. t Aufgebot: Ich brachte unsere Papiere
aufs zuständige Amt. unsere E. stand in der Zeitung
(Frisch, Homo 79); -Vermittler, der; -Vermittlerin, die:
w. Form zu -vermittler; -Vermittlung, die: 1.
gewerbsmäßige Vermittlung von Ehepartnern. 2, Ehevermittlungsinsti-
tut, dazu: -Vermittlungsbüro. das. -Vermittlungsinstitut.
das; -versprechen, das: Versprechen gegenüber jmdm.. mit
ihm die Efie einzugehen: -vertrag, der (jur.): Vertrag der
Eheleute, der ihre güterrechtlichen Verhältnisse regelt:
-Vollzug, der (jur.): (sexueller) Vollzug der EJ\e: -weib,
das (veraltet, noch scherzh.): svw. t-frau; -weihe, die
(DDR): sozialistische Feier der Eheschließung, die der
standesamtlichen Trauung folgt: -widrig (Adj.; o. Steig.): zur
Ehe im Gegensatz stehend: -e Beziehungen; -wirt. der
(landsch.): svw. t -mann; -wünsch, der: (bes. in Inseraten)
Wunsch, einen E/iepartner zu finden: Heiratsn'unsch:
-Zerrüttung, die; Zustand, der aus verschiedenen Gründen eine
dem Wesen der Ehe gemäße Wiederherstellung der ehelichen
Gemeitischaft nicht zuläßt: -Zerstörer, der (ugs. scherzh.):
Fernseher: -zwist, der; -zwistigkeit, die (meist PI.) (geh.).
ehehaft ['e.dhaft] <Adj.; o. Steig.) [mhd.. ahd. ehaft]
(Schweiz, veraltend): gesetzlich, rechtsgültig: -e Not
(gesetzlicher Notstand): Ehehalte fe.ahalto], der; -n, -n [mhd.
ehalte, ahd. ehalto. eigtl. = jmd.. der ein gesetzliches
Verhältnis einhält] (bayr.. österr. veraltet): Dienstbote.
ehelich l'ealic] <Adj.; o. Steig.) [mhd. elich; ahd. e(o)l!h
= gesetzmäßig, zu: e(wa). TEhe]: 1. (nicht adv.) aus einer
Efie stammend; (Ggs.: nichtehelich, unehelich): -e Kinder;
-e Abstammung; das Kind iste. [geboren). 2. (nicht präd.)
die Ehe betreffend, zu ihr gehörend, ihr eigentümlich: -es
[Zusammenlieben; die -en Rechte und Pflichten; -es
Güterrecht; Sie bemühten sich beide, die -e Harmonie
wiederherzustellen (Jaeger. Freudenhaus 209); sich mit jmdm. e.
verbinden (geh.; ihn heiraten): (Abl.:> ehelichen (sw. V.;
hat) (veraltend, noch scherzh.): heiraten: seine
Haushälterin e.; Erst vor ein paar Tagen hatte Pamela mir mitgeteilt
.... daß sie ... ihn in absehbarer Zeit zu e. gedenke (K.
Mann, Wendepunkt 160); Ehelicherklärung, die: -. -en
(jur.): gerichtliche Erklärung, die einem nichtehelichen Kind
(insbes. gegenüber dem Vater) die Rechtsstellung eines
ehelichen Kindes verleiht: Ehelichkeit, die; - [zu: ehelich (1)1:
das Ehelichsein: die E. eines Kindes, seiner Abstammung,
dazu: Ehelichkeitserklärung, die: svw. t Ehelicherklärung.
eh[e]nder ['e:(3)ndn; zu mhd. end. ent = ehe. bevor, ahd.
enti = früher! (mundartl.): svw. teher; eher [e:B] (Adv.);
[Komp. zu gleichbed. eh(e). 12eh]: I. zu einem noch früheren
Zeitpunkt, früher (Ggs.: später): ich war e. da [als er];
als Komp. zu ..bald44: je e.. desto besser; je e.. je lieber.
2.a.) lieber: e. will ich sterben als ihn heiraten; b)
wahrscheinlicher, leichter: e. stürzt der Himmel ein. als daß
er nachgibt; das ist schon e. möglich; c) mehr, vielmehr:
Im Garten seines e. bescheidenen Bungalows (Spiegel 38.
1966. 129); er ist e. klein als groß; das ist e. eine Frage
des Geschmacks; er ist alles e. als dumm, als ein Dummkopf
(er ist durchaus nicht dumm). Vgl. ehest...
ehern fe:enj (Adj.) [mhd.. ahd. erin. zu mhd.. ahd. er
= Erz]: 1. (o. Steig.; nur attr.) (dichter.) aus Erz bestehend,
erzen, eisern: eine -e Rüstung. Statue; Ü etw. mit -er Stirn
(geh.; dreist, frech u. unbeirrbar) behaupten. 2. (geh.) hart,
fest, utibeugbar u. ewig während, beständig j: ein -er Wille;
ein ehernes (unumstößliches) Gesetz.
ehest [e.ast] (Adv.) (österr.): baldmöglichst, so bald wie
möglich: ein großes Anliegen haben wir .... daß e. der
Lawinenhang .Alter Stall44 ... verbaut wird (Vorarlberger
Nachr. 2. II. 68. 5); ehest... [-1 (Adj.; adv.: am ehesten)
[Sup. zu teherl: I. (nicht präd.) frühestmöglich,
schnellstmöglich: so früh, bald, schmll wie tnöglich: zum
-en Termin; mit -em (Kaufmannsspr.; in nächster Zeit,
zum frühestmöglichen Termin); Ludwig ist am -en
gekommen. 2. (nur adv.) noch am liebsten: am -en würde ich
[nochl Orientalistik studieren. 3. (nur adv.) noch am
wahrscheinlichsten, leichtesten: das ist [noch] am -en möglich;
dieses Werkzeug ist [noch] am -en brauchbar
(wahrscheinlich noch das brauchbarste). Vgl. eher; ehestens ['e:astns]
(Adv.): I. frühestens: e. [am] Dienstag; e. in einer Stunde.
2. (österr.) baldmöglichst: so schnell, bald wie möglich:
er soll das Buch e. zurückgeben; Junge, tüchtige Bedienung
e. (zum frühestmöglichen Termin) gesucht (Vorarlberger
Nachr. 25. 11.68.24).
ehig [e:i<;] (Adj.; o. Steig.) [zu tEhe] (Zool.): paarweise
zusammenlebend: Männliche Vögel -er Arten (Lorenz.
Verhalten I. 234); e. lebende Fische. Säugetiere; Ehgaumer
['e:gaumBl. der. -s. - [tGaumer] (Schweiz.): E/ie- u.
Sittenrichter.
Ehnel [e:nl]. der; -s. - [Vkl. zu gleichbed. mhd. ene. ane.
tAhn] (österr. veraltet): Großvater: Ehni [e:ni]. der; -s.
- [vgl. Ehnel] (schwäb.): Großvater.
ehr-. Ehr-: -abschneider. der; -s, - (veraltet): jmd., der durch
seine unwahren Äußerungen einen andern herabsetzt, in
schlechten Ruf bringt, böswillig verdächtigt: Verleutnder:
-abschneiderei [ '-]. die: In solchen Scherzen drückt
sich ein Humor aus. der zwischen Zote und E. die Mitte
hält (Enzensberger, Einzelheiten I. 84); -auflassung. die:
vgl. -begriff; -begier[de], die (o. PI.): übermäßiger
Ehrgeiz; -begierig (Adj.): übertrieben j ehrgeizig; -begriff,
der: Begriff, Auffassung von Ehre, Ehrenhaftigkeit: der
übersteigerte E. eines Offiziers; sein Vater, der eine
akademische Bildung besaß und gewisse -e (Gaiser, Jagd 99);
-beleidigung. die: svw. T Ehrenbeleidigung; -erbietig
[...|e?bi:ti(j] (Adj.) (geh.): die Bereitschaft zeigend, Ehre
zu erweisen; voller Hoclxachtung: jmdn. e. grüßen; -erbietig-
keit. -erbietung,die; - (geh.): Bereitschaft, Ehre zu erweisen,
Hochachtung: jmdn. mit E. grüßen; -furcht, die [rückgeb.
aus tehrfürchtig]: hohe Achtung, achtungsvolle Scheu,
Respekt vorder Würde, Erhabenheit einer Person, eines Wesens
od. einer Sache: die E. vor dem Leben; vor etw. [keine]
E. haben, dazu: -furchtgebietend (Adj.): Ehrfurcht
einflößend, erweckend; hoheitsvoll; -furchtig (Adj.): von
Ehrfurcht bestimmt, erfüllt; voll Ehrfurcht: e. zuhören;
-furditsk» (Adj.; -er. -este): ohne Ehrfurcht: ein -es
Verhalten, dazu: -fiirchtslosigkeit. die; -; -furchtsvoll (Adj.)
(geh.): voll Efirfurcht, von Ehrfurcht erfüllt, ehrfürchtig:
mit -er Miene; -gefuhl, das (o. PI.): Gefühl für Ehre,
Anstand, Würde: Selbstachtung: das verletzt mein E.; etw..
aus falschem E. [heraus] tun; -geiz, der; -es. -e (PI. selten):
starkes od. übertriebenes Streben nach Erfolg u. Ehren:
krankhafter E.; keinen E. haben; er hatte den E.. als
erster fertig zu werden; seinen E. dareinsetzen, etwas zu
leisten; wenn mein E. einmal geweckt ist. bin ich zu großen
Leistungen fähig (Roehler. Würde 157). dazu: -geizarm
(Adj.): keinen Ehrgeiz aufweisetid: Ruth ... ist so weit
normal, wenn auch ... im Sinne der gedankenlosesten,
labilsten.ehrgeizärmsten Verantwortungslosigkeit, infantil
(Wohmann. Absicht 383). -geizen (sw. V.; hat) (Schü-
lerspr.): fleißig arbeiten, lernen; -geizig (Adj.): von Ehrgeiz
bestimmt, erfüllt, zeugend; voller EJirgeiz: ein -er Mensch;
ein -es Projekt; er hat -e Pläne (hat sich viel vorgenommen);
-geizler [...gajtste], der; -s. -. -geizling [...gajtslinl. der;
-s. -e (ugs. abwertend): übertrieben ehrgeiziger Mensch;
Streber: Er ist kein Ehrgeizling. hat den Job nicht ange-
612
ehren-, Ehren-
strebt (Hörzu 26.1975. 23); -liebe, die: Vorliebe für äußere
Ehren u. Streben danach; -liebend <Adj.; nicht adv.>; -los
<AdJ.; -er, -este>: ohne Ehrgefühl, unehrenhaft, verächtlich:
e. handeln, dazu: -losigkeit, die; -; -pusselei [...pusa'lai],
die; - (ugs.): ehrpusseliges Benehmen; -pusselig, -pußlig
|...pos(3)lic] <Adj.> (ugs. spött): in spießbürgerlicher,
übertriebener Weise auf seine Ehre bedacht: ein -er Mensch,
da/u: -pusseligkeit, -puBligkeit.die; -; -rührig <Adj.>: svw.
r ehrenrührig: das Lager zu Hebron aber sehe sie nicht
wieder; zumal dort ganz und gar e. geträumt werde (Th.
Mann. Joseph 522); -sucht, die <o. PL>: übertriebenes
Streben nach Ehre u. Ansehen; -süchtig <Adj.>; -vergessen
'.Adj.> (geh.): ohne Ehrgefühl, dazu: -Vergessenheit, die;
-: -verletzend <Adj.> (geh.): beleidigend; -vertust, der <o.
PI.; (jur.): Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte: er wurde
zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und 12 Jahren E. verurteilt;
-würde, die <o. PI.) (selten): Würde; etw., vor dem man
Ehrfurcht hat. dem man Ehrerbietung erweist: das Zimmer
des Chefs versucht stille E. mit überalterten Büromöbeln
und Buchrücken und Karteikästen (Johnson,
Mutmaßungen 66); -würden <o. Art.); -[s] [rückgeb. aus tehrwürdig]
(kath. Kirche veraltend): Anrede u. ehrende Bezeichnung
für Brüder od. Schwestern in geistlichen Orden u.
Kongregationen: E.. Sie werden das verstehen; darf ich Euer. Eure
E. etwas fragen?; <Gen. bei Voranstellung:) [Euer] -s Hut;
<Gen. bei Nachstellung:) der Hut Eurer E.; in
Briefanschriften: E. Schwester Notburga. Korndorf. Marienhaus;
Abk. in schriftlicher Anrede: Ew.; -würdig <Adj.; nicht
adv. > [mhd. erwirdic. ahd. erwirdlg]: I. Ehrfurcht gebietend.
Ehrerbietung einflößend; alt u. verehrungswürdig; auf
Grund seiner Würde u. seines Alters/ achtunggebietend,
respektgebietend: eine -e alte Dame; ein Dokument von
-cm Alter; eine -e Gedenkstätte. 2. (kath. Kirche) in
ehrenden Anreden od. Bezeichnungen: -er Vater!, -e Mutter!;
die -e Schwester Alberta; vgl. Ehrwürden, dazu:
-Würdigkeit, die; -.
ehrbar ['e^ba:^] <Adj.) Imhd. erbare] (geh.): (bürgerlich)
ehrenwert, ehrenhaft, achtbar, der Sitte gemäß ! lebend 1
u. achtenswert: -e Leute; ein -er Kaufmann; sein Beruf
ist durchaus e.; e. handeln, dazu: Ehrbarkeit, die; -; Ehre
['crral. die; -. -n [mhd. ere. ahd. era. urspr. = Ehrfurcht]:
l.a) <P1. nur in festen präpositionalen Verbindungen)
Ansehen. Achtung. Anerkennung auf Grund offenbaren od.
vorausgesetzten (insbes. sittlichen) Wertes; Wertschätzung
durch andere Menschen: die E. einer Familie; seine E.
wahren, verlieren; diese Tat macht ihm [alle] E. (fördert
sein Ansehen); er macht seinen Eltern, seiner Vaterstadt
E. (weil er tüchtig ist); (geh.:) in -n ergraut sein; etw.
in -n halten (achtungsvollbehandeln, bewahren); sein Wort
tn -n (was er gesagt hat. soll keine Abwertung erfahren,
soll nicht herabgewürdigt werden), aber ...; etw. nur um
der E. willen (nicht eines Vorteils wegen) tun; zu seiner
E. (um ihm gerecht zu werden) muß ich sagen, daß ...;
Spr E. verloren, alles verloren; *imdm. die E. abschneiden
i veraltend; jmdn. verleumden): [ich] hab', habe die E.! (südd..
osterr.; Grußformel); auf E.! (Beteuerungsformel); auf E.
ml Gewissen (die unbedingte Wahrheit verlangend od.
bekräftigend): Jmdn. auf E. und Gewissen fragen; etw. auf
Ehre und Gewissen beteuern; bei meiner E.!
(Beteuerungsformel); etw. in [allen] -n sagen/tun (ohne häßliche
Nebengedanken sagen, tun); b) Zeichen od. Bezeigung der
Wertschätzung. Ehrenerweis. EJirung: jmdm., einer Sache [zuviel]
E. antun; Jmdm. militärische -n erweisen; etw. zur E. Gottes
tun; sich etw. zur E. anrechnen; in Höflichkeitsformeln:
es war mir eine [große] E.; ich hatte schon die E , Sie
kennenzulernen; mit wem habe ich die E.? (wie ist Ihr
Same?); was verschafft mir die E. [Ihres Besuches]?; wir
geben uns die E. (erlauben, beehren uns). Ihnen mitzuteilen,
daß...; R E.. wem E. gebührt!; * jmdm. die letzte E. erweisen
Igeh.; an jmds. Beerdigung teilnehmen): mit jmdm., etw.
[keine] E. einlegen (mit jmdm.. etw. keinen/ großen
Eindruck machen, sich damit nicht! besonders hervortun):
brave, ordentliche Männer, mit denen aber weiter keine E.
einzulegen war CNiekisch. Leben 105); der Wahrheit die
E- aeben (es vorziehen, die Wahrheit zu bekennen); etw.
bt aller -n wert (etw. verdient Lob. Anerkennung); mit
hi (ehrenvoll). 2. <o. PL> Gefühl für die eigene Ehre (1 a).
Ehrgefühl. Selbstachtung, innere Würde: meine E. verbietet
mir. ihn zu hintergehen; das geht mir gegen die E.; er
ist dn Mann von E.; (geh.:) er setzt seine E. darein (setzt
sich mit seiner ganzen Person dafür ein. bemüht sich sehr
darum), diesen Plan zu unterstützen; * keine E. im Leib[e]
haben (kein Ehrgefühl besitzen); jmdn. bei seiner E. packen
(erfolgreich an jmds. Ehrgefühl appellieren). 3. (veraltet)
Jungfräulichkeit: sie hat die E. verloren; einem Mädchen
die E. rauben (es deflorieren). 4. <o. Pl.> (Golf):
Berechtigung, den ersten Schlag auf einem Abschlag (1 c) zu machen:
die Partei, die ein Loch gewonnen hat. hat auf dem
nächsten Abschlag die E.
ehren [mhd. eren. ahd. eren. zu tEhre] <sw. V.; hat): l.a)
jmdm. Ehre erweisen; Hoch /achtung zeigen, erweisen: der
Sieger wurde [mit einem Pokal, durch einen Empfang]
geehrt; man soll das Alter e.; dieses Angebot ehrt mich,
ich fühle mich durch dieses Angebot geehrt; jmdm. ein
ehrendes Andenken bewahren; in Briefanreden: sehr
geehrter Herr Müller!; sehr geehrte gnädige Frau!; b) für jmdn.
eine EJire bedeuten; jmdm. eine Ehre sein: sein Vertrauen
ehrt mich; deine Großmut ehrt dich (macht dir Ehre).
2. (veraltend) achten, respektieren: ich ehre deinen
Schmerz, aber ...
ehren-, Ehren-: -abend, der: Abendveranstaltung, -gesell-
schaff zu jmds. Ehren; -abordnung, die (bes. Milit.); -abzei-
chen, das; -akzept, der (Geldw.): Annahme eines Wechsels
zur Zahlung von einem Dritten, um einen Protest zu
vermeiden; ^amt, das: /ehrenvolles/ (insbes. öffentliches) Amt.
das! gegen Aufwandsentschädigung* aber im übrigen i
unentgeltlich ausgeübt wird: das E. des Schöffen, dazu: -amtlich
<Adj.; o. Steig.): -e Mitarbeiter; Boldas
Hauptbeschäftigung bestand darin, e. (unentgeltlich) verschiedene
Kirchen zu schrubben (Böll. Haus 49); -bankett, das: Bankett
zu jmds. Ehren; -baimer, das (DDR); -beleidigung, (auch:)
Ehrbeleidigung, die: jmds. Ehre antastende, verletzende
Beleidigung; -bezeichnung, die: ehrende Bezeichnung, insbes.
Ehrentitel; -bezeigung, die: militärischer Gruß gegenüber
Vorgesetzten: jmdm. die vorgeschriebene E. erweisen;
-bogen, der (selten): Triumpfibogen; -buch, das: Buch, in das
sich Personen eintragen, deren Besuch eine Ehre ist u. ehrend
vermerkt werden soll; -bürger, der: 1. Träger eines von
einer Stadt od. Hochschule für besondere Verdienste
verliehenen Ehrentitels: E. einer Stadt. 2. (ugs.) Titel eines
Ehrenbürgers (1): Jmdm. den E. verleihen, dazu: -bürgerbrlef,
der: Urkunde über die Verleihung der Ehrenbürgerschaft.
-bürgerrecht. das: das dem Ehrenbürger / symbolisch i
verliehene Bürgerrecht, -bürgerschaft.dle <o. Pl.>: Status eines
Ehrenbürgers, -bürgerurkunde, die; -dame, die: Hofdame;
-degen, der: als Ehrenzeichen verliehener od. getragener
Degen; -dienst, der: vgl. -amt: Er meldete sich freiwillig
zum E. fürs Vaterland (zum Kriegsdienst; Strittmatter.
Wundertäter 317); -doktor. der: Doktor ehrenhalber: 1.
Träger eines von einer Hochschule für besondere Verdienste
verliehenen Ehrentitels: er ist dreifacher E. 2. Titel eines
Ehrendoktors (1): Jmdm. den E. [einer Universität]
verleihen, dazu: Mioktorand, der. -doktorat. das. -doktorhut,
der: Ehrendoktorhüte in Massen, von Oxford bis Princeton
(Welt 26. 7. 65. 5), -doktortitel, der: Präsident Kennedy,
der in Harvard studiert hat. bekam neulich einen E.
(Dönhoff. Ära 194). -doktorwirde. die; -dokh. der (ns.): als
Ehrenzeichen getragener Dolch; -eintritt, der (Geldw.):
Eintritt eines Dritten für einen Wechselschuldner; -erklärung,
die (jur.): öffentlicher Widerruf einer Beleidigung od.
verleumderischen Behauptung; -erweis, der. -erweisung. die;
-eskorte, die; -ßhigkeit, die <o. PI.): bürgerliche E.
(Schweiz, jur.; Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte): ^fest
<Adj.) (veraltet): ehrenwert, ehrbar, redlich, achtbar: -e
Bürger; -formation.die (Milit.): angetretene od. begleitende
Formation, durch deren Anwesenheit jmd. geehrt werden
soll; -friedhof, der: Friedhof für gefallene Soldaten; -gäbe,
die: Gabe als Ehrenerweisung; -garde, die: jmdn. ehrenvoll
empfangende u./od. begleitende Garde: die E. der [Fast-
nachts]prinzessin; -gasse, die: Gasse, die Menschen einem
zu Ehrenden freigeben; Spalier; -gast, der: Gast, der
besondersgeehrt wird: diese Tribünenplätze sind für die
Ehrengäste reserviert; -gefoige, das; -gehalt, das: Gehalt als
Ehrenerweisung: Jmdm. ein E. aussetzen; -geleit, das; Bericht,
das: gruppen-, berufs-. standesinternes Gericht, das sich zur
Wahrung der Gruppen-. Berufs-. Standesehre insbes. mit
der Verfolgung von Pflichtverletzungen befaßt: ein E. der
Offiziere; vor ein E. kommen, dazu: -gerichtlich <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.). -gerichtsbarkeit, die; -geschenk,
das: Geschenk als Ehrenerweisung; -grabbnal], das: Grab-
613
ehrenhaft
mal als Ehrenerweisung inshes. für gefallene Soldaten:
-grüß, der: svw. t Salut; -haft.die: Haft, in der der
Verhaftete ehrenvoll behandelt wird; ^hain,der(geh.): vgl. ^friedhof;
-halber <Adv.>: als Ehrung verliehen : der Titel wurde
ihm e. verliehen: er ist Doktor e. (hat den Doktortitel
ehrenfialber verliehen bekommen; Abk.: Dr. E.h.); stalle.
die: Halle zur Eßirung verstorbener Persönlichkeiten od.
gefallener Soldaten; -handel, der: Streit, bei dem es um
die Ehre eines > der Beteiligten geht; ^hof, der: vgl. ^halle;
-Jungfer, -Jungfrau, die (veraltet): junges Mädchen im
Ehrengeleit od. als Mitwirkettde bei der ehrenvollen Begrüßung
eines Gastes; -karte, die: unentgeltliche Eintrittskarte für
Personen, deren Besuch eine Ehre bedeutet I; -kette, die:
Kette als Ehrenzeichen; -kleid, das (geh.): Kleidung, die
zu tragen als Ehre gilt: das E. (die Uniform) des Soldaten;
-kodex, der: Gesamtheit der in einer Gesellschaft ixi. Gruppe
geltenden, die Ehre u. das ehrenfiafte Verhalten betreffenden
Normen: der E. des preußischen Offiziers; -kompanie, die:
Ehrenformation in Stärke einer Kompanie; -konsul, der:
ehrenamtlicher Konsul; -kränkung, die (jur.): Beleidigung;
-kränz, der: Kranz als Ehrenzeichen (insbes. Sieges-,
Ruhmes- od. Brautkranz); -kreuz, das: Orden; -leglon, die
(in Fügungen wie): der Orden der E. (bedeutendster französ.
Orden); Ritter der E. (Träger des Ordens der Ehrenlegion);
-lohn, der: vgl. -gehalt; -löge, die: Loge für Ehrengäste;
-mahl, das (geh.. selten): Mahl zu jmds. Ehren; -mal,
das <Pl.-e u. ...mäler): zu Ehren bedeuteter Persönlic/tkei-
ten od. der Gefallenen eines Krieges errichtetes größeres
Denk nial; -mann,der<P1. ...männer): ehrenliafter Mann;
jmd., auf dessen Wort man sich verlassen kann: jmdn. für
einen E. halten; er ist ein dunkler E. (abwertend; jmd.,
der kein Elirenmann ist): -mitglied, das: Vereins /mitglied
ehrenhalber, dazu: -Mitgliedschaft, die: Vereins imitglied-
schaff ehrenhalber (unentgeltlich u. ohne Verpflichtungen):
-nadel, die: als Auszeichnung verliehene Nadel; -münze,
die: Gedenkmünze; -name, der: ehrender Beiname; -pate,
der: Prominenter als Pate eines Kindes aus dem Volk, dazu:
-Patenschaft, die; -Pension, die: vgl. -gehalt; -pflicht,
die: Pflicht, die zu erfüllen die Ehre vorschreibt; -pforte,
die: eine Art Triumphbogen zu jmds. Ehrung; -piakette,
die: Plakette als Auszeichnung; -platz, der: guter Platz,
auf dem sitzen zu dürfen eine Ehre bedeutet: den E. [am
oberen Tischende] erhalten; Ü das Erbstück erhielt einen
E.; -pokal, der: Pokal als ehrenvolle Auszeichnung (z.B.
für einen Wettkampf sieg): -Posten, der: 1. svw. T^amt.
2. Posten, der Ehrenwache hält; -Präsident, der: Präsident
ehrenhalber (ohne die Rechte u. Pflichten des eigentlichen
Präsidenten); -präsidiim, das: Präsidium, das jmd.
ehrenhalber innehat; -predigt, die (Schweiz.): Festpredigt;
'-preis, der: als Einung, Auszeichnung gewonnener od.
verliehener Preis; 2-preis,dasod. der; -es, -: zu den
Rachenblütlern gehöremte Pflanze ngattung ', insbes. eine
(Heilpflanze mit kleinen blauen, in Trauben wachsenden Blüten;
-Promotion, die: Promotion zum Ehrendoktor; ^rat, der: vgl.
T-gericht; -rechte <P1.>: bürgerliche E. (bestimmte Rechte
eines Staatsbürgers, insbes. das aktive u. passive Wahlrecht,
das Recht, öffentliche Ämter zu bekleiden u. bestimmte
Titel zu erwerben u. zu rühren); Aberkennung der
bürgerlichen E. (eine im Straf urteil verhängte Nebenstrafe). dazu:
-reditsverlust, der <o. PI.): vgl. Ehrverlust; -reich <Adj.;
nicht adv.): Ehren bringend, habend; voll von Ehren; Mutter,
der: jmd., der die Ehre jmds. od. einer Sache rettet,
erfolgreich verteidigt; -rettung, die: etw. zu jmds. E. sagen;
^riditer. der: Richter in Ehrensachen; -ring, der: als
Auszeichnung verliehener Ring: Heinemann erhielt den E. der
Stadt Essen: -rührig <Adj.>: die Ehre antastend, verletzend;
beleidigend: -e Behauptungen; Er fand damals noch jede
Gefängnisstrafe e. (Nachbar. Mond 261). dazu: -rührig-
keit.die; -: Weder die E. noch die Wahrheit dieser Vorwürfe
regte Hürlin stark auf (Hesse. Alte Sonne 30); -runde.
die: (bes. beim Sport) jmdm. od. einer Sache zu Ehren
(insbes. als Zeichen der eigenen Ehre. Auszeichnung)
zurückgelegte Runde: Nach einer E. um den Staudamm von
Assuan kurze Zwischenlandung in Wadi Haifa (Grzimek.
Serengeti 41); der Sieger des Rennens drehte eine E.
(Siegerrunde); *eine E. drehen (Schülerspr.; eine Klasse
wiederholen müssen): -sabel, der: vgl. -degen: ..Du mußt aber
morgen pünktlich sein!"- ..E.!" (ugs. scherzh.: darauf
kannst du dich verlassen!): -sache, die: 1. die Ehre
betreffende AngelegetJieit: in einer E. vermitteln. 2. selbstverstätid-
lich u. gern erfüllte Pflicht: etw. ist [eine] E. für jmdn.;
es war E./wir sahen es als E. an. ihn davon zu unterrichten;
Diskretion [ist bei uns) E.!; „Kommst du?"- „E.!" (ugs.
scherzh. bekräftigend; selbstverständlich!): -sahit, der:
Salut zu jmds. Ehrung; -salve, die: zu EJiren jmds. od. eines
bedeutenden Ereignisses abgefeuerte Salve; -säule. die:
Bild, säule zu Ehren jmds. od. eines bedeuteten
Ereignisses; -Schänder, der (geh.): -schänderisch <Adj.) (geh.):
die EJire schändend; Schande bereitend, zufügend; entehrend:
eine -e Behauptung; -Schändung, die (geh.): -schießet, der.
seltener: das (Schweiz.): Schießen. Schützenfest ohne
Konkurrenzkampf als Freundschaftstreffen; -schuld, die:
Schuld, deren Begleichung die E/ire gebietet: Spielschulden
sind -en; -sdurf), der (meist Pl.>: vgl. ^salve; -schütz,
der (jur.): gesetzlicher Schutz der persönlichen u. kollektiven
Ehre; -Senator, der: Ehrenbürger einer Hochschule; -sitz,
der: vgl. -platz; -sokl, der: vgl. -gehalt; -spalier. das:
vgl. -gasse. -Spielführer, der (Fußball): Spielführer der
deutschen Fußballnationalmannschaft, der sich besonders
verdient machte: die beiden E. Fritz Walter und Uwe Seeler;
-Standpunkt, der: Standpunkt, den die E/ire gebietet;
-Staubfänger, der (scherzh.): Lorbeerkranz an der
Zimmerwand eines Schauspielers od. Sportlers; -stelle, -Stellung,
die: vgl. ^amt; -strafe, die: 1. entehrende, schimpfliche
Strafe. 2. durch Gerichtsurteil verhängte Strafe der
Entziehung bürgerlicher Elirenrechte; -stuhl, der: vgl. -platz;
-tafel, die: 1. ehrende Gedenktafel. 2. (geh.) jmdm. zu
Ehren festlich dekorierter Tisch; -tag, der (geh.): jmdm.
zu Ehren festlich begangener Erinnerungs/tag (z.B.
Geburtstag, Hochzeitstag); -tanz, der: erster! Tanz eines
gefeierten Paares, einer zu ehrenden Person mit bevorzugtem
Partner; -tempel, der: tempelähnliche Ehrenhalle; -titel,
der: 1. auf Grund besonderer Verdienste verliehener Titel.
2. ehrender Titel, ehrende Anrede od. Bezeichtmng;
Ehrenname; -tod, der (geh.): Heldentod: den E. sterben; -tor,
das (Sport): einziges Tor der verlierenden Mannschaft;
-treffer, der: svw. t ^tor; -tribüne, die: Tribüne mit
Ehrenplätzen; -Urkunde, die: ehrende Verleihungs IUrkunde für
besondere Leistungen od. Verdienste; -Verpflichtung, die:
Verpflichtung, der nachzukommen die Ehre gebietet; ^voll
<Adj.>: Ehre. Anerkennung bedeutend, bringend, erweisend
od. empfangend: ein -er Auftrag; ein -er (die Ehre
wollender, nicht schimpflicher) Friede: -Vorsitz, der: Vorsitz
ehrenhalber; -Vorsitzende, der: Vorsitzender ehrenhalber
(ohne die Rechte u. Pflichten des eigentlichen Vorsitzenden);
-wache, die: 1. Wachtposten» gruppe < vor einem Ehrenmal
od. zur Ehrenbezeigung vor hochgestellten Persönlic/ikeiten:
die E. zog auf. 2. Dienst der Ehrenwache (1): [diel E.
halten; Mvert <Adj.> (geh.): (bürgerlich) ehrbar, achtbar,
anständig, rechtschaffen; redlich: -e Leute: ein -er Beruf;
-wort, das <P1. -e>: jmds. feierliche [sich auf seine E/ire
stützende Versicherung zur Bekräftigung einer Aussage
od. eines Versprechens: sein E. geben, (geh.:) verpfänden;
sein E. brechen (nicht einhalten); [ich gebe dir/du hast]
mein E. [darauf) [daß ich es tun werde]!; sich auf (mit
seinem, durch) E. verpflichten, etw. zu tun; Urlaub auf
E. (Urlaub mit der ehrenwörtlichen Verpflichtung
zurückzukommen); auf [mein] E. (dafür verbürge ich mich; ganz
bestimtnt)!; (scherzh. übertreibend:) jmdm. sein großes
E. geben; „Kommst du auch wirklich?"- ..[Großes] E.!"
(ugs.; ganz/ bestimmt!), dazu: ^wörtlich <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): eine -e Zusage; -zeichen, das: jmdm. für
besondere Verdienste od. Leistungen/ verliehenes äußeres
Zeichen der Ehre . u. des Ranges ?: Orden und E. tragen.
ehrenhaft fe:ranhaft] <AdJ.; -er. -este> [mhd.. ahd. erhaft]:
der Ehre da) gemäß; den Vorstellungen. Geboten von Ehre
u. Anständigkeit entsprechend; anständig, rechtschaffen,
redlich: ein -er Mann; -e Absichten; Ist es wohl e. von
ihm. Euch in eine solche Lage zu bringen (Hacks. Stücke
26); er hat nicht sehr e. gehandelt, dazu: Ehrenhaftigkeit,
die; -: Mach ihm klar, daß seine verdammte E. uns hier
an den Rand bringt (Johnson. Mutmaßungen 163); ehrlich
[e:5h(;]<Adj.>[mhd.erlich.ahd.erlIh = ehrenwert,
angesehen, vortrefflich, zu TEhre]: l.a) ohne Verstellung,
aufrichtig, offen: ein -er Charakter; ein -er (echter u. aufrichtiger)
Freund; sie treibt kein -es Spiel; -e (echte) Besorgnis;
er hat -e Absichten (er will das Mädchen heiraten); wenn
ich e. [gegen micht selbst] bin. muß ich sagen ...; er meint
es e. [mit dir]; ich muß e. sagen/e. gesagt, er ist ...; wo
bist du gewesen? Ehrlich! (ugs.; sei ehrlich, sage die WaJir-
614
eiapopeia
heitf): ich war krank, e. (ugs.; ich bin ehrlich, ich sage
die Wahrheit; das ist wahr* ganz bestimmt)]; das ist e.
(ugs.; wirklich) gut; Ehrlich (ugs.; wirklich, ganz bestimmt),
uns fällt schon der Gedanke an die bevorstehende
Trennung schwer (Hörzu 41, 1973. 144); Ü Die Frage war
nun: wie e. (genau gehend, exakt) ist dieser Tacho? (Auto
8.1965,30); b) auf Grund der gehörigen Achtung vor fremden
Eigentums rechten zuverlässig u. ohne Täuschungsabsicht
mit Geld- od. Sachwerten umgehend: ein -er Angestellter;
der -e Finder (jtnd., der Gefundenes nicht behält, sondern
abliefert); wir haben e. geteilt; War es Sündengeld, war
es e. verdient? (Kusenberg. Mal 118); zu der Stelle in
Peking können wir nicht e. (nicht auf anständige Weise,
nicht ohne nachzuhelfen) kommen (Brecht. Mensch 88);
Spr e. währt am längsten (mit Ehrlichkeit besteht man
am besten). 2. (veraltend) anständig, olme Schande: mein
-er Name; ein -es Begräbnis; ein -es Handwerk treiben;
seinen Namen wieder e. machen; e. (schicklich, wie es
sich gehört) begraben werden. 3. * etwas Ehrliches (ugs.;
viel, eine Menge): etwas E. zusammenreden; <Zus. zu 1:)
ehrlicherweise <Adv.>: 1. in der Absicht, ehrlich da) zw
sein, zu bleiben: sie hat e. alles zugegeben; e. (wenn man
ehrlich sein, bleiben will) muß man zugeben, daß ... 2.
(seltener) ehrlich (1 b): e. verdientes Geld; <Abl.:)
Ehrlichkeit, die; -: 1. das E/irlichsein; Aufrichtigkeit,
Wahrhaftigkeit: an der E. seiner Aussagen. Bemühungen ist nicht
zu zweifeln. 2. das Ehrlichsein; Zuverlässigkeit, bes. im
Hinblick auf Geld- od. Sachwerte: seine E. war nie
angezweifelt worden; Also gut - E. unter Dieben. Ich gebe Ihnen
den gleichen Betrag, den ... (Brand. Gangster 88); ehrsam
[e:?zaTn] <Adj.) (geh.. veraltend): (bürgerlich) elirbar:
< Leute; ein -es Gewerbe, dazu: Ehrsamkeit, die; -; Ehrung.
die; -. -en [zu t ehren (1)]: 1. das Ehren, Geehrtwerden
durch Ehrenerweisungen: an der E. des Siegers teilnehmen.
2. EJirenerweisung, sichtbarer Beweis der Hochachtung: dem
Jubilar wurden zahlreiche -en zuteil.
ei lai] (lnterj.) [mhd. ei]: 1. (oft Kinderspr.) zum Ausdruck
def [anerkennenden od. abschätzigen] Verwunderung: ei.
wo kommst du denn her?; ei. du meine Güte!; ei. ei!
2. (Kinderspr.) zum Ausdruck der Zärtlichkeit (beim
Streicheln. Liebkosen eines Kindes): ei [ei] machen (streicheln,
liebkosen).
Ei [-]. das; -[e]s. -er <Vkl. t Eichen) [mhd.. ahd. ei. zu einer
idg. Wz. mit der Bed. ..Vogel", also eigtl. = das vom
Vogel Gelegte]: I. befruchtete txJ. nicht befruchtete weibliche
tierische od. menschliche Keimzelle: das reife Ei wird
befruchtet, entwickelt sich zum Embryo; Im ersten Fall sind
im befruchteten Ei die Schicksale der einzelnen
Keimbezirke weitgehend oder ganz festgelegt (Medizin II. 37). 2.a)
i von bestimmten Tieren, bes. Vögeln gelegtes) von einer
Schale umschlossenes, die Eizelle u. meist Dotter u. Eiweiß
enthaltendes kugeliges, oft länglich-ovales Gebilde: ein
gesprenkeltes, angebrütetes Ei; die Eier der Insekten. Fische.
Frösche. Schlangen. Schildkröten; die Henne legt ein Ei;
die Fische der Ufer legen ihre Eier ab. die Brut wächst
heran (Thienemann. Umwelt 14); das Küken schlüpft aus
dem Ei; die aus den Eiern entstehenden Larven befallen
zunächst ... mehrere Zwischenwirte (Medizin II. 137); Ü
der will alles besser wissen, dabei ist er doch kaum aus
dem Ei gekrochen (dabei hat er doch noch kaum
Erfahrung); b) Hühnerei (als Nahrungsmittel): ein frisches, rohes
Ei; ein weiches, hartes (weich-, hartgekochtes) Ei;
verlorene poch ierte (Kochk.; in kochendes Essigwasser
geschlagene), eingelegte Eier; russische Eier (Kochk.; Gericht aus
xekochten Eiern u. Mayonnaise); ein Ei austrinken, kochen,
abschrecken, braten; sich ein paar Eier in die Pfanne
schlagen; jmdn. mit [faulen] Eiern bewerfen (zum Ausdruck
starken Mißfallens); jmdn.. etw. wie ein rohes Ei (sehr
vorsichtig) behandeln; wie auf Eiern gehen (ugs.; behutsam,
die FülSe vorsichtig aufsetzend gehen); sich/einander
gleichen wie ein Ei dem andern (zum Verwechseln ähnlich
sein); R das Ei will klüger sein als die Henne (abwertend;
die Jungen wollen klüger sein als die erfahrenen Älteren);
U er ist ein rohes Ei (ugs.; ein empfindlicher Mensch);
mit diesem hohlen Ei (ugs.; oberflächlichen,
unsympathischen Menschen) möchte ich nichts zu tun haben; seine
Schwester ist ein ganz doofes Ei (ugs.; eine sehr dumme
Person); er muß das Ei unterm Huhn verkaufen (so
dringend braucht er Geld); * ungelegte Eier (ugs.; Dinge, die
mKh nicht spruchreif sind): kümmere dich nicht um
ungelegte Eier; das ist ein [dickes] Ei! (ugs.: 1. das ist eine sehr
unangenehme, bedenkliche Sache! 2. das ist ausgezeichnet,
hervorragend f); ach, du dickes Ei! (ugs.; Ausruf der
Überraschung); das Ei des Kolumbus (überraschend einfache
Lösung; auf Grund einer auf Kolumbus übertragenen älteren
Anekdote, nach der er die einfache Lösung eines Problems
dadurch demonstrierte, daß er ein Ei durch Eindrücken
auf der Spitze stehen ließ); etw. hat seine Eier (ugs.; etw.
hat seine Schwierigkeiten, ist sehr schwierig); ein Ei legen
(1. ugs.; einen zweifelhaften od. vorzüglichen Plan ausbrüten
u. vorlegen/, i midisam < Ausgeklügeltes, Ausgetüfteltes,
scharfsinnig Ausgedachtes produzieren, eine Erfindung
machen. 2. derb; seine große Notdurft verrichten); wie aus
dem Ei gepellt/(selten:) geschält sein (ugs.; sehr sorgfältig
gekleidet sein): an jedem neu anbrechenden Tag standen
die Männer wie aus dem Ei geschält auf ihren
Appellplätzen (Kuby. Sieg 182); für ein Ei und ein Butterbrot (svw.
füreinentApfelundeinEi.fürein t Butterbrot). 3. (Sport,
bes. Fußball. Basketball Jargon) Ball. 4. (ugs.)
Fliegerbombe; *Eier legen (Bomben abwerfen). 5. <P1.> (ugs.) kurz
für tEierkohlen. 6. <P1.> (ugs.) Mark: das kostet 3000
Eier; Die Mieten steigen auf fünfzig Eier pro Tag (Rechy
[Übers.]. Nacht 350). 7. (meist PI.) (derb) Hode: Sage,
auf dem Wege nach Hamburg hat sie Dir an den Eiern
gespielt (Spiegel 40. 1974. 49); dicke Eier haben (derb;
eine Geschlechtskrankheit haben); jmdm. die Eier schleifen
(Soldatenspr. derb: jmdn. schleifen); jmdm. die Eier polieren
(derb; jmdn. heftig verprügeln); jmdm. auf die Eier gehen
(derb; svw. jmdm. auf die t Nerven gehen). 8. (ugs.)
unsympathischer Mensch.
fii-. Ei- (vgl. auch: eier-, Eier-): -abläge, die <o. PI.): das
Ablegen der Eier; -ausstoßung, die (Zool.. Med.):
Ovulation; -befruchtung, die; -bildung, die; -dotter, der od.
das: svw. tDotter, dazu: -dottergelb <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): -e Blüten; -entwickhmg.die: Entwicklung der Eizelle;
^form. die: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -gelb.
das; -[e]s, -e (aber: drei Eigelb) (bes. Kochk.): Dotter
bes. des Hühnereis; -gelege, das (Zool.): (von Vögeln,
Reptilien u. Insekten) Gesamtheit der von einem weiblichen
Tier auf einmal abgelegten Eier; -groß <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): eine -e Geschwulst; -haut, die (Zool.. Med.):
1. Eikern u. Eiplasma umhüllende Haut. 2. den Fetus samt
Fruchtwasser umhüllende Haut; -hülle, die: vgl. -haut;
-kern, der (Zool.. Med.): Zellkern der Eizelle; -klar, das;
-s. - (österr.. bes. Kochk.): Eiweiß: drei E.; -leiter, der:
in die Gebärmutter mündender, mit Schleimhaut
ausgekleideter Ausführungsgang eines Eierstocks, dazu: ^leiterentzün-
dung. die (Med.), -leiterschwangerschaft, die:
Schwangerschaft, bei der sich der Fetus im Eileiter entwickelt; -pick
(S>. der: Gerät, mit dem man die Eierschale durchsticht,
damit sie nicht beim Kochen des Eis platzt; -plasma,
das (Zool.. Med.); -pulver, das: aus getrocknetem Ei dot-
ter i gewonnenes Pulver; -reifung, die: Reifung der Eizelle;
-rund <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): oval; <subst.:) -rund,
das: Oval; -schale, die (bes. Fachspr.): Kalkschale des
Eis; -schnee, der: svw. tEierschnee; -spning, der (Zool..
Med.): Ovulation; -»-weiß, das; -es, -e: I. <P1. ungebr.; aber:
drei Eiweiß) der den Dotter umgebende helle Bestandteil
des Hülmer eis: Dotter und E. trennen; drei E. zu Schnee
schlagen. 2. (Chemie. Biol.) in überaus zahlreichen
Abwandlungen vorkommender, bes. als Aufbausubstanz pflanzlicher
u. tierischer Zellen sowie als Bestandteil der Nahrung
lebenswichtiger Stoff (hochkomplizierte organische Verbindung
aus den Elementen Kohlen-, Wasser-, Stick-, Sauerstoff,
Schwefel u.a./ mit Aminosäuren als Grundbausteinen),
dazu: -weißabbau. der <o. PI.), -weißarm <Adj.; -ärmer,
-ärmste; nicht adv.): -e Kost, -weißartig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): -e Verbindungen (Chemie; Eiweißstoffe,
Eiweiße), -weißbedarf, der: der E. des Menschen, -weißfaser-
stoff, der (Textilw.): Faserstoff aus Eiweiß (2). -weißgehalt.
der, -weißhaltig <Adj.; nicht adv.): -e Nahrung, -weißhaus-
halt. der: der E. des menschlichen Körpers, -weißkörper.
der (Chemie. Biol.): Eiweiß, stoffl, eiweißartige
Verbindung, -weißkunstfaser. die (Textilw.): Kunstfaser aus Eiweiß
(2), -weißmangel. der. -weißpräparat. das. -weißprobe.
die (Med., Biol.): chemische Prüfung auf Eiweißgehalt,
-weißreidi <Adj.; nicht adv.): -e Kost, -weißstofle <P1.):
Eiweiße, eiweißartige Verbindungen, -weißstoflwechsel. der.
-weißverdauung. die; -zelle, die: weibliche Keimzelle.
eia ['aia] (lnterj.) [mhd. eiä]: svw. fei (2); eiapopeia [ajapo-
615
Eibe
'paia.' '—1 (Interj.) [lautm.] (Kinderspr.): als
Begleitung der wiegenden Bewegung, mit der ein Kind in den
Schlaf gesungen wird: e.. schlaf ein!; e. machen (einwiegen;
ein Wiegenlied, Schlaflied singen, um ein Kind einzuwiegen,
einzulullen).
Eibe ['aita], die; -. -n [mhd. Iwe, ahd. iwa. zu einer idg.
Wz. mTt der Bed. ..rötlich, bunt"]: immergrüner Nadelbaum
od. Strauch mit weichen Nadeln u. roten, beerenähnlichen
Samen; Taxus; <Abl.:> eiben fajbn] <Adj.; o. Steig.; nur
attr.) [mhd. Iwinl: aus Eibenholz bestehend7.
eiben-, Eiben-: -artig <Adj.; o. Steig.); -bäum, der; -ge-
wädis, das <meist PI.): Vertreter der Familie der
eibenartigen Gewächse; -holz, das.
Eibisch ['aibij], der; -[eis. -e [mhd. ibesche. ahd. ibisca <
lat. ibiscum]: rötlichweiß blühendes, heilkräftiges
Malvengewächs; Hibiskus, Althee; <Zus.:> EU>isch[blätter]tee. der.
■Eich- ('eichen): -amt, das: unterste Eichbehörde; -beamte,
der: Beamter (insbes. Kontrolleur) der Eichbehörde; ^be-
hörde, die: Behörde, der die Sicherstellung u. Kontrolle
korrekter Verwendung, bes. auch die Eichung der öffentlich
(gewerblich (xi amtlich) gebrauchten Maße u. Meßgeräte
obliegt; -gerät, das; -gewicht, das: bei der Eichung
verwendetes Normalgewicht; -marke, die (Fachspr.): Marke, die
einen Eichwert od. Bezugswert bzw. Bezugspunkt Jiir die
Eichung anzeigt; -maß, das; bei der Eichung verwendetes
Normalmaß; -meister, der: vgl. ^beamte; ^meter. das:
vgl. MTiaß; -Ordnung, die (jur.); -pfähl, der: Pegel,
Wasser Standsmesser; -schein, der: Bescheinigung über die
amtliche Eichung; -Stempel, der: Stempel, der die amtliche
Eichung beglaubigt; -strich, der: Strich, der einen Eichwert
anzeigt; das Bierglas bis zum E. füllen; -Verwaltung, die:
vgl. ^behörde; ^wert. der (Fachspr.): mit einem geeichten
Meßgerät erzielter Meß*>ert; Meßwert, den das Eichgerät
anzeigt; ^wescn, das <o. PL): alles, was mit dem ^Eichen
zusammenhängt, einschl. Funktion, Organisation u.
Verwaltung; -zeichen, das: vgl. -Stempel.
*Eidi- ('Eiche; vgl. auch: Eichen-): -apfel, der: Gallapfel;
-bäum, der: svw. T 'Eiche (1); -bbtt, das: -hase, der
(landsch.): Eichhörnchen; -hörn, das [mhd. eich(h)orn. ahd.
eihhorno; 1. Bestandteil entweder zu t 'Eiche od. zu einer
idg. Wz. mit der Bed. ..sich heftig bewegen"; 2. Bestandteil
in Anlehnung an „HotTT zu einem germ. Tiernamen mit
der Bed. ..Iltis. Marder. Wiesel" o.a.] (bes. Zool.):
Eichhörnchen; -hornchen, das: auf Bäumen lebendes, flink
kletterndes, rotbraunes Nagetier mit langem, buschigem
Schwanz: R mühsam [erjnährt sich das E. (ugs. scherzh.;
die Ausfuhrung dieses Vorhabens ist langwierig, schwierig
u. nur in kleinen Scliritten möglich)', -kater. der (landsch.).
-katzchen, das, -katze, die (landsch.): svw. t-hornchen;
^pllz, der: svw. t Steinpilz; -waW, der.
'Eiche ['aj93]. die; -. -n [mhd. eich(e). ahd. eih]: 1. großer
Laubbaum mit schwerem, hartem Holz, verhältnismäßig
kleinen, gelappten Blättern //. Eicheln als Früchten; alte,
mächtige, knorrige -n; R o du dicke E.! (ugs.; Ausruf
des Erstaunens): das ist eine große E. (ugs.; das ist eine
große, gewaltige Sache): das fällt -n (ugs.; das ist
erschütternd, eindrucksvoll): Spr von einem/vom ersten Streiche
fällt keine E. (jetles Ding braucht seine Zeit). 2. <o. PI.)
Holz der Eiche: ein Wohnzimmer in E.
^iche [-]. die; -. -n Ispätmhd. iche. zu T 'eichen]: 1. Eichung.
2. (Gewerbespr.) Maischemaß.
Eichel fajd]. die; -. -n [mhd. eichel. ahd. eihhila. zu t 'Eiche]:
1. länglichrunde Schalenfrucht der' Eiche (1). 2. a) vorderster
Teil des männlichen Gliedes; b) vorderster Teil des Kitzlers.
3. <P1.; o. Art.; als Sg. gebraucht): Farbe im dt. Kartenspiel,
Eckern: -n spielen: -n sticht.
eichel-, Eichel-: -acht, die [zu t Eichel (3)]; -becher, der
(Bot.): becherförmige Fruchthülle der Eichel (1); ^bohrer,
der: gelbbrauner Rüsselkäfer, der seine Eier in junge Eichehx
(1) versenkt; -daus, das [zu t Eichel (3)]; -entzündung,
die: Entzündung der Eichel (2 a); -förmig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.); -häher.der: taubengroßer, krächzender
Rabenvögel mit buntem Gefieder, der sich im Herbst von Eicheln
(1) nährt; -kaffee, der: Kaffee aus gerösteten Eicheln (1);
-könig, der [zu t Eichel (3)]; -mast, die: Schweinemast
mit Eicheln (1); -ober, der [zu I Eichel (3)]; -schale, die;
-tripper, der: vgl. -entzündung; -unter, der [zu t Eichel
(3)].
'eichen fajcn] <sw. V.; hat) [spätmhd. eichen, Ichen <
afränk. *flcon < spätlat. (ex)aequäre (mlsüräs) = (die
Maße) ausgleichen, zu lat. aequus = gleich!: (bes. offiziell
gebrauchte) Maße, Meßgeräte amtlich prüfen u. mit der
Norm in Übereinstimmung bringen: Maße. Gewichte.
Gefäße. Waagen e.; ein geeichtes Thermometer; Ü einen Test
e. (Psych.; durch Ermittlung von Durchschnittsergebnissen
Bezugswerte für ihn festlegen): * auf erw. geeicht sein (ugs.;
eingeübt, spezialisiert sein, sich aufetw. besonders gut
verstehen): bin auf Fabrikarbeit geeicht, wo ich mit Hunderten
meinesgleichen zusammen bin (Fr. Wolf. Zwei 58).
Wichen [-1 <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [mhd. eichin. ahd.
eihhln. zu t 'Eichel: aus Eichenholz bestehend : ein -er
Tisch.
Eichen [-]. das; -s. - (ugs.:) Eierchen: TEL
eichen-, Eichen- ('Eiche; vgl. auch: Eich-): -artig <Adj.;
o. Steig.); -bäum, der (geh.): svw. f 'Eiche (1); -bestand,
der; -blatt, das; -bock, der: svw. t Heldbock; -bohle, die;
-brett, das; -diele, die; -gallwespe, die: kleine, glänzend
schwarze Gallwespe, deren Larven Galläpfel erzeugen;
-getafelt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -hain, der (veraltet,
dichter.); -holz, das; -kränz* der: Kranz aus Eichenlaub
(bes. als Kopfschmuck u. Siegeszeichen); -laub, das: 1.
Laub der Eiche. 2. (ns.) zusätzliche Auszeichnung zum
Ritterkreuz: ihm wurde das E. zum Ritterkreuz verliehen;
-lohe, die: gemahlene Eichenrinde zum Lohgerben; -rinde,
die; -sarg* der; -schähvald, der (Forstw.): als Niederwald
angelegter Eichenwald zur Gewinnung von Eichenrinde / als
Gerbstoff ; -schrank, der; -spinner, der: plumper, gelb
u. braun gefärbter Nachtfalter, dessen Raupe als Schädling
auf Eichen lebt; Quittenvogel; -stamm, der; -stock, der:
Spazierstock aus 'Eiche (2): -tisch, der; ^tür, die; -waW,
der; -Wickler, der: Kleinschmetterling mit grünen
Vorderflügeln, dessen Larve bes. alte Eichen durch Kali Uraß schädigt.
Eicher ['ai^L der; -s. -: I. Eichmeister. 2. (Technik) Justierer.
eichern [aj^rm] <Adj.; o. Steig.; nur attr.> (Schweiz.): svw.
Wichen.
Eichung ['ai<jonl. die: -. -en: das x Eichen.
Eid[ait].der;-[e]s.-e[mhd.eit.ahd.eid]: nach fester (Eides)-
formet geleistete feierliche Bekräftigung einer Aussage vor
einer zuständigen Instanz; Schwur vor zuständiger Instanz,
bes. vor Gericht,: ein feierlicher, heiliger E.; ein kalter
E. (ugs.; Falscheid): einen E. leisten, ablegen; einen E.
auf die Bibel, auf die Verfassung schwören; ich kann einen
E. darauf schwören (ich kann beschwören), daß ...; (ugs.
übertreibend:) tausend -e schwören, daß ...; seinen E. (sein
eidliches Versprechen) halten: seinen E. brechen; den E.
ableiten (ugs.; den Eid, weil er falsch ist. ungültig machen,
indem man die linke Hand abwärts richtet, wäfirend man
die rechte Hand zum Schwur hochhält); einen falschen
E. (Meineid) schwören; der Richter nahm ihm den E.
ab (ließ ihn schwören); ich nehme es auf meinen E. (ich
kann es beschwören), daß er unschuldig ist; Das ist für
uns ein ungeheuer wichtiger Satz. Können Sie den auf
Ihren E. nehmen? (Noack. Prozesse 219); sich durch einen
E. gebunden fühlen; unter E. stehen (jur.; durch E.
gebunden, verpflichtet sein die Wahrheit zu sagen /); etw. unter
E. aussagen, bezeugen; jmdn. unter E. nehmen (ihn
schwören lassen): jmdn. vom E. entbinden; *hippokrati-
scher E. (dem griech. Arzt Hippokrates zugescliriebenes,
höchstens dem Sinne nach auf ihn zurückgehendes Gelöbnis
der Ärzte, das die ethischen Leitsätze ärztlichen Handelns
enthält u. das Vorbild des heutigen Ärztegelöbnisses ist):
an -es Statt (jur.; anstatt eines gerichtlichen Eides): etw.
an -es Statt erklären; imdn. in E. und Pflicht nehmen (geh.;
jmdn. vereidigen).
fiid-. Eid- (vgl. auch: eides-, Eides-): -bruch, der: [einen]
E. begehen; -brüchig <Adj.; o. Steig.): -e Verbündete;
e. werden (seinen Eid brechen); <subst.:) die Eidbrüchigen;
-formel,die: svw. f Eidesformel; -gebunden <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): durch einen Eid gebunden; -genösse, der
[mhd. eitgenöj(e) = durch Eid Verbündeter,
Verschworener; seit 1315 amtliche Bez. der Mitglieder der Schweizer
Eidgenossenschaft]: Schweizer Bürger,': Als Diplomat bei
den -n war er häufiger Gast bei Voltaire gewesen (Ceram.
Götter 92); die -n (Sport, bes. Fußball; die schweizerische
Mannschaft) trugen schließlich den Sieg davon, dazu: -ge-
nossenschaft. die <o. PI.): * Schweizerische E. (amtlicher
Name der Schweiz, des Schweizer Bundesstaates), -genös-
sisdi <AdJ.; o. Steig.): schweizerisch: die -e Verfassung;
-heHer, der: svw. f Eideshelfer; -leistung* die: svw. t
Eidesleistung; ^pflichrig: svw. Teidespflichtig; -schwur, der
616
eier-, Eier-
(geh.): Eid; -versessen <Adj.; o. Steig.) (geh.): svw.
t-brüchig.
Eidam ['aidam], der; -s. -e [mhd. eidem. ahd. eidum]
(veraltet): Schwiegersohn: Du aber bist... nichts als ein Flüchtling
und Unbehauster ... und sitzest ein bei mir als E. (Th.
Mann. Joseph 295).
fcjdamerlkäse], der; -s. - (österr. veraltend): svw. t Edamer
Käse.
Effecte- (vgl. auch: eidechsen-. Eidechsen-): -haut, die:
Eidechsen/taut, die zu Leder verarbeitet wird; -leder, das;
-schuh, der: Schuft mit Eidechsleder als Oberleder; -tasche.
die: Tasche aus Eidechsleder.
Eidechschen l'ajdeks^n], das; -s. -: f Eidechse; Eidechse
[aideksa]. die?-, -n <Vkl. tEidechschen) [mhd. eidehse.
egedehsc. ahd. egidehsa; aus: ei- (viell. zu einer Wz. mit
der Bed. ..Schlange") u. ahd. *dehsa. mhd. dehse =
Spindell: sehr flinke, wärmeliebende kleine Echse von oft bunter
Färbung, die ihren meist über körperlangen Schwanz zur
Ablenkung eines Verfolgers abwerfen kann: eine E. sonnt
sich, schlängelt sich heran, schießt davon.
tidechsen-, Eidechsen- (vgl. auch: Eidechs-): -artig <Adj.;
o. Steig.); -haut, die; -Jeder, das; -schwänz, der; -zunge,
die.
Eider- ['aide-; niederd. Edder < isländ. äöur = Eiderente!:
-daune, (niederd.:) -dune, die [niederd. Edderdune <
isländ. aeöardünn]: (bes. für die Füllung von Kissen u.
Deckbetten gebrauchte) Flaumfeder der Eiderente; -ente, die:
große Tauchente der nördlichen Meeresküsten, die weiche
Daunenfedern liefert; -«ans, die (ugs.): svw. t-ente.
eides-, Eides- (vgl. auch: eid-, Eid-) (Jur): -abtehnung, die:
svw. ^Verweigerung; -abnähme, die: das Schwörenlassen
eines Eides; -belehnmg, die: vor der Vereidigung erteilte
Belehrung über die Bedeutung des Eides u. Meineides; -fähig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.: eidesunfähig): Nur einer
\on ihnen... hatte keinen Meineid geleistet, weil er nämlich
noch nicht e. war- er zählte fünfzehn Lenze (Mostar.
Unschuldig 120). dazu: -fahigkeit, die <o. PI.): (mit dem
16. Lebensjahr erlangte) aberkennbare Fähigkeit der
Eidesleistung vor Gericht (Ggs.: Eidesunfähigkeit); -formel, die:
\x»n Schwörenden gesprochene bekräftigende Formel (die
die Worte ..ich schwöre es" enthält): die E. vorsprechen,
nachsprechen; -helfender (früher): jmd..derdie
Glaubwürdigkeit eines Eidpflichtigen vor Gericht beeidet; -leistung,
die: das Schwören eines Eides; -pflicht, die: 1. Pflicht zur
Ddesleistung, zur Beeidung einer Aussage. 2. Pflicht des
Vereidigten bzw. durch Eid Gebundenen, die Wahrheit zu
sagen bzw. sein eidliches Versprechen zu halten: seine E.
verletzen, dazu: -pfliditig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
zum Eid verpflichtet; -stättig [...JtEtHjl <Adj.; o. Steig.)
tosierr.): svw. t-stattlich; -stattlich <Adj.; o. Steig.): an
Eides Statt, anstatt eines Eides (aber einem Eid nicht ganz
gleichwertig): eine -e Versicherung; etw. e. versichern,
erklären; -unfähig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.:
eidesfähig), dazu: -Unfähigkeit,die <o. PI.) (Ggs.: Eidesfähigkeit);
-Verletzung, die; -Verweigerung, die.
Eidetik [aj'de:tikj. die; - [zu tEidos]: 1. (Psych.) Fähigkeit,
uch Objekte od. Situationen so anschaulich vorzustellen,
als ob sie realen Wahrnehmungscharakter hätten. 2. svw.
* Eidologie; Eidetiker, der; -s. - (Psych.): jmd.. der die
Fähigkeit hat. sich Objekte od. Situationen so anschaulich
vorzustellen, als ob sie wirklich vorhanden wären; eidetisch <Adj.;
o Steig.): a) (Psych.) die Eidetik betreffend, zu ihr gehörend;
bMbildungsspr.) anscliaulich. bildhaft: jene
Schlafumnachtung .... die sich durch das Auftauchen -er Bilder anzeigt
(Fussenegger. Zeit 480).
CÜlich <Adj.; o. Steig.: nicht präd.): durch einem Eid
bekräftigt i: eine -e Erklärung; ein -es Versprechen; eine
Aussage [vor Gericht! e. erhärten.
Eidologie [ajdologi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. eidos
<* Eidos) u. t-logiel (Philos.): Lehrmeinutig. nach der das
Wesen eines Dinges auf dem Weg über die Beschreibung
seiner Gestalt erforscht werden soll; Eidophor [ajdo'fo:?!,
das; -s. -e [zu griech. eTdos = Gestalt, Bild u7 -phöros
= Träger, zu: pherein = tragen, also eigtl. = Bildträger]
<Fcrns.): Anlage zur Projektion von Fernsehgroßbildern;
Zus.:) Eidophorverfahren, das (Fefns.): Verfahren, bei dem
an einen Fernsehempfänger ein Projektor angeschlossen
mird. der das Bild auf die Größe einer Kinoleinwand bringt
tz. B. bei gemeinsamem Fernsehempfang auf einer
Großveranstaltung); Eidos fajdos], das; - [griech. eTdos =
Ansehen. Gestalt, zu: eidein = sehen]: 1. (Philos.) Gestalt.
Form. Aussehen. 2. (Philos.) Idee (bei Plato). 3. (Philos.)
Gegensatz zur Materie (bei Aristoteles). 4. (Philos.) Wesen
(bei Husserl). 5. (Logik) Art im Gegensatz zur Gattung.
fiier-, Ekr- (vgl. auch: ei-, Ei-): -apfel, der: svw. t-frucht;
-auflauf, der: süßer j Auflauf aus Eiern u. Mehl; -becher,
der: 1. kleiner Becher zum Aufstellen des gekochten Eis.
2. (derb scherzh.) a) knappe Männerbade- od. -Unterhose;
b) lange Unterhose; c) Suspensorium; -bofist, -bovist. der:
walnuß- bis eigroßer Bofist mit glatter weißer Haut; -brikett,
das (meist PI.): eiförmig gepreßtes Brikett; -färbe, die:
Farbe zum Bemalen von Ostereiern; - (laden, der (landsch.):
svw. t-kuchen; -freu, die (ugs.): Frau, die Eier verkauft;
-frucht, die: dunkelviolette od. weißliche, ei- bis gurkenför-
mige. fleischige Frucht der Eierpflanze; Aubergine (b); -ge»
rieht, das: Gericht, dessen Hauptbestandteil Eier bilden;
-handgranate, die: eiförmige Handgranate: Wir ... spielen
mit abgezogenen -n Murmeln (Kinski. Erdbeermund 82);
-händler, der; -haube, die: kleine Haube zum Warmhalten
eines gekochten Eis; -kiste, die: 1. Kiste für den Transport
von Eiern. 2. (ugs. abwertend od. scherzh.) altes Auto
od. Flugzeug; -klar, das (österr. selten) svw. t Eiklar;
-kodier, der: I. (elektrisch betriebenes) Gerät, in dem man
Eier kocht. 2. (ugs. scherzh.) flacher Herren/tut mit
gleichmäßig eingedrückter Kopffläche; -kognak, der: Branntwein
mit Eiern; -kohle, die: eiförmige Kohle; -köpf, der [2:
LÜ von amerik. egghead]: 1. (salopp abwertend od.
scherzh.) eiförmiger Kopf: Prinz Benjamin, nicht gerade
hübsch, denn er hatte, es läßt sich nicht anders sagen,
einen E. (Habe, Im Namen 37). 2. (oft abwertend)
Intellektueller, weltfremder/ Intelligenzler: die alle ... eine
Zivilkarriere aufweisen können und die Politik durchweg im
Stile der amerikanischen Eierköpfe betreiben (Spiegel 13.
1966. 40); -korb, der: Korb zum Transport von Eiern;
-kuchen, der: Pfannkuchen aus Eiern. Mehlu. Milch;
Omelett; -künde, die <o. PI.) (Zool.). dazu: -kundlich <Adj.;
o. Steig.); -lampe, die (Landw.): Gerät zum Durchleuchten
von Eiern; -tandung,die (Fliegerspr. Jargon): weiche
(Dreipunkt llandung; -laufen, das; -s: Geschicklichkeitsspiel für
Kinder, bei dem ein Ei in einem Löffel möglichst schnell
zu einem Ziel getragen werden muß; -legen, das; -s; -legend
<Adj.; o. Steig.; meist attr.) (bes. Fachspr.): -e Wirbeltiere;
-leger, der, -s. - (Landw.. Zool.): diese Hühner sind gute
E.; -likör, der: aus Weinbrand. Eiern u. Zucker hergestellter
dickflüssiger, gelber Likör; -löffel, der: kleiner Löffel zum
Essen des Eis; -mann, der <P1. ...männer) (ugs.): Mann,
der Eier verkauft; -markt, der; -milch, die (Kochk.): mit
Zucker u. Ei verrührte Milch; -mühle, die [weil dabei
die Eier (7) = Hoden gequetscht werden können] (Ju-
gendspr.): Welle am Reck, bei der die Oberschenkel des
männlichen Turners fest an die Reckstange gepreßt sind;
-mützchen, das: vgl. -haube; -nudel. die (meist PL): mit
Eiern bereitete Nudel; -pampe, die (berlin.): mit reichlich
Wasser zu einer breiig-flüssigen Masse vermischter Sand,
den Kinder mit den Händen formen o.a.:... schmeißen sich
Berliner Gören mit E. (Berliner Morgenpost 12. 8. 75,
5); -Pfannkuchen, der: svw. t-kuchen; -pflanze, die:
ursprünglich in Indien heimisches, in den Subtropen oft
angebautes, bis I m hohes Nachtschattengewächs; Aubergine
(a); vgl. -frucht; -pflaume, die: große, eiförmige Pflaume;
-pilz, der: Pfifferimg; -prüfer. der (Landw.): svw. T
-lampe; -punsdi, der: mit gequirlten Eiern zubereiteter Punsch;
-pusch, der (landsch.): svw. t Löwenzahn; -saht, der
(Kochk.): Salat aus gekochten u. zerkleinerten Eiern; -sau-
ce: T-soße; -schale, die: Kalkschale des Eis: Eier mit
gesprenkelten -n; in dem Kuchen waren ein paar -n (ugs.;
Bruchstücke von Eierschalen)'. Ü der Jurastudent, der aus
kleinen Verhältnissen stammt und auch die -n (die letzten
Spuren) seiner Herkunft noch nicht abstoßen konnte
(Noack, Prozesse 138); * noch die -n hinter den Ohren haben
(ugs.; noch sehr unreif u. unerfahren sein), dazu: —schalenfar-
be, die <o. PI.): gelbliches Weiß, -schalenfarben <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): gelblichweiß, -schalenporzellan, das:
(ursprünglich nur in China hergestelltes) äußerst
dünnwandiges Porzellan; -Schaukel, die [zu t Ei (7)1 (salopp
abwertend): Fahrrad od. Motorrad; -schäum, der <o. PI.)
(Kochk.): geschlagenes Eiweiß. Eischnee; -schecke, die;
- [H. u.] (landsch.): 1. Überzugsmasse für Kuchen aus Eiern,
Quark. Rosinen u. Mandelsplittern. 2, mit Eierschecke (1)
belegter Kuchen; -schlänge, die: eierfressende Natter;
617
Eierchen
-schmalz, das (sudd., österr.): Rührei: -Schmarren, der
(südd.): Eierkuchen, Omelett; -schnee, der (Kochk.):
geschlagenes Eiweiß. Eischnee; -Schneider, der: kleines
Küchengerät, mit dem hartgekochte Eier in Scheiben
geschnitten werden; -schwamm,der (landsch., bes. österr.):
Pfifferling; -schwammerl, das (landsch., bes. österr.): svw.
t-schwamm; -sieder, der (ugs. scherzh.): steifer runder
Herrenhut; -soöe, die (Kochk.): aus Mehl, Eiern u. Milch
gekochte Soße: -speis, die (österr.): Rülirei; -speise, die:
1. svw. Kgericht. 2. (österr.) Rülirei; -Spiegel, der: svw.
Nlampe; -Stab, der (Kunstwiss.): Ornament aus
aneinandergereihten abwechselndeiförmigen u. pfeilartigen Gebilden
(auf Zierleisten bes. in der antiken Baukunst); Als unterer
Teil liegt ein E. rund auf dem Schaftende der Säule (Bild.
Kunst 1. 216); -stand, der: Stand, an dem Eier verkauft
werden; -stich, der <o. PI.) (Kochk.): im Wasserbad
festgewordene Eimasse als Suppeneinlage; -stock, der (meist
PI.) (Med., Zool.): paarig angelegtes Geschlechtsorgan, das
die weiblichen Keimzellen bildet: Ravic erinnerte sich, ihr
vor einem Jahr die Eierstöcke operiert zu haben (Remar-
que, Triomphe 355), dazu: -Stockentzündung, die. -stock-
schwangerschaft, die: Schwangerschaft, bei der sich der
Fetus im Eierstock entwickelt; -tanz, der [eigtl. = kunstvoller
Tanz zwischen ausgelegten Eiern] (ugs.): sehr vorsichtiges,
gewundenes Verhalten, Taktieren in einer heiklen Situation;
einen E. [um jmdn. od. etw.) aufführen, vollführen: daher
der E. zwischen „echten" und „falschen" Rücksichten
... das tägliche Versteckspiel mit der Wahrheit (Enzensber-
ger. Einzelheiten I. 72); -tatsch, der (schweiz. mundartl.):
svw. t ^[pfannlkuchen; -teigware, die (meist PL): mit Eiern
bereitete Teigware; -uhr, die: kleine Sand/uhr, die die
Kochzeit für Eier anzeigt; -wärmer, der: svw. t ^haube;
-welle, die: svw. f -mühle; -zwetsche, die: vgl. -pflaume.
Eierchen [ate^nj: PI. von tEichen: eiern ['ahm] (sw. V.)
[zu f Ei (1)]: 1. (ugs.) wegen Verbeulung, dauernder
Verlagerung des Zentrums ungleichmäßig rotieren (hat): das Rad,
die Schallplatte eiert. 2. (salopp) a) wackelnd gehen (hat):
seit dem Unfall eiert er; b) sich mit wackelndem Gang
irgendwohin begeben (ist): über die Straße, nach Hause e.
Elfer [aifa], der; -s [urspr. = freundlicher Neid, lieblicher
Zorn; Zorn Gottes (für lat. zelus), zu teifern): ernstes,
angespanntes, intensives, fleißiges Streben, Bemühen: sein
E. läßt nach, erlahmt, erkaltet; einen unermüdlichen E.
zeigen; jmds. E. anspornen; voller E. (leidenschaftlich)
für etw. eintreten; ein Mann, der so eine Judenverfolgung
anfachte, mochte aus E. für die Sache Gottes handeln
(Feuchtwanger, Herzogin 84); in E. geraten; im E. (in
der Eile, Hast, Aufregung, leidenschaftlichen Erregung) etw.
übersehen, vergessen; etw. mit E. betreiben; Spr blinder
(unbesonnener od. zielloser) E. schadet nur; *im E. des
Gefechts (im Eifer; in der Eile): etw. im E. des Gefechts
übersehen; Eiferer, der; -s. - [mhd. Iferare =
Glaubenseiferer]: 7>ak/.. der eine Sache (bes. auf religiösem od. politischem
Gebiet) in übertriebener Weise, rücksichtslos vertritt, der
fanatisch für eine Idee, Überzeugung eintritt; Fanatiker:
ein religiöser E.; Eisenhower hat ... vor den -n gewarnt
und darauf hingewiesen, daß die Freiheit weder durch
Gesetz verfügt noch durch Zensur hervorgebracht werden
kann (Dönhoff, Ära 180); eifern fajfcn] (sw. V.; hat)
[vielleichtzuahd. eivar = scharf, bitter]: I. (oft abwertend)
mit Leidenschaft, mit leidenschaftlicher Erregung für od.
gegen etw. sprechen, sich einsetzen: wenn er auf der
Freitreppe steht, wie von Michaels Feuer durchglüht, bereit
für das Große zu e. (Goes. Hagar 98); gegen den
Alkoholgenuß e.; seine Stirn war gerötet, seine Augen eiferten (geh.;
waren voll leidenschaftlicher Erregung; Th. Mann.
Zauberberg 361); ein eifernder Sektierer. 2. (geh.) mit
leidenschaftlichen Eifer nach etw. streben: nach Ruhm. Besitz e.;
Eifersucht, die; -, -suchte (PI. selten): starke, übersteigerte
Furcht, jmds. Liebe od. einen Vorteil mit einem anderen
teilen zu müssen od. an einen anderen zu verlieren;
leidenschaftliches Streben Jmdn., etw. nur für sich allein zu haben;
rasende E.; E. empfinden; jmds. E. erregen; aus E. handeln;
Als Frank sich diesen sympathischen Gatten vorstellte,
wurde er von einer unsinnigen und gewaltsamen E. erfaßt,
von jener nutzlosen, widersinnigen und um so
schmerzhafteren E. des Liebhabers auf den Gatten (Baum. Paris
135); Eifersüchtelei [-zY^ta'lai]. die; -. -en (meist PI.):
wiederholte schwächere Äußerung von Eifersucht; fortgesetzte
kleinliche Eifersucht; eifersüchtige Streiterei: die Ursachen
des Justizmords waren Machtkämpfe und -en zwischen
den beteiligten Staatsanwälten und Richtern (Mostar,
Unschuldig 11); verschone mich mit deinen -en!; eifersüchtig
(Adj.): von Eifersucht erfüllt, bestimmt; ein -er Ehemann;
-e Blicke; wir lieben uns noch nach zwanzig Jahren und
sind e. (RemarQue. Triomphe 217); jmdn. [durch sein
Verhalten] e. machen; e. auf jmdn.. auf jmds. Erfolge sein;
Die Departements des Landes, e. ein jedes auf seine
polizeiliche Autonomität bedacht (Maass. Goufle 68).
Eifersuchts-: Einfall, der; -szene, die: durch Eifersucht
veranlaßte Szene, heftige Auseinandersetzung: jmdm. eine
E. machen; Sie hätte eine große E. veranstaltet (Niekisch.
Leben 362); -tat, die: Bluttat aus Eifersucht; -tragödie,
die: vgl. -tat; -wahn, der.
eifervoll (Adj.) (geh., selten): eifrig: Seiner -en und
aufrichtigen Beredsamkeit gelang es meistens, die Bedenken zu
überwinden (K. Mann. Mephisto 360); eifrig faifnc] (Adj.)
[frühnhd. eiferig = eifersüchtig): von Eifer'erfüllt,
bestimmt; mit Eifer, voll Eifer: ein -er (fleißig mitarbeitender)
Schüler; -es Suchen; e. lernen; sich e. um etw. bemühen;
Wir bestätigen e. (rasch u. voll Eifer), daß wir es mitbringen
werden (Remarque. Im Westen 106). dazu: Eifrigkeit,
die; -.
eigen l'aign] (Adj.) [mhd. eigen, ahd. eigan = zugehörig,
eigtl. = in Besitz genommen, besessen, urspr. 2. Part,
zu einem germ. Verb mit der Bed. „haben, besitzen" (ahd.
eigan)!: 1. (o. Komp.; Sup. selten; meist &tlT.>jmdm. selbst
gehörend; einer Sache zugehörend'(oft nur verstärkend beim
Possessivpron. od. an dessen Stelle): er hat ein -es Auto;
sein -er Bruder hat ihn verraten; der Wagen drehte sich
um seine -e Achse; jede Wohnung hat einen -en
(gesonderten) Eingang; ein Verlag mit -er Druckerei; es war so
laut, daß man sein -es Wort nicht verstand; das sind seine
-en (von ihm selbst geäußerten) Worte; ich habe es mit
[meinen] -en Augen (selbst, persönlich) gesehen; eine -e
(unabhängige, selbständige) Meinung haben; etw. aus -em
Entschluß. Antrieb (ohne fremde Veranlassung, unabhängig
von anderen) tun; das ist deine -ste Angelegenheit; auf
-e Verantwortung; *etw. zu e. haben (geh.: etw. besitzen):
jmdm. etw. zu e. geben (geh.; jmdm. etw. schenken): sich
etw. zu e. machen (sich erw. aneignen; etw. erlernen,
übernehmen): sich eine Auffassung zu e. machen; etw. sein e.
nennen (geh.; besitzen): So kam es. daß Währingers ...
einen ... Bücherschrank ihr e. nannten (A. Kolb, Daphne
23); (subst.:) das ist mein Eigen (geh.; mein Besitz). 2.
(nicht adv.) a) (o. Steig.) jmdm., einer Sache zugehörend
u. dabei typisch, charakteristisch, kennzeichnend: eine nur
ihm -e Gebärde; mit allem ihr -en Charme; ein Hang
zum Grübeln war ihm e.; mit hoher zarter Stimme, wie
sie wohl Männern von gewaltigem Körperbau e. sein kann
(Th. Mann, Joseph 495); b) (veraltend) seltsam,
eigentümlich, sonderbar, eigenartig, merkwürdig: mit dem
sogenannten Fortschritt ist es eine -e Sache, ein eigen (veraltet;
eigenes) Ding; er ist ein ganz -er Mensch (Sonderling);
mir ist so e. zumute. 3. (nicht adv.) (landsch.) peinlich,
fast übertrieben sorgfältig, genau; penibel: er ist in solchen
Angelegenheiten sehr e.
eigen-» Eisen-: -antrieb, der (Technik): eigener Antrieb
(einer Maschine, eines Fahrzeugs o. äj; -aroma, das:
einmaliges, für ein Nahrungsmittel o. ä. charakteristisches Aroma;
-art,die: a) (o. PI.) eigentümliche, spezifische Wesensjart,
Eigentümlichkeit: die E. einer Stadt, eines Werkes; das
ist die E. des Wieners; b) einzelner, jmdm., einer Sache
eigener besonderer ; Wesens jzug, eigenartiger Zug: das ist
eine E. von ihm. die nicht immer leicht zu ertragen ist
(Nossack. Begegnung 6); jmds. -en kennen, dazu: -artig
(Adj.): Eigenarten (b) zeigend, seltsam, sonderbar,
merkwürdig, ungewöhnlich: ein -er Mensch; ein -es Gefühl; das
ist aber e.: e. aussehen; es roch e.. dazu: -artigerwßise
(Adv.). -Artigkeit, die: 1. (o. PI.) das Eigenartigsein: die
E. seines Wesens. Verhaltens. 2. eigenartige
Verhaltensweise: ... wird unter Umständen seinen späteren Partner mit
unerklärlichen -en traktieren (Ruthe. Partnerwahl 113);
-aufkommen« das: eine bestimmte selbst bezahlte Summe;
-bau, der; -[eis: 1. Selbstgebautes, -konstruiertes, eigene
Konstruktion: Sieger des Rennens: Alex M. auf E. 2. (ugs.
scherzh.) Selbstangebautes, bes. selbst angebauter Tabak:
er raucht nur [Tabak Marke] E.; -bedarf, der: eigener
Bedarf: den E. selbst decken; -belastung, die (Technik):
Belastung durch das eigene Gewicht; -bemühung, die: Bemü-
618
eigen-, Eigen -
hung, die von jmdm. selbst ausgeht; -bericht, der: /
Zeitungsbericht, der nicht durch eine Agentur/ vermittelt
ist, sondern auf einen eigenen Berichterstatter od. eine interne
Information zurückgeht; -besitz, der (jur.): Eigentum u.
zugleich Besitz (Ggs.: Fremdbesitz), dazu: -besitzer, der
(Wirtsch.): jmd., der eine Sache als ihm gehörend besitzt;
-betrieb, der (Wirtsch.): nach privatwirtschaftlichen
Grundsätzen geführter Betrieb ohne eigene Rechtspersönlichkeit;
-bewegung, die (Astron.): scheinbare Bewegung eines
Gestirns; -bhitbehandhmg, die (Med.): svw. t-bluttherapie;
-bkittherapie, die <o. PI.) (Med.): Form der
Reizkörpertherapie, bei der eine bestimmte Menge körpereigenes Blut
aus einer Vene entnommen u. wieder in einen Muskel injiziert
wird; -blutübertragung, die: vgl. T ^bkittherapie; -brötelei
l-bre-.ta'lai], die; -, -en [zu t Eigenbrötler]: Verhalten,
Handlung sweisei eines Eigenbrötlers: Verhaßt sind
Intellektuelle in kühler E. (Zeit 20. 11. 64. 56); -brötler [-bro:ttel.
der; -s, - [Zusb. aus: eigen + Brot + -1er, urspr. südwestd.
mundartl. = alleinlebender Junggeselle, der sein eigenes
Brot bäckt! (oft abwertend): Mensch, der sich absondert,
seine Angelegenheiten für sich allein erledigt u. andern in
seinem Verhalten merkwürdig, oft mürrisch-unfrewuilich
erscheint; absonderlicher Einzelgänger, Sonderling; -brötle-
rfii, die: svw. t ^brötelei. dazu: -brötlerisch <Adj.>: Wenn
mich Menschen so allein herumstehen sehen, halten sie
mich für noch -er, als ich bin (Molo. Frieden 125); -dressur,
die: Heranbildung erwünschter Verhaltensweisen beim
Menschen durch Erfolgs- od. Mißerfolgserlebnisse; Miünkel, der
(geh.): Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Hochmut: ~dy-
namik, die: Die Neuregelung könnte in der Praxis eine
E. entwickeln (Zeit 8.8. 75, 5); -entwickhing, die:
Entwicklung, die olme äußere Einflußnahme vor sich geht; ^erwär-
mung, die (Technik): Erwärmung auf Grund der elektrischen
Leistung, die im Inneren eines Bauteils in Wärme umgesetzt
wird; -finanzierung, die (Finanzw.): Finanzierung durch
Einsatz eigener Mittel od. durch Rückstellung von Gewinnen
aus dem zu finanzierenden Objekt, Selbstfinanzierung (Ggs.:
Fremdfinanzierung); -Funktion, die (Math.): Lösung einer
Differentialgleichung für bestimmte Werte eines
Parameters; -genutzt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: (von
Wohnräumen) vom Eigentwner selbst benutzt (Ggs.: fremdgenutzt);
-geschlechtlich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
gleichgeschlechtlich; -geschwindigkeit, die: Geschwindigkeit eines
Luftfahrzeugs relativ zur umgebetulen Luft; -gesetzlich
<Adj.; o. Steig.): eigenen Gesetzen entsprechend, gemäß,
gehorchend: die -e Dynamik einer Entwicklung;
Machtkämpfe und Entladungen, die gleichsam e. abrollen (Thie-
licke. Ich glaube 248). dazu: -gesetzlichkeit, die: Der
Kontakt zwischen den Amerikanern und den Russen ... wird
... bald eine Art E. entfalten (Dönhoff, Ära 186); -gewicht,
das: I. eigenes Gewicht: das E. der Kugel spielt bei der
Berechnung der Fallgeschwindigkeit keine Rolle; Ü das
politische E. Europas. 2.a) (Technik) eigenes Gewicht ohne
Zu ladung; b) (Wirtsch.) eigenes/ Gewicht der Verpak-
kung (Leergewicht) od. des Inhalts (Nettogewicht); -goal,
das (Ballspiele österr.): svw. t -tor; -handel, der (Wirtsch.):
Kauf od. Verkauf von Waren od. Wertpapieren, ausgeführt
für eigene Rechnung u. nicht für Rechnung des Kunden;
-Mndig <Adj.; o. Steig.; selten präd.) mit eigener Hand;
selbst ausgeführt: -e Unterschrift; ein -es Testament; e.
einen Baum pflanzen; e. abzugeben (bes. auf Briefen;
österr.; dem Empfänger persönlich; Abk.: e. h.). dazu:
Eigenhändigkeit, die; -; -heim, das: vom Eigentümer selbst
bewohntes ! einfacheres j Haus mit ein od. zwei Wohnungen,
dazu: -heimbesitzer, der; -heimer, der (ugs.): Besitzer eines
Eigenheims: Mit der Zusatzabgabe müssen alle Mieter
und E.... rechnen (MM 27. 10. 70.1); -htlfe, die:
Selbsthilfe; -initiative, die; -inszenienmg, die: nicht übernommene,
selbst erstellte Inszenierung: Dieses Märchen .... das der
Deutsche Fernsehfunk ... in einer E. bringt (Volk 10.
7. 64. S); -interesse, das; -kapital, das (Wirtsch.; Ggs.:
Frtmdkapital): I. Kapital, das dem Inhaber od. den
Gesellschaftern eines Unternehmens gehört. 2. aus eigenen Mitteln
aufgebrachtes Kapital zur Finanzierung einer Sache; ^kir-
die, die (hist.): (im MA.) Kirche, die einem weltlichen
Stifter u. Grundherrn unterstand, der auch die Geistlichen
für sie ernannte; -kontrolle, die: svw. t Selbstkontrolle:
es könnte ... sein, daß ... manche der Neutralen sich den
... Standpunkt zu eigen machen, daß eine E. eines Staates
... keine Kontrolle ist (Welt 27. 1, 62. 1); -kredit, der:
Kredit, den eine Firma auslegt, ohne eine Bank einzuschalten;
-leben, das <o. PL): individuelles, persönliches, eigenes
Leben; Leben auf seine; eigene Art u. Weise: ein E. führen;
sein E. bewahren; Ü Die Haare haben ein seltsames E.
(eine selbständige Geltung) bekommen und werden zum
Gesicht in ganz bewußten Gegensatz gestellt (Bild. Kunst
1.11); -lebig <Adj.; o. Steig.) (Schweiz.): ein eigenes Leben
führend, selbständig; - lehne r [-le:npl, der; -s, - (Berg-
mannsspr.): jmd., der ein Bergwerk besitzt od. an einem
beteiligt ist u. selbst darin arbeitet; -leistung, die; -liebe,
die: Egoismus, Eitelkeit: etw. schmeichelt jmds. E.; jmds.
E. kränken; ^lob, das: Selbstlob: R E. stinkt (ugs.; ist
immer von Übel)', ^lähner M0:np], der; -s, - (Berg-
mannsspr.): svw. NIehner; -mächtig <Adj.>: unberechtigt
u. unbefugt, ohne Auftrag u. Erlaubnis od. Befugnis, ohne
Rücksicht auf fremde Zuständigkeit od. Rechte, auf eigene
Faust, angemaßt: eine -e Entscheidung; e. handeln, dazu:
-mächtigerweise <Adv.>. -mächtigkeit, die; -. -en: 1. <o.
PI.) das Eigenmächtigsein: die E. seines Vorgehens wurde
mißbilligt. 2. eigenmächtige Handlung: Diese
fortwährenden -en haben zu unterbleiben (Kuby, Sieg 235); -marke,
die (Wirtsch.): eigene Handelsmarke; -mittel <PI.)
(Finanzw.): eigene Geldmittel (Ggs.: Fremdmittel); -name,
der: Name, der ein Individium (Person, Gruppe, Sache usw.)
bezeichnet u. als einmaliges von allen gleichartigen
Individuen unterscheiden soll (Ggs.: Gattungsname): ein
geographischer E.; -nutz, der; -es: rücksichtsloses Bedacht sein auf
den eigenen Nutzen; Egoismus: aus reinem E. handeln;
^nützig[-nYtsi5]<Adj.): von Eigennutz bestimmt; egoistisch:
ein -er Mensch; -e Motive; e. handeln, denken, dazu: ^nüt-
zigkeit, die; -; -persönlichkeit, die <o. PI.) (bildungsspr.):
eigene, individuelle Persönlichkeit: angemessene Erziehung
des Menschen für Staat und Gesellschaft neben der
Entwicklung zur E. (Fraenkel, Staat 175); -Produktion, die;
-reflex, der: Reflex, bei dem die den Reiz aufnehmenden
Strukturen im Organ selbst liegen (Ggs.: Fremdreflex); ^re-
sonanz, die: vgl. -Schwingung; -Schwingung, die (Physik):
sich nach einmaliger/ Atiregung natürlich fortsetzende
Schwingung (eines Gegenstands, Mediums usw.); -sinn,
der<o. PL): Charaktereigenschaft, Haltung, Einstellung, die
sich in hartnäckigem Beharren auf einer Meinung, Absicht
0. ä., in der Unzugänglichkeit für Gegengründe äußert;
Starrsinn: sich aus E. gegen etw. sperren; Ü sie ist ein kleiner
E. (ugs.; ein eigensinniges Kind): -sinnig <Adj.>: von
Eigensinn bestimmt, voller Eigensinn, starrsinnig: ein -es Kind;
e. auf einer Sache beharren, dazu: -sinnigkeit, die; -;
-Spannung, die: Spannung, die in jedem bleibend verformten
Körper vorhanden ist; -staatlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
1. den eigenen Staat betreffend. 2. staatlich selbständig,
souverän, dazu: -Staatlichkeit, die <o. PL): staatliche
Selbständigkeit: Zugeständnisse ..., die Bayerns gefährdete E.
stärken sollen (Feuchtwanger. Erfolg 714); -ständig
<Adj.): auf eigener Grundlage fußend, selbständig: eine -e
Politik. Industrie Kultur, Entwicklung, dazu: -ständtgkeit,
die; -; -Strahlung, die: Licht u. elektromagnetische Strahlung
selbstleuchtender Körper; -sucht, die; -. -suchte <PI. selten):
Selbstsucht, Egoismus; -süchtig <Adj.>: selbstsüchtig,
egoistisch: ein -er Mensch; -e Motive; e. handeln, denken;
^tor, das (Ballspiele): versehentlich gegen die eigene
Mannschaft erzieltes Tor: dem Verteidiger unterlief ein E.; Ü
Das neue Eherecht ist ein E. (ugs.; erw., was sich für
den Urheber selbst nachteilig auswirkt) der Frau- dank
der Emanzipation (Spiegel 51. 1970. 8); -verantwortlich
<Adj.; o. Steig.): selbst, allein verantwortlich; in eigener
Verantwortung: eine -e Tätigkeit; etw. e. bestimmen,
entscheiden, dazu: -Verantwortlichkeit, die: alleinige
Verantwortlichkeit: die E. einer Führungskraft; -verbrauch, der;
-Versicherung, die (Wirtsch.): Versicherung der Person des
Versicherers selbst; -wärme, die: von jmdm., einer Sache
selbst entwickelte, hervorgebrachte Wärme: die E. des
Körpers, des Holzes, der Erde; -Wechsel, der (Geldw.):
Wechsel, in dem sich der Aussteller zur Zaldung einer bestimmten
Summe verpflichtet u. wie der Akzeptant des gezogenen
Wechsels haftet; ^wert, der: jmdm., einer Sache
innewohnender, zukommender Wert: Der E. des Individuums, der
Tradition, der Kunst, dazu: -wertig <Adj.; Steig, selten);
-wille, der: starker eigener Wille einer Persönlichkeit!:
der E. eines Menschen. Künstlers. Politikers, dazu: -willig
<Adj.>: X.sich im Verhalten u. Gestalten stark vom
Eigenwillen leiten lassend, den eigenen Gestaltungs I willen nach-
619
Eigenheit
drücklich zur Geltung bringend: eine -e Persönlichkeit; ein
-er Gedanke. Stil; etw. sehr e. interpretieren. 2. eigensinnig:
ein -es Kind, dazu: -Willigkeit, die: 1. <o. PI.) eigenwilliger
Charakter, eigenwilliges Verhalten. 2. eigenwillige
Handlung: -wüchsig [-vy:ksi<;] <Adj.> (selten): selbständig
entstanden, gewachsen: -e Kräfte, dazu: -wüchsigkeit, die;
-: die Reue machte nicht den Eindruck der Vollwertigkeit
und E. (Th. Mann. Joseph 540); -zeit, die (Physik): in
der Relativitätstheorie Bezeichnung für die in einem
beschleunigt i bewegten System von einer mitgeführten Uhr
angezeigten Zeit.
Eigenheit, die; -, -en [mhd. eigenheit. zu teigen): Eigenart
(b): sich an jmds. -en stoßen; eigens <Adv.): besonders,
speziell: das braucht nicht e. erwähnt zu werden; er ist
deswegen e. aus Berlin gekommen; ich habe es ihm e.
(ausdrücklich) gesagt; das Geld ist e. (allein,
ausschließlich) für diesen Zweck bestimmt; Eigenschaft, die; -, -en
[mhd. eigenschaft, ahd. eiginscaft, zu feigen]: zum Wesen
einer Person od. Sache gehörendes, das Wesen
kennzeichnendes Merkmal: eigentümliches Wesens-. Funkt ionsimerk-
mal: kennzeichnende, charakteristische TeilIbeschaffenheit
od. persönliche, cfmrakterliche j Eigentümlic/ikeit: er hat
auch gute -en; Meyerbeer, dessen hervorragendste E. sein
echter Großmut war (Hildesheimer. Legenden 30); Wasser
hat die E.. bei 0° zu gefrieren; So hat man z. B. gelernt,
einzelne Zellen mit Mikro-Elektroden anzustechen und
ihre elektrischen -en zu messen (Medizin II, 218); ein
Kunststoff mit idealen -en; er ist in amtlicher E. hier
(in amtlicher Funktion, von Amts wegen, amtlich): *in
seiner E. als (in seinem Amt. seiner Funktion als): ich
spreche hier in meiner E. als gesetzlicher Vormund, dazu:
Eigenschaftswort, das: -eis], ...Wörter: svw. T Adjektiv, dazu:
eigenschaftswörtlich <Adj.; o. Steig.): svw. tadjektivisch:
-er Gebrauch; eigentlich [aigntli«;] [1: mhd. eigenlich =
eigentümlich); ausdrücklich; 2: mhd. eigenliche =
ausdrücklich, bestimmt; zu teigen): I. <Adj.; o. Steig.; nur
attr.) wirklich, tatsächlich: der -e Zweck war folgender;
sein -er Name lautet anders; die -e (wirkliche, ursprüngliche,
wörtliche, nicht übertragene) Bedeutung eines Wortes;
<subst.:>esgeht ihm bei allem um das Eigentliche
(Wesentliche). II. <Adv.> (Abk.: eigtl.): a) in Wirklichkeit,
tatsächlich: er heißt e. Meyer; b) im Grunde, genaugenommen:
an und für sich: das Wort bedeutet e. etwas anderes: e.
hast du recht; er ist [recht] e. der Entdecker dieses Landes;
wir wollten e. (ursprünglich) nach München, aber ...; c)
bes. in Fragesätzen; drückt eine Verstärkung, eine
verstärkte Anteilnahme, einen verstärkten Vorwurf o.a. aus: wie
heißt du e. (denn, überhaupt)?: was denkst du dir e.
(denn)?: was willst du e. (überhaupt) hier?; wie geht es
ihm e.? (was ich schon längerI fragen wollte: Wie geht
es ihm denn?): du könntest e. (ruhig, durchaus) etwas
freundlicher sein, dazu: Eigentlichkeit, die; -: Zustand, der
einer Sache od. jmdm. ursprünglich u. eigentlich zukommt:
Das hängt zusammen mit ... dem Wechsel der Masken,
der die Apostel der E. zur Wut aufreizt (FAZ 21. 10.
61. 53); Eigentum [ajgntu:m], das; -s [mhd. eigentuom.
zu feigen]: l.a) das jmdm. Gehörende: Sache, über die
jmd. die Verfügungs- u. Nutzungsgewalt, die rechtliche (aber
nicht unbedingt die tatsächliche) Herrschaft hat (vgl. aber:
Besitz a): Persönliches E. der Toten. Ringe etwa. Uhren.
Familienfotos. Bibeln waren tabu (Küpper. Simplicius 76);
das Haus ist mein E.; sich an fremdem E. vergreifen
(verhüll.; stehlen)', diese Erfindung ist sein geistiges E.
(Geisteserzeugnis (das. soweit es allein von ihm selbst stammt,
urheberrechtlich geschützt istj): b) Recht od. Verfügungs-
u. Nutzungsgewalt des Eigentümers, rechtliche (aber nicht
unbedingt tatsächliche) Herrschaft über etw.: das E. achten;
das Grundstück ist in unser E. übergegangen; Eingriffe
in die Individualsphäre des Staatsbürgers, insbesondere
in Freiheit und E. (Fraenkel. Staat 347); geistiges E. (jur.;
Urheberrecht) an etw. haben. 2. (veraltet) Land-,
Grundbesitz: ein kleines E. auf dem Land haben, dazu: Eigentümer
faignty:mB). der; -s. -: jmd.. dem eine Sache gehört: jmd.,
der eine Sache als Eigentum hat (vgl. aber: Besitzer a):
der [rechtmäßige] E. der Uhr, des Grundstücks.
Eigentümerin, die; -. -nen: w. Form zu t Eigentümer. Eigentümerschaft.
die; -: Eigenschaft. Status eines Eigentümers: seine E.
nachweisen, eigentümlich faignty:mlic] <AdJ.>: 1. [auch: —'—]
<o. Steig.; nicht adv.> jmdm. od. einer Sache eigen (2a).
furjmdn. od. etw. typisch, charakteristisch, kennzeichnend:
mit der ihm -en Liebenswürdigkeit; jede Zeit scheint die
ihr -en Krankheiten zu haben (Natur 63); ein Hang zum
Grübeln war ihm e. 2. eigenartig, merkwürdig, sonderbar,
seltsam: ein -er Geruch; sie ist eine -e Person; ihr Verhalten
war recht e.; sich e. verhalten; Ihre Nähe im engen Raum
des Fahrstuhls benahm mir recht e. den Sinn (Th. Mann.
Krull 179); <subst.:> das Eigentümliche an der Sache ist.
daß.... dazu: eigentümlicherweise <Adv>. Eigentümlichkeit.
die; -. -en: 1. [auch —' ]: l.a) <o. PI.) eigentümliches.
typisches, charakteristisches Wesen: dieser Volksstamm hat
die E. seines Brauchtums bewahrt; b) eigentümlicher,
typischer, charakteristischer Zug: das ist eine französische E.
2.a) <o. PI.) merkwürdige, sonderbare, seltsame Art: die
E. seiner Ausdrucksweise wurde belächelt; b)
merkwürdiger, sonderbarer, seltsamer Zug: sich allerlei -en
angewöhnen; auf jmds. -en Rücksicht nehmen.
eigentum-.Eigentums-: -bildung, die <o. PI.) (bes. Politik):
das (geförderte) Entstehen von Privateigentum: die E.
fördern; -delikt, das (jur.): das Eigentum verletzendes Delikt
(z. B. Diebstahl); -erwerb, der (Jur.): a) Erwerb von
Eigentum durch Kauf: b) Erwerb von Eigentum durch Erbschaft:
-garantie, die (jur.): rechtliche Sicherheit für Eigentum,
dessen Schranken u. Inhalt durch Gesetze festgelegt sind:
-k» <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): die -en
Bevölkerungsschichten; -recht, das: im Eigentum an einer Sache
bestehendes Recht. Recht des Eigentümers: ein E.. das E. an etw.
besitzen; -e geltend machen; -Streuung, die: einigermaßen
gleichmäßige j Verteilung von Eigentum: Schließlich ist noch
die auf die breite E. gerichtete Politik der Bundesregierung
zu nennen (Fraenkel. Staat 311); -übergäbe, die (Jur.):
Übertragung des unmittelbaren Besitzes durch den Besitzer
auf eine andere Person; -Übertragung, die (jur): svw.
t -Übergabe; -vergehen, das (Jur.): das Eigentum
verletzendes Vergehen (z. B. Diebstahl); -Verhältnisse <PI.; jur. auch
Sg.>: das Eigentum betreffende Rechts i Verhältnisse;
-Verlust, der (Jur.): rechtswirksame Veräußerung einer Sache
durch einen Nichtbesitzer an einen gutgläubigen Dritten;
-vorbehält, der (Jur.): vertraglicher Vorbehalt, daß eine
verkaufte u. übereignete bewegliche Sache bis zu ihrer
Bezahlung Eigentum des Verkäufers bleiben soll: etw. unter E.
liefern; -wohnung. die: Wohnung, die als einzelne jmds.
Eigentum ist.
eignen I'aignan) <sw. V.; hat) /vgl. geeignet/ [1: mhd. eigenen,
ahd. eiginen = in Besitz nehmen, haben, geben, zu teigen]:
1. (geh.) jmdm.. einer Sache eigen/ twnlich/ sein, als
Merkmal. Eigenschaft zugehören: ihr eignet eine gewisse
Schüchternheit; Bei allem Verlangen nach Liebesaustausch mit
ihr eignete ihm nicht selten eine sinnende Kühle (Th.
Mann. Krull 259); Eine bleiche, aschgraue Färbung eignete
ihrer Stimme (K. Mann. Wendepunkt 35). 2. <e. + sich)
die erforderlichen, zweckentsprechenden Eigenschaften
besitzen; geeignet, tauglich, passend sein: sich [nicht] als/zum
Lehrer e.; sich als Geschenk, zum Verschenken e.; dieses
Gedicht eignet sich nicht für den/zum Vortrag; du hast
dich gut für diese/zu dieser Arbeit geeignet; eigner faigni?):
teigen; Eigner H. der; -s. - [zu teignen (1)]: 1. Schiffseigner,
-eigentümer: der Kapitän des Schiffes ist zugleich der E.
2. (veraltet) Eigentümer; Eignung ['aignool. die; - [zu t
eignen (2)): das Geeignetsein (bes. eines Menschen).
Tauglichkeit: die E. für. zu, als etw.
Eignungs-: -Prüfung, die: Prüfung, die zeigen soll, ob sich
jmd. für eine bestimmte Tätigkeit eignet; -test, der: vgl.
t-Prüfung; -Untersuchung, die (Med.): Untersuchung,
deren Ergebnis aussagt, ob der Gesundheitszustand eine
bestimmte Tätigkeit erlaubt.
Eil-: Mingebot, das: eiliges Angebot, das die Aufforderung
zu schneller Antwort einschließt; -auftrag. der: eiliger,
dringender Auftrag; -bestdhmg, die: vgl. T-auftrag; -böte,
der: Postbote für Eilsendungen, bes. Eilbriefe: (als
Aufschrift:) Durch Eilboten (Postw.; durch einen Eilboten zu
überbringen)!. dazu: -botenzustelhmg. die (Postw.):
Zustellung einer Eilsendung durch einen Eilboten; -brief, der
(Postw.): als Eilsendung zuzustellender Brief; -fertig <AdJ.)
(geh.): a) übereilig, vorschnell: eine -e Handlungsweise;
allzu -e Dienstboten brachten den Plan durcheinander,
e. handeln; b) dienstbeflissen, gefällig, dazu: Wertigkeit,
die; -; -fradrt, die: bevorzugt u. schnell beförderte Fracht:
-frachter.der: I.Last-. Lieferwagen für Eilfracht, 2.
Frachtschiff für Eilfracht; -gebühr, die: 1. Gebühr für bevorzugte
Behandlung, Bearbeitung. Erledigung. 2. (Postw.) Gebühr
620
einarbeiten
für Eilzustellung; MBit, das: bevorzugt u. schnell befördertes
Bahnfrachtgut; ^güterzug, der; Miwsch, der (bes. Milit.):
in großem Tempo vonstatten gehender Marsch; Schnell-
marsch; in Eilmärschen herankommen; -päckchen, das
(Postw.): wie ein Schnellpaket zugestelltes Päckchen;
^pake!, das: svw. t Schnellpaket; -post, die: Gesamtheit von
Eilsendungen: die E. austragen; -schrift. die <o. Pl.>:
Kurzschrift mit bes. vielen Kürzungen; ^schritt, der: kurzer I
schnell auf den vorhergehenden folgender Schritt: sich im
E. entfernen; --Sendung, die: Postsendung, die nach ihrer
Ankunft sofort durch einen besonderen Boten zugestellt wird;
^tempo, das (ugs.): schnelles Tempo, das die Eile des
Betreffenden widerspiegelt: im E. die Koffer packen; -triebwagen,
der (Eisenb.): wie ein Eilzug verkehrender Triebwagen;
-verfahren, das (jur.): beschleunigtes Gerichtsverfahren; -zug,
der (Eisenb.): personenbefördernder Zug. der nur an
wichtigeren Stationen hält u. schneller als ein Personenzug, aber
langsamer als ein D-Zug ist (Zeichen: E). dazu: ^zuglsjtan-
po, das (ugs.): svw. Ntempo; -zusteiler, der (Postw.):
Eilbote; -Zustellgebühr, die (Postw.); ^Zustellung, die
(Postw.): Zustellung als Eilsendung.
Eibuid fajlant], das; -[eis. -e [mniederd.. mniederl. eilant
< afries. eiland. eigtl. = Inselland, zu anord. ey = Insel.
Aue (verw. mit f Aue)l (veraltet, dichter.): Insel.
Eile faita], die; - [mhd. Ile. ahd. IIa. zu teilen]: Bestreben.
Gedrängtsein, etwas so schnell wie möglich zu erledigen:
ich habe [keine] E.; die Sache hat [große] E.. keine E.
(ist sehr, ist nicht eilig); er ist immer in E.; etw. in der
E. (Hast) vergessen; er teilte mir in aller E. (schnell u.
kurz) mit. daß...; Am nächsten Tag wurden die Putzfrauen
zur E. getrieben (wurden veranlaßt, sehr schnell zu arbeiten;
Müthel. Baum 161); dien <sw. V.> [mhd. Ilen. ahd. Ilen.
Man, zu einer Wz. mit der Bed. „gehen"]: 1. sich in Eile
fortbewegen <ist>: nach Hause, über die Brücke, zum
Bahnhofe.; jmdm. zu Hilfe e. (rasch herbeikommen, herbeieilen,
um jmdm. in einer Gefahr zu helfen); Ü die Kunde von
Tod und Auffindung des Sebastian Semper eilte
(verbreitete sich) wie ein Lauffeuer durch die Innenstadt (Kirst,
Aufruhr 78); Spr eile mit Weile (handle mit der gebotenen
Eile, aber tue nichts überstürzt)!; 2. Eile, schnelle Erledigung
erfordern; eilig, dringend sein <hat>: die Angelegenheit eilt;
es eilt; Eilt! (Notiz auf Akten o.a.); es eilt mir nicht
damit (für mich hat die Sache keine Eile). 3. <e. + sich)
sich beeilen <hat>: Alle Menschen eilen sich, nach Hause
zu kommen; eile dich doch [mit der Abrechnung]!; zu
I: eilends [aibnts] <Adv.>: schleunigst, rasch; sehr schnell:
e. kommen; etw. e. nachholen; sie (= CDU) versicherte
auch e. (auf der Stelle, unverzüglich). daß sie nichts damit
zu tun hatte (Zeit 7. 2. 75. 5); eilig [aili$] <Adj.) [mhd.
Ilec. ahd. nie. zu feilen]: 1. schnell, rasch, in Eile.-e Schritte;
nur nicht so e. (hastig)!; e. davonlaufen; er hat es (ist)
immer so e. 2. <nicht adv.) rasche Erledigung. Eile
erfordernd; dringend, dringlich: eine -e Nachricht; die Sache
ist e.; du hast es wohl sehr e. damit (die Sache ist für
dich wohl sehr dringlich) ?: <subst.:> ich hatte etwas Eiliges
zu tun; (iron.. meist abwertend:) sie hatte nichts Eiligeres
zu tun. als die Sache weiterzuerzählen (sie mußte die Sache
natürlich gleich weitererzählen); <Abl.) Eiligkeit, die; -:
Zustand der Eile; Tatsache, daß jmd. in Eile ist; eil best
CajlKfst] <Adv.> [Sup. zu feilig (1)]: in größter Eile,
schleunigst: er machte sich e. davon.
Eimer ['ajnre]. der; -s. - [mhd. eim(b)er. einher, ahd. eim-
berti). elnber(i), in der Bed. „einhenkeliges Gefäß44
angelehnt an f 'ein u. beran = tragen. < ahd. amber < lat.
amphora. t Amphore]: 1. dem Aufbewahren. Transportieren
bes. von Flüssigkeiten dienendes, hohes, zylindrisches od.
kegelstumpfförmiges Gefäß mit beweglichem Henkel: der
E. ist voll, läuft über; ein E. [voll] Wasser; ein E. heißes
Wasser /(geh..) heißen Wassers/ mit heißem Wasser; es
gießt wie aus/mit -n (ugs.; es regnet heftig, in Strömen)'.
• im E. sein (salopp; kaputt, verdorben, ruiniert, gescheitert,
vereitelt, verloren sein; gemeint ist der Abfalleimer): die
Uhr. unsere Stimmung, meine Gesundheit, die Belohnung,
das Fest ist im E.; Ich muß die Dinger ( = Tabletten)
jetzt runterkriegen, sonst bin ich im E. (Molsner, Harakiri
13). 2. (ugs. abwertend) / altes od. unzuverlässiges,
minderwertiges! Schiff (Dampfer. Frachter o.a.). 3.
(Schimpfwort) sonderbarer, dummer Mensch; Versager: dieser E.!
4. (Technik) eine der eimerförmigen Schürf Vorrichtungen
(Schürfkübel) am Eimerbagger.
fiimer-, Eimer-: ^bagger, der (Technik): Bagger mit einer
endlosen (in sich zurücklaufenden) Kette von Eimern (4);
^bank, die: bankähnliches Gestell für Wasser- od.
Milcheimer; -kette, die: 1. (Technik) Kette von Eimern (4). 2.
Kette von Menschen, die einaruier Löschwasser /eimer
zureichen; eine E. bilden, dazu: ^kettenbagger, der: vgl. ^bag-
ger; -weise <Adv.>: in großer Eimer füllender Menge;
in Eimern: e. Sand, den Sand e. wegtragen; sie haben
die Erdbeeren e. nach Hause getragen; ^werk. das
(Technik): Schöpfwerk mit einer endlosen Eimerkette (1).
'ein [am; mhd.. ahd. ein]: I. <Kardinalz.; betont) (vgl. 'eins
I; al^Zifier: 1): e. Dollar mehr; -e Mark achtzig; e. Jahr
später; die Last ist für -en Mann zu schwer; die Leistung
-es [einzigen] Forschers; in e. bis zwei Tagen; in ein[em]
und -em viertel Jahr; in -em oder mehreren Zimmern;
der-e (einzige) Gott; er hat nicht -en (nicht einen einzigen)
Tag gefehlt; es war alles e. einziges (zusammenhängendes,
geschlossenes) Flammenmeer; es war e. Uhr; <subst.:> -er
[von ihnen] war Bäcker; -er der beiden; -[e]s ist wichtig:
...; das -e. was not tut. ist ...; *e. für allemal (endgültig,
für immer): das laß dir e. für allemal gesagt sein; jmds.
e. und alles sein {imds. ganzes Glück ausmachefider
Lebensinhalt sein); in -em fort (fortwährend, ununterbrochen).
II. (Indefinitpron.; betont) 1. der Kardinalz. nahestehend:
a) der gleiche, derselbe (Ggs.: verschieden): wir sind -er
Meinung, -[er] und derselben Meinung; (ugs.:) etw. kommt
auf-s heraus, läuft auf -s hinaus; b) (Ggs.: ander...): der
Mann, dessen -es Bein verletzt ist; (ugs.:) sein -es Bein;
-er nach dem ander[e]n. -e nach der anderfeln. ein[e]s
nach dem anderfeln (nacheinander); der -e oder/und [der]
andere, der ein[e] oder andere, einler] oder/und der andere
(mancher); vgl. ander... (1 b). 2.a) jemand, irgendeiner:
das wird kaum -er erfreulich finden; -es (selten; jemandes)
ansichtig werden; du bist [mir] -er (oft iron.; ein ganz
Besonderer): das ist der Rat -es. der die Lage kennt; die
Ansicht -es unserer Mitarbeiter; es ist -[e]s der besten
Mittel, die ich kenne; ist es -er von euch?; ist -s (ugs.;
eine r■/) von euch verletzt?; -en (ugs.; bes. einen Schnaps)
trinken; jmdm. -e langen, kleben (ugs.; eine Ohrfeige geben)'.
-s (ugs.; etwas Unangenehmes, insbes. einen Schlag)
abbekommen; b) man: das soll -er wissen!; das wird -em schnell
klar; das stört -en. III. <unbest. Art.; unbetont) 1. führt
jmdn.. etw. als einen der Einzelfälle einer Gattung neu
ein: der Hund ist e. Säugetier; der Sohn -es Bäckers; e.
Herr D. hat sich gemeldet; sie hat -en Deutschen geheiratet;
jmdm. -e Freude machen; e. bißchen, e. wenig; e. anderer;
e. jeder; Herr Ober, -en (eine Tasse) Kaffee bitte!; das
konnte nur e. (ein Mann wie) Beethoven; er besitzt -en
(ein Bild von) Rubens; da fährt e. [roter] Mercedes; was
für e. (ugs.; welches) Kleid ziehst du an?; was für e.
Lärm! (ugs.; welch starker Lärmt)', so -e (ugs.; eine solch
große, solch eine) Enttäuschung! 2. stellt den Einzelfall
als stellvertretend furalle Fälle einerGattung hin: e. (jeder)
Gletscher besteht aus Eis; e. Hund frißt im allgemeinen
kein Gras (Hunde fressen im allgemeinen kein Gras).
^in [-] <Adv.) [mhd.. ahd. in]: 1. imperativisch od. elliptisch
als Hinweis an Schaltern, die zum Ein[- u. Ausjschalten
dienen (Ggs.: aus): e.-aus. 2. vgl. aus II. 3.
Einachsanhinger, der; -s. - (Kfz.-W.): einachsiger Anhänger;
einachsig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit nur einer Achse
da) versehen!.
einackern <sw. V.; hat): unterpflügen.
einadrig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Elektrot.): mit nur
einer Ader (3e) versehen j: ein -es Kabel; Einakter
[ainiaktp], der; -s. -: Theaterstück in nur einem Akt; einaktig
<Adj.; o. Steig.): in einem Akt: ein -es Schauspiel.
einander faj'nande] <rzp. Pron.) [mhd..ahd. einander] (meist
geh.): einer demlden andern; sichlunsleuch gegenseitig,
wechselseitig: e. widersprechende Behauptungen; e. die Hand
geben, begrüßen; wir lieben e.; ihr habt e. lange nicht
gesehen; Die e. kannten, nickten nur verhalten (Frisch.
Gantenbein 388).
einantworten <sw. V.; hat) (österr. Amtsspr.): gerichtlich
übergeben; <Abl.:>Einantwortung, die; -. -en: gerichtliche
Übergabe.
Einarbeit,die; - (selten): svw. TEinarbeitung (1); einarbeiten
<sw. V.; hat): 1. praktisch mit einer Arbeit vertraut machen:
einen Neuling e.; sich [in ein/einem Sachgebiet] e.; [gut]
eingearbeitete Kräfte. 2. in etw. sinnvoll einfügen, hineiftar-
beiten: Verzierungen ins /(seltener:) im Holz e.: Zusätze
621
Einarbeitung
in einen /(seltener:) einem Aufsatz e. 3. durch vermehrte
Arbeit nachholen, gutmachen: den Zeitverlust e.; <Abl.:)
Einarbeitung, die; -. -en <PI. selten): das Einarbeiten: <Zus.
zu einarbeiten I:) Einarbeitungszeit, die.
einSirnebi [%jn|ermln] <sw. V.; hat) (ugs.): svw. teinhaken:
Sie ärmelte sich bei ihm ein; eingeärmelt durch die Straßen
bummeln.
einarmen[ajnlarmdn] <sw. V.; hat) (ostmitteld.): svw.
teinhaken.
einarmig <Adj.; o. Steig.): I. <nicht adv.) nur einen Arm
besitzend: ein -er Mann; <subst.:> ein Einarmiger. 2. <nicht
präd.) mit nur einem Arm: Gewichte e. stemmen.
einäschern ['ajn|£jpn] <sw. V.; hat): 1. (Gebäude)
niederbrennen, in Schutt u. Asche legen: die ... US-Bomber äscherten
eine Fabrik nach der andern ein (Spiegel 40, 1966, 55);
der Brand äscherte alle Häuser ein; [vom Feind]
eingeäscherte Dörfer. 2. (einen Leichnam) nach der Sitte der
Feuerbestattung verbrennen: er, der Tote, der Leichnam
wurde eingeäschert; <Abl.:) Einäscherung, die; -. -en: 1.
das Einäschern (1). Niederbrennen. 2. Verbrennung eines
Leichnams: <Zus. zu 2:) Einäscherongshalle, die:
Krematorium: Einäscherungsofen, der.
einatmen <sw. V.; hat): 1. den Atem in die Lunge einziehen:
Luft, Atem holen (Ggs.: ausatmen): ein- und ausatmen;
durch die Nase e.; tiefe. 2. durch Einatmen (1). mit dem
Atem durch Mund od. Nase einziehen: begierig die frische
Luft e.; Rauch, giftige Dämpfe e.; Er atmete den Duft
der parfümierten Seife ein (nahm ihn einatmend wahr, Ott.
Haie 32); daß sie schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen
erlitt und an eingeatmetem Blut erstickte (MM 2. 2. 66.
5); <Abl.:> Einatmung» die; -: Verabreichung von
gasförmigen Stoffen über die Atemwege.
einatomig ['ain|ato:mi<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Chemie. Physik): aus einzelnen, unverbundenen Atomen
bestehend: -e Gase.
dnätzen <sw. V.; hat): in etw. ätzen: durch Atzen in etw.
entstehen lassen, hervorbringen: der Graphiker hat in die
Platte Buchstaben eingeätzt.
einäugig <Adj.: o. Steig.): mit nur einem Auge: ein -er Bettler;
Ü eine -e (mit nur einem Objektiv für Bildbeobachtung
u. Aufnalime versehene) Spiegelreflexkamera; Einäugige»
der; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete): 1. Mann, der nur noch
ein Auge besitzt: dem -n die Tür öffnen; Spr unter Blinden
ist der Einäugige König (wohl für lat. inter caecos luscus
rex). 2. (ugs. scherzh.) a) Fahrrad, Motorrad mit
eingeschaltetem Scheinwerfer: b) Kraftfahrzeug, bei dem nur einer
der beiden Scheinwerfer leuchtet.
Einback [ainbakl. der; -[eis. -e. -backe [-beka] u. (ugs.:)
-s: zu langen, eingekerbten Kuchen geformtes weiches
Hefegebäck, das nochmals gebacken Zwieback ergibt.
einhacken: 1, (bäckt (auch:) backt ein. backtet veraltend:)
buk ein. hat eingebacken): beim Backen in ein Backwerk
einschließen: Mandeln in den Kuchen e.; Ich entdeckte
einen Pastetenbäcker, der in einem nach Oliven
schmeckenden Teig Langustenschwänze und Hühnerbrustfleisch
einbuk (Jahnn. Geschichten 189); in das Brot war eine Feile
eingebacken. 2. <backt. backte ein. eingehackt): durch
Kleben, Festbacken einschließen <hat): die Lava backte das
Gestein ein.
einbahnig (ainbani^) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ver-
kehrsw.): für nur eine Verkehrsrichtung zugelassen: -er
Verkehr; die Straße ist e.; Einbahnstraße, die; -. -n (Ver-
kehrsw.): Straße, die nur in einer Richtung befahren werden
darf: die Umleitungsstraße war als E. gekennzeichnet; Ü
in den Händen dieser Regierung scheint sich das
Stabilitätsgesetz zu einer E. (zu etw., was fälschlicherweise nur zu
einem Zweck genutzt wird) zu entwickeln (Bundestag 190,
1968.10316); Einbahnverkehr, der; -s (Verkehrsw.): einbah-
niger Verkehr.
einbauen fainbabn). einballieren ['ainbali:ran] <sw. V.; hat)
[nach ital. imballare < frz. emballer. zu: balle = (Waren)-
ballen < afränk. *balla] (Kaufmannsspr. veraltet): in
Ballen verpacken.
einbalsamieren <sw. V.; hat): 1. (einen Leichnam) mit
bestimmten konservierenden Mitteln behandeln, um ihn vor
Verwesung zu schützen: einen Leichnam e.; Starb er ( =
der heilige Stier), so wurde er unter feierlichen Zeremonien
einbalsamiert und bestattet (Ceram. Götter 145); *sich e.
lassen können (ugs.; zu nichts zu gebrauchen sein: versagt
haben): du kannst dich, die können sich e. lassen. 2. (ugs.
scherzh.) stark eincremen, einreiben, einsalben od.
parfümieren: <Abl.:> Einbalsamierung, die; -. -en.
Einband, der; -[eis, -bände [zu Teinbinden (1)]: geheftete
Seiten zusammenhaltender u. schützender Teil bes. eines
Buchs (bestehend aus den beiden Deckeln u. dem Rücken):
ein lederner E.
Einband-: -decke, die: Einband, der den Buchblock umgibt
u. der bei Lieferungs- u. Fortsetzungswerken vom Verlag
gleichzeitig mit der letzten Lieferung eines Bandes in der
Regel mitgeliefert wird: Mleckel, der: steife Tafel, die den
Buchblock vorne od. hinten umgibt u. die mit der anderen
Tafel u. dem Rücken den Einband bildet: ^entwurf, der:
Entwurf zur künstlerischen Gestaltung eines Einbands:
^leinen, das: Leinenstoff, mit dem der Einband bezogen ist:
-titel, der: Titel des Buches, der auf den Einband gedruckt
ist.
einbändig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in einem Band: eine
-e Ausgabe der Werke ist im Verlag X erschienen.
einbasisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Chemie): (von Säuren)
nur über ein saures (mit einer Base neutralisierbares)
Wasserstoffatom verfügend.
Einbau, der; -[e]s. -ten: 1. <o. PI.) a) das Einhauen (la):
der E. eines Bades, eines Schranks; b) das Einbauen (1 b;
Ggs.: Ausbau 1): der E. eines Motors, eines Ersatzteils
in einen Motor. 2. <o. PI.) sinnvolle Einfügung: der E.
von Zusätzen in ein Kapitel; Die Reichsverfassung...
regelte ... den E. einer geplanten Wirtschaftsverfassung in die
politische Verfassung (Fraenkel. Staat 334). 3. etw.
Eingebautes: eingebautes Teil: Einbauten aus Edelholz.
fiinbau-, Einbau-: -antenne, die: eingebaute Antenne: ^ba-
dewarme, die: Badewanne, die an der Wand (meist in der
Ecke) steht u. mit Kacheln verkleidet ist: ^fertig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): so vorgefertigt, daß es ofme weiteres
irgendwo eingebaut werden kann: Die Befestigung der -en
Paneele unmittelbar unter der Decke ist sehr einfach
(Wohnfibel 130); etw. e. liefern; -herd. der: Herd, der
in eine Küchenzeile eingebaut ist: -küdie, die: a) eingebaute,
zum Einbau vorgesehene Kücheneinrichtung: b)
Kücheneinrichtung, die sich aus verschiedenen Schränken
zusammensetzt u. in die sämtliche benötigten Elektrogeräte eingebaut
sind: -leuchte, die: a) (Kfz.-T): Leuchte zum Anbau an
Maschinen u. Fahrzeuge: b) Leuchte zum Einbauen in
dafür vorbereitete Hohlräume: -möbel, das <meist PL):
Möbel, die in dafür vorbereitete Wände od. Nischen fest
eingebaut werden: -motor, der: eingebauter Austausch j-
motor: -regal. das: vgl. f Mnöbel; ^reif <Adj.; o. Steig.):
so durchdacht u. angefertigt, daß es sofort ohne
Schwierigkeiten eingebaut werden kann: den Vorschlag in einer -en
Losung präsentieren; -schrank, der: ein- od. angebauter
Schrank; -spüle, die: vgl. t ^herd: ^teil, das: a) Teil, das
durch Einbau voll in ein System integriert wird: Man darf
nicht „Ladegut" sein, sondern muß ..Einbauteil" werden
(Frankenberg. Fahren 19); b) Teil, das in ein Gesamtsystem
eingebaut werden soll: ein neues E. dazukaufen.
einbauen <sw. V.; hat): l.a) durch Bauarbeiten in etw.
einfügen, einsetzen, herstellen: einen Schrank [in die/(selten:)
in der Wand] e%; in einer eingebauten Nische ... standen
eine Kochplatte und Kaffeegeschirr (Sebastian.
Krankenhaus 152); b) mit Hilfe eines bestinvnten technischen,
Verfahrens in etw. (bes. in eine technische Vorrichtung)
bauendeififügen, einsetzen, montierend! hineinbauen (Ggs.:
ausbauen I): in einen/(selten:) in einem Wagen einen neuen
Motor e.; eine Kamera mit eingebautem
Belichtungsmesser. 2. sinnvoll, einfügen: die Substanz wird in die Zelle
eingebaut; [in einen Abschnitt] einen Zusatz e.; der Trainer
konnte die Neuzugänge in kurzer Zeit e. (Sport; harmonisch
in die Mannschaft eingliedern).
Einbaum. der; -[e]s. -bäume: aus einem ausgehöhlten
Baumstamm hergestelltes Boot.
Einbeere, die; -. -n: Liliengewächs mit Quirlständigen Blättern
u. einzelnstehender schwarzer, giftiger Beere als Frucht.
£inbegleiten <sw. V.; hat) (österr. Amtsspr. veraltet):
einleiten, in die Wege leiten: ein Gesuch e.
einbegreifen <st. V.; hat) (geh.): als dazugehörend betrachten;
eitibeziehen, einschließen, mitrechnen: wenn wir von dieser
Gruppe reden, so begreifen wir dich [mit] ein; Freiheit
begreift Gleichberechtigung [mit] ein; die Mehrwertsteuer,
der Kundendienst ist im Preis [mit] einbegriffen
(eingeschlossen, eingerechnet).
dnbehahen <st. V.; hat): 1. an- od. aufrechnet^ zurückbehal-
622
einbinden
ten: der Betrieb kann den gewährten Vorschuß bei der
nächsten Lohnzahlung e. 2. (Amtsspr.) festsetzen, in Haft
nehmen: den überführten Dieb e.; <Abl.:> Einbehaltung,
die; -, -en.
Einbein- (Leichtathletik): -spning. der: mit einem Bein
ausgefüllter Sprung: ^stütz-Abwurftechnik, die: Abwurftech-
nik heim Diskuswerfen, bei der der Unke Fu/J noch Kontakt
zum B(xien hat, wenn der Diskus die Hand verläßt, ^stjjtz-
phase, die: Phase während der Drehungen beim Hatnmerwer-
fen, in der nur ein Bein auf dem Boden ist.
dnbeinig <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: 1. nur ein Bein
besitzet: seine Neugierde nach dem -en Deutschen (Seghers.
Transit 191). 2.a) (Fußball) nur in einem Bein Schußkraft
besitzend: ein -er Spieler wird immer ein Stümper bleiben;
b) (bes. Leichtathletik) mit nur einem Bein [erfolgend,
ausgeführt J: ein -er Sprung.
einbekennen <unr. V.; hat) (österr.. sonst geh.): bekennen,
eingestehen: seine Niederlage e.: er hat einbekannt, ihn
ermordet zu haben; Mit seinem Gehorsam bekennt er
ein. daß er die Freiheit... gar nicht erträgt (Enzensberger.
Einzelheiten I. 196); <Abl.:) Einbekenntnis. das; -scs. -se:
Eingeständnis: Efribekemung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das
Einbekennen. 2. (österr.) Steuererklärung.
einberechnen <sw. V.; hat) (selten): einrechnen,
einkalkulieren, einplanen: so muß man bei einer Tourenplanung einen
möglichen Wettersturz e. (Eidenschink. Fels 117).
einberufen <st. V.; hat): 1. (eine Versammlung)
zusammentreten lassen, das Zustandekommen einer Versammlung o. ä.
veranlassen: den Bundestag e.; eine Versammlung nach
Berlin e.; auf. für den 15. November eine Sitzung e. 2.
imdn. amtlich auffordern, seine Wehrpflicht zu erfüllen:
Jmdn. zum Wehrdienst. Reservisten zu einer Wehrübung
e.; einberufen werden; <Abl.:> Einberufung, die; -, -en:
X.das Einberufen (1): die E. einer Sitzung, einer Konferenz;
nach der E. des Parlaments... 2. das Einberufen (2).
Aufforderung, seine Wehrpflicht zu erfüllen: die E. zum
Wehrdienst, zur Bundeswehr; seine E. erhalten; Es ist müßig.
... von einer E. von Reservisten zu sprechen (Dönhoff,
Ära 77).
Einberufung»-: -alter, das: Man weiß doch nie genau, wo
die Grenze des -s im nächsten Weltkrieg liegen wird
(Fischer, Wohnungen 80); -befehl, der: schriftlicher Befehl,
durch denjmd. zum Wehrdienst einberufen wird: den, seinen
E. erhalten; -bescheid, der: svw. t ^befiehl; -Order, die
(veraltend): svw. t ^befiehl; mmI, der: Ort. an dem jmd.
seinen Wehrdienst antreten muß: ^schreiben, das; -termin,
der: Zeitpunkt, zu dem jmd. den Wehrdienst antreten muß.
einbescheren <sw. V.; hat) (landsch. veraltend): bescheren
(1); <Abl.:> Einbescherung, die; -. -en.
einbeschließen <st. V.; hat) (geh.. selten): einschließen,
einbegreifen: Die gesamte Welt, der Kriegsfeind Japan
einbeschlossen (Kantorowicz. Tagebuch I. 77).
dnbeschreiben <st. V.; hat) in Verbindungen wie: einem
Vieleck einen Kreis e. (Geometrie; so einzeichnen, daß
er alle Seiten von innen berührt): <meist im 2. Part.:) ein
einbeschriebener Kreis.
einbestellen <sw. V.; hat) (Verwaltung, Amtsspr.): jmdn.
amtlich! an einen bestimmten Ort bestellen: jmdn. zum
Amtsgerichte.; Zur Samstagsarbeit seien alle einbestellten
Arbeiter erschienen (MM 25. 6. 69. 5); <Abl.:) Einbestel-
hmg, die; .-, -en.
einbetonieren <sw. V.; hat): in etw. betonieren: durch
Betonieren od. Einfassen mit Beton in etw.; befestigen, einsenken:
der Pfeiler wurde in die Felswand einbetoniert; <Abl.:>
Einbetonierung, die; -, -en.
einbetten <sw. V.; hat): in etw. schützend od. passend
Umschließendes, Umgebendes legen, sinnvoll, zweckmäßig!
einzigen: ein Kabel in die Erde e.; eingebettet in sattes
Grün/im satten Grün liegen die Häuser; das Individuum
ist in die Gesellschaft eingebettet; Hier hat sich der schwüle
blaue Natronsee ... in ihn (= den Graben) eingebettet
(Grzimek. Serengeti 58); Ü (Grammatik:) Sätze, die
Konstituenten anderer Sätze sind, können in diese eingebettet
werden, z. B. ich möchte diesen Pullover, der mir gut gefällt,
kaufen; Einbettung* die; -. -en.
einbettig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit nur einem Bett
ausgestattet ■: ein -es Hotelzimmer; Einbettkabine, die:
-. -n: Schiffskabine mit nur einem Bett: Einbettzimmer,
das; -s. -: Hotel-, Krankenhaus-, Gästezimmer mit nur einem
Bett.
einbeulen <sw. V.; hat): a) eine Beule in etw. machen: einen
Hut e.; ein eingebeulter Kotflügel; Die eingebeulte
Tabakbüchse (Degener, Heimsuchung 138); b) <e. + sich) eine
Beule bekommen: eingebeult werden: durch den Druck hatte
sich das Blechdach eingebeult; <Abl.:) Einbeulung, die:
-, -en: 1. <o. PI.) das Sich einbeulen. 2. eingebeulte Stelle,
Delle.
einbeziehen <unr. V.; hat): a) (jmdn.. etw.) zu jmdm.. etw.
in eine Beziehung bringen u. so mit einschließen, aufnehmen,
hinzunehmen, hinzufügen: einen Umstand [in seine
Überlegungen] [mit] e.; Die Bemühungen von Andreas, sie in
die Problematik der Gruppe voll einzubeziehen (Ossowski.
Bewährung 88); einen Gast in die Unterhaltung [mit] e.
(daran teilnehmen lassen): b) als dazugehörend betrachten,
behandeln: dazurechnen, mitrechnen: wenn ich von der
heutigen Jugend rede, so beziehe ich meine beiden Söhne
[mit] ein; <Abi.:) Einbeziehung, die; -: das Einbeziehen (a):
unter E. von ...; Einbezogenheit, die; - (selten): das
Einbezogenem: Einbezug, der; -[e]s (bes. Schweiz.): svw. t
Einbeziehung.
einbiegen <st. V. >: 1. nach innen um lbiegen, einwärts biegen,
krümmen <hat): die Zehen e.; ein Hut mit eingebogener
Krempe. 2. <hat) a) in seinem mittleren Teil biegen, durch
Biegen krümmen: der gewaltige Druck hat den Eisenträger
eingebogen; b) <e. + sich) in seinem mittleren Teil gebogen
werden, sich durch Biegen krümmen: der Eisenträger hat
sich eingebogen. 3. die bisherige Richtung ändern u. in
eine Seitenstraße, einen Seitenweg o. ä. hineingehen, -fahren
Ost): ich bog in eine Seitenstraße ein; der Wagen ist nach
links eingebogen; Plötzlich hupte es vor dem Tor. und
gleich darauf bog ein schwarzer Mercedes ein (Sebastian.
Krankenhaus 16); <Abl. zu I:) Einbiegung, die; -. -en.
einbilden <sw. V.; hat) /vgl. eingebildet/ [mhd. inbilden
= (in die Seele) hineinprägen]: 1. a) (selten) als Bild,
bildhafte Vorstellung in etw. hineitifügen: sobald ... einem Reiche
eine Idee eingebildet wird, die ihm wesensmäßig nicht
zugrunde liegt (Thieß. Reich 411); b) <e. + sich) sich (bes.
auf die eigene Person Bezügliches) fälschlich,
unbegründeterweise als existierend/ vorstellen, sich einreden:
(irrtümlich annehmen, glauben, von etw. überzeugt sein: sich
(Dativ) Gefahren e.; Ich ... hörte Schüsse ... Ich bilde mir
ein. daß der Micha rückwärts getaumelt ist (Spiegel 20/21,
1976,49); er bildet sich ein. Napoleon zu sein/er sei
Napoleon; wenn ich mir einbildete (vorstellte, ausmalte), wie
vortrefflich ... der WafTenrock mir angestanden haben
würde (Th. Mann, Krull 126); Der Mensch hat nur eine
eingebildete Seele (Jahnn. Geschichten 174); eine
eingebildete Krankheit; ein eingebildeter Kranker (Mann, der sich
einbildet, krank zu sein. Hypochonder: 2. Part, in aktivischer
Bed.); was bildest du dir eigentlich ein? (ugs.: was denkst
du dir eigentlich, welche Illusionen, falschen Vorstellungen
machst du dir eigentlich?). 2. <e. + sich) (ugs.) unbedingt
haben wollen: das Kind hat sich (Dativ) eine Puppe
eingebildet. 3. <e. -I- sich) übermäßig, unangemessen,
unberechtigterweise stolz sein, einen Dünkel liaben: er bildet sich viel
[auf seine reichen Großeltern, auf seine Kenntnisse] ein:
darauf brauchst du dir gar nichts einzubilden; sie bildet
sich nämlich was auf ihre Jungfernschaft ein (Ott. Haie
194); <Abl.:) Einbildung, die; -. -en [mhd. Inbildunge =
Einprägung): l.a) <o. PL) bloße' Phantasie:
Einbildungskraft: dieses Schloß existiert nur in seiner E.; der Mensch....
dessen E. so lebhaft ist. daß ihn das Fehlende nicht stört
(Musil. Mann 705); b) trügerische, falsche Vorstellung:
seine Krankheit ist reine E.; Diese E. beruhigte mich und
bändigte zeitweilig meine Ungeduld (Roth. Beichte 25);
sie leidet unter/an krankhaften -en. 2. <o. PI.) Dünkel.
Hochmut. Überheblichkeit im Umgang mit anderen/, sie
weiß vor E. nicht, wie sie gehen soll; R (ugs. scherzh.:)
E. ist auch eine Bildung.
Einbildungs-: -gäbe, die: Fähigkeit zur (geistigen od.
künstlerischen) Einbildung (1 a): Bei der geringsten E. und An-
schlägigkeit hätten Sie längst einmal ... so tun können,
als ob ... (Th. Mann. Krull 422); -kraft, die [LÜ von
lat. vis imäginätiönis] <o. PI.); -vermögen, das <o. PL):
Vorstellungskraft. Phantasie, Imagination.
fiinbimsen <sw. V.; hat) (ugs.): mit Mühe, Anstrengung
einlernen, beibringen, einprägen: du mußt ihm. dir noch die
lateinischen Vokabeln e.
einbinden <st. V.; hat) [3: eigtl. = dem Täufling ein (Geld)ge-
schenk unter das Wickelband einbinden): 1. (Geheftetes,
623
Einbindung
Druckbogen) mit einem Einband versehen, binden: ein Werk
in rotes/(seltener:) rotem Leder e.; ein grün eingebundenes
Buch. 2.a) in etw. binden, bindend einhüllen, befestigen:
Obstbäume zum Schutz gegen Frost in Stroh e.: Der ...
Teig wird zu einem großen Knödel geformt, in eine
Serviette ... eingebunden und ... gekocht (Hörn, Gäste 213):
ein Verletzter mit eingebundenem Arm (der den Arm in
der Binde trägt), b) durch feste / Verjbindung einbeziehen,
einfügen: Das neue Baugebiet ... muß in den
Straßenverkehreingebunden werden (MM 13. 3. 73. 15); Daß
Volkskunst eingebunden ist in Überlieferungen (MM 9. 11.
73.44); Ü Ich bin natürlich zwangsläufig mit diesem Amt
auch eingebunden in Sachzwänge (bin auch von
Sachzwängen abhängig, bin durch sie in meiner Handlungsfreiheit
eingeengt: Spiegel 29,1974.28). 3. (schweiz.) ein
Taufpatengeschenk machen: <Abl.:>Einbindung.die; -. -en: das
Einbinden (1. 2): daß der menschliche Geschlechtstrieb nicht
an bestimmte Zeiten gebunden ist. erleichtert seine E.
in die Existenz als potentiell stets verfügbares ... Verhalten
(Schmidt. Strichjungengespräche 29).
Einbiß, der; Einbisses. Einbisse: Bißstelle.
fiinbbsen <st. V.; hat): 1. durch Blasen, mittels eines Gebläses
o. ä. in etw. bringen: Luft in einen Hochofen e.; der Ballon
ist noch nicht ganz gefüllt, du mußt noch etwas Luft
e. (hineinblasen): Gott blies dem Menschen Leben, seinen
Odem ein (bibl.; hauchte ihn ihm ein, erfüllte ihn damit).
2. (abwertend) a) (ugs.) heimlich ins Ohr flüsternd
mitteilen: jmdm. Klatsch e.; jmdm. [die Antwort] e. (Schülerspr.;
leise vorsagen): b) eitiflüstern (2). einreden: wer mag ihm
diese Idee. Torheit eingeblasen haben?; das hat dir der
Satan eingeblasen (eingegeben). 3. durch heftiges Blasen
einstürzen, zusammenstürzen lassen: der Orkan blies die
Gebäude wie Kartenhäuser ein. 4.a) ein Blasinstrument,
indem man darauf spielt, mit der Zeit seine volle klangliche
Leistung erreichen lassen: eine Flöte e.; b) <e. + sich)
durch Blasen auf einem Blasinstrument allmäldich die
gewohnte spiel- u. klangtechnische Leistung erreichen: ich
muß mich erst lauf der Posaune] e. 5. (selten) durch Spielen
auf einem Blasinstrument den Beginn von etw. verkünden:
er bläst [auf seiner Trompete] immer das neue Jahr ein;
Faun bläst den Mittag ein (Bieler, Bonifaz 207); <Abl.
zu 2:) Einbläser, der; -s, - (ugs. abwertend); <Abl. zu
1:> Einblasung« die; -. -en: Verabreichung von pulverigen,
flüssigen od. gasförmigen Stoffen in Körperhöhlen.
Einblattdruck, der; -[e]s. -e (Kunstwiss.): einseitig bedrucktes
Einzelblatt (aus der Frühzeit des Drucks) meist in Holz-
schnittechnik od. im Buchdruckverfahren: Einblatt, das;
-Ie]s. -blätter (Kunstwiss.): Kurzf. von tEinblattdruck; fiin-
blättlelrig <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) (Bot.): mit nur einem
Blatt.
einblauen <sw. V.; hat): (Textilien) blau einfärben: Wäsche
e. Vgl. einbleuen.
anblenden <sw. V.; hat) [zu T Blende (3 c)l: a) (Rundf.. Ferns..
Film) Ton u.lod. Bild in eine Sendung, einen Film o.a.
einsclmlten, einschieben, einfügen (Ggs.: ausblenden a):
Geräusche. Musik [in ein/einem Hörspiel] e.; Subtil ist die
ironische Verklammerung der eingeblendeten Episoden
mit der Rahmenhandlung (Gregor. Film 148); ein
Interview in eine Reportage e.; b) <e. + sich) (Rundf.. Ferns.)
sich mit einer Sendung, in eine Sendung einschalten (Ggs.:
ausblenden b): wir blenden uns in wenigen Minuten wieder
ein. in die zweite Halbzeit ein: sich in eine Übertragung
e.; <Abl.:> Einblendung, die; -. -en.
fdnbleuen <sw. V.; hat): durch ständige, eindringliche
Wiederholung beibringen, einprägen, einhämmern: jmdm.
bedingungslosen Gehorsam e.; er hat den Schülern nur Formeln
und Zahlen eingebleut; Jmdm. e.. etw. nicht zu tun; man
hat mir eingebleut, daß ich Furcht haben müsse (Seghers.
Transit 215). Vgl. einbläuen.
Einblick, der: -[eis, -e: l.a) (einem Außenstehenden
ermöglichter) Blick in etw. hinein: er hatte E. in düstere
Hinterhöfe; b) (einem Außenstehenden ermöglichtes)
Durchsehen, Durchlesen in bestimmter Absicht, prüfendes
Hin!einsehen: E. in die Unterlagen nehmen; jmdm. E.
in die Akten gewähren. 2. Zugang zu einigen typischen
Fakten eines größeren Zusammenhangs w. dadurch
vermittelte Kenntnis, Einsicht: einen E.. -e in eine Methode, in
ein Wirtschaftssystem gewinnen.
einblütig ['ainbly:ti<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bot.):
nur eine einzelne Blüte tragend.
einbohnern <sw. V.; hat): wachsen, bohnern: den Fußboden,
die Treppe e.
einbohren <sw. V.; hat): a) in etw. bohren: hineinbohren:
der Korkenzieher muß in der M i tte des Korkens eingebohrt
werden; b) <e. + sich) bohrend an einer bestinunten Stelle
eindringen: der Meißel bohrte sich in das Holz ein; sich
in den Schnee, die Erde e.
fiinbomben <sw. V.; hat) (Ballspiele Jargon): den Ball mit
Wucht ins Tor schießen: der Mittelstürmer bombte aus
20 Metern unhaltbar zum 1:0 ein.
einbooten fainbo:tn] <sw. V.; hat) (Seew.): a) zur
Beförderung auf ein Boot bringen: vom Land mit einem Boot aufs
Schiff bringen: die Passagiere e.; b) mit einem Boot an
Bord des Schiffes gelangen: wir booten jetzt ein; <Abl.:>
Einbootung. die; -. -en.
einbrechen <st. V.): l.a) gewaltsam in ein Gebäude, in einen
Raum o.a. eindringen, bes. um zu stehlen <hat/ist>: Diebe
haben in der Werkstatt/sind in die Werkstatt eingebrochen;
bei unserem Nachbarn, in unsere/unserer Firma ist
eingebrochen worden; R bei dir haben sie Iwohl] eingebrochen
[und den Verstand geklaut] (ugs.; du bist wohl, verrückt,
dumm): b) räuberisch, zerstörerisch, kriegerisch eindringen,
eitxfallen <ist): Wölfe brachen in die Herde ein; der Gegner
ist in unsere Stellung eingebrochen; U Der Vater war ein
... plötzlich in seine Träume eingebrochener Fremdling
(Böll. Haus 5). 2. plötzlich beginnen <ist): die Nacht, der
Winter brach ein; bei einbrechender Dunkelheit. 3. <ist)
a) im mittleren Teil zuerst / einstürzen, nach unten durch I-
brechen: das Gewölbe, die Decke ist eingebrochen; die
obersten Krusten brachen kreisrund ein (Grzimek, Seren-
geti 59); ein eingebrochener Stollen; b) hindurchbrechend
nach unten fallen, stürzen: auf dem Eis. beim Eislaufen
e.; c) hindurchbrechend eindringen, hineinstürzen: Wasser
ist in den Stollen eingebrochen; Ü die Katastrophe brach
in seine privatesten Sphären ein (Schnabel, Marmor 99).
4. (salopp) mit etwas keinen Erfolg haben, scheitern: eine
unerwartet j schwere Niederlage erleiden: die
Konservativen sind bei den Nachwahlen [schwer] eingebrochen; die
Mannschaft ist beim Tabellenletzten kläglich
eingebrochen. 5. gewaltsam eindrücken, durchbrechend einreißen
<hat>: die Tür, eine Mauer e. 6. (Reiten Jargon) zureiten:
ein Pferd e.; <Abl.:)Einbrecher, der; -s, -: jmd., der einbricht
(1 a).
Einbrecher-: Milarm, der: Alarm, der auf eindringende od.
eittgedrungene Einbrecher aufmerksam macht: ^bande, die;
^könig, der (iron.): berüchtigter Einbrecher: -Werkzeug,
das.
Einbrenn [ajnbren]. die; -. -en (Osten*.). Einbrenne, die;
-. -n (bes. südd.. österr.): Mehlschwitze: Bratensauce, die
mit Zwiebeln oder einer Einbrenne zubereitet wird (M.
O. Bruker. Leber. Galle. Magen. Darm 1975. 63):
einbrennen <unr. V.): 1. durch Brennen, Sengen o. ä. in etw.
entstehen lassen: in etw. brennen <hat): Schriftzeichen in Holz,
auf einelr] Platte e.; einem Tier ein Zeichen e. (mit
glühendem Eisen auf sein Fell brennen). 2, <e. + sich) sich tief
einprägen: unvergeßlich bleiben <hat): das hat sich
unauslöschlich meinem Gedächtnis/in mein Gedächtnis
eingebrannt. 3. <hat) a) (Mehl) mit Fett rösten, bräunen:
b) mit einer Einbrenne bereiten: eine Suppe. Soße e. 4.
(landsch.) in der Sonne braun brennen <ist); <Zus. zu 3:)
Einbrennsuppe, die (österr.): mit einer Einbrenne bereitete
Suppe.
einbringen <unr. V.: hat): 1. mit dafür vorgesehenen
technischen Mitteln hineinbringen, hineinschaffen: die Ernte, das
Heu e.; Dünger in die aufgelockerte Erde e.; ein SchifT
[in den Hafen] e.; ein Werkstück in die Maschine e. 2.
einfangen, festsetzen: geflohene Häftlinge e. 3. offiziell zur
Beschlußfassung vorlegen: einen Antrag e.; im Bundestag
ein Gesetz e. 4. (Amtsspr.) (Werte, Wertvolles) in eine
Gemeinschaft, in etw. Gemeinschaftliches mitbringen: ein
Haus [in die Ehe] e.; Kapital in eine Gesellschaft e.; das
eingebrachte Vermögen; Ü die menschliche Anteilnahme,
die der Interviewer in die Situation einbringt. 5.a) (Vorteil,
Nutzen, Gewinn) mit sich bringen, verschaffen: diese Arbeit
brachte [ihm] viel [Geld], große Anerkennung ein; das
bringt nichts ein; Der Verleger ist im allgemeinen tief
davon durchdrungen, daß Redakteure nur Geld kosten,
aber wenig einbringen (Tucholsky, Werke II, 225); b)
(Nachteile, Schaden, Verlust) mit sich bringen, eintragen:
meine Bemühungen haben mir nur Undank eingebracht;
624
eindeichen
Das würde uns eine ganz schlechte Presse in Amerika
e. (Dönhoff. Ära 200). 6.a) durch Nachholen. Aufholen
wettmachen: die verlorene Zeit, den Verlust [wieder! e.;
b) (Druckw.) beim Schriftsatz durch nachträgliches
Verkleinern der Wort Zwischenräume od. durch Streichungen.
Änderungen (Zeilen) einsparen (Ggs.: ausbringen 4): eine Zeile
e.; <Abl.:)einbringlich ['ainbnnl«;! <Adj.>: Gewinn
einbringend, gewinnbringend: ein -er Posten: Einbringung, die;
-: 1. Festsetzung eines Gefangenen. 2. das Vorlegen eines
Gesetzes im Parlament. 3. (österr. jur.) staatliche Sicherung
der Ansprüche auf Gebühren, bes. Gerichtsgebühren.
einbrocken <sw. V.; hat): 1. in etw. brocken, brockenweise
hineintun: Brot [in die Suppel e. 2. (ugs.) jmdm. (bes.
sich selbst) unbedachterweise Schwierigkeiten machen u.
ihn dadurch in eine unangenehme, peinliche Lage bringen:
was hast du dir. uns da eingebrockt!; diese Strafe hast
du dir selber eingebrockt; Na, mit denen habt ihr euch
was eingebrockt (Hochhuth. Stellvertreter 145).
Einbruch, der; -[eis. Einbrüche: l.a) gewaltsames Eindringen
in ein Gebäude (um zu stehlen): einen E. in eine Bank
verüben; b) zerstörerisches, kriegerisches Eindringen:
Vorstoß: der E. des Gegners in unsere Stellung konnte
abgeriegelt werden; Ü der E. von Kaltluft in den Mittelmeerraum;
Nur die Schwächlinge haben sich einem so weitgehenden
E. in ihre Sexualfreiheit gefugt (Freud. Unbehagen 142).
2. plötzlicher Beginn: bei. nach, vor E. der Nacht, des
Winters. 3.a) das Einbrechen (3 a), Einstürzen.
Zusammenbrechen: der E. des Stollens; Ü einen E. (Wirtsch.;
plötzliches starkes Zurückgehen) der Kurse, der Konjunktur
befürchten; b) (Geol.) durch Einbrechen (3 a) von
Erdschichten entstandene Vertiefung. Einbruchstelle. -gebiet, -tal: c)
das Einbrechen (3 c), Eindringen. Hineinstürzen: beim E.
des Wassers in den Stollen. 4. (salopp) das Scheitern:
unerwartet 1 schwere Niederlage: die Partei erlebte bei
den Wahlen den größten E. nach dem Krieg; mit einem
solchen E. [der Mannschaft] auf eigenem Platz hatte man
nicht gerechnet.
Einbruch-.(seltener:)Einbruchs- (Geol.): checken,das: Bek-
ken. das durch tektonische Senkung des Untergrunds od.
Auslaugung dort lagernder löslicher Steine entstanden ist;
^gebiet, das: Gebiet eines Zusammen- od. Durchbruchs;
-kessel. der: vgl. Kbecken; -meer, das: Vertiefum. die
durch einen Bruch der Erdrinde entstanden ist; ^stelle, die:
vgl. t ^gebiet; ^tal. das: vgl. Nbecken; -zone, die: vgl.
t ^gebiet.
einbruch[sK Einbruch^]- (Einbruch I a): MliebstahK der:
Diebstahl mit gewaltsamer Beseitigung eines dem Diebstahl
entgegengesetzten Hindernisses, dazu: -diebstahlverskhe-
rung, die: Versicherungsschutz gegen Schäden durch
Einbruchdiebstahl; <4all,der (Schweiz.): svw. tEinbruch da);
-sicher <Adj.>: sicher vor Einbruch; ^Sicherung, die:
Vorrichtung. Anlage zur Sicherung gegen Einbruch;
-Versicherung, die: svw. T^diebstahlversicherung; -Werkzeug, das.
Einbruchsgefahr, die; -: Gefahr, einzubrechen (3 b): Abends,
wenn die erste Nachtkälte den Schnee wieder erstarrt,
ist die E. am größten (Eidenschink. Eis 37); Einbruchstelle,
die; -. -n: Stelle, an der jmd. einbricht (3 b): Ü Hier lag
denn auch die E. für weitergehende Bestrebungen einer
Nationalen Opposition (Fraenkel, Staat 81).
einbuchten fainboxtnl <sw. V.; hat) [zu t Bucht in der (m)nie-
derd. Bed. „Pferch, Verschlag"! (salopp): hinter Schloß
und Riegel setzen, festsetzen, einsperren: Als sie ihn später
einmal einbuchteten, ging ich ihn im Gefängnis besuchen
(Lynen. Kentaurenfährte 147); <Abl.:> 'Einbuchtung, die;
-. -en.
2Einbuditung, die; -. -en [zu f Bucht] (Ggs.: Ausbuchtung):
a) buchtähnlich nach innen gewölbte Form: eine E. der
Küste, des Waldes, des Frontverlaufs; b) eingebuchtete
Stelle. Vertiefung. Delle. Einbeulung: die Metallplatte weist
Kratzer und eine E. auf.
einbuddeln <sw. V.; hat) (ugs.): eingraben (Ggs.:
ausbuddeln): eine Bierflasche e.; sich [in den Sandl e.; ein
vergrabener Schatz ... eingebuddelt mit Sicherheitsmaßnahmen
(Kreuder, Gesellschaft 16).
einbüffeln <sw. V.; hat) (ugs.): mit Anstrengung mühsam
einlernen, beibringen, einprägen: jmdm. Formeln,
Geschichtszahlen e.; ich muß mir noch die Jahreszahlen e.
einbügeln <sw. V.; hat): (Falten) hineinbügeln, durch Bügeln
hineinpressen: eingebügelte Falten.
fiinbumsen <sw. V.) (ugs.): einwerfen (2): hört mal auf. sonst
bumst ihr mir noch die Kajütenfenster ein (Hausmann,
Abel 146).
Einblind, der; -[eis, -bünde (Schweiz.): Geschenk der
Taufpaten.
einbunkern <sw. V.; hat): 1. in , einenI Bunker (1) bringen,
einlagern: Kohle, öl e. 2. (salopp) ins Gefängnis, in Arrest
sperren; einsperren.
einbürgern ['ainbYrgun] <sw. V.; hat): 1. jmdn. (der Bürger
eines anderen Staates od. staatenlos ist) zum Bürger eines
Staates fnachen; jmdm. die Staatsangehörigkeit eines
bestimmten Staates verleihen (Ggs.: ausbürgern): er ist in
die/der Schweiz eingebürgert worden. 2. (Tiere. Pflanzen)
heimisch machen: eine Kulturpflanze, bestimmte Tiere [in
einem Gebiet] e. 3.a) heimisch u. zur verbreiteten
Gewohnheit machen: eine Sitte, einen Begriff e,; b) <e. + sich)
heimisch, üblich werden: dieses Wort hat sich in unserer
Sprache eingebürgert; es hat sich eingebürgert, daß ...;
<Abl.:) ^Einbürgerung, die; -. -en: 1. Hoheitsakt. mit dem
ein Staat einem Ausländer od. Staatenlosen die inländische
Staatsangehörigkeit verleiht. 2. Eingewöhnung fremder
Tiere u. Pflanzen in einem anderen Land.
Einbürgerungs-: -antrag, der: Antrag auf Einbürgerung (I);
^gesuch,das:Gesuch.eingebürgert(\)zu werden; Mirkunde,
die: Urkunde, die die Einbürgerung (1) bestätigt; ^versuch,
der: Versuch einer Einbürgerung (1).
Einbuße, die; -, -n [zu teinbüßen!: Schädigung durch/
Verlust; Beeinträchtigung bes. durch Schwinden. Minderung.
Vernichtung. Entzug von etw.; schwere [finanzielle! -n
erleiden, erfahren; eine empfindliche E. an Prestige; eine
beträchtliche E. an Rohstoffen, Landbesitz; das hat seinem
Ansehen schwere E. getan; einbüßen <sw. V.; hat) [spätmhd.
einpüßen = einflicken, zu mhd. büesen. t büßen]: den
Verlust einer Sache (auch jmds.) erleiden; verlieren: er hat
sein ganzes Vermögen, seine Freiheit eingebüßt; sein Leben
e. (ums Leben konunen): jmd.. etw. büßt sein Ansehen
ein; an Ansehen eingebüßt haben; es hatte Höhe eingebüßt
(an Höhe verloren) und hing jetzt unter dem anderen
Flugzeug (Gaiser. Jagd 91).
einchecken <sw. V.; hat) (Flugw.): a) abfertigen: Passagiere.
Gepäck e.; b) sich abfertigen lassen: Vollzahler dürfen
gesondert e. wie Erster-Klasse-Passagiere (Spiegel 23. 75.
142).
eincremen <sw. V.; hat): mit Creme einreiben: ich creme
mich, mir das Gesicht ein; jmdm. den Rücken e.
eindämmen <sw. V.; hat): 1. (fließendes Wasser) durdi
Dammbau zurückhalten, in seine Grenzen zwingen: einen
Wildbach e. 2. an der Ausbreitung hindern; einer Sache
Einhalt gebieten; aufhalten, niederhalten, unter Kontrolle
bringen, begrenzen: einen Waldbrand, eine Seuche, die
Inflation, die Kriminalität e.; ... um die Blutung während
der Operation einzudämmen (Thorwald. Chirurgen 29);
<Abl.:) Eindämmung, die; -. -en.
eindämmern <sw. V.): 1. in Halbschlaf geraten Ost): ich
war gerade ein wenig eingedämmert. 2. (Schweiz.)
dämmern, dunkeln <hat>: es dämmert ein.
eindampfen<sw. V.; hat) (Chemie): (Flüssigkeit) durch /
teilweises J Verdampfen eintriKknen od. konzentrieren,
anreichern, gehaltreich machen: Salzwasser e.; Milch e.
(evaporieren); <Abl.:) Eindampfung, die; -. -en.
eindämpfen <sw. V.; hat) (südwestd.): schmoren.
eindecken <sw. V.; hat): l.a) <e. + sich) sich mit Vorräten
versehen, sich versorgen: sich [für den Wintert mit
Kartoffeln. Obst, öl e.; wir sind [mit allem] gut eingedeckt;
b) (ugs.) überhäufen, überschütten: jmdn. mit Fragen,
Aufträgen e.; ich bin mit Arbeit [voll] eingedeckt (habe viel
Arbeit); Er war noch sehr benommen und wurde nun
von dem Hamburger erneut mit Schlägen eingedeckt
(Boxen; MM 5. 12. 66, 4); (Milit.:) ich werd* die drei Pötte
zunächst mal mit dem Maschinengewehr e. (Ott. Haie
329). 2. schützend od. sichernd bedecken: die Rosen e.;
(Bauw.:) ein Dach [mit Ziegeln] e.; eingedeckte
Biberschwänze. 3. (landsch.) (den Tisch) decken: hast du den
Tisch schon eingedeckt?; <Abl. zu la. 2:) Eindeckung.
die; -. -en <P1. selten).
Eindecker ['ajndekB], der; -s. - [zu tDeck]: 1. (Seew.) Schiff
mit nur einem durchlaufenden Deck. 2. (Flugw.) Flugzeug
mit einfachen Tragflächen; vgl. Doppeldecker.
eindeichen ['ajndai<;n] <sw. V.; hat): mit einem Deich
umschließen, einfassen (Ggs.: ausdeichen): Land, einen Fluß
e.; mitden in eingedeichten Kanälen... hingleitenden Schif-
40 GDW
625
Eindeichung
fen (Koeppen. Rußland 58); <Abl.:> Eindeichung, die; -,
-en.
einteilen faindebn] <sw. V.; hat) (ugs.): mit einer Delle
versehen: leicht einbeulen: du hast meinen Hut eingedellt;
<AbI.:>Eindelhmg,die; -, -en: a) dasEindellen: b) eingedellte
Stelle: Außerdem zeigten sich auf der Seite noch mehrere
blaue -en (Augustin. Kopf 326).
eindeutig <Adj.): l.a) (Steig, selten) (in Bedeutung, Inhalt,
Sinn) völlig klar, unmißverständlich: eine -e Anordnung.
Absage; Signale und Zeichen sollen e. sein (Natur 80);
etw. e. erklären; b) jeden Zweifel ausschließend, sich klar
u. deutlich zeigend: -e Niederlage; die Beweise sind e.;
e. (klar) überlegen sein; das hat sich nie e. klären lassen.
2. <o. Steig.) (bes. Fachspr.) nur eine, keine atutere Deutung
zulassend (Ggs.: mehrdeutig): ein -er [sprachlicher!
Ausdruck; -e wechselseitige Zuordnung; einen Begriffe,
verwenden; <Abl.:> Eindeutigkeit die; -, -en: 1. <o. PI.) das
Eindeutigsein. 2.a) grobe Äußerung, Grobheit: jmdm. -en
sagen; b) (scherzh.) unanständiger Witz, Scherz: Witze soll
sie sagen. Zweideutigkeiten, -en (Tucholsky, Werke 1. 234).
eindeutschen [aindoyt/nl <sw. V.; hat): a) der deutschen
Sprache od. Kultur angleichen, anpassen: ein französisches
Wort e.. eindeutschend aussprechen; ein Wort mit
eingedeutschter Schreibung; b) deutsch machen, zu einem
Deutschen machen: ein Gebiet e.; Man hatte die beiden alten
Leutchen eingedeutscht. Sie waren keine Polen mehr
(Grass. Blechtrommel 370); <Abl.:> Eindeutschung, die;
-. -en: 1. <o. Pl.> das Eindeutschen (a. b). 2. eingedeutschtes
(a) Wort, eingedeutschter Ausdruck o. ä.
eindicken [ajndiknj <sw. V.>: 1. dick < er ■, zähflüssig machen
<hat>: Soß^durch Kochen, mit Mehl e. 2. dick er .
zähflüssig werden <ist>: der Saft, die Farbe ist [allmählich)
eingedickt; <Abl.:) Eindickung, die; -. -en <P1. selten).
eindimensional <Adj.; o. Steig.): auf der Ausdehnung,
Entfaltung in nur einer Dimension beruhend: von, nach, in nur
einer Dimension: ein -es geometrisches Gebilde; -e Erstrek-
kung; Ü Der Mann hatte keine wirkliche Persönlichkeit.
für ihn hatte nur eines im Leben Bedeutung: seine Skier.
Eine durchaus -e (bildungsspr.; nur einseitig interessierte:
einfach zu durchschauende) Gestalt (MM 219. 1974. 51);
e. (bildungsspr.; auf beschränkte Weise geradlinig, ohne
Berücksichtigung anderer Möglichkeiten, der umfassenden
Zusammenhänge) denken.
eindocken <sw. V.; hat) (Schiffbau): ins Dock bringen (Ggs.:
ausdocken): Ü die ..Geminiki-Kapsel in einer ... Öffnung
des Zielsatelliten einzudocken (MM 4. 6. 66. 1).
fiindorren <sw. V.; ist): dürr werden: trocknend
einschrumpfen, eintrocknen.
dndöseln fiyndozlnl <sw. V.; ist) (landsch.): svw. teindösen,
einduseln.
eindosen f^jndozn) <sw. V.; hat): zur Konservierung in Dosen
einmachen: Wurst. Obst e.
eindösen <sw. V.; ist) (salopp): in Halbschlaf fallen.
eindrängen <sw. V.): 1. in gedrängter Menge jmdn. bestürmen
<ist>: die Fans drängten auf den Star ein; Ü Eindrücke.
Erinnerungen drängen auf ihn ein. 2. <e. + sich) sich
gewaltsam, aufdringlich in einen Personenkreis Zutritt
verschaffen <hat): ich drängte mich in den Kreis der
Umstehenden ein; sie haben sich [bei uns] eingedrängt; Ü sich
in jmds. Angelegenheiten e. (eimnischen); andere
Gedanken drängten sich ein (schoben sich dazwischen).
eindrecken[aindrekn) <sw. V.) (ugs.): 1. <hat)a) sehrdrek-
kig werden lassen: dii hast [dir] deine Stiefel ziemlich
eingedreckt; <meist im 2. Part.:) eingedreckt von Regen und
Schlamm; b) <e. -I- sich) sich sehr dreckig machen: ich
habe mich eingedreckt. 2. sehr dreckig werden Ost): die
Schuhe sind stark eingedreckt; eingedreckte Kleider; Erst
wenn man wirklich vollständig eingedreckt ist .... dann
sind die Voraussetzungen für den richtigen Aspekt gegeben
(Bamm.Weltlaterne97);eindreckern[aindrekenl <sw. V.)
(ugs.): 1. <hat) a) besudeln: b) <e. + sich) besudeln. 2.
<ist> besudelt werden.
eindrehen <sw. V.; hat): l.a) in etw. drehen (Ggs.: ausdrehen
2): die Glühbirne [in die Fassung! e.; Schrauben e.; Ü
und so wurden die verbesserten Werte nicht mehr in den
Gradlaufapparat des Torpedos eingedreht (Ott, Haie 249);
b) um etw. drehen: sich (Dativ) die Haare e. (auf
Lockenwickler wickeln). 2. nach innen, einwärts drehen: die Hände
e. 3. (Flugw., Schiffahrt. Milit.) (in eine neue Richtung)
um-, einschwenken: nach Süden, zum Angriffe. 4.
(Leichtathletik) e?/>i Bein auf dem Fußballen in Richtung des
Diskuswurfs drehen: vor der Umdrehung dreht man ein.
eindresdien <st. V.; hat) (ugs.): 1. auf jmdn.. etw. heftig
einschlagen: auf den Gegner e.; In einer Ecke droschen
sie schon auf Gläser und Flaschen ein (Gaiser, Jagd 113).
2. (selten) mit Wucht einschlagen: die Fensterscheiben mit
dem Gewehrkolben e.
eindressieren <sw. V.; hat): durch Dressieren einüben: einem
Tier, (abwertend:) jmdm. ein Verhalten e.; ein Tier,
(abwertend:) jmdn. auf etw. e.; Die Kinder ... begrüßten die
Lehrerdame mit eindressierten Dienern und Knicksen
(Strittmatter, Wundertäter 21).
dndrillen <sw. V.; hat) (ugs.): durch Drillen einüben: jmdm.
Kenntnisse. Fertigkeiten e.; eingedrillte Phrasen.
eindringen <st. V.; ist) [mhd. mdringen. ahd. Indringan]:
1. durch etw. hindurch ' sich einen Weg balmend in etwas
dringen, hineingelangen: das Wasser drang [durch die
Wände) in den Keller ein; sie versuchten irgendwo in das Dik-
kicht einzudringen; der Splitter ist tief ins Bein
eingedrungen; war nur einer der beiden Giftzähne eingedrungen
(Grzimek. Serengeti 182); die Salbe dringt schnell [in die
Haut] ein (zieht schnell ein, wird schnell von der HautI
aufgenommen): Ü in die Geheimnisse der Wissenschaft
e. (sie erforschen, ergründen, sich Einsicht in sie verscliaf-
fen): diese Erkenntnis ist noch nicht ins politische
Bewußtsein eingedrungen. 2. sich gewaltsam u. unbefugt Zutritt
verschaffen: die Diebe waren nachts in die Wohnung
eingedrungen; feindliche Truppen, die in das Land eindrangen
(einfielen). 3. jmdn. bedrängen, bedrohen, jmdm. mit
etwas zusetzen: die Männer drangen [mit Messern! auf
ihn ein; Ü sie drangen immer wieder mit Fragen auf ihn
ein (überfielen, bedrängten ihn damit): <Abl.:) eindringlich
<Adj.>: a) durch Nachdrücklichkeit, Oberzeugungskraft
wirkend, ins Bewiditsein dringend: tief u. nachhaltig wirkend:
-e Worte; mit -er Stimme sprechen; seine Rede war sehr
e., wurde immer -er; etwas e. empfehlen; sie hat ihn e..
auf das/aufs -ste gewarnt; b) auffällig: ins Auge, Ohr o.a.
dringend: Weihrauch und Birken verströmten -en
Wohlgeruch (Rinser. Jan 11); mit einem -eren Grün, als ihm
eigentlich zugekommen wäre (Musil. Mann 786). dazu:
Eindringlichkeit, die; -: er sprach mit großer E.; Eindringling
faindnnliQ). der; -s. -e: jmd.,der sich ungebeten,
rücksichtslos, mit Gewalt Zutritt wohin verscliafft, der irgendwo, bei
jmdm. eitidringt: ein nächtlicher, heimlicher E.; die -e
entkamen; er wurde in dem Kreis als E. empfunden;
Eindringtiefe, die; -. -n (Elektrot.. Med.): Tiefe, bis zu der bestimmte
Strahlen in etw. eindringen können: zur Behandlung von
Geschwülsten kommen Grenzstrahlen dagegen wegen ihrer
geringen E. nicht in Frage (Medizin II. 326).
Eindrjttetpause, die; -, -n (Sport): erstes Drittel der für die
vollständige Erholung erforderlichen Zeit nach einer
Belastung: in der E. fallen zwei Drittel der gesamten Erholung
an.
Eindruck, der: -[eis. Eindrücke [mhd. Indruc. LÜ von lat.
impressio. urspr. vom Siegeleindruck, zu t !Druck]: 1.
Vorstellung, die durch Einwirkung von außen in jmdm. entsteht:
im Bewußtsein haftende Wirkung, die jmd. od. etw. auf
jmdn. ausübt: ein tiefer, unauslöschlicher, nur
oberflächlicher E.; ein E. von Verlassenheit; der erste E. war
entscheidend; ein E. vertieft sich; [keinenl E. auf jmdn. machen
(jmdn. nicht i beeindrucken): bei jmdm. einen guten,
[unigünstigen E. hinterlassen: neue Eindrücke gewinnen,
sammeln; wir hatten zunächst einen ganz falschen E. von
ihm; er machte einen gedrückten E.. den E. eines
zerfahrenen Menschen (wirktegedrückt, zerfahren): den E. erwek-
ken (so wirken), als ob ...; ich habe den E., (geh.:) kann
mich des -s nicht erwehren, daß ...; er stand noch ganz
unter dem E. dieses Erlebnisses; *E. schinden (ugs.; die
Aufmerksamkeit auf sich lenken, um andere zu beeindruk-
ken). 2. in etw. hineingedrückte Spur, Stelle: im Kissen
war noch der E. ihres Kopfes; die Räder haben tiefe
Eindrücke im Sand hinterlassen; eindrückbar [ajndrvkba:^]
<Adj.; o. Steig., nicht adv.): sich hineindrücken lassend:
ein -er Schalter. Knopf; eindrucken <sw. V.; hat): I. in
etw. drucken: das Muster wird maschinell [in den Stoff,
in dieTapetel eingedruckt; die möglichen Antworten waren
an entsprechender Stelle in den Fragebogen bereits
eingedruckt (standen dort bereits gedruckt). 2. (österr. ugs.)
svw. t eindrücken (1); eindrücken <sw. V.; hat) [mhd.
Indrücken. LÜ von lat. imprimerel: 1. an einer Stelle
626
einfächern
mxii innen drücken u. dadurch beschädigen, verbiegen,
zerbrechen; eine stürzende Mauer drückte ihm den Brustkorb
ein; ein Kotflügel war eingedrückt; eine eingedrückte Nase;
der Dieb drückte die Fensterscheibe ein; Ü ließen sie das
tigernde Kafleegebirge auf den Amsterdamer Markt los.
Die gleitende, rauschende Masse der Bohnen drückte den
Preis ein. ertränkte die Makler (Jacob. Kaffee 119). 2.a)
tn erw. hinein 'drücken: er stellte den Fuß auf die Gipsmas-
* und drückte ihn fest ein; <auch e. + sich:) er betrachtete
die Stelle, wo sich der Stiefelabsatz des Diebes in das
Erdreich eingedrückt hatte; b) durch Hineindrücken in etw.
entstehen lassen: die Reifen hatten eine Spur in den Boden
eingedrückt. 3. (Ballspiele) den Ball aus kurzer Entfernung
u. ohne Mühe ins Tor lenken: der Torwart klatschte den
Ball nur ab. und Müller konnte aus zwei Metern e.;
eindrücklich <Adj.) [LÜ von frz. impressifi (Schweiz., sonst
«Ken): tiefu. nachhaltig ins Bewußtsein dringend, eitidrucks-
■*>// jener seltsamen und doch -en Gestalt des Neuen
Testamentes (Thielicke. Ich glaube 32); <Abl.:> Eindrück-
Ikhkeit. die; -; eindruckslos <Adj.>: nicht überzeugend,
keinen Eindruck (1) machend; Eindruckstelle, die; -. -n
(Leichtathletik): hinterer Eindruck (2) der Füße nach der Landung
beim Weit- od. Dreisprung: die E. ist für das Messen der
Weite maßgebend; eindrucksvoll <Adj.>: durch Größe.
Schönlieit. Großartigkeit o.a. einen starken Eindruck (1)
machend, hinterlassend: ein -es Bauwerk; sie sprach sehr e.
dndrus[s)eln [aindru:zln. -drusjn] <sw. V.; ist) (nordd.):
*n leichten Schlaf fallen: der Alte druselt langsam wieder
ein (Tucholsky. Werke I. 159).
dodübeln <sw. V.; hat): mit einem Dübel in Beton.
Mauerwerk o.a. befestigen: Kleiderhaken e.
Cfndunkeln <sw. V.; ist) (geh.): dunkel, dämmerig werden:
Ich gehe durch den eindunkelnden Garten (Remarque,
Obelisk 283).
andünsten <sw. V.; hat) (südwestd.): Obst oil. Gemüse
einkochen.
dnduseln <sw. V.; ist) (ugs.): in leichten Schlaf fallen: Gegen
Morgen duseln wir etwas ein (Remarque. Westen 176).
eine: fein.
dnebnen <sw. V.; hat): durch Abtragen. Entfernen.
Ausgleichen mit seiner Umgebung auf gleiches Niveau bringen.
ui eben wie seine Umgebung machen: alte Gräber e.; Ü
Kompressoren, die die Lautstärkeschwankungen der
menschlichen Stimme ... einebnen (Funkschau 20. 1971.
2080); die besiehenden Unterschiede in der Auffassung
eines Problems e. (ausgleichen, verwischen): Mensch.
Schicksal. Gott, Hoffnung-alleseingeebnet (Sommerauer.
Sonntag 6); <Abl.:> Einebnung. die; -. -en.
Einehe, die; -. -n [wohl für T Monogamie] (Völkerk.): Ehe
mit nur einem Partner (Ggs.: Vielehe).
eineiig [ainlaju;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus einer
einzigen befruchteten Eizelle entstanden: -e Zwillinge
gleichen sich in Geschlecht und Erbanlagen.
dnetndeutig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.):
umkehrbar eindeutig, eindeutig in beiden Richtungen: eine -e
Abbildung: Die Zuordnung zwischen einem Begriff und einer
Benennung ist dann e.. wenn dieser Begriff nur diese eine
Benennung hat und wenn diese Benennung keine andere
Bedeutung hat (Mutterspr. 1967.100); Zwischen den
Merkmalen der Bedeutungsform und denen der
Bedeutungssubstanz besteht keine -e Zuordnung (ZGL 2. 2. 1974. 152).
dazu: Eineindeuttgkeit, die: -. -en: umkehrbare
Eindeutigkeit.
eineinhalb <Bruchz.) (mit Ziffern: 14): seit e. Jahren; vgl.
einundeinhalb; eineinhalbfach <Vervielfältigungsz.):
eineinhalbmal genommen, ausgeführt u.a.: die -e Menge: einein-
hQfrmal <Wiederholungsz., Adv.): e. soviel; e. so groß
wie ...; e. mehr; ein Bild e. vergrößern; EJneinhalbmaster,
der; -s, - (Seew.): Boot od. Schiff mit einem großen u.
einem kleineren Mast.
dneisen <sw. V.; hat): (Fische) zur Konservierung auf Eis
lagern.
Ejnelternfamilie, die; -. -n: Familie mit einem alleinstehenden
EJternteil: Jede zwölfte Familie mit Kindern ist eine
..Einelternfamilie" (Spiegel 45. 1975. 61).
einen l'ajnsn] <sw. V.; hat) [mhd. einen, ahd. einön. zu
•'ein] (geh.): / verschiedengeartete i Personen. Personen-
Gruppen o. ä. einig machen, zu einer Einheit verbmden:
einigend ): ein Volk e.; ein Gedanke einte alle; geeinte Stämme;
auch e. + sich:) die Stämme haben sich geeint; Ü als
weiter der ganze höllische Lärm sich symphonisch einte
(Feuchtwanger, Erfolg 485).
einengen <sw. V.; hat) [zu veraltet engen < mhd.. ahd.
engen, zu t eng]: a) in seiner Bewegungsfreiheit beschränken:
die neue Jacke engte ihn etwas ein; sich eingeengt fühlen;
b) nicht genug Raum lassen, einschränken: jmds.
Aktionsradius e.; sein Blickffeld) werde dadurch eingeengt; einen
Begriff e.; diese Maßnahmen engen unsere Rechte ein;
<Abl.:> Einengung, die; -. -en <P1. selten): die E. der
parlamentarischen Souveränität.
einer: t'ein; Einer ['ajne], der; -s. - [zu T'ein): I. <meist
PI.) Zaftl zwischen eins u. neun bzw. die letzte Stelle
einnehmende Zahl einer mehrstelligen Zahl: zuerst die E.. dann
die Zehner addieren. 2. (Sport) einsitziges Sportruderboot.
-Paddelboot: am ersten Regattatag gab es den erwarteten
Sieg im E.; <Zus.:> Einerblock, der; -[eis. -s u. ...blocke
(Volleyball): von nur einem Spieler gebildeter Block: für
einen Angriff nach dem ersten Zuspiel empfiehlt sich der
E.; Einerkajak, der. seltener: das (Sport): einsitziges
Sportpaddelboot: Einerkolonne, die (Schweiz.): Gänsemarsch:
einerlei ['aimjlaj; mhd. einer lei. T-lei]: 1. [auch: '—'-1 <Adv.;
nur präd.): völlig / gleich, gleichgültig: unwichtig, ohne
jede Bedeutung: e.. ob du willst oder nicht; das ist [mir]
doche. 2. <Gattungsz.; indekl.. nur attr.): völligi
gleichartig; einheitlich: Kleider von e. Farbe; es gab immer nur
e. (eintönige, abwechslungsarme) Kost; <subst.:> Einerlei
[-1. das; -s: Gleichförmigkeit. Eintönigkeit. Monotonie: das
ewige E. des Alltags; ein trostloses E; das Blau des
Himmels blaßt schon fast zum E. (A. Zweig. Grischa 200);
<Abl.:)£inerleiheit [auch: —'—] die; - (geh.): das
Gleichsein. Identischsein: die höhere E. von Seele und Geist
(Th. Mann. Joseph 42).
einernten <sw. V.; hat) (selten): erntend einsammeln, als
Ernte einbringen: das Getreide e.; Ü er hat viel Lob dafür
eingeerntet.
einerseits fainp'zajts] <Adv.) [aus einer (t'ein) u. t^seits;
vgl. mhd. einsit] (gewöhnlich in der Verbindung: einerseits
... anderferlseits; nennt zwei zu ein u. derselben Sache
o. ä. gehörende Gegensätzlichkeiten. Gesichtspunkte): auf
der einen Seite ... auf der anderen Seite: e. freute er sich
über den Brief, ander [er] sei ts machte er sich Sorgen; eines:
f'ein; einesteils <Adv.) (gewöhnlich in der Verbindung:
einesteils ... anderenteils): einerseits ... andererseits, zum
einen ... zum andern: dort standen e. Fachbücher, andern-
teils Romane und Bildbände; <auch ohne Korrelat:)
Gefahren .... welche e. im Objekt beruhen, aber einer
Auslösung durch den Menschen bedürfen, um wirksam zu
werden (Eidenschink. Bergsteigen 100).
einexerzieren <sw. V.; hat): 1. durch Exerzieren einüben,
durch militärische Übungen beibringen: den Rekruten
militärisches Grüßen e. 2. etw. durch häufige Wiederholung
einüben, durch häufiges Üben beibringen: er wollte den
Lehrlingen jeden Handgriffe. 3.jmdn. durch wiederholtes
Übenlassen einüben: Der Meister hatte seine Lehrlinge so
gut einexerziert, daß ... (Strittmatter, Wundertäter 139).
einfach fainfax] <Adj.) [spätmhd. einfach, t^fach]: 1. <o.
Steig.) nur einmal gemacht, gefertigt, nicht doppelt od.
mehrfach: ein -er Knoten; eine -e Fahrkarte (ohne Rückfahrt);
-e (nicht gefüllte) Nelken; (Kaufinannsspr.:) -e
Buchführung; das Papier ist nur e. gefaltet; <subst.:> im Glauben
einen Doppelten getrunken zu haben, obwohl die Wirtin
ihm nur einen Einfachen hingeschoben hatte (Seghers.
Transit 172). 2.a) leicht verständlich, durchführbar; ohne
Mühe lösbar: unkompliziert, nicht schwierig: eine -e
Aufgabe; ein ganz -es Hilfsmittel: das ist gar nicht so e.:
du hast es dir zu e. (leicht) gemacht; die Maschine ist
ganze, (nicht kompliziert) konstruiert; b) leicht einsehbar:
einleuchtend, eindeutig: du mußt hingehen, schon aus dem
-en Grund, weil ...; dies ist die -e Wahrheit; <subst.:>
Wie e. fing es doch an. Es war für euch das Einfachste
von der Welt (Seghers. Transit 172). 3. keinen großen
Aufwand. Luxus treibend od. aufweisend: ohne große
Ansprücheauftretend: schlicht, bescheiden: in -n Verhältnissen
leben; seine -en Worte gingen zu Herzen; er ist ein ganz
-er. bescheidener Mann; sie gibt sich, kleidet sich betont
e. 4. <o. Steig.; nicht präd.) (verstärkend) das ist e. (ganz
und gar) unmöglich!; ich begreife Sie e. nicht; er liefe.
(ohne weiteres) davon; die Sache ist e. (kurzum) die,
daß ...; einfacher»«: t-fächerig.
einfachem <sw. V.; hat) (selten): in dafür vorgesehene
40#
627
Einfachheit
Sehließ-. Postjfächer einordnen: die Briefe sind bereits
eingefächert.
Einfachheit,die; - [zu feinfach]: 1. einfache (2a) Gestaltung,
Durchführung. Handhabung: Unkompliziertheit: eine
Konstruktion, ein Trick von verblüffender E.; der E. halber
(weil es so einfacher ist. müheloser geht): in der Spannung
zwischen Klarheit und Unklarheit.... E. und
Verschlagenheit in Anlage und Durchgestaltung (Seidler. Stilistik SO).
2. einfache (3) Art: Schlichtheit. Anspruchslosigkeit.
Bescheidenheit: sich mit betonter E. kleiden.
£inAdeln <sw. V.; hat): I. a) durch ein Nadelöhr ziehen (Ggs.:
ausfädeln 1 a): Garn, einen Faden e.; ein Seil in eine
Schlinge e.; ein Tonband, einen Film [in eine Kassette] e.; b)
durch Einziehen durch das Nadelöhr mit einem Faden
versehen: eine Nadel e. 2. <e. + sich) (Verkehrsw.) sich im
fließenden Verkehr in eine Fahrspur, in eine Wagenkolonne
einordnen (Ggs.: sich ausfädeln 2): du hast dich nicht
rechtzeitig eingefädelt. 3. (Skisport Jargon) beim Slalom mit
dem Ski an einer Torstange hängenbleiben: am dritten Tor
fädelte er ein und stürzte. 4. (ugs.) geschickt
bewerkstelligen, in die Wege leiten: eine Intrige e.; er hat die Sache
schlau eingefädelt; <Abl.:> Einfödlejkmg, die; -. -en; Ein-
fädler f^infcdlB). der; -s. - (Ballspiele): Spieler, der
Angriffe geschickt einleitet: der Libero als Dirigent und E.
Einfahr-: ^gleis, das (Eisenb.): Gleis, auf dem Züge in den
Bahnhof einfahren können (Ggs.: Ausfahrgleis); -gnippe,
die (Eisenb.): (auf einem Rangierbahnhof) Anzahl von
Gleisen, auf denen die ankommenden Güterzüge zum Auflösen
u. Umgruppieren vorbereitet werden (Ggs.: Ausfahrgruppe);
^Signal, das (Eisenb.): Signal, das die Einfahrt eines Zuges
in einen Bahnhof freigibt (Ggs.: Ausfahrsignal).
einfahren <st. V.): 1. in etw. hinein]fahren: fahrend in etw.
gelangen <ist> (Ggs.: ausfahren 1 b): der Zug fährt [auf
Gleis 3] ein; das SchifTist bereits in den Hafen eingefahren:
die Bergleute sind eingefahren (Bergmannsspr.: im
Förderkorb in die Grube gefahren): Ü Ich fahr' sowieso wieder
ein (komme wieder ins Gefängnis), da will ich mein Leben
Jetzt genießen (Ossowski. Bewährung 119). 2. (als Ernte)
in die Scheune bringen <hat): das Korn e.; habt ihr die
Ernte eingefahren?; U [Heu] e. (ugs.; große Mengen essen).
3. durch heftiges Darauffahren beschädigen, zerstören <hat):
der Betrunkene hat das Garagentor eingefahren. 4. <hat)
a) <e. -I- sich) sich im Fahren üben: ich muß mich mit
dem neuen Wagen erst e.; b) durch entsprechende Fahrweise
allmählich zu der für den endgültigen Fahrgebrauch
vorgesehenen Leistungsfähigkeit bringen: er hat sein neues Auto
noch nicht ganz eingefahren; c) an das Ziehen eines Wagens
gewöhnen: vor dem Wagen schulen: die Pferde e. 5. <e.
+ sich) zur Gewohnheit werden, sich einspielen <hat>: die
Sache wird sich auch noch e.; hier hat sich jetzt alles
gut eingefahren; <meist im 2. Part.:) sich auf/in
eingefahrenen Bahnen. Gleisen (in konventionellen Ba/men) bewegen.
6. (den einziehbaren Teil eines Apparates o.a.) mit Hilfe
einer Mechanik nach innen bringen <hat) (Ggs.: ausfahren
4 a): die Landeklappen, das Fahrwerk, die Antenne e.
7. (Jägerspr.) (von Fuchs. Dachs. Kaninchen o.a.) in den
Bau i hinein /kriechen <ist) (Ggs.: ausfahren 14 a): der Fuchs
ist eingefahren; Einfahrt, die: -. -en: 1. <o. PI.) das
Hineinfahren eines Fahrzeugs in einen bestimmten umgrenzten
Raum (Ggs.: Ausfahrt 1 b): die E. des Schiffes in den
Hafen; der Zug hat noch keine E. (darf noch nicht in
den Bahnhof fahren): Vorsicht bei der E. des Zuges! 2.a)
/ überdachte] Stelle, an der ein Fahrzeug in einen bestimmten
umgrenzten Raum hineinfährt: Weg zum Hineinfahren:
(Ggs.: Ausfahrt 2a): das Haus hat eine breite E.; E.
freihalten!; in der E. (im Torweg, in der Hauseinfahrt) war es
dunkel; b) Abzweigung, die zur Autobahn hinführt: die E.
zur Autobahn Mannheim-Frankfurt.
EWahrtls]- (Einfahrt 1): Erlaubnis, die: Erlaubnis zum
Einfahren (1) (Ggs.: Ausfahrt[s]erlaubnis); -geleise, -gleis,
das: svw. t Einfahrgleis (Ggs.: Ausfahrt[s]geleise. Mslgleis);
Signal, das: svw. t Einfahrsignal (Ggs.: Ausfahrtlsjsignal);
-Straße, die; -tor, das; -weg, der; -weiche, die.
Einfall, der; -[e]s. Einfälle [mhd. Inval]: 1. Gedanke, der
jtndm. plötzlich in den Sinn kommt: Idee, die jmd. plötzlich
hat: ein witziger E.; es war nur so ein E. von ihm; ihm
kam der E./er kam auf den E.. daß ...; einen glänzenden
E. haben; ein Mann guter Einfälle: einem plötzlichen E.
folgend lud er ihn ein; * Einfalle [haben] wie ein altes
Haus (scherzh.; ausgefallene, verrückte Ideen Ihaben]:
nach der Vorstellung eines baufälligen ..einfallenden"
Hauses). 2. <o. PI.) (von Licht) das Hereinkommen.
Hereindringen: der schräge E. der Strahlen. 3. (geh.) das plötzliche
Einsetzen. Beginnen. Sicheinstellen: der E. des Winters.
4. feindliches, überfallartiges Eindringen: gewaltsames,
kriegerisches Vordrbtgen: der E. der Hunnen in Europa. 5.
(Jägerspr.) (von Federwild) das Niedergehen.
Sichniederlassen auf der Erde: er beobachtete den E. der Rebhühner
auf das benachbarte Feld.
einfall-,Einfall-: ^reidi: f einfallsreich, dazu: Mvfchtum, der:
TEinfallsreichtum; ^strafte, die (Verkehrsw.): Straße, die
in einen Ortsbereich hineinführt (Ggs.: Ausfallstraße);
-Winkel, der: t Einfallswinkel.
einfallen <st. V.; ist) /vgl. eingefallen/ [mhd. Invallen. unter
Einfluß von tat. ineidere]: l.a) jmdm. als Einfall (1). als
Idee plötzlich I in den Sinn kommen: ihm fiel nichts
Besseres, nichts Passendes ein; da fiel ihm eine Ausrede ein;
ich könnte Baumeister werden, mir fällt nichts ein
(scherzhafte Vermischung der Bedeutungen 1 a und 2); laß dir
das ja nicht e.! (tu das ja nicht!): was fällt dir denn
ein! (was erlaubst du dir!): das fällt mir gar nicht/nicht
im SehlaHe]/nicht im Träumte] ein! (ich denke gar nicht
daran, das von mir Gewünschte od. Verlangte zu tun: das
kommt gar nicht in Frage!): *sidi etwas e. lassen [müssen]
(einen Ausweg, eine Lösung finden ; müssen], bes. im
politischen Bereich): Wenn man sieht, daß die Chancen sich
verschlechtern, muß man sich was e. lassen (Spiegel 35.
1974, 23); b) jmdm. als Erinnerung wieder in den Sinn
kommen: wieder an jmdn.. etw. denken: der seltsame Gast
fiel ihm [wieder] ein: sein Name fällt mir nicht ein; plötzlich
fiel ihr ein. daß sie eine Verabredung hatte. 2. in sich
zusammenfallen, zusammenstürzen: einstürzen: das Haus,
der Kachelofen drohte einzufallen. 3. (von Licht)
hereinkommen, hereindringen: das Sonnenlicht fiel durch ein
Fenster ein; schräg einfallende Strahlen. 4. (geh.) plötzlich
einsetzen, beginnen, sich plötzlich einstellen: der Winter,
dichter Nebel fiel ein; bei einfallender Nacht; noch ehe
... das Wetter umschlug und der Sturm einfiel in der Nacht
(Kaschnitz, Wohin 151). 5. mitzusingen, mitzuspielen,
mitzusprechen beginnen: einstimmen (3): dann fielen die
Geigen, die Singstimmen ein; alle fallen in das Gelächter
ein; ..Das ist nicht wahr!" fallen Wölfl und Zimmermann
entrüstet ein (Noack. Prozesse 184). 6. gewaltsam,
überfallartig (in ein Gebiet) eindringen: der Feind fiel in unser/(sel-
ten.) unserem Land ein. 7. (Jägerspr.) (von Federwild)
auf die Erde niedergehen, sich auf der Erde niederlassen:
die Enten fielen auf den/auf dem See ein. 8. (Bergbau.
Geol.) sich neigen, senken: der Schacht, die
Gesteinsschichten fallen steil, flach ein.
dnfalls-, Einfalls-: -ebene, die (Phys.): Ebene, die bei der
Reflexion bzw. Brechung den einfallenden Strahl, das
Einfallslot u. den gebrochenen Strahl enthält: ^k» <Adj.; -er,
-este>: keine guten, originellen Einfälle. Ideen habend,
aufweisend: unoriginell, langweilig, dürftig: ein -er Regisseur;
der Plan ist recht e.. dazu: -losigkeit, die; -; -lot, das
(Phys.): Senkrechte auf einer spiegelnden od. brechenden
Fläche: -pforte, die: svw. t^tor; -reich, (seltener auch:)
einfallreich <Adj.>: voller guter, origineller Einfalle. Ideen:
originell, ideenreich, findig: ein -er Künstler: der Park war
sehre. angelegt, dazu: -reichtim, (seltener auch:)
Einfallreichtum, der <o. Pl.>: noch selten wurden soviel Phantasie
und E. entfaltet (Dönhoff. Ära 41); «^tor. das: geographisch
günstiger Ort. der einen leichten Übergang, einen Einfall
(4) in ein atuieres Gebiet ermöglicht: ^Winkel, (auch.)
Einfallwinkel, der (Optik): Winkel zwischen einem auf eine
Ebene einfallenden Strahlu. dem auf dieser Ebene errichteten
Lot.
Einfalt [ajnfalt], die; - [mhd. einvalte. ahd. einvalti. zu
einem gemeingerm. AdJ. mhd.. ahd. einvalt]: 1. (geh.) auf
geistiger Beschränktheit, mangelndem Urteilsvermögen
beruhende Arglosigkeit: Naivität: in seiner E. durchschaute
er die Vorgänge nicht: *[du] heilige E.! (Ausdruck
der Betroffenheit über Jmds. Naivität. Arglosigkeit.
Unbekümmertheit). 2. (geh.) Einfachheit u. Reinheit.
Lauterkeit des Geistes, des Gemüts: aus Jenem Geiste der
E den Jesus ... gepriesen hat (Nigg. Wiederkehr 71);
einfiUtig ['ajnfeltu;] <Adj.> [mhd. einvaltec. einveltec): a)
arglos-gutmütig: ohne Argwohn, nicht schlau od. raffiniert:
ein -es Gemüt: sei nicht so e., und laß dich nicht in dieser
Weise ausnutzen: e. lächeln; b) geistig etwas beschränkt.
628
Einfluß
•kcht sehr scharfsinnig, nicht von rascher Auffassungsgabe:
an -er Mensch; seine Fragen waren ziemlich e.; <Abl.:>
EjAltigkeit, die: - [mhd. einvaltekeit): einfältiges Wesen,
einfältige Art; Einfaltspinsel, der; -s. - [zu t2Pinsel] (ugs.
abwertend): einfältiger, dummer (b) Mensch.
epfdzen <sw. V.; hat) (Buchwesen): mit einem Falzbein
od. maschinell die Kerbe zwischen Buchrücken u. Deckel
eindrücken, dazu: Einfalzung. die; -. -en.
Einfamilienhaus, das; -es, ...häuser: meist als Einzelhaus,
aber auch als Doppel- od. Reihenhaus gebautes Haus für
eine Fcunilie: kleine Einfamilienhäuser und dreistöckige
Mietshäuser, sozialer Wohnungsbau (v. d. Grün.
Glättet* 9).
Einfang, der; -s. ...fange: 1. (Wasserwirtseh.) bei
Wasserkraftanlagen der freie Einlauf des Triebwassers in die Trieb-
Wasserleitung ohne besonderes Staubauwerk. 2. svw. t
Einfangprozeß.
anfangen <st. V.; hat): 1. (jrndn., ein Tier in Freiheit) nach
einer Verfolgung durch eine List o. ä. fangen u. in
Gewahrsam, Verwahrung bringen, in seine Obhut nehmen: einen
Verbrecher e.; die Kinder haben den Vogel wieder
eingefangen; Ü Säulengänge fangen den Besucher ein (Koeppen.
Rußland 24); wenn man in einer Kurve zu schnell ist
und das ausbrechende Heck durch Gegenlenken e. muß
(Auto 8,1965.21). 2. <e. + sich) (ugs.) hifinehmen müssen,
bekommen: sich eine Grippe, einen Schnupfen e.; du fängst
dir gleich eine [Ohrfeigel. Prügel ein. 3. (geh.) in seiner
Eigenart festhalten u. wiedergeben: er hat in seinem Bild,
in dem Gedicht die Herbststimmung eingefangen; Filmbe-
nchterstatter.... der... die wichtigsten Ereignisse aus allen
Landern der Erde einfing (Enzensberger. Einzelheiten I.
125),Einfangprozeß,der; ...esses. ...esse(Chem.):
Kernreaktion, bei der ein Teilchen von einem Atotnkern absorbiert
und gegebenenfalls anschließend ein anderes emittiert wird.
dnfSrben <sw. V.; hat): 1. durch Färben mit einer einheitlichen
neuen, Farbe versehen: einen Stoff [schwarzl e.; das Kleid
kann nur in eine dunklere Farbe eingefärbt werden; Ü
eine ... gesellschaftspolitisch eingefärbte (durchsetzte,
beeinflußte) Komödie (MM 4. 8. 71, 32). 2. (Druckw.)
von der Druckform) durch Auftragen mit Drudefarbe
versehen: <Abl.:> Einförbung, die; -. -en.
dnfartrig, (österr.:) einfarbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv>:
nur eine Farbe aufweisend, in nur einer Farbe gehalten
u. nicht gemustert: -e Stoffe; die Wände sind e. fgestrichenl.
etnfaschen ['ainfajn <sw. V.; hat) (österr.) einbinden, einwik-
kein: [mit einer Binde] verbinden: einen Fuß e.
einfassen <sw. V.; hat): mit einem festen Rand, einer
Umrandungumgeben: die Decke ist mit einer Borte [rot] eingefaßt;
der Garten soll mit einer Hecke eingefaßt werden;
Edelsteine [inGold]e. (in eine Fassung /aus Gold] bringen: fassen):
U eine leise Kraft, die sie zwang, den Mann in ihren
Augen einzufassen (Anderseh. Rote 232); <Abl.:)
Einfassung, die; -. -en: a) <o. PI.) das Einfassen: b) einfassendes
Material: das Grab hat eine E. aus Stein, dazu:
Einfassungsmauer, die.
cnfatschen CainfalTn]: svw. teinfaschen.
einfetten <sw.~V.; hat): mit einem Fett, einer fetthaltigen
Substanz, Salbe o. ä. einreiben: das Gesicht mit einer Creme
c.; du mußt die Schuhe gut e.; Ü ..Vierbein44, sagte er.
und er hatte seine kräftige Stimme mit Wohlwollen
eingefettet (Kirst. 08/15, 9); <Abl.:> Einfettung, die; -. -en.
anfeuchten <sw. V.; hat): durch u. durch feucht machen:
die Wäsche e.
einfeuern <sw. V.; hat) (landsch.): a) (einen Ofen) heizen:
um den Backofen zum Abbacken des Brotes einzufeuern
(Strittmatter. Wundertäter 112); b) stark einheizen: ihr
habt aber tüchtig eingefeuert.
infiltrieren <sw. V.; hat) (ugs.): eitiflößen, eingeben: nach
dem Schreck hat er ihm erst einmal einen Schnaps
einfiltriert; Ü weil man auf diesem Wege eine Wahrheit oder
einen Spott... einfiltriert bekommen hat (Tucholsky.
Werke II, 262).
einfinden, sich <st. V.; hat): 1. an einem bestimmten Ort
erscheinen, eintreffen: an einen bestimmten Ort kommen,
sich dort einstellen: eine große Menschenmenge hatte sich
auf dem Platz eingefunden; du hast dich erst nach uns
auf der Party eingefunden; sich pünktlich e. (rechtzeitig
zugegen sein): Ü aber die Gelegenheit wollte sich nicht
e. (Fallada. Herr 62). 2. (ugs.. selten) hineinfinden: wer
sich in das Milieu einfindet, bleibt (Zeit 7. 2. 75. 55).
einflanken <sw. V.; hat/ist) (Turnen): mit einer Flanke das
Gerät überqueren u. rücklings in den Stütz od. Sitz gelangen:
aus dem Außenseitenstand e.
fiinflechten <st. V.; hat): l.a) beim Flechten einfügen, mit
in etw. flechten: ein Band indieZöpfee.; Ü Sanfter Singsang
... artikulierte sich zu Jesus. Holy Mary, (locht die armen
Seelen in regelmäßigen Abständen ein (Böll. Tagebuch
122); b) durch Flechten zusammenfügen, befestigen: die
Haare e.; ein Mädchen, das die Zöpfe schon zur Nacht
eingeflochten hatte (Wiechert. Jeromin-Klnder 767). 2. während
eines Gesprächs, einer Unterhaltung, beim Erzählen,
Berichten o. ä. einfließen lassen, beiläufig erwähnen: er flocht gern
ein paar Zitate in seine Reden ein; Maßgebend dafür -
wenn ich dies schnell e. darf- ist ja nicht nur ...
(Frankenberg. Fahren 110); <Abl.:) Entflechtung, die; -. -en.
einflicken <sw. V.; hat) (ugs.): flickend einsetzen, in etw.
flicken: ein Stück Draht fin die LeitungJ e.; ein Stück
Stoff am Ärmel e.; Ü einen fehlenden Buchstaben in ein
Wort e. (nachträglich einfugen).
fiinfliegen <st. V.): 1. (von Vögeln, Insekten) in einen
geschlossenen Raum fliegen <ist> (Ggs.: ausfliegen la): er
wartete, bis die Tauben alle [in den Schlag] eingeflogen
waren. 2.a) in einen / eingeschlossenen / Ort, einen /gefäfir-
detenj Bereich mit dem Flugzeug o. ä. hinein]fliegen <ist):
er war erst vor zwei Wochen eingeflogen und hatte alles
Erforderliche bei sich (Plievier. Stalingrad 198); b) (von
Flugzeugen o. ä.) in einen bestimmten Luftraum /
hinein]fliegen (\st>: Immer um die Mittagszeit... flogen
amerikanische Bomberverbände nach Thüringen. Sachsen und
Brandenburg ein (Apitz. Wölfe 269); c) mit einem Flugzeug
o.a. an einen Ort, in ein Gebiet bringen, transportieren
<hat): Lebensmittel. Medikamente [in ein Katastrophenge-
biet) e.; obwohl amerikanische Chartergesellschaften ...
keine JT-Passagiere in die Bundesrepublik e. dürfen
(Spiegel 14. 1969. 107); Brandneu und eigens aus den USA
eingeflogen ist auch der Fußboden, den Kunden und
Verkäufer beschreiten (MM 4. 7. 1969. 6). 3. <hat> a) <e.
+ sich) sich im Fliegen üben: er wollte sich wieder e.
(Gaiser. Jagd 74); bis sie (= die jungen Dohlen) alle
so ziemlich eingeflogen waren (Lorenz. Verhalten 17); b)
in Flugübungen ausprobieren u. durch entsprechende
Flugweise allmählich zu der für den endgültigen Gebrauch
vorgesehenen Leistungsfähigkeit bringen: der Testpilot muß die
neue Maschine e.; <subst.:> er ist beim Einfliegen
verunglückt. 4. durch Fliegen, Flugtransporte erwirtschaften:
obgleich die Airline Profite einflog (Spiegel 13. 1975. 16);
<Abl. zu 3 b:> Einflieger, der; -s. -: Pilot, der ein Flugzeug
einfliegt.
giltfließen <st. V.; ist): in eine andere Flüssigkeit, in einen
Raum, Behälter o. ä. fließen: sie mußten den Keller
auspumpen lassen, weil zu viel Wasser eingeflossen war; Ü
(Meteor.:) von Nordosten fließt Kaltluft ein; *etw. e. lassen
(beiläufig bemerken, einschalten): er ließ [in seine Redel
einige Anspielungen e.
einflößen <sw. V.; hat): 1. vorsichtig zu trinken geben, (eine
Flüssigkeit) langsam eingeben, zufuhren: einem Kranken
Arznei e. t, (ein bestimmtes Gefühl) in jmdm. hervorrufen,
erwecken: jmdm. Angst. Ehrfurcht. Vertrauen e.; <Abl.:>
Einflößung, die; -. -en.
einfluchten <sw. V.; hat) (fachspr.): in einer Fluchtlinie
aufstellen, nach der Fluchtlinie ausrichten: bestimmte Punkte
in einem Gelände e.; der Richtungsmann ... läßt sich vom
Führungsmann neu e. (Eidenschink. Bergsteigen im Eis
85); <AbI.:> Ejnfluchtung. die; -. -en.
Einflug. der; -[eis. Einflüge: Flug eines Flugzeugs o.a. in
einen bestimmten Luftraum, in ein Gebiet: Störungen ....
die ... durch feindliche Einflüge verursacht wurden
(Kasack. Birkenwäldchen 49); einflügelig fajnfly :gali9], einfliig-
Itg ['ainfly:gli$l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einen Flügel
habend: Einflugloch, das; -s, -löcher (Zool.): die als Ein-
u. Auslaß fliegender Tiere (z.B. Honigbienen, Vögel)
dienende Öffnung ihrer Behausung (2Beute 2, Nistkasten):
Einflugschneise, die; -. -n (Flugw.): hindernisfreier
Geländestreifen vor der Landebahn eines Flughafens, über dem der
letzte Teil des Fluges eines ankommenden Flugzeugs
ausgeführt wird (Ggs.: Ausflugschneise).
Einfluß, der; Einflusses. Einflüsse [mhd. Invlus. LÜ von
lat. Tnfluxusl: l.a) beeinflussende, bestimmende Wirkung
aufjmdn., etw.: Einwirkung: der E. der französischen
Literatur auf die deutsche; Einflüsse der Mode; einen guten.
629
einfluß-, Einfluß-
positiven. verderblichen E. auf jnidn. ausüben; sich jmds.
E. entziehen; er stand unter ihrem E.; unter dem E. von
Drogen; unter schlechte Einflüsse geraten; von fremden
Einflüssen frei bleiben; ich möchte auf diese Entscheidung
keinen E. nehmen (nachdrücklich; sie nicht beeinflussen)',
das hat hier keinen E. (ist in diesem Falle ohne Bedeutung);
b) Ansehen. Geltung: E. besitzen; seinen ganzen E.
einsetzen; jmds. E. fürchten; er weiß sich E. zu verschaffen,
hat seinen E. verloren; „Sie überschätzen meinen E.ki
(Kafka. Erzählungen 111); Präsident Johnson will U Thants
Bemühungen mit seinem ganzen E. unterstützen (Welt
9. 9. 65. 4); ein Mann von großem E.; zu [starkem] E.
gelangen. 2. (selten) das Einfließen.
einfluß-, EinfluB-: -bereich, der: Bereich, Gebiet, in dem
von jmdm.. einer Institution, einem Staat o. ä. Einfluß
ausgeübt wird: der amerikanische E.; -gebiet, das; -los <Adj.;
-er, -este; nichtadv.): ohne EinflulS. machtlos (Ggs.:
einflußreich): diese Gruppe ist politisch e.. dazu: -losigkeit, die;
-möglichkeit, die: Möglichkeit auf jmdn. od. erw. Einfluß
zu nehmen: bald Jedoch hatte er (= Napoleon) sich zu
ihnen (= den Schwurgerichten) bekehrt. ..weil sie dem
Staat mehr-en böten als Fachgerichte." (Mostar.
Unschuldig 32); -nähme [-na:m9], die; -: das Ausüben eines
Einflusses auf jmdn.. etw.: eine direkte, politische E. auf den
Bürger; -reich <Adj.; nicht adv.): großen Einfluß besitzend,
mächtig (Ggs.: einflußlos): -e Männer, Organisationen;
-sphäre, die: Auch die anderen großen Nationen haben
... an allen Punkten der Erde -n zu gewinnen versucht
(Welt. 7. 7. 62, Forum).
einflüstern <sw. V.; hat): 1. in flüsterndem Ton eindringlich
mit jmdm. sprechen: dieser junge Mann flüsterte mit wilden
Gesten auf das Mädchen ein (Böll, Adam 58). 2. (oft
abwertend) heimlich erw. einreden; jmdn. überreden, etw.
zu tun od. zu glauben: diesen Verdacht hat ihm die
Nachbarin eingeflüstert; <Abl. zu 2:) Einflüsterung, die; -. -en.
fiinfluten <sw. V.; ist) (geh.): flutartig, wie eine Flut
eindringen: die Wassermassen fluteten in die Kellerräume ein;
Ü brannten die Kerzen im einflutenden Morgenlicht
(Broch. Versucher 137).
einfordern <sw. V.; hat): (die Aushändigung, Zahlung o.a.
von etw.) energisch von jmdm. fordern: sein Geld e.; ein
Gutachten e. (mit Nachdruck anfordern); <Abl.:>
Einforderung, die; -. -en.
einförmig ['ainfoermu;! <Adj.>: immer in gleicher Weise
verlaufend; keine, wenig Abwechslung bietetid; gleichförmig:
eine ziemlich -e Landschaft; ihr Leben verlief recht e.;
<Abl.:) Einförmigkeit, die; -. -en.
einfressen, sich <st. V.; hat): zerstörend, ätzend o. ä.
eindringen: der Schmutz hat sich [in das Gemäuer] eingefressen:
Ü (geh.:) der Verdruß fraß sich immer mehr in ihn ein.
einfrieden[ ainfrl:dn).einfriedigen['^]nfri:dign] <sw. V.; hat)
[zu mhd. vride. ahd. fridu = Einfriedigung. Zaun, ident.
mit !Frieden] (geh.): mit einer Mauer, einer Hecke o.a.
schützend umgeben: ein Grundstück, ein Grab e.; <Abl.:)
Einfriedigung, Einfriedung, die; -. -en.
einfrieren<st. V.): 1. <\si>ti) durch Frosteinwirkung
unbenutzbar, unbrauchbar werden: die Wasserleitung ist eingefroren;
b) festfrieren, zu Eis werden: das Wasser in der
Wasserleitung, im Waschbecken friert ein: Ü bei diesen Worten
war sein Lächeln eingefroren (starr geworden); c) von
Eis umgeben sein w. festgehalten werden: das Schiff ist
[im Hafen] eingefroren. 2. durch Kälteeinwirkung lialtbar
machen <hat>: Lebensmittel e. 3.a) auf dem
augenblicklichen Stand belassen; nicht weiterfüliren <hat): ein Projekt,
die diplomatischen Beziehungen e.; b) auf dem
gegenwärtigen Stand bleiben, sich nicht weiterentwickeln <ist): sie
haben die Verhandlungen e. lassen: der Kredit friert ein
(kann nicht ausgezahlt werden); <subst.:)das Einfrieren der
Löhne; <Abl.:) Einfrierung, die; -, -en; einfrosten <sw. V.;
hat) (seltener): svw. teinfrieren (2): Gemüse e.; <Abl.:>
Einfrostung, die; -, -en.
einfuchsen <sw. V.; hat) [urspr. = einen T Fuchs (7) mit
seinen Rechten u. Pflichten vertraut machen] (ugs.): durch
Einübung, Einarbeitung auf etw. einstellen, vorbereiten: er
hat sie gehörig auf die Prüfung eingefuchst; eine Aufgabe
für eingefuchste Spezialisten; er ist ein eingefuchster
Trainer (ein Trainer mit viel Erfahrung, der alle Raffinessen
kennt, sich auf seinen Beruf versteht).
einfügen <sw. V.; hat): in eine dafür vorgesehene Öffnung,
Fuge genau einpassen, einfügen: Bretter e.
einfügen <sw. V.; hat): l.a) in etw. fügen, einsetzen,
hineinschieben, genau einpassen: neue Steine in das Mauerwerk
e.; b) bei etw. Geschriebenem, einem Text o.a. zusätzlich
anbringen; hinzusetzen: ein Zitat [in ein Manuskript] e.;
Huizinga hat seinem ... Werke über das Spiel ein Kapitel
über den Puerilismus eingefügt (Gehlen, Zeitalter 66). 2.
<e. + sich) sich einer vorhatulenen Ordnung, Umgebung
anpassen; sich einordnen: er hat sich rasch [in die
Gemeinschaft] eingefügt; <Abl.:) Einfügung, die; -. -en.
einfühlen, sich <sw. V.; hat): sich in jmdn.. jmds. Lage.
Zustand o.a. hineinversetzen; etw. innerlich nachvollziehen,
nachempfinden: es ist uns doch unmöglich, uns in diese
Personen einzufühlen (Freud. Unbehagen 122); ihr müßt
euch in das Gedicht e.; den Standpunkt seiner eigenen
Regierung einfühlend, nachdrücklich und überzeugend zu
vertreten (Dönhoff. Ära 192); einfühlsam <Adj.): die
Fähigkeit besitzend, sich in jmdn., etnf. einzufühlen, von dieser
Fähigkeit zeugend: -e Worte; er ist nicht sehr e.; <Abl.:)
Einfühlsamkeit, die; -: Einfühlung, die; -: das Sicheinfühlen;
<Zus.:> Einfühlungsgabe, die; Einfühkingskraft, die
<o. PI.); Einfühlungsvermögen, das: Fälligkeit, sich in jmdn.,
etw. einzufühlen, hineinzuversetzen: diese Aufgabe verlangt
viel E.
Einfuhr [ainfü:?]. die; -, -en (Ggs.: Ausfuhr): a) <o. PI.)
das Einführen (2), Importieren, Import (1): die E. von Obst
wurde beschränkt; b) das Eingeführte, eingeführte Waren.
Import (2): die E. dieses Landes ist größer als die Ausfuhr;
die -en aus China.
fiinfuhr-,JEinfuhr- (Wirtsch.; zu anderen
Zusammensetzungen vgl. auch: Ausfuhr-): -abhängig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv): -e westliche Industrieländer; -bewilltgung, die: svw.
t -lizenz; Verklärung, die: Erklärung, die bei der Deutschen
Bundesbank abgegeben werden muß. wenn ein Einfuhr vertrag
vorliegt; -erlaubnis, die; -genehmigung, die: svw. t Lizenz;
-gut, das: Waren, die eingeführt werden; -hafen, der:
Hafen, in dem eingeführte Waren gelöscht werden; -handel,
der: Handel mit eingeführten Gütern; -kontingent, das:
amtlich festgelegte Menge von einzuführenden Waren; -kon-
tingentiening, die: Festlegung der Einfuhr von Waren auf
eine bestimmte begrenzte Menge; -bind, das: Land, in das
Waren eingeführt werden; -lizenz, die: Genehmigung für
die Einfuhr einer bestimmten Ware; -priimie, die:
Sondervergütung für die Einfuhr bestimmter Waren; -schein, der:
schriftliche Genehmigung Waren einzuführen; -sperre, die:
svw. t -stopp; -Steuer, die: Steuer, die für eingefü/irte Güter
erhoben wird; -stopp, der: staatlich verordnete Sperre für
weitere Einfuhren: der E. tritt ... 13 Tage später in Kraft
(Welt 23. 6. 62. 9); -Umsatzsteuer, die: Sonderform der
Umsatzsteuer für aus dem Ausland bezogene Waren;
-verbot, das; -verfahren, das: Regelung der Einfutir von Waren
nach den Gesetzen der Außenwirtschaft; -vertrag, der:
Vertrag über den Erwerb einzuführender Waren, dessen
Abschluß genehmigungsfrei ist; -zoll, der: einen E. [auf
bestimmte Waren] erheben.
einfuhren <sw. V.; hat): 1. vorsichtig, sachgerecht in eine
Öffnung, durch eine Öffnung in etw. schieben: einen
Schlauch [durch den Mund] In den Magen e.; den Penis
in die Scheide e.; die behelfsmäßigen Bremskarabiner
werden eingehängt und das Doppelseil eingeführt
(Eidenschi nk. Fels 146). 2. (Waren) aus dem Ausland beziehen,
kaufen; importieren (Ggs.: ausführen 2): Rohstoffe [aus
Übersee] e. 3. als Neuerung bekannt machen u. verbreiten,
in Gebrauch nehmen: ein neues Lehrbuch an einer Schule
e.: die Sommerzeit e. (beginnen lassen, anordnen); <Kauf-
mannsspr. auch e. + sich:)dieWare hat sich gut eingeführt
(ist allgemein bekannt, wird viel gekauft); ein [gut] einge^
flihrtes Geschäft (allgemein bekanntes Geschäft mit einem
großen Kundenkreis). 4.a) mit der zukünftigen Arbeit
vertraut machen; einweisen: einen neuen Mitarbeiter e.; b)
jmdm. die Anfangsgründe von etw. erklären, ihn an ein
neues Wissensgebiet heranfüliren: seine Schüler in die
Philosophie e.; einige einführende Worte sprechen. 5.a) mit
jmdm. in offizieller Form bekannt machen, in einem
bestimmten Per sonettkreis vorstellen: jmdn. bei seinen Eltern, in
die Gesellschaft e.; Ü der Autor hat diese Romanfigur
sehr spät eingeführt (zum ersten Mal auftreten, in
Erscheinung treten lassen); b) <e. + sich) in einem Personenkreis
in bestimmter Weise in Erscheinung treten; bei seinem ersten
Auftreten einen bestimmten Eindruck machen: er hat sich
im Klub nicht gut eingeführt; <Abl. zu 2:) Einfuhren der:
630
eingedenk
-s. -: svw. t Importeur (Ggs.: Ausführer); <zu 1, 3. 4. 5a:>
Einführung, die; -. -en.
Ejpfiimings-: -betrachtung, die: kurzer Überblick, der in
ein bestimmtes Wissensgebiet einführt; ^gesetz, das (jur.):
Gesetz, das ergänzende Bestimmungen zur Überleitung bei
umfassender Neuregelung großer Rechtsgebiete enthält;
-Wir, das: das erste Jahr einer neuen Ware auf dem Markt:
Dabei stellten die Firmen ... im E. Werbeetats von acht
bis neun Millionen Mark bereit (Spiegel 4, 1966, 50);
-kurs, der: 1. (Börsenw.) Kurs, zu dem ein Wertpapier
an der Börse eingefültrt wird. 2. auch: -kursus: Kursus,
Lehrgango. ä..der in ein bestimmtes Wissensgebiet einführt;
^ preis, der: niedrig gelialtener, günstiger Preis für eine Ware
die erstmals auf den Markt kommt j; -Unterricht, der;
-Vortrag, der: Vortrag, der als erster Vortrag einer Vor-
trags-, Sonderreihe o. ä. in ein bestimmtes Wissensgebiet
einführt; ^worte <P1.>: vor dem Lichtbildervortrag sprach
er einige E.
Ejnfulk -Öffnung, die: Öffnung an einem Behälter o.a..
durch die etw. eingefüllt wird; -stutzen, der; -triditer, der.
einfüllen <sw. V.; hat): in einen Behälter, Sack o. ä. schütten,
gießen u. ihn so füllen: Zucker [in Säcke] e.; öl e.; <Abl.:)
Erfüllung, die; -, -en.
dnfußig <Adj.; o. Steig.): 1. (nicht adv.) mit nur einem
Fuß als tragendem Teil versehen: ein -er Melkschemel.
2. (Fußball) nur in einem Fuß Schußkraft besitzend: selbst
viele Bundesligaspieler sind e. zu 2: Ejnfiißigkeit. die.
'einfuttern <sw. V.; hat) [zu t'füttern] (Datenverarb): in
einen Computer geben: haben die Wissenschaftler und
Techniker dem Computer an Bord von Mariner 9 die ...
Befehle eingefüttert (MM 5. 6. 71. 33).
^infiittern <sw. V.; hat) [zu T2fütteml (Gartenbau): zum
Schutz vor Kälte tief in die Erde stecken: Setzlinge e.
Eingabe, die; -. -n: 1. an eine Behörde gerichtete schriftliche
Bitte. Beschwerde o. ä.; Petition, Gesuch: eine E. aufsetzen,
an das Landratsamt richten; eine E. machen, weiterleiten,
bearbeiten. 2. <o. PI.) das Verabreichen. Einflößen (1):
nach der E. des Beruhigungsmittels schlief der Kranke
ein. 3. (Datenverarb.) a) <o. PI.) das Hineingeben.
Übertragen von Daten, Informationen in eine Rechenanlage: die
E. der Daten geschieht hier mit Hilfe von Lochstreifen;
b) Daten, Informationen, die einer Rechenanlage von außen
zur Verfügung gestellt, von ihr verarbeitet werden; Input
(Ggs.: Ausgabe 7); <Zus. zu 3a:) Eingabegerät, das
(Datenverarb.): an eine Rechenanlage angeschlossenes Gerät,
das Daten, Informationen von der Lochkarte, Magnetkarte
o. ä. abliest u. in die Rechenanlage überträgt.
Einsang, der; -[e]s. Eingange [mhd., ahd. Inganc. für lat.
introitusl: 1. (Ggs.: Ausgang 2) a) Tür, Öffnung, durch
die man hineingehen, ein Gebäude, einen Raum, ein
umgrenztes Gelände betreten kann: der E. eines Hauses, eines Parks;
das Gebäude hat zwei Eingänge; jmdn. den E. versperren;
den E. suchen, am E., vor dem E. warten; die Menschen
drängten sich vor den Eingängen; b) Stelle, wo etwas,
was man betreten oder durchqueren kann, einsetzt: sie
wohnen am E. des Dorfes, des Waldes; c) Öffnung an einem
Organ, durch die etwas in dieses hineingelangen kann: der
E. des Magens. 2. (selten) Möglichkeit, zu jmdm., in einen
Personenkreis, in einen Raum, ein Gebäude zu gelangen;
Zugang, Zutritt: er fand E. in diese Kreise; sie verschaffte
sich E. in das Haus; Ü die neue Mode fand in ländlichen
Bereichen keinen E. 3. <o. PI.) Beginn, Einleitung eines
längeren, in bestimmter Weise ablaufenden Vorgangs od.
von etw. sprachlich Gestaltetem: am E. der Veranstaltung
wurde gesungen; sie verfaßte den E. seiner Rede. 4.
(Bürow.; Ggs.: Ausgang 5) a) <o. PI.) (von Post, Waren o.a.)
das Eintreffen, Eingehen (2): den E. der nächsten Sendung
abwarten; nach E. des Geldes...; b) (meist PI.)
eingetroffene, eingegangene Post-, Warensendung o.a.: die Eingänge
sortieren; eingängig <Adj.>: leicht verständlich u. sich leicht
einprägendI: eine -e Melodie; meiner Nüchternheit war
dabei nicht recht e., woran eigentlich rhetorisches
Temperament und dichterische Intuition sich ... entzündet haben
(Maass. Goufle 297); etw. e. formulieren; <Abl.:)
Eingängigkeit, die; -; eingangs [aingans]: I. <Adv.) zu Beginn,
am Anfang, einleitend: das wurde e. bereits erwähnt; e.
(zuerst) wurde ein Lied gesungen. II. <Präp. mit Gen.)
am Anfang (Ggs.: ausgangs II) a) (räumlich): e. der Kurve;
e. dieser Aufzeichnungen (Th. Mann. Krull 59); b) (zeitlich):
e. des letzten Jahrhunderts.
Eingangs-: -bestätigung, die (Bürow.): Bestätigung des
Eingangs (4a) von Post, Waren o.a.; -buch, das (Buchf.):
Buch, in das eingegangene Waren u. Rechnungen zur
Kontrolle eingetragen werden; --chor, der (Musik): Chorgesang,
derein Musikwerk einleitet: klassisch in der neunstimmigen
Pyramide des -es der Matthäuspassion (Welt 14. 7. 62,
Geist. Welt 3); -datum, das (Bürow.): Datum des Eingangs
(4a) von Post, Waren o.a.; ^formel, die: formelhafter
Anfang eines Textes; stalle, die: Halle, in die der Eingang
da) eines Gebäudes führt u. von der aus die weiteren Räume
zu erreichen sind; -kapitel, das: erstes Kapitel eines Romatis
o. ä.; -pforte, die; -portal, das; -Prüfung, die: svw. t
Aufnahmeprüfung: wie lange kann es ... noch dauern, bis
... die Universitäten von sich aus -en veranlassen?
(Bundestag 189, 1968, 10194); -Stempel, der (Bürow.): Stempel,
der das Eingangsdatum zeigt; -stiege, die (südd.; österr.):
Treppe, die zum Eingang führt: Seine Zielsetzung ... sieht
vorerst den Abbruch der jetzigen E. vor (Vorarlberger
Nachr. 27. 11. 68, 5); -Strophe, die: erste Strophe eines
Gedichtes. Liedes: ^stufe.die (Päd.): die ersten beiden Schul-
jähre nach dem Plan eines modernen, schon bei Fünfjährigen
einsetzenden Schulsystems; ^tag, der: Tag. an dem etw.
(Post. Ware) eingegangen ist; ~tor, das; ~tür, die (Ggs.:
Ausgangstür); -vermerk, der (Bürow.); -wort, das (meist
PI.): Ausspruch o. ä., den man an den Anfang einer
Veranstaltung gestellt hat. mit dem man sie eröffnet hat; -zeile,
die: erste Zeile eines Gedichts, Liedes; -zoll, der: svw.
T Einfuhrzoll.
eingeben <st. V.; hat): 1. (eine Arznei) verabreichen,
einflößen: dem Kranken stündlich die Tropfen e. 2.
(Datenverarb. ) in eine Rechenanlage / hinein; geben, übertragen:
Daten, Informationen [in einen Computer! e.; Über ihn
werden die... gespeicherten Daten ... abgerufen und einem
Computer in Bad Godesberg eingegeben (Hörzu 39, 1975,
26). 3. (veraltet) einreichen: ein Gesuch e.; mit einem alten,
brüchigen ... Papier, um irgendein Recht einzugeben (Fus-
senegger. Haus 353). 4. (geh.) jmdn. zu etwas veranlassen,
in jmdm. einen Gedanken, Wunsch o. ä. aufkommen lassen:
diese Idee hat ihm ein guter Geist eingegeben; den Plan
gab euch die Liebe ein. nicht die Besinnung (Hacks. Stücke
68); sich zu etwas zu zwingen, das ihnen ihr Gedanke
für recht eingab (Gaiser, Schlußball 178).
eingebettet: feinbetten.
eingebildetfaingabildat] <Adj.) [zu feinbilden] (abwertend):
sehr von seinen Fähigkeiten od. Eigenschaften od. von seiner
gehobenen sozialen Stellung überzeugt u. anderen gegenüber
eine entsprechende Geringschätzung an den Tag legend;
überheblich, dünkelhaft: ein -er Mensch; sie ist e. bis dorthinaus;
worauf bist du so e.?; er ist maßlos [auf seine Stellung]
e.; Der Unteroffizier neben ihm sah gereizt und e. aus
(Böll, Adam 11); <Abl.:> EingebiWetheit, die; -.
Einsebinde fajngabmda], das; -s, - [zu feinbinden (3)]
(Schweiz.; veraltet): Patengeschenk.
'eingeboren [ainpbo:ran] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd.
In(ge)boren, LÜ von lat. ingenuus]: 1. <nur attr.) an einem
bestimmten Ort, in einem bestimmten Land geboren w. dort
ansässig: die -e Bevölkerung. 2. (geh.) von Geburt an
vorhanden; angeboren: welche Kräfte manchen Menschen e. sind
(Strittmatter, Wundertäter 80); daß diese Blindheit dem
journalistischen Metier nicht e. ist (Enzensberger,
Einzelheiten I, 91).
2eingeboren <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [mhd. einborn, ahd.
einboran, LÜ von lat. ünigenitus] (christl. Rel.): (von
Christus) als einziger geboren, einzig: Gottes -er Sohn.
Eingeborene, der u. die; -n. -n <Dekl. f Abgeordnete) [Subst.
zu t'eingeboren (1)]: Angehörige[r] eines Naturvolkes;
Ureinwohner: die -n Südafrikas; <Zus.:>
Eingeborenensprache, die.
eingebuchtet ['aingabuxtot]: 1. feinbuchten. 2. <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) [zu f Bucht]: eine xEinbuchtung
aufweisend: eine -e Küste; -e Schläfen.
Eingebung, die; -. -en [zu feingeben (4)] (geh.): plötzlich
aufkommender 'für etw. entscheidender, wichtiger1,
Gedanke: eine E. haben; einer E. folgend, änderte er seinen
Entschluß; sie war von lauter -en bedrängt (Musil. Mann
1187); künstlerische, musikalische -en (Einfälle,
Erfindungen).
eingedenk f^jngddenk; mhd. in(ge)denke] in der Verbindung
einer Sache e. sein/bleiben (geh.; sich an etw. erinnern
u. es beherzigen, sich etw. vor Augen halten): e. seines
631
eingedeutscht
Verdienstes; seiner Warnung e.. blieb sie im Haus; er
war. blieb [dessen] stets e.( daß ...; auf dessen Innenseite
... sein erster Besitzer... einen Totenschädel hatte aufmalen
lassen, um bis zu seinem Tode des Mörders in sich e.
zu bleiben (Hildesheimer. Tynset 130).
eingedeutscht: t eindeutschen.
eingefahren: t einfahren (5).
eingefallen faingafalan] <Adj.; nicht adv.) [zu teinfallen
(2)]: im Gesicht Spuren des Abgemagert seins, der
Auszehrung, der Erschöpfung aufweisend: abgezehrt: seine Wangen
waren bleich und e.; sie sieht sehr e. aus.
eingefleischt ['aingdflajjt] <Adj.) [mhd. Ingevleischet =
fleischgewordeTi, LtTvon lat. incarnätus]: 1. <nur attr.)
unverbesserlich, überzeugt: durch u. durch: ein -er
Junggeselle, Optimist; (oft abwertend:) brandmarkten ... die
verbrecherischen Umtriebe des -en Volksfeindes Berija (Dönhoff.
Ära 210). 2. <nicht adv.) zu nicht mehr änderbarer
Gewohnheit, zur zweiten Natur geworden: tief eingewurzelt: ein
-es Vorurteil; -e Sparsamkeit.
eingefrieren <st. V.; hat): svw. teinfrieren (2).
eingefuchst: feinfuchsen.
eingeführt: feinführen (3).
eingehen <unr. V.; ist) /vgl. eingehend/: 1. (geh.) a) (selten)
hineingehen: In welches Haus ich auch eingehe - ich will
es zu Nutz und Frommen der Kranken betreten (Sebastian,
Krankenhaus 5); b) Eingang, Aufnahme, einen Platz finden,
aufgenommen werden: etw. geht in jmds. Bewußtsein ein;
die Ereignisse sind in die Geschichte eingegangen (haben
geschichtliche Bedeutung erlangt): da dieses fremde Ich
zu mir zurückkehren und wieder in mich e. wird (Chr.
Wolf, Nachdenken, 20); Ü in das Reich des Todes, zur
ewigen Ruhe e. (sterben). 2. (bes. Bürow.) an
entsprechender Stelle ankommen, eintreffen: zugestellt, übermittelt
werden: Gelder, Nachrichten gehen ein; der Brief ist nicht
bei uns eingegangen. 3. (ugs.) a) von jmdm. / in bestimmter
WeiseJ verstanden, begriffen, aufgenommen werden: ihm
geht alles leicht ein; es will mir nicht c., daß ...; b) jmds.
Gefallen finden: gern gehört, von jmdm. wohlgefällig
aufgenommen werden: das Lob, Kompliment ging ihm glatt
ein; spürte ich .... daß das meine Sprache war, meine
Muttersprache, und sie ging mir ein wie die Milch dem
Säugling (machte mich glücklich: Seghers. Transit 26). 4.
(von Geweben) beim Naliwerden schrumpfen, sich
zusammenziehen, enger werden: dieser Pullover geht nicht ein;
das JCleid ist bei der Wäsche eingegangen. 5. a) (von Tieren)
sterben: die Katze geht bald ein; (salopp von Menschen:)
er ist an dieser Krankheit jämmerlich eingegangen; bei
dieser Hitze kann man Ja e.; b) (von Pflanzen) absterben,
verdorren: der Baum geht ein; c) wegen Unrentabilität o. ä.
nicht mehr weitergeführt werden, geschlossen werden
müssen: die kleinen Läden gehen alle ein; die Zeitung ist
eingegangen (hat ihr Erscheinen eingestellt). 6.a) (ugs.)
Schaden haben, Verluste hinnehmen müssen; den kürzeren
ziehen: bei diesem Geschäft, bei der Wette ist er ganz
schön eingegangen; b) (Sport Jargon) sehr hoch, eindeutig
verlieren: die Mannschaft ist in dem Lokalderby [sang-
und klanglos] eingegangen. 7. sich mit jmdm., etw.
auseinandersetzen, abgeben; reagieren, zu etwas Stellung nehmen:
auf jmdn.. auf jmds. Fragen e.; sie gehen sehr auf das
Kind ein (zeigen viel Verständnis für es); nur so können
sie ja in Wirklichkeit aufeinander e. und einander fördern
(Goes. Hagar 9): er ist auf ihren Plan nicht eingegangen
(hat ihm nicht zugestimmt); er ging auf diesen Ton nicht
ein (ignorierte ihn). 8. sich 'vertraglich an etw. binden,
auf etw. einlassen: ein Bündnis [mit jmdm.] e.:
Verpflichtungen, ein Risiko e. (auf sich nehmen); eine Wette e. (mit
jmdm. wetten); eine [vorteilhafte] Ehe. mit jmdm. die Ehe
e. (jmdn. heiraten); Die Mischung, die in ihr das
Pionierhafte mit dam Ärztlichen eingeht (Freud. Abriß 222);
(Chemie:) die beiden Stoffe gehen eine Verbindung ein; R darauf
gehe ich jede Wette ein (ugs.; dessen bin ich völlig sicher);
eingehend [aingeiant] <Adj.) [tzu eingehen (7)]: in allen
Einzelheiten; sorgfältig u. ins einzelne gehend; ausführlich:
eine -e Besprechung; sich e. mit etwas beschäftigen; das
möchte ich noch -er untersuchen.
eingekeilt: Teinkeilen (2).
Eingekochte ['ajngakaxtal. das; -n: svw. f Eingemachte.
eingelegt T einlegen (3 b).
eingeleisig ['ajngalaizj^]: teingleisig.
eingelernt feinlernen.
Eingemachte l'aingamaxto). das;-n [zu t einmachen (1)]: durch
Einkochen (1). Einlegen in eine Lake o. ä. haltbar gemachte
Lebensmittel, bes. Obst (in Gläsern, Dosen u.a.).
eingemeinden faingamaindn] <sw. V.; hat):
verwaltungsmäßig in eine größere Gemeinde da) eingliedern: der Vorort
soll eingemeindet werden; Ü sind sie (= Benjamin. Bloch.
Lukäcs) zu Klassikern denaturiert; man kann sie mit großer
Geste und Feierlichkeit e. (Zwerenz. Kopf 118); <Abl.:>
Eingemeindung, die; -. -en.
eingenommen ["ainganoman]: 1. teinnehmen (7). 2.a) von
sidi/etw. e. sein (von sich, seinen Eigenschaften,
Fähigkeiten überzeugt, darauf eingebildet sein): er ist sehr von
sich, von seinem Können e.; b) von etw. e. sein (von erw.
angetan, begeistert sein, etw. gutheißen): er ist von diesem
Vorschlag sehr e.; <Abl.:> Eingenommenheit, die; -.
eingepfercht: t einpferchen (2).
eingerechnet:! einrechnen.
Eingericht ['aingan^t]. das; -s. - [subst. 2. Part, von T
einrichten]: in Glasflaschen befindlicher, gebastelter Gegenstand
(z.B. Segelboot).
Eingeridite ['aingan^tdl. das; -s, - [vgl. Eingericht]: innerer
Bau eines Türschlosses.
eingerichtet: feinrichten (1. 5. 7).
Eingesandt fajngazant]. das; -s. -s <PI. selten) [subst. 2.
Part, von !einsenden]: Leserzuschrift, Leserbrief.
eingeschlechtig ['aingdlle^tit;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[zu tGeschlecht] (Bot.): nur männliche bzw. nur weibliche
Geschlechtsorgane aufweisend: -e Blüten; eingeschlechtlich
[...tlif] <Adj.; o. Steig.): iwr auf ein Geschlecht gerichtet,
ein Geschlecht betreffend; gleichgeschlechtlich: daß Frauen
eine -e „Weiberkommune" gründen, um unabhängig von
den Männern an ihrer Emanzipation zu arbeiten
(Wohngruppe 11).
eingeschlossen: feinschließen (2. 3).
eingeschnappt: feinschnappen (2).
eingeschossig <Adj.; o. Steig.): nur ein 2Geschoß aufweisend:
-e Häuser.
eingeschränkt ['aingdjrcnkt]: feinschränken (2); <AbI.:>
Eingeschränktheit, die; -: Begrenztheit in bezug auf die
/finanziellen i Möglichkeiten; Enge.
eingeschrieben: feinschreiben (1 b, 2).
eingesdiworen: feinschwören (b).
eingesessen <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) [mhd. ingese33en.
zu veraltet ein(ge)sitzen. mhd. insitzen = bewohnen,
ansässig sein]: schon lange an einem Ort ansässig; einheimisch:
eine -e Familie; Bist du hier ein Fremder wie ich. ein
gerade Angekommener- oder e. ? (Jahnn. Nacht 79). dazu:
Eingesessene, der; -n. -n (Dekl. f Abgeordnete).
Eingesottene ['aingazatona], das; -n [subst. 2. Part, von
feinsieden] (österr.): eingekochte Früchte: Der auf dem
Küchentisch ausgekühlte Vorrat an -m dürfte den Mayrinker-
schen Bedarf... gedeckt haben (Doderer. Dämonen 1285).
eingespielt: feinspielen (1 b. 2a).
eingesprengt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [eigtl. 2. Part,
von veraltet einsprengen = in kleinen Stückchen einfugen]:
vereinzelt eingefügt u. von etw. anderem umgeben: Laubwald
mit -en Kiefern; in diesem Gestein ist Gold e.
eingesprungen: feinspringen (2 b).
eingestalten <sw. V.; hat) (geh.): mit gestalterischen Mitteln
einfügen, künstlerisch hineinverweben: dem Roman einen
Erzähler e.; die in die Faustfigur eingestalteten
Widersprüche (DLZ 5. 1969. 415); <Abl.:> Eiraestaltung, die: -. -en:
Die E. des Menschlichen (Seidler. Stilistik 203).
eingestandenermaßen <Adv.): wie eingestanden wird; wie
zuzugeben ist: wir haben uns e. nicht fair verhalten;
Eingeständnis, das; -ses, -se: das Eingestehen, das Zugeben eines
Fehlers, einer Schuld o.a.: das E. seines Versagens, seines
Irrtums; sein Schweigen wirkte wie ein E. [seiner Schuld];
sind wir doch nicht gern Zeugen stummer -se von Scheitern
oder Versagen (Hildesheimer. Legenden 140); eingestehen
<unr. V.; hat): schließlich zugeben, offen aussprechen, rück-
Imltlos bekennen: eine Schuld, einen Irrtum e.; er hat ihm
seine Angst eingestanden (ihm gegenüber zugegeben, ihm
bekannt, gebeichtet, daß er Angst hat); <auch e. + sich:)
ich wollte mir nicht e. (wollte nicht wa/irhaben, nicht vor
mir selbst zugeben), daß ich mich geirrt hatte.
eingestellt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): eine bestimmte
Einstellung zu jmdm., etw. habend; gesinnt, orientiert: ein
fortschrittlich -er Mann; man weiß nicht, wie er [politisch]
e. ist.
632
einhaken
angestrichen <Adj.; o. Steig.: nur attr.) (Musik): in der
mittleren Höhenlage des Tonsystems liegend (in der
Notenschrift mit einem hochgestellten senkrechten Strich od.
mit der Ziffer 1 versehen): das -e A (der Kammerton).
dngetragen teintragen (1 c).
Eingetropfte faingatn^fto]. das; -n [subst. 2. Part, von
eintropfen = tropfenweise fallen (lassen)) (österr.): sehr
flüssiger Teig, der als Einlage in eine Suppe (Brühe) getropft
wird; Tropfteig.
eingeübt: t einüben (1 a).
Eingeweckte ['aingdvektdl. das; -n [zu T einwecken]
(landsch.): Eingemachtes in Gläsern, Dosen u.a.
Eingeweide faingovajdd]. das; -s. - (meist PI.) linhd.
ingeweide, zu gleichbed. geweide. zu T^Weide. urspr. = Futter.
Speise; die Eingeweide des Wildes wurden den Hunden
vorgeworfen]: (bei Wirbeltieren u. Mensch) in den
Körperhöhlen von Brust u. Bauch liegende innere Organe: die
E. sind verletzt, treten hervor; einem geschlachteten Huhn
die E. herausnehmen; Ü der Hunger wühlt in seinen -n;
bis in die E. hinein erschrecken, traurig sein.
etaeweide-, Eingeweide-: -brach, der (Med.): das
Heraustreten von Teilender Eingeweide des Bauches in eine
Ausstülpung des Bauchfells; -nervensystem, das: svw. f vegetatives
Nervensystem; ^k»<AdJ.; o. Steig.; nichtadv.): kein
Eingeweide habend: und dazu empfand ich ... den Kontrast
zwischen meiner Feinheit ... und der Urtümlichkeit ...
dieser betagten Schwämme und -en Haarsterntiere (Th.
Mann. Krull 347); -schau, die: im alten Rom übliche
Deutung der Zukunft aus den Eingeweiden der Opfertiere durch
einen Priester; -vorfcül, der: svw. T ^bruch; -Senkung, die
(Med.): Senkung von Bauchorganen bes. bei Erschlaffung
der Muskulatur der Bauchdecke; -wurm, der: im
Verdauungskanal von Mensch u. Tier schmarotzender Wurm.
Eingeweihte, der u. die; -n. -n <Dekl. ! Abgeordnete]: jmd.,
der in etw. eingeweiht, von jmdm. ins Vertrauen gezogen
worden ist; jmd., der von Dingen Kenntnis hat, die nicht
jedem bekannt, zugänglich sind: er machte ein Zeichen,
das nur den -n etwas sagte.
eingewöhnen <sw. V.; hat): an eine neue Umgebutig. an neue
Verhältnisse gewöhnen: so wie man etwa erwachsene
Wildfänge (= Wildtiere) e. muß (Wochenpost 6. 6. 64. 22);
(meist e. + sich:) ich habe mich an meinem neuen
Arbeitsplatz rasch eingewöhnt; <Abl:> Eingewöhnung, die; -, dazu:
Eingewöhnungszeit. die.
gingewurzelt: teinwurzeln.
eingezogen ['aingdtso:gn] <Adj.; nicht präd.) (selten):
gesellschaftlichen Umgang meidend, zurückgezogen: ein sehr -es
Leben führen; <Abl.:> Ejjigezoaenheit, die; -.
eingezwängt: T einzwängen.
eingießen <st. V.; hat): 1. in ein Trinkgefäß gießen: Kaffee
e.: er goß ihm einen Schnaps ein: soll ich dir noch [ein
Glaschen] e.?; Ü Die Männer ... gössen sich das Dünnbier
ein (tranken es gierig; Kuby. Sieg 126). 2. durch Gießen
(4) einfügen: unter einen Briefbeschwerer aus Kristall, in
den ein silbernes Schaf eingegossen war (Remarque.
Triomphe 460).
eingipsen <sw. V.; hat): 1. mit Gips in etwas befestigen:
einen Nagel [in die Wand] e. 2. zur Ruhigstellung mit
einem Gipsverband umgeben: ein gebrochenes Bein e.; er
(seine gebrochenen Glieder) wurde eingegipst.
eingittern <sw. V.; hat): mit einem Gitter umgeben: der
kleine Platz um das Denkmal wunde eingegittert; ein
eingegitterter junger Baum.
Einglas, das; -es. Eingläser [LÜ von frz. monocle] (veraltet):
Monokel.
einglasen faingla:zn] <sw. V.; hat) (landsch.): etw. unter
Glas legen; rahmen: Dias e.
eingleisen ['ainglaizn] <sw. V.; hat) (Technik): (ein
Schienenfahrzeug) wieder / auf die Gleise bringen: der Wagen wurde
hydraulisch eingegleist.
eingleisig <Adj.; o. Steig.): mit nur einem Gleis ausgestattet:
eine -e Bahnlinie; Ü daß diese gegenseitige Durchdringung
nicht e.. sondern in beiden Richtungen vonstatten geht
(Herrenjournal 2. 1966. 32); <Abl.:) Eingleisigkeit. die:-.
eingliedern <sw. V.; hat): sinnvoll in ein größeres Ganzes
einfügen, einordnen (Ggs.: ausgliedern): das Dorf wird der/
in die Verbandsgemeinde eingegliedert; Jmdn. in einen
Arbeitsprozeß e.; (auch e. + sich:) du kannst dich nicht
in die Gemeinschaft e. (dich ihr nicht anpassen, dich nicht
einordnen): <Abl.:) Eingliederung, die; -. -en.
eingraben <st. V.; hat): l.a) grabend teilweise od. ganz in
die Erde hineinbringen (Ggs.: ausgraben 1 a): eine Kiste
mit Wertsachen e.; einen Leichnam. Kadaver e.; der Pfahl
muß einen halben Meter tief eingegraben werden; <auch
e. + sich:) der Krebs hat sich eingegraben; Wenn es
die Schneelage erlaubt, soll man sich ... in den Schnee
e. (Eidenschink. Eis 154); b) (Pflanzen) grabend mit den
Wurzeln ins Erdreich bringen; einpflanzen (Ggs.: ausgraben
1 c): ein Bäumchen, einen Strauch e. 2. (geh.) mit einem
spitzen Gegenstatut in etw. ritzen, meißeln: eine Inschrift
in den Grabstein e.; man ... schenkt sich Ringe mit dem
eingegrabenen (eingravierten) Namen (Musil. Mann
1157). 3.a) durch Hineindrücken, Eindringen als Vertiefung
hinterlassen: die Räder gruben ihre Spuren in den Sand
ein; Ü Hier hat der Mensch seine Spuren in das Gesicht
der Erde eingegraben (Bamm. Weltlateme 110); b) <e.
+ sich) sich eine Vertiefung schaffend in etw. eindringen:
der Fluß hat sich in die oberen Gesteinsschichten
eingegraben; Ü tiefe Furchen hatten sich in sein Gesicht
eingegraben; das Erlebnis grub sich tief in sein Gedächtnis
ein; <Abl.:) Eingrabung. die; -, -en.
eingrtttschen <sw. V.; hat): a) (Turnen) unter den sich kurz!
vom Gerät lösenden Händen hinweg grätschen; b) (Fußball)
die gespreizten Beine zwischen die des Gegners schieben
u. ihn dadurch am Weiterspielen hindern: der Verteidiger
bereinigte die Situation, indem er hart eingrätschte.
eingravieren <sw. V.; hat): durch Gravieren in etw.
einarbeiten; in etw. gravieren: er ließ den Namen, die Initialen
in den Ring e.; das Datum muß noch eingraviert werden;
<Abl.:> Eingravierung, die; -. -en.
eingreifen <st. V.; hat): 1. durch entscheidendes Handeln
auf etw. Einfluß nehmen; sich entscheidend in etw.
einschalten: in eine Diskussion, in einen Streit e.; helfend e.; die
Polizei mußte e. (einschreiten); Jetzt griff der Zufall ein
zweites Mal ein (Mostar. Unschuldig 23); diese Maßnahme
greift tief in unsere Rechte ein (beschneidet sie); ein
Ereignis von eingreifender (entscheidender) Bedeutung;
(subst.:) sein beherztes Eingreifen rettete die Lage. 2.
(Technik) antreibend! in eine entsprechende Vertiefutig
hineinragen, sich hineinschieben: das Zahnrad greift ins
Getriebe ein.
eingrenzen <sw. V.; hat): 1. eine sichtbare Grenze utn etw.
ziehen, bilden: eine Hecke grenzt das Grundstück ein. 2.
auf etw. beschränken, einengen, begrenzen: das
Diskussionsthema wurde [auf die wichtigste Frage) eingegrenzt; <Abl.:>
Eingrenzung. die; -. -en.
Eingriff, der; -[eis, -e: l.a) unrechtmäßiges, unberechtigtes
Eingreifen (1): ein schwerwiegender politischer E.; sich
-e in jmds. private Sphäre erlauben; b) das Hineingreifen:
als Banklehrling E. in die Portokasse und durchgebrannt
nach Algier (Maass. Gouffe 255). 2. (Med.) Operation,
bes. an inneren Organen; die an jtndm. vorgenommen werden
muß!: ein operativer, chirurgischer, gefährlicher E.; ein
E. ist notwendig geworden; sich einem leichteren E.
unterziehen; die für -e am offenen ... Herzen zur Verfügung
stehende Zeit (Medizin II. 15); <Zus. zu 1:)
Eingriffsmöglichkeit, die.
eingrünen <sw. V.; hat) (Gartenbau): Rasen säen: eine Fläche
e.; <Abl.:) Eingrünung. die; -. -en: Wenn das Dorf dem
Erdboden gleichgemacht ist, folgt die E. des Geländes
(MM 20. 4. 72. 14).
eingruppieren <sw. V.; hat): einer Gruppe zuordnen, in
Gruppen einordnen: die Angestellten wurden in verschiedene
Gehaltsklassen eingruppiert; Jmdn. richtig, falsch e.:
<Abl.:> Eingruppierung. die; -. -en.
Einguß, der; Eingusses. Eingüsse (Gießerei): 1. das ff
ineingießen, -schütten des Metalls in die Gußform. 2. Öffnung
an der Gußform, durch die das Metall hineingegossen wird.
einhacken <sw. V.; hat): wiederholt, immer wieder nach
jmdm., etw. hacken: der Sperber hackte auf sein Opfer
ein; Ü wenn ... das schwere Geschoß dann auf die wunde
Stadt einhackte (Plievier. Stalingrad 284); alle hacken auf
ihn ein (ugs. abwertend; greifen ihn an, machen ihm
Vorwürfe).
einhaken <sw. V.; hat): 1. mit einem Haken befestigen, dureti
einen Haken verschließen, mit etw. verbinden (Ggs.:
aushaken 1 a): den Fensterladen e.; das Seil in die/(seltener.)
der Öse e.; Ü komisch, wie irgendein Name plötzlich
herausfällt aus allen andern Namen und einhakt (Frisch.
Gantenbein 356). 2. seinen Arm in den angewinkelten Arm
633
einhalbmal
eines andern schieben, legen: sie hakte ihn ein; <meist e.
+ sich.) sie hatte sich bei ihm eingehakt; die beiden
Mädchen hatten sich eingehakt; sie gingen gern eingehakt (Arm
in Arm), 3. (ugs.) jmds. Gespräch. Rede o.a. unterbrechen,
um sich zu einem bestimmten Punkt, meist mit einem
Einwand, zu äußern: bei dem Wort Emanzipation hakte sie
sofort ein ...
einhalbmal <Wiederholungsz.. Adv.) (mit Ziffern: 4mal):
ein halbes Mal. um die Hälfte: e. soviel; e. so groß wie
...; e. mehr; e. teurer.
Einhalt nur in der Wendung jmdm.. einer Sache E. gebieten/
tun (geh.; durch energisches Entgegentreten jmdn. dazu
veranlassen, etw. nicht weiterzuführen: etw. Schädliches.
Störendes abstellen, eindämmen, sich nicht ausbreiten
lassen): sie redete unaufhörlich, und niemand gebot ihr E.;
einem Übel, einer Seuche E. tun; einhalten <st. V.; hat):
1. in einer Tätigkeit nicht fortfahren, mit seinem Tun
vorübergehend/ aufhören: innehalten: er hielt in der/mit der
Arbeit ein; halt ein! 2.a) (veraltet) in seiner Bewegung
hemmen, anhalten: zum Stillstand bringen: kann ich doch
die Pferde nicht e.! (Winckler. Bomberg 95); b) (landsch.)
bei sich zurückhalten, nicht von sich geben: die Kuh hält
die Milch ein; das Kind kann es (den Harn, Stuhl) nicht
mehre. 3.a) (etwas, was als verbindlich gilt, eine
Verpflichtung) befolgen, erfüllen, sich daran halten, danach richten:
einen Termin, sein Versprechen e.; eine strenge Diät e.;
die Dosierung ist genau einzuhalten; b) nicht von etw.
abweichen, sondern es beibehalten: die vorgeschriebene
Geschwindigkeit, den Abstand e.; einen Kurs e. 4.
(Schneiderei) durch kleine Fältchen. Abnäher, durch Zusammenziehen
o. ä. die Weite. Breite von etw. verringern: den Ärmel etwas
e.; <Abl. zu 3:) Einhaltung« die; -: die strikte E. eines
Termins.
einhämmern <sw. V.; hat): l.a) (selten) mit dem Hcujimer
hineinschlagen: einen Pflock [in den Boden) e.; b) durch
Hämmern in etw. > entstehen lassen: Rillen in den Beton
e.; Ü Jauchzet, frohlocket, hämmerte Paasch den Tasten
ein (Fries, Weg 40). 2. wiederholt, immer wieder mit dem
Hammer auf etw. schlagen: er hämmerte auf den Steinblock
ein; Ü der Boxer hämmerte auf seinen Gegner ein (trat
ihn mit zahlreichen, rasch aufeinanderfolgenden Schlägen):
unaufhörlich hämmert Lärm auf uns ein. 3. durch
unausgesetztes Einwirken, ständiges Wiederholen einprägen, bei
jmdm. entstehen lassen: einem Kind die Regeln e.; es wurde
ihr eingehämmert, stets darauf zu achten, daß ...; die
Werbung hämmert den Verbrauchern ein falsches Bild von
der Wirklichkeit ein.
einhamstern <sw. V.; hat) (ugs.): in großer Menge für sich
gewinnen: sammelnd einheimsen: er hat wieder viele Preise,
viel Lob eingehamstert.
Einband-: regier, der [zu seem. Hand = Matrose.
Besatzungsmitglied, nach gleichbed. engl. hand. eigtl. = Hand]
(Segeln): 1. jmd., der ein Segelboot allein über eine
Rennstrecke od. über größere Meeresstrecken führt. 2. Segelh<wt.
das zur Bedienung durch nur einen Mann eingerichtet ist:
^wurf, der (Basketball): mit einer Hand ausgeführter
Korbwurf: der E. von oben ist wegen der fehlenden Sicherung
des Balls umstritten.
einhandeln <sw. V.: hat): 1. durch Handel. Tausch erwerben,
für sich gewinnen: im Krieg hatten sie den Schmuck gegen/
(auch:) für Lebensmittel eingehandelt. 2. <e. + sich) a)
(ugs.) für sein Verhalten, Benehmen Kritik o. ä. hinnehmen
müssen: sich wegen seines Zuspätkommens einen Verweis
e.; während Alwin Schockemöhle auf seinem sonst so
sicheren Ferdl sich... vier Fehlerpunkte einhandelte (Neues
D 1. 6. 64, 4); was habe ich mir da bloß eingehandelt
(auf mich genommen)!: Kann sein, ich handle mir ein
paar Schellen ein (Plenzdorf, Leiden 36); b) im
Zusammenhang mit einer Tätigkeit eine Krankheit o.a. bekommen:
Das Glasauge hatte er sich in Spanien eingehandelt
(Plenzdorf, Leiden 89).
einhändig <Adj.; o. Steig.): nur eine Hand habend: mit nur
einer Hand: ein -er Kriegsversehrter; er spielte manchmal
e. Klavier.
einhändigen ['ajnhendign] <sw. V.; hat): etw. in jmds. Hände
geben: jmdm. etw. in die Hand legen, ihm anvertrauen:
jmdm. eine Geldsumme e.; sie hat ihm den Schlüssel selbst
eingehändigt: <Abl.:) Einhändigung, die; -.
einhängen <sw. V.; hat): l.a) in eine Haltevorrichtung, einen
Haken, eine Öse o. ä. hängen u. dadurch daran befestigen
(Ggs.: Aushängen 2a): eine Tür, den Fensterladen e.;
(Buchbinderei:) den gehefteten oder geklebten Buchblock
am Rücken in einen Umschlage.; Ü den Film zurech tzuflik-
ken. die Streifen, die Träume geworden waren,
einzuhängen in die Zähne der Kurbelwelle (Böll. Haus 25); b)
den Telefonfiörer auf die Gabel legen bzw. in die
Haltevorrichtung hängen u. das Gespräch damit beenden: sie wollte
noch etwas fragen, aber er hatte bereits [den Hörer]
eingehängt. 2. svw. feinhaken (2): sie hängte ihren Arm in
seinen ein; sie hat sich bei ihm eingehängt (Ggs.:
ausgehängt); Mathias hängt sich ... in sie ein (A. Kolb, Schaukel
17); eingehängt ineinander (Musil, Mann 1166); <zu I a:>
Einhängeöse, die; -. -n; Einhängen, das; -s (Budo): * kleines
E. (Wurf bei dem man mit einem Bein von außen hinter
das Bein des vor einem stehenden Gegners hakt, ihn nach
hinten aus dem Gleichgewicht bringt u. ihn rückwärts auf
die Matte wirft).
einharken <sw. V.; hat) (nordd): Samen. Dünger/ mit
der Harke unter das Erdreich mischen.
einhauchen <sw. V.; hat) (dichter.): jmdn.. etw. mit etw.
erfüllen: verleihen, vermitteln: jmdm. neues Leben e.; auch
dem vollkommensten Elektronenhirn ist kein Kampfgeist
einzuhauchen (Reinig, Schiffe 134).
einhauen <unr. V.; hieb/haute ein. hat eingehauen): l.a)
mit einem Werkzeug, einem Gerät (in Stein od. Holz)
hauend hervorbringen: er haute die Jahreszahlen in den
Gedenkstein ein; in den /(seltener.) in dem Stein war eine
Inschrift eingehauen; b) in etw. hinein Ischlagen: er haute
den Nagel [in die Wand] ein. 2. durch Schlagen. Stoßen
mit einem Gegenstand, zertrümmern, zerstören: er haute
die Fensterscheibe ein: er hat ihm den Schädel eingehauen.
3 Jmdm. fortgesetzt, blindlings Schläge versetzen: wiederholt
auf ihn liauen. auf jmdn. einschlagen: auf die Pferde e.;
er hieb/(ugs.:) haute unbarmherzig mit seinem Schwert
auf die anstürmenden Gegner ein. 4. (selten) auftreffen,
einschlagen (3): man muß die Geschosse. ... im Ohr haben,
man muß vorausbestimmen können, wo sie e. (Remarque,
Westen 96). 5. (ugs.) bei einer Mahlzeit viel u. schnell
essen: mit großem Appetit, gierig essen: sie setzten sich
an den gedeckten Tisch und hauten/hieben ordentlich ein.
einhausen [ainhauzn], sich <sw. V.; hat) [zu t hausen =
wohnen] (Schweiz.): sich häuslich einrichten.
einhäusig [ainhoyzi^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bot.):
männliche u. weibliche Blüten zugleich aufweisend (Ggs.:
zweihäusig): -e Pflanzen; <Abl.:) Einhäusigkeit, die; -.
einheben <st. V.; hat): 1. in seine Haltevorrichtung hinein
/heben: einhängen da; Ggs.: ausheben 2): die Tür wieder
e.; sind sie ... dabei, mit großen Trossen die Bombe zu
unterfangen und langsam in das Schwimmdock ...
anzuheben (MM 19. 2. 66, 3). 2. (südd., österr.) erheben (5 a).
einziehen (8 a). kassieren: einen Beitrag e.; die eingehobenen
Steuern; <Abl.:> Einhebung« die; -. -en (südd.; österr.):
Einkassierung. Eintreibung, dazu: Einhebungsbeamte, der:
mit dem Eintreiben von Geld beauftragter Beamter: Einhe-
bungstermin, der: Zahlungstermin.
einheften <sw. V.; hat): 1. in einen Ordner. Hefter o.a.
heften: Briefe, Akten e. 2. mit Heftstichen in etw. nähen:
den Ärmel e.
einhegen <sw. V.; hat) (bes. Forstw.. Gartenbau): mit einem
Zaun o.a. umgeben: eine Schonung e.; <Abl.:) Einhegung,
die; -. -en.
einheilen <sw. V.; ist) (Med.): ins Körpergewebe einwachsen
u. verheilen: die übertragene Haut, das Transplantat ist
eingeheilt; <Abl.:) Einheilung, die; -. -en. dazu:
Einheikingsstörung, die.
einheimisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) aus einem
bestimmten Ort, Land, einer bestimmten Gegend stammend
u. dort lebend, ansässig: die -e Bevölkerung; b) aus dem
eigenen Land stammend, dort vorkommend, wachsend,
entstanden, üblich (Ggs.: ausheimisch): -e Pflanzen; die -e
Kunst fördern; c) (Ballspiele) auf dem eigenen Platz, vor
eigenem Publikum spielend: die -e Mannschaft wurde von
den Fans stürmisch gefeiert; (Subst. zu a:> Einheimische,
der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): einen -n nach
dem Weg fragen; Da ich keine -e war, gehörte ich nicht
zur Dorfgemeinschaft (Rinser. Lobel 4).
einheimsen [ainhaimzn] <sw. V.; hat) [zu mhd. heimsen
= heimbringen. tHeim] (ugs.): in großer Menge für sich
gewinnen, erlangen: viele Gewinne e.; er hat schon allzuviel
Vorschußlorbeeren eingeheimst.
634
einhüllen
Einheirat, die; -, -en: das Einheiraten: durch E. in diese
Firma war er zu Reichtum gekommen; einheiraten <sw.
V.; hat): durch Heirat Mitglied einer Familie, eines Unter-
nehmens o.a. werden: in eine alte Familie. Firma e.
Einheit, die: -. -en [spätmhd.. LÜ von lat. unitas]: 1. in
sich geschlossene Ganzheit. Verbundenheit: als Ganzes
wirkende Geschlosseftlieit. innere Zusammengehörigkeit: die
wirtschaftliche, nationale E. eines Volkes; die künstlerische
E. einer Dichtung; E. von Form und Gehalt; die einzelnen
Teile des Werkes bilden zusammen eine E. (ein
einheitliches, geschlossenes Ganzes): besteht ... das Licht aus
winzig kleinen Energiestößen, die... immer als geschlossene
•en zur Wirkung gelangen (Haber, Welten 70); sich zu
einer E. verbinden. 2. einem Maß-, Zälilsystem zugrunde
liegende Größe: der Meter ist die E. des Längenmaßes;
das Präparat enthält tausend -en Penizillin. 3. (Milit.)
zahletvnäßig nicht festgelegter militärischer Verband: eine
motorisierte E.; zu einer anderen E. versetzt werden;
<Abl.:> einheitlich <Adj.>: a) eine Einheit (1) bildend,
erkennen lassend: in sich geschlossen: ein -es Werk; die Struktur
ist nicht e. genug; das muß -er gestaltet werden; b) für
alle in gleicher Weise geltend: unterschiedslos: -e Kleidung;
das muß alles e. geregelt werden, dazu: Einheitlichkeit,
die; -.
Einheits-: -bestrebungen <P1.>: Bestrebungen, zu einer
politischen Einlieit (1) zu gelangen: ^erde, die (Gartenbau): aus
bleichen Raumteilen Ton (od. Lehm) u. Torf bestehetyde
Mischung, die die Vielzahl der gärtnerischen Erden mindern
soll: messen, das (abwertend): einheitliches (b), nicht
abwechslungsreiches, keine Auswahlmöglichkeiten bietetules
Essen: -format, das: einheitliches (b). genormtes Format:
^front, die: Zusammenschluß mehrerer Parteien. Gruppen
o. ä. mit einheitlichen (a) politischen Zielen. Bestrebungen:
^Bedanke, der: Gedanke an eine Vereinigung: -gewerk-
sdiaft, die: gewerkschaftliche Organisation sform '. die das
Prinzip einer einheitlichen (a) Gewerkschaftsbewegung zu
verwirklichen versucht: ^klasse, die: Klasse von
Segelbooten, bei denen Form u. Einzelheiten genau festgelegt sind:
-kleidung, die (meist abwertend): einheitliche (b), keine
Unterschiede aufweisende Kleidung: -kurzschrift, die <o.
PI.>: auf mehreren Systemen beruhende verein/teitlichte
Kurzschrift: -liste, die (Politik): Waldliste, auf der
Kandidaten aller Parteien vertreten sind: Wahlen nach -n verhindern
eine echte Willensäußerung der Bevölkerung (Fraenkel.
Staat 349); -maß, das: einheitliches (b). genormtes Maß:
^Partei, die: in der Fügung Sozialistische Einheitspartei
Deutschlands (DDR; durch Zusammenschluß von SPD u.
KPD 1946 gegründete Partei: Abk.: SED); -preis, der:
einheitlicher (b). allgemein üblicher od. festgelegter Preis
für eine Ware: -preisgeschift, das: Einzelhandelsgeschäft,
das gängige Artikel zu einheitlichen (b). festen Preisen
anbietet: -schule, die: Schulsystem, das für alle Kinder einen
einzigen (in sich verschieden gegliederten) Schultyp vorsieht:
^spräche, die: ein/teitliche (b) Sprache, die für die
Wissenschaft (zunächst die Physik) konstruiert werden sollte:
-Staat, der: von einer Zentralgewalt gelenkter Staat mit
einheitlich (b) geregelter Rechtsordnung, Verwaltung u.a.:
-strafe, die (jur.): eifiheitliche (b) Freiheitsstrafe bis zu
fünf zehn Jahren od. von lebenslanger Dauer für alle Straftaten
(anstelle von Zuchthaus. Gefängnis. Haft. Einschließung):
-streben, das: Streben nach Einheit feiner Nation 1: -tarif,
der: einheitlicher (b) Tarif, ^wert, der (Steuerw.): einheitlich
(b) festgesetzter Steuerwert für Grund-. Vermögens-.
Betriebsbesitz: -willefn], der: Wille zur Einheit: ^zeit. die
<o. PL): für bestimmte Zonen der Erde gültige einheitliche
(b) Zeit.
anheizen <sw. V.; hat): l.a) Feuer machen, mii mehr,
Brennmaterial versorgen u. dadurch warm, heiß machen:
den Ofen, Kessel e.; b) durch Heizen für Wärme sorgen,
vollständig durchwärmen: sie haben das Zimmer tüchtig
eingeheizt; Ü mache einen Dauerlauf oder trinke davon
einen Schluck, das heizt ein (ugs.; macht dich warm,
erwärmt dich). 2. (ugs.) dem Alkohol tüchtig zusprechen: viel
trinken: er hat wieder ganz schön eingeheizt. 3. (ugs.)
a) durch Zurechtweisung o.a. zur Eile, zu einer besseren
Leistung antreiben: er heizte den Arbeitern gehörig ein;
b) die Meinung sagen, heftig zusetzen, zu schaffen machen:
jmdn. bedrängen, ängstigen, bedrohen: dem werde ich
gehörig e.. wenn er es noch einmal tut; er hat seinem
Gegner ganz schön eingeheizt.
einhelfen <st. V.; hat) (landsch.): leise vorsagend
weiterhelfen: wenn du im Text hängenbleibst, helfe ich dir ein.
einhellig ['ainhelu;] <Adj.) [spätmhd. einhellec. erw. aus
mhd.. ahd. einhel; Zusb. aus mhd. enein hellen, ahd. in
ein hellan = übereinstimmen, eigtl. = in eins klingen,
tönen): gänzlich, in allen Punkten übereinstimmend: von
allen ausnahmslos vertreten: -e Zustimmung; sie waren e.
der Meinung, daß ...; (Abl.:> Einhelligkeit, die; -.
£inhenk[e]lig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: mit nur einem
Henkel versehen/: ein -er Topf; £inhenke[l]n <sw. V.; hat)
[zu mundartl. henken = hängen! (landsch): den Arm in
den des anderen legen: einhaken: sie henkelte ihn ein; <meist
e. -I- sich) sie henkelte sich bei ihm ein; die beiden hatten
sich eingehenkelt.
einher [ain'he:^] <Adv.) [mhd. Inher] (österr.): herein: komm
e.!
einher-: ^fahren <st. V.; ist) (geh.): (in bestimmter Weise,
an einem bestitwnten Ort o. ä.) vor jmds. Augen umher-,
vorbeifahren: sie sah ihn stolz mit seinem neuen Wagen
e.; -gehen <unr. V.; ist) (geh.): 1. (in bestimmter Weise,
an einem bestimmten Ort o. ä.) vor jmds. Augen umher-,
vorbeigehen: mit gesenktem Kopf neben seinem Pferd e.
2. gleichzeitig mit etw. auftreten, vorkommen, erscheinen:
mit etw. anderem zusammen vorhanden, verbunden sein:
die Krankheit geht meist mit Fieber einher; -reden <sw.
V.; hat): ohne rechte Überlegung sprechen. Belangloses
sagen: das hat er bloß so einhergeredet; -schleichen <st.
V.; ist): langsam, schleichend einhergehen: wie sie einher-
schleichen, ganz das personifizierte schlechte Gewissen
(Zwerenz, Kopf 111); -schreiten <st. V.; ist) (geh.): (in
bestimmter Weise, an einem bestimmten Ort o. ä.) vor jmds.
Augen umher-, vorbeigehen: eine kleine Dame .... die am
Arm eines hünenhaften Marineoffiziers klein und zierlich
einherschritt (K. Mann. Mephisto 10); -stolzieren <sw.
V.; ist): voller Stolz einher schreiten.
Einherier [ain'he:riBl, der; -s, - [aisl. einherjar. PI. von:
einheri = vortrefflicher Kämpfer) (nordische Mythologie):
gefallener Kätnpfer.
einhieven <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): hochziehen, -winden
u. hereinholen: einziehen: die Ankerkette e.
einhin [ajnhinl (Adverb) (österr.. bayr.): hinein.
einhöck[e]rig [ajnhcek(3)n<;l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
nur einen Höcker besitzet*!: das -e Dromedar.
Einhol- (ugs.; einholen 3): -korb, der: Einkaufskorb (a);
-netz, das; -tasche, die.
einholen <sw. V.; hat): l.a) an jmdn.. der einen Vorsprum
hat. heratikommen. ihn erreichen: geht schon voraus, ich
hole euch wieder ein; b) einen ! Leistungs /rückstand
aufholen. Versäumtes wettmachen, ausgleichen: jmdm. im
Leistungsstand wieder! gleichkommen: die verlorene Zeit,
das Versäumte rasch wieder e.; in Englisch hatte er seine
Mitschüler bald eingeholt. 2. von unten herauf- bzw. von
oben herunterziehen, hereinholen, einziehen u. verwahren1:
die Fahne, eine Leine e.; die Fischer holten die Netze
ein. 3. (ugs.) svw. teinkaufen (1 a): Brot, Gemüse e.; sie
ist noch rasch e. gegangen. 4. in einem bestimmten
Zeremoniell entgegengehen, empfangen u. feierlich geleiten: die
hohen Gäste, die neuen Glocken wurden eingeholt. 5.
sich geben lassen, erbitten: eine Genehmigung, ein
Gutachten e.; Erkundigungen über jmdn. e.; ich habe seinen Rat
eingeholt (habe mich von ihm beraten lassen): <AbI. zu
2, 4, 5:) Einholung, die; -.
einhören, sich <sw. V.; hat): durch wiederholtes Hören kennen
u. verstehen lernen: sich hineinhören: sich e. in die
Klangsprache der neuen Musik.
Einhorn, das; -fejs. Einhörner [mhd. einhorn, einhüme. ahd.
einhurno, LU von lat. unicornis u. griech. monökerösl:
Pferde- od. ziegenähnliches Fabeltier mit einem langen
geraden Hörn in der Mitte der Stirn.
Einhufer ['ajnhu.'fe], der; -s, - (Zool.): Vertreter einer Gruppe
von Huftieren, bei denen mit Ausnahme des vergrößerten,
mit einem Huf versehenen Mittelzehs (auf dem die Tiere
laufen) alle Zehen zurückgebildet sind: Pferde, Zebras u.
Esel sind E.: einhufig ['ajnhu:fi$l <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Zool.): je einen (d.h. ungespaltenen) Huf an den
Füßen besitzend: -e Tiere.
einhüftig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [wohl zu T 'ein (I)
u. tHüftel (Archit.): (von Bogen) verschieden hoch liegende
2Kämpfer (1 a) habend.
einhüllen <sw. V.; hat): mit etw. hüllend umgeben, etw. als
635
Einhüllung
Hülle, als Umhüllung um jmdn.. sich. etw. legen: das Kind,
sich. Kopf und Schultern in eine Decke e.; Ü Nebel hat
die Berge eingehüllt; Sie (= die Irren) sitzen da. als wären
sie eingehüllt in eine furchtbare Trauer (Remarque. Obelisk
31); In der echten, tiefen, alles einhüllenden Lüge sind
wir verborgen und geborgen (Jahnn. Geschichten 177);
<Abl.:> Einhüllung, die: -.
einhundert: verdeutlichend svw. f hundert; vgl. achthundert;
100-m-Lauf.der; -[eis. 100-m-Läufe (Leichtathletik):
Laufwettbewerb über 100 m; 110-m-Hünientauf, der; -[eis. 110-
m-Hürdenläufe (Leichtathletik): Hürdenlauf über 110m.
einhüten <sw. V.; hat) (landsch. bes. nordd.): in jmds.
Abwesenheit dessen Haus/mit. Familie betreuen, sich darum
kümmern: meine Tochter ist verreist, ich muß deshalb bei
ihr/dort e.; <subst.:> Student(in) für einige Stunden zum
Einhüten gesucht.
einig [aini$ <Adj.; nicht adv.) [mhd. einec. einic. ahd.
einac = einzig, allein): 1. in seiner Meinung \u. Gesinnung:
übereinstimmend: einer Meinung, eines Sinnes: einträchtig,
einmütig (Ggs.: uneinig): die -n Brüder; das süße Traumbild
der Hoffnung, die Fata MOrgana von ewigem Glück und
-er Liebe (Fussenegger. Haus 67); sie sind wieder e.; ich
bin [mir) mit ihm darin e. (stimme mit ihm überein. bin
mit ihm darin einer Meinung), daß ...; über den Preis
sind sie miteinander e. geworden (haben sie sich geeinigt):
ich bin mit mir selbst noch nicht ganz e. (bin mir noch
nicht ganz im klaren), ob ...; die beiden sind sich e. (ugs.;
wollen heiraten). 2. zu einer Einheit verbunden, geeint: die
verschiedenen Volksstämme wurden nie zu einer -en
Nation.
einig... I'ainig...] <Indefinitpron. u. unbest. Zahlw.) [mhd.
einic. ahJ. einic = irgendein!: 1. <Sg.) eine unbestimmte
kleinere Menge: ein wenig, etwas: nicht allzu viel: <attr.:>
-es alte (seltener: altes) Gerumpel; er hat noch -e Hoffnung;
das Dach bot uns -en Schutz; mit -em guten (selten: gutem)
Willen; (alleinstehend:) er erzählte -es. was wir noch nicht
wußten; hier fehlt noch -es (allerhand Sachen). 2. <P1.)
eine unbestimmte kleinere Anzahl: ein paar, mehrere: nicht
allzu viele: (attr.:) -e Leute waren zusammengekommen;
er war -e Wochen verreist; die Taten -er guter (seltener:
guten) Menschen; -e wenige (ein paar Leute) wußten
davon; er hat -e (mehrere) hundert Bücher; -e dreißig (ugs.;
dreißig u. einige) Leute; (alleinstehend:) -e standen noch
herum; es sind immer nur -e. die sich nicht fugen wollen.
3. <Sg. u. PI.) beträchtlich, ziemlich groß, ziemlich viel:
nicht wenig: <attr.:> es wird -en Ärger geben; das bringt
noch -e Überlegungen mit sich; (alleinstehend:) die
Reparatur wird sicher wieder -es kosten.
einigeln ['ain|i:g|n]a sich (sw. V.; hat): 1. sich (wie ein Igel)
einrollen, zusammenrollen: die Katze hat sich im Schlaf
ganz eingeigelt. 2. sich ganz zurückziehen, von andern
abschließen: er hat sich in letzter Zeit in seiner Wohnung
eingeigelt. 3. (Milit.) eine Abwehrstellung beziehen, die eine
Verteidigung nach allen Seiten ermöglicht: Erfolgt ein
Angriff auf die Panzersperre ...4% „Igle ich mich ein" (Bieler.
Bonifaz 13); (Abi. zu 2. 3:) Einigehmg. die: -. -en.
einigemal [auch: ' '-1 (Adv.): einige Male, mehrmals.
öfter: er hat schon e. angefragt.
einigen fainign] (sw. V.; hat) [mhd. einigen, einegen. zu
t einig): 1. / verschiedengeartete I Parteien. Personen.
Personengruppen o. ä. einig (2) machen, zu einer Einheit verbinden:
es war nicht gelungen, die verschiedenen Völkerstämme
zu e.; ein geeinigtes Volk; er... begriff alle Erscheinungen
des Lebens unter dem Totalitätsanspruch der einen und
alle einigenden christlichen Wahrheit (Thieß. Reich 491).
2. (e. + sich) sich einig (1) werden: zu einer
Übereinstimmung. Einigung kommen: mit jmdm. übereinkommen: es
dauerte einige Zeit, bis sie sich geeinigt hatten; sich auf
einen Vergleich, über den Preis e.; ich habe mich gütlich
mit ihm geeinigt; sie haben sich dahin geeinigt, daß ...;
(Abi. zu 1:) Einiger, der; -s, -: jmd.. der ein Volk o.a.
einigt: wurde er plötzlich als progressiver Herrscher u.
E. Rußlands gefeiert (Leonhard. Revolution 29).
einigermaßen (Adv.) [zu feinig... u. f -maßen]: I. bis zu
einem gewissen Grad, in erträglichem Maß: ungefähr,
leidlich: die Sache ist wieder e. in Ordnung; er hat sich wieder
e. erholt; eine e. gelungene Arbeit; wie geht es dir? e.
(erträglich): Er lehrte sie. sich auf dem Glatteis
gesellschaftlicher Verpflichtungen e. (leidlich gut) aufzufuhren
(Böll. Adam 20). 2. (ugs.) in hohem Maß. ziemlich, sehr:
er war doch e. überrascht; das ist schon e. grotesk; ..Mit
einem Wort, es ist e. beschissen. Herr Major!" (Plievier.
Stalingrad 207).
einiggehen (unr. V.; ist): einer Meinung sein, eine
übereinstimmende Meinung haben, übereinstitmnen: wir gehen
beide, ich gehe mit ihm darin einig, daß ...; mit vielen
Argumenten des Redners konnte man e.; Einigkeit* die; - [mhd.
einecheit; ahd. einigheit = Einzigheit. Einsamkeit]: das
Einigsein: Einträchtigkeit. Einmütigkeit: die E. unter den
Geschwistern wiederherstellen; es herrschte [volle) E.
(Übereinstimmung) darüber, daß ...; die E. war nur
vorgetäuscht; Spr E. macht stark; Einigung, die; -. -en: 1. das
Sicheinigen. Einigwerden: Übereinstimmung der Meinung.
Übereinkunft: eine gütliche E. anstreben; bei der E. auf
eine Kompromißformel gab es Schwierigkeiten; über
diesen Punkt wurde keine E. erzielt. 2. Herbeiführung einer
Einheit (1); Vereinigung. Zusammenschluß: die politische,
wirtschaftliche E. Europas.
Einiglines-: -bestrebung, die (meist PI.): Streben nach
Herbeiführung einer Einheit (1). nach Zusammenschluß: die
europäischen -en sind ins Stocken geraten; ^versuch, der:
Versuch, einen Zusammenschluß herbei zufüliren: ^werk.
das: Herbeiführung eines Zusammenschlusses: Erstens ist
die Arbeit vieler Jahre, die Arbeit am E. Europas brutal
gestoppt (Dönhoff. Ära 126).
einimpfen (sw. V.; hat): 1. (einen Impfstoff) einspritzen:
einem Versuchstier ein neues Serum e. 2. (ugs.) so
eindringlich sagen, so tief einprägen, daß es nicht mehr vergessen
werden kann: so auf jmdn. einwirken, daß bei ihm ein
bestimmtes Gefühl, eine bestimmte Einstellung bewirkt wird:
jmdm. etwas von Jugend auf/immer wieder e.; jmdm. Haß.
eine Überzeugung e.; (Abi.:) Einimpfung, die; -.
einjagen (sw. V.; hat): (ein heftiges Gefühl der Angst o. ä.)
plötzlich in Jmdm. hervorrufen, bewirken: du hast ihm einen
gewaltigen Schreck, große Angst eingejagt.
einjährig (Adj.; o. Steig.; nur attr.): 1. vgl. achtjährig. 2.
(Bot.) (von Blutenpflanzen. Kräutern) die gesamte
Entwicklung während einer Vegetationszeit von höchstens einem
Jahr durchlaufend (Ggs.: ausdauernd 2): es gibt -e und
mehrjährige Kräuter; (subst.:) 'Einjährige, der; -n, -n
(Dekl. T Abgeordnete) (früher): Soldat, der sich freiwillig
meldet u. auf Grund seiner Schulbildung nur ein Jahr zu
dienen braucht: Einjährige, das; -n [nach dem für den
'Einjährigen erforderlichen Schulabschluß] (ugs.
veraltend): mittlere Reife (Schulabschluß nach sechs Oberschul-
klassen): Genügt das E. oder braucht man das Abitur?
(MM 18. 11.67,48).
einjochen (sw. V.; hat) (veraltet): ins Joch spannen: ein
Zugtier e.
einkacheln (sw. V.; hat) [zu tKachelofen] (landsch.): stark
heizen: bei der Kälte wollen wir tüchtig, ordentlich e.
einkalkulieren (sw. V.; hat): I. in die Kalkulation.
Berechnung einbeziehen: mitberechnen: die Verpackungskosten
sind [mitl einkalkuliert. 2. im voraus mit jmdm.. etw.
rechnen: in seine Erwägungen. Pläne einbeziehen, in Betracht
ziehen: einplanen: ein Risiko, gewisse Umstände.
Möglichkeiten e.; etw. in seine Berechnungen e.; Die Leutnante
Asch und Brack wurden von vornherein als äußerst
verläßlich einkalkuliert (Kirst. 08/15. 918).
Einkammersystem [ajnkamBZYSte:m], das; -s. -e:
Verfassungssystem, bei dem die gesetzgebende Körperschaft aus
nur einer Kammer besteht.
einkapseln (sw. V.; hat): in einer Hülle, einer Kapsel fest
einschließen: mit einer Art Kapsel umgeben:
pharmazeutische Produkte maschinell e.; (e. + sich:) die Würmer
kapseln sich in den Muskeln ein; Ü du hast dich in der
letzten Zeit zu sehr eingekapselt (völlig zurückgezogen,
von der Umwelt abgesondert): (Abi.:) Einkapsehing,
(seltener:) Einkapshmg. die; -. -en.
einkarittg fainkaratif] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) (von
Edelsteinen) die Gewichtseinheit von einem Karat liabend:
ein -er Brillant; b) (von Gold) in einer Legierung ein Karat
reines Gold enthaltend: (zu a:> EinkariMer ['^jnkaratel.
der; -s, -: einkarätiger Edelstein.
einkassieren (sw. V.; hat) [nach ital. incassare): 1. kassierend,
in der Funktion eines Kassierers einnehmen, einsanvneln.
einziehen: er hat für diesen Monat [den Beitrag] noch
nicht einkassiert. 2. (ugs.) > ohne Skrupel] für sich nehmen:
jmdm. wegnehmen u. / in seinen Besitz bringen: was andere
versehentlich liegenlassen, kassiert er einfach ein; als die
636
einklarieren
Zigeuner ... einen Sammelteller mit gehäuften
Geldscheinen erfreut einkassiert hatten (Härtung, Piroschka 79).
3. (salopp) festnehmen, verhaften u. einsperren: bei der
letzten Razzia wurden in diesem Lokal einige von ihnen
einkassiert; <Abl.:> Einkassierung« die; -. -en.
einkasteln [ainkastln] <sw. V.; hat) [zu österr. kasteln =
einfassen, umschließen, zu tKasten! (österr. ugs.):
einsperren; festsetzen.
Einkauf, der; -s, Einkäufe: l.a) Anschaffung. Erwerbung
durch Kauf von Waren für den täglichen Bedarf; Besorgung:
Einkäufe machen, erledigen; beim E. von Lebensmitteln
auf den Preis achten; Für jede Frau ist der E. (das
Einkaufen) das halbe Vergnügen an der Reise (Dariaux [Übers.].
Eleganz 98); Ü billiger E. (scherzh. verhüll.; Ladendieb-
stahf); b) eingekaufte Ware für den täglichen Bedarf: sie
packte ihre Einkäufe aus. 2.a) Beschaffung durch Kauf
von Waren. Sachgütern. Betriebsmitteln für ein
Unternehmen: Einkäufe im Ausland tätigen; b) <o. PI.) (Kaufmanns-
spr.) Abteilung eines Unternehmens, die für den Einkauf
<2a) zuständig ist: er arbeitet im. beim E. 3. Zahlung,
durch die jmd. eine Berechtigung, eine Mitgliedschaft*
Teilhabersclmft. die Anwartschaft auf etwas erwirbt: sie
hat durch E. in ein Altersheim für später vorgesorgt. 4.
(Sport) a) das Einkaufen neuer Spieler: der E. eines teuren
Stars; b) eingekaufter Spieler: der neue Torwart war noch
der beste E. des Vereins; einkaufen <sw. V.; hat): l.a)
sich durch Kauf mit Waren für den täglichen Bedarf versehen;
Einkäufe. Besorgungen machen: etw. billig, vorteilhaft e.;
sie will noch ein paar Lebensmittel e.; er ist e. gegangen;
b) ( Waren. Sachgüter. Betriebsmittel) in größeren Mengen
durch Kauf beschaffen, im Handel beziehen: er hat das
Material en gros für die Firma eingekauft; Ü ohne Geld,
kostenlos e. (scherzh. verhüll.; Ladendiebstahl begehen;
stehlen). 2. (Sport; ugs.) jmdn. durch Zahlung von Geld
vertraglich / verpflichten, engagieren: der Verein hat zwei
Spitzenspieler eingekauft. 3. <e. + sich) durch Zahlung
eine Berechtigung, eine Mitgliedschaft. Teilhaberschaft, die
Anwartschaft auf etw. erwerben: sie wußten auch, daß er
sich in ein Geschäft eingekauft habe (Fussenegger. Haus
285); wir... haben uns dort eingekauft {Grundbesitz
erworben; K. Mann. Memoiren 128); <Abl.:> Einkäufer, der;
-s. -: 1. Angestellter eines Unternehmens, der mit dem
Einkauf (2a) beauftragt ist (Berufsbez.). 2. (Sport) jmd.. der
Spieler einkauft: vor Saisonschluß sind die E. wieder
unterwegs; Einkäuferin, die; -. -nen: w. Form zu t Einkäufer (1).
Einkaufs-: -absdikiß, der: Abschluß von Einkäufen im großen
(vom Großhandel); -abteihing, die: svw. !Einkauf (2b);
^beutel, der: einer Tasche ähnlicher Beutel aus
Kunststoffolie, der oft kostenlos in Läden zum Mitnehmen der
eingekauften Waren zur Verfügung gestellt wird; ^bummel, der:
Spaziergang durch die Stadt, den man macht, um dabei Einkäufe
(1 a) zu erledigen; ^genossenschaft, die: Genossenschaft,
zu der sich Einzelhandels-. Handwerks- u.
Landwirtschaftsbetriebe zusammenschließen, um durch gemeinsamen
Einkauf (2a) die Kosten zu verringern: -korb, der: a)
einhenkeliger Korb, den man zum Einkaufen (1 a) benutzt; b) Draht-.
Plastikkorb, in den man in einem Geschäft mit
Selbstbedienung die Waren legt, die man kaufen will; Mnöglichkeit,
die: in diesem Stadtviertel gibt es kaum -en; -netz, das;
-preis, der (Kaufmannsspr.): Preis, der dem
Einzelhändler! für die Ware vom Großhändler, seltener auch vom
Hersteller in Rechnung gestellt wird: den Mantel hat er
ihm zum E. überlassen; -quelle, die: Geschäft, das gute
Möglichkeiten zwn Einkaufen (1 a) bietet: sie hat wieder
eine günstige E. entdeckt; -reise, die: Reise, die
unternommen wird, um Einkäufe zu tätigen: Er studierte in Persien
die Kunst des Teppichknüpfens und übernahm ... die -n
und die Suche nach Sammlerraritäten in aller Welt (MM
16.10.75,26); -tasche, die; ^viertel, das: zum
Einkaufszentrum ausgebautes Stadtviertel; -wagen, der: fahrbares
Gestell mit einem fest verbundenen! Drahtkorb, in den man
in einem Selbstbedienungsladen die Waren legt, die man
kaufen will: In einem Einkaufszentrum setzte sich ein E.
selbständig in Bewegung und beschädigte ein geparktes
Kundenfahrzeug (Hörzu 18. 1976. 109); -zeit, die;
-^Zentrum, das [LÜ von engl. Shopping center]: häufig / außerhalb
einer Stadt I planmäßig angelegtes Geschäftsviertel, in dem
auf engem Raum verschiedene Einzelhandelsgeschäfte.
Gaststätten u.a. konzentriert sind: ein E. auf der „grünen
Wiese", fünf Autominuten von der City entfernt.
einkehlen <sw. V.; hat) (Bauw.): mit einer Rinne, mit Rinnen
versehen: das Dach e.; <Abl.:) Einkehlung, die; -. -en.
Einkehr [ajnke:?]. die; -: 1. (geh. veraltend) das Einkehren
(1); Besuch in einer Gaststätte, wenn man unterwegs ist:
[keine) E. halten: ohne E. weiterfahren. 2. (geh.) innere
Sammlung, das Überdenken, Prüfen der eigenen inneren
Situation; Selbstbesinnung: ich hielt bei mir selbst, in
meinem Inneren E.; das Erlebnis hatte ihn zur E. gebracht;
einkehren <sw. V.; ist): 1. unterwegs [auf einer Wanderung
o.a.! einen Besuch in einer Gaststätte machen; Rast in
einer Gaststätte halten: wir sind auf der Fahrt nur einmal
[in einemAseltener:) in ein Wirtshaus) eingekehrt; Ü bei
Freunden e. (geh.; sie unterwegs besuchen). 2. (geh.) sich
einstellen, bemerkbar machen, ausbreiten: der Frühling
kehrt in diesem Jahr verspätet ein; die Sorge war bei
ihnen eingekehrt; endlich kehrte wieder Friede ein; Sie
(= die Gesichter der Irren)... sehen aus wie große Hostien,
die daraufwarten, daß der Heilige Geist in sie einkehre
(Remarque. Obelisk 31). 3. <auch: ist) (Turnen) mit einer
Kehre das Gerät zur Mitte überqueren u. rücklings in den
Stütz od. Sitz gelangen: aus dem Seitenstand am
Pauschenpferd e.
einkeilen <sw. V.; hat): 1. (selten) mit einem Keil versehen,
befestigen: einen Axtstiel [in das Öhr) e. 2. von mehreren
Seiten so dicht an jmdn.. etw. herankommen, sich
herandrängen, daß eine Fortbewegung nicht mehr möglich ist;
einzwängen, festklemmen: Autofahrer keilten mit ihren Wagen
das Fahrzeug ein (MM 18. 3. 67. 10); (meist im 2. Part.:)
wir standen eingekeilt in der Menge.
fiinkeimblittlelrig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (Bot): (als
Keimling) nur ein Keimblatt ausbildend: -e Blütenpflanzen.
einkellern fainketen] <sw. V.; hat): im Keller als
Wintervorrat anlegen, unterbringen: Kartoffeln. Kohlen e.; <Abl.:)
Einkellerung, die; -. -en. dazu: Einkelleningskartoflel, die
<meist PL): Kartoffel, die sich zum Einkellern eignet: sich
-n liefern lassen.
einkerben <sw. V.; hat): a) eine Kerbe in etw. schneiden:
einen Stock am oberen Ende e.; Ü <e. + sich:) da es
zu selbstverständlich ... war, um sich in die Erinnerung
einzukerben (Zuckmayer, Fastnachtsbeichte 13); b)
kerbend in etw. hervorbringen, entstehen lassen: ein Zeichen.
Buchstaben in einen Baumstamm e.; <Abl.:> Einkerbung,
die; -, -en: a) das Einkerben: -en vornehmen; b) Kerbe.
Rille: Bei Felsnasen springen nasse Seile gern aus der
E.
einkerkern ['ajnkerknn] <sw. V.; hat) (geh.): in einem Kerker.
Verlies o. ä. gefangensetzen: einen Freiheitskämpfer e.; man
hatte ihn drei Jahre lang unschuldig eingekerkert; sie fühlte
sich in diesem Haus wie eingekerkert; <Abl.:)
Einkerkerung, die; -. -en.
einkesseln ['ainkesjn] <sw. V.; hat) (bes. Milit.): völlig
einschließen: eine Stadt e.; die Armee wurde eingekesselt;
Berge kesseln das Dorf ein; <Abl.:) Einkesselung, die; -.
-en.
Einkindschaft ['^nkmtjaft], die; - (jur.): Vertrag bei
Wiederverheiratung, durch den die Kinder des einen Ehegatten
aus erster Ehe den Nachkommen aus der neuen.Ehe völlig
gleichgestellt sind, auch in Beziehung zum neuen Ehegatten.
einkitten <sw. V.; hat): mit Hilfe von Kitt in etw. befestigen:
eine Glasscheibe [in den Rahmen] e.
einklagen <sw. V.; hat): durch Klage vor einem Gericht
einzutreiben, zu erlangen suchen: Schulden, Forderungen,
Schadenersatz für etw. e.; der eingeklagte Betrag; <Abl.:>
Einklagung, die; -. -en.
einklammern <sw. V.; hat): (etw. Geschriebenes) in
Klammern einschließen: einen Buchstaben, ein Wort, eine
Textstelle e.; <Abl.:) Einkbunmerung, die; -. -en.
Einklang, der; -[eis, Einklänge <P1. selten): 1. (Musik) das
Erklingen. Zusammenklang von zwei od. mehr Tönen auf
derselben Tonhöhe od. im Oktavabstand. 2. (geh.) als richtig,
angebracht, wohltuend empfundene Übereinstimmung.
Harmonie: der E. ist gestört; den E. mit sich selbst [wieder]
finden; mit jmdm. im E. sein; Worte u. Taten stehen
hier nicht miteinander im/in E.; etw. in E. zu bringen
(aufeinander abzustimmen) suchen; Sind wir im E. mit
der Geschichte oder die anderen? (Dönhoff, Ära 197).
einklappen <sw. V.; hat): (etwas Ausgeklapptes) Iwieder!
nach innen klappen, zusammen-, hochklappen (Ggs.:
ausklappen): das Bett kann man tagsüber e.
einklarieren <sw. V.; hat) (Zollw.. Seew.): beim Einlaufen
637
Einklarierung
in einen Hafen von der Zoll- u. Hafefibehörde abfertigen
lassen (Ggs.: ausklarieren): ein Schifte.; <Abl.:>
Einklarierung* die; -. -en.
fiinklassig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Schulw.): aus nur
einer Schulklasse bestehend: eine -e Schule;
Einklassenschule ['ajnklasnju:l9l, die; -. -n (Schulw.): Schultyp (meist
auf dem Land), bei dem Schüler aller Altersstufen
gemeinsam unterrichtet werden.
einkleben <sw. V.; hat): mit Klebstoff durch Kleben in etw.
befestigen: du mußt die Fotos noch [ins AlbumJ e.
einkleiden <sw. V.; hat): 1. a) mit der nötigen Kleidung
versehen, mit neuer Kleidung vollständig ausstatten: sich, seine
Kinder [neu) e.; Neu und neuriechend ließ seine Mutter
ihn e. (Grass. Hundejahre 86); b) mit Uniform,
Berufskleidung, Ordenstracht o. ä. versehen: die Rekruten, Novizen
wurden eingekleidet. 2. (geh.) (Gedankliches, Erlebtes o. ä.)
in bestimmter Weisein Worte fassen; indirekt, gleichnishaft
o.a. formulieren, umschreiben: seine Gedanken in ein
Gleichnis e.: eine eingekleidete Aufgabe. Gleichung
(Math.; Textaufgabe, zu deren Lösung der Schüler die
entsprechende Gleichung selbst aufstellen muß)', <Abl.:>
Einkleidung, die; -, -en <P1. selten): a) das Eifikleiden: wird man
ihre E. als Novizin vornehmen (Werfel. Bernadette 390);
b) Verkleidung, Umschreibung: daß jede Religion damals
nur in mystischer E. Glauben finden konnte (Thieß. Reich
209).
einkleistern <sw. V.: hat): mit Kleister versehen: die
Tapetenbahnen e.
einklemmen <sw. V.; hat): 1. dadurch, daß etw./jmd. zwischen
od. in etw. gerät, in der Bewegung, Beweglichkeit gehemmt
sein iu. gequetscht, verletzt werden/: ich habe mir den
Daumen eingeklemmt; ich habe ihm die Hand eingeklemmt;
der Fahrer war hinter dem Steuerrad eingeklemmt; (Med.:)
ein eingeklemmter Bruch; Das Geschiebe quoll durch die
Tore .... und meine Verkommenheit, eingeklemmt in der
Mitte der Beter.... (Reinig. Schiffe 64). 2. fest in. zwischen
etw.klemmen: das Monokel [ins Auge] e.; der Hund
klemmte den Schwanz ein. als ihn sein Herrchen strafend ansah;
einen Gegenstand in den Schraubstock e.; Er... klemmte
die Lippe ein (Langgässer. Siegel 219). 3. (Eishockey) den
Puck so gegen die Bande drücken, daß er blockiert u. nicht
spielbar ist: um das Tempo zu verschleppen, klemmte
die MannschaA die Scheibe an der Bande ein; <Abl.:)
Einklemmung, die; -. -en.
einklicken <sw. V.; ist): mit einem klickenden Laut einrasten
(Ggs.: ausklicken): als es (= das Zahnrad) eingeklickt
war. lief der Mechanismus (Böll, Haus 87).
einklinken <sw. V.) (Ggs.: ausklinken): a) durch Betätigen
eines Hebels o. ä. in eine Haltevorrichtung (bes. eine Tür
mit der Klinke) einschnappen, einrasten lassen <hat>: die
Tür leise e.; Atombomben, wie sie im Rumpf der Mirage-
Flugzeuge eingeklinkt sind (Spiegel 48. 1965. 116); U ..Ein
dufter Platz, um so'n paar Ausgeflippte wieder
einzuklinken*4 (salopp; in ein geordnetes Leben zurückzufuhren; MM
23. 9. 72. 4); b) in eine Haltevorrichtung einschnappen,
einrasten Ost): er hörte, wie die Tür einklinkte; Ü Die
entscheidende zwischenmenschliche Polarisierung und
Identifizierung kann schon weit vor der Pubertät
„einklinken44 (Studium 5. 1966. 309).
einklopfen <sw. V.; hat): in etw. hinein /klopfen: einen Nagel
[in die Wand] e.; die Creme leicht [in die Haut] e.
einknallen <sw. V.; hat) (nordd.): den Ofen stark heizen.
einkneifen <st. V.; hat): 1. (bes. von Lippen u. Mund) nach
innen drücken, zusammenpressen: er kniff die Lippen ein
und schwieg. 2. svw. T einklemmen (2): der Hund hat den
Schwanz eingekniflen; Ü dann wollen wir mal
ausprobieren, wie lange es dauert, bis Sie Ihren Schwanz e. (Kirst.
08/15.675).
einkneten <sw. V.; hat): in etw. hinein/kneten: Rosinen
[in den Teig] e.
einknicken <sw. V.): I. so umbiegen, daß ein leichter Knick
in etw. entsteht; leicht knicken (hat): Streichhölzer e.; der
Sturm knickte viele Äste ein; ich habe mir den Fuß böse
eingeknickt. 2. einen Knick bekommen; mit einem Knick
zusammensinken <ist): die Halme sind im Wind alle
eingeknickt; vor Erschöpfung knickten ihr die Knie/knickte sie
[in den Knien] ein; <subst.:) Bei der Entwicklung ... wurde
dem Einknicken (Deformation in der Reifenflanke) beim
Bremsen besondere Beachtung geschenkt (Auto 8. 1965.
50); Ü Im übrigen sei der Völkerbund ... vor dem Konflikt
... hilflos eingeknickt (Brod. Annerl 42); <Abl.:) Einknik-
kung. die; -. -en.
einknöpfbar ['ainknsQfba.'g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
so bescliaffen, daß es eingeknöpft werden kann (Ggs.:
ausknöpfbar): ein -es Mantelfutter; einknöpfen <sw. V.;
hat): knöpfend, mit Knöpfen in etw. befestigen (Ggs.:
ausknöpfen): das Futter [in einen Mantel] e.; <Zus.:)
Einknöpffutter, das.
einknoten <sw. V.; hat): knotend in ein Tuch binden: ein
Geldstück ins Taschentuch e.
einknüpfen <sw. V.; hat): knüpfend in etw. befestigen: in
den Wandteppich waren Perlen eingeknüpft.
einknüppeln <sw. V.; hat): fortgesetzt mit dem Knüppel
schlagen: Polizei knüppelt auf Demonstranten ein; Ü American
Motors knüppelte in einer Anzeige ... auf
Konkurrenzmodelle ein (Spiegel 5, 1966. 76).
einkochen <sw. V.; hat): 1. durch Kochen u. gleichzeitiges
luftdichtes Verschließen / haltbar machen, konservieren:
Kirschen. Gemüse e.; den Gelee hat sie selbst eingekocht.
2« durch Gekochtwerden Wasser abgeben, verdampfen u.
dadurch konzentrierter, dickflüssiger werden: die Soße muß
noch etwas e., ist zu sehr eingekocht. 3. (österr.) a)
(scherzh.) jmdn. zu etw. herumkriegen; b) betrügen; <Zus.
zu 1:) Einkochtopf, der; Einkochzeit. die.
einkokonieren fainkokoni:ran) <sw. V.; hat) [nach gleich-
bed. engl, to cocoon, zu: cocoon = KunststofThülle;
Kokon < frz. cocon. tKokon]: etwas mit einem Material
umhüllen, um es luftdicht abzuschließen: elektronische
Geräte werden mit KunststofTeinkokoniert; Ü Diese... einkoko-
nierte Reserveflotte aus 70 Kriegs- und
Versorgungsschiffen (MM 21. 10. 75, 7). Vgl. einmotten (2).
ankommen <st. V.; hat): 1. (veraltet) (von Geld)
eingenommen werden; als Einnahme, Gewinn eingehen: durch den
Verkauf ist eine größere Summe eingekommen. 2. (bes.
Sport) ins Ziel gelaßigen, am Ziel ankommen: sein Wagen,
der Läufer kam als zweiter ein; (Seemannsspr.:) das Schiff
kommt [in den Hafen] ein. 3. (geh.) sich förmlich, offiziell
mit einem Anliegen, einer Bitte o. ä. an }mdt\. (meist eine
Behörde) wenden: um Urlaub, um seine Versetzung, um
die Genehmigung für etw. e.; ... deshalb wäre er damals
auch um seinen Abschied eingekommen (Schnurre. Bart
157). 4. (veraltet, noch landsch.) plötzlich in den Sinn
kommen, einfallen: es ist mir gerade eingekommen, daß ...;
<Subst. zu 1:> Einkommen, das; -s. -. Gesamt swnme der
regelmäßigen Einnahmen, Einkünfte, Bezüge: ein geringes,
ein hohes monatliches E. haben; E. aus selbständiger
Arbeit. Grundbesitz (Steuerw.); sein jährliches E. beträgt
...; er hat ein gutes E.; das E. versteuern; sich für eine
bessere Verteilung des -s einsetzen; Vergünstigungen für
die Bezieher kleiner E.; Jede menschliche Nase riecht ...
den zarten Hauch von Unabhängigkeit. Gewohnheit, zu
befehlen.... der von einem großen und sicheren E. aufsteigt
(Musil. Mann 419).
einkommens-, Einkommens-: -ausfall, der; -beziiger, der:
-s. - (Schweiz.): jmd.. der ein Einkommen bezieht:
-Entwicklung, die; -grenze, die: der Zuschuß wird gewährt bis
zu einer E. von 1500 Mark; -höhe, die; ^los <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): über gar kein Einkommen verfügend;
-schwach <Adj.; nicht adv.): nur über ein geringes
Einkommen verfügend (Ggs.: ^stark): -e Familien.
Bevölkerungsschichten; -stark <Adj.; nicht adv. >: über ein hohes
Einkommen verfügend (Ggs.:^schwach); -Steuer, (Steuerw.:)
Einkommensteuer, die: Steuer, die nach jtnds. Einkotnmen
bemessen wird u. bei der das Einkommen Gegenstand der
Besteuerung ist; * einen Schlund wie die E. haben (ugs.;
unersättlich trinksüchtig sein), dazu: -Steuererklärung, die.
-steuerfrei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.). -steuerpflichtig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.). -steuertabelle, die,
^Steuerveranlagung, die; -Verhältnisse <P1.): über seine E. schweigt
er sich aus; -Verteilung, die; -Zuwachs, der.
einköpfen <sw. V.; hat) (Fußball): den Ball ins Tor köpfen:
er köpfte [eine Flanke! zum 1:0 ein.
Einkorn ['ainkDrnl. das; -s [mhd. einkorn. ahd. einchorn.
aus t'ein (I) u. tKorn]: Weizenart mit kurzen, dicken,
flachgedrückten Ähren mit langen Grannen, die meist nur
eine Frucht ausbilden.
einkörpern fainkeerpun] <sw. V.; hat): a) (Rel.. bes. Asien)
(von Seelenl in einen neuen / Körper gelangen, Gestall
werden lassen: war sie noch einmal auf Erden eingekörpert
worden und starb jetzt unschuldig (A. Zweig, Grischa
638
einlangen
446); b) <e. + sich) (Psych.) sich verwirklichen, seine
Eigenständigkeit gewinnen; <Abl.:> Einkörperung. die; -, -en.
dnkoten <sw. V.; hat) (bes. Med.. Psych.): durch
unkontrollierte Darmentleerung mit Kot beschmutzen: das Kind hat
sich, das Bett eingekotet.
einkrachen <sw. V.; ist) (ugs.): l.a) krachend in sich
zusammenfallen, einstürzen: die Brücke ist eingekracht; b)
krachend durch etwas brechen: das Kind ist auf dem Eis
eingekracht (ugs.; eingebrochen). 2. (von Granaten u. ä.)
einschlagen: er hörte plötzlich die Granaten ... es krachte hinter
ihnen ein (Böll. Adam 14).
ankrallen <sw. V.; hat): a) <e. + sich) die Krallen in etw.
schlagen, sich mit den Krallen in etw. festhalten: man sah
noch, wo sich die Katze eingekrallt hatte; Ü es war eine
fremde, selbständigerer,die sich in seine Lungen einkrallte
(Remarque. Funke 62); b) (die Finger u.a.) krampfhaft
in etw., in sich selbst bohren, krallen, zusammenkrallen:
vor Schmerz krallte sie die Finger [ins Kissenl ein.
Ctnkratzen <sw. V.; hat): 1. durch Kratzen mit einem scharfen
Gegenstand in etw. hervorbringen, in etw. kratzen: er hat
9einen Namen [in den Steinl eingekratzt. 2. <e. + sich)
(salopp) sich einschmeicheln, beliebt machen: du willst dich
bei deinem Chef e.
dnkrauseln: svw. feinkrausen; einkrausen <sw. V.; hat)
(Schneiderei): in lockere Fältelten legen, zu kleinen Falten
zusammenschieben u. dadurch eine Krause in etw. entstehen
lassen: einen Rock e.
einkreisen <sw. V.; hat): 1. einen Kreis, eine kreisförmige
Linie um etw. ziehen u. es dadurch markieren: ich werde
[mir] das Datum rot e. 2. von allen Seiten umstellen,
einschließen, kreisförmig umgeben, umzingeln: den Feind, eine
Stadt, das Wild e.; wir sind eingekreist; U
Untersuchungsrichter, die den großen Mörder einkreisen (in die Enge
treiben; Böll. Haus 167). 3. dem Kernpunkt einer Sache
(eingrenzend) immer nülxer kommen; eine Frage, ein
Problem, das Diskussionsthema Timmer mehr! e. 4. (Amtsspr.)
eine bisher kreisfreie Stadt in einen Landkreis eingliedern.
Einkreiser, der; -s. - [zu t'ein u. tKreisJ (Rundfunkt.):
Empfangsgerät mit einem einzigen, einstellbaren Hochfre-
ouenzschwingkreis.
Einkreisung, die; -. -en [zu leinkreisen]; <Zus>
Einkreisungspolitik, die
cinkremen: t eincremen.
einkreuzen <sw. V.; hat) (Biol.): eine bestimmte Art od.
Rasse durch Kreuzung mit einer andern (aus züchterischen
Gründen) verändern: in diese Rasse hat man eine
ausländische eingekreuzt; deutsche Rinder mit kanadischen e.;
<Abl.:) Einkreuzung, die; -, -en.
Einkriege, die; - (berlin.): vgl. tEinkriegezeck.
einkriegen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. svw. teinholen da). 2.
die Fassung, seine Selbstbeherrschung wiederfinden: als ich
das hörte, hab* ich mich [vor Lachen] nicht [mehr]
eingekriegt; nun. krieg dich mal wieder ein!
Einkriegezeck, das; -s, -s (berlin.): Spiel, bei dem ein Kind
die anderen fangen u. mit leichtem Schlag berühren muß.
einkrümmen <sw. V.; hat): nach einer Seite, bes. nach innen
krümmen: die Finger e.; <Abl.:) Einkrümmung, die; -, -en.
dnkugeln <sw. V.; hat/ist) (Turnen): einen Überschlag
vorwärts aus dem Hang durch Drehen in den Schultergelenken
ausführen: an den Ringen aus dem Sturzhang e.
Einkünfte [ajnkYnfto] <P1.) [zu teinkommen (1)]: als
Verdienst, Gewinn, Ertrag eingehende Gelder: feste, [un]
regelmäßige E.; seine -e verbessern, versteuern.
einkuppeln <sw. V.; hat) (Kfz.-T.): durch Loslassen des
Kupplungspedals die Verbindung ZM'ischen Motor u. Getriebe
herstellen (Ggs.: auskuppeln): nach dem Schalten langsam e.
einkurven <sw. V.; ist) (Fliegerspr.): in einer Kurve einfliegen
(2 b): das Flugzeug kurvte zur Landebahn ein.
einkürzen <sw. V.; hat) (Gartenbau): kürzer machen:
Wurzeln, den Flieder e.
einkuscheln<sw. V.;hat)(fam.):a)<e. + sich) sich kuschelnd
in etw. sc/tmiegen: sich behaglich [in die Kissen] e.; b)
(ein Kind o.a.) warm zudecken u. die Kissen um seinen
Körper festdrücken: die Mutter kuschelte ihn liebevoll ein.
Einlad [ainla:t], der; -s (Schweiz.): das xEinladen. Verladen
(Ggs.: Auslad); 'einladen <st. V.; hat): (eine Ladung, Fracht
o.a.) in ein Transportfahrzeug befördern, schaffen u. dort
verstauen! (Ggs.: 'ausladen 1 a): die Kisten, Säcke [in den
Waggon] e.; <subst.:> er half beim Einladen.
2ein!aden <st. V. (landsch. im Präs. auch mit nicht umgelaute-
ten Formen); hat) /vgl. einladend/: a) als Gast zu sich
bitten, höflich zu einem Besuch, Aufenthalt bei sich
auffordern: er hat den Vorsitzenden eingeladen (Ggs.: [wieder]
ausgeladen); seine Freunde [zum Geburtstag, in sein Haus]
e.; meine Mutter lädt dich Tür Sonntag zum Mittagessen
ein; NSU ladet Sie zu einer Probefahrt im Sechszylinder
ein (Döblin. Berlin 210); sie lud ihn ein (forderte ihn
auf), sich zu setzen; ich bin [heute abend] eingeladen;
dann müßte ich Sie ... auf die Gestapo e. (verhüllend;
vorladen) zu einem richtigen Verhör (Fallada, Jeder 159);
eine einladende Handbewegung; U der schöne Platz lädt
zum Verweilen ein (geh.; veranlaßt dazu): b) zu einer
kostenlosen Teilnahme an etw. auffordern; bitten, an etw.
teilzunehmen, bei etw. mitzumachen: imdn. ins Theater, zu einer
Autofahrt, zu einem/Oandsch.:) auf ein Glas Wein [in
den Ratskeller] e.; c) (Schweiz.) imdn. auffordern, etw. zu
tun: der Bundesrat wird eingeladen, die Sache endlich
in die Hand zu nehmen; d) (ugs.) unmäßig essen; einladend
<Adj.): Anreiz zu etw. bietend; zu etw. verlockend,
verführerisch: ein -er Anblick; ein e. gedeckter Tisch; die Kneipe
sah nicht sehr e. aus; vier eben gefangene Kreuzottern
.... die natürlich alle noch ihre Giftzähne hatten, mit denen
sie Herrn Kruzowski auch gleich e. anlächelten (Schnurre.
Bart 136); Einlader, der; -s. -: jmd., der zu etw. einlädt.
'Einladung, die; -: das * Einladen, Verladen.
^inladunSt die; -. -en: a) das ^Einladen; Aufforderung zum
Besuch, zur Teilnahme: eine E. aussprechen, annehmen,
ablehnen; eine schriftliche E. [zu einer Feier] bekommen;
einer E. folgen. Folge leisten; b) kurz für t Einladungskarte,
^schreiben: -en drucken lassen, verschicken; c) (selten)
Festlichkeit, Veranstaltung mit Gästen: besonders nach
einer größeren E.... ist es notwendig. Teppiche... auf Flecken
... zu untersuchen (Hom, Gäste 157); d) (Schweiz.)
Aufforderung, etw. zu tun: zweimal erging an ihn die E.. sich
um die Sache zu kümmern; e) (Fechten) Klingenlage, mit
der man absichtlich eine od. mehrere Blößen für einen
gegnerischen Angriff öffnet: die E. darf nur so viel von der
Blöße freigeben, daß der Weg der Klinge zur eventuellen
Parade nicht zu groß wird.
Einladungs-: -kämpf, der (Boxen): Kampf außerhalb einer
Konkurrenz: hat ein Boxer Über- od. Untergewicht, so
ist er der Verlierer, kann aber gegen seinen Gegner einen
E. bestreiten; -karte, die: schriftliche Einladung auf einer
Karte; -schreiben, das: schriftliche Einladung in Briefform.
Einlage«die; -, -n: 1. etw., was in eine Postsendung eingelegt,
ihr beigelegt ist: eine E. in den Brief legen; etwas als
E. verschicken; der Brief enthielt zwei -n. 2. (Schneiderei)
zur Versteifung in bestimmte Teile der Kleidung eingefügtes
Material: die E. in einem Kragen. 3. (Kochk.) festere
Zutat in einer Suppe: eine Bouillon mit feinen Gemüsen.
Klößchen als E.; klare Brühe mit E. 4. etw,, was zur
Verzierung in die Oberfläche eines Gegenstandes
eingearbeitet wurde: Diese Tabaksdosen aus schwerem Gold mit
elfenbeinerner E. (J. Roth. Beichte 59). 5. der Stützung
des Fußes dienende Unterlage, die in den Schufi eitigelegt
wird: er muß -n tragen. 6. (Zahnmed.) vorläufige
Zahnfüllung: die E. wieder entfernen. 7. Darbietung als
eingeschobener Teil eines Programms; ein Konzert mit tänzerischen
-n. 8. (Finanzw.) a) auf ein Bankkonto eingezahltes Geld:
die -n bei den Sparkassen sind gestiegen; ein Sparbuch
mit 1 000 Mark E.. mit hohen -n; b) in ein Unternehmen
als Beteiligung eingebrachte Sach- od. Geldleistung: die
E. dieses Teilhabers beläuft sich auf 50000 Mark; Die
Liebe ist kein Händler, der seine -n zurückhaben will
(Remarque, Triomphe 422).
einlagern <sw. V.; hat): 1. zur Aufbewahrung, Lagerum
in einen dafür geeigneten Raum bringen, in einem Lagerraum
aufbewahren (Ggs.: auslagern 2); Kartoffeln [im Keller]
e.; Was als frische Markenbutter eingelagert wurde, kommt
als Molkereibutter wieder heraus (DM 3.1966.21
heingelagerte Bestände. 2. <e. + sich) sich in einer anderen Materie
festsetzen, ablagern: der Kalkstein lagerte sich in die/den
Schichten ein; <meist im 2. Part.:) ins Gewebe eingelagerte
StofTwechselprodukte; Ü (Meteor.:) ein Hoch mit
eingelagerten Störungen; (Abi.:) Einlagerung, die; -. -en: 1. das
Aufbewa/iren in einem Lagerrawn. 2.a) das Ablagern; b)
das in einer anderen Materie Abgelagerte: -en aus Kalk.
einlangen <sw. V.; ist) (österr.): ankommen, eintreffen: er
ist gestern in Wien eingelangt; die eingelangten Entwürfe
wurden geprüft.
639
Einlaß
EinlaB fajnlas], der; Einlasses. Einlasse [...lesa]: 1. <o. PI.)
das Hereinlassen, Eintretenlassen; Zutritt: E. ab 18 Uhr;
E. fordern; sich E. verschaffen; jmdm. E. gewähren; Ü
daß der neue Geist der Empörung sich tückisch E. zu
verschaffen gewußt hatte (Th. Mann. Buddenbrooks 122).
2. (veraltet) Eingang, Eingangstür: der E. war versperrt;
einlassen <st. V.; hat): 1. hereinkommen lassen, jmdm.
Zutritt gewähren, den Eintritt gestatten: sie wollte den
Fremden nicht e.; Ü sie öffnete das Fenster, um Licht und
Luft einzulassen; Kaum einer hat so viel gelesen wie Goethe
und so viel fremden Geist in sich eingelassen wie er (Thieß.
Reich 402). 2. einlaufen, einfließen lassen: einfüllen: das
Wasser [in die Badewanne] e. 3. in eine feste, harte Materie
einfügen u. dort befestigen; genau einpassen, einsetzen: eine
Gedenktafel in die Mauer e.; in Gold eingelassene
Edelsteine. 4. (südd.. österr.) a) mit Wachs einreiben, einwachsen:
den Fußboden e.; b) mit Farbe o.a. streichen, lackieren:
den Schrank mit Firnis e. 5. <e. + sich) (meist abwertend)
Kontakt aufnehmen, Umgang pflegen, verkehren, mit diesem
Menschen solltest du dich nicht e.; sie hat sich zu weit
mit ihm eingelassen. 6. <e. + sich) sich mit erw. abgeben,
aufetw. eingehen; bei etw. mitmachen, sich zu etw. hergeben:
sich auf ein Abenteuer e.; ich ließ mich auf nichts ein;
sich in ein Gespräch mit jmdm. e.; Einlaßkarte, die; -.
-n: Karte, die zum Eingelassenwerden, zum Zutritt
berechtigt; einläßlich <Adj.) (Schweiz.): eingehend, ausführlich,
gründlich: etw. e. beschreiben, dazu: Einläßlichkeit, die:
-;Einlassung,die; -,<n(jur.): (im Zivilprozeß)
Stellungnahme des Beklagten; Äußerung des Angeklagten in der
Hauptverhandlung: die E. des Angeklagten widerlegen, durch
eine Zeugenaussage stützen; Der Angeklagte hat- nach
eigenen -en - am Tatort 15 Tabletten Phanodorm
geschluckt (MM 20. 2. 70.4); Ü Man hält in diesen Kreisen
nicht mehr viel von politischen oder ideologischen -en
(Börsenblatt Frankfurt 69, 1965, 1591).
Einlauf, der; -[ejs. Einlaufe: 1. (Sport) a) <o. PI.) das
Passieren der Ziellinie bei einem Falir-, Renn-, Laufwettbewerb:
beim E. lagen die beiden Pferde. Rennwagen dicht
beieinander; b) Reihenfolge beim Passieren der Ziellinie:
bei den Laufwettbewerben gab es folgende Einlaufe: ...;
c) Ziel! liniel bei einem Fahr-, Renn-, Laufwettbewerb: links
und rechts des -s drängte sich das Publikum; d) <o. PI.)
Phase, in der ein bestimmter Abschnitt eines Renn-,
Laufwettbewerbs beginnt: er stürzte beim E. in die Zielgerade.
2. (Med.) Einführung von Flüssigkeit durch den After in
den Dickdarm zur Darmreinigung, bei Verstopfung, zur
künstlichen Ernä/irung u.a.: jmdm. einen E. machen. 3.
(selten) Öffnung, durch die eine Flüssigkeit in etw.
hineinläuft: der E. der Regenrinne ist verstopft. 4. (Kochk.)
aus Eiern, Mehl, Wasser u. a. hergestellte Suppeneinlage,
die man in die Suppe einlaufen läßt. 5. svw. ! Eingang (4):
die Einlaufe der Reihe nach bearbeiten. 6. (Jagdw.) Öffnung
an einem Gatter, durch die das Wild in ein Gebiet hinein-,
aber nicht wieder herausgelangen kann; einlaufen <st. V.):
1. (Sport) a) (von Sportlern, die an einem Wettkampf,
Spiel o. ä. beteiligt sind) in die Wettkampfstätte, auf das
Spielfeld o.a. laufen <ist): die Mannschaften laufen [in
das Stadion] ein; b) bei einem Wettbewerb im Laufen einen
bestimmten Abschnitt beginnen <ist>: in die letzte Runde,
in die Zielgerade e.; c) <e. + sich) sich vor einem
Wettbewerb o. ä. durch Ausführung bestimmter Laufübungen u. a.
vorbereiten <hat): die Paare im Eiskunstlauf, die Sprinter
sind dabei, sich einzulaufen. 2. <ist) a) fahrend im Bahnhof
ankommen: der Zug läuft gerade ein; auf welchem Gleis
läuft der D-Zug nach München ein?; b) in den Hafen hinein-
fa/iren (Ggs.: auslaufen 2): das Schiff ist bereits [in den
Hafen] eingelaufen; wann werden wir einlaufen? 3. in
ein Gefäß, einen Behälter o.a. / hinein /fließen <ist>: das
Wasser läuft [in die Wanne, in das Becken] ein; (Kochk.:)
ein verquirltes Ei in die Suppe e. lassen. 4. (bes. Bürow.)
an entsprechender Stelle ankommen, eingehen, dorthin
übermittelt werden, zugestellt werden <ist): Briefe. Beschwerden
laufen bei der Behörde ein; es sind viele Spenden
eingelaufen. 5. svw. t eingehen (4): der Stoff läuft beim Waschen
[nicht] ein. 6. svw. teintreten (11): ich muß die neuen
Schuhe erst e. 7. <e. + sich) durch Inbetriebsein allmählich
die vorgesehene Leistungsfähigkeit erreichen <hat>: die
Maschine muß sich erst e.; Ü der Betrieb hat sich gut
eingelaufen (funktioniert gut, hat sich gut entwickelt); Eine
Kette von eingelaufenen Bewegungen (Wolf, Himmel 301).
EinUufer, der; -s, - [zu mhd. ein(e) = allein, einsam (vgl.
allein) u. T Läufer] (Jägerspr.): altes Wildschwein, das sich
von der Rotte fernhält.
Einlaufsuppe, die; -. -n (Kochk.): Suppe mit Einlauf (4);
Einlaufwette, die; -. -n: bei Pferderennen Wette auf den
Einlauf (1 b) der ersten Pferde.
einläuten <sw. V.; hat): durch Läuten den Beginn von etw.
verkünden, anzeigen: die Glocken läuten den Sonntag ein;
das neue Jahr e. (Ggs.: das alte Jahr ausläuten); (Sport:)
die letzte Runde wurde eingeläutet; U mit dieser Rede
läutete er den Wahlkampf ein (eröffnete er ihn, setzte
er das Zeichen zu seinem Beginn); in Portsmouth soll
nun eine bessere Zukunft eingeläutet werden (Zeit 25.
4. 75.41).
einleben, sich <sw. V.; hat): sich an eine neue Umgebung
gewöhnen, ihr seine Lebensgewohnheiten anpassen, in ihr
heimisch werden: du hast dich jetzt ganz gut [hier, in die
neuen Verhältnisse] eingelebt; U sich in ein Gedicht, ein
Bild e. (sich darein versenken, seine Stimmung, Atmosp/iäre
o.a. innerlich nachvollziehen): in die Regel lebt man sich
rascher wieder ein als in ihre Aufhebung (Th. Mann.
Zauberberg 148).
Einlege-: ^arbeit, die (Kunsthandwerk): a) Verzierung an
einem Gegenstand aus Holz. Metall u. a. durch eingefügte
andersfarbige Plättchen aus dem gleichen od. einem anderen
Material, die zu bestimmten Mustern geordnet sind; b)
Gegenstand mit Einlegearbeiten (a): diese Truhe ist eine E.
aus dem Barock; ^hob, das: Holz, das zur Einlegearbeit
verwendet wird; ^sohk, die: Sohle, die in den Schuh eingelegt
wird; ^ttech, der: Tisch mit Einlegearbeit.
einlesen <sw. V.; hat): 1. (etw. für einen bestimmten Zweck
Geeignetes, Passendes, Vorgesehenes) in etw. / hinein /legen:
Geld. Bilder [in einen Brief] e.; Sohlen in die Schuhe
e.; du mußt einen neuen Film [in die Kamera] e. (an
den dafür vorgesehenen Platz bringen); den Rückwärtsgang
e. (Kfz.-T.; durch Betätigung der Gangschaltung in den
Rückwärtsgang schalten): die Lanze e. (hist.; unter den
Arm nehmen und zum Stoß waagerecht halten): der Stier
legt die Hörner ein (veraltend; senkt sie zum Angriff).
2. (Kochk.) in eine in bestimmter Weise zubereitete ' u.
einen würzigen Geschmack verleihende! Flüssigkeit legen
u. dadurch haltbar machen/: Eier. Gurken e.; eingelegte
Heringe. 3. (Kunsthandwerk) a) als Verzierung in
Oberflächen von Gegenständen aus Holz, Metall u.a. einfügen:
[ein Muster aus] Perlmutter, edle Hölzer [in Metall. Holz]
e.; b) mit in die Oberfläche eingefugten Verzierungen
versehen: die Tischplatte war mit Elfenbein eingelegt; eine
eingelegte Arbeit (Einlegearbeit b). 4. (Bankw.) auf ein Konto
einzahlen, auf einem Konto anlegen: Gelder, eine größere
Summe e. 5. (Friseurhandw.) (die nassen Haare) mit Hilfe
von Lockenwickeln, Klipsen in eine bestimmte Form bringen:
ich muß [mir] die Haare e. [lassen]. 6. zusätzlich dazwischen-
schieben, einfügen; einschieben, einsclialten: eine Ruhepause
e.; während der Feiertage werden einige Züge eingelegt.
7. offiziell aussprechen, mit Nachdruck geltend machen:
ein Veto e.; Protest [gegen etw.] e. ([gegen etw.J
protestieren): (Jur.:) Berufung. Revision [beim Oberlandesgericht]
e. 8. (Schweiz.) etw. abgeben: bei einer Wahl die
Stimmkarten einlegen; <Abl. zu 4:> Einleser. der; -s. - (Bankw.):
jmd., der Geld bei eitler Bank einlegt, eingelegt hat: die
Forderungen der E. müssen befriedigt werden.
Einlegerin« die; -. -nen: w. Form zu f Einleger; <AbI. zu
6. 7:> Einlesung, die; -.
einleiten <sw. V.; hat): 1. vorbereiten, in die Wege leiten,
beginnen, in Gang setzen; den Vollzug, die Ausführung von
etw. veranlassen: eine Untersuchung. Maßnahmen,
diplomatische Schritte e.; (Jur.:) ein Verfahren gegen jmdn.
e.; (Med.:) eine Geburt künstlich e. (durch eine Spritze
0. ä. dafür sorgen, daß die Wehen einsetzen). 2. etw. / zur
Einführung, Einstimmung] an den Anfang stellen u. damit
eröffnen: eine Feier mit Musik e.; Orgelspiel leitete den
Gottesdienst ein; dieser Vertrag soll eine neue Epoche
e.; das Buch wurde von ihm eingeleitet (mit einem
erläuternden, einführenden Vorwort versehen); er sprach einige
einleitende (einführende) Worte. 3. (selten) in etw.! hinein! leiten:
Abwässer in einen See e.; <Zus.:> Einleitewort* das <PI.
...Wörter) (Sprachw.): Konjunktion, Pronomen, Adverb, das
einen Gliedsatz einleitet; <Abl.:) Einleitung, die; -, -en:
1. das Einleiten (1): die E. einer Untersuchung. 2.a) das
Einleiten (2): die E. des Gottesdienstes durch Orgelspiel;
640
Einmaleins
b) Eröffnung, einführender Teil: sein Vortrag, die Musik
bildete die E.; c) einleitender Teil, einführendes Kapitel
eines Aufsatzes, Sachbuches o. ä.: in der E. auf etw.
hinweisen. 3. das Einleiten (3): die unbegrenzte E. von Abwässern
in Flüsse und Seen kann auch für Menschen
schwerwiegende Folgen haben (MM 26. 8. 69. 3): <Zus. zu 2c:> Einlei-
tungskapitel, das; <zu 2b:> Einleitungsrede.
dnlenken <sw. V.): l.a) in eine andere Richtung fahren,
einbiegen (ist/seltener: hat): er. das Auto lenkte in eine
Seitenstraße ein; Ü Sobald Dr. Holle merkt, daß das
Gespräch in friedlichere Bahnen einlenkt, geht er (Brod. An-
nerl 184); b) in eine andere Richtung lenken <hat): eine
Rakete in eine andere Bahn e. 2. von seiner ablehnenden,
starren Haltung abgehen, sein unnachgiebiges, schroffes
Verhalten aufgeben u. sich nachgiebiger zeigen, versöhnlicher
werden <hat): als die Verhandlungen zu scheitern drohten,
lenkte er schließlich ein; eine einlenkende Äußerung;
<subst.:)das Einlenken der Regierung; <Abl.:> Einlenkung,
die; -. -en <P1. ungebr.X
einlernen <sw. V.; hat) (abwertend): durch mechanisches
kritikloses! Lernen od. Lernenlassen einprägen, beibringen:
du hast dir. dem Kind die Antworten, die Zahlen gut
eingelernt; seine Worte klangen sehr eingelernt.
'einlesen <st. V.; hat): 1. <e. -I- sich) sich durch [längeres]
Lesen mit einem Werk vertraut machen: ich habe mich
in die klassische Literatur eingelesen; Ich las mich ein
in die politische Unzuverlässigkeit dieser Klosterinsassen
und fand das spannend (Küpper. Simplicius 52). 2.
(Daten verarb.) Informationsmaterial, Daten durch Lochkarten.
Lochstreifen o. ä. in eine Rechenanlage eingeben, übertragen:
das Programm liest den Lochkartentext in den
Kernspeicher ein; Die maschinell eingelesenen Markierungskarten
im Klartext ausdrucken; 2einlesen <st. V.; hat) (landsch.):
I. svw. teinsammeln (1): Früchte e. 2. svw. feinkrausen:
einen Rock e.
einleuchten <sw. V.; hat) [mhd. Inliubten. eigtl. = wie Licht
hell eindringen]: fürjmdn. verständlich, klar sein, auf imdn.
überzeugend wirken: seine Argumente leuchteten ihr sofort
ein; es will mir nicht e.. daß ...; <1. Part.:) einleuchtend:
unmittelbar überzeugetui, verständlich, plausibel: eine -e
Erklärung. Antwort; die Begründung ist e.
Einlieferer. der; -s. -: jmd.. der etw. einliefert: einliefern
<sw. V.; hat): a) an einen entsprechenden Ort bringen u.
dort den zuständigen Personen zur besonderen Behandlung,
zur Beaufsichtigung o. ä. übergeben: jmdn. ins Gefängnis
e.; der Verletzte wurde heute [in die Klinik] eingeliefert;
(österr. auch mit Dativ:) Van Doren wurde dem
Gefangenenhaus des Landesgerichtes Salzburg eingeliefert (Expreß
Wien. 2.10.68. 5); b) bei der zuständigen Stelle zur weiteren
Bearbeitung, zur Abfertigung o. ä. abliefern, abgeben:
Pakete bei der Post e.; die zu einem Wettbewerb eingelieferten
Arbeiten; <Abl.:> Einliefenmg, die; -. -en.
Einliefenings-: -schein, der: Bescheinigung, auf der die
Einlieferung von etw. bestätigt wird: -Station, die: Stelle, bei
der man etw. einliefert: -«teile, die; -termin, der:
/festgesetzter/ Termin, an dem etw. eingeliefert wird: -zeit, die:
Zeitpunkt, zu dem etw. eingeliefert wird.
einliegend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Papierdt.): beiliegend,
beigefügt: beachten Sie die -e Gebrauchsanweisung; e.
(besser: als Einlage, hiermit, anbei) übersenden wir Ihnen ...
Vgl. inliegend; Einlieser [...li:g£], der; -s. -: a) (früher)
Landarbeiter. Handwerker ohne Grundbesitz u. ohne festen
Wohnsitz, der bei einem Bauern, auf einem Gut zur Miete
wohnt: b) Mieter einer Einliegerwohnung: <Zus. zu b:>
Einliegerwohnung, die: kleinere, zusätzlich eingebaute Wohnung
(für einen Mieter) in einem Privathaus. Einfamilienhaus
o.a.
einlieken <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): (ein Segel) mit einem
Liek einfassen: An den Wänden waren große Fetzen einge-
liekter Segel befestigt (Jahnn. Geschichten 171).
einlinig [ainli:nic] <Adj.; o. Steig.) [analog zu tgeradlinig
(Ü), zu t^ein (Ol (selten): aufrichtig, geradlinig: Er war
ein etwas ..sonderbarer Heiliger", aber durchaus lauter
und e. (Hochhuth. Stellvertreter. Nachwort 231).
einlochen <sw. V.; hat): 1. (salopp) ins Gefängnis bringen,
einsperren: er wurde für drei Monate eingelocht. 2. (Golf)
/den Ball] in ein Loch spielen: sie konnte [ihren Ball] e.
einKMTeln <sw. V.; hat) (fam.): mit einem Löffel eingeben,
einflößen: dennoch wurde ihm ein Hefepräparat
eingelöffelt (Grass. Hundejahre 291).
einlogieren <sw. V.; hat) (veraltend): jmdm. ein Quartier,
eine Unterkunft verschaffen: Jmdn. bei sich, in einem Hotel
e.; <e. + sich:) wo hast du dich einlogiert?
einlösbar <Adj.; o. Steig.): die Möglichkeit bietend, etw.
einzulösen: ab Dienstag ist der Pfandschein e.; einlösen
<sw. V.; hat): 1. a) durch Vorlegen, Hingeben eines
bestimmten Schriftstückes die Auszahlung des entsprechenden
Geldbetrages erwirken: sich auszahlen lassen: einen Scheck.
Schuldschein e.; b) (einen verpfändeten Gegenstand) gegen
Zahlung des entsprechenden Betrages zurückerhalten:
zurückkaufen: ein Pfand, ein Schmuckstück [im Pfandhaus!
e.; die Eroberung Mekkas, für das er Jerusalem e. (im
Tausch zurückgewinnen) will (Schneider, Leiden 26). 2.
(geh.) (eine schon vor längerer Zeit eingegangene/
Verpflichtung) er Julien, ihr nachkommen: ein Versprechen, sein
Wort e.. zu 1: Einlösesumme, die; -. -n: 1. Summe, die
man gegen Vorlage eines bestimmten Schriftstückes einlöst
(a). 2, Summe, mit der man einen verpfändeten Gegenstand
einlöst (b); (Abi.:) Einlösung, die; -. -en; EinKsungssurame,
die; -. -n: svw. t Einlösesumme.
einlöten <sw. V.; hat): in etw. löten.
einlullen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. leise in den Schlaf singen,
summen: sie versuchte das Kind einzulullen; die Musik,
das eintönige Geräusch lullte ihn ein; Ü Noch zittert der
letzte Mittagsschlag über den Fluß, bis ihn der Wind
einlullt und unter Zärtlichkeiten davonträgt (Fries. Weg
15). 2. durch Beschwichtigungen, beruhigende
Versprechungen o. ä. kritiklos, argloß, unvorsichtig machen: er versuchte
die Belegschaft mit schönen Worten einzulullen; eine neue
Gattung Kunst .... die die Gemüter völlig im Bann hält,
bezaubert, fesselt und einlullt (Tucholsky, Werke I. 244).
Einmach- (einmachen 1): -cellophan. das: Cellophan zum
Zubinden von Gläsern mit Gelee, Marmelade u.a.: ^-esstg,
der: Essig zum Einmachen von Gurken o. ä.: ^frucht, die:
Fruchti sorte I, die sich zum Einmachen eignet, die dazu
vorgesehen ist: -gefäß, das: vgl. -glas; -glas, das <PI.
...gläser): Glas, in dem Obst, Gemüse o. ä. eingemacht wird:
-gut. das <o. PI.): Obst, Gemüse o.a., das zum Einmachen
vorgesehen ist: -ring, der: Gutnmiring für das Einmachglas,
auf dem der Deckel aufliegt: ^suppe, die: aus einer Einmache
zubereitete Kalbsknochensuppe mit Weißbrotstücken od.
Knödeln als Einlage: -topf, der; -zeit, die: Jahreszeit, in
der besonders viel Obst. Gemüse o. ä. eingemacht wird: ^zuk-
ker. der: Zucker, der sich besonders zum Einmachen von
Obst eignet.
Einmach[eJ fajnmaxte)], die; - (österr.): helle Mehlschwitze.
einmachen<sw. V.; hat) /vgl. Eingemachte/: {.durchKochen
haltbar machen, konservieren: Obst, Fleisch e.; sie hat die
Bohnen selbst eingemacht; * laß dich e.! (ugs. abwertend;
mit dir ist nichts anzufangen). 2. (landsch.) in eine
entsprechende Öffnung. Halterung o. ä. bringen u. dort befestigen:
den Christbaum [in den Ständer] e.; einen Besenstiel
[wieder] e.
einmähdig ['ainmexh^; zu t'Mahd]: (von Wiesen) nur für
einen einmaligen Schnitt im Jahr geeignet. Vgl. einschürig.
einmahnen <sw. V.; hat): (etw., was man zu bekommen
hat, was einem zusteht) in Erinnerung rufen, einfordern:
die Schulden e.; <Abl.:> Einmahnung, die; -. -en.
einmal <Adv.): 1. ['ajnma:l] ein einziges/ Mal: e. u. nicht
wieder; noch e. (einletztes Mal): zählend: ein- bis zweimal;
e. ums/übers andere (dauernd, immer wieder): e. sagt er
dies, ein andermal das; noch e. (doppelt) so groß; es
hat sich e. mehr (besser: aufs neue, wieder einmal: nach
engl, once more) gezeigt, daß ...; Spr e. ist keinmal; *auf
e. (tauf). 2. mit schwebender Betonung: a) eines Tages,
später: er wird es [noch] e. bereuen; es kommt e. die
Zeit, wo ...; b) vor längerer, langer Zeit, einst, früher:
es ging ihm e. besser als heute; es war e. ... (formelhafter
Anfang von Märchen): c) irgendwann: kommen Sie doch
e. zu mir!; verblaßt: wir wollen e. sehen. 3. unbetont;
verstärkend, eingrenzend nach anderen Adverbien: es ist
nun e. (eben) geschehen; darf ich auch e. (ebenfalls)
probieren?; komm erst e. (als erstes, vorerst) mit; er kann
nicht e. schreiben (sogar schreiben kann er nicht): er
versucht es noch e. (aufs neue, wieder): du hast wieder e.
(wiederum) recht gehabt. 4. mit schwebender Betonung;
verstärkend im Aufforderungssatz: alle e. herhören!; sag
e.!; Einmaleins, das; -: 1. die Vervielfältigungsreihen der
Zahlen von 1 bis 20 mit den Zahlen von 1 bis 10: das
große (die Zahlen von 1 bis 20 betreffende), das kleine
41 GDW
641
Einmalflasche
(die Zahlen von I bis 10 betreffende) E. 2. Grundbestand
an Kenntnissen. Wissen, der als Voraussetzung für etw.
gilt; Anfangsgründe: das gehört zum E. des Politikers,
der Buchführung;Einmalflasche, die; -. -n: vgl. Einmalpak-
kung; svw. f Einwegflasche; Einmalhandtuch, das; -[eis. -tü-
cher: (inöffentlichen Toiletten) Papiertuch zum Abtrocknen
der Hände, das nach dem Gebrauch weggeworfen wird;
einmalig <Adj.; o. Steig.): 1. (nicht adv.) a) nur ein einziges
Mal vorkommend, erforderlich: eine -e Zahlung.
Anschaffung; b) nicht mehr wiederkehrend, sich nicht mehr so schnell
bietend: eine -e Gelegenheit; die Chance ist e.; <subst.:)
ist hier das Ziel, das Große, das Einmalige, an das ich
im Graben gedacht habe? (Remarque. Westen 138). 2.
[auch: '-'—1 von unerreichter Qualität, unvergleichlich gut.
kaum noch einmal in solcher Güte vorkommend: ein -er
Film; er spielt, sein Spiel ist e.; (oft ugs. übertreibend:)
ein e. gepflegter Wagen; es war e. schön; <Abl.:>
Einmaligkeit, die; -: das einmalige Vorkonvnen. die eintnalige
Qualität: Gewiß ist Ihnen die E. des Lebens, ob es nun in
Mond- oder Sonnenjahren eingestellt ist oder ... (Seghers.
Transit 155); Einmalpackung. die; -. -en: Packung, die nur
zum einmaligen Gebrauch vorgesehen, nach einmaligem
Gebrauch nicht wieder verwendbar ist; Einwegpackung.
Einmynn-: muiUk das: * E. mit Tretgetriebe (ugs.. scherzh.;
Fahrrad): ^betrieb,der: Geschäft o. ä..das von einer Person
betrieben wird; -dampfer, der (ugs.. scherzh.): einsitziges
Segel-. Ruder- od. Paddelboot; -gesellschaft. die (Wirtsch.):
Kapitalgesellschaft, bei der alle Anteile in einer Hand
vereinigt sind; --stürm, der (Ballspiele): aus nur einem
Spieler bestehender Sturm; -torpedo, der: von einem
einzigen Mann gesteuerter Torpedo; ^wagen, der: Straßenbahtt-
wagen. der nur vom Fahrer bedient wird, ohne eigenen
Schaffner; ^zelle, die: svw. T Einzelzelle.
einmännig ['ainmEnu;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
tMann. hier = männliches Geschlechtsorgan einer
Pflanze. Staubfaden] (Bot.): einen Staubfaden habend.
einmarinieren <sw. V.; hat): in eine Marinade einlegen:
Heringe e.
Einmarkstück, das; -[eis, -e: Geldmünze mit dem Wert von
einer Mark.
Einmarsch,der; -[eis, Einmärsche: das Einmarschieren (Ggs.:
Ausmarsch); einmarschieren <sw. V.; ist): a) sich in einer
Formation / marschierend in ein Gebiet, einen Raum begeben,
hineinmarschieren (Ggs.: ausmarschieren): die Sportler
marschieren ins Stadion, in die Halle ein; Stell dich an
die Fabriktore zum Schichtwechsel, wenn die Rasierten.
Rosigen. Gewaschenen einmarschieren, aber warte auch
auf die Ausgebleichten. Müden. Eiligen (Bieter. Bonifaz
17); b) in ein Gebiet. Land mit Truppen einrücken u. es
gewaltsam besetzen: feindliche Truppen sind in das Land
einmarschiert.
einmassieren <sw. V.; hat): in etw. massieren: das Mittel
muß man gut [in die Kopfhaut] e.
Einmaster [ainmaste], der; -s. - (Seemannsspr.): Schiff mit
nur einem Mast; einmastig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
mit nur einem Mast / ausgerüstet i: ein -es Schiff.
einmauern <sw. V.; hat): 1. in Mauerwerk einschließen, mit
Mauerwerk umgeben: bei der Grundsteinlegung wurden
Dokumente [in das Fundament] eingemauert; Man geht
in ein Haus, läßt siehe., peitscht sich die Lenden ... (Reinig,
Schiffe 70); Ü die Grenze zwischen ... dem freien
Deutschland und dem Deutschland, das seine Bürger e. mußte,
um sie daran zu hindern, ... zu entfliehen (Dönhoff. Ära
10). 2. beim Mauern, bei der Errichtung einer Mauer o.a.
ins Mauerwerk einfügen u. dort befestigen, hineinarbeiten:
der große Haken, die Metallplatte wird gleich [mit]
eingemauert; <Abl.:) Einmauenmg, die; -. -en.
ginmeißeln <sw. V.; hat): in etw. meißeln: eine Inschrift
[in ein Denkmal] e.
einmengen <sw. V.; hat): 1. svw. teinmischen (1); Ü <e.
+ sich) In die Beschreibung ... hat sich also etwas
eingemengt, das sehr unklar, aber sehr bekannt ... ist (Musil.
Mann 1167). 2. <e. + sich) svw. teinmischen (2): mußt
du dich überall e.?; Ü Du wolltest dich e. in die
Wirklichkeit, und sie hat dich in die Enge gedrängt (Weiss. Marat
48).
Einmeterbrett, das; -[e]s. -er (Wasserspringen): ein Meter
hohes Sprungbrett.
Einmietebetrug, der; -[e]s Cur.), zu: 'einmieten <sw. V.; hat):
in einem Haus, beijmdm. ein Zimmer, eine Wohnung mieten:
ich habe dich für die drei Tage im Hotel gegenüber
eingemietet; (meist e. + sich) er hat sich bei einem älteren
Ehepaar eingemietet (ist dort als , Unter j mieter
eingezogen): <Abl.:> 'Einmietung* die; -. -en.
2einmieten <sw. V.; hat) (Landw.): in einer 2Miete einlagern
(Ggs.: ^ausmieten): Kartoffeln. Rüben e.; <Abl.:) ^Efrmie-
tung, die; -. -en.
einmischen <sw. V.; hat): 1. (selten) durch Vermischen in
etw. hineinbringen, in etw. , hinein;mischen; er hat zuviel
Rot [in das Blau] eingemischt; U <e. 4- sich:) einer Rache
.... in die sich viele schäbige Motive e. mochten (Rothfels.
Opposition 116). 2. <e. + sich) sich (redend od. handelnd)
mit etw. befassen, an etw. beteiligen, womit man eigentlich
nichts zu tun hat. was einen nicht betrifft; sich um fremde
Angelegenheiten kümmern: du mußt dich in alles, in jedes
Gespräch e.!; da will ich mich lieber nicht e.; das ist
ja interessant!", mischte sich Herr Palmer gemessen ein
(Seidel. Sterne 39); <Abl.:) Einmischerei« die (Schweiz.):
das Einmischen; Einmischung, die; -. -en.
einmonatig: vgl. achtmonatig; ginmonatlich: vgl.
achtmonatlich.
einmontieren <sw. V.; hat): mit technischen Hilfsmitteln,
in einem bestimmten Verfahren in etw. einfügen u. befestigen;
durch Montage einbauen (Ggs.: ausmontieren): ein Schloß
e.; Einzelteile [in eine Maschine] e.; Schreckensbilder ...
werden ohne Ankündigung in den Kontext harmloser
Alltagsvisionen einmontiert (Gregor-Patalas. Film 95).
einmotorig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit nur einem Motor
ausgerüstet!: ein -es Flugzeug.
einmotten <sw. V.: hat): I. mit einem Mittel zum Schutz
gegen Motten zusammen i eingepackt; irgendwo für längere
Zeit unterbringen: früher pflegte sie im Frühjahr die
Winterkleidung einzumotten. 2. (Milit.) militärisch nicht
gebrauchte Schiffe. Flugzeuge. Panzer u. ä. so einlagern, daß
sie rasch wieder einsatzbereit gemacht werden können; vgl.
einkokonieren.
einmummeln, einmummen <sw. V.; hat) (fam.): dick, fest
in warme/ Kleidung. Decken o. ä. einhüllen: ich habe mich,
die Kinder gut eingemummelt; warm eingemummelt ins
Freie gehen.
einmünden <sw. V.; ist/hat): a) in einen anderen Fluß. Strom
o.a. münden, hineinfließen, hineinströmen: dort, wo der
Fluß ins Meer einmündet; Ü diese Probleme münden alle
in dieselbe Frage ein; b) an einer bestimmten Stelle in
etw. anderes übergehend enden, auslaufen: die Straßen
münden alle in diesen Platz ein; wo das Tal in das Nachbartal
... einmündete (Schnabel. Marmor 92); Ü Gefahr, daß
der Grenzkrieg in einen Zusammenprall beider Staaten
einmündet (übergeht; Welt 7.9.65.1); <Abl.:> Einmündung,
die; -. -en.
einmütig [ajnmy.tu;] <Adj.; o. Steig.) [mhd. einmüetec. ahd.
einmuotig]: völlig übereinstimmend, von völliger
Übereinstimmung zeugend; einer Meinung, eines Sinnes: -e
Zustimmung; etw. e. beschließen, ablehnen, verurteilen; <Abl.:>
Einmütigkeit, die; -: einmütiges Verhalten, völlige Überein-
stimmung: über etw. besteht, herrscht E.; das TrefTen fand
im Geiste völliger E. statt.
einnachten <sw. V.; hat) (Schweiz.): allmählich/ Nacht
werden: heute nachtet es früh ein: <subst.:> Wie schon am
Nachmittag, zeigten sie (= die Krähen) auch beim
Einnachten Ungewöhnliches an (Grass. Hundejahre 260).
einnageln <sw. V.; hat): in etw. nageln, mit einem Nagel,
mit Nägeln in etw. befestigen, anbringen: einen Haken [in
die Wand] e.
einnähen <sw. V.; hat): l.a) durch Nähen in etw. befestigen,
in etw. festnähen: das Futter [in den Rock] e.; b) in eine
Umhüllung aus Stoff bringen u. diese zunähen: heimlich
Geld in den Saum e.; Die Leichen wurden in Segeltuch
eingenäht (Ott. Haie 81). 2. durch Nähen enger machen:
du mußt das Kleid an der Seite etwas e. 3. (landsch.
salopp) festnehmen, einsperren: wie er einen neuen
Raubmord begangen hat. ist er wieder eingenäht worden und
wieder zum Tod durch den Strang verurteilt (Kisch,
Reporter 284).
Einnahme[ainna:m3],die: -. -n: 1. (meist PI.) Geldsumme,
die jmd. durch Verkauf von etw.) in Empfang nimmt,
erhält, verdient; als Verdienst. Ertrag eingehendes Geld
(Ggs.: Ausgabe 3): private, öffentliche -n; eine unerwartete
E.; seine -n steigen, bleiben hinter den Ausgaben zurück.
2. <o. PI.) das Einnehmen (2). das Zusichnehmen: die E.
642
einpassen
>on Tabletten einschränken; die E. einer Mahlzeit. 3. <o.
PI..> das Einnehmen (4), Eroberung. Besetzung: die E. von
Berlin durch die russischen Truppen.
Einrahme- (Einnahme 1): -ausfall, der: das Ausfallen von
Einnahmen: der Streik hat einen großen E. verursacht;
^huch,das: Buch, in dem die Einnahmen eingetragen werden:
-erwartung, die (meist PL): Summe der für einen
bestimmten Zeitraum zu erwartenden, geschätzten Einnahmen, z. B.
an Steuern: die -en des Bundes Tür das neue Etatjahr;
-Posten, der: wichtigster E. des Staates ist die Lohnsteuer;
-quelle, die: Möglichkeit, zu zusätzlichen! Einnahmen zu
kommen. Geld einzunehmen: staatliche -n: sich eine neue
E. erschließen; -seite, die: Seite, auf der die Einnahmen
verzeichnet werden: Habenseite.
Einnahmsquelle, die; -. -n (österr.): svw. tEinnahmequelle.
dmftssen <sw. V.; hat) (bes. Med., Psych.): durch
unkontrollierte Entleerung der Harnblase naß machen: das Kind
hat das Bett eingenäßt; sich e.; Ü Das Tief mag über
Italien weiterwandern und schließlich den Balkan und Tito
e. (Grzimek, Serengeti 31).
einnebeln <sw. V.; hat): mit künstlichem Nebel. Quabn
o. ä. eitlhüllen: durch den Brand wurde die ganze Gegend
eingenebelt; <e. + sich) die Schiffe nebelten sich ein (Milit.;
entzogen sich durch künstlichen Nebel der Sicht): es hat
sich eingenebelt (ugs.; ist neblig geworden): Ü Lange und
überladene Verordnungssätze, die den Leser einnebeln
(Sprachdienst 6,1969,91); wenn sie wieder am Schreibtisch
saßen, nebelten sie sich in Tiefsinn ein (Kreuder,
Gesellschaft 20); <Abl.:) EinneWelhmg, die; -, -en.
einnehmen <st. V.; hat) /vgl. eingenommen/: 1. (Geld) in
Empfang nehmen: als Verdienst. Ertrag o. ä. erhalten:
verdienen: sie haben heute in ihrem Geschäft nicht viel [Geld]
eingenommen; er gibt gerne mehr aus, als er einnimmt.
2- a) (geh.) (Eß- u. Trinkbares) zu sich nehmen: einen Imbiß,
das Mittagessen, den Tee e.; er wünscht das Frühstück
auf der Terrasse einzunehmen; b) (Arzneimittel) zu sich
nehmen, schlucken, nehmen: Tabletten, den Hustensaft e.;
die Tropfen müssen dreimal täglich eingenommen werden.
3. (veraltend) als Ladung aufnehmen, laden: das Schiff
nimmt Fracht, öl ein. 4. kämpfend in Besitz nehmen:
erobern, besetzen: eine Stadt, eine Festung e. 5. sich auf
einen vorgesehenen I Platz, auf eine vorgesehene ] Stelle
niederlassen, stellen: die Besucher wurden gebeten, ihre
Platze einzunehmen; Zouzou und ich nahmen die
Rücksitze ein (Th. Mann, Krull 428); die Läufer haben ihre Plätze
am Start bereits eingenommen; Ü oft verblaßt: einen
Posten, eine wichtige Stelle e. (innehaben): er nimmt in dieser
Frage einen anderen Standpunkt ein (hat einen anderen
Standpunkt): eine abwartende Haltung e. (sich abwartend
verhalten): den eigenen Reiz dieses Werkes, das eine
Ausnahmestellung in der englischen Barockliteratur einnimmt
(Nigg. Wiederkehr 65). 6. als Raum. Platz beanspruchen,
ausfüllen: der Schrank nimmt die ganze Wand ein;
herdenweise nehmen sie die Straße ein (Böll. Tagebuch 52); der
Aufsatz wird etwa drei Seiten e.; Ü dieser Gedanke nahm
ihn völligein (beschäftigteihn stark). 7.a) günstig stimmen,
jmds. Sympathie gewinnen: auf itndn. einen günstigen
Eindruck machen, gewinnend wirken: seine bescheidene Art
nahm alle für ihn ein; sie hat durch ihr freundliches Wesen
die Kollegen für sich eingenommen; alle waren von ihr
eingenommen; ein einnehmendes (gewinnendes,
anziehendes) Lächeln, Äußeres; er hat ein einnehmendes Wesen
(auch scherzh.; er nhnmt alles, was er bekommen kann:
nach einnehmen 1); *von sich eingenommen sein
(abwertend; eingebildet, von sich überzeugt sein): b) ungünstig
stimmen, beeinflussen; aufjmdn. einen ungünstigen Eindruck
machen: ihn zu einer ablehnenden Haltung bewegen: sie
hat [durch Intrigen] alle gegen ihn/seine Pläne
eingenommen; seine Unfreundlichkeit nimmt die Kollegen gegen
ihn ein; <Abl. zu 1:> Einnehmer, der: -s, - (veraltet): jmd..
der beruflich Gelder kassiert, einzieht: Steuern beim E.
bezahlen.
dnnkken <sw. V.; ist) (ugs.): 1. meist im Sitzen über einer
Tätigkeit für kürzere Zeit i einschlafen, vom Schlaf
übermannt werden: dir einen Augenblick, kurz e.; er ist beim
Zeitungslesen eingenickt. 2. (Fußball Jargon) ohne Mühe
ms Tor köpfen: er brauchte die Flanke, den Ball nur
einzunicken.
einnisten, sich <sw. V.; hat): l.a) (selten) sich in etw. ein
Sest bauen: die Vögel haben sich in einem hohlen
Baumstamm, unter dem Dach eingenistet; b) (Med.) (vom
befruchteten Ei) sich in der Wand des Uterus festsetzen. 2.
(meist abwertend) sich unerwünscht an einem Ort. beijmdm.
für längere Zeit niederlassen, einrichten: sie haben sich
in einem leerstehenden Haus, bei ihren Verwandten
eingenistet; die Gestapo, die sich in den kommunistischen
Reihen eingenistet hatte (Rothfels, Opposition 135); Ü Unruhe
und Zweifel hatten sich in ihr, in ihrem Herzen eingenistet
(geh.; festgesetzt): <Abl. zu 1 b>: Einnistung, die; -, -en
(Med.): svw. tNidation: Sollte es trotzdem zu einer
Befruchtung kommen, verhindert es (= das
Intrauterinpessar) die E. des befruchteten Eies in der Gebärmutter
(Spiegel 13, 1976. 169).
einnorden famnordn] <sw. V.; hat): (eine Landkarte) nach
dem Kompaß so ausrichten w. hinlegen, daß der
eingezeichnete nördliche Teil auch nach Norden zeigt: die Karte e.
einochsen <sw. V.; hat) (salopp): sich mit großer Mühe
einlernen: du hast dir alle diese Daten umsonst eingeochst.
Einöd fain|0:t], die; -, -en (österr.): svw. TEinöde; <Zus.:)
Einödbauer, der (südd., österr.): Bauer auf einem Einödhof:
Einöde, die; -, -n [mhd. einoede, angelehnt an töde; älter
mhd. eincete, einöte, ahd. einöti = Einsamkeit, einsamer
Ort, aus t 'ein (I) u. dem Suffix -öti]: einsame,
menschenleere, meist öde u. eintönig wirkefide Gegend: in der weiten,
wüsten E. sah man wochenlang keinen Menschen; in der
E. leben; Ü solche -n von Einsamkeit taten sich auf, daß
die Identität zwischen dem Sünder und dem Zerknirschten
nicht aufrechtzuerhalten war (Jahnn, Geschichten 103);
Einödhof, der (südd., österr.): einzelner Bauernhof in einer
Einöd.
einölen <sw. V.; hat): a) gründlich! mit Öl einreiben: die
Ringer ölten sich vor dem Kampf ein; hast du dich, hast
du dir die Haut gegen Sonnenbrand gut eingeölt?; b) ölen:
das Türschloß e.; Ü Bierdunst und Zigarrenrauch hatten
sie (= die Stimme) eingeölt (Kirst, 08/15, 7).
einoperieren <sw. V.; hat): svw. teinpflanzen (2): ihr war
eine fremde Niere einoperiert worden.
einordnen <sw. V.; hat): 1. ordnend in etw. bereits
Geordnetes I einfügen; in einer bestimmten Ordnung, an der
entsprechenden, vorgesehenen Stelle unterbringen: Karteikarten
alphabetisch [in eine Kartei] e.; du mußt die Bücher noch
[in den Schrank] e.; der Zettel ist hinter der Seite 10
einzuordnen; Ü ein Kunstwerk zeitlich e.; man weiß nicht,
wo, in welche Kategorie man ihn e. soll; Der Mensch
wurde zweifach eingeordnet, einmal in die lebende Familie
.... und dann in die Reihe der Generationen (Bamm.
Weltlaterne 100). 2. <e. + sich) a) in die vorgeschriebene
Fahrbahn fahren, einlenken: du mußt dich vor dem Abbiegen
rechtzeitig e.; bitte e.!; b) sich in eine vorhandene Ordnung.
Umgebung gut einfügen, sich ihr anpassen: es fällt ihm
schwer, sich [in die Gemeinschaft] einzuordnen; <Abl.:>
Einordnung, die; -: das Einordnen: E. in ein Schema, ein
System.
einpacken <sw. V.; hat): 1. in ein dafür vorgesehenes Behältnis
legen, darin verstauen (Ggs.: auspacken 1 a): ein Geschenk
[in Papier] e.; die Kleider [in den Koffer] e.; *e. können
(ugs.; nichts erreichen, nichts ausrichten, keinen Erfolg
haben): pack ein! (ugs.; hör auf. mach Schluß, verschwinde!):
du kannst dich e. lassen/laß dich e.! (ugs.; mit dir ist nichts
anzufangen; du kannst nichts): du kannst dich e. lassen/laß
dich e. damit, mit ...! (ugs.; das ist uninteressant, alt. hör
auf damit!). 2. (ugs.) in bestimmter Weise/ mit warmer
Kleidung o. ä. versehen: sie packte das Kind in eine/(selten:)
einer Decke ein; du mußt dich gut e., es ist kalt draußen;
warm eingepackt auf dem Balkon liegen. 3. (ugs.) einen
beachtlichen Sieg in einem sportlichen Wettkampf erringen;
(Zus. zu I:) Einpackpapier, das; <Abl.:) Einpackung, die;
-, -en.
einparken <sw. V.; hat): in eine Parklücke hineinfahren (Ggs.:
ausparken): er kann nicht gut e.; in eine enge Lücke e.;
hinter dem roten Wagen kannst du noch e.; <subst.:> er
hat den Kotflügel des Nebenmannes beim E. gestreift.
Einparteilen]- (aus nur einer Partei bestehend,
hervorgegangen, von nur einer Partei bestimmt): ^Herrschaft, die; ^re-
gierung, die; -Staat, der; -System, das.
fiinpasdien <sw. V.; hat) [zu tischen] (ugs.):
einschmuggeln.
einpassen <sw. V.; hat): 1. genau passend machen u. in etw.
einfügen, einsetzen: ein Brett in den Schrank e.; Ü das
Tier ist körperlich angepaßt an die Umwelt, ist eingepaßt
4V
643
einpassieren
in sie CThienemann. Umwelt 101); alles, was ihr zustieß,
war zu genau eingepaßt in den Alptraum (Chr. Wolf.
Nachdenken 27). 2. <e. + sich) svw. T einordnen (2 b).
einpassieren <sw. V.; ist): ; fahrend! in etw. gelangen: im
Moment, da Ernst Eugen auf seinem Selbstfahrer
einpassiert, steht die ... Betriebswache am Portal (Fr. Wolf.
Zwei 106).
Einpassung, die; -. -en: Subst. zu feinpassen.
einpauken <sw. V.; hat) (ugs.. oft abwertend): a) mit
Anstrengung, mühsam einlernen, beibringen: du hast dir. dem Kind
die Vokabeln regelrecht eingepaukt: redet ihr... ins
Gewissen, paukt ihr vergeblich seine Moral ein (Welt 8. 6. 67.
9); b) (veraltend) unterweisen, mit Pauken unterrichten:
er sollte den Schüler [für die Prüfung] e.; <Abl.:> Einpauker.
der; -s. - (ugs.): jmd.. derjmdm. etw. einpaukt, bes. Lehrer,
der jmdn. auf ein Examen vorbereitet.
einpegeln, sich <sw. V.; hat): svw. feinpendeln.
einpeitschen <sw. V.; hat): 1. (selten) mit der Peitsche
einschlagen: er peitschte nun erst recht auf die Pferde ein
(Hauptmann. Schuß 11). 2. gewaltsam, unter Anwendung
strenger Maßnahmen beibringen: man hatte ihnen diese
Parolen schon frühzeitig eingepeitscht; <Abl. zu 2:)
Einpeitscher [-pajtJB], der; -s. -: jmd.. der andere / fanatisch1 zu
etw. antreibt, anhält: Dreimal hat die Regierungspartei
... die Anweisung ihrer E. befolgt (FAZ 12. 5. 61. 2);
bei der letzten Weltmeisterschaft 1958 in Göteborg, wo
ein .»Einpeitscher" die Zuschauer zu wahrem Fanatismus
herausgefordert hatte (FAZ 13. 11. 61. 8).
einpendeln, sich <sw. V.; hat): sich auf eine mittlere Norm
hin bewegen, einen Mittelwert erreichen: sich auf ein
mittleres Niveau/sich auf einem mittleren Niveau e.; die
Tagesproduktion hat sich allmählich wieder auf 300 Stück
eingependelt; die Preise haben sich eingependelt (sind stabil
geworden): Weil ... sich auch endlich irgendein inneres
Gleichgewicht einpendelt (Gehlen. Zeitalter 59);
Einpendlet der; -s. -: Pendler, der sich von seinem Wohnort zum
Arbeitsort begibt (Ggs.: Auspendler).
einpennen <sw. V.; ist) (salopp): einschlafen: ..Wieder mal
eingepennt, was?" sagt mein Sohn milde spöttisch und
schaltet den Fernsehapparat aus (Hörzu 5, 1971. 5).
Einpersonenhaushalt, der; -[eis. -e: Haushalt mit nur einer
Person: Einpersonenstück, das; -[eis. -e: Bühnenstück, in
dem nur eine einzige Person auftritt.
Einpfennigstück, das; -[eis. -e: Geldmünze mit dem Wert
eines Pfennigs.
einpferchen <sw. V.; hat): 1. ineinen Pferch sperren,
einschließen: die Schafe e.; Da lebte er .... spendete Wasser seinen
Tieren und pferchte sie abends ein (Th. Mann, Joseph
275). 2. auf engem Raum zusammendrängen: die
Gefangenen in die Waggons e.: irgendwo eingepfercht stehen,
sitzen; <Abl.:) Einpferchung, die; -. -en.
einpflanzen <sw. V.; hat): 1. an einem bestimmten Platz
in entsprechende Erde pflanzen: Stecklinge in den/im Torf
e.; Ü die Ordnungsliebe hat man ihm von früh auf
eingepflanzt (mit Nachdruck. Strenge anerzogen): der
Behauptung .... daß der moralische Sinn dem Menschen nicht
anerzogen ... wird, sondern ihm von einer höheren Stelle
eingepflanzt worden ist (Freud. Abriß 85). 2. (Med.)
operativ in einen anderen Organismus od. an eine andere Stelle
desselben Organismus übertragen: implantieren (Ggs.:
auspflanzen 2): einem Versuchstier ein Gewebestück, eine
fremde Niere e.; <Abl.:) Einpflanzung, die; -. -en.
einpflastern <sw. V.; hat): ins Pflaster setzen, schützend
mit Pflaster umgeben: die Straßenbahn e.; Auf diesem
Spielplatz wurden die Bäume eingepflastert (MM 17. 8.
73. 18).
einpflocken, (seltener:)einpflöcken <sw. V.; hat): 1. mit einem
Pflock, mit Pflöcken in etw. befestigen: ein Halteseil e.
2. mit Pflöcken eingrenzen, umgeben: einen Weideplatz e.
einpfropfen <sw. V.; hat) (Gartenbau): durch Pfropfen auf
eine andere Pflanze übertragen: ein Edelreis e.; Ü er wollte
ihnvdie Verhaltensmaßregeln e. (mit Nachdruck, gut
einprägen).
Einphasen- (Physik. Elektrot): -ström [-' 1. der:
einphasiger Strom: -Wechselstrom, der (mit Bindestrich):
einphasiger Wechselstrom, wie er auch im Haushalt verwendet
wird: ^W^chselstromsystem, das (mit Bindestrich).
einphasig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Physik. Elektrot.):
mit nur einer unter Spannung stehender Phase: -er
Wechselstrom.
einpinseln <sw. V.; hat): mit Hilfe eines Pinsels mit einer
Flüssigkeit bestreichen: die Wunde mit Jod e.; <Abl.:> Ein-
pinsehmg, die: % -en.
einplanen <sw. V.; hat): in seinen Plan, seine Pläne
einbeziehen: in der Planung berücksichtigen: eine Assistentenstelle
e.; (scherzh.:) diese Panne war nicht eingeplant; <Abl.:>
Einpianung, die: -. -en.
einpökeln <sw. V.; hat) (Kochk.): in eine Salzlösung einlegen
u. dadurch haltbar machen!: eine Rinderzunge e.; *du
kannst dich e. lassen/laß dich e.! (ugs.; mit dir ist nichts
anzufangen: du kannst nichts): du kannst dich e. lassen/laß
dich e. damit* mit ... (ugs.; damit legst du keine Ehre ein.
damit kann man nichts anfangen).
einpoldern [ampskten] <sw. V.; hat) [zu t Polder):
svw.!eindeichen: <Abl.:> Einpoktenmg, die; -. -en: Zunahme in
agrarisch genutzter Fläche ... infolge -en und
Kultivierungen von Ödland (FAZ 21. 10. 61. 5).
einpolig [ainpo:li$] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Physik.
Elektrot.): nur einen Pol habend: mit nur einem Pol.
einprägen <sw. V.; hat): 1. in etw. prägen: prägend hineindrük-
ken. hineinpressen: in das/(seltener.) dem Metall eine
Inschrift e. lassen. 2. a) so eindringlich ins Bewußtsein bringen,
daß es nicht vergessen wird, im Gedächtnis haftenbleibt:
er prägte ihm diese Lehre ein; er prägte ihnen ein. pünktlich
zu sein; ich prägte mir. meinem Gedächtnis diese Worte
ein; sich einen Namen e. (genau merken): b) <e. + sich)
im Gedächtnis haftenbleiben, nicht vergessen werden: das
Bild hat sich mir [unauslöschlich] eingeprägt; die Melodie
prägt sich leicht ein (ist einprägsam): <Abl. zu 2:)
einprägsam [ainprE:kzaml <Adj.): leicht im Gedächtnis
haftenbleibend, sich leicht behalten, merken lassend: eine -e Melodie:
etw. e. darstellen; Kirchen und Industrie wechseln c. ab
(Grass. Hundejahre 529). dazu: Einprägsamkeit, die; -;
<Abl. zu 1:) Einprügung« die: -. -en.
einprasseln <sw. V.; ist): in bedrängend rascher Folge an.
gegen jmdn. gerichtet werden: die Fragen, Vorwürfe
prasselten auf ihn ein.
einpressen <sw. V.; hat): in etw. pressen, pressendhineindrük-
ken: in den Ledereinband waren Verzierungen eingepreßt;
<Abl.:) Erpressung, die: -. -en.
einprogrammieren <sw. V.; hat) (Datenverarb): in eine
Rechenanlage als Programm (5) eingeben: die Spedition Barth
hat ihrem Kleincomputer sämtliche Frachtsätze
einprogrammiert (MM 10. 5. 69, 4); Ü dieses Ziel wird den
jugendlichen Sportlern von Anfang an einprogrammiert;
<Abl.:) Einprogrammkrung, die; -, -en.
einprügetn <sw. V.; hat): l.jmdn. fortgesetzt, blindlings
prügeln: wiederholt, immer wieder auf jmdn. einschlagen: sie
prügelten wild auf ihn. aufeinander ein. 2. (ugs. abwertend)
mit Hilfe von Prügeln beibringen, einprägen: Zucht und
Ordnung hat man den armen Kindern eingeprügelt.
einpudern <sw. V.: hat): mit Puder bestreuen, bedecken:
das Baby e.; du mußt dir die Nase e.
einpumpen <sw. V.; hat): in etw. pumpen, pumpend in etw.
hineinbringen (Ggs.: auspumpen a): Wasser [in ein Bassini
e.
einpuppen <sw. V.; hat): 1. <e. + sich) (Bot.) sich zur
Puppe (3) einspinnen, ins Puppenstadium übergehen: die
Schmetterlingsraupe puppt sich ein. 2. (landsch.. bes. ber-
lin.) einkleiden (1): ob man den Mann nicht etwas passender
hätte e. können (A. Zweig. Grischa 169); sich neu e.
einquartieren <sw. V.; hat): a) (bes. Milit.) bei jmdm.. in
einem Quartier unterbringen: Soldaten [in einer Stadt] e.;
wir haben dich bei Freunden, in einem kleinen Hotel
einquartiert: b) <e. + sich) sich eine Unterkunft, ein
Quartier verschaffen: ich habe mich bei Freunden, im
Nachbarort einquartiert; <Abl.:> Einquartierung, die: -. -en: 1. das
Einquartieren. 2. <o. PI.) Personi enj. die einquartiert
worden ist (sind): E. haben; Am liebsten jagte ich meine
E. aus dem Haus und besetzte es (Molo. Frieden 96).
3. (Soldatenspr.) Läuse.
einquetschen <sw. V.; hat): svw. teinklemmen (1).
einquirlen <sw. V.: hat): in etw. quirlen, quirlend in etw.
einrühren: ein Ei [in die Suppe) e.
einrddrig, (seltener:) einröderig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
mit nur einem Rad / versehen): ein -er Karren.
einrahmen <sw. V.; hat): mit einem Rahmen einfassen,
versehen: eine Fotografie e. [lassen!; R das kannst du dir e.
lassen (ugs.; das ist nicht viel wert, darauf lege ich keinen
Wert): Ü bewaldete Höhen rahmen das Dorf ein (umgeben
644
einreißen
es i, er saß eingerahmt von zwei jungen Damen (sali
zwischen ihnen) am Tisch; <Abl.:) Einrahmung, die; -. -en.
einrammen <sw. V.; hat): 1. in etw. rammen, mit Wucht
hineintreiben: Pfähle [in die Erde] e. 1 rammend
zertrümmern: das Tor [mit einem Balken] e.
enranden t'ainrandn) <sw. V.; hat) (selten): svw. Teinrän-
dern; einrändern <sw. V.; hat): einen Rand um etw. ziehen,
mit einem Rand umgeben: eine Zahl rot e.
einrangieren <sw. V.; hat): 1. durch entsprechende
Fahrmanöver an eine schwieriger zu erreichende Stelle
fahren: er wollte den Wagen [in eine Parklücke] e. 2. in
sozialer, gesellschaftlicher, geistiger o. ä. Hinsicht einer
bestimmten Kategorie zuordnen: rangmäßig einordnen, in etw.
einreihen: man weiß nicht, wo man ihn e. soll; <Abl.:>
Einningiening, die; -. -en.
einrasten <sw. V.; ist): 1. (Technik) in eine
ineinandergreifende Haltevorrichtung o. ä. hineingleiten, sich dort festhaken,
einschnappen (Ggs.: ■ausrasten): der Knopf muß erst richtig
c; das Lenkradschloß e. lassen; Ü Ihre Augen drohten
aus den Höhlen zu springen, ihre Unterkiefer rasteten
in Tiefstellung ein (Cotton. Silver-Jet 163). 2. svw. t
einschnappen (2).
einriuchern <sw. V.; hat): ganz mit Rauch einhüllen,
umgeben, erfüllen: er hat mit seinem Pfeifenqualm das Zimmer,
die Gardinen eingeräuchert; <Abl.:> Einrfiuchening, die; -.
einräumen <sw. V.; hat): l.a) in einen Schrank od. einen
Raum einordnen: , in einer bestimmten Anordnung]
hineinstellen od. -legen (Ggs.: ausräumen la): Wäsche. Bücher
[in den Schrank] e.; die Möbel [wieder] ins Zimmer e.;
b) in einen Schrank, einen Raum erw., was dort hineingehört,
stellen od. legen (Ggs.: ausräumen 1 b): das Zimmer, den
Schranke. 2. zugestehen, gewähren: Jmdm. den Ehrenplatz.
eine Stellung, eine Funktion. Rechte e.; dem Kunden
Kredit e.; die Frankfurter Allgemeine würde nicht im Traum
daran denken, ihnen auch nur eine Fünf-Zeilen-Notiz
einzuräumen (Enzensberger. Einzelheiten I. 33); daß der ...
schwerreiche Patricius einer Person ... nur ein Zimmer
in einem bescheidenen Hause eingeräumt und sie dort
habe Wolle spinnen lassen (Thieß, Reich 477); Walter
... räumte sich die Entschuldigung ein. daß ... (Musil.
Mann 1197); ich räume ein (geh.; gebe zu), daß ich mich
geirrt haben könnte; selbst der Krieg ... hat schon dem
Fortschritt dienen müssen, wie Sie mir einräumen werden
(Th. Mann. Zauberberg 531); „obgleich*' ist eine
einräumende (Sprachw.; konzessive) Konjunktion; Ü daß. wenn
Hypathius auf den Thron käme, er dem Monophysitismus
wieder Lebensberechtigung einräumen werde (Thieß.
Reich 501); Die Laboratoriumsspiele sind im Grunde
Rollenspiele, die der Phantasie einen weiteren Spielraum
einräumen als die Ernstsituationen (Hofstätter.
Gruppendynamik 159); <Abl.:> Einräumung, die; -. -en: 1. <o. PI.)
das Zugestehen: daß man ... die E. dieser Rechte erzielen
könnte (Dönhoff. Ära 87). 2. Zugeständnis: daß ich dem
Kaiser Joseph ein paar unbedeutende -en machte (B.
Frank. Tage 64). dazu: Einräumungssatz, der (Sprachw.):
svw. ! Konzessivsatz.
Einraumwohnung, die; -. -en: kleinste abgeschlossene
Wohneinheit.
einrechnen <sw. V.; hat): in eine / Bejrechnung. bei etw.
mit hinzurechnen, hinzuzählen: Porto und Verpackung sind
[bei dem Betrag] nicht [mit] eingerechnet; Jaakob brauchte
... Hilfskräfte deren Preis er in den der gelieferten
Ware ... einrechnete (Th. Mann. Joseph 282); <oft im
2. Part.:) es waren 50 Personen, die Kinder [mit]
eingerechnet; Ü strategische Spiele wie das Schach, wobei Jeder
Spieler... die Antworten auf seine Züge e. (in seine
Überlegungen einbeziehen) und herausfinden muß. was der
Gegner plant (Gehlen. Zeitalter 32).
Einrede, die; -. -n (jur.): Einwand, Einspruch: Vorbringen
eines Rechts, das dem Recht einer anderen Person
entgegensteht: Der Ankläger... behauptete, meine Einrede, es
handle sich um ein beiseite gelegtes Manuskript, sei nichtig
(Niekisch. Leben 320); einreden <sw. V.; hat): 1. durch
eindringliches Reden bewirken, daß jmd., man selbst etw.
tut od. glaubt: jmdm. einen Plan, eine Idee e.;
Zwischendurch ... redete ich mir ein. daß ich eigentlich gar nicht
rauswollte (Bieler, Bonifaz 77); das hast du dir nur
eingeredet (das stimmt gar nicht). 2.*) jmdm. mit Worten zusetzen:
ständig u. eindringlich zu jmdm. sprechen: laut, heftig,
erregt, beschwichtigend, gütlich, dauernd auf jmdn. e.;
gestikulierend aufeinander e.; b) ständig u. eindringlich zu jmdm.
sagen: obwohl er mittlerweile an den Gesten verstand,
was der Fahrer noch immer aufgebracht auf ihn einredete
(H. Kolb, Wilzenbach 25); Aufrichtigsten Herzens rede
ich durch das Mikrophon direkt auf die deutschen Soldaten
ein: ..Kommt rüber! ..." (K. Mann. Wendepunkt 418).
einregnen <sw. V.): 1. <e. + sich) zu einem Dauerregen
ausarten: nicht aufhören zu regnen <hat>: es scheint sich
einzuregnen; nach dem Gewitter hat es sich eingeregnet.
2. <ist> a) vom Regen durchnäßt werden: auf einer
Wanderung e.; wir sind tüchtig eingeregnet; b) durch Dauerregen
an einem Ort festgehalten werden: sie sind in den Bergen
eingeregnet.
ginregulieren <sw. V.; hat): a) (Technik) genau auf einen
bestimmten Wert, ein bestimmtes Maß einstellen: der Druck
wird auf 0.35 atü. die Temperatur auf 24 °C einreguliert
(in der Mondfähre; MM 25. 2. 69. 3); Schadhafte oder
falsch einregulierte Hörgeräte (Hörzu 40. 1974. 121); b)
<e. + sich) sich regeln: in Ordnung gehen: das wird sich
alles e.; daß das Leben ... sich ... automatisch auf
moralische Lösungen einreguliert (Thielicke. Ich glaube 260).
Einreib(e]mittel,das; -s. -: zu Heilzwecken verwendetes Mittel
zum Einreihen: ein gutes E. gegen Rheuma; einreiben <st.
V.; hat): a) durch Reiben in etw. eindringen lassen, reibend
auftragen: Salbe, öl. Franzbranntwein in die Haut e.;
b) reibend mit etw. bearbeiten: Kaffeedecken mit Glyzerin
e.; jmdm. den Rücken e.; Dann rieben sie sich mit
Sonnenbrandcreme ein (Hausmann. Abel 94); <Abl.:>
Einreiber, der; -s. - (Holzverarb.): ein Fensterbeschlag:
Einreibung, die; -. -en: vom Arzt wurden -en verordnet.
einreichen <sw. V.; hat): a) etw. Idienstlich, bei einer
Behörde! zur Bearbeitung abgeben: mehrere Entwürfe wurden
eingereicht; ein Gesuch, einen Antrag, eine Rechnung,
eine Examensarbeit, gegen etw. Beschwerde, bei einem
Gericht eine Klage e.; einem Verlag ein Manuskript e.;
d ie Scheidung e. (bei Gericht beantragen): er reichte der/bei
der Regierung seinen Abschied (sein Entlassungsgesuch)
ein; b) (ugs.) vorschlagen: jmdn. zur Beförderung/für einen
Orden e.; <Abl.:> Einreichung, die; -. -en <P1. selten), dazu:
Einreichungsfrist, die: Zeitspanne, innerhalb deren etw.
eingereicht werden kann: Einreichungstermin, der: /
letztmöglicher / Zeitpunkt des Einreichens.
einreihen <sw. V.; hat): a) <e. + sich) sich innerhalb einer
Gruppe an einen Platz stellen: ich hatte keine Lust, mich
in die Schlange der Wartenden einzureihen; meine Mutter,
die sich ... eingereiht haben mochte im Morgengrauen
in irgendeiner Schlange vor irgendeinem Laden ihrer Stadt
(Seghers. Transit 166); sie ... reihten sich ein zu
Prozessionen (Koeppen. Rußland 94); b) in eine Reihe, Ordnung
eingliedern: einer Gruppe zuordnen: jmdn. unter die Dichter,
in den Arbeitsprozeß e.; Hubert ... war gleich am Tage
nach seiner Ankunft in ein Kolchos eingereiht worden
(Leonhand. Revolution 140); Alles das machte er mit.
aber e. ließ er sich deswegen noch lange nicht (Plenzdorf.
Leiden 41); Als junge Frau... reihte sie sich in die vorderste
Front der Freiheitsbewegung ein (Spiegel 5. 1966. 72);
wenn man sie (= Bunyans Dichtung) kurzerhand bei den
Erbauungsbüchern einreiht (Nigg. Wiederkehr 66); Der
Psychologe würde eine neue Routineoperation in sein
Repertoire e. (aufnehmen: Hofstätter. Gruppendynamik 141).
Einreiher ['ajnrah&l. der; -s. - (Schneiderei): Herrenanzug,
dessen Jackett nur eine Knopfreihe hat (Ggs.: Zweireiher);
einreihig <Adj.; o. Steig.): a) in einer einzigen Reihe: sich
e. aufstellen; b) mit nur einer !Knopf]reihe Iversehen':
ein -er/e. geknöpfter Mantel.
Einreihung, die; -. -en: Subst. zu t einreihen.
Einreise« die; -. -n: Reise in ein Land, Grenzübertritt (Ggs.:
Ausreise): die E. nach Frankreich, in die USA; jmdm.
die E. (Einreiseerlaubnis) verweigern.
Einreise-: ^erlaubnis, die; ^genehmigung, die; -verbot, das;
^visum, das.
einreisen <sw. V.; ist): ein Land betreten, die Grenze
überschreiten (Ggs.: ausreisen): sie reisten mit dem Auto ein;
wer nach Berlin ein- und ausreise (Dönhoff. Ära 123).
einreißen <st. V.): 1. ab-, niederreißen <hat): ein Haus, alte
Stadtviertel e.; die Flut hat die alten Dämme eingerissen;
Ü Die Dynamik der Geschichte selbst ist es. welche die
festgefügten Mauern nach und nach einreißt (Thieß. Reich
49). 2.a) <hat) (vom Rand her) einen Riß in etw. machen:
ich habe leider den [Geldlschein eingerissen; b) etw. in
645
Einreißhaken
etw. reißen: in den Tagen der Eiszeit, da er (= der Graben)
von abziehendem Gletscherwasser in die Steppe eingerissen
... worden war (Plievier. Stalingrad 98). 3. einen Riß
bekommen; brüchig werden <ist>: der Stoff reißt überall ein; der
Ärmel war bis zum Ellbogen eingerissen; die eingerissenen
(ugs.; rauhen) Hände eincremen. 4. sich etw. in die Haut
reißen <hat>: ich habe mir einen Dorn eingerissen. 5. zur
üblen Angewohnheit werden; um sich greifen <ist>:
merkwürdige Sitten sind hier, in diesem Land eingerissen; wir wollen
das nicht [bei uns] e. lassen!
Einreißhaken« der; -s. -: größerer, stärkerer Haken zum
Einreißen von Gebäudeteilen o.a.; Einreißung, die; -, -en.
einreiten <st. V.): 1. reitend hereinkommen <ist>: die
Dressurreiter reiten [in die Bahn] ein. 2. <hal> a) (ein Pferd)
an einen Reiter, an das Gerittenwerden gewöhnen: Remonten
e.; b) <e. + sich) sich ans Reiten, an ein Pferd gewöhnen:
mit diesem Pferd muß ich mich erst e.
einrenken fajnrenkn) (sw. V.; hat) [vgl. verrenken): I. (ein
Glied) wieder in die richtige Lage bringen, in die
Gelenkpfanne zurückdrehen (Ggs.: ausrenken): einen Fuß. einen Arm.
ein Bein e.; der Arzt hat ihm die Schulter wieder eingerenkt;
Ü als er ... den Motor anläßt, bevor er den ersten Gang
einrenkt (Frisch. Gantenbein 374); Er ... könne die aus
den Fugen gegangene ... Welt wieder e. (Thielicke. Ich
glaube 213). 2. (ugs.) a) etw. Unangenehmes in Ordnung
bringen, bereinigen: er hat die Sache wieder eingerenkt;
b) <e. + sich) in Ordnung kommen: zum Glück hat sich
alles wieder eingerenkt; <Abl.:) Einrenkung, die; -. -en.
einrennen <unr. V.; hat): a) durch Dagegenrennen zerstören:
Das Volk schloß die Tore. Gainas versuchte vergeblich,
sie einzurennen (Thieß. Reich 360); b) (ugs.) (mit einem
Körperteil) gegen etw. stoßen u. sich dabei verletzen: ich
habe mir den Kopf an der Glastür eingerannt; sie würden
sich ... gegenseitig die Schädel e. (Ott, Haie 239).
einrexen I'^jnreksn] <sw. V.; hat) [TRexapparat] (südd..
österr.): in einem Einmachglas haltbar machen: Marmelade
e.
einrichten <sw. V.; hat): 1. a) mit Möbeln, Geräten ausstatten:
einen Laden e.; ein Zimmer [mit neuen Möbeln) e.; ich
habe [mir/meinem Sohn] im Keller ein Labor eingerichtet;
eine modern eingerichtete Wohnung; b) <e. + sich) seinen
Wohn- u. Arbeitsbereich gestalten: sich geschmackvoll, mit
Stilmöbeln e.; sie hat sich neu eingerichtet; du kannst
dich hier häuslich e. (ugs.; so tun, als ob du hier zu Hause
wärst); sie ist sehr hübsch eingerichtet. 2. (Med.) (eine
Gliedmaße) in die richtige Lage bringen: einen gebrochenen
Arm e. 3. <e. + sich) sich den Umständen anpassen; mit
beschränkten Mitteln auskommen: er muß sich e.; seine
Frau weiß sich einzurichten. 4.a) ttach einem bestimmten
Plan, auf ein Ziel hin gestalten: eine Maschine so e.. daß
sie mit möglichst wenig Bedienung möglichst viel Leistung
erbringt; b) möglich machen, ermöglichen: wir müssen es
so e.. daß wir vor ihm ankommen; kannst du es e.. heute
mit mir zu essen? 5. <e. + sich) sich auf jmdn., etw.
einstellen, vorbereiten: sich auf Gäste, auf eine lange
Wartezeit e.; (ugs.:) daraufbin ich nicht eingerichtet. 6. schaffen
u. 1 eröffnen: eine Filiale, eine Beratungsstelle, einen
Pannendienst e.; die Bahn hat eine neue Städteverbindung
eingerichtet. 7. nach bestimmten Gesichtspunkten
umformen; für besondere Zwecke um Igestalten, redigieren: ein
Orchesterwerk für Klavier e.; ein sorgfältig eingerichteter
deutscher Text; eine gemischte Zahl e. (Math.; in einen
unechten Bruch verwandeln . um damit rechnen zu können/);
<Abl.:) Einrichter» der; -s. -: jmd., der Maschinen.
Automaten u. ä. für ihre jeweilige Aufgabe vorbereitet u. einstellt
(Berufsbez.); Einrichtung, die; -. -en: 1. <o. PL) das
Einrichten (1-2. 6. 7): die E. der neuen Wohnung nimmt viel
Zeit in Anspruch; die E. eines gebrochenen Gliedes; die
E. des Schauspiels für das Fernsehen besorgte ...; jmdn.
mit der E. eines neuen Geschäftes betrauen. 2.a)
Gesamtheit des Mobiliars; Ausstattung: die Wohnung hat eine
geschmackvolle E.; b) technische Vorrichtung, Anlage:
eine automatische E.; die sanitären -en. 3. der Allgemeinheit
dienetule Institution, Behörde: öffentliche, staatliche, soziale
-en; die E. des Wehrbeauftragten schafft
Kontrollmöglichkeiten. 4. Gewohnheit, Gepflogenheit: der Skatabend wurde
zu einer ständigen E.
Einrichtung*-: Mlarlehen, das: (bei der Eheschließung)
Darlehenfür die Ansclvaffung einer Wohnungseinrichtung;
^gegenständ, der: Möbelstück, Lampe o. ä.; -haus, das (Kauf-
mannsspr.): Geschäft* das Einrichtungsgegenstände
verkalkt; -stück, das: svw. t -gegenständ; -zahl, die: Anzahl
von neuen Einrichtungen: die E. steigern (z. B. bei
Fernsprechanschlüssen); -Zubehör, das: Es gibt mannigfache
Ausfuhrungen dieses modernen -s (Hörn, Gäste 121).
einriegeln <sw. V.; hat): durch Vorlegen eines Riegels
einsperren: jmdn.. sich [im Zimmer] e.
einrieseln <sw. V.; ist): rieselnd in etw. gelangen: Eiweiß
sehr steif schlagen, dabei den restlichen Zucker e. lassen
(Hörzu 6. 1976. 90).
einringen, sich <sw. V.; hat) (Ringen): sich durch lockeres
Ringen aufwärmen, organisch auf den Kampf vorbereiten.
Einriß, der; ...isses. ...isse [zu teinreißen): kleiner Riß (vom
Randeher od. ander Oberfläche): ein E. im Papier; Einrisse
in der Haut.
einritzen <sw. V.; hat): a) in etw. ritzen: sein Namenszeichen
[in einen Baum, in den Felsen) e.; eingeritzte Ornamente;
Ü während die Widersprüche zwischen politischer Theorie
und Praxis ... dem Bewußtsein so fest eingeritzt waren,
daß ... (Thieß. Reich 44); b) <e. + sich) die Oberfläche
von etw. ritzen: das Messer hat sich in die Haut eingeritzt;
Ü sie glaubt... den Pfiff der Lokomotive wieder zu hören,
der sich damals in ihr Gehör einritzte (Chr. Wolf. Himmel
302); <Abl.:) Einritzung, die; -, -en.
Einrollbewegung, die; -. -en (Leichtathletik): Phase des
Bewegungsablaufs beim Stabhochsprung, in der man nach
dem Anlauf am Stab hängt, die Beine im Kniegelenk beugt
u. eine der Rolle rückwärts vergleichbare Bewegung ausführt,
die den Springer in die L-Position bringt; einrollen <sw.
V.): 1. zu einer Rolle wickeln, zusanunenrollen <hat>: den
Teppich e.; ich rolle mir die Haare ein; ich habe mich
auf dem Sofa eingerollt; wo sie gewöhnlich um diese Zeit
auf ihrem Bett eingerollt lag wie eine Hauskatze (Baum.
Paris 79). 2. rollend einfahren <ist): der Zug rollt gerade
ein. 3. (Sport) a) <hat/ist> (Leichtathletik) beim
Stabhochsprung die Einrollbewegung ausführen: nach dem
Zurückwippen e.; b) <hat> (Feldhockey) den ins Seitenaus
gegangenen Ball dadurch wieder ins Spiel bringen, daß er mit der
Hand dicht am Boden ins Spielfeld gerollt wird: das E.
ist im Bereich des DHB durch einen Schiebeball ersetzt
worden; Einroller, der; -s. - (Feldhockey): a) eingerollter
Ball: ein weiterer E.; b) Spieler, der den Ball einrollt; Ein-
rollinie. die; -. -n (Feldhockey): im Abstand von 6,40m
parallel zu der Seitenlinie verlaufende Linie, hinter der sich
beim Einrollen alle Spieler außer dem einrollenden befinden
müssen.
einrosten <sw. V.; ist): wegen Rosteinwirkung sich nicht mehr
bewegen lassen u. dadurch unbenutzbar werden: das
Türschloß, die Schraube ist eingerostet; Ü meine Knochen
rosten ein (ugs.; haben zu wenig Bewegung u. werden steif);
hier rostet man ein (ugs.; kann man nichts tun, hat man
keinerlei Abwechslung); eine eingerostete (scherzh.; aus der
Übung gekommene) Stimme.
einrücken <sw. V.): 1. <ist) a) (Milit. o.a.) sich (in
Formation ) an einen Ort begeben, einmarschieren (Ggs.: ausrücken
1): die Truppen rücken in die Stellungen, in die Stadt,
in das Land ein; die Feuerwehr ist wieder eingerückt (nach
dem Einsatz an den Standort zurückgekehrt); weil ... die
Geschworenen im Gänsemarsch einrückten (Maass. Gouf-
fe 324); ... rückte in der ..Sonne" als zweiter Gast der
frühere Seilermeister Lukas Heller ein (Hesse. Sonne 23);
b) (Milit.) zum Militärdienst eingezogen werden: morgen
muß er [zum Militär, zur Armee) e.; als ich ... als gemeiner
Rekrut in die Kaserne einzurücken hatte (Th. Mann. Krull
86); c) in eine Stellung, ein Amt einziehen, vorrücken: in
ein höheres Staatsamt. in eine Schlüsselstellung e. 2.
(Technik) (eine Maschine) einschalten, die Verbindung zum
Motor herstellen: entkuppeln (hat) (Ggs.: ausrücken 4): den
Schalthebel, die Kupplung e. 3. (Bürow.) die Zeile weiter
rechtx mit einigen Leeranschlägen beginnen lassen <hat>:
eine Überschrift, die Anrede eines Briefs e.; diese Zeile
bitte e.! 4. (Zeitungsw.) (einen Text od. eine Anzeige)
in der Zeitung veröffentlichen (hat): diese Nachricht muß
noch eingerückt werden; (Zus.:) Einrücktaktik, die
(Handball): Deckungssystem, bei dem die in der Minderheit
befindliche Abwehr den am entferntesten stehenden Stürmer
ungedeckt läßt, alle anderen Angreifer hingegen deckt, sobald
sie einen Torwurf versuch unternehmen: (Abl.:> Einriickung,
die: -. -en. dazu: Einrückimgsbefehl, der: Befehl zum Einrük-
ken (I b); Einriickungstermin, der.
646
Einsattelung
anrühren <sw. V.; hat): 1. in etw. hinein/rühren; ein Ei
[in die Suppe) e.: Gips [in Wasser] e. 2. (ugs.) jmdm..
steh Unannehmlichkeiten verursachen: Kommende
Geschlechter hatten die Folgen dessen zu tragen, was die
Gegenwart verhängnisvollerweise einrührte (Niekisch.
Leben 164); Das hat dir der Tuzzi eingerührt (Musil, Mann
1252).
dnriisten <sw. V.: hat) (Bauw.): mit einem Gerüst umgeben:
für den neuen Anstrich muß das Haus eingerüstet werden.
'einstains; mhd. ein[e]3, ahd. eina3. urspr. Neutr. von t 'ein]:
I. (Kardinalz.) (als Ziffer: 1): Startnummer e.; Punkt,
halb e.; es ist. schlägt e. (ein Uhr): er kommt gegen e.;
[ein] Viertel nach, vor e.; e. durch e. ist e.; e. und acht
ist. macht, gibt neun; die Mannschaft gewann e. zu null;
U Sport ist sein Hobby Nummer e. (ugs.; sein liebstes
Hobby); R e. zu null für dich! (ugs.; in diesem Punkt
nebe ich mich geschlagen, erkenne ich deine Überlegenheit
an): *e., zwei, drei (ugs.; sehr schnell, im Handumdrehen):
sie war e.. zwei, drei [damit] fertig; eins a (meist mit der
röm. Ziffer geschrieben: Ia; Kaufmannsspr.; prima,
hervorragend): e. a Leberwurst. Vgl. acht. 11. <Adj.; o. Steig.;
nur präd.) im Sinne von einig, gleich, dasselbe in den
Verbindungen: in e. (zusammen, gemeinsam): Leib und
Seele in e.; etw. in e. sehen; in e. verschmolzen sein; jmdm.
e. sein (ugs.: gleichgültig sein): was auch geschieht, es ist
mir alles e.; e. sein (1. ein u. dasselbe sein: das ist doch
alles e. 2. sich gleichzeitig ereignen: Blitz und Donner
waren e.; das Unglück sehen und zugreifen war e. für
ihn); mit jmdm. e. sein/werden (eines Sinnes, Handels j einig
sein,werden): ... weil sie Angst hatte und mit sich selbst
nicht e. war (Gaiser. Jagd 172); mit jmdm., mit etw. e.
werden (völlige Übereinstimmung erzielen; zu einer Einheit
verschmelzen): der Schauspieler wurde e. mit seiner Rolle;
Ü sie wurden miteinander e. (geh. verhüll.; verkehrten
geschlechtlich); sich mit jmdm. e. wissen/fühlen (geh.; mit
jmdm. einig sein): ich weiß mich mit dir e. in der Ablehnung
dieses Vorschlags. HI. <Indefinitpron.>: T'ein II; ^ins [-]
;Adv.) [mhd. ein[e]s. ahd. eines, urspr. Gen. von t 'ein]
(landsch.): einmal: ich will auch e. tanzen (Nachbar. Mond
261); oft in der Fügung mit e. (plötzlich): da überkam
ihn mit e. ein traumhaftes Gefühl (Baum. Paris 167);
<subst. zu I:) Eins, die; -. -en: eine arabische, römische
E.; wie eine E. (ugs.; ganz gerade, senkrecht) stehen; eine
E. werfen (beim Würfeln die Seite mit einem einzigen Punkt
nach oben bekommen); eine E. schreiben (Schülerspr.; eine
Arbeit schreiben, die mit ..sehr gut" bewertet wird): die
Prüfung mit einer/(ugs.:) der E. bestehen: er fährt mit
der E. (ugs.; Straßenbahnlinie 1).
Einsaat, die; -. -en: 1. <P1. selten) als Saatgut vorgesehenes
Getreide. 2. <o. PI.) das Einsäen: Die Kosten für ...
Hegemaßnahmen, wie ... E. genügsamer Futterpflanzen ... (Tier
12. 1971.44).
dnsäckeln <sw. V.; hat): svw. f 'einsacken (b); 'einsacken
<sw. V.; hat) [zu t !sacken]: a) in Säcke füllen: Kartoffeln
e.; b) (ugs.) schnell an sich nehmen u. einstecken; an
sich bringen: er hat viel Geld eingesackt; die Plünderer
sackten alles ein. was sie in den Häusern finden konnten;
da man Land genug im Osten einsackte {erbeutete; A.
Zweig. Grischa 291); Ü ... wie arabische Terroristen eine
Handvoll Millionärstöchter auf einer Jacht einsackten
(Spiegel 18.1975. 152); c) (salopp) gefangensetzen: Keinen
einzigen Namen hab ich verpfiffen ... hoffentlich haben
die Tüten anständig gezittert, in der Zeit, als ich eingesackt
war (Degener. Heimsuchung 51).
leinsacken <sw. V.; ist) [zu t2sacken] (ugs.): einsinken: im
Sumpfe.; der Karren sackt tief im/(seltener:) in den Boden
ein; die Straßendecke ist eingesackt.
CPisften <sw. V.; hat): a) in den Boden säen: Weizen e.;
b) ganz besäen: Der Rest der ... Fläche ... soll im Herbst
eingesät und bepflanzt werden (MM 21. 8. 72, 5).
dpsagen <sw. V.; hat) (landsch., bes. südd., österr.): heim-
lieh! vorsagen, zuflüstern (bes. in der Schule): wenn er
drankam und steckenblieb, sagte er ihm ein (Ott. Haie
5): <subst.:> die Schüler sind geschickt im Einsagen und
Abschreiben; (Abl.:> Einsager [-za.gB], der; -s. - (landsch..
bes. südd., österr.): Souffleur: von allen Seiten setzen jetzt
E. ein. die Kaspar durch Sprechen zum Sprechen bringen
(Handke, Kaspar 15); Einsagerin, die; -, -nen: w. Form
zu t Einsager.
einsägen <sw. V.; hat): a) sägend einkerben; in etw. hinein /-
sägen: das Holz an einer Stelle e.. um es spalten zu können;
b) etw. in etw. sägen: Rillen e.; c) <e. + sich) durch längeres
gemeinsames Sägen den Arbeitsablauf flüssig gestalten:
Dann legten sie ein Stück Kiefernstamm auf den Sägebock
.... sie sägten sich ein (Degenhardt. Zündschnüre 132).
einsalben <sw. V.; hat): mit Salbe einreiben: Jmdn., sich,
etw. e.
fiinsalzai <sw. V.; hat): durch Einlegen in Salz haltbar
machen: Heringe. Bohnen e.; Ü ..es sind die Nacht wieder
welche über die Grenze!" ..Salz dir deine Grenze ein!
..." (ugs.; laß mich mit deiner Grenze in Ruhe!; Fr. Wolf,
Zwei 9); *du kannst dich e. lassen/laß dich e.! (ugs.; mit
dir ist nichts anzufangen, du bist zu nichts zu gebrauchen);
du kannst dich e. lassen/laß dich e. damit, mit ... (ugs.;
damit legst du keine Ehre ein. damit kann man nichts
anfangen); <Abl.:) Efosalzung, die; -. -en.
einsam [ajnza:m] <Adj.; nicht adv.) [zu mhd. ein = allein,
vgl. leinT: l.a) für sich allein, verlassen; ohne Kontakte
zur Umwelt: ein -er Mensch; er ist. lebt sehr e.; sich e.
fühlen; Eine Tatsache, die auch e. macht (Chr. Wolf.
Nachdenken 131); Auch diese mußten dem Mann in seinem
-en (allein zu kämpfenden) Kampf jetzt als feindliche
Stellungen gelten (Härtung. Juni tag 73); noch die -ste (ganz
für sich allein stattfindende) Erfahrung unseres Herzens
(K. Mann. Wendepunkt 9); ein -er Entschluß (Entschluji.
den jmd. faßt, ohne andere zu fragen, bes. in Politik u.
Wirt seh.); b) als mehr od. weniger] einziges seiner Art
l vorhanden!: ein -er Wanderer. Felsen. Stern; ein -es Paar.
Boot. Segel; Hancock wurde so zum Pionier eines aktiven
Eingreifens mit dem Messer. Aber auch er blieb ein -er
Rufer in der Wüste (Thorwald. Chirurgen 289); Sie ( =
jene Droge) war ein -es Zaubermittel, das den Kräften
des Weins im Ernst nicht gefährlich werden konnte (Jacob.
Kaffee 21); Ich finde die DM einfach Klasse, -e
Spitzenklasse auf dem Testgebiet (DM 18. 1966. 64); Daß ein Mann
... sich ... zu seinen Handlungen bekennt, ist ein bei uns
-es Zeugnis (Spiegel 48,1966.12); Draußen im Vorzimmer
brannte e. die Petroleumlampe, um Finy und Feverl auf
ihren Amtswegen zu leuchten (Doderer. Wasserfälle 86).
2.a) abgelegen, abgeschieden: ein -es Haus am Waldrand;
Es (= das Gasthaus) lag ziemlich e. an der Landstraße
(Hauptmann. Schuß 52); b) menschenleer, öde: ein -er
Strand im Winter; <Abl.:> Einsamkeit, die; -. -en <P1. selten,
geh.) [LÜ von lat. sölitüdo]: 1. das Alleinsein.
Kontaktlosigkeit: eine klösterliche E.; die E. suchen; Berlin: - eine
quicke Stadt voller -en (MM 1. 9. 69, 22). 2. einsame
Gegend. Einöde: kaum einer dringt in diese E. vor; Land
der grenzenlosen -en (MM 26.9.67.3). dazu:
Einsamkeitsbedürfnis, das; Einsamkeitsgefühl, das.
ansammeln <sw. V.; hat): l.a) durch Sammeln
zusammenbringen, vereinigen, auflesen: Früchte [in einen Korb] e.;
die heruntergefallenen Sachen wieder e.; Auf den Straßen
die Toten e.! (Apitz, Wölfe 333); Ü Der Gerissene ...
sammelt ... einen Bissen nach dem anderen in seinen ...
Bauch ein (Molo, Frieden 88); Bald sammelte eine
Abhörstelle seine Funksprüche ein (Gaiser. Jagd 29); Die folgende
Untersuchung verzichtet ... darauf. ... Fakten
einzusammeln (Enzensberger. Einzelheiten I. 23); b) von einer Stelle
mitnehmen: Ich fuhr ihn hin und sammelte ihn wieder
ein (Katia Mann. Memoiren 129); Eine Schwester sammelt
ein paar alte Leute ein, die gebeugt und unbeweglich ...
auf Bänken gesessen haben (Remarque. Obelisk 130); Die
Kerle sollen eingesammelt werden (Erich Kästner, Schule
118); Ü der Tod sammelte die kleinen Menschentiere ein
(Jahnn, Geschichten 225). 2. sich (von einer bestimmten
Gruppe, für einen bestimmten Zweck) aushändigen lassen:
die Ausweise, Geld, die Hefte, die Anträge e.; <Abl.:)
Einsamm[e]lung, die; -, -en <P1. ungebr.).
einsargen I'ajnzargn] <sw. V.; hat): in einen Sarg legen:
einen Toten, eine Leiche e.; Der Heilige tat wohl daran,
sich wieder einzusargen; die neue Zeit würde keine Wunder
von ihm erwarten (Carossa, Aufzeichnungen 7); *du kannst
dich e. lassen/sieh [mit etw.] e. lassen können usw. (salopp;
mit dem. was jmd. beiträgt od. vorbringt, ist nichts
anzufangen): laß dich e. mit deiner repüblica (Fries, Weg 13);
<Abl.:) Einsargung. die; -. -en.
Einsatt[e]lung,die; -, -en: Sattel. Vertiefung (bei Gebirgskäm-
men od. bei Bauwerken): Das Dach ist flach, ohne E.
und weist bei maximaler Amplitude höchstens 5%
Überschwingungen auf (Elektronik 11. 1971, 386).
647
Einsatz
Einsatz, der; -es. Einsätze: l.a) eingesetztes Teil: die
Tischdecke hat einen geklöppelten E.; b) einsetzbares (u.
herausnehmbares) Teil: ein Topf mit E.: ein Koffer mit E. für
die Kleider. 2.a) /beim Spielen] eingesetzter Betrag: der
E. war niedrig, hoch; der E. beträgt eine DM; den E.
zahlen, erhöhen; er hat nur seinen E. wiedergewonnen;
b) Pfand: zwei Mark E. hinterlegen. 3. <o. PI.) a) das
Einsetzen (2 b): der E. von Panzern. Flugzeugen; die
Ausschreitungen machten den E. starker Polizeikräfte
notwendig; der E. der beiden verletzten Spieler ist noch fraglich;
er rettete das Kind unter/(seltener:) mit E. seines Lebens;
b) das Sicheinsetzen (4a): dieser Beruf verlangt, fordert
den vollen E. [der Person!; ohne E. geht es nicht, wird
er es nicht schaffen; die Mannschaft spielte ohne E.. ließ
den letzten E. vermissen; die Verteidiger konnten nur mit
überhartem E. die Angriffe des Gegners bremsen; c)
Ausübung einer Tätigkeit, eines Dienstes: im politischen,
sozialen E. stehen; *mm E. bringen/kommen/gelangen
(nachdrücklich; einsetzen/eingesetzt werden). 4. (Milit.) das
Eingesetztwerden an der Front: er hat schon mehrere Einsätze
geflogen (wurde schon auf mehreren Katnpfflügen
eingesetzt): die Truppe ist im E. (im Kampf): er ist vom E.
nicht zurückgekehrt (verhüll.; ist gefallen). 5. (Musik) das
Einsetzen (5) einer Stimme, eines Instruments: der E. der
Trompeten; die Einsätze waren ungenau; der Dirigent gibt
den E. 6. (Schweiz.) Amtseinführung (meist im kirchlichen
Bereich): der E. des neuen Kaplans.
einsatz-. Einsatz-: ^befiehl, der: a) Befehl zum Einsatz (4):
wir lagen vor Kiew und warteten auf unseren E. (Fühmann.
Judenauto 85); b) Recht, über den Einsatz (3 c. 4) einer
Truppe zu verfugen: den E. haben; Im Ernstfall aber behalte
er sich den E. auch über diese Streitkräfte vor (Dönhoff.
Ära 129); -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: a) bereit,
sich einzusetzen (4): -e Feuerwehrleute; b) bereit, eingesetzt
(2 b) zu werden: -e Feuerlöschfahrzeuge, dazu: ^bereit-
schaft, die <o. Pl.>; MÜenst, der: Gruppe, die zum Einsatz
(3 c) in Notfällen zur Verfügung steht: ^flhig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv>: l.a) fähig, sich einzusetzen (4a); b)
fähig, eingesetzt zu werden (2 b, c). 2. (Sport) in der Lage,
körperlichen Verfassung, an einem Spiel teilzunehmen: der
verletzte Spieler war noch nicht [voll] e.. dazu: -fähigkeit.
die <o. PI.): jetzt sah er sich genötigt, die E. der Maschinen
(= der Starfighter) zu verbessern (Spiegel 6. 1966. 18);
^feier, die (Schweiz.): Feier anläßlich des Einsatzes (6) eines
ikatholischen i Geistlichen in sein Amt: ^fertig <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.): bereit, eingesetzt (2b) zu werden: -fisch,
der: für Zuchtzwecke in einen Teich eingesetzter Fisch:
-freude,die (Sport): Wille, freudige Bereitschaft zur
körperlichen, kämpferischen Anstrengung: der Sturm ließ Ehrgeiz
und E. erkennen, vermissen; -freudig <Adj.; nicht adv.>:
1. gern bereit, sich einzusetzen (4 a). 2. (Sport) Einsatzfreude
zeigend: die -en Kölner gewannen verdient; -geftfi, das:
Gefäß, das als Einsatz (1 b) verwendet wird: ^gbs, das:
vgl. ^gefäß; -gruppe. die: svw. Nkommando: Die
Nachwuchshelden haben sich nämlich zu -n formiert und um
Verwendung gebeten (Kirst. 08/15, 79); -kommando, das
(Milit.): Gruppe von Polizisten. Soldaten od. auch
Sachverständigen, die für einen bestimmten Einsatz (3,4)
bereitstehen: -leiter, der: a) Leiter eines Einsatzkommandos:
b) jmd.. der einen Einsatz (3 c) leitet: -Möglichkeit, die;
MMt, der: Ort. an dem jmd.. etw. eingesetzt wird: -plan,
der: Plan für einen Einsatz (3c. 4): wir hatten unseren
E. bis ins kleinste Detail festgelegt (Cotton. Silver-Jet
121); -ring, der (meist PL): herausnehmbarer Ring in der
Platte eines Kohleherdes: -Schwerpunkt, der: Schwerpunkt
für den Einsatz (3 a): Dort, wo es auf Toppqualität
ankommt .... sind die -e für Vestan (Herrenjournal 1, 1966,
17); -stab, der; svw. t^kommando: Wovon das (= die
Plastik) abstammt, indressiert mich nich. da soll sich
Görings E. drum kümmern (Hochhuth, Stellvertreter 109);
-stück, das: als Einsatz (1 b) dienendes Teil: -teidu der:
Teich, in den junge Fischbrut eingesetzt (1 a) wird: ^tnippe,
die; svw. T^kommando; -wagen,der: 1. Spezialwagen [der
Polizei! für besondere Einsätze (3 c). 2. zusätzlicher Wagen
einer Straßenbahn- od. Buslinie, der zu Stoßzeiten eingesetzt
(1 b) wird: -zeichen, das: Zeichen zum Einsatz (5).
einsauen <sw. V.; hat) (derb): stark beschmutzen: die
Tischdecke e.; das Auto hat mich von oben bis unten eingesaut
(mit Dreck bespritzt).
einsäuern <sw. V.; hat): a) (Hausw.) durch Einlegen in Salz
od. Essig konservieren: Bohnen e.; b) (Landw.)
Futterpflanzen durch Gärung haltbar machen: <Abl.:) Einsäuerung,
die; -, -en.
einsaugen <st., seltener: sw. V.; hat): durch Saugen in sich
aufnehmen: saugend einziehen: den Duft, die frische Luft,
den Wind e.; Bienen saugen den Honig ein; Und wenn
man ihn anroch, sog die Nase einen muffigen, süßlichen
Alkoholdunst ein (Kirst. 08/15. 323); Er ... saugte die
Backen ein (zog sie saugend in die Mundhölde; Hausmann.
Abel 109); ü Die Schneedecke ... sog das Mondlicht in
sich ein (Kirst. 08/13. 322); <Abl.:> EJnsauguns, die; -.
-en.
einsäumen <sw. V.; hat): a) (Schneiderei) mit einem Saum
versehen: den Rock e.; b) umrahmen, einfassen, umgrenzen:
Er fand drei Wohnbaracken, die in einem schütteren
Buchenwald einen Appellplatz einsäumten (Kuby. Sieg SO);
ein von Bäumen eingesäumter Platz.
einschachteln <sw. V.; hat): eng an-, ineinanderfügen, auf
engem Raiun einordnen: seine Sachen mühsam im Koffer
e.; da sein Kopf sonst an die harten Bohlen stößt, die
ihn auch oben einschachteln (ihm ... keine
Bewegungsfreiheit gestatten: A. Zweig, Grischa 28); Ü wo in einer längeren
Kette von Triebhandlungen erworbene Automatismen
oder Verstandshandlungen als eingeschachtelte Glieder
auftreten ... (Lorenz. Verhalten 1. 79); <Abl.:) Ein-
9chadit(e]kng, die; -. -en.
einschalen <sw. V.; hat) (Bauw.): (eine zu betonierende
Konstruktion) mit einer Schalung versehen (Ggs.: ausschalen
a): Wände e.; <Abl.:> Einschaler, der; -s. -\ jmd.. der
Einschalungen vornimmt (Berufsbez.): Zimmerer und E. für unsere
Großbaustellen... gesucht (MM 31. 5. 68.27); Einschalung.
die; -, -en: a) das Einschalen: b) die Schalung.
einschalten <sw. V.; hat): 1. (Ggs.: ausschalten 1) a) durch
Betätigen eines Schalters o. ä. in Betrieb setzen: das Licht,
das Radio, die Zündung, den elektrischen Strom, eine
Batterie, eine Maschine e.; einen anderen Sender, den
dritten Gang (im Auto) e. (auf einen anderen Sender. Gattg
umschalten); b) <e. + sich) durch die Betätigung eines
Schalters in Betrieb gesetzt werden: die Automatik schaltet
sich nachts ein. 2.a) eitxfügen. dazwischenschieben: einige
Worte zur Erklärung, eine Pause e.; ich muß e.. daß ...;
Doch ist im Lebenszyklus aller mehrzelligen Tiere, die
sich ungeschlechtlich vermehren, eine geschlechtliche
Phase eingeschaltet (Medizin II. 37); b) an einer Sache
beteiligen: Sachverständige e.; Interpol wurde (in die
Ermittlungen) eingeschaltet; c) <e. + sich) eingreifen, [mit
Worten! dazwischenkommen: der Staatsanwalt schaltete sich
ein; ich schaltete mich in die Diskussion ein; ..So geht
es nicht weiter", schaltete er sich ein; <Zus.:>
Einschalthebel, der; Einschaltquote, die (Rundf.. Ferns.): Zahl der
Personen, die eine Sendung eingeschaltet (1 a) haben,
gemessen an der Gesamtzahl der Rundfunk- od. Fernsehteilnehmer:
die E. betrug 40%; <Abl.:> Einschaltung, die; -. -en: 1.
das Einschalten. 2. (Sprachw.) in einen Satz eingefügte
Erläuterung: Parenthese.
einschärfen <sw. V.; hat): mit Nachdruck sagen; eindringlich
zu etw. ermahnen: Jmdm. ein Verbot, eine Verhaltensregel
e.; man schärfte den Kindern ein, mit keinem Fremden
mitzugehen.
einscharren <sw. V.; hat): a) durch Scharren ver-. eingraben:
der Hund scharrt den Knochen ein; b) in liebloser Weise
hastig u. heimlich irgendwo begraben: bei wem noch Zeit
dazu war, der wurde eingescharrt neben der Rollbahn
(Gaiser. Jagd 164).
einschätzen <sw. V.; hat): 1. in bestimmter Weise beurteilen,
bewerten: imdn.. eine Situation, eine Gefahr falsch, richtig
e.; diese Arbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden;
seine Mitarbeit ist deshalb um so höher einzuschätzen;
Er ... weiß sich ... ganz anders einzuschätzen (Fries. Weg
10); Der Typ ... schätzt sich als überdurchschnittlich
geschickten Fahrzeugführer ein (MM 29. 10. 70. 35). 2.
vorläufig, durch eine Schätzung zur Steuer veranlagen: das
Finanzamt hat uns in diesem Jahr höher eingeschätzt;
<Abl.:) Einschätzung, die; -. -en.
einschaufeln <sw. V.; hat): in etw. schaufeln, mit einer
Schaufel in etw. befördern: Kartoffeln. Kohlen [in Säckel e.;
Hirn spritzte zur Seite ... Sie sackten zusammen
Einschaufeln", befahl der Hauptmann (Kirst. 08/15. 421); Ü
Angst sitzt in den dunkeln Vertiefungen deiner Nase, mit
der du die Luft einschaufelst (Tucholsky. Werke II. 409).
648
einschlagen
rimchäimen <sw. V.; hat): a) mit Seifenschaum bedecken:
die Haare, sich vor dem Duschen gründlich e.; b) mit
Schaumstoff umhüllen: Empfindliches technisches Gerät
kann ... für den ... Lufttransport eingeschäumt... werden,
damit es beim Empfänger auch unter anderen klimatischen
Bedingungen einwandfrei arbeitet (MM 6. 7. 72. 6).
einscheffeln: seltener für t scheffeln.
einschenken <sw. V.; hat): a) (ein Getränk) eingießen: Wein.
Kaffee e.; ich schenkte ihm. mir noch eine Tasse ein;
der Gastgeber schenkte [uns] immer wieder ein; schenk
ein!; b) mit einem Getränk füllen: die Tassen e.; der alte
Notar ... schenkte das Weinglas langsam und sorgfältig
ein (Langgässer. Siegel 140).
dnscheren <sw. V.; ist) [urspr. seem.; wohl zu t2scheren):
1. (Verkehrsw.) sich beim Fahren /wieder/ in eine Reihe
•einordnen (Ggs.: ausscherena): man soll nach dem
Überholen wieder [auf die rechte Fahrspur] e. 2. (Seemannsspr.)
Tauwerk durch Halterungen. Rollen. Blöcke o.a. ziehen.
Einschiebt, die; - (südd.. österr.): Einöde. Einsamkeit.
einschichten <sw. V.; hat): schichtweise hineinlegen,
einordnen: Kartoffel- und Eierscheiben werden abwechselnd in
eine Auffaufförm eingeschichtet.
Einschichthof, der; -[e]s. -höfe (südd.. österr.): abgelegener
Bauernhof. Einödhof:einschichtig <Adj.; o. Steig.): 1. <nicht
adv.) (südd.. österr.) a) abgelegen, einsam: ein -es Haus;
b) einzeln; den vereinzelten Teil eines Paares bildend: ein
-er Schuh; er lebt e. (ist nicht verheiratet). 2.a) nur eine
Schicht bildend: Epithelgewebe. ... e. zart. Zelle neben
Zelle (Medizin II. 77); b) (Industrie) mit. in einer einzigen
Arbeitsschicht: in dieser Abteilung wird e. gearbeitet.
einschicken <sw. V.; hat): 1. an eine zuständige Stelle schik-
ken: der Versicherung eine Rechnung e.; er hat die Probe
einem/an ein Institut eingeschickt; die Uhr mußte zur
Reparatur eingeschickt werden. 2. (Technik) in etw. leiten:
Später kann von dort aus ... Erdgas in die Ruhrgasleitung
eingeschickt werden (MM 1. 10. 68. 5).
einschieben <st. V.; hat): 1. in etw. ihinein 1 schieben: ein
Kuchenblech [in den Ofen] e.; Sie schob die Lade wieder
ein (Doderer. Wasserfälle 129); zum 1:0 e. (bes. Fußball
Jargon; den Ball aus kurzer Entfernung mühelos ins Tor
stoßen). 2. einfügen: dazwischenschieben:
Lockerungsübungen e.; Zitate in einen Aufsatz e.; daß der tote Großvater
... als eine lebensgroße, wächserne Puppe erschien, die
der Tod statt seiner Person eingeschoben hatte (Th. Mann,
Zauberberg 44); <auch e. + sich:) sich in die Reihe der
Wartenden e.; daß sich zwischen Nachrichtensammlung
und Nachrichtenpublikation ein neues Glied einschob: die
Redaktion (Fraenkel. Staat 224). 3. <e. + sich) (Jägerspr.)
(vom Schwarzwild) sich in das Lager od. den Kessel legen:
<Abl.:> Einschiebsel ['ajnji:psj], das; -s. -: Zusatz;
eingeschobene Textstelle; Einschiebung, die; -. -en: a) das Einschieben;
b) das Eingeschobene.
Einschienenbahn, die; -. -en (Verkehrsw.): Bahn, die auf
nur einer Schiene läuft.
etnschießen <st. V.): 1. durch Schießen zertrümmern <hat):
die Mauern einer Burg e.; Ü mit dem Fußball eine
Fensterscheibe e. 2. <hat> a) eine neue Schußwaffe durch Schießen
gebrauchstüchtig, sicher machen: die neuen Gewehre
müssen auf dem Schießstand eingeschossen werden; b) <e.
+ sich) wiederholt auf das gleiche Ziel schießen u. auf
diese Weise eine gewisse Routine bekommen: du mußt dich
erst e.: die Artillerie schießt sich auf die feindliche Stellung
ein; (Sport:) nach zwanzig Minuten hatte sich der
gegnerische Sturm eingeschossen; c) jmdn.. etw. mit Worten od.
Gedanken wiederholt zum Angriffsziel machen: schoß sich
DDR-Propagandachef... Norden auf Bonns
Bundespräsidenten ein (Spiegel 31. 10.66.40).3.<hat)a) (eine
bestimmte Sache mit Hilfe eines entsprechenden Apparats) in etw.
hinein]schießen: Spikes in die Reifen e.; einen Dübel e.;
b) (Sport) (den Ball) ins Tor schießen: er schoß [den Ball]
zum 1 :1 ein; c) (Druckw.) zwischen die Druckbogen heften:
leere Bogen e.; d) (Weberei) beim Weben quer durchstoßen:
den Faden e. 4. beisteuern <hat): Geld e. (sich mit eigenem
Kapital beteiligen). 5. hineinströmen <ist>: nach öffnen
der Schleuse schoß das Wasser ein; (Med.:) die Milch
ist eingeschossen (in die Brust einer Wöchnerin). 6.
(landsch.) (Brot) in den Ofen schieben <hat> (Ggs.:
ausschießen 3): die Laibe e.
einschiffen <sw. V.; hat): 1. vom Land aufs Schiff bringen
(Ggs.: ausschiffen): Passagiere. Waren e.; die ... wurden
als Kriegsmacht an Bord eines Kreuzers mit 56 Kanonen
eingeschifft (Plievier. Stalingrad 215); sich [auf einem Boot,
einer Jacht] e. (an Bord gehen). 2. <e. + sich) eine
Schiffsreise antreten: sie wurden/haben sich nach Amerika
eingeschifft; wir schifften uns in Genua ein; man kommt nach
Brindisi. um sich einzuschiffen (Frisch. Gantenbein 370);
<Abl.:> Einschiffung, die; -. -en <P1. selten).
Einschiffunss-: -erlaubnis, die; ^hafen, der: unser E. ist
Travemünde; MKt, der; ^tag, der; -termin, der; ^zeit,
die.
einschirren <sw. V.; hat): (einem Pferd) das Geschirr anlegen
(Ggs.: ausschirren): ein Pferd e.
Einschlaf-: -mittel, das: Schlafmittel, das schnelles
Einschlafen bewirken soll; ^Schwierigkeit, die; -Störung, die: er
leidet seit Jahren an -en.
einschlafen <st. V.; ist): 1. in Schlaf versinken, fallen: beim
Lesen e.; nicht e. können; er schlief schnell, nur schwer,
erst spät ein; Am Abend schliefen wir mit dem Gedanken
ein. er (= der Vater) könnte in dieser Nacht kommen
(Jens. Mann 123): ich bin über dem Lesen, über diesem
Buch eingeschlafen. 2. (verhüll.) sanft, ohne Qualen sterben:
sie ist friedlich eingeschlafen. 3. (von Gliedmaßen) gefühllos
werden: das. mein Bein ist eingeschlafen; mir ist der linke
Arm eingeschlafen. 4. in seiner regen Intensität allmählich
nachlassen u. schließlich ganz aufhören: die Freundschaft,
der Briefwechsel ist eingeschlafen; wir wollen die alten
Beziehungen nicht e. lassen; einschläfern <sw. V.; hat):
l.a) in Schlaf versetzen: das gleichmäßige Rauschen
schläfert mich ein: Drei Häftlinge flüchteten/Zellengenossen
eingeschläfert (MM 25. 8. 71. 10); es herrschte eine
einschläfernde Hitze; b) narkotisieren, betäuben: jmdn. vor
einer Operation e.; c) (bes. ein krankes Tier) schmerzlos
töten: der Hund mußte eingeschläfert werden;
„Verkrüppelte Kinder rasch e." (MM 27. 10. 67. 10). 2. sorglos,
sicher machen: beruhigen: jmds. Wachsamkeit. Gewissen
e.; wir lassen uns durch solche Redensarten nicht e.; <Abl.:>
Einschliferung. die; -. -en.
einsdiläflrjig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):/wr nur eine Person
zum Schlafen gedacht: ein -es Bett.
Einschlag, der; -[e]s. Einschläge: l.a) das Einschlagen (3):
der E. des Blitzes; die Einschläge der Granaten hören;
b) Stelle des Einschiagens (3): an dieser Mauer sind noch
die Einschläge der Gewehrkugeln zu sehen. 2. sich im
Bild von etw. auswirkender Anteil; Beimischung: eine
Bevölkerung mit französischem, südlichem, bäuerlichem E.; ein
parlamentarisches Regierungssystem mit stark autoritärem
E. 3. (Forstw.) a) das Fällen von Bäumen: der E. von
Stangenholz; die für den E. vorgesehenen Stämme
kennzeichnen; b) das geschlagene Holz: den E. kennzeichnen.
4. (Kfz.-W.) Drehung der Vorderräder: 4]/2
Lenkradumdrehungen vom einen vollen E. zum anderen (Auto 8.
1965.31). 5. (Schneiderei) Saum, das Umgeschlagene: einen
breiten E. machen. 6. (Landw.) Erde o.a.. in der etw.
eingeschlagen (6 b) wird: Porree im E. aufbewahren; E.:
Überwinterung von Blumenzwiebeln an luftigem, kühlem,
dunklem Ort ... Die eingetopften Zwiebeln in schwarze
Folie wickeln (Werbezeitschrift 1974); einschlagen <st. V.;
hat): 1. schlagend in etw. hineintreiben: einen Nagel [in
die Wand], Pfähle [in die Erde) e. 2. durch Schlagen
zertrümmern: eine Fensterscheibe e.; er hat seinem Opfer den
Schädel eingeschlagen; ich habe mir [an der harten Kante]
zwei Zähne eingeschlagen. 3. knallend, krachend auf treffen
u. dabei zünden, explodieren: das Geschoß schlägt [in das
Haus] ein; eine Bombe hat eingeschlagen; der Blitz, es
hat [irgendwo] eingeschlagen. 4. jmdn.. ein Tier fortwährend
/unbeherrscht/ schlagen: mit der Peitsche auf das Pferd
e.; er schlug wie von Sinnen auf ihn ein. 5. (Forstw.)
plattmäßig fällen: einen Baumbestand e.; die
Forstverwaltung bestimmt, wieviel Holz jährlich eingeschlagen wird.
6. a) einwickeln, einpacken. / mit Papier. Stoff o. ä. j umwik-
keln: ein Geschenk, ein Buch e.; das Bild war in
eine/(selten:) einer Decke eingeschlagen; b)(Landw.)
(Wintergemüse bis zum Gebrauch, lose junge Pflanzen. Blumenzwiebeln
o.a. bis zum Auspflanzen) schützend mit Erde bedecken:
Porree. Sellerie. Wurzeln e.; Stauden, Sträucher e.; die
Setzlinge müssen vorläufig eingeschlagen werden. 7. (einen
Weg) wählen; in eine bestimmte Richtung gehen: einen
Feldweg, eine Straße, eine Richtung e.; den kürzesten
Weg zum Bahnhofe.; den eingeschlagenen Kurs ändern;
meist Ü die Juristische Laufbahn, ein neues Verfahren
649
einschlägig
e.; in der eingeschlagenen Politik fortfahren. 8. jmds. Hand
zustimmend ergreifen, etw. durch Handschlag bestätigen:
in eine dargebotene Hand e.; die Wette gilt, schlag ein!;
Ü als man ihm die Stelle anbot, schlug er ein (sagte er
zu). 9. (Verkehrsw.) durch Drehen des Lenkrades die
Stellung der Vorderräder u. damit die Fahrtrichtung ändern:
nach rechts, links e.; mit voll eingeschlagenen Rädern.
10. (Schneiderei) nach innen umlegen . u. dadurch kürzen/.
den Saum 5 cm breit e.; die Ärmel e. 11. a) sich erfolgreich
in eine bestimmte Richtung hin entwickeln: in der Schule
hat er [gut] eingeschlagen; der neue Mitarbeiter scheint
einzuschlagen; b) rasch großen Anklang finden, Erfolg
haben: dieser Film hat überall eingeschlagen; <Abl.:>
einschlägig [ainjle:gi(;] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [aus einer
veralt. Sonderbed. von einschlagen = hineinreichen,
-wirken): zu einem Gebiet od. Fach gehörend, dafür zutreffend:
die -en Geschäfte; die -e Literatur; die -en Paragraphen
des Gesetzes; e. (wegen eines ähnlichen Deliktes)
vorbestraft sein; (selten prädikativ:) ein krankhaftes Element
.... das hier offenbar e. ist (Th. Mann. Zauberberg 749);
<Zus. zu 6a:) Einschlagpapier, das.
Anschlämmen <sw. V.; hat) (Gärtnerei, Bauw.): mit Wasser
u. Erde füllen: Pflanzlöchere.; einen leeren
Treibstoffbehälter in der Erde e.
einschleichen <st. V.; hat): 1. <e. + sich) vorsichtig, heimlich
eindringen: Diebe haben sich [in den/(selten:) im Keller]
eingeschlichen; meist Ü der Gedanke. Verdacht schleicht
sich ein. daß ...; hier hat sich ein Druckfehler
eingeschlichen. 2. (Med.. Pharm.) eine Dosis nur langsam steigern
(Ggs.: ausschleichen): einschleichende Therapie.
einschleifen <st. V.; hat): I. durch Schleifen od. Linienziehen
inetw. (z. B. in Glas) eingraben, eingravieren: Buchstaben,
ein Muster einschleifen; und jetzt war es ein in die Eisdecke
eingeschliffenes Mosaik aus Köpfen. Händen, Gesichtern
(Plievier. Stalingrad 347). 2. (Technik) durch Schleifen
passend machen, einpassen: Kolben. Brillengläser e. 3. (bes.
Psych.) a) durch häufige Wiederholung zur Gewohnheit
werden lassen, einprägen: eine korrekte Aussprache e.; daß
die betreffenden Abläufe durch wiederholte Bahnung
sozusagen eingeschliffen werden (Lorenz. Verhalten I, 104);
b) <e. + sich) zur Gewohnheit werden: diese Reaktion
hat sich [bei dem Tierl eingeschliffen; das fremde Wort
schleift sich ein.
einschleppen <sw. V.; hat): 1. in den Hafen schleppen, herein-
schleppen: ein Schiff. Boot [in den Hafen] e.; Das...
Küstenmotorschiff ... ist ... vom Schlepper ... in Bremerhaven
eingeschleppt worden (MM 3. 11. 70. 11). 2. (eine
Krankheit, Seuche) an einen Ort mitbringen u. auf andere
übertragen: er hat die Pocken [in die Schweiz, nach Europal
eingeschleppt. 3. jmdn., etw. heimlich od. unbemerkt mit
sich führen u. an einen Ort bringen, an dem es nicht erwünscht
ist: Mit Pferdefutter wurde der Samen eines Grases ...
eingeschleppt (Grzimek. Serengeti 34); Ich finde es
schmählich von Ihnen. ... daß Sie unter arglistiger Täuschung
Ihres Großonkels diese Frau hier eingeschleppt ... haben
(Fallada. Herr 199); <Abl.:> Einschleppung, die; -. -en.
einschleusen <sw. V.; hat): a) unbemerkt hineinbringen:
Agenten [in ein Land] e.; Falschgeld, falsche Postwertzeichen
in den Verkehr e.; b) <e. + sich) unbemerkt wohin zu
gelangen verstehen: Neumann, der sich später wieder in
die Bundesrepublik einschleuste (FAZ 8.7.61,3); <Abl.:)
Efrschleusung, die; -. -en.
einschließen <st. V.; hat): l.a) durch VerschlielSen in einem
Raum od. Behältnis festhalten, aufbewahren: Kinder [in
der Wohnung] e.; die Gefangenen in ihre/ihren Zellen
e.; das Sparbuch im Schreibtisch e.; b) <e. + sich) durch
Abschließen der Tür niemanden zu sich hereinlassen: sich
in sein/in seinem Zimmer e. 2. von allen Seiten umschließen,
umgeben: hohe Mauern schließen uns, den Hof ein; die
Truppen sind vollständig eingeschlossen (umzingelt):
einen Satz in Klammern e.; ein Stück Bernstein mit
eingeschlossenem Insekt. 3. in etw. mit einbeziehen, eitibegrei-
fen: jmdn. in sein Gebet [mit] e.; das Frühstück ist im
Preis eingeschlossen; die Ware kostet 93 DM. Verpackung
und Porto eingeschlossen; <Abl.:> einschließlich: I. <Präp.
mit Gen.) mitsamt, unter Einschluß (Ggs.: ausschließlich
III): e. der Unkosten; e. aller Reparaturen; Europa e.
Englands; alle Beamten e. der Lehrer; <ein stark
dekliniertes Subst. im Sg. bleibt ungebeugt, wenn es ohne Art.
od. Attr. steht:) die Kosten e. Porto; das Buch hat 700
Seiten e. Vorwort; <im PI. üblicherweise mit dem Dativ,
wenn der Gen. nicht erkennbar ist:) aller Besitz e. Büchern
und Kunstwerken; Das Einfuhrverbot umfaßt sämtliche
... Gegenstände e. Filme, Bücher. Broschüren .... Stiche
und Reproduktionen (Börsenblatt 60. 1971. 1771). II.
(Adv.) das Letzt genannte einbegriffen, mitgerechnet:
verreist bis zum 15. Juli e./bise. 15. Juli; bis nächsten Montag
e./e. nächsten Montag; bis Seite 410 e.; Einschließung,
die; -. -en: a) <o. PI.) (selten) das Einschließen (1-3); b)
(jur. früher) (im Schweizer Strafrecht noch bei
Jugendlichen) eine nicht ehrenrührige Freiheitsstrafe: einen
Soldaten wegen Gehorsamsverweigerung zu einem Monat E.
verurteilen; c) (Sprachw.) zusammengehörende Fügung aus
Adj. + Subst., zu der ein weiteres Adj. hinzutritt: ein
bekanntes Beispiel für eine E. ist „dunkles bayrisches Bier".
einschlummern <sw. V.; ist): 1. (geh.) sanft u. ruhig
einschlafen: endlich schlummerte das Kind, die Kranke ein; er
war gerade eingeschlummert, als ... 2. (verhüll.) sanft,
ohne Qualen sterben: er ist friedlich eingeschlummert. 3.
(ugs.) nicht mehr gepflegt werden, nachlassen u. allmählich
ganz aufhören: ihre Freundschaft, diese Begabung, diese
Fähigkeit ist inzwischen eingeschlummert.
Einschlupf, der; -[eis. -e u. Einschlüpfe: Öffnung. Stelle zum
Hineinschlüpfen (Ggs.: Ausschlupf): Der Halter hat ... für
eine reichliche Strohschütte ... und für einen dicken
Sackvorhang vor dem E. zu sorgen (Kosmos 2. 1965. 43).
einschlürfen <sw. V.; hat): schlürfetid trinken: die heiße
Suppe e.; Ü Dies Licht dort oben, von dem sie behaupten,
es schlürfe unsere Welt ein (nehme sie in sich auf: Nossack.
Begegnung 343).
Einschluß, der; Einschlusses. Einschlüsse: 1. (Geol.) (in
einem Mineral) eingeschlossener Fremdkörper: fossile
Einschlüsse im Gestein; ein Bernsteinanhänger mit einem E.
2. das Einschließen (3). Einbeziehen: alle Staaten mit E.
der Bundesrepublik; die weltpolitischen Probleme unter
E. der Abrüstungsfrage. 3.a) das Einschließen (1) bes. von
Gefangenen: nach dem E. haben sich sämtliche Gefangenen
zur Ruhe zu begeben (Döblin. Berlin 187); b) Stelle, auf
derjmd.. ein Tier von allen Seiten eingeschlossen, umzingelt
ist: Sie töten dann ... alle Tiere in den Einschlüssen, weil
diese nicht über die Lava zu flüchten wagen (Tier 10,
1971,8).
einschmeicheln, sich (selten: jmdn.) <sw. V.: hat): sich. jmdn.
durch Schmeicheln beliebt machen: sich [mit schönen
Worten! beim Chef e.; Sie schmeichelte ihn beim König ein.
erfand Tugenden an ihm (Jahnn. Geschichten 53);
einschmeichelnde (angenehm wirkende) Musik; <Abl.:> Ein-
sdimeich[e]hmg, die; -. -en; Einschmekhler, der; -s. -.
einschmeißen <st. V.; hat) (salopp): (mit einem Stein o.a.)
zertrümmern, einwerfen: jmdm. das Fenster e.
einschmelzen <st. V.; hat) (Altmetall, geformte Metallteile)
zusammen mit anderem Metall wieder verflüssigen: Glok-
ken, eine Plastik e.; Ü das Vergangene einzuschmelzen
(zu verbinden, organisch einzufügen) in die neue lebendige
Gegenwart (Frisch. Stiller 484); (Abl.:> Einschmelning,
die; -. -en. dazu: Einschmelzungsprozeß, der: Vorgang der
allmählichen Einschmelzung.
einschmieren <sw. V.; hat) (ugs.): a) einfetten, einölen: die
Stiefel e.; ich muß mich noch mit Sonnenöl e.; b) schmutzig
machen, verschmieren: seinen Mund, sich [mit Marmelade]
e.
einschmuggeln <sw. V.; hat): a) heimlich, unter Umgehung
des Zolls einführen: Zigaretten. Kaflee. Drogen [in ein
Land] e.; b) (ugs.) unerlaubt, unter Umgehung der Kontrollen
Zutritt verschaffen: Agenten, sich in ein Flugzeug e.; er
hatte seinen Bruder ohne Eintrittskarte [in den Saal]
eingeschmuggelt.
einschmutzen <sw. V.; hat) (selten): schmutzig machen: die
Kleider e.; du hast dich eingeschmutzt; die Wäsche ist
eingeschmutzt.
einschnappen <sw. V.; ist): 1. sich (durch Eindringen eines
Bolzens, einer Feder o. dgl. in eine vorgesehene Öffnung)
fest schließen (Ggs.: ausschnappen): das Türschloß, die
Tür schnappte ein. 2. (ugs. abwertend) /aus nichtigem
Anlaßt beleidigt, gekränkt sein: sie schnappt leicht ein;
er ist ständig eingeschnappt; jetzt ist sie wieder
eingeschnappt, weil wir sie nicht mitnehmen.
einschneiden <unr. V.; hat) /vgl. einschneidend/: l.a) /mit
Schere, Messer o.a.] in etw. hinein/schneiden: einen
Schnitt machen: das Papier [an den Ecken] e.; ich habe
650
Einschuß
eingeschnitten (versehentlich. z.B. beim Auftrennen einer
.Saht, in den Stoff geschnitten); b) schneidend eine Kerbe,
ein Muster auf etw. anbringen; eitwitzen: etw. in eine
Baumrinde. Namen in die Bänke e.; Ich schnitt* es gern in
alle Rinden ein (Wilh. Müller/Schubert); Ü ein tief
eingeschnittenes Flußtal; c) (Kochk.) zerkleinern u. in etw.
hineintun: Äpfel [in den Rotkohl). Zwiebeln e.; d) (österr.
Glaserei) zurecht schneiden u. in den Ra/imen einsetzen: in
dem Neubau müssen jetzt die Fenster eingeschnitten
werden; e) (Film) bei anderer Gelegenheit, gesondert gemachte
Aufnahmen in einen Filmstreifen (durch Zerschneiden u.
Dazwischenkleben) einfügen: Archivaufnahmen in eine
Reportage, einen Film e. 2. schneidend, scharf in etw.
eindringen: das Gummiband schneidet [in die Haut] ein; (auch
e + sich:) Der Draht hat sich tief in die Kehle
eingeschnitten (Grzimek. Serengeti 226); Ü diese Maßnahme schneidet
tief in das Wirtschaftsleben ein; einschneidend <Adj.>:
tiefgreifend, sich stark auswirkend, entscheidend: -e
Veränderungen.
anschneien <sw. V.; ist): a) von Schnee bedeckt werden:
das Haus. Dorf ist vollkommen eingeschneit (zugeschneit);
b) infolge tiefen Schnees an einem Ort festgehalten werden:
wenn wir nicht bald absteigen, schneien wir in der Hütte
ein; viele Autos schneiten im Schneesturm, auf dieser Strek-
ke ein.
Einschnitt, der; -[e]s, -e: 1. Schnitt in etw.: der Arzt machte
einen E. [in die Luftröhre]. 2. eingeschnittene Stelle: der
E. für den Ärmel ist zu klein; die Straße fuhrt durch
einen E. im Gelände. 3.a) Abschnitt, Zäsur: hier ist ein
deutlicher E. in dem Roman; b) einschneidendes Ereignis:
diese Reise, der Tod des Vaters war ein bedeutender E.
in seiner Entwicklung; die beiden Weltkriege bedeuteten
tiefe -e für alle Völker.
dnschnitzen <sw. V.; hat): in etw. schnitzen: seinen Namen
ins Pult e.
einschnüren <sw. V.; hat): a) durch Schnüren fest zusanvnen-
halten: ümdm.] die Taille, sich [durch einen Gürtel] e.;
ein Paket e. (landsch.; mit einer Schnur zusammenbinden);
b) drückend einengen: der Gürtel schnürt mich, die Taille
ein; das Gummiband hat eingeschnürt (Druckstellen in
der Haut hinterlassen); Ü Angst, dieser Gedanke schnürte
ihr die Kehle ein.
Ctnschnurren <sw. V.; ist) (ugs.): zusammenschrumpfen: sie
schnurrt immer mehr ein; <meist im 2. Part.:) sie war
alt. verhutzelt und eingeschnurrt.
Einschnürung, die; -. -en: a) das Einschnüren; b)
eingeschnürte, eingedrückte Stelle: bei der Zellteilung entsteht zuerst
eine E.
fijnschöpfen <sw. V.; hat): mit einer Schöpfkelle/ in etw.
hinein/schöpfen: jmdm. die Suppe, sein Essen e.; Wasser
[in den Eimer] e.
dnschränken <sw. V.; hat) [zu tSchranke]: l.a) verringern,
reduzieren; auf ein geringeres Maß herabsetzen: seine
Ausgaben [auf das Notwendigste], den Zugverkehr e.; die
Macht. Handlungsfreiheit des Parlaments wird durch
dieses Gesetz stark eingeschränkt; eine eingeschränkte
(begrenzte) Vollmacht; b) in em\ einengen: jmdn. in seinen
Rechten. Diplomaten in ihrer Bewegungsfreiheit e. 2. <e.
+ sich) sparsam sein; bescheiden leben: ich muß mich
sehr e.; eingeschränkt/in eingeschränkten Verhältnissen
leben; <Abl.:) Einschränkung,die; -. -en: a) das Einschränken:
das bedeutet eine E. der Freiheit; ich mußte mir manche
E. auferlegen (sehr sparsam sein); b) Vorbehalt: etw. ohne
E.. nur mit E. empfehlen können; die Methode ist gut,
mit der E.. daß ...
anschrauben <sw. V.; hat): in etw. schrauben (Ggs.:
ausschrauben): eine elektrische Birne [in die Fassung] e.; eine
Sicherung, ein Türschloß e.
Einschreibt]-: abrief, der (Postw.): eingeschriebener (2)
Brief: ^gebühr, die: a) (Postw.) vom Absender auf der Post
für das Einschreiben (2) einer Sendung zu entrichtende
Gebühr; b) svw. f Immatrikulationsgebühr; c) Gebühr für die
Aufnahme in einen Verein; -päckchen, das (Postw.):
eingeschriebenes (2) Päckchen; -Sendung,die: vgl. abrief,
^Päckchen.
einschreiben <st. V.; hat): l.a) in etw. hinein /schreiben:
seine Ausgaben [in ein Heft] e.; ich muß den Aufsatz
noch e. (aus dem Konzept ins reine schreiben); (Datenver-
arb.:) einen Kode für die darzustellenden Zeichen in ein
Programmiergerät e.; Ü Wenn wir das schlimme...
Geschehen von damals entwickeln, das eingeschrieben war in
Jaakobs müde und zügige Greisenmiene (Th. Mann,
Joseph 152); b) in eine Aufnahmenste eintragen: die
Teilnehmer in eine/(selten:) einer Liste, Rekruten [in eine
Stammrolle] e.; sich bei einem Verein e. lassen; sich an einer
Hochschule e. (immatrikulieren); eingeschriebene
Mitglieder. 2. (Postw.) gegen Quittung in ein Postbuch eintragen
(u. damit versichern) lassen: du solltest den Brief lieber
e. lassen; ein eingeschriebener Brief. 3.a) (einen neuen
Füllfederhalter o. ä.) durch Schreiben gebrauchstüchtig
machen: den neuen Füllfederhalter e.; b) <e. + sich) durch
längeres Schreiben an einem bestimmten Thema eine gewisse
Routine bekommen: ich muß mich erst e.; <subst.:>
Einschreiben, das; -s. -: 1. <o. PI.) zu einschreiben (1-3).
2. (Postw.) a) <o. PI.) Hatullung des Einsehreibens (2):
einen Brief per E. schicken; b) eingeschriebener (2) Brief:
für Sie liegt ein E. zum Abholen bereit; Einschreiber, der;
-s. - (ugs.): svw. t Einschreiben (2 b); <Abl. zu 1 :>
Einschreibsei ['ainjrajpsl], das; -s. - (abwertend): etw., was
zwischendurch, am Rande! hineingeschrieben wurde: ohne fremde
E.; Einschreibung, die; -. -en: Subst. zu feinschreiben (1,
3).
einschreien <st. V.; hat): jmdn. fortwährendu. heftig
anschreien, ofme ihn zu Wort kommen zu lassen: auf jmdn. e.;
In seinem Dienstzimmer schrie Schwahl fahlbleich ... auf
Kamloth ein (Apitz, Wölfe 376).
einschreinen [ainjrajnan] <sw. V.; hat) (Rel.): in einen zur
Anbetung bestimmten Schrein einschließen: eine Reliquie
e.; Ü Die Märtyrer sind in ihrem Herzen eingeschreint
(sie bewahren ihnen ein ehrendes Andenken).
einschreiten <st. V.; ist): energisch vorgehen; eingreifen:
gegen den Lärm e.; die Polizei schritt mit Wasserwerfern
gegen die Demonstranten ein, ist gegen den Waffenhandel
eingeschritten.
einschrumpeln (nordd): svw. feinschrumpfen;
einschrumpfen <sw. V.; ist): (durch Trocknen) kleiner u. dabei runzlig
werden: die Blüten schrumpften allmählich ein; Ü die
Vorräte schrumpften mit der Zeit ein; warum ... ein so
herrlicher Sieg ... e. mußte in Ratlosigkeit, Schwäche und
Haß (Thieß. Reich 339); Die Würde der Familie schrumpft
zum Gerücht ein (Wohmann. Absicht 101); <Abl.:)
Einschrumpfung, die; -. -en.
Eifischub, der; -[e]s, Einschübe: a) (Schrift- u. Druckw.)
eingeschobenes Stück, Zusatz, Parenthese: ein E. von
fremder Hand; Einschübe und Zusätze wenden durch Komma[s]
abgetrennt; b) (Technik) eingeschobenes Bauteil (z. B. zum
Isolieren einer Zimmerdecke od. als elektronisches
Bauelement): das Sichtgerät ... kann mit sechs Einschöben
bestückt werden (Elektronik 12. 1971, A 32); <Zus. zu b:>
Einschubdecke, die; Einschubtechnik, die <o. PI.).
einschüchtern <sw. V.; hat) [zu mniederd. schüchteren =
verscheuchen, scheu weglaufen]: ängstlich u. mutlos
machen: jmdn. mit/durch Drohungen einzuschüchtern
versuchen; ich lasse mich nicht e.!; sie war so eingeschüchtert,
daß sie nicht zu widersprechen wagte; ein völlig
eingeschüchtertes Kind; Ü eine Unbescholtenheit, die sich
durchs Leben nicht hat e. lassen (Maass, Goufle 310);
<Abl.:) Einschüchterung, die; -, -en, dazu:
Einschüchterungsmittel, das; Einschüchterungsversuch, der.
einschulen <sw. V.; hat): (ein schulpflichtiges Kind) /zum
erstenmal/ in einer Schule zum Unterricht anmelden, es
in eine Schule aufnehmen: Kinder werden meist mit 6 Jahren
eingeschult; 553 Schüler ... (sind) nach dem 13. August
in Ost-Berliner Lehranstalten eingeschult worden (FAZ
2.9.61.3).
einschultern <sw. V.; hat) (Turnen): einen Überschlag
vorwärts aus dem Hang durch Drehen in den Schultergelenken
ausführen.
Einschulung, die; -, -en: das Einschulen, dazu: Einschulungsal-
ter, das <o. PI.).
fiinsdriirig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tSchur] (Landw.):
(von Wiesen u. von Schafen) nur für einen einmaligen
Schnitt, eine einmalige Schur im Jahr geeignet.
Einschuß,der; Einschusses, Einschüsse: l.a) das
Eingedrungensein eines Geschosses: Da liegt er. E. in die rechte
Schläfe (Plievier, Stalingrad 265);... wurde von einer
Polizeikugel getötet (E. in den Hinterkopf) (Spiegel 26, 1967,
5); b) Stelle, an der ein Geschoß eingedrungen ist (Ggs.:
Ausschuß 1): Der Ausschuß ist meist größer als der E.,
weil er durch Knochensplitter ... erweitert wird (Medizin
651
einschuß-, Einschuß-
11.47); (Jägerspr.:) „Tot. tot!" rief Helmold ihm (= dem
Teckel) zu .... brach sich einen Bruch, zog ihn über den
E. und steckte ihn an den Hut (Löns, Gesicht). 2.
Beimengung. Zusatz: das Referat enthält sehr subjektive
Einschüsse; von der dortigen Menschenart ... ließ er Herrn Ferge
erzählen, von dem asiatischen E. ihres Geblütes (Th. Mann.
Zauberberg 434). 3. (Raumf.) das Hineinschießen einer
Rakete o.a. in eine Flugbahn: nach dem E. in die
Erdumlaufbahn muß sich das Raumschiff ... absprengen (MM
25. 2. 69. 3). 4. (Sport) Schuß ins Tor: zum E. kommen.
5. (Weberei) in Querrichtung verlaufende Gewebefaden:
Schuß: für den E. eine Kontrastfarbe nehmen. 6. (Landw..
Tiermed.) (hei Pferden) entzündliche, durch eine
Wundinfektion hervorgerufene Schwellung, meist an der Hinterhand:
das Pferd hat einen schmerzhaften E. 7. (Bankw.) als
Anzahlung od. Sicherheit geleistete Zahlung an die Bank
bei bestimmten Börsen- od. Außenluitutelsgeschäften.
fiinschuß-, Einschuß-: -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Fußball): bereit zum Einschuß (4): der -e Stürmer; -loch,
das (zu: Einschuß 1): Jandell ... überklebte die
Einschußlöcher in der Tür mit Heftpflaster (Zwerenz.
Quadriga 17); -narbe, die (zu: Einschuß 1); -stelle, die (zu:
Einschuß 1); ^winkel, der (Fußball): Winkeides
beabsichtigten! Einschusses (4).
Einschütte,die; -. -n (Textilind.): bes. feinfädiges. zum
Einfüllen von Daunen geeignetes Gewebe für Steppdecken:
Hersteller von Inlett. E. und Matratzendrell (MM 24. 3. 63.
6);einschütten <sw. V.; hat): in etw. hinein/schütten:
einfüllen, eingießen: Kohlen e.; dem Pferd Futter e.; ich schütte
ihm. mir Kaffee ein; <Zus.:> Einschüttloch, das;
Einschußöffnung, die.
einschwärzen <sw. V.; hat): 1. schwarz färben: mit schwarzer
Farbe bedecken: Druckplatten e. 2. (veraltet) svw.
Teinschmuggeln: Waren ins Ausland e.; Ü Erst wer diese
Verpackung aus schönen Worten löst, bemerkt, was ins Be-
wußtsein des Lesers unbemerkt eingeschwärzt werden soll
(Enzensberger. Einzelheiten I. 59).
einschwatzen.dandsch :)einschwfitzen (ugs.): svw. teinreden
(2): Iny hatte drei Stunden lang ... auf mich eingeschwatzt
(Frisch. Homo 10).
einschweben <sw. V.; ist): (von Flugzeugen. Raumschiffen
u. ä.) schwebendan einen Ort gelangen: zur Landung
hereinschweben: Als die Maschine ... über Zürich einschwebte
(Spiegel 25,1968.34); Durch eine komplizierte
Luftschleuse ... schweben die Astronauten ein und beginnen mit
der ..Innendekoration" (MM 11.4. 69. 3).
einschweißen <sw. V.: hat): 1. (Technik) in etw. schweißen:
schweißend befestigen: ein Rohr e.; diese Teile müssen
noch in die Konstruktion eingeschweißt werden; Ü Weil
die (= eine Panzerfaust) bloß auf Eisen geht. ... bleibt
da hängen und schweißt sich richtig ein (Oegenhardt.
Zündschnüre 62). 2. in Klarsichtfolie verpacken u. zuschwei-
ßen: Bücher. Schallplatten e.; alle unsere Produkte
kommen eingeschweißt auf den Markt.
einschwemmen <sw. V.; hat): in etw. schwemmen,
hineinspülen: Die Humusstofle dieser Seen werden aus der
Umgebung eingeschwemmt (Thienemann. Umwelt 66); <Abl.:>
Einschwemmung, die; -. -en.
einschwenken <sw. V.): 1. mit einer Schwenkung einbiegen
<ist>: die Fahrzeuge schwenken auf den Platz, in den Hof.
zum Bahnhof ein; <subst.:> Das Einschwenken von Apollo
VIII in seine Satellitenbahn um den Mond (MM 18. 12.
68. 3); Ü auf einen neuen politischen Kurs e.; und schon
schwenken manche vorsichtig ein. reden von Rückzug
und Versöhnung (St. Zweig. Fouche 67). 2. nach innen
schwenken, drehen (hat): den Arm des Krans e.
einschwimmen <st. V.; hat): 1. (Bauw.) Teile von Brücken
u.a. auf dem Wasserwege zur Montage heranbringen: Die
einzelnen Tunnelteile sind ... im Trockendock hergestellt,
eingeschwommen und abgesenkt worden (MM 5. 3. 71.
3). 2. <e. + sich) (Sport) sich an das Schwimmen gewöhnen:
nach der langen Pause hatte ich mich noch nicht wieder
eingeschwommen.
einschwingen <st. V.; hat): 1. <auch e. + sich) (Jägerspr.)
( von Federwild od. Raubvögeln) sich niederlassen: der Auer-
hahn schwang [sich] in den Baum ein. 2. svw. t
einschwenken (1): Erst als er wieder in die Straße zum Schloß
einschwang (Remarque. Triomphe 406); Ü das Wagnis der
zärtlich-behutsamen Werbung, die in jedes Wort den
ganzen Menschen e. (eindringen, mit hineingelangen) läßt (Bo-
damer. Mann 130). 3. in eine Richtung drehen: einschwenken
(2): Sie hatten ... die Läufe und Rohre auf die Angreifer
eingeschwungen (Gaiser. Jagd 101).
einschwören <st. V.; hat): a) durch Treueschwur an sich
binden:... hatte der König die ersten einheimischen Piloten
... eingeschworen (Quick 16, 1958, 5); b) zu etw.
verpflichten: jmdn. auf strenge Vertraulichkeit e.; <auch e. + sich)
Die Bonner Koalitionsparteien schworen sich auf den
Kabinettsvorschlag ein (Welt 4. 11. 67. 2); der auf die
Wahrung des sowjetischen Machtbereichs...
eingeschworene Leonid Breschnjew (Welt 31. 7. 68. 2).
einsegnen <sw. V ; hat): a) konfirmieren: sie wird nächstes
Jahr eingesegnet; b) segnend < einjweihen: den Segen über
etw. sprechen: eine Ehe, eine neue Kirche e.; Wie in alter
Zeit hatte Stilling die Tote e. müssen (Wiechert. Jeromin-
Kinder 218); Die Pastoren segnen das Denkmal ein; jeder
für seinen Gott (Remarque. Obelisk 104); ü (iron.:) jemand
hat unsere Teppiche gerollt, mit Kampfer eingesegnet
(Frisch. Gantenbein 26); <Abl.:) Einsegnung, die; -. -en:
a) Konfirmation: Verlobung war ähnlich altbacken wie
E. oder Poesiealbum (Kant, Impressum 201); b) das
Einsegnen (b).
einsehen <st V.; hat): l.a) einen Blick auf etw. werfen können:
der Balkon. Garten kann von keiner Seite eingesehen
werden; der Flieger konnte die gut getarnten Stellungen nicht
e.; Die Balkongeländer darüber (= über der Terrasse)
sind allerdings zu weit offen, und der Benutzer wird von
der Straße und von der Terrasse aus zu sehr eingesehen
(Welt der Gastlichkeit. Beilage zur Allgemeinen Hotel-
und Gaststättenzeitung 8. 1966. 59); b) prüfend nachlesen,
suchend in etw. lesen: Briefe. Rechnungen. Zeugnisse, die
Akten e.; dieses Buch darf nur im Lesesaal eingesehen
werden. 2.a) die eigene Handlungsweise od. Annahme
resignierend als falsch erkennen: sein Unrecht, seinen Irrtum
e.; endlich hat er eingesehen, daß er so nicht weiterkommt;
b) sich von den Argumenten eines andern überzeugen lassen:
du wirst doch e.. daß ich nicht eher kommen konnte;
ich sehe ein. daß er nicht anders handeln konnte; <subst.:>
Einsehen nur in der Verbindung [klein E. haben (1. für
jmdn.. etw. kein] Verständnis haben u. sich deshalb / nicht;
nachgiebig u. freundlich zeigen: der Chef hatte ein E. und
gab uns den Nachmittag frei; der Wettergott hatte endlich
ein E. [scherzh.; das Wetter wurde besser]. 2. nicht/ zur
Vernunft kommen).
Einseifbecken, das; -s, -: kleines Gefäß, in dem die Rasier seife
schaumig geschlagen wird.
einseifen <sw. V.; hat) [2: viell. unter dem Einfluß von
rotwelsch beseibeln. besefeln = betrügen, zu jidd. sewel
= Mist. Kot]: 1. mit Seife einreiben j so daß die betreffetvde
Stelle mit Seifenschaum bedeckt ist/: Jmdn.. sich e.; du
mußt die Haut vor dem Rasieren gut e.; Ü jmdn. mit
Schnee e. (ihm zum Spaß Schnee ins Gesicht reiben). 2.
(ugs.) beschwatzen: betrügen: du hast dich von dem
Vertreter an der HaustUr schön e. lassen: Daß die Quatschbude
zu nichts gut ist. als um das Volk einzuseifen, das wissen
alle Parteien (Döblin. Berlin 238); <Zus. zu 1 :> Einseifpinsel.
der: svw. t Rasierpinsel.
einseitig <Adj.): 1. <o. Steig.) nur eine Seite (von zweien)
betreffend: nur auf einer Seite, von einer Seite her: eine
-e Lähmung; eine -e Zuneigung, Willenserklärung;
Manuskripte bitte e. beschriften!; der Vertrag ist e. gebrochen
worden. 2. nur einen Gesichtspunkt berücksichtigend,
betreffend: auf ein Gebiet beschränkt: eine -e Auflassung.
Beurteilung. Begabung; er. diese Maßnahme ist sehr e.; er hat
die Sache zu e. dargestellt; nicht ... zugunsten einer
bestimmten, e. das individuelle Interesse betonenden
Wirtschafts- und Sozialauflassung (Fraenkel. Staat 290); <Abl.
zu 2:) Einseitigkeit, die; -. -en <P1. selten).
einsenden <unr. V.; sandte/(seltenen) sendete ein. hat
eingesandt/! seltener:) eingesendet): an eine zuständige Stelle
schicken, einschicken: Unterlagen. Manuskripte e.; er
sandte das Gedicht einer/an eine Zeitung ein; ... ihm Briefe
... an seine schon feststehende neue Adresse... einzusenden
(Th. Mann. Krull 295); eingesandte Proben. Rechnungen;
<Abl.:) Einsender, der; -s. -: jmd.. der etw. eingesandt hat:
<Zus.:> Einsendeschluß, der: Ende einer Frist, innerhalb
deren erw. (z. B. eine Bewerbung od. die Lösung einer
Preisaufgabe) eingesandt werden kann: Einsendetermin, der:
Termin, bis zu dem erw. eingesandt werden muß: Einsendung«
die; -. -en: 1. <o. PI.) das Einsenden. 2. das Eingesandte.
652
einsitzen
Zuschrift: zu dem Wettbewerb liefen viele -en ein. dazu:
Ejnsendungstermin, der: svw. f Einsendetermin.
OMenken <sw. V.; hat): 1. in etw. senken: hinunterlassen:
die Stützen sind in die Erde eingesenkt; er drückte ihre
< = der Setzlinge) Wurzelballen behutsam zusammen und
ienkte sie ein in Töpfe (Gaiser, Jagd 81); Ü <e. + sich)
«geh.:) warum gerade eines der Sehnsucht erregenden
Bilder ... sich mir so tief eingesenkt hat (Th. Mann. Krull
*/7); Mit einem zarten Lächeln .... das sich ... unvergänglich
in sein Gedächtnis einsenkt (Brod. Annerl 189). 1
(Technik) durch Eindrücken einer Form aus besonders hartem
Stahl Matrizen, Schmiedeformen für die Metall- od. Kunst-
itoffverarbeitung herstellen: einen Prägestempel e.; <Abl.:>
EJnsenkimg, die; -. -en: 1. <o. Pl> das Einsenken. 2. /
Gelände Vertiefung: -en im Gletschereis.
Eimer ['ajnze]. der; -s, - (ugs.): a) die Ziffer Eins: einen
E. malen; b) die Zeugnisnote Eins: sie hat drei E. im
Zeugnis.
einsetzen <sw. V.; hat): l.a) als TeiV in etw. setzen,
hineinbringen, einfügen, einarbeiten: Fenster[scheiben] e.; Fische
Dn einen Teich) e.; einen Flicken in die Hose e.; dieser
Posten ist noch im/in den Voranschlag einzusetzen; das
Gebiß [wieder] e.; der Zahnarzt setzte ihm einen Stiftzahn
dn; in dem Satz ist ein Wort einzusetzen (zu ergänzen):
(Math.:) den gefundenen Wert in die Gleichung e.; b)
(Verkehrsw.) zusätzlich fahren lassen, einschieben:
Entlastungszüge e. 2.a) zu etw. ernennen, für etw. / bestimmen:
einen Kommissar e.; zur Untersuchung des Falles wurde
ein Ausschuß eingesetzt; sein Onkel setzte ihn zu seinem/als
seinen Erben ein; b) in Aktion treten lassen; für etw.
verwenden: andere Maschinen. Waffen e.; all seine Kräfte, seine
ganze Kraft für eine Aufgabe e.; es wurde Polizei.
Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt; Nur C. D.
Friedrich setzt die Nuancierungsmöglichkeit bewußt für seine
... Stimmungslandschaften ein (Bild. Kunst 3. 14); es ist
fraglich, ob die beiden verletzten Spieler in den nächsten
4 Spielen eingesetzt werden können (werden spielen
können); c) in eine Position setzen: jmdn. [wieder] in seine
Rechtee.; er wurde feierlich in sein Amt eingesetzt
(eingeführt); daß jede Regierung in einem christlichen Staate
von Gott eingesetzt sei (Thieß. Reich 340). 3. a) als Einsatz
(2) (beim Spiel, bei einer Wette) geben: 10 Mark e.; etw.
als/zum Pfand e.; b) aufs Spiel setzen, riskieren: bei etw.
sein Leben, seine Ehre e. 4. <e. + sich) a) sich anstrengen;
alle körperlichen u. geistigen Kräfte für etw. anspannen:
er hat sich [in dieser Sache] tatkräftig, selbstlos, vergeblich
eingesetzt; du hast dich voll und ganz [für deine Aufgabe]
eingesetzt; die Verteidiger setzten sich zu hart ein. um
die Angriffe des Gegners zu bremsen; b) sich um jmdn.,
etw. persönlich bemühen; sich für jmdn., etw. verwenden;
Fürsprache einlegen: ich werde mich bei deinem Vater
für dich e.; daß die Haupteinflußgruppen ... sich für die
Sonderinteressen bestimmter Bevölkerungsgruppen
einsetzen (Fraenkel. Staat 279); eine ... Bewegung der
italienischen Rechten, die sich seit ihren ersten Anfängen (1915)
für einen entschiedenen Kriegskurs einsetzte (aussprach)
und 1919... die Verwirklichung weitergesteckter
Kriegsziele ... propagierte (Fraenkel. Staat 83). 5. beginnen; zu
einem bestimmten Zeitpunkt / seinen Anfang nehmen: die
Bläser setzen später ein; der Lärm, der Regen hat wieder
eingesetzt; Diese Revolutionen setzen zwar als gemäßigte
Reformbewegungen ein. ... (Fraenkel. Staat 298); <Abl.
zu 1.2:) Einsetzung, die; -. -en.
Einsicht, die; -. -en: 1. <o. PI.) a) das Einsehen (1 a): eine
dichte Hecke verhindert die E. in den Garten; b) Einblick:
jmdm. E. in die Akten gewähren; er hat E. in die
Korrespondenz gehabt; E. in etw. nehmen (etw. prüfend, suchend
durchsehen, durchlesen); E. in jmds. Verhältnisse haben.
2.*) Erkenntnis: theoretische-en: die... E was eigentlich
die Zeit sei (Th. Mann. Zauberberg 131); die E. kam
spät; neue -en gewinnen; nichts .... was den Namen einer
gemeinsamen Anstrengung verdiente oder auch nur die
E. in ihre verzweifelte (die Erkenntnis ihrer verzweifelten)
Notwendigkeit andeutete (Musil. Mann 1037); sich der
E. nicht verschließen können, zu der E. kommen, daß
...; b) Vernunft: hab doch E.!; um sie (= die junge
Generation) zur E. zu führen und zu belehren (Dönhoff. Ära
7); wann wirst du endlich zur E. kommen (vernünftig
werden)?; <Abl. zu 2:> einsichtig <Adj.>: 1. vernünftig,
verständnisvoll: -e Eltern; sie war e. genug, um nicht weiter
zu fragen. 2. verständlich, i leicht j einzusehen (2): -e
Gründe; es wird e. gemacht, daß .... dazu: Einsichtigkeit, die;
-: seltener für t Einsicht (2); Einsichtnahme, die; -. -n (Pa-
pierdt.): svw. t Einsicht (1). Einblick.
£insichts-. Einsieht»- (Einsicht 2): -fähig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): fähig, etw. zu begreifen, einzusehen: Das
Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht ... stellte in einem
Urteil... fest, daß die Schadensersatzpflicht nur -e Kinder
treffen kann (MM 27.5. 67. 39). dazu: -fähigkeit, die
<o. PI.); ^los <Adj.; o. Steig.): uneinsichtig, dazu: -loßig-
kett.die; -; ^voll <Adj.; nicht adv.): vernünftig,
verständnisvoll: Ü Dem Ausheben von funktionsbedingten
Verbindungskanälen hat sich der englische Parlamentarismus ...
als -er erwiesen als andere politische Systeme (Fraenkel.
Staat 41).
einsickern <sw. V.; ist): in etw. sickern; sickernd, tropfenweise
eindringen: der Regen sickert langsam [in den Boden] ein;
Ü Agenten sind eingesickert; Fast stündlich sickerten neue
Nachrichten ein (Müthel. Baum 173).
Einsied[e]glas (österr.. auch: südd.): svw. f Einmachglas.
Einsiedelei [ainzi:dd'laj]. die: -. -en: Klause eines Einsiedlers.
einsieden <unr. V.; sott/(auch:) siedete ein. hat eingesotten/
(auch:) eingesiedet) (österr.. auch südd.): einkochen: Die
alte Sklodowska hat in der Waschküche und im Keller
einen kleinen Betrieb zur Herstellung eingesottener
Früchte eingerichtet (Fussenegger. Zeit 47).
Einsiedler, der; -s. -: Eremit. Klausner: ein frommer E.;
er lebte als E.. wie ein E.; Ü er ist zum E. (einsamen,
abgekapselt lebenden Menschen) geworden.
Einsiedler-: -klause, die; -krebs, der: Vertreter einer Familie
von Krebsen (der als .Minsiedler" in einem Schneckenhaus
od. einer Muschelschale lebt); -leben, das: Leben in
Zurückgezogenheit, weltabgeschiedenes Dasein: ein E. fuhren; Mia-
tur, die: Mensch, der den Kontakt mit anderen meidet u.
sich gern in die Einsamkeit zurückzieht: er ist eine E.
Einsiedlerin, die: -. -nen: w. Form zu T Einsiedler;
einsiedlerisch <Adj.; nicht adv.): zurückgezogen wie ein Einsiedler
l lebendj: ein -er Mensch.
einsiegeln <sw. V.; hat) (Fachspr.): maschinell /luftdicht]
verschließen: Knäckebrot ofenfrisch verpackt und
eingesiegelt; der Kaffee wird ... röstfrisch in diese Vakuumdose
eingesiegelt.
einsilbig <Adj.>: 1. <o. Steig.; nicht adv.) nur aus einer
Silbe bestehend: ein -es Wort. 2. wortkarg, wenig zum
Reden aufgelegt: ein -er Mann; seine -e Art machte ihm
wenig Freunde; er war. blieb e.. hat nur e. geantwortet;
Ü Sie (= die Gewöhnung) bedeutet, daß auf Reize -er
geantwortet wird (Wohmann. Absicht 378); <Abl.:)
Einsilbigkeit, die; -; EinsilMer fajnzilbte]. der; -s. - (Sprachw.):
einsilbiges (1) Wort.
einsilieren [ajnzili:ran] <sw. V.; hat) (Landw.): in einem
Silo einlagern; <Abl.:> Einsilierung, die; -.
einsingen <st. V.; hat): l.a) (selten) in den Schlaf singen:
ein Kind e.; b) mit Singen beginnen, einleiten: So haben
... die Bauernkinder den Neujahrsgottesdienst eingesungen
(Goes. Hagar 149). 2. <e. + sich) durch bestimmte Übungen
seine Stimme vor dem eigentlichen Singen klarer u. sicherer
machen: der Sänger muß sich vor dem Konzert e.; ein
gut eingesungener Chor; <subst.:>... hatte di Stefano ..beim
Einsingen die Stimme verloren" (MM 25. 1. 74. 11).
einsinken <st. V.; ist): 1. nach unten sinken, in einen weichen
Untergrund tiefer hineingeraten: bis über die Knie [im
Schnee] e.; der Wagen ist im Morast eingesunken; Ü Frank
schickte Blumen aus Paris. Evelyn brauchte eine ganze
Weile, um das in sich e. zu lassen (Baum. Paris 59). 1
in sich zusammensinken, zusammenfallen: das Haus ist
baufällig, der hintere Teil schon eingesunken; in den Knien
e.; die Knie sinken ihr ein; ein Gesicht mit eingesunkenen
(eingefallenen) Wangen. Schläfen; ein Sofa mit
eingesunkenem Polster; eingesunkene Dächer.
cinsimig <Adj.; o. Steig.) (selten): einen einzigen Sinn, eine
einzige Richtung zeigend: Josephs Überlieferungen waren
nicht ganz e. darin, ob ... (Th. Mann. Joseph 11); Die
Fabel wird jedoch nicht e. (einsträngig) aufgerollt, sondern
setzt sich erst allmählich zusammen (Vorarlberger Nachr.
29. 11. 68. 7); <Abl.:) EiiBimigkeit. die: -.
einsitzen <unr. V.; hat) /vgl. eingesessen/: 1. (jur.) inliaftiert
sein, im Gefängnis sitzen: Häxels älterer Bruder ... sitzt
zur Zeit ein (Molsner. Harakiri 36); die im Landesgefängnis
einsitzenden Strafgefangenen. 2.a) durch Sitzen eindrük-
653
Einsitzer
ken: daß er ein Bett ... besaß und auch ein dunkelrotes
Ripssofa, eingesessen und hügelig (Seidel. Steme 49); b)
<e. + $\cK> durch Sitzen eingedrückt werden: so ein billiges
Polster sitzt sich leicht ein. 3. (Reiten) sich in den Sattel
setzen: gehen Sie ... weich in den Sattel zurück, sitzen
zur Abschwächung des Aufpralls der Vorderhand ruhig
wieder ein (Dwinger. Erde 166); wenn der Reiter ihm
(= dem Pferd) entweder zu schwer einsitzt oder ...
(Dwinger. Erde 162). 4. (veraltet) wohnen: Du aber bist... nichts
als ein Flüchtling und Unbehauster ... und sitzest bei
mir ein als Eidam (Th. Mann. Joseph 295).
Einsitzer fainzitsB). der; -s. -: Fahrzeug, Flugzeug mit nur
einem Sitzplatz: einsitzig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): nur
für eine Person bestimmt;: Er hatte dann bei Machatschek
... telephonisch ein -esTischchen bestellt (Th. Mann. Krull
260); Rennwagen sind e.
einsommerig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von Fischen)
erst einen Sommer alt: werden jetzt Tausende -er
Zuchtforellen an die Odenwälder Bachläufe gebracht und
eingesetzt (MM 31. 10. 70. 12).
einsortieren <sw. V.; hat): in verschiedene Fächer, Gruppen
u.a. einordnen: Bestecke [in die Kästen]. Karteikarten e.;
<subst.:) beim Einsortieren von Dias helfen.
einspaltig <Adj.; o. Steig.) (Dnickw.): aus nur einer Spalte
bestehend, in nur, einer Spalte gesetzt;: ein -er Bericht;
der Kommentar ist e.; einen Artikel e. setzen.
einspannen <sw. V.; hat): 1. (Ggs.: ausspannen 2) a) vor
den Wagen spannen: die Pferde, den Schimmel e.; b) in
eine Vorrichtung spannen: einen Bogen [in die
Schreibmaschine! e.; die Hose e. (in einen Spannbügel hängen): er
spannte das Werkstück [in den Schraubstock] ein; <subst.:)
das Einspannen der Schi. Am besten verwendet man
Zehenriemen oder Clip für das Zusammenschnallen am Ende
und am Spitzenbug (Eidenschink. Eis 107). 2. (ugs.) (zu
etw.J heranziehen, (für einen bestimmten Zweck) arbeiten
lassen: die ganze Familie e.; sich für einen anderen, für
fremde Ziele e. lassen; in die täglichen Pflichten stark
eingespannt sein (ohne längere Erholungspause angestrengt
arbeiten): Daß er seine sämtlichen Beziehungen hat e.
müssen! (Fallada. Jeder 386).
Einspänner, der; -s. -: 1. Wagen für nur ein Pferd: ein leichter
E. 1.2k) für sich lebender, verschlossener Mensch: b) (ugs.
scherzh.) Junggeselle. 3. (österr.) Glas mit schwarzem Kaffee
u. Schlagsahne. 4. (österr.) einzelnes Würstchen: einspännig
<Adj.; o. Steig. >: I. mit nur einem Zugpferd: eine -e Kutsche;
e. fahren. 2. (ugs. scherzh.) unverheiratet: er geht e. durchs
Leben.
einsparen <sw. V.; hat): durch Sparsamkeit, Zurückhaltung
im Verbrauch, Rationalisierungsmaßnahmen o.a. sparen:
Kosten. Material. Arbeitsplätze e.; <Abl.:> Einsparung.
die; -. -en. dazu: EinsparungsraaBnahme, die (meist PI.);
Einsparungsmöelidikeit, die.
einspeicheln <sw. V.; hat): durch längeres Kauen mit Speichel
gut vermischen: ... wird die ... von Zunge und Gaumen
zerpreßte Nahrung eingespeichelt (Medizin II, 20); <Abl.:>
Einspekhelung, die; -.
einspeichern <sw. V.; hat): 1. (selten) als Vorrat, zur
Aufbewahrung o.a. einlagern, speichern: Lebensmittel für den
Wintere. 2. (Datenverarb.) (einer technischen Anlage, bes.
einer ED V-Anlage) über Lochkarte, Lochstreifen o. ä.
eingeben: Daten. Programme in den Rechner e.; <Abl.:) Eipspei-
chenmg. die; -. -en.
einspeisen <sw. V.; hat): I. (Technik) gespeicherte/ Energie
o. ä. in die Zuleitungen bringen, einer technischen Anlage
o. ä. zuführen: Strom. Wasser in das Verbrauchernetz e.
2. (Datenverarb.) (einer technischen Anlage, bes. einer
EDV-Anlage) über Lochkarte, Lochstreifen o.a. eingeben:
Daten. Programme in den Rechner e.; <Abl.:) Einspeisung,
die; -. -en.
einsperren <sw. V.; hat): 1. (in einen Raum) einschließen
u. jmdm., einem Tier damit die Bewegungsfreiheit nehmen:
die Kinder, den Hund in der/die Wohnung e. 2. (ugs.)
ins Gefängnis bringen: gefangensetzen: man hatte ihn wegen
Veruntreuung [zwei Jahre, für zwei Jahre] eingesperrt; er
war drei Monate eingesperrt; <Abl.:> Einsperrung, die;
-. -en <P1. ungebr.X
einspielen <sw. V.; hat): l.a) (ein neues 1 Instrument) durch
längeres Spielen zur vollen Entfaltung der Klangqualität
bringen: eine Geige e.; b) durch Trainieren-, Vbenlassen
auf einen guten Stand bringen: eine Mannschaft e.; Ü Seine
(= Fouches) Leistung war eine des Hintergrunds ... in
diesem verwegen gefährlichen Spiel. Er hat die Szenen
bestimmt, die Schauspieler eingespielt (St. Zweig. Fouchl
66); c) <e. + sich) sich durch kürzeres übendes Spielen
auf ein folgendes Auftreten, Spiel vorbereiten: die
Fußballmannschaft spielt sich noch ein. 2. <e. + sich) a)
sich im Zusammenwirken o.a. möglichst gut auf jmdn.,
etw. einstellen: die Partner müssen sich noch aufeinander
e.; Der Operationsgehilfe Bäumlers war auf jede Bewegung
seines Operateurs eingespielt (Plievier. Stalingrad 41); die
Wärterinnen, die doch auf derartige Winkelzüge eingespielt
sein müssen (Brod. Annerl 178); Sein Spaß und sein Ernst
sind heute noch ... dermaßen auf den verschollenen Freund
eingespielt, daß ... (Frisch. Stiller 286); Erhaltung des
ökologischen Gleichgewichts ... auf der Höhe, auf die dieses
Gleichgewichtssystem einmal eingespielt ist (Thienemann.
Umwelt 52); V) auf einen Stand reibungslosen Funktionieren
gelangen: die neue Methode. Regelung hat sich noch nicht
ganz eingespielt; das im Urwald ... sich rasch wieder
einspielende Gleichgewicht der Kräfte (Mantel. Wald 61);
daß es an eingespielten Denkgewohnheiten fehlt (Noelle.
Umfragen 10); daß der Mensch in feinst eingespielten
Vorgängen seines Stoffwechsels auf atmosphärische
Änderungen reagiert (Thienemann. Umwelt 22). 3. <e. + sich)
(Technik) (von Meßinstrumenten) auf einem bestimmten
Stand stehenbleiben, bei einem bestimmten Zeigerstatu!
anhalten: die Waage hat sich auf/bei 50 kg eingespielt. 4.
(Fachspr.) auf Schallplatten aufnehmen: die
Schallplattenfirma hat viele Titel des Sängers, das Gesamtwerk Gustav
Mahlers eingespielt. 5. bei der Herstellung, Einstudierung
o. ä. entstandene Kosten; durch Aufführungen wieder)
einbringen: der Film hat die Unkosten. 68 Millionen Dollar
eingespielt; <Zus. zu 3:)Jjjnspieleraebnis, das; <Abl.:)_Ein-
spiehing.die; -. -en: l.a) das Einspielen (4); b) Schallplatten-
aufna/ime: ein Vergleich verschiedener -en. 2. das Einspielen
(5).
einspinnen <st V.; hat): 1. <e. 4- sich) sich zur Verpuppung
mit einem Gespinst umgeben, in einen Kokon einschließen:
die Seidenraupen spinnen sich ein. 2. (geh.) ganz in seinen
Bann ziehen, gefangennehmen: die Erinnerung hatte ihn
ganzeingesponnen. 3. <e. + sich) sich völlig von der
Außenwelt abschließen, abkapseln u. sich in etw. vertiefen: du
spinnst dich zu sehr in deine Gedanken ein. 4. (salopp)
gefangensetzen, einsperren: jmdn. e.
Einsponbetrug [*4jnJpo:n]-. der; -[e]s [aus der Gaunerspr..
wohl eigtl. = eingesponnen (in das ..Netz" der Betrüger)!:
eine Art des bandenmäßig ausgeführten Betrugs, bei dem
das Opfer durch Beteiligung an einem vorgetäuschten
Warengeschäft um eine größere Geldsumme gebracht wird: wegen
-s angeklagt sein.
Einsprache, die; -. -n (österr.. Schweiz.): svw. tEinspruch.
Einrede: E. gegen etw. erheben.
einsprachig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) nur in einer
Sprache abgefaßt: ein -es Wörterbuch; b) (selten) nur eine
Sprache sprechend: die Kinder sind e. aufgewachsen; <Abl.
zu b:> Einsprachigkeit, die; -.
einsprechen <st. V.; hat): 1. svw. feinreden: begütigend auf
jmdn. e. 2. (geh.. selten) einkehren, einen Besuch machen:
wenn er ... von einem Spaziergange heimkehrend bei ihr
einsprach (Th. Mann. Zauberberg 436). 3. einen Text auf
Schallplatte o.a. sprechen: Jeder Besucher erhält einen
Kopfhörer, mit dessen Hilfeer die von Schauspielern
eingesprochenen deutschen Texte verfolgen kann (MM 20. 2.
69. 4). 4. (veraltet) Einspruch erheben: gegen ein Urteil
e.; <Abl. zu 4:) Einsprecher, der; -s. -: ... soll eine mögliche
Verhandlung mit jedem E. stattfinden (MM 8. 10. 69.
2).
einsprengen <sw. V.; hat) /vgl. eingesprengt/: 1. durch
Sprengen in etw. hervorrufen: ein Loch in den Felsen e. 2. durch
Bespritzen mit Wasser anfeuchten, feucht machen: Wäsche
vor dem Bügeln e. 3. (selten) gewaltsam öffnen, aufbrechen:
eine Tür e.; Einsprengsel ['aiafprenzl]« das; ~s« ": etw >
was in kleinen Teilchen o.a. in eine größere einheitliche
Masse eingefügt, eingesprengt ist: der Stein hat kleine E.
von Quarz; Ü wo kämen wir hin, wenn das Walhall-Motiv
als pentatonisches E. in einem Blues erscheinen würde
(Welt 4. 1. 64. 1. Geist. Welt).
einspringen <st. V.): 1. kurzfristig an jmds. Stelle treten,
jmdn. vertreten, so daß etw. stattfinden kann <ist>: der
junge Sänger mußte für einen erkrankten Kollegen e.;
654
einsteigen
da ich verhindert war. sprang er für mich ein; wenn er
m Not war. ist sein Bruder immer wieder mit größeren
Summen eingesprungen (hat ihm sein Bruder Geld gehe-
ken>. La) <e. -I- sich) (Leichtathletik. Turnen, Ski) sich
durch einige Übungssprünge auf einen Sprungwettbewerb
torbereiten <hat>: die Springer springen sich auf der neuen
Schanze ein; b) (Turnen. Eislauf) eine Übung mit einem
Sprung einleiten <ist>: in den Handstand e.; eine
eingesprungene Waage. 3. (ist) a) svw. Teinschnappen: das Schloß
ist eingesprungen; b) zurück-, nach innen springen: die
Mauer springt hier ein; ein einspringender Winkel.
Ejspritz- (Kfz.-T.): Miüse, die: Ventil, durch das der Kraft-
stoff in einem Einspritzmotor verteilt wird: Mnotor, der:
Klotor\ bei dem der Kraftstoff durch Einspritzung in den
Zylinder zugefülirt wird: ^pumpe, die: Pumpe, die dem
Einspritzmotor den Kraftstoff in bestimmter Dosierung
zufuhrt.
anspritzen <sw. V.; hat): 1. mit Hilfe einer Spritze durch
Eitxstechen in die Muskulatur od. die Adern dem Körper
zufüftren. injizieren: dem Patienten ein Präparat e. 2. (Kfz.-
T.) über eine Düse in den Motor, hinein spritzen: der
Kraftstoff wird eingespritzt. 3. svw. teinsprengen (2): Wäsche
c ; <Abl. zu 1-3:) Einspritzung, die; -. -en.
Einspruch, der; -[e]s, Einsprüche: a) Einwand. Widerspruch.
Protest gegen etw.: bisher ist kein E. erfolgt; niemand
wagte einen E.. erhob E. gegen die Forderungen; b)
(Amtsspr.. jur.) Rechtsmittel, durch das man ein Urteil,
eine atntliche Entscheidung zurückweisen kann: gegen etw.
E. einlegen, erheben; seinen E. zurückziehen; <Zus. zu
b: / Einspruchsrecht, das.
ansprühen <sw. V.; hat): an der Oberfläche vollständig
besprühen: Wildlederschuhe vor dem Tragen [gegen Regen)
e.
anspülen <sw. V.; hat): eine pulverige od. flüssige Substanz
m einem Spülvorgang in eine Flüssigkeit leiten, mit einer
Flüssigkeit vermischen: das Waschmittel in die
Waschmaschine e.; Um zu verhindern, daß bei diesen geringen
Katheterdurchmessern das Blut im Katheter gerinnt, wird
während der Messung eine Infusionslösung in den Katheter
eingespült (Elektronik 12. 1971. 428).
dnspunden <sw. V.; hat) [vom Faß. dessen Spund mit einem
Zapfen verschlossen wird, zu t Spund) (ugs.): ins Gefängnis
bringen, zu einer Freiheitsstrafe verurteilen.
einspurig <Adj.; o. Steig.): a) svw. teingleisig: eine -e
Eisenbahnstrecke; b) (Straßenbau) (von Straßen) nur eine
Fahrspuraufweisend: c) (Straßenbau) (von Stra/Jen) twr in einer
Spur ; zu befahren!: wegen Bauarbeiten ist die
Autobahnstrecke nur e. befahrbar.
Einssein,das; -s (geh.): vollkommenes Verbundensein,
erlangte Übereinstimmung mit jmdm.. etw.: nicht die kleinen
Gebärden des -s. nicht das mögliche Schweigen (Kaschnitz.
Wohin 77); deren (= der Handlungen mit den Tugenden)
berauschendes E. in der Heiligkeit (Musil. Mann 246).
einst [ainstl <Adv.) [mhd. ein(e)st. ahd. eines, einest (der
mit -t weitergebildete Genitiv von t 'ein I)] (geh.): a) früher,
vor langer Zeit (Ggs.: jetzt): e. stand hier eine Burg; e.
lebte in diesem Land ein kriegerisches Volk; e. hast du
anders geurteilt; b) in einer fernen Zukunft, später einmal,
künftig: e. wird er bedauern, sich nicht anders entschieden
zu haben; <subst. zu a:> Einst, das; -: lang vergangene
Zeit, Vergangenheit (Ggs.: Jetzt): das E. u. das Jetzt
miteinander vergleichen.
anstallen <sw. V.; hat): (ein Tier) in einem Stall
unterbringen: Schweine e.
anstampfen <sw. V.; hat): l.fest in ein Gefä/J hinein
istampfen: Kohl [in ein FaßJ e. 2. / wertlos gewordene I
Druckerzeugnisse, Makulatur vernichten, indem man sie zu
Altpapier zerstampft: unverkäufliche Bücher e.; <Abl.:> Ein-
stampfung, die; -. -en.
Einstand, der; -[e]s. Einstände: 1. (bes. südd.. österr.) a)
Beginn eines neuen Arbeitsver/tältnisses. Dienstantritt
<Ggs.: Ausstand 3): jmdm. zu seinem E. Glück wünschen;
er hat seinen E. gefeiert; b) kleine Feier. Umtrunk zum
Dienstantritt: er hat seinen E. noch nicht gegeben; c)
Eintritt in ein Lehrverhältnis, in die Schule. 2. <o. PI.) (Sport)
erstes Spiel eines Spielers, einer Mannschaft. 3. <o. PI.)
(Tennis) Ausgleich, bei dem beide Spieler drei od. mehr
Punkte erreicht haben. 3. (Jägerspr.) Teil eines Jagdreviers,
in dem sich das Wild vorzugsweise aufhält, wo es Schutz
sucht: der Hirsch hat seinen E. in den Jungfichten.
dnstanzen <sw. V.; hat) (Technik): in etw. hinein stanzen:
Buchstaben. Zeichen [in die Marke] e.; eingestanzte Daten
in den Blechdosen.
einstapeln <sw. V.; hat): in Stapeln an der dafür vorgesehenen
Stelle einordnen: Waren e.
einstauben <sw. V.): l.a) nach und nach/ völlig verstauben,
staubig werden <ist>: die Bücher im Regal sind ganz
eingestaubt; b) etw., jmdn., sich staubig machen <hat): bei der
Arbeit habe ich mich, habe ich mir die Schuhe sehr
eingestaubt. 2. (österr.) svw. t einpudern, einstäuben (1);
einstäuben <sw. V.; hat): 1. mit einer Puderschicht o.a. versehen,
bedecken: ein pudern: den Kuchen mit Puderzucker e.
2. (eine puderfeine Substanz) in etw. verteilen: der Puder
wird in Schuhe und Strümpfe eingestäubt.
einstechen <st. V.; hat): l.a) (mit einem spitzen Gegenstand,
einem medizinischen Instrument o. ä.) in etw. hineinstechen
um es zu öffnen/: [mit einer Nadel] in den Stoff, in die
Brandblase e.; mit dem Spaten in den Erdboden e.; mit
der Gabel in die kochenden Kartoffeln e.. um zu prüfen,
ob sie gar sind; b) (einen spitzen Gegenstand, ein
medizinisches Instrument o. ä.) durch Hineinstechen in etw.
eindringen lassen: die Nadel in die Vene, in die Leistenbeuge
e.; c) mit einem Stich eindringen: der Stachel stach tief
in die Haut ein. 2. durch Stechen in etw. hervorbringen:
Löcher in das Papier e. 3. durch Hineinstechen durchlöchern
u. durchlässig tnachen: den Teig mit der Gabel e. 4. mit
einer Stichwaffe auf jmdn. eindringen u. Hindurch
wiederholtes Zustechen verletzen: auf jmdn. e. 5. (Karlenspiel)
ausgespielte Karten mit einer Trumpfkarte übernehmen, an sich
bringen, stechen: er hatte nicht damit gerechnet, daß der
andere einstach.
einstecken <sw. V.; hat): l.a) in etw. dafür Vorgesehenes
hinein istecken: den Stecker [in die Steckdose! e.; den
Schlüssel ins Schloß e.; das Bügeleisen (ugs.; den Stecker
des Bügeleisens in die Steckdose) e.; b) durch Hineinstecken
an einer bestimmten Stelle befestigen: das Bettuch zwischen
Bettkante u. Matratze e. 2. (ugs.) in den Briefkasten
einwerfen: könntest du [mir) die Briefe e.? 3. in die Tasche o.a.
stecken, um es bei sich zu haben: die Zigaretten, die
Schlüssel, sein Frühstücksbrot e.; ich habe vergessen, [mir! Geld
einzustecken (mitzunehmen): Haben Sie eine Zigarette e.?
(ugs.; bei sich?: Bieler. Bonifaz 55). 4. (ugs. abwertend)
(von Geld, o.a.) für sich behalten, in Anspruch nehmen:
in die eigene Tasche stecken: den ganzen Gewinn e.; er
steckt eine hohe Pension ein (bezieht eine dem Sprecher
ungerechtfertigt hoch erscheinende Pension). 5. hinnehmen,
ohne sich zu wehren: herunterschlucken: Demütigungen,
Schläge. Kritik, vieles schweigend e. [müssen]. 6. (ugs.)
jmdm. überlegen sein, mühelos übertreffen: alle
Konkurrenten e. 7. (ugs.) ins Gefängnis bringen, zu einer Freiheitsstrafe
verurteilen: der Dieb ist für drei Monate eingesteckt
worden; <Zus. zu 1 b:> Einsteckkamm, der: Kamm, mit dem
das Haar in bestimmter Weise fest gesteckt od. der als
Schmuck ins Haar gesteckt wird: Einstecktuch, das: kleines
Tuch, das, mit seinen Ecken hervorschauend, in der linken
Brusttasche des Herrenjacketts getragen wird.
einstehen <unr. V.; hat): l.a) sich verbürgen, garantieren:
ich bin bereit, für diesen Menschen einzustehen; ich kann
nicht dafür e.. daß die Sache gutgeht; b) geradestehen,
aufkommen: für jmdn., für einen Schaden, für die Schulden
eines anderen e. 2. (österr. ugs.) eine feste Stelle antreten;
in die Schule eintreten: bei einem Bauern als Knecht e.;
das Mädchen steht im Herbst in die Schule ein.
einstehlen, sich <st. V.; hat) (selten): sich leise, unbemerkt
in widerrechtlicher Weise Zutritt verschaffen: sich
hineinstehlen: er hatte sich unbemerkt [in den Raum!
eingestohlen; Ü sich in jmds. Vertrauen, in jmds. Herz e.
Einsteigediebstahl, der; -[e]s, ...diebstähle: Diebstahl, bei dem
der Dieb eingestiegen (2) ist; einsteigen <st. V.; ist): 1.
in ein Faixrzeug o.a. steigen (Ggs.: aussteigen 1 a): in ein
Auto, in den Zug, in den Bus e.; bitte [vorn] e.! 2. sich
durch Hineinklettern unrechtmäßig! Zugang verschaffen,
eindringen: die Diebe sind [durch ein Kellerfenster, über
den Balkon] in das Haus eingestiegen. 3. (ugs.) a) in ein
Unternehmen, ein Geschäft o.a. als Teilhaber eintreten
(Ggs.: aussteigen 2a): er ist als Kompagnon in die Firma
eingestiegen; er wollte mit einer hohen Summe [in das
Projekt] e. (sich beteiligen); b) sich in einem bestimmten
Bereich / etigagieren: er ist [voll] in die Politik eingestiegen.
4. (Bergsteigen) in einem steil ansteigenden Felsbereich im
655
Einsteigluke
Hochgebirgej kletternd vordringen: in eine Wand, einen
Kamin e. 5. (Sport) den Gegner hart / u. unfair / attackieren:
der Spieler ist hart eingestiegen; <Zus. zu 1:) Einstetghike,
die: die E. des Panzers war geöffnet: vgl. Einstiegluke;
zu 2: Einsteigschacht, der: Einsteigschächte in
Abwasserkanälen.
Einsteiner ['ajnjtaine]. der; -s. -: Ring mit einem Soiitär:
Diamantring. E.rdeutliche Einschlüsse, weiß
(Juwelenprospekt des Kaufhofs. Köln 1975).
Einsteinium [ain'Jtainium], das; -s [nach dem dt.-amerik.
Physiker Albert Einstein (1879—1955)]: chemischer Grund-
stoff: Zeichen: Es
Einsteil-: -hebel, der: Hebel zum Einstellen eines Geräts:
-knöpf, der: vgl. ^hebel; -platz, der: / mit einem Schutzdach
versehener] Platz im Freien od. in einer Großgarage zum
Ab- od. Einstellen eines Kraftfahrzeugs: -räum, der: svw.
TGarage; -Skala, die (Rundfunkt.): Skala, auf der der
Frequenzbereich eingestellt wird: -Vorrichtung, die:
Vorrichtung, um ein Gerät o. ä. einzustellen.
einstellbar ['ajnjtelba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
einstellen lassend: so beschaffen, daß die betreffende Sache
in bestimmter Weise eingestellt werden kann: einzustellen:
die Belichtungszeit ist genau e.; einstellen <sw. V.; hat)
/vgl. eingestellt/: l.a) in etw. (als den dafür bestimmten
Platz) i hinein stellen, einordnen: die Bücher [in das Regal]
e.; b) an einem I dafür bestimmten] Platz vorübergehend,
zeitweilig abstellen, unterstellen: das Auto [in eine/einer
Garage]. Fahrräder in einen/einem Fahrradstand e.; du
kannst deine Sachen bei unse.; falsch (nicht an der richtigen
Stelle) eingestellte Bücher. 2. in Dienst stellen, in ein Ar-
beitsverhältnis nehmen, anstellen (Ggs.: entlassen 2): die
Firma stellt vorläufig keine neuen Arbeitskräfte ein. 3.a)
(ein technisches Gerät o.a.) in bestimmter Weise stellen,
regulieren: ein Fernglas scharf, eine Kamera auf die richtige
Entfernung, den Zeiger auf eine Marke e.; das Radio,
den Fernsehapparat leiser, schärfer, auf Zimmerlautstärke,
auf einen bestimmten Sender e.; ... alle Chinesen seien
voneinander ebenso verschieden wie wir Europäer, nur
sei gerade unser Auge auf diese Unterschiede nicht
eingestellt (Lorenz. Verhalten I. 207); Ü <e. + sich:) die Sonde
stellt sich automatisch auf ihr Ziel ein; seine Rede auf
Massenwirkung e. (im Hinblick auf Massenwirkung
gestalten): b) (bei einem technischen Gerät) durch Betätigen
der Armaturen o.a. etw. Bestimmtes regulieren od. zum
Arbeiten bringen: die Lautstärke, die Entfernung, einen
bestimmten Sender e.; c) svw. t justieren: die Scheinwerfer,
die Zündung [neu] e. 4. nicht fortsetzen, i vorübergehend,
aufgeben: mit einer Tätigkeit o. ä. aufhören: die Produktion.
Zahlungen, ein Gerichtsverfahren, das Rauchen e.; die
Zeitung stellt ihr Erscheinen ein; das Verfahren gegen
ihn wurde eingestellt; der Feind stellte das Feuer ein;
die Belegschaft stellte die Arbeit ein (streikte). 5. <e. +
sich) a) zu bestimmter Zeit an einen bestinunten Ort
kommen: ich stellte mich pünktlich bei ihm ein; Ü der Winter
hat sich früh eingestellt (hat früh begonnen): b) (im Gefolge
von etw.) eintreten: starke Schmerzen, verbunden mit
Fieber, stellten sich ein; Zweifel stellten sich bei uns ein;
es stellte sich kein Erfolg ein (etwas blieb ohne die erhoffte
Wirkung). 6. <e. + sich) a) sich innerlich od. durch
entsprechendes Verhalten, durch bestimmte Maßnahmen auf etw.
vorbereiten, einrichten: sich auf jmds. Besuch e.; hast du
dich mit der Kleidung auf die veränderten Temperaturen
eingestellt?; noch nicht, inzwischen auf die neue Situation
eingestellt sein; er war ganz auf Erfolg eingestellt (hatte
nur mit seinem Erfolg gerechnet); b) sich an jmdn. anpassen,
sich in seinem Verhalten nach jmdm. richten: sie hat sich
ganz auf ihren Mann, sie haben sich gut aufeinander
eingestellt. 7. (Sport) einen bereits aufgestellten Rekord, eine
Höchstleistung noch einmal erreichen: mit dieser Leistung
stellte er den Weltrekord ein. 8. (Sport) eine Mannschaft,
einen Sportler in bestimmter Weise auf den Gegner
vorbereiten: der Trainer hat die Mannschaft defensiv, auf Defensive
eingestellt. 9. (Amtsspr.) für etw. vorsehen, in Anschlag
bringen: Der Bund hat für das Jahr 1969 einen
Globalansatz für ... Tarifverbesserungen ... von 894 Millionen DM
eingestellt (Bundestag 188. 1968. 10181). 10. (Schweiz.)
a) von seinem Amt. von seinen Rechten suspendieren: der
Direktor wurde vorsorglich im Dienst eingestellt; b) (jur.)
jmdm. etw. aberkennen: jmdn. in der bürgerlichen
Ehrenfähigkeit e.
einstellig: vgl. achtstellig.
Einstellung, die; -. -en: 1. das Einstellen (1-4. 7-10). 2.
Meinung. Ansicht, inneres Verhältnis, das jmd. bes. zu einer
Sache, einem Sachverhalt hat: das ist die einzig richtige
E.; die richtige E. gewinnen; keine, eine positive, eine
kritische E. zu den Dingen haben. 3. (Film) Szene, die
ohne Unterbrechung gefilmt wird: eine lange, statische,
bewegte E.; das Drehbuch verzeichnet 499 -en; Aus
fortlaufend aufgenommenen -en schnitt er einzelne Stücke heraus
(Gregor. Film 260); * amerikanische E. (t amerikanisch).
4. (Schweiz, jur.) Aberkennung, Aufhebung: jmdn. zu fünf
Jahren E. in den bürgerlichen Ehrenrechten verurteilen.
Einstdlunes-: -bedingung, die (meist PI.): Bedingung, unter
der jmd. eingestellt (2) wird: ^behönle, die (Schweiz.):
Behörde, die über eine Einstellung (4) verfügt: -beschek), der:
Nachricht, daß jmd. den Arbeitsplatz, um den er sich
beworben hat. einnehmen kann: -büro, das: Büro, das
Einstellungen von Arbeitskräften vornimmt: -frage, die <P1.
selten): Frage, die jmds. Einstellung (2) zu einer Sache betrifft:
-sache, die (PI. selten): svw. !-frage; -sperre, die: das
Einstellen (2) von Arbeitskräften o. ä. betreffende Sperre:
-stopp, der: svw. f ^sperre; -tennin, der: Termin, zu dem
jmd. eingestellt (2) wird: MHitersuchung, die: ärztliche
Untersuchung jmds.. der eingestellt (2) wird.
einstemmen <sw. V.; hat): 1. mit dem Stemmeisen o.a. in
etw. i hinein /stemmen: Zapfenlöcher [in das Holz] e.; sie
... stemmten Bohlenein, die sie mit Steinen stützten (Bicler,
Bonifaz 9). 2. in etw. stemmen: die Arme [in die Hüften]
e.
einstens fainstns] (geh.. veraltet): svw. feinst.
einsteppen (sw V.; hat): / auf der Nähmaschine I mit
Steppstichen einnähen: die Ärmel mit kleinen Stichen e.
fiinsteuern <sw. V.; hat): 1. steuernd auf einen bestimmten
Kurs, in eine bestimmte Bahn o. ä. bringen: soll das
..Himmelslabor" ... in eine Erdumlaufbahn in 430km Höhe
eingesteuert werden (MM 8. 5. 73. 3). 2. in bestimmter
Weise steuernd / ein /regulieren: dank einer...
Verstärkeranlage, die auf die akustischen Verhältnisse im Saal
eingesteuert wird (MM 23. 2. 73. 19); <Abl.:> Eiroteuenmg.
die; -. -cn.
Einstich, der; -[eis. -e: 1. das Einstechen (1): er hat den
E. [der Nadel] nicht gespürt. 2. Stelle, an der eingestochen
wurde: Einstichstelle: der E. hat sich entzündet. 3.
(Leichtathletik) Phase beim Stabhochspringen, bei der man den
Stab in den Einstichkasten stemmt: an den Anlauf schließt
sich der E. an.
Einstich-: -ende, das (Leichtathletik): Ende des Stabes beim
Stabhochspringen, das man in den Einstichkasten stemmt:
-kästen, der (Leichtathletik): Vertiefung am Ende des
Anlaufs, in die man beim Stabhochsprung den Stab stemmt:
-stelle, die: Stelle (an der Oberfläche von etw.). an der
eingestochen worden ist: die E. ist nicht mehr zu erkennen.
einsticken <sw. V.; hat): in etw. sticken: ein Monogramm
[in die Wäsche] e.; eingestickte Initialen.
Einstieg ['ainjti.k], der; -[e]s. -e: 1. (Ggs.: Ausstieg) a) das
Einsteigen (1): eine steinerne Treppe ermöglicht den E.
in die Gewölbe; b) Stelle. Öffnung. Tür zum Einsteigen
(1): bei der Straßenbahn ist der E. hinten. 2. (Bergsteigen)
a) das Einsteigen (4): der E. war beschwerlich, begann
am frühen Morgen; b) Stelle, an der man in eine Wand
o.a. einsteigt: Eine Seilschaft steht am E. (Eidenschink.
Fels 61). 3. geistiger Zugang zu einer schwierigen od. nicht
vertrauten Materieo. ä.: der E. in diese Problematik, diesen
Fragenkomplex ist schwierig; Den E. zum 1. Kap. ...
gewinnt der Verf. durch den Hinweis, daß ... (Germanistik
1. 1%7, IS); <Zus. zu la:> Einstieghike, die: Luke für
den Einstieg in ein Flugzeug: vgl. Einsteigluke; Efrv
stieg(s]roöglichkeit, die.
einstig fajnsti^] <AdJ.; o. Steig.; nur attr.) [zu feinst]:
ehemalig, früher: sein -er Gegenspieler; die -en [Gesichtslzüge
waren kaum wiederzuerkennen.
einstimmen <sw. V.; hat): l.a) (Saiteninstrumente für das
Zusammenspiel) auf die gleiche Tonhöhe stimmen: ein
Instrument auf den Kammerton e.; b) in den Gesang, in
das Spiel von Instrumenten einfallen, sich daran beteiligen:
in den Gesang [der anderen] [mit] e.; der Tenor, das Fagott
stimmt ein; Ü sie stimmten in den allgemeinen Jubel, in
das Lachen ein. 2. in jmdm. die richtige innere Gestimmtheit
bewirken, erzeugen: das Publikum durch einführende
Worte auf den Theaterabend e.; ...fuhr sogar in Scheels Ferien-
656
einstülpen
haus.... um ihn auf eine neue Bürgerblock-Koalition
einzustimmen (Spiegel 36. 1969. 23); <e. + sich:) sich auf etw.
c: Auch Arlecq stimmte sich festlich ein mit etwas Bach.
Händel. Arcangelo Corelli (Fries, Weg 154). 3. (veraltend)
sichjmds. Meinung, Absichten anschließen; zu-, beistimmen:
als er von dem Plan hörte, stimmte er freudig ein.
'einstimmig <Adj.; o. Steig.) (Musik): nur aus einer Stimme
bestehend: ein -es Lied; e. singen; Ü Dein Schrei ist nicht
ein Chor. Du bist e. Du bist nicht die Matthäuspassion
(Wohmann. Absicht 271).
Einstimmig <Adj.; o. Steig.) [zu feinstimmen (3)]: ohne
Gegenstimme: mit allen Stimmen: ein -er Beschluß; Der
Bundesvorstand kann -e Empfehlungen herausgeben
(Fraenkel. Staat 275); etw. e. beschließen, erklären,
feststellen; Jmdn. e. loben, verurteilen, freisprechen; er wurde
e. gewählt; <Abl.:) Einstimmigkeit, die; -.
Einstimmung, die; -. -en: das Einstimmen (1 a. 2).
einstippen<sw. V.;hat) (landsch., bes. nordd.): svw. teintau-
chen (1): das Brötchen in den Kakao e.; sie stippt Kuchen
gerne ein.
einstmalig <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (selten): svw. teinstig:
Erich Köhn. ... Kommunist und -er Schauspieler (Apitz.
Wölfe 67); einstmals <Adv.) [aus mhd. eines mäles =
einmal] (geh.. veraltend): 1. früher einmal , vor langer
Zeit: ein Gebäude, das e. als Gesindehaus gedient hatte.
2, (selten) in späterer Zeit, in ferner Zukunft: e. wird das
alles nicht mehr existieren.
einstöckig: vgl. achtstöckig.
Ejnstockimspnmg, der; -[eis. ...Sprünge (Ski):
Richtungsänderung am Steilhang mit Unterstützung durch den Einsatz
eines Stocks.
einstopfen <sw. V.; hat): 1. in etw. /hinein/stopfen: die
Federn [in das Kissen] e.; das Laken e. (fest zwischen Matratze
u. Bettrahmen stecken). 2. (Nahrung) in den Mund, in
den Schnabel stecken: die Alte stopft den Jungvögeln das
Futter ein.
einstöpseln <sw. V.; hat): a) zum Zweck des Verschlie/iens
einen stöpselartigen Verschluß in die Öffnung eines Gefäßes
stecken: den Korken [in die Flasche] e.; b) den Stecker
eines elektrischen Gerätes o.a. in die Steckdose stecken:
das Telefon, den Kontakte.; Sie... stöpselte die
Kaffeemaschine ein (BöII. Und sagte 30).
einstoßen <st. V.; hat): 1. (einen scharfen od. spitzen
Gegenstand) in etw. /hinein/stoßen: einen Stock [in die Erde]
e; den linken Sporn [in die Weiche des Pferdes] e. 2.a)
mit einem heftigen Stoß nach innen drücken / u. dadurch
zertrümmern/: eine Tür. eine Fensterscheibe e.; b) durch
heftiges An-, Dagegenstoßen eine Verletzung beibringen / bei
der etw. nach innen gedrückt wird]: ich habe mir. ihm
die obere Zahnreihe eingestoßen; Er fühlte. ... bei der
rasenden Flucht .... daß seine Brust eingestoßen wurde
(Jahnn. Geschichten 103). 3. mit einem als Waffe
gebrauchten Gegenstand wiederholt Stöße gegen jmdn., etw.
ausführen: er stieß mit einem Messer auf sein Opfer ein. 4.
(Karteikarten o. ä.) in einem Karteikasten einordnen:
Karteikarten e. 5. <e. + sich) (Leichtathletik) sich durch einige
Probestöße auf den Wettbewerb im Kugelstoßen vorbereiten:
die Athleten stießen sich kurz ein.
einstrahlen <sw. V.; hat): 1. hell [u. warm] in einen Raum
hinein]scheinen: das Sonnenlicht strahlt durch die großen
Fenster ein; der Spiegel reflektiert das einstrahlende
Fensterlicht. 2. (Met.) (von der Sonne) Licht-, Wärmestrahlen
auf die Erde senden: Die Lufttemperatur ... ist um so
größer. Je stärker die Sonne unmittelbar e. kann
(Hasselberg. Kleine Wetterkunde 20). 3. (Physik. Technik) durch
Strahlung einbringen: Der ... Lichtleiter verliert ... nicht
mehr als ein Fünftel der eingestrahlten Leistung durch
Streuung (MM 18. 2. 72. 3); <Abl.:) Einstrahkiiw. die;
-. -en.
einstrflngig ['ajnjtrenif] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus
einem Strang bestehend.
anstreichen <st. V.; hat): 1. (über die ganze Fläche hin)
mit etw. bestreichen: etw. auf etw. auftragen: die Tapete
mit Kleistere.;... schritten die beiden Ärzte in den
Operationssaal, strichen die Haut des jungen Dittmar mit brauner
Jodtinktur ein und bedeckten seinen Körper mit... Tüchern
(Sebastian. Krankenhaus 124). 2. (ugs.) a) (Geld, bes.
Münzen von einem Tisch o. ä. weg) mit einer scharrenden
Handbewegung in den Geldbeutel, in die Hand gleiten lassen:
seinen Lohn e.; er strich eilig das Geld ein; b) (abwertend)
(eine Geldsumme, einen Gewinn o. ä.) ohne Skrupel
einheimsen, für sich nehmen: eine hohe Provision. Zinsen, eine
Prämie e.: Ü ... Rußland zu zerstören und als seine Beute
einzustreichen (Niekisch. Leben 263). 3. (Theater)
(Textvorlagen, Rollenbücher od. Notenmaterial) durch Streichen
kürzen: Leider hatte Weidenmann es versäumt, den Text
energisch genug einzustreichen (MM 25. 1. 72. 22); <Abl.
zu 3:) Einstreidiung, die; -, -en.
Einstreu, die; - (Landw.): als Lager für die Tiere in den
Stall eingestreutes Stroh o.a.: Streu: Stroh. Torf als E.
verwenden; einstreuen <sw. V.; hat): 1. in etw. / hinein I-
streuen: Stroh in den Stall e. 2. vollständig mit etw.
bestreuen: das Küchenbrett mit Mehl e.; die ... mit Schlacke
eingestreuten Wege (Gaiser. Schlußball 209). 3. in eine
Abfolge, einen Ablauf, bes. in einen geschriebenen od.
gesprochenen Text, hier u. da einfügen: im Gespräch ■ ausschmük-
kend od. erläuternd'/ einflechten, fallenlassen: Zitate.
Beispiele. Fragen, persönliche Bemerkungen in seinen Vortrag
e.; in das Training ein paar Lockerungsübungen e.; ...
in die Rallyes gewisse Sonderprüfungen einzustreuen
(Frankenberg. Fahren 8); die eingestreuten Modewörter
.... das sind einige der auffälligsten Spezialitäten der
Spiegel-Sprache (Enzensberger. Einzelheiten 1.82); <Abl.:>
Einstreuung, die; -. -en.
einstricken <sw. V.; hat): in etw. , hinein]stricken: ein
Muster, Knopflöcher [in das Vorderteil der Weste) e.; Der
Bohusch zerreiße so viele Socken, da müsse sie die Fersen
e. (neu stricken, erneuern: Fussenegger. Haus 43); einen
Silberfaden Imit] e. (beim Stricken mit verwenden).
Einstrom. der; -[eis. Einströme: das Einströmen: der E. von
Kaltluft; Ü In der Tiefe des Gehirns liegt der Thalamus,
das große Sammelbecken für sensible Einströme (Universi-
tas7,1968.693); £instrtimen<sw. V.; ist): 1. (Ggs.:
ausströmen b) (von Wasser, Luft o.a.) in etw. Ihinein]strömen,
eindringen, hineinfluten: Wasser strömte [in das Boot] ein;
Als die... Flutwelle vom Ozean her in die Sümpfe
einströmte (Noack, Prozesse 189); Gas war [in den Rauml
eingeströmt; die Abendluft strömte durchs Fenster ein;
Ü (geh..) neue Kräfte strömten in ihn ein; Das... Schaukeln
des Wagens ließ in das ... Vorsichhindämmern des ...
Offiziers ... Erinnerungsbilder e. (Härtung, Juni tag 4);
<subst.:> ... verändert sich die Sphäre der Öffentlichkeit
durch das Einströmen privater Interessen (Fraenkel. Staat
224). 2. in großer Zahl, in Scharen in einen Raum o.a.
hineingehen: eine große Menschenmenge strömte in das
Stadion ein; nachdem sich die ... Blocks mit dem Lärm
der einströmenden Häftlinge füllten (Apitz. Wölfe 12);
<Abl. zu 1:) Einströmung, die; -.
fiinstrophig <Adj.; o. Steig.; nicht adv. >: nur aus einer Strophe
bestehend: ein -es Lied.
fiinstückein <sw. V.; hat) (ugs.): (einen Flicken) einsetzen:
einen Flicken in die Hose e.
einstudieren <sw. V.; hat) /vgl. einstudiert/: 1. durch
intensives Üben lernen, sich aneignen, was dann wiedergegeben
werden soll: seine Rolle, seinen Part e.; mit großer Mühe
hatte ich mir die Fragen und Antworten einstudiert
(eingelernt). 2. für eine Aufführung vorbereiten: eine Oper, ein
Theaterstück, ein Ballett, [historische] Tänze e.; einstudiert
<Adj.; o. Steig.) (abwertend): bewußt eingeübt u. eingesetzt:
nicht natürlich, nicht spontan: ein -es Lächeln; alle seine
Gesten sind, wirken, erscheinen e.; <Abl.:) Einstudierung,
die; -. -en: 1. <o. PI.) das Einstudieren. 2. das einstudierte
Werk: Inszenierung.
einstufen <sw. V.; hat): (nach bestimmten Merkmalen) in
eine Bewertungsklasse, -stufe einordnen: jmdn. als
Erwerbsunfähigen, in eine bestimmte Steuerklasse e.; sie ist in
einer höheren Gehaltsklasse eingestuft; In vielen Fällen
waren sie absichtlich in der Versorgung niedriger eingestuft
(Leonhard. Revolution 131); stufen Sie nun als Interviewer
bei Punkt 24 ein. ob dies innerhalb der letzten 8 Wochen
war oder länger her ist (Noelle. Umfragen 183); jmdn..
etw. niedriger, höher, als wichtiger e. (jmdn., jmds. Arbeit
o.a. niedriger, höher, als wichtiger bewerten): Ü der ...
Papst hat es seinen Kritikern... schwergemacht, ihn gerecht
einzustufen (Spiegel 52. 1965. 78).
einstufig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) aus einer Stufe
bestehend: eine -e Trittleiter; b) nur eine Funktionsstufe
aufweisend: eine -e Rakete.
Einstufung* die; -. -en: das Einstufen: eine E. vornehmen.
einstülpen <sw. V.; hat): nach innen stülpen (Ggs.: ausstül-
42 GDW
657
Einstülpung
pen): einen Hut e.; so würde von der Mitte her jede Lunge
die mittelständige Sackwand ganz und gar e. (Medizin
II. 21); <e. + sich:) die Ärmel hatten sich eingestülpt;
Danach stülpt sich ihre (= der Gonadenanlage) Oberfläche
an vielen Punkten ein. das eingestülpte Epithel wächst
in die Länge und bildet die ... Keimschläuche (Studium
5. 1966. 287); <Abl.:) EJistülpuns. die; -. -en.
einstündig: vgl. achtstündig.
einstuppen fainjtopn] <sw. V.; hat) (österr. ugs.): einstäuben,
einpudern: Jas kleine Kind e.
einstürmen <sw. V.; ist): a) heftig, mit Vehemenz auf jmdn.,
etw. eindringen Dann reiße ich den Degen aus der Scheide
und stürme auf den nächsten Baum ein (Kaiser. Villa
62); Ü eine Vielzahl von Eindrücken stürmte auf sie ein;
b) jmdn. heftig mit etw. bedrängen, bestürmen: die Kinder
stürmten mit Fragen. Bitten auf die Mutter ein.
Einsturz* der; -es. Einstürze: das Einstürzen: der E. der
Mauer;... wie weit, wenn der große E. erfolgte, die Linien
des Bebens gehen würden (Jacob. Kaffee 249); die heftige
Erschütterung hat das Haus zum E. gebracht (einstürzen
lassen),
einsturz-, Einsturz-: -beben, das: leichtes Erdbeben, das durch
Einstürzen unterirdischer Höhlen hervorgerufen wird; Hie-
fahr. die <o. PL): Gefahr des Einstürzens: das Haus mußte
wegen E. geräumt werden; ^gefihrdet <AdJ.; nicht adv.):
von Einsturz bedroht: -e Häuser.
ginstürzen <sw. V.): 1. zusammenstürzen, in sich
zusammenbrechen Ost): das Haus, die Saaldecke, der Schacht ist
eingestürzt; Ü eine Welt stürzt für jmdn. ein (jmds. Glaube
an etw., jmdn. bricht zusammen). 2. über jmdn.
hereinbrechen <ist>: die Ereignisse stürzten mit solcher Gewalt auf
ihn ein. daß er sich kaum davon erholen konnte. 3. zum
Einsturz bringen <hat>: nicht einmal die Kinder versuchen
Mauern oder Hauseingänge einzustürzen (Böll. Tagebuch
42).
einstweilen <Adv.) [vgl. Weile]: a) zunächst einmal,
vorderhand, vorläufig: es bleibt uns e. nichts anderes übrig, als
auf eine Nachricht zu warten; e. arbeitet er in der
Schlosserei ; b) unterdessen, inzwischen, in der Zwischenzeit: es dauert
noch eine Weile, bis ich fertig bin. du kannst e. schon
den Tisch decken: einstweilig (Adj.; o. Steig.: nur attr.)
(Amtsspr.): vorläufig, vorübergehend: jmdn. in den -en
Ruhestand versetzen; (Jur.:) eine -e Verfügung gegen jmdn.
erwirken.
fiinsudebi <sw. V.; hat) (veraltet, selten): über u. über
besudeln, schmutzig machen: du hast das Heft, dein Kleid,
dich bei der Arbeit [mit Tinte. Farbe) eingesudelt.
fiinsuggerieren <sw. V.; hat) (intensivierend): svw. t
suggerieren: Man erzählt, daß er sich seine Mission ... erst habe
e. lassen (Goldschmit. Genius 46).
einsuren ['ainzu:ran] <sw. V.; hat) [zu tSur] (österr.): pökeln.
eins werden: f 'eins: Einswerden, das; -s (geh.): das Gewinnen
einer vollkommenenUbereinstimmung; Verschmelzung: das
E. mitder Natur; Möglichkeiten des -s... mit dem leidenden
Nebenmenschen kennen wir nicht mehr (Kaschnitz. Wohin
88); Eutswenlung, die; -: svw. t Einswerden.
£ins-zwfii-Sdibg.der; -[eis.... -Schläge (Boxen):
Schlagkombination, bei der ein Schlag mit der einen Hand unmittelbar
einem Schlag mit der anderen Hand folgt: beim E. kann
der erste Schlag als Finte ausgeführt werden.
eintägig: vgl. achttägig.
Ein tags-: -lieber, das (Med.): Fieber, das nicht länger als
etwa einen Tag anhält: Ephemera; ^fliege, die: 1. in vielen
Arten vorkommendes fliegendes Insekt, das in seinem ge-
schlechtsreifen Stadium nur wenige Stunden od. Tage lebt.
2. (ugs.) etw., was nur kurze Zeit Bedeutung hat od. besteht,
was ohne Dauer ist: War der Preisrutsch bei Spirituosen
... nur eine E.? (Bild 10. 7. 64. 6); -küken, das (Landw.):
(bes. von Hühnern) frisch geschlüpftes Küken, das nicht
älter als einen Tag ist.
eintanzen, sich <sw. V.; hat): sich durch kürzeres übendes
Tanzen auf einen unmittelbar folgenden Auftritt vorbereiten:
die Turniertänzer sind dabei, sich einzutanzen; Eintänzer.
der; -s, - (früher): von einem Tanzlokal als Tanzpartner
angestellter Mann, Gigolo (1); Eifitfinzerin. die; -. -nen:
w. Form zu t Eintänzer.
eintasten <sw. V.; hat) (Technik): a) (bes. einer
elektronischen Anlage) über eine Tastatur eingeben: durch
Tastendruck einschalten o.a.: einen Impuls in das Signal e.; An
einer Tastatur wird der gewünschte Sender mit der
Kanalnummer eingetastet (Funkschau 19. 1971. 1955); b) über
eine Tastatur eingegeben, durch Tastendruck eingeschaltet
werden: Eine Nummer ... tastet sich nun, elektronisch
gesteuert, ein (FAZ 115, 1958, 5); <Abl.:) Eintastung, die;
-. -en.
eintätowieren <sw. V.; hat): an einer bestimmten Stelle des
Körpers in die Haut tätowieren: die haarige Brust .... auf
der eintätowiert ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln saß
(Marchwitza, Kumiaks 31); sich (Dativ) einen Totenkopf
in die Stirnhaut e. lassen; <Abl.:> Eintätowierung, die; -.
-en: a) <o. PI.) das Eintätowieren: b) eintätowiertes Zeichen
o.a.: seine Arme waren bedeckt mit -en.
eintauchen <sw. V.): 1. (in eine Flüssigkeit) ihinein ttauchen
<hat): den Pinsel [in die Farbe!, die Arme, Hände [ins
Wasser) e.; sie tauchte den Zwieback in den Tee ein; Er
legte einen Briefbogen zurecht, tauchte die Feder ein
(Geissler, Wunschhütlein 157); Ü so daß die Wände gegen
Gilsheia in eine satte kühle Glut eingetaucht lagen (Gaiser.
Jagd 178). 2. (ins Wasser hineintauchend) unter die
Wasseroberfläche gelangen Ost): der Turmspringer ist [mit dem
Kopf voran] ins Wasser eingetaucht; Ü Der Mann
überquerte den Platz, tauchte ein in das jenseitige
Straßenlabyrinth (Plievier, Stalingrad 282): ... tauchte ein Stern in
den Dunst ein und begann zu flackern (Plievier. Stalingrad
81).
Eintausch, der; -[eis: das Eintauschen: der E. von
Gutscheinen: er hat die Sachen im E. (Tausch) gegen
anderes bekommen; eintauschen <sw. V.; hat): etw.
hingeben u. etw. anderes /Gleichwertiges i dafür bekommen: er
hat die gelesenen Bücher gegen andere eingetauscht; sie
tauschten Kleider gegen/(seltener:) für Lebensmittel ein;
die Gutscheine müssen sofort eingetauscht (eingelöst, in
Zahlung gegeben) werden; Ü (meist verneint:) Aber es
steckt viel Tüchtigkeit dahinter, und ich tausche unsere
Gediegenheit für die Höflichkeit der andern nicht ein (Th.
Mann. Zauberberg 211).
eintausend (verdeutlichend): svw. t tausend; vgl.
achttausend; 1000-m-Lauf, der; -[e]s. ...-Läufe (Leichtathletik):
Laufwettbewerb über 1000 m. 1500-m-Lauf, der; -[eis.
...-Läufe (Leichtathletik): Laufwettbewerb über 1500 m.
eintaxierai <sw. V.; hat): einschätzen, beurteilen: die
Verhältnisse, die Lage richtig e.; Wir taxieren ... die Chance.
Gehör zu finden, sehr realistisch ein (Hochhuth,
Stellvertreter 156); <Abl.:) Eintaxierung, die; -, -en.
einteeren <sw. V.; hat) (Technik): völlig, über die ganze
zu bearbeitende Fläche hin mit Teer bestreichen: teeren:
ein Boot, Holzplanken e.
eintetgesi [alntaignl <sw. V.; hat): mit Teig bedecken,
umgeben.
einteilen <sw. V.; hat): 1. in mehrere Teile. Teilbereiche
o. ä. auf-, untergliedern: eine Torte in gleich große Stücke
e.; die Stadt in Wahlbezirke e.; Pflanzen in/nach
Gattungen. Arten e.; eine Strecke in mehrere Abschnitte e.; die
Schüler wurden in Jahrgänge eingeteilt; er teilte uns nach
der Größe in Gruppen zu 4 Mann ein. 2. überlegt, planvoll
mit etw. umgehen, über etw. disponieren, so daß es für
den vorgesehenen Zweck, für eine bestimmte Zeit o. ä. reicht:
seine Vorrätee.; du mußt [dir] dein Geld, deine Zeit [bessert
e.; ich habe mir die Arbeit genau eingeteilt; sie kann nicht
e. (nicht rationellhauslialten) .3. jmdm. (für eine bestimmte
befristete Zeit) eine bestimmte Arbeit. Aufgabe zuweisen:
die Leute zur Arbeit e.; man hatte ihn für den/zum
Nachtdienst, zum Essen holen/als Essenholer eingeteilt.
Einteiler, der; -s. - (Fachspr.): einteiliger Badeanzug: ein
zweiteiliger Anzug ... und ein E.. der der Sonne viel ..freie
Bahn44 läßt (MM 6. 9. 68. 12); einteilig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): aus einem Stück, einem Teil bestehend: ein
-er Badeanzug; das Kleid ist e; -er Spitzbogen zwischen
Mittel- und Seitenschiff, zwei- bis vierteilige
Maßwerkfenster zu den Emporen (Bild. Kunst 3. 21).
Einteilung, die; -. -en: das Einteilen (1 -3); <Zus.:) Einteihings-
grund, der; Einteilungsprinzip, das: Prinzip der Einteilung,
der Klassifizierung: ein logisches, vernünftiges E.; Eintet-
hmgszahl, die: Distributivzahl.
Eintel faintlj. das. Schweiz, meist: der; -s. - (Math.): ein
Ganzes: vgl. Achtel (a).
eintiefen <sw. V.; hat): 1. (Archäol.) eingraben, einsenken:
Bei den Funden aus den eingetieften Hausgrundrissen ist
... schwer zu entscheiden, ob... (Deutsche Literaturzeitung
5. 1970. Sp. 434). 2. (Kunstwiss.) (ein Relief o.a.) in
658
eintreten
ein bestimmtes Material hineinarbeiten: ein Relief e. 3. a)
einen Wasserlauf) tiefer legen: Oberhalb ist es (= das
Flußbett) in einer ... Parklandschaft in Schichtgesteinen
anaetieft (MM 7. 2. 70, 3); b) <e. + sich) sich eingraben:
der Fluß hat sich in den Sandstein eingetieft; <Abl.:) Eintie-
fcng. die; -, -en.
iPtiptwn <sw. V.; hat): durch Niederdrücken von Tasten
einer Rechenmaschine o.a.) eingeben: wie eine ...
Bankbuchhalterin damit beschäftigt ist, die Aufgabe in eine
elektronische Rechenmaschine einzutippen (MM 5. 3. 69.
13)
ftjtfiuchen <sw. V.; hat) (ostmd.): absichtlich od. durch
Ungeschick in etw. /hinein/tauchen: den Zwieback in den Tee
c. er titschte den Ärmel in den Teller ein.
catfinigCaintoinif] <Adj.): ohne Abwechslung: gleichförmig,
monoton 7so daß ein Gefühl von Langeweile entsteht): eine
< Arbeit. Landschaft; -er Gesang; das Leben dort ist
sehr e.; sein Leben verlief e.; der Redner sprach sehr
c. • Abl.:> Eintönigkeit, die; -.
Ejtfopf. der; -[e]s. Eintöpfe: kurz Tür ! Eintopfgericht; Ein-
tapfcssen, das; -s, -: svw. ! Eintopfgericht; Eintopfgericht,
das; -[eis, -e: einfaches Gericht aus Gemüse, Kartoffeln o. ä.
u. Fleisch], bei dem alle Zutaten zusammen in einem Topf
tekocht werden.
bntopfen ['ajntoijfn] <sw. V.; hat): (Sämlinge, Jungpflanzen)
n Töpfe einpflanzen, umpflanzen: Stecklinge e.
Qptradit. die; - [mhd. eintraht < mniederd. endracht =
Llwreinstimmung, Vertrag, zu: (över)endrägen =
übereinkommen, vgl. tragen]: Zustand der Harmonie, des
friedlichen Zusammenlebens: brüderliche E.; die E. stören,
wiederherstellen; in [Frieden u.) E. miteinander leben; <Abl.:>
Ünüfchtig <Adj.>: in Eintracht: friedlich: Als -e
Daseinskomplizen gut aufeinander abgespielt (Wohmann,
Absicht 26); sie saßen e. beieinander: Ü die Neigung zur
Weitflucht und Menschenscheu .... die ... mit werbender
Anhänglichkeit an Welt und Menschen so e. Hand in
Hand zu gehen vermag (Th. Mann. Krull 79). dazu: Ein-
criditigkeit, die; -: das Einträchtigsein: einträchtiglidi
I aintre^tikli^] (veraltend): svw. teinträchtig.
Eätfrag [aintra:k]. der; -[e]s. Einträge [3: mhd. Intrac =
Schaden.~Nachteil]: 1. <o. PI.) das Eintragen (1 a. c): der
E. des Namens in der Liste; Danach Visite. E. der neuen
Verordnungen (Johnson. Ansichten 61). 2. (Amtsspr.)
ichriftlicher Vermerk: an bestimmter Stelle eingetragene
Bemerkung; / Akten Inotiz: ein E. in den Akten; ein E.
ins Klassenbuch (ein schriftlicher Tadel). 3. * einer Sache
E. tun (geh.: sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein): das
schlechte Wetter tat ihrer guten Stimmung [keinen] E.;
Diese Mängel der ..Räuber4' ... tun jedoch der
Durchschlagskraft des Dramas nicht den geringsten E. (Friedeil.
Aufklärung 113); eintragen <st. V.; hat): l.a) in etw.
!hinein schreiben (Ggs.: austragen 4): jmdn.. sich, seinen
Namen in die/(seltener.) der Teilnehmerliste e.; der Posten
wurde auf dem falschen Konto eingetragen; b) (als
Markierungen o.a.) einzeichnen: Linien, Punkte, Orte auf dem
Meßtischblatt e.; c) (Amtsspr.) eine rechtsgültige o. ä.
Eintragung vornehmen: das Haus ist ins Grundbuch, auf den
Namen der Frau eingetragen; eine Firma ins
Handelsregister e.; ein eingetragenes Warenzeichen; Eingetragener
«auch: eingetragener) Verein (Abk.: E.V.. auch: e.V.).
2. sammelnd an einer bestimmten Stelle zusammentragen:
irgendwohin tragen: die Bienen tragen Nektar ein; ... vom
Weibchen, das seinerseits Federn eintrug (Lorenz.
Verhalten I. 234); Ü daß jeder von uns ... eine ihm unleidliche
Seite der Welt durch eine Wunschbildung korrigiert und
diesen Wahn in die Realität einträgt (Freud. Unbehagen
112). 3.a) Ertrag abwerfen, Gewinn bringen: rentabel,
einträglich sein: sein Geschäft trägt einiges, wenig ein; das
Brauhaus ... trug ohne Jedwedes Hinzutun ein (Fusseneg-
ger. Haus 34); b) (als Folge seines Handelns o.a.) jmdm.
zuteil werden lassen; einbringen: sein Verhalten trug ihm
Sympathie, viel Kritik ein; <Abl. zu 3 a:) einträglich
rajntre:kli9l <Adj.; nicht adv.): gewinnbringend, rentabel,
lohnend: das Projekt war flir ihn ein -es Geschäft, sehr e..
dazu: Einträglichkeit, die; -; Eintragung* die; -. -en: 1.
das Eintragen (1). 2. das Eingetragene (1). schriftlicher
Vermerk: die E. war unleserlich, dazu: Eintragungsgebühr,
die. Gebühr für eine offizielle Eintragung durch eine Behörde
o. ä.; Eintragungsvermerk, der: Vermerk, daß eine
Eintragung vorgenommen werden soll.
gintrainieren <sw. V.; hat): 1. sich etw. durch [planmäßigesI
Üben über eine längere Zeit so einprägen, daß es zum festen
inneren Besitz wird: Jmdm., sich ein Verhalten e.;... Rollen
zu übernehmen, die nicht von früh auf eintrainiert sind
(Spiegel 36, 1974, 63). 2. <e. + sich) sich durch
systematisches Trainieren in Übung, auf einen bestimmten
Trainingsstand bringen: er wollte sich ... mit einem ... Sportwagen
wieder „eintrainieren'1 (Frankenberg, Fahrer 13).
eintränken nur in der Wendung Jmdm. etw./es Jmdm. e.
(ugs.; jmdm. etwas heimzahlen; vermutlich nach dem
sogenannten Schwedentrunk. der im Dreißigjährigen Krieg
als Folter verwendet wurde): das werde ich Ihnen schon
noch e.. Sie Arschloch! (Kirst. 08/15. 560).
einträufeln <sw. V.; hat): in Tropfen zuführen, verabreichen;
in etw. IhineinItropfen lassen: [jmdm.. sichl die Medizin
[ins Ohrl e.; Ü jmdm. Haß e. (ihn durch stetige Beeinflussung
mit Haß erfüllen); <Abl.:) Einträufehing, (seltener:) Ein-
träuflung. die; -. -en.
eintreffen <st. V.; ist): 1. an dem Ziel einer Reise o.a.,
an einem Ort ankommen: pünktlich, rechtzeitig, verspätet
e.; der Besuch, das Flugzeug wird um 10 Uhr auf dem
Flughafen e.; das Paket ist noch nicht eingetroffen (ist
noch unterwegs); heute ist neue Ware eingetroffen! (Kauf-
mannsspr.; die Ware ist wieder vorrätig): <subst.:) das
Eintreffen der Polizei abwarten. 2. gemäß einer Voraussage
od. Vorahnung eintreten, Wirklichkeit werden: die
Prophezeiung, die befürchtete Katastrophe ist [nicht] eingetroffen;
alles traf ein. wie er es vorausgesagt hatte.
emtreibbar [aintrajpba:^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, daß es einzutreiben (3) ist; eintreiben <st. V.;
hat): 1. (Vieh) [von der Weide wieder/ in die Stallungen
bringen, heimtreiben (Ggs.: austreiben 1): abends wird [das
Vieh, die HerdeJ eingetrieben. 2. (mit Schlagwerkzeugen
o.a.) in etw. /hinein]treiben, /hinein]schlagen: einen Pfahl
[in die Erde] e.; ein Stollen wird in den Berg eingetrieben.
3. (einen Geldbetrag, auf den man Anspruch hat, durch
nachdrückliche Zahlungsaufforderung od. durch
Zwangsmaßnahmen) kassieren, einziehen: Außenstände. Zinsen.
Forderungen. Steuern e.; <Abl.:) Eintreibet-, der; -s. -: jmd.,
der etw. eintreibt (3); Eintreibung, die; -. -en: das Eintreiben
(3).
antreten <st. V.): 1. in einen Raum hineingehen od.
hereinkommen; einen Raum durch eine Tür betreten <ist>: durch
die Seitentür e.; er trat leise [in das Zimmer] ein: bitte,
treten Sie ein!; <subst. Part.:) er begrüßte die Eintretenden.
2. durch Tritte zerstören /u. sich dadurch Zugang zu etw.
verschaffen / <hat>: die Türfüllung, die Schaufensterscheibe
e.; die Polizisten hatten die Tür eingetreten. 3. <hat> a)
<e. + sich) durch Darauftreten in den Fuß eindringen lassen:
ich habe mir einen Nagel [in den Fuß] eingetreten; b)
durch Darauftreten in den Boden, in eine weiche Unterlage
eindringen lassen: den Stein in die Erde e. 4. jmdm., einem
Tier wiederholt Fußtritte versetzen <hat>: er hatte auf den
am Boden Liegenden eingetreten. 5. (einer Gemeinschaft,
Organisation o.a.) beitreten, Mitglied werden <ist> (Ggs.:
austreten 5): in einen Verein, einen Orden, eine Partei
e.; er ist als Teilhaber in die Firma eingetreten (ist Teilhaber
geworden). 6. (in einem Bewegungsablauf o.a.) in einen
bestimmten Bereich gelangen <ist>: das Raumschiff ist in
seine Umlaufbahn eingetreten. 7. mit etw. beginnen; etw.
/ offiziell 1 eröffnen, anfangen lassen <ist>: in das 50.
Lebensjahr e.; das Unternehmen trat ins dritte Jahrzehnt ein;
die Verhandlungen sind in eine kritische Phase eingetreten
(befinden sich jetzt in einer kritischen Phase); in die
Diskussion, in Verhandlungen e.; (jur.:) in die Beweisaufnahme.
Beratung e. 8. /unerwartet/ in einen Ablauf eingreifend,
eine Situation verändernd sich ereignen, geschehen <ist>:
um 6 Uhr tritt heute Niedrigwasser. Ebbe ein; eine Krisis.
ein unerwartetes Ereignis ist eingetreten; plötzlich trat Stille
ein; sein Tod war am frühen Morgen eingetreten; wenn
der Fall eintritt, daß er stirbt (wenn er stirbt); es trat
eine Besserung seines Befindens ein (sein Befinden besserte
sich). 9. sich für jmdn., etw. mit Entschiedenheit öffentlich
einsetzen; jmdn. Partei ergreifend unterstützen, verteidigen;
seine eigene Überzeugung öffentlich vertreten <ist>: für
Reformen, für seinen Freund e. 10. (Schweiz.) auf eine
Angelegenheit, ein Thema näher eingehen, sich damit befassen
<hat>: wir werden auf die Sache noch e. 11. (I neue] Schuhe)
durch Tragen für die Füße passender, bequemer machen,
einlaufen <hat): ich habe die Schuhe noch nicht richtig
42#
659
eintretendenfalls
eingetreten; eintretendenfalls <Adv.) (Amtsspr.): für den
Fall, daß dies eintritt (8); <Zus.:> Eintreteisantrag, der
(Schweiz.): Antrag auf eine parlamentarische Beratung: Efcv
tretensdebatte, die (Schweiz.): die im Parlament der in die
Einzelheiten gehenden Beratung vorausgehende Debatte.
eintrichtern <sw. V.; hat) (salopp): 1. mit Mühe, unter
Schwierigkeiten o.a.] einflößen: dem kranken Kind die
Medizin e. 2. jmdm. mit Mühe etw.. was der Betreffende
lernen od. beherzigen soll, einprägen: einem Schüler die
Vokabeln, die mathematischen Formeln e.; man hatte
ihnen eingetrichtert, daß sie nichts davon erzählen sollten:
<Abl.:> Eintrichterung, die; -. -cn <P1. ungebr.X
Eintrieb, der; -[eis. -e <P1. selten): das Eintreiben (1; Ggs.:
Austrieb): geht der ... E. in die Winterstallungen leichter
vonstatten (Tier 10. 1971. 26).
gintrimmen <sw. V.; hat) (ugs.): jmdm. durch wiederholtes
Ermahnen, Hinweisen auf etw. o.a. einprägen: ..Hart müßt
ihr werden", das er seinen Spielern schon seit Wochen
eingetrimmt hat (Bild 10. 4. 64. 7).
antrinken <st. V.; hat) (selten): (Regenwasser) in großer
Menge, sehr schnell aufsaugen: der ausgedörrte Boden
trinkt den Regen ein; Ü <subst.:) dieses ... Versunken-
und Hingegebensein, dieses ... Eintrinken der geistigen
Schönheit (Werfel. Himmel 9).
Eintritt, der; -[eis. -e: 1. das Eintreten (1. 5-9; Ggs. zu
1. 5, 6: Austritt 1. 2. 3). 2.a) [mit der Entrichtung einer
Gebühr verbundener! Zugang zu etw.: der E. [zu der
Veranstaltung] ist frei; was kostet der E. ins Museum?; er hat
freien E.; b) kurz für TEintrittsgeld: es kostet [keinen!
E. 3. (Ballspiele) Teilnahmeberechtigung. Qualifikation für
die einzelnen Runden eines Wettbewerbs: der E. ins
Viertelfinale.
Eintritt»-: -billetlt), das (Schweiz.): Eintrittskarte: -gebühr.
die: svw. t-geld; -geld, das: Geldbetrag, mit dem man
die Berechtigung zum Besuch einer Veranstaltung o. ä.
erwirbt: -karte, die: kleines Kärtchen o.a., das man beim
Entrichten des Eintrittsgeldes bekommt u. das zum Besuch
einer Veranstaltung o. ä. berechtigt: -preis, der: Preis, der
für die Eintrittskarten zu einer bestimmten Veranstaltung
o. ä. zu bezahlen ist: -prüftmg, die (selten): Eignungsprüfung
zum Eintritt in die Laufbahn des Beamten.
eintrocknen <sw. V.; ist): 1.durch Verdunsten ganz
verschwinden od. seine Flüssigkeitsbestandteile verlieren u. fest
werden: das Wasser in den Pfützen ist eingetrocknet; die Farbe
trocknet ein; eingetrocknetes Blut. 2. durch
Flüssigkeitsverlust einschrumpfen u. trocken od. hart werden: verdorren:
das Leder ist. die Beeren sind eingetrocknet; <Abl.:)
Eintrocknung, die; -. -en <P1. ungebr.X
tintroramein <sw. V.; hat) (ugs.): 1. jmdm. durch
nachdrückliches, wiederholtes Ermahnen o. ä. einprägen: den Kindern
e.. daß sie rechtzeitig nach Hause kommen sollen. 2.
ununterbrochen, hartnäckig einwirken: die Werbung trommelt
unablässig auf die Verbraucher ein.
einträufeln <sw. V.; hat) (selten:) einträufeln: <Abl.:)
Eintröpflellung. die; -. -en.
eintrüben <sw. V.; hat): 1. (Wasser od. einen anderen flüssigen
Stoff) ganz u. gar trübe, unklar machen: die Abwässer
haben das Wasser des Sees eingetrübt; U seit die sowjetische
Flotte ... das Mare nostnim des Westens rot eintrübte
(MM 18. 6. 69. 2). 2. <e. + sich) (Met.) sich völlig mit
einer Dunst-, Wolkenschicht bedecken: der Himmel hat
sich eingetrübt; <unpers.:> es trübt Isichl ein (der Himmel
bezieht sich völlig mit Wolken od. Dunst): <Abl.:)
Eintrübung, die; -. -en.
eintrudeln <sw. V.; ist) (ugs.): ohne sich beeilt zu haben,
meist verspätet irgendwo / wo man erwartet wird] eintreffen:
es wird noch eine Weile dauern, bis alle Teilnehmer
eingetrudelt sind.
eintunken <sw. V.; hat) (landsch.): eintauchen (1): den
Zwieback [in den Kaffee] e.
eintürig <Adj.; o. Steig.): mit nur einer Tür versehen: ein
-er Kleiderschrank.
einturnen, sich <sw. V.; hat): sich vor einem Wettbewerb
o. ä. durch kürzeres Üben, durch Ausführen bestimmter
turnerischer Übungen vorbereiten:... turnten sich ... die
Trampolin-Elitepaare am Morgen ein (MM 4. 3. 69. 8).
eintüten [a|nty:tnj <sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): in Tüten
abpacken, abfüllen: in Tüten o.a. stecken: Mehl e.; Ein
Angestellter der Firma war damit beauftragt worden. ...
die ... Prämienbeträge für die verschiedenen Abteilungen
vorzubereiten und einzutüten (MM 29. 4. 1969,4); <Abl.:>
Eintütung, die; -. -en.
einüben <sw. V.; hat): 1. a) durch systematisches Üben lernen,
sich aneignen: der Chor übt ein Lied ein; ... Kinder, die
... gerade dabei waren, sich <Dativ> eine neue, besonders
abscheuliche Grimasse einzuüben (K. Mann. Wendepunkt
35); eingeübte (eingelernte, nicht spontan geäußerte) Worte;
b) jmdm. durch systematisches Übenlassen beibringen: der
Lehrer will (mit der Klasse/(ugs.:) der Klasse] ein
Theaterstück e.; Es kommt mir nicht darauf an, allen dieselben
Handgriffe einzuüben (Kaiser. Villa 17); c) auf etw.
trainieren: wie es bei Jenen Brauch ist. die ihre Hunde zum
Anpacken einüben (Dürrenmatt. Richter 55). 2. sich durch
lernendes, übendes, nachvollziehendes. Erfahrungen
sammelndes Verhalten eine Fähigkeit o. ä. aneignen: An ihnen
können bislang Passive die Macht ihres ... solidarischen
Handelns entwickeln und e. (Stamokap 95); wie die
Fähigkeit zur Liebe als Lebens- und Lernprozeß ... eingeübt
werden kann (Prospekt 1975 zu Tobias Brocher. Von der
Schwierigkeit zu lieben); <Abl.:> Einübung* die; -. -en: 1.
das Einüben (1): die E. eines Liedes. 2. das Einüben (2):
E. ins Christentum; Groß, der alle solche
Leerlaufreaktionen als ..Spiel" betrachtet und ihnen einen biologischen
Wert im Sinne einer E. der Reaktion zuschreibt (Lorenz.
Verhalten I. 182).
einundeinhalb: verstärkend für t eineinhalb.
Einundfipifziger. der: in der Wendung den E. haben (ugs.;
unzurechnungsfähig sein: nach der Anwendung des §51
StGB auf strafbare Handlungen Geisteskranker).
einundzwanzig (als Ziffer: 21); Einundzwanzig <o. Art.):
Glücksspiel mit einer beliebigen Anzahl von Teilnehmern,
die sich Karten geben lassen, bis sie glauben, der Punktzahl
21 am nächsten zu kommen: Siebzehn und vier: Die Griechen
ließen sie manchmal erheblich gewinnen, ob nun „Frische
Viere4' gespielt wurde oder ..Einundzwanzig4' (Doderer,
Dämonen 1040).
Einung [ainunl. die; -. -en (veraltet): Einigung.
einverleiben I'ajnfealajbn] <sw. V.. verleibt ein/(auch:)
einverleibt, verleibte ein/(auch:) einverleibte; hat) [für spätlat.
incorporäre; fLeibl: l.a) einer Sache, bes. dem eigenen
Besitz, i unrechtmäßig, gewaltsam, annektierend!
zuschlagen, eingliedern, hinzufügen: ohne zu fragen, verleibte sie
ihrer Bibliothek die Bücher ein; er hatte die eroberten
Gebiete seinem Reich einverleibt; Die Schüler, welche mit
dem beneficium scholae... bedacht worden waren, wurden
dem Kirchenchor einverleibt (Niekisch. Leben 17); b) in
sich aufnehmen u. sich zu eigen machen: sich (Dativ)
Kenntnisse e.; Überzeugungen, die ... in einem solchen Grade
einverleibt wurden, daß sie sich bereits dem
Bemerktwerden entziehen (Gehlen. Zeitalter 70); ein ... Erfahrungen
und Rückschläge sich einverleibendes Handeln (Gehlen.
Zeitalter 41). 2. (scherzh.) eine größere Menge von etw.}
essen, (seltener:) trinken: seinem Organismus zuführen: du
hast dir den ganzen übriggebliebenen Kuchen einverleibt;
welches Zaubenmittel es (= Kaffee) war. das sie sich damit
einverleibten? (Jacob. Kaffee 22); Ärzte, die ... mit ...
Patienten in den Schlachthof ziehen, um ihnen die Zellen
frisch geschlachteter Tiere einzuverleiben (Kaschnitz.
Wohin 134); <Abl. zu 1:) Einverleibung, die; -. -en.
Einvernahme,die; -. -n (jur.. bes. österr. u. Schweiz.):
Vernehmung ; vor Gericht j. Verhör: die E. des Angeklagten, der
Zeugen; Aber ... nach dem Unfall ... sagte ich bei der
E. durch die drei Herren von der Versicherung einfach
die nackte Wahrheit (v. d. Grün. Glatteis 317); <Zus.:>
Einvernahmezknmer, das (Schweiz.): Raum, in dem
Vernehmungen stattfinden: einvernehmen <st. V.; hat) (Jur.. bes.
österr. u. Schweiz.): vernehmen, verhören: alle
unfallbeteiligten Augenzeugen wurden einvernommen; Das Team
hat 100 unverheiratete 20jährige aus allen
Bevölkerungsgruppen in stundenlangen Gesprächen einvernommen
(befragt: Spiegel 19. 1966. 63); Einvernehmen, das* -s [zu
veraltet Vernehmen = Einverständnis]: Einigkeit.
Übereinstimmung, die auf gegenseitigem Verstehen, auf
Verständigungsbereitschaft beruht: es besteht ein gutes E. zwischen
den beiden Wohnparteien; in freundschaftlichem E. mit
jmdm. handeln, aus einer Firma ausscheiden; wir leben
in bestem/im besten E. miteinander; das Buch erscheint
im E. mit der Akademie; sich mit jmdm. ins E. setzen
(Papierdt.; sich mit jmdm. in bezug auf eine Frage
verständigen, zur Übereinstimmung kommen, sich einigen): <Abl.:)
660
Ein weg-
dnranehmlich <Adj.; o. Steig., nicht präd.) (Amtsspr..
bes. österr.): im Eimernehmen, in Übereinstimmung
miteinander; einmütig: nach einer -en Regelung in beiderseitigem
Interesse suchen; e. handeln; Fragen.... die e. gelöst werden
könnten (MM 20. 3. 70.2); E. mit dem Bundesministerium
für Finanzen teilt das Bundesministerium für Bauten und
Technik mit: ... (Vorarlberger Nachr. 15. 11. 68); Eimer-
aehmung, die; -. -en (jur.. bes. österr. u. Schweiz.): das
Einvernehmen, Verhören, Vernehmen: er mußte eine E.
über sich ergehen lassen.
dpwstanden <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [2. Part, von
waltet sich einverstehen = übereinstimmen): etw.
billigend; jmdm.. einer Sache zustimmend: er ist mit den
Bedingungen, mit allem e.; in dieser Frage bin ich nicht mit
dir e. (bin ich nicht der gleichen Meinung); er ist mit
ihm als Sprecher der Gruppe nicht e. (akzeptiert ihn nicht
ah Sprecher); e. (in Ordnung) [ich komme mit]!; du hast
dich mit der Lösung e. erklärt; die mit ihrem Lehrer -en
Schüler; (subst.:) hielt sich aber in ihrer Mitte. ... nicht
als Zugehöriger und Einverstandener ihrer Sohnesgemein-
schaA gegen den Alten (Th. Mann. Joseph 398); ein
Publikum von Einverstandenen, oder doch Eingeweihten (En-
ztnsberger. Einzelheiten I. 102); dnverständlkh <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): im Einverständnis mit jmdm..
miteinander seiend, geschehendo. ä.: eine -e Handlungsweise.
Scheidung; in einer guten Ehe muß auch die Finanzfrage e.
geregelt werden (Hörzu 40. 1974. 108); Einverständnis,
das; -ses. -se <P1. selten): a) Billigung. Zustimmung: er
sab. erklärte sein E. zu dem Plan; Ihr E. vorausgesetzt
wenn Sie zustimmen), werde ich die Ware bestellen; er
handelte im E. mit seinen Eltern; das geschieht ohne mein
E.; b) Übereinstimmung. Einigkeit in bezug auf etw.. wozu
man die gleiche Einstellung hat: zwischen ihnen herrscht
volllstles. völliges, stillschweigendes E.; <Zus. zu a:> Einver-
«Jnrtnherklärung. die.
Einwaage, die; -. -n <P1. ungebr.) (Kaufmannsspr): 1.
Gewicht des Inhalts einer Konserve od. abgepackten Ware:
bei dieser Packung beträgt die E. 250 g. 2. beim Auswiegen
•oft mehreren kleineren Mengen od. Portionen entstehender
Verlust am Gesamtgewicht: eine bestimmte E. muß in Kauf
genommen werden.
'anwachsen <st. V.; ist): Lander Stelle, an der die betreffende
Pflanze o.a. eingepflanzt wurde, anwachsen, einwurzeln.
Wurzeln schlagen: die neu gepflanzten Bäume sind noch
nichl eingewachsen. 2. in umgebendes Gewebe o. ä.
hineinwachsen: der Zehennagel ist eingewachsen; der Tumor
ist ins Gewebe eingewachsen; eingewachsene Äste; Ü Ein
schlichter, weißer Reif mit einem ... funkelnden Stein,
in den der grüne Hauch eines kalten Abendhimmels
eingewachsen war (Jahnn. Geschichten 183).
länwachsen <sw. V.; hat): über die ganze Fläche hin mit
Bahner/wachs bestreichen, einreiben: den Fußboden, die
Skier e.
uaiiahnen <sw. V.; hat): mit Hilfe einer Walze in den Boden,
das Erdreich l hinein]drücken: Schotter in den Unterbau
der Straße. Saatgut e.; <Abl.:> Einwalzung« die; -. -en.
Qpmrand, der; -[eis. Einwände: Bedenken, die jmd. gegen
.Absicht. Handlung o. ä. eines anderen vorbringt;
Gegenargument: ein berechtigter, [unibegründeter E.; Ihr E. kommt
zu spät; gegen etw. einen E. erheben, vorbringen, machen;
einen E. gelten lassen, überhören, zurückweisen; ich habe
keine Einwände.
Einwanderer, der; -s, -: jmd.. der in ein Land einwandert
od. eingewandert ist; Immigrant (Ggs.: Auswanderer): E.
aus europäischen Ländern; <Zus.:> EinwandererschifT. das:
Schiff, das Einwanderer an Bord hat; Einwandererstrom,
der: große Zahl von Einwanderern: einwandern <sw. V.;
ist}: in ein fremdes Land gehen, um sich dort anzusiedeln
u. die Staatsbürgerschaft zu erwerben 1; immigrieren (Ggs.:
auswandern): nach Australien e.; ... der Urgroßvater des
Dichters, wanderte in der zweiten Hälfte des vierzehnten
Jahrhunderts in Portugal ein (Schneider. Leiden 36); Der
Konsul ... will sie e. lassen, bis auf die Alte (Seghers.
Transit 208); Ü Die jungen Würmer wandern auf dem
Bhitweg in die Muskulatur ein (dringen ... ein; Medizin
II. 144); <Abl.:>Einwanderung,die; -. -en: das Einwandern;
Immigration (Ggs.: Auswanderung).
Ejpwandenmgs-: -behönie. die: Behörde eines Landes, die
Erlaubnis zur Einwanderung erteilt; -besdiränkung, die:
Beschränkung der Zahl derer, die einwandern wollen; ^er-
laubnis, die: Erlaubnis, aus einem Staatsgebiet in ein anderes
zu ziehen u. sich dort niederzulassen; -gesetz, das: Gesetz,
das die Einwanderung in ein Staatsgebiet regelt: -land,
das: Land, in das bevorzugt Menschen einwandern; -quote,
die: Zahl von Einwanderern in einer bestimmten Zeiteinheit;
-ström, der: svw. f Einwandererstrom; -verbot, das: Gesetz
eines Landes od. einer Regierung, das die Einwanderung
in dieses Land verbietet.
einwandfrei <Adj.; -er, -leiste): l.a) keinen Anlaß zu
Beanstandungen gebend; in tadellosem Zustand; ohne Fehler
od. Mängel: eine -e Arbeit. Ware; die Konserve ist nicht
mehr e. (genießbar); der Pianist spielte technisch e.; die
Maschine funktionierte.; b) untadelig; so. daß kein Vorwurf
u.a. aus etw. abgeleitet werden kann: ein -er Leumund;
sein Alibi war e.; er hat sich absolut e. (korrekt) verhalten.
2. unzweifelhaft, zweifelsfrei, eindeutig: eine -e
Beweisführung; Ich wenigstens habe es aus -er Quelle (Th. Mann.
Krull 60); Alles... ist... im -esten Sinn allein aus Tatsachen
zusammengefügt (Ceram. Götter 14); es steht e. fest, daß
er die Tat begangen hat; das ist e. Betrug.
einwärts <Adv.) [mhd. inwertes, t -wärts]: nach innen
(gerichtet, gebogen o.a.) (Ggs.: auswärts 1): die Stäbe waren
[nachle. gebogen; wir wanderten das Pitztal... e. (aufwärts;
Eidenschink. Eis 126).
einwärts-. Einwärts-: -bewegung, die: nach innen gerichtete
Bewegung; -dreher, der: eine Drehbewegung nach innen
bewirkender Muskel; -drehung, die: Drehbewegung nach
innen: mit dem ganzen Körper eine E. ausführen; -gebogen
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): nach innen gebogen: -e Stäbe;
-geben <unr. V.; ist): mit nach innen gerichteten Füßen
gehen: der Junge geht stark e.; -laufen (ugs.): svw. t -gehen;
-schielen, das; -s (Med.): Form des Schielens, bei der ein
od. beide Augen von der geraden Blickrichtung einwärts
abweichen; -setzen <sw. V.; hat): mit Einwärtsbewegung
aufsetzen: der Clown stolperte über seine einwärtsgesetzten
Füße; -stellen <sw. V.; hat): mit Einwärtsbewegung
hinstellen.
einwässern <sw. V.; hat): in der Absicht, bestimmte Stoffe
herauszulösen, längere Zeit in Wasser legen; länger wässern:
Salzheringe über Nacht e.
einweben <sw. V.; hat): webend in etw. hervorbringen, in
etw.! hinein]weben: ein Muster, einen Namen [in den Stofl]
e.; ein eingewebter Silberfaden;... Bettwäsche, riesige
Tücher aus feinstem Leinen mit eingewebten Kronen (Kubyf
Sieg 381).
'einwechseln <sw. V.; hat): l.a) (einen größeren Geldschein,
ein Geldstück) in kleinere Münzen od. Scheine wechseln:
können Sie mir einen Fünfzigmarkschein e.?; b) (in eine
andere Währung) umtauschen: vor der Auslandsreise Geld
e.; er wechselte 300 DM in/(seltener:) gegen französische
Francs ein. 2. (Sport) (bes. bei Mannschaftsspielen) für
einen aus dem Spiel genommenen Spieler einsetzen: Jürgen
... kurz zuvor für Herzog eingewechselt (MM 1. 7. 74.
4); <Abl.:> Einwechselung, die; -. -en; Einwechseln <sw.
V.; ist) (Jägerspr.): (von Wild) seinen Standort in ein
anderes Gebiet verlegen: daß ... die Heidewölfe ... von den
Ostgebieten her bei uns einwechselten (Tier 10. 1971, 57).
einwecken <sw. V.; hat) [nach J. Weck (1841-1914). der
das Verfahren in Deutschland einführte!: in Einweckgläsern
einkochen, konservieren: Obst, Gemüse. Fleisch e.; Ü In
all diesen Orten des angepriesenen bewahrten Lebens, der
eingeweckten guten alten Zeit ... (Koeppen. Rußland 60);
*laß dich e.! (ugs.; svw. f laß dich einmachen!); weck es
ein! (ugs.; spar dir deine Worte!, behalte es für dich!):
Einweck-: -glas, das: zylindrisches Glasgefaß mit Deckel,
das zum Einwecken bestimmter verderblicher
Nahrungsmittel verwendet wird; Einmachglas: -gummi. der: Gummiring
für das Einweckglas, auf dem der Deckel liegt; -ring, der:
svw. T^gummi; -topf, der: großer Kochtopf, in dem die
gefüllten Einweckgläser gekocht u. sterilisiert werden; -zeit.
die: svw. t Einmachzeit.
Einweg-: -behälter, der: Behälter (meist aus Kunststoff),
den man nach Entnahme des Inhalts wegwerfen kann;
-Hasche* die: Flasche (in der bes. Getränke abgefüllt sind),
für die man kein Pfand bezahlt u. die als Leergut vom
Händler nicht wieder zurückgenommen wird; -glas» das:
vgl. ^flasche; -bahn, der (Chemie): Absperrvorrichtung,
die Gase od. Flüssigkeiten nur in eine Richtung strömen
läßt; -kohlepapier: Kohlepapier, das zu einmaligem
Verbrauch bestimmt ist; -Packung, die: Packung, die nur einmal
661
einweichen
zu benutzen ist; -Scheibe, die: Glasscheibe, die in bestimmter
Weise präpariert ist, so daß man nur in einer Richtung
hindurchsehen kann u. auf diese Weise unbemerkt
Testpersonen od. -tiere beobachten kann; ^Spiegel, der: Spiegel, der
von seiner Rückseite her durchsichtig ist u. einem
Beobachtenden erlaubt hindurchzusehen: Hier werden ... die
Testpersonen nicht von außen durch Einwegspiegel überwacht
(MM 25. 8. 73. 10); -spritze, die: Injektionsspritze, die
zu einmaligem Gebrauch bestimmt ist u. danach weggeworfen
wird; -Verpackung, die: Verpackung, die man nach
Verwendung des Inhalts wegwirft.
einweichen <sw. V.; hat): 1. (Wäsche) vor dem Waschen
für eine gewisse Zeit in eine schmutzlösende Lauge legen:
die schmutzige Wäsche e. 2. zum Quellen od. Weichwerden
für eine gewisse Zeit in Wasser od. Milch bringen, legen:
Erbsen, Backpflaumen e.; trockene Brötchen in Milch e.;
Für morgen habe ich Trockengemüse in Wasser
eingeweicht (Langgässer. Siegel 623); Ü Sie ging ohne Schirm,
war ganz eingeweicht (durchnäßt; Döblin, Berlin 178);
<Zus. zu 1:) Einweichmittel, das: chemisches Mittel, das
man dem Einweichwasser (u. der Wäsche) zusetzt; <Abl.:)
Einweichung, die; -. -en; <Zus. zu 1 u. 2:> Einweichwasser,
das <o. PL): Wasser zum Einweichen von stark
verschmutzten Wäschestücken, um den Schmutz zu lösen, bevor sie
gewaschen werden.
einweihen <sw. V.; hat): La) (bes. ein Bauwerk) nach seiner
Fertigstellung in feierlicher Form der Öffentlichkeit
übergeben: eine Kirche, ein Theater, ein Stadion, die neue Schule,
einen fertiggestellten Autobahnabschnitt e.; b) (ugs.
scherzh.) zum erstenmal benutzen, tragen; in Gebrauch
nehmen: am Sonntag hat sie ihr neues Kleid, ihren Fotoapparat
eingeweiht. 2. jmdn. mit erw.. was er noch nicht weiß od.
kennt, was nicht allgemein bekannt ist. was als vertraulich
behandelt werden soll, vertraut machen: Jmdn. in seine
Pläne, in eine Verschwörung, ein Geheimnis e.; er ist [in
die Angelegenheit] noch nicht eingeweiht; jmdn. in die
Kunst des Ikebana e. (einführen); Ich ... suchte jemanden,
der Bridge spielen konnte. Ich fand eine alte Dame, die
mich in die Geheimnisse dieses Spiels einweihte (Salomon.
Boche 128); <subst. Part.:) das ist nur etwas für Eingeweihte
(für Leute, die etwas von diesen Dingen verstehen, sich
auf diesem Gebiet auskennen, darüber Bescheid wissen);
<Abl.:> Einweihung, die; -. -en. dazu: Einweihungsfeierlich-
kejt, die (meist PI.); Einweihungsstich, der [zu t Stich =
Wettschießenl (Schweiz. Schießsport): Wettkampf anläßlich
der Einweihung eines Schießstandes od. Schießplatzes.
einweisen <st. V.; hat): 1. (in euntlicher Funktion)
veranlassen, daßjmd. an einem bestimmten Ort aufgenommen,
untergebracht wird: jmdn. ins Krankenhaus, in eine Heilanstalt,
ein Erziehungsheim e.; einen Strafgefangenen in eine Zelle
e. 2. (Amtsspr.) (von behördlicher Seite aus) unterbringen;
jmdm. als Unterkunft anweisen: eine obdachlose Familie
wurde in die leerstehende Wohnung eingewiesen; Ich
möchte von hier ... nach Alma Ata weiterfahren ... und
würdeSie... bitten, mich nicht hier (= in der
Kulakensiedlung) einzuweisen (Leonhard, Revolution 118). 3.*) jmdn.
in eine neue Tätigkeit einführen, indem man ihm
Instruktionen. Weisungen über seine zu verrichtende Arbeit gibt: die
Sekretärin wurde von ihrer Vorgängerin [in ihre Aufgaben]
eingewiesen; b)jmdm. sein Amt feierlich übergeben;
einfuhren: der Geistliche wurde im Rahmen eines Gottesdienstes
in sein Amt eingewiesen. 4. (Verkehrsw.) ein Fahrzeug,
den Führer eines Fahrzeuges [der seinen Fahrbereich o.a.
nicht ganz überschauen kann! durch Handzeichen an eine
bestimmte Stelle dirigieren: das Auto, den Fahrer [in eine
Parklücke] e.; (Bergsteigen:) bis der erste Mann, der diesem
Zeichen folgen muß. eingewiesen ist. was durch senkrechtes
Emporheben des Stockes (= Skistockes) angezeigt wird
(Eidenschink. Eis 85); <Abl. zu 4:) Einweiser, der; -s. -;
<zu 1-4:) Einweisung, die; -. -en. dazu: Einweisungsschein.
der.
einwenden <unr. V.; wandte/wendete ein. hat
eingewandt/eingewendet): als Gegenargument. Einwand.
Bedenken gegen jmdn.. etw. vorbringen: dagegen ließe sich
viel, manches e.; er wendete ein. daß er die Aktion für
unzulässig halte; haben sie etwas gegen den Plan
einzuwenden?; dagegen ist nichts einzuwenden (ugs.; das ist völlig
in Ordnung)!; ich hätte jetzt nichts gegen eine Tasse Kaffee
einzuwenden (ugs.; würde jetzt gerne eine Tasse Kaffee
trinken): <Abl.:) Einwendung, die; -. -en: 1. etw.. was man
als Bedenken, Kritik. Vorbehalt gegen jmdn.. etw. einwendet,
vorbringt: seine-en waren begründet; keine E.. -en machen.
2. (jur.) svw. t Rechtseinwendung.
anwerfen <st. V.; hat): 1. (an dafür vorgesehener Stelle)
in etw. Ihinein!fallen lassen: einen Brief [in den
Briefkasten], eine Münze [in den Automaten] e. 2. durch einen
Wurf zertrümmern: [jmdm.] eine Fensterscheibe e. 3. sich
mit einer kritischen! Zwischenbemerkung kurz in ein
Gespräch einschalten; einen Einwurf machen: eine Bemerkung
e.; er warfein, das könne wohl nicht stimmen. 4.a)
(Ballspiele) den ins Seitenaus gegangenen Ball durch einen Wurf
von einem Standort hinter der SeitenausUnie wieder ins Spiel
bringen: ... daß Berni ... unwahrscheinlich weit einwirft
(Walter. Spiele 145); b) (Eishockey) (vom Schiedsrichter)
den Puck beim Bully zwischen die beiden Spieler werfen;
c) (Rugby) den Ball in das Gedränge, in die Gasse werfen;
d) <e. + sich) sich /durch Üben! im Werfen treffsicher
machen, treffsicher werden; e) den Ball ins Tor werfen:
mit einem Sprungwurf konnte er zum 13:9 e. 5. (ugs.)
mit Vehemenz einlegen: Kluttig ... warf den Gang ein
und gab Gas (Apitz, Wölfe 369); Einwerfer. der; -s. -
(Ballspiele): a) Spieler, der den ins Seitenaus gegangenen
Ball durch einen Wurf wieder ins Spiel bringt; b) (Rugby)
Spieler, der den Ball ins Gedränge, in die Gasse wirft.
einwertig <Adj.; o. Steig.): 1. (Chemie) (von einem Atom)
nur eine Bindung mit einem anderen Atom eingehend:
Wasserstoff ist e. 2. (Sprachw.) (von Verben) nur eine
Wertigkeit, eine obligatorische Ergänzung habend: <Abl.:> Einwer-
tigkeit, die; -. -en <P1. ungebr.X
einwickein <sw. V.; hat): 1. (Ggs.: auswickeln) a) (zum
Schutz o.a.) in etw. wickeln; in Papier einschlagen: ein
Päckchen, ein Geschenk [in Seidenpapier] e.; b) in etw.
hüllen, mit etw. ganz bedecken: sich [in seinen Mantel]
e.; sie hatte das Kind in eine/(selten:) einer Decke eingewik-
kelt. 2. (salopp) durch geschicktes Reden für sich, für etw.
gewinnen; in unlauterer Weise zu etw. überreden: sie hat
sich von dem Vertreter e. lassen und den Staubsauger
gekauft; <Zus. zu 1 a:> Einwickelpapier, das; (Abi. zu 1:)
Einwick[e]lung, die; -. -en <P1. selten).
'einwiesen <sw. V.; hat): (ein Kind) durch
Schaukelbewegungen in den Schlaf wiegen: sie versuchte, das Baby
einzuwiegen; Ü du hast dich von den falschen Versprechungen
e. lassen (dich davon beruhigen, deinen berechtigten
Argwohn zum Schweigen bringen lassen).
Einwiegen <st. V.; hat) (Kaufmannsspr.): 1. (ein
Nahrungsmittel, das in Portionen abgepackt od. zu Konserven
verarbeitet werden soll) abwiegen: das Fleisch für die Konserven
e. 2, beim Auswiegen mehrerer kleinerer Mengen verlieren:
die Verkäuferin hatte nach Verkauf des letzten
Schinkenstückes über ein halbes Pfund eingewogen.
einwilligen <sw. V.; hat): seine Zustimmung zu etw. geben,
sich mit etw. einverstanden erklären: in die Scheidung,
in Jmds. Vorschlag e.; sie willigte nur ungern [darein]
ein. daß ...; er wird kaum e.; <Abl.:) Einwilligung, die;
-. -en: seine E. geben (nachdrücklich; einwilligen).
einwindeln <sw. V.; hat): (ein Baby) in Windeln wickeln:
der Säugling muß frisch eingewindelt weiden.
ebiwinkebi <sw. V.; hat): (eine Gliedmaße) zu einem Winkel
nach innen beugen, biegen: er winkelte den rechten Arm
ein ... und produzierte so eine Ehrenbezeigung (Kirst.
08/15.34); wie die erwachsenen Tiere .... die mit
eingewinkeltem Handgelenk auf den Feind losschlagen (Lorenz.
Verhalten I. 286).
einwinken <sw. V.; hat) (Verkehrsw.): durch Zeichen
gebendes Winken an eine bestimmte Stelle, in eine bestimmte
Richtung dirigieren; einweisen: Flugzeuge e.; Autos auf
Parkplätze e.; Mit Handlaternen winkten die Warte ein
(Gaiser, Jagd 33); <Abl.:>Einwinker,der; -s. - (Verkehrsw.):
jmd.. der die Aufgabe hat. Fahrzeuge einzuwinken.
einwintern <sw. V.; hat): 1. <unpers.) (selten) ganz u. gar
Winter werden: Es wintert ein (Strittmatter. Wundertäter
248). 2. (Landw.) zum Schutz gegen Frost in 2Mieten
einlagern; einmieten: Rüben. Kartoffeln e.; <Abl. zu 2:)
Einwinterung, die; -. -en.
einwirken <sw. V.; hat): 1. jmdn.. etw. gezielt beeinflussen.
Einfluß nehmen; bestimmenden Einfluß ausüben:
erzieherisch auf Jmdn. e.; die Regierung versucht, auf die
Preisentwicklung einzuwirken; Es (= das Verfahren) besteht darin,
daß man auf seine Gedanken methodisch einwirkt (Musil.
Mann 949). 2. eine bestimmte, die Veränderung von etw.
662
einzel-, Einzel-
herbeiführende Wirkung ausüben: eine Kraft, eine Säure
wirkt auf etw. ein; daß die Sonnenflecken auch ... auf
Ionosphäre und Atmosphäre störend einwirken? (Kosmos
3. 1965. 116); Selbst kleine Änderungen auf Teilgebieten
t= In der Sozialpolitik) wirken auf den ganzen ... Status
ein (Fraenkel, Staat 309); die Salbe auf die Haut e. (ihre
Wirkung auf die Haut entfalten) lassen. 3. (Fachspr.) durch
Wirken (6) in etw. hervorbringen: Muster e.; <Abl. zu 1.
2:; Einwirkung, die; -. -en.
Ejnwirkungs- (einwirken 1. 2): -bereich, der. seltener: das;
MDfiglichkeit, die; -Sphäre, die.
omröchentlich: vgl. dreiwöchentlich; eiiwöchig: vgl.
dreiwöchig.
einwohnen <sw. V.; hat): 1. (selten) (als Mitbewohner)
wohnen: die Eltern wohnen bei uns [im Haus] ein. 2. (selten)
svw. t innewohnen: die ... Erkenntnis von den magischen
Eigenschaften, die der Kaffeebohne einwohnten (Jacob.
Kaffee 14); Einwohner ['ainvomn], der; -s. - [mhd. inwoner):
l.jmd.. der in einer Gemeinde, einem Land seinen ständigen
Wohnsitz hat: die E. des Saarlandes, von München; die
Stadt hat mehr als eine Million E. 2. (selten) svw. t
Bewohner (eines Hauses).
Einwohner-: —liste, die: Liste, in der die gemeldeten
Einwohner einer Gemeinde verzeichnet sind: -meMeamt, das:
Behörde, die für die An- u. Abmeldung meldepflichtiger Personen
zuständig ist: MneWestelle, die: vgl. -amt; -Verzeichnis,
das: Adreßbuch: -zahl, die: Gesamtzahl der Einwohner.
Einwohnerin, die; -. -nen: w. Form zu t Einwohner; einwoh-
nerlich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Schweiz.): die Einwohner
betreffet: eine -e Rechnungsprüfungskommission;
Einwohnerschaft, die; -. -en <P1. selten): Gesamtheit der Eittwoh-
ner. alle Einwohner einer Gemeinde, eines Landes.
einwölken ['ajnvoelknl <sw. V.; hat) (selten): in eine Wolke
aus Rauch o.a. einhüllen: die Gesellschaft war in dichten
Zigarrenrauch eingewölkt; Ü Die Handlung ist in ein
Gespinst aus... dialektischen Überlegungen ... und Denkspie-
iai eingewölkt (MM 21. 1. 74. 24).
einwühlen <sw. V.; hat): wühlend in etw. (Weiches)
eintraten, in etw.; hinein/wühlen: das Wildschwein hat seinen
Kopf/sich in den Schlamm eingewühlt; Ü Sie (= die
Arbeiter) ... wühlten sich in ihre Laken ein und fielen in Träume
(Reinig. Schiffe 92).
Einwurf, der; -[eis. Einwürfe: 1. das Einwerfen (1): nach
E. des Geldstücks [in den Automaten bitte die] Kurbel
drehen. 2.a) (Ballspiele) Wurf, durch den der ins Seitenaus
gegangene Ball wieder ins Spielfeld gebracht wird: der
Schiedsrichter gab einen E.; ein falscher (nicht den Regeln
entsprechender) E.; b) (Eishockey) Werfen des Pucks beim
Bully zwischen die Spieler: c) (Rugby) Werfen des Balles
in das Gedränge, in die Gasse. 3. schlitzartige Öffnung
unterschiedlicher Größe, durch die etw. eingeworfen (1)
werden kann: der E. am Briefkasten; ein E. für Zeitungen;
etw. in/durch den E. stecken. 4. kurze Zwischenbemerkung,
die jmd. in ein Gespräch, eine Diskussion o. ä. einwirft (3):
einen zustimmenden, kritischen E. machen; jmds. E.
widerlegen; auf einen E. eingehen.
dnwürgen <sw. V.; hat): a) jmdn.. sich zwingen. Nahrung
hinunterzuschlucken: sie versuchte, dem Baby den Brei
cinzuwürgen; ich hatte mir das Essen mit Widerwillen
angewürgt; b) (von bestimmten Vögeln bei der Aufzucht
der Jungen) die Nahrung in den Schlund des jungen Vogels
würgen: Unter Vögeln, die ihren Jungen die Nahrung e.
(Lorenz. Verhalten I, 170).
einwurzeln <sw. V.): a) Wurzeln in die Erde treiben <ist>:
der Strauch muß erst e.; der Baum ist fest eingewurzelt;
ü schon lange bin ich dort eingewurzelt (heimisch geworden:
Th. Mann. Krull 303); diese Meinung. Abneigung ist tief
bei ihm eingewurzelt; ein tief eingewurzeltes Mißtrauen;
•wie eingewurzelt [dalstehen/stehenbleiben (vor Schreck.
Verwirrung o. ä. dastehen/stehenbleiben, ohne sich zu
bewegen): b) <e. + sich) sich mit den Wurzeln festsetzen <hat>:
der Baum hat sich tief eingewurzelt; die Sträucher haben
sich noch nicht richtig eingewurzelt; Ü ein Aberglaube.
der sich fest In den Köpfen der Menschen eingewurzelt
hat (sich festgesetzt hat): daß eine der genauesten
Kennerinnen Schillers das falscheste Bild von ihm entworfen
hat. das sich aber tief einwurzelte (Friedell. Aufklärung
236); <Abl.:) Einwurzfelhmg, die; -. -en.
Einzahl, die; -, -en <P1. selten) [für lat. (numerus) singuläris]
fSprachw.): Singular.
einzahlen <sw. V.; hat): a) eine Zahlung an einen anderen
auf dessen Konto o.a. leisten: überweisen: der Betrag, die
Miete ist auf unser Konto einzuzahlen; b) als Einlage
auf ein Sparkonto buchen lassen: er zahlt jeden Monat
einen bestimmten Betrag auf sein Sparbuch ein; <Abl.:>
Einzahler, der; -s. -: jmd.. der etw. einzahlt: Einzahlung,
die; -, -en: 1. das Einzahlen: die E. muß bis zu einem
bestimmten Datum vorgenommen sein. 2. eingezahlter
Betrag. Spareinlage: die -en in das Sparbuch eintragen.
Einzahlung*- (einzahlen a): -beleg, der: Quittung der Post
od. eines Geldinstituts über eine eingezahlte Summe: ^formu-
lar, das: Vordruck eines Geldinstituts, der bei Einzahlungen
auszufüllen ist: -frist, die: Frist, innerhalb deren eine Summe
eingezahlt werden muß: ^kasse, die: vgl. ^schalten -quit-
tung, die: svw. t ^beleg; -Schalter, der: (bei der Post o. ä.)
Schalter für Einzahlungen: -schein, der (schweiz.): svw.
f Zahlkarte; -termin, der: Zeitpunkt, zu dem eine Summe
eingezahlt wird.
einzäunen <sw. V.; hat): mit einem Zaun umgeben: ein
Grundstück [mit Maschendraht] e.; in einem zoologischen
Garten .... in dem die Tiere eingezäunt (in einer
Umzäunung) leben (Grzimek, Serengeti 49); <Abl.:> Einzäunung,
die; -, -en: 1. das Einzäunen: die E. des Grundstücks würde
sehr teuer werden. 2. Zaun. Umfriedung: er kletterte über
die E.
einzeilig ['aintse:u;) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Zool.):
mit nur einer Zehe.
einzeichnen <sw. V.; hat): 1. ergänzend in etw. /hinein
/zeichnen, eintragen; in etw. markieren: eine neue Straße.
Campingplätze auf der/in der/(auch:) in die Karte e.; dieser
Ort ist nicht [in dem Plan) eingezeichnet. 2- svw. teintragen
(la): sich, seinen Namen in die/in der Teilnehmerliste
e.; <Abl.:) Einzeichnung, die; -. -en.
einzeilig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. vgl. achtzeilig.
2. (bezogen auf die Anordnung eingebauter Teile der
Einrichtung) an nur einer Wand mit /festen/ Einbauten versehen:
eine -e Küche.
Einzel ['aints)]. das; -s. - (Badminton, (Tischjtennis): Spiel,
bei dem nur ein einzelner Spieler gegen einen anderen spielt;
Einzelspiel: er gewann im E.
einzel-, Einzel-: -abmachung, die; -abteil, das (Eisenb.):
Abteil eines Eisenbahnwagens mit sechs bis acht Sitzplätzen,
das tnan über einen an einer Seite des Wagens verlaufenden
Gang erreicht; -achsantrieb, der (Technik): Antrieb der
einzelnen Achsen eines Fahrzeugs durch je einen Motor;
Miktion, die: einzeln durchgeführte Aktion; -anfertigung,
die: dieser Schrank ist eine E.; -anschhiß, der:
Fernsprechanschluß, der durch eine Leitung mit der Vermittlungsstelle
verbunden ist; -antrieb, der (Technik): Antrieb der einzelnen
Maschinen. Aggregate. Vorrichtungen einer Anlage durch
je ein besonderes Antriebsaggregat; -arbeit, die; -arrest,
der: vgl. ^haft: der Häftling bekam verschärften E.; MUif-
zähhmg, die: Aufzählung im einzelnen; -ausgäbe, die: die
Gedichte Goethes erscheinen auch als E.; -bahn
(Leichtathletik): abgegrenzte Bahn für einen Läufer; -band, der
<P1. ...bände): nicht zu einer Gesamtausgabe o. ä. gehörender
Band, einzelner Band einer Buchreihe o.a.; -bauer, der
<P1. ...bauern) (DDR): selbständiger Bauer, der nicht
Mitglied der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft
ist (Ggs.: Genossenschaftsbauer); -behandhing, die:
gesonderte Behandlung; -beispiel, das: ein solcher Fall ist heute
kein E. mehr; -beobachtung, die: Dieses Beispiel zeigt,
wie von vielen -en ausgehend sich schließlich mehr und
mehr ein abgerundetes Bild ... ergibt (Medizin II, 121);
-betrieb, der (DDR): selbständiger Betrieb; vgl. ^bauer;
^bett. das: einzelnes od. einzelstehendes Bett, dazu: ~bett-
zimmer, das (selten): svw. t Einbettzimmer; -bild, das: die
aufeinanderfolgenden -er eines Films; Aus unzähligen -ern
hat man auf diese Weise in den letzten hundert Jahren
in mühsamer Arbeit den zeitlichen Ablauf der
Strukturveränderungen für einige Krankheiten ... rekonstruiert
(Medizin 11,1 50); -box, die: für sich abgeschlossene od.
abgetrennte Box für ein einzelnes Tier od. ein einzelnes Fahrzeug;
-buchstabe, der: einzelner Vokal od. Konsonant; -darbie-
tung, die; -darstelhmg, die: Darstellung eines einzelnen
Gegenstandes, einer einzelnen Person usw. (z. B. in einem Buch,
in einer Abhandlung): Literaturgeschichte in -en; -dasein,
das: svw. t^existenz; -ding, das <P1. ...dinge): etw.. bes.
ein Gegenstand, sofern er als einzelner betrachtet wird, als
einzelner cm einem bestimmten Platz vorhanden ist o.a.;
663
einzel-, Einzel-
-disziplin, die (bes. Leichtathletik): einzelne Sportart ,
innerhalb eines Mehrkampfes]: Hochsprung ist eine E. im
2^ehnkampf; Miosis, die: auf einmal einzunehmende, zu
verabreichende Dosis eines Medikamentes: -druck, der <P1.
...drucke) (Buchw.): einzeln gedrucktes Werk.
Sonderdruck: -Eindruck, der: zahllose Einzeleindrücke formen
sich zu einem Gesamtbild; -element das (Fachspr.):
einzelnes Element einer Kombination von Einrichtungen (2 a):
Die Sitzmöbel formieren sich zu einer Gruppe aus -en,
die sich schnell verändern läßt (Wohnfibel 8); -Erfahrung,
die: die große, manchmal geniale Konstruktion, die nicht
auf kleinen -en. sondern auf der Erfahrung vom Wesen
des Menschen und von seinen Konflikten beruht (Kasch-
nitz. Wohin 191); -ergebnis, das: ein einzelnes Ergebnis
unter anderen (Ggs.: Gesamtergebnis); -Erkenntnis, die:
In ähnlicher Weise stehen die beachtlichen soziologischen
-sedes 16. bis 18. Jh.s im Dienst juristischer oder politischer
Beweisführung (Fraenkel. Staat 110); -Erscheinung, die:
etw.. was nur selten, vereinzelt vorkommt: solche
Mißbildungen sind keine E. mehr; -exemplar, das: einzelnes /
seltenes/ Exemplar von erw.: -existenz, die: ein Mensch als
Einzelwesen: -fahrer. der (Sport): Fahrer ohne Beifahrer
(beim Motorradrennen): -fahrschein, der: Fahrschein, der
nur für eine Fahrt Gültigkeit hat: ^fall. der: a) konkreter,
einzelner Fall (der jeweils individuell zu beurteilen od. zu
behandeln ist): Hier wird eine ... Grenzziehung stets nur
im E. ... zu treffen sein (Fraenkel. Staat 127); b) etw.,
was eine Ausnahme darstellt, was nicht die Regel ist: sie
ist mit dieser Erfahrung kein E.. dazu: -falbtudie, die:
svw. t Fallstudie; -fechter, der (Sport): an einem
Einzelwettbewerb teilnehmender Fechter: -feH, das (Tennis.
Badminton): nur mit den für das Einzel erforderlichen Markierungen
versehenes Spielfeld: -feuer, das (Milit.): aus vereinzelten
Schüssen bestehemies Feuer: -flirte, die (Fechten): nur
einmal ausgeführte, nicht erneut eingesetzte Finte: ^firma,
die (Kaufmannsspr.): Firma mit einem Einzelkaufmann als
Alleininhaber: -Forschung, die: vgl. Mlarstellung:
geschichtliche E.; -frage, die: die gestellte Aufgabe bestand aus
mehreren -n; -friedefn], der: zwischen zwei von drei od.
mehr Parteien, Staaten geschlossener Friede. Sonderfriede:
-fimd, der: archäologische -e; ^gabe, die: svw. t^dosis;
-ganger, der: a) jmd.. der sich nicht an andere Menschen
anschließt, der keinen Kontakt zu anderen Menschen sucht
od. findet: er war schon immer ein E.; Der Senat ... werde
keine Mißachtung der Rechtsordnung durch radikale E.
(Außenseiter) ... dulden (MM 3. 2. 68, 2); b) Tier, das
nicht im Rudel lebt: --gängerin, die; -. -nen: w. Form zu
t-ganger; ^gängerisdi <Adj.>: sich wie ein Einzelgänger
verhaltend: ein -er Mensch; -gängertum* das; -s:
einzelgängerische Haltung: Wie überwindet man ... Kontaktarmut
und E. bei so kleinen Kindern? (Hörzu 23, 1971. 123);
-garage, die: Garage für rwr einen einzelnen Wagen;
-gehöft. das; -gewerkschaft. die: Gewerkschaft, die die
Arbeitnehmer eines bestimmten einzelnen
Wirtschaftsbereichs vertritt: die IG-Metall ist die größte deutsche E.;
-gewicht (Kaufmannsspr.): Gewicht eines einzelnen Stük-
kes; -grab, das: 1. Grabstelle für einen einzelnen
Verstorbenen. 2. einzelnes, alleinliegendes Grab: ein E. mitten in
der Heide; ^gut, das: svw. T Stückgut: -haft, die: Haft,
bei der der Häftling allein in einer Einzelzelle
eingeschlossen ist. dazu: -hflftling,der; -handel, der: Wirtschaftszweig,
der in Ladengeschäften dem Verbraucher Waren anbietet;
Gesamtheit der Einzelhandelsgeschäfte (Ggs.: Großhandel):
Der Aufbau des Sozialismus' führte dazu, daß im Jahre
1970... sich nur noch 3% des Großhandels und 22.8% des
-s in Privathand befanden (Fraenkel. Staat 352); für die
rund 650000 Beschäftigten des -s in Nordrhein-Westfalen
sind ... neue Gehalts- und Lohntarifverträge
abgeschlossen worden (MM 23. 10. 69. 2). dazu: -handelsgeschäft,
das. -handelskaufinann, der: zweieinhalb Jahre Lehre als
E. (Schmidt. Strichjungengespräche 15). ^Handelspreis,
der (Ggs.: Großhandelspreis), -handelsiansatz, der. -han-
delsunternehmer, der. -handetsverband. der:
Interessenverband der Einzelhandelsunternehmer auf regionaler
u. nationaler Ebene (Ggs.: Großhandelsverband): der
deutsche E.; Vertreter des -s; -händler, der (Ggs.:
Großhändler); ^haus^das: einzelnstehendes Haus (im
Unterschied zu einem Doppel- od. Reihentiaus); ~heft, das:
einzelnes Heft, einzelne Nummer einer Zeitschrift o.a.; -hof, der:
vgl. -gehöft; -Individuum, das: svw. f-wesen; -initiative.
die (Schweiz.): politischer Antrag. Vorschlag eines einzelnen;
vgl. Initiative; -Interesse, das <meist PL): ein Interesse,
das nur einzelne od. bestimmte gesellschaftliche Gruppen
betrifft, nicht aber die Gesellschaft als Ganzes, das Gemein-
wohliGgs.'. Gesamtinteresse): Der Liberalismus...
bekannte sich im Blick auf die... Wirtschaft mehr zur... Vertretung
von -n (Fraenkel. Staat 326); -kämpf, der: 1. (Milit.) Kampf
zwischen einzelnen; Nahkampf. 2. (Sport) Wettkampf
einzelner, einzeln gewerteter Sportler (im Unterschied zum
Mannschaftskampf ). 3. (selten) Kampf, den ein einzelner allein
gegen jmdn.. etw. führt: er hatte den ... aussichtslosen
E. gegen die Übermacht des Alleinseins aufgegeben
(Seghers,Transit 112). dazu: -kimpfer.der; -karte,die: für
die Abendvorstellung waren nur noch -n zu haben; -kauf-
mann, der (Kaufmannsspr.): Kaufmann als Alleininhaber
einer Unternehmung; -kind, das: einziges Kind eines
Elternpaars; Kind, das ohne Geschwister aufwächst; Alleinkind;
-klassement, das (Sport): Klassement auf Grund der
Einzelwertung (Ggs.: Gesamtklassement); ^konkurrenz, die (bes.
Leichtathletik): Konkurrenz in einer Einzeldisziplin; -lauf,
der (Sport): Solodarbietung im Eis-. Rollkunstlauf (Ggs.:
Paarlauf); -Ifiufer, der (bes. Skisport): Läufer in einer
einzeln gewerteten Konkurrenz; -leistung* die: a) besondere
Leistung eines einzelnen; b) einzelne, von einer Person
erbrachte Leistung; -metsterschaft, die (Sport): Meisterschaft
innerhalb einer Disziplin, bei der die Sportler einzeln, nicht
in Mannschaften, antreten u. einzeln gewertet werden;
-mensch, der: bei der ... von keinem -en mehr zu
überschauenden Komplexität (Fraenkel. Staat 369);
Mitgliedschaft, die: Mitgliedschaft einer Einzelperson: Einen starken
Aufschwung haben in letzter Zeit auch die achtzehn
Verbraucherverbände genommen, die etwa 7 Millionen Einzel-
und Familienmitgliedschaften umfassen (Fraenkel, Staat
279); Mnöbel, das: einzelnes Möbelstück, das nicht Teil
einer zusammengehörenden Zimmereinrichtung ist; -nach-
wels. der: Nachweis einer einzelnen Sache (z.B. in der
Buchführung); -nummer. die: vgl. -heft; -paß, der: Paß
für eine einzelne Person; ^person, die: Person, die als
einzelne in einem bestimmten Zusammenhang auftritt, handelt
o.a. (im Gegensatz zu einer Gruppe von Personen): Diese
beiden Formen von Mehrheitswahl können sowohl auf
die Wahl von -en als auch auf die Wahl von
Personengruppen ... angewandt werden (Fraenkel. Staat 355);
-Persönlichkeit, die; -preis, der: (von etw.. was im allgemeinen
in größerer Anzahl od. Menge auf einmal gekauft wird)
Preis für ein einzelnes Teil. Stück o.a.; -Problem, das:
dieser Fall schließt eine Fülle von -en ein; -radaufhängung,
die (Kfz.-T.): voneinander unabhängige Aufhängung der
einzelnen Räder eines Fahrzeugs; -räum, der: besonderer Raum
für einen einzelnen: Hier gab es keine Einzelräume. Man
lebte zu dnit. viert oder fünft in einem Zimmer (Leonhaiti.
Revolution 229); -reise, die (Touristik): von einem
Reisebüro für eine Einzelperson gebuchte Reise mit Reservierung
von Flugkarte. Hotelo. ä. (Ggs.: Gruppenreise): dieses
Reisebüro organisiert Einzel- und Gruppenreisen, dazu:
^reisende, der u. die; -rennen, das (Leichtathletik):
Laufwettbewerb zwischen Läufern, die jeder für sich u. nicht in einer
Staffel starten; -resuhat, das; -richter, der: Richter, der
eine Verhandlung alleinführt: beim Amtsgericht entscheidet
der Richter als E. in allen Zivilsachen; länger, der:
einzelner Sänger (eines Chors); -Sängerin, die: w. Form zu
t ^Sänger; -Schicksal, das: persönliches Schicksal eines
einzelnen: Wir waren aber schon so weit sowjetisch erzogen,
daß wir bei unserer Beurteilung nicht von -en ausgingen-
selbst wenn es unsere Eltern betraf, die ... unschuldig
waren (Leonhard. Revolution 36); -sessel, der: vgl.
Mnöbel: -sieg, der: einen E. erringen; -spiel, das: 1. svw.
t Einzel. 2. <o. PI.) (Sport) Einzelaktionen eines einzelnen
Spielers ohne Kombinationsspiel mit den Mitspielern. 3.
(Musik) Solospiel, dazu: -Spieler, der; -spräche, die
(Sprachw.): einzelne Sprache (im Unterschied z. B. zu einer
Sprachfamilie od. zur menschlichen Sprache überhaupt).
dazu: -sprachlich <AdJ.; o. Steig.); -Staat, der: einzelner
Staat eines Staatenbundes: die Verteilung der Zuständigkeit
zwischen dem Bund und den -en (Fraenkel. Staat 331);
die -en der USA. dazu: -staatlich <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): einen Einzelstaat betreffend, zu einem Einzelstaat
gehörend: von der Möglichkeit der Einberufung -er
Konvente zwecks Ratifizierung einer Änderung der
Bundesverfassung ist... Gebrauch gemacht worden (Fraenkel. Staat
664
Einzigartigkeit
219); ^start, der: der E. (beim Eiskunstlauf) genießt bei
beiden Vorrang, den Paarlauf betreiben sie nebenbei (Mae-
gerlein. Triumph 86); ^stehende, der u. die (selten): svw.
•Alleinstehende; ^stimme, die: einzeln ausgeschriebene
Stimme einer Partitur; -strafe, die (Jur.): einzelne Strafe.
Teilstrafe (im Gegensatz zur gesamten durch Urteil
verhängten Strafe); --stück, das: a) einzelner Gegenstand, einzelnes
Exemplar von etw.; b) erw.. was nur einmal vorhanden ist.
existiert; -stunde, die: Unterrichtsstunde für eine einzelne
Person. Privatstunde; ^teil, das: Teilt stück], das mit
anderen zusammen ein Ganzes bildet: etw. aus -en
zusammenbauen, in -e zerlegen; -therapie, die (Med.; Ggs.:
Gruppentherapie 1): die krankengymnastische Gruppen- oder
Einzeltherapie (Gesundheit im Beruf 1. 1975. 163); -«er. das:
einzelnes od. vereinzeltes Tier (z.B. einer Tierart, -gruppe.
einer Herde); -titeJ, der (Buchw.): einzelnes /Druck jwerk.
Buch mit bestimmtem Titel, einzelner Titel: Hinter den
Erfordernissen der Serie tritt der E. zurück (Enzensberger.
Einzelheiten I. 142); -turner, der (Sport): einzelner Turner
innerhalb einer an einem Gerät turnenden Gruppe od.
innerhalb einer Mannschaft: er war bester E. am Barren, bester
E. der deutschen Riege; ^Unternehmer, der: vgl. -kauf-
mann; Mmtemcht, der: Unterricht, den man einem einzelnen
Schüler erteilt (Ggs.: Gruppenunterricht 1); -Untersuchung,
die: zur Klärung des Fragenkomplexes waren gründliche
-en nötig; -verkauf, der <o. Pl.>: Verkauf im Einzelhandel;
-Verpflichtung, die (DDR): Verpflichtung eines einzelnen
(Ggs.: Kollektiwerpflichtung): eine E. übernehmen; Bis
zur Stunde sind dem höchsten Forum unserer Partei ...
1577 neue Kollektiv- und -en ... zugegangen (Neues D.
20.5. 76, 2); -vertrag, der: a) einzelner, gesonderter [zu
besonderen Bedingungen abgeschlossener / Vertrag; b)
(DDR) Arbeitsvertrag mit einem hochqualifizierten
Werktätigen, der neben besonderer Verantwortung auch
Sondervergünstigungen mit sich bringt; ^weis [...vajs] <Adv.> (österr.
ugs.): einzeln: e. sichtbar werden; -wert, der: Wert eines
einzelnen Stückes aus einer Gesamtheit; -Wertung» die
i Sport): Wertung der einzelnen Sportler, die in einer
Mannschaft gestartet sind: in der E. liegt er auf Platz zwei;
-wesen, das: einzelner Mensch, einzelnes Lebewesen.
Individuum; -Wettbewerb, der (Sport); -Wirtschaft, die: Kommt
man in der Kommune ... von der E. zum gemeinsamen
Wirtschaften (Wohngruppe 122); bäuerliche -en (Fraenkel.
Staat 24); -wissen, das: Wissen, das Einzelheiten, einzelne
od. vereinzelte Sachverhalte. Gegenstände betrifft:
naturwissenschaftliches E.; -Wissenschaft, die: Wissenschaft, die
nicht in den Bereich der Philosophie gehört, welche ihrerseits
als Gesamtwissenschaft angesehen wird, dazu: -wissen-
xhaftlich <Adj.; o. Steig.); -zeit, die (Sport): für den
einzelnen Staffelläufer. -Schwimmer usw. gemessene Zeit: die -en
herausstoppen; -zelie, die: 1. Zelle in einem Gefängnis,
inder ein Häftling in Einzelhaft untergebracht ist. 2. (Biol.)
einzelne Zelle einer Kolonie von einzelligen Organismen;
-znmer, das: für eine Person vorgesehenes Zimmer in
einem Hotel od. Krankenhaus: er hat im Hotel ein E.
(Ggs.: Doppelzimmer) bestellt.
Einzelheit, die; -. -en: a) /kleines: einzelnes Teil. Teilstück
. eines größeren Ganzen); Detail: interessante, [uniwichtige
-en: -en der Architektur waren auf der Fotografie nicht
zu erkennen; das Gemälde war bis in die kleinste E.
ausgearbeitet; b) einzelner Umstand. Vorgang (eines größeren
Zusatnmenhangs); Detail: sich an alle -en bei einer
Begegnung erinnern; nicht auf jede E. eines Briefes eingehen;
etw. bis in alle -en kennen, festlegen, beschreiben.
Einzeller Caintscle], der; -s. - (Biol.): einzelliges Lebewesen;
einzellig ['aintseli^l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Biol.):
aus nur einer Zelle bestehend.
einzeln ['aintsfn; mhd. einzel. zu mhd. einez. ahd. einaz
= einzeln, zu t!ein] <Adj.; o. Steig.): 1. <nicht adv.> für
sich allein, nicht mit anderen zusammen, gesondert: ein
-er Baum stand im Hof; Jeder -e Mitarbeiter; ein -er kann
wenig ausrichten; die Gäste kamen e.; bitte e. eintreten!;
Jeder Band ist e. zu kaufen; im -en (genauer) kann ich
darauf nicht eingehen; er ging bei seinem Bericht sehr
ins -e (in die Einzelheiten); <subst.:> vom Einzelnen zum
Ganzen fortschreiten. 2, vereinzelte/si. einiget s/.
wenige si: a) <Sg. Neutr.) -es will ich herausheben; -es bleibt
noch zu klären; b) <PI.) -e Regenschauer; es gab -e gute
Bilder: -e Pflanzen sind bei dem Frost zu Schaden
gekommen: -e sagen, daß ...
einzelnstehend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): vereinzelt, nicht
in einer größeren Anzahl an einer Stelle stehend,
vorkommend o. ä.: ein -er Baum; einige -e Häuser.
einzementieren <sw. V.; hat): mit Hilfe von Zement an einer
dafür vorgesehenen Stelle verankern, festmachen: das
Waschbecken war in die/in der Wand einzementiert; aber
der Stein, der die Mauer oben krönte, war nicht sehr
fest einzementiert (Genet [Übers.). Miracle 264);
einzementierte Grabplatten; Ü die Spaltung Deutschlands e.; <Abl.:>
Efrizementienmg, die; -. -en.
einziehbar [aintsi:ba:g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
geartet, daß man es einziehen (2, 6, 8. 9) kann; Einziehdecke,
die; -. -n: die Zehen .... die unten am Hotelbett am Ende
der leichten E. hervorlugten (Zwerenz. Quadriga 148);
einziehen <unr. V.) /vgl. eingezogen/: 1. (hat) a) durch
Hineinziehen an einer bestimmten Stelle einfügen: einen
Faden [in die Nadel], ein Gummiband [in den Bund] e.;
ein Kabel e. (verlegen); (landsch.; mit der
Nebenvorstellung des Unabsichtlichen.) ich habe mir einen Splitter
in die Hand eingezogen; b) einbauend einfügen: eine
Zwischenwand. Balken, einen Balkon e. 2. ziehend einholen;
flach innen, nach unten, an seinen Ausgangsort zurückziehen
<hat): die Fahne, die Netze, die Segel, die Ruder, das
Fahrgestell e.; die Fühler, den Kopf, den Bauch e.. der
Hund hatte den Schwanz eingezogen (zwischen die Beine
eingeklemmt). 3. in sich hineinsaugen; einatmen <hat>: die
Luft e.; den Duft einer Blume durch die Nase e. 4.
eindringen; von etw. völlig aufgesogen, aufgenommen werden Ost):
die Feuchtigkeit ist in den Boden eingezogen; die Creme
zieht rasch [in die Haut) ein. 5. sich lin einer Gruppe,
einer Formation o.a.) gehend, marschierend od. fahrend
in einen Ort. in einen umschlossenen Bereich / hinein [begeben
<ist>: die Sportler zogen [ins Stadion] ein; Ü die Partei
ist mit 10 Abgeordneten in den Landtag eingezogen (ist
... in den Landtag gekommen); die Mannschaft ist in die
Endrunde eingezogen (Sport; hat die Endrunde erreicht)'.
(geh.:) bald zieht der Frühling ein; endlich zog wieder
Gemütlichkeit in unser/in unserem Haus ein; Ein neuer
Geist war mit dem stellvertretenden Ordinarius in die
Klasse eingezogen (Th. Mann. Hoheit 243). 6. svw.
feinberufen (2): der Jahrgang 1950 wurde in diesem Jahr
eingezogen; er wurde zur Marine eingezogen. 7. mit seinem Besitz,
seiner beweglichen Habe in eine Wohnung o. ä. ziehen <ist>
(Ggs.: ausziehen 4): ein neuer Mieter ist [in die Wohnung]
eingezogen. 8. <hat) a) einen Geldbetrag, auf den man
Anspruch hat. anfordern u. beitreiben: Gelder, Steuern e.;
b) (von staatlicher Seite) jmds. Besitz beschlagnahmen,
konfiszieren: jmds. Vermögen e. 9. <hat> a) für ungültig
erklären u. aus dem Verkehr ziehen: Münzen. Banknoten
e.; b) eine Vakanz nicht mehr besetzen: Ämter. Stellen
e. 10. (Amtsspr.) einholen, einfordern; sich geben lassen
<hat>: Nachrichten. Erkundigungen [über Jmdn.. etw.] e.
11. (Druckw.) (von Zeilen. Einzelwörtern) weiter rechts
beginnen lassen als den übrigen Satz <hat>: eine halbe Zeile
e.; <Abl. zu 8 a:> Einzieher, der; -s, -: jmd.. der Geldbeträge
einzieht, beitreibt; Kassierer; Eijnziehschacht, der; -[e]s,
...schachte (Bergbau): Schacht, durch den frische Luft
eingezogen (3) wird; Einziehung, die; -. -en: Subst. zu t einziehen
(1.2.5-11).
einzig faintsn;; mhd. einzec. zu: einez. teinzeln]: I. <Adj.)
a) <o. Komp.; Sup. ugs.: -ste) alleinig; nicht mehrfach
vorkommend o.a.: meine -e Sorge ist. daß wir den Zug
versäumen könnten; das ist der -e Weg; wir waren die
-en [Gäste]; das ist das -e. (ugs.:) -ste. was sich erreichen
ließ; du als -er/als der -e hattest etwas dagegen; es war
ihr -er Sohn; <subst.:> unser Einziger (einziger Sohn);
<intensivierend nach Zahlwörtern:) es gab nur einen -en
Überlebenden; die Umgebung war ein -es Trümmerfeld
(war völlig zertrümmert); b) <o. Steig.) (geh.)
unvergleichlich, einzigartig, wie es nicht häufig vorkommt: etw.. jmd.
ist e. in seiner Art; diese Leistung steht e. da; darin bist
du wirklich e.; (intensivierend bei Adj.:) es war ein e.
schöner Tag. II. <Adv.) allein, ausschließlich, nur: e. er
konnte sich nicht entscheiden; das ist der e. gangbare
Weg; das ist das e. Richtige; *e. und allein (nur ... w.
niemand, nichts sonst): e. und allein er ist schuld an der
Sache; einzigartig [auch: '—'—] <Adj.; o. Steig.):
unvergleichlich in seiner Art; einmalig (2). unbeschreiblich:
Farben von -er Leuchtkraft; dieser Vorgang ist e. in der
Geschichte, steht e. da; <Abl.:) Einzigartigkeit, die; -. -en
665
Einzigkeit
<P1. selten); Einzigkeit, die; -: svw. t Einzigartigkeit: Jaa-
kobs Gott, den er größer glaubte ... bis zur E. (Th. Mann,
Joseph 251); Im Schatze Augusts des Starken ... befindet
sich eine Kaffeekanne .... ein bombastisch-barbarisches
Stück von großer und prachtvoller E. (Jacob, Kaffee 144).
Einzjmmer-: -apartment, das: -appartement. das;
-Wohnung, die.
einzingebi faintsinglnl <sw. V.; hat) (selten): svw.
tumzingeln, umstellen: Sie zingelten ihn ein und umtanzten ihn
... mit mittanzendem Lederball (Grass. Hundejahre 114).
einzuckern <sw. V.; hat): [zum Zwecke der Konservierungi
mit viel Zucker bestreuen u. vermengen od. mit einer
konzentrierten Zuckerlösung übergießen: Erdbeeren. Blaubeeren.
Johannisbeeren e.
Einzug, der; -[eis. Einzüge: 1. das Einziehen (2. S. 7). 2.
(Druckw.) Abstand vom linken Zeilenrand: eine Zeile mit
E. setzen.
Einzüger ['ajntsy:ge], der; -s, -: 1. mit einem Zug zu lösende
Schachaufgabe. 2. (Schweiz.): svw. t Kassierer.
ginzugs-, Einzugs-: -bereich, der, seltener: das: Bereich,
weiterer Umkreis, aus dem der Zustrom zu einem
wirtschaftlichen o. ä. Zentrum erfolgt: Einzelhandelsgeschäfte
aufzugeben, die im E. eines Warenhauses liegen (DM 1. 1966.
64); die nach Millionen zählenden Zuschauer im E. des
Westdeutschen Femsehens (Hörzu 41,1974,12); -ermäch-
tigung, die: von einem Kontoinhaber erteilte Ermächtigung
zum / regelmäßigen/ Einziehen ei fies Geldbetrags von seinem
Bankkonto: -^feier, die: Feier aus Anlaß des Einzugs / in
eine Wohnung]: -fertig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): fertig
für den Einzug: eine -e Wohnung; -gebiet, das: 1. svw.
t^bereich: vom Urlaubsort ... aus im weiten E. kostenlos
alle Einrichtungen zu benutzen, die ... (MM Reisebeilage
19.7.69,5). 2. (Geogr.) durch Wasserscheiden eingegrenztes
Gebiet eines größeren Flusses mit seinen Nebenflüssen: -man-
dat, das (Schweiz.): Nachnahmesendung: --marsch, der: bei
einem festlichen Einzug zu spielender Marsch: -schmaus,
der: vgl. ^feier; -verfahren, das: Form des bargeldlosen
Zahlungsverkehrs zur Begleichung von Verbindlichkeiten.
einzwängen<sw. V.; hat): mit Gewalt in etw. I hinein]zwängen,
in etw. verstauen, unterbringen: er zwängte die großen
Gepäckstücke in den Kofferraum ein; Der linke Arm würgt
... den Lapithen. dessen Kopf er ... gegen seine Flanke
preßt und einzwängt (Bild. Kunst I, 34); <e. + sich:)
sich in ein beengendes Kleidungsstück e.; er stand
eingezwängt (sehr beengt, seiner Bewegungsfreiheit beraubt) in
der Straßenbahn; Ü er fühlte sich in starre Konventionen
eingezwängt; <Abl.:> Einzwängung, die: -, -en.
Einzwirramg.diefTextilind.): Verkürzung (von Garnen usw.)
durch Drehen beim Zwirnen.
Einzylinder, der; -s, - (Technik): kurz für t Einzylindermotor;
Einzylindermaschine, die; -, -n: vgl. Einzylindermotor; Ein-
zylindennotor, der; -s, -en: Motor mit nur einem Zylinder.
Eis [als], das; -es [1: mhd., ahd. is; 2: LÜ von frz. glacel:
1. a) gefrorenes Wasser: blankes, spiegelglattes, dickes,
brüchiges E.; das E. kracht, bricht, trägt noch nicht (ist
noch nicht fest genug), schmilzt; ein Faß Bier, eine Flasche
Sekt auf E. legen; nehmen Sie E. (Eiswürfel) in den
Whisky?; morgen gehen wir aufs E. (laufen wir Schlittschuh):
bei Schnee und E.; Der Polarforscher, der im ewigen E.
ausharrt (Habe. Im Namen 94); Ü nach dem ersten Drink
war das E. gebrochen (hatte sich die Stimmung gelockert):
wenn einmal das E. gebrochen ist (die ersten Hemmungen
beseitigt sind), werdet ihr sicher gute Freunde werden;
* etw. auf E. legen (ugs.: 1. verschieben, unterbrechen,
vorläufig nicht weiter bearbeiten od. fortfuhren: der Plan wurde
auf E. gelegt; die Verhandlungen wurden auf E. gelegt.
2. zurücklegen, sparen: ein paar Tausender auf E. legen);
jmdn. auf E. legen (salopp; / vorläufig] zurückstellen: für
spätere Verwendung vormerken); b) (Eishockey) Spielfläche:
das E. verlassen müssen; aufs E. zurückkehren; auf
eigenem, fremdem E. (im eigenen, fremden Stadion). 2.
künstlich gefrorene Süßspeise, Speiseeis, Gefrorenes: E. am Stiel;
E. mit Früchten. Sahne; ein. zwei E. essen; E. lutschen,
(südd.:) schlecken; gehen wir E. essen!
fife-, 'Efc- (Eis 1; vgl. auch: ^is- u. Eises-): -ähnlich <AdJ.>:
-e Kristalle; -bahn, die: Eisfläche zum Schlittschuhlaufen,
Schlittschuhbahn: auf die E. gehen; -bank, die: Anhäufung
von Treib-, Packeis: -bär, der: Vertreter einer um die Arktis
verbreiteten Bärenart mit kräftigem Körperbau u. weißem
bis gelblichweißem Fell, dazu: -bÄr(en]fell,das: er... machte
... seine Gildenwitze, von wegen Eisbärfell und
Stellungswechsel (Kant. Impressum 184). -bftrengehege, das; -bar-
riere, die (Fachspr.): mehr od. weniger großräumige Barriere
aus Eis: Man gewöhne sich an. einem Hängegletscher
oder einer E. möglichst aus dem Wege zu gehen (Eiden-
schink. Eis 121); -behälter, der; -beil, das (Bergsteigen):
Gerät, das eine Kombination von Eispickel u. Eishammer
darstellt: -bein, das [1: nach dem früheren Brauch, aus
gespaltenen Röhrenknochen großer Schlachttiere
Schlittschuhe herzustellen, also eigtl. = zum Eislauf geeigneter
Knochenl: 1. gepökeltes u. gekochtes Schweinebein. 2.
<P1.) (ugs. scherzh.) kalte Füße: beim Warten hab' ich
-e bekommen; +-e bekommen/kriegen (svw. kalte fFüße
bekommen); -berg, der: von einem Gletscher abgebrochene,
im Meer schwimmende Eismasse mit aus dem Wasser
herausragender Spitze: nach Süden treibende -e; Ü Die Größe
und Bedeutung des Agentenrings deutete ein Sprecher ...
an. daß bisher wahrscheinlich nur die Spitze eines roten
-s sichtbar geworden sei (MM 6. 3. 70. 1); -beutel, der:
bei Fieber o.a. zur Kühlung dienender, mit Eisstückchen
gefüllter Gummi- od. Kunststoffbeutel: -bikhmg, die;
^blase, die: svw. f ^beutel; -Wau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
grünlichblau: ein -er Himmel; -Wink [-blink), der; -s, -e
(Met.): Widerschein des Polareises am Horizont: -block,
der <P1. -blocke); -blume, die <meist PI.): Eisbildung in
vielfältigen Kristallisationen, z.B. bei der Vereisung von
Wasserdampf an Fensterscheiben, dazu: -Mumenglas, das
<o. PI.): mit Mustern in der Art von Eisblumen überzogenes
Mattglas: -boden. der (Fachspr.): stätuiig gefrorene
Bodenschicht (in kalten Regionen): -bonbon, der od. (österr.
nur:) das: kühlender, erfrischender Bonbon: -boßein, das:
svw. t ^schießen; -brecher. der: 1. Schiff mit spezieller
Ausrüstung zum Freihalten der Schiffahrtswege von Eis:
Ü er betätigte sich als E. (ugs.; er lockerte die Stimmung
auf); Ein Pakistani machte den „Eisbrecher" (stellte bei
einer Diskussion zwischen Indern u. Pakistani den Kontakt
her: MM 17. 12. 71,6). 2. keilförmiger Vorbau an
Brückenpfeilern zum Schutz gegen Treibeis: -bruch, der <P1. -brü-
che): Abbruch von / Gletscher]eis durch eine Geländestufe:
Die gefährlichste Zeit für die Begehung eines -es ist in
den Mittags- und Nachmittagsstunden (Eidenschink, Eis
37); -decke, die: Eisschicht, die etw. bedeckt: eine dicke,
geschlossene E. bedeckte den Teich; ^drift, die; -drink,
der: Drink mit Eiswürfeln: -ente, die: (weißbraune)
arktische Meerente: -essig, der: wasserfreie (bei J6,6°C zu
eisähnlichen Kristallen erstarrende) Essigsäure: -fabrik,
die: Fabrik, die Kunsteis herstellt: -fach, das:
Kühlschrankfach (Temperatur unter 0°); -färben <P1.) (Textilind.):
Azofarbstoffe auf Geweben: -feld, das: größere vereiste
Fläche: -ftsdierei, die: Netzfischerei unter dem Eis: -fläche,
die: vom Eis gebildete Fläche: -frei <Adj.; o. Steig.; nicht
adv. >: von Eis befreit, frei von Eis: -fuchs, der: svw.!
Polarfuchs; -gang, der: das Abschwimmen (1 a) der winterlichen
Eisdecke auf fließenden Gewässern: -ganger, der: svw.
t^geher; -gefahr, die <o. PI.): Warnung vor E.; -geher,
der (Bergsteigen): Gletscherwanderer: die Beherrschung der
Steigeisentechnik sowie des Stufenschlagens macht erst
den vollkommenen E. (Eidenschink. Eis 42); -gekühlt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Eis gekühlt, im Kühlschrank
gekühlt: -e Getränke; -getränk, das: Getränk mit Speiseeis
od. mit Eiswürfeln: -glatt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
a) ['—1 glatt von Eis: die Straße war e.; b) ['-'-1 (ugs.)
so glatt wie Eis, sehr glatt: der Boden ist ja e.!; -glätte.
die: Warnung vor Schnee- und Eisglätte; -grau <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): -es Haar; sein Bart war e.; -grenze,
die (Geol.): Grenze, bis zu der die Gletscher vordringen:
-hacke* die; -hai, der: auf der Oberseite aschgrauer, auf
der Unterseite weißlicher, gefräßiger Hochseehai der
arktischen Meere: Grönlandhai: -haken, der (Bergsteigen): mit
Widerhaken versehener Metallstift, der zur Absicherung in
das Eis geschlagen wird: -hammer, der: Hammer zum
Einschlagen der Eishaken. Schlagen von Tritten u.a.: --hang,
der: vereister Hang: -hauch, der: eisiger Hauch. Wind:
^heiligen <P1>: volkst. Bez. für bestimmte Tage im Mai
(nordd.: 11.-13., südd.: 12.-15.) mit erhöhter Frostgefahr:
-hockey, das (Sport): dem Hockey ähnliches hartes
Mannschaftsspiel auf Schlittschuhen, dazu: -bockeyländerspiel,
das, -bockeymannschaft, die, -hockey seh läger, der. -hok-
keysdilittsduih, der. -bockeyspieler, der; -höhle, die: /
ständig i vereiste Höhle: -lacht, die: segelbootartiger Schlitten
666
Eis-
zum Eissegeln; -kalt <Adj.; o. Steig.): 1. sehr kalt: ein -es
Getränk; -es Wasser; der Fluß ist e.; meine Hände sind
c; einen Cocktail e. servieren; Ü ihm wurde e.. es lief
ihm e. über den Rücken, es durchlief ihn e. (er
schauderte) bei diesem Gedanken. 2. a) völlig gefühllos,
abneisend: ein -er Blick. Mensch, Verbrecher; b) sehr
nüchtern, von keinerlei Gefühlswerten od. -regungen bestimmt:
< Überlegungen. Berechnungen anstellen; daß sie ( = die
Eiskunstläuferin)... nur e. demonstrierte, was sie in vielen
Jahren mit ungeheurem Fleiß gelernt hatte (Maegerlein.
Triumph 20); -kälte, die: sehr große Kälte; -kamin, der
(Bergsteigen): vereister Kamin; -kanal, der (Sport Jargon):
ausgebaute, vereiste Bahn für Rennen mit Rodel od. Bob;
Etappe, die: (Nord- bzw. Südpol, eine Erhebutig. einen
Vorsprung bedeckende) Kappe aus Eis; -kästen, der (südd..
österr.): svw. tKühlschrank; -keller, der (früher): mit
Eisblöcken gekühlter Kellerraum zur gewerblichen Lagerung
von Bier od. Wein: hier ist es [kalt] wie in einem E.;
U (ugs.:) das Zimmer ist ein E.; -klettere!, die. -klettern,
das (Bergsteigen): das Klettern im Eis (im Unterschied
zum Felsklettern); -klima, das (Met.); -khift, die: 1. Kluft
im Eis. 2. vereiste Kluft. 3. durch Frost verursachte Spalte
' z. B. in Baumstämmen), dazu: -klüftig <Adj.; nicht adv.>:
1. eine od. mehrere Eisklüfte (1) aufweisend. 2. eine od.
mehrere Eisklüfte (2) aufweisend. 3. eine od. mehrere
Eisklüfte (3) aufweisend; -klumpen, der; -körn, das (meist
PI.); -kraut, das: ursprünglich im Kapland heimisches, in
unterschiedlichen Farben blühendes Kraut mit fleischigen,
dicken Blättern, die mit großen, wassergefüllten, wie
Eisperlen glänzenden Papillen besetzt sind (Zierpflanze; in
Mittelmeerländern auch Salat- u. Gemüsepflanze); -krtstall, der
<meist PL): in Kristallform gefrorenes Wasserteilchen;
-kruste, die: die Fensterscheiben waren mit einer E.
überzogen; -kübel. der: Kübel, in dem Getränke mit Eisstücken
kühl gehalten werden; -kühler, der: Gefäß, in dem Getränke
mit Eisstücken küfil gehalten werden (z.B. Eiskübel);
-kunstlauf, der (Sport): auf bestimmten Figuren u. Sprüngen
aufbauende künstlerische Form des Eislaufs; —kunstfauifen,
das; -s: vgl. -kunstlauf; -kunstläufer, der; -kunstliuferin,
die: w. Form zu T-kunstläufer; -loinstlaufwettbewerb, der;
-lauf, der: Fortbewegung auf dem Eis mit Schlittschuhen.
Schlittschuhlauf; -laufen <st. V.; ist): sie läuft sehr gern
eis; -laufen, das; -s; -läufer, der; -läuferin, die: w. Form
zu t-laufen -lawine, die: der abgebrochene Gletscher
löste eine riesige E. aus; -loch, das: Loch in der Eisdecke;
-krft, die: eisige Luft; -mann, der <P1. -männer): 1. (ugs.)
Mann, der Eis ausfährt, austrägt; vgl. Eismann (2Eis-).
2. <P1.) (österr., auch südd.): svw. T-heiligen; -masse,
die; -meer, das: Pack- u. Treibeis führendes Meer in den
Polargebieten; -meldedienst, der: Meldedienst [für die
Schiffahrt I. der Nachrichten über den Stand der Vereisung
bringt; -monat, -mond, der (veraltet): Januar; -möwe,
die: große, weiße arktische Möwe (im Winter auch an den
Meeresküsten der gemäßigten Regionen); -nadel, die <meist
PI): Eiskristall in Form eines Stäbchens; -nebel, der: Nebel
aus feinsten Eiskristallen; -palast, der: 1. hallenartiges
Gebäude mit künstlicher Eisbahn für den Eiskunstlauf- 2. (ugs.
scherzh.) eiskalte Wohnung, eiskaltes Zimmer. 3. (dichter.)
Palast aus Eis: -ganzer, der: bedeckende, einhüllende
Eisschicht; -papier, das: Papier mit einer aufgetragenen
Flüssigkeit, die beim Auftrocknen dem Moire' ähnliche Muster
hervorruft; -perle, die: gefrorener Wassertropfen in Form
einer Perle: wie -n glänzen; -pflanze, die: ungenaue volkst.
Bez. für wasserspeichernde Pflanzen (z. B. Fetthenne u. a.);
-pflüg, der: Gerät zum Aufteilen von Eis in handelsgerechte
viereckige Stücke: -pickel, der (Bergsteigen):
Ausrüstungsgegenstand des Bergsteigers zum Aufhacken von Eis u.
festem Schnee: mit dem E. Stufen ins Eis schlagen; -prinz,
der (ugs.): berühmter u. beliebter Eiskunstläufer;
-Prinzessin, die: w. Form zu t -prinz; -punkt, der: Gefrierpunkt;
--regen, der: 1. Niederschlag aus Eiskörnern. 2. unterkühlter
Regen, der beim Auf treffen zu ! Glatt] eis gefriert; -region,
die: Region des ewigen Eises; -reifen, der <meist PL):
Winterreifen (insbes. mit Spikes); -revue, die: Revue, die
mit Schlittschuhen auf einer Eisfläche dargeboten wird; -rie-
se, der (geh.): riesiger, von Eis bedeckter Berg; -salat,
der: svw. tKrachsalat; -schlcht, (österr.:) -schichte, die:
der Fluß war von einer dicken Eisschicht bedeckt;
-schießen, (älter:) ^stockschießen, das; -s (Sport): /
Mannschafts I spiel, bei dem die Spieler Eisstöcke auf einer
Eisfläche möglichst dicht an ein vorgegebenes Ziel herangleiten
lassen; -schütten, der: vgl. Eisjacht; -schmelze, die: das
Schmelzen des Eises bei Tauwetter; -Schnellauf, der (Sport):
auf einer Eisbahn auf Schlittschuhen ausgetragener
Wettkampf im Schneilaufen; -Schnelläufen, das; -s: vgl. -schnell-
lauf; -Schnelläufer, der; -schnelläuferin, die: w. Form zu
f -Schnelläufer; -schnellaufwettbewerb, der; -schölle, die:
großes Stück Treibeis; -schrank, der: a) svw. t
Kühlschrank; b) früher zum Kühlhalten verwendeter
schrankartiger Behälter mit isolierenden Wänden u. einer
Blockeisfüllung; -schraube, die: vgl. -haken; -segeln, das; -s (Sport):
Segeln mit einer Eisjacht od. auf Schlittschuhen mit einem
Handsegel; -spalte, die: 1. Spalte im Eis: in eine E. fallen.
2. vereiste i Fels /spalte; -speedwayrennen, das (Sport):
Speedwayrennen auf dem Eis; -sport, der: Gesamtheit der
auf dem Eis betriebenen Sportarten; -Stadion, das: als
Stadion angelegte Eisbahn; -stand, der: Zustand eines Flusses
bezüglich seiner Eisdecke u. seines Wasserstandes; -stau,
der: in Flüssen aufgestautes Eis; -staub, der; -Stausee,
der: durch / vorübergehende/ Aufstauung von Gesteinsschutt
u. Eis entstandener Gletschersee; -stock, der: mit einem
Griff versehene, eisenbeschlagene Holzscheibe zum
Eisschießen, dazu: -stocksdiieöen, das; -s: svw. t-schießen;
-Stollen, der (Ballspiele): Stollen an Sportschuhen (aus weichem
Gummi) für vereiste u. gefrorene Plätze; -stoß, der (österr..
auch südd.): svw. t-stau; -stück, das. Vkl.: -Stückchen,
das; -Sturmvogel, der: möwenähnlicher Sturmvogel der
nördlichen Meere; -tage <P1.) (Met.): Tage, an denen die
höchste Temperatur unter Null bleibt; -tanz, der (Sport):
Disziplin des Eislaufs, bei der Paare Schritte tänzerischen
Charakters im Rhythmus der Musik laufen, dazu: -tfinzer,
der; -taucher, der: fischefressender, gänsegroßer,
schwarzweißer Seetaucher; -technüt, die (Bergsteigen): Technik
des Bergsteigens im Eis; -tour, die (Bergsteigen): Bergtour
im Eis; -trümmer <PI.); -Umschlag, der (Med.): Umschlag
mit Eisbeutel; -vogel, der [1: mhd. Isvogel. ahd. Isvogal.
zu: Isaro = Eisaar (man nahm an. daß der Eisvogel im
Winter brütet), umgedeutet aus: Isarno(vogal), eigtl. =
Eisen(vogel) (nach seinem blauglänzenden Gefieder)]: 1.
Vertreter einer einheimischen Gattung farbenprächtiger
Rackenvögel mit breitem Schnabel. 2. Vertreter einer
Gattung von Tagfaltern, deren braune Flügeloberseite weiße
Flecke hat; -wagen, der: Wagen, der Kunsteis ausfährt;
-wand, die: vereiste Bergwand; -warndienst, der:
Einrichtung zur Warnung der Schiffahrt vor Eisgefahr; -wasser,
das <o. PI.): 1. eiskaltes Wasser. 2. Wasser mit Eisstücken.
3. Schmelzwasser; -wein, der: gehaltvoller Wein aus
Trauben, in denen das Wasser des Saftes bei der Lese u. bei
der Kelterung gefroren ist; -wölke, die (Met.): Wolke aus
Eiskristallen (z. B. Zirruswolke); -wolle, die: langfaserige,
glänzende Strickwolle; -Würfel, der: Kunsteis in Form von
kleinen Würfeln !zum Kühlen von Getränken/, dazu: -wür-
felbehälter, der. -würfelschale, die: würfelförmig unterteilte
Schale, in der im Kühlschrank Eiswürfel hergestellt werden;
-wüste, die; zacke, die; -zapfen, der: aus herabtropfendem,
sofort anfrierendem Wasser gebildeter Iherabhängender /
Zapfen; -zeit, die: 1. Zeitraum der Erdgeschichte, bes.
im Pleistozän. für den ein Absinken der Temperaturen u.
-damit verbunden- eine Ausdehnung der Gletscherbildung
u. des Inlandeises charakteristisch sind: die erste, letzte
E. unserer Erdgeschichte. 2. <o. PDvolkst. Bez. fürTPleisto-
zän. Eiszeitalter, dazu: -Zeitalter, das: svw. t Pleistozän.
-zeitgletscher, der. -zeitlich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
der Eiszeit zuzuordnen, zugehörig: der -e Mensch; -e
Gletscherablagerungen, -zeitmensch, der: Mensch, der in der
od. einer Eiszeit gelebt hat; -zone, die: Zone der Vereisung
(z. B. im Hochgebirge); -zunge,die: zungenförmige Eiszone.
2Eis- (Eis 2; vgl. auch: eis-. 'Eis-): -baiser, das; -bar, die:
vgl. -diele; -becher, der: a) in einem kelchartigen Gefäß
angerichtete größere Portion Eis i mit Sahne u. anderen
Zutaten!: der E. schmeckt gut; einen E. bestellen, essen;
b) Becher für Speiseeis: ein silberner E.; -bombe, die:
in einer Halbkugel- od. Kegelform gefrorenes Speiseeis;
-bude,die; -cafe.das: Cafe, indem vor allem Eisspezialitäten
zum Verzehr od. zum Verkauf über die Straße angeboten
werden; -creme, die: Speiseeis. Sahneeis; -diele, die: kleines
Lokal, in dem Eis über die Straße verkauft bzw. zum Verzehr
angeboten wird; -kaflee, der: kalter Kaffee mit Eis u. Sahne;
-konditor, der: Konditor für Speiseeis u. Erzeugnisse, die
unter Verwendung von Speiseeis hergestellt werden; -kon-
667
eisen
sim, der; hieran, die: svw. T^creme; -löflel, der: nach
vorne abgeflachter Löffel zum Essen von Speiseeis; mduiu
der <P1. -männer): jmd., der mit einem Fahrzeug, einem
Wagen ein bewohntes Gebiet durchquert u. dabei Speiseeis
verkauft; vgl. Eismann (eis-. 'Eis-); -maschine, die:
Maschine zur Herstellung von Speiseeis; -merimie, die; -pulver,
das: Pulver zur Herstellung von Speiseeis; -salon. der: svw.
T^cafö; -schale, die: vgl. -becher (b); -Schokolade, die:
kalte Trinkschokolade mit Eis u. Salme; -Spezialität, die
(meist PI.): ein Cafe mit erstklassigen -en; -stand, der:
Verkaufsstand für Speiseeis; -forte, die: Torte mit Speiseeis
od. Halbgefrorenem; -tüte, die: Waffel in Form einer Tüte,
in der kleine Portionen Eis verkauft werden; -Verkäufer,
der; -Verkäuferin, die: w. Form zu t ^Verkäufer; -waffel,
die: Waffel, die zum Eis gegessen wird.
eisen ['aizn] <sw. V.; hat) (selten): einfrieren; mit Eis
versetzen; <bes. im 2. Part.:) geeiste Melonen; geeiste Sahne;
Überhaupt war alles geeist ...: ein Glas Pflaumensaft (K.
Mann, Wendepunkt 164).
Eisen [-1, das; -s, - [mhd. Jse(r)n. ahd. Isa(r)n): 1. <o. PI.)
chemischer Grundstoff ein silberweißes, weiches, in feuchter
Luft leicht rostendes Schwermetall (Zeichen: Feit
Ferrum!): rotglühendes, flüssiges, rostiges E.; etw. ist fest,
hart wie E.; E. schmieden, glühen, abschrecken, in Formen
gießen; ein Stück E.; ein Türschloß aus E.; er ist wie
von E. (unverwüstlich); Spinat enthält viel E. (Mineral
für den Stoffwechsel des Organismus); Spr man muß das
E. schmieden, solange es heiß ist (man mulS den rechten
Augenblick nützen). 2. Gegenstand aus Eisen; Schlägel und
E. (Bergmannswerkzeuge); die blitzenden E. (geh.; Huf-
eisen) der Pferde: das E. (Jägerspr.; Fangeisen. Falle) war
zugeschnappt; durch das E. (dichter., sonst veraltet;
Schwert) sterben; Jmdn. in E. (dichter., sonst veraltet;
Ketten. Fesseln) legen, schließen: eine mit E. (Eisenbändern,
Beschlägen) beschlagene Truhe; Eislaufstiefel Stubert mit
englischen E. (Schlittschuhen) nur Fr. 68- (Bund 4. 10.
68. 50); das E. (Golf; den Eisenschläger) führen lernen:
das gegnerische E. (Fechten; die gegnerische Klinge)
berühren; er stemmt an einem Trainingstag bis zu 30 Tonnen
E. (Gewichtheben Jargon; Gewicht, das gestemmt wird):
♦ein heißes E. anfassen/anpacken/anriihren (eine bedenk-
liehe, heikle Sache, ein unbeliebtes Thema aufgreifen; nach
einem mittelalterlichen Gottesurteil, bei dem der
Angeklagte seine Unschuld dadurch beweisen sollte, daß er
ein Stück heißes Eisen in die Hand nahm, ohne dabei
Verbrennungen zu erleiden), daraus verkürzt: ein heißes
E.: dieses Thema ist für ihn ein heißes E.; zwei/mehrane/noch
ein E. im Feuer haben (ugs.; mehr als eine Möglichkeit,
in jedem Fall einen Ausweg haben): etw. zum alten E. werfen/
lesen (ugs.; als überholt, unbrauchbar ansehen u. nicht mehr
nutzen): Ohne auf Subventionen zu warten, hat ... IBM
...die herkömmliche Fließbandarbeit zum alten E. geworfen
(Zeit 6. 6. 75. 19); zum alten E. gehören/zählen (ugs.; aus
Altersgründen nicht mehr gebraucht werden). 3. (ugs.) kurz
für t Eisenpräparat: sie muß E. schlucken.
eisen-. Eben-: -ader, die: Ader (3 d). die aus Eisenerz besteht.
-arbeitender: vgl. -gießen -armierung.die (Bauw.):
Einlagen zur Verstärkung von Betonbauten; vgl. Stahlarmierung;
-asbest, der (Technik): faserige, weiße Materie aus
Kieselsäure, wie sie sich in den Fugen von Hochöfen bildet; -bahn,
die: tEisenbahn u. Eisenbahn-; -bakterie, die (meist PI.)
(Biol.): eine der Bakterien, die Salze des zweiwertigen Eisens
aufnehmen u. diese zu dreiwertigem Eisen oxydieren; -band,
das <P1. -bänder); -bart. der in der Verbindung Doktor
E. (scherzh. Bez. für einen Arzt, der gern derbe Kuren
anwendet; nach dem dt. Wundarzt J. A. Eisenbarth
[1663-1727]); -bau. der <P1. -bauten): svw. tStahlbau;
-baute, die (Schweiz.): svw. f-bau; -beißer, der (ugs.
abwertend): Prahlhans. Raufbold; -bereifimg, die: Bereifung
mit Stafdbändern; -bergwerk, das: Bergwerk, in dem
Eisenerz gefördert wird; -beschhg, der: ein Tor mit
Eisenbeschlägen: -beschlagen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Schuhe
mit -en Absätzen; -beton, der: svw. t Stahlbeton; -bett,
das: Bett mit eisernem Gestell; ^bewehrt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): Die -e Stiefelspitze hatte ihn ... getroffen (Cot-
ton, Silver-Jet 9); -blech, das: svw. f Stahlblech; -block,
der <PI. -blocke): vgl. tStahlblock; -carbld: T-karbid;
-Chlorid, das (Chemie): Chlorid des Eisens (schwarzbraune,
glänzende Kristalle); -draht, der: Draht aus Stahl;
galvanisierter E.. dazu: -drahtstift, der: Stift aus Eisendraht; ^erz.
das (Mineral.): Eisen enthaltendes Erz. dazu: -erzablage-
rungen <PI.), -erzgewirauig, die. -Erzvorkommen, das
<meist PI.); -färbe, die: Farbe mit Eisenoxyden als
Hauptbestandteil; -färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in der
Farbe von Eisen, silbergrau; ein -er Backenbart; -farbig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Eisenfarbe enthaltend,
aufweisend; -feüspan,der (meist PI.); -feilstaub, der; -f^st <Adj.;
o. Steig.): 1. (nicht adv.) fest, hart wie Eisen. 2.a)
widerstandsfähig; b) standhaft; -fleck, der: rostbrauner Fleck
(in Kartoffeln), dazu: -fleckig <Adj.; nicht adv.):
Eisenflecke enthaltend, dazu: -fleckigkeit, die:
Kartoffelkrankheit (in der Knolle auftretende rostbraune Flecken, die beim
Kochen erhärten); -fresser, der (ugs. abwertend):
Aufschneider, Prahl/ums [in bezug auf den Kampfesmut J;
-führend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Eisenerz enthaltend; -e
Schichten; -gang« der: svw. f -ader; -garn, das: sehr festes,
stark appretiertes Baumwoll- od. Leinengarn, das durch
Wachsen u. Bürsten Glätte u. Glanz erhält; -gehalt, der:
Gesteine mit hoheoi E.; -gelinder, das; -«erat, das;
-geltet, das: Bau gerüst aus Eisen; -gestell, das; -gewinnung,
die; -gieÖer, der: jmd., der durch Gießen von flüssigem
Eisen in Formen Gegenstände herstellt (Berufsbez.); -gieße-
rei [ '_jf die: Betrieb für die Herstellung gußeiserner
Gegenstände; -gitter, das; MZbuiz, der (Geol.): grobkörniger
Hämatit; -«rau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -er Bart:
Vor dem aufblauenden Tag standen die -en Schatten von
vier Kriegsschiffen (Remarque. Triomphe 219); -guß, der
<o. PL): 1. das Gießen von geschmolzenem Eisen in
bestimmte Formen. 2. gegossenes Eisen, dazu: -guöwaren <P1.>;
-Hag, der (Schweiz.): Zaun. Gitter aus Eisen; -haken, der:
eiserner Haken; -haltig. (östenv.) -häftig <AdJ.; nicht
adv.): Eisen enthaltend; -e Minerale; Ü die LuA wurde
e. (ugs. scherzh.; es wurde geschossen): -hammer, der: l.a)
Schmiedehammer; b) großer, mechanisch betriebener
Hammer zur Bearbeitung von Eisen. 2. (veraltet) Werkstatt,
in der Eisen durch den Eisenhammer (1 b) bearbeitet wird.
Hammerwerk, -hindier, der: svw. Nwarenhändler;
-Handlung, die: svw. T-Warenhandlung; -h^rt <Adj.; o. Steig.):
sehr hart (wie Eisen); ein e. gefrorener Boden; Ü ... und
wer wußte von sich, ob er unter den körperlichen und
seelischen Foltern e. blieb ... (Apitz. Wölfe 134); ^hart,
das; -s: Eisenkraut (2); -bolz, das: sehr hartes, schwer zu
bearbeitendes Holz verschiedener außereuropäischer
Baumarten, dazu: -botzbaum, der; -hut, der: 1. Vertreter einer
als Heil- u. Zierpflanze verwendeten Gattung der
Hahnenfußgewächse. 2. (M A.) eiserner Helm, Sturmhaube mit Rand;
-hütte, die: svw. t-hüttenwerk. dazu: -Hüttenindustrie,
die. -Hüttenkombinat, das (DDR): Kombinat, in dem Eisen
gewonnen u. teilweise weiterverarbeitet wird, -Hüttenkunde,
die <o. PL): Metallurgie u. Technologie von Eisen u. Stahl,
-Hüttenwerk, das: Hüttenwerk, in dem Eisen aus Erzen
gewonnen u. teilweise weiter verarbeitet wird, -Hüttenwesen,
das; -Industrie, die: Industrie, die Eisen gewinnt u. zum
Teil weiterverarbeitet; -karbld, (ehem. fachspr.:) «*carbid.
das: sehr harte Eisen-Kohlenstoff- Verbindung, u. a. im Stahl
enthalten (dessen Härte mitbestimmend); -karbonat, das:
Karbonat des Eisens (wichtiges Eisenerz); -kern, der (Elek-
trot.): den Hohlraum einer stromdurchflossenen Spule
ausfüllender magnetisierbarer Massivkörper aus Eisen o.a.,
der die magnetische Induktion im Innern der Spule erhöhen
soll; -kette, die: eiserne Kette; -kies, der: Schwefelkies,
Pyrit; —kie9el, der: durch Eisenoxyde gelb, braun od. auch
rot gefärbter Quarz; -kitt, der: aus feinen Eisenspänen
u. Salmiaklösung hergestellte Masse zum Verbinden von
Eisenteilen od. von Eisen mit Stein; -klammer, die: -n
in den Fels einschlagen; -klinker, der (Bauw.): Klinker
mit hohem Eisengehalt; -koks, der (Technik): Mischung
von Gaskohle u. stark zerkleinertem Eisenerz zur Verhüttung
im Hochofen; -konstruktion, die: svw. tStahlkonstruktion;
-kraut, das: I. / Vertreter einer/ Gattung von Kräutern
u. Halbsträuchern mit gegen- od. quirbtändifen Blättern
u. röhr igen Blüten, die in endständigen, dichten Ähren stehen.
2, häufig cm Wegen u. Ackerrändern vorkommendes,
staudenbildendes Unkraut mit kleinen, in rutenförmigen Ähren
wachsenden, blaßlila Blüten; (Bot.:) Echtes E.; -krebs, der
(Metallurgie Jargon): Schwammigwerden von Gußeisen
durch innere Korrosion; -kur, die: Kur mit eisenhaltigen
Heilmitteln; -lack, der: zum Anstreichen von Eisen
geeigneter, aus Asphalt hergestellter schwarzbrauner Lack; -legie-
nmg, die: Legierung mit Eisen als hauptsächlichem Metall;
668
eisern
^k» <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: 1. ohne Eisen, ohne
Verwendung von Eisen / hergestellt]. 2. ohne Hufeisen: -e Pferde;
-lunae, die: vgl. -Staublunge; -hippe.die (Technik):
Klumpen aus Eisen: -mangan, das: svw. f Ferromangan; -man-
tel, der (Med.): durch E. hervorgerufene Krankheiten,
dazu: -mangelanimie, die (Med.); -metmige, die: durch
Röstung von Eisenerzen gewonnene Eisenfarbe: -nagel, der;
Miickelkies, der: svw. f Pentlandit; -niere, die (Fachspr.):
nierenförmige Konkretion von Brauneisenstein in Sand od.
Ton, Micker, der: vgl. ^farbe; -ofen, der: eiserner Ofen:
In jedem Bezirk sind Wärmehallen eingerichtet, in denen
meist alte Leute um einen E. kauern (Kinski, Erdbeermund
100); -oolith, der (Geol.. Mineral.): Oolith aus Eisenerz
vorwiegend Brauneisenstein. Eisenspat) in Sedimentform:
-oxid usw.: T-oxyd usw.; -oxyd, (ehem. fachspr.:) ~*oxid.
das: Verbindung von Eisen mit Sauerstoff, dazu: -oxydfar-
be, (ehem. fachspr.:) -oxidfarbe. die: Farbe mit Eisen als
Hauptbestandteil: -oxydul, (ehem. fachspr.:) -oxidul. das
o. PI.) (veraltet): sauerstoffärmeres Eisenoxyd: -panzer,
der (hist.): Panzer aus Eisen: einen E. tragen, anlegen;
-prtparat, das (Pharm.): Präparat mit einer
Eisenverbindung: -produkt, das; -Produktion, die; -quelle, die:
Mineralquelle mit einem Mindestanteil von 10 mg gelöstem Eisen
pro Liter Wasser. Eisenwasser: -radierung, die: Radierung,
bei der die Zeichnung auf eine Eisenplatte aufgetragen wird:
-rahm, der [zu mundartl. Rahm = Ruß. Schmutzkruste
imhd. räm = sich ansetzender Schmutz, bes. am Metall
der Rüstung)] (Mineral.): rote, pulverige Abart des Häma-
tits. dazu: -rahmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: Eisenrahm
enthaltend: -riegel, der: eiserner Riegel (z. B. an der Tür);
-ring, der: eiserner Ring: -rogenstein, der: svw. t-oolith;
-rüstung. die (hist.): eine E. tragen: -säae, die: einen
Metallstift mit der E. kürzen; -Säuerling, der:
kohlensäurehaltige Eisenquelle; -schaffend <Adj.) in der Fügung -e Industrie
Industrie der Eisengewinnung u. -Verhüttung): -schiefer,
der (Mineral.. Geol.): Hämatit in Form von [mit Quarz
durchsetztem] Schiefer: -schiene, die (Technik); -schim-
nel, der: eisengraues Pferd: -schlacke, die: Schlacke als
Rückstand bei der Eisenverhüttung: -schlag, der: (beim
Stoßfechten) starker Schlag mit der ganzen Stärke der
Klinge längs der Klinge des Gegners: -schliger, der (Golf):
Schläger mit einem Stahlkopf, der von der Schlagfläche
bis zur Rückseite verhältnismäßig schmal ist: -schmiede*
die: Werkstatt, in der Eisen bearbeitet wird: ^schitasig <Adj.;
nicht adv.> (Mineral.): (von Böden u. Gesteinen) von Eisen-
axyden durchsetzt u. dadurch gelb bis rotbraun gefärbt:
-schwamm, der: poröser, zusammengebackener
Metallkörper, der nach der Reduktion von Eisenerzen verbleibt:
-schwarz, das: 1. vgl. -färbe. 2. Antimonpulver zum Färben
von Gipsgegenständen. 3. Graphitmasse zum Schwärzen von
Bsen: -silidum, das: säurefeste Eisen-Silicium-Legierung:
-span9 der (meist Pl.>: svw. T^feilspan; -spat, das
(Mineral.): hell gelbbraunes Eisenerz: -spinell, der (Mineral.):
Spinell mit einer Beimischung von Eisen verbindungen: -spit-
ae, die: eiserne Spitze: ein Stock mit einer E.; -Stab, der,
Ständer, der: eiserner Ständer: -Stange, die; -staub, der.
dazu: -staublunse, die (Med.): durch Einatmung von
Eisenstaub hervorgerufene Lungenkrankheit: -Stoffwechsel, der
(Med.); -strebe, die; -sulfat,das:. als Färbemittel (Berliner
Blau) verwendetes] Sulfat des Eisens: -sulfid, das: Sulfid
des Eisens (wichtiges Eisenerz): ^teil, das: die -e werden
von einer ausländischen Firma geliefert; -tinktur, die
(Pharm.): eisenhaltige Lösung als Arzneimittel: -träger,
der: die Plattform ruht auf schweren -n; -treppe, die;
-tür, die; -verarbeitend <Adj.) in der Fügung -e Industrie;
-Verbindung, die (Chemie); -Verhüttung, die: Gewinnung
u. teilweise Weiterverarbeitung von Eisen: ^vitriol, das:
grünes, kristallisiertes Eisensulfat (im Pflanzenschutz t in
der Gerberei, zur Desinfektion, zur Desodorierung. in der
Tierheilkunde u. zur Holzkonservierung verwendet):
-Walzwerk, das; -waren <P1.>: [Gebrauchs/gegenstände aus
Eisen, dazu: -warenhändler. der. -warenhandhmg, die; -was-
ser, das: vgl. -quelle; -werk, das: svw. t-hüttenwerk;
-wichser, der (Eisenindustrie Jargon): Arbeiter, der auf
das Lackieren von Metall spezialisiert ist: -zeit, die:
frühgeschichtliche Kulturperiode. in der das Eisen das wichtigste
Rohmaterial für Waffen u. Werkzeuge war: nach der
Bronzezeit, etwa ab 800 v. Chr.. dazu: -zeitlich <AdJ.; o. Steig.;
nur attr.>: die Eisenzeit betreffend, zu ihr gehörend, aus
ihr stammend: -e Funde; -zeug, das <o. Pl.>: Eisengeräte.
Eisenbahn, die; -, -en: a) schienengebundenes
Fernverkehrsmittel mit eigenem Bahnkörper: damals, nach dem
Bombenangriff fuhr keine E.. verkehrten keine -en; mit der
E. fahren; etw. mit der/per E. befördern; * es ist [die]
[allerjhödiste E. (ugs.; es ist /aller/höchste Zeit: nach dem
Ausspruch ..es ist allerhöchste E.. die Zeit ist schon vor
3 Stunden anjekommen", den A. Glassbrenner [1810-76]
in einer humoristischen Szene einem zerstreuten Menschen
in den Mund legte); b) Schienenstrang: Strecke, auf der
die Eisenbahn (a) verkehrt: den Bau einer E. planen; die
Straße fuhrt links an der E. vorbei; c) /nationale I
Organisation. Verwaltung des Eisenbahnverkehrs: er ist jetzt 7 Jahre
bei der E. [angestellt]; d) kleine Spielzeug-. Modellbahn:
er hat zu Weihnachten eine elektrische E. bekommen;
die Kinder spielen mit der E. Vgl. auch: Bahn (6a. 7).
Ebenbahn- (vgl. auch: 'bahn-. Bahn-): -abteil, das: svw.
tAbteil da); -anläge, die: svw. fBahnanlage; -anschhiß,
der: svw. t Bahnanschluß; -arbeiter, der: svw. t
Bahnarbeiter; -aufsieht, die: Kontrolle des Eisenbahnbetriebs im
Interesse der Allgemeinheit: -ausbessenmgswerk, das:
Werkstätte der Bahn (7 a). in der die Fahrzeuge überprüft u. instand
gehalten werden: -bau, der: Maßnahmen zum Neubau u.
zur Unterhaltung aller für den Betrieb einer Eisenbahn
notwendigen Anlagen, dazu: -bauzug, der: fahrbare
Dienststelle für den Eisenbahnbau: -beamte, der: Beamter, der bei
der Eisenbahn (c) Dienst tut. -bediensteteder: vgl.
^beamte; -befiördenmg, die: Transport von Gütern od. Personen
durch die Eisenbahn: -betrieb, der <o. Pl.>: den E. auf
einer Strecke stillegen; -betriebswerk, das: vgl. -ausbesse-
rungswerk; -brücke, die: a) Brücke, auf der Fahrzeuge
u. Fußgänger Gleisanlagen überqueren: b) Brücke, auf der
Gleisanlagen verlaufen: -cotipe, das (veraltet): svw. T Abteil
(1 a); -dämm, der: Damm, auf dem Gleise verlaufen: -direk-
tion, die (früher): höchste Behörde der Eisenbahn: -fähre,
die: Fähre mit eigener, fest montierter Gleisanlage zum
Übersetzen von Schienenfahrzeugen: -fahrkarte. die; ^fahr-
pfaui, der; -fahrt, die; -gelände, das; -Gesellschaft, die:
private Gesellschaft, die eine od. mehrere Eisenbahnlinien
besitzt u. unterhält: -gleis, das: Gleis mit dem bestimmtet!
Schienenabstand der Eisenbahn: -knotenpunkt, der:
größerer Ort mit einem Bahnhof, an dem Eisenbahnstrecken aus
verschiedenen Richtungen zusammenlaufen: -körper, der:
svw. t Bahnkörper; —Kraftwagen-Verkehr, der:
Güterbeförderung der Eisenbahn (c) durch eigene
Lastkraftwagen u.lod. vertraglich verpflichtete Speditionen: -krank-
heit, die: Schwindelgefühl. Übelkeit u. unter Umständen
Kreislaufstörungen, die durch Belastung der
Gleichgewichtsorgane bei Bahnfahrten hervorgerufen werden: -linie, die;
-netz, das: Gesamtheit der Eisenbahnlinien in einem Gebiet:
-personal, das: Personal, das bei der Eisenbahn (c) tätig
ist: credit, das <o. PL): Gesamtheit der Rechtsnormen,
die Bau. Unterhaltung. Betrieb. Haftung u.
Unternehmensverfassung der Eisenbahn regeln: -Schaffner, der: Schaffner,
der bei der Eisenbahn (c) beschäftigt ist: -schiene, die:
stählerner Profilstab als Fahrbahn für Eisenbahnzüge:
-schranke, die: svw. t Bahnschranke; -schwelle, die: svw.
t Bahnschwelle; -signal, das: den Eisenbahnverkehr
regelndes Signal: -Station, die: svw. f Bahnstation; -strecke, die;
-stunde, die: Strecke, die ein Zug mit durchschnittlicher
Geschwindigkeit in einer Stunde zurücklegt: -tarif, der:
Tarif der Preise für die Benutzung der Eisenbahn (a); -trans-
portf der: vgl. ^beförderung; ^tnippe, die: Arbeiter, die
währenddes Krieges für den Bau von Bahnlinien eingesetzt
wurden: -tunnel, der; -Überführung, die: svw. f
Bahnüberführung; -Übergang, der: svw. f Bahnübergang; -unglück,
das; -Unterführung, die: svw. t Bahnunterführung;
-Verbindung, die: svw. t Zugverbindung; -verkehr, der;
-Verwaltung, die; -viadukt, der; -wagen, der: Wagen zur
Personenbeförderung durch die Eisenbahn (c); -waggon,
der: Wagen zur Güterbeförderung durch die Eisenbahn (c);
-wärter, der: svw. t Bahnwärter; -wesen, das <o. Pl.>: die
Institution Eisenbahn (a. b. c); alles, was zur Eisenbahn
gehört: -zug, der.
Eisenbahner, der; -s. -: jmd.. der bei der Eisenbahn (c)
angestellt ist (ugs. Berufsbez.); <Zus.:>
Eisenbahnergewerkschaft, die; Eisenbahnerin, die; -, -nen: w. Form zu t
Eisenbahner.
eisern faizen) <Adj.> [mhd. Isem. iser(n)m. ahd. Isarnin]:
1. <o. Steig.; nur attr.) aus Eisen bestehend,
hergestelltem -es Gitter. Geländer; ein -er Ofen; eine -e Brücke;
669
Eises-
Götz von Berlichingen mit der -en Hand; der -e Vorhang
(feuersicherer Vorhang im Theater); die -e Lunge (Med.;
Gerät zur künstlichen Beatmung). 2.a) unerschütterlich,
unwandelbar: eine -e Gesundheit. Ruhe; -e Prinzipien; mit
-em Willen, -er Energie eine Sache verfolgen; der schlichte
... Soldat, als -er Kämpe für die Rechtgläubigkeit (Thieß.
Reich 441); er blieb trotz aller Vorhaltungen e. bei seiner
Behauptung; e. schweigen, widerstehen; sich e. an etw.
halten; e.!; (ugs. Ausruf der Bekräftigung.) du machst
doch immer noch mit? - Eisern!; b) unerbittlich [hart,
streng], unnachgiebig, kompromißlos: -e Strenge.
Konsequenz. Disziplin; er ist e. entschlossen, seinen Plan
durchzuführen; (ugs.:) in der Sache ist der Chef e. (daran hält
er fest, davon läßt er sich nicht abbringen): e. durchgreifen,
auf seiner Forderung beharren; mit -er Faust Ordnung
schaffen; sein Griff war e.; Die Rothaarige stöhnte, zuckte,
aber die andere hielt sie e. fest (Remarque. Triomphe
249); Aber sie hielt das Land e. zusammen (Spiegel 11.
1966. 102).
Eises- (dichter., sonst veraltet): -blick, der: ablehnender,
frostiger Blick: -hauch, der: eisiger (1) Luftzug: Ü er spürte
den E. des Todes; -kälte, die: eisige (1) Kälte. Eiskälte:
Ü er betrachtete sie mit E. (kalter Ablehnung).
eisig faizu;] <Adj.>: 1. kalt wie Eis. schneidend kalt: ein
-er Wind bläst mir ins Gesicht; die Luft war e.. e. kalt; Ü
ein -er Schrecken durchfuhr ihn; es durchzuckte mich e. 2.
kalt ablehnend, frostig, unnahbar: ein -es Schweigen; ihre
Miene, sein Blick war e.; er wurde e. empfangen; <Zus.:>
eisigkalt <AdJ.; nur attr.>: 1. eisig (1): es waren -e Tage.
2. eisig (2): er erschrak vor ihrem -en Gesichtsausdruck.
Eiß (ajs). der; -es. -e. (auch:) Eifle [ajsd], die; -. -n [mhd..
ahd. ei3l (südd.. Schweiz, mundartl): Eitergeschwür.
Eissproß, der; -Sprosses, -sprosse. .Eissprosse, die; -. -n [H.
u.] (Jägerspr.): über dem Augsproß sitzendes Geweihende
beim Rothirsch.
eitel [aitl] <Adj.; eitler. -ste> [mhd. Itel. ahd. Ital. eigtl.
= leer, ledig]: 1. (abwertend) t in bezug auf die eigene
äußere Erscheinung! selbstgefällig, eingebildet: ein eitler
Mensch; er ist e. wie ein Pfau; er war e. (veraltend;
eingebildet, stolz) auf sein Werk; das kleine Mädchen ist sehr
e. geworden; sie drehte sich e. vor dem Spiegel hin und
her. 2. (geh.. veraltend) nichtig, vergeblich: eitles Geschwätz;
sein Verlangen war e. 3. <indekl.. nur attr.) (dichter.)
rein: die Figur ist e. Gold; es herrschte e. (nichts als)
Freude; <Abl. zu 1 u. 2:> Eitelkeit, die; -. -en <P1. selten)
[mhd. Itelkeit = Nichtigkeit, leerer Hochmut].
Eiter Caite]. der; -s [mhd. eiter. ahd. eit(t)ar): aus weißen
Blutkörperchen. Blutserum u. zerfallenem Gewebe
bestehende gelbliche Flüssigkeitsabsonderung bei Entzündungen: in
der Wunde hat sich E. gebildet, [angesammelt; aus der
Narbe tritt E. aus; die Wunde sondert E. ab.
Eiter-: -absondenmg, die; -beule, die: svw. f Furunkel: Ü
jeder Spur wurde nachgegangen, damit „die Eiterbeule
auch ganz ausgebrannt" werde (Fallada. Jeder 304); *eine
E. aufstechen (Mißstände aufdecken); -Wäschen, das: mit
Eiterkörperchen angefüllter Hohlraum bis höchstens zur
Größe eines Stecknadelkopfes. Pustel: -erreger <P1.>:
Mikroorganismen, die eine eitrige Entzündung auslösen;
-flechte» die: entzündliche Erkrankung der Haut mit
charakteristischem Hautausschlag; -fluß, der: abfließender Eiter; M*e-
schwür, das: svw. t Furunkel; -ßrind, der: svw. t ^flechte;
-herd, der: entzündete Stelle im Gewebe, wo sich Eiter
angesammelt hat; -körperchen, das: weißes Blutkörperchen
im Eiter. Leukozyt; -pfropf, der (volkst.): eingedickter
Eiter in einem Furunkel; -pickel, der: eiternder Mitesser;
-pustel. die: vgl. -blaschen; -sackchen, das (volkst.):
eitrige Entzündung an der Zahnwurzel.
eiterig: f eitrig; filtern <sw. V.; hat) [mhd. eitem = vergiften]:
Eiter absondern: das Geschwür, der Finger eitert; eiternde
Wunden; <Abl.:> Eiterung, die; -. -en: eine schwere
chronische E.; eitrig, (selten:) eiterig ['aitte)^] <Adj.; o. Steig.)
[mhd. eiterec. ahd. eitarig = giftig]: Eiter absondernd,
eiternd: -e Wunden; eine -e Geschwulst; eine -e (mit
Eiterabsonderung verbundene) Mandelentzündung.
Eizes: f Ezzes.
Ejakulat [ejaku'la:t], das; -[e]s, -e [lat. eiaculätum = das
Herausgeschleuderte. 2. Part. (Neutr.) von: eiaculäre. teja-
kulieren]: bei der Ejakulation ausgespritzte
Samenflüssigkeit; Ejakulation [ejakula'tsio:n], die; -. -en [zu tejakulie-
ren]: reflektorisch ausgelöste Ausspritzung der
Samenflüssigkeit beim Orgasmus des Mannes. Samenerguß: die E.
auslösen; ejakulieren [ejaku'li:ran] <sw. V.; hat) [lat.
eiaculäre = hinauswerfen]: Samenflüssigkeit ausspritzen; Ü die
Vierecke der verfallenen Festung .... in denen Moos und
Gras und Ginster wuchern und manchmal ein
Springbrunnen schwach ejakuliert (Kisch. Reporter 101); Ejektton
[eJ£k'tsio:n], die; -. -en [2: lat. eiectio, eigtl. = das
Hinauswerfen]: 1. (Geol.) explosionsartiges Ausschleudern von
Materie wie Schlacken. Asche aus einem Vulkan: beträchtliche
-en von Materie, die mit Geschwindigkeiten von 200-300
km/sec nach außen (= aus der Hülle von Sternen) abströmt
(Universitas 8. 1970. 793). 2. (veraltet) das Hinauswerfen,
das Vertreiben [aus dem Besitz]; Ejektor [e'jektor, auch:
...to:g]. der; -s. ...oren [...'to.ran]: 1. automatisch arbeitender
Patronenauswerfer bei einem Jagdgewehr. 2. (Technik)
absaugende Strahlpumpe; ejizieren [eji'tshren] <sw. V.; hat)
[2: lat. eicere. eigtl. = hinauswerfen]: 1. (Physik) Materie
ausschleudern. 2, (veraltet) hinauswerfen, laus dem Besitz]
vertreiben.
ejusdem mensis [e'jusdem 'msnzis; lat. eiusdem mensis]
(veraltet): desselben Monats; Abk.: e. m.
Ekart [e'ka:g], der. -s. -s [frz. ecart. eigtl. = Entfernung,
zu öcarter = auseinandertreiben, entfernen < vlat. *ex-
quärtäre = vierteilen, zu lat. quärtus = der vierte] (Bör-
senw.): im Börsengeschäft Abstand zwischen dem Basiskurs
(Tageskurs) u. dem Prämienkurs (Basiskurs plus Prämie).
'Ekarte [ekar'te:]. das; -s. -s [frz. ecarte. subst. 2. Part,
von: ecarter = Karten ablegen, zu: carte = (Spiel)karte.
f Karte]: französisches Kartenspiel.
2Ekarte [-]. das; -s. -s [aus frz. pose öcartee. aus: pose
= Haltung. Stellung (tPose) u. öcartee. 2. Part. (Fem.)
von: ecarter = auseinandertreiben; (die Beine) spreizen,
t Ekart]: im klassischen Ballett Position, in der der Tänzer
schräg zum Zuschauer steht, wobei Arme u. Beine sich
ebenfalls in dieser Ebene bewegen.
Ekchymo8e[ek9y'mo:z9]. die; -. -n [griech. ekchymösis. eigtl.
= das Herausströmen] (Med.): flächenhafter Bluterguß,
blutunterlaufene Stelle in der Haut.
ekdemtedi [dc'de:mij] <Adj.; o. Steig.) [griech. ekdemos]
(veraltet): auswärts befindlich, abwesend.
Ekdyson [ekdy'zo:n], das; -s [zu griech. ekdysis = das
Herauskriechen] (Zool.): Häutungshormon der Insekten.
ekel [e:k|] <Adj.; ekler, -ste; nur attr.) (geh.): a)
ekelerregend: ein ekler Geruch; ... wand sich eine Schlange ...
um den Leib des eklen Gottes (Ceram. Götter 358); b)
verwerflich: Wurde der ekle Handel diesmal
abgeschlossen? (K. Mann. Wendepunkt 346); die Besiegelung ...
der ... Aufhebung ... des eklen Nichts-wissen-Wollens von
allem, was einer nicht selbst ist! (Th. Mann. Knall 420);
'Ekel [-]. der; -s [md. e(c)kel. H. u.j: a) Übelkeit erregendes
Gefühl des Widerwillens, des Abscheus vor etw. als widerlich
Empfundenem: ein E. packte, erfüllte mich, stieg in mir
hoch; E. bei einem Anblick, vor fettem Fleisch, vor dem
Schmutz, vor einer Spinne empfinden; er wandte sich voll
E. ab; der Kranke wurde sich selbst zum E. (veraltet;
ekelte sich vor sich selbst); b) Gefühl des Überdrusses vor
etw, als sinnlos Angesehenem: ein E. vor sich selbst, vor
dem Leben befiel ihn; ^el H. das; -s. - (ugs. abwertend):
widerlicher, durch entsprechendes Verhalten unangenehm
wirkender Mensch: er. sie ist ein E.; du E.!; Nach und
nach aber entwickelte er sich zum E. (Degenhardt,
Zündschnüre 104).
ekek Ekel- ('Ekel): -»erfüllt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
--erregend <Adj.>: eine -e Szene; -gefühl, das; ^paket,
das (nordd. salopp): ekelhafter Mensch. 2Ekel.
ekelhaft <Adj.; -er. -este): 1. widerlich, abstoßend; psychischen
Widerwillen. Abscheu hervorrufend: ein -es Tier; -es Wetter;
ein -er Anblick; sein Gelächter war e.; e. riechen. 2.
intensivierend bei Verben u. Adjektiven) (ugs.) sehr, überaus:
ich habe e. gefroren; es war e. kalt; ekelig: teklig; ekeln
[e:kln] <sw. V.; hat) [mniederd. ekelen]: l.a) <e. + sich)
{Ekel empfinden: ich ek[e]le mich vor Ratten; b) <unpers.)
in jmdm. ein Gefühl des Ekels entstehen lassen: es ekelt
mich/mir vorder Ratte; mich/mir ekelt vor ihm. vor diesem
Essen; c) hei jmdm. lEkel erregen; anwidern: die Ratte
ekelt mich. 2. durch wiederholtes schikanöses o. ä. Benehmen
jmdn. soweit bringen, daß er seine Stelle, einen Raum o. ä.
verläßt: Die Gemeinde, die sich aus zwei alten Nazis
rekrutiert, die nach dem Kriege drei Altkommunisten aus der
Verwaltung ekeln (Fries. Weg 301).
670
Ektomorphie
Ekelname,der; -ns. -n (niederd. ökelname. mniederd. okelna-
me. zu: oken = (vermehren]: Über-, Spitzname: Lischen
Lustig .... unter welchem -n die Wirtin weit und breit
bekannt war (Löns. Hansbur 149).
Ekklesia [e'kleizla], die; - (lat. ecclesia < griech. ekklesia]:
christliche Kirche: vgl. Ecclesia; Ekklesioloek» die; - [zu
t Ekklesia u. t-logie]: theologische Lehre von der
christlichen Kirche.
Eklat Ie'kla(:)]. der; -s. -s [frz. eclat. zu: eclater. f eklatant]:
Aufsehen, Knall, Skandal; /in der Öffentlichkeit / starkes
Aufsehen erregender Vorfall: einen E. verursachen,
vermeiden; in der Regierung kam es zu einem großen E.; Aber
dennoch sind die Grenzen ... der Einflußmöglichkeiten
Frankreichs auf Osteuropa wie auf die Sowjetunion mit
E. (schlagartig) deutlich geworden (Welt 25. 7. 68. 2);
eklatant [eklatant! <Adj.; -er. -este) [frz. fclatant. 1. Part,
zu: eclater < afrz. esclater = bersten, krachen]: a)
offensichtlich, auffällig, ins Auge springend, in nicht zu
übersehender Weise I vorhanden j: -e Unterschiede; Obwohl das Bohr-
sche Atommodell den damals bekannten Naturgesetzen
in ganz -er Weise ins Gesicht schlug. ... (Haber. Drei
Welten 76); der Widerspruch ist e.; Nicht um Genauigkeit
geht es. sondern darum, möglichst viele Tabus möglichst
oft möglichst e. zu verletzen (Deschner. Talente 361); b)
sensationell, aufsehenerregend: er hat -e Erfolge errungen;
Nebst den gewaltigen Ablösesummen ... geht die Leitung
hin und schüttet heute nochmals -e Spezialpramien pro
gewonnenes Spiel aus (St. Galler Tagblatt 563. 1968. 27).
Eklektiker [ek'lektiki?. e'k...]. der; -s. - [griech. eklekükös.
eigtl. = auswählend, auslesend]: 1. Philosoph, der aus
verschiedenen philosophischen Systemen das Passende auswählt
u. zu einem eigenen System verarbeitet. 2. (bildungsspr.
abwertend) jmd., der keine eigenen Ideen entwickelt,
sondern nur Gedanken anderer für seine Theorie o. ä.
verwertet; eklektisch <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): I.a)
«veraltend) auswählend, prüfend: ein -es Werk; b) in der
Art des Eklektikers I verfahrendj: Bei ... Cicero wird der
gesamte Bestand des griechischen Denkens- in -er
Auswahl- in die Erfahrungswelt römischer Politik und Staats-
aufTassung eingeholt (Fraenkel. Staat 263); c) (abwertend)
nur Ideen anderer (z.B. in einer Theorie) verwendend,
unschöpferisch. 2. (abwertend) nicht den fiötigen
Zusammenhang, die nötige Einheitlichkeit aufweisend, zerstückelt: im
eher -en Verfahren der alphabetischen Darstellung
(Deutsche Sprache 3. 1975. 268); Ein wenig e. das Ganze ( =
Zeitschrift) - doch als Auftakt versprechend (Kantorowicz.
Tagebuch I. 346); Eklektizismus [...i'tsismus], der; -: 1.
Philosophie eines Eklektikers (1). 2. (bildungsspr.
abwertend) unoriginelle, unschöpferische geistige od. künstlerische
Arbeitsweise, bei der Ideen anderer übernommen od. zu
einem System zusammengetragen werden, dazu: eklektizj-
stisdi <Adj.; o. Steig.): 1. den Eklektizismus (1) betreffend,
zum Eklektizismus gehörend: die -e Philosophie. 2.
(bildungsspr. abwertend) durch Eklektizismus (2)
gekennzeichnet: in -er Manier etw. zusammentragen.
eklig* (selten:) ekelig ['e:k(d)lu;] <Adj>: l.a) ekelerregend,
widerwärtig, abscheulich: ein -er Geruch; dieser Anblick
ist e.; b) (ugs.) in seinem Auftreten unangenehm; gemein,
niederträchtig: einen -en Vorgesetzten haben; er benahm
sich e. zu ihr; du. ich kann ganz schön e. werden (du,
nimm dich vor mir in acht). 2. (intensivierend bei Verben
u. Adjektiven) (ugs.) sehr, ganz gehörig, tüchtig: ich habe
mir e. weh getan; er hat e. leiden müssen.
Eklipse [ek'lipss. e'k...]. die; -. -n [griech. ekleipsis. eigtl.
= das Verlassen, Ausbleiben] (Astron.): Sonnen-od.
Mondfinsternis; Ekliptik [ek'liptik. e'k...], die; -. -en [lat. linea
ecliptica. eigtl. = zur Eklipse gehörende Linie. Bahn (da
in ihr Eklipsen auftreten)]: der größte Kreis, in dem die
Ebene der Erdbahn um die Sonne die als unendlich groß
gedachte Himmelskugel schneidet: Weg, den die Sonne
innerhalb eines Jahres scheinbar am Himmel beschreibt; eklip-
tltal [eklipti'ka.l. ek...] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): auf
die Ekliptik bezogen, mit ihr zusammenhängend: die -e
Ebene; ekliptisch [ek'liptij, e'k...] <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
[lat. eclipticus < griech. ekleiptikös]: auf die Eklipse
bezogen.
Ekloge^ [ek'lo:ga. e'k...]. die; -. -n [lat. ecloga < griech.
ekloge = Auswahl] (Literaturw): a) altrömisches
Hirtenlied; b) kleineres, ausgewähltes Gedicht; Ekhpit [eklo'gl:t.
ek...; auch: ...'git], der; -s. -e [zu griech. ekloge = Auswahl
(nach seinen ungewöhnlichen, gleichsam ..ausgewählten"
Bestandteilen)] (Geol.): durch Umwandlung in der Erdkruste
entstandenes körniges Gestein; <Zus.:) EkkxQtsdiale, die
(Geol.): tiefere Zone des unteren Teils der Erdkruste.
Eknoia [ek'naya], die; - [griech. eknoia = Sinnlosigkeit]
(Med.): krankhaft gesteigerte Erregbarkeit im
Pubertätsalter.
Ekonomiser, Economiser [i'konomaize]. der; -s. - [engl, eco-
nomizer. eigtl. = Sparer, zu: economy. TEconomyklasse]
(Technik): Vorrichtung zum Vorwärmen von Wasser bei
Dampfkesselanlagen.
Ekossaise: fEcossaise.
Ekphorie [ekfo'ri:]. die: -. -n [...i:an; zu griech. ek = (her)aus
u. -phoria = das Tragen, zu: pherein = tragen] (Med.):
durch Reizung des Zentralnervensystems hervorgerufene
Reproduktion von Dingen od. Vorgängen, Vorgang des Sich-
erinnerns.
Ekpyrosis [ek'py:rozis]. die; - [griech. ekpyrösis. eigtl. =
das Ausbrennen] (Philos.): in der Philosophie Heraklits
u. der Stoiker Weltbrand, Wiederauflösung der Welt in
Feuer; Urelement, aus dem die Welt entstand.
Ekrasit [ekra'zi:t. auch: ...zit], das; -s [zu frz. ecraser =
zermalmen, vernichten. TEcras£leder]: Sprengstoff, der
Pikrinsäure enthält.
ekrü I'e'kry:] (indekl. Adj.) [frz. ecru. zu: cru = roh <
lat. erüdus]: a) (von Textilien) ungebleicht, naturfarben;
b) gelblichweiß; <Zus.:> Ekrüseide, die; -. -n: Rohseide,
entbastete Naturseide.
Ekstase [ek'sta:zd. eks't...]. die; -. -n [kirchenlat. eestasis
< griech. äestasis = das Aussichheraustreten. die
Begeisterung, Verzückung]: /religiösej Verzückung. Entrückung;
rauschhafter, tranceartiger Zustand, in dem der Mensch
der Kontrolle seines normalen Bewußtseins entzogen ist:
religiöse, wilde E.; in [einen Zustand der] E. geraten; jmdn.
in E. versetzen; Es gibt einen Mitschnitt .... auf dem der
Schlagzeuger Art Blakey ... das Publikum so in E.
trommelt, daß...(Welt 4.1.64, Geist. Welt 1); mit den blicklosen
Augen der E. (Frisch. Stiller 221); Ekstatik [ek'sta:tik.
eks't...]. die; - [zu griech. ekstatikös = verzückt, außer
sich]: Ausdruck! sform / der Ekstase; Ekstatiker [ek'sta:tikB.
eks't...], der; -s. -: a) jmd.. der in Ekstase geraten ist: U
die imaginativen Monomanen, die E. der Prosa
(Deschner. Talente 161); b) leicht in Ekstase zu versetzender
Mensch, Schwärmer; ekstatisch <Adj.): rauschhaft,
schwärmerisch; außer sich; in Ekstase: in -er Verzückung; Sie
standen oben am Berg zum Schlag einer
Medizinmannstrommel und dem Sang eines -en Priesters (Lynen.
Kentaurenfährte 61); vor der Tür bekreuzte man sich und
warf sich e. zu Boden ... (W. Koeppen. Rußland 152).
Ekster ['ekstel. die; -. -s [niederd. (h)egester < ahd. agastra
neben agalstra; t Elster] (niederd.): svw. t Elster.
Ektase [ek'ta.za], die; -. -n [spätlat. eetasis < griech ektasis.
eigtl. = Ausdehnung] (antike Verslehre): Dehnung eines
Vokals;Ektasie [ekta'zi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. 6ktasis
= Ausdehnung] (Med.): Erweiterung, Ausdehnung eines
Hohlorgans; Ektasis f'ektazis]. die; -, ...sen [...'ta:zn]: svw.
t Ektase.
Ektenie [ekte'ni:]. die; -. -n [...i:an; griech. ekt&ieia =
Anstrengung (der Kräfte); Dienstfertigkeit; Ausdauer]
(orthodoxe Kirche): Wechselgebet im byzantinischen Gottesdienst.
ekto-, Ekto- [ekto-; griech. ektös]: Präfix mit der Bedeutung
.»außen, außerhalb", z. B. ektotroph. Ektoparasit; Ekto-
derm [...'denn], das; -s. -e [zu tekto- u. griech. derma
= Haut] (Biol.. Med.): die äußere Hautschicht des tierischen
u. menschlichen Keims, die bei der Bildung der Gastrula
entsteht u. aus der später Epidermis, Nervensystem,
Sinnesorgane sowie Anfangs- u. Endteil des Darmes hervorgehen;
vgl. Entoderm; ektodermal [...der'ma.l] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.> (Biol.. Med.): vom Ektoderm abstammend bzw.
ausgehend; vgl. entodermal; Ektohonnon, das: svw. t Phero
mon.
Ektomie [ekto'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. ektome
= das Ausschneiden] (Med.): das operative
Herausschneiden, die vollständige Entfernung eines Organs im Unterschied
zur Resektion.
ektomgrph <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Med.): eine hagere,
hoch aufgeschossene Konstitution aufweisend: ein -er
Konstitutionstyp; Ektomorphie [...iror'fi:], die; - [zu t Ektoderm
u. griech. morphe = Gestalt] (Med.): Konstitution eines
bestimmten Menschentyps, der ungefähr dem Leptosomen
671
Ektoparasit
entspricht: Ektoparasit. der (Med.): pflanzlicher oder
tierischer Schmarotzer, der auf der Körperoberfläche lebt (z. B.
blutsaugende Insekten).
Ektopie [ekto'pi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. 6ktopos =
entfernt von seinem Ort! (Med.): meist angeborene
Lageveränderung eines Organs, bes. nach außen; <Abl.:> ektopisdi
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: (von Organen) an falscher,
bes. zu weit außen liegender Stelle befindlich.
Ektofrifsma, das; -s, ...men (Biol.): die äußere Schicht des
Protoplasmas bei Einzellern (Ggs.: Entoplasma); Ektosit
[ekto'zi.'t]. der; -en. -en [zu tekto- u. griech. sTtos = Speise;
analog zu T Ektoparasit]: svw. f Ektoparasit; Ektoskel$tt.
das; -[eis. -e (Biol.): den Körper umschließendes Skelett
bei wirbellosen u. bei Wirbeltieren (z. B. die chitinöse Hülle
der Insekten; Ggs.: Endoskelett); Ektoskopie [...sko'pi:].
die; -. -n [...i:an; zu tekto- u. griech. skopein = betrachten,
beschauen) (Med.): Untersuchung u. Erkennung von
Krankheitserscheinungen mit bloßem Auge; Ektotoxin [...to'ksi:n],
das; -s. -e [aus tekto- u. tToxinl (Med.): von lebenden
Bakterien ausgeschiedenes Stoffwechselprodukt, das im
Körper von Mensch u. Tier als Gift wirkt; ektotroph [...tro:f]
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.> [zu tekto- u. griech. trophe
= das Ernähren; Nahrung) (Bot.): (von symbiotisch an
Pflanzenwurzeln lebenden Pilzen, deren Pilzfäden nicht ins
Innere der Wurzelzellen eindringen, sondern auf den Wurzeln
bleiben) außerhalb der Wirtspflanze lebend (Ggs.: endo-
troph).
Ektropion [ek'tro:piDn). Ektropium [...piuml. das; -s, ...ien
[...pn; griech. ektropion] (Med.): Auswartskehrung.
Umstülpung einer Schleimhaut (z. B. der Lippen, des
Augenlides); ektropionieren [ektropio'ni.Tdn] <sw. V.; hat) (Med.):
die Augenlider zur Untersuchung od. Behandlung des Auges
nach außen umklappen; Ektropium: t Ektropion.
Ekzem [ek'tse:m]. das; -s. -e [griech. ekzema = durch Hitze
herausgetriebener Ausschlag] (Med.): nicht ansteckende,
juckende Entzündung der Haut: ein E. am Fuß haben;
sie litt an Juckenden -en.
Elaborat [elabo'ra.'t]. das; -[e]s. -e [zu lat. elaböräre =
sorgfältig ausarbeiten): a) (geh.) schriftliche Arbeit.
Ausarbeitung: ein umfangreiches, von einem unserer
Hochschulprofessoren gütigst zur Verfugung gestelltes E. (Th. Mann.
Hoheit 240); b) (abwertend) in bezug auf den Inhalt nicht
sorgfältig hergestellte, geistlose schriftliche Arbeit;
Machwerk. Geschreibsel; ebboriert [elabo'ri:?t] <AdJ.; o. Steig.)
[nach engl, elaborated = herausgearbeitet, entwickelt, zu
lat. elaböräre. t Elaborat]: *) (bildungssvr.)
gewählt.differenziert: eine -e Ausdruckswelse; b) (Sprachw.) differenziert
ausgebildet (Ggs.: restringiert): -er Kode.
Elaidin [elai'di.n]. das; -s. -e [zu tElain] (Chemie): fettartige
chemische Verbindung, die durch Einwirkung salpetriger
Säuren auf Elain entsteht; Elain [ela'i.n]. das; -s [zu griech.
elaion = (01iven)öl. Fett] (Chemie): in tierischen u. nicht
trocknenden pflanzlichen Fetten u. Ölen vorkommende
chemische Verbindung; <Zus.:> Elalnsfiure, die; - (Chemie):
Ölsäure; Elaiosom [elaio'zo:m], das. -s. -en (meist PI.)
[zu griech. 61aion (tElain) u. söma = Körper] (Biol.):
besonders fett- u. eiweißreiches Gewebeanhängsel an
pflanzlichen Samen.
Elan [e'la:n, auch: e'lä:]. der; -s [frz. 61an. zu: s'llancer
= vorschnellen, sich aufschwingen, zu: lancer =
schleudern; t lancieren] (bildungsspr.): innerer Schwung.
Spannkraft. Begeisterung: E. zeigen, entwickeln; er ging mit viel
E. an seine Aufgabe heran; die Mannschaft spielte ohne
E.; Elan vital [elävi'tal], der; -- [frz. elan vital, geb. von
dem frz. Philosophen H. Bergson (1859-1941) aus: 6lan
(tElan) u. vital, t vital] (Philos.): die schöpferische
Lebenskraft bzw. die tnetaphysische Urkraft. die die biologischen
Prozesse steuert, die die Entwicklung der Organismen
vorantreibende Kraft; eignvoll <Adj.): mit Elan: Für uns ist
es wichtig, daß jeder einzelne -er spielt (Welt 27. 4. 65,
8).
EUolith [eleo'li:t. auch: ...lit). der; -s. -e [zu griech. elaion
(tElain) u. t-lith] (Mineral.): graues, rötliches od. blaues,
fettglänzendes Mineral; Eläoplast [eleoplast], der; -en. -en
[zu griech. elaion (tElain) u. plastös = gebildet, geformt]
(Biol.): Ölkörperchen in pflanzlichen Zellen.
Elaste [e'laste] <P1.) (Chemie): Sammelbezeichnung für
Kunststoffe von gummiartiger Elastizität; Elastik [e'lastik],
das; -s. -s od. -e, (auch:) die; -. -en: Gewebe aus elastischem
Material; Etystikakt, der; -[e]s. -e: im Zirkus od. Variete
akrobatischer Akt. der eine besonders hohe Spannkraft des
menschlichen Körpers verlangt; Elfstikbinde, die; -. -n:
Binde aus elastischem Material; elastisch [elastij] <Adj.) [zu
griech. elastös (elatös) = getrieben; dehnbar, biegbar]:
\.(von Material) biegsam, dehnbar: federnd: eine -e
Stahlfeder; eine -e Binde um das Fußgelenk tragen; eine
gegenseitige, eine funktionale Abhängigkeit so wie zwischen zwei
-en Bällen oder zwei geladenen Stromkreisen (Musil. Mann
473); ... gegen das Zelt, dessen e. federnde Wand ihn
wie einen Fußball zurückschleuderte (Schnurre. Vaters
Bart 72). 2.a) geschmeidig, federnd: mit -em Schritt; Die
-e und zügige Muskelarbeit ... der Beine (Eidenschink.
Fels 9); er geht immer sehr e.; Solnemann trat ins Zimmer,
gestrafft, silberhaarig, e. (Sebastian. Krankenhaus 102);
Wir setzten die Fußsohlen vorn auf und rollten sie e.
ab (Cotton. Silver-Jet 155); b) beweglich, anpassungsfähig,
flexibel: eine -e Organisation. Politik; es genüge, diese
Menschen ... um sich zu haben, um selbst wieder e. zu
werden (Fr. Wolf, Menetekel 14); der (= der Kaffee)
ihren Geist e. machte zu Funkehvitz und Widerwort
(Jacob. KafTee 28); ein Gesetz -er handhaben; Elastizität
[elastitslt£:t]. die; -. -en <P1. ungebr.): 1. Fähigkeit eines
Körpers od. eines Stoffes, eine durch äußere Einwirkung
hervorgerufene Formänderung aus eigener Kraft wieder
rückgängig zu machen: das Material hat eine
außerordentliche E. 2.a) körperliche Spannkraft. Geschmeidigkeit: mit
Jugendlicher E.; b) Beweglichkeit. Anpassungsfähigkeit.
Flexibilität: die E. der Innenpolitik; Niemand hätte dem
Bundeskanzler die E. zugetraut .... den Entschluß zu fassen
... (Dönhoff. Ära 20); Aber wir haben dabei auch ... mit
der mangelnden E. des Verbrauchs zu rechnen (Bundestag
190. 1968. 10290); Je nach den -en ... der Kurven wird
sich der Preis ändern (Rittershausen. Wirtschaft 31); der
Motor hat eine große E. (Drehzahlspanne).
Ebstizitite-: -koeffizient, der (Physik): Meßgröße zur
Kennzeichnung der elastischen Eigenschaften eines Stoffes; mdo-
dul. der (Physik): vgl. -koeffizient; -vertust, der.
Elastomere [elasto'me:re] <P1.) [zu t elastisch u. griech. meros
= Teil] (Chemie): synthetische Kautschuke u.
gummiähnliche Kunststoffe; Elatere [ela'te:raj. die; -. -n (meist PI.)
[giiech. elater = Treiber] (Bot.): Schleuderzelle bei
Lebermoosen, die die Sporen aus den Kapseln befördert.
Elativ[e:lati:fl,der; -s. -e [...i:vd; zu lat. elätus = erhaben,
hoch] (Sprachw.): absoluter, auf keinem Vergleich
beruhender Superlativ (z. B. modernste Wohnungen = sehr
moderne Wohnungen).
dbisdi I'elbiJ] <Adj.; o. Steig.) [mhd. elbisch = alpartig;
von Eiben sinnverwirrt] (veraltet): geisterhaft, überirdisch:
... erschien sie ... darin (= in dem Kleid) schön wie ein
-es Wesen (Fussenegger, Haus 158); Ihrer Schilderung nach
ist sie ein ..elbisches Wesen". So nennt man solche kühlen,
berechnenden und unberechenbaren Frauen (Hörzu 10.
1973. 103).
Elch [elf], der; -[e]s. -e [mhd. eich, elhe, ahd. el(a)ho]: größter,
in Nordamerika. Nord- u. Osteuropa sowie Nordasien
vorkommender Hirsch mit massigem Körper u.
schaufeiförmigem Geweih. Elenitierj: Ich dachte, mich küßt ein E.
(ugs. scherzh.; ich hielt das nicht für möglich, war äußerst
überrascht, verwundert [Die Korrespondenz 3, 1976. 22]).
£lch-: -bulle, der: männlicher Elch; -geweih, das; ^iagd,
die: auf E. gehen; -kalb, das: junger Elch; -kuh, die:
weiblicher Elch; -wild, das.
Eldorado [eldo'ra:do], das; -s, -s. (auch:) Dorado. das; -s.
-s u. (selten:) ...den [nach Span. El Dorado (pais) =
sagenhaftes Goldland in Südamerika, eigtl. = das vergoldete
(Land), zu lat. deaurare = vergolden]: Gebiet, das ideale
Gegebenheiten. Voraussetzungen für jmdn. bietet (z. B. in
bezug auf eine bestimmte Betätigung); Traumland.
Wunschland. Paradies, dasjmdm. ausreichende
Entfaltungsmöglichkeiten bietet; ... ist es (= Nordschweden) im Sommer ein
E. für Wanderer und Fischer (Hörzu 44. 1974. 127); hier,
in diesem E. für Archäologen (Küpper. Simplicius 109);
sie ... bricht auf ins E. der DDR-Jugend. Polen (Spiegel
28.1974.93);(iron. in bezug auf eine als negativ empfundene
Betätigung:) Touristenzentren sind ein E. (Tummelplatz)
für Djebe und Gauner.
Efeate[ele'a:to]. der; -n. -n (meist PI.) [lat. Eleätes < griech.
Eleätes]: Vertreter der von Xenophanes um 500 v. Chr. in
Elea (Unteritalien) gegründeten griechischen
Philosophenschule; elektisch <Adj.; o. Steig.): die Eleaten betreffend;
672
Elektrizität
Eleatismus [eleatismus]. der. -: philosophische Lehre\ die
von einem absoluten, nur durch Denken zu erfassenden Sein
ausgeht u. ihm das Werden u. die sichtbare Welt als Schein
entgegensetzt.
Elefant [ele'fant]. der; -en. -en [mhd. elefant. ahd. elpfant.
elafant < lat.elephantus < griech. elephas(Gen.:etephan-
tos). zu ägypt. äb(u). kopt. eb(o)u = Elfenbein. Elefant]:
mächtiges, sehr schweres Rüsseltier mit großen,
beweglichen Ohren, säulenartigen Beinen [u. langen, weißen
Stoßzähnen]: ein indischer, afrikanischer E.; der E. hebt den
RUssel. trompetet; * sich wie ein E. im Porzellanladen
benehmen (ugs.: sich [anderen Menschen gegenüber I ungeschickt,
plump, taktlos verhalten).
Elefanten-: -baby, das (abwertend): schon größeres Kind.
Jugendlicher von kräftig-plumper Gestalt; ^bulle, der: die
Herde wird von einem -n angeführt; ^Anoer, der; -führer,
der: Führer /u. Besitzer j eines Elefanten, der zur
Beförderung von Personen od. Lasten eingesetzt wird; ^fuß. der:
standfester runder Trittschemel; -gang, der (Gymnastik):
das Gehen auf Händen u. Füßen, wobei Arme u. Beine
gestreckt sind; ^sedäditnis, das (ugs.): sehr gutes
Gedächtnis; -geheue, das: der Zoo hat ein großes E.;
-gras, das: sehr hoch wachsendes Gras der afrikanischen
Savannen; -haut, die: eine faltige E.; Ü in diesem Beruf
muß man sich eine E. zulegen (ugs.; darf man nicht
empfindlich sein): -herde, die; Magd, die: Jagd auf Elefanten zur
Gewinnung von Elfenbein; -kalb, das: junger Elefant; -kuh,
die: weiblicher Elefant; ^kiiken, das (scherzh.): svw.
t^baby; -laus, die: svw. t Cashewnuß; -reimen, das (ugs.
scherzh.): langwieriges Überholmanöver zwischen schweren
Lastkraftwagen; -robbe, die: svw. t See-Elefant; -rüssel,
der; -Schildkröte, die: Vertreterin einer Art von sehr großen
Landschildkröten; -treiber, der: svw. f Führer.
Elefantiasis, (auch:) Elephantiasis [elefan'ti:azis]. die; -.
...äsen [...'tia:zn; lat. elephantiasis < griech. elephantiasis.
zu: elephas. TElefant) (Med.): durch Stauungen der Lymphe
hervorgerufene krankhafte, unförmige Verdickungen der
Haut u. des Bindegewebes; Elefyntin, die; -, -nen: svw.
tElefantenkuh; elefantös [elefan't0:sj <Adj.; -er. -este> Izu
IElefant (wegen seiner Gestalt u. Kraft)] (ugs.):
außergewöhnlich, großartig: das ist ja e.!
elegant [elegant] <Adj.; -er, -este) [frz. elegant < lat. elegäns
= wählerisch, geschmackvoll. Nebenf. von eligens. 1. Part,
von: eligere (exlegere) = auslesen, auswählen; t Legion]:
a) (von der äußeren Erscheinung) durch Vornehmheit,
erlesenen Geschmack, bes. der Kleidung od. ihrer Machart,
auffallend: ein -er Herr; ein -er Mantel; -e Möbel; ein Treffpunkt
der -en Welt; er ist eine -e Erscheinung; dieser Wagen
ist sehr e.; sie ist immer e. angezogen; b) in gewandt u.
harmonisch wirkender Weise ausgeführt: eine -e
Verbeugung; eine -e Lösung dieses Problems; sich e. (geschickt)
aus einer Affäre ziehen; c) gewählt, kultiviert, erlesen: eine
-e Ausdrucksweise; er spricht ein -es Französisch; Elegant
[ele'gä:]. der; -s. -s [telegant] (meist abwertend): auffällig
modisch gekleideter Mann. Beau; Eleganz [ele'gants]. die;
- [(a. b: unter Einfluß von frz. 616gance) < lat. elegantia]:
a) (in bezug auf die äußere Erscheinung) geschmackvolle
Vornehmheit: zeitlose, modische, auffallende, lässige,
sportliche, verblichene E. [zeigen]; der Hut betonte die
E. ihrer Erscheinung; nach der luxuriösen E. des Schlosses
Schneider ein bescheidenes Haus (Kuby. Sieg 400); b)
Gewandtheit. Geschmeidigkeit. Harmonie [in der
Bewegung]: er tanzt mit unnachahmlicher E.; Ich ... sah ...
nur auf seine Hände, deren schlangenhafle E. eine Sprache
zu sprechen schien, die mich beunruhigte (Thieß. Frühling
136); c) Gewähltheit. Sicherheit lim Ausdruck!: alle lobten
die E. seines Stils; Seine Vorlesungen ... zeichneten sich
... durch eine weitläufige E. aus (Geissler. Nacht 5).
Elegeion [ele'gapn], das; -s [griech. elegeton (metron)]
(Verslehre): elegisches Versmaß, d. h. Verbindung von Hexamter
u. Pentameter; Elegie [ele'gi:]. die; -. -n [...i:an; lat. elegia
< griech. elegefa. zu: elegos = Trauergesang mit
Flötenbegleitung]: l.a) Gedicht im Ton wehmütiger Klage: die Dui-
neser -n von R. M. Rilke; b) in der Antike Gedicht in
Distichen. 2. Schwermut: die E. und Weite der russischen
Ebene (Jacob. Kaffee 177); <Zus.:> Elegiendichter, der;
Elegiker [eie:gikB], der; -s, -: 1. Elegiendichter. 2. jmd..
der zu elegischen Stimmungen neigt; elegisch [e'le:gij]
<Adj.>: 1. <o. Steig.; nicht adv.> a) die Gedichtform der
Elegie betreffend: -e Distichen; b) in Form einer Elegie
gedichtet. 2. voll Schwermut. Wehmut; wehmütig: eine -e
Stimmung; Elegjambus [ele'giambus], der; -. ...ben [spätlat.
elegiambus < spätgriech. elegiambos]: aus dem Hemiepes
u. dem jambischen Dimeter bestehendes antikes Versmaß.
Eleison [e'laizan]. das; -s. -s: vgl. Kyrieeleison.
Elektion [eiek'tsjp:n]. die; -. -en [lat. electio. zu: eligere
= auswählen]* (bildungsspr.): [Auslwahl; elektiv [...'ti:fl
<AdJ.; o. Steig.) (bildungsspr.): laus/wählend; Elektor
[e'lektor, auch: ...to:?], der; -s. -en [elek'to:ren; (m)lat.
elector]: 1. Wähler; Wahlherr (z. B. Kurfürst beider
Königswahl). 2. (bildungsspr.) I AusIwählender <Abl. zu 1:> Elek-
torat [el£kto'ra:t]. das; -[e]s. -e (hist.): Kurfürstenwürde.
Elektrakomplex [elektra-], der; -es [nach der griech.
Sagengestalt Elektra] (Psych.): bei weiblichen Personen
auftretende zu starke Bindung an den Vater; vgl. Ödipuskomplex.
Elektret [elek'tre:t]. der (auch: das); -s. -e [engl, electret.
aus: electrxdty = Elektrizität u. magne/ = Magnet]:
Dielektrikum mit entgegengesetzten elektrischen Ladungen an
zwei gegenüberliegenden Flächen; Elektrifikation [elEktrifi-
ka'tsio:n], die; -, -en (Schweiz.): svw. fElektrifizierung;
elektrifizieren [elektrifi'tsi:ren] <sw. V.; hat): auf
elektrischen Betrieb um-, einstellen: diese Eisenbahnstrecke wurde
kürzlich elektrifiziert, dazu: Elektrifizierung, die; -. -en:
die E. dieser Eisenbahnstrecke ist noch nicht
abgeschlossen; Elektrik [e tektrik], die; -. -en: 1. Gesamtheit einer
elektrischen Ausstattung. 2. <o. PI.) (ugs.) Elektrotechnik;
Elektriker [elektriku], der; -s. -: Handwerker im Bereich
der Elektrotechnik, insbes. Elektroinstallateur.
Elektriker-: ^schere, die: mit isolierenden Griffen versehene
Schere des Elektrikers; -Werkstatt, die; -zange.die:
Kombinationszange des Elektrikers mit isolierenden Griffen.
elektrisch [e'lEktrif] <A$U.; o. Steig.) [nlat. electricus. zu
lat. electrum < griech. elektron = Bernstein (da
Reibungselektrizität zuerst am Bernstein beobachtet wurde)]: 1.
auf der Anziehungskraft bzw. Abstoßungskraft geladener
Elementarteilchen beruhend: -er Strom. Widerstand; -e
Spannung; der Zaun ist e. geladen; Ü ... war Giulietta
fast mager. Magerund e. (Andersch. Rote 77). 2. a)
Elektrizität speichernd, führend; Elektrizität erzeugend: eine -e
Batterie. Leitung; ein -er Generator; b) mit Elektrizität
betrieben: -es Licht; eine -e Kaffeemühle; -e
Musikinstrumente; ein -er Rasierapparat; der Junge bekam eine -e
Eisenbahn geschenkt; wir kochen, heizen e.; (ugs.:) das
geht alles e.; c) durch Elektrizität hervorgerufen, bewirkt:
-e Impulse; ein -er Funke; er wurde durch einen -en Schlag
getötet; d) die Elektrizität betreffend; -e Größen. Einheiten;
Elektrisch [-]. das <meist o. Art.); - (ugs.): elektrischer
Strom: Könnt Euch nicht vorstellen. ... wie armselig die
Leute ... Kein E. und Fließendwasser (Grass. Katz 133);
Elektrische, die; -. -n (ugs. veraltet): Straßenbahn: ich stieg
bei der Endhaltestelle auf eine E. (Seghers. Transit 43);
elektrisieren [elektri'zi:ren] <sw. V.; hat): l.a) elektrisch
aufladen: durch Reibung wird der Bernstein elektrisiert;
b) (Med.) mit elektrischen Stromstößen behandeln: zur
Kräftigung der Muskulatur wird das Bein des Patienten
regelmäßigelektrisiert; c)<e. + sich) seinen Körper unabsichtlich
der Wirkung elektrischen Stroms aussetzen u. dadurch einen
elektrischen Schlag bekommen: ich habe mich an der
Steckdose elektrisiert; er sprang sofort auf wie
elektrisiert. 2. entflammen, in spontane Begeisterung versetzen:
er wurde von dieser Frau elektrisiert; Während in
europäischen Diktaturstaaten die Führer beider Schattierungen
wider die Dekadenz des Jazz eiferten, hatte die Jugend
der anderen schon längst sich von den synkopierten
Gehtänzen ... e. lassen (Adorno. Prismen 128); <Zus.:> Elektri-
skrapparat, der. Elektrisiermaschine, die: der
Demonstration dienende Vorrichtung zur Erzeugung hoher elektrischer
Spannungen; <Abl.:) Elektrisierung, die; -. -en: das
Elektrisieren (1); Elektrizität [elektritsi't€:t]. die; -: 1. (Physik)
auf der Anziehung bzw. Abstoßung elektrisch geladener
Teilchen beruhendes, in Gestalt der elektrischen Ladung u. des
elektrischen Stroms auftretendes Grundphänomen der
Natur: statische, dynamische E.; die Lehre von der E.; Ü
Oft ist mir. als sei es ... die Front selbst, von der eine
E. ausstrahlt, die unbekannte Nerven mobilisiert (Re-
maraue. Westen 44). 2. elektrische Energie, elektrischer
Strom: E. erzeugen: eine Stadt mit E. versorgen; die
Karbidlampen, die um jene Kriegszeit das Gas und die E.
ersetzten und die aussahen wie gezähmte und zum Nutzen
der Menschheit verwendete Irrlichter (Jacob, Kaffee 205).
43 GDW
673
Elektrizitäts-
Elektrizitjts-: -anläge, die: Anlage zur Erzeugung von
Elektrizität: -anzeiger, der: svw. fElektroskop; -behandkmg,
die: svw. t Elektrotherapie: -Erzeuger, der: Gerät zur
Erzeugung elektrischer Energie, z. B. Generator: -erzeugung, die:
Erzeugung elektrischer Energie: der Anteil der Steinkohle
an der E.; -gesellschaft. die: Wirtschaftsunternehmen, das
in Elektrizitätswerken Strom erzeugt u. an den Verbraucher
abgibt: ^lehre. die (Physik); -Versorgung, die: Versorgung
einer Volkswirtschaft mit elektrischem Strom: -Verteilung,
die: Verteilung elektrischer Energie über Umspannwerke,
Freileitungen o.a. an den einzelnen Verbraucher: -werk,
das: Anlage, in der elektrische Energie erzeugt, umgewandelt
u. verteilt wird: -Wirtschaft, die: Zweig der
Energiewirtschaft, der sich mit der Erzeugung u. Verteilung des
elektrischen Stroms befaßt: -zÄhler, der: Gerät zutn Messen des
Verbrauches od. der Lieferung elektrischen Stroms.
elektro-, Elektro- [e'lektro-; griech. elektron = Bernstein,
t elektrisch): -akystik, die (Physik. Technik): Wissenschaft,
die sich mit der Umwandlung der Schallschwingungen in
elektrische Spannungsschwankungen u. umgekehrt befaßt.
dazu: -akystisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.): -e Geräte;
-analyse, die: chemische Untersuchung mit Hilfe der
Elektrolyse: >artfkel, der: elektrisch betriebenes Gerät des
täglichen Bedarfs; ein Spezialgeschäft für E.; >auto, das: mit
einem Elektromotor angetriebenes Auto; vgl. -fahrzeug:
die Umweltfreundlichkeit des -s; >bedarfsartikel, der: svw.
Partikel; -boot, das: mit Batterie betriebenes Boot; >bus,
der: vgl. ~auto; -diemte* die: Wissenschaft von den
Zusammenhängen zH'ischen elektrischen Vorgängen u. chemischen
Reaktionen, dazu: -chembch <Adj.; o. Steig.): a) die
Elektrochemie betreffend, zu ihr gehörend; b) die elektrischen
Vorgänge u. die damit zusammenhängenden chemischen
Reaktionen betreffend, auf ihnen beruhend: So hatte zum
Beispiel ... der englische Chemiker Humphry Davy das
Element Kalium auf -em Wege entdeckt (Haber, Welten
46); —Chirurgie, die (Med.): Sammelbezeichnung für die
verschiedenen Formen der Anwendung elektrischer Energie
zu chirurgischen Zwecken, dazu: -chirurgisch <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): -e Geräte; -<*rforverfahren, das
(Fachspr.): elektrolytisches Verfahren zum Färben von
Metallen; >degen, der (Fechten): Degen für die elektrische
Trefferanzeige; -diagnostik, die (Med.): a) Anwendung der
Elektrizität zu diagnostischen Zwecken, z. B. beim
Elektrokardiogramm; b) Anwendung der Elektrizität zur Prüfung
der Funktion von Muskeln u. Nerven; -dialyse, die
(Fachspr.): Verfahren zur Entsalzung wäßriger Lösungen
(z. B. von Wasser) nachdem Prinzip der Dialyse; -dyngmik,
die (Physik): Wissenschaft von der bewegten, strömenden
Elektrizität u. ihren Wirkungen; die Theorie der Elektrizität
bzw. sämtlicher elektromagnetischer Erscheinungen, dazu:
-dynamisch <Adj.; o. Steig. >: auf! Erscheinungen i der
Elektrodynamik beruftend. sie betreffend; -dynamometer, das
(Physik): Meßgerät für elektrische Stromstärke u.
Spannung; -endosmose, die (Fachspr.): durch elektrische
Spannung bewirkte osmotische Flüssigkeitswanderung; —enze-
phatogr^mm, das (Med.): diagnostischen Zwecken dienende
graphische Darstellung des Verlaufs elektrischer
Erscheinungen, die die Gehirntätigkeit begleiten; Abk.: EEG; -«nze-
phalograuhk* die (Med.): Verfahren der Aufzeichnung von
Elektroenzephalogrammen; -erosion, die (Technik):
Bearbeitungsverfahren für Hartmetalle u. gehärtete Werkstoffe,
bei dem durch Erzeugung örtlich sehr hoher Temperaturen
kleine Teilchen vom Werkstück abgetragen werden; >
fahrzeug, das: nicht schienengebundenes, mit elektrischer
Energie angetriebens Fahrzeug; >fischerei, die: Fischfang mit
Hilfe von ins Wasser geleitetem elektrischem Strom; >fk>-
rett, das (Fechten): vgl. biegen; -gerät, das: mit
elektrischem Strom betriebenes Haushaltsgerät: -geschift, das
(ugs.): Spezialgeschäft für Elektroartikel; >großhandel, der;
rgymnastik, die (Med.): durch elektrische Impulse erzielte
rhythmische Muskelkontraktionen als Übung bei
Muskellähmung; -hammer, der: Hammer, der über ein Kurbelgetriebe
mit einem Elektromotor betrieben wird; -handwerk, das:
Sammelbezeichnung für verschiedene Arten des Handwerks
auf dem Gebiet der Elektrotechnik; >herd, der: mit
elektrischem Strom betriebener Kochherd; > Industrie, die; >
Ingenieur, der: jmd.. der nach einem Studium der Elektrotechnik
an einer Fachhochschule od. einer technischen Universität
Geräte. Maschinen o. ä. konstruiert, die mit Stromerzeugung
od. Stromverbrauch zu tun haben (Berufsbez.); - Installateur,
der: Handwerker od. Industriearbeiter, der die Einrichtungen
installiert u. instand hält, die zur Versorgung eines Gebäudes,
einer Anlage, eines Autos o. ä. mit elektrischer Energie
erforderlich sind (Berufsbez.); >jet, der [aus telektro- u. engl.
jet = Strahl. Strom] (Weltraumphysik): gebündelter
elektrischer Ringstrom, der dem normalen Stromsystem der
ionisierten hohen Atmosphäre überlagert ist: -kalorisch <Adj.;
o. Steig.) (Physik): die Wärmeerzeugung durch elektrischen
Strom betreffend: -kardiogr^mm, das (Med.):
diagnostischen Zwecken dienende graphische Darstellung des Verlaufs
elektrischer Erscheinungen, die die Herztätigkeit begleiten;
Abk.: EKG. Ekg; -kanüogrgph, der (Med.): Gerät zur
Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms; -kanhographk«
die (Med.): Verfahren der Aufzeichnung von
Elektrokardiogrammen; -karren, der: kleines, elektrisch betriebenes
Fahrzeug zum Transport von Lasten auf kurzen Strecken; -kata-
lyse, die (Med.): Einführung von Arzneimitteln in den
Organismus durch die Haut mit Hilfe von elektrischem Strom
(durch den dabei die Gefäßtätigkeit angeregt wird): -kgu-
stik, die (Med.): Operationsmethode, bei der mit dem Elek-
trokauter gearbeitet wird; -kailter, der (Med.):
chirurgisches Instrument zur elektrischen Verschorfung kranken
Gewebes; -koagulation, die (Med.): Zerstörung von Gewebe
(z. B. von Tumoren) durch Hochfrequenzströme: >konzern,
der; >krampf, der (Med.): vgl. -schock; -haninesz^nz,
die (Physik): das Auftreten von Leuchterscheinungen unter
der Einwirkung elektrischer Entladungen; > hinge, die
(Med.): Apparat, der durch elektrische Reizung die
Atemfunktion bei teilweise gelähmter Muskulatur der Atemwege
aufrechterhält; -magnet, der: mit einem Eisenkern
versehene' Spule mit aufgewickeltem Draht, durch den elektrischer
Strom geschickt wird, wodurch ein Magnetfeld entsteht.
dazu: -magnetisch <Adj.; o. Steig.): -e Wellen; ein -es
Feld; -e Induktion (Entstehung eines elektrischen Stroms
durch das Bewegen eines Magnetpols): -magnetfsmus, der
(Physik): Gesamtheit aller Erscheinungen, in denen
elektrische Ströme u. magnetische Felder miteinander verknüpft
sind; >raassage, die: Heilbehandlung mit einem elektrischen
Vibrationsgerät; MnechgnBt, die: Teilgebiet der
Elektrotechnik bzw. Feirvnechanik, das sich mit der Umsetzung
von elektrischen Vorgängen in mechanische u. umgekehrt
befaßt, dazu: -mechgniker, der: Handwerker od.
Industriearbeiter, der aus Einzelteilen elektromechanische
Anlagen u. Geräte montiert (Berufsbez.); -mechanisch <Adj.;
o. Steig.): 1. die Eidaromechanik betreffend. 2. auf der
Zusammenwirkung elektrischer u. mechanischer Vorgänge
beruhend, sie betreffend; -medizin, die: Teilbereich der
Medizin, in dem elektrische Ströme zu Heilzwecken verwendet
werden; >melda\ der (Fechten): elektrisches Gerät zum
Anzeigen von Treffern; >metall, das (Metallurgie): durch
Elektrolyse gewonnenes Metall, dazu: -metalhirgk, die:
Teilgebiet der Metallurgie, das die Anwendung der
Elektrolyse bei der Gewinnung von Metallen umfaßt; -meter, das
[aus telektro- u. t-meter]: Gerät zum Messen elektrischer
Ladungen u. Spannungen; -mobil, das: svw. f -auto: das
E.. von dem bereits ein Prototyp bei VW fahrbereit sei
(MM 20. 9. 68, 22); -monteur, der: svw. t -installateur;
>motor, der (Technik): Motor zur Umwandlung elektrischer
in mechanische Energie: die Bahnsteigkarren werden von
einem E. angetrieben, dazu: -motorisch <Adj.; o. Steig.):
den Elektromotor betreffend, durch einen Elektromotor /
angetrieben!: -er Antrieb; -e Kraft (Physik; Kraft, die bei
bestimmten chemischen od. mechanischen Vorgängen
elektrische Ladungen tretmt u. damit eine elektrische Spannung
ausbildet)', -myognjmm, das (Med.): diagnostischen Zwek-
ken dienende graphische Darstellung des Verlaufs
elektrischer Erscheinungen, die die Muskeltätigkeit begleiten;
Abk.: Emg; -narkose (Med.): durch elektrische Stromstöße
bewirkte Narkose; >ofen, der (Technik): elektrisch beheizter
Ofen zum Schmelzen u. Härten von Metall; -osmose, die:
svw. t^endosmose; -polieren <sw. V.; hat) (Technik):
metallische Oberflächen in einem galvanischen Bad glätten;
-punktyr, die (Med.): Zerstörung von krankhaftem Gewebe
od. von Nerven mittels einer nadeiförmigen Elektrode; >ra-
sierer, der (ugs.): elektrischer Rasierapparat; >rasur, die:
Rasur mit dem Elektrorasierer; -rezeptQren <P1.) (Biol.):
bei bestimmten Tieren (z. B. elektrischen Fischen)
vorhandene Sinnesorgane, die zur Orientierung in einem von diesen
erzeugten elektrischen Feld dienen; >säbel, der (Fechten):
vgl. -degen; -schiff, das: von Elektromotoren angetriebenes
674
Element
Schiff; r schock, der (Med.): durch elektrische Stromstöße
erzeugter künstlicher Schock zur Behandlung bestimmter
Gemüts- u. Geisteskrankheiten; -schweißung, die (Technik):
Schweißverfahren, bei dem die Schmelzwärme durch
elektrischen Strom erzeugt wird; ~st*tik, die: 1. (Physik)
Wissenschaft von den ruhenden elektrischen Ladungen u. deren
Wirkung auf ihre Umgebung. 2. (Fachspr.) (von Textilien)
Seigung zu elektrostatischen Aufladungen; dieser StoflF
besitzt eine besonders geringe E.. dazu: ^statisch <Adj.; o.
Steig.): auf [Erscheinungen! der Elektrostatik beruhend,
sie betreffend; -e Aufladung; ~~striktion, die (Physik): durch
das Anlegen einer elektrischen Spannung bewirkte Dehnung
od. Zusammenziehung eines Körpers; >technik, die: Zweig
der Technik, der sich mit der technischen Anwendung der
physikalischen Grundlagen u. Erkenntnisse der
Elektrizitätslehre befaßt; ein Studium der E. an einer Universität
absolvieren, dazu: -techniker, der: a) svw. Ningenieur; b) svw.
? Elektriker; c) Facharbeiter auf dem Gebiet der
Elektrotechnik; > technisch <Adj.; o. Steig.): auf!Erscheinungen) der
Elektrotechnik beruhend, sie betreffend: die -e Industrie:
^therapfe, die (Med.): Heilbehandlung durch die Anwendung
elektrischen Stroms; -tonus, der (Med.): veränderter
Zustand eines von elektrischem Strom durchflossenen Nervs;
>ieit, die (Leichtathletik): elektronisch gestoppte Zeit,
dazu: >Zeitnahme, die (Leichtathletik).
Efektrochord [...'kort], das; -s, -e [aus telektro- u. lat. chorda
= Darmsaite] (Musik): elektrisches Klavier.
Elektrode [elek'troda]. die; -, -n [engl, electrode. aus
telektro- u. griech. hodös = Weg; von Faraday (vgl. Farad)
1834 eingeführt]: eines von mehreren, meist aus Metall
bestehenden Enden eines Stromkreises, zwischen denen
elektrischer Strom durch ein anderes Medium geleitet wird:
positive E. (Anode); negative E. (Kathode).
Elektrolyse [...1y:z3]. die; -,-n [engl, electrolysls. aus telektro-
u. griech. lysis = Auflösung; von Faraday (vgl. Farad)
1834eingeführt] (Physik. Chemie): durch elektrischen Strom
bewirkte chemische Zersetzung von Elektrolyten; Elektroly-
«ur [...ly'zo:?]. der. -s. -e: Apparatur zur Gewinnung von
Gas durch Elektrolyse; etektroiysieren [...ly'zi:ran] <sw. V.;
hat): mit elektrischem Strom eine chemische Verbindung
aufspalten; Elektrolyt [...'ly:t], der; -en. -e. (auch:) -s. -en
(engl, electrolyte. zu griech. lytös = lösbar, von Faraday
1834 eingeführt]: den elektrischen Strom leitende u. sich
durch ihn zersetzende Lösung (z. B. Salze. Säuren, Basen);
elektrolytisch [...'lyrttf] <Adj.; o. Steig.): a) die Elektrolyse
betreffend: eine -e Reinigung von Metallen; b) den
Elektrolyten betreffend: -e Lösungen; Elektrolytmetall, das;
-5. -e: durch Elektrolyse gewonnenes od. gereinigtes Metall.
'Elektron ['e:lektn>n. auch: elektron. elek'tro.n], das; -s.
-cn [...'tro:nan; engl, electron. zu griech. elektron =
Bernstein] (Kernphysik): elektrisch negativ geladenes ßlementar-
teilchen; Elektron [e'tektran]. das; -s [griech. elektron =
mit Silber gemischtes Gold; Bernstein]: 1. natürlich
vorkommende Gold-Silber-Legierung. 2. <S> Magnesiumlegierung
mit wechselnden Zusätzen/.
Elektronen- ('Elektron): -akzeptor, der: Atom, das auf
Gmnd seiner Ladungsverhältnisse ein Elektron aufnehmen
kann; -Witz, der (Fot.): 1. kurzzeitige Lichtabstrahlung
einer Gasentladungslampe. 2. (Jargon) svw. t^blitzgerät;
-blitzer. der (Jargon): svw. I-blitzgerät; -blitzgerit. das:
als Lichtquelle für fotografische Zwecke dienende
Vorrichtung, in der ein kurzzeitiger, sehr heller Entladungsstoß
in einer Elektronenröhre ausgelöst wird; -donator, der:
A tom. das auf Grund seiner Ladungsverhältnisse ein Elektron
abgeben kann; -[gelhirn, das (ugs.): svw. t ^rechenmaschi-
ne: von einem E. gesteuerte Vorgänge; -hülle, die:
Gesamtheit der Elektronen, die einen Atomkern umgeben: Die
Perioden in der Anordnung der ehem. Elemente lassen
sich durch die Struktur der E. erklären, die nämlich von
Element zu Element anwächst und jeweils individuell
verschieden ist (Haber. Welten 55); ^konfiguratkm, die:
Gesamtheit der Elektronenanordnung innerhalb eines Atoms
od. Moleküls; -mikroskop, das: Mikroskop, das an Stelle
*<m Licht mit Elektronenstrahlen arbeitet w. dadurch eine
stärkere Vergrößerung ermöglicht, dazu: -mikroskopie, die:
Verfahren der Anwendung des Elektronenmikroskops; Mnl-
krakopisdi <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): a) (von
Vergrößerungen) mittels eines Elektronenmikroskops durchgeführt;
b) die Elektronenmikroskopie betreffend; ^optDt, die: Teil-
tebiet der Physik, das sich mit dem Verhalten von
Elektronenstrahlen in ablenkenden magnetischen u. elektrischen
Feldern befaßt, dazu: -optisch <Adj.; o. Steig.): -e
Abbildungen; —orgel, die: orgelähnliches Instrument, dessen Klänge
elektronisch erzeugt u. abgewandelt, variiert werden; ^ra-
dius, der (Physik): die bei der Annahme einer kugelförmigen,
räumlichen Ausdehnung des Elektrons sich ergebende Größe
für den Radius des Elektrons; -rechenmaschine. die:
Anlage zur elektronischen Datenverarbeitung; -rechner, der:
svw. Nrechenmaschine: die E. ... stehen bereit, um ganze
Stäbe von hochqualifizierten Gelehrten und Technikern
zu vertreten (Menzel. Herren 15); ^röhre. die: der Steuerung
u. Verstärkung elektrischer Ströme dienender luftleerer
Glas- od. Metallkolben, in dem ein Elektronenstrom fließt;
-spin, der (Physik): ,Meßgröße für den/ Eigendrehimpuls
eines Elektrons; -stoß, der (Physik): Stoß eines Elektrons
auf ein Atom od. Molekül; ^strahl, der (Physik): Strahl
von Elektronen, die sich in eine bestimmte Richtung bewegen;
-ström, der: vgl. -strahl; -theorie, die: Theorie, mit der
physikalische Eigenschaften u. Erscheinungen auf die
Wirkung von Elektronen zurückgeführt werden; ^volt, (amtl.:)
Elektronvolt, das: Energieeinheit der Kernphysik; Zeichen:
eV; -welle, die (Physik): elektromagnetische Welle beim
bewegten Elektron.
Elektronik [elek'tro.nik], die; -. -en [zu ^Elektron]: a) <o.
PI.) Zweig der Elektrotechnik, der sich mit der Entwicklung
u. Verwendung von Geräten mit Elektronenröhren,
Photozellen. Halbleitern u.a. befaßt; b) elektronisches Gerät, mit
dem etw. ausgestattet ist: die E. dieser Fernsehkamera
ist ausgefallen; c) <o. PI.) (Rundf.. Film, Ferns.) Gesamtheit
der Geräusche, die mit elektronischen Geräten produziert
werden; <Abl.:) Elektroniker, der; -s, -: Techniker auf dem
Gebiet der Elektronik (Berufsbez.); elektronisch [elek-
■tro:niJ] <Adj.; o. Steig.): auf der Elektronik (a) basierend,
sie benutzend: eine -e Rechenmaschine; -e
Datenverarbeitung; -e Musik; kleine -e Taschenrechner aus dem Westen
sind im Ostblock begehrte Handelsware (Spiegel 23.1975.
112); e. gesteuerte Antennen; Elektronkan <S> [..."tro:-
njtum], das; -s. ...ien [...pn; zu t'Elektron]: Instrument mit
elektronischer Klangerzeugung; Elektronvolt: t
Elektronenvolt; elektrophil [elektro'fl:!] <Adj.; o. Steig.) [zu telektro
u. griech. phflos = freundlich; Freund] (Physik): zur
Anlagerung elektrischer Ladungen neigend (Ggs.: elektrophob);
dektrophob[...,fo:p] <Adj.; o. Steig.) [zu telektro- u. griech.
phöbos = Furcht] (Physik): nicht zur Anlagerung
elektrischer Ladungen neigend (Ggs.: elektrophil); Elektrophon
I...'fo:n], das; -s, -e [aus telektro- u. t-phon] (Musik):
elektronisches Musikinstrument; Elektrophor [...'fo:$], der;
-s. -e [zu telektro- u. griech. -phöros = Träger, zu: phirein
= tragen] (Physik): zur Auflüdung eines elektrischen Leiters
dienende Vorrichtung.dazu: Elektrophorese [...fo're:z3], die;
- [zu telektro- u. griech. phöresis = das Tragen] (Physik):
Bewegung elektrisch geladener Teilchen in nichtleitender
Flüssigkeit unter dem Einfluß elektrischer Spannung; elek-
trophoretbch [...fo're:Uf] <Adj.; o. Steig.): die
Elektrophorese betreffend; Elektroskop [...sko:p], das; -s. -e [zu
telektro- u. griech. skopein = betrachten] (Physik): Gerät
zum Nachweis geringer elektrischer Ladungen;
Elektrizitätsanzeiger; Elektrothermie [...ter'mi:]. die; - [zu telektro-
u. griech. thärme = Wärme, Hitze]: /Wissenschaft von
der] Erwärmung durch Elektrizität; elektrothermtedi
[...'temnf] <Adj.; o. Steig.): die Elektrothermie betreffend,
auf ihr beruhend; Elektrotqmie [...to'mi:], die; -. -n [...i:an;
zu telektro- u. griech. tome = das (Ab)schneiden] (Med.):
Entfernung von Gewebswucherungen mit Hilfe eines als aktive
Elektrode wirkenden Instruments durch bestimmte
Hochfrequenzströme.Elektrotypie[...ty'pi:],die; -, -n [...i:an;
zu telektro- u. tType (1)]: svw. f Galvanoplastik.
Element [elemcnt], das; -[eis. -e Dat. elementum. H. u.J:
l.a) /Grund]Bestandteil. Komponente: ein wesentliches,
unabdingbares E.; jede Politik geht von zwei -en aus: von
der objektiven Lage und von der subjektiven Anschauung,
die die Menschen von dieser Lage haben (Dönhoff. Ära
108); wo immer sich -e zu einem sinnvollen Ganzen
zusammenfugen, treten Strukturen auf, deren Aufbau
bestimmten Gesetzen folgt (Wieser. Organismen 12); Neben den
Veranstaltern ... sind die Zuschauer eines der tragenden
-e (der wesentlichen Bestandteile) des Motorsports
(Frankenberg. Fahren 184); b) typisches Merkmal. Wesenszug:
der Spitzbogen ist ein E. der gotischen Baukunst; die
Musik enthält einige -e des Jazz; c) <o. PI.) Kraft. Faktor:
*3*
675
elementar-, Element ar-
seine Anwesenheit brachte ein heiteres E. in die
Gesellschaft; diejenigen Kreise .... die durch ihren unerfüllten
Ehrgeiz seit Je ein labiles E. im Mittelstand darstellten
(Fraenkel. Staat). 2. <P1.> Grundbegriffe. Grundgesetze;
Anfangsgründe: die -e der Mathematik, einer
Fremdsprache. 3. <o. PI.) /idealer/ Lebensraum; Umstände, in denen
sich ein Individuum [am bestem entfalten kann: hier fühlt
er sich, ist er in seinem E. 4.a) in der antiken u. ma.
Naturphilosophie einer der vier Urstoffe Feuer, Wasser.
Luft und Erde; b) <meist PI.) Naturgewalt, Naturkraft:
die entfesselten -e; „Die Titanic ... war der Triumph der
Technik über die Natur, ein Sieg des menschlichen Geistes
über die -e" (Menzel. Herren 61); das gefräßige E. (geh.;
das Feuer): Mit knisternden Vorstößen, mit Fauchen und
kleinen Knallen nährt sich das mächtige E. (= Feuer)
von den harzigen Zweigen (A. Zweig. Grischa 12); das
nasse E. (geh.; Wasser). 5. (Chemie) mit chemischen Mitteln
nicht weiter zerlegbarer Stoff: die chemischen, radioaktiven
-e; Silber ist ein metallisches. Chlor ein gasförmiges.
Quecksilber ein flüssiges E. 6. (Elektrot.) Stromquelle, in der
chemische Energie in elektrische umgewandelt wird:
galvanische -e. 7. <meist PI.) (abwertend) Person als Bestandteil
einer nicht geachteten od. für schädlich angesehenen sozialen
od. politischen Gruppe: subversive, dunkle -e; dort halten
sich asoziale, kriminelle -e auf; ich verlange Ja nicht, daß
man die hetzerischen -e. die dann vor meiner Tür Lärm
geschlagen haben, gleich alle einsperren soll (Musil. Mann
824). 8. eines von mehreren Einzelteilen, aus denen sich
etw. zusammensetzt, aus denen etw. konstruiert, aufgebaut
wird; Bauteil: die verschiedenen Elemente einer
Stahlkonstruktion, einer Anbauwand; Es war ein großes,
dreistöckiges Haus und stand im Gelände wie das erste E. einer
geplanten Stadt (Augustin. Kopf 208); elementar [elemen-
'ta:g] <Adj.) Dat. elementärius] (bildungsspr.): 1. (nicht
adv.) a) grundlegend, wesentlich: die -en Regeln; eine -c
Voraussetzung; -e Bedürfnisse; die Aufgaben des -en
mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts in
der Schule (Natur 42); daß man sie (= chemische
Verbindungen) andererseits in ihre -en (nicht weiter zerlegbaren),
atomaren Bestandteile zerlegen kann (Haber. Welten 38);
b) selbst einem Anfanger, einem Unerfahrenen bekannt,
geläufig; einfach, primitiv: ihm fehlen [selbst] die -sten
Kenntnisse auf diesem Gebiet; Die -ste Fähigkeit der
Orientierung. Jeden Begriff von rechts und links, von vom und
hinten hatte ich längst verloren (Kessel [Übers.]. Patricia
130). 2. naturhaft; ungebändigt, ungestüm: mit -er Gewalt;
unvermittelt und e. überfiel ihn der Schmerz; Eine Frau
von der -en Kraft und Leidenschaft Marias (Goldschmit.
Genius 81).
elementar-. Elementar-: -analyse, die (Chemie):
mengenmäßige Bestimmung der Elemente (5) von organischen
Substanzen; -bereich, der (Fachspr.): Bereich der vorschulischen
Erziehung in den Kindergärten: Zum E. gehören alle
Einrichtungen, die für Drei- bis Fünfjährige existieren ....
also Kindergärten und Vorschulklassen an
(Schubkindergärten (MM 9. 1. 75. 18); -begriff, der: Grundbegriff;
-bildung, die: Bildung, die man in der Grundschule erhält;
-buch, das (veraltet): Lehrbuch für den Unterricht in der
Elementar stufe; -ereignis.das: Naturereignis, -katastrophe:
die Versicherung tritt auch für Schäden durch -se ein;
-gedanke, der (Völkerk.): gleichartige Grundvorstellung im
Glauben u. Brauch verschiedener Völker ohne gegenseitige
Beeinflussung; -geist, der (früher): (nach einer im
Volksglauben verhafteten Vorstellung) Dämon od. unbeseelter
Geist, der in einem der vier Elemente (4 a) haust; -gewalt,
die: Naturgewalt; -kenntnfe, die <meist Plural):
Grundkenntnis; -kbsse, die: Klasse der Grundschule; -kraft, die:
Naturkraft; -todung, die (Elektrot.): kleinste nachweisbare
elektrische Ladung; Zeichen: e; klinge, die (Physik):
kleinste, in der Theorie der Elementarteilchen noch sinnvolle
Länge; -lehrer, der: Lehrer in der Grundschule; -magnet.
der (Physik): hypothetisch angenommener kleiner Magnet
mit konstantem magnetischem Moment als Baustein
magnetischer Stoffe; -mathematik, die: unterste Stufe der
Mathematik; -quantim, das <o. PI.) (Physik): fundamentale
Konstante, die im atomaren Geschehen eine entscheidende Rolle
spielt; Zeichen: h; schaden, der (Schweiz.): durch Unwetter
hervorgerufener Schaden; -schule, die (früher):
Grundschule; -stufe, die: Grundstufe des Unterrichts; -teilche«. das:
Vertreter der kleinsten (nach den heutigen Erkenntnissen)
nicht weiter zerlegbaren geladenen od. ungeladenen Teilchen,
aus denen Atome aufgebaut sind; -Unterricht* der: a)
Anfangs-, Einführungsunterricht; b) Unterricht in der
Elementarstufe.
efefnentartech (elemen'ta:nJ1 <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
(selten): svw. telementar (2): e. taucht Undine auf. und
astrologische Magie greift nach dem Zwillingsgestirn (FAZ
9. 9. 61. 49); Elementenpaar, das; -[eis. -e (Technik): zwei
sich gegeneinander bewegende Teile eines mechanischen
Getriebes, die miteinander verbunden sind.
Elemi [e'le.mi]. das; -s [span. elimi < arab. al-lämi): in
Medizin u. Technik verwendetes Harz einer bestimmten
Gruppe tropischer Bäume: <Zus.:> Elemiharz. das; Elemiöl,
das.
Elen ['e:len]a das. seltener: der; -s. - [alit. ellenis = Hirsch]:
Elch.
Elenehus [e'len^us]. der; -. ...chi u. ...chen [spätlat. elenchus
< griech. elegchos] (Philos.): Gegenbeweis. Widerlegung.
elend ['e:lent] <Adj.; -er. -este) [mhd. eilende = fremd,
verbannt; unglücklich, jammervoll, ahd. elilenti = in
fremdem Land, ausgewiesen]: 1. a) kümmerlich, jämmerlich,
beklagenswert: ein -es Leben führen; er ist wirklich ein -er
Teufel (ugs.; Mensch, dem es sehr schlecht geht)\ er ist
e. zugrunde gegangen; b) armselig, ärmlich: eine -e Hütte;
eine -e Unterkunft; c) krank, schwach: ein -es Aussehen;
ich fühle mich ganz e.; mir ist e. (übel); d) (abwertend)
gemein, niederträchtig, erbärmlich: das sind -e Lügen; ein
-es Geschreibsel. Machwerk; er ist wirklich ein -er Schurke.
2. (ugs.) a) <nur attr.) sehr, besonders groß: ich habe -en
Durst; b) (intensivierend bei Adjektiven u. Verben) sehr,
schrecklich, ungeheuer: wir haben e. gefroren: hier ist es
e. heiß; Elend [-]. das; -s [mhd. eilende, ahd. elilenti =
anderes Land. Verbannung; Not. Trübsal]: a) Unglück.
Leid, Kummer: jmdn. in seinem bitteren E. trösten; damit
bringt er sich und die anderen nur ins E.; ist das ein
E. (ugs.; trostloser Zustand) [mit ihm. mit den Kindern]!;
* tauiges E. (ugs.; hochgewachsener, großer u. dünner
Mensch): wie ein Häuflein E. dasitzen (ugs.; kraftlos w.
matt, traurig, einen betrübten Eindruck machend dasitzen)'.
das heulende/graue E. haben, kriegen (ugs.. oft scherzh.;
sich zutiefst umlücklich fühlen; sehr niedergeschlagen sein,
werden; verzweifeln): wenn ich diese Not sehe, kriege ich
das heulende E.; aussehen wie das leibhaftige E. (sehr
krank, schlecht aussehen); b) Armut. Not: die Krise stürzte
viele Familien ins E.; elendig [,e:lendi^] <Adj.) (landsch.):
svw. Telend; elendiglich ['e:lendiklic. auch: '-' J <Adj.)
(geh.): svw. telend: e. zugrunde gehen.
Elends-: -dasein, das: kümmerliches, trostloses Dasein: ein
E. fristen: -gestalt, die: die -en des Verwundetenzuges
(Plievier. Stalingrad 243); -leben, das: vgl. -dasein; -<mar-
tier, das: armselige Unterkunft: sie hausten in -en; -viertel.
das: vorwiegend aus armseligen Behausungen bestehendes
Stadtviertel; Slums.
Elenktik [e'lenkük]. die; - [griech. elegktikös = zum
Überführen od. Widerlegen geschickt] (Philos.): Kunst des Be-
weisens, Widerlegens.
Elentier, das; -[e]s, -e: svw. tElen.
Elephantiasis: f Elefantiasis.
Eleudron [ekjy'dro:n], das; -s [Kunstwort]: ein Sulfonamid.
Elevatkm[eleva'tsio:n].die;-.-en[lat. elevätio = das
Aufheben]: 1. (bildungsspr.) Erhöhung, Erhebung. 2. (kath. Rel.)
das Emporheben des Kelches u. der Hostie während der
Messe. 3. (Parapsych.) physikalisch unerklärbare Anhebung
eines Gegenstandes in Abhängigkeit von einem Medium.
4. (Astron.) Höhe eines Gestirns über dem Horizont. 5.
(Ballistik) Winkel zwischen Ziel od. Schußhöhe u. der
Horizontebene od. Abschußbasis; <Zus. zu 5:) Elevationswinkel,
der; Elevator [ele'va:tor. auch: ...to:?]. der; -s. -en [...va-
to:ran; zu lat. elevare = emporheben] (Technik):
Fördereinrichtung zum Transport von Gütern von körniger
Beschaffenheit; Eleve [e'le:v3], der; -n. -n [frz. öldve. Subst.
zu: elever = heraus-, emporheben; aus der Unwissenheit
herausheben, unterweisen < vlat. *exleväre für klass.-lat.
eleväre = herausheben]: a) Schauspiel-, Ballettschüler: er
war E. am Stuttgarter Staatstheater; b) Land- od. Forstwirt
während der praktischen Ausbildungszeit; c) (veraltet)
Schüler, Lehrling; Nachwuchs: Turner sind stolz auf ihre -n
(MM 7. 7. 66. 15); Elevin« die; -. -nen: w. Form zu tEleve.
elf [elfl <Kardinalz.) [mhd. eilf. einlif. ahd. einlifl (in Ziffern:
11): die Fußballmannschaft besteht aus e. Spielern; vgl.
676
Elite-
acht; 'Elf [-]. die; -, -en: 1. Ziffer 11: eine E. an die
Tafel schreiben. 2. (Sport) aus elf Spielern bestehende
Mannschaft, z. B. beim Fußball: die gegnerische E. betritt
das Spielfeld; beide -en. (Schweiz, auch:) E. mußten hart
kämpfen. 3. Bus-. [Straßen Ibahnlinie 11: vgl. 'Acht.
lEITH:! Elfe.
*tf-. £!f- (elO: facht-. Acht-.
Elfe [ elfd]. die; -, -n. (seltener:) Elf. der; -en, -en [engl,
elf < aengl. «lfl: a) zarter, anmutiger Naturgeist aus der
Welt der Sagen u. Märchen: um Mitternacht tanzen die
Elfen ihren Reigen; b) (früher) svw. TAlb.
Elfen- (Elfe): -könig, der; Königin, die; -reich, das; ureigen,
der; -Schleier, der.
Elfenbein, das; -[eis. -e [mhd. helfenbein. ahd. helfantbein
= Elefantenknochen, aus: helfant = TElefant. Elfenbein
u. bein, tBein]: 1. <P1. selten) die Substanz der Stoßzähne
des Elefanten, die als wertvolles Material fkünstlerisch j
verarbeitet wird: aus E. geschnitzte Schachfiguren;
* schwarzes E. (Negersklaven: in bezugauf ihren
wirtschaftlichen Nutzen). 2. <meist PI.) (Kunstwiss.) historischer,
zu kultischen Zwecken, als Schmuck o. ä. dienender
Gegenstand aus Elfenbein (1): -e aus Samos, Ephesus; Ferner
sind manche -e, Gemmen und Kameen ... in direkter
Tradition seit der Antike von Schatzkammer zu Schatzkammer
... weitergereicht worden (Bild. Kunst I. 26).
{tfenbein-, Elfenbein-: -arbeit, die: aus Elfenbein [u. anderen
kostbaren Materialien] gefertigter Gegenstand: kostbare
-en; Mutig <AdJ.; o. Steig.): dem Elfenbein ähnlich,
vergleichbar: -es Material; -färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
Ein alter Goldschmuck mit Medaillon lag um ihren -en
Hals (Th. Mann. Krull 357); -griff, der: ein schwarzer
Stock mit einem E.; -kästchen, das; -knöpf, der;
-Porzellan, das: den Farbton von Elfenbein imitierendes Porzellan;
-Schnitzer, der, dazu: -Schnitzerei, die: 1. vgl. -arbeit.
2. <o. PI.) die Kunst. Elfenbein zu schnitzen: die E. war
schon in der Steinzeit bekannt; -türm, der <P1. selten)
[für frz. tour d'ivoire, 1837 bei dem frz. Literaturkritiker
u. Schriftsteller C. A. Sainte-Beuve (1804-1869)] in
bestimmten Verbindungen: sich in seinen E. zurückziehen
(sich als Künstler. Wissenschaftler o.a. individualistisch in
seine eigene Welt zurückziehen, um. ohne sich um
Tagesprobleme u. Umwelt zu kümmern, nur seinem eigenen Werk
zu leben): in einem E. leben, sitzen, im E. bleiben (als
Künstler, Wissenschaftler in seiner eigenen Welt leben, darin
bleiben, ohne sich um Tagesprobleme u. Umwelt zu
kümmern).
elfenbeinern I'elfnbainm] <AdJ.; o. Steig.; nur attr.) [mhd.
helfenbeinln, arid, helfantbeinln]: aus Elfenbein gefertigt:
-e Klaviertasten.
tlfenhaft <AdJ.; -er, -este): zart w. anmutig wie eine Elfe:
sie ist von -er Schönheit.
Elfer ['Elfe], der; -s. -: 1. (Fußball Jargon) svw. ? Elfmeter:
einen E. schießen. 2. (landsch.) Ziffer 11: «Iferlei: vgl.
achterlei.
£Her-: -probe, die: eine Rechenprobe mit Hilfe der Zahl
11: ^rat, der: elfköpfiger Karnevalsausschuß, der die
Karnevalsveranstaltungen plant u. leitet: -wette, die (Sport):
Wettsystem des Fußballtotos, bei dem man Sieg. Niederlage
od. Unentschieden bei elf Fußballspielen voraussagen muß.
{Mach: vgl. achtfach: Elflache: vgl. Achtfache.
dfisdi [elfiT] <AdJ.; o. Steig.): dem Reich der Elfen zugehörig.
Elfmeter, der; -s. - (Fußball): nach bestimmten schweren
Regelverstößen innerhalb des Strafraums verhängte Strafe,
bei der der Ball vom Elfmeterpunkt aus direkt auf das
Tor geschossen werden darf: Strafstoß: der Schiedsrichter
gab, verhängte einen E.; einen E. ausfuhren; der Spieler
konnte den E. [in ein Tor] verwandeln (erzielte ein Tor
durch einen Elfmeter schuß).
dfineter-, Elfmeter- (Fußball): -marke, die: svw. t-punkt;
-pfiff, der: Pfiff des Schiedsrichters, mit dem er anzeigt,
daß er einen Strafstoß verhängt: -punkt, der: von der Mitte
der Torlinie lim entfernter Punkt, von dem aus der Strafstoß
ausgeführt wird: ^reif <AdJ.; o. Steig.) (ugs.): wegen der
Schwere des VerStoßes gegen die Spielregeln einen Strafstoß
rechtfertigend: eine -e Situation; er hat ihn e. gefoult,
gelegt; -schiefen, das; -s: Entscheidung eines Fußballspiels
mit Hilfe von Strafstößen: -sduB, der: Ausführung eines
Elfmeters: -schütze, der: Spieler, der einen Strafstoß
ausführt: ein sicherer E.; -tor, das: durch einen Strafstoß
erzieltes Tor.
elft... [elft...] <Oixlinalz. zu telD [mhd. ei(n)l(i)fte. ahd. einlif-
to] (in Ziffern: 11.): der Elfte im Elften (karnevalistische
Bez. für den IL November); vgl. acht...; etftel [elft}]
<Bruchz.) (als Ziffer: n): vgl. achtel; Elftel [-]. das.
Schweiz, meist: der; -s. -: vgl. Achtel (a); öftere: vgl.
achtens.
Elhorn [elharn], der; -s [zu germ. *el = gelb (vom Saft)]
(mundartl.): 1. Holunder. 2. Erle. 3. Ahorn.
Elias [e'li:as; nach dem feurigen Wagen, in dem Elias in
den Himmel fuhr (2. Könige 2. 11)1 in der Verbindung
feuriger E. (ugs. scherzh. veraltet): Bez. für eine fauchende,
funkensprühende alte Dampflokomotive.
elidieren [eli'di:ren] <sw. V.; hat) [lat. elldere =
herausstoßen]: 1. (blldungsspr.) streichen, tilgen: ...einem stark
gekürzten Text, der (auch in den hier elidierten Teilen) unter
aller Kritik ist (Deschner. Talente 45). 2. (Sprachw.) eine
Elision vornehnen; <Abl.:> Elidkrung, die; -. -en.
Elimination [elimina'tsio:n], die; -. -en [frz. elimination. t
eliminieren]: 1. (bildungsspr.) Ausschaltung. Ausscheidung.
Beseitigung. Entfernung: Es beginnt die E. von Alternativen
im industriellen Maßstab (Enzensberger. Einzelheiten I,
14). 2. (Math.) rechnerische Beseitigung einer unbekannten
Größe, die in mehreren Gleichungen vorkommt. 3. (Biol.)
natürliche Ausschaltung bestimmter Erbmerkmale im Laufe
der stammesgeschichtlichen Entwicklung durch
zufallsbedingten Verlust von Genen; eliminieren [elimi'nhren] <sw.
V.; hat) [frz. eliminer < lat. eliminäre = über die Schwelle
setzen, aus dem Haus treiben, entfernen, zu: limen =
Schwelle]: 1. a) (bildungsspr.) /durch Herauslösen aus einem
größeren Komplex/ als überflüssig, fehlerhaft, ungenügend.
Schaden bringend usw. ausschalten, beseitigen: er eliminierte
alle Fehler; Daß man die Ängste jedoch auch anders e.
kann als durch Religion (Marek, Notizen 65); b) aus einem
größeren Komplex herauslösen, um es gesondert zu
behandeln: einzelne Fragen, Punkte. Probleme aus einem
Fragenkomplex [vorläufig] e.; c) als Konkurrenten ausschalten,
aus dem Wegräumen, beseitigen: seine Konkurrenten.
Gegner e.; die gegnerische Mannschaft aus einem sportlichen
Wettbewerb e. (durch einen Sieg aus dem Wettbewerb
ausschalten); Ein Mensch. Vernichtet, ausradiert, eliminiert.
Er bewegt sich doch, sagt Hannl (Degener. Heimsuchung
23). 2. (Math.) eine unbekannte Größe, die in mehreren
Gleichungen vorkommt, rechnerisch beseitigen; <Abl. zu
1:) Eliminkrung, die; -. -en: die E. einer Gefahr, eines
politischen Gegners.
elisabethanisch [elizabe'ta:mj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
aus dem Zeitalter Elisabeths L von England stammend, sich
darauf beziehend: das -e Drama; Möbel in -em Stil.
Elisenlebkuchen [e'li:zn-]. der; -s. - [nach Elisabeth (Elise)
Georgine Julia (1847-1864), der älteren Tochter des
Nürnberger Lebkuchenbäckers Heinrich Haeberlein]:
weihnachtliches Kleingebäck.
Elision [eli'4o:n], die; -. -en [lat. eüsio = das Herausstoßen.
telidieren] (Sprachw.): 1. Ausstoßung eines unbetonten
Vokals im Inneren eines Wortes (z. B. Wand[e]rung). 2.
Ausstoßung eines Vokals am Ende eines Wortes vor einem folgenden
mit Vokal beginnenden Wort (z. B. Freudle] und Leid).
elitär [eli'te:?] <Adj.) [französierende Abi. von tElite]: 1.
<nicht adv.) einer Elite angehörend, eine Elite bildend: -e
Gruppen in der Gesellschaft. 2. auf die / vermeintliche/
Zugehörigkeit zu einer Elite begründet, sie kennzeichnend:
ein -es Bewußtsein; -e Vorrechte. Vorstellungen; er reizte
die anderen durch sein -es (abwertend; dünkelhaftes,
überhebliches, anmaßendes) Benehmen; auch du. meine Liebe,
auch du denkst ganz schön e. (Wohmann. Absicht 102);
Elite [e'li:to. österr.: e'li:t]. die; -. -n [frz. elite. zu: 61ire
(< vlat. * exlegere) = auslesen; vgl. elegant]: 1. eine Auslese
darstellende Gruppe von Menschen mit besonderer
Befähigung, besonderen Qualitäten; die Besten. Führenden;
Führungsschicht, -mannschaft: die gesellschaftliche, sportliche
E.; die E. der Radrennfahrer; Die politischen,
wirtschaftlichen und kulturellen -n rekrutieren sich zum großen
Teil aus Mittelstandskreisen (Fraenkel. Staat 188); Die
kommunistische E. im Kreml (Fraenkel. Staat 168); diese
Soldaten sind E. (gehören zu den Besten, sind besonders
ausgewählt). 2. <o. PI.) genormte Schriftgröße bei
Schreibmaschinen; Perlschrift.
EHt* (Elite 1): -annee, die: svw. f -truppe: Über die Brücke
zog, was einmal eine E. gewesen ist (Plievter. Stalingrad
345); ^begriff,der (Politik. Soziol.); ^MMw, die (Soziol.);
677
E/ftisierung
-fahrer, der (Sport): besonders Qualifizierter Rennfahrer;
^formation, die: vgl. -truppe; Mnamsdiaft, die (Sport):
besonders Qualifizierte Mannschaft; Schicht, die (Soziol.);
^truppe, die(Milit.): Truppe,derauf'Grundihrer Ausbildung
u. ihrer Ausrüstung eine bevorzugte Stellung vor den anderen
Truppen zuerkannt wird: SS kommt nicht hier herauf. Herr
Kreisleiter. SS ist eine E. (M. Walser. Eiche 29); -verband,
der: vgl. ^truppe.
Elitisierung(eliti'zi:rop],die; -. -en (bildungsspr.): a)
Aufwertung als zur Elite gehörend: Die E. einer Gruppe in der
pluralistischen Gesellschaft muß zur Demoralisierung und
Zerstörung dieser Gesellschaft fuhren (Szczesny. Das
sogenannte Gute 136); b) Entwicklung, die dahin geht, daß
erw. nicht [mehr von verschiedenen Gruppen, sondern nur
von der Elite getragen wird: das Problem der E. der Kultur.
Elixier [eli'ksi:g]. das; -s, -e [alchimistenlat. elixlrium
< arab. al-iksir = der Stein der Weisen, eigtl. = trockene
Substanz mit magischen Eigenschaften < griech. xerion
= Trockenes (Heilmittel)]: Heiltrank; Zaubertrank: ein
belebendes E.; ein E. brauen.
eben! fdjen; ung.]: er lebe hoch!
Ellbosen ['el-1. Ellenbogen ['ebn-l. der; -s. - [mhd. el( Den
böge, ahd. el(l)inbogo): a) hinterer hakenförmiger
Knochenfortsatz der Elle an dem Unterarm u. Oberarm verbindenden
Gelenk; b) Bereich des Ellbogengelenks: sich auf die E.
stützen; Ü um in diesem Beruf vorwärtszukommen, braucht
man E. (muß man sich rücksichtslos durchsetzen können);
ohne E. (rücksichtsloses Durchsetzungsvermögen) kannst
du dort nichts ausrichten; * seine E. (aelbrauchen (sich
rücksichtslos durchsetzen; rücksichtslos vorgehen); keine
E. haben (nicht rücksichtslos genug sein, um sich
durchzusetzen; sich nicht durchsetzen können).
Ellbogen-. Eilenbogen-: ^freihett, die: 1. Spielraum, der groß
genug ist. damit die Ellbogen frei bewegt werden können:
sie sitzen da, dicht gedrängt und ohne E. 2. Verhaltensweise
eines Menschen, der sich selbst den nötigen Spielraum zur
Erreichung seiner Ziele schafft u. dabei andere beiseite
drängt: Die neudeutsche Kombination von Kälte,
aggressivem Materialismus. E. (Welt 4.11. 67. 2); Mtetenk, das;
Mnensdi« der (abwertend): jmd.% der sich rücksichtslos
durchsetzt; ^parade, die (Boxen): Abwehr eines Angriffs
mit angewinkelten Ellbogen; -taktik.die (abwertend):
rücksichtsloses Vorgehen, bes. gegen Konkurrenten.
Elle feto], die; -. -n [mhd. eile, eine, ahd. elina): 1. der
von der Seite des kleinen Fingers ausgehende
Unterarmknochen: E. und Speiche. 2. a) frühere Längeneinheit (entspricht
etwa 55-85 cm); b) Maßstock von der Länge einer Elle
(2 a); etw. mit der E. messen; er geht, läuft, als hätte
er eine E. verschluckt (er geht, läuft stocksteif,
kerzengerade); Ü er mißt alles nach seiner E /legt bei. an etw. die
eigene E. an (er beurteilt alles von seinem Standpunkt
aus); er will alles nach/mit gleicher E. messen (gleich
werten, gleich behandeln).
{Ilen-, lallen-: ^beuge, die: Gegend im Bereich der Innenseite
des Ellbogens; ^booen. der: t Ellbogen; -lang <Adj.; o.
Steig.) [mhd. ellenlancl (ugs.): übermäßig lang: Er
bombardierte ... die Fraktionsvorsitzenden mit -en Denkschriften
(Niekisch. Leben 127); Mnaß, das: Maßstab in der Länge
einer Elle; -stab, der: svw. T Mnaß; -weise [...waizal <Ad v. >:
in einzelnen Ellen (2 a): er hat das Tuch e. veifcauft.
Ellenbogen-: f Ellbogen-.
Eller feie), die; -. -n [mniederd. eller. elre < ahd. elira]
(niedeixi.): Erle.
Ellgriff, der; -[eis. -e [zu tElle (1)1 (Turnen): Griff, bei dem
die Elle des Unterannknochens oben ist u. die Handrücken
einander zugewandt sind: eine Kippe im E.
Ellipse [e'lipsa], die; -. -n [2 a: lat. elGpsis < griech. elleipsis
= Mangel, zu: elleipein = darin zurücklassen;
zurückstehen; mangeln, fehlen; 1: griech. elleipsis (da ihr die volle
Rundung des Kreises „fehlt44)]: 1. (Geom.) ein Kegelschnitt;
geometrischer Ort aller Punkte, die von zwei festen Punkten,
den Brennpunkten, die gleiche Summe der Abstände haben:
eine E. konstruieren; Ü in knappen -n biegen sie (=
Flugzeuge) hoch über dem Feld ein (Kisch. Reporter 263).
2. (Sprachw.. Rhet.) a) Ersparung von Redeteilen in
[benachbarten! Sätzen (z.B. (ich) danke schön; Karl trinkt
Bier. Maria [trinkt! Wein); b) Satz, in dem Redeteile erspart
werden; Auslassungssatz.
eJljpsen-, Ellipsen- (Ellipse 1): -bahn, die: in Form einer
Ellipse verlaufende Bahn: die Planeten bewegen sich in
-en um die Sonne; -förmig <Adj.; o. Steig.): -e Bahnen;
-zirkel, der: Gerät zur Konstruktion von Ellipsen.
eUipsoM (eüpso'i.t) <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [aus tEllipse
u. griech. -oeides = ähnlich]: ellipsenähnlich; Ellipsoid [-].
das; -s. -e (Geom.): a) durch Drehung einer Ellipse
(1) um eine ihrer Achsen entstehender Körper (3 b);
b) das Ellipsoid (a) umschließende Fläche;
elliptisch [6'liptiJl <Adj.; o. Steig.): 1. (Geom.) a) die Form
einer Ellipse (1) habend: eine -e Konstruktion; b) von den
Eigenschaften einer Ellipse ausgehend, sie betreffend: -e
Geometrie. 2. (Sprachw.. Rhet.) die Ellipse (2) betreffend;
unvollständig: -e Sätze; Elliptizität [£liptitsite:t]. die; -: 1.
(bildungsspr.) Eigenschaft, elliptisch zu sein: Hätte der
Jupiter... entweder seine Masse oder aber die E. seiner
Umlaufbahn ... merklich verändert, so hätte dies... fatalste
Konsequenzen gehabt (MM 1.12. 71. 3). 2. (Astron.) Unterschied
zwischen dem Äquatordurchmesser u. dem Poldurchmesser
eines Planeten.
Elk* ['ellbkl. die; -. -s (Eisenb.): svw. TE-Lok.
Elmsfeuer [clms-J, (Met.:) St.-Elms-Feuer. das; -s. - [wohl
nach dem heiligen Erasmus (roman.: Sant'Elmo. Santo
Elmo). dem Schutzpatron der Seeleutel: bei Gewitterluft
auftretende elektrische Lichterscheinung an hochstehenden,
spitzen Gegenständen wie Masten, Türmen usw.: ein
doppeltes, vierfaches E.; Ü die Flamme der Lust, das E. der
Zärtlichkeit (Remarque. Triomphe 166).
Eloah [elo:a], der. -(sl. Elohim [elohi:m; hebr. £löä]: alt-
test. Bez. für Gottheit. Gott.
Elodea [elo.dea], Helodea [he'lo:dea]. die; - (zu griech. helo-
des = sumpfig]: Wasserpest.
EJose fe'lo:;»]. die; -. -n [frz. 61oge < lat. elogium =
Grabschrift < griech. elegeTon] (bildungsspr.):
überschwengliches Lob; Lobrede: auf jmdn. eine E. machen;
und wenn man sich nicht gegenseitig -n macht, greift man
sich doch selten gegenseitig an (Deschner. Talente 341);
Ekwumle'lo.giuml.das; -s. ...gia [...gia; lat. elogium.
tEloge): 1. in der römischen Antike Inschrift auf Grabsteinen.
Statuen u. a. 2. Lobrede: ein E. verlesen.
'Elohim [elo'hi:m], der; - [hebr. ßlohim, Pluralis majestatis
von t Eloah]: alttest. Bez. für Jahwe; Elohim: T Eloah.
E-Lok fe:bkj. die; -, -s [kurz für: elektrische Lokomotive)
(veraltend): mit Elektrizität betriebene Lokomotive.
Elongation (ebnga'tsio.n]. die; -. -en (zu lat. elongäre =
entfernen, fernhalten]: 1. (Astron.) Winkel zwischen Sonne
u. Planet: Am 21. steht er (= ein Planet) mit 19°
Winkelabstand in größter östlicher E. von der Sonne (Kosmos
2. 1965. 53). 2. (Physik) Betrag, um den ein Körper aus
einer stabilen Gleichgewichtslage entfernt wird (z. B. bei
Schwingung um diese Lage).
eloquent [elokvent] <Adj.; -er. -este> [lat. eloquens (Gen.:
eloquentis)] (bildungsspr.): beredt, wortreich u.
ausdrucksvoll: ein -er Redner; eine -e Schilderung; Ich spreche viel
mit Italienern über Kriegs- und Nachkriegsprobleme; die
Leute hier sind zutraulich und e. (K. Mann. Wendepunkt
412); Eloquenz [elo'kvent?]. die; - (lat. eloquentia]
(bildungsspr.): Beredsamkeit. Wortgewandtheit: etw. mit
großer E. vortragen; und er sprach vom „Worte44, vom Kultus
des Wortes, der E.. die er den Triumph der Menschlichkeit
nannte (Th. Mann. Zauberberg 224).
Eloxal <£) [eb'ksa:l]. das; -s [Kurzwort aus e/ektrisch
oxydiertes /4Aiminium] (Fachspr.): durch anodische Oxydation
gewonnene Schutzschicht auf Aluminium w.
Aluminiumlegierungen; <Zus.:> Eloxalverfahren, das; <Abl.:> eloxieren
[eb'ksi:ran] <sw. V.; hat): mit Eloxal überziehen.
Elritze ['elntsal. die; -. -n [ostmd. Eideritz. Elritz, westmd.
erlitz; mhd., ahd. erling]: kleiner, lebhafter, in Schwärmen
I v. a. an der Oberfläche klarer Gewässer] lebender
Karpfenfisch, dessen Körperselten silbrig glänzen.
Else[elzD], die; -. -n [mniederd. eise < germ. *alisö] (nie-
derd.): Erle.
Elster ['eiste], die; -. -n [mhd. elster. alster. agelster. ahd.
agalstra]: schwarzweißer Rabenvogel mit langem,
abgestuftem Schwanz, der als Allesfresser auch die Nester kleiner
Vögel plündert: eine zahme E.; Wenn man nicht alles
notiert, stiehlt die Bande wie eine Schar -n (Remarque.
Triomphe 21); * diebische E. Umd.. der gern stiehlt; nach
der Gewohnheit der Elstern, glitzernde Gegenstände in
ihr Nest zu tragen); <Zus.:> £lsterauge, das (landsch.):
Warze. Hühnerauge.
Eher feite], das od. der; -s. -n [riickgeb. aus t Eltern]
678
Emanzipation
(Fachspr.): ein Elternteil: die Geschlechtszellen des einen
-s; Merkmale der -n von Pflanzenhybriden; elterlich <Adj.;
o. Steig.; nur attr. >: a) den Eltern gehörend: die -e Wohnung;
b) von den Eltern kommend, ausgehend: -e Liebe; Sein
Medizinstudium... hatte er nicht auf -e Kosten (auf Kosten
seiner Eltern) gemacht (Doderer. Wasserfälle 153); c) den
Eltern zustehend, sie betreffend: -e Pflichten; die -e Gewalt
Uur.; die den Eltern obliegenden Pflichten u. Rechte, für
die Erziehung. Beaufsichtigung u. den Aufenthalt sowie für
das Vermögen des Kindes zu sorgen)'. (Kern <PL> [mhd.
dtern. altern, ahd. eltirön (neben altirön = die Älteren)!:
Vater u. Mutter: liebevolle, fürsorgliche, strenge E.; seine
E. sind geschieden; er hatte durch einen Unfall seine E.
verloren; an seinen E. hängen; sie wohnt noch bei ihren
E.; R er ist in der Wahl seiner E. vorsichtig gewesen
'er hat von Haus aus viel Geld zur Verfügung); * nicht
von schlechten E. sein (ugs.; es in sich haben, gar nicht
so schlecht sein in bezug auf die Art der Ausführung): dieser
Witz, diese Ohrfeige war nicht von schlechten E.
{Hern-, Ehern-: -abend, der: von der Schule ausgehender
Abend, an dem sich Lehrer u. Eltern der Schüler miteinander
aussprechen: -aktiv, das (DDR): Arbeitsgruppe aus Eltern
wn Schülern einer Schulklasse, die sich mit Schul- u.
Erziehungsfragen beschäftigt; -ausschuß, der: Ausschuß, der aus
den Eltern von Schülern einer Schule gebildet ist; -beirat,
der: svw. t ^Vertretung: dem E. angehören; -generation,
die (Genetik): Elternpaar od. einzelnes Wesen, von dem
direkte Nachkommen abstammen; ^haus, das: a) von den
Eltern bewohntes Haus, in dem man seine Kindheit verbracht
hat: Es war das erste Weihnachten, das Erika und ich
fem vom -e verbringen sollten (K. Mann. Wendepunkt
173); b) Familie mit ihrem prägenden, erzieherischen Einfluß:
sie kommt aus einem streng katholischen E.; bliebe, die:
Liebe der Eltern zu ihren Kindern; -los <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: ein -es Kind aufziehen; Mnitbestimmung, die:
Denken wir an die Fülle neuer Schulformen .... die
erweiterte Schüler- und E. (Rhein. Merkur 8. 1976. 29); -paar.
das; -pflicht. die: a) rechtlich festgelegte Pflicht der Eltern
gegenüber ihren Kindern; b) <o. Pl.> Gesamtheit der
Elternpflichten (a): sie haben der E. Genüge geleistet; -recht, das:
a) juristisch festgelegtes Recht der Eltern gegenüber ihren
Kindern; b) <o. PI.) (jur.) Gesamtheit der Elternrechte (a);
-Schlafzimmer, das: dieser Raum ist als E. gedacht;
-schule, die: vgl. -seminar; -seminar, das: Seminar (1 )für Eltern,
in dem Fragen der Kindererziehung u. der Beziehung
zwischen Eltern u. Kindern behandelt werden; -Sprechstunde,
die: von den Lehrern in der Schule einzeln abgehaltene
Sprechstunde für die Eltern ihrer Schüler; -teil, der: einer
der beiden Eltern: sie hatte einen E. verloren; -Her, das:
der Jungvogel besitzt ein angeborenes ..Schema" des -es
(Lorenz, Verhalten I, 140); -Versammlung, die: eine E. in
der Schule besuchen; -Vertreter, der: Vertreter der
Elternschaft (1) einer Schulklasse: die Rede des -s der Unterprima;
-Vertretung, die: Vertretung. Abordnung der Eltern von
Schülern, die die Aufgabe hat. die Zusammenarbeit zwischen
Schule und Elternschaft zu fördern; -vogel, der: vgl. -tier.
CJtemschaft, die; -: 1. Gesamtheit von Eltern, die (über
ihre Kinder) ein gemeinsames Interesse verbindet: die E.
der Schule. 2. das Elternsein: bevölkerungspolitische
Maßnahmen wie freiwillige Geburtenkontrolle, geplante
Elternschaft (Medizin II. 98).
EJuat [e"lya:t], das; -[e]s, -e [zu teluieren] (Chemie): durch
Elution herausgelöster Stoff; ekiieren [elu'i:ran] <sw. V.;
hat) [lat. eluere = auswaschen, ausspülen]: einen
adsorbierten Stoff aus einem festen Adsorptionsmittel mit Hilfe eines
Gases od. einer Flüssigkeit herausspülen.
Elukubration [elukubra'tsio:n], die; -. -en [zu lat. elücubrä-
tus. 2. Part, von: ehicubräre = bei der Studierlampe
ausarbeiten] (veraltet): a) wissenschaftliche Nachtarbeit; b)
mühevoll erstellte, sorgfältige Abhandlung.
Elution [elu'tsio:n], die; -. -en [lat. elütio = das Abspülen.
Teluieren] (Chemie): das Herauslösen von adsorbierten
Stoffen aus festen Adsorptionsmitteln.
EJuviaJhorizont [elu'vj[a:l-]. der [zu t Eluvium] (Geol.):
Verwitterungsboden, der sich unmittelbar aus dem darunter noch
anstehenden Gestein entwickelt hat u. keine löslichen Stoffe
mehr aufweist: Eluvium [e'lu:vium]. das; -s [zu lat. eluere.
'eluieren; analog zu t Alluvium]: am Ort ihrer Entstehung
liegengebliebene Verwitterungsmassen.
efcrsftisch [ely'ze:!!]. elysisch [e'ly:zif] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [lat. elysius = elysisch < griech. elysios]: a) zum
Elysium (1) gehörend: die -en Gefilde; b) (dichter.)
paradiesisch, himmlisch: -e Gefilde. Wonnen.
elysieren [ely'zi:ron] <sw. V.; hat) [Kunstwort aus EXcVXroly-
se u. der Verbendung -ieren] (Technik): Hartmetalle elek-
trolytisch schleifen; <Zus.:> Elyskrschleifen. das; -s.
elysisch: f elysäisch; Elysium [e'ly:4om], das; -s. ...en [...jpn;
lat. Elysium < griech. Elysion (pedfon)]: 1. <o. PI.) in
der griechischen Sage das Land der Seligen in der Unterwelt.
2. (dichter.) Zustand des vollkommenen Glücks: im E.
schweben; sich im E. fühlen.
Elytren[e'ly:tnm]<Pl.) [griech. elytron (Sg.). eigtl. = Hülle]
(Zool.): zu Schutzdecken umgewandelte Vorderflügel der
Käfer. Wanzen. Grillen u. a.
ElzevirfelzavKsl.die; - [nach der niederl. Buchdruckerfami-
lie Elzevi(e)r (17. Jh.)] (Druckw.): eine Antiquaschrift; Elze-
viriana [elz3vi'iia:na] <P1.>: von der holländischen Buchdruk-
kerfamilie Elze vir herausgegebene römische u. griechische
Klassikerausgaben in Duodezformat.
Email [e'mai. e'ma:j; südd.. österr.: e'mail]. das; -s. -s.
Emaille [e'maUd. e'mai. e'ma.j], die; -. -n [frz. email <
afrz. * esmal(t) = Schmelzglas < mlat. smeltum < afrank.
* smalt. t schmelzen]: glasharter, gegen Korrosion u.
Temperaturschwankungen beständiger Schmelzüberzug, der als
Schutz oder zur Verzierung auf metallische Oberflächen
aufgetragen wird: Ein Schirmständer, aus Blech gelötet
und mit E. bemalt, sorgte für den Regenschirm (Musil.
Mann 1064); ein Topf aus Email (ein mit Email überzogener
Topf); Email bnm [emaJ'bnS], das; - - [frz. änail brun
= braunes Email]: bes. im 12. u. 13. Jahrhundert geübte
Technik. Kupfer mit einem braunen Firnis zu versehen, aus
dem Muster ausgekratzt u. danach vergoldet werden.
Email-. Emaille-: -arbeit, die (Kunst): eine islamische E.
aus dem 17. Jahrhundert; -draht, der: elektrischer, mit
einem lackartigen Überzug isolierter Leitungsdraht; -eimer,
der: mit Email überzogener Metalleimer; -färbe, die; M*e-
schirr, das: vgl. ^eimer; -glas, das: Glas mit eingebrannten
Etnailfarben; -kaime, die: vgl. -eimer; -lack, der: stark
glänzender, leicht verlaufender Lack; Mittler, der: jmd..
der Schmuck u. Ziergeräte mit Ornamenten aus Email
bemalt od. mit Email überzieht (Berufsbez.). dazu: -malerei,
die: a) <o. PI.) das Malen auf farbigem Glas, das als flüssige
Masse auf Metall, zuweilen auch auf Glas od. Ton.
aufgetragen u. eingebrannt wird; b) mit Hilfe von Emailmalerei
(a) hergestelltes Kunstwerk; -schild, das: an der Tür war
ein schwarzweißes E.; -sduiftenmaler,der: jmd.. der
Emailschilder beschriftet (Berufsbez.)'. -sdiüssel, die: vgl. --eimer;
-topf, der: vgl. -eimer; -Überzug, der: Töpfe und Pfannen
mit E.; -waren, die: mit Email bemalte od. überzogene
Gegenstände, die zum Verkauf angeboten werden.
Emaille: f Email; Emaille-: f Email-; Emailleur [ema'jo.g.
emaT j0:g ]. der; -s. -e [frz. emailleur]: jmd.. der auf metallene
Gegenstände Etnail aufträgt u. es einbrennt (Berufsbez.);
emaillieren [ema'ji:rdn.emal'ji:rdn] <sw. V.; hat) [frz.
emailler]: mit Email überziehen: Töpfe e.; ein emaillierter
Armreif; Emaillknverk, das.
Eman [e'ma:n], das; -s, - [gek. aus t Emanation]: Maßeinheit
für den radioaktiven Gehalt, bes. im Quellwasser; Emanation
[emana'tsio:n], die; -. -en [lat. emänätio = Ausfluß]: 1.
(Philos.) das Hervorgehen aller Dinge aus dem
unveränderlichen, vollkommenen, göttlichen Einen (bes. in der
neuplatonischen u. gnostischen Lehre). 2. (bildungsspr.)
Ausstrahlung: die E. einer starken Persönlichkeit; diese -en einer
hochgezüchteten Geistigkeit (Börsenblatt 4. 1968, 100).
3. <o. PI.) (Chemie veraltet): svw. t Radon; Zeichen: Em;
Enunatismus [...'tismus]. der; -: ein durch die Idee der
Emanation (1) bestimmtes Denken der spätgriechischen
Philosophen: emanieren [ema'nhren] <sw. V.) [1: lat. emänäre]:
I. ausströmen <ist>. 2. durch natürliche od. künstliche
Radioaktivität Strahlen aussenden <hat); Emanotneter [emano-
'me:te]. das; -s. - [zu tEmanation (3) u. t-meter] (Met.):
Gerät zum Messen des Radongehaltes der Luft.
Emanze [e'mant^l. die; -. -n (ugs. abwertend):
emanzipierte Frau; Emanzipation [emantßipa'&io:n]. die; -. -en
[lat. emancipätio]: a) Befreiung aus einem Zustand der
Abhängigkeit; Selbständigkeit; Gleichstellung:
gesellschaftliche E.; die E. völkischer Minderheiten; Die
kapitalistische ... Sozialordnung wurde weitgehend modifiziert und
die E. der Arbeiterschaft vorangetrieben (Fraenkel. Staat
300); b) rechtliche u. gesellschaftliche Gleichstellung [der
679
Emanzipations-
Frau mit dem Mann l: Die zunehmende E. der Frau nach
dem Ersten Weltkrieg brachte dann auch im
Automobilsport ein Vordringen des weiblichen Geschlechts mit sich
(Frankenberg, Fahren 136); Weil sich dieses Thema ( =
Geschlecht u. Charakter), zur Zeit der E.. als aktuell erwies
(Grass. Hundejahre 37); zumal die Frauenemanzipation
... auch vom Mann ausgehen und mit der E. des Mannes
zusammenfallen muß (Wohngruppe 36).
EmanziiMitions-: -bestrebung, die (meist PI.): die -en der
völkischen Minderheit wurden gewaltsam unterdrückt;
^bewegung, die: Bewegung, die eine Emanzipation zum Ziel
hat; -streben, das: das Streben nach Emanzipation.
emanzipatoiisch [emantsipa'to:nJ] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): auf Emanzipation gerichtet; -e Bestrebungen; -e
Erziehung (Erziehung, die das Bewußtsein der eigenen sozialen
Lage fördert und zur Befreiung von (durch die
Gesellschaftsform bedingten) Zwängen führen soll; -er (auf Selbständig-
keit. Selbstbestimmung. Selbstverantwortung u.
Urteilsfähigkeit zielender) Sprachunterricht; emanzipieren [emantsi-
pi:ren] <sw. V.; hat) /vgl. emanzipiert/ [lat. emancipäre.
eigtl. = (einen erwachsenen Sohn od. einen Sklaven) aus
der väterlichen Gewalt in die Selbständigkeit entlassen,
zu: mancipium = feierliche Eigentumserwerbung durch
Handauflegen, aus: manus = Hand (vgl. manuell) u. cape-
re = ergreifen (tkapieren)]: a) (selten) jmdn. aus einer
bestehenden Abhängigkeit lösen, selbständig, unabhängig
machen: Möglicherweise wird die Anti-Baby-Pille die
Frauen so weit e., daß die Männer an der Treueidee festhalten
werden (Wohngruppe 120); b) <e. + sich) sich aus einer
bestehenden, die eigene Entfaltung hemmenden Abhängigkeit
lösen, sich selbständig, unabhängig machen: sich von einer
Vorherrschaft e.; die unfreien Massen emanzipieren sich;
emanzipiert [emantsi'pi.gt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
a) die traditionelle Rolle /der Frau! nicht akzeptierend.
Gleichberechtigung anstrebend, selbständig, unabhängig:
eine politisch -e Massengesellschaft; diese Frau wirkt
selbstbewußt und e.; b) (veraltend abwertend) (von Frauen)
betont vorurteilsfrei, selbständig u. daher nicht der
herkömmlichen Vorstellung entsprechend fraulich wirkend; unweib-
lieh: sie ist/wirkt sehr e.; Emanzipfcrung. die; -. -en.
Emaskulation [emaskula'tsio:n], die; -. -en [zu temaskulie-
ren]: 1. (Med.) a) Entfernung der männlichen Keimdrüsen.
Kastration; b) operative Entfernung von Penis u. Hoden.
2. (bildungsspr.) a) Verweichlichung: die E. der Kultur;
b) Verwässerung: die E. einer Idee; Emaskutator [...'la:U>r.
auch: ...to:$l. der; -s. -en [...la'to:ren]: Gerät zum Kastrieren
von Hengsten; emaskuiieren [emasku'liiran] <sw. V.; hat)
[lat. emasculäre]: 1. kastrieren, entmannen. 2.
verweichlichen; <Abl.:> Emaskulknmg, die: svw. t Emaskulation.
Emballage [äba'la:». österr.: äba'la.3]. die; -. -n [frz. embal-
lage. zu: emballer. Temballieren) (Kaufinannsspr.): Sam-
melbez. für Verpackungen wie Kisten, Fässer. Säcke o.a..
die den Käufern in der Regel in Rechnung gestellt werden:
zum Vorzugspreis von Mark 90 für 50 Flaschen
einschließlich E. ab hier (Döblin. Alexanderplatz 406); einballieren
[äbali:ren] <sw. V.; hat) [frz. emballer. zu: balle (= (Wa-
rerOballen < afränk. *balla; vgl. 'Ball] (Kaufmannsspr.):
packen, verpacken, einpacken.
Embargo [Embargo], das; -s. -s [span. embargo. zu: embar-
gar = in Beschlag nehmen, behindern < vlat. * imbarricäre
= in Sperrschranken legen, zu galloroman. • barra. T Barre]
(Völkerr.): 1. das Zurückhalten fremder Staatsbürger u.
fremden Eigentums (bes. Handelsschiffe) durch einen Staat.
2. staatliches Verbot, in einen bestimmten Staat Waren
zu liefern od. von dort zu beziehen: Eine ganz spezifische
Bedeutung hat das E., das Ausfuhrverbot für bestimmte,
z. B. strategisch wichtige Güter und Rohstoffe nach einem
bestimmten Land (Fraenkel, Staat 133); Solange die
Bundesrepublik das E. allein betreibt, kann Ulbricht sich
erkennbar anderswo alimenüeren (Augstein. Spiegelungen
109).
Embarras [äba'ra], der od. das; - [...ra(s)l. - [...ra(s); frz.
embarras] (veraltet): 1. Verlegenheit. Verwirrung: Es ist
ein bißchen viel E. über den Unsinn entstanden (BemdorfT.
Himmelbett 166). 2. Hindernis; mimmmtom <sw. V.;
hat) (frz. embarraner < span. embarazar. wohl < port.
embarapr. zu: banpi - (FMttehltnae. Strick; H. u]
(veraltet): 1. in Verlegenheit, Verwirrung setzen. 2. hindern.
Bnbtam (em'blerm. auch: 8ble:m). das; -s. -e u. (bei dt.
Aussprache:) -ata [frz. embttme < lat. emblema < griech.
emblema = Eingesetztes; eingelegte Metallarbeit mit
Symbolgehalt]: a) Sinnbild; Symbol, Wahrzeichen: der Ölzweig
ist das E. des Friedens; mit dem E. der Heilkunde, einem
Schlangenstab (Th. Mann. Zauberberg 58); b) Kennzeichen
eines Staates. Hoheitszeichen: der... ..Turm der Nationen"
.... auf dem alle -e der Staaten befestigt sind, die an den
Spielen teilnahmen (Gast, Bretter 99); Emblematik [emble-
'ma.tikl.die; -: 1. sinnbildliche Darstellung religiöser,
mythologischer u. ä. Inhalte. 2. Forschungsrichtung, die sich mit
der Herkunft u. Bedeutung von Emblemen (a) befaßt: so
daß es erschwert war. die E. als Hilfswissenschaft der
Literatur- und Kunstgeschichte zu betreiben (Wirkendes
Wort 1. 1969. 68); emblemetisch <Adj.; o. Steig.): 1. die
Emblematik betreffend: die -e Literatur. 2. sinnbildlich:
-e Darstellungen; und eine Fülle -er Gegenstände (Waffen,
wissenschaftliche und musikalische Instrumente u.a.)
begleiten diese Szenen (Bild. Kunst 3. 12).
Emboli: PI. von fEmbolus; Embolie [Emboli:], die; -, -n
[...i.an; zu griech. embole = das Hineinwerfen] (Med.):
Verstopfung eines Blutgefäßes durch in die Blutbahn geratene
körpereigene od. -fremde Substanzen; <Zus.:> Embolktod,
der; emboIHbrm [emboli'fDrm] <Adj.; o. Steig.) [zu t
Embolus u. lat. forma = Gestalt. Form] (Fachspr.): pfropfenför-
mig,-artig;Embolus[embolos],der; -. ...li [griech.embolos
= das Hineingeschobene; Pflock; Pfropf] (Med.): in der
Blutbahn befindlicher Fremdkörper; Gefaßpfropf.
Embonpoint [äbÖ'pQS:]. der od. das; -s [frz. embonpoint,
eigtl. = in gutem Zustand]: a) (geh.. veraltend) Beleibtheit,
Körperfülle: ... all dieser mir an Jahren und E. fast
sämtlich ... voranstehenden Herren (Th. Mann. Krull 374); b)
(scherzh.) dicker Bauch, Schmerbauch: einen E. bekommen,
haben; mit einem allzu rundlichen E. ausgestattet (Habe.
Namen 41).
Embouchure [äbu'Jy:?. ...re]. die; -. -n [frz. embouchure. zu:
emboucher = an den Mund setzen, zu: bouche. tdebou-
chieren]: a) Mundstück von Blasinstrumenten; b) (Musik)
Mundstellung. Ansatz beim Blasen eines Blasinstruments.
emfarassieren [äbra'si:ran] <sw. V.; hat) [frz. embrasser. zu:
bras = Arm < lat. brachium] (veraltet): umarmen, küssen.
Embros [embros], das; - [roman.]: Lammfell aus Italien
od. Spanien.
embrouillieren [äbru'jhrcn] <sw. V.; hat) [frz. embrouiller.
zu: brouiller = durcheinandermengen < galloroman.
* brodiculare] (veraltet): verwirren.
Embryo ['embryo]. der. österr. auch: das; -s. -nen [...y'o.nan]
u. -s [lat. embryo = Neugeborenes (Lamm); ungeborene
Leibesfrucht < griech. embryon]: 1. a) (Anthrop.. Zool.)
im Atifangsstadium der Entwicklung befindlicher Keim; in
der Keimesentwicklung befindlicher Organismus, beim
Menschen die Leibesfrucht von der vierten
Schwangerschaftswoche bis zum Ende des vierten Schwangerschaftsmonats; b)
(Med.) gelegtl. svw. t Fetus; Ü Glauben Sie. daß Sie
medizinischer E. mehr wissen als ich? (Sebastian. Krankenhaus
10). 2. (Bot.) Teil des Samens der Samenpflanzen, der aus
Keimachse. Keimwurzel u. Keimblättern besteht.
Embryo-: -genese, die (Anthrop.. Zool.): Keimentwicklung.
Entstehung u. Entwicklung des Embryos; ^logk» die [t -logie]
(Anthrop.. Zool.): Lehre u. Wissenschaft von der
vorgeburtlichen Entwicklung der Lebewesen; -pathk. die [t -pathie]
(Med.): Krankheiten u. Defekte, die für den Embryo
charakteristisch sind; durch Erkrankung der Mutter in den ersten
Schwangerschaftsmonaten eingetretene Schädigung des
Keimlings u. daraus entstandene Organmißbildung; >sack,
der (Bot.): innerer Teil der Samenanlage einer Blüte; ^to-
mle [-to'mi:]. die; - [zu griech. tome = das Schneiden;
Schnitt] (Med.): operative Zerstückelung des Kindes in der
Gebärmutter während der Geburt bei unüberwindlichen
Geburtshindernissen.
embryonal [embryo1 na: 1] <Adj.; o. Steig.), embryonisch: 1.
<nur attr.) (Med.. Biol.) a) zum Stadium des Dnbryos
gehörend, es betreffend, von ihm ausgehend; der Mensch
in seiner -en Phase; -e Schäden; b) unentwickelt, unreif.
2. (nicht adv.) in Ansätzen / vorhanden/: -e Anzeichen
einer Entwicklung: Und Verwandlungen, die sich bislang
nur keimhaft» e. gezeigt hatten (Küpper. Stmplicius 89).
Embryon»!- (Anthrop.. Zool.): MStfwfckJanft. die; miw,
das <mdst PI.): nur beim Embryo vorhandenes Organ, das
sich später zurückbildet od. abgeworfen wird; ^aeit, die:
Zeitraum der Entwicklung des Embryos.
embryonisch: svw. t embryonal.
680
Emitter
Emd[e:mt],das; -[e]s.Emdet[e:mddt], der; -s [mhd. embde.
ämät. zu f mähen] (Schweiz.): das zweite Mähen, Öhmd;
onden ['e:mdn] <sw. V.; hat) (Schweiz.): zum zweitemnal
mähen,
Emendation [emenda'tsio:n], die; - [lat. emendätio): 1. (Lite-
raturw.) Berichtigung eines falsch od. unvollständig
überlieferten Textes, 2. (veraltet) Verbesserung, Berichtigung:
emendieren [emen'di:ren] <sw. V.; hat) [lat. emendäre]:
1. (Literaturw.) einen falsch od, unvollständig überlieferten
Text berichtigen. 2. (veraltet) verbessern, berichtigen.
Emergenz [emer'gents], die; -. -en [(1: engl, emergence) <
mlat. emergentla = das Hervorkommende, zu lat. emerge-
re. temergierenl: 1. <o. PI.) Begriff der neueren englischen
Philosophie, wonach höhere Seinsstufen durch neu
auftauchende Qualitäten aus niederen entstehen. 2. (Bot.) Auswuchs
einer Pflanze, an dessen Aufbau nicht nur die Epidermis,
sondern auch tieferliegende Gewebe beteiligt sind (z. B. der
Stachel der Rose); <Zus.:) Emerggnzphilosophie. die; emer-
gieren [...'gi:ren] <sw. V.; ist) [lat. emergere] (veraltet):
1. auftauchen, hochkommen. 2. sich hervortun.
Emerit lerne* ri:t. auch: eme'nt], der; -en. -en [zu temeritus)
(kath. Kirche): im Alter dienstunfähig gewordener
Geistlicher; Emeriti: PI. von tEmeritus; emeritieren [emeri'ti.ran]
<sw. V.; hat): feinen ordentlichen Hochschulprofessor/ von
seiner Lehrtätigkeit entbinden, entpflichten (meist im 2.
Part.): der inzwischen längst emeritierte Theologe; Ü Im
Schaufenster einer Verlagsbuchhandlung liegen die
Memoiren bedeutender, aus der Weltgeschichte emeritierter
Persönlichkeiten (Koeppen, Rußland 163). dazu: Emeritk-
rung, die; -. -en; cmeritus [e'me.ritos] <Adj.; o. Steig.; nur
attr.) [lat. emeritus = ausgedient. 2. Part, von: emereri
= ausdienen, zu Ende dienen): (in Verbindung mit dem
davorstehenden Titel) von seiner Lehrtätigkeit entbunden;
Abk.: em.. emer.. emerit.; Emeritus [-1. der; -. ...ti (bil-
dungsspr.): von seiner Lehrtätigkeit entbundener
Hochschulprofessor.
emers [e'mers] <Adj.; o. Steig.) [lat. emersus = aufgetaucht.
2. Part, von: emergere. temergieren]: (bes. von Organen
der Wasserpflanzen, die über den Wasserspiegel
hinausragen) über der Wasseroberfläche lebend (z. B. Blätter u.
Blüten der Seerose; Ggs.: submers); Emersion ferner'zyxn],
die; -. -en [zu lat. emersus. temersl: 1. (Astron.)
Heraustreten eines Mondes aus dem Schatten seines Planeten. 2.
(Geol.) durch Epirogenese verursachtes Aufsteigen des
Latides über den Meeresspiegel.
Emesis I'e:mezis]. die; - [griech. emesisl (Med.): Erbrechen;
Emetikun[e'me:tikum].das; -s. ...ka [lat. emeticum. Neutr.
von: emeticus. temetisch] (Med.): Brechmittel; emetisch
<Adj.)[lat. emeticus < griech. emetikösl (Med.): Brechreiz
erregend: Ü was den düpierten Rezensenten als juveniler
Avantgardismus erschien, ist nur ein Agglomerat -er
Entgleisungen (Deschner. Talente 215).
Erneute [e'mote], die; -. -n [frz. erneute, zu: änouvoir,
I Emotion! (veraltet): Aufstand, Meuterei, Aufruhr.
Emigrant [emi'grant]. der; -en. -en [lat. emigräns (Gen.:
emigrantis). 1. Part, zu: emigräre, f emigrieren]: jmd.. der
sein Land 'aus wirtschaftlichen, politischen od. religiösen
GründenJ /freiwillig! verläßt, Auswanderer (Ggs.:
Immigrant): ein russischer E.; Emigrantin, die; -. -nen: w. Form
zu f Emigrant.
Emigranten-: -kreis, der (meist PL): sie verschafften sich
Zugang zu -en; -litemtur, die: literarische Produktionen,
die während eines (meist aus politischen Gründen
erzwungenen od. freiwilligen) Exils entstanden sind; ^los, das: vgl.
-Schicksal; M>rganisation,die; -presse, die: von Emigranten
geschaffenes Zeitungswesen; ^Schicksal, das; ^zeitung, die.
Emigr^ntentum, das; -s: Tatsache. Zustand des
Emigriertseins: das E. schaffte enge Verbindungen zwischen den
Familien; Emigration [emigra'tsio:n], die; -. -en [spätlat.
emigrätio = das Ausziehen. Wegziehen]: 1. das Emigrieren
(Ggs.: Immigration): die rechtzeitige E. bewahrte ihn vor
dem Tod; * innere E. (innerliche Abkehr von den
Auseinandersetzungen mit den aktuellen wirtschaftlichen, politischen,
religiösen u.a. Vorgängen als Ausdruck der Opposition):
Der Essayist Thieß prägte 1933 das Wort von der ..inneren
E." (Mittellungen des Deutschen Germanisten-Verbandes
1. 1970. 55). 2- <o. PI.) die Fremde als Schicksalsraum
des Emigranten: in der E. leben, sterben; viele kluge Köpfe
gingen in die E. 3. <o. PI.) die Emigranten; Menschen
in der Emigration (2): die E. entfaltete zahlreiche
Aktivitäten; die Pfeffermühle .... das erfolgreichste und
wirkungsvollste theatralische Unternehmen der deutschen E. (K.
Mann. Wendepunkt 253); emigrieren [emi'gri:ran] <sw. V.;
ist) [lat. emigräre]: sein Land /freiwillig] aus
wirtschaftlichen, politischen, religiösen u. a. Gründen verlassen;
auswandern (Ggs.: immigrieren): er entschloß sich [dazu.] zu
e.; nach England, in die Schweiz e.; <subst. 2. Part.:)
Emigrierte, der u. die <Dekl. t Abgeordnete): jmd., der
emigriert ist.
Emil (e:mi:l) in redensartlichen Wendungen wenn..., dann
heiB' ich E. ich will E. heißen, wenn ... (das, was vielleicht
vermutet werden könnte, ist bestimmt nicht der Fall): wenn
das sein Auto ist. dann heiß* ich E.; ich will E. heißen,
wenn das nicht seine Freundin ist (das ist bestimmt seine
Freundin).
eminent [eminent] <Adj.; o. Steig.) [frz. eminent < lat.
eminens. 1. Part, von: eminere = heraus-, hervorragen]:
a) (nicht adv.) (österr.. sonst bildungsspr.) sehr wichtig,
bedeutsam; außerordentlich groß, in hohem Maße gegeben;
hervorragend, herausragend: eine -e Begabung. Phantasie;
es ist ein -er Unterschied, ob ...; eine Frage von -er
Bedeutung; b) (intensivierend bei Adjektiven u. Verben) sehr,
außerordentlich; in hohem Maße, äußerst: ein e. gefährlicher
Gegner; ein e. tüchtiger Mann; das ist e. wichtig für mich;
Aber gerade das wäre ja eine e. (ausgesprochen) männliche
Aufgabe (Bodamer. Mann 139); sie. ihre Leistungen haben
sich e. gesteigert; Eminenz [emi'nents], die; -. -en [lat.
eminentia = das Hervorragen] (kath. Kirche): a) <o. PL)
Holieit (als Titel eines Kardinals): Eure E.!; b) Träger
des Titels Eminenz; Kardinal: er begrüßte die anwesenden
-en; • graue E. (einflußreiche /politische/ Persönlichkeit,
die als solche nach außen kaum in Erscheinung tritt; nach
dem Beinamen l'Eminence grise des Kapuziners Pere
Joseph (1577-1638). des engsten Beraters Richelieus; in
Deutschland vor allem bekannt durch den Beinamen F.
v. Holsteins).
Emir ['e.mir, auch: e'mi:g], der; -s. -e [arab. amir =
Befehlshaber]: (bes. in islamischen Gebieten) Befehlshaber,
Fürst, Gebieter; Emirat [emi'ra.t], das; -[e]s, -e:
orientalisches Fürstentum.
emisch ['e:mif] <Adj.; o. Steig; nicht präd.) [aus engl, emic
nach Bildungen wie phonemic] (Sprachw.): bedeutungsun-
terscheidend, distinktiv: -e Einheiten; auf-er Ebene.
Emissär [emi'se:^]. der; -s. -e [frz. emissaire < lat. emissärius
= Sendbote. Spion, zu: emittere. t emittieren]: Abgesandter
mit bestimmtem [geheimem] Auftrag; Agent: einen E.
entsenden; Dann haben mich die Bauern zu ihrem E. gewählt,
ich soll Loskauf unserer Felder erbitten bei der Königin
(Hacks, Stücke 83); Emission [emi'sio:n], die; -, -en [(1 a:
frz. Emission) < lat. emissio = das Herausschicken.
Ausströmenlassen]: 1. (Bankw.) a) Ausgabe von
Wertpapieren od. Geld, ihre Einfuhrung in den Verkehr: eine E.
französischer Staatsanleihen; b) Wertpapier: -en mit langen
Laufzeiten. 2. Ausgabe von Briefmarken, ihre Einführung
in den Verkehr. 3. das Ausströmen luft verunreinigender
Stoffe in die Außenluft; Luftverunreinigung. 4. (Physik)
Aussendung von elektromagnetischen Teilchen od. Wellen. 5.
(Schweiz.) Rundfunksendung. 6. (Med.) Ausfluß. Entleerung
von Absonderungen.
Emissions-: ^bank. die: svw. ? Effektenbank; -geschift, das:
alle Maßnahmen einer Bank, die mit der Emission da)
zusammenhängen; Kataster, der od. das:
Bestandsaufnahme der Luftverschmutzung in einem Gebiet: ein /einen E.
aufstellen; ^kurs, der: Ausgabekurs von Wertpapieren;
^schütz, der: Schutz der Bevölkerung vor schädlichen
Auswirkungen von Emissionen (3), dazu: ^Schutzgesetz, das;
^Spektrum, das (Physik): Spektrum eines Atoms od.
Moleküls, das durch Anregung zur Ausstrahlung gebracht wird;
--stopp, der: vom Staat verhängtes, zeitlich befristetes Verbot
der Ausgabe von Aktien u. Wertpapieren: den E. für
öffentliche Anleihen ... aufrechtzuerhalten (Welt 25. 6. 66, 1);
^theorie, die (Physik): Theorie, nach der das Licht nicht
eine Wellenbewegung ist. sondern aus ausgesandten Teilchen
besteht.
Emitron [e:mitro:n], das; -s. -e [...'troina], (auch:) -s [aus
lat. emittere (temittieren) u. ]*Ekktron] (Technik): Teil
des Fernsehaufnahmegerätes; Emittent [emi'tsnt]. der; -en.
-en [lat. emittens (Gen.: emittentis). 1. Part, von: emittere.
remittieren] (Bankw.): jmd.. der Wertpapiere ausstellt u.
ausgibt; Emitter [e'mift. engl.: i'mito]. der; -s. - [engl, emit-
681
emittieren
ter. zu: toemit = aussenden < lat. emittere. temittieren]
(Technik): Teil des Transistors, der die Elektronen liefert;
emittieren [emi'ti:ren] <sw. V.; hat) [(1: nach frz. ämettre)
< lat. emittere = herausgehen lassen, ausschicken]: 1.
(Bankw.) (Wertpapiere) ausgeben, in Verkehr bringen: Das
Land Hessen wind ... eine 150-Mill.-DM-Anleihe ... e.
(MM 13. 1. 67, 14). 2. (umweltgefährdende Stoffe) in die
Luft ablassen: Abgase e.; Er betonte, daß ein
Kernkraftwerk den Vorteil habe, keinen Staub in die Luft zu e.
(MM 16. 1. 70. 8). 3. (Physik) (Elektronen) aussenden.
Emmchen fernen], das; -s. - (meist PI.) [Vkl. der Abk.
M = Mark] (ugs. scherzh.): Mark: ein Monatswechsel
von tausend E.
Emmentaler ['emdnta.ie], der; -s. - [nach dem Emmental
in der Schweiz, wo der Käse zuerst hergestellt wurde]:
vollfetter Schweizer Käse mit kirschgroßen Löchern u. nuß-
kernartigem Geschmack.
Emmer ['ans], der; -s [ahd. amari] (südd): eine dem Dinkel
verwandte Weizenart: Amelkorn.
Emmetropie [emetro'pi:^ die; - [zu griech. ömmetros =
im (richtigen) Maß u. öps (Gen.: öpös) = Auge] (Med.):
Normalsichtigkeit.
e-Moll ['e:mDl, auch: '-'-]. das: Tonart; Zeichen: e (Te,
E2); <Zus.:> e-Moll-Etüde. die.
Emotion [emo'tsio.n]. die; -. -en [frz. emotion, zu: ömouvoir
= bewegen, erregen < lat. emovere = herausbewegen,
emporwühlen] (bildungsspr.): seelische Erregung,
Gemütsbewegung; Gefühl, Gefühlsregum: [durch, mit etw.] -en
wecken; seinen -en freien Lauf lassen; er sprach, antwortete
ohne jede E.; obgleich ringsum Tausende von Zuschauern
von unkontrollierten -en gepackt wurden (Welt 26. 4. 65,
15); emotional [emotsio'na:!] <AdJ.>: mit Emotionen
verbunden, aus einer Emotion erfolgend; gefühlsmäßig: eine -e
Sprache. Reaktion; emotionalisieren [emotsionali'zi:ran]
<sw. V.; hat): a) Emotionen wecken, erregen: emotionalisie-
rende Schlagwörter; b) Emotionen einbauen, mit Emotionen
versehen: Mehrere Posten sind umbesetzt, das Spiel ist
emotionalisiert (MM 22.11. 71.21); c)<e. -I- sich)
emotional werden; eine emotionale Färbung annehmen: Dadurch
... emotionalisierte sich die Auseinandersetzung unnötig
(Stamokap 194); Emotionalianus* der; -: Auffassung, nach
der alle seelischen u. geistigen Tätigkeiten durch Affekt
u. Gefühl bestinvnt sind; Emotionalitflt [emotsipnali't£:t],
die; -: emotionale Verhaltensweise, Äußerungsform;
emotionell [emotione!] <Adj.): svw. temotlonal: -e Regungen;
emotionsgeladen [emo't$io:ns-] <Adj.): von starken
Emotionen bestimmt: eine -e Diskussion. Atmosphäre; emotiv
[emo'ti:fl <Adj.) [engl, emotive, zu lat. emötus. 2. Part,
von: emovere. t Emotion]: Emotionen enthaltend: -e
Reaktionen; Emothittt [emotivi't£:t]. die; - (Psych.): erhöhte
Erregbarkeit des Gemüts.
Empathie [empa'ti:]. die; - [engl, empathy. gräzisierende
LÜ von dt. Einfühlung] (Psych.): Bereitschaft u. Fähigkeit,
sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen.
Empfang [em'gfanl. der; -[e]s. Empfänge [...'pfena; mhd.
en-. anphanc. ahd. antfanc]: 1. <o. PI.) a) das Empfangen
da). Entgegenne/imen: den E. einer Ware bestätigen;
(Kaufmannsspr.:) zahlbar bei E.; *etw. in E. nehmen (sich
etw. aushändigen lassen; etw. entgegennehmen): er nahm
den Eilbrief in E.; imda. in E. nehmen (ugs.; jmdn. bei
seiner Ankunft begrüßen, ihm zur Begrüßung u.
Weitergeleitung entgegengehen): Hier hatte ich ... einen Kaufmann,
der mich auf dem Bahnhof in E. nahm (Niekisch. Leben
273); (oft iron.:) die Demonstranten wurden von Polizisten
mit Wasserwerfern in E. genommen. 2. (Funkw.. Rundf..
Ferns.) das Empfangen (2): ein ungestörter E. 3. a) <o.
PI.) (geh.) /offizielle! Begrüßung eines Ankommenden: ihm
wurde ein begeisterter E. zuteil; der E. bei seiner
Rückkehr fiel ziemlich kühl aus; b) festliche ! BegrüßungsJ-
veranstaltung: einen E. geben; Wir tranken im Stehen wie
bei diplomatischen Empfängen (Frisch. Homo 92). 4.
Raum, Stelle in einem Hotel, wo sich die Gäste anmelden;
Rezeption: Im Hotel ließ er sich das Telephon auf die
Theke des -s stellen (Johnson. Ansichten 19); am. beim
E. liegen zwei Briefe für dich; empfangen [em'ijfaoan] <st.
V.; hat) [mhd. enphähen. entvähen. ahd. intvähen]: 1.
a) (geh.) etw., womit man bedacht wird, was einem zuteil
wird, entgegennehmen; bekommen, erhalten: einen Brief.
einen Befehl, den Auftrag. Jmds. Rat e.; (Rel.:) das
Sakrament der Taufe, die Kommunion, die Letzte Ölung e.;
Ü Es gibt Ereignisse, die ihr Gewicht und ihre Färbung
dadurch empfangen, daß... (Niekisch. Leben 183); b) (geh.)
/als Strafe/ hinnehmen müssen; verabreicht bekommen: er
vergaß die Schläge nicht, die er in seiner Kindheit
empfangen hatte; noch zwei andere Male empfing ich von Huhl
Ohrfeigen (Andres. Liebesschaukel ISO); c) (Soldatenspr.)
bei der Ausgabe zugeteilt bekommen: Essen, Verpflegung
e. 2. (Funkw.. Rundf.. Ferns.) (Funksprüche, Radio- od.
Fernsehsendungen) über ein entsprechendes Empfangsgerät
hören bzw. sehen: diesen Sender können Sie nur über UKW.
auf Kanal 13 e. 3. (geh.) in sich aufnehmen, in sein
Bewußtsein dringen lassen; gewinnen: neue Anregungen. Impulse
e.; der erste Eindruck, den ich von der Welt des Orients
empfing (K. Mann. Wendepunkt 143). 4. (geh.) a) einem
Ankommenden in bestimmter Weise entgegentreten, ihn in
bestimmter Weise begrüßen: Jmdn. herzlich, kühl e.; er
empfing mich mit freundlichen Worten; Ü (oft iron.:) die
Polizei empfing die Demonstranten mit Gummiknüppeln;
als wir aus dem Haus traten, empfing uns ein Sprühregen;
b) als Besucher willkommen heißen, als Gast aufnehmen
u. bewirten!: Gäste. Besuch [bei sich] e.; Im März dieses
Jahres empfing Papst Johannes XXIII. Chruschtschows
Schwiegersohn Adschubej in Privataudienz (Dönhoff. Ära
229). 5. (geh.) schwanger werden: sie hat [ein Kind von
ihm] empfangen; Und ist nicht berichtet worden, daß sie
im Hochzeitsbett nicht empfangen? (Jahnn. Geschichten
14); <Abl.:> Empfänger [em'ßfenB]. der; -s. -: 1. jmd., der
etw. empfangt, entgegennimmt, dem etw. zuteil wird: der
E. des Briefes, der Arbeitslosenunterstützung; die E.
niedriger und hoher Einkommen; Dem E. der Hilfe soll die
Führung eines Lebens ermöglicht werden, das... (Fraenkel,
Staat 381). 2. svw. f Empfangsgerät; Empfängerin, die; -.
-nen: w. Form zu f Empfänger (1); empfänglich [em'^fenlu;]
<Adj.; nicht adv.) [mhd. enphenclich = aufnahmebereit;
annehmbar, angenehm, ahd. antfancüh]: a) (Eindrücken,
Empfindungen, von außen kommenden Einwirkungen,
Versuchungen) leicht zugänglich: er ist für alles Schöne, für
Lob, Schmeicheleien sehr e.; je empfänglicher
(aufgeschlossener) Seele und Sinn geschaffen sind für Menschenreiz
(Th. Mann. Krull 142); sind meine Augen heute doppelt
e. (aufnahmebereit) ? (Geissler. Wunschhütlein 174); b)
bestimmten Krankheiten gegenüber nicht widerstandsfähig;
anfällig: sie war schon immer e. für Erkältungen.
Infektionskrankheiten, dazu: Empfänglichkeit, die; -: die E. für das
Schöne. Tür schlechte Einflüsse; Empfangnahme, die; -
(Am tsspr.. Kaufmannsspr.): das In-Empfang-Nehmen,
Entgegennehmen; Empfängnis [em'ijfennis]. die; - (spätmhd.
enphencnisse = Einnahme. Belehrung, ahd. intfancnissa]:
das Empfangen (5), Schwangerwerden: eine E. verhüten;
♦die Unbefleckte E. [Mariens. Marias] (kath. Rel.): (nach
einem Dogma) das Freisein Marias von der Erbsünde durch
die vorweggegebene Gnade Christi schon von dem Augenblick
an, in dem sie gezeugt, empfangen wurde.
empf|ngnfe-, Empfängnis-: -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): vgl. -fähig, dazu: -bereitsdiaft, die: eine kurze,
der E. des brünstigen Weibchens ziemlich genau
entsprechende Periode (Lorenz. Verhalten I. 230); -flhig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): (vom weiblichen Organismus) fähig
zu einer Bnpfängnis; -Optimum, das: Zeitraum, in dem
eine Empfängnis am wahrscheinlichsten ist; -verhütend
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): -e Mittel; -Verhütung, die:
Maßnahme, die eine Empfängnis verhitvdern soll: Methoden
der E.; E. als Mittel der Geburtenregelung, dazu:
-Verhütungsmittel, das; -zeit, die (jur.): Zeitspanne, während der
die Empfängnis eines Kindes stattgefunden haben muß.
empf?ngs-, Empfangs-: -abend, der: Abend, an dem
Iregelmäßig! Gäste empfangen werden; -anläge, die: vgl. -gerät;
-antenne, die (Elektrot.); -apparat, der: vgl. -gerät: der
E. des Echolots; -berechtigt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
zum Empfang (1) berechtigt, bevollmächtigt, befugt;
<subst.:>-berechtigte*deru. die;-n,-n <Dekl. t
Abgeordnete): die Bestätigung ist durch den -n zu unterzeichnen;
-bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): für die Ankunft der
Gäste muß die Wohnung e. sein; -bescheinigung, die. -be-
stätigung, die: Bescheinigung, auf der der Empfang von
etw. bestätigt wird: Jmdm. eine E. [über etw.] ausstellen;
-büro, das: Büro in einer Firma, einem Hotel o.a., in dem
Besucher empfangen werden; Rezeption: man muß sich im
E. melden; -chef, der: Angestellter in einem Hotel, Kaufhaus
o.a., der die ankommenden Gäste bzw. Kunden begrüßt
682
empfindungs-, Empfindungs-
u. weiterleitet; Mlame, die: vgl. >-chef; ^feierlidikeit, die
<meist PL); -gerät, das (Elektrot.): Gerät, mit dem man
Funksprüche. Rundfunk- od. Fernsehsendungen empfangen
kann; -halle, die: großer Raum in einem Hotel, in dem
sich der Empfang (4) befindet: die Gäste versammelten
sich in der E.; -komitee, das: aus mehreren Personen
bestehender Ausschuß, der den Auftrag hat, jmdn. feierlich zu
begrüßen; -räum, der: Raum, in dem Gäste, Besucher
empfangen werden; -saal, der: vgl. ^raum; -Schalter, der: vgl.
^büro; -schein, der: svw. T ^bescheinigung: Die Wirtin
... bat mich nur. ihr einen E. auszustellen (Seghers. Transit
24); -Station, die: 1. (Kaufmannsspr.) Bestimmungsort. 2.
(Funk. Rundf.. Ferns.) Stelle, an der Sendungen empfangen
werden; -stelle, die: svw. f -Station (2); -Störung, die:
Störung beim Empfang von Funksprüchen, Radio- od.
Fernsehsendungen; -tag, der: /Wochen,tag, an dem regelmäßig
Gäste empfangen werden; ^tot <Adj.: o. Steig.; nicht adv.)
(Funk. Rundf.. Ferns.): keinen Empfang von Funksprüchen,
Radio- od. Fernsehsendungen zulassend: -e Zonen; -zeit,
die: vgl. -tag; -zknmer, das: vgl. -räum.
empfehlen [em'efe:bn] <st. V.; hat) [mhd. enphelhen. enphe-
len = zur Bewahrung od. Besorgung übergeben]: 1. a)
jmdm. als vorteilhaft, geeignet, zuverlässig vorschlagen;
Jmdm. raten, sich für jmdn., etw. zu entscheiden: ich kann
ihn dir (als Fachmann] sehr e.; Jmdm. einen Entwurf [zur
Annahme, als Arbeitsgrundlage] e.; Ich empfehle einen
Besuch der Insel im Gutssee (Geissler. Wunschhütlein 34);
dieses Präparat ist sehr zu e.; empfohlener Richtpreis
(Wirtsch.; vom Hersteller einer Ware vorgeschlagener,
unverbindlicher Verkaufspreis): in Höflichkeitsformeln:
empfehlen Sie mich bitte Ihrer Gattin!, ich lasse mich Ihrer
Gattin e.! (geh.. veraltend; grüßen Sie Ihre Gattin von
mir!)\ b) loben, rühmen; lobend nennen: dieses Buch kann
ich wärmstens e.; als Geschäftspartner kann ich ihn nur
e.; c) <e. + sich) sich als geeignet, vorteilhaft,
empfehlenswert herausstellen, erweisen; sich als etw. Bestimmtes
ausweisen: er empfiehlt sich bereits durch seine rasche
Auflassungsgabe als geeignet für diese Arbeit; Wozu eine so
feierlich auftretende Vorschrift, wenn ihre Erfüllung sich
nicht als vernünftig e. kann? (Freud. Unbehagen 146);
d) <e. + sich) sich, seine Dienste anbieten: du empfiehlst
dich als geeigneter/(veraltend.) geeigneten Mann;
(Kaufmannsspr.:) wir halten uns zu weiteren Aufträgen bestens
empfohlen; e) <e. + sich; unpers.) ratsam, empfehlenswert
sein: es empfiehlt sich, die Angelegenheit auf sich beruhen
zu lassen. 2. (geh.) anvertrauen, anbefehlen: ich empfehle
das Kind deiner Obhut; nachdem ich Dich der Fürsorge
der Justiz empfohlen habe (Fallada. Herr 203); sie empfahl
sich derGnadedes Herrn. 3. <e. + sich) (geh.) sich
/förmlich/ verabschieden u. weggehen: als ich kam. hatte er
sich bereits empfohlen; er empfahl sich [seinen Gastgebern]
mit einer knappen Verbeugung; Ich empfehle mich (ich
gehe jetzt), sagt Paasch (Fries, Weg 52); Ü der Winter
kam und empfahl sich (u. ging; Lenz. Suleyken 126); <Zus.:>
empfehlenswert <AdJ.; nicht adv.): a) geeignet, wert,
empfohlen da. b) zu werden; lohnend, gut: -e Bücher. Filme.
Schallplatten; die Ausstellung ist nicht [gerade] e.; b)
ratsam, geraten; von Nutzen, vorteilhaft: ein -eres Verhalten;
es wäre e.. rechtzeitig dort zu sein; <Abl.:) Empfehlung,
die; -. -en: 1. empfehlender (1 a) Vorschlag, Rat, Hinweis,
Tip: er reist auf E. seines Arztes in den Süden. 2.
empfehlende (1 b). lobende Beurteilung, Fürsprache: jmdm. eine E.
schreiben; auf die -en seines Lehrers hin hatte er die Stelle
bekommen. 3. (geh.) höflicher, respektvoller Gruß; eine
E. an Ihre Frau Mutter!; Unsere freundlichsten -en Deinen
Gastgebern. Herrn und Frau Consul Meyer (Th. Mann,
Krall 403). dazu: Empfehlungsbrief, der: svw. t-schreiben;
Empfehlungsschreiben, das: schriftliche Abfassung einer
Empfehlung (2): mit einem E. seines Vaters stellte sich
der junge Mann bei der Firma vor.
Empfindelei [em^fmcb'lai]. die; -. -en (selten, abwertend):
Rühr Seligkeit, Sentimentalität: man hat ihn wegen seiner
E. aufgezogen: empfindeln [em'^findln] <sw. V.; hat)
(selten, abwertend): rührselig sein; empfinden [em'Qftndn] <st.
V.; hat) [mhd. enphinden, entfinden, ahd. intfindän =
fühlen, wahrnehmen, aus ent... u. finden]: a) (als einen
über die Sinne vermittelten Reiz) sinnlich wahrnehmen,
verspüren: Hunger, Kälte. Schmerzten] e.; b) eine bestimmte
Gemütsbewegung erfahren, erleiden; in bezug auf jmdn.,
etw. von einer bestimmten Emotion erfüllt sein: Freude,
Ärger über jmdn., etw., Angst vor jmdm., etw. e.; er
empfand tiefe Reue über seine Tat; das kleine Mädchen
empfand das Bedürfnis, jetzt auch ... (Kessel [Übers.].
Patricia 153); er empfindet nichts für sie (liebt sie nicht);
c) in bestimmter Weise spüren, auffassen, für etw. halten:
etw. als kränkend, als [eine] Wohltat e.; jmdn. als [einen]
Störenfried e.; ich empfand mich als Begnadeter/t
veraltend:) Begnadeten; Er ... empfand sich selbst dort als
beliebt (Ossowski. Bewährung 60); Er empfand zwingend:
da wurde es Zeit (H. Mann. Unrat 14); sie empfand dunkel,
daß sie Unrecht getan hatte; Empfinden [-]. das; -s: a)
(geh.) bestimmtes Gefühl, das durch einen äußeren Eindruck
in jmdm. hervorgerufen wird: er hatte ... ein peinliches
E. wie bei belegter Zunge (Musil. Mann 210); Er grübelte
diesem zwiespältigen E. von Neid und Sorge nach (Musil.
Mann 540); b) feines, sensibles Gefühl, Gespür, das jmdn.
befähigt, etw. (Unausgesprochenes) wahrzunehmen, richtig
einzuschätzen: das sagte ihm sein natürliches E.; das
einfache E. für Recht und Unrecht; daß ein Österreicher in
solchen Fragen ein feineres E.. mehr Kultur habe (Musil.
Mann 1S4S); aber auch Kuibyschew und Kasan hatten
für mein E. (meinem Gefühl, Eindruck, meiner Meinung
nach) schon in der Steppe gelegen (Koeppen. Rußland
127); empfindlich <Adj.) [mhd. enphintlich. ahd. inphint-
lich]: 1. <nicht adv.) auf bestimmte Reize leicht, schnell
reagierend: ein -es Nervensystem; meine Haut ist sehr
e.; Ü -e (fein reagierende, anzeigende) Geräte; dieser Film
ist sehr e. (lichtempfindlich). 2. a) (nicht adv.) /seelisch/
leicht verletzbar; feinfühlig, sensibel, zart besaitet: ein -er
Mensch; er traf ihn an seiner -sten Stelle: in dieser
Angelegenheit ist er sehr e.; sie ist e. für alle Untertöne (merkt,
spürt sie sehr schnell); b) gereizt, gekrättkt; leicht beleidigt,
reizbar: erst bei ihrer -en Reaktion bemerkte er. daß er
etwas falsch gemacht hatte; sie reagierte [sehr] e.; sei doch
nicht so e.! 3. <nicht adv.) auf Grund einer körperlichen
Schwäche anfällig: er ist e. gegen Schnupfen; das Kind
ist sehr e. (schwächlich). 4. <nicht adv.) auf Grund einer
weniger robusten Beschaffenheit leicht zu verderben, zu
beschädigen: eine -e Tapete; diese Bluse ist sehr e. (muß
sehr sorgsam u. pfleglich behandelt werden). 5. a) spürbar,
einschneidend, hart, schmerzlich: eine -e Strafe; -e Verluste;
die ... Atomdebatte..... die der Regierung eine -e Schlappe
zufügte (Dönhoff. Ära 31); deine Bemerkung hat ihn e.
getroffen; b) (intensivierend bei Adj. u. Verben) sehr (so
daß es unangenehm spürbar wird): das Wasser konnte schon
e. kalt sein (Bergengruen, Rittmeisterin 348); mit ... drei
... Fenstern, durch die es e. zog (Th. Mann, Hoheit 107).
dazu: Empfindlichkeit, die; -. -en [mhd. enphintücheit =
Wahrnehmung]: 1. <P1. selten) Eigenschaft, schnell auf
bestimmte Reize zu reagieren: die E. der Haut; Ü die E.
des Gerätes, eines Films. 2. a) <P1. selten) Verletzbarkeit,
Feinfühligkeit, Sensibilität; Reizbarkeit: du mußt seine E.
in solchen Dingen berücksichtigen; Ein sehr guter Athlet
wird immer seine natürlichen -en haben, eine unerhörte
Leistung bedingt eine unerhörte Sensibilität (Lenz. Spiele
120); b) <meist PI. > einzelne empfindliche, gereizte, beleidigte
Reaktion auf etw.: immer diese-en! 3. <o. PI.) Anfälligkeit:
seine E. gegen Schnupfen; Unterschiede der E. können
angeboren oder erworben sein (Medizin II. 191). 4. <o.
PI.) Eigenschaft, leicht verdorben od. beschädigt werden
zu können: er hat die E. des Stoffes unterschätzt;
empfindsam [em* qfmtza-.m] <Adj.; nicht adv.): a) von feinem, zartem
Empfinden; zartfühlend, einfühlsam: eine -e Natur. Seele;
Er ist nicht e. für andere Menschen (kann sich nicht in
sie hineinversetzen; Musil. Mann 151); b) gefühlvoll,
sentimental: eine -e Geschichte, dazu: Empfindsamkeit, die;
-: 1. feines, zartes Empfinden, Feinfühligkeit, Zartgefühl:
sie ist ein Mensch von großer E. 2. von England ausgehende
europäische Geistesströmung des 18. Jahrhunderts, die durch
eine gefühlsbestimmte, sentimentale Weltsicht
gekennzeichnet ist; Empfindung, die; -. -en [spätmhd. enphindunge]:
a) Wa/irnehmung durch die Sinnesorgane, sinnliche Wafir-
nehmung; körperliches Gefühl: die E. von Kälte,
Feuchtigkeit; dieE. in den Händen stellte sich wieder ein; b)
Gemütsbewegung, seelische Regung; Gefühl: eine echte E.; -en
[der Freude, der Bitterkeit] aufkommen lassen; Es war
genau die gleiche E., welche ihn vorgestern angerührt hatte
(Langgässer, Siegel 253); sie erwiderte seine E. (geh.; seine
Liebe zu ihr).
empfindungs-, Empfjndungs-: ^arm <Adj.; nicht adv.): -ar-
683
Emphase
mut, die: Armut des Seelenlebens. Gefühlsarmut; -fähig
<Adj.; nicht adv.). dazu: -fähigkert, die <o. PL): a)
Fähigkeit sinnlicher Wahrnehmung: b) Fähigkeit seelischen
Empfindens: -kraft, die; -laut, der: vgl. -wort; kleben, das:
Seelenleben: ^k» <Adj.>: a) keiner sinnlichen Wahrnehmung
fähig, körperlich gefühllos: mein Arm ist ganz e.; b) keiner
seelischen Regung fähig, seelisch gefühllos: er ist ein
vollkommen -er Mensch, dazu: -losigkeh, die; -: a) Fehlen.
Ausbleiben der sinnlichen Wahrnehmung, körperliche
Gefühllosigkeit: b) Unfähigkeit zu seelischen Regungen,
seelische Gefühllosigkeit. Gefühlskälte; Mnensch, der: fein
empfindender Mensch: Als E. bevorzugt er das Ästhetische
(Ruthe. Partnerwahl 156); ^nerv, der: svw. t Sinnesnerv;
mnvui, das: svw. tSinnesorgan; -vermögen, das (geh.):
svw. t-fähigkeit; ^voll <Adj.): von zartem Empfinden,
gefühlvoll; ^wort. das: svw. t Interjektion.
Emphase [em'fa:z3l. die; -. -n <P1. ungebr.) (frz. emphase
< lat. emphasis < griech. änphasis. eigtl. =
Verdeutlichung] (bildungsspr.): Nachdruck. Eindringlichkeit: mit
E. sprechen; emphatisch [Em'fa:tiJ) <Adj. > [nach frz. empha-
tique < griech. emphatikös = bezeichnend,
nachdrücklich] (bildungsspr.): mit Nachdruck, eindringlich: er sprach
sehre.; ..Wirhaben ...das gleiche große Ziel-den
Kommunismus!" rief Breschnjew e. aus (Welt 7. 11. 64. 5).
Emphysem [emfy'ze.ml. das; -s. -e [griech. emphysema. eigtl.
= das Eingeblasene] (Med.): krankhafte Aufblätmng von
Geweben od. Organen, bes. der Lunge, durch Luft od.
Fäulnisgase; emphysonatisch [emfyze'ma:tij] <Adj.; o. Steig.)
(Med.): durch eingedrungene Luft aufgebläht.
'Empire [ä'pi:g]. das; -[s] [frz. (style) Empire, zu: empire
= Kaiserreich < lat. Imperium, tImperium]: a) (Bez.
für) das französische Kaiserreich unter Napoleon I. u.
Napoleon III.; b) Süllepoche] der Zeit Napoleons I. u. der
folgenden Jahre (etwa 1800-1830): der Salon war ganz
im Geschmack des E. eingerichtet; 2Empire l'anpaia), das;
-[s] [engl, (the British) Empire < frz. empire. ! !Empire]:
(Bez. für) das britische Weltreich, bes. im Zeitalter des
Kolonialismus.
Empire- ['Empire (b)]: -kleld, das: Kleid nach der Mode
des Empire mit hochgegürteter Taille; -kommode, die;
-möbel, das <meist PI.): a) Möbel aus der Zeit des Empire;
b) Möbel im Stil des Empire; -mode, die; messet, den
-Stil, der; -zeit, die: Webers Büro war vollgestopft mit
Möbeln aus der E. (Remarque. Triomphe 46).
Empirem [empi're:m). das; -s. -e [zu t Empirie] (bildungsspr.):
Erfahrungstatsache; Empirie [empi'ri:]. die; - [griech. empei-
ria. zu: empeiros. tempirisch] (bildungsspr.): a) Methode,
die sich auf Erfahrung stützt, um > wissenschaftliche]
Erkenntnisse zu gewinnen; b) aus der Erfahrung gewonnene
Kenntnisse. Erfahrungswissen; Empiriker [em'pi:rikB], der;
-s. - (bildungsspr.): a) Anhänger der Empirie (a); b) jmd..
der auf Grund von Erfahrung denkt u. handelt;
Empiriokritizismus [empirlo...]. der; - [zu griech. empeiria (f Empirie)
u. fKritizismus] (Philos.): von R. Avenarius begründete
erfahrungskritische Erkenntnistheorie, die sich unter
Ablehnung der Metaphysik allein auf die kritische Erfahrung
beruft; Empiriokritiztst, der; -en, -en (Philos.): Vertreter
des Empiriokritizismus; empirisch <Adj.; o. Steig.) [griech.
empeirikös. zu: änpeiros = erfahren, kundig, eigtl. =
im Versuch, im Wagnis seiend, zu: pelra = Versuch.
Wagnis] (bildungsspr.): aus der Erfahrung, auf dem Wege der
Empirie gewonnen, auf ihr beruhend; erfahrungsgemäß: -e
Tatsachen; etw. e. herausfinden; Empirismus [empi'nsmus].
der; - (Philos.): erkenntnistheoretische Richtung, die als
Quelle der Erkenntnis allein die Sinneserfahrung, die
Beobachtung, das Experiment gelten läßt; Empirist [empi'nst).
der; -en. -en (Philos.): Vertreter des Empirismus; empirf-
stisch <Adj.; o. Steig.) (Philos.): den Grundsätzen des
Empirismus entsprechend.
Empheement [Splasd'mä:]. das; -s. -s [frz. emplacement.
zu: place = TPlatz] (Milit. veraltet): Stellung (z.B.
Geschützstand).
Emphstrum [emplastrum], das; -[s], ...ra [lat. emplastnim
= t Pflaster] (Med.): medizinisches Pflaster.
Employe [SplQa'Je:]. der; -s. -s [frz. employä. subst. 2. Part,
von: employer «= anwenden; anstellen, temployieren]
(veraltet): Angestellter; Gehilfe; employierai 0plqa'ji:ren] <sw.
V.; hat) (frz. employer < lat. implicäre. t implizieren]
(veraltet): anwenden.
empor [6m'po:g] <Adv.) [mhd. embor. enborfe). ahd. in
bor = in die Höhe; zu mhd.. ahd. bor = oberer Raum.
Höhe] (geh.. dichter.): [von unten/ nach oben, aufwärts:
zum Licht e.; e. zu den Sternen.
empor-. Empor- (geh.)/vgl. auch: hinauf-, hoch-/: -arbeiten,
sich <sw. V.; hat): durch fleißiges Arbeiten eine höhere
Stellung erlangen; im Beruf weiterkommen: er hatte sich
vom einfachen Angestellten zum Geschäftsführer
emporgearbeitet; Ü Ihr Herr Verlobter konnte sich nicht zu
Ihrer sittlichen Höhe e. (Brecht. Mensch 96); -Nicke*
<sw. V.; hat): nach oben blicken; er blickte zur Decke
empor; -dienen, sich <sw. V.; hat): durch Dienen, fleißiges
Arbeiten eine höhere Stellung erlangen; im Beruf
weiterkommen: Justin aber diente sich durch lange Jahre zäh und
klug in der Palastgarde empor (Thieß. Reich 439);
Miiingen <st. V.; ist): nach oben dringen: das Wasser dringt
langsam empor; ihre Stimmen drangen immer wieder zu
ihm empor; -fahren <st. V.; ist): a) nach oben fahren,
hinauffahren; b) aufschrecken, auffahren: Eine einzige jähe
Bewegung des einen Vogels ... genügt, um den andern
... abwehrbereit e. zu lassen (Lorenz, Verhalten I. 228);
-flackern <sw. V.; ist): svw. ? aufflackern; -flammen <sw.
V.; ist): (vom Feuer) in hohen Flammen brennen;
emporlodern: Ü eine Leidenschaft flammte in ihm empor; -fliegen
<st. V.; ist): nach oben, in die Höhe fliegen: die Schaukel
fliegt weit empor; -gehen <unr. V.; ist): 1. nach oben
gehen: die Treppe e. 2. hoch*, hinaufgezogen werden: die
Flagge geht am Mast empor; -halten <st. V.; hat): nach
oben, in die Höhe halten: Marius hält ein merkwürdiges
Instrument hoch empor (Broch. Versucher 362); -heben
<st. V.; hat): nach oben, in die Höhe heben: Sie ... ließen
sich von den schräg heransausenden Wogen e. (Hausmann.
Abel 84); U Er hatte doch Lore, die früher Blumen
verkaufte .... zu sich emporgehoben (Kirst. 08/15. 11); -helfen
<st. V.; hat): beim (beruflichen / Auf stieg helfen: da Fouche
dem aus Ägypten geflüchteten General zum Konsul
emporhalf (St. Zweig. FoucM 180); -kämpfen, sich <sw. V.:
hat): sich hochkämpfen, sich nach oben kämpfen; -klettern
nach oben, in die Höhe klettern: die Wilderer brauchen
nur... auf der anderen Seite wieder emporzuklettern (Grä-
mek, Serengeti 225); -klimmen <st. V.; ist): mühsam nach
oben, in die Höhe klettern: einen Berg, an einem Strick
e.; Ü einen breit hingelagerten Rücken (= Berg), an dem
die dunklen Tannen nur ein Stück weit emporklimmen;
-kommen <st. V.; ist): a) nach oben, in die Höhe kommen:
oben wieder zum Vorschein kommen; b) in Beruf u.
Gesellschaft ein höheres Ansehen gewinnen, einen höheren Rang
einnehmen: daß es eines Mannes, der entschlossen sei.
sehr hoch emporzukommen ... unwürdig sei. ungeduldig
zu werden (Roth. Beichte 24). dazu: -köramling [-kcemlml.
der; -s. -e [für frz. parvenul (abwertend): jmd.. der in kurzer
Zeit zu Macht. Reichtum gelangt ist; Parvenü. Arrivierter
dieser fanatische und streberische E. bedrängte und störte
ihn im gemütlichen Trott der Amtsgeschäfte (Maass, Gouf-
f€ 13); -kriechen: nach oben, in die Höhe kriechen: sie
kroch weinend vor Angst an ihm empor (Hausmann, Abel
116); -lodern <sw. V.; hat): vgl. -(lammen: das Feuer
lodert im Wind hoch empor; -quellen <st. V.; ist): Quellend
auf. emporsteigen: Die glühende Lava quoll stöhnend
empor (Grzimek. Serengeti 58); Ü aus ihrer Brust quoll
Schluchzen empor; -ragen <sw. V.; hat): nach oben, in
die Höhe ragen: die Bäume ragen zum Himmel empor.
Drüben ragen die Gletscher... aus der weißen Wolkenland-
schaA empor (Grzimek. Serengeti 163); emporragende
Türme und Mauern; -ranken, sich <sw. V.; hat): sich rankend
in die Höhe winden: der Wein rankt an der Mauer bis
zu den Fenstern empor, -recken <sw. V.; hat): a) nach
oben, in die Höhe recken: die Arme, das Kinn weit e.;
b) <e. + sich) sich kräftig, mit einem Ruck nach oben,
in die Höhe strecken: ich reckte mich steil empor, um
den Ball aus der Luft zu fangen; U daß das geistige
Heidentum sich zum letztenmal zu mächtiger Höhe emporreckte
(Thieß. Reich 279); -reißen <st. V.; hat): gewaltsam hinauf-,
herauf-, nach oben zerren: es reißt ihn halbwegs vom Stuhl
empor (Th. Mann» Zauberberg 201); sie haben ihn an
den Armen emporgerissen; Ü die Moral des Offiziers ...
aufzupulvern und zum Höchsten empomireißen (Plievier.
Stalingrad 106); Milium,steh<•*. V.; hat): svw.
taufrichten (1): er richtet sich in seinem Bett empor; -sdWHcn
<sw. V.; hat): nach oben schauen, sehen: er schaut verzückt
zu ihrem Fenster empor, -scheuchen <sw. V.; hat): svw.
684
Emu/sin
f aufscheuchen; -schieben <st. V.; hat): a) nach oben, in
die Höhe schieben: mit meinem Helm, den ich etwas
emporschiebe (Remarque. Westen 153); b) <e. + sich) sich
langsam, vorsichtig schiebend nach oben, in die Höhe
bewegen: Vehlgart schob sich empor auf Knie und Ellbogen
(Gaiser, Jagd 198); -schießen <st. V.; ist): a) sich
unvermutet, plötzlich nach oben bewegen: plötzlich schießt ein
Feuerstrahl empor; b) schnell wachsen: rasch emporschießendes
Gras; Ü neue Gebäude schössen empor (wurden schnell
errichtet); -schlagen <st. V.; ist): (von Flammen) in die
Höhe brennen: die Flammen schlugen grell empor;
-Schlingeln, sich <sw. V.; hat): sich nach oben schlängeln;
-schleichen <st. V.): a) leise nach oben schleichen, hinaufschleichen
Ost): ich schlich eilig die Treppen zu meinem Zimmer
empor (Maass. Gouffe 82); b) <e. + sich) sich leise und
möglichst unbemerkt schleichend nach oben begeben: er
versuchte sich heimlich emporzuschleichen; -schleudern <sw.
V.; hat): nach oben schleudern: und in dieser Minute Jäh
wieder emporgeschleudert in die Sternennacht (von der
versunkenen Stadt; Plievier. Stalingrad 281): -schnellen <sw.
V.; ist): a) rasch auf-, hochspringen: er schnellte aus seinem
Sessel empor; <auch e. + sich:) die Fische schnellten
sich aus dem Wasser empor; b) im Wert, in der Menge,
im Grad o. ä. in sehr kurzer Zeit beträchtlich zunehmen:
die Preise waren zu astronomischen Höhen
emporgeschnellt; das Fieberthermometer schnellte auf 40 °C empor;
-schweben <sw. V.; ist): nach oben schweben; -schwingen
<st. V.; hat): nach oben, in die Höhe schwingen: die Fahne
e.; <auch e. + sich:) der Turner schwang sich weit empor;
Ü er schwang sich zu großen Leistungen empor (vollbrachte
große Leistungen); -sehen <st. V.; hat): auf-, hinaufsehen:
sie sah andächtig zu ihm empor; -spielen, sich <sw. V.;
hat) (Sport, Theater. Film, Ferns.): sich mit guten
Leistungen einen Namen machen. Berühmtheit erlangen; -sprinaen
<st. V.; ist): a) nach oben, in die Höhe springen; auf-,
hochspringen: während des Tanzes springen die Männer
hoch empor, er sprang vom Sessel empor; -steigen <st.
V.; ist): 1, a) hinaufgehen, -klettern, klimmen: einen Berg,
eine Rampe e.; die Treppen zum vierten Stock e.; Ü die
Häuser steigen am HUgel empor (der Hügel ist bis oben
mit Häusern bebaut); b) sich /schwebend] nach oben
bewegen, aufsteigen: die Leuchtkugeln steigen [am. zum
Himmel] empor, der Mond steigt aus den Wolken empor.
Ü Plötzlich spürte Andres Torrin die Todesangst in sich
e. (Cotton. Silver-Jet 10); ein Gebet steigt zum Himmel
empor. 2. in Beruf u. Gesellschaft Ansehen u. Einfluß
gewinnen; Karriere machen: er stieg zum Abteilungsleiter empor;
Der Nationalsozialismus stieg zur Macht empor als eine
bürgerliche Bewegung (Niekisch. Leben 254); -stieben <st.
V.; ist): einzeln, erschreckt in die Höhe fliegen: die Geier
stieben empor (Grzimek. Serengeti 322): -stieg, der: das
Hinaufsteigen: Beim E. hielten uns immer wieder Soldaten
an (Carossa. Aufzeichnungen 138); -stilisieren <sw. V.;
hat): svw. T hochstilisieren; -stoßen <st. V.; ist): nach oben
stoßen: Sobald wir solch ein Riesenvolk von weitem entdek-
ken. stoßen wir steil empor (ziehen wir das Flugzeug steil
nach oben; Grzimek. Serengeti 133): -streben <sw. V.;
ist): nach oben streben; -strecken <sw. V.; hat): vgl. ^rek-
ken; -tauchen <sw. V.; ist): an die Wasseroberfläche
kommen, auftauchen: aus dem Wasser e.; -tragen <st. V.; hat):
nach oben tragen: und es war ihr. als werde sie von
unsichtbaren Händen emporgetragen (Sebastian. Krankenhaus
174); Ü von dem Wind ihrer Trübsal emporgetragen (Lang-
gässer. Siegel407); -treiben <st. V.; hat): nach oben treiben;
-wachsen <st. V.; ist): a) in die Höhe wachsen: die Pflanzen
wuchsen an den Mauern empor; Ü aus dem Dunkel
wuchsen Bäume. Türme empor (tauchten auf. traten immer
größer werdend hervor); b) sich zujmdm.. zu etw.
Bekanntem. Angesehenem entwickeln: Hitler wuchs allmählich zum
Wallenstein des Bürgerkriegs empor (Niekisch. Leben 257);
-winden, sich <st. V.; hat): sich nach oben winden,
hochwinden: Vor mir wand sich eine Seilschaft ... empor (Eiden-
schink. Fels 62); -wirbeln <sw. V.): a) etwas nach oben
wirbeln.aufwirbeln <hat>: der Wind hat die Blätter
emporgewirbelt; b) aufstieben <ist): der Staub wirbelte hoch empor.
-wogen <sw. V.; ist); -wölben <sw. V.; hat): nach oben,
außen wölben: Ohne die Augen zu öffnen, wölbte Jumbo
die Brust empor (Hausmann. Abel 137); -zeigen <sw. V.;
hat): nach oben zeigen; -ziehen <unr. V.; hat): a) nach
oben, in die Höhe ziehen: die Augenbrauen e.; b) <e. +
sich) nach oben verlaufen, in die Höhe fuhren: der Weg
zieht sich in Windungen den Berg empor.
Empore [em'po:rd], die; -. -n [für älteres Emporkirche.
Porkirche, spätmhd. borkirche = oberer Kirchenraum, zu
mhd. bor. tempor]: innen angebautes, zum Innenraum hin
offenes, galerieartiges Obergeschoß, bes. in Kirchen: eine
offene, gedeckte E.; der Chor sang auf der E.
empören [em'p0:ren] <sw. V.; hat) /vgl. empörend/ [mhd.
enboeren = sich erheben, spätahd. anebören]: 1. a) in
i starke 1 Entrüstung versetzen, aufbringen, erzürnen: seine
Worte empörten mich; diese Ungerechtigkeit empörte ihr
Herz, ihr Gefühl; über jmdn.. etw. empört sein; Jmdn..
etw. empört zurückweisen; b) <e. + sich) sich sehr
entrüsten, wütend werden; in Erregung geraten: sich ernstlich
über Jmdn.. etw. e.; er empörte sich darüber, daß nichts
geschehen war. 2. <e. + sich) sich /in einem Aufstand/
auflehnen, widersetzen, rebellieren: sich gegen die Besatzung
e.; die Bauern empörten sich gegen den Zustand der
Abhängigkeit; Ü er hielt so lange nicht aus. Sein Körper empörte
sich (A. Zweig. Grischa 32); empörend <Adj.; nicht adv.):
Empörung hervorrufend; unerhört, skandalös: ein -es
Benehmen; ich finde es e.. daß ...; Empörer [emp'o.n?]. der:
-s. - (geh.): jmd.. der sich gegen jmdn.. gegen etw. empört;
Aufständischer. Rebell: die Empörer gegen die
Kolonialherren wurden niedergemetzelt; empörerisch <Adj.): a) auf
eine Empörung, einen Aufstand hinzielend: -e Ideen; -e
Reden halten; Joachim unterlag -en Anwandlungen (Th.
Mann. Zauberberg 480); b) in einem Aufstand befindlich;
rebellisch, aufrührerisch: -e Bauern.
Emporium (em'po:rium), das; -s. ...ien (...pn; lat. emporium
< griech. empörion] (veraltet): zentraler Handelsplatz.
Markt.
Empörung, die; -. -en: 1. <o. PI.) von starken Emotionen
begleitete Entrüstung als Reaktion auf Verstöße gegen
moralische Konventionen: ihn erfüllte eine tiefe, ehrliche E. über
dieses Treiben; seiner E. [über etw.] Luft machen;
Christinas Unbehagen wandelte sich in offene E. (Bernstorff.
Leute 4); sie war voller E.; er bebte vor E. 2. Aufstand.
Rebellion. Meuterei: eine offene, blutige E.; die E. der
Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter wurde
niedergeschlagen; die E. griff um sich.
Empressement [äpreso'mä:]. das; -s [frz. empressement. zu:
s'empresser = sich bemühen, zu: presser. f pressieren] (bil-
dungsspr. veraltet): [ Dienst jeifer, Bereitwilligkeit.
Empyem [em'pye:m], das; -s. -e [griech. empyema] (Med.):
Eiteransammlung in natürlichen Körperhöhlen.
empyreisch [empy're:ij] <Adj.; o. Steig.) [zu TEmpyreum]:
zum Empyreum gehörend; lichtstrahlend, himmlisch; Empy-
reum [empy're.um], das; -s [zu spätlat. empyrius = feurig
< griech. empyrios] (Philos.): im Weltbild der antiken
u. scholastischen Philosophie der oberste Himmel, der sich
über der Erde wölbt, der Bereich des Feuers od. des Lichtes,
die Wohnung der Seligen; eropyreumatisdi [empynjy'ma:tij]
<Adj.; o. Steig.) [zugriech, empyreuma (Gen.: empyreüma-
tos) = Anzündung; Kohlen, die unter der Asche glimmen]
(Fachspr.): durch Verkohlung entstanden.
emsig fernzi^l <Adj.) [mhd. emsec. ahd. ema33ig. emi33ig
= beständig, fortwährend, beharrlich, zu: emis =
beständig]: rastlos, unablässig tätig; mit großem Fleiß und Eifer
unermüdlich arbeitend: -e Ameisen; ein Ergebnis -n Fleißes;
e. arbeiten; <Abl.:> Emsigkeit, die; - [spätmhd. emzicheit):
rastloser Fleiß, unermüdliche Tätigkeit: Fouche (dient) mit
der beflissenen und verschlagenen E. eines streberischen
Beamten (St. Zweig, Fouche 131).
Emton femtanj.der; -s. -s <P1. selten) [H. u.] (berlin. salopp):
gutmütig-herablassende Bez. für eine meist bekannte od.
schon erwähnte männliche Person: was macht denn der
E. da?
Emu fe.mul. der; -s. -s [engl. emu. gek. aus port. ema
di gei = Kranich der Erde (wegen seiner Flugunfähigkeit)]:
Vertreter einer heute fast ausgerotteten, straußenähnlichen
Gattung von Laufvögeln der australischen Steppe.
Emulation [emula'tsip:n]. die; - [lat. aemulätio] (veraltet):
1. Wetteifer. 2. Eifersucht. Neid.
Emulator [emolga:tor. auch: ...to:g]. der; -s, -en [...ga-
'to:ren; zu temulgieren] (Chemie): Mittel, das die Bildung
einer Emulsion (1) erleichtert (z.B. Gummiarabikum);
emubueren <sw. V.; hat) [lat. emuigere = aus-, abmelken]:
eine Emulsion herstellen; Eraubin [emul'zi.n]. das; -s [zu
lat. emulsus. t Emulsion]: ein in bitteren Mandeln enthalte-
685
Emulsion
nes Ferment; Emulsion [emul"zip:n]. die; -. -en [zu lat.
emulsus. 2. Part, von: emuigere, f emulgieren]: 1. (Chemie)
Vermengung zweier nicht mischbarer, ineinander unlöslicher
Flüssigkeiten, bei der die eine Flüssigkeit in Form von kleinen
Tröpfchen in der anderen verteilt ist, 2. (Fot.)
lichtempfindliche Schicht fotografischer Platten, Filme u. Papiere,
Emundantia [emondantsia] <P1.) [lat. emundantia. Ncutr.
PI. von: emundäns. 1. Part, von: emundäre = völlig
reinigen] (Med.): äußerlich anzuwendende Reinigungsmittel,
E-Musik, die <o. Pl.>: kurz für ernste Musik (Ggs.: U-
Musik).
Enakiter [enaki.te], Enakskinder [e:naks-]. Enakssöhne
<P1.) [nach dem riesengestaltigen Volk in Kanaan. S. Mose
1. 28 u. öfter]: riesenhafte Menschen.
Enallage fen'lalage. e'na...; cnjala'ge:. ena...]. die; - [lat.
enallage < griech. enallage. eigtl. = Verwechslung]
(Sprachw.): Setzung eines beifügenden Adjektivs vor ein
anderes Substantiv, als zu dem es logisch gehört (z. B. mit
einem blauen Lächeln seiner Augen, statt: mit einem
Lächeln seiner blauen Augen).
Enanthem [en|an'te:m. ena...]. das; -s, -e [zu griech. en =
in, innerhalb u. änthema = das Blühen] (Med.): Ausschlag
an den Schleimhäuten,
enantiotrop [£n|antj[o'tro:p] <Adj.; o. Steig.): zur Enantiotro-
pie fähig; Enantkrtropfe, die; - [zu griech. enantfos =
entgegengesetzt u. tröpos = Wendung] (Chemie): wechselseitige
Überführbarkeit eines Stoffes von einer Zustandsform in
eine andere.
Enatkm [ena'tsio:n]. die; -. -en [zu lat. enätus. 2. Part,
von: enäsci = hervorwachsen] (Bot.): Bildung von
Auswüchsen auf der Oberfläche pflanzlicher Organe,
enavant! [äna'vä; frz., aus: en = in, nach u. avant.
tAvantgarde]: vorwärts!; los!
en Noc [ä'bbk] <Adv.> [frz.. aus: en = in u. bloc = Haufen,
eigtl. = f Block]: im ganzen, in Bausch u. Bogen; etw.
en b. ablehnen; die Waren werden en b. (Kaufmannsspr.;
gegen Gesamtpreis) geliefert.
en cabochon [äkabo'Jö; frz.. aus: en = in u. cabochon.
tCabochon]: (von Edelsteinen) glattgeschliffen mit
gewölbter Oberseite u. flacherer Unterseite, Vgl. Cabochon.
en canaille [äkanaj; frz.. aus: en = in. nach (Art) u. canaille.
f Kanaille] (bildungsspr. veraltet): verächtlich, wegwerfend;
Jmdn. en c. behandeln; encanaillierai [äkana'ji:ren], sich
<sw. V.; hat) [frz. s'encanailler] (abwertend): sich mit
Menschen der unteren sozialen Schicht abgeben, sich zu ihnen
en carriere [äka'rje:r; frz.. aus: en = in u. carriere = Lauf.
t Karriere] (bildungsspr. veraltet): in vollem Lauf.
Enceinte [ä's£:t(3)]. die; -. -n [frz. enceinte. zu: enceindre
= einschließen < lat. incingere] (Milit. veraltet):
Umwallung, Außenwerk einer Festung.
Encephalitis: t Enzephalitis.
enchantiert [äjä'ti:gt] <Adj.; -er, -este) [frz. enchante. eigtl.
2. Part, von: enchanter = bezaubern, entzücken < lat.
incantäre = bezaubern, eigtl. = durch Singen einer
Zauberformel auf jmdn. einwirken] (veraltet): bezaubert,
entzückt.
enchassieren [äja'si:ren] <sw. V.; hat) [frz. enchässer, zu:
chässe.! Chassis] (veraltet): einen Edelstein einfassen; En-
chassure [äja'sy:ro], die; -, -n [frz. enchässure] (veraltet):
Einfassung von Edelsteinen.
Encheirese [en^ai're.za], die; -. -n [griech. egcheiresis =
das Angreifen. Tias Behandeln] (veraltet): Handgriff; En-
cheiresis naturae [en'^airezis na'tu:ix], die; - - [aus griech.
egcheiresis (tEncheirese) u. lat. natura = Natur]:
Handhabung, Bezwingung der Natur (Goethes „Faust44); Enchiri-
dion [en<ji'ri:dpn]. das; -s, ...ien [...jpn; spätlat. enchiridion
< griech. egcheiridion] (veraltet): kurzgefaßtes Handbuch.
Encoder [in'kooda], der; -s, - [engl, encoder, zu: to encode,
tenkodieren]: / Daten Iverschlüsseler in einem Computer,
Stereorundfunkgerät oder Nachrichtenübertragungssystem
(Ggs.: Decoder): An Stelle des Potentiometers werden
deshalb neuerdings ein oder mehrere Codierer (E.) verwendet
(Elektronik 10, 1971); encodieren usw.: tenkodieren usw.;
Encoding [in'koodro]. das; -s. -s [engl, encoding]
(Kommunikationsforschung): Verschlüsselung einer Nachricht
(Ggs.: Decoding).
encouragierai [äkura'3i:ran] <sw. V.; hat) [frz. encourager,
zu: courage. tCourage] (veraltend): ermutigen, anfeuern;
jmdn. zu etw. e.
Encrinus fen'kri:nos]. der; -. ...ni [zu griech. en = in u.
krinon = Lilie]: in der Trias weit verbreitete, heute
ausgestorbene Gattung der Seelilien.
end-, End- f ent-J: -abrechnung* die: endgültige Abrechnung.
Schlußabrechnung; die E. für einen Monat machen; -ab-
Stimmung, die: letzte, endgültige Abstimmung (1); -aus-
scheid, der: letzter Ausscheid; -bahnhof. der: Zielbahnhof,
letzte Station; Endstation; -bescheid. der: abschließender
Bescheid; -beschhiß, der: letzter, endgültiger,
unwiderruflicher Beschluß; -bestimmung, die: vgl. -beschluß; -betont
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Sprachw.): am Ende, auf
der letzten Silbe betont; ein -es Wort; -betonung, die: dieses
Wort hat E.; -betrag, der: Betrag, der sich aus einer
Berechnung schließlich ergibt; -buchstabe, der: letzter Buchstabe
(eines Wortes); Miami, der (Med.): 1. svw. TDickdarm.
2. bei Wirbellosen der hintere Abschnitt des Darmtrakts
zwischen Mitteldarm u. After; -dreißiger, der: Mann Ende
Dreißig; -dreißigertn,die: w. Form zu f -dreißiger; -eflekt,
der: letztlich erzielte Wirkung; Endergebnis; der E. seiner
Bemühungen war gleich Null; im E. (letztlich, letzten
Endes) mußt du dir selbst helfen; -erfolg, der: letztlich
erzielter Erfolg; -ergebnts, das: endgültiges Ergebnis; das E.
einer Diskussion; im E. (letztlich) läuft es auf das gleiche
hinaus; -erzeugnis, das: vgl. -produkt; -fertigling, die:
letzter Abschnitt. Endphase in der Fertigung eines Produkts;
-fünfziger, der. -fünfzigerin, die: vgl. -dreißiger; -ge-
schwindigkeit, die: vgl. Höchstgeschwindigkeit; -giltig
(Osten*, veraltend): svw. t-gültig; -gültig <Adj.; o. Steig.):
von letzter, abschließender Gültigkeit, unumstößlich;
definitiv; eine -e Lösung; diese Entscheidung ist e.; sich e. zu
etw. entschließen; <subst.:> ich weiß noch nichts
Endgültiges, dazu: -gültigkeit, die; ^Haltestelle, die: vgl.
Endbahnhof; -bim, das: vorderster Abschnitt des Gehirns der
Wirbeltiere; -kämpf, der (Sport, Milit.): letzter, entscheidender
Kampf; -konsequenz, die: letzte Konsequenz; -konsonant,
der: vgl. -buchstabe; -lagerung, die: (meist von
radioaktiven Abfallprodukten) endgültige [sichere]
Lagerung; -lauf, der (Leichtathletik, Ski): letzter, zur
Ermittlung des Siegers führender Lauf eines Wettbewerbs;
-los <Adj.; o. Steig.): a) <nicht adv.) ohne Ende,
fortlaufend: eine -e Kette; ein e. (ohne Angabe der
Zeilenenden) gelochter Papierstreifen; b) sich sehr in die Länge
ziehend; ohne absehbares Ende, nicht enden wollend; eine
-e Kolonne; -e (unerschöpfliche) Geduld; der Weg schien
e., zog sich e. hin; es dauerte e. (unendlich) lange, bis
er kam; <subst.:> die Stunden des Wartens zogen sich
[bis] ins Endlose (eine endlose Zeit) hin, zu a: -losbahn,
die: fortlaufende / Rennt bahn, -losband, das <P1. -bänder)
(Druckw.): Papierband, auf das ein Text endlos eingestanzt
wird, -losbauweise, die: Aneinanderreihung beliebig vieler
Elemente. z.B, einer Schrankwand, -losformular, das
(Druckw.): aneinander häng ende Formulare, die
zusammenhängend durch die Druckmaschine laufen; -losigkeit, die;
-: Unendlichkeit. Grenzenlosigkeit; -kjsung, die: a) (selten)
endgültige Lösung; b) (ns. verhüll.) /Plan zurI Ausrottung
der europ. Juden; -montage, die: letzte Arbeit während
einer Montage; -moräne, die (Geol.): am Ende eines
Gletschers, an der Stelle des weitesten Vorstoßes, gebildete
Moräne; -nummer, die: letzte Zahl einer Ziffernfolge; -phase.
die: letzte Phase. Schlußphase; die Verhandlungen treten
in ihre E.; -Produkt, das: Ergebnis eines Produktions-.
Verarbeitungsprozesses o. ä,; -punkt, der: äußerster Punkt.
Schlußpunkt; die -e einer Strecke; der E. einer Reise; -reim,
der: Reim von Versenden untereinander (Ggs.:
Anfangsreim); -resuitat. das: letztes, endgültiges Resultat; -nimpf-
flfiche, die (Geol.): Endstadium der Abtragung eines
Gebirges; -runde, die (Sport): letzte, entscheidende Runde
eines aus mehreren Runden bestehenden Wettbewerbs,
dazu: -rundenspiel, das (Sport): Spiel in der Endrunde;
sich doch noch für das E. Qualifizieren; -see, der:
abflußloser See; -sie«, der (bes. ns.): der am Ende eines
Krieges, Kampfes stehende / erhoffte] Sieg; der E. über
Napoleon... (Jacob. Kaffee 200); die Stukaflieger glaubten
den E. vorzubereiten (Menzel. Herren 101); -silbe, die:
letzte Silbe eines Wortes; das Wort wird auf der E. betont;
-spiel,das: a) (Sport) Spiel, in dem der Sieger eines
Wettbewerbs nach vorausgegangenen Qualifikationsspielen
ermittelt wird; das E. erreichen; b) letzte Phase einer
Schachpartie; -spurt, der (bes. Leichtathletik): a) Beschleunigung des
Tempos durch verstärkten Einsatz der Kräfte auf der
letzten Strecke vor dem Ziel; Finish; den E. anziehen; zum
686
Endivie
E. ansetzen; b) <o. PI.) Fähigkeit, auf der letzten Strecke
vordem Ziel mit verstärktem Einsatz der Kräfte das Tempo
noch einmal zu beschleunigen: einen hervorragenden E.
haben; -Stadium, das: letztes Stadium: daß das Zeitalter
des Nationalstaats kein E. bedeutet (Fraenkel. Staat 215);
die Krankheit ist in ihr E. getreten; -stand, der (Sport):
Stand bei Spielende: Endergebnis: -ständig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [zu mhd. standen = stehen! (Biol.): (vor allem
von Blättern, Blüten, Knospen) sich am Ende, an der Spitze
von etw. befindend: -Station, die (Verkehrsw.): letzte
Station, letzte Haltestelle: bis zur E. mitfahren; E.. alles
aussteigen! Ü Das Kloster ist vielmehr eine Art Zuflucht
und E. für die am Leben Gescheiterten (Greiner.
Trivialroman 48); -stelle, die: vgl. -Station; -stück, das: letztes,
äußerstes Stück: das E. eines Brotes, eines Rohrs; -sunme,
die: die E. einer Addition; -twen.der(ugs.): svw. t-zwanzi-
ger; -Ursache, die: letztendliche Ursache, bis zu der man
einen Vorfall zurückverfolgen muß: MUteil. das (Jur.): l/r-
teil, das die für die jeweilige Instanz endgültige Entscheidung
in einem Rechtsstreit enthält: -Verbraucher, der (Wirtsch.):
einzelner Verbraucher, der die Ware erst nach Durchgang
durch den Zwischenhandel vom Einzelhändler kauft (u.
damit alle entstandenen Unkosten o. ä. auf dem Wege dahin
im Preis mittragen muß): Konsument: mit gezielter
Werbung den E. ansprechen, dazu: -Verbraucherpreis, der
Preis, den der Endverbraucher für eine Ware zu zahlen
hat: -vierziger, der. -Vierzigerin, die: vgl. -dreißiger;
-vokal, der: vgl. -buchstabe; -zahl, die: vgl. -Ziffer; -zeit
die: (in religiösen Glaubensvorstellungen, bes. in denen der
christlichen Urkirche) die Zeit des Endes der bestehenden
Welt, dazu: -Zeiterwartung, die: die E. in den christlichen
Gemeinden der Urkirche. -zeitlich <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): -e Vorstellungen; daß man den Frieden nicht nur
e. (für die Endzeit) erwarten könne (Glaube 51/52. 1966.
24); -ziel, das: endgültiges, eigentliches Ziel: das E. einer
Reise, einer Aktion; -Ziffer, die: letzte Ziffer (einer Zahl):
-zustand, der: endgültig erreichter Zustand: der
paradiesische E. der Menschheit (Fraenkel. Staat 190); -zwanziger,
der. -zwanzigerin, die: vgl. -dreißiger; -zweck, der:
eigentlicher Zweck: seine Zeit mit Verrichtungen zu vertrödeln,
deren E. die Zerstörung ... war (Kirst. 08/15. 93).
Endchen I'enUpnJ. das; -s. -: tEnde (2); Ende fencto]. das;
-s. -n [mhd. ende. ahd. enti = äußerster räumlicher od.
zeitlicher Punkt, eigtl. = vor einem Liegendes): 1. a) <P1.
selten) Stelle, Ort, wo etw. aufhört (Ggs.: Anfang. Beginn):
das spitze, stumpfe E.; das E. der Straße; wir wohnen
am E. der Stadt, am E. der Welt (scherzh.; weit draußen)',
jmdm. bis ans E. der Welt (überallhin) folgen; wir liefen
von einem E. zum andern; Ü er faßt die Sache am richtigen/
falschen/verkehrten E. an (von der richtigen/falschen Seite
her): b) <o. PI.) Zeitpunkt, an dem etw. aufhört: letztes
Stadium (Ggs.: Anfang. Beginn): ein plötzliches, gutes,
schlimmes, tragisches, versöhnliches E.; das E. der Welt
(der Jüngste Tag): das E. (der Schluß) der Vorstellung;
E. (Funkw.; Schluß) der Durchsage; das E. naht, ist nicht
abzusehen; (geh..) es war des Staunens kein E.; alles muß
einmal ein E. haben; bei seinen Erzählungen findet er
kein E.. kann er kein E. finden (kommt er nicht zum
Schluß, kann er nicht aufhören): E. April; er ist E. fünfzig/
der Fünfziger (er ist bald 60 Jahre alt): am. bis, gegen,
seit, zu[m] E. des Jahres, der Woche; bis zum bitteren
E.; die Vorstellung ist [gleich] zu E. (aus, beendet): meine
Geduld ist zu E.; der Tag geht zu E. (hört auf): unser
Geld geht zu E.; Doch er dachte und handelte nicht zu
E. (bis zu einem Abschluß: Langgässer, Siegel 13); eine
Arbeit zu E. bringen, führen (beenden): mit etwas zu
E. kommen (fertig werden): den Brief zu E. (fertig) lesen,
bis zu E. (vollständig) lesen; R (scherzh.:) alles hat ein
E., nur die Wurst hat zwei; Spr E. gut. alles gut; *das
dicke E. (ugs.; die /unerwarteten} größten Schwierigkeiten:
wohl vom dicken Ende der Rute bei der Prügelstrafe,
die man vor Wut schließlich umdreht): das dicke E. kommt
noch, kommt noch nach; das E. vom Lied (ugs.; der
enttäuschende Ausgang: nach dem häufig traurigen Ausgang alter
Volkslieder): das E. vom Lied war. daß alles beim alten
blieb; ein E. mit Schrecken (ein schreckliches, schlimmes
Ende: Ps. 73. 19); letzten -s (schließlich): letzten -es mußte
er doch nachgeben; ein/kein E. nehmen (/nicht, aufhören
wollen): ein böses/kein gutes E. nehmen (böse ausgehen):
einer Sache ein E. machen setzen bereiten (geh.; etw.
beenden): einem Streit ein E. bereiten; seinem Leben ein E.
machen/setzen (geh.; Selbstmord begehen): am E. (1.
schließlich, im Grunde: das ist am E. dasselbe. 2. nordd.; vielleicht,
etwa: du bist es am E. [gar] selbst gewesen); am E. sein
(ugs.; völlig erschöpft sein): ich bin völlig am E.; mit etw.
am E. sein (nicht mehr weiterwissen, -können): er ist mit
seiner Kunst, seinem Latein am E.; ich bin mit den Nerven
am E.; mit imdm. geht es zu E. (verhüll.; jmd. liegt im
Sterben): zu weichem E.? (veraltend; zu welchem Zweck,
wozu?): c) (geh. verhüll.) Tod: sein E. nahen fühlen; ein
qualvolles E. haben; eine Embolie führte das E. herbei.
2. <Vkl. t Endchen) a) letztes, äußerstes Stück: die beiden
-n der Schnur; das E. (der Zipfel) der Wurst; * da ist
[doch] das E. von weg (ugs.; das ist /doch/ unglaublich,
unerhört): jetzt hat die Firma wieder etwas Falsches
geliefert. Da ist doch das E. von weg!; b) (ugs.) kleines Stück
(von einem Ganzen): ein E. Draht. Bindfaden; c) <o. PI.)
(ugs.) /größere/ Strecke: es ist noch ein ganzes/gutes E.
bis zum Bahnhof; das letzte E. mußte sie laufen. 3. (Jä-
gerspr.) Sprosse des / Hirsch Igeweihs: das Geweih hat acht
-n. 4. (Seemannsspr.) Tau: ein E. auswerfen, kappen; die
-n aufschießen.
Endecasillabo [endeka'zilabo]. der; -[s], ...bi [ital. endeca-
sillabo < lat. hendecasyllabos. tHendekasyllabus]
(Verslehre): italienischer elfsilbiger Vers des Sonetts, der Stanze
u. der Terzine.
Endedia [en'detja]. die; -. -s [span. endecha. viell. < lat.
indicta. Neutr. PI. des 2. Part, von: indicere = ansagen,
öffentlich bekanntmachen]: spanische Strophenform,
besonders in Klageliedern u. Trauergedichten.
£ndefeuer,das; -s. - [aus dem Schießsportkommando ..Ende
Feuer" = Schluß des Wettkampfs] (schweiz.):
Waffenstillstand: Endefu*en <P1.) [aus tEnde (2b) und tFinken]
(Schweiz.): aus Tuchenden hergestellte Hausschuhe,
Pantoffeln: Ende! [endl]. das; -s. - (bayr.. österr.): (verstärkter)
Stoffrand: das E. einnähen; endein ['endin] <sw. V.; hat)
(bayr., österr.): die Ränder eines Stoffs. Gewebes einfassen:
einen ausgefransten Saum e.
Endemie [ende'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech, endemos
= im Volke, einheimisch] (Med.): örtlich begrenztes
Auftreten einer Infektionskrankheit: endemisch [en'demuj] <Adj.;
o. Steig.): a) lein /heimisch: eine -e Sitte; b) (Med.) (von
Infektionskrankheiten) örtlich begrenzt auftretend: c)
(Biol.) in einem bestimmten Gebiet verbreitet: -e Pflanzen;
Endemismus [ende'mismos]. der; -s (Biol.): Vorkommen
von Tieren u. Pflanzen in einem bestimmten, begrenzten
Gebiet: Endemiten [ende'mi:tn] <P1.) (Biol.): Pflanzen- bzw.
Tiergruppe, die in einem begrenzten Lebensraum vorkommt.
enden fendn] <sw. V.) [mhd. enden, ahd. entön]: 1. <hat>
a) räumlich aufhören, nicht weiterführen: die Buslinie endet
am Bahnhof; der Weg hatte in einem Dickicht geendet;
die Röcke enden knapp unter dem Knie; b) zeitlich
aufhören, zu Ende sein: zu Ende gehen, ausgehen: der Vortrag
endet um 22 Uhr; der Streit endete tragisch, mit einer
Prügelei; wie soll, wird das e.?; nicht e. wollender Beifall.
2.a) (eine Rede o.a.) /ab/schließen, beenden <hat>: der
Redner endete mit einem Hoch auf den Jubilar; b) sein
Leben beschließen, sterben <hat/(seltener.) ist): am Galgen,
in der Gosse e.; wie hat/(seltener:) ist er geendet?; Nur
Michael erfuhr, daß ihr Stiefvater ... durch das Beil des
Scharfrichters geendet hatte (Wiechert. Jeromin-Kinder I,
108). 3. (Sprachw.) etw. als Aushut, als Endung haben
<hat):dieses Wort endet auf/mitk. 4. (geh.. selten) beenden,
zu Ende bringen <hat>: in einem Wutanfall, den sie ...
alsbald durch Beherrschung endete (A. Zweig. Grischa
270); -ender [-ende; zu t Ende (3)] in Zusb., z. B. Achtender,
Zwölfender.
enderisch fendanjl (österr.): svw. tentrisch.
en detail [äde'taj; frz.. aus: en = in u. detail, f Detail]: a)
(Kaufmannsspr.) im kleinen: einzeln, im Einzelverkauf
(Ggs.: en gros): die Ware wird nur en d. verkauft;
„Bernhardt Zabel. Feinkost en gros, en d.44 (Plievier. Stalingrad
163); b) im einzelnen, eingehend: wenn sich ein Dichter
en d. mit dem Alltag beschäftigt (Becher. Prosa 94); <Zus.:)
Endetailaeschäft, das (Kaufmannsspr. veraltet):
Einzelhandelsgeschäft.
endigen [endignKsw. V.; hat) (geh.. veraltend): svw. f enden;
<Abl.:> I^ndigung, die; -. -en (veraltet): das Endigen.
Endivie [en'di:vjp]. die; -. -n [frz. endive. mlat.. ital. endivia
< spätlat. intiba < lat. intubus < griech. entybion. eigtl.
687
Endiviensalat
= im Januar wachsende Pflanze, zu ägypt. töbi = Januar]:
Salatpflanze der Gattung Wegwarte mit schmalen, krausen,
zerschlitzten od. breiten, ganzrandigen Blättern; <Zus.:>
Endiviensalat, der.
endlich ['entli$: I. <Adv.) a) bezeichnet das Ende einer
als lang empfundenen Wartezeit; nach einer langen Zeit
des Wartens, der Verzögerung, des Zweifels: er ist e. doch
noch gekommen; wann bist du e. fertig?; (ugs.:) na e.!;
<selten auch attr. :> seine -e Heimkehr; b) schließlich, zuletzt,
am Ende: e. gab er doch nach; wir mußten e. erkennen,
daß alle Mühe vergebens war. II. <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Fachspr.) in Raum. Zeit. Zahl o.a. begrenzt: eine
-e Zahl. Größe; unsere Welt ist e.; <Abl. zu Unendlichkeit.
die; -, -en <P1. selten).
Endobkmt [endo'biont], der; -en. -en [zu griech. endon =
innen, innerhalb u. bioüs (Gen.: biöntos). 1. Part, von:
bioün = leben] (Biol.): Partner bei der Endobiose (Ggs.:
Epibiont); Endobiose [endo'bj^za]. die; -. -n [zu griech.
endon = innen, innerhalb u. bios = das Leben] (Biol.):
Gemeinschaft meist verschiedenartiger Lebewesen, von de-
nen ein Partner im anderen lebt (z. B. Bakterien im Darm;
Ggs.: Epibiose).
Endocarditis: t Endokarditis; EndocanUim [endo'kardiom],
das; -s. ...dia: svw. tEndokard.
Endodermts [endo'dcrmis]. die; -. ...men [zu griech. endon
= innen, innerhalb u. derma = Haut] (Bot.): innerste
Zellschicht der Pflanzenrinde, hauptsächlich bei Wurzeln.
Endoenzym [endo|en'tßy:m], das; -s. -e [zu griech. öndon
= innen, innerhalb u. t Enzym] (Biol.): Enzym, das im
Protoplasma lebender Zellen entsteht u. den organischen
Stoffwechsel steuert.
Endosamie [endoga'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. endon
= innen, innerhalb u. gämos = Hochzeit. Ehe] (Soziol.):
Heiratsordnung, nach der nur innerhalb eines bestimmten
sozialen Verbandes (z. B. Stamm. Kaste) geheiratet werden
darf (Ggs.: Exogamie): die Herrscher ... beschranken sie
(= die familiären Exogamiegebote) aus den gleichen
sozialen Bedürfnissen, die zur Inzestehe gerührt haben, durch
eine strenge standesgemäße E. (Schelsky. Sexualität, 93).
endogen [endo'ge:n] <Adj.; o. Steig.) [griech. endogenes =
innen, im Hause geboren]: l.aHMed.) (von Stoffen. Krank-
heitserregern od. Krankheiten) im Körper selbst, im Körper-
inneren entstehend, von innen kommend (Ggs.: exogen 1 a):
Ü Die Weltwirtschaftskrise ließ sich nicht allein aus
exogenen Faktoren wie der internationalen Verschuldung und
den Reparationen erklären; auch ihr lagen vielmehr -e
Kräfte zugrunde (Fraenkel. Staat 377); b) (Psych.)
anlagebedingt (Ggs.: exogen 1 b): Als solch ein e. gesteuerter
Mechanismus ist die in der Regel gleichgeschlechtliche
Identifikation und gegengeschlechtliche Polarisation des
Mannes aufzufassen (Studium 5. 1966. 309); c) (Bot.) (von
Pflanzenteilen, die nicht aus Gewebeschichten der
Oberfläche, sondern aus dem Innern entstehen u. die unbeteiligten
äußeren Gewebeschichten durchstoßen) innen entstehend
(Ggs.: exogen 1 c). 2. (Geol.) von Kräften im Erdinneren
erzeugt (Ggs.: exogen 2): ein -es Erdbeben.
Endokamibaljsmus [endo-], der; - [zu griech. endon = innen,
innerhalb u. f Kannibalismus] (Völkerk.): Verzehren von
Angehörigen des eigenen Stammes (Ggs.: Exokannibalis-
mus).
Endokard [endo'kart],das; -s. -e[zugriech.endon = innen,
innerhalb u. kardia = Herz] (Med.): Herzinnenhaut:
Endokarditis [...kardi:tis]. die; -. ...itiden [zu t Endokard] (Med.):
Entzündung der Herzinnenhaut, besonders an den
Herzklappen.
Endoluurp [endo'karpl. das; -s. -e [zu griech. endon = innen,
innerhalb u. karpös = Frucht] (Bot.): bei Früchten die
innerste Schicht der Fruchtwand (z. B. der Stein bei
Pfirsichen u. Aprikosen; Ggs.: Exokarp).
endokrin [endo'kri:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. endon
= innen, innerhalb u. krinein = scheiden, trennen,
sondern] (Med.): 1. (von Drüsen) nach innen abscheidend,
mit innerer Sekretion (Ggs.: exokrin): die Schilddrüse ist
eine -e Drüse; auch biologisch manipuliert er (= der
Mensch) an seinem Leben herum: er tastet die Gene an.
er steuert das -e Drüsensystem und wirft Tabletten zur
Empfängnisverhütung unter das Volk (Thielicke, Ich
glaube 63). 2. die Drüsen mit innerer Sekretion betreffend:
-e Erkrankungen; Endokrinie [endokri'ni:]. die; - (Med.):
durch Störung der inneren Sekretion verursachter
Krankheitszustand; Endokrinokw [endokrino'lo:g3]. der; -n. -n
[rückgeb. aus tEndokrinologie] (Med.): Wissenschaftler
auf dem Gebiet der Endokrinologie: Endokrinologie [endo-
krinolo'gi:]. die; - [zu tendokrin u. t-Iogie] (Med.): Lehre
von den endokrinen Drüsen.
Endolymphe, die; -. -n [zu griech. endon = innen, innerhalb
u. tLymphe] (Biol.. Med.): Flüssigkeit im häutigen
Labyrinth des Innenohres der Wirbeltiere u. des Menschen.
Endotysine [endoty'zi:n3] <P1.) [zu griech. 6ndon = innen,
innerhalb u. tLysin] (Med.): weißen Blutkörperchen
entstammende, bakterienabtötende Stoffe.
Endometritis [endome'tri:tis]. die; -. ...itiden [zu
tEndometrium] (Med.): Entzündung der Gebärmutterschleimhaut;
Endometrium [endo'me:trium], das; -s, ...ien [...idn; zu
griech. endon = innen, innerhalb u.metra = Gebärmutter]
(Med.): Gebärmutter Schleimhaut.
Endomitose [endomi'to:z3], die; -. -n [zu griech. endon =
innen, innerhalb u. T Mitose] (Biol.): Oiromosomenvermeh-
rung durch Chromosomenteilung innerhalb der sich nicht
auflösenden Kernmembran ohne Spindelbildung.
endomorph [endo'morf] <Adj.;o. Steig.) [zu griech. endon
= innen, innerhalb u.morphe = Gestalt, Form]: 1. (Geol.)
die Endomorphose betreffend, durch sie hervorgerufen (Ggs.:
exomorph): -e Wirkungen (durch ein Nebengestein bewirkte
Veränderungen in einem Eruptivgestein bei der Erstarrung).
2, <nicht ad\.)die Endomorphie betreffend, pyknisch; Endo-
morphie [endomorTi:]. die; - (Med.): Konstitution eines
bestimmten Menschentyps, der ungefähr dem Pykniker
entspricht: Enfamorphjsmus, der; -, ...men (Math.): Abbildung
einer algebraischen Struktur in sich. Sonderform des
Homomorphismus; Endomorphose [endomor'fo:z3]. -n
(Geol.): im Kontakt mit dem Nebengestein veränderte
Ausbildung von Eruptivgestein.
Endophyt [cndo'fy:t]. der; -en. -en [zu griech. Indon =
innen, innerhalb u. phytön = Pflanze] (Biol.): in anderen
Pflanzen od. Tieren wachsende Schmarotzerpflanze; endo-
phytisch <Adj.; o. Steig.) (Med.): (von Tumoren) nach
innen wachsend.
Endoptyma, das; -s, ...men [zu griech. endon = innen,
innerhalb u. f Plasma]: svw. TEntoplasma; endoplasmatisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Biol.): innerhalb des
Zellplasmas gelegen.
Endofikelett, das; -[eis. -e [zu griech. endon = innen,
innerhalb u. t Skelett] (Biol.): knorpeliges od. aus Knochen
bestehendes Innenskelett der Wirbeltiere (Ggs.: Ektoskelett).
Endoskop [cndosko:p]: 1. das; -s. -e [zu griech. endon =
innen, innerhalb u. skopein = betrachten, beschauen]
(Med.): mit elektrischer Lichtquelle u. Spiegeln versehenes
Instrument zur 1 optischen} Untersuchung von Hohlorganen
u. Körperhöhlen. 2. (selten) der; -en. -en: Facharzt für
Endoskopie; Endoskopie [...sko'pi:]. die; -. -n [...i:an] (Med):
Untersuchung mit dem Endoskop; endoskopisch <Adj.; o.
Steig.) (Med.): a) <nicht adv.) das Endoskop betreffend;
b) <nicht adv.) die Endoskopie betreffend; c) mittels
Endoskopie: die -e Untersuchung des Magen-Darm-Kanals.
Endosmose [endbs'mo:z3], die; -. -n [zu griech. endon =
innen, innerhalb u. f Osmose]: svw. f Kataphorese.
Endosperm [cndo'sperm], das; -s. -e [zu griech. 6ndon =
innen, innerhalb u. spörma, f Sperma] (Bot.): Nährgewebe
im Pflanzensamen.
Endospore, die; -. -n [zu griech. endon = innen, innerhalb
u. t Spore] (Bot.): (bes. bei Pilzen) im Innern eines
Sporenbehälters entstehende Spore.
Endothel [endote.l]. das; -s. -e. Endothelium [endo'te:lium].
das: -s2 ...ien [...idn; zu griech. endon = innen, innerhalb
u. thele = Brustwarze] (Med.): Zellschicht an der
Innenfläche der Blut- u. Lymphgefäße.
endotherm [endoterm] <Adj.; o. Steig.) [aus griech. endon
= innen, innerhalb u. therme = Wärme. Hitze] (Physik.
Chemie): Wärme bindend, aufnehmend (Ggs.: exotheim):
-e Vorgänge. Reaktionen; -e Prozesse (Vorgänge, bei denen
von außen Wärme zugeführt werden muß).
endothym [endoty:m] <AdJ.; o. Steig.) [zu griech. endon
= innen, innerhalb u. thymös = Gemüt(swallung)]
(Psych.): die Schicht des Psychischen betreffend, die das
Unbewußte, die Affekte, die Gefühle umfaßt.
Endotoxjne <PI.) [zu griech. endon = innen, innerhalb u.
tToxin] (Biol.. Med.): Bakteriengifte, die erst mit dem
Zerfall der Bakterien frei werden.
cndotroph (endo'tro:f) <Adj.; o. Steig.) [zu griech. endon
688
Enfant terrible
= innen, innerhalb u. trophe = das Ernähren; Nahrung]
(Bot.): (von Pilzen, deren Wurzelfäden in das Innere der
Wurzelzellen höherer Pflanzen eindringen) sich innen er näh-
rend (Ggs.: ektotroph).
endozentrfedi [endo'tsentnj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[zu griech. endon = innen, innerhalb u. t zentrisch]
(Sprachw.): (von einer sprachlichen Konstruktion, die der
gleichen Kategorie angehört wie eines ihrer konstituierenden
Glieder) zur gleichen Formklasse gehörend (z. B. großes
Haus - Haus; Ggs.: exozentrisch).
Endung [enduo], die; -. -en (Sprachw.): letzter Bestandteil
(Laut od. Silbe) eines Wortes, der der Beugung od. Ableitung
dient: Substantive mit der E. -heit sind weiblich; <Zus.:>
endungslos (AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (Sprachw.): ohne
Endung: ein -er Kasus.
Energetik [ener'ge:tikj. die: -: 1. naturphilosophische
Richtung (nach W. Ostwald), die die Energie als Wesen u.
Grundkraft aller Dinge erklärt. 2. (Physik) Lehre von der
Umwandlung und industriellen Nutzung der Energie: Energe-
tiker[en£r'ge:tito].der. -s.-: Vertreter der Lehre der
Energetik: energetisch [...ge:tij] <Adj.; o. Steig.) [griech. energeti-
kös = wirksam, kräftig]: 1. die Energetik (1) betreffend,
auf ihr beruhend: -e Sprachbetrachtung (Auffassung der
Sprache nicht als einmal Geschaffenes, sondern als ständig
wirkende Kraft);* -er Imperativ (Forderung (nach W.
Ostwald) . Energie nicht zu verschwenden, sondern sie zu
verwerten). 2. (Physik) die Energie betreffend, auf ihr beruhend:
-eGesetze. Kräfte: energico [e'nercjjiko] <Adv.) [ital. ener-
gico. zu: energia = Energie < spätlat. energia. f Energie]
(Musik): energisch, entschlossen: Energie [energi:]. die; -.
-n[...i:an; frz. Energie < spätlat. energia < griech. energeia
= wirkende Kraft, zu: örgon = Werk. Wirken]: 1. <o.
Pl.)a) mit Nachdruck, Entschiedenheit / u. Ausdauer l
eingesetzte Kraft, um etw. durchzusetzen: starke körperliche u.
geistige Spannkraft. Tatkraft: geballte E.; viel, wenig, keine
E. haben; er besitzt eine nie erlahmende E.; alle E. Air
etw. aufbieten, aufwenden, daranwenden, etw. zu tun; etw.
mit eiserner E. durchführen; er steckt voller E.. birst fast
vor E.; Ü Sie (= die Sprache der Griechen) ist...
vergleichsweise wohl differenzierter als die Luthers, doch ihr in
der saftigen Fülle und plastischen E. (Lebendigkeit.
Aussagekraft) sehr ähnlich (Thieß. Reich 403); b) (selten)
Nachdruck, Entschlossenheit: etw. mit E. sagen, fordern.
2. (Physik) Fähigkeit eines Stoffes. Körpers od. Systems.
Arbeit zu verrichten: elektrische, chemische E.; bei diesem
Vorgang wird E. frei, geht E. verloren; -n nutzen, speichern;
die Summe der -n bleibt bei allen Prozessen in der Welt
konstant (Goldschmit. Genius 20).
cnergfe-, Energie-: ^abgäbe, die: die E. eines Kraftwerks;
-arm <AdJ.; nicht adv.) (Ggs.: energiereich): a) arm an
Energie (2): ein -er Elektronenstrahl; b) arm an
Energieträgern, ohne genügend Energiereserven: ein -es Land. Gebiet;
-art, die; -aulwand, der: 1. Aufwand an Energie da):
er führte seinen Plan mit großem E. durch. 2. Aufwand
an Energie (2): der E. für den Betrieb einer Maschine;
-ausbeute, die; -ausschuB, der: Ausschuß, der sich mit
energiepolitischen Fragen beschäftigt: —beauftragte, der:
Regierungsbeauftragter, der für Fragen der Energiepolitik
zuständig ist: ^bedarf, der der E. des Körpers, der Industrie;
-beraterin* die: Beraterin bei Elektrizitäts- u. Gaswerken
od. Firmen der Elektro- u. Gasgeräteindustrie, die
Verbraucher berät (Berufsbez.); -berekh, der: Bereich der
Energiewirtschaft: -betrag, der; -bündel, das (ugs.): besonders
energiegeladener Mensch: er ist ein wahres E.;
-Einsparung, die; -erzeugung, die; -form, die: Form. Art der
Energie (2. z. B. Bewegungsenergie): alle -en können ineinander
umgewandelt werden; -frage, die: vgl. -problem (b): eine
Lösung in der E.; -gehah, der: der E. der Nahrung;
^geladen <AdJ.; nicht adv.): voller Energie (1 a): ein -er Mensch;
er ist. wirkt äußerst e.; -gewinnung, die; ^haushält, der:
Verhältnis zwischen Energieerzeugung u. -bedarf: den E.
des Körpers regulieren; der E. eines Landes; -intensiv
<Adj.>: bei der Herstellung von etw. viel Energie
verbrauchend: die Erzeugung von Aluminium ist sehr e.; -kapazi-
t*t, die; -krise, die: Krise in der Energieversorgung: -läge,
die: Lage in der Energieversorgung: -leisting, die: Leistung,
für die besonders viel Energie (1) aufgewendet wurde: Mit
einer unerhörten E. rettete Assar Rönnlund seinen
schwedischen Landsleuten den Sieg in der 4 x 10-km-Staftel
(Olymp. Spiele 1964. 25); -lieferant, der: Bez. für einen
Stoff, einen Körper od. ein System, dessen Energie (2)
nutzbar gemacht wird: vgl. ^quelle. ^Spender; ~los <Adj.; nicht
adv.): ohne Energie (1 a): ein schwacher, -er Mensch, dazu:
-taigkeit, die; -; -Micke, die: Lücke in der
Energieversorgung: «»menge» die; -Politik, die: Gesamtheit der
Maßnahmen im Hinblick auf die Energieversorgung, dazu: ^politisch
<Adj.; o. Steig.): -e Maßnahmen; -prinzip, das <o. PI.):
vgl. -satz; -proMcm, das: a) Problem im Zusammenhang
mit der Energieversorgung: b) <o. PI.) Problem der
Energieversorgung: -Programm, das: f RegierungsJProgramm zur
Energieversorgung: -quelle, die: in großem Rahmen
nutzbarer Energielieferant: die Kernspaltung ist heute eine
wichtige E.; die Erschließung neuer -n; -rechnung, die: Rechnung
über den Verbrauch von Strom u. Gas: -reich <Adj.; nicht
adv.) (Ggs.: energiearm): a) reich an Energie (2): intensive
Ströme -er Elektronen (Zeit 1. 8. 75. 39); ein -er (viel
Energie 2 freisetzender) Verbrennungsvorgang; b) reich
an Energieträgern, mit genügend Energiereserven: -e
Gebiete, zu b: -reichtun, der; -reserve, die <meist PL): die
-n des Körpers, der Industrie, eines Landes; -«atz, der
<o. PI.) (Physik): Satz von der Erhaltung der Energie in
einem geschlossenen System: -«pender, der: Traubenzucker
ist ein ausgezeichneter E.; -System, das: System der
Energieverteilung: -träger, der: Stoff, dessen Energie (2) nutzbar
gemacht wird: Kohle u. Erdöl sind primäre. Benzin u.
Strom sind sekundäre E.; -Umwandlung, die (Physik):
Erzeugung von Energie aus einer anderen Form der Energie
(z. B. die Wärme aus der chemischen Energie der Kohle);
-verbrauch, der; -Verlust, der; -Verschwendung, die: 1.
Verschwendung von Energie da): es ist reine E.. ihn zu
ermahnen. 2. Verschwendung beim Verbrauch von
Energieträgern: -Versorgung, die: Versorgung mit Energieträgern:
Das öl hat immer noch das bessere Argument einer billigen
E. der deutschen Wirtschaft für sich (Welt 11. 11. 61.
9); -Verteilung, die; -Vorrat, der <meist PI.): Vorrat an
Energieträgern: -Wirtschaft, die: Wirtschaftszweig, der die
Produktion. Verarbeitung u. Verteilung von Energie umfaßt.
dazu: -wirtschaftlich <AdJ.; o. Steig): -e Probleme;
-zufuhr, die.
energisch [e'nergij] <Adj.) [nach frz. energique]: a) von
Energie (1 a) erfüllt, starken Willen u. Durchsetzungskraft
zeigend, tatkräftig: ein -er Mann; ein -es Auftreten haben;
Die Polizei hat sich mit der Deflation geändert. Sie ist
scharf und e. geworden (Remarque. Obelisk 345); e.
durchgreifen; b) (nicht adv.) von Energie da), von starkem
Willen u. Durchsetzungskraft zeugend: ein -es Kinn; Sein
aufgezwirbelter Schnurrbart, sein dunkler, -er Blick betörte
alle Mädchen und Frauen (Brod. Annerl 9); c)
nachdrücklich, entschlossen: einen -en Protest vorbringen; sich e.
verteidigen; Es ist eine wahre Erlösung, daß Heiligkeit
Jetzt so e. mit öffentlicher Stellungnahme drohen (Hoch-
huth. Stellvertreter 1S9); energochembeh [energo...] <Adj.;
o. Steig.) Izu tEnergie u. f chemisch]: (von Energie) durch
chemische Reaktionen erzeugt.
Enervatkm (enerva t?io:n], die; - Dat. enervätio]: svw. t
Enervierung; enervieren [ener'vi.Tan] <sw. V.; hat) [nach frz.
enerver < lat. enerväre = der Nerven entledigen,
entkräften. tNerv]: 1. (geh.) Nerven u. seelische Kräfte
überbeanspruchen, entnerven: diese Auseinandersetzungen
enervieren mich; unermüdlich bekriegt er Jene Sphäre .... in der
der Mensch enerviert und verbraucht wird (Deschner.
Talente 164); <oft im 1. Part.:) ein enervierender Lärm. 2,
(Med.) die Verbindung zwischen Nerv u. dazugehörigem
Organ ausschalten: <Abl.:> EnervJerung, die; -. -en: 1. (geh.)
Überbeanspruchung der Nerven, Belastung der seelischen
Kräfte. 2. (Med.) Ausschaltung der Verbindung zwischen
Nerv u. dazugehörendem Organ.
en face [ä'fas; frz.. eigtl. = ins Gesicht, aus: en = in
u. face = Gesicht. tFace] (Fachspr.): (bes. von
Bildnisdarstellungen) von vorn [gesehen/, in gerader Ansicht (Ggs.:
en profll): Jmdn. en f. und en profll malen, darstellen,
fotografleren; <Zus.:> En-face-BiU, das.
en famille [äfa'mij; frz., aus: en = in u. famille = Familie
< lat. familia] (veraltend): im engsten [Familien] kr eis:
wir waren ganz en f.. haben [ganz] en f. gefeiert.
Enfant terrible [äfSte'ribl]. das; - -. -s. -s [äfSteribl; frz.
enfant terrible. eigtl. = schreckliches Kind, aus: enfant
= Kind < lat. infans (t Infant) u. terrible = schrecklich
< lat. terribilis]: jmd.. der gegen die geltenden
[gesellschaftlichen] Regeln verstößt u. dadurch seine Umgebung oft
44 GDW
689
enfilieren
schockiert od. in Verlegenheit bringt: das E. t. der Familie,
unter den deutschen Regisseuren.
enfilieren [äfi'li:ren] <sw. V.; hat) [frz. enfller. zu: fll =
Faden < lat. filum]: 1. (veraltet) einfädeln,
aneinanderreihen. 2. (Milit. veraltet) ein Gelände [in seiner ganzen
Ausdehnung! beschießen.
enflammierai [äfla'mhren] <sw. V.; hat) [frz. enflammer
< lat. Inflammäre] (veraltet): entflammen, begeistern,
entzücken: mit der Sicherheit und vollkommenen
Natürlichkeit des geborenen Musikers, der sich am Werk selbst
enflammiert (FAZ 13. 11. 61. 16).
Enfle ['ä:f]l. das; -s. -s [frz. enfle. zu: enfler = aufblähen
< lat. infläre): französisches Kartenspiel für 6 Teilnehmer
mit 52 Whistkarten, bei dem derjenige Spieler, der auf
die ausgespielte Karte nicht Farbe bekennen kann, alle
ausgespielten Karten der entsprechenden Runde aufnehmen muß.
Enfleurage [äfte'ra:»], die; - [frz. enfleurage. zu: enfleurer
= Blumenduft geben, zu: fleur. TFleur]: Verfahren zur
Gewinnung feiner Blumendüfte in der Parfümindustrie.
eng [enl <Adj.) [mhd. enge. ahd. engi]: 1. (Ggs.: weit) a)
<nicht adv.) räumlich eingeschränkt, von geringer
räumlicher Ausdehnung: -e Gassen; das Tal ist sehr e.; die
vertrauliche Stimmung im weichen, -en Fond des Wagens
(Sebastian. Krankenhaus 118); Sein Gesicht bekam einen
harten Zug. die Pupillen wurden e. (wurden klein, verengten
sich): Ü in -en (beschränkten, bescheidenen) Verhältnissen
leben; b) dicht /gedrängt/: e. schreiben; ein ganz e.
bedruckter, beschriebener Bogen; die Bäume stehen etwas zu e.
[nebeneinander]; sich e. anschmiegen; c) (von
Kleidungsstücken) dem Körper fest anliegend: -e Hosen; ein besonders
e. anliegender Pullover; der Rock ist mir zu e. geworden;
d) ohne Spielraum: ihm sind -e Grenzen gesetzt; eine
Vorschrift e. auslegen; R das darf man nicht so eng sehen
(ugs.; das muß man tolerieren). 2. <im Komp. u. Sup.)
Idurch Auswahl! begrenzt: in die -ere Wahl kommen,
gezogen werden (nach einer ersten Auswahl noch in Frage
kommen): im -eren. -sten Sinn des Wortes. 3. nah, vertraut:
in -em Kontakt mit jmdm. stehen; die -ere Heimat; im
-sten Kreis feiern; e.. aufs -ste befreundet sein; wir sind
e. verwandt miteinander.
«ng-, Eng-: ^anliegend <Adj.; enger, am engsten anliegend;
nur attr.): (von Kleidungsstücken) fest, eng am Körper
anliegend: ein -es Kleid; --anschließend <Adj.; enger, am
engsten anschließend; nur attr.): /fast! ohne Abstand
anschließend; -bedruckt <Adj.; enger, am engsten bedruckt;
nur attr.): in geringem Zeilenabstand bedruckt: ein -er
Bogen; -befreundet <Adj.; enger, am engsten befreundet; nur
attr.): durch enge Freundschaft verbunden: zwei -e
Mädchen; -begrenzt <Adj.; enger, am engsten begrenzt; nur
attr.): von geringer Ausdehnung, beschränkt: ein -es
Arbeitsgebiet; -beschrieben <AdJ.; enger, am engsten beschrieben;
nur attr.): dicht mit Schrift bedeckt: ein -es Blatt; -brüstig
[...brysti^l <Adj.): a) schmal gebaut, schwächlich: ein
blasser, -er Jugendlicher; Ü ein -es (geh.; schmales, baufälliges)
Häuschen; b) kurzatmig, dazu: -briistigkeit. die; -; -herzig
<AdJ.): kleinlich, pedantisch; nicht großzügig: er ist sehr
e.. dazu: -herzigkeit. die; -; -maschig <Adj.): 1. (nicht
adv.) mit kleinen Maschen: ein -es Netz; Ü ein -es
Verwaltungsnetz. 2. (Sport) in der Spielweise nicht weiträumig
genug angelegt: die Mannschaft spielte viel zu e.; -paß.
der: 1. schmale, verengte Stelle auf einem Weg. einer Straße,
einem Durchgang o.a.: die Straße hat mehrere Engpässe.
2. wirtschaftliche Notlage, schwierige Situation / in der etw.
knapp geworden istj: es besteht ein E. auf dem Gebiet
der Stromversorgung, in der Stromversorgung;
Kinderwagen sind zur Zeit ein E.; Engpässe der Textilindustrie
beseitigen; Nun hat uns mein Untergebener ... mit seinem
übertriebenen Eifer in einen E. getrieben (Dürrenmatt.
Richter 101). -stirnig [...Jtirnu;] <Adj.) (abwertend): in
Vorurteilen befangen; sehr einseitig deutend, kurzsichtig;
borniert: ein -er Mensch; Halten Sie mich bitte nicht für
theologisch e. (Ruthe. Partnerwahl 134); die Entscheidung
ist sehr e.; e. handeln, dazu: -stirnigkeh, die: -; -umgrenzt
<AdJ.): svw. T ^begrenzt; -verbunden <AdJ.) (geh.): svw.
f ^befreundet; -verwandt <AdJ.; enger, am engsten
verwandt; nur attr.): inhaltlich sehr ähnlich, nahe verwandt:
zwei -e Begriffe; Das Arbeitsgebiet der medizinischen und
der -en veterinärmedizinischen Mikrobiologie (Medizin
II. 116); -zeilig <Adj.>: mit geringem Zeilenabstand: e.
schreiben.
Engagement [äga&'mä:]. das; -s. -s [frz. engagement]: 1.
<o. PI.) persönlicher Einsatz aus [weltanschaulicher/
Verbundenheit: Gefühl des Verpflichtetseins zu etw.; Bindung,
Verpflichtung: ein soziales, politisches, ideologisches E.;
das militärische E. der USA in Europa; sein E. für
Gerechtigkeit, gegen Willkür. 2. berufliche Verpflichtung,
Anstellung eines Künstlers, Artisten o. ä.: ein E. suchen, antreten:
sie hat ihr E. verlängert; am Ersten fange ich ein neues
E. an (Remarque. Obelisk 197); ohne festes E. sein. 3.
(veraltet) Aufforderung zum Tanz. 4. (Börsenw.)
Verpflichtung, zur festgesetzten Zeit gekaufte Papiere abzunehmen,
zu bezahlen od. die für diesen Tag verkauften zu liefern:
Kleinere -s ausländischer Anleger (Welt 19. 8. 65. 12).
5. (Fechten) die Anlehnung der Klingen aneinander, der
Kontakt zwischen den Klingen; engagieren [äga'sirdn] <sw.
V.; hat) /vgl. engagiert/ [frz. engager = in Gage nehmen.
tGage]: 1. <e. + sich) a) sich bekennend für etw. einsetzen,
sich binden; sich politisch e.; du hast dich voll für die
Ziele der Partei, in der Partei engagiert; b) militärische,
geschäftliche o.a. Verpflichtungen eingehen: Die
Amerikaner hatten sich zu sehr in Vietnam engagiert; ... die
Hessische Tonwerke AG. Ihre Aktienmehrheit war zu
haben. Herr Heßreiter schwankte, ob er sich so stark e.
sollte (Feuchtwanger, Erfolg 625). 2. a) (einen Künstler,
Artisten o.a.) unter Vertrag nehmen, verpflichten: der
Schauspieler wurde [für eine Spielzeit] nach Berlin, ans
Burgtheater engagiert; b) zur Erledigung einer bestimmten
Aufgabe in Dienst nehmen: zur Nachhilfe einen
Privatlehrer, jmdn. als Privatlehrer e.; „Was ist denn dort los.
Wagner? Sind Sie hier als Klatschweib oder zum
Stiefelputzen engagiert?' (Kirst. 08/15. 227). 3. (veraltend) (bes.
ein Mädchen, eine Frau) zum Tanz auffordern: er hat sie
für den nächsten Tanz, zum Walzer engagiert. 4. (Fechten)
die Klingen aneinander anlehnen, den Kontakt zwischen den
Klhtgen herstellen; engagiert [äga'3i:?t] <Adj.; -er. -este):
1. a) entschieden für etw. eintretend: ein -er Schriftsteller;
Bufluel... gilt trotz seines Alters als einer der engagiertesten
Kinematographen der Gegenwart (MM 3. 2. 65. 4); ein
-er Film. Vortrag; ein -es Buch; b) starkes persönliches
Interesse für etw. zeigend: stark politisch, sozial e. sein.
2. <o. Steig.; nicht adv.) angestellt, beschäftigt: an einer
Bühne, als Privatlehrer e. sein; (Abi. zu 1:) Engagiertheit,
die; -.
engarde! [ä'gard; frz.. aus: en = in u. garde =
(Fechtstellung; Deckung; (Leib)wache. t Garde] (Fechten): Kominan-
do, mit dem die Fechter aufgefordert werden. Fechtstellung
einzunehmen.
Engastrimant [engastrimant], der; -en. -en [griech. eg-
gastrimantis]: altgriechische Bez. für mit Hilfe des
Bauchredens angeblich Wahrsagender.
Enge [end], die; -. -n [mhd. enge. ahd. engi]: 1. <o. PI.)
Mangel an Raum, räumliche Beschränktheit: die E. der
kleinen Wohnung; in bedrückender, drangvoller E. leben;
Ü kleinbürgerliche E. des Geistes; die E. der Verhältnisse.
2. (veraltend) verengte Stelle, Engpaß: die Straße hat
mehrere -n; das Schiff durch eine E. steuern; * in die E. geraten
(keinen Ausweg mehr wissen); imdn. in die E. treiben (durch
Fragen, Drohungen o. ä. in ausweglose Bedrängnis bringen);
<Zus. zu 2:) Engelaut, der (Sprachw.): Reibelaut, Spirans.
Engel fen|l. der; -s. - [mhd. engel. ahd. engil < griech.
äggelos = Bote (Gottes)]: 1. <Vkl. t Engelchen, Engelein,
Englein) (Rel.) /als Bote Gottes wirkendes/ meist mit
Flügeln gedachtes, überirdisches Wesen: gute, gefallene E.;
der E. der Verkündigung, des Todes; das Standbild, die
Figur eines -s; Regina ... ist sanft und gütig wie ein E.
(Waggerl. Brot 37); ein blonder E. (ein hübsches blondes
Mädchen) kam auf mich zu; R ein E. fliegt, geht durchs
Zimmer (wenn die Unterhaltung plötzlich verstummt;
hergenommen von der Vorstellung, daß beim Erscheinen eines
Engels alle betroffen schweigen würden): das hat dir ein/
dein guter E. eingegeben (wird gesagt, wenn der
Betreffende durch seine - mehr intuitive - Entscheidung vor einer
Torheit o.a. bewahrt worden ist); *[audi] nicht gerade
ein E. sein (ugs.; sich nicht immer mustergültig verhalten,
benehmen): ein E. mit einem B. davor (ugs.: ungezogenes
Kind; scherzhafte Bildung aus dem Buchstaben B u. Engel
= Bengel): die E. im Himmel singen/pfeifen hören (ugs.;
sehr starke Schmerzen haben; urspr. liegt die Vorstellung
von einem Orchester der Engel zugrunde, das man
musizieren hört, wenn sich einem (einem selig Verstorbenen) der
690
Enkaustik
Himmel auftut; heute scherzh.-iron. für gegenteilige
Empfindungen). 2. a) als Helfer od. Retter wirkender Mensch:
sie ist mein guter E.; er kam als rettender E.; sie ist ein
wahrer E. (wegen ihrer Güte und Hilfsbereitschaft); du
bist ein E.( daß du mir die Arbeit abnimmst; *die gelben
E. i Straßenwacht des Allgemeinen Deutschen Automobil-
Clubs); b) (ugs.. oft iron.) unschuldiger Mensch: er ist
kein E.; du unschuldsvoller, ahnungsloser E.!
{■gel-, I^ngel- (gelegtl. mit engeis-, Engels- wechselnd):
Munt« das (kath. Rel.): 1. Hochamt zu Ehren der Engel.
2. Messe zu Ehren der Muttergottes im Advent. 3.
Mitternacht smesse in der Heiligen Nacht. 4. Messe bei einem
Kinderbegräbnis; ~chor. der; -fisch, der: Meerengel; ^flü-
gd, (auch:) Engelsflügel, der. -gleich, (auch.) engelsgleich
<Adj.; o. Steig.) (geh.): wie ein Engel: e. singen; MWt.
(auch.) ^ngelsgyt <Adj.; o. Steig.): sie war ein -er Mensch;
-knabe, der: als Knabe dargestellter Engel; -köpf, (auch:)
Engelskopf, der; -macher, der [rückgeb. aus f
Engelmacherin]: Großbritanniens .JEngelmacher44. die mit illegalen
Abtreibungen jahrelang ein blühendes Geschäft betrieben,
werden ... arbeitslos (MM 24. 4. 68. 21); -macherin. die;
-.-nen [urspr. = Frau, die Pflegekinder absichtlich sterben
läßt, „zu Engeln macht"; nach christlichem Volksglauben
werden verstorbene Kinder zu Engeln] (ugs. verhüll.): Frau,
oft Hebamme, die illegale Abtreibungen vornimmt: illegale
Eingriffe durch -nen (Spiegel 49, 1973, 1%); -rein <Adj.;
o. Steig.) (geh.): ihr Wesen ist e.; -schar, die: Gott und
seine sanfte E. (Strittmatter, Wundertäter 159); -schön
(Adj.; o. Steig.) (geh.): das zarte, -e Gesicht des
goldhaarigen Mädchens (Seghers. Transit 162); -stimme, (auch:)
Engelsstimme, die; -süß* das; -es: svw. tTüpfelfarn; -würz,
die: svw. t Angelika.
Engelchen[enl^n],das;-s.-: tEngel(1);Engelein[endlajn],
das; -s, -: t Engel (1); engelhaft <Adj.;-er. -este): zart,
ätherisch, liebreizend (wie ein Engel); <Abl.:> £ngehaftigkeit,
die; -.
engefc-, Engels- (gelegtl. mit engel-, Engel- wechselnd): -ftü-
gd. (auch:) Engelflügel, der; -geduld, die: sehr große, fast
unerschöpfliche Geduld: er hatte eine E. [mit ihr]; -gesang«
der; ^gesteht, das; -gewand, das (geh.); --gleich: svw. f
engelgleich; -«ruß, der: svw. Englischer Gruß (f Gruß); -gut:
svw. tengelgut; -gute, die: große, sanfte Güte (wie die
eines Engels); -haar, das: als Christbaumschmuck dienende,
haarfeine, gold- od. silberglänzende Fäden; -kind, das
(geh.): wunderbares Kind; -köpf, (auch:) Engelkopf, der;
Mniene, die: Miene, die Unschuld vortäuschen soll: Jmdn.
mit E. anschauen; eine E. aufsetzen; -musik, die: als fast
überirdisch schön empfundene Musik: ihre Stimme klingt
in meinen Ohren wie E. (Quick 47, 1958. 22); -pelerine,
die (österr. veraltet): / weißer/ über die Schultern hängender
weiter Kragen: die Leibgardisten in weißen -n (J. Roth.
Radetzkymarsch 144); -stimme, (auch:) Engelstimme, die;
^singen <P1.) in der Verbindung mit [Menschen- und mit]
E. (mit größter Beredsamkeit, Eindringlichkeit; aus 1. Kor.
13, 1): mit E. auf jmdn. einreden; er versuchte ihn mit
E. zu überreden.
engen I'enan] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. engen, teng] (selten):
beengen, einengen: der Kragen engte ihm den Hals.
Engerling ['eoBlinl. der. -s. -e [mhd. engerOMnc. ahd. engiring
= Made]: weißlichgelbe, augenlose, als Pflanzenschädling
auftretende Larve einer bestimmten Käferfamilie (z. B. des
Maikäfers).
Engigkeit ['eoi$kait], die; -: svw. f Enge (1).
Englinder ['enlend«]. der; -s. - [H. u.J: 1. verstellbarer
Schraubenschlüssel. 2. (österr.) süßes Gebäck!stück, mit Mandeln
od. Erdnüssen.
Englein I'eolajn], das; -s. -: T Engel (1).
'englisch fenilf] (Adj.) [mhd. englisch, zu aengl. Engel =
Angehöriger des Volkes der Angeln]: a) <Steig. selten)
die Engländer, England betreffend, zu England gehörend,
aus England stammend: die -e Verfassung.
Staatsangehörigkeit; -er Abstammung sein; wir haben -e Freunde; -e Stoffe.
Tuche; das ist echt e.; -es Vollblut (Vertreter einer als
Reit- u. Rennpferde dienenden, sehr edlen Pferderasse, die
sich durch feuriges Temperament, Mut, Härte u. Ausdauer
auszeichnet); -er Humor (skurril-naiver Humor); -e Bro-
schur (einfacher Bucheinband); -e Krankheit (veraltet;
Rachitis [die zuerst in England beschrieben wurde]); -c Soße
(Worcestersoße, scharfe Würztunke); Englische Fräulein
/ von der Engländerin Maria Ward gegründete
Frauenkongregation für Erziehung u. Unterricht); ein -es Kostüm
(strenges, gut sitzendes Schneiderkostüm); -er Trab. e.
traben (vgl. Englischtraben); e. braten (ein Fleischstück
so braten, daß es innen noch etwas blutig ist); e. einkaufen
(salopp verhüll.; stehlen): b) <o. Steig.) in der Sprache
der Engländer: die -e Sprache; -e Literatur. Philologie;
[gut] e. sprechen; der Artikel ist e. abgefaßt.
2engiisch [-] (Adj.; o. Steig.) [mhd. englisch, wohl Tür lat.
angelicus. zu f Engel] (veraltet): auf die Engel bezüglich,
Engels-: die Schadenfreude seiner (= Gottes) dem
Menschentum sehr mißgünstig gesinnten -en Umgebung zu
erregen (Th. Mann. Joseph 45).
Englisch [-], das; -[sj: a) die englische Sprache: er spricht
ein gutes E.; dein E. ist nicht fehlerfrei; kein E. verstehen;
das Buch ist in E. abgefaßt; b) die englische / u.
nordamerikanische/ Sprache u. Literatur als Lehrfach: er
unterrichtet E.; in der dritten Stunde haben wir/ist E.; eine Fünf
in E. haben.
englisch-, Englisch-: -fangen, das: ein Fangspiel; -hörn, das
<Pl.-hörner) (Musik): Oboe in Altlage, Altoboe; -leder.
das: dichtes, sehr festes Baumwollgewebe; -mann, der (ugs.):
Engländer; -pflaster, das: Heftpflaster; ^rotf das: gut dek-
kende rote Farbe aus Eisenoxyd, die zum Polieren von Glas,
Metallen o. ä. u. als Malerfarbe verwendet wird; -sprachig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. in englischer Sprache: eine
-e Zeitschrift. Rundfunksendung. 2. die englische Sprache
sprechend: die -e Bevölkerung; -traben, das; -s
(Pferdesport): Art des Trabens, bei der der Reiter die
Trabbewegungen mit dem Körper auffängt; leichtes Traben: -Unterricht.
der.
Englische, das; -n: a) <mit best. Art.) die englische Sprache
im allgemeinen: etwas aus dem/vom -n ins Deutsche
übersetzen; die sprachlichen Feinheiten des -n; b) das die
Engländer Kennzeichnende; englische Eigenart: er begeistert sich
fiir «illß^ -c
English-Waltz [mglii wdOKOs], der; -. - [engl. English
waltz]: langsamer Walzer; englisieren fen(g)li'zi:ran] <sw.
V.; hat): 1. (Tierzucht) einem Pferd die niederziehenden
Schweifmuskeln durchschneiden, damit es den Schwanz hoch
trägt. 2. svw. f anglisieren (1).
Engobe [ä'go:ta], die; -, -n [frz. engobe]: Überzugsmasse
für keramische Erzeugnisse; engobieren [ägo'bi:ran] <sw.
V.; hat) [frz. engober, zu: gober = verschlingen, zu galloro-
man. * gob = Mund]: Tonwaren mit Engobe überziehen.
Engorgement [ägsr&'mä:], das; -s. -s [frz. engorgement. eigtl.
= Verstopfung, zu: gorge = Kehle; Schlund < vlat.
* gurga < lat. gurges = Wasserstrudel; Schlund] (veraltet):
Stockung im Wirtschaftsleben.
Engramm [en'gram], das; -s. -e [aus griech. en = in u.
t-gramm] (Psych., Med.): die im Zentralnervensystem hin-
terlassene Spur eines Reiz- od. Erlebniseindrucks, die dessen
Reproduktion zu einem späteren Zeitpunkt möglich macht;
Erinnerungsbild.
en gros [ä'gro; frz., aus: en = in u. gros, ^Gros] (Kauf-
mannsspr.): im großen, in großen Mengen (Ggs.: en detail):
etw. en g. verkaufen.
Eilgros-: -geschäft, das (Kaufmannsspr. veraltet):
Großhandel; -handel, der (Kaufmannsspr.): Großhandel; -preis,
der (Kaufmannsspr.): Großhandelspreis.
Engrossist [ägre'sist], der; -en. -en: österr. neben tGrossist.
Enharmonik [enhar'mo:nik], die; - (Musik): verschiedene
Notierung u. Benennung von Tönen u. Akkorden bei gleichem
Klang (z.B. eis = des); enharmonisch <Adj.; o. Steig.)
[griech. enharmonikös = übereinstimmend] (Musik): mit
einem anders benannten u. geschriebenen Ton den gleichen
Klang habend: gis und as sind e. gleich; -e Verwechslung
(Vertauschung enharmonisch gleicher Töne od. Akkorde).
enigmatisch [em'gma:tij] <Adj.) [engl, enigmatic < spätlat.
aenigmaticus < griech. ainigmatikös]: svw. fänigmatisch.
Enjambement [äbäte'mä:]. das; -s, -s [frz. enjambement.
zu: enjamber = überspringen, überschreiten, zu spätlat.
gamba = Fessel (beim Pferd)] (Verslehre): Übergreifen
des Satzes in den nächsten Vers; Zeilensprung.
Enk [enk]. der; -[e]s. -e [mhd. enke. ahd. encho] (veraltet):
jüngerer Knecht.
enkaustieren [cnkaus'tkran] <sw. V.; hat) [zu f Enkaustik]:
das Malverfahren der Enkaustik anwenden; Enkaustik
[enkaustik], die; - [griech. egkaustike (techne). eigtl. =
zum Einbrennen gehörende (Kunst)]: in der griechischen
Antike entwickeltes Malverfahren, bei dem die Farben durch
44#
691
enkaustisch
Wachs gebunden sind; enkaustisch <Adj.; o. Steig.) [ghech.
egkaustikös = zum Einbrennen gehörend]: die Enkaustik
betreffend, mit dieser Technik arbeitend, nach diesem
Verfahren ausgeführt.
'Enkel I'enkl]. der; -s. - [mhd. enkel. ahd. enchil. anchal]
(landsch.): Fußknöchel.
2Enkel [-], der; -s. - [frühnhd. enikel. mhd. eninkel. spätahd.
eninchill. Vkl. zu T Ahn): 1. Kind des Sohnes od. der Tochter.
Kindeskind: der Großvater mit seinen -n; Ü bei dem
zwölfbändigen Prachtwerk (einem E. der „Description") über
die „Denkmäler Ägyptens und Äthiopiens" (Ceram.
Götter 125). 2. Nachfahre. Nachkomme; die Nachwelt: davon
werden unsere E. noch erzählen; Enkelin, die; -. -nen:
Tochter des Sohnes od. der Tochter.
^nkel- (2Enkel): ^kind, das; -söhn, der; -tochter, die.
enken I'enkn] <sw. V.; hat) [vgl. enten] (landsch.): Bäume
veredeln.
Enklave [en'kla:v3]. die; -. -n [frz. enclave. zu: enclaver
= festnageln < vlat. *incläväre. zu lat. in- u. clävus
= Pflock. Nagel): vom eigenen Staatsgebiet
eingeschlossener Teil eines fremden Staatsgebiets (Ggs.: Exklave): die
österreichische E. Jungholz ist von deutschem Gebiet
umgeben; Ü die Kommune ist jedoch keine E. in der
Gesellschaft (Wohngruppe 41).
Enklise [en'kliiza], Eititlisis ['enklizisl. die; -. ...sen [en'kli:zn;
griech. egklisis = das Hinneigen] (Sprachw.):
Verschmelzung eines unbetonten Wortes /geringeren Umfangsl mit
einem vorangehenden betonten (z. B. ..zum" aus „zu dem";
Ggs.: Proklise); Enklitikon [en'kfrtikrm]. das; -s. ...ka [spät-
lat. encliticum. subst. Neutr. von: encliticus. tenklitisch)
(Sprachw.): unbetontes Wort, das sich an das vorhergehende
betonte anlehnt (z. B. ugs. ..kommste" aus ..kommst du"Y,
enklitisch [en'kli:tiD <Adj.; o. Steig.) [spätlat. encliticus
< griech. egklitikös. eigtl. = sich neigend] (Sprachw.):
sich an ein vorhergehendes betontes Wort anlehnend (Ggs.:
proklitisch).
enkodieren [enko'di:ren] <sw. V.; hat) [engl, to encode. zu:
Code. TKode (1)]: eine Nachricht j mit Hilfe eines Kodes
verschlüsseln (Ggs.: dekodieren): <AbI.:> Enkodkrung« die;
-. -en: Verschlüsselung [einer Nachricht, mit Hilfe eines
Kodes (Ggs.: Dekodierung).
Enkolpion [en'kolpjpn]. das; -s. ...ien (..pn; mgriech. egköl-
pion. subst. Neutr. von griech. egkölpios = auf der Brust]:
1. auf der Brust getragene Reliquienkapsel. 2. von kirchlichen
Würdenträgern der orthodoxen Kirche auf der Brust
getragenes Kreuz.
Enkomiast [enko'miast]. der; -en, -en [griech. egkömiastes]
(Rhetorik): Lobredner; Enkomifstik, die; - [griech. egkö-
miastikös = zur Lobrede gehörend] (Rhetorik): die Kunst,
bedeutende u. verdiente Männer in einer Lobrede od. einem
Lobgedicht zu preisen; Enkomion [en'ko.mjpn], Enkomkm
[...iqm], das; -s. ...ien [...pn; spätlat. encömium < griech.
egkomion. zu: kömos, t Komödie] (Rhetorik): Lobrede;
Schrift, in der jmd. gelobt wird: Laudatio.
Enkulturation [enkoltura'tsio:n], die; -. -en [amerik.-engl.
enculturation] (Soziol.): das Hineinwachsen des einzelnen
in die Kultur der ihn umgebenden Gesellschaft: welche
Instanzen die frühe E. und Soziabilisierung zu übernehmen
haben. In erster Linie ist dies die Familie (Schmidt.
Strichjungengespräche 36). Vgl. Akkulturation.
en masse [ä'mas; frz.. aus: en = in u. masse. t Masse]
(ugs.): in besonders großer Menge. Zahl vorhanden,
vorkommend!: gar nicht wenig, massenhaft: diese Blumen gibt
es hier en m.
en miniature [äminja'ty.r. frz.. aus: en = in u. miniature.
t Miniatur]: in kleinerem Maßstab (einem größeren Vorbild
ungefähr entsprechend), im kleinen i dargestellt/: das ist
Schloß Sanssouci en m.
ennet ['erat] <Präp. mit Dativ) [mhd. ennet. jenent] (schwciz.
mundartl.): jenseits: e. dem Gebirge, der Grenze; <Zus.:>
emetbirgisch[...birgiJ1 <Adj.;o. Steig.; nicht ad v. X Schweiz,
mundartl.): jenseits der Alpen gelegen; ^nnetrheinisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Schweiz, mundartl.): jenseits des
Rheitis gelegen: • bundes/deutsch.
Eimui [ä'nyi:. a'nyi:]. der; -s [frz. ennui] (bildungsspr.): a)
Langeweile; b) Verdruß. Überdruß; ennuyant [äny'jant.
an...; ...'ja:] <Adj.; -er. -este) [frz. ennuyant] (bildungsspr.):
a) langweilig; b) verdrießlich, lästig; ennuyieren [äny'ji.ran,
an...] <sw. V.; hat) [frz. ennuyer < vlat. inodiäre = hassen,
zu lat. odium = Haß] (bildungsspr.): a) langweilen; b)
ärgern, lästig werden: dem ständig erhobenen Zeigefinger
.... der uns damals so ennuyierte, auszuweichen (Welt
5. 8. 68. 9).
enorm [enorm) <Adj.; o. Steig.) [frz. önorme < lat. enörmis
= von der Norm abweichend, unverhältnismäßig groß.
t Norm]: außerordentlich; ungewöhnlich /großj: -e
Anstrengungen; eine -e Summe; Wie kann man sich nur einen
so -en Bauch zulegen - und dies noch ohne Alkohol
(Dürrenmatt. Grieche 84); seine Kräfte sind e.; die Preise sind
e. gestiegen; (ugs. intensivierend vor Adj.:) das neue Gerät
ist e. (äußerst, sehr) praktisch; Berlin - eine e. schwierige
Thematik (MM 22. 1. 71. 24); <Abl.:) Enonnitftt [enor-
mi'tftt], die; -. -en (bildungsspr.): a) <o. PI.)
außerordentliche Größe; b) etw. von außerordentlicher Größe;
Ungeheuerlichkeit: Die Monotonie und die Dummheit der
Menschen seien so enorm, daß man ihnen nur mit -en
beikommen könne (MM 25. 3. 66, 36).
Enostose [en|3s'to:zd. ens...]. die; -. -n [zu griech. en =
in. innerhalb u. osteon = Knochen] (Med.):
Knochengeschwulst, die vom Knocheninnern ausgeht.
en passant [äpa'sä; frz.. urspr. = auf der Durchreise. 1.
Part, von: passer, t passieren]: 1. a) beiläufig, nebenbei:
etw. en p. erwähnen; künstlerische Darbietungen, die man
nicht in angestrengter Konzentration, sondern gleichsam
en p. aufnimmt (MM 7. 8. 74. 24); b) im Verübergehen:
ich habe das noch en p. gekauft. 2, (Schach) mit einem
bestimmten Bauernschlag; Abk.: e. p.
en pleine carriere [äptenka'rjE.r; frz.. aus: en = in. plein
= voll (< lat. plenus) u. carriere = Lauf, t Karriere]:
in gestrecktem Galopp.
en profil [äpro'fil; frz.. aus: en = in u. profll. f Profil]
(Fachspr.): (bes. von Bildnisdarstellungen) von der Seite
i gesehen], im Profil (Ggs.: en face): jmdn. en face und
en p. malen, darstellen, fotografleren; <Zus.:> En-profil-
Bild. das.
Enquete [ä'ke.Ud). auch: ä'ke:t(a)]. die; -. -n [frz. enquete.
zu: enquerir < lat. inqulrere = untersuchen]: 1. insbes.
sozial- od, wirtschaftspolitische Verhältnisse betreffende,
groß angelegte Untersuchung. Erhebung. Umfrage: eine E.
über die wirtschaftliche Lage des Einzelhandels
veranstalten; die Stimmung durch offizielle -n ermitteln. 2. (österr.)
Arbeitstagung.
enragiert [ära'3i:gt] <Adj.; -er. -este) [frz. enrage. eigtl. =
toll, wütend. 2. Part, von: enrager = toll werden. tRage]
(veraltend): a) leidenschaftlich für etw. eingenommen: eine
-e Stellungnahme; eine -e Verfechterin der
Gleichberechtigung; sich e. für jmdn.. etw. einsetzen; b) leidenschaftlich
erregt: über jmdn.. etw. sehr e. sein.
emMkniert [äry'mi:£t] (Adj.; -er. -este) [frz. enrhume. 2.
Part, von: s'enrhumer = Schnupfen bekommen, sich
erkälten, zu: rhume = Schnupfen < lat. rheuma = Katarrh
< griech. rheüma] (veraltet): verschnupft, erkältet.
enrollieren [äro"li:ron] <sw. V.; hat) [frz. enröler. zu: röle
= tRolle. (Werbe)listel (Milit. veraltet): (von Truppen)
anwerben: Schöne Mädchen, reiche Beute und jeden
Samstag Fleisch für jeden, der sich e. läßt beim preußischen
Heer (Hacks. Stücke 184).
en route [ä'rut; frz.. aus: en = in u. route. tRoute]
(bildungsspr.): unterwegs.
Ens [ens], das; - [spätlat. ens] (Philos.): das Seiende. Sein.
Wesen. Idee.
Ensemble [ä'sä.bj], das; -s. -s [frz. ensemble = zusammen
< lat. insimul = zusammen, miteinander]: 1. a)
zusammengehörende, aufeinander abgestimmte Gruppe von
Schauspielern. Tänzern. Sängern od. Orchestermusikern mit festem
Engagement: das E. des Schauspielhauses; ein neues E.
gründen; er gehört als Bratschist dem E. des
Philharmonischen Orchesters an; b) kleine Besetzung in der Kammer-.
Unterhaltungs-u. Jazzmusik; /kleine] Gruppe von (in einem
bestimmten Stück) auftretenden Künstlern: ein E. von drei
Mann spielte zum Tanz auf; Nach einer grimassierenden
Ekstase... verschränkt sich das E. zu einem
dichtgeschlossenen Kreis, die Gesichter nach innen (Welt 22. 6. 65.
7); die beiden Paare sangen im E. (gemeinsam); Ü wird
die ,£in-Mann-Führung" ersetzt durch ein E. von
Institutionen (Fraenkel. Staat 370); c) Auftritt. Nummer für eine
kleine Gruppe von Solisten: auf die Arie folgt ein E.; er
hat noch ein E. mitzusingen. 2. mehrteiliges / Damen Jklei-
dungsstück, dessen Teile aufeinander abgestimmt sind (z. B.
Kleid mit Jacke od. Mantel): sie trug ein elegantes grünes
692
entblößen
E. mit passendem Hut. 3. /erhaltenswerte I Gruppe
städtischer Bauten: vorbei ... an gepflegten Parks und ganzen
-s neuer acht- und zehnstöckiger Wohnhäuser (Neues D.
1.6.64.2).
Ensemble- (Ensemble 1): -mitglied, das; -musik. die: Tanz-
u. Unterhaltumsmusik, dazu Mnusflter, der; ~~spiel, das:
gemeinsames Musizieren, Zusammenspiel I in der
Kammermusik!: ein harmonisches E.; Wettbewerbe für
Soloinstrumente und für E.; ^tÄnzer, der: Ballettänzer, der
w der Gruppe tanzt: ^tänzerin, die: w. Form zu t^tänzer.
Fnrihgp ßsi'la:»]. die; - [frz. ensilage = das Einbringen
in einen Silo, f Silo] (Landw.): a) Bereitung von Gärfutter:
b) Gärfutter.
en mite [ä'sqit; frz.. eigtl. = in (Reihen)folge. aus: en =
in u. suite, t Suite] (bildungsspr.): ununterbrochen: das Stück
lief am Broadway ein ganzes Jahr lang en s.
ent (ent) in der Fügung ent oder weder! (ugs. scherzh.;
entweder-oder!: drückt die Forderung nach einer
Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten aus): entscheide dich:
ent oder weder!
Entamöben [ent|a'm0:bn. enta...] <P1.) [zu griech. entös =
innerhalb u. t Amöbe] (Biol.): Amöben, die im Innern des
menschlichen od. tierischen Körpers parasitisch leben.
Entari (enta'ri:]. das; -[s], -s [türk. entari]: altes orientalisches,
dem Kaftan ähnliches, langes Gewand.
entminen [ent'lalpn] <sw. V.; hat) (Schweiz.): /Vieh/ von
der ^Alp ( = Bergweide) zurückbringen.
«tarnten [ent'lamtn] <sw. V.; hat) (veraltet): des Amtes
entheben: <Abl.:> Entyntung, die; -. -en (veraltet):
Amtsenthebung.
entarten <sw. V.; hat) [mhd. entarten, zu tArt]: a) von
bestimmten Gesetzmäßigkeiten od. von der Norm in
negativer Weise abweichen: die Wälder entarten dadurch zu
Krüppelbeständen; diese Hunderasse ist durch planlose
Zucht völlig entartet; entartete Kunst (ns. Bez. für das
gesamte moderne Kunstschaffen, das nicht der ns.
Kunstauffassung entsprach): b) sich in etw. /Negatives] verkehren,
ausarten: weil militärische Exaktheit hier zur Komik
entartete (Apitz. Wölfe 9); Das mittelalterliche Reich war zu
einem... Monstrum entartet (Niekisch. Leben 154); <Abl.:>
Entartung, die; -, -en: 1. <o. PI.) negative Abweichung von
der Norm: die E. des Rechts, der Sitten, einer Rasse.
2. Erscheinungsform. Möglichkeit der Entartung: die Sorge
vor den -en der Revolution zu der... Dämonie eines totalen
Staates (Fraenkel. Staat 171).
Entartung*-: Erscheinung, die: diese überzüchtete Rasse
zeigt typische -en; ^form. die: die Despotie ist eine E.
der Monarchie; -schaden, der: zivilisatorische
Entartungsschäden (Natur 106).
Entasis ['entazis], die; -. ... äsen [en'ta:zn; griech. äntasis
= das Anspannen] (Archit.): das kaum merkliche Dicker-
werden des sich bogenförmig verjüngenden Schaftes antiker
Säulen nach der Mitte zu.
entaschen [enf lajnl <sw. V.; hat): Asche entfernen: von Asche
reinigen: <Abl.:> Entaschung, die; -. -en: das Reinigen,
Entfernen von Asche.
entasten, entasten <sw. V.; hat) (Forstw): (den stehenden
Baum) von Ästen befreien: den Baum vor dem Fällen e.
entluBern, sich <sw. V.; hat) (geh.): a) etw. ablegen, auf
etw. verzichten, einer Sache entsagen: sich seiner Rechte,
seiner Freiheit e.; dies alles erforderte den aus sich
herausgehenden, sich zu Aktivitäten entäußernden (sich
durchringenden, indem er sich seiner Hemmungen entäußert) Mann
(Zwerenz, Kopf 115); b) sich von etw. trennen, etw.
weggeben: er hat sich seines gesamten Vermögens entäußert;
(verhüll.:) wo mein armer Vater ... sich des Lebens
entäußert hatte (Th. Mann. Krull 75); <Abl.:) EntikiBenmg,
die; -, -en <P1. selten): 1. (geh.) Verzicht: eine seelische
E. 2. (Papierdt.) Weggabe, Veräußerung: die E. des
Grundstücks.
Enthüllung, die; -, -en: Entlastung, Entflechtung von
Ballungszentren: die E. von Industriegebieten.
entbieten <sw. V.; hat) (Textilind.): (Rohseide) vom
Seidenbast befreien.
entbehren [ent'be:ran] <sw. V.; hat) [mhd. enbern, ahd. inbe-
ran. Verneinung von ahd. heran = tragen, also eigtl.
= nicht (bei sich) tragen]: 1. a) (geh.) [ver] missen: sie
entbehrt schmerzlich ihren Freund; b) aufjmdn., etw.
verzichten, ohne jmdn.. etw. auskommen: ich kann das Buch,
diesen Mitarbeiter nicht länger e.; er hat in seiner Jugend
vielles] e. müssen; (auch o. Obj.:) man muß e. lernen.
2. (geh.) ohne etw. sein, einer Sache ermangeln: diese
Behauptung entbehrt jeder Grundlage; das entbehrt nicht
einer gewissen Komik (ist recht komisch): er entbehrt
nicht der Intelligenz (ist recht intelligent): ihr Gesicht
entbehrte in auffallender Weise jeglicher Anmut (Musil.
Törleß 30); <Abl.:)entbehrlich <Adj.; nicht adv.): zu
entbehren, nicht notwendig, überflüssig (Ggs.: unentbehrlich): -e
Kleidungsstücke wegwerfen; diese Anweisung war völlig
e.. dazu: Entbehrlichkeit, die; -: das Entbehrlichsein (Ggs.:
Unentbehrlichkeit):... tobten verbale Schlachten um
Spurweiten ... und um die E. oder Unentbehrlichkeit des
Rangierers (Kant. Impressum 122); Entbehrung, die; -, -en:
schmerzlich empfundener Mangel, empfindliche
Einschränkung: große, schmerzliche -en auf sich nehmen, ertragen;
Er hatte jahrelang die geistige E. geliebt (Musil. Mann
46). dazu: entbehrungsreich, entbehrungsvoll <Adj.; nicht
adv.): reich an/voller Entbehrungen: eine -e Zeit; sein Leben
war sehr e.
entbeinen [ent'bajnan] <sw. V.; hat): die Knochen aus etw.
(einem Tier, einem Stück Fleisch) entfernen: ein Huhne.
entbieten <st. V.; hat): a) (geh.) (Grüße o.a.) übermitteln,
senden, darbieten: jmdm. seine besten Grüße, ein
Willkommen e.; b) (geh.. veraltend) an einen Ort rufen, kommen
lassen: der Kaiser entbot alle Fürsten [zu sich]; keine
Kleinigkeit für Abraham, wenn er aus Vaterland und
Freundschaft ... hinweggerufen und ins Unbekannte entboten
wurde (Thielicke. Ich glaube 302).
entbfnden <st. V.; hat) [2: eigtl. = von der Nabelschnur
losbinden]: 1. a) befreien, dispensieren: jmdn. von seinem
Eid. von einem Versprechen, von seinen Ämtern, (geh.:)
seines Eides..eines Versprechens, seiner Ämter e.; b) (geh.,
veraltend) freisetzen: zur Wirkung, Geltung bringen: ... ein
solches Maß an geistiger Leidenschaft zu e. (Thielicke,
Ich glaube 70); die griechische Kunst hat starke Formkräfte
entbunden. 2. a) einer Frau Geburtshilfe leisten: dieser
Arzt hat meine Frau entbunden; sie ist von einem gesunden
Jungen entbunden worden (ihr ist zu der Geburt eines
gesunden Jungen verholten worden): b) ein Kind durch
Geburtshilfe zur Welt bringen: sie hat zu Hause, in der Klinik
entbunden; <Abl.:) Entbindung« die; -. -en: 1. Befreiung.
Loslösung: die E. von einem Amt. 2. das Entbinden (2 b),
das Gebären: eine schwere, leichte E.; sie kam zur E.
in die Klinik.
Entbjndungs- (Entbindung 2): ^abteihmg. die: Abteilung
eines Krankenhauses, in der Entbindungen vorgenommen
werden: ^anstalt, die: vgl. ^heim; --heim, das: Heim für
werdende Mütter: ^aal, der: svw. f Kreißsaal; ^Station, die: sie
wurde in die E. der Klinik gebracht.
entblättern <sw. V.; hat): 1. von Blättern befreien: einen
Stengel e.; der Sturm hat die Bäume völlig entblättert;
Ü der Hauptmann, der doch sonst ein Gesicht wie eine
Blume hatte und nun vollständig entblättert und verstört
war (Plievier. Stalingrad 265). 2. <e. + sich) a) die Blätter
abwerfen, verlieren: im Herbst entblättern sich die Bäume;
b) (ugs. scherzh.) sich ausziehen, entkleiden: der
pupillenaktivierende Reiz sich entblätternder Jungfrauen (Herren-
journal 2. 1966. 109); <Ab).:) Entbl$tteruiw, die; -. -en.
entbleien [ent'blajan] <sw. V.; hat): vom Bleigehalt befreien:
das Benzin wird entbleit; <Abl.:) Entbleiung, die; -. -en:
das Entbleien: totale E. der Kraftstofle (MM 16. 6. 71,
12).
entMQcken <sw. V.; hat) (Eisenb.): die Sperrung eines Signals
aufheben: ein Signal e.
entblöden [ent'ble.dnj <sw. V.; hat) [veraltet sich entblöden
= sich erkühnen, sich nicht scheuen, zu tblöde] nur in
der Wendung sich nicht e., etw. zu tun (geh. abwertend;
sich nicht schämen, scheuen, etw. [Dreistes, Unkluges o. ä.J
zu tun): die Zeitung entblödete sich nicht, diese
Falschmeldung zu verbreiten;... der sich nicht entblödet, den Vorteil
seiner Geburt ... auszunutzen (K. Mann, Wendepunkt
134).
entblößen [ent'blo.sn] <sw. V.; hat): 1. a) (den Körper, einen
Körperteil) von Kleidung frei machen: die Bekleidung
entfernen: sich, die Brust, den Oberkörper e.; ich entblöß^ [mir]
die Arme; mit entblößtem Kopf/(geh.:) entblößten Hauptes
stand er am Grabe; Ü ich habe mich, mein Innerstes vor
dir entblößt (dir alle meine geheimen Gedanken mitgeteilt) ;
b) bloßlegen: beim Sprechen die Zähne e.; Ü sie... verführte
das Volk von Marseille, seine Janus-Köpftgkeit zu e.
693
Entblößung
(Maass, Gouflfö 319). 2. von etw. frei machen, (nützlicher,
notwendiger Dinge) berauben: er entblößte die Stadt von
allen Truppen: ich bin von allen Mitteln/(geh.:) aller Mittel
entblößt (ich habe kein Geld mehr); Ü München fing an.
eine ... berüchtigte Stadt zu werden, von Neugierigen und
von Geist bald genug entblößt (Bloch. Wüste 46); die
Abwehr, die Deckung e. (Fußball; durch das Aufrücken
von Abwehrspielern die eigene Abwehr schwächen u. so dem
Gegner Möglichkeit zum Kontern geben): bei dem Sturmlauf
auf das gegnerische Tor entblößten die Borussen die eigene
Deckung; <Abl.:) Entblflfiung, die; -. -en.
entbluten <sw. V.; hat): zum Ausbluten bringen: ein
Schlachttier e.; Ü Europa stöhnte schwer entblutet (A. Zweig.
Grischa 178); <Abl.:> EntMutung, die; -: Ü die Entmannung
und E. des Lebens (Th. Mann. Zauberberg 725).
entbdunen <sw. V.: hat) [zu f braun (2)] (ugs.):
entnazifizieren.
entbreiten <sw. V.; hat) (geh.): a) ausbreiten, entfalten: und
entbreitete die Zeitung aufs neue (Dürrenmatt. Grieche
66); b) <e. + sich) sich ausbreiten, sich über eine bestimmte
Fläche erstrecken: sanft und groß entbreitet sich
Oberitalien (Carossa. Aufzeichnungen 57).
entbrennen <unr. V.; ist) (geh.): 1. mit Heftigkeit ausbrechen,
beginnen: der Krieg entbrannte an allen Fronten; über
dieser/(seltener:) über diese Frage ist ein Streit entbrannt.
2. heftig, leidenschaftlich von etw. (einer Gemütsbewegung)
ergriffen werden: in Zorn e.; er. sein Herz entbrannte in
Liebe für sie/zu ihr; von Begierde entbrannt sein.
entbürakratiskren <sw. V.; hat): aus einer bürokratischen
Ordnung lösen, unbürokratisch machen: die Bearbeitung
von Anträgen, den Verwaltungsapparat, die Denkweise
der Beamten e.; Ziel ist es. den Beamten zu e.. ihn zum
weltofTenen und schnell handelnden Helfer der Bürger
zu machen (Welt 1.10. 66. 3); <Abl.:) Entbürokratfeknmg,
die; -.
Entchen l'enUpn], das; -s. -: fEnte (1).
entchloren <sw. V.; hat): von überschüssigem Chlor befreien:
Trinkwasser e.
Entchrtetlichung [cnt'knstlujuo]. die; -: Rückgang des
christlichen Glaubens, Denkens u. Handelns: Verstädterung
erschien ihnen gleichbedeutend mit E. (FAZ 22. 7. 61, 49).
entdfmmern <sw. V.; ist) (selten): sanft einschlafen, in einen
Dämmerschlaf verfallen: er entdämmerte in Sekunden (A.
Zweig. Grischa 241).
entdimoniskren <sw. V.; hat): aus dem Bereich des
Dämonischen herausrücken; jmdm. od. einer Sache dämonische
Kräfte u. Wirkungen absprechen: Natur haben sie seit jeher
durch Architektur zu ersetzen und zu e. versucht (FAZ
19. 8. 61. 40); <Abl.:) Entdfcnonisjpwtt. die; -. -en.
entdecken <sw. V.; hat) [mhd. endecken = entblößen,
aufdecken; mitteilen, ahd. intdecchan = aufdecken]: 1. etw.
bislang Unbekanntes finden: eine Insel, einen neuen Stern,
ein chemisches Element e.; Kolumbus hat Amerika
entdeckt. 2. a) (etw. Verborgenes, Gesuchtes) finden, ausfindig
machen: ich kann hier nichts Besonderes e.; ein nettes
Lokal e.; in dieser Arbeit ist kein Fehler zu e.; der
Verbrecher wurde endlich entdeckt; b) unvermutet bemerken,
gewahren, auf etw. stoßen: einen neuen Weg, eine Fähigkeit
in sich e.; ich entdeckte ihn zufällig unter den Gästen;
sein Herz für jmdn. e. (jmdn. zu lieben beginnen); das
Kämpferische, den Zorn hat er als erster für die Musik
entdeckt (Andersch, Rote 20); die junge Künstlerin ist
entdeckt worden (man hat ihr Talent entdeckt); Du hast
dir ein Juwel entdeckt (für dich gefunden), ich möchte
nur wissen, ob du es weißt (Fussenegger. Haus 78); dann
entdeckten sie plötzlich das Prinzip der Nichteinmischung
(Dönhoff. Ära 163). 3. (geh.. veraltend) offenbaren,
anvertrauen: ich will dir mein Geheimnis e.; er hat ihr sein
Herz entdeckt (seine Liebe erklärt); <auch e. -I- sich:)
du mußt dich mir ganz e.; Dem Buch-Autor Magee
entdeckten sich bei seinen Recherchen auch solche
Mitmenschen als Homosexuelle, von denen er es niemals erwartet
hatte (Spiegel 50. 1966. 166); <Abl. zu 1.2:) Entdecker
[ent'dekB], der, -s. -: der E. Amerikas; wir schlenderten
betrachtend durch die Säle, abenteuernde E. (Hesse.
Steppenwolf 195). dazu: Entdeckerfreude, die: Freude am
Entdecken (1. 2). entdfckerisch <Adj.; o. Steig.): -e Freude
empfinden; er denkt ... utopisch im Hinblick auf die
Geschichte, die er mit dramatischen Spannungen auflädt,
um sie e.. knotenlösend in seiner Gegenwart detonieren
zu lassen (FAZ 5. 8. 61. 53). Entd«ckerstolz, der: Stolz
des Entdeckers auf seine Entdeckung (1); Entdeckung, die;
-, -en: 1. das Entdecken (1, 2): die E. Amerikas; die E.
eines Virus; die E. (Enthüllung) eines Verbrechens; auf
-en ausziehen; eine [grausige] E. machen (nachdrücklich;
etw. I Schlimmes] entdecken). 2. etw., was entdeckt worden
ist: eine überraschende, schreckliche, wissenschaftlich
bedeutsame E.; er meldete seine E. der Polizei; der Junge
Schauspieler ist eine großartige E.; Du bist voll -en (du
entdeckst sehr vieles; Kafka. Schloß 309); sich über eine
schmerzliche E. (gewonnene Erkenntnis) hinwegtrösten.
Entdedomss-: -fahrt, die: vgl. -reise; -reise, die: Reise,
die der Entdeckung eines unerforschten Teils der Erde dient
od. dazu führt; * auf E./-n gehen (scherzh.; seine Umgebung
erkunden): -reisende, der: jmd., der eine Entdeckungsreise
unternimmt; -Zeitalter, das: Zeitalter, in dem umwälzende
geographische Entdeckungen gemacht wurden.
entdcmokratiskren <sw. V.; hat): von demokratischen
Prinzipien loslösen, demokratische Prinzipien in etw. abbauen:
der Staat, eine Gruppe. Institution wird langsam
entdemokratisiert; und würde daher zwangsläufig zu einem büro-
kratisierten und entdemokratisierten Sozialismus führen
(Stamokap 123); <Abl.:> Entdemokratfeknmg. die; -. -en.
entdogmatfekren <sw. V.; hat): von einem Dogma befreien:
eine wissenschaftliche Lehre. Methode e.; <Abl.:> Entdog-
matfetenmg, die; -. -en.
entdramatiskren <sw. V.; hat): von dramatischen Elementen
befreien, einer Sache ihre Dramatik nehmen: der Schlager-
Wettbewerb wird dadurch entdramatisiert (Hörzu 38.
1973. 157); <Abl.:) Entdnunatfcknmg. die; -.
entdröhnen <sw. V.; hat) (Technik): von dröhnenden
Geräuschen befreien, dämpfen: die Firma ... entdröhnt auch alle
Fahrzeuge vom PKW bis Lastkraftwagen (MM 23. 11.
71. 7); <Abl.:> Entdröhnung, die; -. -en.
entdunkeln <sw. V.; hat): die Verdunklung entfernen.
Ente fenta). die; -. -n [1: mhd. ente. ant. ahd. enita. anut;
2: LÜ von frz. canard; 4: H. u.J: l.a) <Vkl. TEntchen.
Entlein) Schwimmvogel mit kurzem Hals, breitem Schnabel
u. SchwimmfüJSen,der wegen seines schmackhaften Fleisches
als Geflügel gehalten wird: die -n schnattern, quaken,
gründein, tauchen; die -n schwimmen im/auf dem Wasser;
er watschelt (ugs.; geht wackelnd u. schleppend) wie eine
E.; sie ist eine lahme E. (ugs. abwertend; eine
temperamentlose, schwerfällige Person); mein Wagen ist eine ganz lahme
Ente (ugs.; ist nicht spritzig, hat kein Anzugsvermögen und
fährt nicht schnell): er schwimmt wie eine bleierne E. [auf
dem Grund/auf der trockenen Landstraße] (scherzh.; er
kann nicht od. nur schlecht schwimmen): b) weibliche Ente:
der Enterich watschelt hinter der E. her; c) Entenbraten,
-gericht: heute gibt es E. 2. (ugs.) falsche [ Presse!meidung:
diese Nachricht war eine E.. hat sich als E. erwiesen;
die E. ist geplatzt (ugs.; die Nachricht ist als falsch erkannt
worden). 3. (ugs.) Uringefaß in Form einer Ente für
bettlägerige Männer. 4. * kalte E. (bowlenartiges Getränk aus Wein,
Schaumwein, Mineralwasser u. Zitronenscheiben): eine
kalte E. ansetzen, zubereiten, trinken.
entehren <sw. V.; hat): a) der Ehre berauben: er hat den
Namen seiner Familie entehrt; eine entehrende
Anschuldigung; diese Behandlung war für ihn entehrend; b) (veraltet)
verführen, geschlechtlich mißbrauchen: er hat das Mädchen,
die Frau entehrt; <Abl.:> Entehrung, die; -. -en.
enteisnen <sw. V.; hat) (Verdeutschung von expropriieren]:
a) jmdm. Eigentum durch legalen staatlichen Eingriff für
öffentliche, dem Allgemeinwohl dienende Zwecke entziehen:
einen Hausbesitzer, einen Bauern e.; b) von Privateigentum
in staatliches Eigentum überfuhren: das Großkapital, den
Großgrundbesitz, die Schwerindustrie e.; sein
Unternehmen wurde enteignet; da ihm (= Deutschland) das ...
Auslandsvermögen vorher enteignet worden war
(Rittershausen. Wirtschaft 27); <Abl.:> Enteignung, die; -. -en: die
E. der Großgrundbesitzer; die E. von Großgrundbesitz;
eine Bodenreform mit umfangreichen -en.
enteilen <sw. V.; ist) (geh.): sich eilends entfernen, davoneilen:
ohne Abschiedsgruß e.; Ü die Zeit war ihnen wie im Fluge
enteilt (vergangen, verronnen).
enteisen <sw. V.; hat): von Eis befreien: eine Rennstrecke,
die Tragflächen eines Flugzeuges e.; <Abl:> Entefeung,
die; -: -en: für die E. der Tragflächen sorgen; Ü fragt
man sich nun. ob auch von Moskau ... zu einer E. der
Beziehungen beigetragen werden soll (MM 29. 5. 69. 2).
694
entfahren
ibMuiüii [ent1 laizondn] <sw. V.; hat): vom Eisengehalt
befreien: Wasser e.; <Abl.:) Enteisenung, die; -. -en.
Eafefeung, die; -. -en: Subst. zu tenteisen.
Eatetediie [entele'^i:]. die; -. -n [...i:an; lat. entelechia <
cnech. entel&heia. Zusb. aus: enteis echein = vollständig
haben) (Philos.): etw., was sein Ziel in sich selbst hat:
die sich im Stoff verwirklichende Form: im Organismus
hegende Kraft, die seine Entwicklung u. Vollendung bewirkt:
kh verstehe, meine E. ist gelungen (Zwerenz. Kopf 267);
catefedibdi [...'leciJl <Adj.; o. Steig.): die Entelechie
betreffend, auf ihr beruhend, durch sie bewirkt.
CHimotioraüiskren <sw. V.; hat): den Äußerungen über etw.
±e Emotionalität nehmen u. die betreffende Sache sachlich
behandeln: man müsse ... dieses Thema „entemotionalisie-
ren" (Spiegel 7. 1976. 27).
«■len fantn) <sw. V.; hat) [niederl. enten < frz. enter <
\tat. ♦imputäre = pfropfen, zu: impotus = Pfropfreis
< griech. emphytos = eingepflanzt] (landsch.): Bäume
veredeln.
taten-: -arsdi. der (landsch. derb): 1. Entenbürzel: ihr
Geht der Mund wie ein E. (sie redet unaufhörlich). 2.
Frau, die viel redet: mit einem E. verheiratet sein; -braten.
der: gebratene Ente: ^ei. das; -feder. die: Feder aus dem
Federkleid der Ente: ^fett, das: Fettgewebe, das man dem
Entenbraten entnimmt, ausbrät u. nach dem Erkalten als
Brotaufstrich verwenden kann: pflaum, der: zarte, einfach
gebaute Federn, die das Gefieder der Jungtiere bilden u.
bei erwachsenen Tieren stellenweise zur Isolation unter dem
Gefieder wachsen: -flinte, die: Schrotgewehr mit langem
Lauf.^flott,das(nordd.): svw. Ngrütze; -gang,der
(Gymnastik): Übung, bei der man aus dem Hockstand auf ganzen
Fußsohlen mit wechselweisem Rumpfbeugen links u. rechts
vorwärts od. rückwärts geht: -grieß, der. ~griin, das <o.
PL>. ^grütze, die <o. PI.): als feiner grüner Schleier die
Oberfläche vieler Seen u. Teiche bedeckendes Geflecht von
Wasserlinsen: nahm ein paar Schilfpuscheln und eine
Handvoll Entengrütze und stopfte alles in die Flasche,
damit es schön roch (Reinig. Schiffe 37); -iagd, die: Jagd
nach Enten, die meist auf dem Wasser, aus Kähnen,
stattfindet: -hinge, das <o. PI.) [vgl. Gansljunge] (österr.): svw.
* -klein; ^klein, das [vgl. Gänseklein]: Gliedmaßen u.
Innereien der zum Verzehr bestimmten Ente: ^küken, das; miw-
fldtd. die: meeresbewohnender Krebs, mit rankenartigen,
dem Beutefang dienenden Brustbeinpaaren, fünf Kalkplatten
u. einem unbeschuppten Stiel, mit dem er sich an treibenden
Gegenständen festsetzt: -mutter, die: Eine Besonderheit
zeigt das Verhalten der fuhrenden Entenmütter, wenn eines
ihrer Küken vom Feind gepackt ist (Lorenz. Verhalten I.
199); ^pfuhl, der: sumpfartiger Ententeich: -schmutz,
der (Schweiz.): svw. Nfett; ^schnabel, der: a) Schnabel
der Ente: b) <meist PI.) Schuh der Reformationszeit, dessen
Spitze die Form des Schnabels einer Ente hatte: -teidu
der: Teich, in dem Enten leben: -vogel, der (meist PL):
Vertreter einer weltweit verbreiteten Vogelfamilie, die ins-
bes. Schwäne, Gänse u. Enten umfaßt, -wal, der: Vertreter
einer Gattung 7-9m langer Schnabelwale, die weit über
die Wasseroberfläche springen u. sehr tief tauchen können.
Entente [ä'tä:t(d)]. die; -. -n [frz. entente = Einverständnis,
eigtl. = Absicht < vlat. *intenditus. zu lat. intendere
= anspannen, auf etw. achten] (Politik): auf engem
Einverständnis beruhendes, bündnisähnliches Verhältnis od.
Bündnis zwischen [zwei] Staaten: eine E. gründen; die E.
zwischen England u. Frankreich; Ü der Bonner Beschluß ....
die Vollendung des Jahres eins der schwarz-roten E. durch
eine Festschrift ... zu begehen (Spiegel 44, 1967, 34).
Enter [ente], das. auch: der; -s. -[s] [mniederd. enter. aus:
cn winter = einen Winter (alt)] (niederd.): einfähriges
Jungtier (Fohlen. Kalb. Schaf)-
fnter- (entern 1): ^beil, das (früher): Kampfwaffe, die auf
einem geenterten Schiff zum Kappen der Taue u. Erschlagen
der Feinde gebraucht wurde: -brücke, die (früher): Fallbrük-
ke, über die ein geentertes Schiff bestiegen werden konnte:
-haken, der (früher): langer Haken zum Heranziehen u.
Entern eines feindlichen Schiffes.
cntcral [ente'ra.l] <Adj.; o. Steig.) [zu f Enteron] (Med.):
auf den Darm bzw. die Eingeweide bezogen.
enterben <sw. V.; hat): von einem versprochenen od. dem
gesetzlichen Erbe ausschließen: er hat seine Kinder, seine
langjährige Freundin enterbt; Ü vom Schicksal enterbt
f stark benachteiligt) sein; <subst. 2. Part.:) Enterbte, der
u. die; -n -n <Dekl. t Abgeordnete): der E. ging vor den
Richter; U die -n der Gesellschaft; die harten Züge jener,
die in der Hölle der -n wohnen (Broch. Versucher 26);
<Abl.:> Enterbung, die; -. -en.
Enterich ['enton^]. der; -s. -e [mhd. antreche. ahd. anutreh-
ho. 2. Bestandteil H. u.]: männliche Ente.
Enteritis [ente'ri.tis]. die; -, ...itiden [zu griech. önteron.
tEnteron] (Med.): Entzündung des Dünndarms,
Darmkatarrh.
entern ['Enten] <sw. V.) [aus dem Niederd. < (m)niederl.
enteren = entern (1) < span. entrar = hineingehen,
-bringen; überfallen, einnehmen < lat. inträre = hineingehen]:
1. (ein feindliches Schiff) von einem anderen Schiff aus
erklettern u. gewaltsam in Besitz nehmen <hat): ein
Prisenkommando ... enterte den Tanker und zwang den Kapitän,
den Kurs zu ändern (Spiegel 17, 1966. 123). 2. a) (See-
mannsspr.) in die Takelung eines Schiffes klettern <ist>:
der Matrose ist in die Masten geentert; b) (ugs.) erklettern
<hat): er hat den Zaun, die hohe Mauer geentert.
enterogen [entero'ge:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
önteron (t Enteron) u. t-gen] (Med.): im Darm entstanden,
von ihm ausgehend: Enterokinase [...ki'na.za], die; - [zu
griech. önteron (tEnteron) u. kineln = bewegen] (Med.):
in der Darmschleimhaut gebildetes Enzym, das inaktive
Proenzyme der Bauchspeicheldrüse in aktive Enzyme
umwandelt: Enteroklyse [...'kly:zd], die; -. -n. EnteroUysma
[...'klYsma]. das; -s. ...men u. ...mata [zu griech. enteron
(t Enteron) u. klysis = das Abspülen, das Reinigen (bes.
durch ein Klistier) bzw. tKlysma] (Med.): Darmspülung:
Enterokokken [...'kskn] <P1.) [zu griech. enteron (t Enteron)
u. f Kokke] (Med.): zur normalen Darmflora des Menschen
gehörende Darmbakterien: Enterokolitis [...ko'li.tis]. die;
-, ...itiden [zu griech. önteron (tEnteron) u. tKolitis]
(Med.): Entzündung des Dünn- w. Dickdarms: Enterolith
[...'li.t. auch: ...lit], der; -s u. -en. -ein] [zu griech. Enteron
(T Enteron) u. t-lith] (Med.): festes Gebilde (Konkrement)
im Darm aus verhärtetem Kot od. aus Ablagerungen, die
sich um Fremdkörper herum gebildet haben: Kotstein:
Enteron ['enteron]. das; -s. ...ra [griech. önteron. eigtl. = das
Innere] (Med.): Darm (bes. Dünndarm), Eingeweide:
Enterodtop [,..'sko:p]. das; -s. -e [zu griech. enteron (t
Enteron) u. skopein = betrachten, beschauen] (Med.): mit
elektrischer Lichtquelle u. Spiegel versehenes Instrument
zur Untersuchung des Dickdarms, dazu: Enteroskopie [.. .sko-
pi.J.die; -, -n [...i:an] (Med.): Untersuchung mit dem Entero-
skop: Enterostomie [...sto'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech.
önteron (t Enteron) u. stöma = Mund; Öffnung. Mündung;
Ausgang] (Med.): Anlegung eines künstlichen Afters: Entero-
vjrus, das.auch: der; -. ...ren (meist PI.) [zu griech. Enteron
(t Enteron) u. t Virus] (Med.): Erreger von Darmkrankheiten.
Entertainer [entetemB], der; -s. - [engl, entertainer. zu: to
entertain = unterhalten, amüsieren < frz. entretenir. zu
lat. tenere = halten]: jmd., dessen Beruf es ist, einem
/größeren/ Publikum leichte, heitere Unterhaltung zu bieten:
/Allein/Unterhalter: Hier ist er der große E.. Beispiel einer
Art von anspruchsvoller Kleinkunst, wie sie es hierzulande
nicht gibt (MM 26. 9. 68.32); Entertainerin. die; -. -nen:
w. Form zu T Entertainer; Entertainment [entuteinmant],
das; -s [engl, entertainment]: berufsmäßig gebotene leichte
Unterhaltung: bis zum professionellen E.. der Show, dem
Pop(Hörzu30. 1972.48).
Enterung, die; -. -en: Subst. zu t entern.
entetiert [ät£'ti:$t] <Acfj.; -er, -este) [frz. entete. eigtl. 2.
Part, von: s'enteter = sich etw. in den Kopf setzen, zu:
tete = Kopf < lat. testa = Krug; Scherbe; (Hirn)schale]
(veraltet): starrköpfig, eigensinnig.
entfachen <sw. V.; hat) [zu tfachen] (geh.): a) (ein Feuer
o.a.) anzünden, zum Brennen bringen: (Glut) zum Lodern
bringen: ein Feuer, die Glut e.; einen Funken zur Flamme
e.; der Wind hat einen Brand entfacht; Ü will ich in mir
die Flamme einer unauslöschlichen Liebe e. (Langgässer,
Siegel 407); b) erregen, entfesseln: einen Streit, eine heftige
Diskussion, einen Sturm der Entrüstung e.; der Anblick
entfachte seine Begierde; einen Krieg, eine Revolution
e.; <Abl.:> Entfachung, die; -. -en <P1. selten): die E. eines
Booms in ... der amerikanischen Wirtschaft (FAZ 26.
8.61.5).
entfahren <st. V.; ist): a) (von Worten, Lauten o.a.) von
jmdm. unbeabsichtigt ausgesprochen, ausgestoßen werden:
ein Seufzer, ein Fluch entführ ihm; ..Mist!" entfuhr es
695
Entfall
ihm; b) rasch, plötzlich aus etw. herauskommen:... in
Wolken verwandelt, denen Blitz und Donner entfuhren (Lang-
gässer. Siegel 455); sie könnte vielleicht mit diesem Schrei
und dem Rest ihres Willens selbst ihrem Körper e. (Musil.
Mann 1434).
Entfall, der; -[eis: das Entfallen (3). Wegfallen: Tür den
E. von Energieverlusten sorgen; entfallen <st. V.; ist): 1.
a) (geh.) aus der Hand fallen; aus etw, heraus-, von etw.
herunterfallen: das Buch entfiel ihm. seiner Hand, seinen
Händen; daß der Nasenzwicker ihm zu e. drohte (Th.
Mann. Krull 114); bald laut, bald leiser entfiel sein ( =
des Springbrunnens) Strahl (A. Kolb. Schaukel 64); b)
(plötzlich I aus dem Gedächtnis kommen: sein Name, der
Buchtitel ist mir entfallen; mir ist plötzlich entfallen, was
ich fragen wollte. 2. auf jmdn., etw. als Anteil [von od.
an etw.] kommen: von dem gesamten Gewinn entfallen
auf jeden Teilnehmer 100 DM; auf den ersten Rang
entfallen drei Gewinne; drei Mandate entfielen auf Frauen.
3. (Päv'ierdl.) ausfallen, wegfallen, nicht mehr] in Betracht
kommen: dieser Punkt des Antrags entfällt; die vorgesehene
Fragestunde muß e.; Somit entfällt mangels Tatbestandes
der Vorwurf der Hehlerei (Noack. Prozesse 179).
entf*ttbar [entfaltba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
entfalten lassend: ein -er Stadtplan; Die sinnenthüllende
Kraft der gleichlautenden Formen ist beim Vollreim am
stärksten e. (Seidler. Stilistik 247); entfyltcn <sw. V.; hat):
1. a) (etwas Gefaltetes) ausbreiten, auseinanderfalten: einen
Brief, eine Landkarte, ein Taschentuch e.; es sieht so aus.
als ob eine Riesenblume ihre Kelche am Himmel entfaltete
(Hausmann, Abel 125); b) <e. + sich) sich öffnen, sich
auseinanderfalten: die Blüte, der Fallschirm entfaltete sich;
Ü Sein Gesicht entfaltet sich wie eine Pfingstrose (Re-
marque. Obelisk 85). 2. a) <e. + sich) sich I voll] entwickeln:
er will sich frei, seinen Fähigkeiten gemäß e.; seine
Persönlichkeit, sein Talent kann sich hier nicht voll e.; Die Welt
lebt und entfaltet sich an der ... Spannung zwischen
Geist und Stoff (Benrath. Konstanze 112); b) zeigen, zur
Geltung bringen, an den Tag legen: viel Mut. sein ganzes
Können e.; sie entfaltete bei dieser Arbeit viel Geschmack.
Phantasie; der Fürst entfaltete großen Prunk. 3. erläuternd
darlegen, gedanklich ausbreiten: er entfaltete vor uns seinen
Plan, seine Gedanken. 4. beginnen u. intensiv betreiben:
eine fieberhafte Tätigkeit e.; <Abl.:> Entfaltung, die; -:
das l Sich Ientfalten: das dient der E. der Persönlichkeit;
hält wie Darwin an der geschichtlichen E. des Lebens
aus einem Lebenskeim fest (Natur 19); *zur E. bringen
(nachdrücklich; entfalten, sich entfalten lassen)', zur E.
kommen/gelangen (nachdrücklich; sich entfalten), dazu:
Entfaltungsmöglichkeit, die: dieser Beruf bietet viele -en.
entfärben (w. V.; hat): 1. einer Sache (bes. Textilien) die
Farbe entziehen: Stoffe durch chemisches Verfahren e. 2.
<e. 4- sich) die Farbe verlieren: das Laub hat sich entfärbt;
er, sein Gesicht entfärbte sich (wurde blaß); <Abl. zu
1:> Entfärb**, der; -s. -: chemisches Mittel zum Entfärben
(bes. von Textilien); <zu 1. 2:> Entfärbung, die; -. -en
<P1. selten), dazu: Entfärbungsmittel, das. svw. t Entfärber.
entfernen [ent'ferndn] <sw. V.; hat) /vgl. entfernt/: 1. a)
wegbringen, beseitigen; dafür sorgen, daß jmd., etw. nicht
mehr da ist: einen Flecken aus dem Kleid e.; das Schild
wurde entfernt; ihm wurden die Mandeln entfernt
(herausgenommen) ; der Schüler wurde von/aus der Schule entfernt
(ausgeschlossen); er wurde aus seinem Amt entfernt (seines
Amtes enthoben); b) /immer weiter/ in die Ferne bringen;
abbringen: der Zug entfernte ihn mit großer
Geschwindigkeit von der Heimat; das entfernt uns allzuweit von
unserem Thema. 2. <e. + sich) weggehen, verschwinden; sich
wegbegeben: ich entfernte mich heimlich aus der Stadt;
die Schritte entfernten sich; sie hatte sich erst wenige
Schritte von zu Hause entfernt; durch den diesigen Nachmittag
kam noch ein sich entfernendes Danke (Borchert, Geranien
12); Ü fühlt er. daß er sich von sich selbst entfernt
(Schneider. Leiden 56); du hast dich allzusehr von der Wahrheit
entfernt (bist nicht bei der Wahrheit geblieben); <2. Part.:)
entfernt: I. a) <-erf -eslt> fern, in größerer Entfernung
/gelegen!: bis in die -esten Teile des Landes; der Hof liegt
weit e. von der Straße/weit von der Straße e.; Ü Je -er
Einkaufs- und Verkaufspreis sind, desto wohler fühlt sich
der Händler (Jacob. Kaffee 221); ich bin weit davon e..
dir zu glauben (ich glaube dir auf keinen Fall); * nicht
e./nkht hn -esten (nicht im geringsten, bei weitem nicht.
keineswegs): ich denke nicht e./nicht im -esten daran,
mich zu entschuldigen; b) <o. Steig.) in Verbindung mit
Maßangaben, nachgestellt, eine bestimmte Entfernung
ausdrückend: das Haus liegt 300 Meter, eine Stunde [von
hier] e. 2. <o. Steig.; nicht präd.) weitläufig: -e Verwandte.
Bekannte; Mit ihm stehe ich in -em Briefwechsel (wechsele
ich nur gelegentlich Briefe; K. Mann, Memoiren 139);
er ist e. mit mir verwandt. 3. <o. Steig.) gering, schwach,
undeutlich: eine -e Ähnlichkeit; ich erinnere mich ganz
e. daran; Entfernung, die; -. -en: 1. kürzester Abstand
(zwischen zwei Punkten): die E. bis zur Mauer beträgt knapp
SO Meter; eine E. messen; die E. abschätzen; der Zug
überwindet weite -en (Strecken); auf eine E. von 50 Metern
treffen; die Musik war auf eine große E. [hin] (weithin)
zu hören; aus einiger E. zusehen; bei diesen -en ist man
auf ein Auto angewiesen; in gebührender, respektvoller
E. stehen; Ü die gesellschaftliche E. zwischen oben und
unten (Fraenkel. Staat 38). 2. a) das Entfernen (1).
Beseitigen: die E. der Trümmer; die operative E. eines Organs;
Ich drang auf seine E. (Entlassung) aus dem Amt; b)
das Sichentfernen, Weggehen: er wurde wegen unerlaubter
E. von der Truppe bestraft; <Zus.:> Entfernungsmesser,
der: a) optisches Gerät zum Messen von Entfernungen; b)
jmd., der einen Entfernungsmesser (a) bedient: der E. liest
Entfernungen ab (Plievier, Stalingrad 168).
entfesseln <sw. V.; hat): zu einem heftigen Ausbruch kommen
lassen, auslösen: einen Aufruhr, Krieg e.; ich entfessele
(entfeßle) eine Debatte; das Spiel der brasilianischen
Mannschaft entfesselte Stürme von Begeisterung;
entfesselte Elemente. Naturgewalten. Leidenschaften; <Abl.:>
Entfesselung, (seltener:) Entfettung, die; -. -en. dazu:
Entfesselungskünstler, der: in Varietes o. ä. auftretender Künstler,
der sich aus allen möglichen Arten der Fesselung selbst
befreit.
entfetten <sw. V.; hat): von überschüssigem Fett befreien:
Wolle. Felle, Metalle e.; Milch e. (ihren Fettgehalt stark
reduzieren); die Soße e. (Fett abschöpfen); <Abl.:>
Entfettung, die; -, -en. dazu: Entfettungsdüt,die: Diät zur
Reduzierung von Übergewicht, Entfettungskur, die; -. -en:
Schlankheitskur.
entfeuchten <sw. V.; hat): von überschüssiger Feuchtigkeit
befreien: den lehmigen Boden, die Luft in einem Raum
e.; <Abl.:) Entfeuchter, der; -s. -: Gerät, das der Luft in
einem Raum Feuchtigkeit entzieht; Entfeuchtung, die; -.
entfiedern <sw. V.; hat) [zu f ftedem]: rupfen, vom Federkleid
befreien; <Abl.:) Entflfidenmg, die; -. -en: das Rupfen.
entflammbar [ent'flamba:?] <Adj.; nicht adv.): 1. sich
ileicht/ entflammen lassend: leicht -es Material. 2. a) begeh
sterungsfahig: für neue Ideen ist er besonders leicht e.;
b) (scherzh.) sich leicht verliebend: ein leicht -es Junges
Mädchen; <AbI.:> Entflammbarkeit, die; -; entflammen <sw.
V.) (geh.): 1. <hat> a) (selten) in Flammen setzen, anzünden:
ein Streichholz e.; b) <e. + sich) zu brennen beginnen,
sich entzünden: das Gasgemisch hat sich entflammt; Ü
seine Phantasie hat sich daran entflammt. 2. <hat) a)
begeistern, in Begeisterung versetzen: er entflammte uns für
seine Idee, zu neuen Taten; an der Wiege eines Mannes,
der später die Seelen e. sollte (Thieß, Reich 187); b) verliebt
machen: Helga entflammte mich; [in Liebe] für jmdn.
entflammt sein; c) (ein starkes, heftiges Gefühl) hervorrufen:
jmds. Zorn e.; von Leidenschaft entflammt sein. 3. (selten)
aufflammen Ost): wenn das Licht entflammt (Hörzu 10.
1973, 14); Dem Juden entflammten die Augen (Buber.
Gog 29); Ü ein Kampf um die Macht ist entflammt
(ausgebrochen); <Abl. zu 1:) Entflammung, die; -, -en; <Zus.:>
Entflfmmungspunkt, der: Zustand, in dem sich etw.
entflammt (1 b); Entflfmmungstemperatur, die: Temperatur,
bei der sich etw. entflammt (1 b).
entflechten <st. u. sw. V.: entflieht/(auch.) entflechtet,
entflocht/tauch:) entflechtete. hat entflochten): 1. (Wirtsch.)
(Großunternehmen od. Konzerne in selbständige
Teilunternehmen) aufspalten, aufgliedern: der von den Alliierten
entflochtenen Unternehmen und Banken (Stamokap 22).
2. entwirren, auflösen: schwierige Besitzverhältnisse e.; (Die
neue Autobahn) entflechtet... den zusammenwachsenden
Bahnraum Unterer Neckar (MM 9. 10. 70. 15); <Abl.:>
Entflechtung, die; -. -en. dazu: Entflechtungsabkommen,
das (Milit.): Vertrag, durch den feindliche Truppenteile sich
nach beiden Seiten zurückziehen und eine Pufferzone
zwischen sich frei lassen.
696
entgegen-, Entgegen -
Ölflecken <sw. V.; hat): von Flecken befreien: eine wertvolle
Decke, einen Teppich e.
entfleischen [Ent'fl^tfn] <sw. V.; hat): 1. a) das Fleisch von
erw. ablösen: Wölfe hatten das tote Tier entfleischt; Ü
Macbeth ... Den beiden Reformern ist es gelungen, die
blutvollen Gestalten des großen Engländers bis aufs Skelett
zu e. (Hörzu 40. 1974. 135); b) (geh.) auszehren: hager\
fleischlos erscheinen lassen: ein vom Fasten entfleischtes
Gesicht; Ü -e Baumstümpfe (Tucholsky. Werke II. 424).
2. (Gerberei) das Bindegewebe der Unter haut entfernen:
scheren: die Haut e.
cntfleudien [ent'fl^y^n] <sw. V.; ist) (altertümelnd scherzh.):
svw. t entfliehen: warum entfleuchst du nur?
entfliegen <st. V.; ist): fliegend entkommen, entweichen: der
Vogel ist mir. ist aus dem offenen Käfig entflogen;
Kanarienvogel entflogen! (Zeitungsanzeige).
entfliehen <st. V.; ist): 1. aus einem Gewahrsam, aus jmds.
Machtbereich, aus dem Bereich einer Gefahr fliehen,
entkommen: aus der Gefangenschaft, aus dem Gefängnis e.; der
Gefangene konnte [seinen Wächtern] e.; Ü der Unruhe,
dem Lärm e. (geh.; sich davor zurückziehen): seinem
Schicksal zu e. (geh.; entrinnen) suchen; War der Mensch wirklich
dazu geschaflen. ... der Welt zu e.? (Hesse. Narziß 399).
2. (geh.) rasch vergehen, entschwinden: die schöne Zeit,
die Jugend entflieht, ist [schnell] entflohen; entfliehendes
Leben.
entfließen <st. V.; ist) (geh.): als Strahl. Strom o.a. aus
etw. hervortreten: gedämpftes Licht entfloß der
angezündeten Ampel (Th. Mann. Krull 138); Ü das Wesen des
Beamten entfließt nicht (ergibt sich nicht aus) einer
Universaldefinition (Fraenkel. Staat 35).
entflohen [ent'fio^n] <sw. V.; hat) (selten): von Flöhen
befreien: Er (= der Igel)... wird gebadet und entfloht
(Kosmos 3. 1965. 97).
entfremden <sw. V.; hat): 1. a) bewirken, daß eine bestehende
enge Beziehung aufgelöst wird, fremd machen: die Arbeit
hat ihn mir entfremdet; das Leben ... entfremdet uns das
Glück (Frisch. Cruz 62); er ist seiner Familie entfremdet;
b) nicht dem eigentlichen Zweck entsprechend verwenden:
man hat diesen Raum, die Geräte ihrem Zweck entfremdet.
2. <e. -I- sich) sich innerlich von jmdm.. etw. entfernen:
du hast dich ihm. dir selbst, deiner Bestimmung entfremdet;
(Schweiz.:) du hast dich von deinen Freunden entfremdet;
die dem Menschen entfremdete Umwelt; <Abl.:>
Entfremdung, die; -. -en: zwischen uns ist eine E. eingetreten;
(marx.:) die E. des Menschen von dem Produkt seiner
Arbeit. ...daß E. im marxistischen Sinn als eine
geschichtlich entstandene, dem kapitalistischen System
eigentümliche, durch Menschen und menschliche Prozesse bedingte
und daher auch durch menschlichen Einsatz zu behebende
Not gilt (Universitas 3. 1976. 313).
cntfrjsten <sw. V.; hat): nicht /mehr/ mit einer bestimmten
Frist belegen, von einer Befristung lösen: Tarifverträge e.;
<Abl.:> Entfrfstung. die; -. -en.
entfrosten <sw. V.; hat): den lReif von etw. abtauen: den
Verdampfer im Kühlschrank, die Windschutzscheibe mit
einem Gebläse e.; <Abl.:>Entfrgsterf der; -s. -: svw. tDefro-
ster; Entfaltung, die; -.
entfuhren <sw. V.; hat): a) heimlich od. gewaltsam an einen
anderen [als den vorgesehenen/ Ort bringen: ein Kind e.;
ein Flugzeug ins Ausland e.; sie ließ sich von ihrem
Geliebten e.; Ü dem Wagen nachgesehen, der nun mein
Kapellmeisterlein für immer entführte (Seghers. Transit 139);
die... besten Erzählungen entfuhren in die ländliche Idylle
(Frisch, Stiller 292); b) (scherzh.) mit-, wegnehmen,
wegbringen: Die Bronzemedaille aber entführte der Norweger Olav
Jordet (Olymp. Spiele 1964. 66); hast du mir mein Buch
entführt?; Er hatte dem Koch die letzte Büchse Erdbeeren
entführt (Ott. Haie 288); <Abl.:) Entführer, der; -s. -: der
E. des Kindes wurde verhaftet; Entführung, die; -. -en:
eine gewaltsame E. planen; die E. des Mädchens.
entfesseln <sw. V.; hat) (ugs.): von unerwünschten winzigen
Fädchen (Fusseln) befreien: eine dunkle Jacke e.
entgasen <sw. V.; hat) (Fachspr.): aus chemischen Stoffen
(z.B. Brennstoffen) Gase entfernen od. gewinnen: Kohle.
Stahl e.; <Abl.:> Entgasung, die; -. -en. dazu:
Entgasungsvorgang, der.
entgegen [ent'ge:gn; mhd. engegen. ahd. ingegin. ingagan;
nhd. an das unverwandte Präfix ent- angelehnt; aus fin
u. Tgegen]: I. <Adv.) 1. [in Richtung/ auf jmdn.. etw.
hin: auf jmdn.. etw. zu: dem Morgen, der Sonne e.!; die
Menschenflut, die sich von den schmalen Gehsteigen in
die Fahrbahn stürzt, den schweren Autobussen mutig e.
(Koeppen, Rußland 187). 2. entgegengesetzt, zuwider:
dieser Beschluß ist unseren Wünschen völlig e. n. <Präp.
mit Dativ) im Widerspruch, im Gegensatz zu: e. meinem
Wunsch/(selten:) meinem Wunsch e. ist er abgereist.
entgegen-. Entgegen-: -arbeiten <sw. V.; hat): gegen jmdn..
etw. arbeiten, ankämpfen: seinen Widersachern, einer
Verschwörung e.; -bangen <sw. V.; hat): mit Bangen (3)
entgegensehen: er bangte dem Verhör entgegen; -beugen <sw.
V.; hat): in die Richtung beugen, in der jtnd. od. etw.
steht, aus der jmd. od. etw. kommt: -bewegen <sw. V.;
hat): vgl. -beugen; -Micken <sw. V.; hat) (geh.): in
Richtungauf jmdn.. etw. [Herankommendes/ blicken: sie blickte
dem Besucher freundlich e.; Ü sorgenvoll der Zukunft
e.; -blinzeln <sw. V.; hat): in jmds. Richtung blinzeln: ich
erkannte gleich in dem jungen Mann, der mir
entgegenblinzelte .... einen Beamten der Geheimpolizei (Seghers.
Transit 226); -branden <sw. V.; ist): (von etw.) so heftig wie die
Brandung auf jmdn. zukonunen: Wo auch immer
Chruschtschow sich ... sehen läßt, brandet ihm ... Sympathie
... entgegen (Neues D. 17. 6. 64); -bringen <unr. V.; hat):
mit etw. (einem Gefühl, einer Geisteshaltung) begegnen;
bezeigen, erweisen: jmdm. Wohlwollen. Zuneigung, großes
Vertrauen e.; er brachte dem Vorschlag wenig Interesse
entgegen; -drängen <sw. V.; hat): sich in die
entgegengesetzte Richtung von jmdm. od. etw. drängen, bevor od. in dem
Augenblick, in dem man Kontakt fühlt; -duften <sw. V.;
hat): in jmds. Richtung duften: aus der Küche duftete
es uns köstlich entgegen; -eilen <sw. V.; ist): sich eilend
in Richtung auf jmdn,. etw. /Herankommendes/ bewegen:
wir eilten den ankommenden Gästen entgegen; seinem
Zielort e.; Ü Ideen .... die nicht in der Gegenwart gefangen
bleiben, sondern der Zukunft entgegeneilen (Fraenkel.
Staat 41); -fahren <st. V.; ist): sich fahrend in Richtung
auf jmdn.. etw. [Herankommendes/ bewegen: ich fahre dir
mit dem Rad ein Stück entgegen; in dem Lande, dem
Sie entgegenfahren (Th. Mann. Krull 302); -fiebern <sw.
V.; hat): mit fiebriger Erwartung. Erregung entgegensehen:
die Gefangenen fieberten Ihrer Befreiung entgegen;
-fliegen <st. V.; ist): sich fliegend in Richtung auf jmdn.. etw.
/HerankommendesJ bewegen: er war ihnen nach München
entgegengeflogen; die Maschine flog ihrem Ziel entgegen;
Ü sie lief aus dem Haus und flog (eilte) ihm entgegen;
-fließen <st. V.; ist): sich fließend in Richtung auf jmdn..
etw. bewegen: wo der Strom dem Meer entgegenfließt;
Ü das Geld sei ihm entgegengeflossen, er habe gar nicht
gewußt wie (Kaschnitz. Wohin 96); -fluten <sw. V.; ist):
sich flutend in Richtung auf jmdn.. etw. [Herankommendes)
bewegen: die Wellen fluteten uns entgegen; Ü eine Woge
der Begeisterung flutete ihm/den Eintretenden entgegen;
-führen <sw. V.; hat): führend zu jmdm., etw.
/Herankommendem J geleiten: die Kinder wurden uns ein Stück
entgegengeführt; Ü ein Werk seiner Vollendung e.; -funkeln
<sw. V.; hat): in jmds. Richtung funkeln: aus dem Kästchen
funkelte ihr ein Diamant entgegen; -gehen <unr. V.; ist):
in Richtung auf Jmdn.. etw. [Herankommendes / gehen: dem
Vater ein Stück e.; Ü besseren Zeiten, einer Katastrophe
e.; die Vorstellung geht ihrem Ende entgegen; -gesetzt
<Adj.; -er. -este): 1. <o. Steig.; nicht adv.) a) in umgekehrter
Richtung liegend, gegenüberliegend: er wohnt am -en Ende
der Stadt; b) umgekehrt: in die -e Richtung gehen. 2.
gegensätzlich, gegenteilig; konträr: -er Meinung sein; seine
Auflassung ist meiner diametral e.; Nichts wäre ... dem
Anliegen Teilhards... -er als der Reformeifer einiger
Fortschrittsfanatiker (Natur 26); sich e. [zu] den Erwartungen
verhalten; <subst.:> er hat genau das Entgegengesetzte
getan; -gesetztentyls <Adv.) (Papierdt.): im
entgegengesetzten Fall, andernfalls; -hallen <sw. V.; ist): dröhnend, hohl
tönend entgegenschallen; -halten <st. V.; hat): 1.
(darreichend, darbietend) in Richtung auf jmdn.. etw. halten: er
hielt ihr die Hand, die Scheibe Brot entgegen; sein Gesicht
der Sonne e. 2, als Gegenargument o.a. gegen jmdn.. etw.
vorbringen, einwenden: diesen Beweisen ist nichts
entgegenzuhalten; man hielt ihm entgegen, daß ...; daß man ...
unserer Gesellschaftsordnung keine schärfere Anklage e.
kann (Brod. Annerl 107); -handeln <sw. V.; hat): gegen
jmdn.. etw.. im Gegensatz zu jmdn.. etw. handeln: er handelt
seinen Partnern, allen Abmachungen entgegen; -harren
697
entgegnen
<sw. V.; hat) (geh.): auf etw. warten: einem ungewissen
Schicksal e.; -iauchzen (geh.). -Jubeln <sw. V.; hat): jmdm.,
der sich nähert, mit Jauchzen, Jubel begegnen, zujubeln:
die Menge Jubelte den Siegern entgegen; -kommen <st.
V.; ist) /vgl. entgegenkommend/: 1. a) auf jmdn.. etw.
/Herankommendes! zukommen: er kam mir ein Stück
entgegen; kroch ich in die Höhle, spürte, wie mir die Wärme
entgegenkam (Bieler, Bonifaz 65); der entgegenkommende
Wagen hat ihn geblendet; Ü Vertrauen kam ihm von allen
Seiten entgegen (wurde ihm entgegengebracht): b) sich in
bestimmter Weise gegenüber jmdm. verhalten: man kam
ihm freundlich, mit Achtung entgegen. 2. a) Zugeständnisse
machen: auf jmds. Wünsche, Forderungen eingehen: wir
kommen Ihnen. Ihren Wünschen gerne entgegen; sie waren
einander, sich [gegenseitig] auf halbem Weg
entgegengekommen (hatten sich auf Grund beiderseitiger
Zugeständnisse geeinigt): b) entsprechen, gerecht werden: diese Arbeit
kommt seinen Neigungen sehr entgegen; eine Mode, die
dem Zeitgeist entgegenkommt; <subst.:) -kommen, das;
-s: 1. freundliche, gefallige Haltung, Konzilianz: die Firma
zeigte höfliches E. 2. Zugeständnis: das war ein großes
E.; sich zu einem E. bereit finden; -kommend <Adj.; nicht
adv.): hilfreich, gefällig, konziliant: ein -er Vorschlag; er
war uns gegenüber immer sehr e.; er hat sich e. gezeigt,
dazu: -kommenderweise <Adv.>: aus Entgegenkommen, in
entgegenkommender Weise: man hat uns e. sofort geholfen;
-Iftchetn <sw. V.; hat): vgl. -lachen; -lachen <sw. V.;
hat): in jmds. Richtung lachen: das Baby lacht mir entgegen;
Ü aus dem Schaufenster lachten ihr hübsche Dinge
entgegen; -laufen <st. V.; ist): 1. sich laufend in Richtung auf
jmdn., etw. /Herankommendes/ bewegen: freudig lief er
den Ankommenden entgegen; Bert wird verlieren.... auch
wenn er jetzt kraftvoll, energisch und überlegen einem
Sieg entgegenzulaufen scheint (Lenz. Brot 36). 2. zu etw.
im Widerspruch, im Gegensatz stehen: dieser Beschluß läuft
meinen Wünschen völlig entgegen; -leben <sw. V.; hat):
a) einer bestimmten Zeit entgegengehen: Leben wir einer
Welt von Verbrechern entgegen? (Ossowski. Bewährung
7); b) auf etw. hin leben: ... wohl zogen sie alle im
Hochgefühl der Freude hin. lebten sie ihr doch die elf übrigen
Monate des Jahres entgegen (A. Kolb. Schaukel 127);
-nähme, die; -: das Entgegennehmen: die E. einer
Geldsumme bestätigen; -nehmen <st. V.; hat): annehmen, in Empfang
nehmen: eine Sendung. Bestellung e.; er nahm die
Glückwünsche freudig, mit Gleichmut entgegen; Nimmt er ( =
der Beamte) aber Zuwendungen entgegen, um dafür von
seinem Dienstweg abzuweichen, so liegt ein besonders
schweres Dienstvergehen vor (Dönhoff. Ära 40); -quellen
<st. V.; ist): Quellend entgegenkommen (1 a): Rauch quoll
ihm entgegen; -rasen <sw. V.; ist): sich rasend in Richtung
auf jmdn., etw. I Herankommendes j bewegen: er raste uns.
seinem Ziel entgegen; -reifen <sw. V.; ist) (geh.): zu, für
etw. reif werden: durfte Schmielinsky. der seiner
Beförderung zum Sergeanten entgegenreifte, sich nicht bloßstellen
(A. Zweig. Grischa 401); -rennen <unr. V.; ist): sich rennend
in Richtung auf jmdn., etw. /Herankommendes/ bewegen:
er rannte uns. dem Waldrand entgegen; -rollen <sw. V.;
ist): sich rollend auf jmdn. od. etw. zubewegen: Ü Und
wieder ... entstieg das Sonnenrad der gefrorenen Wolga.
... rollte abwärts ... dem Don entgegen (Plievier. Stalingrad
346); -rufen <sw. V. hat): jmd. Kommendem zurufen:
-schallen <schallte/!seltener.) scholl entgegen, hat
entgegengeschallt): in jmds. Richtung schallen: lautes
Gelächter schallte uns entgegen; -schicken <sw. V.; hat): zu jmdm.,
etw. [Herankommendem j schicken: den Gästen wurde eine
Abordnung, ein Wagen entgegengeschickt; -schlagen <st.
V.): 1. plötzlich, mit Heftigkeit zu jmdm. dringen <ist>:
Schwaden von Rauch schlugen uns entgegen; schlägt ihm
Orgel und Chorgesang gleich einer Brandung entgegen
(Thieß, Legende 104); ausgelassene Fröhlichkeit schlug
ihm entgegen. 2. (dichter.) (vom Herzen) für jmd.
Kommenden schlagen <hat>: mein Herz schlägt ihr entgegen;
-schreien <sw. V.; hat): vgl. ^rufen; -sehen <st. V.; hat): 1.
etw. (Kommendes, Zukünftiges) erwarten: einer
Entscheidung gespannt, mit Skepsis e.; sie sieht ihrer Niederkunft
entgegen (wird bald niederkommen): ich sehe Ihrer
Antwort gern, mit Interesse entgegen (Briefschluß). 2. in
Richtung auf jmdn., etw. i HerankommendesI sehen: dem
Briefträger, dem ankommenden Schiff e.; -sein <unr. V.; ist)
(selten): zu etw. im Widerspruch, Gegensatz sein: diese
Ansicht ist meiner völlig entgegen; -setzen <sw. V.; hat)
/vgl. entgegensetzend, entgegengesetzt/: 1. als Hit\dernis
gegen etw. aufrichten (um etw. zu blockieren, zu verhindern):
er setzte mir. meinen Forderungen Widerstand entgegen;
<auch e. + sich:) er, starker Widerstand setzte sich mir
entgegen; Sie hatte noch nie sich so entschieden der
Überlegenheit ihres Mannes entgegenzusetzen gewagt (Musil.
Mann 201). 2. (als Gegengewicht) gegenüberstellen:
Utopien setzt er die Realität entgegen; dieser Beschuldigung
habe ich nichts entgegenzusetzen; der preußischen
Unbeugsamkeit die österreichische Verbindlichkeit e. (Kirst, 08/15.
125); <1. Part.:) -setzend (svw. T adversativ); <Abl. zu 2:>
-setmng* die; -. -en: Augustins E. von Welt- und
Gottesstaat (Fraenkel. Staat 150); -springen <st. V.; ist) (ugs.):
schnell entgegenlaufen (1): die Kinder springen dem
heimkommenden Vater entgegen; Ü sprang mir ... die
überdimensionierte Nase entgegen (Th. Mann. Krull 249);
-starten <sw. V.; ist) (Fußball): mit schnellem Antritt (2)
entgegenlaufen: einem Paß e.; -stehen <unr. V.; hat): 1. im
Wege stehen, ein Hindernis für etw. sein: der Wind stand
ihnen entgegen; der Durchrührung des Plans stehen
Schwierigkeiten entgegen; wenn du gehen willst - dem
steht nichts entgegen. 2. im Widerspruch, Gegensatz zu
etw. stehen: seinen Behauptungen stehen schwerwiegende
Beweise entgegen; daß ... die beiden Grundsphären der
Menschlichkeit... einander in der Wirkung
entgegenstanden (Musil. Mann 594); -stellen <sw. V.; hat): 1. a) in
den Weg stellen: dem Feind starke Truppenverbände e.;
b) <e. + sich) sich in den Weg stellen, den Weg versperren:
starke Truppenverbände stellten sich dem Feind entgegen;
Ü Schwierigkeiten. Hindernisse stellten sich uns entgegen.
2. svw. tentgegensetzen (2): -stemmen, sich <sw. V.; hat):
sich gegen etw. stemmen, wehren, auflehnen: er stemmte
sich mit aller Kraft dieser Entwicklung entgegen; -streben
<sw. V.; hat): zu etw. streben: die Pflanze strebt dem
Licht entgegen; besseren Zeiten e.; -strecken <sw. V.; hat):
in Richtung zu jmdm., etw. strecken: sie streckte ihm, dem
Himmel die Arme entgegen; (auch e. -I- sich:) ihre Hand
streckte sich ihm entgegen; -stürzen <sw. V.; ist): in
Richtung auf jmdn., etw. / Herankommendes J stürzen: ein
abbrechender Ast stürzte mir entgegen; als ich heimkam, stürzten
mir aufgeregt die Kinder entgegen; -tragen <st. V.; hat):
a) jmd. Kommendem entgegengehen u. ihm dadurch etw.
näher bringen: die Kinder trugen ihm den kleinen Hund
entgegen; b) (von Verkehrsmitteln) sich bewegen u. jmdn.
einem Ziel, jmdm. näher bringen: ... trugen eilende Räder
den Jüngling ... der französischen Hauptstadt entgegen
(Th. Mann. Krull 142); Ü als ich ... im Zuge nach
Wiesbaden saß und mich ... der Entscheidung entgegengetragen
fühlte (Th. Mann. Krull 105); -treiben <st. V.; ist): auf
jmdn.. etw. zutreiben: Der Rauch trieb der stürmenden
russischen Infanterie entgegen (Plievier. Stalingrad 209);
Ü dem Untergang, dem Ende e.; -treten <st. V.; ist): 1. a)
in den Weg treten: einem Einbrecher furchtlos e.; Der
Torero tritt dem Stier nun mit dem Degen entgegen (Koep-
pen. Rußland 53); b) begegnen: diese Erscheinung tritt
einem in der Natur häufig entgegen; c) in bestimmter Weise
gegenübertreten: allen Problemen tatkräftig, mit Elan e.;
dem Tod gefaßt e. 2. gegen jtndn., etw. /in bestinunter
Weisel angehen, sich zur Wehr setzen: einer Unsitte, einem
Vorurteil e.; er trat ihren Forderungen energisch, mit
Nachdruck entgegen; -wftlzen, sich <sw. V.; hat): sich in großen
Mengen unaufhörlich auf jmdn.. etw. zubewegen: des grauen
Menschenstroms, der sich aus der Metro ... trübselig dem
Riesenwürfel aus Stahl und Glas entgegenwälzte (Dürren-
matt. Grieche 36); -werfen <st. V.; hat): 1. in jmds. Richtung
werfen: sie warf mir den Ball entgegen. 2, <e. 4- sich)
a) sich jmdm.. einer Sache in den Weg werfen: mutig warf
er sich seinen Verfolgern entgegen; Widerschein eines
anderen Lebens, das sich ungestüm ihm entgegengeworfen hatte
(Remarque. Triomphe 166); b) sich in etw. stürzen, werfen:
er warf sich furchtlos der Gefahr entgegen; -wirken <sw.
V.; hat): sein Wirken, seine Wirkung gegen etw.
einsetzendem Laster, der Korruption e.; -ziehen <unr. V.; ist):
sich auf jmdn.. etw. /Herankommendes/ zubewegen: sie
zogen dem feindlichen Heer entgegen; Frauen und Kinder
zogen den heimkehrenden Männern entgegen.
entgegnen [entgeignan] <sw. V.; hat) [mhd. engegenen. ahd.
ingaganen = entgegenkommen, gegenüberstehen, zu f
gegen]: /gegenteilig, abweichend/ antworten, erwidern: als
698
enthüllen
Argument dagegensetzen: ..Nein**, entgegnete er heftig;
darauf wußte er nichts zu e.; er entgegnete [ihr], daß er nichts
gewußt habe; <Abl.:) Entgegnung« die; -. -en: Erwiderung,
Antwort, Reaktion auf die Äußerung eines andern: eine
scharfe, schlagfertige E.; die Zeitung veröffentlichte seine
E; man würdigte ihn keiner E.; als E. darauf verließ
er das Zimmer.
entgehen <unr. V.; ist): 1. a) durch einen glücklichen Umstand
%-on etw. nicht betroffen werden, von jmdm., etw. verschont
bleiben: einer Gefahr, der Strafe e.; er ist dem Tode nur
knapp entgangen; ... um den Häschern in seinem Haus
zu c. (Schaper. Kirche 70); b) von jmdm. versäumt werden,
ungenutzt bleiben: diese einmalige Gelegenheit soll mir
nicht e.; Er wollte seine Goldmedaille, die ihm im
Riesenslalom knapp entgangen war (Maegerlein. Piste 123); diese
Gelegenheit mußte ich mir leider e. lassen (mußte ich
ungenutzt lassen, versäumte ich); die Premiere darfst du
dir nicht/(schweiz.:) darfst du nicht e. lassen (nicht
versäumen). 2. von jmdm., etw. unbemerkt bleiben: dieser Fehler
ist mir entgangen; sollte das deinem Scharfblick entgangen
sein?; mir. meiner Aufmerksamkeit ist nicht entgangen,
daß...
entgeistert [ent'gaistet] <Adj.) [2. Part, von veraltet
entgeistert = der Lebenskraft berauben, zu tGeistJ: völlig
verstört, sprachlos (vor Erstaunen, Überraschung,
Entsetzen) : jmdm. -e Blicke zuwerfen; ich war von der Nachricht
völlig e.; er starrte mich e. an.
Entgelt [ent'gElt]. das; -[eis. -e: Entschädigung, Vergütung
<fur eine Leistung od. Mühe): ein E. fordern; er arbeitete
gegen/(seltener:) für [einl geringes E.. ohne E.; die
Festsetzung von -en für Verkehrsleistungen (Bundesgesetzblatt
6.1967. 180); als/zum E. (zur Belohnung) für unsere Hilfe
durften wir ins Kino; entgehen <st. V.; hat) (geh.): 1.
büßen: er hat diesen Fehler schwer e. müssen; ich ließ
ihn diese Frechheit nicht e. 2. vergüten; jmdn. für etw.
feine Leistung od. Mühe) entschädigen: Jmdn. mit einem
Trinkgeld e.; er entgalt mir diese Arbeit reichlich, mit
Undank; alle Mühen wurden mir entgolten; entgeltlich
<Adj.; o. Steig.) (Papierdt.): gegen Entgelt: die -e Ausgabe
der Listen; die Abgabe ist e.; etw. e. erwerben.
entgjften <sw. V.; hat): von Gift befreien: Abgase, das Blut
c; (J durch das Gespräch wurde die Atmosphäre merklich
entgiftet; <Abl.:> Entgiftung, die; -. -en <P1. selten).
entgiasen [ent'gla:zn] <sw. V.; hat) (selten): /gewaltsam!
das Glas aus etw. entfernen: Es gelang mir .... alle Fenster
des Foyers ... zu e, (Grass, Blechtrommel 122).
entgleisen [ent'glaizn] <sw. V.; ist): 1. (von einem
Schienenfahrzeug) aus den Gleisen springen: der Zug. die
Straßenbahn ist entgleist. 2.a) sich in Gesellschaft taktlos,
ungehörig, schlecht benehmen: wenn er betrunken ist.
entgleist er leicht; mit dieser Bemerkung ist er in peinlicher
Weise entgleist; b) aus dem Konzept kommen: Immer kurz
vor einer Annäherung an einen richtigen Satz entgleist
er (Wohmann. Absicht 151); c) aus der Bahn geworfen
werden: der entgleisten bürgerlichen Gesellschaft (A.
Zweig, Grischa 95); <Abl. zu 2:> Entgleisung, die; -. -en:
Geschmacklosigkeit, taktlose Äußerung: das war nur eine
einmalige E.; Wieder eine der persönlichen -en Heinrichs
(Remarque, Obelsik 15).
entgleiten <st. V.; ist) (geh.): 1. aus etw. gleiten, entfallen
da): die Vase ist ihr. ihren Händen entglitten; sie waren
den Blicken schon entglitten; Ich hatte geträumt, doch
mir war der Traum entglitten (Rinser. Jan 7); ü das Kind
entglitt (entzog sich allmählich) unserer Kontrolle; das
Gespräch entglitt ins Belanglose. 2. verlorengehen, sich
jmdm. entziehen: die Kontrolle darüber, die
Vormachtstellung war ihnen entglitten; langsam entgleitest du mir.
entgiorifizkren <sw. V.; hat): einer Sache den Glorienschein
nehmen: den Krieg e.
cntgotten [ent'gotn] <sw. V.; hat) (selten): 1. vom Begriff
Gottes, vom Glauben an Gott lösen, abwenden: eine entgotte-
te Welt. Philosophie. 2. (eine Gottheit) entthronen, von
gottähnlicher Verehrung befreien: Chruschtschow entgotte-
le Stalin (Spiegel 9. 1967, 45); entgöttern [ent'goetBn] <sw.
V.; hat): vom Glauben an Gott od. Götter lösen, abwenden:
das entgötterte Dasein; <Abl.:> Entg$ttenmg. die; -. -en
(PI. ungebr); Entgiftung, die; -. -en (PI. ungebr.X
entgraten [ent'gra:tn): svw. fabgraten.
entgräten [ent'gTE:tn] <sw. V.; hat): von Gräten befreien;
ausgräten: Sardellen e.. entgrätet servieren.
entgrpizen <sw. V.; hat) (geh.. selten): aus seinen Grenzen
lösen, aus der Begrenztheit befreien: einen Begriffe.; <Abl.:>
Entgrenzung, die; -. -en: die E. der Publizistik.
enthaaren <sw. V.; hat): von unerwünschten Haaren befreien:
die Beine, die Achselhöhlen e.; <Abl.:) Enthaarung« die;
-. -en. dazu: Entha&ningscrame, die: vgl. -mittel;
Enthaarungsmittel, das: chemisches Mittel zur Enthaarung.
enthaften <sw. V.; hat) (selten): aus der Haft entlassen:
der Gefangene wurde enthaftet; <Abl.:) Enthaltung, die;
-. -en: die E. anordnen.
Enthalpie [ental'pi:]. die; - [zu griech. enthälpein = darin
erwärmen]: a) (Physik) bei konstantem Druck vorhandene
Wärme; b) (Met.) die gesamte in der feuchten Luft
vorhandene Wärmeenergie.
enthalten <st. V.; hat): I. zum Inhalt haben, umfassen; in
sich haben, tragen: die Flasche enthält einen Liter Wein;
das Buch enthält neue Forschungsergebnisse, viele
Abbildungen; das Referat durfte einigen Zündstoffe.; die
Rechnung enthält noch Fehler; in dem Getränk ist Kohlensäure
enthalten (vorhanden); die Verpackung ist im Preis [mit]
enthalten (eingeschlossen); wie oft ist 4 in 12 enthalten?
2. <e. + sich) (geh.) auf etw. verzichten: sich des Alkohols
e.; sich geschlechtlich e. (keinen Geschlechtsverkehr haben);
bei der Abstimmung enthielt er sich der Stimme (er gab
keine /Ja- od. Nein/stimme ab); sich Jeder Meinung e.
(keine bestimmte Meinung äußern); ich konnte mich des
Lachens nicht e. (ich mußte lachen); sie konnte sich nicht
e.. ihn zu tadeln; enthaltsam [ent'haltza:m] (Adj.>: (in
bezug auf Genüsse) mäßig, maßvoll; abstinent: ein -es Leben
führen; er ist in seinen Bedürfnissen, im Trinken, in bezug
auf Alkohol sehr e.; [sexuell] e. sein, leben, dazu:
Enthaltsamkeit, die; -: Mäßigkeit, Abstinenz: E. predigen, üben;
Enthaltung, die; -. -en: 1. <o. PI.) svw. f Enthaltsamkeit.
2. Stimmentlmltung: der Kandidat wurde mit 47 Stimmen
bei drei -en gewählt.
enthärten <sw. V.; hat): von unerwünschter Härte befreien,
weich machen: Wasser. Stahl e.; <Abl.:> Enthärtung, die;
-, -en <P1. selten), dazu: Enthfrtungsmittel. das.
enthaupten [ent'hauptn] <sw. V.; hat) (geh.): jmdm. den
Kopf abschlagen: sie ließ ihre Rivalin e.; der Gefangene
wurde enthauptet; <Abl.:) Enthauptung, die; -, -en.
enthäuten <sw. V.; hat): die Haut von etw. abziehen: ein
erlegtes Tier, Fische. Zwiebeln e.; <Abl.:> Enthiutung. die;
-, -en.
entheben <st. V.; hat) (geh.): 1. von etw. befreien: wir sind
aller Verpflichtungen enthoben; das enthebt mich der
Notwendigkeit, mich zu rechtfertigen; Würde es Ihrer Arbeit
dienlich sein, wenn wir Sie aller Sorgen enthöben? (Brecht,
Groschen 165). 2. absetzen, von etw. (einem Amt o.a.)
entbinden: er wurde seines Amtes, Dienstes, seiner
Funktionen] enthoben; <Abl.:> Enthebung, die; -, -en.
entheiligen <sw. V.; hat): entweihen; die Heiligkeit von etw.
verletzen: den Sonntag, eine geweihte Stätte e.; <Abl.:>
Entheiligung, die: -. -en.
EnthetaiinthenfenthElmmUiKPl.) [zu griech. entös =
innerhalb u. T Helminthe] (Med.): Eingeweidewürmer.
enthemmen <sw. V.; hat): 1. (Psych.) von Hemmungen
befreien: einen mit Komplexen Belasteten zu e. versuchen;
er tobte, vom Alkohol völlig enthemmt. 2. von einer Blok-
kierung befreien: eine Maschine drosseln oder e.; die ....
in Gang gebrachte oder enthemmte Bewegungsfolge
(Lorenz, Verhalten I. 395); <Abl.:> Enthemmtheit, die; -: das
Enthemmtsein: in ihrer neurotischen E. (MM 31. 5. 66.
22); Enthemmung, die; -: das Enthemmen (1. 2): die E.
... der Instinkthandlung (Lorenz. Verhalten I. 352).
enthirnen [Ent'hirnan] <sw. V.; hat): jmdm., einem Tier das
Hirn entfernen; <Abl.:> Enthjrnung. die; -. -en: das
Enthirnen: Bei niederen Tieren bleibt ... nach E. ... eine gewisse
... motorische Leistung übrig (Medizin II. 28); <Zus.:>
Enthirnungsstarre. die (Med.): Tod durch endgültigen
Ausfall der Funktionen der Großhirnrinde.
enthüllen <sw. V.; hat): l.a) (geh.) von etw. die Bedeckung,
Verhüllung entfernen: die Verschleierte enthüllte ihr
Gesicht; b) durch Entfernen einer Hülle der Öffentlichkeit
übergeben: ein Denkmal, eine Büste e. 2. (geh.) a)
offenbaren, offenkundig machen: [Jmdm.] die Zukunft, ein
Geheimnis e.; Erschreckend ist das Bild, das die letzten Tage
und Wochen enthüllten (Dönhoff. Ära 56); b) entlarven,
bloßstellen: dieser Brief enthüllt ihn als Schwindler, in
seiner ganzen Armseligkeit. 3. <e. + sich) a) sich offenba-
699
Enthüllung
ren. offenkundig werden: zog er ein Papier aus der Tasche,
das sich als ein Haftbefehl enthüllte (Niekisch. Leben 91);
Jetzt hat sich [mir] sein wahrer Charakter enthüllt; b) sich
als etw. erweisen, herausstellen: das Geschehen enthüllte
sich als ein Naturvorgang; <Abl.:> Enthüllung, die; -. -en:
1. das Enthüllen: die E. eines Denkmals, eines
Geheimnisses. 2. <meist PI.) das Enthüllte, enthülltes Geheimnis: die
Zeitung kündigte intime, sensationelle -en an. dazu: Enthtyl-
hmgskünstlerin, die (scherzh.): Stripteasetänzerin.
enthülsen <sw. V.; hat): von der Hülse befreien, aus der
Hülse lösen: Erbsen. Bohnen e.; Brot aus enthülstem Korn.
enthumaniskren <sw. V.; hat): aller humanen Züge berauben:
die enthumanisierte Kunst unseres technologischen
Zeitalters (MM 13. 12. 68.48); <Abl.:) Enthumanfefeiing. die;-.
enthusiasmieren [entu4as'mi:r3n) <sw. V.; hat) [nach frz.
enthousiasmer] (bildungsspr.): in Begeisterung versetzen,
begeistern, entzücken: die Auflührung enthusiasmierte das
Publikum; eine enthusiasmierende Leistung; (auch e. +
sich:) ich enthusiasmierte (begeisterte) mich für diese
Künstlerin; Enthusiasmus [entu'zjßsmus]. der; - [griech.
enthousiasmös. zu: entheos = gottbegeistert]:
leidenschaftliche Begeisterung. Schwärmerei: Jugendlicher,
überschwenglicher E.; jmds. E. dämpfen; Niemand verargte
ihr den E. für das Außerordentliche (Menzel. Herren 75);
etw. mit E. verkünden2 vertreten; Enthusiast, der; -en.
-en [griech. enthousiastes]: jmd.. der sich leidenschaftlich
für etw. begeistert: als reiner E. hilft er hier freiwillig;
enthusiastisch <AdJ.>: leidenschaftlich begeistert,
schwärmerisch, überschwenglich: -er Beifall; er ist noch sehr e. für
sein Alter; der Künstler wurde e. gefeiert.
Entliyiuan [enty'me:m). das; -s. -e [lat. enthymema < griech.
enthymema. eigtl. das Überlegte. Gedanke] (Philos.):
unvollständiger Schluß, bei dem eine Prämisse fehlt, aber in
Gedanken zu ergänzen ist: Wahrscheinlichkeitsschluß.
entideologiskren <sw. V.; hat): frei machen von Ideologie,
von ideologischen Interessen. Zielen. Vorurteilen u. ä.: ein
Programm, seine Denkweise e.; das entideologisierte
Zeitalter (Sprachspiegel S. 1972. 152); <Abl.:) Entideologisk-
rung, die; -. -en.
EntHit [enti't€:t], die; -. -en [mlat. entitas. zu spätlat. ens
(Gen.: entis). tEns]: 1. (Philos.) Dasein im Unterschied
zum Wesen eines Dinges. 2. /gegebene] Größe: daß einem
Zeichen eine Bedeutung wie eine gegebene E. zugeordnet
und als solche erkennbar sei (Germanistik 1. 1968. 17).
entjungfern [ent'Joofen] <sw. V.; hat) (volkst.): svw.
tdeflorieren: ein Mädchen e.; Ü Entjungfert, ihres Siegels beraubt,
waren die Milchflaschen (Böll. Tagebuch 57); <Abl.:> Ent-
fyngferung, die; -. -en.
entkalken <sw. V.; hat): von Kalkablagerungen befreien:
einen Wassertopf, einen Warmwasserbereiter e.; <Abl.:>
Entkflkung, die; -. -en.
entkeimen <sw. V.; hat): l.a) von schädlichen Bakterien.
Krankheitskeimen befreien, keimfrei machen: Lebensmittel.
Trinkwassere.; b) von Keimen (1). jungen Trieben befreien:
alte Kartoffeln e. 2. (dichter.) a) aus etw. sprießen, keimen:
Junge Triebe entkeimen der Erde; Wangenhöhlen, denen
der spärliche graue Bart entkeimte (Th. Mann. Joseph
210); Ü Liebe entkeimte ihren Herzen; b) entstammen:
dem Haus Davids e.; <Abl. zu I:) Entkeimung, die: -.
-en.
entkernen ^sw. V.; hat): (Früchte) von Kernen od. Steinen
befreien: Äpfel, Kirschen. Gurken e.; <Abl.:> Entkfrner,
der; -s. -: Gerät zum Entkernen: Enttarnung, die; -. -en.
Entkjrchlichung, die; -: fortschreitende Entfremdung von der
Kirche: die E. der Menschen.
entkleiden <sw. V.: hat) (geh.): 1. (jmdm.. sich) die Kleidung
vom Körper ziehen: ausziehen (2 b): einen Kranken e.; sie
mußten sich bis auf Hemd und Hose e. 2. einer Sache
berauben: jmdm.. einer Sache etw. nehmen: er wurde seines
Amtes, seiner Würden entkleidet; eine Sache ihres Reizes
e.; der Raum war allen Schmucks entkleidet; Wenn der
einzelne sich aller Würde entkleidete (Thieß. Reich 135);
<Abl. zu 1:) Entkleidung, die; -. -en <P1. selten).
Entkleidung*-: ^ktinstlerin, die: Stripteasetänzerin: mud-
mer, die. ^szene, die: Vorführung einer Stripteasetänzerin.
entknospen <sw. V.): 1. (selten) a) <hat) Knospen von etw.
entfernen: b) Ost) (von Pflanzen) beginnen. Blüten od.
Blätter zu treiben. 2. (dichter., selten) Ost) abstammen von:
aus edlem Geschlecht e.
entknoten <sw. V.; hat): (etw. Verknotetes) aufmachen,
aufknoten (a): Fäden, ein Band e.; Ü die Fäden einer
Romanhandlunge, (lösen, entwirren): <auch e. + sich:>
die Handlung hat sich entknotet; <Abl.:> Entknotung. die
-. -en.
EntkolonUallfetouig. Entkolonisation, die; -. -en: svw. f De-
kolonisation.
entkommen <st. V.; ist): es schaffen zu fliehen: sich einer
Bedrohung, einer Gefahr entziehen: aus dem Gefängnis,
ins Ausland, über die Mauere.; wir sind unseren Verfolgern
entkommen; der Einbrecher konnte (durchs Fenster! e.;
mit knapper Not entkam (entging) er einer Verhaftung;
<subst.:) es gab kein Entkommen; an [ein] Entkommen
war nicht zu denken.
entkoppeln <sw. V.; hat): aus einer Koppelung lösen,
auskoppeln: die Raumschiffe wieder e; U Gejaul der entkoppelten
Meute, kaum noch menschenähnliche Laute (Kantoro-
wicz, Tagebuch 1.603); <Abl.:) Entkoppelung, die; -. -en.
entkorken <sw. V.; hat): den Korken aus etw. entfernen,
herausziehen: eine Flasche Wein e.
Entkjrperung, die; -. -en <P1. selten): das Sichentfernen der
Darstellung vom Körperlichen hin zum Abstrakten: ... um
einmal bei der Kunst zu bleiben, über kurz oder lang
zu Archipenko und dessen E. der Skulptur (Kant.
Impressum 232).
entkräften [ent'kreftnKsw. V.; hat): 1. der Kräfte berauben,
kraftlos machen: die Überanstrengung, die Krankheit hatte
ihn entkräftet; [vom Hunger] völlig entkräftet sein. 2. wider-
legen, gegenstandslos machen: Beschuldigungen, einen
Einwand, eine These e.; der Verdacht wurde durch
Zeugenaussagen entkräftet; <Abl.:) Entkr|ftung, die; -. -en: an/vor
E. sterben; die E. eines Vorwurfs.
entkrampfen <sw. V.; hat): aus dem Zustand der
Verkrampfung lösen: (Verkrampftes) lockern: den Körper, die
Muskeln e.; (auch e. + sich:) die Muskeln entkrampfen sich
(Ggs.: verkrampfen sich); Ü eine angespannte Situation,
die Beziehungen zwischen zwei Staaten e.; <Abl.:>
Entkrampfung, die; -. -en.
entluiuten <sw. V.; hat) [zu f krauten] (Landw.): harte u.
weiche Wasserpflanzen bekämpfen: werden die beiden
Schleppfahrzeuge jeweils in einer Richtung um sieben
Meter versetzt, bis der ganze Boden (= des Weihers)
entkrautet ist (MM 28. 12. 70. 7); <Abl.:) Entkrautung, die; -.
-en (Landw.).
entkriminaliskren <sw. V.; hat): von dem Vorwurf des
Kriminellen befreien: Verkehrsdelikte e.
entkoppeln <sw. V.; hat): selten für Tauskuppeln.
Entlad [ent'la:t]. der; -[eis; -e (Schweiz.): das Entladen (1 a).
entladen <st. V.; hat): l.a) eine Ladung von etw.
herunternehmen, aus etw. herausnehmen, ausladen (Ggs.: beladen a):
den Wagen, das Schiff e.; b) (etw.. was in etw.
eingeladen worden ist) wieder herausholen: das Gepäck e.;
c) die Munition aus etw. herausnehmen (Ggs.: laden): ein
Gewehr e. 2. a) von der elektrischen Ladung befreien,
elektrische Energie entnehmen (Ggs.: aufladen 2a. a): einen
Akkumulator e.; die Schaltung die gleichzeitig den
Integrator entlädt (Elektronik 10, 1971, 352); b) <e. +
sich) elektrische Energie abgeben (Ggs.: aufladen 2a. ß):
so daß sich auch der Kondensator C 30 wieder e. kann
(Elektronik 10. 1971. 354). 3. <e. + sich) a) losbrechen,
heftig zum Ausbruch kommen: das Gewitter entlud sich
[über dem See); Ü Das Unglück entlud sich ... über die
Häupter der ersten Prozessionsteilnehmer (Schaper,
Kirche 242); b) sich als Ausgleich einer seelischen Spannung
od. Belastung heftig äußern: sein Zorn entlud sich auf/über
die Kinder, die Begeisterung des Publikums entlud sich
in stürmischem Beifall; Instinkte, welche sich nicht nach
außen entladen, wenden sich nach innen (Gehlen. Zeitalter
58); er war ganz bitter vor zielloser Wut; ... irgendwie
mußte er siehe. (A. Zweig. Claudia 108); <Abl.:) Entfeduiw.
die; -. -en: das Entladen. Sichentladen: Atmosphärische
-en; die Spannung zur E. bringen; der angestaute Ärger
drängte nach E.
entlang [aus dem Nicderd. < mniederd. en(t)lanc. zusger.
aus Fügungen wie: den Wech (in) lanc = den Weg (ent)lang]:
an etw. in der ganzen Länge hin: I. <Präp.; bei Nachstellung
mit Akk.. selten (aber noch Schweiz.) mit Dativ; bei
Voranstellung mit Dativ, selten mit Gen.. veraltet mit Akk.):
die Wand, das Seil e.; den Fluß e. standen Bäume;
er kommt den Pfad e. auf das Haus zu; Das dehnte sich
in die Ebene hinaus ... und den Kanälen e. (R. Walser.
700
entledigen
Gehülfe 82); e. dem Weg/(selten:) des Weges läuft ein
Zaun;... die ... e. den Wänden am Boden saßen (Plievier,
Stalingrad 297); Ich bin absichtlich e. ihrer Wegrichtung
geflohen (Brecht, Mensch 30). IL <Adv. >: die Kinder stellten
sich an den Fenstern e. auf; einen Weg am Ufer e. verfolgen;
waren an den Wänden entlang die Zellen angebracht (Nie-
kisch. Leben 92).
tBdjng-: ^Micken <sw. V.; hat): über etw. der Länge nach
seinen Blick gleiten lassen: er blickte die [Häuserjreihe
entlang; -fahren <st. V.; ist): a) auf einem bestimmten
Weg immer in einer bestimmten Richtung fahren: am Wald
c. Sie müssen diese Straße, hier e.; b) [mit dem Finger
o.ä.i am Rand von etw. eine streichende Bewegung
ausführen, eine bestimmte Linie nachzeichnen: auf der Landkarte
mit einem Bleistift am Mittelmeer, den Rhein e.; -fliegen
sX. V.; ist): auf einem bestimmten Weg immer in einer
bestimmten Richtung fliegen: am Berghang, den Fluß e.;
-flitzen <sw. V.; ist) (ugs.): einen bestimmten Weg in einer
bestimmten Richtung flitzen: Autos, die die Straße
entlangflitzen; -führen <sw. V.; hat): 1. einen bestimmten Weg
immer in einer bestimmten Richtung führen: einen Blinden
die Straße e. 2. parallel zu etw. in der Nähe
verlaufender Weg führte am Ufer entlang; -gehen <unr. V.; ist):
einen bestimmten Weg immer in einer bestimmten Richtung
tehen: eine Allee, den Bach, am Strand e.; -kommen <st.
V.; ist): auf einem bestimmten Weg aus einer bestimmten
Richtung immer näher kommen: er sah ihn die Straße e.;
-kriechen <st. V.; ist): einen bestimmten Weg in einer
bestimmten Richtung kriechen: Ü Sehr locker über dem
sackartigen Gebilde angeflochten, kriecht ein dünner Zopf
den Hinterkopf entlang (Wohmann. Absicht 230); -laufen
st. V.; ist): a) (ugs.) svw. T^gehcn: die Straße e.; Ü Er
blickte... auf die Decke, auf der das rote Band der
Leuchtreklame ... entlanglief (Remarque. Triomphe 137); b) einen
bestimmten Weg in einer bestimmten Richtung fließen: daß
ihnen... die Soße nur so an den Beinen entlanglief (Plievier.
Stalingrad 47); c) sich an etw. hinziehen, irgendwo verlaufen:
der Balkon läuft an der ganzen Süd front des Hauses
entlang; ü um in Gänge zu gelangen, die unterhalb der
offiziellen deutschen Grammatik entlanglaufen (Tucholsky.
Werke II. 215); -schlendern <sw. V.; ist): einen bestimmten
Weg in einer bestimmten Richtung schlendern: auf dem
Jahrmarkt die Budenstraßen e. (Wohmann. Absicht 230);
schreiten <st. V.; ist): einen bestimmten Weg in einer
bestimmten Richtung schreiten: -streichen <st. V.; hat):
mit der Hand o. ä. / an etw. eine streichende Bewegung
ausfuhren: mit der Hand am Rock, am Kinn e.; ^torkeln
• sw. V.; ist): einen bestimmten Weg in einer bestimmten
Richtung torkeln: der Betrunkene torkelte die Straße
entlang; -ziehen <unr. V.; ist): 1. sich als Gruppe od. Masse
auf einem bestimmten Weg o. ä. immer in einer bestimmten
Richtung stetig fortbewegen: Als die Giraffen ... vor dem
Abendhimmel entlangzogen (Grzimek. Serengeti 13); ...
wie die Wolkenfetzen, die am Himmel entlangzogen (Ott.
Haie 109). 2. <e. 4- sich) a) sich an etw. über eine längere
Strecke hinziehen, ausdehnen: ... zog sich der fruchtbare
.. Teppich immer weiter... an der Küste entlang (Grzimek.
Serengeti 34); b) sich mit den Händen an etw. von Stelle
zu Stelle ziehen: sich mit den Händen am Geländer e.;
^zuckeln <sw. V.; ist): einen bestimmten Weg langsam,
müde, träge in einer bestimmten Richtung gehen: ... sie
müssen einen endlosen Weg e. (Fallada. Mann 145).
cadfrmen <sw. V.; hat): von Lärm befreien: ... von heute
auf morgen unsere Welt und speziell den Verkehr so zu
c. daß ... (Mensch im Verkehr 138); <Abl.:> Enttynnung.
die;-.
eatlarven [ent'larfn] <sw. V.; hat) [eigtl. = die Maske
wegnehmen]: jmds. wahre Absichten, den wahren Charakter
einer Person od. Sache aufdecken: Jmdn. als Betrüger, jmds.
falsches Spiel e.; statt dessen hatte ich mich als liberalen
Schwätzer entlarvt (E. Jünger. Bienen 81); jetzt fühlen
sich alle entlarvt (Spoerl. Maulkorb 87); <Abl.:>
Entlarvung, die; -. -en.
entlassen <st. V.; hat): l.jmdtn. erlauben, etw. zu verlassen:
einen Gefangenen [vorzeitig] e.; jmdn. aus der Klinik,
aus dem Wehrdienst e.; (Schweiz.:) Schüler nach der
Abschlußprüfung der Schule (Gen.; = aus der Schule) e.;
jmdn. nach Hause e.; er entließ ihn (geh.; ließ ihn gehen)
mit der Bitte, bald wiederzukommen; Ü jmdn. aus einer
Verpflichtunge. (jmdn. von einer Verpflichtung entbinden).
2. jmdn. nicht weiter beschäftigen, weil man seine Arbeits-
kraft nicht mehr braucht, weil er sich als untauglich erwiesen
hat o. ä.:jmdm. kündigen (Ggs.: einstellen 2): jmdn. [wegen
einer schwerwiegenden Verfehlung] fristlos e.; die Fabrik
mußte zahlreiche Arbeitere.; EntlfBfeier, die; -. -n (südd.):
svw. fEntlassungsfeier. Entlfflschttler, der; -s. - (südd.):
Schulentlassener. Schulabgänger: Entlassung, die; -. -en:
1. das Entlassen (1): eine E. auf Widerruf; nach seiner
E. aus dem Krankenhaus ... 2.a) das Entlassen (2).
Kündigung: eine fristlose E.; die E. aus dem Staatsdienst; die
-en häuften sich; jmdm. mit [der] E. drohen; b) Schreiben,
in dem jmdm. seine Entlassung (2 a) mitgeteilt wird: seine
E. zugestellt bekommen; ich hatte die E. noch nicht in
der Tasche (Gaiser. Schlußball 137).
Enttyuungs-: -feier. die: Feier zur Entlassung der Schüler
nach erfolgreichem Schulabschluß: besuch, das: Gesuch
eines Ministers o.a.. aus dem Dienst entlassen zu werden:
-grund.der: vgl. Kündigungsgrund; -ktosse.die (Schulw.):
Klasse mit Schulabgängern: -papiere <P1.): Unterlagen für
die Entlassung /aus dem Militärdienst/: -schein, der:
Bescheinigung über die Entlassung aus einem Lager, aus dem
Militärdienst o. ä.: -schüler, der: vgl. Entlaßschüler;
-Zeugnis, das: letztes Schulzeugnis. Abgangszeugnis.
entigsten <sw. V.; hat): l.a) die Beanspruchung einer Person
od. Sache mindern: seine Eltern im Geschäft e.; den Verkehr
e.; das Herz muß entlastet werden; b) von einer seelischen
Belastung befreien: sein Gewissen, sich von einem Problem
e.; die Amerikaner von ihrer Berlin-Verantwortung ... zu
e. (Augstein. Spiegelungen 114). 2.a) (Jur.) /teilweise/ von
einer zur Last gelegten Schuld befreien (Ggs.: belasten 3):
den Angeklagten durch eine Aussage e.; entlastende
Tatsachen. Momente; b) (Kaufmannsspr.) jmds.
Geschäftsführung nach Prüfung gutheißen: der Vorstand wurde für das
abgelaufene Geschäftsjahr entlastet. 3. (Geldw.) einen
Sollbetrag tilgen, durch Tilgung einer Schuld ausgleichen: wir
haben Sie. Ihr Konto um diesen Betrag entlastet; <Abl.:)
Entlastung, die; -. -en: a) das Entlasten: der
Geschäftsführung wurde die E. erteilt, verweigert; b) Person od. Sache,
die jmdn. entlastet: der Sohn war eine große E. für seine
alten Eltern; c) (Soziol.) Funktion gesellschaftlich
sanktionierter kultureller Verhaltensmuster, die dem Menschen die
.Mast" der Entscheidung zwischen den vielfältigen
Verhaltensweisen u. Reizorientierungen erleichtern soll.
Entfaltung»-: -angriff, der (Sport): Angriff, durch den die
eigene Abwehr entlastet wird: Ü Schlachtenbummler ...
konnten ... akustische -e für ihre Mannschaft beitragen
(Welt 20. 5. 65. 8); -bogen, der (Bauw.): Halbkreis- od.
segmentförmiger gemauerter Bogen zur Entlastung des
Druckes über Maueröffnungen: -frage, die (jur.): der
Entlastung des Angeklagten dienende Frage: Miiaterial, das: vgl.
-frage; -moment, das: vgl. -frage; -schlag, der
(Ballspiele): /weiter/ Schlag, durch den jmd. sich od. seine
Mannschaf t aus einer bedrängten Lage befreit: verzweifelte
Entlastungsschläge aus der Hintermannschaft (Walter. Spiele
76); -zeuge,der (jur.): Zeuge, dessen Aussage den
Angeklagten /teilweise] entlastet: -Zeugnis, das: Zeugnis, das jmdn.
entlastet (2 a); -zug, der (Eisenb.): zur Entlastung eines
fahrplanmäßigen Zuges eingesetzter Zug. der kurz vor
diesem fährt.
entlauben [ent'laubn] <sw. V.; hat) [zu mhd. louben =
Laub abrupfen]: a) das Laub von einem Baum od. Strauch
entfernen: Äste e.; Wälder chemisch e.; b) <e. + sich)
das Laub verlieren, abwerfen: Platanen entlauben sich sehr
spät; <meist im 2. Part.:) entlaubte Zweige, Bäume; <Abl.:>
Entlaubung, die; -, -en.
entlaufen <st. V.; ist): seinen Platz bei jmdm.. an einem
Ort verlassen u. damit ein Abhängigkeitsverhältnis beenden:
der Hund ist [seinem Herrn] entlaufen; aus dem Gefängnis.
Heim e.; ein entlaufener Priester; Ü Da aber eine
vernünftige Auskunft ... doch nicht zu bekommen war, entlief ich
seinem Geschrei (Fallada, Herr 69).
entlausen <sw. V.; hat): von Läusen befreien: Lagerinsassen,
Soldaten e.; <Abl.:) Entlausung« die; -, -en. dazu:
Entlausungsschein, der: Nachweis über eine vollzogene
Entlausung.
entledigen [ent'le:dign] <sw. V.; hat) [mhd. entledigen =
frei machen, zu T ledig] (geh.): 1. von jmdm.. etw. befreien:
sie entledigten ... junge Tannenstämme ihrer Äste (Kuby,
Sieg 28); (häufiger e. + sich:) sich eines Störenfriedes
e.; sich eines ungewollten Erbes e. 2. <e. 4- sich) ein
701
entleeren
/als unnötig, hinderlich empfundenes/ Kleidungsstück
ablegen: sich seines Fracks e.; Ü Eine fünf Jahre lang
verkniffene Wut hat sich des Panzers der Furcht entledigt und
stampft nackt wie ein Urwaldriese durch die Stadt (Thieß.
Reich 525). 3. <e. 4- sich) einer Verpflichtung nachkommen
u. dadurch mit erw. fertig werden: sich einer Aufgabe,
eines Problems [geschickt] e.
entleeren <sw. V.; hat): l.a) durch Ausschütten o.a. leer
machen: einen Aschenbecher [in den Mülleimer] e.; die
[Harnlblase e.; sich e. (Stuhlgang haben, seine Notdurft
verrichten: sich übergeben): b) <e. 4- sich) /menschen<leer
werden: die Landstriche.... die sich vor den
heranstürmenden Deutschen entleert hatten (Kuby. Sieg 294). 2.a) etw.
seines eigentlichen Inhalts berauben: das Wort ... ist ...
seines Sinnes völlig entleert worden (Nigg, Wiederkehr
83); b) <e. 4- sich) seinen eigentlichen Inhalt verlieren,
hohl werden: erstarrte der Marxismus ... zu einer sich
mehr und mehr entleerenden Ideologie (Fraenkel. Staat
192); <Abl.:> Entleerung, die; -. -en: a) das Entleeren: Mit
dem Durchbruch an die Körperoberfläche kommt der
Eiter zur E. (nachdrücklich; wird ... entleert) und der
Abszeß zur Ausheilung (Natur 100); b) (Med.) das Produkt
des Entleerens (1 a): Alle wäßrigen -en. z.B. unstillbares
Erbrechen, schwere Durchfälle oder große Schweißbildung
(Medizin II. 158).
entlegen <Adj.; nicht adv.) [2. Part, von veraltet entliegen.
mhd. entligen = fem liegen]: 1. weit entfernt von allem
Verkehr, von einem Zentrum; an einem -en Ort; bis in
die -sten Dörfer; sie wohnen ganz e. 2. (in geistiger
Hinsicht) weit entfernt vom Üblichen, abseitig: -e Dinge.
Eindrücke; dringt des Irren Blick aus den -sten Ursprüngen
der Seele (Broch. Versucher 100); <Abi.:> Entfeaenheit,
die; - (geh.): das Entlegensein, abgelegene, einsame Lage:
die E. eines Ortes;... und erklärte, was Jakob sich vorstellte
in der E. auf seinem Turm (Johnson. Mutmaßungen 14).
entlehnen <sw. V.; hat) [mhd. entleh(e)nen. ahd. intlehanön]:
1. aus einem anderen geistigen Bereich übernehmen u.
umsetzen: ein Wort aus einer fremden Sprache e.; Letzteres
könnte ArlecQ aus einem Kolleg seines Professors e. (Fries.
Weg 20). 2. (veraltet) svw. f entleihen (1); <Abl.:>
Entlehnung, die; -. -en: 1. das Entlehnen (1. 2). 2. das Entlehnte:
..Fenster" ist eine E. aus dem Lateinischen; dieses
Architekturelement ist eine E. aus der griechischen Antike.
entleiben [ent'laibn], sich <sw. V.; hat) [mhd. entliben. zu:
11p = Leben, TLeib] (geh.): sich mit einer Waffe töten.
entleihen <st. V.; hat): 1. zu vorübergehendem Gebrauch
von jmdm. für sicli leihen: eine Summe von Jmdm. e.;
[aus der Bibliothek] entliehene Bücher zurückgeben. 2.
svw. Tentlehnen (1): Ich habe dieses Bild von Mommsen
entliehen (Thieß. Reich 399 Anm.); <Abl. zu 1:) Entleiher,
der; -s. -: jmd., der erw. (bes. Bücher) entleiht: Entfcjhung,
die; -. -en: das Entleihen.
Entlein [entlain], das; -s. -: TEnte (1): * häßliches E. (ugs.
scherzh.; häßliches junges Mädchen: nach der Märchenfigur
von H. C. Andersen): in ihrer Jugend war sie ein häßliches
E.
entloben« sich <sw. V.; hat): eine Verlobung lösen (Ggs.:
verloben, sich): Das war für mich der Schlußpunkt. Ich
entlobte mich (Hörzu 44, 1971. 155); <AbI.:> Entlobune.
die; -. -en (Ggs.. Verlobung).
entlocken <sw. V.; hat): a) jmdn., etw. durch geschicktes
Vorgehen dahin bringen, etw. von ihm zu erhalten: jmdm.
ein Lächeln, dem alten Radioapparat Töne zu e. versuchen;
b) bei jmdm. hervorrufen, auslösen: die freudige Nachricht
entlockte ihr einen kleinen Schrei.
entlohnen, (Schweiz.:) entlöhnen <sw. V.; hat): a) jmdm. für
einzelne Dienste od. für niedriger eingestufte Arbeit den
angemessenen Lohn zahlen: den Kofferträger e.; es war
kein knapp entlohnter Angestellter (Noack. Prozesse 21);
Ü Niemand hatte das zu ihr gesagt, außer dem Bäcker,
der noch nicht einmal dafür entlohnt worden war (etw.
als Dank erhalten hatte: Böll. Haus 41); b) (selten) jmds.
Tätigkeit, Arbeit bezahlen: Gleiche Tätigkeiten werden
ungleich entlohnt (Wochenpost 27.6.64. 21); <Abl.:>
Entlohnung. (Schweiz.:) Entlohnung, die; -. -en: a) das Entlohnen;
b) Lohn: die Gewerkschaften erstreben eine höhere E.
enttyften <sw. V.; hat): a) verbrauchte Luft aus einem Raum
durch Zufuhr von Frischluft entfernen, herauslassen: einen
Saal durch eine Klimaanlage, mechanisch e.; Eine
Wäscherei entlüffete ihre Räume direkt in diesen Park (Augustin.
Kopf 67); b) (Technik) störende Lufteinschlüsse in einer
Leitung, einem hydraulischen System o.a. entfernen;
Danach wird die Staumanschette entlüftet (Elektronik 12,
1971.427); <Abl.:>Enttyfter,der; -s. -: Gerät zum Entlüften;
Exhaustor; Entlüftung, die; -. -en: 1. <P1. ungebr.) das
Entlüften (a. b). 2.a) kurz Tür t Entlüftungsanlage; b)
Einrichtung zum Entlüften (b).
Entlüftung»- (entlüften a): -anläge, die: Anlage mit
mechanischer Luftförderung; ^fenster.das: kleineres / Klapp Jfenster,
das zum Entlüften geöffnet wird: der Dieb ist durch das
E. eingestiegen; -haube, die: über einem Herd o.a. an
der Wand angebrachte Haube aus Metall od. Kunststoff,
durch die der Kochdunst in einem Luftschacht abzieht:
-klappe, die; -ventil, das: Ventilzutn Ablassen von /DruckHüft:
das E. öffnen.
entmachten [ent'maxtn] <sw. V.; hat): ein Staatsgebilde od.
eine organisierte Gruppe (selten: jmdn.) ihrer bisher
uneingeschränkten Macht berauben u. ihnen jeden Einfluß nehmen:
die Justiz, die priesterliche Elite, einen Minister e.; die
entmachtete Arbeiterklasse (marx.); <Abl.:> Entflechtung,
die; -, -en <P1. ungebr.).
entmagnetisieren <sw. V.; hat): in den unmagnetischen
Zustand zurückführen (Ggs.: magnetisieren): ein Werkstück,
ein Tonband e.
entmannen [ent'mandn] <sw. V.; hat): \.*)jmdm. die
männlichen Keimdrüsen entfernen: kastrieren: Triebverbrecher
sollen sich freiwillig e. lassen (MM 20. 10. 67. I); b)jmdm.
chirurgisch/ den Penis entfernen: wegen einer
Krebsgeschwulst mußte man ihn vollständige.; Henker... begannen
.... ihn aufzuschneiden .... auszudarmen, den Sterbenden
zu ... e. (Jahnn. Geschichten 61). 2. schwächen: irgend
etwas in ihrem Auftritt schien seinen Haß zu e. (Maass.
Gouffe 201); <Abl.:) Entmannung, die; -. -en <P1. selten).
Entmarkungsenzephakmyelitts [ent'markoos-1. die. -. Ent-
mtrkimgskrankheit, die. - (Med.): Erkrankung des Gehirns
u. des Rückenmarks: multiple Sklerose.
Entmaterialisati£n,die; -. -en <P1. selten): das Entstofflichen,
das Loslösen von der Materie: entmaterialisjeren <sw. V.;
hat): von der Materie loslösen, entstofflichen: Fritz Henles
Spiegelung des Thyssen-Hochhauses .... das im welligen
Wasser zum entmaterialisierten Phantasieprodukt zerfließt
(Fotomagazin 8. 1967. 26); ein entmaterialisierter
Geigenton; <Abl.:) Entmaterialisierung, die; -. -en <P1. selten).
entmenschen [ent'menjnj <sw. V.; hat): a) seiner
Menschlichkeit, seiner Würde u. seines Wertes als Mensch berauben;
der Nationalsozialismus erklärte die Juden zu
Untermenschen, entmenschte sie; daß Menschen wie ich mich als
unschuldigen Mann verderben oder leben lassen können,
war entmenschend (Mostar. Unschuldig 108); b) seine
Würde, seinen Wert als Mensch in sich selbst verlieren, verrohen
<nur im 1. u. 2. Part.): Derartige Grausamkeiten gegen
Tiere sind nicht nur unmenschlich, sondern auf die Dauer
entmenschend wirksam (MM 12. 2. 76. 10); um dieses
entmenschten Vaters willen, der sein Kind mordete und
aß (Mostar. Unschuldig 89); entmenschlichen
[entmenjli^n]: svw. fentmenschen, dazu:
Entmenschlichung, die; -; Entmenschung, die; -: Subst. zu t
entmenschen.
entmilitarisieren <sw. V.; hat) [nach frz. demilitariser]: aus
einem Gebiet die Truppen abziehen u. die militärischen
Anlagen abbauen: demilitarisieren (Ggs.: militarisieren): eine
Stadt e.; (meist im 2. Part.:) eine entmilitarisierte Zone;
*die Uniform e. (ugs. scherzh. veraltend; militärische
Bekleidungsstücke in Zivilsachen umarbeiten); <Abl.:> Entmilt-
tarisjfinmg, die; -. -en (PI. ungebr.).
entminen [ent'mi:ndn] <sw. V.; hat): von Minen säubern;
ein Gebiet, die Elbe e.; <Abl.:) Entminung, die; -, -en
<P1. selten).
entmjschen <sw. V.; hat) (Chemie. Technik): a) ein Gemisch
in die einzelnen Komponenten zerlegen: ein Gas. Beton
e.; Ü Nur solch eine dritte Fahrspur entmische den Schwer-
und Schnellverkehr (Welt 23. 2. 68.1); b) durch Entmischen
(a) aussondern: die unedlen Bestandteile e.; <Abl.:)
Entmischung, die; -, -en (Chemie. Technik): Zerlegung, Trennung
eines Gemisches: daß -en der unedlen
Legierungsbestandteile stattfinden (Elektronik 12. 1971. 441).
entmjsten <sw. V.; hat): / mechanisch j ausmisten: Ställe e.:
<Abl.:) Entm|stung,die; -. -en: 1. <P1. selten) das Entmisten.
2. kurz für t Entmistungsanlage, dazu: Entmistungsanlage.
die: Anlage, Einrichtung zum mechanischen Entmisten.
702
Entpolitisierung
cntmobilisjfiren <sw. V.; hat): svw. Tdemobilisieren (Ggs.:
mobilisieren); <Abl.:) Entmobiliskrung, die; -. -en <P1. un-
gebr.): svw. TDemobilisierung (Ggs.: Mobilisierung).
entmündigen [Ent'mYndign] <sw. V.; hat): jmdm. durch
Gerichtsbeschluß das Recht entziehen, bestimmte juristische
Handlungen vorzunehmen: jmdn. wegen Geisteskrankheit,
Trunksucht e.; Ü Historisch hat die Arbeiterbewegung
die Bedeutung einer Emanzipationsbewegung der politisch
entmündigten Schicht der Industriearbeiter (Fraenkel.
Staat 24); <Abl.:) Entmündigung, die; -. -en <P1. ungebr.).
entmutigen [ent'mu.tign] <sw. V.; hat): a) jmdm. Idurch
einen Mißerfolg i das Selbstvertrauen zu weiteren Versuchen
nehmen: jmdn. mit einer Bemerkung e.; dieser Bericht
ist geeignet, ihn zu e. (Ggs.: ermutigen); der Mißerfolg
entmutigte ihn; sich nicht e. lassen; der Eindruck war
entmutigend; entmutigt kehrte er um; b) (selten) einer
Sache die Möglichkeit zur Weiterentwicklung nehmen:
haben die Besatzungsmächte jeden Ansatz zu echter
Erneuerung entmutigt (Kantorowicz, Tagebuch I. ISO); bemüht.
... die ausländischen Anlagen von kurzfristigem Geld ...
zu e. (FAZ 6. 10. 61. 29); <Abl.:) Entmutigung, die; -.
-en.
entmystiftateren <sw. V.; hat): mystische Vorstellungen, die
sich mit etw. verknüpft haben, beseitigen (Ggs.:
mystifizieren): ... sie (= die Erinnerung an damals) hier an Ort
und Stelle zu e. (Welt 14. 12. 63. Geist. Welt 3).
entmythisjeren <sw. V.; hat): svw. t entmythologisieren: Es
geht dem französischen Philosophen Sartre darum, die
Gegner des Gefolterten zu entmythisieren (FAZ 79. 1958.
1); <Abl.:> Entmythfcknmg. die; -. -en.
cntmythologisjfiinen <sw. V.; hat): mythische od. irrationale
Vorstellungen, die mit etw. verknüpft sind, beseitigen: ...
bleiben Bücher unerreichbare Objekte, die es erst zu e.
gilt (Börsenblatt 26. 1963. 6S3). von: Entmythologisjfinins,
die; -. -en [nach Bultmanns Begriff der Entmythologisie-
rung.d. h. Betrachtung der christlichen Botschaft, losgelöst
vom Mythos, u. ihre Erschließung für das moderne
Verständnis]: Die Züge von E. und Humanität, welche die
Menschheit im bürgerlichen Zeitalter aufweist (Adorno.
Prisma 84).
enüigdeln, sich <sw. V.; hat): die Nadeln verlieren, abwerfen:
der Baum beginnt sich zu e.; die sich langsam entnadelnden
Relikte des Weihnachtsfestes (MM 11. 1. 71. 4); <Abl.:>
Entngdelung, (seltener.) Entnadhing, die; -. -en: Unsere
... Fichten zeigen ... Braunfärbung und Entnadelung (MM
29. 11.74.59).
Entnahme [ent'na:md], die; -. -n <P1. selten): das Entnehmen
(1): bei E. eines größeren Teiles des vorhandenen Bestandes
(Mantel. Wald 42).
entnationaliskren <sw. V.; hat): aus einem Staats-,
Volksverband entlassen,ausbürgern: eine Verstaatlichung rückgängig
machen: <Abl.:) Entnationalisierung, die; -. -en <PI. selten).
entnazifizieren [entnatsifi'tshran] <sw. V.; hat) [nach engl,
denazify): a) die politische Tätigkeit o. ä. eines ehetnaligen
Nationalsozialisten prüfen u. ihn / durch Sühneleistungen 1
entlasten: denazifizieren: ein Parteimitglied e.; Wiewohl
SS-Angehöriger ... und NSDAP-Mitglied .... wurde Kurt
Knittel zum ..Mitläufer" entnazifiziert (Spiegel 21. 1966.
73); b) (nachdem2. Weltkrieg) in staatlichen Einrichtungen,
im öffentlichen Leben nationalsozialistische Einflüsse
ausschalten: die Verwaltung, die Universitäten, die Justiz e.;
<Abl.:) Entnazifizierung, die; -. -en.
Entnazifh&nings-: -behörde. die: Behörde, die die
Entnazifizierung überwacht: -gericht, das: Gericht, das
Verhandlungen zur Entnazifizierung führt: Nun wartet er begierig auf
seine Verhandlung vor der Spruchkammer, dem E.. wo
er sich mit Erfolg zu rechtfertigen hofft (Kesten. Geduld
32); ^gesetz, das: Gesetz, das die Entnazifizierung bewirkt:
^kommission, die: von den Alliierten nach 1945 in
Deutschland eingesetzte Kommission, die Entnazifizierungen
vornahm: ^verfahren, das: Verfahren, mit dem
Entnazifizierungen durchgeführt wurden.
entnebeln <sw. V.; hat): vom Nebel befreien:
Ultraschallsirenen hatten einen Teil des Feldes und der darüberliegenden
Luftschichten entnebelt (Menzel. Herren 73); <Abl.:> Ent-
nebehing, (seltener:) EntneMung, die; -. -en.
entnehmen <st. V.; hat): 1. zu einem bestimmten Zweck
aus etw. (selten: jmdm.) herausnehmen: aus der Kasse
Geld e.; jmdm. eine Blutprobe e.; Ü ein Leitbild der
Literatur e.; Die Offiziere, fast ausnahmslos dem Adel
entnommen ... (Fraenkel, Staat 18). 2. etw. aus etw. als Information
gewinnen, schließen: dem Schlußkommunique war nicht
viel zu e.; Ihrem Schreiben haben wir entnommen, daß...
entnerven <sw. V.; hat): nervlich erschöpfen: der Kraft, der
Nerven berauben: der lange Krieg hatte sie entnervt; ein
entnervender Lärm. Gedanke; <Abl.:> Entnervung. die. -,
-en <P1. selten): das nervliche Erschöpftsein.
EntoMast [ento* blast], das; -[eis. -e [zu griech. entös =
innerhalb u. blastös = Sproß. Trieb]. Entoderm
[ento'dsrm]. das; -s. -e [zu griech. entös = innerhalb u.
derma = Haut] (Biol.. Med.): inneres Keimblatt des
Embryos, das während der Bildung der Gastrula entsteht u.
aus dem der Urdarm u. später der Mitteldarm mit seinen
Drüsen hervorgehen: vgl. Ektoderm; entodermal
[...der'ma:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Biol.. Med.):
aus dem inneren Keimblatt entstehend: vgl. ektodermal.
entölen <sw. V.; hat): den 01-, Fettgehalt von etw. reduzieren:
stark entölter Kakao; <Abl.:> EntÖlung, die; -. -en.
Entomologe [entomo'kxga]. der; -n. -n [aus griech. entomon
(zöon) = Insekt, eigtl. = eingeschnittenes (Tier) u.f-löge]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Entomologie,
Insektenforscher: Entomologie [...lo'gi:]. die; -: wissenschaftliche
Erforschung der Insekten, Insektenkunde: die angewandte,
medizinische E.; entomologisch <Adj.; o. Steig.): die
Entomologie betreffend.
Entoparasjt* der; -en. -en [zu griech. entös = innerhalb
u. tParasit] (Biol.): Parasit, der im Innern anderer Tiere
u. Pflanzen lebt.
entopisch [en'to:ptf] <Adj.; o. Steig.) [griech. entopos]
(Fachspr.): am Ort befindlich, einheimisch, örtlich.
Entoptyana, das; -s. ...men [zu griech. entös = innerhalb
u. t Plasma] (Biol.): innere Schicht des Protoplasmas bei
Einzellern (Ggs.: Ektoplasma).
entoptisch [entoptiJl <AdJ.; o. Steig.) [zu griech. entös =
innerhalb u. toptisch] (Med.): im Augeninnern Igelegenl.
entgnlnen <sw. V.;. hat) (selten): die Ordnung von etw.
/zer/stören: die Arzte .... denen die Wiederherstellung
einer entordneten Welt am Herzen liegt
(Reform-Rundschau 2. 1965. 32); <Abl.:) Entyrdnung, die; -.
Entoskopie [entosko'pi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. entös
= innerhalb u. skopein = betrachten, beschauen] (selten):
svw. t Endoskopie.
entotisch [en'to:tiJ] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. entös =
innerhalb u. ötikös = zum Ohr gehörend] (Med.): im
Ohr /entstehend, gelegenJ.
Entourage [ätu'ra.'Sd]. die; - [frz. entourage, zu: entourer
= einfassen, umgeben, zu: tour = Umdrehung; Umkreis.
tTour]: jmds. Umgebung: Kreis von Personen, die jmdn.
zu begleiten pflegen: Joe May liebte es.... ein wenig pompös,
mit großer E.. aufzutreten (Willy Haas, in: Kristall 18.
1959.56).
En-tout-cas [ätu'ka], der; - [...a(s)l. - [...as; frz. en-tout-cas.
eigtl. = in jedem Fall, aus: en = in (< lat. in), tout
= ganz; jeder (< vlat. tottus < lat. tötus = ganz) u.
cas = Fall < lat. casus] (veraltet): großer Schirm (der
zum Schutz sowohl gegen Sonne als auch gegen Regen
verwendet werden kann).
Entoxismus [ento'ksismus]. der; -. ...men [zu griech. en =
in. in ... hinein, innerhalb u. toxikön = Pfeilgift] (Med.):
1. <o. PI.) Vergiftung. 2. Vergiftungserscheinung.
Entozoon [ento'tso:on]. das; -s, ...zoen [...'tso:an] u. ...zoa
[zugriech, entös = innerhalb u. zöon = Lebewesen. Tier]
(Med.): tierischer Schmarotzer im Körperinnern.
entpersönlichen [entper'z0:nli$n] <sw. V.; hat): das
Persönliche, die Persönlichkeit bei etw. ausschalten: die Forschung
immer stärker e.; durch die Sprachlabors ist der Unterricht
weitgehend entpersönlicht; <Abl.:> Entpersönlichung, die;
-. -en <P1. ungebr,).
entpfliditen [£nt'eflj<;tn] <sw. V.; hat): [nach Ablauf der
Dienstzeit] von seinen Amtspflichten entbinden, aus dem
Amt entlassen: einen Professor [von seinem Ordinariat],
einen Ministerialdirigenten e.; <Abl.:) Entpflichtung, die;
-. -en.
entpoetiskren <sw. V.; hat): einer Sache den poetischen
Charakter nehmen: <Abl.:> Entpoetfeknmg, die; -. -en.
entpolitisieren <sw. V.; hat): das Politische in einem I
staatlichen od. sozialen! Bereich ausschalten: die Atmosphäre
e.; die Rundfunkanstalten e.; Diese Phase ... ist geprägt
durch entpolitisierende Wahlkämpfe (Stamokap 76);
<Abl.:> Entpolitiskning, die; -.
703
entpressen
entpr^ssen <sw. V.; hat) (geh.): aus jmdm. durch Zwang,
Schmerz, Folter o.a. herausbringen: die Folter entpreßte
ihm ein Geständnis (Schneider. Erdbeben 126).
entprivatfckren <sw. V.; hat): svw. tverstaatlichen (Ggs.:
privatisieren): ein Unternehmen, die Presse e.; <Abl.:> Ent-
privatfekrung. die; -. -en.
entproblematisjeren <sw. V.; hat): aus der Problematik heraus-
führen, von der Problematik befreien: die menschliche
Partnerschaft ... läßt sich nicht ... e. (MM 3. 10. 69. 56);
<Abl.:> Entprobtanatiskning, die; -, -en.
entpuppen [Ent'popn]. sich <sw. V.; hat) [zu tPuppe (3)]:
sich überraschend atsjmd.. etw. erweisen u. in seinem wahren
Charakter erkannt werden: sich als [kleiner] Tyrann, als
großes Talent e.; er entpuppte sich als Betrüger, als mein
neuer Kollege; die Meldung entpuppte sich als aufgelegter
Schwindel; du hast dich ganz schön entpuppt (ugs. iron.;
überraschend zum Negativen hin verändert): <Abl.:> Entpyp-
pung. die; -. -en.
entqualifhferen <sw. V.; hat): einer Sache ihren Wert nehmen:
der Moment WAHRMACHEN, der die Sublimation
entqualifiziert, der die Freuden der Verdrängung abwertet
(Wohmann. Absicht 382).
entquellen <st. V.; ist) (geh.): aus etw. Quellen, Quellend
herausdringen: Tränen entquollen ihren Augen;... von Jenem
sanften ... Geräusch, das ihrem (= der Grotte) Innern
wie Brausen der Muschel ... entquoll (Langgässer. Siegel
156).
entr«flen <sw. V.; hat) (dichter.): svw. tentreißen: Ü dem
bloßen Schauen mich entraflend (Th. Mann. Krull 100).
entrahmen [ent'raiman] <sw. V.; hat): den Rahm (von der
Milch) abschöpfen: Milch e.; entrahmte Frischmilch;
<Abl.:> Entrghmer, der; -s. -: Milchschleuder, mit der die
Milch maschinell entrahmt wird: <Abl.:> Entrahmung, die;
-. -*n <P1. selten).
entrappen [ent'rapn] <sw. V.; hat) [zu TRapp] (Winzerspr.):
Beeren von den Traubenstielen ( = Rappen) vor der
Kelterung abtrennen: Die en trappte Maische läßt man ... in
großen Behältern stehen (MM 13. 10. 70. 9).
entraten <st. V.; hat) [mhd. entraten] (geh.. veraltend): auf
jmdn., etw. Entbehrliches verzichten: ohne jmdn.. etw.
auskommen: der Geselligkeit, der Frauen e.; das Buch kann
der Werbung e.; Er (= der Sternsee) en träte bei seinen
vielen Vorzügen völlig des melancholisch-malerischen
Reizes des Riedsees (Seidel. Sterne 32).
entr|t9ebi <sw. V. hat): a) etw. Rätselhaftes verstehen,
durchschauen: ein Geheimnis, eine unbekannte Schrift, die
Ursache von etw. e.; worum es eigentlich ging, konnte er nicht
e.; b) <e. -I- sich) als etw. Rätselhaftes verstanden,
durchschaut werden: Zugleich beginnt die Bedeutung Jenes
„zweiten Abgesandten44 sich zue. (Th, Mann. Joseph 40); <Abl.:>
Entrits[e]kmg, die; -. -en.
Entreakt [ä'trakt]. der, -[eis. -e [frz. entr'acte. eigtl. =
Zwischenakt, aus: entre = zwischen (< lat. inter) u. acte
= Akt. Aufzug < lat. actus]: (auch selbständig
aufgeführte) Zwischenaktmusik von Opern u. Schauspielen.
Entrechat ßtre' Ja], der; -s. -s [frz. entrechat = Luft-.
Kreuzsprung (in Anlehnung an: chasser = Jagen) < ital. (caprio-
la) intrecdata = verflochtener (Sprung), zu: intrectiare
= verflechten, zu: treccia = Flechte. Zopf; H. u.] (Ballett):
gerader Sprung in die Höhe, bei dem die Fersen in der
Luft /mehrmals! gekreuzt übereinandergeschlagen werden.
entrechten <sw. V.; hat): jmdn. seiner Rechte berauben: um
die Juden zu e. (Hochhuth. Stellvertreter 95); <subst. 2.
Part.:) Entrechtete [ent're$tato]. der u. die; -n. -n (Dekl.
f Abgeordnete): jmd., der seiner Rechte beraubt worden ist:
Der... BHE (Block der Heimatvertriebenen und
Entrechteten) ... (Fraenkel. Staat 249); <Abl.:) Entrechtung« die;
-. -en.
Entrecote [ätre'ko:t]. das; -[s]. -s [frz. entrecöte. aus: entre
= zwischen (< lat. inter) u. cöte = Rippe < lat. Costa):
Rippenstück vom Rind, das in Scheiben gebraten wird.
Entree [ä'tre:]. das; -s. -s [frz. entree, zu: entrer = eintreten
< lat. inträre]: 1. Eingangsraum, Vorzimmer: Das ,£ntree"
ist die Visitenkarte der ganzen Wohnung (Wohnfibel 42).
2. Eintritt. Erscheinen: das (= das Geburtstagskind) sich
... noch immer verborgen hielt, um aus seinem E. dann
den ganz großen Clou zu machen (K. Mann. Mephisto
20); Ü Sein E. im Berlin der Clique war somit gut vorbereitet
(Kantorowicz, Tagebuch 1,125). 3. (bes. österr.) Eintritt [s-
geldi: das E. kostete 10 DM. 4. Vorspeise od.
Zwischengericht zwischen Suppe u. Hauptgericht. 5. a) Eröffnungsmusik
eines Balletts: b) Auftrittslied od. -arie. bes. in Singspiel
u. Operette: <Zus.:> Entrfifitür, die: Eingangstür, Flurtür.
Entrefilet [ätrafi'le]. das; -s. -s [frz. entrefilet. aus: entre
= zwischen (< lat. inter) u. filet = Druckzeile, eigtl.
= kleiner Faden, tFilet] (Fachspr.): eingeschobene
[halbamtliche! Zeitungsnachricht.
entreißen <st. V.; hat): 1. unter Gewaltanwendung [mit einer
heftigen Bewegung! wegnehmen, aus den Händen reißen:
jmdm. eine Waffe, die Handtasche e.; dem Räuber sein
Opfere.; Ü jmdm. sein Geheimnis e.; im letzten Augenblick
wurde den Borussen der Sieg, die Meisterschaft, der Titel
entrissen; sie wurde ihm durch den Tod entrissen. 2. (geh.)
a) aus, vor etw. retten: jmdn. den Flammen, dem Tod.
dem Elend e.; b) aus einer bestimmten Verfassung
herausreißen, von etw. befreien: jmdn. der Lethargie, dem Zweifel
e.; jmdn.. etw. dem Vergessen e. (die Erinnerung an jmdn..
etw. jmdm. wieder ins Gedächtnis rufen).
Entrebcs [ätra'la]. das; - [...a(s)]. - [...as; frz. entrelacs. zu.
entrelacer = verflechten, aus: entre = zwischen (< lat.
inter) u. lacer = (ein)schnüren < lat. laaueäre = verstrik-
ken] <meist PL): Flechtwerk, einander kreuzende od.
ineinander verschlungene Linien u. Bänder im Kunstgewerbe
u. in der Baukunst.
Entranes [ätra'mes]. das; -. - [span. entremds, (viell. <
afrz. entremis) < lat. intermissus. 2. Part, von: intermittere
= dazwischenlegen, einschieben]: (ursprünglich
possenhafter) Einakter des spanischen Theaters, der zwischen zwei
Aufzügen eines Schauspiels aufgeführt wurde: Entremetier
[...me'tie:]. der. -s. -s [frz. entremötier): Spezialkoch für
Suppen u. kleinere Zwischengerichte: Savoy-Hotel... sucht
... E. (Deutsche Hotel-Nachrichten 15. S. 54. 8); Entranets
[ätre'me:]. das; - [e:(s)l. - [...e:s; frz. entremets. aus: entre
= zwischen (< lat. inter) u. mets = Gericht, (in Anlehnung
an: mettre = (Speisen) zubereiten) < lat. missus]: (bei
einer größeren Speisefolge) leichtes Zwischengericht aus
Gemüse od. Eiern, auch in Form von Süßspeise.
entre nous [ätra'nu; frz.. aus: entre = zwischen, unter (<
lat. inter) u. nous = uns < lat. nös] (bildungsspr.): unter
uns. ohne die Gegenwart eines Fremden u. daher in der
nötigen Atmosphäre der Vertrautheit: das sollten wir einmal
e. n. besprechen.
Entrepot [ätre'po:]. das; -. -s [frz. entrepöt. zu afrz. entrepo-
ser = vorübergehend deponieren, aufspeichern < lat. in-
terpönere = dazwischenlegen, einschieben]: zollfreier
Stapelplatz. Speicher.
Entrepreneur [ätrepra'ne:?]. der; -s. -e [frz. entrepreneur.
zu: entreprendre = unternehmen, aus: entre = zwischen,
unter (< lat. inter) u. prendre = nehmen < lat. prehende-
re. prendere] (veraltet): Unternehmer. Veranstalter. Agent
(z.B. von Konzerten. Theateraufführungen); Entreprise
[...'pri:»]. die; -. -n [frz. entreprise. subst. 2. Part. (Fem.)
von: entreprendre. t Entrepreneur] (veraltet): Unternehmen.
Unternehmung.
Entraol [ätra'sol], das; -s. -s [frz. entresol < span. entresue-
lo.aus: entre = zwischen (< lat. inter) u. suelo =
Fußboden < lat. solum] (Archit. veraltet): Zwischengeschoß.
Halbgeschoß.
Entrevue [ätre'vy:], die; -. -n [...y:an; frz. entrevue. aus:
entre = zwischen (< lat. inter) u. vue = das Sehen,
subst. 2. Part, von: voir = sehen < lat. videre] (veraltet):
Zusammenkunft. Unterredung, bes. von Monarchen: ... in
sehr viel intimerer Form als die E. mit dem Reichsmarschall
(K. Mann. Wendepunkt 439).
entrichten <st. V.; hat) [mhd. entrihten. ahd. intrihten =
in die rechte Ordnung bringen, schlichten, entscheiden]
(Amtsspr.): einen gesetzlich, vertraglich festgelegten
Geldbetrag, der einem regelmäßig od. von Fall zu Fall abgefordert
wird, bezahlen: Steuern, eine Gebühr e.; er muß die Raten
monatlich [an die Bank] e.; seinen Obolus e. (scherzh.;
seinen Beitrag. Eintritt bezahlen)'. Ü die Stadt mußte der
Seuche ihren Tribut e. (viele starben in der Stadt an der
Seuche): <Abl.:> Entrichtung, die; -. -en <P1. selten).
entriegeln <sw. V.; hat): von der Verriegelung befreien, einen
Riegel zurückschieben (Ggs.: verriegeln): eine Tür. ein Tor
e.; <Abl.:> Entrkg[e]lung, die; -. -en.
entrieren KT tri:ren] <sw. V.; hat) [frz. entrer. t Entree]
(veraltet): beginnen, in etw. eintreten: ein Vorhaben.
Unternehmen. Geschäft e.
entrinden [ent'nndq] <sw. V.; hat): von der Rinde befreien.
704
entschädigen
die Rinde von etw. ablösen: Baumstämme mit einer
Maschine e.; <Abl.:) Entrindung, die; -. -en <P1. selten).
cntrimen <st. V.; hat) (geh.): 1. in einem Kampf, unter
großen Mühen wegnehmen: jmdm. ein wichtiges Dokument
e.; Ü haben sie (= die Angelsachsen) ihm (= Napoleon)
die andere Hälfte der Welt, das Meer, entrungen (St. Zweig.
Fouchö 145). 2. <e. + sich) a) sich mühsam aus einer
Umklammerung o.a. befreien: sich jmds. Umarmung e.;
U irgendwelche Anstrengung, sich der Verschwommenheit
und Versponnenheit zu e. (Th. Mann. Zauberberg 751);
b) als Laut mühsam aus jmdm. hervorkommen: ein Seufzer
entrang sich ihm. seiner Brust; U Nietzsche, dem sich
... der ohnmächtige Schrei gegen das ... Untergehen in
die ... Endlichkeit entrang (Nigg. Wiederkehr 18).
altrinnen <st. V.; ist) [mhd. entrinnen, ahd. intrinnan. zu
T rinnen in dessen alter Bed. ..rennen, laufen4']: 1. (geh.)
a) mit knapper Not einer Bedrohung entgehen: einer Gefahr,
dem Tod. der Gefangenschaft e.; <subst.:) die (= die
Wirbel der Wirklichkeit) sie in seine Tiefe rissen, aus der
es kein Entrinnen gab (Anderseh. Sansibar 136); b) sich
jmdm. gerade noch durch Flucht entziehen können: Er ...
entrann ... dem Kommissar ... und der ganzen Gestapo
(Fallada. Jeder 161). 2. (dichter.) aus etw. herausrinnen.
3. dichter, für t verrinnen: die Jahre entrinnen.
entrjppen <sw. V.; hat) (Fachspr.): die Rippen aus
Tabakblättern entfernen: Tabak e.
entrbch Centn!] <AdJ.: o. Steig.) [mhd. entrisch = alt.
altertümlich, ahd. entrisc. antrisc = fremd, zu fander...]
(bayr.. österr.): nicht geheuer, unheimlich.
entrollen <sw. V.) (geh.): 1. (etw. Gerolltes)
auseinanderrollen u. in eine Fläche bringen (hat): eine Urkunde, eine
Fahne e.; Ü ... entrollte Herr von KnobelsdorfT ... das
dunkle Bild von der Lage des Landes (Th. Mann. Hoheit
237). 2. <e. 4- sich) nach u. nach in Erscheinung treten,
sich ereignen, sich entfalten <hat): vor seinen Augen
entrollte sich eine andere Welt; die Akteure des großen Dramas,
das sich dann am 9. Thermidor entrollt (St. Zweig. Fouchl
66). 3. aus etw. herausrollen <ist>: den Händen ... waren
... Silbermünzen entrollt (Ceram. Götter 21).
entromantiskren <sw. V.; hat): einer Sacheden romantischen
Charakter nehmen: ..Volkstümlich" ist... Schälikes
entromantisierte... Prosaübersetzung (MM 23.4.74.24); <Abl.:>
Entromantisienmg. die; -. -en.
Entropie [entro'pi:]. die; -. -n [.. j:an; zu griech. en = in.
in ... hinein, innerhalb u. trope = Wendung. Umkehr]:
1. (aus der Thermodynamik stammende) physikalische
Größe als Bezeichnung für den Grad der Nicht umkehrbarkeit
physikalischer Vorgänge: das .Gesetz der E/ .... nach
welchem alle Materie sich in immer wahrscheinlichere
Zustände begibt (Medizin II. 230); U In seiner Prophezeiung
derE. der Geschichte ... (Adorno. Prismen 113). 2. (Infor-
mationst.) mittlerer Informationsgehalt einer
Zeichenmenge: Entropium [en'tro.piom]. das; -s. ...ien l...pn; zu griech.
en = in. in ... hinein u. trope = Wendung. Umkehr]
(Med.): krankhafte Umstülpung des Augenlides nach innen.
entrosten <sw. V.; hat): die Rostschicht von etw. entfernen:
Eisen e.; <Abl.:) Entlastung, die; -. -en <P1. selten).
entrücken <sw. V.) (geh.): 1. <hat) a) einem bestimmten
Bereich od. Zustand entziehen: das Flugzeug, das die ...
Eigentümer... der tödlichen Verseuchung entrückt (Kasch-
nitz. Wohin 112); <häufig im 2. Part.:) der Wirklichkeit,
der Öffentlichkeit entrückt sein; wie ein Hifthorn ...
abwechselnd näher und wieder entrückter (Th. Mann. Herr
131); b) auf wunderbare Weise in eine andere Welt, in
einen Zustand versetzen, in dem man sich nicht mehr an
seinem tatsächlichen Ort wähnt: in den Berg ... wurde
auch Empedokles entrückt (Kaschnitz. Wohin 125);
(häufig im 2. Part.:) [im Traum] selig entrückt sein; entrückt
auf etw. blicken. 2. (selten) aus jmds. Bewußtsein rücken,
sich entfernen <ist): Das Grab entrückte mit den
Umstehenden und den Kränzen (Bachmann. Erzählungen 130); <Abl.
zu 1 b:> Entrijcktheit. die; -. -en (PI. ungebr.) (geh.): das
Entrücktsein: Stärker noch als von dieser idyllischen E.
fühlt sich Goron ... berührt (Maass. GoufK 33);
Entfaltung, die; -, -en <P1. ungebr.) (geh.): a) das Entrücken
da): ... nicht mehr als eine flüchtige E. aus den Nöten
des Lebens... (Freud. Unbehagen 111); b) das Entrücktsein
(entrücken 1 b): in traumhafter E.; ihr Gesicht hatte den
... Schimmer nachtwandelnder E. (Fussenegger. Zeit 244).
entrümpeln [ent'nmpjn) <sw. V.; hat): Gerumpel aus einem
Rauni entfernen: eine Wohnung, einen Boden e.; <Abl.:>
Entrtimp[e]lung, die; -. -en <P1. ungebr.).
entrinden <sw. V.; hat) (Sprachw.): bei der Aussprache eines
Lautes die Lippenrundung aufgeben: mhd. ..diu" wurde
zu nhd. ...die" entrundet; <Abl.:> Entrundung, die; -. -en.
entwBen <sw. V.; hat): von Ruß befreien, säubern: Ruß
entfernen: den Ofen e.
entlasten <sw. V.; hat) (mhd. entrüsten = die Rüstung
abnehmen, entwaffnen; aus der Fassung bringen, in Zorn
versetzen]: a) <e. 4- sich) durch etw. in seinem sittlichen
Bewußtsein beleidigt sein u. seiner Empörung Ausdruck
geben: sich über Jmdn.. Jmds. Verhalten [sittlich] e.; und
wenn die Perser ihren gerechten Anteil an den ölgewinnen
fordern, dann entrüsten sie sich (Dönhoff. Ära 163); b)
jmdn. in seinem sittlichen Bewußtsein beleidigen u. dadurch
in Empörung versetzen: diese Behandlung entrüstete ihn;
er war entrüstet über das. was hier geschah; ein entrüstetes
(Empörung verratendes) Gesicht; <Abl.:> Entrüstung, die;
-. -en <P1. ungebr.): das Entrüstetsein, Empörung: E. über
ein Verbrechen; etw. ruft einen Sturm der E. hervor; etw.
mit sittlicher E. ablehnen, dazu: Entrystungssturm, der
<P1. ungebr.): als der erste E. abgeklungen war (Kuby.
Sieg 170).
entsaften [ent'zaftn] <sw. V.; hat): mit dem Entsafter den
Saft aus etw. herausbringen: Kirschen. Johannisbeeren e.;
Entsafter, der; -s. -: / elektrischer J Apparat, mit dem man
Saft aus etw. gewinnt: Automatischer E. für Frischsäfte
aus Obst und Gemüse (Spiegel 31. 1966. 47).
entsagen <sw. V.; hat) [mhd. entsagen, ahd. intsagen =
aufkündigen, sich einer Sache entziehen] (geh.): auf etw.,
(selten:) jmdn. schweren Herzens aus einer bestimmten
Einsicht heraus freiwillig verzichten: den Freuden des Lebens
e.; freiwillig [der Herrschaft] e. (abdanken, zurücktreten):
um der Kinder, um des ... Mannes willen ... hatten sie
Verzicht geleistet und einander entsagt (Th. Mann. Hoheit
193); <Abl.:> Entsagung, die; -. -en (geh.): das Entsagen:
sein Blick hatte einen Zug schmerzlicher E.. dazu:
entsagungsreich <AdJ.): reich an Entsagungen: ein -es Leben.
entsagungsvoll <AdJ.): a) Entsagungen auf sich nehmend:
ein -er Wesenstyp; b) Entsagung verlangend: eine -e
Tätigkeit.
entsahnen [ent'za:ndn] <sw. V.; hat): (von Milch) Sahne,
Fett abtrennen, entfernen.
entsakralbierei [entzakrali'zi:ren] <sw. V.; hat): einer Sache
den sakralen Charakter nehmen: 1967. als der Denkmalsrat
dieentsakralisierte. verfallende Kirche aus dem
Denkmalschutz entließ, waren diese Funde noch nicht bekannt
(MM 30. S. 68. 13); <Abl.:) Entsakraliskning. die; -. -en:
die Frage der E. der Sprache (der profanen Tendenz beim
Gebrauch des religiösen Wortschatzes) und die Einstellung
des gläubigen Menschen zu ihr (Muttersprache 3. 1973.
240).
entsalzen <sw. V.; hat): Mineralstoffe aus Meer- od.
Brackwasser zur Gewinnung von Trinkwasser entfernen:
Meerwasser wird entsalzt (Welt 18. 3. 71); <Abl.:> Entsalzung, die;
-. -en. dazu: Entsalzungsanlage, die.
Entsatz, der; -es: a) Befreiung einer belagerten Festung od.
eines eingeschlossenen Truppenteils durch neu herangeführte
Truppen: der E. ist schwierig; jmdm. E. bringen; Ü ...
ähnelte die Reise von Dr. Peters zum E. Emin Paschas
... mehr einem Kriegszug als einer Expedition (Grzimek.
Serengeti 105); b) kurz für t Entsatztruppeln]: auf E. warten;
Ü E. näherte sich ...: Joachim betrat das Lesezimmer,
die Rede des Literaten brach ab (Th. Mann. Zauberberg
350); <Zus. zu a:> Ents^tzarmee, die; Entsqjtztruppe, die.
entsäuern <sw. V.; hat): unerwünschte Säure in etw.
verringern: Wein durch Zusatz von kohlensaurem Kalk e.;
<Abl.:) Erneuerung, die; -. -en <P1. ungebr.).
entschädigen <sw. V.; hat): a) jmdm. für einen Schaden /für
den man selbst verantwortlich ist] einen angemessenen
Ausgleich zukommen lassen, einen Ersatz geben: Jmdn. für
einen Verlust ausreichend, mit Geld e.; Ü Der Leser wird
für die augenblickliche Entbehrung baldigst entschädigt
werden (Th. Mann. Krull 104); wurde er für die Mißerfolge
in Tirol bald reichlich entschädigt durch eine unerwartete
Wendung im Kampf um das Reich (Feuchtwanger.
Herzogin 93); Sie sagen: Nachholen. Sich e. (Gaiser. Schlußball
175); die Aussicht vom Gipfel entschädigte uns (war ein
Ausgleich) für den mühsamen Aufstieg; b) einen Schaden
i angemessen 1 ausgleichen: Totalinvalidität wird mit 36000
45 GDW
705
Entschädigung
... Franken entschädigt (FAZ 4.11.61.9); <Abl.:>
Entschädigung, die; -. -en: a) dos Entschädigen (a): die E. der
enteigneten Grundbesitzer [durch den Staat]; b) das, womit
jmd. entschädigt wird; Ausgleich für erlittenen Schaden:
eine E. verlangen; 50000 Mark [als] E. erhalten.
entschidigiMigs-, Enfschjdjgimgs: -^ansprach, der: Anspruch
auf Entschädigung: ^fonlenmg, die: Forderung nach
Entschädigung; ^klage, die: Klage auf Entschädigung; ^k»
<Adj.; o. Steig.): keine Entschädigung bietend: etw. e.
beschlagnahmen; ^summe, die: Summe, die als Entschädigung
gefordert, gezahlt wird.
entschärfen <sw. V.; hat): 1. die Zündvorrichtung von einem
Explosivgeschoß entfernen: eine Mine. Bombe e.; Ü ...
können Lawinen durch Sprengstoffladungen rechtzeitig
entschärft werden (kann ihre Gefährlichkeit herabgemindert
werden; Vaterland 281.1968.17); der clevere Keeper
konnte auch diese Bombe, auch diesen Schuß e. (Sport Jargon;
halten). 2. a) weniger problematisch gestalten, einer
Auseinandersetzung o. ä. die Schärfe nehmen: ein Problem, eine
Debatte, eine Krise e.; b) ein wesentliches Element von
etw. nicht mehr genügend berücksichtigen: Ein Teil der
Unternehmer helfe mit. die Grundsätze der
Marktwirtschaft zu e. (DM 45. 1965. 3); <Abl.:) Entschärft*«, die;
-. -en <PI. ungebr.X
Entscheid [ent'fajt]. der; -[e]s, -e: a) von richterlicher,
amtlicher Seite ausgesprochene Entscheidung: nach E. des
Arztes, des Schiedsrichters; Die ... Opposition kann ... gegen
den E. der Mehrheit das Bundesverfassungsgericht anrufen
(Fraenkel. Staat 229); b) svw. t Entscheidung: durch
Erhards Zögern vor dem E. zur Kandidatur (Spiegel 13.
1966.42); entscheiden <st. V.; hat) /vgl. entschieden/ [mhd.
entscheiden = sondern; richterlich schlichten, urteilen,
bestimmen]: 1. a) (einen Zweifelsfall) /endgültig! klären,
indem man in der betreffenden Sache ein Urteil fällt: das
Gericht wird den Streit e.; ich wage nicht zu e.. wer hier
recht hat; b) in einem Zweifelsfall anordnend bestimmen:
über den Einsatz von Truppen e.; ist schon entschieden,
wer hinfahren soll? 2. in bezug auf etw. den Ausschlag
geben: dieser Zug entschied die Schachpartie; das Los
soll e.; das Los hat gegen ihn entschieden (durch das
Los ist die betreffende Sache negativ für ihn ausgegangen);
das Spiel, die Partie, die Meisterschaft, das Match für
sich e. [können! (Sport; gewinnen /können/). 3. <e. +
sich) a) nach Prüfen. Vergleichen od. kurzem Besinnen
in einem Entschluß seine Wahl auf jmdn.. etw. festlegen:
sich für einen Bewerber, ein Verfahren e.: er konnte sich
nur schwer e. (zu einem Entschluß kommen); b) als eine
von mehreren Möglichkeiten eintreten, sich herausstellen:
morgen wird [es] sich e.. wer recht behält; das Spiel
entschied sich bereits gegen Ende der ersten Halbzeit (der
Ausgang war bereits gegen Ende der ersten Halbzeit
festgelegt); entscheidend <Adj.): auf eine persönliche Haltung
od. eine Entwicklung so einwirkend, daß eine bestimmte
Wende erfolgt: er hatte -en Einfluß auf ihn; e. für seine
Wahl waren seine praktischen Erfahrungen; Der Kaiser
wird bei Fleurus von der Republik e. geschlagen (Sieburg.
Robespierre87); dieaußenpolitischeStellunge.
(aufsäußerste, sehr) schwächen; <subst.:) etw. Entscheidendfes hat
sich geändert; Entscheidung« die; -. -en: 1. das Entscheiden
(1. 2): eine gerichtliche E.; eine E. erzwingen; die Frage
steht vor der E. (wird demnächst entschieden); darüber
steht ihm die E. zu: die E. fiel durch das Los. 2. das
Sichentscheiden: einer E. ausweichen; wir müssen endlich
zu einer E. kommen (nachdrücklich; wir müssen uns endlich
entscheiden).
entschfiidungs-. Entscheidung*-: -befugnis.die: Befugnis, eine
Entscheidung (1) zu treffen: daß die E. beim Parlament
... liegt (Dönhoff. Ära 34); -frage, die (Sprachw.): Frage,
die ein Ja od. Nein als Antwort verlangt; ^freiheit, die:
a) Freiheit, eine Entscheidung (1) zu treffen: b) Freiheit,
sich zu entscheiden (3 a): in diesen Fragen haben Sie völlige
E.; -furcht, die: a) Furcht davor, sich entscheiden (3 a)
zu müssen; -gewalt, die: Macht. Über etw. zu entscheiden
(1 b): die atomare E.; -Instanz, die: Instanz, die
Entscheidungen (1) trifft; -kämpf, der: Kampf, in dem sich ein
Schicksal o.a. entscheidet (3 b): hatte Mao Tse-tung ...
den E. um die Macht ... begonnen (Fraenkel. Staat 52);
-lauf, der (Leichtathletik): Lauf, in dem sich die Läufer
für eine weitere Teilnahme am Wettbewerb qualifizieren;
Mnöglichkeit, die: --recht, das: a) Recht, eine Entscheidung
(1) zu treffen: das Staatsoberhaupt hat in Demokratien
nur selten ein eigenes E.; b) Recht, sich zu entscheiden
(3 a); -schlacht, die: vgl. -kämpf; -schwer <Adj.; nicht
adv.) (geh.): von entscheidender, schwerwiegender
Bedeutung: sie ahnt nicht, welchen -en Schritt sie damit tut
(Greiner. Trivialroman 38); -satz, der (bes. Tennis): über
Gewinn od. Verlust bei einem Gleichstand entscheidender
Satz; -spiel, das (Ballspiele): Spiel, das bei gleichem
Punktod. Torverhältnis angesetzt wird, um eine Entscheidung
herbeizufuhren; -stunde, die: a) Stunde, in der eine
Entscheidung (1) getroffen wird; b) Stunde, in der sich jmd.
entscheiden (3 a) muß.
entschieden [ent'Jrdn] <Adj.) [2. Part, von tentscheiden):
1. eine eindeutige Meinung vertretend u. fest entschlossen:
ein -er Gegner dieser Richtung; ihre Haltung war sehr
e.; etw. e.. auf das -ste (ganz energisch) ablehnen. 2. <nicht
präd.) eindeutig, klar ersichtlich: das ist ein -er Gewinn
für uns; das geht e. zu weit: (Abi. zu 1:) Entschiedenheit.
die; -. -en <P1. ungebr.): entschiedene Haltung: etw. mit
[aller] E. vertreten, unterstützen, verneinen.
entschlacken <sw. V.; hat): zur Entgiftung u. Reinigung des
Körpers von Stoffwechselprodukten befreien: mit
Abfuhrmitteln den Organismus e.; der Blutreinigungstee
entschlackt den Körper; U Die Wirklichkeit blieb stets
respektiert, sie wurde aber entschlackt (von Nichtverwertbarem
gereinigt, von Überflüssigem befreit; Hochhuth.
Stellvertreter. Nachwort 229); <Abl.:> Entschlackung, die; -. -en <P1.
ungebr.).
entschlafen <st. V.; ist) [mhd. entsläfen. ahd. intsläfan =
einschlafen, aus f in u. t schlafen] (geh.): 1. (verhüll.) eines
sanften Todes sterben: er ist gestern [sanft] entschlafen;
<subst.:) beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen
(gerade erst gestorbenen Angehörigen). 2. (geh.)svw.
feinschlafen: Thiel ... ging zu Bett und entschlief (Hauptmann.
Thiel 13).
entschlagen, sich <st. V.; hat) (geh.): a) sich innerlich von
etw. frei machen: sich einer Furcht, einer Sorge, jeder
Parteilichkeit e.; als er... sich eines Gefühls der
Überlegenheit nicht hatte e. können, als er die schmaläugige Fremde
in seiner Muttersprache sich hatte versuchen hören CTh.
Mann. Zauberberg 319); b) auf ein Recht o.a. verzichten:
Die abgehärmte Frau entschlägt sich nicht der Aussage
(Express 4. 10. 68. 3).
entschlammen [ent'Jlamdn] <sw. V.; hat): von Schlamm
befreien: Wasserläufe e.; <Abl.:) Entschtynmung, die; -. -en
<P1. selten).
entschleiern [ent'Jlaien] <sw. V.; hat) (geh.): 1. den Schleier
zurückschlagen, entfernen u. dadurch den Blick auf etw.
freigeben (Ggs.: verschleiern): das Gesicht e.; die Orientalin
entschleierte sich; U nach dem Morgendunst entschleierte
sich die Gebirgskette allmählich. 2. a) erw. Geheimnisvolles.
Unergründliches, nur zu Ahnendes sichtbar machen: den
Sinn des Lebens, ein Geheimnis e.; Meine Erzählung
entschleierte mein Herz (Jahnn. Geschichten 29); b) <e. +
sich) als etw. bisher Verborgenes sichtbar werden: nun erst
entschleierte sich der Betrug, der sie umgeben ... hatte
(Schneider. Erdbeben 89); <Abl.:) Entschleierung, die; -.
-en <P1. ungebr.).
entschließen, sich <st. V.; hat) /vgl. entschlossen/ [mhd.
entsliesen, ahd. intsliosan = aufschließen]: sich dahin
bringen, etw. Bestimmtes tun zu wollen: sich nur schwer [zu
etw.] e. können; in ihrer Verzweiflung war sie zu allem
entschlossen; er war fest entschlossen, nicht nachzugeben;
kurz entschlossen reiste er ab; <Abl.:> Entschließung, die;
-. -en: 1. das Sichentschließen: eine rasche E.; zu einer
E. gelangen. 2. Beschluß einer Behörde, einer
parlamentarischen Körperschaft od. eines Verbandes, um eine Recht sauf -
fassung zum Ausdruck zu bringen od. einer politischen
Forderung Nachdruck zu verleihen: eine E. einbringen, annehmen;
Für das Schulwesen wurden durch die E. der .Ständigen
Konferenz der Kultusminister' ... Grundsätze zur
politischen Bildung erlassen (Fraenkel. Staat 176); entschlossen
[Ent'Jbsn] <Adj.) [2. Part, von tentschließen]: ein Ziel,
eine Absicht unter edlen Umständen zu verwirklichen
trachtend od. von dieser Haltung zeugend; zielbewußt, energisch:
ein -er Gegner. Verfechter einer politischen Idee; -es
Handeln; er zeigte sich stark und e.; nach diesen Vorfällen
trat er e. aus der Partei aus (ließ er sich nicht davon
abbringen, aus der Partei auszutreten); <Abl.:>
Entschlossenheit, die; -: durch nichts zu beugender Wille, etw. Be-
706
entsenden
stimmtes zu tun: entschlossene Haltung. Zielbewußtheit.
Energie: sich mit wilder E. auf Jmdn. stürzen; dazu fehlt
es ihm an E.
entschlummern <sw. V.; hat) (geh.): 1. svw. feinschlafen
(1): so blieb ich ... zu Hause, entschlummerte auch ohne
... Ermüdung leicht und gern (Th. Mann. Krall 14). 2.
verhüll, svw. t entschlafen (1).
entschlüpfen <sw. V.; ist): 1. sich schnell u. geschmeidig
einer Bedrohung od. Bewachung entziehen: der Dieb ist
durch das Fenster entschlüpft; dis Kind entschlüpfte der
Mutter; Ü die (= seine moralischen Begriffe) sonst ein
großes System des Rechthabens darstellten, dem nichts
entschlüpfte (Musil. Mann 382). 2. unbedacht geäußert
werden, entfahren: ihm. seinen Lippen entschlüpfte eine
unvorsichtige Bemerkung; als sich Anna e. ließ, daß ihr
Sohn... mit einer gewissen Trudel Baumann verlobt
gewesen war (Fallada. Jeder 304).
Entschluß, der; ...Schlusses. ...Schlüsse [zu tentschließen]:
etw.% wozu man sich entschlossen hat: durch Überlegung
gewonnene Absicht, etw. Bestimmtes zu tun: ein plötzlicher,
löblicher, weiser E.; es ist mein fester E . daran
teilzunehmen; einen E. fassen, ändern, bereuen; Jmdn. von seinem
E. abbringen; zu keinem E. kommen; er ist ein Mann
von raschem E. (veraltend; ein schnell entschlossener
Mann).
cntachtyB-, Entschluß-: -fähig <Adj.; nicht adv.): fähig, einen
Entschluß zu fassen (Ggs.: -unfähig), dazu: -ßhigkeit,
die <o. PI.) (Ggs.: ^Unfähigkeit): vgl. ^kraft; -freude,
-freudigkeit, die <o. PI.): Eigenschaft, bereitwillig u. ohne
Zögern einen Entschluß zu fassen /wenn es nötig ist]: ^frei-
heit die: Freiheit, eigene Entschlüsse zu fassen: Straft,
die: Kraft, sich zu etw. zu entschließen: die Ausführung
des Gedankens scheiterte an seiner mangelnden E.; -14h-
mung, die: Angst davor, einen Entschluß zu fassen: ^k»
G\dj.; o. Steig.): sich in seiner LethargieI zu nichts
entschließen können: e. in einem Buch blättern, dazu: -k»ig-
kett, die; -; Mmfittiig <Adj.; nicht adv.): nicht fähig, einen
Entschluß zu fassen (Ggs.: -fähig), dazu: Mjnßhigkeit,
die <o. PI.) (Ggs.: -fähigkeit).
entschlüsseln [ent'ÜYsfn] <sw. V.; hat): a) den wirklichen
Text einer verschlüsselten Nachricht herausfinden od. her-
stellen (Ggs.: verschlüsseln): einen Funkspruch, die
Sendungen eines Agentensenders e.; b) einer Sache, (selten:)
einer Person ihre Rätselhaftigkeit nehmen, indem man etw.
aufdeckt: ein Geheimnis, jmds. Tagebücher e.; Ein Mann
wie Labre ist nicht leicht zu e. (Nigg. Wiederkehr 90);
<Abl.:> Entschlüsselung, (selten:) EntschtyBhmg, die; -. -en
<P1. selten).
entschmMtzen <sw. V.; hat): von Schmutz. Verschmutzung
befreien: <Abl.:> Entschmutzung, die; -. -en <P1. ungebr.):
Der E. des Wolgalaufes... kommt... besondere Bedeutung
zu (MM 25. 11. 72. 33); Die Industrie will ... Geld
verdienen. ... ob an der Verschmutzung oder an der E. unserer
Umwelt (Elektronik 12. 1971. 407).
entscholastisieren [entjblasti'zi:ran] <sw. V.; hat) [zu
TScholastik]: von starrem Dogmatismus befreien: H. Heise: Die
entscholastisierte Schule, 2. Auflage 1964 (Buchtitel).
entschreiten <st. V.; ist) (geh.. iron.): sich schreitend
wirkungsvoll von jmdm.. etw. entfernen: ... keinen anderen
Wunsch ... als den nach einem friedlichen Kontorsessel,
von welchem ... er nach Hause e. kann zu Weib und
Kind (Bamm. Weltlaterne 115).
entschuldbar [ent'Joltba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
geartet, daß man die betreffende Sache verstehen u. noch
entschuldigen kann: eine viertelstündige Verspätung ist
gerade noch e. (Hörn. Gäste 13); <Abl.:) Entschuldbarkeit.
die; -; entschulden <sw. V.; hat): durch bestimmte gesetzliche
Maßnahmen von übermäßiger Verschuldung befreien:
landwirtschaftliche Betriebe e.; entschuldigen [enf Juldign] <sw.
V.; hat) [mhd. entschuld(ig)en = lossagen, freisprechen]:
I. a) <e. 4- sich) wegen eines fehlerhaften Verhaltens den
davon Betroffenen um Nachsicht bitten, um so die Störung
des Verhältnisses zu beseitigen: sich förmlich, in aller Form
e.; sich [bei Jmdm.] wegen seines Versehens/für sein
Versehen e.; sich mit Krankheit e.; ich habe mich damit
entschuldigt, daß...; b) einen Fehler, ein Versäumnis o. ä. begründen:
ein krankes Kind in der Schule e.; ich ließ mich e. (teilte
durch einen anderen mit. daß ich nicht anwesend sein könne):
sie entschuldigte ihr Verhalten mit Nervosität. 2. a) einen
Regelverstoß als geringfügig od. als ausnahmsweise zulässig
ansehen u. hingehen lassen: eine solche Unterlassung ist
nicht zu e.; er bat die Störung zu e.; entschuldige bitte,
daß/wenn ich unterbreche; (Höflichkeitsformel:)
entschuldigen Sie bitte!; Sie müssen schon e.. daß ... (ugs.; entschul-
digenSiebitte.daß...): Rentschuldigen Sie. daß ich geboren
bin (scherzh. od. bissige Erwiderung auf einen Vorwurf
wegen fehlerhaften Verhaltens); b) etw. verständlich
erscheinen lassen: der Alkoholgenuß entschuldigt sein Betragen
nicht; <Abl.:) Entschuldigung, die; -. -en: 1. Begründung.
Rechtfertigung für einen Fehler, ein Versäumnis: nach einer
[passenden] E. suchen; etw. zu seiner E. anfuhren. 2.
schriftliche Mitteilung, in der man jmds. Fehlen begründet u. es
zu entschuldigen (1 b) bittet: die Mutter schrieb ihm eine
E.; er gab die E. beim Lehrer ab. 3. a) Nachsicht.
Verständnis für jmds. fehlerhaftes Verhalten: Jmdn. für/wegen etw.
um E. bitten; (Höflichkeitsformel:) E.!; b) bestimmte
Äußerung od. Höflichkeitsformel, mit der man sich entschuldigt:
eine E. murmeln, stammeln; Die Wirtin reichte, klopfend,
unter -en.... das heiße Wasser durch die Tür (Fries. Weg
207).
Entsch^ldigungs-: abrief, der: Brief, in dem man etw. zu
entschuldigen (\ b) bittet: ^grund, der: Begründung für einen
Fehler, ein Versäumnis: -schreiben, das: vgl. abrief; -zettel,
der: vgl. abrief: als ob ein Embryo ... einen E. braucht,
wenn er drei Tage später auf die Welt kommt (Bieler.
Bonifaz 209).
Entschuldung, die; -. -en <P1. ungebr.): das Entschulden:
daß wir 1949 bei der öffentlichen Hand mit ... kleinen
Schulden begonnen haben, ist die Folge einer zweimaligen
E. des Staates zu Lasten seiner Bürger (Bundestag 189.
1968. 10246).
entschulen [ent'Ju:lon] <sw. V.; hat) [LÜ von engl, to de-
school]: von den Schulen der bisher üblichen Art befreien,
die bisher üblichen Schulen abschaffen, <Abl.:) Entschulung,
die; -: Vorabdrucke haben dem Leser die ... Thesen von
der ..E. der Gesellschaft" nahegebracht (Börsenblatt 72.
1971.5584).
entschuppen <sw. V.; hat): (von einem Fisch) die Schuppen
entfernen: einen Barsch e.
entschweben <sw. V.; ist) (geh., häufig iron.): sich schwebend
od. auf ähnliche Art entfernen: ... entschwebten droben
der Finsternis zwei kleine weiße Hände, die lautlos
applaudierten (H. Mann. Stadt 246); Eduard entschwebt wie
ein Gummirhinozeros (Remarque. Obelisk 123); ü Stiller
würde demnächst in Ruhm e. (Frisch. Stiller 334).
entschwefeln <sw. V.; hat) (Chemie): a) Schwefelwasserstoff
aus technischen Gasen entfernen: b) Schwefel aus
schmelzflüssigem Eisen. Stahl u. Gußeisen entfernen: <Abl.:> Ent-
sdiwefleHtmg. die; -. -en.
entschwfiiJBen <sw. V.; hat) (Textilind.): unbearbeitete Wolle
in einem Waschvorgang von Fett u. Schweiß reinigen.
entschwinden <st. V.; ist) (geh.): I. sich aus dem Blickfeld
entfernen, so daß die betreffende Person od. Sache nicht
mehr sichtbar ist: das Schiff entschwand [am Horizont];
jmds. Blicken e.; (scherzh.:) nach dem Frühstück
entschwand sie in die Küche; Ü der Name ist mir/meinem
Gedächtnis/mir aus dem Gedächtnis entschwunden. 2. zu
jmds. Bedauern schnell vergehen: die Zeit entschwindet
wie im Flug; entschwundenem Glück nachtrauern.
entseelt [entze:lt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): keine
lebende Seele mehr habend: leblos, tot: ein -er Körper;
e. zu Boden sinken; bestimmte Teilvorgänge des Lebens
... als -e (unbeseelte), aber isomorphe Prozesse (Gehlen.
Zeitalter 21); Ü Jener farblose, -e ... Übergangszustand
herrschte in der Natur, der dem ... Einbruch der Nacht
... vorangeht (Th. Mann. Zauberberg 17); Entssehing, die;
- (geh.): das Seelenloswerden, so daß etw. nicht mehr mit
innerem Leben erfüllt ist: die drohende E. eines
mechanisierten und säkularisierten Gesellschaftsapparats
(Rothfels. Opposition 172/173).
entselbsten [ent'zelpstn] <sw. V.; hat) (selten): a) töten u.
den Betreffenden dadurch seines Selbst berauben: Was du.
entselbstet. nicht mehr belächeln kannst, wird ... schlimmer
sein als das Sterben (Jahnn. Geschichten 35); b) seines
Selbstgefühls, seiner Eigenständigkeit berauben: Eugen ...
protestiert von Jugend an. will sich nicht e. lassen (L.
Frank. Wagen 13).
entsenden <unr. V.; entsendete/entsandte, hat
entsendet/entsandt) (geh.): von einem Ort zur Erfüllung eines Auftrags
an einen anderen Ort schicken: Jmdn. in ein Komitee. Dele-
45*
707
Entsendung
gierte zu einem Kongreß e.; U Er entsandte ein Stoßgebet
zur Madonna (Thieß. Legende SS); Saphire .... die einen
sternförmigen Lichtschein entsandten (ausstrahlten: Th.
Mann. Krall 96); <Abl.:) Entsendung, die; -. -en.
entsetzen <sw. V.; hat) [mhd. entsetzen, ahd. intsezzen.
zu: intsizzan = aus dem Sitz, aus der ruhigen Lage
kommen]: 1. a) <e. + sich) durch etw. Schlimmes. Abstoßendes,
was man unvorbereitet erfahrt od. erblickt, außer Fassung
geraten: alle entsetzten sich bei diesem Anblick, davor;
b) in Schrecken versetzen, aus der Fassung bringen: der
Anblick hat mich entsetzt; ich bin ganz entsetzt darüber;
entsetzt starrte sie mich an. 2. (Milit.) eine belagerte Festung
od. einen eingeschlossenen Truppenteil durch neu
herangeführte Truppen befreien: eine Stadt, eine Division e. 3.
(veraltet) absetzen, aus einer gehobenen Stellung entfernen:
jmdn. des Amtes, des Oberbefehls e.; <subst. zu 1:)
Entsetzen, das; -s: jmdn. in seiner Gesamtheit heftig erfassender,
mit Grauen u. panikartiger Reaktion verbundener Schrek-
ken: lähmendes E. befiel sie; ich habe mit E. vernommen,
daß ...; bleich vor E.; (geh.:) zu aller E.
entsetzenerregend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -er
Anblick; Entsetzensschrei, der; -[eis. -e; entsetzensvoll <Adj.;
o. Steig.) (geh.): ... den -en Blick auf den eigenen Aufstieg
(K. Mann. Mephisto 89); entsetzlich <Adj.): I. durch seine
/nicht für möglich gehaltene/ Furchtbarkeit beijmdm.
Entsetzen erregend: ein -es Unglück. Verbrechen; es war e.;
daß ihr e. zumute geworden sei CR. Walser. Gehülfe 40);
Was uns ... Polybios und Diodor ... berichten, klingt ...
so ... e.. daß ... (Thieß. Reich 89); sie fand ihn e. (Böll.
Haus 34). 2. (ugs.) a) <nur attr.) in unangenehmer Weise
sehr stark: -en Hunger haben; b) (intensivierend bei Adj.
u. Verben) sehr, in beängstigend hohem Maß. überaus,
äußerst: ein e. selbstgefälliger Mensch; es war e. kalt;
die Wunde blutete e.; Er hatte Evelyn e. gern (Baum.
Paris 34); (Abi. zu 1:) Entsetzlichkeit die; -. -en (PI.
ungebr.); Entsetzung, die; -. -en: Subst. zu tentsetzen (2.
3).
entseuchen tent'z^ypi) <sw. V.; hat) (Ggs.: verseuchen): 1.
ein von atomaren, biologischen od. chemischen Kampfstoffen
verseuchtes Gebiet wieder für Menschen u. Tiere bewohnbar
machen: sie mußten das Land, das von radioaktiver
Strahlung befallen oder bedroht war. mit den modernsten
Mitteln e. (MM 21. 8. 71. 33). 2. svw. tdesinfizieren; <subst.:>
Ü Bleibt nur das ..Entseuchen4* von Amtsstuben und
Konferenzräumen. Die kleinen Lauscher (= Minispione) an
der Wand werden mit Spezialdetektoren aufgespürt (Hörzu
39. 1974. IS); <Abl.:) Ent*udara. die; -. -en.
entsichern <sw. V.; hat): eine Handfeuerwaffe durch Lösen
der Sicherung schußfertig machen: eine Pistole, sein Gewehr
e.
Entsjfid[e]lung, die; -: das Verschwinden von Siedlungen aus
einem Siedlungsraum auf Grund einer bestimmten
Einwirkung od. Ursache: die hochintensive .»EntSiedlung" des
Landes in zwei ursachenverschiedenen Wüstungsperioden
(Deutsche Literaturzeitung 9. 1972. Sp. 761).
entsiegeln <sw. V.; hat) (früher): das Siegel von etw.
aufbrechen (Ggs.: versiegeln): einen Briefe.; (Abl.:> Entskslel-
kng, die; -. -en <P1. ungebr.).
entsinken <st. V.; ist) (geh.): nicht mehr vonjmdm. [fest 1
gehalten werden u. aus seinen Händen sinken: das Buch war
ihm. seiner Hand entsunken; Ü ihr entsank der Mut (sie
verlor den Mut): ein Land, das ... dem Tagesbewußtsein
der Zeit entsunken war (Fussenegger. Zeit 231).
entsinnen (st. V.; hat) [mhd. entsinnen = in den Sinn
aufnehmen, erkennen, sich erinnern]: sich etw.. was man
eine Zeitlang vergessen hat. wieder ins Gedächtnis rufen
u. durch Nachsinnen in den Einzelheiten vergegenwärtigen:
sich Jmds.. eines Gespräches e.; ich entsinne mich [dessen]
nicht mehr; sich an Jmdn.. an ein Gespräch e.; er entsann
sich kaum, ihr früher begegnet zu sein; ich entsinne mich
noch genau [daran], wie das damals war.
entsimlichen [ent'zmlicn] <sw. V.; hat): einer Sache das
Sinnlich-Konkrete nehmen: die wissenschaftlichen und
künstlerischen Disziplinen werden immer mehr
entsinnlicht; dieses Wort ist entsinnlicht (Sprachw.; in seiner
ursprünglichen Bedeutung verblaßt): <Abl.:> Entsjmlidiung,
die; -. -en <P1. ungebr.): das Entsinnlichen. Verlust des
Sinnlich-Konkreten: der Dualismus von E.. VerbegrifT-
lichung auf der einen Seite und Primitivisierung auf der
anderen (Gehlen. Zeitalter 36); Übrigens schließt dieser
Neo-Primitivismus ebenso wie die E. und Abstraktheit
die Kunst von der Popularität aus (Gehlen. Zeitalter 34).
entsittlichen [Ent'zrtlupi] <sw. V.; hat): jmds.
Sittlichkeitsgefühl beeinträchtigen: jmds. sittliche Werte, sittliche
Auffassung in Frage stellen: solche Filme können die Jugend
e.; diese Einflüsse haben entsittlichend auf ihn gewirkt;
(Abl.:> Entsittlich»«, die; -.
entsolkiariskren <sw. V.; hat): aus der Solidarität mit einer
Gruppe lösen: man verlangte von ihm. sich zu e.; Der
Film zeigt sich in summa als ... Bestandteil einer
Gesellschaft des Nach-oben-Kriechens und Nach-unten-Tre-
tens ... Derlei als .»Katharsis" gepriesene
Gewaltverarbeitung ist asozial... Sie stabilisiert, indem sie entsolidarisiert
bzw. umgekehrt (Diskussion Deutsch 15.1974. 72).
entsgrgen <sw. V.; hat) (Amtsspr.): von Müll o.a. befreien:
um eine Stadt abwassertechnisch zu e." (MM IS.
7. 71.4); will das ... Fuhramt sich ... der Müllbeseitigung
annehmen. ..Wer anruft, wird entsorgt" (MM 11.6. 74.
15); (Abl.:> Entsorgung, die; -. -en (PI. selten): Beseitigung
von Müll: Ein anderes Detailproblem ist die ..Entsorgung".
Der Müll kann aus diesem dichten Baugebiet nicht auf
konventionelle Art weggebracht werden (MM 29. 12. 70.
4); EntSQrgunespark, der; -[e]s. -s: Anlage für die
Entsorgung: Von der Verwirklichung des zentralen -s in
Norddeutschland erwartet die Bundesregierung eine erhebliche
Reduzierung des kerntechnischen Risikos (Welt 22. 1. 76.
15).
entspannen <sw. V.; hat): l.a) lockern, von einer
IAn]Spannung befreien: den Körper, die Muskeln e.; der Fechter
entspannte sich; b) <e. + sich) von einer Anspannung frei
werden, sich glätten: ihr Gesicht, ihre Stirn entspannte
sich; seine Züge entspannten sich; c) (meist e. + sich)
sich körperlich u. seelisch für kurze Zeit von der Belastung
durch anstrengende u. angespannte Tätigkeit frei machen
u. neue Kraft schöpfen: du mußt dich Jetzt erst einmal
e.; ich konnte ruhen und e. (Kantorowicz. Tagebuch I.
509); sie war völlig entspannt; d) jmdn. von einer
körperlichseelischen Belastung für kurze Zeit frei machen u. ihn neue
Kraft schöpfen lassen: und lassen (= lassen Sie) sich von
Sendungen ... problemlos e.? (Hörzu 41. 1974. 10); Es
ist gemütlich in den ... Räumen ... und wohltuend
entspannend (Koeppen. Rußland 19); e) von einer Spannung
befreien: einen Bogen e.; dieses Spülmittel entspannt das
Wasser (verringert die Oberflächenspannung des Wassers,
so daß es leichter fließt u. besser benetzt). 2.a) weniger
gefährlich gestalten, einer Sache die gefährliche Spannung
nehmen: die Verhandlungen haben die politische Lage
entspannt; wir müssen alles tun. um die Atmosphäre zu e.
(Dönhoff, Ära 204); Auch die Erwachsenen haben ein
entspanntes (gelöstes, von Spannungen freies) Verhältnis
zu den Kindern (Wohngruppe 15); b) <e. 4- sich) die
gefährliche Spannung verlieren, sich beruhigen: die Lage.
Stimmung hat sich weitgehend entspannt; (Abl.:>
Entspannung, die; -. -en (PI. ungebr.): 1. das Entspannen (1. bes.
c. d): etw. ist eine willkommene E. für Jmdn.; bei seinem
Hobby E. finden; um sich in seliger E. den Klängen ...
hingeben zu können (Hildesheimer. Legenden 13); (ugs.
verhüll.; in bezug auf sexuelle Befriedigung des Mannes:)
männliche E.; E. im Stil der neuen Zeit (Abendpost
Nachtausgabe 11. 10. 74. 12). 2. das Entspannen (2); Abbau
politischer u. militärischer Spannungen: Detente: eine
weltweite, globale E.; eine E. der Atmosphäre; Nun spricht
Vadier, dessen Geschwätzigkeit eine gewisse E. herbeifuhrt
(Sieburg. Robespierre 251); möglichst viele Züge dieser
militärischen -en auf deutschem Boden stattfinden zu lassen
(Augstein. Spiegelungen 74); für E. und Vermehrung der
politischen Kontakte eintreten; zur E. beitragen.
Entspannung»-: ^oespräch, das: Gespräch zwischen Gegnern
zum Abbau persönlicher, politischer, militärischer
Spannungen: ^literatur, die: Literatur zum Entspannen (1 c); Mnas-
sage« die (verhüll.): Massage, die der sexuellen
Befriedigung des Mannes dient: ^Politik, die: politische Bemühungen
um den Abbau politischer u. militärischer Spannungen
zwischen Machtblöcken; -prozseß, der: Prozeß des Abbaus
politischer od. militärischer Spannungen: ^therapie, die <o.
PI.): 1. Behandlungsmethode zur Lösung muskulärer
Spannungen u. Verkrampfungen, bes. durch Massagen. 2.
Heilmethode zur Beseitigung psychischer od. psychisch bedingter
körperlicher Spannungs zu stände: Mitaung, die <meist PL):
a) (Med.) krankengymnastisches passives u. aktives Übungs-
708
entstören
verfahren zur Entspannung der Muskulatur; b) autogenes
Training; Meditation,
ftnuiim <sw. V.; hat): die Auszahlung von Geld /von
einem Konto] wieder freigeben (Ggs.: sperren): Der
Gemeinderat beschloß.... von den eingefrorenen 32.3
Millionen ... 18.3 Millionen ... wieder zu ..entsperren" (MM
24.9.70.4); <Abl.:) Entspcrrung, die; -. -en: das Entsperren,
abspiegeln <sw. V.; hat): eine reflexmindernde Schicht auf
optische Linsen od, Prismen auftragen: Objektiv: Zweilinser
(Glas, entspiegelt) (DM 8.1967,7); <Abl.:) Entspfag[e]lung,
die; -. -en.
tlipfriiui, sich <st. V.; hat): zwischen jmdm, u. einem andern
allmählich entstehen, sich entwickeln: es entspann sich
[zwischen ihnen] ein Wortwechsel, ein Streit, eine
Freundschaft.
flu fallen <st. V.; hat) /vgl. entsprechend/ [mhd.
entsprechen = entgegnen, antworten]: 1. mit etw.. (seltener.) jmdm.
übereinstimmen, einer Sache, (seltener:) jmdm.
gleichkommen, gemäß sein, angemessen sein: das Buch, der neue
Mitarbeiter entspricht nicht ganz unseren Erwartungen;
seine Aussage entspricht [nicht] den Tatsachen; dieser
Kunststoff entspricht in seinen Eigenschaften dem Holz.
2. etw., was als Wunsch, Forderung o.a. von außen an
einen herangetragen wird, durch sein Handeln erfüllen:
einem Antrag, einer Bitte e.; entsprechend: I. <AdJ.; o. Steig.)
a) angemessen, zu etw. im richtigen Verhältnis stehend:
eine -e Entschädigung; bei der Kälte mußt du dich e.
(warm] anziehen; es geht ihm den Umständen e.; b) <nur
attr.) für etw. zuständig, kompetent: bei der -en Behörde
anfragen. 0. <Präp. mit Dativ) gemäß, nach, etw, befolgend,
in Übereinstimmung mit etw,: e. seinem Vorschlag; einem
Auftrage, handeln; Entsprechung,die; -. -en: 1. das
Entsprechen (1): eine E. feststellen; So ist es in umgekehrter E.
auch hier (Thielicke, Ich glaube 117). 2. etw. Ähnliches,
das einer Sache entspricht; Analogie: eine E. im politischen
Bereich; das ist nur eine entfernte E. zu dem. was er
früher vertrat.
cotsprkPen <st. V.; ist) (geh.): 1. aus etw,, einem Untergrund
sprießen: die ersten Krokusse entsprießen der Erde; Ein
Meer von roten Rosen entsproß den fiesen grauen
Fabrikmauern (Zwerenz, Kopf 206). 2. aus etw, hervorgehen:
[aus] der Ehe sind vier Kinder entsprossen; sind ... diesem
... Boden große Persönlichkeiten ... entsprossen (Thieß.
Reich 94).
entspringen <st. V.; ist) [mhd. entspringen, ahd. intspringan.
mhd. auch= hervorsprießen]: 1. als Quelle aus dem Boden
hervorkommen: die Donau entspringt im Schwarzwald;
dem erloschenen Vulkan entspringen Heilquellen. 2.a) in
etw. seinen Ursprung haben, sich aus etw, erklären lassen:
ihr Verhalten entspringt [aus] einer bloßen Laune; diese
Vorgänge sind nicht nur der Phantasie des Autors
entsprungen; b) (seh.) aus etw., jmdm. hervorgehen: die Göttin
Athene entsprang dem Haupt des Zeus; es ist ein Ros
entsprungen aus einer Wurzel zart (Weihnachtslied); Eine
gewaltige Daseinsfreude entspringt in der
Mitternachtsstunde (Schaper. Kirche 229). 3.a) aus einem Gewahrsam
entweichen [u. sich eilig davonmachen ]: er war dem
Gefängnis entsprungen; ein entsprungener Häftling; (scherzh.:)
er sah aus wie aus dem Panoptikum entsprungen; b) (selten)
springend, rasch aus der Hand fallen: Bei der Kür ... war
ihr der Ball entsprungen (Zeit im Bild 49. 1967. 7).
cntstutliehen [entjta.tli^n] <sw. V.; hat): aus staatlichem
in privaten Besitz überführen (Ggs.: verstaatlichen): einen
Wirtschaftszweig e.; <Abl.:> Entstaatlichung, die; -. -en:
das Spiel um die Verstaatlichung und E. von Teilen der
Wirtschaft (MM 9.1.71,22).
otfstalinisierat [entjtalini'zi:ren. £ntst...] <sw. V.; hat): der
Entstalinisierung unterziehen: Potsdam wurde entstalini-
siert (Welt 18.11.61.2); EntstalMsknmg. die; -: im
sowjetischen Machtbereich nach 1953 eingeleiteter Prozeß, der
durch teilweise Abkehr von den Methoden der persönlichen
Diktatur Stalins, durch leninistische Restaurierung des
Herrschaft smonopols der Partei u, durch teilweise Duldung
reformkommunistischer Bestrebungen gekennzeichnet ist:
(Chruschtschow)... leitete zugleich durch seine „Entstalini-
sierung" ... und durch den Abbau der Zwangsarbeitslager
etne Politik der Reform ein (Fraenkel. Staat 53).
«Malten [ent'Jtaltn] <sw. V.; hat) [vgl. Gestalt] (selten):
svw. tentstellen: daßer (= mein RUcken) von Dolchstößen
zerfetzt ist und ... durch Narben entstaltet (Jahnn.
Geschichten 19); <Abl.:) Entstehung, die; -. -en <P1. ungebr.):
daß sich hinter diesen ... äußeren Vorgängen die geistigen
schon auf jene E. (Auflösung der Gestalt, Form)
vorbereiteten, die... die... Vorbedingung der Zeitabschnitte
gewaltsamer politischer Veränderungen bilden (Musil. Mann 1325).
entstammen <sw. V.; ist): a) aus einer bestimmten Familie,
einem bestimmten Bereich stammen: er entstammt den
Adelskreisen, einem anderen Milieu, der oberrheinischen
Tiefebene; alle Modelle entstammen derselben Kollektion;
b) aus einer bestimmten Zeit stammen, von etw, herrühren:
die Urkunde entstammt dem 13. Jh.; dieser Begriff
entstammt der Aufklärung.
entstauben <sw. V.; hat): den Staub von, aus etw, entfernen:
ein Uhrwerk, die Luft e.; <Abl.:> Entstaubung, die; -. -en
<P1. ungebr.).
entstehen <unr. V.; ist) [mhd. entsten = wegtreten, entgehen,
sich erheben, werden]: a) zu bestehen, zu sein beginnen;
geschaffen, hervorgerufen werden: es entstand ein ganz
neuer Stadtteil; es entstand große Aufregung; aus dem
Zwischenfall ist eine kriegerische Auseinandersetzung
entstanden; <subst.:> das Projekt ist erst im Entstehen begriffen;
b) sich für jmdn. ergeben: Ihnen entstehen dadurch keine
zusätzlichen Kosten; <Abl. zu a:> Entstehung, die; -: die
Frage nach der E. des Lebens.
Entstehungs-: -gesdikhte, die: a) Geschichte der Entstehung,
des Ursprungs einer Sache: die E. einer Partei, einer Stadt;
b) Genesis, Schöpfungsgeschichte des ersten Buches Mose;
^gnmd, der: etw. als E. des Militarismus bezeichnen;
Mnechanismus, der: Mechanismus, der für die Entstehung
einer Sache ausschlaggebend ist: Nur bei der realen
Hypertonie, einem durch Nierenerkrankung ausgelösten
Hochdruck, wissen wir einiges über die
Entstehungsmechanismen (Medizin II, 298); ~ortf der: der E. eines Werkes;
Mrsache, die: vgl. -grund; -zeit, die.
entstdaen <st. V.; ist) (geh.): a) aus einem Fahrzeug o.a.
aussteigen: sie entstiegen dem Auto, dem Flugzeug; b)
aus etw. nach oben steigen: dem Wasser, einer Erdspalte
e.; Und wieder ... entstieg das Sonnenrad der gefrorenen
Wolga (wurde es über der Wolga sichtbar; Plievier,
Stalingrad 346).
entsteinen <sw. V.; hat): aus Steinobst die Steine entfernen:
Pflaumen. Kirschen e.
entstehen [entftaisn] <sw. V.; hat) [eigtl. = dem Hahn
die Steißfedern ausreißen, zu t Steiß] (ugs.): jmdn. mit
Schmeicheln dazu bringen, etw. herzugeben: habe ich Soeft
drei Flaschen Sekt entsteißt (Kirst, 08/15, 530).
entstellen <sw. V.; hat) [mhd. entstellen, eigtl. = aus der
rechten Stelle od. Gestalt bringen]: 1. jmds. Aussehen so
zu seinen Ungunsten verändern, daß er oft kaum
wiederzuerkennen ist: der Ausschlag entstellte ihn sehr; der
Verwundete war bis zur Unkenntlichkeit entstellt; ein vom Schmerz
entstelltes Gesicht. 2. im Sinn verfälschen; so darstellen
od. wiedergeben, daß ein falsches Bild von der betreffenden
Sache entsteht: Jmds. Charakter in einem Buch e.; der
Druckfehler entstellt den Sinn des Satzes; das gekürzte
Interview gab seine Äußerungen entstellt wieder; <Abl.:)
Entstellung« die; -. -en: 1. <P1. ungebr.) das Entstelltsein
(1): die E. durch eine Krankheit. 2. das Entstellen (2):
die E. einer Nachricht, eines Vorgangs.
entstempeln <sw. V.; hat): ein Kraftfahrzeugkennzeichen
ungültig machen, indem man den Stempel der Zulassungsstelle
entfernt: Zieht eine Stadt ... nicht ... den
Kraftfahrzeugschein eines nicht mehr versicherten Fahrzeugs ein und
entstempelt sein Nummernschild, so haften die Behörden
... (Spiegel 29, 1966. 36).
entstielen [ent'Jti:bn] <sw. V.; hat): von Obst die Stiele
entfernen: Kirschen e.
entstofHiehcn [ent'Jtoflupi] <sw. V.; hat) (geh.): vom
Stofflichen, von der Materie loslösen; entmaterialisieren: So
macht sich diese Dichterin ... an die ... Aufgabe, die Welt
... zu e. (FAZ 19. 8. 61. 43); das natürliche, vierschrötige,
gefährliche Leben hat sich in seiner Seele bloß ganz ent-
stofllicht... gespiegelt (Musil, Mann 1170); Ferneres
Gebirge wollte sich ... verfärben und e. (Th. Mann. Joseph
385); <Abl.:> EntstQfflichung. die; -. -en <P1. ungebr.).
entstören <sw. V.; hat): hochfrequente Störungen des
Funkempfangs durch Erhöhung der Störfestigkeit von
Funkempfängern od. durch Maßnahmen an der Störungsquelle
beseitigen od. verringern: eine (Telefon]leitung. Elektrogeräte e.;
Ü Das Rundschreiben sollte das Verhältnis zwischen Berli-
709
Entstörung
nem und Senat e. (Spiegel 49. 1967. 220); <Abl.:)
EntstOnme* die; -, -en. dazu: Entstönmg9dienst, der: vgl.
Entstörungssteile; Entstfrungsstelle. die: Abteilung für
Fernsprechentstörung, Störungsstelle.
entströmen <sw. V.; ist) (geh.): aus etw. /herausiströmen:
klares Quellwasser entströmte dem Brunnen; das Publikum
entströmte dem Saal; ein betäubender Duft entströmt den
Lilien; Ü seinen Lippen entströmte eine erschütternde
Klage.
entstyrzen <sw. V.; ist) (dichter.): aus etw. stürzen, stürzend
fallen: der Krug entstürzte ihr. ihren Händen; Tränen
entstürzten ihren Augen.
entsühnen <sw. V.; hat) (geh.): durch Sühne von Schuld
befreien: Gott selbst hatte ihn entsühnt; Wenn ... das
Reich der Schatten zur Stätte ... entsühnten ... Lebens
wird ... (K. Mann. Wendepunkt 98); <Abl.:> Entsühnung.
die; -. -en <P1. ungebr.X
entsympfen <sw. V.; hat): von Sümpfen befreien,
trockenlegen: weite Teile des Landes wurden entsumpft; <Abl.:)
Entsympfüng, die; -. -en.
enttabukren usw. vgl. enttabuisieren usw.; enttabutskrai
<sw. V.; hat): einer Sacheden Charaktereines Tabus nehmen
(Ggs.: tabuisieren): Leichenwäscher und Knochenmänner
sollen den Tod e. (MM 30. 3. 72. 50); <Abl.:> Enttabubfe-
rang, die; -. -en: ein altmodischer Mensch .... der ... den
erzieherischen Wert der totalen E. nicht erfaßt hat (Hörzu
41. 1974. 116).
enttynken <sw. V.; hat): den Treibstoff aus Tanks entfernen.
enttarnen <sw. V.; hat): 1. als Agenten (1) überführen: einen
V-Mann, einen Spionageringe.; sich freiwillig e. 2. aufdek-
ken, entdecken: er (= Freud) enttarnte sie (= die
Zuneigung eifersüchtiger Männer zu ihren Konkurrenten) als
eine in vielen Männern schlummernde Homosexualität
(Stern 45, 1971. 112); <Abl.:) Enttarnung, die; -. -en.
enttäuschen <sw. V.; hat) [eigtl. = aus einer Täuschung
herausreißen, als Ersatz für desabusieren (< frz. d£sabu-
ser) u. detrompieren (< frz. detromper)]: jmds.
Hoffnungen, Erwartungen nicht erfüllen, so daß der Betreffende
unzufrieden, niedergeschlagen od. verstimmt ist: jmdn..
Jmds. Vertrauen e.; womit hatte ich ihn enttäuscht?; das
Fußballspiel enttäuschte (entsprach hinsichtlich seiner
Qualität nicht den Erwartungen, war schlechter als erwartet):
ein enttäuschender Theaterabend; von jmdm.. von/über
jmds. Verhalten enttäuscht sein; ich bin angenehm
enttäuscht (ugs. scherzh.; ich bin angenehm überrascht, ich
hatte es mir schlimmer vorgestellt); er fühlte, sah sich
enttäuscht; (Abi.:) Enttäuschung, die; -. -en: a) Nichterfüllung
einer Hoffnung od. Erwartung, die jmdn. unzufrieden o. ä.
stimmt: [dieser Schauspieler war für mich] eine große,
herbe, bittere, schwere, schmerzliche, harte E.; mit jmdm..
etw. eine E. erleben; jmdm. eine E. bereiten; sich nicht
durch -en entmutigen lassen; b) <o. PI.) das Enttäuschtsein:
seine E. über das negative Ergebnis konnte er nicht
verbergen; sehr zu unserer E. hat er sich anders entschieden;
enttiuschungsreidi <Adj.; nicht adv>: voller
Enttäuschungen: Der Vorgang wird ... langfristig, e.. in hohem Grade
riskant, vielleicht blutig sein (Gehlen. Zeitalter 92).
enttfifiren <sw. V.; hat): Teer von etw. entfernen: den
Kühlergrill des Autos e.; <Abl.:) Enttfifinmg. die; -. -en.
entthronen <sw. V.; hat): a) (geh.) (einen Monarchen)
absetzen, von seinem Thron verdrängen: einen König e.; b) aus
seiner Machtstellung verdrängen: einen Rivalen e.; Damit
war der Rohrzucker entthront (war das Zuckerrohr nicht
mehr die wichtigste Anbaupflanze: Jacob. Kaflee 226);
<Abl.:> Entthronung, die; -. -en.
enttrümmern [ent'tnrmBn) <sw. V.; hat): von Trümmern
befreien: ein Ruinengelände e.; kaufte er 1949 ein Stück
Land, enttrümmerte es (Spiegel 20.1966. 60); <Abl.:>
Enttrümmerung, die; -. -en.
entvölkern [entfoclken] <sw. V.; hat): a) bewirken, daß die
Bevölkerungszahl in einem bestimmten Gebiet zurückgeht:
der lange Krieg, die Hungersnot hat ganze Distrikte
entvölkert; b) <e. + sich) durch bestimmte Einwirkungen in der
Bevölkerungszahl zurückgehen, menschenleer werden:
Verlassen ist das Land, es entvölkert sich langsam (Böll. Tage*
buch 32).
entwachsen <st. V.; ist): 1. durch seine Entwicklung über
ein bestimmtes Stadium hinausgelangen [u. sich bestimmten
Einflüssen nicht mehr unterwerfen]: die Kinder begannen
der Mutter zu e.; er war kaum den Kinderschuhen
entwachsen (aus dem Kindesalter heraus): wie sehr er ihr (=
der kleinen Heimat) auch ... e. möge (Th. Mann. Krull
87). 2. (geh.) aus etw. herauswachsen: dem Boden entwuchs
dichter Rasen; U so stößt, der Dunkelheit entwachsen,
der Landsturmmann ... auf den Posten (A. Zweig. Grischa
20).
entwaffnen<sw. V.;hat): \Jmdm. /gewaltsam/ die Waffeln]
abnehmen: Truppen, einen Gefangenen, einen Einbrecher
e. 2. durch sein Ientgegenkommendes / Wesen in Erstaunen
setzen u. etwa bestehende Antipathien besiegen, so daß der
Betreffende seine widerstrebende Haltung aufgibt: jmdn..
jmds. Groll durch Güte e.; ihre Unbekümmertheit war
entwaffnend; <Abl.:) Entwaffnung, die; -. -en <P1. ungebr.):
1. das Entwaffnen. 2. (Fechten) Angriff, bei dem dem Gegner
die Klinge aus der Hand geschlagen wird.
entwalden [ent'valdn] <sw. V.; hat): aus einem Gebiet den
Wald entfernen: größere Flächen des Landes wurden
entwaldet; ein entwaldeter Boden; <Abl.:) Entwaldung, die;
-. -en: durch die -en entstand große Wassernot.
entw«ndeln <sw. V.): 1. (Schach) eine umgewandelte Figur
beim Retrospiel zurückverwandeln <hat>: eine Dame in
einen Bauern e. 2. (geh.. oft scherzh.) gemessen, würdevoll
o.a. davongehen <ist): Majestätisch entwandelt sie, von
den Klängen des, Alpenglühens4' geleitet (Remarque.
Obelisk 306); (Abi. zu 1:) Entwfndlung, die; -. -en.
entwaiusen [ent'vantsn] <sw. V.; hat): von Wanzen befreien:
einen Raum e.; Heirr Perts wollte e.; er war der
Kammerjäger (Schnurre. Bart 131).
entw^rmen, sich <sw. V.; hat) (Fachspr.): Wärme verlieren:
<AbI.:> Entwarnung, die; -: Die hohen Temperaturen
heizten die Stadtkomplexe auf. die Abstrahlung der Wände
zur Nachtstunde erschwerte die E. des menschlichen
Körpers (Hörzu 37. 1975.91).
entwarnen <sw. V.; hat): einen Alarmzustand durch bestimmte
Sirenentöne für beendet erklären: es wurde entwarnt; Ü
er (= der Hund) konnte warnen und e. Er ahmte das
täuschend nach. denn er war neben einer Si rene
aufgewachsen (Molo. Frieden 262); <Abl.:> Entwarnung, die; -, -en:
nach zwei Stunden kam die E.; die Sirenen geben E.
Entwynungs-: -frisur, die [nach der Entwarnung bei den
Luftangriffen im 2. Weltkrieg konnte alles (aus dem Keller)
wieder nach oben] (ugs. selten): hochgekämmte Frisur: Die
schnell hochzusteckenden Haare, die sogenannte
..Entwarnungsfrisur", waren bei den deutschen Frauen im II.
Weltkrieg eine beliebte Mode (Hörzu 25. 1976. 124); -signal,
das; -zeichen, das.
entwässern <sw. V.; hat): l.a) überschüssiges Wasser aus
dem Boden ableiten: eine Flußniederung, Moore e.; das
Kongobecken wird durch den Kongo entwässert; b)
irgendwohin Wasser abgeben, abfließen: der Kongo entwässert
zum Atlantischen Ozean. 2. krankhafte]
Wasseransammlungen im Gewebe [durch therapeutische Maßnahmen]
entfernen: den Körper, für eine histologische Untersuchung
Gewebe e.; <Abl.:> Entwässerung,die; -. -en: 1. das
Entwässern (1. 2). 2. svw. T Kanalisation: Kommunale Anstalten
... zu Zwecken der öffentlichen Hygiene (Straßenreinigung.
Müllabfuhr, E.. Schlachthöfe u.a.) (Fraenkel. Staat 163).
Entwässerung»-: ^anläge, die: a) (meist in der
Landwirtschaft) Anlage, um überschüssiges Wasser aus dem Boden
zu leiten: b) Kanalisationsanlage: --graben, der: Graben,
in dem sich überschüssiges Wasser aus dem Boden sammelt
u. abläuft: -kanal, der: svw. f -graben: Mietz, das:
engmaschiges Netz von Gewässern verschiedener Größenordnungen
zur Entwässerung der Marschgebiete an der Küste: ~rohrf
das: Rohr, das in einem Entwässerungsschacht
angesammeltes Wasser abführt: -Schacht, der: Schacht, in dem sich
überschüssiges Wasser aus dem Boden sammelt.
Entwfßrung, die; -. -en: selten für f Entwässerung.
entweder ['entve.di?. auch: -'—1 <Konj.. Adv.) [mhd. e(i)nt-
weder. ahd. einweder. aus fein u. Tweder] nur in der
Verbindung e.... oder (wenn nicht... dann: fuhrt die erste
von zwei od. mehreren Möglichkeiten ein. betont
nachdrücklich, daß nur jeweils eine in Frage kommt): e. kommt
mein Vater oder mein Bruder; e. strengst du/du strengst
dich mehr an. oder du wirst die Prüfung wieder nicht
schaffen. Vgl. ent; Ijjrtweder-Oder, das; -. -: zwei
Möglichkeiten, für deren eine man sich klar entscheiden muß: Dem
E.-O. nach 1945 geht er abermals aus dem Wege (Niekisch.
Üben 191).
entwegt [entve:kt; eigtl. 2. Part, von veraltet entwegen =
710
entwicklungs-, Entwicklungs-
von der Stelle rücken, f unentwegt] (selten): ohne Weg u.
Ziel, ohne geistige Orientierung lebend: manche (= Briefe),
die die Gedankenqual tief enttäuschter und -er junger
Menschen zeigen (Kantorowicz. Tagebuch I. 430).
entweichen <st. V.; ist): 1. aus etw. ausströmen: die Luft
entweicht [dem Blasebalg]; das Gas entweicht [aus der
Leitung]; aus seinem Gesicht entwich alles Blut (geh.; sein
Gesicht wurde blaß): Ü Die Spannung entwich vollends,
und an ihrer Stelle strömte ein ungeheurer Jubel in seine
Brust (Apitz. Wölfe 102). 2. unbemerkt entfliehen, sich
vor einer Bedrohung in Sicherheit bringen: aus dem
Gefängnis, in die Schweiz e.; der Dieb ist [in der allgemeinen
Verwirrung] entwichen; Ü sie könnten einer öffentlichen
Stellungnahme durch geheime Stimmabgabe e. (St. Zweig.
Fouche 18); <Zus.:> Entwefchfleschwindigkeit. die (Physik):
Geschwindigkeit, die einem [Raumflug] kör per erteilt
werden muß, damit er ohne weiteren Antrieb von einem Planeten
od. Mond bis in beliebige Entfernungen im Weltraum
vordringen kann: <Abl.:> Entwfifchung, die; -. -en (Schweiz.,
sonst selten): das Entweichen.
entwelien <sw. V.; hat): die Weihe einer Sache zerstören,
verletzen: ein Wort e.. indem man es ausspricht; durch
seine Anwesenheit einen Ort e.; die Aristokraten ... sahen
... den Thron ... gründlich entweiht durch die Krönung
einer ehemaligen Zirkusdirne (Thieß. Reich 502); <Abl.:)
Entweihung, die; -. -en <PI. ungebr.X
entwanden <sw. V.; hat) (geh.): unter Ausnutzung einer Gele-
genheit unbemerkt wegnehmen u. / mühelos j an sich bringen:
stehlen: Geld [aus der Kasse] e.; jmdm. ein Bild, die
Brieftasche e.; <Abl.:> Entwendung, die; -. -en: Verträge in der
Teilkaskoversicherung (Brand. Explosion. E. sowie
Elementarereignisse) (Express 4. 10. 68. 12).
entwarfen <st. V.; hat) [mhd. entwerfen = (in der
Bildweberei) ein Bild gestalten; literarisch, geistig gestalten]: a)
planend zeichnen, skizzieren: Möbel, einen Bauplan, ein
Plakat, ein Modell e.; U ein Bild von jmdm.. ein Bild
der sozialen Zustände im 16. Jh. e. (eine charakterisierende
Schilderung von jmdm., der sozialen Zustände im 16. Jh.
geben): Ihn plagen schon hier, kaum für dies Dasein
entworfen, die Sorgen des zukünftigen Romanciers (Fries.
Weg 15); <auch e. + sich:) Wer... sich einmal so entworfen
hat, daß er sich durch Leistungen legitimieren muß (Frisch.
Gantenbein 182); b) in seinen wesentlichen Punkten [
schriftlich i festlegen: einen Text, einen Plan, ein Programm e.;
<Abl. zu a:) Entwerfer, der; -s. -: Formgestalter für
Gebrauchs- u. Verbrauchsgüter: Designer: Nicht allein das
graphische Geschick des -s. sondern vor allem die
Forderungen der Verkaufspsychologie ... bestimmen das
Aussehen des Taschenbuchs (Enzensberger. Einzelheiten 1.138);
(zu a. b:> Entwertung, die; -.
entwerten <sw. V.; hat) [mhd. nicht belegt, ahd. antwerdön
= verachten, zurückweisen]: \. für eine nochmalige
Verwertung ungültig machen: einen Fahrschein, eine Eintrittskarte
e. 2.a) den Wert einer Sache mindern: alte Privilegien
wurden im Laufe der Zeit entwertet; Das Schälen der
Rinde, insbesondere durch das Hochwild, entwertet das
Holz (Mantel. Wald 62); das Geld ist entwertet; war er
ein entwerteter und lahmer Mensch, mit dem nichts mehr
anzufangen war (Hesse. Sonne 9); b) <e. + sich) (selten)
an Wert verlieren: das Geld entwertete sich (Niekisch.
Leben 111); <Abl. zu 1:> Entwerter, der; -s. -: Automat
zur Entwertung eines Fahrscheins o.a.: die Fahrkarte in
den E. stecken; <zu i, 2:) Entwertung, die; -. -en.
entwesen <sw. V.; hat): 1. (Fachspr.) von Ungeziefer befreien:
ein Haus, ein Schiffe. 2. (selten, geh.) seines Wesens
berauben: daß sie vor Angst gleichsam entwest sind (FAZ 7.
11. 61. 16); es (= das anwesende ..Format" = Pieter
Peeperkorn) ... beschattete das Gespräch. ... entweste es
auf irgendeine Weise (Th. Mann. Zauberberg 813); <Abl.:>
Entwesung, die; -. -en.
entwickeln <sw. V.; hat): 1. <e. -I- sich) durch das Wirken
bestimmter Kräfte allmählich entstehen, sich stufenweise
herausbilden: es entwickelte sich [daraus] eine Diskussion;
aus der Raupe entwickelt sich der Schmetterling; Dämpfe
entwickelten (bildeten) sich. 2. <e. 4- sich) a) in seinem
pflanzlichen, körperlichen od. geistigen Wachstum
allmählich ein Stadium erreichen, in dem die in dem betreffenden
Lebewesen od. der Pflanze angelegten Möglichkeiten
verwirklicht werden: das Kind hat sich schnell entwickelt;
das Mädchen ist körperlich voll entwickelt; das Philoden-
dron hat sich gut entwickelt; b) in einem Prozeß fortlaufend
in eine neue I bessere I Phase treten: die Verhandlungen
entwickeln sich zufriedenstellend. 3.a) durch seine
Einwirkung die betreffende Person od. Sache auf ein höheres Niveau
heben: einen Betrieb zur Fabrik e.; er hat ihn zu einem
bühnenreifen Schauspieler entwickelt (herangebildet): b)
(DDR) durch politische Schulung heranbilden:
Propagandisten e.; c) <e. 4- sich) allmählich unter bestimmten
Bedingungen zu etw. anderem. Neuem werden: sich zu einer
Persönlichkeit, zu einem Verbrecher e.; Japan hat sich zu einer
Industriemacht entwickelt. 4. a) bei einem Prozeß, Vorgang
durch sich od. an sich entstehen lassen: das Feuer entwickelte
große Hitze; der Samen entwickelt den Keim; b) bei etw.
wirksam werden lassen, als Fähigkeit aus sich hervorbringen
od. in Erscheinung treten lassen: bei einer Arbeit Talent.
Phantasie e.; die neuen Züge entwickeln (erreichen) eine
große Geschwindigkeit; c) in einem Arbeitsprozeß etw.
Neues, Fortschrittlicheres erfinden, konstruieren: ein neues
Verfahren, ein Heilmittel, ein schnelleres Modell e. 5. Punkt
für Punkt, eins auf dem andern aufbauend od. eins aus
dem andern ableitend, darlegen, jmdm. auseinandersetzen:
eine Theorie, seine Gedanken zu einem Thema e.; Jmdm.
seine Pläne e.; eine mathematische Formel e. (ableiten).
6. (Fot.) durch die Behandlung mit Chemikalien ein Bild
auf einem Film sichtbar werden lassen: einen Film, eine
Aufnahme e. 7. (Milit.) zur Gefechtsaufstellung
auseinanderziehen: eine Truppe e.; (auch e. + sich:) das Regiment
entwickelte sich zwischen den beiden Gehölzen; <Abl.:)
Entwjckekmg: veraltet für t Entwicklung; Entwickler, der;
-s. -: 1. jmd., der etw. entwickelt (4c): auch darf man
den Erfahrungsschatz, den sich der E. erwirbt, nicht
unterschätzen (Auto 8. 1965. 18). 2. wäßrige Lösung zum
Entwickeln (6), Developer (1).
Entwickler- (Entwickler 2): -bad, das: Bad mit der Lösung
des Entwicklers, in das man den Film zum Entwickeln legt:
Mlose, die: lichtdichte Dose zur Entwicklung eines einzelnen
od. einer beschränkten Anzahl von Filmen: -schale, die:
Schale für das Entwicklerbad.
Entwicklung, die; -. -en: das I SichIentwickeln (1-7).
entwicklungs-, Entwicklung*-: -abschnitt, der: Teilstück,
abgeschlossene Stufe, Zeitraum aus einer gesamten
Entwicklung: -alter, das <o. PI.): svw. t Pubertät; -arbeit, die:
Arbeit an der Schaffung od. Verbesserung eines
[technischen] Produktes: -aufgäbe, die: svw. t ^arbeit; -beschleu-
nigung, die: svw. f Akzeleration (1); -büro, das: Büro, in
dem Entwicklungsarbeiten durchgeführt werden: -dienst,
der: organisierter freiwilliger Dienst bei Aufbauarbeiten in
Entwicklungsländern: -epoche, die: a) Zeitalter, in dem
viele Entwicklungen zustande kamen: b) vgl. ^-abschnitt;
-etappe,die: vgl. -abschnitt; -ffihig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): sich noch weiter entwickeln könnend od. lassend:
ein -er Mitarbeiter; seine Stimme war e.. dazu: -flhigkeit,
die <o. PL); -faktor, der: Teilursache der Entwicklung,
die in bestimmten Keimbezirken zu lokalisieren ist: -gang,
der: der [geistige] E. eines Menschen; den E. von der
feudalen Agrargesellschaft zur kapitalistischen
Industriegesellschaft mitzumachen (Wohngruppe 8); -gesdikhte,
die <P1. selten): a) Geschichte eines bestimmten
Entwicklungsprozesses: seine Bedeutung für die E. der
verschiedenen Regierungssysteme herauszustellen (Fraenkel. Staat
117); b) Wissenschaft u. Lehre von der individuellen u.
stammesgeschichtlichen Entwicklung der Lebewesen,
Organismen in ontogenetischer u. phylogenetischer Hinsicht, dazu:
-geschichtlich <Adj.; o. Steig.): die Entwicklungsgeschichte
betreffend: -gesetz.das <meist PI.): einem
Entwicklungsprozeß innewohnende Gesetzfnäßigkeit: die ... Lehre, die ...
die -e der Wirtschaft und Gesellschaft aufdecken will
(Fraenkel. Staat 188 f.); -gesprädi. das (DDR): Gespräch,
durch das jmd. zu einem politisch bewußten Mitarbeiter
entwickelt (3 b) werden soll: -grad.der: der E. eines Landes;
-helfer. der: jmd., der als Freiwilliger bei Aufbauarbeiten
in Entwicklungsländern tätig ist: eine vom gesetzlichen
Grundwehrdienst ... befreiende Tätigkeit als E. (MM 26.
10. 74. 47); -»hemmend <Adj.; o. Steig.): Naturstoffe mit
giftiger, -er Wirkung auf Mikroorganismen; -hemmung,
die: eine körperliche E.; -hilfe, die: a) Unterstützung der
industriell noch nicht entwickelten Länder in Afrika, Asien,
Mittel- u. Südamerika sowie in Süd- u. Osteuropa durch
die modernen [westlichen] Industriestaaten: E. leisten; Ü
Da sie in West-Berlin anfangs nicht Fuß fassen konnte.
711
entwidmen
leisteten Parteifreunde in der DDR E. (Spiegel 44, 1965.
88); b) Zahlung für die Entwicklungshilfe (a): E. zahlen;
Das dänische Parlament bewilligte im vergangenen Jahr
E. in Höhe von ... 17,5 Millionen Mark (MM 12. 8.
71.12); ^Ingenieur, der: Ingenieur, der an der Entwicklung
eines Projektes arbeitet; -Institut, das: vgl. -büro; -Jahre
<P1.): svw. t Pubertät; -kosten <P1.>: Kosten, die durch
Verbesserung od. Neuschaffung eines Projektes entstehen;
-land, das <P1. ...länder): im Vergleich zu den europäischen
Industrienationen wirtschaftlich unterentwickeltes Land;
-lehre, die <o. PI.): Entwicklungsgeschichte (b) des
Menschen, Abstammungslehre; -linle, die: Linie, in der ein
Entwicklungsprozeß verläuft; in einem Bereich gewisse -n
sehen; -mäßig <Adv.): die Organe sind e. auf das engste
miteinander verwandt; -medianik, die: svw.
t-Physiologie; -ministerium, das: Ministerium für Entwicklungshilfe;
Möglichkeit, die; -papter, das: svw. t Fotopapier;
-Periode, die; -phase, die: diese Kunstform befindet sich noch
in einer E.; -Physiologie, die: Teilgebiet der Biologie, auf
dem die Entwicklung eines Individuums aus der Keimzelle
im Hinblick auf die Entfaltung der genetisch fixierten
Anlagen unter Einfluß von Umweltfaktoren untersucht wird;
-plan, der: Plan für die Neuherstellung od. Verbesserung
eines Projektes; -politik, die: alle Maßnahmen, die zu
sozialem Fortschritt in den Entwicklungsländern führen;
-politisch <Adj.; o. Steig): die Entwicklungspolitik betreffend;
-Programm, das: vgl. -politik; -profekt, das: vgl. -politik;
-prozeß, der: Prozeß, in dem sich eine Entwicklung vollzieht;
-reftie, die: zusammenhängende Entwicklungsstufen; eine
neue Nomenklatur .... die ... verschiedene gewissermaßen
genetische -n unterscheidet (Mantel. Wald 27),' —roman,
der (Literaturw.): Roman, in dem die geistige Entwicklung
eines [jungen] Menschen dargestellt wird; schritt, der:
vgl. -abschnitt; -Stadium, das; -stand, der:
Fortpflanzungsfunktion ... wenn die Gesellschaft nach ihrem
materiellen E. auf die volle Ausschöpfung der Generativität
ihrer Mitglieder angewiesen ist (Schmidt.
Strichjungengesprache 38); -Störung, die: Störung eines sich entwickelnden
Organismus durch bestimmte Ursachen: diese -en können
zu körperlichen Mißbildungen fuhren; -stufe, die:
verschiedene ökonomisch-soziale -n; -tempo, das; -tendenz,
die: -en der modernen Gesellschaft; -verfahren, das: ein
neues E. anwenden; -verlauf, der; -Verzögerung, die: svw.
tRetardation; -Vorgang, der: die wesentlichen
Entwicklungsvorgänge ... sind beim Menschen in großen Zügen
bereits gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats
abgeschlossen (Medizin II. 176); -zeit, die: 1. <o. PI.)
svw. t Pubertät. 2. Zeit, die zur Entwicklung von etw.
gebraucht wird; -zustand« der.
entwjdmen <sw. V.; hat) (Amtsspr.): einer bestimmten
öffentlichen Benutzung o.a. entziehen; einziehen: die Teilstrecke
der Bundesstraße 460 ... zu e diesen Teil ... gänzlich
einzuziehen (MM 5. 9. 73. 18); <Abl.:) Entwidmung, die;
-. -en.
entwinden <st. V.; hat) (geh.): 1. gewaltsam durch geschickte
Bewegungen jmdm. aus den Händen winden u. wegnehmen:
jmdm. den Revolver e.; Ü der halbe Weg ist vollbracht,
dem Königtum Zoll um Zoll seiner Macht entwunden
(St. Zweig. Fouchö 17). 2. <e. + sich) sich mühsam durch
geschickte Drehbewegungen von jmdm., etw. befreien: sich
Jmdm., jmds. Armen e.; Ü das Bewußtsein der Höhe,
dem man sich auf dem Dachstuhl des St.-Veits-Domes
nicht e. kann (Kisch. Reporter 322).
entwirrbar [ent'virba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, daß es zu entwirren ist; entwirren [ent'viren] <sw.
V.; hat) [zu veraltet wirren = t verwirren] (geh.): 1.
(ungeordnet Verschlungenes) auseinanderziehen, ordnend
auflösen: einen stark verknoteten Bindfaden nicht mehr
e. können. 2. a) die Unklarheit, Schwierigkeit einer Sache
auflösen: die politische Lage, ein Rätsel e.; b) <e. + sich)
seine Unklarheit, Schwierigkeit verlieren u. sich auflösen
lassen: diese Sache muß sich doch e. (Plievier, Stalingrad
129); <Abl.:) Entw|mmg, die; -.
entwischen <sw. V.: ist) [mhd. entwischen, ahd. intwisken]
(ugs.): I unter Anwendung einer List I entkommen, sich schnell
u. unauffällig einem Zugriff o. ä. entziehen: aus dem
Gefängnis, ins Ausland, durch die Hintertür, in die oberen
Stockwerke e.; der Polizei, den Verfolgern e.; Sie dachte,
sie könnte mir so e. (A. Zweig. Claudia 58); der Zahlmeister
hatte die Dunkelheit ausgenutzt, um dem Fest zu e. (Gaiser.
Jagd 117); (subst. 2. Part.:) Entwischte, der u. die; -n.
-n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der irgendwo, bes. aus einem
Gewahrsam, entwischt ist.
entwöhnen [ent'v0:ndn] <sw. V.; hat) [mhd. entwenen. ahd.
intwennen]: 1. einem Säugling allmählich die Muttermilch
entziehen u. ihn an andere Nahrung gewöhnen: einen
Säugling e. 2.a) (geh.) von etw. Gewohntem abbringen: Dieses
... Eindringen ins Unbekannte entwöhnt uns der ...
Beschäftigung mit unserem Gewissen (Musil. Mann 960);
aller Ordnung, geregelten Arbeit entwöhnt sein (sie nicht
mehr gewöhnt sein); ich bin ... meiner Muttersprache fast
ganz entwöhnt (Th. Mann. Krall 305): sein der Sonne
entwöhnter Körper; b) (geh.) <e. + sich) sich von etw.
I innerlich j lösen: ich entwöhnte mich ganz des Rauchens;
eine Verlockung, deren er nach dem ersten Genuß sich
niemals mehr würde e. können (Maass. Gouflfö 294); er
... hatte sich entwöhnt (sich abgewöhnt), den
Reisegedanken an den Zeitpunkt ... zu binden (Th. Mann. Joseph
325); <Abl.:> Entwöhnung, die; -. -en <P1. ungebr.).
entwölken [ent'voelkn]. sich <sw. V.; hat) (geh.): von Wolken
frei werden (Ggs.: bewölken, sich): der Himmel entwölkte
sich; Ü Vaters Züge entwölkten sich (scherzh.; hellten sich
auf; Schnurre. Bart 26); <Abl.:) Entw$üumg, die. -: das
Sichentwölken.
entwürdigen <sw. V.; hat): der Würde berauben, jmds. Würde
verletzen: den Menschen e.; sich niemals e. lassen ...!
(Bredel. Väter 2%); <meist im 1. Part.:) entwürdigende
Zustände; etw. ist entwürdigend (erniedrigend); etw. als
entwürdigend empfinden; <Abl.:) Entwürdigung, die; -. -en.
Entwurf, der; -{eis. Entwürfe: l.a) Zeichnung, nach der man
etw. ausfuhrt, anfertigt: der E. eines Hauses; ein E. für
eine, zu einer Kongreßhalle; einen E. anfertigen,
ausarbeiten; b) schriftliche Festlegung einer Sache in ihren
wesentlichen Punkten: der E. einer Verfassung, zu einem Roman;
Ü ... daß es zu Jedem großen E. des menschlichen Geistes
einen Gegenentwurf gibt (Musil. Mann 423). 2. (veraltet)
Plan, Vorhaben: er steckt voll von Entwürfen.
Entwyrfs-: -büro, das: Büro, in dem Entwürfe da) angefertigt
werden; --Geschwindigkeit, die: nach Verkehrsbelastung u.
Gelände gewählter Richtwert im Straßenbau, nach dem
geometrische Elemente einer Straße (z.B. Kurvenradien u.
Überhöhungen) ermittelt werden; -sklzze. (auch:) Entwqrf-
skizze, die: Skizze, die einen Entwurf zu etw. darstellt:
seine Entwurfskizzen ... lassen etwas von dem großen
Künstler ahnen (Welt 29. 12. 62); ^Zeichnung, die:
Zeichnung, die einen Entwurf zu etw. darstellt.
entw^rrnen <sw. V.; hat): /durch ein entsprechendes Mittel!
von Würmern befreien: Die Hundekinder müssen weiter
entwurmt werden (MM 14. II. 70. 8).
entwurzeln <sw. V.; hat): 1. mit den Wurzeln aus der Erde
reißen: bei dem Unwetter wurden viele Bäume entwurzelt;
entwurzelte (umgestürzte) Tannen. 2. jmdm. [die vertraute
Umgebung u. damit] den sozialen, seelischen Halt nehmen:
die Vertreibung aus der Heimat hat sie entwurzelt;
Entwurzelte Jugend- das war das Thema vieler Filme der
Nachkriegszeit (Bild u. Funk 37.1966.29); <Abl.:) Entwurzelung,
(seltener:) Entwendung, die; -. -en.
enbaubern <sw. V.; hat) (geh.): a) von einem Zauber, Bann
befreien (Ggs.: verzaubern): der Prinz im Märchen mußte
erst entzaubert werden; b) jmdm., einer Sache den Zauber,
die Poesie nehmen: nachdem wir Ihnen ... das Wunder
der Geburt entzaubert haben (Goetz, Prätorius 33); bd
Tageslicht wirkte alles völlig entzaubert; Er (= ein Mann)
kam ihr wie entzaubert vor (Chr. Wolf, Himmel 204);
<Abl.:) Entzaubert««, die; -, -en.
ent/gren <sw. V.; hat): a) die [zu] dichte Abfolge von etw.
durch Einlegen größerer zeitlicher Abstände auf ein
erträglicheres Maß bringen, zurückfuhren: die Abflüge (= von
Maschinen, die in zu kurzem Abstand erfolgten) wurden
deutlich entzerrt (Berl. Morgenpost 15.8. 74, 5); b)
(Nachrichten t.) Veränderungen in der Übertragungsqualität durch
entsprechende Schaltungen ausgleichen (Ggs.: verzerren):
den Empfang eines Radiogeräts, die Wiedergabe eines
Plattenspielers e.; c) (Fot.) Mängel an fotografischen
Abbildungen, die vor allem bei Luftaufnahmen auftreten u. auf
Abweichung der Aufnahmerichtung von der Senkrechten
beruhen, beseitigen, indem man die Abbildungen beim Kopieren
auf eine gewölbte od. geneigte Fläche projiziert:
Filmaufnahmen e.; <Abl. zu c:> Entzerrer, der; -s. - (Technik):
Vorführgerät mit einer Linse, die verzerrte Aufnahmen bei der Vor-
712
entzweien
fuhrung auf Breitwand entzerrt; Entzerrung, die; -. -en: das
Entzerren.
cntzkhen <unr. V.; hat): l.a) von jmdm. wegziehen: sie
entzog mir ihre Hand; b) nicht länger geben od. zuteil
werden lassen Jmdm. wegnehmen: Jmdm. die Unterstützung
c: ü jmdm. das Vertrauen entziehen; c) nicht länger zur
Sutzung überlassen: Jmdm. den Führerschein e.; Jmdm.
die Möglichkeit e.. sich zu betätigen; einem Redner das
Wort e. (auf Grund ausfälliger Äußerungen od. wegen über-
mäßiger Ausdehnung der Sprechzeit untersagen, in seiner
Rede fortzufahren); d) von etw. fernhalten: Jmdn.. etw.
jmds. Blicken. Kontrolle e.; sein Beruf entzieht ihn zu
oft der Familie; e) aus etw. ziehen u. in sich aufnehmen:
die Wurzeln entziehen dem Boden Feuchtigkeit. 2. <e.
+ sich) a) sich von jmdm., etw. losmachen: sich Jmdm.,
Jmds. Umarmung e.; Ü er konnte sich ihrem Charme nicht
e.; b) (geh.) sich von jmdm., etw. zurückziehen, fernhalten:
du entziehst dich deiner Umgebung; sie entzog sich
(verbarg sich vor) unseren Blicken; c) eine Aufgabe o. ä. nicht
erfüllen, einer Sache nicht nachkommen: sich einer
Verpflichtung, der Verantwortung e.; d) (geh.) durch
rechtzeitige eigene Anstrengung entgehen, entkommen: sich der
Verhaftung [durch die Flucht] e.; der Angeklagte hat sich
seinen irdischen Richtern entzogen (verhüll.; hat
Selbstmord begangen): e) nicht Gegenstand von etw. sein, einem
bestimmten Zugriff nicht unterliegen: etw. entzieht sich
der Berechnung. Jeder Kontrolle; so entzieht sich das ...
wahrhaft unerhörte Vergnügen ... Jedenfalls aller
Beschreibung (Th. Mann. Krull 62); das entzieht sich meiner
Kenntnis (das weiß ich nicht). 3. (ugs.) einer Entziehungskur
unterziehen, einen [Drogen /süchtigenheilen:... wurden 100.
meist Junge Patienten stationär entzogen (MM 29. 1. 73.
17); <Abl.:> Entziehung, die; -. -en: a) das Entziehen (1 b.
c); b) kurz für t Entziehungskur: Ich habe gerade eine
E. hinter mir (Lenz. Brot 160). dazu: Entziehungsanstalt,
die: eine Art Sanatorium, in dem unter ärztlicher Aufsicht
Entziehungskuren durchgeführt werden; Entzkhung»-
erscheinung, die: /heftige! Reaktion des Körpers auf das
Entziehen von Mitteln, an die er sich gewöhnt hat;
Entziehungskur, die: Kur, durch die ein Alkoholiker od.
Drogensüchtiger geheilt werden soll.
entzifferbar [enttsiftba:^] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): sich
entziffern lassend: eine schwer -e Schrift; Entzifferer [ent-
tsifsre]. der; -s. -: jmd., der einen Kode, Zeichen einer
unbekannten Schrift entziffern kann: Grotefend. der erste
E. einer Keilschrift, war klassischer Philologe (Ceram.
Götter 68); entziffern <sw. V.; hat) [nach frz. dechiflrer]:
a) (etw. schwer Lesbares) mühsam lesen: eine kleine,
unleserliche Schrift, einen handgeschriebenen Brief, eine In-
ichrift e.; auf dem Röhrchen Spalttabletten entzifferte er
die Jahreszahl 1932 (Zwerenz. Erde 16); b) entschlüsseln,
dechiffrieren: eine Geheimschrift, einen Funkspruch e.;
U Überhaupt war dieses Gesicht nicht leicht zu e. (Musil.
Mann 967); <Abl.:> Entzifferung, die; -. -en.
entzücken <sw. V.; hat) /vgl. entzückend/: l.a) /plötzlich/
mit freudiger Lust erfüllen, jmds. Wohlgefallen erregen,
jmdn. begeistern: die Musik entzückte ihn; was sein Ohr
entzückte, war die ... Eleganz einer Sprechkunst (Thieß.
Legende 34); sie war hell entzückt über die Blumen; ich
bin von diesem Vorschlag entzückt; Genaugenommen
heiße ich Felix- Felix Kroull- entzückt (sehr erfreut), Sie
2xi sehen (Th. Mann. Krull 268); (iron.:) er wird von
deinem Angebot wenig entzückt sein; b)<e. + sich) (selten)
sich begeistern, sehr erfreuen: finden Sie Ja wenig
Geschmack am einzelnen und entzücken sich vielmehr an
Kombinationen (Th. Mann. Krull 397). 2. (veraltet) svw.
'entrücken; <subst.:) Entzücken, das; -s (geh.):
Begeisterung, Freude, freudige Zustimmung: die Bilder erregten
unser E.; wie kann er E. an meiner kläglichen Stimme
haben? (Jahnn. Geschichten 95); zum E. des Publikums
spielte er mehrere Zugaben; entzückend <AdJ.): überaus
reizvoll u. besonderes Gefallen erregend: ein -es Kleid; ein
•es (reizendes) kleines Mädchen; sie sieht e. aus; Entzyk-
kong,die; -. -en (geh.): Zustand des Entzückens, das
Sichentzücken: beschloß Agathe, mit Vorbedacht der E. zu
begegnen, die sie vormals ... befallen hatte (Musil. Mann 1144);
das Rätsel zittert zwischen uns. das Du und Ich ... aus
den -en aller Liebenden (Remarque. Triomphe 168).
Entzug, der; -[eis: das Entziehen (Ib. c. e): der E. von
Nährstoffen, des Stipendiums, des Führerscheins.
entzüaeln <sw. V.; hat) (geh.): svw. tenthemmen: wenn
der Wein ihre (= der Hirten) Scham entzügelte
(Hagelstange. Spielball 36).
Entzugserscheinung, die: -. -en: svw.
tEntziehungserscheinung.
entzündbar [ent'^sYntba:^] <Adj.; nicht adv.): so beschaffen,
daß es zu entzünden (1. 2. 3) ist; <Abl.:> Entzündbarkeit.
die; -; entzünden <sw. V.; hat) [mhd. enzünden. ahd. inzun-
den]: l.a) (geh.) zum Brennen bringen, anzünden: eine Fak-
kel. ein Streichholz, sich eine Zigarette e.; der Blitz hatte
das Gas ... entzündet (Hausmann. Abel 118); ein Feuer
e. (in Gang setzen, entfachen); b) <e. + sich) in Brand
geraten: das Heu hat sich [von selbst] entzündet. 2. (geh.)
a) (eine heftige Gefühlsregung o. ä.) entstehen lassen: eine
Leidenschaft e.; Der Geist der Liebe ... ist es. der die
Liebe entzündet (Goes. Hagar 186); b) in heftige Erregung
versetzen: daß das Erscheinen des Jünglings... mich ...
entzündet hätte (Th. Mann. Krull 99). 3. <e. + sich) a) /in
jmdm. I durch etw. hervorgerufen werden, entstehen,
aufbrechen: an dieser These hatte sich ihr Streit entzündet; an
manchen Vorgesetzten entzündete sich sein Haß (Böll.
Haus 86); b) sich über etw. erregen: Die Geister entzünden
sich ... nicht an der Frage, ob ... (Thielicke. Ich glaube
70). 4. <e. -I- sich) sich krankhaft röten u. schmerzhaft
anschwellen: sein Hals, die Wunde hat sich entzündet,
ist entzündet; entzündete Augen.
entzundern [ent'tsonden] <sw. V.; hat) (Fachspr.): den
Zunder von einer Stahloberfläche durch Sandstrahlen od. Beizen
entfernen: Metall e.
entzündlich [Ent'tsvntlK;] (Adj.; o. Steig.): 1. sich /leicht/
entzündend dal: der Stoff ist sehr leicht e. 2. /leicht/
in Erregung zu versetzen: ein -es Gemüt. 3. mit einer
Entzündung einhergehend, auf einer Entzündung (1) beruhend: eine
-e Erkrankung. Reaktion; EntzQndlichkeit, die; -. -en <P1.
selten): a) Entzündung (1); b) Feuergefährlichkeit;
Entzündung, die; -, -en: 1. das Sichentzünden einer Körperstelle
als Reaktion auf einen schädigenden Reiz (z. B. eine
Infektion): eine chronische, fiebrige E.; eine E. der Luftwege.
2.a) das Entzünden (1 a); b) das Sichentzünden (1 b). (zu
1:> entzündungshemmend <AdJ.; o. Steig.): eine Entzündung
verhindernd od. nicht voll zur Auswirkung kommen lassend:
dieses Mittel wirkt e.; Entzündungsherd, der: Stelle, an
der sich eine Entzündung (1) gebildet hat, von der sie ihren
Ausgang genommen hat: den E. beseitigen.
entzwei [ent'tßvai] <AdJ.; o. Steig.; nur präd.) [mhd. enzwei.
ahd. in zwei, eigtl. = in zwei (Teile)]: in Stücke gegangen,
in einzelne Teile auseinandergefallen (Ggs.: ganz S): der
Teller, das Spielzeug, der Stuhl ist e.; Ü Ich bin ganz
e. ... vor Lachen (Th. Mann, Zauberberg 21).
entzwei-: ^beißen <st. V.; hat): zerbeißen, auseinanderbeißen;
in Stücke beißen; -brechen <st. V.): a) in /zwei/ Stücke
brechen <hat): ein Stück Holz über dem Knie e.; b)
auseinanderbrechend entzweigehen (ist): das Porzellan brach
entzwei; -gehen <unr. V.; ist): in Stücke gehen, in einzelne
Teile auseinanderfallen: die Uhr. meine Brille ist
entzweigegangen; -hacken <sw. V.; hat): zerhacken,
auseinanderhacken; in Stücke hacken; -hauen <unr. V.; hat): vgl.
-hacken; -machen <sw. V.; hat) (ugs.): [aus
Unachtsamkeit od. Ungeschicklichkeit/ in Stücke gehen lassen u.
dadurch unbrauchbar machen: sie haben ihre neuen
Spielsachen schon wieder entzweigemacht; -reißen <st. V.): a)
in /zweij Stücke reißen <hat): einen Brief, ein Gewebe
e.; b) durch einen Riß im Gewebe o.a. entzweigehen <ist>:
der Schleier. Vorhang riß entzwei; -schlagen <st. V.; hat):
in [zweil Stücke schlagen: er hat in seinem Wutanfall
das Mobiliar entzweigeschlagen; -schneiden <unr. V.; hat):
in [zwei/ Stücke schneiden: sie hat beim Ausschneiden
die Tischdecke entzweigeschnitten; -«Iringen <st. V.; ist):
zerspringen: bei der Explosion sprangen die
Fensterscheiben entzwei.
entzweien [ent'tsvaidn] <sw. V.; hat) [mhd. enzweien): a)
<e. + sich) den Bruch eines freundschaftlichen o. ä.
Verhältnisses durch Meinungsverschiedenheiten u. Streitigkeiten
herbeiführen: wegen solcher Kleinigkeit hat er sich mit
seinen Eltern entzweit; sie haben sich [miteinander]
entzweit; Sie saßen in ihrem Wohnzimmer ... verstimmt wie
ein ... zutiefst entzweites Liebespaar (L. Frank.
Liebesgeschichte 60); Ü der Augenblick muß kommen, wo Vernunft
und Leidenschaft sich endgültig entzweien (St. Zweig. Fou-
che 130); b) den Bruch eines freundschaftlichen o. ä. Verhält-
713
Entzweiung
nisses bewirken, auslösen: durch sein Eingreifen hat er
die Freunde erst recht entzweit; ein Mißverständnis hat
sie entzweit; <Abl :> Entzweiung, die; -. -en: eine E.
beenden; es kam wieder zu -en.
Enukleation [enuklea'tsio:n], die; -. -en [zu tenukleieren]
(Med.): operative Ausschälung (z. B. einer Geschwulst od.
des Augapfels); enukleieren [enukle'i.ran] <sw. V.; hat)
[lat. enucleäre = entkernen; erschöpfend lösen]: 1. (Med.)
eine Enukleation ausführen, 2. (bildungsspr. veraltet)
entwickeln, erläutern.
Enumeration [enumera'tsio:n], die; -. -en [lat. enumerätio):
svw. t Aufzählung: das Übrige eine sterile E. aneinanderge-
pappter Belanglosigkeiten (Deschner. Talente 31); <Zus.:>
Enumerationsprinzip, das <o. PL): Beschränkung der
Zuständigkeit bes. der Verwaltungsgerichte auf die vom Gesetz
ausdrücklich aufgeführten Fälle: ob ein
verwaltungsrechtlicher Schutz nur in den vom Gesetz besonders
aufgeführten Fällen (E.) oder generell bestehen solle (Fraenkel.
Staat 288); enumerativ [...ti:f] <AdJ.; o. Steig.): aufzählend;
«numerieren [...'ri:ran] <sw. V.; hat) [lat. enumeräre]:
aufzählen, anführen: daß deren Maßnahmen einer
verwaltungsrechtlichen Nachprüfung nicht unterworfen seien,
weil sie im Gesetz nicht ausdrücklich aufgeführt (..enume-
rierT) seien (Fraenkel, Staat 289).
Enunziation [enontsia'tsio:n]. die; -. -en [lat. enüntiätio]
(Fachspr.): Aussage. Erklärung. Satz: hat Huxley die
Verwandtschaft jenes Prinzips mit der Sadeschen E.
entdeckt, daß ... (Adomo. Prismen 101).
Enurese [enure.zs], die; -. -n [zu griech. enoureTn =
hineinpissen] (Med.): unwillkürliches Harnlassen. Bettnässen, bes.
bei Kindern.
Enveloppe [ävabpO)], die; -, -n [frz. enveloppe =
Umhüllung, zu: envelopper = einhüllen, viell. (unter Einfluß
von lat. volvere = rollen) zu mlat. faluppa = Strohabfall.
Spänchen, urspr. = Hülle]: 1. (Math.) bestimmte
(einhüllende) Kurve einer gegebenen Kurvenschar; Kurve, die alle
Kurven einer gegebenen Schar (einer Vielzahl von Kurven)
berührt u. umgekehrt in jedem ihrer Punkte von einer Kurve
der Schar berührt wird. 2. Anfang des 19. Jh.s übliches
schmales, mantelähnliches Kleid.
Envers [ä've:?. äve:?]. der; - [...g(s)]. - [...gs] [frz. envers.
eigtl. = verkehrt < lat. inversus. tinvers] (veraltet):
Kehrseite.
Environment [erV vaiaronmant], das; -s. -s [engl, environment.
eigtl. = das Umgeben(sein); Umgebung, zu frz. environ
= um ... herum] (Kunstwiss.): mit Hilfe von Objekten
aus dem Alltagsleben künstlerisch gestalteter Raum, der
den Betrachter umgibt u. dessen aktive Teilnahme wecken
soll: Räume gestalten- Besucher aktivieren/-s und
Aktionen (Hörzu 12. 1973. 84); <Abl.:> environmental <AdJ.;
o. Steig.) [engl, environmental] (Kunstwiss.): in der Form.
Art eines Environments: Die e. angeordneten Gebilde ...
beflügeln die Phantasie des Besuchers (MM 13. 12. 73.
36); Environtologie [environtolo'gi:], die; - [zu frz. environ
= um ... herum u. t-logie): svw. TUmweltforschung.
en vogue [ä'vo:k; frz.. aus: en = in u. vogue = Ansehen.
Mode, zu: voguer = sich fortbewegen, rudern < ahd.
wagön = in Bewegung sein, wogen] in der Verbindung
en v. sein (gerade modern sein: in Mode, im Schwange
sein): Der Atheismus ... ist nicht mehr en v. (Marek.
Notizen 63); der Maler Fritz August Kaulbach, damals
in... ganz Deutschland sehr en v. (Katia Mann. Memoiren
18).
Envoye [ävQa'Je:]. den -s. -s [frz. envoye. subst. 2. Part,
von: envoyer = (ab)schicken; abordnen < vlat. *inviäre
= auf den Weg bringen, zu lat. via = Weg]: frz. Bez.
für Gesandter.
Enzephalitis [ent$efa'li:tis], die; -. ...litiden [zu griech. egke-
phalos = Gehirn] (Med.): Gehirnentzündung;
Enzephalogramm [...lo'gram]. das; -s. -e [aus griech. egkephalos =
Gehim u. t-gramm] (Med.): Röntgenbild der
Gehirnkammern; Enzephatographk, die; -. -n [...i:an; aus griech.
egkephalos = Gehim u. T-graphie] (Med.): 1. svw.
tElektroenzephalographie. 2. Röntgenographie des Gehirns.
Enzian ['entsia:n], der; -s. -e [spätmhd.. ahd. (g)encian(e)
< lat. gentiäna]: 1. meist blau, gelb od. lila, selten weiß
blühende Istengellose] Gebirgspflanze mit glockigen Blüten:
auf der Wiese blüht der E.; sie hatte einige -e gepflückt.
2. <P1. für Sorten: -e. aber: zwei [Glas] Enzian) klarer,
in Geschmack u. Geruch erdiger Branntwein, der aus den
Wurzelstöcken des gelben Enzians da) hergestellt wird:
ein Glas E.. einen E. trinken, zu 1: enzianblau <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): vom leuchtenden Blau des Enzians
(la).
Enzyklika [entsy.'klika. auch: ...'t$Yk...J. die; -. ...ken [subst.
Fem. von spätlat. encyclicus = zirkulierend. Rund-, zu
griech. egkyklios = rund, im Kreise gehend]: /in
lateinischer Sprache abgefaßtes I nach den Atifangsworten zitiertes
päpstliches Rundschreiben, das eine Stellungnahme zu
aktuellen Fragen enthält: eine päpstliche E.; die E. Ecclesiam
suam; eine E. an die Gläubigen, über den Weltfrieden;
enzyklisch [entsy:klij, auch: ...'tsYk...] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [spätlat. encyclicus. t Enzyklika] (bildungsspr.):
einen Kreis durchlaufend; 'enzyklbche Bildung (Bildung,
die sich der Mensch des Mittelalters durch das Studium
der Sieben Freien Künste, des Triviums und des Quadriviums.
erwarb).
Enzyklopädie[entsyklope'di:].die;-, -n [...i:an; frz. encyclo-
pddie < mlat. encyclopaedia = (GrundMehre aller
Wissenschaften u. Künste (die dem SpezialStudium vorausgeht)
< griech. egkyklopaideia. aus: egkyklios = im Kreise
herumgehend, wiederkehrend, gewöhnlich u. paideia =
Lehre. (Aus)bildungJ: Nachschlagewerk, in dem der gesamte
Wissensstoff aller Disziplinen od. nur eines Fachgebiets in
alphabetischer od. systematischer Anordnung dargestellt ist;
EnzykJopAdiker [...' pe:dikB]. der; -s. -: Verfasser einer
Enzyklopädie; enzyklopädisch <Adj.; o. Steig.): a) in der Art
einer Enzyklopädie fdargestellt]; für eine Enzyklopädie
kennzeichnend: eine -e Reihe; der Aufbau ist e.; b) (in
bezugaufjmds. Wissen) umfassend: er ist e. gebildet;
Enzyklopädist [...pe'dist], der; -en. -en [frz. encyclop&iiste]:
Mitarbeiter an der französischen .Mncyclopedie" (1751-80;
bes. in bezug auf die französischen Philosophen, die die
Encyclopedie zum Sprachrohr der Aufklärung machten).
Enzym [en'tsyxn), das; -s. -e [zu griech. en = in u. zyme
= Sauerteig] (Biochemie): in der lebenden Zelle gebildete
organische Verbindung, die den Stoffwechseides Organismus
steuert; Ferment: So hängt z. B. die Geschwindigkeit
chemischer Reaktionen im Organismus direkt von der
Konzentration bestimmter-eab (Wieser. Organismen 158); <Abl.:)
enzymatisch [entsy'ma.tij] <Adj.; o. Steig.): von Enzymen
bewirkt: -e Prozesse. Reaktionen; Enzymokvie [...molo-
'gi:]. die; - [zu tEnzym u. T-logie]: Wissenschaft. Lehre
von den Enzymen.
enzystieren [£ntsYs'ti:ren] <sw. V.; hat) [zu griech. en =
in. in ... hinein u. tZyste] (Biol.): um sich herum eine
Zyste bilden, sich einkapseln.
Eobiont [eo'bjpnt]. der; -en. -en [zu griech. eos =
Morgenröte u. bioüs (Gen.: biöntos), 1. Part, von: bioün
= leben] (Biol.): Urzelle als erstes Lebewesen mit
Zellstruktur.
eo ipso [e:o 'ipso; lat. eö ipso = durch sich selbst]
(bildungsspr.): (wie es sich aus den eigenen Gegebenheiten
heraus; von selbst i versteht I. von sich aus: das versteht
sich eo i.; Grenzfälle dieser Art sind eo i. nicht häufig
(Noack, Prozesse 146).
Eoüetme [eo'ljen]. die; - (frz. eolienne, subst. Fem. von:
eolien = äolisch, zu Aolus (dem griech. Windgott)
gehörend]: zartes, feingeripptes [Halb)seidengewehe in
Taftbindung.
Ecgith [eo'li:t. auch: ...lit]. der; -s u. -en. -ein] [zu griech.
eos = Morgenröte u. t-lith]: Feuerstein mit natürlichen
Absplitterungen, die an vorgeschichtliche Steinwerkzeuge
erinnern; Eolithikum [eo'li:tikum. auch: ...lit...]. das; -s:
vermeintliche, auf Grund der Eolithenfunde (t Eolith)
angenommene früheste Periode^ der Kulturgeschichte.
Eos ['easl. die; - [griech. eos]^(dichter.): Morgenröte; Eosin
[eo'zi:n]. das; -s [zu griech. eos = Morgenröte): roter
Farbstoff, der u.a. zur Herstellung von roten Tinten.
Lippenstiften. Zuckerwaren verwendet wird; eosinieren [eozi'ni:ren]
<sw. V.; hat): mit Eosin rot färben; eosinophil [eozino'fi:!]
<Adj.; o. Steig.) [zu tEosin u. griech. phflos = freundlich;
Freund]: mit Eosin färbbar; eozän [eo'tse:n] <Adj.; o.
Steig.): das Eozän betreffend, zum Eozän gehörend; Eozftn
[-]. das; -s [zu griech. eos = Morgenröte u. kainös =
neu]: Zweitälteste Stufe des Tertiärs, dazu: Eozinformation.
die: svw. f Eozän; Eozoen: PI. von fEozoon; EozoOtun)
[eo'tßo.ikum], das; -s [zu griech. eos = Morgenröte u. zöe
= Leben]: svw. t Archäozoikum; eazoisch [eotso:iJ] <Adk
o. Steig.): das Eozoikum betreffend; Eozoon~[eo't£o:3n).
714
Epidiaskop
das; -s. Eozoen [...o:an] (meist Pl.> [zu griech. eos =
Morgenröte u.zöon = Lebewesen, Tier) (GooL):
eigenartige Form aus unreinem Kalk als Einschluß in Gesteinen
der Urzeit, die man früher irrtümlich für einen Rest tierischen
Lebens hielt.
Epagoge [epago'ge:], die; - [griech. epagöge. eigtl. = das
Herbeiführen] (Logik): Denkvorgatig vom Einzelnen zum
Allgemeinen: epagogisdi [...go:giJl <Adj.; o. Steig.)
(Logik): zum Allgemeinen führend.
Epakte [e'pakto]. die; -, -n [spätlat. epactae (PI.) =
Schalttage < griech. epaktai (hemörai), Fem. PI. von: epaktös
= herbeigeführt] (Fachspr.): Anzahl der Tage, die vom
letzten Neumond des alten Jahres bis zum Beginn des neuen
Jahres vergangen sind.
Epanüepse [epana'lepsa]. Eparalepsis [...'na:l£psis]. die; -v
...lepsen[...na'l£psn;lat.epanalepsis < griech. epanälepsis]
(Rhet.vStilk.): Wiederholung eines gleichen Wortes od. einer
Wortgruppe im Satz.
Epanaphora [epa'na.fora]. die; -. ...rä [griech. epanaphora):
svw. T Anapher.
Epanodos [e'pa:nodDs]. die; -. ...doi [...d:jy; griech. epänodos
= Rückkehr] (Rhet.. Stilk.): Wiederholung eines Satzes,
aber in umgekehrter Wortfolge (z. B. Ich preise den Herrn,
den Herrn preise ich).
Eparch [e'pan;], der; -en. -en [griech. eparchos =
Befehlshaber. Statthalter, zu: epärchein = der Erste über
etw. sein] (hist.): Statthalter einer Provinz im Byzantinischen
Reich: Eparchie [epar'^i:]. die; -. -n [...i:dn; 1: griech. epar-
chfa]: 1. (hist.) byzantinische Provinz. 2. Diözese der
Ostkirche.
Epaulett [epolet]. das; -s. -s. Epaulette [...'lete]. die; -. -n
[frz. öpaulette. zu: epaule = Achsel. Schulter < lat. spatula
= Schulterblatt]: Achsel-, Schulterstück an Uniformen:
Deshalb traf man nur noch selten auf den Leiter mit
den allzu deutlich getragenen Epauletten; es ging zivil
zu (Kant, Impressum HS).
Epave [e'pa.vo]. die; - [frz. öpave. eigtl. = furchtsam;
herrenlos < lat. expavidus = aufschreckend] (veraltet): Trümmer,
Überreste, Strandgut.
Epeiroaenese: tEpirogenese.
Epeirophorese [epairofo're.za]. die; -. -n [zu griech. epeiros
= Festland; Kontinent u. phöresis = das Tragen] (Geol.):
horizontale Verschiebung der Kontinente.
Epeisodion (epaj'zo:dpn). das; -s. ...dia [griech. epeisödion.
eigtl. = das noch Dazukommende. T Episode] (Litera-
turw.): Dialogszene des altgriech. Dramas zwischen zwei
Stasima.
Epen: PI. von tEpos.
Epenthese [epente:zd]. Epenthesis [e'pentezis]. die; -. ...the-
sen [...'te:zn; spätlat. epenthesis < griech. epönthesis =
das Einschieben] (Sprachw.): Einschub von Lauten, meist
zur Erleichterung der Aussprache (z. B. t in namentlich).
Epexegese [epeksege:zd]. die; -. -n [spätlat. epexegesis <
griech. epexegesis] (Rhet.. Stilk.): in der Art einer Apposition
hinzugefügte Erklärung (z. B. drunten im Unterland)', epex-
egetisch <Adj.; o. Steig. >: in Form einer Epexegese abgefaßt.
Ephebe[e'fe:bo].der;-n.-n[lat.ephebus < griech.äphebos.
zu epf = bei u. hebe = Jugend] (hist.): wehrfähiger junger
Mann im alten Griechenland: Ephebie [efe'bi:]. die; - [lat.
ephebla = Jünglingsalter < griech. ephebeia] (Med.):
Pubertät [des jungen Mannest: ephebisch [efe:bij] <AdJ.; o.
Steig.) [griech. ephebikös]: in der Art eines Epheben:
Drunten, im Theater, spielt Dora Martin, die mit ihrer heiseren
Stimme, der verführerischen Magerkeit des -en Körpers
... das Publikum der großen deutschen Städte verhexte
(K. Mann. Mephisto 36); ephebophil [efebo'fU] <AdJ.; o.
Steig.) [zu lat. ephebus = Jüngling (T Ephebe) u. griech.
phflos = freundlich; Freund] (Med.. Psychol.): eine
homosexuelle Neigung zu jungen Männern empfindend: <subst.:)
Ephebophüe, der; -n. -n <Dekl. f Abgeordnete): weil Ja
die -n meist maskulin, die Androphilen meist feminin sind
(Studium 5. 1966. 292); Ephebophilie [efebofili:]. die; -
(Med.. Psychol.): homosexuelle Neigung zu jungen
Männern.
Ephedni ['e:fedra], die; -. ...drae [...dre] u. ...dren [e'fe:dran;
lat. ephedra < griech. ephedra]: Vertreter der in Form
von Rutensträuchern bis zu 2 m Höhe wachsenden einzigen
Gattung der Ephedragewächse: <Zus.:) Ephedragewichs,
das: Vertreter einer bes. im Mittelmeerraum u. in den Trok-
kengebieten Asiens u. Amerikas beheimateten
Pflanzenfamilie, aus deren Arten teilweise Ephedrin gewonnen wird:
Ephedrin <S> [efe'dri:n], das; -s [zu tEphedra]: dem Adrenalin
ähnliches Alkaloid einiger Ephedragewächse, das als
Heilmittel bei Asthma, Kreislaufschwäche u. a. verwendet wird.
Epheliden [efeli:dn] <P1.) [griech. ephelides, PI. von: ephelis]
(Med.): Sommersprossen.
ephemer [efe'me:g] <Adj.; nicht adv.) [griech. ephemeros,
eigtl. = für einen Tag]: 1. (bildungsspr.) nur kurze Zeit
bestehend, flüchtig, rasch vorübergehend /u. ohne bleibende
Bedeutung j: eine -e Mode. Erscheinung; sein Interesse
an der Sache war nur e. 2. (Bot., Zool.) (von kurzlebigen
Organismen) nur einen Tag lang lebend, bestehend: -e
Pflanzen. Blüten; Ephemera [e'fe:mera] <P1.) [griech. ephemera.
Neutr. PI. von: ephemeros. tephemer] (Med.): svw. tEin-
tagsfleber; 'Eph^meride [efeme'ri:d3], die; -. -n [zu^ gleich-
bed. griech. ephemeron. subst. Neutr. Sg. von: ephemeros.
f ephemer]: svw. t Eintagsfliege; ^phemeride [-], die; -. -n
[lat.ephemeris(Gen.:ephemeridis) = Tagebuch < griech.
ephemeris]: I. <meist PI.) (Astron., Astrol.) Tafel, in der
die täglichen Stellungen von Sonne, Mond u. Planeten
vorausberechnet sind: Tabelle des täglichen Gestirnstandes. 2.
<P1.) (veraltet) Tagebücher, periodische Schriften,
Zeitschriften:ephemerisch [efe'me:nj]: svw. f ephemer; Ephane-
rophyt [efemero'fy:t], der; -en, -en [zu griech. ephemeros
(tephemer) u. phytön = Pflanze] (Bot.): Pflanze, die nur
vorübergehend u. vereinzelt in einem Gebiet vorkommt (z. B.
verwilderte Gartenpflanzen).
Ephor [e'fo:^]. der; -en. -en [lat. ephorus < griech. öphoros
= Aufseher, zu: ephorän = auf etwas sehen] (hist.): einer
der fünf jährlich gewählten höchsten Beamten im antiken
Sparta: Ephorat [efo'ra:t], das; -[eis: 1. (hist.) Amt eines
Ephoren. 2» Amt eines Ephorus: Ephorie [efo'ri:], die; -.
-n [...i:an; griech. ephorefa]: /kirchlicher/ Aufsichtsbezirk,
Amtsbezirk: Ephorus ['e:forus. auch: 'ef...]. der; -. ...oren
[e'fo:rdn. £...; lat. ephorus. tEphor]: a) Dekan in der
reformierten Kirche: b) Leiter eines evangelischen
Predigerseminars od. Wohnheims.
Epibiont [epi'bpnt], der; -en. -en [zu griech. epi = (dar)auf
u. biön (Gen.: bioüntos). 1. Part, von: bioün = leben]
(Biol.): Partner beider Epibiose (Ggs.: Endobiont); EpiMose
[...'bio:z3). die; - [zu griech. epi = (dar)auf u. biösis =
das Leben] (Biol.): Gemeinschaft meist verschiedenartiger
Lebewesen, von denen ein Partner auf dem anderen lebt
(z. B. das Wachstum von Bakterien auf der Haut des
Menschen; Ggs.: Endobiose).
Epkfeiktik[auch: ...de'ik...].die; - [griech. epideiktike(tech-
ne). eigtl. = aufzeigende (Kunst)] (Rhet.. Stilk.): rhetorisch
reich ausgeschmückte Fest- u. Preisrede: bei Fest- u.
Gelegenheitsreden üblicher Redestil: epiddktisch [auch:
...de'ik...] <Adj.; o. Steig.) [griech. epideiktikös =
aufzeigend, zur Schau stellend] (Rhet.. Stilk.): die Epideiktik
betreffend, in den Vordergrund stellend: prahlend, prunkend.
Epidemie [epide'mi:]. die; -, -n [...ian; mlat. epidemia <
griech. epidemia nösos = im ganzen Volk verbreitete
Krankheit, zu: dSmos = Volk. Gebiet]: zeitlich u. örtlich
in besonders starkem Maß auftretende Infektionskrankheit:
Seuche, ansteckende Massenerkrankung: eine E. ist
ausgebrochen; die E. ist wieder abgeklungen; Ü das Bingospielen
wurde zu einer richtigen E. (zu einer Mode): Epidemiologe
[epidemio'lo:gd]. der; -n. -n [rückgeb. aus f Epidemiologie]
(Med.): Wissenschaftler auf dem Gebiet der Epidemiologie:
Epidemiologie, die; - [zu mlat. epidemia (f Epidemie) u.
f-logie] (Med.): medizinische Forschungsrichtung, die sich
mit der Entstehung, Verbreitung u. Bekämpfung von
Epidemien befaßt: epidemiologisch <Adj.; o. Steig.) (Med.): die
Epidemiologie betreffend: epidemisch [epi'dernnJT] <Adj.; o.
Steig.): in Form einer Epidemie, seuchenartig auftretend.
epidermal [epider'ma.l] <Adj.; o. Steig.) [zu tEpidermis)
(Med.): von der Epidermis stammend, zu ihr gehörend: jenes
-e Gruseln, das man volkstümlich als „Gänsehaut"
bezeichnet (Th. Mann. Zauberberg 937); Epidermis
[epi'dermis]. die; -. ...men [lat. epidermis < griech. epi-
dermis) (Biol.. Med.): äußere Zellschicht der Haut.
Oberhaut: daß du mich für gewöhnlich hältst.... für ein
Männchen, dem es beim Weibchen vor allem auf die E. ankommt
(Dorpat. Ellenbogenspiele 178).
Epidiaskop [epidia'sko:p], das; -s, -e [zu griech. epi =
(darauf, diä = durch u. skopein = betrachten, beschauen]:
Projektor, der als Episkop u. als Diaskop verwendet werden
kann.
715
Epigaion
Epigaion [epi'gaiDn], das; -s [griech. epigaion. Neutr. Sg.
von: epigaios ~= auf der Erde befindlich]: Lebensraum
der auf dem Erdboden lebenden Organismen.
Epigastrium [epigastrium], das; -s. ...ien [..Jan; griech. epi-
gästrion = Oberbauch (bis zum Nabel)] (Med.): Ober-
bauchgegend, Magengrube.
Epigeneae [epige'ne:za]. die; -. -n [aus griech. epi = darauf
u. f Genese]: 1. (Biol.) Entwicklung eines jeden Organismus
durch aufeinanderfolgende Neubildungen (nach der
Entwicklungstheorie von C. F. Wolff, 1759). 2. (Geol.)
nachträgliche Entstehung eines Flußlaufs in früher abgelagerten
Schichten; epigenetbch <Adj.; o. Steig.) [aus griech. epi
= darauf u. t genetisch): 1. (Biol.) auf die Epigenese (1)
bezogen, durch Epigenese (1) entstanden. 2. (Geol.) a) (von
geologischen Lagerstätten) später entstanden, jünger als
das Nebengestein; b) durch Epigenese (2) entstanden, darauf
beruhend.
epigonal [epigo'na:l] <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.):
unschöpferisch, nachahmend: die Musik dieses
Komponisten ist e.
Epigonation [epigo'na:tpn]. das; -s. ...ien [...pn; ngriech.
epigonätion. zu griech. epigonatis = Kniescheibe; bis auf
die Knie reichendes Kleid]: auf die Knie herabhängendes
Tuch in der Bischofstracht der orthodoxen Kirche.
Epigone [epigo:nd]. der; -n. -n [griech. epigonos =
Nachgeborener] (bildungsspr.): jmd., der in seinen Werken schon
vorhandene Vorbilder verwendet od. im Stil nachahmt, ohne
selbst schöpferisch, stilbildend zu sein: die -n der
Romantiker; er ist nur ein E.; <Abl.:> epigonenhaft <Adj.; -er,
-este) (bildungsspr.): in der Art eines Epigonen,
nachahmend; Epigonentum, das; -s (bildungsspr.): epigonenhafte
Art u. Weise: im Dienste Jener Kontinuität, ohne die eine
Literatur den Halt verliert oder ins E. abfällt (FAZ
4. 11.61.49).
Epigramm [epi gram], das; -s. -e [lat. epigramma < griech.
epigramma. eigtl. = Aufschrift] (Literatur*/.): kurzes Sinn-
od. Spottgedicht, meist in Distichen abgefaßt; <Abl.:> Epi-
grarranatik [epigra,ma(:)tik]. die; - (Literaturw.): Kunst des
Verfassern von Epigrammen; Epigrammatiker [...'ma(:)-
tikB]. der; -s. - (Literaturw.): Verfasser von Epigrammen;
epigrammatfadi [...'ma(:)Uf] <AdJ.) [spätlat. epigrammati-
cus] (bildungsspr.): kurz u. treffend (wie ein Epigramm);
witzig, geistreich, scharf pointiert: ... jedoch fehlen ihr die
Klarheit und Härte eines Lessing oder die -e Schärfe
Lichtenbergs (Greiner. Trivialroman 70); gelassen reihendes
Märchen und -er Spruch ... sind ihm in gleicher Weise
vertraut (Welt 9. 10. 65. 12); Epigrammatist, der; -en.
-en (spätlat. epigrammatista < griech. epigrammatlstes]
(veraltet): svw. TEpigrammatiker; Epigraph [epi'gra:fl. das.
-s. -e [griech. epigraphe] (Altertumswissenschaft): antike
Inschrift; Epigrgphik, die; -: Inschriftenkunde (als Teil der
Altertumswissenschaft); Epigrgphiker, der; -s. -:
Inschriftenforscher.
Epik ['e:pik]. die; - [zu tepisch]: literarische Gattung, die
jede Art von Erzählung in Versen od. Prosa umfaßt.
Epikanthus [epi'kantos]. der; - (aus griech. epi = (dar)auf
u. kanthös = Augenwinkel] (Med.): Hautfalte am inneren
Rand des oberen Augenlids.
EpOcard [epi'kart]. das; -s [zu griech. epi = (dar)auf u.
kardia = Herz] (Med.): dem Herzen der Wirbeltiere u.
des Menschen aufliegendes Hautblatt des Herzbeutels.
Epikaip [epikarp]. das; -s. -e [zu griech. epi = (dar)auf
u. karpös = Frucht] (Bot.): äußerste Schicht der Frucht-
schale von Pflanzen.
Epfkedeion[epi'ke:dQJ3n].das; -s. ...deia [griech. epikedeion]
(Literaturw.): Iantikes I Trauer- u. Trostgedicht.
Epiker, der; -s. -: Dichter, der sich der Darstellungsform
der Epik bedient, Verfasser von Werken der Epik.
Epiklese [epi'kle:z3]. die; -.-n [griech. epfklesis = Anrufung]:
Anrufung des Heiligen Geistes in der Liturgie der orthodoxen
Kirche.
epikontinental <AdJ.; o. Steig.) [aus griech. epi = (dar)auf
u. tkontinental] (Geol.): (von Epikontinentalmeeren) in
der kontinentalen Randzone liegend; Epikontinentakneer,
das; -[e]s. -e (Geol.): ein festländisches Gebiet einnehmendes
Meer.
Epikrise [epi'kri:»]. die; -. -n [griech. eptkrisis =
Beurteilung. Entscheidung] (Med.): abschließende kritische
Beurteilung eines Krankheitsverlaufs von Seiten desjirztes.
Epikureer [epiku're:*], der. -s. - [lat. Epicürei < griech.
Epikoüreioi (PI.)]: 1. Vertreter u. Anhänger der Lehre Epi-
kurs. 2. (bildungsspr.) jmd., der die materiellen Freuden
des Daseins unbedenklich genießt, Genußmensch; <Abl.:)
epikureisch, epikurisch <AdJ.>: 1. die Lehre Epikurs
betreffend. 2. (bildungsspr.) auf Genuß, auf das Genießen
gerichtet; Epikuneismus [epikure'ismos]. der; -: 1. Lehre Epikurs.
2. (bildungsspr.) auf Genuß der materiellen Freuden des
Daseins gerichtetes Lebensprinzip; epikurisch <AdJ.): svw.
T epikureisch.
Epilation [epilatsio:n]. die; -. -en [zu tepilieren] (Med.):
Entfernung von Körperhaaren.
Epilepsie [epile'psi:]. die; -. -n [...i:an; frz. Epilepsie < lat.
epilepsia < griech. epilepsiä = Anfassen; Anfall] (Med.):
erbliche, traumatisch bedingte od. auf organischen
Schädigungen beruhende Krankheit mit plötzlich einsetzenden
starken Krämpfen u. kurzer Bewußtlosigkeit; Fallsucht; epileptt-
form [epileptiform] <AdJ.; o. Steig.) [zu tepileptisch u.
lat. forma = Gestalt. Form] (Med.): einem epileptischen
Anfall od. seinen Erscheinungsformen vergleichbar: mit
heftigen Kopfschmerzen, -en Anfällen u. Psychosen (MM
4. 8. 72. 3); Epileptiker [epi'leptikB]. der; -s. -: jmd., der
an Epilepsie leidet; epileptisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[nach lat. epilepticus < &edh.ep\lix>lik6s]:a)durch
Epilepsie verursacht: ein -er Anfall; b) an Epilepsie leidend, zur
Epilepsie neigend, fallsüchtig: e. veranlagt sein; epileptoid
[epilepto'ht] <AdJ.; o. Steig.) [zu f epiletisch u. griech. -oei-
des = ähnlich]: svw. tepileptiform.
epilieren [epili:ron] <sw. V.; hat) [zu lat. ex = (her)aus
u. pi(us = Haar] (Med.): Körperhaare entfernen.
Epilkimion [epi'limnbn]. Epiümnhnn [...ium]. das; -s. ...ien
[...ian; aus griech. epi = (dar)auf u. limnfon = kleiner
Teich] (Biol.. Geogr.): obere Wasserschicht eines Sees mit
thermischen Ausgleichsbewegungen. Vgl. Hypolimnion.
Metalimnion.
Epilog [epi'lo:k]. der; -s. -e [lat. epilogus < griech. epflogos]
(Ggs.: Prolog): a) Schlußrede, Nachspiel im Drama: Ü Du
hast heute abend einen häßlichen E. an ein schönes
bürgerliches Fest gehängt (H. Mann. Stadt 24S); b) abschließendes
Nachwort [zur Erläuterung eines literarischen Werkes .
Epinastie [epinas'ti:], die; -. -n [...ian; zu griech. epi =
(dar)aufu.tNastie](Bot.): verstärktes Wachstum der
Blattoberseite gegenüber der -Unterseite bei Pflanzen; eplnastiach
[epinastif] <Adj.; o. Steig.) (Bot.): (von Pflanzen) ein
verstärktes Wachstum der Blattoberseite zeigend.
EpingK[ept'gle:].der.-M.-s [frz. (velours)öpingle =
Ripssamt, eigtl. 2. Part, von: Ipingler = mit der Nadel
anstekken, zu lat. spinula = kleiner Dorn]: 1. Damenkleiderstoff
mit verschieden breiten Rippen. 2. strapazierfähiger
Möbelbezugsstoff mit nicht aufgeschnittenen Schlingen.
Epinikion [epi'ni:kjpn].das; -s. ...ien [...pn; griech. epinikion.
zu: nike = Sieg] (Literaturw.): altgriechisches Siegeslied
zu Ehren eines Wettkampfsiegers.
EpipattoIHMkum [epipaleo'li.tikum. auch: ...lit...]. das; -s
(ausgriech. epi = (dar)aufu. tPaläolithikum]: svw. t
Mesolithikum.
Epiphania: tEpiphanie; Epiphanias [epifa:nias]. das; - [zu
tEpiphanie]. Epiphanienfest [...Ta:npn-]. das; -[e]s. <
(christl. Rel.): Fest der ..Erscheinung /des HerrnT am
6. Januar; Dreikönigsfest; Epiphanie [...fa'ni:]. Epiphania
[epifa:nia]. die; - (griech. epiphäneia] ([christl.] Rel.):
Erscheinung einer Gottheit (bes. Christi) unter den Menschen;
Epiphinomeiudas; -s. -e [aus griech. epi = (dartauf,
daneben u. t Phänomen] (Philos.): Begleiterscheinung: Zeigt die
dialektische Theorie an der Kultur als bloßem E. sich
desinteressiert (Adorno. Prismen 18).
Epiphora [epi.fora], die; -. ...rä [griech. epiphorä. eigtl.
= das Hinzufügen]: 1. (Rhet.. Stilk.) Wiederholung eines
od. mehrerer Wörter am Ende aufeinanderfolgender Sätze
od. Satzteile. 2, (Med.) Tränenfluß.
Epiphyllum [epiTylum]. das; -s. ...llen [zu griech. epi *
(dartauf, daneben u. phyllon = Blatt (die Blüten
entspringen unmittelbar an den blattartigen Sprossen)]:
Blätterkaktus aus Brasilien.
Epiphyse [epi'fy.s]. die; -. -n [griech. epiphysis = Zuwuchs.
Ansatz] (Med.. Biol.): 1. Zirbeldrüse der Wirbeltiere. 1
Gelenkstück der Röhrenknochen von Wirbeltieren u. vom
Menschen; Epiphyt [epi'fy:t]. der; -en. -en [zu griech. epi
= (dartauf u. phytön = Pflanze] (Bot.): Pflanze, die auf
anderen Pflanzen wächst, sich aber selbständig ernährt.
eptrogen [epiro'ge:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. epeiros
716
Epitomator
= Festland; Kontinent u. t -gen] (Geol.): durch Epirogenese
entstanden; Epirogenese [ppiroge'ne:»]. Epeirogenese
(ep%jro-],die;-.-n [zu griech. epeiros =* Festland; Kontinent
u. tGenese] (Geol.): langsame, in großen Zeiträumen
ablaufende Hebungen u. Senkungen größerer Erdkrustenteile;
epirosenetisch <Adj.; o. Steig.): svw. tepirogen.
Epirrhem [epi're:m], Epirrhema [e'pirema]. das; -s. ...emata
[...'re:mata; griech. epirrhema. eigtl. = das Dazugespro-
chene] (Literaturw.): Dialogverse des Chors in der attischen
Komödie.
episch [e:piJ1 <Adj.) [lat. epicus < griech. epikös]: a)
<o. Steig.; nicht adv.): die Epik, das Epos betreffend: ein
-es Gedicht; b) erzählerisch, erzählend, berichtend: -e
Gestaltungskraft; -e Elemente; ein -es Talent; etw. in -er
Breite (in allzu großer Ausführlichkeit) schildern.
Episiotomie [epizioto'mi:|.die; -. -n [...i:dn; zu griech. epision
= Schamgegend u. tome = dasSchneiden. Schnitt] (Med.):
operativer Einschnitt in den Damm seitlich der Schamspalte
zur Vermeidung eines Dammrisses bei der Entbindung.
Episit [epi'zi.t]. der; -en. -en [zu griech. epf = (dar)auf.
analog zu t Parasit] (Zool.): räuberisches Tier, das sich
von anderen Tieren ernährt (z. B. Greifvögel).
Episkop [epi'sko:p]. das; -s. -e [zu griech. epi = (dar)auf
u. skopein = betrachten, beschauen]: Projektor für
undurchsichtige Bilder (z. B. aus Büchern).
episkopal [episko'pa:l] <AdJ.; o. Steig.) [kirchenlat. episco-
pälis): bischöflich; Episkopale, der; -nv -n: Anhänger einer
der protestantischen Kirchengemeinschaften mit
bischöflicher Verfassung in England od. Amerika; EpiskopaJfsmus,
der; - (kath. Kirche): kirchenrechtliche Auffassumg. nach
der das Konzil der Bischöfe über dem Papst steht (Ggs.:
Kurialismus. Papalismus); Episkopalist, der; -en. -en:
Verfechter des Episkopalismus; Episkopalkirche, die: 1.
nichtkatholische Kirche, in der die Bischöfe die oberste
Leitungsgewalt innehaben u. an der Spitze der Weihehierarchie stehen
(z. B. die orthodoxen Kirchen). 2. nichtkatholische Kirche,
nach deren Verfassung die Bischöfe die Kirchenleitung
ausüben (z.B. die evangelischen Landeskirchen); Episkopat
[episkopa:t], das. (Theol.:) der; -[e]s. -e [kirchenlat. episco-
pätus. episcopätum. zu: episcopus. fEpiskopus]: 1. <o.
PI.) Amt u. Würde eines Bischofs. 2. Gesamtheit der Bischöfe
[einesLandes]; eptakopisch <Adj.; o. Steig.): svw.
fepiskopal; Episkopus [e'piskopus]. der; -. ...pi [kirchenlat. episco-»
pus. t Bischofl: Bischof
Episode [epi'zo:dd]. die; -. -n [frz. episode < griech. epeis-
ödion = zwischen die Chorgesänge eingeschobene
Dialogteile, eigtl. etwa = Hinzukommendes]: l.a) unbedeutende,
belanglose Begebenheit; flüchtiges Ereignis innerhalb eines
größeren Geschehens: eine lustige, traurige, kleine E.; er
erzählte eine E. aus seinem Leben; Es (= eine Schlägerei)
war eine heitere E. in ernster Zeit (Feuchtwanger. Erfolg
629); Die Pariser Kommune von 1871 war nicht
kommunistisch- zudem blieb sie E. (Fraenkel. Staat 167); b) kurzer
I belangloser I Zeitabschnitt innerhalb eines größeren
Geschehenszusammenhanges: Das Leben ist eine E.. und zwar,
im Maßstabe der Äonen, eine sehr flüchtige (Th. Mann.
Krull 308). 2. Nebenhandlung. Zwischenstück in Dramen
od. Romanen. 3. (Musik) eingeschobener Teil zwischen erster
u. zweiter Durchfuhrung des Fugenthemas.
Episoden-: Miarsteller, der: Schauspieler, der Nebenrollen
spielt: ^flkn, der: Film, der nicht eine durchgehende
Handlung, sondern mehrere thematisch miteinander verbundene
Episoden zum Inhalt hat; Mrolle, die: Nebenrolle; ~spieler,
der: vgl. ^darstellen
episodenhaft <Adj.; o. Steig.): in der Art einer Episode,
flüchtig, kurz; episodisch <Adj.; o. Steig.): dazwischenge-
schaltet. vorübergehend, nebensächlich: -e Gewässer (Geol.;
Flußläufe, die nur gelegentlich Wasser führen;
Trockenflüsse).
Epispadie [epispa'di:}, die; -. ...dien [...i:an; zu griech. epi
= (darjauf u. spadön = Riß. Spalte] (Med.): angeborene
Mißbildung des Penis, bei der die Harnröhre auf der Oberseite
des Penis spaltförmig mündet.
Epistase[epi'sta:zd].die; -. -n [griech. epistasis = das
Anhalten] (Genetik): Überdeckung der Wirkung eines Gens durch
ein anderes, das nicht zum gleichen Paar von Erbanlagen
gehört; <Abl.:> epistatisch <AdJ.; o. Steig.) (Genetik): (von
Genen) überlagernd: das Allel für Albinismus verhält sich
e. gegenüber allen Pigmenten, mögen sie Haut. Haar oder
Auge beeinflussen (Medizin II. 90).
Epistaxis [epi'staksis]. die; - [griech. epistaxis. eigtl. = das
Darauftröpfeln] (Med.): Nasenbluten.
Epistel fp'pist)]. die; -. -n [lat. epistola = Brief < griech.
epistole. eigtl. = das Zugesandte]: 1. (christl. Rel.) a)
Sendschreiben. Apostelbrief im Neuen Testament; b)
vorgeschriebene gottesdienstl. Lesung aus der Bibel, bes. aus
den neutestamentl. Briefen u. der Apostelgeschichte: Aus
den jeweiligen Predigten waren ihr geläufig Evangel und
E. des Tages (Werfet. Himmel 156); *imdm. die E. lesen
(veraltend; jmdn. ermahnen; jmdm. Vorhaltungen machen).
2. (veraltet, aber noch abwertend od. scherzh.)
/kunstvoller) längerer Brief: eine formvollendete E.; Jmdm. eine
E. schreiben; er verfaßte seitenlange -n. in denen er ihr
Vorwürfe machte. 3. (veraltend) Strafpredigt: es wurde
ihm eine E. zuteil; er mußte eine E. über sich ergehen
lassen; <Zus. zu 1 b:> Epjstebeite, die (kath. Kirche): vom
Kirchenschiff aus gesehen die rechte Seite des Altars, auf
der früher der Priester die Episteln las (Ggs.:
Evangelienseite).
Epistemologie [epistemolo'gi:]. die; - [engl, epistemology.
zu griech. episteme = das Verstehen; Wissenschaft] (Phi-
los.): Wissenschaftstheorie, -lehre; Erkenntnistheorie,
-lehre; <Abl.:) epistanologisdi <AdJ.; o. Steig.) (Philos.):
Wissenschaft s-t erkenntnistheoretisch.
Epistobr [epistola:^]. das; -s. -e. Epistofauium [...la:rium],
das; -s. ...ien [...jpn; mlat. epistolarium. zu lat. epistola.
f Epistel]: 1. (kath. Kirche) liturgisches Buch mit den
gottesdienstlichen Episteln (1 b) der Kirche. 2. (veraltet) Sammlung
von Briefen bekannter Personen; Epistoloeraphie [epistolo-
gra'fl:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. epistole (f Epistel) u.
t -graphie] (veraltet): Kunst des Briefschreibens.
EpistropheusIe'pistrofQysl.der; - [griech. epistropheüs. eigtl.
= der Umdneher] (Zool.. Med.): zweiter Halswirbel bei
Reptilien. Vögeln. Säugetieren u. Menschen.
Epistyl [episty:l]. das; -s. -e. Epistylion [epi'sty.lpn]. das;
-s. ...ien (...pn; lat. epistylium < griech. epistylion. zu:
epf = (dar)auf u. stflos = Säule]: svw. tArchitrav.
Epitaph [epita:fl. das; -s. -e. Epitaphium [...Quin], das; -s.
...ien [...pn; lat. epitaphium < griech. epitäphion. eigtl.
= zum Grab Gehörendes]: 1. (bildungsspr.) a)
Grabinschrift; b) Gedenktafel mit Inschrift für einen Verstorbenen
an einer Kirchen wand od. einem Pfeiler. 2. in den orthodoxen
Kirchen das am Karfreitag aufgestellte Christusbild.
Epitasis [e'phtazis]. die; -. ...sen [epi'ta:zn; lat. epitasis <
griech. epitasis. eigtl. = Anspannung] (Literaturw.):
Steigerung der Handlung zur dramatischen Verwicklung, bes.
im dreiaktigen Drama.
Epitaxie [epita'ksi:]. die; -. -n [...i:an: zu griech. epf =
(dar)auf u. -taxia = das (An)ordnen. zu: taktös = (an>-
geordnet] (Chemie): kristalline Abscheidung auf einem
anderen [ gleichartigen j Kristall.
EpHhabunion [epita'la:mpn]. Epithafaunium [...mium]. das;
-s. ...ien[...idn;lat. epithalamium < griech. epithalämion]:
Hochzeitslied, -gedieht [der alten Griechen u. RömerI.
Epithel [epi'te:l]. das; -s, -e [zu griech. epf = (dar)auf u.
thele = Brustwarze] (Biol.): oberste Zellschicht des
tierischen u. menschlichen Haut- u. Schleimhautgewebes; <Abl.:)
epithelial [epite'Ua:l] <Adj.; o. Steig.): zum Epithel gehörend;
in der Art von Epithel: im Gegensatz zu den e. geordneten
beiden Keimblättern des Embryos (Medizin II. 78);
Epitheliom [epite'llo:m]. das; -s. -e [zu f Epithel] (Med.):
Hautgeschwulst aus Epithelzellen; Epithdisation [epiteliza'tsio:n].
die; - (Med.): Bildung von Epithelgewebe; Epithelium [epi-
'te:lium].das;-s. ...ien [...pn]: svw. T Epithel; Epithelkörper-
chen <P1.) (Med.): Nebenschilddrüsen; Epithelzelle, die; -.
-n <meist PI.).
Epithese [epi'te:za]. die; -. -n [griech. epfthesis = Zusatz]
(Sprachw.): Anfügung eines Lautes an ein Wort, meist aus
Gründen der Sprecherleichterung (z. B. eines d in niemand,
mhd. nieman); Epitheta ornantia: PI. von f Epitheton or-
nans; Epitheton [e'phteton]. das; -s ...ta [lat. epitheton <
griech. epitheton = Beiwort, eigtl. = Hinzugefügtes]
(Sprachw.): als Attribut gebrauchtes Adjektiv od. Partizip
(z. B. das große Haus): U Denn Flexibilität war nicht gerade
das E.. das ihm ... zuerkannt wurde ... (Dönhoff. Ära
20); Epitheton ornans [- 'ornans], das; - ...ta ornantia
[- or'nantsia; lat. omäns. 1. Part, von: omäre = schmük-
ken] (Rhet.): nur schmückendes, d. h. typisierendes,
formelhaftes, immer wiederkehrendes Beiwort (z. B. grüne Wiese).
Epitomator [epito'ma:tor. auch: ...0:5]. der; -s. -en [...ma-
717
Epitome
'to:ren; mlat. epitomätor): Verfasser einer Epitome;
Epitome [epKtome],die;-.-n[epi'to:man; lat.epitome < griech.
epitome. eigtl. = das Einschneiden] (Literaturw.): in der
altrömischen u. humanistischen Literatur Auszug aus einem
umfangreichen Schriftwerk, wissenschaftlicher od.
geschichtlicher Abriß.
Epitrachejion [epitra'xeilion]. das; -s, ...ien [...jpn; mgriech.
epitrachelion. zu griech. epi = (dar)auf u. trächelos =
Hals. Nacken]: stolaartiges Band, das Priester u. Bischöfe
der Ostkirche beim Gottesdienst um den Hals tragen.
Epitrit [epi'tri:t]. der; -en, -en [lat. epitritus < griech. epftri-
tos. eigtl. = ein Ganzes u. ein Drittel enthaltend]
(Verslehre): aus drei Längen u. einer Kürze bestehender
altgriechischer Versfuß (z. B. -u—).
Epitrope [epitro.po], die; -. -n [griech. epitrope = das
Anheimstellen, das Überlassen] (Rhet.): scheinbares Zugeben,
einstweiliges Einräumen; <Abl.:> epitropisch <Adj.; o.
Steig.): scheinbar zugestehend.
Epizentrglentfernung, die; -. -en [zu tEpizentrum] (Geol.):
Entfernung zwischen Beobachtungsort u. Epizentrum; Epl-
zpitnm, das; -s. ...ren [zu griech. epikentros = über dem
Mittelpunkt] (Geol.): senkrecht über einem Erdbebenherd
liegendes Gebiet der Erdoberfläche.
Epizeuxis [epi'tsqyksis]. die; - [spätlat. epizeuxis < griech.
epfzeuxis. eigtl. = Verbindung]: svw. f Epanalepse.
Epizoen: PI. von tEpizoon; epizoisdi [epi'tsoiij] <AdJ.; o.
Steig.; nicht ad v.) [zu tEpizoon] (Biol.): ü)(von
Schmarotzern) auf Tieren vorkommend, lebend; b) (von Samen)
sich durch Anheften an Menschen u. Tiere verbreitend.
Epizone, die; - [aus griech. epi = (dar)auf u. tZone] (Geol.):
obere Tiefenstufe bei der Metamorphose der Gesteine.
Epizoon [epitso^n]. das; -s, ...zoen [...'tso:an] u. ...zoa
<meist PI.) [aus griech. epf = (dar)auf u. zöon =
Lebewesen. Tier] (Biol.. Med.): auf der Körperoberfläche bes. von
Tieren lebende Haut Schmarotzer (z. B. Läuse); Epizoonose
[epitsoo'no:z3j, die; -. -n (Med.): durch Epizoen
hervorgerufene Hautkrankheit; Epizootie [epitsoo'ti:]. die; -. -n [...i:an;
zu griech. epf = (dar)auf u. zöon = Lebewesen. Tier]:
1. (Tiermed.) epidemisches Auftreten seuchenhafter
Erkrankungen bei Tieren. 2. svw. t Epizoonose.
Epizykd [epi'tsyAI]. der; -s. - [lat. epicyclus < griech. epi-
kyklos = Nebenkreis] (Astron.): Kreis, dessen Mittelpunkt
sich auf einem anderen Kreis bewegt od. der auf einem
anderen Kreis abrollt, als Erklärung der Planetenbahnen
in der Antike u. bei Kopernikus; <Zus.:> Epizgkeltheorie,
die <o. PI.) (Astron.): Theorie der Astronomie vor Kepler,
nach der sich die Planeten in Epizykeln um die Erde bewegen;
Epizykloide (epitsykk>'i:dd]. die; -. -n [zu tEpizykel u.
griech. -oeides = ähnlich] (Astron.. Math): Kurve, die
ein Punkt eines Kreises beschreibt, der auf dem Umfang
eines festen Kreises abrollt.
epochal [epoxa:l] <Adj.; nicht adv.) (bildungsspr.): 1. über
den Augenblick hinaus bedeutsam, in die Zukunft hinein
wirkend: eine -e Erfindung. Theorie; ein Ereignis von -er
(sehr großer, überragender) Bedeutung; Ü (iron.. scherzh.
übertreibend:) du hast wieder mal eine -e Idee; das -e
Ereignis sozusagen, war die Party, die der Abgeordnete
... gab (Wolfe [Übers.]. Radical 34). 2. (Päd.) die einzelnen
Fächer nicht nebeneinander, sondern nacheinander zum
Gegenstandhabend: -er Unterricht; (Zus. zu 2:) Epodigbnter-
ridit, der: Aus arbeitstechnischen u. -psychologischen
Grtinden werden im E. die Schulstunden über einen
größeren Zeitraum hinweg ... vorwiegend einem einzigen Fach
gewidmet (Meyers Enzyklopädisches Lexikon 8.45);
Epoche [e'poxal. die; -. -n [mlat. epocha < griech. epoche.
eigtl. = das Anhalten]: großer geschichtlicher Zeitabschnitt,
dessen Beginn fu. Ende] durch einen deutlichen,
einschneidenden Wandel der Verhältnisse, durch eine Wende o. ä.
gekennzeichnet ist: eine friedliche, verhängnisvolle, längst
vergangene E.; eine neue E. der Menschheitsgeschichte
(Niekisch. Leben 58); die E. der Weltraumfahrt; der
Baustil, der Geist einer E.; am Beginn einer neuen E. stehen;
in eine neue E. eintreten; das Theater in seinen genialen
-n. bei Shakespeare und in der Antike (Erhard Kästner.
Zeltbuch 141); *E, machen (durch eine besondere Leistung
einen neuen Zeitabschnitt einleiten, eine Wende
herbeiführen; Aufsehen erregen; LÜ von frz. faire epoque): diese
Erfindung wird E. machen, dazu: epochemachend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): eine neue Epoche begründend,
besonders wichtig für eine weitere Entwicklung; aufsehenerregend:
eine -e Entdeckung; ... in seinem (= Charles Darwins)
-en Werk von 1859 über ..Die Entstehung der Arten im
Tier- und Pflanzenreich" (Natur 18).
Epode [e'po:dd]. die; -. -n [lat. epodos < griech. epödös.
eigtl. = Nach-. Schlußgesang]: 1. <o. PI.) (Lyrik) /antike/
Gedichtform, bei der auf einen längeren Vers ein kürzerer
folgt. 2, (Fachspr.) in antiken Gedichten u. besonders in
den Chorliedern der altgriechischen Tragödie auf Strophe
u. Antistrophe folgender dritter Kompositionsteil. Abgesang;
<Abl.:> epodisdi <Adj.; o. Steig.): die Epode (1. 2)
betreffend, zu ihr gehörend, als Epode verfaßt, komponiert.
Eponym [epo'ny:m]. das; -s. -e [zu griech. eponymos =
seinen Namen woher habend, wonach benannt]: Gattungs-
beZeichnung, die auf einen Personennamen zurückgeht (z. B.
Zeppelin für Luftschiff).
Epopöe [epo'po:?. auch: ...'po:]. die; -. -n [...0:an; griech.
epopoiia. eigtl. = Verfertigung eines epischen Gedichts;
zu: poieJn = machen, herstellen] (veraltet): Epos: Ü Unsere
Männer, diese unerhört schweren Kämpfe, eine ganze E.
von Kämpfen, jeder ein schlichter Held (Plievier.
Stalingrad 270).
Epos [e:pDs]. das; -. Epen fe.pn; lat. epos < griech. öpos
= Wort. Rede. Erzählung]: erzählende Versdichtung
größeren Unifangs in gleichmäßiger Versform; Heldengedicht,
das häufig Stoffe der Sage od. Geschichte breit dargestellt
behandelt: das höfische E. des Mittelalters; die Epen
Homers.
Epoxid ['eplDksi.t. auch: —'-]. (ehem. fachsprachl. für.)
Epoxyd [ep|3ksy:t. auch: --'-]. das; -s. -e [zu griech. epf
= (dar)auf. daneben u. t Oxyd] (Chemie): durch Anlagerung
von Sauerstoff an Olefine gewonnene chemische Verbindung.
Eppich ['epi«;]. der; -s. -e [mhd. epfich. ahd. epfl(ch) =
Sellerie < lat. apium. eigtl. = von den Bienen bevorzugte
Pflanze]: landsch. Bez. für mehrere Pflanzen, z. B. Sellerie.
Efeu.
Eprouvette [epru'vet]. die; -. -n [frz. Eprouvette, zu: öprouver
= probieren, versuchen, zu lat. probäre = prüfen] (Chemie
[österr.]): Reagenzglas.
Epsilon ['epsibn]. das; -[s]. -s [griech. e psilön = bloßes
e]: fünfter Buchstabe des griechischen Alphabets (kurzes
e: E. e).
Epulk [e'pu.lis]. die; -. ...iden [epuli:dn; griech. epoulis]
(Med.): Zahnfleischgeschwulst.
Equestrik [e'kvestnk]. die; - [zu lat. equester (Gen.: equestris)
= zum Pferd od. Reiter gehörend, zu: equus = Pferd]
(bildungsspr. veraltend): Reitkunst (bes. im Zirkus); Equi-
dae [e:kvide]. Equiden [ekvi.dn] <P1.> [zu lat. equus =
Pferd] (Zool.): Bez. für alle pferdeartigen Tiere (Pferd.
Esel. Zebra u.a.).
Equilibrist usw.: f Äquilibrist usw.
Equipage [ekvipa.53. seltener: eki...]. die; -. -n (frz. Equipage,
zu: equiper. tequipieren] (veraltet): 1. elegante Kutsche:
eine herrschaftliche E.; indem ich nämlich bei Schluß der
Theater... dem höheren Publikum ... beim Anhalten der
Droschken, beim Herbeirufen wartender -n behilflich war
(Th. Mann. Krull 100). 2. Schiffsmannschaft. 3. Ausrüstung
[eines Offiziers]; Equipe [e'kip]. die; -. -n [frz. equipe.
zu: equiper. tequipieren]: a) (Sport) ausgewählte
Mannschaft, bes. im Reitsport: die deutsche E.; b) Gruppe von
Qualifizierten Personen, die gemeinsam an einer bestimmten
Aufgabe arbeiten; Team: der Kanzler stellte seine E. vor.
Beim gemeinsamen Mittagessen mit de Gaulies knapp
bemessener E. (Ministerpräsident Pompidou.
Außenminister Couve de Murville. Verteidigungsminister Messmer)
(Spiegel 31. 1966. 28); equipieren [ekvipi:ren. seltener:
eki...] <sw. V.; hat) [frz. equiper < anord. skipa = ein
Schiff ausrüsten] (veraltet): ausrüsten, ausstatten; <Abl.:>
Equipkning. die; -. -en: was mir not tat an standesbewußter
E. mit leinener und seidener Leibwäsche, allerlei
Schuhwerk. Hüten und Handschuhen (Th. Mann. Krull 296).
er [en?l <Personalpron.; 3. Pers. Sg. Nom. Mask.) [mhd..
ahd. er]: 1. steht für ein männliches Substantiv, das eine
Person od. Sache bezeichnet, die bereits bekannt ist. von
der schon die Rede war: der Mann geht die Straße entlang,
er dreht sich nicht um; er als mein bester Freund; hier
ist dein Hut, er lag auf dem Schrank; der Berg dort drüben,
ist er nicht eindrucksvoll?; bei den Vögeln sorgt er (das
Männchen) für Futter, während sie brütet; er (der /
modebewußte 1 Mann) trägt in diesem Sommer Blazer; die
Toilettentüren, die Handtücher im Bad waren mit „Er" und
718
erb-, Erb-
..Sie*4 gekennzeichnet; Er, 42. Witwer, mit Kind, sucht
nette, gutaussehende Partnerin. Heirat möglich
(Mannheimer Wochenblatt 24. 4. 75,4); Er (Gott) hält seine Hand
schlitzend über uns; <Gen.:> seiner: wir gedenken
seiner/(veraltet:) sein mit Hochachtung; <Dativ:> ihm: ich
gebe ihm das Buch; der Hund hat Hunger, man muß
ihm Futter geben; der Stuhl ist kaputt, jemand hat ihm
einen Tritt gegeben; <Akk.:> ihn: wo ist Vati? ich habe
ihn gerade noch gesehen; der Baum ist doch gesund, warum
willst du ihn fällen?; sie dachte stets nur an ihn (ihren
Geliebten). 2. (veraltet) Anrede an Untergebene (die weder
mit du noch mit Sie angeredet wurden): Hat Er dem
Grafen die Nachricht überbracht?: <subst.:> Er [-1, der;
-. -s (ugs.): Person od. Tier männlichen Geschlechts: am
Tisch sitzen ein Er und eine Sie; dieser Hund ist ein Er.
erachten <sw. V.; hat) (geh.): auf Grund von Überlegungen
eine bestitnmte Meinung von etw. haben: für etw. halten,
als etw. ansehen: etw. als/für notwendig, als/für seine Pflicht
e.; Da nun ... hatte er die Zeit für gekommen erachtet,
dem Mangel abzuhelfen (Plievier, Stalingrad SO); <subst.:>
Erfditen, das in der Verbindung meinem E. nach/meines
-s (meiner /durch Überlegung u. Abwägen gewonnenen!
Meinung, Ansicht nach): meinem E. nach/meines -s ist
das Ergebnis falsch; Abk.: m. E.
erahnen <sw. V.; hat): alinend erkennen, intuitiv erfassen:
man konnte die Landschaft im Nebel nur e.; bedeutende
Entwicklungen e.; Er erahnte, daß eine unmittelbare
Beziehung bestand (Jahnn. Geschichten 84).
erarbeiten <sw. V.; hat): 1. durch Arbeit erwerben,
bekommen: er hat seine jetzige Position allein erarbeitet; du
hast dir in kurzer Zeit ein Vermögen erarbeitet. 2. sich
durch intensives Studium, Bemühen geistig zu eigen machen:
den Unterrichtsstoff gemeinsam e.; du mußt dir den Inhalt
des Buches e. 3. in gemeinsamer Arbeit, Diskussion o.a.
erstellen, ausarbeiten: einen Plan, ein Programm. Modell
e.; mit den wirksamen Methoden, die der wissenschaftliche
Ausschuß zu e. hat (FAZ 2.11.61.11); <Abl.:) Erarbeitung,
die; -. -en <P1. selten).
erlügen <sw. V.; hat): a) (von Tieren) mit den Augen wahr-
nehmen, erblicken: das Reh eräugte den Jäger; b) (veraltend,
noch scherzh.) nach aufmerksamem / u. suchendem /
Umhersehen erblicken: Wo er einen goldgeränderten Zwicker
eräugte .... schoß er hinzu (Fussenegger. Haus 167).
erb-. Erb- ['erp-J (vgl. auch: erben-. Erben-): -adel, der:
erblicher Adel (3). Geburtsadel (Ggs.: Verdienstadel);
-ad[e]lig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): auf Erbadel beruhend:
-ändenmg, die: svw. f Mutation; -anläge, die (Biol.): durch
die Gene festgelegte Fähigkeit eines Organismus, bestimmte
Merkmale auszubilden: -Anspruch, der: Anspruch auf eine
Erbschaft: MUlteil, der: Anteil an einer Erbschaft: ^bauer,
der: 1. Bauer, der ein Gut von bestimmter Mindestgröße
besitzt. 2. Bauer, der sein Gut zur Erbleihe besitzt: —bau-
recht,das(jur.): veräußerliches, vererbbares Recht, auf
fremdem Boden zu bauen: Erbpacht (b); -bauzins, der (jur.):
Summe, die in bestimmten zeitlichen Abständen für das
Erbbaurecht entrichtet werden muß: ^bedingt <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.); -begräbnis, das: Familiengrab:
-berechtigt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): berechtigt, ein lErbe (1)
anzunehmen, dazu: -bereditigung, die; -bescheinigung, die:
svw. t ^schein; -besitz, der: Besitz, fien jmd. aus einer
Erbschaft erlangt hat u. den er mit der unrichtigen
Behauptung, ihm stehe ein Erbrecht daran zu. in Anspruch nimmt:
^bild, das (Genetik): Gesamtheit der bereits in der
befruchteten Eizelle bzw. in der Sporenzelle vorliegenden
Vererbungsanlagen eines Individuums: -biologie, die <o. PL):
svw. tGenetik, dazu: -biologisch <Adj.; o. Steig.); -eigen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): durch Erbschaft zum Eigentum
geworden, ererbt, -eigenschaft, die (Biol.): vererbbare
Eigenschaft: -eigentum, das: Eigentum, das jmdm. durch
gesetzlich geregelte Erbschaft zufällt: -eingesessen <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): über mehrere Generationen an einem
Ort ansässig: alteingesessen: -einsetzung, die (jur.):
Berufung einer od. mehrerer Personen zu
Gesamtrechtsnachfolgern auf Grund der Verfügung eines Verstorbenen: -flUiig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (jur.): die rechtlichen
Voraussetzungen für die Annahme eines 1Erbes (1) erfüllend (Ggs.:
erbunfähig), dazu: -ffihigkeit,die <o. PI.) (jur.): Fähigkeit.
2Erbe zu werden od. sonstige Zuwendungen eines
Verstorbenen zu erwerben: -faktor, der: deutlich in Erscheinung
tretendes erbliches Merkmal: ^fall, der (jur.): Tod eines
Menschen, mit dem die Erbfolge eintritt: -fällig <Adj.; o. Steig.;
mchtadv.Xjur.Y.jmdm.rechtmäßigalsl Erbe (1) zugefallen:
-fehler, der: ererbter körperlicher Fehler od. schlechte
Eigenschaft: ^felndf der: l.a) Volk, das seit Generationen
als ständiger Feind bekämpft wird: Deutsche und Franzosen
galten lange Zeit als -e; b) seit langem verhaßter Gegner.
2. <Sg.) (verhüll.) Teufel: -folge, die: a) Rechtsnachfolge
in die / Vermögens / Stellung eines Verstorbenen: b)
Thronfolge, dazu: -folgekrieg, der: kriegerische Auseinandersetzung
auf Grund von Streitigkeiten um die Thronfolge, -folger,
der: a) (Jur.) rechtlicher Nachfolger in der [
Vermögens/Stellung eines Verstorbenen: b) Thronfolger, -folgerecht, das
(jur.): alle die Erbfolge regelnden Gesetze, -folgestreit, der:
Streit um die Erbfolge: -forschung, die: svw. tGenetik;
-gang, der: a) (Biol.) Vererbungsweise eines Merkmals:
b) (jur.) vgl. -folge; -gefiige, das (Genetik): svw. t-bild;
-gesessen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -eingesessen;
-gesetz, das: svw. f Vererbungsgesetz; -gesund <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Med.): frei von Erbkrankheiten, erblich
nicht vorbelastet (Ggs.: erbkrank): Erleichterung der
Lebensbedingungen Tür die körperlich und geistig -e
kinderreiche Familie (Medizin II, 98). dazu: -gesundheit, die
(Med.); -grind, der (Med.): ansteckende chronische
Pilzerkrankung der Haut: -großherzog, der: ältester So/m
u. Thronfolger eines regierenden Großherzogs: ~-gutf das:
I. (Biol.) Gesamtheit der Erbanlagen: da nun die eineiigen
Zwillinge in ihrem E. identisch sind ... (Medizin II. 83);
Ü seine zur Schau getragene Tugendhaftigkeit und
kümmerliche Keuschheit aber waren christliches E. (Thieß.
Reich 297). 2. svw. Nhof; ^hof, der (bes. ns.): Bauernhof,
der ungeteilt [an den ältesten Sohn] vererbt wird, dazu:
-hofredit, das (früher, bes. ns.): Gesetz, das festlegte, daß
ein land- u. forstwirtschaftlicher Besitz von einer bestimmten
Größe ein Erbhof war u. damit festgesetzten rechtlichen
Bestimmungen unterlag: -hygiene, die: svw. t Eugenik;
-Information, die (Genetik): der in den Chromosomen
lokalisierte genetische Kode: eine Säure ist Träger aller -en in
den Chromosomen; -kaiserüm, das: vgl. -monarchie;
-königtum, das: vgl. -monarchie; -krank <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (Med.): mit einer latenten od. offen zu Tage
tretenden erblichen Krankheit belastet (Ggs.: erbgesund),
dazu: -krankheit. die (Med.): Krankheit, bei der krankhaft
veränderte Erbmasse eine ursächliche Rolle spielt: erbliche
Krankheit: Es ist interessant zu wissen, daß manche
menschlichen -en auch bei Tieren vorkommen (Medizin
II. 176); -lande <P1.) (hist.): Stammlande einer Dynastie:
die Habsburger E.; -lassenschaft, die; -. -en (jur.): Erbe,
das ein Verstorbener hinterläßt: -lasser [...läse], der (jur.):
jmd.. der bei seinem Tod eine Erbschaft hinterläßt: -bsserin,
die; -. -nen: w. Form zu T blasser; -lasserisch <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Jur.): das von einem Verstorbenen
hinterlassen xErbe (1) betreffend: -lassung, die; -. -en: vgl.
-lassenschaft; -lehen, das (hist.): vererbliches Lehen: -lehre,
die: svw. T Genetik; -leiden, das: svw. t-krankheit; -leihe,
die: svw. t^pacht. ^zinsgut; ^k» <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): a) ohne2Erben, ohne Nachfolger: b) ohne
Hinterlassenschaft: -mangel, der: vgl. -schaden; -masse, die: 1.
(Biol.) Gesamtheit der Erbanlagen. 2. (jur.) alles in einer
Erbschaft enthaltene Gut u. Vermögen: -mäßig <Adv.>:
in den Erbanlagen, durch die Erbanlagen: Die Entzündung
ist eine komplexe, e. verankerte sinnvolle Reaktion des
Gefäßbindegewebes (Medizin II. 170); -merkmal, das:
vererbbare körperliche od. seelische Eigenschaft: -monarchie,
die: Monarchie, bei der der Monarch durch dynastische
Erbfolge berufen wird: MMikel. der (ugs. scherzh.): Onkel,
von dem eine Erbschaft zu erwarten ist: ^padit, die: a)
(früher) erbliches Recht, ein Grundstück wirtschaftlich zu
nutzen: U ernsthafte Aussichten den Titel zu gewinnen,
den Kilius/Bäumler mit bereits drei Siegen ... in E.
genommen zu haben schienen (Maegerlein. Triumph 57); b) svw.
t-baurecht, dazu: -pÄchter, der; -pothologe, der (Med.):
jmd., der sich mit Erbpathologie beschäftigt: -Pathologie,
die (Med.): Forschungsrichtung der Pathologie, die sich
mit der Vererbung bestimmter Erkrankungen u.
Mißbildungen befaßt: -pflege, die: svw. t Eugenik; -prinz, der: ältester
Sohn u. Thronfolger eines Fürsten: -recht, das (jur.): a)
<o. PI.) Gesamtheit der Rechtsvorschriften, die das
Vermögen eines Menschen nach seinem Tod betreffen: b) mit dem
Tode des Erblassers entstehendes Recht auf den Nachlaß.
dazu: -rechtlich <Adj.; o. Steig.); -schaden, der (Genetik):
719
Erbärmdebild
durch Mutation verursachte Anomalie bei Lebewesen;
-schein, der (Jur.): amtliches Zeugnis über das Recht an
einer Erbschaft u. den Umfang des Erbteils; -Schleicher,
der: a) (abwertend) jmd.. der auf unmoralische od.
widerrechtliche Weise in den Besitz einer Erbschaft zu gelangen
versucht; b) (scherzh.) Sohn, der mit großem
Altersunterschied zu seinen Schwestern in eine Familie mit nur Töchtern
geboren wird, zu a: -schleicherei [ '-]. die (abwertend);
-schleicherin, die (abwertend): w. Form zu t -Schleicher
(a); -Schleichersendung, die (österr. scherzh.):
Wunschkonzert im Rundfunk, bei dem auch Festtagsgrüße an betagte
Verwandte übermittelt werden; -schuld, die (jur.): auf einem
Erbteil lastende Schuld; ^Stollen, der [zu bergmännisch
Erbe = Recht zur Aufsuchung u. Gewinnung von
Mineralien; Vorzugsrecht, urspr. = (Gmnd)besitz, t ■Erbe] (Berg-
mannsspr.): bes. bevorrechtigter Stollen zum Abführen von
Wasser u. zum Zufuhren von Atemluft; -Streitigkeit» die
(meist PI.); -struktur, die (Biol.): Struktur der Erbanlagen:
Viren ... zerstören die Zelle nicht, sondern verändern ihre
E. (Welt 22. lö. 65. 9); -stück, das: alter [wertvollen
Gegenstand, den man geerbt hat: die Brosche ist ein
wertvolles E.; -Substanz, die: svw. t-gut (1); -sünde, die [mhd.
erbesünde. LÜvon lat. peccatörium heredltärium] (christl.
Rel.): durch den Sündenfall dem Menschen angeborene
Sündhaftigkeit; -tante, die (ugs. scherzh.): Tante, von der eine
Erbschaft zu erwarten ist; ^teilf das: 1. Anteil eines 2Erben
an der gesamten Erbschaft: auf sein E. Anspruch erheben.
2. ererbte Anlage od. Eigenschaft: ein schlechtes E.; -tei-
hing, die: Aufteilung einer Erbschaft unter mehrere :Erben;
-todrter, die: Tochter bzw. nächste weibliche Verwandte
des letzten männlichen Inhabers eines gewöhnlich nur im
Mannesstamm vererblichen l Erbes (1); -tr&ger, der: svw.
tGen; -übel, das: seit langem auftretendes Übel: das E.
in dieser Familie ist die Trunksucht; ... ist das E.. unter
dem seine künstlerische Arbeit litt, ausgerottet (Welt 14.
8.68.9); -unfähig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): die
Voraussetzungen zum Antritt eines!Erbes (1) nicht erfüllend (Ggs.:
erbfähig), dazu: -unßhlgkeit, die <o. PL); -untertänig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (hist.): (von Bauern) erblich
abhängig vom Gutsherrn, von: -Untertänigkeit, die (hist.):
erbliche Abhängigkeit eines Bauern vom Gutsherrn: die sog.
Bauernbefreiung aus der E. von adligen
Großgrundbesitzern (Fraenkel. Staat 23); -unwürdig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.) (Jur.): auf Grund schwerer Verfehlungen [gegen den
Erblasser/ von der Erbschaft ausgeschlossen, dazu:
-«Würdigkeit, die (Jur.); -Verbrüderung, die (Jur.): durch
Erbvertrag zugesichertes, wechselseitiges Erbrecht zweier od.
mehrerer regierender Häuser für den Fall ihres Aussterbens;
-vertrag, der (jur.): Vertrag zwischen 2Erbe u. Erblasser
zu dessen Lebzeiten; -verzieht, der (Jur.): Verzicht auf den
Rechtsanspruch auf eine Erbschaft, dazu: -verzkhtsvertrag,
der (Jur.): notariell beurkundeter Vertrag zwischen dem
Erblasser u. dem künftigen Erbbeteiligten, in dem der Verzicht
auf künftigen Erwerb von Todes wegen vereinbart wird;
-wesen, das: alles, was mit Erbschaft u. Erben
zusammenhängt; ^wort. das (Sprachw.): aus dem vorausgehenden
Sprachzustand überkommenes Wort; -zinsgut, das (Jur.):
Gut. für das ein erblicher (ewiger) Zins zu zahlen ist.
Erbärmdebild [ec'bermdd-]. das (Kunstwiss.): Darstellung
Christi als Schmerzensmann; erbarmen <sw. V.; hat) [mhd.
(er)barmen.ahd. (ir)barmen. aus der got. Kirchensprache]:
1. <e. + sich) (geh.) jmdm. aus Mitleid helfen: er hat
sich meiner/( veraltet:) über mich erbarmt; Dank einer
Tante, die sich ihrer Lage erbarmte und ihr zu einer
Hofdamenstelle verhalf (A. Kolb. Daphne 114); Herr, erbarme dich
unser/über uns; Ü will sich keiner des letzten Stück Kuchens
e. (scherzh.; sich dessen annehmen, es essen). 2. jmds. Mitleid
erregen; jmdm. leid tun: der kranke Hund erbarmte ihn;
als der Wunderdoktor davon hörte, erbarmte es ihn. und
er kam. um Ali zu helfen (Frisch. Gantenbein 252); du
erbarmst mich/(österr.:) mir; <subst.:) Erbarmen, das; -s:
von Herzen kommendes Mitgefühl, das zum Handeln
bereitmacht: E. mit jmdm. haben; er kennt kein E.; *zum E.
(sehr schlecht, erbärmlich [in bezug auf eine Leistung
o.ä.l): sie singt zum E.; erbarmenswert <Adj.; -er, -este):
so geartet, beschaffen, daß man Erbarmen haben muß: ein
-er Anblick; Erbarmer [erbarme], der; -s (geh.): Gott als
Helfer aus Erbarmen; erbtanlidi [qj'bermlu;] <Adj.): l.a)
(heruntergekommen u.j armselig, so daß fnan Mitgefühl
haben muß; elend, jämmerlich: in einem -en Zustand sein;
Er sah e. aus. fast wie zerknittert (Kirst. 08/15. 272);
das Kind schluchzte e.; b) in seiner Qualität sehr schlecht;
unzulänglich, unzureichend: eine -e Leistung; das -e Licht
dreier Vierzigwattbirnen (Fries, Weg 143); die Rede des
Ministers war e.; c) (abwertend) moralisch minderwertig,
verabscheuungswürdig. gemein: er ist ein -er Lump; er hat
sich e. benommen; Du bist also feig? Erbärmlich feig?
(Musil. Törleß 105). 2.a) <nur attr.) sehr groß, stark;
ungeheuer, schrecklich: wir hatten einen -en Hunger; sie
hatte -e Angst; b) (intensivierend bei Adj. u. Verben)
sehr: ein e. kleines Stück; es tat e. weh; wir froren e..
dazu: Erbärmlichkeit, die; -; Erb^rmnis, die; - (geh..
veraltet): svw. tErbaimen; Erbfrmung, die; -. -en <P1. selten):
svw. t Erbarmen: ach. E.! (ugs.; Ausruf unangenehmer
Überraschung).
erhynnungs-, Erb«nnungs-: -los <Adj.; -er. -este): ohne
Erbarmen, ohne auf den schlechten o. ä. Zustand Rücksicht
zu nehmen; unbarmherzig, grausam: Die Hundenarren sind
häufig ganz -e Menschen (Tucholsky, Werke I. 30); Er
wußte sich eingesperrt in eine -e Maschinerie (Dürrenmatt.
Grieche 36); er schlug e. auf ihn ein. forderte e. sein
Geld, dazu: -losigkeit, die; -; -voll <Adj.) (geh.): voller
Erbarmen; -würdig <Adj.) (geh.): erbarmenswert.
erbauen <sw. V.; hat): 1. ein /größeres/ Bauwerk errichten
• lassen]: Wir werden es (= unser Haus) wieder e.. Jenny
(Frisch. Nun singen 162); die Kirche wurde im 14.
Jahrhundert erbaut; Spr Rom ist nicht an/in einem Tage erbaut
worden (bedeutende, wichtige Dinge brauchen ihre Zeit).
2. (geh.) a) <e. + sich) sich durch etw. erfreuen, innerlich
erheben lassen: sich an guter Musik e.; (iron.:) solange
man sich an Hundehotels erbaut, ist von Wohnungsmarkt
nicht die Rede (Enzensberger. Einzelheiten I. 111); b) das
Gemüt erheben, innerlich in eine gute Stimmung versetzen:
die Predigt erbaute ihn; *von etw., über etw. nicht/wenig
erbaut sein (von etw. nicht begeistert, entzückt sein; sich
über etw. nicht freuen; unangenehm berührt sein): von dieser
Nachricht waren wir nicht erbaut; <Abl. zu 1:> Erbauer,
der; -s. -: jmd.. der / als Bauherr od. Baumeister/ maßgeblich
an der Errichtung eines Bauwerks mitwirkt od. mitgewirkt
hat: der E. dieses Schlosses ist KnobelsdorfT; wer waren
wohl die Erbauer dieser gewaltigen Anlage?; Ü die
Begegnungen mit den Werktätigen Nowosibirsks, den kühnen
Erbauern des Kommunismus (Neues D. 3. 6. 64, 2); zu
2: erbaulich <Adj.) (veraltend): von positivem Einfluß auf
das Gemüt; in eine besinnliche Stimmung versetzend,
religiös j erhebend: eine -e Predigt; aus den -en
Geschichten der Kalender und frommen Zeitschriften (Hesse. Sonne
38); es war ein nicht sehr, nicht gerade -er (ugs.; wenig
erfreulicher) Anblick, dazu: Erbaulichkeit, die; -; Erbauung,
die; -. -en: andächtige Erhebung des Gemüts; erhebende
innere Stimmung: etw. zur E. lesen.
Erbauungs-: -buch, das: Buch [mit religiösem Inhalt j. dessen
Lektüre der Erbauung dienen soll; -lektüre, die: vgl. -litera-
tur; -literatur, die <o. PL): erbauliche /religiöse! Bücher
u. Schriften; -schrift, die: vgl. ^buch; -stunde, die.
'Erbe ['erbo]. das; -s [mhd. erbe. ahd. erbi. urspr. =
verwaister Besitz]: 1. Vermögen, das jmd. bei seinem Tod hinterläßt
u. das in den Besitz einer gesetzlich dazu berechtigten Person
übergeht: das väterliche, mütterliche E.; ein E. hinterlassen;
das E. antreten, ausschlagen; aufsein E. [nicht] verzichten.
2. etw. auf die Gegenwart Überkommenes; nichtmaterielles
/geistiges, kulturellesj Vermächtnis: Dieses
konstantinische E. der Einheit von Imperium und Kirche (Fraenkel.
Staat ISO); die fressende Korruption, unseliges E. aus
der Spätantike (Thieß. Reich 628); 2Erbe [-]. der; -n. -n
[mhd. erbe. ahd. erb(e)o, zu t'Erbe]: jfnd.. dem eine
Erbschaft zugefallen ist od. zufallen wird: der rechtmäßige,
einzige, mutmaßliche E.; die lachenden (ugs.; sich über
eine / zu erwartende 1 Erbschaft freuenden) -n; Jmdn. zum/als
-n einsetzen; Ü etw. den -n (Nachkommen. Nachfahren)
hinter-, überlassen.
erbeben <sw. V.; ist): 1. a) plötzlich u. heftig beben, erzittern:
Nur wenn ein Fuhrwerk durch die Straße ratterte, erbebte
das ganze Haus bis in den vierten Stock (Bredel. Väter
429); b) (geh.) svw. tbeben (1): die Häuser erbebten
ununterbrochen während des Angriffs. 2. von heftiger innerer
Erregung gepackt werden; plötzlich zu zittern anfangen:
sie erbebte bei diesem Anblick; diese Töne... ließen
Beifontaine bis in das Mark e. (Langgässer. Siegel 224).
erben ['erbn] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. erben, zu t'Erbe]:
720
erbringen
l.a) jmds. Eigentum nach dessen Tod erhalten; durch
Erbschaft erlangen, in seinen Besitz bekommen: ein großes
Vermögen, kostbaren Schmuck e.; vom Großvater ein
Haus e.; du hast wohl geerbt? (scherzh. Frage, wenn Jmd..
dessen Geldmittel beschränkt sind, viel ausgibt); b) (ugs.)
aus dem Besitz von jmdm. übernehmen, geschenkt
bekommen: die Hose hat er von seinem Bruder geerbt; hier
ist nichts, gibt es nichts zu e. (hier kann man nichts umsonst
bekommen); bei ihm ist nichts zu e.; Ü er hat sein Schicksal
geerbt und hat nicht leicht daran getragen (Th. Mann.
Hoheit 184). 2. von seinen Eltern, Vorfahren als
Veranlagung, Begabung mitbekommen: die roten Haare hat sie
von der Mutter geerbt; Von ihm habe Rico wohl seine
Begabung geerbt (Thieß. Legende 16).
erben-, Erben- (vgl. auch: erb-. Erb-): -gemeinschaft, die:
alle an einer Erbscluift beteiligten 2Erben, die den Nachlaß
gemeinsam verwalten; ^Haftung, die (jur.): Haftung des
od. der2Erben für Forderungen an den Nachlaß; ~los <Adj.;
o. Steig.): ohne 2Erben, dazu: ^losigkeit. die; -.
frbeserbe. der; -n. -n: 2Erbe eines Erben.
'erbeten <sw. V.; hat) [zu t beten]: durch Beten zu erlangen
suchen: die lang erbetete und ersehnte historische Stunde
(Glaube 1. 1967. 15); 2erbeten: t erbitten.
erbetteln <sw. V.; hat): a) durch Betteln erhalten, zu erhalten
versuchen: milde Gaben e.; Hanna wagte sich ... an einen
Bauernhof heran, um Brot zu e. (Rinser. Mitte 83); du
hast dir das Geld in den Häusern erbettelt; b) durch
wiederholtes, inständiges Bitten erreichen, zu erreichen versuchen:
die Erlaubnis für etw. vom Vater e.; Verzweifelt hatte
ich seine Unterschrift auf dem Urlaubsschein erbettelt
(v. d. Grün. Irrlicht 8).
erbeuten feu'bgytn] <sw. V.; hat) [zu mhd. biuten. vgl.
ausbeuten]: durch Kampf, Raub, Plünderung o. ä. in den Besitz
von etw. gelangen u. mitnehmen; als Beute erringen:
feindliche Panzer e.; einige Methoden, das erbeutete Diebesgut
an den Mann zu bringen (Brecht. Groschen 123); <Abl.:)
Erhaltung, die; -.
erbkten, sich <st. V.; hat): sich bereit erklären (etw. zu
tun); seine Dienste anbieten: er erbot sich ihr bei den
Aufgaben zu helfen.
Erbin, die; % -nen: w. Form zu t2Erbe.
erbitten <st. V.; hat): 1. (geh.) höflich, in höflichen Worten
um etw. für sich selbst bitten: jmds. Rat. Zustimmung
für etw.. Verzeihung e.; ich erbat mir seine Hilfe; Dann
erbat er zwei höchst belanglose Auskünfte (Kirst. 08/15.
756); Vielleicht ist die unter euch, die ihn e. (> erfolgreich,
darum bitten) kann, die alten Reisetagebücher
hervorzuholen (Rilke. Brigge 161); baldige Antwort. Bildzuschrift
erbeten. 2. <e. + sich + lassen) (veraltend) auf Grund
von Bitten bereit sein (etw. zu tun): ich ließ mich erbitten,
ihnen die Miete zu stunden; er hat sich nicht e. lassen
(gab den Bitten nicht nach).
erbittern [Erbium] <sw. V.; hat) /vgl. erbittert/ [zu t bitter]:
a) mit bitterem Groll erfüllen: in Wut, Zorn versetzen:
die Ablehnung erbitterte ihn zutiefst; die erbitterten Bauern
wehrten sich; er war erbittert über die Sinnlosigkeit dieses
Sterbens (Ott. Haie 353); b) <e. + sich) in Wut, Zorn
geraten, u. dies zum Ausdruck bringen i; sich heftig erregen:
ich hatte nicht angenommen, daß du dich über diese
Ablehnung, wegen dieser Sache so e. würdest; erbjttert <Adj.>:
hartnäckig, sehr heftig; mit äußerstem Einsatz: -en
Widerstand leisten: e. um etw. kämpfen; Erbitterung« die; -:
das Erbittertsein; Groll: in großer, tiefer E. verharren;
etw. mit E. wahrnehmen; er war voller E. über diese
Ungerechtigkeit.
Erbium ['erbiom], das; -s [gebildet zu -erb-, einem
Bestandteil des schwed. Ortsnamens Ytterby; das Element ist in
dem bei Ytterby vorkommenden Mineral Ytterbit
enthalten]: chemischer Grundstoff aus der Gruppe der seltenen
Erdmetalle; Zeichen: Er
erblassen <sw. V.; ist): 1. (geh.) blaß, bleich werden: sie
erblaßte vor Schreck, bei diesem Anblick; Lhombre war
erblaßt bis in die Lippen (A. Kolb. Schaukel 134); U
mit der erblassenden (dichter.; heller werdenden) Nacht
waren auch die Mädchen ermattet (A. Kolb. Schaukel
127). 2. (dichter, veraltet) sterben.
erbleichen <st. u. sw. V.): 1. (erbleichte/(veraltet:) erblich,
ist erbleicht/(veraltet:) erblichen) a) (geh.) bleich, blaß
werden; erblassen: vor Angst e.; ihre Gesichter erbleichten;
b) heller, fahl werden, an Farbe verlieren: eine gewellte
weiße Strähne, erbleicht vordem übrigen (Th. Mann. Krull
198); ... in seinem dunkelgrün gefärbten, abgetragenen
und erbleichten Anzug ... (R. Walser. Gehülfe 18). 2.
<nur: erblich, ist erblichen) (dichter, veraltet) sterben.
erblich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) sich vererbend; durch
Erbfolge bestimmt: ein -er Titel; -er Adel; Die
Forstdienststellen wären bis Ende des 18. Jahrhunderts vielfach e.
wie andere Staatsdienststellen auch (Mantel. Wald 114);
b) durch Vererbung übertragbar: eine -e Krankheit.
Eigenschaft; er ist e. belastet/das ist -e Belastung bei ihm (er
hat negative Erbanlagen); (scherzh. auch positiv:) er ist
e. belastet, schon sein Großvater war ein berühmter
Schauspieler; <Abl.:> Erblichkeit, die; -.
erbljcken <sw. V.; hat): 1. (geh.) mit den Augen plötzlich
od. unvermutet wahrnehmen, erfassen: die Berge am
Horizont e.; er konnte sie nirgends e.; er erblickte sich zufällig
in einem Spiegel; Ü Erst später gingen ihm die Augen
auf: da erblickte er sich dem Nichts gegenüber (Niekisch.
Leben 198). 2, jmd., etw. alsjmdn., etw. ansehen, betrachten;
zu erkennen glauben i: er erblickte in mir seinen Retter;
darin erblicke ich unsere Aufgaben, einen Fortschritt.
erblinden [eg'blindn] <sw. V.; ist): 1. blind werden: nach
einem Unfall e.; ein erblindetes Auge; Ü wofern sein Geist
nicht im Eisenpanzer der reinen Machtgier erblindet war
(Thieß. Reich 259). 2. matt, glanzlos, utuiurchsichtig werden:
das gewienerte Parkett würde e. (Thielicke. Ich glaube
28); der Spiegel, der Lack ist erblindet; zu 1: Erblindung,
die; -. -en.
erblonden [eg'bbndn] <sw. V.; ist) (ugs. scherzh.): durch
Färben, Bleichen blond werden, /plötzlich / blonde Haare
bekommen: sie ist über Nacht erblondet.
erblühen <sw. V.; ist) (geh.): a) zum Blühen gelangen, voll
aufblühen: die Rose ist in der Vase erblüht; U das Lächeln
wollte wieder in seinen Zügen e. (Maass. Goufle 238);
b) sich in eine positive Richtung entwickeln, sich voll
entfalten: das Mädchen war zur Frau erblüht; Kunst und
Wissenschaft erblühten zu jener Zeit; woher soll dann die Geduld
e.? (Glaube 46. 1966.2).
erbohren <sw. V.; hat) (Fachspr.): durch Bohren an
Bodenschätze, Wasser o.a. gelangen: Erdöl e.; Diese Schichten
befinden sich mitten in den Folgen des erbohrten
Verdunstungsgesteins (MM 2. 10. 73. 3).
erborgen <sw. V.; hat) (geh.): für sich von jmdm. borgen:
sich <Dativ) Geld c; Ü diese von außen kommenden
Assoziationen und erborgten Gefühle (Musil, Törleß 19).
erbosen [e^'bo:znJ <sw. V.; hat): 1. böse, zornig, wütend
machen: dieser Gedanke erboste ihn sehr; über jmdn..
etw. erbost sein; er sah sie erbost an. 2. <e. 4- sich)
böse, zornig, wütend werden: ich habe mich über dein
Verhalten erbost; was kann er sich e. so still vor sich hin
(Johnson. Mutmaßungen 98).
erbötig [e^bo.t^l <Adj.) [zu terbieten] in den
Verbindungen e. sein (bereit sein): Herr Albin war e.. das Wort
zu führen und ... zu unterhandeln (Th. Mann. Zauberberg
918); siehe, machen/erklären (seine Bereitschaft bekunden):
sie machten/erklärten sich e.. die Aufgabe zu übernehmen:
<Abl.:> Erbötigkeit. die: -.
erbrausen <sw. V.; ist) (geh.): brausend, rauschend ertönen,
zu brausen beginnen: die Orgel erbrauste.
erbrachen <st. V.; hat): l.a)(geh.) (umsich zu etw.
Verschlossenem gewaltsam Zugang zu verschaffen) unsachgemäß
öffnen, aufbrechen: das Schloß, die Schublade e.; Tempel
und Königsgräber werden erbrochen (Schneider. Leiden
69); b) (veraltet) unter Zerstörung der Umhüllung o. ä.
öffnen: einen Brief, ein Siegel e. 2.a) aus Übelkeit etw. im
Magen Befindliches unverdaut durch den Mund zwanghaft
wieder von sich geben: der Kranke erbricht alle Speisen;
das Baby hat [seinen Brei] wieder erbrochen; Ü Ihr Kofler
... erbricht seinen Inhalt in den Korridor (Frisch,
Gantenbein 130); *bis zum Erbrechen (ugs. abwertend; bis zum
Überdruß): wir haben bis zum E. geübt; b) <e. + sich)
sich übergeben: vor Übelkeit mußte ich mich e.
erbringen <unr. V.; hat): a) als Ergebnis haben, liefern:
die Versteigerung erbrachte einen großen Gewinn; die
Nachforschungen haben nichts erbracht; Bedeutende
Leistungen auf kulturellem Gebiet erbringen insbesondere
die Großstädte (Fraenkel. Staat 163); b) (einen geforderten
Geldbetrag) aufbringen: die Summe für den Bau e.; c)
(als Funktionsverb) den Beweis. Nachweis für etw. e.
(nachdrücklich; etw. beweisen, nachweisen).
46 GDW
721
erbrüten
erbrüten <sw. V.; hat) (Fachspr.): durch Brüten zum
Ausschlüpfen bringen, ausbrüten: Graugänse, die schon einmal
artgleiche Kinder erbrütet haben (Lorenz. Verhalten I.
186); künstlich erbrütete Vogeljunge. Küken; <Abl.:>
Erbrütung, die; -.
Erbs- ['erps-1 (vgl. auch: Erbsen-): -brei, der: svw. t
Erbsenbrei; -mehl, das: Mehl aus getrockneten Erbsen zur
Herstellung von Suppen: -püree, das: svw. T Erbsenbrei; -stroh,
das: getrocknetes Erbsenkraut: -tüll, der: grobmaschiger
Tüll mit fast runden Löchern: —wurst, die: in Wurstform
gepreßtes Erzeugnis aus Erbsmehl. Fett u. Gewürzen zur
Herstellung von Erbsensuppen.
Erbschaft, die; -. -en: xErbe (1). Hinterlassenschaft: eine
E. antreten, machen, ausschlagen; Er bringt die E. seines
Vaters durch (H. Mann, Stadt 114); Ü Dabei ist zu
unterscheiden, ob die geringe Leistungsfähigkeit ... eine E.
entwicklungsgeschichtlicher oder historischer Entwicklungen
ist (Mantel, Wald 104).
Erbschafts-: -angelegenheit, die: wegen einer E. zum
Rechtsanwalt gehen: -ansprach, der (jur.): Anspruch des
Erben gegen den Erbschaftsbesitzer auf Herausgabe des
Nachlasses od. einzelner Nachlaßgegenstände: -auseinan-
dersetzung, die; -besitzer, der (Jur.): jmd.. der etw. aus
der Erbschaft erlangt hat u. es dem Erben mit der
Behauptung, selbst Erbe zu sein, vorenthält: -klage, die: Klage
eines Erben auf eine Erbschaft: -masse. die (Jur.): svw.
t Erbmasse (2); -sache. die (jur.): Angelegenlieit. die mit
einer Erbschaft zusammenhängt: -Steuer. (Sleuerw.:) Ijjjrb*
schaftsteuer, die: von den Erben zu zahlende Steuer beim
Erwerb einer Erbschaft: -streit, der. -Streitigkeit, die
(meist P1.X
Erbse ['Erpsa]. die; -. -n [mhd. erbei3. arwi3, arowei3. ahd.
arawi3. arawebJ: I. a) zu den Schmetterlingsblütlern
gehörende Gemüsepflanze mit in Ranken auslaufenden Blättern und
grünen, in Schoten sitzenden, kugelförmigen Samen, die
als Nahrungsmittel verwendet werden: -n anbauen; wir
wollen am Zaun -n ziehen; b) Frucht der Erbsenpflanze (Hülse
mit Samen): -n pflücken; c) als Nahrungsmittel verwendeter
Samen der Erbse (1 a): grüne, getrocknete -n: aus -n eine
Suppe kochen; U gebackene -n (svw. T Backerbsen). 2.
(salopp) Kopf: zieh die E. ein!; etw. an der E. haben
(nicht recht bei Verstand sein).
$rbsen-, Erbsen- (vgl. auch: Erbs-): -bein,das (Med.): kleiner
Handwurzelknochen: -brei, der: gekochter Brei aus
getrockneten j Erbsen: -eintopf, der: dicke Erbsensuppe:
-feld, das: -grofl <Adj.; o. Steig.: nicht adv.>: von der
Größe einer Erbse: -e Verdickungen; das Magengeschwür
ist e.; -kraut, das: Stiel u. Blatt der Erbse (a); -mehl.
das: svw. f Erbsmehl; -pflanze, die: Erbse (a); -probe,
die: in Märchen überlieferte Prüfung edler Abkunft durch
den mit Hilfe von Erbsen geführten Nachweis körperlicher
Empfindlichkeit (z. B. in Andersens Märchen ..Die
Prinzessin auf der Erbse"); -püree. das: svw. T-brei; -schote,
die (volkst.): Frucht der Erbse (Hülse): -steh, der (Geol.):
aus kleinen, kugelförmigen Körpern zusammengesetztes
Gestein: -Strauch, der: Vertreter einer Gattung der
Schmetterlingsblütler mit bis sechs Meter hohen Sträuchern u. gelben
od. rötlichweißen Blüten (häufig als Zierstrauch): -stroh,
das: getrocknetes Erbsenkraut: -suppe.die: 1. dicke
Suppe aus getrockneten: Erbsen. Speck. Gewürzen u.a. 2.
(ugs.) dichter, undurchdringlicher Nebel, -Wickler, der:
olivbrauner Schmetterling, dessen Larven durch Fraß an Erbsen
schädlich werden: -zählender(ugs. abwertend): kleinlicher,
geiziger Mensch.
Erbtum ['erptu:ml. das; -s. ...tümer [...ty:mel (veraltet): 1.
Nachlaß. Erbschaft. 2. ererbter Grundbesitz: < Abi.: > erbtüm-
lich [erpty:mli<;l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: das Erbtum
betreffend.
erd- ['e:tft-J. Erd- (vgl. auch: erden-. Erden-): -achse. die:
gedachte Linie zwischen Nord- u. Südpol, um die sich die
Erde (5) dreht: -alkalien <P1.> (Chemie): Oxyde von Barium.
Kalzium. Magnesiutn u. Strontium: -aOcalimetall, das
(Chemie): Element der IL Hauptgruppe des Periodensystems
der chemischen Elemente: -altertum. das <o. Pl.>: svw.
t Paläozoikum; -anziehung, die <o. PI.): Anziehungskraft
der Erde (5); -apfel, der (landsch.): svw. T Kartoffel:
Erdäpfel in der Montur (österr. ugs.; Kartoffeln in der Schale:
Pellkartoffeln), dazu: -äpfelknodeJ, der (österr.): Kar-
toffelknödel. -äpfelkodi. das (österr. ugs.): Kartoffelbrei.
-äpfelnudeln <PI.) (österr. ugs.): gebackene od.
gekochte fingerdicke, längliche Stücke aus Kartoffelteig, -äpfel-
ptatzke <P1.) [zu tPlatzke] (österr. veraltend): a) Kartoffel-
plätzchen: Fladen aus Kartoffelteig: b) in Schmalz gebackene
Kartoffelpuffer, -äpfelpüree. das (österr.): Kartoffelpüree.
Kartoffelbrei, -äpfelsalat, der (österr.): Kartoffelsalat.
-äpfekdimarren, -äpfeteterz, der [zu t1 Sterz] (österr.): in
Fett gebratene, zerkleinerte Kartoffeln: -äquator, der: svw.
lÄquator; -arbeiten <P1.) (Bauw.): alle Arbeiten im Hoch-
u. Tiefbau, bei denen Erde da) bewegt wird: mit der
Ausschachtung sind die E. abgeschlossen, dazu: -arbeiter,
der; -atmosphäre, die: gasförmige Hülle, die die Erde (5)
umgibt: -aushub.der: svw. f Aushub; -bahn, die (Astron.):
Umlaufbahn der Erde (5) um die Sonne: -ball, der <o.
PI.) (geh.): svw. t-kugel (a); -beben, das: natürliche
Erschütterung der Erdkruste in mehreren Stößen, dazu: -be-
benanzeiger, der: Gerät zum Messen der Erschütterung bei
einem Erdbeben, -bebenherd, der: Ausgangspunkt eines
Erdbebens im Erdinnern. Hypozentrum, -bebenmesser, der:
svw. t Seismograph, -bebenwarte, die: Institut, in dem Star-
ke u. Verlauf von Erdbeben registriert u. erforscht werden.
-bebenwelle, die: vom Erdbebenherd ausgehende elastische
Welle: -beere, die: a) wild od. in Gärten wachsende.
Ausläufer bildende, niedrig wachsende Pflanze mit in Rosetten
wachsenden Blättern, weißen Blüten u. Erdbeeren (b) als
Früchten: b) rote, fleischig-saftige, wohlschmeckende Frucht
der Erdbeere (a): Erdbeeren pflücken, einzuckern, dazu:
-beerbaum. der (Bot.): immergrüner Strauch od. Baum mit
kugeligen od. urnenförmigen Blüten in buschigen Rispen,
mehrsamigen Beerenfrüchten mit mehligem Fruchtfleisch,
der in Ländern mit Mittelmeerklima heimisch ist. -beerbow-
le, die: Bowle, die mit Erdbeeren angesetzt wird, —beereis.
das: Speiseeis mit Erdbeergeschmack. -beerfarben,
-beerfarbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von der Farbe reifer
Erdbeeren: eine -e Bluse, -beerfrappe, das [zu t2Frappe]
(österr.): eisgekühltes Getränk aus Milch mit zerkleinerten
Erdbeeren, -beergeschmack, der, -beerkompott, das.
-beerkonfitüre. die, -beerlflcör, der, -beermarmetade. die,
-beerpocken <PI.) [nach dem erdbeerartigen
Hautausschlag]: svw. tFrambösie. -beerrot <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): svw. T -beerfarben. -beersaft, der. -beersekt, der:
vgl. -wein, -beertörtchen, das. -beertorte, die. -beerwein,
der: aus dem Saft frischer Erdbeeren hergestellter Wein:
-beschleunigung, die (Physik): Beschleunigung, die ein frei
fallender Körper im luftleeren Raum erfährt: -beschreibung,
die (veraltet): Geographie: -bestattung, die: Bestattung
eines Leichnams in einem Sarg in der Erde (1 a) (Ggs.:
Feuerbestattung); -bevölkerung, die <o. PI. >: die E. wächst immer
schneller; -bewegung, die: a) Bewegung in der Erdkruste:
... ein Haus kann auseinanderbrechen, etwa infolge
gewisser starker -en (Kaschnitz. Wohin 151); b) das Sewegen
von Erdmassen bei Bauarbeiten: für den Bau des Dammes
waren umfangreiche -en notwendig; -bewohner, der: der
Mensch als Bewohner der Erde (5); -biberli [...bi:beli].
das; -. - [zu Schweiz. Biberli, Vkl. von: Biber = kleines
Ding, kleiner Mensch] (landsch.): Zwerg: -birne, die
(landsch.): svw. TKartoffel; -blitz, der (Met.): Blitz, der
die Spannung zwischen Wolke u. Erde entlädt (Ggs.: Wol-
kenblitz); -boden, der: fester, aus Erde (1 a) bestehender
Boden: er ist nirgends zu finden. Als hätte ihn der E.
verschluckt/verschlungen!; auf dem E. liegen; auf dem E.
(ugs.: Fußboden) schlafen; bei dieser Bemerkung wäre er
am liebsten in den E. versunken (weil es ihm sehr peinlich,
höchst unangenehm war): *dem E. gleichmachen (ein Haus,
eine Stadt o.a. völlig zerstören): wie vom E. verschluckt
sein (ganz plötzlich verschwunden sein): der Mann war
wie vom E. verschluckt; vom E. verschwinden (auflxören
zu existieren, aussterben: vernichtet, ausgerottet werden):
-bohrer, der (Technik): Spezialbohrer mit verschiedenen
Aufsätzen für wechseltuie Härtegrade zur Entnahme von
Bodenproben: -braun <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: vgl.
-färben: eine -e Uniform; -brocken, der: hartes Stück
Erded a); -bunker, der (Milit.): in die Erde (2) gegrabener
Bunker: -dichte, die (Physik): durchschnittliche Dichte (2)
des gesamten Erdballs: -fahl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
vgl. -färben: In seinem Gesicht, dessen -e Haut von
zahlreichen Pockennarben übersät war (Apitz, Wölfe 137); -fall.
der (Geol.): Senke, die durch den Einsturz eines
unterirdischen Hohlraums entstanden ist: -färbe, die <meist Pl.>:
anorganische Farbe, die in der Natur als Mineral vorkommt
(z. B. Ocker); -färben, -farbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
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erd-, Erd-
vonder Farbe der Erde da), bräunlich: -ferkel, das (Zool.):
in Afrika lebender Vertreter einer Art der zu den Urhuftieren
zählenden Röhrenzähner, plumpes Säugetier mit schweinear-
tiger Schnauze, langem, sehr dickem Schwanz und hufartigen
Krallen, das sich von Ameisen u. Termiten ernährt und
seinen Erdbau gewöhnlich nur tiachts verläßt: -fern <Adj.>:
1. (Astron.) von der Erdkugel (a) entfernt (Ggs.: -nah
a). 2. (dichter.) entrückt: -ferne, die: 1. svw. tApogäum
(Ggs.: -nähe). 2. (dichter.) Entrücktheit: -floh, der: svw.
t Flohkäfer; -frucht, die: Frucht, die unter der Erde (2)
reift (z. B. die Erdnuß): -gas, das: in der Erde (5)
vorkommendes, brennbares Gasgemisch, dazu: -gasfonlenmg, die.
-gashöffig <Adj.; nicht adv. >: ein reiches Erdgasvorkommen
versprechend, -gaslagerstitte, die. -gasproduktion die.
-gasreserve, die: noch nicht ausgebeutetes
Erdgasvorkommen, -gasversorgung, die, -gasvorkommen, das; -geboren
<Adj.; o. Steig.) (dichter.): irdisch, sterblich, menschlich,
<subst.:> -gebor(e]ne,der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete;; -gebunden <Adj.; o. Steig.): an die Erde (5) gebunden:
U Was dort mühelos ausgesehen hatte, wirkte hier e. (Mae-
gerlein. Triumph 62); -geist. der: in der Erde (2) wohnender
Dämon, einer der Elementargeister: -gelb <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): vgl. -färben; -geruch, der: Geruch nach Erde
(la); -geschichte, die <o. PL): Entwicklungsgeschichte der
Erde (5) von der Bildung der ersten festen Erdkruste bis
zur Gegenwart, dazu: -geschichtlich <Adj.; o. Steig.): die
Erdgeschichte betreffend, geologisch: -geschmack, der: an
Erde da) erinnernder Geschmack: der Wein hat einen
leichten E.; -geschoß. das: unterstes Stockwerk eines
Gebäudes, dessen Fußb<xien meist höher liegt als das umliegende
Gelände: Parterre: im E. wohnen: -globus, der: svw.
tGlobus; -glöckchen, das: alpines Geißblattgewächs: -gravita-
tion. die: svw. t-anzichung; -haltig <Adj.; o. Steig.: nicht
adv.): Erde da) enthaltend: -harz, das (veraltet): svw.
•Asphalt; -häufen, der: aus Erde (1 a) bestehender Haufen:
-höhle, die: natürliche od. künstliche Hölile unter der Erde
(2); -hömchen, das: Vertreter einer Gruppe von Nagetieren,
die am Boden u. in Höhlen leben (z. B. Murmeltier); -hügel.
der: vgl. -häufen; -hummel, die: große Hummel, die ihr
\est unter der Erde (2) hat: -hund, der (Jagdw.): kleiner
Hund, der zur Jagd unter der Erde (2) verwendet wird.
kz. B. Dackel. Foxterrier); -hütte.die: mit Erde (\ a)
bedeckte Hütte: -induktor. der (Physik): Gerät zur Messung eines
erdmagnetischen Feldes: -innere, das: das unter der
Erdkruste gelegene Innere der Erde (5); -iagd, die (Jagdw.): Jagd
auf unterirdisch lebendes Wild: ^kabel. das: unterirdisch
verlegtes Kabel: -kämpf, der: svw. t Bodengefecht; -karte,
die: Landkarte, die die ganze Erde (5) darstellt: -kern.
der: aus Metallen bestehender innerster Kern der Erde (5);
-klumpen, der: vgl. -brocken; -krebs, der: svw. T
Maulwurfsgrille; -kreis, der (dichter.): die ganze Welt: -kröte.
die: Vertreter einer braunen od. grauen Krötenart Europas:
-kruste. die: äußerste, spröde u. feste Schicht der Erde
(5): die E. ist etwa 30 km dick; -kugel. die: a) die Erde
(5) als kugelförmiger Planet: b) svw. tGlobus; -künde,
die: svw. t Geographie, dazu: -kundelehrer. der: Lehrer,
der Erdkunde unterrichtet, -kundestunde, die:
Unterrichtsstunde im Schulfach Erdkunde, -kundeunterricht. der.
-kundler [...kuntle]. der; -s. - svw. tGeograph, -kundlieh
l...küntli(j] <Adj.;o. Steig.>: svw. Tgeographisch; -leitung.
die (Elektrot.): svw. f Erde (6); -licht, das: svw. t-schein;
-loch, das: Loch in der Erde (2): in ein E. fallen;
-magnetisch <Adj.; o. Steig.; meist attr.): den Erdmagnetismus
betreffend, auf ihm beruhend: -es Feld: -magnetismus, der
(Physik): Wirksamkeit des Magnetfelds der Erde (5);
-männchen, das: 1. Kobold, Alraun. 2. Vertreter einer klei-
9\en Schleichkatzenart in Afrika: -massen <P1.): große
Mengen von Erde (1 a): gewaltige E. mußten bewegt werden;
-maus, die: Vertreter einer graubraunen Wülümausart:
-messung. die: Teil der Geodäsie, der sich die Bestimmung
der Gestalt u. Größe der Erde u. ihrer zeitlichen
Veränderungen zur Aufgabe macht: -metall. das (Chemie): Element
der III. Hauptgruppe des Periodensystems der chemischen
Elemente: -mittelalter. das: svw. t Mesozoikum; -mittel-
punkt, der <o. PL): Mittelpunkt der Erde (5); -nah <Adj.):
a) (Astron.) der Erdkugel (a) nah (Ggs.: -fern 1); b)
(dichter.) svw. t-verbunden; -nähe, die (Astron.): svw. T
Perigäum (Ggs.: -ferne 1); -neuzeit. die: svw. TKänozoikum;
-nuß, die: a) Vertreter einer tropischen u. subtropischen
Pflanze mit Erdnüssen (b) als Früchten, die in der Erde
heranwachsen u. reifen: b) Hülsenfrucht der Erdnuß (a)
mit länglichen, ölhaltigen, wohlschmeckenden Samen:
geröstete, gesalzene Erdnüsse, dazu: -nußbutter, die: vgl.
-nußmark, -nußfett, das: gehärtetes Erdnußöl, -nußku-
chen,der: als Viehfutter verwendete, eiweißlialtige
Preßrückstände, die bei der Gewinnung von Erdnußöl entstehen, -nufr-
mark, das: Brotaufstrich aus getnaldenen Erdnüssen, -nuß-
mus. das: svw. t -nußmark, -nußöl, das: aus Erdnüssen
gewonnenes, hochwertiges Speiseöl: -Oberfläche, die; -öl,
das: in der Erde (5) vorkommender, durch / Tief/bohrung
geförderter, dickflüssiger, fettiger Rohstoff von meist
schwärzlicher Färbung (Gemisch aus Kohlenwasserstoffen),
dazu (vgl. auch die Zus. mit öl-): -ölbedarf. der,
-Ölbohrung, die, -ölchemie. die: svw. T Petrolchemie, -öler/eu-
ger. der: Staat, der Erdöl fördert, -ölerzeugnis, das, -öl-
exportierend <Adj.; o. Steig.; nur attr.), -ölfeld, das:
Gebiet, in dem an mehreren Stellen Erdöl gebohrt wird.
-öMorderländer <P1). -ölfördernd <Adj.; o. Steig.; nur
attr.), -ölförderung, die, -ölhöffig <Adj.; nicht adv.): ein
reiches Erdölvorkommen versprechend, -ölhöffigkeit, die,
-Ölkrise, die: svw. f Ölkrise, -öllagerstätte. die. -Ölleitung.
die: Rohrleitung, in der Rohöl transportiert wird: Pipeline.
-öllieferung, die. -ölpreis, der. -ölprodukt. das: Produkt,
für dessen Herstellung Erdöl der Grundstoff ist. -ölproduk-
tion, die. -ölproduzent, der: svw. t -ölerzeuger,
-^produzierend <Adj.; o. Steig.; nur attr.). -Ölraffinerie, die:
Betrieb, der Rohöl zu Treibstoffen. Schmier- u. Heizölen
verarbeitet, -ölverarbeitung, die. -ölverbrauchend <Adj.; o.
Steig.; nur attr.): die -en Länder. -Ölvorkommen, das;
-pech,das (veraltet): svw. tAsphalt; -Pyramide, die (Geol.):
steile, türm- od. kegelförmige Erosionsform in Moränen.
Tuffen u. ä.: -rauch, der [vidi, weil sein Saft wie der Rauch
die Augen tränen läßt]: Vertreter einer zu den
Erdrauchgewächsen gehörenden Gattung, i kletternde j krautige Pflanze
mit mehrfach fiederteiligen Blättern, kleinen, meist in
aufrechten Trauben stehenden Blüten u. einsamigen Nüßchen
als Früchten: -raudigewädise <P1.>: mit den
Mohngewächsen nahvem>andte Pflanzenfamilie; -reich, das: Erde (1 a)
als Grundlage des Pflanzenwachstums: hartes, steiniges E.;
das E. auflockern: der Regen versickert im E.; -rinde,
die: svw. t -kruste; -rotation, die: svw. t -Umdrehung;
-rutsch, der: plötzliche / Abwärtsbewegung großer
Erdmassen an einem Hang: Ü die Partei erlebte bei den letzten
Wahlen einen E. (hatte erhebliche Stimmenverluste):
-Satellit, der: natürlicher od. künstlicher Himmelskörper, der
die Erde (5) umkreist; -schatten, der: Schatten, den die
von der Sonne beschienene Erde (5) / auf den Mond; wirft;
-scheibe. die (volkst.): Alpenveilchen; -schein, der
(Astron.): Reflexion des Sonnenlichts durch die Erde zum
Mond; -schiebt, die: a) dünne/ Schicht Erde da): die
Samen müssen mit einer E. bedeckt werden; b) (Geol.)
ein/teifliehe Ablagerungsschicht; -sdilipf. der (Schweiz.):
svw. t-rutsch; -Schluß, der (Elektrot.): fehlerhafte od.
unbeabsichtigte Verbindung eines Stromkreises mit der Erde
(2); -schölle, die: vgl. -brocken; -sieht, die: Sicht zur
Erde vom Flugzeug o. ä.; -spalte, die: Spalte in der Erde
(2); -stern. der: Vertreter einer Gattung der Bauchpilze;
-stoß, der: stoßartige Erschütterung der Erdkruste;
-strahlen <P1.): 1. (Physik) Alpha-, Beta- u. Gammastrahlen aus
radioaktiven Bestandteilendes Bodens ixl. Gesteins. 2.
physikalisch nicht tiachweisbare Strahlen, die Einflüsse auf
Menschen u. Tiere haben sollen; -ströme <P1.) (Physik):
elektrische Ströme in der Erdkruste; -teil, der: große
zusammenhängende Landmasse mit vorgelagerten Inseln; Kontinent:
Europa ist einer der fünf -e; -trabant, der: a) (selten)
svw. t-Satellit; b) <o. PI.) (geh.): Mond der Erde (5);
-Umdrehung, die: Drehung der Erde (5) um ihre eigene Achse;
-umfang, der: Umfang der Erdkugel^): -umfassend <Adj.;
o. Steig.: nicht adv.): die ganze Erde umfassend,
einbeziehend; -umflug, der: Flug um die Erde (5); -Umkreisung,
die: Umkreisung der Erde (5) von Satelliten o. ä.; -Umlauf,
der: vgl. -Umkreisung, dazu: -Umlaufbahn, die:
kreisförmige od. elliptische Bahn , eines Satelliten um die Erde (5):
die Rakete wurde in eine E. geschossen; -umrundung.
die: Umrundung der Erde (5) /mit dem Schiff/; -umseglel-
hing, die: Fahrt mit dem Segelboot rund um die Erde (5),
dazu: -umsegler. der; -umspannend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): vgl. -umfassend; -urzdt, die: svw.
tArchaikum; -verbunden <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.):
der Erde (1 a). dem Irdischen verhaftet; naturverbunden;
46*
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erdacht
bodenständig; -verhaftet <Adj.: o. Steig.: nicht adv.): vgl.
^verbunden; -wachs,das (Chemie): durch teilweise Verhör-
zung des Erdöls entstehendes Gemenge hochmolekularer
Paraffine der Methanreihe; -wall, der: künstlich
aufgeschütteter Wallaus Erde da): -wärme, die: Wärme des
Erdkörpers, die sich aus der Wärme des Erdinneren u. aus der
Sonneneinstrahlung zusammensetzt; -wärts <Adv.)
[t-wärts] (geh.): in Richtung auf die Erde (2). der Erde zu;
-Zeitalter, das (Geol.): Ära der Erdgeschichte.
erdacht [eg'daxt]: f erdenken.
erdauern <sw. V.: hat) (Schweiz.): gründlich prüfen; <Abl.:)
Erdauerung, die: -. -en.
Erde [e:?ddj. die; -. -n <Pl. selten) Imhd. erde. ahd. erda):
1. a) aus verwittertem Gestein, organischen Stoffen u.
Mineralien bestehendes, feinkörniges Gemisch, das einen Teil
der Erdoberfläche bildet u. die Grundlage des
Pflanzenwachstums darstellt; Erdboden. Erdreich: fruchtbare, lockere,
feuchte, sandige E.; ein Klumpen E.; den armen guten
Papa deckt längst die kühle E. (geh.; er ist längst tot;
Fallada. Herr 256); E. zu E. (Worte beim Begräbnis);
die E. lockern, aufwühlen, umgraben; die Samen in die
E. stecken; in geweihter E. (geh.; auf dem Friedhof)
begraben sein; b) (Chemie) bestimmtes Metalloxyd: seltene,
alkalische -n. 2. <o. PI.) fester Boden. Grund, auf dem
man steht; Untergrund: die E. bebt; etw. fällt auf die E.;
auf der bloßen, blanken E. (ugs. auch: auf dem Fußboden)
schlafen; das Wasser quillt aus der E.; etw. von der E.
aufheben; eines jener unzähligen Blütenblätter, die, wenn
der Frühling vorüber ist, zur E. niedertaumeln (Langgäs-
ser. Siegel 399); zu ebener E. (ebenerdig; im Erdgeschoß);
bei dieser Bemerkung wäre er am liebsten in die E.
versunken (weil es ihm sehr peinlich, höchst unangenehm war);
R die E. sei ihm leicht! (seine Seele möge Ruhe. Frieden
finden/; in bezug auf einen Toten); *auf der E. bleiben
(ugs.; sich keinen Illusionen hingeben): etw. aus der E.
stampfen (etw. sehr schnell, auf dem schnellsten Wege beschaffen,
herstellen, aus dem Nichts schaffen): ich kann das Geld
schließlich auch nicht aus der E. stampfen; eine
Wohnsiedlung aus der E. stampfen; unter der E. liegen (geh. verhüll.;
tot sein): inadn. unter die E. bringen (ugs.: X.jmds. vorzeitigen
Tod verschulden. 2. beerdigen): imdn. unter die E. wünschen
(aus Ärger o. ä. wünschen, daß jmd. tot sei). 3. begrenztes
Gebiet. Land, zu dem eine emotionale Beziehung besteht:
ein gesegnetes Fleckchen E.; auf heimatlicher, fremder
E. kämpfen; er liegt in fremder E. (geh.; im Ausland)
begraben. 4. die irdische Welt, die Welt als das von der
Menschheit bewo/mte Gebiet: er genießt die Freuden dieser
E.. hängt an dieser E.; auf der ganzen E. bekannt sein,
vorkommen; damit ich noch mal mein Glück versuchte
... irgendwo auf der alten E. (Seghers. Transit 77); daß
ich mich in Karaganda im letzten Winkel der E. befände
(Leonhard. Revolution 137); am Anfang schuf Gott
Himmel und E. (Anfangsworte der biblischen
Schöpfungsgeschichte); *auf Erden (geh.; in der irdischen Welt).
5. <o. PI.) Planet, der die Sonne als drittnächster um-
kreist: die E. dreht sich um die Sonne; Satelliten
umkreisen die E. 6. (Elektrot.) Erdungsleitung einer elektrischen
Anlage; stromleitende Verbindung zwischen einem
elektrischen Gerät u. dem Erdboden; den Heizkörper als E.
benutzen; erdelos <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bot.): ohne Erde:
-e Pflanzenkultur (Hydrokultur); erden [e:?dnl <sw. V.;
hat) (Elektrot.): eine stromleitende Verbindung zwischen
einem elektrischen Gerät u. dem Erdboden herstellen: das
Radio e.
erden-. Erden- (vgl. auch: erd-. Erd-; meist dichter., geh.
od. veraltet): -bewohner.der: svw. t Erdbewohner; -burger,
der: Mensch. Erdbewohner: manch ein gesunder, im
Diesseits solid verwurzelter E. (K. Mann. Wendepunkt 241);
ein kleiner, neuer E. (oft scherzh.; neugeborenes Kind):
-dasein, das: vgl. kleben; -fern <Adj.>: svw. f erdfern;
-glück, das: irdisches Glück; -guter <Pl.>: irdische,
materielle Güter; -Jammer, der: irdisches Leid. Unglück; -kind,
das: der Mensch als irdisches, sterbliches Wesen; -kloß,
der: der Mensch als schuldbeladenes, ohnmächtiges Wesen;
-lauf, der: vgl. -leben; -leid, das: irdisches Leid; -leben,
das: das Leben auf der Erde (bes. im Hinblick auf sein
Begrenztsein durch den Tod); ^k»f das: das irdische
Schicksal; -kist, die: vgl. -glück; -nah <Adj.): svw. t erdnah;
MK>tf die: vgl. ^leid; -piber, der: /religiöser] Mensch,
der das Leben als eine Pilgerfahrt betrachtet; -rund, das:
die Welt in ihrer ganzen Ausdehnung; Erdkreis; -schoß,
der: das Innere der Erde (5); -schwere, die: als Last
empfundenes Erdenleben, das den Höhenflug des Geistes u. der
Seele oft verhindert; -söhn, der: vgl. -kind; -wallen, das:
vgl. -leben: Die Argwöhnische und Verschlossene hat ...
sämtliche Dokumente ihres -s hinterlassen (Werfel.
Himmel 26); -wandel.der: vgl. -leben; -Winkel, der: idyllischer,
abgelegener Ort: -wurm, der: Mensch als vergänglicher,
unbedeutender Teil der Natur.
erdenkbar [eg'denkba.c] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
erdenklich: er gab sich alle -e Mühe; Matrosen.... die ... alle
-en Krankheiten einschleppen (Kinski. Erdbeermund 20S);
erdenken <unr. V.; hat): durch Nachdenken erschaffen;
ausdenken, ersinnen: er erdachte einen raffinierten Plan; Tante
Ellen erdachte ständig neue Fragen (Jens. Mann 133);
Ich erdachte mir ein System leiblicher und geistiger
Hygiene (Niekisch. Leben 289); eine erdachte (unwahre,
erfundene) Geschichte; <Abl.:> erdenklich <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.): was sich nur denken läßt; was. soweit überhaupt
denkbar, irgendwie möglich ist: er gab sich alle -e Mühe,
versuchte jedes -e Mittel; Dies war ihre Art. mit dem
Manne zu verkehren; eine andere war bei ihr nicht e.
(vorstellbar; Th. Mann. Krull 225); <subst.:) er tat alles
Erdenkliche.
erdhaft <Adj.; -er, -este) (geh.): der Erde (1 a). dem Irdischen
verbunden, verhaftet; urwüchsig: Die Völlerei eines -en
Kindes trägt mehr Vernunft als die Karitas einer
Ausgebrannten (Jahnn. Geschichten 43).
erdichten <sw. V.; hat) (geh.): sich mit Hilfe der Phantasie
etw. Unwalires ausdenken, erfinden: eine Ausrede e.; was
hast du dir da erdichtet?; warum man sich lieber harmlose
Götter erdichtet (Thielicke. Ich glaube 149); (Abi :>
Erdichtung, die; -. -en.
erdig Ie:edic] <Adj.; o. Steig.): a) aus Erde (1 a) bestehend.
Erde enthaltend; die Eigenschaft von Erde aufweisend: eine
-e Masse; ein -er Boden; -e Säuerlinge (kohlensäurehaltige
Mineralwässer); Ein Birkenhain ... wächst auf dem
Schotter, wo er schon e. zerbröckelt (Jahnn. Geschichten 64);
b) <nicht adv.) (geh.) mit Erde (1 a) beschmutzt, bedeckt:
erdige Hände. Stiefel; c) nach Erde (1 a) schmeckend,
riechend; im Geschmack. Geruch an Erde erinnernd: Der Mosel
ist herbe und e. (Remarcjue. Obelisk 134); e. schmecken.
erdolchen [e^dol^n] <sw. V.; hat) (geh.): mit einem Dolch,
einer Stichwaffe töten, ermorden: Leen hätte sich lieber
erdolcht, als seine Geliebte zu werden (BöIL Haus 149).
erdreisten [e^'draistn], sich <sw. V.; hat) (geh.): dreist etw.
tun od. sagen, sich unterstehen: der Schüler erdreistete sich,
während des Unterrichts zu rauchen; wer hatte sich des
Einbruchs erdreistet in ihr verschlossenes Gemach? (Fus-
senegger. Haus 479); wenn sich einer der jüngeren Kumiaks
zu dem unerhörten Entschluß erdreistet hatte, die Arbeit
im Dorf aufzugeben (Marchwitza. Kumiaks 9).
erdröhnen <sw. V.; hat): a) dröhnend ertönen, widerhallen;
plötzlich! zu dröhnen beginnen: die Glocken erdröhnen;
die Halle erdröhnte vom Gelächter; b) dröhnetui zu beben
beginnen: Wieder erdröhnte die Erde (Plievier. Stalingrad
318).
erdrosseln <sw. V.; hat): durch Zuschnüren od. Zudrücken
der Luftröhre gewaltsam töten: seine Frau [mit einem Strick]
e.; Ü er hat schonungslos requiriert ... und jeden
Widerstand erdrosselt (St. Zweig. Fouche 39); Alle Freude war
erdrosselt (Jahnn, Geschichten 12); <Abl.:> Erdrosselung,
ErdrgBhmB. die; -. -en <PI. selten).
erdrücken <sw. V.; hat) /vgl. erdrückend/: 1. durch zu
großes Gewicht zu Tode drücken: die Kinder wurden von
den Erdmassen erdrückt. 2. durch ein Übermaß sehr stark
belasten / und in der Existenz gefährden ]: von Sorgen.
Hoffnungslosigkeit [fast] erdrückt werden: die Schulden
drohten ihn zu e.; der Wissensstoff erdrückt die Jungen
Menschen. 3. durch Größe. Auffälligkeit. Bedeutsamkeit o. ä.
jmdn.. etw. anderes in seiner Wirkung nicht zur Geltung
kommen lassen: Selbst der Schatten eines Napoleon
erdrückt einen Fouchö (St. Zweig. Fouche 201); er werde
Constantin mit seiner überlegenen Armee e. (Thieß. Reich
272); das Bildchen wird von der gemusterten Tapete völlig
erdrückt; enirijckend <Adj.; nicht adv.): überwältigend,
übermächtig, zu stark od. groß: -es Beweismaterial; die
Übermacht war e.
Erdrysch, der; -[eis. -e: Ertrag des Dreschens.
erdulden <sw. V.; hat): etw. (Unangenehmes. Schweres.
724
erfahrungs-, Erfahrungs -
Schreckliches) mit Geduld u. Tapferkeit; auf sich nehmen,
über sich ergehen lassen: Leid. Demütigungen e.; Es waren
Leute jeden Ranges .... welche warteten und alle Ungele-
genheiten erduldeten (Nigg. Wiederkehr 123).
Erdung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Erden. 2. stromleitende
Verbindung zwischen einem elektr. Gerät u. dem Erdboden:
<Zus.:> Erdungsleituns, die: svw. tErdung (2). Erde (6).
Erebos[,e:rebDs].Erebus[...büsl.der;-[lat. Erebus < griech.
ErebosJ: Unterwelt. Reich der Toten in der griech. Sage.
E-Rechner ['e:-l. der: -s. -: Elektronenrechner.
erdfern [eg'lajfen]. sich <sw. V.; hat): in Eifer geraten,
leidenschaftlich u. erregt mit Worten für etw. eintreten:
plötzlich i wortreich für od. gegen eine Sache reden: sich
im Gespräch e.; Man ereiferte sich glühend für
Gerechtigkeit (Thieß. Reich 571); sich über unwichtige Dinge, wegen
einer Lappalie e.; <Abl.:> Ereiferung, die; -. -en <P1. selten).
ereignen, sich <sw. V.; hat) [mhd. [erlöugen. ahd. [irjougen
= vor Augen stellen, zeigen]: geschehen, sich zutragen,
sich begeben, sich abspielen: vor sich gehen: in der kurzen
Zeit hat sich eine Menge, nichts Besonderes ereignet; ein
Unfall ereignete sich an der Kreuzung; Die großen Feiern
des Hofes ereigneten sich hier (wurden hier abgehalten:
Koeppen. Rußland 36); (geh.:) wo sich noch Leben
ereignete, da ereignete es sich gedämpft (Lenz. Suleyken 141);
<Abl.:> Ereignis, das; -ses. -se: etwas, was den normalen,
alltäglichen Ablauf in bemerkenswerter Weise unterbricht
und durch seine Ungewöhnlichkeit auffällt und in
Erscheinung tritt: /bedeutsamer, denkwürdiger Vorgang. Vorfall:
Geschehnis: ein fröhliches, trauriges, bedeutendes,
merkwürdiges, einschneidendes, historisches E.; das E. kündigte
sich an. trat ein; die -se. welche sich später mit Naturgewalt
überstürzten (Langgässer; Siegel 29S); der Gang der -se
hat uns recht gegeben; das ist die Duplizität der -se; das
Konzert war ein E. (etwas ganz Besonderes) für unsere
Stadt; R große -se werfen ihre Schatten voraus (nach dem
von Lord Byron als Motto gewählten Vers des schott.
Schriftstellers Thomas Campbell [1777-1844): coming
events cast their shadows before); *ein freudiges E.
(verhüll.; die Geburt eines Kindes): <Zus.:> ereignislos <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): ohne besondere, bemerkenswerte
Ereignisse: ein -es Wochenende, ereignisreich <Adj.; nicht adv.):
reich an Ereignissen. Abwechslungen: ein -er Urlaub. Tag.
ereilen <sw. V.; hat) (geh.): (als etw. Unangenehmes)
plötzlich u. überraschend erreichen, hart treffen: die Nachricht
vom Tod seiner Mutter ereilte ihn bei der Abreise; Da
ereilte sie zwei Kilometer vor dem Ziel das Schicksal:
Skibruch (Olymp. Spiele 1964. 27); der Tod. ihr Schicksal
hat sie ereilt (sie ist plötzlich gestorben).
erektil [erek'ti:l] <Adj.; nicht adv.) [frz. erectile. zu lat.
erigere(2. Part.: erectus) = aufrichten, terigieren] (Med.):
f von Organen, bes. vom männlichen Glied) zur Aufrichtung.
Erektion fähig, schwellfähig: -e Organe; Erektion [erek-
tsio.nl. die; -, -en [lat. erectio = Aufrichtung]: durch
Blutstauung bedingte Versteifung u. Aufrichtung von
Organen, die mit Schwellkörpern versehen sind. bes. vom
männlichen Glied: die E. der Brustwarzen; eine E. haben; Durch
nichts als seine Vorstellung ... gelangt das Glied des
Schwarzen zur prächtigsten E. (Zwerenz. Kopf 16).
Eremit [ere'mi.t. auch: ...mitj. der; -en. -en [lat. eremita
< griech. eremites]: a) jmd.. der aus religiösen Gründen
von der Welt abgeschieden lebt: Einsiedler. Klausner: b)
allein u. zurückgezogen lebender Mensch: Wie sollte ich
nicht ein ... ruppiger E. sein inmitten einer Welt, deren
... (Hesse. Steppenwolf 41); <Abl.:) Eremitage [eremita:»!.
die; -. -n [frz. ermitage]: abseits gelegene Grotte od.
Nachahmung einer Einsiedelei in Parkanlagen des 18. Jh.s: Eremitei
[eremi'tai]. die; -. -en (veraltet): Eimiedelei: <Zus.:>
Eremitendasein, das (geh.): Leben eines zurückgezogen lebenden
Menschen: nach dem Tod seiner Frau führte er ein E.;
Eremitenleben, das: svw. f ^dasein.
Eremurus [ere'muTos], der; - [zu griech. eremia = Wüste
u. oura = Schwanz. Schweif): asiatisches Liliengewächs
mit oft meterhohen Blütentrauben: Steppenkerze.
Lilienschweif.
Eren ['e:ran], Em [e:^nl. der; -. - [mhd. er(e)n = Fußboden.
Tenne) (landsch.): Hausflur. Hausgang.
Erepsin [ere'psr.n]. das; -s [zu griech. ereptesthai = rupfen;
fressen, verzehren; analog zu t Pepsin] (Med.):
eiweißspaltendes Enzymgemisch im Saft des Dünndarms u. der
Bauchspeicheldrüse.
ererben <sw. V.; hat) /vgl. ererbt/ (veraltet): svw. terben
(1 a. 2); ererbt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. als
/materielles! Erbe hinterlassen bekommen: ein -es Haus.
Grundstück. 2. als Veranlagung. Begabung von den Eltern.
Vorfahren mitbekommen: eine -e Krankheit; Verständigung unter
Tieren ist möglich aufgrund angeborener, -er
Verhaltensweisen (Natur 79).
erethisch [e're:tifl <Adj.; o. Steig.) [zu tErethismus] (Med..
Psych.): leicht erregbar, leicht reizbar, dazu: Erethismus,
der; - [griech. erethismös = das Reizen. Aufreizung]:
krankhaft gesteigerte Erregbarkeit. Reizbarkeit.
erfahrbar [£g'fa:£ba:£] <Adj.: o. Steig.: nicht adv.): so
geartet, beschaffen, daß es erkannt, erfahren, erlebt, gespürt
werden kann: die praktisch -en Widersprüche der
kapitalistischen Gesellschaftsordnung... (Stamokap 96); was Gott
hindert, mir gegenüber ... e. zu werden (Frisch. Stiller
383); ■erfahren <st. V.; hat) [mhd. ervarn. ahd. irfaran.
urspr. = reisen, durchfahren, erreichen]: 1. Kenntnis
erhalten: zu wissen bekommen: etw. frühzeitig, zu spät e.; von
einer Sache durch Zufall e.; er erfuhr Näheres. Genaueres
aus dem Brief; Wer in künftigen Jahrzehnten e. wird,
wie herrlich die Welt einst war (Grzimek. Serengeti 316);
wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren ...; er konnte
keine Einzelheiten über den Personenkreis e. (in Erfahrung
bringen, ausfindig machen). 2. a) (geh.) an sich selbst erleben,
zu spüren bekommen: Glück. Leid, nichts als Undank,
manche Demütigung e.; ich habe es am eigenen Leibe
erfahren; ... einsamer und eisiger als die Öden, in denen
ich Einsamkeit und Eiseskälte erfahren habe (Bergengruen.
Feuerprobe 54); b) (verblaßt) in irgendeiner Weise
behandelt, verätidert o. ä. werden: eine Behandlung. Veränderung
mitmachen, erleiden: der Verlag wird eine Erweiterung
e. (wird erweitert werden): das Buch soll eine
Überarbeitung e. (soll überarbeitet werden): der Umsatz hat eine
Steigerung e. (ist gestiegen): 2erfghren <Adj.; nicht adv.)
[eigtl. 2. Part, von t 'erfahren]: reich an Erfaixrungen.
Routine. Kenntnissen: kundig, versiert: ein -er Arzt.
Rechtsanwalt; sie ist auf ihrem Gebiet sehr e.; In Kochkünsten
war ich nicht e. (Niekisch. Leben 94); 3erfghren <st. V.;
hat): durch Fatiren erlangen, in seinen Besitz bringen: als
Kutscher erfuhr ich mir ein Vermögen; so erfuhr sie sich
die Bronzemedaille (Maegerlein. Piste 94); Erfahrenheit,
die; - [zu t Erfahren]: das Reichsein an Erfahrungen (1);
Erfahrung, die; -. -en: 1. <P1. selten) bei praktischer Arbeit
od. durch Wiederholen einer Sache gewonnene Kenntnis:
Routine: Seine E. half ihm. sich so geschickt zu verbergen,
daß ... (Apitz. Wölfe 13); er hat viel E. auf diesem Gebiet;
wir müssen uns seine -en zunutze machen; über reiche,
langjährige -en verfugen. 2. Erleben, Erlebnis, durch das
man klüger wird: es ist eine alte E.. daß ...; die E. hat
gezeigt, daß ...; -en austauschen; wir haben jetzt genügend
-en gesammelt; ich habe die E. gemacht, daß ...; mit ihm
habe ich viele schlechte -en gemacht; ich habe da so meine
-en [gemacht] (ugs.; bin durch Schaden klug geworden)'.
nach den -en der letzten Jahre ...; das weiß ich aus eigener
E.; Spr E. ist die beste Lehrmeisterin. 3. (Philos.) durch
Anschauung. Wa/trnehmung. Empfindung gewonnenes
Wissen als Grundlage der Erkenntnis. 4. *etw. in E. bringen
(durch Nachforschen erfaftren): mit viel Mühe habe ich
ihre Anschrift in E. bringen können.
erfahrungs-, Erfahrungs-: -austauschten gegenseitiges
Mitteilen von Erfahrungen, um daraus zu lernen: -bereich,
der: Bereich, in dem ein Mensch Erfahrungen gemacht hat
od. machen kann: ^bericht. der: Bericht über Erfahrungen,
die jmd. auf einem Gebiet gemacht hat: -gemäß <Adv.>:
auf Grund von Erfahrung, der Erfahrung nach: e. dauert
die Fahrt 2 Stunden; -mäßig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
auf Erfahrung beruhend, aus Erfahrung gewonnen:
empirisch: eine -e Schlußfolgerung; -regel, die: Regel.
Gesetzmäßigkeit, die sich aus Erfaixrung ergibt: ^reich <Adj.;
nicht adv.): reich an Erfahrungen: -sache. die (ugs.): der
Umgang mit dieser Maschine ist reine E.; -schätz, der:
Summe der Erfahrungen, die jmd. gemacht hat. über die
er verfügt: -tatsache. die: Tatsache, die auf Grund von
genügend Erfahrungen als gesichert angesehen werden kann:
-urteil, das (Philos.): Urteil, zu dem man auf Grund von
Erfahrungen gelangt: ^welt. die (geh.): Welt, wie sie sich
dem Betrachter auf Grund gemachter Erfahrungen darstellt:
^wert, der: / Durchschnitts zahl, die man auf Grund von
Erfahrungen u. nicht durch exakte Messungen gewonnen
725
erfaßbar
hat: ^Wissenschaft, die (Phiios.): auf Erfahrungen
aufbauende Wissenschaft, empirische Wissenschaft: -zahl, die: svw.
T-wert.
erfaßbar [e^Tasba:^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so geartet,
beschaffen, daß es erfaßt werden kann: statistisch -e
Vorgänge; erfassen <sw. V.; hat): l.a) (selten) mit den Händen
ergreifen u. festhalten: den Ertrinkenden am Arm e.; sie
erfassen die dargebotene Nahrung mit der Bewegung, die
eigentlich zum Erfassen des elterlichen Schnabels gehört
(Lorenz, Verhalten I, 172); Ü Ich übe mich, mit einem
Blick immer gleich dreißig zu e. (Grzämek, Serengeti 60);
die Scheinwerfer eines zweiten Wagens erfaßten uns von
hinten (Martin. Henker 66); b) durch seine eigene Bewegung
gewaltsam mitnehmen, mit sich reißen: die Straßenbahn
erfaßte den Radfahrer; der Schwimmer wurde von einem
Strudel erfaßt. 2. (von einem Gefühl, einer Gemütsbewegung
o. ä.) plötzlich ergreifen u. für eine Weile in einem
gewissen Zustand belassen: packen, überkommen: Ekel. Angst.
Freude erfaßte ihn; von Abscheu erfaßt, schlich sie davon;
unerwartetes Mitleid erfaßt mich; für Knopf und für mich
(Remarque. Obelisk 236). 3. einen umfassenden Eindruck
von etw. ins Bewußtsein aufnehmen: das Wesentliche einer
Sache verstehen, begreifen: etw. intuitiv e.; die Bedeutung
des Geschehens e.; der Oberst hatte die Situation sofort
erfaßt (Kirst, Aufruhr 37); Ich lese ja nicht richtig, ich
erfasse gleich die ganzen Sätze (Jägersberg, Leute 118);
du hast es erfaßt! (ugs.; du hast es ganz richtig verstanden).
4.a) (eine Personen- od. Sachgruppe) unter bestimmten
Gesichtspunkten u. zu einem bestimmten Zweck ermitteln
u. registrieren: eine Bevölkerungsschicht, einen Sachverhalt
statistisch e.; b) mit einbeziehen, berücksichtigen: die
Versicherung erfaßt auch die Angestellten; In der zentralisti-
schen Planwirtschaft der Sowjetunion erfaßt der
Staatshaushalt die gesamte Wirtschaft (Fraenkel, Staat 96);
<Abl.:> Erfassung, die; -, -en: das Erfassen (3,4).
Erffssunss- (DDR; LÜ nach dem Russischen): -betrieb,
der: wirtschaftliche Einrichtung zur planmäßigen Erfassung
u. Weiterleitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse:
volkseigener Erfassungs-und-Aufkauf-Betrieb; Abk.: VEAB;
-preis, der: Preis für die Menge von Schlachtvieh od.
tierischen Erzeugnissen, die abgeliefert werden muß: ^stelle,
die: vgl. -betrieb.
erfechten <st. V.; hat): durch Kämpfen erlangen, bekommen:
erkämpfen: den Sieg e.; Ü Damit hat er allenthalben
Anerkennung erfochten (DM 5, 1966. 3).
erfinden <st. V.; hat): 1. durch Forschen u. Experimentieren
etw. ganz Neues, bes. auf technischem Gebiet, hervorbringen:
eine Maschine, Vorrichtung e.; er hat ein neues Verfahren
erfunden. 2.sich (etw. Unwahres, Unwirkliches) ausdenken:
phantasieren: eine Ausrede, Geschichte e.; die Kosenamen,
die das Kind für seine Nächsten erfindet (K. Mann,
Wendepunkt 23); die Gestalten dieses Romans sind frei erfunden;
<Abl. zu 1:> Erfinder, der; -s, -: 1. jmd., der etw. Neues,
bes. auf technischem Gebiet, schafft: Edison war ein großer
E.; (DDR:) Verdienter E. des Volkes. 2. jmd., der einen
Gegenstand, eine Verfahrensweise, einen neuen Gedanken
o.a. als erster hervorbringt: Gutenberg war der E. der
Buchdruckerkunst; dieses Volk hat sich neuerdings einem
Pragmatismus zugewandt, wie ihn auch dessen Erfinder,
die Angelsachsen, nie lückenloser praktiziert haben
(Dönhoff, Ära 18); R das ist nicht im Sinne des -s (ugs.; das
ist nicht so gedacht gewesen).
Erfinder-: -geist: der <o. PI.): Fähigkeit, Neues zu schaffen
od. ! praktische' Probleme auf eine neuartige Art u. Weise
zu lösen: -kollektiv, das (DDR): Gruppe von Menschen,
die gemeinsam eine Erfindung (1 b) erarbeitet: -schütz, der:
Schutz eines Erfinders (1) vor unbefugter Benutzung seiner
Erfindung.
erfinderisch <AdJ.): reich an Entfallen: stets in der Lage,
eine Lösung für ein praktisches' Problem zu finden: er
ist ein -er Kopf; „Geld", sagte Ravic. „Wie e. das macht."
(RemarQue.Triomphe 303); erfindlich <Adj.) in der
Verbindung nicht e. sein (nicht erkennbar, ersichtlich, verständlich
sein): warum er es tat. ist nicht e.; es ist nicht recht
e.. daß ...; Erfindung, die; -. -en: l.a) <o. PI.) das Erfinden
(1): die E. der Dampfmaschine durch James Watt kündigte
ein neues Zeitalter an; b) das Erfundene: eine praktische,
hübsche E.; der Motor ist eine bahnbrechende E.; die
Babylonier, die als Nutznießer überlegener -en ein
Kulturreich zimmern (Ceram. Götter 433); *eine E. machen (erw.
erfinden 1). 2. etwas, was ausgedacht ist, nicht auf Wahrheit
od. Realität beruht: Das angebliche Seuchenlazarett war
die ureigene E. des Unteroffiziers Soeft (Kirst. 08/15. 812);
er wies diese Aussage. Geschichte als [eine] reine E. zurück.
erflndunes-, Erfjndunss-: -gäbe, die: Erfindergeist.
Einfallsreichtum: -kraft, die: vgl. -gäbe; -reich <Adj.): reich an
erfmderischen Einfällen, dazu: -reichtum, der <o. PL);
-schütz, der: vgl. Erfinderschutz; -wesen, das <o. PI.)
(DDR): Gesamtheit der staatlichen Maßnahmen zur
Förderung von Erfindern u. Neuerern.
erflehen <sw. V.; hat) (geh.): mit flehenden Bitten zu erlangen
suchen: ich erflehte Imir] dafür Hilfe von Gott.
erflkaen <st. V.; hat): fliegetid bekommen, erlangen,
erreichen: einen neuen Rekord e.; das zu erfliegende (während
des Fliegens durch die Luft zu erreichende). vom Partner
verlassene Trapez (Th. Mann. Krull 224).
erflkDen <st. V.; ist) (östferr. veraltend): ausgehen von etw.:
ergehen: dieses Urteil erfloß weniger aus den
nachfolgenden Gesprächen (Werfel, Himmel 9).
Erfolg lq?'fDlkl. der; -[e]s. -e [rückgeb. aus t erfolgen]:
positives Ergebnis einer Bemühung: Eintreten einer beabsichtigten,
erstrebten Wirkung: ein durchschlagender E.; der E. gab
ihm recht; der E. blieb aus. ließ auf sich warten; die
Aufführung war ein voller E. (war sehr erfolgreich): der
E. (ugs. iron.; die Folge) war, daß wir zu spät kamen;
guten, keinen E. haben; ein Spieler hatte zweimal E.
(Fußball; erzielte zwei Tore): seine Energie brachte unleugbare
außenpolitische -e zustande (Thieß. Reich 235); sie hat
sich mit E. beschwert; seine Anstrengungen waren nicht
von E. begleitet, gekrönt.
erfQlg-, Erfplg- (vgl. auch: erfolgs-, Erfolgs-): -gekrönt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): nach langen Bemüfiungen
schließlich mit einem Erfolg abschließend: ein -es Vorgehen;
-hascherei [-haja'rai]. die; -. -en (abwertend): übertriebenes
Streben nach Erfolg, Anerkennung: -los <Adj.; o. Steig.):
ohne Erfolg, ohne positives Ergebnis: vergeblich: -e
Versuche; e. bleiben, dazu: -losigkeit, die; -; -reich <AdJ.):
a) sich durch viele Erfolge auszeichnend: ein -er Forscher;
der Stürmer war in der ersten Halbzeit e. (Fußball; erzielte
ein Tor): b) ein positives Ergebnis aufweisend: ein -es
Experiment; eine -e Politik; -versprechend <Adj.): einen Erfolg
erwarten lassend: verheißungsvoll: ein -er Plan.
erfolgen <sw. V.; ist): 1. als Folge von etw. geschehen,
eintreten, vor sich gehen: der Tod erfolgte wenig später; auf
das Klingeln erfolgte nichts; Zuletzt erfolgte ein
Geständnis, das Anny alle nur mögliche Ehre machte (Brod, Annerl
110). 2. <oft als Funktionsverb) geschehen, sich vollziehen:
es ist noch keine Antwort erfolgt (es ist noch nicht
geantwortet worden): Ihr Eintritt kann sofort e. (Sie können sofort
eintreten): Nacheinander erfolgte die Verstaatlichung fast
aller Zentralbanken (Fraenkel, Staat 364); nach erfolgter
Montage...
erfylgs-, Erfolgs- (vgl. auch: erfolg-, Erfolg-): -aussieht,
die (meist PI.): Wahrscheinlichkeit eines Erfolges: die -en
sind gut; -autor, der: jmd.. der erfolgreiche Bücher schreibt:
-autorin. die: w. Form zu T Erfolgsautor; -beteiligung.
die: finanzielle Beteiligung eines Angestellten am Gewinn
eines Unternehmens: -buch, das: erfolgreiches Buch:
—Chance, die: svw. t-aussieht; -denken, das; -s; -Erlebnis, das:
freudiges. Auftrieb gebendes Gefühl der Selbstbestätigung
beim Gelingen von etw., was an den Betreffenden in bezug
aufsein Leistungsniveau beachtliche Anforderungen gestellt
hat: -erwartung, die; -film, der: erfolgreicher Kinofilm:
-honorar, das: Honorar, dessen Höhe sich nach dem Erfolg
des Produktes richtet: -kurve, die: Kurve, die den Verlauf
des Erfolgs wiedergibt: -meidung, die: Meldung, daß etw.
erfolgreich gewesen ist: --mensch, der: jmd.. der beruflich
viel Erfolg hat: -nadweis, der: Nachweis über ein positives
Ergebnis: -Prämie, die: Prämie für ein positives Ergebnis:
-quote, die: Anteil derjenigen, die eine Sache erfolgreich
beenden: -rezept, das: Verfcdirensweise. die immer wieder
zum Erfolg fütirt: -roman, der: erfolgreicher Roman:
Bestseller: -schlager, der: 1. erfolgreicher Schlager. 2. modischer
Gegenstand, der sehr viel gekauft wird: ^Schriftsteller, den
svw. T -autor; -serie, die (Sport): Serie von Erfolgen: die
E. der Mannschaft dauerte an; -sicher <Adj.): a) mit guter
Aussicht auf Erfolg: ein -es Projekt; b) mit Erfolg rechnend:
selbstbewußt: der Manager ist sehre.; -stück, das:
erfolgreiches Theaterstück: -trainer,der (Sport): Trainer, der hinter-
eitmnder mit verschiedenen Mannschaften. Sportlern Erfolg
726
Erfüllungs-
hatte; -zahl, die: svw. KzifTer; ^Ziffer, die: Zahlenangabe
über den Erfolg von etw.; ^zwang, der: in einer bestimmten
Situation zur Behauptung der Stellung des Betreffenden sich
ergebender Zwang. Erfolge zu haben, in seinen Handlungen
erfolgreich zu sein: Eingeklemmt zwischen persönlichem
E. und politischer Nötigung des liberalen Partners, verharrt
Schmidt-Schnauze reglos und mundtot (Spiegel 13. 1976.
22); unter E. stehen.
erforderlich [ez'hrdvlKfl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: für
einen bestimmten Zweck unbedingt notwendig; unerläßlich:
die -en Mittel bereitstellen; die Einwilligung der Eltern
ist e.; für diese Laufbahn ist das Abitur e; Das macht
besonders e.. mehr und mehr vom Monolithbau auf die
Montagebauweise überzugehen (Neues D. 17. 6. 64. 3);
<subst.:> alles Erforderliche veranlassen; erforderlichenfalls
<Adv.> (Papierdt.): falls nötig, falls erforderlich: e. wird
die Polizei einschreiten; erfordern <sw. V.; hat): als
Voraussetzung zur Verwirklichung einer Sache unbedingt notwendig
machen: dieses Projekt erfordert viel Geld. Zeit; das
erfordert (macht nötig), daß ...; einen energischen Mann e.;
das erfordert (dazu braucht man) schon etwas Mut; Die
Frage kann nur rhetorisch gemeint sein und erfordert
(verlangt) keine Antwort (Remarque. Obelisk 283); der
Übelstand erfordert Abhilfe (Papierdt.; muß beseitigt
werden): Erfordernis, das; -ses. -se: erforderliche Bedingung.
Voraussetzung: ein wichtiges E. für diese Tätigkeit ist
menschliche Reife; Um den materiellen -sen (Ansprüchen)
einer Demokratie zu entsprechen, muß dieses
Gemeinwesen ein sozialer Rechtsstaat sein (Fraenkel. Staat 75).
erforschen <sw. V.; hat): wissenschaftlich! genau
untersuchen mit dem Ziel, möglichst viel darüber zu erfahren;
forschendergründen: den Weltraum, unbekannte Länder, das
Leben der Bienen, den Menschen e.; In seinen freien
Stunden erforscht er mit dem Geologenhammer die
Gesteinswelt der Umgebung (Natur 17); die Hintergründe.
Zusammenhänge e.; die Wahrheit über etw. e. (zu ergründen
suchen); sein Gewissen e. (sich genau prüfen); <Abl.:>
Erforscher, der; -s. -: jmd.. der etw. erforscht, ergründet:
der E. der Antarktis; Erforschung, die; -: die E. des Weltalls.
erfragen <sw. V.; hat): durch Fragen in Erfahrung bringen
od. zu erfahren suchen: den Weg e.; Die Namen der übrigen
erfragte ich unterwegs (Schnabel, Anne 7); Stiller rauchte,
nicht ohne ihre Erlaubnis erfragt zu haben (um Erlaubnis
gebeten zu Imben; Frisch. Stiller 144); <Abl.:> Erfragung,
die; -, -en.
erfrechen [e^'frE^nl. sich <sw. V.; hat) (geh.): frech etw.
Ungehöriges / tun od. sagen, sich erdreisten: Wenn sie
sich aber e. würden, je wieder in Rosenthals Wohnung
zu kommen, würden sie unweigerlich der Gestapo
übergeben (Fallada. Jeder 55); (iron.:) ich habe mich nur erfrecht,
ihm die Wahrheit zu sagen.
erfreuen <sw. V.; hat): \.*)jmdm. Freude bereiten, machen;
in frohe Stimmung versetzen: jmdn. mit einem Geschenk
e.; sein Besuch hat mich sehr erfreut; Blumen erfreuen
das Auge, das Herz; über diese Ehrung bin ich sehr erfreut;
erfreut ging er auf sie zu; sehr erfreut! (ältere formelhafte
Wendung bei der Vorstellung); b) <e. + sich) bei od.
über etw. Freude empfinden: sich am Anblick der Kinder
e.; ich erfreute mich an den Blumen. 2. <e. + sich) (geh.)
etw. i voller Freude genießen, im glücklichen Besitz von
etw. sein; etw. haben: ich erfreue mich bester Gesundheit;
der Politiker erfreut sich des Vertrauens der Wähler; Unrat
erfreute sich der Bedeutung, die er ... erobert hatte (H.
Mann. Unrat 71); sich großer Beliebtheit e. (sehr beliebt
sein): sich eines gesegneten Appetits e. (scherzh.; sehr
viel essen können): erfreulich <Adj.): freudig stimmend,
angenehm; eine -e Nachricht; der Anblick war nicht sehr
e.; <subst.:) ich konnte leider nur wenig Erfreuliches
berichten; erfreulicherweise <Adv.>: zum Glück, glücklicherweise:
e. passierte ihm nichts.
erftifiren <st. V.): l.a) durch Frosteinwirkung sterben <ist>:
im Krieg sind viele Soldaten erfroren; Ü völlig erfroren
(vor Kälte starr, durchgefroren) kamen sie nach Hause;
b) (von Gliedmaßen od. deren Teilen) durch Frosteinwirkung
absterben <ist): dem Bergsteiger sind zwei Zehen erfroren;
c) <e. + sich (Dativ)) durch Frosteinwirkung an Gliedmaßen
geschädigt werden (hat): ich habe mir die Füße. Ohren
erfroren; d) durch Frosteinwirkung eingehen <ist>: die
Geranien, die jungen Triebe sind über Nacht erfroren; e)
(von bestimmten pflanzlichen Nahrungsmitteln) durch
Frosteinwirkung verderben <ist): die Kartoffeln, die Äpfel
sind im Keller erfroren. 2. starr werden, erstarren <ist>:
das Lächeln erfror ihm auf dem Gesicht; <Abl. zu 1 b:>
Erfrierung, die; -. -en: Schädigung durch übermäßige
Frosteinwirkung: sich -en dritten Grades zuziehen, dazu:
Erfrierungstod. der.
erfrjschen<sw. V.;hat): l.a) neu beleben, jmdm. neueFrische
bringen: die Rast, der Kaffee hat den Fahrer erfrischt;
der Regen erfrischt den Garten; an heißen Tagen erfrischt
[uns] Obst; erfrischende Getränke; ein erfrischendes Bad;
b) geistig anregen, jmdm. neuen Schwung geben: die Lektüre
dieses Buches hat ihn erfrischt; er hat einen erfrischenden
Humor; etw. mit erfrischender (unkonventioneller)
Deutlichkeit sagen; ihre Offenheit war erfrischend. 2. <e. +
sich) sich durch äußerliche Mittel od. den Verzehr von
etw. Kü/tlem od. Belebendem frisch machen, neu beleben:
sich nach einem Spiel e.; sich mit einem Bad. einem Kaffee,
einem Glas Bier e.; <Abl.:> Erfrischung, die; -. -en: 1.
<PL ungebr.) das Erfrischen (1 a): die E. des Körpers durch
ein Bad. 2.a) <P1. ungebr.) etw., wodurch man sich erfrischt:
die Dusche war eine angenehme E.; eine E. nötig haben;
b) meist kühles, erfrischendes Getränk, kühle od. aus frischen
Zutaten bestehende Speise: es wurden -en gereicht; eine
E. zu sich nehmen.
Erfrjschungs-: -bude, die (ugs.): svw. t-stand; -getränk,
das: alko/iolfreies. aus Säften, Fruchtauszügen.
Mineralwasser o. ä. bestehendes, kühles Getränk: Limonade und
Apfelsaft sind -e; -kiosk, der: svw. T ^stand; -räum, der: Raum
in Warenhäusern, Theatern, Betrieben, in dem Erfrischungen
u. kleinere Mahlzeiten verkauft werden; -stand, der: Stand,
an dem Erfrischungen, Süßigkeiten, Bier o. ä. verkauft
werden; -stelle, die (Leichtathletik): Stelle in der Mitte
zwischen zwei Verpflegungsstationen, an der die Teilnehmer
eines Marathonlaufs Erfrischungen zu sich nehmen können;
-trank, -tnink, der (geh.).
erfühlen <sw. V.; hat): a) (geh.) mit dem Gefühl, gefühlsmäßig
erfassen: Was Speyer einst war. das kann heute der Mann
der Straße eher e. (Reinig. Schifte 139); b) (selten) durch
Befühlen od. Betasten ausfindig machen; ertasten: eine
Unebenheit auf der Tischplatte e.
erfüllbar [E?TYlba:^J <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich erfüllen
(3. 4) lassend: ein schwer -er Wunsch; diese Bedingung
ist [nicht] e., dazu: Erfüllbarkeit, die; -; erfüllen <sw. V.;
hat): l.a) [sich ausbreitend einen Raum allmählich! ganz
u. gar! aus jfüllen: Qualm erfüllte das Zimmer; Lärm
erfüllte die Straße; der ganze Raum war von betäubendem/mit
einem betäubenden Duft erfüllt; b) mit etw. ausfüllen: die
Kinder erfüllten das Haus mit Leben; ein mit Sorgen
erfülltes Leben. 2.a) innerlich ganz in Anspruch nehmen,
stark beschäftigen, von jmds. Gemüt od. Denken Besitz
ergreifen: Zorn. Freude erfüllte ihn; die neue Aufgabe
erfüllte ihn ganz; er war von dem Wunsch erfüllt.
Rennfahrer zu werden; von ihren Reiseeindrücken erfüllt, erzählten
sie die halbe Nacht; b) (geh.) etw. in jmdm. aufkommen,
entstehen lassen; sein Verhalten erfüllt mich mit Sorge;
seine Worte erfüllten uns mit Trost; die Leistungen der
Kinder erfüllten die Eltern mit Stolz. 3. einer Verpflichtung.
Erwartung. Forderung o. ä. ganz u. gar nachkommen, völlig
entsprechen: einen Vertrag, ein Versprechen, ein Gelübde,
eine Pflicht e.; einem Kind jeden Wunsch e.; der Bewerber
erfüllt die Bedingungen. Erwartungen nicht; das Gerät
erfüllt seinen Zweck; damit ist der Tatbestand des Betrugs
erfüllt (jur.; gegeben). 4. <e. + sich) Wirklic/ikeit werden;
eintreffen: mein Wunsch, seine Prophezeiung hat sich
erfüllt; erfüllte Hoffnungen; die Zeit ist erfüllt (dichter.;
ein Zeitraum ist vergangen u. der Zeitpunkt für ein
erwartetes Ereignis herangekommen): er blickt auf ein erfülltes
(geh.; in seinen Anlagen u. Möglichkeiten verwirklichtes)
Leben zurück. 5. (Math.) stinunig. gültig machen: welcher
Wert für x erfüllt diese Gleichung?; <Abl. vom 2. Part,
zu 2:) ErfylHheit, die; -; (Ab!, vom Inf.:) Erfüllung, die;
-, -en <P1. selten): 1. das innere Erfülltsein von einer Sache,
so daß das Denken u. Fühlen weitgehend davon beherrscht
wird: in einer Aufgabe E. finden. 2. das Erfüllen (3): die
E. meines Wunsches, des Vertrages; bei der E. der
gesetzlichen Aufgaben. 3. *in E. gehen (Wirklichkeit werden):
mein Traum ging in E.
Erfüllung*-: Mtehilfe, der (jur.): jmd.. der für einen andern
eine Leistung erbringt, zu der dieser verpflichtet ist: der
Malergeselle führt als E. den Auftrag aus; Ü (abwertend:)
727
erfunden
Nach ... dem Fall Lorenz, bei dem sie (= die TV-Chefs)
sich zu ..Erfüllungsgehilfen" degradiert sahen (Spiegel 11.
1975.5); mmI, der <P1. -e) (jur.): Ort. an dem eine Leistung
erbracht werden sali zu der jmd. vertraglich verpflichtet
ist: E. ist Hamburg: ^politik. die <o. PI.) (bes. ns.): Bez.
für die Politik der Weimarer Republik, die Forderungen
der Alliierten möglichst zu erfüllen; ^tag, der (Jur.): Tag,
an dem eine geschuldete Leistung erbracht werden soll.
erfunden [eg'fundn]: terfinden.
Erg [erk]. das: -s, - [von griech. ergon = Werk. Arbeit]:
physikalische Einheit der Energie: Zeichen: erg
ergänzen [eg'gentsn] <sw. V.; hat) [zu tganz]: l.a) (einen
Bestand o. ä.) durch Schließen entstandener Lücken wieder
vollständig! er > machen, auf einen bestitwttten Stand
bringen: komplettieren: seine Vorräte, eine Sammlung, das
Lager e.: b) <e. + sich)durch Schließen entstandener Lücken
wieder vollständig eri werden: der Vorstand ergänzt sich
durch Zu wähl. 2.a) durch Hinzutun. Hinzufügen von etw.
vervollständigen, bereichern o. ä.: Seine Schreiber ergänzten
die Insassenliste durch neue und neuartige Rubriken (Kirst.
08/15. 946): sein Kinderzimmer ... ergänzt um einige ...
Einrichtungsstücke, die zur Bequemlichkeit von
Erwachsenen gehören (Musil, Mann 675): b) vervollständigend zu
etw. hinzukommen: Anmerkungen ergänzen den Text: c)
als zusätzliche, vervollständigende Feststellung o. ä. äußern,
vorbringen: ich möchte noch e.. daß ...; darf ich hierzu
noch etwas e.?; eine ergänzende Bemerkung machen. 3.
durch seine Eigenschaften. Fähigkeiten o. ä. beisteuern,
beitragen, was dem anderen, dem Partner fehlt: bei den beiden
ergänzt einer den anderen aufs beste: die Freunde, die
Partner ergänzen sich, (geh..) einander vortrefflich; <AbL)
Ergänzung, die; -. -en.
Ergfnzungs-: ^abgäbe, die (Steuerw.): (zu gewissen Zeiten
erhobene) zusätzliche Steuer; ^band, der <P1. ...bände)
(Buchw.): zusätzliches Buch, das Nachträge. Ergänzungen
im Anschluß an ein ; mehrbändiges i Werk bringt; ^binde-
strich.der (Sprachw.): Bindestrich, der bei
zusammengesetzten od. abgeleiteten Wörtern an Stelle eines gemeinsamen
Bestandteils gesetzt wird; -färbe, die: svw. t
Komplementärfarbe: -frage, die: 1. (Sprachw.) Frage, die als Antwort
nicht ein Ja od. Nein, sondern eine Ergänzung verlangt.
2. zusätzliche, das Thema ergänzende Frage, z. B. im
Parlament; -kommando, das (österr.): für die Einberufungen
zum österr. BundesheerL zuständige Militärdienststelle;
-satz, der: svw. t Objektsatz; -sport, der: Ausgleichssport;
-test, der (Psych.): Test, bei dem ein unvollständiger Satz
ergänzt werden soll.
Ergastoptysma [ergasto-]. das: -s. ...men [zu griech. ergasti-
kös = arbeitsam, tätig u. t Plasma] (Biochemie): Bestandteil
des Zellplastnas einer Drüsenzelle, in dem intensive
Eiweißsynthesen stattfinden.
Ergativ ['ergati:fl. der: -s. -e [...i:va; zu griech. ergätes =
Arbeiter: der Handelnde] (Sprachw.): Kasus, der bei
zielenden Verben den Handelnden bezeichnet (bes. in den
kaukasischen Sprachen).
ergattern [eg'gatenl <sw. V.; hat) [eigtl. = aus einem Gatter
od. über ein Gatter hinweg zu erlangen suchen] (ugs.):
sich (etw. Seltenes, knapp Gewordenes) mit Ausdauer. List
od. Geschick verschaffen: die letzten Eintrittskarten e.: nach
dem Krieg war man froh, beim Bauern ein paar Kartoffeln
zu e.
ergaunern <sw. V.; hat): sich durch Betrug. Gaunerei
verschaffen: dieses Geld hast du [dir] doch ergaunert!
'ergeben <st. V.: hat) [mhd. ergeben, ahd. irgebän]: l.a)
zum Resultat, zur Folge haben: die Untersuchung ergab
keinen Beweis seiner Schuld: 60 durch 4 geteilt ergibt
15; die Sammlung ergab eine Summe von tausend Mark;
die Nachprüfung hat ergeben, daß ...; b) <e. 4- sich) aus
etw. folgen; sich als Ergebnis zeigen: eins ergibt sich aus
dem andern; daraus ergaben sich viele Möglichkeiten; aus
alledem ergibt sich, daß ... 2. <e. + sich) a) sich jmdm..
einer Sache rückhaltlos hingeben, widmen: sich dem Spiel,
dem Alkohol, dem Trunk, (salopp:) dem Suff, einer
Leidenschaft e.; und mit Leib und Seele hatte er sich ihr. die
ihn kaum dem Namen nach kannte, als Sklave ergeben
(Th. Mann. Buddenbrooks 280); b) sich fügen, etw.
widerstandsloshinnehmen: sich in sein Schicksal e.; mit seiner
Berufswahl hat er sich dem Willen seines Vaters ergeben;
c) keinen Widerstand /mehr! leisten; kapitulieren: die
Festung hat sich [auf Gnade und Ungnade] ergeben; die
eingeschlossene Division mußte sich e.; der Verbrecher
ergab sich erst nach heftigem Widerstand der Polizei; 2erw-
ben <Adj.) [eigtl. 2. Part, von t'ergeben (2)]: a) demütig
zugeneigt, hingebungsvoll: er ist ihr bedingungslos, blind
e.; jmdn. e. ansehen; b) ohne Widerstand; still resignierend:
ein -es Gesicht machen;.... sagte er e.; c) (geh.) untertänig,
devot: sich e. verneigen; (meist als Höflichkeitsfloskel,
veraltend: )-sten Dank; Ihr sehr ergebener...; <Abl.:>
Ergebenheit, die; -: a) Treue, Fügsamkeit. Hingegebensein: Jmdm.
seine E. zeigen; b) das klaglose Sichfügen: sein Schicksal
mit E. tragen, zu a: Ergebenheitsadresse, die: an eine
führende ! polit. i Persönlichkeit gerichtete Adresse (2). mit der
jmd. od. ein Personenkreis seine Ergebenheit bekunden will;
Ergebnis [e^'ge:pnis], das; -ses, -se: / un /beabsichtigte Folge
einer Anstrengung. Unterlassung od. was durch eine
forschende, rechnende Tätigkeit ermittelt wird: ein mageres,
zwangsläufiges, logisches, [ungünstiges, positives E.; das
E. einer Mathematikaufgabe; das E. deiner Rechnung ist
[nicht] richtig; die Untersuchung hatte, brachte kein
[befriedigendes] E.. führte zu keinem E.; bei der Aussprache
gelangten, kamen wir zu folgendem E.; im E. (wie sich
gezeigt hat. letztlich) besteht kein Meinungsunterschied
zwischen uns.
ergebnis-, Ergebnis-: ^beteiligung.die (Wirtsch.): Beteiligung
der Arbeitnehmer an den durch sie erzielten Steigerungen
des Gewinns in einem Beirieb in Form von
Vermögensbildung; ^liste« die: Liste, in die die Ergebnisse sportlicher
Wettkämpfe eingetragen werden; ^los <Adj.; o. Steig.):
ohne Ergebnis Ibleibend;: eine -e Aussprache; die
Verhandlungen waren, blieben e.. wurden e. abgebrochen, dazu:
^losigkeit. die; -; -Protokoll, das. Protokoll (1 a), das nur
die wesentlichen Ergebnisse einer Sitzung o. ä. / in der Art
von Thesen] darstellt; -reich <Adj.; nicht adv.): reich an
Ergebnissen: -e Forschungen; die Untersuchung war,
verlief nicht sehr e.
Ergebung« die; - [zu t'ergeben (2 b)]: klagloses Sichjügen:
die für die russische E. ins Unglück bezeichnende und
schöne Antwort (Nigg. Wiederkehr 148); er hat sein Los
in stiller E. getragen: <Zus:> ergebungsvoll <Adj.: o. Steig.):
voll Ergebung: e. stillhalten.
ergehen <unr. V.): I. (geh.) offiziell herausgehen; erlassen,
an jmdn. gerichtet werden <ist>: ein neues Gesetz ist
ergangen; an den Gelehrten erging ein Ruf in die USA; es
ist eine Anordnung ergangen, daß ... 2. (unpers.) jmdm.
in bestimmter Weise geschehen, widerfahren <ist>: es ist
ihm dort schlecht ergangen; mir ergeht es wie dir; (subst.:)
sich nach Jmds. Ergehen (Los. Befinden) erkundigen; *etw.
über sich e. lassen (< geduldig, hinnehmen, mit sich geschehen
lassen): ich habe eine Untersuchung/Vorwürfe über mich
e. lassen müssen; er läßt alles ruhig, teilnahmslos über
sich e. 3. <e. + sich) sich langatmig (in Worten od.
Gedanken) mit etw. beschäftigen; sich über etw. verbreiten,
umständlich äußern (hat): sich in Vermutungen,
Dankesworten. Lobreden. Schmähungen gegen seinen Nachbarn e.;
Wir hatten uns ... über den Widerspruch ergangen (Th.
Mann. Krull 407); (oA abwertend:) man erging sich in
langen Reden. 4. <e. 4- sich) (geh.) an einem Ort
Spazierengehen, lustwandeln <hat): die Damen ergingen sich im Park.
ergiebig [e?'gi:bu;] <Adj.; nicht adv.): ertragreich, viel
ergebend; gute Ausbeute, großen Nutzen versprechend: eine -e
KafTeesorte; -e Lagerstätten. Vorkommen an Kohle; die
Untersuchung war sehr e.; das Thema war nicht besonders
e.; < Abi.:/ Ergkbigkeit. die: -.
ergießen <st. V.; hat): 1. <e. + sich) in großer Menge fließen;
ausströmen: der Strom ergießt sich ins Meer; Wasser ergoß
sich über ihn; U Menschenmassen ergießen sich über
Straßen und Plätze; ein Schwall von Schimpfwörtern ergoß
sich über/auf ihn. 2. (geh.) aussenden, verströmen: die
Sonne ergoß ein gleißendes Licht über das Tal.
ergänzen <sw. V.; ist) (geh.): glänzend aufleuchten; Glanz
bekommen: das Meer erglänzt in der Sonne; <subst.:> U
das Lachen ist ein Erglänzen der Seele (Th. Mann.
Zauberberg 715).
ergljramen <st. V.; ist) (dichter.): zu glimmen beginnen;
glimmend laus dem Dunkel/ aufleuchten: das erste Tageslicht
erglomm; Ü seine Augen erglimmen vor Zorn.
erglühen <sw. V.; ist) (geh.): a) zu glühen, glühend zu scheinen
beginnen: die Sterne erglühen; die Bergspitzen erglühten
im Abendlicht; Ü in Liebe erglüht sein (sich verliebt haben):
b) rot werden: vor Scham e.
728
erhaben
ergo ['ergo] <Adv.) [lat. ergo] (bildungsspr.): also, folglich,
demnach: du hast es getan, e. mußt du dafür geradestehen;
ergo bibunus! [- bi'ba.mus; lat.]: Also laßt uns trinken!
(Kehrreim von [mittelalterlichen] Trinkliedern).
ergo-. Ergo- [ergo; griech. ergon = Werk. Arbeit]: Mroph,
der; -en. -cn [t-graph] (Med.): Gerät zur Aufzeichnung der
Muskelarbeit, dazu: ^graphk, die; - [t-graphie] (Med.):
Aufzeichnung der Muskelarbeit mittels eines Ergometers:
^toflje, die; - [t-logie]: Wissenschaft von den materiellen
u. technischen Erzeugnissen menschlicher Kultur. /
historische] Erforschung von Arbeitsgeräten, dazu: ^logisch <Adj.;
o. Steig. >: die Ergologie betreffend: Miieter, das; -s. - [f -me-
ter] (Med.): Gerät zur Messung der körperlichen
Leistungsfähigkeit eines Menschen (oft mit einem t Hometrainer
kombiniert. z.B. im Fahrrad-Ergometer): Wollen Sie die
Leistungsfähigkeit von Herz und Kreislauf verbessern,
empfehlen Kardiologen Heimsportgeräte wie den Fahrrad-E.
(Hörzu 53. 1971. 99). dazu: -meiertest, der (Med.): Test
mit Hilfe eines Ergometers: Der E. ist Grundlage für die
körperliche Aktivierung des Patienten (Gesundheit im
Beruf 1. 1975.163); Mnetrk.die; - [T-metrie] (Med.): Messung
der körperlichen Leistungsfähigkeit ei fies Menschen mittels
eines Ergometers, dazu: -metrisch <Adj.; o. Steig.): die
Ergometrie betreffend: -nomk tErgonomie; ^stat
[...'sta.tl. der; -en. -en [griech. statös = feststehend]: svw.
t^meter; -therapk. die <o. PL): Beschäftigungstherapie,
die auch Teile der Arbeitstherapie umfaßt, dazu: -therapoj-
tin, die: Angehörige einer sozialmedizinischen Berufsgruppe,
die mit der Durchführung ärztlich verordneter Beschäfti-
gungs- und Arbeitstherapie betraut ist u. sich außerdem
in der Altenpflege u. bei Maßnahmen zur Rehabilitation
betätigt: -trop [...'tro:p] <Adj.; o. Steig.) [griech. tröpos
= Wendung]: alle Energien des Organismus mobilisierend,
teistungssteigernd: Der Sympathikus... steigert die
Muskelkraft und die Erregbarkeit des Gehirns ... und macht
den Körper geeigneter. Arbeit zu leisten. Man nennt ihn
deshalb ..ergotrop" (Medizin II. 222).
Ergonomie [...no'mi:]. Ergonomüt [...'no:mikl. die; - [engl,
ergonomics. zu griech. ergon = Arbeit u. engl, econo-
mics= Volkswirtschaft(slehre) < lat. oeconomicus. t
ökonomisch): Wissenschaft von den Leistungsmöglichkeiten
u. -grenzen des arbeitenden Menschen sowie von der
optimalen wechselseitigen Anpassung zwischen dem Menschen u.
seinen Arbeitsbedingungen: <Abl.:> ergonomisdi <Adj.; o.
Steig.): die Ergonomie betreffend, auf den Erkenntnissen
der Ergonomie beruhend: Für die Montage eines Rechners
braucht er etwa fünfzehn Minuten. Mit einer konsequent
-en Organisation des Arbeitsplatzes konnte man noch
etwas Zeit gewinnen (Zeit 25. 4. 75. 33). - _ _
Ergosterin [ergoste'ri:n]. das; -s [Kurzwort aus frz. ergoi
= Mutterkorn u. TCholester/'/i]: Vorstufe des Vitamins D2:
Ergosterol [...'ro:U. das; -s [engl, ergosterol. zu: ergot =
Mutterkorn (< frz. ergot. t Ergosterin) u. sterol = Sterin]:
engl. Bez. für f Ergosterin; Ergotamin [...ota'mi.n] das; -s
[Kurzwort aus frz. ergot = Mutterkorn, t Ammonium u.
-in) (Med.): bes. bei der Geburtshilfe verwendetes Alkaloid
aus dem Mutterkorn: Ergotin © [...'ti:nj. das; -s [zu frz.
ergot = Mutterkorn] (Med.): beider Geburtshilfe
verwendetes Präparat aus dem Mutterkorn: Ergotismus [...'üsmosj.
der; - [zu frz. ergot = Mutterkorn]: Vergiftung durch
Mutterkorn: Kribbelkrafikheit; Ergotoxin [...to'ksi:nJ. das; -s
[zu frz. ergot = Mutterkorn u. tToxin]: Alkaloid des
Mutterkorns: Ergotren © [...'tre:n]. das; -s [Kunstwort]: aus
dem Ergot in weiterentwickeltes Präparat (zur raschen
Blutstillung bei der Geburtshilfe).
ergötzen feg'goetsn] <sw. V.; hat) [mhd. ergetzen. ahd. irget-
zen = vergessen machen, entschädigen, vergüten u. seit
dem 15. Jh. = sich erholen, (sich) erfreuen] (geh.): a)
jmdm. Spaß. Vergnügen. Freude bereiten: seine Spaße haben
mich ergötzt; er hat mich mit seinen Spaßen ergötzt; b)
an etw. Vergnügen haben: sich an kindlichen Spielen e.;
ich ergötzte mich an diesem Anblick; <subst.:) Ergötzen,
das; -s: Vergnügen. Entzückung: zum E. der Zuschauer
verlor der Darsteller seine Perücke; <Abl.:> ergötzlich
<Adj.): Vergnügen bereitend, vergnüglich: eine -e
Geschichte, dazu: Erblichkeit, die; -. -en (selten): a) <o. PI.)
bei etw. empfundenes Vergnügen: Spaß: Es scheint, der
Herr will seine E. mit mir treiben (Th. Mann. Zauberberg
212); b) etw. Vergnügliches. Vergnügen Bereitendes: allerlei
-en; Erg$tzung, die; -. -en (geh.): Vergnügen. Zerstreuung.
ergraben <st. V.; hat) (selten): durch Ausgraben gewinnen:
einen Schatz, eine antike Vase e.; aber die beiden Forscher
haben jeden Gegenstand selbst ergraben und gemeinsam
seine Herkunft bestimmt (Carossa. Aufzeichnungen 129).
ergrauen <sw. V.; ist): graul haarig] werden, altern: er/sein
Haar begann zu e.; (meist im 2. Part.:) er war schon
leicht ergraut; Ü ein im Dienst ergrauter (alt gewordener)
Beamter; er ist in Ehren ergraut.
ergreifen <st. V.; hat): l.a) mit der Hand nach jmdm.. etw.
greifen u. ihn. es festhalten: zu einem bestimmten Zweck I
in die Hand nehmen: das Halteseil, den Hammer, einen
Bleistift, ein Glas. jmds. Hand e.; ein Kind bei der Hand
e.; erergrifTden Ertrinkenden beim Schopf; Ü die Flammen
ergriffen das Haus; eine Woge ergriff ihn und riß ihn
fort; die rettende Hand e.; b) festnehmen: einen Dieb e.;
der Täter konnte sofort ergriffen werden; c) erfassen,
befallen: I schädigend! auf jmdn. eindringen, übergreifen: von
einer Krankheit ergriffen werden; eine Revolution, die
das ganze Volk ergreift (Thieß. Reich 458); d) verblaßt;
drückt den Entschluß zu etw.. den Beginn von etw. aus:
einen Beruf e. (wählen): eine Gelegenheit e. (nutzen):
die Initiative e. (aktiv werden, zu handeln beginnen): die
Macht e. (übernehmen): Maßnahmen e. (etw. in einer
Sache unternehmen). 2. als / plötzliche / Empfindung in jmds.
Bewußtsein dringen, als [ plötzliches 1 Verhalten in jmdm.
wirksam werden: Reue, eine böse Ahnung, eine plötzliche
Aktivität, ein Gefühl der Freude ergreift mich; von Liebe.
Furcht ergriffen sein. 3. im Innersten bewegen: jmdm.
nahegehen: sein Schicksal, die Nachricht, die Musik hat mich
tief ergriffen; eine ergreifende Rede. Szene: das ist
ergreifend (scherzh.; sehr) komisch; [tief] ergriffen (erschüttert)
sein; <Abl. zu 1 a. b:> Ergreifung, die; -. -en <P1. selten):
1. das Ergreifen. Übernahme: zur E. und Behauptung der
Staatsmacht (Fraenkel. Staat 46). 2. Festnahme: für die
E. des Täters wurde eine hohe Belohnung ausgesetzt.
ergreisen [eg'graizn] <sw. V.; ist) [zu t greis] (selten): sehr
alt. greis werden: und nie kehrte der Jüngling wieder,
sondern ein ergreisender Mann tat es (Th. Mann. Joseph
246).
ergriffen [eg'gnfn]: T ergreifen (3); <Abl.:> Ergriffenheit, die;
-: tiefe Gemütsbewegung (unter dem Eindruck eines
feierlichen Ereignisses od. erhebenden Erlebnisses): er versuchte
seiner E. Herr zu werden; die Menschen verharrten in
tiefer E.; vor E. schweigen; Ergriffensein, das; -s: Zustand
der Ergriffenheit.
ergrjmmen <sw. V.; ist) (geh.): zornig werden, in Zorn
geraten: er ergrimmte bei diesem Anblick; über etw. ergrimmt
sein.
ergrübein <sw. V.; hat): durch langes Grübeln / heraus /finden:
einen Plan e.
ergryndbar [e?'grYntba:?l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
in seinen Gründen, Ursachen erfassen lassend: die
psychologisch -en Antriebe liegen im Vorhergesehenen (FAZ 18.
11. 61. 52); ergründen <sw. V.; hat): in allen Einzelheiten,
bis zum Ursprung erforschen: die Ursache von etw. e.;
ein schwer zu ergründendes Geheimnis; <Abl.:>
Entrundung, die; -. -en <PI. selten).
ergrünen <sw. V.; ist) [zu f grün] (geh.): grün werden: Bäume
und Sträucher sind ergrünt.
Erg^ß, der; Ergusses. Ergüsse: 1. (Med.) a) Ansammlung
von Flüssigkeit in einer Körperhöhle <xi. von Blut außerhalb
der Blutbahn in den Weichteilen: b) svw. t Ejakulation.
2. (Geol.) a) Ausströmen flüssiger Lava bei
Vulkanausbrüchen: b) ausgeströmte flüssige Lava. 3. (geh. abwertend)
Iwortreicherj Ausbruch von Gefühlen. Stimmungen o.a.:
ein poetischer E.; jmds. Ergüsse ungerührt über sich
ergehen lassen; <Zus. zu 2:) Ergußgestein, das (Geol.):
vulkanisches Gestein.
erhaben <Adj.) [mhd. erhaben; altes 2. Part, von: erheben
= in die Höhe heben]: 1. (Fachspr.) aus einer Fläche
hervortretend, herausragend: nur die -en Stellen der Platte
erscheinen beim Druck. 2. durch seine Großartigkeit
feierlich stimmend, weihevoll: ein -es Gefühl; ein -er Anblick;
-e Gedanken; <subst.:> das Profane immer nahe am
Erhabenen (Fries. Weg 144); R vom Erhabenen zum
Lächerlichen ist nur ein Schritt (nach einem Ausspruch
Napoleons auf seiner Flucht aus Rußland). 3. überlegen: von
etw. nicht mehr berührt: über jeden Verdacht e. sein; über
solche kleinliche Kritik muß man e. sein; seine Arbeit
ist über alles Lob. über jeden Zweifel e.; (abwertend:)
729
Erhabenheit
er fühlt sich, dünkt sich über alles e.; <Abl.:> Erhabenheit,
die; -. -en: 1. (selten) Erhöhung, kleine Erhebung: eine
E. des Bodens. 2. <o. PI.) das Erhabensein; Würde: jene
Atmosphäre entrück terE.. die alle Amter und Staatsdiener
... umgab (Dönhoff. Ära 39).
Erhalt, der; -[e]s: I. (Papierdt.) Empfang. Entgegennahme:
[jmdm.] den E. einer Ware. Lieferung. Sendung bestätigen;
nach E. Ihres Schreibens. 2. Erhaltung von etw., was in
seiner Existenz bedroht ist: der E. der Lebensmittel über
längere Zeiträume (Bild der Wissenschaft 1.1966.19);
Hessischer Landtag für E. der Buchhändlerschule
(Börsenblatt 21,1975, 391); erhalten <st. V.; hat): l.a) mit etw.
bedacht, versehen werden; empfangen: einen Orden e.; er
erhielt das Buch als/zum Geschenk; b)jmdm. (als Äquivalent,
als Bezahlung o.a.) zuteil werden; (etwas, worauf man
Anspruch hat) bekommen: [keine] Verpflegung, [keinen]
Urlaub e.; sie erhält für einen Auftritt 6000 Mark;
Ü er hat den Lohn (Strafe) für seine Untaten erhalten;
c) jmdm. zugestellt, übermittelt o.a. werden: einen
Brief, neue Nachrichten, ein Paket e.; d) (als Strafe
o.a.) hinnehmen müssen; bekommen: einen Tadel, eine
Strafe e.; er erhielt drei Jahre Gefängnis; e) (an einer
bestimmten Körperstelle) plötzlich von etw. getroffen
werden: er erhielt einen Schlag auf den Kopf; 0 jmdm.
erteilt werden: einen Befehl, einen Auftrag, keine
Aufenthaltsgenehmigung, [keine] Antwort e.; die Straße
erhielt einen neuen Namen; der Aufsatz erhielt eine neue
Fassung (wurde umgearbeitet); g) (eine bestimmte
Vorstellung) gewinnen: einen Eindruck, ein schiefes Bild von
jmdm.. etw. e.; h) (als Endprodukt) aus etw. gewinnen:
Teer erhält man aus Kohle; durch Versuche hat man immer
wieder neue und bessere Kunststoffe erhalten; durch das
Einsetzen dieses Wertes erhalten wir die gesuchte Lösung.
2.a) in seinem Bestand, Zustand bewahren: einen Patienten
künstlich am Leben e.; Gemüse. Fleisch frisch e.; die
Vitamine bleiben bei diesem Verfahren erhalten; erhalte dir
deine Gesundheit, deine gute Laune!; ein Gebäude e. (nicht
verfallen lassen); ein gut erhaltenes Auto; die Möbel sind
gut erhalten; den Frieden e. (aufrechterhalten); davon
ist nicht mehr viel erhalten (übriggeblieben); er ist (noch
recht] gut erhalten (scherzh.; sieht für sein Alter noch
gut aus): b) <e. 4 sich) sich bewaliren; bleiben: nur einige
konstitutionelle Monarchien haben sich noch erhalten;
ich will mich durch Sport fit e. 3. unterhalten, ernähren:
eine große Familie zu e. haben; mit diesem Verdienst
kann er sich und seine Angehörigen kaum e.; das Geschäft
kann ihn gerade eben e. 4. <e. + 2. Part.; als Umschreibung
des Passivs:) etw. bestätigt, zugesprochen e.; <Abl. zu
3:) Erhalter, der; -s. -: jmd., der jmdn., etw. (durch Pflege,
Ernährung, Geldu. ä.) erhält: <zu 1 a:> erhältlich [es'heltli<j]
<Adj.; o. Steig.; meist präd.; nicht adv.): zu erhalten, zu
kaufen: ein nicht mehr -es Präparat; dieser Artikel ist
nur im Fachgeschäft e.; etw. e. machen (Schweiz. Papierdt.;
etw. erhalten): <zu 2 u. 3:) Erhaltung, die; -: 1. das Erhalten
(2). Sicherung des weiteren Bestehens; Bewahrung (durch
Pflege): die E. eines Gebäudes, des Status quo, eines
Systems,einerKoalition.desFriedens;dieE. der Elastizität;
eine Kur dient der E. der Arbeitskraft; in der Physik
gilt der Satz von der E. (vom unveränderten Fortbestehen)
der Energie. 2. Ernährung. Versorgung: sein Lohn ist zu
gering zur E. der großen Familie.
erhgltungs-, Erhaltung*- ^Alfter, das (Landw.):
Futtermenge, die notwendig ist, um ein Tier am Leben zu erhalten;
-kosten <P1.>: Kosten für die Ernährung, Sicherung od.
Instandsetzung; ^neigung. die: svw. f Beharrungstendenz;
-satz, der (Physik): einer der grundlegenden Sätze, nach
denen bestimmte Größen in einem abgeschlossenen System
erhalten bleiben; -trieb, der: svw. t Selbsterhaltungstrieb;
-würdig <Adj.; nicht adv.): ein -er Bau, Brunnen; ein
-es Straßenbild; ein -es Werk; -zustand, der: Zustand,
in dem sich eine Sache im Augenblick befindet: der Wagen
ist in bestem E.
erhandeln <sw. V.; hat): a) durch Handeln, Handel erwerben:
Besonders stolz war er auf ein Paar Schuhe, das er erhandelt
hatte (K. Mann. Wendepunkt 243); alles .... was bisher
England und die Kolonien von sich aus erzeugt und
erhandelt hatten (Jacob. Kaffee 165); Ü keine Kredite zu e.
wissen (Presse 7. 10. 68, 3); b) svw. taushandeln: bessere
Bedingungen e.; ... daß solche Rechte mit Ost-Berlins
Regierung neu erhandelt werden müßten (FAZ 2. 8. 61, 3).
erhangen <sw. V.; hat): a) <e. + sich) Selbstmord begehen,
indem man sich mit einem um den Hals gelegten Strick
o.a. an etw. aufhängt u. sich die Atemluft entzieht: sich
an einem Balken, an einem Strick, in der Zelle, in seinem
Hotelzimmer, mit einem Koppel e.; Niemand erhängt sich
deswegen wie in der Stadt gestern nacht ein altes Ehepaar
(Remarque. Obelisk 127); Wieviele wurden schon erhängt
im Fels ... aufgefunden, nur weil sie das Fixieren des
... Seiles ... als überflüssig betrachteten (Eidenschink, Fels
60); b) mit einem tun den Hals gelegten Strick o.a. an
etw. aufhängen u. dadurch töten: er gab an, daß man seinen
Vater in den letzten Kriegstagen erhängt habe; Mit genauer
Abbildung der erhängten ... fahnenflüchtigen Preußen
(Hacks. Stücke 291); <subst.:> jmdn. zum Tod durch
Erhängen verurteilen; <subst. 2. Part.:) Mehreren Erhängten
sah ich ins angestrengte Gesicht (Grass, Blechtrommd
482).
erharren <sw. V.; hat) (geh.): sehnsüchtig erwarten: also
daß die Erde vergebens ihre (= der Herrin Aschtani»
Rückkehr erharrte (Th. Mann, Joseph 456).
erhärten <sw. V.): 1. durch Argumente untermauern,
bekräftigen (hat): einen Verdacht [durch Zeugen] e.; eine Aussage
eidlich, durch einen Eid e.; er konnte seine Behauptung
durch gute Argumente e. 2. (geh.) a) hart werden <ist.
Beton erhärtet an der Luft; Ü der im Dienst erhärtete
Beamte (Spoerl, Maulkorb 119); b) hart machen <hat
Ton durch Brennen e.; <Abl.:) Erhärtung, die; -. -en.
erhaschen <sw. V.; hat) (geh.): 1. durch plötzliches Zugreifen
o.a. fangen: mit einem Sprung erhaschte die Katze ihn:
Beute. 2. a) gerade noch wahrnehmen können: einen Blick,
ein paar Worte, ein Bild, einen Eindruck von jmdm. e.
mein Blick erhaschte gerade noch ihr Gesicht; es ist ein
betäubendes Allerlei von Stimmungen, stockenden
Herzenserhascht (A. Kolb, Schaukel 61); b) sich unter
Anstrengungen in den Besitz von etw. bringen: um die Zapfstellen
gedrängt, suchten die Männer Wasser zu e. (Gaiser. Jajd
184); eine ... Tyrannei, die ... mit Versprechungen ... die
Gunst des Volkes zu e. suchte (Thieß. Reich 285).
eritausen <sw. V.; hatXschweiz.): ersparen.durch Sparsamkai
erwerben.
erheben <st. V.; hat) /vgl. erhebend/: l.a) in die Höhe heben,
emporstrecken: den Arm e.; das Glas [auf jmds. Wohfi
e.; die Augen, den Blick [zu jmdm.] e. (geh.; zu jmA*
aufsehen): die Hand zum Schwur. Gruß e.; die Walle
gegen jmdn. e. (jmdn. mit der Waffe bedrohen); erhobener:
Hauptes (stolz) entfernte er sich; Ü er sprach mit erhobener
(lauter) Stimme; b) in andächtige Stinunung versetzen; er-
bauen: die Kunst will uns. unser Gemüt e.; sich erhoben
fühlen. 2. <e. + sich) a) aus dem Liegen, Sitzen od. Hockm
hochkommen; aufstehen: sich nicht mehr e. können; sk*
von seinem Platz, vom Stuhl e.; die Versammlung erhob
sich zu einer Gedenkminute von den Plätzen; erst gesee
Mittag erhob er sich (geh.; Statut er vom Schlaf au/Y. k<
in die Holte steigen; hochfliegen: der Adler erhebt sich
in die Lüfte; die Flugmaschine erhob sich nicht vom
Erdboden; c) emporragen: auf dem Platz erhebt sich ein Denkmal
die Berge erheben sich dort nicht über 1000 Meter. 3.a>
in einen höheren Rang einordnen, auf eine höhere Stuf*
stellen: eine Gemeinde zur Stadt e.; jmdn. in den
Adelsstand e.; b) (veraltet, bibl.) hochpreisen, über alles loben
Meine Seele erhebt den Herrn (Lukas 1. 46); c) <e. -
sich) über jmdn., etw. hinauswachsen, hinauskonunen. er
erhebt sich/seine Leistungen erheben sich nie über der
Durchschnitt; d) <e. + sich) sich für hesser halten dl
erhebst dich zu gern über die andern. 4. <e. + SKfc
einen Aufstand machen, gegen Unterdrückung o.a.
rebellieren: die Gefangenen erhoben sich gegen ihre Bewacher
5. a) als Zahlung verlangen, einfordern, einziehen: Steuern.
Beiträge. Gebühren e.; bei dieser, für diese Veranstaltung
wird ein Eintritt von 3 Mark erhoben; b) (bes. südd.
österr.) behördlich, feststellen: die Hochwasserschäden
e.; zur Zeit wird ... noch erhoben, welchen Weg das
unterschlagene Geld nahm (Presse 31. 7. 69. 10); c) (sehen
zusammentragen, sammeln: das vom Autor erhobene Wocv
material wird kenntnisreich diskutiert und auf wortgeogr»-
phischen Karten dargestellt. 6.a) <e. + sich) (geh.) be**»
nen, aufkommen, ausbrechen: ein Sturm erhebt sich, o
erhob sich großes Geschrei; die Frage erhebt sich, ot
...; b) (verblaßt) vorbringen, geltend machen: Klage e. tki+>
gen); Klage gegen jmdn.. etw. e.; einen Anspruch aar
730
erhören
etw. e. (etw. beanspruchen): seine Stimme e. (deutlich
seine Meinung kundtun): ein großes Geschrei e. (ugs.; laut
protestieren); erhebend <Adj.; nicht adv.) [1. Part, von
erheben (1 b)J: in feierliche Stimmung versetzend, jmdm.
einGefühl der Erbauung vermittelnd: das war ein -er
Augenblick, eine -e Feier; ein -es Gefühl erfüllte mich; der
Anblick, deine Leistung war wenig, nicht gerade e. (war
alles andere als erfreulich): erheblich [£g'he:pli<;] <Adj.:
Steig, selten): beträchtlich: ins Gewicht fallend (Ggs.:
unerheblich): ein -er Schaden. Unterschied. Nachteil; -e
Mengen: e. weniger verdienen: die Fortschritte waren e.; er
wurde e. verletzt; der Fahrer stand e. unter/unter -em
Alkoholeinfluß, dazu: Erheblichkeit, die: -: Erhebung, die;
-. -en: 1. Anhöhe. Hügel. Berg/gipfel': die Schneekoppe
ist die höchste E. des Riesengebirges. 2. das Erheben (3 a):
seine E. in den Adelsstand; die E. des ... Leistungsprinzips
zum einzigen Maßstab für die Oflfiziersauswahl (Fraenkel.
Staat 371). 3. seelisches Erhobensein (zu: erheben 1 b).
Glücksgefühl: den alten Wunsch nach E. und Erlösung
austreiben (Kaschnitz. Wohin 17). 4. das Sicherheben (4).
Aufstand: eine bewaffnete E.; die E. des Volkes gegen
die Diktatur gelang [nicht]. 5. das Erheben (5 a). Einziehen
von Abgaben: die E. erfolgt nach neuen Beitragssätzen.
6. das Erheben (5 b). Nachforschung. Erforschung. Umfrage:
eine amtliche, statistische E.; die E. ist abgeschlossen;
er hat -en über den Tabakkonsum gemacht, angestellt,
durchgeführt.
erheiraten <sw. V.; hat): durch Heirat erwerben: er hat einen
großen Hof. sie hat einen berühmten Namen erheiratet.
erheischen <sw. V.; hat) (geh.): erfordern, nötig haben,
verlangen: die ungewöhnliche Tat erheischt ungewöhnliche
Tätigkeit (Spoerl. Maulkorb 22).
erheitern [erhalten] <sw. V.; hat): l.a) heiter, lustig
stimmen: seine Spaße erheitern uns; dieser Gedanke erheitert
mich (macht mich lachen): <subst. 1. Part.:) das hatte
etwas Erheiterndes (reizte zum Lachen): b) (veraltend)
aufheitern: der Wein erheitert unser Gemüt. 2. <e. + sich)
(geh.)a) schönier\ klar!er!, hell' er werden: der Himmel
erheiterte sich; b) heiter er werden: sein Gesicht erheiterte
sich im Augenblick; <Abl. zu 1:) Erheiterung, die; -. -en
<PI. ungebr.): das Erheitern: E. auslösen; zur allgemeinen
E. beitragen.
erhallen <sw. V.; hat): l.a) hell machen, beleuchten: eine
Lampe erhellt den Raum; den Raum mit einer/durch eine
Lampe e.; die Fenster waren erhellt; b) fröhlich machen,
aufheitern: ein Lächeln erhellte ihr Gesicht; c) <e. + sich)
a) hell werden, sich aufheitern: der Himmel erhellt sich;
$) froh/ er/, heiter er! werden: sein Gesicht erhellte sich.
2.a) deutlich machen, erklären: den Arbeitern den
soziologischen Hintergrund der ausgestellten Gegenstände e. (Nie-
kisch. Leben 217); b) <unpers.) deutlich, verständlich
werden: sich als Folgerung! ergeben: aus den Meßwerten
erhellt, wie wichtig der Umweltschutz ist; <Abl.:)
Erholung, die; -. -en <PI. selten).
erheucheln <sw. V.; hat): a) vortäuschen, vorspiegeln: sein
Interesse war erheuchelt; b) <e. + sich (Dativ)) durch
Heucheln erlangen: sich das Wohlwollen der Vorgesetzten
e.
erhitzen [es'hitsn] <sw. V.; hat): I. heiß machen, stark
erwärmen: Milch. Wasser, eine Klebemasse e.; <subst.:) beim
Erhitzen platzen die Bläschen; Ü der Wein erhitzte ihn;
der scharfe Galopp hatte sie erhitzt. 2. <e. + sich) zu
heiß werden: das Ol hat sich erhitzt; Ü sie hatte sich beim
Treppensteigen erhitzt; sie war erhitzt vom Tanzen; so
erhitzt darfst du nicht ins Wasser. 3.a) erregen, innerlich
stark bewegen: der Streit erhitzte die Gemüter; dieser
Gedanke erhitzte ihn. seine Phantasie; b) <e. + sich) über
etw. in Erregung, in Streit geraten: sie erhitzten sich an
dieser Frage; ohne sich für die Gründe und Gegengründe
/u e. (Musil. Mann 1121); <Abl. zu 1:) Erhjtzer, der;
-s. -: Gerät zum Erhitzen von Wasser od. Luft: Erhitzung,
die; -, -en <P1. ungebr.): das Erhitzen. Erhitztwerden: eine
E. auf 80°.
Erhobensein, das; -s [zu terheben (1 b)] (geh.): weihevolle
Stimmung. Glücks- u. Kraftgefühl: ein wunderbares E.
empfinden, verspüren.
erhoffen <sw. V.; hat): auf etw. hoffen: hoffend /für sich/
erwarten: nichts mehr zu e. haben; ich erhoffe mir davon
große Vorteile; der erhoffte Gewinn blieb aus.
erhöhen <sw. V.; hat): 1. höher machen: eine Mauer, ein
Hindernis, die Deiche [um einen Meter] e. 2.a) steigern:
vermehren, verstärken: die Steuern, die Löhne, die Preise,
die Geschwindigkeit der Züge, die Produktion, den Anreiz
zum Kauf e.; den Beitragssatz um 0.5% auf 11% e.;
der Blutdruck ist erhöht; erhöhte Ansprüche; der Kranke
hat erhöhte Temperatur (leichtes Fieber): b) <e. -I- sich)
wachsen, steigen: stärker werden: die Kosten erhöhen sich
ständig; die Zahl der Unglücksopfer hat sich auf 34 erhöht.
3. (jmdn.) auf eine höhere Stufe stellen, in seinem Rang
erheben: er wurde im Rang erhöht; wer sich selbst erhöht,
der wird erniedrigt (Matthäus 23. 12). 4. (Musik) um einen
Halbton heraufsetzen: bei dieser Tonart ist c [zu eis] erhöht;
<Abl.:> Erhöhung, die; -. -en: 1. das Erhöhen (1). HÖherma-
chen. Höherlegen durch bauliche Maßnahmen o.a.: die E.
des Dammes, des Sockels, der Absperrung. 2. (selten)
kleine Bodenerhebung. Anhöhe: eine E. im Gelände. 3.a)
das Steigern. Hinaufsetzen: die E. der Preise. Steuern.
Beiträge, Gebühren; b) das Vermehren. Vergrößern von etw.:
eine E. der Sicherheit, des Risikos; c) das Ansteigen!
lassen. Zunehmen!lassen!: eine E. der Geschwindigkeit,
des Fiebers, des Blutdrucks. 4. (geh.) Erhebung in einen
höheren inneren, geistigen' Rang: daß Kinder auf die
Macht und Ehre der Eltern erpicht sind ... E. der Eltern
ist E. des eigenen Wesens (Kaschnitz. Wohin 80). 5. (Musik)
das Heraufsetzen eines Tones um einen Halbton: die E.
des Grundtones; <Zus. zu 5:) Erhöhungszeichen, das
(Musik): Vorzeichen, das die Erhöhung eines Tons um einen
Halbton anzeigt: Kreuz: Zeichen:ff.
erholen, sich <sw. V.; hat): l.a) seine Kraft wiedererlangen:
ich muß mich erst einmal e.; ich habe mich im Urlaub
gut erholt; er erholt sich an der See; der Rasen hat sich
nach dem Regen schnell erholt; sie sieht erholt aus; Ü die
Börsenkurse haben sich erholt (Wirtsch.; sind wieder
gestiegen), die Aktien waren auf 580 gefallen, erholten sich
aber auf 610; b) etw. überwinden: etw. überstanden haben
u. wieder zu Kräften kommen: sich von einem Schreck,
seinem Staunen, einer Krankheit e. 2. (veraltet) holen,
einholen: ich erholte mir Rat[sJ bei ihm; <Abl. zu 1:)
erholsam <Adj.>: der Erholung dienend. Erholung bewirkend:
eine -e Beschäftigung, dazu: Erholsamkeit, die; -: der
Erholung förderliche Beschaffenheit: die E. würziger Waldluft
ist bekannt; Erholung, die; -: das Zurückgewinnen von
Gesundheit u. Leistungsfähigkeit: E. suchen; [keine] E.
brauchen, finden; er hat dringend E. nötig; der Urlaub dient
der E.; zur E. [an die See. aufs Land, in ein Bad] fahren;
die E. (Selbstreinigung) verschmutzten Wassers; E. des
Bodens (Wiedergewinn der Fruchtbarkeit): Ü Wenn man
hier in der Provinz sitzt. ... ist Jeder gebildete Mensch
eine E. (Bobrowski. Mühle 290).
erholungs-, Erholung»-: -aufenthalt. der: 1. zeitlich
begrenzter Aufenthalt an einem Erholungsort: der E. hat ihr sehr
gut getan. 2. (selten) svw. t-ort; -bedürftig <Adj.; nicht
adv.): /abgespannt, erschöpft u. daher/ Erholung
benötigend: -gebiet, das: Landschaft, die der Erholung bes.
förderlich ist: ^hekn, das; -kur, die; -möglichkeit, die; -ort,
der: staatlich anerkannter E.; -pause, die; -räum, der:
Gebiet.das für Erholungsuchende bes. geeignet u. mit
entsprechenden Einrichtungen versehen ist: Erholungsräume in der
Nähe der Industriegebiete schaffen; -reif <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (ugs.): erholungsbedürftig. Erholung benötigend:
-reise, die; -statte, die (geh.): vgl. M)rt; -suchende: f
Erholungsuchende; -Urlaub, der; -wert, der: Wert eines Gebietes
in bezug auf die Erholungsmöglichkeiten: der E. der
Landschaft darf nicht durch wilde Bebauung gefährdet werden;
-zeit.die; -zentrun.das: Anlage, die mit ihren I zahlreichen!
Einrichtungen der Erholung bes. förderlich ist: -zweck, der:
den E. erreichen.
erholungsuchend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Gäste; Schier-
ke ist das Zentrum der -en Winterurlauber (Gast. Bretter
23); <subst.:) Erholungsuchende, der u. die; -n. -n (Dekl.
f Abgeordnete): viele Erholungsuchende strömen sonntags
aus der Großstadt in den nahen Wald.
erhorchen <sw. V.; hat): durch aufmerksames Hinhören.
Aufpassen erfahren, herausbekommen: Erst sondierte er das
Terrain, erhorchte die allgemeine Meinung (Bredel. Väter
402).
erhören <sw. V.; hat) [mhd. erhoeren = hören, wahrnehmen;
anhören, anhörend erfüllen]: 1. (geh.) a) jmdm. Erbetenes
gewähren: Gott hat ihn. sein Gebet erhört; seine Bitten
wurden erhört; b) (veraltend) einer Werbung nachgeben:
731
Erhörung
sie hat ihren Liebhaber erhört. 2. (ostmd.) anhören u.
aushalten <meist verneint): ich kann diesen Lärm nicht
mehr e.!; <Abl. zu l:> Erhönmg, die; -. -m <P1. selten):
E. finden.
erhungern <sw. V.; hat): durch Hungern. Entbehrungen
erlangen: du hast dir dein Studium e. müssen; eine erhungerte
schlanke Linie (ugs.; durch Fasten erreichte Abmagerung).
erigibel [eri'gi.bl] <AdJ.; o. Steig.) [zu terigieren): svw.
terektil; erigieren [eri'gi:ran] <sw. V.; ist) [lat. engere = (sich)
aufrichten] (Med.): a) sich aufrichten, versteifen: nur das
männliche Glied erigiert im wörtlichen Sinne .... während
die weiblichen Schwellkörper ... (E. Bornemann. Lexikon
der Liebe und Sexualität. 2. Aufl. 1969. 280); <meist im
2. Part.:) ein schmerzhaft erigierter Penis (Zwerenz. Kopf
90); b) eine Erektion haben: Ich erigierte und verlangte
nach niemandem (Genet [Übers.]. Totenfest 199).
Erika [e:rika. fachspr.: e'ri:ka], die; -. -s od. ...ken [lat.
erice < griech, erefke]: a) svw. fGlockenheide; b) svw.
tHeidekraut; <Zus.:) Erikagewfehs, das (meist PL): svw.
f Heidekrautgewächs; Erikazee [erika' t$e:a], die; -. -n (meist
PI.) [zu t Erika u. lat. -äcea. Fem. von: -äceus = gehörend
zu], svw. t Heidekrautgewächs.
eriimerbar [qj'lmBba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten):
sich erinnern lassend, erinnerlich: Und dann addieren wir
die -en Erlebnisse (Wohmann. Absicht 405); erinnerlich
<AdJ.; o. Steig.; nur präd.): noch, im gegenwärtigen
Augenblick! im Gedächtnis, in der Erinnerung vorhanden: der
Vorgang ist mir [nicht mehr] e.: wie e.. wurde damals
...; Ein Mann ohne Namen wurde ihr e. (Musil. Mann
1145); erinnern [es'I inen) <sw. V.; hat) [mhd. [erlinnern.
ahd. innarön = machen, daß jmd. einer Sache inne wird,
zu ahd. innaro = inwendig]: 1. <e. -I- sich) im Gedächtnis
bewahrt haben u. sich dessen wieder bewußt werden: ich
erinnere mich an den Vorfall, an diesen Menschen/(geh.:)
dieses Menschen/(Osten., Schweiz.:) auf diesen Menschen;
daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr e.;
wenn ich mich recht erinnere, geschah es vor drei Jahren;
<ugs.. bes. nordd. auch mit Akk. u. ohne Reflexivpron.:)
ich erinnere ihn gut; Erinnert man Zärtlichkeit? (Chr.
Wolf. Nachdenken 169). 2.a) die Erinnerung an jmdn..
etw. bei jmdm. wachrufen; wieder ins Bewußtsein rufen:
dieses Denkmal erinnert [uns] an vergangene Zeiten; ich
will nicht mehr daran erinnert werden; b) veranlassen,
an etw. zu denken, jmdn.. etw. nicht zu vergessen: jmdn.
an seine Pflicht, sein Versprechen e.; er erinnerte mich
daran, daß meine Frau hier gewesen war; c) durch seine
Ähnlichkeit ins Bewußtsein bringen: sie. ihre Stimme
erinnert mich lebhaft an meine Schwester. 3. (geh.. veraltend)
vorbringen, zu bedenken geben: ich habe verschiedenes
dagegen zu e.; ich möchte e.. daß ...; <Abl.:) Erinnerung«
die: -. -en: 1. <o. PI.) a) Fähigkeit, sich an etw. zu erinnern
(1): meine E. setzt hier aus. läßt mich [hier] im Stich;
b) Besitz aller bisher aufgenommenen Eindrücke;
Gedächtnis: wenn mich die/meine E. nicht täuscht, war er damals
schwer krank; dieses Ereignis ist meiner E. ganz entfallen;
etw. aus seiner E. tilgen, streichen; etw. [gut] in E. haben,
in [guter] E. behalten; sich (Dativ) etw. in die E.
zurückrufen; er wollte sich mit diesem Gruß in E. bringen (bewirken,
daß man sich wieder an ihn erinnert u. für ihn in einer
bestimmten Weise einsetzt). 2. Eindruck, an den man sich
erinnert; wieder lebendig werdendes Erlebnis: -en [an jmdn..
etw.] werden wach; seine -en reichen tief in die
Vergangenheit zurück; alte -en auffrischen; sie tauschten ihre -en
aus. zeichneten nach der Reise ihre -en auf; er hat keine,
nur eine schwache E. an seine Kindheit; der Anblick weckt
traurige -en [in mir]; man muß auch die -en der Städte
und Stätten hüten (Böll. Erzählungen 406); er hing seinen
-en nach; sie war ganz in E. versunken; nach meiner
E./meiner E. nach war das ganz anders; sie zehrte noch
von ihren -en. 3.a) <o. PI.) Andenken. Gedenken: er wollte
jede E. an den Krieg auslöschen; behalte mich in
freundlicher E.; er steht bei uns in guter E.; in dankbarer E.
gedenken wir des Mannes, der...; zur E. an ... (Widmung);
b) Erinnerungsstück: nimm das als E. an meinen Vater;
hier bewahrte sie ihre -en auf. 4. <P1.) Niederschrift von
Erlebtem; Selbstbiographie: seine -en schreiben; Bismarcks
..Gedanken und Erinnerungen". 5. Mahnung: öffentliche
E. an Zahlungstermine. 6. (jur.) Rechtsbehelf (gegen nicht-
richterliche Entscheidungen* gegen die Art u. Weise der
Zwangsvollstreckung).
erfnnemngs-, Erjmenmgs-: -aJbun, das: Album, in dem
Erinnerungen (3 b) aufbewahrt werden; -anzeige, die: vgl.
-Werbung; -btki, das: bildhaft-anschauliche Erinnerung an etw.
Erlebtes. Vergangenes: ihre (= der Zeugen) -er haben
sich inder... Zeit zwischen Tat und Verhandlung verwischt
und verschoben (Mostar. Unschuldig 8); vielleicht hätte
ich von der ... Donaustadt für immer ein falsches E. (eine
falsche Vorstellung) bekommen (Härtung. Piroschka 18);
-buch, das: Buch, indem jmd. Erinnerungen
niedergeschrieben hat; -ffihigkeit, die: vgl. ^vermögen; -feier, die: svw.
f Gedenkfeier; -fetzen, der (geh.): Verwehte Stimmen
murmelten, vage E. flatterten (Remarque. Triomphe 95); ^foto,
das: sie machten auf der Reise, von der Konfirmation
noch ein paar -s; -gäbe, die: svw. t-stück; -hilfe, die:
svw. TGedächtnishilfe; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
ohne Erinnerung [ svermögen ]: um in der -en Welt ... sich
selbst zu vergessen (Jens. Mann 20). dazu: -losigkeit. die;
-; -Micke, die; -mal, das (geh.): svw. t Denkmal; -medaüle,
die: svw. tGedenkmedaille; -posten, der (Wirtsch.):
Merkposten in der Bilanz für bereits abgeschriebene, aber noch
im Unternehmen vorhandene Vermögensgegenstände;
-schätz, der; -schreiben, das (veraltet): Mahnbrief,
-schreiben; -schwäche, die: svw. f Gedächtnisschwäche; -schwer
<Adj.; nicht adv.): voll /düstererj Erinnerungen; -statte,
die (geh.): svw. fGedenkstätte; -stück, das: Gegenstand,
der jmdn. an etw.. jmdn. erinnert; -tafel, die (geh.): svw.
t Gedenktafel; -täuschung, die: durch eine subjektive
Einstellung od. gefühlsmäßige Bewertung von Erlebnissen
hervorgerufene Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens;
-vermögen, das <o. Pl.>: Fähigkeit, sich zu erinnern; ^voB
<Adj.; nicht adv.) (geh.): voll von Erinnerungen; -Werbung«
die (Werbespr.): Werbemaßnahme, die eine vorangegangene
Werbung fortsetzt, um Marktanteile. Image od.
Markenbewußtsein zu halten u. zu stützen; ^wert, der: I.
(nichtmaterieller) Wert, den eine Sache für jmdn. als Erinnerung an
jmdn.. etw. hat: dieses Stück hat nur noch E. 2. svw.
t ^posten; -zeichen, das: vgl. ^stück.
Erinnophilie [ermofrii:]. die; - [zu t Erinnerung (3 b) u. griech
philia = Liebe] (Philat.): das Sammeln nichtpostalischer
Gedenkmarken.
Erinnye [ennya], die; -. -n. Eriimys [e'nnys]. die; -, ...yen
[...yan] <meist PL) [lat. Erinnys < griech. ErinnysJ
Rachegöttin der griechischen Mythologie.
Erisapfei ['eins-], der; -s. -äpfel <P1. ungebr.) [nach Eris,
der griech. Göttin der Zwietracht] (bildungsspr.):
Zankapfel. Gegenstand des Streites; Eristik [e'nstik], die; - [griech.
eristike techne. eigtl. = zum Streit geneigte Kunst]
(bildungsspr.): Kunst u. Technik des / wissenschaftlichen/
Redestreites; <Abl.:) Erjstiker, der; -s. - <meist PI.) [griech.
Eristikös]: Philosoph aus der Schule des Eukleides von Me-
garamitdem Hang zum Disputieren, zum wissenschaftlichen
Streiten; erjstbdi <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): Kunst
u. Technik des / wissenschaftlichen j Redestreits betreffend
seine sprachliche Vehemenz wie seine -e Brillanz machen
seine Lektüre noch immer lohnend (Mitteilungen des
Deutschen Germanisten-Verbandes 3. 1972. 27).
erjagen <sw. V.; hat): a) durch Jagen erbeuten: Wiid c.
sie mußten sich (Dativ) mühsam ihre Nahrung e.; b) durch
eifriges Bemühen gewinnen: Geld» Ruhm e.
erkahlen [e?'ka:ten] <sw. V.; ist) (selten): kahl werden: der
früh erkahlte hagere und grünliche Mann (Habe. Namen
45).
erkalten [ec'kaltn] <sw. V.; ist): kalt werden: erkaltete Lava,
sein Leib war erkaltet (er war gerade gestorben); Ü die
Begeisterung erkaltete schnell (ließ schnell nach); ihre
Liebe ist längst erkaltet (erloschen, zu Ende); erkalten <sw
V.; hat): l.a) <e. + sich) sich durch Kälteeinwirkung eine
Infektion der oberen Luftwege zuziehen; Husten. Schnupfen
bekommen: ich habe mich bei dem Regen erkältet; er
ist stark erkältet; b) <e. + sich (Dativ)) durch
Kälteeinwirkung schädigen, krank machen: ich habe mir den Magen,
die Blase erkältet. 2. (geh.) kalt machen, kalt werden lassen
Ein starrer Frost ... erkältet die Haut um mich (Kaiser.
Bürger 60); Ü Ein kaltes, ein erkältendes Spiel (Sommerau-
er. Sonntag 101); Erkältung, die; -: das Erkalten: wir müssen
mit der Arbeit bis zur völligen E. des Motors warten.
Erkältung, die; -. -en: Erkrankung der Atemwege (Husten.
Schnupfen). Katarrh: die E. klingt ab; eine [schwere] E.
haben; eine E. bekommen; ich habe mir [dabei] eine E
zugezogen, (ugs.:) geholt; -en durch Abhärtung vorbeugen:
732
Erklärung
sie leidet an einer heftigen E.; sich vor E. schützen; <Zus.:>
Erkältungsgefahr, die <o. PI); Erkältungskrankheit, die.
erkfmpfen <sw. V.; hat): durch kämpferischen Einsatz
erringen: den Sieg, eine Goldmedaille e.; die Gewerkschaft
will bessere Tarife e.: das hat er uns/Tür uns erkämpft;
ich habe mir das alles mühsam e. müssen; Hier gilt es. sich
die besten Mannestugenden zu e. (Trenker. Helden 116).
Erkanntnis [egkantnis], das; -ses. -se (Schweiz.): svw.
^Erkenntnis.
erkaufen <sw. V.; hat): 1. durch Einsatz u. Opfer gewinnen:
sie haben den Sieg mit viel Blut erkauft; eine teuer erkaufte
Freiheit. 2. durch Bestechungsigeld u.a. gewinnen, sich
verschaffen: die Aussage des Zeugen war erkauft; Die neue
Regierung erkauft sich die Gunst der USA durch
zusätzliche Konzessionen (Wochenpost 10. 6. 64. 13).
erkecken [eg'kekn], sich <sw. V.; hat) (veraltend): in kecker
Weise etw. tun ad. sagen, was einem eigentlich nicht zusteht:
ich erkeckte mich, ihm zu widersprechen.
erkennbar [E?kenba:?l <Adj.>: deutlich] zu erkennen:
nahe, hell od. deutlich genug, um erkannt zu werden: bei
dem Licht ist die Schrift kaum e.; e. wird die
Stimmungsänderung auch daran, daß ...; mit der „erkennbaren
Duldung4* seines Dienst vorgesetzten (Dönhoff, Ära 38); sich
e. unterscheiden; <Abl.:> Erkennbarkeit, die; -:
Deutlichkeit. Durchschaubarkeit. erkennbare Beschaffenheit: Die
sehr weit gehende E. der anorganischen Natur (Gehlen,
Zeitalter 10); erkennen <unr. V.; hat) [mhd. erkennen,
ahd. irchennan = innewerden, geistig erfassen, sich
erinnern, zu f kennen; 3: biblische, auf den hebräischen Urtext
zurückgehende LÜ von lat. cognoscere feminamj: 1. so
deutlich sehen, daß man weiß, wen od. was man vor sich
hat: in der Dunkelheit niemanden e. können; hier sind
noch Bremsspuren zu e.; ich erkenne nur Umrisse; der
Stem ist gerade noch mit bloßem Auge zu e. 2.a) auf
Grund bestimmter Merkmale ausmachen, identifizieren:
seinen Freund [nicht gleich] e.; ich erkenne seine
Stimme/erkenne ihn an der Stimme; der Arzt erkannte die
Krankheit sofort; jmdn. als [den] Täter e.; ich gab mich
als Deutschere veraltet:) Deutschen zu e.; er gab sich zu
e. (nannte seinen Namen): b) Klarheit über jmdn.. etw.
gewinnen: richtig einschätzen: seinen Irrtum e.; etw. als
Fehler, als falsch, als seine Pflicht e.; du bist erkannt
(durchschaut): ich erkenne (sehe ein), daß es nicht anders
geht; Spr erkenne dich selbst! (nach der Inschrift „GnÖthi
seautön" des Apollotempels in Delphi). 3. (geh.. veraltet)
begatten: fmit einer Frau; Geschlechtsverkehr haben: Und
Adam erkannte sein Weib Eva. und sie ward schwanger
(1. Mos. 4. 1); der ich noch nicht ihren Körper erkannt
und mich nicht vermischt habe mit der Schönheit (Langgäs-
ser. Siegel 358); wir erkennen uns das erste Mal (Wohmann,
Absicht 78). 4.a) (jur.) ein Urteil fällen, einen Beschluß
verkünden: die Richter erkannten auf Freispruch, auf eine
Geldstrafe; b) (Sport) (als Schieds- od. Linienrichter)
entscheiden: der Schiedsrichter erkannte auf Elfmeter. 5.
(Bankw.) (ein Konto) belasten: Wir erkennen heute Ihr
obiges Konto mit DM 12.34; <Abl.:> erkenntlich <Adj.)
in den Verbindungen sieh e, zeigen, e. sein (seinen Dank
durch eine Gabe od. Gefälligkeit ausdrücken): ich möchte
mich gern für seine Hilfe e. zeigen, dazu: Erkenntlichkeit.
die; -. -en (Papierdt.): a) <o. PI.) zum Ausdruck gebrachte
Dankbarkeit: b) Gabe od. Gefälligkeit, durch die man seine
Dankbarkeit zum Ausdruck bringt: 'Erkenntnis [mhd.
erkantnisse = Erkennung, Einsicht], die; -. -se: 1. durch
geistige Verarbeitung von Eindrücken u. Erfahrungen
gewonnene Einsicht: eine wichtige, historische, gesicherte E.; eine
E. von großer Tragweite; neue -se der Forschung; diese
wichtige E. setzt sich langsam durch; neue -se gewinnen;
ich durfte mich dieser E. nicht verschließen; er kam zu
der E.. daß ... 2. <o. PI.) Fähigkeit des Erkennens. des
Erfassens der Außenwelt: an die Grenzen der E. stoßen;
(bibl.:) vom Baum der E. essen; 2Erkemtnis [16. Jh.; vgl.
erkennen (4a)]. das; -ses. -se (österr.. sonst veraltet):
[Gerichts Ibescheid. Urteil: Das E. (= Entscheidung des
Verfassungsgerichtshofes) wird für eine Reihe von Städten ...
von prinzipieller Bedeutung sein (Presse 10. 10. 68. 5).
erkpmtnts-, Erkenntnis- ('Erkenntnis): -drang, der <o. PL):
Streben nach Erkenntnis: -ffihigkeit, die <o. PI.); -gehalt,
der; -kritik.die (Philos.): hauptsächlich von Kant
ausgehende Ausprägung der Erkenntnistheorie, dam: -kritisch <Adj.;
o. Steig.) (Philos): der Erkenntniskritik entsprechend: bei
... Helvetius ... und ... Holbach .... die freilich seiner ( =
dieses Ideologiebegriffs) -en eine ausgeprägt sozialkritische
Funktion beigesellen (Fraenkel, Staat 137); -lehre, die:
vgl. ^theorie; MniiBig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): in
bezug auf die Erkenntnis: -methode. die: Methode
wissenschaftlicher Erkenntnis: —mittel, das; -prozeö. der: Prozeß
des bewußten Erfassens u. Erkennens: -theoretisch <Adj.;
o. Steig.) (Philos.): die Erkenntnistheorie betreffend: -theo-
rie, die (Philos.): Teilgebiet der Philosophie, das sich mit
der Frage nach den Bedingungen eines begründeten Wissens
befaßt: -vermögen, das <o. PL): Fähigkeit. Erkenntnisse
zu gewinnen.
Erkennung, die; -: das Erkennen: in E. der Lage.
Erkpmungs-: -dienst, der: kriminalpolizeiliche Dienststelle
zur Identifikation von Personen u. Sachen mit
wissenschaftlichen Methoden: -marke, die: der Identifikation dienende
metallene Plakette, die (bes. von Soldaten) an einer Kette
auf der Brust getragen wird: -merkmal, das; -zeichen,
das: / verabredetes / Zeichen, um jmdn. od. etw. zu erkennen:
er hatte als E. eine rote Nelke im Knopfloch.
Erker ferke], der; -s. - [mhd. erker(e). ärker. wohl < nord-
frz. arquiere = Schützenstand. Schießscharte < mlat.
*arcuarium = bogenförmige (Mauer)ausbuchtung]:
geschlossener, mit Aussichtsfenstern versehener Vorbau an
Gebäuden: Trutzige Granitmauern mit burgartigen -n (Bamm.
Weltlaterne 34); (Zus.:) Erkerfenster, das; Erkerzimmer.
das: Zimmer, das einen Erker hat.
erki&en <st. V.; hat; hauptsächlich in den Formen des
Präteritums u. des 2. Partizips gebr.; vgl. erküren) (geh.):
erwählen: hast du Rot zu deiner Lieblingsfarbe/du dir
Rot als Lieblingsfarbe erkoren?; Wer sich die Musik erkiest
(Kanon von Hindemith); Der Urmensch ... sei ... der
erkorene Streiter Gottes im Kampfe gegen das ... Böse
gewesen (Th. Mann. Joseph 39).
erklärbar [e^'klE^ba:^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zum
Erklären. Erklärtwerden geeignet: kaum -e
Zusammenhänge; diese gereizten Worte sind nur aus seiner Überlastung
e.. dazu: Erklflrbarkeit, die; -; Erklirer, der; -s. -: jmd..
der etw. erklärt: erküren <sw. V.; hat) /vgl. erklärt/: l.a)
deutlich machen: iin allen Einzelheiten / auseinandersetzen:
so erläutern, daß der andere die Zusammenhänge versteht:
etw. genau, kurz, wissenschaftlich, umständlich e.; einen
Text, ein Bild e.; ich will es dir [an einem Beispiel] e.;
ein Lehrer muß e. können; erklärende Worte; b) begründen,
deuten: etw. psychologisch e.; sein Versagen ist mit
Krankheit zu e.; er erklärte mir. warum er nicht kommen könne;
ich kann mir dein Verhalten nicht e. (verstehe es nicht):
c) <e. + sich) seine Begründung in etw. finden: das erklärt
sich aus sich selbst; so erklärt es sich, daß ...; Der Amoklauf
des Epileptikers erklärt sich mir. nachdem ich eine
Hirnkrankheit festgestellt habe (Natur 92). 2.a) äußern.
/offiziell1 mitteilen, sagen: etw. mit Bestimmtheit, an Eides
Statt e.; seinen Rücktritt, sein Einverständnise.; ..Ich werde
nicht kommen", erklärte er; einem Land den Krieg e.;
b) <e. + sich) seine Haltung zum Ausdruck bringen: erkläre
dich deutlicher!; sich einverstanden, solidarisch e.; sich
als treuer Beamter/(seltener:) treuen Beamten e.; sich für.
gegen jmdn., etw. e. (für. gegen jmdn.. etw. Stellung
nehmen): sich zu einer Frage e. (äußern): sie erwartete, daß
ich mich endlich erklärte (ihr meine Liebe offenharte).
3. / amtlich i bezeichnen, als jmdn., etw. kennzeichnen: einen
Vermißten für tot e. [lassen]; etw. Tür ungültig, für null
und nichtig e.; jmdn., sich für nicht zuständig e.; er wurde
zum Sieger nach Punkten erklärt; <Abl.:> erklirlidi <Adj.;
nicht adv.): sich erklären lassend, verständlich: ein -er
Irrtum; sein Verhalten ist nur aus seiner Umwelt e.; etw.
e. finden; das macht die Sache e.. dazu: erklirlicherwfipe
<Adv.): aus erklärlichen Gründen: das Unglück bedrückte
ihn e. sehr; erklärt <Adj.; o. Steig.; nur attr): a) sich
offen bekennend: entschieden: er ist ein -er Gegner der
Aufrüstung; b) offenkundig, ausgesprochen: der -e
Publikumsliebling; Revolution war das -e Ziel der Bewegung,
dazu: erkürtermgOen <Adv.>: durch eine Willensäußerung
zum Ausdruck gebracht, ausdrücklich: er hat den Vertrag
e. als verbindlich angesehen; erklftrterwfiise <Adv.): in
ausgesprochener, entschiedener Weise: daß das gleiche für
einige meiner Freunde e. gelte (Bundestag 189. 1968. 10227);
Erklärung, die; -, -en: 1. das Erklären: Deutung,
Begründung: Darlegung der Zusammenhänge: das bedarf keiner
weiteren E.; er hat. findet Tür alles eine E.; flir dieses
733
Erklärungsversuch
Verhalten verlange ich eine E. von Ihnen: ich mußte mich
mit dieser E. zufriedengeben. 2. Mitteilung; i offizielle
Äußerung: eine eidesstattliche, bindende, feierliche E.: die
Regierung gibt eine E. ab; <Zus. zu 1:> Erklärungsversuch.
der: es wurden schon viele -e gemacht, aber die Erscheinung
konnte noch nicht überzeugend gedeutet werden.
erklecklich [eg'kleklu;] <Adj.) [zu veraltet erklecken =
ausreichen, genügen, zu tklecken] (geh.): erheblich,
beträchtlich, beachtlich, ziemlich groß (an Wert od. Zahl): eine
-e Summe. Anzahl. Erbschaft; es kam mir. e. früh, wie
ich sagen muß. /um Bewußtsein ... (Habe. Namen 68);
<subst.:> um ein Erkleckliches größer sein; es kam nichts
Erkleckliches dabei heraus (Hesse. Sonne 37).
erklettern <sw. V.; hat): kletternd besteigen; die höchste
Stelle einer Erhebung durch Klettern erreichen: der Felsen
wurde vor 50 Jahren erstmals erklettert; eine hohe Pappel
e.; Ü Kaum hatte Cyrillus den Bischofssitz erklettert, als
... (Thieß. Reich 319); <Abl.:> Erkltfterung. die: -. <n.
erklimmen <st. V.; hat) (geh.): mühsam auf erw.
hinaufklettern; mit Anstrengung ersteigen: einen Berg e.; Ü den
höchsten Posten e.
erkljngen <st. V.; ist): als melodischer Klang hörbar werden;
Töne von sich geben: die Glocken erklingen; er ließ seine
Stimme, ein Lied e.
erklügeln <sw. V.; hat) (selten): spitzfindig, rein
verstandesmäßig erdenken: ein erklügeltes System.
erkoren [Eg'ko^n]: terkiesen; <subst.:) Erkorene, der u.
die; -n. -n (Dekl. tAbgeordnete) (geh.): Auserwählte r/.
erkranken <sw. V.; ist): krank werden: an Asthma, an [einer)
Grippe e.; sein Vater ist schwer, auf den Tod erkrankt;
er vertritt einen erkrankten Kollegen; <Abl.:> Erkrankung,
die; -, -en: Krankheit szustand], Kranksein: eine E. der
Atemwege; die Zahl der -en ist groß, dazu: Erkr^nkungsfall,
der: Fall des Krankwerdens: im -e tritt die Kasse ein.
erkühnen [es'kyinanj. sich <sw. V.; hat) (geh.): so kühn
sein (daß man etw. tut od. sagt, was einem eigentlich nicht
zusteht): ich erkühnte mich, dem Chef zu widersprechen.
erkundbar [eg'kuntba.'g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zum
Erkunden geeignet; sich erkwiden lassend: -e Spuren;
erkunden [eg'kondn] <sw. V.; hat) [zu fkund] (meist Milit.):
auskundschaften, erforschen: das Gelände, die feindlichen
Stellungen e.; militärische Geheimnisse e.; was hast du
e. können?; Erkynder, der; -s. -: jmd., der etw. erkundet;
erkundigen [eg'kundign]. sich <sw. V.; hat): um Auskunft
bitten; durch ! Um jfragen etw. zu erfahren suchen; naclifra-
gen: sich nach dem Weg. nach jmds. Befinden e.; erkundige
dich bitte, wann der Zug eintrifft, ob Post für uns
gekommen ist; er hat sich bei mir [danach] erkundigt; ..Wie
war es gestern?", erkundigte sie sich; <Abl.:) Erkundigung.
die; -. -en: Nac/ifrage, Nachforschung: unsere -en haben
nichts ergeben; [bei jmdm. über jmdn.. etw.] -en einziehen
(nachdrücklich; sich erkundigen); Erkundung, die; -. -en
(meist Milit.): das Erkunden, Auskundschaften: die E. des
Geländes.
Erkyndungs-: -arbeit, die; -fahrt, die; -flug, der; -gang,
der; -trapp, der; ^zug.der: svw. ^fahrt: Ü die
Erkundungszüge in die Vergangenheit (Ceram. Götter 13).
erkünsteln <sw. V.; hat) (abwertend): aufkünstliche,
unnatürliche Art entstehen lassen, hervorbringen: <meist im 2.
Part.:) die Munterkeit dieses Wortwechsels war erkünstelt
(Musil. Mann 1124); Gedichte, die ich schrieb, mußte
ich ihm vortanzen nach ihrer heimlichsten Musik. An
der Tanzfigur wollte er erkennen, was an der Sprache
noch erkünstelt sei (Lynen. Kentaurenfährte 270).
erküren <sw. u. st. V.; erkürte/erkor, hat erkürt/erkoren;
vgl. erkiesen) (geh.): erwä/ilen: wen Sie sich zum
Vizedirektor aus den Reihen der Oberbuchhalter erküren (Dürren-
matt. Grieche 47); <Abl.:> Erkunmg.die; -, -en: Ernennung,
Wahl: Über den Ausgang des 100-m-Finals zur E. des
Sprinterkönigs müssen wir auf die letzten Meldungen ...
verweisen (Vaterland 15. 10. 68. 1).
erlaben <sw. V.; hat) (geh.): erquicken, erfrischen: jmdn.
mit einem kühlen Trunk e.; <meist e. + sich:) sich an
Essen und Trinken e.; Ü er hat sich an diesem Anblick
erlabt.
Erlag [££'la:k]. der; -[e]s, Erläge [ey'le:ga] (österr. Amtsspr):
Einza/ilung eines bestimmten Betrages : Die
Angebotsunterlagen können gegen E. von S 30 abgeholt werden
(Vorarlberger Nachr. 27. 11. 68. 12); <Zus.:) Erlagschein, der
(österr.): Zalilkarte, Einzahlungsschein der Post:
Geldbeträge, die mit einfachem E. überwiesen werden konnten
(Habe. Namen 62).
erlahmen <sw. V.; ist): a) (durch körperliche Anstrengung
müde u. schlaff werden: seine Kräfte erlahmen; der Arm
erlahmte ihm vom langen Tragen; b) (geh.) an Stärke.
Intensität nachlassen: der Sturm erlahmt allmählich; son
Eifer ist schnell erlahmt; er ist in seinem Eifer erlahmt
<Abl.:) Erlahmung, die; -: das Erlafimen.
erlangen <sw. V.; hat) [mhd. erlangen, zu: langen = sich
ausstrecken]: erreichen, gewinnen; nach eifrigem Bemühen
bekommen: die Freiheit, die absolute Mehrheit, das
Übergewicht, einen Posten e.; die Erlaubnis e.. etw. zu tun.
das Visum ist schwer zu e.; dieses Verfahren hat [für
die Medizin] große Bedeutung erlangt: wir konnten endlich
Gewißheit über sein Schicksal e. (nach einer längeren Z**s
der Ungewißheit etw. Genaues u. Sicheres / wenn auch
Unangenehmes I erfahren); <Abl.:> Erlangung, die: -: sein ZxL
war die E. eines Diploms.
Erlaß [es'las], Erlasses. Erlasse, österr.: Erlässe [eg'ksat
l.a) behördliche Anordnung, amtliche Verfügung: einen E
herausgeben, befolgen: nach dem E. des Ministeriums \xxz
...; b) <o. PI.) das Erlassen, Herausgeben einer amtliche*
Anordnung: die Forderung nach E. einer geschriebener
... Verfassung (Fraenkel. Staat 336). 2. das Erlassen O
Entbinden von etw.: den E. einer Strafe, einer Schuld
beantragen; erlassen <st. V.; hat): 1. amtlich bekanntmache*,
verkünden: ein Gesetz, eine Verfassung, eine AmnesDe.
eine Verordnung, eine Verfügung, ein Verbot, einen Befcfct
e.; erließen sie alsbald Einladungen zu einem Riesemoe
(A. Kolb. Daphne 156). 2. jmdn. von einer Verpflichtwm
entbinden, von einer Strafe freistellen: jmdm. eine Schukl
den Rest der Strafe e.; erlassen Sie es mir. näher darauf
einzugehen!; ... dachte er und erließ es sich (verzichtet*
darauf), die ... Merkmale ... bei jedem Manne eüucfc
zu verzeichnen (Seidel. Sterne 42); Erfefliahr, das [zu T
Erlaß (2)]: svw. T Jubeljahr; Erlösung, die; -. -en <PI. selten
das Erlassen.
erlauben [eg'laubn] <sw. V.; hat) [mhd. erlouben. erlöuben.
ahd. irlouben; verw. mit T lieb]: 1. die Zustimmung zu er*
geben; gestatten; jmdm. die Möglichkeit, die Freiheit, jic:
Recht geben, etw., was er gern tun möchte, zu tun (G*y
verbieten): ich erlaubte ihm zu reisen; meine Eltern a*-
lauben [mir] das nicht; dem Kranken das Aufstehen e ; k±
nehme, wenn Sie erlauben, meine Andenken wieder zu iw
(Th. Mann.Krull 186); Fotografieren ist hier nicht erlaube
erlauben Sie. daß ich rauche?; [na] erlauben Sie mal! (ugs-
wie kommen Sie dazu, so etw. zu sagen, sich so zu Ar-
nehmen?)'. R was nicht verboten ist. das ist erlaubt; ertaube
ist. was gefällt; erlaubt ist. was sich ziemt. 2. bei jn&L
die Voraussetzung für etw. bieten; jmdn. in eine bestinvm*
Lage versetzen; ermöglichen, zulassen: meine Zeit erlaubt
mir nicht, euch zu besuchen; seine Mittel erlauben ihn:
kein eigenes Auto; seine Gesundheit erlaubt diese
Anstrengung nicht; wenn es das Wetter erlaubt; ich tu Ihner
zuliebe mehr, als mein Stolz e. dürfte (Maass. Goulle
328). 3.a) sich die Freiheit nehmen (etw. zu tun): ich kanr
mir hierüber kein Urteil e.; sie meinen wohl, sie konnex:
sich alles (jede Frechheit) e.; ich erlaube mir. Sie monps:
aufzusuchen; sich einen Scherz [mit jmdm.] e.; was erlaufe:
du dir denn! (empört-ärgerlicher Ausruf der Ablehnung*
die Münchener Abwehr .... in der man sich Fchlpasat
reihenweise erlaubte (der zahlreiche Fehlpässe unterliefe«
Welt 25. 5. 65. 8); b) sich etw. leisten: endlich kann *±
mir eine größere Wohnung e.; er erlaubte sich eine
Zigarette: <Abl.:) Erlaubnis, die; -. -se <PI. selten): Genehmigung
Zustimmung; Bestätigung, daß man etw. tun darf: jmdm
die E. zu etw. erteilen, verweigern; er hat den Waaer
mit. ohne E. des Chefs benutzt; um E. bitten; um E
fragen; mit Ihrer E. (Höflichkeitsfloskel; wenn Sie erlaube*
in der Amiahme, daß es Ihnen recht ist) fange ich jetß
an. dazu: Erlaubnisschein« der: amtl. Urkunde, auf der dt
erteilte Erlaubnis (zur Einreise, für eine Besichtigung o ä
bescheinigt wird.
erlaucht [e^'lauxt] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [md. Foic
des 2. Part.~erluht. von mhd. erliuhten = erleuchten,
aufleuchten (t leuchten), seit dem 15. Jh. als LÜ von Ui
illustris = strahlend, berühmt] (geh.): durch seine
Berühmtheit, seinen Adel herausragend u. andere überstrahlend aoe
-e Gesellschaft; versammelte sofort einen Kreis -esterGo-
ster um sich (Ceram, Götter 104); Erlaucht [-]. die -
734
Erleichterung
-en: Anrede u. titelä/wliches Beiwort für Reichs jgrafen,
Angehörige mediatisierter gräflicher Häuser: Seine E., Graf
von ...; Ihre E., die Gräfin; (veraltet:) Euer E. werden
gebeten. ...
erlaufen <st. V.; hat) (Sport): a) (den Ball) durch Laufen
erreichen: eine Flanke e.; er erlief selbst unerwartete Bälle;
Einmal erlief ich mir die verunglückte Rückgabe eines
Verteidigers (Walter. Spiele 50); b) durch Laufen (als Preis)
gewinnen: du hast [dir] viele Trophäen erlaufen.
erlauschen <sw. V.; hat) (selten): durch Lauschen erfahren;
lauschend mit anhören: ein Geheimnis e.; wandte er sich
um. wenn er im Rücken eine Unruhe erlauschte (Th. Mann.
Krull 227).
erläutern <sw. V.; hat) [mhd. erliutern. urspr. = rein, klar
machen, dann = erklären, darlegen]: (einen komplizierten
Sachverhalt) näher erklären, durch Beispiele u. dgi
verdeutlichen: einen Text e.; das Folgende braucht nicht näher
erläutert zu werden; er erläuterte mir. was es mit den
Figuren auf sich hatte; ..der echte katholische Glaube
erzieht dazu, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind",
erläuterte der Graf huldvoll (Musil. Mann 844);
erläuternde Zusätze; <Abl.:> Erläuterung, die; -. -en: nähere
Erklärung: fachliche -en [zu einer Sache] geben, dazu: erläute-
nmgsweise <Adv.>: zur Erläuterung: e. fugte er hinzu: ...
Erle ['erb], die; -, -n [mhd. erle. ahd. erila. aus älterem
elira; vgl. Eller]: 1. in mehreren Arten vorkommender, bes.
anfeuchten Stellen wachsender Laubbaum aus der Gattung
der Birkengewächse mit rwxdlichen, am Rande leicht
gelappten od. gesägten Blättern, Blüten in Kätzchen u. rundlichen,
verholzenden Fruchtzapfen. 2. <o. PI.) Holz der Erle.
erlebbar [eg'le:pba:£] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so geartet,
daß es innerlich empfunden u. erlebt werden kann: einen
bestimmten Gehalt, der gefühlsmäßig e. sein kann (Seidler.
Stilistik 93); erleben <sw. V.; hat): l.a) von etw. betroffen
u. beeindruckt werden: erfahren müssen od*, können;
mitmachen, durchmachen: Schönes. Schweres, eine große
Überraschung, eine Enttäuschung e.; ich habe viel, schon viel[es]
erlebt; ich habe es am eigenen Leibe erlebt; b) kennenlernen,
aii etw. teilnehmen u. die betreffende Person od. Sache
auf sich wirken lassen: etw. bewußt, intensiv e.; ein Konzert.
Abenteuer, eine Landschaft e.; ich habe Gründgens als
Mephisto erlebt; so aufgeregt habe ich ihn noch nie erlebt.
2.a) als Reaktion der Au/Jenwelt, als Folge seines Tuns
an sich erfahren; einen glänzenden Aufstieg, eine
Niederlage e.; (verblaßt:) das Buch erlebt schon die S. Auflage;
hat man so was schon erlebt! (ugs. Ausruf des Erstaunens
u. der Entrüstung); du kannst [von mir] noch was erleben!
(ugs. Ausdruck der Drohung); b) <e. 4- sich) eine bestimmte
Feststellung in bezug auf die eigene Person machen, sich
als etw. empfinden: ob der Homosexuelle sich abartig erlebt
(Studium 5. 1966. 317); erlebt der Mensch sich ... als ein
kleines, unbedeutendes Rädchen in einem großen,
übermächtigen Geschehen (Natur 68). 3. / noch am Leben sein
u. etw. als Zeitgenosse miterleben: werden wir das Jahr
2000 e.?; er hat seinen 90. Geburtstag nicht mehr erlebt;
das möchte ich noch e.!; <subst.:> Erleben, das; -s: a)
Art, in der etw. erlebt (1 b) wird: haben die Kirchen ...
dieses schwärmerische E. (= der Mystik) niemals ohne
Vorbehalt anerkannt (Musil. Mann 766); Das subjektiv
lustbetonte E. der Instinkthandlung (Lorenz. Verhalten
I. 352); daß ..der Asiate" in seinem E. dumpf und stumpf
sei (Hofstätter. Gruppendynamik 99); b) etw., was man
erlebt: daß ihnen (= den phantastischen Vorgängen in
Hallers Dichtung) auch ein Stück wirklichen, äußeren -s
zugrunde liegt (Hesse. Steppenwolf 29); denn sein
alltägliches seelisches E. bestand zum größten Teil aus fachlichen
Beziehungen (Musil. Mann 950); In diesen ... Stunden
... wird das Unzerstörbare erschaffen, aber auch das
Unübertragbare einmaligen -s (Thieß, Reich 644); <Zus. zu
3:) Erlebensfall, der (Versicherungsw.): festgesetzter
Zeitpunkt, zu dem jmd. noch am Leben sein soll, um Geld
ausbezahlt zu bekommen: eine Versicherung auf den E.
abschließen; im E. erhalten Sie ...; Erlebnis [£g'le:pnis].
das; -ses. -se: Geschehnis, Vorgang (auch Anblick), durch
den jmd. stark u. nachhaltig beeitidruckt wurde: starke,
tiefe -se; dies Konzert war ein E.; ich habe ein schreckliches
E. gehabt; von den -sen der Kindheit geprägt werden;
die Berge wurden ihm/für ihn zum einmaligen E.; Ü daß
dort sogar ... 50 Prozent der 17jährigen ihr erstes E.
Liebeserlebnis) gehabt haben (Spiegel 19, 1966. 63).
erlebnis-, Erlebnis-: Mirm <Adj.): arm an Erlebnissen (Ggs.:
M-eich): ein -es Dasein; Ihr Rockerdasein ist eine Form,
der als langweilig, fade und e. empfundenen Umwelt zu
entfliehen (Zeit 7. 2. 75, 55); -aufsatz, der (Päd.):
Aufsatzart, bei der die anschauliche Wiedergabe persönlicher
Erlebnissegeübt werdensoll; ^bericht,der; -diditung,die (Litera-
turw.): Dichtung, in der persönliches Erleben verarbeitet
u. objektiviert wird; -fähigkeit, die <o. PI.) (Psych.):
Fähigkeit, Eindrücke aufzunehmen u. seelisch zu verarbeiten;
—fülle, die: Fülle von Erlebnissen: bei dieser E. weiß man gar
nicht, was man zuerst erzählen soll; ^gehalt, der; Junger,
der. dazu: -hungrig <Adj.): begierig, etw. Außergewöhnli-
ehest zu erleben: die -e Jugend; -Inhalt, der; -lyrik, die:
vgl. -dichtung; -reich <Adj.; nicht adv.): reich an
Erlebnissen (Ggs.: ^arm): -e Tage; -roman, der: vgl. -dichtung;
-stark <Adj.; nicht adv. >: stark an / zu vermittelnden i
Erlebnissen: ein -esTheaterstück; -weit, die: Bereich der
Vorstellung u. des inneren Erlebens: die E. des Kindes.
erledigen [eg'le:dign] <sw. V.; hat) /vgl. erledigt/ [mhd.
erledigen = frei machen, in Freiheit setzen, zu tledig]: l.a)
ausführen, zu Ende führen, vollständig durchführen,
fertigmachen: einen Auftrag, die Formalitäten e.; ich muß erst
die Hausarbeit e.; Ihre Bestellung wird sofort erledigt;
das muß der Chef selbst e.; viel zu e. (zu tun) haben;
erledigt! (ugs.; fertig, abgetan - darüber wird nicht mehr
gesprochen)', b) <e. + sich) zum Abschluß kommen, sich klären:
das erledigt sich alles von selbst; der Fall hat sich erledigt.
2. vernichtend besiegen; vernichten: den Gegner [mit
einem Schlag] e.; Ü jmdn. moralisch e.; durch die
Verleumdungen wurde er erledigt (gesellschaftlich unmöglich
gemacht); Mit rationalistischem Kopfsbjiütteln sind sie ( =
die Traditionen) nicht zu e. (Thieß. Reich 170); Berger.
der den Hund e. (töten) will, wird mit einem Beckenschuß
weggeholt (Remaraue. Westen 194); erledigt <Adj.; nicht
adv.): 1. (ugs.) völlig erschöpft: einen -en Eindruck machen;
nach der Tour waren sie ganz e. 2. (veraltend) nicht melir
besetzt: ein -es Amt; und die Belehnung Diepolds von
Vohburg mit der -en (durch Aussterben einer Familie
freigewordenen) Grafschaft von Acerra? (Benrath. Konstanze
146); Erledigung, die; -. -en: a) <o. PI.) das Erledigen,
Erledigtwerden: die E. ist dringend; (Papierdt.:) in E. Ihrer
Anfrage teilen wir Ihnen mit ...; b) Besorgung,
Dienstgeschäft: begründete er seine Abwesenheit mit vielerlei -en
und Kontrollgängen (Gaiser. Jagd 95). dazu:
Erledigungsvermerk, der (Amtsspr.): Notiz auf einer Akte, die anzeigt,
daß die Sache bearbeitet worden ist.
erlesen <sw. V.; hat) [mhd. erlegen, ahd. irlecan]: 1. (geh.)
(ein Tier) /durch einen Schuß' töten, niederstrecken; in
den Wäldern ist kürzlich ein Wolf erlegt worden; das
erlegte Wild. 2. (landsch.. bes. österr.) (einen Geldbetrag)
hergeben, bezafilen: das Eintrittsgeld e.; Da er vom
schmalen Gehalt sein Wirtschaftsgeld erlegte ... (Doderer.
Wasserfälle 56); <Abl.:> Erlegung, die; -. -en: a) <o. PI.) das
Erlegen (1, 2); b) (selten) Abschuß: wanderten ...
gelegentlich Wölfe ... ein; aus dieser Zeit sind fünf -en
bekanntgeworden (Tier 12. 1971. 10).
erleichtern <sw. V.; hat): l.a) das Gewicht von etw.
verringern: seinen Rucksack [um einige entbehrliche Sachen]
e.; b) einfacher, bequemer, leichter ertragbar machen: jmdm.
die Arbeit, das Schicksal e.; diese Erklärung erleichtert
[ihm] das Verständnis; damit kannst du dir das Leben
e. 2.a) von einer Last. Bedrückung innerlich befreien: diese
Nachricht erleichterte sie sehr; es hat ihn erleichtert, daß
sein Versehen ohne Folgen blieb; erleichtertes Aufatmen;
halb enttäuscht, halb erleichtert; ich fühlte mich erleichtert;
..das ist noch einmal gutgegangen", sagte er erleichtert;
b) sich aussprechen u. dadurch von einer seelischen Last
befreien: sein Herz, sein Gewissen e.; (auch e. + sich:)
du kannst dir dein Gewissen/dich durch ein Geständnis
e. 3. <e. + sich) a) (ugs.) es sich (durch Ablegen des
Jacketts, der Krawatte, öffnen des Kragens u. ä.) bequem
machen: bitte erleichtern Sie sich!; b) (ugs. verhüll.) seine
Notdurft verrichten: er ging hinaus, um sich zu e. 4. (ugs.
scherzh.) jmdm. Geld o.a. (durch Betteln, Betrug od.
Diebstahl) abnehmen: jmdn. beim Pokern e.; mein Freund hat
mich schon wieder um 100 Mark erleichtert (100 Mark
von mir geborgt); während er betrunken dalag, ist er um
seine Brieftasche erleichtert worden; <Abl.:) Erleichterung.
die; -. -en: a) <o. PI.) erleichtertes Gefühl, inneres
Befreitsein: E. empfinden; ein Seufzer der E.; mit E.. voller E.
735
Erleichterungsmittel
feststellen, daß ...; E. der Schmerzen/(schweiz.:) auf die
Schmerzen fühlen; b) Sache, die od. Vorgang^ der etw.
leichter, erträglicher tnacht; jmdm. -en bei der Haft
gewähren; dazu: ErleJchterungsmittel, das: Mittel, das einem
Kranken Erleichterung verschafft.
erleiden <unr. V.; hat): a) Leiden ausgesetzt sein; durchstehen,
erdulden müssen: große Schmerzen e.; er hat [dortj viel
Böses e. müssen; ich bin nur eine Frau, ich muß es e.
(Fallada. Herr 150); b) Schaden zugefügt bekommen: eine
Niederlage, schwere Verluste, den Tod e.; erlittenes
Unrecht; (häufig verblaßt:) einen Rückfall e. (erneut krank
werden): die Verhandlungen erlitten eine Unterbrechung
(wurden unterbrochen).
erlen ['erbnl <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Erlenholz
lgemacht I.
Erlen- [-]: ^bruch, der od. das (vgl. 2Bruch); ^busdi, der;
^holz, das; -rüßler. -würger, der: Vertreter einer Art von
Rüsselkäfern, der Erlen, Weiden, Birken u. Pappeln benagt:
-zeisig, der: Vertreter eitler Art der Finkenvögel.
erlernbar [qj'lernba^l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
erlernen lassend, zum Erlernen geeignet;/ leicht zu erlernen:
-e Fertigkeiten; das ist alles e.; <Abl.:> Erlernbarkeit, die;
-; erlernen <sw. V.; hat): sich mit einer Sache so lange
u. intensiv beschäftigen, bis man sie beherrscht: Sprachen,
ein Handwerk e.; der erlernte Beruf; ich erlernte die Welt
(lernte sie kennen; Kaschnitz. Wohin 36); <Abl.:)
Erlernung, die; -: das Erlernen.
'erlesen <st. V.; hat) (geh.. veraltet): aussuchen, erwählen:
Nehmet fein Leinen .... sie einzuhüllen, und erlest einen
Stein zum Mal auf das Grab (Th. Mann. Joseph 389);
2erlfisen <st. V.; hat) (selten): sich durch Lesen aneignen:
er hat sich sein ganzes Wissen erlesen; 3erlesen <Adj.)
[eigtl. 2. Part, von t 'erlesen]: ausgesucht, auserlesen,
ausgezeichnet, hervorragend (bes. in ästhetischer Hinsicht): -e
Weine; eine Ausstattung von -em Geschmack; ein e.
geformter Schmuck; der Kreis der Gäste war e.; <Abl.:>
Erlesenheit, die; -.
erleuchten <sw. V.; hat): l.a) von innen/ mit Licht erfüllen;
durch seine Leuchtkraft hell machen, erhellen: Blitze
erleuchten den Himmel; der Saal wird durch viele Kerzen
erleuchtet; hell erleuchtete Fenster; b) <e. -I- sich) zu
leuchten beginnen; hell werden: strahlend ... erleuchtete sich
Paris (Th. Mann. Krull 193); Ü ihr Gesicht erleuchtete
sich von innen. 2. (geh.) mit / geistiger i Klarheit erfüllen:
eine Kultur, die die Welt erleuchtete; von einem Einfall
erleuchtet werden; Die Wissenschaft ... erleuchtet nur den.
der von ihr erleuchtet werden will (Hacks. Stücke 125);
<Abl. zu 2:> Erleuchtung, die; -. -en: plötzliche Erkenntnis,
Eingebung: ihm kam eine E.; Ob man es göttliche E.
nennte oder nach der Mode der Neuzeit bloß Intuition
(Musil. Mann 765).
erlkgen <st. V.; ist): l.a) von jmdm., etw. (einem Gefühl,
einer Leidenschaft o. ä.) f innerlich j besiegt werden;
unterliegen: einer Übermacht e.; dem Gegner im Kampfe,
(veraltend; von ihm besiegt werden)', den Versuchungen, den
Verlockungen des Lebens e.; (verblaßt:) einer Täuschung
e. (sich täuschen lassen); einem Einfluß e. (sich beeinflussen
lassen); einem Irrtum e. (sich beirren lassen); <subst.:>
* zum Erliegen kommen (zusammenbrechen): der Verkehr
ist im Nebel zum E. gekommen; * etw. zun Erliegen bringen
(zusammenbrechen lassen; zum Stillstand bringen): der
Frost hat die Schiffahrt zum E. gebracht; b) an etw. sterben:
einem Herzschlag e.; er ist seinen schweren Verletzungen
erlegen. 2. (österr.) hinterlegt sein: beim Pförtner erliegt
eine Nachricht [für SieJ.
erljsten <sw. V.; hat): durch List erreichen, erringen: diesen
Vorteil hast du [dir] geschickt erlistet; <Abl.:) Erljstung,
die; -.
Erlkönig ['erl-J. der; -s. -e [wohl in Anlehnung an die erste
Zeile (..Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?") der
Ballade ..Erlkönig" von Goethe! (Fachjargon): getarnter
Probewagen eines neuen Autotyps: der Reporter konnte
einen E. aufnehmen; Testfahrer mit ..-en" unterwegs (Hör-
zu3L 1974.49).
erlogen: t erlügen.
Erlös [e?'l0:s]. der; -es. -e: beim Verkauf einer Sache od.
für eine Dienstleistung eingenommener Geldbetrag: der E.
der Sammlung, aus der Tombola fließt wohltätigen Zwek-
ken zu; in der Branche erzielte man nur unzureichende
-e; er lebte vom E. seiner Bilder.
erlöschen <st. V.; ist): a) zu brennen, zu leuchten aufhören:
das Feuer, die Lampe erlischt; der Vulkan ist erloschen;
Ü das Lächeln erlosch wieder, derselbe Tod. der mich
manchmal aus den erloschenen Augen der Irren anblickt
(Remarque. Obelisk 33); b) schwächer werden, nachlassen
u. vergehen: die Leidenschaft, der Haß erlischt; mit
erlöschender (versagender) Stimme sprechen; c)
aussterben: das Adelsgeschlecht ist erloschen; <subst.:> nach dem
Erlöschen der männlichen Linie...; d) zu bestehen aufhören;
seine Gültigkeit verlieren: sein Mandat, seine
Mitgliedschafterlischt; die Firma ist erloschen; diese Schuld erlischt
mit seinem Tode; daß ihm inzwischen das Transit erloschen
sei. darauf das Visum, darauf der Kontrakt (Seghers.
Transit 47); Ü <subst.:) nur unter der Voraussetzung völligen
Erlöschens der Individualität (Thieß. Reich 327).
erlösen <sw. V.; hat) (selten): durch ein Los, durch Lose
gewinnen: ich habe [mir) bei der Tombola einen großen
Teddybären erlost.
erlösen <sw. V.; hat): 1. frei machen; (aus einer Notlage,
von Schmerzen, innerer Bedrängnis) befreien, erretten: eine
verzauberte Prinzessin e; jmdn. aus einer gefährlichen
Lage, von seinen Schmerzen e.; erlöse uns von dem Bösen
(Bitte des Vaterunsers); Christus wird die Menschen e.;
der Tod hat ihn erlöst; er wurde von seinem schweren
Leiden erlöst (verhüll.; ist gestorben): ich bin erlöst (ugs.;
bin /durch eine gute Nachricht] von einer Angst, Sorge
befreit): ich werde dich e. (ugs. scherzh.; von etw. entbinden,
ablösen): er hat das erlösende (klärende, befreiende) Wort
gesprochen. 2. (geh.. veraltend) (als Geldbetrag) bei einem
Verkauf einnehmen; erzielen: daß ... der Käufer eines neuen
Wagens künftig weniger als bisher für seinen gebrauchten
Wagen e. kann (Welt 17. 8. 65. 9); er hat 2 Mark pro
Stück erlöst; <Abl. zu 1:> Erlöser, der; -s. -: a) jmd., der
jmdn. erlöst: der Tod kam als E.; b) <o. PI.) (christl.
Rel.) Erretter der Menschen; Christus: der Heiland und
E.. dazu: Erlöserbild, das: a) Darstellung von Christus als
Erlöser; b) (Rel.) geistige Vorstellung eines Erlösers;
Erlösung, die; -. -en <P1. selten): das Erlösen; Erlöstwerden.
Befreiung: E. aus schwerer Not. von seinen Qualen; der
Tod war für ihn eine E.; etw. als E. empfinden; daß es
da nur -en. nie Lösungen gäbe (Bieter. Bonifaz 71). dazu:
Erlösungswerk, das.
erloten <sw. V.; hat) (selten): durch Loten [aus/messen:
eine Meerestiefe nicht e. können; U hinab in den nie
erloteten Brunnenschlund der Vergangenheit (Th. Mann. Joseph
53).
erlügen <sw. V.; hat): erfinden u. als wahr ausgeben: eine
Geschichte e; fand es nicht einmal nötig, irgendeinen
Beweis zu e. (Brecht. Geschichten 14); (meist im 2. Part.:)
erlogene Nachrichten; all seine Entschuldigungen sind
erlogen.
erkistieren [Eglus'tLran]. sich, erlustigen fes'lostign]. sich
<sw. V.; hat) (veraltend, scherzh.): sich vergnügen,
amüsieren: wähnend der irdische Teil ihres Wesens einsam
Liegekur machte, erlustierte sich der spirituelle in der
Gesellschaft des Hauptmanns (Th. Mann. Zauberberg 213).
ermächtigen [eg'me^tign] <sw. V.; hat): jmdm. ein besonderes
Recht, eine Vollmacht für etw. erteilen: einen Anwalt zur
Vertretung der Rechte e.; wir ermächtigen ihn. die
Verhandlungen in unserem Namen zu fuhren; dazu bin ich
nicht ermächtigt; <Abl.:) Ermächtigung, die; -. -en:
Vollmacht, (begrenzte] Berechtigung: es muß eine gesetzliche
E. vorliegen; die E. zum Führen der Verhandlungen; er
hat keine E.. den Vertrag zu unterschreiben, dazu:
Ermächtigungsgesetz, das (Verfassungsw.): Gesetz, das (in
Notzeiten) gewisse Rechte der / Ausnahme igesetzgebung vom
Parlament auf die Regierung überträgt.
ermahnen <sw. V.; hat): eindringlich an eine Pflicht, an
ein bestimmtes Verhalten erinnern: Jmdn. zur Sparsamkeit,
zur Vorsicht e.; ich muß dich ernstlich e. (zurechtweisen);
..Seid leise!'4 ermahnte sie die Kinder; <Abl.:> Ermahnung,
die; -. -en: ermahnende Worte, dringende Aufforderung:
eine väterliche E.; die -en haben nichts genützt; er hat
alle -en in den Wind geschlagen (unbeachtet gelassen).
ermangeln <sw. V.; hat): a) (geh.) etw. entbehren; etw.
/Abstraktes, z.B. eine positive od. negative Eigenschaft/ nicht
haben, nicht besitzen; etw. als fehlend empfinden: ich er-
mang[e]le dieses Vorteils; sein Vortrag ermangelte jeglicher
Sachkenntnis; meine Kräfte im Kampf mit den Weidetieren
zu üben, wenn es eines menschlichen Partners ermangelte
736
Ernährer
(Hagelstange. Spielball 22); b) (veraltet. Papierdt.) nicht
unterlassen, etw. zu tun; etw. bestimmt tun: wir werden
nicht e.. Ihnen rechtzeitig Nachricht zu geben; <Abl. zu
a:> Eim^ng(e]lung nur in der Fügung in E. (geh.; mangels):
in E. eines Besser[e]n begnügte er sich mit einem Stück
Brot.
ermannen [qj'manan]. sich <sw. V.; hat) (geh.): sich
aufraffen: /neuen/ Mut zu etw. fassen: ich hatte mich wieder
ermannt; sie ermannte sich zu einer Erklärung; unfähig,
sich zu dem Glauben zu e.. daß ... (Th. Mann. Herr
29); <Abl.:> Ernennung, die; -.
ennlßigen <sw. V.; hat): a) senken, herabsetzen: die Beiträge
e.; für Rentner wird der Eintrittspreis auf die Hälfte
ermäßigt; Drucksachen zu ermäßigter Gebühr; Den gleichen
Weg verfolgt man bei ermäßigten Zielen (Freud.
Unbehagen 109); b) <e. + sich) niedriger, geringer werden: mit
der Sammelkarte ermäßigt sich der Fahrpreis um 10%;
<Abl.:) Ermäßigung, die; -. -en: Herabsetzung. Senkung:
a) eine E. der Gebühren beantragen; b) / Preis nachlaß:
eine E. auf den Eintrittspreis erhalten.
«matten [eu'matnl <sw. V.) (geh.): 1. <ist) a) schlapp, matt
werden; (bei erw.) an Kraft verlieren: bei Hitze ermatten
wir schneller; seine Arme waren von der »schweren Last
ermattet; Die Poesie des Tales, seine Wildheit entfaltend.
... alsdie Sonne ermattete (A. Kolb, Schaukel 94); ermattet
niedersinken; Ü sein Mut war bald ermattet; b) an Glanz
verlieren; stumpf werden: die Kirche ... hat ... nur eine
einzige Kuppel, und deren Gold ist ermattet (Bergengruen.
Rittmeisterin 414). 2. matt, schwach machen (hat): die
Anstrengungen haben ihn sehr ermattet; <Abl. zu 1 a. 2:)
Ermattung, die; -: eine tiefe E. befiel ihn.
ermessen <st. V.; hat): in seinem Ausmaß, seiner Bedeutung
erfassen u. einschätzen: wer ermißt die Bedeutung dieses
Augenblicks?; Wir ... ermaßen das Ziel der Schöpfung
nicht (Jahnn. Geschichten 22); (auch e. + sich:) daran
ermißt sich die Leistung; (subst.:) Ermessen, das; -s:
Einschätzung. Beurteilung: richterliches E.; Das
Nebeneinander von Rechtsbindung und E. (Fraenkel. Staat 348); aus.
nach freiem, eigenem E.; *nadi menschlichem E. (mit
allergrößter Wahrscheinlichkeit; soweit man es überhaupt
beurteilen kann): nach menschlichem E. kann er wieder
gesund werden; etw. in Jmds. E. stellen (jmdm. die
Entscheidung nach seinem eigenen Urteil überlassen): ich stelle es
in dein E.. ob du die weite Reise wagen willst.
Eimessens-: ^frage, die: Frage, deren Entscheidung jmds.
persönlichem Ermessen anheimgestellt ist; -freiheit, die (o.
PI.): die /jmdm. übertragene/ Möglichkeit, nach eigenem
Ermessen zu entscheiden: die E. des Richters; ^mißbrauch,
der; -Spielraum* der.
ermitteln (eu'mitlnl (sw. V.; hat) [zu f Mittel]: a) durch
geschicktes/ Nachforschen herausfinden, feststellen: einen
Täter, die Adresse, ein Versteck e.; erforscht das Gericht
den ganzen Sachverhalt und ermittelt die Wahrheit von
Amts wegen (Fraenkel. Staat 340); es läßt sich nicht e..
ob ,..; b) errechnen, feststellen: den Sieger in einem
Wettkampf, das Wahlergebnis, den Durchschnittswert e.; c)
(jur.) Untersuchungen durclifü/tren: es wird gegen
Unbekannt wegen Sachbeschädigung ermittelt; Polizisten ....
die in einer Einbruchssache ermittelten (MM 25. 2. 67.
4); (Abi.:) Ermjtthing, die; -. -en: a) das Ermitteln.
Feststellen: der Wettbewerb dient der E. begabter
Nachwuchskräfte; b) (meist PI.) Nachforschung, polizeiliche Untersuchung:
die -en in der Strafsache gegen N; -en einleiten, anstellen,
durchführen (nachdrücklich; ermitteln).
Ermjtthngs- (jur.): -arbeit, die: Tätigkeit, um etw. zu
ermitteln: die E. der Polizei wird dadurch erschwert, daß ...;
^Ausschuß, der: Ausschuß, der in einer bestimmten Sache
ermittelt; -beamte, der; -büro, das: Auskunftsbüro.
Detektei; Mlienst, der; -ergebnis, das; dichter, der: Richter,
der über Durchsuchungen. Haftbefehle u. ä. zu entscheiden
hat: Der Täter wurde dem E. vorgeführt; -stand, der;
^tätigkeit, die; -verfahren, das: Verfahren der
Staatsanwaltschaft zur Entscheidung, ob Anklage zu erheben ist:
ein E. [gegen Jmdn.] einleiten.
ermöglichen [£$'m0:klu;n] (sw. V.; hat): möglich machen;
die Möglichkeit, die Voraussetzungen für etw. schaffen:
Jmdm. eine Reise e.; der Staat sollte jedem eine seinen
Anlagen entsprechende Ausbildung e.; Wetter und
Beleuchtung ermöglichten herrliche Farbaufnahmen; dieses
Amt ... ermöglichte mir lediglich den Zutritt zu Ihnen
(Kirst. 08/15.758); ich komme, sobald meine Zeit es
ermöglicht (sobald ich Zeit habe); (Abl.:> Ermöglichiing, die:-.
eimQrden (sw. V.; hat): (einen Menschen) vorsätzlich töten:
jmdn. hinterrücks, brutal e.; er wurde auf offener Straße
ermordet; Sie... soll meine Schwester Dorothea aus
dottergelber Eifersucht ermordet haben (Grass. Blechtrommel
721); sie haben den Mitwisserheimtückische, lassen; (Abl.:>
Ermordung, die; -. -en: das Ermorden. Ermordetwerden;
Mord/tat]: Was ist die E. eines Mannes gegen die
Anstellung eines Mannes? (Brecht. Groschen 234); Unruhen
wegen der E. eines Politikers.
ermüdbar [eg'my.'tba:^] (Adj.; nicht adv.): leicht zu ermüden,
schnell müde: sie ist nach der Krankheit noch sehr e.;
(Abi.:) Ermüdbarkeit, die; -: /krankhafte/ Neigung zu
schneller Ermüdung: sie (= die Folgen von Mangel an
Vitamin C) reichen von leichter E. bis zu schweren
körperlichen Schäden (Spiegel 2. 8. 66. 73); ermüden [q?'my:dn]
(sw. V. >: 1. a) müde. matt, schläfrig werden (ist): er arbeitete
stundenlang, ohne zu e.; die Kinder waren von der langen
Fahrt sehr ermüdet; ermüdet setzten sie sich hin; die Augen
ermüden beim Autofahren zuerst; ein nie ermüdender
Wille; b) müde. matt, schläfrig machen (hat): das viele Reden
ermüdet mich; ich will die Zuhörer nicht mit Einzelheiten
e.; langes Fahren ermüdet; eine ermüdende Beschäftigung.
2. (Technik) durch Dauerbelastung seine Spannung. Härte
verlieren, sich im Innern plastisch verformen (ist): der Stahl
ermüdet; (Abi.:) Ermüdung, die; -. -en (PI. selten): 1.
das Müdewerden. Müdigkeit: vor E. einschlafen. 2.
(Technik) plastische Verformung im Innern von [metallischen/
Werkstoffen durch Dauerbeanspruchung (wodurch plötzlich
Bruchstellen entstehen können): E. des Stahls durch
Vibration (Frisch. Homo 123).
ermüdungs-.Ermüdungs-: ^erscheinung,die (meist PI.); -frei
(Adj.; o. Steig.; nicht adv.): nicht müde machend; ohne
(den Benutzer) zu ermüden: Das ist -es Autofahren im
besten Sinne. Fahrer und Beifahrer bleiben entspannt und
aktionsfähig (Auto 8. 1965. 54); -los (Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): nicht müde werdend, nicht in der Leistung
nachlassend: -% elektronische Systeme; -zustand, der.
ermuntern lEB'montmi] (sw. V.; hat): 1. jmdm. Mut u. Lust
machen, etw. zu tun; durch Worte od. Beispiel ermutigen:
jmdn. zum Reden e.; der Erfolg ermunterte ihn zu weiteren
Taten; sich (gegenseitig]/(geh.:) einander [zu etw.] e.;
..Kommt mit!" ermunterte er [siej; jmdn. ermunternd
ansehen. 2.a) (veraltend) wach machen: sie war spät schlafen
gegangen und kaum zu e.; der Kaffee wird dich e.; b)
(e. + sich) wach, frisch werden; sich aufraffen: Menschen
.... die an den Zauberdämpfen Arabiens sich geistig und
physisch ermuntern (Jacob. Kaffee 132); ich ermunterte
mich endlich zu einer Antwort; (Abi.:) Ermunterung, die;
-. -en: a) das Ermuntern: hier ging es nicht um Trost
oder E. (Chr. Wolf. Himmel 177); b) ermunternde Worte:
jmdm. eine E.. -en zurufen.
ermutigen [eg'mu.tignj (sw. V.; hat): jmdm. zu etw./ den
Antrieb geben; in positiver Weise in seinen Absichten
bestärken: Kinder durch Lob e.; günstigere Kredite sollen die
Unternehmer zu Investitionen e.; dieser Bericht ist
geeignet, ihn zue. (Ggs.: entmutigen); „Nur weiter so!"
ermutigte der Lehrer; ermutigende Worte; das klingt nicht sehr
ermutigend; ermutigt durch seine Anfangserfolge, machte
er weiter; (Abi.:) Ermutigung, die; -, -en: a) das Ermutigen:
das dient zur E.; b) ermutigende Worte.
Em: TEren.
ernähren (sw. V.; hat): l.a) regelmäßig/ mit Nahrung
versorgen: ein Baby mit der Flasche, an der Brust e.; der
Kranke muß künstlich ernährt werden; die Familie mit
vegetarischer Kost e.; die Kinder sehen schlecht ernährt
aus; Beefsteak ... ernährt unauffällig (Jahnn. Geschichten
138); Ü den Geist durch Lesen e.; gerade gut genug ....
den Krieg durch den Krieg zu e. (Thieß. Reich 613);
b) (e. -I- sich) etw. über längere Zeit zu sich nehmen;
von einer bestimmten/ Nahrung leben: ich ernähre mich
hauptsächlich von Quark und Obst; sie hat sich falsch,
zu einseitig ernährt, l.a) für jmds. Lebensunterhalt sorgen:
eine große Familie zu e. haben; R etw. ernährt seinen
Mann (ein Beruf, eine Arbeit o. ä. bringt genug Geld, bietet
ein gutes Auskommen); b) (e. 4- sich) seinen eigenen
Lebensunterhalt bestreiten: von dem Gehalt kann ich mich
kaum e.; (Abi.:) Ernfthrer, der; -s. -: a) jmd.. der für jmds.
Unterhalt sorgt: der E. einer großen Familie; die Kinder
47 GDW
737
Ernährerin
haben ihren E. verloren; b) (selten) Erzeuger von
Nahrungsmitteln: Verantwortung als Genossenschaftsbauer und E.
des Volkes (Neues D. 6. 6. 64. 3); Ernährerin, die; -.
-nen: w. Form zu f Ernährer; Ernfthrung, die; -: l.a) das
Ernähren. Ernältrtwerden; Nahrungszufuhr: natürliche,
künstliche E.; für vernünftige E. sorgen; b) Art der
Nahrung smittel : tierische, pflanzliche E.; wir bieten
vitaminreiche, abwechslungsreiche E. (Kost): Fragen der
[richtigen] E. 2. wirtschaftliche Versorgung: für die E. der Familie
sorgen; die E. der Hungernden in aller Welt.
ernährungs-, Ernihrungs-: Munt, das: in Kriegs- u.
Krisenzeiten eingerichtete Behörde zur Rationierung von
Lebensmitteln: *»basis, die: Grundlage der Ernährung: eine breite,
schmale E.; -befliilfe, die: finanzielle Beihilfe zum
Lebensunterhalt: ^forschung, die <o. PL): Forschungsgebiet, das alle
Fragender Ernährung betrifft: die Ergebnisse der E. nutzen;
-kosten <P1.>; -krfae, die: kritische Phase im Hinblick
auf eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit
Lebensmitteln: ^bge, die: allgemeine Lage in bezug auf die
Versorgung mit Lebensmitteln: -lehre, die (Med.): Lehre
von der physiologisch richtigen Ernährung: -ministerium,
das; -Physiologie, die (Med.), dazu: -physiologisch <Adj.;
o. Steig.); -Situation, die: vgl. -läge; -Störung, die (Med.):
Störung im Bereich des Magen-Darm-Kanals; verminderte
Fähigkeit des Körpers, die zugeführte Nahrung richtig zu
verarbeiten u. zu verdauen: -weise, die: Art.
Zusammensetzung der Ernährung: -Wissenschaft, die: vgl. ^lehre;
-zustand, der (Med.): körperlicher Zustand in bezug auf die
Nahrung u. ihre Verwertung im Körper: in einem guten,
schlechten E. sein.
ernennen <unr. V.; hat): a) für ein Amt. einen Posten
bestimmen; jmdm. ein Amt geben: Jmdn. zum Vorsitzenden, zu
seinem Nachfolger e.; Ü Ich stand unter Ihrem Charme
und ernannte sie kurz entschlossen zu meiner ersten Liebe
(K. Mann, Wendepunkt 82); b) den Inhaber eines Amtes
bestimmen: einen Nachfolger e.; der Präsident ernennt
den Regierungschef auf Vorschlag des Parlaments; ein
von mir ernannter Vertreter; <Abl.:> Ernennung, die; -.
-en: das Ernennen, dazu: Ernennungsurkunde, die: offizielles
Dokument, in dem in feierlicher Form die Ernennung zu
einem wichtigen Amt bescheinigt wird: den Ministern
wurden die -n überreicht.
erneuen [es'nqpn] <sw. V.; hat) /vgl. erneut/: a) (selten)
erneuern: das Wasser häufig e.; immer wieder seine Anträge
e.; b) <e. 4- sich) (geh.) neu werden, neu erscheinen: erneute
sich ihm plötzlich ein Eindruck (Th, Mann. Zauberberg
128); Erneuer, (häufiger:) Emoifejrer, der; -s. -: jmd.. der
Altes neu macht od. Vergangenes wiederbelebt: Coubertin
warder E. der Olympischen Spiele; Emaierin, die; -. -nen:
w. Form zu f Erneuer; erneuern [es'ngym] <sw. V.; hat):
l.a) (Altes. Verbrauchtes) gegen Neues auswechseln: die
Bettwäsche, die Autoreifen e.; der Verband muß täglich
erneuert werden; b) (durch Ausbessern. Auswechseln von
Einzelteilen. Neuanstrich u. a.) wiederherstellen, renovieren:
ein Bauwerk von Grund auf e.; Ü die Staatswirklichkeit
vereinheitlichen, e. und fortbilden (Fraenkel. Staat 342);
Das verwüstete Antlitz der Erde wird im Kosmetiksalon
erneuert (Küpper, Simplizius 185); c) <e. 4- sich) / von
innen heraus] neu werden, neue Kraft gewinnen:
Körperzellen erneuern sich immer wieder; der Mensch erneuert sich
nicht (Schneider, Erdbeben 119). 2. neu beleben; wieder
in Erinnerung rufen, wieder wirksam werden lassen: eine
alte Freundschaft e.; der Versuch .... den deutschen
Liberalismus zu e. (Fraenkel. Staat 187); eine erneuerte Sehnsucht
nach Romantik. 3. wiederholt beantragen; verlängern
lassen; für weiterhin gültig erklären / lassen]: den Paß e.;
er erneuert seine Beschuldigungen (bringt sie von neuem
vor); <Abl.:> Erneuerung, die; -, -en: das Erneuern.
Erneuertwerden: das Haus hat eine E. dringend nötig; innere
E.; die E. des Passes beantragen.
emeuerungs-, Erneuerung*-: -bedürftig <Adj.; nicht adv.):
in so schlechtem Zustand, daß es unbedingt erneuert werden
muß: der Anstrich ist dringend e . dazu: -bedürftigkeit.
die; -bewesung. die: geistige, kulturelle od. politische
Richtung, die eine bestimmte Idee erneuern will; -schein, der
(Börsenw.): Teileines Wertpapiers, mit dem ein neuer Schein
für die Dividende bezogen werden kann.
Erneurer: f Erneuerer; erneut [e?'ngyt] <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.) [vgl. erneuen]: von neuem [ auf tretendj; nochmals,
wieder:-z Unruhen; mit -er Kraft; -e {neue, weitere) Forde-
rungen/e. (nochmals, von neuem; Forderungen stellen; wir
weisen e. darauf hin. daß ...; Ernajung, die; -. -en [zu:
erneuen] (selten): svw. t Erneuerung.
erniedern[eB'ni.dwi] <sw. V.; hat) (geh.. veraltend):
erniedrigen, herabsetzen: Sie erachtete sich sehr erniedert und
begann zu weinen (Jahnn. Geschichten 11); erniedrigen
[eg'ni:drign]: l.a) moralisch herabsetzen, herabwürdigen:
er wurde öftentlieh erniedrigt; gegen alle, die die Gesundheit
zurHandelswareemiedrigt haben (Sebastian. Krankenhaus
165); eine erniedrigende (demütigende) Behandlung
erfahren; (auch e. + sich:) damit hast du dich selbst erniedrigt;
b) (jmdn.) im Rang niedriger einstufen: wer sich selbst
erniedrigt, wird erhöht werden (Matthäus 23. 12). 2. niedriger
machen; vermindern: die Preise e.; den Druck in einer
Vakuumkammer immer weiter e.; Mischungen mit einem
erniedrigten Gefrierpunkt (Kosmos 2. 1965. 42); a zu as
e. (Musik; um einen Halbton herabsetzen): <Abl.:>
Erniedrigung, die; -. -en: a) das Erniedrigtwerden (a): viele -en
zu ertragen haben; b) das Erniedrigtwerden (a): viele -en
zu ertragen haben; b) das Erniedrigen (b): Erhöhung oder
E. des Druckes, dazu: Erniedrigungszeichen, das (Musik):
Vorzeichen, das die Erniedrigung des Notenwerts um einen
Halbton anzeigt; Zeichen: b.
ernst [ernst] <Adj.; -er, -este) [zu tErnst]: 1. von Ernst [u.
Nachdenklichkeit] erfüllt; nicht sorglos-heiter, nicht
lachend: ein -er Mensch; eine -e Miene machen; Er spricht
immer noch wenig und ist viel -er als früher (Remarque.
Westen 187); er. sein Gesicht wurde e.; er bemühte sich,
e. zu bleiben (nicht zu lachen); -e Musik (klassische Musik.
Kunstmusik; Ggs.: Unterhaltungs-. Tanzmusik). 2.
eindringlich, gewichtig, bedeutungsvoll: ein -es Anliegen; -e
Bedenken haben; ein -es Wort mit jmdm. zu reden haben;
seine Aufgabe e. nehmen; Ich habe damals zum erstenmal
alles e. bedacht (Seghers. Transit 283). 3. wirklich so
gemeint; aufrichtig: es ist seine -e Absicht, sich zu bessern;
er meint es e.; es ist ihm e. damit; diese Behauptung
ist nicht [für] e. zu nehmen; Kisselew .... den immer noch
niemand so richtig e. nahm (für voll nahm, in seinen
Fähigkeiten richtig einschätzte). lief 6 Minuten vor ihm (Olymp.
Spiele 1964. 31). 4. sehr gefahrvoll, bedrohlich,
besorgniserregend: eine -e Krankheit; -e Verletzungen; sein Zustand
ist sehr e.; die Lage sieht e. aus; <subst.:> Ist es etwas
Ernstes?; Ernst [-]. der; -[e]s [mhd. ernest. ahd. emust
= Kampf; Festigkeit. Aufrichtigkeit, urspr. = Kampf(es-
eifer)]: l.a) Einstellung. Grundhaltung, der das Sorglos-
Heitere, das Oberflächlich-Scherzhafte abgeht; ernste
Haltung; ernstes Aussehen; Strenge: feierlicher E.; der E. seiner
Worte; er ... gewann seinem autoritativen -e ein
schwaches Lächeln... ab (Maass, Gouffe 105); mit E. und Würde;
wie er mit spitzbübischem E. dem mühsamen Toast zuhörte
(Feuchtwanger. Erfolg 92); tierischer E. (ugs. abwertend:
Humorlosigkeit): b) ernster Wille; wirkliche, aufrichtige
Meinung: Scherz und E.; es ist mein [bitterer] Ernst; es
ist mir [völliger] E. damit; er hat allen -es behauptet,
daß ...; hast du das im E. gemeint?; was ich einst mit
wissenschaftlichem E. betrieb, betreibe ich nun als
Liebhaberei (Böll. Erzählungen 86); *[mit einer Sache] E. machen
(etw. in die Tat umsetzen; etw. [Angekündigtes nun;
wirklich tun): er hat mit seiner Drohung E. gemacht und
ist abgereist. 2.a) /ernste, gewichtige/ Wirklichkeit: aus
dem Spiel wird E.; der E. der Stunde; in ihr ist auf einmal
der tödliche E. der Kreatur, für die Liebe überflüssiges
Beiwerk ist (Remarque. Obelisk 234); es ist von tiefem,
schicksalhaftem E.. zu sehen, wie ... (Thieß. Reich 242);
* der E. des Lebens (der harte Alltag; die rauhe Wirklichkeit;
das Berufsleben): nach der Schulzeit beginnt der E. des
Lebens; b) Bedrohlichkeit. Gefährlichkeit: der E. der Lage
wird deutlich; Sie schienen ... erst Jetzt auf den E. ihrer
Verluste gekommen zu sein (Brecht. Geschichten 46). dazu:
Ernstfall, der: das Eintreten eines für möglich gehaltenen
gefährlichen] Ereignisses: wenn der E. eintritt; Sie spielen
den E. durch. Wenn Christine... den Sessel nimmt, könnte
der Gast auf einem der Stühle Platz nehmen (Degener.
Heimsuchung 137); Vorsorge für den E. treffen; im E.
muß alles schnell gehen; ernstgemeint <Adj.; ernster,
am ernstesten gemeint; nur attr.): aufrichtig, elvlich
gemeint: ein -es Angebot; nur -e Zuschriften werden
berücksichtigt; ernsthaft <Adj.; -er. -este; selten präd.): 1. nicht
heiter; ernst aussehend; in ernster Weise: eine -e Miene
aufsetzen; Das strahlte in allen Regenbogenfarben -en Wit-
738
eröffnen
äs (Tucholsky. Werke II. 235); ließen wir uns ... in den
braunen Sesseln eines -en Zimmers nieder (A. Zweig.
Claudia 29); Dieeinzigen Dinge, über die es lohnt, e. zu sprechen,
sind lustige Dinge (Goetz. Prätorius 14); er hat mich
«hre. angesehen. 2. eindringlich, gewichtig: -e
Ermahnungen; die Arbelt zeigt -e Mängel; e. bemüht sein; jmdn.
e. befragen. 3. aufrichtig, ernstgemeint, tatsächlich: im
Ernst: ein -es Angebot; -e Gegenwehr; Man sollte e. diese
Gedanken prüfen (Dönhoff. Ära 96); daran hat niemand
e. geglaubt; wir nehmen die Sache ernst, wollen selbst
ernst genommen werden und setzen -e Hörer voraus (Natur
92); auch -e (ernst zu nehmende) Forscher bezweifeln das.
4. sehr /stark!. gefährlich: -e Verletzungen; er ist e. krank,
erkrankt; <subst.:> Ist es etwas Ernsthaftes?, dazu:
Ernsthaftigkeit, die; -: ernste Gesinnung. Haltung: Aufrichtig-
keit: mit großer E.; an der E. dieser Aussage ist nicht
zu zweifeln; ernstlich <AdJ.; meist adv.; attr. nur bei
Verbalsubstantiven u. verbalen Fügungen; nicht präd.): 1.
nachdrücklich, gewichtig, eindringlich: mit Nachdruck /
vorgetragen Jmdn. e. ermahnen; -e Bedenken gegen etw. haben;
auf die Gefahren der zunehmenden Anwendung
chemischer Gifte ... muß auch hier e. hingewiesen werden
(Kosmos 2.1965.72). 2. wirklich so gemeint: im Ernst: aufrichtig:
jmdm. e. böse sein; etw. c. wollen; ich habe e. die Absicht/
die -e Absicht wegzufahren. 3. in gar nicht so
unbedenklicher, ungefährlicher Weise: e. krank sein; diese Gebiete
sind e. gefährdet.
Ernte ['ernte], die; -. -n [mhd. ernde. aus dem PI. von
ahd. arnöt = Emte(zeit)]: 1. das Ernten: die E. hat
begonnen; Aussaat und E.; bei der E. helfen; die Bauern sind
bei/in der E.; *rekiie/schreckliche/lurchtbare E. halten
(geh.; Verderben, den Tod bringen): Krieg und Pest hielten
reiche E. 2. Gesamtheit des Geernteten: Summe der reifen
Feld- u. Gartenfrüchte: Ertrag: eine gute, schlechte E.;
die E. muß erst unter Dach sein; die gesamte E. wurde
vernichtet; die E. einbringen, abliefern; wir hatten nur
mittlere -n an Weizen; Ü die literarische E. (der geistige
Ertrag) des Exils (K. Mann. Wendepunkt 263); "jmdm.
ist die ganze E. verhagelt (ugs.; jmd. ist durch einen
Mißerfolg, eine Niederlage mutlos geworden, niedergeschlagen),
trnte-, Ernte-: -arbeit, die <meist PI.>; -arbeiter, der; -arbei-
terin, die: w. Form zu: -arbeiten -ausfall. der: 1. <o.
PI.) Beschaffenheit (Qualität u. Menge) einer Ernte (2):
ein guter, schlechter E. 2. <P1.) Verluste. Einbußen in einer
Ernte (2): beim Obst waren diesmal starke Ernteausfälle
zu beklagen; -aussieht, die (meist PI.); -brigade, die
(DDR): für die Ernte (1) gebildete Einsatzgruppe: -dank-
fest. das: kirchliches, meist am ersten Sonntag im Oktober
gefeiertes Fest nach der Ernte (1); -einsatz, der: Hilfe
bei der Ernte (1); -ergebnis, das; -ertrag, der; -fest, das:
bäuerliches Fest bei od. nach der Ernte (1) mit überliefertem
Brauchtum: -belfer. der; -hetferin. die: w. Form zu:
-helfen -hilfe.die; -kampagne.die (DDR): gemeinsame Aktion
zur Einbringung der Ernte (2); -kränz, der; -kröne, die:
zum Ernteldank fest aufgehängter großer Kranz aus Ähren.
Blumen. Früchten u. ä.: -maschine, die: Maschine zum
Einbringen der Ernte (2); -monat. -roond, der [ahd.
aranmänöd] (veraltet): August, -plan, der (DDR):
Plan zum Einbringen der Ernte (2); -reif <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): reif zur Ernte (1); -e Tomaten; das Korn
ist noch nicht e.; -resultat, das; -segen, der <o. PI.) (geh.):
Ertrag der, Ernte (2): das Jahr hatte reichen E. gebracht;
-tanz, der; -Versicherung, die: Versicherung gegen
Ernteausfälle durch Naturkatastrophen: -wagen, der:
Leiterwagen zum Einbringen der Ernte (2); -werter, das: günstiges
Wetter für die Ernte (1); -zeit, die.
ernten femtn] <sw. V.; hat): (die reifen Feld- u.
Gartenfrüchte ) durch Pflücken. Mähen usw. einbringen: Getreide.
Kartoffeln, Obst e.; Ü Undank, keinen Dank e. (mit etw.
keinen Beifall, eher Ablehnung finden): er erntete nur Spott;
der Künstler erntete großen Beifall; Ein Blick ... belehrte
ihn. ... daß es auch dort nichts mehr zu e. (ugs.; als
Beute mitzunehmen) gab (Kuby. Sieg 222).
ernüchtern <sw. V.; hat): 1. nüchtern machen: einen
Betrunkenen e.; die frische Nachtluft ernüchterte ihn. 2. von
einer rauschhaften Vorstellung od. Einbildung befreien:
jmdm. seine Illusionen nehmen: Ärger und Enttäuschung
hatten ihn ernüchtert; ein ernüchterndes Erlebnis;
ernüchtert (enttäuscht) weggehen; (auch e. 4- sich:) Er
ernüchterte sich erst, als der „elende Hanswurst von Verteidiger"
... die Nichtigkeitsbeschwerde anmeldete (Musil. Mann
76); <Abl.:> Ernüchterung, die; -. -en: 1. das
Nüchternwerden. 2. das Aufhören eines / Begeisterungs irausches: der
Begeisterung folgte sehr bald die E.
Eroberer [etf'|o:tore]. der; -s. -: jmd.. der etw. erobert Ihatj:
E. knechteten das Land; den -n Widerstand entgegensetzen;
eine Rasse geistiger E. (Musil. Mann 46); Eroberin, die;
-. -nen: w. Form zu TEroberer; erobern [...benj <sw. V.;
hat) [spätmhd. erobern; mhd. [geloberen, ahd. [galobarön
= erlangen, gewinnen, eigtl. = der Obere sein, werden]:
1. (ein fremdes Land. Gebiet o.a.) durch eine militärische
Aktion an sich bringen: Gallien wurde von Cäsar erobert;
. eine Festung im Sturm e.; die eroberten Städte. Provinzen.
2. / für sich, (seltener:) für jmdn.. etw. j gewinnen: die Macht,
ein Mandat, den Weltmeistertitel e.; eine Frau, das Herz
einer Frau e.; die Firma hat [sich] mit diesem
Produkt/dieses Produkt hat der Firma neue Märkte erobert
(erschlossen): Auf eigenste Hand... mußte er wohl seine Einsichten
methodisch e. (Freud. Abriß. Nachwort 196); einen Berg
e. (geh.; besteigen, bezwingen): sie wollten im Urlaub Rom
e. (scherzh.; gründlich besichtigen, kennenlernen)', ich hatte
mir einen guten Platz erobert (scherzh.; gesichert)', das
Lied hat [sich] die Welt, hat die Herzen im Sturm erobert;
<Abl.:> Eroberung, die; -, -en: l.a) das Erobern: die E.
einer Festung; b) das Eroberte: das besiegte Land mußte
alle -en wieder herausgeben. 2.a) das Für-Sich-Gewinnen.
das Erringen: die E. neuer Absatzmärkte; b) das Gewonnene.
Errungene: dieses Mädchen ist seine neueste E. (ugs.
scherzh.; Freundin)'. * -en machen (jmdn.. etw. für sich
gewinnen): auf-en aussehen (scherzh.; Verehrer. Frauen für sich
zu gewinnen suchen).
erobenmgs-, Eroberung»-: ^absieht,die (meist PI.): der
Kaiser trug sich mit -en; Mirang, der <o. PL): von heftigem
E. ergriffen werden; jmds. E. nachgeben; ^feidzug, der:
einen E. planen, führen; -geist, der <o. PL): von E. erfüllt,
beseelt sein; -gier, die: von maßloser, blinder E. besessen
sein; ^krieg, der: Angriffskrieg zur Eroberung fremden
Gebietes: -kist, die: Lust auf. Verlangen nach Eroberungen:
aus reiner E. einen Staat angreifen; -lüstern <Adj.; nicht
adv.): von heftigem Verlangen, Gier nach Eroberungen
erfüllt: -lustig <Adj.; nicht adv.): von Eroberungslust erfüllt,
nach Eroberungen strebend: -plan, der: einen E. entwickeln;
Eroberungspläne schmieden; -Politik, die <o. PL): er
verfolgte eine verhängnisvolle E.; -sucht, die <o. PL):
krankhaft übersteigertes, hemmungsloses Verlangen nach
Eroberungen: von E. getrieben sein, dazu: -süchtig <Adj.; nicht
adv.): von Eroberungssucht erfüllt: ein -er Feldherr; -wille,
der: von einem unbändigen -n besessen sein; -zug, der:
vgl. -feldzug.
erodieren [ero'di:ren] <sw. V.; hat) [lat. erödere = weg-,
ausnagen] (Geol.): (den Boden) auswaschen, abtragen,
wegspülen (meist von fließendem Wasser): die erodierende
Tätigkeit eines Flusses; erodiertes Material.
eröffnen <sw. V.: hat): 1. Ierstmalig! der Öffentlichkeit,
dem Publikumsverkehr zugänglich machen: ein [neues]
Geschäft, eine Praxis, eine Ausstellung e.; eine neue Straße
für den Verkehr e. 2.a) (Med., sonst veraltet): [durch
Schneiden/ öffnen, aufmachen, freilegen: können heute ...
alle Körperhöhlen eröffnet, alle Organe operativ
angegangen werden (Medizin II. 13); Da hab' ich wohl ein paar
Alveolen eröfTnet (Sebastian. Krankenhaus 127); ... wenn
man Tausende ... von Muscheln eröffnete (Frisch. Cruz
42); b) (Amtsspr.) amtlich öffnen: der Notar eröffnete das
Testament; c) (Kaufmannsspr.) anlegen, einrichten: ein
Konto bei der Bank e.; d) (jur.. Kaufmannsspr.) in die
Wege leiten: den Vergleich, den Konkurs e.; gestern wurde
gegen ihn das Verfahren eröffnet. 3.a) einleiten, /(mir)
etw.} beginnen: eine Sitzung. Diskussion. Verhandlung e.;
der Ball wurde mit einer Polonaise eröffnet; ..Es trifft
sich höchst dankenswert", eröffnete Jaakob die heikle
Unterredung (Th. Mann. Joseph 367); eine Schachpartie e.
(die einleitenden Züge machen): die Feindseligkeiten e.;
das Feuer [auf eine Stellung] e. (zu schießen beginnen):
ein Lustspiel eröffnete die Theatersaison (bildete den
Anfang): b) (Börsenw.) zu Beginn in bestimmter Weise
verlaufen: die Börse eröffnete ruhig, mit schwankenden
Kursen. 4. a) [etw. Neues. Unerwartetes) mitteilen: er eröffnete
mir seine Absichten, seinen Plan; er eröffnete ihr. daß
er auswandern wolle; später wurde mir in aller Form
eröffnet, daß die Gestapo... die Einleitung eines Verfahrens
47*
739
Eröffnung
... gegen mich beantragt habe (Niekisch. Leben 290); b)
<e. 4- sich) (geh.) sich jmdm. anvertrauen: ich eröffnete
mich meinem älteren Freund; Detektivroman und
Psychoanalyse haben gemeinsam einen Menschen zum Thema,
der sich nicht e. will (Reinig. Schiffe 131). 5. a) zugänglich
machen, offenbar werden lassen: das Angebot eröffnet [mir]
neue Möglichkeiten. Aussichten. Wege; die Erfindung des
zusammengesetzten Mikroskops ... sollte der Anatomie
rasch eine neue Wundenveit e. (Medizin II, 18); b) <e.
+ sich) zugänglich werden: glänzende Aussichten
eröffneten sich ihm; Da eröffnete sich ihm eine neue Welt
(Niekisch. Leben 360): <Abl.:) Eröffnung, die; -. -en: 1. das
Eröffnend-5). 2. etw.. was jmdm, eröffnet wird,
[unerwartete! Mitteilung: eine vertrauliche E.; seine -en überraschten
mich nicht; Eine tödliche Stille folgte meiner E. (Fallada.
Herr 149); *ßmdm.] eine E. -en machen (nachdrücklich;
/jmdm. I erw. bisher Geheimgehaltenes. Persönliches,
Vertrauliches eröffnen [4 a). mitteilen). 3. (Schach) die
einleitenden Züge einer Schachpartie.
Er^ffnungs-: -anspräche, die; bei einem Kongreß die E.
halten; -beschhiß.der (Jur.): Beschluß des Gerichts, in einem
Strafprozeß das Hauptverfahren einzuleiten: den E.
verlesen; -bilanz. die (Wirtsch.): Bilanz eines Unternehmens
bei der Gründung od. zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres,
-drittel, das (Eishockey): svw. t Anfangsdrittel; -feier, die:
die Olympischen Spiele wurden mit einer E. eingeleitet;
-feierlichkeit, die <meist PL): die -en erstreckten sich über
mehrere Stunden; -konzert, das; -kurs. der (Börsenw.):
bei Beginn des Börsengeschäfts notierter Kurs, -Periode.
die (Med.): bei der Geburt Zeitraum vom Beginn der Wehen
bis zur vollständigen Öffnung des Geburtsweges: -rede, die:
vgl. ^anspräche; -Sitzung, die: die erste von mehreren
Sitzungen auf einem Kongreß, einer Veranstaltung o. ä.: -spiel,
das (Sport): Spiel, mit dem ein Turnier eröffnet wird: -tag,
der: am E. wurden die meisten Besucher der Ausstellung
gezählt; -Variante, die: eine der verschiedenen
Möglichkeiten zur Eröffnung einer Schachpartie: -Veranstaltung, die:
als E. des Kongresses ist eine Feierstunde geplant;
-Vorstellung, die: die E. des Zirkus war ein großer Erfolg; -wehen,
die (Med.): kurz vorder Geburt in regelmäßigen
Zeitabständen einsetzende Wehen, die die Öffnung des äußeren Mutter-
mundes herbeiführen.
erogen [ero'ge:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
erös (TEros) u. T-gen]: a) (meist von Körperstellen od.
-Zonen) geschlechtlich leicht erregbar, reizbar: -e Zonen; b)
geschlechtliche Erregung auslösend: -e Umstände.
Einflüsse; <Abl.:> Erogenität [...geni'te:t]. die; - (selten):
Eigenschaft, erogen zu sein: die E. der Haut.
eroico [e'ro:iko] <Adv.) [ital. eroico < lat. heröicus.
Theroisch] (Musik): heldisch, heldenmäßig.
erörtern [e$'leerten] <sw. V.; hat) [frühnhd., LÜ von lat.
determinäre = abgrenzen, festlegen, bestimmen, zu
spätmhd. örtern = genau untersuchen (zu: örter. PI. von
tJOrt. eigtl. = äußerstes Ende. Ecke. Rand. Grenze)!:
über das Für und Wider eines noch nicht geklärten
Sachverhaltes sprechen, diskutieren: eine Frage, einen Fall mit
jmdm. e.; die Lage e.; das Für und Wider eines Plans
gründlich e.; ein Problem wissenschaftlich e. (abhandeln):
Er erörtert (erklärt, beleuchtet von allen Seiten) gerade
das Wesen der Schizophrenie (Remarque. Obelisk 84);
<Abl.:) Erprterung. die; -. -en: Diskussion. Untersuchung:
gründliche, theoretische -en über etw. anstellen; das bedarf
keiner E.; er ließ sich auf keine weiteren -en ein; meine
eigenen Beobachtungen stehen hier nicht zur E. (Spoerl,
Maulkorb 104).
Eros ['e:n>s, 'er^sj. der; - [griech. erös]: sehnsuchtsvolles
sinnliches Verlangen: das der Geschlechterliebe innewolxnende
Prinzip /ästhetisch-; sinnlicher Anziehung: durch Seele u.
Geist geadelte sinnliche Liebe: Reduktion des E. auf bloße
Sexualität trifft das Verhalten des Mannes von heute (Bo-
damer. Mann 75); pädagogischer E. (Päd.; eine das
Verhältnis zwischen Erzieher u. Zögling beherrschende geistige
Liebe): philosophischer E. (Philos.; Drang nach philosophischer
Erkenntnis durch Aufschwung von der Sinnenwelt zur wahren
Ideenwelt [Piaton]); <Zus.:) Eros-Center, das: /behördlich
genehmigtes u. kontrolliertes/ Haus, in dem Prostitution
betrieben wird: Bordell: Um auch die freiheitliebenden
Liebesdienerinnen im E. zu kasernieren ... (Spiegel 50.
1968.25).
Erosion [ero'zio:n|.die; -. -en [lat. erösio = das
Zerfressenwerden, zu: erödere, terodieren]: 1. (Geol.) zerstörende
Wirkung von fließendem Wasser, auch von Eis u. Wind
an der Erdoberfläche: in den von der Landwirtschaft
aufgegebenen Flächen setzt E. ein; durch E. entstandene Täler;
Ü Die durch das nukleare Patt bewirkte E. (das Abbrök-
keln) der Macht bei den führenden Weltmächten (Welt
16. 1. 65.1). 2. (Med.) a) Gewebeschaden an der Oberfläche
der Haut u. der Schleimhäute (z. B. Abschürfung); b) das
Fehlen od. die Abschleifung des Zahnschmelzes. 3.
(Technik) mechanische Zerstörung feuerfester Baustoffe.
Erosion»-: -basis, die (Geol.): tiefster Punkt eines Flusses
bei seiner Mündung: ^schaden, der; ^schütz, der: Schutz
gegen Erosion (z. B. durch Anpflanzen von Wäldern); ~tal.
das: durch Erosion entstandenes Tal.
erosiv [erozi:f| <Adj.; o. Steig.): die Erosion (1) betreffend,
durch Erosion (1) entstanden.
Erostess [eros'tes], die; -. -en [aus TEros u. tHostess]:
Prostituierte: Erotei [ero'tEl], das; -s. -s [aus TEros u. THotel]:
Stundenhotel.
Erotana [e'ro:tema]. das; -s. ...ata [ero'teimata; griech. ero-
tema = Frage, zu: erötän = (be)fragen] (Philos.): Frage.
Fragesatz: Erotematlk [erote'ma:tik]. die; - [zu griech. erö-
iematikös = zur Frage gehörend]: a) (Philos.) Kunst der
richtigen Fragestellung: b) (Päd.) Unterrichtsform, bei der
gefragt u. geantwortet wird: erotemgttech <Adj.; o. Steig.)
(Päd.): (vom Unterricht) hauptsächlich auf Fragen des
Lehrers beruhend.
Eroten [e'ro:tn] <P1.) [lat. Erötes. PI. von: Erös < griech.
Erös = griech. Gott der Liebe. T Eros]: allegorische
Darstellungen geflügelter Liebesgötter, meist in Kindergestalt: Aus
einem Gewölbe Quollen gemästete Engel herab.
Engelskinder, ehemalige E.. dicht gedrängt wie die Masse Mensch
(Jahnn. Geschichten 190); Erodeal [ero.tikp. das; -s. -s
[zu TErotik, analog zu T Musical]: Bühnenstück od. Film
mit erotischem Inhalt: Erotik [e'ro:Uk].die; - [zu T erotisch]:
a) den geistig-seelischen Bereich einbeziehende sinnliche
Liebe. Liebes-. Geschlechtsleben: die E. im Gegensatz zur
bloßen Sexualität: Die Beine der Tanzenden bewegten sich
teils im Rhythmus, teils im Takt der eigenen E.
(Hasenclever. Die Rechtlosen 399); Gassenhauer und Volkslieder
von schwermütiger E. (Kisch. Reporter 217); der Weg
zu einer beschwingten und harmonischen E.... durch
härtere Selbsterziehung (Musil. Mann 820); b) (verhüll.)
Sexualität: die billige E. eines Films; Alte stehen unter
Denkmalschutz, in Sachen E. haben die gefälligst passiv zu sein
(Hörzu 46,1973,124); Erotika: PI. von T Erotikon; Erotiker.
der; -s. -: a) Verfasser von erotischen Liedern u. Schriften:
b) jmd.. dessen Gefü/ilswelt stark erotisch bestimmt ist:
Erotikon. das; -s, ...ka. selten: ...ken [griech. erötikön =
die Liebe Betreffendes. Terotisch]: a) Werk. Dichtung mit
erotischem Hauptthema:... ein E.. dessen glühendem
Lusttaumel hochgespannter dichterischer Anspruch die
Waage hält (MM 5. 7. 69. 65); b) <P1.) im Hinblick auf
sexuelle Betätigung anregende o.a. Mittel: erotisch
<Adj.) [frz. erotique < griech. erötikös, zu: erös, T Eros]:
a) die Liebe in ihrer / ästhetisch- /sinnlichen Anziehungskraft
betreffend: -e Beziehungen. Erlebnisse. Konflikte; Ein
Unterhai tungsfi Im mit dem handelsüblichen -en Dreieck ( =
Mann. Frau, Freundin; Welt 1. 12. 62. 8); das Thema
des Buches ist rein e ; von entlegener Zeitkritik und
vordergründig e. wie die Schlager der Rundfunkanstalten (Fries.
Weg 123); b) (verhüll.) sexuell: -e Bedürfnisse hat Jedes
Kind von Geburt an (Hörzu 39. 1974. 64); erotisieren
[eroti'zi:r3n] <sw. V.; hat): a) durch ästhetisch-sinnliche
Reize sinnliches Verlangen hervorrufen, wecken:
erotisierende Musik; b) auf das Gebiet der Erotik verlagern, mit
erotischem Inhalt erfüllen: eine Beziehung e.. dazu: Erotfcgfe»
rung.die; -. -en; Erotismus [ero'tismos]. Erotizfcmus [eroti-
tßismüs], der; -, ...men: !Ausdruck einer! Überbetonung
des Erotischen: Evenvyn ging es um die pralle Schilderung,
und die ist ihm. inklusive herber Erotlzismen durchaus
gelungen (Welt 18.11.61. Geist. Welt 2); Erotologie [eroto-
lo'gi:]. die; - [zu griech. erös (Gen.: erötos). TEros. u.
T -logie]: a) wissenschaftliche Beschäftigung mit den
verschiedenen Erscheinungsformen der Erotik u. ihren inneren
Voraussetzungen: b) Liebeslehre: Erotomane [...ma:n3], der
u. die; -n. -n [rückgeb. aus TErotomanie] (Med.. Psych.):
jmd.. der an Erotomanie leidet: Erotomanie [...ma'ni:], die;
- [griech. erötomania = rasende Liebe] (Med.. Psych.).
krankhaft übersteigertes sexuelles Verlangen.
740
Erregung
erp^ddeln <sw. V.; hat): heim Paddeln erringen, gewinnen:
sie haben [sich] einen dritten Platz erpaddelt.
Erpel ferp}]. der. -s. - [mqiederd.. mniederl. erpel. wohl
Kosef. zu ahd. Erpho (Personenn.). eigtl. = der Braune,
zu ahd. erph = dunkelfarbig]: männliche Ente, Enterich.
erpicht feB'pujt] <Adj.) [Nebenf. von verpicht = (mit Pech)
festgeklebt, zu verpichen, mhd. verbichen. eigtl. = mit
Pech verkleben od. überziehen, zu tPech] in der
Verbindung auf etw. e. sein (begierig, versessen sein): er ist [sehr]
aufs Geld e.; sie war. schien, zeigte sich nicht sehr e.
[darauf], ihn kennenzulernen; (auch attr.:) eine auf
Neuigkeiten -e alte Dame.
erpressen <sw. V.; hat): 1. durch Drohungen od. mit Gewalt
unter Druck setzen u. zu erw. zwingen, nötigen: er wurde
von ihr/durch sie mit seinen früheren Briefen erpreßt;
ich lasse mich nicht e. 2. durch Drohungen od. Gewalt
erlangen: man erpreßte von ihm Geld, ein Geständnis;
... würden die Verhandlungsbereitschaft dazu benutzen,
immer neue Zugeständnisse zu e. (Dönhoff. Ära 133);
eine erpreßte Zusage; (auch e. + sich:) daß Bergek und
seine Mutter sich mit solchen Drohungen Macht und Geld
erpreßten (Baum. Bali 36); (Abl.:> Erpresser, der; -s. -:
jmd., der andere erpreßt: ein kaltblütiger E.. dazu: Erpr^s-
serbrief. der: die in einem E. gestellten Forderungen
erfüllen; Erpresserin,die; -. -nen: w. Form zu t Erpresser;
erpresserisch <fAdj.>: eine Erpressung darstellend, enthaltend,
bezweckend: eine -e Entführung; diese Maßnahme ist e.;
e., mit -en Mitteln vorgehen; Erpressung, die; -. -en: von
Drohungen od. Gewaltmaßnahmen begleitete od. damit
durchgesetzte Forderung: eine versuchte, schwere E.; das
ist E.!; daß der ... Vorschlag auf glatte E. hinauslief
(Feuchtwanger, Herzogin 109); die E. von Lösegeld, eines
Versprechens; räuberische E. (jur.; Erpressung durch
Gewaltanwendung gegenüber einer Person).
Erpressung^-: abrief, der: svw. t Erpresserbrief; -manöver,
das (abwertend): dieses Vorgehen ist ein reines E.; -plan,
der; ^politflt, die; -versuch, der.
erproben <sw. V.; hat): /durch Gebrauch, praktische
Anwendung/ auf bestimmte Eigenschaften, auf die Eignung zu
etw. prüfen, einer Belastungs- od. Bewährungsprobe
unterziehen: ein Medikament, ein Gerät, ein Verfahren e.; das
Mittel muß noch klinisch, an Patienten erprobt werden;
die Festigkeit eines Materials e.; die eigenen Kräfte e.;
jmds. Verschwiegenheit e.; Hast du deine Fähigkeit.
Menschen und Schicksale zu erkennen, an Beispielen erprobt?
(Hesse. Narziß 13); jmdn. auf seine Zuverlässigkeit hin
e.; <2. Part.:) erprobt (nicht adv.): a) geprüft u. bewährt,
als zuverlässig ausgewiesen: ein -er Kämpfer; seine oft
-e Redlichkeit; das Mittel ist praktisch e.; b) (selten)
althergebracht, seit langem üblich: er begrüßte uns in -er Manier,
nach -er Gewohnheit (Lenz. Suleyken 17); erprobterwebe
<Adv.>: nach erprobter (b) Weise: Erprobung« die; -. -en:
das Erproben: die experimentelle, klinische E. eines Mittels;
dieE. seiner Treue; Porsche hat den Reifen bereits
freigegeben. BMW hat ihn in E. (Auto 6. 1965. 19).
en>robungs-, Erprobung*-: -flug.der: svw. t Testflug; -halber
<Adv.>: zum Zweck der Erprobung: das Gerät wurde e.
in unserem Betrieb eingesetzt; -zeit, die: nach dreijähriger
E. kam das Medikament auf den Markt.
erquicken [eg'kvikn] <sw. V.; hat) [mhd. erquicken, ahd.
irquicchan, eigtl. = lebendig machen, wieder beleben, zu
tquick, keck] (geh.): neu beleben, stärken, erfrischen: das
kühle Getränk erquickte ihn; die Freude hat sie. ihr Herz
erquickt; ich erquickte mich durch ein kühles Bad;
erquickender Schlaf; der Schlafende lag nicht erquickt, lang
ausgestreckt, vielmehr gekrümmt (Jahnn. Geschichten
113); <Abl.:> erquicklich <Adj.) (geh.): angenehm,
erfreulich: -e Aussichten; der Abend war e. kühl; diese
Nachrichten sind wenig, nicht sehr e.; Eiqujckiing, die; -. -en (geh.):
1. <o. PI.) das Erquicken: die E. unserer müden Glieder;
zur E. ein Bad nehmen. 2. etw. Erquickendes: dieser Anblick
ist eine E. für das Auge, dazu: Erqu|ckung5tnuik9 der (geh.).
err^ckern <sw. V.; hat) (ugs.): durch schwere Arbeit erwerben,
erringen: ich hatte [mir] mit vielen Überstunden das Geld
für die Reise errackert.
erraffen <sw. V.; hat): 1. a) zusammenraffen, hastig ergreifen:
er erraffte überstürzt seine Habseligkeiten und floh; b)
habgierig, raffgierig an sich bringen: er konnte im Leben
nie genug Geld, Reichtümer e.; Während er den einen
der halbwüchsigen Räuber wegstieß, erraffte sich ein
anderer seine Beute (Carossa. Aufzeichnungen 147). 2. <e. +
sich) (selten) sich aufraffen: Andere (= Berge) flohen
zurück und türmten sich nach hinten auf. zusammenbrechend
und sich wieder erraffend (Schneider, Erdbeben 42).
err^mschen <sw. V.; hat) (salopp): a) (Ramschware)
preiswert, in großen Mengen kaufen: im Ausverkauf billige
Wäsche e.; b) geschickt an sich bringen, erhaschen: Man muß
sich ein bißchen Glück e. (Strittmatter. Wundertäter 2S8).
errare humanuni est [e'ra.re hu'ma.nom 'est; lat.]: Irren ist
menschlich: Errata: PI. von tErratum.
erraten <st. V.; hat): durch Raten, Sicheinfühlen richtig
herausfinden: Jmds. Wunsch, seine Gedanken e.; du errätst
es nicht; das war leicht, [nicht] schwer zu e.; spähte durch
die nassen Scheiben nach dessen Hausnummer, die er
mühsam erriet (entzifferte: Dümenmatt. Richter 28).
erratisch [e'ra:tijl <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [frz. (bloc)
erratique < lat. erräticus = umherirrend]: ein -er Block
(Geol.; Gesteinsblock in ehemals vergletscherten Gebieten,
der während der Eiszeit dorthin gelangte: großer, ungefüger
Felsblock, der vereinzelt an einer Stelle liegt, ohne daß
man sich erklären kann, wie er dort hinkommt)', Ü von
dieser -en Gestalt eines Herrschers (einer Herrschergestalt
von einsamer Größe: MM 2. 4. 74. 24); Erratum [e'ra:tum],
das; -s. ...ta [lat. errätum = Irrtum. Fehler] (Druck- u.
Schriftw.): Druckfehler, Versehen.
errechenbar [qj'recnba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
errechnen lassend: ein genau -es Ergebnis; die Entfernung
des Stems ist e.. dazu: EiTQchenbarkeit, die: -; errechnen
<sw. V.; hat): l.a) durch längeres Rechnen ermitteln:
ausrechnen: den Verkaufspreis, eine Entfernung e.; aus dem
gegebenen Radius die Fläche eines Kreises e.; das zulässige
Gewicht war mit 3 kg errechnet worden; vom errechneten
Kurs abweichen; b) auf Grund genauer Berechnungen u.
Überlegungen erwarten: alles kam anders, als ich es mir
errechnet hatte. 2. <e. + sich) (Papierdt.) sich durch
Rechnen ermitteln lassen: daraus errechnet sich folgender
Gewinn; ... wobei die Gebühr sich aus einer Formel errechnet,
in der ... (Mantel. Wald 77); <Abl. zu 1:) Errechnung,
die; -.
erregbar [qj're:kba:^] <Adj.; nicht adv.): sich leicht erregen
lassend: ein [leicht] -er Mensch; mein Magen. Gemüt ist
überaus e.. dazu: Erregbarkeit, die; -: seine E. ist schon
krankhaft; erregen <sw. V.; hat): l.a) in einen Zustand
heftiger Gefühls-, Gemütsbewegungen versetzen: aufregen:
dieser Brief erregte ihn. sein Gemüt; es erregte ihn. daß
sie nicht kam; Die Luft erregte (machte unruhig: Gaiser.
Jagd 83); ihr Anblick erregte ihn (versetzte ihn in
geschlechtliche Erregung): ein erregendes Gefühl. Schauspiel;
der Anblick war erregend schön; eine erregte Diskussion;
die erregten Gemüter beruhigen; freudig, leidenschaftlich
erregt sein; b)<e. + sich:) in einen Zustandheftiger Gefühls-,
Gemütsbewegung geraten: sich unnötig über etw. e.; ich
habe mich sehr darüber erregt; während er sich an dem
Schmuck erregte (Langgässer. Siegel 377); raschelte mit
der Zeitung und erregte sich über die Feinde des ... Staates
(Strittmatter, Wundertäter 250). 2.a) hervorrufen,
verursachen: Aufsehen. Furcht. Besorgnis. Mißfallen. Staunen
e.: sein Betragen erregte Anstoß, öffentliches Ärgernis,
allgemeine Heiterkeit; ich wollte keinen Verdacht e.;
einige ihrer Antworten erregten in uns... Neugierde (Andres.
Liebesschaukel 22); Es erregte mir eine ... Übelkeit
(Benn, Stimme 13); b) anregen, reizen: jmds. Phantasie e.;
Muskeln durch einen Reiz e. 3. (geh.. selten) in /starke]
Bewegung versetzen: ... und den See darbot, tiefblau ....
von einem leichten Winde wellig erregt (A. Zweig. Claudia
28); <Abl. zu 2:> Erreger, der; -s. -: etw., was etw. anderes
(bes. eine Krankheit) hervorruft: der E. der Cholera; die
verschiedenen E. von Schimmel; einen E. isolieren; <Abl.
vom 2. Part.:) Erregtheit, die; -: svw. tErregung (1 b);
Erregung, die; -. -en: l.a) das Erregen (1). Aufregung:
alle möglichen -en von jmdm. fernhalten; b)das Erregtsein:
Zustand heftiger Gemüts-, Gefühlsbewegung: Erregtheit:
seine E. nur mühsam verbergen; in heftige E. geraten;
Er steigerte sich in eine E. hinein, die zu seinem runden,
guten alten Gesicht gar nicht paßte (Martin, Henker 49);
sie zitterte, war rot vor E. 2.a) das Erregen (2 a). das
Hervorrufen, Verursachen: die E. von Verdacht; (jur.:)
wegen E. öffentlichen Ärgernisses; b) das Erregen (2 b). das
Anregen, Reizen: die E. eines Muskels durch den
dazugehörigen Nerv.
741
Erregungs-
Errcgungs-: -impuls, der: die Nerven übermitteln -e; ^lei-
tung, die (Med.); -Stauung, die; ^Steigerung, die; ^Vorgang»
der; -zustand, der.
erreichbar [es'rajsba.tf] <Adj.; nicht adv.): sich erreichen
lassend: die Äpfel am Baum sind kaum noch e.; der Ort
ist mit dem Auto leicht e.; er ist telefonisch e.. dazu:
Erreichbarkeit, die; -: aus den ererbten Ideen ... der E.
irdischen Glücks (Gehlen. Zeitalter 80): erreichen <sw.
V.; hat): 1. bis zu etw.. an etw. reichen, um es zu berühren
od. zu fassen: etwas mit ausgestrecktem Arm. mit dem
Fuß gerade noch e.; das Kind kann die Tischkante noch
nicht e.; Nur die Reste, die der Löffel nicht mehr erreicht,
werden ausgespült (Remarque. Westen 135). 2. zujmdm.,
etw. hinkommen, gelangen: den Zug. den Anschluß nicht
mehr e.; den Gipfel des Berges, der Macht e.; der Brief
hat ihn gerade noch erreicht; war zu hoffen, daß diese
Liebe auch Frau Julika, die ihrer so sehr bedurfte, noch
e. würde (Frisch. Stiller 485); der Ort ist nur zu Fuß
zu e.; der Sturm hat Stärke 12 erreicht; er hat ein hohes
Alter erreicht (ist sehr alt geworden); das Klassenziel e.
(Päd. Jargon; in die nächsthöhere Klasse versetzt werden);
die Krankheit hat ihren Höhepunkt, ein gefährliches
Stadium erreicht. 3. mit jmdm., etw. in Verbindung treten:
wie. wo kann ich Sie e.?; ich bin telefonisch unter der
Nummer ... zu e.; ich habe die Firma, das Büro nicht
erreicht; Millionen aber erreicht man nur durch den Film
(Grzimek. Serengeti 12). 4. durchsetzen, zustande bringen:
er hat alles erreicht, was er wollte; bei ihm wirst du [damit]
nichts e.; <subst.:> das Erreichte erscheint immer
selbstverständlich (Dönhoff. Ära 23); <Abl. zu 2. 4:> Erreichung,
die: -: bei E. der Altersgrenze; die E. seiner Ziele.
erretten <sw. V.; hat) (geh.): svw. t retten: jmdn. aus großer
Not. vor dem Ertrinken e.; er hat sie vom/vor dem Tode
des Ertrinkens errettet; Nur Gottes Hilfe kann uns e..
ruft der Steuermann (Hacks. Stücke 40); jmdn. von seinen
Sünden e. (erlösen); <Abl.:> Erretter, der; -s. - (geh.):
svw. tRetter: mein E. vom Tode; der E. (Erlöser) der
Welt; Errettung, die: -. -en.
Ejrtiimni[£'ri:num].das; -s, ...na [griech. errhinon =
Niesmittel] <meist PI.) (Med.): Nasen-. Schnupfenmittel.
errichten <sw. V.; hat): l.a) in die Höhe bauen, erbauen:
eine Kirche, ein Denkmal. Wohnblocks e.; b) aufstellen,
aufbauen: ein Gerüst, ein Podium. Barrikaden e.; (Geom.:)
auf einer Geraden die Senkrechte, das Lot e. 2. a) einrichten.
IoffiziellI begründen: ein Weltreich, eine
Schreckensherrschaft e.; eine Stiftung, eine neue Gesellschaft e.; Ü Ihr
habt doch 'nen ganzen Kult um den Tod errichtet (Ott.
Haie 343); b) (Jur.) urkundlich niederlegen: ein Testament
e.; <Abl.:> Errichtung, die: -, -en.
erriechen nur in der Verbindung jmdn. nicht [mehr] e. können
(landsch.; jmdn. nicht ausstehen, nicht leiden können): sie
kann ihre Nachbarin nicht e.; die beiden können sich
nicht e.
erringen <st. V.; hat): kämpfend, im Wettstreit, durch An-
strengung erlangen: den Sieg, einen Preis, einen Vorteil,
jmds. Freundschaft e.; bei einer Wahl die Mehrheit e.;
Hätten die barfußigen ... Inder nicht um dieses Geheimnis
gewußt - nie hätten sie die Freiheit errungen (Dönhoff.
Ära 88); Ist dieser Zustand mühsam errungen oder schon
angeboren? (Langgässer. Siegel 483); ein hart errungener
Sieg; <AbI.:> ErrjnBung, die; -.
erröten <sw. V.; ist) (geh.): im Gesicht rot werden: vor
Freude. Scham. Verlegenheit [tieft e.; sie schlug errötend
die Augen nieder; was die Männer sagten, brauchte sie
nicht e. machen, denn sie verstand sie nicht (Kuby. Sieg
239); er errötet leicht (wird bei jeder Gelegenheit rot. gerät
leicht in Verlegenheit); <subst.:) mit dieser Bemerkung
brachte er sie zum Erröten.
errudern <sw. V.; hat): beim Rudern erringen, gewinnen:
eine Bronzemedaille e.
errufen <st. V.; hat) (landsch.): durch Rufen erreichen: jmdn.
nicht e. können.
Errungenschaft [egronanjaft]. die; -. -en [LÜ von mlat.
acquaestusj: 1. etw., was durch große Anstrengung erreicht,
errungen wurde: eine E. der Forschung; die Fabrik ist
mit den neuesten -en der Technik ausgestattet; die -en
des Sozialismus, sozialistische -en (kommunist.; Erfolge.
Leistungen beim Aufbau des Sozialismus; LÜ von russ.
dostischenija); Ü dieses Kleid ist meine neueste E. (ugs.
scherzh.; Anschaffung).
ersfttigen nur in der Verbindung sich [nicht] an etw. e.
können (geh.; nicht / zur Genüge von etw. sehen, tun.
bekommen können): ich konnte mich an ihrer Schönheit nicht
e.; um sich einmal am Anblick eines zu Boden geworfenen
Siegers e. zu können (Fussenegger. Zeit 132).
Ersatz [eg'zats]. der; -es: l.a) Person. Sache, die jmdn..
etw. ersetzt Ter ist ein vollwertiger, guter E. für den
Erkrankten; er bekam ein neues Buch als E. für das
beschädigte; alsE. für Jmdn. einspringen; als E. (Sport; Ersatzspieler)
aufgestellt werden; E. [beischaffen, ausfindig machen; b)
Entschädigung: für einen Schaden E. fordern, verlangen,
leisten; c) (Milit.) Reserve. Ersatztruppe: ein passender
Unteroffizier vom E. (Kuby. Sieg 38); fünfundzwanzig
Mann junger E. aus den Feldrekrutendepots werden uns
überwiesen (Remarque. Westen 31). 2. (selten) das Ersetzen
(1 a): der E. von öl durch Kohle; Der E. der Handsäge
durch die Motorsäge (Mantel. Wald 46).
ersetz-, Ersatz-: -ansprach, der: einen E. an Jmdn. stellen;
Ersatzansprüche für etw. geltend machen; -ball, der
(Sport): Ball, mit dem bei Unbrauchbarkeit des Spielballs
weitergespielt wird; -bank, die: svw. t Reservebank; ~ba-
taillon, das; -batterie, die: dem Gerät lag eine E. bei;
-befriedigung, die (Psych.): durch eine Ersatzhandlung
erreichte Triebbefriedigung: alle anderen menschlichen
Bedürfnisse werden durch den ständigen Konsumzwang
verdrängt, der eindeutig eine E. darstellt (Wohngruppe 29);
-beruf, der; -dehnung, die (Sprachw.): Längung eines
Vokals durch den Ausfall eines od. mehrerer folgender Laute
(z. B. mhd. trehene > hochd. Träne); -dienst, der: von
Kriegsdienstverweigerern abzuleistender nichtmilitärischer
Dienst, dazu: -dienstpflichtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
zum Ersatzdienst verpflichtet. <subst.:> -dienstpflichtige,
der; -n. -n (Dekl. f Abgeordnete), -dienstzeit, die; -erbe,
der (jur.): jmd.. der nur für den Fall als Erbe eingesetzt
wird, daß der vorgesehene Erbe die Erbschaft nicht antreten
kann od. will; -fahrer, der: Fahrer, der bei einem Autorennen
o. ä. mitfährt u. den am Steuer sitzenden Fahrer jederzeit
ablöset» kann; -frau, die (Jugendspr.): Mädchen, das ein
gewisser Ersatz für die eigentlich erwünschte intime Freundin
sein soll; -geschwächt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Sport):
durch den Einsatz von Ersatzspielern in der Spielstärke
beeinträchtigt: die -e Mannschaft lieferte ein
enttäuschendes Spiel; MWt, das <meist PL): Jeder Verbraucher von
solchen teuer gewordenen Einfuhrwaren wird sich nach
Ersatzgütern umsehen (Rittershausen. Wirtschaft 32);
-handhing, die (Psych.): Handlung, die an die Stelle der
eigentlich angestrebten tritt, wenn diese nicht ausgeführt
werden kann: Kegelstoßen - die ... E. des deutschen Spie-
ßers (Hochhuth. Stellvertreter 32); -heer, das:
Heimatorganisation des Landheeres als Ersatz für die Verluste
des Frontheeres; -Infinitiv, der (Sprachw.): Infinitiv, der
in bestimmten Fällen nach einem reinen Infinitiv an die
Stelle des 2. Partizips treten kann (z. B. er hat ihn
kommen ..hören" statt ..gehört"); -kaflee, der: aus Kaffee-
Ersatz hergestelltes Getränk; -kandidat, der; -kapitfin,
der (Eishockey): den Kapitän vertretender Spieler; -kasse,
die: Krankenkasse, die von Versicherungspflichtigen an
Stelle einer Pflichtkrankenkasse gewählt werden kann od. deren
Mitglieder bei Überschreitender Versicherungspflichtgrenze
freiwillig versichert sind; -kragen, der: beim Kauf eines
Hemdes mitgelieferter Kragen aus dem gleichen Stoff; ^ld-
stung, die: bei einem Schaden zur E. verpflichtet sein:
-leute: PI. von t-mann; -lieferung, die: der Kunde fordert
eine E. für die verdorbene Ware; -los <AdJ.; o. Steig.;
nicht präd.): ohne durch etw. anderes ersetzt zu werden,
ohne Ersatz: der Paragraph wird e. gestrichen; -kfeung,
die: als Ersatz (1 a) angesehene Lösung einer Schwierigkeit;
-mann, der: 1. <P1. -männer u. -leute) männliche Person,
die eine andere bei einer Arbeit, einem Wettkampf o.a.
ersetzen kann od. ersetzt: einen E. für den erkrankten
Kollegen suchen; die Ersatzleute fugten sich gut in das
Spiel der Mannschaft ein. 2. <P1. -männer) (Jugendspr.):
vgl. -frau: ^mine, die: für einen Kugelschreiber eine E.
besorgen; -mittel, das: etw., was etw. anderes ersetzt.
Surrogat; -mutter. die: vgl. -person; -Objekt, das: 1. (bil-
dungsspr.) als Ersatz dienendes Objekt. 2. (Psych.) Objekt,
das das Objekt od. Ziel ersetzt, auf das die psychische
Energie ursprünglich konzentriert war: Wenn bei in
menschlicher Pflege groß gewordenen Jungvögeln der Mensch
als E. fiir die Artgenossen eintritt (Lorenz. Verhalten I.
742
Erschießungskommando
78); ^person, die (Psych.. Sozio 1.): Person, die für jmdn.
eine Bezugsperson ersetzt: Eine Frau .... deren ganzes
Denken von einem einzigen Menschen ausgefüllt wird, für
den es eine E.... nicht gibt (Noack. Prozesse 138); -pflWit,
die: Verpflichtung, für einen verursachten Schaden o. ä.
Ersatz zu leisten, dazu: -pflichtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
<subst.:> -Pflichtige, der u. die; -n. -n (Dekl. TAbgeord-
nete); -präparat. das; -rad, das: svw. f Reserverad;
-reifen, der: in einem Kraftfahrzeug mitgeführter Reifen,
der einen beschädigten Reifen ersetzen kann: -religion,
die: /politische / Ideologie, die die Religion ersetzt: -reser-
ve, die: Gesamtheit der Wehrpflichtigen, die zwar tauglich
sind, aber nicht zum Wehrdienst eingezogen wurden, dazu:
-reservist, der: Angehöriger der Ersatzreserve: -spiel, das:
Fußballspiel, das im Toto als Ersatz für irgendein nicht
stattfindendes Spiel angegeben wird: -Spieler, der (Sport):
Spieler, der bei Ausfall od. Verletzung eines Spielers für
diesen eingesetzt wird; -Stoff, der: Stoff als Ersatz für
einen anderen, meist wertvolleren: Dem steigenden
Holzbedarf ... steht ... das Ausweichen ... auf die zahlreichen
künstlichen -e ... gegenüber (Mantel. Wald 67); -stück,
das: der Seifenbehälter enthält noch ein E.; -teil. das.
seltener: der (bes. Technik): Teil, das ein unbrauchbar
gewordenes od. verlorengegangenes Teil eines Ganzen ersetzen
kann: das E. in den Motor einbauen; ein E. für die
Waschmaschine besorgen, dazu: -teilbger, das: einen neuen
Auspuff aus dem E. holen, -teilmedizin. die: Teilgebiet
der Chirurgie, dessen Gegenstand der Ersatz von Organen
od. Organteilen in einem Organismus ist; -tonvart, der:
vgl. ^Spieler; -tmppe. die: militärische Einheit, die dem
Ersatzheer angehört; -versuch, der (Gewichtheben.
Leichtathletik): zusätzlicher Versuch, der einem Wettkämpfer
zugesprochen wird, wenn er behindert wurde; -wagen, der:
zum Ersatz bestimmter {Eisen- oder Straßenbahn wagen;
-wähl, die: Nachwahl bei Ausfall eines Kandidaten: -weise
<Adv.>: als Ersatz: für die beschädigte Ware erhalten Sie
e. eine neue Lieferung; (selten auch attr.:) eine -e Lieferung;
-wesen, das: svw. TWehrersatzwesen; -zeit, die: Zeit, in
der aus bestimmten Gründen keine Beiträge zur sozialen
Rentenversicherung entrichtet wurden, die aber als
Beitragszeit angerechnet wird.
ersaufen <st. V.; ist): 1. (salopp) ertrinken: keine Lust haben
zu e.; Komm raus! Wir ersaufen sonst noch mit dem Kahn.
2. a) mit Wasser überschwemmt werden: im Wasser
versinken, untergehen: die Felder. Wiesen sind durch den
starken Regen ersoffen; (Bergmannsspr.:) der Schacht, die
Grube ist ersoffen; Ü die Sache selbst ersoff in
Verordnungen und Erlassen (Tucholsky. Werke II. 175); b) (vom
Kfz-Motor) nicht mehr laufen, weil der Vergaser zuviel
Kraftstoff bekommt: der Motor ist ersoffen.
ersäufen [qj'zgyfn] <sw. V.; hat): ertränken: Junge Hunde.
Katzen e.; (derb:) er hat sich ersäuft; Ü seinen Kummer,
einen Mißerfolg im Alkohol e. (derb; durch Genuß von
Alkohol 'vorübergehend! vergessen): der seine
Enttäuschung im Gasthaus ersäufte (Langgässer. Siegel 160);
<Abl.:) Emlufiing. die; -.
erschachern <sw. V.) (abwertend): sich durch Schachern
verschaffen: sich (Dativ) Besitz e.
erschaffen <st. V.; hat) (geh.): schaffen, entstehen lassen:
Gott hat die Welt, den Menschen erschaffen; man hat
die Stadt aus dem Nichts erschaffen; während ich mir
< = als Schriftsteller) Mühe gebe, das Zimmer zu e.. in
dem sie sich zum erstenmal begegnen können (Chr. Wolf.
Nachdenken 147); sie stand da. wie Gott sie erschaffen
hatte (verhüll.; nackt): <subst. 2. Part.:) wo alles von
Menschenhand Erschaffene in Trümmer sinkt (Ott. Haie 341);
<Abl.:> ErschffTer. der; -s. -: jmd.. der etw. erschaffen hat;
Schöpfer: der E. der Welt (Gott); Erschaffung, die; -.
erschallen <st. u. sw. V.; ist): laut ertönen: lautes Gelächter,
eine Trompete erscholl/erschallte; die Chorknaben ....
deren Stimmen sonst zur Ehre Gottes erschallten (Thieß.
Legende 13); Der Ruf ..Freiheit und Ordnung!" erscholl
tausendfach (Erich Kästner. Schule 132).
erschaudern <sw. V.; ist) (geh.): von einem Schauder ergriffen,
gepackt werden: er erschauderte vor Entsetzen, Ehrfurcht;
bei dem Gedanken erschauderte sie; der bloße Gedanke
ließ ihn e.
erschaubar [es'Jauba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(dichter.): sich erschauen (1) lassend: Ich betrachtete es ohne
Scheu - als eine willkommene Bereicherung der -en Welt
(Jahnn.Geschichten 16S); erschauen <sw. V.; hat): 1.
(dichter.) a) [etw. Großes. Erhabenes] erblicken: Diesen Sohn
wirst du auch haben .... und soll dein Auge nicht auslaufen,
ehe du ihn erschaust (Th. Mann. Joseph 38S); b) mit
dem geistigen Auge%% wahrnehmen: Und der andere ( =
Champollion). der Ägypten noch nie gesehen hat. doch
das alte versunkene tausendmal schon im Geiste erschaute
(Ceram. Götter 116). 2. (landsch.) sehen, erblicken: sie
hat ihn sofort hinter dem Haus erschaut.
erschauern <sw. V.; ist) (geh.): von einem Schauer ergriffen,
überlaufen werden: vor Kälte, vor Entsetzen e.; die
plötzliche Stille ließ ihn e.; Julika erschauerte leicht bei
Kenntnisnahme der Auflage (Frisch. Stiller 149); um unter dem.
was sich draußen abspielte, noch zu e. (Apitz. Wölfe 281);
<subst.:> die (= die Offiziere)... diesmal nicht mehr
lachten, sondern ein wohliges Erschauern verspürten (Kuby.
Sieg 426).
erscheinen <st. V.; ist): l.a) sichtbar, wahrnehmbar werden,
sich zeigen: er erschien auf dem Bildschirm, in der Tür;
die Küste erschien am Horizont; b) sich im Traum, als
Vision o. ä. zeigen: Hamlet erscheint der Geist seines
Vaters; der Engel war Joseph im Traum erschienen; c) sich
einfinden, sich einstellen, wo man erwartet wird; auftreten:
als Zeuge vor Gericht e.; er erschien in Begleitung seiner
Frau; er ist heute nicht zum Dienst erschienen; (subst.:>
er dankte den Zuhörern für ihr zahlreiches Erscheinen.
2. herausgegeben, veröffentlicht werden: die Zeitschrift
erscheint monatlich; sein neuer Roman ist soeben erschienen;
(subst.:> das Buch war gleich nach [seinem] Erscheinen
vergriffen. 3. sich in bestimmter Weise darstellen: seine
Erklärung erscheint mir unverständlich, unglaubhaft; alles
erschien mir wie ein Traum; es erscheint uns nötig,
wünschenswert, daß ...; die Sache erscheint jetzt in anderem
Licht (stellt sich jetzt anders dar); er bemüht sich, ruhig
zu e. (zu wirken, einen ruhigen Eindruck zu machen); <Abl.: >
Erscheinung, die; -. -en: 1. wahrnehmbarer Vorgang: es
ist eine bekannte E.v daß ...; der Totalitarismus ist eine
spezifische E. des 20. Jahrhunderts; eine meteorologische
E. beobachten; krankhafte -en feststellen; *Fest der E.
des Herrn (christl. Rel.; Epiphanias): in E. treten (sichtbar,
erkennbar werden): jetzt sind seine wahren Absichten in
E. getreten. 2. durch ihr Äußeres, ihr Erscheinungsbild in
bestimmter Weise wirkende Persönlichkeit: er ist eine
glänzende, elegante, stattliche E.; in ihrer äußeren E./ihrer
äußeren E. nach (nach ihrem Äußeren) ist sie sehr
unauffällig. 3. Vision. Traumbild: sie hat -en; er starrte mich an
wie eine E.
Erscheinung»-: -blkl, das: Bild, die wesentlichen Merkmale
der äußeren Erscheinung: das E. der Stadt hat sich
gewandelt; jugendlich heißt die Parole für das E. unserer Zeit
(Herrenjoumal 3. 1966.42); ^fest. das: svw. tEpiphanias;
^form, die: äußere Form, in der etw. erscheint, sich zeigt:
die verschiedenen -en des Hasses; die besondere E. einer
Krankheit; -Jahr, das: Jahr der Veröffentlichung eines
Buches: das E. des Buches ist auf dem Titelblatt angegeben;
-lehre, die (Philos.): Lehre von den Erscheinungen (1).
Phänomenologie; M>rtf der: vgl. ^jahr; -tag, der: Tag des
Erscheinens einer Publikation: die Zeitschrift war vom E.
an ein voller Erfolg; -weise, die: 1. Art u. Weise, in der
etw. erscheint, sich darstellt: die verschiedenen -n ein und
desselben Vorgangs. 2. das Erscheinen einer Zeitung o. ä.
in einem bestimmten zeitlichen Abstand: eine wöchentliche
E.; E.: vierteljährlich; Mvelt, die: sinnlich wahrnehmbare
Welt der äußeren Erscheinungen; -zustand, der: Zustand,
wie er sich im Erscheinungsbild zeigt.
erschkhen (st. V.; hat) (ugs. abwertend; selten): sich durch
Schiebung. Betrügereien verschaffen: sich <Dativ) ein
Vermögen e.; um sich dann später seinen politischen
Generalsrang zu e. (Kantorowicz. Tagebuch I, 51).
erschießen <st. V.; hat): mit einer Schußwaffe töten: einen
Spion e.; er wurde standrechtlich, hinterrücks, auf der
Flucht erschossen; das verletzte Pferd mußte erschossen
werden; er hat sich [mit einer Pistole] erschossen; Ü die
gegnerische Mannschaft wurde regulär erschossen (Sport
Jargon; mit vielen Toren. Treffern besiegt): * erschossen
sein (ugs.: 1. am Ende seiner Kräfte, völlig erschöpft sein.
2. äußerst überrascht sein): <Abl.:) Erschießung, die; -.
-en: man forderte seine sofortige, standrechtliche E.. dazu:
ErschkOnngskommando, das: für die 28 Opfer wurde ein
E. zusammengestellt (Genet [Übers.). Totenfest 1%).
743
erschimmern
erschjmmern <sw. V.; ist) (geh.): zu schimmern beginnen:
die Berggipfel erschimmerten unter den Strahlen der
aufgehenden Sonne.
erschlaffen [es'Jlafn] <sw. V.): I. <ist) a) schlaff, kraftlos,
matt werden: seine Muskeln, seine Arme erschlafften; Ü
die Truppe ist abgekämpft, moralisch erschlafft; b) welk
werden: die erschlaffte Gesichtshaut massieren. 2. (selten)
schlaff inachen <hat>: Die herrschende Schwüle ... durfte
mich nicht e. (Th. Mann. Krull 105); <Abl.:> Erschlaffung,
die; -.
erschlagen <st. V.; hat): a) durch einen od. mehrere Schläge.
Hiebe töten: totschlagen: er wurde mit einem Hammer
erschlagen; der Vermißte wurde erschlagen aufgefunden;
er wurde vom Blitz erschlagen (von einem Blitzschlag
getroffen): Ü man hat ihn mit Beweismaterial förmlich
erschlagen (ugs.; erdrückt, so daß er von seiner Ansicht.
Meinung abrücken mußte): ich fühle mich total erschlagen
(ugs.; erschöpft, todmüde): nach der langen Reise waren
wir ganz erschlagen (ugs.; erschöpft): er war [wie]
erschlagen (ugs.; fassungslos, bestürzt), als er das hörte; b) durch
Herabstürzen töten: von herabfallenden Dachziegeln, von
einem Baum erschlagen werden; <Abl. zu a:> Erschlaffung,
die; -.
erschleichen <st. V.; hat) (abwertend): zu Unrecht, durch
heimliche, listige Machenschaften erwerben, durch
Schmeichelei od. Täuschung erlangen, sich verschaffen: sich (Dativ)
ein Amt. einen Vorteil, das Vertrauen eines Vorgesetzten
e.; du hast dir diese Erbschaft erschlichen; <Abl.:>
Erschleichung, die; -. -en <P1. ungebr.X
erschließbar [eg'Jfrsba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
erschließen lassend: -e Märkte; die Bedeutung des Wortes
ist ohne Kontext nicht e.; erschließen <st. V.; hat): l.a)
zugänglich machen: ein Reisegebiet durch Verkehrsmittel
e.; für ein Produkt neue Märkte e.; Baugelände e. (durch
Anlage od. Ausbau der Zugangswege, Kanalisation usw.
für die Bebauung vorbereiten): Ü jmdm. das Verständnis
einer Sache e.; Jmdm. ein Geheimnis, sein Herz e.; b)
nutzbar machen: neue Einnahmequellen. Bodenschätze e.
2. <e. + sich) a) (geh.) sich öffnen, aufbrechen: die Knospe,
die Blüte erschließt sich; b) zugänglich, verständlich werden:
diese Dichtung erschließt sich sehr schwer, nur dem
geduldigen Leser; c) (geh.) sich jmdm. offenbaren, anvertrauen:
du hast dich mir ganz erschlossen. 3. durch bestimmte
Schlußfolgerungen ermitteln: die Bedeutung eines Wortes
[aus dem Textzusammenhang] e.; etw. aus Andeutungen
e.; einen Urtext aus der Überlieferung e.; eine erschlossene
(Sprachw.; auf Grund bestimmter sprachlicher Gesetze
rekonstruierte, nicht belegte) Wortform; <Abl.:) Erschließung.
die; -. -en. dazu: ErschUeftingskosten <P1.): Kosten für
die bauliche Erschließung eines Grundstücks od. Geländes.
erschlossen [q?'Jbsnl: terschließen.
erschmeicheln <sw. V.; hat): durch Schmeicheln, Schmeichelei
erlangen, sich verschaffen: du hast dir diesen Posten, ihre
Gunst erschmeichelt.
erschmelzen <st. V.; hat) (Hüttenw.): durch
Schmelzverfahren gewinnen: 3 Millionen Tonnen Rohstahl e.; Eisen aus
Erz e.; <Abl.:> Erschm^lzung, die; -. -en <P1. ungebr.X
erschmkren <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): a) durch
leichtfertiges Verfassen von Schriften, Artikeln o.a. erlangen:
mit diesen Schundromanen hat er [sich] (Dativ) ein kleines
Vermögen erschmiert; b) durch Bestechung erlangen: du
hast dir mit Geld das Schweigen des Beamten erschmiert;
diese (= billige Beliebtheit) durch Bonbons. Schokolade
oder sonstige Bestechungsmittel zu e. (Zuckmayer.
Magdalena 44).
erschnappen <sw. V.; hat) (selten): durch Schnappen erlangen:
das Tier erschnappt seine Beute; U (ugs.:) er erschnappte
etwas von ihrem Duft (Jahnn. Geschichten 146).
erschnQrren <sw. V.; hat) (landsch. salopp): durch
unverfrorenes, aufdringliches Bitten (Schnorren) erlangen, erbetteln:
überall hatte er etwas erschnorrt; Die Handschriften ...
erschnorre ich mir im ..prominenten*' Freundeskreis (K.
Mann. Wendepunkt 406).
erschnappen) <sw. V.; hat) (selten): durch Schnuppern
wahrnehmen: einen zarten Duft von Parfüm e.
erschöpfbar [qj'JocfbarjJ <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
erschöpfen (1 a, b) lassend, nicht unerschöpflich: erschöpfen
<sw. V.; hat): l.a) vollständig verbrauchen, aufbrauchen,
restlos! aus/nutzen: seine Mittel. Kräfte. Reserven e.; der
Ackerboden, die Batterie ist erschöpft; alle Möglichkeiten
sind erschöpft; b) vollständig, in allen Einzelheiten
behandeln, erörtern: das Thema e.; der Stoff, die Problematik
läßt sich in so kurzer Zeit nicht e.; eine erschöpfende
(vollständige, alles erfassende) Auskunft; ein Thema
erschöpfend darstellen. 2. bis ans Ende der Kräfte ermüden,
anstrengen: die Strapazen haben ihn völlig, zu Tode
erschöpft; <auch e. + sich:) du erschöpfst dich durch deine,
mit deiner Arbeit; er erschöpfte sich in fruchtlosen
Bemühungen; in völlig erschöpfton Zustand; er war restlos
erschöpft; erschöpft zu Boden sinken. 3. <e. 4- sich) a)
nur in etw. bestehen, nicht über etw. hinausgehen: mein
Auftrag erschöpft sich darin, die Briefe zu registrieren;
seine Ausführungen erschöpften sich in der Feststellung,
daß...: b) nachlassen, aufhören: die Spannung, das
Interesse, meine Geduld erschöpft sich langsam; <Abl.:> ersdifrpf-
Ikh <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.; nur negiert od.
eingeschränkt) (selten): erschöpfbar: nicht -e. kaum -e Reserven;
Erschöpfung, die; -. -en <P1. ungebr.): 1. das Erschöpfen
(1): die E. aller Reserven. 2. durch übermäßige Anstrengung
hervorgerufene Ermüdung: die E. stand ihnen noch im
Gesicht geschrieben; bis zur totalen E. arbeiten.
Erschöpfung^: HPad, der er arbeitete bis zum höchsten
E.; ^krankheit, die: durch völlige Erschöpfung verursachte
Krankheit: ^pause, die: durch Erschöpfung notwendige
Pause: wenn in den Befreiungsversuchen eine E. eingetreten
ist (Lorenz. Verhalten 1.106); ^schlaf, der: er fiel in wenigen
Sekunden in einen tiefen E.; -tod.der: sterben
Bergkameraden durch die übermenschlichen Anstrengungen den E.
im Biwak (Eidenschink. Fels 124); ^zustand, der.
erschossen [eg'Jasn]: f erschießen.
'erschrecken <st. V.; ist): in Schrecken geraten, einen Schrek-
ken bekommen: heftig, zu Tode e.; erschrick bitte nicht,
wenn ....; ich erschrak bei dieser Nachricht, über seine
Worte, vor ihm; ein erschrockenes Gesicht machen; ich
war zutiefst, ehrlich erschrocken, als ich das hörte;
erschrocken zurückweichen; (subst.:) das Erschrecken, das
mich packte; 2erschr^cken <sw. V.; hat): in Schrecken
versetzen: jmdn. heftig e.; erschrecke ihn nicht!; sein Aussehen
erschreckte mich, hat mich erschreckt; die Explosion
erschreckte die Bevölkerung; die Seuche nirfimt
erschreckende Ausmaße an; ein erschreckendes Beispiel; sie sieht
erschreckend blaß aus; die Tauben flogen erschreckt auf;
3erschr^cken. sich <sw. u. st. V.) (ugs.): in Schrecken
geraten: wie habe ich mich [darüber] erschreckt/erschrocken!;
erschrecklich <Adj.) (veraltet): schrecklich: wie e. der Feind
auch immer toben mochte (K. Mann. Wendepunkt 420);
(altertümelnd scherzh.:) das sind ja -e Geschichten!
erschreien <st. V.; hat) (landsch.): durch Schreien erreichen:
er stand so weit entfernt, daß er nicht zu e. war.
'erschrocken [e?'Jn>kn]: t 'erschrecken; 2erschrocken [-1: t
Erschrecken; Erschrockenheit, die; -: Zustand des Erschrok-
kenseins. Erschrecktseins: ihr Gesicht verriet äußerste E.;
erschröcklkh [ec'Jnoekh^] <Adj.) (altertümelnd scherzh.):
svw. f erschrecklich.
erschürfen <sw. V.; hat) (selten): (Bodenschätze) durch
Schürfen ermitteln, entdecken (u. fördern):
Erdölvorkommen. Kohlenlager e.; hier wurden Milliarden Kubikmeter
Erdgas erschürft.
erschüttern [e^'jYtBn] <sw. V.; hat) [frühnhd.. zu mhd.
erschütten, ahd. irscutten]: l.a) in zitternde, wankende
Bewegung bringen: ein Erdbeben erschütterte die Stadt; die
Luft wurde von einer Detonation erschüttert; Ü schwere
Unruhen erschütterten den Staat; b) in Frage stellen: einen
Beweis e.; dieser Vorfall hat sein Ansehen erschüttert;
mein Glaube, meine Überzeugung, mein Vertrauen ist
erschüttert. 2, im Innersten bewegen, ergreifen: der Tod
des Freundes hat ihn tief erschüttert; ihn kann so leicht
nichts e. (ugs.; aus der Fassung bringen): eine erschütternde
Nachricht. Szene; das Resultat ist nicht gerade
erschütternd (ugs.; ist nur von geringer Bedeutung): über etw.
tieferschüttert sein; <Abl.:> Erschütterung, die; -. -en: l.a)
heftig rüttelnde Bewegung: eine starke E. des Erdbodens;
durch die ständigen -en haben sich Risse in der Wand
gebildet; U der Staat hat eine schwere E. durchgemacht;
b) das Infragestellen: die E. meines Vertrauens. 2. tiefe
Ergriffenheit: eine schwere seelische E.; seine E. kaum
verbergen können; seine E. über etw. zeigen; sein Tod
löste allgemeine, tiefe E. aus; stumm, weinend vor E.
stand er da.
erech^ttef«igs-,Ej^ch^tterungs-(Erschütteriing 1 a): ^anflt-
744
erst
tig <Adj.>: anfällig für Erschütterungen: der provisorische
Aufbau ist sehr e.; ^fest <Adj.): durch Erschütterungen
nicht zu bewegen, beständig gegen Erschütterungen: das
Uhrwerk ist e. konstruiert; ^frei <Adj.; o. Steig.): ohne
Erschütterung: der Tonarm des Plattenspielers hebt sich
völlig e.; -sicher <Adj.): vgl. ^fest; -welle, die: durch
ein Erdbeben ausgelöste Welle der Erschütterung des
Erdbodens.
erschweren [E?'JVe:r3n] <sw. V.; hat): a) (durch Widerstand.
Hindernisse o. ä.) schwierig, mühevoll machen: Glatteis
erschwert das Fahren; Nebel erschwert die Orientierung;
dein Verhalten erschwert es mir. dir zu helfen: Sie haben
mir heute abend das Herz ein wenig erschwert (geh.;
schwergemacht): aber ich bin Ihnen nicht böse (R. Walser.
Gehülfe 147); Eine Verfassung ist das ... in einer Urkunde
festgelegte, nur unter erschwerten Bedingungen
abänderbare Grundgesetz eines Staates (Fraenkel. Staat 330);
erschwerende (Jur.; strafverschärfende) Umstände; das
kommt noch erschwerend hinzu (das macht die Sache
noch schlbnmer); b) Schwierigkeiten bei etw. bereiten: sie
hat uns die Arbeit sehr erschwert; werde ich alles
daransetzen. Ihnen Ihre Laufbahn zu e. (H. Mann. Unrat 37);
du erschwerst dir unnötig deine Aufgabe; c) <e. + sich)
schwerer, schwieriger werden: Dann freilich erschwerte sich
die Aufgabe (Hauptmann. Schuß 57); <Abl.:> Erschwernis«
die; -. -se: etw.. was etw. anderes erschwert: (zusätzliche!
Schwierigkeit: seine Unnachgiebigkeit ist eine große E.
für unsere Verhandlungen, dazu: Ersdmernfaulage« die:
Lohnzuschlag für besonders schwere Arbeit od.
Schichtarbeit; Erschwerung, die; -. -en: das Erschweren: die E. einer
Aufgabe.
erschw|ndeln <sw. V.; hat): durch Schwindeln. Betrug o.a.
erlangen: du hast [dir] eine Menge Geld von gutgläubigen
Leuten erschwindelt.
erschwingbar [e? Jvmba:?]: seltener für terschwinglich;
erschwingen <st. V.; hat) [mhd. erswingen = im Schwung
erreichen! (selten): (eine hohe Summe für etw.) aufbringen,
bezahlen: sich (etw. Kostspieliges) leisten: daß sie nicht
einmal eine Konsultation bei Frau Herzogenbuchsee zu
e. vermochte (A. Kolb, Daphne 59); Nun habe ich doch
mal die schöne teure Gastkarte für euch erschwungen,
jetzt muß sie auch ausgenutzt werden (Baum. Paris 29);
erschwinglich <Adj.; nicht adv.): sich erschwingen,
aufbringen lassend; finanziell zu bewältigen: kaum -e Preise; die
Kosten für einen Urlaub sind dort noch e.; <Abl.:)
Erschwinglichkeit, die; -.
ersehen <st. V.): 1. (hat) a) entnehmen, schließen: aus den
Akten läßt sich nichts e.; ich ersehe daraus, daß du
verzichtest; b) (selten) etw. Sichbietendes erkennen: er ersah eine
Gelegenheit, seinen Vorteil. 2. * Jmdn.» etw. nicht e. können
(landsch.; jmdn.. etw. nicht ausstehen, nicht leiden können).
3. (veraltet) ausersehen, erwählen <hat): das Schicksal hatte
ihn zu Höherem ersehen; daß der Herr sich <Dativ) schon
e. werde ein Schaf (Th. Mann. Joseph 105).
crseaeln <sw. V.; hat): beim Segeln, in einer Regatta erringen,
gewinnen: eine Medaille e.
ersehnen <sw. V.; hat) (geh.): herbeisehnen, sehnlichst
wünschen: etw. heiß e.; ich ersehne mir einen Enkel; der ersehnte
Augenblick war gekommen.
ersessen [eg'zEsn]: f ersitzen.
ersetzbar [qg'zEtsba:?] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): sich
ersetzen lassend: Jeder Mitarbeiter ist e.; <Abl.:>
Ersetzbarkeit, die; -; ersetzen <sw. V.; hat): l.a) für jmdn.. etw.
Ersatz schaffen; jmdn.. etw. an die Stelle von jmdm.. etw.
setzen: alte Reifen durch neue e.; in jeder Mannschaft
einen Spieler e.; bis zu einem gewissen Grade läßt sich
Talent durch Fleiß e.; b) für jmdn.. erw. ein Ersatz sein;
an die Stelle von jmdm.. etw. treten: den Verstorbenen
wird niemand leicht e. können; sie ersetzt dem Kind die
Mutter. 2. erstatten, wiedergeben, für etw. Ersatz leisten:
einen Schaden, jmdm. seine Auslagen e.; die Fahrtkosten
werden ersetzt; <Abl.:) ers^tzlich <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.; nur negiert od. eingeschränkt) (selten): svw. f
ersetzbar: kaum -e Verluste; Ersetzung, die; -. -en.
ersichtlich <Adj.; o. Steig. >. für den Intellekt deutlich
erkennbar: ohne -en Grund; die Vorteile sind klar e.; es ist
nicht e.. was er gemeint hat; hieraus ist e. (kann man
ersehen), daß ...; es machte ihm e. Mühe zu bleiben; man
hat uns e. (augenscheinlich, offensichtlich) belogen.
ersksen <sw. V.; hat) (geh.. selten): durch Sieg erlangen.
ersinnen <st. V.; hat): durch Singen erwerben, erlangen: ich
habe [mir] einen Preis ersungen; sie ersang sich einige
Millionen Mark.
ersinnen <st. V.; hat) (geh.): durch Nachsinnen finden, /sich/
ausdenken: eine Geschichte. Verse e.; eine Ausrede, Lüge
e.; der Plan ist raffiniert ersonnen; <Abl.:> ersinnlich <Adj.;
0. Steig.; nur attr.) (veraltet): sich ersinnen lassend,
erdenklich: auf jede/alle nur -e Art und Weise.
ersitzen <unr. V.; hat): 1. (abwertend) durch Sitzen, durch
bloße Anwesenheit erwerben: er hat sich <Dativ> seine
Beförderung nur ersessen; in der Beamtenlaufbahn
ersessene Kenntnisse (Tucholsky. Werke II. 103). 2. Cur.) durch
langjährigen gutgläubigen Besitz od. entsprechende
Nutznießung erwerben: sein Grundbesitz ist ersessen; dank
ersessener Rechte (A. Zweig. Grischa 75); (Abi. zu 2:) Ersitzung«
die; -. -en. dazu: Ersitzungszeit, die.
ersQrgen <sw. V.; hat) (Schweiz.): mit Sorge erwarten: jmds.
Heimkehr e.
erspähen <sw. V.; hat) (geh.): durch Spähen, suchendes
Schauen zu sehen bekommen: Wild, den Feind [in der Ferne!
e.; ich erspähte sie unter den Gästen; U eine günstige
Gelegenheit, einen Vorteil e. (entdecken).
ersparen <sw. V.; hat): 1. durch Sparen zusammentragen,
erwerben: einen Notpfennig e.; ich habe mir ein Häuschen
erspart; erspartes Geld; <subst. 2. Part.:) von seinem
Ersparten leben. 2. (Unangenehmes, eine Mühe o.a.) von
jmdm. fernhalten; jmdn. mit etw. verschonen: jmdm. eine
Aufregung. Ärgere.; diesen Vorwurf kann ich Ihnen nicht
e.; ihm ist nichts (keine Mühe, kein Unglück) erspart
geblieben; es bleibt einem [aber auch] nichts erspart (ugs.;
man muß auch das noch auf sich nehmen); diesen Umweg
hättest du dir e. können; diese Vorrichtung erspart
(erübrigt) viel Arbeit; <Abl.:> Ersparnis, die; -. -se: 1. österr.
auch: das; -ses. -se (meist PI.) ersparte Summe: er besitzt
beträchtliche -se; seine -se abheben, angreifen,
aufbrauchen, verlieren; er hat die alten Leute um alle ihre -se
gebracht. 2. Einsparung: eine beträchtliche E. an Arbeit.
Kosten; eine E. von 15 Minuten.
Ersparnis-: -gründe <P1.): sein Auto aus -n verkaufen; -kas-
se, die (Schweiz.): Sparkasse; Mnaßnahme, die: die
Abschaltung des Stroms war eine reine E.
Ersptfung* die; -: Subst. zu f ersparen.
erspielen <sw. V.; hat): durch Spielen gewinnen, erlangen:
du hast [dir] beim Tennis, beim Klavierwettbewerb einen
guten Platz erspielt; Pamela, die sich am Stadttheater ...
ihre ersten Lorbeeren erspielte (K. Mann. Wendepunkt
137); die erspielten Preise wurden für wohltätige Zwecke
gespendet. -
erspjmen <st. V.; hat) (Technik): (Kunstfasern) unter
Verwendung von Spinndüsen herstellen.
ersprfcften <st. V.; ist) (geh.): svw. thervorsprießen: neue
Knospen sind ersprossen; zartes Grün ersprießt aus der
Erde; Ü daraus wird nichts Gutes e.; ersprießlich <Adj.)
[zu veraltet ersprießen = von Nutzen sein] (geh.): twtzbrin-
gend, fruchtbar: eine -e Zusammenarbeit; was wir hier
tun. ist nicht sehr e.. dazu: Ersprießlichkeit, die; -: hielten
Unlust und Zweifel an der E. meiner Unternehmung mich
ab (Th. Mann. Krull 73).
erspr|ngen <st. V.; hat): durch Springen erlangen, erzielen:
die skandinavischen Skispringer haben [sich (Dativ» große
Erfolge, die ersten Plätze ersprungen.
erspürbar [e^Jpy:?ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten):
sich erspüren lassend:... sagte der Hauptwachtmeister mit
überraschend feiner und daher von Hauptmann Witterer
nicht -er Ironie (Kirst. 08/15. 447); erspüren <sw. V.; hat)
(geh.): a) gefülilsmäßig erfassen, erkennen, wahrnehmen:
jmds. Begabung, Zuneigung e.; ich erspürte so etwas wie
Mißtrauen bei ihr; Wieviel kann er von ihren geheimen
Schlichen, ihren Verstrickungen e. (A. Kolb. Schaukel
117); b) durch Tasten erfühlen: Bald fingerte ich darauf
(= Musikinstrument) herum, erspürte Töne und Intervalle
(Hagelstange. Spielball 108).
ersparten <sw. V.; hat): durch einen guten Spurt erlangen,
erzielen: du hast [dir] im 100-Meter-Lauf den Sieg
erspurtet; sich <Dativ) eine Medaille e.
erst [e.'Bst] <Adv.) [mhd. er(e)st. ahd. erist, Sup. zu Teher]:
1. zuerst, zunächst: e. kommst du an die Reihe, dann
die anderen; sprich e. mit dem Arzt; komm e. einmal
zu mir. ehe du ...; (abgeschwächt:) wenn du e. einmal
so alt bist wie ich; wäre ich doch e. zu Hause!; der muß
745
erst...
e. noch geboren werden, der das kann. 2.a) nicht eher
als: die Rundfunksendung hat eben e. angefangen; er kam
e. um 10 Uhr; er kam e.. als alles vorbei war; b) nicht
mehr als: er ist c. 10 Jahre alt; ich habe e. einige Seiten
gelesen; er hat e. halb soviel bekommen wie du. 3.
(steigernd, verstärkend:)er ist schon frech, aber e. sein Bruder!;
was wird er e. dazu sagen!; nun e. recht! (nun gerade!);
diese Nachteile und e. noch (Schweiz.; noch obendrein,
zudem [noch]) in dieser Vielzahl; erst... [-] «Drdinalz, zu
f eins) [t erst] (als Ziffer: 1.): a) in einer Reihe od. Folge
den Anfang bildend: der erste von rechts; die ersten beiden
(einer Gruppe); die beiden ersten (von zwei Gruppen);
du bist nicht der erste, der das sagt (das haben vor dir
schon andere beanstandet o. ä.); als erstes (zuerst) möchte
ich bemerken, daß ...; zum ersten, zum zweiten, zum
dritten! (Ruf des Auktionators bei Versteigerungen): das erste
Grün; den ersten Schritt zur Versöhnung tun; er hat seine
erste Liebe geheiratet; den ersten Zug haben (bei einem
Brettspiel als erster ziehen); die Meldung steht auf der
ersten Seite; Liebe auf den ersten Blick; bei der ersten
(nächsten) Gelegenheit; einen Prozeß in erster Instanz
verlieren; im ersten Stock wohnen; im ersten Rang
gewinnen; der Brief kam mit der ersten Post; zum ersten
Mal[el; Verbrennungen ersten (leichtesten) Grades; der
erste/Erste Weltkrieg; der Erste Mai (Demonstration^
u. Feiertag der internationalen sozialistischen
Arbeiterbewegung); <subst.:) am Ersten [des Monats]; *fiirs erste
(zunächst, vorläufig): der, die, das erste beste (der, die. das
zunächst sich anbietende...;: bei der ersten besten
Gelegenheit; b) nach Rang u. Qualität an der Spitze stehend: eine
erste Kraft; das erste Hotel am Platze; eine Fahrkarte
erster Klasse; erster Klasse fahren; Strümpfe erster Wahl
(bester Qualität); (ugs.:) er gehört zur ersten Garnitur;
<subst.:> der Erste (Beste) der Klasse: er ging als Erster
(als Sieger) durchs Ziel; beim Training spielte die Reserve
gegen die Erste (Sport Jargon; erste, beste Mannschaft
des Vereins): * Erster von hinten (Jugendspr. scherzh.;
Letzter, Schlechtester).
erst-. Erst-: -aufführen <sw. V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part,
gebr.): ein neu einstudiertes dramatisches od. musikal.
Bühnenwerk od. einen Film an einem bestimmten Ort od. Theater
zum ersten Mal aufführen: die Sinfonie wurde in der
Berliner Philharmonie erstaufgeführt, dazu: -auffühnmg, die:
die deutsche E. dieses französischen Films; -aufläge, die:
erste Auflage eines Buches o.a.; -ausgäbe, die: l.a) erste
Veröffentlichung eines gedruckten Werkes als selbständiges
Buch; b) Exemplar einer Erstausgabe (1 a): er hat zahlreiche
-n in seiner Bibliothek. 2. erste Ausgabe einer bestimmten
Briefmarke, zu 2: -ausgabetag, der: Gefälligkeitsstempe-
lungen werden bis zu acht Wochen nach dem E.
vorgenommen (Welt 9. 11. 65. 11); -ausrüster. der (Wirtsch.): vgl.
-Ausrüstung: Jedes namhafte Reifenwerk, das zu den -n
der deutschen Automobilindustrie zählt, bemüht sich um
... (Auto 8.1965.48); -ausnistung, die: erste, ursprüngliche
Ausrüstung (z. B. im Gegensatz zu den Ersatzteilen eines
Autos); -ausstattung, die: anfangliche Ausstattung: die E.
einer Wohnung; die E. für ein Baby kaufen; -ausstrahkmg.
die: die E. einer Rundfunksendung; -bereifimg, die: das
Auto war mit einer minderwertigen E. ausgestattet; -besitz,
der: gut erhaltener Wagen aus E. (erster Hand) zu
verkaufen !; -b^ste <Adj. > in der Verbindung der, die, das erstbeste
(der, die, das erste beste): sie ... griff nach der erstbesten
Waffe (Kranz, Märchenhochzeit 17); mit einer Person
..." „Die aber nicht die erstbeste sein dürfte" (Th. Mann.
Krull 281); -besteigung.die (Bergsteigen): die E. des
Montblanc; -druck, der: erster Abzug eines gedruckten Werkes
(Korrekturabzug od. Probedruck); ^ersteiger, der
(Bergsteigen): jmd., der einen sehr hohen, schwer zu ersteigenden
Berg als erster erstiegen hat; -erwähnt <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): vgl. -genannt; -erwerb, der: erster Erwerb einer
bestimmten Sache durch jmdn.. dazu: --erwerber, der: jmd..
der eine bestimmte Sache als erster erwirbt od. erworben
hat: er war der E. dieses Grundstücks; -fahrt, die: erste
/eröffnende, einweihende/ Fahrt: an der E. der neuen
Seilbahn teilnehmen; -film, der: erster Film eines Regisseurs
o.a.; Erstlingsfilm; -flug, der: vgl. ^fahrt; -gebärende,
die (Med.): Frau, die ihr erstes Kind zur Welt bringt;
^geboren <Adj.; o. Steig.; nur attr.): als erstes Kind in einer
Geschwisterreihe geboren: der -e Sohn. <subst.:> -geborle]-
ne, der, die. das; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete); -gebot.
das: erste für etw. gebotene Summe bei einer Versteigerung:
100 DM waren das E. für diese Zeichnung; -geburt, die:
1. svw. Ngeborene. 2. <o. PI.) (Jur.) besonderes Vorrecht
des erstgeborenen Kindes in der Erbfolge: Indem er dem
Bruder die E. ... abtrat (Th. Mann. Joseph 136); R dafür
würde ich meine E. [her]geben, verkaufen (dafür würde
ich sehr viel geben), dazu: -geburtsredit.das: svw. T -geburt
(2); -gemeldet <Adj.; o. Steig.; nur attr.): zuerst gemeldet;
-genannt <Adj.; o. Steig.; nur attr.): an erster Stelle in
einer Reihenfolge genannt: die beiden -en Namen. <subst.:)
der Erstgenannte jeder Gruppe; -Impfung, die (Med.):
erste Impfung gegen eine bestimmte Krankheit; -instanz,
die (Jur.): erste Instanz, dazu: -instanzlidi <AdJ.; o. Steig.;
nicht präd.) (jur.): die erste Instanz betreffend, durch die
erste Instanz ergangen: das -e Urteil anfechten;
-Jännerbrauch, der (österr.. auch südd.. Schweiz.): Neujahrsbrauch;
-klaß- (Schweiz.): 1. [inj der ersten Schulklasse, z. B. Erst-
klaßdiktat. -lehrer. 2, der ersten Leistungsgruppe. Qualität.
IGrößen!Ordnung, z. B. Erstklaßhaus. -hotel. -wagen, -ab-
teil ( Erster-Klasse-Abteil). -Straße (Straße erster
Ordnung); -klÄsser [...kiese], der; -s. - (md.): svw. t-kläßler;
-klassig <Adj.; o. Steig.): a) ausgezeichnet, hervorragend,
vorzüglich: ein -er Koch; das Hemd ist e. [gearbeitet];
b) <nicht adv.) (Sport) in der ersten (höchsten) Spielklasse
spielend: der Verein wird alles tun. um e. zu bleiben,
dazu: ^Massigkeit, die; -; -klaßler (landsch.. bes. österr.).
-kläßler, der; -s. - (südd.. Schweiz.): Schüler der ersten
Klasse; -kommunikant, der (kath. Rel.): jmd.. der erstmals
die Kommunion (1) empfängt; -kommunikantin, die: w.
Form zu t-kommunikant; -kommunion, die (kath. Rel.):
erster Empfang der Kommunion (1). dazu: -kommunionstag,
der; -malig <Adj.; o. Steig.; nur attr.): zum ersten Mal
geschehend, vorkommend, stattfindend: die -e Aufführung
eines Stücks, dazu: -raaligkeit, die; -; -mals <Adv.): zum
ersten Mal: der Versuch ist uns e. gelungen; -milch, die
(Med.): milchähnliche Absonderung vor u. kurz nach der
Entbindung; -placierte, (eingedeutscht:) -plazierte, der u.
die; -n. -n <Dekl. tAbgeordnete) (Sport): jmd.. der bei
einem Wettbewerb den ersten od. einen der ersten [drei
Plätze erreicht hat; -rangig [...ranw?] <Adj.; o. Steig.):
a) ersten Ranges, vordringlich, sehr wichtig: ein -es
Problem; eine -e Aufgabe; b) svw. f-klassig (a): er ist ein
-er Sprinter; c) <nicht adv.) (von Hypotheken) im
Grundbuch an erster Stelle stehend, eingetragen, dazu: -rangig-
keit, die; -; -recht, das: Vorzugsrecht; -risikoversichenmg,
die (Wirtsch.): Versicherung, bei der im Schadensfall bis
zur Höhe der Versicherungssumme Entschädigung geleistet
wird; -satz. der <o. PL): vgl. -druck; -semester, das:
Student/ inj im ersten Semester: -Sendung, die: erste
Ausstrahlung einer bestimmten Rundfunk- od. Fernsehsendung;
-stellig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. t-rangig (c):
-stimme, die (Bundesrepublik Deutschland): Stimme, die
der Wählerbeiden Wahlen zum Bundestag für einen
Kandidaten in seinem Wahlkreis abgibt; -tagsbrief, der (Philat.):
zum ersten Tag der Gültigkeit neuer Briefmarken
herausgegebener, mit den abgestempelten Marken versehener
Schmuckumschlag (auch Postkarte), dazu: -tagsfbrieflum-
schbg, der (Philat.); -tagsstempel, der (Philat.):
besonders gekennzeichneter Poststempel, der am Erscheinungstag
neuer Briefmarken verwendet wird u. das Datum des
Erscheinungstages trägt; -verkaufstag, der: erster Tag. an
dem etw. (meist ein Buch) verkauft wird; -veröffentlichen
<sw. V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): erstmals
veröffentlichen: die Erzählung ist in deutscher Sprache
erstveröffentlicht worden, dazu: -Veröffentlichung, die; -versorgen
<sw. V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.) (selten): jmdm.
Erste Hilfe leisten: der Verletzte konnte nur notdürftig
erstversorgt werden, dazu: -Versorgung, die: die E. von
Unfallverletzten; -verstorbene, der u. die: (meist von
Ehepartnern) der zuerst Verstorbene; -wagen, der: am
häufigsten benutzter (meist auch repräsentativster) Wagen eines
Besitzers od. einer Familie: er fährt als E. einen Mercedes,
während sich seine Frau mit einem kleinen Zweitwagen
begnügt; -Wähler, der: jmd.. der auf Grund seines Alters
zum ersten Mal wählen darf: von denen die CDU sich
was verspricht: die Jungwähler, unter ihnen 480 000 E.
(Spiegel 14.1976.28); -Zulassung, die (Kfz.-W.): erstmalige
Zulassung: Vorfuhrwagen, E. 1975, zu verkaufen.
erstarken [6?JtarknJ <sw. V.; ist) (geh.): (wieder) an Stärke
gewinnen, stark, stärker werden: die liebevolle Pflege licB
746
erstrebenswert
ihn bald wieder e.;... seine erstarkten Arme und Schenkel
zu sehen, seine tiefer atmenden Lungen (Hagelstange.
Spielball 20); U Dr. Sämig war erstarkt im Glauben an
die Richtigkeit ... seiner ... Diagnose (Kirst. 08/15. 262);
erstarkende Gewerkschaften; eine wirtschaftlich ungemein
erstarkte führende Schicht der Bevölkerung (Thieß, Reich
457); <subst.:> Die Krisen und Kriege unseres Zeitalters
schufen die Basis für das Erstarken des Kommunismus
(Fraenkel. Staat 168); <Abl.:> Erst«rkung, die; -.
erstarren <sw. V.; ist): l.a) starr, fest, hart werden: die
glühende Masse erstarrt sehr schnell: das Wasser erstarrt
zu Eis; erstarrte Lava; Ü der grauenhafte Anblick ließ
ihm das Blut in den Adern e.; b) (geh.) jedes Leben verlieren
u. sich auf etw. reduzieren: ihre Briefe erstarrten zur bloßen
Form; das gesellschaftliche Leben war in Konventionen
erstarrt. 2. / vor Kälte! steif, unbeweglich werden: er war
in dem schneidenden Wind fast zu Eis erstarrt; erstarrte
Glieder. 3. plötzlich eine starre, unbewegte Haltung
annehmen u. darin verharren: vor Schreck, vor Entsetzen e.;
sie erstarrten in Ehrfurcht (wurden von großer Ehrfurcht
ergriffen): das Lächeln erstarrte (wurde starr) auf seinen
Lippen; <Abl.:) ErstpTtheit, die; -; Erstarrung, die; -: 1.
das Erstarren, Starrwerden: die E. der Lava, der Fronten,
der Glieder; Ü die E. in der. zur Konvention. 2. Starrsein,
Starrheit, Reglosigkeit: sich aus seiner E. lösen.
erstatten[e?'JtatnJ<sw. V.; hat) [zu tStatt]: 1. (von Unkosten
o.a.) zurückzahlen, ersetzen, vergüten: alle Auslagen.
Unkosten werden erstattet; die Firma erstattete ihm das
Fahrgeld. 2. als Funktionsverb bes. in der Amtsspr.
nachdrücklicher als das dem Verbalsubstantiv zugrundeliegende
Verb: gegen jmdn. Anzeige e. (jmdn. anzeigen): Jmdm.
Bericht überetw. e. (Jmdm. etw. sachlich berichten):
Meldung e. (etw. offiziell melden): <Abl.:) Erstattung, die;
-. -en.
erstaunen <sw. V.): 1. in Staunen, Verwunderung versetzen
(hat): ihr Verhalten hat mich sehr erstaunt; das erstaunt
mich nicht weiter (das wundert mich gar nicht). 2. in
Staunen. Verwunderung geraten <ist>: (veraltend:) sie erstaunte
über diesen Bericht; <noch im 2. Part.:) ich bin sehr erstaunt
darüber; erstaunte Blicke; Jmdn. erstaunt ansehen; baß
erstaunt sein (scherzh.; sehr verwundert sein): (selten e.
+ sich:) ich habe mich sehr darüber erstaunt; <subst.:>
Erstaunen, das; -s: jmdn. in E. [ver]setzen; zu meinem
[großen, größten] E. ist er noch hier; erstaunenswert,
(seltener): erstaunenswürdig <Adj.): svw. f erstaunlich;
erstaunlich <Adj.>: 1. Staunen [u. Bewunderung] erregend: eine
-e Begebenheit. Leistung; eine -e (merkwürdige)
Geschichte; es ist e.. wie er das macht; <subst.:> er hat Erstaunliches
geleistet; das erstaunliche (erstaunlich) ist. daß ... 2.a)
<nur attr.) sehr groß: das Gelände hat -e Ausmaße; b)
(intensivierend bei Adj. u. Verben:) sehr: sie sieht e. Jung
aus; er läuft e. schnell; er hat sich seine Fähigkeiten e.
verbessert, dazu: erstaunlidierwfifee <Adv.): e. hat er die
Prüfung doch bestanden; Erstauntheit, die; -: das
Erstauntsein: seine E. kaum verbergen können.
erstachen <st. V.; hat): durch einen od. mehrere Stiche töten:
jmdn. mit einem Messer, einem Dolch e.
erstehen <unr. V.): I. (geh.) auferstehen: von neuem entstehen
Ost): Vergangenes ersteht zu neuem Leben; das zerstörte
Schloß war wieder in alter Pracht erstanden. 2. (geh.)
entstehen <ist): aus diesem Vorfall sind Schwierigkeiten
erstanden; daraus werden uns nur Unannehmlichkeiten
e. 3. 'mit Glück od. Mühe] käuflich erwerben <hat>: er
hat in letzter Minute noch drei Eintrittskarten erstanden;
<Abl. zu 3:> Ersteher, der. -s. -: jmd.. der etw. ersteht
od. erstanden hat: Erstehung, die; -.
Erste-Hjlfe-Ausrüstung, die; -. -en: Ausrüstung für Erste
Hilfe: Erste-HjKe-Leistung, die; -. -en: das Leisten der Ersten
Hilfe.
ersteigbar [eg'Jtaikba:^] <Adj.; nicht adv.): sich ersteigen
lassend, dazu: Ersteigbarkeit, die; -; ersteigen <st. V.; hat):
a) bis zum höchsten Punkt von etw., auf etw. steigen: eine
Treppe e.; b) bis zum höchsten Punkt von etw., auf etw.
klettern, erklettern: eine Mauer e.; wir erstiegen den Berg
in vier Stunden; Ü er hat die höchsten Stufen des Ruhms
erstiegen, dazu: ErsteJaer, der; -s. -: jmd., der einen sehr
hohen Berg erstiegen hat.
ersteigern <sw. V.; hat): bei einer Versteigerung erwerben:
auf einer Auktion ein Gemälde, einen Barockschrank e.;
<Abl.:> Ersteigerung, die; -. -en.
Ersteigung, die; -, -en: das Ersteigen: die E. des Mount
Everest 1953 durch Hillary und Tensing.
erstellen <sw. V.; hat) (Papierdt.): 1. bauen, errichten: ein
Gebäude, Wohnungen e.; das Stadion wurde aus
Landesmitteln, mit Unterstützung des Bundes erstellt; etw. fertig
e. (Schweiz.; fertigstellen). 2. anfertigen, ausarbeiten: ein
Gutachten, einen Plan e. 3. (Schweiz.) herstellen, zustande
bringen: ein Werk e.; Gewißheit e. (erbringen): (in
verblaßter Bedeutung:) einen Antrag e. (stellen); <Abl.:) Erst^ller,
der; -s. -: der E. dieser Gebäude; Erstellung, die; -. -en
<P1. ungebr.). dazu: Erstellungskosten <P1.X
erstemal (Zusschr. als Adv.) in den Fügungen: das e.; beim,
zum erstenmal; erstens ['e.gstns] <Adv. >: als erstes, an erster
Stelle: e. habe ich kein Geld, zweitens keine Zeit, und
drittens bin ich zu müde; e. möchte ich sagen, daß ....
dann ...
erster... ['e:gstB...; Komp. zu terst...]: der. die das
erstgenannte (von zweien): er hatte zwei Töchter. Elke und
Silke, erstere heiratete, letztere blieb ledig; man kann baden
oder Spazierengehen, ich ziehe das erstere vor; Erstelr]-
Ktysse-Abteil, das; -[e]s. -e; ErsteM-Ktysse-Waaen, der; -s.
-: Eisenbahnwagen mit Abteilen erster Klasse.
ersterben <st. V.; ist) (geh.): 1. langsam, allmählich aufhören:
die Flamme erstirbt (hört langsam auf zu brennen): die
Unterhaltung erstarb; das Lächeln erstarb auf seinen
Lippen; Einmal fängt die Stimme des Mädchens zu singen
an. aber da ist die Übermacht der Finsternis, und der
Ton erstirbt ihr (Goes. Hagar 56). 2. (selten) sterben,
vergehen: ein Geschlecht erstirbt; Ü Doch war in der großen
Horstkantine unten das Leben noch nicht erstorben (Gai-
ser. Jagd 20);... daß die Weihnachtsgefühle der Menschen
noch nicht erstorben waren (Mehnert. Sowjetmensch 206);
(veraltet; in Briefschlüssen:) ich ersterbe in Ehrfurcht Ihr
Diener...
ersticken <sw. V.) [1: mhd. ersticken, ahd. irsticken. eigtl.
wohl = mit dem Atem steckenbleiben; 2: mhd. er stecken,
zu f stecken]: 1. durch Mangel an Luft, Sauerstoff sterben
<ist): er wäre fast an dem Bissen erstickt; er erstickte
in dem engen Behälter; sie erstickte fast vor Lachen (mußte
übermäßig lachen); <subst.:)die Luft ist hier zum Ersticken;
Ü in Arbeit e.; er erstickt noch im Geld (ugs.; er ist sehr
reich laber nicht sehr freigebig!)', ein ersticktes
(unterdrücktes) Schluchzen. Gelächter. 2. <hat> a) durch Entzug der
zum Atmen benötigten Luft töten: sie erstickte den Säugling
mit einem Kissen; es ist erstickend heiß; Ü einen Aufstand
im Blut e. (blutig niederschlagen); eine von Tränen erstickte
Stimme; b) löschen: die Flammen mit Sand, mit einer
Decke e.; <Abl.:> Erstickung, die; -.
Ersticktaigs-: -anfall, der; -gefahr, die; -tod, der: den E.
sterben.
erstlich <Adv.) (veraltend): svw. Terstens; Erstling, der; -s.
-e: 1. erstes Werk eines Künstlers: dieser Roman, dieser
Film ist sein E. 2. (selten; bibl.) erstes Kind eines Ehepaares:
..Denn du warst Isaak, mein Spätling und E. ..." (Th.
Mann. Joseph 105). 3. (selten) die ersten Früchte des Jahres:
mit ein paar der köstlichen -e (= Erdbeeren) zu überreichen
(H. Grzimek. Tiere 24). 4. (Boxen) Boxer, der noch nicht
öffentlich gestartet ist.
Erstlings-: -arbeit, die: erste Arbeit eines Künstlers:
-Ausstattung, die: Ausstattung für ein neugeborenes Kind,
Babyausstattung: eine komplette E. kaufen; -druck, der: 1.
erstes, d.h. ältestes Druckerzeugnis einer Stadt od. eines
Landes. 2. (graph. Technik) erster Abzug einer Druckform;
-fikn, der: vgl. -arbeit; -garnitur, die: Garnitur aus
zusammengehörenden Wäschestücken für ein neugeborenes Kind:
eine rosa, blaue E.; -roman, der; -stück, das: vgl. -werk;
-versuch, der: /erster/ Versuch eines Anfängers; -wasche,
die: vgl. Ausstattung; Mverk. das: erstes literarisches
Produkt eines Autors: dieser Roman, dieses Drama ist sein
E.
erstorben [eg'Jtorbn]: tersterben; <Abl.:) ErstQrbenheit, die;
-: das Erstorbensein: Sie drückten mit ihren Beinen nicht
ohne Anmut die wandelnde E. aus, welche der Umgang
mit den letzten Dingen erfordert (Werfel. Himmel 214).
erstrahlen <sw. V.; ist): strahlend erglänzen: abends erstrahlt
die Stadt im Lichterglanz; U daß der im Juni schon fast
gestürzte Ulbricht wieder in neuem Glanz erstrahlt, ist
immerhin bedenklich (Dönhoff, Ära 107).
erstreben <sw. V.; hat): nach etw. streben: Reichtum.
Ansehen e.; das erstrebte Ziel erreichen; <Zus.:> erstrebenswert
747
Erstrebung
<Adj.; -er. -este; nicht adv.): wert, erstrebt zu werden:
ein -es Ziel; etw. [nicht] für e. halten; Die Kälte machte
den Komfort der Kleidung ... noch -er (Fries. Weg 195);
<Abl.:>Erstrebung«die; -.
erstrecken <sw. V.: hat): 1. <e. + sich) a) eine bestimmte
räumliche Ausdehnung haben: der Wald erstreckt sich über
ein riesiges Gebiet, (von hier] bis zum Fluß; b) eine
bestimmte Dauer haben: seine Forschungen erstreckten sich über
zehn Jahre; c) jmdn., etw. betreffen u. mit einbeziehen:
seine Kritik erstreckte sich auch auf Kollegen; das
Gespräch erstreckte sich auf alle wichtigen Fragen. 2. (österr.)
verlängern: eine Frist e.; einen Termin e. (hinausschieben);
<Abl.:> Ersfreckung, die; -, -en.
erstreiten <st. V.; hat) (geh.): streitend erringen, erkämpfen:
den Sieg, den Lorbeer e.; ich mußte mir mein Recht
erstreiten (durch einen Prozeß erkämpfen).
'erstunken fes'Jtonkn; 2. Part, von veraltet erstinken =
stinkend werden; also = stinkend geworden, faul] in der
Wendung e. und erlogen sein (salopp; eine ganz bewußte,
niederträchtige Lüge sein): ^stunken [-; in Analogie zu:
erfroren u.a.. eigtl. = durch Gestank erstickt] in der R
besser erstunken als erfroren (salopp: lieber in einem
warmen Raum mit schlechter Luft, als in einem gut
gelüfteten, aber kalten).
erstürmen <sw. V.; hat): durch einen Sturmangriff einnehmen,
erobern: eine Stadt, eine Festung e.; Ü sie erstürmten den
Gipfel des Berges (erstiegen ihn unter großen Mühen, so
daß die Ersteigung einem Sieg gleichkam): <Abl.:)
Erstürmung, die: -, -en.
ersuchen <sw. V.; hat) (geh.): a) höflich, in förmlicher Weise
um etw. bitten: jmdn. um eine Gefälligkeit. Aussprache
e.; um Gehör. Geduld e.; b) /amtlicherseits I mit einem
gewissen Nachdruck zu etw. auffordern: Sie werden ersucht,
sich morgen auf Zimmer 212 zu melden; wir ersuchen
Sie. unser Haus sofort zu verlassen: (subst.:) Ersuchen,
das; -s. -: ein E. an jmdn. richten, stellen; einen E.
stattgeben, entsprechen; auf E. von .../des ...
ertynzen <sw. V.; hat): durch Tanzen erlangen, erringen:
das Paar hat [sich (Dativ)] die Weltmeisterschaft ertanzt.
ertappen <sw. V.; hat): 1. bei heimlichem od. verbotenem
Tun überraschen: einen Schüler beim Abschreiben e.; der
Dieb wurde auf frischer Tat. in flagranti ertappt; er
ertappte sie. als sie seine Brieftasche durchsuchte; (scherzh.:)
dastehen wie ein ertappter Sünder. 2. <e. + sich) plötzlich
merken, daß man etw. [Unrechtes/ denkt od. wünscht: er
ertappte sich bei dem Gedanken, das Bild an sich zu
nehmen; <Abl.:) Ertyppung. die; - (selten).
ertasten <sw. V.; hat): durch Tasten wahrnehmen, erkennen:
im Dunkeln ein Hindernis e.; er wollte mit der Hand
e., was es sein könnte.
ertauben [eg'taubn] <sw. V.; ist) (geh.. veraltend): a) gehörlos
werden: auf einem Ohr war er fast ertaubt; b) gefühllos
werden: die ... Eisböen ... ließen die Hände e. (Th. Mann.
Zauberberg 666): <Abl.:) Ertaubung. die; -.
ertauben [e^'toybn] <sw. V.; hat) [zu alemann, taub =
zornig, ttaub] (schweiz.): erzürnen, zornig machen.
ertaudien <sw. V.; hat): durch Tauchen erlangen: er hat
[sich (Dativ)] eine Münze ertaucht.
erteilen <sw. V.; hat) [mhd. erteilen, ahd. irteilen = Recht
zuteilen, ein Urteil sprechen]: auf Grund seiner Funktion
od. einer Berechtigung geben, zuteil werden lassen,
zukommen lassen: jmdm. einen Rat, einen Befehl, eine Vollmacht,
eine Auskunft, eine Genehmigung, einen Tadel, eine Rüge,
einen Verweis, eine Lektion, (ugs.:) einen Denkzettel e.;
dem Vorstand wurde Entlastung erteilt; er erteilt keinen
Unterricht mehr (er unterrichtet nicht mehr); <Abl.:>
Erteilung, die; -. -en: die E. eines Auftrags, einer
Auskunft.
ertasten <sw. V.; hat): durch Testen feststellen, herauxlinden:
Was an den Rennfronten benötigt wurde, ertestete der
Chef selber (Spiegel 34. 1966. 65).
ertjppen <sw. V.; hat): durch Tippen erlangen, gewinnen:
ich habe mir im Lotto immer noch keine Million ertippt.
ertönen <sw. V.; ist): a) laut, hörbar werden: plötzlich ertönte
ein Ruf. eine Stimme, ein Schuß: der Dampfer ließ, seine
Sirene e.; Musik. Gesang ertönt (erklingt); b) (geh.) von
Klängen. Tönen. Lärm erfüllt werden: der Wald ertönte
von frohen Liedern; das Haus ertönte von Kindergeschrei.
ertOten<sw. V.; hat) (geh.): (Gefühle. Regungen o. ä.)
absterben lassen, ersticken, unterdrücken: seine Triebe, Begierden
e.; die Gewohnheit hat ihre Liebe ertötet; <Abl.:) Ertötung,
die; -.
Ertrag [etf'tra:k], der; -[e]s. Erträge [...'tre:gd; rückgeb. aus
veraltet ertragen = einbringen, Nutzen abwerfen]: 1.
bestimmte Menge / in der Landwirtschaft! erzeugter Produkte:
die Erträge aus dem Getreideanbau steigen, nehmen ab;
der Acker brachte, lieferte dieses Jahr gute, reiche, magere
Erträge; durch Düngung den E. steigern, höhere Erträge
erzielen. 2. finanzieller Nutzen; Gewinn, den etw. einträgt
der E. eines Geschäfts. Unternehmens; seine Häuser werfen
gute Erträge ab; er lebt vom E. seiner Bücher; U Die
Intensität eines Lebens, sein geistiger E. ist wichtiger als
die Anzahl der gelebten Jahre (Molo. Frieden 28).
ertrag-, Ertrag- (gelegtl. mit Ertrags- wechselnd): -flhig
<Adj.; nichtadv.): so beschaffen, daß es einen Ertrag bringen
kann: ein sehr -er Boden; eine -e Geldanlage, dazu: -fähig-
keit, die <o. PI.); ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): keinen
Ertrag bringend: ein -es Geschäft; der Obstbaum war dieses
Jahr völlig e.. dazu: -losigkeit, die; -: -reich <AdJ.; nicht
adv.): reichen Ertrag bringend (Ggs.: ertragsarm): ein -er
Acker; dieses Jahr war besonders e.; -Steigerung, (auchh
Ertragssteigerung, die (Ggs.: Ertragsminderung); -Steuer
(so Steuerw.), (auch:) Ertragssteuer, die (Wirtsch.): Steuer
auf Erträge.
ertragbar [£c'tra:kba:£] <Adj.): svw. terträglich (a); ertrMeo
<st. V.; hat): (etw. Unangenehmes. Lästiges. Quälendes
hinnehmen u. aushalten: Beschwerden. Leiden e.; tapfer
alle Schmerzen e.; er konnte den Anblick, die Ungewißheit,
den Gedanken, die Schande nicht länger e.; er erträgt
es nicht, kritisiert zu werden; ich kann sie. ihre Launen
nicht mehr e.: erträglich [eg'ti^klu;] <Adj.): a) so
beschaffen, daß die betreffende Sache sich ertragen läßt: der
Schmerz, die Hitze ist [gerade noch] e.; man muß
versuchen, ihr Leben -er zu gestalten; (subst.:> das überschreitet
die Grenze, das Maß des Erträglichen; b) (ugs.) nicht
besonders schlecht; leidlich: er hat ein -es Auskommen: es geht
ihm ganz e.. dazu: Erträglichkeit, die: -; Ertrtanfc
[£gtrc:knisj. das; -ses, -se: seltener für t Ertrag, dazu: er-
trägnisreich <Adj.; nicht adv.): seltener für tertragreich
ertrggs-, Ertrags* (gelegtl. mit Ertrag- wechselnd): -ana
<Adj.; nicht adv.): geringen Ertrag bringend (Ggs.:
ertragreich): ein -es Geschäftsjahr; -ausfall, der; -aussichte*
<P1.): die E. Tür dieses. Jahr sind günstig; -beteiligung.
die; -einbüße, die; -höhe, die; -klasse, die: 1. (Landw.»
Einstufung landwirtschaftlich genutzter Böden od. Betriebe
in Klassen nach den Erträgen, die bei einer bestimmten
Art zu wirtschaften erzielt werden. 2. (Forstw.) Wuchslet-
stungsklasse zur Wertbeurteilung von Baumpflanzungen. X
für die Binneftfischerei aufgestellte Ordnung der Gewässer.
die sich nach den Erträgen des Fischfangs je Hektar u.
Jahr richtet; -läge, die: eine unbefriedigende E.; die E
der Firma ist gut. hat sich gebessert: -menge, die: Menge
an Ertrag, die etw. bringt; -minderung, die (Ggs.:
-Steigerung): die erhöhten Aufwendungen haben zu einer E.
geführt; -Steigerung, (auch:) Ertragsteigerung, die (Ggs.
^Hinderung); -Steuer, die: t Ertragsteuer; Mvert.der: Wert
des Ertrages; -zahl, die (meist PL); -Zuwachs, der:
Zuwachs an Ertrag.
ertranken <sw. V.; hat): durch Untertauchen im Wasser töten.
sie ertränkte die Jungen Katzen im Teich; er hat sich
[aus Liebeskummer] ertränkt; Ü seine Sorgen in/im
Alkohol, im Gasthaus e. (durch Genuß von Alkohol I
vorübergehend i vergessen).
erträumen <sw. V.; hat): träumend od. in seinen Vorstellungen
herbeiwünschen, sich ausdenken: die Tage waren noch
schöner, als ich sie [mir] erträumt hatte; ein nie erträumtes
Glück.
ertrinken <st. V.; ist): durch Versinken im Wasser ums Leben
kommen: der Junge ist beim Baden im Fluß ertrunken,
bei dem Hochwasser sind viele Menschen, ist viel Vieh
ertrunken; Ü das Land ertrank im Regen: wir ertrinken
in einer Flut von Briefen; (subst.:> Ertrinken, das; -&
jmdn. vor dem E.. vor dem Tod des -s retten; (subst
1. Part.:) Ertrinkende, der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete): einen -n retten.
ertrotzen <sw. V.; hat) (geh.): durch Trotz, Eigensinn
erreichen, durchsetzen: du hast [dir] von deinen Eltern die
Erlaubnis ertrotzt; er hat ertrotzt, daß er mitfahren darf
ertrunken [8?'trunknj: f ertrinken; Ertrunkene, der u. die
-n. -n <Dekl. f Abgeordnete): jmd., der ertrunken ist.
748
erwarten
ertrotzen <sw. V.; hat) (altertümelnd): svw. Tertrotzen.
ertüchtigen fetf'tYQtign] <sw. V.; hat): durch Übungen
kräftigen, leistungsfähig machen, stählen: sich durch täglichen
Frühsport e.; die Schüler müssen körperlich ertüchtigt
werden; <AbI.:> Ertüchtigung, die; -. -en <P1. selten).
erttyfteln <sw. V.; hat): austüfteln: einen Plan e.; Ertüftelte
Gesetze für das Wachstum der Pflanzen ... (Jahnn.
Geschichten 57).
erübrigen [etf'|y:bngn] <sw. V.; hat): 1. durch Sparsamkeit
gewinnen, einsparen, übrigbehalten: Geld. Lebensmittel,
einen größeren Betrag e.; soviel kann ich nicht e.; Können
Sie etwas Zeit, eine Stunde für mich e.? (haben Sie etwas
Zeit für mich?). 2. <e. + sich) überflüssig sein: weitere
Nachforschungen erübrigen sich; es erübrigt sich, näher
darauf einzugehen; das hat sich jetzt alles erübrigt (das
ist jetzt alles nicht mehr nötig). 3. *es erübrigt noch ...
(Papierdt.. veraltend; es ist noch erforderlich ...): es erübrigt
noch, über folgendes zu sprechen; <Abi.:) Eriibrigung, die; -.
Erudition [erudi'tsio:nJ. die;-[lat.erudltio. eigtl. =
Aufklärung. Unterricht] (veraltet): Gelehrsamkeit.
eruieren [eru'hran] <sw. V.; hat) [lat. eruere. eigtl. =
herausgraben]: a) (bildungsspr.) etw. durch Nachforschungen
herausfinden, feststellen: der Name des Täters konnte noch
nicht eruiert werden; versuchen Sie doch mal zu e.. wer
dahintersteckt!; b) (österr.) jmdn. ermitteln, ausfindig
machen: den Besitzer eines Wagens e.; <Abl.:> Eruknmg,
die; -. -en.
Eruktation [erokta'tsio:n]. die; -. -en [lat. eructätio = das
Ausrülpsen] (Med.l: /nervöses/ Aufstoßen, Rülpsen: enik-
tierenleruk'ti:renl<sw. V.;hat)[lat.eructäre = ausrülpsen,
ausspeien] (Med.): aufstoßen, rülpsen.
emptieren [erup'ti:ren] <sw. V.; ist) [zu lat. eruptus. 2. Part,
von: erumpere = hervorbrechen] (Geol.): (von Lava,
Asche. Gas, Dampf) aus-, hervorbrechen: am Morgen erup-
tieren Asche und Schlacke aus dem Vulkan; Ü Jäh eruptie-
rendes Gelächter; Eruption [erup'tsio.n]. die; -. -en [lat.
eruptio = das Hervorbrechen, der Ausbruch]: l.a) (Geol.)
vulkanischer Ausbruch von Lava, Asche. Gas, Dampf: die
E. eines Vulkans; rasch aufeinanderfolgende -en; b)
Gasausbruch auf der Sonne. 2. (Med.) a) Ausbruch eines
Hautausschlages: b) Hautausschlag.
Eniptions- (Eruption 1 a): -kegel, der: um den Ort einer
Eruption aufgeschütteter Kegel aus Asche u. Schlacken:
^krater, der: Krater, der durch eine Eruption entsteht:
Strasse, die: Masse, die durch eine Eruption an die Oberfläche
gelangt: Fünfzehn Meter steinharter E. waren zu
überwinden (Ceram. Götter 19); eruptiv [erup'ti:f] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): l.a) (Geol.) durch Eruption (1 a) entstanden:
b) (bildungsspr.) wie eine Eruption da) wirkend: die -e
Gewalt der expressionistischen Phase (Adomo. Prismen
171). 2. (Med.) aus der Haut hervortretend: <Zus. zu 1 a:)
Eruptivgestein, das (Geol.): durch die Erstarrung von
Magma entstandenes Gestein.
erwachen <sw. V.; ist) (geh.): a) aufwachen, wach werden:
aus dem Schlaf, aus einem Traum, aus der Narkose, aus
einer tiefen Ohnmacht e.; ich bin von dem Lärm erwacht;
als er erwachte, war es heller Tag; Ü aus seinen Träumen
e. (zur Realität zurückfinden): aus seiner Gleichgültigkeit
e. (seine Gleichgültigkeit verlieren, aufgeben): die Natur,
der Tag erwacht [zu neuem Leben]; b) sich injmdm. regen,
geweckt werden: sein Gewissen. Ehrgeiz, Interesse ist
erwacht; in ihr erwachte die Frau; <subst.:) Erwachen, das;
-s: das wird ein böses E. geben.
'erwachsen <st. V.; ist): l.a) (aus etw.) allmählich
hervorgehen, sich /heraus/bilden, entstehen, sich entwickeln: aus
dieser Erkenntnis erwuchs die Forderung nach Reformen;
daraus konnte nichts Gutes e.; tiefes Mißtrauen war
zwischen unserwachsen; b) sich für jmdn.. etw. ergeben: daraus
kann ihm. dem Staat. Schaden, nur Nutzen e. 2. (veraltend)
heranwachsen: die Bäume sind aus Samen erwachsen: er
ist zum Manne erwachsen; 2erw^chsen <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [eigtl. 2.Part. von t 'erwachsen (2)]: dem
Jugendalter entwachsen, volljährig: -e Töchter; die Kinder sind
bald e.; er benimmt sich schon sehr e. (wie ein
Erwachsener): <subst.:) Erwachsene, der u. die; -n, -n <Dekl. t
Abgeordnete): der Film ist nur für E.; <Zus.:>
Erwachsenenbildung, die <o. PL): Einrichtungen u. Maßnahmen zur
Weiterbildung von Erwachsenen: Erwfdisenentaufe, die (Rel.); Er-
wfctoensein, das: der Jugendliche hat damit die Schwelle
zum E. überschritten.
ewigen <st. V.; hat): a) prüfend, abwägend überlegen,
durchdenken: einen Vorschlag, Plan ernsthaft, reiflich, gründlich
e.; das Für und Wider einer Sache sorgfältig e.; ich erwog
lange, ob ich ihm schreiben sollte; es bleibt zu e.. ob
...; b) ins Auge fassen, mit dem Gedanken spielen: kurz
erwog er hineinzugehen; er erwog, den Vertrag zu
kündigen; <Zus.:> erwägenswert <Adj.; -er. -este; nicht adv.):
wert, erwogen, bedacht, in Betracht gezogen zu werden:
dieser Vorschlag ist durchaus e.; <Abl.:> Erwägung, die;
-. -en: prüfende Überlegung: politische, nüchterne -en; -en
über etwas anstellen; etwas aus gesundheitlichen -en nicht
tun; in der E.. daß ...; in der E. dessen, was er gesagt
hat; nach reiflicher E.; +etw. in E. ziehen (nachdrücklich:
erwägen).
erwählen <sw. V.; hat) (geh.): a) laus/wählen, aussuchen:
er hat den richtigen Beruf erwählt; ich habe sie [mir]
zur Frau erwählt; er hat das bessere Teil, den besseren
Teil erwählt (er hat sich für etw. Besseres entschieden):
b) durch eine Wahl bestimmen: wählen: ein erwählter Rat
der Ältesten (Mostar. Unschuldig 5); <subst. 2. Part.:)
Erwählte, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): svw.
f Auserwählte; <Abl. vom 2. Part.:) Erwähltheit, die; -;
Erwähhing, die; -. -en: das Erwählen.
erwähnen <sw. V.; hat) [mhd. gewähenen, ahd. giwahan(en),
zu einer Wz. mit der Bed. „sprechen44; nicht venv. mit
„wähnen"]: beiläufig nennen, kurz von etw. sprechen: etwas
mit keiner Silbe, mit keinem Wort, nur beiläufig e.; er
hat dich [in seinem Brief] ausdrücklich, lobend, namentlich
erwähnt; davon hat er nichts, kein Wort erwähnt; ich
vergaß zu e.. daß ...; der Ort wird im 9. Jahrhundert
zuerst erwähnt (urkundlich genannt): (Schweiz., sonst geh..
veraltet auch mit Gen.:) Es wäre schon längst eines
Umstandes zu e. gewesen (Musil. Mann 398); die eben,
schon, vorhin, oben erwähnten Männer; wie oben, früher
erwähnt, war er...; <Zus.:> erwähnenswert <Adj.; -er. -este;
nicht adv.): wert, erwähnt zu werden: ein -es Ergebnis;
<subst.:)es ist nichts Erwähnenswertes passiert;
erwähntermaßen <Adv.) (Papierdt.. veraltet): wie bereits erwähnt:
e. sind wir zu Gesprächen bereit; <Abl.:) Erwähnung, die;
-. -en: das Erwähnen: etwas findet E. (wird erwähnt): etwas
verdient [keine] E. (ist /nicht I erwähnenswert); jmds.. einer
Sache E. tun (veraltet; jmdn.. erw. erwätmenY. (geh.:) die
Sache ist nicht der E. wert.
erwahren <sw. V.; hat) (Schweiz.): 1. das Ergebnis einer
Abstimmung od. Wahl amtlich bestätigen. 2. a) wahr
machen: b) <e. + sich) Wirklichkeit werden, in Erfüllung
gehen: <Abl.:> Erwghrung, die; -. -en.
erwandern <sw. V.; hat): durch Wandern kennenlernen, für
sich erschließen: ich habe [mir] meine engere Heimat
erwandert; Ü so erwanderten sie doch einen Glauben und eine
Hoffnung (Nigg. Wiederkehr 137); <Abl.:> Erw^ndemng.
die; -, -en <P1. ungebr.X
erwarmen [qj'varman] <sw. V.; ist) [mhd. erwarmen, ahd.
irwarmen] (veraltet): warm werden: erwärmen <sw. V.; hat)
[mhd. erwermen]: l.a) warm machen: Wasser auf 40 Grad
e.; die Strahlen erwärmen die Luft; Ü eine Rede.... mit
dem Feuer der Affekte zu e. vermögen (Dönhoff. Ära 8);
der Anblick erwärmte mir das Herz (machte mich froh):
b) <e. + sich) wann werden: die Luft, die See erwärmt
sich langsam; Ü mit einem noch etwas fremden Blick,
der sich aber im Nu erwärmte (Buber. Gog 131). 2.a)
<e. + sich) an jmdm.. etw. Gefallen finden, jmdn.. etw.
sympathisch finden: sich für eine Idee e.; ich kann mich
für ihn, für diese Sache nicht e.; Es freut mich, daß du
dich endlich erwärmst (Fries. Weg 213); b) (für jmdn..
etw.) gewinnen, einnehmen: er versuchte, die Partei für
seine Ideen zu e.; so war Klaus Heinrich erwärmt und
gewonnen (Th. Mann. Hoheit 55); Gura war... am ehesten
für das von der Schiffseignerin vorgebrachte Anliegen
erwärmt (Klepper. Kahn 76); <Abl. zu 1:) Erwärmung,
die; -.
erwarten <sw. V.; hat): 1. dem als gewiß vorausgesetzten
Eintreffen einer Person od. Sache mit einer gewissen
Spannung entgegensehen: etw. ungeduldig, unruhig, sehnlich
e.; Besuch e.; Post e.; zum Essen Gäste e.; jmdn. am
Bahnhof e.: wir erwarten jeden Tag seine Rückkehr; ich
erwarte dich um 8 Uhr am Eingang; die Kinder können
die Ferien kaum e. (sind ungeduldig vor Vorfreude): sie
erwartet ein Kind [von ihm] (sie ist schwanger): Ü was
wird mich noch alles e.! (mir noch alles bevorstehen!).
749
Erwartung
2. a)für wahrscheinlich halten, mit etw. rechnen: etwas
Ähnliches war wohl zu e.; viel Gutes war [von ihnen) nicht
zu e.; es steht (geh.; ist) zu e.. daß die Regierung zurücktritt;
das hätte ich nicht [von dir] erwartet; ich erwarte von
dir (setze als selbstverständlich voraus), daß du uns hilfst;
<subst.:> es ist wider Erwarten (ganz im Gegensatz zu
meinen Erwartungen; obwohl man dergleichen gar nicht
erwarten durfte) gut abgelaufen; der Urlaub war über [alles]
Erwarten schön (schöner, als man erwartet hatte); b)
erhoffen, sich versprechen: ich erwarte mir viel von ihm. von
dieser Unternehmung; der junge Künstler läßt noch viel
e. (berechtigt zu großen Hoffnungen); <Abl.:> Erwartung,
die; -. -en: 1. <o. PI.) Zustand des Wartens. Spannung:
er war volller] E.; er verbrachte den Tag in gespannter,
froher, banger E.; sie leben in E. des Todes. 2. <meist
PI.) vorausschauende Vermutung. Annahme, Hoffnung: Die
-en an die Ehe sind eminent groß (Ruthe. Partnerwahl
13); hochgespannte, allzu hoch gespannte, übertriebene
-en hegen; sie hat unsere, die in sie gesetzten -en erfüllt,
enttäuscht; das bestätigt meine -en. entspricht ganz meiner
E.; der Minister gab der E. Ausdruck, sprach die E. aus.
daß ...; er hat sich in seinen -en getäuscht; in der E.
(indem ich hoffe), daß ...
erw^rtungs-, Erw^rtungs-: -angst, die (Psych.): Angst in
bezug auf erwartete Ereignisse od. erwartetes persönliches
Verhalten; ~froh <Adj.): voll froher Erwartung: die Augen
der Kinder glänzten e.; -gemäß <Adv.): den Erwartungen
gemäß, wie erwartet: er hat die Prüfung e. bestanden;
(auch attr.:> der -e Gang der Dinge; -haltung. die:
Einstellung. Haltung, mit der man etw. erwartet; -Horizont, der
<o. PI.): Umfang. Grenzen bestimmter Erwartungen: die
Maßnahmen müssen sich am E. der Betroffenen
orientieren; -norm, die: das. was man - gemessen an einer als
üblich betrachteten Leistung od. Verhaltensweise - erwarten
kann; ~voll <AdJ.>: voller Erwartung. Spannung: jmdn.
e. ansehen.
erwecken <sw. V.; hat): l.a) (geh.. veraltend) aufwecken:
jmdn. aus tiefem Schlafe.; b) ins Leben zurückrufen,
auferwecken: jmdn. vom Tode, von den Toten e.; Ü alte Bräuche
wieder zum Leben e. (Wiederaufleben lassen). 2. erregen,
wach-, hervorrufen: Liebe. Sehnsucht. Furcht. Zweifel,
Hoffnung, Vertrauen. Mitleid e.; in jmdm. Interesse für
etw. e.; sein Brief erweckt den Eindruck, als ob ...; <Abl.:>
Erw^ckung, die; -. -en: 1. das Erwecken (1. 2). 2.a) (Mystik)
plötzlich vernommener Anruf zur völligen Hingabe an Gott;
b) (ev. Theol.) Bekehrung eines sündigen od. gleichgültigen
Christen; <Zus. zu 2 b:) Erweckungsbewegung, die; -. -en:
innerprotestantische Bewegung zur Wiedererweckung des
religiösen Lebens (im 18.119. Jh.).
erwehren, sich <sw. V.; hat) (geh.): jmdn.. etw. mit Mühe
abwehren, fernhalten; sich gegen jmdn.. etw. wehren: er
mußte sich der beiden Angreifer, des Ansturms der
Autogrammjäger e.; sie konnte sich der Tränen, eines Lächelns
nicht e.; ich kann mich des Eindrucks nicht e.. daß ...
erweichbar [e^'vajcba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1.
so beschaffen, daß etw. weich wird od. weich zu machen
ist. 2. so beschaffen, doli jmd. milde gestimmt, gerührt,
nachgiebig; er wird; erweichen <sw. V.): 1. weich machen
(hat): die Hitze erweichte das Wachs; verteilen Sie ihn
(= den Schaum)... auf dem nassen Gesicht: schon ist jedes
Barthaar bis zur Wurzel erweicht (Spiegel 48, 1965, 43);
Ü ihre Tränen haben mein Herz erweicht (mich gerührt,
milde gestimmt); ich ließ mich durch Bitten nicht e.
(umstimmen, zum Nachgeben bringen). 2. weich werden Ost):
der Asphalt ist in der Sonne erweicht; Ü Vor seinem (=
des Allmächtigen) Ansturm muß auch das verstockteste
Herz e. und sich öffnen (Ott. Haie 341); sein starrer Sinn
ist erweicht (er ist nachgiebig er, geworden); <Abl.:>
Erweichung, die; -. -en.
Erweis [e?'vajsl. der; -es. -e (veraltend): Nachweis. Beweis:
den E. für etw. erbringen; einen unbestreitbaren E. von
Schuld (Johnson. Mutmaßungen 147); erweisbar <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): sich erweisen (1) lassend: eine -e
Behauptung; erweisen <st. V.; hat): 1. nachweisen, beweisen:
jmds. Unschuld e.; es ist noch nicht erwiesen, ob er recht
hat; er wurde wegen erwiesener Unschuld freigesprochen.
2. <e. -I- sich) sich in bestimmter Weise zeigen, sich (als
jmd.. etw.) herausstellen: sich dankbar gegen jmdn. e.;
die Nachricht hat sich als falsch, als Irrtum erwiesen;
du hast dich als wahrer Freund erwiesen. 3. zuteil werden
lassen, bezeigen: jmdm. Achtung, einen Gefallen e.; du
hast mir damit einen schlechten Dienst erwiesen; für die
erwiesene Teilnahme danken; erweislich <Adj.; o. Steig.;
(veraltet): nachweisbar: Daß Jaakob fünfundzwanzig Jahre
bei Laban verblieb, ist e. wahr (Th. Mann. Joseph 246);
Erweisung, die; -. -en <P1. ungebr.X
erweitern [etf'vaitenl <sw. V.; hat): 1. in seiner Ausdehnung,
in seinem Umfang vergrößern: eine Durchfahrt, einen
Flugplatz e.; die Blutgefäße werden durch das Präparat
erweitert; erweiterte Pupillen; die Sammlung wurde durch
Leihgaben erweitert; Ü seinen Horizont e. (sein geistiges
Blickfeld vergrößern); seine Kenntnisse e.; einen Bruch
e. (Math.; Zähler u. Nenner mit derselben Zahl
multiplizieren): ein Wort im erweiterten Sinn verwenden. 2. <e. +
sich) weiter, größer werden: der Tunnel erweitert sich zum
Ausgang hin; die Höhle erweitert sich allmählich; die
Pupillen, die Gefäße erweitern sich; sein Herz ist krankhaft
erweitert; <Abl.:> Erweiterung, die; -. -en: das Erweitern:
die E. der Fahrbahn, der Anlagen; der Handel zwischen
den beiden Ländern hat eine bedeutende E. erfahren
(nachdrücklich; ist bedeutend erweitert worden), dazu:
Erweiterungsbau, der <PI. -ten): Bau zur Erweiterung eines
bestehenden Gebäudes; einen E. planen.
Erwerb [es'verp). der; -[eis: l.a) das Erwerben (la): der
E. des Lebensunterhalts; b) bezahlte Tätigkeit, berufliche
Arbeit: sich (Dativ) einen neuen E. suchen; einem E.
nachgehen; c) (geistige) Aneignung; der E. von Wissen,
von Kenntnissen; d) das Kaufen. Kauf: der E. eines
Grundstückes. 2. das Erworbene: Laban hatte den Spruch bezahlt
mit einem Schaf und allerlei Nahrung für den Mondgötzen,
und schon darum mußte er an dem -e hängen (Th. Mann.
Joseph 343); von seinem E. (Verdienst) leben; erwarben
<st. V.; hat): l.a) durch Arbeit. Tätigsein gewinnen, in
seinen Besitz bringen: er hat als Unternehmer ein
beträchtliches Vermögen erworben; einen akademischen Grad e.;
damit kannst du [dir] keine Reichtümer e.; Ü [sich (Dativ»
große Verdienste um etw. e.; durch seine Tat hat er sich
großen Ruhm erworben; er erwarb sich die Achtung, das
Vertrauen seiner Mitmenschen; b) sichdurch Übung. Lernen
o. ä. aneignen: durch Lektüre ein umfangreiches Wissen
e.; [sich <Dativ>] Kenntnisse. Fertigkeiten e. 2.a) durch
Verhandlungen od. Kauferlangen: ein Grundstück käuflich
e.; die [Auffuhrungslrechte für ein neues Theaterstück e.;
das Museum hat drei wertvolle Gemälde erworben; b)
(Med.. Psych.) allmählich herausbilden, sich aneignen:
dieser Herzfehler ist erworben; angeborene und erworbene
Reflexe; <Abl.:) Erwerber, der; -s, -: jmd.. der etw. erwirbt
od. erworben hat: er ist der erste E. des Grundstücks;
Erwerberin, die; -. -nen: w. Form zu t Erwerber.
erwarte-, Erwerbs-: -ausfall. der: Ausfall der
Verdienstmöglichkeit. Verdienstausfall; -beschränkt <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): durch körperliche od. seelische Beeinträchtigung
in der Erwerbsfähigkeit beschränkt: durch einen Unfall
e. werden; -emkünfte <P1.) (Wirtsch.): Einkünfte, die der
öffentlichen Hand aus der Teilnahme am wirtschaftlichen
Prozeß zufließen; -fähig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): fähig,
sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen (Ggs.: -unfähig):
voll e. sein, dazu: -fähige, der u. die; -n. -n <Dekl. TAb-
geordnete) (Ggs.: -unfähige), -fähigkeit.die <o. PI.) (Ggs.:
-Unfähigkeit); -gemindert: svw. t-beschränkt; -gesell-
schaft, die: Vereinigung mehrerer Personen zu dem Zweck.
Vermögen zu erwerben: -gier, die (abwertend):
übersteigertes Erwerbsstreben; -Intensität, die (Wirtsch.): Anteil der
Erwerbstätigen an den Erwerbspersonen; -leben, das:
Berufstätigkeit als Lebensbereich u.-plmse:im E. stehen
(berufstätig sein); ^k» <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) svw. t
arbeitslos (1); b) (Amtsspr.) arbeitslos u. ohne Anspruch auf
Leistung aus der Arbeitslosenversicherung: -e
Schulabgänger, dazu: -lose, der u. die; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete).
-losigkeit, die; -; -minderung, die: Minderung der
Erwerbsfähigkeit; -mittel, das: dem Erwerb dienendes Mittel; Mnäg-
Ikhkeit, die: Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu
verdienen; -person, die (Wirtsch.): Person, die eine unmittelbar
od. mittelbar auf Erwerb ausgerichtete Tätigkeit auszuüben
pflegt; -quelle, die; -ouote. die (Wirtsch.): Anteil der
Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung;
Beschäftigungsgrad; -sinn,der <o. PI.): starken, wenig E. haben; -streben,
das: auf Erwerb gerichtetes Streben; -tätig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): einen Beruf zu Erwerbszwecken ausübend, dazu:
-tättge.deru. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete), -tätigkeit.
750
erz-, Erz-
die; -trieb, der: vgl. -gier; -unfähig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): wegen Krankheit, aus Altersgründen o.a. unfähig.
/regelmäßig] erwerbstätig zu sein (Ggs.: ^fähig). dazu:
-unfähige, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) (Ggs.:
-fähige). -Unfähigkeit, die (Ggs.: -fähigkeit);
-unternehmen, das: auf Erwerb gerichtetes Unternehmen: -zweck.
der: zu -en arbeiten; -zweig, der: (von den
Erwerbsmöglichkeiten her gesehener) Wirtschafts-. Berufszweig: Branche:
die Autoindustrie ist ein wichtiger E.
Erwerbung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Erwerben (1. 2a):
die E. von Kenntnissen, eines Hauses. 2. etwas Erworbenes:
dieses Auto ist seine neueste E.; daß gerade die am höchsten
spezialisierten Triebhandlungen sowie diejenigen, die
vielleicht erst jüngere -en der Art sind, besonders leicht
Störungen erleiden (Lorenz. Verhalten I. 99).
erwidern <sw. V.; hat) [zu twiderj: 1. antworten, entgegnen:
er erwiderte freundlich, nach einiger Überlegung, daß ...;
..Er ist krank", erwiderte sie; sie konnte [mir] darauf nichts
e.; er erwiderte mit einer Frage. 2. auf etw. in gleicher
od. entsprechender Weise reagieren: einen Besuch, einen
Blick e.; seine Liebe wurde nicht erwidert; sie erwiderte
seinen Gruß mit einem Kopfnicken; das Feuer e. (Milit.;
zurückschießen)'. <Abl.:> Erwiderung, die; -. -en: 1. das
Erwidern (1); Antwort: eine mündliche, schriftliche E. 2.
das Erwidern (2): die E. eines Besuchs, seiner Liebe.
envj&enermgßen <Adv.): wie erwiesen ist. nachweislich: er
war e. an der Tat beteiligt.
erwjrken <sw. V.; hat): durch Bemühungen erreichen,
durchsetzen: eine Zahlung e.; Jmds. Entlassung. Freispruch e.;
bei jmdm. eine Erlaubnis e.; <Abl.:) Erwirkung, die; -.
erwirtschaften <sw. V.; hat): durch Wirtschaften erlangen,
erreichen: hohe Gewinne. Erträge e.; <Abl.:>
Erwirtschaftung, die; -.
erw|schen <sw. V.; hat) (ugs.): l.a) nach einem Vergehen
o. ä. fassen, ergreifen: die Polizei hat die Täter noch nicht
erwischt; man hat den Falschen erwischt; b) bei einem
Vergehen o. ä. ertappen: jmdn. beim Stehlen e.; er wurde
erwischt, als er die Tür aufbrach; laß dich nicht e.! 2.a)
gerade noch fassen, zu fassen bekommen: ich habe sie am
Rockzipfel, bei den Zöpfen erwischt; b) (in bezug auf
eine Verbindungs- od. Kontaktmöglichkeit) gerade noch
erreichen: er hat den letzten Zug noch erwischt; ich habe
den Chef heute nicht mehr erwischt (nicht mehr sprechen
können): c) zufällig, unverhofft [zu fassen) bekommen:
das beste Stück, noch einen Sitzplatz e. 3. <unpers.) als
Betroffenen in Mitleidenschaft ziehen: ausgerechnet Jetzt
muß es mich e. (muß ich krank werden): zwei Soldaten
hat es erwischt (sie sind / tödlich j verwundet): meinen
Freund hat es schwer erwischt (1. er ist schwer erkrankt:
2. er hat sich schwer verletzt: 3. ihm ist etwas Schlimmes
zugestoßen: 4. scherzh.; er liat sich heftig verliebt).
erwünscht [e^'wnjt] <Adj.; nicht adv.) [eigtl. 2. Part, von
veraltet erwünschen (mhd. erwünschen) = wünschen]:
gewünscht, willkommen, angenehm: das gab ihm die -e
Gelegenheit einzugreifen; du bist hier nicht e.;
Englischkenntnisse e.. aber nicht Bedingung.
erwtyrgen <sw. V.; hat): durch Zudrücken der Kehle töten:
er hat ihn mit bloßen Händen, mit einer Krawatte erwürgt;
Ü wieder einmal erwürgt Leidenschaft die Vernunft (St.
Zweig. Fouche 146); <Abl.:> Erwägung, die; -. -en.
Erysipel [eryzi'pe:!]. das; -s. Erysipelas [ery'zi:pelas]. das;
- [lat. erysipelas < griech. erysipelas. eigtl. = rote Haut]:
svw. t Wundrose.
Erythea [ery'te:a], die; -. ...een [...e:an; nach der aus der
griech. Heraklessage bekannten Insel Erytheia
(Südspanien)]: Vertreter einer aus Mittelamerika
stammenden Pflanzengattung, deren Arten z. T. auch als
Zimmerpflanze gezüchtet werden: <Zus.:> Erytheapaime, die.
Erythem [ery'te:m]. das; -s. -e [griech. erythema. eigtl. =
Röte] (Med.): entzündliche Rötung der Haut infolge
verstärkter Durchblutung durch Gefäßerweiterung: Erythrin
[ery'tri.n]. der; -s [zu griech. erythrös= rot]: svw.
tKobaltblüte; Erythrismus [ery'tnsmos], der; -. ...men [zu griech.
erythrös=rot]: 1. Auftreten einer rötlichen Färbung bei
sonst dunkler gefärbten Tieren. 2. Rothaarigkeit bei
(dunkelhäutigen) Menschen ;Eryihrlt [eiy'tri.t, auch: ...'tnt]. der; -s
[zu griech. erythros = rot]: einfachster vierwertiger Alkohol;
Erythrophobie[...fo,bi:].die; -. -n [...i:dn; zu griech. erythros
= rot u. phöbos = Furcht]: 1. (Psych.) krankhafte Angst
zu erröten. 2. (Med.): krankhafte Angst vor roten
Gegenständen: Erythrosin [erytrozi:n], das; -s [zu griech. erythros
= rot u. t Eosin]: künstlicher rotbrauner Farbstoff, der
als Sensibilisator verwendet wird: Erythrozyt [...'tßy:t], der;
-en. -en (meist PI.) [zu griech. erythros = rot u. kytos
= Höhlung. Wölbung] (Med.): rotes Blutkörperchen.
Erz [e:$ts. ertsl. das; -es. -e [mhd. erze. arze. ahd. aruzzi.
arizzi. aruzj.l. metallhaltiges Mineral: -e gewinnen,
abbauen, aufbereiten, waschen, rösten, verhütten; gediegenes
(Metall in nahezu reiner Form enthaltendes) E. 2. (geh..
selten) Bronze: eine Glocke aus E.; er stand da wie aus/in
E. gegossen.
'erz-, Erz- ['e:?ts-. 'erts-l (Erz 1): -abbau, der <o. PI.);
-ader. die; --arm <Adj.; nicht adv.): arm an Erzvorkommen
(Ggs.: -reich); -aufbereitung, die; -bau, der: svw. ~berg-
bau; -bergbau, der; -bergwerk, das: svw. t-grübe; -be-
schickung, die (Technik): Beschickung eines Hochofens mit
Erz: -brocken, der: -fördenmg, die; -gang, der: mit
Mineralien angefüllte Gebirgsspalte; -gehalt, der; -gewinnung,
die; -gleßer, der. dazu: -gießerei, die; -grübe, die: Grube,
in der Erz abgebaut wird. Erzbergwerk: -haltig <Adj.; nicht
adv.); -böffig <AdJ.; nicht adv.) (Bergmannsspr.): reiches
Erzvorkommen versprechend: -hütte, die; -lager, das; ~la-
gerstätte, die (Geol.): natürliche Anhäufung von Erzen in
der Erdrinde: -mikroskop, das (Technik): Mikroskop zur
Untersuchung von Erzen: -probe, die; -reich <Adj.; nicht
adv.): reich an Erzvorkommen (Ggs.: ^arm); -9chiflf, das:
Frachter für den Transport von Erzen: -stock, der:
unregelmäßig begrenzte, stockwerkförmige Erzlagerstätte:
-Verarbeitung, die; -Verhüttung, die; -vorkommen, das: in dieser
Gegend wurden reiche E. entdeckt.
2erz-, Erz- ferts-J (einen hohen Rang bezeichnend) [mhd.
erz(eK ahd. erzi- < kirchenlat. arc(h)i- < griech. arch(i)-
= Ober-, Haupt-, Vorsteher. Führer. Meister]: -amt, das
(hist.): oberste Reichswürde u. bei der Krönung des Königs
von den Kurfürsten ausgeübtes Ehrenamt im Heiligen
Römischen Reich: -bannerherr, der (hist.): vgl. -amt; -bischof,
der [mhd. erzebischof. ahd. erzibiscof < kirchenlat. archi-
episcopus] (kath.Rel.): a) Bischof, der eine Erzdiözese leitet;
b) einem regierenden Bischof vom Papst verliehener
Ehrentitel, dazu: -bischöflich <Adj.; o. Steig.; nur attr.): der -e
Rang: -btstim, das: svw. t-diözese; -diakon, der: svw.
t Archidiakon; -diözese, die (kath. Rel.): Hauptdiözese
einer Kirchenprovinz; -engel, der [mhd. erzengel <
kirchenlat. archangelus < griech. archäggelos]: in der Bibel einer
der ranghöchsten Engel: die E. Gabriel. Michael und Ra-
phael; -herzog, der fLÜ von mlat. archidux]: Titel der
Prinzen des Hauses Österreich; -herzogin. die: w. Form
zu t-herzog, dazu: -herzoglich <Adj.\ -herzogtim, das:
Herrschaftsbereich eines Erzherzogs; -Jägermeister, der
(hist.): vgl. -amt; -kämmerer. der (hist.): vgl. -amt; -kanz-
ler. der (hist.): Leiter des königlichen Kanzleiwesens im
Mittelalter; -marschall. der (hist.): vgl. -amt; -priester,
der: svw. TArchipresbyter; -schenk, der (hist.): vgl. ~amt;
-truchseß. der (hist.): vgl. ~amt; ^vater. der [LÜ von
kirchenlat. patriarcha] (Rel.): einer der Stammväter des
jüdischen Volkes: die Erzväter Abraham. Isaak und Jakob.
3erz-, Erz- [-] (eine negative, seltener positive Verstärkung
od. Steigerung des folgenden Subst. od. Adj. bezeichnend)
[von t2erz-]: -böse <Adj.; o. Steig.): von Grund auf* durch
u. durch böse: ein -r Mensch. Plan; -bösewicht, der; -demo-
krgt, der: völlig überzeugter, kämpferischer Demokrat;
-dymm <Adj.; o. Steig.): in höchstem Grade dumm: du
hast dich e. verhalten, dazu: Mfymmheit, die: das war
eine E. von ihm; -faschjst,der: völlig überzeugter,
kämpferischer Faschist; -faul <Adj.; o. Steig.): im höchsten Grade
faul: er ist ein -er Schüler; -feind, der: langjähriger,
verhaßter Feind, dazu: -feindschaft, die: aus den ständigen
Streitigkeiten wurde eine E.; -gauner, der (abwertend):
besonders durchtriebener Gauner: dieser E. hat mich schon wieder
hereingelegt!; -gesetzt <Adj.; o. Steig.): besonders,
überaus gescheit: ein -es Kind; -hahjnke, der: vgl. -gauner;
-katholik, der: völlig überzeugter, kämpferischer Katholik.
dazu: -katholisch <Adj.; o. Steig.): er kam in ein -es Dorf;
-kommunjst, der: völlig überzeugter, kämpferischer
Kommunist; -konservativ <Adj.; o. Steig.): eine -e Zeitung;
-Itfgner, der: besonders frecher, unverbesserlicher Lügner;
-Igmp, der: besonders gemeiner, niederträchtiger Lump:
dieser E. hat sie sitzenlassen; -reaktion&r <Adj.; o. Steig.):
er vertritt -e Ansichten; -sch^Im, der (geh.. veraltend):
dieser E. muß immer neue Streiche aushecken; -sch^rke.
751
Erzähltet: vgl. -lump; Mibe!, das: Haupt-, Grundübel: Lüge und
Feigheit, das sind die beiden E. (Wolf. Menetekel 306).
Erzihl-: -freude, die: Freude am Erzählen, dazu: -freudig
<Adj.; nicht adv.); ~*gut, das: Gesamtheit der überlieferten
Erzählungen eines Volkes o.a.: ^kirnst, die <o. PI.): Kunst
des Erzählens, des erzählerischen Gestaltens: er ist ein
Meister der E.; -lied, das: Volkslied mit erzählendem Inhalt;
-talent, das: svw. t Erzählertalent (a): außergewöhnliches
E. besitzen; -technik, die: vgl. -kunst: die E. meisterhaft
beherrschen; -wese, die: a) Art u. Weise des künstlerischen
Erzählens: die heitere, ausführliche E. eines Romans, eines
Dichters; b) (Literaturw.) Grundform des Erzählens: Bericht
und Beschreibung sind verschiedene -n; -zeit, die <o. PI.)
(Literaturw.): Zeit, die zum Erzählen od. Lesen eines
erzählenden Werks nötig ist.
erzählen <sw. V.; hat) Imhd. erzel(le)n = aufzählen,
berichten!: a) schriftlich od. mündlich auf anschauliche Weise
darstellen: gut. spannend e. können; eine [erdachte]
Geschichte, eine Anekdote e.; den Kindern ein Märchen e.;
erzähle keine Märchen! (lüg nicht so!); der soll mir nur
kommen, dem werd' ich was e.! (ugs.; meine Meinung
sagen!)\ b) berichten: den Hergang eines Unfalls e.; er
hat viel von ihm. über ihn erzählt; er erzählte, daß er
...; er kann etwas e. (er hat viel erlebt); erzähle mir.
wie alles gekommen ist; ich habe mir e. lassen (man hat
mir berichtet), daß ...; das kannst du einem anderen, deiner
Großmutter e.. mir kannst du viel e. (ugs.; das glaube
ich dir nicht): von einer Reise, aus seinem Leben e.; c)
/ in vertraulicher Unterredung I mitteilen, sagen: man kann
ihm alles e., was einen innerlich beschäftigt; sie erzählt
alles ihrer Freundin; du darfst aber niemandem [etwas)
davon e.!; <Zus.:) erzählenswert <Adj.; -er. -este): wert,
erzählt zu werden: eine -e Begebenheit; <Abl.:> Erzihler,
der; -s. -: a) jmd.% der erw. erzählt (a): er ist ein E.. dem
jeder gespannt zuhört; b) Verfasser erzählender Dichtung:
ein zeitgenössischer E.. dazu: erzählerisch <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): das Erzählen (a). die Kunst des Erzählens
betreffend: er besitzt ein großes -es Talent, große -e
Fähigkeiten; Erzjhlertatent. das: -[e]s. -e: a) <o. PI.) Talent zum
Erzählen. Erzähltalent: er besitzt ein außergewöhnliches
E.; b)jmd., der Erzählertalent (a) besitzt: er ist ein
außergewöhnliches E.; Erzählung, die; -. -en: 1. das Erzählen (a.
b): eine angefangene E. fortsetzen, vollenden; eine
unterbrochene E. wiederaufnehmen; jmds. E. zuhören; in seiner
E. fortfahren, innehalten. 2. (Literaturw.) erzählende Dich-
tung: eine kurze, spannende, historische E.; -en schreiben,
herausgeben.
erzeigen <sw. V.; hat) (geh.): I.a) als Ausdruck seiner
Gesinnung, seines Empfindens zuteil werden lassen, bezeugen:
jmdm. Ehre. Vertrauen e.; Die Schwachen sollten einander
nicht Verachtung e. (Th. Mann. Krull 169); daß Gott
mit diesem Jüngling ein Wunder e. wolle (Lüthi, Es 23);
b) <e. + sich) jmdm. gegenüber in bestimmter Weise seiner
Gesinnung od. Empfindung Ausdruck geben: sich jmdm.
gegenüber dankbare.; ich will mich Euch allezeit dienstbar
e. (Hacks, Stücke 16); In der Welt dieser Frauen.... fremd
... dem Bemühen, sich ritterlich zu e. (Langgässer. Siegel
308). 2.a) als etw. erscheinen lassen, erweisen: daß die
vielen Meilen, nunmehr dazwischen gelegt, die Peinlichkeit
der Eindrücke ... nicht als wesenlos erzeigten (A. Kolb.
Daphne 144); b) <e. + sich) sich als erw. erweisen, zeigen:
er. ... der sich im Besitz einiger Fortune erzeigt hat.
ein paar Monate lang (Bobrowski. Mühle 34); <Abl.:)
Erzeigung, die; -. -en <PI. ungebr.X
erzen [e:?tsn. ertsn] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (geh.):
aus Erz (2):'" eine -e Glocke. Statue; Ü die hohe und -e
Stimme, die zu ihm gesprochen (Th. Mann. Joseph 96).
erzsfiuaen <sw. V,; hat): l.a) entstehen lassen, bewirken:
Reibung erzeugt Wärme; sein Bericht hat bei allen Langeweile
erzeugt; er versteht es. Spannung zu e.; (auch e. + sich:) Die
Mißverständnisse ... erzeugten sich dann aus sich selbst
(Jahnn. Geschichten 103); b) (veraltend) zeugen: er hatte
viele Kinder erzeugt. 2. a) produzieren, hervorbringen:
Strom, landwirtschaftliche Produkte e.; der Boden erzeugt
alles, was wir brauchen; Inhaber der Firma... Krull. welche
die untergegangene Sektmarke ... erzeugte (Th. Mann.
Krull 11); Musikalische Menschen ... erzeugen zwar eine
Sache. Tür die sie den unpersönlichen Namen Musik
gebrauchen, der ... (Musil. Mann 1455); b) (österr.)
(Gebrauchsgüter) herstellen: Kleider. Schuhe e.; Türblätter
nach Maß und in allen Holzarten erzeugt Walter Sohm
OHG, Dornbirn (Vorarlberger Nachr. 22. 11. 68, 21);
<Abl.:) Erzeuger, der; -s. -: 1. leiblicher Vater: er ist
nachweislich nicht der E. dieses Kindes; (iron. abwertend:)
meinen E.. diesen Schlamper (Plenzdorf. Leiden 21). 2.a)
jmd., der erw. (eine Ware) produziert: der Weg vom E.
zum Verbraucher; wir beziehen unsere Kartoffeln direkt
vom E.; b) (österr.) Hersteller (von Gebrauchsgütern): die
E. von Textilien. Glaswaren.
Erzeuger- (Erzeuger 2): ^erlös, der: Erlös, den der Erzeuger
beim Verkauf seiner Ware erzielt; -land, das; -preis, der:
Preis, den der Erzeuger für seine Ware verlangt.
Erzeugnis tes'tsjyknis], das; -ses. -se: erw., was erzeugt
worden isr; Produkt: landwirtschaftliche. Industrielle -se; diese
Vase ist ein deutsches E.; seine -se ausstellen, vertreiben,
ins Ausland liefern; Ü diese Gestalt ist ein E. seiner
Phantasie; ein literarisches E.; Erzeugung, die; -. -en: das Erzeugen
(1 a, 2): die E. eines Vakuums; die E. von Strom; (österr.
[vgl. erzeugen 2 b]:) die E. von Wäsche.
Encwungs-: -grammatik, die (Sprachw.): svw. generative
Grammatik (f generativ 2); -kosten <P1.): die E. für
Milchprodukte sind gestiegen: -schlacht, die (ns.): mir dem Ein-
sarz aller Kräfre betriebene agrarische Produktion.
erziehbar [e^'tsi:ba:^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
erziehen lassend: ein sehr schwer -es Kind; vgl. schwererziehbar.
erziehen <unr. V.; hat) [mhd. erziehen, ahd. irziohan. eigtl.
= herausziehen]: 1.*) jmds. (bes. eines Kindes) Geist u.
Charakter bilden u. seine Entwicklung fördern: ein Kind
e.; sie wurde in einem Internat erzogen; er ist streng,
mit Strenge, sehr frei, in christlichem Geist erzogen
worden; auch die Frauen wären ihrer eigentlichen Aufgabe.
Männer zu e.. beraubt (Bamm. Weltlateme 44); warb der
andere, an Fontane, Storni und Turgenjew erzogen
(geschult) , mit diskreteren ... Mitteln (K. Mann. Wendepunkt
12); ein gut erzogenes Kind; b) zu einem bestimmten
positiven Verhalten anleiten: seine Kinder zur Selbständigkeit.
Sparsamkeit e.; Da erzögen wir Sie Ja zum Verschwender!
(Fallada. Blechnapf 104); du mußt dich zur Toleranz e.
2. (Gartenbau) (Pflanzen) aufziehen: Herr de Jussieu. ein
berühmter Botaniker, hatte sie (= eine Pflanze) im
Treibhaus erzogen (Jacob. Kaffee 137); <Abl. zu 1:) Enfcher,
der; -s. -: jmd., der Kinder u. Jugendliche erzieht: dieser
Lehrer ist der geborene E.; nicht alle Eltern nehmen ihre
Aufgabe als E. ernst; für mich, den Aufseher, der ... auch
E. sein will (Bieler. Bonifaz 195); er geht nicht zur Schule,
er hat einen E. (Hauslehrer), dazu: Erzkhergabe, die <o.
PI.): natürliche Befähigung, Eignung zum Erzieher: er hat
eine außergewöhnliche E.; Erzieherin, die; -. -nen: w. Form
zu t Erzieher: erzieherisch <Adj.; o. Steig.): a) die Erziehung
betreffend, sich auf die Erziehung beziehend, pädagogisch:
eine -e Frage; aus -en Gründen; b) Erziehung bezweckend,
der Erziehung dienend: -e Maßnahmen ergreifen; dieser
Film soll e. wirken; erziehlich <Adj.) (bes. österr.): svw.
t erzieherisch; Erziehung, die; -:l.das Erziehen (1): geistige,
körperliche E.; eine freie, autoritäre E.; seinen Kindern
eine gute E. geben, angedeihen lassen; er hat ihre E.
vernachlässigt. 2. in der Kindheit anerzogenes Benehmen,
anerzogene gute Manieren, Takt: ihm fehlt jede. Jegliche E.;
vergiß deine gute E. nicht!; man muß ihm Mangel an
E. vorwerfen.
enfehungs-, Erzkhungs- (Erziehung 1): -ansprudi, der:
Anspruch, Recht auf Erziehung: jedes Kind hat einen
unabdingbaren E.; -anstatt, die: Heim, in dem Jugendliche,
deren Umwelt erzieherisch versagt hat, gemeinschaftlich
erzogen werden; -arbeit, die <o. PI.): er leistet in diesem
Heim wertvolle E.; -aufgäbe, die: seine E. ernst nehmen;
-befliilfe.die: vgl. Ausbildungsbeihilfe; -berater. der: jmd.,
der in Erziehungsfragen berät (Berufsbez.). dazu: -bera-
tung. die: a) Beratung von Eltern in Erziehungsfragen; b)
sozialpädagogische Einrichtung, die Eltern in Erziehungsfra-
gen berät, bei der Erkennung u. Behebung von
Erziehungsschwierigkeiten unterstützt; -berechtigt <Adj.; o. Steig.;
adv.): grundsätzlich sind die Eltern eines Kindes e..
<subst.:) -berechtigte, der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete): jmd., der die elterliche Gewalt ausübt (Eltern,
Vormund): bei einer Waise ist der Vormund der E.; -departe-
ment, das (Schweiz.): Verwaltungsinstanz für
Erziehungswesen; -direktion, die (Schweiz.): tkantonales)
Erziehungsministerium; Referat für Erziehungswesen / einer
Stadtverwaltung/; ffaktor. der: wichtiger Gesichtspunkt, maßgeblicher
752
Es
Umstand, der zur Erziehung beiträgt; ^fehler, der: Fehler
in der Erziehung von Kindern u. Jugendlichen durch
Erwachsene; ^frage« die: die Erziehung betreffende Frage; ^grund-
satz, der: feste Erziehungsgrundsatze haben; -heim, das:
Heim für Jugendliche, deren Entwicklung gefährdet od.
geschädigt ist od. die der Fürsorgeerziehung unterliegen; ^hilfe,
die: a) vom Jugendamt in Absprache mit den Eltern
durchgeführte Erziehung schwererziehbarer od. entwicklungsgefähr-
deter Kinder; b) (Schweiz.) im Jugendstrafrecht festgelegte
Erziehungsmaßnahme, die für straffällig gewordene Kinder
od. Jugendliche angeordnet wird, wenn sie in ihrer Familie
belassen werden können; ^ideal, das: angestrebtes Ideal
der Erziehung, dem eine Auffassung vom vollkommenen
Menschen zugrunde liegt; -Institut, das: Lehr- od.
Arbeitsstätte, an der Mitarbeiter mit der Erziehung von Kindern
od. Jugendlichen betraut sind. z. B. Schule. Internat; -lager,
das; -lehre, die: a) Teilbereich der Pädagogik, der
Anleitungen u. Normen zur Erziehung gibt; b) svw. T Pädagogik:
-maßnähme, die: strenge -n ergreifen; -methode, die: neue
-n anwenden; -mittel, das: Maßnahme, die angewendet
wird, um das angestrebte Ziel in der Erziehung zu erreichen;
-ministerium, das: Ministerium für Erziehungswesen;
-modeil, das; -pflicht, die: seine E. vernachlässigen; -Problem,
das; -Programm, das: Gesamtheit aller Pläne, die für eine
Erziehung ausgearbeitet werden; -prozeß, der; -roman, der
(Literaturw.): Roman, in dem die Erziehung eines jungen
Menschen dargestellt wird; -Schema, das; -Schwierigkeiten
<PI.): die in der Erziehung auftretenden Störungen, die sich
in jeder gesunden Entwicklung als normal einstellen, z. B.
Pubertät; sich wegen E. beraten lassen; ^«tll, der: typisierte
erzieherische Verhaltensweise: ein strenger, autoritärer E.;
-System, das: das gesamte E. eines Staates verändern;
-verhalten, das: Verlmlten des Erziehers bei der Erziehung;
-versuch, der: Versuch, jmdn. zu erziehen; -werk, das:
etw.. was durch systematische erzieherische Arbeit
hervorgebracht wird: das E. Pestalozzis; -wesen, das <o. PL): alle
Einrichtungen u. Maßnahmen, die die Erziehung betreffen:
das deutsche E. soll vereinheitlicht werden; -Wissenschaft,
die <o. PI.): a) Teilbereich der Pädagogik, dessen Gegenstand
die wissenschaftliche Erforschung der Erziehungsprozesse
ist; b) svw. f Pädagogik; ^zieL das: dem erzieherischen
Handeln zugrunde liegendes Ziel.
erzielen <sw. V.; hat): (etw. Angestrebtes) erreichen: einen
Gewinn. Erfolg, einen Überschuß e.; das Produkt konnte
einen guten Preis e.; mit der Maßnahme wurde keine
Wirkung erzielt; über das Problem konnte keine Einigung
erzielt (herbeigeführt) werden; <Abl.:> Erzkämg, die; -.
erzjttern <sw. V.; ist): plötzlich tu. heftig/ zittern, erbeben:
das Haus erzitterte in allen Fugen; der Boden erzitterte
unter seinen Schritten; Ü diese Unruhe, in der Frankreichs
Hauptstadt erzitterte (Sieburg. Blick 7); das ..Du4', das
mich freudig e. ließ (Fallada. Herr SO).
erzfychten <sw. V.; hat): selten für Tzüchten; <Abl.:)
Er/Achter, der; -s. -.
erzürnen <sw. V.): 1. <hat> a) zornig machen: seine Frechheit
hat mich sehr erzürnt; b) <e. + sich) zornig werden: ich
habe mich über diesen Vorfall sehr erzürnt; ich bin darüber
sehr erzürnt; der erzürnte Vater. 2. (selten) zornig werden
<ist): er erzürnte bei diesem Gedanken.
erzwimien <st. V.; hat): durch Zwang erreichen, erhalten,
herbeifü/iren: eine Entscheidung e.; ein Versprechen von
jmdm. e.; Liebe läßt sich nicht e.; ein erzwungenes
Geständnis; ich hatte mir den Zutritt zu der Veranstaltung
erzwungen; <Abl.:> Erzwingung, die; -; erzw^ngenermaßen <Adv.):
unter Zwang: die Entscheidung wurde e. so gefällt.
'es [es] <Personalpron.) (3. Pers. Sg. Neutr. Nom. u. Akk.)
[mhd., ahd.es.Gen.: esj: 1. bezeichnet etw. bereits
Bekanntes (auch ein Lebewesen), von dem die Rede ist od. sein
soll: a) vertritt ein sächliches (Pro)nomen einschließlich
der hinzukommenden Bestimmungen: schaut, es (das
Kaninchen) frißt!; es (das Buch) ist sehr spannend; da steht
ein neues Haus, es gehört mir; das Feuer ist stärker als
alles andere. Es vernichtet die Besinnung (Remarque.
Westen 53); (zur hervorhebenden Wiederaufnahme od.
Vorwegnahme eines Subjekts:) dieses ganze umständliche Hin
und Her. es ödete ihn an; da ist es wieder, dein Mißtrauen;
<Gen. (geh.:)) gedenke seiner (des Mädchens; veraltet:
sein); weil unser Kind behindert ist. wollen wir uns seiner
besonders liebevoll annehmen; Gulasch war ihr
Leibgericht, sie wurde seiner nie überdrüssig; (Dativ: > das gebe
ich ihm (dem Tier) zu fressen; das ist ein ganz neues
Problem, bei ihm (bei Sachen häufiger: dabei) ist folgendes
zu beachten; <Akk.:) er hatte das Buch zu Ende gelesen
und legte es weg; Das Kind erlebt zwei Dinge, die
gleichzeitig auf es gewirkt haben (DM 45, 1965. 42); im
rhythmischen Gestalten, in der durch es (geh.; dadurch) geleisteten
Ordnung und Gegliedertheit (Seidler. Stilistik 217); Mode
für ihn. sie und es (das Kind); ein ungewöhnliches Urteil,
aber man kann für es (bei Sachen öfter: dafür)
schwerwiegende Gründe anführen; (zur hervorhebenden
Wiederaufnahme od. Vorwegnahme eines Objekts.) ein armes Tier,
wer von euch sorgt für es?; da habe ich es endlich wieder,
mein lange vermißtes Buch; b) bezieht sich als
Prädikatsnomen od. dazugehörendes Subj. auf ein [Prolnomen
beliebigen Geschlechts (Sg. od. PI.) od. auf ein Adj. (Jeweils
einschl. der hinzukommenden Bestimmungen): ich höre
jemand (junge Männer) singen, es sind wohl Soldaten;
Paul war es. der das sagte; keiner will es (der Täter)
gewesen sein; Haake - wenn er es war - würde um diese
Zeit nicht mehr auf der Straße herumlaufen (Remarque.
Triomphe 165); es sei denn, ich bin es. die im Laufe der
Woche anruft (Wohmann. Absicht 61); er ist wütend, und
sie ist es auch. 2.a) bezieht sich auf das Prädikat (einschl.
Bestimmungen od. Ergänzungen) od. auf den
Gesamtinhalt eines [Nebenjsatzes; das. diesI esJ: sie las ein Buch,
und ich tat es auch; er hat zwar gesagt, er werde teilnehmen,
es ist aber fraglich; wenn sich Fingerabdrücke finden,
muß ich es wohl getan haben (Brand. Gangster 21); Mir
verschlug es die Sprache: Vor wenigen Tagen hatte er
mich angebrüllt .... und nun erkundigte er sich nach
meinem Wohlbefinden (Leonhard. Revolution 133); du
sagst es (du hast recht); b) kündigt ein ins Mittel- od.
Nachfeld des Satzes gerücktes (hervorzuhebendes) Subjekt
an od. einen im Mittel- od. Nachfeld stehenden
[verkürzten] Subjekt- od. Objektsatz; da. das: es fielen die ersten
Tropfen; es war einmal ein König ... (Märchenanfang);
[es ist] schön, daß Sie gekommen sind; es drängt mich.
Ihnen mein Beileid auszusprechen; ich lehne [es] ab. alles
noch einmal zu sagen; <urspr. Gen.:) dessen: er wurde
es müde, immer wieder darauf hinzuweisen; Arlecchino,
das Männchen, ist es zufrieden, in der Hosentasche zu
reisen (Fries. Weg 76); ich bin es leid (ugs.; habe genug
davon), immer Kindermädchen zu spielen!; Ihr aber, meine
Burschen, ihr seid es nicht wert, sie anzusehen! (Frisch.
Cruz 8); * es sei denn, [daß] (ausgenommen, außer wenn):
ich bin um acht Uhr da. es sei denn, daß etwas
dazwischenkommt; er wird das Rennen gewinnen, es sei denn, die
Technik versagt; c) bezieht sich unmittelbar auf einen
gemeinten Sachverhalt: halt, es (das) ist genug!; es ist
gut so; es ist vollbracht!; wir haben es endlich geschafft!;
wollen wir es dabei belassen?; hören wir auf. ich bin
es (geh.; dessen) müde. 3. ist Subjekt in unpersönl.
Ausdrücken a) bei Witterungsimpersonalien: es regnet, es
friert; es donnert und blitzt; b) bei der unpersönlichen
Darstellung eines Geschehens od. einer sich zeigenden,
sich ergebenden Situation: es brennt!; es grünt und blüht;
es knistert; es raschelt [im Gebüsch]; es klopft [an die
Tür]; es schlägt eins; es friert mich (ich friere) [an den
Armen]; diesmal hat es mich getroffen (bin ich an der
Reihe); es hat ihn hart getroffen (er hat viele Krankheiten
od. Schicksalsschläge durchzustehen); kam... der Übergang
zu einem neuen Steilabfall mitten in einer so weiten Kurve,
daß es die Läufer ... hinauswarf (daß sie hinausgeworfen
wurden; Maegerlein. Piste SO); c) bei Zustands- und
Artsätzen: es ist Nacht; es war schon spät; es wird wieder kälter;
es ist schon Mittagszeit; es ist gut so; bald wird [es] dir
wieder besser sein; dann war es mit Glums Ruhe bald
vorüber (Böll. Haus 82); d) bei passivischer od. reflexiver
Konstruktion (in der Bed. man + Aktiv): es wurde [viel]
gelacht (man lachte [viel]); es darf nicht geraucht werden;
es kann jetzt getanzt werden; hier wohnt es sich gut. läßt
es sich gut wohnen (kann man gut wohnen). 4. ist nur
formales Objekt (bei bestimmten verbalen Verbindungen):
er bekommt es mit mir zu tun; er hat es gut; er meint
es gut mit dir; er hat es weit gebracht; er nimmt es mit
jedem auf; er hat es auf sie abgesehen; sie hat es mit
der Galle (ugs.; sie ist gallenleidend): 'Es [-]. das; -. -
<P1. ungebr.): 1. (Sprachw.)<fay Wort ..es"
(Personalpronomen). 2. (Psych.) das der / bewußten J Kontrolle durch das
Ich entzogene Unbewußte (vgl. Ich, Über-Ich).
48 GDW
753
es, Es
*«, *Es [-], das; -. - (Musik): um einen halben Ton erniedrigtes
e.EQ).
*Es [-; nach der Abk. .&'} <P1>: österr. ugs. Kurzf. für
t Schilling: zehn Es.
*Es [-1. der; -. - <PI. ungebr.>: österr. ugs. Kurzf. für T
'Espresso (1 b).
E-Saite, die: -. -n: auf den Ton e. E (2) gestimmte Saite
eines Saiteninstruinents.
Esau [e:zau; nach der bibl. Gestalt Esau. der „rauh wie
ein Fell44 war (1. Mose 25.25)]. der; -s: *ein haariger E.
(ugs. scherzh.: ein stark behaarter Matm).
Escalopes [eska'bp. ...aps] <PI.> [frz. escalopes. PI. von:
escalope < afrz. escalope = Muschel] (Kochk.): dünne,
gebratene Fleisch-. Geflügel- od. Fischscheibchen.
Esdiatologie [es^atolo'gi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. escha-
tos = der äußerste, letzte u. t-logie] (Theol.): Lehre bzw.
Gesamtheit religiöser Vorstellungen von den Letzten Dingen,
d. h. vom Endschicksal des einzelnen Menschen u. der Welt;
eschatolofftedi <Adj.; o. Steig.) (Theol.): 1. auf die Eschato-
logie bezüglich, ihr eigentümlich, gemäß, zu ihr gehörend:
der -e Charakter der Verkündigung im Neuen Testament.
2. (oft bildungsspr.) auf die letzten Dinge bezüglich, ihnen
eigentümlich, gemäß, zu ihnen gehörend; endzeitlich: -e
Erwartungen; ein -es Reich der Humanität.
Esche Cefa], die; -, -n [mhd. esche. eigtl. PI. von gleichbed.
asch. ahd. asc]: 1. in mehreren Arten vorkommender
Laubbaum mit gefiederten Blättern u. geflügelten Früchten, der
wertvolles Nutzholz liefert. 2. <o. PI.) Holz der Esche:
ein Speer mit einem Schaft aus E.; ein Wohnzimmer in
E.; <Abl.:)eschen <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Eschenholz
gemachtj; <Zus.:> £schenbaum, der. £schenhoIz, das.
Escudo [es'ku:do], der; -[s]. -[s] [port. escudo. eigtl. = Schild
< lat. scütum]: Währungseinheit in Portugal u. Chile: fünf
portugiesische, chilenische -[s].
£s-Dur [auch: '-*-]. das; -: Tonart; Zeichen: Es (T2es. 2Es);
<Zus.:) Es-Dur-Etüde. die.
Esel [e:zl]. der; -s. - [1. 2: mhd. esel. ahd. esil < lat.
asinus od. asellus (gleichbed. Vkl.); 3: kurz für: Drahtesel]:
1. <Vkl. (dichter.) tEselein) einem Pferd ähnliches, aber
kleineres 1 graues (Haus tier mit langen Ohren u.
Quastenschwanz: ein störrischer E.; dumm wie ein E.. bepackt,
beladen wie ein E. sein; R dich hat [wohl] der E. im
Galopp verloren (salopp: 1. was bist du denn schon für
einer, für ein Hergelaufener? 2. du bist dumm; mit Bezug
auf die Dummheit des Esels); ..Wann haben Sie denn
Geburtstag?"- ..Ich habe keinen Geburtstag. Mich hat
der E. im Galopp verloren4 (scherzh.; wenn man seinen
Geburtstag nicht nennen will); der E. geht voran
(kritischsaloppe Äußerung, wenn sich der damit Gemeinte
[unhöflicherweise] an die erste Stelle setzt, erster sein will);
dastehen wie Buridans E. (sich zwischen zwei gleichwertigen
Dingen nicht entscheiden können; bezieht sich auf eine
Parabel des frz. Philosophen J. Buridan. 1300-58. nach
der ein hungriger Esel aus Unentschlossenheit vor zwei
gleichen Bündeln Heu verhungern würde): Spr wenn es
dem E. zu wohl wird, geht er aufs Eis [und bricht sich
ein Bein]/geht er aufs Eis tanzen (ugs.; wenn es jmdm.
zu gut geht, wird er übermütig / u. fügt sich selbst Schaden
zu ); wenn man den E. nennt, kommt er [schon] gerennt
(salopp; jmd. erscheint gerade dann, wenn nuin von ihm
spricht): *ein E. in der Löwenhaut (ein Dutnmkopf. der
sich wichtig tut u. sich ein „besonderes Ansehen zu geben
versucht; nach einer Fabel Äsops. in der der Esel im Wald
eine Löwenhaut findet, sich darin als Löwe verkleidet
u. Menschen u. Vieh erschreckt, jedoch nur kurze Zeit,
da seine wahre Natur bald erkannt wird). 2. (ugs.)
Dummkopf. Tölpel. Tor. Einfaltspinsel: du E.!; so ein alter E.;
Warum wirft mich der E. nicht zu Boden, warum
vergewaltigt er mich nicht? (Dorpat, Ellbogenspiele 101); R der
E. nennt sich zuerst (vgl. 1). 3. (ugs.) a) Fahrrad; b)
Motorrad. Moped.
esel-, Esel- (vgl. auch: Esels-): -artig <Adj.; o. Steig.);
-füllen, das: junger Esel; -grau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
grau wie das Fell eines Esels; -hengst. der: männlicher
Esel; -karren, der: svw. f Eselskarren; -reifer, der; -stufe,
die: weiblicher Esel; -freiber, (auch:) Eselstreiber, der;
-wiese, die: svw. t Eselswiese.
Eselei [e.za'lai], die; -. -en (ugs.): dumme, törichte Handlung:
Eselein ['e:zdlaln]. das; -s. -: t Esel (1); eselhaft, eselig <Adj.)
(ugs.): dumm, töricht: -es Benehmen; Der Gefreite Stamm,
... nickte eselhaft, aber seine Augen funkelten listig (Kirst.
08/15. 653); Eselin, die; -, -nen: w. Form zu tEsel (1).
Esels- (vgl. auch: esel-. Esel-): -bank. die (ugs. veraltet):
Sitzbank für die schlechtesten Schüler einer Klasse; -bogen,
der: svw. f -rücken (2 a): -brücke, die [LÜ von mlat. pöns
asinörum. einem Ausdruck der scholastischen Philosophie
für einen logischen Mittelbegrift] (ugs.): l.a) Anhaltspunkt
als l Gedächtnisstütze: sich eine E. bauen (sich etw. merken);
b) Verstehenshilfe;Hinweis. Wink, der jmdm. etw. erleichtern
soll: das soll eine E. sein; ich werde dir eine E. bauen.
2. (Schülerspr.) unerlaubteIrweise benutzte 1 Übersetzung.
Übersetzungshilfe. dazu: -brikkenliteratur. die:
Nachschlagewerk. Lexikon; -distel,die: Vertreter einer Gattung
distelartiger Korbblütler mit purpurfarbenen, violetten od. weißen
Blüten; -feil, das; -geschrei, das; -gurke, die: svw. f
Spritzgurke; -haupt, das (Schiffsbau): Verbindungsteil zwischen
Xiastu. Stenge bei mehrteiligen Segelschiffsmasten; -karren,
(auch:) Eselkarren, der: von einem Esel gezogener Karren;
-last, die: -milch, die: Milch einer Eselin: in E. baden;
-ohr, das: 1. Ohr des Esels: Ü Schlagen (wir) dem alten
rülpsenden Gottstehunsbeieuropa seine traurige
Gegenwart um die abstehenden -n (Zwerenz. Kopf 213). 2. (ugs.)
umgeknickte Ecke einer Buch j seite: das Buch hat -en;
-rücken, der: 1. Rücken des Esels. 2. a) (Archit.) eine
dem Querschnitt eines Eselsrückens ähnliche Form des
spätgotischen Bogens; b) (Eisenb. Jargon) Ablaufberg; -schrei,
der; -schule, die (derb abwertend): Hilfsschule; -freiber,
(auch.) Eseltreiber, der; -triff, der (ugs.): nachträglicher
Schlag. Angriff gegen jmdn.. dessen Niederlage bereits fest-
steht; Schlag. Angriff gegen einen ohnehin Unterlegenen.
Zugrundegerichteten: jmdm. einen E. versetzen; -wiese,
(auch:) Eselwiese, die (ugs. scherzh.): Übungsgelände für
Anfanger im Skisport.
Eskader [£s'ka:de]. die; -. -s [frz. escadre < ital. squadra.
t Schwadron] (veraltet): f Schiffs igeschwader. -verband;
Eskadra [es'ka:dra]. die; - [russ. eskadra < frz. escadre.
tEskaderj: Bez. für die sowjetische Flotte im Mittelmeer;
Eskadron [eska'dro:n], die; -. -en [frz. escadron < ital.
squadrone = tSchwadron] (Milit. veraltet): svw. t
Schwadron.
Eskabde [Eskala.da]. die; -. -n [frz. escalade < ital. scalata.
zu: scala. tSkala] (bist.): Erstürmung einer Festung mit
Sturmleitern; eskalieren [eskala'di.ren] <sw. V.; hat) [frz.
escalader. zu: escalade. tEskalade] (Milit.): 1. (hist.) mit
Sturmleitern erstürmen. 2. an der Eskaladierwand üben,
sie überklettern, dazu: Eskaladierwand, die: Kletterwand;
Eskalation [eskalatsio:n]. die; -, -en [engl, escalation. zu:
escalator = Rolltreppe, zu: escalade = (Mauer Ersteigung
< frz. escalade. tEskalade] (bildungsspr.): der jeweiligen
Notwendigkeit angepaßte allmähliche Steigerung.
Verschärfung, insbes. beim Einsatz militärischer od. politischer Mittel
(Ggs.: Deeskalation): militärische, politische E.; die E.
des [kalten] Krieges weitertreiben; Ü die E. des Schrek-
kens; die technische E. in der Autoindustrie; in einer E.
der Menschen. Sprachen und Publikationen (Sprachdienst
10. 1966. 12); eskalieren [eska'li:ren] <sw. V.; hat): : sichi
durch Eskalation steigern, verschärfen (Ggs.: deeskalieren):
den Krieg e.; den Widerstand [bis] zum Terror e.; der
Disput eskalierte zum handfesten Streit, dazu: Eskalkrung,
die; -. -en: das Eskalieren. Eskalation.
Eskamotaae [eskamo'ta:». österr.: ...3]. die: -. -n [frz. esca-
motage] (veraltet, noch österr.): 1. Taschenspielerkunst.
2. Taschenspielertrick. Zauberkunststück; Eskamoteur
[...'t0:?].der; -s, -e [frz. escamoteur] (veraltet):
Taschenspieler. Zauberkünstler; eskamotieren [...ti:ren] <sw. V.; hat)
[frz. escamoter. zu südfrz. escamar = abschuppen, zu
aprovenz. escama = Schuppe < lat. squäma)
(bildungsspr.): durch einen Taschenspieler trick. durch ein
Zauberikunststück verschwinden lassen, wegzaubern:
Gegenstände aus einem geschlossenen Hohlkörper e.; Ü
Fakten, die sich der Erklärung widersetzen, werden einfach
eskamotiert (weginterpretiert, durch gezwungene
Erklärungen scheinbar zutn Verschwinden gebracht); <Abl.:) Eska-
motfcrung, die; -, -en: Romantisch unterströmt ist auch
Kreuders E. des Alltags (Deschner, Talente 161).
Eskapade [eska'pa:d3], die; -, -n [frz. escapade < ital. scap-
pata od. span. escapada, zu: scappare, escapar =
entweichen < vlat. *excappäre. zu: cappa, tCape]: 1. (Reiten)
falscher Sprung eines Dressurpferdes. Sprung zur Seite.
2. (bildungsspr.) abenteuerlich-eigenwillige Unternehmung.
754
Espresso
eigenwillige Handlung (insbes. mutwilliger Streich od.
Seitensprung, Abenteuer): sich die tollsten -n leisten; sich
auf gefährliche politische -n einlassen; Selbstdisziplin
verbietet es mir, derartige -n vom Alltag beliebig auszudehnen
(Hildesheimer. Legenden 98); man wußte von ihrer E.
mit einem italienischen Prinzen; Eskapismus [...'pismus].
der: -t [engl, escapism. zu: to escape = entfliehen < alt-
nordfrz. escaper < vlat. *excappäre, ?Eskapade] (Psych.,
bildungsspr.): neurotische / Haltung, die vor der Realität
u. ihren Anforderungen in wohnhafte; Illusionen od.
/bewußt; in Zerstreuungen u. Vergnügungen ausweicht:
erscheint ... sein dichterisches Werk rasch als eine kultivierte
Form des E., als ästhetisches Rankenspiel (FAZ 4. 11.
61. 49); <Abl.:> eskapjstisdi <Adj.; o. Steig.) (Psych.,
bildungsspr.): vorder Realität u. ihren Anforderungen in
Illusionen od. in Zerstreuungen u. Vergnügungen ausweichend.
Eskariol [eska'rlo.l]. der; -s [frz. escarole < ital. scariola
< spatlat. escariola. zu lat. esca = (Lock)speise] (Bot.):
Winterendivie.
Eskarpe [es'karpa]. die; -, -n [frz. escarpe < ital. scarpa.
wohl < got *skarpa = Stütze] (hist.): innere
Grabenböschung bei Befestigungen: <Abl.:> eskarpferen <sw.
V.; hat) [frz. escarper]: (bei Befestigungen) Böschungen
steil machen.
Eskarpinfcskar'pg^.den-s.-slfrz.escarpin < ital. scarpino,
Vkl. von: scarpa = Schuh < got. *skarpa]: leichter Schuh,
bes. der zu Seidenhosen u. Strümpfen getragene
Schnallenschuh der Herren im 18. Jahrhundert.
Eskimo feskimo], der; -[s]. -[s] [1: engl. Eskimo < indian.
eskimantsik. eigtl. = Rohfleischesser]: I.Angehöriger eines
Mongolenstanunes auf Grönland, im arktischen Norden u.
auf der Tschuktschenhalbinsel: R das haut den stärksten
E. vom Schlitten (ugs.; das bringt einen völlig aus der
Fassung, das ist erschütternd, ungeheuerlich: das ist ein
starkes Stück)! 2. <o. PI.) schwerer Mantelstoff.
Eskimo-: ^frau, die; -hund, der: dem Spitz ähnlicher Hund
der Eskimos, Polarhund: ^kajak, der: sehr wendiges,
vollständig mit Tierhäuten gedecktes Boot mit V-förmigem
Boden (Vorläufer der heutigen Sportboote); --rolle, die
(Kanusport): Anwendung der Technik des Eskimotierens:
-schütten, der.
eskimoisch [eski'mo:iJ] <Adj.; o. Steig.): die Eskimos
betreffend, zu ihnen gehörend, von ihnen ausgehend: nach Art
der Eskimos: eskimotieren [eskimo'ti:ren] <sw. V.; hat)
(Kanusport): nach Art der Eskimos im Kajak unter dem
Wasser durchdrehen u. in die aufrechte Lage zurückkehren,
um dadurch das kenternde Boot wieder aufzurichten, ohne
es zu verlassen.
Eskompte [£s'kö:t], der; -s. -s [frz. escompte < ital. sconto.
tSkonto] (veraltet): 1. (Kaufmannsspr.) Rabatt.
Preisnachlaß hei Barza/ilung. 2. (Bankw.) Diskont: eskomptieren
[eskö'ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. escompter < ital. scontare.
Tskontieren]: 1. (Kaufmannsspr. veraltet) Preisnachlaß
gewähren. 2. (Bankw. veraltet) diskontieren. 3. (Börsenw.
Jargon) den Einfluß eines Ereignisses auf den Börsenkurs
im voraus einkalkulieren u. den Kurs entsprechend gestalten.
Efikorialsduf [£sko'rja:l-]. das; -[e]s. -e [nach dem span.
Schloß Escorial): spanisches. Tuchwolle liejerndes Schaf,
von dem die Merino- u. Negrettischafe abstammen.
Eskorte [es'karta]. die; -. -n [frz. escorte < ital. scorta
= Geleit, zu: scorgere = geleiten < vlat. *excorrigere
= ausrichten; beaufsichtigen, aus: ex = aus u. corrigere.
? korrigieren]: Begleitmannschaft, begleitende Schutzwache
od. Wachmannschaft. / militärischesj i Ehren jgeleit: eine
E. von Jagdflugzeugen. U-Booten schützt den Verband;
dank des Umstandes, daß sich Fränzel an den Horch
eines hohen Generals angehängt hatte, dem eine E. von
Kradschützen die Vorfahrt freikämpfte (Kuby. Sieg 232);
von einer E. bewacht werden; <Abl.:> eskortieren
[eskor* ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. escorter. zu: escorte. t
Eskorte] (bes. Milit.): schützend, bewachend od. ehrend geleiten:
Polizeihubschrauber eskortierten den Präsidentenwagen in
niedriger Höhe; Bernhard und Fränzel bewachten sie. bis
es hell wurde, und eskortierten sie dann zu Fuß ins nächste
Dorf (Kuby, Sieg 300); Ü in einem Restaurant.... in dem
man von Kellnern beidseitig eskortiert ist (Frisch.
Gantenbein 346). dazu: Eskortierung, die; -. -en.
Eskudo [es'ku:do]. der; -[s]. -[s]: svw. tEscudo.
EsmeraMa [esme'raldaj. die; -. -s [span. esmeralda =
Smaragd < lat. smaragdus. tSmaragd]: spanischer Tanz.
«s-Moll [auch: '-'-]. das; -: Tonart: Zeichen: es (t2es, 2Es);
<Zus.:> «s-Moll-Etüde, die.
Esoterik [ezo'te:nk], die; - (bildungsspr.): 1. esoterische
Beschaffenheit (z. B. einer Lehre): indem sie gegen die „bour-
geoise avantgardistische Musik44 und deren E. zu Felde
ziehen (MM 16. 3. 74, 72). 2. esoterische Geisteshaltung,
esoterisches Denken: daß er sich immer nur verständlich
machen kann, wenn er sich nicht in E. flüchtet (Welt
6.11.65. Film); Esoterlker [...rik*]. der; -s. - (bildungsspr.):
Anhänger, Vertreter einer (mystischen, religiösen,
philosophischen, ästhetischen o.a.) Geheimlehre (Ggs.: Exoteri-
ker); esoterisch <Adj.) [griech. esöterikös, eigtl. =
innerlich] (bildungsspr.): nur für Eingeweihte einsichtig, /geistig J
zugänglich (Ggs.: exoterisch): eine -e Lehre; Wenn die
Künste und Wissenschaften ... e. werden, zu einer Art
Geheimbesitz kleinster ... Minderheiten (Gehlen, Zeitalter
27); sich e. ausdrücken; ein -er (esoterisches Denken,
Verhalten pflegender) Kreis.
Espada [es'pa:da], der; -s, -s [span. espada. eigtl. = Degen
< lat. spatha = Rührlöffel. Spatel; Schwert < griech.
späthej: spanischer Stierkämpfer.
Espadrille [espa'drij]. die; -. -s [-] (meist PI.) [frz. espadrille
< provenz. espardilho. zu: espart = f Esparto (a) < lat.
spartum. t Esparto] (Mode): Leinenschuh mit einer Sohle
aus Espartogras. der mit Bändern kreuzweise um den unteren
Teil der Waden geschnürt wird: Hier war jeder berühmt,
der in -s herumlief (W. Hasenclever, Die Rechtlosen 398).
Espagnole [cspan'jo:b], die; -. -n [aus frz. danse espagnole.
aus: danse = Tanz u. espagnole. Fem. von: espagnol
= spanisch, zu: Espagne = Spanien < lat. Hispänia]:
spanischer Tanz, Espagnolette [espanjo'letd]. die; -. -n [frz.
espagnolette = Drehriegel, zu: espagnol. 1 Espagnole (da
sie wahrsch. aus Spanien stammt)]: Drehstangenverschluß
für Fenster, dazu: Espagnolftteversdihifi, der.
Esparsette [espar'zEto]. die; -.-n [frz. esparcet(te) < provenz.
esparseto. zu: espars = eine Art Rebe; H. u.]: Vertreter
einer auf trockenem Kalkboden vorkonunenden u. als
Futterpflanze verwendeten Gattung der Schmetterlingsblütler mit
rosaroten, traubenförmig angeordneten Blüten.
Esparto [es'parto]. der; -s. -s [span. esparto < lat. spartum
< griech. sparton = Seil; Esparto]: *) in Spanien u. Algerien
wildwachsendes Steppengras: b) das zähe Blatt der Espartos
(a). das besonders zur Papierfabrikation verwendet wird:
<Zus.:> Espartogras, das; Esp^rtofaser, die.
Espe [espa], die; -. -n [mhd. espe. wohl unter Einfluß von
espin = espen < gleichbed. mhd.. ahd. aspe]: Pappel
mit sehr beweglichen runden Blättern. Zitterpappel: <Abl.:>
tspen <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Espen/wlz.
Espen-: ^baum, der; -holz, das; ^laub. das: * wie E. zittern
(ugs.; am ganzen Körper heftig zittern).
Esperance [espe'rä:s], die; -. -n [frz. esperance. eigtl. =
Hoffnung, zu: esperer = hoffen < lat. speräre]: Glücksspiel
für mehrere Personen mit zwei Würfeln: Esperantist [espe-
ran'tist]. der; -en. -en: Kenner. An/iänger des Esperanto:
Esperanto [espe'ranto], das; -[s] [aus dem Esperantowort
esperanto = der Hoffende, subst. 1. Part, von: esperi
= hoffen, in Anlehnung an span.. port. esperar; nach
dem Pseudonym Dr. Esperanto, unter dem der poln.
Augenarzt L. Zamenhof (1859-1917) den Plan zu dieser
Sprache 1887 vorlegte]: (hauptsächlich auf den roman. Sprachen
u. dem Englischen aufbauende) künstliche Welthilfssprache:
E. sprechen; Esperantologe [esperanto'lo:ga]. der; -n. -n
[aus t Esperanto u. t-loge]: Wissenschaftler, der sich mit
Sprache u. Literatur des Esperanto beschäftigt: Esperantolo-
gie [esperantolo'gi:]. die; - [aus tEsperanto u. t-logie]:
Wissenschaft von der Sprache u. Literatur des Esperanto.
Espinela [espi ne:la], die; -, -s [span. espinela. nach dem
span. Dichter V. Espinel (1550-1624)] (Dichtk.): klassische
Form der spanischen Dezime.
espirando [espirando] <Adv.) [ital. espirando, Gerundium
von: espi rare = ausatmen, aushauchen < lat. exspiräre]
(Musik): verhauchend, ersterbend, verlöschend.
Esplanade [espla'na:dd]. die; -. -n [frz. esplanade < ital.
spianata, zu: spianare = ebnen < lat. explänäre = eben
ausbreiten]: freier / Vorjplatz (vor großen öffentlichen]
Gebäuden od. Gärten).
espressivo [espre'si:vo] <Adv.) [ital.. zu: espresso, t Espresso]
(Musik): ausdrucksvoll (Vortragsbezeichnung); <subst.:)
Espressivo [-]. das; -s. -s od. ...vi: ausdrucksvolle
musikalische Gestaltung einer Passage: 'Espresso [es'preso]. der;
48#
755
Espresso
-[s]. -s od. ...ssi (aber: drei Espresso) [ital. (cafle) espresso.
urspr. = auf ausdrücklichen Wunsch eigens (d.h. schnell)
zubereiteter Kaffee; ..espresso" wörtlich = ausgedruckt
< lat. expressus]: a) <o. PI.) sehr dunkel gerösteter Kaffee:
b) in einer Spezialmaschine zubereiteter, sehr starker Kaffee:
einen E. trinken; drei E. (ugs.; drei Tassen E.) bestellen;
2Esuresso[-].das; -[s], -s: kleines Lokal.in dem bes. ^Espresso
(b) verabreicht wird.
Espresso-: -automat, der; -bar, die: barähnliches Lokal od.
barähnliche Theke für den Ausschank von 'Espresso (b);
-maschine. die: darüber zischt es wie eine E. (Frisch. Homo
257).
Esprit [es'pri:]. der; -s [frz. esprit < lat. spiritus = (Lebens)-
hauch. Geist; tSpiritus] (bildungsspr.): geistvoll-brillante,
vor Geist und Witz sprühende Art zu reden : E. haben,
zeigen: ein Schriftsteller mit E.; die Dialoge des Films
sind mit viel E. zusammengestellt; U die Modeschöpfung
aus Paris von höchster Eleganz, voll männlichem E.
(Herrenjournal 3, 1966. 42); Esprit de corps [esprid'kDT], der;
- - - [frz. esprit de corps, aus: esprit = Geist. Wesen
(t Esprit), de = von (< lat. de) u. corps. t Korps) (veraltet):
Korpsgeist. Standesbewußtsein.
Esquire [ts'kwaia], der; -s, -s [engl, esquire. eigtl. =
Edelmann < afrz. escuier < lat. scütärius = Schildträger]:
englischer Höflic/ikeitstitel: Abk.: Esq.
$ß-. (jB-: -apfel, der: Apfel einer Sorte, die sich besonders
zum ! unmittelbaren, Verzehr eignet: -besteck, das: Satz
Eßgeräte für eine Person: -blech, das (landsch.): svw. t -ge-
schirr (1); --ecke, die: besonders eingerichtete Ecke eines
Raumes, in der das Essen eingenommen werden kann: ein
Wohnzimmer mit E.; -gerät, das (geh.): 1. Gerät, mit
dem man ißt (insbes. Messer. Gabel od. Löffel). 2. Gesamt-
heit von Eß geraten (z. B. eines Haushalts): -gesdiirr. das:
1. zum Essen benötigtes Geschirr. 2. Kochgeschirr: -gier,
die: Gier auf Essen, dazu: -gierig <Adj.>; -kastanie, die:
Frucht der Edelkastanie, -kultur. die: Kultur der Eßgewohn-
heiten sowie der Auswahl u. Zubereitung von Speisen:
-künstler, der (scherzh.): einfallsreicher Koch: -kttche, die:
Küche, die so eingerichtet ist. daß auch Malilzeiten
eingenommen werden können: -löflel, der: größerer Löffel (im
Unterschied zum Tee- od. Kaffeelöffel), mit dem insbes.
Suppe gegessen wird: zwei E. Zucker, dazu: -löffelweise
<Adv. >: den Hustensaft e. einnehmen; -lokal, das:
Speiselokal: -hist. die <o. Pl.>: Appetit (Ggs.: -unlust), dazu:
-lustig <Adj.; nicht adv>: Appetit habend: -mantel. der
(Schweiz.): / Kindern beim Essen umgebundener Latz.
Lätzchen: -marke, die: svw. t Essenmarke; -napf, der: vgl.
-geschirr (2); -nische, die: vgl. -ecke; -paket, das: Paket,
durch das jmd. mit Eßwaren versorgt werden soll: ein E.
erhalten; -papier. das (landsch.): svw. tOblate; -pause,
die: seltener für t Essenpause; -platz, der: Platz. Ecke mit
Eßtisch: -räum, der: einfacher größerer ' Raum für
gemeinsames Essen: -Schokolade, die: Speiseschokolade (im
Unterschied z.B. zu Kochschokolade od. Trinkschokolade):
-schilssel, die: vgl. -geschirr (2); -Stäbchen, das (meist
Pl.>: paarweise gebrauchtes stäbchenförmiges Eßgerät der
Ostasiaten, insbes. der Chinesen: -teller, der: großer, flacher
Teller, von dem feste Speisen gegessen werden (im
Unterschied z.B. zu Frühstücksteller od. Suppenteller): -tisch,
der: im Unterschied zum flachen Couchtisch hochbeiniger
i Auszieh /tisch, an dem Malilzeiten eingenommen werden:
Minlust, die: Appetitlosigkeit (Ggs.: -lust); -waren <P1.>:
(insbes. gewerblich erzeugte od. bearbeitete) Nahrungs-.
Lebensmittel: verderblicheE. einfrieren; -zimmer.das: l.a)
besonders eingerichtetes Zimmer zum Einnehmen der
Hauptmahlzeiten: b) Einrichtung für ein Eßzimmer (1 a): ein E.
in Eiche. 2. (ugs.) a) Mundhölile : b) (verhüll, scherzh.)
/künstliches; Gebiß: -zwang, der (Psych.):
Zwangsvorstellung, essen zu müssen.
Essai ['ese. E'serl: frz. Form von T Essay; Essay fese od.
(östenr. nur:) c'se:]. der od. das; -s. -s [engl, essay <
mfrz. essai = Probe, (literarischer) Versuch < lat.exagium
= das Wägen]: Abhandlung, die eine literarische od.
wissenschaftliche Frage in knapper u. anspruchsvoller Form
behandelt: einen kritischen E. über die heutige Pädagogik
schreiben; Das Urbild des Detektivroman-Lesers schuf de Quin-
cey in seinem satirischen E. .Der Mord als eine der schönen
Künste betrachtet4 (Reinig. Schifte 119); <Abl.:> Essayist
[ese'rst], der; -en. -en: Schriftsteller, der Essays verfaßt:
Essayistik, die; -: a) essayistisches Schaffen: b) Gesamtheit
essayistischer Werke: essayjstisch <Adj.; o. Steig.): dem
Essay eigen tütnlich . in der Form. Art eines Essays.
eßbar ['esba:?l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: so beschaffen,
daß man es essen kann: -e Pilze; <subst.:> (ugs.:) im
Kühlschrank nach etw. Eßbarem suchen, dazu: Eßbarkeit, die;
-; 'Esse fesal. die; -. -n [zu: essen; vgl. Fresse! (Jugendspr.):
Mund.
2Esse [-1. die; -. -n [mhd. esse. ahd. essa = Feuerherd):
l.a) (landsch.. bes. ostmd.) Schornstein: Fabrikschlot:
Kaum glaublich, daß ein Mensch diese steile E.
hinaufsteigen kann (Grzimek. Serengeti 326); b) Rauchfang über
dem Herd einer Schmiede: von seinem kleinen Reich,
der rauchgeschwärzten E.. dem Blasebalg. Amboß ...
wieder Besitz nehmen zu können (Plievier, Stalingrad 133);
*etw. in die E. schreiben (ugs.; etw.. z. B. eine Geldsumme,
als verloren betrachten: was in der Esse angeschrieben
ist. wird bald durch den Ruß unleserlich). 2. (ugs. scherzh.)
Zylinderhut.
essen ['esnj <unr. V.; hat) [mhd. essen, ahd. essan]: 1.
festet Nalirung zu sich nehmen: hastig e. und trinken;
wir essen gern kräftig (kräftige, derbe Kost): mit Messer
und Gabel e.; vom Teller, aus der Schüssel e.; genußvoll,
mit Appetit, im Stehen, bei Kerzenlicht e.; früher hat
sie so gern gegessen (Rinser. Mitte 48); Er glich ... einem
Waldarbeiter, der viel und derb ißt (Seidel, Sterne 24);
hier ißt man gut; wir essen (nehmen die Mittagsmahlzeit)
um 12 Uhr; er ißt in der Kantine (pflegt in der Kantine
zu essen): heute abend essen wir warm (warme Speisen):
er hat genug, [nicht] satt zu e.; an einer Gans drei Tage
e.; Zwei von ihnen zerren am Hinterende des Zebras,
während die Löwin am Mittelteil ißt (verhüll.; frißt:
Grzimek. Serengeti 322); Rinderherz besitzt einen
hervorragenden Geschmack ... Ich werde davon noch e.. wenn ich
diese Kleinigkeit verzehrt habe (Jahnn. Geschichten 137);
Spr selber e. macht fett (ugs.; von etw. Eßbarem nichts
abgeben und den od. die anderen beim Essen hungrig zusehen
lassen). 2. als Nalirung zu sich nehmen, verzehren: Fleisch,
seine Suppe e.; Er möchte es so weit bringen, daß Jeder
jeden Tag ein Ei e. könne (Dönhoff. Ära 227); er ißt
keinen Fisch (er lehnt Fisch als Nahrung ab): Nachdem
er den ersten Löffel (die erste Kostprobe des Essens)
gegessen hatte, schob er ihn (= den Teller) von sich (Sebastian.
Krankenhaus 142); Peter hätte es aber für Pfannkuchen
(milder Vorstellung, es wäre Pfannkuchen) gegessen
(Hausmann, Abel 26); ich mag nichts, kann nichts e.; was gibt
es heute zu e.?; etw. ißt sich gut. läßt sich gut e.; Ü wenn
er das bittere Brot der Verbannung e. mußte (K. Mann.
Wendepunkt 114); Spr es wird nichts so heiß gegessen,
wie es gekocht wird (auch das scheinbar Schlimmste verliert
bei der Verwirklichung an Schärfe). 3. durch
Nahrungsaufnahme in einen bestimmten Zustand bringen: seinen Teller
leer e.; er ißt mich noch arm!; jetzt kannst du dich einmal
satt e.; lassen, das; -s, - [eigtl. subst. Inf. von tessen]:
l.a) <o. PI.) Einnahme der Mittags-. Abend mahl zeit:
beim E. sitzen; mit dem E. anfangen; zum E. gehen; jmdn.
zum E. einladen; Spr E. und Trinken hält Leib und Seele
zusammen; b) offizielle, festliche Mahlzeit: nach dem
Empfang findet ein E. statt; an einem E. teilnehmen; [für jmdn.]
ein E. geben. 2, zur Mahlzeit zubereitete Speise: ein warmes
E.; ein vorzügliches E; das E. wird kalt; kommt schnell,
sonst verbrennt mir das E.!; [das] E. machen, kochen;
das E. auf den Tisch bringen; ich werde dir das E. warm
stellen; sein E. auf dem Zimmer einnehmen; (Soldatenspr.:)
E. fassen, empfangen; acht E. (acht Portionen Essen)
fehlen; E. auf Rädern (soziale Einrichtung, durch die in einer
Gemeinschaftsküche zubereitetes Mittagessen älteren
Menschen ins Haus geliefert wird). 3. <o. PI.) Verpflegung:
für E. und Trinken sorgen; am E. sparen; was er verdient,
reicht gerade fürs E.; bei mir haben sie ... dreimal warmes
E. am Tag erhalten (Plievier. Stalingrad 213).
pssen- (vgl. auch: Essens-): -ausgäbe, die <P1. selten): 1.
<o. PI.) Ausgabe von Essen. 2. Stelle für die Essenausgabe
(1); -behälter, der: Behälter, in dem man Speisen
transportieren u. gegebenenfalls aufwärmen od. warm hallen kann:
-empfang, der <o. PI.), -fassen, das; -s (Soldatenspr.):
Entgegennalime von Essen (2); -gerudi, (seltener:)
Essensgeruch, der: Geruch, der beim Zubereiten von Speisen
entsteht od. von Gekochtem u. Gebratenem ausgeht: -holer.
der (Soldatenspr.): jmd.. der für eine Gruppe Essen (2)
zu holen hat: E. raustreten!; -karte, die: Karte, für die
756
Estomihi
man ein Essen (2) erhält; -korb, der: Korb für Speisen;
-kübel, der: großer Essenbehälter; -marke, (seltener:)
Essensmarke. Eßmarke, die: / Wert Imarke für ein Essen (2):
-pause, (seltener:) Essenspause. Eßpause, die: / Arbeits I-
pause\ in der gegessen wird; -träger, der (bes. Soldatenspr.):
jmd.. der Essen herbeiträgt.
Rasens- (vgl. auch: Essen-): -ausgäbe, die: svw. t
Essenausgabe (1); -entzug, der: Entzug von Nahrungsmitteln
(meist als Strafmaßnahme); -folge, die: Reihenfolge der
Speisen wätirend eines Essens (1 b); -genidi, der: seltener
für T Essengeruch; -marke, die: seltener für T Essenmarke;
-pause, die: seltener Tür f Essenpause: -zeit, die: Zeit.
in der das Essen eingenommen wird: es ist jetzt E.
Essenfeger. Essenkehrer, der; -s. - (landsch.. bes. ostmd.):
Schornsteinfeger.
Essentia [e'sentsjaj. die; - [lat. essentia. LÜ von griech.
ousia] (Philos!): Wesenheit. Wesen einer Sache; essential
[esen'tsja.l] <Adj.> [mlat. essentialis. zu lat. essentia. tEs-
sentiaf (bes. Philos.): vgl. essentiell; Essential [i'senjal].
das: -s. -s (meist PI.) [engl, essential] (bildungsspr.): 1.
wesentlicher Punkt, wesentliche Sache: Es gibt da noch
etliche -s (wesentliche Punkte) für uns. von denen wir
nicht abgehen werden (MM 13. 10. 72. 1). 2.
unentbehrliches, lebenswichtiges Gut: Die -s sind nun überwiegend
Güter, die auch bei einfacher... Lebensführung
unentbehrlich sind 'Rittershausen, Wirtschaft 32); Essentialien
[esen't$ia:lianl (Pl.Xjur.): Hauptpunkte bei einem
Rechtsgeschäft; essentiell lesen'tsjel] <Adj.> [frz. essentiel < mlat.
essentialis. tessential): l.a) (bildungsspr.) wesentlich (Ggs.:
akzidentell a): von -er Bedeutung sein; -e Erfahrungen,
Daten; Dies hat. ... da es für uns e. ist. für uns Priorität
vor manchem anderen (Bundestag 189. 1968. 10234); b)
<o. Steig.) (Philos.) wesensmäßig: Die e. kritische Einsicht
von der Ohnmacht der Wahrheit in der bisherigen
Geschichte (Adorno. Prismen 58). 2. (Chemie. Biol.)
lebensnotwendig (in Fügungen wie): -e Fettsäuren. 3. (Med.)
(von Krankheitserscheinungen, die nicht symptomatisch für
bestimmte Krankheiten sind, sondern ein eigenes
Krankheitsbild darstellen) selbständig.
Essenz [e'sentsl. die; -. -en [lat. essentia. f Essential: 1. <o.
PI.) a) (bildungsspr.) das Wesentlich st e. das Wesen, der
Kern: dieser Satz ist die E. seiner Lehre: auf die E. kommt
es an; Die E. unserer Botschaft ist immer wieder: ..Ihr
habt verloren, wozu kämpft ihr noch?** (K. Mann.
Wendepunkt 418); b) (Philos.) Wesen! heit . Sosein. innere Natur.
2, hoclikonzentrierter Geruchs- od. Geschmacksstoff:
duftende -en. 3. stark eingekochte Brühe von Fleisch. Fisch
od. Gemüse zur Verbesserung von Speisen.
fsser,der; -s. - [zu tessen]: Essetider. Essen Beanspruchender:
in jeder Sekunde sind fast zwei E. mehr auf der Welt
(Fraenkel. Staat 43); jmdn. nur als lästigen E. betrachten;
er ist ein starker, guter, schlechter E. (ißt immer viel,
nur wenig); Esserei [esa'rai]. die; - (ugs. abwertend): 1.
unangenehme od. ungehörige Art des Essens: was ist denn
das flir eine E.? 2. ausgiebiges Essen: bei Besuchen ist
es eine ewige E.; Esserin, die; -. -nen: w. Form zu f Esser.
Essig ['esu;]. der; -s. (Sorten:) -e [mhd. e33ich. ahd. essih
< *atecum. umgestellt aus lat. acetum. zu einer idg. Wz.
mit der Bed. ..scharf*): eine würzende u. konservieretule
saure Flüssigkeit: milder, starker, scharfer E.; Zwiebeln.
Fleisch in E. [ein]legen; [einen Schuß] E. an den Salat
tun; der Wein ist zu E. (ist sauer) geworden; * es ist
E. mit etw. (ugs.; es ist vorbei laus mit etw.; es wird nichts
mehr / aus etw.; etw. kommt nicht mehr zustande; urspr.
vom Wein, der durch zu langes Gären zu Essig u. damit
ungenießbar geworden ist): mit unserem Ausflug ist es
E.; zu E. werden (ugs.; zunichte werden, mißglücken).
Cssig-, Essig-: -ähnlich <Adj.>; milchen, das: kleiner, bes.
in gärendem Essig lebender Fadenwurm; -äther, der (ugs.):
svw. Nsäureäthylester; -bakterie. die: vgl. ^säurebakterie;
-bäum, der: kleiner, meist mehrstämmiger (strauchartiger)
Bauin. oft als Ziergewächs angepflanzt, dessen Rinde, bes.
die der Wurzel. Gerbstoff enthält; Hirschkolbensumach;
-brauer, der: jmd.. der gewerbsmäßig Essig herstellt, dazu:
-brauerei, die: Fabrik, in der Essig hergestellt wird; -dorn,
der: svw. t Berberitze; -essenz, die: synthetisch hergestellte
Flüssigkeit mit hohem Essigsäuregehalt, aus der durch
Verdünnen mit Wasser Essig gewonnen wird; ^ester, der (ugs.):
svw. t-saureathy lester; -fabrik, die; - Fabrikation, die:
-flasche. die; -fleisch, das: in Essig gelegtes Fleisch (z. B.
für Sauerbraten); -fliege, die: Taufliege; -fruchte <P1.>:
in Essig eingelegte Früchte; -gärung, die: Gärung, durch
die Essig entsteht; -getst, der <o. Pl.> (veraltet): Aceton;
-gemüse, das: in verschieden gewürzten Essig eingelegtes
Gemüse; -gurke, die (meist Pl.>: kleine unreife/ Gurken,
die mit Gewürzen u. Konservierungsmitteln in Essig eingelegt
werden; -kahm, der: vgl. -mutter; -kräutersoße, -kräuter-
sauce, die: mit Kräutern gewürzte Essigsoße; -mutter, die
[2. Bestandteil Mutter = SinkstofT. hochd. Form von
t Moder]: von Essigi säure bakterien gebildeter Überzug.
Bodensatz o. ä. bei alkoholhaltigen Flüssigkeiten od. Essig;
~pilzf der: 1. <P1. selten) Essig bildender bakterieller Pilz;
vgl. ^mutter. 2. <meist PI.) kleiner, fester, in gewürztem
Essig gekochter u. eingelegter Speisepilz; -rose, die: rosa
od. rote, wolilduftende Rose einer mittel- u. südeuropäischen
Art; -sauce, die: Ksoße; -sauer <Adj.; o. Steig.: meist
attr. in Fügungen wie): essigsaures Salz (Chemie; Salz
der Essigsäure): essigsaure Tonerde (Chemie; basisches
Aluminiumsalz der Essigsäure /ein weißes Pulver/; Pharm,
u. allg.; 8%igel wäßrige Lösung dieses Salzes, die als
adstr ingierendes, entzündungshemmendes u. schwach desinfi-
zieretvdes Mittel dient)', -säure, die (Chemie): stechend
riechende organische Fettsäure, die Hauptbestandteil des Essigs
/sr .dazu: -säureäthy lester [... le' ty:l |este). der. farblose
.flüchtige, angenehm riechende Flüssigkeit, die leicht zu entzünden
u. mit Alkohol u. Äther mischbar ist. -säurebakterie, die
(meist PI.): in Gemeinschaften (ökologischen Gruppen)
lebende Bakterie, die alkoholhaltige Flüssigkeiten bei
Luftzutritt allmählich in Essig umwatudelt; Essigbakterie, -säure-
gärung. die: vgl. -garung; -soße. die: Soße aus Essig.
Ölu. anderen Zutaten; -stich, der (o. PL): durch
Essiggärung bewirkter, unangenehm saurer Geschmack des Weins
od. Biers: der Wein hat einen E.; -sumadi, der: svw.
t ^baum; -und-öl-Ständer. der: Ständer mit Essig- u.
Ölbehälter, insbes. zum Nach würzen auf den Tisch
gekommener Speisen; -wasser, das: Wasser mit einem Schuß Essig.
Eßkohle ['es-], die; -. -n [zu T2Esse]: für das Schmiedefeuer
u. als Hausbrandkohle geeignete, fast rauchfreie Steinkohle.
Establishment [is'tebhjmant]. das; -s. -s [engl, establishment
= Einrichtung, organisierte Körperschaft, zu: to establish
= festsetzen, einrichten < afrz. establir, frz. etablir. t
etablieren]: a) Oberschicht der politisch, wirtschaftlich od.
gesellschaftlich einflußreichen Personen: in ihren Ansprüchen
paßt sich die reisende Jugend dem E. an (Spiegel 22.
1968.65); zum E. gehören; b) (abwertend) etablierte
bürgerliche Gesellschaft, die auf Erhaltung des Status quo bedacht
ist: das E. tobte sich hemmungslos gegen die
Unruhestifter aus.
Estafette [estafeto]. die; -. -n [frz. estafette < ital. staftetta.
fStafette! (veraltet): /reitender/ Eilbote.
Estakade [esta'ka.dd]. die; -. -n [frz. estacade < provenz.
estacado. zu aprovenz. estaca = Pfahl. Balken < afränk.
*staka]: 1. Rohr-. Gerüstbrücke. 2. Pfahlwerk zur Sperrung
von Flußeingängen od. Häfen.
Estamin [esta'mi:n]: tEtamin.
Estaminet [estami'ne]. das; -[s]. -s [frz. estaminet <
wallonisch stamine. zu: stamon = Pflock, an den man das
Vieh im Stall festbindet] (veraltet): a) kleines Kaffeehaus;
b) Kneipe.
Estampe [es'tä.pte)]. die; -. -n [frz. estampe < ital. stampa.
zu: stampare = drucken, prägen < afränk. *stampön
= stampfen]: Abdruck eines Stahl-. Kupfer- od. Holzstichs.
Estanzia [es'tantsia. ...nsjta]. die; -. -s [span. estancia. eigtl.
= Aufenthalt; \Vohnung. zu: estar = sich befinden,
bleiben < lat. stäre. eigtl. = stehen], südamerikanisches
Landgut /mit Viehwirtschaft].
Ester feste], der; -s. - [Kunstw. aus Essigäther, veraltet
u. unrichtig für Essig(säure)ester] (Chemie): eine der
organischen Verbindungen, die unter Wasserabspaltung aus
organischen Säuren u. Alko/iolen entstehen; Esterase [este'ra:za].
die; -. -n [zu t Ester] (Chemie): fettspaltendes Enzym.
estinguendo [estin'gyendo] (Adv.) [ital. estinguendo.
Gerundium von: estinguere = (aus)löschen < lat. exstinguere]
(Musik): verlöschettd. ausgehend, ersterbend; estinto
[es'tinto] (Adv.) [ital. estinto, 2. Part, von: estinguere.
testinguendo] (Musik): erloschen, verhaucht.
Estomihi [esto'mi:hi] (o. Art.; indekl.) [lat. Estö mihi =
Sei mir (nach den Anfangsworten des Introitus des
Sonntags)] (ev. Rel.): der letzte Sonntag vor der Passionszeit
(7. Sonntag vor Ostern): am Sonntag E.; zwei Tage vor E.
757
Estrade
Estrade [es'tra:dd]. die; -. -n [1: frz. estrade < span. estrado
< lat. Stratum = das Hingebreitete; Fußboden; 2: nach
russ. estradal: 1. (veraltend) erhöhter (Teil des!
Fußboden/s] (z.B. vor einem Fenster); Podium: die Musiker
sitzen auf einer E. 2. (DDR) volkstümliche künstlerische
Veranstaltung, bei der ein gemischtes Programm (insbes.
Musik. Tanz od. Artistik) dargeboten wird: Große E. mit
den DresdnerTanzsinfonikem und internationaler Artistik
(Neues D. 5. 6. 64. 8); in einer E. auftreten.
Estraden- (Estrade 2): -band, die (vgl. 3Band]; -konzert,
das; -Programm, das: die feierliche Eröffnung der
Festspiele mit dem großen E. ..Die Republik im Spiegel unserer
Kunst" (Neues D. 20. 6. 64. 4).
Estragon festragan]. der; -s [frz. estragon < mlat. tarc(h)on
< arab. tarbün]: Gewürzpflanze, die bes. auch als Zutat
beider Herstellung von Essig u. Senf verwendet wird: <Zus.:>
Estragonessig, der; l£stragonsenf, der.
Estremaduragarn [estrema'du:ra-]. das; -[eis [nach der span.
Landschaft EstremaduraJ: glattes Strick- od. Häkelgarn
aus Baumwolle.
Estrich ['estru;]. der; -s. -e [mhd. est(e)rich. ahd. esterih,
astrih < mlat. astracum, astricum = Pflaster < griech.
östrakon = Scherbe, irdenes TäfelchenJ: 1. fugenloser
Fußboden. Unterboden aus einer erhärtenden Masse (insbes.
Zement): den E. legen (herstellen, machen). 2. (Schweiz.)
Dachboden. Dachraum: als ich die Koffer aus dem E.
schleppte (Frisch, Cruz 48); <Zus. zu 1:> £strichgips, der;
^stridileger. der.
Eszett (es'tset], das; -. - [entstanden aus der Schreibung
J3 für s u. 3. die im 14. Jh. aufkam]: der Buchstabe ß.
Eta [e:ta], das; -[s], -s [griech. gta < hebr. t)et. eigtl.
= Zaun, Schranke (nach der Ähnlichkeit des althebr.
Buchstabens mit einer Schranke)!: 7. Buchstabe des griech.
Alphabets (//. f] = langes E. e).
etablieren [eta'bli:ren] <sw. V.; hat) /vgl. etabliert/ [frz.
(s*)etablir. eigtl. = festmachen < lat. stabillre =
befestigen, zu: stabilis = feststehend, fest, t stabil]: 1. einrichten,
gründen: ein Geschäft e.; eine Ordnung e. (sie gründen
u. ihr festen Bestand geben): eine neue Wissenschaft e.
(begründen); die Aufgabe der Linguistik .... eine
Grammatik so zu e., daß die Mechanismen ... adäquat beschrieben
werden (Dietrich. Sprachwissenschaft 14). 2. <e. + sich)
41) sich (insbes. als selbständiger Geschäftsmann) nieder las-
sen: sich [in. an einem Ort] [als Kaufmann] e.;
Taschenbuchläden .... wie sie sich in den meisten Großstädten
etabliert haben (Enzensberger. Einzelheiten I. 135); b) sich
/häuslichI niederlassen, einrichten: sich in einem Zimmer
e.; Dort etablierte ich mich in einem ziemlich teuren Hotel
und beschloß, ein Buch zu schreiben (K. Mann.
Wendepunkt 134); c) einen sicheren Platz innerhalb einer Ordnung
od. Gesellschaft gewinnen, festen Bestand erlangen, sich
festsetzen u. breitmachen: eine Gruppe, eine Kultur hat
sich etabliert; etabliert <AdJ.; Steig, ungebr.; nicht adv>:
1. fest gegründet: -e Machtpositionen. 2, einen sicheren
Platz [in der Gesellschaft 1 einnehmend: -e Gruppen;
zumeist sind es bereits -e (Klein-)Familien. ... die bereits
über relativ stabile finanzielle Verhältnisse verfugen
(Wohngruppe 28); <subst.:> gegen die Etablierten
rebellieren; EtaMtening, die; -. -en; Etablissement [etablisteJ'mä:.
Schweiz.: ...'ment], das; -s.-su. (Schweiz.:) -e [frz. etablisse-
ment] (geh.): 1. Unternehmen. Niederlassung. Geschäft.
Betrieb: ein E. gründen, in einem E. angestellt sein. 2.a)
gepflegte, elegante Gaststätte; b) Vergnügungsstätte. '
zweifelhaftes j Nacht!lokal; c) (verhüll.) Bordell: Die Toni,
die Mitzi und die anderen Damen des -s erfüllen gegen
bare Münze die zumeist ausgefallenen Wünsche der
Männer (Hörzu 19. 1972.8).
Etage [e'ta:»]. die; -. -n [frz. etage. urspr. = Rang;
(Zustand: Aufenthalt < vlat. *staticum = Standort, zu lat.
Status. TStatus]: Stockwerk: das Haus hat vier -n; in/auf
der dritten E. wohnen; mit dem Aufzug in die dritte E.
fahren; er wohnt auf der E. (in einem Etagenhaus, aber
nicht im Parterre, sondern in einem der höheren
Stockwerke); Ü Auslagen. Dekorationen. Bauten in -n (ugs.; Stufen)
anordnen; die -n (Jargon; Stufen. Ränge) des
Parteiapparates; den Ball in die zweite E. schießen. Jagen (Fußball
Jargon; den Ball hoch über das Tor schießen).
etagen-, Etagen-: -bett, das: Bettgestell, bei dem zwei Betten
fest übereinander angebracht sind; -förmig <Adj.; o. Steig.):
in Form von Etagen. Terrassen, Stufen o.a. fangeordnet.
verlaufend/: e. angeordnet sein; -geschfift, das: Geschäft,
das sich in einer (oberen) Etage befindet; -»haus, das:
iMietslhaus mit mehreren Etagen; -heizung, die:
Heizungsanlage, durch die eine einzelne Etage zentral beheizt
wird; -keilner, der: Hotelkellner, der für eine Etage des
Hotels zuständig ist; -tür, die: Tür zwischen einer
Etagenwohnung u. dem Treppenhaus; -wohnung. die: Wohnung
in der Etage eines Mietshauses.
Etagere [eta'3e:re. ...'3e:ral. die; -. -n [frz. ötagere]: 1.
(veraltend) Gestell für Bücher od. für Geschirr: Auf einer E.
befanden sich einige alte und moderne Bücher (R. Walser.
Gehülfe 14); Die schönste von ihren Nippsachen hatte
sie denn auch auf der E. in dem einen hellen Zimmer
aufgestellt (Schröder. Wanderer 66). 2. aufhängbare, mit
Fächern versehene Kosmetiktasche.
Etalage [eta'la:;»]. die; -. -n [frz. etalage] (veraltet): das
Ausstellen. Aufbauen von Waren lim Schaufenster!; etalie-
ren [...'li-.rm] <sw. V.; hat) [frz. Italer. zu ötal =
Verkaufstisch < afränk. *stal = Standort] (veraltet): ausstellen;
Etakm [eta'lö:]. der; -s. -s [frz. etalon < afränk. *stalo]
(Fachspr.): Normalmaß. Eichmaß. Prototyp einer physikal.
Maßeinheit; Etalonnage [etab'na.3d]. die: -. -n [frz. ötalon-
nage = das Eichen] (Film): Steuerung der Stärke u. der
Zusammensetzung des Kopierlichtes in der Kopiermaschine.
Etarain [eta'mi:n]. das (auch. bes. Osten*.: der); -s. Etamine,
die; - [frz. etamine < afrz. estamine. zu lat. stämineus
= voll Fäden, faserig]: gitterartiges, durchsichtiges Gewebe
[für Vorhangstoffe}.
Etappe [e'tapa]. die; -. -n [frz. etape. eigtl. = Versorgungs-.
Verpflegungsplatz für durchziehende Truppen, urspr. =
Warenniederlage. Handelsplatz < mniederl. Stapel,
tStapel]: l.a) [an einem Tag zu bewältigender Abschnitt,
zurückzulegende Teilstrecke, nach der eine Ruhepause
eingelegt wird: eine Strecke in [drei] -n zurücklegen; (Rennsport:)
Der Italiener Vito Adorni gewann ... die sechste E. des
Giro d'Italia (Welt 21. 5. 65. 9); Sieger der dritten E.
[eines Rennens] sein; auf/in der fünften E. ausscheiden;
b) zu bewältigender Zeitabschnitt, zu durchlaufendes,
durchzumachendes Stadium; Entwicklungsabschnitt, -stufe:
-n eines Prozesses. Lebens; die Mitgliedschaft
Großbritanniens bleibe politisch die bedeutsamste E. bei der erhofften
Erweiterung der Gemeinschaft (Welt 24. 9. 66. 1); die
Entwicklung durchläuft viele -n; eine wichtige E. auf dem
Weg zum Erfolg zurücklegen; daß dieser Prozeß in
langsamen -n erfolgen muß (Dönhoff. Ära 142). 2. (Milit.)
Versorgungs-. Nachschubgebiet hinter der Front; (oft abwertend:)
Gebiet hinter der Front, wo man fern vom Kampf ist u.
bequem leben kann (Ggs.: Front 2b): in der E. liegen;
in die E. kommen; wenn er sich in der E. ausruhte (Genet
[Übers.]. Totenfest 108).
etyppen-,Etappen-: Miienst.der<o. PL): Dienst inder Etappe
(2); -flug, der: Flug in mehreren Etappen (1 a); -gebiet.
das (Milit.): Gebiet der Etappe (2); --halt, der (Schweiz.):
/Fahrt-. Flug]Unterbrechung. < Aufenti halt zwischen zwei
Etappen (1 a); -hase, der (Soldatenspr. abwertend): Soldat,
der in der Etappe (2) bleibt; -Hengst, der (Soldatenspr.
salopp abwertend): vgl. -hase: Und dann sehe ich auch
nicht ein. warum gleich immer die Fronttruppe für alle
Fehler der -e herhalten muß (Kirst. 08/15. 294); -lauf.
der (Leichtathletik): Einzel- od. Mannschaftsrennen über
mehrere Teilstrecken, das an einem od. mehreren Tagen
ausgetragen wird; -lazarett, das (Milit.); -rennen, das
(Sport): vgl. -lauf; -schweln, das (Soldatenspr. derb
abwertend): vgl. -hase: ^sieg, der (Rennsport): Sieg in einer
Teilstrecke eines Etappenlaufes od. -rennens. dazu: -sieger.
der; -Straße, die (Milit.): Heerstraße; -weise <Adv.): in
Etappen (1); -wertling, die (Rennsport): Wertung der
einzelnen Etappen eines Etappenrennens; -ziel, das (Sport):
Ziel einer Etappe eines Rennens.
Etat [eta:]. der; -s. -s [frz. 6tat = Aufstellung. Voranschlag.
(Staats)haushalt. eigtl. = Zustand < lat. Status, t Status]:
1. a) [Staats i haushält splan (für einen bestimmten Zeitraum,
insbes. ein Jahr): der E. ist ausgeglichen; die Regierung
legte den neuen E. den Ausschüssen zur Beratung vor;
den E. aufstellen, vorbereiten, erweitern, kürzen; das ist
im E. [des Verteidigungsministeriums] nicht vorgesehen;
das Parlament berät [über] den E. [für das Jahr 1975];
b) !Staats Jhaushaltsplan. soweit er ein bestimmtes
Haushaltsvolumen, einen bestimmten Gesamtbetrag ausweist: ein
E. von 100 Milliarden Mark; c) Haushaltsplan, soweit er
758
Etienne
den Utnfang, Betrag der /für einen bestimmten Zweck i
vorgesehenen Ausgaben betrifft: unser E. (im Etat
vorgesehener Betrag) für Neuanschaflungen ist erschöpft; den
E. überschreiten; das übersteigt meinen E. (ugs. scherzh.;
dafür reicht das Geld nicht, das mir für solche Zwecke
gewöhnlich zur Verfügung steht). 2. (Kunstwiss.) durch
einen Probedruck festgehaltener Zustand der Platte während
der Entstehung eines Kupferstichs. 3. (Schweiz.) Mitglieder-,
Funktionärsverzeichnis.
etat-. Etat- (meist Verwaltungsspr.; zur Bed. vgl. haushalts-.
Haushalts-): ^ansatz, der: Ansatz, Veranschlagung
bestimmter Positionen/, des Etats; ^aufstelhmg. die;
-ausgleiche der; ^autonomie, die: Selbständigkeit in der
Aufstellung eines eigenen Etats; ^beratung, die; Mlefizit, das;
Entwurf, der; -gesetz, das; -jähr, das: Zeitraum, für den der
Etat Gültigkeit hat; -kürzung, die; -läge, die: die äußerst
kritische E. Berlins (Welt 21. 12. 65. 9); ^lesung. die:
Parlamentsdebatte über den Etat: beginnt der
Hauptausschuß mit der zweiten E. (Welt 25. 11. 61. 8); -mäßig
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): a) im Etat / vorgesehen,
veranschlagt /: dieser Betrag ist e. nicht ausgewiesen; b)
eingeplant, eine Planstelle besetzend: Komisch, daß fast alle
-en Feldwebel dick sind (Remarque. Westen 68); Ü der
•e (Fußball; im allgemeinen auf diesem Posten spielende,
auf ihm eingesetzte) Linksaußen; -mittel <P1.>; -Periode,
die; -Planung, die; -posten,der; -rechtlich <Adj.; o. Steig.);
-rede, die: Rede bei der Haushaltsdebatte; -stärke, die
(Milit.): planmäßige Stärke: die E. eines Heeres;
-Überschreitung, die; -Zuweisung, die: Zuweisung von Geldmitteln
durch den Etat.
etatisieren [etati'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. etatiser]
(Verwaltungsspr.): in den Etat aufnehmen, im Etat berücksichtigen,
dazu: Etatiskrung, die; -. -en; Etatismus [etatismus], der;
- [frz. Statisme] (Politik): 1. nur bestimmte Industriezweige
erfassende, gemäßigte Form der staatlichen Planwirtschaft.
2. ausschließlich am Staatsinteresse orientierte Denkweise.
3. (Schweiz.) Stärkung der Zentralgewalt des Bundes gegen-
über den Kantonen, dazu: etatjstisch <Adj.): den Etatismus
U-3) betreffend, in der Art des Etatismus.
Etats generaux [etasenero] <P1.) [frz. les ötats genäraux.
aus: ötats. PI. von: ötat = Stand (tEtat] u. generaux.
PI. von: general = allgemein; General- < lat. generalis
= allgemein] (hist.): die französischen Generalstände (Adel,
Geistlichkeit, Bürgertum) bis zum 18. Jh.
Etazismus [eta'tsismus]. der; - [gelehrte Bildung zum griech.
Buchstabennamen 5ta, TEta]: Aussprache des griechischen
Eta wie langes e (Ggs.: Itazismus).
et cetera [et tsetera; lat. et cetera, eigtl. = und die anderen
(Dinge)]: wxdso weiter (Abk.: etc.); et cetera pp. [- - pe'pe:;
pp. = Abk. von lat. perge. perge = fahre fort, fahre
fort, Imperativ von: pergere] (ugs. scherzh.): und so weiter,
und so weiter.
et cum spiritu tuo [et kum spi:ritu tuo; lat. = und mit
deinem Geiste, d. h. mit deiner Seele, deiner Person] (kath.
Liturgie): Antwort der Gemeinde im katholischen
Gottesdienst auf den Gruß Dominus vobiscum.
etepetete [e:tope'te:t3, ...po...] <Adj.; o. Steig.; nicht attr.)
[wohl aus niederd. ete, öte = geziert u. umgeformtem
frz. peut-etre = vielleicht] (ugs.): geziert, zimperlich, eigen;
übertrieben fein, steif u. konventionell: er. ihr Benehmen
ist sehre.; diese steifen Hamburger sind immer so e. (Kuby.
Rosemarie 102); immer so e. sprechen.
eternisieren [eterni'zKren] <sw. V.; hat) [frz. eterniser. zu
lat. aetemus = ewig (dauernd)] (veraltet): in die Länge
ziehen; verewigen; Eternit <S> [etcr'ni:t. auch: ...'mtl. das
od. der; -s [zu lat. aetemus = ewig, unvergänglich]:
wasserundurchlässiges u. feuerfestes Material aus Asbestzement,
das bes. im Baugewerbe verwendet wird; <Zus.:> Eternitpbt-
te, die.
Etesien [e'tczjpn] <P1.) [lat. etesiae < griech. etesiai (äne-
moi). eigtl. = (all)jährliche (Winde)]: von Mai bis Oktober
regelmäßig wehende, trockene Nord[west/winde im
östlichen Mittelmeer; <Zus.:> Etesienklima, das: Klima mit
trockenem, heißem Sommer u. mildem Winter mit
Niederschlägen.
Etgrön: tEttgrön.
Ethanpgraph [etano'gra.fl, der; -en. -en [zu engl, ethanol
= t Äthanol u. t -ffaph]: Gerät zum Messendes
Alkoholspiegels im Blut: Der E. ersetzt in Kanada bereits die Blutprobe
(ADAC-Motorwelt 4. 1972, 28).
Ethik feitik]. die; -, -en [lat. ethica. ethice < griech. ethike.
zu: ethikös. tethisch]: l.a) philosophische Disziplin od.
einzelne Standpunkt gebende Lehre, die das sittliche Verhalten
des Menschen zum Gegenstand hat; Sittenlehre,
Moralphilosophie: die E. des Aristoteles, des Mittelalters; Probleme
der E.; b) die Ethik darstellendes Werk: -en des 19.
Jahrhunderts. 2. <o. PI.) (bildungsspr.) Gesamtheit sittlicher
Normen u. Maximen, die einer /verantwortungsbewußten/
Einstellung zugrunde liegen: die E. eines Volkes, eines
Berufsstandes; Den Ärzten ... danke ich von Herzen; sie
hatten bereits die richtige E. (Spiegel 9, 1975. 10); sein
Handeln war von christlicher E. geleitet, dazu: Ethiker,
der; -s. -: 1. Lehrer der Ethik, Vertreter einer Ethik,
Moralphilosoph. 2. (bildungsspr.)jmd., der nach ethischen
Grundsätzen lebt u. handelt; Ethikotheologie [etikoteolo'gi:]. die;
- [zu griech. ethikös (Tethisch) u. tTheologie]: Schluß von
dem moralischen Gesetz in uns auf Gott als dessen Urheber
(Kant); ethisch <Adj.; o. Steig.) [lat. ethicus < griech.
ethikös = sittlich, moralisch, zu: ethos. f Ethos]: 1. die
Ethik (1 a) betreffend, zur Ethik (1 a) gehörend: -e
Gesichtspunkte, Begründungen. 2. auf einer Ethik (2) beruhend,
dazu gehörend; von sittlichem Verhalten bestimmt, davon
zeugend; sittlich: -e Werte, Motive; „Sich e. hinstellen4',
sagt er noch, „kann nach einem bißchen Übung jeder
Lump" (Feuchtwanger, Erfolg 512); -e Indikation
(Indikationfür einen Schwangerschaftsabbruch aus ethischen
Gründen, z. B. nach einer Vergewaltigung).
Ethnie [et'ni:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. ethnos = Volk(s-
stamm)] (Völkerk.): Menschengruppe (insbes. Stamm od.
Volk) mit einheitlicher Kultur: das Buch enthält 17 Mono-
grafien von Volksgruppen („Ethnien", Minderheiten) des
westlichen Europas (Sprachspiegel 6. 1974. 95); Ethnikon
['etnikanj.das; -s. ...ka [griech. ethnikon. Neutr. von: ethni-
kös = die Nationalität bezeichnend.! ethnisch] (Sprachw.):
Völkername, Personengruppennanie; ethnisch fetnij] <Adj.;
o. Steig.) [griech. ethnikös = zum Volk gehörend, dem
Volk eigentümlich] (bildungsspr.): die f einheitliche/
Kultur- u. Lebensgetneinschaft einer Volksgruppe bezeugend,
betreffend, -eGruppen.Gliederungen. Eigentümlichkeiten:
daß die Weißen plötzlich an -e Minderheiten gerieten,
die für sie ein völlig unbeschriebenes Blatt waren (Wolfe
[Übers.]. Radical 77); ein e. [unieinheitliches Volk;
Ethnograph [etno'gra:f]. der; -en. -en [zu griech. £thnos = Volk(s-
stamm) u. t-graph]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Ethnographie; Ethnographie [...gra'fi:]. die; -. -n [...i:an;
zu griech. öthnos = Volk(sstamm) u. t-graphie]: Teil der
Völkerkunde, der ohne ausgeprägte theoretische
Erkenntnisinteressen die Merkmale der verschiedenen Völker u.
Kulturen systematisch beschreibt; beschreibende Völkerkunde;
ethnographisch <Adj.; o. Steig.): die Ethnographie
betreffend; Ethnologe, der; -n. -n [zu griech. ethnos = Volk(s-
stamm) u. t-loge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Ethnologie; Ethnologie, die; -. -n [...i:an; zu griech. ethnos
= Volk(sstamm) u. t-logie]: 1. allgemeine /vergleichende/
Völkerkunde, in der die Ergebnisse der Ethnographie (unter
Ausklammerung der physischen u. biologischen
Beschaffenheit der Völker) miteinander verglichen werden. 2.
Wissenschaft, die sich 'mit Sozialstruktur u. Kultur der primitiven
Gesellschaften beschäftigt. 3. in den USA betriebene
Wissenschaft, die sich mit Sozialstruktur u. Kultur aller
Gesellschaften beschäftigt, dazu: ethnologisch <Adj.; o. Steig.): die
Ethnologie betreffend; Ethnozentr|smus, der; - [zu griech.
ethnos = Volk(sstamm) u. tZentrum]: Form des
Nationalismus, bei der das eigene Volk als Mittelpunkt und als
anderen Völkern überlegen angesehen wird.
Ethologe [eto'lo:gd]. der; -n. -n [rückgeb. aus f Ethologie]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ethologie; Ethologie
[etolo'gi:].die;-flat.ethologia = Sitten-od.
Charakterdarstellung < griech. ethologia]: auf das Studium der
Lebensgewohnheiten gegründete Wissenschaft vom Verhalten der
Tiere u. des Menschen, dazu: ethokrtösch <Adj.; o. Steig.):
die Ethologie betreffend; Ethos fe:tos]. das; - [griech. ethos
= Gewohnheit. Herkommen: Gesittung. Charakter; Ne-
benf: ethos = Sitte. Brauch] (bildungsspr.): vom Bewußtsein
sittlicher Werte geprägte Gesinnung, Gesamthaltung:
ethisches Bewußtsein; Ethik (2): ein hohes [berufliches] E.
bestimmte sein Handeln; jmd., jmds. Denken ist von
religiösem E. erfüllt.
Etienne [e'tien]. die; - [nach der frz. Buchdruckerfamilie
Etienne] (Druckw.): eine Antiquadrucksckrift.
759
Etikett
Etikett [eti'ketj.das; -[e]s.-en (auch: -e od. -s) [zu T 'Etikette]:
laufgeklebtes, angehängtes] Hinweisschildchen (an
Gegenständen, Waren): ein E. auf-, ankleben; ein E. an-,
einnähen; die Flasche hat kein E.; der Preis steht auf dem
E.; etw. mit einem E. versehen; U einer Angelegenheit
ein E. aufkleben (abwertend). Jmdn. od. etw. mit einem
E. versehen (meist abwertend; klassifizieren, unter etw.
rubrizieren, mit einer / gebräuchlichen I Kennzeichnung
versehen, mit einem gebräuchlichen j Begriff kennzeichnen u.
abtunj, [oberflächlich, vorschnell j in eine bestimmte
Kategorie einordnen, abstempeln): das E. ..Sozialismus"; Die
-en ..Bonze" und ..Funktionär" klebten am Gepäck der
SPD (Spiegel 52. 1965. 4); ein E.. das auf alles paßt;
'Etikette, die; -. -n [frz. etiquette. urspr. = Markierung
an einem in die Erde gesteckten Pfahl, zu afrz. estiqu(i)er
= feststecken < mniederl. stikken] (Schweiz., österr.. sonst
veraltet): svw. f Etikett: ich blicke nicht einmal auf. als
der Weinkellner mir die E. zeigt (Frisch. Gantenbein 437);
'Etikette, die; -. -n <P1. selten) [frz. etiquette. eigtl. =
Zettel mit Hinweisen (auf das Hofzeremoniell), t 'Etikette]:
Gesamtheit guter gesellschaftlicher Umgangsformen bzw.
der herkömmlichen Regeln, die solche Umgangsformen
vorschreiben: die E. erlaubt das nicht; die E. wahren, einhalten,
verletzen; jmds. Verhalten entspricht [nicht] der E.; etw.
ist gegen die E.; gegen die E. verstoßen; etikettieren [eti-
ke'ti.ren] <sw. V.; hat) [nach frz. etiqueter. zu t'Etikette]:
mit einem Etikett versehen, beschildern, auszeichnen:
Flaschen e.; Ü einen Politiker als Konservativen, als
konservativ e. (abstempeln): so würden ihn ..die deutschen Kritiker"
als ..einen Trivialautor e." (Spiegel 34. 1975. 82); jmd..
etw. läßt sich nicht e. (in eine Kategorie einordnen), dazu:
Etikettkning. die; -. -en: 1. das Etikettieren. 2. Etikett
(Ü): Einige gelehrte Literaturbehandler haben dafür auch
alsbald eine E. erfunden, und zwar Simultanismus (Becher.
Prosa 8); <Zus.:) Etikettkrmaschine, die; -. -n.
Etiolenient [etiote'mä:]. das; -s [frz. etiolement]: svw. T
Vergebung; etiolieren [etjp'lLren] <sw. V.; hat) [frz. etioler.
zu: eteule = Stoppel < afrz. estuble < spätlat. stupula.
tStoppel]: svw. f vergeilen.
etfech ji'e:Uf] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [aus engl, etic
nach Bildungen wie phonetic] (Sprachw.): nicht bedeutungs-
unterscheidend, nicht distinktiv: -e Einheiten: auf-er Ebene.
etlidi... fetlif...] <Indefinitpron. u. unbest. Zahlwort) /vgl.
einig.../ [mhd. etelich. ahd. etellh. ettallh = irgendein:
PL: einige, aus: etta- (<edde-) = irgend(wie) u. -lih =
gestaltet, beschaffen (t Leiche), also eigtl. = irgendwie
gestaltet, beschaffen]: 1. <Sg.) (veraltend) eine kleinere
Menge, ein wenig, etwas: Sie (= die Entlassung) reiste
etliche Zeit hinter mir her (Gaiser. Schlußball 137); jch
kann dazu noch -es bemerken. 2. <P1.) (veraltend) eine
kleinere Anzahl, einige, mehrere: Nur -e kriminelle
Gefangene waren als Handwerker ... in die Anstalt versetzt
(Niekisch, Leben 94); und gibt die Bohnen mit -en
halbierten Tomaten hinein (Hörn, Gäste 199); -e zehn Schwarze
... rückten vor der Freitreppe an (Kessel [Übers.]. Patricia
125); gab es zwar auch schon eine Menge Flüchtlinge,
-e hatte man ihrem Mann auf den Hof geschickt (Seghers,
Transit 40). 3. <Sg. u. PI.) (ugs.. verstärkend) ziemlich
viel, ziemlich groß: eine beträchtliche Anzahl, Menge: das
hat -en Wirbel verursacht; nicht Tage, nicht Wochen, er
weiß sicher, daß es einmal -e Monate waren (Lynen.
Kentaurenfährte 20); noch sind Jordanien, Kuweit. Saudi-
Arabien und -es andere zu verspielen (Dönhoff. Ära 169);
das hat -es [Geld] gekostet; etlichemal [auch:' '-] <Adv.)
(veraltend): svw. feinigemal.
Etmal [etma.l].das; -[eis. -e [niederd. Ettmal < mniederd.
etmäl = wiederkehrende Periode, natürlicher Tag;
Flutperiode, wohl aus: et = wieder u. t!Mal] (Seemannsspr.):
1. Zeit von Mittag bis Mittag. 2. innerhalb eines Etmals
(1) zurückgelegte Strecke: Alle Eintragungen über Wind.
Wetter, gesteuerte Kurse und -e ... sind korrekt (MM
11.5.68. 12).
Etter l'etEj. der od. das; -s. - [frühnhd. < mhd. eter. ahd.
etar = Zaun] (südd.): bebautes Ortsgebiet.
Ettgrön, Etgrön [Etgr0:n], das; -s [in Anlehnung an niederd.
grön = grün umgedeutet aus gleichbed. Ettgröde. eigtl.
= zweiter Wiesenwuchs < mniederd. etgröde. aus: et
= wieder u. grode = Wachstum] (niederd.): zweiter
Grasschnitt.
Etüde [e'ty:da]. die: -. -n [frz. etude. eigtl. = Studium.
Studie < afrz. estudie < lat. Studium, t Studium] (Musik):
übungs-, Vortrags-, Konzertstück, das spezielle
Schwierigkeiten enthält: -n spielen; mußten bei Lampenlicht links
rechts, zweihändig und nochmals Tonleitern und -n
klimpern (Grass. Hundejahre 186/187); ü literarische, szenische
-n (bildungsspr.; Stücke, mit denen der Autor hauptsächlich
die Bewältigung spezieller Schwierigkeiten übt ujod.
demonstriert).
Etui [et'vi:. e'tyi:], das; -s. -s [frz. etui. afrz. estui. zu: estuier.
estoier = in eine Hülle legen, einschließen. H. u.J: 1.
kleiner /flacher/ Behälter, meist aus festerem Material,
hergestellt zum Mitführen u./od. schützenden Aufbewaliren
eines od. mehrerer Gegenstände bestimmter Art: ein
goldenes, ein ledernes E. mit Zigaretten; Ein kleines, feines
E. mit Nagelfeilen (Seghers. Transit 28); die Brille ins
E. legen, stecken; wo ... in reich ausgeschlagenen -s jene
weichlichen Geräte vorgeführt waren (Th. Mann. Krull
97). 2. (ugs. scherzh.) schmales, enges Bett: <Zus. zu 1:>
Etuikleid, das: modisches, sehr eng geschnittenes Kleid: Für
Frauen, die ihre Figur deutlich abgezeichnet zeigen wollen,
hat Lanvin-Castillo wieder das enge E. hervorgeholt (FAZ
19. 8. 61. 44); Etuimacher, der; -s. - (Berufsbez.).
etwa [ctva] <Adv.) [frühnhd. < mhd. etewä = irgendwo;
gar, ziemlich, sehr; ahd. etewär = irgendwo]: 1. ungefähr,
annähernd, schätzungsweise: [so] e. acht Tage. Kilometer;
ein Stück Marmor, e. faustgroß (Remarque. Obelisk 316);
Das Durchschnittseinkommen ... beträgt in den
Vereinigten Staaten e. 7 500 DM. in Indien nur rund 240 DM
(Dönhoff. Ära 171); in e. einer Woche; e. zwischen dem
ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Renaissance
(K. Mann. Wendepunkt 61); so e./e. so könnte man das
machen; Das ist e. wie mit Marx und den Dogmatikern
(Fries. Weg 29); wann e.?; e. zu dieser Zeit; *ln e. (in
gewisser Hinsicht u. ungefälir, annähernd, in gewissem
Umfang): wir stimmen in e. überein: das ist in e. dasselbe.
2. beispielsweise, zum Beispiel: wenn man Europa e. mit
Australien vergleicht, stellt man fest ...; einige Städte wie
e. München. Köln. Hamburg; Hans e. hätte anders
reagiert; andere Dichter wie e. Goethe; anderswo, [so] e. in
den Vereinigten Staaten. 3. (Schweiz.) bisweilen,
manchmal: auch später hat er uns immer noch e. besucht. 4.
gibt verstärkend einer Fraglichkeit od. vorausgesetzten
Möglichkeit Ausdruck: womöglich, möglicherweise, gar,
vielleicht: wenn er e. doch noch kommt, dann ...; allen,
die e. Bedenken haben sollten, sei gesagt ...; weil selbst
Eier und Fleisch nach e. eingeschmuggelten Briefen
durchsucht werden (Mostar. Unschuldig 79); ist er e. (er ist
doch wohl nicht) krank?: Ist der Kanzlere, die
Bundesregierung? (Dönhoff. Ära 215); Sagen die Spitzbuben e. nicht
„sich dünnemachen''? (Th. Mann. Krull 290); * nicht e.
(durchaus nicht, keineswegs, auf keinen Fall): er wollte
das Rad nicht e. stehlen, sondern nur ausleihen; Nicht
e. (es ist durchaus nicht so), daß Kommunisten oder Sozis
gestört hätten. Die gab es damals gar nicht mehr (Grass,
Hundejahre 230); er soll nicht e. denken, ich räche mich;
glauben Sie nicht e. (nur nicht, ja nicht), das wäre ein
Versehen!; <Abl.:> etwaig ['etva(:)i?) <Adj.; o. Steig.; nur
attr.>: sich etwa (4), unter Umständen zeigend, eventuell;
möglicherweise auftretend, geschehend: -e Umwege.
Verzögerungen; Um -e feine Sprünge zu bemerken, mußte
man jeweils zwei Eier ... aneinanderschlagen (Kaschnitz,
Wohin 52); eine -e Übererwärmung von Atmosphäre und
Erdoberfläche (Kosmos 3. 1965. 114); bei -em völligem
(seltener: völligen) Mißlingen des Unternehmens (wenn
das Unternehmen völlig mißlingen sollte); -e Gäste (wenn
Gäste kommen sollten, sie) sofort bedienen; -e Beschwerden
sind (wenn jemand Beschwerden vorzubringen hat, so sind
sie) schriftlich einzureichen; sich durch -e (möglicherweise,
vielleicht eintretende) Schwierigkeiten nicht abschrecken
lassen; etwas [etvas] <Indefinitpron.) (ugs.: was) [mhd..
ahd. etewasl: l.a) bezeichnet ein nicht näher Bestimmtes,
eine [gewisse] Sache, ein Ding, Wesen o.a.: irgend e.;
da klappert doch e.; es lief e. (ein Tier) über den Weg;
e. muß geschehen; Ich will weggehen, aber e. zwingt mich
dazubleiben (Remarque. Obelisk 311); hat er e. gesagt?;
ich will dir einmal e. sagen; das bringt e. ein; Als er
Abitur machte .... durfte er sich e. wünschen, und er
wünschte sich eine Reise (Böll. Adam 61); ich muß e.
unternehmen; hat er dir e. getan (ein Leid zugefügt)?;
er hat e. (ein Vorurteil, eine Antipathie) gegen mich; die
760
euer
beiden haben e. (ugs.; ein Liebesverhältnis) miteinander;
der Gedanke hat e. für sich (ugs.; istrecht gut. einleuchtend):
ich weiß e., was ihr Freude macht; ich habe e. von ihm
gehört, was/(seltener:) das ich nicht glauben kann; er
findet an allem e. [zu tadeln]; e. zum Lesen; <attr. vor
einem subst. Adj. od. Pron.:> e. ganz Neues; niemand
weiß e. Genaues; e. Schönes sehen; nun zu e. anderem!;
•so e. (etwas Derartiges): so e. (ausgerechnet solches)
muß mir passieren!; mit so e. muß man rechnen; so e.
(etwas so) Schönes hatte er nicht erwartet; so e. Dummes!
(Ausruf der Verärgerung); nein, so e.! (Ausruf des
Erstaunens); [90] e. wie ... (etwas Ähnliches wie ..J; er ist so e.
wie ein Dichter; einen Bereich unseres ...Lebens, in dem
sich so e. wie öffentliche Meinung bilden kann (Fraenkel.
Staat 220); E. wie Angst war in mir (Molo. Frieden 8);
b) bezeichnet eine nicht näher bestimmte Sache, die
bedeutsam erscheint (Ggs.: nichts): das ist doch wenigstens e.
(besser als nichts): Man sprach von ihnen beinahe
ebensooft ... wie von den Langläufern - und das wollte in
Finnland gewiß e. heißen! (bedeutete viel: Maegerlein. Piste
41); aus dem Jungen wird einmal e.; er wird es noch
zue. bringen (Erfolghaben):e. sein (einegeachtete,
angesehene berufliche, gesellschaftliche Stellung haben): sein Wort
gilt e. bei der Regierung; Die gute Ausrüstung ist sperrig,
und sie wiegt e. (hat erhebliches Gewicht. Auto 7. 1965.
48); c) bezeichnet einen nicht näher bestimmten Teil von
etwas: nimm dir e. von dem Geld; kann ich auch e. [davon]
haben?; verstehst du e. davon?; Er hatte sogar e. von
dem. was gewöhnlich gesunder Menschenverstand genannt
wird (Kirst. 08/15. 18); er hat e. von einem Gelehrten
(wirkt fast wie ein Gelehrter). 2. ein bißchen, ein wenig:
er nahm e. Salz; kann ich noch e. Gemüse haben?; ich
brauche e. Geld; Leute, die e. Besitz haben (Remarque.
Obelisk 45); e. Musik machen; er spricht e. Englisch; sie
war e. ungeschickt; Jetzt bin ich e. ruhiger, wir wollen
e. (ein Stück) ins Grüne fahren; ich will noch e. (kurze
Zeit) lesen; Er mußte erst e. warten (Schnurre. Fall 5);
der zweite Treffer saß e. (dicht, nahe) darüber; die
Bundesdienststellen hätten ...wohl ..e. außerhalb der Legalität"
gehandelt (Dönhoff. Ära 58); Etwas [-]. das; -. - (scherzh.
auch: -se) [Subst. zu etwas (1 a)]: nicht nä/ier bestimmtes
Wesen od, Ding: ein kleines, piependes E.; er stieß an
ein spitzes, hartes E.; Dann ist da noch Krokowski. der
Assistent - ein ganz gescheites E. (Th. Mann, Zauberberg
20); *das gewisse E. (1. eine unbestimmbare, die Männer
anziehende Eigenart: sie hat das gewisse E. 2. eine besondere
'künstlerische! Fähigkeit, auf andere zu wirken: Dazu
gehört ..das gewisse E., das optisch über die Scheibe
kommen soll... Das Unwägbare, das einer haben muß [Hörzu
8. 1973.14]); ^tweich ... ['etvek;...] <Indefinitpron.> [mhd.
(md.) eteswilch. ahd. ettes(h)welih] (Schweiz., österr.. sonst
veraltet): svw. teinig ...: Es ist Erdenneuzeit, -e
hunderttausend Jahre zurück (Th. Mann. Krull 307); nachdem Frau
Wanka ihre gewaltige Leiblichkeit in -e neue Futterale
gesteckt ... hatte (Fussenegger. Haus 95); diesen Weg ....
der ... von Baugruben unterhöhlt war, daß -er (etwaiger)
Wühlarbeit durch Wühlarbeit begegnet würde (Fries. Weg
112); etwefchennaBen <Adv.) (Schweiz., österr., sonst
veraltet): svw. f einigermaßen.
Etymologe [etymo'lo:gd], der; -n. -n [lat. etymologos
< griech. etymologos]: Kenner. Forscher auf dem Gebiet
der Etymologie: Etymologie [...lo'gi:], die; -, -n [...i:an;
lat. etymologia < griech. etymologia. eigtl. =
Untersuchung des wahren (ursprünglichen) Sinnes eines Wortes,
zu griech. etymon. t Etymon] (Sprachw.): 1. <o. PI.)
Wissenschaft von der Herkunft u. Geschichte der Wörter u. ihrer
Bedeutungen. 2. Herkunft u. Geschichte eines Wortes u.
seiner Bedeutung: die E. der Fremdwörter, der deutschen
Ortsnamen; die E. eines Wortes verfolgen, angeben, dazu:
etymologisch <Adj.; o. Steig.) [nach lat. etymologicus <
griech. etymologikös] (Sprachw.): die Etymologie
betreffend: -e Fragen. Angaben. Wörterbücher; etymologisieren
[...logi'zi:ron] <sw. V.; hat) [mlat. etymologicarc. zu lat.
etymologia. t Etymologie] (Sprachw.): etymologisch
untersuchen u. beschreiben: ein Wort e.. dazu: Etymologiskning*
die; -. -en; Etymon fe:tymon. auch: et...], das; -s. ...ma
[griech. etymon. zu: ötymos = wahrhaft, wirklich]
(Sprachw.): die sogenannte ursprüngliche Form u. Bedeutung
eines Wortes: Wurzelwort, Stammwort: Das E. ist mhd.
swalm „Schwall des Wassers".
Et-Zekhen [et-], das; -s. - [zu lat. et = und]: Und-Zeichen
Iin Firmennamen/ (&).
etzlich... ['etslu;...] (Indefinitpron.) [mhd. eteslich. ahd.
eteslih, tetlich] (altertümelnd scherzh.): svw. etlich ...
Eubiotik [3y'bio:tik]. die; - [zu griech. eu = gut. wohl
u. biötike (techne) = die Kunst des Lebens] (Med.): Lehre
von der gesunden Lebensführung.
euch [gyc; mhd. iu. iuch. ahd. iu, iuwih] <Dat. u. Akk.
PI.): 1. Personalpron.: t2ihr. 2. Reflexivpron. (bezieht sich
auf mit „ihr" [bzw. „Ihr"] angeredete Personen zurück):
ihr irrt e. (Akk.); macht e. und die Kinder fertig!; macht
e. (Dativ) und eurem Vater keine Sorgen!;
(Höflichkeitsform. Singular u. PL. veraltet:) Gevatter, freut Ihr Euch
(Akk.)?
Eucharistie [oy^ans'ti:], die; -, -n [...i:an; kirchenlat. euchari-
stia < griech. eucharistia, eigtl. = Dankbarkeit,
Danksagung] (kath. Rel.): l.a) Opfergottesdienst, Meßopfer (als
zentraler Teil der Messe, der die Bereitung, Wandlung u.
Austeilung der Opfergaben umfaßt): insbes. Abendmahl,
Kommunion: die Feier der heiligen E. (Eucharistiefeier.
Feier der Messe): b) <o. PI.) Sakrament des Abendmahls,
der heiligen Kommunion. Altar/s/Sakrament. 2. die euchari-
stische Opfergabe (Brot u. Wein, insbes. als äußere Gestalt
des Leibes Christi), dazu: Eucharistjfifeier, die (kath. Rel.):
Feier der Messe, eudiaristisch [..,'nstij] <Adj.; o. Steig.)
(kath. Rel.): auf die Eucharistie bezogen: Eucharistischer
Kongreß ((interj nationale Tagung der Katholiken zur
gemeinsamen Feier u. Verehrung der Eucharistie sowie zur
Förderung u. Vertiefung des auf die Eucharistie bezogenen
religiösen Glaubens u. Lebens).
Eudämonie bydemo'ni:], die; - [griech. eudaimonia]
([griech.] Philos.): Glückseligkeit, seelisches Wohlbefitvien:
Eudimonjsnus, der; -: philosophische Lehre, die im Glück
des einzelnen od. der Gemeinschaft die Sinnerfüllung
menschlichen Daseins sieht: Eudämonjst, der; -en, -en: Vertreter
des Eudämonismus: eudämonjstisch <AdJ.; Steig, selten):
dem Eudämonismus entsprechend: auf den Eudämonismus
bezogen.
Eudkmeter [Dydjp'me:tB], das; -s, - [zu griech. eudia =
schönes Wetter, Windstille u. t-meter] (Chemie): Glasröhre
zum Auffangen u. Abmessen von Gasen: Eudkmetrie [...me-
'tri:]. die; -: Messung des Sauerstoffgehalts der Luft als
Güteprobe.
Eudoxie bycb'ksi:]. die; -. -n [...i:an; griech. eudoxia] (bil-
dungsspr. veraltet): 1. guter Ruf. 2. richtiges Urteil.
'euer ['oyB] (Possessivpron.) [mhd.. ahd. i(u)wer] entspricht
einem possessiven Gen. u. bezeichnet ein Zugehörigkeits-,
Verbundenheits-, Besitz- od. Abhängigkeitsverhältnis zu
mit ..ihr44 (bzw. ..Ihr") angeredeten Personen: l.a) <vor
einem Subst.) Qt) e. Vater. eu[e]re Mutter, e. Kind; Emils
und e. Wagen. Haus; eu[e]re Pflicht; e. neuer Chef; alle
eu[e]reKinder; dieser e. Name; ich bestaune eu[e]ren/euern
Mut; dieser Sache solltet ihr eu[e]re Aufmerksamkeit
zuwenden; kann ich e. [neues] Auto sehen?; ruft eu[e]re
Kinder herbei!; wegen eu[e]res Leichtsinns müßtet ihr
bestraft werden; sagt das eu[e]rem/euerm Lehrer!; ich bin
noch nie in eu[e]rer Wohnung gewesen; herzliche Grüße
von Eu[e]rem Emil und Eu[e]rer Helga/Euer Emil und
Eu[e]re Helga (Schlußformel in Briefen); ß) als Ausdruck
einer Gewohnheit, gewohnheitsmäßigen Zugehörigkeit.
Regel o.a.: raucht ihr immer noch täglich eu[e]re (die
eurer Gewohnlieit entsprechenden) 20 Zigaretten?; e. Zug
(der Zug, mit dem ihr fahrt, fahren wollt): e. (das von
euch getätigte) Handeln; eu[e]re (die euch zuteil gewordene)
Beförderung; enwickelt eure (die euch innewohnende)
Fähigkeit. Entscheidungen zu treffen (Leonhard. Revolution
192); habe ich nichts zu tun mit den Entscheidungen eurer
(der für euch zuständigen) Polizei (Johnson, Mutmaßungen
107); y) (geh.) in der Anrede an eine hochgestellte
Persönlichkeit; Abk. Ew.: Eu[e]re. Euer Eminenz. Ehrwürden;
Zu Befehl. Euer Exzellenz! (Bergengruen, Rittmeisterin
446); (veraltet in Beziehung auf eine mit „Ihr44 angeredete
Einzelperson:)Gevatter, wir gratulieren Euch zu Eu[e]rem/
Euerm 80. Geburtstag; b) <o. Subst.) das ist nicht unser
Hund, sondern eu[e]rer. nicht unser Verdienst, sondern
eulelres; er. sie. alles ist e. (geh.; gehört euch): (veraltet:)
Gevatter, das alles ist Euer (gehört Euch). 2. <subst.)
(geh.) das ist nicht unser Verdienst, sondern das eu[e]re;
der Eu[e]re (euer Mann): die Eu[e]re (eure Frau): die
Eu[e]ren. Euern (eure Angehörigen): das Eu[e]re (das euch
761
euer
Gehörende, das euch Zukommende, eure Aufgabe, euer
Teil); (veraltet:) Gevatter, das ist nicht unser Haus,
sondern Eu[e]res, das Eu[e]re: Gevatter. Ihr habt das Eu[e]re
getan; 2euer [-1 <Gen. des Personalpronomens ..ihr") [mhd..
ahd. i(u)wer]: wir gedenken e./(als Anrede im Brief:) Euer;
ihr wart e. (nicht: eurer) drei (veraltend; ihr wart drei
Personen): euerseits: f eurerseits; euersgleichen:
teuresgleichen: euerthalben, -wegen, -willen: t eurethalben usw.
Eugenetik [oygene:tik]. die; - [zu griech. eugenetes =
wohlgeboren, von edler Abkunft]: svw. t Eugenik: eugenetisch
<Adj.; o. Steig.): svw. teugenisch; Eugenik by'ge:nik). die:
- [zu griech. eugenes = wohlgeboren, von edler Abkunft]
(Med.): Erbgesundheitsforschung, -lehre, -pflege (mit dem
Ziel, erbschädigende Eitiflüsse u. die Verbreitung von
Erbkrankheiten zu verhüten); eugenisch <Adj.; o. Steig.): die
Eugenik betreffend: -e Maßnahmen.
euhedral byhe'dra:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
eü = gut. wohl u. hedra = Sitz; Grundlage]: svw. tidio-
morph.
Euhemerismus byheme'nsmos]. der; - [nach dem griech.
Philosophen Euhemeros. um 300 v.Chr.] (Philos.):
Deutung von Mythen u. Religionen in dem Sinn, daß die Götler
ursprünglich hervorragende Menschen gewesen seien, denen
man später Verehrung bezeigte; euhemeristisch <Adj.; o.
Steig.): Religion u. Götter Verehrung im Sinn des
Euhemerismus deutend.
Eukalyptus [gykalYptus], der; -. ...ten u. - [aus griech. eü
= wohl u. -kalyptus, zu griech. kalyptein = verhüllen,
also eigtl. = der Wohlverhüllte (nach den haubenartig
geschlossenen Blütenkelchen)]: vor allem in Australien
vorkommender, zu den Myrtengewächsen gehörender, sehr
hoher, immergrüner / tropischerJ Baum, dessen ledrige Blätter
ein erfrischend riechendes ätherisches Öl enthalten.
Eukalyptus-: -bäum, der; -bonbon, der od. das:
Hustenbonbon mit dem Geschtnack des Eukalyptusöls: ^ölf das:
ätherisches Öl, aus Blättern u. Holz des Eukalyptus gewonnen;
^tee, der: Tee, der aus getrockneten Blättern des Eukalyptus
aufgebrüllt wird.
Eukaryonten fcyka'nbntn] (PI.) [zu griech. eü = gut. wohl
u. käryon = Nuß. Kern] (Biol.): zusammenfassende Bez.
für alle Organismen, deren Zellen durch einen typischen
Zellkern charakterisiert sind (Ggs.: Prokaryonten).
Eukinetik byki'ne:tik], die; - [zu griech. eü = gut. wohl
u. t Kinetik] (Tanzkunst): Lehre von der schönen u.
harmonischen Bewegung.
euklidisch toy'kli:diJ1 <Adj.; o. Steig.) [nach dem griech.
Mathematiker Euklid, um 300 v. Chr.] (Math.): nach Euklid
benannt [u. auf den von Euklid aufgestellten Axiomen,
namentlich dem Parallelenaxiom bzw. der entsprechenden
Geometrie beruhend,: -er Raum; -e Geometrie.
Eukolie fcjyko'li:]. die; - [griech. eukolia] (Psych.): heitere,
zufriedene Gemütsverfassung.
Eukrasie [gykrazi:]. die; - [griech. eukrasia. eigtl. = gute
Mischung]: 1. (Med.) normale Zusammensetzung der
Körpersäfte. 2. (Psych.) glückliche Veranlagung, glückliches
Temperament.
Eulan <S> by'la:n], das; -s [zu griech. eü = gut. wohl u.
lat. läna = Wolle]: Mittel, das verwendet wird, um Wolle,
Federn od. Haare vor Motten zu schützen; eufauiisieren
[oylani'zi.ron) <sw. V.; hat): durch Präparieren mit Eulan
mottenecht machen: eulanisierte Teppiche.
Eukhen [ayhpn]. das; -s. -: tEule (1); Eule ['gybl. die;
-. -n [1: mhd. iu<we)le. ahd. üwila. Vkl. zu tUhu; 2 u.
3: nach dem Aussehen]: 1. <Vkl. t Eulchen) in Wäldern
lebender, nachts jagender Raubvogel mit bräunlichem
Gefieder, großen Augen u. kurzem, krummem Schnabel;
Vertreter einer mit runtJ 130 Arten weltweit verbreiteten Familie
der Eulenvögel; eine E. schrie; Die -n haben gewimmert,
die Nacht hat gestöhnt (Musil. Mann 293); Otto Bambuss
sieht mich an wie eine E.. die mit Buttermilch gefüttert
ist (Remarque. Obelisk 257); R er macht ein Gesicht wie
eine E. am Mittag (ugs.; ein verschlafenes Gesicht): [das
hieße ja] -n nach Athen tragen (bildungsspr.; einen
überflüssigen geistigen Beitrag zu etw. leisten; nach einer griech.-lat.
Redensart im Anschluß an den Ausspruch ..Wer hat die
Eule nach Athen getragen V in einer Komödie des Ari-
stophanes; wer Eulen nach Athen trägt, tut überflüssige,
insbes. überflüssige geistige Arbeit, weil die Eule konkret
wie auch als Sinnbild der Weisheit, das sie wegen ihrer
Nachsichtigkeit ist. und als Attribut der weisen
Stadtgöttin Athene schon längst in Athen heimisch war); die E.
der Minerva (bildungsspr.; die Eule als Sinnbild der
Weisheit u. als Attribut der röm. Göttin Minerva, die der griech.
Athene entspricht): eine E. fangen (Seemannsspr.; durch
unachtsames Segeln plötzlich den Wind von vorn bekommen).
2,a) (salopp abwertend) weibliche Person [über die man
verärgert ist:: diese alte E. Quatscht den ganzen Tag nur
herum; wenn die E. (die Bedienung) nicht bald unser
Essen bringt, dann ...; er hat sich mit seiner E. (Ehefrau)
gestritten; b) (Jugendspr.) Mädchen: eine flotte E. 3. (nord-
[west]d.. berlin.) Polizist auf Nachtstreife; Nachtwächter.
4. (nordd.) a) Handfeger; b) Flederwisch, Staubwedel. 5.
Vertreter einer Familie von Nachtfaltern mit eulengefieder-
ähnlicher Musterung der grauen Vorderflügel.
allen-, Eulen-: -ähnlich <AdJ); Mutig <Adj.; o. Steig):
-iugig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit riachtsichtigen
Augen wie eine Eule; -falter. der: svw. Eule (5); -flucht,
die <o. PI.) [eigtl. = Zeit des Eulenflugs. 12Flucht] (nordd.):
Abenddämmerung; -flug, der; Miest, das; ^nif, der; -schrei,
der; -spiegel, der [zu dem Eigenn. Eulenspiegel, frühnhd.
Ulenspiegel < niederd. Ulenspegel = Schalksnarr, der
wirklich gelebt hat u. unter diesem ihm später gegebenen
Namen zum Helden eines urspr. niederd. Volksbuches
wurde: aus Ulen- (vielleicht zu: ülen = reinigen, wischen,
zu: Ule = Eule (4) u. -spegel = Spiegel, übertr.: Hinterteil,
also eigtl. = wisch [mir] den Hintern]: zu lustigen,
mutwilligen Schelmenstreichen aufgelegter Mensch, Schalksnarr;
Mensch, der sinnreich zu handeln glaubt od. vorgibt u. doch
Törichtes tut. Narrheiten begeht, dazu: ^spiegetei, die: -.
-en: Gaukelspiel, mutwilliger Streich: er ist einer tollen
E. zum Opfer geraden, -spiegelhaft <Adj.; -er -este), ^$pie-
gelstreich. der: ^vogel. der: Vertreter einer Ordnung von
nachts jagenden Raubvögeln, zu denen die Familien der
Eulen u. der Schleiereulen gehören.
eulenhaft <Adj.; -er. -este): wie eine Eule: -es Aussehen.
Eulogie [aylogi:]. die; -. -n [...i.-an; kirchenlat. eulogia <
griech. eulogia = das Loben; Segen] (christl. Kirche):
I. kirchlicher Segensspruch, Weihegebet. 2. in der
orthodoxen Kirche das nicht zur Eucharistie benötigte Brot, das
als „Segensbrot" nach dem Gottesdienst verteilt wird. 3.
[überschwenglichel Lohrede: Rausch ist potentieller Blul-
rausch. eine Konstatierung. mit der ich meine E. der
Wollust ... modifizieren möchte (K. Mann. Wendepunkt 329).
EumeJ fgyml]. der; -s. - [H. u.]: I. (Jugendspr.) a)
(Schimpfwort) unsympathischer Mensch, Dummkopf: dieser alte,
ein prächtiger E. 2. (ugs.) Gegenstand, Ding. 3. (derb):
Penis; fiumefafi <sw.; V. hat) [H. u.] (Jugendspr.): I. feiern,
fröhlich u. ausgelassen sein, sich amüsieren. 2. Zärtlichkeiten
austauschen, sich liebkosen; intim miteinander sein.
Eumenide [^ymd'ni:dd]. die; -. -n (meist PI.) [zu lat. Eumenis
(Gen.: Eumenidis) < griech. Eumenis = die
Wohlwollende]: verhüllender Natne der Erinnye.
Eunuch [qy'nu:x], der; -en. -en. Eunuche, der; -n. -n [lat.
eunüchus < griech. eunoüchps = Kämmerer, eigtl. =
Betthalter. -Schützer, zu: eune = Lager. Bett u. echein
= haben, halten]: 1. durch Kastration zeugungsunfähig
gemachter Mann: Kastrat: sie (= Leute in Amerika)
plauderten über ..Sex problem" ... mit der Aufgeklärtheit von
Eunuchen, die nicht wissen, wovon sie reden (Frisch. Stiller
370). 2. Eunuch (1) als Haremswächter; <Abl.:> eunuchen-
haft <Adj.; -er. -este); <Zus.:) Eunuchenstimme, die (ugs.
scherzh.): für einen Mann auffallend holte u. nicht kräftige
Stimme; Eunuchismus fcjynu'xismus]. der; - (Med.):
Gesamtheit der charakteristischen Veränderungen im
Erscheinungsbild eines Mannes nach der Kastration; Eunuchoidismus
fcynuxoi'dismus]. der; - [zu griech. eunouchoeides = einem
Eunuchen ähnlich] (Med.): auf Unterfunktion der
Keimdrüsen beruhende Form des Infantilismus mit unvollkommener
Ausbildimg der Geschlechtsmerkmale.
Euonymus [qy'o:nymus]: tEvonymus.
Eupathefojskop [:jypate(o)'sko:p]. das; -s. -e [zu griech. eupä-
theia = das Wohlergehen u. skopein = betrachten,
beschauen]: Temperatur, Strahlung u. Ventilation
berücksichtigendes Gerät zum Messen von Klimaten.
eupelagisch [gype'la:gijl <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [aus
griech. eü = gut. wohl u. tpelagisch] (Biol.): (von Pflanzen
u. Tieren) dauernd im freien Seewasser lebend.
Euphemismus [oyfe'mismus]. der; -. ...men [griech. euphe-
mismös] (bildungsspr.): beschönigende, verhüllende,
mildernde Umschreibung für ein anstößiges od. unangenehmes
762
europa-, Europa -
Wort: „geistige Umnachtung" ist ein E. für „Wahnsinn":
die .Bundesgenossen' Frankreichs, wie man mit starkem
E. die unterworfenen Völker nannte (Jacob. Kaffee 173):
euphemistisch <Adj.> (bildungsspr.): verhüllend,
beschönigend: ein -er Ausdruck für etw.: Sie sind eine Art von
Feigling und Duckmäuser. Mensch, und wenn Ihr Vetter
Sie einen Zivilisten nennt, so ist das noch sehr e.
ausgedrückt (Th. Mann. Zauberberg 731).
Euphonie [ayfo'ni:], die: -. -n [...i:an; lat. euphönia < griech.
euphönia] (bes. Sprachw.. Musik): sprachlicher od.
musikalischer Wohlklang, Wohllaut (Ggs.: Kakophonie);
euphonisch by'fo:niJl <Adj.>: 1. (bes. Sprachw.. Musik)
wohlklingend, wohllautend (Ggs.: kakophonisch). 2. <o. Steig.)
(Sprachw.) des Wohlklafigs. der Sprecherleichterung wegen
eingeschoben (insbes. von Lauten): das t in „eigentlich"
ist ein -er Konsonant.
Euphonium [Dy'fo:nium], das: -s. ...ien [...pn: zu griech.
eüphönos = wohlklingend]: 1. Glasröhrenspiel, das durch
Bestreichen mit den Fingern zum Klingen gebracht wird.
2. ältere Bez. für Kornett in Baritonlage.
Euphorbia by'ibrbia], die: -. ...ien [...pn], Euphorbie [...pl,
die; -. -n [lat. euphorbia < griech. euphörbion] (Bot.):
Wolfsmilch: <Zus.:> EuphQrbiapflanze, die: Euphorbie: t
Euphorbia; Euphorbium [...ium]. das: -s. ...ien [...pn; lat.
euphorbium < griech. euphörbion. tEuphorbia!: in der
Tierheilkunde verwendetes Gummiharz einer
marokkanischen Euphorbiapflanze.
Euphorie [ayfo'ri:], die: -. -n [...i:an; griech. euphoria =
Gefühl des Wohlbefindens (während einer Krankheit),
eigtl. = leichtes Tragen] (bildungsspr.): \. zeitweilige
übersteigert heitere u. zuversichtliche Gemütsi Stimmung.
Hochstimmung. Zustand optimistischer Begeisterung. !
rauschhaft / gesteigerten Hochgefühls, Wohlgefühls (ohne hinrei-
chendenod.dauerhaftenGrund): die E. der ersten Monate ist
vorbei; Augenblicke. Tage der E.; in der E. sein; in [eine]
E. verfallen; Jmdn. in E. versetzen. 2. (Ggs.: Dysphorie;
Med.. Psych.) a) <o. PI.) dem objektiven Zustand nicht
entsprechende gesteigerte Gemütsstimmung, im engeren Sinn
das subjektive Wohlbefinden Schwerkranker: b) Zustand
übersteigerter Heiterkeit nach Genuß von Rauschmitteln
w. bei bestimmten Geisteskrankheiten: Euphorikum [gy'fo:-
rikom], das; -s. ...ka (Med.): Rauschmittel mit
euphorisierender Wirkung: euphorisch <AdJ.>: 1. (bildungsspr.):
Euphorie (1). zeigend, bezeugend, ausdrückend: -er Jubel; alle
Anwesenden waren in -er Stimmung; -e und depressive
Stimmungen wechseln bei ihm ab; e. gestimmt sein. 2.
(Ggs.: dysphorisch; Med.. Psych.) a) dem objektiven
Zustand nicht entsprechend hochgestimmt, heiter u.
zuversichtlich: b) nach Genuß von Rauschmitteln u. bei bestimmten
Geisteskrankheiten einer übersteigerten Heiterkeit verfallen:
euphorisieren [Dyfori'zrron] <sw. V.; hat) (bes. Med.):
i durch Drogen-, Rauschmittelwirkung! in Euphorie
versetzen: euphorisierende Drogen.
Euphuismus [gyfu'ismus], der; -. ...men [engl, euphuism.
nach dem Roman „Euphues" (1S78) des Engländers J.
Lyly] (Literaturw.): 1. <o. PI.) schwülstiger Stil [in der
englischen Literatur der Barockzeit': seine von Primitivität.
Dämlichkeit u. E. strotzende Diktion (Deschner. Talente
16). 2. Stilelement des Euphuismus (1); <Abl.:) euphujstisch
<Adj.; o. Steig.): in der Art des Euphuismus (1).
euploid [ayplo'i:t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
eü = gut. wohl; analog zu Tdiploid] (Biol.): (von den
Zellen eines Organismus) ausschließlich vollstäfutige
Chromosomensätze aufweisend: Euploidie byploi'di:], die; -
(Biol.): das Vorliegen ausschließlich vollständiger
Chromosomensätze in den Zellen von Organismen, wobei jedes
Chromosom jeweils einmal vorhanden ist.
Eupnoe fcy'pno:»]. die: - [griech. eupnoia = leichtes Atmen]
(Med.): regelmäßige, ruhige Atmung.
Eupraxie fcjypra'ksi:]. die: - [griech. eupraxia] (Philos.): das
sittlich richtige Handeln.
EurailpaB [gy'rail-]. der; ...passes. ...passe [engl. Eurailpass.
Kurzwort für: fwropean raitroad pass = europäischer
Eisenbahnpaß] (Eisenb): Dauerfahrkarte, die außerhalb
Europas lebende Personen zur Benutzung aller
westeuropäischen Eisenbahnen berechtigt: wir gehen nicht per
Anhalter, wir haben den E. (MM 14.11.72.15): Eurasier [gy'ra:-
4b]. der; -s, - [zu: Europa u. Asien]: jmd., dessen einer
Elternteil Europäer, der andere Asiate ist: Eurasierin, die;
-. -nen: w. Form zu tEurasier; eurasisch fcjy'ra^ij] <Adj.;
0. Steig.): die Eurasier betreffend: Euratom [qyra'to:m].
die; - [Kurzwort aus: Europäische /4/0w(energie)gemein-
schaft]: gemeinsame Organisation der Länder der
Europäischen Gemeinschaft zur friedlichen Ausnutzung der
Atomenergie u. zur Gewährleistung einer friedlichen
Atomentwicklung.
eure ['ayrel. Eure [-]: T'euer; eurerseits (Osten*, nur so),
euerseits <Adv.) [t-seits]: von euch aus. von eurer Seite
aus: bestehen e. (in Briefen: Eurerseits) noch Fragen?;
(veraltet:) Gevatter, Ihr Eurerseits braucht das nicht zu
tun; euresgleichen (österr. nur so), euersgleichen <indekl.
Pron.) [T-gleichen]: jmd. wie ihr: jmd.. der euch gleich ist:
ihr und e.; E. kam mir noch nie vor (Hacks. Stücke 114).
euret- (österr. nur so), euert-: -halben <Adv.) [t-halben]
(veraltend): svw. teuretwegen; -wegen <Adv.>: aus
Gründen, die euch betreffen: ich bin e. gekommen;
..Magengeschwüre hab' ich gekriegt, euretwegen! Nur noch Milch
darf ich trinken!" (Remarque. Obelisk 322): -willen (Adv.)
nur in der Fügung um e. (mit Rücksicht auf euch): ich
habe um e. so gehandelt.
Eurhythmie [gyrYt'mi:]. die; - [griech. eurhythmia = das
richtige Verhältnis. Ebenmaß (bes. im Takt)]: 1. (bes. Tanz.
Gymnastik) schöne Ausgeglichenheit der Ausdrucks j-
bewegung. 1. (Med.) Regelmäßigkeit des Pulses. 3. svw.
fEurythmie; Eurhythmik, die; -: svw. t Eurhythmie (1).
eitrige ['gyriga], der. die. das; -n. -n <Possessivpron.; immer
mit Art.) (geh.. veraltend): der. die. das eure. svw. t 'euer
(2): sie haben nur an ihren Vorteil gedacht, nicht an den
-n (in Briefen: Eurigen); (veraltet:) Gevatter, das ist nicht
mein Haus, sondern das Eurige.
euro-, Euro- [syro-, betont: 'oyro-l (Europa-, europäisch):
-cheque [-Jek]. der; -s. -s (internationale Schreibung auf
den Formularen: eurocheque) [aus teuro- u. engl, cheque
= t Scheck]: offizieller, bei den Banken fast aller
europäischen Länder einlösbarer, in der Höhe begrenzter Scheck.
dazu: -cheque-Karte, die: vgl. Scheckkarte; -dollars (PI.)
(Wirtsch.): Dollarguthaben in Europa, insbes. als
Gegenstand von Geld- u. Kreditgeschäften europäischer Banken
od. europäischer Niederlassungen von US-Banken: -kom-
munismus,der: (von Angehörigen der kommunistischen
Parteien Frankreichs. Italiens u. a. vertretene) politische
Richtung, die den sowjetischen Führungsanspruch nicht akzeptiert
u. nationalen Sonderformen des Kommunismus Platz
einzuräumen versucht: ^kommunist, der: Vertreter des
Eurokommunismus: -konzern, der (Wirtsch.): Konzern, dessen
einzelne Unternehmen ihren Sitz in verschiedenen Ländern
Europas haben: -Scheck, der: t-cheque; -vtsion, die; - [aus
feuro- u. tTelevision]: 1. Zusammenschluß zahlreicher,
durch ständige Bildleitungen verbundener europäischer
Rundfunk- u. Fernsehorganisationen zum Zweck der
gemeinsamen Teilnahme an Fernsehübertragungen. 2. Fernsehen
durch Eurovision (1), dazu: -visionsnetz, das: Bildlei tungs-
u. Sendernetz der Eurovision, -Visionssendung, die.
Europa [ay'ro:pj|] <Eigenn.; o. Art.; Gen.: -s> [lat. Europa
< griech. Europe, viell. aus einem semit. Wort mit der
Bed. „Sonnenuntergang. Abend"]: 1. durch Antike u.
Christentum geformte kulturelle Einheit der europäischen
Völker: Sie kamen nicht aus einem dekadenten E.. sie kamen
aus einer blühenden (= aztekischen) Hochkultur (Bamm.
Weltlaterne 106). 2. Staatenkomplex, der durch einen
Zusammenschluß der europäischen Staaten entstehen soll:
Konrad Adenauer will ein E.. das sich in eine größere
Atlantische Gemeinschaft einfügt (Dönhoff. Ära 128); sich für
E. (einen Zusammenschluß der europäischen Staaten)
begeistern, einsetzen.
europa-, Europa-: -cup.der: vgl. -pokal; -flagge, die: Flagge
des Europarates: -metster, der (Sport): Sieger im Kampf
um die Europameisterschaft: Mittäterschaft, die (Sport):
1. in einer bestimmten Disziplin ausgetragener
Meisterschaftswettbewerbfür Sportler bzw. Mannschaften der
europäischen Länder. 2, Sieg bei einer Europameisterschaft (1):
-minister, der: Minister für europäische Angelegenheiten:
-müde <Adj.: Steig, ung'ebr.; nicht adv.) (ugs.): nicht mehr
an Europa interessiert, zum Verlassen Europas gewillt: falls
ich e. werde, wandere ich aus (Grass. Blechtrommel 729):
-Parlament, das <o. PI.): Europäisches Parlament
(Parlament der Europäischen Gemeinschaft): -pokal, der (Sport):
1. Siegestrophäe bei einem Pokalwettbewerb für
Mannschaften der europäischen Länder: das Endspiel um den E. 2.
Pokalwettbewerb für Mannschaften der europäischen Län-
763
Europäer
der: Man will einen E. im Amateurboxen schaffen (Welt
25.11. 61,15); ^rat, der <o. Pl.>: durch mehrseitigen Völker-
rechtlichen Vertrag geschaffene internationale Organisation
europäischer Staaten mit Sitz in Straßburg (Abk.: ER);
-rekord, der (Sport): in Europa nicht übertroffener Rekord:
^Straße, die: Straße des internationalen europäischen
Verkehrs, die durch besondere Verkehrsschilder (weißes E auf
grünem Grund) gekennzeichnet ist: MMilon, die: Union
europäischer Staaten: -zone, die (Tennis): beim Davis-Pokal-
Wettbewerb eine der Zonen, deren Sieger eine Runde
weiterkommen.
Europäer [gyro'pe:e]. der; -s. - [zu t Europa]: 1. Vertreter
des abendländischen Kulturkreises. 2. Politiker, der für einen
Zusammenschluß der europäischen Staaten eintritt: die erste
(= Versammlung), bei der sich unter die alten E.
Frankreichs Rene Pleven. Maurice Faure. Henri Frenay die
neuen gaullistischen Abgeordneten mischten (Dönhoff.
Ära 120): europäisch fcyro'pe:iJl <Adj.; o. Steig.):
1. den abet\dländischen Kultur kreis betreffend, ihm
zugehörend: die -c Kunst. Kultur; Ihr Verhalten zum
Leiden sollte ein -es Verhalten sein. - nicht das des Ostens,
der. weil er weich und zur Krankheit geneigt ist. diesen
Ort (= das Sanatorium) so ausgiebig beschickt (Th. Mann.
Zauberberg 340). 2. den Zusammenschluß der Staaten
Europas betreffend: Adenauers Sieg müsse Frankreich ein
Beweis dafür sein, wie sehr die -e Idee der Realität entspreche
(Dönhoff. Ära 106); das neue Phantom eines e. handelnden
England (Augstein. Spiegelungen 78); europäisieren [Qyro
pei'zi:ren] <sw. V.; hat): der europäischen Lebensart
angleichen, nach europäischem Vorbild umgestalten, kultivrell od.
politisch an Gesamt leuropa orientieren: europäisierte
Völker. Länder, dazu: EuropAisfcning. die; -. -en; europid fcyro-
pi:tj <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t Europa u. griech.
-eides = -förmig] (Anthrop.): zum europäisch-südeurasi-
schen Rassenkreis gehörend: Europkk byro'pLda]. der u.
die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete): Angehöriger des europiden
Rassenkreises: Europium [Qy'ro:pium]v das; -s [nach dem
Erdteil Europa]: graues, gut verformbares Metall aus der
Gruppe der seltenen Erden (chemischer Grundstoff):
Zeichen: Eu
Eurythmie fcyryt'mi:]. die; - [vom Begründer der
Anthroposophie. R. Steiner, gebrauchte Schreibung für TEurhyth-
mie]: in der Antliroposophie gepflegte Bewegungskunst u.
-therapie. bei der Gesprochenes. Vokal- u.
Instrumentalmusik in Ausdrucksbewegungen umgesetzt werden: <Abl.:> Eu-
rythmist [...'mist]. der; -en. -en: Lehrer der Eurythmie:
in der Quadratestadt gibt es ... drei -en (MM 22. 1. 72. 6).
eurytop [3yry'to:p] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
eurys = weit; breit u. topos = Ort. Gegend] (Biol.):
(von Pflanzen u. Tieren) weit verbreitet.
Eustachische Röhre fcys'taxifo -]. Eustachische Tube [- -].
die; -n -. -n -n [nach dem ital. Anatomen B. Eustachi
(1520-1574)] (Med.. Zool.): Ohrtrompete
(Verbindungsgang zwischen Mittelohr u. Rachenraum).
Eustasie fcysta'zi:]. die; -. -n [..,i:sn; zu griech. eu = gut.
wohl u. stäsis = das (Fest)stehen] (Geol.): durch
Veränderungen im Wasserhaushalt der Erde hervorgerufene
Schwankung des Meeresspiegels: eustatisch [^y'sta^ij] <Adj.; o.
Steig.) (Geol.): I. die Eustasie betreffend: -e
Schwankungen. 2. <nicht adv.; (z. B. vom Meeresboden) durch
Tektonik räumlich verändert.
Eutektikum [Qy'tektikom], das; -s, ...ka [zu griech. eütektos
= leicht zu schmelzen] (Chemie): feines kristallines
Gemisch zweier od. mehrerer Kristallarten, das aus einer
erstarrten, einfielt liehen Schmelze entstanden ist u. den
niedrigsten möglichen Schmelz- bzw. Erstarrungspunkt
(eutektischer Punkt) zeigt: <Abl.:> eutektisch [gy'tektij] <Adj.;
o. Steig.): dem Eutektikum entsprechend, auf das Eutekti-
kum bezüglich: -er Punkt (tiefster Schmelz- bzw.
Erstarrungspunkt bei Gemischen).
Euter ['gytp], das. älter, noch landsch. auch: der; -s. - [mhd.
iuter. üter. ahd. ütar(o). zu einer idg. Wz. mit der Bed.
„schwellen"]: in der Leistengegend bei bestimmten
weiblichen Säugetieren (z. B. Kühen. Ziegen. Schafen. Kamelen)
sack- oder beutelartig herabhängendes Organ mit zwei oder
mehr Zitzen, in dem sich die Milchdrüsen befinden: pralle,
volle E.; die Ziege Amalthea bot ihm das E. (Ceram.
Götter 77); Und doch erregt mich deine Brust, die mürben
Zitzen, wie die E. einer Stute (Dorpat. Ellbogenspiele 145).
Euthanasie [qytana'zi:]. die: - [griech. euthanasia = leichter
Tod]: 1. (Med.) a) Erleichterung des Sterbens, insbes. durch
Schmerzlinderung mit Narkotika: b) beabsichtigte
Herbeiführung des Todes bei unheilbar Kranken durch Anwendung
von Medikamenten od. durch Abbruch der Behandlung: unter
den 40 Unterzeichnern eines Aufrufs zu einer ..gütigen
E." oder einem Gnadentod für hoffnungslos kranke
Menschen ... sind drei Nobelpreisträger (MM 20. 6. 74. 15).
2. (ns. verhüll.) Vernichtung des für lebensunwert erachteten
Lebens.
Eutokie [Qytoki:]. die; - [griech. eutokia (Med.): normal
verlaufende, leichte Entbindung (Ggs.: Dystokie).
Eutonie fcyto'ni:]. die; - [zu griech. eu = gut. wohl u.
ITonus] (Med.): normaler Spannungszustand der Muskeln
u. Gefäße (Ggs.: Dystonie).
eutroph ky'tro:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [griech. eütro-
phos = gut nährend] (bes. Fachspr.): 1. (von Böden od.
Gewässern) nährstoffreich: -e (an nährstoffreiche
Umgebunggebundene) Pflanzen. 2. (von Gewässern) zuviel
Nährstoffe enthaltend, überdüngt, dazu: Eutrophie [Qytro'fl:]. die;
- [griech. eutrophia] (Ggs. Dystrophie; Med.): a) guter
Ernäfirungszustand des Körpers, bes. von Säuglingen: b)
regelmäßige u. ausreichende Versorgung eines Organs mit
Nährstoffen: eutrophieren kytro'fi:ren] <sw. V.; hat):
eutroph (2) machen: <Abl.:) Eutrophkning, die; -, -en:
unerwünschte Zunahme eines Gewässers an Nährstoffen u. damit
verbundenes nutzloses u. schädliches Pflanzenwachstum.
Eva [e:fa. auch: e:va]. die; -. -s [hebr. Hawwjj = erster,
von Gott erschaffener weiblicher Mensch in der
Schöpfungsgeschichte der Bibel, eigtl. = Leben] (ugs.
scherzh.): Mädchen. Frau, insbes. als typische Vertreterin
des weiblichen Geschlechts bzw. als Partnerin des Mannes:
eine echte, hübsche, kokette E.; Stücke ( = Mieder.
Wäsche), die locker und leicht sich anschmiegen, daß die
Bewegungsfreiheit der E. keinesfalls mehr eingeengt ist
(MM 28.9.68.49); vgl. Adam; <Zus.:) Evakostüm: t
Evaskostüm.
Evaluation [evakya'j>p:n], die; -. -en [frz. evacuation <
lat. evacuätio = Ausleerung]: 1. (selten) svw. tEvakuierung
(1). 2. (Technik) das Evakuieren (2); evakuieren [eva-
ku'i:ren] <sw. V.; hat) [frz. Evacuer < lat. evacuäre =
leer machen, räumen, zu: vacuus = leer]: l.a) wegen
drohender Gefahr von seinem / Wohn jplatz wegbringen. /
vorübergehend! aussiedeln: die Bewohner [aus einem Gebiet.
Haus] e.; die Briefe einer meiner Cousinen, die man mit
Familie wegen totalem Bombenschaden nach Schlesien
evakuiert hatte (Grass, Katz 130); <2. Part.:) eine [nach
Freiburg] -e Familie. <subst.:) Evakuierte aufnehmen;
einen Betrieb, ein Archiv [in ein sicheres Gebiet] e.
(verlagern, auslagern): Ü die Papiere ... von Thomas Mann
seien Opfer der Flammen geworden; er hätte sie nicht
mehr e. können (Katia Mann. Memoiren 114); b) durch
Evakuieren (1 a) raunten: eine Stadt, ein Gebiet e. 2.
(Technik) einen Hohlraum, insbes. durch Herstellen eines
Vakuums, luft-, gas-, stoff leer machen: einen Behälter e..
dazu: Evakuierung,die; -. -en: l.a) Aussiedlung von
Bewohnern: die E. der Deutschen aus Pakistan wird gegenwärtig
von der Bundesregierung vorbereitet (Welt 9. 9. 65, 4);
b) Räumung eines Gebiets: die E. der bedrohten Stadt.
2. (Technik): das Evakuieren (2).
Evaluation [evalya'tsio:n]. die; -. -en [1: frz. Evaluation =
Schätzung, Berechnung, zu: Evaluer = (ab)schätzen,
berechnen, zu lat. valere = stark sein; wert sein, gelten;
2: engl, evaluation]: 1. (bildungsspr.) sach- u. fachgerechte
Bewertung, Bestimmung des Wertes. 2. (Päd.) Beurteilung
insbes. von Lehrplänen od. Unterrichtsprogrammen: evahiie-
ren [evalu'hren] <sw. V.; hat): 1. (bildungsspr.) sach- u.
fachgerecht bewerten. 2. (Päd.) (insbes. Lehrpläne od.
Unterrichtsprogramme) beurteilen, dazu: Evaluierung, die; -,
-en; Evälvation [evalva'fcßio.n]. die; -, -en [latinis. nach
frz. Evaluation, f Evaluation] (veraltet): Schätzung.
Wertbestimmung; evalvieren [...'vi:ran] <sw. V.; hat) [latinis. nach
frz. evaluer. T Evaluation] (veraltet): abschätzen, dem Wert
nach beurteilen, bestimmen.
Evangele [evan'ge:b], der; -n. -n [zu Tevangelisch (2)] (ugs.
abwertend): Protestant; vgl. Kathole; Evangeliar [evange-
'Ua:g]. das; -s. -e. Evangeliartum [...a:rxum]. das; -s. ...ien
[...idn; mlat. evangeliarium. zu kirchenlat. euangelium.
t Evangelium] (christl. Kirche, bes. früher): / kunstvoll
ausgestaltetes/ liturgisches Buch (Lektionar) mit dem
vollständigen Text der vier Evangelien [u. einem Verzeichnis der
764
eventuell
bei der Messe zu lesenden Abschnitte j; Evangelienbuch;
vgl. Evangelistar.
Evangelien: -buch, das: svw. TEvangeliar; -harmonie, die
(christl. Rel. u. Literaturw.): eine aus dem Wortlaut der
vier Evangelien zusammengefügte Erzählung vom Leben u.
Wirken Jesu; -seite, die (kath. Rel.. früher): die Unke
Seite im Kirchengebäude, von der aus in der Messe das
Evangelium gelesen bzw. gesungen wurde (Ggs.:
Epistelseite); ^text, der.
evangelikal [evangeli'ka:!] <Adj.; o. Steig.) [engl, evangelical.
zu kirchenlat. euangelicus. tevangelisch] (christl. Rel.): 1.
(Theol.) dem Evangelium gemäß. 2. zur englischen Low-
Church gehörend. 3. die unbedingte Autorität des Neuen
Testaments im Sinne des Fundamentalismus vertretend;
<subst.:> Evangelikaie, der u. die: -n. -n <Dekl. f
Abgeordnete): jmd..derder evangelikalen (3) Richtung angehört;
Evangelimann, der; -s, ...männer [zu tEvangelium] (bes. österr.
früher): jmd.. der gegen Almosen Lieder u. Texte religiösen
Inhalts vortrug; Evangelisation [...iza'tsio:n]. die: -. -en
[kirchenlat. euangelizätio = das Predigen des Evangeliums]
(ev. Rel.): svw. tEvangelisierung; evangelisch [evao'ge:UT]
<Adj.; o. Steig.) [1: mhd. ewangelisch. ahd. euangelisc,
nach kirchenlat. euangelicus < griech. euaggelikös. zu:
euaggelion, f Evangelium; 2: frühnhd. (1520. Luther), eigtl.
= sich allein auf die schriftliche Überlieferung der Bibel
(= Evangelium im weiteren Sinne) stützend] (christl. Rel.):
1. (meist attributiv) das Evangelium betreffend, darauf
beruhen*!, dem Evangelium entsprechend; in -er Armut
leben; -e Räte (kath. Theol.; die drei Ratschläge Christi zum
vollkommenen Leben in Armut. Keuschheit u. Gehorsam,
insbes. auch als Grundlage des Mönchsgelübdes). 2.
protestantisch (Abk.: ev.): eine -e Kirche am Stadtrand; die
-e Kirche. Konfession; -er Konfession sein; e. sein, denken;
<subst.:) Wo ich in einer katholischen Gegend gesehn
hab\ wie sie einen Evangelischen steinigten, der der Mutter
Gottes am Wege einen Schnurrbart angemalt hatte! (Stritt-
matter. Wundertäter 250), zu 2: evangelisch-lytherisch
[veraltet: ...-lü'te:njl <Adj.; o. Steig.): protestantisch im
Rahmen des Bekenntnisses und der Bekenntnisgemeinschaft, die
sich ausschließlich an Martin Luther u. seiner Theologie
orientiert (Abk.: ev.-luth.). evangelfech-reformfert <Adj.;
o. Steig.): protestantisch im Rahmen des auf Zwingli u.
Calvin zurückgehenden Bekenntnisses (Abk.: ev.-ref.); evan-
aelisieren [...geli'zi:ren] <sw. V.; hat) [kirchenlat. euangeli-
zäre = das Evangelium predigen < griech. euaggelizesthai.
f Evangelist] (ev. Rel.): dem christlichen Leben bzw. Glauben
Fernstehende mit dem Evangelium vertraut machen, ihnen
das Evangelium verkünden, nahebringen, sie für das
Evangelium gewinnen, sie zum Evangelium bekehren; jmdn.. ein
Land e., dazu: Evangelisierung* die; -. -en; Evangelist
[...'list], der; -en. -en [mhd. evangeliste. ew^ngeliste <
kirchenlat. euangelista < griech. euaggelistes. zu:
euaggelizesthai = eine frohe Botschaft verkünden, zu: euäggelos.
fEvangelium]: 1. (christl. Rel.) Verfasser eines der vier
Evangelien; der E. Markus. 2. (Ostkirche) der das
Evangelium verlesende Diakon. 3. (ev. Rel.) evangelisierender
i Wander; prediger (bes. einer evangelischen Freikirche);
Evangelistar [evangelis'ta:^]. das; -s. -e. Evangelistarhin
[...a:rium]. das; -s. ...ien [...pn; mlat. evangelistarium. zu
kirchenlat. euangelista. TEvangelist] (christl. Kirche, bes.
früher): kunstvoll ausgestaltetes I liturgisches Buch, das
die in der Messe zu lesenden Abschnitte aus den Evangelien
enthält; vgl. Evangeliar; Evangdjstensymbol, das: eins der
den vier Evangelisten (1) zugeordneten Bildsymbole; Engel
od. Mensch (Matthäus). Löwe (Markus). Stier (Lukas).
Adler (Johannes); Evangelium [...'ge:lium]a das; -s. ...ien
[...ldn;mhd.ewangelje.ahd.euangelijö < kirchenlat. euan-
gelium < griech. euaggelion. eigtl. = gute Botschaft, zu:
euäggelos = gute Botschaft bringend, aus: eu = gut.
wohl u. -äggelos. zu: äggelos = Bote]: 1. <o. PI.) a) (christl.
Rel.) Heilsbotschaft Christi; die Frohe Botschaft von Jesus
Christus: das E. verkünden, predigen: U wir lauschten
seinen Worten wie einem E. (vgl. b); b) Äußerung od.
Schrift, an deren Richtigkeit bzw. maßgebenden Charakter
man bedingungslos glaubt u. die man als höchste Instanz
für das eigene Handeln anerkennt: alles, was er sagte, war
[ein] E. für uns; Pressemitteilungen sind für uns alle
zusammen kein E. (Bundestag 190. 1968. 10276). 2. (christl.
Rel.) a) von einem der vier Evangelisten verfaßter Bericht
über das Leben u. Wirken Jesu (eins der vier Bücher des
Neuen Testaments; Abk.: Ev.): das E. des Lukas, Johannes;
b) für die gottesdienstliche Lesung vorgeschriebener
Abschnitt aus einem Evangeliwn (2 a): das E. des dritten
Sonntags nach Pfingsten; während des -s (währendder Lesung
des Evangeliums).
Evaporation [evapora'tsio:n]. die; -. -en [lat. evapörätio]
(Fachspr.): Verdampfung. Verdunstung. Ausdünstung /von
Wasser i; Evaporator [...ra.tor. auch: ...to:;]. der; -s. -en
[...ra'to:r9n]: Verdatnpfungsgerät (insbes. zur Gewinnung
von Süßwasser aus Meerwasser): Da wird denn in den
-en destilliertes Ersatzwasser aus Seewasser erzeugt und
dem Kondensat zugeführt (Kisch. Reporter 173);
evaporieren [evapo'rr.ren] <sw. V.) [lat. evapöräre] (Fachspr.): 1.
verdunsten <ist>: Ü bis zur dubiosen, mittlerweile
evaporierten Wärme des liberalistischen Zeitalters (Adorno. Prismen
13). 2. (Technik. Chemie) etw. durch Eindampfen mehr
od. weniger des Wassergehalts berauben u. dadurch
dickflüssig er! machen (hat): eine Flüssigkeit e.; evaporierte
Milch; Evaporimeter [...ori'me:te]. das; -s. - [zu t
Evaporation u. f-meter] (Physik, Met.): Verdunstungsmesser; Eva-
porographie [...ogra'fi:], die; - [zu t Evaporation u. f-gra-
phie] (Fot.): fotografisches Verfaixren. das zur Abbildung
eines Gegenstands die von diesem ausgehenden
Wärmestrahlen benutzt.
Evasion [eva'zjp.n], die; -. -en [lat. eväsio = das Entrinnen]
(bildungsspr.): 1. massenhaftes Hinausdringen. Entweichen.
Massenflucht: Der Tourismus ist heute eine der verbreitet-
sten Formen der E. (FAZ 19. 8. 61. 40); vgl. Invasion;
2. (veraltet) Ausflucht; evasiv [...'ziifl. evasorisch [...'zo.njl
<Adj.) (veraltet): Ausflüchte enthaltend, auf Ausflüchten
beruhend, ausweichend.
Evaskostüm, das: in der Wendung im E. (ugs. scherzh.;
/von weibl. Personen/ nackt): im E. herumlaufen; daß
Tausende ... der ..natürlichen Lebensart" im Adams- und
Evaskostüm huldigen (MM 7. 9. 71. 13); Evastochter, die;
-. ...töchter (scherzh.): Mädchen. Frau, insbes. als typische
Vertreterin des weiblichen Geschlechts: eine echte, hübsche
E.; In punkto Textilien allzu sparsame Evastöchter haben
keine Eintritts-Chancen (MM 30./31. 8. 69. 33).
Evektion [evek'tsio:n], die; - [lat. evectio = das
Herausfahren, zu evehere = herausfuhren, -fahren] (Astron.): durch
die Sonne hervorgerufene Störung der Mondbewegung.
Evenement [evena'mä:]. das; -s, -s Ifrz. evenement. zu lat.
evenire, teventuell] (bildungsspr. veraltet): 1. Begebenheit.
Ereignis: schon vor den neuesten europäischen -s (K.
Mann. Vulkan 385). 2. Erfolg. Ausgang einer Sache.
Eventail [evä'ta:j], das; -s. -s [frz. eventail = Fächer, zu:
eventer = Luft zufächeln, zu lat. ventus = Wind]:
Fächermuster auf Bucheinbänden.
eventual [even'tya:l] <Adj.; nur attr.) (bildungsspr.. selten):
svw. teventuell.
Eventual- [zu lat. eventus, t eventuell): (möglicherweise
eintretend; für möglicherweise eintretetide Fälle geltend,
bestimmt): -Abstimmung, die (Schweiz.): Vorabstimmung,
wenn mehrere Anträge vorliegen; -antrag, der (jur.):
Neben-. Hilfsantrag, der für den Fall gestellt wird, daß der
Hauptantrag abgewiesen wird: der Verteidiger stellt den
E.. weitere fünf Zeugen zu hören (Noack. Prozesse 35);
-budget, das: vgl. -haushält; -dolus, der: svw. t Dolus
eventualis; -fall, der: möglicherweise eintretender Fall: etw.
ist für den E.. für Eventualfälle gedacht, bestimmt; die
Militärs, die die Einsatzpläne f\lr hoffentlich hypothetisch
bleibende Eventualfälle ausarbeiten (Natur 34); -haushält,
der (Politik): Leertitel im Bundeshaushaltsplan, der
nötigenfalls zur Wirtschaftsförderung in Anspruch genommen
werdenkann; -Verbindlichkeit,die (jur.. Wirtsch.):
Verbindlichkeit (z. B. aus Bürgschaft od. Gewährleistungsvertrag), bei
der noch nicht feststeht, ob sie verwirklicht wird;
-Verpflichtung, die: vgl. -Verbindlichkeit.
Eventualität [eventyali'te:t], die; -. -en [zu Teventual]:
eventueller Fall: soll ein umfassendes, alle -en
berücksichtigendes Bündel von Gesetzen gegen den Terror verabschiedet
werden (Zeit 6.6.75.2); allen -en [der zukünftigen
Entwicklung] gerecht werden; für alle -en gerüstet sein; auf Jede
E.. auf alle -en gefaßt sein; eventualiter [even'tya:lite]
<Ädv.) [zu t eventual] (bildungsspr. veraltet): eventuell,
vielleicht, möglicherweise; eventuell [even'tyel] <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.) [frz. öventuel. zu lat. eventus = Ausgang;
Zufall. Ereignis, zu evenire = herauskommen, eintreffen,
sich ereignen]: unter Umständen, möglicherweise eintretend.
765
eventunell
auftretend, vorhanden: -e Schwierigkeiten, Einwände,
Interessenten; er nimmt e. (unter Umständen, möglicherweise,
vielleicht, gegebenenfalls: Abk.: evtl.) teil; eventunell
[...tu'nel] <Adv.> [wohl unter Einfluß von endbetontem
..Tunnel"]: ugs. scherzh. für t eventuell.
Everglaze <S> ['evdgleiz], das; -. - [engl, everglaze. eigtl. =
Immerglanz] (Textihv.): krumpf u. knitterfreies Baum-
woll/'gewebe mit erhaben geprägter Kleintnusterung.
Evergreen [...gri:n]. der. auch: das; -s. -s [engl, evergreen. eigtl.
= Immergrün]: 1. Schlager od. eingängige Melodie, die
lange Zeit beliebt bleibt u. immer wieder gespielt wird:
Ü Verdis Aida ist ein E. [auf der Opernbühne]; doch der
Hermann Löns ist den Deutschen geblieben- ein E. wie
die Lüneburger Heide, die er selbst erst literarisch urbar
gemacht hat (Spiegel 21. 1966. 136). 2. einstudiertes Stück,
Repertoirestück des modernen Jazz.
Evertebrat [everte'bra.t], der; -en. -en (meist PI.) [zu lat.
ex = aus. weg u. tVertebrat) (Zool.): wirbelloses Tier
(Ggs.: Vertebrat).
evident [evident] <Adj.; -er, -este) [lat. evidens (Gen.: eviden-
tis)]: 1. (bildungsspr.) a) ohne weiteres einleuchtend,
unmittelbar überzeugend: ein -er Satz. Beweis; eine -e Wahrheit;
es ist e. (versteht sich von selbst), daß nicht jedes Werk
ein Bestseller werden kann; etw. e. beweisen; b) klar
ersichtlich, affenkundig, offensichtlich: ein -er Mangel; Die
Originalität von Beizners Poesie ist e. (Deschner. Talente 257);
die Beispiele machen diesen Sachverhalt e.; eine Tatsache
[durch Untersuchungen] e. machen; er ist e. benachteiligt.
2. *e. halten (österr. Amtsspr. svw. in Evidenz halten);
Evidenz [evi'dents], die; -. -en Dat. evidentia =
Ersichtlichkeit]: 1. (bildungsspr.) a) <o. PI.) das Evident sein:
unmittelbare u. vollständige Einsichtigkeit, Deutlichkeit, Gewißheit:
die E. eines Satzes, Beweises, einer Wahrheit; daraus folgt
mit [absoluter] E.. daß...; Der ganze Reichtum des
musikalischen Gefüges... muß von der Aufführung zur E. erhoben
werden (Adorno. Prismen 145); b) (selten) evidente
Tatsache, evidenter Sachverhalt: Die Argumente... sind oft
derartig schlagend, daß wohl wenige ... von Qualitativen -en
ansprechbare Leser unüberzeugt bleiben (Gehlen. Zeitalter
82). 2. (österr. Amtsspr.) handliche, klare Übersicht: *in
E. halten (österr. Amtsspr.: 1. etw.. z.B. eine Liste, auf
dem laufenden halten. 2. registrieren, in einer Liste; führen,
übersichtlich zusammenstellen. 3. im Auge behalten,
vormerken): <Zus.:> Evidpizbüro. das (österr. Amtsspr.): Stelle,
bei der bestimmte Personen, Dinge registriert werden.
Registratur.
Eviktion [evik'tsjto.n]. die; -. -en [spätlat. evictio. zu: evictus.
2. Part, von: evincere. f evinzieren] (Jur.): Entziehung eines
Besitzesdurchrichterliches Urteil, weil ein anderer ein
größeres Recht damufhat: evinzieren [evin'tshron] <sw. V.; hat)
[spätlat. evicere < lat. evincere = gänzlich besiegen] (jur.):
jmdm. durch richterliches Urteil einen Besitz entziehen, weil
ein anderer ein größeres Recht daraufhat.
Eviration [evira'tsio:n]. die; - [lat. evirätio = Entmannung]
(Psych.): Verlust des männlichen Gefühlslebens u.
Charakters u. deren Ersatz durch entsprechende weibliche
Eigenschaften.
Evokation [evoka ts|o:n]. die; -. -en [lat. evocätio = das
Heraus-, Hervorrufen, Aufforderung]: 1. (bildungsspr.)
suggestive; Erweckung von Vorstellungen od. Erlebnissen
(z.B. durch ein Kunstwerk, seine Formen u. Inhalte).
2, (jur.) Vorladung eines Beklagten vor ein anderes, höheres
Gericht (unter Abforderung des gegen ihn rechtshängigen
Prozesses). 3. (hist.) das Recht des Königs u. des Papstes,
eine nicht erledigte Rechtssache unter Umgehung der
Instanzen vor sein Hof gericht zu bringen. 4. (hist.) Herausrufung
der Götter einer belagerten Stadt, um sie auf die Seite
der Belagerer zu ziehen (altrömischer Kriegsbrauch); evoka-
tiv [...'ti:f) <Adj.> (bildungsspr.): Evokation (1) betreffend,
bewirkend: Buchstaben aber. Buchstabenfolgen, völlig aus
dem Kontext herausgenommen und auf eigene -e Sagekraft
angewiesen (MM 31. 1. 69. 42); evokatorisch [...to:rif]
<Adj.) (bildungsspr.): Evokation (I, 2) betreffend, bezwek-
kend: einen Autor, der ... über ein starkes -es Talent
verfügt (Welt 14. 12. 63. Geist. Welt 3).
Evolute [evo'lu:td]. die; -, -n [zu lat. evolütus. 2. Part, von
evolvere. tevolvieren] (Math.): Kurve (zweiter Ordnung),
die geometrischer Ort der Krümmungsmittelpunkte einer
ebenen Kurve ist: vgl. Evolvente; Evolution [evolu'tsio:n].
die; -. -en [lat. evolütio = das Aufschlagen (eines Buches).
zu: evolvere. tevolvieren]: 1. (bildungsspr.) langsame,
bruchlos fortschreitende Entwicklung insbes. großer od.
großräumiger Zusammenhänge: allmähliche
Fortentwicklung im Geschichtsablauf (Ggs.: Revolution): die E. der
Gesellschaftsformen; Aus der .»Revolution" von gestern
ist eine E. geworden, eine etwas ruhigere, aber fruchtbare
Entwicklung (FAZ 10. 6. 61. 7); Ü teilte sich der Zug
wie bei einer Polonäse, führte genau vorgeschriebene -en
(sichallmählich entwickelnde Bewegungen) aus (Th. Mann,
Hoheit 76). 2. (Biol.) stammesgeschichtliche Entwicklung
von niederen zu höheren Formen des Lebendigen: die E.
der irdischen Fauna; Und dann ist es mit der E.. der
Aufspaltung der Arten dermaßen vorangegangen (Th.
Mann. Km 11 309). dazu: evolutionär [...tsio'ne:g] <AdJ.>
(bildungsspr.): auf Evolution beruhend, bezogen:
Veränderungen, die sich e. vollziehen; Evolutionismus [...nismos].
der; -: vom Gedanken der Evolution ausgehende
naturphilosophische Richtung des 19. Jh.s: Evolutionist. der; -en. -en:
Vertreter, Anhänger des Evolutionismus: evokitionjstisch
<Adj.>: auf dem Evolutionismus beru/iend: Evolutionslehre,
Evolutionstheorie« die: Lehre, Theorie von der Entwicklung
aller Lebewesen aus niederen, primitiven Organismen: evoiu-
tiv [...ti:Q <Adj.; o. Steig.) (bes. Fachspr.): die allmähliche
u. stufenweise Gesatntentwicklung, die Evolution betreffend,
darauf beruhend: und auch der Mensch traf mit dem
Entschluß zur Sprache seine -e ..Grundentscheidung44 selber
(MM 21. 4. 73. 3); Evolvente [evd'vcnta]. die; -, -n [lat.
evolvens (Gen.: evolventis). 1. Part, von: evolvere.
tevolvieren] (Math.): ebene Kurve, deren Krüttimungsmittelpunkte
eine Kurve zweiter Ordnung bilden: vgl. Evolute; <Zus.:>
Evolvcntenverzahnung, die (Technik): Verzalmungsart von
Zahnrädern, bei denen das Zahnprofil als Evolvente
ausgebildet ist: evolvieren [ev3l'vi:ren] <sw. V.; hat) [lat. evolvere
= hervorrollen, abwickeln, entwickeln] (bildungsspr.):
entwickeln, entfalten: entwickelnd, entfaltend darstellen: Im
..Stiller44 wird das Sujet mit leichter Hand nur noch spritzig
evolviert (Deschner. Talente 131); vgl. involvieren.
Evonymus [e'yo:nymus]. der. auch: die; - [lat. euönymos
< griech. euönymos. eigtl. = mit gutem Namen
(euphemistischer Name, da der Strauch für Weidetiere giftig ist)]:
svw. t Spindelbaum.
Evorsion [ev3r'4o:n]. die; -. -en [zu lat. evorsus. 2. Part.
von:evortere. evertere = umwerfen; emporwenden,
aufwühlen] (Geol.): a) wirbelnde Bewegung des Steine u. Sand
mitführenden Wassers, wodurch Strudellöcher (z. B. in
Bächen) entstehen: b) durch Evorsion (a) entstandenes
Strudelloch.
evozieren [evo'&rren] <sw. V.; hat) [lat. evocäre =
heraus-, hervorrufen; vorladen]: 1. (bildungsspr.) durch
Evokation (1) hervorrufen, bewirken: Vorstellungen.
Erinnerungen e.; durch Darstellung der Probleme
[Bewußtseins]Veränderungen e. 2. (jur.) evokatorisch vorladen.
ewiva [e'vi:va] <Interj.) [ital. ewiva. zu: e = und (< lat.
et) u. vivere = leben (< lat. vivere)]: er. sie. es lebe
hoch! (ital. Hochruf).
Ewer ['e.'ve], der; -s. - [mniederd. ever. evar. (ältere Form:)
e(i)nvär. eigtl. = Einfahren d. h. Schiff, das nur ein Mann
führt] (nordd.): kleines /anderthalbmastiges] Küsten-
i segel]schiff mit flachem Boden.
E-Werk [e:-]. das; -[e]s. -e: Elektrizitätswerk.
EWG [e:ve:'ge:]. die; -: Europäische
Wirtschaftsgemeinschaft. Vgl. EG.
ewig ['e:visl <Adj.; o. Steig.) [mhd. ewic. ahd. ewig, zu
ahd. ewa = Ewigkeit]: l.a) zeitlich unendlich:
unvergänglich, räum- u. zeitlos: die -en Naturgesetze; die -e Seligkeit.
Verdammnis; das -e Leben (Leben in der Ewigkeit):
<subst.:) der Ewige (Gott): das Ewige (das Unvergängliche.
Göttliche): b) die Zeiten, den Wechsel überdauernd:
immerwährend, immer bestehendj: -e Liebe; -e (unverbrüchliche)
Treue; -er Schnee (Sehnte lauf hohen Bergen , der immer
liegenbleibt): -er Friede (Friede, der auf immer gelten soll):
eine -e (nie abzulösende) Rente; der Blinde lebt in -er
Nacht; zum -en Andenken, Gedächtnis; Michael... wurde
... in der e. grünen Landschaft ... beigesetzt (Grzimek.
Serengeti 339); auf e.; für immer und e.; ein -er Student.
<subst.:) ein Ewiger (Studentenspr.; Student, der bereits
sehr lange studiert u. noch kein Abschlußexamen gemacht
hat). 2. (ugs.) sich imfner wiederholend: endlos, übermäßig
lang i dauernd1, nicht endend: laß doch dein -es Jammern
und Klagen!; ich habe das -e Einerlei satt; wir haben
766
Exarchat
uns seit -en Zeiten nicht mehr gesehen; Grönningen. der
-e Zweite dieser Spiele (der immer wieder nur den zweiten
Platz belegen konnte; Olymp. Spiele 1964. 26); wenn ihm
heute was passiert, werde ich mir e. Vorwürfe machen;
soll das e. so weitergehen?; das Material hält e.; e. und
drei Tage (scherzh.; sehr lange; in Anspielung auf den
alten Rechtsbrauch, zu einer Frist der Sicherheit halber
einen kurzen Zeitraum hinzuzugeben); <Jas ist e. schade
(ist sehr schade, ist u. bleibt schade).
Ewig-: -gestrige, der u. die; -n. -n (Dekl. t Abgeordnete)
[nach Schillers ..WallensteinsTod". 1.4: Das ewig Gestrige]
(abwertend): jmd., der in seinen Ansichten rückständig ist
u. bleibt; zu den -n gehören; Miteiche, das; -n: das immer
Gleichbleibende in seiner Bedeutung für die Menschheit:
in den Versen sollte dem Einmaligen des Augenblicks
das E. der Naturvorgänge entgegengesetzt werden (Kasch-
nitz. Wohin 198); -weibliche, das; -n [aus Goethes
..Faust", 2. Teil. 5. Akt: das Ewig-Weibliche zieht uns
hinan] (bildungsspr.): das Weibliche in seiner bleibenden
Bedeutung für die Menschheit.
Ewigkeit, die; -. -en [mhd. ewicheit. ahd. ewigheit, zu tewig]:
I. <o. Pl.> a) ewige Dauer. Unvergänglichkeit: die E. der
Naturgesetze bezweifeln; Angesichts der E. gibt es keine
Verbesserung, die ja nur dort einen Sinn hat. wo die Zeit
abläuft (Werfel, Himmel 201); so sei es in E.; von E.
zu E. (bibl.; ewig): b) (Rel.) das jenseits der Zeit Liegende;
das jenseitige ewige Reich; das Ewige. Unwandelbare,
Unvergängliche, Göttliche; Im Glauben an Gott weitet sich das
Leben aus bis zur Auferstehung von den Toten, zum
Gericht und zur E. (Sommerauer. Sonntag 18); *in die E.
eingehen/abberufen werden (geh. verhüll.; sterben). 2. (ugs.)
sehr lange Dauer, übermäßig lange Zeit, endlos scheinende
Zeit; er schien uns eine E., -en wegzubleiben; das war
-en her. daß Jemand so was zu ihr gesagt hatte (Fallada.
Jeder 86); das dauert Ja wieder eine [halbe] E. [lang];
er bleibt eine E. aus; seit einer [kleinen] E.. seit -en warte
ich hier schon auf dich; das kann nicht [bis] in alle E.
(dauernd, immer) so weitergehen; das soll in alle E. (für
immer) so bleiben; die Minuten dehnten sich zu -en
(wollten nicht vergehen), dazu: Ewigkeitssonntag, der (christl.
Kirche): Totensonntag, letzter Sonntag des Kirchenjahres,
Ewigkeitswert, der (geh.): zeitloser, unvergänglicher Wert;
Haben Sie in Betracht gezogen, daß "... Gedichte zuweilen
E. besitzen (Strittmatter. Wundertäter 279); ewiglich
[e:vikli<j] <Adv.> [mhd. ewicllche. zu tewig] (dichter,
veraltet): ewig, unaufltörlich. immer; Gottes Güte währet e.
ex [eks] <Adv.> [urspr. Studentenspr.. lat. ex (Präp.) =
aus] (ugs.): 1. ex trinken (sein Glas mit einem alkoholischen
Getränk in einem Zug leer trinken); er trank [sein Glas]
ex auf ihr Wohl; (als Aufforderung auch alleinstehend:)
ex!, auf das Wohl des Gastgebers!; Hotte beendet
schwungvoll den sakralen Rettungsversuch mit einer halbgefüllten
Bierflasche. Ex und hopp (aus! getrunken; und weg).
Scherben und Schaum vor dem Taufbecken (Degener.
Heimsuchung 9). 2. (ugs.) vorbei, aus, zu Ende; diese Freundschaft
ist ex; damit ist es ex. 3. (salopp) tot; der Patient von
nebenan soll auch ex sein; Ich dachte, mein Gott, die
Frau geht auf der Stelle ex (Spiegel 23. 1966. 72); Ex
[-]. das; -. - (bayr., Schweiz. Schülerspr.): kurz für t
Extemporale.
Ex- [lat. ex- = aus. heraus; völlig, zu Ende] (vor
Personenbezeichnungen:) vormalig, ehemalig, früher, gewesen, z.B.
^kaiser, der: -kaiserin. die: w. Form zu t -kaiser; ^könig.
der; -meister, der; -minister, der; -Weltmeister, der.
ex abrupto [eks ap'rupto; lat.; t abrupt] (bildungsspr.):
unversehens.
ex aequo [eks 'e.kvo; lat.. zu: aequus = gleich] (bildungsspr.):
in derselben Weise, gleichermaßen.
Exaggeration [eksagera'tsjp:n]. die; -. -en [lat. exaggerätio
= Anhäufung; Steigerung des Ausdrucks]: Steigerung,
Übertreibung, bes. die unangemessen übertriebene
Darstellung von Krankfieitserscheinungen; exaggerieren [eksage-
irran] <sw. V.; hat) [lat. exaggeräre = aufhäufen,
vermehren]: steigern, übertreiben, bes. Krankheitserscheinungen
unangemessen übertrieben darstellen.
exakt [e'ksakt] <Adj.; -er. -este) [lat. exäctus = genau
zugewogen, wohlerwogen, urspr. 2. Part, zu: exigere =
heraustreiben; abmessen, abwägen, untersuchen]: in sachgerechter
Weise genau, präzise; eine -e Definition, Berechnung,
Methode; er ist immer sehr e. [in seinen Angaben]; ein -er
Mensch; e. arbeiten; er kam e. (genau) um 12 Uhr an;
e.! (das stimmt genaul); <Abl.:> Exaktheit, die; -:
sachgerechte Genauigkeit, präzise Sorgfalt; wohl wissend, daß
militärische E.. auf die die SS besonderen Wert legte,
der beste Passierschein war (Apitz. Wölfe 101); die E.
der Untersuchung leidet darunter.
Exaltation [eksalta'&pm]. die; -. -en [frz. exaltation < lat.
exaltätio = Erhöhung] (Psych., bildungsspr.): Zustand,
Vorgang, Haltung des Exaltiertseins; exaltieren [...'ti:ran],
sich <sw. V.; hat) [frz. (s1) exalter < lat. exaltäre =
erhöhen]: 1. sich I künstlich 1 aufregen, in Aufregung
hineinsteigern, sich hysterisch erregen. 2. sich in Verzückung,
übertriebene Begeisterung, überschwengliche Stimmung
hineinsteigern, sich überschwenglich benehmen; <2. Part,
zu 1. 2:> exaltiert <-er. -este) [frz. exalti. 2. Part, zu:
exalter, fexaltieren]: 1. /künstlich] aufgeregt, hysterisch
erregt od. zu hysterischer Erregung neigend; künstlich
übersteigert, übertrieben im Ausdruck; sverhaltenl;
überschwenglich begeistert/; ein -es Benehmen. Lachen; e.
sein; sich e. benehmen; e. lachen; Ihr ganzes Gehabe,
ich gestehe es. schien mir e. (Frisch. Stiller 477). 2.
überspannt; ein -er Gedanke; ein -er Mensch; e. reagieren;
Niemand wußte, ob diese Idee besonders e. oder einfach
boshaft war (Chr. Wolf. Nachdenken 148), dazu:
Exaltiertheit, die; -. -en: 1. <o. PI.) Eigenschaft des
Exaltiertseins. 2. <meist PI.) exaltierte Handlung, Verhaltensweise.
Examen [e'ksa:mdn], das; -s, - u. (seltener:) ...mina [spätlat.
exämen = Verhör, Untersuchung, lat. = Wägung.
Prüfung, Untersuchung; Zünglein an der Waage; eigtl. =
das Herausbringen (aus der Ruhelage)]: Prüfung (insbes.
als Studienabschluß); das mündliche, schriftliche E.; das
E. für das höhere Lehramt; [stein E. machen, bestehen,
ablegen, (ugs.:) bauen; (ugs.:) durchs E. fallen, fliegen,
im E. durchfallen, durchrasseln; er steht im. kurz vor
dem E.; Ü jmdn. einem E. (einem Verhör, einer
Gesinnungsprüfung) unterziehen.
Examens-: ^angst, die: Angst vor od. bei dem Examen;
^arbeit, die: schriftliche Arbeit als Teil eines Examens;
^aufgäbe, die: Aufgabe als Teil eines Examens; ^frage,
die: a) Frage, die in einem Examen gestellt wird;
Prüfungsfrage; b) sehr schwierige Frage; -kandidat, der: jmd.. der
vor od. in einem Exatnen steht; ^not, die: in E.. in
Examensnöten sein; -note, die; ^tag. der: Tag, an dem
das Examen stattfindet; -Vorbereitung, die; -zimmer, das.
Examinand [eksami'nant]. der; -en. -en [lat. exäminandus
= ein zu Prüfender. Gerundivum von: exäminäre.
texaminieren] (bildungsspr.): Prüfling (in einem Examen);
Examinator [...'na.tor. auch: ...to:tf]t der; -s. -en [...na'to:r9n;
lat. exäminätor] (bildungsspr.): Prüf lendler (in einem
Examen); Examinatorium [...na'to:riom]. das; -s. ...ien [...pn;
subst. Neutr. von lat. exäminätorius = eine Untersuchung
betreffend] (veraltet): 1. Prüfungskommission. 2.
Vorbereitung auf eine Prüfung; examinieren [eksami'nhren] <sw.
V.; hat) [mhd. examinieren = (jur.) ausforschen, verhören
< lat. exäminäre = abwägen, untersuchen, prüfen, zu
t Examen]: 1. im Rahmen eines Examens prüfen, befragen:
jmdn. in zwei Fächern, über einen Stoffe.; eine examinierte
Krankenschwester. 2. prüfend ausfragen, ausforschen: daß
die Großmutter herausstürzen, ihn zu sich hereinzerren.
ihn e... würde (Böll. Haus 46). 3. prüfend untersuchen:
eine Sache gründlich e.; und examinierte durch ein goldenes
Lorgnon unseren Anzug (Sieburg, Robespierre 21).
Exanie [eksa'ni:]. die; -. -n [...i:an; zu lat. ex = aus. aus
... heraus u. f Anus (Med.): Mastdarmvorfall.
Exanthem [eks(|)an'te:m]. das; -s. -e [lat. exanthema <
griech. exanthema. eigtl. = das Aufgeblühte] (Med.):
entzündlicher Hautausschlag;exanthemgtisch<Adj.;o. Steig.)
(Med.): mit einem Exanthem verbunden.
Exanthropie [eks(|)antro'pi:]. die; - [zu griech. ex = (her)aus
u. änthröpos = Mensch] (Psych.): Menschenscheu.
Exaration [eksara'tsio:n]. die: -. -en [lat. exarätio = das
Auspflügen] (GcoL): durch die schleifende Wirkung
vordringenden Gletschereises bewirkte Gesteinsabtragung.
Exarch [e'ksan;. eks'lan;]. der; -en. -en [lat. exarchus =
Vorgesetzter < griech. exarchos]: 1. (hist.) byzantinischer
(oströmischer) Statthalter (in Italien od. Nordafrika). 2.
(Ostkirche) für ein bestimmtes Gebiet bzw. einen bestimmten
Auftrag zuständiger Vertreter des Patriarchen,
Obermetropolit; <Abl.:> Exarchat [eks(|)ar'9a:t]. das; -[e]s. -e:
Amtszeit / od. Verwaltungsgebiet eines Exarchen.
767
Exartikulation
Exartikulation [£ks(;)artikula'tsio:n]. die; -. -en [zu lat. ex
= aus. weg u. articulus = kleines Gelenk; Glied] (Med.):
operative Abtrennung eines Gliedes im Gelenk.
Exaudi [e'ksaudi. eks'laudi] <o. Art.; indekl.) [lat. exaudi
= erhöre (nach dem Eingangsvers des Gottesdienstes)]
(ev. Rel.): der sechste Sonntag nach Ostern: am Sonntag E.
exe...: texz...
ex cathedra [eks ka(:)tedra; lat. = vom (Lehrstuhl herab.
tKatheder]: 1. (kath. Rel.) kraft päpstlichen (Glaubens-
u. Sittenfragen betreffenden) Lehramtes u. darauf
beschränkter Unfehlbarkeit : eine Streitfrage ex c.
entscheiden; eine Entscheidung ex c. 2. (bildungsspr. abwertend)
kraft höherer Entscheidungsgewalt, so daß Zweifel od.
Einwände nicht zulässig sind: Des Kanzlers Versuch, das
deutsche System der sozialen Sicherung ex c. als Herd einer
möglichen Inflation abstempeln zu lassen, schlug fehl
(Spiegel 32. 1966.21).
Exceptio [eks' tsept&o:]. die; -. -nes [...'t$»jp:ne:s; lat. exceptio,
eigtl. = Ausnahme] (jur.): Einspruch, Einrede (aus dem
antiken römischen Zivilprozeßrecht): E. doli [- 'do:li]
(Einrede der Arglist: f Dolus): E. plurium [- plu:rium) (Einrede
des Vaters eines unehelichen Kindes, daß die Mutter in
der Zeit der Empfängnis mit mehreren Männern verkehrt
habe: lat. plürium. Gen. PI. von: plus = mehr).
Exchange [iks'tjeindsl; die; -. -n [engl, exchange < frz.
echange. zu: echanger = umtauschen < vlat. *excambiäre.
zu spätlat. cambiäre. tchangieren] (Bankw.): 1. Tausch,
Kurs (im Börsengeschäft). 2. Börsev nkurs .
ex definitione [eks defini'tsio:nd; lat.; T Definition]
(bildungsspr.): schon, allein nach der Definition.
Exedra [eksedra]. die; -. Exedren [£'kse:dren: lat. exedra
< griech. exedra. eigtl. = ein Sitz draußen]: 1. (antike
Archit.) halbrunder od. rechteckiger Raum als Erweiterung
eines Saales od. einer Säulenhalle. 2. (ma. Archit.) Apsis.
Exegese [ekse'geiza]. die; -. -n [griech. exegesis = das
Erklären. Auslegung] (fachspr.. bildungsspr.):
wissenschaftliche i Erklärung u. Auslegung eines Textes, bes. der Bibel:
die E. eines Textes; ..Wir legen ihr Verhalten ja bloß
aus. das ist legitimer Journalismus. Praktisch jeder
Leitartikel beruht auf E." (Molsner. Harakiri 29); Exeget [ekse-
'ge:t]. der; -en. -en [griech. exegetes = Erklärer]: jmd..
der Exegese betreibt: die -en des Neuen Testaments; An
dem Prozeß gegen Jesus, an den Rätseln seiner Hinrichtung
haben sich schon zahllose -en versucht (Spiegel 6. 1966.
48); Exegetflc [-ik]. die; - [lat. exegetice = Erklärungskunst
< griech. exegetike techne. Texegetisch] (veraltet):
Wissenschaft der Bibelauslegung (als Teilgebiet der Theologie):
exegetisch <Adj.; o. Steig.) [griech. exegetikös = erklärend,
auslegend]: die Exegese betreffend. Exegese enthaltend: er-
klärendu. auslegend: die -e Methode; einen Text e.
durcharbeiten; exegieren [ekse'gi:ren] <sw. V.; hat) (veraltet): der
Exegese unterziehen, erklären u. auslegen: Für einen
Theologen sollte es selbstverständlich sein, daß ein Satz des
Alten Testaments am Urtext exegiert wird (Muttersprache
4. 1971.286).
Exekration [eksekra'tsio:n] usw.: TExsekration usw.
Exekutant [ekseku'tant]. der; -en. -en (bildungsspr.): jmd..
der etw. ausübt, vollzieht, durchführt: Die
..Einheitssprache" ... wurde sogar eher von den -en der HerrschaA
...ausgebautund gesprochen (Muttersprache2.1973.1S7);
exekutieren [...'ti:ren] <sw. V.; hat) [zu t Exekution): l.a)
hinrichten, an jmdm. ein Todesurteil vollstrecken: jmdn.
e.: Bislang sollen 50 Menschen seit der Aufdeckung des
Putschversuchs exekutiert worden sein (MM 24./25. 1.
70. 20); b) (jur. veraltet) bestrafen, an jmdm. ein Urteil,
eine Strafe vollziehen. 2. (bildungsspr. selten) ausüben,
vollziehen, durchführen: ein strenges Ritual e.; ein fTodesJurteil
e. (vollstrecken). 3. (österr. Amtsspr.) jmdn. pfänden: er
wurde wegen seiner Steuerschulden exekutiert; <Abl.:>
Exekutjfinmg. die; -. -en; Exekution [ekseku'tsio.n]. die;
-, -en [urspr. Amtsspr. = Ausfuhrung einer Anordnung
< lat. ex(s)ecütio = Ausführung. Vollstreckung, zu: exse-
qui = verfolgen; aus-, durchführen, zu: sequi =
(verfolgen; vgl. konsequent): l.a) Hinrichtung: die
[standrechtliche] E. [des Verurteilten] vornehmen; b) (jur. veraltet)
Bestrafung (gemäß Urteil). 2. (bildungsspr. selten)
Durchführung einer besonderen Aktion: die E. (Vollstreckung)
des (Todeslurteils verschieben; (Sport Jargon:) die E. [des
Strafstoßes] übernehmen, vornehmen. 3. (österr. Amtsspr.)
Pfätxdung: die E. des Schuldners.
Exekutions-: -befehi. der: 1. Befehl zur Exekution da).
2. (österr. Amtsspr.) gerichtliche Anordnung der Pfändung:
^kommando, das: Kommando, das die Exekution da)
durchführt: ^werber, der (österr. Amtsspr.): Gläubiger, der
die Pfändung veranlaßt hat.
exekutiv [...'ti:f) <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu t Exekution]
(bes. Politik, jur.): vollziehend, durchführend, ausübend: die
-e Gewalt.
Exekutiv-: ^aussdaiB: Ausschuß zur Ausführung von
Beschlüssen o. ä., z. B. bei Gewerkschaften: ^beamte, der:
Beamter einer Exekutivbehörde: ^behönie, die (Politik):
Behörde, die an der Ausübung der vollziehenden Gewalt beteiligt
ist, Regierungs- bzw. Verwaltungsbehörde: ^gewalt, die
(Politik): vollziehende Gewalt, Exekutive: -komitee, das
(Politik): vgl. Ausschuß: das Präsidium des -s der
Kommunistischen Internationale; -organ.das (Politik): Organder
Exekutive: ^polizei, die: Teil des Polizeiapparats, der Schutz-
u. andere Maßnahmen durchführt, z. B. Kriminal-, Schutz-,
Verkehrspolizei: ^rat.der (Politik): vgl. -ausschuß, ^komi-
tee; -vollmacht, die (Jur.. Politik): Vollmacht zur
Durchführung von Beschlüssen, Gesetzen o. ä.
Exekutive [..'thval. die; -. -n [Subst. zu fexekutiv]: 1. (Jur..
Politik) vollziehende Gewalt im Staat: der E. unterstehen,
angehören; Das parlamentarische Regierungssystem
verfolgt das Ziel.... das tunlichst reibungslose
Zusammenarbeiten von E. und Legislative zu ermöglichen (Fraenkel.
Staat 239); vgl. Judikative. Legislative. 2. (österr.)
Gesamtheit der Organe zur Ausübung der vollziehenden Gewalt,
insbes. Polizei u. Gendarmerie: Exekutor fekse'ku.tor. auch:
...to:g]. der; -s. -en [...ku'kxran; lat. ex(s)ecütor]: 1. (bes.
jur.) Vollstrecker/einer Strafe . 2. (österr.)
Gerichtsvollzieher, dazu: exekutorisch [ekseku'to:rtf] <Adj.; o. Steig.)
(selten): durch • Zwangs i Vollstreckung erfolgetui.
Exempel fe'ksempj]. das; -s. - [mhd. exempel = Beispiel
< lat. exemplum. eigtl. = das Herausgenommene.
Herausgegriffene, zu: eximere = herausnehmen, zu: emere =
nehmen]: 1. (bildungsspr. veraltend) / Lehrbei spiel: diese
Komposition ist ein E. der Zwölftontechnik; ein E. für
etw. liefern, aufstellen; sich <Dativ> ein E. an jmdm.. etw.
nehmen; etw. zum E. nehmen; *ein E. [an jmdm.. mit
etw.] statuieren (durch drastisches Vorgehen in einem
Einzelfall ein abschreckendes Beispiel aufstellen: nach lat.
exemplum statuere); zun E. (zum Beispiel). 2. (veraltet)
Rechenaufgabe (als Übungsbeispiel), Rechenexempel: jmdm. ein
E. aufgeben; ein E. lösen; *die Probe aufs E. machen
(etw. durch Ausprobieren am praktischen Fall auf seine
Richtigkeit prüfen)', Exemplar [eksempla:^]. das; -s. -e
[mhd. exemplar = Muster. Modell < lat. exemplar. zu:
exemplum. t Exempel]: Einzelstück, einzelnes Individuum
(insbes. Ding od. Tier) aus einer Menge gleichartiger Stük-
ke, Individuen: ein seltenes, schönes E.; von dem Buch
wurden 3 000 -e gedruckt; 20 -e [der neuen Auflage] dieses
Buchs; das schönste E. (Beispiel, Muster) einer Giraffe,
das er je gesehen hatte; Fische dieser Gattung kommen
nur noch in einzelnen -en vor; (scherzh.:) Alwin ist ein
merkwürdiges, prächtiges E.; Männer, die ich als die besten
-e der schweizerischen Gesellschaft ansehe (Dürrenmatt.
Richter 62); Abk. für Bücher o. ä.: Ex.. Expl.. dazu:
exemplarisch <Adj.) [lat. exempläris] (bildungsspr.): ein
(aufschlußreiches) Beispiel gebend, liefernd: beispielhaft: von
-er Bedeutung sein: die -en Gestalten der Geschichte; -es
Lernen (Päd.; Lernen am aufschlußreichen Beispiel): ein
-es Leben; dieses Werk wurde, ist e. für die ganze
Stilrichtung; jmdn. e. bestrafen (ihn streng bestrafen, damit er
ein warnendes Beispiel abgibt); Exemplarjsmus. der; - (Phi-
los.): 1. Lehre, nach der alle Geschöpfe - was ihre
Inhaltlichkeit betrifft- Spiegelbilder ihres göttlichen Urbildes sind.
2. Lehre, daß die Erkenntnis der Dinge durch ihre in Gott
seienden Urbilder ermöglicht wird: exempii causa [e'ksempli
'kapza; lat.] (bildungsspr.): beispielshalber: Abk.: e.c;
Exemplifikation [eksemplifika'tsio:n]. die; -. -en [zu
texemplifizieren] (bildungsspr.): svwTt Exemplifizierung; exem-
piiflkatorisch [...'toxifl <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): zur
Exemplifizierung dienend!: exemplifizieren [...fl'tshran]
<sw. V.; hat) [mlat. exemplificäre, zu lat exemplum (t Exem-
pel)u. facere = machen, tun] (bildungsspr.): durch
Beispiele erläutern, veranschaulichen: eine Behauptung [mit. an
etw.] e.. dazu: Exemplifizkrung, die; -. -en.
exemt [eksemt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. exemptus.
2. Part, von: eximere. f eximieren: 1. (jur.) von einer gesetz-
768
Exil
liehen Pflicht, einer Verbindlichkeit befreit: vgl. eximieren.
2. (z. B. von Klöstern u. anderen kirchlichen Einrichtungen)
aus dem normalen kirchlichen Verband ausgegliedert u.
einem höheren od. besonders eingesetzten Geistlichen unter-
stellt; Exemption [eksem'tsiprnj. die; -. -en [lat. exemptio
= das Herausnehmen]: l.üur.)rechtsübliche od. gesetzliche
generelle Freistellung (besonderer Personenkreise.
Institutionen usw.) von bestimmten Lasten u. Pflichten od. von
der normalen Gerichtsbarkeit: die E. der Juden vom
kanonischen Zinsverbot (Fraenkel. Staat 141). 2. Ausgliederung
(z. B. eines Klosters aus dem kirchlichen Verband u.
Unterstellung unter einen höheren od. besonders eingesetzten
Geistlichen).
exen ['eksn] <sw. V.; hat) [zu lat. ex = (her)aus]: 1. (Schü-
lerspr.. Studentenspr.) von der t Hoch /schule weisen: weil
er von dieser Schule abgehauen ist, wo sie ihn sowieso
e. wollten (Plenzdorf. Leiden 33). 2. (Schülerspr.) eine
Unterrichtsstunde unentschuldigt versäumen.
Exequatur [ekse'kva:tur], das; -s. -en [...kva'tu:ren; lat.
ex(s)equätur = er möge ausführen. 3. Pers. Sg. Konj.
Präs. von: ex(s)equi = verfolgen; aus-, durchführen!
(Amtsspr.): 1. Zulassung eines ausländischen Konsuls.
Bestätigung im Amt: jmdm. das E. erteilen. 2. staatliche
Genehmigung (Plazet) zur Publikation kirchlicher Akte; Exequien
[e'kse:kvpn] <P1.) [lat. ex(s)equiae. zu: ex(s)equi = einem
Leichenzug nachfolgen] (kath. Kirche): Begräbnisfeier;
Totenmesse; die E. für den Verstorbenen finden um 9 Uhr
statt; exequieren [eksekvhren] <sw. V.; hat) [lat. ex(s)equi
= vollziehen, vollstrecken] (jur. veraltet): / zwangs
/vollstrecken, pfänden, eintreiben.
Exercitium fekser't$i:tßiom]: t Exerzitium.
Exergie [ekser'gi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. ex = (her)aus
u. ergon = Werk, analog zu t Energie] (Physik): Anteil
der Energie, der in die gewünschte, wirtschaftlich
verwertbare Form (z. B. elektrische Energie) umgewandelt wird.
Exerzier- (bes. Milit.): ^ausbUduns, die: Ausbildung durch
Exerzieren (1 a); ^bombe, die: für Übungszwecke bestimmte
Bombe; -feW, das: svw. Nplatz; -gefreiter, der (früher):
Gefreiter, der das Kommando beim Exerzieren mit den
Rekruten liat; -halle, die: Halle zum Exerzieren; -kleW, das:
tExkleid; ^krochen, der (Med.): infolge mechanischer
Überbeanspruchung verknöcherter Muskelteil; -meister, der
(veraltet): Ausbilder; Mnunition,die:./ur Übungszwecke
bestimmte Munition; -patrone, die: vgl. -munition; ^platz, der:
Platz zt0h Exerzieren (1); -reglement, das: Reglement, nach
dem exerziert (1) wird: -schritt, der (früher): Stechschritt.
Paradeschritt- -Übung, die: einzelne beim Exerzieren (1)
ausgefiihrte Übung; -Vorschrift, die: vgl. -reglement.
exerzieren [eksertsi:ren] <sw. V.; hat) [lat. exercere.
vielleicht eigtl. = herausfuhren, zu arcere = verschließen,
bewahren]: l.a) militärische (Aushildungs)Übungen
machen: scharfe.; b) militärisch ausbilden; Rekruten e. 2.a)
(ugs.) wiederholt üben: die Berechnung von Kreisumfängen
e.; Aber meine Mundharmonika liebe ich über alles, und
ich exerziere immer auf ihr. wenn ich mich wohl fühle
(Fallada. Herr 12): b) übend ausfuhren, streng! ausübend,
durchführend erproben od. demonstrieren, vor-,
durchexerzieren: neue Techniken. Verhaltensweisen e.; diese
Methode hat schon sein Vorgänger exerziert; An ihm exerzierte
das Regime den neuen Kurs (Spiegel 52.1965.28);
Exerzitien [...'tsirtsjßn]. (österr. gelegtl. auch:) Exerzizien [-] <P1.)
[PI. zu tExerzitium] (kath. Rel.): geistliche Übungen (zur
inneren Einkehr): E. abhalten; an E. teilnehmen, dazu:
Exeizitienmeister, der: Leiter geistlicher Übungen;
Exerzitium [...iom]. das; -s. ...ien [...^n; lat. exercitium. zu:
exercere. texerzieren] (veraltend): 1. Übung (übende Handlung.
Verrichtung): ein stilistisches E.; körperliche Exerzitien;
sich strengen Exerzitien unterwerfen. 2. schriftliche
Übungs-. Hausarbeit für die Schule; Exerzizien: T
Exerzitien.
ex est feks 'est; lat.] (bildungsspr.): es ist aus.
ex faiso Quodlibet [eks 'falzo 'kvatlibet; lat. = aus Falschem
(folgt) Beliebiges (Grundsatz der scholastischen Logik)]
(Logik): aus einer falschen Aussage darf jede beliebige
Aussage logisch gefolgert werden.
Exfoliation [eksfolia'tsio:n], die; - [zu lat. exfoliätus. 2. Part,
von: exfoliäre = entblättern] (Med.): Abblätterung.
Abstoßung abgestorbener Gewebe u. Knochen.
Exgefreite ['eks-]. der; -n. -n (Soldatenspr. früher): Kurzf.
von t Exerziergefreite.
exgüsi [eks'gy:zi] (Interj.) [frz. excusez. Imperativ zu: excu-
ser = entschuldigen < lat. excüsäre. zu: causa = Ursache,
Schuld] (schweiz. scherzh.): Entschuldigung!. Verzeihung!
Exhalation [ekshala'tsip:n]. die; -. -en [lat. exhälätio]: 1.
(Med.) Ausatmung u.lod. Ausdünstung. 2. (Geol.) das
Ausströmen von vulkanischen Gasen u. Dämpfen; exhalieren
[...'Ihren] <sw. V.; hat) [lat. exhäläre]: 1. (Med.) ausatmen
u.lod. ausdünsten. 2. (Geol.) Gase u. Dämpfe ausströmen.
Exhaustion [ekshaus'tio:n], die; -. -en [spätlat. exhaustio
= Ausschöpfung] (Med.): Erschöpfung/ szustandj; <Zus.:>
Exhaustignsmethode, die (Geom.): in der Antike
ausgebildetes Rechenverfahren zur Bestimmung des Flächen- bzw.
Rauminhalts gekrümmter Figuren u. Körper, wobei diese
durch eine Folge immer größer werdender Figuren gleichsam
ausgeschöpft werden; exhaustiv [...'ti:fl <Adj.) [zu lat.
exhaustus. fExhaustor] (bildungsspr.): vollständig,
erschöpfend:... einen -en Katalog semantischer Merkmale
... aufzustellen (Henne, Semantik 127). dazu: Exhaustivitit
[...tivi'te:t], die; -; Exhaustor [eks'haustor. auch: ...to:?].
der; -s. -en [...'to.ren; zu lat. exhaustus. 2. Part, von:
exhaurire = (her)ausschöpfen. entleeren] (Technik):
Gebläse zum Absaugen von Dampf. Gas. Staub o.a.; Entlüfter.
exhibieren [ekshi'bhren] <sw. V.; hat) [lat. exhibere =
heraushalten; darbieten, zeigen] (bildungsspr.. oft abwertend):
/ lustvoll) zur Schau stellend zeigen, der Öffentlichkeit
/vor/zeigen; vorzeigend darbieten: Zuletzt exhibiere ich
noch ausführlicher Bölls Tendenz zum Kitsch (Deschner.
Talente 36). dazu: Exhibkrung. die; -. -en; Exhibition [ekshi-
bi'tsio:n]. die; -. -en [lat. exhibitio = das Vorzeigen]: 1.
(Psych.) exhibitionistische Entblößung der Geschlechtsteile
in der Öffentlichkeit. 2. (bildungsspr.) Zurschaustellung.
Exhibierüng: Wie aber kam diese über eine Stunde
hingezogene E. von Bedeutungslosigkeiten an? (MM 4. 2. 69.
22). dazu: exhibitionieren [...tsio'ni:ren] <sw. V.; hat)
(Psych.): sich exhibitionistisch zur Schau stellen: nach Art
Jener Linker ... wird -auf zum letzten Gefecht- die Hose
heruntergelassen und greinend exhibitioniert (Spiegel 36.
1974. 117); Warum aber exhibitionieren dann männliche
Affen nicht? (Deutsche Literaturzeitung 8.1966. 734); Ex-
hibitionismus[...'nismus].der;-[gepr. 1877 von dem französ.
Arzt Lasegue (1816-83)]: 1. (Psych.) krankhafte, auf
sexuellen Lustgewinn gerichtete Neigung (bes. von Männern) zur
Entblößung der Geschlechtsteile in Gegenwart fremder
Personen meist des anderen Geschlechts. 2. (bildungsspr.) a)
Neigung zur Exhibition (2); b) Zurschaustellung von Gefühlen.
Überzeugungen; absichtliche Preisgabe von etwas sonst
verborgen Bleibendem (um damit die Aufmerksamkeit auf sich
zu lenken): seelischen E. betreiben; Den politischen E.
der Amerikaner hat- laut „Welt"- Senator Fulbright
bewiesen, als ... (Spiegel 14. 1969. 60); Exhibitionist [...nist].
der; -en. -en: exhibitionistisch Handelnder; Exhibitionjstin,
die; -. -nen: w. Form zu TExhibitionist; Sie hat nie für
Nacktfotos posiert. Sie ist keine E. (Hörzu 38. 1974. 8);
exhibitkmjstisch <AdJ.): a) Exhibitionismus (1) zeigend,
bezeugend: -e Handlungen. Tendenzen; b) den Exhibitionismus
(1.2) betreffend: sich, sein Innenleben e. zur Schau stellen.
Exhorte [eks'hsrtd]. die; -. -n [gek. aus lat. exhortätio =
Ermunterung, ermahnende Anrede] (veraltet):
Ermahnungsrede.
Exhumation [ekshuma'tsio:n]. die; -. -en [mlat. exhumätio]:
selten für t Exhumierung; exhumieren [ekshu'mhran] <sw.
V.; hat) [mlat. exhumäre = ausgraben, zu lat. humäre
= begraben, beerdigen, zu: humus. t Humus]: (eine Leiche)
auf Grund behördlicher Genehmigung od. Anordnung wieder
ausgraben; <Abl.:> Exhumierung, die; -. -en.
Exi [eksi]. der; -s. -s [wahrsch. Kurzwort zu Existentia-
list] (abwertend): (im Sprachgebrauch der Rocker)
Jugendlicher, der kein Rocker ist. sondern auf übliche bürgerliche
Weise existiert: Die Gruppe hatte sich diesen Abend
vorgenommen. ..Exis" (bürgerliche Nichtrocker) zu ..ticken"
(Zeit 7. 2. 75. 55).
Exigenz [eksi'gents]. die; - [spätlat. exigentia] (veraltet):
Bedarf. Erfordernis; exigieren [eksi'gi:ren] <sw. V.; hat)
[lat. exigere. eigtl. = heraustreiben] (veraltet): fordern;
eine Schuld/ eintreiben; Exiguität [eksigyi'te:t]. die; - [lat.
exiguitäs = Knappheit; Dürftigkeit] (veraltet):
Geringfügigkeit.
Exil [e'ksi:!]. das; -s, -e [lat. exilium. zu: ex(s)ul = in der
Fremde weilend, verbannt]: fester Aufenthalt/sort. -be-
reich I jmds.. der aus seinem Heimat Staat verbannt, ausge-
49 GDW
769
Exil-
wiesen worden ist bzw. sich auf Grund der unerträglichen
politischen Verhältnisse entschlossen hat. außer Landes zu
gehen: im E. leben; ins E. gehen; Jahre des -s; Sein
selbstgewähltes E. dauert nun schon an die zwanzig Jahre (K.
Mann. Wendepunkt 286).
Exil-: ^heimat. die: Heimat, die man im Exil gefunden hat:
^literatur, die: während eines aus politischen od. religiösen
Gründen erzwungenen od. freiwilligen Exils verfaßte
Literatur, bes. zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland;
^Politiker, der: politischer Gegner od. gestürztes Mitglied
einer Regierung, das im Exil lebt: ^regierung* die: (Gegen)-
regierung im Exil; -zeit, die.
exilieren [eksi'li.rcn] <sw. V.; hat) [spätlat. ex(s)iliäre] (bil-
dungsspr.): ins Exil schicken, verbannen: daß die exilierten
deutschen Schriftsteller Bedeutendes geleistet haben (K.
Mann. Wendepunkt 263); Publikationen, mittels derer
exilierte deutsche Intellektuelle damals den Hitler-Staat vom
Ausland her zu ..entlarven" hofften (K. Mann.
Wendepunkt 258); <subst. 2. Part.:) Exilierte, der u. die; -n,
-n <Dekl. t Abgeordnete); <Abl.:) Exilkning, die; -. -en:
Als mindestens ebenso dumm erwies sich die E. des Papstes
Pius VI. (MM 8.2. 74. 28); exilisch [eksl:UJ] <Adj.; o.
Steig.) (bildungsspr.): a) während des Exils geschehen* d[;
b) vom Geist der Exilzeit geprägt.
cximieren [eksi'mi:ren] <sw. V.; hat) [lat. eximere =
herausnehmen; befreien, entheben] (jur.): von einer
Verbindlichkeit, bes. von der Gerichtsbarkeit eines anderen Staates,
befreien. Vgl. exemt. Exemtion.
existent [eksis'tent] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. ex(s)i-
stens (Gen.: ex(s)istentis). 1. Part, zu: ex(s)istere.
texistieren]: existierend, vorhanden: eine -e Größe; Jmdn.. etw.
als nicht e. betrachten; sei das Unternehmen ..gerade e..
aber nicht lukrativ" (Spiegel 52. 1965. 113); Exbtcntta
[...'tentsial.die; - [spätlat. ex(s)istentia, tExistenz] (Philos.):
Vorhandensein. Dasein; existential [...ten'tsia:l] <Adj.; o.
Steig.) (Philos.): die Existenz, das [menschliche] Dasein
hinsichtlich seines Seinscharakters betreffend; vgl.
existentiell; Existential H.das; -s. -ien [...jpn] (Philos.): (einzelner)
Seinscharakter des [menschlichen j Daseins;
Existentialismus [...tjla'lismos], der; - [frz. existentialisme. geb. 1943
von dem frz. Philosophen Jean-Paul Sartre, zu: existenciel.
existentiel. texistentiell] (Philos.): 1. bes. von J. P. Sartre
ausgehende Philosophie. Weltanschauung; davon beeinflußte
unbürgerliche, unkonventionelle Lu. moralisch freizügige]
Lebenseinstellung, die auf der Überzeugung von der /
verpflichtenden I Freiheit u. unausweichlichen Diesseitigkeit des
menschlichen Daseins beruht. 2. svw. f Existenzphilosophie;
Existentfallist [...list], der; -en. -en [frz. existentialiste]: 1.
Vertreter. Anhänger des Existentialismus. 2. jmd.. der exi-
stentialistisch / eingestellt ist u. I lebt; Existentialjstin, die;
-. -nen: w. Form zu tExistentialist; existcntialfstisch <Adj.;
Steig, ungebr.): 1. den Existentialismus vertretend od.
betreffend. 2. die Lebenseinstellung des Existentialismus (1)
bzw. (ähnliche wie/ dessen Lebens- u. Ausdrucksformen
zeigend: -er Lebensstil; sich e. gebärden; Sie trug ... einen
schwarzen Pullover mit Rollkragen, e. (Frisch. Homo 99);
Existentialphilosophie, die: svw. t Existenzphilosophie; Exi-
stentigbatz, der; -es. ...sätze (Sprachw.): Verbalsatz mit
transitivem Verb; existentiell [eksisten'tsiel] <Adj.; o. Steig.)
[frz. existentiel. existenciel. zu: existence = Existenz <
spätlat. ex(s)istentia, t Existenz] (Philos.. bildungsspr.): das
im Erleben u. Handeln sich erschließende, wesenhafte
menschliche Dasein (das Dasein hinsichtlich seines
Seinscharakters) betreffend, wesenhaft daseinsmäßig; (als
Modewort:) das Dasein, die Existenz wesentlich betreffend,
lebenswichtig: -e Ängste; eine Frage von -er Bedeutung; den
Feind e. zu vernichten (Niekisch. Leben 243); vgl. existen-
tial; Existenz [eksis't£n(ß]( die; -. -en [spätlat. ex(s)istentia
= Dasein. Vorhandensein, zu lat. ex(s)istens. texistent]:
l.a) <o. PI.) das Existieren. Vorhandensein. Bestehen: er
wußte nichts von der E. dieses Briefes; man müsse ...
gewisse ..Realitäten", wie die E. eines zweiten deutschen
Staates .... anerkennen (Dönhoff. Ära 205); b) <P1. selten)
(menschliches) Dasein, Leben: die menschliche E.; eine
kümmerliche E. fristen; seine nackte E. retten; glauben
heißt immer: Dazu entschließe ich mich, darauf stelle ich
meine E.! (Heisenberg. Naturbild 45). 2. /berufliche
Stellung alsj (insbes. materielle) Lebensgrundlage: eine
auskömmliche, keine sichere E. haben; sich (Dativ) eine
E. gründen, aufbauen; jmdm. eine gesichterte E. bieten;
sich in seiner E. bedroht fühlen; um seine E. ringen; der
Krieg hat Tausende von -en vernichtet. 3. (mit
abwertendem Attribut) Mensch: in diesem Viertel treiben sich allerlei
dunkle, zweifelhafte -en herum; er ist eine gestrandete,
gescheiterte, (ugs.:) verkrachte E.; (bildungsspr. auch
wertneutral:) Jünger betrachtet sich, man weiß es. als eine
..exemplarische E." (Niekisch. Leben 192).
existpu-, Existenz-: ^analyse, die (Psych.):
psychoanalytische Methode, bei der die Geschichte eines Individuums
unter dem Gesichtspunkt von Sinn- u. Wertbezügen
durchforscht wird; -angst, die (Philos.. bildungsspr.):
existentielle Angst. Lebens-. Daseinsangst; -aussage, die (Philos.):
Aussage, in der behauptet wird, daß es mindestens einen
Gegenstand gibt, dem ein bestimmter Prädikator zukommt;
^bedingung, die: 1. Bedingung für die Existenz (1). 2. <P1.)
Lebensbedingungen. -Verhältnisse; -bedrohend <Adj.>;
-berechtigt <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.); -bereditigung, die
<P1. ungebr.): [berufliche, gesellschaftliche!
Daseinsberechtigung: Der totale Staat verneint die E. verschiedener,
miteinander konkurrierender politischer Gruppen (Fraen-
kel, Staat 328); -beweis, der (Math.): Beweis der Existenz
einer bereits begrifflich bestimmten Größe; -erhaltend
<Adj.; o. Steig.): -erhelhmg, die (Philos.); ^fiUiig <AdJ.;
0. Steig.; nicht adv.): fähig zu existieren: Man sank herab
zu einem Massenmenschen, der... nur in der Gemeinschaft
e. war (Natur 69). dazu: -Fähigkeit, die <o. PL); -fonn,
die: Form der Existenz (1): Wer die Emigration nicht selber
mitgemacht hat. könnte überhaupt geneigt sein, die
dramatischen und romantischen Aspekte dieser E. zu
überschätzen (K. Mann. Wendepunkt 271); -frage, die: für die
künftige Existenz (1) entscheidende Frage: eine E. für die
Menschheit; -gefihrdend <AdJ.): -grundlage, die:
Grundlage für die [materiell, finanziellj gesicherte Existenz (2);
-kämpf, der: Kampf um die Existenz (1, 2); -mininum,
das <o. PI.): zum Leben unbedingt nötiges
Mindesteinkommen: diese Rente liegt gerade über dem E.; waren in den
letzten Jahren rund 1.5 Millionen Menschen auf Sozialhilfe
angewiesen, d.h., daß sie am E. lebten (Stamokap 64);
-mittel <P1.): vgl. -grundlage: -möglichkeit, die:
Möglichkeit zu existieren; -Philosophie, die: philosophische Richtung
des 20. Jh.s. deren Hauptthema das im Erleben u. Handeln
sich erschließende, wesenhafte menschliche Dasein, das
Dasein hinsichtlich seines Existenz- bzw. Seinscharakters ist;
^Sicherheit, die <o. PI.): Sicherheit der Existenz (Ib. 2);
-Sicherung, die <o. PL); -sorge, die: Sorge um die Existenz
(1 b, 2); Minsicherheit, die <o. PL): Unsicherheit der Existenz
(Ib. 2).
existenzial, Existenzial usw.: texistential. Existential usw.;
existieren [eksis'ti:ran] <sw. V.; hat) [lat. ex(s)istere
= heraus-, hervortreten, sich zeigen, vorhanden sein, zu:
sistere = (sich) stellen, zur Wz. won stäre = stehen]:
1. vorhanden sein, dasein, bestehen: das alte Haus, dieser
Verein existiert noch; diese Dinge. Menschen existieren
nur in deiner Phantasie; es existieren keine Aufzeichnungen
mehr darüber; sie habe sich damit abgefunden, daß ihre
Ehe nur noch auf dem Papier existierte (Sebastian.
Krankenhaus 55); Was hier dahindämmerte. war eigentlich kein
Mensch mehr, sondern nur n6fh ein existierender
Organismus (Sebastian. Krankenhaus 131). 2. leben, sein
Auskommen haben: sie hat wenigstens das Nötigste, um e. zu
können; von 400 Mark Rente monatlich kann man kaum
e.; als zu fragwürdigen Schiebermethoden greifen, um zu
e. (Remarque. Obelisk 17).
Exitus feksitus], der; - [lat. exitus. eigtl. = das Herausgehen.
Ausgang] (Med.): Tod. tödlicher Ausgang eines
Krankheitsfalles od. Unfalls.
Exkardination [ekskardina'tsio:n]. die; -. -en [Ggb. zu tln-
kardination] (kath. Kirche): Entlassung eines Geistlichen
aus seiner Diözese (Ggs.: Inkardination).
Exkavation [ekskava'tsio:n]. die; -. -en [lat. excavätio =
Aushöhlung]: 1. (Med.) (krankhafte od. normale)
Aushöhlung. Ausbuchtung 'eines Organs/. 2. (Zahnmed.)
Entfernungkariösen Zahnbeins durch Exkavieren (1). 3. (Fachspr.)
Ausschachtung. Ausbaggerung; Exkavator [...'va:tor. auch:
...to:ß].der; -s. -en [...va'to:ren]: 1. (Zahnmed.) löffelartiges
Instrument zur Entfernung kariösen Zahnbeins. 2. Maschine
für Erdarbeiten; exkavieren [...'vi:ren] <sw. V.; hat) [lat.
excaväre = aushöhlen, zu: cavus = hohl]: 1. (Zahnmed.)
kariöses Zahnbein mit dem Exkavator entfernen. 2.
(Fachspr.) ausschachten, ausbaggern, aushöhlen.
770
Exodus
Exklamation [eksklama'tsio:n]. die; -. -en [lat. exclämätio]
(Rhet.; bildungsspr. veraltet): Ausruf: (Der Text)
besteht nämlich nur aus Klischees ... und aus rhetorischen
-en: „Hoch über dem Meer!" (Deschner, Talente 174);
exklamatorisch [...'to:nJ1 <Adj.>: 1. (Rhet.) ausrufend. 2.
(bildungsspr.) ausrufend: marktschreierisch: sie hatten WaJ-
daauch gelegentlich der „-en Heftigkeit'4... geziehen (Welt
II. 11. 61. 17); exklamieren [...'mi.ren] <sw. V.; hat) Dat.
exclämäre] (bildungsspr. veraltet): ausrufen.
Exklave [ekskla:vd]. die; -. -n [Ggb. zu TEnklave]: 1. von
fremdem Staatsgebiet eingeschlossener Teil des eigenen
Staatsgebietes (Ggs.: Enklave): eine britische E.; Es ( =
Westberlin) soll ..deutsche Hauptstadt" sein und ist doch
nur westdeutsche E. (Zeit 22.9. 67, 2). 2. (Biol.) kleineres,
vom Hauptverbreitungsgebiet isoliertes Areal einer Tier-
od. Pflanzenart.
Exkleid ['eks-1. das; -[eis. -er [Kurzf. von Exerzierkleid]
(Schweiz.): militär. Arbeitsanzug, Anzug für den allgemeinen
Dienst in der Truppe, insbes. bei der Ausbildung im Gelände.
exkhidieren[eksklu'di:ren]<sw. V.;hat)[lat. exclüdere]
(bildungsspr. veraltet): ausschließen (Ggs.: inkludieren);
Exklusion [...u'zjp:n]. die; -. -en [lat. exclüsio (bildungsspr.
veraltet): Ausschließung: exklusiv [eksklu'zi:fl <AdJ.) [engl,
exclusive < mfrz. exclusif < mlat. exclusivus. zu lat.
exclüdere. fexkludieren]: 1. (bildungsspr.) a) sich
gesellschaftlich abschließend, abgrenzend, abhebend [u. daher
hochstehend in der allgemeinen Wert-, Rangeinschätzung I:
ein -er Zirkel; die -e (vornehme) Gesellschaft; Der Beitrag,
der gezahlt werden mußte, war hoch, so daß der Klub
seinen -en Charakter zu behaupten vermochte (Niekisch,
Leben 132); dieser Sport war früher sehr e.: e. leben;
b) den Ansprüchen der vornehmen Gesellschaft, höchsten
Ansprüchen genügend, [vornehm u.] vorzüglich,
anspruchsvoll: ein -es Modell; ein -es Restaurant; von Fahrzeugen
der -en Luxusklasse einmal abgesehen (Auto 6. 1965. 27);
e. speisen. 2. <o. Steig.) ausschließlich einem bestimmten
Personenkreis od. bestimmten Zwecken, Dingen
vorbehalten, anderen [Dingen] nicht zukommend: eine -e fTheater]-
aufllihrung; das sind die -en (keinem anderen System
zukommenden, einzigartigen) Vorteile dieses Systems; einer
Zeitung e. (auf Grund einer Vereinbarung ihr allein) über
etw. berichten.
Exklusiv- (exklusiv 2; bes. Zeitungs-. Buch-. Nachrich-
tenw.): ^bericht, der: ausschließlich einer bestimmten
Zeitung o. ä. vorbehaltener bzw. zur Veröffentlichung überlasse-
ner Bericht: ^foto. das: nur einem bestimmten Fotografen
gestattete (für die Veröffentlichung bestimmte) Aufnahme;
^interview, das: nur einer bestimmten Person (z. B. einem
Reporter) gewährtes Interview; ^redit, das: [vertraglich
gegen Entgelt zugestandenes! alleiniges Recht an. auf etw.
(z.B. auf Veröffentlichung von Werken eines Künstlers):
-vertrag, der: Vertrag, in dem die Übertragung von
Exklusivrechten festgelegt wird.
exklusive [...zi.vd] <Präp.; zur Beugung vgl. einschließlich)
[mlat. exclusive. Adv. von: exclusivus. texklusiv] (bes.
Kaufmannsspr.): ohne, ausgenommen, ausschließlich, mit
Ausschluß (Ggs.: inklusive): e. der genannten Beträge; e.
Porto. Verpackungsmaterial; e. Probeexemplaren; Abk.:
exkl.; Exklusive [-]. die; - (hist.): das von katholischen
Monarchen beanspruchte Recht, unerwünschte Bewerber von der
Papstwahl auszuschließen; Exklusivität [...zivi'tr.t]. die; -
(bildungsspr.): das Exklusivsein, exklusiver Charakter,
exklusive Beschaffenheit (zu: exklusiv 1).
Exkommunikation, die; -. -en [kirchenlat. excommünicätio]
(kath. Kirche): Ausschluß aus der kirchlichen Gemeinschaft
(als Strafe); exkommunizieren <sw. V.; hat) [kirchenlat.
excommünicäre. zu lat. communis = allen gemeinsam]
(kath. Kirche): (zur Strafe) aus der kirchlichen
Gemeinschaft ausschließen: Ihre Führer ... wurden vom Vatikan
als Schismatiker exkommuniziert (MM 17.8. 67. 2). dazu:
Exkommunizknmg, die; -. -en.
Exkoriation [ekskorla'tsio.n]. die; -. -en [zu lat. excoriätus.
2. Part, von: excoriäre = abhäuten] (Med.):
Hautabschürfung.
Exkrement [ekskre'msnt]. das; -[e]s. -e <meist PI.) [lat. excre-
mentum] (bildungsspr.): Ausscheidung (insbes. Kot):
tierische, menschliche -e; die -e der Möwen beseitigen.
Exkreszcnz [ekskres'tjEnts]. die; -. -en [zu lat. excrescens.
1. Part, von: excrescere = hervorwachsen] (Med.):
krankhafter Auswuchs, Gewebewucherung.
Exkret [eks'kre.t], das; -[eis, -e [lat. excretum, 2. Part.
(Neutr.) von: excernere = aussondern, ausscheiden] (Med.,
Zool.): vom Körper ausgeschiedenes wertloses
Stoffwechselprodukt (insbes. Harn, Kot, Schweiß); Exkretion [ekskre-
'tßio:n], die; -. -en (Med.. Zool.): Ausscheidung wertloser
Stoff wechselprodukte aus dem Körper; exkretorisch [ekskre-
'to-.rij] <AdJ.; o. Steig.) (Med., Zool.): ausscheidend,
absondernd: -e Drüsen.
Exkulpation [ekskulpa'tsio.n], die; -• -en [mlat. exculpätio
= Schuldbefreiung, zu lat. ex- = (her)aus. ent- u. culpäre
= beschuldigen] (Jur.): /Selbst j ent lastung vom Vorwurf
des Verschuldens. Rechtfertigung, Schuldbefreiung: weil er
nachwies, daß er sie (= die Leihwagen) mit der
..erkennbaren Duldung44 seines Dienstvorgesetzten ... benutzt hatte.
Dies nämlich gilt laut Gesetz als E. (Dönhoff, Ära 38);
exkulpieren [ekskülpiiren) <sw. V.; hat) (jur.): vom Vorwurf
des Verschuldens entlasten, befreien; rechtfertigen: der Täter
wurde durch das psychiatrische Gutachten exkulpiert;
(meist e. + sich:) Können sich die Eltern e.. brauchen
sie nicht zu zahlen, andernfalls haften sie allein (Bergsträ-
ßer Anzeiger 9.1. 70,6).
Exkurs [eks'kurs]. der; -es -e [lat. excursus. eigtl. = das
Herauslaufen. Ausfall. Streifzug] (bildungsspr.):
Erörterung in Form einer Abschweifung: ein historischer E.; einen
E. über Spezialprobleme einschalten; Exkursion
[ekskur'zj^n], die; -. -en [frz. excursion < lat. excursio
= Streifzug. eigtl. = das Herauslaufen]: Gruppenausflug
zu wissenschaftlichen od. Bildungszwecken: eine
[geographische] E. [in die Alpen] unternehmen; sich auf [einer] E.
befinden; wir hatten einen passionierten Botaniker, mit
dem wir auf E. gingen (Jünger. Bienen 88); Ü der
Aktionsradius dieser ersten E. (einer Elster) (Lorenz, Verhalten I.
27).
exlex [eks'leks] <Adv.) [lat. exlex. tLex] (veraltet): recht-
u. gesetzlos, vogelfrei, geächtet.
Exlibris [eks'li:bri:s]. das; -. - [lat. ex libris = aus den
Büchern] (Buchw.. Graphik): auf die Innenseite des vorderen
Buchdeckels geklebter, künstlerisch gestalteter Zettel mit
[der Aufschrift ,JZxlibris" od. ,JEx libris" u.] einem Hinweis
auf den Eigentümer.
Exmatrikel, die; -. -n [aus lat. ex = (her)aus u. t Matrikel]
(Hochschuhv.): Bescheinigung über das Verlassen der
Hochschule; Exmatrikulation [eksmatrikula'tsiorn]. die; -. -en
[Ggb. zu f Immatrikulation] (Hochschulw.): Streichung aus
der Matrikel (Ggs.: Immatrikulation): die E. beantragen;
seine E. (sein Weggang von der Hochschule) liegt schon
10 Jahre zurück; exmatrikulieren [...'li:ran] <sw. V.; hat)
[Ggb. zu t immatrikulieren] (Hochschulw.): aus der
Matrikel streichen (Ggs.: immatrikulieren): einen Studenten e.;
sie ist schon seit zwei Jahren exmatrikuliert (sie hat die
Hochschule schon vor zwei Jahren verlassen); <Ai>l.:> Exma-
trfluiltenmg« die; -. -en.
Exmission [eksmi'sj[o:n]. die; -. -en [zu texmittieren] (Jur.):
gerichtliche Ausweisung aus einem Haus od. einem
Grundstück; exmittieren [eksmi' ti:ran] <sw. V.; hat) [lat. e(x)mitte-
re = fortschicken, herauswerfen]: 1. (Jur.) durch gerichtlich
angeordnete Zwangsräumung aus einer Wohnung, von einem
Grundstück weisen. 2. (bildungsspr. selten) hinauswerfen,
hinaussetzen, hinausbefördern; <Abl.:> Exmittierung, die;
-, -en: svw. t Exmission.
ex nunc [eks 'nonk; lat.] (Jur.): von jetzt an (Angabe des
Zeitpunkts für den Eintritt der Wirkung einer Bestimmung
od. Vereinbarung). Vgl. ex tunc.
Exobiologe [ekso-]. der; -n. -n [rückgeb. aus t Exobiologie]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Exobiologie;
Exobiologie, die; - [ausgriech. 6xö = außen, außerhalb u. f Biologie]:
Wissenschaft vom außerirdischen (biologischen) Leben;
exobiolggisdi <Adj.; o. Steig.): die Exobiologie betreffend.
Exodermis [ekso'dErmis]. die; -, ...men [zu griech. 6cö =
außen, außerhalb u. dörma = Haut] (Bot.): äußeres
[verkorktes] Abschlußgewebe der Pflanzenwurzel.
ExodosTeksodos]. der;-.- [griech. öcodos. eigtl. = Ausgang.
Auszug]: a) Schlußlied des Chors im altgriechischen Drama
(Ggs.: Parodos); b) Schlußteil des altgriechischen Dramas;
Exodus ['eksodusl. der; -. -se [lat. exodus < griech. öxodos
= Ausgang; nach dem 2. Buch Mose, das den Auszug
der Juden aus Ägypten schildert] (bildungsspr.): Auszug
(einer Gesamtheit): der E. der deutschen Bevölkerung aus
Danzig; der E. der Opposition [aus dem Sitzungssaal]
(das demonstrative Verlassen des Sitzungssaals); Ü der
49*
771
ex officio
schwankende E. zur übelriechenden Toilette am Ende der
langen Bar ... reißt nicht ab (Rechy [Übers.]. Nacht 184).
ex officio [eks ofi:tsio; lat.. zu: officium = Pflicht, Dienst.
Amt] (jur.): von Amts wegen, amtlich, kraft Amtes; Abk.:
e.o.
Exogamie [eksogami:]. die; - [zu griech. exö = außen,
außerhalb u. gämos = Hochzeit. Ehe] (Soziol.):
Heiratsordnung, nach der nur außerhalb des eigenen sozialen
Verbandes (z. B. Stamm. Sippe) geheiratet werden darf (Ggs.:
Endogamie).
exogen [ekso'ge:n]<Adj.; o. Steig.) [aus griech. exö = außen,
außerhalb u. t-gen]: l.a) (Med.) (von Stoffen.
Krankheitserregern od. Krankheiten) außerhalb des Organismus
entstehend; von außen her in den Organismus eindringend (Ggs.:
endogen la); b) (Psych.) umweltbedingt (Ggs.: endogen
1 b): eine -e Psychose; c) (Bot.) (bes. von Blattanlagen
u. Seitenknospen) außen entstehend (Ggs.: endogen 1 c).
2. (Geol.) von Kräften ableitbar, die auf die Erdoberfläche
einwirken, wie Wasser, Atmosphäre, Organismenu. ä. (Ggs.:
endogen 2).
Exokannibaijsmus [Ekso-]. der; - [aus griech. exö = außen,
außerhalb u. tKannibalismus] (Völkerk.): das Verzehren
von Angehörigen eines fremden Stammes (Ggs.: Endokanni-
balismus).
Exokarp [ekso'karpJ. das; -s. -e [zu griech. exö = außen,
außerhalb u. karpös = Frucht] (Bot.), äußerste
Wandschicht einer pflanzlichen Frucht (z. B. der Haarüberzug
bei Pfirsich u. Aprikose; Ggs.: Endokarp).
exokrin [eksokri:n] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. 6cö =
außen, außerhalb u. krinein = scheiden, trennen, sondern]
(Med.): (von Drüsen) nach außen abscheidend (Ggs.:
endokrin).
exomorph [ekso'morf) <Adj.; p. Steig.) [zu griech. exö =
außen, außerhalb u. morphe = Gestalt. Form] (Geol.):
(bei der Erstarrung einer Schmelze) das Nebengestein
beeinflussend (Ggs.: endomorph 1).
Exoneration [eksonera tsio:n]. die; -. -en [spätlat. exonerätio]
(veraltet): Entlastung. ^Erleichterung; exonerieren [...'irren]
<sw. V.; hat) [lat. exoneräre] (veraltet): entlasten.
Exonymon [e'kso.nymDn]. das; -s. ...ma [zu griech. exö =
außen, außerhalb u. önyma = Name] (Sprachw.): von
dem amtlichen Namen abweichende, in anderen Ländern
gebrauchte Ortsnamenform (z. B. dt. Mailand für ital.
Milano).
Exophorie[£ksofo'ri:],die; - [zu griech. exö = außen,
außerhalb u. phoreTn = tragen, bringen] (Med.): äußerlich nicht
wahrnehmbare, latente Veranlagung zum Auswärtsschielen.
exophthabnisch [eksoftalmij. eks Id...] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [zu tExophthalmus] (Med.): (vom Augapfel) aus
der Augenhöhle heraustretend; Exophthalmus [...mos], der;
- [griech. exöphthalmos = mit hervorstehenden Augen]
(Med.): krankhaftes Hervortreten des Augapfels aus der
Augenhöhle, Glotzauge.
exorbitant [eksorbi'tant] <Adj.; -er. -este) [lat. exorbitäns
(Gen.: exorbitantis). I. Part, von: exorbitäre = aus dem
Gleis springen; abweichen] (bildungsspr.): außerordentlich,
gewaltig, enorm, ungeheuer: -e Preise. Forderungen.
Erfolge; Sie duschte, Duschen um diese Zeit! Duschen - wo
sie doch nönnisch werden wollte. Dies -e Geschrubbe (Dor-
pat. Ellenbogenspiele 78); die Hitze wäre.; seine Leistungen
e. steigern; <Abl.:) Exorbitanz [...nts]. die; -. -en <PI. un-
gebr.) (bildungsspr.): exorbitante Beschaffenheit: die E.
einer Forderung.
Exordium [e'ksordiom]. das; -s. ...ia [lat. exördium. eigtl.
= Anfang eines Gewebes] (Rhet.): kunstgerechte,
Einleitung i einer Rede .
ex Oriente hix [eks o'rienta loks; lat.]: aus dem Osten
(kommt) das Licht (zunächst auf die Sonne bezogen, dann
übertragen auf Christentum u. Kultur).
exorzieren [eksor'tsi:ron), exorzisieren [...tsi'zrran] <sw. V.;
hat) [lat. exorcizare < griech. exorkizein] (Rel.):
(Dämonen, böse Geister) beschwören, durch Beschwörung
austreiben; den Teufel e.; Ü das Ganze ... modern genau in
jenem Sinne nervöser Empfindlichkeit, den der
Historismus exorzieren möchte (Adorno. Prismen 135); <Abl.:>
Exorzierung, Exorzfetenmg, die; -. -en; Exorzismus
[...'t£ismos].der;-t...men[lat.exorcismus < griech.exorkis-
mös] (Rel.): Praktik der] Beschwörung. Austreibung von
Dämonen, bösen Geistern durch Wort u.lod. Geste; Exorzist
[...'tsist]. der; -en. -en [lat. exorcista < griech. exorkistes]:
1. (Rel.) Geisterbeschwörer. 2. (kath. Kirche veraltet)}md..
der den dritten Grad der niederen Weihen besitzt.
Exosmose [eksos'mo.za. eksla...]. die; - [zu griech. exö =
außen, außerhalb u. t Osmose] (Chemie): Osmose von Orten
höherer zu Orten gerbtgerer Konzentration.
Exosphire [ekso-]. die; -. -n [aus griech. £xö = außen,
außerhalb u. t Sphäre]: an die Ionosphäre grenzende, oberste
Schicht der Atmosphäre.
Exot [e'kso:t]. der; -en. -en. (auch:) Exote [e'kso:ta]. den
-n. -n [zu texotisch]: 1. Mensch. Tier. Pflanze aus einem
fernen (insbes. überseeischen, tropischen) Land: in dieser
Voliere sind die Exoten untergebracht; Ü auf dem
Automarkt sind die Exoten (Jargon; überseeische Fabrikate)
sehr gefragt. 2. <P1.) (Börsenw.) überseeische Wertpapiere,
die im Telefonhandel od. ungeregelten Freiverkehr gehandelt
werden; Exotarium [eksota.Tium], das; -s, ...ien [...pn; zu
tExot (1). analog zu t Aquarium]: Anlage, in der exotische
Tiere gehalten u. zur Schau gestellt werden; Exote: tExot;
Exoteriker [eksote:rike]. der; -s. - [zu fexoterisch]
(bildungsspr.): (bezüglich einer esoterischen Lehre)
Außenstehender. Nichteingeweihter (Ggs.: Esoteriker); exoterisdi
[ekso'te:nJ] <Adj.; o. Steig.) [lat. exötericus < griech.
exöterikös. zu: exö = außerhalb] (bildungsspr.): für Außen-
stehende, für die Öffentlichkeit besthnmt; allgemein
verständlich (Ggs.: esoterisch).
exotherm [ekso'tsrm] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. exö =
außen, außerhalb u. thernie = Wärme. Hitze] (Physik.
Chemie): (von chemischen Vorgängen) mit Freiwerden von
Wärme verbunden, unter Freiwerden von Wärme ablaufend
(Ggs.: endotherm).
Exotik [c'kso.tik]. die; - (bildungsspr.): exotisches Aussehen,
Wesen; exotische Beschaffenheit. Gestaltung: ein
Geschehen von pittoresker E.; Exotik* [...tika] <PI.): aus fernen
Ländern stammende Kunstgegenstände; Exotin [ekso.tin],
die; -. -nen: Frau od. Mädchen aus einem fernen (insbes.
überseeischen, tropischen) Land; exotisch <Adj.) [lat. exöti-
cus < griech. exötikös = ausländisch]: a) fernen (insbes.
überseeischen, tropischen) Ländern u.lod. Völkern
eigentümlich, ihnen zugehörend, entstammend; [der Art. dem
Aussehen. Eindruck nach/ fremdländisch, fremdartig u.
dabei einen gewissen Zauber ausstrahlend: -e Tiere.
Pflanzen. Märchen. Menschen; Inzwischen freue ich mich an
... -en Szenerien (K. Mann. Wendepunkt 409); eine -e
Melodie; Es ist oft schwer, für -e (aus dem Fernen Osten
importierte) Geräte Ersatzteile zu beschaffen (Hörzu 25.
1975. 26): ein -er Roman (mit exotischem Schauplatz);
e. klingen; das Gefieder dieses Vogels ist. wirkt e.; b)
ausgefallen, ungewöhnlich: -e Flugversuche unternehmen;
Exotismus [ekso'tismus]. der. -. ...men (Sprachw.):
fremdsprachiges Wort, das auf einen Begriff der fremdsprachigen
Umwelt beschränkt bleibt (z.B. College. Iglu. Hazienda).
ex ovo [eks 'o:vo; lat.. eigtl. = vom Ei an]: svw. tab ovo.
exozentrisch [ekso'tsentnjl (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus
griech. exö = außen, außerhalb u. tzentrisch] (Sprachw.):
(von einer sprachlichen Konstruktion, die nicht zur Kategorie
eines ihrer konstituierenden Glieder gehört) nicht zur
gleichen Formklasse gehörend (Ggs.: endozentrisch): -es
Kompositum (Zusammensetzung, bei der das Bezeichnete außer-
halb der Zusanvnensetzung liegt, nicht von den
Kompositionsgliedern genannt wird; z. B. Löwenmäulchen = Blume
mit Blüten, die wie kleine Löwenmäuler aussehen).
Expander [eks'pande]. der; -s. - [engl, expander. eigtl. =
(Ausklehner. zu: to expand = ausdehnen, strecken <
lat. expandere. texpandieren] (Sport): Trainingsgerät aus
Metallspiralen ixi. elastischen Seilen, die man mit beiden
Armen auseinanderzieht, um Arm- und
Oberkörpermuskulatur zu stärken; expandieren [ekspan'di:ron] <sw. V.) [lat.
expandere = auseinanderspannen, ausbreiten]: 1.
(bildungsspr.) einen größeren Raum beanspruchen, sich vergrößern,
zunehmen <hat): eine expandierende Stadt; die
Sozialausgaben haben am stärksten expandiert (sind am stärksten
gestiegen). 2. (Physik. Technik) a) (bes. Dätnpfe. Gase)
ausdehnen <hat>: der Wasserdampf wird durch Erhitzung
expandiert; b) (bes. von Dämpfen. Gasen) sich ausdehnen
Ost): das Gas ist um das Doppelte seines Volumens
expandiert; der expandierende Kosmos. 3. <hat) a) (Politik)
den Macht- od. Einflußbereich erweitern: ein
expandierender Staat; b) (Wirtsch.) den Umsatz u. den Marktanteil
kräftig steigern sowie den Leistungs- od. Einflußbereich
erweitern, eine Expansion (3 b) zeigen: zu viele Verlage haben
772
experimentier-, Experimentier-
im letzten Jahrzehnt zu unbedenklich expandiert (Spiegel
16.197S. 158); ein expandierendes Unternehmen: expansi-
bel [£kspanzi:bl) <Adj.; ...bler. -ste) [frz. expansible, zu:
expansion. t Expansion) (veraltet): ausdehnbar; Expansion
[...zio:n], die; -. -en [frz. expansion < lat. expänsio =
Ausdehnung. Ausstreckung, zu: expandere. t expandieren]:
1. (bildungsspr.) das Expandieren (1). Vergrößerung.
Zunahme: Wenn das Neckarufer in der Nähe von
Ludwigsburg wirklich etwa als unschön betrachtet werden sollte,
so liegt... der Grund dafür in der enormen E. von Stuttgart
(Kosmos 2. 1965. 56); eine kräftige E. (Steigerung) des
Umsatzes, der Unkosten, des Etats. 2. das Expandieren
(2 b). starke räwnliche Ausdehnung (insbes. von Gasen,
Dämpfen): die E. des erhitzten Wasserdampfs; die E. des
Kosmos. 3. a) (Politik) Erweiterung des Macht- od.
Einflußhereichs: eine Politik der E. betreiben; Ü man muß das
nicht etwa tun. um... für die E. christlicher Überzeugungen
und abendländischer Lebensstile zu sorgen (Thielicke. Ich
glaube 252); b) (Wirtsch.) kräftige Steigerung des Umsatzes
u. Marktanteils in Verbindung mit einer Erweiterung des
Leistungs- od. Einflußbereichs: industrielle E.; die E. eines
Unternehmens; expansionistisch [ekspanzlo'nistij] <Adj.>:
auf Expansion (3 a) bedacht: die -e Erneuerung eines
römischen Imperiums (Fraenkel. Staat 86).
'Expansions- (Expansion 2): -geschwindigkeit, die:
Geschwindigkeit, mit der sich ein Stoff Gas od. eine Flüssigkeit
räumlich ausdehnt: -kraft, die: physikalische Kraft, die
sich in der Tendenz zur Expansion zeigt; Ausdehnungskraft;
-kurve, die: Kurve, die einen Expansionsvorgang graphisch
darstellt; Mnasdiine, die: Kraftmaschine, bei der die
Expansion von Gas od. Dampf die Verrichtung nutzbarer
mechanischer Arbeit bewirkt; Mheorie.die: geotektonische
Hypothese, nach der die Entstehung der Ozeane, geologische
Faltungsvorgänge u. die Gebirgsbildung auf eine Vergrößerung
der Erdkruste zurückzuführen ist (Ggs.:
Kontraktionstheorie); -ventil, das; -vermögen, das: Ausdehnungsvermögen;
-Vorgang, der; -welle, die.
expansions-, 2Expansk>ns- (Expansion, bes. 3 a): -bedürfnis,
das; -bestrebungen <PI>; -drang, der; -freudig <Adj.>;
-gelüstle], das; -krieg, der; -politik, die: 1. (Politik) auf
Expansion (3 a) gerichtete Politik. Ausdehnungspolitik. 2.
(Wirtsch.) auf Expansion (3 b) gerichtete
Unternehmensführung, zu 1: -Politiker, der; -rate, die: Steigerungsrate;
-streben, das.
expansiv [ekspan'zi:f] <Adj.) [zu t Expansion]: sich
ausdehnend, auf Ausdehnung u. Erweiterung bedacht: eine -e
[Geschäfts-, Lohnpolitik; ein sehr -es (starke Expansion 3 b
aufweisendes) Unternehmen; die Kostenentwicklung auf
diesem Gebiet ist, verläuft sehr e. (die Kosten steigen sehr);
<Zus.:> Expamjvkraft, die: Kraft, die auf Expansion (3)
gerichtet ist.
Expatriation [ekspatria'tsio:n], die; -. -en [zu t expatriieren]
(Politik. jur.): Ausbürgerung, Verbannung; expatriieren
[ekspatri'i:ren] <sw. V.; hat) [mlat. expatriare = aus der
Heimat fortgehen, zu lat. ex- = (her)aus u. patria =
Vaterland] (Politik, jur.): ausbürgern, verbannen; <Abl.:>
Expatrikrung, die; -, -en.
Expedient [ekspe'dient], der; -en. -en [lat. expediens (Gen.:
expedientis). 1. Part, zu: expedlre, texpedieren]: a)
kaufmännischer Angestellter, der in der Expedition (4 a) eines
Betriebes für die Abfertigung von Versand- u.
Transportgütern zuständig ist (Berufsbez.); b) Angestellter in einem
Reisebüro. Reisebürokaufmann (Berufsbez.); expedieren
[...di:ran] <sw. V.; hat) [lat. expedlre = losmachen,
entwickeln, aufbereiten]: /abfertigen u.l absenden, befördern:
die Güter wurden per Luftfracht nach Hamburg expediert;
Briefe durch einen Boten, per Luftpost e.; Jmdn. an einen
anderen Ort e. (ugs.; bringen, befördern): <Abl.:> Expedie-
rung, die; -. -en; Expedit [ekspedi.t], das; -[e]s. -e [kurz
für t Expedition (4 a)] (österr.): Versandabteilung / einer
Firma!; Expedition [ekspedi'tßio:n]. die; -. -en [lat. expeditio
= Beseitigung. Erledigung; Feldzug. zu: expedlre.
texpedieren]: l.a) Forschungsreise einer Personengruppe (in
unerschlossene Gebietel: eine gefährliche E.; eine E. [zum
Nordpol] antreten; an einer E. [in die Antarktis]
teilnehmen; b) Personengruppe, die eine Expedition (1 a) unter-
nimmt: eine E. ausrüsten; sich einer E. anschließen. 2.
(veraltet) Kriegszug: eine mißglückte E. Napoleons. 3. / ins
Ausland] entsendete Personengruppe, du [für einen \ erband.
ein Unternehmen o.a.] bestimmte Aufgaben wahrnehmen
soll: die dreizehnköpfige E. des Deutschen
Tischtennisbundes. 4.a) Versand-, Abfertigungsabteilung [einer Firmai:
in der E. eines Warenhauses arbeiten; b) (Kaufmannsspr.)
seltener für t Expedierung. 5. (veraltet) Anzeigenabteilung:
und schon am nächsten Tage eilte ich selbst mit einer
zugleich bescheiden und verlockend abgefaßten
Ankündigung ... auf die E. der gelesensten Frankfurtischen Zeitung
(Th. Mann. Krull 90).
Expeditions-: -abteihing, die: svw. t Expedition (4 a): -ausrü-
stung, die: Ausrüstung (2 a). die man zu einer Expedition
(l a) braucht; -büro, das: Büro der Expedition (4 a); -film,
der: Film, der den Verlauf einer Expedition da) zeigt;
-korps, das (zu: Expedition 2); -leiter, der: Leiter einer
Expedition (l); ^schiff, das: Schiff, das für eine Expedition
da) ausgerüstet ist. mit dem eine Expedition (l a)
unternommen wird; ^teilnehmet*, der (zu: Expedition 1 a); -truppe,
die (veraltet): vgl. ^korps; ^zelt, das: vgl. ^ausrüstung.
Expeditor [ekspe'di:tor.auch: ...to:g].der; -s. -en [...di'to:ren;
zu texpedieren] (seltener, bes. österr.): Expedient.
Versandleiter.
Expektorans feks'pektorans]. das; -. „.ranzien [...'rantsjpn
u. ...rantia [...'rantsia]. Expektorantium [...'rantsioml.'das;
-s. ...ranzien u. ...rantia [zu lat. ex = (her)aus u. pectus
(Gen.: pectoris) = Brust] (Med.): schleimlösendes Mittel,
Hustenmittel; Expektoration [...ratsio:n]. die; -. -en: 1.
(Med.) Auswurf. 2. (veraltet) Äußerung persönlicher Gefühle
u. Erfahrungen, das Sichaussprechen, Herzensergießung:
Das Entscheidende war. daß Doktor Überbeins Lehren
und -en durch seine Persönlichkeit so ungemein unterstützt
wurden (Th. Mann. Hoheit 61); expektorieren [...ri:ren]
<sw. V.; hat): 1. (Med.) Schleim auswerfen, aushusten.
2. (auch: e. -I- sich) (veraltet) seine persönlichen Gefühle
u. Erfahrungen aussprechen: Die geistig qualifizierteren ...
expektorieren sich so schlecht wie alle anderen (Deschner.
Talente 56).
expedieren [ekspEÜ.ren] <sw. V.; hat) [lat. expellere]
(veraltet): austreiben, verjagen.
Expensen [eks'penzn] <P1.) [lat. expensa (pecünia) =
Ausgabe. Aufwand, subst. Fem. Sg. des 2. Part, von: expenderc
= auszahlen, ausgeben] (veraltet): Auslagen, /
Gerichts/kosten; expensiv [ekspen'zi:f| <Adj.) (selten): kostspielig.
Experiment [eksperi'ment], das; -[eis. -e [lat. experimentum
= Versuch. Probe; Erfahrung]: 1. wissenschaftlicher
Versuch, durch den etw. entdeckt, bestätigt od. gezeigt werden
soll: ein chemisches, psychologisches E.; das E. gelingt,
mißglückt; ein E. durch-, vorführen; -e an. mit Tieren;
-e [mit jmdm.. etw.] anstellen; einige Laboratoriumshunde
waren entwichen, nachdem man sie empfindlichen -en ...
unterzogen hatte (Döblin, Märchen 8); etw. im E.. in.
an -en zeigen. 2. /gewagter j Versuch, Wagnis; gewagtes,
unsicheres Unternehmen: ein kühnes, gefährliches E.; das
politische E. der Demokratisierung, der freiheitlichen
Demokratie: Auch ich warnte vor dem Volksentscheid und
beschwor die Anwesenden, sich auf ein solches E. nicht
einzulassen (Niekisch. Leben 115); ein [kühnes]
dramaturgisches, filmisches E. (Gestaltungsversuch unter Einsatz
ungewölmlicher Mittel); wir wollen keine -e machen, [nur]
keine -! (wir wollen uns auf kein Risiko einlassen!); experi-
mental [...men'ta:l] <Adj.; o. Steig.) (selten): svw. f
experimentell (1).
Experimentgl-: -film, der: Studiofilm; -physik, die:
experimentelle Physik (Ggs.: theoretische Physik), dazu:
^Physiker, der; -Psychologie, die: experimentelle Psychologie.
Experimentator [...'ta:tDr. auch: ...to:g]. der; -s. -en [...ta-
'to:ren]: jmd.. der Experimente durch- od. vorführt;
experimentell [...men'tel] <Adj.; o. Steig.): 1. <nicht präd.) auf
Experimenten beruhend, mit Hilfe von Experimenten /
erfolgend!: die -e Physik. Psychologie; -e Methoden.
Ergebnisse: ... die künstlichen Schranken der Kleinfamilienwelt
ohne weiteres durchbrechen und in Solidarität gemeinsam
neue, Lebensformen e. gestalten (Wohngruppe 22); etw.
e. nachweisen. 2. (Kunst. Literatur. Musik)
(versuchsweise) mit besonderen, neuartigen, ungewöhnlichen, fremd
wirkenden künstlerischen Mitteln frei gestaltet, komponiert:
ein -es Foto. Gedicht. Musikstück; -er Stil; die Eflektma-
cher. die Stilingenieure .... die übers gehobene -e
Kunstgewerbe ... nicht hinauskommen (Deschner. Talente 162).
experimentier-. Experimentier-: -bühne, die: Bühne für
experimentelles Theater; -freude, die; -freudig (Adj.X dazu:
-freudigkeit, die: vgl. -freude: Der Autor opfert seine
773
experimentieren
Einfälle einer zuweilen fatalen E. (Welt 27. 10. 62.
Literatur); ^lustig <Adj.>; MnaternI, das; ^Stadium, das: /
Vorstudium, in dem man noch experimentiert, um die beste
Form. Gestaltung einer Sache zu erreichen;
Versuchsstadium: das Projekt befindet sich noch im E.; -Station, die:
eine landwirtschaftliche E.; Der Versuchsdienst der Bun-
desforstverwaltung gliedert sich in 12 -en mit zahlreichen
Außenstationen (Mantel. Wald 79); ehester, das: 1.
experimentelles Theater. 2. Bühne für experimentelles Theater.
experimentieren [...ti:ren] <sw. V.; hat) [nach frz.
experimenter < mlat. experimentare. zu t Experiment]: Experimente
machen. Versuche anstellen: mit Chemikalien e.; mit. an
Tieren e.; mit neuen Lebensformen e.: <subst.:>
Dieses dauernde E.. dachte er. Ehe, Krieg.
Freundschaft. Mut -: Experimente, Experimente (Schnurre. Fall
33). dazu: Experimentiererri, die; -, -en: längeres,
übertriebenes Experimentieren; Experiroenüm cnicis [...'mentum
'kru:tsisl. das; - - Hat. = Versuch des Kreuzes] (bil-
dungsspr.): Experiment, dessen Ausgang eine Entscheidung
über mehrere Möglichkeiten herbeifuhren soll; expert
feks'pert] <Adj.; -er. -este; nur präd.) (frz. expert. t Experte]
(veraltet): erfahren, sachverständig: in einer Sache, auf
einem Gebiet e. sein; Experte [Eks'pertd]. der; -n. -n [frz.
expert = erfahren, sachkundig; Experte < lat. expertus
= erprobt, bewährt, zu: experiri = versuchen, erproben]:
Sachverständiger, Fachmann. Kenner: diplomatische,
militärische -n; ein E. in. für Steuerfragen; auf diesem Gebiet
ist er E.; Denn Studienrat Mallenbrand galt als E. und
hatte ein Buch ... über deutsche Schülerkampfspiele
geschrieben (Grass. Hundejahre 115).
Exporten-: -aiisschuß, der; -kreis, der: in -en wird darauf
hingewiesen, daß ... (Welt 13. 10. 62. 5); ^stab, der.
Expertin, die; -. -nen: w. Form zu T Experte; Expertise
leksper'ti:z3], die; -, -n [frz. expertise. zu: expert. t Experte]
(bes. Wlrtsch.. Kunsthandel. Recht. Politik): Gutachten
eines Experten: eine E. über etw. einholen, vorlegen; Damit
waren einige der wissenschaftlichen -n ins Wanken geraten
(FAZ 3. 6. 61. 17); ein Rubens mit E. (Expertengutachten
über die Echtheit); expertfcieren [eksperti'zi.ran] <sw. V.;
hat) [frz. expertiser] (selten): in einer Expertise begutachten:
60Zeichnungen von Schiele ... Alle expertisiert vom
größten Schiele-Kenner der Welt, Dr. Rudolf Leopold (Express
6. 10. 68. 26).
Exploration [eksplana'tsio:n], die; -. -en [lat. explänätio
= Erklärung. Auslegung] (Literaturw.): inhaltliche
Erläuterung, Erklärung eines Textes, Explikation: explarativ
I...'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (spätlat. explänätivus]
(Literaturw.): auslegend, erläuternd; expbnieren [...'ni:ron] <sw.
V.; hat) [lat. explänäre = eben ausbreiten; verdeutlichen,
erklären, zu: planus = eben, flach] (Literaturw.): (einen
Text) inhaltlich auslegen, erläutern, erklären.
Explantation [eksplanta'tsio:n], die; -. -en [zu lat. ex =
(heriaus u. planta = Gewächs. Pflanze) (Med.. Zool.):
Entnahme von Zellen, Geweben od. Organen aus dem
lebenden Organismus; vgl. Implantation. Transplantation;
exphuitiercn [...'ti:ren] <sw. V.; hat) (Med.. Zool.): (Zellen,
Gewebe, Organe) für die Gewebezüchtung od.
Transplantation aus dem lebenden Organismus entnehmen, auspflanzen;
vgl. implantieren, transplantieren; <Abl.:> Expbntknmg,
die; -. -en.
Expletiv [£ksple'ti:f|, das; -s. -e [...i:va; spätlat. expletivus
= ergänzend] (Sprachw. ):/ar den Sinn eines Satzes
entbehrliches Wort, Füllwort, Flickwort (z. B. „wohl" in „ob er
wohl Zeit hat?").
explicit ['eksplitsit; spätlat. explicit. vermutlich kurz für:
lat. explicitus (est Über) = (das Buch od. die Schriftrolle
ist) abgerollt, 2. Part, von: explicare. t explizieren]
(Literaturw.): es ist vollzogen, es ist zu Ende (gewöhnlich am
Ende von Handschriften u. Frühdrucken (Ggs.: ineipit);
Explicit [-]. das; -s. -s (Literaturw.): die Schlußworte einer
mittelalterlichen Handschrift od. eines Frühdruckes;
Explikation [eksplika'tsjp.'n]. die; -. -en [lat. explieätio. eigtl.
= das Auseinanderrollen]: 1. (blldungsspr.) Erklärung,
Erläuterung, Darlegung: seine theoretischen -en. 2. (Logik)
entfaltende u. präzisierende Erklärung, Definition;
explizierbar [Ekspli'tsi:?ba:?] <Adj.; nicht adv.) (bildungsspr.): so
beschaffen, daß es sich /präzisierend/ erklären, näher
erläutern, darlegen, auseinandersetzen läßt; explizieren [...i'tsi:-
ren] <sw. V.; hat) [lat. explicare. eigtl. = auseinanderfalten,
-rollen]: 1. (bildungsspr.) [präzisierend] erklären, näher
erläutern, darlegen, auseinandersetzen: jmdm. einen BegrifT.
eine Angelegenheit e.; Gestatten Sie. daß ich Ihnen an
der Tafel expliziere, was ich meine (M. Walser. Eiche
43). 2. <e. + sich) (rhein.) disputieren, (mit Worten)
streiten: sich mit Jmdm. e.; sie explizieren sich dauernd; explizit
[...'tsi:t] <Adj.; Steig, selten: -er. -este) [lat. explicitus. expli-
cätus = geordnet; deutlich, klar. adj. 2. Part, von:
explicare. Texplizieren] (fachspr.. bildungsspr.): 1. ausdrücklich,
deutlich (Ggs.: implizit): diese Aussage ist e. im Text
enthalten; eine -e (Math.; nach einer bestimmten Variablen
aurgelöste) Funktion[sgleichung]; eine -e (Sprachw.;
möglichst exakte, verifuierbare u. formalisiert dargestellte)
Sprachthr or;e einen Begriffe. (Logik; nicht im
Zusammenhang mit ander >n. sc idernfür sich) definieren. 2. (bezüglich
der Darstellung. E. klärung) ausführlich u. differenziert: ein
-es System der Philosophie; etw. e. darstellen, dazu:
explizite [eks'plktsiu*] <Adv.v ['at. explicite. Adv. von: explicitus.
texplizit] (Bildungsspi ): ausdrücklich, in aller Deutlichkeit
(Ggs.: Implizite); Exptidtheit, die; -.
explodierter [eksplodhtfba:?] <Adj.; Steig, ungebr.; nicht
adv.): so beschaffen, daß es explodieren kann; explodieren
[eksplo'di:ra.il <sw. V.; ist) [lat. explödere = klatschend,
schlagend hinau "tre oen]: 1. durch heftigen inneren
[Gasdruck plötzlich auseinandergetrieben werden, krachend
fzer'iplatzen, /zer]bersten: die Bombe, der Kessel, das
Gasgemisch ist explodiert; Nach kurzem Pfeifen hörten
sie das trockene ... Explodieren der Granaten (Kuby. Sieg
244): Ü die Kost .i explodieren (steigen rapide an). 2,
plötzlich in etw. a isbrechen. einen Gefühlsausbruch haben:
vor Zorn, Wut e.; Vorsicht, er explodiert leicht! 3. (Sport
Jargon) sich plötzlich äußerst heftig, temperamentvoll
einsetzen, plötzlich üi era^s kraftvoll spielen: am Ball e.; Nicht
genug damit - Zwicrkowski explodierte erneut am
Strafraum: 16:15 fü. Oppum (MM $. 9. 68.14).
Exploitation [sksplQata'tsio:n], die; -. -en [frz. exploitation.
zu: exploiter. texploitieren] (veraltet, noch marx.):
Ausbeutung, Ausnutzung (von Sachen od. Personen); exploitieren
[...ti:ren] <sw. V.; hat) [frz. exploiter. zu lat. explicitus
= ohne Schwierigkeit in der Ausführung, t explizit]
(veraltet, noch marx.): (Personen, Sachen, Bodenschätze)
ausbeuten, ausnutzen: schlimmer als die exploitierenden Reichen
sind ihre Handlanger (Tucholsky. Werke I. 416).
Explorand (eksplo'rant), der; -en. -en [lat. explörandus. Ge-
rundivum von: explöräre. texplorieren] (Fachspr.): jmd..
der exploriert (2) werden soll; Exploration [...ra'tßio:n]
die; -. -en [lat*. explörätio = das Ausspähen; Untersuchung.
Erforschung] (bes. Fachspr.): das Explorieren (z.B. !
Boden Jerforschung); Untersuchung u. Befragung;
Nachforschung: eine archäologische, psychologische E.; Meiner
E. zufolge liegt erbliche Belastung von Seiten eines
trunksüchtigen Vaters vor (Th. Mann. Krull 124); expkratfr
[...ti:fl <Adj.; o. Steig.) (bes. Fachspr.): auf die Exploration
bezogen; Explorator [...'ra:tor. auch: ...to:g]. der; -s. -en
[...ra'to:ren; lat. explorator = (Aus)späher; Untersucher.
Erforscher] (Fachspr.): jmd., der exploriert; <Zus.:> Explo-
ratorenverfahren, das (Volksk.): Erforschung der
Volkskultur (Sprache, Brauchtum, Geräte u.a.) durch persönliche
Befragung von Gewährsleuten; exploratortech [...ra'to:nJ]
(Adj.; o. Steig.) [lat. explörätörius = zum Aufklären
gehörend] (bes. Fachspr.): Exploration bezweckend, betreffend;
ausforschend, erkundend: -e Gespräche; explorieren [Eksplo-
'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. explöräre = ausspähen,
untersuchen, erforschen] (Fachspr.): 1. (Boden, Gelände)
erforschen, untersuchen, erkunden (z.B. archäologisch od. zur
Auffindung von Bodenschätzen): das Terrain e.; der ölkon-
zern exploriert in der Arktis. 2. (bes. Psych.. Med.. SozloL
Volksk.. Demoskopie. Sprachw.) (Personen/gruppen; zu
Untersuchungs-. Erkundungszwecken befragen, ausforschen.
(Verhältnisse) durch Befragung u. Gespräche untersuchen,
erkunden: Jmdn. psychologisch e.; eine Population e.
explosibel [Eksplo'zi:b|] (Adj.; ...bler. -ste; nicht adv.) [zu
lat. explösus. 2. Part, von: explödere. texplodieren]: 1.
leicht explodierend, explosiv (1 a): ein explosibles Gemisch.
2L (Med.. Psych.) (von Psychopathen) zu unvermittelten
Gewalthandlungen u. plötzlichen Kurzschlußreaktionen
neigend; Explosion [...*4o:n]. die; -. -en [lat. explösio = das
Herausklatschen, zu texplodieren]: 1. durch starken inneren
Gas]druck verursachtes, mit einem heftigen Knall
verbundenes plötzliches Zerplatzen od. Zerbersten eines Körpers
die E. eines Dampfkessels; eine heftige, gewaltige E-
774
Exporteur
auslösen; eine Atombombe zur E. bringen. 2. heftiger
Gefühlsausbruch, bes. Zornes-, Wutausbruch: seit langem
gestauter Ärger führte schließlich zur, zu einer E., entlud
sich in einer E. 3. rapides Ansteigen, Anwachsen (oft in
Zus.. z.B. Auflagen-, BevöHcerungs-, Kosten-.
Leistungsexplosion): die verbale E. wissenschaftlicher Sprache; eine
E. der Kosten. 4. (Golf) svw. t Explosionsschlag.
explosions-, Explosions-: -artig <Adj.>: ein -es Geräusch;
ein -er (sehr temperamentvoller, explosiver) Start; ein -es
(rapides) Anwachsen; -druck, der; -gefahr, die <o. PI.);
-herd, der: 1. Quelle einer Explosion (1). 2. Unruheherd:
-katastrophe, die; -knall, der; -kraft, die; -krater, der;
Mixtfor, der (Technik): Verbrennungsmotor: -pilz, der: bei
einer / A tom Jexplosion entstehende riesige, pilzförmige
Wolke aus Rauch, Staub, Schutt u. Trümmern: -schlag, der
(Golf): Schlag aus dem Bunker (3). beidem das Schlägerblatt
in den Sand u. durch den Sand unter den Ball gebracht
wird: ^schütz, der; -sicher <Adj.>: vor Explosion (1)
gesichert: ein -er Ofen; -temperatur, die (Naturw.): kritische
Temperatur, bei der mit der Explosion eines Stoffes od.
einer Sache zu rechnen ist: ^wdle. die (Physik): sich plötzlich
ausbreitende Druckwelle einer Explosion (1); -Wirkung, die;
-wölke, die: bei einer Explosion (1) entstehende Wolke
aus Rauch, Staub, Schutt o. ä.
explosiv [Eksplo'zi:0 <AdJ.) [zu lat. explösus. 2. Part, von:
explödere. f explodieren]: 1. <nicht adv.> a) leicht
explodierend: ein -es Gemisch; Ü die -en (brisanten, gefährlichen)
Kräfte der Revolution; b) zu plötzlichen Gefühls-, insbes.
Zorn-, Wutausbrüchen neigend: ein -es Temperament; der
Aufstand war bald niedergeschlagen. Aber die -e
(spannungsgeladene) Atmosphäre blieb (Dönhoff. Ära 148). 2. a)
explosionsartig: -e Laute (Sprachw.; Explosivlaute)', Ü etw.
geschieht mit -er Heftigkeit, vollzieht sich e.; eine -e
(plötzliche u. heftige, rapide) Steigerung; b) sehr temperamentvoll,
heftig: e. reagieren; (Sport:) ein -er Start; -er Einsatz am
Gegner, am Ball; Explosiv [-]. der; -s, -e [...i:va] (Sprachw.):
svw. t Explosivlaut.
Explosiv-: -geschoß, das; -körper, der (selten):
Sprengkörper: -laut, der (Sprachw.): durch plötzliche Öffnung eines
Verschlusses erzeugter Laut, Verschlußlaut (z. B. p, t, k);
^stoff, der: 1. (Technik) explosiver Stoff. 2. Zündstoff
Ü welch eine Fülle dramatischen -s ist in diesen Briefen
versammelt (Welt 27.1.62. Literatur); -wölke, die (Milit.):
Wolke aus fein verteilter explosiver Materie (z. B. aus
versprühtem Treibstoff).
Explosiva [...'zhval. die; -, ...vä (Sprachw.): svw.
tExplosivlaut; Explosivität [...zivi'te'.t]. die; -: explosive
Beschaffenheit, Art fu. Weise/.
Exponat [ekspo'na:t], das; -[e]s. -e [russ. eksponat. zu lat.
expönere. Iexponieren] (bildungsspr.): Ausstellungs-,
Museumsstück: auf 4400 m2 Fläche zeigen über 400 Betriebe
der Deutschen Demokratischen Republik ihre -e (Neues
D. 8. 6. 64. 1).
Exponent [...nent], der; -en. -en [lat. exponens (Gen.: expö-
nentis) = (her)aussetzend. -stellend. 1. Part, zu: expönere.
texponieren]: 1. herausgehobener Vertreter einer Richtung,
Partei usw.: der E. einer politischen Bewegung, des
Zeitgeistes; Wie stehen Sie als E. des Arbeitnehmerflügels der
CDU und neuer Bundesarbeitsminister zu der Rücknahme
des Wahlversprechens? (Spiegel 48. 1965. 33). 2. (Math.)
a) rechts oben angefügte Hochzahl (od. entsprechender
unbestimmter Ausdruck), insbes. als Angabe, wie oft ein zu
potenzierender Ausdruck (die Basis) als Faktor zu setzen
ist: der E. einer Zahl; b) dem Wurzelzeichen vorn
hinzugesetzte Zahl od. entsprechender unbestimmter Ausdruck, der
angibt, in wieviel gleiche Faktoren der Ausdruck unter dem
Wurzelzeichen (der Radikand) aufzugliedern ist: der E.
einer Wurzel.
Exponential- [eksponen'tsia:!-; zu tExponent (2)]: -fimktton,
die (Math.): mathematische Funktion, bei der die
unabhängige Veränderliche als Exponent einer Konstanten auftritt:
-gleichling, die (Math.): Gleichung mit einer Unbekannten
im Exponenten: -grööe, die (Fachspr.): / physikalische /
Größe, die exponentiell von einer anderen Größe abhängt:
~kurve. die (Math.): graphische Darstellung der
Exponentialfunktion: -reihe, die (Math.): Darstellung der
Exponentialfunktion als Potenzreihe: ^tfhre, die (Rundf): Röhre,
die in Rundfunkempfängern automatisch den Schwund regelt.
exponentiell [...tsiel] <Adj.; o. Steig.) (Math.): gemäß einer
Exponentialfunktion verlaufend: der -e Anstieg einer Kurve.
exponieren [ekspo'ni.ran] <sw. V.; hat) /vgl. exponiert/ [1-3:
lat. expönere = (her)aussetzen. -stellen; 4: zu t Exposition
(5): 1. (bildungsspr.) in eine der Aufmerksamkeit od.
möglichen Angriffen, Gefahren ausgesetzte, urigeschützte. insbes.
herausgehobene räumliche Lage, Stellung bringen: den
Körper [der Sonnenstrahlung] e.; ein Spähtrupp darf sich nicht
e. 2. (bildungsspr.) in eine der Aufmerksamkeit od.
möglichen Angriffen, Gefahren ausgesetzte Lage. Situation
bringen: jmdn.. sich durch unvorsichtige Äußerungen, durch
Namensnennung e.; Spengler hatte sich mittlerweile durch
eine Reihe kleinerer Schriften anmaßenden Tones und
wohlfeiler Antithetik so exponiert, daß ... (Adorno.
Prismen 43); seine Gefühle nicht e. 3. (Fachspr.) als
Voraussetzung weiterer Entfaltung einleitungsartig [knapp I
darstellen: in den ersten Kapiteln werden alle Regeltypen
exponiert. 4. (Fot. selten) belichten: [den Film] e.; <2. Part.:)
exponiert <Adj.; -er. -este; nicht adv.): 1. (durch räumliche
Lage, Stellung) der Aufmerksamkeit od. möglichen
Angriffen, Gefahren ausgesetzt, ungeschützt, herausgehoben: der
erste Blitz fuhr in das Biwak, das durch seine -e Lage
auf dem Gipfel zum Hauptanziehungspunkt geworden war
(Eidenschink. Eis 154); strategisch -e Staaten. 2. (durch
Lage, persönliche Situation o.a.) der Aufmerksamkeit od.
möglichen Angriffen, Gefahren ausgesetzt: eine -e politische
Persönlichkeit; eine -e Stellung haben, einnehmen.
'Export [eks'pDrt], der; -[e]s, -e [engl, export. zu: to export.
texportieren] (Ggs.: Import): 1. <o. PI.) Absatz von Waren
im Ausland, Ausfuhr (a): den E. [von Kraftfahrzeugen]
fördern, drosseln; für den E. in die Schweiz, nach Übersee
bestimmte Waren; Fa. Schulz. Ex- und Import. 2. das
Ausgeführte. Ausfuhr (b): der E. überwiegt den Import;
Brasiliens E. an Kaffee ist gestiegen; die -e
(Exportlieferungen) nach Neuseeland wurden stark eingeschränkt; Ü ein
blondes Mädchen. E. aus Schweden; Export [-]. das; -.
-: kurz für IExportbier.
expQrt-, Export-: -abhfingigkeit, die: wirtschaftliche
Abhängigkeit (z. B. eines Landes, einer Wirtschaft) vom Export:
-absdiluß,der: Vertragsabschluß über einen Export: -abtei-
hmg, die: kaufmänn. Abteilung, die für den Export zuständig
ist: -anteil, der: 1. Anteil des Exportes am /gesamten]
Großhandel. 2. Anteil am I gesamten] Export: Partikel,
der: Mais ist ein wichtiger E. Kenias; Ü Das faschistische
Herrschaftssystem ... hat entgegen der taktisch
verstandenen Beteuerung, der Faschismus sei kein E.. einen
beträchtlichen Einfluß ausgeübt (Fraenkel. Staat 83); -auftrag,
der; Ausführung, die: für den Export bestimmte
Ausführung, Form einer Ware: -beschränkung, die; -bestimmung,
die <meist PL); -bier, das [urspr. das für den Export
nach Übersee stärker eingebraute Bier von bes.
Haltbarkeit]: ein qualitativ gutes, geschmacklich abgerundetes
(nicht sehr bitteres) Bier: -bonus, der: vgl. ^prämie;
-ertaubnis, die; -Erzeugnis, das: für den Export bestimmtes
Erzeugnis: -Ahig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Waren;
-firma, die; -fönienmg, die; -freudig <Adj.): -e Länder.
Branchen; -genehmigung, die; -gesdiäft, das: 1.
Exportfirma. 2. einzelnes, über bestimmte Export lieferungen
abgeschlossenes Geschäft. 3. <o. PI.) Exporthandel: ~gutt das
(meist PI.); -hafen,der; -handel,der; -MndJer, der;
-Industrie, die: Exportgüter produzierende Industrie: -intensiv
<Adj.): im Verhältnis zur Gesamtproduktion einen
umfangreichen Export aufweisend: ein -er Wirtschaftszweig; -kam-
pagne, die; -kaufinann, der: Außenhandelskaufmann (Be-
rufsbez.); -konhinktur, die; -kontingent, das; -kontrolle,
die: staatliche Kontrolle. Lenkung (insbes. Einschränkung)
des Exportes: -kredit, der; -land, das <P1. -länder); -leiter,
der: Leiter einer Exportabteilung: -lenkung, die; -liefenmg,
die; -markt, der; -modell, das: für den Export bestimmtes
Modell eines Produkts (z.B. Auto): -prämie, die: vom
Staat od. privaten Verbänden gewährte Prämie für den
Export bestimmer Waren: -preis, der: Preis exportierter
Waren (bes. im Gegensatz zum Inlandspreis): -quote, die;
-rückgang, der; -Steigerung, die; -Subvention, die: vgl.
^Prämie; -Überschuß, der: Überschuß des Exports einer
Volkswirtschaft über den Import (Ggs.: Importüberschuß);
-wäre, die; -Wirtschaft, die; ^Ziffer, die: Ziffer, die für
einen bestimmten Zeitraum den Export bzw. die Einnahmen
aus dem Export angibt: -zoll, der; -zweig, der.
Exporten <P1.) [veralteter PI. von TExport] (Wirtsch.):
Ausfuhrwaren (Ggs.: Importen); Exporteur [ekspor'to:^]. der;
-s, -e (Wirtsch.): jmd.% der (auch: Unternehmen, das) Waren
775
exportieren
exportiert: Exporthändler od. Exportfirma: Ausführet:
exportieren [...ti:ran] <sw. V.; hat) [engl, to export < lat.
exportäre = heraus-, hinaustragen]: {Waren) ins Ausland
verkaufen, ausführen (Ggs.: importieren): Südfrüchte.
Kaffee e.; vor allem nach Indien e.; exportiertes Kapital; U
die Inflation. Arbeitslosigkeit e. (ins Ausland übertragen).
Exposi [ekspo'ze:]. das: -s. -s [frz. exposö =
Auseinanderlegung. Darlegung, subst. 2. Part, von: exposer = auslegen,
-stellen; darlegen < lat. expönere. texponieren]: 1.
schriftlich niedergelegte, erläuternde Darstellung: Denkschrift.
Bericht: seine Meinung zu etw. in einem [kurzen, knappen]
E. niederlegen. 2. Zusammenstellung. Übersicht. Plan. 3.
(Film. Literatur) Handlungsskizze, insbes. als Vorstufe eines
Drehbuchs: das E. eines Drehbuchs. Romans; das E. zu
einem Film. Roman: Exposition [...zitsioin]. die; -. -en
[frz. exposition < lat. expositio = Darlegung.
Entwicklung, zu expönere. texponieren]: l.a) (selten) Darstellung.
Darlegung (als Voraussetzung weiterer Entfaltung): b) Plan.
Gliederung: die E. eines Schulaufsatzes. 2. (Literaturw.)
vorbereitender Teil eines Dramas, der die Voraussetzungen
für das weitere Geschehen bildet. 3. (Musik) a) der Teil
insbes. des ersten Sonatensatzes, der die Aufstellung der
musikalisch zu verarbeitenden Themen enthält: b) Kopfteil
der Fuge mit der ersten Durchführung des Themas. 4. (selten)
Ausstellung. Schau. 5. (Fot. selten) Belichtung. 6. (kath.
Kirche) im Mittelalter aufgekommener Brauch, das Aller-
heiligste in der Monstranz od. im Ziborium zur Anbetung
zu zeigen. 7. (Biol.) Lage eines bewachsenen Berghanges
in bezug auf die Einfallsrichtung der Sonnenstrahlen ; <Zus.
zu 5:) Expositionszeit, die; Expositur [eksposi'tu:?]. die;
-. -en [zu lat. ex = (her)aus u. positus = gestellt, gelegt]:
1. (kath. Kirche) abgegrenzter, selbständiger Seelsorgebe-
zirk einer Pfarrei. 2. (Osten*.) a) auswärtige Zweigstelle
eines Geschäftes: b) Teil einer Schule, der in einem anderen
Gebäude untergebracht ist u. selbständig geleitet wirdi; Ex-
poshus[eks'po:zitus].der; -. ...ti (kath. Kirche): Geistlicher,
der eine Expositur (1) leitet.
expreß [eks'pres] <Adv.) [1: eigtl. = extra, eigens eingesetzt;
lat. expressus = ausgedrückt, ausdrücklich, zu: experimere
= ausdrücken]: 1. (veraltend) eilig: eine Bestellung e.
erledigen; einen Briefe, (durch Eilboten) zustellen. 2. (landsch.)
eigens, extra: etw. e. für jmdn. tun; das tut er e. (absichtlich,
mit Absicht, aus Trotz) /Expreß!-], der; ...esses. Expreßzüge
[kurz für: Expreßzug. für engl, express train] (österr.. sonst
veraltet): [Fern;Schnellzug: Man zankte sich eine Stunde
lang. Dann bestieg Mardet in bester Laune den Berliner
E. (K. Mann, Mephisto 109); vgl. -Express.
Expreß- (Eil-. Schnell-): -böte, der (veraltet): Eilbote:
abrief, der (veraltet): Eilbrief: -dienst, der: Einrichtung.
Personalgruppe für schnelle Dienstleistungen: -gut» das (Ei-
senb.) Versandgut. das an Personenbahnhöfen aufgegeben
u. auf dem schnellsten Weg zum Bestimmungsort gebracht
wird: etw. als E. schicken; -kaflee, der: Schnellkaffee.
Pulverkaffee: -karte, die (Eisenb.): Frachtbrief.
Begleitschein für eine Expreßsendung; -paket, das: vgl. -gut;
-reinigung, die: Schnellreinigung; -Sendung, die: vgl.
abrief, -gut; -verkehr, der: Schnell-. Eilverkehr; -zug,
der (veraltet, noch Schweiz.): /Fern Schnellzug.
-Express, der: bahnamtl. Schreibung für ..Expreß" in
Namen von Fernschnellzügen. z.B. Trans-Europ-Express,
Hellas-Express; Expression [eksprE'sj[o:n]. die; -. -en [lat.
expressio.tExpressionismus] (bildungsspr.): gesteigerter/
Ausdruck: Musik, die sich treiben läßt von der reinen
und unverstellten E. (Adorno. Prismen 159).
Expressionismus [ekspresio'nismus]. der; - [zu lat. expressio =
Ausdruck, zu: exprimere = ausdrücken]: im Gegensatz zum
Impressionismus stehende / Stillrichtung der Literatur,
bildenden Kunst u. Musik (bes. im Anfang des 20. Jh.s). deren
Grundzug der gesteigerte Ausdruck des Geistig-Seelischen
ist; Ausdruckskunst. Ausdrucksstil: der literarische,
musikalische E.; Auch im deutschen E. spielt das naß gemalte
Aquarell ... wieder eine bedeutendere Rolle (Bild. Kunst
III. 14); Expressionjst, der; -en. -en: Vertreter des
Expressionismus; expressionistisch <Adj.): den Expressionismus
betreffend, vertretend; vom Expressionismus bestimmt: der
-e Stil; -e Künstler; in mancher Anthologie, die sich dem
-en Jahrzehnt widmet (Becher. Prosa 6); expressis verbfe
[eks'presiis verbi:s; lat.. vgl. expreßu. Verb] (bildungsspr.):
ausdrücklich, mit ausdrücklichen Worten: Professor Gerta
hat übrigens nur zu sehr recht, auch wenn er es nicht
e.V.. sondern nur ..zwischen den Zeilen'4 sagte (Welt 14.
11. 64,17); expressiv [ekspresi:fl <Adj.) [zu lat. expressus.
Texpreß] (bildungsspr.): ausdrucksvoll, ausdrucksstark,
ausdrucksbetont, mit Ausdruck, Ausdrucks-: eine -e Gebärde;
-er Stil; diese Farben sind sehr e.; etw. e. schildern, dazu:
ExpressivitÄt [...sivi'tE.tl.die; -: 1. expressive Beschaffenheit,
expressiver Charakter. 2. (Biol.) Grad der Ausprägung einer
Erbanlage im Erscheinungsbild.
exprofesso[ekspro'feso;lat..aus:ex = (her)ausu. professo.
2. Part. (Ablativ) von: Profiten = öffentlich bekennen,
erklären): 1. (bildungsspr.) berufsmäßig, von Amts wegen.
2. (veraltet) absichtlich.
Expromission [ekspromi'sio:n]. die; -. -en [zu lat. exprömis-
sus. 2. Part, von: exprömittere = etw. fiir einen anderen
zusagen] (Rechtsspr. veraltet): den ursprünglichen
Schuldner befreiende Übernahme der Schuld durch einen Dritten.
Expropriateur [ekspropriato:^], der; -s. -e [frz. expro-
priateur] (marx.): Enteigner. Ausbeuter; Expropriation
[...a't$lo:n]. die; -. -en [frz. expropriation] (marx.):
Enteignung: die E. der Bourgeoisie; E. der Expropriateure
(Enteignung der Ausbeuterklasse); expropriieren [...ii:ran]
<sw. V.; hat) [frz. exproprier, zu lat. ex = (her)aus u.
proprius = eigen] (marx.): enteignen: Ü das Vakuum des
expropriierten Bewußtseins (Adorno. Prismen 21).
Expulsion [ekspul'zio:n].die; -. -en [lat. expulsio =
Vertreibung] (Med.): Entfernung. Abführung (z. B. von
Eingeweidewürmern); expubiv [...'zi:fl <Adj.; o. Steig.) (Med.): eine
Expulsion bewirkend, abführend.
exquisit [ekskvi'zi:t] <Adj.; -er. -este) [lat. exqulsltus. zu:
exquirere = aussuchen]: ausgesucht, erlesen, vorzüglich
-e Speisen. Genüsse; etw. ist von -er Eleganz; der Wein
ist e.: etw. e. darbieten.
Exsekratkm [ekszekra*tsio:n], Exekration [Ekse...], die; -.
-en [2: lat. ex(s)ecrätio]: 1. (bildungsspr.) Entweihung. 2.
(kath. Kirche) feierliche Verwünschung. Fluch; exsekrieren
[ekszekirran]. exekrieren [ekse...] <sw. V.; hat) [2: lat.
ex(s)ecräri. zu: sacer = heilig]: 1. (bildungsspr.) entweihen.
2. (kath. Kirche) verwünschen, verfluchen.
Exsikkans [eks'zikansl, das; -. ...kkanzien [...'kantspn] u.
...kkantia [...kantsia; lat. exsiccans. 1. Part, von: exsiccare
= austrocknen] (Med.): austrocknendes, Flüssigkeit
absorbierendes Mittel; ExsOtkat [...'ka:t], das; -[e]s, -e [lat. exsic-
cätus = trocken, eigtl. 2. Part, von: exsiccare. t Exsikkans]
(Bot.): getrocknete Pflanzenprobe; Exsütkation [...ka-
tßio:n]. die; -. -en [lat. exsiccätio] (Chemie): das
Austrocknen, die Austrocknung: Ü eine E. des Stils ohnegleichen,
doch typisch für viele Teile des Romans (Deschner. Talente
28); exsikkativ [...ka'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (Chemie): Exsik-
kation bewirkend, austrocknend; ExsDckator [...'ka.'tor.
auch: ...to:^]. der; -s, ...oren [...ka'to:ran] (Chemie): Gerät
zum Austrocknen od. zum trockenen Aufbewahren von
Chemikalien; Exsikkose [...'ko:z»]a die; -. .n (Med.):
Austrocknung des Körpers bei starkem Flüssigkeitsverlust.
Exspektant [Ekspek'tant]. der; -en. -en [lat. exspectäns (Gen.:
exspectantis). 1. Part, von: exspectäre = entgegensehen,
erwarten] (veraltet): jmd., der eine Exspektanz besitzt;
Amtsanwärter; Exspektanz [...nts]. die; -. -en (veraltet):
Anwartscliaft auf eine noch besetzte (staatliche od.
kirchliche) Stelle; exspektativ [...ti:f| <Adj.; o. Steig.): 1.
(veraltet) eine Exspektanz gewährend. 2. (Med.) (von einer
Krankheitsbehandlung) abwartend.
Exspiration [ekspira'tsip:n]. die; - [zu texspirieren] (Med.):
Ausatmung (Ggs.: ~ Inspiration), dazu: exspiratorisch
[...'to:riX] <Adj.; o. Steig.) (Med.): auf Exspiration beruhend,
mit ihr zusammenhängend (Ggs.: inspiratorisch): -e
Artikulation (Sprachw.; Lautbildung beim Ausatmen); -er Akzent
(Sprachw.; den germanischen Sprachen eigentümlicher
Akzent, der auf der Tonstärke des Gesprochenen beruht.
Druckakzent); exspirieren l...'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. exsplräre
= herausblasen, aushauchen] (Med.): ausatmen.
Exstirpation [EkstDrpa'tsio.n]. die; -. -en [lat. exstirpätio =
Ausrottung] (Med.): völlige Entfernung /eines erkrankten
Organsi; exstirpieren [...pi:ran] <sw. V.; hat) [lat. exstirpä-
re = (mit dem Stumpf u. der Wurzel) herausreißen,
ausrotten, zu: stirps = Stamm; Wurzel] (Med.): ein erkranktes
Organ od. eine Geschwulst völlig entfernen.
Exsudat [ekszuda:t]. das; -(e]s. -e [lat. exsüdätum. 2. Part.
(Neutr.) von.exsüdäre = ausschwitzen]: 1. (Med.)
entzündliche Ausschwitzung (eiweißhaltige Flüssigkeit, die bei
Entzündungen aus den Gefäßen austritt): entzündliches E.;
776
extrafloral
die auflösenden, entgiftenden und verdauenden
Eigenschaften der flüssigen und zellulären Bestandteile des -es
(Medizin II, 173). 2. (Biol.) Drüsenabsonderung bei
Insekten: Exsudation [...datsio:n]. die; -. -en [lat. exsüdätio
= Ausschwitzung]: 1. (Med.. Biol.) Ausschwitzung.
Absonderung eines Exsudats. 2. (Geol.) Ausscheidung von
Mineralstoffen aus feinst verteilt aufsteigenden u. verdunstenden
Bodenlösungen: exsudativ [...'ti:f) <AdJ.; o. Steig.) (Med..
Biol.): mit der Exsudation (1) zusammenhängend, auf ihr
beruhend.
Extemporale [ekst6mpo'ra:ld], das: -s. ...lien [...lpn; lat.
(scriptum) extemporäle = unvorbereitete (Schrift)J
(veraltet): unvorbereitet anzufertigende, kleinere /Klassenjarbeit
(bes. in den alten Sprachen): ex tempore [eks tempore]
<Adv.) [lat. ex tempore, eigtl. = aus dem Zeitabschnitt
heraus] (Theater, bildungsspr.): aus dem Stegreif,
unvorbereitet: ex t. sprechen, dazu: Extempore [-]. das; -s. -s
(Theater, bildungsspr.): 1. improvisierte Einlage lauf der Bühne/.
2. Stegreifspiel. Stegreifrede: extemporieren [Ekstempo-
'ri:rdn] <sw. V.; hat) [zu tex tempore] (Theater,
bildungsspr.): eine improvisierte Einlage lauf der Bühne!
geben: aus dem Stegreif reden, schreiben, musizieren usw.:
der Schauspieler extemporiert hervorragend; ein
extemporierter Diskussionsbeitrag.
Extended [iks'tendid], die; - [engl, extended = ausgedehnt;
(vom Buchstaben) breit, eigtl. 2. Part, von: to extend =
ausdehnen < lat. extendere. tex tendieren] (Druckw.): aus
England stammende, breite Antiquadruckschrift: extendie-
ren [eksten'dhran] <sw. V.; hat) [lat. extendere] (veraltet):
ausweiten, ausdehnen, erweitern: extensibel [eksten'zi:b|]
<Adj.; ...ibler. -ste) [zu lat. extensus. 2. Part, von: extendere.
textendieren] (veraltet): ausdehnbar, dazu: Extensibilitftt
[...zibili't£:t], die; - (veraltet): Ausdehnbarkeit: Extension
[...n'4o:n].die; -. -en [lat. exlensio]: 1. (bildungsspr. selten)
Ausweitung. Ausdehnung. Streckung. 2. (Logik) [Begriffs!-
umfang (Ggs.: Intension); <Abl. zu 2:) extenskmal [...io-
'na:l] <Adj.; o. Steig.) (Logik): auf die Extension bezogen
(Ggs.: intensional): -e Logik; Extensität [...zi't£:t]. die; -
[zu lat. extensus. 2. Part, von: extendere, textendieren]
(bildungsspr.): Ausdehnung. Umfang; extensiv [eksten'zi.f]
<AdJ.) [spätlat. extensivus. zu lat. extendere. textendieren]:
1. (Ggs.: intensiv) a) (bildungsspr.) ausgedehnt, umfassend,
in die Breite gehend: -e Propagandatätigkeit. Beeinflussung;
b) (Landw.) auf großen Flächen, aber mit verhältnismäßig
geringem Aufwand betrieben: -e Wirtschaft. Nutzung. 2.
(Jur.) ausdehnend, erweiternd (Ggs.: restriktiv): -e (weite)
Auslegung von Gesetzen; extensivieren [...zi'vi:ren] <sw.
V.; hat) (bildungsspr.): ausdehnen, in die Breite gehen od.
wirken lassen: in dieser restaurierten und gesellschaftlich
extensivierten, wenn auch mehr und mehr in das
Beamtenverhältnis versetzten Bürgerlichkeit (FAZ 111. 1958. 2);
Extensivität [...zivi't€:t]. die; -: seltener für tExtensität.
Exterieur [eksterio^]. das; -s. -s u. -e [frz. exterieur <
lat. exterior, Komp. von: exter = außen befindlich]
(bildungsspr.): Äußeres, Außenseite, Erscheinung: Das E. eines
Mannes wirkt nur auf Backfische (Thieß. Frühling 162);
Exterioritit [Eksteriori't£:t]. die; -. -en [zu lat. exterior.
t Exterieur] (veraltet): Äußeres, Außenseite, Oberfläche.
Extermination [ekstcrmina'tsio:nJ, die; -. -en [spätlat. exter-
minätio] (veraltet): a) Vertreibung, Landesverweisung; b)
Zerstörung; exterminieren [...ni.ran] <sw. V.; hat) [lat. ex-
terminäre. eigtl. = über die Grenze treiben, zu: terminus.
tTerminus] (veraltet): a) vertreiben; b) ausrotten.
extern [eks'tern] <AdJ.; o. Steig.) [lat. externus]: 1. (fachspr..
bildungsspr.) draußen befindlich, äußer.... Außen- (Ggs.:
intern): in -en Relationen stehen; -e Bauelemente. 2.a)
(bes. als Prüfling) von auswärts zugewiesen: ein -er
Abiturient; <subst.:) das Examen als Externer ablegen; b) nicht
im Internat wohnend; ein -er Schüler; <subst.:) das Konvikt
nimmt noch Externe auf; Externa: PI. von t Extern um;
externalisieren [ekst£rnali'zi:rdn] <sw. V.; hat) [engl, exter-
nalize. zu: external = außen befindlich, zu lat. externus.
textern] (Psych.): nach außen verlagern (Ggs.: intemalisie-
ren): Konflikte e.. dazu: Externaliskrung« die; -. -en:
seelische Konflikte durch E. lösen; Externst [...na:t]. das; -[e]s.
-e [Ggb. zu t Internat]: Lehranstalt, deren Schüler außerhalb
der Schule wohnen (Ggs.: Internat); Externjst, der; -en,
-en [zu textern]: 1. (Med.) a) (selten) Facharzt für äußere
Krankheiten (Ggs.: Internist); b) Kranker in ambulanter
Behandlung. 2. (österr.) a) externer Prüfling; b) externer
Schüler (Schüler, der nicht im Internat wohnt); c) (Theater)
externer, nicht fest verpflichteter Schauspieler; Externum
[6ks't€rnum].das; -s. ...na [lat.externum. Neutr. von:
externus. t extern] (Med.): äußerlich anzuwendendes Arzneimittel.
exterritorial [eksterito'rj[a:l] <AdJ.; o. Steig.) [aus lat. ex
= (her)aus u. t territorial] (Völkerr.): den Gesetzen des
Aufenthaltslandes nicht unterworfen.; -e Gebiete. Personen;
-er Status; Ü Seine (= Marcel Prousts) Beziehung zur
Kunst hat etwas Exterritoriales, und manche seiner
Fehlurteile ... zeigen bis zum Ende Spuren des Dilettanten
(Adorno. Prismen 183); exterritorialbieren [...riali'zi:ren] <sw.
V.; hat): einen exterritorialen Status geben: ein Gebiet
e.; ich glaube, die Stadtbahn ist schon exterritorialisiert
(Johnson. Mutmaßungen 187); Exterritorialität [...rj[a-
lit£.t].die; -: exterritorialer Status, Charakter: E. genießen.
Extinktion [Ekstinktsio:n], die; -. -en [lat. ex(s)tinctio =
das Auslöschen. "Vernichten, zu: ex(s)tinguere =
auslöschen]: 1. (veraltet) Auslöschung, Tilgung. 2. (Physik.
Astron.. Met.) Schwächung einer Strahlung beim Durchgang
durch ein Medium; <Zus. zu 2:) Extinktionskoeffizient, der:
Maß für die Extinktion (2).
extorquieren [ekstor'kvi:ron] <sw. V.; hat) [lat. extorquere.
eigtl. = herausdrehen] (veraltet): abpressen, erzwingen:
die dichterische Ausdrucksspannung ist ... nicht Resultat
des extorquierten kalten Kniffs, sondern Folge einer
Existenzspannung (Deschner. Talente 162); Extorsion
[...'4o:n], die; -. -en [kirchenlat. extorsio] (veraltet):
Erpressung.
extra [Ekstra; lat. exträ (ordinem) = außer (der Ordnung,
der Reihe); exträ (Adv. u. Präp.) = außerhalb, außerdem;
über ... hinaus, für: exterä parte = im äußeren Teil]:
I. <Adv.) 1. gesondert, für sich. Sonder-: etw. e. einpacken;
das Frühstück wird e. bezahlt; <ugs. auch attr.:) ein e.
Zimmer; <subst.:) etw. Extraes (ugs.; Besonderes). 2.a)
über das Übliche hinaus, zusätzlich, außerdem: jmdm. noch
ein Trinkgeld e. geben; ein e. (besonders) starker Kaffee;
etw. e. Schönes; <ugs. auch attr.:) eine e. Belohnung; b)
(landsch.) besonders gut (oft verneint): es geht mir nicht
e. 3. eigens: sie hat e. einen Kuchen für dich gebacken;
er ist e. deinetwegen, deswegen gekommen; das hast du
e. (ugs.; absichtlich) gemacht! II. <Adj.; o. Steig.; nurpräd.)
(bayr.. österr.) anspruchsvoll, wählerisch: sei nicht gar so
e.!; <zu 12a:) Extra [-]. das; -s. -s <meist PI.): Zusätzliches,
zusätzliche Sonderleistung, insbes. Zubehör/ teilJ, das über
die übliche Ausstattung hinausgeht, bes. bei Autos: die -s
werden [bei diesem Wagen] gesondert berechnet; die
sozialen -s sind mit zu berücksichtigen.
extra-, Extra- (extra II. 2a): -auftührung, die (bes.
Schweiz.): Sondervorstellung; -ausgäbe, die: 1.
Sonderausgabe, insbes. einer Zeitung od. eines Buches. 2.
zusätzliche Geldausgabe; -Matt, das: Sonderausgabe einer Zeitung
mit sensationellen Nachrichten: E.!; ^chor, der (Theater):
zusätzlicher, nur in bestimmten Opern eingesetzter Theater-
chor; -fahrt, die (bes. Schweiz.): Sonderfahrt; ^fein <Adj.;
o. Steig.) (ugs.): besonders fein: ein -er Likör; -klasse,
die: Klasse von Dingen, Personen mit außergewöhnlicher
Qualität: ein Film der E.; ein Sportler der internationalen
E. (Spitzensportler); er, sie ist. das ist E. (ugs.;
hervorragend, großartig)', -leistung. die: Sonderleistung; -post. die
(früher): [besonders eingesetzte, bestellteI Eilpost,
Eilpostwagen: mit E. fahren; *mit E. (veraltend; ganz schneit)',
-Profit, der: zusätzlicher Profit; -ration, die: zusätzliche
Ration; -Sitzung die (Schweiz.): Sondersitzung; -«teuer.
die (Schweiz.): Sondersteuer; -tour, die: 1. (selten)
zusätzliche Tour: eine E. fahren. 2. (ugs. abwertend) ungern
gesehene Unternehmung auf eigene Verantwortung: du
leistest dir dauernd -en; -tram, die (Schweiz.): Sonderwagen
der Straßenbahn; -Vorstellung, die: Sondervorstellung;
-wirst, die: 1. in ugs. Wendungen wie: jmdm. eine E.
braten (eine Sonder-, Ausnahme- od. Vorzugsbehandlung
zuteil werden lassen); eine E. [gebraten] kriegen,
bekommen, haben wollen. 2. (österr.) Schinkenwurst,
Fleischwurst, Lyoner; -zimmer, das (österr.): kleiner,
abgesonderter Raum in einem Restaurant; -zug, der (früher, noch
Schweiz.): Sonderzug; -Zuteilung, die: Sonderzuteilung.
extra dry [- drai] (Adj.; o. Steig.; als nachgestelltes Attr.
zur Bezeichnung einer Sorte) [engl, extra dry]: (von Sekt,
Wein u. anderen alkoholischen Getränken) sehr herb, sehr
trocken. Vgl. dry.
extrafloral [...flo'ra:!] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. exträ (Adv.;
777
extragalaktisch
Textra)u. flös(Gen.: flöris) = Blume. Blüte] (Bot.):
außerhalb der Blüte befindlich.
extragalaktisch <Adj.; o. Steig.) [aus lat. exträ (Adv.; textra)
u. tgalaktisch] (Astron.): außerhalb der Milchstraße liegend.
extragenitgl <AdJ.; o. Steig.) [aus lat. exträ (Adv.; textra)
u. tgenital) (Med.): 1. außerhalb der Geschlechtsteile
liegend/. 2. unabhängig von den Geschlechtsteilen (bes. in
bezug auf die Übertragung von Geschlechtskrankheiten).
Extrahent [ekstrahent], der; -en, -en [zu textrahieren (4)]
(jur. veraltet): )md.% auf dessen Antrag eine gerichtliche
Verfügung erlassen wird; extrahieren [Ekstra'hi:ran] <sw.
V.; hat) [lat. extrahere = herausziehen]: 1. (Med.)
[herausziehen: einen Zahn, einen Holzsplitter e. 2. (Chemie.
Pharm.) (einzelne Bestandteile) aus einem flüssigen od.
festen Stoffgemisch mit einem geeigneten /Lösungsjmittel
od. durch ein besonderes Verfahren herauslösen, ausziehen:
etw. aus etw. e.; Aus dem Uran wird ... das nur in Spuren
darin enthaltene leicht spaltbare Uran 235 extrahiert
(Spiegel 48,1965, 116). 3. (veraltet) herausschreiben, ausziehen,
exzerpieren: aus einem Buch die wichtigsten Stellen e.
4. (jur. veraltet) eine Vollstreckungsmaßregel erwirken:
Extrakt feks'trakt], der; -[e]s.-e [lat. ex tractum =
Herausgezogenes, zu: extrahere. textrahieren]: 1. (fachspr. auch: das)
[eingedickter od. eingetrockneter] Auszug aus pflanzlichen
od. tierischen Stoffen: -e aus pflanzlichen Substanzen. 2.
konzentrierte Zusammenfassung der wesentlichen Punkte
eines Textes. Buches o. ä.: der E. eines Buches; Es wimmelt
von sprachlichen Feinheiten, jede der letzte E. sauberster
Arbeit, quellender Einfälle (Tucholsky. Werke II. 268);
den Text im E. (dem Hauptinhalt nach) wiedergeben: dieser
Aufsatz enthält den E. (den Kern, die Essenz) seiner
Forschungen; Extrakteur [ckstrak'to.^]. der, -s, -e [frz. extrac-
teur. zu lat. extractum. t Extrakt] (Chemie. Pharm.): Gerät
zur Vornahme seiner Extraktion (2); Extraktion [ekstrak-
'tsio:n].die; -. -en [spätlat. extractio = das Herausziehen]:
1. (Med.) das Extrahieren (1). Her ausziehen: die E. eines
Zahnes. 2. (Chemie. Pharm.) das Extrahieren (2): die E.
einer Substanz aus einem Stoflgemisch; nach E. des Öls
und des Koffeins die Überreste der Kaffeebohne in einen
harzähnlichen Zustand zu zwingen (Jacob, Kaffee 281);
extraktiv [ekstrakti:fl <Adj.; o. Steig.) [zu lat. extractus.
2. Part, von: extrahere. textrahieren] (Chemie. Pharm.):
ausziehend, auslaugend; <Zus.:> Extraktivstoffe <PI.)
(Biol.): in Pflanzen od. Tieren vorkommende Stoffe, die
durch Wasser od. Alkohol ausgezogen werden können.
extralingual [...ln)'gya:l] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. exträ (Adv.;
textra) u. lingua = Zunge. Sprache] (Sprachw.):
außersprachlich, nicht zur Sprache gehörend (Ggs.: intralingual).
extramundan <AdJ.; o. Steig.) [spätlat. extramundänus, aus
lat. extra (Adv.; textra) u. tmundan] (Philos.):
außerweltlich, transzendent.
extramural [...mu'ra:l] <Adj.; o. Steig.) [aus lat. exträ (Adv.;
textra) u. mürälis = zur Mauer, Wand gehörend]: 1.
außerhalb der [Stadt[mauern gelegen. 2. (Med.) außerhalb
der Wand eines Hohlraums (z. B. des Darms) gelegen; extra
muros ['Ekstra mu:ro:s; lat.]: außerhalb der Mauern.
extran [ekstra:n] (Adj.; o. Steig.) [lat. exträneus (veraltet):
ausländisch, fremd; Extraneer [Eks'trarneB]. der; -s. -.
Exträneus [...neos], der; -. ...neer [...nen; lat. exträneus
= Fremder] (bildungsspr.): svw. Externe (textern 2).
extraofdinftr <Adj.; Steig, ungebr.) [frz. extraordinaire <
lat. exträördinärius] (bildungsspr. veraltend):
außergewöhnlich, außerordentlich; Extraordinärst, das; -[eis. -e
[zu t Extraordinarius] (Hochschulw.): Amt. Lehrstuhl eines
Extraordinarius: schlugen die Kultusminister vor....
Ordinariate und -e einzurichten (Welt 18.11.61.1); Extraordi-
narfcan, das; -s. ...ien [...pn; lat. exträördinärium. Neutr.
von: exträördinärius. t Extraordinarius]: der
außerordentliche Haushalt i splan! eines Staates; Extraordinarius, der.
-. ...rien [...ian; aus lat. exträördinärius = außerordentlich]
(Hochschulw.): Professor, der einen planmäßigen
außerordentlichen Lehrstuhl (Extraordinariat) an einer
wissenschaftlichen Hochschule innehat, einem ordentlichen
Professor gleichgestellt ist. aber kein Institut leitet;
außerordentlicher Professor; extra ordinem [- ordinem; lat.]: außerhalb
der Reihe.
Extrapolation [...pola'tsio:n]. die; -. -en (Math.): das
Extrapolieren (Ggs.: Interpolation); extrapolieren [...po'li:ran]
<sw. V.; hat) [zu lat. exträ = außerhalb u. t interpolieren]
(Ggs.: interpolieren): 1. (Math.) Funktionswerte außerhalb
eines Intervalls auf Grund der innerhalb dieses Intervalls
bekannten Funktionswerte näherungsweise bestimmen: [aus
bekannten Werten] extrapolierte Werte: <subst.:> Werte
durch Extrapolieren bestimmen. 2. (bildungsspr.) aus
Bekanntem unter Voraussetzung gleichbleibenden Verlaufs
erschließen: ein [aus wenigen bekannten Daten]
extrapoliertes Resultat.
Extraposition, die; -. -en [aus lat. exträ (Adv.; textra) u.
t Position] (Sprachw.): Herausstellung eines Gliedsatzes an
das Ende des Satzgefüges, wobei ein stellvertretendes ..ef%
vorangestellt wird (z. B. „Es ist schön, daß du kommst"
für: ..Daß du kommst, ist schön").
Extrapunitivität [...punitivi't&t]. die; -. -en [zu lat. exträ
(Adv.; textra) u. pünltus. 2. Part, von: pünlre =
(bestrafen] (Sozialpsych.): der Wunsch od. Wille, andere Personen
für eigene moralische Unzulänglichkeit od. eigene Schuld
büßen zu lassen.
Extrasystole [auch: ...'zystolel. die: -. -n [...zYs'to:ton; aus
lat. exträ (Adv.; textra) u. tSystole] (Med.): auf einen
ungewöhnlichen Reiz hin erfolgende vorzeitige
Zusammenziehung des Herzens innerhalb der normalen
Herzschlagfolge.
extratensiv [...ten'zi:fl <Adj.; o. Steig.) [zu lat. exträ (Adv.;
textra) u. tensus. 2. Part, von: tendere = spannen,
ausdehnen] (bildungsspr.): nach außen wirkend.
Extraterrestrik [...tc'restnk]. die; - [zu textraterrestrisch]:
Fachgebiet der Physik, auf dem die physikalischen Vorgänge
u. Gegebenheiten untersucht werden, die sich außerhalb der
Erde u. ihrer Atmosphäre abspielen; extraterrestrisch <AdJ.;
o. Steig.) [aus lat. exträ (Adv.; textra) u. tterrestrisch]
(Astron.. Physik): außerhalb der Erde (einschließlich ihrer
Atmosphäre) gelegen.
extrauterin [...|ute'ri:n] (Adj.; o. Steig.) [zu lat. exträ (Adv.;
t extra) u. t Uterus] (Med.): außerhalb der Gebärmutter [
verlaufend, geschehend] (Ggs.: intrauterin): -e Schwanger-
schaA.
extravagant [...va'gant. auch: ' ] <Adj.; -er. -este) [frz.
extravagant = ab-, ausschweifend < mlat. extravagans.
zu: extravagari = ausschweifen]: vom Üblichen in [
geschmacklich j außergewöhnlicher, ausgefallener od. in
übertriebener, überspannter Weise bewußt abweichend u. dadurch
auffallend: ein -er Mensch. Lebenswandel. Geschmack;
seine Kleidung ist sehr e.; ihre Wohnung ist e. eingerichtet;
<Abl.:) Extravaganz [...va'gants. auch: ' ]. die; -. -en
[nach frz. extravagance]: a) <o. PI.) das Extravagantsein,
extravagante Beschaffenheit, extravagantes Wesen: sie ist
wegen ihrer E.. wegen der E. ihres Verhaltens, ihrer
Kleidung bekannt; b) <meist PI.) extravagante Sache.
Handlung: sich [keine] -en leisten [können]; Jmdm. mit seinen
-en auf die Nerven fallen; eine Ausstattung ohne alle -en.
Extraversion [...ver'zjto:n]. die; -. -en [zu lat. exträ (Adv.;
textra) u. versus. 2. Part, von: vertere. textra vertiert]
(Psych.): svw. tExtravertiertheit (Ggs.: Introversion);
extravertiert [...ver'ti:?t] <AdJ.; -er. -este) [zu lat. exträ (Adv.;
textra) u. vertere = wenden] (Psych.): nach außen gewandt,
weltoffen (Ggs.: introvertiert), dazu: Extravertkrthett
die; -.
extrazeJkilftr <Adj.: o. Steig.) [zu lat. exträ (Adv.; textra)
u. t zellulär] (Med.): außerhalb der Zelle I liegend!.
extrem [eks'tre:m] <AdJ.) [lat. extremus = der äußerste]:
äußerst.... bis an die äußerste Grenze gehend: -e
Temperaturen; die -en Werte (Fachspr.; der höchste u. der tiefste
Wert) einer Funktionlskurve], Meßreihe; er hat -e
(radikale) Ansichten; -e (krasse) Beispiele. Fälle. Gegensätze;
sich e. verbessern, verschlechtem; der Wagen ist e. sparsam
im Verbrauch; er steht [politisch] e. links; <subst.:) er
ist ein Extremer (Extremist), dazu: Extrem [-]. das; -s.
-e: das Äußerste, äußerste Grenze, höchster bzw. niedrigster
Grad: das entgegengesetzte E.; die äußersten -e
(Gegensätze): etw. ins. bis zum E. treiben; von. aus einem E. ins
andere (insbes. im Standpunkt, im Verhalten von einer
Übertreibung in die andere) fallen; zwischen den -en
(Gegensätzen) schwanken, vermitteln; Spr die -e berühren sich (sind
in gewisser Hinsicht verwandt).
Extrem-: ^fall, der: extremer Fall: das sind untypische
Extremfälle; -form, die: extreme Form: die E. einer Diktatur.
-Punkt, der (Math.): extremer Punkt: die -e einer
Funktionlskurve]; -Situation, die: extreme Situation: Ein
Hinweis auf die -en des Krieges würde die Menschen nur
wieder lossprechen von ihrer Unmenschlichkeit (Welt 22.9.
778
exzerpieren
62. 15); -thermometer, das (Met.): Thermometer zur
Bestimmung der höchsten od. tiefsten Lufttemperatur eines
Zeitabschnittes zwischen zwei Ablesungen: Mvertt der
(Math.): Wert einer Funktion, in dessen Umgebung alle
benachbarten Funktionswerte entweder kleiner od. größer
sind: Maximum od. Minimum: extremer Wert.
extranisieren [ekstremizi:ren] <sw. V.; hat) [zu textrem]:
radikalisieren, dazu: Extraniskning, die; -; Extremismus
[...'mismusj.der; -. (Arten:) ...men: extreme, radikale
fpolitische J Haltung od. Richtung: nationaler E.; eine Politik,
die sozialen Spannungen entgegenwirkt, in denen fast alle
Extremismen ihre Wurzel haben (MM 4.2. 71. 14);
Extremist, der; -en. -en: [politisch! extrem, radikal eingestellter
Mensch: Extremistin, die; -. -nen: w. Form zu t Extremist;
extremistisch <Adj.>: eine extreme, radikale Ipolitische!
Einstellung zeigend, bezeugend, betreffend: den
Extremismus verfechtend, vertretend, zu ihm gehörend: -e Tendenzen.
Aktivitäten. Parolen; Extremität [ekstremi'te:t], die; -, -en
[1: lat. extremitäs (Gen.: extremitätis); 2: lat. extremitätes
(corporis), eigtl. = die äußersten Enden (des Körpers)]:
l.a) äußerstes Ende: b) Extremsein (z.B. einer Idee od.
eines Planes). 2. <meist PI.) Gliedmaßen, Arme u. Beine:
die oberen -en (Arme): die unteren -en (Beine).
extrinsisdi [eks'tnnziJl <Adj.; o. Steig.) [nach engl, extrinsic
< lat. extrinsecus = von außen] (bes. Psych.. Päd.): von
außen her [bestimmt, gesteuert, angeregt] (Ggs.:
intrinsisch): -e Motivation (durch äußere Zwänge, z. B. Strafen,
bewirkte Motivation).
Extrophie [ekstro'fi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. ex =
(her)aus u. stropheTn = drehen, wenden]: svw. TEktopie.
extrovertiert [ekstrov6r'ti:?t]: t extra vertiert.
Extruder [eks'tru:dB], der; -s. - [engl, ex truder] (Technik):
Maschine zur Herstellung von Formstücken (Röhren,
Drähten, Bändern usw.) aus thermoplastischem Material, das
im formbaren Zustand durch Düsen gepreßt wird: extrudie-
ren [ekstru'di.ren] <sw. V.; hat) [engl, to extrude. eigtl.
= ausstoßen, herauspressen < lat. extrüdere] (Technik):
Formstücke aus thermoplastischem Material mit dem
Extruder herstellen: Extrusion [...'4o:n] die; -. -en [zu lat. extrü-
sus. 2. Part, von: extrüdere. textrudieren]: 1. (Geol.)
Ausfluß von Lava u. Auswurf von Lockermaterial bei Vulkanen.
2. (Zahnmed.) das normale od. krankheitsbedingte
Hervortreten der Zähne aus dem Kiefer: extrusiv [...'zi:fl <AdJ.;
o. Steig.) (Geol.): (von Gesteinen) an der Erdoberfläche
erstarrt, dazu: Extrusivgestein, das (Geol.): an der
Erdoberfläche erstarrtes Ergußgestein.
ex ttmc [eks 'tonk; lat.] (Jur.): von damals an (Angabe des
Zeltpunkts Air den Eintritt der Rückwirkung einer
Bestimmung). Vgl. ex nunc.
exuberant [eksube'rant] <Adj.; -er. -este) [lat. exüberäns
(Gen.: exüberantis), I. Part, von: exüberäre = reichlich
hervorkommen, überströmen] (veraltet): üppig,
überschwenglich: Exuberfnz, die; -. -en [lat. exüberantia =
Überfluß] (veraltet): Üppigkeit, Überschwenglichkeit.
Exulant [eksu'lant]. der; -en. -en [lat. ex(s)uläns (Gen.:
ex(s)ulantis). 1. Part, von: ex(s)uläre. t exulieren] (veraltet):
Verbannter, Vertriebener: exulieren [...'li:ran] <sw. V.; ist)
[lat. ex(s)uläre] (veraltet): in der Verbannung leben.
Exulzeration [eks(|)oltsera'tsio:n]. die; -. -en [lat. exulcerä-
tio] (Med.): Geschwürbildung: exulzerieren [...'ri:ren] <sw.
V.; hat) [lat. exulceräre. zu: ulcus (Gen.: ulceris). t Ulkus]
(Med.): (von Gewebe) sich geschwürartig verändern.
Exundation [eks(|)unda'tsio:n]. die; -. -en [lat. exundätio]
(veraltet): Überschwemmung.
tx-und-hppp-Flaschcdie; -.-n [zu tex (1) u. thopp] (salopp):
Einweg-, Wegwerfflasche.
exundieren [eks(|)on'di:ren] <sw. V.; ist) [lat. exundäre. zu:
unda = Welle; Strom] (veraltet): über die Ufer treten.
ex ungue leonem [eks 'ungip le'o:nem; lat. = den Löwen
nach der Klaue (malen)]: aus einem Glied od. Teil auf
die ganze Gestalt, auf das Ganze schließen.
ex usu [Eks u:zu; lat. = aus dem Gebrauch heraus, t Usus]:
aus der Erfahrung, durch Übung, nach dem Brauch.
Exuvie [e'ksu.'vjp]. die; -. -n [lat. exuviae (PI.) zu: exuere
= abnehmen; ablegen]: 1. tierische Körperhülle, die beim
Wachstumsprozeß abgestreift wird (z. B. Schlangenhaut).
2. <P1.) (veraltet) Siegesbeute.
ex voto [eks vo:to; lat. t Votum: auf Grund eines Gelübdes
(Inschrift auf Votivgaben); Exvoto [eksvo:to]. das; -s, -s
u. ...ten (Rel.): Weihegabe, Votivbild, -tafel
Exzedent [ekstse'dent]. der; -en. -en [lat: excedens (Gen.:
excedentis). 1. Part, von: excedere. texzedieren] (veraltet,
noch österr. Amtsspr.): 1. Unfugstifter: jmd., der eine
Vorschrift übertritt. 2. (Versicherungsw.) der über eine
selbstgewählte Versicherungssumme hinausgehende Betrag: <Zus.:)
Ex2ed$ntenvertrag9 der (Versicherungsw.): Vertrag, in dem
der Erstversicherer den Rückversicherer nur an einzelnen,
über ein gewisses Maß hinausgehenden Objekten beteiligt:
exzedieren [ekstsedi:ren] <sw. V.; hat) [lat. excedere =
herausgehen, überschreiten] (veraltet): a) Unfug stiften:
b) ausschweifen, übertreiben.
exzellent [ekstse'lent] <Adj.; -er. -este) [frz. excellent <
lat. excellens (Gen.: excellentis). 1. Part, von: excellere,
texzellieren]: hervorragend, ausgezeichnet, vortrefflich,
vorzüglich: ein -er Kenner; ein -er Plan; das Frühstück war
e.; sie hat e. gesungen; Exzellenz [...'lentsj. die; -. -en
[frz. excellence = Erhabenheit. Herrlichkeit (als Anrede
an hochgestellte Persönlichkeiten im diplomat. Verkehr)
< lat. excellentia. zu texzellent]: Anrede, Titel für hohe
Beamte (heute vor allem im diplomatischen Verkehr üblich):
Euer (Abk.: Ew.). Eure E.; die Einladung Eurer. Seiner
(Abk.: Sr.) E.; (Anschrift.) Seiner E. dem Präsidenten
der ...ischen Republik; Ihren -en dem Herrn
amerikanischen Botschafter und Gattin; Seiner E. dem
Hochwürdigsten Herrn Josef P. [Erzlbischof von Q.; Abk.: Exz.; exzel-
lierai [ekstse'Ihren] <sw. V.; hat) [lat. excellere] (bil-
dungsspr.): hervorragen, glänzen: den großen Schauspieler,
der in allen Rollen exzellierte (St. Zweig. Fouchl 22S).
Exzekiormarsdi [ekstselzpr-]. der; -[eis. ...märsche [zu lat.
excelsior = höher. Komp. von: excelsus = hoch]
(Kunstschach): Vorrücken eines Bauern vom Ausgangs- zum
Umwandlungsfeld.
Exzenter [eks'tsente], der; -s. - [zu Texzentrisch] (Technik):
exzentrisch auf einer Welle angebrachte Steuerungsscheibe,
die eine mit ihr gekoppelte Stange bei Drehung der Welle
in eine hin u. her gehende Bewegung versetzt.
Exzenter-: -presse, die (Technik): Werkzeugmaschine, ins-
bes. zum Stanzen u. Pressen von Blechen, Kunststoffen usw.,
bei der die Auf- u. Abwärtsbewegung durch einen auf der
Antriebswelle sitzenden Exzenter erzeugt wird: ^Scheibe,
die (Technik): svw. t Exzenter; -welle, die: vgl. Exzenter.
Exzpitrik [...trik]. die; - [zu texzentrisch]: 1. (bildungsspr.)
von üblichen Verhaltensweisen abweichendes, exzentrisches,
überspanntes Benehmen: eine Frau voller E. 2. mit stark
übertriebener Komik dargebotene Artistik: Exzentriker der;
-s, -: 1. (bildungsspr.) exzentrischer, überspannter Mensch.
2. Artist in der Rolle eines Clowns: exzentrisch <Adj.)
[1: nlat. excentricus. für spätlat. eccentricus. eccentrus <
griech. ökkentros. aus: ek- = (her)aus- u. -kentros. zu:
köntron = Zentrum; 2: Ü von 1]: 1. (Math.. Astron.)
[mit dem eigenen Zentrum] außerhalb des Kreiszentrums
bzw. Drehpunktes liegend: -e (Ggs.: konzentrische) Kreise;
eine -e Scheibe (deren Mittelpunkt nicht im Drehpunkt
liegt): eine stark -e Ellipse. Planetenbahn (mit starker
Abweichung von der Kreisform, d.h. mit verhältnismäßig
großem Abstand zwischen Brennpunkten u. Mittelpunkt).
2. auf überspannte, übertriebene Weise ungewöhnlich,
merkwürdig, vom Üblichen abweichend: ein -er Mensch.
Charakter; der Lebensstil des Künstlers ist e.; sich e. verhalten;
<Abl. zu 1:) Exzentrizität [ekstsentri&fte.t]. die; -. -en:
1. (Math.. Astron.) das Abweichen, der Abstand vom
Mittelpunkt. 2.a) <o. PI.) exzentrisches Wesen, exzentrische
Beschaffenheit, Lage: b) exzentrische Sache, Handlung: sich
nicht an jmds. -en stören.
Exzeption [ekstsep'tsio:n]. die; -. -en [lat. exceptio] (veraltet):
I.Ausnahme. 2. juristische Einrede: vgl. Exceptio; Exzeptio»
nalhmus [...tsJLOna'hsmos]. der; -. ...men [zu tExzeption
(1)] (Geol.):!. <o. PI.) Lehrmeinung, daß bestimmte
Gesteine, Gebirge u.a. durch außergewöhnliche, heute nicht
mehr beobachtbare Prozesse gebildet worden sind. 2. außer-
gewöhnlicher Prozeß der Bildung bestimmter Gesteine,
Gebirge u.a.: exzeptionell [...tsio'nel] <Adj.; Steig, ungebr.)
[frz. exceptionnel. zu lat. exceptio, t Exzeption]
(bildungsspr.): außergewöhnlich: eine -e Darbietung; exzeptiv
[...'ti:0 <Adj.; o. Steig.) [zu lat. exceptus. 2. Part, von:
excipere. texzipieren] (veraltet): ausschließend,
ausnehmend: <Zus.:> Exzeptfvsatz, de* (Sprachw.): bedingender
Gliedsatz, der eine Ausnahme ausdrückt (z. Ö. es sei denn).
exzerpieren [ekstser'pi:ren] <sw. V.; hat) [lat. excerpere.
eigtl. = herauspflücken] (bildungsspr.): in Form eines Ex-
779
Exzerpt
zerptes herausschreiben, ausziehen: aus einem Buch die
wichtigsten Textstellen e.; fleißig e.; schließlich das
erwählte Wort ... auf ein Blatt Papier exzerpiert (Th. Mann.
Hoheit 33); ein Buch e. (Exzerpte darausinachen); Exzerpt
[eks'tserpt]. das; -[e]s, -e [lat. excerptum] (bildungsspr.):
schriftlicher (mit dem Text der Vorlage übereinstimmender)
Auszug aus einem / Schriftstück. - /werk: -e machen,
anfertigen, herstellen; -e aus wissenschaftlichen Werken;
Exzerption [Ekstserp'tsj[o:n]. die; -. -en [lat. excerptio = Exzerpt]
(bildungsspr.): 1. das Exzerpieren. 2. (selten) das
Exzerpierte: Exzerptor [eks'tserptor, auch: ...to:?], der; -s, -en
[...to:ren] (bildungsspr.): jmd.. der Exzerpte anfertigt.
Exzeß [ekstses], der; ...esses. ...esse[lat.excessus.zu:excede-
re = herausgehen (z. B. über den Rahmen des
Schicklichen)]: Ausschreitung. Ausschweifung. Maßlosigkeit: seine
[alkoholischen, sexuellen] Exzesse rächten sich
gesundheitlich: Exzesse begehen; deren Macht sich nur noch in einem
Schauspiel körperlicher -e darstellte (Weiss. Marat 68);
es kam zu wilden Exzessen [der Brutalität]; etw. bis zum
E. (ins Maßlose) treiben; bis zum E. (bis zur Maßlosigkeit)
arbeiten, mißtrauisch sein; exzessiv [ekstse'si:fl <Adj.)
(bildungsspr.): das Maß sehr stark überschreitend, maßlos /
ausschweifend!: -e Phantasie; ein Angriff von -er Schärfe;
so ist schon die -e Mitteilungsfähigkeit der modernen Seele
ein Erzeugnis der Auflclärungskultur (Gehlen. Zeitalter
75); seine Neugier ist e.; -es Klima (Landklima mit
jährlichen Temperatur Schwankungen über 40°C).
exzidieren [ekstsi'di.ren] <sw. V.; hat) [lat. excidere =
heraushauen; herausschneiden] (Med.): Gewebe aus dem
Körper herausschneiden (z. B. eine Geschwulst).
exzipieren [£kstsipi:ron] <sw. V.; hat) [lat. excipere. eigtl.
= herausnehmen] (veraltet): von etw. ausnehmen, als
Ausnahme hinstellen.
f. F [ef. ta. A], das; -. - [1: mhd.. ahd. f. v]: 1. sechster
Buchstabe des Alphabets, ein Konsonant: ein kleines f. ein
großes F schreiben. 2. (Musik) vierter Ton der Grund-
(C-Dur- jTonleiter.
fa [fa:; ital. fa. t Solmisation]: Silbe, auf die beim Solmisieren
der Ton/gesungen wird.
Fabel [fa:bl]. die; -. -n [mhd. fabelte) < (a)frz. fable <
lat. fabula = Erzählung. Sage]: 1. meist kurze, lehrhafte
Erzählung in Vers od. Prosa, in der Tiere, seltener auch
Pflanzen, nach menschlichen Verhaltensweisen handeln u.
die meist mit einer religiösen, moralischen od. praktischen
Belehrung, einer allgemein gültigen Sentenz o. ä. endet: eine
lehrreiche F.; die. F. vom Fuchs und den Trauben; -n
von Lessing nach Äsop; was lehrt diese F. von La Fontaine?
2. etw. Erfundenes, Erdichtetes: erfundene, unwahre
Geschichte: nicht der Wahrheit entsprechende Äußerung: sich
eine F. ausdenken; (ugs.:) er hat dir eine F. aufgetischt;
diese Insel existiert nur in den -n der Seeleute. 3. einer
Dichtung zugrunde liegende Handlung in ihren wesentlichen
Zügen: die F. des Romans, des Stückes ist nicht gerade
neu.
Fabel-: ^budi. das: Buch, das eine Sammlung von Fabelfi
(1). Geschichten enthält: -dichter.der: Dichter, dessen Werk
hauptsächlich aus Fabeln (1) besteht, der wegen seiner Fabeln
bekannt ist: MBschtipf, das: vgl. Mvesen; -«estalt. die:
vgl. Mvesen; -land.das: in der Wirklichkeit nicht
existierendes Land: -preis, der: unglaublich hoher Preis: -tier. das:
in der Wirklichkeit nicht existierendes Tier von
phantastischer, oft monströser Gestalt, das bes. im Bereich der
Mythologie, der Sage u. des Volksglaubens eine Rolle spielt: ^weite.
die (Sport): hervorragende, vorher nur selten od. noch nie
erreichte Weite in einer Sprung-. Wurf- o.a. Disziplin: -weh.
die: 1. erfundene, erdichtete Welt: Reich der Phantasie:
Gestalten einer F. 2. Welt der Fabel (1); -wesen. das:
nicht in der Wirklichkeit, nur in der Phantasie existierendes
Geschöpf: Phantasiegeschöpf, Fabeltier; ^aeit, die (Sport):
hervorragende, vorher nur selten od. noch nie erreichte Zeit
in einer Schwimm-. Lauf- o. ä. Disziplin.
Fabelei [fa:bolai]. die; -. -en (oft abwertend): 1. <o. PI.)
Exzision [ekstsi'4o:nJ, die; -. -en [lat. exclsio = das
Ausschneiden] (Med.): das Herausschneiden von Gewebe (z. B.
einer Geschwulst).
exzitabe) [ekstsita.bl] <Adj.; ...bler, -ste) [zu Texzitieren]
(Med.. Psych.): reizbar, erregbar, nervös: Exzitabilitit
[...tabili't£:t]. die; -. -en (Med.. Psych.): Reizbarkeit,
Erregbarkeit, Nervosität: Exzitans [ekstsitans]. das; -. ...tanzien
[ekstsi'tantspn] u. ...tantia [...tantsia; lat. excitäns (Gen.:
excitantis).~i. Part, von: excitäre. texzitieren] (Med.): Herz,
Kreislauf, Atmung od. Nerven anregendes, belebendes
Arzneimittel; Exzitation [ekst?ita'tsio:n]. die; -. -en [lat. excitä-
tio = Ermunterung; Erregung] (Med.): 1.
Erregungszustand des Organismus. 2. Anregung des Kreislaufs, der
Atmung u. des vegetativen Nervensystems durch geeignete
IArznei ^mittel. exzitieren[...i,ti:r3n] <sw. V.; hat) [lat.
excitäre] (Med.): anregen, beleben.
Eyecatcher [aiketjB].der; -s.- [engl, eye-catcher]: Blickfang
(z. B. in der Werbung): Gemeinhin hat der Sex in der
Werbung die Funktion des Blickfangs, im Slang der
Branche „Stopper" oder ..Eyecatcher" genannt (Spiegel 4.1966.
51); Eyeliner [ailaine]. der; -s. - [zu engl, eye = Auge
u. to line = liniieren]: flüssiges Kosmetikum zum Ziehen
eitles Lidstriches: Augen, die rundum mit schwarzem E.
betont werden (MM 27.1. 73. 45); Eye-word ['aiwa:d].
das; -s. -s [engl, eye-word = Augenwort] (Sprachw.):
Fremdwort mit schwieriger Aussprache u. Schreibung, das
hauptsächlich in der geschriebenen Sprache vorkommt.
Eyrir fajnr]. der od. das; -s. Aurar ['aurar; isländ. eyrir
< anord. eyrir = Unze; Münzeinheit, vidi. < lat. aureus
= golden; Golddenar]: Währungseinheit in Island (100
Aurar = 1 Krone).
Ezzes fetsas], Eizes [aitsas] <P1.) üidd. ezo = Rat] (österr.
ugs.): Tips, Ratschläge.
(selten) das Fabeln: seine dauernde F. war mir unerträglich.
2. unwahre, erfundene Geschichte: auf seine -en darf man
nicht hereinfallen; fabeitaft <Adj.; -er. -este) (ugs.): 1.
alle Vorstellungen, Erwartungen übertreffend;
außergewöhnlich gut. Qualitätvoll, schön; großartig, wundervoll: eine -e
Leistung; ein -es Material; er ist ein -er Kerl; ist sie nicht
f.?; das ist ja f.!; er arbeitet f.; sich f. benehmen, verhalten.
2.a) <nur attr.) außergewöhnlich, unglaublich groß: er
besitzt ein-es Vermögen; b) <intensivierend bei Adj.) überaus,
sehr: er ist f. reich; sie ist f. elegant angezogen; fabeln
<sw. V.; hat): etw. Unwahres, Erfundenes erzählen;
phantastische, nicht der Wirklichkeit entsprechende Geschichten
erfinden: was fabelst du denn da wieder?; er fabelt immer
noch von sdner Weltreise.
Fabismus [fa'bismus]. der, - [zu lat. faba = Bohne] (Med.):
Erkrankung nach dem Genuß von Bohnen od. infolge
Einatmung ihres Blütenstaubs.
Fableau [fa'blo:]. das; -. -x [fa'blo:]: t Fabliau; Fable convenue
[fablaköv'ny], die; - -. -s -s [fabbköv'ny; frz. fable convenue
= verabredete Fabel, aus: fable (t Fabel) u. convenue.
2. Part, von: convenir = übereinkommen; verabreden <
lat. convenire = zusammenkommen; sich einigen]: etwas
Erfundenes, das man als wahr gelten läßt; Fabliau [fabli'o:].
das; -. -x [fabli'o:; frz. fabliau < afrz. fableau. fable).
Vkl. von: fable, f Fabel] (Literaturw.): altfranzösische Vers-
erzä/ilung mit komischem, vorwiegend erotischem Inlialt.
Fabrik [fa'bri:k. auch: ...nkl. die; -. -en [frz. fabrique <
lat. fabrica = Künstler-. Handwerksarbeit; Werkstätte]:
1. Betrieb (1), in dem auf industriellem Wege durch Be-
u. Verarbeitung von Werkstoffen unter Einsatz mechanischer
u. maschineller Hilfsmittel bestimmte Waren, Produkte (od.
Teile davon) in großer Stückzahl hergestellt werden: einige
-en sind stillgelegt; eine F. gründen, übernehmen, haben,
besitzen; er arbeitet in einer chemischen F.; sie geht in
die F. (ugs.; ist Fabrikarbeiterin). 2. svw. t Fabrikgebäude.
Fabrikanlage: eine F. bauen; die Arbeiter strömen aus
der F. 3. Belegschaft einer Fabrik (1): die F. macht einen
Betriebsausflug.
fabrik-, Fabrik-: MUilaae. die: Gesamtheit von Gebäuden.
F
780
Fach
Einrichtungen u. dem Gelände einer Fabrik: -anwesen, das;
^arbeit, die <o. PL): Tätigkeit eines Fabrikarbeiters: ^arbet-
ter, der: Arbeiter, der seinen Beruf in einer Fabrik ausübt:
^arbeiterin, die: w. Form zu f ^arbeiten ^bau, der <P1.:
-bauten); ^besitzet*, der; ^betrieb, der; -direktor, der; -er-
zeugnis, das; -fahrer, der (Sport): professioneller Rad- od.
Autorennfahrer, der (innerhalb eines Teams) für ein
bestimmtes Industrieunternehmen startet: Mtarantie, die:
Garantie des Herstellerwerks: Beide Wagen werden mit
fortlaufender F. abgegeben (Bund 15.10.68.28); -gebäude.
das: 'den jeweiligen Erfordernissen zweckmäßig
entsprechendes' Gebäude, in dem sich eine Fabrik od. ein Teil
einer Fabrik befindet: ein nüchternes, zweckmäßiges F.;
eines der F. ist ausgebrannt; -geheimnis. das: vgl.
Fabrikationsgeheimnis; ^gelände, das: Gelände, auf dem sich eine
Fabrik befindet, das zu eitler Fabrikanlage gehört: MEnmd-
stück, das; -halle, die; -herr, der (veraltet, oft abwertend):
svw. T-besitzen -hof, der; -leitung, die; Mnidchen, das
(veraltet): Mädchen, das als Fabrikarbeiterin tätig ist: ~mar-
ke. die: I gesetzlich geschütztes / Zeichen. Emblem, mit dem
eine Fabrik ihre Produkte kennzeichnet: -mäßig <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): einem serienmäßigen Fabrikationsver-
faliren. der Produktionsweise einer Fabrik entsprechend:
die -e Herstellung von Gebrauchsgütern; der Artikel wird
nur f. produziert; -mauer, die; -neu <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.>: nach der (fabrikmäßigen) Herstellung noch nicht
benutzt, ungebraucht: ein -er Wagen; -preis* der: Preis
einer Ware, eines Produkts ab Fabrik, ohne Aufschlag eines
Händlers: -räum« der; -saal.der; -schiff» das (Fischereiw.):
Schiff für den Fischfang, auf dem die Fische gleich nach
dem Fang verarbeitet werden: -schlot, der; -Schornstein,
der; -Siedlung, die: von den Fabrikarbeitern bewolinte
Siedlung in der Nähe einer Fabrik: -signet, das: vgl. -marke;
-sirene* die: Sirene, die Arbeitsbeginn u. -ende in einer
Fabrik anzeigt: -Stadt, die: Stadt mit sehr viel Industrie,
Industriestadt: -tor, das; -trawler, der: vgl. -schiff; -wäre,
die (oft abwertend): in einer Fabrik gefertigte, maschinell
hergestellte Ware: das ist keine Handarbeit, sondern reine
F.; -wesen, das <o. PI.): auf Maschinenbetrieb gegründete
Wirtschaft: das moderne F.; -zeichen, das: vgl. -marke;
-zucker, der: in einer Raffinerie unter Anwendung von
Chemikalien hergestellter Zucker.
Fabrikant [fabri'kant]. der; -en. -en [nach frz. fabricant]:
Fabrikbesitzer als Hersteller einer Ware, eines Produkts:
Wenn ein Modeschöpfer ... sich aus den Dutzenden von
Mustern, die von den ... -en herausgebracht wurden, Stoffe
aussucht (Dariaux [Übers.]. Eleganz 61); Fabrikat [fabri-
'ka:tj. das; -[eis. -e [zu t Fabrik]: 1. fabrikmäßig hergestelltes
Erzeugnis der Industrie: die Firma stellt außer diesem Gerät
noch andere -e her. 2. bestimmte Ausführung eines Fabrikats
(1). Marke: die Maschine ist kein deutsches F.; Fabrikation
[fabrika'tsio.n]. die; - [frz. fabrication < lat. fabricätio
= Verfertigung. Bauen. Herstellung]: fabrikmäßige
Herstellung: Produktion, Bearbeitung von Waren in einer
Fabrik: die F. dieses Gerätes wurde eingestellt.
Fabrikations-: -anläge, die; -betrieb, der: kleinerer/
Betrieb (1) oft als Teil eines größeren Unternehmens, in dem
die Fabrikation eines bestimmten Produkts betrieben wird:
-fehler, der: Fehler an einem Produkt, der während der
Fabrikation entstanden ist: -geheimnis, das: die Fabrikation
betreffendes Betriebsgeheimnis: -methode, die: Verfahren,
nach dem die Fabrikation eines Produkts gehandhabt wird:
-Programm, das. Gesamtheit aller Produkte, die in einem
Betrieb fabrikmäßig hergestellt werden: -prozeB, der;
-statte, die (geh.): eine F. errichten; -verfahren, das.
fabrikatorisch [fabrika'to:nJ] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
die Fabrikation betreffend: die -e Beschaffenheit ist
einwandfrei; Fabrikler, der; -s, - (Schweiz, ugs.):
Fabrikarbeiter: Fabrjklerin, die; -. -nen: w. Form zu t Fabrikler;
Fabrik»-: österr. für t Fabrik-; fabrizieren [fabri'tsi:ran] <sw.
V.; hat) [lat. fabricäre = verfertigen, herstellen]: 1.
(veraltend) fabrikmäßig herstellen: diese Firma fabriziert nur
noch elektrische Geräte; eine Vielzahl kleinerer... Fabriken
.... die Sport- und Rennwagen fabrizieren (Frankenberg.
Fahren 12). 2. (ugs.. oft abwertend) a) behelfsmäßig,
laienhaft herstellen: mühsam, recht u. schlecht anfertigen,
zurechtbasteln: verfertigen, zustande bringen: eine Leselampe
.... die der E-Obermaschinist aus Bordmitteln fabriziert
hatte (Ott. Haie 334); der ... Advokat, der ... süßliche
Verslein in der Art des Grecourt fabrizierte (St. Zweig.
Fouche 56); so einfach ist es ... nicht, moderne
Unterhaltungssendungen zu f. (Hörzu 41, 1974. 119); ein Eigentor
f.; Ü mit... dem frisch fabrizierten Doktor der Philosophie
(Kesten. Geduld 71); b) etw. Übles. Törichtes tun. anrichten,
anstellen: was hast du nun wieder fabriziert?
fabub docet ['fa:bula do:tset; lat. = die Fabel lehrt]: die
Moral von der Geschichte ist .... diese Lehre soll man aus
der Geschichte ziehen: Fabulant [fabu'lant], der; -en. -en
[lat. fabuläns (Gen.: fabulantis). 1. Part, von: fabuläri.
t fabulieren]: a) jmd.. der etw. [phantasievoll'/
ausgeschmückt, nicht der Wirklichkeit, der Wahrheit getreu
erzählt, wiedergibt: jmd.. der phantastische Geschichten
erfindet: warum Schmeller - schließlich kein F. auf dem Gebiete
der Etymologie- sich irrte (Muttersprache 4/5.1968.155);
b) (abwertend) Schwätzer. Schwindler: fabulieren [fabu-
'li:ron] <sw. V.; hat) [lat. fabuläri = sprechen, plaudern,
phantasieren]: phantasievoll erzählen: Geschichten erfinden
u. ausschmücken: Jules Verne ... hat ... eine Reihe von
Abenteuergeschichten fabuliert (MM 17. 5. 69.6); er
fabulierte von seltsamen Begegnungen. Ereignissen; Das
strahlende Licht der Erinnerung liegt über diesem breit
fabulierten Familienroman (Börsenblatt 75.1967. 5273); <subst.:)
bei seinem Bericht geriet er gelegentlich ins Fabulieren;
<Abi.: > Fabuljerer, der; -s. -: jmd.. der zu fabulieren versteht:
Sein Vater war Journalist ... So ist ... Heilmeyer, der
... Internist, noch heute ein guter F. und stellt sich in
geistvollen Wendungen dar (Welt 6. 3. 69. 21); <Zus.:)
Fabulferkunst, die: Fähigkeit, phantasievoll zu erzählen: die
F. eines Schriftstellers; Fabulferkist, die: weil das Wort
„planen" ... zum Phantasieren aufzufordern scheint, zu
... Träumereien, denen sich der Inder in seiner F. gerne
hingibt (Welt 17. 2. 62. geist. Welt 3); Fabulist [fabu'list].
der; -en. -en (veraltet): Fabeldichter, fabulös [fabul0:s]
<Adj.; -er. -este) [frz. fabuleux < lat. fabulösus. eigtl.
= zur Sage gehörend] (ugs.. oft scherzh.): phantastisch
anmutend, unwahrscheinlich, unwirklich: ein -er Rekord,
eine -e Zeit (im 100-m-Lauf); seine Darstellung der
Ereignisse klingt reichlich f.
fac [fak; lat.] mach! (Angabe auf Rezepten).
Face [fa:s]. die; -. -n [frz. face < vlat. *facia, lat. facies
= Gestalt; Gesicht] (veraltet): 1. Gesicht. Vorderseite: vgl.
en face. 2. svw. tAvers.
Facelifting [Teisliftml. das; -s. -s [engl, face-lifting. eigtl.
= Gesichtshebung. tLifting]: Gesichtsoperation, bei der
altersbedingte Hautfalten durch Herausschneiden von
Hautstreifen operativ beseitigt werden.
Facette [fa'seto], die; -. -n [frz. facette. Vkl. zu: face =
(Vorder)seite, Außenfläche, t Face]: 1. durch Schleifen
entstandene, kleine eckige Fläche an Edelsteinen, auch an
Körpern aus Glas od. Metall: Ü als ein Juwel der See. der
seinen Reichtum aus allen -n funkelte (Ceram. Götter
80). 2. (Druckw.) abgeschrägte Kante an Druckstöcken,
die zum Befestigen auf der Unterlage dient. 3. (Zahnmed.)
Verkleidung aus Porzellan od. Kunststoff bei Zahnersatz.
fachten-, Facetten-: --artig <Adj.; o. Steig.): der -e Schliff
r des Glases; ^auge, das (Zool.): aus mehreren Teilen.
Einzelaugen zusammengesetztes Sehorgan der Gliederfüßer: ^gbs,
das: in Facetten geschliffenes Glas: ~schlifT, der: Schliff
in Form von Facetten (1): ein Schmuckstein mit F.
facettieren [fase'ti:ran] <sw. V.; hat): 1. durch Schleifen mit
Facetten (1) versehen: einen Edelstein f.; Ü zu den reich
facettierten (vielfältigen, eine Vielfalt von Nuancen.
Schattierungen o. ä. aufweisenden) Impressionen der Belegstellen
(Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verbandes 1.
1960, 30). 2. (Druckw.) eine Facette, Facetten (2) an
Druckstöcken anbringen.
Fach [fax], das; -[e]s, Fächer [Te^b; mhd. vach = Stück.
Teil. Abteilung einer Wand o.a.; ahd. fah = Mauer]:
1. durch festeres, meist starres Material von der
angrenzenden Umgebung abgeteilter, der Aufbewahrung von etw.
dienender Teileines Behältnisses, Möbelstücks o. ä.: das
mittlere F. des Schrankes ist noch leer; die Aktentasche hatte
mehrere Fächer: das Glas gehört in das rechte, obere
F.; der Schlüssel, die Post liegt im F. (z. B. im Hotel).
2. (Archit.) den Zwischenraum zwischen den Balken eines
Fachwerkbaus füllendes Mauerstück. 3. (Weberei) durch
Hebung bzw. Senkung entstehender Zwischenraum zwischen
den Kettfäden, durch den das Schiffchen geführt wird. 4. a)
Gebiet, in dem sich jmd. ausbildet, ausgebildet, spezialisiert
hat. in dem jmd. speziell arbeitet: Wissens-, Such-, Arbeit sge-
781
fach-, Fach-
biet: er beherrscht, versteht sein F.; er studiert, lehrt die
Fächer Chemie und Biologie; dieser Juwelier. Sportler
ist ein Meister seines -es (ist sehr geschickt u. erfafiren):
das schlägt nicht in mein F. (dafür bin ich nicht zuständig):
er ist vom F. (ist ein Fachmann, kennt sich aus auf diesem
Gebiet): b) bestimmte körperliche, stimmliche,
darstellerische Gegebenheiten. Fähigkeiten voraussetzendes Gebiet
eines Schauspielers bzw. Opernsängers: der Sänger wechselte
vom lyrischen ins dramatische F.
ffdi-, FfdK -arbeit, die: von Fachleuten fachgerecht
ausgeführte Arbeit: -arbeiter, der: Arbeiter mit abgeschlossener
Lehre in einem anerkannten Lehrberuf, dazu: -arbeiterbrief.
der: Urkunde über die abgelegte Facharbeiterprüfung: -ar-
beiterin, die: w. Form zu Narbeiter; -arbeiterprüfung,
die; -arbeiterzeugnis* das: vgl. ^arbeiterbrief; -arzt, der:
Arzt mit einer zusätzlichen anerkannten Ausbildung auf
einem medizinischen Spezialgebiet, dazu: -ärztlich <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): ein -es Gutachten; sich f. behandeln
lassen; -aufsatz, der: Beitrag. Aufsatz eines Fachwissen-
schaftlers /in einer Fachzeitschrift/: -aufsieht, die:
staatliche Aufsicht über die Verwaltungstätigkeit nachgeordneter
Verwaltungseinheiten od. bestimmter Gewerbezweige, die
sich insbes. auch auf die Zweckmäßigkeit des
Verwaltungshandelns im einzelnen erstreckt: vgl. Rechtsaufsicht;
-ausbildung, die: berufliche Ausbildung in einem bestimmten
Fach (4 a); -ausdrucke der: feste, spezielle Bezeichnung für
etw. ganz Bestimmtes in einem bestimmten Fachgebiet.
Terminus: der Aufsatz enthält viele dem Laien nicht
verständliche Fachausdrücke; -aussdmß, der: für ein bestimmtes
Fachgebiet gebildeter Ausschuß (2); -ausstelhmg, die: auf
ein bestimmtes Fachgebiet bezogene Ausstellung: -bau, der
(veraltet): svw. T -werkbau; -begriff, der: vgl. ^ausdruck;
-beratender: Berater für ein bestimmtes Fachgebiet: -bera-
tung, die: vgl. -berater; -bereich, der: 1. svw. t-gebiet.
2. (Hochschulw.) organisatorisch zusammengefaßter
Bereich von wenigen wissenschaftlich od. ausbildungsmäßig
zusammengehörenden Fächern als Untergliederung od. an
Stelle einer Fakultät an wissenschaftlichen Hochschulen.
dazu: -bereichssprecher, der: Verwalter eines Fachbereichs
(2); -bericht, der: Bericht aus einem Fachgebiet: -bezeich-
nung, die: svw. t-ausdruck; -bezogen <AdJ.; o. Steig.):
auf ein bestimmtes Fach/ gebiet j bezogen, gerichtet: -biNio-
thek, die: Bibliothek, in der nur Bücher eines od. mehrerer
Fachgebiete enthalten sind: -bildung. die: svw. t-ausbil-
dung; -Watt» das: vgl. -Zeitschrift; -buch, das: Buch in
Form einer j wissenschaftlichen! Abhandlung, eines
Nachschlagewerks, eines Lehrbuchs o.a.. das ein bestimmtes
Fachgebiet od. einen Teilhereich eines Fachgebiets
behandelt: -bücherei, die: svw. t-bibliothek; -bochhandhing,
die: Buchhandlung, die vorwiegend od. ausschließlich
Fachbücher fiihrt; - buch ver lag, der. -chinesisch, das; -
(abwertend): [für Außenstehende unverstäfidliche]
Fachsprache: -didaktik, die: Didaktik eines Faches (4 a);
-disziplin, die: die naturwissenschaftlichen -en; -egois-
mus, der: Haltung, die vor allem das eigene Fach (4 a) als
wichtig behandelt sehen möchte: -egoist, der: vgl. -egois-
mus; -examen, das: Examen in einem bestimmten
[Unterrichtsfach: -fotograf, der: beruflich ausgebildeter
Fotograf: ^frage. die: ein bestimmtes Fachgebiet betreffende
Frage: fachliches Problem: ^fremd <Adj.; -er, -este; nicht
adv.): 1. einem bestimmten Facht gebiet j fremd, nicht
darin ausgebildet: -e [Arbeitskräfte. Methoden. 2.
laienhaft: -e Vorstellungen; -gebiet, das: auf ein bestimmtes
Fach (4a) begrenztes Wissens-. Sach-. Arbeitsgebiet:
-gebunden <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): an ein bestimmtes
Fach[ gebiet I gebunden, -gebundenheit, die; -gelehrte, der:
auf ein Fachgebiet spezialisierter Wissenschaftler: Gelehrter
im Hinblick aufsein Spezialgebiet: -gemäß <Adj.; -er, -este):
den Regeln. Erfordernissen eines Fachgebietes gemäß:
bestimmten fachlichen Ansprüchen entsprechend: eine -e
Ausbildung; etw. f. ausführen; -genösse* der: vgl. -kollege;
-gerecht <Adj.; Steig, ungebr.): den fachlichen
Erfordernissen nach richtig: fachmännisch: die -e Ausführung der
Arbeiten wird garantiert; -gericht, das: aus Berufsrichtern
bestehendes Gericht: -geschäft, das: Geschäft, das nur
Waren einer bestimmten Kategorie fuhrt, auf den Verkauf
bestimmter Waren spezialisiert ist: Spezialgeschäft: dieser
Artikel ist nur im F. erhältlich; -gesprich, das: fachliches
Gespräch: -große, die: Größe auf einem bestimmten
Fachgebiet, bedeutender Fachmann: Koryphäe: -gruppe, die: 1.
durch bestitnnite fachliche Merkmale gekennzeichnete
Abteilung innerhalb einer Berufsgruppe. 2, Gruppe,
Arbeitsgemeinschaft, die sich mit einem bestimmten Fachgebiet befaßt:
die F. Anglistik, zu 2: -gruppenteiter, der; -gutachten,
das: fachliches Gutachten: -handel, der: vgl. -geschäft;
-handhing* die: vgl. -geschäft; -historiker, der: fachlich
ausgebildeter Historiker: -hochschule, die: [staatliche]
Hochschule, an der man ein [technisches, künstlerisches!
Fachstudium absolvieren kann, dazu: -hodischulreife, die;
-idiot, der (abwertend): jmd., bes. Wissenschaftler, der
sich nur mit seinem Fachgebiet befaßt, sich nicht mit
Problemen auseinandersetzt, die über sein Fachgebiet hinausgehen:
-iargon, der: innerhalb eines Fachbereichs, einer
Berufsgruppe übliche umgangssprachliche od. saloppe
Ausdrucksweise: -Juristisch <Adj.; o. Steig.): fachbezogen, fachgerecht
juristisch: eine ausschließlich -e Behandlung des
Rechtsstaatsproblems (Fraenkel. Staat 290); -katalog, der
(Buchw.): 1. Katalog, der zu Verkaufszwecken Fachliteratur
anzeigt. 2. Sachkatalog mit alphabetischer Anordnung
innerhalb eines Fachgebietes: -kemer, der: vgl. -kenntnis;
-kenntnis, die (meist PL): Wissen, das jmd. auf einem
bestimmten Fachgebiet hat, -kollege, der: mit -n
diskutieren; -koramission, die: aus Fachleuten eines bestimmten
Fachgebietes gebildete Kommission: -kongreß, der:
Kongreß der Fachleute eines bestimmten Fachgebietes: -kraft,
die: jmd.. der innerhalb seines Berufs, seines Fachgebiets
über die entsprechenden Kenntnisse. Fähigkeiten verfügt:
spezialisierte, hochqualifizierte Fachkräfte; -kreis, der
<meist PI.): ein in -en bekannter Wissenschaftler; -kritik,
die: 1. fachliche, fachgerechte Kritik. 2. <o. PI.) Gruppe-
der fachkundigen Kritiker, dazu: -kritisch <Adj.; o. Steig.):
auf fachgerechte Weise kritisch: -e Bemerkungen; etw. f.
untersuchen, bemängeln; -künde, die: Gruppe von
Unterrichtsfächern im beruflichen Schulwesen, die der zukünftige
Facharbeiter für sein Arbeitsgebiet absolvieren muß:
^kundig <Adj.>: genaue Kenntnisse in einem bestimmten
Fachgebiet besitzend: auf genauen Fachkenntnissen beruhend, davon
zeugend: ein -es Publikum; Jmdn. f. beraten; -kundlich
<Adj.; o. Steig.): die Fachkunde betreffend, zu ihr gehörend:
-er Unterricht; -lehre, die: Lehre in einem / Unterrichts]-
fach der Berufs- od. Fachschule: -lehrer, der: für den
Unterricht in einem od. mehreren bestitnmten Lehrfächern
ausgebildeter Lehrer: -lehrarin, die: w. Form zu t ^lehrer; -lehr-
gang, der: Lehrgang in einem bestimmten Fachgebiet: -lexi-
kon.das: Lexikon für ein bestimmtes Fachgebiet: -literatur,
die: ein bestimmtes Fachgebiet behandelnde, bes.
wissenschaftliche Literatur: -mann, der <P1. -leute. selten:
-männer): jmd.. der auf einem bestimmten Gebiet die
entsprechenden Fachkenntnisse hat. sich in seinem Fachgebiet
genau auskennt, sehr sachverständig ist: ein F. für
Straßenbau; er ist F. auf diesem Gebiet; den F. fragen; sich von
einem F. beraten lassen; R da staunt der F. [und der
Laie wundert sich] (das sollte man nicht für möglich halten):
vgl. Laie, dazu: -männisch <Adj.): einem Fachnmnn
entsprechend: aus der Sicht des Fachmanns: ein -es Urteil;
jmdn. f. beraten; -mäßig <Adj.; o. Steig.): (selten) svw.
t fachlich, fachgerecht; -norm, die: DIN-Norm für ein
bestimmtes Fachgebiet: -Oberschule, die: auf bestimmte
Fachgebiete ausgerichtete Schule, die zur Fachhochschulreife
führt: -organ, das: vgl. -Zeitschrift; -personal, das: fachlich
geschultes Personal: -presse, die: vgl. ^Zeitschrift.
-Zeitung; -priifung, die: Prüfung in einem Fachgebiet:
-Publikation, die: vgl. -literatur; -referat, das: 1. fachbezogenes
Referat, fachbezogener Vortrag. 2. für ein bestimmtes
Fachgebiet zuständige Verwaltungs- od. Ministeriumsabteilung:
das F. Sport; das F. [für] Kultur; -referent, der: vgl.
-referat (2); -richter: Richter, der eine Fachausbildung
genossen hat: -rkhtung, die: spezielle Abteilung. Zweig eines
insbes. wissenschaftlichen Fachgebietes: -schule, die: der
beruflichen Aus- od. Weiterbildung dienende Tages- od.
Abendschule, dazu: -Schulwesen, das; -semester, das:
Semester, in dem man in einem bestimmten Fach studiert
[hat]: sie ist Jetzt im vierten F.; -simpelei [-zimpd-
I4JI. die; -. -en (ugs.. oft abwertend): [im privaten Bereich
geführte j ausgiebige Unterhaltung über rein fachliche,
berufliche Probleme [durch die sich andere Anwesende gelangweilt
fühlen!: -stapeln [-zimp|n] <sw. V.; hat) [aus tFach (4a)
u. veraltet Simpeln = einfältig werden, f simpel] (ugs..
oft abwertend): sich [im privaten Bereich! ausgiebig über
rein fachliche, berufliche Probleme unterlialten u. dadurch
782
Fagonnä
andere Anwesende langweilen: --spräche, die: Sprache (mit
einem speziellen Wortschatz und speziellen
Verwendungsweisen)* die für ein bestimmtes Fachgebiet gilt und
lauf Grund terminologischer Festlegungen] eine genaue
Verständigung u. exakte Bezeichnungen innerhalb
dieses Fachgebietes ermöglicht, dazu: ^sprachlich <Adj.; o.
Steig.): die Fachsprache betreffend, zu ihr gehörend:
Studium, das: Studium eines bestimmten Faches (4 a); ^tagung,
die: vgl. ^kongreß; -technik, die: in einem Fach!gebiet j
praktisch angewandte Arbeitstechnik, -methode: ^technisch
<Adj.; o. Steig.): -e Hinweise. Kunstgriffe; -terminus, der:
svw. T ^ausdruck; ^text, der: fachlicher Text:
naturwissenschaftliche, technische -e; -übergreifend <Adj.; o. Steig.):
die Fächer (4a) übergreifend: ein -es Lernziel. Projekt;
Minterricht, der: in verschiedene Lehrfächer aufgeteilter
Unterricht: -urteil, das. fachkundiges Urteil: -verband, der
(Wirtsch.): freiwilliger Zusammenschluß von Unternehmen
unter fachlichen Gesichtspunkten zur Vertretung
gemeinsamer Interessen: -Verkäufer, der: für einen bestimmten
Geschäftszweig ausgebildeter Verkäufer: -vertag, der: svw.
-buchverlag; -Vertreter, der: Vertreter eines Fachgebietes:
-Verwaltung* die: für ein bestimmtes Fachgebiet zuständige
Verwaltungfsbehördej: -Vokabular, das: vgl. ^Wortschatz;
Mvelt, die <o. PI.): Gesamtheit der Fachleute u. Experten
eines bestimmten Fachgebietes: sein Buch wurde von der
F. mit Beifall aufgenommen; -werk, das: l.a) <o. PI.)
Bauweise, bei der die Wände aus einem Gerippe von Balken
bestehen, dessen Zwischenräume durch Mauerwerk
(Ziegelsteine. Lehm o. ä.) ausgefüllt sind: b) Gerippe von Balken
beim Fachwerkbau: das F. des Hauses ist mit Schnitzereien
verziert. 2. (Bauw.) Kräfte aufnehmende u. statisch richtig
verteilende Baukonstruktion aus einem System von Stäben,
die bes. für den Bau von Dächern. Brücken u. a. verwendet
wird, dazu: -werkbau, der: 1. <o. PI.) svw. Nwerk (1 a).
2. <P1. -bauten) Gebäude, das in Fachwerkbauweise gebaut
ist. -werkbauweise, die: svw. t-werk da), -werkhaus,
das: vgl. -werkbau (2). -werkmauer, die; -wissen, das:
svw. t-kenntnis[sej; -Wissenschaft, die: auf ein spezielles
Fachgebiet ausgerichtete Wissenschaft, dazu:
-Wissenschaftler, der. -wissenschaftlich <Adj.; o. Steig.); -wort,
das <P1. -Wörter): vgl. Ausdruck, dazu: -Wörterbuch, das:
Wörterbuch, in dem die Fachausdrücke eines bestimmten
Fachgebietes erklärt werden: -Wortschatz, der: Wortschatz
einer Fachsprache: -Zeitschrift, die: Zeitschrift, in der
Fragen eines bestimmten [wissenschaftlichen] Fachgebietes,
eines Berufszweiges abgehandelt werden: -zeltung, die: vgl.
^Zeitschrift.
-fach [-fax; spätmhd. -vach. zu t Fach] in Zus.. z. B. achtfach,
mehrfach.
Fächel [Ted], der; -s. - [frühnhd. fechel = Fächer. Nebenf.
von t Fächer] (Bot.): in einer Ebene mehrfach verzweigter
Blütenstand mit abwechselnd nach links u. nach rechts
abgehender Verzweigung: (Schein [Te^ln; zu t fachen] <sw. V.;
hat): 1. (geh.) a) in sanfter Bewegung wehen: es fächelte
eine leichte Brise; b) sanft umwehen, anwehen: ein kühler
Lufthauch fächelte mich, fächelte mir die Stirn; c) (durch
den Luftzug) leicht hin u. her bewegen: eine leichte Brise
fächelte die Blätter der Pappeln; d) sich im Luftzug leicht
hin u. her bewegen: die Blätter der Bäume fächelten im
Wind. 2.Jmdm„ sich, einem Körperteil durch leichtes
Hinundherbewegen / eines Fächers] o. ä. kühlende Luft zuwehen:
ich fächelte mir die Stirn, mich [mit einer gefalteten
Zeitung]; Sie ... nimmt den ... Bastfächer .... Bess und sich
Kühlung zu fächeln (Fr. Wolf. Menetekel 28); sanft
umweht vom Höhenwind, der allen Glanz und Duft der Welt
an seine Schläfen fächelte (Geissler. Wunschhütlein 81);
fachen [Taxn] <sw. V.; hat) [für spätmhd. fochen = blasen
< mlat. folcare = entflammen, zu lat. focus. t Fokus]:
seltener für tan-, entfachen: Das Feuer summte ... Es
schien, der Knecht habe es geschickt gefacht... (Fusseneg-
ger. Haus 556); Fächer tfeqeh der; -s. - [wohl in Anlehnung
an t fachen für frühnhd. focher. focker = Blasebalg.
Feuerwedel < mlat. focarius = Heizer. Küchenjunge, zu lat.
focus. t Fokus]: 1. flacher, auseinandergefaltet kreissektor-
oder halbkreisförmiger Gegenstand aus leichtem Material
(Seide. Federn, Papier o.a.). mit dem sich Damen kühle
Luft zufächeln, indem sie ihn in der Hand hin und her
bewegen: ein seidener F.; ein F. aus Sandelholz; einen
F. entfalten, zusammenlegen; Ü zwei andere holten einen
F. Skatkarten unter der Bettdecke hervor (Sebastian.
Krankenhaus 109); indem breiten F. (geh.; in der großen Vielzahl)
politischer Aktionen (Bundestag 189. 1968, 10213). 2. (Jä-
gerspr.) fächerförmiger Schwanz des AuerHahns. 3. (Bot.)
fächerförmiger Wedel bestimmter Palmen: wo der
Meerwind mit den -n der Palmen spielt (Thieß. Legende 76).
focher-, Fächer-: -artig <AdJ.; o. Steig.): die Jalousien
schoben sich f. ineinander; -besen, der: Gartengerät mit
fächerförmig angeordneten Metallstreifen: -fenster, das
(Archit.): spätromanische Fensterform mit schmalerem
unterem Teil u. fächerförmig sich ausweitendem oberem
Teil: -flügler, der (Zool.): Vertreter einer Ordnung der
Insekten mit vielen verschiedenen sehr kleinen Arten, die
teilweise in anderen Insekten schnmrotzen: -förmig <Adj.;
o. Steig.): er hatte die Banknoten f. angeordnet; -gewölbe,
das (Archit.): Gewölbe, bei dem sich die Rippen von einem
zentralen Punkt aus fächerförmig ausbreiten: spätgotische
englische Kathedralen mit charakteristischen -n; -palme,
die: Palme mit handförmig geteilten, fächerförmigen
Blättern.
-ftcherig I-fE^an^] in Zusb., z.B. ein-, zweifächerig usw.
(Bot.; mit einem Fach, zwei Fächern usw. ausgestattete
Samenanlage von Pflanzen).
'fächern [Teccn] <sw. V.; hat) (selten): in Fächer (1) einteilen:
den Schrank f.; (meist im 2. Part.:) ein gefächertes Gestell.
Sichern [-] <sw. V.; hat): l.a) fächerartig aufgliedern:
auffächern: den Unterricht stärker f.; die Arbeiten waren reich
gefächert; Die Auswahl (= an Frischgemüse) ist... ziemlich
breit gefächert (MM 25. 4. 69. 24); b) <f. + sich) sich
fächerartig ausbreiten, fächerartig angeordnet sein: Auf der
anderen Seite fächern sie (= die Pfade) sich sofort wieder
über die ganze Steppe (Grzimek. Serengeti 314). 2. (bes.
Jägerspr.) fächerartig entfalten, auseinander schieben,
spreizen: der Auerhahn fächert den Stoß; Fliegen ... legen
ihre Flügel ... so auf den Rücken, daß sie schräg nach
außen zeigen, also leicht gefächert sind (Grzimek. Serengeti
293). 3. (seltener) a) svw. T fächeln (2): die Luft, die der
Flügelschlag des Engels vielleicht erbarmend kühl über
die Taufgemeinde fächerte (Fries. Weg 254); b) svw. t
fächeln (1 c): Wind fächert die Gardine ins Zimmer; <Abl.
zu 1. 2:) Ffchenmg, die; -. -en <P1. ungebr.X
fychlkh <AdJ.; o. Steig.): ein bestimmtes Fach (4a).
Fachgebiet betreffend, zu ihm gehörend: -e Kenntnisse.
Voraussetzungen; sich f. qualifizieren; etw. f. (vom Fach her)
beurteilen; Ffdischaft, die; -. -en: 1. Zusammenschluß der
Angehörigen einer Berufsgruppe, eines Arbeitsbereichs o. ä.
2. Zusammenschluß der Studierenden einer Fachrichtung,
eines Studienfachs, eines Fachbereichs an einer Hochschule:
(Zus. zu 2:) Ffdischaftsvertreter, der; Ffdischaftsvollver-
sammkmg, die.
Facialis: TFazialis; Facies [Ta:tßiEs]: t Fazies.
Fackel [Takl], die; -, -n [mhd. vackel. ahd. faccala < vlat.
facla < lat. facula. Vkl. zu: fax = Fackel]: mit einer
brennbaren Schicht am oberen Ende versehener Stab [aus
HolzJ. dessen Flamme hell leuchtet: die F. brennt, lodert,
flackert, (geh.:) verlischt; eine F. anzünden. [weiter]tragen;
einen Raum mit -n erleuchten; das Auto brannte wie eine
F. (lichterloh): Ü sie sahen die lebenden -n (brennenden
Menschen) auf dem Wasser schwimmen (Ott. Haie 263);
(dichter.:) die F. der Vernunft, des Glaubens, der
Revolution, des Krieges; Kleist, die F. Preußens (Titel einer
Biographie von Joachim Maass).
Fackel-: -schein, der <o. PL): die Arbeiten mußten bei
F. beendet werden; -träger, der: der letzte der F. entzündet
das olympische Feuer, dazu: -trfigertedinik, die. -träger-
wechsel, der (Leichtathletik): svw. t Abwärtswechsel; -zug«
der: Umzug, bei dem brennetvde Fackeln getragen werden:
Jmdn. mit einem F. ehren.
fackeln [Takln] <sw. V.; hat) [mhd. vackelen = unstet
brennen wie eine Fackel, dann: sich unstet, unsicher hin u.
her bewegen] (ugs.): unentschlossen abwarten, zögern: wenn
du noch lange fackelst, ist die gute Gelegenheit vorbei;
(meist verneint:) Los. nicht lange gefackelt, macht euch
ran (Baldwin [Übers.]. Welt 24).
facken[Takn]<sw. V.; hat) [eigtl. = ungestüme Bewegungen
machen] (dstmd.): werfen: den Ball f.
Fa^on [fa'sö:]: tFasson; Fa^on de parier [fasödpar'le]. die;
- - -. -s - - [fasödpar'le; frz. fa9on de parier, aus: fa<jon
(T Fasson) u. parier, t parlieren] (veraltet): a) bestimmte
Art zu reden: b) bloße Redensart, leere Worte: Fa^ome
[faso'ne:]. der; -[s]. -s [frz. faoonnö. subst. 2. Part, von:
783
Fact
fa^onner = bearbeiten, gestalten, zu: fa^on, t Fasson]:
modisches Gewebe mit kleiner Musterung, die durch
verschiedene Bindung zustande kommt; Fact [faekt]. der;
-s. -s <meist PI.) [engl.]: Tatsache/nmateriali: Was
Schmieding ... an -s sammelte, ist schlicht
unbezahlbar" (Hörzu 47. 1974. 59); Factkm-Prosa
[Takten-], die; - [zu engl. faction= Partei(nahme) mit Anlehnung
an fact = Tatsache] (Literatunv.): nichtfiktives* auf Tat
Sachen fußendes u. zu dokumentarischer Darstellung tetidieren-
des Erzählen in der amerikanischen Nachkriegsliteratur;
Factoring [faektani)], das; -s [engl.-amerik. factoring. zu:
factor = Agent. Vertreter < frz. facteur < tat. factor.
t Faktor] (Wirtsch.): aus den USA stammende Methode
der Absatzfinanzierung\ bei der die Lieferfirma ihre
Forderungen aus Warenlieferungen einem Finanzierungsinstitut
verkauft, das meist auch das volle Kreditrisiko übernimmt;
Facture [fak'ty:re]. die; -. -n: svw. f Faktur (2 b); Facultas
docendi [fa'koltas do'tsendi). die; - - [aus lat. facultas (t
Fakultas) u. docendi. Gerundium von: docere = lehren]
(bildungsspr.): a) Lehrauftrag an einer höheren Schule im
Angestelltenverhältnis; b) (veraltet) Lehrbefähigung.
fad [fa:t] (bes. südd.. österr.; drückt starker als fade die
emotionelle Ablehnung aus): svw. f fade.
Fadaise [fa'de:zö]. die; -. -n [frz. fadaise < provenz. fadeza
= Dummheit] (veraltet): Albernheit. Geschmacklosigkeit.
Fäddien [Te:t(pn]. das; -s. -: tFaden (1).
fade [Ta:dd] <Adj.) [frz. fade < galloroman. *fatidus]: 1.
ohne rechten Geschmack, schlecht gewürzt; schal: eine f.
Brühe; einen -n Geschmack im Mund haben; mir ist ganz
f. im Mund; die Suppe ist. schmeckt f. 2.a) (ugs.. bes.
südd.. österr.) ohne jeglichen Reiz u. daher langweilig;
reizlos, geistlos: ein -r Mensch; f. Witze; er redet nichts als
-s Zeug; b) (südd.. österr.) ängstlich, zimperlich: komm
doch mit. sei nicht so f.!
fädeln [*fe:dln] <sw. V.; hat): 1 a) durch ein Nadelöhr ziehen,
einfädeln: das Garn durch das Nadelöhr, in die Nadel
f.; b) auf einen Faden o.a. reihen; auffädeln: ich fäd[e]le
Perlen auf eine Seidenschnur; ich habe mir eine Kette
gefädelt (durch Auffädeln der Perlen auf einen Faden
hergestellt). 2. (ugs.) schlau bewerkstelligen, zustande bringen:
..Das hat er geschickt gefädelt", sagten die Lehrlinge
(Strittmatter. Wundertäter 141); Faden [Ta:dn]. der; -s.
Fäden [fc:dn] u. Faden [mhd. vaden. vadem. ahd. fadum.
urspr. = soviel Garn, wie man mit ausgespanntem Arm
mißt]: 1. <P1. Fäden. Vkl. tFädchen) langes, sehr dünnes,
aus Fasern gedrehtes, aus Kunststoff, Metall u. a.
hergestelltes Gebilde: ein dünner, langer, gezwirnter, seidener F.;
Fäden aus Gold; der F. verwickelt sich, verknotet sich,
ist gerissen; wenige Tage nach der Operation werden bereits
die Fäden gezogen; einen F. spinnen, einfädeln,
abschneiden, abreißen; hast du Nadel und F. (Nähzeug) bei dir?;
etw. mit Nadel und F. annähen, mit einem F. umwickeln;
die Marionetten hängen an Fäden; einen Knoten in den
F. machen; Ü der F. der Unterhaltung riß ab; den F.
des Gesprächs wieder anknüpfen; *der rote F. (der leitende,
verbindende Grundgedanke; Grundmotiv; nach Goethes
„Wahlverwandtschaften41 (2.2). wo die alles verbindende
Hauptidee im Tagebuch Ottiliens mit dem durchlaufenden
roten Faden im Tauwerk der engl. Marine verglichen wird);
sich wie ein roter F. durch etw. hindurchziehen; den roten
F. in jmds. Schilderungen vermissen; alle Fäden laufen
in jmds. Hand zusammen imd. hat, hält alle Fäden [fest]
Inder Hand (jmd. überschaut u. lenkt alles, übt
entscheidenden Einfluß auf allesaus; urspr. wohl vom
Marionettenspieler); keinen trockenen F. [mehr] am Leibe haben (ugs.;
völlig durchnäßt sein): den F. verlieren (beim Sprechen.
Reden plötzlich nicht mehr weiter wissen, den gedanklichen
Zusammenhang verlieren; wohl in Anlehnung an den
f Ariadnefaden); keinen guten F. an imdm. lassen (ugs.;
nur Schlechtes über jmdn. sagen, jmdn. gründlich
schlechtmachen; aus der Webersprache, eigtl. = bei der Prüfung
eines Meisterstückes den Faden nicht gut genug finden);
keinen guten F. miteinander spinnen (ugs.; schlecht
miteinander auskommen, sich nicht verstehen): an einem
[dünnen/seidenen] F. hängen (sehr gefährdet, bedroht sein; in seinem
Fortgang, Ausgang äußerst ungewiß sein: entweder nach
der Erzählung vom t Damoklesschwert od. nach der
Vorstellung vom t Lebensfaden): sein Leben, das ganze
Unternehmen hing an einem F. 2. <P1. Fäden) etw., was die
Form eines Fadens (1) hat, einem Faden ähnlich sieht: die
Fäden des Altweibersommers; ein dünner F. Blut rann
aus seinem Mund; sie hat schon silberne Fäden im Haar
(hat schon einzelne graue Haare); die Fäden von den
Bohnen abziehen (die verhärteten Fasern an den Seiten
der Schoten entfernen); der Sirup zieht Fäden (ist
zähflüssig, fließt zäh vom Löffel). 3. <P1. Faden) (Seemannsspr.)
Maßeinheit, die etwa l&Om entspricht u. bes. zur Angabe
der Wassertiefe dient: der Anker liegt sechs Faden tief.
faden-, Faden-: -bakterie, die (meist PI.) (Biol.): Bakterie,
die mit andern fadenförmige Kolonien bildet; -dichte, die:
Kennzahl, die angibt, wieviel Kett- u. Schußfäden je
Längeneinheit sich in einem Gewebe befinden; -dum <Adj.;
o. Steig.): ein Insekt mit -en Beinen: ein -er Goldrand;
Ü sie antwortete mit einem -en (sehr schwachen, leisen)
Stimmchen; Ein -es Lächeln lag ihm zwischen den
Lippen (Apitz. Wölfe 143); -ende, das: das F. abschneiden;
-förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Die Moleküle
solcher Eiweißstoffe werden ... zu -en Gebilden (Medizin
II. 74); -geber, der: Teil der Nähmaschine, das den
Oberfaden durch den Greifer führt; ^gerade <Adj.; o. Steig.)
(Schneiderei): genau nach dem, im Fadenlauf des Stoffes:
den StofT f. schneiden; -glas, das: Glas, in das Fäden
eingeschmolzen sind, die Gitter, Muster bilden; -heftmasdii-
ne, die (Buchbinderei): Maschine, die gefalzte Papierbogen
mit Fäden auf Gazestreifen zum Buchblock zusammenlief tet;
-heftung, die (Buchbinderei): Methode des Heftens von
Büchern mit Fäden; -kreuz, das (Optik): an der Linse
von optischen Geräten angebrachte Markierung in Form
zweier senkrecht aufeinander st eh ender Fäden od. eingeätzter
dünner Striche zum genauen Visieren: Ü jmdn. im F. haben
(jmdn. scharf beobachten); -lauf, der (Weberei.
Schneiderei): Richtung der Längsfäden im Gewebe: den Stoff im.
nach dem F. schneiden; beim Zuschneiden muß die
Schnittmusterkante auf dem F. liegen; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): (von Bohnen) ohne Faden (2): -e Stangenbohnen;
Mnolekül* das: langgestrecktes Makromolekül; -netz, das
(Optik): Fadenkreuz mit mehreren parallelen Fäden bzw.
Strichen; -nudel, die <meist PL): dünne, fadenförmige
Nudel, bes. als Suppeneinlage; -resen, der: gleichmäßiger,
lang anhaltender Regen; -schebitg [-J^nn;] <Adj.): I.
<nicht adv.) durch häufiges Tragen, Benutzen im Gewebe
abgenutzt / u. durchscheinend geworden]; abgewetzt,
schäbig: ein -es Gewebe; die Jacke war an den Ärmeln f.
geworden; der Rock sieht schon ziemlich f. aus. 2.
(abwertend) (von Äußerungen o.a.) nicht sehr glaubhaft
wirkend u. leicht zu durchschauen; nicht überzeugend: eine -e
Moral; er brachte nur -e Gründe für sein Fernbleiben
vor; seine Ausrede war. klang recht f.. dazu: -scheinigkeit.
die; -; -schlag, der <o. PI.) (Schweiz.): lockere Naht, mit
der erw. zusammengeheftet ist; -sommer, der (landsch.):
svw. t Altweibersommer; -sonde, die: an einem Drahtbügel
befestigter Woll]faden zur Untersuchung von Strömungen;
-spiel, das: Spiel, hei dem mit einem zu einer geschlossenen
Schlinge geknüpften, zwischen den Fingern gespannten
Faden verschiedene Figuren gebildet werden, die bestimmte
Namen haben; -stärke, die: Wolle einer bestimmten F.
verwenden: -wurm, der: Vertreter der Klasse der
Schlauchwürmer mit wurmförmigem. fadenartig dünnem Körper, die
in zaJilreichen Arten weltweit verbreitet sind u. frei im Boden,
im Süß- od. Meerwasser od. als Parasiten von Pflanze.
Tieru. Mensch leben; -zähler, der (Textilind.. graph.
Technik): kleine Lupe mit Grad- od. Netzeinteilung zur Kontrolle
von Werkstoffen u. Arbeitsproben, zur Begutachtung des
Druckbildes od. zur Bestimmung der Fadendichte.
Fadesse [fades], die; - [mit frz. Endung zu tfade] (österr.
ugs.): fades Benehmen; langweiliges Gehaben.
Fadheit, die: -. -en: 1. <o. PI.) fade (1) Beschaffenheit: die
F. einer Suppe. 2. (abwertend) a) <o. PI.) fade (2) / WesensJ-
art: seine F. langweilte die Zuhörer, b) etw. Fades (2).
fade Äußerung, Stelle o. ä.: die -en seiner Rede.
Faflian [Ta:dia:n]. der; -s. -e [zu tfade. analog zu fGrobian]
(österr. ugs.): fader, langweiliger Mensch: Dieser F. hockt
den ganzen Tag zu Hause.
fädig [Te:dic] <Adj.; nicht adv.): die Form, Gestalt von Fäden
(1) habend, aus feinen Fäden, fadenartigen Gebilden beste-
hend: Auf Grund fixierter Präparate wurde die
Protoplasmastruktur als ... f. ... beschrieben (Medizin II. 74).
Fading [feidinl. das; -s [engl, fading. zu: to fade =
verblassen, schwinden, zu (a)frz. fade, tfade]: 1. (Rundfunkt.)
Schwund, das An- u. Abschwellen der Lautstärke im Rund-
784
Fähnlein
funkgerät. 2. (Technik) das Nachlassen der Bremswirkung
infolge Erhitzung der Bremsen.
fadisieren [fadi'zi:ran], sich <sw. V.; hat) [zu t fad] (Osten*,
ugs.): sich langweilen: ich habe mich in diesem Film
furchtbar fadisiert.
Faeces: t Fäzes.
Faenzamaioliken [faentsa-] <PI.) [nach der ital. Stadt Faen-
zaj: besonders behandelte Tonware. Vgl. Fayence.
Fagott [fa'gDt], das; -[eis. -e [ital. fagotto. H. u.]:
Holzblasinstrument in Baßlage mit langer U-förmig geknickter Röhre
u. 22 bzw. 24 Klappen, dessen Ton in der Tiefe voll ist
u. inder Höhe näselnd sein kann; <Abl.:> Fagottist [fagotist].
der; -en. -en: jmd.. der [berufsmäßig] Fagott spielt.
Fähe ['fe:3j. die; -. -n [mhd. vohe. ahd. voha = Füchsin]
(Jägerspr.): weibliches Tier bei Fuchs, Dachs u. Marder.
fähig [fe.Kj] <Adj.; nicht adv.) [zu mhd. gevaehic = fähig,
zu: va(he)n = (au0fassen, annehmen, bekommen, t
fangen]: 1. begabt, tüchtig, geschickt u. daher gestellten
Aufgaben gewachsen; befähigt: ein [überaus] -er Mann, Jurist;
die Wirtschaft braucht -e Köpfe. 2, *ai etw. f. sein (zu
etw. in der Lage, imstande sein): sie war zu keinem Gedan-
ken/(geh.:) keines Gedankens f.; diese Burschen sind zu
allem f. (ihnen ist alles mögliche Schlimme zuzutrauen);
sie war nicht f.. ein Wort zu sprechen; ich wäre jetzt
zu einem Schnaps f. (scherzh.; würde jetzt gern einen
Schnan* trinken): <auch attr.:)ein zu dieser Aufgabe
durchaus, ein zu großen Leistungen -er Mann; -fähig [-fe:u;]
<SufTixoid>: a) zu dem im Bestimmungswort Genannten in
der Lage: begeisterungsfähig, zeugungsfähig; b) für das im
Bestimmungswort Genannte geeignet: ausbaufähig,
transportfähig; Fähigkeit, die; -. -en: 1. (meist PI.) auf
Begabtheit. Tüchtigkeit. Geschicktheit, auf Wissen u. Können
beruhendes Befähigt sein zu etw.; geistige, praktische Anlagen,
die zu etwas befähigen: Jmds. geistige, menschliche -en;
diese F. mußte erst in ihm geweckt werden; künstlerische
-en haben; seine -en für etw. einsetzen; an jmds.. den
eigenen -en zweifeln; bei seinen -en wird er es weit bringen.
2. <o. Pl.y das Imstandesein, In-der-Lage-Sein; die F.. jmdn.
zu überzeugen, geht ihm ab; (iron.:) manche haben die
F., sich ihrer Verantwortung zu entziehen; <Zus. zu 1:>
Fghigkeitsausweis,der: Bescheinigung. Zeugnis über
Fähigkeiten, die man durch eine Prüfung o. ä. unter Beweis gestellt
hat; Fihigkeitsnachweis, der: svw. t Fähigkeitsausweis.
fahl [fa:l] <Adj.; nicht adv.) [mhd. val. ahd. falo]: von
bleicher, blasser Färbung, fast farblos, ohne eigentliche Farbe:
-es Licht; ein -es (abgeblaßtes, kaum erkennbares) Blau;
eine -e Stirn; -e Lippen; sein Gesicht war f. vor Entsetzen;
der Mond schimmerte f.
fghl-. Fahl-: -Mau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Der
Heimathafen lag in -em Abendlicht (Kirst. 08/15. 341): -bleich
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): In seinem Dienstzimmer schrie
Schwahl f. und mit schlotternden Backen auf Kamloth
ein (Apitz. Wölfe 376); -blond <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
das spärliche -e Haar (Apitz. Wölfe 40); -gelb <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): eine Katze mit -em Fell; -grau
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Wolken; -leder, das
(Fachspr.): schweres, reißfestes, wärmehaltiges
Schuhoberleder aus Rindshäuten; -segler, der: Vertreter einer mit
dem Mauersegler verwandten Vogelart; -weiß <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.); -wild, das (Jägerspr.): svw. TSteinwild.
Fghheit, die: -: fahles Aussehen: die F. seines Gesichts.
Fähnchen ['fe:nc3n]. das; -s. -: l.a) kleine [Nachbildung
einer) Fahne (1) laus Papier j: auf der Strandburg wehten
bunte, dreieckige F.; die Kinder schwenkten ihre F.; b)
kleines fahnenähnliches Markierungszeichen: die Grenzen
auf der Landkarte waren mit verschiedenfarbigen F.
gekennzeichnet. 2. (ugs. abwertend) leichtes, billig wirkendes,
meist nicht sehr geschmackvolles Kleid: sie hat immer
dasselbe F. an. Vgl. Fahne (1).
fahnden [Ta:ndn] <sw. V.; hat) [mniederd. vanden =
aufsuchen, besuchen, zu t finden]: polizeilich, in einer
Polizeiaktion suchen tum zu verhaften, zu beschlagnahmen]: nach
einem Verbrecher, nach Rauschgift f.; Ü er fahndete überall
nach dem verschollenen Manuskript (suchte intensiv
danach, stellte Nachforschungen an); <Abl.:> Fahndung,
die; -. -en: die F. nach den drei Verbrechern verlief
ergebnislos; eine polizeiliche F. einleiten.
Fghndungs-: -aktion, die: polizeiliche Aktion zum Zwecke
der Fahndung nach jmdm.. etw.; -apparat, der: Gesamtheit
der bei einer polizeilichen Fahndung eingesetzten Personen
u. Hilfsmittel; -blatt, das: vgl. -liste; -buch, das: vgl.
-liste; dienst, der: Abteilung bei den Zoll- u. Steuerbehörden,
Bahnpolizei u.a., die Fahndungen durchführt; -liste, die:
von den Kriminalämtern herausgegebener Katalog von
Personen, nach denen gefahndet wird: auf. in der F. stehen;
-streife, die: Polizeistreife mit der Aufgabe nach jmdm.
od. etw. zu fahnden.
Fahne [fa:nd]. die; -. -n /vgl. Fähnchen. Fähnlein/ [mhd.
van(e). ahd. fano. zu einer Wz. mit der Bed. ..Gewebe44]:
1. meist rechteckiges, an einer Seite an einer Stange
befestigtes Tuch, das die Farben, das Zeichen eines Landes, eines
Vereins, einer Gemeinschaft o.a. zeigt u. als Symbol, als
Wahrzeichen für etw. gilt: eine seidene, gestickte,
zerschlissene, verblichene F.; die schwarzrotgoldene F.. die F.
Schwarz-Rot-Gold: die rote F. (der sozialistischen
Revolution); die F. weht, flattert, knattert, bauscht sich im Wind;
die -n wehen auf halbmast; eine F. aufziehen, nieder-,
einholen, einziehen, auf halbmast setzen; die F. entfalten,
tragen, übergeben, schwingen, senken, einrollen; die weiße
F. (Milit.; das Zeichen der Kapitulation, der
Unterhandlungsbereitschaft) hissen, hinaushängen; Ü die F. der
Freiheit hochhalten (geh.; für die Freiheit eintreten, kämpfen):
den Sieg an seine -n heften (geh.; siegen): *die, seine F./das,
sein Fähnchen nach dem Wind drehen, hingen (abwertend;
sich l um persönlicher Vorteile willen J sehr schnell der jeweils
herrschenden Meinung anschließen, sich an die jeweilige
Lage anpassen; von der Wetterfahne); etw. auf seine F.
schreiben (sich etw. zum Ziel setzen, etw. als Programm
verkünden u. für dessen Verwirklichung kämpfen); mit
(liegenden -n zu Jmdm., etw. übergehen, überlaufen (in bezug
auf jmdn., etw. plötzlich offen seine Ansichten, seinen
Standpunkt ändern u. sich eilig u. ohne Bedenken, in einem kurzen
Entschluß auf die andere Seite schlagen); zu den -n eilen
(geh. veraltet; im Kriegsfall freiwillig, aus Überzeugung
Soldat werden): zu den -n rufen (geh. veraltet; zum
Kriegsdienst einberufen). 2. <o. PI.) (ugs.) kurz für t Alkoholfahne:
er hatte eine mächtige F; seine F. konnte man aus drei
Metern Entfernung riechen. 3. (Druckw.) zu
Korrekturzwecken auf losen Blättern od. Streifen hergestellter Abzug
eines gesetzten, noch nicht auf Seitenformat gebrachten
Textes: -n lesen, korrigieren. 4. (Jägerspr.) lange Behaarung
des Schwanzes bei bestimmten Jagdhunden u. bei
Eichhörnchen. 5. (Zool.) aus den einzelnen Ästen bestehender Teil
der Vogelfeder zu beiden Seiten des Federkiels; Federfahne.
6. (Bot.) die übrigen Blütenblätter teilweise umgreifendes,
oberes, größtes Blütenblatt bei Schmetterlingsblütlern.
fghnen-, Fahnen-: -ahzug, der: svw. f Fahne (3); -appell,
der (Milit.): Appell, bei dem die Fahne gehißt wird; -eid,
der (Milit.): vom Soldaten auf die Fahne (1) geschworener
Eidder Treueu. des Gehorsams; -flucht,die <o. PI.) (Milit.):
eigenmächtiges Sichentfernen. Fernbleiben von der Truppe
od. der militärischen Dienststelle mit der Absicht, sich der
Verpflichtung zum Wehrdienst zu entziehen; Desertion: das
Strafmaß für F. wurde erhöht, dazu: -flüchtig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Milit.): Fahnenflucht begangen habend;
desertiert, <subst.:> -flüchtige,der; -n. -n (Dekl. T
Abgeordnete) (Milit.): Soldat, der Fahnenflucht begangen hat;
Deserteur; -geschmückt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die -en
Häuser; -halter, der: Halterung zum Einstecken der
Fahnenstange: die Fahne im eisernen Spundloch des -s
befestigen (Fischer. Wohnungen 45); -Junker, der (Milit.): 1.
(hist.) zum Offizier ausgebildeter Edelmann, dem das Tragen
der Fahne anvertraut wurde. 2. Offiziersanwärter futch dem
Unteroffizierslehrgang; -korrektur, die (Druckw.):
Korrektur der Fahne (3); -mast, der; -schmuck, der: Ost-Berlin
im F. (Hörzu 31. 1973. 47); -schuh, der: vgl. -halter;
-schwingen, das; -s: (bei feierlichen Aufzügen.
Handwerkerfesten o.a.) kunstvolles Schwingen, Hochwerfen u.
Auffangen von Fahnen; -schwinger, der: Hunderttausend drängten
sich aufden Tribünen, als das Aufgebot der F. das
Festprogramm eröffnete (Enzensberger. Einzelheiten I. 115);
-stange, die; -träger, der; -tuch, das: 1. <P1. ...tuche)
vorwiegend für Fahnen (1) verwendeter einfarbiger, kräftiger
Stoff 2. <P1. ...tücher) svw. t Fahne (1): der Sarg des
Hauptmanns Dumont unter dem F.. das blutrot
schimmerte (Gaiser. Jagd 79); -weihe, die: feierliche
Ingebrauchnahme, Einweihung, Einsegnung der neuen Fahne eines Vereins
o.a. im Rahmen einer lkirchlichen] Feier; -wort, das <P1.
...Wörter) [eigtl. = Wort, das man auf seine Fahne (1)
schreibt] (geh.): [Schlag]wort, das einer Idee, einem Pro-
50 GDW
785
Fähnrich
gramm o.a. eines bestimmten Personenkreises Ausdruck
gibt.
Ffihnlein [Ternl^jn], das; -s. -: 1. (selten) Vkl. zu t Fahne
(1). 2.a) (hist.) etwa 300 Mann starke Truppeneinheit der
Landsknechte: Ü Das F. der sieben Aufrechten (Titel einer
Novelle von Gottfried Keiler); b) kleinere Einheit von
Jugendorganisationen: durch die Allee eilte ... ein rotbemütz-
tes F.. eine Jugendorganisation der Falange (Koeppen.
Rußland 24); Fähnrich ['fE:nn<;], der; -s. -e Imhd. venre,
ahd. faneri]: 1. (hist.) a) bes. tapferer Soldat als
Fahnenträger (im mittelalterlichen Heer): b) jüngster Offizier einer
Einheit (im preußischen Heer). 2. Offiziersanwärter nach
15 Monaten Offiziersausbildung (in der Bundeswehr).
fahr-. Fahr- [Ta:^-] (vgl. auch: Fahrt-): -abteihing, die:
gemeinsam fahrende Abteilung von Fahrzeugen: -auftrug,
der: schriftlicher Auftrag, den der Führer eines
Lastkraftwagens für eine Fahrt erhält: -ausbildung, die: Ausbildung
im Führen eines Kraft]fahrzeugs: -ausweis, der: 1.
Fahrkarte, die zu ein- od. mehrmaliger Benutzung eines
öffentlichen Verkehrsmittels berechtigt: vgl. Fahrtausweis. 2.
(Schweiz.) svw. T Führerschein; -bahn, die: für den
Fahrzeugverkehr bestimmter Teil einer befestigten Straße: die
F. freigeben; von der F. abkommen, dazu: -bahnbelag,
der (Straßenbau): oberste Schicht der Befestigung einer
Fahrbahn, -bahnbreite, die. -bahnmarkierung, die (Ver-
kehrsw.): für den Verkehrsteilnehmer bestimmte, der
Regelung des Verkehrs dienende Markierung auf der Fahrbahn
in Form von Linien. Zeichen o. ä.. -bahnrand, der:
-begleitender: Mit-. Beifahrer: -benzin, das: Benzin für
Kraftfahrzeuge; -bereich, der: Strecke, die ein Fahrzeug zurücklegen
kann, ohne neuen Treibstoff aufzunehmen: vgl. Fahrtbe-
reich: -bereit <Adj.; o. Steig.: nicht adv.>: in einen
funktionsfähigen, zum Fahren bereiten Zustand gebracht; alle
technischen Voraussetzungen zum Fahren erfüllend; fertig
zum ! Ab]fahren; -bereitschaft, die: einer Dienststelle
angeschlossene Einrichtung, die über einen Wagenpark
mit fahrbereiten Fahrzeugen u. dienstbereiten Fahrern
verfügt; -biblkrthek, die: svw. T-bücherei: -bücherei, die:
in einem Bus untergebrachte kleine Leihbücherei zur
Versorgung städtischer Randgebiete. Vororte o. ä.; -bühne, die:
offene Plattform eines [Bau aufzuges; -Charakteristik,
die (Fachspr.): Gesamtheit der charakteristischen
Fahreigenschaften; -dämm* der (landsch.. bes. berlin.) svw.
t^bahn; Miauer, die: svw. t Fahrtdauer; -dienst, der: 1.
(Eisenb.) Tätigkeit des Fahrdienstleiters u. seiner Helfer.
2. Tätigkeit des auf öffentlichen Verkehrsmitteln
Beschäftigten: F. haben; -dienstleiter, der (Eisenb.): Bahnbeamter,
der innerhalb bestimmter Streckenabschnitte bes. die
Zugfolge in eigener Verantwortung regelt; -dienstleiterin, die:
w. Form zu t-dienstleiter; -draht, der (Verkehrsw..
Technik): als Oberleitung für elektrisch betriebene Bahnen od.
Busse dienender Drain; -Eigenschaft, die (meist Pl.>:
technische Eigenschaft eines Kraftfahrzeugs, die bes. während
des Fahrens hervortritt: gute -en haben; -Erlaubnis,
die: a) behördliche Genehmigung, auf öffentlichen Straßen
ein Kraftfahrzeug zu fuhren: jmdm. wegen Trunkenheit
am Steuer die F. entziehen; b) (DDR) svw. t Führerschein;
-fehler, der: durch Verstoß gegen die Verkehrsregeln, die
falsche Einschätzung der gegebenen Möglichkeiten o. ä.
verursachte fehlerhafte Verhaltensweise beim Fahren eines
Kraftfahrzeugs: der Unfall wurde durch einen F.
verursacht; -gast, der: jmd.. der in einem öffentlichen
Verkehrsmittel fährt; -gastraum, der: für die Fahrgäste
bestimmter Raum in einem öffentlichen Verkehrsmittel; -gast-
schifT, das: Schiff mit entsprechenden Einrichtungen wie
Kabinen. Gesellschaftsräunien u.a.. das der Beförderung
von Fahrgästen im Liniendienst od. bei Kreuzfahrten dient;
-gefiihl, das <PI. ungebr.): Gefühl, das sich bei jmdm.
auf Grund der Beschaffenheit und der
Fahreigenschaften eines Fahrzeugs beim Fahren einstellt; -seid»
das <P1. selten): für die Benutzung eines öffentlichen
Verkehrsmittels zu entrichtender Geldbetrag: das F.
bezahlen; bitte das F. [abgezählt] bereithalten!, dazu: -«eld-
erstattung, die; -gelegenheit, die: vorhandene Möglichkeit,
in einem Fahrzeug zu fahren, mitgenommen zu werden;
-Geschäft, das: Schaustellerbetrieb, der Fahrten auf
Karussells. Luftschaukeln. Kleinautofahrbahnen u.a. anbietet;
-geschwindigkeit, die: Geschwindigkeit, mit der sich ein
Fahrzeug fortbewegt: eine F. von 90 Stundenkilometern;
-gesteil, das: 1. Gesamtheit der Bauelemente der Vorder-
u. Hinterachse eines Kraftfahrzeugs, die die Räder führend
u. federnd mit dem Fahrzeug verbinden. 2. svw. t-werk
(1). 3. (salopp scherzh.) Beine (eines Menschen): die hat
vielleicht ein F.!; zieh dein F. ein!; ein hohes F. haben
(hochbeinig sein); ein verbogenes F. haben (krummbeinig
sein); -gleis, das; -habe, die (Schweiz.): fahrende Habe,
bewegliches Vermögen; Fahrnis; -hauer, der: Gehilfe eines
Steigers (Berufsbez.); -karte» die: Kärtchen, das gegen
Entrichtung eines bestimmten Geldbetrags zu ein- oder
mehrmaliger Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels, bes. der
Eisenbahn, berechtigt: eine F. lösen: um die F. zum Endspiel
(Sport Jargon; um die Berechtigung zur Teilnahme con
Endspiel u. zur Fahrt nach dem Austragungsort) kämpfen; * eine
F. schießen (ugs.. bes. Soldatenspr.; am Ziel. bes. an der
Zielscheibe beim Scheibenschießen, vorbeischießen; nach der
Ähnlichkeit der weißroten Tafel, die früher neben der
Zielscheibe stand, mit einer Fahrkarte), dazu: -karten-
ausgabe, die: vgl. -kartenschalter. -kartenautomat, der.
-kartendrucker, der: Maschine, die Fahrkarten druckt.
-kartenknipser, der (ugs.): Angestellter eines öffentlichen
Verkehrsbetriebs, der Falirkarten prüft u. locht, -kartenkon-
trolle, die. -kartenkontrolleur, der. -kartenschalter, der:
Schalter, an dem gegen Entrichtung des entsprechenden
Fahrgelds Fahrkarten ausgegeben werden; -kilometer, der:
Kilometer gefahrener Strecke, Fahrtkilometer: 5 F. kosten
60 Pfennig; ... wird das Automobil ... von seinem ersten
bis zu seinem allerletzten F. störungslos laufen (Auto 8.
1965. 39); -korafort, der: auf technisch guten Einrichtungen
u. Bequemlichkeit bietender Ausstattung beruhender
Komfort eines Verkehrsmittels, der bes. während des Fahrens
spürbar wird; -kämen, das: vgl. -kunst: Dieser Motor...
stellte schon wesentlich höhere Anforderungen an das F.
(Frankenberg. Fahren 63); -korb, der: Personen od. Lasten
aufnehmender Korb eines Aufzugs, einer Seilbahn usw.;
-kosten <P1.>: für eine Fahrt zu entrichtender Geldbetrag, den
jmd. bei der Benutzung eines Verkehrsmittels aufbringen
nmß: die F. werden vom Betrieb erstattet; vgl. Fahrtkosten;
-kundig <AdJ.>; -kunst, die: Fertigkeit. Geschicklichkeit,
die jmd. beim Führen eines Fahrzeugs, besofiders eines
Kraftfahrzeugs, erkennen läßt; -kümtler, der: F.. die die
Möglichkeiten des winzigen BMC-Autos auszunutzen
verstehen (Auto 7. 1965. 39); -lässig usw.: t fahrlässig usw.;
-lehrer, der: jmd.. der anderen Unterricht im Führen eines
Kraftfahrzeugs erteilt, sie beim Fahrenlernen anleitet
(Berufsbez.); -leistungf die: Leistung eines Fahrzeugs bezüglich
seiner Fahreigenscltaften; -leitung, die: Oberleitung für
elektrisch betriebene Bahnen od. Busse. Fahrdraht;
-personal, das: Gesamtheit der ein Verkehrsmittel begleitenden
Angestellten eines Verkehrsbetriebs: den Anordnungen des
-s ist Folge zu leisten; -plan, der: l.a) Zeitfolge der
[Ankunft u.j Abfahrt eines Zuges, eines Busses o.a. an den
Bahnhöfen od. Haltestellen: die Straßenbahn hat ihren F.
nicht eingehalten; b) Zusammenfassung der Ankunfts- u.
Abfahrtszeiten von Zügen. Bussen o. ä. (an Bahnhöfen od.
Haltestellen) auf einem Plan, in einem Buch: im F.
nachsehen, wann der nächste Zug abfährt. 2.a) (ugs.) Plan.
Programm, Absichten: ihr unerwarteter Besuch hatte seinen
ganzen F. durcheinandergebracht; den F. einhalten; b)
(Theater Jargon): Theaterspielplan, zu 1: -planänderung,
die. -planmäßig <AdJ.; o. Steig.): den Angaben des
Fahrplans entsprechend: die -e Abfahrt des Zuges; die Bahn
ist f. eingetroffen, -pbuiwedisel, der; -praxis, die <o. PI.):
durch häufiges Fahren gewonnene Übung im Führen eines
Kraftfahrzeugs: erst nach längerer F. verlor er seine
Unsicherheit; -preis, der: für die gewünschte Beförderung mit
einem öffentlichen Verkehrsmittel beim Kauf des
Fahrausweises zu entrichtender, tariflich festgelegter Geldbetrag:
eine Fahrkarte zu ermäßigtem F.. dazu: -preisanzeiger,
der: Zählwerk im Taxi, das den Fahrpreis anzeigt, -preiser-
höhung, die. -Preisermäßigung, die, -preiserstattung, die;
-Prüfung, die: aus einem theoretischen u. einem praktischen
Teil bestehende Prüfung eines Fahrschülers (1). durch die
er die Fahrerlaubnis erwirbt: er hat die F. erst beim zweiten
Mal bestanden; -rad, das [1889 für Velozipedl:
zweirädriges Fahrzeug, dessen Räder hintereinander angeordnet sind
u. das durch Treten von Pedalen angetrieben wird: F., auf
einem F. fahren; sie ist mit dem F. weggefahren, dazu:
-radanhänger,der, -radbereifimg, die. -radergometer, das:
mit einem stehenden [ Trainings fahrrad verbundenes
Ergometer, -radfahrer, der (seltener): svw. t Radfahrer, -rad-
786
fahr-, Fahr-
hindier, der. -radhandhmg, die. -radkarte, die:
Beförderung sschein für ein unverpacktes Fahrrad o.a., -radkette,
die: endlose Kette, durch die beim Fahrrad die Antriebskraft
von der Tretkurbel auf einen Zahnkranz an der Hinterachse
übertragen wird, -radlampe, die. -radlenker, der. -rad-
Utoung, die (Schweiz.): vgl. Lösung, -radpumpe, die:
Luftpumpe, mit der die Reifen eines Fahrrads aufgepumpt wer-
den, -radrahmen, der: das Gestell des Fahrrads ohne die
Räder, -radreifen, der. -radsdiloO, das. -radschHissel, der:
1. Schlüssel zum Fahrradschloß. 2. spezieller
Schraubenschlüssel für das Fahrrad, -radsport, der (seltener): svw.
t Radsport, -radstand, der: für das Ab-/u. Unter/stellen
von Fahrrädern eingerichteter l überdachter / Platz, -rad-
stinder.der: Vorrichtung, Gestell zum Abstellen von
Fahrrädern, -radweg, der: svw. t Radweg; -rinne, die: durch
bestimmte Zeichen markierter Streifen in einem Fluß u. im
Meer vor der Küste, der, auch bei sonst geringer
Wasserführung, die für die Schiffahrt erforderliche Wassertiefe auf-
weist: die F. der Hafeneinfahrt wird ausgebaggert; -schein,
der: kleinerer Schein, der gegen Entrichtung eines
bestimmten Geldbetrags zur Benutzung eines öffentlichen
Verkehrsmittels, bes. einer Straßenbahn, eines Omnibusses o.a.,
berechtigt: der F. ist nicht mehr gültig, dazu: -scheinblock,
der. -scheinentwerter, der. -scheinheft, das. -schetnmappe,
die; -schemel, der (Technik): Teilrahmen eines
Kraftfahrzeugs, an dem Aggregate wie der Motor od. das
Ausgleichsgetriebe sowie die komplette zugehörige Achsgruppe
befestigt sind. -Schreiber, der: vgl. Fahrtenschreiber; -schule,
die: schulähnlich aufgezogenes u. arbeitendes gewerbliches
Unternehmen, in dem man in theoretischem u. praktischem
Unterricht das Führen eines Kraftfahrzeugs erlernen, sich
auf die Fahrprüfung vorbereiten kann: er hat. leitet eine
F.; die F. (ugs.; der Unterricht in der Fahrschule) ist bald
zu Ende; -schüler, der: 1. jmd., der in einer Fahrschule
Unterricht nimmt. 2. Schüler, der täglich einen längeren
Weg zwischen Wohnort u. Schule mit einem öffentlichen
Verkehrsmittel zurücklegen muß: ^schulpritfer, der;
-Schulung, die; -sicher <AdJ.>: vgl. -Sicherheit; -Sicherheit, die
<o. PL): auf bestimmten technischen Voraussetzungen
beruhende Sicherheit, die ein Kraftfahrzeug beim Fahren bietet:
diese Scheinwerfer schaffen wesentlich bessere
Sichtverhältnisse u. damit erhöhte F.; -Situation, die: Situation
beim Fahren: Um den PulsfreQuenzverlauf richtig deuten
zu können, ist eine genaue Registrierung der F. notwendig
(Mensch im Verkehr 79); -spur, die: durch entsprechende
Markierungen gekennzeichneter Teil einer Fahrbahn für den
Verkehr in einer Richtung, den ein Fahrzeug für sich
benötigt: die linke F. zum Überholen benutzen; -Stabilität,
die: Stabilität der Lage eines Fahrzeugs beim Fahren (z. B.
in Kurven od. bei Seitenwind); -stand, der: 1. Stand einschl.
Armaturenbrett für den Fahrer (einer Straßenbahn,
Lokomotive usw.): Fahrerstand, Führer stand. 2. im
Maschinenraum liegender Überwachungs- u. Steuerstand für die
Antriebsanlage (bei Seeschiffen): -steig, der: einem Gehsteig
ähnliches Laufband, das der kontinuierlichen
Personenbeförderung dient: -Steiger, der: Vorgesetzter mehrerer Steiger
(Berufsbez.); -^stfl, der: der F. eines Rennfahrers, eines
Skiläufers; -strahl, der (Math.): Leitstrahl: -Straße, die:
1. breite, gut ausgebaute, vorwiegend dem Fernverkehr
dienende Straße. 2. (Eisenb.) durch Weichen- u. Signalstellung
gesicherter Weg eines Zuges i durch einen Bahnhof!: ^strek-
ke, die: bei einer Fahrt zurückzulegende od. zurückgelegte
Strecke: für diese F. benötigt man etwa zwei Stunden;
-streifen, der: svw. f -spur; -Student, der: vgl. -schüler
(2); -stuhl, der: l.a) Kabine, Korb eines Aufzugs, bes.
zur Beförderung von Personen: der F. war ganz oben; er ...
fluchte im F. (Kant. Impressum 103); b) Aufzug zur
Beförderung von Personen: Personenaufzug, Lift: den F.
benutzen; mit dem F. fahren; Diese Verzögerungen... blockierten
die Fahrstühle (Johnson, Ansichten 59); als ... Recknagel
... zum ... mit einem F. ausgestatteten Schanzen türm
hinaufstieg (Gast. Bretter 124). 2. kurz für t Krankenfahrstuhl,
dazu: -stuhlfiihrer, der: jmd.. der den Fahrstuhl in einem
öffentlichen Gebäude, einem Kaufhaus, Hotel o. ä. bedient,
-Stuhlgehäuse, das. -Stuhlschacht, der; -stunde, die:
Unterrichtsstunde bei einem Fahrlehrer, in der das Fahren eines
Kraftfahrzeugs, der Umgang mit dem Kraftfahrzeug geübt
wird: Mauglich <AdJ.; nicht adv.>: Fahrtauglichkeit
besitzend, aufweisend (Ggs.: -untauglich), dazu: -tauglkhkeit,
die: Tauglichkeit, geistige, körperliche Fähigkeit, ein
Kraftfahrzeug im Verkehr sicher zu fuhren (Ggs.: -untauglich-
keit); -taxe, die (Schweiz.): Fahrpreis: -technik, die: sichere
Beherrschung der technischen Mittel beim Fahren: über
eine ausgefeilte F. verfügen, dazu: -technisch <AdJ.;
o. Steig.; nicht präd.>: die Fahrtechnik betreffend, auf
ihr beruhend: -lest, der: Erprobung durch, beim Fahren:
-treppe, die: svw. t Rolltreppe; -tüchtig <AdJ.; nicht adv.)
(Ggs.: ^untüchtig): 1. Fahrtüchtigkeit (1) besitzend,
aufweisend: in diesem Zustand sind Sie nicht f. 2. auf Grund
seines technischen Zustands einwandfreies Fahren
gewährleistend: der Wagen stand in einer Indiohütte ... schon lange
nicht mehr benutzt .... aber f. (Frisch. Homo 78). dazu:
-tüchtigkeitfdie(Ggs.: Mintüchtigkeit): 1. geistige,
körperliche, bes. die nicht durch Alkohol. Drogen o. ä.
beeinträchtigte Fähigkeit, ein Kraftfahrzeug im Verkehr sicher zu
führen: jmdn. auf seine F. hin untersuchen. 2. einwandfreies
Fahren gewährleistender technischer Zustand eines
Kraftfahrzeugs: die F. dieses Wagens hängt entscheidend von
den richtigen Reifen ab; -Unsicherheit, die <o. PI.): der
Alkoholgehalt im Blut genügt als Strafgrund, ohne daß
F. nachgewiesen zu werden braucht (Auto 6, 1965. 38);
—untauglich <Adj.; nicht adv.): Fahruntauglichkeit
aufweisend, sie betreffend, davon zeugend (Ggs.: ^tauglich), dazu:
Mintauglichkeit, die: Untauglichkeit. geistige u. körperliche
Unfähigkeit, ein Kraftfahrzeug im Verkehr sicher zu führen
(Ggs.: -tauglichkeit); -untüchtig CAdj.; nicht adv.) (Ggs.:
^tüchtig): 1. Fahruntüchtigkeit (1) aufweisend, sie
betreffend, davon zeugend: Jugendliche Autofahrer werden durch
den Genuß von Alkohol schneller f. als ältere (Auto 8.
1965. 17). 2. auf Grund technischer Mängel einwandfreies
Fahren nicht mehr gewährleistend, dazu -untüchtigkeit, die
(Ggs.: ^tüchtigkeit): 1. geistige, körperliche, bes. die durch
Alkohol. Drogen o.a. bewirkte Unfähigkeit, ein
Kraftfahrzeug im Verkehr sicher zuführen: ... wird F. grundsätzlich
dann angenommen, wenn der Blutalkoholgehalt die 1.5-
Promille-Grenze erreicht hat (Medizin II, 56). 2.
technischer Zustand eines Kraftfahrzeugs, bei dem auf Grund
bestimmter Mängel ein einwandfreies Fahren nicht mehr
gewährleistet ist: -Verbindung, die: Verkehrsverbindung:
^verbot, das: vom Gericht od. einer entsprechenden Behörde
ausgesprochenes, für eine befristete Zeit geltendes Verbot,
ein Kraftfahrzeug zuführen: -verhalten, das: 1. das
Verhalten eines Kraftfahrers beim Fahren, bes. im Verkehr: daß
...jeder Kraftfahrer verpflichtet sei, sein F. so einzurichten,
daß er eine der Straße angemessene Geschwindigkeit
einhält (Frankenberg. Fahren 146). 2, vgl. Eigenschaft: wir
können uns an kein anderes Auto erinnern, dessen F.
so gut ist (Auto 6. 1965. 33); -verkehr, der: ... so daß
der Fahrer ... weder psychisch noch geistig frei sein kann
für die wechselnden Anforderungen des -s (Mensch im
Verkehr 24); -Vorschrift, die: Vorschrift, wie man auf einer
Straße fahren muß: ^wasser, das: vgl. ^rinne: das schmale
F. des Flusses ist mit Bojen gekennzeichnet; Ü die
Unterhaltung geriet in [ein] politisches F. (wurde unversehens
politisch): *in seinem/im richtigen F. sein (ugs.; eifrig von
etwas reden, etwas mit Eifer betreiben, was einem besonders
/am Herzen/ liegt): in imds. F. schwimmen/seaeln (ugs.;
von jmdm. stark beeinflußt sein. jmds. Gedanken.
Anschauungen kritiklos übernehmen); -wes, der: 1. vgl. ^strecke.
2. Weg. der von Fahrzeugen betvutzt werden kann: durch
den Wald fuhren keine -e. sondern nur Wander- und
Gehwege; -weise, die: Art u. Weise, in der ein
Kraftfahrer ein Kraftfahrzeug fährt, bes. im Hinblick auf andere
Verkehrsteilnehmer: sportliche, defensive, offensive F.; mit
seiner aggressiven F. gefährdet er sich und andere; ^werk,
das: 1. Gesamtheit der meist einziehbaren Teile eines
Luftfahrzeugs, die dem Aufsetzen beim Landen u. der
Fortbewegung (mf dem Boden dienen. 2. svw. t^gestell (1). dazu:
-Werkabstimmung, die (Kfz.-T.): zwechnäßige Einrichtung
u. Abstimmung der wesentlichen Teile des Fahrwerks (2),
-werksbau,der <o. PL); -widerstand, der: Gesamtheit aller
der Hauptbewegung eines Fahrzeugs entgegenwirkenden
Kräfte: -wind, der: 1. beim Segeln u. Segelflug als Antrieb
dienender Wind: die Segler haben heute keinen günstigen
F. 2. svw. t Fahrtwind; ^zeit, die: für das Zurücklegen
einer bestimmten Strecke während einer Fahrt benötigte
Zeit: eine F. von fünf Stunden muß man einkalkulieren;
vgl. Fahrtzeit; -zeug [aus niederd. fahrtüg = Schiff] das:
u. a. mit Rädern. Kufen od. Tragflächen ausgerüstete
technische Konstruktion mit Eigen- od. Fremdantrieb zur schnel-
50#
787
Fähr-
leren 1 Beförderung von Personen u. Lasten; er handelt mit
-cn aller Art. vom Fahrrad bis zum Auto, dazu: -zaigaus-
weis. der (Schweiz.): svw. t Kraftfahrzeugschein,
-zeugbau, der <o. PI.), -zeugbrief. der: vgl. Kraftfahrzeugbrief.
-zeugfiihrer. der: jmd., der ein Kraftfahrzeug fährt, -zeug-
halter, der: jmd.. der die Verfügungsgewalt über ein
Kraftfahrzeug besitzt u. es für eigene Rechnung gebraucht, -zeug-
haltung. die <o. PI), -zeuginsasse, der. -zaigkolonne. die.
-zeugkonvoi. der, -zeuglenker, der (bes. Schweiz.): svw.
t-zeugführer. ^zeugraanmer, die: vgl.
Kraftfahrzeugkennzeichen, ^zeugpapiere <PI.>: vgl. Kraftfahrzeugpapiere.
-zeugpark.der: vgl. Wagenpark, -zeugrahmen. der. -zeug-
schlange. die: Schlange von Fafirzeugen, -zeugtedinik. die,
-zeugtyp, der. -zeugverkehr, der: der Weg ist für den
F. gesperrt, -zeugwartung, die; -zeugwrack, das.
Föhr- [Te:;-]: ^betrieb, der: Verkehr von Fähren,
Fährschiffen: wegen des Hochwassers mußte der F. vorübergehend
eingestellt werden; -bett, das: sich allmählich verengendes
Becken, in dem das Schiff nach Beendigung des Fährbetriebs
na/iezu unbeweglich ruht; -boot, das: für den Fährbetrieb
eingesetztes Boot; -dienst, der: vgl. ^betrieb: das Fährschiff
hat den F. wieder aufgenommen; -geld, das <P1. selten):
für die Benutzung einer Fähre zu entrichtender bestimmter
Geldbetrag; -hafen, der: /Teil einesj Hafen sl, in dem
Fährschiffe anlegen; -haus, das: Haus des Fährmanns;
-kahn, der: vgl. T ^schiff; -lohn, der (früher): Lohn des
Fährmanns für ein einmaliges Übersetzen; -mann, der <P1.
...männer u. ...leute): Führer einer kleinen Fähre, eines
Fährboots; -schiff, das: für den Fährbetrieb eingerichtetes
u. eingesetztes Schiff: dieses F. hat zwei Wagendecks;
-verkehr, der: vgl. ^betrieb.
fahrbar ('fa:gba:^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. sich fahren
lassend; geeignet, gefahren zu werden; so konstruiert, daß
es fahren kam: ein -es Bett; der Teewagen ist f. 2.
(veraltend) befahrbar: Nach 300m folgt man einer ... sehr
schmalen, aber gut -en Straße (Kosmos 3. 1965. 136); <Abl.:>
Fahrbarkeit, die; -.
Fähre [Te:ra], die; -. -n [mhd. ver(e). zu mhd. vern. ahd.
ferian = zu Schiffe fahren, übersetzen; vgl. fahren]: 1.
oft besonders konstruiertes u. eingerichtetes Wasserfahrzeug
zum Transportieren, Übersetzen von Personen [in
Landfahrzeugen I über einen Fluß, einen See od. eine bestimmte,
meist kürzere Meeresstrecke: die F. legt tarn Ufer] an,
legt ab. dreht sich, fährt quer über den Strom; Die F.
hat an der Nickelswaldener Anlegebrücke festgemacht
(Grass. Hundejahre 18); wir setzten mit der F. über. 2.
kurz für TLandefähre: An Bord der F. sind .... während
Ron Evans mit dem Mutterschiff den Mond umkreist
(Hörzu 50. 1972. 73).
fahren ['fairen] <st. V.) [mhd. vam. ahd. faran]: l.a) sich
auf Rädern rollend, gleitend mit Hilfe einer antreibenden
Kraft fortbewegen <ist>: der Zug fährt; unser Auto fährt
nicht; das Schiff fährt langsam [aus dem Hafen]; der
Fahrstuhl fährt nur bis zum achten Stock; der Bus fährt durch
den Tunnel, über eine Brücke, von Berlin nach Potsdam;
wann fährt der nächste Bus? (wann fahrt er ab?); der
Triebwagen fährt (verkehrt) fahrplanmäßig, täglich; der
D-Zug fährt nach München (sein Bestimmungsbahnhof
ist München); fährt die Straßenbahn über den Markt?
(berührt sie auf ihrer Fahrt den Markt?); b) <f. + sich)
bestimmte Fahreigenschaften haben <hat>: der neue Wagen
fährt sich hervorragend. 2. a) sich mit einem Fahrzeug o. ä.
fortbewegen <ist>: vorsichtig, schnell, mit großer
Geschwindigkeit, (ugs.:) wie der Teufel f.; rechts, links, geradeaus,
in einer Kolonne f.; 80 [km/h] f.; erster Klasse, mit der
Bahn, mit dem Zug. mit dem Bus [zur Arbeit], mit dem
Fahrrad, mit dem Roller, auf dem Riesenrad, in einer
Kutsche f.; aus der. in die Garage f.; gegen einen Baum
f.; ihr fahrt, u. wir gehen zu Fuß; er ist seit 20 Jahren
unfallfrei gefahren: er fährt gut (ist ein guter
[AutoWahrer); ich bin heute gefahren (habe am Steuer gesessen);
wir fahren um 8 Uhr (brechen um 8 Uhr auf); man fährt
bis dahin 2 Stunden (braucht für die Fahrt 2 Stunden);
er fuhr ihm [mit dem Vorderrad] über den Fuß; der Pkw
fuhr dem Lkw in die Flanke; Ü Christus ist gen Himmel
gefahren (zum Himmel aufgestiegen); b) mit einem
Fahrzeug reisen; eine Reise. Fahrt machen <ist>: an die See.
nach Paris, in/auf Urlaub, zu den Großeltern f.; c) <f.
+ sich) sich unter bestimmten Umständen in bestimmter
Weise fahren (2 a) lassen <hat>: auf dieser Straße, bei/im
Nebel fährt es sich schlecht. 3.a) sich eines Fahrzeugs
o. ä. bedienen, es benutzen, davon Gebrauch machen <ist>:
Eisenbahn. Auto, Kahn. Karussell. Ski, Rollschuh f.; wir
sind Schlitten gefahren; b) als Fahrzeugführer lenkend
fortbewegen, an einen bestimmten Ort bringen, zu einem Ziel
hinbewegen <hat>: einen Pkw, ein schweres Motorrad, einen
Mercedes, einen Ford Taunus f.; den Traktor [aufs Feld]
f.; den Wagen in die Garage f.; wer von euch hat gefahren?
(hat den Wagen gesteuert?); sie hat mich f. lassen (hat
mir erlaubt, den Wagen zu steuern): c) als Treibstoff
benutzest <hat>: er fährt nur Supertbenzin]. 4. <hat/ist> a) mit
einem Fahrzeug zurücklegen: einen Umweg, einige Runden,
täglich eine bestimmte Strecke f.; er ist/(seltener:) hat die
Runde in 5:42 Minuten gefahren; ich bin diese Straße
schon oft gefahren; b) mit einem Fahrzeug ausführen,
bewältigen: Kurven f.; (Sport:) ein Rennen, einen Rekord, die
beste Zeit f.; eine Sonderschicht in der Fabrik f.; (Film:)
(mit dem Kamerawagen o. ä.) eine Aufnahme f. 5. durch
Fahren (2) in einen schlechten Zustand bringen <hat>: er
hat seinen Wagen zu Bruch, schrottreif gefahren. 6. mit
einem Fahrzeug befördern, an einen bestimmten Ort
transportieren <hat>: Sand. Mist f.; jmdm. Kartoffeln in den
Keller f.; er hat den Verletzten ins Krankenhaus gefahren.
7. <hat> a) (Technik) in Betrieb halten, bedienen: einen
Hochofen f.; die gesamte Anlage wird von einer
Zentralstelle aus gefahren; b) (Film. Rundf, Fems.) ablaufen lassen,
senden, übertragen: die Nachrichtensendungen werden
täglich mehrmals gefahren. 8.a) /plötzlich! eine schnelle,
rasche Bewegung machen; sich rasch, hastig in eine bestimmte
Richtung, an eine bestimmte Stelle bewegen <ist>: erschrok-
ken aus dem Bett f.; in die Kleider f. (sich rasch anziehen);
der Blitz ist in einen Baum gefahren; er fuhr in die Höhe
(sprang auf); (Jägerspr.:) der Hase fährt aus dem Lager
(springt auf), der Fuchs fährt zu Bau: der Hund ist ihm
an die Kehle gefahren (gesprungen); Ü was ist denn in
dich gefahren? (was ist mit dir los?); der Schreck fuhr
ihm in die Glieder (er erschrak heftig); der Schrei fuhr
(drang) mir durch Mark und Bein; blitzschnell fuhr es
ihr durch den Kopf (kam ihr der Gedanke), sofort
abzureisen; b) mit einer schnellen Bewegung i über, durch etw.
streichen, wischen <hat/ist>: er fuhr ihr einige Male mit
der Hand durchs Haar, über den Kopf; sie fuhr mit dem
Staubtuch kurz über die Tischplatte. 9. (Bergmannsspr.)
sich in einem Grubenbau fortbewegen, von einer Stelle zur
andern begeben, sich in die Grube hinein- od. aus ihr
herausbegeben <ist>. 10. (ugs.) in bestimmter Weise
zurechtkommen, bestimmte Erfahrungen machen <ist>: mit dieser
Methode, mit diesem Geschäftspartner sind wir immer gut
gefahren; bei diesem Geschäft ist er nicht übel gefahren
(es war günstig für ihn). 11. * einen f. lassen (derb; eine
Blähung abgehen lassen): Fahrende, der u. die; -n. -n (Dekl.
t Abgeordnete) (veraltet): y/nrf.. der nicht seßhaft ist u.
ständig umherzieht: Die Mutter war eine Artistin, eine F..
die es nicht hielt bei dem Kind (Spiegel 44. 1966. 42).
Fahrenheit [' fa:renhait; nach dem dt. Physiker D. G. Fahren-
heit (1686-1736)] (Physik): Gradeinheit auf der
Fahrenheitskala (Zeichen: F); <Zus.:> Fahrenheitskala,die; - (Physik):
Temperaturskala, bei der der Abstand zwischen dem
Gefrierpunkt u. dem Siedepunkt des Wassers in 180 gleiche Teile
unterteilt ist: die F. wird vor allem in den
englischsprachigen Ländern verwendet.
fahrenlassen <st. V.; hat) /vgl. fahren (11)/: 1. nicht mehr
/festilwlten, sondern / schnell7 loslassen: sie hat seinen Arm
f./(seltener auch:) fahrengelassen; der Dieb ließ den Sack
fahren und flüchtete. 2. aufgeben: auf etw. verzichten, nicht
mehr daran glauben, festhalten: sie hat alle Hoffnungen
f.; schwor er sich .... dies ungeheure Glück niemals
fahrenzulassen (Th. Mann. Buddenbrooks 449); Fahrensmaim,
der; -[e]s. ...leute u. ...männer (Seemannsspr.): Seemann;
Schiffer; Fahrer, der; -s, -: a) jmd., der ein Kraftfahrzeug
fährt, insbes. kurz für t Autofahrer: er ist ein sicherer F.:
er saß neben dem F.; b)jmd., der berufsmäßig ein
/Kraftfahrzeug (als Transport-, Verkehrsmittel o.a.) fährt: der
Betrieb sucht noch einige F.; während der Fahrt bitte
nicht mit dem F. sprechen!
Fahrer-: ^flucht, die <o. Pl.>: unmittelbares Sichentfernen
des Fahrers eines an einem Verkehrsunfall beteiligten
Wagens vom Unfallort mit der Absicht, sich der Identifizierung
od. der Feststellung der Art seiner Beteiligung am Unfall
zu entziehen: F. begehen; wegen F. verurteilt werden, dazu:
788
Fair play
^flüchtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; -haus, das: kleiner
abgeteilter Raum. Gehäuse eines Lastkraftwagens, in dem
der Fahrer sitzt. von dem aus er das Fahrzeug fährt; ^kabine«
die: vgl. ^haus; -sitz, der: Platz des Fahrers in einem
Kraftfahrzeug; -stand, der: svw. t Fahrstand (1).
Fahrerei [fa.re'rai], die; - (oft abwertend): ungeschicktes,
behinderndes, alTzu häufiges od. allzu langes, als lästig
empfundenes Fahren: die tägliche F. in diesem Verkehr ist
nervenaufreibend; Fahrerin, die; -, -nen: w. Form zu t
Fahrer; fahrerisch <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.>: das Fahren
mit einem Kraftfahrzeug, die Fahrkunst, -technik eines
Kraftfahrers betreffend: seine -en Qualitäten beweisen; er
ist ihm f. überlegen; fahrig ['fa:n<;] <Adj.>: a) unruhig u.
hastig; unausgeglichen u. unkontrolliert: -e Bewegungen;
b) unaufmerksam, zerstreut wirkend; nicht in der Lage,
sich richtig auf etw. zu konzentrieren; zerfahren: ein -er
Schüler; er wirkte ein wenig geistesabwesend u. f.. dazu:
Fahrigkeit die; -; fahrlässig <Adj.) [eigtl. = fahrenlassend,
zu mhd. varn läsen = gehenlassen, vernachlässigen]: die
gebotene Vorsicht. Aufmerksamkeit. Besonnenheit fehlen
lassend; trotz Gefahr unachtsam, seine Pflichten
vernachlässigend, nachlässig: -es Verhalten; der Arbeiter war f.; f.
handeln, mit etw. umgehen; -e (jur.; durch fahrlässiges
Verhalten verursachte) Tötung, Körperverletzung; dazu:
Fahrlässigkeit, die; -. -en <PI. selten): fahrlässiges
Verhalten: eine grobe F.; (Jur.:) bewußte, unbewußte F.
fährlich ['fc.glK;] <Adj.) [mhd. vaerlich, ahd. farlih, zu: fara.
tGefahr] (veraltet) gefährlich: Damals lebte ihm Rahel.
die Süßäugige, schwer erworben, f. entfuhrt (Th. Mann.
Joseph 165); <Abl.:> FJhrlkhkeit, die; -, -en [mhd. vaw-
licheit).
Fahrnis [Ta:?nisJ. die; -. -se [zu t fahren] (jur.): bewegliches
Vermögen, fahrende Habe: In aller Regel werden die
Fachleute dann einen suchenden Blick über die Gesamtheit
der -se werfen (MM 6.9. 74, 18). dazu: Fghrnisschaden,
der: bei dem Schaufensterbrand entstand ein
Gebäudeschaden von 12000 Mark und ein F. von 10000 Mark (MM
19.12.67.4).
Fflhrnis [Te:?nisl. die; -. -se (häufig PI.) [zu TGefahr] (geh.):
Gefahr, gefährliche Situation: sich in -se begeben.
Fahrt [fa:gt]. die; -. -en [mhd.. ahd. vart. zu Tfahren]: 1.
<o. PI.) a) auf Rädern erfolgende od. gleitende
Fortbewegung; das Faixren (la. 2a): der Zug hat freie F.; nach
drei Stunden F. kamen wir an; er sprach kein Wort
während der F.; b) Geschwindigkeit des Fahrens (1 a. 2 a): der
Zug verlangsamt die F., ist in voller F.; das Schiff nahm
F. auf (wurde schneller); das Schiff machte nur wenig,
kleine F. (Seemannsspr.; fuhr langsatnY. volle F. voraus!
(Seemannsspr.; Befehl an den Maschinisten); *in F.
kommen/geraten (ugs.:\.in gute Stimmung, in Schwung geraten.
2. wütend, böse werden)', in F. sein (ugs.: 1. guter Stimmung,
in Schwung sein. 2. wütend, böse sein): imdn. in F. bringen
(ugs.: 1. in gute Stimmung versetzen. 2. wütend, zornig
machen). 2.a) das Fahren zu einem bestimmten Zweck,
zu einem Ziel; Reise mit einem Fahrzeug: eine lange,
anstrengende F.; die F. begann und endete am Schloß; eine
F. unterbrechen; eine F. [mit dem Auto] ins Ausland
machen; wir hatten eine gute, angenehme F. hierher; 'eine
F. ins Blaue (Ausflugsfahrt, hei der das Ziel noch nicht
endgültig festgelegt ist od. den Teilnehmern nicht
bekanntgegeben wird): b) meist me/irtägige Wanderung vorwiegend
junger Leute [mit Zelten/: wir haben früher viele -en
gemacht, sind oft auf F. gegangen. 3. (Bergmannsspr.) a)
in einem Schacht zum Ein- u. Aussteigen angebrachte Leiter;
b) mit Seilzug betriebene Förderanlage. 4. (Seew.) svw.
t Fahrtbereich: er ist Kapitän auf großer F.; er hat das
Patent für kleine F.; das Schiff ist für mittlere F. zugelassen.
Fahrt- (vgl. auch: Fahr-, Fahrten-): -ausweis, der: svw.
t Fahrausweis (1); -bereich, der (Seew.): Bereich, für den
ein Schiffsführer durch sein Patent zugelassen ist od.
innerhalb dessen ein Schiff seiner Größe. Konstruktion o.a.
entsprechendeingesetzt werden, fahren darf; vgl. Fahrbereich;
-bereit <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): svw. t fahrbereit;
Miauer, die: Dauer einer Fahrt (2 a), für eine Fahrt (2 a) benötigte
Zeit. Fahrzeit; -genösse, der (veraltet): Mitreisender; ^ge-
schwindigkeit, die: svw. t Fahrgeschwindigkeit; -kilometer,
der: svw. t Fahrkilometer; -kosten <PI.>: svw. t Fahrkosten;
-riditung, die: Richtung, in der sich ein Fahrzeug
fortbewegt: der Bus änderte plötzlich die F.; Er bekam einen
Fensterplatz in F. (Reinig. Schiffe 45). dazu: -richtungsan-
zeiger, der (Kfz.-T.): paarweise an der Vorder- u. Rückseite
eines Fahrzeugs angebrachte Blinkleuchte, mit der die
Änderung der Fahrtrichtung angezeigt wird; —rinne, die: svw.
t Fahrrinne; ^route, die: Verlauf der Wegstrecke.
Wegführung einer Fahrt (2 a): die F. für eine Reise festlegen;
-Schreiber, der (Kfz.-T.): Gerät in einem Fahrzeug, das
die Fahrgeschwindigkeit (in Abhängigkeit von der Zeit)
aufzeichnet; Tachograph; -strecke, die: svw. t Fahrstrecke:
Die Heizung ... fördert ... nach wenigen 100 Metern F.
... die erste Warmluft (Auto 6. 1965. 22); -Unterbrechung,
die: nach einer kurzen F. setzte sich der Zug wieder in
Bewegung; mit dieser Fahrkarte ist eine F. beliebig oft
möglich (darf man an beliebig vielen Orten aussteigen,
um die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen);
-wind, der: bei schneller Fahrt eines Fahrzeugs entstehende
Luftströmung: Er fährt, seinen linken Arm in den F.
gehängt, einhändig (Frisch. Gantenbein 375); vgl. Fahrwind;
^»it, die: svw. t Fahrzeit; -ziel, das.
Fährte [TE^to], die; -. -n [mhd. verte. zu: vart, t Fahrt]:
aus den Fußabdrücken bestimmter Wildtiere, bes. des
Schalenwilds, bestehende Spur: eine frische, warme F.; die F.
eines Hirsches; der Hund nimmt die F. auf, folgt der
F.; auf eine F. kommen, stoßen; den Hund auf die F.
setzen; U die Polizei hat in diesem Mordfall endlich eine
F. gefunden; die Polizei verfolgt eine falsche F., ist auf
der falschen F. (bei der Suche nach einem Verbrecher);
jmdn. auf eine falsche F. locken, auf die richtige F. bringen
(jmdm. falsche, richtige Hinweise geben); voran der Hofrat
.... auf seiner F. (gefolgt von) Dr. Krokowski (Th. Mann,
Zauberberg 92).
Fahrten- (vgl. auch: Fahrt-): -buch, das: 1. Kontrollbuch,
in das ein Falirzeugfüfxrer. bes. der Berufskraftfahrer.
Einzelheiten über die Fahrten (2a), Reparaturen, die Fracht o.a.
einträgt. 2. Tagebuch einer Watviergruppe o. ä.. in das
Einzelheiten über die Fahrten (2 b), die Wanderungen
eingetragen werden; -messer, das: feststehendes Messer, das in
einer Scheide /aus Leder/ steckt u. bes. bei Fa/irten (2b)
mitgeführt wird; ^Schreiber, der: svw. t Fahrtschreiber;
-Schwimmer, der: jmd.. der eine Prüfung abgelegt hat. die
aus 30 Minuten Dauerschwimmen u. einem Sprung vom
3-m-Brett besteht, dazu: -sdwimmerabzeichen, das;
-sdmknmerzeugnis, das.
Fahrtuch, das; -s. ...tücher [niederd. Fahrdook. Faat-dook.
aus: Faat = Faß. Gefäß. Schüssel. Teller u. Dook =
Tuch, also eigtl. = Schüssel- od. Tellertuch] (nordd.):
Wisch-. Abwaschtuch.
Faible [fe:bl], das; -s. -s [frz. faible. eigtl. = Schwachheit.
Kraftlosigkeit. Subst. zu: faible = schwach, kraftlos <
lat. flebilis = beweinenswert. kläglich]: Vorliebe.
Schwäche, die jmd. für jmdn.. etw. hat; Neigung. Hang. etw.
Bestimmtes zu tun; Gefallen an jmdm.. etw.: sein F. für
gutes Essen ist bekannt; Er hatte sofort ein F. für diesen
Jungen (Katia Mann. Memoiren 71); Dort aber in der
Obersten Abteilung sitzen keine Zeichner und Maler mit
einem F. für Übernatur (Kant, Impressum 8).
Faille [fa:j. 'falte], die; - [frz. faille. H. u.]: Seidengewebe
mit feinen Querrippen (Ripsseide).
fair [fe:g] <Adj.> [engl, fair]: a) anständiges Verhalten, eine
gerechte, ehrliche Haltung andern gegenüber zeigend; von
Anständigkeit, Gerechtigkeit. Ehrlichkeit zeugend; den
Regelndes Zusammenlebens entsprechend: -es Benehmen; eine
-e Gesinnung; ein -er Geist. Kampf; Funksprechgeräte
zu -en (angemessenen u. vertretbaren) Preisen (Funkschau
20. 1971, 2126); Es ist aber nur gerecht und f.. zu sagen,
daß ... (Grzimek. Serengeti 107); Ein guter Schreiber ist
f. gegen den Leser (Reinig. Schifte 120); das war nicht
ganz f. von ihm; daß der Wahlkampf von seinem
konservativen Gegner f. gefuhrt worden sei (Welt 23.1. 65. 4);
b) (Sport) den / Spiel /regeln entsprechend, anständig u.
kameradschaftlich: ein -er Sportler. Wettkampf; die
Entscheidung des Schiedsrichters war nicht f. (nicht unparteiisch);
Fairneß [fernes], (österr. auch:) Fairness, die; - [engl,
faimess]: a) anständiges Verhalten, gerechte, ehrliche
Haltung andern gegenüber; b) (Sport) den ! Spieliregeln entspre-
chendes. anständiges u. kameradschaftliches Verhalten beim
Spiel, Wettkampf o.a.; <Zus.:> Fairneßpokal, der (Sport):
Pokal für die fairste Mannschaft* den fairsten Spieler bes.
bei Turnieren; Fairneßpreis, der: vgl. Faimeßpokal; Fair
play [Te9 plei], das; - - [engl, fair play]: svw. t Fairneß:
einer, der noch an Recht, an F. p.. an Sitte und Anstand
789
Fairway
auch im Kampf der Meinungen glaubte (Tucholsky. Werke
I. 432); Fairway[fedwei]. das; -s, -s [engl, fairway. eigtl.
= offener, unbehinderter Weg] (Golf): kurz gemähte
Spielbahn zwischen Abschlag (lc) u. Grün (3): den Ball neben
das. aufs F. spielen.
Fairy chess ['fean tjes], das; - - [engl, fairy chess. eigtl.
= Zauberschach] (Schach): modernes Teilgebiet des
Problemschachs mit z. T. neuerfundenen Figuren od. mit
verändertem Schachbrett.
Faiseur [fezo:?]. der; -s, -e [frz. faiseur = Macher, zu:
faire = machen, tun < lat. facere] (veraltet): jmd., der
ein geplantes übles Unternehmen durchführt; Anstifter:
Fait accompli [fetakö'pli]. das; --. -s -s [feza...; frz. fait
accompli.aus: fait = Tat(sache) < lat. factum (t Faktum)
u. accompli = vollendet. 2. Part, von: accomplir =
vollenden, zu lat. complere = anfüllen, vollenden] (bildungsspr.):
Tatbestand, der nicht mehr zu ändern, nicht mehr rückgängig
zu machen ist; vollendete Tatsache: Es ist nicht das erste
Mal. daß Pankow die Franzosen mit einem F. a.
überrumpelt (Welt 23.1. 65. 3).
(Skal [f£'ka:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. faex
(Gen.: faecis) = Bodensatz. Hefe] (bes. Med.): die Fäkalien
betreffend, daraus bestehend; kotig; <Zus.:> FäkgUünaer.
der: vorwiegend aus menschlichen Abscheidungsstoffen
bestehender Dünger; Fäkalien [...frn] <P1.> [zu träkal] (bes.
Med.): von Menschen u. Tieren ausgeschiedener Kot /'«.
HarnJ.
Fakir [fa:ki:?. österr.: faki:?]. der; -s. -e [arab. faair =
arm; Armer]: 1. (in mohammedanischen Ländern) frommer,
bettelnd umherzie/iender Asket der seinen Körper durch
besondere Konzentrationsübungen, durch Autosuggestion
o. ä. unempfindlich gegen Schmerzen machen kann.. 2. als
Fakir (1) auftretender Zauberer. Gaukler.
Fakbau [Takl-]. die; -. ...säue [(mit Ausfall des r) zu mhd.
varch. varke = Schwein. Ferkel, ahd. far(a)h. t Ferkel]
(südd., österr.): tragendes! Mutterschwein.
Faksimile [fak'zi:mile]. das; -s. -s [engl, facsimile. subst.
aus lat. fac simile = mach ähnlich!] (Fachspr.): mit einem
Original in Größe u. Ausführung genau übereinstinvnende
Nachbildung, Wiedergabe, bes. als fotografische
Reproduktion: das F. einer Urkunde, einer alten Handschrift.
Faksimile-: -abdruck. der: svw. t -druck (2); -ausgäbe, die:
Ausgabe als Faksimiledruck (2): Die Schöpfungsmesse hat
... eine Veröffentlichung besonderer Art erlebt; eine F.
des erst 1956 wieder aufgetauchten Autographs (Welt 28.
6.65.7); Miruck, der <P1. drucke): 1. <o. Pl.>
Druckverfahren, in dem das Faksimile eines historisch wertvollen
Schriftwerks o. ä. hergestellt wird: ein Prachtwerk mit 228 Tafeln,
das er in F. ... herausbrachte (Ceram. Götter 37). 2. in
Faksimiledruck (1) hergestellte Nachbildung eines Originals:
Der Chagall ist eine Kopie, ein F. (Welt 11.8. 62. geist.
Welt 3); ^Stempel, der: Stempel mit originalgetreuer
Unterschrift; ^telegref,der: Gerät zur Übermittlung von
druckfertigen Schriftsätzen an einen anderen Druckort; Mibertra-
gung, die: Übertragung eines druckfertigen Schriftsatzes
durch einen Faksimiletelegrafen an einen anderen Druckort.
faksimilieren [fakzimili:ren] <sw. V.; hat): ein Faksimile
von etw herstellen: eine alte Urkunde f.
Fakt [fakt]. das. auch: der; -[eis. -en. auch: -s: svw.
^Faktum: das ist der F.; Aber F. war. daß meine
gesammelten Werke nicht die Bohne taugten (Plenzdorf, Leiden
23); -s und Stories dazu wirken oft amüsant
(Werbeprospekt); Fakta: PI. von f Faktum; Fakten: PI. von fFakt
u. t 'Faktum; Faktenmaterial, das; -s. -ien:
Tatsachenmaterial; Faktenwissen, das; -s: Bestand an Kenntnissen über
bestimmte Fakten, Daten, äußere Ereignisse o.a.: seine
Kenntnisse beschränken sich auf bloßes F.; Faktion [fak-
'tsio:n]. die; -. -en [lat. factio. eigtl. = das Machen]
(veraltend): aktive, kämpferische bis radikale parteiähnliche
Gruppe, die sich innerhalb einer Partei gebildet hat u. deren
Ziele u. Ansichten von der Generallinie der Partei abweichen:
Die Väter der amerikanischen Verfassung hatten
.Faktionen' als negative Elemente bezeichnet (Fraenkel. Staat
74); bktitis <Adj.; Steig, ungebr.) [frz. factieux < lat.
factiösus = parteisüchtig]: von Parteiengeist beseelt; Fak-
tis [Taktis], der; - [Kunstwort]: als Gummiersatz
verwendeter, künstlich hergestellter, kautschukähnlicher Stoff.
f«ktfedi <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu t'Faktum]: a)
den Tatsachen entsprechend, in Wirklichkeit, tatsächlich,
wirklich: der -eNutzen einer Reform; eine schnelle
Hilfeleistung war f. unmöglich; (es)... wurde ... noch der Schein
eines ... Bündnisses gewahrt, während die zur
Unterstützung in Italien selbst stationierten deutschen Truppen f.
als Besatzungsmacht auftraten (Fraenkel. Staat 86); b)
(österr. ugs.) praktisch, eigentlich, quasi: das ist ja f.
dasselbe; wenn das so weitergeht, müßte ich f. auswandern;
faktitiv [faktiti:f. auch: ' ] <Adj.; o. Steig.) [zu lat.
factitäre = oft. gewöhnlich tun]: 1. (bildungsspr.)
bewirkend. 2. (Sprachw.) das Faktitiv betreffend: -e Verben;
Faktitiv [-]. das; -s. -e [...i.va]. FaktitMm [...'ti:vum]. das;
-s. ...va (Sprachw.): abgeleitetes Verb, das ein Bewirken
zum Ausdruck bringt (z. B. schärfen = scharf machen);
Faktizitit [faktitsi't£:t]. die; -. -en (Philos.. bildungsspr.):
feststellbare Wirklichkeit; Tatsächlichkeit, Gegebenheit: die
-en und Realitäten der Gesellschaft (Fraenkel. Staat 140);
Faktographk, die; - [zu f 'Faktum u. T-graphie]: svw.
TFacti on-Prosa, dazu: faktogrohbch <Adj.; o. Steig.): in der
Art der Faktographie: eine -e Wiedergabe einzelner
Ereignisse; Faktor [faktor. auch: fakto:?]. der; -s. -en [...'to:r»n;
lat. factor = Macher. Verfertiger]: 1. mitwirkende Ursache,
Kraft; mitbestimmender, maßgeblicher Umstand,
Gesichtspunkt: ein entscheidender, wesentlicher, bestimmender F.;
wirtschaftliche und psychische -en wirken hier zusammen;
die regionale forstliche Erzeugungs- und
Nutzungsplanung, die vorzugsweise mit dem F. der Zeit arbeitet
(Mantel. Wald 54); das Wetter, der Junge ist [bei
unserem Vorhaben] ein unsicherer F. (das Wetter, das
Verhalten des Jungen können wir nicht von vorneherein
fest einkalkulieren). 2. (Math.) Zahl od. Größe, mit der
eine andere multipliziert wird: ein konstanter F.; ein F.
von 108; eine Summe in [ihre] -en zerlegen. 3. technischer
Leiter einer Setzerei, auch einer Buchdruckerei od.
Buchbinderei; <Zus. zu 1:) Faktorenanalyse, die (Psych.):
statistische Forschungsmethode zur Ermittlung der Faktoren, die
einer großen Menge verschiedener Eigenschaften zugrunde
liegen; Faktorei [fakto'rai]. die; -. -en [mlat. factoria =
Geschäft]: (im Zeitalter des Kolonialismus) größere
Handelsniederlassung in Übersee: faktoriel! [...to'riel] <AdJ.;
o. Steig.): nach Faktoren (1) aufgeschlüsselt, in Faktoren
zerlegt; Faktotun [fak'totom], das; -s. -s u. ...ten [subst.
aus lat. fac tötum = mache alles!]: jmd., der schon längere
Zeit in einem Haushalt, Betrieb o. ä. tätig ist u. alle
anfallenden Arbeiten u. Besorgungen erledigt: Die Afla also ist
die Perle, das F.. das muntere Zimmermädchen mit dem
roten, lachenden Gesicht (K. Mann. Wendepunkt2S); der
Hauswart an ihrer Tanzschule, ein F. von siebenundsiebzig
Jahren (Frisch. Stiller 218); 'Faktum ffaktum]. das; -s.
...ten. veraltend auch: ...ta [subst. aus lat. factum =
gemacht, getan, geschehen. 2. Part, von: facere = machen,
tun] (bildungsspr.): etw., was tatsächlich, nachweisbar
vorhanden, geschehen ist; Tatbestand, Ereignis, mit dem man
sich abfinden muß. /unumgängliche' Tatsache: ein
politisches, unabänderliches F.; sich bei einem Vortrag auf
Fakten stützen, von bloßen Fakten ausgehen; Hier geht es
nicht um die Unverbindlichkeit eines „Wesens des
Christentums", sondern hier geht es um brutale Fakten: ...
(Thielicke. Ich glaube 12); vgl. de facto; Faktum [-]. das;
-. ...tümer[lat. factum = das Gemachte, d. h. das
Gestohlene, zu gaunerspr. machen = stehlen, f'Faktum] (Gau-
nerspr.): Beute. Diebesgut; Faktur [faktu:?]. die; -. -en
[1: relatinisiert aus ital. fattura < lat. factüra = das
Machen, die Bearbeitung; 2: frz. facture]: 1. (Kaufmannsspr.
veraltend) Rechnung für eine gelieferte Ware. Lieferschein.
2.a) (veraltet, noch iron.): handwerkliche Arbeit:
Königsberg stellt zumeist Paßfälschungen. Ausfuhrscheine. Visa
... und Amtsausweise unserer (= der Verbrecher) F. aus
(Kisch. Reporter 176); b) (Musik) kunstgerechter Aufbau
einer Komposition; Faktura [fak'tu:ra]. die; -. ...ren
(veraltet, noch österr.): svw. tFaktur (1); fakturieren [faktu-
'ri:ran] <sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): Fakturen (1)
ausschreiben; Waren berechnen, dazu: Fakturknmg. die; -.
-en: Warenberechnung; <Zus.:> Fakturiermaschine, die
(Bürow.): Büromaschine zum Erstellen von Rechnungen o. ä.
in einem Arbeitsgang; Fakturist [faktu'nst]. der; -en. -en:
jmd., der in einem kaufmännischen Betrieb mit der
Aufstellung u. Prüfung von Fakturen (1) beschäftigt ist; Fakturjstin,
die; -. -nen: w. Form zu t Fakturist.
flkulent [feku'lEnt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. faeculen-
tus = voll Hefe; voll Unrcinigkeiten; t Fäzes] (Med.):
kotartig, kotig.
790
fall-, Fall-
Fakultas [fakultas]. die; -. ...täten [...'te:tn; lat. facultas
= Fähigkeit, Vermögen, Möglichkeit] (bildungsspr.):
wissenschaftliche Lehrbefähigung in einem bestimmten Fach:
ein Studienrat mit der F. für Geschichte; Fakultät
[fakul'teit]. die; -, -en [mlat. facultas (Gen.: facultatis)
= Wissens-. Forschungsgebiet < lat. facultas, f Fakultas]:
1. (Hochschulw.) a) eine Gruppe zusammengehörender
Wissenschaften od. Wissenschaftsgebiete umfassende Abteilung
als Lehr- u. Verwaltungseinheit einer Universität od.
Hochschule: die F. wechseln; sich an der philosophischen,
medizinischen F. einschreiben lassen; *[ein Kollette] von der
anderen F. sein (scherzh.: I. eine andere I Glaubens Jrichtung,
[Weltlanschauung vertreten. 2. homosexuell sein): b)
Gesamtheit der Lehrer u. Studenten, die zu einer Fakultät
(1 a) gehören: die gesamte F. nahm an der Feier teil; c)
Gebäude, Räumlichkeiten als Sitz einer Fakultät da). 2.
(veraltet) svw. t Fakultas. 3. (veraltet) Fähigkeit, natürliche
Gabe: daß wir ihn (= den Stoff der Schöpfung) mit den
-en unserer Vorstellungskraft auf Anhieb begreifen können
(Haber. Welten 82). 4. (Math.) Produkt, dessen Faktoren
durch die Gliederung der natürlichen Zahlenreihe, von 1
beginnend, gebildet werden (z. B. 1 • 2 • 3 • 4 • 5 = 5
Fakultät; Zeichen: 5!); <Abl.:> fakultativ [fakultativ
<AdJ.; o. Steig.) [frz. facultatif. zu lat. facultas, f Fakultas]
(bildungsspr.): dem eigenen Ermessen, der eigenen
Entscheidung überlassen: wahlfrei, nach eigener Wahl (Ggs.:
obligatorisch): -e Unterrichtsfächer; die Teilnahme an dieser
Veranstaltung ist f.; es kann f. die eine oder die andere
Vorlesung belegt werden.
Fakultits-: -beschhiß, der: vom Fakultätsrat gefaßter
Beschluß: ^ratt der: Ausschuß, der sich aus Vertretern der
verschiedenen Gruppen einer Fakultät (1 a) zusammensetzt
(LehrStuhlinhaber, Assistenten, Studenten o.a.):
^Versammlung, die: Zusammenkunft des Fakultätsrats.
Falaises[fa'le:zL(auch:)Falahen[fale:zn]<P1.)[frz. falaises.
PI. von: falaise = Steilküste. Klippe]: französische Bez.
für Steilküsten [der Normandie u. Picardiel.
Falange [fa*lange, span.: fa'lanxe]. die; - [span. Falange.
eigtl. = Stoßtrupp < lat. phalanx (Gen.: phalangis).
tPhalanx]: faschistische, totalitäre Staatspartei Spaniens: Die
nationale Bewegung... ist die einzige in Spanien
zugelassene Partei. Sie repräsentiert den rechten Flügel der F. (MM
14. 6. 75, 1); Falangist [falau'gist]. der; -en. -en [span.
Falangista]: 1. Mitglied der Falange. 2. Mitglied der
christlichen Phalangepartei im Libanon, die für Kooperation mit
dem Westen eintritt: im Libanon ... Auf der einen Seite
die ..Falangisten": Sie wollen die Vormachtstellung der
Christen in Wirtschaft und Politik auf jeden Fall erhalten
(Hörzul9. 1976.8).
falb [falp] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. val. valwer]
(geh.): ein fahles, ins Graue spielendes Gelb aufweisend:
fahlgelb, gelblich: ein -es Pferd; die Berg- und Buschwüste,
die f. und dürr wie ein Löwenleib war (Jacob. Kaffee
106); Falbe f falte], der; -n. -n: falbes Pferd mit meist
dunklerem Mähnen- u. Schwanzhaar.
Falbel ['falb)], die; -. -n [frz. falbala. zu afrz. felpe. frepe
= Franse] (Schneiderei): gefältelter od. gekrauster Besatz
an Kleidern: Rüsche:. <Abl.:> fabeln. flUbeln [Telbin] <sw.
V.; hat) (Schneiderei): a) in kleine Falten legen, rüschen:
Spitzen als Kleiderbesatz f.; Die Röcke fielen lang herab,
gefälbelt, reich und bunt gemustert (Ceram. Götter 81);
b) mit Falbeln besetzen: der Ausschnitt des Kleides war
gefälbelt.
FaJdfetorkm[faldis'to:riumJ,das; -s. ...ien [...pn; mlat. faldi-
storium. faldistolium < ahd. faitistuol = Faltstuhl]:
zusammenklappbarer] Armlehnstuhl des Bischofs od. Abtes
für besondere kirchliche Feiern.
Falke [Talks], der; -n. -n [mhd. valk(e). ahd. falc(h)o. wohl
zu ffahl (nach dem graubraunen Gefieder)]: 1. in vielen
Arten vorkommender Greif vogel mit schlankem Körper, spitz
zulaufenden Flügeln u. langem Schwanz, mit hakig
gebogenem Schnabel u. graubraunem, an der Unterseite meist heller
gefärbtem Gefieder: der F. erspäht, schlägt die Beute; Von
unsichtbaren Dächern stießen braune -n zu ihm empor
(H. Mann. Stadt 440); einen -n für die Beizjagd abrichten.
2. (meist PI.) jmd., der einer politischen Gruppierung
angehört, die eine militante [AußenJpolitik vertritt (Ggs.:
Taube 2): Die -n verlangen den rücksichtslosen Einsatz
der Staatsgewalt gegen die Aufruhrer (Spiegel 33. 1967,
69).
Falken-: ^auge.das: 1. (geh.) wachsames, bes. scharfes Auge
eines Menschen. 2. als Schmuckstein verwendete,
feinfaserige Quarzart: ^beize, die: vgl. 2Beize; -Nick, der <o. PI.)
(geh.): wachsamer, scharfer Blick, den jmd. hat: der
psychologische F. Balzacs, geübt, im Unscheinbaren das
Wesenhafte ... zu erkennen (St. Zweig. Fouche 107); -haube,
die (Jagdw.): Haube, die einem zur Jagd abgerichteten
Falken über den Kopf gestülpt wird, solange er auf der Hand
des Falkners sitzt: -hörst, der; -Jagd, die: vgl. 2Beize.
Falkenier [falkani:?]. der; -s. -e (veraltet): svw. t Falkner;
Falkner[falknc],der;-s.• [mhd. valkenaere < mlat. falco-
närius] (Jagdw.): jmd., der bestimmte Greifvögel, meist
Falken, für die Jagd abrichtet u. mit ihnen jagt: <Abl.:) Falkne-
rei [falknarai], die; -. -en (Jagdw.): 1. <o. PI.) das Abrichten
von bestimmten Greifvögeln, bes. von Falken, u. das Jagen
mit ihnen. 2. Anlage, in der zahlreiche Greifvögel, bes.
Falken, gehalten u. abgerichtet werden.
'Fall [fal]. der; -[e]s. Fälle [Teb; 1: mhd.. ahd. val. zu
f fallen; 2-4: von der Vorstellung des Würfelfalls
ausgehend, aber beeinflußt von lat. casus = Fall (frz. cas);
5: für lat. casus, t Kasus]: 1. <o. PI.) a) das Fallen (1 a).
Sichabwärtsbewegen infolge der Schwerkraft: der
Fallschirm öffnet sich im F.. während des -es; *der freie F.
(Physik; gesetzmäßig beschleunigter Fall eines Körpers, auf
den außer der Schwerkraft keine zusätzliche Kraft einwirkt):
b) das Fallen (lc). Hinfallen: Sturz: einen schweren F.
tun; im F. riß er einen weiteren Läufer mit; man hörte
einen dumpfen F. (das Geräusch eines Sturzes): Ü der
F. (Untergang) Trojas; *zu F. kommen (1. geh.; hinfallen,
hinstürzen: er ist im Dunkeln zu F. gekommen. 2. gestürzt
werden, scheitern: der Minister ist durch/über ihn. diesen
Skandal zu F. gekommen); zu F. bringen (1. geh.; hinfallen,
hinstürzen lassen: eine dicke Baumwurzel hat sie zu F.
gebracht. 2. scheitern lassen, zunichte machen: stürzen: ein
Gesetz, einen Plan zu F. bringen; seine Skandale haben
ihn schließlich zu F. gebracht). 2.a) etw., womit man
rechnen muß: Umstand, der eintreten kann: wenn dieser F.
eintritt; für den schlimmsten, äußersten F.; für diesen F.
habe ich vorgesorgt; in solchen Fällen gibt es nur eins,
nur ein Mittel; * [nicht] der F. sein (sich [nicht] so verhalten,
Inichtj so sein): den F. setzen (als gegeben annehmen):
setzen wir einmal den F.. er käme zu spät ...; gesetzt
den F., daß ...; für den F., daß ...; im Fällte], daß ... (falls,
wenn): auf ieden F. (ganz bestimmt, unbedingt): du mußt
ihm auf Jeden F. schreiben; auf alle Fälle (1. unbedingt,
unter allen Umständen, ganz sicher. 2. zur Sicherheit,
vorsichtshalber: man weiß nicht, wie das Wetter sein wird,
wir nehmen auf alle Fälle einen Schirm mit); auf keinen
F. (absolut nicht, unter keinen Umständen): von F. zu F.
(jeweils für sich, besonders, in jedem Einzelfall): etw. von
F. zu F. entscheiden; b) sich in einer bestimmten Weise
darstellende Angelegenheit, Sache, Erscheinung:
Vorkommnis, Ereignis: ein ungewöhnlicher, hoffnungsloser F.; ein
typischer F. von Leichtsinn; dieser F. ist kompliziert, macht
mir Sorge; einen F. aufgreifen, als Beispiel anfuhren, zur
Sprache bringen; ich komme noch auf den F. zurück;
das ist in jedem [einzelnen] F. wieder anders; R [das ist]
ein typischer F. von denkste (da habe ich mich, hat sich
jmd. gewaltig geirrt): *lmds. F. sein (ugs.; jmdm. gefallen,
zusagen, entsprechen): er ist nicht gerade mein F.; klarer
F.! (ugs.; aber natürlich!, selbstverständlich!)^ in Jedem F.
(ob so od. so): diesen Prozeß durchzudenken ... bis zu
Adam und Eva ... oder bis zu den Hominiden .... aber
es gibt in Jedem F. ein Dunkel, in dem diese Kette sich
verliert (Bachmann. Erzählungen 113). 3. (jur.) Gegenstand
einer Untersuchung. Verhandlung: Rechtsfall,
Verhandlungssache: der F. Robert Krause; dieser F. wird die
Gerichte noch einige Zeit beschäftigen; einen F. untersuchen,
aufklären; das Gericht hat den F. entschieden. 4. (Med.)
das Auftreten, Vorhandensein einer Krankheit bei jmdm.,
Krankheitsfall: es traten mehrere Fälle von Pilzvergiftung
auf; Ü sie haben zwei schwere Fälle (schwerkranke
Patienten) auf der Station. 5. (Grammatik) Form der Beugung
(eines Substantivs, Adjektivs, Pronomens od. Numerales):
Kasus, Beugefall: das Substantiv in den 4. F. (Akkusativ)
setzen; nach ..wegen" steht der 2. F. (Genitiv): 'Fall [-].
das; -[e]s, -en [aus dem Niederd. < mniederd. val. eigtl.
= das Fallen] (Seemannsspr.): Tau zum Aufziehen u.
Herablassen eines Segels.
f*ll-. Ffll-: -apfel. der: vgl. -obst; -ball, der (Faustball):
791
Fällbad
nach einem hohen Zuspiel an der Leine mit der nach oben
gedrehten Faust abgebremster Ball, der so sacht ins
gegnerische Feld fallt, daß er dort kaum hochspringt:
-wbaum, der (Jägerspr.): dürrer Baum, auf dem bei der Krä-
henjagd ein Uhu als Lockvogel festgebunden wird: ^bell,
das: vgl. Guillotine; ^beschleunigung, die (Physik):
Beschleunigung, die ein frei fallender Körper erfährt: ^biegung,
die (österr.): svw. t Biegung (2); -brücke, die: bewegliche
Brücke, die zur Erstürmung von Mauern. Überbrückung
von Gräben diente u. auch an Schiffen angebracht wurde:
-gatter.das: svw. T-gitter: ^gesdroindigkeit. die (Physik):
Geschwindigkeit, mit der sich ein frei fallender Körper
bewegt: Mtesetz, das (Physik): Gesetz über den freien Fall:
Mtitter, das: hochziehbares Gitter aus oft unten zugespitzten
Balken od. Stäben zum Sperren des Zugangs einer Burg.
Festung o.a.: Mffube. die: tiefe, mit Zweigen überdeckte
u. unsichtbar gemachte Grube als Falle für Tiere, bes.
Großwild: Ü Fragen mit -n zur Testung des tatsächlichen Wissens
(Noelle, Umfragen 74); ^hammer, der: mechanisch
betätigter Hammer, dessen Schlagenergie durch sein Gewicht u.
seine Fallhöhe gegeben ist: ^hähet die: 1. (Physik) Strecke,
die ein Körper im freien Fall zurücklegt. 2. Hypothese der
Dramaturgie, daß der soziale Fall des Helden als desto
tiefer empfunden wird, je hötter sein sozialer Rang ist: ^Jiolz,
das: abgefallene, meist dürre Äste u. Zweige: -toub, das
(nicht getrennt: Fallaub): vgl. -holz; -linie, die (nicht
getrennt: Fallinie): 1. auf einer geneigten Fläche die Linie
des größten Gefälles. 2,a) (Bergsteigen) svw. tDirettissima;
b) (Ski) direkte, kürzeste Abfahrt ins Tal: Mnasdie, die
(Schweiz.): Laufmasche / in Strümpfen /; -meteter, der (vgl.
Fallwild] (veraltet): Abdecker: -nest, das: svw. t Fallennest;
Mibst, das: Obst, das von selbst vom Baum gefallen ist:
das F. auflesen; -reep. das [niederd. falreep. zu: reep =
Tau (an dem der Seemann sich vom SchifTsbord ins Boot
..fallen", d.h. gleiten ließ)] (Seemannsspr.): an der
Bordwand eines Schiffes herablaßbare Treppe zum Betreten des
Schiffes bes. von einem Boot aus: -röhr, das: senkrechtes,
von der Regenrinne zum Erdboden führendes Rohr, das
Regenwasser abfü/irt: ^rückzieher, der (Fußball): Aktion,
bei der sich der Spieler rückwärts fallen läßt u. dabei den
Ball über den eigenen Kopf hinweg nach hinten schießt:
^schirm* der: zu einem Paket zusammengefaltete, sich
während des Fallens öffnende, die Fallgeschwindigkeit
vermindernde schirmartige Vorrichtung, mit der Personen od.
Gegenstände von einem Luftfahrzeug aus unversehrt zur Erde
gebracht werden können: mit dem F. abspringen, dazu:
-schinnabsprung. der: Absprung aus einem Luftfahrzeug
mit einem Fallschirm, -sdiirmabwurf. der: Abwurf eines
an einem Fallschirm befestigten Gegenstandes aus einem
Luftfahrzeug, -«chinnjäger. der (Milit.): speziell
ausgerüsteter u. im Fallschirmspringen bes. ausgebildeter Soldat.
-schirraiögertruppe. die (Milit.): Waffengattung innerhalb
der Kampftruppen eines Heeres, -schirmler [-Jirmte]. der;
-s. - (Schweiz.): svw. ^schirmspringer, -schirmseide, die:
feines, sehr reißfestes Gewebe aus Naturseide od.
Chemiefaden, das zur Herstellung von Fallschirmen verwendet wird.
-sdürmsport, der: Fallschirmspringen als Sportart mit
verschiedenen Geschicklichkeits- u. Präzisionswettbewerben.
-sehlnnsprinaen. das; -s: das Abspringen mit einem
Fallschirm aus einem Luftfahrzeug, -schirmsprimier. der.
-sdiirmspringertmppe, die: svw. t-schirmjagertruppe;
-Start, der (Leichtathletik): a) (im Training) plötzlicher
Antritt eines Sprints aus dem lockeren Lauf heraus: b)
Hochstart, bei dem man sich gestreckt nach vorn fallen
läßt u. aus der Vorlage den Lauf beginnt: -«trecke, die:
svw. t-höhe (1); -strick, der [zu t Strick in der alten Bed.
..Schlinge**]: Hinterhältigkeit, auf die Jmd. unversehens
hereinfallen kann: er kommt sich vor wie in einem
theologischen Examen voller -e (Joho. Peyrouton 60); *Jmdm-
-e legen (jmdm. eine Falle stellen): -Studie, die:
,wissenschaftliche/ Untersuchung. Darstellung eines in
psychologischer, pädagogischer, soziologischer o. ä. Hinsicht
interessanten Einzelfalles. Phänomens (u. daraus folgende
Ableitung genereller Prinzipien/: -sucht, die <o. PI.) (volkst.
veraltet): Epilepsie: -süchtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(volkst. veraltet): an Epilepsie leidend, zur Epilepsie neigend:
epileptisch: -tedmik, die (Budo): Form des regelrechten
Fallens auf die Matte: -treppe, die (Bergbau): röhrenartiger
Kasten zur Abwärtsbeförderung von taubem Gestein: stritt,
der (Rugby): Spielzug. bei dessen Durchführung man den
Ball aus den Händen fallen läßt, bevor er den Boden berührt:
-tür, die: 1. waagerecht, in Fußbodenhöhe über einer Keller-
od. Bodentreppe angebrachte, aufklappbare Tür. 2. geheime
Klapptür im Fußboden, durch die man beim Betreten
hindurchfallt: -weise <Adv.) (bes. österr.): in einzelnen Fällen,
von Fall zu Fall erfolgend, vorhanden, notwendig:
gegebenenfalls: der Preis soll f. deutschsprachigen Bühnen zuerkannt
werden; er arbeitet nur f. (gelegentlich, hin u. wieder):
(auch attr.:> das f. Auftreten dieser Schädlinge; -wild,
das [zu t fallen (4 b)] (Jägerspr): wegen Krankheit. Hunger.
Kälte verendetes Wild: ^wlnd, der: an Gebirgen auftretender,
mit großer Geschwindigkeit aus der Höhe nach unten
wehender Wind: ^wurf, der (Handball): im Fallen ausgeführter
Torwurf: Torwurf, bei dem man sich in den gegnerischen
Torraum fallen läßt.
Fällbad [Tel-], das; -[e]s. ...bäder [zu t fällen (4)] (Textil-
ind.): bei der Herstellung von Chemiefasern verwendete
chemische Lösung, die bewirkt, daß sich die aus den
Spinndüsen austretende, noch flüssige Masse zu Fäden verfestigt.
Falle [Tab], die; -. -n [mhd. valle. ahd. falla. zu t fallen]:
1. in unterschiedlicher Weise konstruierte Vorrichtung zum
Fangen von Tieren: die F. schnappt zu. schlägt zu; -n
stellen, legen; die F. spannen; eine F. [für die Mäuse]
aufstellen; ein Tier in. mit der F. fangen; der Fuchs ist
in die F. gegangen; Ü dieses Angebot ist nur eine [plumpe]
F.; Jmdm. eine F. stellen (jmdn. mit einer List überraschen,
hereinlegen wollen): Jmdn. in eine F. locken (durch eine
List überraschen, hereinlegen): er ist in eine F. geraten;
er ist der Polizei in die F. gegangen (ist von ihr durch
eine List dingfest gemacht worden): wir sitzen hier in der
F. (können hier nicht heraus, wissen keinen Ausweg aus
dieser Lage). 2. (salopp) Bett (meist in Verbindung mit
der Präp. ..in**): seine F. bauen (ugs.; sein Bett machen):
in die F. gehen; sich in die F. legen, hauen; Ihr könnt
auch schlafen gehen. Die anderen sind Ja auch schon in
der F. (Jaeger. Freudenhaus 161). 3.a) (der durch
Niederdrücken der Türklinke bewegte) Riegel am Türschloß: b)
(Schweiz.) Türklinke: Archilochos drückte die F. nieder.
Die Tür war unverschlossen (Dürrenmatt. Grieche 89);
Fälle: PI. von 1 Fall: fallen [Tabn] (st. V.; ist) [mhd. vallen.
ahd. fallan]: l.a) sich infolge der Schwerkraft [in einer
sich beschleunigenden Geschwindigkeit] nach unten
bewegen: senkrecht f.; das Blatt, der Schnee fällt lautlos [auf
die Erde]; der Vorhang fällt (senkt sich vor der Bühne
herab): es ist Schnee. Regen gefallen (es hat geschneit,
geregnet): das Buch ist ihm aus der Hand, ist hinter den
Schrank gefallen; laß das Kind nicht f.!; sie hat eine Masche
f. lassen (hat die Masche beim Stricken versehentlich von
der Nadel gleiten lassen): b) aus aufrechter Stellung mit
schneller Bewegung nach unten in eine liegende Stellung
geraten: er sah zu. wie der Baum wankte und schließlich
krachend [zu Boden] fiel; erschöpft ließ ich mich aufs
Bett, ins Gras f.; c) das Gleichgewicht, den festen Halt
mit den Füßen verlieren u. dadurch unvermittelt aus der
aufrechten Haltung mit dem Körper auf den Boden geraten:
hinfallen, hinstürzen: die alte Frau ist gefallen; er ist sehr
unglücklich, nach hinten, aufs Knie, auf die Nase (ugs.;
aufs Gesicht), gegen die Tischkante, über einen Stein, in
den Schmutz gefallen; <subst.:> er hat im Fallen das
Tischtuch mitgerissen; <2. Part.:) U ein gefallenes Mädchen
(nach früherer bürgerlicher Moralauffassung junges
Mädchen, das Geschlechtsverkehr gehabt hat. ohne verheiratet
zu sein). 2.a) in bestimmter Weise nach unten hängen:
die Gardinen fallen locker; die Haare Helen ihm strähnig
ins Gesicht; b) (geh.) schräg nach unten verlaufen, abfallen:
die Felsen fallen schroff ins Tal. 3. (Ggs.: steigen) a) seine
Höhe vermindern, im Niveau niedriger werden, sinken: das
Hochwasser, der Wasserspiegel ist [um 1 m] gefallen; das
Barometer fällt (es gibt schlechtes Wetter): die
Temperatur, das Thermometer ist gefallen (es ist kälter geworden):
b) seinen Wert vermindern, im Wert geringer werden, sinken:
die Preise. Aktien fallen; die Waren sind im Preis gefallen
(sind billiger geworden): c) in seiner Bedeutsamkeit
zurückgehen, abnehmen, sich verringern, schwinden: sein Ansehen
fällt immer mehr; unsere Aussichten sind gefallen. 4.a)
im Kampf sterben, als Soldat o. ä. ums Leben kommen:
sein Vater ist [im Krieg] gefallen; in dem Gefecht sind
viele Soldaten gefallen; b) (Jägerspr.) durch Krankheit.
Hunger. Kälte o.a. eingehen, verenden: in diesem Winter ist
viel Wild gefallen; ein gefallenes Reh. 5. erstürmt, erobert.
792
falsch
überwältigt werden: auch die [belagerte] Hauptstadt des
Landes ist jetzt gefallen. 6. aufgehoben, beseitigt werden,
keine Geltung mehr haben: diese Steuer, das Verbot, dieses
Tabu ist jetzt [endlich] gefallen; der Zustand bessert sich
erst, wenn diese Grenzen. Hindemisse fallen. 7.a) sich
(schnell] an eine bestimmte Stelle, an einen bestimmten
Ort bewegen; mit rascher Bewegung eine bestimmte Stellung.
Haltung einnehmen: die Tür fiel ins Schloß (schloß sich);
er fiel [vor ihr] auf die Knie (warf sich /vor ihr! nieder);
sie fiel der Freundin um den Hals (umarmte sie); er fiel
dem Pferd in die Zügel (ergriff sie u. hielt das Pferd auf);
feindliche Truppen waren ins Land gefallen
(eingedrungen); sie wollten dem Feind in die Flanke, in den Rücken
f. (ihn dort angreifen); b) an eine bestimmte Stelle, an
einen bestimmten Ort gelangen, dringen, geworfen werden:
das Licht fällt nur durch ein kleines Dachfenster: kein
Lichtstrahl fiel in die Höhle; ein Schatten fällt auf die
Wand; sein Blick fiel [zufällig] auf den Ring; U die Wahl
ist auf sie gefallen (sie wurde gewählt); der Verdacht fiel
auf ihn (er wurde verdächtigt). 8.a) zu einer bestimmten
Zeit, zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden, sein;
zeitlich mit etw. zusammentreffen, zusammenfallen: der Heilige
Abend fällt dieses Jahr auf einen Sonntag; in diese Zeit
fallen die Hauptwerke des Dichters (sie entstanden in dieser
Zeit); b) zu einem bestimmten Bereich gehören; von etw.
erfaßt, betroffen werden: in. unter dieselbe Kategorie f.;
das fällt nicht unter dieses Gesetz, unter diese Bestimmung,
in die Kompetenz der Länder; c) in jmds. Besitz kommen,
jmdm. zufallen, zuteil werden: die Erbschaft fiel an seine
Schwester; das Gebiet ist 1919 an Italien gefallen. 9.a)
(unvermittelt] ausgeführt, durchgeführt, bewerkstelligt,
vollzogen, getroffen usw. werden: die Entscheidung, der
Urteilsspruch ist gefallen; bei der Demonstration fielen
Schüsse (wurden Schüsse abgefeuert); während der ersten
Halbzeit fiel kein Tor (wurde kein Tor geschossen, erzielt);
b) ausgesprochen, geäußert werden: in der Sitzung fielen
scharfe Worte, böse Bemerkungen; dein Name ist auch
gefallen (wurde auch genannt, erwähnt). 10. [unvermitteltI
in einen anderen Zustand, in eine andere Daseinsform
geraten, übergehen; zu einer anderen Verhaltensweise übergehen:
in Schwermut, in Angst und Schrecken f.; das Gebäude
ist in Trümmer gefallen; er fiel unversehens in seinen
Dialekt (sprach in seinem Dialekt weiter); die Pferde fielen
in Trab (begannen zu traben). 11. (ugs.) svw.
fdurchfallen (2 b): durchs Examen f.; fällen [Tebn] <sw. V.; hat)
[mhd. vellen. ahd. fellan = fallen machen, zu Fall bringen,
umwerfen]: 1. durch Hauen, Sägen o. ä. zum Fallen bringen;
umschlagen, umhauen: Bäume, eine Eiche. Holz f.; Ü Der
Konvent ... wird nicht wieder zur Ruhe kommen, bis
Robespierre gefallt (zu Fall gebracht, gestürzt) ist (Sieburg.
Robespierre 237). 2. (Milit.) zum Angriff senken, nach
vorn richten: das Bajonett f.; mit gefälltem Gewehr. 3.
(als gültig) aussprechen, verkünden: einen Schiedsspruch,
ein Urteil [über Jmdn.. etw.] f.; er hat die Entscheidung
gefällt (nachdrücklich; hat entschieden). 4. (Chemie) das
Ausscheiden, Absondern eines gelösten Stoffes in Form von
Tropfen, Flocken, Kristallen aus einer Lösung bewirken;
ausfällen: ein Salz. Metall aus einer Lösung f.; fallenlassen
<st. V.; hat): 1. auf die Ausführung von etw. verzichten;
aufgeben, nicht weiter verfolgen: sein Vorhaben, seine Pläne
f.; er hat seine Absicht, eine Reise zu machen, fallenlassen/
(seltener:) fallengelassen. 2. sich von jmdm. lossagen,
trennen, ihn nicht weiter unterstützen, fördern: er hat seinen
Mitarbeiter fallenlassen/tseltener:) fallengelassen. 3.
[beiläufig] äußern, bemerken: er hat eine Bemerkung.
Andeutung fallenlassen/(seltener:) fallengelassen; Fallennest, das;
-[eis. -er [zu Falle (1)] (Landw.): Inder Geflügelzucht
verwendetes Nest, bei dem durch eine fallende Klappe o. ä.
verhindert wird, daß das Huhn das Nest vor der Kontrolle der
Legeleistung verläßt; Fallensteller [-{teil*], der; -s. -: jmd..
der Fallen (1) zum Tierfang aufstellt.
fallibel [fa'li:bl] <Adj.; o. Steig.) (mlat. fallibilis, zu lat.
fallere. t fallieren (2)] (veraltet): dem Irrtum unterworfen,
fehlbar; FallibilitiU [falibili'te:t]. die; -. -en (veraltet): Fehl-
barkeit; fallieren [fa'li:ren] <sw. V.) [1: ital. fallire; 2: mhd.
faKDieren. failieren = (ver)fehlen. fehlgehen < afrz. fa(il)-
lir < lat. fallere = betrügen]: 1. in Konkurs gehen,
zahlungsunfähig werden <hat): in einer Firma, die falliert hat
(Börsenblatt Frankfurt 79. 1969. 2500); Sie begreifen nicht,
daß ihr Unternehmen f. konnte (Spiegel 19. 1966. 78);
konnten Vertrieb und Verwaltung der fallierten Fonds
lediglich aus immer neuen Verkäufen finanziert werden
(Spiegel 19. 1966. 81). 2. (landsch.) mißlingen, mißraten
<ist>: der Kuchen ist [mir] leider falliert.
fäliig ['fehfl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. vellec. ahd.
fellic = zum Fallen kommend]: a) zu einem bestimmten
Zeitpunkt, Termin zu bezahlen: -e Wechsel. Zinsen; der
Betrag ist am. [bis] zum 1. April f.; b) zur Erledigung,
Ausführung o. ä. anstehend; zu einem bestimmten Zeitpunkt
zu erledigen, zu erwarten; I seit längerer Zeit I notwendig,
erforderlich, erwartet: die längst -e Reform des
Schulwesens; das Urteil ist am Freitag f. (wird am Freitag
verkündet); immer wenn er zu spät nach Hause kommt, ist
ein Streit f. (steht ein Streit zu erwarten, ist mit einem
Streit zu rechnen); jetzt reicht es mir aber, der Kerl ist
heute abend f.! (ugs.: er ist an der Reihe, zur Rede gestellt
zu werden; ich werde ihn mir vornehmen)', c) zu einem
bestimmten Zeitpunkt zu erwarten: der Schnellzug ist in 4
Minuten f. (sollinA Minuten eintreffen); <Abl.:> Fälligkeit.
die; -. -en: I. <o. PI.) das Fälligsein. 2. (Wirtsch.) festgelegter
Zeitpunkt, zu dem die Zahlung einer Schuld fällig wird:
die F. eines Wechsels beachten.
Ftyligkeits- (Fälligkeit 2): Hypothek, die (Bankw.):
Hypothek, bei der das gesicherte Kapital zu einem festen Zeitpunkt
fällig wird u. vor diesem Termin unkündbar ist; Klausel,
die (Bankw. DDR): Vertragsbestimmung, die festlegt, daß
unter bestimmten Voraussetzungen eine Schuld vor dem
Fälligkeitstermin zurückzuzahlen ist; -tag. der. -termin.
der: Zeitpunkt, zu dem eine Schuld zu begleichen ist.
Falliment [fali'ment]. das; -s. -e. Fallissement [fahsd'ma:;
französierend], das; -s. -s [ital. fallimento. zu: fallire. t
fallieren (1)] (veraltet): Bankrott, Zahlungseinstellung; Fallit [fa-
'li:t. auch: ...lit] <Adj.; o. Steig.) [ital. fallito. eigtl. 2.
Part, von: fallire. t fallieren (1)] (veraltet): zahlungsunfähig;
Fallit [-]. der; -en. -en (veraltet): jmd., der zahlungsunfähig
ist.
Fällmittel, das; -s. -: svw. t Fällungsmittel.
Fallot: tFalott.
Fallout [fo.Tlaut]. der; -s. -s [engl, fallout. von: to fall out
= herausfallen] (Kernphysik): radioaktive Ausschüttung;
Niederschlag, Ablagerung radioaktiver Beimengungen der
Luft, bes. nach Atomexplosionen: ein starker, geringer F.;
den F. messen.
falb [fals] <Konj.) [eigtl. Gen. von f'Fall]: im Falle, für
den Fall; unter der Voraussetzung, daß; wenn: du kannst
mitkommen, f. du Lust hast; f. es regnen sollte, bleiben
wir zu Hause; nimm einen Schirm mit, f. es regnet (ugs.;
für den möglichen Fall, daß es regnet).
Fällung, die; -. -en <P1. selten): 1. das Fällen (1). Umhauen,
Umschlagen. 2. das Fällen (3): die F. militärischer,
politischer Entscheidungen. 3. (Chemie) das Fällen (4).
Ausfällung; <Zus. zu 3:) Fflhingsmittel, das: gasförmiger, flüssiger
od. fester Stoff, der die Bildung unlöslicher Niederschläge
in Lösungen bewirkt.
Falott, Fallot [fa'bt]. der; -en. -en [frz. falot = schnurriger
Mensch, viell. < engl, fellow = Gefährte] (österr. ugs.):
Gauner, Betrüger.
Falsa: PI. von TFalsum; falsch [falU <Adj.; -er. -este) [mhd.
valsch (unter Einfluß von mniederl. valsc) < afrz. fals
< lat. falsus = falsch, irrig]: 1. <o. Steig.; nicht adv.) a)
(einer echten Sache gleicher Art) künstlich u. meist
täuschendähnlich nachgebildet; unecht, imitiert (Ggs.: echt 1 a):
-e Zähne; ein -er Zopf; ^e [Edellsteine; eine Jacke mit -en
Taschen (Schneiderei; nur optisch als Taschen angedeuteten
Verzierungen)', b) (in betrügerischer Absicht) originalgetreu
nachgebildet, gefälscht: -e Banknoten; unter -em Namen
reisen; sein Paß war f. 2. (Ggs.: richtig I, 1) a) dem
tatsächlichen Sachverhalt widersprechend, der realen Gegebenheit
nicht entsprechend; nicht stimmend; irrig, verkehrt: ein -es
Wort; das -e Buch; in den -en Zug einsteigen; auf der
-en Fährte sein; in der -en Richtung, f. gehen; das ist
ein -er Verdacht; dein Eindruck von ihm ist f.; das hast
du f. verstanden; f. verbunden sein (einen anderen
Telefonpartner bekommen, als man ursprünglich wollte); Ü da bist
du f. verbunden! (da irrst du dich!); <subst.:) *an den
Falschen (scherzh. auch: die Falsche) geraten (bei jmdm.
eine vollkommen unerwartete Reaktion erleben, eine
Reaktion erleben, die gerade das Gegenteil der erwarteten ist);
b) mit Mängeln behaftet, Fehler aufweisend; nicht so, wie
es sein sollte; fehlerhaft: das -e Ergebnis einer Aufgabe;
793
Falsch
die -e Aussprache eines Wortes; die Antwort des Schülers
war f.; f. singen, schreiben; deine Uhr geht f.; da sind
Sie f. informiert; in der Mathematikarbeit hatte er alle
Aufgaben f. (ugs.; keine Aufgabe richtig gelöst)', R wie
man's macht, ist's/macht man's f. 3. <o. Steig.; nur attr.)
einer gegebenen Situation nicht angemessen: unangebracht,
unpassend, ungerechtfertigt: -e Bescheidenheit. Scham; mit
-em Pathos reden. 4. nicht der Walvheit. Rechtlichkeit
entsprechend: uttwa/ir. unredlich: irreführend, betrügerisch:
-e Angaben. Versprechungen machen; f. schwören; sie
wiegt gern f. [ab]. 5. (abwertend) sein wahres Wesen, seine
eigentlichen Absichten in heuchlerischer Weise verbergend:
unaufrichtig u. hinterhältig: ein -er Freund; (ugs.:) er ist
ein -er Hund; sie ist eine -e Schlange; f. lächeln. 6. (nur
präd.) (landsch.) böse, erzürnt, wütend: f. [auf Jmdn.] sein;
jmdn. f. machen; sie wurde ganz f.. als sie das hörte;
Falsch [-] in den geh. Wendungen an imdm. ist kein F.
(jmd. ist ein ehrlicher, aufrichtiger, untadeliger Mensch):
ohne F. sein (ehrlich, ohne Arglist, Böswilligkeit sein).
falsch-. Falsch-: -aussage, die (jur.): nicht der wirklichen
Lage entsprechende Darstellung eines Sachverhalts:
eidliche, uneidliche -n; -buchung, die (Wirtseh.): absichtlich
od. aus Versehen zustande gekommene falsche Buchung:
-eid, der (jur.): eidliche Falschaussage, die der Schwörende
(im Ggs. zum Meineid) für wahr hält: -gdd, das: (in
betrügerischer Absicht) originalgetreu nachgeahmte
Banknoten od. Münzen: -gläubig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(veraltet): irrgläubig: einem falschen Glauben anhängend:
-herum <Adv.>: a) in die falsche, in die entgegengesetzte
Richtung: etw. f. stellen; b) in falscher, entgegengesetzter
Richtung: das Sofa steht jetzt f.; -rum <Adv.) (landsch.):
svw. t-herum; -meldung, die: Meldung. Nachricht, die
nicht dem wirklichen Sachverhalt entspricht, ihm
widerspricht: -münzer [-mYntstf]. der; -s. -: jmd., der Falschgeld
herstellt, Geld fälscht: -münzerei [-mYn^ar^j], die; -:
Herstellung von Falschgeld, das Fälschen von Geld: -parker
[-'parkßl. der; -s, -: jmd.. der im Halte- od. Parkverbot
parkt: ^spielen<sw. V.; hat): beim Spielen, bes. beim
Kartenspiel, betrügen: -Spieler, der: jmd., der beim Spielen, bes.
beim Kartenspiel, betrügt.
fllschen ['fElfn] <sw. V.; hat) [mhd. velschen; ahd. (gi)fals-
cön. (gi)felscen = für falsch erklären, widerlegen < mlat.
falsi(fi)cäre. t falsifizieren]: in betrügerischer Absicht etw.
Echtes möglichst originalgetreu nachbilden u. für echt
ausgeben: Geld. Banknoten. Wechsel, eine Urkunde, eine
Unterschrift f.; ein gefälschtes Gemälde; der Paß ist gefälscht;
gefälschte Papiere; <Abl.:) Ffbcher, der; -s. -: jmd., der
etw. fälscht: Falschheit, die; -: 1. das Falschsein: Unechtheit.
Unrichtigkeit. Verkehrtheit. Fehlerhaftigkeit. Unwahrheit:
die F. der Urkunde ist erwiesen. 2. (abwertend)
heuchlerisches, hinterhältiges Wesen: Unaufrichtigkeit,
Hinterhältigkeit: sie hat seine F. nie erkannt; fälschlich ['feUlu;] <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): auf einem Irrtum. Versehen. Fehler
beruhend: irrtümlich, unrichtig: eine -e Beschuldigung,
Behauptung. Annahme; jmdn. f. anklagen, verdächtigen; Es
bringt Glück, wenn einer f. totgesagt wird (Gaiser.
Jagd 58); fälschlicherweise <Adv.>: auf Grund eines
Irrtums. Fehlers: aus Versehen: wie es nicht hätte
geschehen dürfen: das Paket wurde f. bei uns abgegeben; Ffl-
schung, die; -. -en: 1. <P1. selten) das Fälschen: die F.
einer Urkunde, einer Unterschrift. 2. etw. Gefälschtes,
gefälschter Gegenstand: der Paß. das Gemälde ist eine F.;
Falsett [falzet], das; -[eis. -e <PI. selten) [ital. falsetto.
zu: falso = falsch < lat. falsus] (Musik): (durch
Brustresonanz verstärkte) Kopfstinvne bei Männern: er singt F.,
im F.; vgl. Fistelstimme; <Abl.:) falsettieren [falzE'ti.ron]
<sw. V.; hat) (Musik): im Falsett singen: Fabettist
[...'tist], der; -en. -en (Musik): mit Falsettstimme singender
Sänger (bes. für Altpartien im 15. u. 16. Jh.): <Zus.:)
Falsettstimme, die: svw. tFalsett; Falsifikat [falziff ka.t], das;
-[eis. -e [mlat. falsiflcätum. 2. Part, von: falsiftcäre. t
falsifizieren] (bildungsspr.): Fälschung (2). gefälschter
Gegenstand: Fahndungsbeamte der Kriminalpolizei...
beschlagnahmten -e im Werte von über 1.8 Millionen Dollar
(MM6.4.69.13);FabifikatkMi[...ka,tßio:n].die;-.-en[mlat.
falsificätio] (bildungsspr.): 1. das Fälschen. Falsifizieren
(1). 2. Widerlegung einer wissenschaftlichen Aussage, das
Falsifizieren (2) (Ggs.: Verifikation 2): Die empirische
Überprüfung, d.h. Verifikation bzw. F. dieses axioma-
tisch-deduktiven Teils der Theorie (Henne. Semantik 3);
falsifizieren [...fitsi:renl <sw. V.; hat) [mlat. falsificäre.
zu lat. falsus = falsch u. facere = machen, tun]
(bildungsspr.): 1. verfälschen. 2. (eine wissenschaftliche
Aussage, eine Behauptung) durch wahrnehmungsmäßige
Überprüfung, durch einen logischen Beweis widerlegen (Ggs.:
verifizieren 2); Falso bordone [Talzo bor'doina], der; - -.
...si...ni [ital. falso bordone < mengl. faburdoun < (m)frz.
faux-bourdon. t Fauxbourdon]: svw. t Fauxbourdon; Fal-
sum [falzorn]. das; -s, ...sa [lat. falsum, subst. Neutr. von:
falsus = falsch] (veraltet): Betrug. Fälschung.
Falt [fall], der; -s. Falte [Telto; mhd. valt.ahd. falt] (Schweiz.):
svw. t Falte.
Fflt-: -arbeit, die: Bastelarbeit, bei der das zu verarbeitende
Material gefaltet wird: -Matt, das: gefalteter bedruckter,
bebilderter Papierbogen als Beilage in einem Schriftwerk,
als Werbeschrift. Prospekt o.a.: -boot, das: zerlegbares
Paddelboot aus starker, gummierter Leinwand u. einem
leichten Holz- od. Metallgerüst: -karte, die: gefaltete,
zusammenfaltbare Landkarte: -karton,der: in sich
zusammengefalteter Karton, den man zum Aufbewahren flach
zusammenlegen kann: -kuppel, die (Archit.): Kuppel mit tiach
außen gewölbter, gefalteter Oberfläche: -schachtet, die: vgl.
-karton; -schnitt, der: aus zusammengefaltetem Papier
ausgeschnittenes Muster, das tiach Auseinanderfalten mehrfach
symmetrisch wiederkehrt: —stuhl» der:
zusammenklappbarer, hockerartiger Stuhl, dessen Sitzfläche aus Stoff od.
Leder besteht: -tür. die: aus mehreren schnalen Teilen
bestehende Tür. die sich harmonikaartig zusammenfalten
läßt.
faltbar [Taltba.'g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen,
daß man es falten kann: Fältchen [feiten], das; -s. -: f Falte
(1. 2): tausend F. durchziehen ihr Gesicht; Falte [falte],
die; -. -n [mhd. valte. Nebenf. von: valt. TFalt]: 1. <Vkl.
T Fältchen) a) längliche, schmale Eindrückung oder Umbie-
gung (in Stoff, seltener auch in Papier o.a.): scharfe, tiefe
-n; die -n ausbügeln, glätten; b) durch Übereinanderlegen
oder Zusammenschieben von Stoff entstandener, schmaler,
langgestreckter, wellenförmiger od. geknickter Stoffteil.
lose, aufspringende -n; der Rock fällt in fließenden -n;
Üdie tiefsten, geheimsten -n (dichter.; das Innerste.
Verborgenste) ihres Herzens, ihrer Seele. 2. <Vkl. t Fältchen)
vertiefte, unregelmäßig geformte Linie in der Haut: tiefe, harte
-n im Gesicht; auf seiner Stirn steht eine strenge, senkrechte
F.; sie hat schon viele -n; die Stirn in -n legen, ziehen.
3. (Geol.) durch Faltung entstandene, wellenartige Formung
von Gesteinsschichten der Erdkruste: ftltebi [fdtfn] <sw.
V.; hat): in kleine, nahe beieinanderliegende Falten da)
legen: sie war damit beschäftigt, die Gardinen zu f.; eine
Bluse mit fein gefältelten Ärmeln; falten ['faltnj <sw. V.;
hat) [mhd. valten. ahd. faldan]: 1. sorgfältig
zusammenlegen, so daß an der umgeschlagenen Stelle eine Falte da).
ein Knick entsteht: einen Brief [zweimal] f.; die Wäschestük-
ke genau f. 2.a) in Falten (2) ziehen: runzeln: die Stirn
f.; b) <f. + sich) aus sich heraus Falten bilden, sich in
Falten legen: die Haut faltet sich; sein Gesicht faltete sich
in der absonderlichsten Weise (Geissler, Wunschhütlein
85). 3. (von den Händen) zusammenlegen u. ineinander
verschränken: die Hände auf der Brust, zum Gebet,
andächtig f.; Ich faltete meine Finger mit den bläulichen Nägeln
über der Brust (Th. Mann. Krull 46). 4. (Geol.) a) in
Gesteinsschichtender Erdkruste Falten (3) bilden, entstehen
lassen: dieses Gebiet wurde damals stark gefaltet; b) <X
+ sich) aus sich heraus Falten (3) bilden: die Erdrinde
hat sich dort gefaltet.
falten-, Falten-: -balg, der: svw. f'Balg (5); -bildung. die
1. Bildung. Entstehung von Falten (2): ein Mittel, das dk
F. verhindern soll. 2. (Geol.) vgl. Faltung (2); -frei <Adj-.
o. Steig.): (von elastischen Kleidungsstücken) keine Falten
(1 a) bildend: die Verarbeitung der Strumpfhose garanüen
-en Sitz; -«birge. das (Geol.): durch Faltung (2)
entstandenes, meist langgestrecktes Gebirge: -gesiebt, das: faltiges
(2) Gesicht: -gewand, das (geh.): faltenreiches (1) Gewami
-haut, die (Med.): Haut mit starker Faltenbildung: -ta*e.
der (Schweiz.): svw. t -rock; -kapitdl, das (Archit.):
Kapitell mit abwechselnd nach oben und unten gerichteten
gefalteten Teilen: -k» <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. ohne Faltern
(1 b): ein -er Rock; der Vorhang hing f. herab. 2. ohme
Falten (2): ihr Gesicht war noch fast f.; -reich <Adi,
nicht adv.): 1. mit vielen Falten (1 b) versehen: ein -es
Gewand. 2. viele Falten (2) aufweisend: seine -e Stint
794
familien-, Familien-
-rock, der: ringsum in gleichmäßige, gepreßte Falten (1 b)
gelegter Rock; -Partie, die: vgl. ^teil: sie trug ein Kleid
mit eingesetzter F.; ^teiKderod. das: in Falten (1 b) gelegter
Teileines Kleidungsstückes, Vorhangs o.ä.; ~wurf, der <P1.
ungebr.): /bildnerische i Anordnung u. Gestaltung der
Stofffülle, Fall eines Gewandes in reichen Falten (1 b): Poussin:
Madonna in blauem F. (K. Mann. Wendepunkt 366);
(scherzh.:) förderte sie (= die Sicherheitsnadel) den F..
wo der Knopf diesen verhindert hatte (Böll. Tagebuch
7); ü Arlecq ist dem dramatischen F. der Zeitgeschichte
auf der Spur (Fries. Weg 299).
Falter ['falte], der; -s, - [gek. aus mundartl. FTfalter <
mhd. vivalter. ahd. fifaltra; zum verdoppelten Stamm von
tflattern] (seltener): svw. tSchmetterling; <Zus.:> F*l-
terMume, die: Pflanze, deren Blüte für die Bestäubung durch
Schmetterlinge eingerichtet ist.
fähig [faltig <Adj.> [zu tFalte]: l.a) in viele Falten (1 b)
gelegt, Falten werfend, mit vielen Falten versehen: -e
Gewänder; der Vorhang ist f. gerafft; b) viele durch Unachtsamkeit
o.a. entstandene Falten (1 a) aufweisend; zerknittert: sein
Anzug war schmutzig und ganz f. 2. von Falten (2)
durchzogen: runzelig: -e Haut; ihre Hände waren welk und f.;
-fähig[-felti£ mhd. -veltec. zu tFalte] in Zusb.. z. B. acht-
fältig. vielfältig; Faltung, die; -. -en: 1. das Falten (1).
2. (Geol.) durch Einengung, seitlichen Druck verursachte
wellenartige Formung von Gesteinsschichten der Erdkruste
(Gebirgsbildung); <Zus.:> Fgltungsära, die: svw. t Ära (2 b).
Falz [falts]. der; -es. -e [mhd. valz = Fuge. Schwertrinne,
zu t falzen]: 1. (Buchbinderei) a) Stelle, an der ein
Papierbogen gefaltet ist, scharfkantige Faltlinie, Kniff im Papier:
die Bogen des Buches werden im F. zusammengeheftet;
b) meist rillenförmiger Übergang zwischen Buchdeckel u.
Buchrücken: ein tiefer F.; c) in Büchern mitgehefteter
Papier- od. Leinenstreifen zum Ankleben von Einzelblättern,
-tafeln. 2. (Bauw.. Holzverarb.) kantige, meist rechtwinklige
Aussparung, Vertiefung an Übergangs-, Anschlußstellen, die
ein gutes Über einander greifen der Materialteile ermöglicht:
die Bretter müssen in den -en genau zusammenpassen.
3. (Technik) Verbitidungsstelle von ineinandergreifenden
Blechrändern, die umgebogen u. zusammengepreßt werden:
die Konservendose ist durch einen F. am oberen Rand
verschlossen.
F^lz-: -bein, das (Buchbinderei): glattes, flaches Gerät zum
Falzen (1) von Papier mit der Hand; -linie, die: svw. t
Flattermarke; -maschine, die: 1. (Buchbinderei) Maschine zum
Falzen von Papierbogen. 2. Maschine zum Falzen von
Blechteilen; vgl. Falz (3); -pfanne. die: svw. t^ziegel; -ziegel,
der (Bauw.): Dachziegel mit Falzen (2). die ein überdecken,
Übereinandergreifen nebeneinanderliegender Ziegel
ermöglichen.
falzen [falten] <sw. V.; hat) [mhd. valzen. velzen =
krümmen, ineinanderbiegen. ahd. (ga)falzen, Grundbed. = fest
zusammenlegen. Intensivbildung zu t falten]: 1. mit einem
Falz da. 2. 3) versehen, mit Hilfe von Falzen in die
gewünschte Form bringen. 2. (Gerberei) durch Abheben dünner
Schichten auf der Fleischseite von Tierhäuten die Dicke
des Leders ausgleichen; <Abl.:> Falzer, der; -s. -
(Buchbinderei): jmd., der Papierbogen falzt; Falzerin, die; -. -nen:
w. Form zu t Falzer.
Fama [fa:ma], die; - [lat. famaj (geh.): Geschichte, die
gerüchtweise über jmdn., etw. verbreitet wird; Gerücht: die
F. berichtete, es ging die F.. daß ...; die F. hat sich nicht
bestätigt.
familial [fami'lia:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t Familie]
(Soziol.): die Familie als soziale Gruppe betreffend: Damit
umschließt die Rolle des Ehemannes und Vaters sowohl
wirtschaftliche wie -e Entscheidungen (MM 7.8. 71. 45);
familiär [fami'liE^] <Adj.) [lat. familiäris]: 1. <o. Steig.;
nicht adv. > die Familie betreffend, aus ihr erwachsend;
innerhalb der Familie vorkominend, üblich, sich abspielend: -e
Sorgen. Zwisttgkeiten; aus -en Gründen; nach seinem
beruflichen Schiffbruch muß der Hotelier aus Mallorca nun
auch noch den -en Bankrott anmelden (Hörzu 46. 1970.
8). 2.a) aus Vertrautheit erwachsend; durch
Ungezwungenheit gekennzeichnet; zwanglos, vertraut (wie in der Familie):
ein -es Verhältnis; es herrscht ein -er Ton; Cany wußte
nicht, wie f. alle Welt mit Daglkofer stand (A. Kolb.
Daphne 176); sich f. ausdrücken; b) plump vertraulich;
zudringlich: sein -er Ton wurde als peinlich empfunden;
Familiäre [fami'lia ra], der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete; meist PI.) [(m)lat. familiäris = Diener; Hausgenosse]
(kath. Kirche): I. Mitglied des päpstlichen Hauses. 2.
Bedienstete!rri eines Klosters, die od. der zwar in der
Hausgemeinschaft lebt, aber nicht zum betreffenden Orden gehört;
familiarisieren [familiari'zi:ran], sich <sw. V.; hat) [frz. fa-
miliariser, zu: familier = zur Familie gehörend; vertraut
< lat. familiäris, t familiär] (veraltet): sich vertraut machen;
Familiarität [familiari*t£:t]. die; -. -en [nach lat. familiäritäs]
(bildungsspr.): a) familiäres (2 a) Verhalten; Vertrautheit.
Zwanglosigkeit; b)familiäres (2 b), plump-vertrauliches
Verhalten; Zudringlichkeit; Familie [fa'mi.ip], die; -. -n [lat.
familia, eigtl. = Gesamtheit der Dienerschaft. Gesinde]:
l.a) Gemeinschaft der Eltern u. ihrer Kinder: eine
vierköpfige, große, kinderreiche, arme, reiche, alteingesessene F.;
die Heilige F. (Maria u. Joseph mit dem Jesuskind); F.
Meyer ist verreist; eine F. gründen (geh.; heiraten): davon
kann man keine F. ernähren; haben Sie F.? (haben Sie
Frau u. Kinder?); der Untermieter gehört schon ganz zur
F.; R das bleibt in der F. (das bleibt unter uns, kommt
nicht unter fremde Leute); das kommt in den besten -n
vor (das kann jedem passieren, ist nicht so schlimm); b)
Gruppe aller miteinander bluts verwandten Personen;
Sippe: eine alte, adlige, ausgestorbene F.; (iron.:) die liebe
F.; sie ist aus guter F.; seine F. stammt aus Schwaben;
in eine F. einheiraten; das Gut ist schon lange in der
F.. in den Händen derselben F.; wenn ich dir meine
Sammlung vermache, bleibt sie wenigstens in der F.; diese
Begabung liegt in der F. (vererbt sich in ihr, ist ihre
Eigenart); Ü das Land hat keinen Platz mehr in der F. der
afrikanischen Völker. 2. (Biol.) systematische Eitüieit,
Kategorie, in der näfier miteinander verwandte Gattungen
tierischer od. pflanzlicher Lebewesen zusammengefaßt sind: der
Roggen gehört zur F. der Gräser.
familien-, Familien-: ^Ähnlichkeit, die: Ähnlichkeit im
Aussehen zwischen Personen, die derselben Familie (1) angehören;
-albim, das: Fotoalbum mit Familienbildern; Minlaß, der
(Schweiz.): svw. t-feierlichkeit; -angehörige, der u. die:
svw. t Angehörige (a); -angelegenheit, die: er mußte wegen
dringender -en verreisen; -anhang, der: svw. t Anhang (2 b);
Einschluß, der: das Einbezogenwerden (eines
Außenstehenden) in den Kreis einer Familie (la). [Möglichkeit der)
Teilnahme am Familienleben: der Untermieter wünschte
keinen F.; -anzeige, die (Zeitungsw.): in einer Zeitung
erscheinende Anzeige, durch die ein familiäres
Ereignis (z.B. Geburt, Heirat, Sterbefall) bekanntgegeben
wird; -ausfkig, der: von einer ganzen Familie (1 a)
unternommener Ausflug; -bad, das: I. (veraltet) für den gemein-
samen Aufenthalt von Männern u. Frauen zugelassene
Badeanstalt (im Ggs. zu Badeanstalten, die nur von Männern
bzw. nur von Frauen benutzt werden durften): Da Maria
dort ... nicht sicher war. gaben wir ... das F. auf und
fanden im Damenbad ein weit ruhigeres Plätzchen (Grass.
Blechtrommel 331). 2. hauptsächlich von Familien mit
Kindern besuchter Badeort: ist die Gefahr. ... bestohlen zu
werden, in der Inselmetropole höher als in dem
ostholsteinischen F. (Spiegel 43. 1975. 52); -bände <P1.)
(geh.): Bindung, Beziehung der Familienmitglieder
untereinander; -begräbnis, das: svw. t-grab; -beratung, die:
Beratung von Familien (1 a) in pädagogischen,
wirtschaftlichen u. rechtlichen Fragen, dazu: -beratungssteile, die;
-besitz, der: Besitz einer Familie (1 b): die Gemälde
stammen aus F.; -betrieb, der: /kleineres/ Unternehmen,
Geschäft o.a., das sich im Besitz einer Familie (1 a) befindet
u. von dieser geleitet, betrieben wird; -bibel, die: /schön
ausgestattete! Bibel, die in der Familie weitervererbt wird;
-bild, das: Bild, Fotografie von den] Mitgliedern einer
Familie (1): Sie (= viele gerahmte Fotos) zeigten zum
Teil vergilbte -er (Simmel. Stoff 588); -btatt. das: meist
illustrierte, wöchentlich erscheinende Unter/uiltungszeit-
schrift des 19.Jh.s; -buch, das: vom Standesbeamten nach
der Eheschließung angelegtes Buch, in das die Personalien
der Ehegatten, die Eheschließung u. a. eingetragen werden;
-clan, der: Napoleon ist nicht allein nach Frankreich
gekommen, sondern umringt von einem machtgierigen F.
(St. Zweig. Fouche 108); -Chronik, die: Chronik einer
Familie (1 b); -drama, das: dramatisches Ereignis in einer Familie
(1 a); -ehre, die: mit dieser Tat wollte er die F. retten;
-ereignis, das: freudiges Ereignis in einer Familie (1 a):
die Heirat des Jüngsten Sohnes war ein F.; -erziehung,
die: Erziehung von Kindern in der Ieigenen! Familie (1 a);
795
Familismus
-fahrt, die: vgl. -ausflug; -feier, die: meist innerhalb der
Familie (1) stattfindende Feier aus familiärem Anlaß; -feier-
lidikeit. die: vgl. Feierlichkeit (2); -feindlich <Adj. >: der
Familie (als sozialer Gruppe) nicht dienlich, förderlich,
gegen sie eingestellt; -ferienstltte. die: Ort. an dem Familien
(1 a) Ferien machen können; -fest, das: vgl. -feier;
^Festlichkeit, die: vgl. Festlichkeit (2); -forschung,die <P1. ungebr.):
svw. f Genealogie; -foto, das: vgl. -bild; -fürsorse, die:
soziale Maßnahmen zur Unterstützung von Familien da);
-geheimnis, das: Geheimnis, das die Angelegenheiten einer
Familie (1) betrifft: Er ist nämlich ... der verschwiegene
Mitwisser der tiefsten -se (Fallada. Herr 17); -gerecht
<Adj.; -er. -este>: einer Familie (1 a) entsprechend, für sie
geeignet: -e Wohnungen bauen; -Bericht, das: 1. Gericht,
das für Fragen des Familienrechts zuständig ist: Hierfür
wird speziell die Institution des ..Familiengerichts"
geschaffen (MM 29.3. 73. 1). 2.a) <o. PI.) (ugs.) vgl. -rat
(a); b) vgl. -rat (b); -geschidite, die: 1. Geschichte (1 a)
einer Familie (1 a): er erzählte mir seine ganze F. 2.
Geschichte (2) über Ereignisse in der Familie: Nun kommen
-n. die Isabel so gern gehört hatte (Fries. Weg 304); -gesetz,
das (DDR): Gesetz, das das Zusammenleben in der Familie
regelt, dazu: -gesetzbuch, das (DDR); -glück, das; -grab*
das: Grabstätte, in der die Angehörigen einer Fcunilie (1)
beigesetzt werden; -«ruft, die: vgl. -grab; -haupt, das
(Schweiz., sonst veraltet): svw. T ^Oberhaupt; -heim, das:
Eigettheim. das dazu bestimmt ist. einer Familie (1 a) als
Heim zu dienen: Der Bau von -en ... soll ... gefördert
werden (Welt 17.2. 62, 3); -hllfe, die: Leistung der
gesetzlichen Krankenversicherung an den Versicherten für dessen
unterhaltsberechtigte Angehörige; -Ideologie, die:
Gesamtheit der Vorstellungen, die die bürgerliche Familie für einen
unverzichtbaren Wert ausgeben; -idyll, das; -knatsch, der:
vgl. -krach: Velena läßt mich trotz des -es weiter bei
sich wohnen (Kinski. Erdbeermund 161); -krach, der
(ugs.): Streit in der Familie (1): Ü Der ständige F. unter
seinen Spitzenagenten zerstörte die Illusion .... für den
Frieden zu arbeiten (Welt 27.2. 76. 1); -kreis, der: Gruppe
der Mitglieder einer Familie (1): eine Feier im engsten
F.; -künde, die <o. PL): svw. tGenealogie; -kutsche, die
(scherzh.): größeres, nicht sportliches u. oft auch nicht sehr
schnelles Auto; -bstenausgleich, der: finanzielle
Unterstützung, die der Staat kinderreichen Familien gewährt; -leben,
das <o. PI.): Lebensführung. Zusammenleben innerhalb einer
Fcunilie (1 a): er hatte viel übrig für ein gemütliches F.;
-minister, der: Minister für Angelegenheiten, die die Familie
(1 a) betreffen; -ministeriun, das; -mitglied, das; -mutter,
die: Frau, die ganz in der Sorge für ihre Familie da)
aufgeht: Nach zwölfjähriger Ehe sieht ein Junger
Wissenschaftler in seiner Frau nur noch die ..Familienmutter"
(Hörzu 12.1976.128); -name, der: zum Vornamen
hinzutretender Personenname, der die Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Familie (1 a) kennzeichnet u. den die Kinder
automatisch von den Eltern übernehmen; Zuname; -Oberhaupt,
das: der Vater einer Familie (1 a) als der für die Familie
Verantwortliche hzn\ (z. B. nach dem Tod des Vaters) die
Mutter od, der älteste Sohn; -papiere <P1.): wichtige
Unterlagen, die die Familie da) betreffen: Dann kramte sie
in dem kleinen Kästchen, wo sie die Parteibücher und
F. aufzubewahren pflegte (Bredel. Väter 427); -paß, der:
Paß. der für mehrere Familienmitglieder (darunter stets
mindestens ein Elternteil) ausgestellt wird; -pflege, die:
Betreuung einer Familie (1 a) durch eine Fcunilienpflegerin;
-Pflegerin, die: weibliche Person, die (nach entsprechetuler
Ausbildung) Familien (1 a) betreut, bei denen die Versorgung
durch die Mutter vorübergehend i nicht möglich ist (Berufs-
bez.); -pianung, die <P1. selten): Gesamtheit der
Bestrebungen, durch Ma/Jna/imen der Geburtenregelung die Anzahl
der Kinder den wirtschaftlichen u. sozialen Verhältnissen
der Eltern entsprechend zu bestimmen; -politik, die <o.
PI.): Gesamtheit der unterstützenden Maßnahmen, mit denen
der Staat die Gestaltung der Familie (1 a) beeinflußt, dazu:
-politisch <AdJ.; o. Steig); -rat, der <o. PI.): a) Beratung
mehrerer Familienmitglieder über ein die Familie (1)
betreffendes Problem: einen F. halten; b) die an einem Familienrat
(a) teilnehmenden Familienmitglieder: er mußte tun. was
der F. beschlossen hatte; -recht, das <o. PL): Teil des
bürgerlichen Rechts, der sich mit der Familie (1 a), der
rechtlichen Stellung von Familietimitgliedern. Verwandten.
Vormund u. Mündel o.a. befaßt; -rezept, das: Kochjre-
zept. das in der Familie weitergegeben wird: einen
Apfelkuchen nach einem alten F. backen; -roman, der: Roman,
in dem Probleme. Ereignisse, die Geschichte einer Familie
(1) , über mehrere Generationen hinweg gestaltet sind;
-schmuck, der: in einer Familie weitervererbter Schmuck;
-sinn, der <o. PL): Verständnis, teilnehmendes Interesse
für die Belange. Angelegenheiten. Probleme der eigenen
Fwnilie od. eines ihrer Mitglieder: einen ausgeprägten F.
besitzen; -Soziologie, die: Teilbereich der Soziologie, der
sich mit der Familie als sozialer Gruppe befaßt; -Stammbuch,
das: svw. t-buch; -stand, der <o. PL): Status einer Per soft
im Hinblick darauf, ob sie ledig, verheiratet, geschieden
od. verwitwet ist: Alter u. F. angeben; -stolz, der: vgl.
-ehre; —tag, der: festgelegter Tag. an dem die Mitglieder
einer Familie d b) zu einem Treffen zusammenkommen;
-therapie, die (Psych.): Therapie zur Wiederherstellung
gestörter familiärer Zusammenhänge, beider mehrere
Personen gleichzeitig behandelt werden; -tisch, der: großer Tisch,
an dem sich die Familie da) bes. zu den Mahlzeiten
versammelt; -tradition, die: Tradition innerhalb einer Familie (1);
-tragödie, die: vgl. -drama; -tratsch, der (ugs.): Gerede
über Fafnilienangelegenheiten; -treffen, das: vgl. -tag;
-unterhalt, der: Unterhalt der Familie {\ a): die Kinder mußten
für den F. mit aufkommen; -unternehmen, das: vgl.
-betrieb; -vater, der: Vater, bes. im Hinblick auf die Fürsorge
für seine Familie, seine Verpflichtungen ihr gegenüber: ein
treusorgender, ordentlicher F.: -verband, der (SozioL):
alle in einem Haushalt zusammenlebenden
Familienangehörigen; -Verhältnisse <PL): Lage. Situation. Verhältnisse in
einer Familie da); Bedingungen. Lebensumstände, die
jmdm. durch seine Familie gegeben sind: in geordneten,
zerrütteten -n leben; -vermögen, das; -vorstand, der: vgl.
-Oberhaupt; -wappen, das; -Wirtschaft, die: vgl. -betrieb;
-Zulage, die: Zulage zur Arbeitslosenunterstützung für jedes
unterhaltsberechtigte Familienmitglied; -zusammenfiih-
rung,die: durch entsprechende Organisationen veranlaßte u.
geleitete Zusammetiführung der Angehörigen von Familien,
die durch Kriegswirren u. Kriegsfolgen auseinandergerissen
wurden: Über Fragen der F. zwischen den
Rotkreuzgesellschaften der Bundesrepublik und der Volksrepublik
Polen sind ... Gespräche ... vorgesehen (MM 25.8. 72.
2); -Zuschlag, der: svw. t-zulage: -Zuwachs, der (meist
scherzh.): Baby. Kind im Hinblick auf die durch seine Geburt
sich ergebende Erweiterung der Familie: F. erwarten,
bekommen; -zwist, der (geh.): über eine längere Zeit
andauernder Streit in der Familie (1).
Familismus [fami'lismus]. der; - [engl, familism. zu: family
= Familie < lat. familia. tFamilie! (SozioL): bestimmte
Sozialstruktur, bei der das Verhältnis von Familie u.
Gesellschaft durch weitgehende Identität gekennzeichnet ist (z. B.
die chinesischen Großfamilien).
famos [fa'mo:s] <Adj.; -er. -este) [unter Einfluß von frz.
fameux = berühmt < lat. famösus = viel besprochen,
berühmt, berüchtigt) (ugs. veraltend): durch seine
Großartigkeit Gefallen. Bewunderung. Staunen erweckend; in seiner
Art beeindruckend. Anerkennung verdienend; fabelhaft,
ausgezeichnet, großartig: ein -er Kerl; eine -e Aussicht; (iron.:)
da hast du also gesteckt, als dein -er Klub hier aufflog
(Kranz. Märchenhochzeit 48); die Zeit des ersten Läufers
war f.; wir haben uns f. unterhalten; <Zus.:> Famosschrift
die; -. -en [zu veraltet famos = berüchtigt, verrufen <
lat. famösus, t famos]: Schmähschrift im Zeitalter des
Humanismus u. der Reformation.
Famula ['fa:mula]. die; -. ...lä [lat. famula = Dienerin]:
w. Form zu T Famulus; Famulatur [famula'tu:?], die; -.
-en (bildungsspr.): Krankenhauspraktikum, das ein
Medizinstudent im Rahmen der klinischen Ausbildung ableisten
muß; famulieren [famuli:ren] <sw. V.; hat) [nach lat. famu-
läri = Diener sein] (bildungsspr.): als Medizinstudent!in
das Praktikum im Krankenfiaus ableisten; Famulus ffa:-
mulüsj. der; -. -se u. ...li [lat. famulus = Diener. Gehilfe]
(bildungsspr.): 1. Medizinstudent, der sein Praktikum im
Krankenhaus ableistet. 2. (veraltet, noch scherzh.) Student,
der einem Hochschullehrer assistiert.
Fan [fen]. der; -s. -s [engl. fan. gek. aus: fanatic = Fanatiker,
vgl. fanatisch]: überschwenglich begeisterter Anhänger von
jmdm.. etw.: begeisterte -s; nach dem Spiel stürmten die
-s auf den Fußballplatz; diese Beatgruppe hat -s auf der
ganzen Welt.
Fanal [fa'na.l], das; -s. -e [frz. fanal = Leuchtfeuer. Feuerzei-
796
fang-, Fang-
chen < ital. fanale. zu griech. phänös = Leuchte. Fackel]
(geh.): Ereignis, Tat, Handlung als weithin erkennbares u.
wirkendes, Aufmerksamkeit erregendes Zeichen, das eine
Veränderung, den Aufbruch zu etw. Neuem ankündigt: Am
29. Juni 1956... traten die Arbeiter... in Streik und setzten
damit... ein F. (Dönhoff. Ära 148).
Fanatiker [fa'na:tikp]. der; -s. - [zu t fanatisch]: jmd., der
sich für eine Überzeugung, eine Idee farmtisch einsetzt, sie
fanatisch verficht; Eiferer: er ist ein politischer F.; Manche
F. predigten damals. ..es würden am Tage des Gerichts
die Gesichter der Kafteetrinker so schwarz wie ihr GesötT
erscheinen" (Jacob. Kaffee 34); fanatisch <Adj.> [unter
Einfluß von frz. fanatique < lat. fanäticus. eigtl. = von
der Gottheit ergriffen u. in rasende Begeisterung versetzt]:
sich übertrieben, mit blindem Eifer lu. rücksichtslos/ für
etw. einsetzend; von Fanatismus zeugend, erfüllt: ein -er
Katholik; -e Hartnäckigkeit. Begeisterung; seine
Wahrheitsliebe ist allzu f.; er hat geradezu f. für diese Reform
gekämpft; Ihre offene, höhnische, f. zur Schau getragene
Verachtung des Überläufers (St. Zweig. Fouche 216); fana-
tisieren [fanati'zrran] <sw. V.; hat) [nach frz. fanatiser]:
mit Fanatismus erfüllen, aufhetzen; So sehr hatte Hitler
seine Anhänger fanatisiert (Niekisch. Leben 210); die fana-
tisierte Menge der Zuschauer; Fanatismus [fana'tismus],
der; - [nach frz. fanatisme]: blinder Eifer, leidenschaftlicher
/ u. rücksichtsloser j Einsatz für eine Überzeugung, eine Idee:
religiöser, politischer F.; sein [blinder] F. schadete der
Sache.
Fanclub: f Fanklub.
'Fancy [Tsensi]. der od. das; -[s] [engl, fancy = Phantasie,
gek. aus: fantasy < afrz. fantasie < lat. phantasia. t
Phantasie]: beidseitig gerauhter Flanell in Leinwand- od.
Köperbindung; ^ancy [-]. die; -. ...ies [...siz; engl, fancy. eigtl.
= Phantasie. t'Fancy] (Musik): kurze
Instrumentalfantasie; Fancy-dress, der; -, -es [...iz; engl, fancy dress. eigtl.
= Phantasiekleidung, t Dreß]: Maskenkostüm; Fancy-work
[...wa:k], das; -s, -s [engl, fancy work. eigtl. =
Phantasiearbeit]: als Zierknoten od. Flechterei hergestellte Arbeit aus
Tauwerk.
fand [fant]: f finden.
Fandarole: t Farandole.
Fandango [fandango], der; -s. -s [span. fandango. H. u.]:
schneller spanischer Volkstanz (im 'U-odSltrTakt) mit Ka-
stagnetten- u. Gitarrenbegleitung.
ffinde [fEndd]: ffinden.
Fanfare [fanfa:ra]. die; -. -n [frz. fanfare, H. u.] (Musik):
1. lange, gerade, hellklingende Trompete ohne Ventile: die
F. blasen; U in anderen Räumen der Geschichte werden
schon die Tische zum königlichen Hochzeitsmahl gedeckt,
und die -n des Jüngsten Gerichtes werden langsam erhoben
(Thielicke. Ich glaube 263). 2. auf einer od. mehreren
Trompeten geblasenes Signal: -n erklingen, schmettern; Endlich
gebieten kriegerische -n Halt (St. Zweig. Fouche 42); ...
des rotgepolsterten Autos, das alsbald von dannen surrte,
nicht ohne seine lebensmutige F. in die Morgenluft zu
blasen (Geissler. Wunschhütlein 51). 3. kurzes Musikstück,
meist für Trompeten u. Pauken (in der Kunst- u.
Militärmusik). 4. Signalhornanlage im Auto, die mehrere Klänge
oder eine Tonfolge erzeugt.
Fanfaren-: -bUser, der; -einband, der [nach dem Werk
.Xes fanfares et courvees abbadesQues", das der frz.
Büchersammler Ch. Nodier um 1830 mit einem solchen
Einband versehen ließ]: Bucheinband des 16. u. 17. Jahrhunderts
mit reichhaltigem symmetrischem ornamentalem
Deckelschmuck, der sich meist um das Wappen des Besitzers rankt;
-klang, der: Fanfarenklänge kündigten das Herannahen
des Festzugs an; -stoß, der; -zug, der: meist bei einem
größeren militärischen Aufmarsch mitziehende Gruppe von
Fanfarenbläsern.
Fanfaron [fSfa'rö:]. der. -s, -s [frz. fanfaron < span. fanfar-
ron. zu arab. farfär = schwatzhaft, flüchtig, übereilt]
(veraltet): Großsprecher, Prahlhans, dazu: Fanfaronade [fanfa-
ro'na:da]. die; -. -n [frz. fanfaronnade] (veraltet):
Großsprecherei, Prahlerei.
Fang [fan], der; -[e]s. Fänge ffcna; mhd. vanc. zu tfangen]:
1. <o. PI.>a) das Fangen (1 a) von Tieren (bes. als
Jagdbeute): der F. von Pelztieren; die Fischdampfer laufen zum
F. aus; b) beim Fangen (1 a) gemachte Beute: der Angler
freute sich über seinen guten F.; Ü einen guten, fetten
F. machen, tun (etw. Gutes finden): mit dir haben wir
ja einen tollen F. gemacht! (iron.; von dir, deinen
Leistungen sind wir sehr enttäuscht). 2. (Jägerspr.)
a) <o. PI.) Maul bei Raubwild u. Hund; b) <meist PI.)
Eckzähne bei Raubwild u. Hund; Fangzäiine; c) <PI.) Füße
od. Krallen bei Raubvögeln: die starken Fänge des Adlers;
Ü was er einmal in den Fängen (ugs.; in seiner Gewalt)
hat. rückt er nicht wieder heraus. 3. * einem Wild den
F. geben (Jägerspr.; ein angeschossenes, verletztes Wild
mit der Waffe töten).
f^ng-, F^ng-: -arm, der (Zool.): beweglicher, armartiger
Fortsatz in der Region des Kopfes bei niederen, im Wasser
lebenden Tieren zum Aufspüren u. Erfassen von Beutetieren;
-ball, der: Ballspiel, bei dem ein Ball geworfen u.
aufgefangen wird: Ü mit jmdm. F. spielen (mit jmdm. umgehen,
wie man will); -bäum, der (Forstw.): von Ungeziefer
befallener, gefällter Baum, den man liegen läßt, um weiteres
Ungeziefer anzulocken, u. der dann verbrannt wird; -boot, das:
vgl. -schiff; -dämm, der (Bauw.): zur Abdichtung von
Baugruben im u. am Wasser aufgeschütteter Erddamm;
^Einrichtung, die (Postw.): fahrbares Gerät zur Feststellung von
Anschlüssen anonymer Anrufer; -eisen, das (Jagdw.):
eisernes Gerät, Falle zum Fangen von Raubwild; -Ergebnis, das:
das F. bei der letzten Ausfahrt war gut; -faden, der (Biol.):
vgl. -arm; -fehler, der (Sport): Fehler beim Fangen des
Balles; -flotte, die: Flotte von Schiffen, die gemeinsam
fischen; -frage, die: listige Frage, mit der erreicht werden
soll, daß der Befragte sich ungewollt verrät, etw. ungewollt
preisgibt; -frisch <Adj.; o. Steig.): (von Speisefisch) sofort
nach dem Fang zum Verbrauch od. zur Weiterverarbeitung
gebracht: -er Kabeljau; f. eingefrorene Seelachsfilets;
-garn, das: svw. tMietz (1); -gebiet, das: Gebiet, in dem
Tiere, bes. Fische, gefangen werden können; -gerät, das:
Gerät (z. B. Falle, Fischreuse o. ä.) zum Fangen von Tieren;
-grübe, die: svw. t Fallgrube; -gründe <P1.): für den
Fischfang ertragreiche Gebiete im Meer; -gürtel, der (Landw.):
um den Stamm von Obstbäumen gebundener
Wellpappstreifen, der schädliche Insekten abhalten soll; -haken, der:
am Heck von Flugzeugen, die von Flugzeugträgern aus
operieren, angebrachter, herabhängender Haken, der nach dem
Aufsetzen auf dem Deck ein quer zur Landerichtung
ausgelegtes Bremsseil erfaßt, wodurch das Flugzeug auf kurzem
Weg abgebremst wird; -band, die (Eishockey): Hand, mit
der der Torwart den Puck fängt, dazu: -handschuh, der
(Eishockey): vom Torwart getragener Handschuh; -heu-
sdirecke, die: Vertreter einer Insektenordnung, der seine
Beute mit den Vorderbeinen fängt; -iagd, die (Jagdw.):
Jagd mit Fallen u. Netzen; -korb, der: Vorrichtung an
Straßenbahnwagen, die verhindern soll, daß bei einem Unfall
Personen unter die Räder geraten: -künstler, der (Sport
Jargon): Torwart, dessen Stärke das Fangen von Bällen
ist; -leine, die (Seemannsspr.): an Bord eines Schiffes od.
Bootes befestigte Leine zum Festtnachen; —messer, das
(Jägerspr.): svw. t Hirschfänger; -netz, das: 1. (Fischereiw..
Jagdw.) Netz zum Fangen von Fischen od. Wild. 2. (Flugw.)
am Ende einer Landebahn installiertes elastisches Netz, mit
dem Flugzeuge bei Fehlstart od. Landung mit versagenden
Bremsen abgebremst werden. 3. in der Zirkusmanege
ausgespanntes Netz, das Artisten zur Sicherung dient; -partei,
die (Schlagball): Mannschaft, die versucht, die vom Schläger
geschlagenen Bälle zu fangen; -pflanze, die (Landw.):
Pflanze, die (in Streifen vor den Kulturpflanzen angepflanzt)
dazu dient, Schädlinge abzufangen: die -n werden mit den
Schädlingen verbrannt oder tief untergepflügt; -plan, der
(DDR): Plan für den Fischfang; -platz, der: vgl. -gebiet;
-Prämie, die: Prämie für das Fangen von Tieren, die Schaden
anrichten; -riemen, der: Riemen an Skibindungen, der den
Ski festhält, wenn die Bindung sich beim Sturz löst;
-Schaltung, die: svw. f-Einrichtung; -schifT, das: speziell für
den Fischfang ausgerüstetes Schiff; -sdihiß, der: zur
Täuschung od. Überlistung des Gesprächspartners gebildeter
Fehlschluß; -schnür, die (Milit.): a) (früher)
Verbindungsschnur zwischen Kopfbedeckung u. Uniform bei berittenen
Truppen; b) als Rangabzeichen od. als Zierde dienende
Schnur an Uniformen; -schrecke, die: svw. t -heuschrecke;
-schuß, der (Jagdw.): laus naher Entfernung abgegebener,
Schuß, mit dem angeschossenes od. verletztes Wild
getötet wird: -sicher <Adj.; nicht adv.) (Sport): sicher im
Fangen von Bällen; —spiel, das: / Kinder /spiel, bei dem
einer den anderen nachlaufen nmß, bis er einen erreicht u.
mit leichtem Schlag berührt; -stoß, der: einem angeschos-
797
fangen
senen. verletzten Tier mit dem Messer o. ä. versetzter
Todesstoß; Minsicher <AdJ.; nicht adv.) (Sport): nicht sicher
im Fangen von Bällen: -e Spieler; -Vorrichtung, die:
1. an Aufzügen. Fahrstühlen o.a. angebrachte, sich selbst
auslösende Vorrichtung zum Abbremsen od. Festhalten des
Förderkorbs, der Kabine beim Reißen des Seils. 2. svw.
t ~-einrichtung; -zahn, der <meist PL): svw. tFang (2 b);
-zäun, der: Zaun* der Schnee auflialten soll. -zeit, die:
für den Fischfang günstige Zeit.
fangen [fanan] <st. V.; hat) [nach dem Vorbild von mnie-
derd. vangen rückgeb. aus dem Prät. u. 2. Part, von mhd.
va(he)n. ahd. fahan): l.a) (ein Tier das man verfolgt,
gejagt hat ) ergreifen, zu fassen kriegen; in seine Gewalt
bekommen u. der Freiheit berauben; Vögel. Fische f.;
Fliegen mit der Hand f.; die Katze hat eine Maus gefangen;
eine [Ohrfeige] f. (südd.. Osten*.; wegen Aufsässigkeit.
Frechheit o. ä. unversehens eine Ohrfeige bekommen): b)
(jmdn. [der gesucht, verfolgt wird) festnehmen, fassen,
gefangennehmen; in seine Gewalt bekommen u. der Freiheit
berauben; alle wollten helfen, den Dieb zu f.; <meist im
2. Part.:) die gefangenen (in Gefangenschaft geratenen)
Soldaten; er war lange in Rußland gefangen (in
Gefangenschaft); Ü so leicht lasse ich mich nicht f. (ugs.; überlisten):
der Kommissar versuchte durch geschickte Fragen den
Verdächtigen zu f (ugs.; zu überfufiren): seine Erzählung
hatte uns ganz gefangen (in ihren Bann geschlagen,
gefesselt); *sich gefangen geben (geh.; sich gefangennehmen
lassen): c) <f. -I- sich) a) in eine Falle, an ein Hindernis
geraten u. nicht mehr loskommen: der Fuchs hat sich im
Tellereisen, der Fisch hat sich im Netz gefangen; Ü er
hat sich in der eigenen Schlinge, in den eigenen Worten
gefangen (hat sich selbst überfuhrt, kann sich nicht mehr
herausreden); ß) irgendwo verbleiben u. sich dort
sammeln/: der Wind fängt sich im Schornstein; Blechbüchsen
an den Bäumen, in denen sich das Harz fängt (Bieler.
Bonifaz 81). 2. etw.% was (geworfen wurde u. sich durch
die Luft bewegt, auf jmdn. zukommt, fassen u. festhalten;
auffangen: er fing den Ball geschickt [mit einer Hand].
3. <f. -I- sich) wieder ins Gleichgewicht, in die normale
Lage kommen: ich stolperte, konnte mich aber gerade
noch f.; Ü erst Monate nach dem Unglück hat sie sich
wieder gefangen (hat sie ihr seelisches Gleichgewicht
zurückgewonnen); Fangemandl ffanamandl], das; -s [zu:
Mandl. bayr. Vkl. von: Mann] (bayr.): svw. t Fangen:
Fangen, das: -s: Kinderspiel, bei dem ein Kind den anderen
nachlaufen muß. bis es eines von ihnen erreicht u. mit einem
Schlag berülirt: die Kinder spielen F.; Finger [Ten*], der;
-s, -: jmd.. der etw.% ein Tier fängt; F|ngerfan9 die; -. -nen:
w. Form zu tFänger; Fangerle ['fairebl. das; -s (südd.):
svw. t Fangen; Ffngerspiel. das; -s (südd.): svw. t Fangen.
Fanglomerat [fangIomera:t], das; -[eis. -e [zu engl, fan =
Schutt-. Schwemmkegel, eigtl. = Wurfschaufel (zum
Getreidereinigen) < lat. vannus; analog zu fAgglomerat]
(Geol.): ungeschichtete Ablagerung aus Schlammströmen
zeitweilig Wasser führender Flüsse in Trockengebieten.
Fango [Tango], der; -s [ital. fango. aus dem Germ.]: an
Mineralien reicher Schlamm vulkanischer Herkunft, der in
Form von Packungen u. Bädern zu Heilzwecken, bes. bei
rheumatischen Erkrankungen, verwendet wird; <Zus.:) F$n-
gobad, das; F^ngopackung, die.
Fanklub [Ten-], der: Klub für die Fans einer bekannten
Persönlichkeit.
Fannings [faenroz] <P1.) [engl, fannings, PI. von: fanning
= Getreidereinigung, zu: fan. t Fanglomerat]:
minderwertige Teeabfälle. Teestaub.
Fanon [fa'nö:], der; -s. -s, Fanone [fano:nd]. der; -. ...ni
[ital. fanone < frz. fanon < afränk. *fano = Tuch]:
zweiteiliger liturgischer Schulterkragen des Papstes.
Fanpost [Ten-], die: -: Post, die eine bekannte Persönlichkeit
von Fans bekommt: nach der Fernsehsendung bekam sie
eine Flut von F.
Fant [fant]. der; -[e]s. -e [Vermischung von niederd. fent
= Knabe (< mniederl. veem(ge)noot = Genosse. TFeme)
mit südd. Fant = Junge. Geck < ital. fante = Knabe.
Knecht < lat. infans = kleines Kind] (veraltet): junger,
noch unerfahrener, unreifer Bursche: ich war ein junger
F. und bereit, zu bewundern und nachzueifern (Dessauer.
Herkun 7).
Fantasia[fanta'zi:a].die; -,-s [ital. fantasia < lat. phantasia.
T Phantasie]: 1. Reiterspiel der Araber u. Berber/ in Form
eines Wettkcunpfs. bei dem Reitergruppen möglichst
gemeinsam eine Gewehrsalve abschießen u. aus vollem Galopp
möglichst auf der Stelle anhalten sollen. 2. (Musik) italienische
Bez. für Fantasie (1); Fantasie [fanta'zi:]. die; -. -n [...i:an;
1: ital. fantasia. t Fantasia]: 1. (Musik) instrumentales
Musikstück mit freier, oft improvisationsähnlicher Gestaltung
ohne fartnale Bindung. 2. seltener für t Phantasie.
Farad [fa'ra:t], das; -[s]. - [nach dem engl. Physiker u.
Chemiker M. Faraday (1791-1867)] (Physik): elektrische
Maßeinheit für die Kapazität; Zeichen: F; FaradayUfig ['faeredi-J.
der (Physik): metallene Umhüllung zur Abschirmung eines
begrenzten Raumes gegen äußere elektrische Felder u. zum
Schutz empfindlicher /Meß gerate gegen elektrische
Störungen; Faradisation [faradiza'tsio:n], die: - (Med.):
Anwendungdesfaradischen Stroms zu diagnostischen u.
therapeutischen Zwecken; faradisch [fa'ra:dij] <AdJ.) in der
Fügung -er Strom (Physik; unsymmetrischer, durch
Unterbrechersclialtung erzeugter Wechselstrom): faradisieren [faradi-
'zr.ran] <sw. V.; hat) (Med.): mit faradischem Strom
behandeln; Faradotherapfc. die; -: svw. t Faradisation.
Farandole [faran'do:b], Fandarole [fanda'ro.ld]. die; -. -n
[frz. farandole < provenz. farandoulo. H. u.J: provenzali-
scher Volkstanz im 6lg-Takt. bei dem ein Anführer eine
lange Kette von Paaren in Schlangen- u. Spiralfiguren durch
die Straßen leitet.
ffrb-, Ffrb- (gelegtl. mit T färben-. Farben- wechselnd): ^ab-
Stimmung, die: a) (Fot.) Einstellung der Dichte der drei
am Bildaufbau beteiligten Teilfarbenbilder zu einer möglichst
naturgetreuen Wiedergabe; b) Abstimmung verschiedener
Farben untereinander: die F. bei den bunten Glasfenstern
ist nicht ganz geglückt; -abstufimg, die: Änderung einer
Farbe in bezug auf Sättigung u. Helligkeit; ^abweichung,
die: a) (Fot.) Abweichen der Farbwiedergabe eines Details
od. eines ganzen Farbbildes vom Original: sie (= die
Fotozelle) ... stellt die kleinste F. bei Briefmarken oder auf
Bildern fest (Menzel, Herren 32); b) (Optik) vgl. Aberration
(3); -abzug, der (Fot.): Abzug von einem Farbnegativ od.
Farbdia auf Farbpapier; -aufnähme, die: svw. f-fotografle
(2); -auszug, der (Fot.): Aufnahme eines farbigen Objektes,
die nur den Teil der Farben enthält; -band, das <P1. ...bän-
der): mit einer farbigen Flüssigkeit getränkter Baumwoll-
od. Seidenstreifen für Schreibmaschinen: ein neues F.
einlegen: -beutel, der: mit Farbe (2) gefüllter Beutel als
Wurfgeschoß bei Demonstrationen: Jmdn. mit -n bewerfen; ein
... Mann, den die Sensation, deren Objekt er geworden
ist. getroffen hat wie der F. eines Demonstranten (Spiegel
11. 197S. 31); -bezeichnung, (auch:) Farbenbezeichnung,
die; ^biW. das: svw. t^fotografle (2); -buch, das (Dipl.):
aus Anlaß bestimmter außenpolitischer Ereignisse
veröffentlichte Dokumentensammlung eines Staates, deren Umschlag
eine bestimmte, je nach Land verschiedene Farbe hat (z. B.
Blau-. Gelbbuch); ^dia. das (Fot.): farbiges Diapositiv;
-druck, (auch:) Farbendruck, der <PI. ...drucke): 1. <o.
PI.) Druckverfahren mit bunten Druckfarben. 2. mit bunten
Druckfarben hergestellter 2Druck (1 b): über dem Bett einen
gerahmten und verglasten F.. die heilige Maria darstellend
(Kuby. Sieg 81); -echt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die
Farbe haltend; so gefärbt, daß die Farben nicht verblassen,
auslaufen; nicht abfärbend: -e Wolle, dazu: -echtheit, die;
-eflekt, der: bei diesem Kleid wird durch den bunten
Gürtel ein besonderer F. erzielt; -Eindruck, der: Eindruck,
den Farben auf jmdn. ausüben; -empfindlich, (auch.)
farbenempfindlich <Adj.; nicht adv.): 1. so beschaffen, daß
Farben differenziert aufgenommen, genau registriert werden:
auf Farben fein reagierend: ein sehr -er Film. 2.
empfindliche, leicht verblassende od. auslaufende Farben aufweisend;
nicht farbecht: bei -en Geweben Vorsicht mit
Fleckentfernern!, dazu: -empfindlichkeit, (auch:)
Farbenempfindlichkeit, die <o. PL): die F. des Auges prüfen; -empfindung,
die: von einer Farbe ausgelöste subjektive Empfindung des
Gesichtssinns; ^erde.die; -. -n (Chemie):
Verwitterungsprodukt von Mineralien; -femsehempftnger, der: Gerät zum
Farbfernsehen; -fernsehen <nur im Inf. gebr.): in Farbe
fernsehen: Seit gestern morgen um elf Uhr können die
Bundesbürger f. (MM 26727. 8. 67. 1); -fernsehen, das:
Fernsehen, bei dem die Bilder in natürlichen Farben
wiedergegeben werden; -fernsehender: svw. t ^fernsehempfänger;
-fernsehfllm« der: Fernsehfilm in Farbe; -femsehgerät, das;
-fernsehkamera. die; -fernsehübertragung, die; -film, der:
1. Film (2) für die Farbfotografie: einen F. in den Fotoappa-
798
färben-, Farben-
rat einlegen. 2. in Farbe gedrehter Film (3 a): in den Kinos
laufen fast nur noch -e; -filter, der, fachspr. meist: das:
vgl. Filter (2); -fleck, der: der Malerkittel war voller -e;
Ü Nur zwei große -e waren noch da: ein grüner, der
große Stapel eines Gurkenhändlers, und ein rötlichgelber:
Aprikosen (Böll. Adam 50); -foto, das: kurz für t -fotogra-
fie(2); -fotografier die: 1. <o. PI.) Verfahren, etw. in
natürlichen Farben fotografisch wiederzugeben. 2. in Farbe
aufgenommene Fotografie (2): -gebung. die; -. -en:
Verwendungsweise u. Anordnung von Farben bei der Gestaltung
von etw.: die F. eines Wohnraumes; war die F. durchaus
naturalistisch, ohne kitschig oder barbarisch-bunt zu sein
(Bild. Kunst 1.13); -gestaltung,die: svw. t-gebung; -«las.
das <P1. ...gläser): durch bestimmte Zusätze in einem
technischen Verfahren gefärbtes Stück Glas: -holz, das:
bestimmte Farbstoffe enthaltendes Holz meist tropischer
Pflanzen: -bolzschnitt* (auch:) Farbenholzschnitt, der (bild.
Kunst): mit einem verschiedenfarbig eingefärbten
Druckstock od. mit mehreren, jeweils in einer Farbe ein gefärbten
Druckstöcken hergestellter Holzschnitt: -karte, die:
Musterblatt, das die Palette der verschiedenen zur Wahl
stehenden Farben zeigt: -kästen, (auch:) Farbenkasten, der: svw.
t Malkasten; -kissen, das: svw. f Stempelkissen; -klecks,
der: vgl. ^fleck; -kombination, die: die F. ihrer Garderobe
war ziemlich gewagt; -komponente. die (Chemie): farblose
chemische Verbindung, die für die Bildung von Farbstoffen
benutzt wird: -komposition, die: wirkungsvolle, geschickte
Farbzusammenstellung: -kontrast, der; -körper, der: vgl.
Pigment (1); -lehre, die: svw. t Farbenlehre; -lichtbild.
das: svw. t-fotografie (2); -lithographie, die: vgl. -holz-
schnitt; ^los <Adj.; -er, -este): 1. <o. Steig.; nicht adv.)
keine /richtige/ Farbe aufweisend, enthaltend: -er Lack;
ihr Gesicht war schmal und f. (blaß). 2. durch keine
hervorstechenden positiven Merkmale. Eigenschaften auffallend:
keine Abwechslung, keine Höhepunkte bietend:
nichtssagend, fade, langweilig: ein -er Politiker; seine Schilderung
war zu f.; ..In welchem Jahrhundert möchten Sie leben
...?" ..In unserem. Es ist das lausigste, blutigste. ... -este.
... aber trotzdem" (Remarque. Triomphe 352). dazu:
-losigkeit. die; -; -mine, die: farbige lMine (3) in einem
Farbstift. Druckbleistift o. ä.: -negativ, das (Fot.): Negativ,
das die komplementären Farben zum Positiv zeigt, dazu:
-nesativfilm, der; -nuance, die; -papier, das (Fot.):
fotografisches Papier mit einem Aufbau von Schichten, die denen
eines Farbfdms entsprechen, zum Atifertigen von
Farbabzügen od. -Vergrößerungen: -Photographie, die: t-fotografie;
-probe: svw. t Farbenprobe; -pulver, das: Farbe in
Pulverform: -pimkt, der: Leuchtpunkt des farbigen Bildschirms:
einzelner Punkt eines Farbtripeis: -schiebt, die: unter der
oberen F. der Wand kamen mehrere andere zutage;
-schlag, der (Biol.): (bes. bei Zuchtformen) sich farblich
unterscheidende Variante innerhalb einer Art od. Rasse:
-schnitt, der (Buchw.): farbig verzierte Seiten des
Buchblocks, an denen die Bogen nicht zusammengeheftet u. in
der Regel beschnitten sind, so daß man das Buch öffnen
kann: -skato,die: Reihe verschiedener Farbtöne: eine reiche
F.; -skizze, die (bild. Kunst): Studie. Skizze mit Farben,
die einem Gemälde vorausgehen kann: -Stellung, die:
Zusammenstellung. Kombination bestimmter Farben: Pullover
... in aparten -en (MM 24.10. 68, 16); -stich, der: vgl.
Blaustich; -stift, der: farbig schreibender Stift (Buntstift,
Kugelschreiber o.a.); ^«tofTt der: farbige Substanz, die
etw. in einer bestimmten Farbe erscheinen läßt od. zum
Färben von etw. verwendet wird: natürliche, synthetische
-e; die Blätter der Pflanze enthalten einen F.; -tempe-
ratur, die (Fot.): die einer Lichtquelle zugeordnete
Temperatur eines zum Vergleich dienenden nicht
reflektierenden Körpers (schwarzen Strahlers), bei der dieser
dieselbe Lichtstrahlung aussendet und damit dieselbe
Farbe besitzt wie die Licluquelle: ^test, der: svw.
t Farbentest; ^tont der: Farbe in bestimmter Abstufung.
Tönung: der Maler liebt kräftige, satte Farbtöne: Hut
und Tasche im gleichen F.; -tripel, das: Leuchtpunkt auf
dem farbigen Bildschirm für die drei Primärfarben Rot.
Grün u. Blau, die zusammen das Farbbild ergeben: -tupfen,
-tupfer.der: vgl. -fleck: Blumen als heitere F. im Stadtbild;
Ü die Metaphern weniger ernst zu nehmen, sie vielmehr
zu akzeptieren als belebende Farbtupfer (Bausinger.
Dialekte 85); Mimkehrfilm, der (Fot.): Farbfilm, der durch
Unikehrentwicklung zu einem Diapositiv entwickelt wird:
-valenz, die: Wirkung eines Farbreizes im menschlichen
Auge: ^Vergrößerung, die (Fot.): Vergrößerung einer
Farbfotografie (2); -walze, die (Druckw.): Walze, die zum
Einfärben der Druckform, des Druckstocks dient: -Wechsel.
(auch.) Farbenwechsel, der: 1. wechselndes Auftreten von
Farben: um den zauberschönen Farbenwechsel der
Nachmittagsbeleuchtung zu betrachten (Geissler. Nacht 47).
2. (Zool.) Wechsel der Farbe des Körpers bei bestimmten
Tieren: besonders eindrucksvoll ist der F. der Tintenfische;
F. zeigen; -werk, das (Druckw.): aus einem
Farbbehälter u. mehreren Walzen bestehender Teil einer
Druckmaschine, der das Einfärben der Druckform besorgt: -wert, der:
1. in der Farbenlehre räumliche Koordinate der Farbvalenz
im entsprechenden System. 2. (Fot.; graph. Technik)
Schwärzung einer Bildstelle im Farbauszug: -wiedergäbe,
die: Wiedergabe der Farbe eines Originals durch eine Kopie:
-Zusammenstellung, (auch:) Farbenzusammenstellung, die:
svw. t ^kombination.
Farbe ffarba], die; -. -n [mhd. varwe, ahd. farawa]: l.a)
sichtbare, mit dem Auge wa/irnehmbare Tönung. Färbung
von etw.: eine dunkle, helle, sanfte, kalte, giftige F.; grelle,
knallige (ugs.). schillernde -n; die -n sind gut aufeinander
abgestimmt; diese Farben beißen sich (ugs.); die Farbe
schreit und soll schreien (Spoerl. Maulkorb 26); sie liebt
modische, bunte -n; drei Hefte in den -n Gelb. Rot u.
Orange; sein Gesicht verlor plötzlich alle F. (wurde blaß,
bleich): durch den Spaziergang hast du wieder richtig
F. bekommen (siehst du gesund aus): An diesem Abend
warder Himmel... von der verletzlichen F. der Apfelblüte
(Küpper. Simplicius 68); Ü im Verlauf des Abends bekam,
gewann ihr Spiel immer mehr F. (Ausdruckskraft.
Lebendigkeit): zuerst waren die Straßen noch Paris, aber dann
verloren sie an Charakter und F. und wurden einfach
Vorstadtstraßen (Baum. Paris 152); *die F. wechseln (blaß
u. wieder rot werden: vgl. Farbe 3 a); b) <o. PI.) das
Buntsein. Farbigsein: Buntheit. Mehrfarbigkeit: das
Fernsehbild gewinnt durch die F. an Ausdruckskraft; die
meisten Abbildungen des Buches sind in F. (farbig, bunt).
2. färbende Substanz: Mittel zum Färben. Anmalen:
Farbstoff eine schnell trocknende, gut deckende F.; die F.
blättert von der Wand; -n mischen; etwas F. auftragen
(sich schminken): die -n laufen ineinander, verblassen;
er malt gern mit kräftigen -n; es roch nach frischer F.,
Teer. Wasser (Baum. Paris 9); ü etw. in den schwärzesten
-n malen, schildern, beschreiben (negativ, pessimistisch
darstellen): die Verbindung von Sünde mit der ritterlichen
Tötung des Sündendrachens schwebte ihm dabei in
glühenden -n vor. ähnlich wie sie auf der Glasmalerei in seinem
Arbeitszimmer leuchteten (Musil. Mann 1075). 3.a) (meist
PI.) Farbe (1 a) als Symbol eines Landes, einer Vereinigung
o. ä.: er vertritt bei den Wettkämpfen die -n seines Landes,
seines Vereins; Fähnchen in den französischen -n;
Ablehnung jedes totalitären Systems, was immer dessen
politische oder soziale F. sein mochte (Rothfels. Opposition
136); * die F. wechseln (seine (politische i Überzeugung
ändern, zu einer anderen Partei. Vereinigung o. ä. übergehen:
vgl. Farbe 1 a); b) Farbe da) als Symbol für bestimmte
Begriffe: Grün ist die F. der Hoffnung. 4. durch die gleichen
Zeichen gekennzeichnete Serie von Spielkarten eines
Kartenspiels: Kreuz. Pik. Herz und Karo sind die -n der
französischen Spielkarte; eine F. ausspielen, bekennen; *F.
bekennen (ugs.; seine wirkliche! Meinung zu etw. nicht länger
zurückhalten: von der ausgespielten Farbe des Kartenspiels,
die der Gegenspieler bedienen muß).
Ffrbe-: -gut, das: zum Färben in einer Färberei vorgesehenes
Material, bes. Textilien: -methode, die; --mittel, das:
Farbstoff zum Färben von etw.; -verfahren, das.
färben-, Farben- (gelegtl. mit t färb-. Färb- wechselnd): ^be-
zeichnung, (auch:) Farbbezeichnung, die; -blind <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): nicht die Fälngkeit besitzend, Farben
richtig zu erkennen od. zu unterscheiden, dazu: -blindheit,
die; -druck, der: svw. t Farbdruck; -empfindlich: svw.
t farbempfindlich, dazu: -empfindlichkeit, die; -fabrik, die:
vgl. -Industrie; ^Fehlsichtigkeit, die (Med.): svw. t-blind-
heit; -film, der (Schweiz.): svw. t Farbfilm; -freudig <Adj.):
a) reich an kräftigen, lebhaften Farben: von
abwechslungsreicher Buntheit: sie liebt Stoffe mit -en Mustern; b) kräftige,
lebhafte Farben bevorzugend: türkisblau, ganz unwirklich,
wie von einem zu -en Maler ungleichmäßig strichweise
angefärbt war der Himmel (Molo. Frieden 268). dazu:
799
-färben
^Freudigkeit, die; -froh: vgl. -freudig: der Festzug bot
ein -es Bild; -harmonie, die: das Harmonieren verschiedener
Farben miteinander; -bolzschnitt, der: svw. t
Farbholzschnitt; -hören, das (Med.): Mitempfinden von
Farbeindrücken beim Hören bestimmter Töne; -Industrie, die:
vorwieset synthetische Farbstoffe u. Lacke herstellende
Industrie; -kästen, der: svw. t Farbkasten; -kkckser, der
(scherzh.): Maler; -kräftig <Adj.; nicht adv.): von kräftiger
Farbe; -lehre, (auch:) Farblehre, die: Wissenschaftszweig,
der sich mit den Farben (1 a), ihrer Entstehung. Messung,
ihrem Zusammenwirken u.a. beschäftigt; -Palette, die: 1.
meist mit Daumenloch versehenes, ovales Mischbrett für
Farben. 2. reiche Auswahl, viele Möglichkeiten bietende
Anzahl an Farben; -pracht, die: harmonisch wirkungsvoller
Zusatnmenklang leuchtend bunter, kräftiger Farben: die F.
der Blumenbeete bewundern, dazu: -prächtig <AdJ.): sie
waren alle sehr f. kostümiert; -probe, (auch:) Farbprobe,
die: auf einem kleinen Stück des betreffenden Materials
aufgetragene Farbe, die die farbliche Wirkung zeigen soll;
-reich <AdJ.): viele verschiedene Farben aufweisend, sehr
bunt: ein -er handgeknüpfter Teppich, dazu: -reichtum,
der <o. PI.); -schön <Adj.; nicht adv.): von schöner Farbe.
dazu: -Schönheit,die <o. PI.); -sinn, der <o. PL): 1.
Fähigkeit. Farben richtig zu erkennen u. zu unterscheiden: einen
normal entwickelten F. haben. 2. Gefühl, ästhetischer Sinn
für Farben u. gute Farbkombinationen; -spiel, das:
ständig wechselndes Auftreten verschiedener Farben: das
reizvolle F. des abendlichen Himmels; -stich, der (bild.
Kunst): vgl. Kupferstich; -Symbolik, die: sinnbildliche
Deutung. Anwendung bestimmter Farben: die F. einer
Dichtung untersuchen, deuten; ^test (auch:) Farbtest,
der: psychologischer Test, bei dem auf Grund der
Bevorzugung od. Ablehnung bestimmter Farben Rückschlüsse auf
die Persönlichkeit, den Charakter gezogen werden; -tragend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von Studenten) einer
(schlagenden I Verbindung od. einem Korps angehörend; -Wechsel,
der: svw. t Farbwechsel; -Zusammenstellung, (auch:)
Farbzusammenstellung, die: svw. T Farbkombinaüon.
-färben [-farbn], -farbig [-farbig] in Zus. u. Abt.. z. B.
cremefarben, cremefarbig; honigfarben; einfarbig.
Urben [TErbn] <sw. V.; hat) [mhd. verwen = färben,
schminken, ahd. farawen; zu t Farbe]: 1. a) mit Hilfe von Farbstoff
farbig, bunt machen, einer Sache eine bestimmte Farbe
verleihen: Wolle, ein Kleid [dunkelblau! f.; Ostereier f.; sie
hat ihr Haar [rot] gefärbt; du mußt dir noch die Lippen
etw. f. (selten; schminken)'. Ü Genua hat von jeher den
Horizont meiner Wünsche gefärbt wie die rosenfingrige
Eos den Morgenhimmel der homerischen Helden (Bamm.
Weltlaterne 101); b) (ugs.) svw. tabfärben (1): der Stoff
färbt etwas; c) <f. + sich) eine bestimmte Farbe bekommen,
eine bestimmte Färbung annehmen: der Himmel färbte sich
rötlich; ..Wenn ich bedenke, daß dieses saubere englische
Linnen sich vielleicht bald mit dem Blut eines britischen
Jungen färbt..." (Brecht. Groschen 183); das Laub rärbt
sich schon (wird schon herbstlich gelb). 2. absichtsvoll in
bestimmter Weise verändern, verändert darstellen: er liebt
es. seine Vorträge humoristisch zu f.; (meist im 2. Part.:)
eine politisch gefärbte Rede; er gab einen gefärbten (nicht
ganz der Wirklichkeit entsprechenden) Bericht; <Abl.:>
Färber, der; -s, - [mhd. verwaere]: jmd.. der beruflich mit dem
Färben (1 a) von Textilien, textilen Materialien beschäftigt
ist (Berufsbez).
Färber-: -distel, die: zur Familie der Korbblütler gehörende,
in Süd- u. Mitteleuropa heimische, bis 80 cm hohe krautige
Pflanze mit gelben bis orangeroten Blüten, aus denen früher
roter Farbstoff gewonnen wurde; -eiche, die: in Nordamerika
heimischerBaunuausdessenRindefrüher ein gelber Farbstoff
gewonnen wurde; -pflanzen <P1.): zusammenfassende
Bezeichnung ftir Pflanzen, aus denen Farbstoffe gewonnen
werden; -röte* die: zur Gattung Röte gehörende, im
Mittelmeergebiet verbreitete hohe, ausdauernde Pflanze mit gelben,
doldenartigen Blüten, aus denen ein Farbstoff gewonnen
wurde.
Färberei [ferto'rai], die; -. -en: 1. <o. PI.) das Färben (1 a)
von etw.: mit diesem Stoff war es eine etwas schwierige
F. 2. Betrieb, in dem Textilien gefärbt werden: die Kleider
aus der F. abholen; farbig ['farbig] <AdJ.) [1 c: für engl,
coloured]: l.a) verschiedene Farben aufweisend, bunt: ein
-er Druck; die Landschaft bot ein -es Bild; das Lichterspiel,
die so unwahrscheinlich -e Dämmerung über Manhattan
(Frisch. Stiller 372); Flamencotänze sind die schönsten
und -sten Tänze Spaniens (Bild u. Funk 18. 1966. 29);
eine Zeichnung f. ausführen; f. wie ein Papagei gekleidet
sein; b) <o. Steig.; nicht adv.) eine andere Farbe als Weiß
od. Schwarz aufweisend: -es Glas; c) <o. Steig.; nicht adv.)
keine weiße Hautfarbe habend; ein -er Amerikaner; die
Bevölkerung ist überwiegend f. 2. lebhaft, anschaulich;
abwechslungsreich: eine -e Schilderung. Handlung; das
Spiel war spannend und f.; -farbig: f -färben; färbig [Terbul
(österr.): svw. tfarbig da. b); Farbige ['farbiga], der u.
die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der keine weiße
Hautfarbe besitzt: in den Laufdisziplinen waren die -n
besonders erfolgreich; Fertigkeit, die; -: Subst. zu t farbig
(1 a. b u. 2): Sie (= die Junge Generation) wünscht sich
moderne Formen, mehr F. und Beweglichkeit im
Modegeschehen (Herrenjournal 3. 1966. 117); draußen im Regen
leuchteten die wohlbekannten Sträucher und Königskerzen
am Wege in heller, aber krankhafter F. (Werfel, Himmel
81); f«rMidi <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die Farbe (1 a).
die Färbung (1 b) von etw. betreffend: die -e Ausgewogenheit
eines Bildes; Ffrbung, die; -. -en: l.a) das Färben da):
die F. von Wolle; b) das Gefärbtsein; Art. wie etw. gefärbt
ist; Farbgebung; Tönung: der Vogel hat eine auffallende
F.; das Wasser nahm sofort eine rostbraune F. an (Fries,
Weg 207); ü .... sagte eine beruhigende Stimme von
angenehmer F. (Langgässer. Siegel 288). 2. absichtsvoll
veränderte Darstellung; in eine bestimmte Richtung gehende
Abweichung; Tendenz: er gab seinem Vortrag eine ganz
bestimmte F.; Der Kampf... sollte nicht eigentlich
nationalistische, sondern weltrevolutionäre F. tragen (Niekisch.
Üben 114).
Farce I'farsa], die; -. -n [frz. farce. eigtl. = Einlage.
Fleischfüllsel, zu lat. farrire = hineinstopfen]: 1. kürzeres,
derb-komisches Lustspiel [in Versen 1; Posse. 2. etw.
Nichtssagendes; lächerliches Getue; [als etw. Wichtiges hingestellte,
aber im Grunde I belanglose Angelegenheit: die umständliche
Zeremonie war eine einzige F.. wurde zur F.; daß die
Liebe für sie ... eine bloße sexuelle F. wurde (Bodamer.
Mann 172). 3. (Kochk.) aus gehacktem Fleisch. Fisch.
Gemüse. Ei. Gewürzen u.a. hergestellte Füllung bei Fleisch- u.
Fischspeisen: eine Pastete mit einer F. füllen; Faroeur
[farse:^]. der; -s, -e [frz. faroeur] (veraltet): Possenreißer;
farderen [far'si:ran] <sw. V.; hat) [frz. farcir] (Kochk.):
mit einer Farce (3) füllen: Geflügel. Pasteten f.
farewell [fca'wel; engl.]: leb tl wohl! (engl. Abschiedsgruß).
Farm [fa'ri:n]. der; -s [zu lat. farina = Mehl]: a) nicht
raffinierter, gelblichbrauner, leicht feuchter Zucker: mit F.
hergestellte Lebkuchen; b) svw. t Puderzucker. <Zus.:> Fa-
rtnzucker, der.
Farm [farm], die; -. -en [engl.-amerik. farm. urspr. = gegen
festen Preis verpachtetes Landgut < (a)frz. ferme. zu:
fermer = zumachen, schließen; bindend vereinbaren <
lat. firmäre = festmachen, sichern]: 1. größerer
landwirtschaftlicher Betrieb (in angelsächsischen Ländern): eine
F. bewirtschaften. 2. größerer Betrieb, in dem Geflügel
od. Pelztiere gehalten, gezüchtet werden: die F. liefert einen
Großteil der Felle ins Ausland; <Abl.:) Farmer, der; -s, -
[amerik. farmer]: Besitzer einer Farm (1).
Farn [farn], der; -[e]s. -e [mhd.. ahd. farn]: krautiger, in
den Tropen auch baumförmiger Vertreter einer Klasse der
Farnpflanzen mit großen, meist gefiederten und in der ersten
Wachstumsphase an der Spitze eingerollten Blättern (
Wedeln).
f$riK F$rn-: hurtig <AdJ.; o. Steig.): a) mit dem Farn ver-
watutt; b) wie Farn aussehend; -Watt, das: vgl. ^wedel;
-kraut,das: svw. f Farn; -pflanze,die: 1. (meist PI.)
Vertreter der Abteilung von Sporenpflanzen (mit mehreren
Klassen), deren gemeinsames Merkmal der Generationswechsel
ist: der Schachtelhalm gehört zu den -n. 2. einzelne Pflanze
des Farns: die F. ist vertrocknet; -wedel, der: gefiedertes
Blatt eines Farns.
Farre, der; -n. -n. Fairen ['fara(n)]. der; -s. - imhd. far(re).
ahd. far(ro)] (veraltet, noch landsch.): /meist junger, bei
der Zucht verwendeter/ Stier; Bulle; Färse [ferzo]. die;
-. -n [spätmhd. verse < mniederl. verse. zu: var(re) =
Stier; vgl. Farre]: Kuh. die noch nicht gekalbt hat.
Fas [fa:s], das; - [lat. fas, zu: fari = sprechen]: in der
römischen Antike das von den Göttern Erlaubte (Ggs.: Ne-
fas).
Fasan [fa'za:n]. der; -[e]s. -e u. -en [mhd. fasän < (a)frz.
800
faserig
faisan < lat. (avis) phäsiänus < griech. (örnis) Phäsianös.
eigtl. = in der Gegend des Flusses Phasis (am Schwarzen
Meer) heimischer VogelJ: in zahlreichen Arten
vorkommender Hühnervogel, bei dem die Henne unauffällig graubraun
gefiedert ist. der Hahn dagegen meist ein farbenprächtiges
Federkleid u. lange Schwanzfedern besitzt; <Zus.:> Fasgnen-
gehege. das: svw. t Fasanerie (a); Fasgnenaicht* die; <Abl.:>
Fasanerie [fazana'ri:]. die; -. -n [...ian; nach frz. faisande-
rie]: a) meist große, an Unterholz reiche Gartenanlage zur
Aufzucht von Fasanen; b) (bes. im 17. u. 18.Jh.) [oft
prächtig ausgestattetes) Gebäude in einer solchen Gartenan-
läge.
Fasehe [Tajd]. die; -. -n [ital. fascia < lat. fascia] (österr.):
1. lange Binde zum Umwickeln verletzter Gliedmaßen o.a.
2. weiße Umrandung an Fenstern u. Türen (bei bunt
verputzten Häusern). 3. Eisenband zum Befestigen von Angeln
an einer Tür, von Haken o.a.; <Abl. zu 1:> faschen l'fajn]
<sw. V.; hat) (österr.): mit einer Binde fest umwickeln:
den verrenkten Fuß f.
faschieren [fa'Ji:ren] <sw. V.; hat) [zu österr. mundartl.
Fasch = t Farce (3)1 (österr.): durch den Fleischwolf drehen:
Fleisch f.; <Zus.:) Faschiermaschine, die (österr.): svw.
t Fleischwolf; <subst. 2. Part.:) Faschkrte* das; -n (österr.):
1. svw. t Hackfleisch. 2. aus Hackfleisch hergestellte Speise.
Faschine [fa'Ji:ra], die; -. ~n [ital. fascina < lat. fascina]
(Fachspr.): mit Draht fest zusammengeschnürtes Bündel
aus Reisig, das bei der Befestigung u. Sicherung der Böschung
eines Ufers o.a. verwendet wird; <Zus.:> Faschinenwall,
der.
Fasching [faJml. der; -s. -e u. -s <P1. selten) [mhd. vaschanc.
vastschang. eigtl. = Ausschenken des Fastentrunks,
umgedeutet aus vastganc = Faschingsprozession] (südd., bes.
bayr., österr.): Fastnacht[szeitj: München, um diesen
fetten F. mitzumachen, versetzte Leib- und Bettwäsche
(Feuchtwanger. Erfolg 801); im F.. während des -s
besuchen sie gelegentlich einen Ball; geht ihr dieses Jahr zum
F. (zu Veranstaltungen. Feiern während des Faschings)?
Faschings- (südd.. bes. bayr.. österr.): -ball, der: während
der Faschingszeit stattfindender Ball, bei dem Kostüme / u.
Masken J üblich od. vorgeschrieben sind; -dienstag* der:
svw. t Fastnachtsdienstag; -fest, das: vgl. t-ball: -kostüm,
das: svw. t Fastnachtskostüm; -krapfen* der: svw. f
Fastnachtskrapfen; -prinz, der: svw. t Karnevalsprinz;
-Prinzessin, die: w. Form zu t-prinz; -scherz, der; -schlauer.
der: svw. f Karnevalsschlager; -sonntag, der: letzter
Sonntag vor dem Aschermittwoch; -trubel. der: sie stürzten
sich in den F.. der in den Straßen herrschte: -umzug,
der: svw. t Fastnachtsumzug; -zeit, die: svw. t
Fastnachtszeit; -zug. der: vgl. Fastnachtsumzug.
faschisieren [fajizi:ren] <sw. V.; hat) [zu t Faschismus]: mit
faschistischen Tendenzen durchsetzen; <Abl.:> Faschisk-
rung, die; -: die ..Faschisierung" des Beamtenapparates
gelang nur äußerlich (Fraenkel. Staat 85); Faschismus
[fa'Jismus], der; - [ital. fascismo. zu: fascio =
(Rutenbündel; Vereinigung; Bund < lat. fascis. tFaszes): 1. (hist.)
das von Mussolini (von 1922 bis 45) errichtete
Herrschaftssystem in Italien. 2. (abwertend) nach dem Führerprinzip
organisierte, nationalistische, antidemokratische,
antisozialistische u. antikommunistische rechtsradikale Bewegung.
Herrschaftsform: Das Bücherverbrennen ist immer als
besonderes Beispiel für den F. herausgestellt worden (Kant.
Impressum 315); <Abl.:) Faschjst* der; -en. -en [ital. fasci-
staj: Anhänger, Vertreter des Faschismus: faschistisch
<Adj.): a) <o. Steig.) den Faschismus betreffend, zu ihm
gehörend: eine -e Partei. Bewegung. Regierung; b) vom
Faschismus (2) geprägt; auf den Prinzipien des Faschismus
(2) beruhend, ihnen folgend: eine -e Gesinnung; er ist noch
-er eingestellt als sein Bruder; faschistoid [faJisto'i:d] <Adj.;
o. Steig.) [zu t Faschist u. griech. -oeides = ähnlich]: dein
Faschismus (2) ähnlich: faschistische Züge zeigend.
Fasdsmus [fas* tsismusl. der; - (Schweiz.): svw. t Faschismus;
<Abl.:> Fascjsl, der; -en. -en (Schweiz.): svw. tFaschist;
fascjstisdi <Adj.) (Schweiz.): svw. f faschistisch.
Fase ['fa:z3j. die; -. -n [frz. face = Gesicht; (Ober)fläche
< lat. facies = Aussehen; Gesicht] (Holz-,
Steinbearbeitung): durch die Bearbeitung einer Kante entstandene,
abgeschrägte Fläche: wo Kanten fehlen, schleift man -n (Grass.
Blechtrommel 565).
Fasel [Ta.zj]. der; -s. - [mhd. vasel. ahd. fasal]: junges,
geschlechtsreifes. (je nach Landschaft) männliches od.
weibliches [bei der Zucht verwendetes] Rind, seltener auch
Schwein; <Abl.:) faselbar <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
zuchtreif, deckfähig u. zur Zucht zugelassen; ein -er Bulle.
Fasel-: -eher, der: /junger/ bei der Zucht verwendeter Eber;
-hengst, der: Zuchthengst; -hof* der: Zuchtbetrieb für
Faselvieh: Aus dem F. Bensheim-Zell ist ein Bulle abzugeben
(Bergsträßer Anzeiger 7. 11. 73. 6); -vidi, das: /junge/
geschlechtsreife. faselbare Rinder, seltener auch Schweine.
Faselei [fa:zd'lai]. die; -. -en [zu tfaseln (1)] (ugs. abwertend):
unüberlegte, sinnlose, wirre, oft weitschweifige mündliche
od. schriftliche Äußerung; Geschwätz; Fgseler* (auch:)
Fasler, der; -s. •: svw. t Faselhans; Faselfehler, der; -s. - [zu
tfaseln 2]: Fehler, der durch planloses, ungenaues Arbeiten
entsteht; Fasehans* der; -[es], -e u. ...hänse (ugs.
abwertend): jmd.. der Faseleien von sich gibt: Erstens müßtest
du ihr sagen, daß Meingast ein F. ist (Musil. Mann 1437);
faselig [Ta.zdli^] <Adj.) (ugs. abwertend): im Reden u.
Handeln unbedacht u. dabei zerstreut, zerfalxren wirkend: für
diese schwierige Arbeit ist er viel zu f.; faseln [fa:z|n]
<sw. V.; hat) [zu (früh)nhd. fasen = irrereden; H. u.j
(ugs. abwertend): 1. unüberlegt, wirr, meist weitschweifig
u. ohne genaue Sachkenntnis von etw. reden od. über etw.
schreiben; Unsinn reden, schreiben; dafterreden: was faselt
er denn da wieder!; er hat [etwas] von einem/über einen
Roman gefaselt, den er schreiben will; ..Fasle nicht von
Logik. Jungchen, sonst juckt mich der große Zeh",
brummte der Alte (Fr. Wolf. Menetekel 168). 2. ungenau, planlos,
liederlich arbeiten.
fasen[fa:zn] <sw. V.; hat) [zu tFase] (Holz-.
Steinbearbeitung): eine Kante so bearbeiten, daß eine abgeschrägte
Fläche entsteht.
Faser [Ta:ze]. die: -. -n <Vkl. TFäserchen) [spätmhd. vaser,
zu mhd. vase = loser Faden. Franse. Saum. ahd. faso.
fasa. eigtl. = im Winde wehender Faden]: feines, dünnes
fadenähnliches Gebilde, das aus einem pflanzlichen od.
tierischen Rohstoff besteht od. synthetisch erzeugt ist /u. als
Ausgangsmaterial für Garne u. Gewebe dient j: lange,
elastische, brüchige -n; -n verspinnen; ein Gewebe aus
synthetischen -n; die -n der Baumwolle; die -n eines Muskels;
Ein Laufteppich mit derben -n nahm den Schuhen den
Schmutz ab (Musil. Mann 1064); Ihr Kleid war naß bis
in die letzte F. (Dorpat. Ellenbogenspiele 21): Ü mit allen
-n, mit jeder F. [seines Herzens] (geh.; sehr, außerordentlich
stark) an im dm., etw. hängen; Ich wünschte es mir von
ganzem Herzen, jede F. meines Leibes wünschte es (Salo-
mon. Boche 47).
fgser-, Faser-: -artig <Adj.; o. Steig.); -bildend <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): -es Bindegewebe; -dämmstoff* der
(Technik): aus pflanzlichen od. synthetisch hergestellten
Fasernbestehender Dämmstoff in Form von Matten. Filzen o.a.;
-geschwutst. die (Med.): gutartige Geschwulst aus
Bindegewebe; Fibrom; -glas, das <o. PI.) (Technik): sehr feine,
lange Fäden aus Glas, die als Glaswolle od. zur Herstellung
von Glasgespinst o.a. verwendet werden; -hanf. der: aus
Asien stammende Form des Hanfs, der Fasern für bes.
reißfeste Textilien. Netze. Seile o.a. liefert; -haut, die (Med.):
Haut aus faserigem Bindegewebe; -holz, das: Holz, dessen
durch entsprechende Bearbeitung gewonnene Faser bei der
Herstellung von Zellstoff. Faserplatten o. ä. verwendet wird:
Außer Schnittholz ... werden in die Bundesrepublik F.
und Grubenholz eingeführt (Mantel. Wald 65); -iqckt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (seltener): svw. tsplitterfaser-
nackt; -pflanze* die: Pflanze, deren Fasern bei der
Herstellung von Spinnerei- u. Seilereiprodukten, von Geflechten,
Besen. Pinseln o. ä. verwendet werden; -platte* die:
Werkstoff in Form einer Platte, der aus Fasern, bes. Holzfasern,
u. entsprechenden Bindemitteln hergestellt wird; -schonend
<Adj.): so beschaffen, daß die Fasern eines Gewebes, Stoffes
nicht od. nur wenig angegriffen werden: eine -e Behandlung;
das Mittel wäscht besonders f.; -Schreiber* der: vgl.
Filzschreiber: -Stoff, der: aus pflanzlichen, tierischen,
mineralischen oder synthetisch hergestellten Fasern bestehender texti-
ler Rohstoff; -struktur* die; -verlauf* der.
FAserchen ['fe:zB<pn]. das; -s. -: t Faser; faserig* fasrig
['fa:z(3)ri9] <Adj.; nicht adv.): zum großen Teil aus /sich
leicht ablösenden i Fasern bestehend; viele Fasern enthaltend,
voller Fasern: -es Holz. Fleisch; das Papier ist zu f.;
Morgens löst er die Taue von den verteerten Tampen und
schlägt sie am Tischbein faserig (Bredel. Prüfung 115);
Ü Er starrte auf das Viereck des Fensters, in dem bleich
51 GDW
801
fasern
und fasrigein Stück des Nachthimmels zu sehen war
(Sebastian. Krankenhaus 202): fasern [farzwi] <sw. V.; hat):
Fasern verlieren; sich [an der Oberfläche7 in einzelne Fasern
auflösen: das Gewebe, das Papier fasert zu sehr; Geniste
von Blättern und Stengeln, die ... faserten und faulten
(Gaiser. Schlußball 210); gefasertes (faseriges) Holz;
<Abl.:> Fgserung. die; -.
Fashion ['fejn. engl.: Tee Jan], die; - [engl, fashion < (a)frz.
fafon, T Fasson]: a) Mode; b) Vornehmheit; gepflegter
Lebensstil; fashionabel [faJio'na:b|] <Adj.; ...bler. -ste). fashio-
nabiel'fejandb).engl.: faejndbl] <AdJ.; o. Steig.; nichtattr.)
[engl, fashionable] (bildungsspr.): modisch-elegant; in
Mode; Als fashionable Reiseziele gelten nun die Sahara und
Marokko (Petra 3,1974,13); das Kleid ist nicht besonders
f.; Fashionable noveb [Tsjndbl 'nralz] <P1.) [engl.
Fashionable Novels. eigtl. = Moderomane] (Literaturw.):
englische Romane in der Übergangszeit zwischen Romantik
u. Realismus im 19. Jh.. die die Welt des Dandyismus
[kritisch] behandelten.
Fasler: f Faseler.
Ffsmcht« die; - [mhd. vas(e)nacht, Ausspracheerleichterung
ftir vastnacht (f Fastnacht); vidi, unter Einfluß eines z. B.
in frühnhd. faseln = „gedeihen, fruchtbar sein"
enthaltenen Stammes mit der Bedeutung „Fruchtbarkelt"]
(landsch.): svw. t Fastnacht; Ffsmchtsschenkeli [-Jen-
kali], das; -fei. - [Schweiz. Schenkel! = walzenförmiges,
etwa fingerlanges Gebäck, eigtl. Vkl. von: Schenkel =
t(Unter)schenkell. Fysnachtsschlüferii [-Jlyrfeii]. das; -[s].
- [Schweiz. Schlüferli = Kuchen aus Teigstreifen, die
schleifenähnlich indnandergeflochten werden] (Schweiz.):
Backwerk.
fasrig: t faserig.
Faß [fas], das; Fasses. Fässer [fesc] (als Maßangabe auch:
Faß)[mhd.,ahd. va3 = Behälter. Gefäß, urspr. = gefloch-
tenes. umwundenes Behältnis]: 1. <Vkl. t Fäßchen) größeres,
zylindrisches, oft bauchig geformtes, früher meist hölzernes,
aus Dauben zusammengesetztes u. von Reifen
zusammengehaltenes, heute häufig auch aus Metall bestehendes Behältnis.
Gefäß, das der Aufnahme. Aufbewahrung meist ganz od.
teilweise flüssiger bzw. feuchter Substanzen, Materialien.
Nahrungsmittel usw. dient; drei schwere Fässer aus
Eichenholz; drei Fässer/Faß Bier; ein F. mit Heringen, mit Teer;
ein F. [Bier] anstechen, anzapfen; Bier vom F.; der Wein
schmeckt nach [dem] F.; er ist so dick wie ein F.. ist
ein richtiges F. (ugs.; ist sehr dick): er trinkt, (derb:) säuft
wie ein F. (ugs.; unmäßig viel): R das schlägt dem F.
den Boden aus (jetzt ist es aber genug; mehr kann man
sich nicht gefallen lassen; das ist der Gißfei; bezieht sich
darauf, daß bei zu starkem Aufschlagen der Reifen der
Boden aus dem Faß herausspringt), (scherzh.:) das schlägt
dem F. die Krone ins Gesicht (svw. das schlägt dem Faß
den Boden aus; Kontamination aus „das schlägt dem
Faß den Boden aus*4, „etw. setzt einer Sache die Krone
auf' u. „einer Sache ins Gesicht schlagen), das bringt
das F. zum Überlaufen (svw. das schlägt dem Faß den
Boden aus); * ein F. ohne Boden [sein] (so geartet, beschaffen
[sein], daß man. meist vergeblich, immer wieder neue Mittel
zu investieren gezwungen ist).Kurzum, die Askese ist ein
F. ohne Boden, ein unergründlich Ding (Th. Mann. Die
vertauschten Köpfe, in: Tod u.a. Erzählungen 150); ein
F. auftnachen (ugs.; eine ausgelassene Feier, Party
veranstalten). 2. (Jugendspr.) hervorragender Könner. Fachmann:
sie ist ein F. im Bogenschießen.
f$ß-, Ffflk -band, das: svw. t -reifen; ^beinig <Adj.>: (bes.
von Pferden. Rindern. Schafen) eine fehlerhafte. O-beinige
Stellung bes. der hinteren Gliedmaßen aufweisend: Gucken
sich mal die Läufe an. Steht nicht f. und nicht kuhhessig
(Grass. Hundejahre 438). dazu: -belnigkeit, die; -; -Wer,
das: Bier, das in Fässer abgefüllt ist u. unmittelbar vom
Faß abgezapft wird; -binder, der (südd.. Osten*.): Böttcher.
dazu: -binderei, die: Böttcherei; -brause, die:
Brauselimonade vom Faß; -daube, die: vgl. Daube; -bahn, der:
Vorrichtung, um vom Faß eine Flüssigkeit zu zapfen; -reiften].
der: Reifen aus Holz od. Metall, der das aus Dauben
zusammengesetzte Faß zusammenhält; -wein, der: vgl. ^blen
-weise <Adv.>: Faß Tür Faß. in einzelnen Fässern: die
Heringe wurden f. verladen; vgl. fässerweise.
Fassade [fa'sa:dd]. die; -. -n [frz. fa^ade < ital. facciata.
zu: faccia =» Vorderseite. Gesicht. Aussehen < vlat. * fada
< lat. facles = Aufmachung; Gestalt. Aussehen]: 1.
vordere (gewöhnlich der Straße zugekehrte) Außenseite eines
Gebäudes; Front. Vorderseite. Vorderansicht: eine
[univerputzte, barocke F.; die F. [des Theaters] wird gereinigt,
restauriert. 2. (oft abwertend) Äußeres, äußeres
Erscheinungsbild, das über den wahren Hintergrund, das eigentliche
Wesen vonjmdm..etw. nichts aussagt, es verbirgt: die
Arbeiterorganisationen ... waren zuletzt nur noch großspurige
F. gewesen (Niekisch, Leben 256); bei ihm ist alles nur
F. (äußerer Schein). 3. (ugs.. oft abwertend) Äußeres, bes.
Gesicht eines Menschen: sie hat zwar eine hübsche F.,
aber es ist nicht viel dahinter; oder willst du deine F.
lackiert haben? (Genet [Übers.]. Tagebuch 138).
Fassaden-: -aufzug. der: Gondel an zwei Seilen, die parallel
zur Fassade hängt, zum Putzen von Fenstern an hohen
Gebäuden, zur Ausführung von Reparaturen u. zur Kontrolle von
Fassaden; -dekoration. die (Archit.); -gestaltung. die (Ar-
chit.); -kletterer. der Einbrecher, der. um durch ein Fenster
einsteigen zu können, an der Fassade (1) eines Hauses
hinaufklettert; ^lift. der: svw. t -aufzug; -nutzer, der: vgl.
^reinigen -nebliger, der: jmd.. der sich mit der Reinigung von
Gebäuden, bes. der Fassaden, beschäftigt (Berufsbez.); -rei-
nigung« die: F. mit Dampfgebläse u. Imprägnierung (MM
31. S. 68. 15). dazu: -reinigungslift, der: vgl. -aufzug;
-sockel, der; -Stukkateur, der: Handwerker, der
Stuckarbeiten an Fassaden (1) ausfuhrt (Berufsbez.); -türm, der
(Archit.): an od. in der Front eines Bauwerks (z.B. einer
Kirche) stehender Turm.
faßbar [fasba:g] <AdJ.>: a) offenkundig u. deutlich erkennbar;
greifbar, konkret: -e Ursachen; seine Bemühungen haben
noch nicht zu -en Ergebnissen geführt; mit ideellen, nicht
durch Geld -en Werten (Mantel. Wald 127); b) dem
Verstand zugänglich; verständlich, leicht erklärbar; faßlich: ein
kaum, nur schwer -er Text; etw. einigermaßen f. darstellen;
das ist Ja kaum f.! (kaum zu glauben, zu fassen); <Abl.:>
Faßbarkeit, die; -.
Fäßchen [Teafan]. das; -s, -: tFaß.
fassen [Tasn] <sw. V.; hat) /vgl. gefaßt/ [mhd. va33en. ahd.
fauön. Grundbed. = in ein Gefäß tun; zu tFaß]: l.a)
ergreifen u. festhalten: das Messer am Griff, das Seil mit
beiden Händen f.; Sie stopfte das Ende geschickt in den
Mund und faßte es mit den Zähnen (Langgässer. Siegel
347); Jmdn. am Arm. bei der Hand f.; er bekam den
Ast zu f. (erreichte ihn); Mußt bloß darauf achten, daß
du das richtige Bein zu f. kriegst (Hausmann. Abel 158);
der Habicht faßt seine Beute [mit den Fängen]; faß! (Befehl
an den Hund); wenn ein Spieler gefaßt wird (Rugby; wenn
ein den Ball tragender Spieler angegriffen wird, indem er
an den Händen festgehalten wird), muß er sich sofort vom
Ball trennen; Ü die Strömung faßte das Boot (nahm, riß
es mit); bis der Wind ins Segel faßte (Fallada. Herr 67);
Jmdn. bei seiner Ehre f. (an sein Ehrgefühl appellieren);
b) in verblaßter Bed.: Vertrauen. Zutrauen zu Jmdm. f.
(gewinnen); er konnte keinen [klaren] Gedanken f.
(zustande bringen); einen Entschluß f. (sich zu etw. entschließen).
2. mit der Handan eine bestimmte Stelle greifen, anfassend
berühren: an den heißen Ofen, in den Schnee f.; nach
einem Glas f.; Meine Hand faßt weiter, in Holzsplitter
(Remarque. Westen 53); das Kind faßte ihm/ihn ins
Gesicht; er faßte ins Leere. 3. aufgreifen, in seine Gewalt
bekommen u. festnehmen; gefangennehmen: die Polizei hat
den Dieb gefaßt; er konnte schließlich bei einer Razzia
gefaßt werden; die feste Überzeugung der Kriminalpolizei,
sie habe den Täter gefaßt (Noack. Prozesse 41). 4. an
der vorgesehenen Stelle eindringen, eingreifen, dort einrasten
od. festsitzen: die Schraube faßt [gut], will nicht f.; das
Zahnrad faßt nicht mehr richtig (greift nicht mehr richtig
in das Getriebe ein. ist ausgeleiert). 5. (geh.) befallen,
plötzlich über jmdn. kommen, sich seiner bemächtigen; erfassen:
ein Schauder faßte ihn; Entsetzen hatte sie gefaßt; Da
fiel ein Schlaf über ihn ... und faßten ihn Schrecken und
Finsternis (Th. Mann. Josph 118). 6. a) als Ladung. Einfül-
lung o. ä. aufnehmen, entgegennehmen: sie liefen den Hafen
an. um Kohlen zu f.; b) (Soldatenspr.) als Zuteilung in
Empfang nehmen, entgegennehmen: Essen. Proviant,
Munition f. 7. aufnehmen können; ein bestimmtes
Fassungsvermögen haben. Raum für eine bestimmte Menge. Anzahl bieten:
der Tank faßt SO Liter; der Saal faßt 1000 Zuschauer,
faßte die Gäste kaum; Mein Seesack faßt zwei Unterhosen,
drei Unterhemden, vier Paar Socken, ein Paar
amerikanische Armeeschuhe (Grass, Hundejahre 436). 8. mit einer
802
Fasti
Einfassung. Umrahmung versehen: in eine Fassung bringen:
einfassen: einen Edelstein [in reines Gold] f.; eine Quelle
f. (die Stelle, an der die Quelle austritt, ausmauern):
Die in Steine gefaßten Gräber der Wohlhabenderen (Scha-
per. Kirche 21). 9. einer Sache Ausdruck verleihen, sie
in bestimmter Weise ausdrücken, formulieren, gestalten:
seine Gedanken in Worte f.; etw. poetisch, in Verse f.;
die Verfügung sollte neu. kürzer, verständlicher gefaßt
werden; einen Begriff weit, eng f. (ihn im weiteren,
engeren Wortsinn auffassen, definieren). 10. meist
eingeschränkt od. verneint: a) (geh.) in seinen Zusammenhängen
erkennen, verstehen: geistig erfassen: ich fasse den Sinn
der Worte nicht; es fiel ihm schwer, das Problem [ganz]
zu f.: denn es kostet eine ungeheure Anstrengung, die
Wirklichkeit zu f. (Geissler. Wunschhütlein 19); b) in all
seinen Auswirkungen für möglich, wahr halten: ungläubig
zur Kenntnis nehmen, begreifen: sie schien ihr Glück gar
nicht zu f.; er konnte nicht f.. daß alles vorbei sein sollte;
das ist [doch] nicht zu f.! 11. <f. + sich) sein inneres
Gleichgewicht, seine Haltung wiederfinden: sich wieder
beruhigen: er erschrak, faßte sich aber schnell: dann, hinter
dem gebogenen Arm an den Ausbruch der Tränenflut
hingegeben, faßte er sich allmählich wieder (Langgässer.
Siegel 20); und der erste, der sich ein Wort faßte (landsch.;
der sich faßte und seine Gedanken in Worte faßte: vgl.
fassen 9). war Kukielka. Und er faßte es so: ... (Lenz.
Suleyken 63).
f$sserweise <Adv.>: in mehreren, in vielen Fässern
[gleichzeitig]: zu mehreren Fässern: die Heringe können nur f.
geliefert werden; die Ware wurde f. ins Meer geschüttet. Vgl.
faßweise.
Fassion [fa'sio:n], die; -, -en [1: miat. fassio. zu lat. fassus.
2. Part, von: fateri = bekennen, gestehen] (veraltet): 1.
Bekenntnis. Geständnis. 2. Steuererklärung.
faßlich (Ad}.>: dem Verstand zugänglich: verständlich: leicht
zu begreifen: faßbar: eine in [leicht] -er Form geschriebene
Abhandlung; seine Rede war klar und f. formuliert; <Abl.:>
Faßlichkeit, die; -.
Fasson [fa'sö:, südd.. Osten*.. Schweiz, meist: fa'so:n]. die;
-. -s u. (südd.. österr. u. Schweiz, meist.) -en [frz. fa9on
< lat. factio = das Machen. Verfahren]: a) (von
Kleidungsstücken) Machart. [Zu 1 schnitt: ein Mantel nach neuester
F.; b) normale Form, übliches Erscheinungsbild: der Hut
hat keine F. mehr, die F. verloren; Walter Matern mußte
anspitzen, dem neuen Radiergummi die F. nehmen (Grass.
Hundejahre 88); sie ist in letzter Zeit etwas aus der F.
geraten (ugs.; ist dicker geworden, hat zugenommen): Ü
Das spanisch Gottesfurchtige ... ist eine sehr würdige F.
der Menschlichkeit (Th. Mann. Zauberberg 410); R jeder
muß/soll/kann nach seiner, auf seine [eigene] F. selig
werden (jeder soll nach seiner eigenen Auffassung leben, sein
Leben gestalten: nach einer Bemerkung Friedrichs des
Großen, die sich auf die Toleranz allen Religionen gegenüber
bezieht); <Abl.:> fassonieren [faso'ni:ran] <sw. V.; hat):
1. (von Speisen, bes. Fleisch) in eine bestimmte Form
bringen: gestalten, formen. 2. (österr.) (die Haare) im
Fassonschnitt schneiden: <Zus.:> Fassonnudeln <P1.): Teigwaren
in Form von Sternchen. Buchstaben o.a.: Fassonschnitt,
der: Haarschnitt für Männer, bei dem die Haare an der
Seite u. im Nacken mit stufenlosem Übergang in eine
bestimmte Form geschnitten werden.
Fassung, die: -. -en [zu tfassen]: l.a) der Befestigung eines
Gegenstands (bes. eines Schmucksteins) in etw. dienende,
oft kunstvoll ausgearbeitete Umrandung. Einfassung: die
goldene F. eines Edelsteins, einer Perle; die F. (das Gestell)
der Brille ist verbogen; b) dem Auffangen. Sammeln von
Wasser (bes. eines Brunnens) dienende [ausgemauerte]
Umrandung: eine Quelle mit einer steinernen F.
umgeben.; c) genormte Haltevorrichtung zum Festschrauben od.
Festklemmen von elektrischen Glühlampen. Röhren o.a..
durch die gleichzeitig der elektrische Kontakt hergestellt
wird: die Birne aus der F. schrauben. 2. a) sprachliche
Form. Ausformung: Formulierung. Wortlaut: der Beschluß
wurde in eine präzise, straffere, kürzere F. gebracht; wie
eng solche Irrtümer oft mit ... zu unbestimmten weiten
-en (Definitionen) des Instinktbegriffs zusammenhängen
(Lorenz. Verhalten 1.283); b) durch entsprechende
Ausarbeitung od. bearbeitende Gestaltung entstandene Form eines
künstlerischen, wissenschaftlichen o.a. Werkes: die
ursprüngliche, letzte F. eines Romans, einer Abhandlung;
in Barcelona wurde die Schöpfung in verkürzter F. gegeben
(FAZ 18. 12. 61. 14). 3. (Kunstwiss.) farbige Bemalung
bzw. Vergoldung eines Bildwerks aus Holz od. auch Stein
(bes. im MA. u. im Barock). 4. <o. Pl.> inneres
Gleichgewicht: Selbstbeherrschung. Haltung: die F. bewahren,
verlieren; wie sie ihre F. zurückgewann, wie die Maske der
Beherrschung auch die letzte Spur von Schrecken oder
Angst aus ihrem Gesicht vertrieb (Thorwald. Chirurgen
241); er ist durch nichts aus der F. zu bringen; Trag's
mit F.! (Zwerenz. Kopf 52): sie rang nach F.; Tobler
war denn auch außer aller F. (R. Walser. Gehülfe 182).
5. <o. Pl.> (selten) a) das Fassen (1 b): die F. voreiliger
Beschlüsse (Fraenkel, Staat 234); b) das geistige Erfassen.
Fassen (10 a): die F. des komplizierten Sachverhaltes fiel
ihm schwer.
ffssungs-,F^ssungs- -gäbe, die <o. PL): selten für f
Auffassungsgabe; -kraft, die <o. PI.): svw. f Auffassungskraft;
^k» <AdJ.; o. Steig.): aus dem inneren Gleichgewicht
gebracht: völlig verwirrt, aufs höchste erstaunt, sprachlos:
ein -es Gesicht machen; er war f. vor Schmerz (vom
Schmerz überwältigt): Jmdn. f. anstarren, dazu -losigkeit,
die; -; -räum, der <o. PL): vgl. ^vermögen (1): Evans
machte sich die Mühe, den F. der ölmagazine
abzuschätzen (Ceram. Götter 80); -vermögen, das <o. PL): 1.
räumliche Möglichkeit: vorhandener Raum zur Aufnahme einer
bestimmten Menge. Anzahl: das F. eines Tanks, eines
Saales. 2. svw. t Auffassungsvermögen.
fast [fast] <Adv.) Imhd. vaste = fest, nahe an; stark, schnell,
sehr, ahd. fasto, Adv. von tfest]: kaum noch von einem
bestimmten Zustand. Ergebnis. Ausmaß, einer Anzahl.
Größe o. ä. entfernt: einer genannten Angabe ziemlich
nahekommend: beinahe, nahezu: es waren f. tausend Personen
anwesend; der Bau ist f. fertig; f. wie ein Kind; ich ...
bin meiner Muttersprache f. ganz entwöhnt (Th. Mann.
Krull 30S); Konflikte .... die erst die Menschen selber
schufen, f. könnte man sagen: erfanden (Dönhoff. Ära
87); wir hätten uns f. verlaufen (wir haben gerade noch
vermieden, waren nahe daran, uns zu verlaufen).
Fastback [fa:stbaekl. das; -s. -s [1: engl.-amerik. fastback,
eigtl. = schneller Rücken; 2: aus engl, fast = schnell
u. back = zurück]: 1. svw. T Fließheck. 2. Filmtrick, mit
dem ein eben gezeigter Vorgang [sehr schnellJ rückwärts
ablaufend vorgeführt werden kann: Fast Break [fa:st
'breikj. der od. das; - -. - -s [engl.-amerik. fast break!
(Basketball): äußerst schnell ausgeführter Durchbruch aus der
Verteidigung, unmittelbar nachdem die Mannschaft in
Ballbesitz gelangt ist: Steilangriff.
Ffstebene, die (Geogr.): nicht ganz ebene Fläche.
Rumpffläche.
Fastelabend ['fast}-], der (landsch.. bes. rhein.): svw.
TFastnacht; fasten [Tastn] <sw. V.; hat) Imhd. vasten. ahd. fasten,
urspr. = an den (Fasten)geboten festhalten, zu T fest]:
sich bes. aus religiösen od. gesundheitlichen Gründen für
eine bestimmte Zeit ganz od. teilweise der Nahrung enthalten
od. auf den Genuß bestimmter Speisen verzichten: der
Kranke mußte zwei Tage f.; <subst.:) durch langes Fasten war
sein Körper geschwächt; <Abl.:> Fasten [-1 <P1.) [von gleich-
bed. veraltet Faste (Sg.). mhd. vaste. ahd. fasta] (kath.
Rel.): a) die Fastenzeit vor Ostern: b) die während dieser
Zeit auferlegten Einschränkungen u. Bußübungen.
Festen-: -aktion.die: So sei es zur F. der deutschen
Katholiken gekommen (Glaube 5, 1967.4); Allmosen, das (Rel.):
zur Fastenzeit gegebenes Almosen: -kur, die: (unter
ärztlicher Aufsicht durchzuführende) Kur. bei der durch
Einschränkung der Nahrungsaufnahme in kurzer Zeit eine
Verminderung des Gewichts erreicht wird: Miionat. der: vgl.
-zeit (a); -opfer, das: vgl. -almosen; -predigt, die (kath.
Rel.): während der Fastenzeit gehaltene Predigt, die der
Vorbereitung auf Ostern dient: -sonntag, der: einer der
in die Fastenzeit vor Ostern fallenden Sonntage: -speise,
die (Rel.): während der Fastenzeit erlaubte Speise: ^zeit,
die: a) (Rel.) in verschiedenen Religionen festgesetzte Zeit
des Fastens: die F. im Islam ist der Monat Ramadan;
b) (kath. Rel.) von Aschermittwoch bis Ostern währende,
der inneren Vorbereitung auf das Osterfest dienende Zeit:
Passionszeit.
Fasti ['fasti] <P1.) [lat. fast!. PI. von: (dies) fastus. eigtl.
= (Tag) an dem gesprochen werden darfl: Tage des
altrömischen Kalenders, an denen staatliche u. gerichtliche
Angelegenheiten erledigt werden durften.
51#
803
fastidiös
fasrtdtös[fasti'di0:s] <Adj.) [frz. fastidieux < lat. fastldiösus
= voll Ekel; widerwärtig] (veraltet): widerwärtig,
langweilig; Fastidium [fas'thdium]. das; -s [lat. fastidium] (Med.):
Abneigung, Widerwille (z. B. gegen Essen).
Fastnacht, die; - [mhd. vastnaht = Vorabend der Fastenzeit;
vgl. Fasnacht]: die letzten drei oder vier Tage, bes. der
letzte Tag der Fastnachtszeit vor der mit dem
Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit: an F.. während der F. werden
wir verreisen; sie wollen F. feiern (an Veranstaltungen
während der Fastnacht teilnehmen); * alte F. (pfälz.; Sonntag
nach Fastnacht); hfaiterherkommen wie die alte F. (pfälz.;
zu spät kommen). <Abl.:> Ffstmditer, Ffstnachtler
[...naxtOte], der; -s. -: Jmd., der sich /als Mitglied eines
Karnevalsvereins j aktiv am Fastnachtstreiben beteiligt (z. B.
als Büttenredner): Eine Puppe überreicht ... bekam der
altbekannte Fastnachter Kurt Binder (MM 20. 2. 74. 16);
Fastnachtler bauen eine Halle (MM 16. 3. 72. 10); fyst-
n&chtlich <AdJ.>: zur Fastnacht gehörend, die Fastnacht
betreffend: eine Art -er Volksbelustigung (Sprachspiegel
2. 1966. 54).
Fastnächte-, (seltener.) Fastnacht-: -hall, der: svw.
tFaschingsball: ^brauch, der: landschaftlich sehr
unterschiedlich ausgeprägter, meist durch bestimmte Maskierungen u.
Verkleidungen gekennzeichneter volkst. Brauch während der
Fastnacht: Miienstag.der: Tag vor Aschermittwoch; ^garde.
die: uniformierte Gruppe eines Karnevalsvereins zur Fast-
nachts zeit: -geck. der: svw. t Fastnachter; -gesteht, das:
svw. Nmaske; -kostiim. das: Kostüm, das zur Verkleidung
/bei einer Veranstaltung! an Fastnacht getragen wird;
-krapfen. der: meist runder, in schwimmendem Fett gebak-
kener l mit Marmelade gefüllter] Krapfen, der bes. zur
Fastnachtszeit gebacken wird; -krftppel, der (landsch.): svw.
T-krapfen; -küchelchen, -küchlein. das (bes. südd.): svw.
t-krapfen; -larve. die: vgl. -maske; -maske, die: Maske,
die an Fastnacht zur Verkleidung getragen wird; mmut.
der: svw. f Fastnachter; -Pfannkuchen, der (bes. nordd..
berlin.): svw. Nkrapfen; -po«e. die: vgl. ^spiel; -prinz.
der: svw. f Karnevalsprinz; -Prinzessin, die: w. Form zu
f-prinz: -schlager. der: svw. f Karnevalsschlager; -spiel.
das (Literaturw.): volkstümliches, meist derb-komisches
weltliches Spiel des späten Mittelalters mit
schwankähnlichem Charakter; -treiben, das; -s; -umzug. der: an
Fastnacht verunstalteter bunter Umzug mit Masken. Kostümen.
Festwagen o. ä.; -zeit» die: sich über einige Wochen erstrek-
kende Zeit (vor der mit dem Aschermittwoch beginnenden
Fastenzeit), in der Kostünxfeste, Maskenbälle, Umzüge o. ä.
veranstaltet werden; -zug. der: vgl. Mimzug.
Ffsttag, der; -[e]s, -e: Tag, an dem jmd. fastet, an dem
gefastet wird: der Arzt hat ihm empfohlen, einen F. in
der Woche einzulegen, hat ihm einige -e verordnet.
Faszes [Tastse:s] <PI.> [lat. fasces. PI. von: fascis = Bund.
Bündel. Paket] (hist.): Rutenbündel mit Beil (Abzeichen
der altrömischen Liktoren als Symbol der Amtsgewalt der
höchsten Staatsbeamten); Fasziation [fastsia'tsio:n], die;
-. -en [zu lat. faseiätus. 2. Part, von: faseiäre ="umbinden.
(um)wickeln]: 1. (Bot.) Bildung von bandähnlichen
Querschnittsformen bei Pflanzenwurzeln. 2. (Med.) das Anlegen
eines Verbandes: Faszie [fastsp], die; -. -n [lat. fascia =
Binde. Band; Streifen (an den Säulen)] (Med.): 1. dünne,
sehnenartige Muskelhaut. 2. Binde' nverband i; Faszikel
[fastsi:k|. auch:...'tßikjl. der; -s. - [lat. fasciculus = kleines
Bündel, Paket]: l.~(bildungsspr.) a) Bündel von Akten,
Manuskriptseiten. Druckfahnen o.a.; b) Lieferung, Heft
eines in Fortsetzungen erscheinenden wissenschaftlichen
Werkes. 2. (Med.) kleines Bündel von Muskel- od.
Nervenfasern; faszOuilieren [fastsikuli:ren] <sw. V.; hat) [zu
TFaszikel (1 a)] (veraltet): aktenmäßig bündeln, heften.
Faszination [fastsina'tslo.n]. die; - [lat. fascinätio = Be-
schreiung. Behexung] (bildungsspr.): anziehende, fesselnde
Wirkung; bezaubernde Ausstrahlung, Anziehungskraft: eine
besondere, eigenartige F. geht von dem Redner, von den
Bildern des Malers aus; seine Stimme übt eine F. auf
die Zuhörer aus; sich der F. des schwerelosen Dahingleitens
ergeben; faszinieren [fastsi'ni:ren] <sw. V.; hat) [lat. fascinä-
re = beschreien. behexen]: eine Faszination aufjmdn.
ausüben; anziehend, fesselnd, bezaubernd auf jmdn. wirken:
die Sängerin, ihre Erscheinung, der Gedanke faszinierte
ihn; ein faszinierendes Lächeln; die Menge war fasziniert
von seinen Worten; Faszinosum [fastsi'no:zum], das; -s
(bildungsspr.): etw.. was jmdn. auf seltsame, geheimnisvolle
Weise fasziniert, fesselt, anzieht: so wäre es töricht, zu
übersehen, daß der Krieg ... für viele Menschen ein F.
war (Natur 67); das ist das F. dieses Mannes, die Autorität
des großen Führers, der alle mitreißt (Greiner.
Trivialroman 120).
Fata: PI. von TFatum; fatal [fata:l] <AdJ.) [lat. fatälis =
vom Schicksal bestimmt; verderbenbringend, zu: fatum.
TFatum] (bildungsspr.): a) sehr unangenehm u. peinlich;
Unannehmlichkeiten, Ärger verursachend, in Verlegenheit
bringend; mißlich: ein -es Gefühl; in eine -e Lage geraten;
die Verwechslung hatte -e Folgen, war/erwies sich als sehr
f.; b) unangenehme, schlimme Folgen nach sich ziehend;
verhängnisvoll, verderblich, folgenschwer: -e Neigungen.
Anlagen; Übersicht über den -en Zusammenhang zwischen
Nikotinsucht und Durchblutungsstörungen in den Beinen
(Gesundheit im Beruf 1. 1975. 191); etwas wirkt sich f.
aus; fatalerweise <Adv.): unglücklicherweise; Fatalismus
[fata'lismos], der; - (bildungsspr.): Haltung, bei der die
Ergebenheit in die als unabänderlich hingenommene Macht
des Schicksals das Handeln bestimmt: man kann sich auf
den F. zurückziehen und die tätige Hilfe... durch grimmige
Ironien ... ersetzen (Zwerenz, Kopf 151); Fatalist* der;
-en, -en: jmd., der sich dem Schicksal ohnmächtig
ausgeliefert fühlt, dessen Fatalismus sein Denken u. Handeln be-
stimmt; fatalistisch <Adj.): sich dem Schicksal ohnmächtig
ausgeliefert fühlend; von Fatalismus zeugend, davon geprägt,
bestimmt: -e Gedanken: etw. mit -em Gleichmut
hinnehmen; f. sprechen; Fatalität [fatali'te:t]. die; -. -en: das Fatal-,
Verhängnisvollsein; Peinlichkeit. Mißlichkeit, Mißgeschick,
peinliche Lage: er hatte die F. seiner Situation nicht sofort
erkannt: Resignation gegenüber der F. des
Lebensprozesses (Adorno. Prismen 13).
Fata Montana ffarta mar'ga.'na]. die; --. - ...nen u. --s
[ital. fata mOrgana, eigtl. fata Morgana = Fee Morgana
(eine Fee. auf die der Volksglaube die Naturerscheinung
der Luftspiegelung zurückfuhrt, die in der Straße von
Messina bes. häufig zu beobachten ist)]: durch
Luftspiegelung hervorgerufene Sinnestäuschung, bes. in
Wüstengebieten, bei der entfernte Teile einer Landschaft nähergerückt
scheinen od. Wasserflächen vorgegaukelt werden: auch auf
dem Meer ist gelegentlich eine F. M. zu beobachten; Ü
Kropp und Tjaden halten uns für eine F. M. (Erscheinung,
Sinnestäuschung; Remarque, Westen 74); die
Wiedervereinigung ist für lange Zeit zur F. M. (zu einem Wunsch-,
Traumbild) geworden (MM 21. 8. 68. 2).
Fathom ['fsefam]. das; -s. -[s] [engl, fathom = Faden (3)]:
englisches Längenmaß (IJS28m), besonders bei der
Schifffahrt.
faderen [fa'thran] <sw. V.; hat) [lat. fateri]: 1. (veraltet)
bekennen, angeben. 2. (österr.) eine Steuererklärung
abgeben; <Abl.:)Fatknma»die; -. -en (österr.): Steuererklärung.
fatlgant [fati'gant] <AdJ.; -er. -este) [frz. fatigant] (veraltet):
ermüdend, langweilig; lästig: Die Iteration wirkt aber selbst
f. (Deschner. Talente 27); Fatige. Fatigue [fa'ti.gd]. die;
-. -n [frz. fatigue] (veraltet): Ermüdung; fatfeieren [fati-
'gi:ran] <sw. V.; hat) [frz. fatiguer = ermüden < lat.
fatigäre] (veraltet): ermüden, langweilen; lästig fallen;
Fatigue: f Fatige.
Fatsia[fatßia].die; -. ...ien [...idn; nlat.] (Bot.): Zimmeraralie.
Fatian [fa:tum]. das; -s. ...ta <P1. selten) [lat. fatum =
(Schicksals)spruch] (bildungsspr.): das dem Menschen
bestimmte Schicksal. Geschick; Verhängnis: Er nahm das
brutale F. und Faktum nicht hin (Th. Mann. Zauberberg
349).
Fatzke [fatskd]. der; -n u. -s. -n u. -s [wohl zu frühnhd.
Fatz = beißender Witz. Spötterei, gek. aus lat. facetia
= Witz, Scherz] (ugs. abwertend): eitler, von sich
eingenommener, arroganter Mensch: es wäre an der Zeit, diesen
spinneten -n mal gründlich zurechtzustauchen, er grüßte
Ja schon kaum mehr einen von ihnen (Schnurre. Bart 34).
Faubom [fo'buT]. der; -s. -s [frz. faubourg < afrz. fors-
bourc. aus: fors = außerhalb (< lat. foris) u. bourc =
Burg. Marktflecken, t Bourgeois]: französische Bez. für
Vorstadt 'einer französischen Stadt;.
fauchen [Tajixn] <sw. V.; hat) [mhd. pfüchen. zu: pfüch
= Interj.. die den drohenden Laut bestimmter Tiere
wiedergibt]: 1. (bes. von Tieren) gereizt, mit drohendem,
zischendem Geräusch den Atem ausstoßen: die Katze, der
Fuchs fauchte [wütend]; Ü der Wind faucht; die
Lokomotive fauchte (ließ zischend den Dampf ab) beim Anfahren:
804
faunistisch
<subst.:> ... sprang Hammerlärm dünn und scharf in das
dicke Fauchen von Dampf (Johnson. Mutmaßungen 14).
2. sich erregt, gereizt äußern, in gereiztem Ton sagen: „Und
das einem Kameraden!** faucht er. „So eine Gemeinheit!**
(Remarque. Obelisk 316).
faukal [faii'ka:l] <Adj.; o. Steig.) [engl, faucal. zu lat. faux
(Gen.: faucis) = oberer Teil des Schlundes] (Sprachw.):
svw. tpharyngal.
faul täuil] <Adj.) [mhd. vül. ahd. fül. eigtl. = stinkend,
modrig]: 1. durch Einwirkung zersetzeruier Bakterien u.
unter Entwicklung übelriechender Gaset in Gärung,
Verwesung geraten, übergegangen fu. dadurch verdorben,
unbrauchbar I: -es Fleisch. Obst. Holz. Laub; die Fische,
Eier sind, schmecken f.; der Fluß riecht f. (riecht nach
Fäulnis; Gaiser. Jagd 133). 2. <selten adv.) (ugs. abwertend)
sehr zweifelhaft, bedenklich, Imoralisch 1 unsauber: nicht
einwandfrei, nicht in Ordnung u. daher unbefriedigend: ein
-er Kompromiß; -e Witze erzählen; das ist eine ganz -e
Sache; eine -e (unglaubwürdige) Ausrede; ein -er
(ungedeckter) Wechsel; ein -er (unsicherer) Frieds; das ist doch
alles -er Zauber (Schwindel)!; es steht f. um ihn. um
seine Geschäfte; daß es sogar mit der staatsbürgerlichen
Freiheit ... in der Tat ziemlich f. ist (Frisch. Stiller 234);
R etwas ist f. im Staate Dänemark (hier stimmt etwas
nicht, ist etwas nicht in Ordnung; nach Shakespeare. Hamlet
I. 4: something is rotten in the State of Denmark). 3.
abgeneigt zu arbeiten, sich zu bewegen, sich anzustrengen;
nicht gern tätig; bequem, träge (Ggs.: fleißig a): ein -er
Schüler; er hat heute seinen -en Tag Jan dem er nichts
tut); er ist zu f. zum Schreiben; Die Ältere gähnte laut;
die andere begann sich f. zu schminken (Remarque. Triom-
phe 7); Das Gespräch mit... plätscherte f. dahin (Sebastian.
Krankenhaus 201); * nicht f. (ohne zu zögern, schnell
reagierend, rasch bei der Hand): sie. nicht f.. beantwortete seine
Zudringlichkeit mit einer Ohrfeige. 4. (nicht adv.) säumig,
nachlässig: ein -er Schuldner; Kleinere Betriebe haben zu
viele -e Kunden (DM 5. 1966. 56).
Faul*: -bäum, der [mhd. nicht belegt, ahd. fulpoum (nach
dem fauligen Geruch der Rinde)): Vertreter einer der beiden
zur Familie der Kreuzdorngewächse gehörenden Arten, der
als Strauch od. kleinerer Baum mit kleinen, grünlichweißen
Blüten u. erbsengroßen, schwarzen Beeren in feuchten
Wäldern Europas wächst u. dessen faulig riechende Rinde
medizinisch getiutzt wird, dazu: -baumrtnde, die; -bett, das
(veraltet): bequeme Liege, Ruhebett, Sofa: auf dem F. liegen;
Ü Aufgabe der Rechtspflege ist es ja nicht, dem Denken
und sittlichen Handeln ein F. zu bieten (Musil. Mann
535); -bnuid, der: svw. f Gangrän; -bnit, die: durch Befall
von Bakterien hervorgerufene, seuchenartig auftretende
Krankheit der Brut von Honigbienen; -ecke, die (Med.):
Einriß od. infektiös, geschwürartig veränderte oberflächliche
Wunde im Bereich der Mundwinkel: eine schlecht sitzende
und ungepflegte Prothese ist häufig an der F. schuld (Woh-
mann, Absicht 442); -gas, das: beim Faulen organischer
Stoffe (z. B. bei der Abwasserreinigung, beim Stalldung)
entstehendes brennbares Gas; -grübe, die (Technik): in
mehrere Kammern unterteilter Raum, in dem Abwasser fault;
-pelz, der (meist fam.): jmd., der sich gerne dem Nichtstun
hingibt, es sich gerne bequem macht u. dabei seine eigentlich
zu verrichtende Arbeit vernachlässigt: Los. du F.! Wir
müssen tapezieren! (Jaeger. Freudenhaus 38); -sack, der (ugs.):
svw. t^pelz; -schlämm, der: auf dem Grund von
sauerstoffarmen, an organischen Stoffen reichen Gewässern u. in
Abwasserkläranlagen entstehender schwarzer, übelriechender
Schlamm; -schnee. der: stark aufgeweichter, mit
Schmelzwasser durchtränkter Schnee: Der F. kann besonders im
Spätfrühjahr nach Föhn und Regen schöne Abfahrten
verpatzen (Eidenschink. Eis 96); -stelle, die: faule Stelle
an Obst o.a.; ^tier. das: 1. in den Wäldern Mittel- u.
Südamerikas auf Bäumen lebendes, etwa 50 cm langes
Säugetier mit rundlichem Kopf, sehr kurzem Schwanz u.
bräunlichem, dichtem Fell, das sich mit Hilfe sichelförmiger
Krallen außergewöhnlich träge, in den Bäumen hangelnd,
fortbewegt u. sich von Blättern u. Blüten ernährt. 2. (ugs.) jmd..
der faul (3) ist; Faulpelz; -winke!, der: svw. trecke.
Fäule ['fybl. die; - [mhd. viule. ahd. füll; zu tfaul] (geh.):
Fäulnis: die Plötze ... waren durch und durch modrig
und verloren auch in frischem Wasser nichts von ihrer
lebendigen F. (Grass. Hundejahre 312); faulen [T^pbn)
<sw. V.; ist/(auch:) hat) [mhd. vülen. ahd. fulen]: faul
(1) werden; in Fäulnis übergehen, durch Fäulnis verderben:
das Obst, das Holz fault; die Kartoffeln sind vor Nässe
gefault; der Boden schmatzt, da fault noch das Laub der
verlorenen Herbste (Frisch. Nun singen 106); faulendes
Stroh: Ü damit die Konvention nicht faule und im
Selbstgefälligen des Gestrigen verfilze (Maass, GoufTö 311);
faulenzen [faukntßnKsw. V.: hat) [mhd. vülezen. eigtl. = faulig
schmecken, riechen]: sich /zur Erholung, Entspannung]
dem Nichtstun hingeben, die eigentlich zu verrichtende Arbeit
I vorübergehend/ ruhen lassen, vernachlässigen; faul(3).
träge, müßig sein: jetzt hast du aber genug gefaulenzt!; Sibylle
nutzte diese Gelegenheiten, um im Badeanzug stundenlang
in der Sonne zu f. (sich zu entspannen, auszuruhen; Geissler.
Wunschhütlein 163); <Abl.:> Faulenzer, der; -s. -: 1. (oft
abwertend) jmd., der gerne faulenzt, seine Zeit mit
Nichtstun, Müßiggang verbringt: Rip van Winkle ... war ein
geborener F. (Frisch. Stiller 82). 2. (ugs. scherzh. veraltet)
bequemer Sessel, Liegestuhl. 3. (österr. ugs.) Linienblatt;
mit F. schreiben; Faulenzerei [fyilEn^'r^j]. die; -. -en
<PI. selten) (oft abwertend): ausgiebiges, fortgesetztes
Faulenzen; Müßiggang: diese F. muß aufhören!; (aulenzerisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): faul, nichts tuend; <Zus.:>
Faulenzerleben, das: ungebundene Lebensweise ohne Arbeit,
ohne feste Beschäftigung: Ich zuletzt, der hier ein F. führt
und sich wie ein Pascha füttern läßt (Kaiser. Villa 91);
Faufeit, die; - [mhd. vülheit]: das Trägesein;
Bequemlichkeit; Unlust an der Arbeit, an einer zielgerichteten
Betätigung (Ggs.: Fleiß 1): er wird dir schon die F. austreiben;
sie hat es aus reiner F. unterlassen; * vor F. stinken
(abwertend; sehr faul sein; aus der Bedeutungsvorstellung von
faul 1 auf faul 3 übertragen); faulig [T^iIk;] <AdJ.) [mhd.
vüllich]: faul (1) werdend, von Fäulnis befallen; angefault:
-es Obst; das -e Wasser der Dorfteiche (Lenz, Brot 18);
ein -er (durch Fäulnis hervorgerufener) Geruch; Faulig
roch es. und der Geruch ... zog die Ratten an (Böll. Haus
83); Ü das Schillern des f. gewordenen Geistes (Th. Mann.
Zauberberg 310); Fäulnis [Tgylnis]. die; - [mhd. vülnis.
ahd. fülnussi]: durch Einwirkung von Bakterien /u. unter
Entwicklung übelriechender GaseJ entstehende Zersetzung,
Gärung, Verwesung organischer Stoffe; das Faulwerden:
die F. des Getreides, des Holzes ist bereits fortgeschritten;
in F. übergehen; ein betäubender Geruch von Ammoniak
und F. schlug uns entgegen (Hasenclever, Die Rechtlosen
420); Fleisch vor F. bewahren; Ü die F. (innerer Verfall,
Zersetzung) der gesellschaftlichen Institutionen (Feucht-
wanger. Erfolg 560).
Quinte-, Fäulnis-: -bakterte, die (meist PL): Fäulnis
bewirkende Bakterie; -erreger.der: vgl. -bakterie; Erscheinung,
die: das Auftreten von Fäulnis; -hemmend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.); -herd, der: Stelle, von der Fäulnis ausgeht,
sich weiter verbreitet; -keim, der: vgl. -bakterie:
Zusätzliche Infektion des abgestorbenen Gewebes mit -en erzeugt
den feuchten Brand (Medizin II. 170); -prozeß, der;
-verhütend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
Faulung, die; -. -en <P1. ungebr.): das Faulen, Faulwerden:
Schlamm in einer Kläranlage zur F. bringen.
Faun [fi|pnl. der; -[eis, -e [lat. Faunus]: gehörnter, bocksfüßi-
ger, die Herden schützender u. weissagender, in der Vielzahl
gedachter, ursprünglich altröm. Flur- u. Waldgott, später
Waldgeist, der in Kunst u. Literatur bes. die starke,
ungehemmte sexuelle Triebhaftigkeit symbolisiert: die
Darstellung eines Flöte spielenden -s; Ü er ist ein F. (geh.; lüsterner
Mensch): Fauna ffiyinal. die; -. ...nen [nach lat. Fauna,
der Frau od. Schwester des Gottes Faunus (u. dessen
weibliche Entsprechung); vgl. Faun] (Zool.): 1. Tierwelt
(vorwiegend eines bestimmten Gebietes, Naturbereichs): die
heimische F.; die F. Südafrikas, der Tiefsee. 2.
systematische Zuscunmenfassung der in einem bestitnmten Gebiet
vorkommenden Tierarten: eine F. für diese Inseln wird gerade
erarbeitet; <Zus.:) Faunenkunde, die <o. PL): svw. f Fauni-
stik; <Abl.:) faunbch <Adj.) [zu t FaunJ (geh.): a)
natürlicheinfach, naturhaft; urwüchsig, unverbildet: die goldene
Stunde im blumenumrankten Drahtverhau, -e
Spätsommeridylle (Fries. Weg 107); b) sinnenfro/i, sinnlich, lüstern: „Um
so besser*', erwiderte Herr Tricheur mit -em Behagen
(Langgässer. Siegel 294); Faunist [fernst], der; -en. -en
[zu t Fauna]: Zoologe, der bes. auf dem Gebiet der Faunistik
arbeitet; Faunistik, die; -: Teilbereich der Zoologie, der
sich mit der systematischen Zusammenstellung der Tierwelt
eines Gebietes befaßt; faunjstisch <Adj.: o. Steig.; meist
805
Faunsgesicht
attr.): die Faunistik betreffend: eine Gliederung in einzelne
Höhenstufen (= des Kamerungebirges) und ihre -e
Charakterisierung (Kosmos 3. 1965. 104); Faunssesicht, das:
Tiergestalten. F.. finstere fliehende Heerschar (Kaschnitz.
Wohin 225).
Faune: TFoße.
Faust [fyist], die; -. Fäuste [T^yste] <Vkl. f Fäustchen) [mhd.
vüst, ahd. füst]: geballte Hand: derbe, knochige Fäuste;
eine F. machen; die F. ballen, öffnen; dann gehen Sie
meinetwegen mit den Fäusten auf mich los (Geissler.
Wunschhütlein 152); mit den Fäusten gegen die Tür
trommeln; aus der F. essen (ohne Besteck (1) essen): er hat
schnelle Fäuste (Boxen; er schlägt schnell): R ich bin Jmdm.
in die F. gelaufen (sagt man. wenn man die Teilnahme
an einer Schlägerei beschönigen will); 'das paBt wie die
F. aufs Auge (ugs.: 1. das paßt überhaupt nicht. 2. das
paßt genau); das paßt wie F. aufs Gretcben (ugs. scherzh.
Wortspiel zu der Redensart ..das paßt wie die F. aufs
Auge44; nach Goethes „Faust44); die F. im Nacken spüren
(sich hart unterdrückt fühlen: unter Zwang handeln müssen) :
Die F. im Nacken spüren derzeit einige Millionen
westdeutsche Arbeitnehmer (Spiegel 15. 1975. 46); die F./die
Fäuste in der Tasche ballen (heimlich drohen: ohnmächtig
seinen Zorn, seine Wut gegen jmdn. verbergen): auf eigene
F. (selbständig, von sich aus. ohne einen anderen [um Rat;
zu fragen: auf eigene Verantwortung): etw. auf eigene F.
unternehmen; mit der F. auf den Tisch schlaaen/hauen
(energisch /u. rücksichtslos j vorgehen, auftreten: sich energisch
Gehör verschaffen, durchsetzen): mit eiserner F. (unter
Einsatz von Gewalt, gewaltsam): der Aufstand wurde mit
eiserner F. unterdrückt.
faust-, Faust-: -abwehr, die (Ballspiele): Torwartabwehr
durch Fausten: -ball, der: I. <o. Pl.> Mannschaftsspiel,
bei dem ein Ball mit der Faust od. dem Unterarm nach
festgelegten Regeln über eine Leine geschlagen wird. u.
zwar möglichst so. daß der gegnerischen Partei der Rück-
schlag nicht gelingt od. doch erschwert wird. 2. beim
Faustball (\) gebrauchter Lederball mit vorgeschriebenem Umfang
u. Gewicht: Miesen, der (veraltet): Dolch: Mtyck <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.>: ungefähr so dick, umfangreich wie
eine Faust: eine -e Geschwulst; Ü <auch adv.:> eine -e
(ugs.; ausgemachte, plumpe) Lüge; er hat f. (ugs.; sehr
stark, sehr plump, unglaublich) aufgetragen (übertrieben):
Über den dämmrigen Wiesen hing die Schwüle f. (H.
Kolb. Wilzenbach 148); -fechten, das (geh.): Boxen:
-feuenvafle, die: Feuerwaffe, die in der Faust, mit einer
Hand gehalten und abgefeuert werden kann (z. B. Pistole);
MPraß <AdJ.: o. Steig.; nicht adv.>: eine -e Beule; das
Loch war f.; -hammer, der: großer, schwerer Hammer
für Schlosserarbeiten: -handschuh, der: Handschuh, bei dem
nur der Platz für den Daumen (nicht aber der für die vier
übrigen Finger) gesondert gearbeitet ist: ^hantel. die
(Schwerathletik): Übungsgerät in Form einer kleinen Hantel
mit zwei Kugelgewichten u. einer kurzen, gebogenen Stange
dazwischen: -hieb, der: vgl. -schlag; -kämpf, der (geh.):
svw. f Boxkampf, dazu: -kflmpfer, der (geh.): svw. t Boxer
(1); -kell, der (Archäol.): keilförmiger, auf beiden Seiten
bearbeiteter Stein, der in der älteren Steinzeit als Werkzeug
und Waffe diente: -läge, die (Fechten): Lage der Hand
in den verschiedenen Klingenstellungen: -parade, die
(Ballspiele): [gekonnte Faustabwefir: -pfand, das: etw.. was
vom Schuldner einem Gläubiger zur Sicherung von dessen
Forderung als Pfand übergeben wird od. wurde: ein F.
verlangen; Ü Die geographische Lage machte Westberlin zum
F. (Druckmittel) der Sowjetunion (MM 26. 8. 71. 2);
-Position, die (Fechten): Stellung der Hand des
Waffenarms: -recht, das <o. PL): heute (fast nur mit Ausnahme
der Notwehr) unzulässige, früher bei Fehlen einer
durchgreifenden staatlichen Gewalt häufig geübte Selbstverteidigung
meist in Form von tätlichen Auseinandersetzungen od.
Privatkriegen (zwischen Personen od. ganzen Familien) zur
Durchsetzung eines Anspruchs: Ü vom F. Gebrauch machen
(tätlich werden, zuschlagen): -rettel, die: grob gefaßte,
einfache Richtlinie. Regel, nach der man sich ungefähr richten
kann: kurz u. einfach formulierter, als allgemeingültig
aufgefaßter Grundsatz. Leitsatz: eine F. für die Praxis aufstellen;
nach einer alten, bewährten F. handeln; der Apparat
bedurfte der kundigen Wartung ... und war mit -n nicht
mehr zu beherrschen (Kant. Impressum 253); -röhr, das
(veraltet): kleines Schießgewehr: -säge, die: große
Handsäge: -schlag«der: Ich hätte den Mann ... mit Faustschlägen
bearbeiten mögen (Seghers. Transit 93); -skizze, die:
einfache, ungefähre, nicht ins Detail gehende Skizze von etw.:
-waffe, die: svw. t-feuerwafle; -zahl, die: eine allgemein
gültige, grob geschätzte Zahl.
Fäustchen ['fyst^n], das; -s, -: TFaust: 'sich (Dativ) ins
F. Iachen/(schweiz.:) ins F. lachen (heimlich voller
Genugtuung od. Schadenfreude über jmdn.. etw. sein: still für
sich über jtndn.. etw. schadenfroh lachen, frohlocken: eigtl.
= hinter der vorgehaltenen geballten Hand lachen);
Fäustel ['fqystj], der; -s. -: 1. schwerer Hammer vor allem
für die Arbeit des Bergmanns u. des Steinmetzen. 2. svw.
f Faustkell. 3. (landsch.) svw. f Fausthandschuh; fausten
[f^pstn] <sw. V.; hat): a) (einen Ball) mit der Faust, mit
den Fäusten schlagen, wegstoßen: der Torwart konnte den
Ball gerade noch über die Latte f.; Ü Die Männer ...
fausteten bunte französische Spielkarten auf ihre zerlege-
nen Strohsäcke (Strittmatter. Wundertäter 407); b) (selten)
zur Faust zusammenballen: Die Zügelenden hängen rechts
hinab, die Hände selber sind gefaustet (Dwinger. Erde
66); Fauster [Twiste], der; -s. - (ostmd.): svw. t
Fausthandschuh.
(austisch <AdJ.; Steig, ungebr.) [nach der Titelgestalt von
Goethes ..Faust4'] (bildungsspr.): stets nach neuem Erleben
u. Wissen drängend: ständig unbefriedigt nach immer neuen
Erkenntnissen strebend: ein -er Mensch: -es Streben.
Fiustline ['foystlml. der; -s. -e: 1. svw. TFausthandschuh:
gestrickte, pelzgefütterte -e. 2. (Bergmannsspr.) ungefähr
faustgroßer Stein.
fautedemieux(fotcb'mj0.frz.,aus: faute = Fehler. Verstoß;
Mangel (< vlat. *fallita. zu lat. fallere = betrügen), de
= von (< lat. de) u. mieux = das Bessere. Subst. von:
mieux = besser < lat. melius] (bildungsspr.): in
Ermangelung eines Besseren: im Notfall.
Fauteuil [fo't0:j], der; -s. -s [frz. fauteuil < afrz. faldestueil.
faldestoel = bequemer, zusammenklappbarer Sessel.
Faltstuhl] (bes. österr.. sonst veraltend): bequemer Polstersessel
mit Armlehnen: wo ... reisefertig gekleidete Personen ...
die tiefen -s einnahmen (Th. Mann. Kruil 151); in einen
F. sinken.
Fautfracht [f^it-], die; -. -en [aus frz. faux fret. aus: faux
(f Faux ami) u. fret=Fracht < mniedcrl. vracht]: a)
abmachungswidrig nicht genutzter / Schiffsjfrachtraum: b)
Summe, die bei einem Rücktritt vom Frachtvertrag zu zahlen ist.
Fauvismus [fo'vismus], der; - [frz. fauvisme. zu: fauves =
urspr. scherzh. Bez. für eine lose Gruppe von Pariser
Malern, eigtl. = wilde Tierel: Richtung innerhalb der
französischen Malerei des frühen 20. Jh.s. die bes. durch
Bilder in reinen, expressiven Farben u. durch die
Vereinfachung der malerischen Mittel gekennzeichnet ist: Fauvfst,
den -en. -en (meist Pl.>: Vertreter des Fauvismus: der
frühe F., später Kubist, der Maler Georges Braque (Marek.
Notizen 87); fauvfstisch <AdJ.; o. Steig.): den Fauvismus
betreffend, zu ihm gehörend: im Stil des Fauvismus gestaltet:
-e Malerei; im f. auflodernden „Selbstbildnis" Schmidt-
Rot tlufls (MM 15.9. 73.64).
Faux ami [fozami], der. --. - -s [-; frz. faux ami = falscher
Freund, aus: faux = falsch (< afrz. faus. fals, t falsch)
u. ami = Freund < lat. amlcus; gepr. von M. Koessler/
J. DerocQuigny. Paris 1928] (Sprachw.): Fehler, der dadurch
entsteht, daß Schreibweise. Bedeutung o. ä. eines in einer
Sprache gebräuchlichen f Fremd ] wortes auf ein in einer
anderen Sprache vorkommendes lautgleiches od. -ähnliches Wort
übertragen wird (z. B. die Übertragung der Bedeutung von
Spektakel = Lärm auf frz. speetacle = Schauspiel).
Fauxbourdon [fobur'dö:]. der; -s. -s [frz. faux-bourdon, aus:
faux (f Faux ami) u. bourdon = Schnarrwerk (der Orgel);
lautm,]: 1. (Musik) Tonsatz mit einfachem Kontrapunkt
in konsonanten Akkorden. 2. Sprechton in der Psalmodie.
Fauxpas [fo'pa]. der; - [...pa(s)]. - [...pas; frz. faux pas =
Fehltritt, aus; faux (tFaux ami) u. pas *= Schritt < lat.
passus]: Verstoß gegen gesellschaftliche Umgangsformen.
Taktlosigkeit: es war ein F. [von dir], das zu tun; ihm
ist ein F. unterlaufen; er hat einen schlimmen F. begangen.
Favela [fa've:la]. die; -. -s [port. favela] (bildungsspr.):
ElendsQuartier. Slum /in südamerikanischen Großstädten/:
Die -s von Rio ... sind eine einzige Vorhölle an Gewalt,
Unterdrückung. Schmutz, Ignoranz. Prostitution und
Schutzlosigkelt (MM 22. 7. 70. 2).
Faven, Favi: PI. von t Favus.
806
Facht-
favorabd [favo'ra:bj] <Adj.; ...bler. -ste> [frz. favorable <
lat. favöräbilis = begünstigt; empfehlend] (veraltet): a)
geneigt, zugetan: b) günstig, vorteilhaft; Favoris [favo'ri:]
<PI.)[frz. favoris.subst.Pl. von: favori = beliebt, t Favorit]
(veraltet): schmaler, fast bis ans Kinn reichender
Backenbart: an einen englischen Lord mit F. (Musil, Mann 204);
favorisieren [favori'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. favoriser]:
1. (bildungsspr.) bevorzugen, begünstigen: Die
Gesetzgebung favorisiert Jedoch in Jeder Beziehung die
Familienform (Wohngruppe 120). 2. (Sport) als voraussichtlichen
Sieger in einem sportlichen Wettbewerb ansehen, nennen;
zum Favoriten (2) stempeln, erklären: in diesem Rennen
kann man nur ihn f.; (meist im 2. Part.:) Gegen eine
klar favorisierte Bundeself... hätten sie nichts zu verlieren
(Spiegel 26. 1974. 53); Favorit [favo'rtt. auch: ...'nt], der;
-en. -en [1: frz. favori (Fem.: favorite) = beliebt; Günstling
< ital. favorito = Begünstigter, zu: favore « Gunst <
lat. favor; 2: engl, favourite]: La) }md.% der bevorzugt,
anderen vorgezogen wird; begünstigte Person. Liebling: der
vielseitige Schauspieler ist der F. dieses Regisseurs; Ü der
einteilige Badeanzug ist der F. (das beliebteste Modell,
der Spitzenreiter) dieser Saison; Stärker angeboten (an
der Börse) waren die -en (Werte, die den stärksten Gewinn
verzeichneten) der Vorwoche (Welt 10.8.65.14); b)
(veraltet) Günstling. Geliebter: er war der F. der Königin. 2,
(Sport) Teilnehmer an einem sportlichen Wettbewerb mit
den größten Aussichten auf den Sieg: diese Mannschaft
ist dieses Jahr hoher, klarer, der erklärte F. für die
Meisterschaft; Ü der erfahrene Politiker geht als F. in den
Wahlkampf.
Favoriten- (Favorit 2): -rolle, die: der favorisierten
Mannschaft, dem favorisierten Spieler zugestandene Rolle u. die
damit verbundenen besonderen Erwartungen hinsichtlich der
Leistung; -schreck, der (Jargon): Spieler. Mannschaft, der
bzw. die schon häufig gegen Favoriten gewonnen hat und
daher von Favoriten gefürchtet wird; -sieg, der: Sieg des
Favoriten; -Stellung, die: vgl. -rolle; -sterben, das
(Jargon): das Ausscheiden der Favoriten aus einem Wettbewerb;
-«turz. der: Niederlage des Favoriten; -töter. der (Jargon):
Teilnehmer an einem sportlichen Wettbewerb, der einen oder
mehrere Favoriten ausgeschaltet hat.
Favoritin, die; -. -nen: w. Form zu TFavorit.
Favus [Ta:vus],der; -. ...ven u. ...vi Hat. favus =
Wachsscheibe. Honigwabe]: 1. (Med.) ansteckende chronische
Pilzerkrankung der Haut. 2. (Zool.) Wachsscheibe im
Bienenstock.
Faxen [faksn] <P1.> [mundartl. veraltet Faksen. Fack(e)s.
gek. aus Fickesfackes = Possen, zu: flekfacken = hin u.
her laufen, früher bes. von den Possenreißern der
Jahrmärkte]: 1. possenhafte, spaßige Grimassen. Bewegungen,
die belustigen sollen: die Kinder lachten über die F.. die
der Clown machte, schnitt; diese existentialistische
Hopserei, wo Jeder für sich allein tanzt, seine F. schwingt, verwik-
kelt in die eigenen Beine (Frisch. Homo 126). 2« dumme,
unsinnige Spaße, alberne Ideen; dummes Zeug. Unsinn: er
hat immer irgendwelche F. im Sinn; ..Laß die F. (die
Albernheiten u. Ausflüchte T. sage ich. .JComm raus mit
der Sprache!..." (Remarque. Obelisk 147); <Zus.:>
Faxenmacher, der: jmd.. der gerne Spaße macht. Possen treibt.
Grimassen schneidet o.a.; Spaßmacher.
Fayence [fa'jä:s], die; -. -n [frz. fayence. faience. für: vaisselle
de faenze = Geschirr aus (der ital. Stadt) Faenza]:
weißglasierte, bemalte Tonware: kostbare -n aus den Niederlanden.
Fayence*: ^kanne. die: in Fayencetechnik hergestellte Kanne;
-krag, der: vgl. -kanne; -ofen.der: Kachelofen mit Kacheln
in Fayencetechnik; -Schüssel, die: vgl. ^kanne; -technik.
die: Technik des Glasierens von Fayencen; steiler, der:
vgl. -kanne.
Fayencerie [fajäsd'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. faiencerie]:
Fabrik, in der Fayencen hergestellt werden.
Fazenda [fa'tßenda. fa'zenda]. die; -. -s [port. fazenda <
lat. facienda. THazienda]: Landgut in Brasilien.
Fäzes [Te:t$e:s] <P1.> [lat. faeces. PI. von: faex = Bodensatz.
Hefe] (Med.): Kot. Ausscheidungen. Stuhlgang.
Fazetie [fa't$e:&ld]. die; -. -n [2: lat. facetiae. PI. von: facetia
= Scherz. Witz]: 1. (meist Pl.> (Literaturw.) witzige
Erzählung erotischen od. satirischen Inhalts lim Italien des 15.
u. 16. Jahrhunderts/. 2. <P1.> (veraltet) drollige Einfalle.
Spottreden.
fazial [fa't$ia:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mlat. facialis.
zu lat. facies, tFazies] (Med.): zum Gesicht gehörend; Fazig-
lis [...hs], der; - [kurz für: Nervus facialis] (Med.):
Gesichtsnerv; fazieil [fa&iel] <AdJ.; o. Steig.) [französierende
Bildung zu TFazies (1)] (Geol.): die verschiedenartige
Ausbildung gleichaltriger Gesteinsschichten betreffend; Fazies
[fa:tßi£s]. die; -. • [...|e:s; lat. facies = Gestalt. Gesicht]:
1. (Geol.) Merkmal, das die verschiedenen Ausbildungen
von Sedimentgesteinen gleichen Alters kennzeichnet. 2.
(Bot.) kleinste Einheit einer Pflanzengesellschaft; Fazilititt
[fatßili'te:t]. die; -. -en [lat. facultas]: 1. (veraltend)
Leichtigkeit. Gefälligkeit. Gewandtheit: Kreuders Bücher... entzük-
ken durch die F. der Fabelführung (Deschner. Talente
160). 2. (Bankw.. Wirtsch.) von einer Bank einem Kunden
eingeräumte Kreditmöglichkeit verschiedener Art. die bei
Bedarf in Anspruch genommen werden kann; Erleichterung
von Zahlungsbedingungen; Fazit [Tahiti das; -s. -s [subst.
aus lat. facit = (es) macht, zu: facere = tun. machen]:
1. (veraltet) [Schluß]summe einer Rechnung. 2.
zusammenfassend festgestelltes Ergebnis; Schlußfolgerung; Resümee:
das F. der Untersuchungen. Überlegungen war Jedesmal
das gleiche; Ein ausverkauftes Haus, aber keine allgemeine
Zufriedenheit: Das ist das F. des Finales (Tagesspiegel
29. 3. 64. 11); «das Fazit aus etw. ziehen (das Ergebnis
von etw. zusammenfassen): Die Vertreter der
Staatsanwaltschaft ziehen ... als erste das F. aus Anklageschrift und
Verhandlung: Schuldig des Raubmordes (Noack. Prozesse
31).
FBI[Efbi:'ai].derod.das; - [amerik.;Kurzwort für: Federal
Bureau of Investigation = bundesstaatliche
Ermittlungsabteilung]: Kriminalpolizei der USA.
FDJ [efde:jDt]. die; - (DDR): Freie Deutsche Jugend
(Verband für Jugendliche ab 14 Jahren); <Abl.:> FDJler [...1b].
der; -s. - (DDR): Angehöriger der FDJ: Zeltlager .... die
unseren Pionieren und -n schöne... Ferien tage versprechen
(Volk 7. 7. 64. 6).
F-Dur [ef-. auch:'-'-]. das; -: Tonart; Zeichen: F (Tf. F2);
<Zus.:> F-Dur-Etüde, die.
Feature ('fl:tjv]. das; -s. -s. auch: die; -. -s [engl, feature
= Aufmachung < afrz. faiture < lat. faetüra = das
Machen» die Bearbeitung]: l.a) (Rundf., Fems.) Sendung
in Form eines aus Reportagen. Kommentaren u. Dialogen
zusammengesetzten I Dokumentärjberichtes: der
Süddeutsche Rundfunk sendet ein F. über die erste
Mondlandung; Die amerikanische ... Radiostation sendet
regelmäßig die F.: „Hollywood around the world" (FAZ 106.
1958.10); b) (Zeitungsw.) zu einem aktuellen Anlaß
herausgegebener, besonders aufgemachter Text- od. Bildbeitrag.
2. (Film) Hauptfilm einer Filmvorstellung; <Zus. zu 1 a:>
Featuresendung, die.
Feber [Te:bB]. der; -s. - (österr.): svw. t Februar.
febril [fe'bri:l] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. febris.
tFebris] (Med.): fiebrig, fieberhaft: ein -er Infekt; Ich weiß
nicht, ob Sie schon unten im Tieflande f. gewesen sind
(Th. Mann. Zauberberg 256); Ü Die Mischung aus Erotik
und Metaphysik, aus schwärmerischer Frömmigkeit und
-er Sexualität (K. Mann. Wendepunkt 96); Febris [Te:bns].
die; - [lat. febris] (Med.): Fieber.
Februar ['fe:brua:ij]. der; -[s], -e <P1. selten) [lat. (mensls)
Februärius = Reinigungsmonat, nach den
Reinigungsund Sühneopfem. die in seiner zweiten Hälfte für die
Lebenden u. Verstorbenen veranstaltet wurden, zu: februä-
re = reinigen]: zweiter Monat des Jahres: Abk.: Febr.;
vgl. April.
fectoen [fEksn] <sw. V.; hat) [mhd, vehs(en)en = fangen,
nehmen; ernten] (österr. veraltend): ernten: daß ... in Lan-
genlois ... guter Wein gefechst wird (Kronen-Zeitung 15.
12. 67. 6).
Fechser [feksB]. der; -s. - [spätmhd.. zu mhd. vahs. ahd.
fahs = Haar]: Treib- od. Wurzelstück einer Pflanze, aus
dem eine neue Pflanze herangezogen wird; Setzling.
F^dtfung.die; -. -en [Subst. zu Tfechsen] (österr. veraltend):
Ernte: Die Wiener waren Weinmenschen ... Schmerzlich
mußte noch manches Jahr der Wiener die eigene F.
entbehren (Jacob. Kaffee 46).
F«dil- (vgl. auch: Fechter-): -abstand, der; -akademie. die:
Ausbildungsstätte für den Fechtsport; -anzug, der: aus
Fechtjacke u. -hose bestehender Anzug des Fechters;
^ausläse, die (Fechten): Ausgangsstellung im Fechten; -ausrü-
stung. die: eine komplette F.; -bahn, die: Platz. Anlage,
auf der gefochten wird: eine F. mit Kupferbelag; -boden.
807
fechten
der (Studentenspr.): vgl. -saal; -bnider. der [zu t fechten
(2)] (veraltend): bettelnder Landstreicher, herumziehender
Bettler: Mleaen, der; mpuB, der (Fechten): zeremonielle
Begrüßung zu Beginn des Kampfes, bei der der Fechter
die Fechtmaske unter dem linken Arm hält u. die Waffe
in Richtung auf Gegner od. Kampfrichter setikt: ^handschtih.
der: beim Fechten getragener Spezialhandschuh mit Stulpen
u. dickerem Polster: --hieb, der; --hose, die: beim Fechten
getragene spezielle Hose: -tacke, die: vgl. -*hose: Fechthose
und F. sind aus weißem Stoff; -kämpf, der; -korb, der:
svw. Nmaske; -kunst, die: Kunst des Fechtens,
fechterisches Können: ein Meister der F.; sichrer, der; -linie,
die (Fechten): Klingenlage, bei der der gestreckte Waffen-
arm u. die Klinge eine gerade Linie bilden u. die Klingenspitze
auf die gültige Trefffläche zeigt: ^maske.die: Gesichtsschutz
für den Fechter in Form einer korbartigen Maske: ^meisten
der: staatlich anerkannter Lehrer der Fechtkunst: -puppe,
die (Fechten): dem menschlichen Körper nachgebildete
Puppe, an der der Fechter üben kann: -saal, der: größerer
Raum mit einer Fechtbahn: -schuh, der: für das Fechten
verwendeter Spezialschuh: -schule, die: Lehrweise des
Fechtens: -schürz, der: Brustschutz beim Fechten: -sport, der,
-Stellung, die: halb seitliche Körper Stellung des Fechters
beim Fechtkampf in F. gehen; -turnfer, das: sportliche
Veranstaltung, bei der Wettkämpfe im Fechten ausgetragen
werden: -Übung* die; -Unterricht, der; -wafle. die: zum
Fechten geeignete Hieb- od. Stoßwaffe.
fechten [Te^tn] <st. V.; hat) [1 a: mhd. vehten. ahd. fehtan;
2: rotwelsch fechten, nach den wandernden
Handwerksburschen, die für Geld ihre Fechtkünste zeigten u. oft
bettelten, od. nach dem Handwerksbrauch, ein Geschenk
von dem Meister zu erbitten, wie es bei den wandernden
Handwerksburschen üblich war]: l.a) mit einer Hieb- od.
Stoßwaffe kämpfen: mit Jmdm.. gegen jmdn. f.; mit dem
Degen, dem Säbel, dem Florett f.; er ficht für den
Sportverein Neuhausen; daß sie (= die Barone) Wildfremde
anfielen: „Gibt es eine edlere Frau als Agnes von Flavon?"
und, wenn der Gefragte erwiderte, er kenne die Dame
nicht, ihn zu Tode fochten (Feuchtwanger. Herzogin 145);
(Fechten:) einen Gang f. (fechtend austragen): auf Hieb.
Stoß f.; Damen fechten nur Florett; Ü sie fechten mit
harten Worten (geh.; sie führen eine harte Diskussion):
Er focht für jeden Paragraphen des Gesetzentwurfes,
wehrte sich gegen Jede Abänderung ("Niekisch. Leben 54); b)
(geh.) im Krieg als Soldat kämpfen: er hat unter Napoleon
gefochten; in den vordersten Reihen f.; Das Treffen ...
verband sich nicht mit dem Namen eines Ortes .... um
den man focht (Gaiser. Jagd 190); Die Blauen fochten
wie die Teufel (Sieburg, Blick 26); Ü die Stadt focht ihren
verzweifelten Kampf gegen die Einsamkeit (Koeppen. New
York 20). 2. (ugs.) von Tür zu Tür, Haus zu Haus o.a.
gehen u. i betteln: Er zieht rum. schnorrt und fechtet
(korrekt: ficht) an den Türen (Lynen. Kentaurenfährte 37);
(scherzh.:) wenn das Geld alle ist. muß ich f. gehen; Ü
die Kinder haben beim Vater ein paar Mark gefochten,
um auf den Rummel gehen zu können; ich habe mir bei
ihm einen Ableger für meine Kakteensammlung gefochten;
Fechter, der; -s. - [mhd. vehter = Kämpfer]: 1. jmd., der
ficht (la): ein geübter F. 2. (veraltet) svw. t Fechtbruder.
Fechter- (vgl. auch: Fecht-): -abstand, der: svw. t Mensur
-begrüflung. die (Fechten): svw. T Fechtgruß; -flanke, die
(Turnen): Flanke über ein Turngerät in den Stand, bei der
sich der Turner nur auf einen Arm stützt: -gruB, der: svw.
t Fechtgruß; -kehre, die (Turnen): Kehre über ein Turngerät
in den Stand, bei der der Turner die Beine über dem Gerät
etwa in Kopfhöhe schließt u. sich in diesem Augenblick
auch kurz mit der zweiten Hand stützt: -sitz, der (Turnen):
eine Art des Außenauersitzes, einer Grundübung am Barren,
bei der der Turner auf einem Holm sitzt, sich nur mit
einer Hand stützt u. dabei seine Beine außerhalb des Gerätes
hält, u. zwar das vordere gebeugt, das hintere gestreckt
parallel zum Unterschenkel des vorderen Beins (beim
Fechtersitz auf dem linken Holm z. B. stützt sich nur die rechte
Hand); -spnmg. der (Turnen): schräg ausgeführter Sprung
über ein Turngerät, bei dem sich der Turner nur mit einer
Hand abstützt: -wtsdiwwg. der (Turnen): Übung, bei der
der Turner beim Knieumschwung vorwärts das Schwungbein
anristet u. die eine Hand das Gerät im Kammgriff greift,
während die andere frei schwingt: -welle, die (Turnen):
svw. t Mimschwung; -wende, die (Turnen): Wende über
das Gerät in den Stand, bei der sich der Turner nur mit
einer Hand stützt, während die andere mit dem Körper
frei über das Gerät schwingt.
Fechterin, die; -. -nen: w. Form zu T Fechter (1); fechterfech
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): das Fechten betreffend, zu
ihm gehörend, ihm entsprechend.
feclt [fe:⁢ lat. = hat (es) gemacht; 3. Pers. Sg. Perf.
von: facere = machen]: geschaffen von... (öAer auf
Kunstwerken hinter dem Namen des Künstlers); Abk.: f. od. fec.
fecken [fekn] <sw. V.; hat) [zu mhd. phehten = prüfen,
messen, eichen) (Schweiz.): amtlich prüfen, eichen: F^cker.
der; -s. - [2: zu tfeken] (Schweiz.): 1. Maß- u. Milchprüfer.
2. Landstreicher, Vagabund.
Fedajin [fedaji.nl.der; -s. -s [arab. Fidä'iyün. eigtl. = die
sich Opfernden]: a) arabischer Freischärler: b) Angehöriger
einer arabischen politischen Untergrundorganisation.
Feder [fe.de], die; -. -n (mhd. veder(e). ahd. fedara]: 1.
entsprechend dem Haar der Säugetiere auf dem Körper
ebies Vogels wachsendes Gebilde, das aus einer Art hornigem
Stiel besteht, von dem feine rippenartige Verzweigungen
od. fadenartige Gebilde ausgehen, u. das zusammen mit
vielen anderen das Gefieder des Vogels bildet u. dem Fliegen
sowie dem Wärmeschutz dient: zerzauste, gespreizte -n;
die -n an ihrem Hut wippten; die Kleine ist leicht wie
eine F.; -n kitzelten ihn (H. Mann. Stadt 418); Zugleich
sträubten sich auch die -n des Papageis (Roth. Beichte
146); Man rupft den Hähnen die -n nicht aus (Grzimek.
Serengeti 145); -n schleißen (von den Kielen befreien):
ein Vogel mit schwarzen -n; R eine volle Zufriedenheit
kann es nicht geben .... einer hat immer den Braten, einer
hat immer die -n (v. d. Grün. Glatteis 81); etw. so tun.
daß die -n [nur so] fliegen (salopp; etw. mit überaus großem
Schwung, mit Vehemenz tun): *-n bnen [münen] (ugs.;
nur mit gewissen Einbußen etw. durchführen können, ein
gestecktes Ziel erreichen): die Jusos mußten -n lassen;
in die/in den/aus den -n (ugs.; ins/im/aus dem Bett): in
den -n liegen; Wenn du dich morgens lang machst in
deinen -n (Gaiser, Schlußball 207); ich muß morgen wieder
früh aus den -n (Kirst. 08/15. 142); sich mit fremden -n
schmiicken (Verdienste anderer als die eigenen ausgeben
u. sich damit brüsten]: nach der Fabel des Phädrus von
der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt); von den
-n aufs Stroh kommen (verarmen: vom Federbett auf ein
Strohlager wechseln müssen). 2.a) Ispitz zulaufender]
metallener Gegenstand, mit dem an einem Halter geschrieben
od. gezeichnet wird: eine goldene F.; die F. kleckst, kratzt;
die F. eintauchen; mit einer breiten, einer dünnen F.
schreiben; dann folgte die mit der F. gezogene ... Wärmekurve
(Th. Mann. Herr 117); Ü der Tod nahm ihm die F. aus
der Hand; Hier hat ... der Prophet dem Forscher die
F. aus der Hand genommen (Natur 26); die Begeisterung
drückte ihm die F. in die Hand (veranlaßte ihn zu
schreiben): die Wut führte ihm die Feder (bestimmte, wie er
schrieb): Jmd. schreibt, führt eine kluge, geschliffene,
gewandte F. (schreibt klug, geschliffen, drückt sich schriftlich
gewandt aus): Themenkomplex, den darzustellen die
Redaktion eine Reihe bedeutender -n (Schriftsteller) gebeten
hat (FAZ 20. 5. 61. 2); Jmdm. etw. in die F. diktieren;
aus jmds. F. stammen, geflossen sein (von Jmdm. verfaßt
sein): habe er... noch eine enzyklopädische Seite
heruntergeschrieben, die er eben unter der F. (in Arbeit) gehabt (Th.
Mann. Zauberberg 547); zur F. greifen (über etw., jmdn.
schreiben: schriftstellerisch tätig werden). b) (österr.)
Federhalter: die F. am Ohr. 3. (Technik) in verschiedene
Mechanismen eingebautes elastisches, spiraliges od.
blattförmiges Metallteil, das einen Druck od. Zug aushalten od.
ausüben soll: die F. der Uhr ist gespannt, gebrochen; die
-n des Sofas ächzten unter der Last; wie ein
Kinderspielzeug, dessen F. plötzlich abgeschnurrt ist (Langgässer.
Siegel 15S). 4. (Tischlerei) a) an ein Brett angearbeitete
Leiste, die in die rinnenförmige Vertiefung eines anderen
Brettes eingepaßt wird u. so eine Verbindung zwischen zwei
Brettern herstellt: b) Leiste, die in die rinnenförmigen
Vertiefungen zweier benachbarter Bretter eingeschoben wird. 5.a)
(meist PI.) (Jägerspr.) Borste auf dem Rücken des
Wildschweins: b) Rippe des Edelhirschs.
feder-, Feder-: ^antrieb, der (Technik): Erzeugung einer
Bewegung mit Hilfe einer Feder (3); ^arbeit, die: bes. in
Amerika vor der Entdeckung durch Kolumbus verbreitete
künstlerische Verarbeitung von Federn (1) zu dekorativen Zwecken:
808
feder-, Feder-
Mutig <Adj.; o. Steig.): in der Art einer Feder (1), von
Federn: -e Haare; -baiJ, der (Sport): 1. <o. PI.) dem Tennis
verwandtes Spiel, bei dem ein Federball (2) von den Spielern
mit Schlägern über ein gespanntes Netz hin u. her geschlagen
wird; nicht als Wettkampf ausgeübtes Badminton, 2. zum
Federballspielen verwendeter, leichter, zur Steuerung mit
Federn od, einem entsprechenden Ersatz ausgestatteter
Gummiball: nur ein paar Meter von Kaffeetasse oder Bierglas
entfernt fliegt der F. (Berliner Morgenpost 12. 8. 75. 5).
3. * auf den F. gehen (scherzh.; zu Bett gehen: wird von
Erwachsenen zu Kindern gesagt; bezieht sich auf das
Federbett), zu 1: -ballschttger, der. -balbpiel, das: l.a) <o.
PI.) svw. T^ball (1); b) auf bestimmte Regeln gegründeter
sportlicher Wettkampf im Federballspielen: beim letzten
F. hat er verloren. 2. aus zwei Schlägern u. Federbällen
bestehende Ausrüstung zum Federballspielen: sie hat zu
Weihnachten ein F. bekommen, -ballspielen* das; -s; -ba-
rett, das: es gäbe ganze Brigaden ... von Prinzen Karneval
in seidengestickter Buntheit, mit Puflarmeln. Pelerine
und F. (Kisch. Reporter 277); -bein, das (Technik): der
Federung dienendes teleskopartiges Bauteil im Fahrwerk
von Flugzeugen u. Kraftfahrzeugen; -besen, der: svw.
t Staubbesen; -bett, das: mit Federn (1) gefülltes Deckbett;
-Watt, das (Technik): blattförmige Feder (3); -blume, die
(meist PL): aus / verschiedenfarbigen] Federn (1)
hergestellte Kunstblume; -boa, die: von Frauen getragener schlangen-
förmiger Halsschmuck aus Federn (1); -brett, das (Turnen):
federndes Brett für den Absprung bei bestimmten
Turnübungen; -bruch, der (zu Feder 3); -büchse, die (veraltet):
Büchse zum Au/bewahren von Federn (2 a); "»brach, der:
a) mehrere in Größe u. Farbe vom übrigen Gefieder
abstechende Federn (1) auf dem Kopf eines Vogels; b) mehrere
zusammengebundene Federn (1) als Zierde auf Hut od.
Helm: Hier trugen sie (= die Landsknechte) Visierhelme
mit F. (Werfel. Himmel 217); -büschel. das: svw. t
Flederwisch; -deckbctt, das. -decke, die: svw. f -bett; -fahne,
die: svw. t Fahne (5); -fuchser [-fuksB]. der; -s. - [zu
t ftichsenj (abwertend): a) jmd.. der pedantisch auf der
Einhaltung einer geschriebenen Anordnung o. ä. besteht;
Pedant; Bürokrat: b) schlechter Schriftsteller; -führend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): für die Bearbeitung von etw.. den
Schriftverkehr usw. in einer Dienststelle o. ä. verantwortlich,
für einen Geschäftsbereich zuständig: das -e Ministerium;
Ausschuß Air Sozialpolitik f.. Haushaltsausschuß
mitberatend (Bundestag 189.1968. 10262); Ü f. in etw. sein (maß-
geblich sein, an der Spitze liegen); -fUhnmg, die:
Verantwortlichkeit, Zuständigkeit innerhalb einer Dienststelle o. ä.:
unter [der] F. des .../der .../von ...; -geistchen [...g^jst^n].
das; -s, -: Vertreter einer weltweit verbreiteten Familie von
zarten, in der Spanne nur 1 bis 2 cm messenden
Nachtschmetterlingen mit mehrfach eingeschnittenen Flügeln; vgl.
^motte (a); -gewandt <Adj.; -er. -este) (geh.): fähig, seine
Gedanken gewandt niederzuschreiben; schreibgewandt: der Autor
dieses Flugblatts ist sehr f.; Ü die -e Gewissenlosigkeit
politischer Sophistik (Fraenkel. Staat 295); -gewicht, das
[nach engl, feather-weight] (Schwerathletik): 1. <o. PI.)
niedrige Körpergewichtsklasse. 2. Sportler der
Körpergewichtsklasse Federgewicht (1). dazu: -gewichtler [-gavi^tlg].
der; -s. -; Miras, das: Vertreter einer etwa 50 cm hohen
Grasart mit schmalen, schwachen Halmen u. langen,
federigen Grannen; -griflhantel, die (Sport): Gerät in Form einer
kleinen Hantel, das gegen den Widerstand von Federn (3)
zusammengedrückt wird; -haltender: stielförmiges
Schreibgerät mit aufsteckbarer Feder (2 a). dazu: -haltefgriflf, der
[nach engl, penholder-] (Tischtennis): Haltung des
Tischtennisschlägers in der Weise, daß der Griff wie ein Federhalter
zwischen Daumen u. Zeigefinger gehalten wird, wobei der
Griff nach oben zeigt; -hut, der: Hut mit Federschmuck
(b); -kästen, der (veraltet): vgl. ^mäppchen; -kern, der:
innerster, aus Federn (3) bestehender Teil einer Matratze/.
dazu: -kernmatratze, die: Matratze mit eingearbeiteten
Sprungfedern; -kiel, der: a) unterer Teil des Schaftes einer
Feder (1); b) (früher) aus einem Federkiel (a) gefertigter
Gegenstand zum Schreiben: Er (= Winckelmann) sitzt vor
einem aufgeschlagenen Buch, den F. in der Hand (Ceram.
Götter 27); -kissen, das: vgl. -bett; -kleW, das (geh.):
Gesamtheit der Federn (1) eines Vogels, Gefieder: der
Papagei hat ein buntes F.; -klemme, die: federnde Klemme
zur Verbindung elektrischer Leitungen; -kohl, der: a) Art
Gemüsekohl; b) (landsch.) grüner Winterkohl; -konstante.
die (Physik): das Verhältnis der Belastung einer Feder (3)
zu der dadurch hervorgerufenen Form- bzw.
Längenänderung; -koralle,die svw. f Seefeder; -kraft,die a) (Technik)
Spannkraft einer Feder (3); b) eindeutschend für t
Elastizität; -krieg, der (geh. veraltend): mit literarischen Mitteln
ausgetragener Streit: einen F. [mit jmdm. wegen etw., über
etw.] führen; -leicht <Adj.; o. Steig.): a) wie eine Feder
in erfreulicher, angenehmer Weise leicht, kein Gewicht
habend: Dieses Zebra wird mit dem -en, bequemen
Halsband wieder freigelassen (Grzimek. Serengeti 313): Sie
möchten sich sanft rasieren ... mit einer Klinge, die f.
über Ihre Haut gleitet (Bild 5.4. 64.20); b) in der Bewegung
wie eine Feder leicht, fast schwere-, mühelos: F. hob sich
ihre grazile Gestalt von der Eisfläche ab (Wendtland.
Eisprinzeßchen 3); im Hechtsprung hinauf! Auch das ging
f. (Dwinger. Erde 131); -lesen, das; -s [spätmhd. vederlesen
= Schmeichelei, eigtl. = das beflissene Wegnehmen
angeflogener Federn vom Kleid vornehmer Personen] nur in
den Wendungen nicht lange/nicht viel -s mit imdm., etw.
machen (keine Umstände mit jmdm,. etw. machen; ohne
lange zu zögern u. ohne auf Einwände od. entgegenstehende
Schwierigkeiten Rücksicht zu nehmen u. bewußt gegen den
Willen des Betroffenen etw. tun od. dessen Tun hindern),
ohne viel Federlesenls], ohne langes F. (ohne /lange!
Umstände/): Eine zweite (= Tochter) wurde kurzerhand nach
ihrem Vater Constantze genannt und ein Sohn Franzi,
ohne viel Federlesens (A. Kolb. Daphne). viel zu viel -s
(zu viel Aufhebens, zu große Umstände); ^k» <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): ohne Federn (1): aus den Vogeleiern
schlüpfen -e Junge; -mäppchen, das: kleines längliches
Behältnis für die Schreibutensilien eines Schülers; Schreib-
mäppchen; -mappe. die: vgl. -mäppchen; -matratze, die:
svw. t-kernmatratze: -messer, das: kleine Klinge eines
Taschenmessers: Mein Vater mußte sein zierliches F., mit
dem er seinen Fehlfarben die Kerbe schnitt, abgeben
(Grass. Hundejahre 301); -motte, die: a) svw. t ^geistchen;
b) Vertreter einer Familie zarter, in der Spanne 1-2 cm
messender Kleinschmetterlinge, deren Vorder- u.
Hinterflügel in je 6 federartige Gebilde gespalten sind; -nelke, die:
Vertreter einer in dichten Büschen wachsenden, als
Zierpflanze kultivierten Art von Nelkengewächsen; M*r. das:
Büschel von Federn (1) an den Ohren einiger Vögel, bes.
der Eulen; -pennal, das (österr.): vgl. -mäppchen; -pü-
schel, das (landsch.): svw. tFlederwisch: Mathilde ... fährt
mit einem F. über die Schnörkel, die das Vertiko zieren
(Nachbar, Mond 90); -schachte!, die: vgl. ^mäppchen;
-schaft, der: in der Haut wurzelnder Teil einer Feder (1);
-schale, die: Schale für Schreibutensilien; -schloß, das:
Schloß mit eingebauter Feder (3), die im entspannten Zustand
den Verschluß bewirkt; -schmuck, der: a) (dichter.) das
Gefieder des Vogels; b) als Dekoration od. Schmuck
getragene Federn: der F. der Indianerhäuptlinge; -skizze, die:
mit einer Feder (2 a) angefertigter Entwurf für eine
Zeichnung; -spiel, das (Jägerspr.): meist aus zwei
zusammengebundenen Taubenflügeln bestehender, an einer langen Schnur
befestigter Köder, der zum Zurückholen des bei einer
Beizjagd verwendeten Raubvogels dient; -spirale, die (Technik);
-Sprungbrett, das: svw. T -brett; -stahl, der: für die
Herstellung von Federn (3) geeigneter elastischer Stahl; -stiel,
der (österr.): svw. t^halter: Er ... greift ... mit einer seiner
Pfoten nach meinem F. (Molo, Frieden 79); -strich, der:
mit einer Feder (2) gezogener Strich: mit wenigen -en fertigte
er eine Skizze an; Ü nach einer Stunde hatte er noch
immer keinen F. getan (ugs.; hatte er noch immer nicht
mit der Arbeit angefangen): *mit einem/durch einen F.
(kurzerhand, ohne längeres Verhandeln o.a., durch eine
schriftliche Verfügung o. ä.; oft in bezug auf
Entscheidungen, die als negativ empfunden werden): Männer und
Frauen ... verloren durch einen F. ihre Nationalität (K. Mann.
Wendepunkt 265); große Hoffnungen eines Menschen mit
einem F. vernichten (Chr. Wolf. Himmel 173); Im Jahre
1797 besetzte Napoleon Venedig und löschte die Republik
mit einem F. aus (Hörzu 51. 1974. 48); -tasche, die
(landsch.): svw. t ^mäppchen; -tuch, das
(Trampolinturnen): svw. tSprungtuch; -vteh, das (ugs.): Geflügel: Bauern
... mit... Körben voll F. ballen sich vor dem Anlegeplatz
(Hacks, Stücke 223); -waage, die: Waage, deren Belastung
nach dem Grad der Ausdehnung einer Feder (3) gemessen
wird; -Wechsel, der: svw. t Mauser: Dieser F. geht bei
Rabenvögeln mit einem ... Aufschwung des Allgemeinbe-
809
federig
findens einher (Lorenz. Verhalten 1. 99); ^wedeK der: vgl.
Staubbesen; -weiß, das [wohl nach der Ähnlichkeit mit
einer weißen FederfahneJ: feines Alaunpulver,
Schneiderkreide: --weiße, der; -n. -n [viell. nach der dem t Federweiß
ähnlichen milchigen Farbe od. weil man früher t Federweiß
als Konservierungsmittel in den Wein tat]: junger ,in Gärung
befindlicher, milchig-trüber Wein; -werk, das: die gesamten
Federn einer Uhr; -wild, das (bes. Jägerspr.): alle jagdbaren
Vögel; ^wisdi.der: svw, t Flederwisch; -Wischer, der:
Läppchen, kleiner Schwamm o. ä. zur Reinigung der Schreibfeder;
-wölke, die: zarte, faserige Wolke, die aus Eiskristallen
besteht; Zirruswolke; -zange, die (veraltet): Pinzette;
-Zeichnung, die: a) mit Feder (2 a) u, Tinte od. Tusche
auf Papier angefertigte Zeichnung: b) <o. Pl.> die
künstlerische Technik des Zeichnens mit Feder (2 a) u. Tinte od.
Tusche auf Papier: die F. entwickelte sich in der
Renaissance zu einer selbständigen Technik; -Zirkel, der: Zirkel
mit Reißfeder; ^zug, der (geh.): svw. Nstrich.
federig, fedrig [Te:d(3)n<;] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: svw.
t federartig; Federung ['fe:dBlml. der; -s. -e: in vielen Arten
verbreitetes flaches, OJi bis 11 mm großes, flügelloses Insekt,
das als Parasit im Federkleid der Vögel u. im Fell der
Säugetiere lebt: Sie gleichen ... dem F., der sich heiter
und bequem von den Federn der geschäftigen Vögel nährt
(Habe. Namen 40); federn [Te:dpnJ <sw. V.; hat) [mhd.
videren, ahd. fideran = mit Federn versehen]: 1. unter
einer Belastung nachgeben u. nach dem Wegfall der
Belastung sogleich nach u. nach in die Ausgangsstellung
zurückkehren; elastisch schwingen, wippen: das Brett federte beim
Absprung; Er federte mit den Knien (Hausmann, Abel
59); Nur mal fest stehen und laufen können. Es federte
in unseren Beinen (Döblin. Berlin 25); mit federnden
Schritten; Mademoiselle Passes federnder Busen (Jens.
Mann 161); Auf federndem Wiesenboden (Dwinger. Erde
161); Ü Der Oberleutnant ... betrat den Arbeitsraum ...
mit federnder Forschheit (Kirst. 08/15. 843). 2. mit einer
Federung versehen: ein Auto gut f.; (meist im 2. Part.:>
ein schlecht gefederter Lastwagen; gut gefederte Polster.
3. (heute noch als Lynchjustiz angewandte entehrende
mittelalterliche Strafart) jmds. Kopf od. Körper mit Federn
(1) versehen, nachdem man ihn vorher mit Teer, Honig
o.a. bestrichen hat: Jmdn. teeren und f. 4. (Jägerspr.) a)
(bei der Jagd auf Flugwild) nicht voll treffen, sondern nur
die Federn abschießen; b) (bei der Jagd auf Schalenwild)
nur den Wirbelfortsatz der Rückenwirbel treffen; CAbl. zu
2:> Federung, die; -. -en: aus Federn (3) od. anderem
elastischen Material bestehende Vorrichtung, die dazu dient, einen
plötzlichen u. starken Druck aufetw. aufzufangen u.
abzumildern: das Auto, das Sofa hat eine ungenügende F.. dazu:
Fedenmgsetgenschaft, die <meist PI.): der Reifen ist leicht
und ganz weich in seinen -en; Fedenmosvennöaen, das
<o. PL); fedrig: tfedehg; Fgdrigkeit, die: -: Zustand, der
besagt, daß jmd. od. etw. fedrig ist.
Fee [feil, die; -. -n ['fe:an; frz. föe = Fee. Zauberin <
vlat. Fäta = Schicksalsgöttin. Fee. zu lat. fatum =
Schicksal]: schönes, den Menschen meist wohlwollendes, seltener
unheilbringendes weibliches Märchenwesen, das mit
Zauberkraft ausgestattet ist: eine gute, böse F.; die F. gab dem
Mädchen drei Wünsche frei.
Feedback [Ti:dback]. das; -s. -s [engl, feedback. eigtl. =
Rückftitterung]: 1. (Kybernetik) zielgerichtete Steuerung
eines technischen, biologischen od. sozialen Systems durch
Rückmeldung der Ergebnisse, die darin besteht, daß die
Ausgangsbedingungen des neuen Systemumlaufs von den
Ergebnissen des vorangegangenen beeinflußt werden. 2.
(Rundf.. Ferns.) mögliche Einflußnahme des Publikums auf
den Verlauf einer Sendung durch Reaktionen, die dem
Veranstalter dieser Sendung rückgemeldet werden; Feeder ['fixte],
der; -s. - [engl, feeder. eigtl. = Fütterer] (Funkw.):
elektrische Leitung, die der Energiezuführung dient (bes. die von
einem Sender zur Sendeantenne führende Speiseleitung).
Fcelie [Tirlil. das; -[s].-s [engl, feelie.zu: tofeel = (be)fühlen]:
Kunstobjekt, das der Betrachter sehen, hören, betasten u.
schmecken kann; Feeling [ firlinl. das; -s, -s [engl, feeling.
zu: to feel = fühlen] (bildungsspr.): künstlerisches,
psychologisches Verständnis durch Einfühlung;
Einfühlungsvermögen, Gefühl: der typische Club-Gast hat sein ganz eigenes
F.. der geht ... nicht in ein Neckermann-Büro (Spiegel
17.1976.204); Sie (= die Tänzerin) ist eine Persönlichkeit
mit viel F. und Können (Hörzu 2. 1973.84).
Feen- [Te:an-] (Fee): -königin, die; -land, das; Mnirdien,
das; -pabst. der; -reich, das; -retaen. der; -schloß, das;
-stück, das: svw. t Feerie.
feenhaft <AdJ.; o. Steig.): a) märchenhaft, zauberhaft,
geheimnisvoll: das Zimmer hatte eine -e Beleuchtung; b) wie
eine Fee anmutig-zart: ihre -e Gestalt; Adelaide .... deren
-es Herumschweben ... ich ihm ... anschaulich machte
(Th. Mann. Krull 376); Feerie [fea'ri:]. die; -. -n [...i:an;
frz. feerie. zu: fee. tFee] (veraltend): Ausstattungsstück,
das ein Feenmärchen zum Inhalt hat.
Feet: PI. von TFoot.
Fege [fe:ga]. die; -. -n [zu tfegen]: Werkzeug zum Reinigen
von Getreide; Fegefeuer, das; -s [mhd. vegeviur. LÜ von
kirchenlat. Ignis pürgätörius] (kath. Rel.): vorübergehender
Prozeß der Läuterung, in dem die Verstorbenen ihre läßlichen
Sünden abbüßen, bevor sie in das Reich Gottes eingehen:
die Seelen der Verstorbenen leiden im F.; Ü der Senat
ist als erste und letzte Instanz der politischen StraQustiz
nicht nur für die vor ihm Angeklagten ein F. (Spiegel
48.1965.53); fegen ['fe:gn] <sw. V.) [mhd. vegen]: 1.
(regional) <hat> a) mit einem Besen, Handfeger o. ä. von Staub,
Schmutz u.a. befreien, säubern: den Fußboden, die Straße,
den Hof f.; die Stube (den Fußboden der Stube) f.; <auch
ohne Akk.:> er war im Hinterhof und fegte; b) mit dem
Besen, Handfeger o. ä. von etw. entfernen, anderswohin
bringen: sie fegte den Schnee, das Laub vom Bürgersteig;
sie fegte die Blätter in die Ecke; Forste fegte den
zusammengekehrten Schmutz auf die Kehrichtschaufel (Apitz. Wölfe
266); c) durch Fegen mit dem Besen. Handfeger o. ä.
entstehen lassen, hervorbringen: Zwischen Mole und Stadtufer
Jedoch wurde eine Bahn gefegt (Eisbahn; Klepper. Kahn
162). 1. <hat> a) mit einer [ausholenden! Bewegung (wie
beim Hantieren mit dem Besen) von etw. entfernen,
herunterwischen: er fegte mit der linken Hand die Hefte vom
Tisch; Ü er hatte den Gegner schon nach drei Gängen
vom Platz gefegt (Sport Jargon; überlegen, klar besiegt):
b) sehr schnell irgendwohin treiben, jagen: Dörfel ... fegte
das Leder ... mit einem herrlichen, flachen Schuß in die
lange Ecke (Walter. Spiele 77); die Feinde wurden ins
Meer gefegt. 3. sich mit außerordentlich großer
Geschwindigkeit fortbewegen, rasen, jagen, i dahin/stürmen <ist>: der
Sturm ist über die Berge gefegt; die Jungen fegten um
die Ecke, die Straße entlang; Von schrägen Felsplatten
fegten unzählige Taschenkrebse bei unserem Kommen
beiseite (Salomon. Boche 37); während ... der Regen auf
das gewachste Parkett ... fegte (Langgässer. Siegel 338);
Ü in seinem Gesicht verriet nichts, welche Gedanken schon
durch sein Gehirn fegten (Apitz. Wölfe 43). 4. (südd..
Schweiz.) blank reiben, putzen <hat>: blank gefegte Töpfe
und Pfannen. 5. (Eishockey) mit dem in einer Hand
gehaltenen Schläger mit einer wischenden Bewegung den Puck
spielen <hat>. 6. (Jägerspr.) (von Tieren, die mit einem
Geweih ausgestattet sind) /das Geweih! durch Scheuern
an Bäumen vom Bast (2) befreien <hat>: im Sommer fegen
die Hirsche [ihr Geweih]; Den Damhirsch juckte der Bast
an den Schaufeln. Und so ging er gestern f. (Berliner
Morgenpost 3. 8. 75. 3). 7. (derb) koitieren <hat>. 8. (Gau-
nerspr.) (Alkohol) trinken <hat>; Feger [*fe:ge]. der; -s.
-: 1. (selten) Kehrbesen. 2. (ugs.) a) lebhaftes Kind, Wildfang;
b) (in bezug auf Frauen) draufgängerischer /junger/ Mann.
3. (derb) a) unternehmungslustige, energische Frau: das
ist ein F.. die Tante. Hat alle auf Vordermann gebracht
(Degenhardt. Zündschnüre 224); b) Frau, die schnell zum
Koitus bereit ist und sexuell sehr erfahren ist : Sie (=
Lisa) hat morgens manchmal schon ganz nette Säcke unter
den Augen ... Sie ist ein robuster F. (Remarque. Obelisk
64); Fegfeuer: seltener für f Fegefeuer; Fegnest [Te:knest].
das; -[e]s. -e [zu mundartl. fegen = reiben, scheuern,
rumoren u. tNest] (Schweiz, mundartl.): unruhiger, unsteter
Mensch (bes. Kind); fegnesten ['fe:knestn] <sw. V.; hat)
(Schweiz, mundartl.): (bes. von Kindern) unruhig % unstet
sein; Fegsei [Te:ksl]. das; -s. - (landsch.): das mit einem
Besen Zusammengekehrte; Kehricht: ein bißchen F.. ein
bißchen Zusammengefegtes (Plievier. Stalingrad 2S2).
Feh (feil, das; -[eis. -e [mhd. vech = buntes Pelzwerk]:
grauer od. weißer, fein- u. langhaariger Pelz aus dem Fell
einer in Sibirien u. Nordwesteuropa vorkommenden Art
Eichhörnchen.
Fehde [Te:da]. die; -. -n [mhd. vehede. ahd. (gi)fehida =
Feindschaft. Streit, zu mhd. gevech. ahd. gifeh = feindse-
810
fehl-, Fehl-
lig]: im Mittelalter tätliche Feindseligkeit od. Privatkrieg
zwischen Einzelpersonen, Sippen od. Familien zur
Durchsetzung von Rechtsansprüchen; kämpferische
Auseinandersetzung. Kampf: endlose -n zwischen den Adelsgeschlechtern;
... daß er (= Heinrich der Löwe) dem Kaiser Barbarossa
... F. ansagte (Augstein. Spiegelungen 90); Ü (geh.:)
literarische, politische -n [mit Jmdm.] austragen, ausfechten;
<Zus.:> Fehdebrief, der: schriftliche Ankündigung,
Erklärung einer Fehde; Fehdehandschuh» der in den Wendungen
imdm. den F. hinwerfen/vor die FüBe werfen/ins Gesicht
schleudern, werfen (veh.JnuJn. zum Kampf. Streit
herausfordern; nach dem Brauch der Ritter, dem Gegner als Zeichen
der Herausforderung zum Kampf einen Handschuh vor
die Füße zu werfen): sie lehnten es ab. Papen zu
unterstützen; Ja. sie warfen ihm geradezu den F. hin (Niekisch,
Leben 214); den F. aufnehmen/auflieben (geh.; eine
Herausforderung zum Kampf. Streit annehmen; nach dem Brauch
der Ritter, als Zeichen der Annahme einer
Herausforderung zum Kampf den vom Gegner hingeworfenen
Handschuh aufzuheben).
fehl [feil] <Adv.) in der Verbindung f. am Platz(e]/(seltener:)
Ort sein (geh.; in einer bestimmten Situation unangebracht,
unpassend sein): dein Tadel war hier f. am Platz; er kam
sich f. am Ort (überflüssig, unerwünscht) vor; Fehl [mhd.
vael(e) < afrz. faille. zu: fa(il)lir. f fehlen] in der Fügung
ohne F. (geh.; ohne Fehler. Makel; einwandfrei, untadelig):
ihre Schönheit war ohne F.
fehl-, Fehl-: -angäbe, die (Ballspiele): fehlerhafte, nicht den
Regeln entsprechende Angabe (3 a); -anzeige, die: a) (Milit.)
Meldung bei Schießübungen, daß ein Schuß die Scheibe
nicht getroffen hat; b) (ugs.) Mitteilung, daß etw. nicht
zutrifft, nicht möglich, nicht vorhanden, nicht getan worden
ist: öffentliche Auftritte und Schallplatten: F. (sind keine
vorhanden; Hörzu 3. 1974, 39); -aufgäbe, die (bes.
Volleyball): fehlerhaftes, nicht den Regeln entsprechendes
Hineinspielen des Balles aus dem Aufgaberaum über das Netz
in das gegnerische Feld; -aufschlage der (bes. Badminton.
Tennis, Tischtennis): fehlerhafter, nicht den Regeln
entsprechender Aufschlag (2); -bedienung, die: falsche Bedienung
komplizierter elektronischer] Geräte: die Anlage ist gegen
F. gesichert; -belegen <sw. V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part.)
(Amtsdt.): eine Wohnung - vom Standpunkt der sozialen
Bedürftigkeit her gesehen - einem falschen Mieter zur
Verfügung stellen, vermieten: Patentlösung gesucht für
fehlbelegte Sozialwohnungen (MM 20. S. 67.41). dazu: -belegung,
die; -besetzen <sw. V.; hat): (einen Posten, eine Stellung,
eine Rolle im Theater o.a.) mit jmdm. besetzen, der nicht
dafür geeignet ist: die Rolle der Desdemona war mit dieser
Schauspielerin fehlbesetzt, dazu: -besetzwg, die: in diesem
Film gab es keine -en; -bestand, der: große Lücken
aufweisender Bestand; -betrag, der (bes. Kaufmannsspr..
Wirtsch.): Betrag, der sich bei einer Abrechnung als fehlend
herausstellt, Defizit: einen F. abdecken; -büdung, die
(Med.): unbedeutende fehlerhafte Ausbildung eines
Organs, Körperteils, -bitte, die in der Verbindung eine/keine
F. tun (geh.; vergeblich/nicht vergeblich bitten), dazu:
^bitten <st. V.; hat) (veraltend): umsonst, vergebens um etw.
bitten; -deutung, die: vgl. -Interpretation; -diagnoäe, die:
falsche Diagnose; -dtspositkm, die: falsche Disposition;
-druck, der <P1. -drucke) (Philat.): (bei Briefmarken)
mißglückter Druck, Druck mit Fehlern; -Einkauf, der
(Sport): 1. das Einkaufen eines Sportlers, der die an ihn
geknüpften Erwartungen nicht erfüllt: mit der Verpflichtung
dieses Spielers tat der Verein einen glatten F. 2. eingekaufter
Spieler, der die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllt:
der Südamerikaner ist ein F.; -einschätzung, die: falsche
Einschätzung. Bewertung: die F. einer Entwicklung;
-entscheid, der: svw. t -entscheidung; Entscheidung, die: falsch
getroffene Entscheidung: eine F. treffen; Entwicklung, die:
Entwicklung in eine falsche Richtung: wirtschaftliche -en;
-«mähren <sw. V.; hat; nur im Inf. u. im 2. Part.): falsch
ernähren: ein fehlernährter Säugling, dazu: -ernährung,
die; -Etymologie, die: svw. t Volksetymologie; -färbe, die:
1. (Kartenspiel) a) Farbe, die einem Spieler fehlt; b) Farbe,
die nicht Trumpf ist. 2. Zigarre, deren Deckblatt verfärbt
ist. dazu: -färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Fehlfarbe
(2) aufweisend; verfärbt: -e Zigarren; -gebären <st. V.;
hat) (selten): eine Fehlgeburt haben, dazu: -geburt, die:
1. Abgang einer noch nicht od. nicht mehr lebensfähigen
Leibesfrucht: sie hat zwei -en hintereinander gehabt. 2.
vorzeitig abgegangene, nicht lebensfähige Leibesfrucht: eine
ausgestoßene F.; -gehen <unr. V.; ist) (geh.): 1. den falschen
Weg einschlagen, in die Irre gehen: wenn du diesem Weg
folgst, kannst du praktisch nicht f. 2. nicht treffen,
danebengehen: der erste Schuß ging fehl. 3. sich irren, sich täuschen:
ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß ...; vielleicht
gehe ich fehl damit, die Sache so zu betrachten; -gewicht.
das (Kaufmannsspr.): an einem vorgesehenen od.
vorgeschriebenen Gewicht fehlende Menge: ein F. von 20 Gramm;
-greifen <st. V.; hat) (geh.): etw. Falsches tun: Major
von Dürr hatte sehr fehlgegriffen, als er Daphne eine
wundertätige Madonna nannte (A. Kolb, Daphne 63);
-griff, der: falsche Entscheidung. Maßnahme: mit diesem
Mann hat die Firma einen F. getan, er paßt nicht auf
diesen Posten; -haltung, die: 1. svw. t Haltungsfehler: eine
körperliche F. 2. (Psych.) falsches Verhalten, falsche
Einstellung: eine pädagogische F.; -handlung, die: vgl. -lei-
stung; -Information, die: falsche Information;
-Interpretation, die: falsche, dem Sachverhalt nicht gerecht werdende
Interpretation. Auslegung; Fehldeutung: die F. eines
Wortes, einer Aussage, eines Sachverhalts; -interpretieren <sw.
V.; hat): falsch interpretieren, auslegen, deuten: er hat die
Entwicklung fehlinterpretiert; -Investition, die (bes.
Wirtsch.): a) unwirtschaftliche Investition: b) (ugs.)
Gegenstand einer unwirtschaftlichen Investition: dieser
Wohnhausblock war eine F.; -kalkuiation, die: a) (Wirtsch.)
Kostenvoranschlag, der von den tatsächlichen Kosten stark
abweicht: -en vermeiden; b) irrtümliche Annahme. / Eini-
schätzung: seine Erwartung hat sich als F. erwiesen; -kauf,
der: a) (geh.) Kauf, dessen Gegenstand die Ansprüche des
Käufers enttäuscht; unnötiger, zu hoch bezahlter Kauf: mit
dieser Kaffeemaschine habe ich einen F. getätigt; b) (ugs.)
die Ansprüche des Käufers enttäuschender Gegenstand eines
Kaufs: diese Kaffeemaschine war ein glatter F.; -konstruk-
tkm, die (abwertend): Konstruktion, deren Funktion durch
technische Mängel gestört, beeinträchtigt ist: diese Brücke,
das Auto ist eine F.; Ü eine gedankliche F. (von falschen
Voraussetzungen ausgehende od. mit gedanklichen Fehlern
behaftete Theorie); -lefetung, die (Psych.): (auf Grund von
Erregung oder Erschöpfung auftretende od. von Vorgängen
des Unterbewußtseins beeinflußte) Störung, durch die das
angestrebte Handlungsziel nicht erreicht wirdiz. B. das
Sichversprechen, das Sichverschreiben): eine Freudsche F.
(Fehlleistung, die durch das Wirken unbewußter Wünsche
bedingt ist; nach S. Freud, dem Begründer der
Psychoanalyse, 1856-1939); Mit soviel Dummheit und Verleumdung
in die hochschulpolitische Diskussion einzugreifen, ist eine
große F. Ihres Magazins (Spiegel 44. 196S. 7); -leiten
<sw. V.; hat) (geh.): einen falschen Wegführen: der
Transport wurde fehlgeleitet; Ü eine fehlgeleitete Phantasie, dazu:
-leitung, die: -en von Kraftfahrzeugen; -meidung, die:
vgl. -anzeige; -menge, die: vgl. -gewicht; -Ordnung, die
(Physik): Abweichung von der idealen Anordnung der Atome
im Kristall; HPaß, der (Ballspiele): Paß (3), der statt zu
einem Mitspieler aus Versehen zu einem Spieler der
gegnerischen Mannschaft gespielt wird: einen F. geben, schlagen;
-Planung, die: falsche Planung; -punkt, der (Sport): svw.
t Minuspunkt; -rechnung, die: vgl. -Planung; -schätzen
<sw. V.; hat) (geh.): falsch ein Ischätzen: jmds. Alter f.;
-schießen <st. V.; hat) (geh.): beim Schießen das Ziel
verfehlen, daneben-, vorbeischießen: Ü Jetzt hast du aber gewaltig
fehlgeschossen! (ugs.; falsch geraten, dich geirrt)', -schlag,
der: l. Mißerfolg: etw. hat sich als F. erwiesen,
herausgestellt; in der Wirtschaft gab es einige Fehlschläge. 2.
(Ballspiele) Schlag, bei dem der Spieler den Ball nicht richtig
trifft; mißglückter Schlag; -schlagen <st. V.; ist): keinen
Erfolg haben, mißlingen: alle Bemühungen schlugen fehl;
-schkiß, der: falsche Schlußfolgerum: die wenigen
Beobachtungen führen notwendig zu einem F.; -Schreibung,
die (selten): fehlerhafte Schreibung; -schuß, der: Schuß,
der sein Ziel verfehlt: einen F. tun; -sichtig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (geh.): auf Grund eines Augenfehlers im
Sehvermögen beeinträchtigt: f. sein, dazu: -sichtigkeit» die:
Kurzsichtigkeit ist eine Art der F.; -Spekulation, die:
falsche Spekulation; -sprung, der: a) (Leichtathletik) Sprung,
bei dem der Springer beim Weit- und Dreisprung übertritt
od. beim Hoch- u. Stabhochsprung die Latte nicht überqueren
kann; b) (Turnen) begonnener, aber nicht ausgeführter
Sprung am Pferd; -Start, der: 1. (Leichtathletik)
regelwidriger, verfrühter Start: einen F. verursachen. 2. (Flugw.,
811
fehlbar
Technik) mißglückter Start: das Flugzeug, die Rakete hatte
einen F.; --stelle, die (Wirtsch.): freie, unbesetzte Stelle:
eine F. mit im dm. besetzen; -Steuerung, die (Med.):
Funktionsstörung: vegetative -en; -stoß, der (Sport): Stoß,
der sein Ziel verfehlt; -treten <st. V.; ist) (geh.): falsch
treten: plötzlich trat ich fehl und stürzte; stritt, der: a)
falscher, ungeschickter Tritt: ein F. im Gebirge kann das
Leben kosten; b) (geh.) sittliche Verfehlung: einen F.
tun. begehen; sich eines -s schuldig machen; Ü der Verein
darf sich jetzt keinen F. (keine Niederlage, keinen
Punktverlust) mehr erlauben; c) (veraltend) von der Gesellschaft
verpönte Liebesbeziehung eines Mädchens, aus der ein
uneheliches Kind hervorgegangen ist; Mirteil, das: a)
Urteilsspruch, durch den ein Angeklagter nicht seiner tatsächlichen
Schuld entsprechend (z.B. unschuldig) verurteilt wird: ein
F. fällen; b) falsche Beurteilung: ein F. über einen
Sachverhalt abgeben; -verhalten, das (Psych): den
gesellschaftlichen Normen widersprechendes Verhalten: die richtige
Beurteilung kindlichen -s; -versuch, der (Gewichtheben.
Leichtathletik): ungültige Übung; ^wurf, der
(Leichtathletik): ungültiger Wurf bei einem Wurf Wettbewerb; -zeit,
die: 1. (Sozialvers.) für die Berechnung der Rente fehlende
Zeit: Wird es bei Pflichtversicherung... möglich sein. Lük-
ken und -en auch im bisherigen Versicherungslauf zu
korrigieren? (Welt 4. 11. 67. 2). 2. Zeit, in der jmd. gefehlt
hat: Weiterhin soll sich gezeigt haben, daß ... die -en
abnahmen sowie weniger Klage über Müdigkeit ... zu
hören war (Neues D. 6. 6. 64.4); -zündung, die (Technik):
(bei Verbrennungsmotoren) Zündung zu einem dafür nicht
vorgesehenen Zeitpunkt; *F. haben (ugs.; etw. nicht richtig
begreifen, begriffsstutzig sein).
fehlbar[fe:lba:Q] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: 1. (Schweiz.)
a) kränklich; b) eines Verstoßes gegen jmdn., etw. schuldig.
2. (selten) nicht gegen Verfehlungen gefeit (Ggs.: unfehlbar):
denn Joseph war ein Mensch, dazu ein recht -er (Th.
Mann. Joseph 410); <Abl. zu 2:> Fühlbarkeit, die; - (Ggs.:
Unfehlbarkeit); fehlen [Te:bn] <sw. V.; hat) /vgl. gefehlt/
Imhd. vaelen. velen < (a)frz. faUDlir = verfehlen, sich
irren < lat. fallere]: l.a)g) nicht existieren, nicht vorhanden
sein: besondere Kennzeichen fehlen; sie will dem Kind
den fehlenden Vater ersetzen; ß) nicht zu jmds. Verfügung
stehen; jmdm. abgehen: uns fehlt das Geld für eine
Sommerreise; ihm fehlt Jeder Sinn für Humor; b) (von Menschen)
zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht an einer bestimmten
Stelle sein, wo man eigentlich sein sollte; abwesend sein,
ausbleiben: die Kinder haben schon öfter unentschuldigt
gefehlt: bei dieser Veranstaltung darfst du nicht f. (mußt
du unbedingt dabeisein); c) / sehnlich! herbeigewünscht,
vermißt werden: du wirst/deine Hilfe wird mir sehr f.; das
Auto fehlte uns doch sehr; d) nicht mehr da-, verschwunden,
verlorengegangen sein: in der Kasse fehlen SO Mark; an
der Jacke fehlt ein Knopf (ist ein Knopf abgegangen);
sie suchte ihren fehlenden Schuh: e) zur Erreichung eines
bestimmten Zustandes erforderlich sein: noch drei Punkte
fehlen [ihm] zum Sieg; diesem Satz fehlt noch der letzte
SchlifT (er muß in seiner letzten Form noch verbessert
werden); viel fehlte nicht/es fehlte nicht viel, und wir hätten
Streit bekommen (beinahe hätten wir ...); jetzt fehlt mir
noch, daß ich krank werde (iron.; wenn ich jetzt krank
werde, ist das Unglück vollkommen)', der/die/das fehlt mir
gerade noch [zu meinem Glück/in meiner (Raupen)samm-
lung] (ugs. iron.; den/die/das kann ich jetzt überhaupt nicht
brauchen). 2. <unpers.) nicht in genügendem Ausmaß
vorhanden sein, nicht ausreichen, zu knapp sein, mangeln: es fehlt
uns an allem, am Nötigsten, an ausgebildeten Lehrern:
die Gastgeber ließen es an nichts f. (hohen alles aufgeboten,
um die Gäste zufriedenzustellen); an mir soll es nicht f.
(ich bin dazu! bereit, stelle mich dazu zur Verfügung);
R bei dir fehlt's wohl [im Kopf)? (was machst, was redest
du denn für Unsinn?); wo fehlt's denn? (was hast du, haben
Sie denn für Sorgen, Probleme?). 3. sich krank fü/ilen.
krank sein: fehlt dir etwas?; mir fehlt nichts. 4. (veraltet)
nicht treffen, verfehlen: das Ziel, den richtigen Weg f.;
♦weit gefehlt! (geh.; Irrtum!; völlig falsch eingeschätzt,
vermutet, geraten ) 5. (geh.) eine Sünde begehen, etwas
Unrechtes tun: ich weiß, wie sehr ich gefehlt habe; Fehler
[Te.lF], der; -s. -: l.a) etw., was falsch ist, vom Richtigen
abweicht; eine Unrichtigkeit: ein grober, schwerer, leichter,
[ganz] dummer, verhängnisvoller, folgenschwerer F.;
grammatische, stilistische F.; F. in der Rechtschreibung; in
die Rechnung hat sich ein F. eingeschlichen; F. korrigieren;
er hat im Diktat 10 F.; ich habe mir einen schweren
F. zuschulden kommen lassen; (Sport:) der Schiedsrichter
entschied, erkannte auf F.; b) irrtümliche Entscheidung,
Maßnahme; Fehlgriff: einen F. begehen, wiedergutmachen;
F. machen; es war ein F. (es war falsch). daß wir
fortgegangen sind; das war mein F. (meine Schuld). 2.a) schlechte
Eigenschaft. Mangel, schwache Stelle: charakterliche,
körperliche F. haben; ihr F. ist. daß sie zuviel ißt; der F.
(Nachteil) bei der Sache liegt darin, daß ...; b) Stelle
an einer hergestellten Ware, die nicht so ist, wie sie sein
müßte; Textilien. Porzellan mit kleinen -n.
fehler-. Fehler-: -analyse, die; -anfällig <Adj.; nicht adv.>:
den... kostspieligsten und -sten Arbeitsgang bei der
Leiterplattenherstellung (Elektronik 10.1971. A 10); -frei <Adj.;
o. Steig.): frei von Fehlern, Mängeln: sie spricht f. Deutsch;
der preußische König Friedrich der Große konnte nicht
f. deutsch schreiben (Grzimek. Serengeti 169); (Sport:)
der Reiter blieb auch bei dieser Runde f.; -grenze* die
(Fachspr.): maximal zulässige Abweichung vom Sollwert
einer gemessenen Größe; -linguistik, die: Bereich der
Sprachwissenschaft, in dem man sich mit Ursachen u. Arten
der Fehler, vor allem bei der Erlernung von Fremdsprachen,
beschäftigt; ^k» <Adj.; o. Steig.): einwandfrei, keine Fehler
enthaltend, ohne Fehler (Ggs.: fehlerhaft): ein Gedicht f.
aufsagen; der Edelstein ist völlig f.. dazu: -losigkeit, die;
- (Ggs.: Fehlerhaftigkeit); -pui*t, der (Sport): Fehler (1 a):
der Sieger hatte 4 -e; -quelle, die: Ausgangspunkt für Fehler:
eine F. erkennen, ausschließen; Miuote.die (Statistik):
rechnerische Erfassung der Fehler, die bei der Messung einer
i unbekannten Größe auftreten können; -rechnung, die <o.
PL): Teilgebiet der angewandten Mathematik, das sich mit
den Methoden zur Erfassung der bei der Messung einer
1 unbekannten Größe auf tretenden zufälligen Fehler befaßt;
-suche, die: auf F. gehen; -zahl, die <P1. selten): Anzahl
der Fehler, bes. in einer schriftlichen Arbeit.
fehlerhaft <Adj.; o. Steig.): mit Fehlern. Mängeln behaftet
(Ggs.: fehlerlos): eine -e Aussprache; -es Porzellan; <Abl.:)
Fehlerhaftigkeit, die; - (Ggs.: Fehlerlosigkeit); fehlhaft
<Adj.; nicht adv.) (Schweiz.): schuldig.
Fehn [fe:n], das; -[e]s. -e [niederl. veen = Morast; vgl.
Fenn] (niederd.): svw. tFenn; <Zus.:> Fehnkolonie, die:
entlang einem Kanal angelegte Siedlung in einem
Moorgebiet; Fehnkultur, die (Fachspr.): Methode der Bodenkultur
zur Gewinnung landwirtschaftl. Nutzfläche aus Moorboden.
Fehwerk, das; -[eis [zu TFehJ (Kürschnerhandwerk): svw.
t Pelzwerk.
Fei [fi&j]. die; -. -en [mhd. fei(e) < afrz. faie < vlat. Fäta.
tFee] (dichter, veraltet): svw. TFee; feien [f^pn] <sw. V.;
hat) [mhd. veinen = nach Art der Feen durch Zauber
schützen, zu tFee (älter: TFeiM (geh.): gegen etw. schützen,
unverletzlich machen: Der Kummer... feit einen auch gegen
vieles (Seghers. Transit 198); (meist im 2. Part.:) gegen
Vorwürfe, gegen jedes Klima gefeit sein.
Feier ['fiy«!. die; -. -n [mhd. vire. ahd. fir(r)a = Festtag.
Feier < spätlat. feria. Sg. von lat. feriae. f Ferien]: a)
festliche Veranstaltung anläßlich eines bedeutenden
Ereignisses od. eines Gedenktages: eine F. in kleinem Rahmen,
im Familienkreis: zu seinem Geburtstag/anläßlich seines
Geburtstages veranstalteten wir eine kleine F.; eine nette,
gemütliche F. machen; (geh..) eine F. begehen; b) festliches,
würdiges Begehen: die F. des heiligen Abendmahls;
Fräulein Helga, genehmigen Sie dem Leutnant zur F. des
Ritterkreuzes einen Ehrentanz? (Hochhuth. Stellvertreter 29):
*zur F. des Tages (meist scherzh.; um den Tag würdig
zu begehen).
ffiier-, Feier-: -abend, der [urspr. = Vorabend eines Festes]:
a) Freizeit im Anschluß an den Arbeitstag: seinen F.
genießen; b) Dienstschluß. Arbeitsschluß: F. machen; nach F.;
[für heute ist] F.!; U für mich ist F.. dann ist/mache ich
F.! (ugs.; ich kann, mag nicht mehr weiternxachen; für mich
ist es aus. vorbei!)', damit, mit etw. ist [bei mir] F. (ugs.;
diese Sache, etw. interessiert i mich 1 nicht mehr, ist ffür
mich I abgeschlossen, erledigt), dazu: -abendarbeit, die:
Arbeit, die jmd. nach Feierabend(b) verrichtet, -abendbeschfif-
tisung, die. -abendheim, das (DDR): Altersheim, -abend-
lektüre,die.-abendlich<Adj.; o. Steig.): eine -e
(gemütlichentspannte) Stimmung; -Schicht, die (Bergbau):
ausgefallene Schicht als Folge eines wirtschaftlichen Engpasses: -en
und Kurzarbeit; -stunde, die: Gedenkstunde in festlichem.
812
fein
würdevollem Rahmen: eine F. zum 1. Mai/anläßlich des
1. Mais; in einer F. wurde er wegen seiner Verdienste
geehrt; Mag, der: a) jährlich wiederkehrender, staatlich
anerkannter Gedenktag, an dem nicht gearbeitet wird: ein
gesetzlicher, kirchlicher, hoher F.; der 17. November ist
ein F.; [wir wünschen Ihnen] schöne, erholsame -e!; das
Museum ist leider an Sonn- und Feiertagen geschlossen;
b) Tag. an dem man etwas besonders Schönes erlebt: heute
ist für mich ein F., dazu: -täglich <Adj.; o. Steig.): Still
und f. war es in diesen kleinen Gassen (Bredel, Väter
64), -tags <Adv.>: an Feiertagen: sonn- und feiertags
geschlossen, -tassruhe, die: an Feiertagen eingehaltene
Arbeits ruhe: die F. stören, beeinträchtigen, -tagsstille, die:
das Fehlen des Lärms, der Betriebsamkeit des Alltags, das
einen Feiertag auszeichnet, -tagssttaimung, die: friedliche,
entspannte Stimmung eines Feiertages/.
Feierei [fqjd'r^j], die; -. -en (ugs. abwertend): allzu häufiges
od. allzu langes, als lästig empfundenes Feiern: diese F.
geht mir allmählich auf die Nerven; feierlich <AdJ.) [mhd.
virelich]: a) der Würde des Augenblicks Rechnung tragend,
würde-, weihevoll, erhebetui: eine -e Handlung; -e Stille;
jmdm. ist f. zumute; sie wurden f. verabschiedet; er schüttelt
mir f. (pathetisch) die Hand; er verbeugte sich f.
(förmlich): das/es ist Ja [schon] nicht mehr f. (ugs.; kaum mehr
erträglich)', b) nachdrücklich, emphatisch: etw. f. erklären,
versprechen; <Abl. zu a:> Feierlichkeit, die; -. -en: l.a)
<o. PI.) das Feierlichsein: Würde, Ernst: die F. der Stunde;
etw. mit einer gewissen F. tun. sagen; ein Anflug von
F.; b) feierliche, förmliche Äußerung: „Das klingt wie von
Schiller. Wem gelten die -en?" fragte Marianne spöttisch
(Baum. Paris 67). 2. Feier, feierliche Veranstaltung: die
-en dauern mehrere Tage; Begräbnisse oder sonstige ernste
-en; an einer F. teilnehmen; feiern ['fiüm] <sw. V.; hat)
[mhd. viren. ahd. firön; nach mlat. feriäre): l.a) festlich,
würdig begehen: als Fest. Feier gestalten: Feste.
Weihnachten. Geburtstag. Hochzeit f.; Abschied. Wiedersehen f.;
eine Messe, das heilige Abendmahl f. (zelebrieren): b)
(von einer Gesellschaft) fröhlich, lustig beisammen sein:
wir feierten jede Nacht; c) / als jmdn., etw. i ehren, umjubeln:
bei seiner Rückkehr wurde der Sportler gefeiert; sie feierten
ihn als Erretter des Vaterlandes; in seiner Rede feierte
er die Liebe; sie ist eine gefeierte Schönheit. 2. (ugs.)
gezwungenermaßen I mit der Arbeit aussetzen: die Arbeiter
mußten [eine Woche lang] f.
feig[e] [f$jk. f^jga] <Adj.) [mhd. veige. ahd. feigi. eigtl.
= dem Tode verfallen, unselig, verdammt] (abwertend):
1. ohne Ehrgefühl, unehretüiaft i vor jeder Gefahr, jedem
Risiko ängstlich zurückschreckend, ohne Mut: eine feige
Memme; feige Ausreden; der Kerl ist feig[e]; sich feig[e]
zurückziehen. 2. hinterhältig, gemein: ein feiger Mord;
jmdn. feig[e] verraten; sie haben uns feig[e] im Stich
gelassen.
Feiae Cfiijga]. die; -. -n [mhd. vige. ahd. figa < aprovenz.
figa < vlat. fica < lat. ficus]: 1. Vertreter einer in den
Tropen u. in Südeuropa vorkommenden Gattung von
Maulbeergewächsen mit eßbaren Früchten, die frisch oder
getrocknet u. gepreßt gegessen werden: der Gummibaum ist eine
F. 2. svw. t Feigenbaum. 3. Frucht des Feigenbaums:
getrocknete -n; ein Kranz -n. 4. a) (derb) Vagina: b) (derb
abwertend) Weibsbild. Hure.
Feigen-: -baian. der: Baum od. Strauch der Gattung Feige
mit weichem. Milchsaft führendem Holz, großen,
fingerförmig gelappten, derben Blättern u. birnenförmigen, süßen
Früchten, die frisch oder getrocknet und gepreßt gegessen
werden: -Watt, das [2: nach 1. Mose 3.7, wo sich Adam
u. Eva Lendenschurze aus Feigenblättern flechten]: 1. Blatt
des Feigenbaums. 2. etw.. was dazu benutzt wird. etw. vor
anderen zu verbergen: etw.. was als Tarnung od. /
schamhafte Verhüllung dient: etw. als F. benutzen; -distel, die:
svw. tOpuntie; -kafFee, der: Kaffee-Ersatz aus gerösteten
u. zerkleinerten Feigen: -kaktus, der: Vertreter einer
weltweit verbreiteten Art von Kakteen aus den tropischen
Gebieten Amerikas mit roten, eßbaren Früchten in der Größe
von Feigen (3).
Feigheit, die; - [mhd. veicheit = Unheil. Unseligkeit]: das
Feigesein. Angst vor jeder Gefahr, jedem Risiko: mein
Zögern war F.; F. ist schlimmer als Tod (Frisch. Stiller
307); sich seiner F. schämen; (Milit.:) er wurde verurteilt
wegen F. vor dem Feind; feigherzig <AdJ.) (veraltend):
svw. tfeig[e] (1). dazu: Ffjgherzigkeit, die; - (veraltend):
svw. t Feigheit; Feigling, der; -s. -e (abwertend): feiger
Mensch: ein erbärmlicher F.; jmdn. einen F. nennen; du
wagst es Ja doch nicht, du F.!
Ffiigwarze, die; -. -n [zu t Feige (3); nach der Ähnlichkeit
mit einer Feige]: warzenähnliche Hautwucherung, die sich
an Geschlechtsteilen u. am After bilden kann: Ffijgwurz,
die; -, -en [zu t Feige (3); nach den feigenartigen Wurzeln]:
svw. t Scharbockskraut.
feil [f^jl] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. veile. ahd.
feili = käuflich]: 1. (geh. abwertend) (von Menschen)
für Geld zu haben, käuflich: eine -e Dirne; ... wenn nicht
gar Tür einen -en Agenten des Heiligen Stuhls zu halten
(K. Mann. Wendepunkt 318); Ü Wollt ihr nun gelassen
beiseite stehen - soll der -e Spott von euren Lippen lästern?
(Kaiser. Bürger 20). 2. *f. sein (veraltet; verkäuflich, zu
verkaufen sein): das Grundstück ist [ihm] [für/gegen eine
bestimmte Summe] f.; Sie werden nicht erstaunt sein, zu
hören, daß für Geld nicht alles f. ist (Brecht. Groschen
104).
feil-. 'Ffiil- (feil): -bieten <st. V.; hat) (geh.): zum Verkauf
anbieten: Waren, die in ausreichenden Mengen zu
günstigen Preisen feilgeboten werden, dazu: -btetung, die; -.
-en: 1. das Feilbieten. 2. (österr.) Versteigerung: -halten
<st. V.; hat) (veraltet): svw. t-bieten. Waren. Lose f.
2Fdl- (Feile; vgl. auch: Feilen-): -arbeit, die: Produkt, das
durch Feilen entstanden ist: ^kloben. der: zangenartiger,
handlicher Schraubstock zum Festhalten kleiner Werkstük-
ke: Mnaschine* die: Maschine, die das Feilen von Hand
ersetzt u. erheblich größere Leistung bringt: -späne <P1.):
svw. t^staub; -staub, der <o. PL): Abfall, Abrieh, der
beim Feilen entsteht: -strich, der: glättende Arbeit mit der
Feile.
Feile ffQjh]. die; -. -n [mhd. vile. ahd. fila; H. uj: Werkzeug
aus gehärtetem Stahl mit vielen kleinen Zähnen oder Rillen
zur spanenden Bearbeitung. Glättung von Oberflächen: eine
grobe, feine F.; die F. ansetzen; ein Werkstück mit der
F. bearbeiten; Ü er legte die letzte F. an sein Werk (geh.;
brachte letzte Verbesserungen an): [an] einer Sache fehlt
die letzte F. (eine Sache läßt die Vollendung, die endgültige
Form vermissen): <Abl.:> feilen [f^jhn] <sw. V.; hat) [mhd.
vilen. ahd. fTlon]: durch Bearbeitung mit einer Feile die
letzten Unebenheiten von etw. entfernen, glätten: etw.
passend, rund f.; einen Schlüssel f. (den Schlüsselbart durch
die Bearbeitung mit der Feile passend machen): ich muß
mir die [Fingernägel f.; Ü an diesen Versen hat er lange
gefeilt (immer wieder bessernd u. glättend gearbeitet).
Feilen- (vgl. auch: Feil-): -hauer, der: jmd., der Feilen
herstellt (Berufsbez.); -haumaschme. die: Maschine zur
Herstellung von Feilen: -heft, das: Griff der Feile: -hieb, der:
Gestaltung u. Anordnung der Zähne einer Feile.
Feilicht [f^jlwjt]. das; -s (veraltet): svw. tFeilstaub.
feilschen [fcuUn] <sw. V.; hat) [mhd. veils(ch)en. zu tfeil]
(abwertend): bei einem Kauf durch hartnäckiges, kleinliches
Handeln einen möglichst günstigen Preis für etw., den
größtmöglichen Vorteil zu erreichen suchen: er feilscht zäh
um den Preis jedes einzelnen Stücks; <subst.:> nach langem,
hartem Feilschen.
'Feim [fi|)m]. der; -[e]s [mhd. veim. ahd. feim = Schaum]
(veraltet): Brandung.
^etai [-]. der; -[e]s. -e. Feime [f^ma]. die; -. -n. Feimen
ffiljmdn]. der; -s, - [mniederd. vime. wohl mit
Anlautwechsel das gleiche Wort wie T Dieme] (nordd.. md.): großer,
aufgeschichteter Haufen von Heu, Stroh, Getreide od. Holz:
fetalen [-] <sw. V.; hat): zu Feimen aufschichten.
fein [fi|jn] <Adj.) [mhd;< fin < afrz. fin = fein, zart <
galloroman. finus = Äußerstes, Bestes, zu lat. finis =
Ende, Grenze]: l.a) von dünner, zarter Beschaffenheit: -es
(Ggs.: grobes) Gewebe; -e Linien. Striche; ihr Haar ist
sehr f. (Ggs.: dick); ein -es (engmaschiges) Sieb; b) von
angenehm-zartem Äußeren, feingeschnitten: ein -es Profil;
-e Hände haben; das Mädchen hat ein -es Gesicht; c)
aus kleinsten Teilchen bestehend (Ggs.: grob): -er Zucker;
der Sand ist hier besonders f.; etw. ist f. gemahlen. 2.a)
einfühlsam, feinsinnig: ein -es Verständnis, einen -en Sinn
für etw. haben; er sagte es mit -em Humor; b) fähig,
auch nur andeutungsweise vorhandene Sinneseindrücke
wahrzunehmen bzw. auf Impulse zu reagieren: empfindlich,
scharf, genau, exakt: ein -es Gehör, eine -e Nase haben;
-e Instrumente; ein -er Beobachter; ein Gerät f. einstellen;
Unterschiede f. (alle Einzelheiten berücksichtigend, genau)
813
fein-, Fein-
herausarbeiten; c) nur einem scharfsinnigen Beobachter (als
solches) erkennbar: schlau, listig, gerissen: ein -er
Schachzug; f./aufs feinste ausgeklügelt. 3.a) (nicht adv.) von
ausgezeichneter Qualität, hochwertig, erlesen, vorzüglich,
exquisit: -es Gebäck. Tafelobst; es duftet nach einer -en
Seife; -es (reines) Gold. Silber; die -e Küche (Küche,
in der vorzügliche Speisen gekocht werden); b) (ugs.)
erfreulich, lobenswert: das ist eine -e Sache; f., daß du wieder
da bist* der Vortrag war f. kurz; *f. [helraussein (ugs.;
nach Überwindung einer Schwierigkeit in glücklicher Lage
sein): Es gibt da einen Trick .... da ist man f. raus (Spiegel
34.1975.37); nur wer Schulden machen kann, ist f. heraus.
Sie verschwinden von selbst (Remarque. Obelisk 46); c)
(ugs.) (von Menschen) anständig, nett, patent: er ist wirklich
ein -er Kerl; (iron.:) du hast ja eine-e Verwandtschaft;
da kommt die -e Kollegin. Jetzt will sie sich verlustieren.
Zuschauen, wie mir der Kopf geschoren wird vom
Kreisleiter (M. Walser, Eiche 16). 4. gediegen, vornehm, elegant
aussehend : ein -er Herr; -e Manieren; Die -en Pinkels
sind auch nicht mehr wie wir (Fallada, Mann 6); du dünkst
dich/du bist dir wohl zu f. dafür; f. aussehen; vgl.
feinmachen, sich. 5. <adv.> (ugs.) zum Ausdruck der Verstärkung.
Bekräftigung: etw. f. (schön) säuberlich aufschreiben; daß
du mir f. (ja. bloß) brav bleibst!
(ein-. Fein-: -absttamung, die (Technik): präzise Einstellung
eines Geräts: -anspräche, die (Milit): Meldung eines
Standortes, bes. eines feindlichen Zieles, mit genauen Kennzeichen
(Ggs.: Grobansprache); ^arbeit, die: Sorgfalt u.
Konzentration erfordernde Kleinarbeit: die F. kostet viel Zeit; -bÄcker.
der: Handwerker, der feines Gebäck herstellt. Konditor (Be-
rufsbez.); -bAckerei, die: Betrieb, in dem feines Gebäck
hergestellt wird, Konditorei: -backwaren <P1.>: svw. Kge-
bäck; -bearbeitung, die (Technik): Bearbeitungsverfahren
zur Verbesserung der Präzision od. zur Erreichung einer
optimalen Oberflächenstruktur eines Werkstücks: -besaitet
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): zartbesaitet, empfindlich:
-blech, das: dünnes Blech (Ggs.: Grobblech); -brand. der
(Technik): Reinigung von Metallen: Beseitigung der letzten
Verunreinigungen durch Oxydation u. Verschlackung:
-brennen, das; -s: svw. Kbrand; -chcmikaJie, die (meist
Pl.>: sorgfältig gereinigte Chemikalie (Ggs.: Schwerchemi-
kalie); Einstellung* die: genaue, scharfe Einstellung eines
Geräts (Ggs.: Grobeinstellung); -fikiig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: feine Fäden aufweisend: aus feinen Fäden
bestehend: -faserig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: feine Fasern
aufweisend, aus feinen Fasern bestehend (Ggs.: grobfaserig);
-frost, der (DDR): Tiefkühlkost. dazu, -frostgemüse, das
(DDR): tiefgefrorenes Gemüse, -frostobst, das (DDR): vgl.
Nfrostgemüse. -frostware, die <o. PI.) (DDR):
Tiefkühlkost: -fühlend <Adj.>: Zart-. Taktgefühl besitzend,
feinsinnig: -filhlig l-fy:li^l <Adj.>: 9) fein empfindend, zartfühlend:
einfühlsam, sensibel: ein -er Mensch; etw. f.
charakterisieren; b) (Technik) auf fehlste Impulse ansprechend,
reagierend: -e Mikroschalter: <Abl. zu a:> -fühligkeit, die: -:
feines Empfinden. Einfühlsamkeit. Sensibilität: Aber
Ciarisse las durch eine nervöse F. ... seine Gedanken (Musil.
Mann 913); -geädert <Adj.; feiner, am feinsten geädert;
nur attr.): die -en Flügel der Libelle; -gebftck, das <o.
PL): feine Backwaren (Torten. Kuchen. Kekse o. äj; -ae-
fühl, das <o. PL): feines Gefühl. Empfinden: großes F.
bei etw. zeigen; ^gegliedert <Adj.; feiner, am feinsten
gegliedert; nur attr.>: -e Hände; -gehalt. der: in Promille
ausgedrückter Anteil des reinen Edelmetalls in Gold- u.
Silberlegierungen: der F. des Ringes ist aus dem Stempel
ersichtlich, dazu: -gehaltsstempel. der: der F. ist im Inneren
des Ringes angebracht; -gemähten <Adj.; feiner, am
feinsten gemahlen; nur attr.) (Ggs.: grobgemahlen): -es Mehl;
--geschliffen <Adj.; feiner, am feinsten geschliffen; nur
attr.): -es Kristall; -geschnitten <Adj.; feiner, am feinsten
geschnitten; nur attr.): 1. sehr klein geschnitten: -e Kräuter.
2. nichts Grobes enthaltend, in allen Einzelheiten ausgebildet:
ein -es Gesicht. Profil; sie bewunderte die -en Hände des
Arztes; -geschwungen <Adj.; feiner, am feinsten
geschwungen, nur attr.): -e Augenbrauen; -gesponnen <Adj.; feiner,
am feinsten gesponnen; nur attr.) (Ggs.: grobgesponnen):
-es Garn; ^gestoßen <Adj.; o. Steig.: nicht adv.): -er Zimt;
-gestreift <Adj.; feiner, am feinsten gestreift, nur attr.)
(Ggs.: grobgestreift): ein -er Anzug; -gewicht, das: Gewicht
des in einer Münze enthaltenen Anteils an Edelmetall: **ut-
zekhnet <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -es Gefieder;
-tflied[e)rig <Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.): von feinem,
schlankem Wuchs: -e Hände; -gold, das: reines Gold: eine
Unze F.; -guß, der: Gießverfahren zur Verbesserung der
Präzision od. zur Erreichung einer optimalen
Oberflächenstruktur eines Gußstücks: -hörig [-h0:n$] <Adj.>: ein feines
Gehör besitzend, hellhörig, dazu: -hörigkett, die; -; -kera-
mik, die <o. PI.): keramische Erzeugnisse aus feinporigem
Material mit homogener Struktur (Ggs.: Grobkeramik):
Porzellan und andere F.. dazu: -keramisch <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): der Feinkeramik zugehörend: -e Geschirrwaren;
-körn, das <o. PI.) (Ggs.: Grobkom): 1. (Schießen) Art
des Zielens, bei der nur die Spitze des Korns in der Kimme
sichtbar ist. 2. (Fot.. Metallurgie) feines Korn (4 a). zu
2: -kornentwlckler. der (Fot.): Entwickler, der eine
fotografische Schicht zu einem feinen Korn (4 a) heranentwickelt:
-körnig <Adj.; nicht adv.) (Ggs.: grobkörnig): 1. eine
geringe Größe des Korns (4 b) aufweisend: -er Sand. 2. (Fot.)
(von Filmen) mit einer Schicht von feinen, gut verteilten
Körnern (4a) versehen, weniger lichtempfindlich,
kontrastreich, dazu: -körnigkeit, die; - (Ggs.: Grobkömigkeit);
-kost, die: Sammelbez. für feine Speisen. Delikatessen.
dazu: -kostabteihmg, die: vgl. -kostgeschäft: dieses
Kaufhaus hat eine F., -kostgeschäft. das: Geschäft, in dem
Feinkost verkauft wird, -kostladen, der: vgl.
-kostgeschäft; -kupfer, das: vgl. -gold; -machen <sw. V.; hat):
gute Kleidung anziehen, nett zurechtmachen: sie hat sich
[für den Abend] feingemacht; -maschig (Ggs.:
grobmaschig): vgl. engmaschig (1): ein -es Netz, dazu: -maschig-
keit. die; -; -mechanik, die: Teilgebiet der Technik, das
sich mit dem Bau feiner meßtechnischer Geräte u. Apparate
befaßt, dazu: -mechanlker. der: jmd.. der feinmechanische
Geräte u. Instrumente herstellt u. wartet (Berufsbez.).
-medianisch <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): der Feinmechanik
zugehörend: -e Geräte. Instrumente; -messen, das; -s
(Technik): präzises Messen mit einer Genauigkeit von 0.001 mm
u. darunter bei der Herstellung u. Kontrolle von
Meßinstrumenten: -meflgerftt, das: hochempfindliches Gerät, das zur
genauen Messung von Längen u. Winkeln dient: Mneßtech-
nOu die: Teilgebiet der Technik, das sich mit genauen
Messungen befaßt: -messung, die: svw. t-messen; -narbig
<Adj.; nicht adv.): (von Leder) mit feinen Narben bedeckt
(Ggs.: grobnarbig); -nervig [-nErvi$. auch: -nerfi^J <Adj.>:
feine Nerven besitzend, empfindlich: sensibel: ein -er
Künstler, dazu: -nervigkeit, die; -; -optik, die: Optik von hoher
Genauigkeit für die Fertigung hochwertiger optischer Geräte:
-porig <AdJ.; nicht adv.): mit feinen Poren versehen (Ggs.:
grobporig): eine -e Haut; -rippware, die <o. PI.) (Textil-
ind.): Wirkware mit feinem Rippenmuster, bes. für
Unterwäsche: -sandig <Adj.; nicht adv.): ein -er Strand; -schleifen
<st. V.; hat): durch abschließendes Schleifen die Präzision
od. die Oberflächenbeschaffenheit eines Werkstücks
verbessern: -schmecker. der: jmd.. der einen ausgeprägten Sinn
für feine Speisen hat: -schmeckerin. die; -. -nen: w. Form
zu t-schmecker; -schmeckerisch [-JmekanJl <Adj.; nicht
präd.): in der Art eines Feinschmeckers: sich etw. f. über
die Zunge gleiten lassen; Üer... genoß f. ein ...
Mozartquartett (Fr. Wolf. Menetekel 175); -schmeckerlokal, das:
Lokal, in dem besondere u. feine Speisen u. Getränke serviert
werden: -schnitt, der: 1. besonders fein geschnittener
Rauchtabak (Ggs.: Grobschnitt). 2. letztmaliges Schneiden
eines Films zur Verbesserung der Bildwirksamkeit: -seife,
die: feine Seife: -silber. das: reines Silber, -sinnig <Adj.>:
mit feinem Sinn, feinem Empfinden für alles begabt, bes.
für künstlerische Dinge: ein -er Mensch, dazu: -sinnigkeit.
die; -; -spinnen, das; -s (Textilind.): letzter Spinnvorgang,
bei dem das Garn seine Feinheit. Gleichmäßigkeit u. Drehung
erhält: -sprit.der: svw. t Branntwein; -struktur, die
(Physik): geometrischer Aufbau. Anordnung der Materie in einer
Dimension, die mit einem mit Lichtstrahlen arbeitenden
Mikroskop nicht mehr erfaßt werden kann (Ggs.:
Grobstruktur): die F. der Zellen; -strumpf, der <meist PL): feiner
Strumpf. Strumpf mit voller Paßform, dazu: -Strumpfhose,
die: vgl. ^strumpf; -tftsdiner, der: jmd.. der Handtaschen.
Schreibmappen. Brieftaschen. Börsen u. ä. herstellt
(Berufsbez.); -verteilt <AdJ.; feiner, am feinsten verteilt, (auch:)
feinstverteilt; nur attr.): fein u. gleichmäßig verteilt: in
-er Form; -waage, die: Waage, die die Werte besonders
genau angibt: -wische, die: einzelnes od. mehrere
Wäschestücke, die auf Grund ihres recht empfindlichen Materials
beim Waschen besonders schonend behandelt werden müssen:
814
Feld
F. und Kochwäsche; -Waschmittel, das: für die Behandlung
der Feinwäsche geeignetes Waschmittel; -Waschpulver, das:
svw. f -Waschmittel.
feind [fajnt] <Adj.> in der Verbindung Jmdm., einer Sache
f. sein (geh.; abgeneigt sein; jmdn.. etw. entschieden
ablehnen): jmdm.. dem Alkohol f. sein; Feind [-]. der; -[eis.
-e [mhd. vlnt. viant. ahd. fiand. subst. 1. Part, von ahd.
ffen = hassen]: l.a) jmd.. dessen persönliches Verhältnis
zu einem anderen Menschen von starker Abneigung od.
von Haß bestimmt ist: ein erklärter, erbitterter F.; Äußere
und innere -e verhetzen das arbeitende Volk gegen seine
alten Brotgeber (Marchwitza. Kumiaks 103); F. der
Menschheit (Reinig. Schiffe 96); -e der Arbeiterklasse
(Dönhoff. Ära 92); ein F. des Volkes ( Verräter); sie waren
-e (haßten sich); [keine] -e haben; sich [mit etw.] -e machen;
sich jmdn. zum F. machen (Anlaß dazu geben, daß jmd.
dem Betreffenden gegenüber eine feindliche Haltung
einnimmt) ; dieses Tier hat viele -e (andere Tiere, die es fressen
wollen); der böse F. (christl. Rel.; Teufel): Ü Erfüllung
ist der F. der Sehnsucht (Remarque. Obelisk 259); b) jmd.,
der etw. ablehnt, verurteilt, bekämpft: ein F. der künstlichen
Düngung, des Alkohols; er ist ein F. jeder heftigen
Auseinandersetzung; *ein [geschworener, abgesagter] F. von etw.
sein (geh.; etw. entschieden verurteilen, ablehnen): Ich bin
ein geschworener F. von Tanzlustbarkeiten (Kirst. Aufruhr
187). 2. <o. PL) feindliche Truppen, feindliche Streitmacht:
der F. steht vor den Toren; den F. angreifen, zurückwerfen;
zum F. überlaufen; * ran an den F.! (ugs.; kräftig zugepackt,
zugelangt!): vor dem F. bleiben (geh. verhüll.; im Kriege
fallen).
feind-, Feind-: -berühnmg, die (Mllit.): Zusammentreffen
mit dem Feind (2) im Kampf: F. vermeiden; Zwei Tage
lang konnte ich nichts schreiben, weil wir F. hatten. Viele
leben nicht mehr (Grass, Hundejahre 414); -WH, das <o.
Pl.>: bestimmte Vorstellung, die man von einem Gegner
hat od. die man bei anderen hervorzurufen bemüht ist: Neues
F. (Spiegel 52. 1975. 17); Einsatz, der; Einwirkung, die
<o. PI.) (Milit.): Einwirkung feindlicher zerstörerischer
Kräfte infolge kriegerischer Auseinandersetzungen: Schäden
durch F.; ^flug, der (Milit.): Flug über feindliches Gebiet:
Ü vom F. zurück (Soldatenspr. scherzh.; vom Rendezvous
mit einem Mädchen zurückgekehrt): »Jierrechaft, die:
Herrschaft des Siegers über die Besiegten. Fremdherrschaft;
Mnflchte <P1.> (selten): Gesamtheit der gegnerischen Staaten
l im Kriegsfall]; ^Propaganda, die: vom Feind (2) betriebene
Propaganda; ^selig <Adj.>: feindlich gesinnt, haßerfüllt, voll
Haß. böse: ein -er Ton in der Stimme; -e Blicke.
Handlungen; sie sahen sich f. an; sich f. gegen jmdn. zeigen,
dazu: ^Seligkeit, die: a) <o. PI.) feindselige Gesinnung.
Ablehnung. Haß: jmdm. mit ausgesprochener, offener F.
gegenübertreten; b) <P1.) kriegerische
Auseinandersetzungen. Kampfhandlungen: zwischen den beiden Mächten sind
-en ausgebrochen; die -en einstellen; -sender, der (Milit.):
Sender des Feindes (2) zur Nachrichtenübermittlung; ^sicht.
die <o. PI.): svw. t^bild; ^staat, der: Staat, der einem
bestimmten anderen feindlich gegenübersteht; ^wftrts
<Adv.) [t-wärts]: in Richtung auf den Feind (2).
Feindes-: ^hand in der Verbindung in F. (dichter., sonst
veraltet; in die Gewalt des Feindes): er geriet, fiel in F.;
^land, das <o. PI.) (dichter., sonst veraltet): das Land
des Feindes (2): durch F. marschieren; -macht, die <o.
PI.) (dichter., sonst veraltet): feindliche Heeresmacht.
Feindin, die; -. -nen: w. Form zu tFeind; feindlich <Adj.)
[mhd. vl(e)ntlich. ahd. ffantllh]: l.a)00 persönlicher
Feindschaft entspringend, von ihr gekennzeichnet: -e Intrigen;
ß) bedrohlich. Gefahren bergend: eine -e Umwelt; b) einem
Feind entsprechend (Ggs.: freundlich 1 c): eine -e Haltung
[gegen jmdn./jmdm. gegenüber] einnehmen; c) in
Feindschaft mit jmdm. lebend, verfeindet: zwei -e Brüder. 2.
<o. Steig.; nurattr.) zum FeifuHl). zum militärischen Gegner
gehörend, von ihm ausgehend: -e Stellungen; das Abhören
-er Sender; ein -er Angriff; -feindlich <Sufflxoid) in
seiner Art. Beschaffenheit für das im Bestimmungswort
Genannte ungünstig, es behindernd, unterdrückend, ihm
unangenehm (Ggs.: -freundlich b): familien-. kinderfeindliche
Wohnungen; regierungsfeindliche Truppen; eine Senkung
der Lohnquote und des Staatsanteils am
Bruttosozialprodukt sei schlichtweg arbeitnehmerfeindlich (Welt 21. 8.
75. 1); Feindlichkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.) feindliche
Gesinnung: An diesem Morgen empfand ich zum erstenmal
ihre starre F. (Rinser. Mitte 96). 2. feindliche Handlung;
Feindschaft* die; -, -en: Beziehung zwischen Menschen, die
auf Ablehnung. Haß begründet ist; feindliche Einstellung.
Gesinnung (Ggs.: Freundschaft 1 a): zwischen den Rivalen
herrscht eine erbitterte F.; sich jmds. F. zuziehen; mit
jmdm. in F. leben; R darum keine F. [nicht] (berlin.; deshalb
wollen wir uns nicht böse sein): <Abl.:> feindschaftlich
<Adj.>: von Feindschaft erfüllt: eine -e Haltung; sich f.
gegenüberstehen.
Feine ffitiro]. die; - (veraltet): svw. t Feinheit; feinen [T^jndn]
<sw. V.; hat) (Hüttenw.): (Metall) verfeinern; Feinheit
die; -. -en: 1. <o. PI.) dünne, zarte, zierliche, feingegliederte
Beschaffenheit: die F. einer Schnitzerei, einer Struktur.
2. <oft PI.) a) Einzelheit. Nuance. Finesse: stilistische -en
nicht erkennen, registrieren; sich mit den letzten -en der
Aussprache, seines Berufs vertraut machen; b) Andeutung.
Anspielung: die -en nicht verstehen; seine Rede war mit
-en gespickt. 3. <o. PI.) feine, erlesene Qualität.
Hochwertigkeit: die F. dieses Porzellans, dieser Stickerei. 4. <o. PI.)
feine, vornehme Lebens j ort; Vornehmheit: ihm. seinem
Benehmen mangelt es an der nötigen F.
Fehing [T^junl. die; -. -en [zu f feien]: 1. (selten) das Feien.
2. * stille F. (Med.; Immunisierung ohne äußere
Krankheitszeichen).
Feinsliebchen [fy)ns'li:p<pn], das; -s. • [zu fein(e)s. Nom. Sg.
Neutr. von tfein] (dichter, veraltet): Liebste. Geliebte,
feiß [fys] <Adj.; nicht adv.) [mhd. vei3(e)] (alemann.): fett,
feist: Ü ein -er (reicher, wohlhabender) Geschäftsmann;
feist [fiijst] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [mhd. vei3(e)t.
ahd. fei3(3)lt. eigtl. 2. Part, von mhd. veisen = fett machen,
zu: veis(e). tfeiß] (meist abwertend): unangenehm,
widerlich fett, dick: ein -es Gesicht; sein über -en Wangen
neugieriges Auge (Grass. Hundejahre 40); Ü mit einem
-en Grinsen; Rot wie das -e samtschwarze Gefunkel der
Brombeeren (Roehler. Würde 20); Feist [-]. das; -[e]s (Jä-
gerspr.): Fett. Speck des Haarwildes; <Abl.:) Feiste, die;
- [mhd. vei3(e)te], Feistheit, die; - [mhd. veijetheit]
(abwertend): unangenehme, widerliche] Dicke. Wohlgenährtheit.
Beleibtheit; Feisthirsch, der (Jägerspr.): Hirsch wenige
Wochen vor der Brunft; Feistigkeit, die; - (abwertend): svw.
t Feistheit; Feistzeit, die; - (Jägerspr.): Periode, in der Hoch-,
Reh- u. Schwarzwild am besten für Wildbret ist.
Feitel [T^jtlJ. der; -s. - [H. u.] (südd.. österr. ugs.): einfaches,
billiges Taschenmesser.
feixen ['f^jksn] <sw. V.; hat) [zu nordd. Feix =
Unerfahrener, Dümmling, H. u.] (ugs.): breit, schadenfroh, hämisch
lachen; grinsen: er feixte über das ganze Gesicht, ihm
ins Gesicht; sich eins f.; „Sie waren immerhin etwas mehr
auf Draht als Ihre Kumpels", feixte der Kopilot (Cotton.
Silver-Jet 44).
feken [fe.kn] <sw. V.; hat) [eigtl. = die Flügel bewegen,
im Flug erhaschen, zu: Fecken = Flügel < mhd. vettech.
vetach. T Fittich] (Schweiz.): (Kleinigkeiten) heimlich
entwenden.
fekund [fe'kont] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. fecundus]
(Biol.): fruchtbar; Fekundation [...da'tß|o:n]. die; -. -en [zu
lat. fecundätus. 2. Part, von: fecundäre = befruchten]
(Biol.): Befruchtung; Fekundltät [...di't£:t]. die; - [lat. fecun-
ditäs] (Biol.): Fruchtbarkeit.
Felbel [Telbp. der; -s. - [ital. felpa. H. u.]: Kunst seiden-
plüsch mit glänzender Oberfläche (bes. für Zylinderhüte).
Felber [Telbe]. der; -s, - [mhd. velwer. ahd. feiwar] (südd.):
Weidenbaum; <Zus.:) F^lberbaum, der: svw. t Felber.
Fekhen ['felqil. der; -s. - [mhd. felche; H. u.. viell. zu
tfahl]: Vertreter einer Gattung von meist heringsartigen,
schlanken Lachsfischen.
Feld [feit], das; -[e]s. -er [mhd. veld. ahd. feld]: 1. <o. PI.)
(geh.) weite, unbebaute Bodenfläche: ein weites F. öffnete
sich vor ihnen; durch F. und Wald; über freies F. laufen.
2. abgegrenzte Bodenfläche für den Anbau von Nutzpflanzen:
ein schmales, breites, abgeerntetes, brachliegendes F.; der
Bauer bestellt das F.. arbeitet auf dem F.. kommt vom
F.; das Korn steht noch im F. (veraltend: ist noch nicht
eingefahren): R das steht noch in weitem F., -e (das ist
noch ungewiß; das ist noch lange nicht sicher; urspr. vom
noch nicht geernteten Getreide); U die -er (die Feldfrüchte)
stehen gut. 3. von einer zusammenhängenden Fläche
abgetrenntes, abgeteiltes Teilstück: die 64 -er des Schachspiels;
die leeren -er eines Formulars [mit Zahlen] ausfüllen; dieses
Wappen hat eine weiße Lilie auf blauem F. 4. (Sport)
815
feld-, Feld-
abgegrenzte u. nach bestimmten Regeln eingeteilte . u.
gekennzeichnete Bodenfläche zum Austragen von Ballt
spielen: Spielfeld: einen Spieler des -es. vom F. verweisen;
die Mannschaft ist auf dem F. besser als in der Halle;
der spanische Meisler wurde im F. (im, beim Spiel im
Mittelfeld) gleichwertig, ja überlegen; das F. beherrschen
(das Spiel bestimmen). 5. <o. PI.) (veraltend)
Kriegsschauplatz. Schlachtfeld. Front: (geh. verhüll.:) auf dem F.. -e
der Ehre fallen, bleiben; aus dem F. (aus dem Krieg)
zurückkommen; [als Soldat] im F. stehen, ins F. rücken,
ziehen (in den Krieg ziehen): *das F. behaupten (seine
Stellung gegen seitte Kotikurrenten behaupten): das F.
beherrschen (maligebend, allgemein als maßgeblich anerkannt
sein):das F. gewinnen (geh.. veraltet; siegen. Sieger werden,
siegreich sein): das F. riumen (seine Stellung aufgeben,
weichen, sich absetzen): Jmdm. das F. streitig machen (mit
jmdm. umetw.Jmdn. kämpfen: jmdm. Konkurrenz machen):
Jmdm. das F. überlassen (sich zurückziehen u. dadurch jmdm.
den Weg zu etw. freimachen); imdn. aus dem F.. -e schlagen
(geh.: jtndn. besiegen)', etw. gegen imdn.. etw. bis F. fuhren
(geh.; etw. als Argument gegen jtndn.. etw. anfuhren): er
führte gegen den Volksentscheid drei wesentliche Gründe
ins F.; gegen, für imdn.» etw. zu -e ziehen (geh.; gegen,
für jnutn.. etw. kämpfen). 6. <o. PI.) Tätigkeits jbereich.
Forschungs-. Fachgebiet: das F. der Wissenschaften, der
Weltpolitik; sein eigentliches F. ist die Neurochirurgie;
♦ein weites F. sein (ein schwer überschaubarer Bereich,
ein vieldiskutiertes Thema sein: frei nach dem letzten Satz
in dem Roman Effl Briest von Fontane: ..Ach. Luise,
laß ... das ist ein zu weites F."). 7. (Physik) Raum, in
dem die von einem Stoff ausgehenden Kräfte wirksam sind:
ein elektromagnetisches F.; Ü das magnetische F. der
Politik. 8. (Sport) geschlossene Gruppe von Sportlern in einem
Lauf, bei einem Rennen: das F. anführen, überrunden:
Ein F. von 19 Grand-Prix-Wagen ist gerade auf die Reise
gegangen (gestartet: Frankenberg, Fahren 168). 9. (Sport)
Gesamtheit der Teilnehmer an einem Wettkampf. 10.
(Sprachw.) kurz für t Wortfeld: der Begriff des sprachlichen
-es.
f(fM-. F?ld-: Mihorn, der: Vertreter einer häufig strauchartig
vorkommenden Ahornart mit kleineren, stumpfen Blättern:
-altar, der (Milit.): tragbarer Altar für Feldgottesdienste:
-anteil. der (Ballspiele): Teil des Spielfeldes, auf dem eine
Mannschaft dominiert: -arbeit, die [2: LÜ von engl.-ame-
rik. fieldwork. tField-work]: 1. Arbeit auf den Feldern
(2): der Bauer kehrt müde von der F. zurück. 2. svw.
f - forsch ung: F. und Archivarbeit; Bei der Erhebung seines
Rohmatehals, bei der sogenannten ..Feldarbeit", muß der
Forscher Interviewer und Befragte allein lassen (Noelle.
Umfragen 45): ^arbeiter. der: Arbeiter auf dem Feld (2).
Landarbeiter; -artillerie. die (Milit.): ungepanzerte,
leichtbewegliche Artillerie; -arzt. der (Milit.); -ausriistung. die
(Milit.): Ausrüstung des Soldaten für den Dienst an der
Front; -bahn, die: schmalspurige, leicht zu verlegende
Schienenbahn; -hau. der <o. PI.): Ackerbau, dazu: -baubrigade.
die (DDR): für den Ackerbau zuständige Brigade (3) eines
landwirtschaftlichen Betriebes, -baubrtgadier. der (DDR);
-befestigung. die <meist PI.) (Milit.): Befestigung des
Geländes zum Schutz vor feindlichen Angriffen u. als geschützte
Basis für eigene militärische Operationen; -beherrschend
<Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Sport): das Spiel bestimmend,
überlegen: -e Mannschaft; -beobachtung. die (Sozio).):
Beobachtung bestimmter Vorgänge in dem Bereich, in dem
sie sich abspielen, ohne systematische Einflußnahme des
od. der Beobachter; -bereinigung. die: svw. f
Flurbereinigung; -bestellung, die: Bestellung des Feldes (2). Bebauung
des Ackerlandes; -bett. das [nach t Feldstuhl]: leicht
zusammenlegbare u. transportable einfache Liege: Michael und
ich liegen lang nebeneinander auf unseren -en in der
Blechhütte (Grzimek. Serengeti 190); die Gefangenen in ihren
Einzelzellen, wo sie außer dem F. mit zwei Wolldecken
nur einen Tisch und einen Stuhl ... besaßen (Spiegel 31.
1970. 48); -binde, die (Milit.): a) svw. fOflfiziersschärpe;
b) (früher) bei Wehrmacht u. Reichswehr zur Paradeuniform
gehörender Leibgurt; -bischof. der (Milit.):
Militärgeistlicher; -blume, die: auf Feldern (1) blühende Blume: ein
Strauß aus Feld- und Wiesenblumen, dazu: -blumenstrauß,
der: ein bunter F.; -bhise. die (Milit.): blusenartiges
Kleidungsstück als Teil des Kampfanzuges: Der Leutnant ...
schlüpfte in seine F. (Kuby. Sieg 104); Feinhals versuchte.
die große Rolle unter die F. zu schieben (Böll. Adam 65):
-bohne. die: svw. t Saubohne; -brigade. die: svw.
t -baubrigade; -Champignon, der: bes. auf Viehweiden u.
Wiesen vorkommender Champignon; -dieb, der (jur.): jmd..
der Feldfrüchte stiehlt, dazu: -diebstahl. der; -dienst, der
(Milit. früher): Dienst der Truppe im Gelände (zur Übung
u. im Gefecht), dazu: -dienstfähig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.): zum Felddienst fähig, tauglich, -dienstübung. die;
-einfwärts] [-'-(-)] <Adv. >: in die Felder hinein; -eisenbahn.
die: svw. Nbahn; -erbse. die: vgl. Ackererbse;
-Experiment, das: vgl. -forschung: statistische -e; -fieber. das:
bes. bei Feldarbeiten od, in Überschwemmungsgebieten
auftretende grippeähnliche Infektionskrankheit; -flasche* die
(Milit.): zur Feldausrüstung gehörende flache Flasche aus
Blech zum Transport von Getränken: eine blecherne F.
in einem grauen Filzwams (Fischer. Wohnungen 26);
-flüchter I-flY^tB], der: Vertreter einer verwilderten Art
von Haustauben; -flur. die <o. PL): zu einer Ortschaft
gehörende Ackerfläche; -forschung. die (Soziol.. Sprachw.
u. a.): systematisches, an Ort u. Stelle vorgenommenes
Sammeln von wissenschaftlich auswertbaren Daten über
Verhältnisse in der Wirklichkeit; ^frevel, der: durch Fahrlässigkeit
od. Mutwillen verursachter Schaden auf Feldern (2); ^frie-
densbruch. der <o. PI.) (Jur.): als Übertretung geahndetes
unbefugtes Betreten von Feldern. Gärten o.a.; -frucht, die
(meist PL): auf dem Acker angebaute Kulturpflanze
(Getreide. Hackfrüchte. Kartoffeln u.a.) im Gegensatz zu den
Gartenfrüchten; -fiitterbau. der <o. PL) (DDR): Anbau
von Futterpflanzen auf dem Acker; -gans, die: Vertreter
einer der im freien Gelände lebenden Arten von Gänsen;
-geistlicher, der (veraltet): svw. t Militärgeistlicher; -gen-
darm.der: Angehöriger der Feldgendarmerie; -gendarmerie,
die <o. PL) (früher): Heerestruppe, die im Krieg
militärpolizeiliche Aufgaben wahrzunehmen hatte; -geschrei, das: 1.
(früher) Erkennungsruf auf dem Schlachtfeld; Losung.
Parole. 2. (Her.) kurzer, über dem Helm schwebender od. an
der Helmzier angebrachter Wahlspruch; -geschütz, das:
Geschütz der Feldartillerie (im Ggs. z. B. zum
Panzergeschütz); -gottesdienst. der: zu besonderen Anlässen od. im
Krieg vom Militärgeistlichen im Freien abgehaltener
Gottesdienst; -graswirtschaft. die (Landw.): Wirtschaftsform, bei
der der Boden abwechselnd als Acker- u. Weideland genutzt
wird; -grau <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): die Farbe Feldgrau
aufweisend: die -e Uniformjacke; Er warfeinen Blick auf
die -en Kisten (Böll. Adam 31); --grau, das: graue Farbe
der deutschen Uniformen im 1. u. 2. Weltkrieg: ein Offizier
in F.. -graue, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) (geh.):
deutscher Soldat in feldgrauer Uniform; —hficksler. der:
landwirtschaftliches Gerät, das gemähtes Gras u.a. auf-
nimmt. Iiäckselt u. auf einen Wagen bläst; -handball, der:
Handball auf einem Spielfeld im Freien (Ggs.:
Hallenhandball); -hase. der: Vertreter einer auf Feldern lebenden Art
von Hasen mit graugelbem bis braunem Fell und weißlicher
Bauchseite, die sich bes. von junger Saat. Klee. Kohl ernährt;
-haubitze.die: vgl. -geschütz: -hauptmann. der <P1. -leute)
(hist.): Truppenführer eines Landsknechtheeres; -beer, das:
der aktive an der Front stehende] Teil des Heeres im
Unterschied zu den Reservisten; ^herrt der (veraltet):
Oberbefehlshaber. Heerführer, dazu: -herrnWick. der: strenger,
unnachsichtiger, prüfend-forschender, ins Weite gehender
Blick, -herrnkunst. die <o. PL): Kunst der militärischen
Strategie, -hermmiene. die: vgl. -blick, -berrnstab. der
(früher): äußeres Zeichen der Feldherrnwürde, -hemiwürde,
die: Würde. Rang. Amt des Feldherrn; -heuschrecke, die:
svw. t Heuschrecke: -hockey. das: Hockey auf einem
Spielfeld im Freien (Ggs.: Hallenhockey); ^huhn, das: 1. svw.
t Rebhuhn. 2. Vertreter einer im freien Gelände lebenden
Gruppe von Hühnervögeln mit kurzen Schwänzen; -hüter,
der: jmd.. der Felder (2) bewacht; Flurschütz; -Jäger, der
(Milit.): Angehöriger der Feldjägertruppe: Zur Verhaftung
des Täters .... der schon ... von der Bundeswehreinheit
... geflohen und ... von -n festgenommen worden war
(MM 31.12.73.17). dazu: -jÄgertmppe. die: in der
Bundeswehr Waffengattung, die den militärischen Verkehr zu regeln
u. zu führen hat u. für die Aufrechterhaltung von Disziplin
u. Ordnung sorgt; -kapian. der (früher): katholischer
Militärgeistlicher; -korb, der (Basketball): Korb (3 c). der aus
dem Feldspiel (1) u. nicht durch einen Freiwurf erzielt wird;
-küche, die (bes. Milit.): größerer fahrbarer Kochkessel
für die Verpflegung der Truppe bei der Übung od. im Einsatz;
816
Feld- Wald- und- Wiesen -
Gulaschkanone; -kurat, der (Osten, veraltet): katholischer
Militärgeistlicher; -bger, das (früher): Lager der im Feld
(5) stehenden Truppen. Heerlager; -bzarett, das (Milit.):
verlegbares Lazarett zur ärztlichen Behandlung u. Pflege
von Verwundeten u. Kranken an der Front; -lerche, die:
Vertreter einer vor allem auf Feldern. Wiesen, Mooren
lebenden erdbraunen, auf der Bauchseite weißgefärbten
Lerchenart; -mark, die: svw. t-flur; -marsctall, der [nach frz.
marechal de camp. vgl. Marschall] (früher): a) <o. PI.)
höchster militärischer Dienstgrad; b) Offizier dieses
Dienstgrades; -marschmäßig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): so,
wie es für den Einsatz an der Front vorgeschrieben ist:
-e Ausrüstung; f. antreten, ausgerüstet sein; -maß, das:
Flächenmaß für landwirtschaftlich genutzte Bodenflächen;
-mAßig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): wie auf Feldern,
auf großen Flächen betrieben: -er Gemüsebau; -maus, die:
Vertreter einer auf Feldern in weitverzweigten Gängen
lebenden Art von Wühlmäusen mit gelblich- bis graubraunem
Fell; -mauser, der (Schweiz.): jmd., der bes. den Feldmäusen
auf den Feldern Fallen stellt (Berufsbez.); -messe, die:
katholischer Feldgottesdienst; -messer, der (veraltet): svw.
t Landmesser; -meflgerit, das: zur Landvermessung
benutztes Gerät; -mohn, der: svw. f Klatschmohn; -musikant,
der (Schweiz.): Musiker einer Militärkapelle: Darauf ...
erfreuten einige ... die Anwesenden mit verschiedenen
Volkstänzen, die junge -en spielten (Vaterland 3. 11. 68.
7); -mutze, die (früher): zum Dienst getragene Mütze des
Soldaten; -polizei, die: 1. staatliche Institution zur
Verhütung von Beschädigungen der Äcker u. Wiesen, die durch
Menschen od. Tiere verursacht werden können. 2, (Milit.)
Polizei, die für die öffentliche Ordnung u. Sicherheit im
Kriegsgebiet sorgt; -post, die: Postwesen in Kriegszeiten,
durch das die Postverbindungen zwischen Truppe u. Hemmt
sowie innerhalb der Truppen (tariffrei) hergestellt werden,
dazu: -postbrief, den mit der Feldpost geschickter Brief,
-Postkarte, die: vgl. -postbrief, -postnummer, die: (als
Anschrift dienende) Nummer, die ein Truppenteil im Kriege
erhält, um zu verhindern, daß der Standort der einzelnen
Truppengattungen o.a. bekannt wird; *von der anderen F.
sein (Soldatenspr.; homosexuell sein), -postpAckchen, das:
vgl. -postbrief. -Postsendung, die: vgl. -postbrief,
-Poststelle, die; -posten, der (Milit.): Wachtposten zur Sicherung
einer ruhenden Truppe; -Prediger, der (veraltet): svw. t
Militärgeistlicher; -rain, der: Grasstreifen an der Grenze eines
Feldes (2): Im Gehen späht er zwischen den Hecken, die
die -e trennen (Fr. Wolf. Zwei 191); -rose, die: in
Laubwäldern, an Waldrändern u. a. wachsender kriechender od.
kletternder Strauch einer Rosenart mit weißen Blüten; Mute,
die: altes Längenmaß von 5 m; -saison. die (Sport): Zeit,
in der auf einem Spielfeld im Freien gespielt wird; -saht,
der: Bez. für mehrere Arten von Baldriangewächsen, deren
junge Pflanzen mit rosettenartig angeordneten Blättern als
Salat gegessen werden können; -Schädling, der: die
Feldfrüchte schädigendes Tier; -scher [-Je:?], der; -s. -e [zu
t scheren]: 1. (früher) militärischer Wundarzt (mit geringen
Kenntnissen): Ich werde dem F. wieder eine
Aufmerksamkeit schicken (Hacks, Stücke 247). 2. (DDR) militärischer
Arzthelfer; -scherer, der: svw. t^scher (1); -scheune. die:
auf dem Feld (2) stehende Scheune zur Speicherung von
Korn. Feldfrüchten o.a.; -sdilacht, die (veraltet): alle
Kampfhandlungen bei einem militärischen Einsatz auf
offenem Feld (5); -schlänge, die (Milit.): vom 15. bis 17. Jh.
verwendetes Feldgeschütz mit relativ langem Rohr;
^schmiede, die (Milit.): zum Troß der Artillerie gehörende
transportable Schmiedeeinrichtung; -schütz, der (vgl. 'Schütz): svw.
t Flurhüter; -spat, der: Sammelbez. für die am weitesten
verbreitete Gruppe farbloser od. heller gesteinsbildender
Mineralen; -spatok) [-spatoi:t], das [zu griech, -oeides =
ähnlich]: Mineral, das in bestimmten Gesteinen als
Bestandteil an die Stelle von Feldspat tritt; -Sperling, der: Vertreter
einer in landwirtschaftlichen Kulturen oft schädlichen
Familie kleiner Sperlitige; -spiel, das (Sport): 1. <o. PI.) Spiel
im Mittelfeld. 2. auf dem Spielfeld im Freien stattfindendes
Spiel (Ggs.: Hallenspiel), dazu: -Spieler, der: im Spielfeld
stehender Spieler (ohne den Torwart): die Mannschaft
wechselte zwei F. aus; -Staffelei, die: zusatnmetiklappbare.
leicht transportable Staffelei für das Malen u. Zeichnen
in der Landschaft; -stärke, die (Physik): in einem Kraftfeld
wirksame Kraft; -Stecher, der [aus tFeld (5) u. veraltet
Stecher = Opernglas. H. u.; viell. in Anlehnung an veraltet
Stechbhlle = klammerartig auf die Nase gesteckte Brille,
mit der man in die Ferne sah]: Doppelfernrohr für den
Handgebrauch, Fernglas. Prismenglas: etw. durch den F.
beobachten, verfolgen; -stein, der: 1. grober, unbehauener
Steinblock: er saß auf einem F. 2. <P1.> in großer Anzahl
auf den Feldern liegende größere Steine: die Kinder lasen
-e aus den Äckern, dazu: -Steinmauer, die: aus Feldsteinen
(1) errichtete Mauer; -Stellung, die (Milit.): wie er mit
Uger zusammen in den -en bei Brunete ... gelegen hatte
(Andersch. Rote 55); -stern, der (Astron.): einzelner Stern
des Milchstraßensystems, der keinem Sternhaufen, sondern
dem allgemeinen Feld zugehört; -stock, der <PI.
-stocke): svw. tJagdstock; -stück, das: Stück Feld
(2). Acker; -Studie, die: vgl. -forschung: Künftig soll sich
der Diplomand durch Referate ... und -n wissenschaftlich
profilieren (Spiegel 3. 1974. 50); -stuhl, der [umgedeutet
aus älterem tFaltstuhl, zu tFeld (5)]: vgl. -bett; -telefon,
das (Milit.); -theorie, die (Sprachw.): Theorie, die den
Begriff des sprachlichen Feldes (10) begründet; —tor, das
(Ballspiele): Tor. das aus dem Feldspiel u. nicht nach einem
Freistoß, Strafstoß o.a. erzielt wird; -überlegen <Adj.; o.
Steig.) (Sport): svw. t -beherrschend: Wir wurden f., und
immer wieder gelangen uns vielversprechende
Kombinationen (Walter, Spiele 163); Die Polen waren während
des gesamten Spiels stark f. (FAZ 23. 10. 61. 11). dazu:
-Überlegenheit, die (Ggs.: -unterlegenheit); -Übung, die
(Milit.): svw. t Manöver; Mihne, die: Vertreter einer in
Wäldern u. Flußauen Europas u. Asiens vorkommenden,
auch als Zierbaum gepflanzten Art von Ulmen;
-unterlegenheit, die (Ggs.: -Überlegenheit); -verweis, der (Sport):
Ausschließung eines Spielers vom weiteren Spiel wegen eines
groben Verstoßes gegen die sportlichen Regeln: einen F.
gegen einen Spieler aussprechen, verhängen; ich erhielt
keinen F. (Hörzu 43.1975,50); -vorteil, der (Sport):
Überlegenheit beim Spiel im Mittelfeld: sich einen F. erspielen,
erkämpfen; -wache, die (Milit. veraltet): als Feldposten
od. Spähtrupp zur Sicherung einer ruhenden Truppe
eingesetzte kleinere Einheit; -wichter, der: svw. t Flurhüter;
-webel [-ve.bl]. der; -s. - [früher: -weibel (vgl. Feldweibel);
mhd. weibel, ahd. weibil = Gerichtsbote, zu: weibön =
sich hin u. her bewegen]: 1. höchster Dienstgrad eines
Unteroffiziers (bis 1918) u. sein Inhaber; in der Bundeswehr
unterster Dienstgrad eines Unteroffiziers mit Portepee u.
sein Miaber: der F. ist für den inneren Dienst der
Kompanie verantwortlich; sie kommandiert mich herum
wie ein F.; Leopold stand vor ihnen, ... streng wie ein
F. (Jaeger. Freudenhaus 235). 2. (landsch. scherzh.) bes.
große Menge Schaum auf dem Glas Bier. 3. (ugs. abwertend)
energische, laute, weibliche Person, zu 1: -webelton, der
(abwertend): scharfer, befehlender Ton: einen F.
anschlagen; Ich habe genug von diesem F. (Remarque. Obelisk
299); -weg, der: / unbefestigter I schmaler Weg. der zwischen
Feldern (2) u. Wiesen hindurchführt; -weibel, der (Schweiz.):
svw. t-webel: angefangen mit dem Widerling von F., der
mich schon wieder auf die Wache kommandieren wollte
(Frisch. Gantenbein 85); -zeichen, das (Milit. hist.):
Kennzeichen (Fahne. Standarte. Adler o.a.). das an der Spitze
der einzelnen militärischen Formationen im kriegerischen
Einsatz mitgeführt wurde; -zeltung, die: bes. für die
Fronttruppe hergestelltes Informationsblatt; -zus, der: 1. (Milit.)
Gesamtheit der Kampfhandlungen während eines bestimmten
Zeitabschnitts gegen einen bestimmten Gegner: der F. gegen
Persien, gegen die Perser; Sein glänzender F. in Italien
(Friedell. Aufklärung 285); Die Rote Armee war auf den
F. gar nicht vorbereitet (Leonhard. Revolution 62); Er
ist in zwei Feldzügen als Chirurgus dabeigewesen? (B.
Frank. Tage 119). 2. großangelegte Aktion. Unternehmung,
Kampagne: einen F. gegen den Alkoholismus starten;
einen großangelegten F. zur Bekämpfung der Kriminalität
einleiten; Welche Gründe die Redaktion ... zu ihrem
F. zugunsten des Verteidigungsministers Strauß veranlaßt
haben (Enzensberger. Einzelheiten I. 53).
F^ldersprtngen, das; -s: spielerische Form des Springens für
Kinder, bei der sie auf einer in mehrere Felder (3) unterteilten
Spielfläche nach bestimmten Regeln von einem Feld zum
anderen springen müssen; Felderwirtschaft, die; - (Landw.):
Form der Bewirtschaftung des Bodens, bei der die Felder
(2) im Wechsel mit verschiedenen Fruchtarten bebaut
werden, bes. Dreifelderwirtschaft.
Feld-Wgld-und-Wiesen- (mit Bindestrich; ugs.. meist abwer-
52 GDW
817
fe/g-, Felg-
tend): -Ansprache, die: aus vielen Gemeinplätzen
zusammengesetzte Ansprache. Allerwelt sansprache; -Arzt, der:
Arzt (Tür Allgemeinmedizinj ohne herausragende
medizinische Spezialkenntnisse; -Erkältung, die: leichte,
unkomplizierte Erkältung; -Patient, der: Patient mit einer
eindeutigen, ohne Komplikationen verlaufenden Krankheit;
-Philosophie, die: Philosophie, die nicht über Altbekanntes hinaus
zu eigenen neuen Aussagen gekommen ist: -Predigt, die:
vgl. -Ansprache; -Thema, das: einfaches, anspruchsloses
Thema. Allerwelt sthema.
feig-. Feig- [Telk-1 ('Felge 2): -abdanken <sw. V.; Hat/ist;
nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): den Körper bei der Felge
rückwärts seitwärts beugen u. beim Niedersprung wieder
strecken; -abgrätschen <sw. V.; hat/ist; nur im Inf. u.
2. Part, gebr.): einen Felgumschwung rückwärts mit
gegrätschten Beinen in den Stand ausführen; -abhechten <sw.
V.; hat/ist; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): einen
Felgumschwung rückwärts mit geschlossenen Beinen ausführen;
-abfichwung, der: Abschwung vom Gerät mit einer halben
Drehung um die Querachse des Körpers; -aufschwung, der:
Aufschwung auf das Gerät mit einer ganzen Drehung wn
die Querachse des Körpers; -Überschwung, der:
Überschwung über das Gerät mit Drehung um die Querachse
des Körpers; -Umschwung, der: svw. t 'Felge (2).
'Felge [felgdj. die; -. -n [1: mhd. velge. ahd. felga = Kranz
desWagenrades.urspr.wohl = die Gewendete. Gebogene;
2: nach dem felgenähnlichen Kreisschwung der Beine]:
1. Teil des Rades, auf den der Reifen gebracht wird;
Radkranz: die F. ist beschädigt, gebrochen; den Reifen auf
die F. montieren; Auf dem Weg zur ersten
Kriegschristmette hatte ihm (= dem Pfarrer) ein verirrtes Gewehrgeschoß
den Vordemeifen von der F. gefetzt (Kant. Impressum
179). 2. (Turnen) Umschwung aus dem Stütz mit ganzer
Drehung um die Querachse des Körpers wieder in den Stütz;
"Felge [-]. die; -. -n [rückgeb. aus 12felgen] (landsch.):
Brachland nach dem Umpflügen; 'feigen [felgn] <sw. V.; hat):
(ein Rad) mit einer Felge (1) versehen; Helgen [-J <sw.V.;
hat) [mhd. velgen; verw. mit t 'Felge] (landsch.): (den
Boden) auflockern, umpflügen.
Folgen- ('Felge 1): -bremse, die (Technik): Bremse, die auf
die Felgen einwirkt; -hauer, der (veraltet): Wagenbauer.
Stellmacher; -kränz, der: svw. t Radkranz.
Feliden [fe'li:dn] <P1.) [zu lat. feles. felis = Katze] (Zool.):
Familie der Katzen u. katzenartigen Raubtiere.
Fell [fei], das; -[eis. -e [mhd.. ahd. vel. urspr. = Haut]:
a) behaarte Haut. Haarkleid der Säugetiere: das Tier hat
ein glänzendes, dichtes, weiches, flaumiges, struppiges F.;
dem Hasen das F. abziehen; eine große ... Katze ... putzte
sich das F. (Schröder, Wanderer 31); Zebras benutzen
einen Felsblock, um ihr F. zu schubbem (Grzimek. Seren-
geti 308); die Schönheit liegt im blanken F. des Rosses
(Jahnn. Geschichten 21); *imdm. das F. über die Ohren
ziehen (salopp; /bes. von Kaufleuten I jmdn. betrügen,
übervorteilen; urspr. von der Arbeit des Schinders); sein F.
zu Markte tragen (tHaut); b) OL) abgezogene behaarte
Haut von Säugetieren > als Ausgangsmaterial für weitere
Verarbeitung/: -e gerben; R Jmdm. sind die/alle -e
weg-, davongeschwommen (ugs.; seine Hoffnungen sind
zerronnen, jmd. ist durch etw. entmutigt; vom Lohgerber,
der früher die gegerbten Häute im Stadtbach wässerte);
ß) <o. PI.) aus dem Haarkleid von Säugetieren gewonnenes
Material: eine Mütze aus weichem, weißem F.; c) (salopp)
Haut des Menschen: Wir lebten kurzfristig, wie ein
Ehepaar. F. an F. (Lynen. Kentaurenfährte 194); *nur noch
F. und Knochen sein (tHaut); Jmdm./Jmdn. iuckt das F.
(salopp; jmd. ist allzu übermütig, provoziert jmdn. so. daß
ihm dafür eine Tracht Prügel droht)', nur sein eigenes F.
anhaben (ugs. scherzh.; nackt sein): ein dickes F. bekommen
(ugs.; seelisch abgehärtet, unempfindlich werden gegen
Vorwürfe o. ä.)\ sich ein dickes F. anschaffen (ugs.; in Zukunft
auf Grund entsprechender neuer Einstellung seelisch
belastende Dinge. Vorwürfe o. ä. mit Gelassenheit ertragen, sich
darüber nicht mehr ärgern od. aufregen)', ein dickes F. haben
(ugs.; viel Ärger. Kritik vertragen können, unempfindlich,
abgehärtet sein): imdm. das F. gerben/versohlen (salopp;
jmdm. Prügel geben, jmdn. schlagen* verprügeln): das F.
versaufen (salopp; nach einem Begräbnis ausgiebig, feiern,
trinken; einen Leichenschmaus halten).
f<?ll-. F?ll- (Fell b): -bekleidet <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
unsere -en Vorfahren; -boot, das: primitives Boot, das
aus einem Holzgerüst u. darübergespanntem Fell besteht;
--eisen, das: t Felleisen; -handel, der: Handel mit Fellen;
-hfindler, der; -lacke, die; -Icleidung, die: aus Fellen
bestehende ■ primitive; Kleidung; -mutze, die; -schuh, der;
-Stiefel, der (meist PL).
Fellache [fe'laxa], der; -n. -n (meist PI.) [arab. falläl). eigtl.
= Pflüger]: Angehöriger der ackerbautreibenden
Landbevölkerung im Vorderen Orient; Fell^chin, die; -. -nen: w. Form
zu T Fellache; fell«chisch <Adj.; o. Steig.): in der Art der
Fellachen: die noch heute in Mexiko angesiedelten etwa
1.8 Millionen Azteken leben in -er Geschichtslosigkeit
(Ceram. Götter 366); Felbh [fe'la:]. der; -s. -s: svw. t
Fellache.
Fellatio [fela:tsio]. die: - [zu lat. fellätus. 2. Part, von:
felläre. tfellieren] (Sexualk.): Praktik sexueller
Befriedigung, bei der der Penis des Geschlechtspartners in den Mund
genommen u. mit Lippen. Zähnen u. Zunge gereizt wird:
Als Sodomie und ..widernatürlich" gilt jeder sexuelle
Kontakt, der über den ..normalen" Verkehr hinausgeht (F..
Cunnilingus usw.) (Spiegel 41. 1967. 20); die bevorzugte
Art des homosexuellen Verkehrs (... F. etc.) (Studium
S. 1966. 319). Vgl. Cunnilingus; fellationieren [felatßjo-
ni.ran] <sw. V.; hat): einen Geschlechtspartner durch
Fellatio sexuell befriedigen; Fellatrix [fe'la:triksl. die; -. ...trizen
[fela'tri:&n; lat. fellatrix. eigtl. = Saugerin]: weibliche
Person, die Fellatio ausübt.
Felleisen I'fEllaizn]. das; -s. - [spätmhd. vells(en) < frz.
valise < ital. valigia. H. u.] (veraltet): Ranzen. Reisesack:
ein Handwerksbursch mit F. und Wanderstab.
fellieren[fe'li:ren] <sw. V.; hat) [lat. felläre. eigtl. = saugen]:
svw. f fellationieren.
Fellow [Teloo]. der; -s. -s [engl, fellow. eigtl. = Gefährte]:
1. in England*) ein mit Rechten u. Pflichten ausgestattetes
Mitglied eines College (1 b); b) Inhaber eines
Forschungsstipendiums; c) Mitglied einer wissenschaftlichen Gesellschaft.
2. in den USA Student höheren Semesters; Fellowship
[feloufip], die; -. -s [engl, fellowship. eigtl. =
Kameradschaft]: 1. Status eines Fellows (1). 2. Stipendium für
graduierte Studenten an englischen u. amerikanischen
Universitäten; Fdlow-traveller [feloutraevato]. der, -s, -[s] [engl,
fellow traveKDer. eigtl. = Mitreisender; nach gleichbed.
russ. poputtschik]: a) Anhänger u. Verfechter
/kommunistischer, politischer Ideen, der nicht eingeschriebenes
Parteimitglied ist; b) politischer Mitläufer.
Felonie [felo'ni:]. die; -. -n [...i:an; frz. felonie. zu: felon
= eidbrüchig; Verräter < mlat. fello] (hist.): vorsätzlicher
Bruch des Treueverhältnisses zwischen Lehnsherr u.
Lehnsträger im Mittelalter.
'Fels [fels]. der <indekl.) [mhd. vels(e). ahd. felis, felisa]:
feste Masse harten Gesteins: harter, brüchiger F.; der nackte
(unbedeckte .unbewachsene) F.; beim Graben auf F. stoßen;
das Klettern im F.; *Fels [-]. der: -en. -en (geh.): svw.
t Felsen: er stand da wie ein F. (unerschütterlich, unbeirrt)
[in der Brandung]. Vgl. Felsen.
f$b-, F$b- (vgl. auch: felsen-. Felsen-): -absturz, der: svw.
f-stürz; -bild, das <meist PI.): in frühen Kulturen auf
Felswände < von Holden! getnalte. in Felswände / von
Höhlen/ geritzte Darstellung (z.B. Jagdbares Wild); -biwak,
das (Bergsteigen): Biwak im Fels; -block, der <P1. -blocke);
-brocken.der: vgl. -block; -flanke, die (Bergsteigen);
-gehen, das; -s (Bergsteigen): svw. t-klettern, dazu: -geher,
der: svw. t-kletterer; -geröll, das <o. PI.); -gestein, das
<o. PI.): svw. t Fels (1); -gipfel.der; -grat.der; -graviening,
die: vgl. -bild; —grund, der: aus Felsgestein bestehender
Boden. Untergrund; -haken, der (Bergsteigen): zum
Einschlagen in Felsritzen benutzter Stahlstift mit Öse od.
beweglichem Ritig. an dem das zur Sicherung des Bergsteigers
gegen Absturz dienende Seil befestigt wird; -klettern, das;
-s: das Klettern. Bergsteigen im Fels (im Unterschied zum
Eisklettern); -kuppe,die; -malerei,die: vgl. -bild; -masse,
die <meist PL): herabstürzende -n haben die Bergsteiger
erschlagen; -massiv, das; -nadel, die: spitzer,
verhältnismäßig senkrecht aufstrebefuler Felsen; -nase, die: Vorsprung
an einem Felsen; -nische.die; -platte, die: glatte, plattenför-
mige Fläche im Felsgestein; -relief, das: vgl. -bild; -riesel,
der: quer durch eine Eiswand oder einen Schneehang
verlaufendes Felsgestein in Form einer Stufe; -riß, der (bes.
Bergstelgen); -ritze, die; -rücken, der: langgestreckter,
oberer Teil eines Berges aus felsigem Gestein; -Schlucht, die;
-spalt, der. -spalte, die; -spitze, die;-stürz, der: a) das
818
Fendant
Herabstürzen von Felsgestein: b) Stelle, an der sich
Felsgestein gelöst hat u. herabgestürzt ist. steil abfallender Abhang
im Felsgestein: -trümmer <Pl.>; ^vorsprang, der; -wand,
die; -zacke, die; ^Zeichnung, die: vgl. -bild.
Felsen [Telzn], der; -s, - [tFels]: größere, vufragende Masse
fest in sich zusammenhängenden Gesteins: Gesteins-.
Felsblock: ein steiler, schroffer F.; einen F. be-, ersteigen;
auf einen F. klettern.
f?lsen-, F$ben- (vgl. auch: fels-, Fels-): -abgrund, der:
felsiger Abgrund: -bein, das [für lat. os petrosum = felsiger
Knochen, da er aus sehr hartem Knochengewebe besteht]
(Anat.): doppelseitiger, zur Schädelbasis gehörender, das
innere Ohr umschließender Teil des Schläfenbeins: -birne,
die: Vertreter einer als Sträucher od. kleine Bäume
vorkommenden, auch als Ziersträucher kultivierten Art der
Rosengewächse mit weißen Blüten u. haselnußgroßen,
bläulichschwarzen, eßbaren Früchten: -bucht, die: von Felsen eingefaßte
Bucht: -bunker, der: in natürlichen Fels hineingebauter
Bunker: -dorn, der (dichter.): große Felsengrotte: -eiland, das
(geh.); -f$st <Adj.; o. Steig.): (in seiner Überzeugung)
durch nichts ins Wanken zu bringen u. daher in bezug auf
etw. uner schütterbar: wie ein Felsen so fest, unerschütterlich:
der -en Meinung. Überzeugung sein, daß ...; etw. steht
für jmdn. f.; Ich bin auch heute noch vom endlichen
Gelingen meiner Unternehmungen f. überzeugt (R. Walser,
Gehülfe 141); der Untersuchungsrichter Stanzani. f. von
Lindas Schuld überzeugt, glaubt... alles (Mostar,
Unschuldig 79); -galerie, die: vgl. Galerie (6): Kultstätten in
unterirdischen -n; -gebirge, das: Gebirge, das reich an Felsen
ist: felsiges Gebirge: -grab, das: als Begräbnisplatz
verwendete natürliche! Felsenhöhle: -grottet die; -höhle, die;
-insel, die: felsige Insel: -kegel, der; -keller, der: in
Felsgestein eingesprengter Kellerraum (zur gewerblichen Lagerung
von größeren Mengen Bier, Wein od. Eis): -kessel, der:
kesseiförmiges Felsental: -kette» die: mehrere durch
Felsgrate miteinander verbundene Felsgipfel: -kirche, die: zu
einer Kirche ausgestaltete große Felsnische: -klippe, die;
-khrft, die; -kuppe, die; -kuste, die: felsige Küste: -mauer,
die (Pferdesport): (bei Springprüfungen) Hindernis aus
aufeinandergestellten Holzkästen, die so bemalt sind, daß sie
eine Steinmauer vortäuschen: -meer, das: auf einem
Bergrücken od. an einem Hang anzutreffende größere Zahl von
Felsblöcken: -nest, das: hoch in den Felsen gelegenes, schwer
zugängliches Versteck: hoch in die Felsen gebeulte, schwer
zugängliche Burg: -rHT. das: eine Reihe
zusammenhängender Klippen im Meer: -Schlucht, die; -schroffen, der
(landsch.): Felsklippe: -spitze, die; -tal, das; -tempeh der:
vgl. -kirche; -tor. das (Geogr.): torartiger Durchbruch
in einem Felsen: -ufer, das: felsiges Ufer, -vorsprang, der;
-wand, die.
felsig [TeIzj^] <Adj.; nicht adv.) [mhd. feiseht]: a) mit Felsen.
Felsbrocken durchsetzt: steinig: reich an Felsen: eine -e
Landschaft; Sie gingen oft kilometerweit immer oberhalb
des -en Ufers (Doderer. Wasserfälle 124); das Gelände
ist sehr f.; b) <o. Steig.) aus Fels en bestehend: -e Gipfel,
Höhen; Fekit [felzr.t. auch: ...zitl. der; -s. -e [zu: Fels
in der Bed. „Feldspat"]: ein Quarzporphyr, der reich an
Glas ist u. wenige od. keine Einsprengsel enthält.
Fekike [fe'lu.kd]. die; -. -n [wohl über frz. felouque <
span. falu(c)a, viell. zu arab. fulk = Schiff] (früher): a)
im Mittelmeer verwendetes Küstenfahrzeug mit zwei Masten
u. einem dreieckigen Segel: b) kleines Kriegsschiff in Form
einer Galeere.
Feme [Tema], die; -. -n [mhd. veime < mniederd. veime,
veme, H. u.]: 1. (hist.) (bes. im 14. u. 15. Jh. in Westfalen
u. anderen niederdeutschen Landschaften) Sondergericht,
das besonders schwere Straftaten aburteilte. 2. geheime
gerichtsähnliche Versammlung, die über die Ermordung von
politischen Gegnern u. Verrätern in den eigenen Reihen
entscheidet: Als gar nach einer Zusammenkunft bei dem
General ein heimliches Waffendepot den Behörden
denunziert wunde,... verurteilte die F. die Hausgehilfin ...
kurzerhand zum Tode (Feuditwanger, Erfolg 632); <Zus. :>
Femegericht, Femgericht, das: svw. tFeme (1. 2).
Femel [Te:ml], Fimmel [fiml], der; -s [lat. femella =
Weibchen (da man die kleineren männlichen Pflanzen zuerst
für die weiblichen hielt)] (Landw.): männliche Hanfpflanze:
<Zus.:> Femelbetrieb, der [zu femeln = die früher reifen
männlichen Hanfpflanzen gesondert ausreißen;
heraussuchen]: forstwirtschaftliche Betriebsform, bei der durch
gezieltes Abholzen möglichst viele Altersstufen im
Baumbestand erhalten werden, FemeHuuif, der: vgl. Femel; femeln
<sw. V.; hat): die bereits reifen männlichen Hanfpflanzen
im voraus ernten.
Fememoni, der; -[eis, -e: auf dem Spruch einer Feme (2)
durchgeführter [politischer] Mord: Femgericht,
Femegericht, das: svw. t Feme (1, 2).
feminieren [feminhren] <sw. V.; ist) [zu lat. femina = Weib]
(Med..Zool.): (von Männern bzw. männlichen Tieren)
infolge eines Eingriffs in den Hormonhaushalt, einer bestimmten
Krankheit, einer Kastration o. ä. verweiblichen: <Abl.:> Fe-
minknmg.die; -. -en; feminin [femi'nkn] <Adj.) [lat. feminf-
nus]: l.a) <nicht adv.) (geh.)/wr die Frau charakteristisch,
weiblich: -e Körperfunktionen; -e Züge aulweisen; b)
(selten) das Weibliche betonend: ein -es Parfüm; das Kleid
ist sehr f. geschnitten; c) (oft abwertend) (als Mann) nicht
die charakteristischen Eigenschaften eines Mannes habend,
nicht männlich, zu weich, weibisch: ein -er Mann, Typ.
2. <o. Steig.) (Sprachw.) mit weiblichem Geschlecht: ein
-es Substantiv; Femininum [Termini:num, auch: femi-
ni:num], das; -s. ...na [lat. genus feminlnum] (Sprachw.):
a) Substantiv mit weiblichem Geschlecht: „Katze",
„Wärme" und „Existenz" sind Feminina; b) <o. PI.) (veraltend)
das weibliche Geschlecht eines Substantivs: das F. dient
nicht nur zur Bezeichnung von Lebewesen; Feminisation
[feminiza'tßio:n], die; -. -en: svw. t Feminisierung; feminisie-
ren [femini'zi:ran] <sw. V.; hat): (eine männliche Person)
verweiblichen: <Abl.:) Feminisierung, die; -. -en: Der...
Psychologe ... ist der Überzeugung, daß die männliche Jugend
... unter einer bedrohlichen „Feminisierung" leidet (MM
29. 4. 69, 15); Feminismus [femi'nismus], der; -, ...men:
1. <o. PI.) Richtung der Frauenbewegung» die, van den
Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende
Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z.B. der traditionellen
Rollenverteilung) u. der patriarchalischen Kultur anstrebt.
2. (Med., Zool.) das Vorhandensein od. die Ausbildung
weiblicher Geschlechtsmerkmale beim Mann od. einem
männlichen Tier: Verweiblichung: Feminist [femi'nist], der;
-en. -en (meist PL): jmd., der der feministischen Richtung
der Frauenbewegung angehört od. sich zu ihren
Überzeugungen u. Forderungen bekennt: Die -en fordern daher eine
Entschädigung für geleistete Hausarbeit (MM 26. 10. 74.
48); Feminjstin, die; -, -nen: Vertreterin des Feminismus
(1):... hatten Demonstrantinnen ... den Vorplatz des
Gotteshauses mit ... dem Symbol der -nen bemalt (Spiegel
9, 1975. 66); feministisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.): 1.
den Feminismus (1) betreffend: -e Literatur; -e Angriffe
gegen die männliche Sexualität. 2. den Feminismus (2)
betreffend, weibisch.
femisch [Te.mdl <Adj.; o. Steig.) [Kunstwort zu lat. ferrum
= Eisen u. A/agnesium] (Mineral.): (von gesteinsbildenden
Mineralien) reich an Eisen u. Magnesium.
Femme fatale [famfa'tal], die; - -. -s -s [famfa'tal; frz. femme
fatale = verhängnisvolle Frau, aus: femme = Frau (<
lat. femina) u. fatal = verhängnisvoll < lat. fatälis. t fatal]
(veraltet, aber noch bildungsspr. scherzh.): verführerische
Frau mit Charme u. Intellekt, die durch ihren extravaganten
Lebenswandel u. ihr verführerisches Wesen ihren Partnern
häufig zwn Verhängnis wird.
femoral [femo'ra.l] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. femur (Gen.:
femoris) = Oberschenkel] (Med.): zum Oberschenkel
gehörend.
Fench [ftn9]. der; -[e]s, -e. Fennich [Ten«;], der; -s. -e [mhd.
vench, phenich, ahd. phenih < mlat. panicium < lat.
pänlcum = italienische Hirse]: Vertreter einer Hirseart.
kleine, deutsche Kolbenhirse.
Fenchel [fen^j], der; -s [mhd. ven(i)chel. ahd. fenihhal <
lat. feniculum, zu: fenum = Heu (nach seinem
Heugeruch)]: Vertreter einer Gattung gelbblühender, würzig
riechender, feinblättriger Doldenblütler, der als Arznei-,
Gewürz- u. Gemüsepflanze angebaut wird.
Fenchel-: -gemüse, das; *4ionig, der: als Heilmittel gegen
Husten dienender Honig, der mit Fenchelöl versetzt ist:
-knolle,die: als Gemüse dienender, zwiebeiförmig verdickter
Teil einer Fenchelsorte: *4H9 das: aus den Früchten des
Fenchels destilliertes ätherisches Öl, das als Aromastoff
u. zu medizinischen Zwecken verwendet wird: ~siniP. der:
hustenlindernde Arznei; ^tee, der: aus den Samen des
Fenchels hergestellter Tee.
Fendant [ffi'dä:]. der; -s [frz. fendant. subst. 1. Part, von:
52*
819
Fender
(9e) fendre = platzen, sich spalten < lat. (se) Andere
(da die Beeren der gleichnamigen Traubensorte unter den
Zähnen zerplatzen)]: Weißwein aus dem Schweizer Kanton
Wallis,
Fender [TEnde]. der; -s. - [engl. Tender, eigtl. = Abwehrer.
zu lat. defendere = abwehren] (Seew.): aus Tau. Kork.
Reifen u. a. bestehende Vorrichtung, die an der Außenwand
eines Schiffes befestigt od. ausgehängt wird, um beim
Anlegen Stöße gegen die Kaimauer o, ä. zu dämpfen.
Fenek: TFennek.
Fenn (fenl. das; -(eis. -e [mniederd. venne = Sumpf».
Moorland] (niederd.): Sumpf.
Femek, Fenek [Tenek]. der; -s. -s u. -e [arab. fanak]:
Vertreter einer Gattung kleiner, hundeartiger Raubtiere mit
langem, wolligem Fell, buschigem Schwanz u. außergewöhnlich
großen Ohren: Wüstenfuchs,
Femkh: fFench.
Fenster [Tenste], das; -s. - [mhd. venster. ahd. fenstar <
lat. fenestra]: l.a) meist verglaste Öffnung, die Licht lu,
Luft] in einen geschlossenen Raum dringen läßt: ein hohes,
ovales, verdunkeltes, erleuchtetes, vergittertes F.; ein
Fenster zur Straße, zum Hof; Da war das offene riesige F..
durch das er eingestiegen war (Plievier. Stalingrad 320);
das F. geht auf die Straße hinaus (man sieht durch das
Fenster auf die Straße): aus dem F. sehen, fallen; etw.
aus dem F. werfen; Tageslicht bekam der Raum nur durch
zwei schräge F. hoch oben in der Dachwand CKuby. Sieg
133); die Nachbarn lagen alle in den -n (stützten sich
mit den Armen auf die Fensterbank u. schauten zum Fenster
hinaus): U ein Briefumschlag mit F. (durchsichtiger Stelle,
durch die die auf dem Briefbogen stehende Anschrift zu
sehen ist): diese Messe ist ein F. Air die Wirtschaft der
sozialistischen Länder (auf dieser Messe kann anderen
Ländern gezeigt werden, auf welchem Stand sich die
wirtschaftliche Produktion der sozialistischen Länder befindet): *aus
dem/zum F. hinausreden, -sprechen (1. vergeblich, erfolglos
reden. 2. scheinbar nur um der Sache willen, in Wahrheit
aber für die Öffentlichkeit propagandistisch, manipulierend
reden: man fürchtet, daß sie (= Satze aus der Feder von
Selbstherrschern) aus dem F. hinausgesprochen sind
(Thieß, Reich 484]); weg vom F. sein (ugs.; von der
Öffentlichkeit nicht mehr beachtet, abgeschrieben, nicht mehr
gefragt sein): Es gibt drüben einfach zu viele gute Künstler.
Wer nicht sofort spurt, ist weg vom F. (Hörzu 46. 1973.
34); b) zum Verschließen der Fensteröffnung dienendes
gerahmtes Glas: ein angelaufenes, staubiges, eingeschlagenes
F.; das F. ist blind geworden (ist beschmutzt, angelaufen,
nicht mehr so beschaffen, daß man hindurchsehen kann):
die F. sprangen auf; das F. öffnen, schließen; die F.
aushängen, putzen; der Sturm peitscht den Regen gegen die F.;
das F. des Wagens herunter-, hochkurbeln; Ü dieser
Taucherhelm mit den ovalen Fensterchen (Hausmann. Abel
45); mit dieser Maßnahme hat der Staat endlich wieder
ein F. zur Welt geöffnet (Beziehungen mit der übrigen
Welt möglich gemacht). 2. (ugs.) kurz Tür f Schaufenster:
die F. des Kaufhauses sind neu dekoriert; etw. aus dem
F. nehmen, ins F. stellen.
fenster-, Fenster-: -angel, die: Quietschende, verrostete -n;
Mutig <AdJ.; o. Steig.): -e MaueröfTnungen; -ausschnitt
der (geh.): Teil der Außenwelt, der sich, von den Umrissen
des Fensters eingerahmt, den Blicken des Betrachters von
einer bestimmten Stelle des Innenraums aus bietet: der Kopf
(= des Hauptmanns) stand in einem dunklen, schmutzig
umrahmten F. (Böll. Adam 14); -band, das <P1. -bänder)
(Archit.): mehrere in einer Reihe bandartig unmittelbar
nebeneinanderliegende schmale Fenster, -bank, die <P1.
-bänke): 1. Brett od. Platte aus Holz. Stein o.a.. mit
dem die obere Fläche der Fensterbrüstung verkleidet ist:
auf der F. stehen Blumentöpfe. 2. Sitzbank in einer
Fensternische: -bekrtinung, die (Archit.): oft sehr freie
Schmuckform, die außen über dem Fenstersturz (2) angebracht ist:
-Matt« das: svw. t Monstern; otogen, der (Archit.): oberer,
geschwungener Teil eines Biogenfensters: ein romanischer,
gotischer F.; -boed, das (landsch.): vgl. -bank (1); -brett
das: vgl. -bank (1); -brieflumschlag], der: für die
Geschäftskorrespondenz verwendeter Briefumschlag mit rechteckiger
durchsichtiger Stelle, durch die die auf dem Briefpapier
stehende Anschrift zu erkennen ist: -brüstung, die: Teil
der Wand zwischen Fußboden u. Fensterbank (1): sich über
die F. lehnen; -Einfassung, die: äußerer Rahmen der
Fensteröffnung: -ecke, die: Ecke eines Raumes, in deren
Nähe sich ein Fenster befindet: -flügel, der: aus Glas u.
Rahmen bestehender, zum Verschließen der Fensteröffnung
dienender, schwenkbarer Teil des Fensters: der F. schlug
gegen die Wand; ^front, die: Front eines Hauses, die von
zahlreichen Fenstern durchbrochen ist: ^futter, das: an der
die Fensteröffnung umgebenden Wand befindlicher äußerer
Rahmen, in dem die Fensterflügel sitzen: -«esiins, das:
svw. Nsims; -ffips, der: Gipsverband, der eine Öffnung.
z. B. für die Behandlung einer Wunde, frei läßt: -»tter,
das: schmiedeeisernes Gitter vor od, in der Fensteröffnung
als Schutz gegen Einbrecher: -glas, das: a) <o. PI.) für
die Fensterfüllung verwendetes Glas: b) <P1. -gläser)
ungeschliffenes, keine optische Verstärkung. Vergrößerung o. ä.
bewirkendes Glas: die Brille hat auf einer Seite [ein] F.;
-flriff, der: Griff zum öffnen u. Schließen des Fensters:
-haken, der: Haken zur Befestigung der geöffneten
Fensterflügel od, -laden: den F. einhängen; -höhle, die (geh.):
Fenster ohne Glas u. Rahmen [das leer u, hohl wirkt):
die Fronten mit leeren -n und nichts als Luft dahinter
(Plievier. Stalingrad 238); -kitt, der: Kitt, mit dem die
Fensterscheiben im Rahmen befestigt werden: -klappe, die:
meist oben im Fenster angebrachte besondere Klappe, die
unabhängig vom Fenster geöffnet werden kann: -kreuz,
das: sich kreuzende Stützhölzer, die den Fensterflügel in
vier lgleiche] Flächen unterteilen: -laden, der <P1. -laden,
selten: -laden): meist aus Holz gefertigte, schwenkbare
Vorrichtung an der Außenwand, mit der ein Fenster geschützt
od. verdunkelt werden kann: geschlossene Fensterläden;
den F. öffnen, aufschlagen; -bibung, (auch:) -lefbung,
die: innere Mauerfläche an den Seiten einer Fensteröffnung:
-leder, das: Lappen aus weichem, dünnem, in bestimmter
Weise gegerbtem Leder zum Fensterputzen: -loch, das:
vgl. -oflhung; -los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -er
Abstellraum; -hike, die: kleine, verschließbare
Fensteröffnung: -muitel, der: zum Schutz gegen eindringende
winterliche Kälte oberhalb der Fensterbank angebrachter u. bis
zum Fußboden reichender Vorhang aus dickem, dichtem
Stoff: —nische, die: durch die Differenz zwischen einer dicken
Mauer u. einer weniger dicken Fensterbrüstung entstehende
Nische: -Öffnung, die: für ein Fenster bestimmte, als Fenster
dienende Öffnung in einer Wand: eine vergitterte, unvergla-
ste F.; die Rahmen werden in die -en eingesetzt; -pfosten,
der: feststehender senkrechter Pfosten zwischen zwei
Fensterflügeln als Teil des Fensterrahmens bei mehr als
zweiflügeligen Fenstern: -platz, der: (bes. in öffentlichen
Verkehrsmitteln) Sitzplatz am Fenster: -putzer, der: jmd.. der
Fensterscheiben reinigt (Berufsbez.); -quadrat, das: vgl.
-ausschnitt; -rahmen, der: a) in der Mauer verankerter äußerer
Rahmen, an dem die Fensterflügel befestigt sind: b) meist
beweglich angebrachter innerer Rahmen, in dem die
Glasscheiben befestigt sind: -reiie, die: Reihe von
nebeneinanderliegenden Fenstern: -riegel, der: Riegel zur Sicherung des
Fensterflügels vor heftigem Anschlagen: -ritze, die: Ritze
zwischen Fensterscheibe u. -rahmen: die -n verkitten; -rose,
die (Archit.): großes, rundes, meist buntbemaltes, mit
Maßwerk ausgefülltes Kirchenfenster (der Gotik): -Scheibe, die:
in den Fensterrahmen (b) eingesetzte Glasscheibe: -schnalle,
die (österr.): svw. f-griff; -sims, der od. das: in der Höhe
der Fensterbank sitzendes Sims an der Außenseite des
Fensters: -sitz, der: svw. t -platz; -spiegel, der: am Fenster
angebrachter Spiegel, der es ermöglicht, in einem bestimmten
Winkel Vorgänge auf der Straße zu beobachten: Spion:
-stock, der <P1. -stocke) (österr.): svw. t ^rahmen (a);
-stuhl, der: vgl. -platz; -stürz, der: 1. Sturz aus einem
Fenster: einen F. überleben. 2. oberer, waagerechter
Abschluß des Fensters: -tisch, der: vgl. -platz; -tritt, der:
Stufe innen vor dem Fenster: -tür, die: bis zum Fußboden
reichendes, hohes Fenster [mit einem Gitter als Brüstung/:
-verband, der (Med.): fester Verband, der eine Öffnung
für die Behandlung einer Wunde frei läßt: -Verkleidung,
die: hölzerne Auskleidung der Innenwandung u. der Brüstung
eines Fensters: -Verschluß, der; -Vorhang, der; -wand, die:
1. Wand des Zimmers, an der sich das od. die Fenster
befinden. 2. (selten) svw. t-front; -wirbel, der (landsch.):
svw. f-griff; -zarge, die (Bauw.): Rahmen aus Bohlen,
der in die gemauerte Fensteröffnung mit eingemauert od.
nachträglich in sie eingesetzt wird, um daran das Fenster
anzubringen.
Fenster! [' fenstel], das; -s. - (Bergsteigen): fensterartiges Loch
820
Fermate
in einem Grat; fensterin [Tenstein] <sw. V.; hat) (südd.,
österr.): nachts zu einem Rendezvous /über eine Leiter]
durchs Fenster in das Zimmer eines Mädchens klettern:
Denn ... sie hätte keinen anderen bei sich f. ... lassen,
und überhaupt wäre der Loisl ihr erster gewesen (Mostar.
Unschuldig 114); festem <sw. V.; hat) /vgl. gefenstert/
(ugs.): hinauswerfen; -fenstrig [-fenstn$] in Zusb.. z.B.
zweifenstrig.
Fenz [fentsl. die; -. -en [engl, fence. gek. aus: defence =
Verteidigung. Schutz < (a)frz. döfense < vlat. defensa.
zu lat. defendere = verteidigen, schützen]: bes. von
Deutschamerikanern verwendete Bez. für Zaun. Hecke,
Einfriedigung; <Abl.:) fernen [fentsn] <sw. V.; hat): mit
einer Fenz umgeben, einfrieden.
Feralien [fernen] <P1.) [lat. ferälia. subst. Neutr. PI. von:
ferälis = zu den Toten gehörend]: als öffentliches Fest
begangener letzter Tag des altrömischen Totenfests.
Ferge ['ferga], der; -n. -n [mhd. verje. ahd. ferjo. zu ahd.
far = Überfahrtstelle] (dichter, veraltet): Fährmann,
Schiffer.
ferggen [Tergn] <sw. V.; hat) [zusgez. aus mhd. vertigen.
eigtl. = reisefertig machen] (Schweiz.): abfertigen,
fortschaffen, spedieren: er hatte schon die Hälfte des Hausrats
geferggt; <Abl.:> Fcrgger, der; -s. -: Spediteur.
Feria [Te:r|a].die; -. ...iae [..-iE; mlat. feria = Gebetsfeiertag;
Wochentag. Sg. zu lat. feriae. t Ferien]: Wochentag im
Gegensatz zum Sonn- u. Feiertag in der katholischen
Liturgie; ferial [fe'äa:!) <Adj.; o. Steig.) [mlat. ferialis = festlich,
zu lat. feriae. t Ferien] (österr.): zu den Ferien gehörend;
frei, unbeschwert: eine -e Stimmung.
Ferigl- (österr.): -arbeit, die: svw. t Ferienarbeit; -kolonie.
die: svw. T Ferienkolonie; -kurs, der: svw. t Ferienkurs;
-Praktikant, der: in den Ferien arbeitender Praktikant:
F. bei der Agrarbezirksbehörde; -tag. der: svw. Ferientag;
^aeit, die: svw. t Ferienzeit.
Ferien [fe^an] <P1.) [lat. feriae = Festtage, geschäftsfreie
Tage. Ruhetage]: a) mehrere zusammenhängende Tage od.
Wochen dauernde, der Erholung dienende, turnusmäßig
wiederkehrende Arbeitspause einer Institution (z. B. der Schule,
der Hochschule, des Gerichts od. des Parlaments): die F.
fangen am 3. Juli an. dauern von Mitte Juli bis Anfang
September, sind am 6. September zu Ende; die Schüler
haben große F. (Sommerferien); das Parlament geht in
die F.; b) Urlaub: verregnete F.; die F. an der See. auf
dem Land verbringen; gemeinsame F. machen; er braucht
dringend F.; wann wollt ihr diesmal in die F. fahren?;
*F. vom Ich (das Losgelöstsein vom Alltag, von sich selbst;
zeitlich begrenzte Abkehr, völlige Entspannung vom
Alltagsleben; wohl nach dem gleichnamigen Roman von P. Keller.
1873-1932).
ferien-, Ferien-: --Abonnement, das (bes. Schweiz.):
Dauerkarte für den Zeitraum der Ferien; -aktion. die (DDR): Aktion,
Unternehmung, die Schulkindern die Gelegenheit gibt, ihre
Schulferien gemeinsam zu verbringen; —arbeit, die: 1. Arbeit,
die von Schülern od, Studenten für den Zeitraum der Ferien
angenommen wird: F. suchen, annehmen; sich durch F.
Geld verdienen. 2. Arbeit, die während der Ferien zu Hause
erledigt werden muß: ein Referat als F. aufbekommen:
-aufenthalt, der: 1. zeitlich begrenzter Aufenthalt an einem
Ferienort: während des -es. 2. (selten) svw. t^ort: ein
schön gelegener F.; -austausdi. der: Austausch bes. von
Schülern u. Studenten verschiedener Staaten während der
Ferien; -beginn, der; -beschäftfapoig. die: vgl. -arbeit;
-MM. das (meist PI.): Urlaubsfoto; -Wllet[t). das
(Schweiz.): vgl. ^abonnement; -dienst, der <o. PI.) (DDR):
Einrichtung zur Vermittlung eines ausgestalteten
Ferienaufenthaltes (1); -dorf. das: größerer, eine Einheit
darstellender Geländekomplex, auf dem sich /sozial geförderte/
Ferienhäuser befinden, die vor allem an kinderreiche
Familien für deren Urlaubszeit vermietet werden; —ende, das; -er-
lefanfe, das; -fahrt, die: vgl. -reise; -freude. die (meist
PI.); -gast, der: jmd., der seine Ferien als Gast in einem
Hotel, einer Pension, einer Privatunterkunft o. ä. verbringt;
-gestaltung. die (bes. DDR); -gniß. der: Kartengruß aus
den Ferien, Urlaubsgruß: von den Nachbarn einen F.
erhalten; -halber <Adv.>: wegen Ferien; urlaubshalber: das
Geschäft ist f. geschlossen; -haus. (Vkl.:) -häuschen. das:
eigenes od. gemietetes Haus an einem Ferienort, in dem
man seine Ferien verbringt; -hefcn. das: Heim (2) für
Urlauber, Ferienkinder: die Stadt hat für ihre Angestellten ein
eigenes F.; -helfer. der (DDR): Helfer bei einer
Ferienaktion; -helferln. die: w. Form zu Nhelfer; ^Job, der: vgl.
-arbeit (1); auch gelang es wieder. 480 Studenten und
Schüler in -s zu vermitteln (MM 6. 9. 1968. 5); -kammer.
die (Jur.): Kammer des Gerichts, die während der
Gerichtsferien bes. dringende Angelegenheiten bearbeitet; -kind. das:
Kind, das seine Ferien zur Erholung bes. an der See od.
auf dem Land bei einer anderen Familie, in einem Ferienheim
o. ä. verbringt; -kolonie, die: Einrichtung für
Ferienaufenthalte auf dem Land u. an der See, in der Kinder u.
Jugendliche erzieherisch betreut werden; -kursjus]. der: von
Hochschulen ausgehende Lehrveranstaltungen bes. für
ausländische Studenten in der vorlesungsfreien Zeit; -lager, das:
Lager, in dem Kinder u. Jugendliche ihre Ferien verbringen;
-lektüre. die: /leichte/ Lektüre für die Ferien; -müßig
<AdJ.): der Ferienzeit gemäß: begegnete man wem .... so
war es auch Jemand in Leinenhosen, f. (Katia Mann.
Memoiren 99); mmI, der <P1. -orte): Ort, an dem man
seine Ferien verbringt; Urlaubsort; -paradies, das: idealer
Urlaubsort: dieser Ort ist ein F. für Kinder; -park, der:
in einem Urlaubsgebiet eigens für Urlauber u. deren
Bedürfnisse sowie Wünsche angelegter Komplex mit Häusern,
Wohnungen usw.: Ein F. mit 84 finnischen Holzhäusern ...
wird in Wachendorf entstehen (MM 28. 3. 72. 13); -plfine
<P1.>: Pläne, die die Gestaltung der Ferienzeit betreffen:
F. machen, schmieden; -platz, der: 1. Möglichkeit der
Unterbringung für einen Feriengast, bes. für ein Ferienkind,
in einer Familie, einem Ferienheim o. ä.: daß in einer großen
Stadt Bayerns drei Wochen lang um Ferienplätze für
Berliner Kinder geworben wurde (Dönhoff. Ära 50). 2. vgl.
-ort; -Programm, das: ein festes F. haben; -reise, die:
eine F. ans Meer, ins Gebirge machen; -reisende, der
u. die: Urlauber/in]: ein Zug voller -r; -Sachen <P1.) (Jur.):
Prozesse, die so dringlich sind, daß sie während der
Gerichtsferien weitergeführt werden; -saison. die: vgl. ^zeit;
-Scheck, der (DDR): Scheck für eine verbilligte od.
kostenlose Urlaubsreise: außerdem stellt der Vorstand für die
zwei besten Rübenpfleger je einen F. zur Verfügung (Neues
D. 17. 6. 64. 3); -sonderzug. der: die Bundesbahn setzt
Feriensonderzüge an die Ostsee ein; -spiele <P1.>:
Unternehmung während der Ferienzeit am Heimatort, bei der
die zu Hause gebliebenen Schulkinder betreut u. mit
verschiedenen Veranstaltungen unterhalten werden; -Strand, der;
-tag. der; -Wanderung« die; -woche. die; -wohnung,
die: vgl. -haus; -zeit, die: Zeitraum, über den sich die
Ferien erstrecken; Urlaubszeit: eine erholsame, interessante
F. verleben; -zentnan. das: vgl. -park; -zug. der: svw.
f-sonderzug.
Ferkel fferkl], das; -s. - [mhd. verkelön). verhel(In). ahd.
farhili(n). Vkl. zu ahd. far(a)h = (Junges) Schwein]: 1.
junges Hausschwein: ein rosiges. Quiekendes F. 2. (derbes
Schimpfwort) a) Mensch, der nicht auf Sauberkeit achtel:
du F. hast die ganze Tischdecke vollgespritzt; ich möchte
wissen, wieviel Tage das F. sich nicht gewaschen hat;
b) jmd., der sich unanständig, anstößig benimmt: Du F.!
... Du willst mit mir ins Bett? Das ist doch das Letzte
an Frechheit! (Remarque. Obelisk 182).
Ferkel-: -kraut, das: Vertreter einer in Eurasien, im
Mittelmeergebiet u. in Südamerika vorkommenden Gattung der
Korbblütler mit bis zu 60 cm hohen, fast blattlosen Stengeln,
auf denen je eine goldgelbe Blüte sitzt; -Stecher, der [eigtl.
= unzünftiger Metzger, der nur Ferkel absticht] (ugs.
abwertend): Rechtsanwalt ohne genügende Vorbildung,
Winkeladvokat; -zudit. die.
Ferkelei [fErka'lai], die: -. -en (ugs. abwertend): schmutzige
Bemerkung od. Handlung: Natürlich kritzelten die
Quartaner ihre -en dazwischen (Grass. Katz 81); laß doch
diese -en!; ferkeln ['ferkln] <sw. V.; hat): 1. (von der Sau)
Junge gebären, werfen. 1. (ugs.) a) (abwertend) schmutzige
Bemerkungen machen; sich unanständig benehmen; b) etw.,
bes. beim Essen, in unachtsamer Weise beschmutzen: wer
hat denn hier wieder so geferkelt?
ferm [ferm; ital. fermo = fest < lat. flrmus. Tflrm] (österr.
ugs.): svw. tfirm.
fermamente [fErma'mento] <Adv.) [ital. fermamente = fest,
zu: fermare. T Fermate] (Musik): sichertest, kräftig.
Ferman [fer'ma:n], der; -s. -e [türk. ferman < pers. fermän]
(hist.): Erlaß islamischer Herrscher.
Fermate [fer'ma.'ta]. die; -. -n [ital. fermata. eigtl. = Halt.
Aufenthalt, zu: fermare = anhalten, befestigen < lat.
821
Ferme
firmäre = befestigen] (Musik): a) Zeichen der
musikalischen Notation über einer Note od. einer Pause, die dadurch
auf eine nicht genau festgelegte Zeit, oft bis zum doppelten
Wert, verlängert wird: Zeichen: <*: b) durch eine Fermate
(a) verlängerte Note od. Pause: Er ... ließ während einer
spannungserfiillten F. beide Hände schwebend über den
Tasten (Thieß, Legende 95); Fabio bewunderte, wie die
Violinen die -n klar durchhielten (Andersch, Rote 78);
Ferme [ferm]. die; -. -n [(a)frz. ferme. t Farm]: / Bauern liof
Pachtgut in Frankreich od. Belgien.
Ferment [fer'ment], das; -[e]s. -e [lat. fermentum = Gärung;
Gärstoffl (veraltend): svw. t Enzym: Für die Spaltung der
genannten Nährstoffe stehen mehrere spezifische -e zur
Verfügung (Medizin II. 274); Ü Wird Kultur einmal als
ganze akzeptiert, so ist ihr bereits das F. der eigenen
Wahrheit entzogen, die Verneinung (Adomo. Prismen 19);
Fermentation [fermenta't?io:n]. die; -. -en: 1. chemische
Umwandlung von Stoffen durch Bakterien u. Fermente. 2.
biochemisches Verfahren zur Entwicklung des Aromas in
Lebens- u. Genußmitteln: fermentativ <AdJ.; o. Steig.): durch
Fermente hervorgerufen: ein -er Abbau; fermpitgesteoert
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die -e Spaltung von
Nährstoffen; fermentieren [fermen'ti:rdn] <sw. V.; hat) [lat. fermen-
tärc = gären machen]: durch Fermentation (2) veredeln:
Tabak f.; Fermpitstönmg. die; -. -en: Störung im System
der Fermente: die der Schizophrenie zugrundeliegenden -en.
Fermion [fer'mio:n]. das; -s. -en [nach dem ital.
Physiker E. Fermi (1901-1954)] (Physik): Elementarteilchen mit
halbzahligem Spin: Feraihm [Termium], das; -s [nach dem
ital. Physiker Fermi (1901-1954)]: zuden Transuranen
gehörender chemischer Grundstoff: Zeichen: Fm
fern [fern; mhd. verren. ahd. ferrana = (von) fem. für
mhd. ver(re). ahd. ferro]: I. <AdJ.) 1. weit entfernt, in
weiter Entfernung befindlich: -e Länder; in der -eren
(weiteren, nicht allzu fernen) Umgebung; es klang wie sehr -es
Donnern (Hildesheimer, Legenden 13); Ein Stern,
unwirklich, f., blinkte aus dem dunkleren Himmel (Geissler.
Wunschhütlein 142); f. von der Heimat sein; etwas von
f. beobachten; Ü Er hatte plötzlich das sonderbare Gefühl,
in einer -en (nicht deutlich, nicht eindeutig erkennbaren)
Weise zum Mitschuldigen geworden zu sein (Remaraue.
Triomphe 120); von f. (aus der Distanz mit nüchterner
Überlegung) betrachtet, sieht das ganz anders aus; *das
sei f. von mir! ([Gott] behüte!). 2.a) weit zurückliegend,
lange vergangen: -e Vergangenheit; Erinnerungen an -e
Kriegstage; aus ... einer Welt von vorgestern, die uns
heute fremder und -er erscheint als selbst mittelalterliche
Pandekten (Dönhoff. Ära 119); b) in weiter Zukunft liegend:
in fernster Zukunft; der Gedanke, daß er eines -en Tages
... sich an ihre Listigkeit erinnern wird (Frisch. Gantenbein
107); der Tag ist nicht mehr f. (weit): diese Hoffnung
ist ferner gerückt denn Je. II. <Präp. mit Dativ) (geh.)
weit entfernt von: f. der Heimat; f. allem Trubel leben;
Ü gewisse politische Fragen .... die bisher f. jeder Lösung
zu sein schienen (Dönhoff. Ära 73).
fern-, Ffrn-: ^ab [-'-] <Adv.> (geh.): weit entfernt, in weiter
Ferne: plötzlich hörte man f. leise Hilferufe; das Haus
ist f. [von der Straße] gelegen; U Sie befaßten sich mit
Dingen, die so f. von unserem Leben ... standen (Leonhard.
Revolution 222); -amt, das (früher): svw. t
^Vermittlungsstelle; -anschhiß, der: a) (Eisenb.) Anschluß an den
Fernverkehr: ein Zug mit F.; b) (Postw.) Anschluß über Fernleitung
(b); --aufnähme, die (Fot.): Aufnahme eines Objekts aus
größerer Entfernung mit Teleobjektiv: -auslfeer, der (Fot.):
Einrichtung, die das Auslösen des Kameraverschlusses von
einer von der Kamera entfernt liegenden Stelle aus
ermöglicht: -bahn, die: Bahn, die dem Fernverkehr vorbehalten
ist. dazu: -bahnhof, der; -beben, das (Geol.): Erdbeben,
bei dem die Entfernung zwischen dem Ort der Registrierung
u. dem Zentrum des Bebens über 1000 km beträgt: -bedienen
<sw. V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): einen technischen
Apparat über eine Steueranlage o. ä. bedienen: die Anlage
wird fernbedient, dazu: ^bedienung, die; Bereich, der (bes.
Fot.): in einer gewissen Entfernung vom Betrachter liegender
Bereich (Ggs.: Nahbereich); -bestrahhmg, die (Med.):
Behandlung mit Röntgenstrahlen, die aus einer Entfernung
von mehr als 1 m auf die zu behandelnde Körper stelle auf
treffen: ^bleiben <st. V.; ist) (geh.): entgegen der Gewohnheit
od. jmds. Erwartung nicht zu etw. kommen, an etw. nicht
teilnehmen: dem Schulunterricht f.; <subst.:> daß eine
Verspätung von zwanzig Minuten schon ... als
unentschuldigtes Fernbleiben von der Arbeit zu bezeichnen sei
(Leonhard. Revolution 68); -blick, der: über weite Entfernungen
reichender Ausblick: bei klarem Wetter hat man von hier
einen herrlichen F.; -boraber, der (Milit.): Bomber mit
großem Aktionsradius: F. vom Typ B-52; -brille. die (ugs.):
Brille, die den Sehfehler der Kurzsichtigkeit korrigiert u.
dadurch ein besseres Sehen in die Ferne ermöglicht: -dienst,
der: svw. Nmeldedienst; -D-Zug (mit Bindestrich), der:
svw. t^Schnellzug; -empfang, der (Funkt.): Empfang auf
weite Entfernung: -lahrer. der: kurz für t ^lastfahrer, dazu:
-fahrerschule, die; -fahrkarte. die: Fahrkarte für einen
Fernzug: -fahrt, die: 1. über eine weite Strecke führende
Fahrt mit dem Fernlastwagen od. -zug. 2. (Sport) über
eine weite Strecke führende Wettfahrt von Autos, Motor-
od. Fahrrädern: -fotografle, die: svw. t ^aufnähme; -flug,
der: Flug über eine weite Strecke: -fühlen, das; -s: svw.
tTelepathie; --gas, das: Gas, das an einer zentralen Stelle
gewonnen od. erzeugt u. in Leitungen zum mehr od. weniger
weit entfernten Zielort befördert wird, dazu: -gasleitung,
die. -gasnetz. das. -gasver9orgung, die; -«lenkt: f
^lenken; -geschoÖ, das (Milit.): Geschoß mit großer Reichweite:
-geschult <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: durch Fernkurse
ausgebildet: -«schütz, das (Milit.): Geschütz, das für große
Entfernungen eingesetzt werden kann: ^gesprikh, das:
Gespräch zwischen Fernsprechteilnehmern, die an verschiedene
Ortsnetze angeschlossen sind(Ggs.: Ortsgespräch): ein
dringendes F. aus. nach Paris; -gesteuert: t-steuern: -glas.
das <P1. -gläser): Doppelfernrohr für den Handgebrauch:
Feldstecher, Prismenglas: -gucken <sw. V.; hat) (ugs.):
fernsehen: die Frauen sitzen im Salon, gucken fem oder
lesen Zeitung (Aberle. Stehkneipen 103); -gucker [-gute],
der (ugs.): svw. t-glas; -halten <st. V.; hat) (geh.): a)
nicht herankommen, keinen Kontakt zustande kommen
lassen: er hat den Kranken, alles Böse von dem Kind
ferngehalten; ein paar Briketts aus einem Zeug, das Haifische
f. soll (Grzimek. Serengeti 27); b) <f. + sich) nicht an
etw. teilnehmen, fernbleiben: etw., jmdn. meiden: von
solchem Treiben halte ich mich fern; Hielt sich von seinen
Altersgenossen fern, spielte gern mit Älteren (Jägersberg.
Leute 127); -handel, der: Handel mit weit entfernt liegenden
Ländern od. Gebieten: -heizen <sw. V.; nur im Inf. u.
2. Part, gebr.): durch Fernheizung mit Wärme versorgen:
ein ferngeheiztes Stadtviertel; -heizwig, die: [Anlage zur]
Heizung von Gebäudegruppen, die von einer zentralen Stelle
aus über Rohrleitungen mittels Wasser od. Dampf mit
Wärme versorgt werden: -beizwerk, das: zentrale Stelle, an
der die Wärme für die Fernheizung erzeugt wird: ^her
<Adv.) (geh.): aus weiter Ferne: weither: F. klang ... die
Trommel des Schlangenzauberers (Schneider. Erdbeben
41); ^h|n <Adv.) (geh.): in weite Entfernung: weithin: f.
hörte man das Läuten der Glocken; -kurstus]. der:
Kurs! us j, bei dem der Lernende ohne persönlichen Kontakt
mit dem Lehrenden durch Briefe, Fernseh- od.
Rundfunksendungen unterrichtet wird: ein F. in Russisch; -laster. der
(ugs.): svw. T-lastwagen, -lastzug; -lastfahrer.der: Fahrer
eines Fernlastwagens od. -zugs: -lastwagen. der:
Lastkraftwagen für den Transport von Gütern über weite Strecken:
-lastzug. der: Fernlastwagen mit Anhänger[n]: -lehrgang,
der: vgl. -kurslusj; -lehrinstitut, das: Institut, das Femkurse
anbietet u. durchführt: -leihe, die: 1. für den Fernleih verkehr
zuständige Dienststelle einer Bibliothek. 2. svw. t ^leihver-
kehr: dieses Buch bekommt man über die F.; -lettiverkehr,
der: Leihverkehr mit Bibliotheken des In- u. Auslandes:
-leitung, die: a) der Energieversorgung über weite Strecken
dienende Leitung: b) (Postw.) Telefonleitung, die Ortsnetze
untereinander verbindet: -lenken <sw. V.; hat; bes. im Inf.
u. 2. Part, gebr.): durch Fernlenkung steuern: ein
ferngelenktes Flugzeug, dazu: -lenkung, die: meist über Funk
erfolgende Beeinflussung der Bewegung eines
[unbemannten] Land-, Luft- od. Wasserfahrzeuges von einer entfernten
Stelle aus. die mit entsprechenden Geräten ausgestattet ist:
-licht, das: durch den Kraftfahrer einstellbare Stufe der
Kraftfahrzeugbeleuchtung, durch die im Dunkeln auch
entferntere Teile der Straße beleuchtet werden können: das
F. einschalten; -liegen <st. V.; hat) /vgl. fernliegend/: a)
nicht in Betracht kommen, nicht naheliegend sein: abwegig,
abseitig sein (meist verneint): dieser Gedanke lag nicht
fern; b) nicht in jmds. Absicht. Sinn. Interesse liegen: solche
Überlegungen liegen mir fern; es lag ihm fern, den Freund
822
ferner
zu beleidigen; er schaute auf Stadt und Tal .... wie wenn
all dieses ihn nichts mehr anginge und ihm fernläge (ihn
nicht mehr berührte: Hesse. Sonne 47); -liegend <AdJ.;
o. Steig.; nur attr.): weit entfernt liegend: eine -e Siedlung;
-melde-: t Fernmelde-; -messung. die (Technik): der
Überwachung von Leitungen o. ä. dienende elektr. Übertragung
von Meßwerten an einen entfernt gelegenen Ort: -mündlich
<AdJ.; o. Steig.): svw. t telefonisch; -objektiv, das: Objektiv
mit großer Brennweite für fotografische Aufnahmen aus
großer Entfernung: »<& <o. Art. u. o. Pl.>: der Ferne
Osten: er ist Korrespondent in F.. dazu: -fctlich <AdJ.;
o. Steig.; nur attr.>; -pendler. der: Pendler, dessen Wohn-
u. Arbeitsort weit entfernt voneinander liegen: -punkt, der
(Med.): für das normale Auge mehr als 5 m entfernter Punkt
auf der verlängerten Augenachse, der bei ausgeschalteter
Naheinstellung auf der Netzhaut scharf abgebildet wird:
-röhr, das: meist auf einem Stativ fest montiertes optisches
Gerät zum Beobachten entfernter Gegenstände, die mit dem
bloßen Auge nicht deutlich zu erkennen sind: Teleskop:
-ruf, der: 1. Telefonanruf aus einem anderen Ortsnetz. 2.
Fernsprech-. Telefonnummer (meist in Verbindung mit der
entsprechenden Nummer): wählen Sie bitte F. 3901385;
-satz, der <o. PI.) (Druckw.): Setzverfahren, bei dem die
der Satzherstellung dienenden Geräte mittels elektrischer
Signale von einer Zentralstelle aus gesteuert werden:
-schach, das: Schachspiel, bei dem die einzelnen Züge
postalisch übermittelt werden: -Schaltung, die: vgl. -Steuerung
(a); -Schnellzug, der (früher): weite Strecken fahrender
Schnellzug: -schreibeinrichtung. die: svw. t-Schreiber;
-schreiben, das: durch einen Fernschreiber übermitteltes
Schreiben: -Schreiber, der: schreibmaschinenähnlicher
Telegrafenapparat, der der Übermittlung u. Aufnahme von
Schriftzeichen dient: -Schreibmaschine, die: svw.
f-Schreiber; -schreibnetz.das: vgl. Fernmeldenetz; -schreibteilneh-
mer, der: jmd., der einen Anschluß an das Fernschreibnetz
hat: -schreibverkehr,der; -schriftlich <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): durch Fernschreiber [übermittelt /; -schule, die: vgl.
-lehrinstitut. dazu: -schüler, der: jmd.. der sich durch
ein Fernlehrinstitut ausbilden läßt. -Schülerin, die: w. Form
zu t -schüler; -schufl, der (Ballspiele): aus größerer
Entfernung abgegebener Schuß auf das Tor: -seh-: t Fernseh-;
-sehen <st. V.; hat): sich Fernsehsendungen ansehen: wir
sahen den ganzen Abend fern; <subst.:) das kommt vom
vielen Fernsehen; -sehen, das; -s: 1. drahtlose Übertragung
von Sendungen aus beweglichen Bildern, die mit Ton
unterlegt sind: das F. als modernes Massenmedium. 2.a) die
durch den Fernsehapparat verkörperte Einrichtung des
Fernsehens (1): das Fußballspiel kommt im F.. wird im F.
übertragen; wir haben den ganzen Nachmittag F. geguckt
(ugs.; ferngesehen): habt ihr kein F. (ugs.; Fernsehgerät)?:
b) durch die Fernsehanstalt verkörperte Einrichtung des
Fernsehens (1): die Aufführung wird vom F. übertragen;
das F. brachte ein Interview mit dem Abgeordneten; mein
Sohn arbeitet beim, will zum F.; -seher. der (ugs.): 1.
Fernsehapparat: den F. einschalten. 2. Fernsehzuschauer:
Millionen von -n verfolgten die erste Mondlandung; -sieht.
die: Ausblick, gute Sicht in die Ferne: gute Möglichkeit,
in die Ferne zu sehen: bei klarem Wetter hat man von
hier aus eine hervorragende F.; -sichtig <AdJ.) (seltener):
svw. tweitsichtig (a): er ist im Alter f. geworden; Ü nur
wer f. (mit Weitblick) nicht die Einzelheiten und
Einzelschicksale, sondern das Ganze im Auge behält (Dürren-
matt. Grieche 55). dazu: -sichtigkeit, die (seltener): svw.
tWeitsichtigkeit; -sinn, der (Physiol.): Sinnesorgan, das
Reize wahrnimmt, die von Reizquellen herrühren, die sich
nicht in seiner unmittelbaren Nähe befinden (z. B. das Ohr);
-Sprech-: t Fernsprech-; -sprechen <st. V.; hat; bes. im
Inf. u. im 2. Part, gebr.) (selten): telefonieren: -Sprecher,
der: postamtlich für TTelefon; -Stecher, der [vgl.
Feldstecher] (ugs.): svw. t -glas; -stehen <unr. V.; hat) (geh.): keine
innere Bindung. Beziehung zujmdm.. etw. haben:
bestimmten Arbeiten, einer Sache, einem Plan f.; er steht ihr fem
(ist ihr innerlich fremd): -steuern <st. V.; hat; bes. im
Inf. u. 2. Part, gebr.): durch Fernsteuerung betreiben u.
lenken: er steuert das Flugmodell fern; ein ferngesteuertes
Flugabwehrsystem; Ü Deshalb suchten ... alle drei Partei-
zentralen ihre Landesdependancen... von Bonn aus
fernzusteuern (Spiegel 30, 1966. 24); -Steuerung, die (Technik):
a) Überwachung. Bedienung u. Steuerung von Anlagen aus
der Entfernung: die F. von Verkehrsampeln; b) svw. t -len-
kung; -Straße, die: breite, gut ausgebaute Straße, die weit
voneinander entfernt liegende Orte miteinander verbindet:
-Student, der: a) jmd., der an einem Fernunterricht
teilnimmt: b) (bes. DDR) jmd., der ein Fernstudium (b)
absolviert (Ggs.: Direktstudent); -Studium, das: a) svw. t
^Unterricht; b) (bes. DDR) Studium mit Fach- od.
Hochschulabschluß, das neben der beruflichen Tätigkeit absolviert werden
kann (Ggs.: Direktstudium); -transport. der: Transport
über weite Entfernungen: -trauen <sw. V.; hat): eine
Ferntrauung vornehmen: Kurzum, Stanislaus würde auf der
Kompaniestube ferngetraut werden (Strittmatter.
Wundertäter 385); -trauung. die (im 2. Weltkrieg in Deutschland
praktizierte) Form der Trauung bei einer durch den Krieg
bedingten Trennung der beiden Brautleute: -Universität, die:
Universität, an der das Studium ausschließlich als
Fernstudium möglich ist: -Unterricht, der: Unterricht, der nicht
auf einem persönlichen Kontakt zwischen Lehrendem u.
Lernendem beruht, sondern über einen Zwischenträger (Post,
Rundfunk. Fernseher o. ä.) erfolgt: -verkehr, der: 1.
Eisenbahn- u. Fahrzeugverkehr über größere Entfernungen (Ggs.:
Nahverkehr). 2. Gesamtheit aller Ferngespräche. <Zus. zu
1:> -Verkehrsmittel, das: Verkehrsmittel für den
Fernverkehr (Ggs.: Nahverkehrsmittel). -verkehrsstraBe. die: svw.
t -Straße; -Vermittlungsstelle, die (Postw.):
Vermittlungsstelle für Fern- u. Auslandsgespräche: -wafle. die (meist
PI.) (Milit.): über eine weite Entfernung wirkende Waffe:
-wähl, die (Postw.): Herstellung einer Verbindung zu einem
Fernsprechteilnehmer eines anderen Ortsnetzes durch direkte
automatische Wahl: -wärme, die: Wärme aus der
Fernheizung: -Wasserversorgung, die: Versorgung eines Bereichs
mit Wasser, das aus einem entfernteren Gebiet stammt:
-weh. das (geh.): Sehnsucht nach der Ferne, nach fernen
Ländern: -wettkampf. der (Sport): Wettkampf, den die
Teilnehmer nicht an einem gemeinsamen Ort austragen:
-Wirkung* die: Wirkung über räumliche od. zeitliche
Entfernungen hinweg: -ziel, das (Ggs.: Nahziel): 1. Ziel, das
nicht sofort, sondern für einen in der Zukunft liegenden
Zeitpunkt angestrebt wird: die Wiedervereinigung als F.
müsse durch einen stufenweisen ... Prozeß angesteuert
werden (FAZ 11. 11.61. 3). 2. m weiterer Entfernung liegender
Zielpunkt: Der Bundesminister für Verkehr wird ... prüfen,
ob im Autobahnkreuz Walldorf in Süd-Nord-Richtung
auf die Angabe eines -es verzichtet und statt dessen das
Nahziel Walldorf-Wiesloch angebracht werden kann
(Bundestag 188. 1968. 10157); -zug. der: Zug. der über große
Strecken verkehrt.
Fernambukholz [fErnam'bu.k-]: vgl. Pernambukholz.
ferne [Tema] <Adv.> (geh.. veraltend): svw. tfern (I): ganz
still war es. nur f. brodelte etwas (Böll, Adam 14); von
f. ertönt ein Ruf; der Tag ist nicht mehr f.; Ferne [-].
die; -. -n [mhd. virre. ahd. fern]: 1. <o. PI.) a) räumliche
Entfernung. Distanz, größerer Abstand: etw. aus der F.
betrachten, in weiter F. erblicken; eine Brille für die F.;
sein Blick schweift in die F. (weit hinaus, in die Weite):
b) (geh.) entfernte Gegend: entferntes, unbekanntes Land.
Gebiet: Fremde: Island war eine weite F. (Jahnn.
Geschichten 8); Nach Westen zu taten sich -en auf (Fries. Weg
285); ein Gruß aus der F.; in die F. ziehen. 2. <PI. selten)
a) weit zurückliegende Vergangenheit: Wer Mythen dichtet,
wählt die F. der grauen Vorzeit (Thielicke. Ich glaube
109); das Ereignis liegt schon in weiter F.. ist schon in
graue F. gerückt; b) ferne Zukunft: Die Eigenarten des
Forstbetriebes, der langwierige Produktionsprozeß. ... die
F. eines wirtschaftlichen Effektes (Mantel. Wald 101); die
Verwirklichung unseres Plans ist wieder in die F. gerückt;
damals lagen diese Erkenntnisse noch in weiter F.; ferner
[fernp]: I. (absoluter Komp.; nur attr.) (Papierdt.):
weiterhin möglich: danach noch vorhanden, auftretend: weiter:
sein -es Verbleiben in dieser Stellung ist fraglich geworden;
wenn ich ihm durch eine knappe, sachliche Widerlegung
Jeden -en Einwand unmöglich mache (Kisch. Reporter
182); *des -en (femer III. außerdem, des weiteren). II.
<Adv.) (geh.) in Zukunft, künftig, weiterhin: an diesem
Brauch werden wir auch f. festhalten. III. (Konj.)
außerdem, des weiteren: wir brauchen eine Zange und einen
Bohrer, f. einige Dübel mit den entsprechenden Schrauben;
Ferner bekam ich zu wissen, daß er die Musik liebe (Th.
Mann. Krull 248); Ü er rangiert unter ..f. liefen" (ugs.;
er gehört nicht zu den Spitzenkräften, nimmt einen
untergeordneten Platz ein. ist von nur untergeordneter Bedeutung:
823
Femer
nach der im Pferdesport üblichen Ankündigung derjenigen
Teilnehmer eines Wettrennens, die sich nicht plazieren
konnten, mit den Worten: ..f. liefen:../*).
Ferner [-], der; -s, - (zu mundartl. fern = vorjährig, tfirn.
eigtl. = Schnee vom vorigen Jahr] (südd.. österr.):
Gletscher: Die Zahl der Gletscher, die kleinen F. eingerechnet,
gibt Heim mit 2000 in den Alpen an (Eidenschink. Eis
11).
fernerhin: I. <Adv.>: svw. t ferner (II): um diese Dinge wollen
wir uns auch f. bemühen. II. <Konj.> svw. tferner (III):
das hatte f. zur Folge, daß ...; ferners [Temas] <Adv.>
(österr. veraltet): svw. t femer (II. III); Fernerstehende,
der u. die; -n. -n <Dekl. tAbgeordnete): jmd., der mit
etw. nicht sehr vertraut ist, keine nähere Beziehung dazu
hat: für den -n ist das verwunderlich, erstaunlich; F.
können diese Verhältnisse schlecht beurteilen.
ffrnmeMe-, Ffrnmelde-: Munt, das: Dienststelle der Post für
das Fernmeldewesen: ^anlagen <P1.>: Fernsprech-,
Telegrafen- u. Funkanlagen: -bezirk, der; -dienst, der: vgl. -ein-
richtung; Einrichtung, die: Einrichtung für die Übertragung
von Informationen auf fernmündlichem bzw.
fernschriftlichem Weg od. über Funk: -gebühren <P1.); -geheimnis,
das: Verpflichtung des den Fernmeldeverkehr abwickelnden
Personenkreises zur Geheimhaltung der Informationen od.
Nachrichten, die fernmündlich, fernschriftlich od. durch
Funk übermittelt werden: -kontonummer, die; -mast. der:
Mast zur oberirdischen Führung von Leitungen, die dem
Fernmeldeverkehr dienen: -netz, das: Gesamtheit der Ver-
mittlungs-u. Übertragungseinrichtungen, die es den
Teilnehmern ermöglichen, beliebig miteinander fernmündlich,
fernschriftlich od. über Funk zu verkehren: -rechnung, die.
dazu: -rechnungsstelle.die; -Satellit.der:
Nachrichtensatellit: Technik, die <o. PL): Zweig der Elektrotechnik, der
sich mit der Einrichtung u. Wartung von Fernmeldeanlagen
befaßt, dazu: -technisch <Adj.; o. Steig.); -trappe, die:
in der Bundeswehr zu den Führungstruppen gehörende
Waffengattung, die die Führung durch Herstellen u. Überwachen
von Fernmeldeverbindungen unterstützt sowie in der
Aufklärung u. in der elektronischen Kriegführung eingesetzt wird:
-türm, der: der Funk- und Fernseh-i Übertragung
dienender, mindestens 40 m hoher Turm, an dessen oberem Ende
sich mehrere übereinander angeordnete Plattformen für die
Aufstellung von Antennen befinden: -Verbindung, die:
telefonische, telegrafische od. Funkverbindung: -verkehr, der:
Fernsprech-, Fernschreib- u. Funkverkehr: —wesen, das <o.
PL): alles, was die drahtlose od. mit Hilfe von Leitungen
erfolgende Nachrichtenübermittlung betrifft einschl.
Organisation u. Verwaltung.
Fernseh-: ^akademie, die: vgl. -kolleg; -ansager, der: jmd.,
der die einzelnen Fernsehsendungen ansagt: -ansagerin« die:
w. Form zu t -ansager; -anstatt, die: Anstalt, die
Fernsehsendungen produziert u. ausstrahlt: -antenne, die: Antenne
für den Fernsehempfang: -apparat, der: Gerät zum Empfang
von Fernsehsendungen, -Übertragungen: -aufnähme, die
(meist PI.): Aufnahme für eine Fernsehsendung: -aufzeich-
nung. die: Aufzeichnung einer Fernsehsendung auf Film bzw.
Magnetband zur Konservierung: -ball, der (Ballspiele, bes.
Fußball): gut sichtbarer Ball mit schwarzen u. weißen
eckigen Flächen: —bild. das: auf dem Bildschirm des
Fernsehapparats erscheinendes Bild: -diskussion, die; -empfang, der:
Empfang von Fernsehsendungen: -empfinger, der
(veraltend): svw. t -apparat; -fassung, die: für eine Aufführung
od. Sendung durch das Fernsehen bearbeitete Form eines
Theaterstücks, Films o.a., -feature, das; -film, der: den
Gesetzmäßigkeiten des Fernsehens entsprechend speziell fürs
Fernsehen produzierter Film: -gebühren <P1.); -gemeinde,
die <o. PI.) (spött.): mehr od. weniger großer Kreis von
Zuschauern, der bestimmte Sendungen des Fernsehens (1)
mit Begeisterung od. mit großer Regelmäßigkeit ansieht,
-genehmigung, die: Erlaubnis, gegen Entrichtung der
Gebühren, einen Fernsehapparat zu benutzen: -gerät, das: svw.
T-apparat; -gewaltige, der; -n, -n <Dekl. f Abgeordnete)
(scherzh.): einflußreiche Persönlichkeit aus dem Bereich des
Fernsehens (2 b); -haushält, der: (in Statistiken) Haushalt,
in dem das Fernsehen (1) empfangen werden kann:
-interview, das; -Journalist, der: Journalist, der für das Fernsehen
(2 b) arbeitet: -kamera, die: Aufnahmegerät für
Fernsehübertragungen: -kolleg, das: Sendereihe des Fernsehens,
in der bestimmte Wissensstoffe systematisch vermittelt
werden: -kommentar. der; -kommentator, der; -konzessionAr,
der (Schweiz.): svw. t-teilnehmen -leuchte, die: Leuchte
mit gedämpftem Licht zur Milderung des Kontrasts zwischen
dem hellen Fernsehbild u. dem verdunkelten Raum: -leute
<P1.) (ugs.): Anzahl von Personen, die beruflich bei einer
Fernsehanstalt beschäftigt sind, bes. Kameraleute o.a., die
Fernsehaufnahmen machen: F. bauten ihre Kameras auf.
Die Scheinwerfer wurden ausprobiert (Wendtland. Eis-
prinzeßchen 55); -lotterte, die: vom Fernsehen
durchgeführte Lotterie: -muflfel, der (ugs. scherzh. abwertend):
jmd., der am Fernsehen kein Interesse hat: Mlper, die: für
das Fernsehen bearbeitete od. eigens geschriebene Oper:
-Programm, das: 1. [Reihen]folge der Fernsehsendungen.
2. Blatt, Heft o. ä., in dem das Fernsehprogramm (1)
angekündigt iu. erläutert! wird: -regisseur, der; -reihe, die:
svw. t -serie; -reportage, die; -reporter, der; -röhre, die;
-Satellit, der: vgl. Nachrichtensatellit; -schirm, der: svw.
t Bildschirm; -sender. der: Anlage, die (über
elektromagnetische Wellen) Fernsehsendungen ausstrahlt: -Sendung, die:
in sich abgeschlossener Teil, einzelne Darbietung des
Fernsehprogramms (1); -serie, die: inhaltlich, thematisch
zusammengehörende, zahlenmäßig begrenzte Folge von I in sich
abgeschlossenen! Fernsehsendungen, Episoden, die über
einen bestimmten Zeitraum hin meist in regelmäßigen
Abständen ausgestrahlt werden: -sessel« der: bequemer Sessel, der
bes. zutn Fernsehen in entspannter Haltung dient: -spiel,
das: vgl. -fllm; -spot, der: zwischen einzelnen
Fernsehsendungen eingeblendeter kurzer Werbefdm: -Sprecher, der:
svw. t -ansager; -Sprecherin, die: w. Form zu f—sprechen
-Station, die: vgl. -sender; -stück, das (ugs.): vgl. -film;
-studio, das: Studio, in dem Fernsehaufnahmen gemacht,
Fernsehsendungen produziert werden: -team, das: Team
von Mitarbeitern des Fernsehens, die Aufnahmen für eine
Sendung u.a. machen: -technflter, der (Berufsbez.); —teil-
nehmer, der: Besitzer eines Fernsehapparates: -truhe, die:
Truhe mit eingebautem Fernsehapparat: -türm, der: vgl.
Fernmeldeturm: -Übertragung, die: Übertragung einer
Veranstaltung durch das Fernsehen: -Umsetzer, der: Anlage,
die das empfangene Fernsehprogramm in einen anderen
Kanal umsetzt u. damit kleinen Gebieten zugänglich macht,
die vom eigentlichen Sender nicht erreicht werden: -volk,
das <o. PI.) (scherzh.): Gesamtheit der Zuschauer des
Fernsehens (1); -Zimmer, das: mit einem Fernsehapparat
ausgestattetes, für gemeinschaftliches Fernsehen eingerichtetes
Zimmer: -Zuschauer, der: jmd., der fernsieht.
Fernsprech- (postamtlich für f Telefon-): Munt, das: für das
gesamte Fernsprechwesen zuständige Dienststelle der Post:
-anläse, die: alle zu einem Fernsprechanschluß gehörenden
Einrichtungen: -ansagedienst, der: Einrichtung der Post,
bei der auf das Wählen einer bestimmten Telefonnummer
hin durch Ansagegeräte Auskunft über Uhrzeit, Kino- u.
Theaterprogramtne. Wetter, Sportergebnisse usw. erteilt
wird: -ansdihiB, der: Anschluß an das Fernsprechnetz:
-apparat, der: Fernsprecher, Telefon: -auftragsdienst, der:
Einrichtung der Post zur Ausführung von telefonisch zu
erledigenden Aufträgen der Fernsprechteilnehmer: -auskunft, die,
dazu: -auskunftsdienst, der: Einrichtung der Post, die auf
Anfrage kostenlose Auskünfte über gewünschte
Telefonnummern, Ortskennzahlen, Fernsprechgebühren u.a. erteilt:
-Automat, der: öffentlicher Münzfernsprecher: -betrieb, der
<o. PL); —buch, das: amtliches Verzeichnis aller
Fernsprechteilnehmer eines bestimmten postalischen Bezirks, dazu:
-buchvertag, der; -Einrichtung, die: vgl. -anläge;
-gebühren < PI. >; -geheimnis, das: vgl. Femmeldegeheimnis; -hau-
be, die: vgl. -zelle: Die neuen -n werden von der Post
in Gebäuden und an überdachten Stellen eingerichtet (MM
7./8. 8. 76, 25); -kabine, die: öffentlich zugängliche Kabine
mit Münzfernsprecher: Telefonzelle in einem Gebäude: -lei-
tung, die; -nebenstelle, die: an einen Fernsprechanschluß
gekoppelter zweiter Anschluß ohne eigene Telefonnummer:
-netz, das: vgl. Fernmeldenetz; -nummer, die: seltener
für f Telefonnummer; -säuie, die: an Autobahnen u. anderen
Fertistraßen aufgestelltes Telefon für Notrufe: -stelle, die:
öffentlicher Fernsprechanschluß: -teduiik,die <o. PL); -teil-
nehmer.der: Besitzer eines Fernsprechanschlusses:
-Verbindung, die; -verkehr, der: vgl. Fernmeldeverkehr;
-Vermittlung, die: Amt, das Ferngespräche vermittelt: -Verzeichnis,
das: Fernsprech-, Telefonbuch: -zelle, die: a) im Freien
errichtete Anlage in Form eines kleinen Häuschens, die
mit einem öffentlichen Münzfernsprecher ausgestattet ist:
b) svw. t -kabine; -zentrale, die: svw. f Telefonzentrale.
824
fertig-, Fertig -
feroce [fero:tJal <Adv.> [ital. feroce < lat. feröx = wild,
unbändig] (Musik): wild, ungestüm, stürmisch.
Ferrl- [feri-; zu lat. ferrum, tFerrum] (veraltet): Wortteil
zur Kennzeichnung chemischer Verbindungen, die
dreiwertiges Eisen enthalten; Ferrit [feri:t. auch: ...nt]. der; -s.
-e [zu lat. ferrum. t Ferrum]: 1. reines, kohlenstofffreies
Eisen in Form von mikroskopisch kleinen, magnetischen
Kristallen. 2. einer der magnetischen, zur Herstellung
nachrichtentechnischer Bauteile verwendeten Werkstoffe, die
durch Mischen u. Sintern von Eisen-, Mangan-. Nickel-.
Zink-. Kupferoxyden u. ä. gewonnen werden, zu 2:
Ferritantenne* die: stabförmige Richtantenne mit hochmagnetischem
Ferritkern (z. B. in Rundfunkempfängern). Ferritkern* der.
ferro-. Ferro- [fsro-; zu lat. ferrum. t Ferrum]: -aluninhim.
das: vgl. -legierung; -dutjm.das: vgl. Regierung; -elektrt-
zitflt, die: dem Ferromagnetismus analoges Verhalten einiger
weniger Stoffe auf Grund bestimmter elektrischer
Eigenschaften; MTOPh.der; -en. -en [f -graph]: Gerät zur Messung
der magnetischen Eigenschaften eines Werkstoffs; -legie»
rang, die: Legierung des Eisens mit Begleitelementen; Mm-
gnetflam l-ma'gne.tikum]. das; -s. ...ka [spätlat. magneti-
cum. Neutr. von: magneticus, tmagnetisch]: ferromagneti-
sche Substanz; -magnetisch <Adj.>: 1. Ferromagnetismus
zeigend. 2. <o. Steig.) zum Ferromagnetismus gehörend,
ihm eigentümlich; -magnetfsmus, der: Magnetismus des
Eisens (Kobalts. Nickels u. a.J; -manggn.das: vgl. Regierung;
-motybdin.das: vgl. -legierung; -siljcium. das: vgl.
Regierung; -skop [-sko:p], das; -s. -e [zu griech. skopein =
betrachten, beschauen]: tiermedizinisches Instrument, mit
dem verschluckte Metalle nachgewiesen werden können; ^ti-
tgn, das: vgl. Regierung; -typie l-typi:]. die; -. -n [...i:an;
zu tType (1)]: fotografisches Verfahren zur Herstellung
von Bildern auf lichtempfindlich beschichteten, schwarzge-
lackten Eisenblechen; -vanadin.das: vgl. Regierung; -van*-
dhan, das: svw. f -vanadin.
Ferrum [Terum]. das; -s [lat. ferrum]: lat. Bez. für t Eisen;
Zeichen: Fe
Ferse [Terzd]. die; -. -n [mhd. verse(ne). ahd. fersana]: 1.
hinterer, gewölbter Teil des Fußes; Hackein]; die F. tut
mir weh; die Arme seitlich geführt und die Füße. F. an
F., auswärts gestellt (Grass. Hundejahre 261);
jmdm./(auch:) jmdn. auf die -n treten; * jmdm. die -n zeigen
(geh.; vor jmdm. fliehen), sich an jmds. -n/sieh imdm. an
die -n heften, hingen (jmdn. hartnäckig verfolgen); imdm.
auf den -n sein* sitzen (ugs.; dicht hinter jmdm. her sein;
jmdn. so verfolgen, daß man immer dicht hinter ihm ist):
jmdm. auf den -n folgen (jmdm. sofort nachfolgen); imdm.
auf den -n bleiben (nicht davon ablassen, jmdn. zu verfolgen);
jmdn. auf den -n haben (ugs.; einen Verfolger nicht
loswerden). 2. die Ferse (1) bedeckender Teil des Strumpfes:
Strümpfe mit Löchern in den -n. mit dünnen -n; fersein
[Terzin] <sw. V.; hat) (Fußball, bes. österr.): den Ball mit
der Ferse stoßen: Schelling brachte den dritten Eckball
... halbhack herein, und Sinn ferselte gekonnt ins Netz
(Vorarlberger Nachr. 25. 11. 68. 10).
Fersen-: -abschwung, der (Turnen): Übung am Reck, bei
der man aus dem Stütz übergrätscht, dabei den Körper
stark winkelt, so daß die Fersen an die Reckstange kommen,
worauf die Drehung vorwärts mit Niedersprung rückwärts
erfolgt; -bein, das: hinterster, die Ferse bildender
Fußwurzelknochen; -gang, der (Gymnastik): Übung, bei der man
auf den Fersen geht; -geld nur in der Wendung F. geben
(ugs. schenh.: fliehen, davonlaufen; mhd. versengelt geben;
versengelt = Bez. einer früher üblichen Abgabe, vielleicht
des Bußgeldes eines Flüchtigen); -griflT. der (Ringen): Griff,
bei dem der Angreifer schnell u. flach nach vorn an die
Beine des Gegners springt, dessen Fersen von außen umfaßt
u. ihn nach hinten auf die Matte stürzt; -btndung. die
(Leichtathletik): Landung beim Weit- u. Dreisprung, bei
der der Springer den Boden zuerst mit den Fersen berührt;
-schlaf, der (Joga): Haltung, bei der der Übende in der
Rückenlage die Beine in den Kniegelenken so stark
anwinkelt, daß sich die Füße mit dem Fußrücken am Boden neben
den Oberschenkeln befinden; -«itz. der (Gymnastik):
Übung, bei der man sich aus dem Kniestand heraus auf
die Fersen setzt, wobei die Fußspitzen entweder gestreckt
od. zum Unterschenkel hin angezogen sind; -stoB.der
(Fußball): Tritt mit der Ferse gegen den Ball; -Umschwung.
der (Turnen): Übung am Reck, bei der man den Körper
stark winkelt, so daß die Fersen an die Reckstange kommen.
u. dann einen Umschwung um die Stange ausführt; -welle,
die: svw. f Mimschwung.
fertig [TErtitf <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.> [mhd. vertec.
ahd. fartlg. eigtl. = zur Fahrt bereit, reisefertig, zu t Fahrt]:
1. (nicht adv.) a) im endgültigen Zustand befindlich,
vollendet; völlig hergestellt, ausgebildet: ein -es Manuskript; -e
(gekochte, zubereitete) Speisen; ist das Essen noch nicht
f.?; das Bild ist f.; etw. f. kaufen; b) <meist attr.> völlig,
bis zum Grad der Vollendung ausgebildet; vollkommen,
vollendet, perfekt, ausgereift: ein -er Künstler, Wissenschaftler;
du bist noch wahnsinnig jung, aber du bist eine -e (voll
entwickelte) Frau (Kuby, Sieg 119); es sei deutlich, daß
meine Gaben der Anleitung von -er (kundiger, geschickter,
routinierter) Hand noch bedürften (Th. Mann. Krull 137);
so war er in allem übrigen dessen -es (selten; vollkommenes,
genaues) Gegenteil (Hesse. Sonne 55); er ist noch nicht
f. (ugs.; noch nicht ganz erwachsen, ausgereift): er wußte
nicht, daß sie so f. (selten; routiniert, perfekt, gut) Geige
spielte; c) <präd.> so weit, daß nichts mehr zu tun übrigbleibt,
zu Ende: er ist mit dem Essen, den Hausaufgaben f.; ich
hoflFe. rechtzeitig [damit] f. zu werden; wenn du so
weiterarbeitest, wirst du nie f.; er konnte nicht f. werden (fand
kein Ende, fing immer wieder an), ihre Arbeit zu loben;
ich habe das Buch f. (ugs.; fertiggelesen): wir müssen die
Koffer noch f. packen; du bleibst daheim, [und] f.! (keine
Diskussion mehr, basta!); <auch attr.:> die noch nicht mit
dem Auskleiden -en Frauen (Hochhuth. Stellvertreter 178);
*mit imdm. f. sein (ugs.: mit jmdm. nichts mehr zu schaffen
haben wollen; zu jmdm. keine Beziehung mehr haben): Wir
sind f. miteinander, er weiß es, und ich weiß es, und
es gibt keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern (Lenz.
Brot 150); mit diesem Menschen bin ich [endgültig] f.;
mit imdm. f. werden (ugs.; sich bei jmdm. durchsetzen;
bei jmdm. die Oberhand behalten; der Stärkere bleiben):
daß er mit den Goten ebenso rasch f. zu werden hoffte
wie mit den Vandaien (Thieß. Reich 603); f. sein/werden
(salopp verhüll.; einen Orgasmus haben): sie (= die Freier)
sagen, brauchst nicht f. werden. Hauptsache, ich bin f.
geworden (Schmidt. Strichjungengespräche 209); mit etw.
f. werden (etw. I innerlich 1 bewältigen; mit etw. ins reine
kommen, zurechtkommen): sie wird mit den Kindern nicht
f.; er glaubt immer, mit allem allein fertig zu werden;
Du wirst ja mit dem Leben so spielend f. (Hesse.
Steppenwolf 139); er ist mit diesem Erlebnis. Problem noch nicht
f. geworden. 2. <präd.> vollständig vorbereitet; bereit,
verfügbar: sie sind f. zur Abreise; bist du [endlich] f.. daß
wir gehen können?; er ist immer rasch f. mit seinen
Antworten (antwortet immer /zu/ schnell); auf die Plätze - f.
- los! (Sport; Startkommando): <auch attr.:> die für den
Versand -en Stücke. 3. <präd.> (ugs.) erschöpft, am Ende
/seiner Kräfte/; erledigt: nach dieser Reise waren wir
körperlich und seelisch f.; sie ist mit den Nerven f.; er war
f.. er bekam seiner Trunksucht wegen längst keine Aufträge
mehr (Kaschnitz. Wohin 76); <auch attr.:> sie machten
gegen die dann völlig -en Berliner sogar noch etwas mehr
als eine Länge Vorsprung gut (MM 15. 8. 66. 11); *f.
sein (ugs.; I. verblüfft, aufs höchste erstaunt sein: Da bin
ich aber f. über Ihre Personalkenntnisse [Gaiser. Jagd
177]. 2. zahlungsunfähig sein).
fertig-. Fertig-: -bau, der <PI. -ten>: 1. <o. PI.) Herstellung
eines Gebäudes in Fertigbauweise: die neuesten
Errungenschaften auf dem Gebiet des -s (MM 30. 8. 66. 8). 2.
Gebäude, das in Fertigbauweise errichtet wurde; -bauweise,
die: Bauweise, bei der vorgefertigte Bauteile auf dem
Bauplatz zu einem Gebäude zusammengefügt werden: die F.
setzt sich immer mehr durch; das Haus ist in F. gebaut;
-bekiekhing. die: svw. f Konfektion; -bekommen <st. V.;
hat) (ugs.): svw. t ^bringen; -brinaen (unr. V.; hat): 1.
zustande, zuwege bringen; zu etw. imstande sein, erreichen:
er hat es fertiggebracht, den Familienstreit zu schlichten;
ich bringe es nicht fertig, ihr die Wahrheit zu sagen; (iron.:)
der bringt es fertig, sich auch noch zu beschweren!; so
etwas bringt auch nur die fertig! 2. zu Ende, zum Abschluß
bringen: ich bringe die Arbeit heute nicht mehr fertig;
-erstellen <sw. V.; hat; meist im 2. Part.) (Schweiz.):
herstellen, anfertigen: ein fertigerstelltes Denkmal; -erzeugnis,
das: svw. Nprodukt; -fabrikat. das: svw. t ^Produkt:
Fertig- und Halbfertigfabrikate; -gericht, das: in Glas. Dose
o. ä. konserviertes, fertig zubereitetes Gericht, das vor dem
Essen nur aufgewärmt zu werden braucht: -e für Camping
825
Fertige
und Wanderungen; ^haus, das: vgl. -bau (2); ^hemd, das
(Textilind.): für die Konfektion hergestelltes
Herrenoberhemd (Ggs.: Maßhemd); ^kleidung, die: svw. T Konfektion;
-kochen <sw. V.>: 1. (von Speisen) bis zum Garsein am
Kochen bleiben <ist>: die Kartoffeln müssen noch f., sind
fertiggekocht. 2. mit dem Kochen von etw. zu Ende kommen
<hat>: sie kommt, wenn sie das Essen fertiggekocht hat;
-kriegen <sw. V.; hat) (ugs.): svw. t^bringen; -lesen <st.
V.; hat): zu Ende lesen: einen Zeitungsartikel f.; -machen
<sw. V.; hat): 1. (ugs.) a) zu Ende bringen, fertigstellen,
abschließen: eine Arbeit rechtzeitig f.; du darfst gehen,
wenn du die Hausaufgaben fertiggemacht hast; b) bereiona-
chen% -stellen, zurechtmachen: sich zum Aufbruch, für den
Theaterbesuch f.: Dann machen wir uns Tür die Nacht
fertig (Grzimek. Serengeti 222); er macht das Gepäck fertig;
f. [zum Dienst, zum Start]! (Kommando). 2. (ugs.) in
schärfstem Ton zurechtweisen, abkanzeln: Jetzt aber wird die
Ordonnanz fertiggemacht, wenn die Soße nicht zur Hand
ist (Gaiser. Jagd 151). 3. (ugs) jmds. seelische
Widerstandskraft brechen, erschöpfen, zermürben; zur Verzweiflung
bringen: dieser Lärm macht mich [noch] ganz fertig!; dieser
Gedanke macht mich richtig fertig; es macht ihn fertig,
daß er die Sache falsch angepackt haben könnte. 4. (salopp)
a) unter Anwendung von Gewalt, brutal] körperlich
erledigen: sie hatten ihn total fertiggemacht
(zusammengeschlagen): b) gewaltsam töten, umbringen: noch ein Wort, und
ich mach dich fertig!; Wenn am Morgen die Leichenträger
ans Tor gerufen wurden, wußte man. daß der Mandrill
wieder einen fertiggemacht hatte (Apitz. Wölfe 144). 5.
(salopp verhüll.) sexuell befriedigen, zum Orgasmus
bringen: In einem Beichtstuhl macht er sie fertig. Das ist
mal was Neues. In dem hat bestimmt noch niemand (Grass.
Hundejahre 486); -menü. das: vgl. -gericht; -präparat,
das (Pharm.): Präparat, das nicht in der Apotheke
hergestellt, sondern von der Apotheke fertig bezogen u. verkauft
wird; -Produkt, das (Wirtsch.): Erzeugnis, das alle Stufen
der Produktion durchlaufen hat; -stellen <sw. V.; hat):
die Herstellung von etw. abschließen* beenden: einen Bau.
ein Manuskript rechtzeitig f.. dazu: -Stellung, die; -teil,
das: vorgefertigtes Bau)teil: ein hölzerner
Geräteschuppen aus -en; Ü Diese... Szene wird... als F. durch
konfektionierte Arbeiterromane weitergereicht (Spiegel 48, 1965.
150); ^ware.die: vgl. ^Produkt.
Fertige, den -n. -n (österr. veraltet): alter, ausgegorener
Wein; fertigen [Tertign] <sw. V.; hat) [mhd. vertegen =
reisefertig machen] (geh.): (oft von etw. Handgearbeitetem
u. mit Hervorhebung der beim Arbeitsprozeß angewandten
Sorgfalt) anfertigen, herstellen: David fertigte nach
Feierabend in der Setzerei der Rundschau einen einmaligen
Sonderdruck davon (Kant. Impressum 201); Behälter aus
Holz f.; mit der Hand, maschinell gefertigte Waren;
Fertigkeit, die; -. -en: a) <o. PI.) bei der Ausführung bestimmter
Tätigkeiten erworbene Geschicklichkeit: Routine. Technik:
handwerkliche, künstlerische -en; [eine] große F. im
Klavierspielen. Zeichnen. Basteln haben; Der Freund entwik-
kelte eine bewundernswerte F.. einen Bock an den Hörnern
zu Boden zu schleudern (Hagelstange. Spielball 22); b)
<P1.) Kenntnisse. Fähigkeiten: für diesen Beruf braucht
man besondere -en; Fertigung, die; -: industrieller od. luind-
werklicher Produktionsprozeß. Herstellung: die F. einer
Serie; die F. von Gütern. Ersatzteilen. Kleidern.
fcrtigung»-» Fertigung»-: -ablauf, der: den F.
automatisieren; -brigade. die (DDR): Produktionsbrigade; -gang, der:
Herstellungsgang; -kosten <P1.): die F. senken; -methode,
die; -Programm, das: Arbeitsprogramm eines
Unternehmens; -prozeß. der: vgl. -ablauf; -Straße, die: Gesamtheit
der in einer dem Fertigungsablauf entsprechenden Anordnung
aufgestellten, zur Fertigung eines Produkts notwendigen
Produktionsanlagen: -technOc. die: Technologie, dazu:
-technisch <AdJ.; o. Steig.): technologisch; -verfahren» das: vgl.
-methode; -wehe, die: vgl. ^methode; -zeit, die: die F.
durch Rationalisierungsmaßnahmen herabsetzen.
fertil [ferti:l] <Adj.; nicht adv.) [lat. fertilis] (Biol.. Med):
fruchtbar,ertragreich; Fertilität[fertili'te:t].die; - [lat. fertili-
täs] (Biol.. Med.): Fruchtbarkeit: eine erhöhte, verminderte
F.; die Beeinflussung der F. von Pflanzen durch mutierte
Gene.
Fes [fe.s]. der; -[es], -le] [türk. fes. nach der marokkanischen
Stadt Fes (arab. Fäs). wo diese Kopfbedeckung viell. zuerst
hergestellt wurde]: früher in den arabischen Ländern
weitverbreitete, mit einer blauen od. schwarzen Quaste versehene
rote Filzkappe in Form eines Kegelstumpfes.
fesch [fei. österr.: fei] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [gek.
aus t fashionable]: a) (österr. u. ugs.) hübsch, flott, sportlich
aussehend: ein -er Mann; das Kleid ist nicht sehr f.; b)
(österr.) nett, freundlich: sei f. und komm mit!; Feschak
['fejakj. der; -s. -s [aus tfesch u. der slaw. Endung -ak]
(österr. ugs.): fescher Kerl; <Abl.:> F^schaktun. das; -s
(österr.): Benehmen. Lebensform eines Feschaks;
Snobismus.
'Fessel [fesl]. die; -, -n <meist PI.) [durch Vermischung
von mhd. ve33er. ahd. feuara = Fessel mit mhd. vessel.
ahd. fe33il = Trag- u. Halteband für Schwert u. Schild]:
Band. Seil. Kette o.a. zum Fesseln (1): jmdm. -n anlegen;
sie lösten die -n der Gefangenen; die -n abstreifen,
abwerfen, sprengen; sie legten ihn in -n (geh.; fesselten ihn);
Ü sich aus den -n (dem Zwang) des Alltags befreien;
sie legte ihrer Neugier keine -n an (hielt sie nicht zurück,
bezähmte sie nicht); Das bürgerliche
Privateigentumsprinzip wurde als eine verhängnisvolle F. (Hindernis) der
deutschen Freiheit gedeutet (Niekisch. Leben 147).
Fessel [-]. die; -. -n [mhd. vessel. fissel. zu: vuoz, tFuß]:
1. (bei Huftieren) Teil des Fußes zwischen Mittelfuß u.
Huf: ein schwarzes Pferd mit weißen -n. 2. (beim
Menschen) Teil des Beins zwischen Wade u. Fußgelenk: ein
Mädchen mit schlanken -n.
f^sseK. Fessel- ('Fessel): -ballon, der: wissenschaftlichen,
früher auch militärischen Zwecken dienender Ballon, der,
mit Drahtseilen am Erdboden verankert, über einem
bestimmten Ort gehalten wird (Ggs.: Freiballon); ^frei <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.) (seh.): frei von Fesseln, ohne Fesseln:
sie ließen den Gefangenen f. herumlaufen; -los <Adj.;
0. Steig. >: 1. <nicht adv.) svw. t ^frei. 2. zügellos,
hemmungslos, entiesselt: ein -es Treiben, zu 2: -losigkeit, die; -.
Ffsselgelenk, das; -[e]s. -e [zu 2Fessel]: (bei Huftieren)
Gelenkverbindung zwischen dem Mittelfuß u. dem oberen Ende
des ersten Zehenglieds.
fesseln [Tcsln] <sw. V.; hat) [spätmhd. vesseln. für mhd.
ve33eren. ahd. fe33arön. t'Fessel]: 1. durch Anlegen von
{Fesseln od. Festbinden an etw. seiner Bewegungsfreiheit
berauben: ich fessele (feßle) ihn [an einen Pfahl]; jmds.
Hände, jmdn. an den Händen f.; der Gefangene war
gefesselt und geknebelt; Ü der Kranke war ans Bett gefesselt
(bettlägerig): wegen der kleinen Kinder war sie ans Haus
gefesselt (konnte sie es nicht für längere Zeit verlassen).
2. in Bann halten, faszinieren; jmds. Aufmerksamkeit stark
beanspruchen: das Buch, die Arbeit, der Anblick, die Frau
fesselte ihn; Jetzt fesselte meine Erzählung ihn doch
(erweckte seine Aufmerksamkeit, sein Interesse) (Maass.
Gouffö 68); das Geschehen fesselte die Aufmerksamkeit
des Publikums; der kleine Mann fesselte durch seine
körperliche und geistige Energie; eine fesselnde (interessante,
spannende) Lektüre; ein fesselnd geschriebenes Buch. 3.
(Ringen) a) den Arm od. das Bein des Gegners einklemmen
u. blockieren; b) den Gegner so greifen, daß er sich nicht
mehr befreien kann. 4. (Milit.) feindliche Kräfte durch das
Vortäuschen eines Angriffs binden; fesselnd t fesseln (2);
Fesselung, (auch:) Feßlung, die; -. -en: 1. das Fesseln (1).
Gefesseltwerden. 2. (Schach) Stellung, bei der eine Figur
ein bestimmtes Feld nicht verlassen darf, weil sonst der
König im Schach stünde.
fest [fest] <Adj.; -er. -este) [mhd. veste. ahd. festi. fasti]:
1. <nicht adv.) von harter, kompakter Beschaffenheit, nicht
flüssig od. gasförmig: der Kranke bekommt wieder -e
Nahrung; das Eis ist noch nicht f.; U meine Pläne nehmen
-e Gestalt, -e Formfen] an. 2. <nicht adv.) a) stabil, haltbar,
widerstandsfähig, solide: ein -es Tuch. Gewebe; -es
Schuhwerk; sie wohnen dort in -en Häusern, unter -en Dächern;
der Körper des Tieres ist von einer -en Schale umschlossen;
sie hat -e (strafnme) Beine; Er war sehr f. (kräftig, stark)
an den Muskeln (Jahnn. Geschichten 8); Ü eine -e
Gesundheit haben; der Betrunkene ist nicht mehr f. auf den Beinen
(bewegt sich, steht nicht mehr sicher); b) (veraltend)
geschützt, gefeit, unempfindlich: eine -e (Milit.; befestigte)
Stellung; der übrige Baumschmuck der Gegend ... war
immergrünes Nadelholz, f. gegen den Winter (Th. Mann.
Zauberberg 498). 3.a) straff i sitzend!, haftend; nicht lok-
ker: ein -er Verband; der Hut. die Perücke sitzt nicht
f.; Leoparden verankern ihre Beute oft sehr f. (Grzimek.
Serengeti 70); sich f. an Jmdn.. etw. klammern; sie zog
826
fest-, Fest-
ihren Mantel -er um sich; die Schnürsenkel f. binden;
b) stark, kräftig, nicht leicht: ein -er Händedruck; du hast
zu f. zugeschlagen; du mußt hier f. anziehen; die Tür
f. schließen; er schläft f. (wacht nicht so leicht auf): c)
<auch: feste; nur adv.) (ugs.) tüchtig, ordentlich, kräftig:
wir haben fest[e] mitgefeiert; er hat den ganzen Tag f.
gearbeitet; du mußt f. essen, zugreifen. 4. Entschlossenheit
zeigend: energisch: ein -er Blick; mit -en Schritten
auftretend; seine Stimme war f.; er antwortete f. 5. <o. Steig.)
a) unerschütterlich, unbeirrbar, unwandelbar: er hat einen
-en Charakter, handelt nach -en Grundsätzen; eine -e
Meinung vertreten; der -en Überzeugung sein, daß ...; ich
glaube f. daran, bin f. davon überzeugt; Hermine hatte
ein Geheimnis, sie blieb f. dabei, mir nicht zu verraten
... (Hesse. Steppenwolf 168); b) etuigültig, definitiv, bindend:
eine -e Zusage; einen -en Termin bestimmen; es gibt dafür
keine -en Regeln; er hat schon -e Berufspläne; etw. f.
vereinbaren. 6. (nicht präd.) ständig, geregelt,
gleichbleibend, konstant: einen -en Wohnsitz, ein -es Einkommen
haben; Ich möchte, daß wir an einem -en Orte bleiben,
wo man weiß: Hier sind wir daheim (Frisch. Cruz 60);
-e (feststehende) Preise; das Geschäft hat viele -e Kunden
(Stammkunden): sie hat schon einen -en Freund (ugs.;
einen ständigen Partner): er ist f. angestellt; Ü dieses Buch
hat einen -en Platz in der modernen Literatur (gehört
zu den besten, wichtigsten Büchern der modernen Literatur).
Fest [-]. das; -[e]s. -e [mhd. fest < lat. festum = Fest(tag).
subst. Neutr. von: festus = festlich, feierlich]: 1. /größere]
gesellschaftliche Veranstaltung [in glanzvollem Rahmenj:
ein großes, schönes, gelungenes F.; das F. der goldenen
Hochzeit; das F. ist in vollem Gang, ein rauschendes F..
ein überwältigendes F. mit Musik und bunten
Papierschlangen. Blumengirlanden. Sekt und Bier (Lederer. Liebe
22); ein F. geben, besuchen, feiern; Ich habe eine Vorliebe
für örtliche -e (Bergengruen. Rittmeisterin 144); R man
muß die -e feiern, wie sie fallen (man soll sich keine gute
Gelegenheit entgehen lassen lein F. zu feiern]: nach einer
Wendung aus der Berliner Lokalposse ..Graupenmüller'
(1870) von H. Salingri); Ü es ist mir ein F. (ugs. scherzh.;
eine große Freude, ein großes Vergnügen). 2. ein einzelner
od. zwei aufeinanderfolgende hohe kirchliche Feiertage:
bewegliche -e sind z. B. Ostern und Pfingsten, unbewegliche
-e sind Weihnachten u. Märiä Himmelfahrt; frohes F.!;
am 2. November, dem P. Allerseelen, während einer Messe
der Toten der beiden Weltkriege (Glaube 46. 1966. 4).
'fijst-, F$st- (fest): -angebot, das (Wirtsch.): Angebot, dessen
Annahme einem Vertragsabschluß gleichkommt: -angestellt
<AdJ.; o. Steig.; nur attr.): feste Einkünfte beziehend: -e
und freie Mitarbeiter. <subst.:> -angestellte, der u. die:
Ärzte sollen F. der Krankenhäuser werden (Spiegel 11.
1966. 122); -backen <sw. V.; hat) (landsch.): irgendwo
festkleben, haften: der Schnee backt an den Stiefeln fest;
-bannen <sw. V.; hat) (geh.): bannen (2); durch Bann (2)
festhalten: Groß und grau bannten ihre Augen die seinen
fest (A. Zweig. Grischa 72); wir blieben [wie] festgebannt
stehen; -beißen, sich <st. V.; hat): so kräftig in etw. beißen,
daß sich die Zähne nur unter Anstrengung wieder daraus
lösen: sich in etw. verbeißen: der Wolf biß sich an. in
seiner Beute fest; Ü der Junge Mann hat sich an dem
Problem festgebissen (kommt nicht mehr davon los): ein
Gedanke biß sich in ihm fest (ließ ihn nicht mehr los):
-besoldet <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): /im öffentlichen
Dienst] ein festes Gehalt beziehend: -e Beamte. <subst.:)
-besoldete, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): -binden
<st. V.; hat): a) durch Binden an etw. befestigen: die
Hundeleine am Baum, den Strick an einem Pfosten f.; der
Junge hatte das Schleppseil an Bord geholt und
festgebunden (Hausmann, Abel 101); b) durch Anbinden mit einer
Leine. Schnur o. ä. an etw. festhalten, festmachen: den Hund
an einem/(auch:) einen Baum f.; Warum binden wir unser
Schiff denn nicht am Bollwerk fest? (Hausmann. Abel
21); c) durch Binden mit einem Band, einer Schnur o.a.
in einer bestimmten Lage festhalten: die Haare mit einer
Schleife f.; die Mütze [unter dem Kinn] f.; (auch: f. +
sich:) Denn f. mag er sich nicht, das kann erst recht
Unfälle geben (Grzimek. Serengeti 147); -bleiben <st. V.;
ist): sich nicht umstimmen lassen, nicht nachgeben: auch
wenn die Versuchung groß ist. mußt du f.!; -drücken
<sw. V.; hat): durch Andrücken befestigen: zusammendrük-
ken: sie drückte die umgetopfte Pflanze in der Erde fest;
er stand hier, auf der verlassenen Straße, und drückte
den Tabak fest (Wiechert. Jeromin-Kinder 699); -fahren
<st. V.; ist): mit dem Wagen in etw. so steckenbleiben,
daß die Räder nicht mehr greifen: wir sind mit dem Wagen
im Sand, das Auto ist im Schnee festgefahren; (auch f.
+ sich:) der Lkw fuhr sich im schlammigen Gelände
fest; Ü die Verhandlungen haben sich, sind festgefahren;
Die Engländer bringen es fertig, vor eine uralte,
festgefahrene Situation zu treten und diese mit ganz neuen Augen
zu betrachten (Dönhoff. Ära 146); -fressen, sich <st. V.;
hat): 1. irgendwo hineingeraten, sich verklemmen u. dadurch
blockieren: der Kolben des Motors hatte sich [im Zylinder]
festgefressen; Der Kraftfahrer gab Gas. die Raupenketten
rutschten noch ein wenig, fraßen sich dann fest (Kirst.
08/15. 599); Ü wenn der ... Verkehr sich nicht festgefressen
hat. wirst du um Mitternacht... (Johnson. Mutmaßungen
165). 2. sich beijmdm. festsetzen, jmdn. nicht mehr loslassen:
Immer fester fraß sich der Gedanke bei mir fest (Salomon.
Boche 127); diese Meinung fraß sich [in ihm] fest; -frieren
<st. V.; ist): a) gefrieren u. dadurch an etw. haften: die
Wäsche ist über Nacht [an der Leine] festgefroren; b)
gefrieren u. dabei in einer bestimmten Form erstarren: du
kannst deine Spuren nicht verwischen. Sie frieren fest (Re-
marque. Obelisk 237); Ü festgefrorenes Lächeln; -aefligt
<Adj.; fester gefugt, am festesten gefügt; nicht adv.): so
gefestigt, daß es nicht so leicht ins Wanken gerät, umzustoßen
ist: eine -e Lebensanschauung; der Staat ist f.; -gegründet
<Adj.; fester gegründet, am festesten gegründet; nur attr.)
(dichter.): auf festem Grund ruhend: ein -es (auch: ffst
gegründetes) Haus; Ü ein -es Staatsgebäude; eine -e
Meinung; -geld.das (Bankw.): Einlage, die einem Kreditinstitut
vom Kunden für einen von vorn/ierein bestimmten Zeitraum
(mindestens für einen Monat) überlassen wird: -geschnürt
<Adj.; fester geschnürt, am festesten geschnürt; nur attr.):
-e (auch: fijst geschnürte) Schuhe; -gewurzelt: f -wurzeln;
-haken <sw. V.; hat): a) durch Einhaken befestigen: er
öffnete das Tor und hakte es [an der Mauer] fest; als
er sein Sturmgepäck zurechtschieben und f. wollte, krachte
es neben ihm (Böll. Adam 14); b) sich verhaken, irgendwo
hängenbleiben: bis der ... Gegenstand irgendwo festhakt
und ... einen gewissen Widerstand entgegensetzt (Lorenz.
Verhalten I. 295); <meist f. + sich:) die Dornen hatten
sich in den Strümpfen festgehakt; Ü ein Gedanke hatte
sich unmerklich in ihm. bei ihm festgehakt (festgesetzt):
Bilder ziehen vorüber, sie haken nicht fest (bleiben nicht
deutlich), es sind nur Schatten (Remarque, Westen 124);
--halten <st. V.; hat): 1. durch Zupacken. Ergreifen daran
hindern, sich zu entfernen, nicht loslassen: einen Hund [am
Halsband] f.; jmds. Arm f.; etw. mit den Händen, den
Zähnen f.; Ü einen Brief f. (nicht weitergeben,
zurückhalten): jmdn. widerrechtlich f. (gefangenhalten): Das
schlafende Ich ist aber auf den Wunsch, den Schlaf festzuhalten,
eingestellt (Freud. Abriß 37). 2.a) in Bild. Ton fixieren,
aufzeichnen: ein Ereignis mit dem Tonband, in einem
Roman, fotografisch f.: eine Persönlichkeit in Stein oder Erz
f.; b) feststellen, konstatieren: daß es sich so verhält, diese
Tatsache muß immer wieder festgehalten werden; ..Halten
wir fest", sagt der Richter: ..Die Mordtat ..." (Quick 37.
1958. 38). 3. <f. + sich) sich durch Ergreifen u. Nichtloslas-
sen von etw. einen Halt verschaffen: sicfi fest an jtndm..
etw. halten, anklammern, auf etw. stützen: ich hielt mich
[mit beiden Händen] am Geländer, an ihr fest; Ü Halt
dich fest (ugs.; du wirst staunen, sehr überrascht sein).
mein Alter, ich bin Geschäftsführer geworden (Lenz. Brot
82); hier ist die Kanne, halte dich mal dran fest (ugs.
scherzh.; halte sie mal. nimm sie mal einen Augenblick
in die Hand). 4. von jmdm.. etw. nicht abgehen, jmdn..
etw. nicht aufgeben: [eisern] an einer alten Tradition f.;
er hielt unverbrüchlich, treu an seinem Freunde fest;
-hängen <st. V.; hat): (durch Hängenbleiben an etw. in der
Bewegung gehemmt werden) nicht vom Fleck kommen: ich
hing in den Dornen fest; über Südeuropa hängt ein Tief
fest; -heften <sw. V.; hat): durch Heften an etw. befestigen:
einen Zettel [an der Tür] f.; -keilen <sw. V.; hat): durch
Verkeilen so befestigen, daß es sich nicht mehr bewegen
kann: die Tür f.; Ü zwischen den Menschenmassen
festgekeilt sein (in der Fortbewegung gehindert sein): -klammern
<sw. V.; hat): 1. durch Anklanunern befestigen: die Wäsche
auf der Leine, das Tischtuch [am Tisch] f. 2. <f. + sich)
sich krampfhaft festhalten, anklammern: sich [mit den Ar-
827
fest-, Fest-
men] am Fensterrahmen f.; er klammerte sich verzweifelt
an seinem Retter fest; Ü wie Napoleon ... an der bloßen
Namensattrappe seiner kaiserlichen Würde sich eisern
festklammerte (St. Zweig. Fouchö 218); -kleben <sw. V.):
1. fest an etw. kleben, haften, festsitzen <ist): der Kaugummi
ist an der Schuhsohle festgeklebt. 2. durch Ankleben
befestigen <hat>: er klebte das Namensschild an der Wohnungstür
fest; -klemmen <sw. V.): 1. so eingeklemmt, eingekeilt
sein, daß keine Bewegung mehr möglich ist; festsitzen <ist>:
das oberste Schubfach klemmt fest, ist festgeklemmt; So
sitze ich festgeklemmt und kann auch in Kurven ... nicht
so leicht hinuntergeschleudert werden (Grzimek. Serengeti
116). 2. durch Einklemmen in einer bestimmten Lage
festhalten <hat>: die Tür mit einem Keil f.; das Vorderrad des
Fahrrades zwischen den Beinen f.; -klopfen <sw. V.; hat):
durch Klopfen fest, zusammenhängend machen: er klopfte
die Erde fest; Herr Radau ... klopfte unterwegs seine
Zigarette an der Betonwand fest (Bieter. Bonifaz 158); -knöpfen
<sw. V.; hat): durch Knöpfen befestigen: ich knöpfte mir
die Hosenträger fest (Bieter. Bonifaz 21); -knote« <sw.
V.; hat): vgl. -binden; -korama. das (Datenverarb.):
Darstellung von Zahlen als Festkommazahlen: vgl.
Fließkomma, dazu: -kommazahlen <P1.) (Datenverarb.): Bez. für
numerische Daten mit fester (vereinbarter) Ziffernanzahl
u. fester Position des Kommas in der Ziffernfolge; -körper.
der (Physik): Stoff, der Formveränderungen von außen
großen Widerstand entgegensetzt: die bekanntesten F. sind
die Kristalle, dazu: -körperphysik. die; -krallen, sich <sw.
V.; hat): (bes. von ^Tieren) sich [krampfhaft! mit den
Krallen, den Händen festhalten: die Katze krallt sich am
Vorhang, im Sofakissen fest; er (= ein kleiner Junge) konnte
sich auf den Boden legen, im Teppich f. und brüllen
(Bachmann. Erzählungen 118); ihre kleinen Hände krallten sich
an ihm fest (Kirst. 08/15.733); Ü die lehmigen Unterstände
von Jenan .... wo sich ... die Überreste der Armee ...
zuletzt festgekrallt hatten (Kantorowicz. Tagebuch I. 570);
sich an einem Standpunkt f.; -land. das <P1. -länder)
[für T Kontinent]: 1. größere zusammenhängende
Landmasse. Kontinent (im Gegensatz zu den Inseln): das
afrikanische, griechische F.; der Leiter des amerikanischen
Nachrichtendienstes auf dem europäischen F. (Rothfels.
Opposition 156). 2. <o. PI.) der aus festem Boden bestehende
Teil der Erdoberfläche (im Gegensatz zum Meer): Je mieser
mir auf dem unfreundlichen Meer zumute war. desto
vergnügter befinde ich mich auf dem lieben F. (K. Mann.
Wendepunkt 409). dazu: -ttndtedi [-lendij] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): a) zum Festland (1) gehörend, kontinental:
-es Klima; b) durch die geographische Gegebenheit des
Festlandes (1) bestimmt: -e Sitten. Gebräuche. -land[s}sockel.
der: unter dem Meeresspiegel liegende, bis zu 200 m tiefe
Zone außerhalb des der Küstenhoheit eines Staates
unterliegenden Gebiets; Schelf: Ölbohrungen im F.; Der Bundestag
hat der teilweisen Grenzfestlegung im Festlandsockel
zwischen Deutschland und Dänemark zugestimmt
(Kommunalwirtschaft 3. 1966. 1); -laufen, sich <st. V.; hat): a)
<auch: -laufen; ist) [an einem Hindernis! steckenbleiben,
nicht mehr weiterkofnmen: das Schiff hat sich/ist im Packeis
festgelaufen; Ü als ... der Vormarsch sich in Stalingrad
in Straßen- und Labyrinthkämpfen festlief (Plievier.
Stalingrad 23); an seinem Widerstand liefen sich alle Ansätze
zu Neuerungen fest; b) (Ballspiele) die gegnerische Abwehr
nicht durchbrechen können: die Stürmer liefen sich an der
Abwehr fcct; -legbar [-le:kba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): so beschaffen, daß es festgelegt (1). genau bestimmt
werden kann: Für die Statistik ist die Frage wichtig, ob
die Melodie in bestimmten Sprachabfolgen eines
Sprechkunstwerks eindeutig f. ist (Seidler, Stilistik 232); diesen
<sw. V.; hat): 1. verbindlich beschließen, bestimmen, regeln,
vorschreiben: etw. schriftlich, testamentarisch f.; es wurde
festgelegt, daß ...; einen Termin. Bestimmungen, ein
Programm genau f.; gesetzlich/durch Gesetz/in einem Gesetz
festgelegte Rechte; Die Jeweils gegebene Regelung legt
fest, wer in ihrem Sinne Beamter ist (Fraenkel. Staat 36);
Der Tag läßt sich ziemlich genau f. (Gaiser, Jagd 128);
Genau wie in der Schule hatten wir einen festgelegten
Unterricht und Klassenarbeiten und Hausaufgaben (Leon-
hard. Revolution 52); die Hälfte der Mengen, wie sie für
die kämpfende Truppe festgelegt waren (Plievier,
Stalingrad 47). 2. sich, (auch:) jmdn. in bezug auf etw. binden,
verpflichten: du hast dich mit diesen Äußerungen festgelegt;
ich habe mich nicht. auf/(schweiz.:) über nichts f. lassen;
legen Sie mich bitte nicht darauf fest, daß ... (verlangen
Sie von mir keine bindende Zusage dafürIAuskunft darüber,
daß ...); Weitere Morde, auf die man sie f. (die man ihr
anlasten) wollte, stritt sie energisch ab (Noack. Prozesse
158). 3.a) durch Anbinden. Anklammern, Verkeilen o.a.
unbeweglich machen: die Tür mit einem Keil f.; b) (einen
Geldbetrag) langfristig anlegen: das Geld ist auf mehrere
Jahre festgelegt; Aber es (= das Geld) war doch
mündelsicher festgelegt, wir konnten es nicht abheben (Remarque.
Obelisk 62). 4. (selten) (ein Schiff) an ortsfesten Anlagen.
Vorrichtungen so festmachen, daß es sich trotz Sturm u.
Wind nicht von seinem Platz bewegen, daß es nicht
fortgetrieben werden kann: mit der Flut gingen wir wieder ankerauf
und kamen ... im Hafen von Kingston lipon Hüll an.
legten am Bollwerk des alten Marktes fest und verkauften
den... Rest unseres Fangergebnisses (Leip, Klabauterflag-
ge 19); <Abl. zu 1. 3:) -tegung. die; -. -en; diesen, sich
<st. V.; hat) (ugs.): beim Lesen vom Inhalt so fasziniert
werden, daß man länger liest als ursprünglich beabsichtigt:
das Buch ist so gut. daß ich mich [darin] festgelesen habe;
-liegen <st. V.; hat): 1. festgelaufen, -gefahren sein, nicht
weiterkommen: das Schiff liegt auf der Sandbank fest;
Die liegen in Siegburg mit Motorschaden fest (v. d. Grün.
Glatteis 304); Ü ... daß aber im Hintergrund des Herzens
meine Traurigkeit festliegt wie das Tief über Europa im
letzten Regensommer (Thielicke. Ich glaube 49). 2.
bestimmt, festgelegt sein; feststehen: der Termin für die
Unterredung liegt noch nicht fest; Gegenüber dem filmhaft
festliegenden und abrollenden Prozeß der Weltgeschichte ...
(Thielicke. Ich glaube 79); -lohn, der: vertraglich
abgesicherter Lohn; Mindestlohn: Würde der Lohn etwa durch
gewerkschaftliche Gewaltanwendung oder durch
gesetzliche Einführung von Mindestlöhnen oder Festlöhnen ...
überhöht werden (Rittershausen. Wirtschaft 17); -machen
<sw. V.; hat): 1. befestigen, fest anbringen: ein Poster mit
Reißzwecken an der Wand f.; sie brauchten eine
Viertelstunde, bis sie den Torpedo längsseits ihres Bootes f.
konnten (Ott. Haie 241); Ich packe meinen Tornister auf und
mache die Haken fest (Remarque. Westen 113); Ü
Dieser Mangel läßt sich vor allem an den folgenden drei
Punkten f. (feststellen, zeigen; Stamokap 163). 2. fest,
bindend vereinbaren: einen Termin, einen Treffpunkt [mit
jmdm.] f.; ein Geschäft f. (Kaufinannsspr.; abschließen).
3. (Seemannsspr.) (ein Schiff) an ortsfesten Anlagen.
Vorrichtungen so befestigen, daß es sich trotz Sturm u. Wind
nicht von seinem Platz bewegen, daß es nicht fortgetrieben
werden kann: das Schiff hatte am Kai festgemacht; die
beiden Linienschiffe hatten schon gegenüber der Western-
platte festgemacht (Grass. Hundejahre 294). 4. (Jägerspr.)
a) (ein Wildschwein) aufspüren u. umstellen: die Hunde
haben das Wildschwein festgemacht; b) (den Aufenthaltsort
von Marder u. Iltis) feststellen: er hat einen Marder
festgemacht; -meter, der od. das: Raummaß für 1 m3 feste
Holzmasse (Ggs.: Raummeter); Abk.: fm; -montieren <sw. V.;
hat): durch Montieren befestigen: einen Wasserhahn an
der Wand f.; -nageln <sw. V.; hat): 1. durch Annageln
befestigen: eine Leiste f.; er sitzt da wie festgenagelt; Ü
Der Armeestab... konnte nicht mehr umziehen, saß
mittendrin, war festgenagelt an der Stelle (Plievier. Stalingrad
296); er hat mich mit einem langen Gespräch festgenagelt
(ugs.; aufgehalten). 2. (ugs.) deutlich auf etw. hinweisen:
in einem Fernsehinterview nagelte er die Widersprüche
seines politischen Gegners fest; Er nagelte die Tatsache
fest. daß. wo der Kaffee eingedrungen sei. er sich in
allerkürzester Zeit zum Tyrannen aufgeschwungen habe (Jacob.
Kaffee 71). 3. (ugs.) svw. t festlegen (2): ich ließ mich
nicht, auf keine Aussage f.; Der Staatsanwalt nagelt die
Zeugin nochmals auf den Tag fest (Noack. Prozesse 24);
eine ... Revision der politischen Rolle, auf die (West)-
Deutschland nach dem Kriege festgenagelt wurde (Berliner
Zeitung 16. 3. 69. 6); -nähen <sw. V.; hat): durch Annähen
befestigen: den Mantelsaum (wieder] f.; -nähme I-na:ma].
die; -. -n: vorläufige Gefangennahme. Verhaftung: bei seiner
F. leistete der Dieb Widerstand; Das beweisen die -n.
die wir in den vergangenen Tagen durchfuhren konnten
(Cotton. Silver-Jet 15); -nehmen <st. V.; hat): vorläufig
gefangennehmen, verhaften: einen Verbrecher f.; bei den
Ausschreitungen während der Demonstration wurden fünf
Teilnehmer festgenommen; -Offerte* die (Kaufmannsspr.):
828
fest-, Fest-
festes Angebot: spinnen <sw. V.; hat) (nordd.): mit
Reißzwecken o.ä (an etw.) fest anbringen: der Großonkel ...
pinnte eine Spielkarte am Schrank fest (Fallada. Herr
194); er (= der Fetzen) wirkte wie festgepinnt (Schnurre.
Fall 53); -preis, der (Wirtsch.): staatlich od. vertraglich
festgelegter Preis (Ggs.: Richtpreis); -punkt der: 1. genau
gekennzeichneter u. seiner Lage nach bestimmter Punkt,
auf den Messungen im Gelände bezogen werden. 2.
Bezugspunkt für eine Temperaturskala (z. B. Siedepunkt u.
Gefrierpunkt des Wassers); -rammen <sw. V.; hat): durch Rammen
fest in etw. hineinbringen: Pfähle in regelmäßigen
Abständen f.; -reden, sich <sw. V.; hat): beim Reden auf ein
Thema kommen, das einen so beschäftigt, daß man länger
redet als ursprünglich beabsichtigt: ich hatte mich an
meinem Lieblingsthema festgeredet; -rennen, sich <unr.
V.; hat): 1. (ugs.) nicht mehr von etw. loskommen, sich
verrennen: du hast dich in dieser Sache festgerannt. 2.
(Ballspiele) svw.! -laufen (b): der Sturm rannte sich immer
wieder an der Deckung fest; -saugen, sich (saugte/(geh.:)
sog sich fest, hat sich festgesaugt/(geh.:) festgesogen):
saugend an etw. haften: die Zecke hatte sich an ihrer Wade
festgesaugt; Ü obwohl ihr Blick sich häufig irgendwo am
Fußboden festsaugte (Maass. Goufte 262); wie Gorons
knöpfchenartige Augen sich an ihrem unbeschriebenen
Briefbogen festsogen (Maass. GoufTö 36); -schmieden <sw.
V.; hat): (unlösbar! fest anschmieden: daß die Hölle ein
Ort sei. an den man festgeschmiedet werde (Thielicke.
Ich glaube 168); Sie war wie festgeschmiedet an ihn (Baum.
Paris 145); -Schmierstoff, der: aus feinverteiltem Festkörper
bestehender Schmierstoff (z. B. Graphit): Molykote A ist
eine vollstabilisierte Suspension von feinstverteiltem F.
in neutralem Mineralöl (Auto 6. 1965, 62); -schnallen
<sw. V.; hat): durch Anschnallen befestigen, festmachen:
die Jacke auf dem Rucksack f.; <f. + sich:) vor dem
Start schnalle ich mich am Sitz fest; -schrauben <sw. V.;
hat): [etw.. was sich gelockert hat od. locker ist] fest
anschrauben: eine Mutter. Kleiderhaken [an der Wand] f.;
-schreiben<st. V.;hat): (durcheinen Vertrago.ä)
[vorläufig/ festlegen: festsetzen: Konfliktsituation, die mit dem
Moskauer Vertrag... die Teilung Deutschlands festschrieb
(Welt23.7.75.6); Kürzungen von gesetzlichen
festgeschriebenen Leistungen (MM 23724. 8. 75. 1): Ü Fehler haben
alle gemacht. Aber es liegt kein Grund vor, sie in alle
Ewigkeit festzuschreiben (Hörzu 18. 1973. 20). dazu:
-Schreibung, die; -. -en; -sehen, sich <st. V.; hat): auf
etw. sehen u. längere Zeit den Blick nicht davon lösen können:
seine schwarzen Augen hatten sich sinnend festgesehen
(Th. Mann. Zauberberg 496); -setzen <sw. V.; hat): 1.
verbindlich beschließen, bestimmen, festlegen: Preise, einen
Termin für etw. f.; der Streitwert wurde auf 500 DM
festgesetzt. 2. in Haft nehmen, gefangensetzen: jmdn. wegen
Steuerhinterziehung. Rauschgiftschmuggel f. 3. <f. + sich)
a) im Laufe der Zeit zusammenkommen, sich ansammeln,
haftenbleiben: in den Aufschlägen der Hose hat sich viel
Schmutz festgesetzt; Ü ein Gedanke setzte sich in mir
fest; b) (ugs.) (von Menschen) sich [gegen anfängliche
Hindernisse! an einem Ort niederlassen: er hatte sich vor Jahren
hier festgesetzt; der Feind hat sich im Wald festgesetzt
(verschanzt). (Abi. zu 1. 2:> -Setzung* die; -. -en; -sitzen
(unr. V.; hat): l.a) gut befestigt sein: die Schrauben sitzen
fest; b) festhaften, sich nicht od. nur mit Mühe entfernen
lassen: der Schmutz sitzt ziemlich fest; Ü der Gedanke
hat lange in ihm festgesessen. 2.a) längere Zeit sitzen
bleiben, nicht fortgehen: wir haben bis nach Mitternacht
in der Kneipe festgesessen; b) gegen den eigenen Willen
an einer bestimmten Stelle bleiben müssen: wir sitzen/das
Auto sitzt 5 km von hier mit einem Motorschaden fest;
Ü ich sitze mit diesem Problem fest (ugs.; finde keine
Lösung)', -stampfen (sw. V.; hat): vgl. -treten; -stecken:
1. (sw. V.; hat) a) durch [An-. Hinein Istecken befestigen:
eine Blume im Knopfloch f.; b) durch Stecken mit Nadeln
in die gewünschte Form, an die gewünschte Stelle bringen:
den Kleidersaum, die Haare f. 2. (geh. auch st. V.; hat)
am Weiterkommen gehindert werden: wir steckten/(geh.:)
staken den halben Nachmittag in einem Stau auf der
Autobahn fest; Er (= der Wagen) steckte fest in einer
Schneewehe (Schnabel. Marmor 68); ... daß der Lkw ... hier in
der Menge feststak (Plievier, Stalingrad 159); -stehen (unr.
V.; hat): a) bestimmt, festgelegt, geregelt sein: der Termin
für die Prüfung steht noch nicht fest; eine feststehende
Reihenfolge; b) sicher, gewiß, unumstößlich sein: jmds.
Meinung. Entschluß steht [eindeutig] fest; es steht fest/fest
steht, daß ...; feststehende Tatsachen; -stellbar [-JtElba:?]
(AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): 1. so beschaffen, daß es
festgestellt da. b) werden kann: Durch die Einwirkung der
Menschen... sind die natürlichen Waldgesellschaften
weitgehend verschwunden und nur durch Rekonstruktion f.
(Mantel. Wald 27). 2. so beschaffen, daß es festgestellt
(2) werden kann: die Markise ist f.; -stellbremse, die
(Kfz.-T.): Handbremse im Auto: -stellen <sw. V.; hat):
l.a) in Erfahrung bringen, ermitteln: Jmds. Personalien,
seinen Standort f.; die Herkunft dieses Wortes läßt sich
nicht mit Sicherheit f.; wer an dem Unfall beteiligt war.
[das] können wir leicht f.; b) bemerken, erkennen,
wahrnehmen, konstatieren: eine Veränderung f.; man stellte einen
Einschuß am linken Oberarm fest; sie stellte fest, daß
ihr Plan gelungen war; c) als Wahrnehmung od. Tatsache
ausdrücklich, mit Entschiedenheit aussprechen: „Du siehst
müde aus", stellte er fest; ich muß hier mit aller
Deutlichkeit f.. daß ... 2. durch Einstellen festmachen, arretieren:
die Sessellehne in der richtigen Höhe f.. zu 2: -stelhebel.
der: Hebel, mit dem man etw. feststellen kann.
-Stellschraube, die: vgl. -stelihebel, -stelltaste, die: Taste der
Schreibmaschine, mit der man den Wagen (4) so einstellen kann,
daß nur Großbuchstaben geschrieben werden. -Stellung, die:
a) das Feststellen da). Ermittlung: die Angaben dienen
zur F. der Tatzeit; b) das Feststellen (1 b). Wahrnehmung.
Konstatierung: beim näheren Hinsehen machte ich die F..
daß das Bild schon sehr alt sein mußte; c) das Feststellen
(1 c). ausdrückliche Erwähnung, entschiedene Aussage: dazu
machte, traf er folgende -en: ...; ich lege Wert auf die
F., daß... (ich betone, daß...): der Redner beendete seinen
Vortrag mit der F.. daß .... dazu: -steDungsbescheid, der:
Bescheid des Finanzamtes, durch den bestimmte
Besteuerungsgrundlagen (nicht aber die Steuerschuld) festgestellt
werden. -rteUungsklage. die (Jur.): Klage, durch die nur
festgestellt werden soll, ob ein bestimmtes Rechtsverhältnis
existiert od. nicht. -Stellungsurteil, das (Jur.): vgl.
-Stellungsklage, -stellungsverfahren, das: vgl. -Stellungsklage;
-«toffrakete. die: Rakete, deren fester Treibstoff direkt
in die Brennkammer eingegossen u. dort polymerisiert wird:
-treten (st. V.; hat): durch Treten auf die betreffende Sache
fest, zusammenhängend machen: die Erde [wieder] f.; ein
festgetretener (durch Festtreten entstandener) Weg; R das
tritt sich fest! (salopp: 1. es ist nicht so schlimm, daß das
zu Boden gefallen ist [als Trost od. Beruhigung]. 2. als
scherzhafte Bemerkung, wenn jmdm. etw. auf den Boden
gefallen ist (z.B. ein Buch. Portemonnaie]. 3. das gibt
sich mit der Zeit): -trocknen (sw. V.; ist): fest antrocknen:
der Verband war an der Wunde festgetrocknet; Mmrisscn
(AdJ.; o. Steig.; nur attr.): a) klar abgegrenzt: ein -er
(auch: f<{st umrjssener) Begriff; b) bis ins einzelne gehend,
genau, detailliert: -e (auch: fest umrjssene) Vorstellungen;
-verwurzelt <Adj.: fester verwurzelt, am festesten
verwurzelt; nur attr.): mit den Wurzeln fest im Boden steckend:
eine -e (auch: fifst verwurzelte) Eiche; Ü eine -e (durch
festen Glauben unerschütterliche) Anschauung; -verzinslich
(Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bankw.): über einen langen
Zeitraum einen gleichbleibenden Zins abwerfend: -e Papiere;
-wachsen (st. V.; ist): fest anwachsen: im Bereich der
Narbe ist das Gewebe am Knochen festgewachsen;
-wühlen, sich (sw. V.; hat): sich wühlend fest in etw. eingraben:
daß das Fahrwerk der Maschine sich in dem lockeren
Sand festgewühlt haben mußte (Cotton, Silver-Jet 56);
-wurzeln (sw. V.; ist): fest an-, verwurzeln: der
eingepflanzte Baum ist noch nicht festgewurzelt; wie festgewurzelt
(unbeweglich, erstarrt) dastehen; Ü festgewurzelte
Traditionen; -ziehen (unr. V.; hat): fest an-,
zusammenziehenden Gurt ordentlich f.; ein festgezogener Knoten; -zurren
(sw. V.; hat) (bes. Seemannsspr.): festbinden: die Segelleine
f.; schlingernde, noch festgezurrte Hängematten des
Mannschaftslogis (Grass. Katz 15); das pechschwarze Haar
knapp über den Augenbrauen mit Lederbändern
festgezurrt (Express 6. 10. 68. 19).
Hqst-, F^st- (Fest; vgl. auch: Festes-): -abend, der: festliche
Abendveranstaltung: -akt, der: festlicher Akt (1 b): mui-
laß, der (Schweiz.): Festveranstaltung: zu diesem F. sind
alle Bürger eingeladen; -anspräche, die: vgl. -rede; -auf-
(Uhrung, die: Aufführung aus festlichem Anlaß: eine F. zur
Einweihung der Oper; -bankett, das: offizielles Fest-
829
feste
essen: abätzen, der (Schweiz.): Gedenkmünze: ^beitrag, der:
Beitrag zur Gestaltung eines Festes; ^beleuchtung, die:
festlich helle Beleuchtung: der Saal erstrahlte in F.; Ü
wozu diese F.? (ugs. scherzh.; warum brennt hier so viel
/ unnötige* i Licht?); *4>esucher, der; Mfekoratkm« die:
Dekoration jür ein Fest; ^empfang, der: festlicher Empfang; ~es-
sen, das: laus einem offiziellen Anlaß gegebenes) Essen
in festlichem Rahmen; * es ist mir ein F. (ugs. scherzh.;
ist mir ein Vergnügen); ^freude, (geh.:) Festesfreude, die:
Freude anläßlich eines Festes; ^gabe, die (geh.): Geschenk
anläßlich eines Festes; ^ganger, der (schweiz.):
Festbesucher; -gebend <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (schweiz.): ein
Fest veranstaltend: das -e Komitee; ^geiage. das
(abwertend): allzu üppiges Festessen; -geschenk. das: vgl. -gäbe;
^gewandt das (geh.): aus festlichem Anlaß getragenes
Gewand; -gotteadienst, der: Gottesdienst aus Anlaß eines
Festes; -halle, die: Halle für festliche!
Großveranstaltungen; <vMitte,die (schweiz.): svw. t ^zelt; -kalender.der (kath.
Kirche): unveränderlicher Jahreskalender, verbunden mit
den von Ostern unabhängigen i Heiligen jfesten; -kleid, das:
1. aus festlichem Anlaß getragenes Kleid. 2. <P1.) svw.
t-kleidung; -kleidung, die <o. PI.): aus festlichem Anlaß
getragene Kleidung; -komitee. das: Komitee, das
Organisation u. Durchführung eines Festes leitet; -konzert, das:
Konzert aus Anlaß eines Festes; -mahl, das (geh.): svw.
fressen; Muriner, der: jmd.. der als Ordner bei einem Fest
tätig ist; -piakette, die: aus Anlaß eines Festes
herausgegebene Plakette; -platz, der: Platz, auf dem / Volks feste.
Jahrmärkte o.a. veranstaltet werden; -Programm, das:
[Reihen ]folge der einzelnen Darbietungen eines Festes; -predigt.
die: Predigt in einem Festgottesdienst; -rede, die: anläßlich
eines Festes gehaltene Rede; -redner. der: jmd.. der eine
Festrede hält; -rübe. die (salopp): bei festlicher Gelegenheit
gerauchte idicke J Zigarre; -saal. der: Saal, in dem ein
Fest veranstaltet wird; -schießen, das; -s.das Schießen mit
Böllern (1) anläßlich eines Festes; -schmaus* der (scherzh.):
svw. t-essen; -schmuck, der: die ganze Stadt prangt im
F.; -schrift. die: aus mehreren, von verschiedenen Autoren
verfaßten Beiträgen bestehende Veröffentlichung, die zu
einem Jubiläum herausgegeben wird: eine F. zum
tausendjährigen Bestehen der Stadt, zum 70. Geburtstag des
bekannten Dichters; -Sitzung, die: -spiel, das: 1. Bühnenstück,
das aus festlichem Anlaß geschrieben wurde. 2, <P1.)
periodisch wiederkehrende, sich über einen bestinunten Zeitraum
erstreckende Serie festlicher Veranstaltungen, bei der
mehrere Bühnen- u. Musikstücke od. Filme aufgeführt werden.
dazu: -spielhaus, das: Theatergebäude, in dem Festspiele
stattfinden, -spiebtadt. die: die F. Salzburg; -stiege,
die (österr.): aufwendig u. festlich gestaltete Treppe;
Prunktreppe: die Bequemlichkeit des Lifts zugunsten eines
gemächlichen Hinaufsteigens über die zierliche F. abzulehnen
(Presse 23. 6. 69); -stfanmung. (geh..) Festesstimmung,
die: festliche Stimmung; -tafel, die (geh.): für ein Festessen
gedeckte, festlich geschmückte Tafel; Mag, der: 1. Tag.
der jmdm. od. einem Ereignis zu Ehren festlich begangen
wird: ein hoher, kirchlicher F.; zu seinem F. kamen viele
Glückwünsche; Ü es waren -e. wenn er sich stark und
sicher genug fühlte, etwas zu riskieren (Böll. Adam 22).
2, <P1.) periodisch wiederkehrender Zeitraum von mehreren
Tagen, in dem Festspiele stattfinden, zu 1: -tfiglkh <Adj.;
o. Steig.): dem Festtag entsprechend, angemessen,
feiertäglich: in -er Kleidung; f. gestimmt sein, -tags <Adv.):
an einem Festtag, an Festtagen: f. trifft sich die ganze
Familie, -tagsfreude, die. -tagskleidung, die. -tagsstkn-
mung, die; -tenü, das (schweiz.): festlicher Anzug, insbes.
festliche Uniform; -umzug, der: Umzug aus Anlaß eines
Festes; -Veranstaltung, die: Veranstaltung aus Anlaß eines
Festes; -Versammlung, die: Versammlung aus Anlaß eines
Festes; -Vorstellung, die: vgl. -aufluhrung; -Vortrag, der:
vgl. ^rede; ^wiese.die: vgl. ^platz; -woche, die: 1, Woche,
die von einem größeren Fest mit mehreren
Festveranstaltungen od. von mehreren Festen geprägt ist. 2. <Pl.) periodisch
wiederkehrender Zeitraum von mehreren Wochen, in dem
Festspiele stattfinden; -zeit, die: Zeit, in der ein Fest
stattfindet od. mehrere aufeinanderfolgende Feiertage gefeiert
werden; -zeit, das: auf einem Festplatz aufgestelltes großes
Zelt, in dem für die Besucher eines / Volks j festes
Erfrischungen u.a. bereitgelialten werden; -zug, der: vgl. -umzug.
feste [Teste]:! fest (3 c).
Feste [-]. die; -. -n [mhd. veste. ahd. fest! = Festigkeit.
befestigter Ort] (veraltet): l.a) (in Verbindung mit Namen
auch: Veste) befestigte Burg% Festung: eine F. erstürmen;
Veste Coburg; b) Befestigung: Ich ... redete mir ein. ich
müsse das (= das Kapitel) zb.Ende bringen, und wenn
die Erde aus ihren -n fiete fHagelstaruje. Spielball 182).
2, (dichter.) Himmel/ sgewölbe j. Firmament.
festen [Testn] <sw. V.; hat) (bes. Schweiz.): ein Fest. Feste
feiern: wir haben letzte Woche fast ununterbrochen
gefestet.
Festes-: -freute, die <o. PI.) (geh.): svw. f Festfreude; -glänz,
der (geh.): prachtvolle Ausschmückung anläßlich eines
Festes: Die Stadt... präsentierte sich im F. (K. Mann.
Wendepunkt 414); -Stimmung,die <o. PI.) (geh.): svw.
tFeststimmung.
festigen [TestignJ <sw. V.; hat): a) stärken, kräftigen; fester,
widerstandsfähiger machen; stabilisieren; konsolidieren:
eine Freundschaft, ein Bündnis f.; er hat seine Stellung
gefestigt; die Arbeit hat ihn charakterlich gefestigt; eine
gefestigte (in sich sichere) Persönlichkeit; ein in sich
gefestigtes Imperium; b) <f. + sich) stark, kräftig,
widerstandsfähig werden; sich stabilisieren: jmds. Gesundheit festigt
sich wieder; die Beziehungen zwischen den beiden Ländern
haben sich gefestigt; <Abl.:) Fertiger, der; -s, -: kurz für
t Haarfestiger: Festigkeit, die; -: 1. Widerstandsfähigkeit
gegen Bruch; Haltbarkeit: der Grad der F. eines Materials,
Bauteils; Ü die F. (Stabilität) eines Verhältnisses, eines
politischen Systems. 2.a) Entschlossenheit: mit F.
auftreten; b) Statthaftigkeit: er verfolgt seine Ziele mit großer
Geduld und F.. <Zus. zu 1:) Festigkeitslehre, die <o. PI.)
(Technik): Lehre von der Bestimmung der Verformungen
u. Spannungen, denen Werkstoffe. Bauteile u. ä. bei
Belastung unterliegen. Festigkeitsprüfung, die; Festigung, die;
-. -en <P1. ungebr.): das Festigen: die F. des Bündnisses.
festtau lente! [f£s'ti:na 'tenta; lat.J: Eile mit Weile! (nach
Sueton ein häufiger Ausspruch des römischen Kaisers Au-
giistus).
Festival ['festival. 'festival]. das. (schweiz. auch:) der; -s.
-s [engl, festival < afrz. festival = festlich, zu lat. festivus
= festlich, zu festus. t FestJ: 1. in regelmäßigen Abständen
wiederkehretide] kulturelle Großveranstaltung I von
besonderem künstlerischem Anspruch j. Festspiele: das F. des
experimentellen Theaters findet am ... statt; das am frenetischsten
gefeierte F. des Sports, die Olympischen Spiele (Welt 28.
11. 64. IS); auf dem F. kam es zu Ausschreitungen. 2.
(DDR) Weltfestspiele der Jugend u. Studenten;
Festivalbesucher, der; -s. -; Festivalier [festiva'lje:]. der; -s. -s <meist
PL): Teilnehmer an einem Filmfestival: professionelle
Filmkenner und -s (Gregor. Film 226); Anneliese Theobald
... und Irmgard König fühlen sich von den -s wie
auf Händen getragen" (MM 13. 10. 73. 21); Ffstivalveran-
stalter, der; -s. -; Festivität [festivi Le:t], die; -. -en [lat.
festivitäs] (veraltet, noch ugs. scherzh.): Festlichkeit: im
Stockwerk über uns ist wieder mal eine F. im Gange!;
festivo [festi:vo] <Adv.) [ital. festivo < lat. festivus. t
Festival] (Musik): festlich, feierlich.
festlich <Adj.): a) den Charakter eines Festes habend,
glanzvoll, sehr eindrucksvoll: -e Stunden; ein -es Konzert; die
Stimmung war ausgesprochen f.; b) einem Fest gemäß,
angemessen, entsprechend: -e Kleidung. Beleuchtung: jmds.
Geburtstag f. begehen; der Saal ist f. geschmückt; <Abl.:>
Festlichkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.) festliche Stimmung:
die F. dieses Augenblicks. 2. festliches Ereignis, festliche
Veranstaltung: die mehrtägigen -en aus Anlaß der
Tausendjahrfeier; die gesamte Parteispitze wird an dieser F.
teilnehmen.
Feston [fes'tö:], das; -s. -s [frz. feston = Girlande < ital.
festone, eigtl. = Festschmuck, zu: festa = Fest < vlat.
festa. t Fete]: 1. Schmuckmotiv von bogenförmigen Gehängen
aus Blumen. Blättern od. Früchten in Baukunst.
Kunstgewerbe u. Malerei. 2. mit Festonstichen befestigter bogen- od.
zackenförmiger Rand eines Stück Stoffs; festonieren [festo-
ni:rsn] <sw. V.; hat): 1. mit Festons (1) versehen. 2. (einen
Stoffrand) mit Festonstickerei abschließen: festoniertes
Biberoberbettlaken; Festonstich, der; -[e]s. -e: Zierstich, der
meist als Randabschluß, oft in Bogen od. auch Zacken,
verwendet wird; Festonstickerei, die; -, -en.
festoso [fes'to:zo; ital. festoso. zu: festa = Fest < vlat.
festa. tFete]: svw. t festivo.
Festung [Testunl. die; -. -en [1: mhd. vestunge. zu: vesten.
• ahd. festen = befestigen] (früher): 1. stark befestigte, strate-
830
fett-, Fett-
gischen Zwecken dienende Verteidigungsanlage /oft mit
mehreren Forts I; Zitadelle: eine uneinnehmbare F.; die
F. ist gefallen (erobert worden): eine F. belagern, sturmreif
machen, stürmen, erobern, einnehmen, schleifen; der
Versuch, die F. zu entsetzen, mißlang; beim Ausbruch aus
der F. 2. Festungshaft: jmdh. zu 15 Jahren F. verurteilen.
Festung»- (Festung 1): -anläge, die: Gesamtkomplex einer
Festung: -artillerie, die; -bau, der <P1. ...bauten): 1.
Festung: der F. erstreckt sich über den ganzen Bergrücken.
2. <o. PI.) das Bauen einer Festung: Material für den F.
heranschaflen. 3. <o. PI.) die Kunst, Festungen zu bauen:
der englische F. des 16. Jahrhunderts; -gelfinde, das:
obgleich diese (= die alte Kölner Rheinbrücke) inmitten
des streng überwachten -s lag (Menzel. Herren 87);
-graben, der: eine Festung umgebender
Verteidigungsgraben; -haft,die (früher): in einer Festung zu
verbüßende I nicht entehrende Haft strafe bei militärischen u.
politischen Vergehen: zu 5 Jahren F. verurteilt werden;
-koramandant, der; -mauer, die; -spiel, das: Brettspiel
mit Steinen für 2 Spieler, bei dem ein Teil des Spielfelds,
die ,.Festung", nach bestimmten Regeln von einem Spieler
verteidigt u. vom andern Spieler angegriffen wird; -wall,
der.
fetal [fe'ta:l], (auch:) fötal [fo'tailKAdj.; o. Steig.: nur attr.)
[zu T Fetus] (Med.): a) den Fetus betreffend: die -e
Entwicklung; b) zum Fetus gehörend: -es Gewebe.
Fete [fe:to. fe.to]. die; -. -n [frz. fete < vlat. festa =
Fest, subst. Fem. von lat. festus = festlich; vgl. Fest]
(ugs. scherzh.): fröhliche Feier in kleinerem Rahmen,
kleineres Fest: das war eine tolle F.; eine F. machen; Der
Oberleutnant gab eine Fete aus Anlaß seiner Beförderung (H.
Kolb. Wilzenbach 162); Also Silvester war ich auf einer
F. (Hornschuh. Ich bin 29).
Fetialen [fe'tj>ia:bn] <P1.) [lat. fetiäles. PI. von: fetiälis. zu:
*fetis = Satzung. Gesetz]: Priesterkollegium im alten Rom,
das die für den völkerrechtlichen Verkehr bestehenden
Vorschriften überwachte.
fetieren [fe'ti:ren] <sw. V.; hat) [frz. feter, zu: lete. IFete]
(veraltet): durch ein Fest ehren: jmdn. f.
Fetisch [fe:Uf]. der; -s. -e [frz. fetiche < port. feiti^o =
Zauber(mittel). eigtl. = (Nach)gemachtes. künstlich
Zurechtgemachtes < lat. factlcius = nachgemacht, künstlich,
zu: facere = machen] (Völkerk.): heiliger Gegenstand, dem
magische Kräfte zugeschrieben werden; Götzenbild: einen
F. verehren, anbeten; Ü Ihr (= der Kulturkritik) oberster
F. aber ist der Begriff der Kultur als solcher (Adorno.
Prismen 12); fetischisieren [fetiji'zi:nm] <sw. V.; hat) (bil-
dungsspr.): zum Fetisch erheben, zum Abgott machen: die
Notstandsgesetzgebung ist von beiden Seiten fetischisiert
worden (Spiegel 24. 1968. 26); dazu: Fetisditskrung, die;
-. -en; Fetischismus [feti'f ismos]. der; -: 1. (Völkerk.) Glaube
an die magischen Kräfte eines Fetischs. Verehrung eines
Fetischs. 2. (Psych.) sexuelle Fehlhaltung, beider
Gegenstände, die dem vom Fetischisten verehrten od. begehrten
Menschen gehören, als einzige od. bevorzugte Objekte sexueller
Erregung od. Befriedigung dienen; Fetischist [feti'f ist], der;
-en, -en: 1. (Völkerk.) jmd.. der an die magischen Kräfte
eines Fetischs glaubt, einen Fetisch verehrt. 2. (Psych.)
Person, die an Fetischismus (2) leidet; fetischistisch <Adj.; o.
Steig.): den Fetischismus (1,2) betreffend.
fett [fet] <Adj.; -er. -este) [mniederd. vet. eigtl. 2. Part,
eines germ. Verbs mit der Bed. „fett machen44]: l.a) viel
Fett enthaltend, fettreich: -er Käse; -e Kost; -er Speck
(Speck, der kein od. nur wenig mageres Fleisch enthält);
eine -e Hautcreme; die Suppe ist sehr f.; [gern] f. (fettreiche
Speisen) essen, kochen; b) überfettet: kosmetische
Präparate für -e Haut, -es Haar; c) sehr dick, mit viel Fettgewebe
ausgestattet (Ggs.: mager): ein -es Schwein; eine -e Gans;
ein -er (abwertend; sehr beleibter, korpulenter) Mann; f.
sein, werden; Ü davon wirst du/wird man nicht f. (ugs.;
das bringt nicht viel ein. rentiert sich nicht). 2.a) üppig,
kräftig, ertragreich: -er Boden; -erKlee; Ü (ugs.:) -e (große)
Beute machen; eine -e (reiche) Erbschaft; b) (ugs.) auf
materiellen Wohlstand gegründet, reich: wir erlebten -e
Jahre, Zeiten; f. leben. 3. (Druckw.) (von gedruckten
Buchstaben) durch besondere Breite u. Größe gekennzeichnet (Ggs.:
mager): -e Lettern. Schlagzeilen; dieses Wort muß f.
gedruckt werden. 4. <o. Steig.; nur präd.) (landsch. salopp)
völlig betrunken: unser Nachbar kam gestern ganz schön
f. nach Hause; Fett [-]. das; -[e]s. -e [mniederd. vet(te)]:
1. aus tierischen od. pflanzlichen Zellen gewonnener od.
synthetisch hergestellter fester, halb fest er od. flüssiger Stoff,
der hauptsächlich aus den Estern des Glyzerins u. Fettsäuren
besteht u. als Nahrungsmittel od. für industriell-technische
Zwecke verwendet wird: industrielle, technische,
pflanzliche, naturbelassene, denaturierte -e; das F. brutzelt in
der Pfanne; F. auslassen; überflüssiges F. abschöpfen,
abschäumen; das Kuchenblech mit F. bestreichen; es roch
nach ranzigem Fett; *das F. abschöpfen/von der Suppe
schöpfen (ugs.; das Beste für sich nehmen, so daß für die
anderen nur weniger Gutes übrigbleibt)', sein F. [ablbekom-
men, [abikriegen (ugs.; verdientermaßen für etw. getadelt,
bestraft werden; urspr. wohl ein iron. Vergleich mit dem
früheren Brauch des gemeinsamen Schweineschlachtens,
bei dem jeder Besitzer eines Schlachttieres eine bestimmte
Menge Fett erhielt): wenn es schon sie traf, dann wollte
sie dafür sorgen, daß die alte Hexe ebenfalls ... ihr F.
bekam, daß sie hier flog (Simmel. StofT 87); sein F.
[weglhaben (ugs.; die verdiente Strafe bekommen haben):
Der Rächer kostet den Nachgeschmack vollzogener Rache
aus: „Der hat sein F. Nun sind wir quitt!" (Grass.
Hundejahre 478); im F. sitzen/schwimmen (ugs.; im Wohlstand
leben). 2. Anhäufung von Fettgewebe im Körper von
Menschen u. Tieren: die Gans hat sehr viel F.; F. ansetzen
(an Gewicht zunehmen); Ü von seinem F. zehren (ugs.;
von Reserven leben; nach der Gewohnheit des Dachses,
während des Winterschlafs von den eigenen Fettvorräten
zu leben); im eigenen F. ersticken (ugs.; am Wohlleben
zugrunde gehen)', im eigenen F. schmoren (ugs.; mit
selbstverschuldeten Schwierigkeiten nicht fertig werden)'. Spr F.
schwimmt [immer] oben (scherzhafte Äußerung, die
besagen soll, daß dicke Leute auf Grund ihres Fettes keine
Angst zu haben brauchen, daß sie ertrinken; Ü wer ein
gutes finanzielles Polster hat. wird stets durch alle
Schwierigkeiten u. Notlagen hindurchkommen, wird nicht untergehen).
f^tt-, F$tt-: -ablagenmg, die (Med.. Physiol.): Ablagerung
von Fett im Körper; -ähnlich <Adj.; o. Steig; nicht adv.>:
-e Stoffe; Minsatz, der: (am Körper sichtbare] Ablagerung
von Fett; -ann <AdJ.; nicht adv.>: (von Speisen) niedrigen
Fettgehalt aufweisend, arm an Fett (Ggs.: ^reich): -e Kost.
Milch; -artig <Adj.; o. Steig.): vgl. -ähnlich: -äuge, das:
Fett tropfen an der Oberfläche einer heißen Flüssigkeit (z. B.
einer Suppe): auf der Bouillon schwimmen zahllose -n;
Mit aufgeworfenen Lippen schielte er auf den Teller, als
ob er die -n zählen wollte (Bieler. Bonifaz 160); -bauch.
der (salopp abwertend): 1. fetter Bauch. Schmerbauch:
streck deinen F. nicht so in die Gegend! 2. Person mit
fettem Bauch; den F. kann ich nicht leiden; -bauchig [...b^y-
919] <Adj.; nicht adv.) (ugs.): einen fetten Bauch habend;
-bedarf, der: für die Ermhrung des Menschen notwendige
Menge an Fett; ^brot. das (landsch.): mit Schmalz
bestrichenes Brot; -Chemie, die: Chemie der Fette; Mrreme,
die: Hautcreme mit hohem Fettgehalt; -depot, das (Med..
Physiol.): Fettablagerung im Körper; -dicht <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: so beschaffen, daß kein Fett durchdringen kann:
-es Papier; -druck, der (Druckw.): Druck in fetten (3)
Lettern; -durchwachsen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von
Fettgewebe durchzogen; -embolie, die (Med.): durch einen
in die Blutbahn geratenen Fetttropfen ausgelöste Embolie;
-farbstoff, der (Chemie): in Fetten u. ölen löslicher
Farbstoff; ^fein <Adj.; o. Steig.) (Druckw.): (von zwei Linien)
stark u. schwach parallel laufend; -film, der: dünne
Fettschicht; -fleck, (auch:) -flecken,der: durch Fett
hervorgerufener Fleck: auf dem Briefbogen ist ein F.; -e in Seide
werden ... mit geschabter Kreide ... bedeckt (Hörn. Gäste
157); -fleckig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: mit Fettflecken
bedeckt; voller Fettflecke; ~frei <Adj.; o. Steig.): von Fett
frei: -e Kost; f. kochen, essen; -füttern <sw. V.; hat):
(ein Tier) mästen: Schweine f.; (derb auch von Menschen:)
Man fütterte ihn (= Harcamone) fett in seiner Zelle (Genet
[Übers.]. Miracle 108); -gans, die: Gans, die sehr viel Fett
hat; -gebäck, das: Gebäck aus Hefeteig, das in heißem
Fett schwimmend gebacken wird; -aedruckt <Adj.; fetter
gedruckt, am fettesten gedruckt; nur attr.): mit fetten (3)
Lettern gedruckt: -e Schlagzeilen; -gehalt, der: Gehalt an
Fett: Milch mit einem F. von 3.5%; -gerber, der: jmd..
der die Fettgerberei beherrscht (Berufsbez.); -»erberei, die:
besonderes Gerbverfahren mit Hilfe von Tran u. Sauerstoff
zur Herstellung weicher Leder; -geruch, der: Geruch, der
von heißem Fett ausströmt; -geschwulst, die (Med.): gutarti-
831
Fette
ne Geschwulst aus Fettgewebe: -gewebe, das (Med.. Phy-
siol.): Bindegewebe aus Fettzellen: -glänz, der; ^fttnzend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von Fett glänzend: -e Haut;
ein -es Gesicht; -griebe, die; -haltig <Adj.; nicht adv.):
Fett enthaltend: -e Nahrungsmittel; -Mltig <Adj.; nicht
adv.) (österr.): svw. t-haltig; ^ftlung* die: Verfahren
der Lebensmitteltechnik, flüssige Fette durch Anlagerung
von Wasserstoff in feste zu überführen: -haushält, der:
vgl. -Stoffwechsel; -henne, die: Vertreter einer als Stauden
od. Kräuter vorkommenden Gattung der Dickblattgewächse
mit fleischigen Blättern u. strahligen Blüten: -hering, der:
besonders fetter Hering: -herz, das (Med.): krankhafte
Vermehrung von Fettgewebe im Herzen: -klofl, der (ugs.
abwertend): fetter Mensch: Er (= der Ehemann) darfauch
kein F. sein (Hornschuh. Ich bin 54); -klumpen, der: eine
Ansammlung von Fett: -kohle, die: für die Erzeugung von
Koks geeignete, besonders kohlenstoffreiche Steinkohle:
-köiper, der: weißlich bis dunkelgelbes Depotfett cun Darm
u. unter der Körperoberfläche von Insekten: -kraut, das:
insektenfressende Pflanze: -kreide, die: Fett enthaltende
Kreide: -lebe, die; - (landsch.): üppiges Leben. Wohlleben:
wo du ... so in der F. sitzt (Fallada. Jeder 402); *F.
machen (gut u. üppig essen, leben): Ich möchte doch wieder
F. machen und mir nicht die Zehen abfrieren (Döblin.
Berlin 135); -leber, die (Med.): krankhaft erhöhter
Fettgehalt des Gewebes der Leber: Schließlich wird in 60 bis
90 Prozent aller Gichtfälle auch eine F. diagnostiziert
(Hörzu 18.1973. 131); -leibte [...hübu;] <Adj.; nicht adv.)
(geh.): (von Menschen) sehr dick, beleibt, korpulent, dazu:
-leibigkeit, die; - (geh.): Beleibtheit. Dicke. Korpulenz:
krankhafte F.; -los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ohne
Fett, kein Fett enthaltend: -e Diät; -löslich <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: in Fett löslich: -e Vitamine; -marke, die: (in
Zeiten rationierter Lebensmittelausgabe auf eine
Lebensmittelkarte aufgedruckte) Marke, auf die Fett in
vorgeschriebener Menge abgegeben wird: Gerade schaffen wir die Fleisch-
und Fett- und Zuckermarken ab (Kant. Impressum 341);
-massen <P1.>: große Anhäufung von Fettgewebe, fettem
Fleisch: die F. seines Körpers; -mops, der (ugs.): sehr
dicker Mensch: -nfipfchen, das nur in der Wendung [bei
imdmj ins F. treten (ugs. scherzh.; durch eine unbedachte,
unkluge Äußerung o. ä. jmds. Unwillen erregen, einen
Fauxpas begehen: nach der Ungeschicklichkeit, die früher jmd.
beging, der in das neben der Tür stehende Näpfchen mit
[Stiefellfett trat): in der Religionsstunde, da bin ich ins
F. getreten (Jaeger. Freudenhaus 162); -pflanze, die:
Pflanze mit besonderen, wasserspeichernden Geweben in Wurzeln.
Blättern od. im Stamm, die hauptsächlich in trockenen
Gebieten vorkommt: -polster,das: vgl. -ablagerung: überflüssige
F. abbauen; Ü die Firma besitzt ein ausreichendes F.
(Reservekapital): -presse, die (Technik): Gerät zum Schmieren
von Lagern eines Fahrzeugs, das so lange Fett eindrückt,
bis es seitlich aus dem Lager wieder austritt: -puder, der.
landsch. auch: das (Kosmetik): Puder, der mit Fettstoffen
hergestellt wird: -reich CAdj.; nicht adv.>: (von Speisen)
viel Fett enthaltend, reich an Fett (Ggs.: -arm): -e Kost;
-sack, der (derb abwertend): fetter Mensch: Zusammen
mit einem alten ... Lagerpolizisten stieß er den F. vor
sich her (Simmel. StofT65); -salbe, die (Kosmetik): Salbe,
die die Haut mit einem Fettfilm überzieht: -sau, die (vulg.
abwertend):/?//er Mensch: -säure, die (Chemie): Vertreter
einer Klasse von organischen Säuren, die den
Hauptbestandteil tierischen u. pflanzlichen Fetts darstellen: gesättigte
u. [höher] ungesättigte -n; -Schicht, die: Schicht von
flüssigem od. festem Fett: -schminke, die: bes. als
Theaterschminke verwendete Schminke auf der Grundlage einer fetten
Salbe: -schnitte, die: svw. f-brot; -sdiwanzschaf, das:
Vertreter einer in Afrika u. Asien gezüchteten Rasse von
Hausschafen, die bei Bedarf von ihren im Schwanz
abgelagerten Fettdepots lebt: -schwein, das (Landw.): Schwein, das
bei einem bestimmten Gewicht einen hohen Fettanteil besitzt
u. für die Herstellung von Dauerwaren bestens geeignet
ist: -seife, die: Seife mit hohem Fettgehalt: -spaltend <Adj.;
0. Steig.; nur attr.) (Chemie): Fettspaltung auslösend: -e
Enzyme, dazu: -Spaltung, die (Chemie): Aufspaltung der
Fette u. fetten öle in freie Fettsäuren u. Glyzerin: -steiß,
der: 1. (bes. Anthrop.) starke Fettablagerungen im Bereich
des Steißbeins als Rasseneigentwnlichkeit. 2. (salopp) fettes
Gesäß: die hat aber einen ganz schönen F.!; -stift, der:
1. fetthaltiger Farbstift zum Schreiben auf glatten
Oberflächen. 2. Fettcreme für die Lippen in Form eines Lippenstifts:
-Stoffwechsel, der (Med.. Physiol.): Gesamtheit der
chemischen Umwandlungen, denen die Fette als Nährstoffe im
Körper unterworfen sind: -stirfil, der (Med.): > lehmartiger /
Stuhl mit reichlichem Gehalt an Fettsäuren u.a.: ^sucht,
die (Med.): übermäßige Vermehrung od. Bildung von
Fettgewebe, krankhafte Fettleibigkeit: -triefend <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): von Fett triefend: -tropfen, der: Fett in Form
eines Tropfens: -tusche, die (nicht getrennt: Fettusche):
fetthaltige Tusche: -vorrat, der; -wanst, der (derb
abwertend): svw. f -bauch (1.2); -werden, das in der Verbindung
das ist nicht zum F. (ugs.; das ist zuwenig: das reicht nicht):
-wubt, der od. die: aus Fettgewebe bestehender Wulst:
-zelle, die <meist PI.) (Physiol.): der Speicherung von
Fetttröpfchen dienende Bindegewebszelle.
Fette [feto], die; - (geh.): svw. tFettheit: Er war klein,
von orientaler F. (Ceram. Götter 263); fetten [fetn] <sw.
V.; hat) [spätmhd. vetten = fett machen od. werden <
mniederd. vetten. zu t fett]: 1. mit Fett einreiben,
einschmieren: Schuhe f.; ein gefettetes Backblech; den Teig ... in
eine gefettete Springform legen (Hörzu 36, 1975. 82). 2.a)
Fett absondern, abgeben: eine fettende Creme; b) Fett
annehmen, durchlassen: Aber der Feldkoch hatte ihm schon
ein Paket gemacht, dessen Papier fettete (Gaiser, Jagd
76); Fettheit, die; -: das Dick-. Fettsein. Beleibtheit: seine
F. bereitete ihm manche Beschwerden; fettig <Adj.): a)
fetthaltig: eine -e Substanz; die -en Flöze ... bergen den
größten Erdölvorrat der Erde (Spiegel 15. 1966. 166); b)
mit Fett durchsetzt, bedeckt, beschmiert: -es Papier; sich
den -en Mund abwischen; meine Haare sind f. und müssen
gewaschen werden; <Abl.:> Fettigkeit, die; -. -en: 1. <o.
PI.) das Fettigsein. 2. <P1.) (ugs.) fettreiche Nahrungsmittel:
er wird von seiner Frau mit -en versorgt.
Fetus [fe:tos]. Fötus [T0:tos]. der; - u. -ses. -se u. ...ten
[tat. fetus. foetus. eigtl. = das Zeugen. Gebären] (Med.):
i menschlicheI Leibesfrucht vom dritten Monat der
Schwangerschaft an.
Fetz [feto], der; -es. -e [zu f Fetzen] (landsch.. bes. südd.):
niederträchtiger, gemeiner Kerl: Lump: Sie Lump! Sie F.!
... nur aufregen kann man sich bei Ihnen (Graber.
Psychologie 86); Fftzchen, das; -s. -: f Fetzen (1 a); fetzebi [fetsfn]
<sw. V.; hat) (landsch.): in Fetzen (1 a) zerreißen: fetzen
[fetsn] <sw. V.): 1. (ugs.) mit Gewalt od. unachtsam [in
FetzenI reißen (hat): sie fetzten die Wahlplakate von den
Tafeln; Auf dem Weg zur ersten Kriegschristmette hatte
ihm ein verirrtes Gewehrgeschoß den Vorderreifen von
der Felge gefetzt (Kant. Impressum 179); ü der Wind
fetzte den Rauch schnell über ihre Köpfe (Fries. Weg
287). 2. (bes. Schülerspr.) sich sehr schnell fortbewegen,
eilen <ist): er fetzte mit dem Rad um die Ecke. 3. *das
fetzt (Jugendspr.; das paßt, das ist prima, toll); Fetzen
[-]. der; -s. - [la: mhd. vetze. zu: vassen = kleiden; vgl.
fassen; 3: wohl gek. aus: Fetzenrausch, zu mundartl. Fetzen
= etw. Massiges. Gewaltiges. Wüstes]: l.a) <Vkl. tFetz-
chen) unregelmäßig abgerissenes Teilstück eines dünnen
Materials, bes. Stoff. Papier: ein F. Papier; das Kleid
hing ihr in F. von den Schultern; die Haut ging ihm
in F. runter; etw. in F. Izerjreißen; etw. geht in F. (ugs.;
zerreißt): ... daß die F. fliegen (ugs.; rücksichtslos, hart):
wir mußten arbeiten, daß die F. [nur so] flogen; b) (meist
PI.) zusammenhangloses Stück von etw.. Ausschnitt: F. eines
Gesprächs, von Tanzmusik klangen herüber. 2. (ugs.
abwertend) a) billiges, schlechtsitzendes Kleid: b) (österr.)
Arbeitsschürze: einen F. umbinden; c) (österr.) Scheuertuch:
Staubtuch. 3. (österr. ugs.) Rausch: er hat einen ganz schönen
F.; <Zus.:) F^tzenball, der (österr.): 1. Stoffball. 2.
Maskenball: Fftzenschfidel. der (österr.): Dummkopf
feucht [fgy^t] <Adj.; -er. -este) [mhd. viuhte. ahd. fuht(i)]:
mit Wasser o. ä. geringfügig durchtränkt od. bedeckt, ein
wenig naß: ein -es Handtuch; -e Umschläge machen; die
Zeitung ist noch f. vom Druck; das Gras war f. von
Tau; den Boden f. (mit einem feuchten Lappen) aufwischen;
-e (viel Wasserdampf enthaltende) Luft; er machte einen
Sprung in das -e Element (scherzh.; ins Wasser); ihre Augen
waren, schimmerten f. (sie hatte Tränen in den Augen):
Ü ein -er Abend (ugs. verhüll.; Abend, an dem viel Alkohol
getrunken wird).
feucht-. Feucht-: -behandking, die: Behandlung mit flüssigen
Stoffen: das Material verträgt [keine] F.; -fröhlich <Adj.;
o. Steig.) (ugs. scherzh.): im Zusammenhang mit Alkohol
832
teuer-, Feuer-
fröhlich u. ausgelassen: eine -e Gesellschaft: Ü eine -e
Stimmung; ein -er Abend; ^hdß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
feucht u. heiß: ein -es Klima; Feuchtheiße Kompressen
auf den Leib haben ... eine lindernde ... Wirkung (M.
O. Bruker. Leber. Galle. Magen. Darm 31975, 139); -k»lt
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): feucht u. kalt: -e Hände;
-kühl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -kalt: -raumarma-
tur. die (Technik): zur Installation in feuchten Räumen
od. im Freien bestimmte elektrische Schalter. Abzweigdosen
u.a.. die durch besondere Malinahmen vor dem Eindringen
von Feuchtigkeit geschützt sind; -schütz, der (Schweiz.):
Feuchtigkeitsschutz: -w^rm <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
feucht u. warm: -e Witterung; -wüsche, die: in einer
Wäscherei gewaschene u. geschleuderte Wäsche, die der Kunde
bei sich zu Hause trocknet.
Feuchte [foy<;U>]. die; - [mhd. viuhte. ahd. fuhte] (geh.):
Feuchtigkeit, bes. der Luft: die dampfende F. des Regens;
Temperatur und F. messen; feuchten [Tgyftn] <sw. V.;
hat) [mhd. viuhten. ahd. füllten]: 1. (dichter.) a) feucht
machen, benetzen: der Regen feuchtet ein wenig die
ausgedörrte Erde; Ü Leidenschaft feuchtet jetzt seinen Blick
(A. Kolb. Schaukel 62); b) Feuchtigkeit abgeben: das Gras
feuchtet schon; c) <f + sich) von hervortretefuien Tränen,
feucht werden: sein Auge feuchtete sich. 2. (Jägerspr.) (von
Hunden, von Wild) urinieren: Feuchtigkeit ['fqy^tifk^jt].
die; - [mhd. viuhtecheitl: 1. das Feucht sein. Feuchte: der
Gehalt an Wasser od. Wasserdampf: die F. des Bodens,
der Luft. 2. leichte Nässe: etw. saugt F. auf. gibt [reichlich]
F. ab.
(cuchtigkeits-.Feuchtigkeits-: -anzeigender: svw. t -messen
-aufrahme, die: Fähigkeit eines Stoffes. Luftfeuchtigkeit
aufzunehmen: -beständig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit u. damit sicher vor
entsprechenden Schäden od. Beeinträchtigungen: -es Material;
-creme, die (Kosmetik): Feuchtigkeit spendende
Hautcreme: ~fihntder: dünne Schicht von Flüssigkeit, die die
Oberfläche eines festen Körpers überzieht: -Behalt, der: der
F. der Luft; ~grad, der: vgl. -gehaJt; -messer, der
(Technik): Gerät zum Bestimmen der Feuchtigkeit, bes. der
Luftfeuchtigkeit: -niederschiag, der: Wasserteilchen, die sich
auf der Oberfläche eines festen Körpers sammeln: -schütz,
der: Schutz gegen schädliche Einwirkung von Feuchtigkeit:
-regier, der (Technik): Gerät, das die Luftfeuchtigkeit
regelt.
feudal [foyda.l] <Adj) [mlat. feudalis, zu: feudum. feodum
= Lehngut. unter Einwirkung von mlat. al(l)ödium
= Eigengut umgebildet aus gleichbed. mlat. feum. zu
ahd. fihu = t Vieh]: 1. <o. Steig.) den Feudalismus
betreffend, auf ihn gegründet: der -e Staat; eine -e
Gesellschaftsordnung. 2. <o. Steig.) den höheren Ständen angehörend,
aristokratisch: ein -es Regiment; -e und bürgerliche Kreise.
3. (ugs.) vornehm, herrschaftlich vom äußeren Eindruck her:
ein -es Restaurant; Einblicke in ... -e Kreise, die ihren
Hunden goldene Armbänder umhängen (Welt 5. 12. 64.
S. Film); f. wohnen. 4. <o. Steig.; nur attr.) (marx.
abwertend) reaktionär: -e Ansichten.
Feudal-: -ab§ohitisinus, der: letzte Staatsform des
Feudalismus: Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus: Midel,
der: herrschende Oberschicht in einem feudalen Staat: ^ari-
stokratie. die: 1. a) <o. PI. > Staatsform, in der die Herrschaft
in den Händen einer durch Grundbesitz mächtigen
aristokratischen Oberschicht liegt: b) Staat. Gemeinwesen, in dem
eine Feudalaristokratie (1 a) besteht. 2. svw. t ^adel; -gesell-
schaft, die: Gesellschaft/sform/ des Feudalismus: -gewalt.
die: svw. t Feudalismus (1. 2 a); ^herr. der: Vertreter der
herrschenden Oberschicht in einem Feudalstaat: ^herrschaft,
die: svw. t Feudalismus; -klasse, die: die herrschende Klasse
im Feudalstaat: -Ordnung, die: svw. t Feudalismus; -Staat,
der: Staat, dessen Struktur auf dem Feudalismus (1) beruht:
der mittelalterliche F.; --sitz, der: Schloß. Burg o.a. des
Feudalherrn: -System, das: svw. t Feudalismus; -wesen,
das: svw. t Feudalismus (1. 2a); ^zeit, die <o. PL): Zeit
des Feudalismus.
feudalisieren [fgydali'zrren] <sw. V.; hat): in ein
Feudalsystem integrieren: vom feudalisierten Pfarr- und
Klösterwesen bis zu den Ritterorden (Fraenkel. Staat ISO), dazu:
Feudalisknmg. die; -. -en; Feudalismus [fgyda'lismus]. der;
-: 1. auf dem Lehnsrecht aufgebaute Wirtschafts- u.
Gesellschaftsform, in der alle Herrschaftsfunktionen von der über
den Grundbesitz verfügenden aristokratischen Oberschicht
ausgeübt werden. 2. a) System des Lehnswesens im ma.
Europa: das Zeitalter des F.; b) Zeit des Feudalismus (2a);
feudalistisch <Adj.; o. Steig.): den Feudalismus betreffend,
zu ihm gehörend: die -e Gesellschaft.
Feudel [foydj], der; -s, - [niederd. Feudel, Feul < niederl.
feil < frz. Taille = grober Seidenstoff; Mantel; H. u.]
(nordd.): Tuch zum Aufwischen. Scheuertuch: Frau Harde-
kopf... fuhrwerkte jeden Morgen mit Leuwagen und F.
in den großen Räumen der Bank herum (Bredel. Väter
81); (jeudebi <sw. V.; hat): mit dem Feudel reinigen: den
Boden f.; <subst.:) ich habe meiner Wirtin eingeschärft,
beim Feudeln achtzugeben (Beheim-Schwarzbach.
Freuden 113).
Feuer ['feyel. das; -s. - [mhd. viur. ahd. fiurl: 1. <o. PI.)
Form der Verbrennung mit Flammenbildung, bei der Licht
u. Wärme entstehen: F.. Wasser. Luft und Erde (die vier
Elemente der antiken Wissensclwft); F. [mit einem Stein]
schlagen; die Macht des -s; die Wunde brennt wie F.
(schmerzt empfindlich): *ein Gegensatz wie F. und Wasser
(ein schroffer, unvereinbarer Gegensatz). 2, vom Menschen
kontrolliertes Feuer (\)als Energiespender: ein helles,
offenes F.; das olympische F.; bengalisches F. (t bengalisch);
das F. brennt, ist ausgegangen; das F. [im Herd. Ofen]
anzünden, (ugs.:) anmachen; das Essen aufs F. (auf den
Herd zum Kochen) stellen; etw. bei schwachem F. (auf
kleiner Flamme, mit geringer Hitze) kochen; jmdn. um
F. (zum Anzünden von Zigarette. Zigarre od. Pfeife) bitten;
Haben Sie bitte F.? (Zwerenz. Erde 13); um das F.
(Lagerfeuer) herumsitzen; U obwohl der Bruder einlenken wollte,
schürte die Schwester das F. mit Sticheleien (verstärkte
sie den Konflikt): * mit dem F. spielen (leichtsinnig eine
Gefahr mißachten, heraufbeschwören). 3. zerstörendes,
verzehrendes Feuer (1). Feuersbrunst. Brand: (dichter.:) Wie
waberndes Feuer wellte die Hitze in der stehenden Luft
auf und nieder (Langgässer. Siegel 110); F.! (1. Warn-
u. Hilferuf beim Entdecken eines Feuers. 2. ugs. scherzh.;
{bei einem Such- od. Ratespieli du bist nicht mehr weit
von der Stelle. Lösung entfernt: heiß!)', das F. griff auf
das Nachbarhaus über; F. [an ein Haus] legen (ein Haus
in Brand stecken): das F. löschen; durch F. zerstört werden;
im F. umkommen; ein Dorf mit F. und Schwert (geh.;
sengendu.mordend) verwüsten; R (landsch.:) Charlie
Chaplin war in dieser Rolle urkomisch. Ich habe F. geschrien
(ich habe mich köstlich amüsiert): *F. und Flamme sein
(ugs.; hellauf begeistert sein): F. fangen (1. in Brand geraten,
in Flammen aufgehen: als ihr Auto ... gegen einen Baum
prallte und Feuer fing [MM 2.7.68.10]. 2. von Begeisterung
für etw. gepackt werden. 3. sich in jmdn. zu verlieben
beginnen): F. hinter etw. machen (ugs.; etw.. was zu langsam
vorwärtsgeht, durch entsprechende antreibende Maßnahmen
beschleunigen): F. unter dem Dach haben (ugs.;
Familienzwist. Familienstreit haben): jmdm. F. unter dem Hintern/
(derb:) Arsdi machen (salopp; jmdn. nachdrücklich zur Eile
antreiben): für imdn. durchs F. gehen (jmdn. so sehr
schätzen, daß man für ihn alles tun würde): zwischen zwei F.
geraten (von zwei Seiten gleichzeitig bedrängt werden, in
zwei Unannehmlichkeiten geraten). 4. <o. PI.) das Schießen
mit Feuerwaffen. Beschuß: feindliches, gegnerisches F.;
massiertes F. (gleichzeitiges Schießen der gesamten od.
des größten Teils der Artillerie): [gebt] F.! (Kommando
zum Schießen): F. frei! (1. Schießen ist erlaubt: Ü dann
befahl der Sturmführer... seine Männer neben eine sauber
geschichtete Pyramide aus Nachtgeschirren, und dann
schrie der Führer Kasten: ..F. frei!" [zum Werfen mit
den Nachtgeschirren; Kant. Impressum 61]. 2. ugs.
scherzh.; Rauchen ist erlaubt): F. geben (schießen): das
F. einstellen; etw. unter F. nehmen; Ü die Partei ... stand
von allen Selten unter F. (wurde von allen Seiten
angegriffen, kritisiert: Kantorowicz. Tagebuch I. 34). 5. (See-
mannsspr.) kurz für t Leuchtfeuer: das F. des Leuchtturms.
6. <o. PI.) das Leuchten. Funkeln. Strahlen: das F. eines
Diamanten; das F. in seinen Augen; In seinen Augen
lag kaltes F. (Kirst. 08/15. 901); ihre Augen sprühten
F. 7. <o. PI.) sich in Taten od. Gesten zeigende seelische
Energie, innerer Schwung. Begeisterung: das F. der Jugend;
sein jugendliches F. war erloschen; beim Reden. Spielen
in F. geraten; sich in F. reden; dieses Pferd hat viel F.
(Temperament): der Wein hat F. (berauschende Kraft).
fflier-. Feuer- (vgl. auch: Feuers-): ^alarm. der: Alarm bei
Ausbruch eines Feuers (3). dazu: -alarmübung. die: Übung.
53 GDW
833
teuer-, Feuer-
bei der das Verhalten der Feuerwehr im Falle eines Feuers
(3) geprobt wird: --anbeter. der (Rel.): Angehöriger einer
Religion, die das Feuer (1) als Manifestation einer Gottheit
verehrt: -anzünder, der: 1. leicht entflammbarer Stoff in
Form von Würfeln o.a. zum Entfachen eines Feuers (2).
2. svw. T Gasanzünder; -artig <Adj.; o. Steig): dem Feuer
ähnlich, wie Feuer: -atem. der (dichter.): glühende
Begeisterung, Leidenschaft: der F. der Revolution; -ausbrach, der:
Ausbruch eines Schadenfeuers: **axtf die: vgl. -wehraxt;
-bake, die (Seew.): Bake (1 a) mit Leuchtfeuer: -ball, der:
1. Zentrum einer Atombombenexplosion. 2. (dichter.) feurig
glühender Ball: die Sonne stand als riesiger F. über dem
Horizont; -befchl. der (Milit.): Befehl zu feuern (2).
Schießbefehl: -bekteipfüng. die: Bekämpfung von
Schadenfeuer: -berelch. der (Milit.): Bereich, in dem geschossen
wird: -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: zum Abfeuern
bereit: -e Geschütze, dazu: -bereitschaft. die; -bereitung«
die: svw. -erzeugung; -berg. der (dichter., veraltet):
feuerspeiender Berg: Vulkan: ^beschau, die (österr.): Brand-
schau: Vidal referierte über Schutzmaßnahmen bei der
Transalpinen Ölleitung ... Anschaffung von
Lichtaggregaten. Trinkgeräten. F.. Tankwagenunfällen u.a.m.
(Sonntagspost 3. 12. 67. 7); -beständig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.>: widerstandsfähig gegen Feuer, nicht brennbar: -e
Bauteile, dazu: -bestlndigkeit. die; -bestattung. die: Form der
Bestattung, bei der die Leiche verbrannt wird: Einäscherung
(Ggs.: Erdbestattung); -bock, der: zweifüßiges Gestell vor
einem Kamin, das v.a. zum Auflegen des Holzes dient:
-bohne, die: in zahlreichen Sorten als Gemüse, seltener
als Zierpflanze gezüchtetes Bohnengewächs mit meist
scharlachroten Blüten: -bohrer. der (Anthrop.): hölzernes Gerät
zur Feuererzeugung (die beim Bohren auf Holz anfallenden
Späne werden durch die beim Bohren entstehende Hitze
zum Glimmen gebracht): -brand. der (veraltet): brennender
Gegenstand, mit dem etw. in Brand gesetzt wird: einen
F. in ein Haus werfen; Ü er schleuderte den F. der
Revolution in das geknechtete Volk; -brücke, die (Technik):
Trennwand aus feuerfesten Steinen in einem Schmelzofen für
Erz: -buchse, die (Technik): svw. -büchse (2); -büchse, die:
1. (veraltet) Gewehr, 2. (Technik) quadratische od.
zylindrische Kammer für die Feuerung von Dampfmaschinen o. ä.;
-dorn, der: als Zierstrauch beliebter Vertreter der
Rosengewächse mit Dornen u. immergrünen Blättern, der im Herbst
u. Winter doldenförmig angeordnete, kleine scharlachrote
Früchte trägt: ^eifer, der: besonders/ großer Eifer: mit
wahrem F.; mit. voll F. etw. tun; Auch Jetzt geht es mit
F. daran, ein Idyll zu schaffen (Remarque. Westen 163);
-eimer. der (früher): Eimer, der zum Herbeischaffen von
Löschwasser dient: -einstellung. die (Milit.): Einstellung
des Beschüsses: Befehl zur F. geben; -eisen, das (Archäol.):
kleines Messer: -Erzeugung, die; -esse, die (ostmd.):
Schornstein: -färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.):
ein -er Abendhimmel; ^fest <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
widerstandsfähig gegen Feuer. Hitze: -es Glas. Porzellan;
-e (aus schwer schmelzbaren Rohstoffen bestehende)
Baustoffe, dazu: -festigkeit. die; -flamme, die (selten):
Flamme: -n. die ihn brannten (Langgässer, Siegel 28); -flüssig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: durch Hitzeeinwirkung flüssig
geworden: -e Lava; Ü Überall dort ... wird die Diskussion
f. (Thielicke. Ich glaube 10); -fresser, der (ugs.): svw.
t-schlucker; -garbe. die: 1. (geh.) svw. f-stoß: unter
tödlichen -n (MM 26. 1. 62. 10). 2. durch die Explosion eines
Feuerwerkskörpers entstehende garbenförmige Anordnung
von Funken: -gatter. das (früher): Gitter, das die Kacheln
eines Ofens schützte: -gefahr. (auch:) Feuersgefahr, die
<P1. ungebr.); -gefährdet <Adj.; nicht adv.>: der
Feuergefahr besonders ausgesetzt: -gefährlich <Adj.; nicht adv.):
leicht entflammbar, explosiv: Benzin ist eine -e Flüssigkeit,
dazu: -gefBhrlkhkeit. die; -gefecht, das (bes. Milit.): mit
Feuerwaffen ausgetragenes Gefecht: -geist, der: 1. <meist
PI.) im Feuer (1) lebender Elementargeist. 2. 'geniale,
jugendliche/ Persönlichkeit, die voll Leidenschaft u.
Tatendrang ist. ihre Ideen u. Ziele vertritt iu. schöpferisch tätig
ist/: der junge Schiller war ein rechter F.; dieser F.. bei
dessen Anblick am Start der Schweizer Zeitnehmer gesagt
hat: „Der siegt oder stirbt" (Maegerlein, Piste 43); ^ae-
xhwindigkeit. die: Maß für die Leistung einer Feuerwaffe,
angegeben in Schußzahl pro Minute: -glocke, die (veraltet):
Alarmglocke, die bei Schadenfeuer geläutet wird: -«Ott,
der (Myth.): Gottheit des Feuers (1); -haken, der: eiserne
Stange zum Bedienen des Feuers. Schürhaken: -halle, die
(österr.): Krematorium: -hemmend <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: eine Zeitlang gegen Feuer widerstandsfähig: -e Stoffe;
^herd. der: Quelle. Ausgangspunkt eines Schadenfeuers;
-holz, das <o. PI.): trockenes [in Scheite gespaltenes) Holz
zum Feuern (1); -kifer. der: Vertreter einer großen Familie
schwarzer Käfer mit samtartig behaarten, meist blut- bis
orangeroten Flügeldecken: -kasse. die: Brandkasse: -kata-
strophe. die: Brandkatastrophe: -kieke, die (nordd):
Wärmflasche: -kbte. die (Technik): quaderförmige
Feuerbüchse im Dampfkessel: -kommando. das (Milit.): nach
einem bestinvnten Muster aufgebauter Feuerbefehl mit allen
für das Schießen notwendigen Angaben: -köpf, der: leicht
aufbrausender Mensch. Hitzkopf: -kraft, die <o. PI.)
(Milit.): von Feuergeschwindigkeit. Reichweite u.
Explosionsgewalt abhängende Wirkung von Feuerwaffen: -kröte. die:
svw. t Unke; -knicke, die (landsch.): svw. f -haken; -kugel.
die: großer, sehr heller Meteor: Bolid (1); -kult. der:
religiöse Verehrung des Feuers (1); -lärm, der (veraltet): svw.
f -alarm; -leiter, die: 1. außen an einem Haus fest montierte
eiserne Leiter, über die die Hausbewohner im Fall eines
Brandes das Haus verlassen können. 2. Leiter, über die
höher gelegene Brandstellen erreicht u. gelöscht werden
können: vgl. ^wehrleiter; ^lilie. die: Vertreter einer Lilienart
mit trichterförmigen, feuerroten, schwarz gefleckten Blüten;
-Itole. die (Milit.): 1. L Front jlinie, an der geschossen wird.
2. svw. t Schußlinie; -loch, das (landsch.): Öffnung in Ofen
od. Herd zum Heizen: -lohe, die (dichter.): hoch
aufschlagende Flammen: -löschanlagen <P1.); -Ifechapparat. der:
svw. t ^löschen -löschboot, das: Boot mit Wasserwerfern
zur Bekämpfung von Bränden im Hafengebiet: -Ktecheimer.
der; -Ifecber, der: leicht bedienbares, tragbares
Feuerlöschgerät, bei dem das Feuerlöschmittel durch l Gas ]druck
automatisch ausgestoßen wird: -löschgerät. das;
-Wachmannschaft, die: Mannschaft der Feuerwehr: -löschmittel, das:
fester, flüssiger od. gasförmiger Stoff, der zum Löschen
eines Brandes geeignet ist: -löschtefch, der: Teich, aus dem
das Wasser zum Löschen eines Brandes gepumpt wird:
-Utechwe9en, das: alles, was mit dem Löschen von
Schadenfeuern zusammenhängt, einschl. Einrichtungen, Organisation
u. Verwaltung; -Mtechzug, der: Gruppe von
Feuerwehrfahrzeugen, die bei einem Brand eingesetzt werden; -mal. das:
bes. am Gesicht vorkommendes rotes od. blaurotes Mal
(2); -mauer. die: svw. t Brandmauer; -meer. das (geh.):
svw. f Flammenmeer; -meldeanlagen <P1.); -meider. der:
öffentlich angebrachte elektrische Anlage, über die Alarm
in der Feuerwehrzentrale ausgelöst werden kann, dazu:
-meidung. die; -opal. der: als Schmuckstein verwendeter
bräunlichgelber bis braunroter Opal; -patsche, die: einfaches
Gerät zum Ausschlagen eines kleinen Feuers (3); -pause.
die (bes. Milit.): vorübergehende Einstellung des Feuers
(4); -pohce. die: svw. t -Versicherungspolice; -polizei. die:
Gesamtheit der staatlichen Dienststellen, die für den
Brandschutz zuständig sind, dazu: -polizeilich <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): -e Vorschriften. Maßnahmen; -probe, die
[1: urspr. nach dem Verfahren. Gold durch Feuer zu
läutern; später bezogen auf das Gottesurteil]: 1. Prüfung ssi-
tuationj. in der der Beweis höchster Belastbarkeit u. bester
Qualität erbracht werden soll: Die Natur versucht immer
wieder, diese mächtige und unerfreuliche Stadt zu zerstören
...; aber sie geht aus allen -n eher gekräftigt ... hervor
(K. Mann. Wendepunkt 179); Die F. in der Liebe bestehen
Sie mit Auszeichnung (Bild u. Funk 47.1967.2). 2.
mittelalterliches Gottesurteil, bei dem die Schuld od. Unschuld des
Angeklagten aus der Art hervorging, wie die durch die
Berührung mit glühendem Eisen entstandenen Wunden abheilten:
die Angeklagte mußte sich einer F. unterwerfen; -qualle.
die: Qualle, die einen bestimmten Stoff produziert, der bei
Berührung das Gefühl hervorruft, man habe sich verbrannt;
~radt das: 1. Feuerwerkskörper, der sich dreht u. dadurch
den Eindruck eines aus Feuer bestehenden Rades erweckt,
2. mit Stroh umwundenes brennendes Wagenrad, das nach
einem alten Brauch zur Frühjahrs- od. zur Sonnwendfeier
zu Tal gerollt wird; -räum, der (Technik): Raum, in dem
etw. verbrannt wird, in dem die Verbrennung stattfindet;
^relter, der: 1. sagenhafte Gestalt eines Reiters, der bei
einer Feuersbrunst auftaucht u. sie durch ein- od. dreimaliges
Umreiten löscht. 2. Reiter mit roter Mütze, dessen
Erscheinen ein Schadenfeuer signalisiert; -rost, der: auf dem F.
lagen Späne zum Anzünden; -rot <Adj.; o. Steig.; nicht
834
teuer-, Feuer-
adv.>: grellrot (wie Feuer): ein -er Pullover; Ü als ich
den Jungen ansprach, wurde er f. [vor Scham.
Verlegenheit]; -rüpel, der (obersächs. scherzh.): Schornsteinfeger:
-Salamander, der [galt nach altem Volksglauben als
f Feuergeist (1)1: Vertreter einer in Europa häufig
vorkommenden Art von Schwanzlurchen mit unterschiedlicher
Färbung, häufig schwarz mit gelben Flecken: -siule, die: steil
aufsteigende, riesige Flamme: -schaden, der: svw. t
Brandschaden; -schau, die (österr.): svw. T Brandschau: Große
Bedeutung kommt nun der F. zu, die viele Brände verhüten
kann, und dem Betriebsbrandschutz (Vorarlberger Nachr.
23. 11. 68. 5); -schaufei, die: kleine Schaufel, die zum
Ausräumen der Asche aus dem Kohleofen dient: -schein.
der: F. erleuchtete den Nachthimmel; Ü (geh.:) der F.
der Revolution; -schiff, das: mit Leuchtfeuer u. anderen
Seezeichen ausgerüstetes, in der Nähe einer Küste
verankertes Schiff das der Schiffahrt zur Standortbestimmung dient:
-Schlucker, der (ugs.): Artist, der brennende Gegenstände
scheinbar verschluckt: -schnaubend <AdJ.; o. Steig.; nur
attr.) (geh.): ein -es Roß (in der Sage); -schütz, der: l.a)
Schutz gegen Feuer (3); b) Gesamtheit alter Einrichtungen
u. Maßnahmen gegen Brandgefahr. 2. (Milit.) Schutz durch
den Einsatz von Feuerwaffen, mit dem eigene militärische
Operationen gedeckt werden: jmdm. F. geben, zu 1 a:
-Schutzanstrich, der: eine Wand mit einem F. versehen.
-Schutzhelm, der: zur Ausrüstung des Feuerwehrmannes
gehörender Schutzhelm, Feuerwehrhelm, -Schutzmittel, das;
-schwamm, der: Vertreter einer Gattung schwarzbrauner,
als Parasiten an Stämmen von Laubbäumen lebender Pilze
mit wergartigem Inneren, das früher als Zunder für
Feuerzeuge diente: Zunderschwamm: -schweif, der (geh.): der F.
des Kometen; -sicher <AdJ.; nicht adv.): a)
widerstandsfähig gegen Feuer: ein -er Anzug aus Asbest; b) geschützt
vor Feuer: etw. f. aufheben, installieren, dazu: -Sicherheit.
die <o. Pl.>; -slrene. die; -Span, der (landsch.): Streichholz:
-speiend <Adj.; o. Steig.; nur attr.>: ein -er Drache. Vulkan;
-spritze, die: zur Ausrüstung der Feuerwehr gehörende
[durch einen Motor angetriebene] Spritze: -sprühend <Adj.;
o. Steig.; nur attr.); -star.der (Med.): durch längere
Einwirkung von Wärmestrahlen hervorgerufene Trübung des
Auges: -Stätte, die: feste Einrichtung zum Heizen u. Kochen,
auch innerhalb eines Gebäudes: Feuerstelle: Der
Brennholzbedarf war bei den primitiven -n ungeheuerlich (Mantel.
Wald 40); -stein, der [1: mhd. viurstein; wurde zum
Feuerschlagen benutzt]: 1. in Form von Knollen bes. in Kreide
vorkommender, leicht zu bearbeitender blaugrauer bis
bräunlicher Stein, der als ältester Rohstoff zur Herstellung von
Werkzeugen diente: Faustkeile aus F.; mit -en Funken
schlagen. 2. kleiner Stift aus einer Legierung von Cer u.
Eisen, mit dem das Feuerzeug entzündet wird: Zündstein,
zu 1: -Steinbeil, das; -stelle, die: [einfacheJ Feuerstätte:
eine verlassene, erkaltete F.; eine F. bauen; -Stellung, die
(Milit.): taktischen Gesichtspunkten entsprechende Stellung
von Geschützen, aus der heraus geschossen wird: die
Geschütze wurden in F. gebracht; zur Zeit stehen in unserer
F. nur drei Geschütze OCirst. 08/15. 288); -*toß, der (bes.
Milit.): kurze Serie von aufeinanderfolgenden Schüssen, bes.
aus einem Maschinengewehr od. einer Maschinenpistole:
Weiter... ratterten Feuerstöße der Exekutionskommandos
(Plievier. Stalingrad 221); -strahl, der: ein F. fuhr aus
dem Rohr; -stuhl.der (Jugendspr.): /schweres] Motorrad:
Moped: ein heißer F. (ein schweres Motorrad): auf einem
F. herumkurven; Von den Mofas. Mopeds und Mokicks
bis hin zu den PS-starken ..Feuerstühlen** (MM 2. 12.
69. 18); -stürm, der: durch Feuersbrünste / in
dichtbesiedelten Stadtgebieten] hervorgerufene, einen starken Sog verur-
sachetide, stürmische Aufwinde: -taufe* die [nach Matth.
3. 11, eigtl. = Taufe mit dem Heiligen Geist]: 1. erste
Bewährungsprobe: der Dirigent, das Auto hat seine F.
bestanden. 2. (Soldatenspr.) erste Teilnahme eines Soldaten
an einem Gefecht: -teufel, der (ugs.): Brandstifter: -tod,
der (geh.): Tod durch Verbrennen: den F. sterben; zum
F. verurteilt werden; -*ton, der: keramischer Werkstoff
zur Herstellung sanitärkeramischer Erzeugnisse: -topf, der:
ein Feuerwerkskörper: Bomben. Feuertöpfe ... steigen in
ständigem Wechsel auf (MM 28. 7. 73. 14); -treppe, die:
vgl. -leiter (1): Notausgänge und eiserne -n; -Überfall,
der (Milit.): plötzlich einsetzender Beschuß aus Gewehren,
Geschützen o.a.: bei diesem kurzen F. erlitt der Feind
beträchtliche Verluste; -urteil, das (bist.): Urteil, das auf
Grund einer Feuerprobe (2) gefällt wird: -Verhütung, die;
-Versicherung, die: Versicherung gegen Schäden durch
Brand, Explosion u. Blitzschlag, dazu:
-Versicherungsanstalt, die. -Versicherungsgesellschaft, die.
-Versicherungspolice, die. -Versicherungsprämie, die; -verzinkt <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.> (Metallbearb.): durch Eintauchen in
flüssiges Zink mit einem Schutzüberzug gegen Rost versehen:
ein -er Eimer; -wache, die: 1. svw. t Brandwache. 2. svw.
T-wehrzentrale; -wafTe, die: Waffe, bei der das Geschoß
durch Gase aus dem Lauf getrieben wird, die durch die
Verbrennungeines Treibmittels (Schießpulver u.a.)
entstehen: -n gibt es in Europa seit dem 14. Jahrhundert; -walze,
die: zur Ordnung der Manteltiere gehörender, im Meer
in bis zu vier Meter langen Kolonien lebender, winziger,
gallertiger Zwitter, der auf mechanischen Reiz hin leuchtet:
-wanze. die: Wanze mit auffallender schwarzroter od.
schwarzgelber Zeichnung, mit meist reduzierten Flügeln,
die sich hauptsächlich von Pflanzensäften aus Samen u.
Früchten ernährt: -wasser, das <o. Pl.> (ugs.): Branntwein,
Schnaps: das schmeckt nach Früchten. F. und nicht nach
Präparat (Lynen,Kentaurenfährte 319); -Wechsel,der
(Milit.): gegenseitiges Beschießen: die F. am Suezkanal dauern
an; -wehr, die: 1. Einrichtung zur Abwehr von Schäden
durch Brand u. zur Hilfeleistung in Katastrophenfällen:
freiwillige und Berufsfeuerwehren; die F. rückt aus. war sofort
zur Stelle; die F. alarmieren, herbeirufen; Ü die F. der
Nato: die .AHied Mobile Force44 (Spiegel 48. 1965. 37).
2. (ugs.) Feuerwehrmänner, die sich im Einsatz befinden:
die F. fuhr mit Blaulicht und Sirene die Straße hinunter;
alle -en der Umgebung rückten an; er sauste vorbei wie
die F. (sehr schnell). 3. (Kinderspr.) svw. t Feuerwehrauto:
meine F. ist kaputt, zu 1 u. 2: -wehrauto, das: dem
Transport von Feuerwehrmännern, technischen Gerätschaften
u.a. dienendes Fahrzeug, -wehraxt, die. -wehrbell, der:
größere Tanzveranstaltung der Feuerwehr: auf einem F. in
Bergedorf (Kant. Impressum 87). -wehrbeil. das: vgl.
-wehraxt, -wehrfahrzeug. das: svw. t-wehrauto, -wehr-
hauptmam, der: Führer eines Trupps der freiwilligen
Feuerwehr, -wehrhaus.das, -wehrhehn.der, -wehrleiter, die: meist
auf einem Feuerwehrauto montierte dreh- u. ausziehbare
Feuerleiter (2). -wehrmarm, der <P1. -männer u. -leute>:
Angehöriger der Feuerwehr (1). -wehrplkett, das (Schweiz.):
einsatzbereite Mannschaft von Feuerwehrleuten,
-wehrschlauch, der: die Feuerwehrschläuche werden aufgerollt,
-wehrspritze, die: svw. t -spritze, -wehrübung, die.
-wehrzentrale, die: Gebäude, in dem alle Einrichtungen der
Feuerwehr (1) ständig in Alarmbereitschaft sind: Feuerwache:
-werk, das [frühnhd.. eigtl. = Pulver, Geschützmunition;
spätmhd. viurwerc = Brennmaterial]: durch das Abbrennen
von Feuerwerkskörpern hervorgebrachte Lichteffekte (am
Nachthimmel): Dann brannte mein Vater im Garten
eigenhändig ... -e ab (Th. Mann. Krull 22); das Fest endete
mit einem großen F.; Ü seine Rede war ein F. witziger
Einfälle; Nieten wie dieser Vierbein brauchen von Zeit
zu Zeit F. (Soldatenspr.; eine Zurechtweisung: Kirst. 08/15,
80), dazu: -werken <sw. V.; hat) (selten): ein Feuerwerk
abbrennen: er hat schon immer gern gefeuerwerkt, -werker,
der: a) jmd., der Feuerwerkskörper herstellt u. Feuerwerke
komponiert: Pyrotechniker: b) Sachverständiger für
Sprengstoff, -werkerei [-werka'ny]. die: Bez. für alles, was mit
der Herstellung u. dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern
zu tun hat: Pyrotechnik, -werkler, der (Schweiz.): svw.
T -werker. -werkskörper, der: Gegenstand, der aus einer
Papphülle besteht, die eine Mischung aus Schwarzpulver
und weiteren chemischen Zusätzen enthält: -zange, die:
eiserne Zange zum Ergreifen von Brennmaterial, dazu: -zan-
genbowle, die: heißes, aus Rotwein, hochprozentigem Rum
u. Fruchtsaft hergestelltes Getränk, bei dessen Zubereitung
ein in eine Art Feuerzange geklemmter Zuckerhut mit
Rum übergössen u. dann angezündet wird, so daß der flüssig
gewordene Zucker in das darunter befindliche Bowlengefäß
mit dem Rotwein u. dem Fruchtsaft gelangt: -zauber, der
(Soldatenspr. verhüll.): heftiger Beschuß: Trommelfeuer:
-zeichen, das: über weite Entfernungen erkennbares, durch
Feuer od. Scheinwerfer erzeugtes Lichtsignal: -zeug, das
[mhd. viurziue, fZeug]: /kleines] Gerät zum Entzünden
einer Flamme (für Raucher): das F. geht nicht, funktioniert
nicht, brennt nicht; die Zigarette mit dem F. anzünden,
dazu: -zeugbenzin. das: Brennstoff für Benzinfeuerzeuge:
-zone, die (Milit.): Zone, in der ein Feuergefecht stattfindet:
53*
835
feuerjo
-zug, der <meist PI.) (Technik): Weg. auf dem Rauch
od. Gas in einer Feueranlage abziehen kann; ^zunoe, die
(geh.): hoch aufschlagende, züngelnde Flamme.
feuerio:! feurio; feuern ffijym] <sw. V.; hat) [1: mhd. viuren;
3b: nach engl, to flrel: 1. Feuer /im Ofen/ machen u.
unterhalten, heizen: den Ofen [mit Koks. Briketts] f. 2.
(Milit.) Feuer (4) geben, schießen: auf ein Ziel, in die Luft,
aus allen Rohren f.; feuernde Geschütze. 3. (ugs.) a) mit
Wucht irgendwohin befördern, werfen, schleudern: die
Schultasche in die Ecke, das Buch [zornig] an die Wand f.;
der Mittelstürmer feuerte (schoß) besonders scharf den
Ball ins Netz; b) /fristlos] entlassen, hinauswerfen: er wurde
[ohne Angabe von Gründen, aus seiner Stelle] gefeuert.
4. (ugs.) brennen, glühen: In diesen Tagen spürte Asam
seine Haut. Sie feuerte, zog sich zusammen und prickelte
kühl (Augustin. Kopf 210). 5. *imdiiL eine f. (salopp;
jmdm. eine Ohrfeige geben).
Ffljers- (vgl. auch: feuer-, Feuer-): ^bnmst, die [vgl. Brunst]
(geh.. veraltet): Schadenfeuer. Brand von größerem Ausmaß:
mehrere Häuser waren der F. zum Opfer gefallen;
Furchtbar waren die Leiden der Bürger. Keine Nacht ohne
Feuersbrünste (Jacob. Kaffee 37); Miefahr. die: svw.
t Feuergefahr: Das eingebaute Auspuff- und... Kühlsystem
... vermeidet -en (Auto 6. 1965. 8); Miot, die (veraltet).
Feuerung, die; -, -en: l.a) Vorrichtung zum Verbrennen von
festen, flüssigen od. gasförmigen Brennstoffen (z. B. Ofen):
eine neue F. errichten; b) Teil der Feuerung (1 a), in dem
die Verbrennung erfolgt: einen Topf über die offene F.
setzen. 2. <o. PI.) das Feuern (1). Heizen: die F. mit Holz
ist zu teuer. 3. <o. PI.) Brennmaterial, Brennstoffe: F.
herbeischaffen; (Zus. zu 2:) Feuerungsanlage, die.
Feuillage [fe'Ja:3a]. die; -. -n [frz. feuillage. zu: feuille. t
Feuilleton] (bild. Kunst): geschnitztes od. gemaltes Laub- od.
Blattwerk: Feuilleton (fette'tö:, auch: fcejstö]. das; -s, -s
[frz. feuilleton, eigtl. = (das unterhaltende) Beiblättchen
(einer Zeitung), zu: feuille = Blatt < vlat. folia. tFolie]:
1. literarischer, kultureller od. unterhaltender Teil einer
Zeitung: das F. machen, redigieren; für das F. schreiben;
die Kurzgeschichte steht im F. 2. literarischer Beitrag im
Feuilletonteil einer Zeitung: ein geistreiches F.; er ist ein
Meister des -s; ein F. schreiben. 3. (österr.)
populärwissenschaftlicher, im Plauderton geschriebener Aufsatz.
Feuilleton-: -redakteur, der: Redakteur des Feuilletons (1);
^Schreiber, der: Verfasser von Feuilletons (2), Feuilletonist;
--sette. die: Seite einer Zeitung, die für das Feuilleton (1)
reserviert ist; «*til« der <P1. ungebr.) (oft abwertend); «%Jril,
der: vgl. ^seite.
fenilletonisieren [...toni'zi:ran] <sw. V.; hat): einen nicht zum
Feuilleton gehörenden Beitrag in der Zeitung feuilletonistisch
gestalten; Feuilletonismus, der (oft abwertend): in der
literarischen Form des Feuilletons (2) ausgeprägte Sprach- u.
Stilhaltung; FeuiUeton|st. der; -en, -en: Feuilletonschreiber:
Schopenhauer und Nietzsche wurden mir angesichts seiner
(= Kants) erhabenen Größe zu bloßen philosophischen
-en (Niekisch. Leben 25); feuületonjsttedi <Adj.): 1. das
Feuilleton (1) betreffend: der -e Teil der Tagespresse. 2.a)
im Stil eines Feuilletons (2). unterhaltend: ein -er Stil; b)
(abwertend) oberflächlich, halbwissenschaftlich: -es
Geschwafel.
feurig I'fjync] <Adj.) [mhd. viurec]: 1. temperamentvoll,
leidenschaftlich: ein -er Südländer; ein -es Pferd; Jmdm.
-e Blicke zuwerfen; eine -e (zündende) Rede; -e (scharfe)
Gewürze; der Wein ist f. (stark berauschend). 2.a)
(veraltend) glühend, brennend: -e Kohlen; b) (geh.) feuerrot:
ein -er Abendhimmel; wachsbleiche Kinder mit -en
Ausschlagen (Kaschnitz. Wohin 108); c) (geh.) funkelnd: -e
Diamanten.
feurio! [Tgyrip], feuerjo! I'fijyiijo] <Interj.) [spätmhd. fiuriö.
viurä] (veraltet): weithallender Notruf bei Ausbruch eines
Schadenfeuers.
Fex [feks]. der, -es. -e. südd.. österr.: der; -en. -en [gek.
aus spätmhd. Narrifex = Narr, scherzh. Bildung nach
lat. pontifex u.a., tPontifex] (südd.. österr.): jmd.. der
in etw. vernarrt ist; Narr.
lFez [fe:s. auch: feite]: tFes.
^ez [fe:ts], der; -es [wahrsch. < frz. fötes, PI. von: fete
= FesCtFete] (ugs.): Spaß. Ulk. Unsinn: Wir ... haben
allerhand ..Fez44 gemacht, uns vor dem Altar verbeugt
und uns bedankt, daß wir nicht erwischt worden sind
(Ossowski. Bewährung 53).
Fiaker [Tiak*]. der; -s. - [frz. fiacre. wohl nach einem Pariser
Hotel St.-Fiacre. in dem im 17. Jh. das erste
Vermietungsbüro eingerichtet war] (österr. veraltend): a) [zweispänni-
ge) Pferdedroschke zur Beförderung von Personen innerhalb
einer Stadt: er hatte einen schönen, mit zwei silbergrauen
Schimmeln bespannten F.. die Speichen der Räder waren
gelb lackiert und die Räder mit Gummi versorgt (Roth.
Kapuzinergruft 31); b) Kutscher eines Fiakers (a): Der
Vater heißt Manes und ist F. (Roth. Kapuzinergruft 23).
Fiale [Tja:b]. die; -. -n [wohl < ital. fiala = Flasche mit
engem Hals < lat. phiala = Tasse. Schale < griech.
phiäle = Schale; Urne] (Archit.): schlankes, spitzes
Türmchen als Abschluß von Strebepfeilern an gotischen
Bauwerken.
ftanchettieren [<lai)keti:ran] <sw. V.; hat) [zu tFianchetto]:
die Schachpartie mit einem Fianchetto eröffnen; Fianchetto
[fianketo]. das; -[s], ...tti. (auch:) -s [ital. fianchetto. zu:
ftanco = Flanke, Seite < afrz. flanc, t Flanke]
(Kunstschach): Schacheröffnung mit einem od. mit beiden
Springerbauern zur Vorbereitung eines Flankenangriffs der Läufer.
flant [fi:ant]: vgl. flat (2).
Fiasko [Tjasko]. das; -s. -s [ital. fiasco. eigtl. = Flasche
< spätlat. flasco]: großer Mißerfolg; Fehlschlag. Reinfall:
die Inszenierung war ein F.; ein F. erleben; daß die
Sozialdemokratie, nach ihrem politischen F., für alle Zeiten
tot sei (Bredel, Prüfung 241); ein F. (ein schlimmes Ende)
ist unausbleiblich.
flat [Ti:at; lat. fiat. zu: fieri = werden, geschehen (1: nach
dem Schöpfungsspruch „flat lux!" = es werde Licht. 1.
Mose 1. 3)]: 1. es geschehe. 1. (Med.) man verarbeite zu
(auf Rezepten); Abk.: f.; Fiat [-]. das; -s. -s (veraltet):
Zustimmung, Genehmigung.
flat Justitia, et Derart mundus f fi:at jus'ti.tsia et pe.reat
'mundus; lat.]: .Das Recht muß seinen Gang gehen, und
sollte die Welt darüber zugrunde gehen" (Angeblicher
Wahlspruch Kaiser Ferdinands I.).
'Fibel [Ti:b|]. die; -. -n [entstellt aus t Bibel (aus der viele
Lesestücke stammten)]: 1. Lesebuch. nach dem die
Erstkläßler lesen u. schreiben lernen; Schulfibel. 2. Lehrbuch, das
in die Anfangsgründe eines bestimmten Fachgebietes
einrührt: eine F. für Hobbygärtner.
^ibd [-]. die; -, -n [lat. fibula = Klammer. Spange] (Kunst-
wiss.): aus frühgeschichtlicher Zeit stammende, oft
kunstvolle [reichverzierte] Spange od. Nadel aus Metall, die den
Zweck hatte. Teile der Kleidung zusammenzuhalten: zu den
Funden gehören auch -n aus Bronze und Silber.
Fiber [fi:bF]. die; -. -n [lat. fibra = Pflanzen-. Muskelfaser]:
1. (Med.. Biol.) Muskel-. Pflanzenfaser: Ü mit allen -n
seines Herzens an Jmdm.. etw. hängen; was er sah. fühlte
er ... auch mit Jeder F. seines Körpers (Jens. Mann 47).
2. <o. PI.) Kunstfaser von größerer Festigkeit; fibrilttr
[flbn'te:?] <AdJ.; o. Steig.) [zu TFibrille] (Med.): aus
Fibrillen bestehend, faserig; Fibrille [fibnb]. die; -, -n [Vkl.
zu lat. fibra. t Fiber] (Med.): sehr feine Muskel- od.
Nervenfaser: fibrillieren [fibnli:ran] <sw. V.; hat): Papierrohstoff
zerfasern u. mahlen; Fibrin [fi'bri.n], das; -s [zu lat. fibra.
t Fiber] (Med.): Eiweißstoff des Blutes, der bei der
Blutgerinnung aus Fibrinogen entsteht; Fibrinösen [flbrino'ge:n]. das;
-s [zu t Fibrin u. t-gen] (Med.): im Blut enthaltener
Eiweißstoff, die lösliche Vorstufe des Fibrins; fibrinös [fibri'n0:s]
<Adj.) [zu t Fibrin] (Med.): (z. B. von krankhaften
Ausscheidungen) fibrinhaltig. fibrinreich; Fibrofai [fibro'i:n]. das;
-s [zu lat. fibra. t Fiber]: Eiweißstoff der Naturseide; Fibroli-
pom [...li'po:m]. das; -s. -e [zu lat. fibra (tFiber) u. tLipom]
(Med.): gutartige Geschwulst aus Binde- u. Fettgewebe;
Fibrom [fi'bro.m]. das; -s. -e [zu lat. fibra. tFiber] (Med.):
gutartige Geschwulst aus Bindegewebe; Fibromyom [fibro-
myo:m]. das; -s. -e [zu lat. fibra (tFiber) u. tMyom]
(Med.): gutartige Geschwulst aus Binde- u. Muskelgewebe;
fibrös [fi'br0:s] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. fibra.
t Fiber] (Med.): aus Bindegewebe bestehend: eine -e
Geschwulst; Fibrosarfcom [fibrozar'ko:m]. das; -s. -e (zu lat.
fibra (tFiber) u. tSarkom] (Med.): bösartige Form des
Fibroms.
'Fibula [fi:bula]. die; -. Fibuln [fi:buln; lat. fibula]: svw.
12Fibel;Fibula[-].die;-....lae[...le;lat. fibula = Klammer.
Spange] (Med.): der hinter dem Schienbein gelegene
Unterschenkelknochen; Wadenbein.
,Fldie [fi:Jl. die; -. -s [frz. fiche. eigtl. = Rammpflock;
Kennzeichen, zu: ficher = einrammen; festmachen, zu
836
fieber-, Fieber -
lat. figere = (an)heftenl: X.Spielmarke.2.(veraltet) Pflock
zum Lagerabstecken; ^idie [-1. das od. der; -s. -s (engl,
flehe < frz. flehe. T'Flehe] (Dokumentation. Informa-
tionst.): Filmkarte, auf der in Form optischer
Verkleinerungen von Originalen Daten (Text- u. Bildinformationen)
gespeichert sind, die mit speziellen Lesegeräten entziffert
werden: Die neue Technik der Kolonnenform ermöglicht eine
größere Ausnutzung des -s (Beilage z. Börsenblatt 23.
22. 3. 74).
fichtst): ffechten.
Fichte [Tiqto]. die; -. -n [mhd. viehte. ahd. fiohta]: l.a)
hoch und gerade wachsender Nadelbaum mit meist
gleichmäßig rings um den Zweig angeordneten kurzen, einzelnen
Nadeln u. länglichen, hängenden Zapfen; b) Rottanne (als
in Nord- u. Mitteleuropa am häufigsten vorkommende
Fichtenart, die vor allem als Weihnachtsbaum bekannt ist). 2.
<o. PL) [als Material für Möbel und Musikinstrumente
sowie im Grubenbau verwendetes ] Holz der Fichte (1); < Abi.: >
fjchten<Adj.;o. Steig.; nurattr.) [mhd. viehtlnl: aus
Fichtenholz bestehend: eine -e Tür.
Fjchten-: -apfel, der: svw. t-zapfen; -bann, der: Fichte
(1); -bestand, der; -bohle, die; -brett. das; -dickinz. die
(Forstw.): dichter, geschlossener, junger Fichtenbestand;
-gehölz. das; -hain, der; -harz, das: zähflüssiges,
klebendes, bernsteinfarbenes, würzig duftendes
Ausscheidungsprodukt von Fichten, das bei Verletzung der Rinde ausfließt;
-holz, das; -honig* der: aus einem Waldgebiet mit
Fichten stammender, sehr dunkler, kräftig
schmeckender Honig: -kreuzschnabel. der: zur Familie der Finken
gehörender Vogel mit gelblich-olivfarbenem Gefieder u.
gekreuztem Schnabel, der bes. in Nadelwäldern lebt; —nadel,
die: nadeiförmiges Blatt der Fichte, dazu: -nadelbad, das:
Vollbad, das mit Fichtennadelextrakt od. -öl versetzt ist:
ein F. nehmen; -nadetextrakt. der: bes. aus jungen Trieben
von Kiefern, seltener Fichten gewonnener Extrakt, der als
Badezusatz verwendet wird, -nadelöl.das: durch Destillation
bes. aus den Nadeln von Nadelhölzern gewonnenes
ätherisches öl, das u. a. als Badezusatz verwendet wird; ~~refeig,
das: dürre Fichtenzweige; -schonwg. die (Forstw.):
abgegrenztes Gebiet junger, zur Aufforstung gepflanzter Fichten,
das nicht betreten u. nicht als Weide genutzt werden darf;
-spanpel. der (Bot.): in dunklen Nadelwäldern auftretende
bleiche, spargelähnliche Schmarotzerpflanze der Gattung
Wintergrüngewächse mit eiförmigen Schuppenblättern u.
traubenförmigen Blüten in anfangs überhängender Traube;
-stamm, der; -wald, der; -zapfen, der: zapfenförmige.
verholzte Frucht der Fichte, bei der die Samen schuppenartig
rund um eine Achse angeordnet sind; -zweig, der.
Flchu [fl'Jy:]. das; -s. -s [frz. fichu. Subst. zu: fichu =
(schlecht) gekleidet. 2. Part, von: fleher. t Eichel: großes
Dreiecktuch, das um Schultern u. Brust geschlungen u. auf
dem Rücken zusammengebunden wird (als Bestandteil
bestimmter Trachten).
Fick [fikj. der; -s. -s [rückgeb. aus tflckenl (vulg.): svw.
tKoitus: Unser F. ist reine Musik (Stricker. Trip 73);
Mit Jedem ordinären Wort .... mit jedem F. wird die
schillernde Architektur dieser Ordnung durchbrochen
(Zwerenz. Kopf 33); fleken [fiknj <sw. V.; hat) [mhd.
fleken = reiben] (vulg.): a) svw. tkoitieren: gut f. können;
im Bett liegen und f.; er hat mit dem Mädchen geflckt;
R fick dir bloß nicht ins/aufs Knie! (stell dich bloß nicht
so an!); b) mit jmdm. den Geschlechtsakt vollziehen: ein
Mädchen f.: sie läßt sich nicht f.; U Ich fleke die Welt
in den Arsch (Genet [Übers.]. Totenfest 206). c) (Solda-
tenspr.. Jugendspr.) svw. t herannehmen: die haben uns
heute ganz schön geflckt.
Flcke f ftka]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
vicke; verw. mit TFach] (nordd.): eingenähte Tasche.
Fjcker. der; -s. - (vulg.): jmd.. der häufig Geschlechtsverkehr
hat; Fickerei. die; -. -en (vulg.): das Koitieren: mit ihm
kann man nur über F. reden; fickerig. flekrig [Tik(3)n<;]
<Adj.) [zu mundartl. fleken = hin u. her bewegen; jucken]:
1. (landsch.) unruhig, zappelig: ein -es Kind. 2. (vulg.)
geschlechtlich erregt, geil; Fickfack ['fikfak]. der; -[e]s. -e
[zu fflekfacken] (landsch.): Vorwand, Ausflucht; fick-
facke(r]n <sw. V.; hat) [wohl ablautende Verdoppelung
von mundartl. fleken. tflekerig] (landsch.): Ausflüchte
machen; <Abl.:> Fickfackerei. die; -. -en; FfdanUhte. die; -.
•n [zu mundartl. fleken = hin u. her bewegen] (landsch.):
svw. TZwickmühle; fidorig: Tflekerig.
Ficus [fl:kus]. der; -. ...ei [fl:tsi; lat. Heus]: lat. Bez. für
Feigenbaum.
Fideikommiß [fideilo'mis], das; ...misses. ...misse [lat. fldei-
commissum = im Vertrauen auf die Ehrlichkeit des Erben
gemachte testamentarische Verfügung über einen
Gegenstand, den er einem Nichterben übergeben soll, eigtl. subst.
2. Part, von: fldeicommittere = Jmdm. etw. auf seine
Ehrlichkeit hin anvertrauen; testamentarisch verfügen]
(Rechtsspr.hist.): unveräußerliches u. unteilbares Vermögen
einer Familie; Fideismus [flde'ismus]. der; - [zu lat. fldes
= Vertrauen; Glaube. TFides]: 1. (Philos.)
erkenntnistheoretische Haltung, die den Glauben als einzige
Erkenntnisgrundlage betrachtet u. ihn über die Vernunft setzt. 2. evange-
lisch-reformierte Lehre, nach der nicht der Glaubensinhalt,
sondern nur der Glaube an sich entscheidend sei; Fidejst,
der; -en. -en: Anhänger des Fideismus; fidejstisch <Adj.;
o. Steig.): den Fideismus betreffend.
fidel [fi'de:l] <Adj.) [urspr. Studentenspr. < lat. fidelis =
treu, zuverlässig] (ugs.): von unbeschwerter Fröhlichkeit.
Lustigkeit, vergnügt: eine -e Gesellschaft; er ist ein -es
Haus (ein gutgelaunter, fröhlicher Mensch).
Fidel [Ti:d|]. die; -. -n [mhd. videl(e). ahd. fldula]: der Geige
ähnliches ma. Saiteninstrument (heute wieder als Instrument
der Volksmusik gebaut). Vgl. Fiedel.
Fiddtamo [flde'lismo]. der; -[s] [span. Fidelismo. nach dem
kuban. Ministerpräsidenten Fidel Castro]: revolutionäre
politische Bewegung in Kuba fu. in Südamerika/ auf
marxistisch-leninistischer Grundlage; Fiddjst. der; -en. -en [span.
Fidelista]: Anhänger Fidel Castros bzw. des Fidelismus.
Fidelitas [fi'de:litas]. Fidelitfit [fldeli'te.t]. die; - [zu Tfidel.
nach lat. fidelitas = Treue]: svw. tFidulität; Fides [Ti.des].
die: - [lat. fldes]: im alten Rom das Treueverhältnis zwischen
Patron u. Klient.
Fidibus ['fl:dibus]. der; - u. -ses. - u. -se [H. u.; viell. nach
dem Horazvers: Et ture et fldibus iuvat placare ... deos.
bei dem man ..et ture et fldibus = mit Weihrauch u.
Saitenspiel" im Scherz als ..mit Tabakrauch u.
Pfeifenanzünder" übersetzte] (veraltend, noch scherzh.): gefalteter
Papier streifen, (seltener:) Holzspan, den man an einem
offenen Feuer entzündet, um damit die Pfeife o. ä. anzuzünden:
sich einen F. machen.
Fidulitit [fiduli te:t], die; -. -en [studentensprachlich Air lat.
fidelitas. t Fidelitas]: der inoffizielle, zwanglosere Teil eines
studentischen Kommerses; Fiduz [fi'du:ts; lat. fldücia =
Vertrauen; Beherztheit] nur in der Wendung kein Fiduz
zu etw. haben (ugs. veraltend: 1. keinen Mut zu etw. haben.
2. keine Lust zu etw. haben)', Fiduziant [fidutsiant]. der;
-en. -en (jur.): Treugeber bei einem fiduziarischen Geschäft;
Fiduziar [...tsia:?]. der; -s, -e (Jur.): Treuhänder bei einem
fiduziarischen Geschäft; fiduziarisch [...'tsia:nJl <Adj.; o.
Steig.) [lat. fldüciärius] (jur.): treuhänderisch: -es Geschäft
(Treuhandgeschäft, bei dem der Fiduziant dem Fiduziar
ein Mehr an Rechten überträgt, als er selbst aus einer vorher
getroffenen schuldrechtlichen Vereinbarung hat); fUuzit! [fl-
du.tsit; aus lat. fldücia sit = vertraue darauf!]
(Studentenspr.): Antwort des Studenten auf den Bruderschafts-
u. Trinkzuruf ..schmollis!"; Fiduzit [-], das; -
(Studentenspr.): der Zuruf ..fiduzit!".
Fieber ['fiibel. das; -s. (selten.) - [mhd. fieber. ahd. fiebar
< lat. febris= Fieber]: l.a) über 38°Cansteigende
Körpertemperatur als charakteristisches Symptom einer Krankheit,
als Abwehrreaktion des Organismus bei bestimmten
Krankheiten: ansteigendes, heftiges F.; das F. steigt; F. messen;
hohes F. haben, bekommen; daß er zumindest Temperatur
(erhöhte Temperatur, zwischen 37° u. 38° liegend),
wahrscheinlich aber F. hatte (Jens. Mann 174); mit F. im Bett
liegen; Das F. schüttelt ihn. der Durst zehrt ihn aus (Wag-
gerl. Brot 112); b) fieberhafte Erkrankung: kurz darauf
warf ihn ein F. nieder (Ceram. Götter 45). 2. (geh.) Zustand
starker seelischer Erregung; das Besessensein von etw.: das
F. der Spielleidenschaft hatte ihn erfaßt; Wind der
Hoffnung. ... rasendes F. der Ungeduld, der Enttäuschung
(RemarQue. Westen 198).
fkber-, Fieber- (Fieber 1): ^anfall, der: plötzliches Auftreten
von Fieber; ^anstieg, der <o. PI.); Mittacke, die: heftiger
Fieberanfall; -bäum, der: in Australien vorkommender
Baum, dessen Rinde ein fiebersenkendes Mittel liefert; ~er-
zeusend <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): Fieber hervorrufend:
körpereigene -e Stoffe (Pyrogene). die auf das
Temperaturregelungszentrum im Zwischenhirn einwirken (Medizin II.
837
fieberhaft
300); -flecken <PL>: bei fieberhaften Erkrankungen
auftretende rote Flecken auf der Haut bes. des Gesichts; ^frei
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: ohne Fieber, dazu: -freiieit,
die <o. Pl.>; ^frost, der: bei Fieber gleichzeitig akut
auftretendes Frostgefühl; --glänzend <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>:
(von den Augen) im Gefolge von Fieber einen besonderen
Glanz aufweisend: -e Augen; ^glühend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: von Fieber glühend: ein -es Gesicht; ^ghit,
die (geh.): svw. t^hitze; --beiß <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
heiß von Fieber: ein -es Gesicht; Ü die weißen Blüten,
f. aufgespreizt, boten sich an (Gaiser. Jagd 129); ~4iitze,
die: durch Fieber hervorgerufene hohe Körpertemperatur:
In der F. ... sterben die Krankheitserreger ab (Natur 101);
-krank <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: an Fieber erkrankt,
<subst.:> -kranke, der u. die; -kurve, die: graphische
Darstellung der im allgemeinen zweimal am Tag gemessenen
Körpertemperatur bei fieberhaften Erkrankungen* die den
Verlauf des Fiebers anzeigt; ~k» <Adj.; o. Steig.; meist
adv.>: ohne Auftreten von Fieber: die Krankheit
verläuft meistens f.; Mnatt <AdJ.; Steig, ungebr.; nicht
adv.): So träumerisch und f. ihr auch zumute war (Werfel,
Himmel 17S); -messet*, der (ugs.): svw. t-thermometer;
-mittel, das (Med.): fiebererzeugendes od. fiebersenkendes
Mittel; MBÜcke. die: Anopheles: wird die F. vernichtet,
werden Neuinfektionen an Malaria ausbleiben (Medizin
II. 121); -Phantasie, die (meist PI.): bei hohem Fieber
häufiger auftretende Wahnvorstellungen: -rinde, die: Rinde
des Fieberbaumes; Mtfte, die: durch Fieber hervorgerufene
Rötung der Haut bes. des Gesichts; ^schauer, der: Schauer
bei Fieber; Schüttelfrost; -senkend <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ein -es Mittel; -tabelle^ die: Tabelle für die Meßwerte
eines Fieber Verlaufs; -thermometer, das: Thermometer zum
Messen der Körpertemperatur; -tnuan, der: svw. t
-Phantasie; -verlauf, der; -wahn, der: svw. t -Phantasie; -wirksam
<Adj.; nicht adv.): wirksam gegen Fieber: -e Chinarinde.
fkberhaft <AdJ.; -er. -este): 1. <o. Steig.) mit Fieber
verbunden: eine -e Erkrankung. 2. a) angestrengt u. eilig; hektisch:
es wurde f. [an der Ausbesserung der Brücke] gearbeitet;
sie waren in -er (sehr großer) Aufregung. Eile
davongelaufen; b) von einem seltsamen, erregenden Zauber erfüllt:
einer dieser -en. frühreifen Maiabende (Baum. Paris 5);
Eine unglaublich süße, sich verzehrende, -e Stimme
(Hagelstange. Spielball 40); fieberig: ! fiebrig; fiebern [Tuben]
<sw. V.; hat) [spätmhd. viebernj: 1. Fieber haben: der
Kranke fiebert; das fiebernde Kind ins Bett bringen; sie
fiebert leicht (bekommt leicht, beim kleinsten Anlaß Fieber).
2.a) sehr aufgeregt, voll innerer Unruhe, Erwartung sein:
die Kinder fieberten vor Aufregung; in Bogorski ... bebte
das Erleben nach und fieberte gleichfalls als Ungeduld
in Bochows Worten (Apitz. Wölfe 326); b) heftig nach
etw. verlangen; etw. erstreben: er fiebert danach, seine
Fähigkeiten unter Beweis zu stellen; fiebrig, (auch:) fieberig
[Ti:b(3)n<;] <Adj.) [spätmhd. fieberte]: l.a) Fieber habend,
von Fieber befallen: das Kind ist f., sieht f. aus; b) mit
Fieber einhergehend; eine -e Erkältung; c) auf Fieber
hinweisend: -e. f. glänzende Augen. 2, (in Erwartung von etw.)
in einem Zustand von Hektik, Aufregung; fieberhaft (2 a):
in -er Eile. Aufregung; Dieses Verstecken und Auftauchen,
dieses -e Hin und Her dauert Tage, dauert Wochen (St.
Zweig. FoucW 160).
Fiedel [Ti.djJ. die; -. -n [t Fidel] (veraltet, noch scherzh.
od. abwertend): svw. !Geige: der Reiter dort drüben ...
schien ... eine F. zu streichen, deren durchdringend süßer
Ton aufjauchzte und erstarb (Doderer. Abenteuer 106);
vgl. Fidel;<Zus.:> Ffedelbooen, der (veraltet): svw. t
Geigenbogen; * gespannt sein wie ein F. (ugs.; sehr neugierig auf
etw. sein): fiedeln ffi:d|n] <sw. V.; hat) [mhd. videlen]
(scherzh. od. abwertend): lohne große Kunstfertigkeit,
schlecht] auf der Geige spielen: er fiedelt den ganzen Tag;
eine Melodie f.; Arlecq hatte ein paar davon (= erzgebirg-
lerische Weihnachtsengel) in der Manteltasche, daß sie
für Flora fiedelten und schalmeiten (Fries. Weg 1S3).
Fieder ['fixte], die; -. -n [zu f fiedern]: 1. (veraltet) kleine
Feder. 2. (Bot.) einzelnes Blättchen eines Fiederblattes;
<Zus.:> Fkderblatt. das (Bot.): Laubblatt, das aus mehreren
einzelnen Blättchen besteht; gefiedertes Blatt; Fjgderblätt-
chen, das: svw. t Fieder (2); fiederig. fiedrig [Ti:d(3)n<;]
<Adj.; o. Steig.): gefiedert: der früh in fiedrigen
Wattebäuschen sinkende Schnee (Schnurre. Bart 70); fiedern
['fi:dBn], sich <sw. V.; hat) /vgl. gefiedert/ [mhd. videren.
ahd. fideran = mit Federn versehen, zu t Feder] (Jägerspr.):
svw. T mausern, sich; fkderteüig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
svw. T gefiedert (2): um zu entdecken, daß die Schafgarbe
-e Blätter hat. deren Saft das Blut reinigt (Menzel. Herren
1 l);FJcderong,die; -, -en: [Art des] GefiedertseinfsJ:
Blattformen mit verschiedenen -en.
Fiedler ['fi:dte]. der; -s. - [mhd. videtere]: a) (veraltet) Geige
spielender [StraßenJmusikant; b) (scherzh. od. abwertend)
jmd., der ohne große Kunstfertigkeit Geige spielt.
fiedrig: T fiederig.
fiel [fi:l]:t fallen.
Fleldtatar[,fi:ldist3r. ...to.'B.auch-—].der;-s,-en [...'to.ron;
amerik. fieldistor. Kurzwort aus engl.-amerik. field eflect
transistor]: Feldtransistor, bei dem das elektrische Feld den
Stromfluß steuert.
Field- [fi:ld-] (mit Bindestrich): -research [-nsatH. das;
-s [engl.-amerik. field-research. t Research] (Soziol.):
Verfahren in der Markt- u. Meinungsforschung zur Erhebung
statistischen Materials anhand von persönlicher Befragung
von Gewährspersonen durch Interviewer od. anhand von
Fragebogen; ^spanid [-spenjtdl]. der; -s. -s [engl, field spaniel.
f Spaniel]: kleiner englischer Jagd- u. Apportierhund mit
meist schwarzem Fell; -work [-Wd:k]. das; -s [engl.-amerik.
fieldwork, eigtl. = Arbeit im Gelände]: svw. t
Field-research. dazu: -worker [-wa:ka]. der; -s. - [engl.-amerik.
fieldworker] (Soziol.): Interviewer von Gewährspersonen zur
Erhebung statistischen Materials in der Markt- u.
Meinungsforschung.
fiepen l'fi:pn] <sw. V.; hat) [lautm.J: 1. (Jägerspr.) (von
Rehkitz u. Ricke) einen leisen, hohen Lockruf hervorbringen.
2. einen leisen, hohen Ton von sich geben: der Hund, der
Vogel fiepte ängstlich; zunächst waren noch Tiere da.
konnten bellen, f.. schnattern (Kaschnitz. Wohin 75);
<subst.:> das Rasseln aus verschleimten Luftwegen, das
Fiepen aus zerstörten Lungen (Plievier. Stalingrad 190).
Fieränt [ffc'rant, fe'rant], der; -en. -en [zu ital. fiera =
Jahrmarkt < lat. feria = Ruhetag] (bayr.. österr.):
Warenhändler. Markthändler.
fierenffi.TwiKsw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mniederd.
vlren] (Seemannsspr.): a) eine Last o. ä. durch Lösen des
Taus herunterlassen: ein Segel f.; b) (ein belastetes Tau)
ablaufen lassen.
flero ['fle:ro] <Adv.) [ital. fiero < lat. ferus = ungezähmt.
wild] (Musik): stolz, wild, heftig.
fies [fi:s] <Adj.; -er. -este) [aus dem Niederd. < mniederd.
vis. wohl zu: vist = abgehende Blähung] (ugs.): 1. (durch
Aussehen, Geruch, Geschmack o. ä.) Ekel, Widerwillen
erregend, auslösend: -es Zeug; es ist mir zu f.. aus dem
gebrauchten Glas zu trinken; das schmeckt f.; er sieht f. aus in
seiner Ungepflegt hei t: der Bart gibt meinem Gesicht ein
imposantes Aussehen. Ohne Bart aber kommt eine -e
Visage zum Vorschein (Niekisch. Leben 55). 2. charakterlich
widerwärtig, unsympathisch, abstoßend: ein -er Charakter.
Kerl. Hund (Mensch); ich finde ihn sehr f. 3. so beschaffen,
daß man es als schwierig, unangenehm, lästig o. ä. empfindet:
das Entwirren des Wollknäuels ist eine -e Arbeit; <Abl.
zu 2:) Fiesling [fitsltn], der; -s. *e (salopp abwertend):
widerlicher, durch seine Eigenschaften abstoßender Mensch:
Die mieseste Bruchbude war1 mir noch lieber als das
Zusammenleben mit so einem F. (Hörzu 10, 1974.48).
Fiesta [ftesta]. die; -. -s [span. fiesta < vlat. festa = Fest.
tFetel: spanisches [ Volks]fest.
Fifa. FIFA [fi:fa]. die; -: Föderation Internationale de Foot-
ball Association (Internationaler Fußballverband).
fifty-fifty [fiftififti; engl.-amerik. fifty-fifty = halbpart,
zu gleichen Teilen, eigtl. = fünfzig-ftinfzig] in den
Verbindungen f. machen (ugs.; halbpart machen): Sie (= die
Appartements) werden nun laufend an zahlungskräftige Gäste
vermietet. Bob und Mama machen f.. und es rentiert sich
(Kranz. Märchenhochzeit 20); f. ausgehen/stehen (ugs.;
unentschieden ausgehen!stehen): die Sache ist f.
ausgegangen, steht f.
Figaro [ftgaro. auch: Tt:...]. der; -s. -s [nach der
Bühnengestalt in Beaumarchais' Lustspiel ..Der Barbier von Sevilla*']
(scherzh.): svw. t Friseur: Der dunkelblonde Mime drohte
mit sofortiger Abreise ....wenn man den Stolz seines
Hauptes dem F. ausliefern würde (Hörzu 1. 1971. 8); -s im
Wettstreit (MM 3. 5. 67. 5).
Fight [fajt]. der; -s. -s [engl, fight. eigtl. = Kampf]: 1.
verbissen geführter Kampf (in einem sportlichen Wett-
838
Filament
kämpf), harte Auseinandersetzung: ein begeisternder, die
Zuschauer hinreißender F.; zwischen den Rivalen kam
es zu einem erbarmungslosen F. 2. (Boxen) Boxkampf:
der F. zwischen Gay und Frazier mußte verschoben
werden; <Abl.:) fighten [faitn] <sw. V.; hat) [engl, to fightj:
l.hart, verbissen kämpfen, um etw. zu erreichen. 2. (Boxen)
ungestüm%denSchlagabtausch Suchendkämpfen: Dann aber
raffte Bonavena alle Kräfte ... zusammen und fightete
wie wild (MM 9. 12. 70. 17); Fighter [Tajte]. der; -s.
- [engl, fighter]: 1. jmd., der hart u. verbissen um etw.
kämpft: Kämpfernatur: Ein herzensguter Mensch und ein
unerbittlicher, furchtloser F. (Wolf. Menetekel 481). 2.
(Boxen) Boxer, der den Schlagabtausch u. eine ungestüme
Kampfweise bevorzugt: er gilt als verbissener F.
Figur [figu:?]. die; -. -en [mhd. figurte). über afrz. figure
< lat. figüra = Gebilde. Gestalt. Erscheinung]: 1. <P1.
selten; Vkl. TFigürchen) Körperform. Gestalt, äußere Er-
scheinung eines Menschen im Hinblick auf ihre
Proportioniertheit: eine gute, schöne, schlanke, untersetzte,
stämmige F.; sie hat eine tolle F.; das Bild zeigt ihn in ganzer
F.; er ist von kleiner F.; auf seine F. achten [müssen]
(sich beim Essen mäßigen /müssen!, um nicht dicker zu
werden): 'eine [gute] F. machen (ugs.; etwas vorstellen,
beeindruckend wirken)', eine gute, schlechte, klägliche o. ä.
F. machen/abgeben (durch seine Erscheinung, sein Auftreten
einen guten, schlechten, kläglichen o. ä. Eindruck machen).
2. <Vkl. tFigürchen) /künstlerische] Darstellung eines
menschlichen, tierischen od. abstrakten Körpers:
mythologische -en; -en aus Porzellan; eine abstrakte F. von Moore;
So verwandeln sich die (lachen menschlichen -en. wie sie
auf ägyptischen Reliefs einherschreiten. in die Skulpturen
der Gotik und Renaissance (Wieser. Organismen 11). 3.
<Vkl. tFigürchen) Spielstein bes. beim Schachspiel: eine
F. zieht. 4.a) /geometrisches] Gebilde aus Linien od.
Flächen, Umrißzeichnung o.a.: eine geometrische F.; er malte
-en auf den Zeitungsrand; ... sowie ein Springbrunnen
waren da. der eine kunstreiche F. von Wasserstrahlen
in die Lüfte warf (Th. Mann. Krull 13); Er ( = der
Rauchpilz) floß in die LuA skurril aus wie Tusche, die im klaren
Wasser -en bildet (Gaiser. Jagd 89); b) Abbildung, die
als Illustration einem Text beigegeben ist: vergleiche F.
4; Abk.: Fig. 5.a) Person, Persönlichkeit (in ihrer Wirkung
auf ihre Umgebung, auf die Gesellschaft): er war eine
wichtige, beherrschende F. seiner Zeit; eine undurchschaubare,
merkwürdige F.; So standen die beiden Harrys, beides
außerordentlich unsympathische -en, dem artigen
Professor gegenüber (Hesse. Steppenwolf 70); b) (meist PI.)
(salopp) Person, Mensch (meist männlichen Geschlechts), Typ:
das waren die-en von vorhin; Ich sag nichts. Keine Namen,
keine Orte. Du kennst Ja schon ein paar -en (Degener.
Heimsuchung 53); c) handelnde Person, Gestalt in einem
Werk der Dichtung: die -en des Dramas; die -en dieses
Romans sind frei erfunden; eine F. aus einem Märchen;
die komische F. (Rollenfach im Theater): Ü So steht der
große Kriegsheld des 6. Jahrhunderts vor uns: ... eine
überragende F. auf dem Welttheater (Thieß. Dämonen
597); Hitler sei doch nur eine komische F. (wirke lächerlich:
Niekisch. Leben 109). 6. (beim Tanz, Eistanz, Kunstflug,
Kunstreiten o.a.) in sich geschlossene Itänzerischej Bewe-
gungsabfolge, die Teil eines größeren Ganzen ist: eine
einzelne F. [eines Tanzes] üben; auf dem Eis -en laufen; Er
beherrschte mehr als die -en des Kunstflugs (Gaiser. Jagd
154); er kann ein sensibles Pferd ... ganz ohne Zügel reiten,
zudem noch in den schwierigsten -en der Bahnschule
(Dwinger. Erde 111). 7. (Musik) in sich geschlossene
Tonfolge als schmückendes u. vielfach zugleich textausdeutendes
Stilmittel: eine musikalisch-rhetorische F. 8. (Sprachw.)
von der normalen Sprechweise abweichende sprachliche
Form, die als Stilmittel eingesetzt wird: eine rhetorische,
grammatische F.; Figura [fi'gu:ra; lat. figüra. f Figur] nur
in der Wendung wie F. zeigt (bildungsspr. veraltend; wie
man an dem gegebenen Beispiel sehen, ablesen kann): Figura
etymologica [- etymo'loigika]. die; - -. ...rae [...re] ...cae
[...tse; tetymologisch] (Rhet.. Stilk.): Redefigur, bei der
sich ein intransitives Verb mit einem Substantiv gleichen
Stammes od. verwandter Bedeutung als Objekt verbindet
(z.B. einen Kampf kämpfen); figura! [figura:!) <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): mit Figuren versehen: <Abl.:> Figuralitit
[figurali'tE:t], die; - (Kunstwiss.): figürliche Beschaffenheit.
Form: Figurglmusik.dle: mehrstimmiger kontrapunktischer
Tonsatz in der Kirchenmusik des Mittelalters: Figurant [fi-
gu*rant].der;-en.-en[lat. figü raus (Gen.: figürantis). I.Part,
von: flgüräre. t figurieren]: a) (Theater, Film veraltet)
stumme / Neben I rolle, Statist: b) Nebenperson, Lückenbüßer:
<Zus. zu b.:> Figuryntendasein, das; Figurqpitin: w. Form
zu t Figurant; Figuration [figura*tsio:n]. die; -. -en Dat.
figürätio = Bildung, äußere Gestalt]: 1. (Musik) Auflösung
einer Melodie od. eines Akkords in rhythmische [melodisch
untereinander gleichartige] Notengruppen. 2. (Kunstwiss.)
a) figürliche Darstellung: Lebensteins -en sprechen etwas
aus... und bleiben dennoch mit erstaunlicher
Unmittelbarkeit nur Bild (Welt 9.10.65.12); b) Formgebilde: abstrakte
-en; figurativ [...'ti:fi <Adj.; o. Steig.) [spätlat. flgürätivus
= zur bildichen Darstellung geeignet] (bildungsspr.): l.a)
als Bild. Figur. Emblem od. graphisch wiedergebend od.
wiedergegeben: die -e Darstellung einer Szene; die -e
Malerei; b) (etwas Abstraktes) gegenständlich wiedergebend:
eine-e Darstellung der Tugenden. 2. (veraltend) (von
Wortbedeutungen) in bildlichem, übertragenem Sinn: ein -er
Sprachgebrauch; Figürchen [fi'gy^n], das; -s. -: tFigur
(1-3).
Figuren-. Figuren-: -gruppe, die: Gruppe von Figuren (2):
dieser Bildhauer schuf die F.; ^kapitell, das (Archit.):
mit Figuren (2) geschmücktes Kapitell [an romanischen
Bauwerken 1: -reich <Adj.>: viele Figuren (2. 5 c. 6) aufweisend:
ein -es Bild. Theaterstück. Kapitell; ein -er Tanz; -theater.
das: Theater mit Figuren (Marionetten. Puppen u.a.).
figurieren [figuri:r^n] <sw. V.; hat) [lat. figüräre = bilden,
gestalten, darstellen]: 1. (bildungsspr.) (in einer Rolle,
Funktion o.a.) an einer bestimmten Stelle seinen Platz
haben, in Erscheinung treten, auftreten: als Rennleiter f.;
Helfer und Helfershelfer figurierten wie üblich unter
Decknamen (Frisch. Stiller 230); Nur in den Rekordlisten
figurieren noch Hubraumklassen, wie sie früher üblich waren
(Frankenberg. Fahren 41). 2. (Musik) einen Akkord mit
einer Figuration (1) versehen: <Abl. zu 2:) Figurjerung.
die; -. -en: svw. TFiguration (1); Figurine [figu'rtna]. die:
-. -n [frz. figurine < ital. figurina. zu lat. figüra. f Figur]:
1. (Kunstwiss.) kleine Statue. 2. (Kunstwiss.) menschliche
Figur als Staffage auf Gemälden, bes. Landschaftsbildern.
3. (bes. Theater) Kostümentwurf, Modellbild /für eine
bestimmte Rolle, ein bestimmtes Stück J: -n zeichnen; figürlich
Ifigy.^lKj] <Adj.; o. Steig.): 1. <nur adv.) in bezug auf
die Figur (1): Hanna Walter, die f. Sjoukje sehr ähnliche
Wienerin (Maegerlein. Triumph 17). 2. (Kunstwiss.) eine
Figur (2), Figuren (2) darstellend: bronzene Armleuchter
von -ex Arbeit (Th. Mann. Krull 324). 3. (veraltend) (von
Wortbedeutungen) in einem bildlichen, übertragenen Sinn
gebraucht: ein -er Wortgebrauch; Figurproblem, das; -s.
-e <meist PI.) (ugs.): Schwierigkeiten, diejmd. beim
Kleiderkaufo. ä. durch eine nicht bestimmten Normalmaßen
entsprechende Figur hat.
Fiktion [fik'tsio:n], die: -. -en [lat. Actio = Einbildung.
Annahme. Unterstellung]: 1. (bildungsspr.) etw.. was nur
in der Vorstellung existiert: etw. Vorgestelltes, Erdachtes:
eine politische. literarische F.; alle Gestalten des Werkes
sind dichterische F.; Beide Seiten ... wissen heute, daß
Westberlin ein Faktum ist und keine F. (Dönhoff. Ära
103); die F. der deutschen Wiedervereinigung; die F. vom
Ich. von der Person (Hesse. Steppenwolf 23). 2. (Philos.)
bewußt gesetzte widerspruchsvolle od. falsche Annahme als
methodisches Hilfsmittel bei der Lösung eines Problems:
fiktional [fikt?io'na:l] <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): auf
einer Fiktion beruhend: flktkmüisieren [fiktsionalizi:ren]
<sw. V.; hat) (bildungsspr.): als Fiktion darstellen: die
Zeit f.. dazu: Fiktionalfcterung. die: die F. der Realität
(Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verbandes 1.
1972.56); Fiktionalismus [fiktsionalismus]. der; - (Philos.):
philosophische Theorie der Fiktionen, fiktiv [fikti:fl <Adj.:
o. Steig.) (bildungsspr.): nur angenommen: erdacht,
erdichtet, frei erfunden: ein -er Dialog; eine wirkliche und nicht
eine -e Schwäche der Roten Armee (Leonhard. Revolution
62); etwas erweist sich als. ist [rein] f.
Fil-i-fil [fila'fil]. das; - [frz. fil-ä-fil. eigtl. = Faden an
Faden, aus: fil (t2Filet) u. ä. tä]: Kleiderstoff mit meliertem
Gewebe: Filage [fi'la:»]. die; -. -n [frz. filage]: 1. das
Zusammendrehen von Seidenfäden. 2. das Abziehen der gezinkten
Karten beim Falschspiel: Filament [fila'ment]. das; -s. -e
[spätlat. filämentum = Fadenwerk]: 1. (Bot.) Staubfaden
der Blüte. 2. <meist PI.) (Astron.) dunkles, fadenförmiges
839
Filanda
Gebilde in der Chromosphöre; Flianda [fi'landa], die; -.
...den [ital. filanda. nach lat. filanda. Neutr. PI. des Gerun-
divums von: filäre = in Fäden ziehen] (veraltet): Anlage
zum Abhaspeln der Seidenkokons; Seidenspinnerei; FUarfai
[fi'la:ria], die; -. ...iae [...iE] u. ...ien [...Jan] <meist PI.)
[zu lat. fihmi = Faden] (Zool., Med.): im Bindegewebe,
im UnterfiautZellgewebe u. im Lymphsystem der Wirbeltiere
schmarotzender/ Fadenwurm; <Zus.:> Filgrienkrankheit,
die: svw. t Filariose; fihr II tuono [fi'la:r il 'tyo.no; ital..
aus: filare = spinnen; ziehen (< lat. filäre, t Filanda)
u. t(u)ono = Ton < lat. tonus] (Musik): (beim Geigenspiel
u. beim Gesang) den Ton gleichmäßig ausströmen, sich
entwickeln lassen; Filariose [fila'rio:za], die; -, -n (Med.):
durch Filariaarten hervorgerufene Krankheit; fll di voce
[Til di vo:tJa: ital.. aus: fil(o) = dünner Faden (< lat.
filum). di = von (< lat. de) u. voce = Stimme < lat.
vöx (Gen.: vöcis)] (Musik): mit schwacher, dünner Stimme.
'Filet [fi'le:]. das; -s. -s [frz. filet. eigtl. = Netz < aprovenz.
filat = aus Fäden gemacht, zu lat. filum = Faden]: 1.
(Textilind.) netzartig gewirkter Stoff 2. (Handarb.) svw.
t Filetarbeit; 2Filet [-]. das; -s. -s [frz. filet. eigtl. = kleiner
Faden, zu: fil = Faden < lat. filum (wohl, weil die Stücke
früher in Fäden eingerollt verkauft wurden)] (Kochk.):
a) zartes Fleisch von der Lende des Rindes od. des Schweines
od. auch vom Wild: ein zartes, saftiges, abgehangenes F.;
ein F. vom Rind; ein F. [an]braten; F. mignon (gegrilltes
od. gebratenes kleines Filet vom Schlachtvieh (auch Lamm
u. Hammel) od. Wild); b) entgrätetes u. enthäutetes Stück
vom Rücken eines Fisches; c) Fleisch von der Brust von
Geflügel; >Flkt [-]. das; -s. -s [frz. filet. eigtl. = Netz,
t1 Filet] (Textilind.): Abnehmerwalze hinter der
Auflockerungsmaschine in Baumwollspinnereien.
'Filet- [-]: ^arbeit, die: Handarbeit! stechnik!. bei der ein
Gitterwerk aus Quadratisch verknüpften Fäden hergestellt
wird, das dann in verschiedenartiger Weise bestickt wird:
die Tischdecke ist eine wunderschöne F.; -deckchen, das:
vgl. ^decke; -decke, die: Tischdecke in Filetarbeit;
^Ukelei, die: Häkelarbeit, die eine Nachahmung der echten
Filetarbeit in einer Häkteltechnik darstellt; -handschuh, der:
Handschuh in Filetarbeit; -nadel, die: Sticknadel zur
Herstellung von Filetarbeiten; -spitze, die: Spitze in Filetarbeit;
-Stickerei, die (Handarb.).
^ilet- [-]: -fleisch, das; -gulasch, das od. der: Gulasch
aus Rinder- od. Schweinefdet: -stcak, das: Steak aus^2Filet
(a); -stückv das; -topf, der (Gastr.): aus mehreren 2Filets
(a) bestehendes Gericht, das in einem Topf serviert wird.
Filete [fi'le:U>]. die; -. -n [zu frz. filet. eigtl. = Netz, t •Filet]
(Buchw.): a) Stempel der Buchbinder mit bogenförmiger
Prägefläche zum Aufdrucken von Goldverzierungen auf
Bucheinbände; b) mit der Filete (a) hergestellte Verzierung
auf Bucheinbänden; filetieren [filetrrsn] <sw. V.; hat) [zu
12Filet] (Kochk.): Filets aus dem Fleisch von Schlachttieren.
Fisch. Geflügel od. Wild herauslösen: Fisch f.; <Zus.:> File-
tknnaschine, die; <Abl.:) Filetkrer, der: jmd.. der Filets
schneidet.
Filia hospitalis [Ti:lia hospitalis], die: - -. ...iae ...les [...Je
...le:s; aus lat. filia = Tochter u. hospitalis =
gastfreundlich] (scherzh. veraltend): Tochter der Wirtsleute eines
Studenten.
Filfaü- [fi'Ua:l-; (nach) frühnhd. Filial = Tochterkirche,
zu kirchenlat. filiälis = kindlich (abhängig), zu lat. filius
= Sohn, filia = Tochter]: -betrieb, der: svw. t Filiale;
-gemeinde, die: Gemeinde einer Filialkirche; -generation,
die (Genetik): direkte Nachkommen eines Elternpaares bzw.
eines sich durch Parthenogenese fortpflanzenden
Lebewesens; -«eschäft, das: svw. f Filiale (1); -kirdie, die: von
dem Geistlichen einer anderen, meist größeren Gemeinde
mit betreute Kirche; ^leiter.der: Geschäftsführer eines
Filialbetriebes, -geschäfts; -netz, das: Gesamtheit von planmäßig
über ein Gebiet verteilten Filialen: Die GesellschaA
beabsichtigt .... mit ihrem F. nach Norddeutschland
vorzustoßen (Welt 11.11.61,12); -Prokura,die (Wirtsch.): Prokura,
die auf eine od. mehrere Filialen eines Unternehmens
beschränkt ist.
Filiale [fi'Ua.b]. die: -. -n [zu tFilial- in FilialgeschäA u.a.]:
1. (bes. im Lebensmitteleinzelhandel) einzelnes Geschäft
einer Gruppe von gleichartigen Läden, die zentral geführt
werden: das Geschäft hat -n in mehreren Vororten. 2.
(bes. im Ver sicherungs-. Banken- u. Beherbergungsgewerbe)
Zweigstelle, -niederlassung* -betrieb, der in einem anderen
Stadtteil od. an einem anderen Ort unterhalten wird: die
norddeutsche. Münchner F. [des Unternehmens]; die F.
einer Bank, einer Metzgerei: eine F. errichten, eröffnen,
leiten; Filialist [filialist]. der. -en. -en (Wirtsch.): l.a)
Einzelhandelsunternehmer, der eine Reihe von Filialen (1)
besitzt: daß der Heidelberger F. ... bald Drugstores eröffnen
wird (MM 27. 11. 69.29); b) Leiter einer Filiale. 2.
Seelsorger einer Filialgemeinde.
Filiatkm [filia'tsio.n]. die: - [zu lat. filius = Sohn. Kind]:
1. (Genealogie) /Nachweis der/ Abstammung einer Person
von einer anderen: [iljlegitime F. 2. (jur.) legitime
Abstammung eines Kindes von seinen Eltern. 3. (Politik) Gliederung
des Staatshaushaltsplans. 4. Verhältnis von Mutter- u.
Tochterkloster im Ordenswesen des Mittelalters; <Zus. zu 1:)
Filiationsnadiweis, der.
'Filibuster: fFlibustier; ^Filibuster [fili'baste]. das: -[s]. -
[engl.-amerik. filibuster]: im amerikanischen Senat von
Minderheiten geübte Praktik, durch Marathonreden die
Verabschiedung eines Gesetzes zu verhindern.
filieren [fi'li:ran] <sw. V.; hat) [1: nach frz. filer = spinnen
< lat. filäre. t Filanda; 2: zu t2Filet (a)]: 1. (Handarb.)
eine Filetarbeit herstellen: eine Decke, ein Netz f.; filierte
Spitze. 2. svw. t filetieren: Heringe f.
filigran [fili'gra:n] <Adj.; o. Steig.; nur attr): aus Filigran,
filigranähnlichen Formen bestehend: -e Ornamentik;
Stützen und -e Verstrebungen (MM 28. 3. 74.42). zu: Filigran
[-]. das; -s. -e [ital. filigrana. eigtl. etwa = Faden und
Korn, zu lat. filum = Faden u. granum = Korn]:
Goldschmiedearbeit aus einem kunstvollen Geflecht von Gold-
od. Silberdrähten, das meist auf eine Metallunterlage
aufgelötet ist: Schmuckstücke aus/in F.; Ü Durch das F.
der Türme schimmerte der Himmel (Kuby, Sieg 248).
Filigran- [-]: -arbeit, die: svw. t Filigran; Hlias, das: durch
eingeschmolzene. Gitter u. Muster bildende weiße Glasfäden
verziertes Kunstglas: -papier, das: feines Papier mit netz-
od. linienförmigen Wasserzeichen; -schmuck, der: Schmuck
aus Filigran.
Filius [Ti:lj[us]. der; -. -se [lat. filius] (bildungsspr. scherzh.):
jugendlicher Sohn: unser F. steht kurz vorm Abitur.
Filier ['fite, file:?]. der; -[s]. - [ung. filier]: ungarische
Währungseinheit (100 Filler[s] = I Forint).
Fikn [film], der; -[eis. -e [engl. film, eigtl. = Häutchen,
dann allg. = dünne Schicht]: 1. dünne zusammenhängende
Schicht, bes. Flüssigkeitsschicht auf der Oberfläche einer
anderen Flüssigkeit od. eines festen Körpers: ein öliger F.
bedeckte die Wasserfläche; die Creme bildet einen
schützenden F. auf der Haut; spürte er ihre zarte, sprühende
Körperwärme, den dünnen strahlenden F.. der die
Konturen ihrer Schultern ... nachzeichnete (Andersch, Rote 77).
2. / zu einer Rolle aufgewickelter j Streifen aus einem mit
einer lichtempfindlichen Schicht überzogenen Material für
fotografische Aufnahmen od. Filme (3 a): ein
hochempfindlicher, feinkörniger F.; der F. ist unterbelichtet; einen neuen
F. [in den Fotoapparat] einlegen; den F. entwickeln; er
hat die Geburtstagsgesellschaft auf den F. gebannt (geh.;
fotografiert); ich habe noch drei Bilder auf dem F. (ugs.;
kann noch drei Aufnahmen machen). 3. a) mit der
Filmkamera aufgenommene Abfolge von bewegten Bildern. Szenen.
Handlungsabläufen o. ä.. in denen ein unterhaltender,
wissenschaftlicher o.a. Stoff im Zusammenhang I künstlerisch j
dargestellt wird u. die. auf eine Filmleinwand projiziert,
vordem Betrachter ablaufen: ein historischer,
abendfüllender F.; einen F. [abidrehen, machen, synchronisieren,
ansehen; das Drehbuch für einen F. schreiben; in einen F.
gehen (ugs.; sich einen Film ansehen); der F. läuft schon
seit vier Wochen; die Ereignisse laufen ab wie ein F.;
als sei ein schnellaufender. sehr lebendiger F. plötzlich
angehalten worden (Ott. Haie 248); Ü Mensch, war das
ein F.! (salopp; war das eine großartige Sache, war das
toll); bei ihm ist der Film gerissen (ugs.; er kann sich
an bestimmte Dinge nicht mehr erinnern, hat plötzlich den
gedanklichen Zusammenhang verloren); einen F. drehen
(salopp; mit einer Frau ein Liebesabenteuer haben); b) <o.
PI. > Filmbranche. -Industrie: der F. hat ihn mehr interessiert
als das Theater; die allgemeinen Rechtsverhältnisse der
Presse, des -s (Fraenkel. Staat 178); sie will zum F. gehen
(ugs.; will Filmschauspielerin werden).
fjbiK F|kn-: -abend, der: Abendveranstaltung, bei der Filme
(3 a) vorgeführt werden; -amateur, der: jmd., der als
Amateur Filmaufnahmen, kleine Filme (3 a) für seinen privaten
840
filmen
Gebrauch macht: -apparat, der (ugs.): 1. svw. t-kamera.
2. svw. t-projektor; -architekt* der: jmd.. der Bauten für
Filme entwirft. Szenenbildner: -ardiiv* das; -atelier, das:
Atelier, in dem Filmaufnahmen gemacht werden:
^aufrahme, die: filmische Aufnahme einer Szene, eines Vorgangs;
-ausriistung* die: aus Filmkamera u. Zubehör bestehende
Ausrüstung für Filmaufnahmen; -autor* der: svw. t
Drehbuchautor; -ball* der: Ball, der von der Filmindustrie
veranstaltet wird; -band» das: svw. t-streifen; -begeistert <Adj.;
nicht adv.): für Filme begeistert; -bericht* der: von
Filmaufnahmen begleiteter Bericht eines Reporters.
Berichterstatters; -berichterstatter, der; -besprechung, die: svw.
t -kritik (a); -MM* das: 1. Einzelbild auf einem Filmstreifen.
2. das auf der Leinwand erscheinende Bild des projizierten
Films. 3. (zu Werbezwecken angefertigtes) Standfoto eines
Darstellers o.a.; -branche* die: vgl. -Wirtschaft; -bühne*
die (veraltend): svw. tKino; -club: t-klub; -cutter* der:
svw. tCutter; -Cutterin, die: w. Form zu t^cutter;
-darstellender; -debüt, das; -diva* die (veraltend): gefeierte
Filmschauspielerin; Minima* das: verfilmtes Drama. Film (3 a)
mit dramatischer Handlung; -faiu der; -festival, das:
Festival, bei dem besondere Filme (3 a) vorgeführt u. von einer
Jury bewertet [u. ausgezeichnet I werden; Festspiele <P1.>:
vgl. -festival; -foimat* das: Format. Breite eines Films
(2); -frttze, der (salopp): jmd.. der beim Film (3 b) arbeitet;
-genre* das: Gattung, Art des Films (3 a): schoben sich
traditionelle -s wieder in den Vordergrund (Gregor. Film
48); -geschfift, das <o. Pl.>: Arbeitsbereich des Filmema-
chens, -produzierens in künstlerischer od. wirtschaftlicher
Hinsicht; -geschichtlich <Adj.; o. Steig.): die Geschichte
des Films betreffend: etw. f. betrachten; -gesellschaft,
die: Unternehnen der Filmindustrie; -große, die (ugs.):
bekannter männlicher od. weiblicher Filmschauspieler; -»t>-
teske* die: / Stumm ifilm mit Lustspieleffekten, die meist
durch Situationskomik erzeugt werden; -handkmg, die; -ha-
se*der (ugs. scherzh.): jmd.. der große Erfahrung im
Filmgeschäft hat: er ist ein alter F.; -beini, der (salopp abwertend):
svw. T-fritze; -heM, der; -hersteiler, der; -illustrierte,
die; -Industrie, die: Gesamtheit der Filmgesellschaften, die
sich mit der Produktion von Filmen (3 a) befassen; -kamera,
die: Kamera für Filmaufnahmen: -s surren; -kaniere, die:
Karriere als Filmschauspieler; -kassette, die (Fot.):
lichtundurchlässige Kassette, in die der Film (2) eingelegt wird;
-kltt, der: Klebemasse zum Kleben eines gerissenen Films
(2); -khib, der: Klub, in dem sich Freunde des Films (3 a)
zusammengeschlossen haben; -k«niker,der; -komödie,die;
-komparse* der; -komponist* der: Komponist von
Filmmusik; -kopie* die: von einem Film (3 a) hergestellte Kopie;
-kritik» die: a) kritische Besprechung eines Films (3 a) in
einer Zeitung. Zeitschrift o.a.: er schreibt -en; b) <o. PI.)
Gesamtheit der Kritiker, die bes. den Film (3 a) zum
Gegenstand ihrer kritischen Betrachtung machen, dazu: -krititer*
der: jmd.. der berufsmäßig Filmkritiken verfaßt; -kunst,
die <o. PL): Richtung des Filmschaffens, die dem
künstlerischen Film (3a) gewidmet ist; -künstler, der (selten): svw.
t-Schauspieler; -lekiwand* die: / aufrollbare j Bildwand, auf
die der Film (3a) projiziert wird; -liebling, der (ugs.):
beliebte'ri Filmschauspieler!in!; -material,das: 1. ein Film
(2) hinsichtlich seiner Eigenschaften. Beschaffenheit: hoch
empfindliches F. 2. ein od. mehrere Filme (3 a) hinsichtlich
des Inhaltes u. der Bedeutung für einen bestimmten Zweck:
in den Archiven liegen große Mengen F. von den Kämpfen
an den verschiedenen Kriegsschauplätzen; -montage* die:
das endgültige Schneiden u. Montieren eines Films (3 a);
-musical* das; -musik, die: speziell für einen bestimmten
Film (3 a) komponierte Musik, deren Aufgabe es ist.
Handlung u. Stimmung des Films zu charakterisieren u. zu
untermalen; -nachwuchs, der: Gesamtheit der
Nachwuchsschauspieler beim Film (3 b): eine Ausbildungsstätte für den
F.; -oper.die: -Operateur, der (veraltet): 1. svw. t
Kameramann. 2. svw. t -vorführen -Operette, die; -palast, der:
großes, luxuriöses Kino; -plakat, das: Plakat, das für einen
Film (3 a) wirbt; -preis, der: Preis, der für eine künstlerische
Leistung bei der Mitarbeit an einem Film (3 a) zuerkannt
wird; -premiere* die; -Produktion, die; -Produzent, der:
jmd.. der die Herstellung eines Films (3 a) finanziert;
-Programm, das: svw. t Kinoprogramm; -Projektor, der.
-Publikum, das; -regle* die; -regisscur* der; -reklame,
die: Reklame für einen Film; -reportage, die: von einem
Film (3 a) begleitete od. mit den Mitteln des Films (3 a)
gestaltete Reportage: -riß, der in der Wendung einen F.
haben (ugs.; sich plötzlich nicht mehr an etw. erinnern):
-rolle, die: 1. Spule, die ein im allgemeinen 600 m langes
Teilstück eines Films (3 a) enthält. 2. schauspielerische Rolle
in einem Film (3 a): er hat eine neue F. übernommen;
-salat* der <o. PI.) (Jargon): das Sichaufstauen des
Filmstreifens in der Kamera, das zustande kommt, wenn die
Filmspule sich nicht ordnungsgemäß aufwickelt; -satz, der:
svw. t Fotosatz; -schaffen, das: die Filmproduktion
hinsichtlich ihres künstlerischen Anspruchs, dazu:
-schaffende, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der
(bes. in künstlerischer Form, als Drehbuchautor. Regisseur.
Schauspieler) an der Herstellung eines Films (3 a) mitwirkt;
-Schauspieler,der: Schauspieler, der /ausschließlich / in
Filmen (3 a) spielt; -Schauspielerin, die: w. Form zu
f-Schauspieler; -Schönheit, die; -. -en (ugs.): attraktive,
gutaussehende Filmschauspielerin; -skript* das: Regiebuch, in dem
alle wichtigen Vorgänge u. Anweisungen während der
Dreharbeiten eingetragen werden; -spule, die: Spule, auf die
der Filmstreifen aufgewickelt wird; -Stadt, die: Gelände
einer Filmgesellschaft, auf dem sich viele der Einrichtungen
(z.B. Bauten. Kulissen u.a.) befinden, die für
Filmaufnahmengebraucht werden; -star, der: männlicher od. weiblicher
Filmschauspieler, der durch bes. Attraktivität u.
Ausstrahlung zu internationaler Bekanntheit gelangt ist; -Sternchen,
das: junge Nachwuchsschauspielerin beim Film (3 b); -Stoff*
der: verfilmter od. für eine Verfilmung geeigneter Stoff;
-story, die: vgl. -stoflf; -streifen, der: svw. tFilm (2);
-studio, das: Räumlichkeiten mit den entsprechenden
technischen Einrichtungen, in denen Filmaufnahmen gemacht
werden; -Szenarium, das: erster, ausgearbeiteter Entwurf zu
einem Drehbuch: -szene* die: Szene in einem Film (3a);
-technik, die: die gesamte Technik, die zur Herstellung
eines Films (3a) gehört, dazu: -technisch <Adj.; o. Steig.);
-text, der: Text eines Films (3 a); -theater* das: Bez. für
ein meist größeres Kino: bleibt Europa bei 103000 -n ...
einer der besten Märkte (Welt 4. 8. 62. 10); -titel* der:
Titel eines Films (3 a); -tod* der: im Film (3 a) dargestelltes
Sterben: wie Leinwandhelden in den F. schreiten (Kirst,
08/15.218); -transport, der: der Durchlauf, das
Weiterwandern des Films (2) in der I Film 1 kamera od. dem Projektor:
eine Kamera mit automatischem F.; -trick, der: Trick,
der mit filmischen Mitteln eine vollkommene Illusion von
einem bestimmten nicht real durchgespielten Vorgang o. ä.
herstellt; -Veranstaltung, die; -verleih, der: Unternehmen,
das Filme (3 a) erwirbt u. in Form von Kopien an Filmtheater
verleiht: -Version, die: für den Film (3 a) umgeformte
Fassung eines Romans. Dramas o. ä.; -vertrieb* der: vgl.
-verleih; -Vorführer* der: jmd.. der die Vorführapparate eines
Kinos bedient (Berufsbez.): -vorführgerät, das: svw. t -pro
Jektor;-Vorführraum, der; -Vorführung* die: Veranstaltung,
beider ein od. mehrere Filme (3 a) vorgeführt werden;
-Vorstellung* die: Darbietung eines Films (3 a) in einem Kino;
-Vortrag* der: Vortrag, bei dem zur Veranschaulichung ein
Film (3 a) gezeigt wird; -weit* die <o. PI.) (veraltend):
Gesamtheit der in der Filmbranche künstlerisch Tätigen
im Hinblick auf ihre Rolle in der Gesellschaft; -werk* das:
bedeutender Film (3 a) von hohem künstlerischem Rang:
Cocteaus charakteristischstes F. sollte Orphee (1950)
werden (Gregor. Film 36); -wesen* das: Gesamtheit der zum
Film (3) gehörenden Einrichtungen u. Vorgänge;
-Wirtschaft* die <o. PI.): Gesamtheit der mit Herstellung. Verleih
m. Aufführung von Filmen (3 a) in Zusammenhang stehenden
Unternehmen; -Wissenschaft, die: Wissenschaftszweig, der
sich mit dem Film (3a) als [künstlerischem! Medium
beschäftigt; -woche* die: ungefähr eine Woche dauernde
Filmveranstaltung; -Zeitschrift* die; -zensur* die: Zensur von
Filmend a) im Hinblick auf ihre Eignung für eine öffentliche
Auffuhrung.
Ffimemacher* der; -s. - (Jargon): jmd.. der als Regisseur
! u. zugleich als Drehbuchautor! Filme in eigener
Verantwortung macht: Eine sehr persönliche Deutung des Themas
..Gewalt in den USA" des -s Elia Kazan (Hörzu 6. 1973.
59); Fjlmemacherin,die; -. -nen: w. Form zu t Filmemacher;
filmen [filman] <sw. V.; hat): a) (mit einer Kamera)
Filmaufnahmen machen: er hat [bei der Begrüßung der Gäste,
im Urlaub, mit einer Schmalfilmkamera] gefilmt; in
Zeitlupe f.; b) mit der Filmkamera aufnehmen: die Tiere im
Zoo f.; c) Dreharbeiten für einen Film machen; drehen:
das Team filmt augenblicklich in Afrika; d) als Schauspieler
841
Filmer
in einem Film (3 a) mitwirken: er hat sich ganz der
Theaterarbeit entfremdet u. filmt nur noch; Fjkmer, der; -s. -:
1. svw. t Filmemacher: Die japanischen F. haben Erfahrung
mit ..Geschichten hinter Wänden" (MM 20. 7. 68. 7).
2. svw. t Filmamateur: ist dieses System sehr interessant
für denjenigen F.. der nicht auf technische Raffinessen
verzichten möchte (Fotomagazin 8. 1967. 62); Filmerei
[filmarail. die; - (leicht abwertend): a) jmds. Betätigung
als Amateurfilmer: seine F. kostet ihn furchtbar viel Geld;
b) jmds. Arbeit als Filmschauspieler/ in /: Sie ist ... von
der F. ziemlich hergenommen (Frisch. Gantenbein 291);
fjknhaft <AdJ.; -er. -este>: wie ein Film (3 a). in der Art
eines Filmes: Gegenüber dem f. festliegenden und
abrollenden Prozeß der Weltgeschichte (Thielicke. Ich glaube 79);
fjhnisch <Adj.; o. Steig.): mit den Mitteln des Films (3a)
[gestaltet i; dem Film (3 a) eigen, zugehörig: -e Kunstmittel;
etw. f. darstellen; filmoeen [filmo'ge:n] <Adj.) [zu IFilm
(3 a) u. l-gen, analog zu f fotogen] (Jargon): als Filmstoff
für eine Verfilmung, eine filmische Darstellung geeignet:
bleibt... die Sicht auf die -eren Randbereiche der
US-Gesellschaft beschränkt (DM 13. 10. 70. 7); Filmographie
[...gra'fi:]. die; -. -n [...i:an: engl, filmography. zu TFibn
(3 a) u. t -graphie]: Verzeichnis. Zusammenstellung aller
Filme (3 a) eines Regisseurs. Schauspielers o. ä.: eine F. der
Arbeiten von Fritz Lang; <Abl.:) fitmogrgphisch <Adj.;
o. Steig.); Fibnotfiek [filmote:k]. die: -. -en [zu TFilm
(3a) u. griech. theke = Behältnis]: svw. TKinemathek.
Filo [Ti:lo], der; -s. -s lital. filo. eigtl. = dünner Faden;
Schneide < tat. filum = Faden] (Fechten): Art des
Fechtangriffs, bei dem die angreifende Klinge die gegnerische aus
der Stoßrichtung zu drängen sucht, indem sie an ihr
entlanggleitet.
Filou [fi'lu:]. der. landsch. auch: das; -s. -s [frz. filou. wohl
< engl, fellow = Bursche. tFellow] (abwertend):
gerissener, durchtriebener Mensch, der andere auf oft spitzbübische
Weise zu übertölpeln sucht: er ist ein F., vor dem du
dich hüten mußt; (auch scherzh.-wohlwollend:) Sie sind
ein F. ..Es klang wie ein Kompliment" (Kranz.
Märchenhochzeit 19); er ist ein schlimmer F. (Frauenverführer).
Filter [filtp]. der. fachspr. meist: das; -s. - [mlat. filtrum
= Durchseihgerät aus Filz]: l.a) durchlässiges Material
(verschiedener Art). das zum Filtern von flüssigen od.
gasförmigen Stoffen verwendet wird: in dieser Anlage dient Kies
als F.; b) Vorrichtung. Gerät, mit dessen Hilfe feste Stoffe
von flüssigen od. gasförmigen Stoffen getrennt werden: die
Flüssigkeit durch ein/einen F. gießen; Ü Im Weißen Haus,
wo bisher ein streng hierarchischer Apparat dafür sorgte,
daß oben beim Präsidenten nur das ankam, was sorgfältig
durch viele F. gegangen war (Dönhoff. Ära 190). 2. (Optik.
Fot.) Vorrichtung, durch die bestimmte unerwünschte
Anteile aus Lichtstrahlen ausgefiltert, absorbiert werden: beim
Fotografieren im Hochgebirge ein F. benutzen. 3. kurz
für tFiltermundstück. 4. (Elektrot.) aus elektrischen
Schwingkreisen bestehende Vorrichtung, die nur
Wechselstrom bestimmter Frequenzen hindurchläßt. 5. (Math.)
System von Mengen mit bestimmten Eigenschaften.
fjlter-.F|her-: -anläge, die: technische Anlage, in der
bestimmte Stoffe gefiltert werden: -fein <Adj.; o. Steig.) (Wer-
bespr.): (von Kaffee) so fein gemahlen, daß er bei Filterung
am besten ausgenutzt wird: den Kaffee f. mahlen; -glas,
das (Technik): gefärbtes Glas, das bestimmte Strahlen
ausfiltert, absorbiert: Fensterscheiben aus F.; -kaffee, der: mit
Hilfe eines Filters (1 b) zubereiteter Kaffee: -kuchen, der
(Technik): beim Filtern (1) zurückgehaltener Feststoff, der
sich auf dem Filtermittel als wachsende Schicht ansammelt:
-material, das: verschiedenartiges Material, das bei der
Filtration verwendet wird: -mittel, das (Technik):
durchlässige Schicht, die beim Filtern (1) die Feststoffe zurückhält,
aber die Flüssigkeit bzw. das Gas passieren läßt: -mund-
stück, das: Mundstück einer Zigarette, das aus
Filtermaterial besteht: -papier, das: Papier von bestimmter
Beschaffenheit, das als Einsatz in einem Filter (1 b) verwendet wird:
-presse, die (Technik): Filteranlage, deren Filter (1 b) durch
einen pressenartigen Rahmen zusamtnengehalten werden:
-rückstand, der: svw. f -kuchen; -tuch, das: a) <P1. -tuche)
Gewebe von bestimmter Beschaffenheit, das bei der Filtration
verwendet wird: b) <P1. -tücher) Tuch aus solchem Gewebe,
mit dessen Hilfe etw. gefiltert wird: Milch durch ein F.
gießen; -tüte, die: aus Filterpapier bestehender,
trichterähnlicher Einsatz für einen Filter (1 b). bes. für einen
Kaffeefilter: -Zigarette, die: Zigarette, deren Mundstück aus
Filtermaterial besteht, das die schädlichen Bestandteile des
Rauches zurückhalten soll.
filtern [Tilten] <sw. V.; hat): Leinen flüssigen od. gasförmigen
Stoff durch einen Filter (1) gehen lassen u. dadurch feste
Bestandteile zurückhalten od. abtrennen: den KafTee f.; die
angesaugte Luft wird gefiltert u. gereinigt; gefiltertes
Wasser; ü eine Wolke.... deren Ränder... sein (= des Mondes)
göttliches Licht durch die Schleier der stofflichen Lüge
gefiltert hatten (Langgässer. Siegel 250). 2. (Optik. Fot.)
Licht' strahlen i durch einen Filter (2) gehen lassen u. dadurch
bestimmte unerwünschte Strahlungsanteile zurückhalten,
ausschalten: daseindringende Licht wird durch eine getönte
Glasscheibe gefiltert; <Abl.:) Fjltenmg, die; -. -en; Filtrat
[fiTtra:t].das; -[eis. -e [mlat. filträtum. 2. Part, von: filträre.
T filtrieren] (Fachspr.): durch Filtration gewonnene, geklärte,
von festen Bestandteilen befreite Flüssigkeit: Filtration
[fütra'tsio.n], die; -, -en (Fachspr.): das Filtrieren: filtrierbar
['fiTtri^ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen,
daß es sich filtrieren läßt, filtrieren [fil'tri:ron] <sw. V.;
hat) [mlat. filträre. frz. filtrer] (bes. Fachspr.): svw. t filtern
(1): Ü Wo die filtrierende Wirkung der Historie fehlt,
gelingt es vielfach ... nicht mehr, vom Drittrangigen das
Bedeutende zu sondern (Enzensberger. Einzelheiten 1.1 SO).
Filtrier-: Mipparat. der: technisches Gerät zum Filtern eines
flüssigen od. gasförmigen Stoffes: -papier, das: svw. t
Filterpapier; -tuch, das: svw. t Filtertuch.
Filtrfcnmg. die; -. -en: das Filtern (1).
Filiire [fi'ly:re]. die; -. -n [frz. filure. zu: filer. ! filieren]
(veraltet): Gewebe, Gespinst.
Filz [filts]. der. -es. -e [1: mhd. vilz. ahd. filz, eigtl. =
gestampfte Masse; 6: spätmhd., urspr. Schelte des groben
u. geizigen Bauern (mhd. vilzgebür), nach seiner
Lodenkleidung]: 1. durch Pressen vorwiegend aus Schafwolle u.
anderen Tierhaaren hergestelltes dichtes Material: ein Hut.
Stiefel aus F. 2. a) etw. filzartig, filzähnlich ineinander Verwobe-
nes. Verschlungenes: die Pflanzen des Hochmoors sind
zu einem dichten F. zusammengewachsen; b) (südwestd.)
Fussel, Fluse. 3. kurz für t Filzhut: Sie bekommen keinen
Stahlhelm, sondern einen weichen, runden F. oder einen
steifen Homburg oder eine gewöhnliche Mütze (Bieler,
Bonifaz 51). 4. (ugs.) kurz für t Bierfilz: das Bierglas auf
den F. stellen. 5. (südd.) svw. tMoor. 6. (ugs. abwertend)
a) geiziger Mensch: er ist ein alter F.; b) bäurischer,
ungehobelter Mensch: so ein grober F.! 7. (österr.)
ungeschmolzenes Bauchfett des Schweines.
fjlz-. Fjk-: -artig <Adj.; o. Steig.): von einer dem Filz (1)
ähnlichen Beschaffenheit. Struktur: ein Stoff von -er
Oberfläche; -boden, der: als rutschfeste Unterlage unter einem
Teppich verwendeter Fußbodenbelag aus Filz (1); -decke.
die; -deckel, der: 1. Bierdeckel. 2. (ugs. scherzh.) svw.
t-hut; -galten <P1.) (Bot.): hauptsächlich auf Blättern zu
findende pflanzliche Gallen in Form von Haarbildungen:
-hut, der: Hut aus Filz(\): -kappe, die: vgl. -hut; -krank-
heit, die <o. PI.) (Bot.): pockenartige Aufwölbungen am
Weinrebenblatt: -brtsch, der. -latsche, die, -latschen, der
(ugs.): alter, abgetragener / Hausschuh aus Filz (1); -laus,
die: 1. Laus, die sich vor allem in der Schambehaarung
des Menschen festsetzt. 2. (derb abwertend) Mensch, über
den man sich geärgert liat: er hat sich wie ein Blödian
benommen, wie ein Feigling, wie eine F.! (Fr. Wolf.
Menetekel 286); -pantoffel, der. dazu: -pantoffelkino, das <o.
PI.) (ugs. scherzh.): das Fernsehen zu Hause, bei dem man
es sich bequem macht: -pappe, die (Bauw.): Pappe von
lockerer, weicher Beschaffenheit, die als Unterlage bei
Fußböden zur Dämmung von Wärme u. Schall verwendet
wird: -pariser, der (meist PI.) [zu ostpreuß. Pareske =
Bastschuh, verw. mit preuß. rist = binden] (ugs.. bes.
ostpreuß.):Filzschuh:-patschen<P1.)(österr.): Hausschuhe
aus Filz (1); -putz, der (Bauw.): Putz an Innenwänden,
bei dem der Mörtel mit einem mit Filz überzogenen Brett
glatt verrieben wird: -rest» der <P1. -reste. Schweiz, -resten):
Stück Filz (1). das nicht als Meterware zu gebrauchen ist:
-Schreiber• der: Schreibgerät, dessen Spitze aus einem
gehärteten, die Farbe od. Tinte leitenden Docht aus Filz (1)
besteht: -schuh, der: Hausschuh aus Filz (1); -sohle, die:
Schuhsohle aus Filz (1); -Stiefel, der: Stiefel aus Filz (1).
als Schutz gegen große Kälte: Rotarmisten in kurzen Pelzen
... und dicken schafwollenen -n (Plievier. Stalingrad 148);
-stift, der: vgl. -schreiben Schrieb mit rotem F. auf ein
842
finanz-, Finanz-
Stück Papier: ..Ciro. meine Süßen" (Simmel. Stoff 151);
-teppidi,der:ausFilz(\)hergestellter Teppich; -unterläge,
die: Unterlage aus Filz (1).
'filzen [filtsn] <sw. V.> [mhd. vilzen = zu od. von Filz
machen; 2: rotwelsch filzen = (Handwerksburschen in
der Herberge) auf Reinlichkeit prüfen, eigtl. = durch-,
auskämmen (wobei auch gestohlen wurde); 3: wohl nach
der Filzdecke im Bett; 4: zu t Filz (6 a)]: 1. (bes. von Wolle)
unter Einwirkung von Reibung. Feuchtigkeit u. Wärme zu
einer filzigen Masse zusammenschrumpfen; verfilzen <hat.
seltener: ist): die Wolle filzt leicht beim Waschen. 2.a)
(selten) (Kleidungsstücke) auf Ungeziefer hin untersuchen
<hat>; b) (ugs.) im Zuge einer Kontrolle lauf verbotenen
Besitz hin! gründlich durchsuchen <hat>: die Reisenden,
das Gepäck, die Räume wurden gefilzt; ... gewahrte, daß
der Blockführer Jeden einzelnen ... abtastete. Verflucht!
Der Kerl filzt! (Apitz. Wölfe 102); c) (salopp) / durchsuchen
und/ bestehlen, berauben (hat): er war überfallen u. gefilzt
worden; Diebe filzten Büroräume (MM 23. 8. 67. 5). 3.
(ugs.) fest/ schlafen <hat): er hat unterwegs im Stroh
gefilzt. 4. (ugs.) knauserig, geizig sein <hat): er filzt mit
jedem Pfennig; Hilzen [-] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus
Filz (1) bestehend: -e Schuhe. Stiefel; filzig [filtsu;] <Adj.;
nicht adv.): l.a) verfilzt, zu Filz (1) geworden; -es Haar;
die Wolle ist f. geworden; b) von einer dem Filz (1) ähnlichen
i Oberflächen!beschaffenheit; die Blätter haben eine -e
Unterseite; U der Westwind trägt ... den Staub der Pansalva
in die Stadt ...; das Bett, das ausgelegt wird, die Spätzin
im Nest werden f. vom roten Staub (Gaiser. Schlußball
30); die -e Sonne über dem Meer (Frisch. Homo 235).
2. (ugs. abwertend) in unangenehmer u. kleinlicher Weise
geizig; weil ich ... seiner Ansicht nach mal wieder f. mit
dem Trinkgeld gewesen war (Fallada. Herr 240); <Abl.
zu 2:) Fjlzigkeit, die: -; Filzokrat [filtso'kra:t], der; -en.
-en [rückgeb. aus t Filzokratie] (spött.): jmd.. der zur Filzo-
kratie gehört; Filzokratie [filtsokrati:]. die: -. -n [...i:an;
zu TFilz (2 a) u. griech. krätos = Kraft. Macht, analog
zu t Demokratie] (spött.): verfilzte, ineinander verflochtene
Machtverhältnisse, die durch Begünstigung bei der
Ämterverteilung o.a. zustande kommen; <Abl.:) filzokrgtisdi
<Adj.>: typisches Verhalten einer -en Verwaltung (Berliner
Morgenpost 9. 3. 76.4).
»Finmel: tFemel.
Fimmel [Timl]. der; -s. - [H. u.; viell. zu fimmeln. femeln
= heraussuchen, t Femelbetrieb] (ugs. abwertend): a)
übertriebene, dem Außenstehenden häufig unverständliche oder
unsinnig erscheinende, mit Leidenschaft betriebene
Beschäftigung mit etw.; fast zu einer Sucht ausartende Vorliebe
für etw. Bestimmtes: das Sammeln von Urlaubskarten ist
bei ihm zu einem F. geworden; Laßt euch Ja nicht operieren.
Das ist nämlich ein wissenschaftlicher F. vom Alten (Re-
marQue. Westen 181); Marianne hatte den psychologischen
F. (Baum. Paris 20); der hat doch einen F.! (der ist verrückt,
hat einen Spleen); b) Tick, der sich auf eine bestimmte
Darstellung. Einbildung o. ä. richtet u. der einen Menschen
ganz beherrscht i: hat er... den F. gehabt, ein grauer Mann
läuft ihm nach (Fallada. Mann 191).
final [fi'na.l] <AdJ.; o. Steig.) [tat. finälis = die Grenze,
das Ende betreffend]: 1. (nicht adv.) (bildungsspr.) das
Ende, den Schluß von etw. bildend: im Deutschland jener
-en Phase vor Ausbruch des Dritten Reiches (K. Mann.
Wendepunkt 224). 2. (Philos.. Sprachw.) die Absicht, den
Zweck betreffetvd, bestimmend od. kefinzeichnend: „damit"
ist eine -e Konjunktion; So wenig es Je gelingen kann
... eine kausale Erklärung zu geben, so nahe liegt es. ...
eine ... -e Deutung zu unterlegen (zweckbestimmefide
Deutung; Lorenz. Verhalten I. 338); 'Final [-]. der; -s. -s
(Schweiz.): svw. t Finale (3); ^inal [famal]. das; -s. -s [engl,
final, zu lat. finälis. T final]: svw. t Finale (3).
Fireü-[fi'na:l-]: -atachluß.der(Wirtsch.): Endabschluß; -be-
gegnung.die (Sport): vgl. Finale (3a); -gegner.der (Sport):
Gegner in einem Finale (3 a); -Produkt, das (DDR): End-.
Fertigprodukt; -satz, der (Sprachw.): Gliedsatz, der die
Absicht, den Zweck eines Verhaltens angibt; -sieg, der
(Sport): Sieg im Finale; -spiel, das: svw. tFinale (3 a).
Final decay [famdl di'kei]. das; - -s (engl, final decay.
TDecayl: Zeit des Abfallens des Tons im Maximum bis
zu einem vorbestimmbaren Niveau u. endgültiges Abfallen
von diesem Ton aufO nach Loslassen der Taste beim
Synthesizer.
Finale [fina:b]. das; -s. -. auch: -s [1. 2: ital. finale, zu
lat. finälis. t final; 3: viell. durch frz. Vermittlung]: 1.
(Musik) a) letzter, meist der vierte Satz eines größeren
Instrumentalwerkes: ein furioses F.; b) Schlußszene der einzelnen
Akte eines musikalischen Bühnenwerks: das F. des dritten
Aktes. 2. (bildungsspr.) einen besonderen Höhepunkt
darstellender, glanzvoller, in bestimmter Hinsicht spektakulärer
Abschluß von etw.: ein großes Feuerwerk bildete das F.
der Veranstaltung; 3. (Sport) a) Endkampf, Endspiel,
Endrunde eines in mehreren Etappen ausgetragenen
Wettbewerbs: das F. erreichen; Das ist das Fazit des -s der 40.
Berliner Amateurboxmeisterschaften im Sportpalast
(Tagesspiegel 29. 3. 64. 11); sich für das F. qualifizieren;
im F. stehen; b) <o. PI.) Endspurt: sie konnten trotz eines
großartigen -s ihren Rückstand nicht aufholen; Finälis
[fi'na.lis]. die; -. ...les [...le:s; mlat. finälis < lat. finälis.
t final] (Musik): die Tonart bestimmender Schlußton einer
kirchentonalen Melodie; Finalismus [fina'hsmus]. der; -
(Philos.): naturphilosophische Lehre, nach der alles von
Zwecken bestimmt ist bzw. zielstrebig verläuft; Finalist [fi-
na'hst]. der; -en. -en [ital. finalista] (Sport): Teilnehmer
an einem Finale (3 a); Fimlftftt [finali't£:t]. die; -. -en [zu
T final (2)] (bes. Philos.): Bestimmung eines Geschehens,
einer Handlung nicht durch ihre Ursache, sondern durch
ihren Zweck; Zweckbestimmtheit: wir werden sein (= des
Menschen) Verhalten ... mit wertungsfreien Begriffen der
Kausalität und F. beschreiben (Gehlen, Zeitalter 102);
Financier [finä'sie:]. der; -s, -s [frz. financier] (bildungsspr.
veraltend): svw. t Finanzier; Finanz [fi'nants]. die; -
[rückgeb. aus t Finanzen] (Jargon): 1. Finanz-, Geldwesen: in
der F. geübte Praktiken. 2. Gesamtheit der Fachleute des
Batik- u. Geldwesens; Hochfinanz.
finanz-, Finanz-: -abteihing, die: kaufmännische Abteilung
eines Unternehmens; -adel, der: svw. t ^aristokratie; -amt,
das: a) unterste Behörde, die für die Einziehung u.
Verwaltung der Steuern zuständig ist; b) Gebäude, in dem ein
Finanzamt (a) untergebracht ist; -aristokratie, die: durch
Geld. Besitz privilegierte / Fütirungs /schiebt einer
Gesellschaft; Geldaristokratie: bei der Premiere war die gesamte
F. vertreten; -ausgleidi, der: zweckmäßiger Ausgleich der
in verschiedener Höhe anfallenden Einnahmen u. Ausgaben
zwischen Bund. Ländern u. Gemeinden: Neben dem
„vertikalen" F. zwischen Bund und Ländern ist im Bundesstaat
auch ein ..horizontaler" F. zwischen den einzelnen Ländern
erforderlich (Fraenkel. Staat 91); -ausschuß, der; -autono
mie.die: vgl. ^hoheit; -beamte,der: Beamter der
Finanzverwaltung; -beamtin, die: w. Form zu t ^beamte; -bedarf,
der (Wirtsch.): Bedarf an Finanzierungsmitteln; -behörde,
die: untergeordnete Behörde der Finanzverwaltung; -berater,
der: vgl. Steuerberater; -buchhalter, der: jmd.. der die
Finanzbuchhaltung eines Unternehmens führt (Berufsbez.):
-buchhaltung, die (Wirtsch.): Bestandteil des betrieblichen
Rechnungswesens, der den außerbetrieblichen Werteverkehr
erfaßt; -budget, das: svw. -plan; -dinge <P1>: Geldmittel
betreffende Dinge: -direktion, die (Schweiz.): /kantonales]
Finanzministerium, dazu: -direkter, der (Schweiz.):
Vorsteher der Finanzdirektion; -experte.der; -frage, die:
Geldmittel betreffende Frage; -»ebaren, das: Art des Umgangs
mit öffentlichen I Geldmitteln: die Kontrolle des BND-
Finanzgebarens (Spiegel 48. 1965. 43); -gebarung, die:
svw. Ngebaren: Hilbert ... brachte auch die F. wieder
ins Gleichgewicht (MM 20. 1. 68. 54); -genie, das (oft
scherzh.): jmd., der ganz besonderes Geschick im Umgang
mit Geld hat; -gericht, das: ein Landesgericht, das
Streitigkeiten über Abgaben, bes. über Steuern u. ä., entscheidet,
dazu: -gerichtsbarkeit, die; -geschäft, das: svw. t
Geldgeschäft; -gewalt, die <o. PL): das Recht des Staates, von
seinen Bürgern Abgaben zu erheben: die F. ist Urbestandteil
der Staatshoheit (Fraenkel. Staat 89); -gewaltige, der; -n.
-n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der durch Geld u. Besitz
Macht u. Einfluß hat; -große, die: jmd., der sich auf dem
Gebiet des Finanzwesens hervorgetan hat; -gruppe, die:
Zusammenschluß eng verbufidener Finanziers; -hilfe, die:
finanzielle Hilfe, die der Staat, das Land, die Stadt jmdm.
gewährt; -hoheit, die: vgl. -gewalt; -hyäne, die
(abwertend): jmd.. der seine Macht u. seinen Einfluß, die er durch
Geld u. Besitz hat. mißbraucht; -Jahr, das: Rechnungsjahr;
-kapital,das <o. PI.) (kommunist.): miteinander
verflochtenes kapital von Industrieunternehmen u. Banken in
kapitalistischen Staaten, das einen wirtschaftlichen u. zugleich politi-
843
Finanzen
sehen Machtfaktor darstellt; -kontrolle, die (Wirtsch.):
laufende Überwachung u. Prüfung der öffentlichen Finanzwirt-
schaft durch den Bundesrechnungshof u.a.; ^kraft* die <o.
PI. >: finanzielle Möglichkeiten eines Landes, eines
Unternehmens o.a.. dazu: -kräftig <AdJ.; nicht adv.>: über großen
finanziellen Rückhalt verfügend (Ggs.: ^schwach): ein -es
Unternehmen; ^lurfoe, die: Krise durch Änderung der
Finanzlage; -läge, die <o. PI.): finanzielle Lage, finanzielle
Umstände; -magrat, der: einflußreiche Persönlichkeit der
Finanzwirtschaft; --mann, der <P1. -männer. -leute):
Finanzier; Mninister* der: der für das Finanzwesen zuständige
Minister; Miibiisterium, das; -monopol, das (Wirtsch.):
Recht des Staates auf alleinige Herstellung u. Vertrieb
bestimmter Güter unter Ausschluß des Wettbewerbs; Miot,
die: Mangel an verfügbaren öffentlichen Geldern; die
Finanznöte der Gemeinden; M)ligarchie, die: Herrschaft
einer Finanzgruppe; mxwui, das (meist PL): Institution,
die für das Fitianzwesen zuständig ist; -plan* der; -Planung,
die: Der Haushaltsentwurf 1969 und die F. für die Jahre
bis 1972 (Bundestag 188. 1968. 10166); ^polhik. die: a)
Gesamtheit der finanzwirtschaftlichen Überlegungen u.
Maßnahmen eines Staates; b) (Wirtsch.) Gesamtheit der
Maßnahmen, die den finanziellen Sektor eines Unternehmens
betreffen, dazu: ^politisch <Adj.; o. Steig.); ^referendum,
das <PI. ...den u. ...da) (Schweiz.): Unterstellung eines
staatlichen, das Finanzwesen betreffenden Erlasses unter
den Volksentscheid; -reform, die: Reform des Finanzwesens;
-schwach <Adj.; nicht adv.): ohne größeren finanziellen
Rückhalt (Ggs.: -kräftig, ^stark); -spritze, die (Wirtsch.
Jargon): stützende Maßnahme für ein Unternehmen, ein
Lando. ä..das sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten
befindet: -n für kranke US-Unternehmen (MM 4. 1. 71. 3);
-stark <AdJ.; nicht adv.): vgl. -kräftig (Ggs.: -schwach);
-System, das: Gesamtheit der finanzwirtschaftlichen
Einrichtungen eines Staates; -technisch <Adj.; o. Steig.): die
methodischen, verfahrensmäßigen, organisatorischen
Äußerlichkeiten des Finanzwesens betreffend; -vermögen, das
(Wirtsch.): Vermögen im öffentlichen Eigentum, das durch
seine Erträge zur Finanzierung der Verwaltung beiträgt.
z. B. Domänen. Staatsforste u. ä.; -Verwaltung, die:
Gesamtheit aller Finanzämter u. -behörden; -Wechsel, der
(Wirtsch.): Wechsel, dem kein Warengeschäft zugrunde liegt
u. der lediglich Finanzierungsmaßnahmen dient; -weit, die
<o. PL): bestimmte Gesellschaftsschicht der Finanziers u.
anderer einflußreicher Persönlichkeiten der
Finanzwirtschaft; -wesen, das <o. PL): alles, was mit den öffentlichen
Finanzen (2) zusammenhängt, einschl. Funktion.
Organisation u. Verwaltung; -Wirtschaft, die: Wirtschaft der
öffentlichen Körperschaften, die alle Einrichtungen u. Tätigkeiten
umfaßt, die auf die Beschaffung u. Verwendung von Mitteln
für öffentliche Zwecke gerichtet sind, dazu: -wirtschaftlich
<Adj.; o. Steig.); -Wissenschaft» die: Gebiet der
Wirtschaftswissenschaften, das die öffentliche Finanzwirtschaft zum
Gegenstand hat; -zoll, der (Wirtsch.): Zoll für Waren, die
im Inland nicht hergestellt werden od. einer gleich hohen
Belastung durch Steuern unterliegen, um dem Staat
Einnahmen zu ermöglichen.
Finanzen [fl'nantsn] <P1.) [frz. finance(s) = Zahlungen.
Geldmittel. mlaT. finantia. urspr. Neutr. PI. des 1. Part,
von: flnäre = endigen, zum Ende kommen, demnach eigtl.
= was zu Ende kommt, was zu Termin steht, zu lat.
finis = Grenze. Ende]: 1. Finanz-, Geldwesen; das Ressort
Wirtschaft u. F. 2. Einkünfte od. Vermögen des Staates,
eines Landes, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts
u. ä.; die F. des Staates ordnen. 3. (ugs.) jmds.
Geldverhältnisse; Geld, dasjmd. zur Verfügung hat: bei seinen knappen
F. kann er sich keinen Aufwand erlauben; die Mutter
verwaltet die F. der Familie; Finanzer [fi'nantsc]. der;
-s. - [ital. finanziere, zu: finanza = Finanz. Geldwesen
< frz. finance.tFinanzen] (österr. ugs.): Zollbeamter: Vom
F. die Frau drüben ist bei ihr gewesen (Roth. Radetzky-
marsch 41); finanziell [finantsiel. auch: ' 1 <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.) [französierende Bildung zu tFi-
nanz(cn)]: die Geldmittel betreffend, geldlich: die -e
Situation des Fußballvereins: -e Transaktionen; -e Sorgen
haben; Übrigens waren es nicht zuletzt Überlegungen -er
Art gewesen, die mich beschäftigt hatten (Th. Mann. Krull
191); Jmdn. f. unterstützen; eine schwierige Zeit f.
durchstehen; Finanzier [flnan'tsie:]. der; -s. -s [frz. financier): jmd..
der über ein Vermögen verfügt, das ihm Einfluß verleiht
u. ihm erlaubt, als Geldgeber aufzutreten, bestimmte Dinge
zu finanzieren: es fand sich kein F. für das Vorhaben;
finanzieren [finan'tsi:r3n] <sw. V.; hat) [frz. flnancer]: 1.
die finanziellen Mittel für etw.Jmdn. zur Verfügung stellen:
er konnte [seinen Kindern] ein Studium f.; Ein junger
Mann namens Theo finanzierte unsere Eskapaden; er war
es. der uns in die teuren Restaurants und Dancings
einführte (K. Mann. Wendepunkt 118); frei finanzierte, aus/mit
Steuermitteln finanzierte Wohnungen. 2. (Kaufmannsspr.)
a) mit Hilfe eines Kredits kaufen, bezahlen: was Sie bei
uns kaufen, finanzieren Sie auch durch uns; Bei den
günstigen Zinsen lohnt es sich heute, das Auto möglichst
langfristig zu f. (Hörzu 44.1975. 102); b) einen Kredit aufnehmen:
finanzieren Sie. wo Sie kaufen!; <Abl.:> Finanzierung, die;
-. -en: 1. das Finanzieren (1): die öffentliche Auskunft
über die direkte F. der Parteien und der Presse wäre sehr
forderlich (Fraenkel. Staat 283). 2. Kreditgewährung:
langfristige F.
Finanzierung»-: -abteilung, die (Kaufmannsspr.):
Kreditabteilung; -art. die: Art der Finanzierung von etw.; -fleachift,
das (Bankw.): Beschaffung von Kapital durch eine Bank
für Unternehmungen verschiedener Art; -kosten <PL>;
-mittel <P1.>; -plan, der: Plan für die Finanzierung von
etw.; -Schwierigkeiten <P1.X
finassaerai [fina'si:ren] <sw. V.; hat) [frz. finasser. zu: fin
= fein; durchtrieben, tfein] (bildungsspr.): Tricks.
Kunstgriffe anwenden, um etw. zu erreichen: zu f. versuchen;
<subst.:) daß es ganz ohne BlufT und Finassieren nun
mal nicht geht (Stern 20. 1965. 17).
Ftaica l'froka]. die; -. -s [span. finca. zu: flncar = (ver)bleiben;
sich aufhalten, zu lat. figere = (an)heften): Landhaus mit
Garten. Landgut in Südamerika. Hazienda.
Findehaus [fmdl-], das; -es. ...häuser (früher): Haus, in
dem Findelkinder Aufnahme fanden; FjndeUcind, das; -[e]s.
...er [zu frühnhd. fUndel = gefundenes Kind] (jur.): von
seinen Eltern ausgesetztes, verlassen aufgefundenes kleines
Kind: AlsTulla geboren wurde, adoptierte ... Oswald Bru-
nies ein halbjähriges F. (Grass. Hundejahre 135).
finden [findn] <st. V.; hat) [mhd. vinden. ahd. fmdan.
Grundbed. = auf etw. treten, antreffen]: l.a) zufällig od.
suchend auf jmdn.. etw. treffen, stoßen; jmd.. etw. entdecken:
er hat in der Straßenbahn eine Armbanduhr gefunden:
hast du die Brille gefunden?; der Vermißte wurde noch
nicht gefunden; die Polizei hat die Spur gefunden; sie
fanden unterwegs eine Menge Pilze: Erdmännchen mit
Kraut und Früchten ... Mein Sohn hat es mir (geh.; für
mich) gefunden (Th. Mann. Joseph 330); Neben einfachen
Rechteckformen sind auch runde und elliptische Formen
häufig zu f. {anzutreffen; Bild. Kunst 3. 15); so etwas
findet man heute nicht mehr (gibt es nicht mehr): es fand
sich niemand, ließ sich niemand f. (ließ sich niemand
auftreiben), der diese Arbeit machen wollte; * das/es wird
sich alles f. (1. das/es wird sich herausstellen, aufklären.
2. das/es wird alles in Ordnung kommen): b) <f. + sich)
(von etw.. was vorübergehend als verloren, vermißt galt)
wieder gefunden werden, wieder auftauchen: die abhanden
gekommenen Gegenstände haben sich [wieder] gefunden;
c) I durch eigene Bemühung bekommen, erlangen, erwerben,
so daß man es für längere Zeit behalten kann: Arbeit,
eine Wohnung f.; er hat hier viele Freunde gefunden;
Elsbeth fand sich einen Mann zu ihrem Kind (Strittmatter.
Wundertäter SO); die beiden haben sich gefunden (sind
sich begegnet und haben sich befreundet, da sie gut
zueinander passen) ; Ü der Künstler hat seinen eigenen Stil gefunden
(entwickelt); Ich hatte mich noch nicht gefunden {noch
nicht meine eigene Persönlichkeit entwickelt; Jahnn.
Geschichten 203); d) durch Überlegung auf etw. kommen:
den Fehler, die Lösung des Problems f.; Er fand das
englische Wort für Blinddarmentzündung nicht (Böll. Haus
99); sie findet immer die rechten Worte (weiß immer etwas
Richtiges zu sagen); hast du einen Ausweg gefunden? 2.
in bestimmter Weise vorfinden: sie hatten das Haus leer,
die Kinder schlafend gefunden; Als ich ... zurückkam,
fand ich die beiden auf der Terrasse am Tisch sitzen
(Andres. Liebesschaukel 79); U hier finde ich meinen Eindruck
bestätigt. 3. in bestimmter Weise einschätzen, beurteilen,
empfinden: etw. gut, richtig f.; das finde ich komisch,
zum Lachen; wie findest du meinen neuen Hut?; ...
rebellierte ich. indem ich ihren Fra Angelico ... etwas kitschig
fand (Frisch. Homo 1S2); ich finde nichts dabei, daß sie
844
Finger
sich so verhalten hat (beurteile es nicht negativ, nehme
nicht Anstoß daran): ich habe gefunden (festgestellt), daß
in diesem Laden alles viel billiger ist; Tobler fand es (hielt
es) für das Vernünftigste, laut zu lachen (R. Walser.
Gehülfe 92); ich finde (bin der Meinung), man sollte die Sache
nicht so wichtig nehmen; ich finde es (mir ist es) kalt
hier; wie finde ich denn das? (ugs.; Ausruf der
Verwunderung, der Entrüstung o.a.). 4. (an einen bestimmten Ort)
kommen, gelangen: nach Hause f.; ich habe nur mit
Schwierigkeiten zu euch gefunden (den Weg zu euch gefunden):
dieses struppige Pferdchen findet durch den Schnee (Plie-
vier. Stalingrad 226); er findet meist erst spät ins Bett; Ü
... des jungen Künstlers, der gerade unter dem Einfluß
des Malers Mummet zu sich selbst gefunden hatte (Jens.
Mann 99). 5. jmdn., etw. in bestimmter Weise sehen,
erfahren, erleben: Freude. Gefallen an jmdm.. etw. f.; er findet
keine Schuld an diesen Menschen - und verurteilt sie
doch (Andres. Liebesschaukel 10); ich weiß nicht, was
sie an ihm findet (was ihr an ihm gefällt). 6. einer Sache
teilhaftig werden: Hilfe. Beifall. Befriedigung f.; findet sie
keine Gnade mehr (Jahnn, Geschichten 138); <oft als
Funktionsverb:) Berücksichtigung. Verwendung f.
(berücksichtigt, verwendet werden). 7. <f. -I- sich) (geh.) sich in etw.
schicken, mit etw. abfinden: hast du dich in deine Lage,
dein Schicksal gefunden? 8. (Gaunerspr.) stehlen: <Abl.
zu 1 a.) F|nder. der; -s. - [mhd. vindaere]: jmd., der etwas,
was ein anderer verloren hat. findet: der F. erhält eine
Belohnung; was bekommt der ehrliche F.? (scherzh. Frage,
wenn man Jmdm. etw. Verlegtes. Vergessenes bringt), dazu:
Fjndemeld, das; -[eis: vgl. Finderlohn; Fjnderin. die; -.
-nen: w. Foim zu t Finder; F|nderMinv der; -[e]s: Belolmung.
die der Eigentümer eines verlorenen Gegenstandes dem Finder
gibt od. zu geben hat.
Fin de siede [ßd'sjekl]. das; - - - [frz. fin de siecle =
Ende des Jahrhunderts; nach dem gleichlautenden Titel
eines Lustspiels von Jouvenot u. Micard (1888)]: Bez. für
die Zeit des ausgehenden 19. Jh.s, die in Gesellschaft,
bildender Kunst u. Literatur ausgeprägte Verfallserscheinungen
wie Überfeinerung u. ä. aufwies.
findig [findu;] <AdJ.; nicht adv.) [mhd. vündec =
erfinderisch]: gewitzt, wendig u. dadurch in der Lage, sich in einer
ungewohnten od. neuen Situation zu helfen, eine
Lösungsmöglichkeit für etw. zu finden: er ist ein -er Kopf;
<subst.:> die ganz Findigen fangen die Sache anders an;
<Abl.:> Findigkeit, die; -: Mit der umsichtigen F. eines
zünftigen Räubers (Werfel. Himmel 33); Findling [fintlro].
der; -s. -e [mhd. vundelinc = ausgesetztes, gefundenes
Kind]: 1. (seltener) svw. t Findelkind: sie sagte ihm. daß
er ein F. sei. 2. (Geol.) svw. terratischer Block, dazu:
F|ndlingsbk)ck.der (PI. ...blocke). Fjndlingsstein, der: svw.
terratischer Block; Fjndung. die; -. -en <PI. selten): das
Finden (1). Herausfinden: die F. der Wahrheit; bei der
F. des Urteils; kritische Besinnung etwa im Sinne der
Enzensbergerschen -en über den ..Spieger-Stil
(Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verbandes 1.1966.29).
Fine [firndj. das; -s. -s [ital. fine < lat. finis = Ende]
(Musik): Bezeichnung am Ende des ersten Teils eines
Musikstücks, das bis zu dieser Stelle wiederholt werden soll. Vgl.
al fine.
Finesherbes [fin'zErb] <P1.) [frz. fines herbes = feine
Kräuter] (Kochk.): fein gehackte Kräuter mit Champignons
od. Trüffeln/: Finesse [fineso], die; -. -n [frz. finesse. zu:
fin = fein; durchtrieben, f fein] (bildungsspr.): l.a) (meist
PI.) Kunstgriff, Trick, besondere Technik in der Arbeitsweise
o. ä.: er beherrscht alle -n des Schachspiels, der
Fahrtechnik; um diese extreme Stabilisierungsgenauigkeit zu
erreichen, muß man die letzten -n der Kybernetik anwenden
(Kosmos 3. 1965. 119); b) Schlauheit, Durchtriebenheit:
seiner taktischen F. in der Verhandlungsflihrung war
keiner gewachsen. 2. <meist PL) [dem neuesten Stand der
Technik entsprechende; Besonderheit, Feinheit in der
Beschaffenheit. Ausstattung o.a.: ein Gerät mit allen
technischen -n; Das Cremeweiß, die leichten Stoffe der Mäntel,
all das ladet durch F. und Aussehen zu Reisen in
weitgelegene Länder ein (Herrenjournal 3. 1966. 38). 3. <o. PI.)
(Winzerspr.) reiches Bukett: ein Wein mit F.; <Zus. zu
1:> fin^ssenrekh <Adj.): schlau, trickreich: ein -er Spieler;
Finette [fi'net]. die; - [frz. finette. zu: fin = t fein]:
Baumwollstoff mit angerauhter Unterseite: Schlafanzüge aus F.
fing [finl: t fangen.
Finger [Tide], der; -s. - [mhd. vinger. ahd. fingar. urspr.
= Gesamtheit der Finger, zu tftinfl: 1. eines der fünf
beweglichen Glieder der menschlichen Hand u. der Hand
des Affen: zarte, dicke, geschickte, bewegliche F.; der kleine
(fünfte) F.; zwei F. sind verkrüppelt; der F. blutet; die
F. werden [ihr] steif vor Kälte; die F. krümmen, spreizen;
seine F. vollbrachten seltsame Greifbewegungen, bogen
und streckten sich (Gaiser. Jagd SS); einen bösen,
schlimmen (ugs.; entzündeten) F. haben; ich habe mir die F.
geklemmt; F. weg! (barsche Aufforderung, etw. nicht
anzufassen); den F. auf die Lippen legen (als Bitte, leise zu
sein); [sich (Dativ)] die F. in die Ohren stecken (um sich
gegen Lärm abzuschirmen): er betrachtete wohlgefällig
seine gepflegten F. mit den mandelförmig geschnittenen
Nägeln (Langgässer. Siegel 217); die Polizisten hatten den
F. am Abzug (waren schußbereit): ich steckte mir den
F. in den Hals (um erbrechen zu können): Huschen der
Handlampen, das Greifen verölter F. (Gaiser. Jagd IS);
vom Zucken des kleinen -s bis zum Versagen des ganzen
Nervensystems (Plievier. Stalingrad 178); einen Ring am
F. tragen; man konnte die Besucher an den -n abzählen
(so wenige waren da): dem Kind auf die F. schlagen;
Sie ... kniete nieder und ließ den etwas dunkel gefärbten
Sand durch ihre harten F. laufen (Hauptmann. Thiel 32);
ich habe mir/mich in den F. geschnitten; sie tippt mit
zwei -n (schreibt nur mit zwei Fingern auf der
Schreibmaschine): Der Pfarrer bewegt lautlos die Lippen und fährt
... mit dem F. die Zeilen entlang (Langgässer. Siegel 600);
der Riß in der Mauer ist einen F. breit (etwa so breit wie
ein Finger): vgl. Fingerbreit; Ü du hast dir die F. wund
geschrieben mit Gesuchen (hast viele Gesuche
geschrieben ! ohne etw. zu erreichen/): das Geld zerrann ihm unter,
zwischen den -n (er konnte nicht haushalten): R das sagt
mir mein kleiner F. (ich habe eine untrügliche Ahnung,
daß es so ist): wenn man ihm den kleinen F. reicht, nimmt
er gleich die ganze Hand (macht man nur ein kleines
Zugeständnis, gibt ein wenig Hilfe, so will der andere gleich
alles haben): imdm./Jmdn. jucken die F. nach etw. (ugs.;
jmd. möchte etw. sehr gerne haben): die F. davonlassen/von
etw. lassen (ugs.; sich nicht mit etw. abgeben): die Sache
ist zu unsicher, du solltest die F. davonlassen; den/seinen
F. darauf haben (ugs.; etw. unter seiner Kontrolle haben):
keinen F. krumm machen (ugs.; nichts arbeiten, nichts tun:
jmdm. bei einer Arbeit nicht helfen): klebrige F. haben
(ugs.; zum Stehlen neigen): lange/krumme F. machen
(ugs.; stehlen): keinen F. rühren (ugs.; jmdm. nicht
helfen, nicht beispringen): sich <Dativ> die F./alle zehn F.
nach etw. lecken (ugs.; etw. sehr gerne haben wollen: sich
glücklich schätzen, etw. Bestimmtes zu bekommen): die F.
in etw./im Spiel haben (ugs.; hinter etw. stecken: an etw.
iin negativer Weise j beteiligt sein): den F. auf die Wunde
lesen (auf einen Übelstand deutlich hinweisen): sich < Dativ)
nicht gern die F. schmutzig machen (einer unbequemen od.
unangenehmen Arbeit o. ä. aus dem Wege gehen):
sich<Dativ) die F. verbrennen (ugs.; durch Unvorsichtigkeit / bei
etw. Schaden erleiden): er hat sich bei seinen Spekulationen
mehrmals die F. verbrannt; sich < Dativ) etw. an den [fünf,
zehn] -n abzählen können (ugs.; sich etw. leicht denken,
etw. leicht voraussehen können): eine(n]/zehn an ledern F.
haben (ugs. scherzh.; viele Verehrer!Freundinnen haben):
imdm. auf die F. sehen/gucken (ugs.; jmdn., von dem man
befürchtet, daß er nicht so arbeitet, wie man es erwartet
od. an dessen Ehrlichkeit man Zweifel hegt, beobachten,
beaufsichtigen): imdm. auf die F. klopfen (ugs.; jmdn. scharf
zurechtweisen): sich < Dativ) etw. aus den -n saugen (einen
Sachverhalt frei erfinden: etw. aus der Luft greifen): [bei
imdm.] durch die F. sehen (einen Fehler, eine Unkorrektheit
o. ä. eines anderen nachsichtig übersehen: eigtl. = durch
Vorhalten der gespreizten Finger vor das Gesicht sich
selbst das Blickfeld einengen); etw. im kleinen F. haben
(ugs.; etw. genau kennen, völlig beherrschen: nach der
Vorstellung, daß der kleine Finger wie der Däumling im
Märchen besonders schlau sei); imdm./jmdn. kickt/kribbelt
es in den -n (ugs.; jmd. hat das heftige Bedürfnis, etw.
Bestimmtes zu tun, bes. jmdn.. dessen Verhaften ihn sehr
ärgert, zu ohrfeigen): imdm. in die F. fallen, geraten
(ugs.; injmds. Gewalt geraten: von jmdm. gefunden werden):
etw. in die F. bekommen/kriegen (ugs.; einer Sache zufällig
begegnen: zufällig in den Besitz von etw. kommen): imdn.
in die F. bekommen/kriegen (ugs.; jmds. habhaft werden.
845
finger-, Finger -
jmdn. zu fassen kriegen): sich (Dativ) in den F. schneiden
(ugs.; sich inbezug auf imdn., etw. gründlich irren, täuschen):
etw. mit spitzen -n anfassen (aus Ekel. Widerwillen nicht
richtig zugreifen); etw. mit dem kleinen F. machen (ugs.;
etw. so selbstverständlich beherrschen, daß man es mühelos,
wie nebenbei erledigen kann): mit -n/mit dem F. auf imdn.
zeigen (ugs.; sich über jmdn.. jmds. Tun sichtlich aufhalten;
jmdn. wegen seines Verhaltens öffentlich anprangern od.
lächerlich machen): wenn du in dieser Kostümierung auf
die Straße gehst, werden die Leute mit -n auf dich zeigen;
R (scherzh.:) man zeigt nicht mit nacktem F. auf
angezogene Leute: imdn. um den [kleinen] F. wickeln (ugs.; jmdn.
leicht beeinflussen, lenken können; alles von jmdm.
bekommen können): die kleine Tochter kann den Vater um den
F. wickeln; jmdm. unter die F. kommen/geraten (jmdm.
begegnen; von jmdm. angetroffen, vorgefunden, geschnappt
werden): der aktuellste Roman, der mir in der letzten
Zeit unter die F. gekommen ist (Tucholsky. Werke II.
273); der elfte F. (scherzh. verhüll.; Penis): Der elfte F.
Erotische Kriminalgeschichten (Börsenblatt 60. 1974.
3752). 2. Teil des Handschuhs, der einen Finger (1) um-
schließt; die F. der Handschuhe haben dünne Stellen
bekommen. 3. (Bot.) einzelne Frucht der Bananenstaude.
f|nger-v Finger-: -abdnick,der <P1. -abdrücke): [zur
Feststellung der Identität einer Person auswertbarer, die Linien der
Haut erkennen lassender]2Abdruck (2) der Innenfläche eines
Fingers (1): Jmdm. Fingerabdrücke abnehmen; die weißen
Möbel zeigten viele Fingerabdrücke, dazu: -abdruckver-
fahren, das: Verfahren zum Gewinnen von Fingerabdrücken;
--aiphabet, das: mit den Fingern (1) dargestellte Zeichen
für die Buchstaben des Alphabets, mit deren Hilfe eine
Verständigung ohne Sprechen möglich ist; «»ballen, der: svw.
T-beere; -beere, die: die leicht gewölbte Innenfläche des
obersten Fingergliedes; -breit <AdJ.; o. Steig.): etwa von, in
der Breite eines Fingers (1): ein -er Spalt; f.
auseinanderklaffen; -breit, der; -. -: Breite eines Fingers (\)als Maßeinheit:
der Rock muß zwei F. länger sein; Ü er war nicht bereit,
auch nur einen F. Boden herzugeben; er ging keinen F.
von seinen Forderungen ab; -breite, die: vgl. -breit, der:
die Weichsel reicht .... obgleich sie F. um F. fällt, bis
zur Deichkrone (Grass. Hundejahre 13); -dick <Adj.; o.
Steig.): etwa von. in der Dicke eines Fingers (1): ein -er
Wasserstrahl; die Butter f. aufs Brot schmieren; heute
morgen lag der Kohlenstaub f. (v. d. Grün. Glatteis 172);
-druck, der <o. PL): Druck mit dem Finger auf einen
Schalter, eine Drucktaste o.a.: ein F. genügt, um den Motor
wieder anzuwerfen; Er... machte mit einem F. Licht (Kuby.
Sieg 384); -entzündung, die (Med.): eitrige Entzündung
an den Fingern; Umlauf; -färbe, die: Malfarbe für Kinder,
die unmittelbar mit den Fingern aufgetragen wird; —fertig
<Adj.>: geschickt, flink im Gebrauch der Finger (bei einer
Tätigkeit, zu der man bes. die Finger braucht): eine -e
Näherin, dazu: -Fertigkeit, die <o. PI.): -förmig <Adj.:
o. Steig.) (Bot.): von Fiederblättern, deren Fiedern alle
von der gleichen Stelle des Stengels ausgehen: die Kastanie
hat -e (gefiederte) Blätter; -gelftufigkeit, die: svw. t -fertig-
keit; -gelenk. das: -gerecht <Adj.): passend Tür die Finger,
zur bequemen Bedienung mit den Fingern eingerichtet: -e.
f. angeordnete Einstelltasten; -gicht, die (Med.): Gicht
in den Fingern; -glied, das: einzelnes Glied eines Fingers
(1): Sein Körper schien bis ins letzte F. von einem Zauber
durchdrungen (Th. Mann. Krull 35): -hakein [-ha.klnl.
das; -s: in den Alpenländern in Wettkämpfen geübter Sport,
bei dem sich zwei Männer mit ine inander gehakten
Mittelfingern über einen zwischen ihnen stehenden Tisch zu ziehen
versuchen; -haltung, die: Haltung der Finger bes. beim
Spielen eines Musikinstrumentes; —handschuh, der:
Handschuh, bei dem im Gegensatz zum Fausthandschuh jeder
Finger einzeln von dem Material des Handschuhs umhüllt
ist; -hohlschnitt, der (Buchbinderei): halbrunde
Ausstanzung am vorderen Rand von Buchseiten o.a.. der das
Aufschlagen bestimmter Seiten bes. bei alphabetisch
angeordnetem Text erleichtert; -hut, der (PI. -hüte): 1. bei Näharbeiten
zum Schutz des Mittelfingers über das oberste Fingerglied
zu stülpende Kappe aus Metall o.a.: einen F. auf den
Finger setzen, stecken, tun; Ü ein F. [voll] (sehr wenig).
2. (Bot.) bes. an Waldrändern u. auf Kahlschlägen
wachsende, hohe Staude mit einem Fingerhut ähnlichen roten od.
gelben Blüten, die bestimmte, als Herzmittel verwendete
Stoffe enthält u. darum als Heilpflanze verwendet wird;
Digitalis (1); -knochen, der; -knöchel, der: mittleres
Fingergelenk (das spitzwinklig eingebogen werden kann): er
klopfte mit dem F. auf den Tisch; -kraut, das: Vertreter einer
Gattung der Rosengewächse mit meist fingerförmig
gefiederten Blättern u. kleinen gelben od. weißen Blüten; -kuppe,
die: svw. t-spitze: eine schmale, von Putzwasser rötlich
aufgeweichte Hand mit weißlichen Dellen in den -n (Böll.
Haus 194); -lang <Adj.; o. Steig.): etwa von, in der Länge
eines Fingers: ein -es Stück; -loch, das (Musik): svw. TGriff-
loch; -lutschen, das; -s: Angewohnheit von Kleinkindern,
an den Fingern, bes. am Daumen, zu saugen: -nagel, der:
Nagel (3) auf der Oberseite des vordersten Fingergliedes:
schmutzige, gepflegte Fingernägel; die Fingernägel feilen;
Er grub seine Fingernägel in die Handflächen (Sebastian.
Krankenhaus 57); Leo verwandte viel Zeit auf die Pflege
seiner Fingernägel (Böll. Haus 18); Fingernägel mit
Trauerrändern (scherzh.; schmutzige Ränder): an den
Fingernägeln kauen; * nicht das Schwarze unter dcm/unterarF. (ugs.;
überhaupt nichts): er gönnt ihm nicht das Schwarze unterm
F.; -redinen, das; -s: Methode, mit der unter Zuhilfenahme
der Finger einfache Rechenaufgaben gelöst werden können;
-reif* der (geh.): vgl. -ring; -ringt der: als Schmuck im
allgemeinen am Ringfinger getragener Ring; -satz, der
(Musik): (durch Zahlen meist über den Noten angegebene)
Anweisung zum zweckmäßigen Einsatz der einzelnen Finger
beim Spielen eines Streich- od. Tasteninstrumentes; -schale*
die: kleine, mit Wasser gefüllte Schale zum Reinigen der
Fingerspitzen bei Tisch; -schnalzen, das; -s: das
Hervorbringen eines kurzen, knallenden Lautes mit dem Daumen u.
einem zweiten Finger: durch F. das Personal zu sich rufen
(Kaschnitz. Wohin 215); -schnippen, das; -s: vgl.
^schnalzen: mit einer Schar bezahlter Gehilfen, die auf Jedes F.
von ihm reagierten (Hörzu 10. 1973. 135); -schnipsen,
das; -s: svw. t -schnippen; -spiel, das: Spiel, das Erwachsene
mit kleinen Kindern spielen, wobei mit den Fingern Figuren
dargestellt werden: -spitze, die: Ende des obersten
Fingergliedes; Fingerkuppe: etw. mit den -n anfassen; man muß
die Emulsion mit den -n gründlich in die Haut
einmassieren; Ü mir kribbelt es in den -n (ugs.; ich bin sehr
ungeduldig): bis in die -n (durch u. durch) musikalisch sein;
das muß man in den -n haben (das muß man im Gefühl
haben),dazu: -spitzengefÜhl,das <o. Pl.>: Feingefühl:
Einfühlungsgabe im Umgang mit Menschen u. Dingen: F. für
Gewicht und Wirkung einer Nachricht (Enzensberger,
Einzelheiten I. 28); für diese Aufgabe fehlt es ihm an F.;
-spräche, die: Zeichensprache, die bes. zur Verständigung
mit Gehörlosen dient; -spur, die <meist Pl.>: Spur, die
die Berührung eines Gegenstandes mit den Fingern
hinterlassen hat; -tang, der [nach den handförmig zerteilten Thal-
luslappen]: Vertreter einer Gattung der Braunalgen; -Übung,
die (Musik): a) Übung an einem Instrument zur Gewinnung
größerer Fertigkeit: er macht täglich -en; Ü seine bisherigen
Aufgaben waren nur -en gegenüber dem, was ihn Jetzt
erwartet; b) kleines Übungsstück* durch das die Fertigkeit
im Spielen eines Instrumentes gefördert werden soll;
-Wechsel, der (Musik): das Wechseln des Fingers auf einer Taste
o.a. beim Spielen eines Instruments; -zeig [-tMJk], der;
-s. -e: nützlicher Hinweis. Wink, durch den jmd. auf etw..
jmdn. aufmerksam gemacht wird: jmdm. einen F. geben;
einen F. bekommen, erhalten; Die -e der Natur, kleine
und große Alarmzeichen ... gilt es zu beachten (Mantel.
Wald 101); er empfand das Ereignis als einen F. des
Schicksals.
Fingerei, die; -. -en (abwertend): häufiges, als lästig
empfundenes Anfassen, Betasten, Befingern: durch deine dauernde
F. ist der Sessel ganz fleckig geworden; die gleichaltrigen
Jungen so gierig auf Gänge in den Wald, -en an den
Geschlechtsteilen (Johnson. Ansichten 46); -fingerig, -fing-
rig [-fro(3)n<;] in Zusb.. z.B. schmalflng[e]rig (mit
schmalen Fingern 1); Fingerling ['fiotln)). der; -s, -e [mhd. vinger-
linc = Ring]: 1. als Schutz über einen verletzten Finger
zu streifende Hülle. 2. Teil des Fingerhandschuhs, der einen
Finger umschließt; fingern [TiQBn] <sw. V.; hat) [mhd. vin-
gern]: 1. a) mit den Fingern suchend, tastend an etw.
herumnesteln, nach etw. greifen: sie fingerte an den Knöpfen
ihrer Jacke; Sie zerpflückte Zuckerpapierchen. fingerte am
Henkel der Tasse, ließ sich rechthaberisch über Kafka aus
(Dorpat. Ellenbogenspiele 88); in der Tasche nach dem
Schlüssel f.; Eine Hand fingert über die Decke (Remarque,
Westen 173); b) [mit einiger Mühe! mit den Fingern
846
Finte
aus etw. hervorziehen: ein Geldstück aus der Tasche f.;
Er fingerte sich eine verbogene Zigarette aus einer seiner
Taschen (Baldwin [Übers.]. Welt 106). 2. (salopp) mit
Geschick bewerkstelligen, ausführen: kannst du die Sache f.?;
der persische Rechtsanwalt .... der für Schah Resa das
große Krupp-Geschäft gefingert hatte (Spiegel 4. 1975.
23). 3. (salopp) einen Diebstahl begehen, etw. stehlen: ich
muß was f. ... Handtaschenraub oder so was (Döblin.
Berlin 371).
fingieren [fii)gi:ren] <sw. V.; hat) [lat. fingere = formen,
gestalten; ersinnen, erdichten, vorgeben] (bildungsspr.): in
einer bestimmten Absicht vortäuschen, vorspiegeln:
erdichten: der Unfall. Einbruch war fingiert; alle Erzählungen
fingieren, daß es etwas gibt, das gewesen oder gegenwärtig
ist (Musil. Mann 1594); ein fingierter (frei erfundener)
Briefwechsel.
-fingrig: t -fingerig.
Finimeler [fini'me:tB], das; -s. • [zu lat. finis (tFinis) u.
t -meter]: Manometer, das bei Gasschutzgeräten zur
Überwachung des Sauerstoffvorrats dient.
Finis [fi:nis; lat. finis = Ende]: 1. (veraltet) heute nicht
mehr üblicher Schiuffvermerk in Büchern. 2. (bildungsspr.)
Schluß, Ende: [jetzt ist aber] F.!; Finish [Tmifl. das; -s.
-s [engl, finish. eigtl. = Abschluß, zu: tofinish = (be)enden
< afrz. fenir < lat. finlre]: 1. (Fachspr.) letztes Stadium
in der Fertigung, Endverarbeitung (eines
Industrieproduktes): letzter Schliff, Vollendung: Zum anderen weiß jede
ausländische Automobilfirma, daß Deutschlands Käufer
besonders anspruchsvoll sind. Das gilt besonders für
Karosserieverarbeitung und F. (Auto 6. 1965. 27). 2. (Sport)
entscheidende letzte Phase eines Wettkampfes: Endkampf,
Endspurt: Der Leverkusener ... hatte seinen härtesten
Widersacher ... in einem mitreißenden F. auf der Zielgeraden
niedergekämpft (MM 29. 7. 74. 4); ü zum Schluß gab
es bei den Vorbereitungen noch ein dramatisches F.; fini-
shen [Tnufn] <sw. V.; hat) [nach engl, to finish. zu t Finish]
(Pferdesport): bei einem Rennen im Finish dem Pferd die
äußerste Leistung abverlangen: Finisseur [fini'so.g], der;
-s. -e [frz. finisseur. zu: finir = (be)enden < lat. finlre]
(Sport): Rennsportler (Läufer, Radfahrer u. a.) mit starkem
Endspurt: finit [fi'ni.t] <Adj.; o. Steig.) [lat. finltus. eigtl.
2. Part, von: finlre = begrenzen, bestimmen; (betenden]
(Sprachw.): bestimmt (Ggs.: infinit): -e Form (in Person
u. Zahl bestimmte Verbform im Ggs. zum Infinitiv u.
Partizip): Finitismus [finitismus]. der; - [zu lat. finltus. tfinlt]
(Philos.): Lehre von der Endlichkeit der Welt u. des
Menschen.
Fink [fmk], der; -en. -en (gelegtl.: -s, -e) [mhd. vinke. ahd.
finc(h)o; lautm. nach dem Ruf pink pink; 2: verächtliche
Bezeichnung, vgl. die Schimpfwörter Dreckfink u.
Mistfink]: 1. in vielen Arten vorkomtnender, Körner fressender
kleiner Singvogel mit buntem Gefieder u. kegelförmigem
Schnabel: die -en schlagen; als die Amsel schon übte und
die -en bereits stümperten (Löns. Gesicht 96). 2.
(Verbindungswesen veraltet): Student, der keiner Korporation
angehört: Finke ['froka]. der; -n. -n (veraltet): svw. TFink.
Finken [finkn], der; -s. - [mlat. ficones. PI. von: fico =
Hausschuh] (Schweiz, mundartl.): warmer Hausschuh.
Fjnken-: -herd. der [vgl. Vogelherd] (veraltet): Vorrichtung
zum Fangen von Finken: ^napf, der (ugs. scherzh.): sehr
kleines Gefäß: -schlag, der <o. PL) (Fachspr.): das
Zwitschern des Finken: ^vogel, der: zur Familie der Fbiken
gehörender Vogel.
Finkler ffmklp].der; -s. - [zu TFink] (veraltet): Vogelfänger.
Finn-Dingi, (auch:) Fim-Dinghi ffindingi]. das; -s, -s [eigtl.
= finnisches Dingi (wohl, weil es im Hinblick auf die
Olympischen Spiele 1952 in Helsinki konstruiert wurde)]
(Segeln): kleines Einmannsegelboot für den Rennsport.
'Finne [Tina], die; -. -n [spätmhd. vinne. pfinne. wohl verw.
mit mhd. phinne = (kleiner) Nagel]: 1. (Zool.) Larve
eines parasitären Wurms. 2. (Med.) durch Akne
hervorgerufenes Knötchen od. Pustel in der Haut: Mitesser: ^ime
[-], die; -. -n [1: aus dem Niederd. < mniederd. vinne.
Grundbed. wohl = Ende. Spitze; 2: niederd. Pinn. eigtl.
= Nagel, Pflock < mniederd. pin(ne)]: 1. (Zool.)
Rückenflosse von Hai u. Wal. 2. die zugespitzte Seite des Hammers:
Steine mit der F. behauen.
Fjnnen- (zu Finne = Einwohner Finnlands]: -dokh, der.
Mnesser, das: kurzes, breites, scharfes dolchartiges Messer:
sie hatte ihren Freund nach einem Streit mit einem F.
erstochen; ^stemme, die (Turnen): Übung am Reck, bei
der man aus dem Vorschwung im Hang mit Zwiegriff einen
Durchschub u. eine halbe Drehung links um den rechten
Arm zum Rückschwung mit Ristgriff ausführt u. dann in
den freien Stütz vorlings stemmt.
finnig[ftnu;] <Adj.; nicht adv.) [spätmhd. vinnic, phinnic]:
1. von! Finnen (1) befallen: -es Fleisch. 2. * Finnen (2)
aufweisend: pickelig: ein Mann mit dem -en Fuchsgesicht des
Großstädters (Koeppen. Rußland 28).
finnisch-ugrisch [fmiJTu.gnJl. finnougrisch [Tino...] <Adj.;
o. Steig.) [zu aruss. ugre (PI.) = die Ungarn] (Sprachw.):
die Sprachfatnilie betreffend, deren Sprecher heute weit
gestreut auf den Gebieten der finnischen Halbinsel, dem
nordwestlichen Sibirien u. der ungarischen Steppe beheimatet
sind: Finnlandbiening [fmlandizixuo]. die; - [1971 in
polemischer Absicht gepr. von dem CSU-Vorsitzenden F. J.
Strauß mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Finnland
u. der Sowjetunion] (abwertend): sowjetische Einflußnahme
auf ein nach außen hin von der Sowjetunion unabhängiges
Land: F|nnmark. die; -. • [schwed. finmark]:
Währungseinheit in Finnland (1 Finnmark = 100 Penni); Abk.: Fmk;
finnougrisch: tfinnisch-ugrisch; Fimougrist [finolu'grist].
der; -en. -en: Wissenschaftler, Spezialist auf dem Gebiet
der finnisch-ugrischen Sprachen.
F|nnwal, der; -[eis. -e [zu f2Finne (1). nach seiner großen
Fettfinne]: zur Gattung der Furchenwale gehörender, sehr
großer Wal mit grauer Färbung des Rückens u. weißer
Bauchseite, der in den arktischen u. antarktischen Meeren
vorkommt.
finster I'ftnstB] <Adj.) [mhd. vinster. ahd. finstar]: 1. (nicht
adv,) [sehr] dunkel, ohne Licht: ein -er Raum; die Nacht
war f. und stürmisch; es wird schon f. (die Nacht ist
hereingebrochen): Schließlich wird f. gemacht. Die
Jalousien sind schon herabgelassen (Fussenegger. Haus 300);
<subst.:> er tappte im Finstem (in der Dunkelheit) durch
den Flur; Ü das -e (geistig unaufgeklärte) Mittelalter; das
damalige England. ... von hellem Glanz überstrahlt und
von -en Gewalten gepeitscht (Nigg. Wiederkehr 45); es
waren -e (trostlose, schlimme) Zeiten; in jeder Sekunde,
selbst in der -sten (Seghers. Transit 147); *im -n tappen
(bei einer Sache völlig im ungewissen sein: keine
Anhaltspunkte für die Klärung einer Sache haben): bei dem
Verbrechen/in dieser Sache tappt die Polizei noch völlig im -n.
2. <nicht adv. > dunkel, düster erscheinend u. dadurch
unheimlich: eine -e Gasse. Kneipe; das Gebäude wirkt f.; Säulen.
Tempel, Fabriken, ein -er Wald aus Schornsteinen
(Koeppen. Rußland 132): den schwarzen Obelisken .... diesen
-en Steinfinger, der aus der Erde in den Himmel zeigt
(Remarque, Obelisk 290). 3. <nicht adv.> anrüchig,
zwielichtig: eine -e Gestalt begegnete ihnen; seine Pläne waren
f.; eine -e (undurchschaubare) Angelegenheit. 4. verdüstert,
unfreundlich, feindselig wirkend: eine -e Miene; er saß in
-em Nachdenken; ..Jawohl", gab ihm Beifontaine f. zurück
(Langgässer. Siegel 69); jmdn. f. ansehen; mit einem Wurm
im Herzen verließ er das Haus und war f. entschlossen
(Geissler. Wunschhütlein 118): <Abl.:> Fjnsterkeit. die: -
(selten): svw. T Finsternis: nicht ohne F. im Blick (Fries.
Weg 187); Finstere ['finstere], die; - (Schweiz.): svw.
tFinsternis; Finsterling ['finsteliol. der; -s. -e (abwertend): düster
u. grimmig wirkender Mensch, dessen Denkart man nicht
erkennen kann: Der verschlagene Ränkeschmied .... den
Toni Berger als übellaunigen F. darstellt (MM 23. 5. 67.
16); finstern [finsten] <sw. V.; hat) (veraltend): dunkel,
finster werden: es finstert schon; Finsternis [Tinstenis]. die;
-. -se: 1. undurclidringliche Dunkel/ieit, Lichtlosigkeit: die
F. der Nacht, des Raumes; aus der Tiefe des Schornsteins
quoll ihm nur F. entgegen (Schnabel, Marmor 49); -se.
die eine Laterne nicht ausleuchtet (Frisch. Stiller 194);
das war kein Schneefall mehr, es war ein Chaos von weißer
F. (Th. Mann. Zauberberg 652); Ü Hatte er nicht ... die
äußerste F. der Gottverlassenheit auf sich genommen?
(Thielicke. Ich glaube 171); die Mächte der F. (bibl.; das
Böse): das Reich der F. (bibl.; die Hölle): *eine ägyptische
F. (völlige, absolute Dunkelheit: nach 2. Mose 20. 21-23):
in dem Raum herrschte eine ägyptische F. 2. (Astron.)
Himmelserscheinung, die dadurch gekennzeichnet ist, daß
ein leuchtender Himmelskörper durch einen anderen verdeckt
wird od. in den Schatten eines anderen tritt: eine partielle,
totale F. der Sonne beobachten.
Finte ['fmto], die; -. -n [ital. finta = List < spätlat. fincta.
847
fintenreich
subst. 2. Part, von lat. fingere = ersinnen, vortäuschen,
f fingieren]: 1. (bildungsspr.) Vorwand. Täuschung,
Scheinmanöver, womit man jmdn. irrezuführen od. einer
bestimmten unangenehmen Situation zu entgehen versucht:
das war nur eine F. von ihm; ..Ich habe jetzt mein eigenes
Gewissen erforscht", fing er an, und es war keine
seelsorgerische F.. sondern die lautere Wahrheit (Werfel. Himmel
193); jmdn. durch eine F. täuschen; sich einer F. bedienen.
2.a) (Fechten. Boxen) Scheinbewegung, vorgetäuschter
Stoß, bei dem die Reaktion des Gegners erwartet u. für
eigene Zwecke ausgenutzt wird; b) (Ringen) angedeuteter
Griff, der den Gegner täuschen soll; <Zus.:> fintenreich
<Adj.) (geh.): geschickt im Erfinden von Ausflüchten,
Vorwänden, häufig Finten (1) gebrauchend; <Abl. zu 2:>
fintieren [ftn'ti:r?n] <sw. V.; hat) (Fechten. Boxen. Ringen):
eine Finte (2) ausführen: er fintiert gekonnt.
finzelig, finzlig [Tmts(3)li<;] <Adj.; nicht adv.) [H. u.]
(landsch.): (in bezug auf eine Arbeit o. ä.) durch besondere
Feinheit o. ä. /des Materials/ sehr mühsam, knifflig,
anstrengend /für die Augen/: diese Stickerei ist eine überaus -e
Arbeit.
Florette [fjp'reto]. die; -. -n <meist PI.) [ital. fioretto. eigtl.
= Blümchen. Vkl. von: fiore = Blume < lat. fiös (Gen.:
flöris)]. Fioritur [Qpri'tu:?]. die; -. -en <meist PI.) [ital.
fioritura. zu: fiorire = mit Blumen schmücken; blühen
< spätlat. fiörire = blühen] (Musik): Gesangsverzierung
in Opernarien des 18. Jahrhunderts.
Fips [fips]. der; -es. -e [aus dem Niederd.. wohl rückgeb.
aus: fipsen = schnelle Bewegungen machen; lautm.)
(landsch.): kleiner, unscheinbarer Mensch; <Abl.:> fipsig
['fipsi^J <Adj.; nicht adv.) (ugs.): klein u. mickrig/,
unansehnlich: ein -er Kerl; Dann hatte er einen -en Regenmantel
an, und es war eigenartig, daß an so einem kleinen, dünnen
Mann ein Kleidungsstück überhaupt noch f. aussehen
konnte (Kant. Impressum 117); f|psen<sw. V.; hat) [lautm.]
(ugs.): mit Daumen u. Mittelfinger schnippen; Fjpsigkeit,
die; - (ugs.): Kleinheit, Mickrigkeit.
Firlefanz [firbfants]. der; -es. -e [mhd. firü-fanz. Bez. für
einen lustigen Springtanz; H. u.) (ugs. abwertend): 1. <o.
PI.) überflüssiges od. wertloses Zeug; Tand. Flitter: dieser
kunterbunte Karneval .... Papierschlangen. Girlanden
überall, ein Dschungel von F. (Frisch. Homo 125); Ü
eine Darstellung ohne allen F. (überflüssiges Beiwerk).
2. <o. PI.) Unsinn, törichtes Zeug. Gerede, Gebaren: das
ist doch alles F.; Ideologischer Schnickschnack,
weltanschaulicher F. (Jägersberg. Leute 108). 3. (selten) jmd..
der nur Torheiten im Sinn hat. mit dem nicht viel anzufangen
ist; Firlefanzerd. die; -. -en (ugs. abwertend): törichtes
Zeug. Unsinn: Viel natürlicher ist das (= jmds. Verhalten)
und alles andre Unsinn. F. (Kaiser. Villa 96).
firm [firm] <Adj.) [lat. firmus = fest, stark, tüchtig,
zuverlässig] in der Verbindung in etw. f. sein (veraltend; / in einem
bestimmten Fachgebiet, Bereich j sicher, sattelfest,
beschlagen sein): er ist noch nicht sehr f. im Autofahren; wenn
du erst einmal darin f. bist....
Firma[Tirma],die; -.Firmen [ital. firma,eigtl. = bindende,
rechtskräftige Unterschrift eines Geschäftsinhabers unter
einen Vertrag bzw. unter eine geschäftliche Vereinbarung,
zu: firmäre = eine Abmachung, einen Vertrag durch
Unterschrift rechtskräftig machen < lat. firmäre =
befestigen; bekräftigen, bestätigen]: l.a) kaufmännischer Betrieb,
gewerbliches Unternehmen: eine alte, eingesessene, Berliner
F.; eine F. gründen: ein Vertreter der F. Daimler-Benz;
in einer großen F. arbeiten; R die F. dankt (ugs. scherzh.;
danke /nein]): kommst du mit zum Essen? Ich lade dich
ein.- Die F. dankt; U Gott, dieses Bethseda mit seinen
protestantischen Gerüchen, rief sie ... Der Katholizismus
hat mehr Farbe. Ich darf so reden, denn ich gehöre keiner
der beiden frommen Firmen an (Wohmann. Absicht 293);
*von F. Klemm/Klau und Lange kämmen (ugs. scherzh.;
bekannt sein dafür, doli man öfters kleinere Diebstähle
macht)', b) (Wirtseh.) der ins Handelsregister eingetragene
Name eines Unternehmens, Geschäftes o. ä.: die F. ist
erloschen; das Geschäft wird unter der F. Meyer u. Co. geführt;
Abk.: Fa. 2. (ugs. abwertend) Sippschaft. Gesellschaft:
das ist [mir] eine saubere F.
Firmament [firmament], das; -[e]s [spätlat. firmämentum
= Befestigungsmittel. Stütze; der über der Erde befestigte
Himmel, zu lat. firmäre = befestigen] (dichter.): Himmel,
Himmelsgewölbe: die Sterne leuchten am F.; Eine
gemütvoll-ansprechende Landschaft ... weitet sich ins blaue F.
(Thieß. Legende 62).
firmeln [Tirmjn] (selten): svw. f firmen; <Abl.:) Firmelung,
die (selten): svw. tFirmung; firmen [Tnrron] <sw. V.; hat)
[mhd. firmen, eigtl. = (im Glauben) stärken, befestigen,
ahd. firmön < lat. firmäre = festmachen, bestärken] (kath.
Rel.): ijmdm. das Sakrament der Firmung spenden: 50
Kinder werden in diesem Jahr in der Gemeinde gefirmt.
f|nnen-t Firmen-: -aufdruck, der: Aufdruck, der den
Firmennamen zeigt: Briefpapier mit F.; -*chef, der; -eigen <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): der Firma gehörend: er fährt ein
-es Auto; ^Inhaber, der; -intern <Adj.: o. Steig.; nicht
adv.): nur für den Bereich der betreffenden Firma bestimmt,
nach außen geheim: -e Abmachungen; diese Pläne bleiben
vorerst f.; -köpf, der: svw. t -aufdruck; -name, der; -regi-
ster. das: svw. f Handelsregister; -schild, das: an dem
Geschäfts-, Fabrikgebäude o.a. angebrachtes Schild mit dem
Namen der betreffenden Firma: ein neues F. anbringen;
U ging man dazu über, offizielle Vertreter einiger Bezirke
unter dem F. der .Juso-Linken" zu versammeln (Stamo-
kap 117); ^stempelt der; -tafel.die: vgl. -schild;
-Verzeichnis* das; -wagen* der: firmeneigenes Kraftfahrzeug; ^wert.
der <o. PI.) (Wirtsch.): Geschäftswert eines Unternehmens;
-zeichen» das: Zeichen. Signet, das als Erkennungszeichen
auf allen Produkten einer Firma angebracht ist (häufig
als eingetragenes Warenzeichen).
firmieren[firmLren] <sw. V.; hat) [zutFirma]: (vonFirmen.
Unternehmen o.a.) unter einem bestimmten Namen
bestehen, einen bestimmten Namen führen / u. mit diesem
unterzeichnen I: das Unternehmen firmiert als Meyer& Co.. mit/
unter dem Namen Meyer & Co.; Ü Er stieg herrlich auf.
firmierte bald als leitender Redakteur und verfaßt zahllose
wütende Leitartikel gegen alles, was links ist (Zwerenz.
Kopf 129).
Firmling ['firmln]], der; -s. -e (kath. Rel.): jmd.. der gefirmt
wird od. gerade gefirmt wurde; Finnpate, der; -n, -n (kath.
Rel.): Pate eines Firmlings; F|rmpatin, die; -. -nen: w.
Form zu f Firmpate; Firmung, die; -. -en [zu t firmen] (kath.
Rel.): Sakrament, bei dem durch Salben u. Auflegen der
Hand durch den Bischof dem Firmling eine Festigung im
Glauben zuteil werden soll: einem Kind, einem Konvertiten
die F. erteilen.
firn [firn] <AdJ.; nicht adv.) [mhd. virne. ahd. firni = alt]
(Winzerspr.): (von Wein) alt: ein -er Wein; Selbst wenn
sie (= die Flasche Wein) f. ist. ... so hat sie auch in
diesem Zustand das Aroma (MM 9. 3. 74, 57); Firn [-],
der; -[e]s [frühnhd. (Schweiz.), zu tfirn]: a) der nicht
wegschmelzende Schnee des Hochgebirges, der durch
wiederholtes Auftauen u. Wiedergefrieren körnig geworden ist; b)
(österr.. Schweiz.) mit Firn bedeckter Berggipfel. Gletscher.
FjnK -becken,das (Fachspr.): oberer, schneebedeckter Teil
des Gletschers; --eis, das: aus fest zusammengebacktem Firn
entstandene Eisschicht. Gletschereis; -feld, das: flaches Bek-
ken im Nährgebiet eines Gletschers, in dem sich der Firn
sammelt; -grat, der: nach beiden Seiten scharf abfallender
Grat aus altem Schnee; -grenze, die: Schneegrenze, bis
zu der der Schnee auf einem Gletscher im Sommer
wegschmilzt u. der Gletscher ausapert; -konu das: Aus dem
Schneestern entwickeln sich kleine Schneekörner und aus
diesen wiederum ... das große F. (Eidenschink. Eis 146);
-Knie, die: svw. t -grenze; -nmikie, die: muldenartige Senke
im Nährgebiet eines Gletschers, in der sich der Firn sammelt;
-schnee. der: svw. t Firn (a).
Firne [Tnma]. die; -. -n [zu t firn] (Winzerspr.): Altersstadium
des Weines, bei dem eine Dunkelfärbung eintritt, später
auch eine Beeinträchtigung des Geschmacks; firnen [Tirnan]
<sw. V.; hat): (bes. von Wein) ablagern: der Wein hat
gefirnt; Firner: tFemer; Firnuesdnmck, der (Winzerspr.):
durch die Firne hervorgerufener Geschmack I der als
Minderung der Qualität empfunden wird/; firnig [firniß] <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.): wie Firn beschaffen: -er Schnee.
Firnis [Tunis], der; -ses. -se [mhd. virnis = Lack; Schminke
< (a)frz. vernis = Firnis, Lack. H. u.]: schnell trocknendes,
farbloses Öl, das als Schutzschicht auf etw. aufgetragen
wird: ein Gemälde, ein Möbelstück mit F. behandeln;
U hat uns die ... Jagd nach Besitz ... zu Räubern gemacht.
Um das zu tarnen, brauchen wir wieder den F. (die Fassade,
den Schein) gewisser Manieren (Remarque. Obelisk 10);
firnissen <sw. V.; hat) [mhd. virnisen]: zum Schutz gegen
Licht. Schmutz u.a. mit Firnis bestreichen: ein Gemälde
848
fisch-, Fisch-
f.; U nachdem auch Ulrich ihr Alkohol angeboten hatte,
war der Glanz des Rausches davon wieder frisch gefirnißt
worden (Musil. Mann 1545).
First [first], der; -[eis. -e [mhd. virst. ahd. first, eigtl. =
waagrechte oberste Pfette des alten DachgerUsts]: oberste
waagrechte Kante des geneigten Daches; Dachfirst: auf dem
F. der Scheune sitzen Tauben; Ü wie Wolkenschatten über
den F. (geh.; Kamm) eines Gebirges wandeln (Langgässer,
Siegel 147).
F|rst-: -balken. der: Balken, der den First eines Daches
bildet; -bäum, der (österr.): svw. 1 Richtbaum; -feier. die
(österr.): Richtfest; -höhe, die: bis zum First gemessene
Höhe eines Bauwerks: die F. des Hauses beträgt 10m;
-mahl, das (Schweiz.): Richtfest; -pfette. die:
Konstruktionsteil (Balken oder Beide) des Dachstufds. der die
Sparren am Dachfirst trägt; -ziegel, der: Ziegel, mit dem
der Dachfirst gedeckt wird.
first class ffa:st kla:s] [engl, first-class): erste Klasse,
erstklassig, von gehobenem Standard: dieses Haus. Hotel ist
f. c; <Zus.:> First-class-Hotel. das: Hotel von gehobenem
Standard, Luxushotel: Tagungen und Kongresse in
unserem ruhig gelegenen F. (Spiegel 9. 1976. 92).
First-day-Cover [fa:st dei kAval. der; -. - [engl, first-day
cover. vgl. Cover] (Philat.): Ersttagsbrief.
First Lady ffb:st leidi]. die; - -. - -s. auch: - Ladies [engl,
first lady. eigtl. = Erste Damel: Frau eines
Staatsoberhauptes: Amerikas F. L.
'fis, 'Fis [fisl. das; -. - (Musik): um einen halben Ton erhöhtes
f.FQ); ^fk. tfis-Moll; ^b: tFis-Dur.
Fisch [fiJl. der; -[eis. -e [mhd. visch. ahd. fiskl: l.a) im
Wasser lebendes, durch Kiemen atmendes Wirbeltier mit
im allgemeinen von Schuppen bedecktem j langgestrecktem;
Körper u. Flossen, mit deren Hilfe es sich fortbewegt: die
-e beißen nicht; -e zappeln im Netz; er ist gesund, munter
wie ein F. im Wasser; Mit einem Satz schnelle ich mich
lang vor. flach wie ein F. über den Boden (Remarque.
Westen 53); -e Tangen, räuchern; Mit wenigen Griffen
hatte er zwei, drei -e ausgeweidet und entschuppt (Fus-
senegger. Zeit 29); fliegende -e (Zool.; Fanulie heringsälin-
lieber Fische in tropischen u. subtropischen Meeren, die
aus dem Wasser schnellen u. einige Sekunden lang über das
Wasser zu gleiten vermögen); er fühlt sich hier wie ein F.
auf dem Trocknen (es fehlt ihm das Lebenselement, das er
braucht); er ist stumm wie ein F. (spricht kein Wort,
verhält sich schweigend); der Junge schwimmt wie ein F.
(schwimmt gut, ausdauernd); Ü Ich war kaltblütig, ein F.
war ich gewesen bei seinem Anblick (Koeppen. Rußland
35); der F. ist das altchristliche Ideogramm und Symbol
Tür Christus: R die großen -e fressen die kleinen (die
Reichen u. Mächtigen leben auf Kosten der Armen); *ein
kalter F. (ugs.; ein Mensch, der keine Gefühlsregungen,
kein Mitgefühl zeigt): Trotz seiner Beliebtheit bei den
Patienten ist und bleibt er ein kalter F. (Sebastian.
Krankenhaus 53); ein grofler/ein dicker F. (ugs. scherzh.; eine
ge/wichtige Persönlichkeit); kleine -e (ugs.;
Angelegenheiten. Dinge. Vorkommnisse, die nicht ins Gewicht fallen,
nicht von Bedeutung sind; Kleinigkeiten): das sind alles
bloß kleine -e; faule -e (ugs.; sehr unglaubwürdige Ausreden;
Lügen); ungefangene -e (ugs.; Dinge, die noch nicht
spruchreifsind, noch nicht zur Entscheidung anstehen; vgl.
ungelegte Eier); die -e futtern (ugs. scherzh.; sich infolge von
Seekrankheit übergeben); b) Fischgericht: heute gibt es F.;
er ißt keinen F.; Er bestellte Brot, geräucherten F. und
Schafkäse (Geissler. Nacht 80): ließ sich ... zu Wein und
gebackenen -en einladen (Hesse. Narziß 94); * weder F.
noch Fleisch sein (ugs.; nicht zu bestimmen, einzuordnen
sein; nichts Richtiges sein). 2. a) <PL> (Astrol.)
Tierkreiszeichen für die Zeit vom 19. 2. bis 20. 3.: er ist im Zeichen
-e geboren: b) jmd.. der im Zeichen Fische (2 a) geboren
ist: er ist [ein] F.; Die zweite Monatshälfte ist bei allen
-en günstig (Petra 11.1966.73). 3. (Druckerspr.) im falschen
Fach des Setzkastens liegender Druckbuchstabe. 4. (ugs.)
kleiner Fremdkörper, der auf einer Flüssigkeit, bes. auf
etw.. was gegessen od. getrunken wird, schwimmt: da
schwimmen ein paar -e am Rand des Weinglases. 5. (seem.)
svw. t Fischung.
fjsch-, Fjsch-: Abfall, der <meist Pl.>: bei der Verarbeitung
von Fischen anfallender Abfall; -adler, der: Raubvogel
(etwa von der Größe eines Bussards) mit schwärzlichem
Rücken und weißer Bauchseite, der an Seen. Flüssen u.
Meeresküsten lebt u. sich hauptsächlich von Fischen
ernährt; -ähnlich <Adj.; o. Steig.); -arm <AdJ.; nicht adv.):
keinen Reichtum an Fischen aufweisend (Ggs.: -wreich): -e
Gewässer; Mutig <Adj.; o. Steig.); -äuge, das [2: LÜ von
engl, fish-eyel: I. Auge eines Fisches: Ü dieser Mann hat
-n (kalte Augen). 2. fotografisches Objektiv mit extrem
weitem Bildwinkel u. entsprechend kurzer Brennweite, zu
1: -äugig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Augen, die
Fischaugen ähnlich sind; -band, das (Technik): Scharnier,
das bei Türen u. Fenstern verwendet wird; -bandwurm,
der: svw. TDibothriocephalus; -becken, das: Becken, in
dem Fische gelxalten od. gezüchtet werden; -behälter. der:
mit Wasser gefüllter Behälter, in dem gefangene Fische
aufhewalirt werden; -bein.das [f Bein (5)1 <o. PL): hornarti-
ge Substanz aus den Barten des Bartenwals, die früher bes.
zur Herstellung von Schirmgestellen u. Korsettstäben
verwendet wurde, dazu: -beinstab. der; -besatz. der: svw.
f Besatz (2 c): Angelvereine.... die die Pflege des Gewässers
und den F. aus der ... Vereinskasse bestreiten (FAZ 8.
7. 61.5); -bestand, der: Bestand an Fischen in einem
Gewässer; -besteck, das: Eßbesteck, mit dem Fisch gegessen wird;
-blase, die: 1. Schwimmblase der Fische. 2. (Archit.) einer
Fischblase (1) ähnliche Ornamentform bes. im spätgotischen
Maßwerk, häufig zu melxreren innerhalb eines Kreises
angeordnet; Schneuß. dazu: -Masenstil. der <o. PI.) (Archit.);
-bkit, das: Blut des Fisches: Ü F. in den Adern haben
(sehr kühl sein, keine Gemütsbewegungen zeigen); die ...
Offiziere, die kühle Augen und ein kaltes Hirn hatten,
die Unteroffiziere mit der Bierruhe und dem F. (Kirst.
08/15.610).dazu: -blutig<Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.):
(voneinem Menschen) kühl, ohne Temperament: Die meist
wortkargen Sowjet-Menschen ... waren den
temperamentvollen, kommunikationsfreudigen Arabern zu f. (Spiegel
42.1973.122); -braterei [-bra:t3'raj].die; -. -en: Gaststätte,
in der Fischgerichte angeboten werden; -bratküche, die:
svw. t ^braterei; -brötchen, das: mit Fisch belegtes
Brötchen; -brut. die: Brut von Fischen; -dampfer. der: Schiff,
das für den Hochseefischfang ausgerüstet ist; -darre, die
(Fischereiw.): 1. Gestell zum Trocknen von Fischen. 2.
Schiff, auf dem Fischmehl hergestellt wird; -dünger, der:
aus minderwertigen Fischen u. Abfällen von Fischen
hergestellter Dünger; -echse. die: svw. T Ichthyosaurus; -ei.
das: vgl. [Fischlrogen; -essen, das: vgl. -gericht; -ewer.
der (Fischereiw.): für die IKüstenjfischerei eingesetzter
Ewer: Nah den Ufern manövrierten ... breitbäuchige F.
(Bredel. Väter 297); -fabriksdiiff. das: zu einer Fangflotte
gehörendes Schiff, das den Fang auf hoher See bereits
verarbeitet; -fang* der <o. PL): das Fangen von Fischen: auf
F. gehen; vom F. leben, dazu: -fangflotte, die: svw. t
Fischereiflotte, -fanggebiet, das; -filet. das: 2Filet (b);
-fleisch, das; -flösse, die: verdeutlichend für t Flosse (1);
-futter, das; -gabel. die: Gabel, die zum Fischbesteck
gehört; -gang.der: Teileines Menüs, der aus einem
Fischgericht besteht; -«am. das: svw. T Fischernetz; -gericht. das:
Gericht, zu dem gekochter, gebackener o.a. zubereiteter
Fisch gehört; -genich. der: Geruch, der von Fisch u.
Fischwaren ausgeht; -geschäft. das: Einzelhandelsgeschäft, das bes.
frische Fische. Fischkonserven u.a. anbietet; -gift. das:
Gift, das in bestimmten Fischen enthalten ist u. beim Genuß
Fischvergiftung hervorrufen kann; -glas, das: Glasbehälter,
in dem Zierfische gehalten werden; -grat [-gra:t; spätmhd.
vischgrat = Fischgräte. TGratl (Textilind.): 1. das (meist
ohne Artikel); -s. -s: svw. t -grätenmuster. 2. der; -s. -s:
Gewebe in Fischgrätenmuster: ein grauer F.; F. ist die
große Modeüberraschung. Mit zauberhaften Farben ...
ist er die echte Konkurrenz für die bunten Tweeds (Petra
8. 1967.46). dazu: -gratbindung, die (Weberei): bestimmte
Bindung eines Gewebes, die ein fischgrätenälinliches Muster
ergibt; -gräte, die: 1. (Zool.) knöcherner, häufig gegabelter
Faden oder dünner Stab im Muskelfleisch vieler
Knochenfische. 2. (ugs.) Rippe eines Knochenfischs. dazu:
-grätenähnlich <Adj.; o. Steig.): wie Fischgräten (2) aussehend,
-grätenmuster, das (Textilind.): Musterung eines Gewebes mit
Fischgratbindung, -grätenstich, der: Stickstich, der ein
fischgrätenähnliches Muster ergibt; -grätmuster. das: svw.
t -grätenmuster: Ü Tiere, wie wir nie welche gesehen hatten,
gescheckt und kariert und mit F. (Lynen. Kentaurenfährte
243); -gründe <PI.) (Fischereiw.): Gewässer, das sich durch
besonderen Fischreichtutn auszeichnet u. ein bevorzugtes
Gebiet für den Fischfang ist; -guano, der: svw. t-dünger;
54 GDW
849
fischein
Handel, der; -händler, der; -handhing, die: svw. t-ge-
schäft; -kalter, der (bayr.. österr.. Schweiz.): svw. t -.behäl-
ter; vgl. Kalter; -kästen, der: svw. t ^behalten -köder.
der; -kombinat. das (DDR): Großbetrieb der Hochsee-
fi scheret wirtschaft: ^konserve, die; -künde, die <o.
PI.) svw. t Ichthyologie: er studiert F.; -kundler
[-kontle]. der: svw. t Ichthyologe; -kutter. der (Fische-
reiw.): in der Küsten- u. Hochseefischerei eingesetzter
Kutter: -laden, der: svw. Kgeschäft; -laich, der (Zool.);
-leder, das: von der Lederwarenitidustrie verarbeitete
Häute bes. von Rochen u. Haien: -leim, der: aus
eiweißhaltigen Fischabfällen hergestellter Leim, der als Klebstoff für
Papier u. Gewebe sowie als Kitt verwendet wird: ^leiter. die:
vgl. ^paß; -lokal, das: vgl. ^restaurant; -hipe. die (Fische-
reiw.): Echolot, mit dessen Hilfe Fischschwärme ermittelt
werden: -markt, der: Markt, auf dem Fische verkauft
werden: -maul, das; -mehl, das: Futtermittel aus getnKkneten
u. zerma/ilenen Fischabfällen, bes. zur Fütterung von
Schweinen u. Geflügel: -messer, das: Messer, das zum
Fischbesteck gehört: -milch,die (Zool.): milchähnlich aussehende
Samenflüssigkeit von Fischen: -netz, das: svw. t
Fischernetz; -otter, der: am Wasser u. bes. von Fischen lebendes,
mit Schwimmhäuten ausgestattetes Säugetier mit braunem
Fell, abgeflachtem Kopf u. langem, muskulösem Schwanz:
-paß, der: Vorrichtung an Wehren o.a.. die Fischen bei
der Wanderung ermöglicht, ein sonst unüberwindliches
Hindernis zu passieren: -reich <Adj.; nicht adv.): (von einem
Gewässer) einen großen Reichtum an Fischen aufweisend
(Ggs.: ^arm). dazu: -reich hm, der <o. PI.); -reiher, der:
großer, langbeiniger, an Gewässern lebender Vogel mit teils
grauem, teils weißem Gefieder u. langem, gelbem Schnabel;
-restaurant, das: Restaurant, in dem es vorwiegend
Fischgerichte gibt; -reuse, die (Fischereiw.): sackartiges Netz, mit
dem bestimmte Fischarten gefangen werden; -rogen, der
(Zool.): die Eier des Fiscfis; -schuppe, die: kleines, rundes
Knochenplättchen auf der Haut der meisten Fische;
-schuppenkrankheit, die: svw. TIchthyose; -schwänz,
der; -schwärm, der: große Anzaßil zusammen
schwimmender Fische; -Stäbchen, das (meist PI.) (Gastr.): .
gebratenes/ kleines, rechteckiges Stück Fisclifleisch; -sterben,
das; -s: Massensterben von Fischen in verschmutzten
Gewässern; -suppe, die (Gastr.): aus Fisclifleisch zubereitete
Suppe; -teich, der: Teich, in dem Fische zu gewerblichen
Zwecken, gehalten werden; -trän, der; -treppe, die: vgl.
-paß; -unkraut, das (o. PI.) (Fischereiw): wirtschaftlich
müiderwertige Fischarten; -verarbeitend <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): die -e Industrie; ^Verarbeitungsschiff, das: svw.
Kfabrikschiff; -Vergiftung, die: Vergiftung durch den
Genuß von verdorbenem od. giftigem Fisch; -waid [-vait; mhd.
weide = Jagd, Fischfang, t^Veide]. die; - (Fischereiw.):
Ausübung der Fischerei mit planmäßiger Hege des
Fischbestandes; -Wanderung, die (Zool.): das Wandern von
Fischen, bes. zum Aufsuchen der Laichplätze; -wasser, das
(Fischereiw.): Gewässer mit einem bestimmten
Fischbestand; -weg, der. 1. vgl. -paß. 2. (Zool.) je nach Art
verschiedener Weg. den Fische auf ihren Wanderungen
einhalten; ^wehr, das: vgl. -zäun; -weib, das: I. <o. PI.)
weibliche Sagengestalt, deren untere Körperhälfte als
Fischschwanz ausgebt Uet ist. 2. (veraltend) Marktfrau, die Fische
verkauft; -werker, der: jmd.. der in der fischverarbeitenden
Industrie tätig ist (Berufsbez.); -wilderei, die: Fischen ohne
Angelschein, unerlaubtes Fischen: sie werden sich ... wegen
F. zu verantworten haben (MM 6. 10. 75. 16); -wirt,
der: jmd., der auf die Haltung u. Zucht von Fischen u.
auf die Fischerei spezialisiert ist (Berufsbez.); -Wirtschaft,
die: Wirtschaftszweig, der den Fang u. die Verarbeitung
von Fischen betreibt; -zäun, der: in Küstengebieten [mit
Ebbe u. Flut/ benutzte Vorrichtung zum Fischfang; -zucht,
die: planmäßige Aufzucht von Fischen unter wirtschaftlichem
Aspekt, dazu: -Züchter, der; -zug, der: 1. (Fischereiw.)
das Ausbrimen u. Einholen eines Zug- od. Schleppnetzes.
2. Unternehmung, von der man sich reiche Ausbeute erhofft
od. die einem reiche Ausbeute an etw. bringt: er hatte einen
großen F. geplant.
rischein [fijjn] <sw. V.; hat) [zu f Fisch] (bes. österr.): nach
Fisch riechen: hier fischelt es abscheulich; fischen [Tun)
<sw. V.; hat) [mhd. vischen, ahd. fiseön]: l.a) mit einem
Fanggerät berufsmäßige Fische zui fangen sucheni: in
diesem Bach kann man [Forellen] f.; (Jargon:) auf Kabeljau
f.; mit der Angel, mit der Reuse f.: er geht f. (geht auf
Fisc/ifangi: ein herzensguter Kerl, der nicht um der Fische
willen fischte, sondern um zu träumen (Frisch. Stiller 82);
b) mit Netzen, durch Tauchen o.a. vom Meeresboden
herauf-, aus dem Wasser herausholen: Perlen. Austern f.;
U Die KafTeehäuser sind ... gebaut für Angler, die ihre
Haken auswerfen. Menschen zu f. (Bamm. Weltlaterne
45). 2. (ugs.) a) mülisam, vorsichtig aus etw. herausholen,
-kramen, -ziehen: Zweimal wurden Leichen aus dem
Aktienteich gefischt (Grass, Hundejahre 312); [sich] ein Stück
Zucker [aus der Dose] f.; Folglich fischte ich mir (ergriff
ich) mein Malzeug und fläzte mich hinter meine Laube
(Plenzdorf, Leiden 47); ü die Polizei hatte den Gesuchten
schnell aus der Menge gefischt (ihn entdeckt u.
festgenommen); b) in einem Behältnis nach etw. suchen, kramen:
sie fischte in ihrer Tasche nach dem Hausschlüssel; Fjscher,
der; -s, - [mhd. vischaere, ahd. fiseäri]: a) jmd., dessen Beruf
der Fisclifang ist: Die Einwohner, kleine
Handwerker. Händler und Fischer, fuhren ein friedliches und
arbeitsames Leben (Jens. Mann 102); b) (ugs.) svw. t Angler.
Fjscher-: -barke, die (geh.); -boot, das; -dorf, das: Sanary-
sur-mer ... ist ein malerisches F. (K. Mann, Wendepunkt
286); -frau, (auch:) Fischersfrau, die: Frau des Fischers;
-hafen, der; -haus* das; -hütte, die; -kahn, der; -kate,
die; -nachen, der (geh.); -«est, das (abwertend): kleines
Fischerdorf: ein trübseliges, düsteres F. in karger
Steinlandschaft (Mostar. Unschuldig 84); -netz, das: Netz, das die
Fischer zum Fischfang verwenden; -ring, der (kath. Rel.):
Siegelring des Papstes, der das Bild des Petrus mit
Fischernetz u. den Namen des jeweiligen Papstes trägt; -stechen.
das; -s, - <Pl. selten): in manchen Gegenden noch lebendiger
Brauch der Fischer, bei dem diese versuchen, in leichten
Booten stehend, sich gegenseitig mit langen Stangen ins
Wasser zu sto/ien.
Fischerei [fiJVrai]. die; - [mhd. vischerie]: der gewerbsmäßig
betriebene Fang von Fischen u. arideren nutzbaren
Wassertieren: von der F. leben.
Fischerei-: ^Fahrzeug, das: Schiff od. Boot, das zur Fischerei
gebraucht wird; -flotte, die: Gesamtheit der Fangboote eines
Landes, Ortes od. Gebietes; ^frevel, der: Verstoß gegen
ein Fischereigesetz; -gerät, das: Gerät zum Fischfang;
^Besetz, das: vgl. ^recht (2); -gewisser, das: Gewässer, in
dem Fischerei betrieben wird; -grenze, die (Völkerr.): im
Meer verlaufende Grenze, die das Küstewneer, in dem die
Fischerei den Staatsangehörigen des Ufer Staat es vorbehalten
ist. gegen die holte See abgrenzt: -hafen, der: Hafen, von
dem aus die Fischerei in einem bestimmten Gebiet betrieben
wird; -recht, das: 1. das Recht, die Fischerei in einem
bestimmten Gebiet auszuüben. 2. <o. PI. > die Fischerei
betreffende Rechtsvorschriften; -schiff, das; -schutzboot, das:
Schiff, das Fischereischiffe bei ihrer Arbeit unterstützt;
^Wesen, das <o. PI.): alles, was mit dem gewerbsmäßigen
Fischfang lusammenixängt, einschl. Organisation u. Verwaltung.
Fjscheriiu die; -. -nen: selten für T Fischerfrau; Fjschersfrau,
die; -. -en: tFischerfrau; Fjschersmaim, der; -[e]s, ...leute
(veraltet): svw. t Fischer; fjschhaft <Adj.; o. Steig.):
fischartig, wie ein Fisch: Die kugligen, etwas -en Augen des
Reisemarschalls traten ... aus ihren Höhlen (Werfel.
Himmel 213); fischig [fiju;] <Adj.) [mhd. fischec]: 1.
unangenehm nach Fisch riechend od. schmeckend: Es roch nach
... dem -en Geruch des Flusses, aus dem die Weißfische
... manchmal blinkend hervorschnellten (Schröder.
Wanderer 104). 2, an die glasigen Augen eines Fisches erinnernd:
Die Augen waren merkwürdig f. und erloschen, aber der
Mund war ungeheuer lebendig (Martin. Henker 38); Fi-
schung [fijbo]. die; - (seem.): 1. mittlere Decksplanke,
in deren sügeförmige Ausschnitte die gekrünunten
Decksplanken münden. 2. rutuler, verstärkter Durchbruch durch
das Deck für den Mast, für Pumpen o. ä.
Fjs-Dur [auch: '-'-]. das; -: Tonart; Zeichen: Fis (t'fis.
'Fis); <Zus.:> Fjs-Dur-Etüde, die.
Fisettholz [fizEt-j. das; -es [H. u.J: das einen gelben Farbstoff
enthaltende Holz des Perückenstrauchs.
Fisimatenten [fizimatEntn] <PI.) [H. u.; viell. (unter Einfluß
von mhd. visament = Zierat) < mlat. visae patentes
(literae) = ordnungsgemäß erworbenes, geprüftes
(Dokument); später in spöttischer Anspielung auf das
Bürokratische = überflüssige Schwierigkeit] (ugs.): Versuche, einer
unangenehmen Sache auszuweichen, das Eintreten von etw..
das Beginnen von od. mit etw. hinauszuzögern; Ausflüchte.
Winkelzüge: das sind alles nur F.; [mach] keine F.!
850
fix
Fiskal [fiska:!], der; -s, -e [zu lat. fiscälis = die Staatskasse
betreffend, t fiskalisch) (hist.): Amtsträger, der vor
Gerichten die (Vermögenswerten) Rechte des Kaisers od. eines
Landesherrn zu vertreten hatte; fiskalisch [fis'ka:lij] <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.) [lat. fiscälis]: den Staat als Verwalter
des Staatsvermögens betreffend: Die Frage der
Verschuldung darf man nicht nur ... f. sehen (Bundestag 188.
1968. 10172); Fiskus [fiskus], der; -. ...ken u. -se <P1.
selten) [lat. fiscus. eigtl. = (Geld)korbl: der Staat als
Eigentümer des Staatsvermögens; Staatskasse: der F. als
Empfänger der Steuern; 2.88 Prozent der bisher auf den
Arbeitgebern lastenden Sozialabgaben werden vom F.
übernommen (Welt 21. 11. 64. 9).
fjs-Moll [auch:'-'-]. das; -: Tonart; Zeichen: fis (t ■fis. 'Fis);
<Zus.:> fjs-Moll-Etüde, die.
Fisole [fi'zo.b], die; -. -n [mhd. visöl. phasöl < lat. phaseolus
< griech. phaseolos] (österr.): Frucht der grünen
Gartenbohne.
fispelig [fispolic] <Adj.) (landsch.): unruhig, nervös* zappelig:
ein -es Kind; lispeln ['fispln] <sw. V.; hat) [eigtl. = kleine,
schnelle Bewegungen machen; wohl lautm.] (landsch.):
unruhig, aufgeregt sein, unruhig umherlaufen.
fispern [fispcn] <sw. V.; hat) [eigtl. = ein zischendes
Geräusch machen; wohl lautm.] (veraltet, noch landsch.):
svw. twispern.
fisselig [fisalu;] <Adj.) (landsch.): a) dünn, fein: bei -em
Regen (Johnson. Ansichten 109); Das Haar der Frau ...
war so f.. die Kämme konnten es nicht festhalten (Johnson.
Ansichten 217); b) fein u. empfindlich in der Handhabung:
eine -e Arbeit; Das -e Einstellen auf eine Startmarke ...
entfällt also (Fotomagazin 8. 1968. 76); Asseln [Tisjn] <sw.
V.; hat; unpers.) [niederd. fi(e)sseln; wohl lautm.]
(landsch.): längere Zeit hindurch dünn, fein regnen ixt.
schneien; nieseln: es fisselt; <Zus.:> Fjsselreaen, der.
fissil [fi'si:!] <Adj.) [lat. fissilis. zu findere = spalten]
(Fachspr.): spaltbar; Ftssilität [fisili'te:!]. die; - (Fachspr.):
Spaltbarkeit; 'Fission [fisio:n]. die; -, -en [lat. fissio =
das Spalten, Zerteilen] (Biol.): Teilung einzelliger
pflanzlichem, tierischer Organismen in zwei gleiche Teile; Mission
[-]. die; -. -en [engl, (nuclear) fission < lat. fissio = das
Spalten] (Kernphysik): Atotnkernspaltung; Fissur [ff su:&].
die; -. -en [lat. fissüra = Spalte. Ritze] (Med): I. Riß.
Schrunde, bes. der unelastisch gewordenen Haut od.
Schleimhaut. 2. Knochetiriß.
Fist [fist]. der; -[eis. -e [mhd. vist] (landsch. derb): abgehende
Blähung; fisten l'fistn] <sw. V.; hat) [mhd. visten] (landsch.
derb): eine Blähung abgehen lassen.
Fistel [fistl]. die; -. -n [1: mhd. fistel. ahd. fistul < lat.
fistula = röhrenförmiges Geschwür; 2: lat. fistula =
Röhre; (helltönende) Rohrpfeife]: 1. (Med.) in einem
krankhaften Prozeß entstandener od. operativ hergestellter
röhrenförmiger Kanal, der ein Organ mit der Körperoberfläche od.
mit einem anderen Organ verbindet. 2. kurz für t
Fistelstimme; <Abl. zu 2:) fistelig [Tistdli^] <AdJ.): (von der
Sprechstimme) wiangetiehm hoch klingend: Seine sanfte, helle
Stimme wird ... im Eifer spitz und f. (MM 15. 9. 73,
57); fisteln [fistln] <sw. V.; hat): mit Fistelstimme sprechen;
<Zus.:) Fistelstimme, die; -, -n: 1. (Musik) die männliche
Kopfstimme ohne Brustresonanz: mit F. singen; vgl. Falsett.
2. unangenehm hohe, kraftlose Sprechstimme bei Männern:
während Gorki ... mit mühsam pfeifendem
Fistelstimmchen patriarchalische Platitüden von sich gab (K. Mann,
Wendepunkt 295); Fistula [fistula], die; -. ...ae [...le; t
Fistel]: 1. Hirten-. Panflöte. 2. Orgelpfeife. 3. svw. t Fistel (1).
fit [fit] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [engl.-amerik. fit, H.
u.]: in guter körperlicher Verfassung, leistungsfällig,
sportlich durchtrainiert: f. sein, bleiben; jmdn. f. machen; er
hält sich f. durch tägliches körperliches Training.
Fitis ffitisl. der; - u. -ses. -se [lautm.]: kleiner, auf der
Oberseite graugrüner, auf der Unterseite gelblichweißer, zu
den Laubsängern gehörender Singvogel.
Fitness, (eingedeutscht:) Fitneß [fitnes], die; - [engl.-amerik.
fitness, Tfit]: gute körperliche Verfassung.
Leistungsfähigkeit ' auf Grund eines planmäßigen sportlichen Trainings/:
sich durch Ausgleichssport seine F. erhalten; Aus dem
Wasser klangen die Schnaufer der Schwimmer, die sich
abmühten. Fett zu verlieren und F. zu gewinnen (Zwerenz.
Quadriga 57).
Fjtness-, Fjtneß-: ^center. das: Einrichtung, die die
Möglichkeit bietet, an bes. für diesen Zweck bestimmten Geräten
seine körperliche Leistungsfälligkeit zu verbessern od. auf
einem guten Stand zu halten; ^rauin, der; ^test, der: Test,
durch denjmds. Fitness ermittelt wird: sich einem F.
unterziehen; ^training, das: sportliches Training zur Erhaltung
od. Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit;
-Zentrum, das: vgl. -center: Fitneßzentrum und Sauna stehen
kurz vor der Eröffnung (Spiegel 17. 1976. 204).
Fitscheffitjal.die; -. -n [H. u.] (landsch.): svw. tFischband.
fitten ['fitn] <sw. V.; hat) [engl, to fit = passend machen]:
1. (Technik) anpassen. 2. (Schiffsbau) einen Kiel auf
Unebenheiten hin abtasten.
Fittich ['fit 19]. der; -[e]s. -e [mhd. vitich. vetach. ahd. fettäh.
feddäh] (dichter.): Flügel. Schwinge: die -e des Adlers;
der... Urvogel mit Schweif und bekrallten -en (Th. Mann.
Krull 349); ü Der Koch ... fühlt sich ... unter den
allumfassenden, schwarzsamtenen -en seines Herrn und Hirten
wohl (Hildesheimer. Legenden 139); *jmdn. unter seine
-e nehmen (ugs. scherzh.; sich in einem bestimmten Einzelfall
od. für eine längere Zeit jmds. annehmen, sich um ihn
kümmern, ihn betreuen, ihm helfen o.a.).
Fitting [Titml. das; -s. -s <meist PI.) [engl, fitting. eigtl.
= das Anpassen] (Technik): bei der Installation von
bestimmten Rohrleitungen verwendetes Verbindungsstück mit
Gewinde.
Fitz [frts], der; -es [mhd. vitz. tFitze] (landsch.): 1. etw..
was sich zu einem unentwirrbaren Knäuel aus Fäden od.
Fadenartigem verwirrt hat: die Wolle, das Haar hat sich
zu einem einzigen F. verwirrt. 2. Aufregung. Ärger. Mühe:
sie hatte ihren F.. mit der Arbeit fertig zu werden; Fjtzboh-
ne,die [zu Tfitzen (2)] (landsch.. bes. rhein.): Schneidebohne
(die mit einem besonderen Messer in kleine Streifen
geschnitten wird); Fjtzchen, das; -s, - (landsch.): kleines, kaum
noch brauchbares od. verwertbares Stück. Endchen von etw.:
mit diesem F. Garn. Stoff kannst du nichts mehr anfangen;
Fitze [fitsa], die; -, -n [mhd. vitz. vitze. ahd. fizza =
eine beim Haspeln abgeteilte u. für sich verbundene Anzahl
Fäden] (landsch.): 1. abgeteilter Strang von Garn fäden;
Dixke (1). 2. geflochtene Rute; Fjtzel ['fit$l]. der od. das;
-s.-(landsch.): svw. t Fitzchen: Hier noch einen F.( = Brot)
abschneiden, da einen hinzutun (Kempowski. Uns 63);
Fjtzelband. das <PI. -bänder): svw. t Fitzfaden; Fjtzelchen,
das; -s. - (ugs.): svw. f Fitzchen: bloße blanke Knochen,
ohne ein F. Fleisch (Fallada. Mann 48); fitzen [Titsn]
<sw. V.; hat) [zu tFitz] (landsch.): I. sich verwirren: das
Gam. das Haar hat gefitzt; Stanislaus fitzte sich durch
ein Gedränge von Fabrikhallen und Häusern (fand sich
durch; Strittmatter, Wundertäter 179). 2. zerfetzen,
zerkleinern, zerschnippeln: Bohnen f. 3. beim Arbeiten nervös,
aufgeregt sein; hastig, unüberlegt hantieren: du brauchst
doch nicht so zu f.!; Fjtzfaden, der; -s. ...fäden: Faden,
der die Fitze (1) zusammenhält.
Fhimara [Qu'ma:ra], Fiumare [...ra], die; -, ...rein] [ital. fiu-
mara, eigtl. = Sturzbach, zu fiume < lat. flümen =
Fluß] (Geogr.): Flußlauf, der im regenlosen Sommer kaum
od. kein Wasser fütirt.
Five o'clodt [T^jva'kbk], der, - -, - -s: kurz für tFive
o'clock tea; Five o'clock tea [...'ti:], der; ---,-- -s [engl,
five-o'clock (tea)] (bildungsspr.): Fünfuhrtee.
Fives [faivz]. das; - [engl, fives, eigtl. PI. von five = fünfl:
englisches Ballspiel, bei dem der gegen eine Wand geworfene
Ball vom Gegner aufgefangen werden muß.
fix [fiks; I, 1: lat. fixus = angeheftet, befestigt, fest; 2:
aus fix (1), eigtl. = fest, verläßlich, geschickt; 3: eigtl.
= geübt, geschickt; II: verkürzt aus tKruzifixus]: I. <Adj.;
-er. -este) 1. <o. Steig.) a) <nicht adv.) auf eine
gleichbleibende feste Summe o. ä. festgelegt: -e Kosten; ein -es Gehalt;
diese Preise sind f.; b) (österr.) ständig, dauernd: sein Debüt
als -es Volkstheatermitglied (Express 4. 10. 68. 7); Bin
24 Jahre und f. angestellt (Vorarlberger Nachr. 23. 11.
68.29); c) (veraltend) feststehend, unveränderlich, konstant:
ein -er Punkt; daß die Röte, die ihm ... in die ... Wangen
gestiegen war .... f. darin stand (Th. Mann, Zauberberg
60). 2. (ugs.) a) <nicht attr.) schnell, olme Verzögerung:
das geht ganz f.; mach f.!; geht's nicht ein bißchen -er?;
b) flink; wetidig; agil; rasch in seiner Reaktionsfähigkeit:
er ist ein -er Bursche; sie ist. arbeitet sehr f. 3. *f. und
fertig <meist nur präd.) (ugs. nachdrückl.): 1. mit einer
Arbeit o. ä. ganz fertig, zum vollständigen Abschluß gelangt;
fertig vorbereitet; nach zwei Stunden waren sie f. u. fertig
mit Packen; f. u. fertig angezogen sein; <selten attr.:) Alles,
54*
851
Fix
was Sie tun müssen, ist. die fix und fertige
Gutschein-Postkarte ... mit Ihrer Adresse zu versehen [aus einem
Werbeprospekt 19701. 2. völlig erschöpft: der Umzug hat sie f.
und fertig gemacht: U die Firma ist pleite, und er ist
f. und fertig / ist ruiniert]): * nicht [ganz] f. sein (landsch.
abwertend; nicht ganz/ bei Verstand sein). II. <Interj.)
(österr.) verflucht!; Fix [-], der; -[es], -e [zu t fixen (2)]
(Jargon): Einspritzung einer Droge.
f|x-, F|x-: -angestellte, der u. die (österr.): Festangestellte;
-besoldet <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Schweiz, veraltet):
svw. f festbesoldet; -fertig <Adj.; o. Steig.) (Schweiz.): svw.
fix und fertig (tfix 3. Bed. 1); -Teuer, das (südwestd.):
Streichholz; -geschäft, das (Wirtsch.): Kaufvertrag, bei dem
die vereinbarte Leistung zu einem genau festgelegten
Zeitpunkt erbracht werden muß; ^kosten <P1.) (Kauf-
mannsspr.): fixe Kosten; -punkt, der: fester Bezugspunkt
für eine Messung, Beobachtung o. ä.; Ägypten hatte ... keine
in unserem Sinne von historischem F. ausgehende feste
Zeitrechnung (Ceram, Götter 136); -stern, der [lat. fixa
Stella, tfix (I. 1 )1 (Astron.): selbst leuchtender
Himmelskörper, der von den Astronomen des Altertums falsch lieh als
feststehend betrachtet wurde (Ggs.: t Planet); -zeit, die:
(bei gleitender Arbeitszeit) die Zeitspanne im Verlauf eines
Arbeitstages, während deren die Arbeitnehmer anwesetul
sein müssen (im Ggs. zur tGleitzeit).
Fjxa: PI. von t Fixum; Fixage [fi'ksaisa]. die; -. -n [frz.
fixage. zu fixe, t Fixateur] (Fot.): fototechnisches Verfaiiren,
bei dem das entwickelte Bild mit Hilfe von Chemikalien
lichtbeständig gemacht wird; Fixateur [fiksa'to:?]. den -s,
-e [frz. fixateur. zu: fixe = fest, beständig < lat. fixus,
tfix (I. 1)1 (Technik): I. Stoff, der die Fälligkeit hat, dem
Duft von Parfüms erhöhte Beständigkeit zu verleihen; <
gibts vom Tier -Ambra oder Moschus zum Beispiel-,
aber auch aus der Retorte (Petra 10.1966.122). 2.
Zerstäuber, mit dem ein Fixativ aufgetragen wird; Fixation [fiksa-
tßio:n], die; -. -en [frz. fixation. zu fixe. t Fixateur]: I.
(veraltet) Festigung. 2. (Psych.) emotionale Bindung an jmdn.,
anetw. (vgl. fixieren 3); Fixativ [fiksa'ti.fl. das; -s. -e [...i:va;
frz. fixatif, zu: fixe, f Fixateur] (Fachspr.): Mittel, das in
verschiedenen Bereichen zum Festigen u. Härten verwendet
wird; Blei-. Kohle- u. Kreidezeichnungen werden nach
Besprühen mit einem F. wischfest; Fixator [fi'ksa:tor. auch:
...to:g], der; -s, -en [,..ksa'to:rDn; latinis.]: svw. t Fixateur
(1); Fixe [fiksa], die; -. -n [zu t fixen (2)1 (Jargon): Spritze,
mit der eine Droge injiziert wird; fjxen <sw. V.; hat> [1:
engl.-amerik. to fix, eigtl. = festmachen, (einen Termin)
festsetzen, zu (a)frz. fixe, t Fixateur; 2: engl.-amerik. to
fix]: 1. (Börsenw.) ein Spekulationsgeschäft vornehmen in
der Weise, daß man Papiere verkauft, die man noch nicht
besitzt, von denen man aber hofft, sie vor dem Termin
der Vertragserfüllung billiger, als man sie verkauft hat,
zu bekommen. 2. (Jargon) Drogen ein spritzen; Ich kenne
einen ... Fall, in dem einer sechs Jahre lang fixte (MM
13. 3. 71. 6); <Abl.:> Fjxer, der; -s. -: 1. (Börsenw.)
Spekulant, der auf eine erwartete Baisse hin Geschäfte tätigt.
2. (Jargon) Drogenabhängiger, der sich ein Rauschgift
einspritzt; die Quote der Fixer wurde gesenkt.
Fixkr-: -bad, das: Lösung für das Fixieren (5 a) von
fotografischem Material; U Dieses Auf und Ab ihres Zuhörens
bildete gewissermaßen ein F. (Werfet, Himmel 9); -mittel.
das: vgl. Fixativ; -natron, das. -salz, das (Fol.): für das
Fixieren (5 a) von fotografischem Material verwendetes Salz.
fixierbar [frksi^ba.s) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: sich
fixieren (1 b) lassend (häufig verneint): Aber das Motiv der
Verfälschung ist nicht ein -es Interesse der ideologisch
befangenen Subjekte (Fraenkel. Staat 138); fixieren
[fi'ksi:ren] <sw. V.; hat) [zu lat. fixus. tfix (I. 1); 4: unter
Einfluß von frz. fixer < mlat. fixäre. eigtl. = festmachen]:
1. (bildungsspr.) a) schriftlich niederlegen, in Wort od. Bild
dokumentarisch festhalten; Beschlüsse schriftlich, in einem
Protokoll f.; b) schriftlich! festlegen, formulieren;
verbindlich bestimmen; ein Recht vertraglich f.; einen
provisorischen Rechtsstatus ... neu zu f. (Dönhoff. Ära 46); der
Termin ... ist ... auf den 4. Februar fixiert worden (Welt
16. 1. 65, 1). 2.a) (landsch., z.T. fachspr.) an einer Stelle
befestigen, festmachen, -heften; den Aushang mit Tesafilm
am Schwarzen Brett f.; den Pickel durch die Schlinge
stecken und das Seil f. (Eidenschink. Fels 31); einen
Knochenbruch f. (Med.: durch einen Gipsverband o. ä.
ruhigstellen); b) (Gewichtheben) das Gewicht mit gestreckten Armen
über dem Kopf halten u. damit die Beherrschung des Gewichts
demonstrieren; er konnte das Gewicht nicht f.; c) (Ringen)
den Gegner so festhallen, daß er sich nicht befreien kann;
er konnte seinen Gegner auf den Schultern f. 3. <f. +
sich) (Psych.. Verhaltensf.) sich emotional an jmdn., etw.
binden in einer Weise, die die Überwindung einer
bestimmten frühkindlichen Entwicklungsstufe nicht mehr zuläßt ;
Die ... Verhaltensweise fixiert sich ... in einem ganz
bestimmten Entwicklungsstadium des Jungvogels an ein
Objekt seiner Umgebung (Lorenz, Verhalten I. 270); an/auf
jmdn., etw. fixiert sein, bleiben. 4.a) die Augen fest auf
ein Objekt richten, heften um es genau zu erkennen 1; einen
festen Punkt in der Ferne mit den Augen f.; b) in für
den Betroffenen unangenehmer, irritierender Weise mit
starrem Blick unverwandt ansehen, anstarren, mustern; Hinrich-
sen ... fixierte sein Opfer mit dem stumpfen Blick einer
Riesenschlange (Kirst, 08/15, 201). 5.a) (Fot.)
(fotografisches Material) im Fixierbad lichtbeständig machen; der
Film wird entwickelt, gewässert u. fixiert; b) (Fachspr.)
etw. mit einem Fixativ behandeln, um es unempfindlich,
bes. um es wisclxfest zu machen; eine Kohle-,
Kreidezeichnung f.; c) (Fachspr.) (pflanzlicheod. organische
Gewebeteile) zum Zwecke mikroskopischer Untersuchung o.a. mit
geeigneten Stoffen haltbar machen; Zunächst wird das
herausgenommene Gewebe fixiert, d. h., die nach dem Tode
einsetzenden Prozesse der Selbstauflösung ... werden
verhindert (Medizin II. 67); <Abl.:> Fixknmg. die; -, -en;
Fixigkeit ffiksufkajt], die; - (ugs.): Behendigkeit.
Schnelligkeit, das Fixsein (2*b): bei seiner F. wird die Arbeit schnell
geschafft sein; hat er... in aller F. und Stille eine
Verwandlung an sich vorgenommen (Chr. Wolf. Himmel 151);
Fixing [TiksiDl. das; -s, -s [engl, fixing, zu: to fixe =
festmachen, bestimmen] (Börsenw.): die an der Börse (dreimal
täglich) erfolgende Feststellung der Devisettkurse; Er ( =
der Dollar) stand zum F. auf 2.825 DM (MM 19./20.
1. 74, 7); Fixismus [fi'ksismusl. der; - (Geol.):
wissenschaftliche Theorie, die besagt, daß die Erdkruste als Ganzes
od. in ihren Teilen fest mit ihrem Untergrutid verbunden
ist (Ggs.: Mobilismus); Fixlaudon [fiks'kuKbn] (Interj.)
(nach dem Feldherrn Laudon] (österr.): verflucht!; Ja, F.,
was erwartest denn diesesmal eigentlich so besonders?
(Kraus. Tage II. 131): Fixum [fiksoml. das; -s. Fixa [zu
tfix (I. 1)1: festes Entgelt für eine berufliche Tätigkeit,
zu dem im allgemeinen noch eine zusätzliche Summe aus
Einzelleistungen, z.B. Provision, hinzukommt; er hat nur
ein bescheidenes F.
Fizz Ifisj. der; -[es], (Sorten:) -e [engl, fizz, zu: to fizz =
zischen, sprühen]: Mixgetränk aus Alkohol, Fruchtsaft, Ei
und Sekt o.a.; zwei F. bestellen.
Füll [Qel]. der; -s. -s [schwed. Qäll = Felsen, Berg]: baumlose
Hochfläche oberhalb der Waldgrenze in Skandinavien.
FJärd [ßertl. der; -[e]s. -e [schwed. Oärd]: tief ins Landinnere
hineinreichender Meeresarm an der schwedischen u.
finnischen Küste. Vgl. Fjord.
FJeM [fleltl. der; -s. -s [dän. Oeld = Felsen. Berg] (veraltet):
svw. TFjäll; Ffell [flel]. der; -s. -s [norw. Qell = Felsen.
Berg]: svw. TFjäll.
Fjord [fort], der; -[e]s, -e [schwed., norw. Ijord]: an eitler
Steilküste! tief ins Landinnere hineinreichender,
langgestreckter Meeresarm; <Zus.:> Fjprdküste, die; Fj^rdpferd,
das: Vertreter einer in Norwegen gezüchteten Pferderasse
mit kurzem, dickem Hals u. gedrungenem Körper, meist
ockergelb mit schwarzen Beinen.
FKK [ef ka:'ka:] <o. Art.) [Abk. für Freikörperkultur]:
Nudismus; sich [nicht] für FKK begeistern.
FKK- (mit Bindestrich): -AnhÄnaer, der; -Gelände, das;
-Strand, der; -Urlaub, der; -Zeitschrift, die.
FKKIer [...a:le], der; -s. - [zu TFKK] (ugs.): Atihänger der
Freikörperkultur; an diesem Strandabschnitt tummeln sich
die F.
Fla [fla:]. die; -: Kurzwort für f Flugabwehr. Vgl. Fla-Panzer.
Fla-Rakete.
Flab [Aap], die; - (Schweiz.): Kurzwort für T Fliegerabwehr.
flach [fiax] <Adj.) [mhd. vlach, ahd. flah]: 1. ohne größere
Erhebung od. Vertiefung, in der Breite ausgedehnt, eben;
ein -es Gelände; ein -es Dach; auf der -en (geöffneten,
ausgestreckten) Hand; mit der -en Klinge (nicht mit der
Schneide) schlagen; sich f. hinlegen (sich ausgestreckt auf
einen ebenen Untergrund legen). 2. niedrig, ohne größere
Höhe; ein -es Gebäude; Schuhe mit -en Absätzen; eine
852
flachs-, Flachs-
-e (kaum gewölbte) Brust. 3. nicht tief: -e Teller; der Fluß
ist an dieser Stelle f. (seicht): f. atmen (nicht tief
durchatmen): Ü der Wein schmeckt f. (hat nicht viel Geschmack):
meine Stimme ... hatte ... in M. f. und dünn geklungen
(Kaschnitz, Wohin 18). 4. (abwertend) ohne gedankliche
Tiefe u. daher nichtssagend, unwesentlich: oberflächlich,
banal: eine -e Unterhaltung; er ist ein -er Mensch; Flach
[-1, das; -[e]s, -e (Seemannsspr.): nicht tiefe Stelle im Meer
od. Fluß: Untiefe (2).
-flach H.das; -[e]s. -e. -flächner [-fk^ns], der; -s, - in Zusb..
z. B. Achtflach, Achtflächner.
tych-, Ftych-: -baut der <PI. -bauten): ein- bis zweistöckiges
Bauwerk, dazu: -bauweise, die: Bebauung eines Gebiets
mit ein- bis zweistöckigen Häusern: -bett, das (Fachspr.):
mit Daunen gefüllte Zudecke, bei der das Inlett in
regelmäßigen Abständen zusammengenäht ist: -bogen, der (Archit.):
flach gewölbter Bogen, -brüstig <Adj.; Steig, ungebr.; nicht
adv.>: eine wenig gewölbte Brust besitzend: ein -es altes
Hutzelmännchen; -dach, das: Dach mit geringer Neigung:
ein Bungalow mit F.; -druck, der <P1. -e): 1. <o. PI.)
Druckverfahten. bei dem die druckenden Teile mit den nicht
druckenden in einer Ebene liegen. 2. ein im Flachdruck
verfallen hergestelltes Druckerzeugnis, dazu: -drucker, der:
für das Offsetverfahren ausgebildeter Drucker (Berufsbez.),
-druckverfahren, das: svw. f-druck (1); ^eisen. das: 1.
bandförmig gewalztes Eisen mit rechteckigem Querschnitt.
2. meißelähnliches Werkzeug zum Behauen von Steinen,
zur Holzbearbeitung o.a.: -fallen <st. V.; ist) (salopp):
(von einem erwarteten od. erhofften Ereignis o.a.) nicht
stattfinden, nicht eintreten: ausfallen: der Ausflug fällt flach;
Die ... putzen alles weg, was ich auftische, und gehen
noch kauend davon. Dankeschön fällt flach (Hörzu 23,
1971. 127); -feile, die: flache Feile (im Unterschied zu
einer runden od. dreieckigen Feile): -glas, das: plattenförmi-
ges Glas für Fensterscheiben u.a.: -hang, der: svw. tGleit-
hang; -köpf, der (abwertend): geistig wenig reger, dummer,
geistloser Mensch: Jahrelang diesen Flachköpfen
zuzuhören- das tut natürlich seine Wirkung (Böll, Haus
136); -köpfig [-kceofit;] <Adj.): nicht viel Geist besitzend:
geistlos: Einem -en Intellektuellen könnte Seydel dies nicht
erklären (Werfei, Himmel 221); -kopfnagel, der: Nagel
mit flachem Kopf: -kopfschraube, die: vgl. -kopfnagel;
-küste, die (Geogr.): allmählich abfallende Küste (Ggs.:
Steilküste); -land, das <o. PI.): ausgedehnte Landfläche
mit geringen Höhenunterschieden, dazu: -landbahn, die:
Bahn für den Eisschnellauf in einer Höhe unter 1000 m
Der 23jährige Münchener ..., der in der Qualifikation
mit 4:48,0 Minuten einen neuen Weltrekord für -en erzielt
hatte (MM 9. 9. 68. 13); -linder, der; -s. -: Bewohner
des Flachlandes: Wenn die F. die ersten Rosen bewundern,
blüht hier (= im Erzgebirge) der Flieder (Gast. Bretter
71); Lawinen: „Leichtsinnige F.44. die den Ausbruch aus
dem Suldental am Ortler riskiert haben, starben im Schnee
(Spiegel 19. 1975. 10); -landtiroler, der (ugs. scherzh.
abwertend): jmd.. der kein Gebirgsbewohner ist, aber wie ein
Gebirgsbewohner gekleidet ist u. sich auch entsprechend
zubenehmen versucht: -laufer,der (Leichtathletik): Läufer,
der auf Läufe olme Hürden od. Hindernisse spezialisiert
ist: biegen <sw. V.; hat) (salopp): 1. (sich + f.) sich
für kurze Zeit schlafen legen: sich nach dem Essen f.
2. unter Gewaltanwendung auf den Boden strecken,
hinlegen: -liegen <st. V.; hat. landsch. auch: ist) (salopp): krank
sein: wenn du nicht vorsichtig bist, liegst du bald wieder
flach; willst anfangen bei mir oder nicht? Letztes Angebot
... das hat doch keinen Zweck ... Drei Tage hinterm Steuer
und ich liege wieder flach (v. d. Grün. Glatteis 323); -mann,
der <P1. -männer): 1. (ugs. scherzh.) kleine, flache
: Schnaps lflasche, die man in die Tasche stecken kann:
Frau Korass... schenkt mir einen F. mit Sliwowitz (ADAC-
Motorwelt4,1975.118). 2. * einen F. bauen (salopp; sterben:
nach der Vorstellung, daß der Tote flach auf dem Boden
liegt); -meißel, der: Meißel mit breiter Schneide: -moor,
das (Geogr.): Moor, das durch Verlamlung entstanden ist:
-paß. der (Fußball): ein flach zugespielter Paß (3), dazu:
-paßspiel, das: -relief. das: svw. T Basrelief; -rennen, das
(Sport): Pferderennen od. Lauf auf ebener Botin ohne
Hindernisse: -schuß.der (Fußball): Schuß, dessen Bahn in niedriger
Höhe über dem Boden verläuft: -stahl, der: vgl. -eisen
(1); -strecke, die (Leichtathletik): Laufstrecke mit ebener
Bahn (thne Hürden od. Hindernisse: -wasser, das <o. PL):
flaches, seichtes Wasser: -Webstuhl, der: Webstuhl mit
waagrecht gespannter Kette: -wurzler [-vurtßlB], der; -s, - (Bot.):
Pflanze mit flach unter der Bodenoberfläche verlaufenden,
Seitenwurzeln (Ggs.: Tiefwurzler): die Fichte gehört zu
den -n; -zanae. die: Zange mit flachen Backen zum Biegen
von Draht. Blech o.a.: -ziegel. der: flacher Dachziegel
(z. B. Biberschwanz).
Flache [flaxal. die; -. -n (Schweiz.): ebene Strecke (z.B.
bei einem Radrennen); Fläche ['fle^l, die; -. -n [mhd.
vleche. zu T flach]: 1. nach Länge u. Breite flach ausgedehnter
Bereich: ebenes Gebiet: eine F. von 100 Quadratmetern.
2. glatte flache Außenseite, Oberfläche eines Körpers,
Gegenstands: eine glatte F.; ein Würfel hat sechs -n.
flachen-, Flächen-: -ausdehnung, die: Größe einer Fläche
in Längeu. Breite: -berechnung, die: mathematische Berech-
nung der Größe einer Fläche: -blitz, der: flacher, breiter
Blitz: -brand, der: über eine größere Fläche sich erstrecken-
der Brand: Ü Als der ... Kleinkrieg sich allmählich zu
einem F. ausweitete (MM 10.4. 75,2); -ertrag, der: Ertrag
auf einer bestimmten Ackerfläche (im allgemeinen auf einem
Hektar): die Aussaat hatte sich in diesem Jahr um einige
Wochen verzögert, und das könnte auch geringere
Flächenerträge erwarten lassen (Welt 19. 8. 65. 9); -gleich <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) (Math.): (von zwei od. mehreren
geometrischen Figuren) in der Größe der Fläche
übereinstimmend: die beiden Dreiecke sind f.; -inhalt, der (Math.):
den F. eines Rechtecks. Kreises berechnen; -maß, das
(Math.): Maßeinheit für die Berechnung der Größe einer
Fläche: Hektar. Morgen sind -e; -nutzung, die: Nutzung
einer größeren Fläche (einer Gemeinde o. ä.) für bestimmte
Zwecke, dazu: -nutzungsplan, der: von den Gemeinden zu
erstellender Plan, der die beabsichtigte Nutzung der Fläche
der Gemeinde veranschaulicht: im F. ist ein Flugplatz
ausgewiesen; -treu <Adj.; o. Steig.): (von Landkarten) eine
Fläche tnaßstabgetreu abbildend: -e Projektion (Kartographie;
Projektion, bei der alle abgebildeten Flächen gegenüber dem
Original im gleichen Maßstab verkleinert erscheinen):
-widmungsplan, der (österr.): svw. t-nutzungsplan; -Wirkung,
die: die F. einer Tapete.
fl$dienhaft <Adj.): 1. sich über eine Fläche erstreckend:
War die Gewalteinwirkung -er, so resultiert eine Blutunter-
laufung unter der Haut (Medizin II, 49). 2. nur sehr
allgemein u. olme deutliche Konturen dargestellt : wo eine
Wissenschaft ... diesen Schritt nicht tun kann, erscheint
sie ... leicht als unrealistisch und f. (Gehlen, Zeitalter
25); <Abl.:) Fl^dienhaftigkeit, die; -; Flachheit, die; -, -en:
1. <o. PI.) das Flachsein: die F. des Busens. 2. (abwertend)
a) <o. PI.) Geistlosigkeit, Gedankenarmut, geistige
Oberflächlichkeit: Die pathetische F. seines Geistes war mir
... noch nicht aufgegangen (Niekisch. Leben 24); b)
geistlose, oberflächliche Bemerkung, Äußerung: er gibt immer
nur -cn von sich; flächig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
1. eine breitere Fläche bildend, abgeflacht: ein -es Gesicht.
2. sich auf einer Fläche ausdehnend: -e Aufforstungen; Aber
es hat die Bilder aneinandergesetzt. f. aneinandergepappt
(Tucholsky, Werke II. 497); -flächner T-flach.
Flachs [flaks]. der; -es [ 1: mhd. vlahs. ahd. flahs. zu f flechten;
2: rückgeb. aus t flachsen]: 1. a) einjährige, blau- od.
weißblühende Pflanze mit bastreichen Stengeln u. ölhaltigen Samen:
F. anbauen; der F. blüht; b) Faser der Flachspflanze, die
gesponnen zu Leinen verarbeitet wird: F. spinnen, hecheln.
2, (ugs.) leichthin gemachte spaßige Äußerung mit der
man einen anderen neckt, aufzieht '. das war nur F.; [jetzt
mal) ganz ohne F. (im Ernst): bei dem blüht der F.
(er spaßt gern).
ftychs-, Flachs- (Flachs 1): -anbau, der <o. PI.); -bau, der
<o. PL); -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. f
himmelblau: strahlend und leicht segelten Juniwölkchen über das
-e ... Gewölbe der Tage (A. Zweig. Grischa 180); -blond
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): hellblond: -es Haar; -breche,
die: Gerät zum Zerbrechen der Flachsstengel: -darre, die:
Anlage zum Darren des Flachses: -ernte, die; -färben,
-farbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): hellgelb: -faser, die;
-feld,das; -garn,das: Leinenfaden aus Flachs: -gelb <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): hellgelb: -haar, das: hellblondes Haar.
dazu: -haarig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -köpf, der:
Kind, junger Mensch mit hellblondem Haar: Neben uns
liegt ein verängstigter Rekrut, ein F. (Remarque. Westen
48), dazu: -köpfig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -raufe,
die: Gerät zum Raufen des Flachses: -riflfel, die: Gerät
853
Flachse
zum Riffeln des Flachses; -röste, die: a) svw. T Röste (2 a);
b) vgl. ^darre; -samen, der: svw. t Leinsamen; -schwinge,
die: Gerät zum Schwingen des Flachses; -Spinnerei, die:
Fabrik, in der Flachs zu Leinenfäden gesponnen wird;
-Stengel, der: -stroh, das.
Flachse fflaksa], die; -. -n (bayr., österr.): svw. tFlechse.
flachsen t'flaksn] <sw. V.; hat) [vidi, ostmd. flachsen =
(durch)hechelii; vgl. Flachs (2)1 (ugs.): jmdm. gegenüber
scherzend Unsinn reden u. sich dabei auf seine Kosten
amüsieren ; jmdn., indem man ihm Unwahrheiten erzählt
oder Dinge übertreibend darstellt, necken; mit jmdm. f.;
Die Russen flachsten mit einer Ostarbeiterin (Kempowski.
Uns 7); Zum erstenmal das Nationaltrikot getragen. Zwei
Stunden später schon flachsten sie: „Das hatten wir uns
viel schlimmer vorgestellt." (Bild 9. 6. 64, 5); er hat nur
geflachst (hat es nicht ernst gemeint); Ihn stört's nicht,
wenn Ihn die Jungs flachsen: „Da hast du auch noch
besser gesungen." (Hörzu 47.1972. 28); <Abl.:) Flachserei
[flaksa'raj], die; -, -en (ugs.): I. <o. PI.) fortwährendes
Flachsen, 2. flachsende Bemerkung; flächsern [flekscn]
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): 1. aus Flachs bestehetul; den
Flachs betreffend: welche (= die Weiber), zu Seiten des
Webstuhles hockend ... mit Fingern und Hölzern die -en
Querfäden durch die längsgespannten gezwängt ... hatten
(Th. Mann. Joseph 205). 2. svw. tflachsfarben: krächzte
der Mann unter einem langen, -en Schnurrbart hervor
(Remarque, Triomphe 112).
'flacken ['flaknl <sw. V.; hat) [frühnhd. (oberd.) vlackenl
(selten): svw. I flackern: Jetzt flackt die Lohe (Kaiser. Villa
59).
Hlacken [-] <sw. V.; hat) Ischwäb.. bayr. flacken. H. u.l
(südd.): faul daliegen: er flackt den ganzen Tag.
Flacker-: ^feuer, das (Seemannsspr.): mit behelfsmäßig her-
gestellten Fackeln gezeigtes Feuer als Signal; -lampe, die:
Lampe, die zu Signalzwecken an- u. ausgeht; -licht, das:
flackerndes Licht; -schein, der: vgl. blicht: Der rote F.
lenkte das Feuer der feindlichen Artillerie auf das Haus
(Plievier, Stalingrad 316).
flack[e]rig ['flak(3)n<;] <Adj.; Steig. ungebr.):/Zöc/c^7*/: das
-e Licht der Fackel; flackern ['flaken] <sw. V.; hat)
[spätmhd. vlackern]: l.a) unruhig, mit zuckender Flamme
brennen: die Kerze, das Kaminfeuer, die Öllampe flackerte;
b) (vom elektrischen Licht) in kurzen, unregelmäßigen
Abständen an- u. ausgehen: die Glühlampe, das Licht flackert.
2. sich unruhig bewegen: seine Augen flackerten vor
Erregung.
Flacon: t Flakon.
Fladen [fla:dn], der; -s, - [mhd. vlade.ahd. flado =
Opferkuchen]: 1. in der Pfanne gebackene flache süße Mehlspeise:
einen F. backen; Dann schneidet man die F. kreuzweise
durch, damit gleiche Stücke entstehen (Hörn. Gäste 269).
2.*) flach u. breit sich erstreckende breiige Masse: Ü
jene ... Gulaschkanone, die wie auf einem F. von
Gesichtern ... zu schwimmen schien (Plievier. Stalingrad 332);
b) kurz für tKuhfladen. 3. (landsch.) großes Stück Brot
txl. Kuchen; <Zus: > Fladenbrot, das: flaches -rundes j Brot.
Flader ['fla:del. die; -. -n [spätmhd. vlader. zu: vlader(e)n
= flattern, flackern (nach der Ähnlichkeit mit einer flak-
kernden Flamme)!: bogenförmiger JaJiresring des
Sehnenschnitts beim Bautnstamm; Maser, Holzader; <Zus.:) Flg-
derholz, das: Holz mit Maserung, Fl&derschnitt, der: Schnitt
durch einen Baumstamm, durch den die Jaliresringe zur
Geltung kommen; <Abl.:) fladerig. fladrig ['flaritolri^
<Adj.>: gemasert.
fladern ['fla:dBn] <sw. V.; hat) Iviell. zu rotw. fladern =
waschen, f fleddern] (österr.): stehlen: Ich schätze daher,
daß irgendein armer Vetter ... auf die Idee gekommen
ist, das Familienalbum zu f. (Express 5. 10. 68. 4).
Fladerung, die; - [zu I Flader]: Maserung des Holzes; fladrig:
svw. f fladerig.
Fladmsche [fla'dru:Jd]. die; -. -n [zu md., niederd. fladdern
= flattern] (preuß. f schles.): Haube mit Bändern u. Rüschen;
Fbduse[fla'du:z3]. die; -,-n [zu niederd. fladdern = flattern
unter Einwirkung von frz. flauer = schmeicheln]
(niederd.): 1. svw. tFladrusche. 2. Schmeichelei: -n machen
(jmdm. schmeicheln).
Flagellant [flagc'lant], der; -en, -en [lat. flagelläns (Gen.:
flagellantis). 1. Part, von: flagelläre = geißeln, schlagen]:
1. Angehöriger religiöser Bruderschaften des Mittelalters,
die durch Selbstgeißelung Sündenvergebung erreichen
wollten. 2. (Med.. Psych.) sexuell abnorm veranlagter Mensch,
der in Züchtigung u. Geißelung geschlechtliche Erregung
u. Triebbefriedigung sucht; <Abl.:> flageltontisch <Adj.; o.
Steig.): in der Art der Flagellanten (1); Flagellantjsmus, der;
- (Med., Psych.): abnormer Trieb zur sexuellen Lust
gewinnung durch Flagellation; Fbgellgt, der; -en. -en <meist PI.)
[zu lat. flagellum = Geißel] (Biol.): Einzeller mit einer
od. mehreren Geißeln zur Fortbewegung, Geißeltierchen;
Flagellation [flagElatßio:n], die; - (Med.. Psych.): aktive
od. passive geschlechtliche Erregung u. Triebbefriedigung
durch Züchtigung u. Geißelung mittels einer Riemen- od.
Strickpeitsche; Fbgelle: t Flagellum; FlageHomank. die; -:
svw. tFlagellantismus; Flagellum[fla'gelum],das; -s, ...llen.
Flagelle [fla'geb], die; -, -n [lat. flagellum = Geißel,
Peitsche]: 1. (Biol.) Fortbewegungsorgan vieler einzelliger Tiere
u. Pflanzen. 2. Riemen- od. Strickpeitsche eines Flagellanten
(2).
Flageolett [flaaolet], das; -s, -e u. -s [frz. flageolet, zu lat.
fläre = blasen] (Musik): I. besotuiers hohe Flöte, kleinster
Typ der Schnabelflöte. 2. flötenäimlicher Ton bei
Streichinstrumenten u. Harfe, der durch leichtes Berühren erzeugt
wird. 3. Flötenregister der Orgel; <Zus.:) Flageoletten, der:
svw. t Flageolett (2).
Fl^gg-: -leine, die: svw. t Flaggenleine: Kapitän ... Weniger
... weigerte sich ..., die deutsche Kriegsflagge ... wegfieren
zu lassen. Er blieb neben der F. stehen (Spiegel 6, 1976,
10); -Offizier, der: höherer Seeoffizier, dem ein Verband
von Kriegsschiffen unterstellt ist; -schiff, das: 1.
Kriegsschiff, das die Flagge des an Bord befindlichen Flaggoffiziers
gehißt hat. 2. das jeweils größte Schiff einer Flotte od.
Reederei: Ü das 600-Modell ist das F. (größte u. teuerste
Mtxiell) dieser Autofirma.
Flagge l'flagd], die; -, -n [aus dem Niederd. < engl, flag]:
an einer Leine befestigte Fahne als Hoheits- od. Ehrenzeichen
eines Staates, im Seewesen als Erkennungszeichen u. Ver-
ständigungsmittel für Schiffe'. die an einem Flaggenmast,
-stock o.a. gehißt od. befestigt wird: die F. hissen/(auch:)
heißen, einholen, setzen (Seemannsspr.; aufziehen): das
Schiff fährt unter finnischer, neutraler, feindlicher F.;
(Leichtathletik:)die rote F. signalisiert einen Regelverstoß;
*dle F. streichen (sich geschlagen geben; nach dem
seemännischen Brauch, als Zeichen der Niederlage die F.
einzuziehen; vgl. engl, to strike the flag): vor diesen Argumenten
mußte er die F. streichen; F. zeigen (seine Meinung od.
Erwartung mit Nachdruck u. deutlich zu erkennen geben;
nach engl, to show the flag): Gromyko will bei seiner
Reise nicht zuletzt aber auch „F. zeigen", damit die Bäume
der amerikanischen Diplomatie ... nicht... in den Himmel
wachsen (MM 24. 4. 74. 2); unter falscher F. segeln (eine
bestimmte Identität vortäuschen); <Abl.:> flüggen <sw. V.;
hat): aus einem besonderen Anlaß Fahnen hissen: die
öffentlichen Gebäude haben geflaggt.
Flüggen-: -aiphabet, das (Seew.): Darstellung des Alphabets
durch verschiedene Flaggen; -ehnmg, die: Hissen u.
Einholen der Flagge als Ehrenbezeigung; -gab, die: festliches
Beflaggen eines Schiffes; -gruB, der: Gruß zwischen
Schiffen, wobei die Flagge halb niedergeholt und. naclidem der
Gegrüßte dasselbe getan hat, wieder hochgezogen wird;
kleine, die: Leine, an der eine Flagge befestigt wird; -mast,
der: Mast, an dem eine Flagge gehißt wird; -parade, die:
das feierliche Hissen der Dienst- od. Nationalflagge bei
Sonnenaufgang u. das Niederholen bei Sonnenuntergang;
* es ist mir eine innere F. (ugs. veraltend; ich fü/de mich
dadurch se/tr geehrt u. erfreut); -signal, das: Signal, das
mit Hilfe einer Flagge gegeben wird; -Stange, die: vgl.
MTiast; -stock, der (Seemannsspr.): Stock am Heck eines
Schiffes, an dem die Flagge befestigt wird; -tudi, das <PI.
...tuche): Tuch, aus dem eine Flagge angefertigt ist.
flagrant [flagrant] <Adj.; -er. -este> [frz. flagrant < lat.
flagräns (Gen.: flagrantis) = brennend]: deutlich u.
offenkundig ;im Gegensatz zu etw. stehend/, ins Auge fallend:
ein -er Verstoß. Widerspruch; Aber die Verdinglichung
der Verfahrungsweise wird daran f., daß ... (Adorno,
Prismen 169). Vgl. in flagranti.
Flair [fle:$]. das. seltener: der; -s [frz. flair = Geruchssinn;
Spürsinn, zu: flairer = riechen, wittern < lat. fragrare
= stark riechen, duften]: 1. die einen Menschen <xi. eine
Sache umgebende als positiv, angenehm empfundene,
persönliche Note; Atmosphäre; Fluidum: sie hatte ein F. von
Extravaganz; Dem F. Bayerns konnte sich der Botschafter
854
flanken
der Sowjetunion ... nicht ganz entziehen (MM 2. 5. 68.
13); Ihr (= der großen Welt) F. betäubt selbst den
Großstädter wie schweres Parfüm (Welt 31. 10. 64. 9). 2. (bes.
Schweiz., sonst selten) feiner Instinkt, Gespür: wir suchen
einen Kandidaten mit F. für den Außendienst.
Flak [flak]. die; -. -. auch: -s [Kurzwort für: Flug(zeug)ab-
wehrkanone] (Milit.): 1. Flugabwehrkanone. 2. <o. PI.)
Flugabwehrartillerie.
Ftyk-: -artillerie.dic: svw. f Flugabwehrartillerie; -batterie,
die; ^feuer, das; ^Beschütz, das; ^gürtel, der: rings um
ein zu schützendes Objekt aufgebaute Flakstellungen:
zwischen dem F. an der Küste und der Ballonsperre vor
London sollten wiederum Jäger operieren (Spiegel 48.
1965. 86); -helfer, der: (im 2. Weltkrieg) noch nicht
wehrpflichtiger Helfer bei der Flak: ^Helferin, die: w. Form
zu T ^-helfer; -kreuzer, der: kleiner Kreuzer, dessen Artillerie
hauptsächlich aus Flak besteht: ^soldat, der; -Stellung, die;
-türm, der: Turm od. turmartiger Aufbau für eine
Flakstellung: immer mit dem Blick auf den trostlos häßlichen,
halb verfallenen F. im Augarten (Kaschnitz, Wohin 117).
Flakon [flakö:], das od. der; -s, -s [frz. flacon < spätlat.
flasca, flasco = Flasche < germ. *flaska, t Flasche]: Glas-
fläschchen mit Stöpsel zum Aufbewahren von Parfüm o.a.:
Riechfläschchen.
Flambeau [flä'bo:], der; -s, -s [frz. flambeau, zu afrz. flam-
b(l)e = Flamme < lat. flammula = kleine Flamme!:
1. (veraltet) Fackel. 2. mehrarmiger Leuchter mit hohem
Fuß: Ftamberg fflamberk], der; -[e]s, -e [frz. flamberge,
in Anlehnung an flambe = Flamme < Floberge = Name
des Schwerts von Renaut de Montauban. der Hauptgestalt
des gleichnamigen afrz. Heldenepos < fränk. Flötberga,
einem Frauennamen]: mit beiden Händen zu führendes
Landknechtsschwert mit wellig-geflammter Klinge,
Flammenschwert: flambieren [flam'biTan] <sw. V.; hat) [frz.
flamber < lat. flammäre = (ent)flammen, brennen]: I.
Speisen (z. B. Fleisch, Früchte) mit Alkohol übergießen,
anzünden u. brennend auftragen. 2. (veraltet) absengen, ab-
flammen: flamboyant [fläbQa'jant] <Adj.; Steig, ungebr.)
[frz. flamboyant. 1. Part, von flamboyer = flammen,
aufleuchten, zu afrz. flambe, TFlambeau] (bildungsspr.): l.a)
flammend, geflammt: -e Muster; b) farbenprächtig,
grellbunt: während schwarze Teenager in -en Satinblusen
friedlich vorbeiziehen (Spiegel 44. 1974. 156). 2. heftig,
energisch: Namentlich die Bundeswehr ist mit solch -em Zugriff
aufgestellt worden (Spiegel 40. 1966. 24); Flamboyant
[fläbQa'jä.l.der; -s. -s [frz. flamboyant. eigtl. = flammend]:
bis zu 12m hofier, als prächtig blühender Zierbaum
angepflanzter Vertreter einer Fcunilie tropischer u. subtropischer
Holzpflanzen mit zierlichen Blättern u. scliarlachroten, gelb-
gestreiften Blüten in traubigen Blütenständen: Fhmboyant-
stil IflabQa'jä:-], der; -[e]s [frz. style flamboyant, eigtl. =
geflammter Stil (nach den Schmuckformen)]: der
spätgotische Baustil in England u. Frattkreich.
Flamen ['fla.me.n]. der; -. ...mines ['fla:mine:s; lat. flamen.
eigtl. wohl = Opferhandlung, vgl. got. blötan = verehren]
(meist PI.): eigener Priester eines einzelnen Gottes im Rom
der Antike.
Fbmenco [fla'menko]. der; -[s]. -s [span. flamenco, eigtl.
= flämisch; (andalusischer) Zigeuner < mniederl. Vlaminc
= Flame]: a) andalusisches, Tanz lied: b) stark rhythmisch
bewegter Solo- od. Paartanz, der auf den Flamenco (a)
getanzt u. dessen schnell wechselnder Rhythmus durch
Stampfen, Klatschen od. durch Kastagnettenbegleitung
akzentuiert wird.
Flamensa [fla'menga], Flamengo [...go]. Flamingo, der; -s,
- [H. u.J: Krepp in Leinwandbindung mit Querrippen u.
glänzender Kette.
Flame-out f'fleimaot], der; -s, -s [engl, flameout, eigtl. =
Zu-Ende-Flammen] (Flugw.): durch Treibstoffmangel
bedingter Ausfall eines Flugzeugstrafiltriebwerks.
Flamingo [fla'mmgo]. der; -s. -s [span. flamenco. viell. zu
lat. flamma = Flamme (wegen des „geflammten"
Gefieders)]: 1. gesellig, vor allem an Salzseen u. Brackgewässern
in Südeuropa, Südasien, Afrika sowie Mittel- u. Südamerika
lebender, graziler, weiß, rot od. rosafarben befiederter, bis
1,4 m hoher Wasservogel mit ungewöhnlich langen Beinen,
sehr langem Hals u. einem vorn abgebogenen Schnabel.
2. svw. tFlamenga.
Flamisol [flami'zo:!]. der; -s [Kunstwort]: Krepp in
Leinwandbindung mit Querrippen u. matter Kette.
Ftyiran-: ^kohle, die: mit langer Flamme brennende
Steinkohle: M>fen. der (Technik): Ofen, bei dem die heißen
Verbrennungsgase über das in einer Mulde befindliche Schmelzgut
streichen: ^punkt, der: Temperatur, bei der sich ein
Brennstoff entzündet: -röhr,das (Technik): Rohr in einem
Dampfkessel, das von den Heizgasen durchströmt wird u. seine
Wärme an das umgebende Wasser abgibt.
Flämmchen ['flauen], das; -s. -: f Flamme (1. 2a); Flamme
[flama].die; -, -n [mhd. vlamme < lat. flamma]: 1. <Vkl.
Flämmchen) hochschlagender Teil des Feuers: längliche,
nach oben spitz auslaufende, bläulich od. gelbrot leuchtende
Verbrennungserscheinung: die F. züngelt; Ü die -n der Liebe,
des Hasses, der Leidenschaft; * in [hellen] -n stehen
(lichterloh brennen): der Dachstuhl stand in -n; in [Rauch und]
-n aufgehen (vollständig verbrennen, vom Feuer völlig
zerstört werden): das Dorf ging in -n auf. 2,a) <VkI.
Flämmchen) an der Luft verbrennender Gasstrom: auf
kleiner F. kochen; b) Stelle, an der Gas /an einem Kochherd/
zum Zwecke des Kochens angezündet werden kann: ein
Gasherd mit vier -n. 3. (ugs. veraltend) Freundin eines
Mannes (in bezug auf ein erotisch bestimmtes Verhältnis):
Mädchen, Frau, in die ein junger Mann verliebt ist: wie
heißt deine neue F.?; <Abl.:> flammen ['flaman] <sw. V.;
hat) /vgl. flammend, geflammt/ [mhd. vlammen]: 1, (geh.,
veraltet) mit hochschießender, aufschlagender Flamme
brennen, lodern: das Feuer flammt im Kamin. 2. (geh.) vor
Erregung leuchten, funkeln: seine Augen flammten vor Zorn;
flammen ['floron] <sw. V.; hat) (bes. Technik): absengen.
flammen-. Flammen-: -Wume, die: svw. ? Phlox; -förmig
<Adj.; o. Steig.); ^meer, das (geh.): große brennende Fläche:
die Stadt war ein einziges F.; -Schwert, das: svw. t
Flamberg; ^tod, der (geh.): Tod durch Verbrennen: ^werfer,
der: I. (Milit.) Nahkampf gerät, bei dem flüssiger Brennstoff
verspritzt wird, der sich beim Ausströmen entzündet. 2. (ugs.
scherzh.) Feuerzeug, das mit großer Flamme brennt: ~zei-
chen, das (geh.): Feuersignal.
flammend <Adj.; nicht adv.): 1. strahlend, funkelnd,
leuchtend!rot i: ein -es Rot; -e Haare; f. rot werden. 2.
leidenschaftlich-mitreißend, begeistert: eine -e Rede halten.
Flammeri ['flamari], der; -[s], -s [engl, flummery. eigtl. =
Haferbrei < kelt. (kymrisch) llymru]: kalte Süßspeise aus
Milch, Zucker, Stärkeprodukten u. Früchten (die zum
Servieren gestürzt wird).
Fkanconade: T Flankonade.
Flanell [fla'nel], der; -s, -e [frz. flanelle < engl, flannel.
zu kelt. (kymrisch) gwlän = Wolle]: gerauhtes Gewebe
in Leinen- od. Köperbindung aus / Baum /wolle für Wäsche
od. Oberbekleidung: ein Nachthemd, ein Kostüm aus F.
Flanell-: -anzug, der: meist grauer Anzug aus Flanell: -bhise,
die: Bluse aus leichtem Flanell: ^hemd, das: vgl. ^bluse;
^hose.die: vgl. ^anzug; ^kostüm, das: vgl. ^anzug; ^nacht-
hemd, das: vgl. ^bluse; -rock, der: vgl. -anzug.
flanfllen <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Flanell: flan?llig
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): flanellartig, wie Flanell.
Flaneur [fla'no:^], der; -s, -e [frz. flaneur]: jmd.. der flaniert:
Der ..Boulevard Leopold44 ist dann abends voll von -en
beiderlei Geschlechts, die ... die anderen -e betrachten
(Welt 5. 3. 69. 22); flanieren [fla'nkran] <sw. V.; hat/ist)
[frz. fläner < aisl. flana = ziellos umherlaufen]: ohne
ein bestimmtes Ziel langsam Spazierengehen an einem Ort,
an dem man andere sehen kann u. selbst gesehen wird:
durch die belebten Geschäftsstraßen f.; Man hastete auch
nicht, man flanierte in Leningrad (Koeppen, Rußland 144).
Flanke I'flaoka], die; -. -n [frz. flanc < afränk. 'hlanka
= Hüfte, Lende, Weiche]: 1. weicher seitlicher Teil des
Rumpfes I von Tieren/, Weiche: das Pferd stand mit
zitternden -n da; Ü das Motorrad fuhr dem Lastzug in die F.
2. (Milit.) rechte od. linke Seite einer marschierenden od.
in Stellung gegangenen Truppe: die F. war ungeschützt.
3. (selten) breiter, zwischen 40 u. 50 Grad geneigter seitlicher
Berghang. 4. (selten) Seite (eines Gebäudes): ein Zahnrad
hat eine rechte und eine linke F. 5. (Sport) a) (Turnen)
Stützsprung über ein Turngerät, bei dem eine gestreckte
Kör perseite dem Gerät zugewendet ist: mit einer F. vom
Barren abgehen; b) (Ballspiele) [halb /hohe Ballabgabe vor
das gegnerische Tor von der Seite her: eine F. schlagen;
c) (Ballspiele) rechter od. linker Sturmteil einer Mannschaft:
d) (Ballspiele) rechter od. linker Teil des Spielfeldes: über
die rechte F. spielen; e) (Fechten) untere Blöße auf der
rechten Seite: <Abl.:> flanken ['flankn] <sw. V.; hat): a)
855
Flanken -
(Ballspiele) den Ball halb hoch von der Seite her vor das
gegnerische Tor spielen: b) eine Flanke (5 a) machen.
Ftynken-: -angriff, der (Milit.): Angriff von der Flanke (2)
her, ^ball, der (Ballspiele): als Flanke (5 b) geschlagener
Ball: -deckung.die (Milit.): Deckung der Flanke (2Y. -feuer,
das (Milit.): Feuer, das in die Flanke (2) des gegebenen
Ziels geleitet wird, -gleitstoß, der (Fechten): ]Filo in die
gegnerische Flanke: -lauf, der (Ballspiele): das Eindringen
in die gegnerische Abwehr, indem ein Spieler an der
Au/Jenseite des Spielfelds mit dem Ball läuft u. ihn dann vor
das Tor spielt: -schuß, der (Ballspiele): als Flanke (5 b)
geschossener Ball: -schütz, der (Milit.): Schutz der Flanke
(2); -Sicherung, die: vgl. -deckung; -sprang, der (Turnen):
Sprung aus dem Stand, bei dem die gestreckten u.
geschlossenen Beine seitwärts schwingen: -Wechsel, der (Ballspiele):
Vorlage, bei der der Ball von einer Seite des Spielfeldes
auf die andere geschlagen wird.
flankieren [flarTki.ran] <sw. V.; hat) [frz. Hanauer, zu: flanc.
tFlankel: zu beiden Seiten von etw.% jmdm. stehen, gehen:
schützend begleiten: der Sarg, der König wurde von
Ehrenwachen flankiert; zwei Türme flankierten das Tor,
Ü flankierende Maßnahmetn] (zusätzliche, unterstützende
Maßnahme n zu einem Gesetz, einer politischen
Entscheidung o.a.): Flankonade [...ko'naxb], die; -. -n [frz. flanco-
nade] (Fechten): svw. fFlankengleitstoß.
Flansch [flanj], der; -[e]s, -e [spätmhd. vlansch = Zipfel]:
ringförmige Verbreiterung am Ende eines Rohrs od. einer
Welle zum Aneinanderschrauben od. zum Anschrauben an
ein Gehäuse: Ein F. am Auspuff hatte sich gelöst
(Frankenberg, Fahrer 107); die Rohre durch -e miteinander
verbinden; <Abl.:> flanschen ['flanjn] <sw. V.; hat): ein Rohr
od. eine Welle mit einem Flansch versehen: <Zus.:> Ftyn-
sch[en)dichtung, die: Dichtung zwischen zwei Flanschen:
Fl«nsdi[en]verbindiing, die: Verbindung zweier Rohre od.
Wellen mit Flanschen.
Flap [fiep], das; -s, -s [engl, flap = Klappe] (Flugw.): svw.
tKrüger-Klappe: Das fehlende „Flap44- eine Start- und
Landehilfe für zu kurze Rollbahnen - wurde ... gefunden
(MM 25.9. 72,* 13).
Fla-Panzer, der; -s. - (Milit.): Panzer mit Spezialausrüstung
zur Flugabwehr.
Flappe ['flapol, die; -. -n [mniederd. vlabbe] (md., nordd):
/schiefer, verzerrter, Mund: halt die F.!; eine F. ziehen
(schmollen).
flappen I'flapn] <sw. V.; hat) /vgl. geflappt/ [aus dem Nie-
derd.; wohl lautm.]: (meist von Gegenständen aus Stoff)
sich mit klatschendem Geräusch > im Wind bewegen: Der
Wind ... fing ... an zu krüseln. das Segel flappte (Fallada.
Herr 67); Ü Wir liefen .... wir keuchten .... und der Wind
riß uns große, flappende Atemwattebäusche vom Mund
(Schnurre. Bart 189); 'Flapper ['fiepe], der; -s, - [engl,
flapper. zu to flap = flattern]: engl. u. amerik. Bez. für
junges Mädchen mit übertrieben jungenhaftem u. emanzipier-
tem Jedoch noch unreifem Auftreten: 2Flapper fflape], der.
-s, - [zu t flappen]: Damenhut aus Filz mit breiter,
schwingender Krempe: Zum eleganten Kleid oder Complet will der
F. getragen werden, der Hut mit der breiten,
weichgewellten Krempe, die das Auge schützt vor sengender Sonne
(MM 6. 3. 70. Die Mode 5); flappig [flapu;] <Adj.) 1.
in floppender Art: U Der ( = der Regendunst) zog schnell
und in f. runterhängenden Fetzen über uns hin (Schnurre.
Bart 110). 2. (südwestd.) svw. t flapsig.
Flaps [flaps]. der. -es. -e [ausdem Niederd.. wohl zu t Flappe]
(ugs.): junger Mensch mit ungeschliffenen od. schlechten
Manieren: <Abl.:) flapsig ['flapsu;] <Adj.) (ugs.): in der
Arteines Flaps, schlechte Manieren zeigend: eine -e Antwort;
sich f. benehmen.
Flg-Rakete, die; -. -n (Milit.): Flugkörper zur Bekätnpfung
feindlicher Luftziele (z. B. Flugzeuge. Raketen).
Fläschchen rfkj^n]. das; -s. -: T Flasche (1); Flasche l'flafo],
die; -. -n [1: mhd. vlasche. ahd. flaska. eigtl. =
umflochtenes Gefäß; 2: auf die Vorstellung der leeren Flasche
zurückgehend]: 1. <Vkl. tFläschchen) verschließbares; Gefäß
aus Glas. Metall od. Kunststoff mit enger Öffnung u.
Halsansatz zum Aufbewahren von Flüssigkeiten od. Gasen:: eine
schlanke, bauchige F. aus Glas, Plastik; eine F. Wein,
Bier; eine F. entkorken; dem Kind die F. (Milchflasche)
geben; Wein auf-n ziehen (in Flaschen abfüllen): ein
Rehkitz mit der F. großziehen (mit Milch aus einer Flasche
ernähren, weil das Muttertier fehlt): * Florentiner Flasche
(Auffanggefäß, das zur Trennung zweier verschieden
schwerer Flüssigkeiten mit einem oberen u. einem bis zum Boden
reichenden Überlaufrohr versehen ist): einer F. den Hals
brechen (ugs. scherzh.; eine Flasche Wein. Schnaps o.a.
öffnen, um sie auszutrinken): zur F. greifen (Trinker werden,
sich dem Trunk ergeben). 2. unfähiger Mensch, bes. auf
sportlichem Gebiet: Versager: so eine F.!; er ist eine richtige
F.
ftyschen-, Flaschen- (Flasche 1): -aufschrift, die; -batterie,
die (ugs.): größere Anzahl aufgereihter Flaschen: nach dem
Fest stand in der Küche eine ganze F.; -bäum, der:
Vertreter von Baumarten mit flaschenförmigen,
wasserspeichernden Stämmen: ^beine <PI.) (ugs. abwertend): Beine mit
dicken Waden, -bier, das: in Flaschen abgefülltes Bier (im
Unterschied zu Faßbier): in der Gaststätte gab es nur
F.; -bofist, -bovist, der: Vertreter einer flaschenförmigen
! eßbaren i Pilzart: ^bürste, die: schmale, lange Bürste zum
Reinigen von Flaschen: -etikett, das; -förmig <Adj.; o.
Steig.), eine -e Frucht; -garten, der: in einer Flasche
angepflanzte Zierpflanzen: über das Bepflanzen eines
Flaschengartens (MM 7. 7. 73, 64); -gärung, die: (bei der
Schaumweintierstellung) Gärung des Schaumweins in der
Flasche: ^gas, das: Gas, das unter Druck in Stahlflaschen
aufbewahrt u. transportiert wird: -gesteil, das: Gestell zum
waagerechten Lagern von Weinflaschen: MÜas, das: dickes,
billiges Glas, aus dem Flaschen gemacht werden: ^grün
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): kräftig dunkelgrün: ein -er
See; ^hals, der: I. schmaler, oberer Teil einer Flasche.
2. (ugs.) a) besonders schmale Stelle einer Verkehrsstraße,
an der sich der Verkehr in Stoßzeiten staut: diese Brücke
ist ein F.; b) Schwierigkeit: Engpaß, der sich in der
Wirtschaft, Produktion ergibt, so daß eine Stockung eintritt:
-kind, das: Kleinkind, das statt Muttermilch Nahrung aus
der Flasche bekommt: -korken, der: Flaschenverschluß aus
Kork: -Wirb», der: Vertreter einer Kürbisart mit
flaschenförmigen Früchten: -milch, die: a) in Flaschen
abgefüllte Milch: das Geschäft führt nur F.. keine offene Milch;
b) svw. t Miahrung; -nahmng, die: Nahrung für Kleinkinder,
die mit einer Flasche gefüttert werden: M>flher, der: Gerät
zum Öffnen von Flaschen: ^pfand, das: Geldsumme, die
man beim Kauf einer Ware in Flaschen bezahlen muß u.
die man bei Rückgabe der leeren Flasche wiederbekommt:
^po6t, die: Nachricht in einer verschlossenen Flasche, die
ins Meer geworfen wird mit dem Wunsch, daß sie irgendwo
ans Land getrieben u. von jmdm. gefunden u. gelesen wird:
^reif <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.): (vom Wein)
so lange gelagert, daß er in Flaschen gefüllt werden kann,
ohne trüb zu werden, dazu: ^reife. die; -schiff, das: svw.
t Buddelschiff; -Ständer, der vgl. -gesteil; -staubling, der:
svw. Kbofist; -Verschluß, der; -wein, der: Wein, der in
Gaststätten als ganze Flasche serviert wird: ^ weise <Adv.):
a) in Flaschen / abgefüllt /, b) in großer, in Flaschen
gemessener Menge: er trinkt f. Whisky; -zug, der [zu Flasche
= (laschenförmiges Gehäuse, in dem die Rollen laufen]:
Vorrichtung zum Heben von Lasten, bei der ein Seil od.
eine Kette über eine od. mehrere Rollen geführt wird.
Flaschner ['flajne], der; -s. - [spätmhd. vlaschener (da früher
Flaschen auch aus Blech od. Zinn hergestellt wurden)]
(südd., Schweiz.): Klempner.
Flaser ['fla:ze], die; -. -n [H. u.J: Ader im Gestein: <Abl.:>
flasfejrtg ['fla:z(3)ri(;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
Flash [fleJl. der; -s. -s [engl, flash. eigtl. = Blitz]: 1. (Film)
a) kurze Einblendung in eine längere Bildfolge: b) Rückblick,
Rückblende. 2. (Jargon) Augenblick, indem sich ein
gespritztes Rauschmittel mit dem Blut verbindet u. der
Rauschzustand eintritt.
Fiat [flet]. das; -s. -s [engl, flat = Mietwohnung, eigtl.
Boden. Stockwerk, zu: flat = flach] (veraltend): Klein}-
wohnung.
Flatsch rflaO.nj). der; -[e]s. -e. Fbtsche ['flaOLfe], die; -.
-n. Fbtschen ['fla(:HJn]. der; -s, - [mhd. vlatsche. vletsche
= Schwert mit breiter Klinge, wohl zu ahd. fla3 = flach]
(landsch.): a) auf dem Boden liegende breiige Masse: ein
F. Lehm. Kot; b) größeres unförmiges! Stück: ein F.
Fleisch.
Fbtter ['flau?; zu Tflattern Ob)] nur in der Fügung die
F. machen (salopp; weggehen, verschwinden): Da mach ich
vorher die Flatter (Degener, Heimsuchung 132).
Fetter-: -aufgäbe, die (Volleyball): ohne Effekt von oben
gespielte Aufgabe (4); -echse, die: svw. t Flugdrache; ^flug.
856
Flecht-
der: das Flattern (1 a); igelst, der <PI. ...geister): Mensch
mit unbeständigem Charakter; Miras, das: Vertreter einer
als Futterpflanze verwendeten Grasart: -mann, der <PI.
...männer) (ugs.): 1. (scherzh.) Brathähnchen. 2. nervöser,
unruhiger Mensch, Mann: Da hat die Kamera einen Mann
ins Bild gebracht der gerade überanstrengt nachdenkt"
... einen F.. der plötzlich nicht mehr weiß, wohin mit
den Händen (Spiegel 7,1976,145). 3. <o. PI.) innere Unrußte,
Aufgeregtheit: den F. überwinden; * einen F. haben
(Lampenfieber haben): Ich weiß gar nicht, warum ich heute so
'nen F. habe (Hörzu 44,1975.36); -marke, die (Druckw.):
auf dem Rücken jedes gefalzten Druckbogens aufgedrucktes
Zeichen, dessen Lage sich gleichmäßig verändert u. fehlende
od. falsch liegende Bogen erkennen läßt: Falzlinie; Mnine,
die (Milit. veraltet): Mine, die explodiert, wenn jmd. über
sie hinweggeht; -satz, der (Druckw.): Schriftsatz mit
ungleichmäßig langen Zeilen; -sinn, der <o. PI.) (abwertend):
unbeständiger, flatterhafter Charakter; ^tier.das: Vertreter
einer Ordnung von Säugetieren, die mit Hilfe von großen
Flughäuten weit u. schnell fliegen können; Handflügler (z. B.
Fledermäuse); -zunge. die (Musik): durch Artikulation
eines r bewirktes Tremolo bei Blasinstrumenten.
Flatterei [flate'raj], die; -: dauerndes Flattern: denn jedes
Geräusch gab zu einer fürchterlichen F. Anlaß (Lorenz,
Verhalten I. 51); flatterhaft <Adj.; -er. -este) [zu veraltet
flattern = unbeständig schwanken] (abwertend): von
unbeständigem, unstetem Charakter, oberflächlich: ein -er junger
Mann; ihr Wesen ist für eine Freundschaft zu f.. dazu:
Flatterhaftigkeit, die; -.
Flatterte[flatari:].die; -, -n [...i:an; frz. flatterie, zu: flauer
= schmeicheln] (veraltet): Schmeichelei.
flatterig, flattrig ['flatö)^] <Adj.): a) svw. tflatterhaft; b)
unruhig, unregelmäßig: der Puls ist, geht f.; flattern fflaten]
<sw. V.) [frühnhd. fiatern, mhd. vladeren]: l.a)
unruhigtaumelig fliegen <ist): ein Schmetterling ist über die Wiese
geflattert; b) mit den Flügeln in kurzen Abständen schlagen
u. sich hin u. her bewegen <hat>: als ein riesiger Mann
die Gans einfing, schrie und flatterte sie so laut unter
seinen Händen, daß er ... fester zupackte (Lenz, Suleyken
56); die Hühner flatterten nur noch wilder im Gedränge
(H. Mann. Stadt 285). 2. (von Blättern, Papierstücken
o. ä.) vom Wind od. Luftzug bewegt weiter getragen werden
Ost): die Blätter, Geldscheine flatterten durch die Luft,
auf die Erde; Ü eine Einladung ist mir auf den Tisch
geflattert (ich habe sie unvermutet, unerwartet bekommen).
3. (hat) a) heftig vom Wind bewegt werden: die Fahne, die
Wäsche flattert im Wind; ich ging hin und her ... gegen
den Wind ..., so daß man sich nach vorne lehnen mußte
mit flatternden Hosen (Frisch, Homo 100); b) auf Grund
von innerer Unruhe od. Erregtheit sich unruhig, zitternd
bewegen: seine Hände. Augenlider flatterten nervös; Ü
Beim Essen flatterte ihm der Magen (Johnson, Ansichten
15); Generale..., die Nerven flatternd von ewigen
Bombardements (Plievier, Stalingrad 219); das Herz, der Puls
beginnt zu f. (schlägtunregelmäßig):c) (ugs.)die [ Boden ]haf-
tung verlieren u. dadurch unregelmäßig u. heftig vibrieren:
die Autoräder, die Skier flattern; ab und zu flatterte das
Tonband hinter der Theke, das man gerade zurücklaufen
ließ (Handke. Brief 24).
Fbtteur [fla'to:?], der; -s, -e [frz. flatteur, zu flauer, t
flattieren] (veraltet): Schmeichler; flattieren [fla'ti.ren] <sw. V.;
hat) [frz. flauer. H. u.] (veraltend): jmdnt. schmeicheln:
er flattiert seine/seiner Dame; laß dich nicht so lange f.
(landsch.; bittenV.: Es war fast ... lächerlich, wie der feine
Weltmann Deinen eigensinnigen Haudegen flattierte (Fus-
senegger, Haus 373).
flattrig: t flatterig.
Flatulenz [flatu'lents]. die; -. -en [zu TFlatus] (Med.): a)
Gasbildung im Magen od. Darm, Blähsucht; b) Abgang
von Blähungen: 0 welch eine ergiebige F., hinten stößt
ihm der Wahrheitstrieb raus und vom die freie Forschung
(Benn. Leben 17); Flatus ffla:tos]. der; -, - [...tu:s; lat.
flatus = das Blasen, Wind; Blähung] (Med.): Bläliung.
Fhtuse [fla'tu:zs]: f Fladuse.
flau [flau] <Adj.; -er, -leiste) [aus dem Niederd. < mniederd.
flau = matt, schwach, krank < mniederl. flau; H. u.l:
a) (in bezug auf gehegte Erwartungen od. innewohnende
Möglichkeiten zu) schwach, kraftlos, matt: eine -e Brise;
-e (veraltend; matte, verschwimmende) Farben; die Suppe
ist, schmeckt f. (landsch.: fad, geschmacklos): das Negativ
ist f. (Fol.; unterbelichtet, kontrastarm): b) leicht übel: ich
fühle mich f.; mir ist f. vor Hunger; c) (Kaufmannsspr.)
(in bezug auf Geschäftliches) nicht den Erwartungen
entsprechend; wenig gefragt, schlecht: das Geschäft, die Börse
ist f.; Kaffee [steht] f.; in meinem Geldbeutel sieht es
f. aus (ugs.; es ist nicht viel Geld darin): <Abl. zu a:)
flauen [flauan] <sw. V.; hat) (veraltet): svw. tabflauen:
der Wind Haut; zu b: Flauheit, die; -.
'Flaum [flaum], der; -[e]s: tFlom[en].
Vlaum [-]. der; -[e]s [mhd. pflüme, ahd. pflüma < lat.
plüma = Flaumfeder]: 1, Gesamtheit der Flaumfedern bei
Vögeln. 2. a) feiner, zarter Haarwuchs, bes. die ersten
weichen Haare eines Säuglings u. die ersten Barthaare eines
jungen Mannes: blonder, rötlicher F.; sein ... von hellem
F. bewachsener Unterarm (Gaiser, Jagd 98); Ü den F.
der Morgenfrühe (Schnabel. Marmor 109); b) weicher,
pelziger Überzug, samtene Haut: der F. des Pfirsichs, eines
Blattes.
flaum-, Flaum-: ^bart. der : erster, weicher Bart eines jungen
Mannes; ^feder, die: svw. t Daunenfeder; -haar, das: svw.
f2Flaum (2a); -weich <Adj.; o. Steig.; nicht adv): wie
2Flaum (2 a) so weich: das Baby hat eine -e Haut.
Flaumacher, der; -s, - [zu Tflau] (ugs. abwertend): svw.
TMiesmacher: Man schalt mich einen F. und Defätisten
(Niekisch. Leben 33).
Flaumer ['flaume], der; -s, - [zu tFlaum (1)] (Schweiz.):
svw. tMop.
flaumig ['flaumig <Adj.; nicht adv.): a) mit2Flaum bedeckt,
aus 2Flaum bestehend: -es Gefieder; -e Haut; b) (österr.)
weich u. locker / wie 2Flaum i: ein -er Stoff; Butter f. rühren.
Flaus [flaus], der, -es, -e (veraltet): svw. t Flausch; Flaus-:
t Flausch-; Flausch [flauJl. der; -[e]s, -e [niederd. Fluus(ch)
< mniederd. vlüs(ch) = Wollbüschel; Schaffell]: 1. dicker,
weicher Wollstoff mit gerauhter Oberfläche: ein Mantel
aus grünem F. 2. Mantel aus Flausch (1): seinen F. anziehen.
Flausch-: -iacke, die; -mantel, der; -rock, der.
flauschig ['flauju;] <Adj.; nicht adv.): weich wie Flausch:
sie hüllte sich in einen -en Bademantel; Flause ['flauza],
die; -, -n <meist PI.) [landsch. Nebenform zu tFlausch,
eigtl. = loses Fadenende, herumfliegende Wollflocke]: 1.
dummer od. lustiger, nicht ernst zunehmender Einfall,
Unsinn: er hat nur -n im Kopf. 2. Ausflucht, Ausrede: mach
keine -n!; „Ich bin Weltbürger!44 gestand ich. ..Keine -n!44
schrie man. „Sie machen sich verdächtig ...44 (Kesten.
Geduld 10).
flautando [flaptando]. flautato |...'ta:to] <Adv.) [ital. flau-
tando = flötend, flautato = geflötet, zu: flautare = flöten]
(Musik): mit flötenartiger Klangfarbe (durch Spielen nahe
am Griffbrett des Streichinstruments).
Flaute ['flqpta], die; -, -n [zu tflau]: 1. (Seemannsspr.) sehr
geringe Bewegung der Luft. Windstille: wegen der F.
konnten sie nicht segeln; Anläßlich einer längeren F. entkleiden
wir uns ... und springen kopfüber in das grüne ... Wasser
(Frisch. Stiller 204). 2. Zeit, in der keine Nachfrage nach
Waren, Gütern o. ä. herrscht: es herrscht eine allgemeine
F.; Auch im April hielt die F. an. Industrie hofft, daß
Fahrt ins Minus sich verlangsamt (Welt 12. 6. 67, 14).
3. vorübergehende Leistungsschwäche, lustlose Stimmung:
eine F. trat ein; die Mannschaft überwand ihre F. erst
in der zweiten Halbzeit.
Fbvon [fla'vo:n], das; -s, -e [zu lat. flävius = gelb]: 1.
<o. PI.) farbloser, fast wasserunlöslicher Grundbestandteil
der Flavone. 2. <PI.) in der höheren Pflanzenwelt verbreitete
farblose od. gelbfarbige chemische Verbindungen (z.T.
Farbstoffe, die als Färbemittel wichtig waren od. noch sind).
Fläz [flctsJ. der; -es, -e [aus dem Niederd., viell. zu: vlöte
= breiter Abrahmlöffel] (ugs. abwertend): plumper, roher,
flegelhafter Mensch, Lümmel; fläzen ['fle:tsn]t sich <sw.
V.; hat) (ugs. abwertend): in nachlässiger Haltung halb
sitzen, halb liegen; sich halb setzen, halb legen; sich
hinlümmeln, -flegeln: gähnend fläzte er sich auf dem/das Sofa;
Folglich fischte ich mir mein Malzeug und fläzte mich
hinter meine Laube (Plenzdorf, Leiden 47); <Abl.:> fläzig
rfle:tßj<;] <Adj.>: flegelhaft, lümmelhaft: er benahm sich f.
Flebbe ['fleba], die; -, -n [H. u.] (Gaunerspr.): a)
Legitimation-, Ausweispapier; b) (auch ugs.) Geldschein.
Flechse ['fleksa], die; -, -n [wohl zusgez. aus: Flechtsehne]:
Sehne, bes. von Tieren: das Fleisch hat viele -n; <Abl.:>
flechsig ['fleksi«;] <Adj.; nicht adv.): sehnig.
Flucht-: -arbeit, die: geflochtener Gegenstand, -band, das
857
Flechte
<PI. ...bänder): Ornament aus verschlungenen Bändern:
-korb, der; ^schuh, der: aus Lederriemen geflochtener
Schuh: ^ware, die <meist PI.): svw. tKorbware; ^ weide,
die: Vertreter einer Weidenart, die zum Flechten geeignete
Ruten liefert: Mverk, das: 1. von Hand od. maschinell herge-
stelltes Geflecht :\J Kein Tier... kann aus diesem F.
angeborener Erfahrungen ... heraustreten (Natur 30). 2. (Archit.)
a) aus Geflecht bestehende Wand, die mit Lehm verkleidet
ist: b) svw. t^band. 3. Reisigmatte zur Befestigung von
Böschungen: -zäun, der: aus Reisig geflochtener Zaun.
Flechte ['flehte], die; -, -n [mhd. vlehte = Flechtwerk,
Geflochtenes!: 1. (geh.) Zopf Sie trug lange blonde -n. 2.
Vertreter niederer Pflanzen aus Algen u.*Pilzfäden, die in
Symbiose leben u. zu krustigen, strauchigen Körpern
zusammenwachsen: der Baumstamm, der Stein war mit -n
überzogen. 3. schuppiger od. krustiger Hautausschlag: eine
nässende F. am Arm haben; flechten [flegln] <st. V.; hat) [mhd.
vlehten, ahd. fleh tan]: a) mehrere Stränge o.a. aus einem
hiegswnen Material regelmäßig ineinander schlingen: die
Haare zu einem Zopf f.; sie flocht die Blumen zu einem
Kranz; ich flocht mir ein Band ins Haar; b) durch
Ineinander schlingen von biegsamem Material herstellen: einen
Korb. Zopf f.; <Abl.:) Fechter, der; -s. -: jmd., der en\>.
flicht: Korbmacher.
Fleck [flek], der; -[eis, -e /vgl. Flecken u. Fleckchen/ [mhd.
vlec(ke), ahd. flec(cho). Grundbed. wohl = flaches,
breitgeschlagenes Stück]: 1. <auch: Flecken) verschmutzte
Stelle: Stelle, auf die durch Unachtsamkeit eine Flüssigkeit
0. ä. geraten ist, wodurch das betroffene Material in
Aussehen od. Wert beeinträchtigt ist: das Tischtuch hat einen
F., ist voller -e; Rotwein macht -e; einen F. entfernen,
auswaschen; "mach dir nur keinen F. ins Hemd! (salopp;
stell dich nicht so anf); einen F. auf der [weißen] Weste
haben (ugs.; etw. Unredliches, Ungesetzliches,
Unmoralisches getan haben). 2. (auch: Flecken) andersfarbige Stelle:
braune -e auf der Haut; die Katze hat einen weißen F.
auf der Brust; er hat von dem Sturz einen blauen F.;
Ü ein weißer F. auf der Landkarte (ein unerforschtes
Gebiet). 3. (ugs.) bestimmte Stelle. Punkt. Ort: ich stehe
schon eine Stunde auf demselben F.; ich rührte mich nicht
vom F.; der blinde F. im Auge (Med.; lichtunempfindliche
Eintrittsstelle des Sehnervs auf der Netzhaut): der gelbe
F. im Auge (Med.; Stelle der größten Sehschärfe auf der
Netzliaut); * nicht vom F. kommen (mit einer Sache nicht
vorankommen): wir sind heute mit der Arbeit nicht vom
F. gekommen; am falschen F. (wenn es nicht angebracht
ist): Sie ist am falschen F. energisch; vom F. weg (auf
der Stelle, sofort): er heiratete sie vom F. weg. 4. (auch:
Flecken) (landsch.): svw. tFlicken. 5. Kaidaune: der F.
(berlin.) hat/die -e (ostmd.) haben gut geschmeckt.
Fleck-: -entferner, der: svw. t Fleckenentferner; -fieber.das
[nach dem fleckigen Hautausschlag]: durch Läuse
übertragene Infektionskrankheit des Menschen: Ü (berlin.
abwertend:) er ist das reinste F. (er kommt sehr oft u. immer
wieder mit Fragen o. ä. zu jtnibn. u. fällt dem Betroffenen
dadurch lästig): ^schuß. der (Jägerspr.): Schutt, bei dem
Ziel- u. Treffpunkt zusammenfallen: ^seife, die: Seife zum
Entfernen von Flecken: ^stift. der: vgl. ^seife; -typhus,
der: svw. t ^fleber; -vieh, das: gefleckte Rinderrasse: ^was-
ser, das: svw. f Fleckenwasser.
Fleckchen [flek^n], das. -s. - [zu T Fleck (3)]: kleine Stelle
(meist in Verbindung mit „Erde"): ein herrliches F. [Erde];
flecken [flEkn] (sw. V.; hat) /vgl. gefleckt/ [mhd. vlecken
= beschmutzen; schlagen; vom Fleck schaffen, fördern]
(landsch.): 1. Flecke machen: Rotwein fleckt. 2. leicht
Flecke annehmen: Seide fleckt. 3. (Schidte) mit neuen Sohlen
od. Absätzen versehen. 4. vorangehen, vorwärtsgehen: die
Arbeit will heute nicht recht f.; Flecken [-], der; -s, -:
1. svw. T Fleck (1, 2, 4). 2.a) (früher) größeres Dorf mit
einzelnen städtischen Rechten: b) kleine Ortschaft, Dorf:
Draußen steht der schwarze Sanitätsgehilfe, der eine Art
kleines Hospital in dem F. Ikoma leitet (Grzimek. Serengeti
117).
flicken-, Flecken-: -entferner, der: svw. t ^entfemungsmit-
tel; ^entfernungsmittel, das: chemisches Mittel zum
Entfernen von Flecken ans Textilien: ^los <Adj.; o. Steig.): a)
keine Schmutz flecke aufweisend: die Hose ist wieder f.
sauber; b) (in bezug auf Benehmen od. Lebenswandel)
einwandfrei, tadellos: aber es gibt zahllose Zwischenstufen
zwischen ihnen und dem Idealbild des -en Fahrers (Auto
7, 1965, 33); ein -e Weste haben (nichts Ungesetzliches,
Unmoralisches getan Itaben), dazu: ^-losigkeit, die; -; ^was-
ser, das <P1. -wässer): svw. t^entfernungsmittel.
Fleckerl [flekcl], das; -s, -n [zu T Fleck] (österr.): a) kleiner
Fleck: b) <meist PI.) quadratisch geschnittenes Stück aus
dünnem Nudelteig als Beilage od. Suppeneinlage: <Zus. zu
b:) Fleckerlsuppe, die (österr.): Suppe mit Fleckerln als
Einlage, zu a: Fleckerlteppich, der (bayr.. österr.): svw.
tFlickenteppich; fleckig ['flEku;] <Adj.>: a) mit Flecken
(Fleck 1) bedeckt: eine -e Tischdecke; b) mit Flecken (Fleck
2) bedeckt, voller Flecke: ein -er Apfel; ein -es Gesicht,
dazu: Flgckigkeit, die; -; Fleckung, die; -: das Geflecktsein.
Fledderer ['fledore], der; -s, -: jmd., der fleddert: fleddern
[fiedln] <sw. V.; hat) [zu rotwelsch fladern = waschen]:
a) (Gaunerspr.) Wehrlose,bes. Leichen, ausrauben,
ausplündern: b) (ugs. scherzh.) herrenlos od. unbewacht
umherliegende Gegenstände wegnehmen, an sich nehmen: den
Schreibtisch eines Kollegen f.; beim Sperrmüll f.
Fledermaus ['fle:de-l, die; -, ...mause [mhd. vledermüs, ahd.
fledarmüs = Flattermaus, zu mhd. vlederen. ahd. fledarön
= f flattern]: kleineres, meist insektenfressendes Säugetier
mit Flughäuten zwischen den Gliedmaßen, das nachts fliegt
u. tagsüber beim Schlafen mit dem Kopf nach unten hängt:
<Zus.:) Fledermausärmel, der; weiter, in einem großen
Armloch eingesetzter Ärmel an Damenbekleidungsstücken: Fle-
dermausohren <PI.) (ugs.): große Ohren: fledern [flexten]
<sw. V.; hat) (ostmd.): werfen: er flederte das Buch auf
den Tisch.
Flederwisch, der; -[eis. -e [in Anlehnung an mhd. vlederen
= flattern < mhd. vederwisch]: 1. Gänseflügel.
Federbüschel mit Stiel zum Abstauben. 2. (ugs.) uwuhiger,
oberflächlicher Mensch.
Fleet [fle:t], das; -[e]s, -e [aus dem Niederd. < mniederd.
viel, eigtl. = fließendes Wasser]: schiffbarer Kanal in
norddeutschen Küstenstädten, bes. in Hwnburg.
Flegel['fle:g|],der;-s,-[l: mhd. vlegel.ahd. flegil < kirchen-
lat. flagellüm < lat. flagellum = Geißel. Peitsche; 2:
frühnhd. = Bauer, der den Dreschflegel schwingt]: 1.
(abwertend) ungeschliffener, schlecht erzogener junger'
Mann, Lümmel: sich wie ein F. benehmen; so ein F.!
2. (selten) svw. f Dreschflegel; <Zus. zu 1:> Flegelalter,
das: vgl. Flegeljahre; Flegelei [fle:g3'laj], die; -, -en
(abwertend): grobe Unliöfliclikeit. Ungezogenheit: man darf sich
diese -en nicht gefallen lassen; flegelhaft <Adj.; -er. -este)
(abwertend): sehr ungezogen, wie ein Flegel (1): ein -er
Bursche; sein Benehmen ist f.. dazu: Flegehaftigkeit, die;
-. -en: 1. <o. PL) das Flegelhaft sein: seine F. mißfällt mir.
2. flegellxafte Handlung. Äußerung: das war eine F. von
ihm, die ich ihm nicht verzeihen kann; flegelig [fle:g3lig]
<Adj.): svw. t flegelhaft; Flegeljahre <PI.>: durch
unausgeglichenes Wesen, Überheblichkeit, widerspenstiges Verhalten
gekennzeichnete Entwicklungsphase meist männlicher
Jugendlicher vor u. in der Pubertät: flegeln ['fle:gln], sich
<sw. V.; hat) (ugs. abwertend): sich in betont nachlässiger,
unmanierlicher Haltung setzen: er flegelte sich in einen
Sessel, aufs Sofa.
flehen [fle.an] <sw. V.; hat) [mhd. vlehen, ahd. flehan.
flehön]: 1. eindringlich, demütig bei jmdm. um etw. bitten:
der Gefangene flehte [beim König] um Gnade; ihre Augen
flehten um Hilfe; mit flehender Stimme; (veraltet:) jmdn.
um etw. f. 2. inständig, voller Verzweiflung zu jtndm. beten:
zu Gott, zum Himmel f.; <Abl.:) flehentlich <Adj.; nicht
präd.): eindringlich u. demütig, inständig, unter Flehen:
f. um etw. bitten, die Hände ringen.
flehmen ['fleman] <sw. V.; hat) [H. u.; vgl. obersächs. flem-
men = eine tückische Miene zeigen]: (meist von Pferden)
die Oberlippe in geschlechtlicher Erregung hochziehen.
Fleier usw.: vgl. Flyer usw.
Fleisch flajj]. das; -[e]s [mhd. vleisch. ahd. fleisc]: 1. das
von Bindegewebe umhüllte, weiche Muskelgewebe des
menschlichen u. tierischen Körpers: das rosige F. des
Säuglings; durch das Loch in der Bluse war das nackte F.
zu sehen; in der Wunde sah man das rohe (nicht von
Haut bedeckte, wunde) F.; der Hund hatte einen Fetzen
blutiges F. im Maul; der Riemen schneidet ins F. (in
die Haut) [ein]; auf der Bühne wurde viel F. (spärlich
bekleidete Mädchen) gezeigt; *sein eigen[es] F. und Blut
(geh.; seine! Kind er )\ er liebte seinen Adoptivsohn wie
sein eigenies] F. und Blut; etw. geht bndm. in F. und Blut
über (etw. wird jmdm. zur selbstverständlichen Gewohnheit,
858
Fleischer-
er beherrscht es. ohne überlegen zu müssen): diese
Handgriffe sind ihm in F. und Blut übergegangen; sich ins eigene
F. schneiden (sich selbst schaden): mit dieser Entscheidung
hast du dir/dich ins eigene F. geschnitten; vom F. fallen
(ugs.; abmagern). 2. (bibl.. geh.) der menschliche Körper
■mit seinen Begierdeni (im Unterschied zum Geist): der
Geist ist willig, aber das F. ist schwach (Matth. 26, 41);
dem F. erliegen (seinen Begierden nachgeben): das Wort
ward F. (Gott wurde Mensch: Joh. 1, 14). 3. die eßbaren
Teile von Tierkörpern: frisches, mageres, zähes,
geräuchertes F.; gekochtes, gebratenes, geschmortes F.; 1 kg F.
kaufen; sonntags gibt es F.; er mag, ißt kein F. 4. weiche,
eßbare Teile von Früchten u.a.. Fruchtfleisch: das F. des
Pfirsichs ist hell u. saftig; das weiße F. eines Pilzes. 5.
(Druckw.) nichtdruckende Teile der Oberseite einer
Drucktype: eine Schrift mit viel, wenig F.
fleisch-. Fleisch-: -abfalle <PI>: Hundefutter aus -n; -arm
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: mit wenig Fleisch (3): -e
Ernährung, Kost; -bank, die (österr.): a) (veraltet) Fleischerei:
b) Arbeits- u. Verkaufstisch des Fleischers: -bedarf, der:
der F. ist gleichgeblieben, gestiegen; -berg, der (ugs.):
großer, dicker Mensch: -beschau, die: I. amtliche
Untersuchung des zur menschlichen Nahrung bestimmten Fleisches
(3). 2. (ugs. scherzh.) lüsternes Betrachten wenig bekleideter
od. tief dekolletierter Frauen, die bei einer
bestimmten Gelegenheit (Schwimmbad. Ball o.a.) versammelt
sind, durch männliche Personen, zu 1: -beschauer,
der (Berufsbez.); -brocken, der: sich die F. aus der Suppe
fischen; -brot, das: mit gekochtem Fleisch (3) belegte
Brotscheibe: und die Großmutter ... machte sich einen ganzen
Teller voller -e (Böll. Haus 6); -brötchen, das: vgl. ^brot;
-brühe, die: durch Auskochen von Fleisch (3) u. Knochen
gewonnene Brühe: Bouillon: -brühwürfel, der:
würfelförmiges Erzeugnis aus konzentrierter Fleischbrülle, das.
in Wasser aufgelöst, wieder Fleischbrülle ergibt: -büch-
se, die: vgl. -konserve; -einläse, die: eine Gemüsesuppe
mit F.; -einwaage, die: die F. dieser Büchse beträgt 300g;
-esser, der: jmd.. der gerne u. viel Fleisch (3) ißt, -extrakt,
der: aus Fleisch/ brülle gewonnene pastenartige Masse als
Speisewürze: -färbe, die: svw. Kton; -färben, -farbig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von der Farbe der menschlichen
Haut, zartrosa: -e Unterwäsche; -faser, die; -fiulnis, die:
Zersetzung von Fleisch unter Geruchs- u.
Geschmacksveränderung: -fetzen, der: wir stolpern über glitschige F. (Re-
marque, Westen 87); -fliege, die: vgl. Aasfliege; -fondue,
das (Kochk.): Gericht, bei dem kleine Fleischstücke bei
Tisch in heißem öl gegart u. mit verschiedenen Soßen
gegessen werden: ^frei <Adj.; o. Steig.): svw. t ^los (1): Zweimal
die Woche müssen wir jetzt mindestens f. essen (Fallada,
Mann 134); -fressend <Adj.; o. Steig.; nur attr.>: -e Tiere;
-e Pflanzen (Pflanzen, die Insekten u.a. auf verschiedene
Weise anlocken, fangen u. verdauen): -fresser, der:
Raubtier, dessen Nahrung vorwiegend aus Fleisch (3) besteht:
(scherzh. von Menschen:) ... schmierte ihm Butterbrote
... wenn er in die Schule ging, denn sie legte alles darauf
an. ihn zum F. zu machen, schnitt dicke Scheiben rosig
schimmernden Bratens ab (Böll. Haus 117); -fülle, die
(österr., südd.): svw. t-fullung; -Füllung, die (Kochk.):
Füllung aus gehacktem Fleisch (3). Gewürzen u.a. für ein
Gericht: eine Pastete mit F.; -gang, der: Teil eines Menüs,
der aus einem Fleischgericht besteht: denn als letzten F.
verzehrte sie Lammsteak (Böll, Haus 105); -genuß, der
<o. PL): das Verzehren von Fleisch (3): er verzichtete auf
jeden F.; -Bericht, das: Gericht, in dem Fleisch (3) entlialten
ist: ^geschwulst, die (Med.): bösartige Bindegewebsge-
schwulst. Sarkom: -geworden <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(dichter.): (von abstrakten Begriffen) sich in einem ,
lebenden, Körper manifestierend, personifiziert: Trotz ihrer gar
nicht häßlichen Züge sieht sie aus wie die -e Bitterkeit
(Werfel, Himmel 128); -hacker, der (ostösterr. ugs.): I.
svw. t Fleischer. 2. grober, roher Mensch: -haken, der:
svw. t Fleischerhaken; -hauer, der (öster.): svw. t Fleischer:
Bäcker ... F. begegneten ihm. Jedermann grüßte (Roth,
Radetzkymarsch 102). dazu: -hauerei, die: Tüchtige
Ladnerin für F. dringend gesucht (Kronen-Zeitung 15. 12.
67,28); -Industrie, die; -karte, die: in Notzeiten
ausgegebene Karte, die zum rationierten Einkauf von Fleisch (3)
berechtigt: ^käse. der (südd.): ein dem Leberkäse ähnliches
Erzeugnis aus Fleisch (3). Eiern u. Gewürzen, das in einer
Form gekocht wird: ^klopfer, der: Küchengerät zum
Mürbeklopfen von Fleischscheiben: ^klops, der: svw. Nkloß;
-kloß, der: I. Kloß aus Hackfleisch. Eiern u. Gewürzen.
2. svw. t ^klumpen (2); -klößchen, das: Nudelsuppe mit
F.; -klotz, der: Hackklotz des Fleischers: ^klumpen, der
(ugs.): 1. großes Stück Fleisch (3). 2. (abwertend) großer,
unförmig dicker Mensch: -koch, der: Koch in einem
größeren Restaurant, der vor allem für die Zubereitung des
Fleisches (3) verantwortlich ist: ^koloß, der (ugs. abwertend):
svw. T ^klumpen (2); -konserve, die: Konserve, die in der
Hauptsache Fleisch (3) enthält: -konsum, der: der F. ist
stark gestiegen; -kost, die: svw. Knahrung; -krokette,
die (meist PI.): Rühreier. ... mit heißen -n (Hörn. Gäste
104);^küchel[-ky:cj],das[mhd.küechel = kleiner Kuchen]
(südd.): svw. ? Frikadelle; - laber I, das: svw. t^laibchen;
-laibchen, das (österr.): svw. tFrikadelle; ^los <Adj.; o.
Steig.): 1. (von Speisen u. Gerichten) ohne Fleisch (3):
ein -es Mittagessen; die -e (vegetarische) Küche; f. kochen.
2. <nicht adv.) mit nur wenig Fleisch (1), sehr mager u.
knochig: -e Hände; ein -es Gesicht; -marke, die: vgl.
^karte: Gerade schaden wir die Fleisch- und Fett- und
Zuckermarken ab (Kant. Impressum 341); -markt, der; -maschi-
ne. die (österr.): svw. T^wolf; -masse, die: vgl. ^füllung;
-mehl, das: getrocknete, zu Mehl gemalilene Fleischreste
als Viehfutter /; Mnesser, das: großes Messer zum
Schneiden von Fleisch: -nahrung, die: Nahrung, die aus Fleisch
(3) besteht: -pastete, die: Pastete mit Fleischfüllung:
^platte, die: Platte, auf der Fleisch (3) in Stücken zum Verzehr
angerichtet ist: ^portion, die: die F. war nicht sehr groß;
-preis, der: die -e sind gestiegen; -ration, die: die -en
waren sehr knapp bemessen; -saft, der: a) Saft von
ausgepreßtem rohem Fleisch (3); b) Flüssigkeit, die in einem
Stück Fleisch (3) enthalten ist: beim Grillen bleibt der
F. erhalten; -sabt, der: aus kleingeschnittenem Fleisch.
Mayonnaise. Gewürzgurken. Gewürzen u.a. hergestellter
Salat: ^schaf. das: Schaf, das wegen des Fleisches (u. nicht
wegen der Wolle) gezüchtet wird: ^schau, die (Schweiz.):
svw. Kbeschau (1), dazu: -schauer, der (Berufsbez.);
-scheibe, die; -schnitte, die; -schöberl, das (österr.): eine
Suppeneinlage in Form von Würfeln od. Rhomhoiden: -Seite,
die (Gerberei): die dem Körper zugewandte Seite der
tierischen Haut: Aasseite (Ggs.: Narbenseite); -selcher, der
(österr.): jtnd.. der Fleisch räuchert u. es verkauft
(Berufsbez.); -sorte, die; -soße, die: in der Art einer Soße
zubereitetes Gericht aus Hackfleisch u. Gewürzen. Haschee: -speise,
die; -stück, das; -Stückchen, das; -suppe, die: aus
Fleischstücken u. Gemüse gekochte Suppe: ^tag, der (fam.): /
Wochen tag. an dem es Fleisch (3) zu essen gibt: Sonntag
ist F.; ^ton. der (Malerei): der blaßrote Farbton, mit dem
auf Gemälden die menschliche Haut dargestellt wird: -topf,
der: schwerer Kochtopf zum Braten od. Kochen von Fleisch
(3): Ü zu Mutters Fleischtöpfen zurückkehren (ugs.; sich
wieder von seiner Mutter versorgen lassen): *sich nach den
Fleischtöpfen Ägyptens [zurücklsehnen (ein früheres
Wohlleben wieder herbeiwünschen: nach 2. Mose 16, 3);
-verarbeitend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): die-e Industrie; -Vergiftung,
die: Vergiftung nach dem Verzehr von verdorbenem Fleisch
(3); -vogel, der [Schweiz. Vogel = Gericht aus kleinen
Stücken Kalbfleisch, die einem Vogel ähneln] (Schweiz.):
svw. t Roulade; ^waren <P1.>: durch Trocknen. Salzen.
Erhitzen od. Räuchern zubereitete Fleischscheiben od. -stücke
(z. B. roher u. gekochter Schinken); -werdung, die (selten,
dichter.): Verkörperung des Göttlichen' in menschlicher
Gestalt: (bibl.:) Menschwerdung: mvoH". der [da er das
Fleisch gierig wie ein Wolf verschlingt]: Gerät, das Fleisch
(3) o.a. mit Hilfe eines sich drehenden Flügelmessers
zerkleinert u. durch eine Lochscheibe preßt, so daß eine
weiche Masse entsteht: Rindfleisch durch den F. drehen;
Ü der Unteroffizier dreht die Rekruten durch den F. (ugs.;
setzt ihnen mit militärischem Drill hart zu): ^-wunde. die:
Verletzung des Fleisches (1): eine stark blutende F. am
Bein; ^wurst, die: Wurst aus zerkleinertem Fleisch (3),
Gewürzen u.a.. die meist als Ring hergestellt wird.
Fleischer ['flailel. der; -s, - [spätmhd. vleischer, wohl gek.
aus: vleischhouwer, -hacker]: jmd., der Vieh schlachtet,
zerlegt, zu Fleisch- u. Wurstwaren weiterverarbeitet u. diese
verkauft: Metzger. Schlachter (Berufsbez.): er ist F., will
F. werden; zum F. (in die Fleischerei) einkaufen gehen;
er hat F. (ugs.; das Fleischerhandwerk) gelernt.
Fleischer-: -beil, das; -geselle, der; -haken, der: Stahlhaken
zum Aufhängen von Fleischstücken: Man habe die Herren
859
Fleischerei
an F.. hier unten durchs Kinn hindurch, aufgehängt (Kern-
powski. Uns 53); -handwerk, das <o. PI.): das F. erlernen;
^twnd, der: großer scharfer' Hund; ^Innung, die; -laden,
der; -lehrling. der; -meister, der; -messer, das: großes,
scharfes Messer; -pabne. die (ugs.): svw. T Schusterpalme;
^zunft, die.
Fleischerei [flaite'raj], die; -, -en: Betrieh, in dem Vieh
geschlachtet, zerlegt u. zu Fleisch- u. Wurstwaren
weiterverarbeitet wird, die verkauft werden; Metzgerei, Schlachterei;
Fleischerne l'flaijena], das; -n (südd.): svw. t Fleisch (3):
er ißt gern -s; Fleischeslust, die; -. ...lüste <PI. selten)
(geh.): die sinnliche, bes. die geschlechtliche Begierde:
Verflucht sollen sein alle Sünder, die der F. frönen (Simmel.
Stoff 374); fleischig <Adj.; nicht adv.): mit viel Fleisch
(1,4) /versehen/; dick: -e Hände; ein -es Gesicht; eine
Pflanze mit -en Blättern, eine -e Frucht; fleischlich <Adj.>:
1. <o. Steig.; nur attr.) (veraltend) aus Fleisch (1) bestehend.
Fleisch (3) enthaltend: -e Kost, Nahrung. 2. (geh., veraltet)
die körperlichen, sinnlichen, bes. die geschlechtlichen Triebe
u. Begierden betreffend: die -en Lüste; ein f. gesinnter
Mensch.
Fleiß IflaisJ. der; -es [mhd. vll3, ahd. flis): I. eifriges, auf
ein bestimmtes Lern, ziel gerichtetes, strebsames u.
unermüdliches Arbeiten; ernsthafte u. beharrliche Beschäftigung
mit einer Sache (Ggs.: Faulheit): mit unermüdlichem F.;
sein F. wurde belohnt, trug Früchte; Spr ohne F. kein
Preis! (nur wenn man besonders fleißig war und sich bemüht
hat. kann man auch entsprechende Erfolge erwarten). 2.
♦mit F. (veraltend, noch landsch.; absichtlich, vorsätzlich):
ich habe das mit F. [nicht] getan.
Fleiß-: ^arbeit, die: a) Arbeit, die viel Fleiß erfordert: das
Sammeln von Zahlenmaterial ist eine F.; b) (oft leicht
abwertend) Arbeit, die zwar mit viel Fleiß zusammengestellt
worden ist. aber nicht viele eigene Ideen enthält: Ärgerlich
bleibt diese engagierte F. nur. weil sie alle befriedigen
muß.die...(Spiegel48.1965. 151);
-aufgäbe,die:Schulaufgabe, mit der ein Schüler seinen Fleiß beweisen soll; -bild-
[chenj. das (landsch.): vgl. ^kärtchen; -kärtchen, das
(landsch.): Kärtchen, das ein Schüler als Belohnung für
Fleiß erhält: Minchen Lenz und Trautchen Meiser kriegen
wohl manchmal F. mit der Mutter Gottes drauf (Keun,
Mädchen 15); -priifung, die: Prüfung, bei der festgestellt
werden soll, ob ein Schüler, ein Student fleißig war u.
die zum Erhalt eines Stipendiums berechtigt ; -punkt. der
(landsch.): vgl. Kärtchen.
fleißig I'fl^jsi^] <Adj.>: a) unermüdlich u. zielstrebig
arbeitend, arbeitsam (Ggs.: faul 3): ein -er Schüler, Mitarbeiter;
mein Mann war heute sehr f. (hat viel getan, erledigt):
f. arbeiten, lernen; viele -e Hände (viele Menschen) haben
daran mitgearbeitet; b) (nur attr.> von Fleiß zeugend: eine
-e Arbeit; c) <meist adv.) (ugs.) (in bezug auf eine Tätigkeit
o.a.) in guttuender, nützlicher Weise regelmäßig, häufig:
du mußt f. Spazierengehen; f. (viel) trinken; (iron.:) er
mußte f. bezahlen; (seltener attr.:) er ist ein -er Besucher.
Fleiverkehr [fl*y-], der; -s [Kurzw. für Flug-Eisenbahn-Ver-
kehrj: durchgehende Abfertigung von Gütern beider
Beförderung auf verschiedenen Verkehrsmitteln.
flektierbar [flek'ti:?ba:s] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Sprachw.): (von einem Wort) so beschaffen, daß es flektiert
werden kann, sich flektieren lassend; flektieren [flEk'ti:ron]
<sw. V.; hat) [lat. flectere = biegen, beugen! (Sprachw.):
a) (ein Wort) in seinen granvnatisehen Formen abwandeln,
beugen; deklinieren od. konjugieren: ein Verb, ein
Substantiv f.; flektierende Sprachen (Sprachen, die die Beziehungen
der Wörter im Satz durch Flexion ausdrücken; Ggs.:
agglutinierende u. isolierende Sprachen): Deutsch ist eine
flektierende Sprache; b) (von einem Wort) die grattifna tischen
Formen in bestimmter Weise bilden: dieses Wort flektiert
stark, schwach.
flennen [flenan] <sw. V.; hat) [eigtl. = den Mund verziehen]
(ugs. abwertend): heftig weinen, heulen: der Kleine flennt,
weil er sich weh getan hat; hör auf zu f.!; <Abl.:> Flennerei
[flena'r^jj, die; -, -en.
Fleppe fflepal: f Flebbe: Meine -n sind sauber, mein Alibi
in Ordnung (Bredel, Prüfung 27).
fletschen ['fletjn] <sw. V.; hat) [mhd. vletschen, eigtl. =
den Mund breit ziehen, zu ahd. flas = breit, flach] meist
in der Wendung die Zähne/mit den Zähnen f.( von Tieren,
als Ausdruck der Aggression dem Gegner die Zähne zeigen):
der Hund, der Löwe fletscht die Zähne.
fletschern [flEtJcn] <sw. V.; hat) [nach dem amerik.
Ernährungsphysiologen H. Fletcher (1849-1919)] (Fachspr.):
Speisen langsam u. gründlich kauen (wodurch eine bessere
Ausnutzung der Naltrung erreicht werden soll).
Flett [flet], das; -[eis, -e [aus dem Niederd. < mniederd.
vlet(te) = Fußboden, Estrich; vgl. Fletz]: Wohn- u.
Herdraum im altniedersächsischen Bauernixaus.
Flettnerrotor ['fletnn-l, der; -s, -e [nach dem dt. Ingenieur
A. Flettner (1885-1961)]: Vortriebsebvichtung für Schiffe
in Form eines rotierenden Zylinders; Ftytnerruder, das;
-s, -: an der Hinterkante eines Hauptruders angebrachtes
Hilfsruder für Luftfahrzeuge.
Fletz [fle:t$, auch: flelß], das od. der; -es, -e [mhd. vletze,
ahd. flezzi. flazzi = geebneter Boden. Tenne, Lagerstatt]
(südd.): Hausflur.
fleucht [fl^t; fälschlich für: fleugt, ältere (frühnhd.) Form
von (er. sie. es) ..fliegt", t fliegen (1); als Reimwort zu
„kreucht" gebildet] meist redensartlich in: alles, was da
kreucht und fleucht (= kriecht und fliegt, d. h. alle Tiere),
und alle Kreatur, die geht und fleucht (Grzimek. Serengeti
48); (dazu scherzh. gebildeter subst. Inf.:) Tiere und ihre
Welt. Vom Kreuchen und Fleuchen. Studien zur
Fortbewegung (Hörzu 2. 1974.52).
Fleur [flo:^], die; -. -s [frz. fleur. eigtl. = Blume. Blüte
< lat. flös (Gen.: flöris)] (bildungsspr. veraltet): das Beste
von etwas, Zierde, Glanz; Fleuret [flo're:]. das; -s, -s [frz.
fleuret < ital. fioretto, t Florett]: vgl. Florett: Fleurette
[florEtl.dle; - [wohl zu frz. fleuret = Florettseide] (Textil-
ind.): durchsichtiges Kunstseidengewebe mit Kreppeffekt;
Fleurin [fle'riin]. der; -s, -s <aber: 30 Fleurin) [wohl nach
t Florin zu frz. fleur = Blume, t Fleur]: Verrechnungseinheit
der internationalen Organisation der Blumengeschäfte; Fleu-
rist[Aorist],der;-en,-en[frz. fleuriste.zu: fleur = Blume.
T Fleur] (veraltet): Blumenfreund, Blumenkenner; vgl. aber:
Florist; Fleuron [fle'rö:]. der; -s, -s [frz. fleuron. zu: fleur,
T Fleur]: 1. Blumenverzierung in der Baukunst u. im
Buchdruck. 2. <PI.) (Kochk.) zur Garnierung von Speisen
verwendete, ungesüßte Blätterteigstückchen; Fleurop [fl^yrDp,
'flo:np],die <meist o. Art.); - [Kurzwort für flores Europae
= Blumen Europas]: internationale Organisation der
Blumengeschäfte zur Vermittlung von Blu/nengeschenken an
auswärtige Empfänger: jmdm. Blumen durch F. schicken.
fleußt [fl^yst]: ältere Form von (er, sie, es),.fließt", t fließen.
Heute [110:0]: T Flute.
flexibel [fleksi.bl] <Adj.; ...Wer, -ste) [lat. flexibilis, zu
flectere, f flektieren]: 1. <nicht adv.) biegsam, elastisch: ein
flexibles Material; das Buch hat einen flexiblen Einband;
flexible Schuhsohlen. 2. (bildungsspr.) anpassungsfähig,
geschmeidig in bezug auf zu treffende Entscheidungen,
beweglich; eine flexible Haltung. Politik; in meinen Terminen
bin ich f.; f. verhandeln; die flexible Altersgrenze (gesetzlich
festgelegte Möglichkeit, als Mann vom 63. Lebensjahr an
Altersrente zu beziehen). 3. svw. tflektierbar; <Abl. zu
1 u. 2:) Flexibilität [...sibili'te:t]. die; -: 1. flexible (1)
Beschaffenheit; Biegsamkeit, Elastizität. 2. Fähigkeit des
flexiblen (2). anpassungsfähigen Verhaltens; flexible (2) Be-
sc/uiffenheit: Die ... Bürokratisierung verringert die zur
Übernahme technischer Neuerungen erforderliche F. (Sta-
mokap29); die große F. des Instruments der mittelfristigen
Finanzplanung (Bundestag 189. 1968. 10212); Flexiole©
[flEkslo.b], die; -. -n [Kunstwort]: flexible
Kunststoffverpackung (insbes. Tropfflasche od. -ampulle) für flüssige
Arzneimittel; Flexion [fleksio:n]. die; -. -en [lat. flexio]:
1. (Sprachw.) das Flektieren: die starke F. eines Verbs.
Substantivs. 2. (Med.) Beugung. Abknickung von
Körperorganen. 3. svw. t Flexur (2).
flexions-, Flexions-: -endung, die (Sprachw.): Endung, die
als Kennzeichen der Flexion an den Wortstamm angehängt
wird (z.B. Garten-s, lieb-te); ^fähtg <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): vgl. flektierbar; -lehre, die; ^los <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): ohne Flexion (1), beugungslos: -e Sprachen.
flexivisch [fl£'ksi:vij] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): die Flexion
(1) betreffend; Flexion (1) aufweisend; Flexodruck [' flekso-].
der; -[e]s (Druckw.): Hochdruckverfa/iren, bei dem die
Druckform aus Gufnmi od. Kunststoff besteht; Flexor
['fleksor. auch: ...so:$], der; -s, -en [flekso.ron; zu lat.
flectere, t flektieren] (Med.): Beugemuskel; Flexur
[fle'ksu:g], die; -, -en [lat. flexüra = Krümmung]: 1. (bes.
Anat.) Biegung, gebogener Abschnitt feines Organs]. 2.
(Geol.) bruchlose Verbiegung einer Gesteinsschicht.
860
Fliegen-
Flibustier IflibostiB). Filibuster [fili'bostel. der; -s. - [frz.
flibustier. engl, filibuster, wohl < älter engl, flibutor. free-
booter < niederl. vrijbuiter = tFreibeuter]: Angehöriger
einer Vereinigung westindischer Seeräuber in der zweiten
Hälfte des 17. Jh.s.
Flic rflik]. der; -s, -s [wohl < rotwelsch Flick = Knabe]:
volkst. frz. Bez. für Polizist.
Flteflac.t Flickflack.
flicht [fli<;t]: tnechten.
Fl|ck, der; -[e]s,-e (landsch.): svw. t Flicken: der Mann
sah den F. am Ärmel (Fussenegger, Haus 385).
Fljck-: -arbeit, die: Ausbesserungsarbeit: -en ausführen;
-fleck, der (ugs.): svw. t Flicken; -kästen, der: vgl. ^korb;
-korb, der: Korb, in dem Nähzeug u./od. auszubessernde
Textilien aufbewahrt werden; -läppen, der: svw. f Flicken;
-Schneider, der (veraltet, noch abwertend): Schneider, der
nur/ Ausbesserungs- u. Änderungsarbeiten ausführt: die
zerrissene Hose zum F. bringen; dieser erbärmliche F.
hat den Stoff verschnitten; -schuster, der: vgl. -Schneider:
Ü F* der Nation (in bezug auf die Sozialarbeiter in der
Bundesrepublik; Hörzu 41.1974. 56); -vers, der: inJialflieh
überflüssiger Vers zur bloßen Strophenfüllung: ^werk, das
<o. PL) (abwertend): zusammengestückelte, schlechte Ar-
beit; Stümperei: dieses Buch mußte F. bleiben; ^wort,
das <P1. ...Wörter): als Füllsel eingeschobenes Wort, das
keine inhaltliche Bedeutung hat (z. B. ..freilich", „wohl");
-zeug, das (ugs.): Material zum Flicken: das F. für das
Fahrrad ist in der Satteltasche.
flicken ['flikn] <sw. V.; hat) [mhd. vlicken = einen Fleck
(4) an- od. aufsetzen]: a) 'durch Aufsetzen eines Flickens
ausbessern: die Hose, den Fahrradschlauch, das Dach f.;
geflickte Schuhe tragen; die Fischer flickten ihre Netze;
b) (ugs.) stopfen: das Loch im Strumpf f.; c) (ugs.)
reparieren: derweilen die Schiffsingenieure die Maschinen zu f.
versuchen (Kantorowicz, Tagebuch I, 195).
Flicken [-]. der. -s. - (zu t flicken]: kleines Stück Stoff, Leder,
Gummi o. ä. zum Ausbessern od. zum Aufsetzen auf eine
beschädigte Stelle: einen F. ein-, aufsetzen.
Fljcken-: -decke, die: aus / bunten Stoffstücken od.
gehäkelten od. gestrickten Vierecken zusammengesetzte Decke (1);
-kiste, die: Kiste, in der Stoffreste aufbewahrt werden:
-teppich, der: aus Flicken hergestellter Teppich.
Flickerei [flika'r^j]. die; -. -en: allzu häufiges od. allzu langes,
als lästig empfundenes Flicken; Fljckerin, die; -, -nen: mit
Flickarbeit beschäftigte Frau.
Flickflack t'flikflak], der; -s. -s [frz. flicflac = klipp, klapp;
lautm.] (Turnen): mehrmals schnell hintereinander
ausgeführter Handstandüberschlag rückwärts.
Flieboot t'fli:-], das; -[e]s. -e [älter niederl. vlieboot]: 1. kleines
Fischerboot. 2. Beiboot.
Flieder fflhdB], der; -s. - [1: nach der Ähnlichkeit mit Flieder
(2); 2: niederd. Fleder < mniederd. vleder = Holunder]:
La) Zierstrauch mit weißen od. hell- bis dunkellila, stark
duftenden Blüten in Rispen: der F. blüht im Mai; b) blühende
Zweige des Fliederstrauchs: jmdm. F. schenken. 2.
(landsch.) Holunder.
flifider-, Flieder-: -baimi, der; -beere, die (landsch.):
Holunderbeere, dazu: -beersuppe, die (landsch.): Suppe aus
Holunderbeeren; -Mau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl.
-färben; -busch. der; -duft, der; -färben, -farbig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): von der Farbe des hellvioletten Flieders:
ein -es Kleid; -Strauch, der; -tee, der: Tee aus getrockneten
Holunderblüten, der schweißtreibend wirkt.
Fliese I'fli:gal, die; -. -n [1: mhd. vliege. ahd. fliege, eigtl.
= die Fliegende; 3: für frz. mouche]: 1. in zahlreichen
Arten vorkommendes, gedrungen gebautes kleines Insekt
mit zwei Flügeln u. kurzen Fühlern: eine dicke, zudringliche,
lästige F.; die -n summen, setzen sich auf das Fleisch;
eine F. verjagen, fangen, totschlagen; ich bin matt wie
eine F. (ugs.; erschöpft)', mit der [künstlichen] F. (einer
Nachbildung der Fliege) angeln; die Menschen starben,
fielen um wie die -n (starben in großer Zahl); Ü ihn stört
die F.. er ärgert sich über die F. an der Wand (ugs.;
ihn stört jede Kleinigkeit)-, * keiner F. etw. zuleide tun
[können] (von Natur gutmütig sein); zwei -n mit einer Klappe
schlagen (ugs.; einen doppelten Zweck auf einmal erreichen,
zweierlei Dinge mit einer Handlung tun): die, eine F. machen
(salopp; schnell weggehen; nach dem raschen Davonfliegen
der Fliegen): sie ... sagte ...: Machen Sie 'ne F. (Johnson,
Ansichten 147); Laß uns die F. machen (Petra 10, 1974,
142). 2. als Querschleife gebundene Krawatte: er trägt gern
karierte oder gestreifte -n. 3. schmales, gestutztes Bärtchen
auf der Oberlippe od. zwischen Unterlippe u. Kinn. 4.
(Schneiderei) gesticktes Dreieck zur Befestigung von Falten,
Nähten (xl. Tascheneinschnitten.
fliegen [fli:gn] <st. V.) /vgl. fleucht, fliegend/ [mhd. vliegen.
ahd. fliogan]: 1. sich mit Flügeln! aus eigener Kraft durch
die Luft bewegen <ist): der Vogel flog auf einen Baum;
die Biene fliegt von Blüte zu Blüte; die Schwalben fliegen
heute tief; Ein Käfer ist gegen die Lampe geflogen (Re-
marque. Obelisk 246); fliegende Fische (Fischart, die beim
schnellen Schwimmen aus dem Wasser schnellt). 2. sich
durch Auftrieb od. mechanischen Antrieb durch die Luft,
den freien Raum bewegen <ist>: das Flugzeug flog über
den Wolken; der Ballon ist sehr weit geflogen. 3. <f. +
sich; hat) a) bestimmte Flugeigenschaften haben: diese
Maschine fliegt sich gut, leicht; b) auf Grund bestimmter
Einflüsse in bestimmter Art u. Weise fliegen können: im Nebel
fliegt es sich schlecht. 4. <ist) a) sich mit einem Luftfahrzeug
fortbewegen: mit einer Rakete zum Mond f.; fährst du
mit der Bahn oder fliegst du?; von Frankfurt nach Köln
fliegt man (braucht man mit dem Flugzeug) 1 Stunde;
das fliegende Personal (Personal, das seinen Dienst an
Bord eines Flugzeugs verrichtet; Bordpersonal ! im Unter-
schied zum Bodenpersonal I); b) mit einem Luftfahrzeug
reisen: in den Urlaub f.; nach Berlin f. 5.a) die Fähigkeit
zum Steuern eines Luftfahrzeugs besitzen; den Beruf eines
Piloten ausüben <hat/ist>: ich kann, lerne jetzt f.; er fliegt
schon seit Jahren (ist seit Jahren Pilot); er hat/ist 10000
Stunden geflogen (hat als Pilot 10000 Stunden
Flugerfahrung); b) (ein Luftfahrzeug) steuern, lenkend fortbewegen
<hat): eine Maschine zum ersten Mal f.; eine Piper, f.;
c) fliegend zurücklegen (ist): die Polarroute, einen Umweg
f.; er ist 20000 km geflogen. 6. fliegendausführen,
durchführen, tätigen <hat/ist): eine Kurve, einen Looping f.; (Milit.:)
einen Angriff, mehrere Einsätze f. 7. mit einem Luftfahrzeug
befördern, transportieren <hat): Urlauber in den Süden
f.; Medikamente in das Katastrophengebiet f. 8. durch
äußeren Einfluß (meist Wind) bewegt werden (ist): die
Fahnen, ihre Haare fliegen im Wind; die Blätter fliegen
durch die Luft; meine Haare fliegen nach der Wäsche
oft (sind so leicht, daß sie nicht am Kopf anliegen). 9.
(geh.) sich unruhig, hastig bewegen, zittern (hat): er war
so aufgeregt, daß er am ganzen Körper flog; ihr Puls,
Atem flog. 10. (geh.) sich rasch wohin bewegen (ist): das
Pferd flog (galoppierte sehr schnell) über die Bahn; ich
flog nach Hause (eilte so rasch wie möglich nach Hause);
die Hand flog über das Papier (schrieb eilig); jmdm. um
den Hals f. (jmdn. in großer Gefühlsbewegung umarmen);
in fliegender (überaus großer) Eile. Hast; Ü ein Lächeln
flog über ihr Gesicht (war für einen Augenblick zu sehen).
11. ! irgendwohin i geschleudert, geworfen werden (ist): ein
Stein flog ins Fenster; die Funken flogen (sprühten) nur
so; (ugs.:) sie prügelten sich, daß die Fetzen flogen; der
Wagen flog aus der Kurve; beim Unfall durch die Scheibe
f.; beim Nachhausekommen fliegt die Schultasche in die
Ecke; Reklamebriefe fliegen bei mir sofort in den
Papierkorb (werden sofort weggeworfen); Ü ins Gefängnis, in
den Bunker f. (ugs.; ins Gefängnis kommen). 12. (ugs.)
hin!fallen, stürzen (Ist): auf die Nase f.; über das Geländer
f. 13. (ugs.) plötzlich, auf Grund von Verfehlungen
ausgeschlossen, entlassen werden (ist): von der Schule, aus der
Stellung f.; wenn er noch einmal zu spät kommt, fliegt
er. 14. (salopp) svw. f durchfallen (2 b) (ist): durchs
Examen, durch die Prüfung f. 15. von etw. stark angezogen
werden (ist): er fliegt auf blonde Mädchen; früher bin
ich auch aufschnelle Autos geflogen; Nicht alle Männer
fliegen auf sie. denn sie erscheint so vernünftig (Ruthe.
Partnerwahl 99).
Flkgen-: -draht, der: Drahtgewebe mit sehr kleinen Maschen
zum Schutz gegen Fliegen; -dreck, der: Kot der Fliege
in Form von kleinen schwarzen Pünktchen: der Spiegel war
fast undurchsichtig vor F.; -falle, die: svw. t
Venusfliegenfalle; -ISnger, der: 1. mit Fliegenleim bestrichener
Papierstreifen, der aufgehängt wird u. an dem die Fliegen
klebenbleiben: ein Idyll mit -n. Sesselschonern (Kant, Impressum
69). 2. svw. t ^Schnäpper; -fenster, das: Fenstereinsatz aus
Fliegendralu zum Schutz vor Fliegen; -fischerei, die: I als
Sport betriebener / Fischfang mit Hilfe künstlicher Fliegen;
-gesumm, das; -gewicht, das [nach engl, flyweight]: 1.
861
fliegend
<o. PI.) (Schwerathletik) leichteste Körpergewichtsklasse.
2.a) Sportler der Körpergewichtsklasse Fliegengewicht (1);
b) (ugs.) kleiner, leichter Mensch: du bist ja nur ein F.!.
zu 1: -gewichter [...gaviftlB], der; -s, -; -gift, das: Gift,
das Fliegen töten soll, -gitter, das: svw. T -draht; -glocke,
die: Glocke aus Glas od. Draht, die man über Speisen deckt,
um Fliegen fernzuhalten: -gott, der <o. PL): svw. t
Beelzebub; -klappe, die: svw. t-klatsche; -klatsche, die:
Klatsche it mit der man Fliegen totschlägt: -köpf, der [nach
der Ähnlichkeit des Abdrucks mit dem Kopf einer Fliege]
(Druckw.): umgekehrt in den Satz gestellte Letter zur
Kennzeichnung von unleserlichen od. fehlenden Stellen: Blockade:
-larve, die; -leim, der: klebrige Masse zum Fangen von
Fliegen: -netz, das: vgl. Moskitonetz; -pilz, der [da er
früher in Milch gekocht wurde, um damit Fliegen zu tötenl:
giftiger Blätterpilz mit weißen Punkten auf leuchtend rotetn
Hut: -plage, die; -Schimmel, der: Schimmel mit dunkel
getupftem Fell: vgl. Apfelschimmel; -schiß, der (salopp):
svw. T-dreck; Ü reg dich bloß nicht über jeden F. (über
jede Kleinigkeit) auf!; -Schnäpper, der: Vertreter einer
Familie insektenfressender Singvögel: -schrank, der: Schrank
mit einem Fliegenfenster zum Au/bewahren von Speisen:
-schwamm, der: svw. t-pilz; -schwärm, der; -wedel, der:
Wedel, Federbusdi zum Verjagen von Fliegen.
flkgend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): ohne festen Standort,
frei beweglich, umlierziehend: ein -er Händler; eine -e
Ambulanz; -e Würstchenbuden; -e Bauten (Bauwerke, die nicht
fest im Boden verankert sind u. jederzeit wieder ah- u.
aufgebaut werden können).
Flieger ['flhgel, der; -s. - [zu t fliegen]: I. jmd., der ein Flug-
zeug steuert: Flugzeugfülirer. Pilot: er ist ein erfahrener
F.; er will F. werden. 2. a) (ugs.) Angehöriger der Luftwaffe:
er meldete sich zu den -n; b) unterster Mannschaftsdiensh
grad bei der Luftwaffe. 3. Tier, das in bestimmter Art
u. Weise fliegt: Fasane sind schlechte F. 4. (ugs.) Flugzeug:
Draußen brummte gemütlich der F. vorbei ... (Böll, Haus
180); der Junge bekam zum Geburtstag einen F.
(Spielzeugflugzeug) geschenkt. 5.a) (Pferderennen) Pferd, das
über eine kurze Distanz Höchstleistungen erbringt: b)
(Radrennen) jmd., der über kurze Sprintstrecken ohne
Schrittmacher auf der Bahn (3 a) fälirt.
Flitter-: -abwehr, die (bes. Schweiz.): vgl. Flugabwehr (1).
dazu: -abwehrkanone, die: vgl. Flugabwehrkanone, -ab-
wehrrakete, die: vgl. Flugabwehrrakete; -ahzeidien, das
(Milit.): Abzeichen für verdiente Flugzeugführer: -alarm,
der: Alarm vordem Angriff feindlicher Flugzeuge: -angriff,
der: Angriff durch feindliche Flugzeuge: —aufnähme, die:
svw. f Luftaufnahme; -ausrüstung, die; -bier,das(landsch.
scherzh.): Erfrischungsgetränk aus Bieru. Limonade:
-bombe, die: von einem Flugzeug aus abgeworfene Bombe: -divi-
sion, die: svw. t Luftwaffendivision; -einwirkung, die <PI.
selten): Beschäiiigtu\g,Zerstörungo. ä. durch feindliche
Flugzeuge: ^aefahr, die <o. PL): bestehende Gefahr eines
Fliegerangriffs: -geschädigt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von
Zivilpersonen), durch einen Fliegerangriff geschädigt, dazu:
-geschädigte, der u. die <Dekl. f Abgeordnete);
-gesdiwader, das; -borst, der: Militärflugplatz mit allen
dazugehörigen Anlagen: -jacke, die: kurze enganliegende Leder jjacke
mit Strickbündchen: -kappe, die; -karte, die: svw. T
Luftfahrtkarte; -korps, das: Großverband der Luftwaffe:
-krankheit, die: Bez. für verschiedene Krankheitsbilder, die
durch den Streß des Fliegens beim Flugpersonal auftreten
können u. die bes. durch nervöse Erschöpfungszustände
gekennzeichnet sinil: -Offizier, der; -rennen, das: 1.
(Radrennen) Balvirennen (1) über kurze Sprintstrecken ohne
Schrittmacher. 2. (Pferdesport) Rennen über kurze Distanzen bis
14(X)m; -schule, die: Ausbildungsstätte für Flieger: -sieht.
die: das Gesehenwerden vom Flugzeug aus: Verdunkelung
ist ein Schutz gegen F.; -Staffel, die (Milit): Einheit der
Luftwaffe: -truppe.die; -tuch.das: auf der Erde
ausgebreitetes Tuch, das als Orientierungshilfe für den Flugzeugführer
dient: -wetter, das: so schlechtes Wetter, doli man nicht
fliegen kann: -Zulage, die: Aufwandsentschädigung für alle
Dienstgrade der Luftwaffe.
Fliegerei [fli:g3'r^j], die; - (ugs.): alles, was mit dem Fliegen
zusammenhängt: Flugwesen: die F. aufgeben; sich der F.
verschreiben; Fliegerin, die: -, -nen: w. Form zu t Flieger
(1); fliegerisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): das Fliegen,
die Fliegerei betreffend: -es Können beweisen: aus
gesundheitlichen Gründen die -e Laufbahn aufgeben.
Flieh-: -bürg« die: vor- u. frühgeschichtliche
Befestigungsanlage, die in Notzeiten von der Bevölkerung zum Schutz
aufgesucht wurde: -kraft,die: svw. f Zentrifugalkraft, dazu:
-kraftkupphing, die (Technik): Kupplung, bei der die zu
kuppelnden Teile durch Fliehkraft aneitiandergepreßt
werden.
fliehen ffliian] <st. V.; ist) /vgl. fliehend/ [mhd. vliehen.
ahd. fliohan]: 1. sich aus einer Gefahr od. Notlage eiligst
u.lod. heimlich entfernen: davonlaufen, entweichen, die
Flucht ergreifen: vor dem Feind, vor einem Unwetter f.;
ins Ausland f.; der Gefangene ist bei Nacht über die Grenze
geflohen; bei Kriegsende mußten sie f. (die Heimat
verlassen): Ü die Zeit flieht (dichter.; verrinnt schnell: nach lat.
tempus fugit); das Motorengeräusch floh wie
Wolkenschatten (Gaiser. Jagd 31). 2. (geh.) vorjmdm.. etw. ausweichen:
meiden: die Gesellschaft, den Lärm der Stadt f.; Ü der
Schlaf flieht mich seit Tagen (geh.; ich kann nicht schlafen)'.
(Ikhend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): schräg nach hinten
verlaufend, zurückweichend: eine -e Stirn; sein -es Kinn
chirurgisch korrigieren lassen.
Fliese [fli:z3], die; -, -n [aus dem Niederd. < mniederd.
vlise = Steinplatte]: a) meist viereckige Platte aus Steingut.
Stein, Kunststoff od. Glas als wasserdichter u. hygienischer
Wand- u. Fußbodenbelag: das Bad mit -n auslegen; der
Fußboden war mit bunten -n belegt; b) kurz für
tTeppichfliese; fliesen ['fli:zn] <sw. V.; hat): mit Fliesen auslegen:
die Wand f.; der Schulhausflur war weiß, blau, rot gefliest
(Augustin, Kopf 20).
Fliesen-: -belag, der; -[fußlboden, der: mit Fliesen belegter
Fußboden: -leger, der: Handwerker, der Fliesen verlegt
(Berufsbez.).
FlieB [fli:s], das. -es, -e [mhd. vlie3, zu Tfließen] (veraltet,
noch landsch.): Bach.
Fließ-: -arbeit, die <o. PI.): Arbeitsmethode in der Industrie,
bei der verschiedene zusammenhängende Arbeitsvorgänge
lückenlos aneinandergereiht werden: Autos in F. herstellen;
-band, das <PI. -bänder]: mechanisch bewegtes Band, auf
dem bei der Fließarbeit die Werkstücke von einem
Arbeitsplatz zum anderen befördert werden: am F. arbeiten; sie
steht den ganzen Tag am F.; ein Gerät am F. fertigen;
am Tag rollen hier 70 Autos vom F. (werden fertiggestellt),
dazu: -bandarbeit.die: Arbeit am Fließband, -bandarbeiter,
der: Arbeiter, der vorwiegend am Fließband arbeitet, -band-
arbeiterin. die: w. Form zu f-bandarbeiter. -bandferti-
gung. die: Fertigungstechnik, bei der der Transport der
Werkstücke durch Fließbänder erfolgt: -bhtt, das:
Löschblatt: -ei, das: svw. tWindei; -erde, die (Fachspr.): an
stark geneigten Hängen in langsame Bewegung geratene
Erd- u. Schuttmassen: -fertigling, die: Fertigung in
Fließarbeit: -gewisser, das (Fachspr.): fließendes Gewässer:
-grenze, die (Technik): Grenzpunkt für den Übergang vom
elastischen zum plastischen Zustand eines Werkstoffes bei
mechanischer Belastung od. Beanspruchung: -heck, das:
Heck bei Kraftfahrzeugen, das schräg nach hinten abfällt
(Ggs.: Stufenheck): ein neues Automodell mit sportlichem
F.; -komma, das: vgl. -kommaautomatik; -kommaauto-
matik.die: Fähigkeit eines elektronischen Rechetiautomaten,
das Komma an die rechnerisch richtige Stelle zu setzen:
vgl. Festkomma; -laut, der: svw. t Liquida; -methode,
die: vgl. -arbeit; -papier. das [da Tinte u. Farbe darauf
verfließen]: svw. t Löschpapier; -pressen,das; -s (Technik):
Verfahren zur Herstellung von Holilkörpern: -satz. der
<o. PI.) (Druckw.): Satz, in dem Kleinanzeigen o/me
besondere Hervorhebungen u. ohne Abstände gesetzt werden:
-Straße, die: Anordnung von Arbeitsplänen u. Maschinen
entsprechend dem Ablauf der einzelnen Arbeitsgänge bei
der Herstellung eines Produkts: eine vollautomatische F.
mit Robotern; -System, das: vgl. -arbeit; -verfahren, das:
vgl. -arbeit; -wasser, das <o. PI.) (Touristik): fließendes
Wasser im Zimmer : Zimmer mit F. zu vermieten.
flieflbar ffli'.sba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.):
so beschaffen, daß es fließen (1) kann: Als Energieträger
kommen praktisch alle -en Brennstoffe. Elektrizität oder
Heißdampf in Betracht (MM 1. 3. 74, 37); fließen ['fli:sn]
<st. V.; ist) /vgl. fleußt/ [mhd. vliejen, ahd. fli03an]: l.a)
(von flüssigen Stoffen, bes. Wasser) sich gleichmäßig u.
ohne Stocken fortbewegen: das Wasser fließt spärlich [aus
der Leitung]; der Bach fließt am Haus vorbei; aus der
Wunde floß Blut; ein fließendes Gewässer; das Zimmer
hat kein fließendes Wasser (keinen Anschluß an die Wasser-
862
flirten
leitung); Ü der Sekt floß in Strömen (es wurde viel Sekt
Betrunken); es ist sehr viel Blut geflossen (viele Menschen
wurden verwundet od. getötet); b) strömend irgendwohin
gelangen: die Isar fließt in die Donau; die Elbe fließt
(mündet) in die Nordsee; Ü die Steuergelder flössen ins
Ausland; der Gewinn floß in seine eigene Tasche; c) sich
ohne Stauung od. Stockung < von einem Ort zu einem
anderen bewegen: der Verkehr fließt ununterbrochen durch
diese Straße; der fließende Verkehr (der Verkehrsfluß auf
einer Straße); der elektrische Strom fließt durch die
Leitung, fließt von plus nach minus; Ü alles fließt {alles
verändert sich ständig; Übersetzung des griech. Ausspruchs pan-
ta rheT, der Heraklit [um 500 v.Chr.) zugeschrieben wird);
d) ineinander übergehen* keine festen Grenzen. Umrisse
aufweisen: die Grenzen zwischen diesen Fachgebieten sind
fließend; fließende Übergänge. 2. igrößere Mengen von/
Flüssigkeit abgehen: der Wasserhahn fließt; die Quelle fließt
reichlich; er war so erkältet, daß seine Nase
ununterbrochen floß. 3. in bestinuntem Maße zur Verfugung stehen,
vorhanden sein: die Gelder, Gaben fließen jetzt reichlicher;
die Nachrichten flössen spärlich; unsere Quellen für diesen
Abschnitt der Geschichte fließen reichlich (es gibt viel
Forschungsmaterial). 4. ohne Stocken, übergangslos.
mühelos hervortreten, herauskommen: die Worte flössen aus
ihrem Mund; die Verse fließen ihm nur so aus der Feder;
er spricht fließend (perfekt) Russisch. 5. weich u. wellig
nach unten fallen: das Haar fließt weich auf die Schultern;
ein Kleid aus fließender Seide.
Fliflls ['flifisl. der; -. - [H. u.l (Trampolinturnen): zweifacher
Salto mit Scltraube.
Flimmer ['flimcl, der; -s, - [rückgeb. aus t flimmern]: 1.
<o. PI.) (dichter.) zitternde Lichterscheinung, zitternder
Glanz: der Flimmer der Sterne, des Mondes. 2. <o. PI.)
(dichter.) wertloser Schein, nichtiger Glanz. 3. (B\o\.) feiner,
kurzer, beweglicher Protoplasmafortsatz, der der Nahrungs-
aufnalime. der Ausscheidung od. Fortbewegung dient. 4.
(veraltet) svw. tGlimmer (1).
fljmmer-, Fljmmer-: -epithel, das (Bio!.): oberste, mit
Wimpern versehene Zellschicht vieler Schleimhäute; ^frei <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.): (von Bildern) nicht von
Flimmern (1) begleitet: Sucher: ... -er Dauerreflexsucher
(Fotomagazin 8, 1967, 63); Sie erfassen auch
niederfrequente Vorgänge vollkommen f. (Elektronik 12,1971. 138);
-härchen, das: svw. t Flimmer (3); -kästen, der: svw. J
leiste; -kkte.die (scherzh.): 1. (veraltend) a) Kino; b)
Filmvorführgerät. 2. Fernsehapparat; -Skotom, das (Med.):
Sehstörung mit Verdunkelung des Gesichtsfeldes, wobei
dessen äußere Grenze als flimmernde Linie erscheint; ^zelle,
die: vgl. Flimmer (3).
flimmerig ['flimand: T flimmrig; flimmern ['flimen] <sw. V,;
hat) [zu veraltet flammern = unruhig, zitternd flammen.
zu t flammen!: 1. Licht in vielen kleinen, zitternden Punkten
zurückwerfen; unruhig, zittrig leuchten, funkeln: das Wasser
flimmert in der Sonne; der Film flimmert schon stark;
am Himmel flimmerten die ersten Sterne; über der
Autobahn flimmerte die Luft, die Hitze; es flimmert mir vor
den Augen; Ü diese Sendung ist schon mehrmals über
die Bildschirme geflimmert (ugs.; im Fernsehen gesendet
worden)'. <subst.:> das Flimmern des Herzens (Med.;
unregelmäßige Bewegung der Herzmuskulatur im Bereich der
Herzkammern u. der Vorhöfe). 2. (landsch.) blank putzen,
glänzend reiben: die Stiefel, den Fußboden f.; flimmrig
['flimru;] <Adj.>: flimmernd: Fern, auf Weißensee zu, waren
hinter einem -en Hitzeschleier die mächtigen Kessel des
Gaswerks zu sehen (Schnurre, Bart 101).
flimsig I flimzi^] <Adj.) (landsch.): alt u. abgenutzt: Diese
Spielzeuglifts von Paris! Flimsige Gefängnisse, knarrend,
hustend, oben offen, nach der Seite offen (Remarque,
Triomphe 365).
Flinder ['flmdvl. der; -s, - od. die; -, -n [frühnhd. Flinderl
(veraltet): svw. T Flitter; <Zus.:)Fljnderhaube,die: vomMA.
bis ins 17. Jh. zur Festkleidung der Frauen gehörende, bes.
bei der Hochzeit getragene Haube, die mit Flitter benätit
war.
flink [flink] <Adj.; -er, -leiste) [aus niederd. flink = blank,
glänzend]: sich rasch u. geschickt bewegend od. arbeitend:
ein -es Mädchen; Mit -en Fingern öffnete Pippig Jacke
und Hemd (Apitz, Wölfe 102); sie ist f. wie ein Wiesel;
er öffnete f. das Paket; Ich könnte hinzufugen, daß mir
damals... die Arbeit überhaupt besonders f. von der Hand
ging (K. Mann, Wendepunkt 299); er hat ein -es Mundwerk
(kann schnell sprechen, schlagfertig antworten); Er ist klein,
hat einen Spitzbart und -e Augen (Augen, die sich rasch
u. wach beobachtend bewegen; Remarque. Obelisk 98).
fljnk- (geh.): -fiißig <Adj.>: sich rasch u. geschickt
Ifortbewegend: sie kam f. daher; ^händig <Adj.): mit flinken
Händen: f. das Gemüse putzen; ^züngig <Adj.>: mit flinker
Zunge, schlagfertig: f. antworten.
Fljnkheit, die; - [zu t flink]: das Flinksein.
Flins [flins], der; -es. -e. Flinse ['flinzal. die; -. -n [ostniederd..
sorb. blinc, mlinc „dünner Buchweizenkuchen44!
(landsch.): a) Eierkuchen; b) Kartoffelpuffer.
Flinserl ['flmzel], das; -s. -n [viell. zu spätmhd. vlinsen =
zittern; schimmern) (österr.): a) svw. t Flitter (1); b) kleines
I hingeworfenes j Gedicht.
Flint [flint], der; -[eis, -e [mniederl. vlint, urspr. =
Steinsplitter] (veraltet): Feuerstein; Flinte fflinta], die; -. -n [gek.
aus Flintbüchse, -röhr, zu T Flint (der den Zündfunken
lieferte)!: Jagdgewehr mit einem od. zwei glatten Läufen
für den Schrotschuß: die F. am Riemen über der Schulter
tragen; er schoß auf alles, was ihm vor die F. kam; Ü
der soll mir nur vor die F. kommen (ugs.; mit dem werde
ich abrechnen): *die F. ins Korn werfen (ugs.; eine Sache
aufgeben, weil man den Mut verliert od. keine Ausdauer
hat; urspr. vom Soldaten, der seine Waffe in dem zum
Schlachtfeld gewordenen Kornfeld wegwirft): wegen dieser
Schwierigkeit brauchst du doch nicht gleich die F. ins
Korn zu werfen.
Fl|nten-: -knall, der; -kugel. die; -lauf, der; -schaft, der;
-schloß, das; -schrot, der; -schuß, der; -weib, das
(abwertend): Frau, die , berufsmäßig j eine Waffe trägt od. der
man zutraut, daß sie eine Waffe benutzen würde: Eine Frau,
die raucht, wäre für Muhammad so eine Art F., vor dem
man sich in acht nehmen muß (Hörzu 29, 1974, 20).
Fljntglas, das; -es [engl, flint glass. zu: flint = Feuerstein.
Kiesel, verw. mit tFlintJ: sehr reines, für optische Zwecke
verwendetes Glas; Fljntstein, der; -[e!s, -e: svw. T Flint.
Flinz [flint^l. der; -es, -e [wohl zu schwäb.. bayr. Flins
= Schieferplatte, Sandstein < mhd. vlins, ahd. flins =
Kiesel, Stein]: 1. feinkörniger, meist dunkler, bituminöser
Kalk u. Schiefer. 1. feine, sandige Sedimentablagerung im
Alpenvorland.
Flip [flip], der; -s. -s [1: engl. flip. zu: to flip = leicht
schlagen; 2: gek. aus engl, flip jump. zu: to flip = schnellen]:
I. alkoholisches Mischgetränk mit Ei. 2. (Eiskunstlauf,
Rollkunstlauf) nach dem Einstechen mit der Zacke des
Schlittschuhs ausgeführter Sprung mit einer vollen Drehung
und Landung auf dem gleichen Bein, mit dem abgesprungen
wurde.
Flipflop [flipfbp], das; -s. -s [engl, flip-flop (circuit); lautm.]:
svw. t Flipflopschaltung: Hierzu wird das entsprechende
F. des Ringzählers über das Gatternetzwerk auf den
Ausgang 23 geschaltet (Elektronik 12,1971,408); <Zus.:> Fljp-
flopschaltung, die: Kippschaltung in elektronischen Geräten.
flippen fflipn] <sw. V.; hat): svw. tflippern: <subst.:> Ich
war ... zum Flippen (das ist ein neuer Ausdruck für das
Spiel mit Automaten, andere sagen ..Flippern44) (MM 9.
II. 65. 3); Flipper ['flipe], der; -s, - [zu engl, to flip =
schnipsen, schnellen]: Spielautomat, bei dem man eine Kugel
möglichst lange auf dem abschüssigen Spielfeld halten muß:
den ganzen Abend am F. stehen; <Abl.:> flippern ['flip^n]
<sw. V.; hat) (ugs.): an einem Flipper spielen: wollen wir
f. ?; <subst.:> Mike... lud mich zum Flippern ein (Ossowski,
Bewährung 36).
flirren ffliran] <sw. V.; hat) [wohl Vermischung von
flimmern mit schwirren] (geh.): unruhig, zitternd glänzen,
flimmern: die Luft flirrte.
Flirt [floert, auch: flirt], der; -s, -s [zu t flirten]: a) Bekundung
von erotischer Zuneigung durch ein bestimmtes Verhalten,
durch Gesten. Blicke od. scherzlxafte Worte: ein kleiner,
harmloser F.; es begann mit einem F. an der Bar; F.:
Trockenkurs der Liebe (Hörzu 5,1974,28); Ü Der General
... bringt es jetzt fertig, zugleich eine Achse mit Bonn
zu schmieden,§§elnen F. mit Chruschtschow zu beginnen
... (Dönhoff, Ära 130); b) unverbindliche erotische
Beziehung von meist kurzer Dauer; Liebelei: einen F. mit jmdm.
haben, anfangen; flirten ['flcertn, auch: 'flirtn] <sw. V.;
hat) [engl, to flirt, H. uj: jmdm. durch ein bestimmtes
Verhalten, durch Gesten. Blicke od. scherzhafte Worte seine
erotische Zuneigung bekunden; auf nette, unverbindliche Art
863
Flirterei
eine erotische Beziehung atizubalinen suchen: er flirtete den
ganzen Abend mit ihr; sie flirtet gern; U Moskaus
Zerwürfnis mit Peking geschickt ausnutzend, flirteten die Rumänen
immer dann mit Rotchina, wenn... (Spiegel 22, 1966, 76);
<Abl.:> Flirterei [floerta'r^j, auch: flirta'r^j], die; -: allzu
häufiges od. allzu langes Flirten: er kann die F. nicht lassen.
Flitsdieii ['fli:tJ«U. das; -s. -n [Vkl. von oberd. Flitsch(en)
= Mädchen, eigtl. = Flügel, viell. aus tF(I)ittich] (österr.
ugs): svw. tFlittchen; Flittchen ['flitfan]. das; -s, - [wohl
zu t Flitter, flittern] (ugs. abwertend): leichtlebiges
junges Mädchen, das sich wahllos mit Männern einläßt u. zu
sexuellen Beziehungen hergibt, um sich zu amüsieren od.
sich aushalten zu lassen: „Wir haben jetzt eine Menge
italienischer F. im Betrieb, ... die machen alles, was von
ihnen verlangt wird (v. d. Grün, Glatteis 59); auf ein
F. hereinfallen; er hat sich mit einem F. eingelassen.
Flitter ['flitel, der; -s. - [rückgeb. aus t flittern]: 1. glitzernder
Schmuck. Metallplättchen zum Aufnähen auf Kleidungsstük-
ke: ein Kostüm mit aufgenähten -n. 2. <o. Pl.> (abwertend)
billiger, unechter, wertloser Schmuck, täuschender Glanz:
ihr ganzer Schmuck war nur F.
Flitter-: -glänz, der: svw. t Flitter (2); -goM, das: sehr dünn
ausgewalztes Messingblech, als Ersatz für Blattgold: -kram*
der: svw. tFlitter (2); -Staat, der <o. PI.) (geh.): festliche
Kleidung mit Flitter: -tand, der (veraltet): svw. tFlitter
(2); Mverk. das: svw. tFlitter (2).
'flittern ['Arten] <sw. V.; hat) [eigtl. = sich unruhig hin
u. her bewegen, spätmhd. = flattern, Nebenf. von t flattern]
(selten): svw. f flimmern.
Gittern [-] <sw. V.; hat) [rückgeb. aus t Flitterwochen] (ugs.
scherzh.): sich in den Flitterwochen befinden: Flitterwochen
<PI.) [frühnhd. Flitterwoche, zu mhd. vlittern = flüstern,
kichern, liebkosen]: die ersten Wochen nach der
Eheschließung: die F. in Rom verbringen; in die F. fahren; <Abl.:)
Fljttenvöchner [-vob^ib]. der; -s. - [nach t Wöchnerinl (ugs.
scherzh.): Ehemann in den Flitterwochen.
Flitz [flitß], der; -es. -e [mniederd. flitse < frz. fleche <
afrank. *fliugika. zu f fliegen]: 1. (veraltet) Pfeil 2. (berlin.
salopp abwertend) Spleen: die hat ja 'nen F.. geht bei
der Hitze mit Handschuhen; die mit ihrem F.; <Zus.:)
Fljtzbosen. (landsch. auch:) Fljtzebogen, der [mniederd.
flitsbögen]: Bogen zum Abschießen von Pfeilen (als Kinder-
spielzeug): er schnitzte sich einen F. aus Eschenholz;
David? Das ist doch der. der den gräßlichen Riesen mit
seinem Flitzebogen umgelegt hat? (Kant. Impressum 102);
'gespannt sein wie ein F. (ugs.; sehr neugierig auf den
Ausgang einer Sache sein): flitzen t'flilßn] <sw. V.; ist)
[eigtl. = wie ein tFlitz (1) sausen, eilen] (ugs.): 1. sich
sehr rasch [mit einem Fahrrad. Auto. Boot o.a.]
fortbewegen: eben mal zum Bäcker f.; um die Ecke f.; die Maus
flitzte unters Bett; der Wagen flitzte über die Autobahn;
mit dem Motorboot über den See f. 2. als Flitzer (3)
auftreten: <Abl.:> Ritzer, der; -s. - (ugs.): 1. kleines,
sportliches schnelles Fahrzeug: einen F. fahren; er wollte ihr
mit dem roten F. imponieren; die Urlauber jagten in
kleinen -n über das Wasser. 2. jmd.. der schnell laufen kann:
Libuda und Held, die beiden F. und Techniker im
Dortmunder Sturm (Welt am Sonntag 5. 12. 65. 9). 3. svw.
f Blitzer (1): Die „Streaker". wie sie in Amerika heißen,
schlagen Jetzt auch in Europa als nackte „Flitzer44 zu
(Berl. Morgenpost 9. 3. 74, 1); Kaum rannten in den
USA ein paar Studenten nackt durchs Gelände, tauchten
auch bei uns die ersten F. auf (Berl. Morgenpost 26.
3. 74,1). 4. (ugs.) Jugendlicher, der ständig zu irgendwelchen
Unternehnuingen unterwegs ist. 5. svw. t Flittchen. 6. (Boxen
Jargon) Boxer, der ständig schnell ausweicht, ohne seiner-
seits anzugreifen: Flitzeritis [flit$3'ri:tis]. die; - [zu tflitzen]
(scherzh.): Durchfall.
floaten fflootn] <sw. V.; hat) [engl, to float, eigtl. =
schwimmen, treibenj (Wirtsch.): (vom Außenwert einer Währung)
durch Freigabe des Wechselkurses schwanken: um die
deflatorische Wirkung des 18-Milliarden-Defizits zu mindern,
ließ Frankreichs Regierung nicht nur den Franc f.. sondern
... (Spiegel 15, 1974, 106); Floating ffloutiQ]. das; -s. -s
[engl, floating] (Wirtsch.): durch Freigabe des
Wechselkurseseingeleitetes Schwanken des Außenwertes einer Währung
in einem System fester Wechselkurse: das F. hält noch an.
FlobertaewehrCflo^rt-.auch: flo'be.'g-. flob€:^-],das; -[eis.
-e [nach dem frz. Waflentechniker N. Flobert (1819-1894)]:
leichte Handfeuerwaffe mit innen glattem Lauf.
F-Loch [ef-], das; -[e]s. F-Löcher: Schalloch in Form eines
f (fad. \) bei Streichinstrumenten.
flocht [fbxt], flöchte ['floate]: t flechten.
Flock- [fbk-]: -druck, der: svw. t^print; -print, der; -[s]
[aus engl, flock printing. aus: flock = Flocke u. printing
= das Drucken] (Textilw.): Stoffdruckverfahren, bei dem
das Muster durch aufgeklebten Faserflor erzeugt wird,
wodurch eine samtartige Oberfläche entsteht: -seide, die:
wirres Fadenmaterial der äußeren Schiciu des Seidenkokons.
FHfckchen ['floekpn]. das; -s. -: f Flocke (1).
Flocke ['fbkal. die; -. -n [mhd. vlock(e) = Schnee-.
Blütenflocke. Funke. Wollflocke, ahd. floccho = Wollflocke]:
1. <Vkl. tFlöckchen) a) kleines, leichtes, lockeres Stück
emes faser- od. fadenförmigen Stoffes: beim Spinnen fielen
-n auf den Boden; b) kurz für f Schneeflocke: der Schnee
fiel in dicken -n; c) kleines Stückchen von Schaum od.
einer weichen Masse: Man läßt die Masse in dicken -n
in die kochende Brühe laufen (Hörn. Gäste 166). 2. (meist
PI.) zu kleinen, dünnen Plättchen gequetschtes Getreidekorn
od. Kartoffel: Hafer, Mais zu -n verarbeiten. 3. kleiner
weißer Fleck auf der Stirn von Haustieren, bes. von Pferden.
4. <PI.) (salopp) Geld: ... ist Waffenhandel für uns ganz
interessant geworden. Bringt Zaster. Flocken (Degener.
Heimsuchung 53); <Abl.:) flocken ['fbkn] <sw. V.; hat)
(geh.): Flocken bilden, sich zu Flocken zusammenballen;
in Form von Flocken in Erscheinung treten: Wie unsere
Pferde schnauben, der Schaum aus ihren Mäulern flockt!
(Dwinger, Ercie 175).
flocken-, Flocken-: -bast, der (Fachspr.): durch chemische
od. mechanische Aufbereitung aus Flachs od. Hanf
gewonnene Faser: -Mume, die: Vertreter einer Gattung der
Korbblütler mit vielen Arten (z. B. Kornblume); -förmig <Adj.;
o. Steig.): -e Wollreste; -tanz, der <o. PL): vgl. ^Wirbel;
-tuch, das: svw. t Floconne; Mvebe <Adv.): in Flocken:
-wirbel, der (geh.): wirbelnd fallender Schnee: man konnte
in dem F. nichts sehen.
flockig [fbkic] <Adj.; o. Steig.): in Form von Flocken, wie
Flocken: -er Schaum; Flgckung, die; -. -en: Subst. zu f flok-
ken.
Floconne [flokD'ne:], der; -[s], -s [frz. floconne, 2. Part, von:
floconner = in Flocken fallen, zu: flocon = Flocke <
lat. floccus]: weicher Mantelstoff mit flockiger Außenseite.
Flödel ['fl0:dl], der; -s. - [H. u.]: schmaler Zierstreifen am
Rand von Decke u. Boden bei Streichinstrumenten.
flog [flo.k]. flow [fl0:gd]: t fliegen.
floh[flo:]: T fliehen.
Floh [-]. der; -[eis. Flöhe [ftaa; 1: mhd. vlö(ch). ahd. flöh;
2: viell. nach einem Vergleich des schnellen Ausgebens
von Geldmünzen mit dem Weghüpfen der Flöhe]: I. sehr
kleines, flügelloses, blutsaugendes Insekt, das sehr gut
springen kann u. auf Vögeln. Säugetieren u. Menschen
schmarotzt: der F. hüpft, springt; einen F. fangen; von
einem F. gebissen werden; Flöhe knacken (ugs.; durch
Zerdrücken töten)'. Der Hund ist ein von Flöhen bewohnter
Organismus, der bellt (Leibniz; Tucholsky, Werke I. 26);
R lieber [einen Sack (voll)] Flöhe hüten [als diese Arbeit
tun]; U das Geschäft mit den billigen .,Flöhen"
(Branchenjargon für Taschenbücher; Spiegel 22. 1966. 110); 'imdm.
einen F. ins Ohr setzen (ugs. abwertend; imdm. einen
Gedanken, einen Wunsch eingeben, der diesen dann nicht mehr
ruhen läßt): mit der Reise nach Korsika hat er ihm einen
F. ins Ohr gesetzt: jmd. hört die Flöhe husten/niesen (ugs.
abwertend; jmd. will besonders klug u. vorausschauend
erscheinen): Sie hören die Flöhe husten und machen andere
mit ihrer inneren Unruhe ganz nervös (Bild u. Funk
43. 1966. 68). 2. <PI.> (salopp) Geld: keine Flöhe mehr
haben; Je größer der Gewinn ist, um so mehr halten sie
ihre Flöhe zusammen (Hörzu 42, 1975, 20).
Floh-: -beißen in der Fügung angenehmes F.! (ugs. scherzh.;
gute Nacht .0; -biß, der; -hüpfen, das; -s: Kinderspiel, bei
dem man kleine bunte Planchen in einen Becher schnipsen
muß: ^kifert der: Vertreter einer Familie von Käfern, die
gut springen können: Erdfloh: -kino, das (ugs.): kleines
Vorstadtkino: Er ... sah sich in einem F. ... einen uralten
amerikanischen Cowboy film an (Kuby. Sieg 410); -kiste*
die (ugs. scherzh.): 1. Bett. 2. svw. t-kino; -kraut, das
[früher als Mittel gegen Flöhe verwendet]: Vertreter der
Familie der Korbblütler mit gelben Blüten: -krebs, der:
Vertreter einer Ordnung im Wasser lebender Krebse:
-märfilt [-me:r[i]t], der; -s, -e[n] (Schweiz.), -markt, der:
864
Flosse
Markt, auf dem Trödel u. gebrauchte Gegenstände verkauft
werden: Trödelmarkt: Opas Truhe und die Speicher
geplündert für ersten Flohmarkt in den Quadraten (MM 30.
9. 71.4); -spiel, das: vgl. -hüpfen; -zirkus. der:
zirkusähnliche Vorführung mit Flöhen, die bestimmte Kunststücke
ausführen.
flöhe ffte:* t fliehen.
flöhen t'ftoan] <sw. V.; hat) [zu tFlohJ: 1. nach Flöhen
absuchen: den Hund f.; die Affen flöhten sich [gegenseitig].
2. (ugs.) a) gründlich / nach Wertgegenständen od.
Schmuggelware; durchsuchen, eine Leibesvisitation bei jmdm.
vornehmen: die Zöllner haben mich ganz schön geflöht; b)
jmdm. auf betrügerische Weise sein Geld abnehmen: beim
Pokern geflöht werden.
Flom[en]['flo:m(3n)].der;-s[ausdemNiederd. < mniederd.
vlöme]: Bauch- u. Nierenfett vom Schwein, aus dem Schmalz
hergestellt wird. Vgl. 'Flaum.
Flop [fhp], der; -s. -s [engl. flop. eigtl. = das Hinplumpsen]:
1. kurz für t Fosbury-Flop. 2. a) Mißerfolg: b) Niete:
Solange der „Grand Prix ..." besteht, ... hat die deutsche
Auswahlkommission -s ins ... Schlager-Derby geschickt
(Spiegel 17, 1975, 145).
floppen ['fbpn] <sw. V.; hat/ist) (Leichtathletik Jargon):
im Fosbury-Flop springen: sie floppte über 1.87 m; Flpp-
sprinaer, der; -s, - (Leichtathletik): Springer, der im
Fosbury-Flop springt.
'Flor [flo:?], der; -s, -e <PI. selten) [aus lat. in flöre esse
= in Blüte stehen, zu: flös (Gen.: flöris) = Blume, Blüte]
(geh.): l.a) Blumen-, Blütenfülle, Blütenpracht: der Zauber
des herbstlichen -s; der Garten steht jetzt im schönsten
F.; b) Fülle, Menge blühender / schöner j Blumen [der
gleichen Arti; Fülle, Menge von Blüten leiner Pflanze 1: ein
F. duftender Rosen; eine Pflanze mit dichtem, reichem,
magerem F.; Ü ein F. reizender Damen. 2. Wohlstand.
Gedeihen: die Wirtschaft kommt wieder in F.
2Flor [-], den -s, -e, selten: Flöre ffte.re; niederl. floers.
wohl < frz. velours = Samt, t Velours]: l.a) feines, zartes,
durchsichtiges Gewebe: ein festliches Kleid aus F.; b) kurz
für t Trauerflor. 2. aufrecht stehende Faserenden bei Samt.
Plüsch u. Teppichen: ein Teppich mit dickem F.
Flor- (2FIor): -band, das <PI. -bänder): svw. t2Flor (1 b);
-fliese, die: zartes, hellgrünes Insekt mit großen,
durchsichtigen Flügeln: -post«die <o. PI.): svw. t-postpapier; -post-
papier, das: dünnes, durchsichtiges, aber glattes u. festes
Luftpost ipapier: -strumpf, der (Textilind.): dünner,
durchsichtiger Strumpf: - teppfch, der: Teppich mit l hohem 1 2Flor
(2).
Flora ['flo:ra], die; -, ...ren [nach dem Namen der
altrömischen Frühlingsgöttin, zu lat. flös = Blume]: 1.
'systematisch erfaßte Pflanzenwelt eines bestimmten Gebietes: die
F. Skandinaviens. 2. Bestimmungsbuch für die Pflanzen
eines Gebiets: eine F. von Deutschland herausgeben. 3.
Gesamtheit der natürlich vorkommenden Bakterien in einem
Körperorgan: die F. des Darmes ist gestört; floral [flo'ra:!]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. flös (Gen.: flöris)
= Blume]: mit Blumen (als Muster), geblümt: -e Dessins.
Floren- [f Flora (1)] (Geobotanik): Clement, das: Gruppe
von Pflanzenarten, -gattungen usw.. die bestimmte
Gemeinsamkeiten besitzen, insbes. Artengruppe etwa gleicher
geographischer Verbreitung, die am Aufbau der Pflanzendecke
eines bestimmten Gebietes beteiligt ist: geographisches F.;
genetisches F. (Artengruppe mit gemeinsamem
Ursprungsgebiet, jedoch unterschiedlicher geographischer
Verbreitung): -gebiet, das: durch bestimmte Florenelemente
(insbes. Pflanzengattungen u. -arten) charakterisiertes
Teilgebiet eines Florenreiches (mit einer auf Grund der
geographischen u. klitnatischen Verhältnisse einheitlichen
Pflanzenwelt): -geschichte, die: Geschichte der Entwicklung u.
wechselten Verbreitung der Floren u. ihrer Pflanzen: -regkm,
die: vgl. -gebiet; -reich, das: einer der sechs (od. sieben)
pflanzengeographisch einheitlichen Erdräume, die jeweils
durch bestimmte Florenelemente (insbes. Gruppen von
Pflanzenfamilien) charakterisiert sind, eine unterschiedliche Ent-
stehungs- u. Entwicklungsgeschichte haben u. in
Florengebiete (Florenregionen) untergliedert werden: das australische,
das kapländische F.
Florentiner [floren'ti:ne], der; -s. - [nach der ital. Stadt
Florenz]: 1. Damenstrohhut mit breitem, schwingendem
Rand. 2. flaches, rundes, halbseitig mit Kuvertüre
überzogenes Gebäckstück aus einer gekochten Mischung von Zucker.
Honig. Fett u. Milch, der gehackte Mandeln od. Nüsse
hinzugefügt sind.
flore pleno ['flo.re p!e:no; lat. = mit voller Blüte, aus
flös (t'Flor) u. lat. plenus = voll] (Gartenbau): (von der
gärtnerischen Zuchtform einer Pflanze) mit vermehrten
Blumenkronblättern, mit gefüllten Blüten: Abk.: fl. pl.; Flo-
res ['flo:re:s] <P1.) [lat. flöres. PI. von flös. t'FIor]: 1.
(Pharm.) getrocknete Blüten/teile/ als Bestandteile von
Drogen. 2. /improvisierte/ Gesangsverzierungen in der ma.
Musik: Floreszenz [flores'tßentß], die; -, -en [zu lat. flöres-
cens (Gen.: flörescentis), 1. Part, von: flörescere =
aufblühen] (Bot.): 1. Blütezeit. 2. Gesamtheit der Blüten einer
Pflanze: Blütenstand: Florett [flo'ret]. das; -[e]s. -e [frz.
fleuret < ital. floretto, eigtl. = kleine Blume. Knospe;
nach dem knospenähnlichen Knopf, der bei Fechtübungen
auf die Spitze gesteckt wurde]: 1. Stoßwaffe mit biegsamer,
vierkantiger Klinge u. Handschutz: mit dem F. fechten.
2. <o. PI.) svw. tFlorettfechten: er hat im F. gewonnen.
Florett-: -fechten, das; -s (Sport): das Fechten mit dem
Florett als sportliche Disziplin: -fechter, der; -seide, die
[nach ital. fioretto di seta = Auswahlseide] (Textilind.):
aus den kurzen Fadenenden des Kokons gesponnene
Abfallt seide.
florettieren [flore'thren] <sw. V.: hat) (selten): mit dem
Florett fechten: florid [flo'ri.t] <Adj.; -er. -este) [lat. flöridus
= blühend] (Med.): (von Krankheiten) voll entwickelt,
stark ausgeprägt, rasch fortschreitend: florieren [flo'ri:ren]
<sw. V.; hat) [lat. flörere = blühen]: sich /geschäftlich/
günstig entwickeln, gedeihen: blühen: die Wirtschaft floriert;
eine florierende Anwaltspraxis besitzen; Ü
Grammatikfehler florieren bei Suhrkamp. seit man dort die Böcke zu
Gärtnern macht (Deschner, Talente 325); Florileg [flori-
*Ie:k]. das; -s. -e. Florilegium [flori'le^om]. das; -s. ...ien
[...pn; zu lat. flörilegus = Blumen. Blüten sammelnd,
also eigtl. = Blütenlese] (veraltet): 1. svw. t Anthologie.
2. a) Auswahl aus den Werken von Schriftstellern der Antike:
b) Sammlung von Aussprüchen u. Redewendungen: Florin
[flo:'ri:n], der: -s. -e u. -s [mlat. florinus = (Florentiner)
Gulden, zu lat. flös (Gen.: flöris) = Blume (nach der
florentinischen Wappenlilie auf seiner Rückseite)]: a)
niederl. Gulden: Abk.: [h]fl.; b) ehemalige englische
Silbermünze (zwei Shilling): Abk.: fl.. Fl.; Florist [flo'nst]. der;
-en, -en [1: zu t Flora; 2: zu lat. flös (Gen.: flöris) =
Blume]: 1. Kenner u. Erforscher einer Flora (1). 2.
Blumenbinder (Berufsbez.); vgl. aber: Fleurist; Florjstik, die; -:
1. Wissensclmft von den natürlichen Verbreitungsgebieten
der Pflanzenarten u. -sippen, floristische Geobotanik (Zweig
der Pflanzengeographie). 2. das Arbeitsgebiet des Floristen:
Fkrjstin.die; -, -nen: w. Form zu t Florist; florjstisch <Adj.;
o. Steig.): 1. die Flora od. die Floristik (1) betreffend,
zu ihr gehörend. 2. die Floristik (2) betreffend, zu ihr
gehörend: Floskel ['fbskl], die; -. -n [lat. flösculus = Blümchen,
also eigtl. = Redeblume, schmückender Ausdruck]:
nichtssagende Redensart: formelhafte, leere Redewendung: eine
höfliche, abgedroschene F.; <Abl.:> flgskehaft <Adj.; -er,
-este): in der Art einer Floskel: eine -e Ausdrucksweise.
floß [Ads]: f fließen; Floß [flo.s], das; -es. Flöße ffte:»; mhd.
vlös.ahd. flös. zu t fließen in der alten Bed. „schwimmen"]:
l.a) flaches Wasserfahrzeug aus zusammengebundenen
schwimmfähigen Materialien (wie Holz. Bambus. Schilf
o.a.) zur Beförderung von Personen u. Waren: mit einem
F. den Fluß hinabfahren; b) mehrere, zum Transport auf
fließenden Gewässern zusanvnengebundene Baumstämme,
die durch die Strömung fortbewegt werden. 2.
Schwimmkörper an der Angelschnur, der die Schwebelage des Köders
im Wasser bewirkt: Schwimmer.
Floß-: -boot, das: svw. t Schlauchboot; -brücke, die:
behelfsmäßige Brücke aus zuscunmemebundenen Baumstämmen:
-fahrt, die; -nasse, die: (in Stauanlagen) geneigte Rinne,
in der Flöße vom oberen ins untere Wasser schwimmen:
-haken, der: mit Haken versehene, lange Holzstange, mit
der die Flöße (1 b) gelenkt werden: -holz, das: Holz, das
geflößt wird.
flößbar [,fl0:sba.^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t flößen]:
(von Bächen u. Flüssen) für Flöße (1 b) geeignet, befahrbar:
Flosse ffbsa]. die; -. -n [mhd. v!o33e, ahd. flo33a. zu t fließen
in der alten Bed. „schwimmen4*]: 1. der Fortbewegung u.
Steuerung dienendes, fächerförmiges, aus Haut u. Knorpel
bestehendes Organ im Wasser lebender Tiere: der Fisch
spreizt die -n. 2. Nachbildung einer Flosse (1) aus Gummi
55 GDW
865
flösse
o.a., die Schwimmer u. Taucher über die Füße streifen,
um sich schneller fortbewegen zu können: Schwimmflosse.
3. feststehender Teil des Leitwerks an Flugzeugen.
Luftschiffen. ! Unter 'Wasserfahrzeugen: er kam von hinten gegen
die höher fliegende Maschine und hatte sie messerschmal
vor sich, die hohe F.. den Rumpf (Gaiser, Jagd 91). 4.
(ugs. scherzh. od. abwertend) a) Hand: ..Nimm deine -n
von der Dame", sagte sie. ..Du bist hier nicht zu Hause41
(Klrst, 08/15, 562); du könntest dir auch mal wieder die
-n waschen; R reich mir die F., Genosse; b) <meist PI.)
Fuß: ,.Du faules Schwein**, erhob sich ein Geschrei. ..zieh
deine -n ein. siehst du denn nicht, daß die gnädige Dame
über dich hinfallen muß ..." (Fussenegger, Haus 246);
Jmdm. auf die -n treten; flösse ['Acesal: tfließen; Flösse!
[■ftesl]. das; -s. - [Vkl. zu TFlosse! <meist PI.) (Zool.):
eine der bei verschiedenen Fischen zahlreich vorkommenden
hintereinander/legenden kleinen Rückenflossen: <Zus.:)
FIQssebal. der: aalförmiger Raubfisch Westafrikas.
Vertreter einer Gattung der Flösselhechte: F)$ssehecht, der:
Vertreter einer altertümlichen Ordnung der Knochenfische, bes.
in Süß- u. Brackwassern Afrikas vorkommender, auch in
Aquarien gehaltener Raubfisch: flößen ['fUr.sn] <sw. V.; hat)
[mhd. vloejen. vloetzen = fließen machen! schwemmen,
zu t fließen]: l.a) Baumstämme als Flöße (1 b) befördern:
das Holz wurde zur Flußmündung geflößt; b) mit einem
Floß (1) transportieren: Waren f. 2. mit einem Floß (1)
fahren, übersetzen: er wurde sofort ruhig, wenn sie ...
ihm ausmalte, wie sie später am Fluß miteinander f. und
angeln würden (Fr. Wolf, Menetekel 122). 3. jmdm. eine
Flüssigkeit in kleinen Mengen durch den Mund eingeben:
einflößen: dem Kranken Suppe in den Mund f.; Nina
fing es mit dem Löflelchen auf. um es ihr von neuem
zwischen die blauen Lippen zu f. (Rinser, Mitte 100);
FlQssenfiißer (so fachspr.). FlgssenfiiBler, der: svw. f Robbe;
Flößer ['fl0:sBl. der; -s. - [zu tflößen]: jmd.. der ein Floß
(1) begleitet u. steuert (Berufsbez.): er wollte F. werden;
Flößerei [fl0:»'r»j]. die; -: das Flößen da): Daher blieb
nur die Benützung der Flüsse zur F. und Trift (Mantel.
Wald 40); die F. hat in Nordeuropa noch große Bedeutung.
Flotation [flota'tßio.n], die; -. -en [engl. flo(a)tation. zu:
to float = schwimmen (lassen)] (Technik, bes. HUttenw.):
Aufbereitung. Sortierung von [mineralischen!
Stoffgemischen durch Feinstverteilung in Wasser u. Beigabe
schäumender Chemikalien, die bestimmte wertvolle Bestandteile (ins-
bes. Erzteilchen) an Gasblasen angelagert nach oben treiben:
flotatfv [flotati:fl <AdJ.; o. Steig.): die Flotation betreffend,
dazu gehörend.
Flöte [flöte], die; -. -n [mhd. vloite < afrz. flaute <
aprovenz. flaut. H. uj: 1. (Musik) rohrförmiges
Blasinstrument aus Holz od. einer Silberlegierung, dessen Tonlöcher
mit Klappen od. den Fingern geschlossen werden: [die/auf
der] F. blasen, spielen. 2. eine Labialstimme bei der Orgel.
3. hohes, schlankes / Sekt glas. 4. (Skat) eine (wie die Töne
einer Tonleiter) fortlaufende Reihe von Karten gleicher
Farbe: die [ganze] F. von Pik auf der Hand haben; Ü eine
ganze F. von Autos stand an der Kreuzung. 5. (salopp)
Penis: flöten ['fl0:tn] <sw. V.; hat): l.a) (selten) laienhaft
Flöte (1) spielen: viele aber harrten und flöteten, schlugen
Lauten und Pauken (Th. Mann. Joseph 142); b) Töne
hervorbringen, die wie Flötentöne klingen: die Amsel flötete;
Der Wind begann ... heimtückisch auf unserer Takelung
zu flöten (Leip, Klabauterflagge 17); c) (landsch.) pfeifen:
er flötete fröhlich vor sich hin. 2. mit einschmeichelnder,
hoher Stimme sprechen, sie flötete in den süßesten Tönen;
„Die Freude ist ganz meinerseits!" flötete Frau Melanie
(Wendtland, Eisprinzeßchen 23). 3. (salopp) die Fellatio
ausüben (vgl. Flöte 5).
flöten-, Flöten-: -artig <Adj.; o. Steig.): -e Töne
hervorbringen; -böser, der: jmd.. der Flöte (1) bläst: -konzert, das:
Konzert für Flöte (Dm. Orchester: -musik, die; -register,
das: ein zu den Flöten (2) gehörendes Register bei der Orgel:
-solo, das: / künstlerisches / Solospiel auf der Flöte (1);
-spiel, das; -Spieler, der; ^ton, der <P1. ...töne), von der
Flöte hervorgebrachter Ton: zarte Flötentöne erklangen;
*imdnu die Flötentöne belbrinoen (ugs.; jmdn. scharf
zurechtweisen, um ihm anständiges Benehmen beizubringen:
wohl nach der veralteten Wendung ..in Flötentönen [ =
in sanfter Weise] reden"); m*t. die: durch ein Uhrwerk
betriebenes mechanisches Musikinstruntent mit Pfeifen:
-vwerk. das: 1. kleine Orgel, die nur Flöten (2) hat. 2.
Gesamtheit der Flötenregister einer Orgel: -Würger, der:
Vertreter der Familie der Würger, ein bes. in Australien
vorkommender, krähenä/inlicher Singvogel mit
flötenartigem Gesang.
flötengehen <unr. V.; ist) [zu gaunerspr. Flöte verhüllend
für „Gefängnis"] (ugs.): a) verlorengehen, abhanden
kommen: mein ganzes Geld ist dabei flötengegangen; wichtige
Zeit ging dabei f.; b) entzweigehen: zwei Teller gingen
flöten.
flotieren [flo'ti:ren] <sw. V.; hat) [nach engl, to float. t
Flotation] (Technik, bes. Hüttenw.): (Erz) durch Flotation
aufbereiten: Flotigol [floti'go.i]. Flotol [flo'to:!]. das; -s, -e
[Kunstwort] (Technik): bei der Flotation zugesetztes Mittel,
durch das die Oberflächenspannung herabgesetzt wird.
Flötist [flo'tist]. der; -en. -en [zu T Flöte (1)]: jmd.. der
'berufsmäßig! Flöte spielt: ein virtuoser F.; wir suchen noch
einen -en für unser Hauskonzert; Flötjstin, die; -. -nen:
w. Form zu t Flötist.
Flotol: t Flotigol.
flott [fbt] <Adj.; -er, -este) [4: aus niederd. flot maken
= ein Schiff fahrbereit, schwimmfähig machen, zu mnie-
derd. vlot = das Schwimmen, zu: vleten = fließen;
schwimmen; 3: über die Studentenspr. aus dem Niederd., Tflott
(4)]: 1. (ugs.) a) rasch, flink, mit Schwung: eine -e Bedienung;
bei der Arbeit f. vorankommen; Ü den -en Otto/die -e
Minna/<subst.:) einen Flotten (salopp; Durchfall) haben;
b) schwungvoll, beschwingt: -e Musik. 2. (ugs.) a) schick,
modisch: ein -er Hut, Mantel; b) (von Personen) hübsch,
attraktiv [u. unbekümmertJ': ein -es Mädchen; f. aussehen.
3. leichtlebig, lebenslustig u. unbeschwert: ein -es Leben
Aihren; ein -er Junge, der Schulden macht, nichts arbeitet,
verbummelt (L. Frank, Wagen 13); f. leben. 4. <o. Steig.;
nur präd.) (Scemannsspr.) frei schwimmend, fahrbereit: das
aufgelaufene Schiff ist wieder f.; Ü das Auto ist wieder
f. (wieder fahrtüchtig): er ist wieder f. (hat wieder Geld):
noch eine Behandlung, mein Bester, und wir sind wieder
f. (gesund: Dürrenmatt. Meteor 57): Flott [-]. das; -[e]s
[aus dem Niederd. < mniederd. vlot, eigtl. = dastobenauD
Schwimmende, t flott]: 1. svw. t Entenflott. 2. svw. tFIoß
(2). 3. (landsch.) a) Sahne: b) Haut der abgekochten Milch.
fk>tt- [flott (4)]: -bekommen <st. V.; hat): svw. t-machen:
... und mir half, das Boot flottzubekommen (Grass. Katz
168); -kommen <st. V.; ist): wieder fahrbereit werden: wir
helfen uns selber, kommen alleine schon wieder flott ...
Müller hat Kraftfahrzeugmechaniker gelernt (H. Kolb.
Wilzenbach 145); -kriegen <sw. V.; hat) (ugs.): svw.
t-bekommen; -machen <sw. V.; hat): wieder fahrbereit machen:
das Boot, den Kraftwagen f.; -schleppen <sw. V.; hat):
(ein auf Grund gelaufenes Schiff) wegziehen, so daß es
wieder frei schwimmt: -w^g <Adv.) (ugs.): ohne
Unterbrechung, in einem weg: f. arbeiten.
Flotte t'fbto], die; -. -n [1: unter Einfluß von ital. flotta.
frz. flotte < mniederd. vlöte. zu T fließen; 2: zu niederd.
Flott = obenauf Schwimmendes, t Flott]: l.a) Gesamtheit
der Kriegs schiffe eines Staates: Kriegs-. Handelsflotte:
Der Verteidigungshaushalt wurde um fünfzehn Prozent
erhöht, die F. um siebzig Schiffe vermehrt (Dönhoff, Ära
199); b) größerer i Kriegs schiffsverband: Die Menschen,
die diesen Erdteil verlassen wollten, hätten Jede Woche
eine gigantische F. bemannen können (Seghers. Transit
255). 2. Flüssigkeit, in der Textilien gebleicht, gefärbt od.
imprägniert werden.
Flotten- (Flotte 1): -abkommen, das: Vertrag zwischen zwei
od. mehr Staaten über Stärke u. Bewaffnung ihrer Flotten:
-basis, die (Milit.): Hafen mit Versorgungseinrichtungen
für eine Flotte: ^chef, der: Befehlshaber der aktiven
Marinestreitkräfte: -kommando, das (Milit.): oberste
Kommandobehörde der Kriegsflotte: -parade, die; -Station, die: Hafen
für die Kriegsflotte: -Stützpunkt, der: Stützpunkt mit
Versorgungseinrichtungen für die Kriegsmarine außerhalb des
Heimatlandes: -verband, der: Gruppe von Kriegsschiffen
mit gemeinsamer Aufgabe: -vertrag, der: svw. t
^abkommen.
FlQttholz, das (Fischereiw.): leichtes Holz als
Schwimmkörper an Fangnetzen: flottieren [fb'ti:ren] <sw. V.; hat) [frz.
flotter, zu: flot = Welle]: 1. (Med.) in einer Flüssigkeit
frei beweglich schwimmen: der Fetus flottiert im
Fruchtwasser. 2. (bildungsspr.. Fachspr.) schwanken, schweben: Frei
flottierende Angst zeigt Gefahren an (Hacker. Aggression
168); flottierende Schuld (Jur.; kurzfristige Darlehensschuld
866
flüchtig
des Staates, schwebende Schuld). 3. (Textilind.) (von
Garnfäden im Gewebe) stellenweise frei liegen; Flottille
[fb'tiKjbl. die; -, -n [span. flotilla. Vkl. zu: flota < frz.
flotte, TFIotte]: 1. (Milit.) Verband kleinerer Kriegsschiffe.
2. Verband aus mehreren Fangschiffen u. einem
verarbeitenden Schiff, die gemeinsam fischen; <Zus.: > Ftottjllenadmiral,
der (Milit.): Vertreter der untersten Dienstgradgruppe der
Admirale; Flottillenfischerei, die: Fischerei in einer Flottille
(2).
Flotzmaul ['fbtß-1, das; -[eis, ...mäuler [wohl zu mhd. vlös.
ahd. flÖ3 = Fließendes. Fluß]: die feuchte Hautpartie
zwischen Nase u. Oberlippe beim Rind.
Fkmer-power ['flaudpaoal. die; - [engl.-amerik. flower power
= Blumengewalt]: Schlagwort der Hippies, die in der
Konfrontation mit der bürgerlichen Gesellschaft Blumen als
Symbol für ihr Ideal einer humanisierten Gesellschaft verwenden.
Flöz [floitß], das; -es, -e [mhd. vletze. ahd. flezzi, flazzi
= geebneter Boden, Tenne, Lagerstatt, zu ahd. fla3 =
flach, breit] (Bergbau): Schicht nutzbarer Gesteine von
großflächiger Ausdehnung: Die -e in verschiedener Dicke,
zwischen den mächtigen Steinschichten gelagert, zogen sich
kilometerweit unter der Erde hin (Marchwitza, Kumiaks
35); die Kohle dieses -es ist minderwertig.
Fkiat [flu'a:tl. das; -[e]s. -e [Kurzwort für fYworsilika/l
(Chemie, Bauw.): Mittel zur Härtung von Baustoffen gegen
Verwitterung. Fluorsilikat; fluatieren [flua'ti:ren] <sw. V.;
hat): mit Fluaten behandeln.
Fluch [flu:x], der; -[eis. Flüche ['fly:<p; mhd. vluoch, ahd.
fluoh. rückgeb. aus t fluchen]: 1. im Zorn gesprochenes
böses Wort; Kraftwort: ein derber, [gotteslästerlicher F.;
einen kräftigen F. ausstoßen; Jumbo ... kletterte unter
schrecklichen Flüchen aufs Kajütendach (Hausmann, Abel
54). 2. böse Verwünschung; Wunsch, daß jmdm. ein Unheil
widerfahren soll: die Mutter hat ihn verflucht, und endlich
erfüllt sich der F. (Schneider, Leiden 66); einen F. gegen
Jmdn. ausstoßen. 3. <o. PI.) Strafe. Unheil. Verderben [das
durch einen Fluch (2) bedingt ist]: ein fürchterlicher F.
liegt auf dem Haus; mit einem Geist, der diese Erfindungen
zum Segen - und nicht zum F. - werden läßt (Menzel.
Herren 116); R das ist der F. der bösen Tat (das ist die
verhängnisvolle Folge; nach Schiller. Piccolomini. V, 1:
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortzeugend
immer Böses muß gebären).
fluch-, Fluch-: -beladen <Adj.; nicht adv.) (geh.): unter einem
Fluch stehend: ein -es Geschlecht; -wort, das: svw. t Fluch
(1); -würdig <Adj.) (geh.): so abscheulich, schlecht, daß
es verdient, verflucht zu werden: eine -e Tat.
fluchen I'flu:xn] <sw. V.; hat) [mhd. vluochen, ahd. fluohhön,
eigtl. = mit der Hand auf die Brust schlagen (diese
Ausdrucksbewegung hat wohl die Verwünschung begleitet)]:
1. a) im Zorn, in ärgerlicher Erregung Flüche. Kraftausdrük-
ke gebrauchen, ausstoßen: laut f.; der Hauptwachtmeister
fluchte, als ihm das gemeldet wurde (Kirst. 08/15, 160);
Im Schnee festgefahrene Autos, fluchende Fahrer (Plievier,
Stalingrad 137); b) in großer Erregung u. unter Verwendung
von Kraftausdrücken heftig auf jmdn. od. etw. schimpfen:
er fluchte auf/über das Wetter, über seinen Chef; Drinnen
... flucht Donald gegen Mac (Fr. Wolf, Menetekel 82).
2. (geh.) einen Fluch (2) aussprechen; jmdn./etw.
verwünschen: In solchen Augenblicken können Söhne ihren
eigenen Vätern f. (Grzimek, Serengeti 290).
'Flucht [flüxt], die; -. -en [mhd. vluht. ahd. fluht, zu t fliehen]:
1. <o. PI.) a) eiliges [u. heimliches; Davonlaufen od. -fafiren
vor einer drohenden Gefahr, das Fliehen. Flüchten: er wurde
auf der F. (während er floh) erschossen; Es jagen keine
Wildherden in kopfloser F. davon (Grzimek, Serengeti
303); Ü die F. (geh.; das Entschwinden. Enteilen) der
schönen Sommertage; *die F. ergreifen (vor etw.. jmdm.
davonlaufen; fliehen): vor dem Hund ergriff der Dieb die
F.; Jmdn. in die F. schlagen (jmdn. durch Androhung von
Gewalt od. durch Gegenwehr dazu bringen zu fliehen): die
angreifenden Feinde in die F. schlagen; b) das unerlaubte
u. heimliche Verlassen eines Landes. Ortes: die F. aus dem
Gefängnis, aus der DDR gelang; die -en ins Ausland sind
meist gut organisiert (MM 1.10. 71,23); die F. vorbereiten;
an seiner F. arbeiten (ugs. scherzh.; im Begriff sein, sich
heimlich! zu entfernen, wegzugehen). 2. das Ausweichen
aus einer als unangenehm empfundenen od. nicht zu
bewältigenden i LebensiSituation: die F. in die Krankheit, in die
Anonymität, vor sich selbst; die F. nach vorn [antreten]
(durch eine entsprechende Handlung, durch risikoreiche
Aktivitäten aus einer mißlichen Lage herauszukommen suchen,
einer bedrohlichen Entwicklung. Lage auf diese Weise zu
entkommen suchen, statt sich zurückzuziehen ixt. zu
resignieren ). 3. (Jägerspr.) hoher u. weiter Sprung des /
Schalen]wildes: das Reh ging in hohen -en ab.
2Flucht [-], die; -, -en [niederd. flugt = zusammen fliegende
Vogelschar, zu t fliegen (nach der geraden Linie, in der
z. B. die Wildgänse hintereinanderfliegen)] (Bauw.): 1.
Reihung in gerader Linie, bes. vertikale Ebene, die auf einer
Seite den Abschluß von Gebäuden. Innenräumen od.
Bauteilen bildet: die F. der Fenster, der Arkaden; die neuen
Häuser müssen alle in einer F. stehen. 2. (geh.) in einer
Reihe liegende Zimmer, die durch Türen miteinander
verbunden sind: eine F. von Gemächern. 3. der senkrecht u.
waagrecht geradlinige Verlauf einer Mauer: die Mauer in die
F. bringen; Ü In riesigen -en türmt sich die Wand empor
(Trenker. Helden 160). 4. (selten) Spielraum /den ein
beweglicher Gegenstand braucht]: das Fenster muß mehr F.
haben.
flgdit-. 'Flucht- ('Flucht): -artig <Adj.; o. Steig.): in sehr
großer Eile, sehr schnell: f. das Lokal verlassen; -bürg«
die: vgl. Fliehburg; -«fahr, die: Gefahr, daß jmd., der
gefangen ist. zu fliehen versucht; -fleM, das (Wirtsch.):
Geld, das aus Steuergründen ins Ausland gebracht worden
ist; -gesdiwindigkeit, die (Physik): Geschwindigkeit, die
ein Körper haben muß* um die Anziehungskraft der Erde
od. eines anderen Planeten zu überwinden; —helfer, der:
jmd.. der einem anderen zur !Flucht (1 b) verhilft; -hilfe,
die; -kapital, das: vgl. -geld; -plan, der: Plan, nach
welchem eine 'Flucht (1 b) vonstatten gehen soll; -reaktion,
die (Verhaltensf.): durch einen von außen kommenden Reiz
(z. B. Geräusch. Bewegung) ausgelöste Reaktion eines
Tieres zur Flucht: Wenn man sie (= die Methode) als erste
Auslösung bei einer ganz jungen Dohle versucht, so
bekommt man leicht -en statt des Nachfliegens (Lorenz.
Verhalten 1.177); -trieb,der (Verhaltensf.): vgl. -reaktion;
-verdacht, der: vgl. -gefahr. dazu: -verdächtig <Adj.; nicht
adv.); -versuch, der: ein mißlungener F.; -weg. der: a)
Weg. den jmd. bei seiner Flucht genommen hat; Weg der
Flucht: Jmds. F. verfolgen, nachgehen; Wie die Polizei
mitteilte, schoß sich der Täter anschließend den F. frei
und entkam (MM 25.6.69,11); b) Möglichkeit, irgendwohin
zu entkommen, zu fliehen; Weg. auf dem die Flucht aus
etw. möglich ist: sich den F. offenhalten.
2Ftycht- (2Flucht): -linie, die: 1. svw. t Baufluchtlinie. 2.
(bei der perspektivischen Darstellung) in Richtung auf den
Fluchtpunkt laufende Linie, eine der in Wirklichkeit
parallellaufenden Geraden: die Seiten der Kamera mit den Senk-
und Waagrechten des Raumes zu vergleichen, um
festzustellen, ob sie in der rechten F. steht (Fotomagazin 8.
1967, 47); -punkt, der: (bei der perspektivischen
Darstellung) Punkt, in dem sich die in Wirklichkeit parallel
verlaufenden Linien eines Raumes scheinbar treffen; -9dtnur.
die (Bauw.): feste Hanf schnür, nach der die Genauigkeit
der L senkrechten / Linien an Mauern u. Ecken bestimmt
wird.
fluchten ['floxtnl <sw. V.; hat) [zu t2FluchtJ (Bauw.): 1.
beim Bauen eine Mauer. Häuser od. Gebäudeteile in eine
gerade Linie bringen. 2. (von einer Mauer, Häusern,
Gebäudeteilen) in einer geraden Linie liegen: die beiden Häuser
fluchten nicht.
flüchten I'flvctnl <sw. V.) [zu t'Flucht!: l.a) plötzlich u.
sehr eilig I fliehen; sich einer drohenden Gefahr durch Flucht
zu entziehen versuchen <ist>: vor den Soldaten, dem
Hochwasser f.; überdie Grenze ins Ausland f.; das Kind flüchtete
ängstlich zur Mutter (brachte sich bei der Mutter in
Sicherheit) ; b) <f. + sich) sich durch Flucht irgendwohin in
Sicherheit bringen <hat>: sie flüchteten sich vor dem Gewitter
in eine Hütte; Die meisten italienischen Juden hatten sich
rechtzeitig nach Süden, zu den amerikanischen Truppen,
geflüchtet (Hochhuth, Stellvertreter, Nachwort 255); Ü
Sich so schnell wie möglich in Sachwerte... f. (in Sachwerten
finanzielle Sicherheit suchen; Remarque, Obelisk 291). 2.
(veraltet) jmdn., etw. vor einer drohenden Gefahr in
Sicherheit bringen (hat): bei Kriegsbeginn flüchteten sie Kinder
und Möbel aufs Land.
fluchtig ['floxtK;] <Adj.; o. Steig.) [zu t:Fluchtl (veraltet):
perspektivisch.
flüchtig ['flY^ti^l <Adj.) [mhd. vlühtec, ahd. fluhtic = flie-
55"
867
Flüchtigkeit
hend, zu t'FluchtJ: 1. <o. Steig.; nicht adv.) flüchtend
od. geflüchtet: daß zwei -e Ausländer als Verteiler fungiert
haben (MM 3. 8. 70, 11); das -e (schnell davonlaufende)
Reh; der Dieb ist noch f.; <subst.:> Seine Distanz zu den
Flüchtigen betrug gute zweihundert Meter (Zwerenz,
Quadriga 98); *f. gehen (landsch.; die Flucht ergreifen, fliehen):
Die Streifenbeamten folgten den Tätern, die ihr Opfer
noch nach Geld durchsucht hatten, bevor sie f. gingen
(MM 13. 10. 71. 5). 2.a) von kurzer Dauer u. geringer
Intensität . im Vorübergehen: ein -er Blick; aber ich
entziehe mich gern den nur -en Berührungen (Jahnn. Nacht
43); ein -er Handstand (Tumen; nur angedeuteter
Handstand): sein Blick streifte sie f.; b) oberflächlich, ungenau:
einen -en Eindruck von jmdm., einer Sache haben; ich
kenne ihn nur f.; c) fehlerhaft, weil zu rasch u. unkonzentriert
ausgeführt: eine sehr -e Arbeit; f. arbeiten. 3. (nicht adv.)
rasch vorübergehend, nicht lange bestehend, vergänglich:
-e Augenblicke des Glücks; Solche Konstellationen bleiben
nicht. Sie sind f. (Dönhoff. Ära 114). 4. <nicht adv.)
(Chemie) rasch verdunstend: ein -es öl; Alkohol ist lefcht f.;
<Abl. zu 2. 3. 4:) Flüchtigkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.)
das Flüchtigsein (2a. b. 3). 2.a) <o. PI.) das Flüchtigsein
(2 c): die F. einer Arbeit tadeln; b) Flüchtigkeitsfehler:
der Aufsatz enthielt viele -en. 3. <o. PI.) (Chemie)
Eigenschaft. Neigung eines Stoffes, rasch zu verdunsten: <Zus.:)
Flüchtigkeitsfehler, der: auf Flüchtigkeit (2 a) beratender
Fehler: der Aufsatz war voll von -n; Flüchtling ['flr^tlm).
der; -s, -e: jmd..der aus politischen, religiösen od. rassischen
Gründen seine Heimat eilig verlassen hat od. verlassen mußte
u. dabei seinen Besitz zurückgelassen hat: als politischer
F. anerkannt werden; das Elend der -e nach dem Krieg;
Aus den nördlichen Dörfern ergoß sich noch immer ein
stummer Strom von -en (Seghers, Transit 9).
Flüchtlings-: -ausweis, der: Ausweis, den jrnd. erhält, der
aus der DDR od. den früheren deutschen Ostgebieten
geflohen ist. als Flüchtling anerkannt worden ist u. deshalb
finanzielle Hilfe beanspruchen kann: ^elend, das; -hilfe, die:
durch Gesetz geregelte Leistungen an Flüchtlinge in Form
von Beihilfen u. Darlehen, dazu: -hilfegesetz.das; -kolonne,
die: große Zahl von kolonnenartig auf einer Straße einherzie-
hetiden Flüchtlingen: -bger, das: Lager, in dem Flüchtlinge
!' vorübergehend j Aufnahmefinden: -porschcder; -s.-s[nach
der dt. Automarke Porsche] (ugs. scherzh.): Kleinauto
(das so billig aussieht, daß sogar ein Flüchtling es sich
leisten könnte): -schein, der: vgl. -ausweis; -Schicksal, das;
-ström, der: vgl. -kolonne; -treck, der: Der Drang nach
Westen hat nicht mit dem Versiegen der -s ... aufgehört
(Welt 14.4. 62, 3); -trupp, der: kleinere Gruppe von
Flüchtlingen: ^welle. die: größere Anzahl von aus einem
bestimmten Anlaß plötzlich ihr Land verlassenden Menschen: -zug,
der: vgl. streck.
Flud [flu:tl. das; -s. -e: svw. T Fluid (2).
Flug [flu:k], der; -(eis. Flüge ffly:gd; mhd. vluc. ahd. flug.
zu Tfliegen]: 1. <o. PI.) das Fliegen als Fortbewegung in
der Luft: den F. eines Vogels, eines Flugzeugs, eines Balles
beobachten; es gibt das Schlafen der Mauersegler im F.
(wä/irenddes Fliegens: Wohmann. Absicht 378); Ü (geh.:)
die beste Schulleistung ist nichts gegen den freien F. der
Gedanken (Maegerlein, Triumph 25); ich bin ... weniger
überzeugt von meinem Genie und seinem siegreichen -e
(H. Mann, Stadt 120); *[wie] im -e (. überraschend, sehr
schnell in bezug auf etw.. was sich über eine gewisse Zeit
erstreckt): die Tage vergingen [mir] wie im -e. 2. das
Fliegen zu einem bestimmten Zweck od. Ziel: Flugreise:
ein ruhiger, angenehmer F.; billige Flüge nach Amerika;
der F. zum Mond; Im Reisebüro ... hatten wir einen
F. Hamburg-Helsinki ... gebucht (Simmel. Stoff 449);
einen F. antreten, beenden; er startet zu seinem ersten
F. 3. (Skispringen) das Gleiten durch die Luft, der Verlauf
der Flugbahn des Skispringers vom Absprung bis zum
Aufsetzen: ein unruhiger, ein wundervoller, ruhiger F. über 81 m;
er hat seine beiden Flüge absolviert. Als er auch seinen
zweiten großen F. sicher gestanden (beim Aufsetzen keine
Schwierigkeiten) hatte ... (Maegerlein, Piste 18). 4. (Ja-
gerspr.) Gruppe zusammenfliegender Vögel der gleichen Art:
ein F. Wildgänse. Tauben.
flug-. FIlÄ-: ^abwehr, die: 1. (Milit.) auf dem Boden
stationierter Teil der Luftverteidigung. 2. (Fußball u. ä.) das
Abwehren eines Balles im Sprung, zul: -abwehrartillerie, die:
mit Flugabwehrkanonen ausgerüstete Artillerie, -abwehrba-
tailkxi, das. -abwehrkanone, die (Milit.): schnellfeuerndes,
bewegliches Geschütz zur Abwehr feindlicher Angriffe aus
der Luft, -abwehrrakete, die: svw. TFla-Rakete; -angriff,
der (schweiz.): svw. tLuftangriff; ^angst, die: Angst vor
dem Fliegen (4); -asche, die: bei der Verbrennung eines
Brennstoffs vom Rauch mit geführte Asche\i tedchen};
--aufnähme, die: svw. t Luftaufnahme; MUtel. der (Eiskunstlauf):
Axel mit einer weiten Flugbahn über das Eis: ^bahn, die:
Kurve, die ein frei beweglicher Körper im Raum beschreibt:
die F. berechnen; -hall, der (Sport): a) hoch durch die
Luft fliegender Ball: b) (Tennis) Ball, der direkt aus der
Luft gespielt wird, ohne daß er vorher auf dem Boden
aufspringt: -vbask, die: vgl. Fliegerhorst; -begleiterin, die:
svw. t Stewardeß; -benzin, das: Benzin mit hoher Oktanzahl
für Flugzeugmotoren: -berefch, der: Bereich, in dem ein
Flugzeug sich ohne Auftanken bewegen kann; ^bereit <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): zum Abflug bereit: die Maschine
stand f. auf dem Rollfeld; -betrieb, der <o. PI.): a)
organisierter Ablauf des Flugverkehrs: der F. konnte wieder
aufgenommen werden; b) das i häufige i Starten u. Landen von
Flugzeugen: auf dem Sportflugplatz herrscht sonntags reger
F.; ^bild, das (Zool.): charakteristisches Erscheinungsbild
eines fliegenden Vogels: -blatt,das [nach frz. feuille volante
(mit Bezug auf den losen Zustand)]: meist unentgeltlich
verteiltes od. von Flugzeugen o. ä. in größerer Menge
abgeworfenes Blatt, das ein- od. zweiseitig bedruckt Lu.
illustriert ist u. über ein aktuelles Ereignis informiert od.
dazu Stellung nimmt: Flugblätter verteilen, dazu: ^blattver-
teiler, der; -boot, das: Wasserflugzeug, dessen Rwnpf als
Schwimmkörper ausgebildet ist; -brand,der: durch
verschiedene Pilzarten hervorgerufene Getreidekrankheit; -buch,
das: (dem Logbuch entsprechendes) Buch, in das der Pilot
eines Flugzeuges bestimmte Eintragungen macht; -bücke
(Tumen): sehr hoch od. mit bes. weitem Sprung geturnte
Bücke; -datensdireiber, der: Gerät, das automatisch Daten
über Höhe* Lage, Geschwindigkeit u. a. eines Flugzeugs
registriert; -dauer, die: die F. beträgt 2 Stunden; -dienst,
der: 1. regebnäßiger Flugverkehr auf einer bestimmten
Strecke. 2. Gesamtheit der Dienste zur Überwachung u.
Gewährleistung der Sicherheit im Flugverkehr, zu 2: -dienst-
leiter.den Verantwortlicher für den Flugdienst; -dispatcher,
der (DDR): vgl. ^dienstleiter; -drache, der: Vertreter einer
Eehsenart. der mit Hilfe zweier flügelartigen Hautlappen
zu weiten Gleitflügen fähig ist; Flatterechse; Mirachen, der
svw. t Drachen (4); -echse, die: svw. Nsaurier; -etgen-
schaft. die <meist PL): technische Eigenschaft eines
Flugzeugs o.a., die bes. währenddes Flugs hervortritt:
hervorragende -en; -Entfernung, die: die zu fliegende Entfernung;
-Erfahrung, die: praktische Erfahrung im Führen von
Flugzeugen o.a.: er hat große F. auf dieser Route; -fähig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in der Lage, fähig zu fliegen
(Ggs.: -unfähig), dazu: -fähigkeit, die <o. PL); -feW,
das: svw. t Rollfeld; -fisch, der: svw. fliegender Fisch (t
fliegen 1); -fuchs, der: Vertreter einer Gattung der Flughunde
mit fuchsähnlicher, langgestreckter Schnauze; -funk, der:
Funkverkehr zn'ischen Flugzeugen od. zwischen Flugzeug
u. Bodenstation; Bordfunk; ^gast, der: Passagier eines
Flugzeugs im Hinblick auf Betreuung o. ä.: die Fluggäste wurden
gebeten, das Rauchen einzustellen; -gesdiwindtgkeit, die:
Geschwindigkeit eines Vogels, Flugzeugs o. ä. wätirend des
Fluges; -geselbchaft, die: Geschäftsunternehmen, das einen
planmäßigen Flugverkehr unterhält; --grätsche (Turnen):
sehr hoch geturnte Grätsche; -haar, das <meist PI.) (Bot.):
Auswuchs an der Frucht einer Pflanze, der die Verbreitung
durch den Witui begünstigt; -hafen, der: größerer Flugplatz
für den allgemeinen Flugverkehr bes. den Linienverkehr :
ein internationaler F.; die Maschine fliegt den F. ... an;
jmdn. zum F. bringen, dazu: -hafengelände, das. -hafenre-
staurant, das: Restaurant auf einem Flughafen; -hafer. der:
svw. t Windhafer; -hahn, der [nach der Ähnlichkeit mit
dem f Knurrhahn]: ein länglicher Fisch mit gepanzertem
Kopf u. flügelartig vergrößerten Brustflossen (zum Gleiten
im Wasser), Vertreter einer in tropischen u. subtropischen
Gewässern lebenden Familie der Knochenfische: >-haut, die
(Zool.): ausspannbare Hautfalte bei Wirbeltieren, die zu
Gleitflügen befähigt; -höhe, die: Höhe (über dem
Meeresspiegel) , die ein Vogel, Flugzeug o. ä. wälirend des Fluges
erreicht; -hörnchen, das: Vertreter einer Unterfamilie der
Hörnchen mit großer Flughaut u. vorstehenden Augen;
-huhn.das: ein körnerfressender, in Steppengebieten gesellig
868
flügel-, Flügel -
lebender Vogel mit spitzen, langen Flügeln; -hund, der:
Vertreter einer zu den Flattertieren gehörenden Familie von
in den Tropen u. Subtropen lebenden Säugetieren, die den
Tag schlafend, meist an Baumästen hängend verbringen;
-ingenieur.der: a) Ingenieur des Flugzeugbaus (Berufsbez.);
b) Ingenieur, der Flugzeuge wartet u. überprüft (Berufsbez.);
-kapitin, der: verantwortlicher Pilot in einer größeren
Verkehr smaschine; -karte, die: 1. vgl. Luftfahrtkarte. 2. vgl.
^schein (1); -kilometer <P1.>; von einem Flugzeug o.a.
zu fliegende od. geflogene Anzahl von Kilometern: der
Treibstoff reicht noch für 3000 F.; -körper, der: unbemanntej
Rakete, Raumschiff o.a., das sich mit Eigenantrieb] auf
einer Flugbahn bewegt; -lärm, der: Lärm, der beim Starten
u. Landen von Flugzeugen entsteht: die Anwohner fühlen
sich durch den F. gestört; -lehrer, der: jmd., der
theoretischen u. praktischen Unterricht im Führen von Flugzeugen
gibt; -leiter, der: jmd., der beim (militär.) Flugdienst
(2) angestellt ist (Berufsbez.); -leitung, die: Dienststelle
auf einem Flughafen, die für Organisation u. Sicherheit
des Flugverkehrs verantwortlich ist; ^linie, die: a) planmäßig
von Flugzeugen beflogene Strecke: auf dieser F. verkehren
täglich drei Maschinen; b) (ugs.) svw. T -gesellschaft; -loch,
das: Öffnung an Bienenstöcken. Taubenschlägen o. ä.. durch
die die Tiere ein- u. ausfliegen; -lotse, der: svw. NIeiter;
-maschine. die (veraltet): Luftfahrzeug; -mekiedienst, der
(Milit.): Organisation zur rechtzeitigen Erkennung u.
Meldungfeindlicher Anflüge; Mninute. die: a) Flugzeit von einer
Minute: nach fünf -n waren wir über den Wolken; b)
Strecke, die ein Flugzeug in einer Minute zurücklegt:
Frankfurt ist 30 -n von hier entfernt; -motor, der: Motor, der
zum Antrieb eines Luftfahrzeugs verwendet wird; Mietz,
das: Gesamtheit der Fluglinien (a) über einem bestimmten
Gebiet; -oWekt, das in der Fügung unbekanntes F.
(geheimnisvoller, nicht näher auszumachender Flugkörper, der
irgendwo beobachtet wurde; nach engl, unidentified flying
object; Abk.: tUFO, Ufo); -organ, das (Biol.): Organ,
das dem Fliegen dient (z. B. Flügel); -parade, die (Fußball):
blitzartige, im Hechtsprung dwrchgefülxrte Abwehr durch
den Torwart; -Passagier, der: Passagier in einem Flugzeug;
-personal, das: Personal einer Fluggesellschaft, das im
Flugzeug tätig ist (Ggs.: Bodenpersonal); -plan, der: Zeitplan
des Luftverkehrs: laut F. startet die Maschine um 12.30
Uhr; -platz, der: Gelände mit befestigten / Rollbahnen
zum Starten u. Landen von Luftfahrzeugen,
Wartungseinrichtungen, Gebäuden zur Abfertigung von Passagieren u.
Frachtgut, technischen Anlagen zur Steuerung u.
Überwachung des Flugverkehrs; ^post, die: svw. t Luftpost; -preis,
der: die -e sind wieder gestiegen; -reise, die: Reise mit
dem Flugzeug, dazu: -reisende, der u. die: ^riditung. die:
Richtung, in die jmd., etw. fliegt; -rolle, die (Turnen):
schnell u. hoch ausgeführte Rolle vorwärts; -route, die:
Route, die ein Flugzeug fliegt: die F. geht von Frankfurt
über Hamburg nach London; -sand, der: sehr feiner, vom
Wind transportierter Sand, z. B. bei Dünen; -saurier, der:
Vertreter einer ausgestorbenen Ordnung von Kriechtieren
unterschiedlicher Größe, der mit Hilfe großer Flughäute
fliegen konnte; -schanze, die (Skifliegen): Sprungschanze,
bei der Sprünge über große Weiten möglich sind; -schein,
der: 1. Heft mit Scheinen, das man gegen Bezahlung des
Flugpreises bekommt u. das zu einem bestimmten Flug
berechtigt; Flugticket. 2. svw. T Pilotenschein; -Schneise, die:
svw. t Einflugschneise. Ausflugschneise; -Schreiber, der:
Gerät, das in einem Flugzeug selbständig die technischen
Daten des Fluges (Höhe, Geschwindigkeit usw.) aufzeichnet;
-schrift, die [vgl. Flugblatt]: Broschüre mit aktuellem In-
halt, die oft in großer Menge gedruckt u. rasch i u. heimlich /
vertrieben wird; -Schüler, der: jtnd., der Unterricht im
Fliegen eines Flugzeugs nimmt; -Sicherheit, die: Sicherheit beim
Fliegen mit einem Flugzeug o.a.; -Sicherung, die: vgl.
-dienst (2); -Simulator, der: Gerät, das die bei einem Flug
auftretenden Bedingungen simulieren kann: ^sport, der: alle
mit dem Fliegen zusammenhängenden sportlichen
Disziplinen; -staub, der (Technik): Staub, der von Abgasen
mitgenommen wird; -steig, der: /überdachter! Gang, der von
den Hauptgebäuden des Flughafens auf das Rollfeld
hinausführt; -strecke, die: geflogene od. zu fliegende Strecke:
-süBide, die: 1. vgl. ^minute. 2. Unterrichtsstunde im
Fliegen: einige -n nehmen; -tauglich <Adj.; nicht adv.>: auf
Grund eines guten Gesundheitszustandes in der Lage, ein
Flugzeug zuführen: für f. erklärt werden, dazu: -taugJkh-
keh, die; -technlk, die: Technik des Flugzeugbaus, Fliegens,
dazu: -technisch <Adj.; o. Steig.): die Flugtechnik
betreffend: f. ist das kein Problem: -ticket, das: svw. t ^-schein
(1); -touristik, die: Touristik, bei der das
Hauptbeförderungsmittel das Flugzeug ist; -tüchtig <Adj.; nicht adv.):
vgl. -fähig; -unflhig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): nicht
in der Lage zu fliegen (Ggs.: -fähig); -Verbindung, die:
es besteht eine günstige F. von Rom nach Hamburg;
^verbot, das: Verbot für einen Piloten, ein Flugzeug zu führen;
^verkehr, der: Verkehr von Luftfahrzeugen: die
Überwachung des -s; -vermögen, das: die Fähigkeit, sich fliegend
fortzubewegen; ^waffe, die (schweiz.): svw. t Luftwaffe;
-warndienst, der: svw. t Mtieldedienst; -weite, die
(Leichtathletik): Sprung- od. Wurfweite; ^wesen, das <o. Pl.>:
alles, was mit dem Fliegen (4, 5) zusammenhängt, einschl.
Organisation, Verwaltung o. ä.; ^werter, das: für das Fliegen
günstiges Wetter, dazu: -Wetterdienst, der: Wetterdienst,
der spezielle, für den Flugverkehr wichtige Informationen
gibt; -wild, das Üägerspr.): die jagdbaren Vögel: Federwild;
-zeit, die: Zeitspanne zwischen Start u. Landung eines
Luftfahrzeugs; -zettel, der (bes. Ostern): svw. t^blatt; -zeug,
das: t Flugzeug u. Flugzeug-.
Flügel ['fly:gl], der; -s, - [1 a: mhd. vlügel, zu t fliegen; 3 a:
unter Einfluß von lat. ala, eigtl. = Vogelflügel; 5: nach
der Ähnlichkeit mit einem Vogel Hügel]: l.a) paariges, von
Rumpf sitzendes Organ, mit dessen Hilfe Vögel u. Insekten
fliegen (1): der Käfer breitet die F. aus; die Gans hat
einen F. gebrochen, schlägt mit den -n; vom Brathähnchen
nur einen F. abbekommen; Ü ... sondern die Zeit trug
ihn auf ihren mächtigen ... -n hinweg (Schnabel,
Marmor SD; auf den -n der Träume; 'die F. hängen lassen
(ugs.; mutlos u. bedrückt sein): jmdm. die F. beschneiden/
stutzen (jmds. Tatendrang, Übermut dämpfen); sich <Dativ>
die F. verbrennen (geh.; bei dem Bestreben, hochfliegende
Pläne zu verwirklichen, Schaden erleiden): etw. verleiht
jmdm. F. (geh.; gibt ihm Schwung, macht ihm Mut): b)
(von mythologischen o. ä. Wesen) in der Form den
Vogelflügeln ähnliches, zum Fliegen geeignetes Organ: ein Engel,
eine Elfe mit silbernen -n; c) (Flugw.) Tragfläche: Die
Maschine, von Böen geschüttelt, so daß die F. wippten,
kreiste (Frisch, Gantenbein 387). 2,a) /beweglicher i
seitlicher Teil eines mehrgliedr igen, symmetrischen Ganzen:
der rechte F. eines Altars, Fensters; ein Portal mit hohen
-n; der linke F. der Lunge; die Furchen, die stolz und
grämlich von den -n seiner Nase in den Bart verliefen
(Th. Mann, Hoheit 39); b) von einem t sich im Zentrum
drehenden! Mittelstück abstehendes Teileines mechanischen
Geräts, das in der Form od. Funktion einem Vogelflügel
ähnelt: eine Schiffsschraube mit drei -n; die F. der
Windmühle drehen sich. 3,a) äußerer Teil einer aufgestellten
Truppe, Mannschaft o. ä.; der linke F. der Armee; Er
marschierte am rechten F. der Reihe (Plievier, Stalingrad 94);
über die F. (Fußball; über den vorderen rechten, linken
Teil der gegnerischen Spielfeldhälfte) angreifen; b)
Gruppierung innerhalb einer politischen od. weltanschaulichen Partei
(hl. Gruppe: der linke, rechte F. der Sozialdemokraten.
4. seitlicher Teil eines größeren Gebäudes, der in einem
Winkel an das Hauptgebäude anschließt: im westlichen F.
des Schlosses; das stille Haus, mit seinen zwei weit
vorgreifenden -n (H. Mann, Stadt 48). 5. großes, dem Klavier
ähnliches Musikinstrument auf drei Beinen mit relativ
flachem, an die Form eines Vogelflügels erinnernden
Resonanzkörper, dessen Deckel hochgestellt werden kann
und in dem die Saiten waagerecht in Richtung der Tasten
gespannt sind am F. begleitete ein berühmter Pianist.
flügel-, Flügel-: -adfejtant. der [urspr. der für die
Befehlsübermittlung an die Flügel (3 a) verantwortliche Offizier]
(veraltet): Adjutant eines /regierendenj Fürsten; -altar,
der: Altar mit feststehendem Mittelteil u. zwei od. mehr
beweglichen Flügeln (2 a); -ärmel, der: sehr weiter Ärmel;
-artig <Adj.; o. Steig.): in der Art eines Flügels da);
-decke, die: svw. t Deckflügel; -fenster, das: Fenster mit
mehreren Flügeln (2 a); -haube, die (früher): Haube mit
großer gestärkter Schleife; -hörn, das [H. u.; viell. urspr.
Hörn der Jäger, die die Flügel einer Treibjagd befehligen]
(Musik): dem Kornett verwandtes, hohes
Blechblasinstrument; -kaktus, der: Vertreter einer Kakteengattung, die
geflügelte Samen entwickelt; -Jtleki, das (früher):
Mädchenkleid mit Flügelärmeln od. am Rücken
herabhängenden Bändern; -lahm <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) (von
869
flügelig
Vögeln) mit verletzten, lahmen Flügeln: eine Ente f.
schießen; b) mutlos, kraftlos, matt: das jahrelang -e
Staatsunternehmen (DM 1,1966.3); -los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
ohne Flügel (1 a): ein -es Insekt; -mann, der <P1. -männer
u. -leute): 1. a) (M ilit.) der erste u. letzte Mann eines Gliedes:
b) (Ballspiele) Außenstürmer. 2. (ugs. scherzh.)
Klavierspieler (in Kaffeehäusern. Bars u.a.). Klavierbegleiter: -messer,
das: Maschinen-. Geräteteil aus mehreren im Kreis
angeordneten, sich drehenden Messern: -mutter, die:
Schraubenmutter mit zwei flügelartigen Ansätzen, die das Festziehen u.
Lösen von Handermöglichen: -paar, das: 1. ein Paar Flügel
da): ein Käfer mit zwei -en. 2. (Ballspiele) der rechte
u. der linke Außenstürmer: -pferd, das: geflügeltes Pferd
in der Mythologie: Pegasus: -pumpe, die: Pumpe, bei der
die Förderung der Flüssigkeit durch einen in einem Gehäuse
hin u. her schlagenden Flügel (2 b) erfolgt: -rad, das: 1.
(Technik) Maschinenteil aus mehreren, sich um eine Achse
drehenden Flügeln (2 b); Propeller. 2. geflügeltes Rad als
Symbol {der Eisenbahn]: -roß, das: svw. t -pferd; -schlag,
der: Bewegung der Flügel (1 a): mit langsamen
Flügelschlägen ruderte ein Fischreiher unter dem Himmel hin
(Hausmann, Abel 13), dazu: -schlagend <Adj.; o. Steig.; nur
attr.>; -Schnecke, die: Meeresschnecke mit einem innen
wie Porzellan glänzenden Gehäuse mit flügelartig
erweitertem Mundrand (Vertreter einer Überfamilie der Vorderkie-
mer): -schraube, die: vgl. -mutter; -Spannweite, die: Strek-
ke zwischen den Spitzen der ausgebreiteten Flügel eines
Vogels: eine F. von 2 Metern; -spitze, die; -Stürmer, der
(Ballspiele): rechter od. linker Außenstürmer: -tasche, die:
a) Damenhandtasche mit zwei offenen Außenfächern: b)
schräg eingeschnittene Hosentasche: -tür, die: große Tür
mit zwei Flügeln (2 a).
-flügelig.auch: -flüglig[-fly:g(3)lK;] in Zusb.. z.B. zweiflügelig
(mit zwei Flügeln 2 a / versehen/).
flügeln ['fly:gln] <sw. V.; hat) (Jägerspr.): einem Vogel in
den Flügel schießen: flügge ['flvgal <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [mniederd. vlügge. zu tfliegen]: a) (von jungen
Vögeln) so weit entwickelt, daß das Fliegen möglich ist:
gerade flugfähig geworden: ein -s Vogeljunges; Amseln
werden nach drei Wochen f.; Ü die Kinder werden bald f.
(oft scherzh.; selbständig, eigenständig); -flügier [-fly:ghs]
in Zusb., z. B. Deckflügler (mit Deckflügeln versehen!):
-flüglig: t -flügelig: flugs [floks] <Adv.) [mhd. vluges =
im Fluge, eilend; erstarrter Gen. von tFlug]: recht schnell,
sofort (als Reaktion auf er*\ erfolgend): ohne daß man
lange daraufwarten muß. damit zögert: f. kam er
herbeigelaufen; Ein Kuratorium hat man auch f. gegründet (Berliner
Morgenpost 10. I. 75. 1): Flugzeug, das; -[e]s, -e [nach
Fahrzeug geb.]: Luftfalirzeug. das währenddes Fluges durch
den aerodynamischen Auf trieb feststehender bzw.
umlaufender Flügel getragen wird: einmotorige, viermotorige -e;
das F. startet, hebt ab, steigt lauf], kreist über der Stadt,
setzt zur Landung an. landet, ist abgestürzt, ist notgelandet;
ein F. konstruieren, bauen, führen, steuern; mit dem F.
reisen, fliegen; ein F. entführen (mit Androhung vonj
Gewalt den Piloten eines in der Luft befindlichen Flugzeugs
zwingen, ein bestimmtes, nicht vorgesehenes Ziel
anzufliegen ).
Flugzeug-: -absturz, der: bei dem F. kamen 30 Personen
ums Leben; -abwehrkanone, die: svw. f
Flugabwehrkanone; —angriff, der (Milit.): von Flugzeugen ausgeführter
Angriff: -bau, der <o. PI.); -besatzung. die; -entfiihrer, der:
jmd.. der ein Flugzeug entfuhrt: -entfühning, die; -führer,
der: svw. T Pilot; -gesdiwader, das; -halle, die: Halle, in
der Flugzeuge repariert od. untergestellt werden: Hangar.
-industrie, die; -katastrophe, die: Flugzeugunglück, bei dem
sehr viele Menschen ums Leben gekommen sind: -konstnik-
teur, der; -modeil, das; -mutterschifT, das: vgl. -trager;
-park, der: Gesamtheit von zu einer Gesellschaft, einer
Einheit gehörenden Flugzeugen: Im Zuge der Erneuerung
des -s der Swissair (Nationalzeitung 13. 8. 69. 3); -rümpf,
der;-Schleuder,die: Katapult lauf Flugzeugträgern., durch
das ein Flugzeug t)ei sonst zu kurzer Startbahn schnell auf
Abhebegeschwindigkeit beschleunigt werden kann: -tourist
(Schweiz.): Flugreisender: -trftger, der: großes /
Kriegsschiffmit langen Decks für Start u. Landung von Flugzeugen:
-typ, der; -unalüdu das: vgl. -absturz; -wrack, das.
Fluh [flu:], die; -. Flühe ['tly:* mhd. vluo. ahd. fluoh]
(schweiz.): Fels[wand].
fluid [flu'i:t] <Adj.; o.Steig.; nicht adv.) [lat. fluidus]
(Chemie): flüssig, fließend: Fluid [flu.it], das; -s, -a [flu:ida;
lat. fluidus = fließend, flüssig]: 1. (Chemie) Flüssigkeit,
flüssiges Mittel. 2. (Technik) Getriebeflüssigkeit, die
Druckkräfte übertragen kann: Fluids: PI. von t Fluid u. tFluidum;
fluidal [flui'da:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. fluidus.
t Fluid] (Geol.): ( vom Gefüge erstarrter Schmelzen)
fließende Strukturen aufweisend: <Zus.:> Fkiklglstniktur, Ffciidgl-
textur, die (Geol.): fluidales Gefüge von Mineralien, die in
Fließrichtung der Lava erstarrt sind: Fhiidics [flu'i:diks]
<PI.) [zu engl, fluidic = Flüssigkeits-] (Technik): nach
den Gesetzen der Hydromechanik arbeitende Steuerelemente
in technischen Geräten: Fluidum [flu:idum], das; -s, ...da
[zu lat. fluidus. t Fluid; urspr. Bez. für hypothetisch
angenommene flüchtige Stoffe, die Eigenschaften u. Wirkungen
übertragen können]: besondere, von einer Person od. Sache
ausgehende Wirkung od. Ausstrahlung, die eine bestimmte
geistigei Atmosphäre schafft: Ein ungewöhnliches F. geht
von dieser außerordentlichen Haltung aus. das jeden
Christen unwillkürlich aufschreckt (Nigg, Wiederkehr 20); die
Sängerin hat. besitzt ein bezauberndes, starkes
künstlerisches F.; die Bibliothek strahlt ein geistiges F. aus.
Fhike [flu:k3], die; -. -n [engl, fluke; H. u.]: querstehende
Schwanzflosse des Wals.
Fluktuation [fluktya'&io:n], die; -, -en [lat. flüctuätio =
unruhige Bewegung, das Schwanken]: 1. (bildungsspr.) das
kontinuierliche Wechseln. Schwanken: die überaus starke
F. der Angestellten; Dabei erfolgt eine ständige F., ein
Hinaus und Hinein, weil manche Neugierige sich drinnen
( = im Saal) etwas Sensationelleres erwarteten (Fr. Wolf.
Menetekel 407). 2. (Med.) das mit dem Finger spürbare
Schwappen einer Flüssigkeitsansammlung unter der Haut:
fluktuieren [floktu'Lren] <sw. V.; hat) [lat. flüctuäre =
wogen; schwanken]: 1. (bildungsspr.)kontinuierlich
schwanken, wechseln, sich ändern: die Zahl der Grippekranken,
der Arbeitslosen, die Verkehrsdichte fluktuiert sehr stark;
fluktuierende Preise. 2. (Med.) (von abgekapselten
Körperflüssigkeiten) hin u. her schwappen.
Flunder ['flunde]. die; -. -n [spätmhd. vlunder. mniederd.
vlundere. wohl aus den nord. Sprachen in der Bed. ..flacher
Fisch"]: bräunlicher, im Salzwasser lebender Plattfisch
(Speisefisch): gebackene, geräucherte -n; R da werden
sich die -n wundem (ugs.; werden die Leute platt sein
vor Verwunderung); * platt sein wie eine F. (ugs.; sehr
erstaunt sein: Wortspiel mit den Bedeutungen von platt =
1. flach. 2. erstaunt).
Fhmkerei [fluokd'ny]. die; -. -en (ugs.): a) <o. PI.) allzu
häufiges [als lästig empfundenes/ Flunkern: wenn er nur
die F. lassen könnte; b) geflunkerte Geschichte. Behauptung:
ich glaube ihm seine -en nicht; Flunkerer [■fluokare], der.
-s, - (ugs.): jmd.. der flunkert: flunkern ['flunken] <sw.
V.; hat) [aus dem Niederd., eigtl. = glänzen, sdümmem
(wollen)] (ugs.): in spaßiger od. aufschneiderischer Absicht
nicht uanz die Wahrheit sagen, übertreiben: harmlos lügen,
schwindeln: er hat wohl nur geflunkert.
Flunsch [flünj]. der; -[e]s. -e [aus dem Niederd.-Md. <
mhd. vlans = Maul]: verdrießlich od. zum Weinen
verzogener Mund: einen F. ziehen, machen.
'Fluor [flu:Dr], das; -s [nlat. fluor. urspr. Bez. des f Flußspats,
des wichtigsten Fluor enthaltenden Minerals < lat. fluor
= das Fließen]: gasförmiges Element von gelblichgrüner
Farbe u. stechendem Geruch (chemischer Grundstoff):
Zeichen: F; 2Fkior [-]. der; -s [lat. fluor = das Fließen]
(Med.): krankhafter Ausfluß aus der Scheide u. der
Gebärmutter.
Fluor- CFluor): behalt, der; -silikat, das: eines der
wasserlöslichen Salze der Kieselflußsäure: Fluat: -test, der
(Paläont.): chemisches Verfahren zur Bestimmung des
relativen Alters von Fossilien nach ihrem Fluorgehalt.
-Wasserstoff, der: chemische Verbindung des Wasserstoffs mit Fluor
(eine farblose, giftige, an der Luft rauchende Substanz),
dazu: -wasserstoffsiure.die: eine farblose, stechend
riechende Lösung von Fluorwasserstoff in Wasser: Flußsäure.
Fhjorescein [fluores^ei:n], Fkiorescin [...'^i:n], das; -s [zu
t Fluoreszenz]: gelbroter Farbstoff, dessen verdünnte Lösung
stark grün fluoresziert: Fluoreszenz [fluores'tßEntß], die;
- [engl, fluorescence, zu: fluor = Flußspat (an dem diese
Erscheinung zuerst beobachtet wurde). T 'Fluor]:
Eigenschaft bestimmter Stoffe zu fluoreszieren.
Fluoreszenz-: -färbe, die: fluoreszierende (Körper)färbe:
-mfltroskop, das: Mikroskop, bei dem das Präparat mit
870
f/uß-, Fluß-
ultraviolettem Licht zum Fluoreszieren angeregt u. in diesem
Licht betrachtet wird: ^schirm, der: Leuchtschirm.
fluoreszieren [fluorcstßi.rdn] <sw. V.; hat) [zu f Fluoreszenz]:
bei Bestrahlung mit Licht- od. Röntgenstrahlen von selbst
leuchten: Fluorid [fluo'ri:t], das; -[e]s, -e [zu t 'Fluor]
(Chemie): Salz der Flußsäure: fluorieren [...'ri:ren], fluoridieren
[...ri'di:ren],fluorisieren[...ri'zi:r3n] <sw. V.; hat): 1. 'Fluor
in chemische Verbindungen einfülxren: eine chemische
Verbindung f. 2. mit xFluor atireichern: das Trinkwasser f.;
Fluorit [fluo'ri:t, auch: ...nt], der; -s, -e [zu t 'Fluor]:
Flußspat: fluorogen [...ro'ge:n] <AdJ.; o. Steig.) [t-gen]
(Fachspr.): die Eigenschaft der Fluoreszenz besitzend: Fluo-
rameter [...ro'me.te], das; -s, - [t-meter] (Technik): Gerät
zur Messung der Fluoreszenz: Fluorometrie [...rome'tri:],
die; - [t-metrie] (Technik): Fluoreszenzmessung: fluorome-
trisdi [...ro'me:triJ] <Adj.; o. Steig.) (Technik): die
Fluorometrie betreffend, zu ihr gehörend, durch sie ermittelt: fluoro-
phor [...ro'fo:^] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. phorös =
tragend]: vgl. fluorogen; Fhiorophor [-], der; -s, -e
(Fachspr.): Fluoreszenzträger: Fhiorose [...ro:z3]. die; -.
-n [zu t 'Fluor] (Med.): Gesundheitsschädigung durch Fluor.
fluppen [flupn; aus dem Niederd.. lautm.]: svw. t flutschen
(2).
'Flur [flu:?], der; -[eis. -e [unter Einfluß von mniederd.
flör = Diele. Estrich < mhd. vluor, t2Flur; 2: nach engl,
floor = (Fuß)boden]: l.a) langgestreckter, schmaler
Raum innerhalb einer Wohnung od. eines öffentlichen
Gebäudes, an dessen Seiten sich die Türen zu den angrenzenden
Räumen bef'mden: ein langer, dunkler F.; helle -e im
Krankenhaus; der Schrank steht auf dem. im F.; b) kurz für
f Hausflur. 2. (nur in Zusammensetzungen) Fußboden: vgl.
Flurförderer; 2Fkir [-]. die; -. -en [mhd. vluor = Boden(flä-
che), Saatfeld, urspr. = flacher, festgestampfter Boden]:
a) (geh.) das offene, unbewaldete Kulturland einer Siedlung:
blühende -en; daß er's (= Gewitter) überlebte und die
dampfende F. erfrischt wurde, aus der alles wächst (Molo,
Frieden 47); durch Feld und F., Wald und F. schweifen;
Ü allein auf weiter F. (ganz allein: einsam, verlassen) sein,
stehen; b) die in Parzellen eingeteilte landwirtschaftliche
Nutzfläche eines Siedlungsverbandes: die F. bereinigen; ein
Acker, Waldstück in der Altenbacher F.; planmäßig
angelegte -en; c) abgegrenztes Teilstück der Nutzfläche (2Flur
b). Gewann.
'Flur- ('Flur): -beleuchtung, die; offenster, das; -fönlerer,
der [zu T 'Flur (2)]: Faßirzeug. das innerhalb eines Betriebes
Lasten befördert (z. B. Elektrokarren, Gabelstapler);
-förderzeug, das: svw. t -förderen -ganierobe, die:
Kleiderablage im Flur (bestehend aus Spiegel. Kleiderlmken.
Schirmständer u. a.j; -lampe, die; -tür, die.
*Flur- (2Flur b): -begehung, die: von landwirtschaftlichen
Fachkräften u. Landwirten durchgeführte Besichtigung der
Felder zu verschiedenen Zwecken, z. B. Feststellung des
Saatenstandes. Schädlingsbekämpfung o.a.: -bereinigung, die:
Zusammenlegung u. Neueinteilung von zersplittertem
landwirtschaftlichem Grundbesitz: -buch, das: Verzeichnis der
zu einer Gemeinde gehörenden Grundstücke; -form, die:
Art u. Weise, wie die Flur aus Parzellen zusammengesetzt
ist; -hüter, der: svw. t Feldhüter; -karte, die: Karte über
die Aufteilung der Flur; -name, der: feste Bezeichnung
(Eigenname) für einen Teil der Flur; -prozession, die (kath.
Kirche): Begehung der Flur durch den Geistlichen u. die
Gemeinde, verbunden mit Segnungen; -schaden, der: durch
Wild. Truppenübungen. Straßenbau o. ä. entstandener
Schaden an Feldern u. Feldfrüchten; -schütz[er], der: svw. t
Feldhüter; vgl. 'Schütz; -stück, das: Parzelle einer \Flur (b
u. c); -unigang, der (früher): das regelmäßige
kontrollierende Umgehen der Flur, später verbunden mit Segnungen;
-wSchter, der: svw. T Feldhüter; -zwang, der: Zwang, in
einer Flur in bestimmter Abfolge bestimmte Feldfrüchte
anzubauen.
fluschen ['flojn; aus dem Niederd., lautm.] (nordd.): svw.
t flutschen (1,2).
Fhise ['flu:za], die; -, -n [niederd. Fluus(ch), tFlausch]
(nordd.): Fadenrest. Fussel; flusen ['flu:zn] <sw. V.; hat):
fusseln: ein Teppich aus reiner Wolle flust; fhisig ['flu:zic]
<Adj.) (nordd.): a) <nicht adv.) fusselig; b) oberflächlich,
ungenau; flüchtig (2 c).
Fkish [flaJl. der (auch: das); -s, -s [engl, flush „Erröten.
Aufwallung"] (Med.): anfallsweise auftretende
Hitzewallung mit Hautrötung.
Fluß [flos]. der; Flusses, Flüsse [Aysö; mhd. vlu3. ahd.
flus. zu t fließen]: 1. <Vkl. tFlüßchen) größerer natürlicher
Wasserlauf: ein großer, breiter, reißender, tiefer F.; der
F. entspringt im Gebirge, mündet ins Meer; viele Flüsse
gab es hier; sie gingen durch das ganze Land, trennten
sich, verbanden sich, spalteten sich in viele Arme, stauten
sich hinter gewaltigen Schilfdickichten (Schröder.4
Wanderer 93); einen F. regulieren, hinauffahren; im F. baden;
mit einem Boot über den F. setzen. 2. <o. Pl.> fließende
Bewegung; stetiger, ununterbrochener Fortgang: der F. des
Verkehrs; Weil sie beständig in F. sind, lassen sich Gefühle
nicht anhalten (Musil, Mann 1288); den F. der Rede
unterbrechen; eine im ruhigen F. der Erzählung vorgetragene
Geschichte (Tucholsky. Werke II, 296); ♦ im F. sein (in
Bewegung, in der Entwicklung sein, noch nicht endgültig
geklärt u. abgeschlossen sein): die Dinge, Verhandlungen
sind [noch] im F.; in F. kommen/geraten (beginnen u. dann
kontinuierlich fortwirken, fortdauern): Die deutschen Dinge
waren in F. geraten (Nieklsch, Leben 198); in F. bringen
(leine ins Stocken geratene Angelegenheit (wieder) j in
Bewegung setzen; bewirken, daß etw. in Gang kommt u.
abläuft): das Gespräch [wieder] in F. bringen. 3. <o. PI.)
(Technik) flüssiger Zustand von Metallen. Gesteinen.
Mineralien.
fl¥&-. Fl^ß-: -aal, der: /// Flüssen (1) lebender Aal; -abtwärts]
[-'-(-)] <Adv.>: zur Mündung eines Flusses (1) hin; mit
der Strömung (Ggs.: ^auftwärts]); -arm, der: sich
abzweigender Teil eines Flusses (1), der sich mit dem eigentlichen
Fluß wieder vereinigt; -auflwärts] [-'-(-)] <Adv.>: zur Quelle
eines Flusses (1) hin; gegen die Strömung (Ggs.: -ab[wärts]);
-bad, das: an einem Fluß (1) gelegenes Schwimmbad;
-barsch, der: im Süßwasser lebender Barsch; ^bett, das
<PI. -betten, selten: -bette): durch die Ufer begrenzte Rinne,
in der der Fluß (1) fließt: ein schmales, ausgetrocknetes
F.; -bfcchung, die: svw. f Uferböschung; -dampfer, der;
-delphin, der: im Süßwasser lebender Delphin; -delta, das:
f 2Delta; -diagnunm, das (Datenverarb.): graphische
Darstellung von Arbeitsabläufen, die das Durchlaufen von zu
bearbeitenden Objekten (z. B. Rechnung. Werkstück) durch
verschiedene Bearbeitungsstadien zeigt u. die Reihenfolge
von Operationen wiedergibt; —ebene, die: Ebene, die durch
einen Fluß (1) gebildet wurde; -fisch, der: in Flüssen (1)
lebender Fisch; Süßwasserfisch, dazu: -fischerei, die; -gott,
der (antike Myth.): (in der iantikenJ Plastik häufig liegend
mit einer Urne, aus der Wasser strömt, dargestellte) Gottheit
od. mythologische Gestalt, deren Sitz in Quellen. Flüssen
u. Strömen gedacht wird; -hafen, der: svw. t Binnenhafen;
-kies, der; -krebs, der: grauer od. bräunlicher, im
Süßwasser lebender Krebs, dessen Fleisch als Delikatesse gilt; -land-
schaft, die: a) Lattdschaft an einem Fluß: Wenn ich am
Strand für ein paar ... Kinder aus ... Schilfrohr ... und
blauen Muscheln phantastische -en geformt hatte
(Kaschnitz, Wohin 110); b) Darstellung einer
Flußlandschaft (a) in der / niederländischen! Landschaftsmalerei: eine
F. von Salomon van Ruysdael; -lauf, der: Verlauf eines
Flusses (1); -lotse, der; -mittel, das (Technik): Zusatz
beim Schmelzen od. Sintern, der das Schmelzen od.
Sintern hei tieferen Temperaturen ermöglicht u.
fördert u. die gebildeten Schlacken dünnflüssig macht;
vgl. Fluß (3); -mündung, die; -niederung, die: vgl. -ebene;
-pferd, das: Vertreter einer Familie von pflanzenfressenden
Säugetieren mit massigem, plumpem Körper, breitem Maul
u. glatter Haut, die südlich der Safiara in u. an langsam
fließenden Gewässern leben; -quelle, die; -regulierung, die:
Veränderung eines mtürlichen Wasserlaufs zur
Verbesserung der Schiffbarkeit. Vermeidung von Überschwemmungen
u.a.; -rlchtung, die: Richtung des Fließens: Fließt das Eis
über einem am Gletschergrund in F. verlaufenden Rücken
(Eidenschink, Eis 16); -rinne, die: Fahrrinne in einem Fluß
(1); -sand, der: von einem Fluß (1) mitgeführter Sand;
-säure, die: svw. t Fluorwasserstoffsäure; -schiff, das.
dazu: -Schiffahrt, die. -Schiffer, der; -seesdiwalbe, die: an
Binnengewässern u. flachen Meeresküsten großer Teile Eu-
rasiens u. Nordamerikas vorkommende Seeschwalbe mit
gegabeltem Schwanz u. orangerotem Schnabel mit schwarzer
Spitze; -spat, der: wasserhelles oder farbiges, meist auf
Erzgängen vorkommendes Mineral, das als Flußmittel
verwendet wird; -stahl, der: in flüssigem Zustand erzeugter
Stahl; vgl. Fluß (3); -tal, das; -ufer, das; -wasser, das
<o. PL).
871
Flüßchen
FNiOchen ['flvspn]. das; -s, -: fFluß (1).
flüssig ['Aysk;] <Adj.) [mhd. vlüssec. ahd. flüssig, zu t Fluß]:
1. <o. Steig.; nicht adv.) so beschaffen, daß es fließen kann;
ohne feste Form; weder fest noch gasförmig; -e Nahrung;
-e Luft (durch Küfdung u. Kompression verflüssigte Luft);
der Lack ist noch f.; Wachs f. machen. 2* ohne Stocken;
fließend, zügig; auf den Autobahnen herrscht -er Verkehr.
Dabei blieb er immer dem -en Lauf (= Eiskunstlauf)
- gerade auch in der Pflicht - zugeneigt (Maegerlein.
Triumph 117); sein Redestil ist f.; f. schreiben, sprechen;
f. (Fußball; zügig, ohne Unterbrechung) spielen; Aber die
Inntal-Piste ... war -er ausgeflaggt (so ausgeflaggt, daß
man flüssiger fahren konnte; Olymp. Spiele 16). 3. <o.
Steig.; nicht adv.) (von Geld. Kapital o.a.) verfügbar: -e
Gelder; gerade heute, da die Banken ihre Reserven f.
halten (Fr. Wolf. Menetekel 13); ich bin im Moment nicht
sehr f. (ugs.; habe kein Geld zur Hand; Fallada. Mann
243); <Zus. zu 1:) Flüssiggas, das: Gas, das unter bestimmten
Temperaturen u. Drücken verflüssigt worden ist: ein
Feuerzeug mit F.; Flüssigkeit, die; -. -en: 1. Stoff in flüssigem
Zustand; eine grünliche, übelriechende, schleimige F.; Und
da ist nun Wasser eine farblose, nur in dicken Schichten
blaue, geruch- und geschmacklose F. (Musil. Mann 113);
Flaschen mit verschiedenen -en. 2. <o. PL) das Flüssigsein
(2); Zügigkeit: Dies ermutigte mich, mit aller F. ... im
Sprechen fortzufahren (Th. Mann, Krull 383).
FM^ssigkeits-: ^ansammlung. die: eine F. unter der Haut;
^bremse, die (Technik): hydraulische Bremse; ^kreishuif.
der ([Heizungsjtechnik); MnaB, das: Maß. mit dem eine
Flüssigkeit gemessen wird; --menge, die; -presse, die
(Technik): hydraulische Presse.
flüssigmachen <sw. V.; hat): 1, verfügbar machen,
bereitstellen: Gelder, die nötigen Mittel für den Umbau der Oper
f. 2. <f. -I- sich) (salopp) sich unauffällig entfernen;
verschwinden: mach dich f.!
FKißverkauf [fly:s-], der; -[e]s, ...verkaufe [mniederd. vlüs
= zusammengeballte Haare; Vlies; Halmfrucht;
Graswuchs] (nordd.): Verkauf von Getreide, das noch auf dem
Halm steht.
FIQster- [zu T flüstern]: -gewölbe, das: Gewölbe mit der
akustischen Besonderheit, daß an bestimmten Stellen geflüsterte
Worte an entfernteren Stellen deutlich wahrgenommen
werden können, während sie im übrigen Raum nicht zu hören
sind; Echogewölbe; -laut, der: geflüsterter Laut; -parole,
die: heimlich verbreitete, nur verstohlen weitergegebene
Parole: ... nicht einmal eine F. verriet, ob der Hund zu
den Opfern gehörte (Grass. Hundejahre 397);
-Propaganda, die: heimliche, nur verstohlen weitergegebene Propagatf-
da in totalitären Staaten; -stimme, die: leise, tonlose
Stimme: mit F. reden; -stolle, die (landsch. ugs.): Stolle mit
sehr viel Rosinen (die so eng beieinanderliegen, daß sie.
bildlich gesprochen, miteinander flüstern können); -ton,
der: leiser Ton einer Unterhaltung: im F. sprechen, sich
unterhalten; und da und dort begann man. im F. natürlich,
zu munkeln (Fühmann, Judenauto 51); -tüte, die (ugs.
scherzh.): Megaphon; ^witz, der: politischer Witz ' in
totalitären Staatem. der nur verstohlen weitererzählt werden
kann, weil er sich gegen das Regime richtet.
Flüsterer [flYstare], der; -s. -: jmd.. der flüstert; flüstern
['flYSten] <sw. V.; hat) [mniederd. flisteren = leise zischen;
lautm.]: a) mit tonloser, sehr leiser Stimme sprechen um
nur von einem od. wenigen Zuhörern gehört zu werden :
sie flüsterten geheimnisvoll miteinander; Sie flüstern, um
das Kind nicht zu wecken. Flüstern macht gemeinsam
(Frisch, Gantenbein 412); <subst.:> aus dem Nebenzimmer
drang leises Flüstern; Aus dem Flüstern (Getuschel) der
Büroangestellten merkte ich. daß etwas nicht in Ordnung
sei (Niekisch, Leben 379); Ü Der Weg führt durch Dickicht
und hohen, flüsternden Föhrenwald (Schnabel, Anne 148);
b) sehr leise, nur für einen od. wenige hörbar sagen: er
flüsterte, ich solle mitkommen; er flüsterte mir ihren
Namen ins Ohr; Ü wer hat ihm denn das geflüstert (ugs.;
die vertrauliche Mitteilung gemacht)?: +jmdm. [etjwas f.
(ugs.; jmdn. tüchtig zurechtweisen): dem werde ich was
f.!; das kam ich dir f. (ugs.; darauf kannst du dich verlassen):
... wenn einer bei mir so einen Murks machte, der war*
am nächsten Tag raus, das kann ich dir f. (Kuby. Sieg
218).
Flut [flu:t]. die; -. -en [2: mhd. vluot. ahd. fluot. zu einem
im Dt. untergegangenen Verb mit der Bed. „fließen", urspr.
also = das Fließen. Strömung; 1: mniederd. vlöt]: 1. <o.
PI.) der im Wechsel der Gezeiten ansteigende od. bereits
wieder angestiegene Wasserstand (Ggs.: Ebbe): die F.
kommt; die F. abwarten; bei F. baden gehen; das Schiff
lief mit der F. ein. 2. <meist PI.) (geh.) größere, strömende
Wassermasse: die aufgewühlten, schmutzigen -en des
Rheins; viele kamen in den -en um; wir wollen in die
kühlen -en tauchen, uns in die kühlen -en stürzen (scherzh.;
schwimmen gehen): Ü die F. des Jammers, die F. der Tränen,
die Sintflut - vermehrt um den eigenen Speichel (Langgäs-
ser. Siegel 397); ein sehr unscheinbares Mädchen, sobald
sie nicht in den -en des Scheinwerfers stand (Frisch. Stiller
101); *eine F. von etw. (eine plötzlich auftretende!
unerwartete große Menge von etw.): eine F. von Briefen,
Anfragen erreichte ihn. ergoß sich über ihn.
Flut-: ^WJhe, die: Höhe, die die Flut (1) erreicht: -hafen,
der: Hafen, der nur bei ansteigender Flut (\) für Schiffe
zugänglich ist; -katastrophe, die: Katastrophe, die durch
eine Sturm- od. Springflut ausgelöst wird; blicht, das <o.
PI.) [für engl, floodlight]: breit strahlendes Licht aus
Gruppen melirerer großer Leuchten für Sportplätze. Theater u. a.:
bei F. Fußball spielen, dazu: ^Ikhtantage. die: ein
Eisstadion mit F.; ^Warnung, die: Warnung vor besonders hoher
Flut (1); ^welle, die: a) sprunghafter Anstieg des
Wasserspiegels in Flußmündungen als Auswirkung der Flut (1); b)
durch Seebeben entstehende, besonders hohe Meereswelle.
Flute IflYt], die; -. -s [flYt; frz. flute]: bes. dünnes
französisches Stangenweißbrot; Flute I'fly.ta], Fleute [flo.to], die;
-, -n [frz. flute < niederl. fluit (wohl identisch mit niederl.
fluit = Flöte) bzw. über niederd. Fleute = Lastschiff
direkt aus niederl. fluit]: dreimastiges >Last)Segelschiff
(niederländischer Schiffstyp des 17. u. !8.Jh.s).
nuten [flu:tn] <sw. V.) [mhd. vluoten, zu TFlut]: 1. (geh.)
(von Wasser) in großer Menge plötzlich herein strömen
<ist>: das Wasser flutet über die Dämme; Ü (geh.:)
Menschenmassen fluteten in den Saal; helles Sonnenlicht, die
abendliche Kühle flutete ins Zimmer; Angst flutet in immer
breiteren Wellen über die Menschheit (Thieß, Reich 149).
2. (Seemannsspr.) unter Wasser setzen: vollaufen lassen
(hat): eine Schleuse f.; das U-Boot flutet die Tanks; der
Kommandant flutete seine vorderen Tauchzellen (Ott,
Haie 241).
flutschen ['flotjn] <sw. V.) [aus dem Niederd.. lautm.]: 1.
(ugs., bes. nordd.) rutschen, schlüpfen, ent gleiten <ist>:
die Seife flutschte ihm aus der Hand. 2. (ugs.) glatt
vonstatten gehen, flott u. reibungslos vorangehen <hat>: die Arbeit
flutscht heute mal wieder [gar nicht]; ... die letzten Tage
hats nur so geflutscht mit dem Geldverdienen (Fallada,
Mann 117).
fluvial [fluvia:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. fluviälis = im Fluß
befindlich, zu: fluvius = fließendes Wasser. Fluß], fluviatil
[fluvia'ti:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. fluviatilis = im Fluß
befindlich] (Geo\.): durch fließendes Wasser geschaffen,
verursacht; zum Fluß gehörend; fluvioglazigl [fluvy>-] <Adj.;
o. Steig.) (Geol.): durch eiszeitliches Schmelzwasser
geschaffen, verursacht; Fluviogrgpti, der; -en, -en [T -graph]:
selbstregistrierender Pegel; Ftation [fluksio:n], die; -, -en
[lat. flüxio = das Fließen] (Med.): Blutandrang; Fhixionen-
redinung, Fhixionsredmung. die; - [für engl, (method oO
fluxions, zu fluxion = Differentialquotient, eigtl. = das
Fließen, ständige Veränderung < lat. flüxio]: auf Newton
zurückgehende Bez. für Differentialrechnung.
Flyer ['flqjvh der; -s, - [1: engl, flyer, zu: to fly = fliegen;
eilen] (Technik): 1. besotidere Spinnmaschine. 2. Arbeiter
an einem Flyer (1); Flyerin, die; -, -nen: w. Form zu T Flyer
(2); Flying Dutdvnan [ flaun dAtJiron], der; - - ...men
[engl. Flying Dutchman = Fliegender Holländer (viell.
in Anspielung darauf, daß das Boot von einem Holländer
konstruiert wurde)]: internationalen
Wettkampfbestimmungen entsprechende Zweimann-Einheitsjolle für den
Rennsegelsport (Kennzeichen: die schwarzen Buchstaben FD im
Segel); Flymobil [fl^jmobi.l], das; -s, -e [Kurzwort für
engl, flying automobile = fliegendes Automobil]:
Kleinflugzeug, das nach einfachem Umbau auch als Auto
verwendet werden kann; Fly-over [flaj'lo:v3, engl.: flaioüva], der;
-s, -s [engl, fly-over, aus: to fly over = hinüberfliegen]:
Straßenüberführung I in Form einer Stahlbrücke I.
Flysch [flij]. das (österr.: der); ~[e]s [Schweiz, fllsch. viell.
verw. mit schwäb. Flins = Schiefer; vgl. Flinz] (Geol.):
während Oberkreide u. Alt tertiär in Vorlatuitiefenabgelager-
872
folge-, Folge-
ter Abtragungsschutt alpiner Gebirge (Mergel- u.
Tonschiefer mit Sandsteineinlagerungen).
f-Moll ['ef-, auch: - '-]. das: -: Tonart; Zeichen: f <tf.
F2); <Zus.:> f-Moll-Etüde. die.
fob [fap; Kurzwort für engl, free on board = frei an Bord]:
Klausel, die besagt, daß der Verkäufer die Ware auf dem
Schiff zu übergeben u. bis dahin alle Kosten u. Risiken
zu tragen hat: f. Hamburg; f. deutschen Ausfuhrhafen;
<Zus.:> FQbkbusel, die.
focht [faxt], föchte [faxjtd]: f fechten.
Fock [fok], die; -, -en [aus dem Niederd., zu: focken =
Segel hissen] (Seew.): a) (auf alten Rahseglern) unterstes
Segel am Vordermast; b) (Sportsegeln) Vorsegel vor dem
Großsegel; c) (auf Jachten u.a.) das hinterste Vorsegel.
Fgck- (Seew.,): -mast, der: vorderer Mast eines mehrmasti-
gen Segelschiffes; -schot, die: Schot zum Bedienen der
Fock: Hanning zieht die F. ein bißchen an (Nachbar,
Mond 19); -sesel, das: svw. TFock.
föderal [fode'ra:l] <Adj.; o. Steig.) [nach frz. föderal, zu
lat. foedus (Gen.: foederis) = Bündnis]: svw. tföderativ:
der -e Aufbau der Bundesrepublik; <Abl.:> ffideralisieren
[...rali'zi:r3n] <sw. V.; hat): einer Sache die Form einer
Föderation geben: ein Land. Organisationen f.;
Föderalismus [...'lismus]. der; - [nach frz. federalisme] (Ggs.:
Zentralismus): a) das Streben nach Errichtung od. Erhaltung eines
Bundesstaates mit weitgehender Eigenständigkeit der
Einzelstaaten; b) politisches Gestaltungsprinzip, das den
Föderalismus^) verwirklicht; Föderalist [...'hst], der; -en. -en:
Anhänger des Föderalismus; föderalistisch <Adj.; o. Steig.): den
Föderalismus betreffend, auf dem Föderalismus beruhend,
im Sinne des Föderalismus: -e Bestrebungen; eine -e
Verfassung; Föderal [fode'ra.t], der; -en, -en [lat. foederätus =
verbündet,subst. foederätf (PI.) = Verbündete] (bes. hist.):
Bündnispartner; Föderation [...ra'l$io:nl, die; -, -en [lat.
foederätio = Vereinigung]: a) Staatenbündnis, dessen
einzelne Partner unabhängig bleiben u. sich nur zu einem
sachlich od. zeitlich begrenzten Zweck verbinden; b) Verband,
Zusammenschluß von Organisationen: Die Labour Party
... ist eine F. der lokalen Parteiorganisationen, einiger
... sozialistischer Gruppen und der ... Gewerkschaften
(Fraenkel. Staat 27); föderativ [...'tiifl <Adj.; o. Steig.)
[nach frz. föderatif, zu lat. foederätus = verbündet]: die
Föderation betreffend, auf einer Föderation beruhend, in
der Art einer Föderation: eine -e Regierungsform; der
EWG-Ministerrat als -es Organ; Der DGB umfaßt f. 16
Fach- und Industriegewerkschaften (Fraenkel. Staat 272);
föderieren[...'ri:ran]<sw. V.; hat) [lat. foederäre =
verbünden] (selten): zu einer Föderation vereinigen; <subst. 2.
Part.:> Föderierte,der; -n. -n (meist PI.; Dekl. T
Abgeordnete): verbündeter Staat, verbündete Macht.
Fog tßk]. der; -s [engl, fog] (nordd.): dichter Nebel; <Zus.:)
Fgghorn. das (nordd.): Nebelhorn.
Foeosch ffogsJl der; -[e]s. -e [ung. fogas. eigtl. = gezahnt
(nach seinen langen, spitzen Zähnen)] (österr.): svw. t
Zander: Während ich mir ... einen knusprig-goldenen F. ...
munden ließ (Habe, Namen 84).
fohlen [To:bn] <sw. V.; hat) [zu t Fohlen]: ein Fohlen werfen,
zur Welt bringen: die Stute tot gefohlt; Fohlen [-], das;
-s, - [urspr. niederd.; mhd. vol(e), ahd. folol: 1. Jungtier
von Pferd, Esel, Kamel, Zebra, bes. junges Pferd bis zum
Alter von etwa drei Jaliren. 2. naturfarbener od. gefärbter,
kurzhaariger Pelz mit Moirezeichtmng aus dem Fell junger
Fohlen (1). 3. (Sport Jargon) junger Spieler einer
Mannschaft.
Fohlen-: -elf. die (Fußball Jargon): vgl. -mannschaft; -kis-
sen. das: die Sohlenfläche beim Huf des neugeborenen
Fohlens ausfüllende dicke Lage aus weicher Hornmasse, die
in den ersten Lebenstagen eintrocknet u. abfallt;
Mnannschaft, die (Sport Jargon): aus jungen Spielern,
Nachwuchsspielern bestehende Mannschaft'
Föhn [fo:n], der; -[e]s. -e [mhd. foenne. ahd. phönno < vlat.
faönius < lat. favönius = lauer Westwind, Frühlingswind,
zu: fovere = warm machen]: warmer, trockener Fallwind,
bes. auf der Nord- u. Sudseite der Alpen, der beim
Überströmen der Luft über ein ho/ies Gebirge entsteht, u. a.
im Frühjahr als Tauwind auftritt u. wegen seiner ungünstigen
Wirkung auf körperliches u. seelisches Befinden berüchtigt
ist: F. in den Bergen; wir haben heute F.
Föhn-: -einbrach, der: Mitten im Januar kam ein F. und
brachte frühlinghaftes Wetter (Maegerlein, Triumph 77);
-krankheit. die: durch Fötin hervorgerufene
Beeinträchtigung der Gesundheit, die sich bes. in Störungen des Kreis lauf -
u. Nervensystems u. in Depressionen o. ä. äußert; -mauer,
die: bei einsetzendem Föhn durch Staubewölkung gebildete
mächtige Wolkenbank über dem Gebirgskamm; -Stimmung.
die; -wetter. das; -wind, der; -wölke, die.
ffihnen [Toman] <sw. V.; hat; unpers.): föhnig werden: es
föhnt; föhnig ['fo.ni^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: vom
Föhn beeinflußt, bestimmt: -es Wetter; hier und da
durchzogen von -er Hochsommerhitze (Molo, Frieden 200).
Föhre [To.re], die; -, -n [mhd. vorhe, ahd. forha] (landsch.):
Kiefer; <Zus.:> FöhresiwaW, der.
fokal [fo'ka:l] <Adj.; o.Steig.) [zu t Fokus]: 1. (Optik) den
Fokus (1) betreffend. Brenn...: Ü Welch weites ...
Forschungsfeld sich ... öffnet, zeigt schon die -e Frage nach
dem .geistigen Gehalt einer Dativkonstruktion* (Beiträge
zur Geschichte der dt. Sprache u. Literatur 81,1959. 206).
2. (Med.) von einem Fokus (2) ausgehend, ihn betreffend;
<Zus. zu 1:) Fokaldistanz, die (Optik): svw. f Brennweite;
<Zus. zu 2:> Fokalinfektion, die (Med.): von einer Stelle
im Körper dauernd od. zeitweise ausgehende Infektion; Foko-
meter [foko'me:tB], das; -s, - [t-meter] (Optik): Gerät zur
Messung der Brennweite; Fokus [fo.kus], der; -, -se [I:
lat. focus = Feuerstätte, Herd; 2: mlat. focus]: 1. (Optik)
svw. f Brennpunkt. 2. (Med.) streuender Krankheitsherd
im Körper; <Abl.:) fokussieren [foko'shranj: 1. (Optik) a)
(Lichtstrahlen) in einem Punkt vereinigen; b) (von
Lichtstrahlen) sich in einem Punkt vereinigen: Randstrahlen
fokussieren daher in einer kürzeren Brennweite als
Mittelstrahlen (Solf, Fotografie 168); c) eine Linse ausrichten,
ein Objektiv scharf stellen: die Abbildung zeigt das Makro-
Kilar 2,8/90. links auf oo, rechts auf 180mm
Gegenstandsweite ... fokussiert (Fotomagazin 8,1967,14). 2.
(Kerntechnik) Strahlen, die aus geladenen Teilchen bestehen, durch
geeignete elektrische od. magnetische Felder sammeln: ein
Magnetfeld mit fokussierenden Eigenschaften; <Abl.:) Fo-
kusskning, die; -, -en.
Folge ffblgah die; -. -n [mhd. volge. ahd. nur in: selbfolga
= Partei]: 1. etw. ' Unangenehmes . was aus einem
bestimmten Handeln, Geschehen folgt; Auswirkung eines bestimmten
Handelns, Geschehens: unangenehme, unvermeidliche,
verheerende, verhängnisvolle -n; die zwangsläufige F. [davon]
war. daß ...; die -n zeigten sich sehr schnell, sind noch
gar nicht abzusehen; etw. kann üble, böse -n haben, nach
sich ziehen; die -n tragen müssen (für etw. zur
Verantwortung gezogen werden); er starb an den -n eines Unfalls:
das Verhältnis blieb nicht ohne -n (Verhüll; aus dieser
Beziehung ging ein Kind hervor): *etw. zur F. haben (zu
etw. führen, eine bestimmte negative Auswirkung haben):
seine Krankheit hatte eine Verzögerung der Arbeit zur
F. 2. das Aufeinanderfolgen von etw., Reihe von zeitlich
aufeinanderfolgenden Dingen: eine F. von Bildern, Tönen;
in rascher F. erschienen mehrere Romane dieses Autors;
In endloser F. waren da an ihm vorbeigezogen die
schweren, bunten Trachten der Geistlichen (Feuchtwanger,
Erfolg 305); es kam zu einer ganzen F. von Unfällen; neue
F. (neu begonnene Reihe, in der eine Zeitschrift von einem
bestimmten Zeitpunkt an erscheint); die nächste F.
(Lieferung) der Zeitschrift erscheint im Juni; ein Fernsehspiel
in drei -n (Teilen); *in der/für die F. (künftig in ähnlichen
Fällen): ich bitte dies in der F. zu beachten; einer Sache
F. leisten (Papierdt.; einer Aufforderung o.a. entsprechen;
urspr. von der Befolgung einer gerichtlichen Vorladung;
mhd. volge = Gehorsam): einer Einladung F. leisten.
fplge-, FQlge-: -einriditung, die (meist PI.): soziale
Einrichtung in einem neuen Wohn-, Siedlungsgebiet (z. B. Schule.
Kindergarten): Der Nachweis von Wachstumsraten an
Einwohnern, Arbeitsplätzen und kommunalen -en ist
längst nicht mehr Erfolgsnachweis für eine stadtpolitische
Konzeption (Zeit 7. 2. 75, 9); -erscheinung, die: etw.,
was aus einem bestimmten Zustand, einer bestimmten
Geartetheit o. ä. resultiert, sich als Folge von etw. ergibt, einstellt;
eine notwendige F. des Systems; eine Krankheit mit ihren
-en; -kosten <P1.>: vgl. -lasten; -lasten <PI.>: finanzielle
Verpflichtungen, die aus bestimmten Investitionen od.
Ausgaben resultieren: Wir geben für Hochschulneubauten ...
wieder 100 Millionen DM mehr. Es wird aber ... nicht
gefragt, wie dann die F. aussehen: die Bezahlung der
Professoren und die Sachausgaben (Bundestag 189. 1968.
10250); -recht <Adj.) (veraltend): svw. t folgerichtig: daß
873
folgen
seine Rede f. sein werde (Th. Mann. Zauberberg 517);
^richtig <Adj.>: der Logik des Handelns entsprechend,
konsequent (Ggs.: ^widrig): ein -es Vorgehen; es ist nur
f.. daß ...; f. stand in seinem Antwortbrief, daß .... dazu:
^richtigkeit, die: folgerichtige Überlegung, Handlungsweise
(Ggs.: ^Widrigkeit): die F. ihres Verhaltens; mit furchtbarer
F. vollzog sich die Katastrophe; -satz, der (Sprachw.):
svw. tKonsekutivsatz; ^schaden, der (Versicherungsw.):
Schaden als unvermeidliche Folge des Ereignisses, das den
Versicherungsfall herbeiführte: daß als F. sich der
Federbock der linken ... Feder vom Chassis gelöst hat (Fr.
Wolf, Menetekel 92); -tonhorn, das (österr.): Martinshorn:
Signal von Polizei-, Sanitätswagen o. ä.: auf ausdrücklichen
Befehl des praktischen Arztes schaltet der Fahrer sogar
Blaulicht und F. ein (Express 1. 10. 1968); -widrig <Adj.):
der Logik 'des Handelns widersprechend, inkonsequent
(Ggs.: -richtig): sich f. verhalten, dazu: -Widrigkeit, die:
folgewidrige Überlegung, Handlungsweise (Ggs.: -richtig-
keit); -zeit, die: auf etw. folgere Zeit: politische
Umwälzungen [in] der F.
folgen [Talgn] <sw. V.> [mhd. volgen. ahd. folgen]: 1. <ist>
a) nachgehen: hinter jmdm., etw. hergehen: jmdm. heimlich,
unauffällig, auf dem Fuße, auf Schritt und Tritt, ins Haus
f.; den Spuren im Schnee f.; nur wenige Personen folgten
[dem Sarg] (waren bei der Beerdigung anwesend): Jmdm.
mit den Augen f. (hinter jmdm. hersehen): gefolgt von
verschiedenen Würdenträgem, betrat er den Saal; Ü der
erste Scheinwerfer folgte dem Vater, der zweite hob sich
zum anderen Ufer (Simmel, Stoff 28); Der Küstenweg
folgte den buchtigen Einschnitten (verlief ihnen
entsprechend) in den Kalksteinmassen (Andres. Liebesschaukel
87); b) später nachkommen: seine Familie folgte ihm
ins Ausland; nach kurzer Zeit folgte sie ihrem Mann in
den Tod (kurze Zeit nach dem Tod ihres Mannes starb
auch sie): c) mit Verständnis zuhören: verstehend
nachvollziehen: wir sind dem Redner, seinem Vortrag aufmerksam,
gespannt gefolgt; er ... saß dann in stummer Bestürztheit,
unfähig, auch nur einem Gespräch zu f. (Frisch. Stiller
127); ich konnte seinen Gedankengängen nicht f. (konnte
sie nicht verstehen): kannst du mir [geistig] f.? (oft scherzh.;
verstehst du überhaupt, was ich meine?)', d) in der gleichen
Weise od. älinlich wiejmd. handeln: sich nach jmdm., etw.
richten: etw. mitmachen: er ist mir nicht immer, nicht
in allen Stücken gefolgt; die Frauen folgen der Mode;
wir können dem Kurs der Regierung nicht weiter f.;
Preußen ist diesem Beispiel im Jahre 187S gefolgt (Fraenkel.
Staat 288). 2.a) einer Aufforderung o.a. entsprechend
handeln, sich von etw. leiten lassen <ist>: jmds. Rat, Drängen,
Anordnungen, Befehlen f.; seiner inneren Stimme f.; daß
ich immer meinen Gefühlen gefolgt bin (Brecht, Groschen
357); b) gehorchen, jmdm. gegenüber folgsam sein <hat>:
das Kind will nicht f.; der Hund folgt [ihm] aufs Wort.
3. zeitlich nach jmdm.. etw. kommen, sich anschließen <ist>:
jmdm. im Amt f.; dem/auf den Winter folgte ein nasses
Frühjahr; auf Karl den Großen folgte Ludwig der Fromme;
[die] Fortsetzung folgt [in der nächsten Nummer]; Weiteres
folgt morgen; er schreibt wie folgt (folgendermaßen):
(häufig im 1. Part.:) er sprach folgende Worte; ich muß ihnen
folgendes (dieses), das Folgende (die folgende Sache)
berichten; am folgenden (nächsten) Abend; im folgenden,
auf den folgenden Seiten werde ich darlegen, wie ... 4.
sich mit logischer Konsequenz aus etw. ergeben: hervorgehen
<ist>: daraus/aus seinen Darlegungen folgt, daß ...; aus
seinen Bemühungen folgte nichts als Ärger; Was folgt
aus all dem (was ist die Folge, was steht zu erwarten)
für die Zukunft? (Dönhoff. Ära 177).
fptaen-, Fptoen- (Folge 1): -los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
keine Folgen nach sich ziehend: ohne Folgen, Auswirkung,
Ergebnis: die Auseinandersetzungen blieben f.; <subst.>:
eine Ästhetisierung der Bildung, ihre Übersetzung ins
Folgenlose und auch moralisch Unverbindliche (Gehlen,
Zeitalter 33); -reiqh <Adj.; nicht adv.): reich an Auswirkungen,
von einschneidenden Folgen begleitet: eine -e Entdeckung;
-schwer <Adj.; nicht adv.) [LÜ von frz. gros de cons£-
quences]: schwerwiegende negative Folgen nach sich
ziehend: sich nachteilig, verhängnisvoll auswirkend: -e
Durchblutungsstörungen; das Versäumnis war f.. dazu:
-schwere, die.
folgendermaßen < Adv. > [f -maßen]: auf folgende Art u. Weise:
der Unfall hat sich f. ereignet; fQlgenderwejse <Adv.>: svw.
t folgendermaßen; folgern ['folgen] <sw. V.; hat): als Folge
logisch ableiten: schließen, den Schluß ziehen: richtig,
voreilig f.; aus ihren Worten folgerte man. daß sie
einverstanden sei; daraus läßt sich f.. daß ...; In allen
Gegenständen, die wir mit einem Wert verbinden, können wir
keine Verschiedenheit annehmen, ohne höhere oder
mindere Schätzbarkeit zu f. (Hacks. Stücke 48); <AbI.:> Folge*
nmg«die; -, -en: logische Ableitung einer Folge; Schluß'fol-
gerung': eine falsche, notwendige F.; eine F. aus etw.
ableiten, ziehen; folglich ffalklif] <Adv.) [mhd. nicht belegt,
ahd. folgllcho = nacheinander, später]: daraus folgend
(4); also, demzufolge, infolgedessen: es wird mit vermehrter
Produktion und f. mit größeren Umsätzen gerechnet; ich
war verreist, f. bin ich über die Angelegenheit nur
ungenügend informiert; Wenn aber, vermöge des niedrigen
Luftdrucks, das Quecksilber fiel, wenn es f. (wie sich daraus
folgern läßt) regnete (Th. Mann, Hoheit 187); folgsam
[...za:m] <Adj.>: sich als Kindi den Anordnungen einer
Respektsperson fügend, sich ihnen nicht widersetzend; nicht
widerspenstig; gehorsam, artig: ein -es Kind; Ü Höfel sah
seinen zurück verwandelten Händen zu. die f. die
gewohnten Handgriffe ausführten (Apitz, Wölfe 35); <Abl.:> FQlg-
samkeit. die; -: folgsames Wesen, Verhalten.
'Fol» [fo'li:a]. die; -. -s u. ...ien [...i:an; span. folia. eigtl.
= Narrheit, zu fol = Narr; t2Folie] (Musik): variierte
spanische Tanzmelodie eines bestimmten, im 17. Jh.
verbreiteten Typs (im ^Ij-Takt mit formelliafter Baßbegleitung).
Tolia: PI. von t Folium.
Foliant [fo'liant], der; -en, -en [zu t Folio (1)]: großes
, unhandliches, altes; Buch [im Format eines halben Bogens
(7)1: ein dicker F. aus dem 16. Jh.; 'Folie [To:lp]. die;
-, -n [vlat. folia < lat. folium = Blatt; urspr. Bez. für
ein metallenes Glanzplattchen als Unterlage für gefaßte
Edelsteine]: 1. aus Metall od. Kunststoff in Bahnen
hergestelltes, sehr dünnes Material zum Bekleben od. Verpacken:
eine durchsichtige F.; in F. verpackt. 2. geistiger
Hintergrund, von dem sich etw. abhebt: wie selbst Hölle und
Höllenfahrt nur die dunkle F. bilden müssen, vor der
das Licht der Freude ... brennt? (Thielicke. Ich glaube
174). 3. (Druckw.) auf einer dünnen Haut aufgebrachte
u. auf eine Buchdecke aufgepreßte Farbschicht.
■^Folie [fo'li:]. die; -. -n [...i:sn; frz. folie, zu fou, Fem.
folle = toll, verrückt; Narr < lat. follis = (aufgeblasener)
Schlauch. Ballon] (veraltet): Torheit, Narrheit, Tollheit.
fallieren [foli'hren] <sw, V.; hat): 1. die Blätter eines
Druckbogens numerieren. 2. etw. mit 'Folie (1) unterlegen. 3.
gegenüberliegende Bogenseiten eines Geschäftsbuches gleich
beziffern.
Folien: PI. von t'Folia, 'Folie. 2FoIie. Folio, Folium.
FoJinsäure: svw. t Folsäure.
folio [To:lio; lat. folio; t Folium]: auf dem Blatt einer
mittelalterlichen Handschrift/; Abk.: fol.. z.B.: fol. 3b; Folio
[-], das; -s, Folien [To:lpn] u. -s [aus der Fügung „in
Folio" < lat. in folio = in einem Blatt]: 1. Buchformat
von über45 cm Höhe; Zeichen: 2°; Abk.: fol.. Fol. 2.
Doppelseite eines Geschäftsbuches.
Folio- (Folio 1): -ausgäbe, die: Buchausgabe im Foliofonnat;
^band. der <PI. -bände); -fonnat, das: svw. T Folio
(1).
Foüwi [To:lium]. das; -s. ...ia u. ...ien [...pn] <meist PI.)
[lat. folium] (Pharm.): Pflanzenblatt (bes. als Bestandteil
von Drogen u. Heilmitteln).
Folketing [TDlkatm], das; -s [dän. folketing. eigtl. =
Volksversammlung, aus folk = Volk u. ting = Gericht,
Versammlung, vgl. Thing]: 1. bis 1953 die zweite Kammer
des dänischen Reichstags. 2. ab 1953 das dänische
Parlament; Folkevise [...vi:za], die; -, -r <meist PI.) [dän. folkevise
= Volkslied, zu vise ..Lied", vgl. Weise] (Literaturw.):
skandinavische Ballade des Mittelalters (13.-16. Jh.).
Folklore [fDlk'lo:re. auch: ' ], die; - [engl, folklore. aus:
folk = Volk u. lore = (überliefertes) Wissen]: l.a)
volkstümliche Überlieferung (z. B. Lied, Tracht, Brauchtum)
als Gegenstand der Volkskunde;: die Pflege der
heimatlichen F.; b) svw. t Volkskunde. 2.a) Musik in Form von
Volkslied u. Volkstanz als Gegenstand der
Musikwissenschaft . ein Konzert mit internationaler F.; b)
volksmusikalische Züge in der Kunstmusik: die tschechische Musik
Ist reich an F.; <Zus.:> FoUdorebhoe. die. Folklorekleid.
das: Bluse, Kleid, verziert mit farbigem Druck od. bunter
Stickerei mit Motiven aus der Volkskunst; <Abl.:> Folklorist
874
Foot-candle
[...lo'nst], der; -en, -en [zu t Folklore!: Kenner der Folklore,
Volkskundler; Folklorjstik, die; -: Wissenschaft von den
Volksüberlieferungen, bes. Volksliedforschung;
folkloristisch <Adj.; o. Steig.): 1. die Folklore (1 a. 2a) betreffend,
zu ihr gehörend, aus ihr stammend: eine -e Veranstaltung;
ein paar -e Kleinigkeiten .... zum Beispiel einen
Aschenbecher aus getriebenem Silber (Roth. Kapuzinergruft 38).
2. svw. f volkskundlich: das -e Interesse ist neu erwacht.
3. volksliedhaft, nach Art der Volksmusik: seine Musik
enthält -e Elemente; FoUts&noer [Touk-]. der; -sv -: Sänger
des Folksongs (a); FoDcsong ['fouksonl. der; -s. -s [engl,
folk song]: a) <o. PI.) angelsächsische Volksliedgattung
mit sozialkritischen Zügen j; b) einzelnes
/angelsächsisches; Volkslied mit sozialkritischem Inhalt i.
Follikel [fe'lhkl]. der; -s, - [lat. folliculus = kleiner
Ledersack, -schlauen] (BioL Med.): 1. 'Drüsen bläschen,kleiner
Schlauch, Säckchen (z. B. Haarbalg. Lymphknötchen). 2.
Zellhülle des gereiften Eis des Eierstocks.
Follikel- (Follikel 2; Biol.. Med.): -epithel, das: Zellschicht,
die die Eizelle im Eierstock umgibt; -hormon. das:
weibliches Geschlechtshormon; ^sprang, der: Ausstoßung des
reifen Eis aus dem Eierstock; Eisprung.
follikulär [faliku'la:*]. follikulär [...'le.-g] <Adj.; o. Steig.)
[zu t Follikel] (Biol.. Med.): 1. follikelartig, schlauchartig.
2, den Follikel (1,2) betreffend; von einem Follikel (1.
Dausgehend; Follikulitis [...'li:tis]. die; -. ...itiden [...li'ti:dn]
(Med.): Entzündung der Haarbälge.
Folsäure f fo:l-], Folinsäure [fo'li:n-], die; - [zu lat. folium
= Blatt, nach dem Vorkommen in grünen Blättern]: (u. a.
in Hefe. Milch, in Leber u. Niere vorkommendes) Vitamin
des Vitamin-B-Komplexes.
Folter [fblte], die; -. -n [spätmhd. föltrit. foltren (Dativ);
H. u.l: 1. <PI. selten) das Foltern; Folterung: die F.
anwenden; jmdn. der F. unterwerfen; Er fing Botta die
eingeborenen Arbeiter weg. bedachte sie mit F. und Kerker (Ceram,
Götter 235). 2. Gerät od. Instrument, mit dem jmd. gefoltert
wird: jmdn. auf die F. legen; *imdn. auf die F. spannen
(jmdn. in Zusammenhang mit einer Mitteilung in Quälende
Spannung versetzen, indem man ihn über etw., was er gern
wissen möchte, absichtlich zunächst noch im unklaren
läßt: Halten Sie nicht hinter dem Berg, und spannen Sie
mich nicht zu lange auf die F. (Remarque, Triomphe
402). 3. (geh.) Ipeinigendej Qual: die F. der Langweile.
Fplter-: -bank, die <P1. -bänke) (MA.): Gestell, auf das
jmd. zur Folterung (durch gewaltsames Strecken) gelegt
wurde: auf der F. legte er ein Geständnis ab; ^gerät,
das; ^kammer, die (MA.): mit Foltergeräten u. -Werkzeugen
ausgerüsteter Raum, in dem gefoltert wurde: die -n des
Mittelalters; Ü die -n des Dritten Reiches; -keller, der:
vgl. ^kammer; ^knecht, der (MA.): jmd., der die Folter
(1) ausführte: Ü Spiele. ... die von einer Polizei begangen
wurden, die ihre -e unter Franzosen anwarb (Genet
[Übers.].Totenfest 7); -methode,die (meist PL): bestimmte
Art des Vorgehens beim Foltern (1); Miual, die (meist
PI.): 1. bei der Folter (1) erlittene Qual: wie Heilige in
ihren -en (Jahnn. Geschichten 76). 2. (geh.) seelische Qual,
die der bei der Folter (1) erlittenen vergleichbar ist: die
Wartenden erduldeten wahre -en; ^Werkzeug, das:
Instrument zum Foltern (1): Daumenschrauben waren im
Mittelalter verbreitete -e.
Fplterer, der; -s. -: jmd.. der foltert: wenn Sie davon hören,
daß Fallschirmjäger sehr tapfere Soldaten und sehr
gemeine F. sind (Andersch. Rote 123); foltern ['faltvn] (sw.
V.; hat): I. mit Folterwerkzeugen, sehr quälen, mißhandeln
um etw., bes. eine Aussage, ein Geständnis zu erzwingen/:
Gefangene f.; Die Eroberer nahmen den Patriarchen Za-
charias. nahmen seinen frommen Leib und folterten ihn
(Jahnn. Geschichten 49). 2. (geh.) peinigen, quälen: die
Schmerzen folterten ihn; Ihr foltert euch nicht mehr ...
mit dieser irren Erwartung, daß ... (Frisch, Stiller 508);
(Abi.:) Fplterung, die; -. -en.
Fooient [fo'ment], das; -[e]s. -e [lat. fömentum. zu fovere
= wärmen], Fomentation [fomenta'tß[o:n], die; -. -en [lat.
fÖmentätio] (Med.): warmer Umschlag.
Fön© [f0:n], der; -[e]s. -e [nach tFöhn]: elektrisches Gerät
zum Trocknen des Haars, Heißlufttrockner: sich mit dem
F. die Haare trocknen.
fonce [fS'se:] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. fonce. 2.
Part, von foncer = dunkler machen, zu fonds = Boden.
Grund] (veraltet): (von einer Farbe) dunkel.
Fond [18:1. der; -s, -s [frz. fond = Grund; Grundstock
< lat. fundus = Boden. Grund(lage)]: 1. hinterer Teil
des Wageninneren, der die Rücksitze enthält: in den F.
steigen; im F. sitzen. 2.a) Hintergrund (z. B. eines
Gemäldes, einer Bühne): den F. des Bildes füllt eine
Gebirgslandschaft aus; Statisten im F. der Bühne deuteten die Schlacht
an; b) Untergrund (z. B. eines Stoffmusters): der Stoff hat
ein buntes Karomuster mit weißem F. 3. GrundHage /.
Basis: damit war ... der F. zum Gelingen gelegt (Welt
14. 8. 68. 9). 4. beim Braten. Dünsten od. Schmoren von
Fleisch zurückgebliebener Fleischsaft als Grundlage für
Soßen od. Suppen: aus dem F. eine Soße bereiten.
Fondaco [Tondako], der; -s. ...chi [...ki] u. -s [ital. fondaco
= Warenlager < arab. funduq = Magazin. Herberge
< griech. pandocheTon = Wirtshaus, eigtl. = (Haus)
das alle aufnimmt]: Kaufhaus im Orient u. im
Mittelmeergebiet.
Fondant [fS'dä:], der. auch: das; -s. -s [frz. fondant. eigtl.
= im Munde zergehend, zu: fondre = schmelzen < lat.
fundere = gießen; schmelzen]: a) unter Zugabe von Farb-
u. Geschmacksstoffen hergestellte Zuckermasse: Kringel
aus F.; b) Praline aus Fondant (a).
Fonds [18:1. der; - [(3:(s)]. - [fö:s; frz. fonds. eigtl. = Grund;
Grundstock < vlat. fundus (Neutrum; Akk.: fundus) <
lat. fundus = Boden, Grund(lage)]: l.a) für bestimmte
Zwecke gebildete Vermögensreserve: der F. des Vereins;
ein F. aus öffentlichen Mitteln; einen F. bilden; einen
F. für Notfälle haben; er hat aus einem öffentlichen F.
ein Stipendium erhalten; vgl. ä fonds perdu; b) (DDR)
Gesamtheit der im gesellschaftlichen Interesse verwendbaren
materiellen u. finanziellen Mittel eines sozialistischen
Betriebes: über einen beachtlichen F. für kulturelle Zwecke
verfügen. 2. (geh.) Grundstock in geistiger Hinsicht, auf den
man immer zurückgreifen kann: er konnte aus dem reichen
F. seiner Erfahrung schöpfen. 3. <P1.) (Finanzw.)
Schuldverschreibungen öffentlicher Körperschaften; <Zus.:>
Fondsbörse, die (Finanzw.): 1. Börse für festverzinsliche
Wertpapiere. 2. Wertpapierbörse (im Gegensatz zur
Warenbörse); Fondsgeschäft, das: vgl. Fondsbörse.
Fondue [fö'dy:], das; -s, -s od. die; -. -s [frz. fondue. eigtl.
= geschmolzen, zu: fondre, t Fondant]: a) schweizerisches
Gericht, bei dem kleine Stücke Brot in eine durch Erhitzen
flüssig gehaltene Mischung von Hartkäse, Weißwein u.
Gewürzen getaucht u. dann verzehrt werden; b) Fleischgericht,
bei dem das in Würfel geschnittene Fleisch auf dem Tisch
in siedendem Fett gegart u. mit verschiedenen Gewürzen
verzehrt wird.
Fondue-: ^gabel, die:.... daß der einzelne Teilnehmer seine
Fleischwürfel auf die lange F. steckt und sie in den
gemeinsamen Topf taucht (Hom. Gäste 129); -gerät, das: für
eine Fondue verwendeter Kochtopf über einem
Spirituskocher; -pfanne, die: vgl. -gerät.
fönen ['fwnan] <sw. V.; hat) [zu tFön]: (bes. Haare) mit
dem Fön trocknen.
Fono...: tPhono...
Fontäne [fan'tKna]. die; -, -n [frz. fontaine =
(Springbrunnen < vlat. fontäna = Quelle, zu lat. föns (Gen.: fontis);
mhd. fontäne. funtäne = Quelle als LW aus dem Afrz.]:
a) aufsteigender starker Wasserstrahl eines Springbrunnens:
aus dem Teich stieg eine hohe F. auf; das Blut spritzte
wie eine kleine F. hervor; Ü eine F. aus Rauch und Dreck
und Schnee (Plievier, Stalingrad 90); b) Springbrunnen mit
starkem Wasserstrahl: Es heißt, die F. springe nur an
Feier- und Sonntagen (Bergengruen. Rittmeisterin 1S7);
Fontanelle [fbnta'neta], die; -, -n [frz. fontanelle. eigtl. =
kleine Quelle] (Anat.): Knochenlücke am Schädel des
Neugeborenen; fontänenartig <Adj.; o. Steig.): einer Fontäne
ähnlich, wie eine Fontäne: daß hinten der Straßendreck f.
hochstnidelte (Kirst. 08/15. 450).
Fontange [fö't&sal. die; -. -n [frz. fontange. nach der Made-
moiselle de Fontanges, einer Mätresse Ludwigs XIV.]:
hochgetürmte, mit Schmuck u. Bändern gezierte Haartracht
des ausgehenden 17. Ja/irhunderts.
Foot [fu:t, engl.: fut], der; -, Feet [fi:t; engl, foot, eigtl.
= Fuß]: Längeneinheit in Großbritannien u. in den USA
(= 12lnches = 0.3048m); Zeichen: ft; Football [Tuttoil].
der; -[s] [engl.-amerik. football. eigtl. = Fußball]: in
Amerika ein dem Rugby nachgebildetes Kampfspiel von zwei
Mannschaften mit je elf Spielern u. beliebig vielen
Auswechselspielern; Foot-candle [-kaendl], die; -. -s <aber: 30 Foot-
875
Footing
candle) [engl, footcandle. eigtl. = Fußkerze]: physikalische
Einheit der Beleuchtungsstärke (1 Foot-candle = 10,76
Lux); Footing [Tutia], das; -ls], -s [engl, footing. eigtl.
= Aufsetzen der Füße] (Leichtathletik): Dauerlauftempo,
bei dem die Pulsfrequenz gleichbleibend bei 1301min liegt.
foppen t'fopn] <sw. V.; hat) [spätmhd. = lügen, aus der
Gaunerspr.; H. u.]: jmdm. meist im Scherz etw. Unwahres
sagen, in ihm eine falsche Erwartung wecken u. sich darüber
freuen, doli er die betreffende Sache glaubt: man wollte
ihn [damit] f.; sie fühlte sich gefoppt; U in dieser wilden
Nacht, die ihn foppte mit Verheißungen in niederträchtiger
Ausweglosigkeit (Maass. Gouffe 188); <Abl.:> Fopperei
[fopa'r^j], die; -. -en (oft abwertend): das Foppen: daß
das Abscheuliche ein Scherz, eine abgekartete F. sein
mußte (Th. Mann, Zauberberg 74).
Fora: PI. von t Forum.
Forunen [fo'raiman], das; -s, - u. ...mina [lat. forämen. zu
foräre = bohren] (Med.): Loch. Lücke. Öffnung: Foramini-
fere[foramini'fe:r3],die;-,-n (meist PI.) [nlat. foraminifera
(PL), zu T Foramen u. lat. ferre = tragen] (Biol.. Paläont.):
im Meer lebender Wurzelfüßer mit ein- od. mehrkammeriger
Schale u. fadenförmigen Scheinfüßchen (gesteinsbildend,
bes. in Karbon u. Kreidezeit).
Force [fors], die; -. -n <P1. ungebr.) [frz. force < vlat.
fortia = Kraft. Macht, zu lat. fortis = stark] (veraltet):
1. Stärke. Gewalt. Zwang, vgl. par force. L *etw. ist jmds.
F. (etw. ist jmds. Stärke, gehört zu jmds. besonderen
Fähigkeiten): schnelles Handeln. Geistesgegenwart ist [nicht]
seine F.; Force de frappe [forsda'frap]. die; — [frz. force
de frappe. eigtl. = Schlagkraft]: die Gesamtheit der
geplanten/ mit Atomwaffen eigener Herstellung ausgerüsteten
französischen militärischen Einheiten: Force majeure
[forsma'3oe:r], die; - - [frz. force majeure] (veraltet): höhere
Gewalt.
Forceps: t Forzeps.
forcieren[for'si:ran]<sw. V.; hat) [frz. forcer < vlat. *fortiä-
re = zwingen, zu lat. fortis = stark, kräftig, fest]: a)
das Erreichen eines Zieles mit Nachdruck od. gewaltsam
betreiben, vorantreiben: den Fortgang von etw.
beschleunigen: die Durchführung eines Plans, die Produktion, eine
Entwicklung, seine Anstrengungen f.; der Läufer forcierte
das Tempo, das Rennen; Im zweiten Lauf stürzte Duvil-
lard. als er zu stark forcierte (Maegerlein. Piste 48); ...
forciert man (stellt man besonders heraus) die helle
Krawatte in gewagten Farbkombinationen (Herrenjournal 1.1966.
34); eine forcierte Durchführung; ein forcierter Konsum;
eine forcierte (gewaltsame, unnatürliche)
Volkstümlichkeit; b) (Milit.) ein militärisches Hindernis überwinden,
bezwingen wollen: ... den Don in nordöstlicher Richtung
zu f. (Plievier. Stalingrad 23); <Abl.:) Forcknmg, die; -.
-en.
Förde [fo.tfdd, fcerda], die; -, -n [aus dem Niederd. <
schwed.. norw. Qord, T Fjord]: weit ins Flachland
eindringende, langgestreckte Meeresbucht: die Flensburger F.
■Fönler- (fördern I): -k lasse, die; -kreis, der: Vereinigung
von Personen u.lod. Institutionen, diejmdn. od. etw. fördern:
^kursus.der: vgl. -Unterricht; -maßnähme, die: svw. f
Förderungsmaßnahme: -stufe, die: Organisationsform des 5.
u. 6. Schulja/iresmii einer Zusammenfassung der
entsprechenden Klassen der Haupt schule, der Realschule u. des
Gymnasiums, wobeider Unterricht zur Feststellung der
unterschiedlichen Begabungen u. des Leistungsvermögens z. T. in Kursen
differenziert ist.Denken wir an die Fülle neuer Schulformen.
... die Förder- und Kollegstufen (Rheinischer Merkur 8.
1976, 29); -Unterricht, der: Unterricht zur Förderung der
Leistungen /schwacher Schüler/.
^Qrder- (fördern 2. 3): -anläge, die (Technik): maschinelle
Vorrichtung zum Befördern von Massengütern: -bahn, die
(Technik): Eisenbahn zum innerbetrieblichen
Gütertransport: -band, das <PI. ...bänder) (Technik): endloses,
mechanisch bewegtes Band zur Beförderung von Gütern: -brük-
ke« die (Bergbau): bes. in Braunkohlentagebauen eingesetzte,
lange Stahlkonstruktion mit Bändern zur Beförderung des
Abraums, die auf Raupen od. Rädern an einen anderen
Standort gebracht werden kann: -geftß* das
(Bergbau): schmaler, hoher, oben offener Stahlbehälter in der
Schachtförderung: -gerüst, das (Bergbau): Gerüst aus
Stahl/beton/ od. Holz über einem Förderschacht zur Auf-
nahme der Seilscheiben (die der Umlenkung des Förderseils
aus dem Schacht zur neben dem Schacht stehenden
Fördermaschinedienen): -korb, der (Bergbau): schmales, langes,
korbartiges Stahlgerüst zum Aufwärts- od.
Abwärtsbefördern der Förderwagen bei der Schachtförderung: -leistung,
die (Technik, Bergbau): in einem bestimmten Zeitraum
zutage geförderte Menge von etw.: Für sehr hohe -en kommt
nur noch die ökliflusionspumpe in Frage (Kosmos 1.
196S. 38); -maschine. die (Bergbau): neben od. über dem
Schacht aufgestellte Maschine als Antrieb für die
Förderanlage: -türm, der (Bergbau): turmartiges Bauwerk aus Stahl
od. Beton, das unmittelbar über einem Schacht errichtet
ist u. die Fördermaschine aufnimmt: -wagen, der (Bergbau):
schmaler, zwei- od. vierachsiger Wagentyp aus Stahlblech
für den Gütertransport im Bergwerk.
Förderer [Tcerdare], der; -s, -: jmd.. der jmdn.. etw. fördert,
die positive, vorteilhafte Entwicklung einer Person od. Sache
unterstützt: ein F. junger Künstler, der Wissenschaft; daß
die Sache des Naturschutzes ... einen ihrer kühnsten und
tatkräftigsten F. verliert (Grzimek. Serengeti 340); F^rde-
rerkreis, der, -es. -e: svw. t Förderkreis; Förderin, die; -,
-nen: w. Form zu t Förderer; forderlich <Adj.; nicht adv.)
[mhd. vürderlich): der positiven, vorteilhaften Entwicklung
einer Person od. Sache nützettd: jmdm.. einer Sache zum
Guten dienend: eine der Weiterbildung -e Lektüre: Sport
wäre ihm. seiner Gesundheit f.; daß es für den europäischen
Markt -er (nützlicher) ist, wenn das Kapital zu den
Arbeitskräften kommt (Herrenjournal 3,1966,76); <Abl.:) Fpctier-
lidikeit, die: -: förderliche Eigenschaft einer Sache: die
F. muß sich noch erweisen.
fordern ffsrden] <sw. V.; hat) [mhd. vo(r)dern, ahd. forda-
rön. zu t vorder ...; eigtl. = verlangen, daß jmd. od. etw.
hervorkommt]: 1. einen Anspruch erheben u. ihn
nachdrücklich kundtun, verlangen: sein Recht f.; Rechenschaft von
jmdm. f.: der Verteidiger forderte Freispruch für den
Angeklagten; einen hohen Preis [für etw.] f. (haben wollen):
Einlaß f. (nachdrücklich bitten, eingelassen zu werden):
Ü der Körper fordert sein Recht (körperliche Bedürfnisse
wie z. B. Schlaf lassen sich nicht gewaltsam, längere Zeit
unterdrücken): das Unglück forderte drei Menschenleben
(bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben). 2.
auffordern lassen/, sich im Zweikampf od. vor Gericht
für etw. zu verantworten: jmdn. auf Pistolen (früher; zum
Zweikampf mit Pistolen) f.; er hat ihn [zum Duell] gefordert;
er wurde vor Gericht gefordert (geladen): (Sport:) er hat
ihn zu einem Vergleichskampf gefordert. 3. von jmdm..
sich eine Leistung verlangen, die alle Kräfte, besondere
Kraftanstrengung beansprucht: in Notzeiten leistet er (=
der Mensch) etwas, er wird vielfältiger gefordert als in
den Zeiten des Wohlstandes (Natur 71); die Mannschaft
wurde vom Gegner nicht [sehr] gefordert (Sport: nicht
zu einer besonderen Leistung gezwungen): der Reiter muß
sein Pferd jetzt f. (Sport; ihm eine besondere Leistung
abverlangen).
flWernfferdBn] <sw. V.; hat) [mhd. vündern, ahd. furdiren.
eigtl. = weiter nach vorn bringen, zu tfürder]: 1. in seiner
Entfaltung, bei seinem Vorankommen / finanziell!
unterstützen: helfend bewirken.daß sich jmd.. etw. entfaltet u. entwik-
kelt. Fortschritte macht: er hat viele junge Künstler, unsere
Arbeit gefordert; den Handel f.; eine derartige Mitteilung
fördert die Untersuchungen (bringt sie weiter: Gaiser. Jagd
49); dadurch wird ihr Hang zur Eitelkeit nur noch gefördert
(unterstützt). 2. (bes. Bergbau) aus dem Erdinnern /zum
Zwecke der wirtschaftlichen Nutzung/ heraufholen, [durch
Abbau! gewinnen: Kohle. Erze f.; große Mengen Gold
zutage f. 3. (Technik) an eine Stelle vorwärts bewegen:
das Band fördert die Briketts in den Waggon.
Forderung« die; -. -en [mhd. vo(r)derunge, ahd. fordrunga.
zu Tfordern]: l.a) nachdrücklich zum Ausdruck gebrachter
Anspruch: seine -en sind unannehmbar; eine F. geltend
machen, erfüllen; er mußte seine -en herabschrauben,
wollte von seiner F. nicht abgehen: daß sich in Holland aus
der F. der militanten Calvinisten nach dem Elternrecht
eine eigene politische Bewegung bildete (Fraenkel, Staat
155); b) etw.. was von einem bestimmten Standpunkt aus
erforderlich scheint: eine politische sittliche F.; die F.
des Tages (was die Umstände gerade erfordern): c)
(Kaufmannsspr.) aus einer Warenlieferung od. Leistung
resultierender finanzieller Anspruch: die ausstehende F.
beträgt 2 500 DM; eine F. an jmdn. haben. 2, (früher)
Aufforderung, sich einem Duell mit dem Auffordernden zu stellen:
jmdm. eine F. auf Pistolen. Säbel überbringen, schicken.
876
form-, Form-
Forderung, die; -, -en: 1. das Fördern (1): die F. des
Nachwuchses, der wissenschaftlichen Forschung; zur F. des
Fremdenverkehrs beilragen. 2. (bes. Bergbau) Gewinnung
von Bodenschätzen: die tägliche F. beträgt 1 0001. 3.
(Technik) das Fördern (3).
fprdenOTgs-, F$nterungs-: -flhig <AdJ.; nicht adv.): die
Voraussetzungen für eine / staatliche / Förderung erfüllend;
-maßnähme, die (meist PL): i staatliche/ Maßnahme zur
Förderung von etw.: sozialpolitische -n; -mittel <PI.>:
staatliche Mittel zur Förderung von etw.; ^Programm, das: in
einem Progranvn dargelegte Förderungsmaßnahmen: ^vor-
kehr.die (Schweiz.): Förderungsmaßnahme; -würdig <Adj.;
nicht adv.>: nach dem Gesetz berechtigt, staatlich gefördert
zu werden; Förderung verdienend: -e Bauvorhaben.
Fordernis [fordismos], der; - [engl, fordism. nach dem
amerik. Großindustriellen Henry Ford] (Wirtsch.):
technologische u. industriepolitische Konzeption der
weitestgehenden Rationalisierung u. Standardisierung der Produktion
(insbes. durch Fließfertigung) ! in Verbindung mit
Preissenkungen u. hö/ieren Löhnen '.
Före [f0:ra], die; - [schwed. före, norw. forel (Ski): Eignung
des Schnees zum Fahren; Geführigkeit.
Forecaddie [Td.-J. der; -s. -s (Golf): Caddie. der
vorausgeschickt wird, um ein Zeichen zu geben, daß der Platz frei
ist. od. der den Flug des Balles beobachten soll.
Forechecking ['fatjekm], das; -s. -s [engl, forechecking. zu:
fore = vorn; vorher, früher u. t ^heck] (Eishockey): das
Stören des gegnerischen Angriffs bereits im gegnerischen
Verteidigungsdrittel.
Forehand ['f:>:hawidl, die; -, -s, auch: der; -[s], -s [engl, fore-
hand. aus: fore = vorn u. hand. verw. mit dt. THand]:
Vorhand! schlag > im / Tisch tennis. Badminton. l'Eisi-
hockey u. Polo (Ggs.: Backhand).
Forelle [fo'reto], die; -,-n [mhd. forhele. Nebenf. von forhe(n),
ahd. forhana. eigtl. = die Gesprenkelte, die Bunte (nach
den bunten Tupfen auf dem Rücken des Fisches)]: in kalten
Bächen lebender, räuberischer Lachsfisch mit schlankem
Körper, der wegen seines zarten, schnackhaften Fleisches
als Speisefisch geschätzt wird: aus dem Bergbach schnellten
sich die -n. als wollten sie nachsehen, wer da des Wegs
kam(Süittmatter.Wundertäter236); F. blau (Gastr.;
Fischgericht, bei dem die Haut der Forelle durch die Zubereitungs-
art eine bläuliche Färbung hat)\ <Zus.:> For^llenfilet, das;
For?llenteich, der: zur Zucht von Forellen angelegter
Fischteich; ForfUenzudit, die: Zucht von Forellen / in einer speziell
dafür eingerichteten Anlage j.
Foren: PI. von t Forum.
forensisch [fo'renzif] <Adj.; o. Steig.) [lat. forensis. eigtl.
= zum Forum gehörend, t Forum (3)]: 1. (veraltet) zur
wortgewandten Rede gehörend; rhetorisch: eine -e
Beredsamkeit; Bei der ... Diskussion, deren Heftigkeit ... unter
der -en Eleganz zum Vorschein kam ... (FAZ 20. 5. 61,
3). 2. die Gerichtsverhandlung betreffend\ gerichtlich: Der
-e Nachweis von Insektiziden der Systoxgruppe
(Börsenblatt 84. 1967. 6168); -e Chemie (Teilgebiet der Chemie
im Bereich der Gerichtsmedizin mit der Aufgabe.
Vergiftungen fiachzuweisen u. Verbrechen durch eine chemische
Spurenanalyse aufzuklären); -e Pädagogik
(Kriminalpädagogik. Gefängniserziehung u. Jugendstrafvollzug); -e
Psychologie (1. in der Rechtspflege angewandte psychologische
Erkenntnisse. 2. psychologische Vernehmungstechnik bei
Gericht).
forfaitieren [farfe* thron] <sw. V.; hat) [zu frz. vendre ä forfait
= in Bausch u. Bogen verkaufen, zu afrz. a for fait =
zu abgemachtem Preis, zu: fuer, for = Marktpreis (<
lat. forum = Markt) u. faire = machen] (Kaufmannsspr.):
(eine Forderung) nach überschlägiger Berechnung
verkaufen; Forfaitietung, die; -. -en.
Forfeit [fofit]. das; -[s]. -s [engl, forfeit = Geldbuße <
(a)frz. forfait = strafwürdiges Verbrechen, eigtl. 2. Part,
von: forfaire = pflichtwidrig handeln, zu: fors =
außerhalb (< lat. foris) u. faire = machen, tun]
(Kaufmannsspr.): Abstandssumme bei Vertragsrücktritt [die ein
Befrachter an eine Speditionsfirma bzw. Reederei zahlen
muß. wenn er vom Vertrag zurücktritt/; Reuegeld.
Forfait ['formt, bes. österr. auch: formt], der; -[s], -s. bes.
österr. auch: -e [formte] (aber: 30 Forint) [ung. forint
< ital. fiorino = Gulden, zu: fiore = Blume < lat.
flös, t Florin]: Währungseinheit in Ungarn (1 Forint =
100 Filier); Abk.: Ft
Forke ['forkdl. die; -, -n [mniederd. forke < lat. furca =
zweizinkige Gabel] (nordd.): 1. Heu-. Mistgabel. 2. (salopp
abwertend) Eßgabel; forkein [Torkln] <sw. V.; hat) [zu
veraltet Forkel = Gabel am Geweih des Hirsches < lat,
furcula = gabelförmige Stütze] (Jägerspr): a) mit dem
Geweih verletzen: er (= der Schadhirsch) hat einen braven
Zwölfender zu Tode geforkelt (Löns. Gesicht 128); b) mit
dem Geweih / mit angleichen Rivalen/ kämpfen: die Hirsche
forkelten.
Forlana [farla.na]. Forbuie [...na], (auch:) Furlana. Furlane
[für...], die; -, ...nen [ital. furlana = friaulischer Tanz,
zum Namen der oberital. Landschaft Friulo. dt. Friaul]:
alter, der Tarantella ähnlicher italienischer Volkstanz im
V od. %-Takt (in der Kunstmusik. z.B. bei Bach der
Gigue ähnlich).
Forle ['forte], die; -, -n [vgl. Föhre] (südd.): Kiefer; <Zus.:>
Fgrleule, die: als gefährlicher Kiefernschädling auftretender
Schmetterling.
Form [form], die; -. -en [1, 3: mhd. forme = äußere Gestalt.
Umriß; Modell zur Herstellung einer bestimmten Form
< lat. forma; 2: nach engl, form]: l.a) äußere plastische
Gestalt mit bestimmten Utnrissen. in der etw. erscheint:
die F. der Vase erinnert an eine Frucht; der Gegenstand
hat eine plumpe, schöne, eckige, zierliche, elegante F..
die F. einer Kugel: die weiblichen -en (Körperrundungen);
der Hut hat seine F. verloren, ist aus der F. geraten,
wird wieder in [seine] F. gebracht; wie das eingedrückte
Polster ... wieder anschwillt. Mit ... einem Ruck gewinnt
es schließlich wieder seine ursprüngliche F. (Handke.
Kaspar 62); Wir treffen Langhausbauten und Bauten mit
zentraler Tendenz, die kaum zu neuen oder monumentalen
-en vordringen (Bild. Kunst III. 17); [feste] Formten]
annehmen (als Projekt allmählich in seiner künftigen Entwicklung
deutlicher erkennbar werden. Gestalt gewinnen): der Plan
nimmt F. an; häßliche, scharfe o.a. -en annehmen (sich
in einer bestimmten unangenehmen Weise gestalten, entwik-
keln): der Streit nahm häßliche -en an; aus der F. gehen
(ugs. scherzh.; sehr, zu dick werden)', in F. von (in Gestalt
von; als): örtliche Niederschläge in F. von Regen oder
Schnee; b) dem Inhalt entsprechende Art der geistigen,
künstlerischen Gestaltung; Darstellungsweise: die F. dieses
Gedichts ist das Sonett; die vorgeschriebene F. der
Eidesformel; eine Darstellung in der F. eines Dialogs; etw. in
eine leichtverständliche F. bringen; c) Art und Weise, in
der etw. vorhanden ist. erscheint, sich darstellt;
Erscheinungsweise, einzelne Erscheinungsform: die -en des
Deutens, des menschlichen Zusammenlebens; Ihnen
erscheint diese F. der westlichen Konversation frivol und
nichtsnutzig (Dönhoff, Ära 193); das Behagen ist immerhin
eine mindere F. des Glücks (Th. Mann, Krull 251); die
-en (Spielarten) einer Pflanzengattung; die -en
(Deklinationsformen) eines Substantivs; die starke, schwache F.
eines Adjektivs; In dieser F. ist diese Institution auch
auf das Reich der Ottomanen übergegangen (Fraenkel.
Staat 88); d) festgelegte Verhaltensweise, vorgeschriebene
Art des gesellschaftlichen Umgangs: feine, strenge,
übertriebene -en; das ist alles nur F. (alles sinnentleert, rein
äußerlich); die F. wahren; der F. genügen; Ich habe ihm vollauf
Bescheid gesagt. Freilich verhandelt man in gesitteter F.
(H. Mann, Stadt 69); ein Mensch ohne -en (ohne gutes
Benehmen); *in aller F. (ausdrücklich u. verbindlich, unter
Beachtung aller Vorsc/triften): Wenige Tage spater wurde
mir in aller F. eröffnet, daß die Gestapo ... die Einleitung
eines Verfahrens ... gegen mich beantragt habe (Niekisch,
Leben 290). 2. (bes. Sport) leistungsfähige Verfassung;
Kondition: seine F. verbessern; gut. nicht in F. sein; er ist
in der F. seines Lebens (in hervorragender Form); Die
Schweden waren groß in F. (Walter, Spiele 66); sich in
F. bringen; allmählich wieder in F. kommen; zu großer
F. auflaufen (sich zu einer großen Leistung steigern). 3.
Gegenstand, mit dem man einem bestimmten Stoff, einer
Masse eine bestimmte Form (1 a) gibt: Kuchenteig in eine
F. (Backform) füllen; Metall in eine F. (Gießform) gießen.
fQrm-, Form- (vgl. auch: formen-. Formen-): -anstieg, der
(Sport): Anstieg in der Form (2); -beständig <Adj.; nicht
adv.>: seine j aufgeprägtej Form (1 a) nicht verlierend: ein
-er Anzug, dazu: -beständtgkeit, die; -blatt, das: atntliches
Formular; -eisen, das: Werkstück aus Eisen mit
vorgegebenem Querschnitt (z. B. Schiene); -ekment, das: bei der
Gestaltung eines Kunstwerks verwendetes Element; -fehler.
877
formal
der: I. Verstoß gegen die Form (1 d), in der etw. vor sich
zu gehen hat: bei der Gerichtsverhandlung, Abstimmung
ist ein F. unterlaufen: bei der Vorstellung beging er einen
F. 2. Fehler in der Körperform von Zuchttieren: ein plumper
Hals ist ein F. bei Reitpferden; --frage, die: ein Problem,
eine Frage der Form (1 d): das sind alles nur -n; ^gebend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: einer Sache lihre Form (1 a,
b) gebend: ein -es Modell; ^gebung, die; -. -en: i
künstlerische Form (1 a. b), die man einer Sache gibt; Gestaltung
eines Gebrauchs- od. Kunstgegenstandes: diese Keramik
wirkt hauptsächlich durch ihre eigenwillige F.; -gefUhl,
das: ausgeprägtes Gefüldfür künstlerische Form (1 a);
^gerecht <Adj.; o. Steig.): der Form (1 d) entsprechend (Ggs.:
-widrig): sich f. ausdrücken, verhalten; -«estalter, der.
svw. t Designer; -gestaltung, die: svw. T Design; -gewandt
<Adj.>: die gesellschaftlichen Formen (ld) beherrschend;
gewandt in der Form, im Ausdruck: eine -e Begrüßung;
-kontrollauf, der (Leichtathletik): der Kontrolle der Form
(2) dienender Lauf, bei dem die Laufstrecke etwas kürzer als
die Wettkampfstrecke ist; -krise, die (Sport): Zeit
schlechter körperlicher Verfassung, mangelnder Kondition,
unzulänglicher sportlicher Leistungen; ^k» <Adj.; -er, -este>:
1. <o. Steig.; nicht adv.) keine bestimmte Form (1 a)
erkennen lassend, umrißlos: eine -e Masse. 2.a) <o. Steig.) oixne
vorgeschriebene Form (1 b): man bat ihn, einen -en Antrag
zu stellen; b) nicht auf die Form (1 d) achtend, zwanglos,
ungezwungen: eine -e Begrüßung; er hat sich ganz f.
verabschiedet; seine Frau könne bald ähnlich f. hier herumsitzen
(Wohmann, Absicht 20), dazu: -losigkeit, die; -: 1. formlose
(1) Beschaffenheit: die F. eines Stoffes, des Wassers. 2.a)
formlose (2 a) Beschaffenheit, Darstellungsweise: das Werk
scheitert an seiner inneren F.; b) formlose (2 b)
Verhaltensweise, Art: das ... Dämchen in ihrer fidelen F. (Maass,
GoufK 325); -maschine, die: Werkzeugmaschine für die
Herstellung von Formen (3) aus Sand für den Metallguß;
-obst, das: 1. niedrige, veredelte Obstbäume, bei denen
durch regelmäßiges starkes Schneiden ein künstlicher
Baumkronenwuchs erzielt wird. 2. Früchte von Formobst (1); ^refai
<AdJ.; nicht adv.) (Schweiz.): svw. T^schön; -sache, die:
nur eine Angelegenheit der Form (ld). Formalität: etw.
ist [einel reine F.; die Prüfung der Unterlagen war [keinel
leere F.; ^sand, der: für die Sandgußherstellung verwendeter
Sand, der nach den zu gießenden Metallen, Gußstückformen
u. Abmessungen ausgewählt wird; -schön <Adj.; nicht adv.):
als Gebrauchsgegenstand schön geformt, von schöner Form
(1 a): ein -es Eßservice; ein -er Zinnkrug, dazu: -Schönheit,
die <o. PI.); -Schwankungen <P1.) (Sport): Schwankungen
hinsichtlich der Form (2): der sensible Spieler war besonders
starken F. unterworfen; -Spielerei, die (abwertend): bloße
spielerische Gestaltung ohne künstlerischen Ernst, die sintt-
lose. der Sache nicht gemäße Formelemente verwendet;
-stabil <Adj.; nicht adv.): so stabil konstruiert, daß die
betreffende Sache gegenüber Druck o. ä. widerstandsfähig
ist: Diese ... sehr -en leichten Reflektoren werden ... mit
einem verstärkten Rand versehen und mit dem Mast
verbunden (Funkschau 21, 1971, 2195); -stein, der: von der
normalen Ausführung abweichender Mauer- od. Dachstein
(z.B. Lüftungsstein. Kaminformstück); -strenge, die:
strenger Ausdruck einer künstlerischen Form (1 b):...
verbinden sich ... epische Fülle und Detailfreudigkeit mit kalku-
liert-konstruktiver F. (Welt 14. 7. 65.5); -tief, das (Sport):
extrem schlechte Form (2); Zeit äußerst schlechter
körperlicher Verfassung; -treu <Adj.>: svw. t-beständig;
^Veränderung, die: Veränderung der Form (1 a); -verstoß, der:
Verstoß gegen die. Form (1 d): Der Betrieb möchte sich
keine Formverstöße vorwerfen lassen (v. d. Grün, Glatteis
298); -voll <Adj.; o. Steig.): in höchstem Maße die Form
(1 d) erfüllend: er schritt lebhaft hindurch .... allein und
f. geschieden von all diesen Menschen (Th. Mann, Hoheit
115); -vollendet <Adj.; o. Steig.): vollendet in der
Beherrschung der Form (1 b, d), in der etw. ausgeführt ist: eine
-e Verbeugung; -Vorschrift, die: gesetzlich vorgeschriebene
Form (1 b) der Erklärung bei einem Rechtsgeschäft U. B.
Bürgschaft. Testament. GrundstückskauO; -widrig <Adj.;
o. Steig.): der Form (1 d) nicht entsprechend, gegen sie
verstoßend (Ggs.: -gerecht): ein -es Benehmen; -wille, der:
Streben nach Verwirklichung eines künstlerischen Konzepts
unter Berücksichtigung ausgewählter Gestaltungsprinzipien:
in seiner Lyrik ist ein ausgeprägter F. zu erkennen; -wort,
das <P1. -Wörter) (Sprachw.): Wort, das den Satz
hauptsächlich von seiner syntaktischen Form (1 c), weniger vom Inhalt
her bestimmt (z. B. Partikel. Konjunktion. Pronomen).
formal [for'rna:!! <AdJ.) [lat. förmälis = die Form
betreffend, äußerlich, förmlich]: I. <o. Steig.) die äußere Form
da. b. d), die Anlage o.a. von etw. betreffend, auf die
äußere Form, Anlage o. ä. bezüglich: die -e Anlage.
Gestaltung, Struktur. Gliederung eines Dramas; beide Werke
unterscheiden sich in struktureller und -er Hinsicht; -e
(juristische) Gleichstellung der Frau mit dem Mann; -e
Logik (Philos.; reine, vom Gegenstand absehende Logik,
Lehre von den logischen Formen, insbes. die traditionelle,
klassische Logik, Lehre von den Begriffen, Urteilen u.
Schlüssen): er hat das Problem f. [gut, elegant] gelöst,
bewältigt; er hat sich f. geirrt. 2. nur der Form (Ib. d)
nach vorhanden , ohne eigentliche Entsprechung in der
Wirklichkeit: eine -e Wahrung äußerer Gesetzmäßigkeit;
nur f. Widerstand leisten; Vorschriften rein f. anwenden;
f. im Recht sein.
Formal [-J, das; -s: Kurzwort für t Formaldehyd.
form*!-. Formal-: -ästhetisch <Adj.; o.Steig.): die reine Form
(1 b) eines Kunstwerks in Betracht ziehend: eine -e
Untersuchung; -Ausbildung, die: militärische Ausbildung durch
Exerzieren; -Juristisch <Adj.; o. Steig.): rein äußerlich
genau dem Gesetz entsprechend: eine -e Entscheidung;
-logisch <AdJ.; o. Steig.): die tformale (1) Logik betreffend,
ihr entsprechend, zu ihr gehörend: -rechtlich <Adj.; o.
Steig.): svw. t-juristisch.
Formaftdehyd [ßrm|aldehy:t. auch: ...'hy:tj, der; -s
[Kurzwort aus nlat. acidum forailcum = Ameisensäure u. t
Aldehyd]: zur Desinfektion von Räumen verwendetes, farbloses,
stechend riechendes Gas.
Formalie [for'ma.ljp]. die; -. -n (meist PI.) [lat. formalia.
Neutr. PL von: förmälis, t formal]: etw., was nur zum
Formalen, Formellen gehört, nicht zum Wesen, zum Inhalt, zur
Sache selbst; formale, formelle Einzelheit; Formalität,
Förmlichkeit: Juristische -n; das sind doch alles bloß
unwichtige -n; die notwendigen -n erledigen; eine F., der
die Christdemokraten erst zustimmen wollen, wenn ...
(Spiegel 39.1974, 57);... daß Kennedy in den -n zu Jedem
Entgegenkommen bereit war (FAZ 4. 4. 61, 1).
Formalin © [farma'lkn], das; -s [zu T Formaldehyd; vgl.
Formal]: wässerige Lösung von Formaldehyd, die als Kon-
servierungs- u. Desinfektionsmittel verwendet wird.
fonnalisieren [...mali'zi:rcn] <sw. V.; hat): 1. (einen Zusam-
menfmng) mit Hilfe von Formeln u. graphischen Zeichen
allgemein formulieren, formal darstellen: eine grammatische
Theorie f. 2. in eine strenge Form (1 b) bringen,
systematisieren; durchgehend an gegebenen Formen (1 b, d), Regeln
orientieren:... daß die Absatzstrategie soweit wie möglich
formalisiert werden sollte (Presse 4. 10. 68, Sonderbeilage
IV). 3. (bildungsspr.) a) zur bloßen bzw. festen, verbindlichen
Form machen: Der Begriff des Proletaristischen ist dabei
formalisiert: er erscheint als bloße Bewußtseinsstruktur
(Adorno, Prismen 31); b) <f. + sich) (selten) zur bloßen
bzw. festen, verbindlichen Form werden: ... dieser Glaube
und diese Überzeugung .... die sich in der industriellen
Epoche formalisiert haben zu jener grenzenlosen
Bereitschaft für Zielsetzungen (Gehlen, Zeitalter 76), dazu: For-
malisferung, die; -. -en; Formalismus [...'lismosl. der; -.
...men: l.a) <o. PI.) Überbetonung der Form (1 b, d), des
Formalen: diese WissenschaA droht im/in F. zu erstarren;
b) <o. PI.) (DDR abwertend) subjektivistische
Kunstauffassung u. Verfallserscheinungen in Literatur u. Kunst; c) etw.
rein äußerlich, mechanisch Vollzogenes: Wie lebendig, und
tödlich, diese Formalismen ... sind, lehrt jeder Blick auf
die gegenwärtige Publizistik (Enzensberger. Einzelheiten
I, 105); ein logischer F. (Fachspr.; eine formalisiert e
logische Verfahrens-. Formulierungsweise). 2. (Math.)
Auffassung der Mathematik als Wissenschaft von rein formalen
Strukturen (Zusmnmenhängen zwischen Zeichen);
Formalist, der; -en, -en: jmd.. der etw. rein formalistisch behandelt,
betreibt, für den das Formale im Vordergrund steht, dazu:
formalistisch <AdJ.): den Formalismus betreffend, auf ihm
beruhend: der -e Charakter der Rechtsprechung; man kann
diese Dinge nicht so schematisch und f. betrachten;
Formalität [...li't£:t], die; -, -en [mlat. formalitäs]: l.a) äußere
!behördliche Vorsclirift: alle nötigen, die gerichtlichen
-en erledigen; b) Äußerlichkeit, Formsache: sich nicht mit
-en aufhalten; (oft als abschwächende Formel:) etw. ist
[nur] eine F. 2. (selten) 'steife Förmlichkeit: Feierlichkeit:
878
formen
Er wendete sich an Ravic mit einer F., als wäre er am
Hofe Philipps II. (Remaixjue, Triomphe 54); formaliter
tfhr'mailite] <Adv.) [lat. formaliter] (bildungsspr.): der
äußeren Form (1 b) nach: „Sätze44 wie „God is" ... würden
... f. in die Nähe von Ausrufen des Englischen rücken
(Vermeer, Einführung in die linguistische Terminologie
1971.82).
Fonnamid [forma'mi:t]. das; -[e]s [Kurzwort aus nlat. acidum
formicum = Ameisensäure u. tAmid]: Amidder
Ameisensäure (als Lösungsmittel verwendete farblose Flüssigkeit).
Formans ['formans], das; -, ...nzien [for'mantßian] u. ...ntia
[for'mantßia; lat. förmäns. t Formant] (Sprachw.):
grammatisches Bildungselement: gebundenes Morphem (z. B. ...lieh
in lieblich; Ggs.: Determinativ 2); Formant [fbr'mant], der;
-en, -en [lat. formäns (Gen.: förmantis). 1. Part, von: förmä-
re = gestalten, bilden]: 1. (Akustik) einer der
charakteristischen Teiltöne eines Lautes. 2. (Sprachw.) svw. t Formans;
Formantia. Formanzien: PI. von t Formans; Format
[for'ma:t]. das; -[e]s, -e [lat. forma tum = das Geformte;
das Genormte, subst. 2. Part, von: formäre = formen;
ordnen]: 1. genormtes; Größenverhältnis eines (Handels)-
gegenständes nach Länge u. Breite, bes. bei Papierbogen:
das F. eines Papierbogens, eines Buchs, einer Zeitschrift,
eines Kartons, eines Briefumschlags, einer Zigarette; ein
kleines, großes, mittleres F.; das F. dieses Buches ist
handlich; alles das an Kunst- und Kunsthandwerks-Erzeugnis-
sen .... was relativ klein an F. ist (Bild. Kunst I, 114);
ein Briefbogen im F. DIN A 4; es waren hauptsächlich
kleinere -e (Bilder in kleinerem Format) ausgestellt. 2.
<0. PI.) a) stark ausgeprägtes Persönlichkeitsbild:
außergewöhnlicher Rang auf Grund der /starken! Persönlichkeit,
bedeutender Fähigkeiten o. ä.: dazu fehlt ihm das
[menschliche, berufliche] F.; er hat als Sportler Internationales
F.; er hat F. (ist eine Persönlichkeit): Er war ein Mann
großen -s (Musil, Mann 190); bei deinem F. (Können)
mußt du einen anderen Trainer haben (Lenz, Brot 64);
ein Mann, ein[e] Politikerin], ein Wissenschaftler, Redner
von F.; eine Sängerin von außergewöhnlichem F.; b)
besonderes Niveau, große Bedeutung: die Aufführung hatte
wirklich F.; Die Scherze ... hatten kein rechtes F. mehr (waren
nicht besonders gut: Kirst, 08/15, 511); ein Theater von
[großstädtischem] F. 3. (Druckw.) aus den beim Schließen
einer Buchdruckform zwischen die einzelnen
Schriftkolumnen gelegten Eisen- od. Kunststoffstegen (FormalStegen)
gebildeter Rahmen, der den gleichmäßigen Abstand der
Druckseiten voneinander sichert: formgtfiillend <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Fot.): so fotografiert, daßder dargestellte
Gegenstand das Bild weitgehend ausfüllt: Will man -e
Tierbilder heimbringen, braucht man Fernobjektive! (Tier 11.
1971.41);Formation[fDrma'tßio:n].die; -.-en [lat. förmätio
= Gestaltung; (Anordnung]: 1. Herausbildung durch
Zusammenstellung: die F. gesellschaftlicher Gruppen. 2.a)
bestimmte Anordnung. Aufstellung. Verteilung: in
geschlossener F. marschieren; in F. fliegen; b) für einen bestimmten
militärischen Zweck od. Auftrag gebildete Truppe. Gruppe:
Verband: die F. der Pioniere rückte wieder ab; Eine neue
F. Starfighter heulte heran (Simmel. StofT73). 3.a) Gruppe,
zu der man sich zusammengeschlossen hat: die F. der
Jungsozialisten; diese Band gehört zu den musikalisch
interessantesten deutschen -en; b) in bestimmter Weise strukturiertes
soziales, ökonomisches o. ä. Gebilde: Die Monopole sind
nicht... eine von den übrigen Kapitalen völlig
abzutrennende ökonomische F. (Stamokap 168). 4. (Geol.) a)
Zeitabschnitt in der Erdgeschichte, der sich hinsichtlich Fauna
od. Flora von anderen unterscheidet: b) Folge von
Gesteinsschichten, die sich in einem größeren erdgeschichtlichen
Zeitraum gebildet hat. 5. (Bot.) Pflanzengesellschaft ohne
Berücksichtigung der Artenzusammensetzung (z. B. Laubwald.
Steppe).
Formations-: -fkig, der: a) Flug mehrerer Luftfahrzeuge in
Formation (2 a); b) Flug von zwei od. mehreren Rawnflugsy-
stemen auf gleichen od. ähnlichen Bahnen als Vorbereitung
eines Rendezvousmanövers: HPiippe, die (Geol.): Gruppe
einander nahestehender Formationen (4) (z. B. Trias. Jura,
Kreide); -tanz, der (Tanzsport): Mannschaftswettbewerb
mit acht Paaren.
formativ [fDrma'ti:f) <Adj.; o. Steig.) [zu lat. förmätio.
tFormation]: die Gestaltung betreffend, gestaltend: Formativ
[-], das; -s. -e [...i:vs] (Sprachw.): 1. svw. TFormans. 2.
kleinstes Element mit syntaktischer Funktion innerhalb einer
Kette. 3. Zeichenform, -gestalt (im Unterschied zum
bezeichneten Inhalt): Form&tsteg. der; -[e]s, -e: vgl. Format (3);
formbar ['formba:?] <Adj.; nicht adv.): 1. sich formen (1).
kneten, in eine bestimmte Form bringen lassend: ein -es
Material. 2. sich formen (2), prägen lassend: in diesem
Alter sind Kinder noch f.. dazu: F^rmbarkeit, die; -; Forme
fruste [farm'fryst], die; - - [frz. forme fruste = verwischte
(unklare) Form, zu fruste < ital. frusto = abgenutzt,
zu lat. früstum = Brocken, Bruchstück] (Med.): nicht
voll ausgeprägtes, verwischtes Krankheitsbild: milde
Verlaufsform einer Krankheit: Formel [form}], die; -, -n [lat.
förmula = kleine Form. Gestalt; Norm. Maßstab.
Bestimmung. Vkl. von: forma, tForm]: 1. fester, sprachlicher
Ausdruck, feste Formulierung für etw. Bestimmtes: eine
stereotype F.; die F. des Eides sprechen. 2. Folge von
Buchstaben, Zahlen od. Worten zur verkürzten Bezeichnung
eines mathematischen, chemischen od. physikalischen
Sachverhalts: eine physikalische F.; die chemische F. für Wasser
ist H^O; eine F. [für etw.] aufstellen; einen physikalischen
Zusammenhang in eine F. bringen, in einer F. ausdrücken.
3. kurzgefaßter Satz od. Ausdruck, in dem sich ein
gedanklicher Zusammenhang erhellend fassen läßt: Die physiokra-
tische F. des ..Laisser faire, laisser aller44 drückt am
anschaulichsten das Anliegen der Zeit aus (Fraenkel. Staat
183); etw. auf eine [einfache] F. bringen, in eine feste
F. fassen. 4. (Motorsport) durch eine Kommission des
Internationalen Automobil Verbandes od. durch einen
Motorsportverband festgelegte Merkmale des Rennwagens einer
bestimmen Klasse: Rennformel (z. B. Formel I, II, III, V,
Super-V): die bekannten Firmen, die mit Rennwagen der
F. I Konkurrenzen bestreiten (Frankenberg. Fahren 11).
fQnnel-, Formel-: -III-Ktasse usw.: vgl. -I-Klasse usw.;
-I-Klasse [-'^jns-l, die (Motorsport): Klasse von Rennwagen
der Formel I: ^I-Pilott der (Motorsport): Autorennfahrer
eines Rennwagens der Formel I: -I-Rennen, das
(Motorsport): Autorennen mit Rennwagen der Formel I; ^frel
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Motorsport): nicht durch eine
Formel (4) erfaßt: ein -er Rennwagen; -kram, der
(abwertend): Wissensstoff mit vielen Formeln (2); -Sammlung,
die: Nachschlagewerk, das die Formeln (2) u. Gesetze eines
Fachgebiets enthält: eine mathematische F.; -spräche, die:
fachsprachliche Ausdrucksweise durch Formeln (1. 2): die
F. der Chemie; -wesen, das <o. PI.) (abwertend): vgl.
^kram; -zeichen, das: in Formeln (2) verwendetes Zeichen.
Symbol für bestinvnte Größen u. ihre Verknüpfungen od.
Relationen in mathematischen, chemischen od.
physikalischen Sachverhalten: -H-Klasse usw.: vgl. -I-KIasse usw.
formelhaft <AdJ.; -er, -este): 1. in der Art einer Formel
(1). zu einer Formel erstarrt: eine -e Ausdrucksweise. 2.
<o. Steig.) in einer, durch eine Formel (2) dargestellt: Kraft
ist ... zwar physikalisch definierbar. doch nur f. faßbar
(Dorpat. Ellenbogenspiele I3S). dazu: Fprmeliaftigkeit,
die; -: formelhafter Charakter von etw., formelhafte Art:
formell [for'mel] <Adj.) [frz. formel < lat. formälis, t
formal]: l.a) dem Gesetz od. der Vorschrift nach, offiziell:
es kam eine -e Einigung zustande; jmdm. f. eine
Genehmigung erteilen; b) bestimmten gesellschaftlichen Formen (1 d).
den Regeln der Höflichkeit genau entsprechend: ein -er
Antrittsbesuch; ... dominieren ... beim -en Abendanzug
Unistofle (Herrenjoumal 3, 1966, 50). 2.a) auf Grund
festgelegter Ordnung, aber nur äußerlich, ohne eigentlichen
Wert, um dem Anschein zu genügen: er ist [nur] f. im
Recht; ... wurde der Reichstag zwar nicht f. beseitigt,
jedoch zur völligen Bedeutungslosigkeit verurteilt
(Fraenkel, Staat 233); b) auf Distanz haltend, engeren persönlichen
Kontakt meidend u. sich nur auf eine unverbindliche
Umgangsform beschränkend: einige nichtssagende -e Zeilen
als Referenz; er ist immer sehr f.; formen ['formon] <sw.
V.; hat) [mhd. formen, zu tForm]: 1. einer Sache eine
bestimmte /ihr eigene/ Form (la, b) geben: ein Modell
aus, in Ton, den Ton zu einer Vase f.; Brot f.; Hüte
f.; Laute mit den Lippen f. (artikulieren): Strickwaren,
Strümpfe f. (dämpfen u. trocknen, um eine bestimmte
Form!Stabilität des Maschenbildes zu erreichen): ihre
Hände sind schön geformt (haben eine schöne Form 1 a);
Ü so formt Napoleon 1. einen anderen, aber nicht minder
wichtigen IdeologiebegrifT(FraenkeI. Staat 137). 2. in einer
bestimmten Weise innerlich verändern u. prägen: diese
Erlebnissehaben ihn [zu einer Persönlichkeit], seinen
Charakter geformt; Die Gewerkschaft ... formte das Selbstbewußt-
879
formen-, Formen -
sein der Arbeiter (Fraenkel. Staat 273). 3. <f. + sich)
eine bestimmte Form (1 a, b) bekommen: Gestalt gewinnen:
das Wachs formt sich unter seinen Händen; Kristallklar
formte sich (bildete sich) ihrGedanke(Benrath, Konstanze
132); Neue Bauelemente formen sich (werden) zu Typen,
die weit in die Architektur des hohen und späten
Mittelalters hineinwirken (Bild. Kunst III. 18).
formen-. Formen- (vgl. auch: form-. Form-): -fülle, die:
Fülle der künstlerischen Formen (lb); *flehre, die: 1.
(Sprachw.) Teilgebiet der Grammatik, das die Formenbil-
düng der Wörter (Deklinations-. Koniugations- u.
Komparationsformen) umfaßt; Morpliologie. 2. (Musik) Teil der
Kompositionslehre, der die Beschreibung formaler Schemata
(z. B. Fuge, Sonatensatz) umfaßt. 3. (Biol.) svw. T
Morphologie; --reich <Adj.; nicht adv.): eine Vielfalt der
Erscheinungsformen aufweisend; vielgestaltig: -e Pflanzenarten;
-reichtum.der: Vielfalt der Erscheinungsformen;
Vielgestaltigkeit: In den gemäßigten Zonen ist der F. der tierischen
Parasiten des Menschen begrenzt (Medizin II. 136); -sinn,
der: Sinn, Empfindung für künstlerische/ Formen (1 b);
-spräche, die: zu einem bestimmten Konzept gehörende
Ausdrucksmittel eines 'bildenden! Künstlers od. einer Epoche
der,- bildenden; Kunst: die F. der Kubisten, eines
Architekten.
Former, der: -s, -: Facharbeiter, der Gießformen für den
Guß von Metallteilen herstellt (Berufsbez.); Formerei
[farmd'iqj], di$; -. -en: Abteilung eines Gießereibetriebes,
in der die / Sand formen hergestellt werden.
Formtet [far'mjta^das; -[eis. -e [zu nlat. acidum formicum
= Ameisensäure, t Formikariuml (Chemie): Salz der
Ameisensäure; Formicatk) [formi'ka:y>io]: f Formikatio.
formidabel [farmi'da.-b)] <Adj.; ...bler. -ste) [frz. formidable
< lat. formidäbilis = grausig, fürchterlich]: 1. durch seine
Größe, Leistung o. ä. beeindruckend; außergewöhnlich;
großartig: eine formidable Sportlerin; ein formidables Souper.
2. (veraltend) durch sein großes Ausmaß o. ä. besorgnis-,
furchterregend: formidable Hindemisse bei einem
Reitturnier; formieren [for'mi:ranl <sw. V.; hat) [(nach frz. former
= (Truppen) aufstellen, anordnen) mhd. formieren =
gestalten, bilden < lat. förmäre; vgl. Forml: l.a) zur
Aufstellung in einer bestimmten Ordnung veranlassen: eine
Mannschaft f.; In mehreren Städten ... formierten
(bildeten) Jugendliche mit ihren Fahnen Demonstrationszüge
(Niekisch, Leben 166); b) <f. + sich) sich in einer
bestimmten Ordnung aufstellen; sich ordnen: Die Jugend von
Viktoria ... formierte sich zum (bildete ein) Spalier (Lenz, Brot
111); der Festzug formierte sich; sie formierten sich zu
einer Kolonne. 2.a) nach bestimmten Prinzipien bilden;
nach einem bestimmten Plan organisieren: Oberst Hauk
... hat ... versprengte, eingekesselte Einheiten ... neu
formiert und ... gegen den Feind eingesetzt (Kirst, 08/15,
877); aus dem ... Willen der Massen heraus müßte die
Einheitspartei der Arbeitenden ... formiert werden (Spiegel
18, 1966, 53); b) <f. + sich) sich zusammenschließen: sich
nach einem bestimmten Plan organisieren: Nun formierten
sich auch die letzten Anhänger gegen ihn (Spiegel 43.
1966. 56); Die deutschen Gewerkschaften ... formierten
sich nach dem Zusammenbruch ... neu zu der
Einheitsgewerkschaft (Fraenkel. Staat 271). dazu: Formierung, die;
-. -en; -förmig [-fcermi^l in Zusb.. z. B. eiförmig. O-förmig
(in der Form eines Eis. O). kreisförmig (die Form eines
Kreises aufweisend), gasförmig (im Aggregatzustand eines
Gases).
Formikarium [farmikaTium]. das; -s, ...ien [...pn; zu lat.
formica = Ameise] (Fachspr. Y.für Verhaltensstudien
künstlich angelegtes Ameisennest; Formikatio [fDrmi'ka:tßio], die;
- [lat. formlcätio, zu formicäre = Jucken, als wenn Ameisen
darauf herumliefen, zu formica = Ameisel (Med.):
Hautjucken, -kribbeln.
förmlich I'fDrmlKjl <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) Izu TForm)
(selten): die Form, Formung (1) betreffend: eine farblich
wie f. gelungene Keramikvase; förmlich [foeiml^J <AdJ.)
[mhd. formelich = nach einer Form gestaltet; vorbildhaft]:
1. <o. Steig.) durch Vorschrift angeordnet; offiziell, formell:
die -e Übergabe der Geschäfte; die Kündigung war noch
nicht f. [erfolgt]. 2. die Höflichkeitsformen peinlich genau
beachtend u. dabei konventionell, steif, unpersönlich: eine
-e Begrüßung; bei unserer Unterhaltung war er sehr f.;
Engländer gehen viel weniger f. miteinander um als wir
(Grzimek, Serengeti 91). 3. <nicht präd.) regelrecht;
wahrhaft, geradezu: eine -e Angst ergriff ihn; er erschrak f..
als er mich sah; Wir können gar nicht anders, es ist f.
ein Zwang (Remarque, Westen 102). dazu: Förmlichkeit,
die; -. -en: 1. vorgeschriebene I zur Äußerlichkeit erstarrte!
Form: eine Juristische F.; überlebte -en. 2. <o. PI) mit
Unpersönlichkeit u. Steifheit verbundene, genaue
Beachtung der Höflichkeitsformen: alle F. beiseite lassen;
Formung ['formliQK der; -s. -e [zu T formen] (Fachspr.): in einer
dafür vorgesehenen Form (durch Gießen, Pressen o. ä. einer
bestimmten Masse) hergestelltes Gebilde (z. B. bei der
Herstellung von Keramiken); Formular tfbrmu'la:?], das; -s.
-e [subst. aus lat. förmulärius (-ium) = die
vorgeschriebenen (Rechts-. Gerichts)formeln betreffend]: /amtlicherj
Vordruck zur Beantwortung bestimmter Fragen od. für
bestimmte Angaben: ein F. ausfüllen; formulieren [...'Ihren]
<sw. V.; hat) [frz. formuler. zu: formule = Formel <
lat. förmula, t Formel]: in eine angemessene sprachliche
Form (1 b) bringen: eine Absicht, eine Frage f., dazu:
Formulierung, die; -, -en: 1. <o. PI.) das Formulieren: Es gab
Schwierigkeiten bei der F. des Vertragstextes. 2. etw.
Formuliertes; in bestimmter Weise formulierter Text: einige
-en wurden geändert; Hinter seinen gewundenen -en
verbergen sich die harten Diskussionen (FAZ 18. 12. 61.
2); Formung, die; -, -en: 1. <P1. selten) bestimmte Art.
in der etw. geformt (1) ist: die künstlerische F. einer Vase;
Ich kannte die F. dieser Wangenknochen (K. Mann,
Wendepunkt 331). 2. <o. PI.) das Formen (2); Erziehung,
Bildung: die F. der Persönlichkeit, des Charakters.
Fonnyl [for'my:l], das; -s [zu nlat. acidum formicum =
Ameisensäure (t Formikarium) u. griech. hyle = Stoff.
Materie] (Chemie): Säurerest der Ameisensäure.
Forne f forna], die; -. -n [mhd. forhe(n). ahd. forhana, t
Forelle] (landsch.): svw. t Forelle.
Fornix [famiks], der; -. ...nices [...nitße:s; lat. fornix (Gen.:
fornicis) = Wölbung. Bogen] (Med.): Wölbung, gewölbter
Teil eines Organs.
forsch [fDrJ] <Adj.; -er, -[eiste) [niederd. fors = kräftig,
zu: forse = Kraft, Macht < frz. force < vlat. *fortia,
eigtl. Neutr. PI. von lat. fortis = kräftig, stark, fest]:
leicht allzui entschlossen u. energisch bei etw.,; resolut,
zupackend: ein -er Stil; er macht einen -en Eindruck, ist
sehr f.; er redet betont f. daher; Forsche, die; - [niederd.
forse. t forsch] (ugs.): , leicht allzu energische, zupackende
Art des Vorgehens; Resolutheit: Bonn habe mit seiner F.
weniger den Gegner als die Berliner... beeindrucken wollen
(Augstein. Spiegelungen 109).
förscheln [Tcerfjn] <sw. V.; hat) [Vkl. von T forschen]
(Schweiz.): vorsichtig forschen (a), jmdn. aushorchen: sie
förschelte vergeblich nach unseren Gründen; forschen
fforjn] <sw. V.; hat) [mhd. vorsehen, ahd. forseön =
fragen, (aus)forschen]: a) durch intensives Bemü/ten jmdn..
etw. zu fmden od. zu ermitteln suchen: in jmds. Gesicht,
nach den Ursachen des Unglücks, nach dem Täter f.;
Ich forsche (frage) nach Kat und Albert. Es weiß niemand
etwas von ihnen (Remarque. Westen 142); jmdn. forschend
ansehen; Hierauf spähte er feindwärts, noch forschender
als vorher (Kirst, 08/15,372); b) sich um / wissenschaftliche
Erkenntnis bemühen: er hat jahrelang auf diesem Gebiet
geforscht; in den Quellen, in unveröffentlichten Werken
f.; Das sind dann die interessanten Fälle, aus denen der
forschende Arzt neue Probleme gewinnt (Natur 92); c)
(Schweiz.) erforschen, herausfinden; <Abl. zu b:> Forscher,
der; -s, - [mhd. vorschare]: jtnd.. der auf einem Gebiet
wissenschaftliche! Forschung betreibt: Der Erzähler
spricht mit der berichtenden Sachlichkeit des
wissenschaftlichen -s (Kasack. Birkenwäldchen. Nachwort 63).
Forscher-: -arbeit, die; -Nick, der: erworbene Fähigkeit
des Forschers, Zusammenhänge zu erkentien: Ü jmdn. mit
[einem] F. ansehen; -drang, der: Drang nach
wissenschaftlicher Erkenntnis; -geist, der: a) Geist, Verstand des
Forschers; b) Mensch mit großem Wissensdrang; hieben, das:
ein Roman über ein F.; -tiitigkeit, die; -team, das: Team
von Forschern; -trieb, der: vgl. -drang.
Forscherin, die; -. -nen: w. Form zu f Forscher; forscherisch
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): den Forscher, die Forschung
betreffend, charakterisierend: die Vielfalt der -en
Zielsetzungen: stilistische, metrisch-formale ... Untersuchungen
... (Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verbandes
3. 1965. 15); forscherlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.): zum
Forscher, zur Forschung gehörend: Die beiden ersten Jahre
880
forstlich
... brachten weitere tausend Seiten -en Ertrag (Archiv für
das Studiuni der neueren Sprachen, Bd. 209, Heft 1, 98).
Fgrschheit, die; -: forsche Art in Auftreten. Verlmlten.
Aussehen. Stimme o.a.: Der sah trotz seiner künstlichen F.
nicht gut aus (Feuchtwanger, Erfolg 504); Der
Oberleutnant Greifer betrat den Arbeitsraum ... mit federnder F.
(Kirst, 08/15, 843); Försehler ffoerjta]. der; -s. - [zu tfbr-
scheln] (Schweiz.): jmd.. der förschelt.jmdn. aushorcht:
Forschung, die; -, -en: 1. das Forschen (a). forschende
Bemühung: Eine tiefe Ergriffenheit war stets die Frucht dieser
inneren -en (Th. Mann, Krull 42). 2.a) das Forschen (b),
das Arbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnissen:
Untersuchung eines wissenschaftlichen Problems: die
raumakustischen Maßnahmen sind Ergebnisse eingehender -en (Bild.
Kunst III, 42); b) <o. PI.) forschende Wissenschaft: die
neuere F. hat dies bestätigt.
FQrschungs-: -anstatt, die: Anstalt, die Forschungen
durchführt. Forschungsarbeit leistet: -arbeit, die; -aufgäbe,
die: Aufgabe, auf einem bestimmten Gebiet zu forschen:
-auftrag, der: Auftrag, auf einem bestimmten Gebiet zu
forschen: -beitrag, der: Forschungsarbeit, die einen
Beitrag zur Erforschung eines bestinvnten
Wissenschaftsgebietes darstellt: -berekh, der: svw. t-gebiet; -bericht, der:
Bericht über bestimmte Forschungsergebnisse: -ergebnis,
das; -gebiet, das: neue, interessante -e; ein F. der Medizin;
-gegenständ, der; -Institut, das: staatlich gefördertes!
Institut für bestimmte Forschungszwecke: -bbor, das: Kurzf.
von f-laboratorium; -laboratorium, das: Laboratorien
für Forschungszwecke: -methode, die; -möglichkeit, die;
-Objekt, das: vgl. -gegenständ; -plan, der: die
Wissenschaftlermüssen sich bei ihrer Arbeit nach einem
bestimmten F. richten; -Programm, das: in einem Programm
dargelegtes Forschungsziel: ein umfangreiches F.; -rakete. die:
suborbitale Rakete mit ausschließlich wissenschaftlicher
Aufgabenstellung (z. B. im Bereich der Meteorologie);
-reaktor, der: Kernreaktor, der vor allem Forschungszwek-
ken in Physik. Chemie. Radiomedizin. Biologie u. Technik
dient: -reise, die: Reise* die der Erforschung unerschlossener
Gebiete dient: -reisende, der u. die: jmd.. der eine
Forschungsreise unternimmt: -riditung, die: von einer Gruppe
von Forschern (mit bestimmten gemeinsamen
wissenschaftlichen Anschauungen) vertretene Richtung innerhalb eines
Forschungsbereiches: einige der vielfältigen -en und
Möglichkeiten der medizinischen Mikrobiologie (Medizin II.
123); -Satellit, der: orbitales Raumflugsystem mit
ausschließlich wissenschaftlicher Aufgabenstellung: -schiff,
das: Schiff mit Einrichtungen zur Erforschung des
Meerwassers, der wassernahen Luftschichten, des Meeresbodens u.
der Lebewesen des Meeres: -Station, die: Beobachtungsstelle
für meteorologische, geologische o.a. Forschungszwecke:
-statte, die (geh.): vgl. -Institut; -stipendhm, das:
Stipendium zum Zwecke der Forschung: -tätigkeit, die;
-vorhaben, das: Forschungsplan einer staatlichen Stelle od. eines
Instituts: -Zentrum, das; großes Forschungsinstitut mit
verschiedenen, bes. naturwissenschaftlichen
Forschungszweigen: -ziel, das; -zweck, der: bestimmter Zweck, für den
Forschung betrieben wird: -zweig, der: Teilgebiet der
naturwissenschaftlichen Forschung.
Forst [forst], der; -Ie]s, -ein] [mhd. vorst, ahd. forst = dem
König zu Jagd. Holznutzung u. Rodung vorbehaltener
(BannAvald im Gegensatz zum bäuerlichen Markwald]:
nach forstwirtschaftlichen Grundsätzen bewirtschafteter u.
abgegrenzter Wald: ein staatlicher F.; Ü ... flitzte die Zeit
durch die ungelichteten ... -e der Jugend (Doderer,
Wasserfälle 140).
fgrst-, Fgrst-: -adjunkt, der (veraltet): Adjunkt eines Forst-
bewnten: Ein modern studierter F. (Welt 28. 7. 62, Geist.
Welt 1); -akademie, die (früher): Ausbildungsstätte für
den höheren Dienst im Forstwesen: -amt, das: unterste
Verwaltungs- u. Organisationseinheit zur hoheitlichen u.
wirtschaftlichen Durchführung der Forstverwaltung: -an-
wärter, der: vgl. Lehrling; -assessor, der: Forstbeamter
im höheren Dienst nach Praktikum. Studium u.
Referendarzeit: -beamte, der: in der Forstverwaltung tätiger Beamter:
-behörde, die: Behörde, die die staatliche Hofieitsgewalt
über Forsten hinsichtlich Aufsicht u. Betreuung ausübt: -be-
nutzung, die (veraltend): svw. t-nutzung; -betrieb, der:
Waldbesitz, dessen wirtschaftliche Nutzung einer
bestimmten Verwaltung unterstellt ist. dazu: -betriebsbeamte, der:
svw. T -beamte; -einrichtung, die <o. PI.): Zweig der
Forstwissenschaft u. der forstwirtschaftlichen Tätigkeit, der der
periodischen Inventur (für einen Zeitrawn von 10 bis 20
Jahren) des Waldbestandes u. der vorausschauenden Planung
dient: -eleve, der (veraltet): vgl. -lehrling; -fach, das:
Gebiet der Forstwirtschaft. Forstwissenschaft: -facharbei-
ter, der: svw. t Waldfacharbeiter; -frevel, der: Übertretung
der Bestinunungen. die zum Schutze des Waldes erlassen
worden sind: Waldfrevel: Diebstähle und ähnliches im
Walde, die sogenannten F. (Mantel, Wald 64); -garten, der:
Baumschule: -gehilfe, der: Hilfsförster während der
praktischen Vorbereitung auf die Revierförster prüfung: -gerecht
<Adj.; o. Steig.): sich im Forstwesen auskennend: von
Kenntnissen im Forstwesen zeugend: -haus, das: Haus des Försters.
Försterei: -ingenieur, der: svw. Nwirt (1); -Insekt, das
<meist PI.): schädliches/ Insekt des Waldes: -kultur, die:
1. svw. t-Wirtschaft. 2. neuangelegter Waldbestand:
-künde, die: Lehre von der Forst-. Waldwirtschaft, dazu:
-kundlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die Forstwirtseliaft.
Waldwirtschaft betreffe^vi. zu ihr gehörend, auf ihr beruliend:
-lehrling, der: Lehrling der Forstwirtschaft während der
praktischen Ausbildung vor dem Besuch einer Forstschule,
der mit der Hilf stör sterprüfung endet: -leute: PI. von
t -mann; -mann, der <PI. -männer u. -leute): svw. t Förster:
eine ... große Zahl von freischaffenden Forstleuten, die
... den Privatwaldbesitzer beraten (Mantel, Wald 78); -mei-
ster, der [mhd. vorstmeister = Oberförster]: Forstbeamter
im höheren Dienst mit abgeschlossenem Studium als Leiter
eines Forstamtes: -nutzung, die: das ökonomische Ernten
u. marktgerechte Veräußern von Erzeugnissen des Waldes:
—Politik, die: Maßnahmen der Forstverwaltung, die im
öffentlichen Interesse u. zur Erhaltung u. Förderung des
Waldesdurchgeführt werden: -rat, der (früher): höherer Forst-
heamter: stacht, das: Gesamtheit der öffentlich-rechtlichen
Normen, die das Privateigentum am Wald besonderen
Bedingungen unterwerfen u. dem Schutz, der Überwachung u.
Förderung der Forstwirtschaft dienen, dazu: -rechtlich
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): das Forstrecht betreffend,
zu ihm gehörend, auf ihm beruhend: -referendar, der:
Forstbeamter im höheren Dienst twch Praktikum u. Studium:
-revier.das: dem Revierförster unterstellter Teilbezirk eines
Forstamtes: -schaden, der: von Menschen, durch Forst-
scliädlinge. Wettereinwirkungen od. sonstige Naturgewalten
verursachter Schaden im Wald: -Schädling, der: pflanzlicher
od. tierischer Schädling des Waldes: -schule, die:
Fachschule, an der Forstbeamte für den gehobenen (Revierförster)
u. mittleren Dienst (Forstwart) ausgebildet werden:
-Schüler, der: Schüler einer Forstschule: -schütz, der: Schutz
gegen Forstschäden: -vergehen, das: svw. t ^frevel;
-Verwaltung, die: vor allem durch die staatlichen Forstbehörden
ausgeübte Verwaltung zur Erhaltung u. Pflege des Waldes
sowie zur wirtschaftlichen Vermarktung des Holzes: -wart,
der: /aus dem Waldfacharbeiter hervorgegangener! an einer
Forstschule ausgebildeter Forstbeamter im mittleren Dienst:
-wesen, das <o. PL): Gesamtheit der Erkenntnisse.
Erfahrungen. Maßnahmen u. Verwaltungstätigkeiten auf dem
Gebiet der Forstwirtschaft u. Forstwissenschaft: ~wirt, der:
1. Forstbeamter im höheren Dienst mit abgeschlossenem
Studium der Forstwissenschaft. 2. Waldeigentümer, der
seinen Waldbesitz nach ökonomischen Grundsätzen
bewirtschaftet od. bewirtschaften läßt: -Wirtschaft, die: Zweig
der Landwirtschaft, der sich mit der wirtschaftlichen
Nutzung, der Pflege u. dem Anbau des Waldes bescliäftigt.
dazu: -wirtschaftlich <Adj.; o. Steig.): die Forstwirtschaft
betreffend: -e FachbegrifTe; -Wissenschaft, die:
Wissenschaft von den biologischen Gesetzrfiäßigkeiten im Wachstum
von Bäumen u. Wäldern, der Nutzung von Holzerträgen,
der Technisierung der Forstwirtschaft u. vom Forstrecht.
dazu: -wissenschaftlich <Adj.; o. Steig.): die
Forstwissenschaft betreffend: -e Gesichtspunkte; -zeichen, das: in den
Stamm von Bäumen, die zum Fällen vorgesehen sind,
eingeschlagenes Zeichen.
forsten [TDrstnl <sw. V.; hat) (selten): forstwirtschaftlich
bearbeiten, forstlich (a) bewirtschaften: seinen Waldbesitz
f.; Förster ['ferste], der; -s, - [mhd. forster, forstaere, spät-
ahd. forstäril: jmd.. der mit der Pflege des Waldes u. der
Hege des Wildes beauftragt ist (Berufsbez.); <Abl.:)
Försterei [ferste1 r^j], die; -, -en: Dienststelle des Försters mit
dessen Wohnhaus: forstlich <Adj.; o. Steig., nicht präd.):
a) den Forst betreffend: -e Arbeiten sollten innerhalb dieses
Baumraumes unterlassen werden (Kosmos 1, 1965, 48);
56 GDW
881
Forstung
b) das Forstwesen betreffend: eine -e Expertenkommission;
FQrstung, die; -: das Forsten.
Forsythie tfbr'zy^jp. auch: ...tpl, die; -, -n [nach dem engl.
Botaniker W. Forsyth (1737-1804)]: 1. zur Gattung der
Ölbaumgewächse gehörender, frühblühender Strauch mit vor
den Blättern erscheinenden leuchtendgelben, viergeteilten
Blüten. 2. <PI.) Zweige des Forsythienstrauches: -n in die
Vase stellen.
fort [fort] <Adv.) [mhd. vort, asächs. forth = vorwärts,
weiter, fortan]: 1. nicht mehr länger an einem Ort
anwesend!: weg: f. mit ihm, damit!; [schnell] f.!; Schießt die
Brut zusammen, und dann f. (Apitz. Wölfe 311); Wir
sind nie so weit f. (entfernt), daß wir es nicht mehr hören
(Remarque, Westen 90); die Kinder sind schon f.
(weggegangen): das Buch ist f. (nicht zu finden); wann seid
ihr von zu Hause f. (ugs.; aufgebrochen)? 2. ohne
Unterbrechung, unausgesetzt ablaufend, sich in die weitere Zeit er-
strecketul; weiter: nur immer so f.!; *und so f. (und
ähnliches, in derselben Art' zu ergänzen j; und so weiter): Zwei-
mal-Pause-zweimal ... Einmal-Pause-fünfmal ... Und so
f., und so f. Aber drüben bleibt es still (Bredel, Prüfung
88); in einem f. (ununterbrochen, fortgesetzt, fortwä/trend.
ständig): mit seiner dünnen bebrillten Nase stieß er in
einem f. in den Hals des Mädchens (Seghers, Transit 160);
f. und f. (veraltend; immerzu): Aus dem Schornstein
qualmte es f. und f. (Strittmatter. Wundertäter 12).
Fort [fo:*l. das; -s. -s [frz. fort, subst. Adj. fort = fest,
stark < lat. fortis]: selbständiges einzelnes Festungswerk
zur Verteidigung strategisch wichtiger Geländepunkte: das
F. sperrt den Zugang in das Tal; Er fiel auf einem der
-s von Verdun (Thieß. Frühling 200).
fprt-, Fqi1-: ^ab [-'-] <Adv.) (selten): svw. t^an; -an [-'-]
<Adv.>: mit logischer Konsequenz von einem bestimmten
markanten Zeitpunkt an: sein Arzt riet ihm. f. einen
Mittagsschlaf zu halten; er zog in die Stadt und arbeitete
f. in einer Großgärtnerei (Kirst, 08/15. 87); -besehen,
sich <st. V.; hat) (geh.): gemessenen Schrittes weggehen;
sich entfernen: ich begab mich [aus der Stadt] fort;
-bestand, der <o. PI.): das Fortbestehen: der F. der Regierung,
der alten Machtverhältnisse; -bestehen <unr. V.; hat):
trotz veränderter Voraussetzungen nach wie vor bestehen:
die alten Einrichtungen, Verhältnisse bestanden fort;
^bewegen <sw. V.; hat): a) von der Stelle bewegen: er versuchte,
den schweren Stein fortzubewegen; b) <f. + sich) sich
in bestimmter Richtung in gemäßigtem Tempo vorwärts
bewegen: der Kranke kann sich nur an Krücken f.; der
Lichtschein bewegte sich fort, dazu: -bewegung, die: das
Sichfortbewegen, dazu: -bewegungsmittel. das: etw.. das
der Fortbewegung dient; -bilden <sw. V.; hat): jmds. od.
seine eigene Bildung, die Fähigkeiten einer Person od. eines
Tiers weiterentwickeln, vervollkommnen: Angestellte in
speziellen Kursen f.; sich durch den Besuch einer Fachschule
f.; die Momente .... in denen man ein junges Pferd f.
kann (Dwinger. Erde 173), dazu: -bildiing, die: das
Fortbilden: die F. der Beamten, dazu: -bikümgskurs, (seltener:)
-bildungskursus, der: an einem F. teilnehmen, -bikhmgs-
schule. die: 1. (veraltet) berufsbegleitende Schule zur
Vertiefung der Volksschulbildung u. zur Vermittlung von
Kenntnissen.die der beruflichen Ausbildung dienen: die F. als
Vorläufer der Berufsschule. 2. (österr., auch Schweiz.) landwirt-
scliaftliche Berufsschule; ablasen <st. V.; hat): durch Blasen
entfernen; wegblasen: Krümel. Zigarettenasche. Staub
[vom Tisch] f.; ihre Skrupel waren wie fortgeblasen (waren
plötzlich nicht mehr vorhanden); -bleiben <st. V.; ist): über
einen bestimmten Zeitraum! nicht wieder kommen;
wegbleiben: er blieb monatelang fort; <subst.:) ihr Fortbleiben
versetzte mich in Unruhe; -brausen <sw. V.; ist) (ugs.):
(vonKraftfaixrzeugen) mit Lärm u. großer Geschwindigkeit
davonfahren; -bringen <unr. V.; hat): 1. aus einem
bestimmten Grund, zu einem bestimmten Zweck an einen anderen
Ort bringen, wegbringen: einen Verunglückten [mit dem
Unfallwagen] f. (ins Krankenlmus bringen); ein Paket f.
(zur Post bringen); die Schuhe f. (zum Schumacher
bringen). 2. von der Stelle weg u. vorwärts bringen: die Frau
konnte den schweren Karren kaum f.; sie war nicht von
den Schaufenstern fortzubringen; den Ball f. (Ballspiele
Jargon; den Ball in einer bedrohlichen Situation
wegschlagen): Ü die Blumen auf dem zugigen Balkon nicht f. (ugs.;
zum Gedeihen bringen): Weil ich mich wieder durch
Hochstapeleien fortbrachte (ugs.; durchs Leben brachte, am
Leben erhielt; Mostar, Unschuldig 92); -dauer, die: das
Fortdauern: die F. des Kriegszustandes; über die F. der
Freiheitsentziehung hat allein der Richter zu entscheiden; -dauern
<sw. V.; hat): weiterhin dauern, nicht aufhören zu sein od.
zu geschehen: das schlechte Wetter, das Elend der Massen
dauert fort; ein fortdauernder Widerstand; -denken <unr.
V.; hat): svw. f wegdenken; -drängen <sw. V.; hat): svw.
twegdrängen; -druck, der <o. PI.) (Druckw.): das
eigentliche Drucken der Auflage nach Zurichtung u. Erledigung
sonstiger vorbereit emier Arbeiten; -dürfen <unr. V.; hat):
svw. twegdürfen; -eilen <sw. V.; hat) (geh.): sich schnell,
eilends entfernen: er eilte sogleich wieder fort; -entwickeln
<sw. V.; hat): a) durch Entwicklung auf eine neue Stufe
stellen; weiterentwickeln: bestimmte Ansätze, ein Modell,
eine Serie f.; b) <e. + sich) durch Entwicklung eine neue
Stufe erreichen; sich weiterentwickeln: diese Gruppen
haben sich zu Parteien fortentwickelt, dazu: -Entwicklung,
die: das Fortentwickeln: die F. der Verfassung, der
Virologie; —erben, sich <sw. V.; hat): von einem zum andern
weitervererbt werden: Es (= das Armband) durfte sich
nur in der weiblichen Linie f. (Bergengruen. Rittmeisterin
117); Ü weil sich die ... Milde des toten Franz Josef in
der österreichischen Justiz noch immer forterbte (Mostar.
Unschuldig 94); -extstenz, die <o. PL): das Fortexistieren:
die Wahl zwischen der eigenen F. und der F. anderer;
der ... Beweis der ... F. seines Hauses (R. Walser. Gehülfe
140); -existieren <sw. V.; hat): weiterhin existieren: die
Kirche ... existiert als eine ... Körperschaft unter anderen
fort (Fraenkel. Staat 222); -fahren <st. V.): La) mit einem
Fa/irzeug einen Ort verlassen; abreisen, wegfahren <ist>:
er ist um 10 Uhr fortgefahren; wir fahren heute [mit dem
Autol fort (machen einen Ausflug): b) mit einem Fa/irzeug
wegbringen; abtransportieren, wegfahren <hat): er hat den
Schrank fortgefahren. 2. ein Tun nach einer
Unterbrechung, fortsetzen <hat/ist>: in seiner Rede f.; ..Endlich
traf das Schiff ein", fuhr er fort; fahrjel nur immer so
fort!; eifrig in etw. f.; -fall, der: das Fortfallen, Wegfall:
der F. aller radikalen Parteien bei der Wahl; eine
Vergütungspflicht sollte jetzt in F. kommen (Papierdt.;
fortfallen): -fallen <st. V.; ist): beider Ausführung von etw.
ausgelassen werden, nicht in Erscheinung treten od. wirksam wer-
den. wegfallen: bei der Neuauflage ließ man einiges f.;
demgegenüber fielen alle Bedenken fort; -fegen <sw. V.;
hat): beseitigen, wegfegen; -finden <st. V.; hat): von einem
Ort o.a.. an dem man sich befindet, wegkommen,
loskommen; -flattern <sw. V.; ist): 1. sich flatternd entfernen,
wegflattern: der Schmetterling flatterte fort. 2. in flatternder
Bewegung vom Wind fortgetragen werden, wegflattern: der
Zettel drohte fortzuflattern; -fliegen <st. V.; ist): sich
fliegend entfernen; davon-, wegfliegen: die Schwalben sind
fortgeflogen; -fließen <st. V.; ist) (selten): a) wegfließen;
b) dahinfließen; weiterfließen: Ü die Gespräche flössen
munter fort; -fuhren <st. V.; hat): 1. fortsetzen was von einem
anderen begonnen wurde : der Sohn führte das Geschäft
des Vaters fort; Eine solche Politik ... führte die Linie
von 1938 fort (Rothfels. Opposition 69). 2. von einem
Ort wegbringen, wegführen: einen Gefangenen f.; der Zug
führte mich aus der Stadt fort, in der ich lange gelebt
hatte; Ü der Versuch ... führte zwangsläufig ... fort von
dem Endziel der Wiedervereinigung (Dönhoff. Ära 202),
dazu: -fiihning, die <PI. selten); -gang, der <o. PL): 1.
das endgültige Weggehen aus einer bestimmten
Umgebung: nach seinem F. aus dieser Stadt konnte er nirgends
mehr heimisch werden. 2. weitere Entwicklung von etw..
weiterer Verlauf, das Voranschreiten: der F. der
Verhandlungen; -geben <st. V.; hat): einem anderen übergeben,
damit er sich mit der betreffenden Person od. Sache befaßt,
sich ihrer annimmt o.a.; weggeben: etw. zur Reparatur
f.; man hatte sich entschlossen, die Kinder fortzugeben;
-gehen <unr. V.; ist): 1. sich von einem Ort. von jtndm.
entfernen; weggehen: schnell, heimlich f.; er ging fort, ohne
sich zu verabschieden. 2. ohne Unterbrechung weiterhin
geschehen, verlaufen; atidauern: es hätte noch eine Zeitlang
so f. können; ihr Leben würde so f. wie bisher; -geschritten
<Adj.; nicht adv.) Izu f fortschreiten!: a) in einer sozialen,
technischen, wissensmäßigen o. ä. Entwicklung eine höhere
Stufe erreicht habend, auf einem höheren Niveau stehend:
ein industriell -er Staat; ein sozial -er Betrieb; (subst.:>
an einem Lehrgang für Fortgeschrittene teilnehmen; b)
ein späteres Entwicklungsstadium, einen spateren Zeitpunkt
882
fort-, Fort-
erreicht habend: die -e Paralyse eines Organismus; ein
Mann im -en Alter (ein älterer Mann): zu -er Tageszeit
(zu später Stunde), zu a: -gesdirittenenkurs, -geschritte-
nenkursus, der: Kursusi für Fortgeschrittene: -gesetzt
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu t fortsetzen]: ständig
wiederholt, immer wieder sich ereignend!: eine -e
Steuerhinterziehung; f. den Unterricht stören; -gießen <st. V.; hat): svw.
f weggießen; -gleiten <st. V.; ist): zur Seite gleiten; weg-,
entgleiten: die Leiter glitt fort; <subst.:) dieses Fortgleiten
der Autorader in den Kurven (Kaschnitz. Wohin 149);
Ü mit einem Blick .... der wieder fortglitt (Seidel, Sterne
72); -graulen <sw. V.; hat) (ugs.): svw. tweggraulen;
-haben meist in der Verbindung imdn., etw. f. wollen (ugs.;
jmdn., etw. aus dem Haus, aus der Wohnung o.a. haben
wollen): Aber ich weiß genau, daß sie mich f. wollen,
weil sie jetzt ein neues Kind haben (Kcun. Mädchen 43);
-helfen <st. V.; hat): 1. über etw. hin weghelfen: jmdm.
über eine Beschämung f.; seine Sprachgewandtheit hilft
ihm über jede Verlegenheit fort. 2. <f. + sich) a) über
bestimmte Schwierigkeiten hinwegkommen: ohne diese
großzügige Unterstützung hätte ich mir damals kaum f.
können; b) sich vorwärts bewegen: ich konnte mir nur
an Krücken f.; -hin [-'-] <Adv.) (veraltend): von einem
bestimmten Zeitpunkt, von nun an immer: f. fragte er sie
zuerst nach ihrer Meinung; -holen <sw. V.; hat): svw.
f wegholen; -huschen <sw. V.; ist): svw. t weghuschen;
-jagen <sw. V.; hat): l.a) jmdn.. ein Tier dazu bringen, einen
Ort, an dem er od. es unerwüftscht ist. sofort zu verlassen;
wegjagen: die Kinder von der Baustelle f.; die Spatzen
vom Kirschbaum f.; b) aus Verärgerung sofort aus der
Wohnung werfen, aus dem Dienst entlassen, wegjagen: der
Bauer hat seinen Knecht fortgejagt. 2. sich aus einem
bestimmten Grund im Galopp od, in rasender Fahrt von einem
Ort entfernen: auf einem Pferd. Motorrad f.; -karren <st.
V.; hat): svw. !wegkarren; -kommen <st.V.; ist): l.a) es
schaffen/ sich von einem Ort 'zu) entfernen; wegkommen:
sicher f.; machen Sie, daß Sie fortkommen!; b) weggebracht,
abtransportiert werden, wegkonvnen: es wird Zeit, daß die
alten Möbel einmal fortkommen; der Patient kam noch
am Abend fort (wurde ins Krankenhaus eingeliefert); c)
abhanden kommen, verlorengehen, wegkommen: es ist schon
wieder [jmdm.l Geld fortgekommen. 2. vorwärts kommen,
seinen Weg fortsetzen: auf Kartoffeläckern .... wo man
mit dem Auto nicht mehr fortkommt (Grzimek, Serengeti
24). 3. im Beruf o. ä. sich durch seine Leistung weiterentwik-
keln, Erfolg haben, vorankommen: er kommt im Leben,
mit seiner Arbeit nicht recht fort. <subst.:) -kommen,
das: I. das Vorwärtskommen auf einem Weg, Fortsetzung
des Weges: Nebel, das Dickicht erschwerte das F. 2.a)
das Vorwärtskommen in einer Laufbaim: jmds. F. hinderlich
sein; b) das zum Leben Notwendige; Lebensunterhalt: sein
F. finden; -können <unr. V.; hat): svw. f wegkönnen;
-kriechen <st. V.; ist): sich kriechend von einer Stelle wegbewegen;
-kriegen <sw. V.; hat): svw. t -bringen (2); -lassen <st.
V.; hat): 1. weggehen lassen: seine Mutter wollte ihn nicht
mehr f. 2. bei etw. nicht verwenden, anwenden, erwäfinen
o.a.; aus-, weglassen: in einem Brief etwas absichtlich,
aus Versehen f., dazu: -lassung, die: das Fortlassen (2):
unter F. des ganzen Zeremoniells; -laufen <sl. V.; ist):
1. sich laufend, schnell von einem Ort entfernen, weglaufen:
von zu Hause f.; aus Angst vor Strafe sind die Kinder
fortgelaufen; ihre Katze ist ihnen fortgelaufen (entlaufen).
2. sich in räumlicher od, zeitlicher Erstreckung
fortsetzender Feldweg lief noch ein Stück fort; ihre Erzählung lief
munter fort; eine Filmserie mit fortlaufender (sich über
die einzelnen Folgen fortsetzetvder) Handlung; die Blätter
sind fortlaufend (ohne Unterbrechung, durchgehend, eins
auf das andere folgend) numeriert; fortlaufend trafen neue
Nachrichten ein; -leben <sw. V.; hat): 1. über den Tod
hinaus in jmdm., in jmds. Gedächtnis gegenwärtig sein,
weiterleben: in seinen Kindern, in seinem Werk f.; sein Bild
lebt in der Dichtung fort; Ü in jener ... Schlacht .... die
als die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern in der
Geschichte fortlebt (Thieß. Reich 389); <subst.:) An ein
Fortleben nach dem Tode ... glauben die Massai nicht
(Grzimek, Serengeti 286). 2. (veraltend) seine Existenz
fortsetzen: daß neben dem Menschen das ... Urtier fortlebe,
der Einzeller (Th. Mann. Krull 317); -legen <sw. V.; hat):
von sich weg, aus den Händen i an einen anderen Ort
legen, weglegen: die Zeitung, das Messer f.; -loben <sw.
V.; hat): den Weggang eines weniger erwünschten
Mitarbeiters aus einer Stellung bei sich bietender Gelegenheit durch
besonders lobende Äußerungen begünstigen: jmdn. in eine
andere Abteilung f.; -locken <sw.V.; hat): von einem
Ort an einen anderen locken, weglocken; ^hift, die: Luft, die
beim Klimatisieren nach außen abgegeben wird; -Kigen <st.
V.; hat): etw., was einem unangenehm od. peinlich ist, durch
Lügen aus der Welt zu schaffen, ungeschehen zu machen
suchen: Tatsachen einfach f.; er fühlte das Grauen kalt
in den Schläfen; er log aus Todesangst die Todesangst
fort (L. Frank, Wagen 34); -machen <sw. V.): l.a) <f.
+ sich) (ugs.) sich schnell, unauffällig aus einem
bestimmten Grund entfernen (hat): er machte sich fort und ließ
seine Familie im Elend zurück; mach dich fort! (hau ab!);
er hat sich bald nach seiner Frau fortgemacht (verhüll.;
ist bald nach ihr fast unbemerkt gestorben)', b) (salopp)
von einem Ort an einen anderen ziehen <ist>: wegen seiner
neuen Arbeitsstelle ist er nach Stuttgart fortgemacht. 2.
(ugs.) in einem bestimmten Tun fortfahren, weitermachen
<hat>: mach nur so fort!; wenn du so fortmachst (wenn
du dein Verhalten, deine Lebensweise o.a. nicht änderst).
wirst du die Folgen schon zu spüren bekommen;
-marschieren <sw. V.; ist): a) von einem Ort wegmarschieren;
b) (iron.) steif, forsch, zackig weggehen; -müssen <unr.
V.; hat): einen Ort verlassen müssen, wegmüssen: ich muß
Jetzt [von hier] fort; das Paket muß heute noch fort; er
hat schon früh fortgemußt (verhüll.; ist schon jung
gestorben)', -nehmen <st. V.; hat): 1. von einem Ort entfernen,
wegnehmen: welke Blumen f.; seine Eltern nahmen ihn
vom Gymnasium fort; U der Tod hat ihn aus unserer
Mitte fortgenommen. 2. einem andern nicht länger lassen,
wegnehmen Iu. in seinen Besitz bringen/: einem Kind ein
Spielzeug, einer Katze alle Jungen f.; -packen, sich <sw.
V.; hat) (salopp): sich aus einem bestimmten Grund
schleunigst entfernen: pack dich fort!; sobald sie ... respektlos
mit ihm umzugehen begannen.... packte er sich fort (Musil.
Mann 71); -pflanzen <sw. V.; hat): l.a) <f. + sich) sich
vermehren. Nachkommen hervorbringen: sich durch
Zeugung, durch Zellteilung f.; b) durch Zeugung von
Nachkommen weiterhin bestehen lassen: sein Geschlecht f. 2.a) <f.
+ sich) sich (bes. akustisch) verbreiten: der Ruf. das
Echo, der Ton. das Licht, die Heiterkeit pflanzt sich fort;
b) (selten) verbreiten, weiterleiten: den Schall, jmds.
Namen, eine Lehre f.. dazu: -Pflanzung, die: 1. das
Fortpflanzen (1): eine [unigeschlechtliche F. 2. das Fortpflanzen
(2): die F. des Lichtes, dazu: -pflanzungsbereitschaft. die:
Bereitschaft. Nachkommen zu zeugen, sich durch Zeugung
von Nachkommen zu vermehren, -Pflanzungsbiologie, die:
Teilgebiet der Biologie, auf dem man sich mit den
Mechanismen der Fortpflanzung beschäftigt, -pflanzungsfiihig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.: -pflanzungsunfähig):
einjährige, noch nicht -e Dohlen, -Pflanzungsfähigkeit, die <o.
PI.). -Pflanzungsgeschwindigkeit, die: die F. des Lichtes.
-Pflanzungsorgan, das: svw. f Geschlechtsorgan, -pflan-
zungsstknmung. die; svw. t-pflanzungsbereitschaft.
-pflanzungstrieb.der svw. fGeschlechtstrieb, -pflanzungs-
unföhig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.: -pflanzungsfä-
hig): einjährige, -e Jungvögel, -Pflanzungsvorgang, der.
-pflanzungszeit, die: Zeit, in der bei Tieren die
Fortpflanzung stattfindet, -pflanzungszyklus, der: Ablauf der bei
Tieren periodisch auftretenden Fortpflanzungsbereitschaft;
-räumen <sw. V.; hat): von einem Platz, an dem die
betreffende Sache stört od. nicht mehr benötigt wird, an einen
anderen dafür vorgesehenen; Ort bringen, wegräumen: das
Geschirr, das Spielzeug f.; Ü Schwierigkeiten. Vorurteile
f. (beseitigen, aus dem Wege schaffen); -reisen <sw. V.;
ist): einen Ort verlassen u. an einen anderen reisen: er
ist fortgereist, ohne eine Adresse zu hinterlassen; -reißen
<st. V.; hat): a) mit einer heftigen Bewegung erfassen u.
von einem Ort gewaltsam wegbringen, mit sich nehmen,
wegreißen: die Menge, der Strom riß mich [mit sich] fort;
das Hochwasser hat die Brücke fortgerissen; sie hat dem
Kind den Ball fortgerissen (entrissen); b) jmdn, innerlich
so stark erfassen, daß der Betreffende sich der Wirkung
nicht entziehen kann u. ilir in seinem Verhalten Ausdruck
gibt: sich von seinen Gefühlen f. lassen; der Pianist, sein
Vortrag riß das Publikum [zu heller Begeisterung] fort;
-reiten <st. V.; ist): sich reitend von einem Ort entfernen,
wegreiten: er war schon in aller Frühe fortgeritten; -rennen
<unr. V.; ist) (ugs.): schnell weglaufen, wegrennen: sie rannte
56*
883
fort-. Fort-
fort, um die Polizei zu holen; -rollen <sw. V.>: 1. rollend
von einer Stelle wegbewegen <hat>: Fässer f.; das Kind
hat den Ball fortgerollt. 2. sich rollend entfernen, wegrollen
<ist>: die Kugel, der Ball ist fortgerollt; -rücken <sw. V.>:
1. von einer Stelle an eine andere rücken, wegrücken <hat>:
den Schrank f.. damit das Bücherbord Platz hat. 2. sich
durch eine rückende Bewegung entfernen, wegrücken <ist>:
während der Fahrt rückten die Berge immer weiter fort;
Ü die Welt rückte noch weiter fort als zuvor (Wiechert,
Jeromin-Kinder 856); -rühren, sich <sw. V.; hat): sich
von einer Stelle wegbewegen (meist verneint): daß du dich
nicht fortrührst!; sowie sich das Kind f. wollte, hielt sie
es sofort fest; -satz.der: von einem Organismus ausgebildete
Verlängerung: Fortsätze von Nervenzellen; die
Bakteriophagen ... bestehen aus einem kugelförmigen Kopfteil und
einem dünnen, schwanzartigen F. (Medizin II, 132);
-schaffen <sw. V.; hat): unter Anstrengungen von einem
Ort zu einem bestimmen Zweck wegbringen, wegschaffen:
alte Möbel f.; einen Verunglückten f.; zunächst wurden
Frauen und Kinder fortgeschafft (evakuiert), dazu:
-Schaffung, die: das Fortschaffen: der junge SS-Mann, der,
als die Hinrichtungen u. -en der Juden anfingen, sich
weigerte mitzumachen (Kaschnitz, Wohin 143); -scheren,
sich <sw. V.; hat) (ugs.): sich schleunigst entfernen,
wegscheren: schert euch fort!; -scheuchen <sw. V.; hat): durch
drohende Zurufe. Gebärden o. ä. fortjagen, wegscheuchen:
Limdm. die] Fliegen f.; Ein Polizist scheucht sie (= in
der Präfektur wartende Männer u. Frauen) fort (Seghers,
Transit 270); Ü trübe Gedanken f.; -schicken <sw. V.;
hat): a) zum Weggehen auffordern u. nicht länger bei sich
lassen, wegschicken: einen Hausierer, lästige Besucher f.;
sie haben ihre Hausgehilfin fortgeschickt (ugs.; entlassen);
b) der Post zur Beförderung übergeben, mit der Post an
einen anderen Ort senden, wegschicken: er hatte den Brief
bereits fortgeschickt; -schieben <st. V.; hat): svw. tweg-
schieben; -schießen <st. V.; hat): svw. twegschießen;
-schleichen <st. V.): sich aus einem bestimmten Grund
unauffällig, heimlich wegbegeben, wegschleichen: a) <ist): die
Kinder sind auf leisen Sohlen fortgeschlichen; b) <f. + sich;
hat): der Dieb hatte sich fortgeschlichen; -schleifen: I.
<st. V.; hat) etw. durch Schleifen beseitigen, entfernen:
abschleifen: wegschleifen. 2. <sw. V.; hat) jmdn., etw. an
einen anderen Platz schleifen: -schlendern <sw. V.; ist):
sich schlendernd von einem Ort entfernen: -schleppen <sw.
V.; hat) (ugs.): 1. unter Anstrengung gewaltsam
wegtragen, wegschleppen: seine Beute, einen Angeschossenen f.;
aus dem Sperrmüll haben sie noch brauchbare Möbel
fortgeschleppt. 2. <f. + sich) sich nur unter größter
Anstrengung langsam fortbewegen: der alte Mann, der Verletzte
schleppte sich nur mühsam [an Krücken] fort; Ü dieser
Fehler schleppt sich von einer Auflage in die andere fort
f wird in keiner Auflage korrigiert); das Gespräch schleppte
sich fort (verlief nur stockend): -schleudern <sw. V.; hat):
von einer Stelle an eine andere schleudern, wegschleudern:
den Ball, (vor Wut] die Schulmappe f.; Er ... schleudert
ihn (= einen Menschen) mehrere Meter weit fort (Grzi-
mek, Serengeti 145); -schmeißen <st. V.; hat): svw. t
wegschmeißen; -schnellen <sw. V.): svw. twegschnellen;
-schreiben <st. V.; hat): 1. eine Statistik entsprechend den
neuen Zu- und Abgängen fortlaufend ergänzen: den
Bevölkerungsstand f. 2. einen Grundstückseinlteitswert neu
feststellen, wenn eine Abweichung im Wert der wirtschaftlichen
Einheit seit dem letzten Bescheid feststellbar ist: einen
Einheitswert f. 3. als Projekt o. ä. weiterführen u. in Anpassung
an verätuierte Gegebetilieiten aktualisieren: die mittelfristige
Finanzplanung, einen Stadtentwicklungsplan, ein
Universitätsmodell, eine begonnene Diskussion f., dazu:
-Schreibung, die: das Fortschreiben (1-3); -schreiten <st. V.; ist)
/vgl. fortgeschritten/: sich in derselben Richtung
weiterentwickeln: die Zerstörung, Vermassung. Krankheit, Sprache
schreitet fort; die Entwicklung schreitet zum
Zweiparteiensystem fort; die Wissenschaft ist heute schon so weit
fortgeschritten, daß ...; das Jahr, die Zeit ist schon ziemlich
weit fortgeschritten (vorgerückt): eine fortschreitende
Demokratisierung. Bürokratisierung; <subst.:) im
Fortschreiten der Erzählung; -schritt, der [LÜ von frz. progres]:
positiv bewertete Weiterentwicklung, Erreichung einer
höheren Stufe in der sozialen, technischen, wissenscltaftlichen
o. ä. Entwicklung: -e der Medizin, auf dem Gebiet der
Technik; an den F. glauben; -e in der Annäherung der
politischen Standpunkte; etw. ist schon ein F. (ist wenig-
stens schon etwas): [große] -e machen (gut vorankommen):
trotz der Erkrankung ihrer Person, die ... neue -e gemach!
hatte (selten; wieder weiter fortgeschritten war: Musil,
Mann 1188); dazu: -schrittler I-Jntte]. der; -s. -: jnui..
der fortschrittsgläubig ist, -schrittlieh [-Jntli^J <Adj.): a)
sich ftir den Fortschritt einsetzend: eine -e Persönlichkeit;
... war in der Gründung der Deutschen Demokratischen
Partei... ein Zusammenschluß ehemaliger nationalliberaler
und -er (zur Fortschrittlichen Volkspartei gehöretuier)
Politiker erfolgt (Fraenkel, Staat 177); seine Ideen waren sehr
f.; f. eingestellt sein; b) den Fortschritt repräsentierend,
bekundend: eine -e Betriebsverfassung, Mode, Lösung; ein
besonders -es Land, dazu: -schrittlichkeit, die; -.
-Schrittsfanatiker» der (abwertend): der Reformeifer
einiger F.. -schrittsfeindlich <Adj.): dem Fortschritt gegenüber
nicht aufgeschlossen: eine -e Einstellung, -schrittsfeindlich-
keit, die, -schrittsgiaube, der: / allzu großes Vertrauen
in den ständigen Fortschritt, -schrittsgläubig <Adj.): in
naiver Weise von einem ständigen Fortschritt überzeugt:
das -e 19. Jahrhundert: er ist sehr f.. -schrittsgliubigkeit.
die. -schrittsoptimismus, der: vgl. -schrittsgiaube.
-schrittswille, der: Wille zum Fortschritt: -schwelen <sw.
V.; hat): weiterhin schwelen: der Brand schwelte noch einige
Tage fort; U die Krankheit, der Partisanenkampf schwelte
über Jahre fort; -schwemmen <sw. V.; hat): von einem
Ort an einen anderen schwemmen, wegschwemmen: der
Gewitterregen schwemmte die Erde fort; -schwimmen <st.
V.; ist): a) sich schwimmend entfernen, wegschwimmen:
er war inzwischen [vom Ufer] fortgeschwommen; b) von
der Strömung fortgetragen werden: das Papier. Brett
schwimmt [auf dem Wasser] fort; -segeln <sw. V.; ist):
a) sich mit Hilfe eines Bootes od, eines Fahrzeugs mit einem
Segel durch Nutzung des Winddrucks von einem Ort weg-
bewegen: b) (iron.) in atigemessener Eile gespreizt, würdevoll
u. die Aufmerksamkeit auf sich ziehend einen Ort verlassen:
-sehen <st. V.; hat): svw. twegsehen; -sehnen <sw. V.;
hat): sich sehnlichst an einen anderen Ort wünschen: -setzen
<sw. V.; hat) /vgl. fortgesetzt/: a) etw. Begonnenes wieder-
aufnehmen u. weiterführen: eine Reise. Arbeit. Tradition,
den Krieg f.; aussteigen und den Weg zu Fuß f.; b) <f.
+ sich) sich räumlich od. zeitlich noch weiter ausdehnen:
der Wald setzt sich bis zur Grenze fort; das Gespräch
hat sich bis in die Nacht fortgesetzt, dazu: -Setzung, die:
-, -en: I. das Fortsetzen (a, b): die F. der Verhandlungen;
die Liste fand auf einem anderen Blatt ihre F. (wurde
auf einem anderen Blatt fortgesetzt). 2. etw. Fortgesetztes,
Sichfortsetzendes: anschließender Teil: ein Roman in -en:
das Rofangebirge ist die östliche F. des Karwendeis.
(Schweiz.:) zum Karwendel, dazu: -setzungsroman, der:
in Fortsetzungen erscheinender Roman: -spinnen <st. V.;
hat): a) etw. Gedankliches weiter ausführen: ein Thema
f.; ... spann ich im Geiste an meinen Erinnerungen fort
(Th. Mann, Krull 73/74); b) <f. + sich) sich als etw.
Gedankliches weiterentwickeln, fortsetzen: das Gespräch
hatte sich fortgesponnen (Th. Mann, Zauberberg 613);
-sprengen <sw. V.; ist) (geh.): galoppierend fortreiten: er
war auf einem Rappen fortgesprengt; -springen <st. V.;
ist) (ugs.): svw. t-laufen (1); -spülen <sw. V.; hat): a)
im Darüberfließen mit fortnehmen, wegspülen: die Brandung
hat den Ball, die Strandburg, das Kind fortgespült; U
die Wachleute wurden von der erregten Menschenmasse
fortgespült; b) mit Wasser od. einer Flüssigkeit wegbringen,
beseitigen, wegspülen: mit Sekt den Käse[geschmack] f.;
Spuren f.; -stehlen, sich <st. V.; hat>: sich aus einem
bestimmten Grund heimlich von einem Ort wegbegeben, sich
wegstehlen: er stahl sich leise [aus der Gesellschaft, aus
dem Zimmerl fort; -stellen <st. V.; hat): svw. f wegstellen;
-sterben <st. V.; ist): sterben u. sich damit von jmdm.,
aus einer Gemeinschaft entfernen, wegsterben: das letzte
ihrer Kinder war ihr fortgestorben; Für niemanden, der
aus dem Dorfe fortstarb, war Stillung ein Fremder
(Wiechert, Jeromin-Kinder 650); -stoßen <st. V.; hat): svw.
twegstoßen; -streben <sw. V.; hat): danach streben, sich
von jmdm., einem Ort zu entfernen, wegstreben: sie hat
immer von uns, von hier, aus der dörflichen Enge
fortgestrebt; -streichen <st. V.): 1. ausstreichen: wegstreichen
<hat): ein Wort f. 2. (Jägerspr.) svw. t abstreichen (4) <ist>;
-stürmen <sw. V.; ist): sich schnell in stürmischer Bewegung
von einem Ort entfernen: er stürmte ziellos fort; -stürzen
884
Foße
<sw. V.; ist) (ugs.): sich unter einem bestimmten Eindruck
kopflos u. schnell von einem bestimmten Ort entfernen,
wegstürzen: auf die Nachricht hin ist sie gleich fortgestürzt;
stauen <sw. V.; ist): svw. twegtauen; -tönen <sw. V.;
hat): weiterhin tönen, zu hören sein: die Musik tönte lange
[in seinem Innern] fort; ^tragen <st. V.; hat): von einem
Ort zu einem andern tragen, wegbringen, wegtragen: die
Gartengeräte f.; Verwundete f.; Ü In dieses Flüßchen,
das sie (= Josepha) fortträgt (Bobrowski. Mühle 220);
-treiben <st. V.): I. nicht länger an einem Ort dulden,
von dort vertreiben, wegtreiben <hat): jmdn. aus dem Haus
f. 2.a) vorwärts treiben (hat): die Strömung trieb ihn,
das Boot fort; b) an einen anderen Ort treiben, von der
Strömung fortgetragen werden, wegtreiben (ist): der Ball,
das Brett trieb auf den Wellen fort. 3. (hat) a) weiterhin
treiben, tun: lange kann er es nicht mehr so f.; b)
weitertreiben: ... hat... der Säkularisationsprozeß ... solche latenten
Neigungen bis zur Scheidung der Menschheit in
„eigenständige* ... Nationalstaaten fortzutreiben vermocht
(Fraenkel, Staat 211); -währen (sw. V.; hat) (geh.): svw.
trauern; -während (Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [1. Part,
von veraltet fortwähren = weiterhin währen, andauern]:
sich zur Verwunderung od. Unzufriedenheit des Sprechers
immer wiederholend, fortgesetzt, dauernd, stätulig, immer
wieder: das -e Reden störte sie; er hatte f. an ihr etwas
auszusetzen; -wälzen (sw. V.; hat): 1. von einer Stelle
an eine andere wälzen, wegwälzen: einen Stein f.; Die
größten Wellen wälzten schon weiße Schaumkronen mit sich
fort (Hausmann, Abel 35). 2. (f. + sich) sich wälzend
vorwärts bewegen: der Besucherstrom wälzte sich [durch
die Ausstellung] fort; -waschen (st. V.; hat): svw. t
wegwaschen; -wehen (sw. V.): svw. twegwehen; -wenden (unr.
V.; hat): svw. twegwenden; ^werfen (st. V.; hat): svw.
t wegwerfen; -wirken (sw. V.; hat): nicht an Wirkung
verlieren, in einer späteren Zeit noch Wirkung ausüben: seine
Kritik, sein Beispiel, dieser Dichter wirkt noch bis heute
fort; (subst.:) das Fortwirken antiker Vorbilder, dazu:
-Wirkung, die; ^wischen (sw. V.; hat): svw. twegwischen;
-wollen (unr. V.; hat): a) nicht länger an einem Ort bleiben,
sondern von dort weggehen wollen: wegwollen: man merkte
ihr an, daß sie am liebsten fortwollte; b) vorwärts gehen
wollen: meine Beine wollen nicht mehr so recht fort (ich
kann als alter Mensch nicht mehr gut gehen); -wuchern
(sw. V.; hat): svw. tweiterwuchern; -wünschen (sw. V.;
hat):a)(f. + sich) wünschen, doli man von einem
unangenehmen Ort fort wäre; sich wegwünschen: ich wünschte mich
von dort fort: b) wünschen, doli sich eine unangenehme
Person an einen andern Ort begäbe; wegwünschen: sie hat
mich sicher schon oft fortgewünscht; -wursteln (sw. V.;
hat): svw. t weiterwursteln; -zahlen (sw. V.; hat): weiterhin
zahlen, dazu: -Zahlung, die: weiterlaufende Zahlung;
-zaubern (sw. V.; hat): durch Zauber entfernen, wegzaubern:
Man kann den Besitztrieb so wenig aus dem Leben f.
wie Hunger oder Geschlechtstrieb (Thieß, Reich 100);
-zerren (sw. V.; hat): svw. t wegzerren; -zeugen (sw. V.;
hat) (geh.): weiterwirken: -ziehen (unr. V.): 1. von einer
Stelle wegziehen, ziehend entfernen (hat): jmdn. einen
Schritt, vom Schaufenster f.; jmdm. das Kissen [unter
dem Kopf) f.; seine Hand f.; Ü den Menschen werde der
Boden unter den Füßen fortgezogen (Niekisch, Leben 174).
2. an einen anderen Ort um ziehen, wegziehen: sie wollen
demnächst von hier f.; die Schwalben sind schon
fortgezogen; -zug, der (selten): das Fortziehen (2).
forte [Tarta] (Adv.; piu forte [piu: -I, fortissimo [for'tisimo])
[ital. forte (Komp.: piu forte, Sup.: fortissimo) < lat.
fortis]: I. (Musik) laut, stark, kräftig: eine Stelle f. spielen;
(auch präd.:) die tiefen Stimmen waren viel zu wenig
f.; Abk.: f; fortissimo: fT 2. (Pharm.) stark wirkendj;
Forte 1-1, das; -s, -s u. ...ti (Musik): große Lautstärke,
Klangfülle: das Klavier hat an dieser Stelle ein F.; fortepiftno
(Adv.) [aus t forte u. Tpiano) (Musik): laut u. sofort danach
leise: der Taktanfang ist f. zu spielen; (auch präd.:) der
Einsatz war f.; Abk.: fp; Fortepigno, das [2: Umstellung
von tPianoforte): 1. (Musik) laute u. sofort danach leise
Tonstärke. 2. (veraltet) Klavier. Piatwforte; Fortes: PI. von
t Fortis; fortes fortuna adhivat ['forte:s for'tu:na atjuvat;
lat.] (bildungsspr.): den Mutigen hilft das Glück; Fortl:
PI. von t Forle; Fortifikation [fortifika'tßio:n]. die; -. -en
[frz. fortification < spätlat. fortificätio = das
Starkmachen] (veraltet): a) Festungswerk, Befestigungswerk: eine
neolithische F.; Es war eine F.. die uneinnehmbar sein
mußte für alle damaligen Sturmmittel (Ceram, Götter 306);
Ü... fehlt jegliche „F. der Seele" (Goethe; Graber,
Psychologie 78); b) (o. PI.) Befestigungskunst: Vauban war ein
Meister der F.; fortifikatorisdi [...'to:nJl (Adj.; o. Steig.):
a) die Fortifikation (a) betreffend, zur Fortifikation
gehörend, in der Art der Fortifikation: ein mittelalterlicher -er
Siedlungstypus; die -en Vorkehrungen hängen von der
jeweiligen Kampfweise und den Waffen ab (Bild. Kunst
III, 41); b) die Fortifikation (b) betreffend; fortifizieren
[fDrtifftßi:ren] (sw. V.; hat) [lat. fortificare = stark
machen, stärken] (veraltet): befestigen; Fortis ['fortis], die;
-, ...tes [...te:s; zu lat. fortis = stark] (Phon.): mit großer
Intensität gesprochener u. mit gespannten
Artikulationsorganen gebildeter Konsonant (z. B. p, t, k, ß); Fortissimi:
PI. von t Fortissimo; fortissimo: t forte; (subst.:) Fortissimo,
das; -s, -s u. ...mi (Musik): sehr große Lautstärke,
Klangfülle: im höchsten F. spielen.
FORTRAN [fortran], das; -s [engl. FORTRAN, Kurzwort
für: formula translator. aus engl, formula = Formel u.
translator = Übersetzer! (Datenverarb.):
problemorientierte Programmiersprache für vorwiegend technische u.
mathematisch-wissenschaftliche Aufgaben.
Fortuna [fortuma] (Eigenn.) [lat. Fortuna, personifiziert
aus: fortüna = Schicksal. Zufall; Glück, Unglück]:
römische Schicksals- u. Glücksgöttin: F. war, erwies sich ihm
hold (geh.; er hatte Glück); F. lächelt, lacht jmdm. (geh.;
jmd. hat Glück)', ein Kind der F. (geh.; ein Glückskind);
... ein junger Fant.... der, durch Fortunens versucherische
Gunst zu solchen Mitteln gelangt, ... (Th. Mann. Krull
216); Fortune [for'ty:n], (eingedeutscht:) Fortune [for'ty:n3],
die; - [frz. fortune < lat. fortüna. T Fortuna]: Erfolg; Glück,
das man bei od. mit etw. hat (meist verneint): keine Fortune
haben; Poleske.... der sich im Besitz einiger Fortune erzeigt
hat. ein paar Monate lang, und den die Fortune verließ
(Bobrowski, Mühle 34); Melzer hatte ... Klassiker ...
herausgegeben, mit weniger Fortune (MM 17. 4. 69, 30).
Forum f'fo.Tum], das; -s, Foren u. Fora [3: lat. forum;
1, 2: nach amerik. forum]: 1. (PI. Foren) a) geeigneter
Personenkreis, der eine sachverständige Erörterung von
Problemen od. Fragen garantiert: vor einem F. sprechen; Ü
vor dem F. der Geschichte; b) Plattform, geeigneter Ort
für etw.: eine Zeitschrift als F. für bestimmte Fragen;
er würde ... den Gerichtssaal als F. benutzen, um eine
Agitationsrede zu halten (L. Frank, Wagen 17). 2. (PI.
Foren) öffentliche Diskussion, Aussprache: Eines der
besuchtesten Foren war .Juden und Christen" (MM 30.
7. 65» 1). 3. (PI. Foren u. Fora) Platz in altrömischen
Städten als Ort der Rechtspflege, der Volksversammlung
u. des Marktverkehrs: die Kandidaten für öffentliche
Ämter traten auf dem F. auf; Unter Septimius Severus wurden
viele Gebäude in Afrika errichtet Fora ..., deren
Formen von Rom übernommen wurden (Bild. Kunst I. 17);
(Zus.:) Forumsdiskussion, die. Fonimsgespridi, das: svw.
t Forum (2).
Forward ['fo:wad], der; -Isl. -s [engl, forward, eigtl. =
vorwärts, vorn] (Fußball): engl. Bez. für Stürmer: Hakanen
war der gefährlichste F. (Vorarlberger Nachr. 25. 11. 68,
12).
forzando [far'tßando] (Adv.): vgl. sforzando; forzato [far-
'tßa:to] (Adv.): vgl. sforzato.
Forzeps, Forceps ['fortßeps], der u. die; -, ...zipes u. ...cipes
[...£ßipe:s; lat. forceps. Gen. forcipis = Zange] (Med.):
svw. t Geburtszange.
Fosbury-Flop [fosbonfbp], der; -s. -s [nach dem amerik.
Leichtathleten R. Fosbury (*1947); zu engl, flop = das
Hinplumpsen]: a) (o. PI.) Hochsprungtechnik, bei der der
Springer sich nach dem Absprung so dreht, daß er mit
dem Rücken die Latte überquert; im F. springen; b) einzelner
Sprung in der Fosbury-Flop-Technik: der dritte F. war
danebengeraten.
Fose [To:z9]. die; -. -n [wohl zu alemann. Fotz = Zotte,
Fetzen] (vulg.): Weibsbild, Hure: Er saß mit einem Freund
in einem Lokal für -n (Lynen. Kentaurenfährte 320).
Fossaf'fosal.die; -, ...sae [...se; lat. fossa = Graben] (Anat.):
Grube, Vertiefung.
Fo8e [To:s3], die; -. -n [frz. (carte) fausse = schlecht(e
Karte), aus: carte = T Karte u. fausse. Fem. von: faux.
t Fauxpas] (nordd.): minderwertige Karte im Kartenspiel:
ich kann nicht gewinnen, ich hab' zuviel -n.
885
fossil
fossil [fo'shl] <Adj.; o. Steig.) Hat. fossilis = ausgegraben,
zu fodere (fossum) „graben4*; vgl. Fossa):
vorweltlich, urzeitlich, als Versteinerung erhalten (Ggs.: rezent):
-e Krebse. Lebensspuren; Ü eine Maschine, ein -es
Ketten- und Seilungeheuer (Reinig. Schifte 113); <subst.:>
Fossil [-], das; -s. -ien [...Ipn]: als Abdruck. Versteinerung
o. ä. erhaltener Überrest von Tieren od. Pflanzen aus frühen
Epochen der Erdgeschichte: -ien in Bernstein; -ien
präparieren; lebende -ien (Biol.; falsche Bez. für rezente Tiere u.
Pflanzen, die bekannten fossilen Formen weitgehend
gleichen; z. B. der Ginkgobaum); <Zus.:> Fossilfund, der: einen
interessanten F. machen; -e ausstellen; Fossilisation [fosili-
za'tßio:nl, die; -: Vorgang des Entstehens von Fossilien:
die F. des Knochenmaterials; fossilisieren [...zi:ran] <sw.
V.; ist): versteinern, zu Fossilien werden.
fötal: T fetal.
'Foto ffo:to]. das;^ -s, -s, Schweiz.: die; -, -s: Kurzf. von
tFotografie (2); :Foto [-], der; -s, -s (ugs.): Kurzf. von
t Fotoapparat.
foto-, Foto-1: -albun, das: Album für Fotografien (2); -ama-
teur, der: Amateur auf dem Gebiet der Fotografie (1); ^appa-
rat. der: Apparat zum Fotografieren: den F. zücken
(scherzh.; zum Fotografieren bereitmachen u.
fotografieren ); Die gute ..Ente" (= Flugzeug) sieht aus wie ein
Wäschetrockenplatz, und ich bedaure, daß ich keinen F.
zur Hand habe (daß ich keine Möglichkeit habe, dieses
Bild auf einer Fotografie festzulialten; Grzimek. Serengeti
336); -ardiiv, das: Archiv für Fotografien (2); -artikel,
der <meist PI.): Gegenstand. Sache, die zur Fotografie (1)
benötigt wird; ^atelier, das: Geschäft, das künstlerische
Fotografien (2) herstellt; ^finish, das (Sport): Finish, dessen
Sieger tmr durch Zielfotografie ermittelt werden kann;
-Industrie, die: Industriezweig der Fotografie (1); skopie.
die: fotografisch hergestellte Kopie eines Schriftstücks, einer
Druckseite od. eines Bildes; Ablichtung: die beglaubigte F.
eines Briefes; von einem Aufsatz eine F. anfertigen [las-
senl; die Unterlagen als -n beifügen; -kopieren <sw. V.; hat):
ein Schriftstück o.a. fotografisch vervielfältigen;
ablichten: einen Artikel f. [lassen]; ich habe das Zeugnis
fotokopiert, dazu: -kopkrautomat. der. -kopkroerät. das;
-labor, das: Labor, in dem Fotografien (2) o. ä. entwickelt,
vervielfältigt o.a. werden; -material, das: beim
Fotografieren u. im Fotolabor verwendetes Material wie Filme.
Fotopapier o. ä.; -modeil, das: 1. fotogene Person, die liaupt-
od. nebenberuflich als Modell für Mode fotos od. Kurzfilme
tätig ist (Berufsbez.). 2. (verhüll.) svw. t Prostituierte (oft
in Anzeigen): Kitty. F., hat noch Termine frei f. d. seriösen
Herrn (Abendpost Nachtausgabe 11.10.74.12); -montaae,
die: 1. Zusammensetzung verschiedener Bildausschnitte zu
einem neuen Gesamtbild. 2. durch Fotomontage (1)
hergestelltes Bild; -objektiv, das: Linsetikombination an einem
Fotoapparat zur Bilderzeugung; —optik, die:
Kameraobjektive; -papier, das: Spezialpapier mit lichtempfindlicher
Schicht zur Herstellung von Fotografien (2); -realismus,
der: Stilrichtung in der modernen / amerikanischen } Malerei,
bei der dem Maler Fotografien (2) als Vorlagen für seine
großformatigen Bilder dienen, dazu: -realist, der: Maler,
der seine Bilder nach fotografischen Vorlagen malt; -repor-
ter, der: Reporter, der für eine Zeitung o. ä. fotografiert
(Berufsbez.); -safari,die: Gesellschafts reise nach Afrika,
um Tiere zu beobachten u. zu fotografieren; -satz, der
(Druckw.): fotografisch mit entsprechenden Geräten u.
Maschinen hergestellter Satz. Lichtsatz. Filmsatz: -tasdie, die:
Tasche für den Fotoapparat; -technik, die: Technik der
Fotografie (1). dazu: -technisch <Adj.; o. Steig.): die
Fototechnik betreffend; -Wettbewerb, der; -Zeitschrift, die:
Zeitschrift für Fotografie (1); -zinkografle, die: t
Photozinkographie.
fotogen [foto'ge.n] <Adj.) [nach engl, photogenic. zu griech.
phös (Gen.: phötös) = Licht u. t-gen, wörtlich etwa =
ein (wirksames) Lichtbild verursachend!: sich gut
fotografieren lassend, zum Fotografieren od. Filmen besonders
geeignet, bildwirksam: eine -e Erscheinung; sie ist sehr f.;
Neger lassen sich f. vor den Bettlaken ... fotografieren
(Fries. Weg 89); <Abl.:> Fotogenitit [...genl't£:t], die; -:
Bildwirksamkeit (z. B. eines Gesichts); Fotograf [...'gra.fl.
der; -en. -en [zu t Fotografie; t -graphj: jmd., der Fotografien
1 Vgl. die nicht eindeutschend geschriebenen, den
Fachsprachen angehörenden Stichwörter photo.... Photo...
(2) herstellt (Berufsbez.): sich von einem -en porträtieren.
Paßbilder machen lassen; die Berühmtheit war von -en
umlagert; Fotografie [...gra'fi:], die; -, -n [...i:an; engl, pho-
tography. zu griech. phös (Gen.: phötös) = Licht u. t-gra-
phie. wörtlich etwa = Lichtschreibkunst]: 1. <o. PI.) a)
Verfahren zur Herstellung dauerliafter\ durch
elektromagnetische Strahlen od. Licht erzeugter Bilder: angewandte,
experimentelle F.; die Entwicklung der F. in den letzten
Jahrzehnten; Diskussionen darüber, inwieweit F.
(fotografische Abbildung) bloßer Abklatsch der Natur sei (Marek.
Notizen 111); b) Art des Fotografierens beim Film: in einer
F.. die den einzelnen immer in eine ..objektive44 Umgebung
hineinstellt, zeigt sich ... die Hand des Regisseurs (Gregor.
Film 23). 2. einzelnes Lichtbild. Foto: eine alte, verblaßte
F.; diese F. zeigt die ganze Familie auf einem Ausflug;
eine F. von jmdm. machen; jmdn. auf einer F. erkennen;
fotografieren [...fr.ren] <sw. V.; hat): a) durch Einstellen
des Fotoapparates u. Auslösen seines Verschlusses einen
Film belichten u. dadurch Abbildungen von jmdm. od. erw.
machen/, fotografische Abnahmen machen: mit
Teleobjektiv f.; er hat den ganzen Abend fotografiert; sie fotografiert
gerne, gut; es ist verboten, in der Ausstellung zu f.!; b)
durch Fotografieren (a) aufnehmen i u. abbilden;: seine
Familie, eine schöne Aussicht f.; Reporter umringten und
fotografierten den Filmstar; sie läßt sich nicht gerne f.;
c) durch Fotografieren (a) herstellen: diese Aufnahme habe
ich nicht, ist besonders gut fotografiert; d) <f. + sich)
sich in einer bestimmten Weise dazu eignen, fotografiert
(b) zu werden: dieses Modell fotografiert sich gut. schlecht;
fotografisch [...gra.fif] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): a)
die Fotografie, das Fotografieren betreffend: eine -e
Aufnahme; viele Fotos von afrikanischen Safaris, die zur Zeit
f. höchst ergiebig zu sein scheinen (Fotomagazin 8, 1967,
26); b) mit Hilfe der Fotografie erfolgend;: ein -er Effekt;
etw. f. kopieren; Fotothek [...'te:k], die; -. -en [aus tFoto-
(grafie)u. griech. theke = Behältnis]: geordnete Sammlung
von Fotografien (2); fototrop [...'tro:p] <Adj.; o. Steig.)
[zu griech. phös (Gen.: phötös) = Licht u. tröpos =
Wendung]: (von Brillengläsern) sich unter Lichteinwirkung
verfärbend.
Fötor [f0:tor. auch: ...10:5]. der; -s [lat. foetor] (Med.):
übler Geruch.
Fötus: f Fetus.
Fotze [Td(^9], die; -. -n [I: spätmhd.. zu gleichbed. mhd.
vutj: 1. (vulg.) Vagina. 2. (vulg. Schimpfwort für eine
weibliche Person:) Weibsbild. Hure: diese blöden -n; mit
der alten F. wollte er nichts zu tun haben. 3. (bayr..
österr. derb, abwertend) a) Mund; b) Ohrfeige.
Fötzel ['fcetß|], der; -s, - [wohl zu alemann. Fotz = Zotte.
Fetzen] (Schweiz.): Lump. Taugenichts: daß die F.
schweizerische Einrichtungen benutzen (Spiegel 42. 1974, 131);
Lumpenhunde! Ihr alle! F.! Bis zum letzten Mann. F.!
(Max Frisch, Andorra. Frankfurt 1974, 96).
fotzen Vh\$n] <sw. V.; hat) [zu t Fotze (3 b)] (bayr., österr.
ugs. derb, abwertend): ohrfeigen; Fptzenlecker, der; -s.
- [zu Fotze (1)]: vulg. Schimpfwort; Fptzhobel, der; -s.
- [aus t Fotze (3 a) u. t Hobel (da das Instrument am Mund
hin u. her geschoben wird)] (bayr.. österr. ugs.):
Mundharmonika.
foudroyant [fudrQa'jä:. ...jant] <Adj.; o. Steig.) [frz. fou-
droyant, eigtl. = blitzend, zu foudre < lat. fulgur =
Blitz(schlag)] (Med.): (von Krankheiten) blitzartig
entstehend, schnell u. heftig verlaufend.
foul [fajil] <Adj.; o. Steig.; meist adv.) [engl. foul, eigtl.
= schmutzig; häßlich] (Sport): regelwidrig, unfair,
unsportlich: der Verteidiger spielte häufig f.; <subst.:) Foul [-].
das; -s. -s (Sport): regelwidriges, unfaires, unsportliches
Verhalten. Spiel: ein klares F.; Horst Eckel unterlief ein
unbeabsichtigtes, harmloses F. (Walter. Spiele 207); ein F.
[an jmdm.] mit einem Elfmeter bestrafen, ahnden.
Foulard [fu'la:g; frz. foulard. vidi, zu fouler = walken,
t Foule]: 1. der; -s. -s: a) feines, weiches Seidengewebe mit
kleinen Farbmustern (bes. für Krawatten u. Schals); b)
Maschine zum Färben. Appretieren u. Imprägnieren von
Geweben. 2. das; -s, -s (Schweiz.): Halstuch aus / Kunst, seide;
Foulardine [fular'dhn]. die; - [zu f Foulard]: bedrucktes,
feinfädiges Baumwollgewebe in Atlasbindung; Foule [fu'le:].
der; -[s]. -s [zu frz. foule = gewalkt, 2. Part, von: fouler
= walken < vlat. * fulläre. zu lat. fullo = Walker.
Tuchmacher]: weicher, kurz gerauhter Wollstoff.
886
Frage-
Fouleifmeter ['fiuiI-1. der; -s, - (Fußball): nach einem Foul
im Strafraun} verhängter Strafstoß: den F. verwandelte
der Verteidiger zum 2:0; durch einen F. ein Tor erzielen;
foulen [T^bn] <sw. V.; hat) (Sport): regelwidrig, unfair,
unsportlich gegen den Gegner spielen: der Stürmer wurde
hart gefoult; in dieser Begegnung wurde viel gefoult;
Foulspiel ['fitpl-]. das; -[e]s: svw. TFoul.
Fourage usw.: tFurage usw.
Fourgon [fur'gö:, Schweiz.: furgö], der; -s, -s [frz. fourgon,
H. u.J: 1. (veraltet) Packwagen. Vorratswagen. 2. (Schweiz.)
Militär-. Postlastwagen. 3. (österr. veraltet) Leichenwagen.
Fourier [fu'ri:?], der; -s, -e [tFurierJ: 1. (österr.)
Unteroffiziersdienstgrad u. sein Inhaber. 2. (Schweiz.) a) höherer
Unteroffiziersdienstgrad (etwa dem Oberfeldwebel in der
Bundeswehr entsprechend) u. sein Inhaber; b) svw. t
Rechnungsführer. Vgl. Furier.
Four-letter-wonl ['failetawari]. das; -s. -s [engl, four-letter
word, eigtl. = Vierbuchstabenwort, nach engl, to fuck
= Geschlechtsverkehr ausüben]: vulgäres Schimpf wort
aus dem Sexualbereich .
Fourniture [fomi'ty:^], die; -, -n [...'ty:ran; frz. fourniture.
eigtl. = Lieferung, zu: foumir, t furnieren] 1. (Gastr.
veraltet): Speisezutat, bes. Kräuter u. Gewürze. 2. (fachspr.):
Halbfabrikate u. Einzelteile zur Herstellung von
Schmuckstücken.
Foumire[fü'ry:?]. die; - [frz. fourrure, zu fourrer =
überziehen, zu afrz. fuerre = Futteral, verw. mit t2Futter]
(veraltet): Pelzwerk.
Fox [hks]. der; -[es], -e: Kurzf. von t Foxterrier u. t Foxtrott;
FQxhound l-haynt], der; -s. -s [engl, foxhound, aus fox
= Fuchs u. hound = Hund]: bes. für Fuchsjagden
verwendeter schneller, großer englischer Jagdhund mit
langgestrecktem Schädel. Hängeohren m. glattem, kurzem, hartem
Fell in den Farben Schwarz. Hellbraun. Weiß od.
mischfarbig; Foxterrier, der; -s, - [engl, fox terrier. tTerrier (da
er für die Fuchsjagd gebraucht wird)]: kleiner,
temperamentvoller Haus- u. Jagdhund mit flachem Schädel u. weißer
Behaarung mit schwarzen Flecken; Foxtrott [-tn>t], der,
-s. -e u. -s [engl.-amerik. fox-trot, eigtl. = Fuchsgang]:
um 1910 in Nordatnerika entstandener, marschähnlicher
Tanz im 4lrTakt.
Foyer [fQaje:]. das; -s. -s [frz. foyer, eigtl. = Herd.
Brennpunkt < vlat. Tocärium. zu lat. focus = Feuerstätte.
Herd]: Wandelhalle im Theater : in der Pause trafen sie
sich im F.; im F. des Verlagsgebäudes.
Fracas [fra'ka], der; - [frz. fracas < ital. fracasso, zu fracas-
sare = zertrümmern; H. u.] (veraltet): Lärm. Getöse. Krach.
Fracht [fraxt]. die; -, -en [aus dem Niederd. < mniederd.
vracht = Frachtgeld, Schiffsladung, urspr. = Beförde-
rungspreis]: 1. Ladung; zu befördernde Last; Frachtgut:
die F. ein-, ausladen, löschen, umschlagen; etw. per F.
schicken; das Schiff führt volle, nur halbe F.; Ü wissen,
mit welcher F. die Entscheidungsstunde unseres Lebens
beladen ist (Thielicke. Ich glaube 169). 2. Preis für die
Beförderung einer Fracht (1): die F. beträgt 500 DM; die
-en (Frachttarife) neu festsetzen.
finycht-, Fracht- ^behilter. der: svw. | Container; abrief,
der: 1. vorgedrucktes Begleitpapier für eine Frachtsendung,
das alle Angaben über Empfänger. Absender. Warenart.
Gewicht. Verpackung. Transportweg u. Preis enthält: einen
F. ausfüllen. 2. (ugs.) Haftentlassungsschein mit genauer
Reisevorschrift; -dampfer, der (veraltend): svw. t Frachter,
^flugzeug, das; ^frei <Adj.; o. Steig.): ohne Berechnung
von Frachtkosten für den Empfänger: -e Lieferung; etw.
f. zugestellt bekommen; -fuhrer, der: Unternehmer.
Kaufmann, der gewerbsmäßig Fracht befördert; ^geM, das: für
eine Fracht zu zahlendes Geld; --gut, das: /mit Güterzügen!
zu befördernde größere Sendung; -kahn, der; -kosten <PI.):
svw. T^geld; -räum, der <o. PL): für die Beladung zur
Verfügung stehender Platz; -satz, der: / tariflich
festgesetzte, Höhe des zu za/ilenden Frachtgeldes; -schiff, das: svw.
t Frachter, dazu: ^Schiffahrt, die; -sendung, die; -Spesen
<PI.>: svw. T^geld; -stück, das: Einzelstück aus einer
Frachtsendung; ^tarif, der: Verzeichnis der
Gebührenstaffeln im Frachtverkehr; -Übernahme, die; ^verkehr, der;
-vertrag, der: Vertrag; über die Beförderung von Gütern
durch einen Frachtführer; -zettel, der: svw. t abrief.
fruchten <sw. V.; hat) (veraltet): verfrachten; befördern; als
Fracht aufnehmen, mitführen: muß jedes Schiff, das in
einem Hafen Munition trachtet, einen roten Doppelstander
heißen (Bieler. Bonifaz 38); Ft^chtenbahnhof, der. Fr*ch-
tenstatkm, die (österr.): Güterbahnhof; Frachter, der; -s.
-: Schiff, das zur Beförderung von Fracht bestimmt ist.
Frack [frak], der; -[eis. Fräcke [Treka], ugs. auch: -s [engl,
frock = Rock, urspr. = ein langes Mönchsgewand < afrz.
froc; H. u.]: a) bei festlichen Anlässen od. von Kellnern
u. Musikern als Berufskleidung getragene, vorne kurze,
hinten mit langen, bis zu den Knien reichenden Rockschößen
versehene /schwarze/ Herrenanzugjacke mit seidenbelegten
Revers u. Umlegekragen: zu schwarzen Hosen ein
dunkelblauer F. mit einigem Samtbesatz am Kragen und goldenen
Knöpfen (Th. Mann, Krull 235); Ü (ugs. scherzh.:) ein
alter F. feine altmodische, abgewetzte Jacke); jmdm. den
F. voll hauen (salopp; jmdn. verprügeln): *jmdm. saust
der F. (ugs. scherzh.; jtnd. hat große Angst): sich in den
F. machen/scheißen (vulg.: 1. übertriebenes Aufheben
machen. 2. übertrieben dienstbeflissen sein): b) Frack (a) mit
dazugehörender Frackhose: sich einen F. machen lassen;
im F. erscheinen.
Fr^ck-: -hemd, das: zum Frack getragenes, weißes /
verziertes Hemd mit steifer Brust; -hose, die: zum Frack
getragene lange schwarze/ Hose mit engen Beinen, seidenen
Tressen an den äußeren Hosennähten u. ohne Aufschlag; -sausen
nur in der Wendung F. haben (ugs.; Angst haben): -schoß,
der (meist PI.): eines der beiden unter der Taille frei
schwingenden langen Enden am Rücken des Fracks (a); -schoß-
sausen: svw. f ^sausen; ^weste, die: weiße/ zum Frack
getragene Weste; -zwang, der: gesellschaftliche
Verpflichtung, im Frack zu erscheinen: bei diesem Empfang besteht F.
Frage [Tra:gd], die; -. -n [mhd. vräge. ahd. fräga]: 1.
Äußerung, auf die eine (erklärende, ergänzende, urteiletuie od.
entscheidende) Antwort erwartet wird: eine neugierige,
dumme, überflüssige, müßige, peinliche, verfängliche F.;
eine rhetorische (nur zum Schein gestellte) F.; eine offene
(im Augenblick nicht zu beantwortende) F.; -n zur Person
und zur Sache; was für eine F.. das ist doch [gar] keine
F. (das ist doch selbstverständlich)!; eine bange F. stieg
in mir auf; jmdm./an jmdn. eine F. stellen; nicht alle
-n beantworten können; an jmdn. eine F. richten; eine
F. überhören, weitergeben, beantworten, bejahen,
verneinen; hat jemand noch eine F.?; ich legte mir die
F. vor, ob ...; würden Sie mir ein paar -n gestatten?; er
stellte -n über -n (sehr viele Fragen); er wich meiner F.
aus; auf eine F. [mit Ja oder Nein] antworten; sich mit
einer F. an jmdn. wenden; jmdn. mit -n überschütten;
R wie die F.. so die Antwort (auf eine dumme Frage
kann man nur eine entsprechend dumme Antwort erwarten).
2« Problem; zu erörterndes Thema, zu klärende Sache.
Angelegenheit: eine schwierige, ungelöste, (ugs.:) verzwickte F.;
über wissenschaftliche, politische -n sprechen; in [allen]
-n der Mode Bescheid wissen; die soziale F.. die deutsche
F. (Bezeichnungen für bestimmte, allgemein bekannte
Problemkreise); die letzten -n (verhüll.; religiöse Themen, bes.
das Problem des Todes): das ist [nur] eine F. der Zeit,
des Geldes, der Erziehung (das wird früher od. später
eintreffen* das hängt nur vom Geld ab. dazu mufi man den
Betreffenden nur erziehen); es erhebt sich, bleibt die F.,
ob ...; diese Frage beschäftigt mich schon lange; eine F.
aufwerfen, anschneiden, diskutieren, klären, lösen,
erledigen; einer F. nachgehen; wir kommen um diese F. nicht
herum; Spr Sein oder Nichtsein, das ist hier die F.
(Shakespeare [Übers. Schlegel]. Hamlet III, 1). 3. *das ist [noch
sehr] die F./das ist die grafle F. (das ist noch / sehr]
zweifelhaft, muß sich erst noch zeigen); das ist gar keine F. (das
ist ganz gewiß); außer F. sein/stehen (ganz gewiß, unbezwei-
felbar sein): daß er tüchtig ist, steht außer F.; jmdn., etw.
in F. stellen (anzweifeln): eine überkommene Institution
oder Vorstellung in F. zu stellen (Vogelstang-Echo 55,
1973,1); Bereitschaft, sich in F. stellen zu lassen (Bodamer.
Mann 110); etw. stellt etw. in Frage (etw. gefälxrdet etw..
macht es ungewiß): wegen der Erkrankung ist die ganze
Aufführung in F. gestellt; [für jmdn., etw.] in F. kommen
(geeignet sein; in Betracht gezogen werden): drei Bewerber
kommen für diesen Posten in F.; etw. kommt nicht in
F.! (ugs.; etw. ist ausgeschlossen): daß du mitgehst, kommt
nicht in F.; ohne F. (zweifellos): es wäre ohne F. am
besten, wenn ...
Frgge-: ^batterie, die (Demoskopie): Büfidel von Fragen,
durch die die allgemeine Einstellung zu einer Person, einem
Problem usw. erforscht werden soll; -bogen, der: famt-
887
frageln
lieber ■ Vordruck, der eine Reihe zu beantwortender Fragen
enthält: einen F. ausfüllen; -fiimort, das: svw. t
Interrogativpronomen; "»karte, die: eine od. mehrere Fragen
enthaltende Postkarte, die für statistische od. wissenschaftliche
Zwecke an einen größeren Personenkreis verschickt wird:
kurzer Fragebogen: -kästen, der: svw. f Briefkasten (c);
-liste, die: svw. t -bogen; -satz, der (Grammatik): Satz,
dereine (direkte od. indirekte) Frage zum Inhalt hat: Inter-
rogativsatz: -steller [...Jtela], der; -s, -:ü)jmd., der offiziell
vor einem Kreis! Fragen od. eine F. stellt: b) Interviewer;
-Stellung, die: a) Formulierung einer Frage: die F. ist unklar.
b) Frage (2), (wissenscluiftliches, philosophisches) Problem:
bei den Untersuchungen ergeben sich immer wieder neue
-en; -stunde, die: Termin für mündliche Atrfragen im
Parlament: -und-Antwort-Spiel, das: [Gesellschafts spiel, bei
dein Fragen zu beantworten od. vorgegebene Antworten
bestimmten Fragen zuzuordnen sind: -wort, das <P1.
-Wörter): svw. t Interrogativpronomen; -zeichen, das [LÜ von
lat. Signum interrogätiönis]: a) Satzzeichen, das am Ende
einer wörtlich wiedergegebenen Frage geschrieben wird: ein
F. setzen; aussehen wie ein lebendiges F. (einen fragenden,
staunenden Gesichtsausdruck haben): Ü es bleiben noch
einige F. (Unklarheiten, Ungewi/ßteiten); sein Gesicht war
ein einziges F. (drückte fragendes Staunen aus): sie ist
ein wandelndes F. (fragt unentwegt): etw. mit einem [dik-
ken, großen] F. versehen (anzweifeln, nicht ohne weiteres
für richtig, glaubwürdig halten): b) die geschwungene Form
des Fragezeichens (a): (ugs.:) dastehen/dasitzen wie ein
F., (derb, Soldatenspr.:) wie ein geschissenes F. (in
schlechter Haltung dastehen/dasitzen); Dieses F. von einem
Menschen (Strittmatter, Wundertäter 162).
fräseln [Tre:g|n] <sw. V.; hat) (Schweiz, mundartl.):
vorsichtig, listig fragen: fragen [Tra:gnJ <sw. (landsch. auch:
st.) V.; hat) /vgl. gefragt/ [mhd. vragen, ahd. fragen, frä-
hen]: l.a) eine bestimmte/ Frage stellen, anjmdn. richten,
um eine Antwort zu bekommen: ümdn.J unvermittelt,
ärgerlich, beiläufig, geradeheraus, erstaunt f.. ob ...; Jmdn. etw.
f.: „Kommst du bald?" fragte er ungeduldig; ich wurde
gefragt, ob ich etwas davon wisse; ich muß erst f.. wie
das geht; darf ich [dich] etwas f.?; f. kostet [ja] nichts/
nicht den Kopf (man kann rufiig fragen): Warum bist
du nicht zu unserer Verabredung gekommen? Das frage
ich dich (Antwort auf eine unberechtigte Frage), ich
habe eine Stunde gewartet; uns hat man auch nicht
gefragt (nach unserer Meitiung, nach unserem
Einverständnis gefragt): R da fragst du mich zuviel! (ugs.; das weiß
ich auch nicht); b) Fragen stellen: gezielt, klug,
überlegt, systematisch f.; frag nicht so dumm!; wie alt sind
Sie. wenn ich f. darf?; da fragst du noch? (das ist doch
klar, das müßtest du doch selbst wissen): frag lieber nicht
(ugs.; ich mag nicht davon sprechen): <subst.:) dein
dauerndes Fragen ermüdet mich; Ü mit den Augen f.; jmdn.
fragend ansehen. 2. a) sich erkundigen, Auskwift über jmdn..
etw. haben. Genaueres wissen wollen: nach dem Weg, nach
Einzelheiten f.; ich habe ihn nach seinen Eltern, nach
seinem Namen gefragt; danach wollte ich schon immer
f.; er fragte wegen der Höhe der Miete; hat jmd. nach
mir gefragt? (wollte mich jmd. sprechen?): b) (verneint)
sich nicht um jmdn., etw. kümmern: der Vater fragte nicht
nach den Kindern; keiner fragt nach der einsamen, alten
Frau; ich frage den Teufel/einen Dreck danach! (salopp;
das kümmert mich überhaupt nicht). 3. sich anjmdn. wenden,
um etw. zu erbitten: nachfragen, nachsuchen: [jmdn.] um
Rat. um [die] Erlaubnis f.; er hat schon an vielen Stellen
nach/wegen/um Arbeit gefragt; sie hat mich wegen der
alten Sachen gefragt. 4. <f. + sich) sich etw. überlegen,
nachdenken; neugierig, gespannt sein, ob .... das habe ich
mich auch schon gefragt; ich frage mich, ob ich das tun
kann; „Dürfen wir das zulassen?" fragen sich die Eltern
besorgt; * es fragt sich (es ist zweifelhaft): Fragenkomplex,
Fragenkreis, der; -es. -e: Gruppe von ineinandergreifenden,
thematisch zusammengehörenden Fragen u. Problemen;
Frager, der: -s. -: jmd.. der > immer wieder fragt; Neugieriger:
wie kann ich den unbequemen F. loswerden?; Fragerei
[fra:ga'iqi]. die; -. -en (abwertend): allzu häufiges od. allzu
langes, als lästig empfundenes Fragen: hör auf mit deiner
ewigen F.!; Frggerin, die; -, -nen: w. Form zu tFrager.
fragil [fra'gi:l] <Adj.; nicht adv.) [lat. fragilisl: zerbrechlich,
zart: unser Erinnerungsvermögen, ein allerdings... -es
Bollwerk (K. Mann, Wendepunkt 19); Ihr Gesicht war blaß
und verwacht und -er als sonst (Remarque. Triomphe
218); <Abl.:) FragilitSt [fragili'te.t], die; - [lat. fragilitäsl:
Zartheit. Zerbrechlichkeit.
fraglich [Tra:kli9l <Adj.>: 1. <nicht adv.) unsicher, ungewiß,
zweifelhaft: ein äußerst -es Unterfangen; es ist noch sehr
f.. ob er kommt. 2* <o. Steig.; nur attr.) in Frage kommend,
betreffend: zur -en Zeit war er verreist; die -en Personen
wurden heimlich beobachtet; <Abl. zu I:) Fraglichkeit.
die; -, -en <P1. selten): Ungewißheit: eine Blöße ... wird
aufgedeckt, wer hätte nicht seine Zweideutigkeiten, seine
-en (Kaschnitz. Wohin 121); fraglos <Adv.): ohne Frage,
zweifellos: so ist es f. am besten; <Abl.:> Fraglosigkeit,
die; -.
Fragment [fra'gment]. das: -[eis. -e [lat. frägmentum): a)
(bildungsspr.) Bruchstück: -e eines Reliefs sind erhalten
geblieben; b) (bildungsspr.) etw. Unvollendetes; nicht
fertiggestelltes Kunshx'erk: dieses Drama ist leider F. geblieben;
im F. steckenbleiben: Ü Ich ging auch morgens nicht mehr
zum Panzergraben, er blieb F.. kein Mensch kam mehr
hin (Küpper. Simplicius 102); c) (Med.) Bruchstück eines
Knochens : <Abl.:> fragmentär [fragmEn'te:^] <Adj.; o.
Steig.) [frz. fragmentaire] (selten): svw. tfragmentarisch;
fragmentarisch [fragmen'ta:nl] <Adj.> (bildungsspr.):
bruchstückhaft, unvollendet, nicht vollständig erhalten,,
unvollktmimen: ... -e oder beschränkte Hypothesen
(Gehlen. Zeitalter 121): ein -er, f. überlieferter Text; Fragmen-
tatton [fragmenta't$io:n]. die; -. -en: 1. (Genetik) direkte
Kernteilung (Durchschnürung des Kerns ohne genaue
Verteilung der Chromosmnen). 2. (Bot.) ungeschlechtliche
Vermehrung von Pflanzen aus Pflanzenteilen, z. B. durch
Zerteilen der Mutterpflanze; fragmentieren [fragmen'thron] <sw.
V.; hat) (veraltet): in Bruchstücke zerlegen: Die Welt
unseres nur passiven Sprachbesitzes ist aber zwangsläufig wenig
geordnet, bruchstückhaft, fragmentiert (Bausinger.
Dialekte 113).
Fragner [Tra:gm?l. der; -s. - [mhd. phragener =
Kleinhändler, ahd. phragenäri = Marktmeister, zu phragina =
Schranke] (bayr.. österr. veraltet): Gemischtwarefihändler;
<Abl.:) Fragnerei [...na'raj], die: -. -en (bayr.. österr.
veraltet): kleiner Laden.
fragwürdig (Adj.) [für engl, questionable. urspr. = einer
Befragung wert]: a) bedenklich, zweifelhaft: ein -er Gewinn;
der Gegenwart sind alle früheren Werte f. geworden; das
Angebot kam mir sehr f. vor; b) (abwertend) anrüchig,
verdächtig, zwielichtig: -e Gesellen; in -en Lokalen
verkehren; c) (selten) betrachtenswert; einer Untersuchung,
eingehenden Betrachtung würdig: Dinge .... die mir als
erinnerungswürdig, zum mindesten als f. erschienen waren
(Kaschnitz, Wohin 207); <Abl.:) Fragwürdigkeit. die; -.
-en <P1. selten): Zweifelhaftigkeit. Zwielichtigkeit: ich bin
mir der F. dieser Sache bewußt.
frais [fre:s], fraise [fre:z] <indekl. Adj.: o. Steig.) [frz. fraise
= Erdbeere, zu gleichbed. lat. frägum]: erdbeerfarben:
ein f. Kostüm; <subst.:) Frais, 'Fraise [-], das; -, -: die
Wände sind in lichtem F. gehalten.
2Fraise, (eingedeutscht auch.) Fräse I'fre:»], die: -, -n [1:
frz. fraise, t Fräse]: 1. im A5. u. 16. Jahrhundert getragetie
Halskrause. 2. schmaler Backen- u. Kinnbart von Ohr zu
Ohr.
fraisefarben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. tfrais[e].
Fraisen [fr^jzn] (PI.) [mhd. vreise. ahd. freisa = Gefahr;
Schreck] (bayr., österr.): Krämpfe bei kleinen Kindern ;
* in die F. fallen (sehr erschrecken); <Zus.:) Fntfsenanfall,
der.
Fraktion [frak'tßio.n]. die; -, -en [la: (viell. unter Einfluß
von f Faktion) < frz. fraction = Bruchteil, Teil < lat.
fräetio = das Brechen, der Bruch; 2: lat. fräetio]: La)
organisatorische Gliederung im Parlament, in der alle
Abgeordneten einer Partei od. befreundeter Parteien
zusammengeschlossen sind: die -en des Bundestages; die
sozialdemokratische, liberale F.: die F. der CDU/CSU; die F.
tritt zusammen; eine F. bilden; Mit den Stimmen aller
drei -en wurde ... Günter Spruch ... zum neuen
Charlottenburger Bezirksbürgermeister gewählt (Welt 18. 4. 64, 1);
b) Zuswnmenschluß einer Sondergruppe innerhalb einer
Organisation: In der Ärzteschaft bilden sich -en (MM
29. 6. 74, 14); c) (österr.) einzeln gelegener Ortsteil:
im Bergdorf Ebnit, einer F. der Stadtgemeinde Dombim
(Vorarlberger Nachr. 22. 11. 68.14). 2. (Chemie) bei einem
Trenn- od. Reinigungsverfahren gewonnenes Produkt; De-
888
Franktireur
stiHat; <Abl. zu la. b:> fraktionell [...fe>io'n6l] <Adj.: o.
Steig.: nicht adv.>: -e Gruppen: fraktionieren <sw. V.: hat)
(Chemie): (Gemische mit verschiedenen Siedepunkten) in
Fraktionen (2) zerlegen; destillieren; fraktioniert <Adj.: o.
Steig.) (Med.): aufgeteilt, unterteilt; in Abstäivden erfolgend;
ein Heilmittel f. verabreichen; Frakttonkrung, die: -. -en:
1. (Chemie) in mehreren Teilabschnitten vorgenommene
Zerlegung eines Flüssigkeitsgemisches. 2. (Politik)
Zusammenschluß zu Fraktionen (1): die F. unterstützen.
fraktions-, Fraktions- (Fraktion 1 a.b): -aussduiß, der; -au-
tonomie, die: Parteien ohne ausreichende F. sind für die
Handhabung des parlamentarischen Regierungssystems
ungeeignet (Fraenkel. Staat 98); -besdihiß, der: Beschluß,
der für die ganze Fraktion (1 a) gefaßt wird; ^bikhing, die:
Zusammenschluß zu einer Fraktion (1 a, b); --chef, der: Leiter
einer Fraktion (1 a) im Parlament; Mlisziplin, die <o. PI.):
Unterordnung im Interesse der Fraktion (1 a), zu der jmd.
gehört; strikte F.; sich der F. unterwerfen; -freund, der:
sich mit seinen -en beraten; -fiihrer, der: svw. f^chef;
-führung, die; -kämpf, der: Die Kommunistische
Internationale .... die zum Werkzeug des russischen
innerparteilichen -es geworden war (Fraenkel, Staat 168); -kollege.
der; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): keiner Fraktion (I a)
mehr angehörend; ein -er Abgeordneter kann bei einer
Fraktion als Hospitant aufgenommen werden; -leitung,
die; -minderheit, die: übte... die Sozialdemokratische
Partei eine strikte Fraktionsdisziplin aus, der sich ... auch
die F. fügte (Fraenkel, Staat 102); -mitgJied, das; -moral,
die: svw. T^disziplin; -sitzung, die: -Spaltung, die: die F.
der russischen Sozialdemokratie in Bolschewiki und
Menschewiki (Fraenkel, Staat 46); -Sprecher, der; -stärke.
die: a) für die Bildung einer Fraktion (la) erforderliche
Anzahl von Mitgliedern; F. haben; b) durch die Anza/il
ihrer Mitglieder bestimmte Größe einer Fraktion;
-Versammlung, die: -vorsitz, der; -Vorsitzende, der u. die:
-vorstand, der; -zwang, der: Verpflichtung eines Abgeordneten,
seine Stimme nur im Sinne der Fraktionsbeschlüsse
abzugeben.
Fraktur [frak'tu:^], die; -, -en [lat. fräetüra = BruchJ: 1.
(Med.) Knochenhruch: er erlitt bei dem Unfall eine F.
des rechten Oberarms. 2. <o. PI.) eine (heute nicht mehr
gebräuchliche) Schreib- u. Druckschrift mit gebrochenen
Linien, sogenannte „deutsche" Schrift; Bruchschrift; einen
Text in F. setzen; * Fraktur [mit JmdmJ reden (deutlich,
unmißverständlich, ja grob seine Meinung sagen; eigtl. =
jmdm. etw. in Frakturbuchstaben aufschreiben [die wegen
ihrer Eckigkeit aisderb u. grob empfunden wurden!); <Zus.
zu 2:) Fraktursatz, der <o. PI.): a) das Setzen in Fraktur;
b) in Fraktur gesetzter Text; Frakturschrift, die.
Frambösie [frambo'zi:], die; -, -n [,..i:an; zu frz. framboise
= Himbeere (nach dem Aussehen des Ausschlags)l(Med.):
ansteckende Hautkrankheit der Tropen mit himbeerartigem
Hautausschlag.
Frame [fre:ml, der; -n [...man], -n [...man; engl, frame, zu
to frame = verfertigen, zusammenpassen! (Technik):
Rahmen. Träger in Eisenbalmfalirzeugen.
Frana [Tra:nal. die: -. Frane [...na; ital. frana. viell. zu lat.
vorägo = Abgrund, zu voräre = verschlingen] (GeoL):
Erdrutsch im Apennin .
Franc [frä:]. der; -. -s [frä:l (aber: 100 Franc) [frz. franc,
nach der Aufschrift: Francorum rex = König der Franken
auf der ersten im Jahre 1360 hergestellten Münze dieser
ArtJ: Währungseinheit verschiedener Länder, bes. in
Frankreich. Belgien. Luxemburg (1 Franc = 100Centimes; Abk.:
fr. PL: frs): französischer F. (Abk.: F. FF); belgischer F.
(Abk.: bfr. PL: bfrs); Luxemburger F. (Abk.: lfr. PL: lfrs).
Vgl. Franken.
Fran^aise [frä'se:zd]. die; -. -n [subst. aus frz. danse fran^ise
= franzos. Tanz]: französischer Kontertanz im %-Takt.
frandiement [fräj'mä] <Adv.) [frz. franchement]: freimütig.
freiheraus; 'Franchise [frä'shza], die; % -n [frz. franchise
= Freiheit (von Abgaben), zu: franc = frei, tfrank]: I.
(veraltet) Freiheit. Freimütigkeit. 2. (veraltet) Abgaben-.
Zollfreiheit. 3. (Versicherungsw.) Freibetrag, für den die
Versicherung / bei Bagatellschäden] nicht eintritt;
Franchise [fraentjaiz], das; - [engl, franchise = Konzession.
Vorrecht < frz. franchise, f'Franchise] (Wirtsch.):
Vertriebsform im Einzel/iandel. beider ein Unternehmer seine
Produkte durch einen Einzelhätuiler in Lizenz verkaufen läßt;
Franchising ['franlsaiziol. das; -s: svw. t Franchise.
Francium [Trantsiom], das; -s [zu (a)frz. France =
Frankreich (dem Heimatland seiner Entdeckerin) < mlat. Fran-
cia]: radioaktives, schnell zerfallendes Alkalimetall
(chemischer Grundstoff); Zeichen: Fr
franco: f franko.
frank [frank] <Adj.; o. Steig.; selten attr.) [frz. franc < mlat.
Francus = Franke; fränkisch; frei (die Franken galten
als Eroberer u. freie Herren)]:/ra, offen, unmittelbar; Dro-
ste brachte die -e Antwort der Ohnhausen in Protokollform
(Baum, Paris 119); daß er sich f. in den Sattel schwingt
(Dwinger. Erde 180); meist in der Fügung f. und frei (offen
u. ehrlich); etwas f. und frei aussprechen, heraussagen,
erklären, zugeben.
Frankatur [fraoka'tu:^], die: -. -en [ital. francatura, zu: fran-
co, t franko]: die zum Freimachen einer Postsendung
bestimmten Briefmarken; die F. reicht nicht aus.
Franken [Traokn], der; -s. - <Vkl. tFränkli) [t Franc]:
Schweiz. Währungseinheit (1 Franken = 100 Rappen);
Abk.: Fr, sFr u. (im deutschen Bankwesen:) sfr, PL: sfrs;
<Zus.:> Fr^nkenstück, das.
Frankfurter [fraokforte], die; -, - <meist PL): kurz für:
Frankfurter Würstchen (aus reinem Schweinefleisch u.
Gewürzen hergestellte Brüfiwurst mit leicht angeräuchertem,
eßbarem Darm); F. werden nicht gekocht, sondern nur
erhitzt; beim Kellner ein Paar F. bestellen.
frankieren [frao'kLran] <sw. V.; hat) [ital. francare, zu: fran-
co, tfranko]: (eine Postsendung) mit Briefmarken od. dem
entsprechenden Aufdruck durch Freistempler versehen,
freimachen; dieser Brief muß mit 80 Pf. frankiert werden;
Strafporto für eine ungenügend frankierte Sendung;
<Zus.:> Frankiermaschine, die: Maschine zum Freimachen
von Postsendungen (durch automatisch gezählte Marken
od. Stempel); <Abl.:) Frankkning, die; -. -en: a) <o. PI.)
das Fratikieren; die F. übernimmt eine Maschine; b) das
aufgeklebte Porto; für ausreichende F. sorgen, dazu: Fran-
kknmgssatz, der: Gebührensatz für Porto; Die schwedische
Post wird ... ihre Frankierungssätze ... erhöhen (Welt 28.
4. 62, 4); Frankknmgszwang, der: Verpflichtung zum
Freimachen; für Auslandssendungen besteht grundsätzlich F.
Frankier [Tränkte], der; -s. - (Schweiz.): Frankenstück;
Frfinkli [Trcokli], das; -s. - (ugs., oft scherzh.): svw.
t Franken: das kostet nur drei F.
franko, franco ['franko] <Adv.) [ital. franco, gek. aus: porto
franco = Beförderung frei, aus: porto (t Porto) u. franco
= frei < mlat. Francus, t frank] (Kaufmannsspr.
veraltend): portofrei (für den Empfänger); die Ware wird f.
geliefert; f. Grenze.
Frankomane [franko'ma:nd]. der; -n, -n [zu t Frankomanie]
(bildungsspr. Y.jmd.. der übertrieben alles Französische liebt
u. tiaciialimt; Frankomanie [...ma'ni:], die; - [zu mlat.
Francus = Franke; Franzose u. t Manie] (bildungsspr.):
übertriebene Nachahmung alles Französischen; frankonisieren
[...ni'zi:r3n] <sw. V.; hat): fränkisch machen, nach
fränkischem System umgestalten (mit Bezug auf das merowin-
gisch-karolingische Frankenreich), dazu: Frankonisterung,
die; -. -en: die F. der deutschen Ortsnamen; frankophil
[...Ti:l] <Adj.; Steig, ungebr.) (bildungsspr.): Frankreich,
seinen Bewohnern u. seiner Kultur besonders aufgeschlossen
gegenüberstehend, frankreiclifreundlich (Ggs.: franko-
phob); Frankophiliet fili], die; - [griech. philia = Liebe.
Zuneigung] (bildungsspr.): Vorliebe für Frankreich, seine
Bewohner u. seine Kultur. Frankreiclifreundlichkeit (Ggs.:
Frankophobie); frankophobl fo:p] <Adj.; Steig, ungebr.)
(bildungsspr.): Frankreich, seinen Bewohnern u. seiner
Kultur ablehnend gegenüberstehend, gegen alles Französische
eingenommen, frankreichfeindlich (Ggs.: frankophil);
Frankophobie [...fo'bi:], die; - (bildungsspr.): Abneigung gegen
Frankreich, seine Bewohner u. seine Kultur. Widerwille
gegenalles Französische. Frankreichfeindlichkeit (Ggs.: Fran-
kophilie); frankophon [...To:n] <Adj.; o. Steig.) [frz. franco-
phone. f -phon] (bildungsspr.): mit Französisch als
Muttersprache; französischsprachig; Das
Staatsangehörigkeitsrecht des -en Schwarzen Afrika (Buchtitel); Frankophone
[...To:nD], der u. die; -n, -n <Dekl. tAbgeordnete)
(bildungsspr. ):>w/., der Französisch als Muttersprache spricht;
Frankophonie [...fo'ni:]. die; - (bildungsspr.): Französisch-
sprachigkeit; Fr^nkostempel, der; -s, - (Postw.): Stempel
der Frankiermaschine; Franktireur [fräti'ro:^. auch:
frank...], der; -s, -e u. (frz.:) -s [frz. franc-tireur. eigtl.
= Freischütze, aus: franc (T frank) u. tireur = Schütze,
889
Fränschen
zu: tirer = (den Bogen) anziehen; schießen] (früher):
Freischärler* hinter der Front kämpfender Zivilist.
Frinschen [Trensen], das; -s, -: t Franse; Franse [Tranza],
die; -. -n <meist PI.; Vkl. tFränschen) [mhd. franse <
frz. frange < vlat. *frimbia < lat. fimbria = Haargekräu-
sel. Tierzotte, Franse]: herabhängender Faden, der mit vielen
anderen gleichartigen Abschluß u. Verzierung eines Gewebes
bildet: die -n des Teppichs glattstreichen; ein Tuch mit
-n; der ... Junge mit der ... Indianertracht, den roten -n
an Ärmeln u. Hosen (Jens, Mann 56); Ü die -n
(Haarsträhnen) hingen ihr ins Gesicht; *in -n gehen (landsch. ugs.;
zunichte werden, sich auflösen): die Welt ging in -n;
Schwindlig wird man beim Rundgang, die erdkundlichen
Begriffe gehen in -n (Kisch, Reporter 280); <Abl.:> fransen
ffranzn] <sw. V.): a) Fransen bilden <hat>: der Stoff franst
leicht; b) fransig werden, ausfransen <ist>: wir ... mit ...
unseren ... Hemden, die ... an den Kanten ein wenig
fransten (Gaiser, Jagd 124); fransig <Adj.; nicht adv.>: Fransen
aufweisend; ausgefranst: diese -e Hose kannst du nicht
mehr anziehen; *sich <Dativ> den Mund f. reden (ugs.;
lange I vergeblich, auf jmdn. einreden).
Franz [frants], das; - [kurz für: Französisch] (Schülerspr.
Jargon): Französisch als Unterrichtsfach an der Schule:
er hat in F. eine 5 geschrieben.
Franz- [Tranes-; kurz für: französisch]: ^band, der <PI.
-bände) (Buchw.): Ledereinband nach französischer Art mit
tiefem Falz; -braiwtwein, der <o. PI.): alkoholhaltiges,
erfrischendes u. kräftigendes Einreibmittel; ^brötchen« das:
rundes Brötchen mit mehreren Einschnitten an der Oberseite;
-mann, der <PI. Franzmänner) (ugs. veraltend): Franzose.
franzen [Tranen] <sw. V.; hat) [zu f verfranzen] (Rallyesport
Jargon): (als Beifahrer) während der Fahrt (dem Fahrer)
ständig den genauen Verlauf der I Renn ]strecke angeben;
<Abl.:) Frynzer, der; -s, - (Rallyesport Jargon).
Franziskaner [frant>is'ka:ne], der; -s, - [nach dem heiligen
Franziskus) von Assisi (1181 od. 1182-1226). dem Stifter
des Ordens]: Angehöriger des Franziskanerordens (a, b).
Franziskaner-: ^bruder, der: Angehöriger (Laienbruder)
einer franziskanischen Bruderschaft; -kloster. das; Mnöndu
der; -orden.der a) (kath.) Bettelorden, „Orden der
Minderen Brüder" (lat. Ordo Fratruni Minoruni): Abk.: OFM;
b) (im weiteren Sinne) eine der sich auf Franz von Assisi
als Gründer berufetiden Ordensgemeinschaften.
Franztskanerin, die; -. -nen: w. Form zu T Franziskaner,
franziskanisch <Adj.; o. Steig.): zu den Franziskanern
gehörend, auf die Franziskaner bezüglich; Franziskerl [fran-
'tsistel]. das; -s, -n (österr. ugs. veraltend): Räucherkerze.
Franzose [fran'tso:z3], der; -n. -n [H. u.]: I.
verstellbarer Schraubenschlüssel. 2. (ugs.) Schabe; französebi
[...'ts0:zln] <sw. V.; hat) (abwertend): in übertriebener
Weise alles Französische nachahmen: ich französ[e]Ie; vorgestrig
wie die reich verzierten, in französelndem Stil errichteten
Privathäuser, Palais und Schlößchen (Habe. Namen 259).
franzosen-, Franzosen-: ^brot, das: langes, dünnes
französisches Weißbrot; ^feindlich <Adj.>; ^freundlich <Adj.);
^krankheit, die <o. PI.) [weil sich die Krankheit Ende
des 15. Jh.s von Frankreich aus über Europa verbreitete]:
früher für fSyphilis; ^kraut, das <PI. selten) [weil die
Pflanze um 1700 angeblich aus Frankreich eingeschleppt
wurde!: Samenkraut mit gegenständigen Blättern u. kleinen
Blütenkörbchen in Dolden, die in solchem Übermaß Samen
hervorbringen, daß Kulturpflanzen teilweise überwuchert
werden.
französierend <Adj.; o. Steig.): nach französischem
Geschmack gestaltet: eine -e Konstruktion; die Wortbildung
ist f.; Französin [...'ls0:zin], die; -, -nen (verhüll.):
Prostituierte, die französischen Verkehr praktiziert: Von 8 bis
24 Uhr - F. Angelique - Mit idealer Figur - Franz.
Programm (Abendpost Nachtausgabe 11. 10. 74, 12);
französisch [...'tßo.zij] <Adj.) [spätmhd. franzo(i)sisch, zu mhd.
franzois. franzeis < afrz. fran^is. franceis, zu: France,
tFrancium]: a) (Steig, selten) die Franzosen, Frankreich
betreffend; zu Frankreich gehörend, aus Frattkreich
stammend: die -e Verfassung. Staatsangehörigkeit; -er
Abstammung sein; -e Weine; die -e Gotik; wir haben -e Freunde;
das ist echt f.; ein -es (breites zweischläfriges, in einem
Stück gearbeitetes) Bett; -e (bis zum Fußboden reichende)
Fenster: -e Küche (Kochk.; Speisen in der Art, wie sie
in Frankreich zubereitet werden)', -er Kuß (ugs.;
Zungenkuß): -er Verkehr (Sexualk.; Oralverkehr; Ausüben von
T Cunnilingus u. T Fellatio): Wülste heute f. (salopp;
französischen Verkehr)? (Zwerenz, Erde 13); *sich [auf] f. empfeh-
ien/verabschieden/veitlriicken; [auf] f. Abschied nehmen
(ugs.; heimlich weggehen, ohne sich zu verabschieden;
unhöfliche Haltung, die der Deutsche seinem Nachbarn
zuschob); b) <o. Steig.) in der Sprache der Bevölkerung
Frankreichs: die -e Sprache; -e Literatur. Philologie; [gut] f.
sprechen; der Text ist f. abgefaßt; Französisch [-]. das;
-[s] [a: mhd. franzois]: a) die französische Sprache: dein
F. ist nicht fehlerfrei; kein F. verstehen; er spricht ein
gutes F.; das Buch ist in F. abgefaßt; b) die französische
Sprache u. Literatur als Lehrfach: er unterrichtet F.; in
der dritten Stunde haben wir/(ugs.:) ist F.; eine Fünf in
F. haben; Französische, das; -n: a) <mit best. Art.) die
französische Sprache im allgemeinen: die sprachlichen
Feinheiten des -n; etwas aus dem/vom -n ins Deutsche
übersetzen; b) das die Franzosen Kennzeichnende; französische
Eigenart: er begeistert sich für alles F.; französiskren <sw. V.;
hat): französisch, zu französisch Sprechenden machen:
Frankreich will die Bretonen ganz f.
frappant [frapant] <Adj.; -er, -este) [frz. frappant. 1. Part,
von: frapper, t frappieren] (bildungsspr.): verblüffend,
überraschend, auffallend, frappierend: eine -e Entdeckung; die
Ähnlichkeit ist f.; Der helle Ton wirkte um so frappanter,
als er sich abhob von der beinah schwarzen Dunkelheit
der ihn umlagernden Schatten (K. Mann. Wendepunkt
352); "Frappelfra'pe^.den-s.-slfrz.drapfrappe = dichtes,
geprägtes Tuch, zu: frapper = schlagen, prägen]: Gewebe
mit eingepreßter Musterung: trappe [-]. das; -s. -s: ein
mit kleingeschlagenem Eis serviertes alkoholisches Getränk;
trappe [-]. das; -s, -s [frz. frappe, eigtl. = geschlagen]
(Ballett): leichtes, schnelles Anschlagen der Ferse des
Spielbeins gegen das Standbein vor u. hinter dem Spann des
Fußes; frappieren [fra'phren] <sw. V.; hat) [frz. frapper.
eigtl. = schlagen, treffen, wohl < afränk. *hrapön =
rupfen, raufen] (bildungsspr.): 1. in Erstaunen versetzen,
überraschen, so daß man sich der unerklärlichen Wirkung
nicht entziehen kann: seine Geschicklichkeit frappierte mich
immer wieder; auf frappierende Weise. 2. (Fachspr.) (Sekt,
Wein) durch drehende Bewegung der Flasche in einer
Eismischung schnell kühlen: der Sekt war gut frappiert.
Fräs- [Tre:s] (Technik): -dorn, der <PI. -e): dornenförmiges
Stück an einem Fräser (1), mit dem dieser in die
Frässpindel eingesetzt wird; -köpf, der: Vorrichtung an der
Fräsmaschine zum Anbringen der Fräser (I); Mnaschine, die;
-spindel, die: der Teil der Fräsmaschine, der das
Drehmoment vom Getriebe auf das Werkzeug überträgt:
-Werkzeug, das.
Fräse [fre:z3], die; -, -n [frz. fraise, eigtl. = Halskrause
(nach einem Vergleich mit deren Einschnitten), urspr. =
Gekröse, Hülle, zu: fraiser = enthülsen, eigtl. = zermahlen
< vlat. *frcsäre, zu lat. fresus, 2. Part, von: frendere
= knirschen; zermahlen]: 1. t2Fraise. 2.a) Maschine, mit
deren Hilfe Werkstücke spanabhebend geformt werden
können; Fräsmaschine; b) svw. t Fräser (1); c) svw. f Bodenfräse;
fräsen ['fre:zn] <sw. V.; hat) [nach frz. fraiser]: a) (Holz,
Metall u. ä.) spanabhebend durch ein umlaufetides
mehrschneidiges Werkzeug bearbeiten: ein Werkstück f.; b) durch
Fräsen (a) herstellen: ein Gewinde f.; die Maschine fräste
gleichmäßige Nuten in das Werkstück; c) (Landw.) den
Boden mit einer Bodenfräse bearbeiten: durch Fräsen wird
der Boden zerkleinert, aber nicht umgepflügt; Fräser, der;
-s, -: 1. Werkzeug mit rotierenden Messern. 2. eine
Fräsmaschine bedienender Facharbeiter (Berufsbez.).
fraß [fra:s]: t fressen; Fraß [-]. der; -es. -e <P1. ungebr.)
[mhd. vrä3 = das Fressen. Schlemmerei]: l.a) Nahrung
für Raubtiere: den Löwen werden große Fleischbrocken
als. zum F. vorgeworfen; Heringe dienen den Robben
zum F.; b) (derb) schlechtes Essen; Nahrung, die einem
widersteht: ein abscheulicher F.; diesen F. kann man doch
keinem zumuten; Ü das Vergnügen .... das ja nicht immer
ein grober F. zu sein braucht (Sieburg. Paris 30); + jmdm.
etw. zum F. hin- vorwerfen (abwertend; jmdm. etw., was
er für seine Zwecke benutzen soll, opfernd übergeben,
preisgeben): dem Sieger wurde die fruchtbare Provinz zum F.
vorgeworfen. 2. Schaden anrichtendes Abfressen; Verbiß:
die Blätter sind vom F. befallen; diese Löcher in der Wolle
sind deutlich F. von Motten.
frÄße [Tre.sö]: t fressen; Fraßgift, das; -[e]s, -e:
Schädlingsbekämpfungsmittel, das über den Magen-Darm-Kanal des zu
890
trauen-, Frauen-
bekämpfenden Tieres wirkt: Frgtepur, die; -, -en (meist
PI.): Spuren des Fraßes (2): -en von Insekten.
Frate [Trartal. der; -, Frati [ital. frate < lat. fräter =
Bruder] (kath. Kirche): Anrede u. Bezeichnung italienischer
Klosterbrüder (meist vor vokalisch beginnenden Namen: z. B.
F. Elia, Fraf Antonio); Frater [Tra:te]. der; -s. Fratres
['fra:tre:s; lat. fräter = Bruder] (kath. Kirche): a) / Kloster I-
bruder vor der Priesterweihe: b) Laienbruder eines
Mönchsordens; Abk.: Fr.; Fraternisation [frat£rnizatßio:n], die; -,
-en [frz. fraternisation] (bildungsspr.): das Fraternisieren:
F. betreiben; nach F. streben; fraternisieren <sw. V.; hat)
[frz. fraterniser, zu lat. fräternus = brüderlich]
(bildungsspr.): (von Parteien od. Gruppen, die sich sonst betont
distanziert gegenüberstehen od. bekämpfen) sich verbrüdern;
Freundschaft! en schließen: mit jmdm. f.; die Truppen
sollen nicht mit der Bevölkerung f.; U Auf dem Weg
in Mode und Leben fraternisiert die Schönheit mit der
gleichen Häßlichkeit, der sie, die Nutzlose, den Kampf
ansagte (Adorno, Prismen 222); <Abl.:> Fraternisierung,
die; -: svw. t Fraternisation: F. mit der Bevölkerung, dazu:
Fraternisknfligsverbot, das (Milit.): an Soldaten gerichtetes
Verbot, mit der Bevölkerung des besetzten Gebietes zu frater-
nisieren; Fraternität [...ni't£:t], die; - [lat. fräternitäs. zu:
fräter = Bruder]: 1. (bildungsspr.) a) Brüderlichkeit; b)
Verbrüderung. 2. (kath. Kirche) kirchliche! Bruderschaft;
Fraternite [...ni'te:], die; - [frz. fraternite < lat. fräternitäs]:
Brüderliclikeit (Losungswort der Französischen
Revolution); Frati: PI. von t Frate; Fratres: PI. von t Frater; Fratres
minores ['fra:tre:s mi'no:re:s] <P1.) [mlat. fratres minores
= geringere Brüder, zu lat. minor = kleiner, geringer]:
svw. tFranziskaner; vgl. Minderbrüder.
fratsdieln [Tra.'tJln] <sw. V.; hat) [wohl Intensivbildung
zu t fragen] (österr. ugs.): bidiskret fragen. Vgl.
ausfratschein.
Fratz [fratß], der; -es, -e, (österr. nur:) -en, -en <Vkl.
tFrätzchen) [frühnhd. fratz(e) = Lafle. possenhafter Kerl
< ital. frasca,TFratze]: I.a) (fam.. wohlwollend) niedliches
Kind; nettes schelmisches Mädchen: ein süßer, kleiner
F.; die Kleine ist ein ganz hübscher F., aber mein Typ
ist sie nicht (Wendtland, Eisprinzeßchen 26); b)
(abwertend, bes. südd.. österr.) ungezogenes Kind. bes. Mädchen:
der F. da stört mich dauernd; so ein eitler F.!; daß die
ungewaschenen und zerlumpten -en nicht ins
Herrschaftshaus gelassen wurden (Fussenegger. Zeit 159). 2.
(veraltend) Fratze (2 b): wegen solch einem -en von Mann hast
du alles aufgegeben (Fallada, Herr 58); Frätzchen [Tre&-
<pn], das; -s. -: a) tFratz: Meine ... Schwester ... war
ein hübsches, etwas oberflächliches F. (Mädchen;
Hagelstange, Spielball 142); b) t Fratze (2 a): Denn hübsch
bist du. das muß dir der Neid lassen. Wo wäre ich heute
mit deinem F.! (Th. Mann, Krull 159); Fratze [TraUsa].
die; -. -n <Vkl. tFrätzchen) [gek. aus: Fratzengesicht =
Possenreißergesicht, zu dem zuerst bei Luther bezeugten
PI. Fratzen = Possen, albernes Gerede, wohl < ital. fras-
che = Possen, PI. zu: frasca = Laubast (als
Schenkenzeichen), possenhafter Kerl. Fratz (nach dem ausgelassenen
Treiben in den Schenken)]: 1. a) abscheuerregend
deformiertes, häßliches Gesicht: die scheußliche F. eines Verbrechers,
einer Maske; Ü die F. der Vergangenheit (Remarque.
Triomphe 105); b) (ugs.) absichtlich verzerrtes, künstlich
entstelltes Gesicht. Grimasse: [vor jmdm.] eine F. schneiden
(höhnisch od. zum Spaß das Gesicht verziehen); er schneidet
-n vor dem Spiegel; er verzog das Gesicht zu einer F.
2« (salopp) a) Gesicht: (abwertend:) ich kann deine F.
nicht ausstehen, nicht mehr sehen!; (scherzh.:) das
Mädchen hat eine hübsche F.; b) Mensch (in bezug auf sein
Gesicht): (abwertend:) Bist du nicht stärker als all die
dünnblütigen bleichen -n? (Fr. Wolf, Menetekel 39);
(scherzh.:) wie ich die Stunde schon tausendmal verflucht
habe, in der die hübsche F. mir in den Weg lief (Fallada,
Herr 23); <Abl.:) fratzenhaft <Adj.; -er. -este): einer Fratze
gleich; wie eine Fratze: ein -es Aussehen. Gesicht; f.
verzerrt, dazu: Frytzenhaftigkeit, die; -; <Zus.:> Frytzenschnei-
der, der: jmd.. der Fratzen (1 b) schneidet.
FVau [fr^i], die; -, -en <Vkl. t Frauchen; vgl. Fräulein)
[mhd. vrouwe, ahd. frouwe = Herrin, Dame; w. Bildung
zu einem im Dt. untergegangenen germ. Wort dir „Herr"
(vgl. got. frauja = Herr), eigtl. = der erste]: 1. erwachsene
Person weiblichen Geschlechts (Ggs.: Mann): eine junge,
hübsche, schöne, reife, liebende, kluge, berufstätige,
verheiratete, schwangere F.; eine F. mit Vergangenheit; Männer
und -en; eine F. lieben, verehren, heiraten; mit den Augen
einer F.; für die Gleichberechtigung der F. kämpfen; von
F. zu F.; er hat viele -en (Freundinnen. Geliebte) gehabt;
eine F. nach Maß (ugs.; weibl. Idealgestalt mit guter Figur):
* die weise F. (I. veraltet; Hebamme. 2. ugs. verhüll.; Frau,
die illegal Abtreibungen vornimmt): F. Holle (Gestalt der
Sage u. des Volksglaubens, die als Anführerin der Hollen
[zu t hold], einer Dämonenschar, auftritt, nach jüngeren
Sagen die Neugeborenen aus ihrem geheimnisvollen Brunnen
hervorgehen läßt, die Seelen der Verstorbenen empfängt
u. belolmend u. strafend auftritt); F. Holle schüttelt die
Betten (scherzh.; es schneit; nach der Titelgestalt im
Grimmschen Märchen von Frau Holle, wo es schneit,
wenn Frau Holle die Betten schüttelt). 2. Ehefrau (Ggs.:
Mann): meine, seine F.; seine zukünftige, geschiedene F.;
die F. meines Kollegen; eine F. fürs Leben; er fragte
sie, ob sie seine F. werden wolle; sie lebten wie Mann
und F.; er hat eine kluge, elegante F.; [sich] eine F. suchen;
keine passende F. finden; [sich] eine F. nehmen (heiraten);
um eine F. werben, anhalten; ein Mädchen zur F. nehmen;
(geh.:) jmdm. seine Tochter zur F. geben; er hat eine
Engländerin zur F.; Ü eine F. auf Zeit (ugs.; Geliebte,
mit der jmd. ohne gesetzliche Bindung zusammenlebt, um
sich jederzeit wieder von ihr trennen zu können). 3. / Haus/-
herrin. Gebieterin. Dame: die F. des Hauses; die junge
F. (veraltet; die Schwiegertochter im Hause): die F. hat
es so angeordnet; die gnädige F. ist nicht zu Hause; * Unsere
Liebe F. (kath. Rel.; Maria, die Mutter Christi). 4,a) auch
als Anrede verwendete titelähnliche Bez. für eine
verheiratete od. [ältere] im Berufsleben stehende Person weibl.
Geschlechts: et) mit Namen od. Titel: ich habe F. Meier
getroffen; F. Minister, F. Studienrätin, F. Oberin; liebe/
sehr geehrte F. [Dr.] Müller; ß) ohne Namen mit
bestimmten Adjektiven: sehr geehrte/sehr verehrte gnädige
F.. [meine] liebe gnädige F.!; Sie können getrost sein,
gute F. (Frisch. Cruz 10); Ihr wollt beten, hohe F. (Hacks.
Stücke 65); b) (geh.) als Zusatz bei
Verwandtschaftsbezeichnungen (in der Unterhaltung mit einem Angehörigen
der betreffenden Person): Ihre F. Mutter; Grüße an die
F. Gemahlin!; Frauchen, das; -s, -: 1. kleine alte! Frau
(1): ein kleines, verhutzeltes F. 2. (fam.) Ehefrau: ich will
meinem F. damit eine Freude machen. 3. Herrin des
Hundes: komm zu F.! 4. (selten) als Anrede: womit kann
ich Euch dienen. F.? (Werfel, Himmel 112).
fr&uen-, Frauen-: -arbeit, die: a) <o. PI.) Erwerbstätigkeit
von Frauen; b) bes. für Frauen geeignete Arbeit od.
Verrichtung; c) <o. PI.) organisierte Betätigung für die Belange
von Frauen; Mut. die <o. PL): das ist so F.; Ach, ...
es geht mir nach F., ich erleide die Regel (Th. Mann.
Joseph 372); -arzt, der: Facharzt für Frauenkrankheiten
u. Geburtshilfe; Gynäkologe; -ärztin, die: w. Form zu
T ^arzt; -aussdmß, der (DDR): Ausschuß in einem Betrieb,
der die Interessen berufstätiger Frauen vertritt; -bad, das:
1. zur Behandlung von Frauenkrankheiten bes. geeigneter
Badeort. 2. Baderaum für Frauen (bes. im MAJ; -beilage,
die: vgl. ^seite (1); -beruf, der: Beruf, der besonders der
weiblichen Wesensart entspricht; -besdiäftigung, die <o.
PI.): Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Beschäftigten:
die F. beträgt in diesem Betrieb mehr als 70%; -bewegung,
die <o. PI.): organisierte Form des Kampfes um die
Gleichberechtigung der Frau; -brigade, die (DDR): Eine F. des
Ortes unterstützte die LPG ... bei der Rübenpflege (Volk
10. 7. 64, 7); -bund, der (DDR); -dior. der: Chor, der
nur aus Frauenstimmen besteht; -diskus, der
(Leichtathletik): leichterer Diskus für Frauen: -doppel, das (bes.
Tennis): Spiel zweier Frauen gegen zwei andere; -einzel, das
(bes. Tennis): Spiel einer Frau gegen eine andere; -emanzi-
pation,die: für die F. eintreten; -fachschule, die: Fachschule
für Frauenberufe; -f$rn, der: eine Farnart mit zwei- bis
dreifach gefiederten langen, hellgrünen Wedeln, die v.a.
anfeuchten Waldstellen wächst; -feind, der: svw.
tWeiberfeind; -feindlich <Adj.) (Ggs.: ^freundlich): -e Gesetze;
seine Äußerungen wirkten f.; -förderungsplan, der
(DDR): besonderer Plan I eines Betriebes j für die
Weiterbildung u. Betreuung der arbeitenden Frauen; -frage, die:
die Emanzipation u. Gleichberechtigung der Frauen
umfassender Fragenkomplex; -freundlich <Adj.) (Ggs.:
^feindlich): -e Gesetze, Bestimmungen; -funk, der: Teil des
Rundfunkprogramms, in dem besondere, die j Haus /frauen inter-
891
frauenhaft
essierende Fragen behandelt werden; ^ftißbail, der (Sport):
von Frauenmannschaften gespielter Fußball; ^geföngnis,
das; -Beschichten <PL> (ugs.): Liebeserlebnisse mit Frauen,
Liebschaften: er hatte früher viele F.; ^gestah, die: a)
körperliches Erscheinungsbild einer Frau: eine schöne F.; b)
künstlerische, meist dichterische Darstellung , des
Charakters! einer Frau: die -en bei Hebbel; -aewand, das (geh.):
festliches/ Kleid für eine Frau: ^gruppe. die: Gruppe
(2) von Frauen, die für die Emanzipation arbeiten: sie
schloß sich einer F. an; gymnastDt. die: Gymnastik
für Frauen; -haar, das: I. Kopfhaar einer Frau. 2. out
sauren Wald- u. Heideböden vorkonvnendes, lockere
Polster bildendes, kniffiges Moos, dessen Sporenkapseln
goldgelb behaart sind. 3. svw. Khaarfarn, dazu (zu 2):
-haarfarn, der: in wärmeren Gebieten, bes. in Feucht-
schattigen Wäldern u. an Kalkfelsen vorkommender, auch
in der Blumenbinderei verwendeter Vertreter der Gattung
der Tüpfelfarngewächse mit vielen gefiederten Blättern an
haarfeinen schwarzen Stielen; -hand, die (meist geh.): Hand
einer Frau: von zarter F. gereicht; -hasser. der: svw. t
Weiberfeind; ^Heilkunde, die: svw. T Gynäkologie; -heM, der:
junger Mann, der viele Liebschaften, viel Erfolg bei Frauen
hat; ^herz. das: sich auf -en verstehen (Erfolg bei
Frauen haben); er hat schon manches F. gebrochen (schon
bei vielen Frauen Erfolg gehabt): -hürde, die
(Leichtathletik): niedrigere Hürde beim Hürdenlauf für Frauen;
-Jäger, der (ugs.): svw. tSchürzenjäger: Und dies ist nun
der Augenblick, auf den dieser alte F. seit Stunden
hingearbeitet hat (Fallada. Jeder 165): -kenner, der; -kleid. das:
1. Kleid einer Frau. 2. <nur PI.) üblicherweise von Frauen
getragene Kleidung er trug -er. um nicht erkannt zu
werden: -klinik, die; -kloster, das: -kongreO. der; -krankheit.
die (meist PL): Krankheit, die mit der geschlechtlichen
Eigenart der Frau zusanunenhängt; Erkrankung an Brust
od. Unterleibsorganen der Frau; -kugel, die
(Leichtathletik): Kugel für Frauen; -lager. das: Konzentrations-, Inter-
nierungslager für Frauen; -leiden, das; -lieblimu der;
-lohn, der: Entlohnung für die Arbeit von Frauen; ^los
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.): ohne Frau en . ein -er
Haushalt; -mann, der: vgl. -held: der Sohn aber war so ein ...
Schönling, ein F. (Fallada, Herr 19); -mannsdiaft, die
(Sport): von Frauen gebildete Mannschaft; -mantel, der:
bes. in den Alpen vorkommende, gelb Haltende Pflanze aus
der Familie der Rosengewächse; -milch, die: Muttermilch;
-monier, der; -orden, der (kath. Rel.): weibliche
Ordensgemeinschaft; ^partei, die: Vereinigung von Frauen zur
Erreichung politischer u. anderer Ziele; -recht, das (meist Pl.>:
die rechtlichen Belange der Frau; -rechtlerin [...raftbnnl.
die; -, -nen: Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frau,
dazu: -rechtlerisch (Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die
Gleichberechtigung der Frauen betreffend, für sie kämpfend: -rock,
der; -roman, der: bes. von Frauen gern gelesener
Unterhaltungsroman mit einer Frauengestalt od. mehreren Frauen
als Heldinnen; -sadie, die: Sache, Angelegenheit von
Frauen; -schreck, der (o. PL): jmd., der in der DunkeUieit,
in Anlagen Frauen auflauert u. sich ihnen exhibitionistisch
zur Schau stellt, sich ihnen unsittlich nähert od. sie
überfällt; -schuh, der: I. (selten) Datnenschuh. 2. in Laub-
wäldern, bes. auf Kalkböden vorkonunende, einheimische,
ein bis vier Blüten tragende Orchidee mit fütif langen,
braunroten Blütenblättern u. gelber Lippe; -schütz, der:
gesetzliche Schutzbestimmungen für berufstätige Frauen;
-seite, die: 1. Zeitungssparte mit Themen für die Frau.
2. Nordseite im Kircheninnern, auf der früher, bes. im MA.,
die Frauen saßen (Ggs.: Männerseite): auf der F. steht
ein Marienaltar; -speer, der (Leichtathletik): leichterer
Speer für Frauen; -splesel, der (PI. selten): violett
blühendes, als Getreideunkraut vorkommendes od. als Zierpflanze
kultiviertes Kraut aus einer Gattung der
Glockenblumengewächse; -sport, der; -Station, die: Station für weibliche
Patienten in einem Krankenhaus; -stift, das (veraltend):
Heim für alte alleinstehende adelige Frauen; -stimme,
die: weibliche Sprech- od. Singstimme: in der Feme hörte
man eine F.; -Stimmrecht, das: svw. f -Wahlrecht;
-Studium, das; -tag, der in der Fügung Internationaler F.
(DDR; in den Ostblockländern am 8. März gefeierter Tag
zu Ehren der Frau), -tausch, der (PI. selten) (Völkerk.);
-turnen, das: Turnen mit für den weiblichen Körper
besonders geeigneten Übungen (auch als sportliche Disziplin für
Wettbewerbe u. Meistersclxaften); ^typ, der: Frau mit
bestimmten typischen weiblichen Eigenschaften: ein
mütterlicher F.; -Überschuß, der: Überschuß an Frauen gegenüber
der Zahl der Männer: nach dem Krieg bestand ein großer
F.; -verband, der (meist PI.): organisatorischer
Zusammenschluß von Frauen u. Frauenvereinen: in Amerika haben
die Frauenverbände großen Einfluß; -verein, der;
-Wahlrecht, das: den Frauen in gleicher Weise wie den Männern
zustehendes Recht zur aktiven u. passiven Wahl; -Zeitschrift,
die; -znmer.das [spätmhd. vrouwenzimmer =
Frauengemach u. die Gesamtheit der dort wohnenden weiblichen
Personen; im 17. Jh. auf die einzelne Person übertragen,
urspr. ohne negative Bedeutung]: a) (salopp abwertend)
als liederlich, leichtfertig, moralisch verwerflich angesehene
Person weiblichen Geschlechts: ein widerliches F.; b)
(veraltet, noch landsch.) weibliche Person: sie haßt alle jungen
F. (Zuckmayer, F^stnachtsbeichte 24).
frauenhaft (Adj.; o. Steig.): in der Art einer Frau: mit -er
Anmut; f. gekleidet sein; Frauensleute (PI.) [niederd.
Fruenslüd, PI. von: Fruensminsch = Frau] (veraltet):
Frauen; Frauensperson, die; -, -en [niederd. Fruensperson] (ugs.
veraltend): jmdm. nicht näher bekannte Frau: eine winzige
F. war gerade dabei, die Abfalltonne zu leeren (Schnurre,
Bart 166); Frauentum, das: -s (geh.): das Frausein; Fräulein
[Tnjyl^jn], das; -s, -, ugs.: -s (lösten*.] veraltet: die; -, -)
[mhd. vrouwelln (Vkl. zu: vrouwe) = junge Frau
vornehmen Standes; erst seit dem 18./19. Jh. auch für bürgerliche
Mädchen]: l.a) unverheiratete junge weibliche Person:
im ersten Stock wohnt ein älteres F.; ein junges F. öffnete
die Tür; auch in Verbindung mit dem Namen: F. Meier
war nicht zu Hause; Abk. in Anschriften: Frl.; b) (ugs.)
leichtfertiges junges Mädchen: Nachdem er alles Geld mit
-s verjubelt hat (MM 5. 12. 70. 6); c) (ugs. abwertend,
veraltend) Deutsche als Geliebte eines amerikanischen
Besätzungssoldaten nach 1945. 2. a) als Anrede a) mit
Familien- od. Vornamen od. (seltener) mit Titel: guten Tag,
F. Müller!; Mein angebetetes F. Hortense (Langgässer.
Siegel 374); sehr geehrtes F. Doktor; ß) ohne Namen mit
bestimmten Adjektiven: sehr geehrtes/sehr verehrtes
gnädiges F.; mein gnädiges F.; b) (geh.) als Zusatz bei
Verwandtschaftsbezeichnungen (in der Unterhaltung mit einem
Angehörigen der betreffenden Person): wie geht es Ihrem
(veraltet: Ihrer) F. Tochter?; schöne Grüße an das/Ihr
(veraltet: Ihre) F. Braut. 3. (ugs.) weibliche Angestellte
in einem Dienstleistungsberuf od. (landsch.) im Lehramt
(meist als Anrede): was kostet die Bluse. F.?; F., bitte
zahlen!; F., bitte zum Diktat!; das F. hat uns eine
Strafarbeit aufgegeben; das F. vom Amt (die Vermittlerin im
Fernsprechverkehr); (Zus. zu 1 a:) Frjkileinstift, das: Stift
für unverheiratete vornehme Damen, meist Adlige; zu 1 c:
Frguleinwunder, das (o. PI.): erstaunliche Beachtung, die
deutsche Mädchen auf Grund ihrer Erscheinung u. Wesensart
in den 60er Jahren plötzlich in den USA fanden: Nach
dem deutschen F. haben wir jetzt einen neuen
Exportschlager. Die ganze Welt kauft Pop aus Germany (Hörzu 20,
1976. 10); U Schön durch Sport: Karen Mack. deutsche
Fünncämpferin, F. im Stadion (Hörzu 33, 1973, 79); fnw-
lich (Adj.) [mhd. vrouwelich]: der Art einer reifen1 Frau
entsprechend: ein sehr -er Typ; sich f. kleiden; sie wirkt
reifer, -er als früher: (Abi.:) Fraulichkeit, die; -: frauliche
Erscheinung, frauliches / mütterlichesJ Wesen: sie hielt
nichts von übertriebener F.
Freak [fri.k], der; -s. -s [engl.-amerik. freak. H. u.l: 1. jmd..
der sich nicht ins normale bürgerliche Leben einjügt. 2.
jmd.. der sich in übertriebener, fanatischer Weise für etw.
begeistert (z.B. Motorradfreak).
frech [fre^] (Adj.) [mhd. vrech = tapfer, kühn, lebhaft,
keck. ahd. freh = ungezähmt. begierig, habsüchtig]: a) in
herausfordernder Weise, ohne Achtung u. Respekt vor
anderen; unverschätnt: ein -er Kerl; -e Antworten; das ist eine
-e (schamlose) Lüge; halt deinen -en Mund!; die Kinder
waren wieder sehr f. (ungezogen); sei nicht immer so
f. [zu mir]; zuletzt wurde er noch f. [und sagte ...]; jmdn.
f. anlügen; er hat sich seinen Lehrern gegenüber f.
benommen; jmdm. f. kommen (jmdm. unverschämt
gegenübertreten, ungehörige Anhörten geben); U etw. mit -er Stirn
(dreist) behaupten; *f. wie Dreck/(bes. berlin.:) Oskar
(salopp; sehr frech) [H. u.; vidi, nach dem Schriftsteller
Oskar Blumenthal (1852-1917), der sehr scharfe u.
„freche" Kritiken schrieb]; b) keck, auf liebenswerte Weise
respektlos u. draufgängerisch, keß, herausfordernd: eine -e
892
frei-, Frei-
Melodie pfeifen; eine -e Karikatur; -e Jeans mit vielen
Taschen (Petra 10. 1966, 41); sie ist f. frisiert; <Zusb.:>
fr^chaugtg <Adj>: mit frechen Augen: ein kleiner -er Junge;
<Zus.:> Frechdachs, der (fam.. meist scherzh. wohlwollend):
(auf liebenswerte Weise) freches kleines / Kind: du bist
ein richtiger kleiner F.!; die -e wollten mich mit
Schneebällen werfen; <Abl.:> Frechheit, die; -, -en: 1. <o. PI.) freches
Benehmen, das Frechsein: seine F. muß bestraft werden;
er treibt die F. zu weit; er besaß die F., zu behaupten
...; das ist der Gipfel der F. 2. freche Äußerung od.
Handlung: ich verbitte mir diese F.!; er konnte die -en seiner
Schüler nicht mehr ertragen; Frechling, der; -s. -e (geh.):
frecher Mensch, über den man sich entrüstet: Schnell wurde
der Bademeister zu Hilfe gerufen und der F. schleunigst
vertrieben (H. Grzimek. Tiere 16).
Freesie [Tre:zi3], die; -, -n [nach dem dt. Arzt F. H. Th.
Freese (t 1876)1: als Schnitt- u. Gartenblume kultivierter
Vertreter der Schwert Uliengewächse mit großen, glockigen,
weißen od. bunten, duftenden Blüten, die nach einer Seite
gerichtet sind.
Fregatte [fre'gata]. die; -. -n [frühnhd.. urspr. = Beiboot,
wohl < frz. fregate < ital. fregata; H. u.]:
schwerbewaffnetes, urspr. dreimastiges, heute hauptsächlich zum
Geleitschutz eingesetztes Kriegsschiff: Die F. ,.Lübeck*' traf im
Heimathafen ein; U eine aufgetakelte F. (eine allzu auffällig
herausgeputzte, nicht mehr ganz junge Frau); <Zus.:)
Fregattenkapitän, der: Marineoffizier im Rang eines
Oberstleutnants; Fregattvogel, der [da er den fischenden Seevögeln
die Beute abjagt wie früher die Kaperfregatten den
Handelsschiffen]: Vertreter einer Familie sub / tropischer
Meeresvögel mit meist schwarzem Gefieder, langem, an der
Spitze hakenförmig gekrümmtem Schnabel u. Schwhwnhäu-
ten an den Zehen.
frei Ifrajl <Adj.; -er. -leiste) Imhd. vri, ahd. fri; als Begriff
der germ. Rechtsordnung urspr. = zu den Lieben
gehörend , geschützt]: 1. a) sich in Freiheit (1) befindend,
unabhängig, nicht gebunden /vgl. Freie/: ein -er Mann; ein -es
Volk; (hist.:) eine -e Reichsstadt; der -e Wille; die -en
(von Arbeitgebern unabhängigen u. nichtgewerblichen)
Berufe; ein -er (freischaffender) Schriftsteller; er ist -er (nicht
festangestellter, gegen Einzelhonorar schreibender)
Mitarbeiter an der Zeitung; ein -es Leben fuhren; etw. zur -en
Verfügung haben; das -e Spiel der Kräfte; eine -e (nicht
wörtliche) Übersetzung; Verse in -en Rhythmen (ofine
festes metrisches Schema); f. nach Schiller (in Schillers
Art nachgedichtet, parodiert); das ist alles f. erfunden (be-
ru/it alles nicht auf Tatsachen); b) ohne Hilfsmittel: etw.
aus -er Hand (o/ine Lineal u. Zirkel) zeichnen; f. in der
Luft schweben; ein Gewicht f. (ohne Stütze) halten; er
hat f. (ohne Manuskript) gesprochen; c) nicht an
moralische Normen gebunden, von sittlichen Vorurteilen
unabhängig; unkonventionell: hier herrscht ein -er (natürlicher,
nicht konventioneller) Ton; sie hat sehr -e Ansichten; er
ist ein Verfechter der -en Liebe (des Zusammenlebens von
Mann u. Frau ohiu> Eheschließung u. olme den Willen zur
Unanflöslichkeit der eheartigen Bindung als Ausdruck einer
Lebensanschauung ); innerlich f. sein, werden; er ist sehr
f. im Gespräch (spricht offen über bestimmte, z. B. sexuelle
Dinge); sie benimmt sich etwas zu f.; etw. f. (ohne Scheu)
heraussagen; * ich bin so f.! (ich erlaube mir ohne weitere
Formalitäten, etw. zu tun od. zu nehmen, von einem Angebot
Gebrauch zu nutchen); d) (Chemie. Physik) nicht gebunden,
nicht fest in den Bau des Atom kern/s od. Moleküls
eingefügt: -e Elektronen; bei diesem Vorgang wird Stickstoff
f. 2.a) nicht behindert, nicht beeinträchtigt: ein -er Blick
bis zum Horizont; der -e (Physik; von keinem Widerstand
gebremste) Fall; -e Arztwahl; -e (von keiner Zensur
beeinträchtigte) Meinungsäußerung; der Zug hat < Fahrt, hält
auf-er Strecke (außerhalb des Ba/tnhofs); die Werke des
Dichters sind jetzt f. geworden (können ohne Honorar
nachgedruckt werden); das Signal steht auf „frei44; ein
f. stehendes (nicht mit Naclibarhäusem verbutuienes) Haus;
sich f. (unbeaufsichtigt) bewegen können; sich von
Vorurteilen f. machen (befreien); *f. und ledig (unbehindert;
ohne Rücksichten nehmen zu müssen); b) durch bestimmte
Dinge nicht mehr, beeinträchtigt od. gehemmt; ohne: er
ist f. von Schuld, Verpflichtungen, Sorgen; der Kranke
ist f. von Beschwerden. Schmerzen; von chemischen
Zusätzen -e Konserven; c) nicht festgenommen, nicht gefangen:
man hat ihn wieder auf -en Fuß gesetzt (freigelassen);
der Gefangene ist wieder f. (in Freiheit); der Räuber läuft
noch f. herum. 3. <nicht adv.> a) offen, unbedeckt, nicht
umschlossen: auf-em Feld; unter -em Himmel; die Stralk
führt auf einen -en Platz; das Gelände ist f. und gut
einzusehen; <subst.:> ins Freie gehen; im Freien sitzen,
übernachten; b) unbekleidet, bloß: ein Abendkleid mit -em Rücken;
das Kleid läßt Arme und Schultern f.; bitte den Oberkörper
(zur ärztlichen Untersuchung) f. machen! 4. <nicht adv.)
a) unbesetzt, nicht von andern benutzt: ein -er Stuhl; ein
-er Arbeitsplatz; der Posten ist noch nicht f. geworden;
ist hier noch [etwas] f.? (darf ich mich hierhersetzen?);
es sind, wir haben noch zwei Betten f.; ein Schild mit
der Aufschrift .Zimmer f."; die erste Reihe muß f. bleiben;
Limdm.] einen Platz f. machen; Straße f.!; Bahn f.!; (Boxen.)
Ring f.! R -e Bahn dem Tüchtigen!; b) verfügbar: -e Zeit
haben; für diesen Bau sind keine Mittel mehr f.; ich bin
jetzt f. (habe jetzt Zeit) für dich; sich einen Tag f. (ugs.;
Urlaub) nehmen; das Mädchen ist noch f. (ledig, noch
nicht an einen Partner gebunden); der Film ist f.
(zugelassen) für Jugendliche ab 16 Jahren. 5. <nicht adv.) kostenlos:
der Eintritt ist f.; jeder Reisende hat 30 kg Gepäck f.;
wir liefern die Ware f. Haus. f. deutsche Grenze (Kauf-
mannsspr.; ohne Transportkosten ins Haus, bis an die
deutsche Grenze). 6. <nicht adv.) (bes. Fußball) nicht gedeckt
und daher anspielbar; einen -en Mann anspielen; der
Rechtsaußen stand frei; sich f. stellen; vgl. aber: sich
freilaufen, freispielen.
frei-* Fi^t-: -aktie. die (Börsenw.): dem Aktionär ohne
Bezahlung zugeteilte Aktie; Gratisaktie; -antenne, die: svw. t
Außenantenne (Ggs.: Zimmerantenne); ^bad, das:
Schwimmbad im Freien; -ballon.der: svw. t Ballon (1 b) (Ggs.:
Fesselballon); ^bank,die<PI. selten: -bänke) [frühnhd. =
steuerfreier Verkaufsstand der Landfleischer in der Stadt]:
kommunale od. private Verkaufsstelle am Schlachthof für
Fleisch, das bei der Fleischbeschau als nur bedingt tauglich
abgestempelt wurde, dazu: ^bankfleisch, das; ^base, das;
-. -s (Baseball): auf Grund von vier Bällen zugesprochenes
*Base; -bauwetee, die (DDR): Bauweise, bei der
Produktionsaggregate ohne geschlossene Überbauung im Freien
aufgestellt werden; -bekommen <st. V.; hat): a) (ugs.) Urlaub.
Freizeit erhalten, (eine bestimmte Zeit) als schul- od.
dienstfrei zugeteilt bekommen: wir haben heute zwei Stunden
freibekommen; b) durch Geld. Eingaben. Beziehungen o. ä.
(einen Gefangenen, eine beschlagnahmte Sache o. ä.) wieder
herausbekommen: gegen eine hohe Kaution bekam man
den Inhaftierten frei; der Verlag wollte das Manuskript
wieder zum Druck f.; -berufler [-böru:fle], der; -s. -: in
einem freien Beruf Tätiger; -beruflich <Adj.; o. Steig.):
in einem freien Beruf tätig i: Ärzte, Rechtsanwälte.
Künstler sind im allgemeinen f. Tätige; er arbeitet f.; -betrag,
der (Steuerw.): Betrag, der vor der Berechnung der Steuer
vom Einkommen abgezogen werden kann: höhere
Freibeträge für Werbungskosten und Sonderausgaben ansetzen;
-beuter [-b^yte], der; -s, - [mniederd. vribüter =
Schiffsführer mit Vollmacht zum Kapern; Seeräuber, zu: vnbüte
= freigegebene Kriegsbeute; vgl. Beute]: a) (früher)
Seeräuber; b) (abwertend) jmd., der auf Kosten anderer
rücksichtslos u. erpresserisch! Gewinne erzielt: Jetzt drohen die
imperialistischen F. (Neues D. 5. 6. 64, 5), dazu: -beuter-
ausgabe, die (selten): svw. T Raubdruck, -beuterei, die;
-: a) (früher) Seeräuberei; b) (abwertend) skrupellose
Gewinner zielung auf Kosten aruierer. ^beuterbdi <Adj.): a)
<o. Steig.) (früher) den Freibeuter (a), die Freibeuterei (a)
betreffend; b) (abwertend) skrupellos auf Kosten anderer
Gewinne erzielend; -bler, das <o. PI.): aus Anlaß einer
Festlichkeit, eines Jubiläums o. dgl. t kostenlos
ausgeschenktes Bier; -billett,das(schweiz., sonst veraltend): vgl. ^karte;
-bitten <st. V.; hat): jmds. Freilassung erbitten: war ...
eine friedliche Gesandtschaft ausgeschickt worden, um
Hesione freizubitten (Hagelstange. Spielball 193);
-bleibend <Adj.; o. Steig.) (Kaufmannsspr.): unverbindlich: ein
-es Angebot; die Preise verstehen sich f.; -blocken <sw.
V.; hat) (bes. Basketball): den Bewacher eines Mitspielers
blocken, so daß dieser frei ist; -bord, der (Schiffahrt):
senkrechter Abstand zwischen Wasserlinie u. Bordkante
eines Schiffes: internationales Abkommen übenden F. von
Handelsschiffen, dazu: -borddeck, das (Schiffahrt): Deck
eines Schiffes, von dem aus der Freibord gemessen wird.
-bordmarke, die (Schiffahrt): mch internationalen
Richtlinien an der Außenwand des Schiffes eingezeichnete Markte-
893
frei-, Frei-
rung, die den geringsten zulässigen Freibord angibt; -boxen
<sw. V.; hat) (ugs.): aus einer bedrohlichen
Situation herausholen, heraushauen: jmdn. f.; er hat sich
freigeboxt (durchgesetzt); abrief, der [spätmhd. vribrief
= Privileg. Paß] (hist.): 1. Urkunde über eine erteilte
Erlaubnis (xl. Befreiung von einem Verbot: * kein F. für etw.
sein (nicht die vermeintliche Erlaubnis in sich schließen,
nach Willkür auch sonst Unerlaubtes od. nicht Übliches zu
tun): Liebe ist kein F. für Torheiten; einen F. für etw.
haben/einen F. haben, etw. zu tun {die besondere Erlaubnis
haben, etw. zu tun; meist verneint): Wenn ihr meint, ihr
hättet allein den F., Weiber zu nehmen (Hagelstange.
Spielball 56); jmdm. einen F. für etw. geben/ausstellen
(jmdm. volle Freiheit geben, etw. zu tun); etw. als F. für etw.
ansehen/betrachten (etw. für seine Zwecke ausnutzen): sie
betrachtet seine Gutmütigkeit als F. für ihre Ansprüche;
du scheinst mein Schweigen als F. für weitere Frechheiten
anzusehen. 2. Urkunde über die Entlassung aus der
Leibeigenschaft. 3. Urkunde, die jmds. freie Geburt bescheinigt:
-deck, das: nicht überdachtes Parkdeck /eines Parkhauses:;
-demokrat, der <meist PL): Kurzwort für Mitglied der
Freien Demokratischen Partei, dazu: -demokratisch <Adj.;
o. Steig.); -denker, der [LÜ von engl, freethinker]: jmd..
der bes. in bezug auf die Religion seine eigenen
Anschauungen hat. dazu: -denkerisch <Adj.>: nicht weltanschaulich
gebunden: Warum soll man grundsätzlich im Kopfe -er
sein, als das Herz auf die Dauer mitmacht? (Gehlen.
Zeitalter 102); -denkertum, das; -s: freidenkerisc/ie Wesensart;
-exemplar, das (Buch-. Zeitungsw.): kostenlos abgegebenes
Beleg-od. Besprechungsexemplar: -fang, der (Rugby):
Fangen eines Balles, unmittelbar nachdem er vom Gegner
abgegeben, nach vorn geworfen worden txi. gefallen od. von
einer Malstange od. Querfalte zurückgeprallt ist; -fahrkar-
te, die: svw. Kfahrschein; -Fahrschein, der: Schein, der
zu einer Freifahrt berechtigt; -fahrt, die: kostenlose Faltrt
mit der Eisenhahn <xl. einem anderen öffentlichen
Verkehrsmittel, die bestimmten Personen gewährt wird; -fechten,
das: Übungsform des Fechtens, bei der die Fechter alle
Kräfte u. alles Können einsetzen; -fläche, die: zwischen
Wohngebieten liegende absichtlich zur Auflockerung
freigelassene unbebaute Fläche; -flug, der: 1. kostenloser Flug:
er hat einen F. nach Amerika gewonnen. 2.
(Rhönradturnen) Übung, bei der der Turner mit den Füßen in den
Bindungen ohne unterstützenden Griff der Hände turnt; -frau,
die (spätmhd. vrivrouwel: 1. <o. PI.) Adelstitel der Ehefrau
eines Freiherrn (Anrede: Baronin). 2. E/iefrau eines
Freiherrn; -friulein, das: Tochter eines Freiherrn (Titel: Freiin);
-gäbe, die <P1. ungebr.): das Freigeben, Freigegebenwerden:
die F. eines Gefangenen; die F. der Wechselkurse durch
die Bundesbank; -ganger, der: im modernen Strafvollzug
Häftling, der nach Bewäfirung tagsüber ohne besondere
Aufsicht in einem normalen Betrieb arbeiten darf u. abends
in die Vollzugsatistalt zurückkehrt; -geben <st. V.; hat):
l.a) aus der Haft (xJ. aus einer Bindung entlassen u. dem
Betreffenden die Freiheit wieder geben: einen Gefangenen
f.; er hat seine Verlobte freigegeben (der von ihr
gewünschten Auflösung der Verlobung zugestimmt); seine Firma gibt
ihn nicht frei (hält ihn in seiner Stellung fest); b) etw.
Beschlagnahmtes, unter Verschluß Gehaltenes wieder
herausgeben, nicht mehr zurückhalten, zur Verfügung
stellen: die gesperrten Auslandsguthaben, die Akten wurden
freigegeben; der Schiedsrichter gibt den Ball frei (Fußball;
läßt das Spiel nach einer Unterbrechung wieder fortsetzen).
2. der Öffentlichkeit, dem freien Gebrauch übergeben: eine
Straße für den Verkehr f.; der Film ist für Jugendliche
nicht freigegeben (zugelassen); Ü jmdm. den Weg f. (jmdn.
passieren, vorbeigehen lassen); das große Fenster gibt den
Blick auf die Berge frei (läßt die Berge ungehindert sichtbar
werden). 3. Freizeit gewähren, kurzen Urlaub geben: der
Chef gibt ihm für diesen Tag frei; -gebig [-ge:bi<;] <Adj.)
[veraltet gebig. gäbig = gerne gebend, zu t Gabel: großzügig
im Schenken; immer bereit vom Eigenen abzugeben: ein
-er Mensch; (veraltend:) er war f. gegen alle; jmdn. f.
mit Geschenken überhäufen; Ü Auflausalze, die von den
Straßenbauverwaltungen in oft recht -er (iron.;
verschwenderischer) Weise verwendet werden (Kosmos 2, 1965. 42);
sie ist recht f. mit ihren Reizen, zeigt ihre Reize f., dazu:
-gebigkeit, die; -; -gefecht, das: svw. t -fechten; -gehege,
das: größere, meist gitterlose Fläche in einem Tiergarten I,
auf der bestimmte Tiere in möglichst artgemäßer Umgebung
gehalten werden; -geist, der <P1. -er) [LÜ von frz. esprit
libre]: svw. t^denker, dazu: -geisterei, die; -:
freidenkerisches Wesen, Freidenkertwn, -geistig < Adj.): svw. t ^denke-
risch; -gelinde, das: Ausstellungs gelände unter freiem
Himmel: -gebissene, der u. die: -n. -n (Dekl. t Abgeordnete)
(hist.): in die Freiheit entlassener Sklave, entlassene Sklavin;
-gepäck, das: Gepäck, das bei einem Flug i kostenlos
mitgenommen werden kann: 20 kg F. sind zugelassen;
Bericht, das: svw. TFeme (1); -gewehr, das (Schießsport): 1.
Sportgewehr für das Schießen auf 50 u. 300m. 2. <0. PI.)
kurz für t Freigewehr-Dreistellungskampf; -gewehr-Drei-
st$Hungskampf, der: svw. T Dreistellungskampf; -giebig
[-gi:bi<;l: fälschlich flirNgeblg; ^graf,der (hist.):
Vorsitzender eines Freigerichts, dazu: -grafschaft, die: Amtsbezirk
eines Freigrafen; -grenze, die (Steuerw.): Einkommens
betrag, bis zu dem keine Steuer erhoben wird; MWt. das
(Zollw.): Ware, die nicht verzollt werden muß; -haben <unr.
V.; hat) (ugs.): Urlaub. Freizeit haben: kann ich heute
nachmittag f.?; wir haben heute die 6. Stunde frei (keinen
Unterricht mehr); -hafen, der: Hafen bezirk,, indem
Güter, die nicht zur Einfuhr ins Inland bestimmt sind, zollfrei
umgeschlagen werden; -hatten <st. V.; hat): I. für jmdn.
die Zeche bezalden: er hat die Tisch runde den ganzen
Abend freigehalten. 2.a) offenhalten; nicht versperren:
Einfahrt bitte f.!; bei Stauungen muß eine Fahrbahn für
Rettungsfahrzeuge freigehalten werden; b) belegen, reservieren:
ich werde [dir/für dich] einen Platz f.; <f. + sich:) kannst
du dich morgen für mich f.? 3. vor etw. bewahren,
schützen: der Bürgersteig ist von Schnee freizuhalten; -hand-
bibiiothek, -handbücherei, die: für die allgemeine Benutzung
geöffnete Bibliothek, bei der der Leser die Bücher selbst
aus den Regalen entnehmen kann; -handel, der [LÜ von
engl, free trade]: System eines durch keinerlei Zölle.
Devisenvorschriften o.a. eingeschränkten zwischenstaatlichen
Handelsverkehrs, dazu: -handelsgedanke. der, -handelszo-
ne, die: durch vertraglichen Zusammenschluß Gebiet
mehrerer Staaten, zwischen denen Freihandel besteht; -händig
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): 1. ohne technische Hilfsmittel:
-es Zeichnen; der K rüg wurde f. (ohne Drehscheibe)
modelliert. 2. ohne sich mit den Armenj aufzustützen:
Schießübung stehend f.; es ist verboten, f. radzufahren. 3.
(Amtsspr.) ohne öffentliche Versteigerung od.
Ausschreibung; unter der Hand: bei kleineren Arbeitsvorhaben läßt
sich eine -e Vergabe rechtfertigen; eine gepfändete Sache
f. verkaufen; -Windler, der [LÜ von engl, free trader]:
An/iänger des Freihandelsgedankens; -händlerisch <Adj.;
o. Steig.): den Freihandel betreffend: eine -e Politik;
-handzeichnen, das: künstlerisches Zeichnen ohne Lineal od.
andere Hilfsmittel; -heraus <Adv.): unumwunden,
geradeheraus, ohne Umschweife, direkt: f. gesagt ist das Unsinn;
etw. f. bekennen; -herr, der [spätmhd. vrlherre. vrier herre
= freier Edelmann]: 1. <o. PI.) Adelstitel eines Atigehörigen
einer Klasse des niederen Adels (als Bestandteil des
Familiennamens hinter dem Vornamen stehend; Anrede:
Baron): die Gedichte Börnes F. von Münchhausens. 2.
Angehöriger einer Klasse des niederen Adels: sie ist mit einem
-n verlobt; Ü Meines Wissens ist Liegekur. Ihre Kurve
und die Platte geben Ihnen gar kein besonderes Recht,
den -n zu spielen (großaufzutreten;Th. Mann. Zauberberg
731), dazu: -herrlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.): zu einem
Freiherrn gehörend; den Titel od. Stand eines Freiherrn
betreffend: eine -e Familie; das -e Wappen derer von ...,
-hermkrone, die (Her.): Rangkrone der Freiherren mit 7
in je einer Perle endenden Zacken, -herrnstand, der <o.
PL); -kämpfen <sw. V.; hat): durch kämpferischen Einsatz
befreien: die Eingeschlossenen wurden freigekämpft;
Ü Meine Mandeln zogen den Schmerz zurück, meine
Luftröhre kämpfte sich frei (Küpper, Simplicius 157); -karte,
die: kostenlos abgegebene Eintrittskarte: die Redaktionen
der Tageszeitungen erhalten jeweils zwei -n zu allen
Premieren; -kaufen <sw. V.; hat): durch einen Löse geldbetrag
befreien: wo wir auf dem Sklavenmarkt eine Reihe schöner
Mädchen freigekauft hatten (Hagelstange. Spielball 246);
ich wurde entführt und sollte mich f.; Ü sich von einer
Schuld, von der Verantwortung f. (sich durch Geld eines
Schuldgefühls, einer inneren Verpflichtung entledigen);
-kirche,die: vom Staat u. den Landeskirchen / unabhängige
protestantische Kirche: einer F. angehören; -kommen <st.
V.; ist): loskommen, sich befreien: er war endlich aus dem
Gefängnis freigekommen; es (= ein Volk) wird, da es
894
frei-, Frei-
von der mystischen Angst nie freikommt, die Erlösung
nicht finden (Thieß, Reich 146); -konzert, das (Schweiz.):
Konzert im Freien: -körperkultur, die <o. PL): Baden u.
Bewegung in der freien Natur mit nacktem Körper:
Nudismus: Abk.: tFKK; -korps. das (hist.): aus Freiwilligen
gebildeter Truppen verband: -kreuzen, sich <sw. V.; hat)
(Seemannsspr.): bei auflandigem Witul durch ständiges
Kreuzen von der Küste freikommen: -kugel. die: (in der
Sage) vom Teufel gegossene Flintenkugel\ die mit Sicherheit
trifft: -kuvert, das: svw. Numschlag; -ladebahnhof. der
(Eisenb.): Güterbahnhof mit Fredadegleisen: -ladegleis. das
(Eisenb.): unmittelbar neben einer Straße od. Kaianlage
verlaufendes Bahngleis, das ein direktes Umladen vom
Güterwagen auf Straßen- bzw. Wasserfaixr zeuge od. umgekehrt
ermöglicht: -ladekai. der: vgl. -ladebahnhof; -land. das
<o. PI.) (Landw.. Gartenbau) Anhaufläche im Freien (im
Unterschied zu Gewächshaus od. Frühbeet): junge Pflanzen
ins F. umsetzen, dazu: -landgemüse. das: Gemüse, das
im Freiland auf natürliche Weise ausgereift, nicht im
Gewächshaus getrieben ist. -landkultur. die: Pflanzenzucht
im Freilatid (Ggs.: Treibhauskultur), -landpflanze, die: 1.
Kulturpflanze, die im Freien überwintern kann. 2. im Freilanil
gezogene od. zu ziehende Pflanze, -land rose, die: im Freiland
gezogene Rose: -lassen <st. V.; hat) /vgl. Freigelassene/:
jmdm. od. einem Tier die Freiheit wieder geben: aus der
Haft od. einer Fesselung entlassen: einen Gefangenen f.;
der Vogel wurde freigelassen; man hat ihn gegen eine
Kaution freigelassen; sie ließ den Hund frei (machte die
Leine los u. ließ ihn frei laufen), dazu: -lassung, die; -.
-en; -lauf, der (Technik): (bei Motorfahrzeugen, beim
Fahrrad u. bei Maschinen) Vorrichtung zum zeitweiligen Aus-
schalten der Verbindung zwischen Antrieb u. Rädern: der
F. muß geölt werden, dazu: -laufbremse, die: Bremse im
Falirradfreilauf: -laufen, sich <st. V.; hat) (bes. Fußball,
Handball, Hockey): laufend seinem Bewacher entkommen
u. dadurch frei, ungedeckt sein: geschickt läuft er sich frei;
-lebend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von Tieren) in der
freien Natur, nicht gefangen u. nicht als Haustiere lebend:
-lesen <sw. V.; hat): durch Schneiden. Graben o. ä. deckemle
Schichten entfernen u. so den Gegenstand, der gefunden
od. untersucht werden soll, klar zutage treten lassen: der
Chirurg legte die Bauchhöhle frei; die Grundmauern eines
römischen Hauses wurden freigelegt, dazu: -legung,
die; -, -en; -leitung, die: oberirdisch an Masten geführte
elektrische Leitung: -lichtaufliihrung. die:
Theateraufführung im Freien: -liditbühne, die: svw. t-lichttheater (a);
-lichtkino.das: svw. f Autokino; -lichtmalerei, die <o. PI.)
[wohl nach frz. peinture de plein air, eigtl. = Malerei
in freier Luft, zu plein = voll u. air = Luftl: das Malen
von Landschaften unmittelbar in u. nach der Natur: -licht-
museum, das: volkskumJliche Museumsanlage, in der
Wohnformen (mit vollständig wieder aufgebauten Wohnhäusern.
Stallungen u. ä.) im Freien dargestellt sind: -lichttheater.
das: a) Anlage mit Bühne u. Zuschauerbänken für Theater-
aidführungen im Freien: b) <o. PI.): svw. t -lichtaufliihrung:
vor dem Schloß gibt es heute F.; -lichtveranstaltung, die;
-los, das: 1. unentgeltliches Lotterielos. 2. Los. durch das
eine Mannschaft, ein Spieler kampflos die flachste Runde
erreicht: -hiftbehandlung,die (Med.): Allgemeinbehandlung
im Freien zur Abhärtung und Kräftigung: -hiftcaf£. das
(DDR): Cafe im Freien: -luftmuseum, das (selten): svw.
t-lichtmuseum; -hiftschach, das: svw. tGartenschach;
-hjftschule,die: Heim schule für gesundheitlich gefährdete
Kinder, in der der Unterricht im Freien stattfindet: -luftspiel.
das; -hfftunterricht, der: Schulunterricht im Freien:
-machen <sw. V.; hat): 1. (Postw.) Briefmarken auf eine
Postsendung aufkleben (als Nachweis, daß die Beförderungsgebühr
im voraus bezahlt worden ist): frankieren: diesen Brief
mußt du mit 70 Pfennig f. 2. (ugs.) a) <f. + sich) sich
dienstfrei nehmen, freie Zeit erübrigen: kannst du dich
heute für mich f.?; b) nicht arbeiten: heute nachmittag
will ich f.; -machung, die; -: I. (Postw.) das Freimachen
(1). Frankieren: für bestimmte Postsendungen ist F. Pflicht.
1. das Freimachen (subst. aus: frei machen), Bereitstellung:
Räumung. Freigabe: die F. von Sozialwohnungen, zu 1:
-machungszwang. der <o.#Pl.>; -marke, die: svw. t
Briefmarke; -maurer. der [LÜ von engl, free mason, urspr.
= in die Geheimzeichen der Bauhütten (engl, lodges, t
Loge) eingeweihter Steinmetzgeselle]: Mitglied eines weltweit
verbreiteten, in verschiedene t Logen gegliederten
Männerbundes mit ethischen u. kosmopolitischen Zielen u. einem
(urspr. von den mittelalterlichen Baufwtten übernommenen)
mystischen Ritual, dazu: -maurerei, die <o. PL): Bewegung
der Freimaurer, -maurerisdi <Adj.; o. Steig. >: die Freimaurer
betreffend, von den Freimaurern stammend, -maurerloge.
die: Gruppe, organisatorischer Zusammenschluß von
Freimaurern: -mit. der: OffetJwit. Aufrichtigkeit: mit
großem F. sprechen; -mutig <Adj.>: ohne Ängste u. falsche
Rücksicht seine Meinung bekennend, offen: eine -e
Aussprache; ein -es Geständnis; er äußerte sich sehr f.;
-mütigkeit. die; -: freimütige Art: -nacht, die (Schweiz.):
Nacht ohne Polizeistunde im Wirtshaus: -plastik. die
(Kunstwiss.): Plastik im Freien (ohne Verbindung mit einem
Bauwerk): -platz, der: 1. a) kostenlose Ausbildung an
Schule. Hochschule od. Internat: es müssen Freiplätze für
begabte Nachwuchskräfte geschaffen werden; b) kostenloser,
durch eine Freikarte nachgewiesener Sitzplatz in einem
Theater. Konzert o.a. 2. (Ballspiele) Spielfeld im Freien
bei Ballspielen, die überwiegend in der Halle betrieben
werden: ^pressen <sw. V.; hat): durch Erpressung aus der
]Huft befreien: die Terroristen wurden freigepreßt;
-räum, der: 1. (Psych.. Soziol.) Möglichkeit zur
Entfaltung eigener Kräfte u. Ideen (für eine Person od. Grupper.
sozialer F.; bietet die Bücherei „einen F. zur spontanen,
zweckfreien Beschäftigung" (MM 31. 10. 74, 17). 2. (bes.
Volleyball) außerhalb des eigentlichen Spielfeldes an den
Seitenlinien verlaufender Im breiter Streifen: -religiös
<Adj.; o. Steig.): nicht dogmatisch gebunden, nicht der
Landeskirche angehörend: eine -e Gemeinde; ^saß. -sasse,
der; -sassen, -sassen [mhd. vrisäse, vgl. sitzen] (hist.):
persönlich freier Bauer, dessen Land aber einem Grundherrn
gehörte: -schaffend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): nicht
angestellt: in eigener Verantwortung ! kütistleriseh od.
wissenschaftlich arbeitend: er ist -er Architekt; <subst.:>
Steuervergünstigungen für Freischaffende; -schar, die (hist.):
militärischer Verband aus Freiwilligen, dazu: -schärler
[-Je:^1b], der; -s, - (hist.): Mitglied einer Freischar: -schaufeln
<sw. V.; hat): durch Sclmufeln freilegen: die zugeschneiten
Wege müßten freigeschaufelt werden; Ü wenigen gelingt
es, sich freizuschaufeln und ihr eigenes Leben zu fuhren
(Hörzu45.1972,46); -schießen <st V.; hat): durch Schießen
frei machen: die Gangster versuchten, sich den Weg
freizuschießen; er wollte den Komplizen f.; -schießet, der,
seltener: das (Schweiz.): Schießen ohne Wettbewerb: -schlag,
der (bes. Hockey, Polo): nach einer Regelwidrigkeit vom
Schiedsrichter verfügtes unbehindertes Schlagen des Balles
od. Pucks durch die Gegenpartei: -schleppen <sw. V.; hat)
(Schiffahrt): (ein auf Grund gelaufenes Schiff durch ein
anderes) herausziehen u. ins freie Wasser bringen: der
Frachter mußte freigeschleppt werden; -schuß, der: a)
durch einen Treffer gewonnener kostenloser Schuß (in einer
Schießbude): b) (in der Sage) Schuß mit einer Freikugel:
^schützlel. der: (in der Sage) Gestalt eines Mannes, der
mit Freikugeln schießt: -schwimmen, sich <st. V.; hat):
eine Schwimmprüfung ablegen als Nachweis für die
Fertigkeit, eine Viertelstunde ohne Schwimmgurte od. andere
Hilfsmittel sicher schwimmen zu können: schon als
Fünfjähriger hatte er sich freigeschwommen; Ü du hast lange
genug nach genauen Anweisungen gearbeitet, nun mußt
du dich f. (selbständig werden: lernen, aus eigener
Verantwortung zu handeln )t dazu: -Schwimmer, der: jmd.. der
sich freigeschwommen hat. dazu: -Schwimmerzeugnis, das;
-setzen <sw. V.; hat): a) (Physik, Chemie, Med.) aus der
bisherigen Bindung lösen: Energie f.; bei der Explosion
werden tödliche Strahlen freigesetzt; b) (Wirtsch.)
von den bisherigen Aufgaben entlasten (u. für andere
bereitstellen): Arbeitskräfte für etw. f.; 5000 Bergleute wurden
freigesetzt (verhüll.; entlassen), dazu: -setzung, die; -, -en;
-singen, sich <st. V.; hat) (als Sängeriinj während des
Singens allmählich das Lampenfieber überwinden: -sinn.
der <o. PL): a) (veraltet) freiheitliche, liberale Gesinnung:
b) Kurzwort für Freisinnig-demokratische Partei in der
Schweiz: Ja-Parole des schweizerischen -s (S. Kaiser, Die
Besonderheiten der deutschen Schriftsprache in der
Schweiz. 1969, 1. 117); -sinnig <Adj.>: a) (veraltet) von
freiheitlicher Gesinnung: f. eingestellt sein; b) <o. Steig.)
die politische Richtung des Freisinns (b) betreffend, <subst.
zu b:) -sinnige, der u. die; -n. -n (Dekl. t Abgeordnete);
-spielen <sw. V.; hat): a) (Ballspiele) so spielen, daß man
selbst od. ein Mitspieler der eigenen Partei frei, ungedeckt
895
Freie
ist: jmdn. f.; Wir hielten den Ball flach und spielten uns
frei (Walter, Spiele 76); b) <f. + sich) auf der Bühne,
auf dem Konzertpodium seine Hemmungen beim Spielen
überwinden: -sprechen <st. V.; hat): l.a) (jur.) durch
Gerichtsurteil vom Vorwurf der Anklage befreien: der
Angeklagte wurde [mangels Beweises/wegen erwiesener
Unschuld] freigesprochen; b) erklären, doli jmdn. für etw. keine
Scliuld trifft od. doli er bestimmte negative Eigenschaften
nicht hat: ich muß ihn von der Verantwortung für diesen
Schaden f.; er ist von allen eigennützigen Beweggründen
freizusprechen. 2. (Handw.) nach bestandener Prüfung zu/n
Gesellen od. Facharbeiter erklären: zwanzig Lehrlinge
wurden freigesprochen, dazu: ^spredwng, die; -. -en; -spruch,
der: gerichtliches Urteil, das einen Angeklagten freispricht:
auf F. erkennen; -Staat, der (veraltend): Republik: F.
Bayern; -statt,-statte,die; -, -statten (geh.): Asyl. Zufluchtsort
(andern Dinge getan od. gesagt werden können, die anderswo
nicht möglich sind): eine F. für geistige
Auseinandersetzungen; -stehen <st. V.; hat): l.jmds. Entscheidung überlassen
sein: es steht dir frei, ob du kommen willst; es steht ihm
frei, zu gehen oder zu bleiben. 2. leer, nicht besetzt sein:
die Wohnung hat lange freigestanden; <meist im 1. Part.:)
eine freistehende (unbewohnte) Wohnung; -stelle,die: svw.
t ^platz (a); -stellen <sw. V.; hat): l.jmdn. zwischen
mehreren Möglichkeiten entscheiden lassen: jmdm. die Waid
überlassen: es wurde ihm freigestellt, wie er seine Arbeit
einteilte. 2. aus bestimmten Gründen, für bestimmte Zwecke van
Dienst befreien: man hat ihn für einen Fortbildungskurs
freigestellt; jmdn. vom Wehrdienst f.; zu 2: -Stellung, die:
jmds. F. erbitten, -stelhingsbescheid, der: amtliches
Dokument, in dem eine Freistellung (z.B. vom Wehrdienst)
bescheinigt wird. -Stempel, der (Postw.): mit der Frankier-
nmschine aufgedrückter Stempel (der beweist, daß die
Sendung freigemacht ist), dazu: -stempeln <sw. V.; hat): mit
der Frankiermaschine freimachen: die freizustempelnden
Gebühren sind im voraus zu entrichten; freigestempelte
Briefe, -stempler 1-Jtanple). der; -s, -: svw. T
Frankiermaschine; -stil,der <o. PI.) (Sport): a) kurz für t Freistilringen;
b) kurz für t Freistilschwimmen: ein neuer Rekord über
100m Freistil; -stilringen, das (Sport): bestimmte Art des
Ringens, bei der Griffe am ganzen Körper u. Beinstellen
erlaubt sind, dazu: -stilringer, der. -stilringkampf, der;
-stitsdiwimmen, das (Sport): Schwimmdisziplin, in der
die Wahl des Schwimmstils freigestellt ist: ^stoß. der
(Fußball): als Strafe nach einer Regelwidrigkeit vom
Schiedsrichter verfügtes unbehindertes Stoßen des Balles
durch einen Spieler der gegnerischen Mannschaff: einen
F. verhängen, treten; auf F. entscheiden; direkter F.
(Freistoß, der unmittelbar ins Tor gehen darf): indirekter F.
(Freistoß, aus dem ein Tor nur erzielt werden kann, wenn
dazwischen noch ein anderer Spieler den Ball berüfirt). dazu:
-Stoßspezialist, der: Spieler, der auf das Aufführen von
Freistößen spezialisiert ist. -stoßtor, das: Tor. das durch
einen Freistoß txl. unmittelbar im Anschluß an einen solchen
erzielt wurde, ^stoßtrick, der: bei der Ausführung eines
Freistoßes angewandter Trick: -stück, das: svw. T -exem-
plar; -Student, der (veraltet): Student, der keiner
Korporation angehört; -stunde, die: freie Stunde zwischen Zeiten
der Arbeit od. des Unterrichts: -tisch, der (veraltend):
kostenlose warme Mahlzeit für jmdn., der nicht auf eigene
Kosten essen gehen kann: -e für Studenten; ^tod, der
[nach Nietzsches ..Vom freien Tode4' 1906 gepr. von
Fritz Mauthnerl (verhüll.): Selbstmord: zahllose weitere
wählten den F. im Exil (Kantorowicz, Tagebuch I, 30);
-tor, das (Polo): für ein gefäfirliches Foul in unmittelbarer
Nähe des Tores der sich verfehlenden Mannschaft dem
Gegner zugesprochener Treffer: -tragend <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Bauw.): o/ine Stütze, ohne Stützpfeiler: eine -e Brük-
kc; -treppe, die (Archit.): außen vor einem Bauwerk
liegender prunkvoll ausgestalteter Aufgang; stritt, der (Rugby):
Platz-. Sprung- od. Falltritt, der dem Spieler zugesprochen
wird, dem ein Freifang gelungen ist; -Übung, die (meist
PI.) (Sport): gymnastische Übung ohne Gerät od. nur mit
Handgerät (Hantel. Keule o.a.): -cn machen; -Umschlag,
der: frankierter Briefumschlag; -verkehr, der (Bankw.):
Handel mit Wertpapieren außerhalb der amtlichen
Börsennotierungen: der Kurs war im F. um 5 Punkte gestiegen;
-verlad, der (schweiz.): Laderampe mit standgeldfreien
Fristen; ^viertel, das (Her.): ein durch halbe Spaltung u. Imlbe
Teilung entstandenes Viertel des Schildfeldes; -wache, die
(Seemannsspr.): a) dienstfreie Zeit zwischen zwei Wachen:
F. haben; b) dienstfreier Teil der Mannschaft: die F. sitzt
beim Skat; -w^g, <Adv.) (ugs.): unbekümmert, ohne
Skrupel: Leugnen, dachte er. f. und ganz stur leugnen (Böll.
Adam 50); -werber, der (veraltet): jmd.. der im Auftrag
eines amier en um ein Mädchen wirbt: ^werter, der
(Basketball, Handball. Wasserball): den Freiwurf ausführender
Spieler; -wild, das [eigtl. = zur Jagd freigegebenes Wild]:
der Willkür anderer schutzlos preisgegebener Mensch: Sind
unsere Frauen und Kinder F. für Rowdys? (Welt 9. 11.
65,11); -willig <Adj.; o. Steig.): aus eigenem freiem Willen;
ohne Zwang: -e Helfer; dieser Dienst ist f.; f. mitkommen,
sich zu einem Unternehmen melden, in den Tod gehen;
keiner verzichtet gern f.; ein -es (freiwillig abgeleistetes)
soziales Jahr; die -e Feuerwehr (aus Freiwilligen bestehende,
nicht berufsmäßig arbeitende Feuerwehr). <subst.:) -willige,
der u. die; -n. -n (Dekl. tAbgeordnete): jmd.. der auf
Grund einer freiwilligen ■ Länger Verpflichtung beim Militär
Dienst tut; -Willigkeit, die: freiwilliges Handeln; ^wurf,
der (Hand-, Korb-, Wasser-. Basketball): als Strafe nach
einer Regelwidrigkeit vom Schiedsrichter verfügter
unbehinderter Wurf des Balles durch einen Spieler der gegnerischen
Mannschaft, dazu: -wurflinie, die (Basketball. Handball):
Linie, von der aus ein Freiwurf ausgeführt wird, -wurfraum,
der (Basketball): unter dem Korb eingezeichnetes Trapez
mit dem um den Mittelpunkt der Freiwurflinie gezogenen
Halbkreis; -zeichen, das <o. PI.) (Nachrichtent.): in
regelmäßigen Abständen sich wiederholender Summion. der
anzeigt, daß die gewählte Telefon- od. Telexnummer frei ist;
-zeichnen, sich <sw. V.; hat) (jur.): vertraglich die
Haftung einschränken: sich von einer Haftung f., dazu:
-zeidinungsklausel. die (jur.): die Haftung einschränkende
od. ausschließende Klausel in einem Vertrag; ^zeit, die:
1. <PI. selten) Zeit, in der jnui nicht zu arbeiten braucht,
keine besonderen Verpflichtungen hat; für Hobbys <xl.
Erholungfrei verfügbare Zeit: seine ganze F. gehört der Familie;
„aber es gibt doch -en. Man macht nicht immer
Schularbeiten (Gaiser, Schlußball 95); wenig F. haben; seine F. im
Garten verbringen; er opfert seine ganze F. für den Verein;
sie liest viel in ihrer F. 2. mehrtägige Zusammenkunft
für Gruppen mit bestimmten gemeinsamen Interessen / zwecks
Besinnung u. Aussprache : das Jugendamt veranstaltet
-en für Schüler; an einer F. teilnehmen; zu 1: -zeitanzug,
der. -zeitbekleidung, die: vgl. -zeitkleidung. -zeitbeschäf-
ttgung, die: wäfirend der Freizeit als Hobby ausgeübte
Beschäftigung. Liebhaberei, -Zeitgesellschaft, die (Soziol.):
die heutige Gesellschaft im Hinblick auf die Problematik,
die sich aus einem zunehmenden Maß an Freizeit ergibt.
-Zeitgestaltung, die (Soziol., Päd.): Art u. Weise, in der
die Freizeit gestaltet wird, -zeithemd, das: ohne Krawatte
mit offenem Kragen, zu tragetules Hemd, -zeitindustrie,
die: Industriezweig, der bes. die Bedürfnisse der Menschen
in ihrer Freizeit befriedigt, -zeitjacke, die: vgl. ^zeitklei-
dung, -zeitkleidung, die: in der Freizeit getragene legere,
unkonventionelle bunte Kleidung, -zeitsport, der: in der
Freizeit zur Freude u. Erholung betriebener Sport; -Zeitwert,
der: Wert (einer Landschaft o. ä.). der durch die zum
sinnvollen u. erholsamen Verbringen der Freizeit vorhandenen
Möglichkeiten bestimmt wird: der Stadtwald hat einen hohen
F.; -zügig R>y:gic] <Adj.) [zu: Zug = das Ziehen,
Wandern]: 1. frei in der Wahl des Wohnsitzes; nicht ortsgebunden,
durch häufigen Ortswechsel gekennzeichnet: Artisten führen
meist ein -es Leben; sie (= Babka) hauste bei Weressejew
als -e unabhängige Katze (A. Zweig. Grischa 269). 2.a)
großzügig: sich nicht streng nach Vorschriften richtend: f.
im Geldausgeben sein; warnte die
Arzneimittel-Kommission ... vor -em (unkontrolliertem) Gebrauch des Mittels
(Spiegel 48, 1965, 164); b) nicht den bürgerlichen
Moralbegriffen entsprechend: ein sehr -er Film; die -er gewordenen
vorehelichen Beziehungen zwischen Jugendlichen
(Wohngruppe 7). dazu: -zügigkeit, die; -. dazu: -zügigkeitsver-
kehr, der (DDR Bankw.): Verfafirensweise. naih der
Einzahlungenauf Sparbücher u. Rückzahlungen bei allen
Kreditinstituten u. Postämtern vorgenommen werden können.
Freie, der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete) [mhd. vriel
(hist.): Person aus dem Stand derer, die volle Rechtsfähigkeit
u. politische Rechte besaßen; vgl. frei (1 a).
freien [frajan] <sw. V.; hat) [mniederd. vrien. vrigen. md.
vrien, entw. <asächs. friehön = lieben od. zu asächs.
fri = Frau. Weibl (veraltet): l.a) heiraten, mit jmdm.
896
fremd-, Fremd -
eine EJie schließen: er dachte nicht daran, sie zu f.; Mir
war. als müsse ich ... Professor Kuckucks reizende Tochter
f. und als ihr Gatte in Lissabon bleiben (Th. Mann, Krull
359); b) heiraten, die Ehe eingehen: er war zu jung, um
zu f.;Spr jung gefreit, [hat] nie gereut. 2. für einen andern
einer weihlichen Person einen Heiratsantrag machen, um
sie werben, beim Vater um ihre Hand bitten: er freite
lange um sie; <Abl.:> Freier, der; -s, - [mniederd., mhd.
(md.) vrierl: a) (veraltend) jmd.. der (für sich od. für einen
andern) um ein Mädchen freit: Bewerber: ein Bild, wie
es uns die „Odyssee" von der Heimkehr des Listenreichen
entwirft, vom Gelage der F. und vom Blutbad im großen
Saal (Ceram, Götter 73); b) (verhüll.) Kunde einer Dirne
od. eines Strichjungen: leichte Damen und ihre F. (MM
28. 2. 74); jeder Strichjunge weiß, daß sein F. das weiß
(Spiegel 7. 1976. 105).
frejerdings (veraltend): aus freien Stücken, freiwillig.
Freierplatz, der; -es, -platze (Schweiz.): Platz, Stelle innerhalb
der Stadt, wo Dirnen od. Striclijungen auf Kundschaft war-
ten: Frejersfüße <P1.) in der Wendung auf -n gehen
(scherzh.. nur von andern gesagt; eine Ehefrau suchen:
bald heiraten wollen): dein Bruder sieht neuerdings so fein
aus. der geht wohl auf -n; Fixiersmann, der; -[eis. ...leute:
svw. T Freier.
Freiheit, die; -. -en [mhd. vriheit. auch = privilegierter
Bezirk, gefreiter Ort, ahd. friheit = freier Sinn; verliehenes
Vorrecht, zu tfreil: 1. <o. Pl.> Zustand, in dem der
Betreffende von bestimmten persönlichen od.
gesellschaftlichen als Zwang od. Last empfundenen Bindungen od.
Verpflichtungen frei ist u. sich in seinen
Entscheidungen o. ä. nicht mehr eingeschränkt fühlt;
Unabhängigkeit. Ungebunäenheit: die persönliche, politische F.;
die F. des Geistes, der Presse; die F. (freie, allgemeine
Zugänglichkeit) der Meere; zur akademischen F. gehört
die F. von Forschung und Lehre; seine F. bewahren,
erhalten, genießen, verlieren; sich seine [innerel F.
erkämpfen; sich für die F. einsetzen; du kannst dich in voller F.
entscheiden; F., Gleichheit, Brüderlichkeit (aus der Franz.
Revolution stammende Losung für die politischen
Grundforderungen); * F. von (das Freisein von): F. von Not und
Furcht; F. von Hemmungen; F. vom Schematismus
der Bürokratie. 2. <o. Pl.> Möglichkeit, sich frei u.
ungehindert zu bewegen; das Nicht- mehr- gefangen-Sein:
einem Gefangenen, einem Tier die F. schenken,
[wiedergeben; (geh..) jmdm. die F. rauben, jmdn. seiner F. berauben;
(geh.:) der Täter hat seine F. verwirkt; er muß sich erst
an die F. gewöhnen; ein Tier in der F. beobachten; der
Verhaftete ist wieder in F.: durch die Explosion wurden
giftige Gase in F. gesetzt (strömten ... aus). 3. einzelnes
Grund recht; bestimmtes Vor;recht, das jmdm. zusteht
od. das er sich nimmt: besondere -en genießen; das ist
dichterische F. (Gestaltung nach dem Recht des Dichters,
von den Tatsachen u. der historischen Genauigkeit
abzuweichen): die Mode erlaubt heute viele -en (Abweichungen
von der Norm); *slch <Dativ> die F. nehmen, etw. zu tun
(sich etw. erlauben, das Recht zu etw. nehmen); <Abl.:>
freiheitlich <Adj.>: nach Freiheit strebend, von der Freiheit
bestimmt: eine -e Gesinnung; die Verfassung ist f.; dieser
Staat wird sehr f. regiert; freiheitliebend (Schweiz.): svw.
T freiheitsliebend.
ftfjheits-, Frejheits-: -apostel, der (spött.): jmd.. der bei
jeder Gelegenheit um seine Freiheit besorgt ist u. ständig
von Freiheit redet; ^bedürfhis, das; -begriff, der:
Vorstellung von Freiheit: die -e sind in Ost und West sehr
verschieden; -beraubuns. die (jur.): widerrechtlicher Entzug
der persönlichen Bewegungsfreiheit (durch Einsperren.
Verschleppen o.a.); -beschränkung, die; -bestrebung, die
(meist PL); abrief, der: svw. t Freibrief (2); -dichter, der:
Dichter aus der Zeit der Freiheitskriege (b); Mining, der
<o. Pl.>: Sehnsucht. Streben nach Freiheit: ein unbändiger
F.; Miressur, die: (im Zirkus) Dressur, bes. mit Pferden,
ohne Reiter u. ohne Longe; Mlurst, der (geh.): heftiger
Freiheitsdrang; Entziehung,die <o. PI.) (Jur.): rechtmäßige
Unterbringung einer Person für begrenzte Zeit in einem
Gefängnis. Haftraum, einer Kranken-. Heilanstalt o.a.;
^entzug, der: Entzug der Freiheit nach Gerichtsurteil: jmdn.
zu drei Jahren F. verurteilen; -feindlich <Adj.): -e Erlasse.
Gesetze; ^gedanke, der: vgl. ^idee; -gedieht, das;
-gefährdend <Adj.; nicht adv.>: eine Gefahr für die Freiheit
darstellend: -e Anordnungen, Bestimmungen; -geftthl,das; -grad.
der (Physik): die Bewegungsmöglichkeit eines Körpers im
dreidimensionalen Raum; -held, der; ^idee, die: / Ideall
Vorstellung vom Prinzip der Freiheit; ^kampf. der: Kampf
um die Freiheit /eines Volkes/; -kämpfer, der; -krieg,
der: a) Krieg für die Freiheit (1 a); b) <PL> (hist.) die Kämpfe
von 1813-15. die Europa von der Herrschaft Napoleons
befreiten: -liebe, die <o. PI.); -liebend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): sich für die Freiheit einsetzend: -e Völker;
-räum, der: geistiger Bereich, der die Grundrechte der
Freiheit umfaßt: der Staat soll den F. seiner Bürger so wenig
wie möglich einengen; ^recht, das (meist PI.): jedes im
Sinne des Freiheitsgedankens dem einzelnen u. den Völkern
zustehende Recht: die -e verteidigen; -Sehnsucht, die; -sinn,
der <o. PL): freiheitliche Gesinnung; -strafe, die (jur.):
Strafe des Freiheitsentzugs: hohe -n wurden beantragt;
-streben, das; -wille, der <o. PL); -wünsch, der <o. PL).
Freiin [Tr^jin], die; -, -nen: 1. <o. PI.) Adelstitel für die
unverheiratete Tochter eines Freiherrn (Anrede: Baroneß).
2. unverheiratete Tochter eines Freiherrn; freilich <Adv.)
[mhd. vriliche = ungehindert, unbekümmert, dann =
unverdeckt. offenkundig]: I. jedoch, hingegen, allerdings
(einschränkend, einräumend): sie arbeitet schnell, f. nicht
sehr gründlich; man muß f. bedenken, daß ... 2. (bes.
südd.Uö, natürlich, selbstverständlich, gewiß doch (als
bekräftigende Antwort. Zustimmung): Kommst du mit?-
Ual f.; Kann ich mich darauf verlassen?-Freilich!
Frdtag, der; -[eis, -e [mhd. vrltac. ahd. fria-, frijedag, zum
Namen der mit der röm. Liebesgöttin Venus
gleichgesetzten Göttin Frija, der Gemahlin Wodans (ahd. FriUJa, eigtl.
= die Geliebte. T frei); LÜ von lat. Veneris dies = Tag
der Venus]: füiifter Tag der mit Montag beginnenden Woche:
ein schwarzer (unglücklicher, durch geschäftlichen
Mißerfolg gekennzeichneter) F. (nach Freitag, dem 24. 9. 1869.
als durch spekulative Manipulationen amerikanischer
Finanzmänner zahlreiche Bankkunden ruiniert wurden);
♦der Stille F. (Karfreitag); vgl. Dienstag; Freitag-, freitä-
gtg. freitäglich, freitags vgl. Dienstag- usw.
Freite ['fiqjtol, die; - [mhd. (md.) vriät(e). zu tfreienl
(veraltet): Brautschau, meist in der Wendung auf die F. gehen
(landsch.; [meist von andern gesagt] sich eine Frau suchen):
er ist alt genug, er sollte endlich auf die F. gehen; Frejung,
die; -, -en (selten): das Freien. Heiraten: die Einheirat
durch F. der Tochter (Mantel. Wald 114).
fremd [fremtl <Adj.; -er. -este) [mhd. vrem(e)de, ahd. fremi-
di. urspr. = entfernt, dann = unbekannt, nicht vertraut):
1. <nur attr.) nicht dem eigenen Land od. Volk angehörend;
von atulerer Herkunft: ein -es Volk; -e Länder, Sitten;
-e Sprachen lernen; -e Arbeitskräfte ins Land holen. 2.
einem anderen gehörend; einen anderen, nicht die eigene
Person, den eigenen Besitz betreffend: -es Eigentum; man
soll sich nicht in -e Angelegenheiten mischen; das ist nicht
für -e Ohren bestimmt; etw. ohne -e Hilfe schaffen; ein
Buch unter -em Namen (einem Decknamen) herausgeben.
3.a) unbekannt, nicht vertraut: -e Menschen; in -er
Umgebung leben müssen; diese Sache ist, bleibt mir f.;
Verstellung ist ihr f. (sie kann sich nicht verstellen); warum tust
du so f. (bist du so zurückhaltest)?; ich fühle mich hier
f. (kann mich hier nicht einleben); ich bin f. hier (kenne
mich hier nicht aus, weiß hier nicht Bescheid); sie sind
einander f. geworden (verstehen sich nicht mehr); b)
ungewohnt; nicht zu der Vorstellung, die man von jmdm., etw.
hat, passend; anders geartet: das ist ein -er Zug an ihm;
mit seinem Bart sieht er ganz f. aus.
frpnd-, Fr^md-: -arbeiter, der (veraltend): ausländischer
Arbeiter; Gastarbeiter: als Kellner arbeiten spanische F.
(Spiegel 29, 1966, 72); Noch nicht ein Jahr war vergangen
seit dem Ende des Krieges, seit der Befreiung der F. (Mo-
star. Unschuldig 153); --artig <Adj.): ungewöhnlich; fremd
wirkend: ein -es Aussehen; ein f. gemustertes Kleid; diese
Musik klingt f.. dazu: -artigkeit, die; -; -besitz, der (jur.):
Besitz, den jmd. für sich nutzen kann, ohne Eigentümer
zu sein (z.B. Mietwohnung; Ggs.: Eigenbesitz); -bestäu-
bung, die (Bot.): Bestäubung der Narbe einer Blüte mit
dem Blütenstaub einer andern Blüte derselben Art; ^bestim-
mung, die (Politik. Wirtsch.. Soziol.): das Bestimmtsein
durch andere, von denen der Betreffende abhängig ist:
Ablösung der F. durch Selbstbestimmung und
Selbstorganisation der abhängig Beschäftigten (Stamokap 95);
^einwirkung, die <o. PI.) (Verkehrsw.): unbekannt
bleibender störender Einfluß von außen, der auf jmds. Fahrweise
57 GDW
897
Fremde
einwirkt (meist verneint): er geriet ohne F. mit seinem
Motorrad ins Schleudern und stürzte; ^erresung, die
(Technik): Erzeugung des für den Betrieb eines
Elektromotors nötigen Magnetfeldes durch eine fremde, unabhängig
arbeitende Stromquelle; -finanziening, die (Finanzw.):
Kapitalbeschaffung durch Beteiligung Dritter (Ggs.:
Eigenfinanzierung); -gehen <unr. V.; ist) (ugs.): außereheliche
Beziehungen haben; dem Ehepartner untreu sein; Ich habe
Krampfadern, ... zwei Kinder, die langsam verkommen,
und eine Frau, die fremdgeht - aber ich bin Soldat (Kirst.
08/15. 418); -genutzt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von
Wohnräumen) vom Eigentümer nicht selbst benutzt;
vermietet (Ggs.: eigengenutzt); ^Herrschaft, die <PI. selten)
(Politik): Beherrschung eines Volkes. Staates od. eines seiner
Teilgebiete durch eine fremde Macht; -kapital, das
(Wirtsch.: Ggs.: Eigenkapital): 1. Kapital eines
Unternehmens, das ihm von außen (durch Anleihen, langfristige
Darlehen o. ä.) zur Verfügung gestellt wird. 2. ausfretnden Mitteln
aufgebrachtes Kapital zur Finanzierung einer Sache; ^kör-
per. der: 1. (Med., Biol.) etw.. was von außen in einen
Körper. Organismus eingedrungen ist: einen F. im Auge
haben; Perlen bilden sich in der Muschel, um einen
eingedrungenen F. abzukapseln. 2. nicht zur Umgebung passende
Person od. Sache: dieser Betonbau ist ein F. im
altertümlichen Straßenbild; in der neuen Umgebung fühle ich mich
als F.; -ländisch [-lendij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
aus einem fremden Land stammend; ausländisch: -e
Pflanzen; er sieht sehr f. aus; -mittel <P1.) (Finanzw.): fremde
Geldmittel (Ggs.: Eigenmittel); -reflex, der: Reflex, bei
dem die den Reiz aufnehmenden u. eine Reaktion auslösenden
Strukturen in verschiedenen Organen liegen (Ggs.:
Eigenreflex); -spräche, die: fremde Sprache, die man sich nur durch
bewußtes Lernen aneignet (Ggs.: Muttersprache): mehrere
-n beherrschen, dazu: -Sprachenkorrespondent, der. -spra-
chenkorrespondentin, die: kaufmännische r Angestellte r
mit der Befähigung, selbständig Korrespondenzen in einer
od. mehreren Fremdsprachen zu erledigen (Berufsbez.).
-sprachensatz, der (Druckw.): fremdsprachiger Schriftsatz.
-Sprachenunterricht, der. -sprachig <Adj.; o. Steig.): a)
(nicht adv.) eine fremde Sprache sprechend: -e
Bevölkerungsteile; b) in einer fremden Sprache geschrieben: -e
Literatur; c) in einer frenuien Sprache gehalten : -er
Unterricht; -sprachlich <Adj.; o. Steig.; nur attr): a) zu einer
Fremdsprache gehörend, daraus kommend: -e Wörter im
Deutschen; b) auf eine Fremdsprache bezüglich, über eine
Fremdsprache: -er Unterricht mit Hilfe des Sprachlabors;
-stimmig <Adj.: o. Steig.; nicht adv): von fremden (einem
andern Volk zugehörigen) Vorfahren abstammend, dazu:
-stiimmigkeit, die: fremde Abkunft; -Stoff, der <meist PI.)
(Med.): fremde, als Gift wirkende Substanz; Allergen;
-verschulden, das: Anhaltspunkte für ein F. am Tod des
Unbekannten liegen nicht vor; -Währung, die (Finanzw.):
ausländische Wälirung; -wort, das <PI. -Wörter) [vermutlich
gepr. von dem Philosophen u. Puristen K. C. F. Krause
(1781-1832) u. durch Jean Paul im Hesperus (1819)
verbreitet]: aus einer fremden Sprache übernommenes (u. in
Aussprache od. Sclireibweise od. Flexion noch nicht voll
der eigenen Sprache angeglichenes) Wort: „interessant"
ist ein F.; viele Fremdwörter gebrauchen; *[fiir imdn.]
ein F. sein (ein bestimmtes positives Gefüllt o.a. nicht
kennen, von etw. nicht berührt werden, sich nicht darum
bemüfien od. kümmern, als geistige oder seelische Haltung
jmdm. fremd sein): Toleranz, die in unserem geliebten
Vaterlande ein F. ist (Remarque. Obelisk 155); Blutrache
ist bei uns ein F.; Arbeit ist für ihn ein F., dazu:
-Wörterbuch, das: Wörterbuch, das die gebräuchlichen Fremdwörter
der eigenen Sprache erklärt, ^wortfrei <Adj.; o. Steig.):
fast olme Fremdwörter: er bemüht sich, möglichst f.
zu schreiben, -wortreich <Adj.): mit vielen Frenutwörtern.
'Fremde f fremdal, der u. die; -n, -n <DekI. T Abgeordnete)
[mhd. vremdel: a) Person, die aus einer anderen Gegend
stammt, nicht in dem bestimmten Ort od. Land zu Hause
ist: ein -r hat es hier schwer, heimisch zu werden; b)
Unbekannte rj: ein -r steht an der Tür; fremde [-1. die;
- [mhd. vrem(e)de] (geh.): Land fern der Heimat; / weit
entferntes Ausland: Emigranten, verschlagen in fremdeste
F. (Remarque, Triomphe 62); fremdeln ['fremdln! <sw.
V.; hat): vor Frenuien scheu, ängstlich sein: das Kind
fremdelt; fremden [Tremdn] <sw. V.; hat) (Schweiz, mundartl.):
fremdeln: das Kind fremdet immer noch.
Fremden-: -bett, das: *)für einen Hotelgast o. ä.
bereitstehendes Bett; Hotelbett: in dem Ferienort gibt es 300 -en;
b) für einen privaten Gast bereitstehendes Bett; -buch, das:
Buch in einem Hotel, in das laufend die Personalien der
Übernachtenden eingetragen werden; -freouenz, die
(Schweiz.): Zahl der Fremden; Besucherzahl; -fttirer, der:
jmd.9 der gegen Bezahlung fremden Besuchern die
Sehenswürdigkeiten eines Ortes. Gebäudes o.a. zeigt u. erklärt;
-fuhrerin, die: w. Form zu t -führen -heim, das: kleinerer
Betrieb von privaterem Charakter zur vorübergehenden
Beherbergung von Gästen; -Industrie, die: Gewerbe, das dem
Tourismus dient; -legion, die <o. PI.): aus fremden, nicht
französischen Berufssoldaten gebildete Truppe in Frattk-
reich. dazu: -legionär, der; -liste, die: Verzeichnis der
in einem Ort od. einem bestimmten Hotel übernachtenden
Personen; -paß, der: . nur für begrenzte Zeit gültiger Paß.
der einem Fremden (meist Staatenlosen) in dem Land
ausgestellt wird, in dem er seinen neuen Wohnsitz hat: er hat
als Flüchtling einen F. beantragt; -pension, die: svw. t
Pension (2); -polizei, die <o. PL): für Ausländer zuständiges
Dezernat einer Polizeibehörde; -recht, das: svw. t Auslän-
derrecht; -Sitzung, die: öffentliche Karnevalssitzung;
-verkehr, der: Reisen u. Aufenthalt Ortsfremder zu Erholungs-.
Heil- od. Bildungszwecken; , Urlaubs }reiseverkehr;
Tourismus: für den F. werben; dieses Dorf lebt vom F.. dazu:
-Verkehrsgebiet, das: Gebiet. Landschaft mit sehr starkem
Fremdenverkehr, -verkehrsverein, der: vgl. Verkehrsverein;
-zimmer, das: a) Hotel-. Gasthauszimmer; b) Zimmer für
private Gäste in einer Wohnung.
Fremdheit,die; -, -en <PI. selten): das Fremdsein. Unvertraut-
heit: es gab zwischen ihnen keine F. [mehr]; F. gegenüber
einem Menschen, in einer Umgebung empfinden; daß
einem alle -en wieder einfielen, mit denen man selbst ...
zu tun gehabt (Chr. Wolf. Nachdenken 29); Fremdling,
der; -s, -e [mhd. vrcmdelincl (veraltend, meist dichter.):
Fremder, der sich auch innerlich fremd fühlt od. seiner
Umgebung besonders fremd vorkommt: er blieb immer ein F.
im Kreise der andern; Tiere erkennen einen F. in ihrem
Revier sofort; Frandtümelei [...tyma'l^j], die; -
(abwertend): übertriebenes Nachahmen alles Frenuien.
frenetisch [fre'ne:tij] <Adj.) [aus der Fügung „frenetischer
Bei fair* für frz. applaudissements frenetiques; urspr. als
med. Fachwort = wahnsinnig, toll < lat. phreneticus
< griech. phrenetikös. zu: phrcn = Zwerchfell (als Sitz
der Seele) bzw. phrenTtis = Gemütskrankheit, Wahnsinn]
(bildungsspr.): stürmisch, rasend, leidenschaftlich: -er
Beifall; Aus der Spielfreude war eine Spiellust geworden ....
eine -e Wut (St. Zweig. Schachnovelle 72); der Sänger
wurde f. gefeiert.
Frenuhm [Tre:nulum]. das; -s. ...la [Vkl. zu lat. frenum
= Zaum, Zügel, Band] (Anat.): 1. kleines Bändchen, kleine
Haut- bzw. Schleimhautfalte. 2. Hautfalte, die die Eichel
des männlichen Gliedes mit der Vorhaut verbindet; Vorhaut-
bändchen.
Freon© [freo.n], das; -s [amerik. Kunstwort zu engl, to
freeze = gefrieren machen]: halogenierter
Kohlenwasserstoff, der als Kältemittel u. als Treibgas Verwendung findet.
frequent [fre'kvent] <Adj.; -er, -este) [lat. frequens (Gen.:
frequentis) = häufig, zahlreich]: 1. (veraltend) häufig,
zahlreich: durchschaut man die Seele eines Dichters kraft der
-esten Worte in seinem Werk (Deschner, Talente 73). 2.
(Med.) beschleunigt: der Puls ist sehr f.; Frequenta ©
[...ta], das; -[s]: keramischer Isolierstoff der
Hochfrequenztechnik; Frequentant [...'tant], der; -en, -en [lat. frequentäns
(Gen.: frequentantis), 1. Part, von: frequentäre. t
frequentieren] (veraltet): regelmäßiger Besucher; Frequentation
[...ta't$io:n].die; -. -en [lat. frequentätio = Häufung]
(veraltet): häufiges Besuchen; Frequentativ [...ta'ti:fl. das -s, ...ive
[...i:va], Frequentativian [...ta'ti:vum], das; -s, ...iva [aus
lat. verbum frequentätiviim]: svw. t Iterativ; frequentieren
[frekvEn'thren] <sw. V.; hat) [lat. frequentäre] (geh.): häufig
besuchen; häufig (an einem bestimmten Ort) verkehren;
im Gebrauch bevorzugen: sie frequentierten die kleine
Weinstube am Markt; eine stark frequentierte (von vielen
benutzte) Verkehrsverbindung; Frequenz [fre'kventß], die; -, -en
[lat. frequentia = zahlreiches Vorhandensein, Häufigkeit]:
1. Höhe der Besucherzalii Zustrom; Verkehrsdichte: die
F. des Elternabends war gut; eine Schulklasse mit niedriger
F.; eine Straßenkreuzung mit starker F. 2.a) (Physik)
Schwingungszahl von Wellen (pro Sekunde): das Rund-
898
frettieren
funkgerät auf die F. eines Senders einstellen; stoßen sie
(= die Fledermäuse) höhere Ortungsrufe aus, deren F.
von 30000 bis 80000 Schwingungen in der Sekunde für
das menschliche Ohr unhörbar ist (Menzel, Herren 57);
b) (Med.) Zahl der Puls- od. Herzschläge (pro Minute).
frequenz-, Frequenz-: Minderung, die (Physik): Änderung der
Schwingungszahl: -band, das <P1. -bänder) (Nachrich-
tent.): abgegrenzter schmaler Frequenzbereich: -bereich,
der (Nachrichtent.): Gruppe von /elektromagnetischen/
Schwingungen mit ähnlichen Eigenschaften: allste, die
(Schweiz.): Anwesenheitsliste: Mnesser.der (Physik): Gerät,
mit dem Schwingungszahlen gemessen werden, dazu: Mnes-
sung. die (Physik); -modutotion, die (Nachrichtent.):
Frequenzänderung der Trägerwelle (um Störungen beim
Empfang verschiedener Inhalte wie Sprache, Musik möglichst
zu vermeiden), dazu: -modulator, der (Nachrichtent.):
Gerät zur Frequenzmodulation, ^moduliert <AdJ.; o. Steig.)
(Nachrichtent.): in bezug auf die Frequenz gesteuert:
Magnetbandgeräte ... speichern die Meßwerte direkt oder
f. (Elektronik 11.1971. A 52); -wekhe, die (Nachrichtent.):
elektronisches Schaltungselement zum Aussondern od.
Zusammenschalten einzelner Frequenzbereiche.
Freske [Treska], die; -, -n [frz. fresque] (selten): svw. f
'Fresko; 'Fresko [Tresko], das; -s, ...ken [gek. aus:
Freskogemälde < ital. pittura a fresco, Ta fresco] (Kunstwiss.): auf
frischem, noch feuchtem Verputz ausgeführte Malerei: das
F. an der Decke zeigt eine biblische Szene; an der
Außenwand wurden gotische Fresken freigelegt; 2Fresko [-1, der;
-s [Phantasiebez. nach 'Fresko]: poröses, rauhes
Kammgarngewebe in Leinwandbindung; Fr^skogemälde, das; -s.
-; Freskomalerei, die: -. -en: Malerei auf feuchtem Putz
(Ggs.: Seccomalerei).
freß-t FreB- f fres-1: -barren, der (südd., österr.): svw. t
Barren; ^beutel« der: a) Brotbeutel; b) Futterbeutel für ein
Pferd: ^gelage, das; ^gier, die: Begierde zu fressen;
Gefräßigkeit (derb auch von Menschen), dazu: -gierig <Adj.>:
gefräßig, unersättlich; -korb, der (ugs.): a) auf einen Ausflug
mitgenommener Korb mit Verpflegung; b) Geschenkkorb
mit besonderen Delikatessen u. alkoholischen Getränken:
der millionste Besucher erhielt einen F.; -lust, die <o.
Pl.>: vgl. ^gier, dazu: -lustig <AdJ.>; -napf, der: kleines
Gefäß, in dem Haustieren (bes. Hunden, Katzen, zahmen
Vögeln) das Futter hingestellt wird: M»ket. das (ugs.):
Paket mit Lebensmitteln, mit dem man jmdm. etw. Gutes
zukommen lassen will: ^phtz. der: Ort, an den Tiere zum
Fressen zu kommen pflegen: auch Raubtiere haben ihre
bestimmten Freßplätze; -sack, der: a) (veraltet) /Reise/-
sack mit Verpflegung, bes. für Soldaten; b) (derb) jtnd.,
der viel ißt: gefräßiger Mensch: Hast gegessen jetzt, alter
F.. ist genug! (Fussenegger. Zeit 421); -schale, die: svw.
t^napf; -sucht, die <o. PI.): krankhafte Sucht zu fressen,
dazu: -süchtig <Adj.>; -trog, der: großes Futtergefäß (z. B.
für Schweine); ^welle. die (salopp): sich /nach einer Zeit
der Entbehrung! in der Allgemeinheit für kürzere Zeit
ausbreitende Sucht nach gutem u. reichlichem Essen: Dann,
als wir schon wieder ganz arriviert waren und obenauf,
kam die F. (Simmel. Stoff 224); -Werkzeuge <PL> (Zool.):
die der Naixrungsaufnahme dienenden Organe (bes. bei
Insekten): -zangen <P1.> (Zool.): besonders ausgebildete
Zangen der Insekten, die der Nahrungsaufnaltme dienen; -Zellen
<PL> (Zool., Med.): zur Aufnahme u. Vernichtung von
Fremdkörpern (z. B. Bakterien) ausgebildete Zellen im Blut
bei Menschen u. Tieren.
Fressalien [frE'sa:lpn] <PI.) [zu t fressen, wohl studentisches
Wort, in Analogie zu tViktualien geb.] (ugs., oft scherzh.):
Lebensmittel, Verpflegung: F. Tür unterwegs
zusammenpacken; Fresse [Tresa], die; -, -n (derb): 1. Mund: er hat
sich die F. beschmiert; *eine große F. haben/die F. weit
aufreißen (prahlen; großsprecherisch tun. aufschneiden):
[ach] du meine F.! {nein, so etwas!; Ausruf des Erstaunens);
die F. hallen (stillschweigen). 2. Gesicht: Knallrote, nach
Rasierwasser riechende F. (Böll, Haus 180); ich kann seine
F. nicht mehr sehen: er schlug ihm in die F.; *jmdm.
die F. polieren/imdm. eins vor die F. geben (jmdm. heftig
ins Gesicht schlagen); fressen [Tresn] <st. V.; hat) [mhd.
v(e)re33en. ahd. fre33an, geb. aus dem Präfix ver- u. Tessen,
alsourspr. = weg-,aufessen, verzehren]: l.a) (von Tieren)
feste Nahrung zu sich nehmen: der Hund fraß gierig; das
Reh hat mir aus der Hand gefressen; (derb, meist
abwertend von Menschen:) er frißt wie ein Scheunendrescher
(ißt sehr viel), er frißt für drei; b) (von Tieren) als Nahrung
zu sich nehmen, verbrauchen: Kühe fressen Gras; der Hund
fraß gierig das Fleisch; dem Vieh [etwas] zu f. geben;
(derb, meist abwertend von Menschen:) die Leute wollen
endlich etwas zu f. haben; wer hat meine Schokolade
gefressen (weggenommen u. aufgegessen)?: keine Angst,
ich will dich nicht f. (ugs. scherzh.; ich tue dir nichts
zuleide); sie sah mich an. als wollte sie mich f. (sah mich
böse an); R wie's kommt, [so] wird's gefressen (man muß
die Dinge nehmen, wie sie sind); Ü Kilometer f. (abwertend;
in schneller Fahrt viele Kilometer zurücklegen, ohne einen
Blick auf die Landschaft zu werfen)', *etw. in sich f. (Ärger
od. Kummer schweigend hinnehmen, aber seelisch um so
mehr darunter leiden; nach Psalm 39. 3); etw. gefressen
haben (ugs.; etw. geistig in sich aufgenommen, verstanden
haben, so daß man es nun weiß od. kann); jmdn., etw.
gefressen haben (ugs.; jmdn., etw. absolut nicht leiden
können, hassen: jmd.. etw. ist gleichsam eine Nahrung, die
man aufgenommen hat. aber nicht verdauen kann); jmdn.
»im Fressen gern haben (ugs.; unaussprechlich lieben); zun
Fressen sein/aussehen (ugs.; /von Mädchen od.
Kleinkindern besonders hübsch, niedlich sein, aussehen); c) durch
Nahrungsaufnaltme in einen bestimmten Zustand bringen:
der Hund hat den Napf leer gefressen; (derb:) ihr werdet
mich noch arm f.; das Tier hat sich satt gefressen; (derb:)
da kannst du dich voll, krank, dick [und rund] f.; d)
durch Fressen erzeugen: die Motten haben Löcher in den
Pullover gefressen; Ü (ugs.:) der Urlaub hat ein großes
Loch in die Kasse gefressen. 2. a) verbrauchen, verschlingen
[um dadurch eine Leistung zu erzielen/: der Motor frißt
viel Benzin; diese Anschaffungen fressen Geld; der Neubau
frißt all seine Freizeit; die Arbeit frißt ihn ganz und gar;
b) (geh.) zerstörend durchdringen, aufzehren: die Flammen
fressen das Gras; die Sonne frißt den Schnee; der Wald
wird von der Stadt gefressen (verdrängt); c) zerstörend
an etw. arbeiten, um sich greifen: Rost frißt am Metall;
der Lärm frißt an den Nerven; ein fressendes (sich
ausbreitendes) Geschwür; d) <f. + sich) kontinuierlich nagend
u. zerstörend in etw. hinein-, durch etw. hindurchdringen:
die Motten fressen sich in die Wolle; Ü der Rost frißt
sich weiter; die Säge frißt sich durch das Holz; ich habe
mich mühsam durch das dicke Buch gefressen (habe es
ganz gelesen): Fressen, das; -s: Futter: der Katze ihr F.
geben; (derb abwertend von Menschen:) das F. in der
Kneipe ist mies; der soll sein F. selbst bezahlen; Erst
kommt das F., dann kommt die Moral (Brecht,
Dreigroschenoper, 2. Akt); *ein gefundenes F. für imdn. sein (ugs.;
jmdm. sehr willkommen sein, weil die Sache den Wünschen
des Betreffenden entgegenkommt u. er sie für sich ausnutzen
kann; das Futter ist gefunden worden, braucht also nur
noch gefressen zu werden); sich ein F. aus etw. machen
(ugs.; etw.. was andere ärgert, mit Vergnügen tun); Fresser,
der; -s. -: a) Tier, das in bestimmter Weise feste Nahrung
zu sich nimmt: ein schneller F.; dieses Tier ist ein geduldiger
F. (frißt alles, was man ihm vorsetzt); b) (derb, oft
abwertend) Mensch, der viel ißt od. dessen Ernährung andere
Geld kostet: ein großer, unnützer F.; sie hat viele F.
(Kinder) großzuziehen; Fresserei [fresa'r^j], die; -, -en (derb
abwertend): a) allzu ausgedehntes u. üppiges Essen. Gelage:
das war eine große F.; b) <o. Pl.> unmanierliche Art des
Essens: deine F. kann ich nicht mehr mit ansehen!
Frett [frei], das; -[e]s, -e, Frettchen, das; -s, -[1: niederl.
fret, frz., mniederl. füret < vlat. *fürittus = Räuberchen
od. lat. furo = Räuber]: Vertreter einer haihzalimen Art
des Iltis, die zum Kaninchenfang verwendet wird.
fretten [Tretn], sich <sw. V.; hat) [mhd. vret(t)en, eigtl.
= wund reiben,ahd. fratön] (südd.,österr. ugs.): l.sich wund
reiben, scheuern: sich die Zehe f. 2. sich mühsam
durchbringen: sich sehr abmüfien mit etw.: Da hat dieses Kind
einen reichen Großvater gehabt, ... und es hat sich f.
müssen, und muß es heute noch (Doderer, Dämonen 1067);
woanders haben sie schon ganz andere Maschinen, und
wir müssen uns immer noch mi t dem alten Pofel f.
(Fussenegger. Zeit 180); <Abl.:> Fretter [Trete], der; -s, - (südd.,
österr. ugs.): a) jmd., der sich nur mühsam durchbringt:
b) geiziger Mensch; Fretterei [freto'r^j], die; -, -en (österr.
ugs.): a) hartes, mühseliges Leben: b) mühevolle Arbeit,
die kein Ende nehmen will.
frettieren [fre'tl:ren] <sw. V.; hat) [zu t Frett] (Jägerspr.):
mit dem Frett/chen] Kaninchen jagen.
57'
899
freud-, Freud-
fraid-. Freud- (mit freude-, Freude- u. freuden-.
Freudenwechselnd): ^los <Adj.; -er, -este>: ohne Freude, traurig;
öde: ein -es Dasein; eine f. wirkende Umgebung, dazu:
-toigkeit, die; -: die F. ihres Lebens; ^voll <Adj.>: voller
Freude, beglückend: Erinnerungen an eine -e
Vergangenheit.
Freude [TrgyddJ. die; -, -n [mhd. vröude, ahd. frewida,
frouwida. zu tfroh]: 1, <o. PI.) hochgestimmter
Gemütszustand. Gefühl des Aufschwungs, das Froh- und Beglücktsein:
eine große, tiefe F.; eine diebische F.; die F. an der Natur,
über das Geschenk; es ist eine [rechte, wahre] F.. ihm
zuzusehen; das ist keine reine F. (das tut. sieht man nur
ungern); es wird mir eine F. sein, Sie zu begleiten (ich
werdeSiegerne begleiten); jmdm. mitetw. [eine] F. machen,
bereiten (jmdn. mit etw. erfreuen); du machst mir F.!
(iron.; du enttäuschst mich sehr): jmdm. die F. verderben,
(ugs.:) versalzen; seine helle F. an etw. haben; etw. aus
F. an der Sache, (ugs. scherzh.:) aus Spaß an der F. tun;
vollfer] F. zustimmen; außer sich vor F. sein; sie möchte
vor F. an die Decke springen (ugs.; freut sich unmäßig):
zu unserer größten F.; Spr geteilte F. ist doppelte F.; * Freud
und Leid (geh.; Glück ü. Unglück des Lebens): in Freud
und Leid zusammenhalten; mit -n (gerne, mit Vergnügen):
Begleiten Sie mich? - Mit -n! 2. <PI.) etw.. was jmdn,
erfreut: die -n des Sommers, der Liebe; die kleinen -n
des Alltags genießen; sie lebten herrlich und in -n (es
ging ihnen sehr gut),
freude-, Froide- (gelegtl. mit freud-, Freud- u. freuden-,
Freuden-wechselnd): -bebend <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
(geh.): vor Freude bebend: f. erwartete sie ihn; -bringend
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): ein -es Geschenk; -bringer,
der: vgl. Freudenbringer; -leer <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(geh.): ihr Herz ist f.; -los <Adj.>: vgl. freudlos; -losigkeit,
die: vgl. Freudlosigkeit; -Spender, der: vgl.
Freudenspender; -strahlend <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>: vor Freude
strahlend: sie sah mich f.. mit -en Augen an; -tranken
<Adj.: o. Steig.) (geh.): trunken vor Freude: sie war f.
nach dieser Begegnung; -voll <Adj.>: vgl. freudvoll.
freuden-, Freuden- (gelegtl. mit freud-. Freud-, freude-.
Freude- wechselnd): -arm <Adj.; nicht adv.): arm an Freude
(Ggs.: -reich): ein -es Leben führen; -ausbrach, der:
plötzliche, heftige Äußerung von Freude: sie reagierte auf die
Nachricht mit einem lauten F.; -becher, der (dichter.):
Fülle der Freude, des Glücks: den F. leeren (sein Glück
restlos genießen, auskosten); -bekundung, die: die
Mitteilung wurde mit lauten -en aufgenommen; -botsdiaft,
die: man brachte ihr die F., daß alle gerettet seien; -brineer,
der (geh.): die Musik ist ein wahrer F.; -fest, das: ein
F. feiern; -feuer. das: zum Zeichen der Freude
entzündetes Feuer; -gebrüll. -geheul. -aeschrei. das: lautstarker
Ausdruck der Freude; -haus, das: svw. t Bordell: „Einen
Pufl?' Ein Bordell. Ein F. Verschiedene Worte für
die gleiche Sache" (Kirst, 08/15. 399); -junge, der:
Jugendlicher, der sich homosexuell prostituiert; -leer <Adj.>:
vgl. freudeleer; -los <Adj.): vgl. freudlos; -mädchen, das
[LÜ von frz. Pille de joie] (geh. verhüll.): Prostituierte:
Juana ist Packerin, F. nur übers Wochenende (Frisch.
Homo 255); -mahl, das (geh.): aus einem freudigen Anlaß
verunstaltetes Malil. Festessen; -rausch, der: sich in einem
wahren F. befinden; -reich <Adj.; nicht adv.): reich an
Freude (Ggs.: -arm): eine -e Zeit erleben; -ruf, der: die
Sieger wurden mit -en begrüßt; -Schimmer, der (geh.):
schwacher Ausdruck von Freude; -schmaus, der (scherzh.):
svw. f-mahl; -schrei, der: sie stieß einen F. aus; -«pender,
der: vgl. -bringer; -sprang, der: einen F. machen; -stürm,
der: die Ankündigung löste einen F. aus; -tag, der: das
ist für uns ein [wahrer] F.; -tanz, der in der Wendung
einen [wilden, wahren usw.] F. [wilde, wahre usw.]
Freudentänze auffuhren/vollführen (ugs.; vor Freude hüpfen u.
springen; Ü sich unbändig freuen): die Kinder vollführten wilde
Freudentänze um das neue Auto herum; -taumel, der:
in einen F. verfallen; -träne, die (meist PI.): -n weinen,
vergießen.
Freudianer [fr^ydia:nBl, der; -s, -: Atihänger. Verfechter
der Lehre des österreichischen Psychiaters Sigmund Freud;
freudignisch <Adj.; o. Steig.): der lj>hre Freuds
entsprechend, sie betreffet, auf ihr beruJiend: die -e Terminologie;
Seine spätere Entwicklung ist also. f. gesehen, ein klarer
Fall (Welt 18. 11. 61. Geist. Welt 2); Freudianismus
[frsydia'nismos], der; -: die Lehre Sigmund Freuds.
freudig [fr^yd«;] <Adj.): l.a) von Freude erfüllt, bestimmt;
froh: ein -es Gefühl; jmdn. f. begrüßen; f. erregt, überrascht
sein; b) Freude bereitend, erfreulich: eine -e Nachricht,
Überraschung; ein -es Ereignis (verhüll.; die Geburt eines
Kindes): zum -en Ereignis gratulieren. 2. (als Suffixoid)
a) Freude an etw. zeigend, habend: berg-, farbfreudig; Das
monotone Getriller der Zaunammer ... genauso ungeniert
lebhaA und stimmfreudig wie diese (Kosmos 3, 1965, 122);
studieren Sie die Inserate von diesem camping- und
caravanfreudigen Frühjahrsheft (Auto 7, 1965, 43); b) gem.
schnell bereit, etw. zu tun: import-, reaktions-, reise-, schei-
dungs-, schieß-, start-, trinkfreudig; Wer seinen
Autoschlüssel im Küchenschrank ... läßt, so daß
schwarzfahrtfreudige Familienmitglieder sich seiner bedienen können
... (MM 18.7. 68. 17); <Abl.:) Freudigkeit, die; -; freuen
[Tr^yan] <sw. V.; hat) [mhd. vröuwen, ahd. frewan, eigtl.
= froh machen, zu t froh]: 1. <f. + sich) Freude etnpfinden.
voller Freude und Fröhlichkeit über etw. sein: sich
aufrichtig f.; sie kann sich f. wie ein Kind (sich sehr freuen);
da hast du dich zu früh gefreut; „Es geht ihm prächtig",
freute sie sich (erwiderte sie voller Freude); (geh.:) ich
freue mich deines Glücks; sich seines Lebens f. (sein Lehen
genießen); sich an [den] Blumen f. (seine Freidde daran
haben); wir freuen uns auf unseren Gast, auf den Ausflug
(erwarten ihn freudig); ich freue mich schon darauf, dich
wiederzusehen; ich freue mich für dich, daß ... (gönne
es dir sehr, daß ...); sich mit jmdm. f.; sich über seinen
Erfolg f.; ich freue mich [darüber], daß ich in der ersten
Mannschaft spielen kann; wir freuen uns, Ihnen helfen
zu können; Zu dem neuen Kleid (landsch.; über Ihr neues
Kleid) freue ich mich ja sehr und gratuliere (Benn. Traum
178). 2. erfreuen, jmdm. Freidde bereiten; jmdn. mit Freude
u. Getmgtuung erfüllen: das freut mich [aufrichtig]; es
freut mich, daß du mitkommst; (ugs. iron.:) das freut
einen denn ja auch!
freund [Troynt] Cindekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.) [mhd.
vriunt. ahd. friunt, TFreund] (geh.. veraltet): freund-
schaft lieh gesinnt, zugeneigt: jmdm. f. sein, werden,
bleiben; Freund [-], der; -[e]s, -e [mhd. vriunt. ahd. friunt.
eigtl. 1. Part, zu einem (in got. frijön = lieben bezeugten)
germ. Verb. Tfrei]: 1. tnännliche Person in bezug auf einen
anderen Menschen, dem sie in wechselseitiger Beziehung '
od. der dieser in Zuneigung verbunden ist: ein guter F.
von mir; mein väterlicher F.; mein F. Klaus; mein bester
F.; wir sind -e; ich bin sein F.; da kommt ja mein F.;
(ugs. iron.:) du bist mir ein schöner F.!; er ist mein F.
gewesen! (ugs.; die Freundschaft mit ihm ist aus): -e
werden; viele -e haben, besitzen; sich jmdn. zum -[e] machen;
unter -en sein; was kostet das unter -en (ugs. scherzh.;
wenn man aus Entgegenkommen nicht den üblichen [hohen]
Preis verlangt)?; Spr -e in der Not gehn hundert/tausend
auf ein Lot (in Notzeiten hat man wenige od. keine Freunde);
U ein vierbeiniger F. (ein vierbeiniges Haustier, meist
Hund); unsere gefiederten -e (die Vögel); *F. Hein
(verhüll.; der Tod; bes. durch M. Claudius bekanntgewordene
Tabubez.; Hein = niederd. Kurzf. von Heinrich); F. und
Feind (jedermann): er war angesehen bei F. und Feind;
dicke -e sein (ugs.; eng befreundet sein; bei allem
zusammenhalten). 2. Liebhaber. Verehrer: sie hat noch keinen F.;
sie ... hatten stets neben den offiziellen und zahlenden
-en noch andere Liebesbeziehungen blühen (Hesse.
Steppenwolf 156). 3.a) jmd.. der etwas besonders schätzt: ein
F. der Dichtkunst, guter Musik; *kein F. von etw. sein
(etw. nicht schätzen u. es daher nicht gern tun): ich
bin kein F. von vielen Worten; b) jmd.. der erw. besonders
unterstützt od. fördert: Verein der -e und Förderer des
Stadttheaters; c) Gesinnungsgenosse. Parteifreund: meine
politischen -e. 4. <Vkl. T Freundchen) vertrauliche Anrede:
wie geht's, alter F.?; ([scherzh.] drohend:) [mein] lieber
F. [und Kupferstecher]!
freund-, Freund-: -feind, der: jmd.. den man in mancher
Hinsicht als Freund u. in anderer Hinsicht als Feind ansieht:
er betrachtet seine Kritiker als seine -e; -Feind-Denken,
-Feind-Schema, das (Soziol.): schetnatische Klassifizierung
von Mitmenschen unter dem alleinigen Gesichtspunkt der
Freundschaft od. Feindschaft; -*los <Adj.; o. Steig.) (geh.,
veraltend): ohne Freunde, einsam: f. lebt er dahin;
-nachbarlich <Adj.; o. Steig.): (zwischen Nachbarn, als Nachbarinj)
freundschaftlich: die beiden Völker leben in einem -en
Verhältnis; jmdm. f. verbunden sein.
900
Frieden
Freundchen [Trgynt^n]. das; -s. - <PI. ungebr.): tFreund
(4); meist [scherzh.] drohend als Anrede: warte nur, [mein]
F.!; ich laß mir von keinem beschissenen Stricher an den
Wagen fahren, F. (Rechy [Übers.l, Nacht 31).
Freundes-: -dienst, der (geh.): jmdm. einen F. erweisen;
-«ruß, der (geh.); -hand, die (geh.): jmdm. nach einem
Streit wieder die F. reichen; -kreis, der: einen großen
F. haben; er gehört nicht zu unserem F.; Viele von uns
hatten wohl ziemlich große -e (Wohngruppe 78); -bind,
das (geh.): befreundeter Staat; -paar, das (geh.): zwei
Freunde: ein ungleiches F.; -pflicht, die (geh.): Jmdm.
gegenüber seine F. erfüllen; -tat, die (geh.): ich habe ihm
diese F. nicht vergessen; -treue, die (geh.): echte F.
beweisen.
Freundin [Tr^yndm], die; -, -nen: 1. weibliche Person in
bezug auf einen anderen Menschen, dem sie j in
wechselseitiger Beziehung od. der dieser in Zuneigung verbunden ist:
sie geht zu ihrer F. 2. weibliche Person, Mädchen in bezug
auf eine männliche Person, zu der eine erotische Beziehung
besteht; Geliebte: er hat schon eine feste F.; freundlich
<Adj.> [mhd. vriuntlich, ahd. friuntllh]: l.a) im Umgang
mit anderen aufmerksam und entgegenkommend,
liebenswürdig; von einer liebenswürdigen Haltung zeugend: ein -er
Empfang; ein -es Gesicht machen; mit -en Grüßen
(Briefschluß); sie war immer f. zu mir/(veraltet:) gegen mich;
würden Sie so f. sein, mir zu helfen?; bitte recht f.!
(Aufforderung des Fotografen); f. lächeln; b) angenehm,
ansprechend, heiter stimmend/: -es Wetter; eine -e Gegend; diese
Farben sind besonders f. (hell u. ansprechend); die
Stimmung an der Börse ist f. (Kaufmannsspr.; günstig): c)
wol\twollend% freundschaftlich (Ggs.: feindlich 1 b): eine -e
Haltung [gegen jmdn./jmdm. gegenüberl einnehmen;
jmdm. f. gesinnt sein; -freundlich <Suflixoid> a) sich dem
im Bestimmungswort Genannten gegenüber liebenswürdig
verhaltend, ihm wohl gesinnt: regierungsfreundlich; Die
SPD-freundliche „Neue Ruhr Zeitung" (Spiegel 30, 1966.
15); ... zeigten sich die ... Hüter der öffentlichen
Ordnung ... pressefreundlich (MM 8. 7. 66. 11); b) in seiner
Art. Beschaffenheit für das im Bestimmungswort Genannte
günstig, ihm entgegenkommend, es begünstigend, ihm
angenehm (Ggs.: -feindlich): familien-. Fußgänger-, kinder-,
Verbraucher-, mieterfreundlich; körperfreundliche Seife,
hautfreundliche Unterwäsche; Dieser Wagen fährt
umweltfreundlich: Gasbehälter im Kofferraum (Berl. Morgenpost
3. 4. 74, 7); frajndlicherwgjse <Adv.>: aus Freundlichkeit:
er erbot sich f., uns zu helfen; Freundlichkeit, die; -, -en:
1. <o. PI.) a) freundliches da) Wesen, Verhalten;
Liebenswürdigkeit, Herzlichkeit: jmdn. mit überströmender F.
empfangen; (abgeschwächt:) hätten Siedie F.. mir zu helfen
(würden Sie mir bitte helfen) ?; b) freundliche (1 b),
angenehme Art: die F. des Wetters; die F. (angenehme Helligkeit)
eines Raumes. 2. freundliche (1 a) Handlung: jmdn. um
eine F. (Gefälligkeit) bitten; jmdm. -en (kleine
Aufmerksamkeiten) erweisen; jmdm. nur -en (freundliche, höfliche
Worte) sagen; Frojndschaft, die; -. -en [mhd. vriuntschaft,
ahd. friuntscaf; 1 b, c: nach gleichbed. russ. druschba):
l.a) auf Zuneigung u. Vertrauen beruhendes Verhältnis
(Ggs.: Feindschaft): eine innige F.; die F. zwischen
Schülern. Völkern; uns verbindet eine tiefe F.; mit jmdm. F.
schließen; jmdm. in Fj verbunden sein; ich sage es dir
in aller F. (mit allem Wohlwollen); b) <o. PL) (DDR)
Gruß der Freien Deutschen Jugemi: dann hatte sie „F."
gerufen, und er hatte automatisch „F." erwidert (Kant.
Impressum 1%); c) (DDR) Gesamtheit der Pioniergruppen
an einer Schule. Pionierfreundschaft. 2. (selten) Kreis der
Personen, mit denen jmd. bekannt od. befreundet ist: das
ist seine F. 3. <o. PI.) (landsch.) die Verwandten: die ganze
F. nahm an dem Begräbnis teil; <AbI.:> freundschaftlich
<Adj.>: cuif Freundschaft (1 a) gegründet: die beiden Länder
unterhalten -e Beziehungen; er unterhielt sich f. (wie ein
Freund) mit mir. dazu: Framdschaftlichkeit, die; -.
Freundschafts-: -bände <P1.) (geh.): freundschaftliche
Bindungen: F. knüpfen; -besuch, der (bes. Politik): Besuch
zum Zeichen der Freundschaft; -beteuerung, die: -en
austauschen; -beweis, der; -bezeigung, die; -bund, der: unser
F. soll immer bestehen; ^biindnis, das (bes. Politik): die
beiden Staaten schlössen ein F.; -dienst, der: aus
Freundschaft geleistete Hilfe. Unterstützung, erwiesener Dienst:
jmdm. einen F. erweisen; -fahne, die (DDR): als Zeichen
der Freundschaft verliehene Fahne; -Beschenk, das: -e
austauschen; -kuß, der; -pakt, der: svw. t -vertrag; -preis,
der: aus Freundschaft od. auf Grund guter Beziehungen
reduzierter Preis: er hat mir die Uhr zu einem
ausgesprochenen F. überlassen; -rat, der (DDR): leitendes Organ
einer Freundschaft (1 c), dazu: -ratsvorsitzende, der u. die;
-ring, der: Ring zum Zeichen der Freundsclxaft: er schenkte
ihr einen F.; -spiel, das (Sport): zwischen zwei Mannsclvaf-
ten außerhalb eines Wettbewerbs ausgetragenes, privates
Spiel; -treffen, das: svw. f-spiel; -Verhältnis, das: wir
haben ein echtes F.; -vertrag, der (Politik): Vertrag über
freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten.
frevel [Tre:f]l <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [mhd. vrevel, ahd.
fravali = kühn, stolz, verwegen, frechl (dichter., veraltet):
verbrecherisch, frevelhaft: eine frevle Tat; mit frevler Schuld
(Ceram. Götter 283); Frevel [-1. der; -s, - [mhd. vrevel,
ahd. fravalil (geh.. veraltend): Verstoß gegen die göttliche
od. menschliche Ordnung, und zwar aus bewußter
Mißachtung, aus Auflehnung oder Übermut; Missetat: ein
gotteslästerlicher F.; einen F. an der Menschheit begehen;
(abgeschwächt:) es wäre ein F.. den schönen Tag zu verschlafen.
Frevel-(geh.): -mut,der: verwerfliche, frevelhafte Gesinnung;
^tat, die: schändliche, frevelhafte Tat. Untat: eine
entsetzliche F. [an jmdm.l begehen; -wort, das <PI. -worte):
frevelhaftes Wort: ein gottloses F. aussprechen.
Frevelei [fre:fo'lail. die; -. -en (geh.): das Verüben eines
Frevels: er wurde für seine F. gerecht bestraft; frevehaft
<Adj.; -er, -este) (geh.): schändlich, verwerflich: ein -es
Wort; mit -em Leichtsinn handeln, dazu: Frevelhaftigkeit,
die; -; freveln [Tre:fln] <sw. V.; hat) [mhd. vrevelen] (geh..
veraltend): einen Frevel begehen: er hat schwer an ihnen
gefrevelt; gegen das Gesetz f.; freventlich [Tre:fntli<;] <Adj.)
[mhd. vrevenliche (Adv.)l (veraltend): svw. tfrevelhaft;
Frevler [Tre.fte], der; -s, - [mhd. vrevelerl (geh.): jtnd.,
der einen Frevel begeht od. begangen hat; Missetäter: ein
F. gegen Gott; Frevlerin, die; -, -nen: w. Form zu t Frevler;
frevlerisch <Adj.): svw. t frevelhaft.
friderizianisch [frideri'tsia:nij] <Adj.; o. Steig.) [zu Frideri-
cus = latinis. Form von Friedrich]: auf die Zeit König
Friedrichs II. von Preußen bezogen, aus ihr stammend, zu
ihr gehörend: das -e Preußen.
fried-, Fried- [Tri:t-1: -fertig <Adj.>: das friedliche
Zusammenleben, die Eintracht liebend u. daher Gewalttätigkeit
o.a. im Handeln meidend; verträglich, umgänglich: ein -er
Mensch, Charakter; <subst.:> selig sind die Friedfertigen
(Matth. 5, 9), dazu: -Wertigkeit, die; -: friedfertige
Gesinnung: aus reiner F. hat er nicht widersprochen; -fisch,
der: Fisch, der sich vorwiegend von Pflanzen u. Kleintieren
ernährt (Ggs.: Raubfisch); -hof, der [mhd. vrithof. ahd.
frithof, urspr. = eingehegter Raum, zu ahd. vriten =
hegen]: Ort. an dem die Toten bestattet werden: mein
Großvater liegt auf dem F. seines Heimatorts [begraben], dazu:
-hofsatmosphäre, die. -hofsblume, die: die Hortensie ist
eine F., -hofsgärtner, der, -hofsgärtnerei, die. -hofsiodler,
der (derb scherzh.): hohler, rasselnder Husten wie der eines
Todkranken, -hofskapelle.die: zum Friedhof gehörende
Kapelle, in der Trauerfeiern abgehalten werden, -hofsmauer,
die: den Friedhof umgebende Mauer, -hofsordnung, die:
Ordnung für die Benutzung eines Friedhofs, -hofsruhe, die:
die F. stören; Ü zur Zeit der Diktatur herrschte F.
(erzwungene, als bedrückend empfundene Ruhe) im Lande, -hofs-
schänder. der: jmd., der an den Gräbern eines Friedhofs
mutwillig Schäden anrichtet, -hofsstille, die: vgl. -ruhe,
-hofstor, das. -hofswärter, der. -hofsweg, der: zwischen
den Gräbern eines Friedhofs verlaufender Weg, -hofswesen,
das <o. PI.): eine Neuregelung des gesamten -s; -liebend
<Adj.): den Frieden liebend: ein -er Mensch; -los <Adj.;
o. Steig.): I. (geh.) keinen Frieden (2c) findend, ruhelos:
f. irrt er umher. 2. (hist.) geächtet, vogelfrei, dazu: -lostg-
keit, die; -; -voll, (auch:) friedevoll <Adj.) (geh.): voll
inneren Friedens u. daher gelassen: ihr Gesicht hatte einen
-en Ausdruck angenommen.
Friede ['fri:ddl. der; -ns, -n: älter, geh. für f Frieden; frieden
[fri:dn] <sw. V.; hat): selten für Tbefrieden, einfrieden;
Frieden [-], der; -s, - (älter, geh. auch: t Friede) [mhd.
vride.ahd. fridu, urspr. = Schonung, Freundschaft. T frei]:
l.a) <o. PI.) vertraglich gesicherter; Zustand des inner-
od. zwischenstaatlichen Zusammenlebens in Ru/ie u.
Sicherheit (Ggs.: Krieg): es ist, herrscht noch kein F.; F. stiften;
[mit dem Feind] F. schließen; mitten im F.; in F. und
Freiheit leben; b) svw. t Friedensschluß: der Westfälische
901
friedens-, Friedens
F. von 1648; einen ehrenvollen F. aushandeln; den
Besiegten den F. diktieren; den F. unterzeichnen. 2. <o. PI.)
a) Zustand der Eintracht, der Harmonie: der häusliche,
eheliche F.; in Ruhe und F.. in F. und
Freundschaft/Eintracht miteinander leben; um des lieben -s willen
zustimmen; Spr Friede[n] ernährt, Unfriede[n] verzehrt; * seinen
F. mit jmdm. machen (sich mit jmdm. aussöhnen): dem
F. nicht trauen (skeptisch im Hinblick auf die Ruhe nach
einem Streit o. ä. sein, sie für nur scheinbar, vorübergehend
halten: wohl nach der schon aus dem MA. bekannten
Gepflogenheit der Kaiser, gelegentlich einen allgemeinen
Landfrieden zu erlassen, der Jedoch meist unwirksam war.
weil seine Einhaltung nicht überwacht werden konnte);
b) ungestörte Ruhe: man hat keinen F. vor ihm; laß mich
in F.!; c) Zustand beschaulich-heiterer Ruhe: der F. des
Herzens (innere Ruhe. Gelassenheit): den F. (die friedliche
Stille) der Natur lieben; d) (christl. Rel.) Geborgenheit
des Christen in Gott: Friede sei mit euch! (Segensspruch);
er (der Tote) ruhe in F.!; zum ewigen F. eingehen (geh.
verhüll.; sterben): Friede seiner Asche! (geh.; Friede dem
Toten!).
frjfidens-, Friedens- -abschhiß, der: svw. f-Schluß; -ange-
bot, das: dem Gegner ein F. machen; -apostei, der (spött.):
allzu eifriger Befürworter des Friedens: ständig als F.
auftreten; -appell, -aufruf, der: einen F. an die kriegführenden
Nationen richten; -banner, das (geh.); -bedingung, die
(meist PL): günstige -en aushandeln; -bedürfnis, das:
Bedürfnis nach Frieden: mit jedem Kriegsjahr wuchs das F.
der Menschen; -bemühung. die (meist PL): Bemüftung um
den Frieden: die -en der Politiker unterstützen; -bereit-
schaft, die <o. PL): Bereitschaft, Frieden zu wahren, zu
schließen: -bestrebung, die (meist Pl.>: vgl. -bemühung;
-beteuemng, die (meist PI.): Beteuerung, den Frieden zu
wünschen: den -en keinen Glauben schenken; -bewegung,
die: Gruppe od. Organisation, die aktiv für den Weltfrieden
eintritt: sich einer F. anschließen; -böte, der (dichter.):
Bote, der die Nachricht vom Frieden überbringt: -botschaft,
die: die F. verkünden; -bracher, der; -bruch, der: Bruch
eines vereinbarten Friedens: -demonstration, die:
Demonstration für den Frieden: eine gewaltige F.; an einer F.
teilnehmen; -diktat, das: diktierter Frieden mit harten
Bedingungen für den Besiegten: -engel, der (dichter.): als
Engel betrachteter Bote, der den Frieden verkündet: -fahne,
die: weiße Fahne als Zeichen des Friedens od. der
Friedensbereitschaft: -fahrer, der (DDR): Teilnehmer an einer
Friedensfahrt, -fahrt die (DDR): jährlich stattfindendes
Radrennen für Amateure zwischen Prag, Warschau u.
Ost-Berlin: -feind, der: Feind des Friedens, dazu: -feindlich (Adj.):
eine -e Haltung einnehmen; -fest, das: Fest, mit dem ein
Friedensschluß gefeiert wird: ^forscher, der:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Friedensforschung: -forschung, die:
wissenschaftliche Erforschung der Bedingungen für Krieg
m. Frieden zur Sicherung eines dauerhaften Friedens:
-fortin, das (DDR): Forum für die Verbreitung des
Friedensgedankens: -freund, der: Freund des Friedens: ein wahrer
F.; -fiihler, der (meist PL): erste tastende Versuche zur
Erkundung der gegnerischen Friedensbereitschaft: Neue F.
nach Hanoi (MM 29.8.66.6); *F. ausstrecken (in
behutsamer Weise die Friedensbereitschaft des Gegners erkunden,
indem man den Wunsch nach Frieden durchblicken läßt):
-fürst (kath. ReL): Jesus Christus: -garantie, die: Garantie
für den Frieden: die Existenz einer Pufferzone ist noch
keine F.; -gedanke, der: dem -n zur Ausbreitung verhelfen;
-gefährdend (Adj.): das neue Regime betreibt eine -e
Politik; -gesprach, das: Gespräch zur Vorbereitung eines
Friedensschlusses: -e führen; -glocke, die (meist PL): Glocke,
die den Frieden verkündet: endlich läuteten die -n; -göttin,
die (Myth.); -grenze, die (DDR): als Garantie für den
Frieden geltende Grenze (bes. die Oder-Neiße-Linic);
-hand. die (geh.): die F. ausstrecken; jmdm. die F. reichen;
-beer, das: stehendes Heer in Friedensstärke: -hoffhung,
die: die F. nicht aufgeben; -jähr, das: Jahr, in dem wieder
Frieden herrscht: -kämpf, der (DDR): Kampf für den
Frieden sgedanken . dazu: -kämpfer, der; -komitee, das
(DDR); -konferenz, die: Konferenz über die Herbeifüixrung
eines Friedens: eine F. einberufen; -kongreB, der: vgl.
-konferenz; -kundgebung, die: eine große F. veranstalten;
-kurs, der (o. PL): auf Herbeifüfirung od. Erhaltung des
Friedens gerichteter politischer Kurs: die neue Regierung
steuert einen klar erkennbaren F.; -kuß, der (kath. ReL):
stilisierte Umarmung unter kath. Geistlichen wälirend der
Messe: -biger, das (DDR): Gesamtheit derer, die sich für
den Frieden einsetzen: -hebe, die (o. PL): Liebe zum
Frieden: seine F. unter Beweis stellen; -macht, die (DDR):
Staat, der für den Frieden eintritt: -manifest, das (DDR);
-marsch, der (DDR): Demonstration für den Frieden:
-mäßig (Adj.; o. Steig.): wie im Frieden: noch im Kriege sah
die Stadt fast f. aus; -misston, die: Mission, deren Gegen-
standdie Vorbereitung eines Friedens ist: die F. ist
gescheitert; -nobelpreis, der: Nobelpreis für besondere Verdienste
um den Weltfrieden: -pakne, die: Palme als Symbol des
Friedens: -pfeife, die [nach engl, pipe of peace. bes. in
Coopers „Lederstrumpr*-RomanenJ: mit Federn u.a.
Schmuck versehene Pfeife der Indianer Nordamerikas, die
zur Besiegelung von Friedensschlüssen. Verträgen u.a.
reihum geraucht wurde: Ü [mit jmdm.] die F. rauchen (ugs.
scherzh.; mit jmdm. Frieden schließen): -pflicht, die
(Arbeitsrecht): Pflicht zur Wahrung des Arbeitsfriedens
während der Dauer eines Tarifvertrags: die F. verletzen;
-Politik, die: auf Erhaltung des Friedens ausgerichtete Politik:
eine konsequente F. verfolgen, betreiben; -prAliminarien
(PL >: Vorverhandlungen für den Abschluß eines
Friedensvertrages: -Präsenzstärke, die: zahlemnäßige Stärke eines
stehenden Heeres: -preis, der: Preis für besondere Verdienste
um die Förderung des Friedensgedankens: -Propaganda, die
(DDR): werbender Einsatz für den Friedensgedanken: ^rat,
der (DDR): leitendes Organ der Friedensbewegung: -regfel-
hing, die: Regelung durch einen Friedensvertrag: die F.
sieht umfassende Entschädigungen vor; -richter, der [LÜ
von engl, justice of the peacel: 1. (bes. in den USA u.
England) Einzelrichter für Zivil- u. Strafsachen von
geringerer Bedeutung. 2. (früher) ehrenamtlich tätige Person, die
bei bestimmten Delikten einen Sühneversuch zu unternehmen
hatte: Schiedsmann: -schhiß, der: Abschluß eines
Friedensvertrags: einen F. wünschen, herbeiführen; -Sehnsucht,
die: Sehnsucht nach Frieden: von F. erfüllt sein; -Sicherung,
die: Sicherung des Friedens: Maßnahmen zur F. treffen;
-stärke, die: zatilenmäßige Stärke der im Frieden
bereitstehenden Streitkräfte: -Stifter, (auch.) Frjfidenstifter, der:
jmd., durch dessen Vermittlung der Frieden zustande kam
od. kommt: -störer, (auch:) Frjfidenstörer. der: jmd., der
den Frieden stört: -symbol, das: Taube u. Olivenzweig sind
die wichtigsten -e; -tat. die (DDR): Tat, die dem Frieden
dient: -taube, die [nach I.Mose 8, 111: Taube als Symbol
des Friedens: Transparente mit der von Pablo Picasso
gemalten F.; -treffen, das (DDR): Zusammenkunft für
den Frieden: -Unterhändler, der: mit der Vorbereitung eines
Friedens beauftragter Unterhändler: als F. auftreten;
^Verhandlungen (PL): Verhandlungen, die dem Abschluß eines
Friedensvertrags vorausgehen: mit einem Staat in F.
eintreten; -vermittler, der: jmd., der das Zustandekommen eines
Friedens vermittelt hat od. vermitteln will: jmdm. seine
Dienste als F. anbieten; -Vermittlung, die; -vertrag, der:
Vertrag, der den Kriegszustand zwischen Staaten beendet:
einen F. abschließen; den F. unterzeichnen, dazu:
-vertraglich (Adj.; o. Steig.): etw. f. regeln; -Vorschlag, der:
Vorschlag für die Herbeiführung des Friedens: neue
Friedensvorschläge unterbreiten; -wäre, die: Ware von einer
Qualität, wie sie in Friedenszeiten üblich ist: echtes Weißbrot
mit Jam... die reinste F. (Keun, Mädchen 121); -wettmacht,
die: Weihnacht in Friedenszeiten: ... seiner Familie eine
echte F. zu bescheren (Grass, Hundejahre 459); -werk,
das: Werk, das dem Frieden dient: ein großes F. vollenden;
-wille, der (o. PL): Wille zum Frieden: seinen -n unter
Beweis stellen; -Wirtschaft, die: Wirtschaft eines Staates
in Friedenszeiten (Ggs.: Kriegswirtschaft); -zeichen, das:
daß das Schwanzwedeln der hundeartigen Raubtiere ein
besänftigendes F. ist (Lorenz, Verhalten I. 309); -zeiten
(PL): ein Fest wie in F. feiern; -zustand, der (o. PL).
Frjfidenstifter: svw. ? Friedensstifter; Friedenstörer: svw.
t Friedensstörer; friedevoll: svw. t friedvoll; friedlich
rfri.tlu;] (Adj.) [mhd. vridelich]: 1. a) o/tne Gewalt od. Krieg
bestehend, sich vollziehend ; nicht kriegerisch: -e
Koexistenz; einen Konflikt auf -em Wege lösen; b) dem Frieden
dienend: die -e Atomforschung. 2. a) verträglich,
versöhnlich: ein -er Mensch. Charakter; f. gesinnt sein; sei f.!
(fange keinen Streit an!); sie lebten f. nebeneinander; b)
(geh.) von Frieden (2c) erfüllt, rulüg. still: ein -er Anblick;
sie schlummerte f.; f. einschlafen (verhüll.; sanft sterben);
(Abi. zu 2:) Frfcdlichkeit, die: -.
902
frisch
Friedrich Wilhelm [Tit.dn? viihelml. der: - -s. - -s [wohl
nach einem der preuß. Könige Friedrich Wilhelm, deren
Namen überaus häufig als Vornamen verwendet wurden]
(ugs. scherzh.): Unterschrift: er muß noch seinen F. W.
d[a]runtersetzen.
friedsam [Tri:tza:m] <Adj.) [mhd. vridesam] (selten, geh.):
auf Frieden bedacht'. von friedlicher Gesinnung zeugend,:
es soll ... das -ste Volk sein in diesem dunklen Erdteil
(Frisch. Gantenbein 299): <Abl.:> Frjfidsamkeit, die: -.
frieren [Triiran] <st. V.) [mhd. vriesen. ahd. friosan: -r-
aus Formen des Präteritums]: 1. <hat> a) einen fühlbaren
Mangel an Wärme empfinden: sie friert sehr leicht (ist
sehr kälteempfindlich); ich habe entsetzlich, ganz
erbärmlich gefroren: an den Händen f.: R (scherzh.:) ich kann gar
nicht so schnell zittern, wie ich friere; Ü eine große
Ernüchterung machte mich frieren (Rinser, Mitte 72): b) <unpers.>
von einem Kältegefühl erfaßt sein: es friert mich; mich
friert [es] Jämmerlich [an den Händen]; c) (von einem Kör-
perteil) kalt geworden sein u. dadurch bei jmdm. eine Kälte-
empfindung hervorrufen: die Füße frieren mir; ihm/
(landsch.:) ihn fror die Nase. 2. a) <unpers.> (von der
Temperatur) unter den Gefrierpunkt sinken <hat>: draußen
friert es; heute nacht hat es gefroren; b) vor Kälte erstarren,
zu Eis werden <ist>: das Wasser friert; der Boden, die
Piste ist hart gefroren.
'Fries [fri:s], der; -es. -e [frz. frise. H. u.] (Archit.): mit
plastischen od. gemalten Ornamenten u. figürlichen
Darstellungen ausgestaltete, streifenförmige Fläche als Gliederung
u. Schmuck einer Wand: ein dorischer F.; eine Wand mit
einem F. versehen.
^ries 1-1, der; -es, -e. (fachspr. auch.) Friese l'fri:z3], die;
-, -n [frz. frise, H. u.] (Textilind.): dickes, flauschartiges
Woll-od. Mischgewebe: eine Schlafdecke aus braunem F.
Frjgsel [Tri:zl], der od. das; -s, -n <meist Pl.)[zu einem
vorgerm. Wort mit der Bed. ..Hirse" (nach der Ähnlichkeit
mit einem Hirsekorn)]: hirsekorngroßes Hautbläschen mit
wäßrigem Inhalt, das bes. bei starkem Schwitzen in Form
eines harmlosen Hautausschlags auftritt: rote -n; -n
bekommen; <Zus.:> Frjeselaussdilag, der; Frkselfieber. das.
friesein [Tri.zln] <sw. V.; hat) [Intensivbildung zu bayr.
friesen = frieren, t frieren] (bayr., österr.): frösteln; vor
Kälte schauern, eine Gänsehaut bekommen: ich fries[e]le;
<subst.:> es läuft ein Frieseln des Grauens ihren Rücken
entlang (Fussenegger, Zeit 57).
Friesenkampf ['fri:zn-l. der; -[e]s. ...kämpfe [nach dem
Mitbegründer des deutschen Turnens K. Fr. Friesen
(1784-1814)] (Turnen): Wettkampf der für Männer auf
5. für Frauen auf 4 bestimmte Disziplinen (einschl.
Schwimmen) festgelegt ist.
Frtgen © [Ingen], das; -s [Kunstwort aus lat. frigus =
Kälte u. t-gen]: eine als Kältemittel dienende Kofilenwasser-
stoffverbindung; frigid [fri'gi:tj. frigide [...'gixto] <AdJ.; nicht
adv.) [lat. frlgidus = kalt; lau. matt]: 1. (Med.) (von
Frauen) sexuell nicht hingabefähig; gefühlskalt: eine -e
Frau; frigid[e] sein; meine erschöpften Füße treten sie
(= die Straße) wie eine -e grinsende Gigantenfrau (Stricker.
Trip 23). 2. (geh., veraltend) kühl, nüchtern: die ... über
-e Finessen oder glattgeleckten Attizismus nicht
hinauskommen (Deschner. Talente 162); <Abl.:> Frigidaire [fri-
gi'de:?. (bei frz. Aussprache:) fri3i'de:^. (ugs. u. österr.
auch:) fridsi..]. der; -s, -[s] [frz. frigidaire]: Kühlschravk-
marke; Frigidarium [frigi'da:rium], das; -s. ...ien [...pn;
frigidärium]: 1. Abkühlungsraum in altrömischen Bädern.
2. kaltes Gewächshaus; Frigidität [frigidi'te.t], die; -:
Gefühlskalte, geschlechtliche Empfindungslosigkeit der
Frau; Frigorbneter [frigori...], das; -s. - [lat. frigor = Kälte]
(Met.): Gerät zum Bestimmen der von einem Körper bei
bestimmten äußeren Bedingungen abgegebenen
Wärmemenge.
Frikadelle [frika'deta], die; -. -n [wohl über nieder!, frikadel
ausgleichbed. frz. fricadelle. eigtl. = Gebratenes, zu gallo-
roman. *frigicäre.zu lat. frlgere = rösten, braten]:
gebratener flacher Kloß aus gehacktem Fleisch, eingeweichtem
Weißbrot. Ei u. Gewürzen; deutsches Beefsteak. Bulette;
Frikandeau [frikan'do:]. das; -s. -s [frz. fricandeau. f
Frikadelle]: zarter Fleisch teil an der Innenseite der Kalbskeule,
der gespickt u. gebraten od. geschmort wird; Frikandelle
[...'deldl. die; -. -n [Mischbildung aus fFrikadelle u.
T Frikandeau]: 1. Schnitte aus gedämpftem Fleisch. 2. svw.
t Frikadelle; Frikassee [frika'se:]. das; -s. -s [frz. fricassee.
zu: fricasser. TfrikassierenJ: Gericht aus hellem, gekochtem
Fleisch, das kleingeschnitten u. in einer hellen, leicht
säuerlichen Soße serviert wird: ein F. aus Hühnerfleisch
zubereiten; Ü ich mache F. aus dir! (salopp scherzh.; ich werde
dich verprügeln, übel zurichten)', frikassieren [...'si:ran] <sw.
V.; hat) [frz. fricasser. Grund bed. etwa =
kleingeschnittenes Fleisch in einer Soße zubereiten, wohl Mischform
aus: frire (tfritieren) und casser = zerkleinern, (zer)bre-
chen. zerreißen < spätlat. cassäre. lat. quassäre = heftig
schütteln, zerbrechen]: zu Frikassee verarbeiten:
Kalbfleisch f.; Ü jmdn. f. (salopp scherzh.; verprügeln, übel
zurichten).
frikativ [frikatiifj <Adj.; o. Steig.) [zu lat. frlcäre = reiben]
(Phon.): (von Lauten) durch Reibung der ausströmenden
Atemluft an Lippen. Zä/inen od. Gaumen hervorgebracht;
Frikativ [-]. der; -s. -e [...i:va] (Phon.): Reibelaut. Spirans
(z. B. seh, 0; Frikativum [...i.vum]. das; -s, ...va (veraltet):
svw. f Frikativ; FVflctiograph [fnktßio'gra:f; aus lat. frictio
= das Reiben u. t-graphl. der; -en, -en:
physikalisches Gerät zur Messung der Reibung; Friktion [frik-
'tßio.nl. die; -. -en [lat. frictio = das Reiben]: 1. (Technik)
Reibung zwischen gegeneinanderbewegten Körpern zur
Übertragung von Kräften u. Drehmomenten: durch F.
entsteht Wärme. 2. (Wirtsch.) Widerstand. Verzögerung, die
der sofortigen Wiederherstellung des wirtschaftlichen
Gleichgewichts beim Überwiegen von Angebot od. Nachfrage
entgegensteht: Die gegenwärtige konjunkturelle und strukturelle
Durststrecke .... die zwangsläufig auch zu -en am
Arbeitsmarkt führt (Welt 11. 11. 74). 3. (geh.) wegen menschlicher
Verschiedenheiten aus dem Zusammenleben entstehende
Reibung. Unstimmigkeit: -en im Verkehr; Ich brauche die
F. Gesinnungen leben nicht, wenn sie keine Gelegenheit
haben, zu kämpfen (Th. Mann, Zauberberg 564). 4. (Med.)
a) Einreibung (z. B. mit Salben); b) Massage durch
kreisförmige Bewegung der Fingerspitzen: sanfte Behandlungen,
heiße, kalte, mittelwarme Umschläge, -en (Böll, Haus 22).
friktions-, Friktions-: -antrieb, der (Technik): Antrieb durch
Reibung, wobei rotierende Scheiben ihr Drehmoment auf
die Räder übertragen; ^eflekt, der: durch Reibung erzeugte
Wirkung; ^finei <Adj.; o. Steig.): so beschaffen, daß keine
Friktionen (2) entstehen können: Konkurrenz auf allen
Märkten bei zeitloser und -er Anpassung (FAZ 26. 8.
61.5); -kaiander, der (Technik): mit gegenläufigen, einzeln
angetriebenen Walzen arbeitende Walzmaschine für die
Herstellung von Textilien. Papier u. Plasten; ^kupplung. die
(Technik): mit Reibung arbeitende Kupplung; ^los <Adj.;
o. Steig.): ohne Friktion (1-3); -Scheibe, die (Technik):
Scheibe, die die Antriebskraft durch Reibung überträgt;
^schiefer, der (Fot.): durch Druck oder Reibung
hervorgerufener Schleier, z. B. auf Fotopapier; ^Spindelpresse, die
(Technik): Presse, die durch eine Friktionsscheibe über einer
sich abwärts bewegenden Schraubenspindel angetrieben wird.
Frisbee© [Trizbi], das; -. -s [engl, frisbee. angeblich nach
einem Familiennamen]: kleine, runde Wurfscheibe aus
Plastik für Spiel u. Freizeit.
frisch [frij] <Adj.; -er, -este) [mhd. vrisch, ahd. frise]: l.a)
(von Lebensmitteln) nicht alt u. daher unverdorben, in
bestem Zustand (Ggs.: alt 4a): -es Brot; -e Eier; das Obst
war [nicht mehr] f.; b) unverbraucht: -e Luft; noch -e Kräfte
haben; -e (noch unverblaßte) Eindrücke; die Erinnerung
daran war noch zu f. (das fragliche Erlebnis o. ä. lag erst
kurze Zeit zurück); c) eben erst entstanden, geschehen,
getan o.a.;: eine -e Wunde; der Fleck ist noch f.; Bier
f. (unmittelbar) vom Faß; Vorsicht, f. gestrichen!; f. gebak-
kenes Brot; Ü ein f. gebackenes (ganz jung verheiratetes)
Ehepaar. 2. a) erneuert, ausgeruht, erholt: -e Truppen,
Pferde; nach der Rast mit -en Kräften weiterklettern; Ü -en
(neuen) Mut fassen; b) sauber, rein: -e Handtücher
bereitlegen; das Bett f. (mit sauberer Wäsche) beziehen; sich
f. machen (sich mit Mitteln der Körperpflege erfrischen);
c) (ugs.) neu: ein -es Blatt Papier nehmen; eine -e Seite
aufschlagen. 3. gesund, blühend I aussehend j: ein -es
Mädchen; eine -e Gesichtsfarbe; er ist wieder f. und munter
(ugs.; wohlauf)', f. fromm, fröhlich, frei (Wahlspruch der
deutschen Turnerschaft [1860-1934] u. des Deutschen
Turner-Bundes [seit 1950]); sein -es (munteres, unbekütnmer-
tes) Wesen nimmt alle für ihn ein; Spr f. gewagt ist halb
gewonnen. 4. lebhaft, leuchtend, freundlich: -e Farben. 5.
(nicht adv.) kühl: ein -er Wind, Morgen; es weht ein
-es Lüftchen; es. das Wetter ist ziemlich f. heute.
903
frisch-, Frisch -
frisch-. ■Frisch- (frisch): ^auf <Adv.) (veraltend): los. wohlan,
wohlauf!; -backen <Adj.; nicht adv.): eben erst gebacken
(Ggs.: altbacken 1): -es Brot; >blut, das (Med.): einem
Blutspender erst vor wenigen Stunden entnommenes Blut,
dazu: -blutkonserve, die; -dampf, der (Technik): frisch
erzeugter, noch nicht genutzter Dampf; >ei, das: 1. frisch
gelegtes, nicht konserviertes Ei: -er vom Bauernhof. 2.
flüssiges Ei; -fisch, der: frisch gefangener, nicht
konservierter Fisch; -fleisch, das: nicht konserviertes Fleisch von frisch
geschlachtetem Vieh; -fröhlich1 <Adj.; o. Steig.): munter
u. fröhlich: f. an die Arbeit gehen; >gemtkse, das: frisch
geerntetes, nicht konserviertes Gemüse; -gewicht, das:
Gewicht einer Ware in frischem Zustand / vor ihrer
Konservierung!: die Fleischeinwaage hatte ein F. von 300g; -halte»
beutet, der: Beutel aus Plastik, in dem Lebensmittel für
kurze Zeit frisch gehalten werden können; -haltepackung,
die: meist aus Kunststoffolie bestehende, luftdicht
abschließende Packung, in der Lebensmittel für längere Zeit frisch
gehalten werden; -käse, der: leicht säuerlich schmeckender,
meist milchig-weißer, nicht gereifter Käse aus flockig
geronnenem Quark; -kost, die: Kost aus frischen Lebensmitteln
(bes. frischem Obst u. Gemüse); >kift, die (Technik):
frische, unverbrauchte Luft, dazu: > kiftversorgung, die. -hift-
zufuhr, die; >milch. die: nicht konservierte Milch: offene,
abgepackte F.; -obst, das: frisch geerntetes Obst im
Gegensatz zu tiefgekühltem od. zu Kompott; -serum, das (Med.):
frisch gewonnenes Serum; -wasser, das <o. Pl.>: 1. nicht
verbrauchtes Wasser: Haushalte und Industrieanlagen mit
F. versorgen. 2. (Seew.) au)rSchiffen mitgeführtes Süßwasser
für Dampfkessel .dazu: -Wasserbehälter, der,
^Wasserversorgung, die; ^w$g <Adv.>: munter, unbekümmert, ohne
Henunungen: f. erzählen: Wir leben f.. solange wir gesund
sind (Molo, Frieden 135); > zelle, die (Med.): einem
Organismus entnommene, noch lebende Zelle: Jmdm. -n
einspritzen, einpflanzen, dazu: >zeHenbehandkmg, -zdlentherapie,
die (Med.): Behandlung mit Frischzellen.
2Frjsch- (frischen I): -eisen, das; -ofen, der: Ofen zum
Frischen: --stahl, der: gefrischter, durch Frischen
gewonnener Stalil.
Frische [Tnja], die; - [mhd. vrische]: I. Zustand des
Neuentstandenen, Nichtaltgewordenen; frische
Beschaffenheit: die F. knuspriger Brötchen; die köstliche F. eben
gepflückter Beeren. 2. körperliche u. geistige
Leistungsfähigkeit, Regsatnkeit, Rüstigkeit: er feierte seinen 80.
Geburtstag in voller körperlicher und geistiger F.; (ugs.:)
bis morgen in alter F.!; Ü Jetzt werden das alte Vorurteil
und die mühsam überwundene Skepsis ... wieder in alter
F. erstehen (Dönhoff, Ära 22). 3. das Frischsein, Gefühl
der, Sauberkeit: diese Seife schenkt F. für den ganzen
Tag. 4, gesundes, blühendes Aussehen: die rosige F. ihres
Gesichts. 5. Lebhaftigkeit, Leuchtkraft: die F. heller
Farben; Ü die F. des Berichts, der erzählerischen Gestaltung.
6. /erfrischende/ Kühle: die belebende, anregende F. der
Waldluft, einer klaren Winternacht; frischen <sw. V.; hat)
[mhd. vrischenj: 1. (Hüttenw.) Rolieisen durch Oxydation
der begleitenden Bestandteile in Stahl umwandeln. 2. (Jä-
gerspr.) (vom Wildschwein) Junge werfen: die Bache frischt;
Frjschling, der; -s, -e [mhd. vrischOMnc, ahd. frisking]:
1. (Jägerspr.) junges, höchstens ein Jahr altes Wildschwein:
die Bache hat -e geworfen. 2. (scherzh.) neues Mitglied,
Neuling: wann ein neugewählter F. in der Senatsfraktion
einmal seine Stimme erheben darf (Zeit 10. 4. 64, 6).
Frise [fri'ze:], das; -s [zu frz. frise = gekräuselt, 2. Part,
von: friser, f frisieren]: Kräusel- od. Frottierstoff aus
I Kunst seide; Friseur, Frisör [fri'zo:?!, der; -s, -e
[französierende Bildung zu T frisieren]: jmd., der berufsmäßig anderen
das Haar schneidet u. pflegt: sich beim F. die Haare
schneiden lassen; zum F. gehen.
Friseur-, Frisör-: -geschäft, das: svw. f -salon; -handwerk,
das: das F. erlernen; -kittel, der; -laden, der: svw. T ^salon;
-metster, der: Friseur mit Meisterprüfung; -salon, (auch:)
Frisiersalon, der: Geschäft eines Friseurs: ein F. für Damen
und Herren; -sessel, der.
Friseurin, Frisörin [fri'z0:nn], die; -, -nen (bes. österr.):
svw. t Friseuse: Friseurin wird gesucht (Kronen-Zeitung
15. 12. 67. 28); Friseuse, Frisöse [fri'aerzD], die; -, -n: w.
Form zu t Friseur.
Frisier- -creme, (selten:) ^krem, die (veraltend): Creme,
'Mit Bindestrich.
die widerspenstigem od. zu lockerem Haar Halt, Sitz
verleihen soll; -haube, die: 1. dünne Haube aus netzartigem
Gewebe zum Festhalten der frischen Frisur. 2. svw. TTrok-
kenhaube; -bocker, der: kleiner, meist vor einer
Frisiertoiletteaufgestellter Hocker; -kommode, die: svw. t^toilette;
-kragen, der (Schweiz.): svw. t ^umhang; -krem: T ^creme;
-mantel. der: 1. größerer mantelartiger Frisierumhang.
2. leichter Morgen /mantel, den man zum Frisieren anlegt;
-salon, der: svw. t Friseursalon; -Spiegel, der: großer, meist
aus mehreren drehbaren Teilen bestehettder Spiegel; -stuhl,
der; -tisch, der, -toilette.die: Möbelstück mit Frisierspiegel
u. größerer Ablagefläche, an dem man sich sitzend frisieren
u. zurechtmachen kann; -Umhang, der: Umhang, der
verhindern soll, daß beim Frisieren Haare o. ä. auf die Kleidung
gelangen.
frisieren [fri'zi.ren] <sw. V.; hat) [über niederl. friseeren
< frz. friser = kräuseln, frisieren, wohl zu: frise = T:Fries]:
I. (meist in bezug auf Damen) jmdm., sich die Haare in
bestimmter Weise machen, zurechtmachen: sich f. lassen;
ich muß mich noch f.; du hast dein Haar/dir das Haar
sehr eigenwillig frisiert; der Friseur hat dich sehr schön
frisiert; eine modisch frisierte Dame; Das schöne Mädchen
... schüttelte den festen, knabenhaft frisierten Kopf (Hesse,
Steppenwolf 87); Ü Sie ... setzten sich ... unter einen der
sorgsam frisierten Kugelbäume (Kuby. Sieg 281). 2. (ugs.)
a) Änderungen an erw. vornehmen, um dadurch einen für
den Betreffenden ungünstigen Sachverhalt zu verschleiern,
um etw.vorzutäuschen: eine Bilanz f.; einen Unfallwagen
f.: Die Äußerungen waren dabei keineswegs
propagandistisch frisiert (Leonhard, Revolution 173); frisierte
Meldungen; b) (K fz. -T.) die Leistung eines seriemnäßig hergestellten
KJz.-Motors durch nachträgliche Veränderungen steigern:
Wir frisieren Ihren Kadett (Auto 8,1965.79); drei
Tourenwagen, ein wenig auf „Sport" frisiert (Quick 17. 1958.
27); Frisör: eingedeutscht für t Friseur; Frisör-: t Friseur-;
Frisörin: eingedeutscht für f Friseurin; Frisöse:
eingedeutscht für t Friseuse.
Frist [fnst], die; -. -en [mhd. vrist, ahd. frist, eigtl. = das
Bevorstehende]: *)für einen bestimmten Zweck festgelegte
Zeitspanne: eine kurze F.; die F. [für Reklamationen] ist
verstrichen, überschritten; man hat mir für meine Arbeit
eine F. von vier Wochen gesetzt; eine F. verlängern; etw.
innerhalb kürzester F. (in sehr kurzer Zeit) erledigen;
Er versteht es, die Leute zu verzaubern - aber nur auf
F. (nicht auf die Dauer; Seghers. Transit 75); b) begrenzter
Aufschub: der Schuldner erhielt eine weitere Woche F.;
c) festgesetzter/ Zeitpunkt: zu jeder F. (jederzeit): bis
zu dieser F. muß die Ware geliefert sein.
frjst-, Frjst-: -berechnung (jur.): Feststellung von Beginn
u. Ende einer Frist; -erstreckung (Schweiz.): svw. t
^Verlängerung; -gemäß, -gerecht <Adj.; o. Steig. >: unter Einhaltung
einer bestimmten Frist / geschehend, erfolgend o. ä. i: um
-e Lieferung einer Ware bitten; nur f. erhobene
Reklamationen können anerkannt werden; -los <Adj.; o. Steig.):
unverzüglich, ohne Aufschub, Verzögerung / geschehend,
erfolgend o.a.!: eine -e Kündigung; er wurde f. entlassen;
-Überschreitung, die: der Einspruch wurde wegen F. nicht
mehr anerkannt; -Verlängerung, die: für eine Zahlung um
F. bitten; -Wechsel, der (Kaufmannsspr.): nach Ablauf
einer bestimmten Frist fällig werdender Wechsel.
fristen [Tnstn] <sw. V.; hat) [mhd. vristen = aufschieben,
bewahren, retten, ahd. frist(J)an, zu t Frist]: 1, mit Müßte
erhalten, über die Zeit retten: kümmerlich sein Leben,
sein Dasein f.; er fristet seine Existenz notdürftig mit
Gelegenheitsarbeiten; seine von Tag zu Tag gefristeten
Hoffnungen (Schneider, Erdbeben 35). 2. (selten) /die Frist
für etw./ aufschieben, verlängern: um seinen Kredit zu
f. (Th. Mann, Zauberberg 48).
FVjsten-: -lösung, die: svw. f -regelung: Österreich hat seit
dem 1. Januar 1975 die F.- aber die Kliniken lehnen
sie ab (Spiegel 9. 1975, 127); -modell, das: Modell für
eine bestimmte Art der Fristenregelung; -regelung. die:
gesetzliche Regelung, die den straffreien
Schwangerschaft sabbruch in den ersten (drei/ Monaten der
Schwangerschaft ermöglichen soll.
Feistigkeit ffinsti^k^jt], die; -. -en (Kaufmannsspr.): (von
Kapital, Geldanlagen o. ä.) Dauer der Festlegung, Laufzeit:
der Zinssatz für Spareinlagen erhöht sich bei längerer
F.; Frjstung» die; -, -en: Fristverlängerung, Aufschub.
Frisur [fri'zu:;]. die; -, -en [zu t frisieren]: 1. Art u. Weise,
904
Frömm/ing
wie das Haar frisiert ist; Haartracht: eine gelockte,
kleidsame, hohe F.; die F. legen; sie hat eine andere F., hat
die F. geändert; Aus der losen F. fiel eine blonde Locke
in die eigensinnige Stirne (W. Hasenclever, Die Rechtlosen
400). 2. das Frisieren (2): die F. von Serienautos. 3. (Tex-
tilw.) gekräuselter Besatz an Damenkleidern.
Friteuse [fri'toza], die; -, -n [französierende Bildung zu
Tfritieren]: elektrisches Gerät zum Fritieren von Speisen.
Fritflieae ['frit-L die; -. -n [viell. zu schwed. frit = leichte
Ware (da die von ihren Larven befallenen Getreidekörner
leer u. leicht sind)]: 2-3mm langer Vertreter der Familie
der Halmfliegen, dessen Larven schwere Schäden an
Getreidepflanzen verursachen.
fritieren [friti:ran] <sw. V.; hat) [zu frz. frit, 2. Part, von:
frire = backen, braten < lat. frigere = rösten, braten]
(Kochk.): (Speisenod. Gebäck) in heißem Fett schwimmend
garen: Kartoffeln, Fisch f.
Fritilbria [friti'la:ija], die; -. ...ien [...pn; mlat.. eigtl. =
Schachbrettblume, zu lat. fritillus = Würfelbecher, nlat.
auch= Brettspiel (nach der Musterung der Blütenblätter)]
(Bot.): svw. tKaiserkrone.
Frittate [fn'ta:to], die; -. -n [ital. frittata. zu: fritto, 2. Part,
von: friggere = backen < lat. frigere. tfritieren]. /kleiner/
Eierkuchen, der auf verschiedene Weise gefüllt od. meist
geschnitten als Suppeneinlage serviert wird: <Zus.:> Frittg-
tensuppe, die (österr.): Rindfleischsuppe mit einer Einlage
von Frittaten; Frltte [Trite], die; -. -n [1: frz. fritte. eigtl.
= Gebackenes, subst. 2. Part, von: frire, tfritieren]: 1.
durch Fritten (1) entstandenes Produkt. 2. <PI.) (landsch.)
Pommes frites: „Eine Tüte -n zu fufizig, bitte. Mit Senf!"
(Sprachdienst 3. 1965. 46); fritten [Tntn] <sw. V.; hat):
1. pulverförmige od. körnige Materialien bis zum losen An-
e inander haften der Teilchen erhitzen. 2. (Geol.) (von
Sedimentgesteinen) sich beim Emporsteigen von Magma durch
Hitze verändern. 3. (ugs.) svw. tfritieren: Aus besten
Kartoffeln ... in reinem Erdnußöl gefrittet (MM 23. 4. 69.
26); Flitter [' fnte], der; -s. - [zu t fritten (1)]: svw. t Kohärer;
Frjttuig, die; -. -en (Geol.): Umschmelzung von
Sedimentgesteinen durch Hitzeeinwirkung von aufsteigendem
Magina; Fritüre [fri'ty:re], die; -, -n [frz. friture]: I. heißes
Fett- od. Ölbad zum Fritieren. 2. in heißem Fett ausgebacke-
ne Speise. 3. svw. t Friteuse.
Fritz [fnt$; nach dem Vom. Fritz]: 1. der; -en, -en (meist
abwertend) von Ausländern (bes. Engländern) verwendete
Bez. für Deutscher: Mit einem Seufzer fügte er hinzu:
„Und dann noch Tunte eines -en ..." (Genet [Übers.],
Totenfest 64). 2. *fiir den Alten -en (ugs.; umsonst,
vergeblich; wird gewöhnlich auf Friedrich II. von Preußen
bezogen, geht aber eher auf König Friedrich Wilhelm I.
zurück, der auf äußerste Sparsamkeit bedacht war); -fritze.
der; -n, -n: salopp abwertend gebrauchtes Grundwort
von Zus. mit der Bed. „Person, Mensch", z. B.
Immobilienfritze (jtnd.. der mit Immobilien handelt). Meckerfritze
(jmd.. der gerne u. oft nörgelt). Zeitungsfritze (jmd.. der
bei der Zeitung als Redakteur o.a. arbeitet).
frivol [frivo:l] <Adj.) [frz. frivole, eigtl. = nichtig,
unbedeutend < lat. frivolus = zerrieben, zerbrechlich, zu: friäre
= zerreiben]: a) leichtfertig, bedenkenlos: f. mit seinem
Leben spielen; b) das sittliche Empfinden, die geltenden
Moralbegriffe verletzend; schamlos: -e Bemerkungen; ein
-er (schlüpfriger) Witz; Frivolität [frivolit£:t], die; -. -en
[frz. frivolite]: 1. <o. PI.) frivoles (a. b) Verhalten: etw.
mit einem Anstrich von F. sagen, tun. 2.a) leichtfertige
Bemerkung: die schweren Bedenken tat er mit -en ab;
b) schlüpfrige, schamlose Äußerung: die Herren unterhielten
sich mit pikanten -en. 3. <PI.) (Handarb.) mit einem
Schiffchen hergestellte Knüpfspitzen; <Zus. zu 3:>
Frivolitätenarbeit, die: mit einem Schiffchen hergestellte Handarbeit.
froh [fro:] <Adj.; -er, -[eiste) [mhd. vrö, ahd. frao. frö,
eigtl. = lebhaft, schnell]: l.a) von Freude erfüllt; fröhlich
/gestimmt/: glücklich: -e Menschen, Gesichter; er ist über
seinen Erfolg/(geh.:) seines Erfolges f.; die Worte machten,
stimmten ihn f.; b) (ugs.) zufrieden, erleichtert: du kannst
f. sein, daß du nicht dabei warst; ich bin f. über diese
Lösung; ich bin Ja so f. darüber, daß alles gut ausgegangen
ist; er ist froh um (landsch.; dankbar für) Jedes freundliche
Wort; * seines Lebens nicht mehr f. werden (immer wieder
neue Sorgen o.a. haben u. nicht zur Ruhe kommen). 2.
<nur attr.) Freude bringend, erfreulich: eine -e Kunde.
Nachricht.
froh-. Froh-: -botschaft, die <o. PI.) (geh.): Evangelium
(la); -gelaunt <Adj.; froher, am froh[e]sten gelaunt): in
froher Laune fbefindlich i: eine -e Gesellschaft; -gemut
[-gdirur.t] <Adj.; -er, -este) [mhd. vrögemuot = frohen
Mutes]: fröhlich, zuversichtlich: f. machten sie sich auf
den Weg; -gestimmt <Adj.; froher, am froh[e]sten
gestimmt): in froher Stimmung befindlich j: f. den Tag
beginnen; Mnut, der (geh.): frohe, zuversichtliche
Gemütsstimmung: voller F. in die Zukunft blicken; -mutig <Adj.)
(geh.): ein -es Wesen haben; -natur, die: a) <o. PI.) frohe,
heitere Wesensart: ganz besonders liebe ich seine F.; b)
Mensch von froher, heiterer Wesensart: er ist eine richtige
F.; -sinn, der <o. PI.): heitere Gemütsstimmung.
Fröhlichkeit: er betrachtet alles mit unverwüstlichem F.; sich seinen
F. bewahren; F. und gute Laune verbreiten, dazu: -sinnig
<Adj.) (selten).
Froheit, die; - (veraltet): Freude. Fro/isinn; fröhlich [Tronic]
<Adj.) [mhd. vrallch.ahd. frawallh. fröllh]: l.a) von Freude
erfüllt und diese nach außen zeigend, unbeschwert froh:
ein -er Mensch; ein -es Gemüt besitzen; sie ist immer
f.; b) vergnügt, lustig, ausgelassen: -es Treiben; in -er Runde
beisammensitzen; c) <nur adv.) (ugs.) unbekümmert: f.
draufloswirtschaften; er parkte seinen Wagen f. im
Halteverbot. 2. <nur attr.) Freude bereitend, vergnüglich: -e
Spiele. Tänze; <Abl. zu 1. 2:) Fröhlichkeit, die; -: natürliche
F. ausstrahlen; lärmende F. erfüllte den Saal; frohlocken
[fro'bkn] <sw. V.; hat) [spätmhd. vrölocken. wohl
umgebildet aus *vrölecken = vor Freude springen; t locken] (geh.):
1. lebhafte Schadenfreude empfinden / u. laut zum Ausdruck
bringen!; triumphieren: da hast du zu früh frohlockt;
heimlich frohlockte er über den Mißerfolg seines Kollegen;
er frohlockte bei dem Gedanken, daß ... 2. (geh.) vor
Freude laut u. aus vollem Herzen jubeln; jauchzen:
frohlocket dem Herrn!; <subst.:> Das Warten auf die Geliebte
wurde ein goldenes Frohlocken (Jahnn, Geschichten 25).
froissieren [frQa'shren] <sw. V.; hat) [frz. froisser, eigtl.
wund reiben, zerbrechen < vlat. frustiäre, zu lat. frustum
= Brocken] (veraltet): kränken, verletzen: Das hat meinen
Mann etwas froissiert. Er wollte nicht als ..hübsche Junge
Leute** bezeichnet werden (Katia Mann, Memoiren 28).
Fhmage[fro'ma:3d].der: - [frz. fromage < vlat. formäticus.
zu lat. forma = Form (zur Käseherstellung)]: franzosische
Bez. für Käse; Fromage de Brie [frDmasda'bri], der; - -
-, -s - - [frcmajda'bri]: svw. tBriekäse.
fromm [from] <Adj.; frommer od. frömmer, frommste od.
frömmste) [mhd. vrum. vrom = nützlich, brauchbar, (von
Personen:) tüchtig, tapfer, rechtschaffen, aus der ahd.
Fügung: fruma wesan = ein Nutzen sein, f frommen]: l.a)
vom Glauben an Gott erfüllt; in seinem Gemüt, in seiner
Wesensart vom Glauben an Gott geprägt; gläubig, religiös:
ein -er Mensch, Christ; ein -es Leben führen; f. sein, leben;
er ist im Alter f. geworden; b) scheinheilig: etwas mit
-em Augenaufschlag sagen; -es (Frömmigkeit
vortäuschendes) Getue; c) (veraltet) rechtschaffen, tüchtig: ein -er
Bürger; <subst.:> Es kann der Frömmste nicht im Frieden
bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt (Schiller,
Teil IV, 3). 2. (meist von Tieren) brav, leicht lenkbar,
gehorsam: ein -es Pferd; der Stier ist f. wie ein Lamm;
Frömmelei [froemal^j]. die; -. -en (abwertend): a) <o. PI.)
das Frömmeln: ihr regelmäßiger Kirchenbesuch ist reine
F.; b) frömmelnde Handlung. Äußerung: ich kann diese
-en nicht mehr ertragen; frömmeln [fnoemln] <sw. V.; hat)
(abwertend): sich /übertriebeni fromm gebärden. /
übertriebene! Frömmigkeit zur Schau stellen <meist im 1. Part.):
eine frömmelnde alte Frau; frommen [Trorran] <sw. V.;
hat) [mhd. vrumen; ahd. frummen = fördern, vollbringen,
zu: fruma = Nutzen, Vorteil, zu einer idg. Wz. mit der
Bed. ..Anfang; erster44] <unpers.) (veraltend): nützen,
helfen: was frommt es, zu jammern ?; sein blinder Eifer
frommte ihm nichts; Frgmmheit, die; - (veraltend): svw. t
Frömmigkeit; Frömmigkeit ['frcemick^jt], die; - [mhd. vrüme-
cheit, spätahd. frumicheit = Tüchtigkeit, Tapferkeit, zu
ahd. frumig]: das Frommsein; Gläubigkeit. Gottesfurcht:
von echter, tiefer F. erfüllt sein; Frömmler ffroemlp], der;
-s, -.frömmelnde Person; Frömmlerei [...b'iqj]. die; -, -en:
svw. t Frömmelei; Frflmmlerin, die; -, -nen: w. Form zu
t Frömmler; frijmmlerisdi <Adj.): frömmelnd: eine -e
Person; f. reden; fr$mmlich <Adj.) (abwertend): svw. T
frömmlerisch: in einer gezierten -en Art (Johnson, Ansichten
210); Frömmling. der; -s, -e (abwertend): svw. t Frömmler:
905
Fron
Der letzte Herrscher .... ein altertümlicher F. (Ceram.
Götter 328).
Fron [fro:n], die; -. -en <PI. ungebr.) Imhd. vrön(e) =
Herrschaft; Zwingburg; Herrschaftsdienst, zu: vrön =
heilig; herrschaftlich, öffentlich, zu ahd. fröno = (Besitz)
der Götter. Gen. PI. zu: frö = Herr. GottJ: 1. (hist.)
körperliche Arbeiten, die von abhängigen Personen für ihren
Lehns herrn od. die Allgemeinheit verrichtet werden muß-
ten: Frondienst: eine schwere F.; die Befreiung der Bauern
von der F. 2. (geh.) als unerträglicher Zwang empfundene
Arbeit: die F. des Alltags; die eintönige Tätigkeit wurde
ihm zur verhaßten F.
Fron-: -arbeit,die; -arbeitender; -bauender (hist.): Bauer,
der Frondienste zu leisten hat: -böte, der [mhd. vrön(e)bote]
(hist.): Gerichtsknecht, Büttel im MA.; -dienst, der: 1.
svw. t Fron (1). 2. (Schweiz.) unbezahlte Arbeit für
Gemeinde, Genossenschaft. Verein: -feste, die [mhd. vrönveste
= öffentliches Gefängnis] (hist.): Festung, für die
Fronarbeit geleistet wurde: ^herrtder (hist.): jmd., dem Frondienste
zu leisten waren: Ü Manche der Nazi-Häuptlinge .... zum
Beispiel der F. des Polenlandes (K. Mann, Wendepunkt
440); ^Herrschaft, die; ^hof, der [mhd. vrön(e)hofl (hist.):
Herrschaftshof, der Frondienste entgegennahm; -lekhnam
[-'—] <o. Art.) [mhd. vrönlicham, der vröne Iicham =
der Leib des Herrn, zu: vrön = göttlich (t Fron) u. t
Leichnam]: kath. Festtag am zweiten Donnerstag nach Pfingsten
zum Gedenken an die Einsetzung der Eucharistie, dazu:
-kjchnamsfest, das: svw. t-leichnam, -ItRhnanisprozes-
sion, die: Fronleichnam stattfindende Prozession, -Ifiich-
namstag, der: svw. f Leichnam; -vogt, der (hist.): Aufseher
beim Frondienst: Ü Auch deutsche Kapitalisten beteiligten
sich als Fronvögte des Auslands an diesem
Ausbeutungsgeschäft (Niekisch. Leben 140).
'Fronde [Tro:nd3]. die; -. -n [spätmhd. vrende] (veraltet):
svw. tFron.
^Fronde [fröxtol, die; -, -n [frz. fronde, eigtl. = Schleuder,
wohl <vlat. *fundula, Vkl. zu lat. funda; urspr. Bez.
Tür den Aufstand des frz. Hochadels gegen das
absolutistische Königtum (1648-1653)]: scharfe politische Opposition,
oppositionelle Gruppeinbildung innerhalb einer Partei od.
Regierung: Es sei ein Märchen, von einer F. der Christlich-
Sozialen gegen die Bundesregierung zu sprechen (Welt
17. 10.64.2).
fronden [Tro:ndn] <sw. V.; hat) (veraltet): svw. t fronen.
Frondeur [frö'do-jj. der; -s, -e [frz. frondeur, zu t:Fronde]:
scharfer politischer Opponent od. Regierungsgegner: diese
Hanseaten sind keineswegs -e gegen die Zentralgewalt
(FAZ 109. 1958. 1); frondieren [...'di:nmj <sw. V.; hat)
[frz. fronder]: 1. sich heftig gegen etw. auflehnen, scharf
gegen etw. opponieren: hat der geistige Deutsche stets gegen
das Wort und gegen die Vernunft frondiert (Hesse.
Steppenwolf 152). 2. als Frondeur auftreten: gegen die
Regierung f.
fronen [Tro:n3n] <sw. V.; hat) [mhd. vrönen, ahd. frönen,
tFron]: 1. (hist.) Frondienst leisten: dem/für den
Lehnsherrn f. 2. (geh.) schwere, als unerträglicher Zwang
empfundene Arbeit leisten: täglich in der Fabrik schwer f. müssen;
frönen [Trojan] <sw. V.; hat) [mhd. vroenen, ahd. frönen.
t Fron] (geh.): sich einer Sache (einer Neigung, Leidenschaft
o. ä.) hingeben, ergeben, ihr mit Vorliebe nachgehen: einem
Laster, einer Leidenschaft, seinem Hobby f.; er frönt dem
Alkohol; Zell frönt wieder einmal einem geradezu
besinnungslosen Hochmut (A. Kolb, Daphne 80).
FYont [front], die; -, -en [frz. front < lat. fröns (Gen.:
frontis)= Stim(seite); vordere Linie]: l.a) breite meist
als Vorder- od. Stirnseite der Straße zugewandte' Seite
eines größeren Gebäudes: die F. eines Hauses, eines
Tempels; Die F. der Schaubuden ... war mit Brettern vernagelt
(Fries. Weg 63); eine durch Balkons aufgelockerte F.;
ein braunes Gebäude mit abweisender F. (Koeppen.
Rußland 98); die vordere, hintere, rückwärtige F. (Rückfront)
des Rathauses; b) (Milit.) die ausgerichtete vordere Reihe
einer angetretenen Truppe: die F. [der Ehrenkompanie]
abschreiten, abnehmen: [vor jmdm., gegen jmdn.] F.
machen (sich ihm zum Erweisen der Ehrenbezeigung zuwenden
u. Haltung annehmen): er machte vor dem Offizier F.;
Mengke macht F. zu dem Baum und nimmt ... Haltung
ein (Hacks. Stücke 166); U wie man an der F. der Festgäste
vorüberzog (Th. Mann. Hoheit 75); F. gegen imdn., etw.
machen (sich gegen jmdn., etw. wenden; sich jmdm., einer
Sache widersetzen): sie machten aufs heftigste, geschlossen
F. gegen die geplanten Neuerungen. 2. (Milit.) a) vorderste
Linie der kämpfenden Truppe: die gegnerische F.; die F.
steht, kommt in Bewegung, ist geschlossen; die F. verläuft
entlang dem Niederrhein; die F. war zusammengebrochen;
die F. zurücknehmen, verkürzen; auf breiter F., auf einer
F. von 50km angreifen; zwischen den -en lagen
Verwundete; Ü Und schon sind -en da. schon entwickeln sich neue
Antagonismen (Dönhoff. Ära 125); die -en haben sich
verhärtet (die gegensätzlichen Positionen sind noch
unnachgiebiger geworden); einen Kampf nach/an zwei -en (nach
zwei Seiten) fuhren; klare -en schaffen, ziehen (die
gegensätzlichen Standpunkte klar abgrenzen); im/beim Kampf
um die Hochschulreform stand er in vorderster F.; b)
Kampfgebiet (Ggs.: Etappe 2): an die F. gehen; er hat
für Deutschland an der F. gestanden (Hochhuth.
Stellvertreter 25); er kommt von der F.; der Zug fährt zur F.
3. Gruppe, die jmdm. od. einer Sache Widerstand
entgegensetzt, sich kämpferisch für etw. einsetzt: eine revolutionäre
F.; die F. der Kriegsgegner, der Klassenkämpfer; *die
Nationale F. (DDR; Vereinigung, in der alle politischen
Parteien u. Massenorganisationen unter Fülirung der SED
zusammengeschlossen sind mit dem Ziel, politische
Aktivitäten ! in der Bevölkerung zu entfalten): ein Aufklärungslokal
der Nationalen F. (Kant, Impressum 327). 4. in F. (Sport;
an der Spitze, in Führung): der Läufer ging gleich nach
dem Start in F.; bei Halbzeit lagen wir mit 3:0 in F.
5. (Met.) Grenzzone zwischen Luftmassen verschiedenen
Ursprungs u. verschiedener Eigenschaften: eine F. kalter
Luftmassen; die F. wandert, steht.
fopnt-, Fnjnt-: -abschnitt, der Abschnitt der Front (2): an
einem bestimmten F. eingesetzt werden; -antrieb, der
(Kfz.-T.): unmittelbar auf die Vorderräder wirkender
Antrieb, Vorderradantrieb; -begradigung,die (Milit.):
Zurücknahme von im Bogen vorgeschobenen Einheiten auf eine
möglichst gerade Linie, utn Kampfkräfte freizubekommen;
-bericht, der: Bericht von der Front (2 b); -bewähnmg, die
(Milit.): Bewährung (eines Soldaten, Offiziers o.a.) in der
kämpfenden Truppe: F. haben; -breite, die: 1. Breite der
Front (la): der Balkon erstreckt sich über die gesamte
F. des Hauses. 2. (Milit.) Entfernung zwischen den Flanken
der angreifenden bzw. sich verteidigenden Truppenteile od.
Verbände; -dienst, der: Dienst an der Front (2 b), dazu:
-dienstfähig, -diensttauglich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
fähig, tauglich ziun Frontdienst; -einsatz, der: Einsatz
ander Front (2 b); -erfahrung, die: ander Front (2)
gewonnene Erfahrung; -gebiet, das: svw. t Front (2 b); -gewitter,
das (Met.): an einer Front (5) auftretendes Gewitter: Ein
... Wetterumschlag, welcher... meist durch ein F. eingeleitet
wird (Eidenschink. Fels 116); -giebel, der: Vordergiebel
(eines Bauwerks): -kämpfer, der: jmd., der der kätnpfenden
Truppe angehört hat '■; -koller, der (Soldatenspr.):
Wutausbruch, Tobsuchtsanfall, den die nachhaltigen Eindrücke
od. tätigerer Aufenthalt an der Front bei einem Soldaten
hervorrufen können: wir kennen das, es ist der F., jeder
hat ihn mal (Remarque. Westen 194); -bzarett, das
(Milit.): mobiles, unmittelbar hinter der Front (2a) eingerichtetes
Lazarett; -leitstelle, die (Milit.): Kotnmandostelle, von der
aus Soldaten unmittelbar zur kämpfenden Front geschickt
werden; -linie.die: svw. t Front (2a); -motor, der (Kfz.-T.):
im vorderen Teil eines Fa/irzeugs untergebrachter Motor;
-Offizier, der: Offizier, der an der Front (2) kämpft od.
gekämpft hat; -Scheibe, die: svw. t Windschutzscheibe;
-sdiwein, das (Soldatenspr. derb): svw. t-soldat; -seite,
die: Vorder-, Stirnseite: die F. des Hauses zeigt nach
Norden; -sotdat, der: Soldat, der der kämpfenden Truppe
angehört hat ; -Stadt, die: Stadt, die an einer j geistigen
Front liegt: Berlin .... Kernstück des magnetischen
Spannungsfeldes zwischen Ost und West .... F. zwischen zwei
Welten (Kantorowicz. Tagebuch I. 446); -Stellung, die:
1. strikt ablehnende, feindselige Haltung, entschiedene Geg-
nerscliaft: Die F. der ..bürgerlichen" Parteien gegen die
Linke (Fraenkel. Staat 249). 2. (Fechten) Körperstellung,
bei der der Fechter frontal ziun Übungsleiter, steht; -thea-
ter, das: in Nähe der Front (2 b) für Soldaten spielendes
Theater; -truppe. die: kätnpfende Truppe; -Urlaub, der:
Urlaub von der Front (2 b); -Urlauber, der; - tür. die:
Vordertür; in der Vorderfront (z. B. bei einigen Autos) angebrachte
Tür; -Verhärtung, die: Verhärtung der gegensätzlichen
Standpunkte, Positionen: bei den Verhandlungen ist überra-
906
frost-, Frost-
sehend eine F. eingetreten;-Verkürzung, die: vgl.
-begradigung; -verlauf, der: Verlauf der Front (2 a); -wand, die:
Vorder-, Stirnwand: die F. eines Gebäudes restaurieren;
-Wechsel, der: meist politischer/ Gesinnungswandel,
Meinungsänderung: er hat inzwischen einen F.
vorgenommen; -zahn, der (Med.): Schneide- od. Eckzahn: -zeitung,
die: für die Soldaten an der Front (2) erscheinende Zeitung;
-zone, die: svw. t Front (2 b).
frontal [fn>n'ta:l] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu tFrontl:
a) von der Vorderseite her kommend], von vorn: ein -er
Zusammenstoß; der Wagen war mir f. entgegengekommen;
f. zusammenprallen; Neben der -en Arbeit (Päd.; Arbeit,
bei der der Lehrer vor der Klasse steht u. sie als Einheit
führt) mit der ganzen Klasse und der Einzelarbeit der
Schüler (H. Klein, Bildung 115); eine Figur f. (bild. Kunst:
in Vorderansicht) darstellen; b) unmittelbar nach vorn
gerichtet: einen -en Angriff starten; f. angreifen.
Front«!-: -angriff, der; a) von vorn kommender Angriff:
einen F. abwehren; b) nach vorn gerichteter Angriff: zum
F. übergehen; -durchbrach, der (Sport): Durchbruch durch
die Mitte der gegnerischen Deckung: dem F. kommt im
Feldhandball besondere Bedeutung zu; -feuer, das (Milit.):
direkter Beschuß von vorn; -Unterricht, der (Päd.): Form
des Klassenunterrichts, bei der der Lehrer vor der Klasse
steht u. sie als Einheit führt: F. und Gruppenarbeit;
-Zusammenstoß, der: Zusammenstoß zweier Fahrzeuge mit der
Vorderseite.
Frontalitit [frontali't£:t], die; - [zu tfrontal] (bild. Kunst):
in der archaischen ägyptischen u. vorderasiatischen Kunst
beobachtete Gesetzmäßigkeit, nach der jeder menschliche
Körper unabhängig von seiner Stellung od. Bewegung stets
frontal dargestellt ist; Frontispiz [frDnti'spi:tß], das; -es,
-e[frz. frontispice < mlat. frontisplcium = Vorderansicht;
Vordergiebel, zu lat. fröns (t Front) u. spicere = sehen]:
1. (Archit.) Giebeldreieck [über einem Gebäude vor sprung <.
2. (Buchw.) a) dem eigentlichen Titelblatt
gegenüberstehende, meist mit einem Kupferstich geschmückte zweite
Titelseile; b) früher das Titelblatt zierender Holzschnitt.
Frontooenese [fronto-l, die; -, -n (Met.): Bildung von Fronten
(5); Frontotyse [fn>nto'ly:z9l, die; -, -n [griech. lysis =
Lösung] (Met.): Auflösung von Fronten (5); Fronton [frö'tÖ:],
das; -s. -s [frz. fronton. zu: front = Stirn(seite)] (Archit.):
Frontispiz (1).
fror [fro:$], fröre [Troira]: t frieren.
Frosch [fraj], der; -[e]s, Frösche [Trafo 1, 2: mhd. vrosch,
ahd. frosk. H. u.; 5: viell. nach der Schwimmhaut des
Froschs]: 1. <Vkl. t Fröschchen) im u. am Wasser lebender
Vertreter einer Fatnilie der Froschlurche mit gedrungenem,
im erwachsenen Zustand schwanzlosem Körper von grüner
od. brauner Färbung, flachem Kopf mit breitem Maul,
großen, oft stark hervortretenden Augen u. langen, als
Sprungbeine dienenden Hintergliedmaßen: die Frösche
quaken im Teich; kalt wie ein F. sein; sich aufblasen wie
ein F. (sich wichtig machen, brüsten; prahlen; nach der
Phädrusfabel von dem Frosch, der sich, neidisch auf die
Größe eines Ochsen, so aufblies, bis er schließlich
zerplatzte); R die Arbeit ist kein F. [sie hüpft uns nicht davon]
(scherzhafte Entschuldigung, wenn jmd. im Augenblick
nicht od. nur langsam arbeiten möchte: die Arbeit bleibt
u. irgendwann muß sie getan werden): * einen F. in der
Kehle/im Hab haben (ugs.; vorübergehend heiser sein, eine
belegte Stinvne Ixaben; wohl nach der t Froschgeschwulst);
sei kein F.! (ugs.; sei kein Spielverderber, zier dich nicht
so!; viell. nach dem Verhalten des Frosches, der bei Gefahr
ins Wasser springt u. sich dort verbirgt). 2. kurz für Frosch-
lurch. 3. kurz für TKnallfrosch. 4. (Musik) Griffende des
Bogens von Streichinstrumenten, das mit einer Stellschraube
zum Spannen des Bezugs versehen ist. 5. (Eishockey) Gewebe
od. andere Materialien, die Daumen u. Zeigefinger am
Handschuh des Torhüters verbinden: das Tragen von Fröschen
ist verboten.
Frgsdi-: -äuge, das: 1. Auge des Frosches: Ü sie hat richtige
-n (ugs.; große, hervortretende Augen). 2. (Kfz.-W. Jargon)
aufgesetzter, vorstehender Scheinwerfer; -biß, der [viell.
weil die Blätter wie (von Fröschen) ausgebissen aussehen]:
Vertreter einer Gattung von Schwimmpflanzen mit
rundlichen, herzförmig eingebuchteten Blättern; -Mut, das <o.
PL): Blut des Froschs: Ü F. haben (ugs.; leidenschaftslos
sein, sich nicht erregen lassen); -brut, die; -geschwulst,
die [für den med. Fachausdruck Ranula < lat. ränula.
eigtl. = Fröschchen] (Med.): beim Menschen u. bei
verschiedenen Haustieren auftretende Zyste im Bereich der Zunge;
-goscherl [-gotel], das; -s, -n (österr.): durch besonderes
Raffen des Stoffes geformte Borte zur Verzierung, bes. an
einem Trachtenkleid; -hand, die (ugs.): feuchtkalte Hand:
du hast Ja richtige Froschhände!; -hupfen, das
(Gymnastik): Übung, bei der man mit beiden Beinen aus dem
Hockstand in den Hocksitz springt [u. sich so vorwärts bewegt i;
-klemme, die (Technik): Werkzeug mit
froschschenkeiförmigen Zangen, die sich beim Anheben von selbst schließen
u. so das Spannen von Draht, Heben von Lasten o. ä.
ermöglichen; -konzert, das (scherzh.): anhaltendes Quaken vieler
Frösche; -kraut, das: vgl. -löflel; -laich, der: abgelegte
Eier des Froschs; -löflel, der [nach der Blattform]: Vertreter
einer Gattung von Sumpf- u. Wasserpflanzen mit eiförmigen,
gestielten Blättern u. kleinen Blüten; -lurch, der: Vertreter
einer weltweit verbreiteten Ordnung der Lurche, deren
bekannteste Familie die der Frösche ist; -mann, der <P1.
-männer) [nach engl, frogman]: speziell ausgebildeter u.
ausgerüsteter, frei schwimmender Taucher für militärische
u. Noteinsätze: das Wrack wurde von Froschmännern
systematisch abgesucht; -maul, das: 1. Maul des Froschs:
Ü mach, zieh doch kein F. (ugs.; schiebe den Mund nicht
vor als Zeichen des Mißbehagens)! 2. (Archit.)
halbkreisförmig geschwungenes Daclifenster; -Perspektive, die: Schau
von einem sehr tief gelegenen Blickpunkt aus, von unten:
etw. aus der F. fotografleren; Ü dieser Spießer betrachtet
alles nur aus seiner F. (abwertend; aus seiner beschränkten,
engstirnigen Sicht); -Schenkel, der: (in der Gastronomie als
Delikatesse geltender) hinterer Schenkel des Froschs;
-teidi, der; -test, der (Med.): Schwangerscliaftstest, bei
dem etwas Urin der zu untersuchenden Frau einem
männlichen Frosch eingespritzt wird, worauf dieser bei Vorliegen
einer Schwangerschaft nach kurzer Zeit Samen produziert.
Fröschchen [Titeln], das; -s. -: t Frosch (1).
Frost [frost], der; -[ejs, Fröste ['frasto; mhd. vrost, ahd.
frost, zu t frieren]: 1. Temperatur unter dem Gefrierpunkt:
es herrscht strenger F.; der F. steckt noch im Boden;
dieser Baum hat F. bekommen, vertragt keinen F.; bei
klirrendem, eisigem F. draußen sein; Pflanzen vor dem
F. schützen; vor F. zittern; die ersten Fröste
(Frosteinbrüche) im Herbst; Ü (geh.:) so verkündet er, schon vom
F. des Untergangs berührt, das Höchste Wesen (Sieburg,
Robespierre 80). 2. (bes. bei krankhaften Zuständen, z. B.
Fieber) heftige Kälteempfindung im Körper: der Kranke
wurde von heftigem F. geschüttelt.
frgst-, Frgst-: -anfällig <Adj.; nicht adv.>: diese zarten
Pflanzen sind besonders f.. dazu: -anffilligkeit, die; -aufbruch,
der: durch Frost (1) verursachtes Aufbrechen einer
Straßendecke o.a.; -beständig <Adj.; nicht adv.>: beständig,
widerstandsfähig gegen Frost (1): -e Pflanzen; das Material
ist f.. dazu: -beständigkeit, die; -beule, die: 1. durch Kälte
u. Feuchtigkeit bes. an Händen u. Füßen entstehende,
gerötete, später bläulich verfärbte Schwellung der Haut: offene.
Juckende -n. 2. (landsch. scherzh.) /übermäßig/
kälteempfindlicher Mensch: was bist du nur für eine F.!; -boden,
der: ständig, langanhaltend od. häuf ig für kurze Zeit
gefrorener Boden in Polargebieten od. im Hochgebirge; -brand,
der <o. PI.): Absterben des Körpergewebes bei Erfrierungen
dritten Grades; -einbmch, der: unvermitteltes Eintreten von
Frost (1): nach dem Wetterbericht ist mit nächtlichen
Frosteinbrüchen zu rechnen; -Einwirkung, die;
-empfindlich <Adj.; nicht adv.>: gegenüber Frost (1) empfindlich:
dieser Obstbaum ist sehr f., dazu: -empfindlichkeit, die
<o. Pl.>; -fest <Adj.; nicht adv.): vgl. -hart; -frei <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: frei von Frost (1). ohne Frost: die
Nacht war, verlief f.; -gefahr, die <o. Pl.>: drohender Frost
(1); -gefährdet <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): durch mögliche
Frosteinwirkung gefährdet: -e Leitungen; -geschützt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): vor Frost (1) geschützt: -e Lagen;
-grenze, die (Met.): Grenze, bis zu der der Frost (1)
vordringt: die F. im Gebirge liegt bei 1000 Metern, die
F. im Boden bei 30 Zentimetern: -hart <Adj.; nicht adv.>:
unempfindlich, widerstandsfähig gegen Frost (1): -es
Getreide; -härte,die (Bot.): (von Pflanzen) Widerstandsfähigkeit
gegen Frost (1): die F. einer Pflanze; -kalt <Adj.; nicht
adv.) (geh.): sehr kalt, eiskalt: eine -e Winternacht; -keimer
[-k^jmBj. der; -s. - (Bot.): Pflanze, deren Samen zur
I bestmöglichen i Keimung Kälte bzw. Frost (1) benötigen;
-klamm <Adj.; o. Steig.: nicht adv.): klamm vor Frost
907
fröstelig
(1): -e Hände; -klar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): durch,
bei Frostwetter klar, wolkenlos: eine -e Winternacht; -er
Himmel; -klirrend <Adj.; o. Steig.; nur attr.>: durch starken
Frost (1) sehr kalt: ein -er Wintertag; -knirschend <Adj.;
0. Steig.; nur attr.): vgl. -klirrend; -kost, die (selten):
Tiefkühlkost: -loch, das (Met.): abgeschlossenes Tal,
Mulde, wo sich, bes. in windstillen Nächten, leicht Kaltluftmassen
ansammeln; -hift, die: frostkalte Luft; -milderung, die;
-nacht, die; -Periode, die; -resistenz, die: svw. !-härte;
-salbe, die: Salbe gegen Erfrierungen; -schaden, der: durch
Frost (1) verursachter Schaden: Frostschäden an Pflanzen,
Straßen; -schütz, der: Schutz gegen Einwirkungen des
Frostes (1): Maßnahmen zum F. bei Pflanzen, dazu:
-Schutzmittel, das: Mittel zum Frostschutz (insbes. zum Schutz
gegen das Gefrieren): dem Kühlwasser des Autos ein F.
zusetzen; -sicher <AdJ.>: vor Frost (1) geschützt: eine
Wasserleitung f. verlegen; -spamer, der [weil die Entwicklung
des Falters aus der Puppe mit anschließender Kopulation
in der Zeit der ersten Herbstfröste stattfindet]:
Schmetterling aus der Familie der Spanner, dessen Raupen große
Schäden an Obstbäumen verursachen; -Sprengung« die: svw.
t-Verwitterung; -starr <Adj.; o. Steig.: nicht adv.> (geh.):
steif vor Frost (1): -e Hände; -steif <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: vgl. -starr; -tagt der (Met.): Tag, an dem die
Lufttemperatur unter 0°C absinkt; -tiefe, die: svw. t-grenze
(1); -Verschärfung, die; -Verwitterung, die (Geol.):
Verwitterung durch Wasser, das in Gesteinsspalten o.a.
eingedrungen ist, dort gefriert u. durch die dabei erfolgende
Ausdehnung das Gestein sprengt; -warndienst, der; -warnung, die
(Met.): der Wetterbericht hat F. gegeben; -wetter, das;
-zitternd <Adj.; o. Steig.; nur attr.): vor Kälte zitternd.
fröstelig, fröstlig ['fnoest(d)lic] <Adj.; nicht adv.> (selten):
a) ziemlich kühl, wie wenn Frost in der Luft liegt: -e Luft;
b) Frost empfindend: ich bin heute so f.; mir wird so
f. (mich schaudert) vor Kühle; frösteln [froestln] <sw. V.;
hat): a) unter der Empfindung eines leichten Mangels an
fühlbarer Wärme schauern: ich fröst[elle im Wind; vor
Kälte, Angst, Müdigkeit f.; <subst.:) mich überkam,
überlief ein Frösteln; U noch einmal fröstelte (erschauerte)
der Besucher vor der Tiefe des Leides (Wiechert, Jeromin-
Kinder 226); b) <unpers.) jmdn. als unangenehmes Gefühl
leichter Kälte überkommen: mich fröstelt [esl; es fröstelte
mich in dem dünnen Kleid; fröstelnd auf Jmdn. warten;
kahler, fröstelnder (leichte Kälte ausströmender) Raum
(Musil, Mann 1430); frosten [frestn] <sw. V.; hat) [1:
wohl nach engl, to freeze]: 1. (Fachspr.) svw. teinfrieren
(2). 2. (geh.) svw. t frieren (2a): Im Frühling, wo es
nächtlich oft noch frostet (A. Zweig. Grischa 93); Froster, der.
-s, - [wohl nach engl, freezer): Tiefkühlteil eines Kühlgeräts:
der Kühlschrank ist mit einem F. versehen; <Zus.:) Frgster-
fach, das: svw. t Froster; frostig [frostig] <Adj.) [mhd. vro-
stec = kalt, frierend]: 1. sehr kalt: -e Luft, -es Wetter.
2. abweisend, unfreundlich: eine -e Antwort; der Empfang
war ausgesprochen f.; er wurde f. begrüßt; <AbI.:)
Frostigkeit, die; -, -en: 1. <o. PI.) frostige Art des Wetters o.a.
2.a) <o. PI.) frostige Wesensart; b) frostige Äußerung,
Bemerkung: jmdm. -en sagen; Fröstler [Troestle]. der; -s, -:
jmd., der besonders leicht friert od. fröstelt; fröstlig: t
fröstelig; Ft$stlingv der; -s, -e: svw. f Fröstler.
Frottage [fro'ta.'sal. die; -. -n [frz. frottage = das Reiben,
zu: frotter. t frottieren!: l.a) <o. PI.) von Max Ernst 1924125
erfundenes graphisches Verfaliren, bei dem man Papier auf
einen prägenden Untergrund (z. B. Holz) drückt, dessen
Struktur durch nachfolgendes Reiben sichtbar gemacht wird;
b) mittels Frottage (la) hergestellte Graphik. 2. (Med.,
Psych.) Erzeugung sexueller Lustempfindungen durch
Reiben der eigenen Genitalien an einem ! bekleideten Partner;
Frottee [fn>'te:l, das od. der; -s, -s [französierende Bildung
zu tfrottierenl: 1. bäum jwollener, aus Frotteegarn
gewebter Kleiderstoff mit rauher, gekräuselter Oberfläche. 2.
häufig für t Frottiergewebe.
Frottee-: -garn, das: meist mit Schlingen besetztes, mehrfach
gezwirntes Effektgarn; -gewebe, das: svw. t Frottee; -hand-
schuh, der. häufig für t Frottierhandschuh (1); -handtuch,
das: häufig für f Frottierhandtuch; -kleid, das: 1. Kleid
aus Frottee (1). 2. Kleid aus Frottiergewebe; -mantel, der.
1. Mantel aus Frottee (1). 2 Bademantel aus Frottiergewebe:
er holt einen F. aus dem Badezimmer (Remarque.
Triumphe 13); -Stoff, der: svw. T Frottee; -tudi. das <P1.
-tücher): häufig für f Frottierhandtuch.
Frotteur [froto:?!, der; -s, -e [frz. frotteur, zu frotter =
reiben. ? frottierenl: \,jmd., der sexuelle Lustempfindungen
durch Reiben seiner Genitalien an einem (bekleideten j
Partner erlebt. 2. (veraltet) Bohner.
Frottte*- (Textilind.): -gewebe. das: aus glattem Garn
hergestelltes Baumwollgewebe, das ein- od. beidseitig mit
Schlingen besetzt ist u. auf Grund seiner hohen Saugfähigkeit
vor allem zur Herstellung von Handtüchern, Waschlappen,
Bademänteln u.a. verwendet wird; -handschuh, der: 1.
Waschhandschuh aus Frottiergewebe. 2. zum Frottieren od.
Massieren geeigneter Handschuh mit rauher Oberfläche;
-handtuch, das: Handtuch aus Frottiergewebe; -mantel,
der: Bademantel aus Frottiergewebe; -«toff. der: svw. T -ge-
webe; -tudi, das <P1. ...tücher): svw. t-handtuch; -wäre,
die: Ware aus Frottiergewehe (z.B. Handtücher).
frottieren [froren! <sw. V.; hat) [frz. frotter. H. u.]: 1.
(mit einem Tuch, einer Bürste o. ä.) kräftig reiben, abreiben:
sich nach dem Bad f.; ich frottiere mich, das Kind mit
dem Badetuch; sie frottierte dem Kind kräftig den ganzen
Körper. 2. (veraltet) bohnern.
Frotzelei [frDtßakUl, die; -, -en (ugs.): 1. <o. PI.)
fortwährendes Frotzeln: hört endlich mit eurer F. auf! 2. frotzelnde
Bemerkung: er mußte sich die hämischsten -en anhören;
frotzeln [TnHßlnl <sw. V.; hat) [H. u.; viell. zu: Fratzen
<P1.>, tFratzel (ugs.): a) mit spöttischen od. anzüglichen
Bemerkungen necken; hänseln, aufziehen: ich frotz[e]le ihn
wegen seiner Unbeholfenheit; er wurde ständig gefrotzelt;
b) spöttische od. anzügliche Bemerkungen machen: sie
frotzelten gern über ihn. über seine Verliebtheit; er frotzelte
(spottete): „Bist du morgen mal wieder krank?"
Froufrou [fru'fru:!, der od. das; - [frz. frou-frou; lautm.
Bildung]: das Rascheln u. Knistern der (bes. für die Zeit
um 1900charakteristischen) eleganten Damenunterkleidung.
Frucht [froxtl, die; -. Früchte [Tn^to; mhd. vruht. ahd.
fruht < lat. früctusj: l.a) <Vkl. TFrüchtchen (1)> den
Samen umschließendes Produkt bestimmter Pflanzen: eine
reife, ungenießbare, süße, saftige F.; eingemachte,
kandierte Früchte; der Erfolg fiel ihm wie eine reife F. in den
Schoß; die Früchte reifen, fallen ab; der Baum setzt Früchte
an, trägt keine Früchte mehr; Früchte vom Baum pflücken,
auflesen; Spr es sind die schlechtesten Früchte nicht, woran
die Wespen nagen; Ü verbotene Früchte (verlockende, aber
verbotene Genüsse; nach 1. Mose 3, 2-6); eine F. der
Liebe (geh., veraltet; ein uneheliches Kind): b) <o. PI.)
(landsch.) Getreide: die F. steht gut; die F. einbringen;
die F. auf dem Halm (vor der Ernte) verkaufen. 2.
ungeborenes Lebewesen, Leibesfrucht: die keimende, heranreifende
F. im Mutterleib; die F. im Mutterleib töten, abtreiben.
3. (geh.) Ertrag, Ergebnis: das Buch ist die F. langjähriger
Arbeit; (iron.:) das sind die Früchte deines Leichtsinns;
die Früchte seines Fleißes, seines Tuns ernten; seine
Bemühungen haben reiche F., Früchte getragen (haben sich
sehr gelohnt); die Verhandlungen haben endlich F.,
Früchte getragen (einen Nutzen, ein gutes Ergebnis gehabt). 4.
(Rechtsspr.) wirtschaftlicher Ertrag einer Sache od. eines
Rechts.
fnjeht-, Frycht-: -ansatz, der: Ansatz zur Herausbildung
von Früchten: wegen des Frostes haben die Bäume keinen
guten F.; -bedier, der: 1. (Bot.) becherförmiger, oft mit
Schuppen o.a. besetzter Pflanzenteil, der die Früchte
der Buchengewächse umgibt. 2. Eisbecher mit Früchten;
-bikhing. die; -blase, die (Med.): sackartiges, mit
Schleimhaut ausgekleidetes Körperorgan, das die Leibesfrucht u.
das Fruchtwasser enthält; -bbtt» das (Bot.): Organ der
Blüte, das die Samenanlagen trägt; -bonbon. der od. (österr.
nur:) das: Bonbon mit Fruchtgeschmack; -bringend <Adj.>:
fruchtbar, nutzbringend, nützlich: -e Gespräche; -einwaage,
die: die F. in der Dose beträgt 100 Gramm; -eis, das:
Speiseeis mit Zusatz von Früchten od. mit Fruchtgeschnuick;
-entsafter, der: vgl. -presse; -ertrag, der; -extrakt, der;
-faser, die: aus verschiedenen Pflanzen gewonnene,
technisch genutzte Faser; -flule« die (Bot.): durch Pilze
verursachte Fäulniserscheitmng an reifenden Früchten; -fleisch,
das: fleischiger Teil einer Frucht: das saftige F. eines
Pfirsichs; -fliese, die: Vertreter einer Familie von Fliegen, deren
Larven sich in verschiedenen Pflanzenteilen, z. B. den
Früchten, entwickeln u. diese zerstören; Bohrfliege; -folge, die
(Landw.): nach bestimmten Grundsätzen geregelte
Aufeinanderfolge des Anbaus verschiedener Kulturpflanzen auf einer
Nutzfläche: eine Art der F., bei der Feldfrüchte und Gras
908
früh-, Früh-
miteinander wechseln; -fresser, der: svw. t Früchlefresser;
-geschmack, der: Geschmack nach einer od. mehreren
Früchten: ein Bonbon mit F.; -gummi, das: meist in Form
von Früchten hergestellte Zuckerware von gummiätinlicher
Beschaffenheit; -holz, das: Blüten u. Früchte tragende
Triebe der Obstbäume; -Joghurt, der od. (österr. nur:) das:
Joghurt mit Früchten od. mit Fruchtgeschmack; -kaltschale,
die; -kapsei,die (Biol,); -kelter, die: vgl. -presse; -knoten,
der (Bot.): aus einem od. mehreren Fruchtblättern gebildeter,
geschlossener Hohlraum, der die Samenanlagen enthält: aus
dem F. entwickelt sich die Frucht; -korb, der: zum Verzehr
[für den Gast aufgestellter, mit verschiedenen Früchten
in dekorativer Anordnung gefüllter Korb; -körper, der
(Bio!.): oberirdisch wachsender Teil des Pilzes (1);
-kuchen. der (Med.): svw. TMutterkuchen; -land, das
<o. PI.) (geh.): durch Bebauung mit Kulturpflanzen
nutzbar gemachtes Land: zu den ... drei großen
Pflanzenformationen Waldland, Grasland (Steppe) und Ödland
(Wüste) hat der Mensch eine vierte gefugt, das F. (Thienemann,
Umwelt 28); ^los <Adj.; o. Steig.): a) keinen Erfolg
bringend, vergeblich, nutzlos: -e Bemühungen; seine
Ermahnungen blieben f.; b) (selten) unfruchtbar; unfähig. Kinder zu
gebären: denn blieb sie f., so war sie übel daran (Th.
Mann. Joseph 321). zu a: -losigkeit, die; -: die F. aller
Versuche einsehen; -mark, das; -mus, das; -presse, die:
Gerät zum Auspressen von Früchten u. zur Gewinnung von
Fruchtsäften; -reich, (auch:) frijchtereich <Adj.; nicht adv.)
(geh.): reich an Früchten: ein -es Jahr; -saft, der: aus
frischen Früchten gewonnener Saft, dazu: -saftgetränk, das:
Fruchtsaft mit Wasser u. Zuckerl, -saftllkör, der: Likör
mit dem Geschmack eines bestimmten Fruchtsafts: Cherry
Brandy ist ein F.; -salat, der: Salat aus Früchten. Obstsalat;
-säure, die: bes. in säuerlichen Früchten vorkommende
organische Säure; -schale, die: 1. Schale (1), die eine Frucht
umgibt. 2. Schale (2), die der Aufnalime von Früchten dient:
die F. auf dem Sideboard mit verschiedenen Früchten
füllen; -Schaumwein, der: vgl. -sekt; -schifT, das: Seeschiff
das regelmäßig Früchte befördert und über entsprechende
Kühleinrichtungen verfügt, -Schimmel, der (Bot.): vgl.
^faule; -schnaps, der: aus vergorenen Früchten gebrannter
Schnaps; Obstschnaps; -sekt, der: aus Fruchtsaft
hergestellter Sekt; -stand, der (Bot.): aus einem gemeinsamen
Blutenstand hervorgegangene Früchte, die das Aussehen einer
einzelnen Frucht angenommen hohen: die Fruchtstände der
Feige, der Ananas; -tragend <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
ein -er Baum, Zweig; -wasser, das (Med.): Flüssigkeit,
in die die Leibesfrucht im Mutterleib eingebettet ist;
^Wechsel, der, -wechsehvirtsdiaft, die (Landw.): Art der
Fruchtfolge, bei der in regelmäßigem Wechsel Halm- u. Blattfrüchte
angebaut werden: ^wein. der: durch Vergärung von
Fruchtsäften hergestellter Wein, -zucker, der: zusammen mit
Traubenzucker in vielen Pflanzen, süßen Früchten u. im Honig
enthaltener Zucker.
fruchtbar ['fruxtba:^] <Adj.; nicht adv.) [mhd. vruhtbaerej:
l.a) reiche Frucht bringend: -e Erde; ein -er Baum; ein
-er (das Wachstum der Pflanzen fördernder) Regen; dieser
Boden, dieses Land ist sehr f.; b) zahlreiche Nachkommen
hervorbringend: er hatte sieben Kinder, ein -er Mann;
Mäuse. Kaninchen sind besonders f.; Er siedelte diese Weiber
auf des Vaters Zeltgehöfte an, war f. mit ihnen (Th. Mann.
Joseph 199); die -en Tage der Frau (Tage, an denen eine
Empfängnis möglich ist): Ü ein -er (produktiver)
Schriftsteller. 2. sich als nützlich erweisend; sich segensreich
auswirkend; ertragreich, nutzbringend: -e Gespräche; eine -e
Opposition; eine wissenschaftlich -e Fragestellung; daß unsere
Probleme -er werden (Wohngruppe 38); Erkenntnisse für
einen größeren Kreis f. machen; daß eine solche Debatte
erst dann f. geführt werden kann, wenn ... (Bundestag
188.1968.10157); der -e Moment (Psych.. Päd.; der
Augenblick, in dem sich die Lösung eines Problems überraschend
als Erkenntnis einstellt)'. <Abl.:> Fruchtbarkeit, die; -, dazu:
Fryditbarkeitskult, der (Volksk.): Kult bei Naturvölkern
zur Verehrung u. Steigerung der Fruchtbarkeit von Pflanze.
Tier u. Mensch. Frvchtbarkeitssymbol. das (Rel.. Volksk.):
Gegenstand. Bild, symbolische Handlung o.a.. wodurch die
Fruchtbarkeit gefördert werden soll, Fnjchtbarkeitszauber,
der: vgl. Fruchtbarkeitskult; Früchtchen [Tn^t^n], das;
-s, - [2: zu mhd. vruht = Sprößling, Kindl: 1. T Frucht (1).
2. (ugs. abwertend) ungeratenes Kimi; mißratener, junger
Mensdi; Tunichtgut: das ist mir ein nettes, ein sauberes
F.!; Früchtebrot, das; -[eis, -e: Backwerk aus Brotteig mit
getrockneten Früchten. Gewürzen u.a.; Fn)chtefresser, der;
-s, - (Zool.): sich hauptsächlich von Früchten ernährendes
Tier; \Fruktivore; fruchten ffruxtn] <sw. V.; hat) [mhd.
vrühten, vruhten = Frucht tragen; fruchtbar machen, zu
T Frucht]: nützen, helfen, von Erfolg sein: der Appell hat
endlich gefruchtet; was soll das f.?; (oft verneint:) alle
Ermahnungen haben bei ihr nicht[s] gefruchtet; Fryditen-
brot.das; -[e]s, -e (österr.): svw. tFrüchtebrot; fruchtereich:
t fruchtreich; früchteschwer <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(geh.): mit vielen Früchten: ein -er Apfelbaum; fruchtig
[Troxti^J <Adj.>: (von Duft oder Geschmack) in der Art
frischer Früchte: ein Junger Wein von -em Geschmack;
die Duftnote des Parfüms ist f. und anregend; eine f.
schmeckende Limonade.
Fructose, (eingedeutscht:) Fruktose [fruk'to:za], die; - [zu
lat. früctus = Fruchtl (Chemie): Fruchtzucker; frugal [fru-
ga:l] <Adj.) [1: frz. frugal < lat. frügälis = zu den Früchten
gehörig, fruchtig. zu: früx (Gen.: frügis) = FruchtJ (von
der Lebensweise, insbes. dem Essen): 1. einfach, mäßig,
bescheiden (Ggs.: opulent): wir begnügten uns mit einem
-en Mahl; f. leben, essen. 2. (gelegtl., ugs.) üppig; <Abl.:>
Frugalitat [frugali't€:t], die; - [frz. frugalite =
Genügsamkeit, Einfachheit < lat. frügälitäs, eigtl. = Vorrat an
Früchten].
Frugivore [frugi'vo:re]: tFruktivore.
früh [fry:; I: mhd. vrüeüe); ahd. fruoji, zu: fruo. tfrüh
(II); II: mhd. vruo, ahd. fruo, zu einer idg. Wz. mit der
Bed. „früh, morgens", eigtl. = (zeitlich) vom, voran] /vgl.
früher/: I. <Adj.; -er, -[eiste) (Ggs.: spät) 1. <nicht adv.)
in der Zeit noch nicht weit fortgeschritten, am Anfang
liegend, zeitig: am -en Morgen; in -er, -[ejster Kindheit;
der -e (junge) Nietzsche; die -e Neuzeit (die ersten
Jahrhunderte der Neuzeit); die -esten (ältesten) Kulturen; es ist
noch f. am Tage, noch ganz f. 2. vor einem bestimmten
Zeitpunkt liegend, eintretend o.a.. frühzeitig, vorzeitig: ein
-er Winter; ein -er Tod; eine -e (früh reifende) Sorte Apfel;
wir nehmen einen -eren Zug; Ostern ist. fällt dieses Jahr
f.; f. aufstehen; er kam -er als erwartet; er ist zu f.. noch
f. genug gekommen; er fing f. an zu rauchen; <subst.:)
sie ist die Früheste aus dem Bett (ugs.; steht morgens
als erste auf): früher oder später (irgendwann einmal) wird
er sich doch nach einer neuen Wohnung umsehen müssen;
* da mußt du -er aufstehen (ugs. spött.; um mir etwas anhaben
zu können, mußt du geschickter vorgehen): da mußt du
-er aufstehen, wenn du mich hereinlegen willst! II. <Adv.)
morgens, am Morgen: heute f., [am] Dienstag f.; kommst
du morgen f.?; er arbeitet von f. bis spät [in die Nacht]
(bedauerlicherweise den ganzen Tag).
früh-. Früh-: -antike, die: Frühzeit der Antike; -apfel, der:
Apfel einer früh reifenden Sorte; ^auf in der Fügung von
f. (von früher Kindheit. Jugend an): er ist von f. an
Selbständigkeit gewöhnt; -aufsteher [-4jifTte:B], der; -s. -: jmd..
der in der Regel früh aufsteht; -barock, das od. der: Frühzeit
des Barocks; -beet, das: zur Anzucht junger Pflanzen
angelegtes Beet, das zum Schutz vor der Witterung mit einer
Umrandung versehen u. mit transportablen Fenstern od.
Plastikfolie abgedeckt ist; -begabung, die: ü)früh
erkennbare Begabung: das Kind zeigt eine deutliche F. für
Mathematik; b) jmd.. der eine früh erkennbare Begabung zeigt: das
Mädchen ist eine musikalische F.; -behandlung, die:
Behandlung einer Krankheit im frühesten Stadium: die F. von
Krebserkrankungen; -blrne, die: vgl. -apfel; -blühend
<AdJ.; o. Steig.; meist attr.): -e Tulpen, dazu: -blüher
[-bly:B], der; -s, - (Bot.): Pflanze, bei der die Blüten im
zeitigen Frühjatir vor den Blättern erscheinen: der
Pfirsichbaum ist ein F.; -christlich <Adj.; o. Steig.): die ersten
cfiristlichen Jafirhunderte betreffend, aus ihnen stammend:
-e Kunst, Literatur; -dämmer, der (dichter.), -dämmerung,
die: 1. Beginn der Dämmerung. 2. svw. t
Morgendämmerung; -diagnose, die (Med.): (vor allem bei
Krebserkrankungen) mit Hilfe medizinischer Apparate zu einem
möglichst frülien Zeitpunkt noch vor dem Auftreten
charakteristischer Merkmale gestellte Diagnose; -dienst, der <P1.
selten): Dienst am /frülien/ Morgen: F. haben; -druck,
der <P1. -drucke): Druckwerk aus der Frühzeit des
Buchdrucks: eine Sammlung kostbarer -e; vgl. Inkunabel;
-dunst, der: am frühen Morgen auftretende nebelige Luft;
—ehe, die: von Jugendlichen geschlossene Ehe; -Entwicklung,
die: sich vordem Durchschnittsalter für Pubertät vollziehen-
909
Frühchen
de Entwicklung: Erfassung, die: frühzeitige Erfassung: die
F. ansteckender Krankheiten; -erkennung, die: frühzeitige
Erkennung: regelmäßige Untersuchungen zur F. von
Krebserkrankungen; -ernte, die: frühzeitige Ernte: die F. von
Treibhausgemüse; -fonn. die: 1. Form, die jmd. od. etw.
im Anfangsstadium od. zu Beginn eines Vorgangs od. Ablaufs
hat: die F. der Entwicklung, einer Krankheit. 2. (bes.
Sport) gute körperliche Verfassung unmittelbar vor od. zu
Beginn der Saison: die hervorragende F. der
Fußballmannschaft; -frost, der: früh, vorzeitig im Jahr eintretender Frost:
der Herbst brachte schon die ersten Frühfröste; -gebet
das: svw. f Morgengebet; -geburt, die: 1. Geburt eines noch
nicht ausgetragenen, aber lebensfälugen Kindes: sie hatte
eine F. 2. vorzeitig geborenes Kind: die F. wurde im
Brutkasten aufgezogen; -gemüse, das: frühzeitig erntereifes
Gemüse: -«schichte, die <o. Pl.>: 1. auf die Vorgeschichte folgen-
der Zeitabschnitt: für Mitteleuropa beginnt die F. etwa
mit der Zeit Cäsars. 2. frühe geschichtliche Phase einer
Bewegung. Strömung. Erscheinung o. ä.: die F. des
Sozialismus, zu 1: -geschichtlich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
-e Funde, Sprachdenkmäler; -gottk, die: Anfangsjahre der
kunstgeschichtlichen Epoche der Gotik, dazu: -gotisch
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>; -gottesdienst, der: erster,
vordem Hauptgottesdienst am Morgen abgelutltener
Gottesdienst: -gymnastik, die: Gymnastik am frü/ienj Morgen:
-herbst, der: erste Phase des Herbstes: -holz, das: vofn
Baum im Frühjahr gebildeter Teil des Jahresrings (Ggs.:
Spätholz); -invalid (österr. nur so). -Invalide <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: frühzeitig invalide: durch einen schweren
Unfall f. werden, <subst.>: -invalide, der: seine Krankheit
machte ihn mit 40 Jahren zum -n, dazu: -invalidit&t, die;
-Jahr, das: t Frühjahr u. Frühjahrs-; -kaflee, der: svw.
T Morgenkaffee; -kapitalismus, der: Frühzeit des
Kapitalismus, dazu: -kapitalistisch <Adj.; o. Steig.): die -e Ära;
-kartoffel, die: vgl. -apfei; -kindlich <Adj.; o. Steig.):
das frühe Kindesalter betreffend, dazu gehörend: die -e
Entwicklung fördern; -kirsche, die: vgl. -apfel; -klassOc, die:
Frühzeit der Klassik, dazu: -klassisch <Adj.; o. Steig.);
-konzert, das: zu Pfingsten finden in Berlin -e statt; im
Radio gibt es um 6 Uhr ein F.; -kultur, die: 1. Frühzeit
einer Kultur: die ägyptische F. 2. (Gartenbau) Anbau u.
Blüte von Pflanzen ohne entwicklungsfördernde Malinahmen
unter für sie normalen Temperaturen nach Ausschalten der
klimatisch bedingten Ruhe: -liberalismus, der: Frühzeit des
Liberalismus: der deutsche F.; -licht, das <o. PI.) (geh.):
erste Helligkeit des Tages: die Dächer schimmern im
grauen F.; -mahl, das (geh.): zweites Frühstück: -mensch,
der (Anthrop.): zur ältesten Gruppe der. urzeitlichen
echten Menschen gehörender Mensch: -messe, die (kath.
Kirche): erste Messe des Tages: tut F. gehen; -mette,
die: svw. t -messe; -mittelalter, das: Früfizeit des
Mittelalters, dazu: -mittelalterlich <Adj.; o. Steig.);
-mittelhochdeutsch <Adj.; o. Steig.): den Anfangsjahren der
literarischen u. sprachgeschichtlichen Epoche des
Mittelhochdeutschen zugeordnet, entstammend: -morgens [-'--1
<Adv.):/rwA am Morgen: er arbeitet von f. bis spätabends;
-nachrichten <P1.): noch vor dem Aufstehen hört er im
Radio die F.; -nebel, der: Nebel am frülxen Morgen:
-neuhochdeutsch <Adj.; o. Steig.): der etwa von der Mitte des
14. Jalirhunderts bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts
dauernden Epoche der deutschen Sprachgeschichte zugeordnet,
entstammend. Abk.: frühnhd.; <subst.:) -neuhochdeutsch, das:
vgl. Deutsch, -neuhochdeutsche, das: vgl. 2Deutsche; -obst,
das: frülx reifende Obstsorten: -Periode, die: Anfangsjahre
eines bestimmten Zeitraums, einer kulturellen Epoche: -reif
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. körperlich, geistig vor der
üblichen Zeit entwickelt od. eine solche Entwicklung
erkennen lassend: ein -es Kind; das Mädchen spricht schon
recht f.; 2. vorzeitig reif geworden: -es Obst; -reif, der:
morgendlicher Reif: F. lag über den Wiesen; -reife, die:
1. vor der üblichen Zeit erreichte körperliche, geistige Reife:
ein Kind von erstaunlicher geistiger F.; Esau war von
tierischer F. (Th. Mann, Joseph 199). 2. vorzeitiges
Reifgewordensein: die F. von Obst. Getreide; -renaissance, die:
vgl. -gotik; -rente, die: vorzeitig gezahlte Rente: wegen
seiner Krankheit erhält er schon mit 40 Jahren eine
F.. dazu: -rentner, der; -romantik, die: Anfangsjahre der
literarischen Epoche der Romantik, die unter dem Zeichen
bestimmter Schriftsteller stehen: -rot, das (dichter.): svw.
t Morgenrot; -Schicht, die: a) am frühen Morgen beginnende
Schichtarbeit: die F. beginnt um 5 Uhr; F. haben; b)
die Arbeiter der am frühen Morgen beginnenden Schicht:
die F. kommt, fährt ein; -Schoppen, der: geselliger Trunk
am Vormittag: -schritt, die: vgl. -werk; -somroer, der:
erste Phase des Sommers: ein sonniger, warmer F., dazu:
-sommertag, der; -sport, der: am /frühenj Morgen nach
dem Aufstehen betriebene gymnastische Übungen, die eine
Lockerung der Muskeln bezwecken: -Stadium, das: eine
Arbeit schon im F. abbrechen; -Start, der (Sport): Start
vordem Startsignal: wegen wiederholten -s wurde der
Läufer disqualifiziert; -stück: t Frühstück u. Frühstücks-;
-Symptom, das (Med.): frühzeitig auftretendes Symptom
einer Krankheit: -tragend <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): ein
-er Obstbaum; -verstorben <AdJ.; o. Steig.; nur attr.):
mein -er Großvater; -vollendet <AdJ.; o. Steig.; nur attr.)
(geh. verhüll.): in seiner Kunst , deren Weiterentwicklung
zwar durch den Tod beendet wurde> schon früh zu absoluter
Meisterschaft gelangt: ein -er Maler. Dichter; -warnsy-
stem, das: System weitreichender Radarstationen, mit dem
feindliche Flugkörper frühzeitig erfaßt werden können:
-werk, das: früh, im Anfang einer Schaffensperiode
entstandenes Werk: -zeit, die: frühester Abschnitt. Anfangszeit
einer geschichtlichen Epoche, einer Schaffensperiode o. ä.:
die christliche F.; Funde aus der F. der Antike; In der
F. der Sozialdemokratie (Enzensberger, Einzelheiten I.
161); -zeitig <Adj.>: a) zu einem frühen Zeitpunkt, früh:
f. aufstehen; die Krankheit konnte f. entdeckt werden;
b) vorzeitig: ein -er Winter; f. ergrautes Haar, dazu:
-zeitigkeit, die; -; -zug, der: am frühen/ Morgen fahrender Zug:
-Zünder, der (ugs. scherzh.): jmd.. der rasch begreift (Ggs.:
Spätzünder); -Zündung, die (Ggs.: Spätzündung): 1.
(Technik) Selbstentzündung des Gasgemisches in
Verbrennungsmotoren, bevor die Zündung durch den Funken erfolgt. 2.
(ugs. scherzh.) rasche Auffassungsgabe: bei solchen Witzen
hat er meistens F.
Frühchen [Tryican]. das; -s, - (fam.): zu früh geborenes Kind.
Frühgeburt (2); Frühe [Tiyia], die; - [frühnhd. frue. ahd.
fruoü (geh.): erste Phase eines Zeitabschnitts. Anfang, bes.
des Tages: in der nebligen F. des Tages; in der ersten
F. des Lebens; *in aller F. (früh am Morgen): in der
Früh (südd., österr.: am Morgen): wir haben ihn in der
F. getroffen; früher [fry:p; Komp. zu tfrüh (I)]: I. <Adj.)
1. vergangen, zurückliegend: in -en Zeiten; die -en Auflagen
des Buches sind veraltet. 2. ehemalig: der -e Eigentümer;
unsere -en Feinde sind heute unsere Freunde. II. <Adv.)
ehetnals: einst: er war f. Buchhändler; wir kennen uns
von f. [her]; frühestens ffryastns] <Adv.) [adv. Gen. des
Sup. von tfrüh): nicht früher als: f. am Dienstag; wir
sehen uns f. in zwei Wochen; frühestmöglich
['fry:3St'm0:kli<;] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): so früh wie
möglich: ich komme zum -en Termin; Frühjahr, das; -s,
-e: erster Abschnitt des Jalires bis zum Ende des Frühlings:
ein regnerisches F.; im F. den Acker bestellen; im nächsten
F. werden wir euch besuchen.
Frühjahrs-: -anfang, der; -arbeit, die: für den Bauern
beginnt jetzt die F.; -beginn, der; -bestdhing, die (Landvv):
Bestellung der Felder im Frühjahr: -blüher [...bly:e]. der;
-s, -: Pflanze, deren Blüten zwischen Januar u. Mai
erscheinen: -blume, die: svw. f Frühlingsblume; -katalog, der:
für das Frühjahr geltender Katalog eines Versandhauses:
-kleid, das: Kleid, das üblicherweise im Frühjahr getragen
wird: -kollektion, die: der Modeschöpfer ließ seine F.
vorfuhren; -kostüm, das: Kostüm, das üblicherweise im
Früfualir getragen wird: -kur, die: im Frülijahr
durchgeführte Kur: -mantel, der: vgl. -kostüm; -messe, die (Wirtsch):
im Frülijahr stattfindende Messe: die Leipziger F.; -mode,
die: in der neuen F. überwiegen Pastelltöne; -müdigkeit,
die: Nachlassender Leistungsfähigkeit u. allgemeine
körperliche Abgespanntheit im Frühjahr: die F. mit Vitamin C
bekämpfen; -offensive,die (Milit.); -putz, der: gründlicher
Hausputz im Frühjahr: -putzete, das (Schweiz.): svw.
t-putz; -sonne, die: svw. t Frühlingssonne;
-Tagundnachtgleiche, die (mit Bindestrich): Äquinoktium im Frülijahr.
Frühling ['fry:hnl. der; -s. -e Ispätmhd. vrüelinc. zu Tfrüh]:
Jahreszeit zwischen Winter u. Sommer: ein zeitiger, später,
warmer, milder F.; der F. kommt, (geh.:) naht, zieht ein;
es wird F.; Ü im F. (dichter.; in der Jugend-. Blütezeit)
des Lebens stehen; die Wirtschaft geht einem neuen F.
(geh.: Aufschwung) entgegen; seinen zweiten F. erleben
(iron.; sich im reifen Alter noch einmal in eine jüngere
910
fuchs-, Fuchs-
Frau verlieben; mit Bezug auf den Frühling als Zeit des
Wiedererwachens der Natur u. der Liebe).
Frühlings-: -Adonisröschen, das: zur Gattung Adonisröschen
gehörende, in Kiefernwäldern u. auf Heidewiesen blühende
(unter Naturschutz stehende) Staudenpflanze mit fein
zerteilten Blättern u. glänzend goldgelben, breiten Blüten;
-anfangt der: am 21. März ist F.; -beginn, der: svw. t -anfang;
-bUher [...bly:*], der; -s, -: Pflanze, deren Blüten zwischen
März u. Mai erscheinen; die Tulpe ist ein F.; -bhime,
die; -böte, der (geh.): der Krokus ist einer der ersten
-n; -fest, das: im Dorf wird ein F. gefeiert; -fingerkraut,
das: auf Wiesen u. an Böschungen in behaarten Stauden
wachsendes Fingerkraut mit bandförmig gefiederten Blättern
u. Blüten in lockerem Blütenstand; -frisch <Adj.; o. Steig.)
(geh.): ein -er Duft; f. herausgeputzt sein; -gefuhl, das:
a) Gefühl der Gelöstheit. Unbeschwertheit wie im Frühling:
in dieser herrlichen Gegend überkommt einen ein richtiges
F.; b) *-e haben bekommen (ugs. scherzh.; sich im reifen
Alter noch einmal in eine (jüngere) Frau verlieben; mit
Bezug auf den Frühling als Zeit des Wiedererwachens
der Natur u. der Liebe); -himmel, der: ein leuchtendblauer
F.; -knotenblume, die: zur Gattung Knotenblume gehörende,
in feuchten Wäldern u. auf Bergwiesen blühende (unter
Naturschutz stehende) Zwiebelpflanze mit ein od. zwei
hängenden, glockigen, weißen Blüten mit gelblichgrünen Malen
am Saum; Märzenbecher; ^lied. das: Lied, dessen Thema
der Frühling ist; -hift, die; -monat, der: a) <o. PI.) (geh.)
März; b) <nur PI.) März. April. Mai; -mond, der (dichter,
veraltet): svw. t-monat (a); -morgen, der; -nacht, die:
eine laue F.; -punkt, der (Astron.): Punkt, in dem die
Sonne bei Frülilingsanfang steht; -regen, der; -rolle, die:
chinesische Vorspeise aus einer Fleisch-, Fisch-, Gemüsemi-
schung. die in einen dünnen Teig gehüllt u. fritiert wird;
-sonne, die; -stürm, der; -suppe, die: Suppe mit Gemüse
u. einer Einlage aus Teigwaren; -tag, der; -werter, das;
-wiese, die: eine bunte, mit Blumen übersäte F.; -wind,
der; -zeit, die <o. PI.) (geh.).
frühlingshaft <Adj.; -er. Sup. ungebr.): wie im Frühling:
das Wetter ist schon richtig f.
Frühstück ['fry:Jtvk], das; -s, -e [spätmhd. vruo-, vrüestücke.
eigtl. = das am frühen Morgen gegessene Stück Brot]:
a) Mahlzeit am Vormittag; ein kräftiges, reichliches F.;
das erste, zweite F.; [dasl F. machen, (geh.:) bereiten;
der Minister gab ein F. für seine Gäste; beim F. sitzen;
b) (ugs.) Frühstückspause; um 9 Uhr machen wir F.;
frühstücken <sw. V.; hat): a) das Frühstück (a) einnehmen;
im Bett, in der Küche f.; er hat ausgiebig gefrühstückt;
b) zum Frühstück essen: ein Schinkenbrot f.
Frühstücks-: -bar, die: in einer Küche eingerichtete Bar für
kleine Malilzeiten; -bemme, die (ostmd.): svw. t-brot;
-brettlchen], das: kleines Brett aus Holz od. Plastik, von
dem man Brot o. ä. essen kann; -brot, das: belegtes Brot,
das man als zweites Frühstück (a) zur Arbeit mitnimmt;
-ei, das: Ei, das zum Frühstück (a) gegessen wird; -fleisch,
das: meist in Dosen gehandelte Wurstware aus Schweine-,
Rind- u. Kalbfleisch mit Speck u. Gewürzen, -gedeck, das;
-gesdiirr, das; -kartell, das (Wirtsch. Jargon):
gesetzwidriges Kartell, das bei einer als unverfänglich erscheinenden
Zusammenkunft geheim u. meist auf mütulliche Absprache
hin gebildet wird; -korb, der: Korb, in dem das Früfistück
auf das Feld mitgenommen od. gebracht wird; -pause,
die: Pause, in der man frühstücken (a) kann; -speck, der:
mit Fleisch durchwachsener Speck vom Schweinerücken;
-stulle, die (berlin.): svw. Kbrot; steiler, der; -tisch, der:
Tisch, auf dem das FrüJistück i'd) auf getragen wird; -zimmer,
das: Zimmer in einem Hotel o.a.. in dem das Frühstück
(a) eingenommen wird.
Fniktifikation [froktifika'tsioin]. die; -, -en [lat. früctificätio
= das Früchtetreibenl: 1. (veraltet) Nutzbarmachung.
Verwertung. 2. (Bot.) Ausbildung von Fort Pflanzungskörpern.
z. B. der Sporen bei Farnen, in besonderen Behältern; frukti-
fizieren [froktifi'tßiTanJ <sw. V.; hat) [lat. früctifieäre =
Früchte treiben, tragenl: 1. (veraltet) den Nutzen aus etw.
ziehen. 2. (Bot.) Früchte ansetzen, ausbilden; Fruktifizje-
ning, die; -. -en: svw. t Fniktifikation; Fruktivore [frokti-
'vo:r3l, der; -n, -n (meist PI.) [zu lat. früctus = Frucht
u. voräre = fressen, verschlingenl (Zool.): sich
hauptsächlich von Früchten ernährendes Tier, Früchtefresser;
Fruktose: tFructose.
Frust [frustl. der; -[eis (ugs.): das Frustriertsein; Frustration:
nach den ... sechziger Jahren wurde die linksbürgerliche
Intelligenzija vom großen F. gepackt (Konkret 8.1976,39).
fruste [fryst] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. fruste =
verwischt, vgl. Forme frustel (Med.): (von den Symptomen
einer Krankheit) unvollkommen; wenig ausgeprägt.
frosten [TrostnKsw. V.; hat) (ugs.). frustrieren: diese
Veranstaltung hat mich gefrustet; frostran [fros'tra.n] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) [zu lat. früsträ = getäuscht, irrtümlich,
tfrustrierenl: zur Frustration führend; Frustration
bewirkend: Weibliche Homosexualität oft ausgelöst durch
eine < Erlebniskette mit dem anderen Geschlecht" (Spiegel
36. 1974. 65); Frustration [frostra'tsio:n]. die; -. -en [lat.
früsträtio = Täuschung einer Erwartung, tfrustrierenl
(Psych.): Erlebnis einer Enttäuschung u. vermeintlichen
Zurücksetzung durch erzwungenen Verzicht od. versagte
Befriedigung: -en am Arbeitsplatz; seine -en abreagieren;
Frustrationstoleranz, die; - (Psych.): Umleitung einer
Frustration in Wunschvorstellungen; erlernbare
Kompensation. Sublimierung einer Frustration ohne Aggressionen od.
Depressionen; frustratorisch [frustra'tOTifl <Adj.; o. Steig.)
(selten): auf Täuschung bedacht; frustrieren [fros'tri:ren]
<sw. V.; hat) [lat. früsträre = in der Erwartung täuschen,
hinhalten, zu früsträ = getäuscht, irrtümlich, vergebens]
(Psych.): jmds. Erwartung enttäuschen, jmdm. die
Befriedigung eines Bedürfnisses versagen: seine eintönige Arbeit
frustriert ihn; das Erlebnis war frustrierend [für ihn]; er
fühlte sich frustriert; <Abl.:) Frustrjening, die; -, -en.
Frotti di mare [Truti di 'ma:re] <PI.) [ital. frutti di mare,
eigtl. = Früchte des Meeres]: für Speisezwecke mit dem
Netz gefangene kleinere Seetiere der Mittelmeerküste (z. B.
Muscheln. Austern).
F-Schlüssel, der; -s, - (Musik): aus dem Tonbuchstaben F
entwickeltes Zeichen, mit dem im Liniensystem die Lage
des f festgelegt wird; vgl. Bariton-. Baßschlüssel.
Fuchs [foks]. der; -es, Füchse ['fyksa; 1: mhd. vuhs. ahd.
fuhs. eigtl. = der Geschwänzte; 7: H. u.; 8: nach der
rötlichen Farbe des Goldes; 9: nach der Form des
Fuchsbaus]: 1. <Vkl. Füchschen. Füchslein) kleineres,
hundeartiges, nicht sehr hochbeiniges rötlichbraunes Raubtier mit
langer, spitzer Schnauze, großen, spitzen Ohren u. buschigem
Schwanz: Plötzlich bellte ein F. in den Bergen, das war
ein schlimmes Zeichen. Andere Füchse fielen ein (Nossack.
Begegnung 386); der F. schnürt (Jägerspr.; trabt geradeaus)
übers Feld; einen F. schießen, erlegen; Spr stirbt der F..
so gilt der Balg (wennjmd. stirbt, steht das Erbe im
Vordergrund; eigtl. alter Rechtsspruch: beim Tode ausgeliehener
Tiere mußte der Wert des Balgs erstattet werden); R der
F. muß zum Loch heraus (der Fall muß aufgeklärt werden);
da kommt der F. zum Loch heraus (versteckte
Beweggründe werden bekannt; der wahre Grund kommt an den Tag);
das/den Weg hat der F. [mit dem Schwanz] gemessen
[und den Schwanz dazugegeben] (der Weg ist viel länger
als angegeben); *wo sich die Füchse/wo sich F. und Hase
gute Nacht sagen (scherzh.; an einem verlassenen, einsamen
Ort gelegen ); die Füchse brauen (es wird neblig. Nebel
steigt auf); Füchse prellen (schlauer sein als Schlaue:
Schlauköpfe überlisten; jmdm. übel mitspielen; jmdn.
betrügen). 2.a) Fell des Fuchses (1): einen Kragen aus F.
arbeiten; einen Mantel mit F. besetzen; b) aus dem Fell des
Fuchses (1) gearbeiteter Pelz: sie trägt einen F. 3. (ugs.)
andern überlegener durchtriebener Mensch, der alle
Schliche u. Feinheiten, auf die es atikommt, kennt: Was für
ein F., dieser Escherich! Wie er das wohl erreicht haben
mochte? (Fallada. Jeder 65). 4. (ugs.. oft abwertend) jmd.,
der rothaarig ist (oft als Schimpfwort). 5. Pferd mit
rötlichbraunem Fell sowie Mähne u. Schwanzhaar von gleicher
od. hellerer Farbe: Der Jägeroffizier war heran, parierte
seinen F.. wollte abspringen und salutieren (B. Frank.
Tage 99); einen, auf einem F. reiten. 6. Tagfalter mit
gelb- bis rotbraunen, blau bis schwärzlich gefleckten u.
gesäumten Flügeln. 7. (Verbindungswesen) noch nicht
vollberechtigtes Mitglied einer Studentenverbindung im ersten u.
zweiten Semester: er ist noch [krasser] F.; der Bund hat
drei neue Füchse. 8. (veraltet) Goldmünze: die blanken
Füchse schlieften in Rudeln ein (= in den Klingelbeutel;
Winckler, Bomberg 199). 9. Abzugskanal einer Feuerung
zum Schornstein.
fychs-, Fqchs-: -balg, der; -bau, der <PI. -baue): Bau (Sa)
eines Fuchses (1); -eisen, das: Tellereisen zum Fangen eines
Fuchses (1); -falle,die vgl. ^eisen; -färben <Adj.; o. Steig.;
911
Füchschen
nicht adv.>: svw. Krot: Draußen auf dem Fensterbrett
saß jetzt ein -es Eichhörnchen (Sebastian. Krankenhaus
79); -feil, das: svw. t Fuchs (2 a); -gesicht, das (abwertend):
verschlagenes, listiges, spitz zulaufendes Gesicht; ^hatz, die
(selten): Hetzjagd auf Füchse (1); -hengst, der: vgl. Fuchs
(5); -höhle, die: svw. t^bau; Magd, die: 1. Jagd auf Füchse
(1). 2. Jagdreiten, bei dem das Wild durch einen Reiter
dargestellt wird, der einen Fuchsschwanz an der Schulter
trägt; -loch, das: svw. Nbau; -major, der
(Verbindungswesen): älterer Student einer Verbindung, der für die
Erziehung der Füchse (7) verantwortlich ist; ^pelz, der: a) svw.
f Fuchs (2 a); b) svw. t Fuchs (2 b); -rot <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: rot wie ein Fuchsfell: -es Haar; -schlau <Adj.;
o. Steig.): sehr schlau u. andern durch seine Raffinesse
überlegen: ein -er Rechtsgelehrter (Seghers. Transit 38);
-sehwanz, der [3: nach der Form des Sägeblattes]: 1.
Schwanz eines Fuchses (1). 2.a) einjährige Zierpflanze mit
langen, schwanziörmigen. dunkelroten Blütenständen u.
großen Blättern; b) Kraut mit grünen, unsciieinbaren Blüten
in dichten Blütenständen: c) Vertreter einer Gattung der
Süßgräser mit dichten, weichen Ährenrispen. 3. eingriffige
Holzsäge mit breitem, nach vorn schmaler zulaufendem
Blatt; -schwänze[l]n <sw. V.; hat) (veraltet): schmeicheln;
jmdm. nach dem Mund, zu Gefallen reden; -sdiwänz[l)er
[-JVentedte], der; -s, - (veraltet): nach Gunst strebender
heuchlerischer Schmeichler; -tfijfelswjld <Adj.; o. Steig.)
(emotional verstärkend): sehr wütend: er wurde f., als ich
nur deinen Namen erwähnte; -wjld <Adj.; o. Steig.)
(veraltend): svw. t -teufelswild.
Füchsehen [Tyks^on], das; -s, -: f Fuchs (1).
fuchsen ffoksnl <sw. V.; hat) (wohl in Anlehnung an t Fuchs
(1) zu mundartj. fucken = hin u. her fahren] (ugs.): a)
jmds. heftigen Arger erregen: seine Bemerkungen haben
mich sehr gefuchst; es fuchste ihn, daß ich sein Geheimnis
entdeckt hatte; Zunächst dachte ich daran, ihm von meiner
Tat zu erzählen, weil es ihn ... mächtig gefuchst hätte
(Genet [Übers.]. Tagebuch 189); b) <f. + sich) sich sehr
ärgern; sehr ärgerlich darüber sein, daß man sich durch
etw. gegenüber andern in einer schlechteren Position
befindet: Wie der sich gefuchst haben mag. als er hörte, ich
sei vorgesehen (Nachbar. Mond 294); über diese Blamage.
Niederlage hat er sich sehr gefuchst.
Fuchsie [Toksp], die; -. -n [nach dem dt. Botaniker L.
Fuchs (1501 -1566)]: Vertreter einer Gattung der
Nachtkerzengewächse, die in Form von . Halb sträuchern od. kleinen
Bäumchen mit hängenden, krugförmigen. mehrfarbig
gefärbten roten, rosa, weißen od. violetten Blüten als Park-. Balkon-
od. Zimmerpflanze gehalten wird.
fuchsig [Tüksi<;] <Adj.>: 1. svw. t fuchsrot: Sie ist
vollkommen dünn mit -en Haaren und ganz dünnem Gesicht
(Keun. Mädchen 116). 2, ungeduldig, heftig: ,£ine
Geschichte ...!" jubelt ... Ille mit ihrem -en Temperament
(Wolf, Menetekel 114). 3. (ugs.) wütend, ärgerlich, erbost.
Fuchsin [fu'ksi:n], das; -s [zu t Fuchsie]: synthetisch
hergestellter roter Farbstoff.
Füchsin [Tyksin], die; -. -nen: w. Form zu t Fuchs (1);
Füchslein [...l^jn], das; -s. -: t Fuchs (1).
Fuchtel ['foxt|L die; -. -n [frühnhd. fochtel. fuchtel = breiter
Degen; dann: Schlag mit der flachen Klinge (als Strafe
beim militärischen Drill), zu tfechten]: 1. (hist.) breiter
Degen: Markoni hebt den Arm mit der F., haut aber
nicht zu, sondern läßt die F. fallen (Hacks, Stücke 197).
2. <o. PI.) (ugs.) strenge Zucht. Herrschaft: die
Nordamerikaner, als sie der F. Europas entronnen waren ...
(Dönhoff, Ära 177); (meist in Verbindung mit der Präp. unter:)
unter jmds. F. kommen, geraten; jmdn. unter der, seiner
F. haben, halten, unter die F. nehmen (jmdn. streng
beaufsichtigen); unter der, jmds. F. stehen, leben, sein (streng
gehalten, beaufsichtigt werden). 3. (österr.) zänkische,
herrschsüchtige Frau: diese F. bringt ihren Mann noch ins
Grab; <Abl.:> fuchteln <sw. V.; hat) [frühnhd. = mit Stock
od. Klinge schlagen] (ugs.): etw. schnell u. erregt in
der Luft hin u. her bewegen: mit den Händen, mit einem
Stock [vor jmds. Gesicht] f.; er sieht häßliche Hände,
die vor ihm fuchteln (Spoerl, Maulkorb 60); tüchtig [Toxtu;]
<Adj.) [zu tfechten]: durch etw. aufgebracht, zornig: wenn
ich das höre, kann ich richtig f. werden; Die Marie ist
ganz f.. vor allem über so viel Blödigkeit ihres verehrten
Professors (Fr. Wolf. Zwei 201).
fuddeln [Todjn], fudeln [Tu:dln] <sw. V.; hat) [niederd.
fluide In. H. u.] (landsch.): a) (abwertend) eine Arbeit schlampig
anfertigen, verrichten; pfuschen; b) (abwertend) im .
Karten spiel betrügen; c) (ugs.) scheuern, säubern.
Fuder [Tu:de], das; -s. - [mhd. vuoder. ahd. fuodar steht
im Ablaut zu t Faden (urspr. = ausgespannte Arme)]:
l.a) Ladung eines Ackerwagens (bes. in bezug auf Heu,
Stroh. Getreide): ein, drei F. Heu, Mist; b) Erntewagen
mit einer Wagenladung: Gerade ist das letzte F. auf den
Hof gefahren (Winckler, Bomberg 97); c) (ugs.) große
Menge: ein F. Sand im Schuh haben; Mensch, ist das
ein F. 2. altes Hohlmaß /für Weinj (zwischen 1000 u.
18001): Bestellen Sie ein F. Ingelheimer (Winckler,
Bomberg 20); fuderweise <Adv.) (ugs.): in großen Mengen: für
seine Arbeit f. Papier verbrauchen.
fudit [Tu.dit; aus lat. fudit = hat [es] gegossen; Perf. von
fundere = gießen; vgl. Fusion]: gegossen von... (Aufschrift
aufgegossenen Kunstwerken u. Glocken hinter dem
Namen des Künstlers od. Gießers); Abk.: fud.
fiiflzehn [fuf-; nach frühnhd. funfizehen] (landsch.): svw.
f fünfzehn; * f./'ne Fuffzehn machen (salopp; die Arbeit
unterbrechen und eine Pause machen; eigtl. = fünfzehn
Minuten Pause machen); bei mir ist f. Jetzt ist aber f. (salopp;
da mache ich nicht mehr mit, von mir ist in dieser Sache
nichts mehr zu erwarten): „Hör mal, Puppe, bei mir is
fuflzehn..." (Genet [Übers.]. Querelle 17); fuflzig [Tuftßu;;
nach frühnhd. funflzig] (landsch.): svw. Tfünfzig; <Abl.:>
Fuffziger, der; -s, - (landsch.): Fünfzigpfennigstück; *ein
falscher F. (salopp; jmd., der unaufrichtig ist, dem man
nicht trauen kann): das ist ein falscher F.; Ihr seid verpfiffen
worden. Ihr habt ein paar falsche F. unter euch (Genet
[Übers.]. Totenfest 193).
Fug [fu:k], der [mhd. vuoc = Schicklichkeit.
Kunstfertigkeit, zu T fugen] in der Verbindung mit F. [und Recht]
(mit vollem Recht; voller Berechtigung): das kann man
mit F. und Recht behaupten; Die Prospektbearbeiter
erwarten mit F.. daß ... (FAZ 1.7. 61. 5).
fugal [fu'ga:!] <Adj.; o. Steigs; meist attr.) [zu t2Fuge]
(Musik): fugenartig; im Stil der 2Fuge; fugato [fu'ga.to] <Adv.)
[ital. fugato. zu fuga, t:Fuge] (Musik): frei nach der 2Fuge.
in der Art der 2Fuge komponiert; fugenartig: das Thema
wird f. durchgeführt; (subst.:) Fugato, das; -Is], -s u. ...ti
(Musik): Fugenthema mit freien kontrapunktischen
Umspielungen ohne die Gesetzmäßigkeit der 2Fuge: der Schlußsatz
der Sonate, der Sinfonie enthält ein F.
'Fuge [Tu:ga], die; -, -n [mhd. vuoge = Zusammenfügung,
Verbindungsstelle, zu t fugen]: 1. schtnaler jausgefüllter
Zwischenraum zwischen zwei Bau teilen. Mauersteinen
o.a.: die -n zwischen den Steinen verschmieren; Durch
fingerbreite -n zwischen den Fußbodenbrettern sah man
... den Steilhang (Kuby. Sieg 12); Dann knallte er die
Hände auf die Tischplatte. Das Holz ächzte in allen -n
(überall, an allen Ecken und Enden; Kirst, 08/15, 619);
das Haus krachte schon in allen -n (war schon baufällig):
* aus den -n gehen, geraten, sein (den / inneren j
Zusammenhalt verlieren, verloren haben; in Utwrdnung geraten / sein;):
die Welt ist, geht, gerät aus den -n; Lieber Gott, ich
bin aus den -n (Gaiser, Jagd 72). 2. (Sprachw.) Stelle,
an der die beiden Bestandteile einer Zusammensetzung
zusammentreffen (z. B. Eisen/bahn).
^uae [-], die; -, -n [mlat. fuga = Wechselgesang, Kanon
bzw. ital. fuga = Fuge < lat. fuga = Flucht (da eine
Stimme gleichsam vor der folgenden „flieht")] (Musik):
selbständiges Musikstück od. Teil einer Komposition in zwei-
bis achtstimmiger kontrapunktischer Satzart mit
nacheinander in allen Stimmen durchgeführtem, festgeprägtem Thema:
er spielte einige Präludien und -n von Bach.
fugen [Tu:gn] <sw. V.; hat) [eigtl. südd. Form von t fugen,
in Anlehnung an t 'Fuge] (Bauw.): a) [Bau! teile fest
miteinander verbinden, zusammenfügen: Balken, Bretter f.; b) (bei
unverputztem Mauerwerk) die Fugen sauber ausstreichen:
eine Mauer f.; fügen [Ty:gn] <sw. V.; hat) [mhd. fliegen,
ahd. fuogen, Grundbed. = verbinden, ineinanderpassen]:
1. (geh.) in einer bestimmten Art zusammenfugen, -bauen:
Zyklopen .... die ihm diese Mauern fügten (Ceram, Götter
72): das Dach des Zierturms, dessen Rundung ... etwas
liederlich aus rohen Backsteinen gefügt war (Roehler,
Würde 132); Ü daß er bereits Vorhandenes zu einem in sich
geschlossenen Ganzen fügte (Thieß, Reich 122); eine fest
gefugte Ordnung. 2.a) an etw. anschließend irgendwohin
setzen; in etw. verb'mdend, einfügend hineinbringen, -setzen:
912
fuhr-, Fuhr-
einen Stein an den anderen f.; Zeile an Zeile f.; beim
Sticken Stich an Stich f.; er fügte das Brett wieder in
die Tür; Ü zu seinen großen theoretischen Eroberungen
noch eine erfolgreiche Ausgräbertätigkeit zu f.
{hinzuzufügen; Ceram, Götter 124); b) <f. + sich) an etw. anschließend
irgendwo sein, sitzen; in etw. verbunden, passend eingefügt
sein, sitzen; sich anschließen; sich einfügen; eine Straße,
in der sich ein Haus [gleichförmig] an das andere fügte;
das Brett fügt sich genau in die entsprechende Lücke im
Zaun; Ü das Erbstück fügt sich gut in die übrige
Einrichtung (paßt gut dazu). 3. <f. + sich) a) sich einer oft
unpersönlichen Gewalt aus Einsicht unterordnen, sich in
gegebene Verhältnisse einordnen: einige werden sich
anpassen, andere sich f., und viele werden ratlos sein (Remarque,
Westen 203); du mußt dich ihm f.; Man ... fügte sich
zwangsläufig der realen Forderung des Tages (Kasack.
Webstuhl 20); sich jmds. Wunsch. Anordnungen nicht
f.; b) etw. gefaßt auf sich nehmen, sein Verhalten od. Denken
damit in Übereinstimmung bringen; sich in etw. schicken:
sich in sein Schicksal, ins Unabänderliche f.; so könnte
sie die Welt lieben und sich gütig in sie f. (Musil. Mann
860). 4. (geh.) a) schicksalhaft geschehen, eintreten lassen,
bewirken: das Schicksal fügte alles zu seinem Besten; Ein
Zufall fügte es. daß Helene ausgegangen war (Rinser, Mitte
64); b) <f. + sich) schicksalhaft geschehen, eintreten, mit
sich bringen: alles fügte sich aufs beste; es fügte sich immer
so. daß ...; fugenlos <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): o/me
erkennbare ]Fuge (I): eine -e Wand; die Tür schließt f.;
Fugen-s, das; -, -: vgl. Fugenzeichen.
Fygenthema, das; -s, ...men [t:Fugel (Musik): Thema einer
2Fuge.
Fugenzeichen, das; -s. - (Sprachw.): eine sFuge (2)
kennzeichnender Laut od. kennzeichnende Silbe (z. B. Geschichtsbuch,
Zitaten schätz).
Fugette [fu'gEte], die; -, -n (Musik): svw. tFughetta.
fuggern [Togen] <sw. V.; hat) (nach dem Augsburger
Kaufmannsgeschlecht der Fugger] (landsch.):
Tauschhandel treiben.
Fughetta [fu'gctaj.die; -, ...tten [ital. fughetta, Vkl. von: fuga.
12Fugel (Musik): nach den Regeln der 'Fuge gebaute, aber in
allen Teilen verkürzte, kleine 2Fuge: fugieren [fu'gi:ron] <sw.
V.; hat) (Musik): ein Thema in der Art einer 2Fuge
durchführen.
füglich [Ty:kli<;] <Adv.) [spätmhd. vuoclich, vüeclich =
schicklich, angemessen!: auf Grund von etw.
berechtigterweise; mit Recht; begründeterweise: nach all dem darf f.
bezweifelt werden, daß ...; man durfte ja f. annehmen,
die Kranke werde die nächsten Frühlingsstürme ... nicht
überstehen (Werfel, Himmel 205); fügsam [Ty:kza:m]
<Adj.>: sich leicht o. ohne Widerstreben einer Autorität
unterordnend: ein -es Kind; ... zu Menschen, die von ihm
(= dem Arzt) Hilfe erwarten und sie f. entgegennehmen
(Musil. Mann 926). dazu: Fügsamkeit, die; -: die Schranken
frommer Sitte und F. (Fallada. Herr 218); Fügung, die;
-. -en: a) das Fugen; b) das Gefugte; Fügung« die; -. -en
[1: mhd. vüegunge = Verbindung; 2: für lat. cönstnictiol:
1. schicksalhaftes Geschehen, Verknüpfung von Ereignissen,
hinter der eine göttliche, übernatürliche Macht steht: in
etw. eine göttliche, höhere, glückliche, gnädige F. sehen;
etw. als eine F. des Schicksals, des Zufalls, des Himmels
nehmen. 2. (Sprachw.) eine Einheit bildende Wortgruppe:
eine präpositionale. syntaktische F.
fühlbar [Ty:lba:^l <Adj.; nicht adv.): 1. sich so deutlich
bemerkbar machend, daß es von andern empfunden wird;
spürbar, merklich: ein -er Verlust, Unterschied; eine -e
Erleichterung; Jedem war f., daß ... (Th. Mann, Hoheit
63). 2. (selten) sich durch den Tastsinn wahrnehmen lassend:
der Puls ... war bald nicht mehr f. (Grzimek. Serengeti
185); fühlen [Ty:bn] <sw. V.; hat) [mhd. vüelen, ahd. fuolen,
Grundbed. wohl = tasten]: X.mit dem Tastsinn, den Nerven
auf der Haut od. im Innern des Körpers wahrnehmen;
körperlich spüren: einen Schmerz, die Wärme der Sonne f.; jmds.
Hand auf seinem Arm f.; er fühlte sein Herz schlagen;
sein Kreuz f. (ugs.; Schmerzen im Kreuz haben). 2. (einer
Person, Sache od. Situation gegenüber) sich einer
bestimmten Gemütsbewegung od. -Verfassung bewußt sein od. werden;
innerlich wa/irnehmen, seelisch empfinden: Achtung dir
jmdn., [Mitleid] mit jmdm., etw. instinktiv f.; die Berufung
zum Politiker in sich f.; er fühlte, daß er auf dem richtigen
Weg war; sie ließ ihn ihre Verachtung f. (zeigte sie ihm);
sie fühlen als Franzosen (fühlen sich zu den Franzosen
gehörig); er hat sein Ende kommen f./gefühlt; ein fühlendes
Herz (ein Mensch, der Mitgefühl hat). 3.a) tastend prüfen,
um etw. festzustellen: eine Beule am Kopf f.; [jmdm.] den
Puls f.; b) tastend nach etw. suchen: er fühlte sofort, ob
seine Brieftasche noch vorhanden sei; [im Dunkeln] nach
dem Lichtschalter f. 4. <f. + sich) a) von seinem
körperlichen ixt. seelischen Zustand, von seiner Lage. Situation
o. ä. eine bestimmte Empfindung haben: sich krank, besser,
[uniglücklich, beschämt, geborgen, einsam, in einer
Umgebung fremd f.; man bespitzelt seinen Umgang, kontrolliert
jeden Schritt, überall fühlt er sich überwacht, eingekreist,
belauert (St. Zweig, Fouche 222); sich in seiner Haut nicht
wohl f. (ugs.; in seiner Lage o.a. nicht glücklich sein):
Man fühlte sich hier schon beinahe (kcun sich so vor wie)
am Mittelmeer (Frisch, Stiller 468); sie fühlt sich Mutter
(geh.; spürt, daß sie ein Kind bekommen wird): b) sich
in seinem Gefühl für etw. halten: sich schuldig, betrogen
f.; sich zu etw. berufen f.; sie fühlte sich verpflichtet,
ihm zu helfen; Er fühlte sich entschieden als Sieger (war
innerlich davon überzeugt, der Sieger zu sein; Lederer, Bring
77); c) (ugs.) auf etw. stolz u. davon ganz durchdrungen
sein: er fühlt sich mächtig [in seiner neuen Würde]; der
fühlt sich aber jetzt [nachdem er leitender Angestellter
geworden ist]!; <Abl.:) Fühler, der; -s, -: 1. bei niederen
Tieren, z.B. Krebstieren, Insekten, Schnecken, Würmern,
paarig am Kopf sitzendes Tast-, Geruchs- u.
Geschmackssinnesorgan, das zur Wahrnehmung vorgestreckt wird; Antenne,
Tentakel: die Schnecke streckt die F. aus, zieht die F.
ein; * [seine/die] F. ausstrecken (ugs.; vorsichtig die Lage
erkunden; vorsichtig Verbindung zu jmdm., etw. aufnehmen):
zu diesem Zwecke streckte ich ständig F. zu
verschiedenen Bünden aus (Niekisch, Leben 124). 2. kurz für
TMeßfühler; Fühl[er]lehre. die; -. -n [?2Lehre] (Technik):
Meßwerkzeug zur Bestimmung der Stärke von Spalten;
Fühlhorn, das; -. ...hörner (selten): svw. tFühler (1); fühllos
<Adj.; -er, -este) (geh., veraltend): I. gefühllos, ohtie
Mitgefühl: ein -er Mensch. 2. <nicht adv.) ohne
Empfindungsmöglichkeit, empfindungslos: die Hand ... war eiskalt und f.
(Chr. Wolf. Himmel 14),dazu: Fühllosigkeit, die; -; fiihkam
[Ty:lza:m] <Adj.) (selten): empfindsam, feinfühlig: Die ...
echt fraulich f. scheinende Einbettung mancher
Bildkompositionen in ornamentale Folien (MM 29. 11. 72. 44);
Fühlung, die; -. -en: 1. <o. PI.) Verbindung zu, mit jmdm.;
Kontakt. Beziehung: mit jmdm. F. [auflnehmen, haben,
halten; der Politiker war stets bemüht, die F. mit seinen
Wählern nicht zu verlieren; mit jmdm. in F. sein, kommen.
2. (veraltet) das Fühlen; Gefüllt; <Zus. zu 1:) Fühlungnahme
[-na:ma], die; -, -n: Aufnahme von Kontakten: eine
persönliche, private F.; Verschiedene telephonische -n,
Zusammenkünfte .... Plauderstunden .... mit einem Wort, die Bildung
einer persönlich-freundschaftlichen Atmosphäre ist
dringend notwendig (Sieburg. Paris 47).
fuhr [fu:g]: f fahren.
fuhr-. Fuhr-: ^betrieb, der: svw. t-unternehmen; ^geld,
das (veraltet): Geld für die Beförderung durch ein Fuhrwerk;
Falirgeld; -gesdiäft, das: svw. t ^unternehmen; -halter,
der (veraltet): svw. f ^Unternehmer; ^herr, der (veraltet):
svw. f ^Unternehmer; ^hof.der: vgl. Fuhrpark (2); -knecht,
der (veraltend): svw. Kmann; -lohn, der: a) Bezahlung
eines Transports; b) (österr. veraltend) Bezahlung einer
Taxifahrt: Als jedoch der Gast den F. von 220 Schilling
nicht bezahlen konnte, gab der Taxilenker... Gas (Kronen-
Zeitung 9.10. 68, 6); -mann, der <P1. ...leute. seltener:
...männer): Fahrer eines Transports mit dem
Pferdewagen . dazu: -mannsfluch, der: derber Fluch: Sie ... zischt
... gegen mich ... einen Strom von Fuhrmannsflüchen
(Remarque, Obelisk 234); -park, der: 1. die Fahrzeuge eines
Fuhr Unternehmens, einer militärischen Ein/ieit, einer
Behörde o.a.: zum F. der GmbH gehören Schneeräumer
und Kehrmaschinen. 2. Unternehmen, das Fahrzeuge zu
einem bestimmten Zweck unterhält: der städtische F.; der
F. der Firma Pfalzwerke AG; ^unternehmen, das:
Unternehmen, das Transporte mit Lastwagen, Möbelwagen
ausführt; ^Unternehmer, der: Besitzer eines Fuhrunternehmens;
Mveg, der: 1. (veraltet) Falirweg; Straße. 2. Feldweg für
Faiirzeuge; Mverk, das [spätmhd. fürwerc. urspr. wohl
= Fuhrdienst]: a) mit Zugtieren, meist Pferden bespannter
Lastiwagen: ein einspänniges, schweres F.; b) (österr.)
Transportauto: die Konzession für ein F. kaufen; -werken
58 GDW
913
Fuhre
<sw. V.; hat>: 1. (ugs.) weit ausholende, heftige Bewegungen
machen. Wild fuhrwerkte der Sanitätsrat mit seinen
Jackenärmeln (Fallada, Herr 172). 2. eifrig hantieren, mit etw.
beschäftigt sein: wie der Mann mit der Zahnbürste
fuhrwerkte (Jaeger, Freudenhaus 154). 3. (südd., österr.) mit
einem Fuhrwerk (a, b) fahren: im Winter fuhrwerken die
Bauern, damit das Holz vom Wald herunterkommt; ^wer-
ker, der (österr): a) Fülirer. Lenker eines Fufirwerks; b)
Unternehmer, der Transportaufträge mit einem Fuhrwerk
ausführt; -werkslenker, der: Fülirer. Lenker eines
Fuhrwerks (a. b); -wesen, das <o. PL): alle Vorgänge u.
Einrichtungen im Bereich des Transports durch Fuhrunternehmen.
Fuhre [Tu:r3], die; -, -n [mhd. vuor(e), ahd. fuora = Fahrt,
Reise, Weg; Lebensweise, zu T fahren]: 1. Wagenladung:
er kaufte eine F. Holz. 2. Falirr. bei der jmd.. erw.
transportiert wird: Kein Taxi! Gut! Montags gab es um diese
Zeit wenig -n (Remarque, Triomphe 392); führe [Ty:i?]:
f fahren; Führe I-). die; -. -n [zu t führen (1 a)] (Bergsteigen):
Route: bezeichnerer Klerrerweg: Das Verfehlen einer F.
ist... auf das nicht richtige Verstehen der alpinen
Fachausdrücke zurückzuführen (Eidenschink. Fels 74); führen
ffi^ran] <sw. V.; hat) /vgl. führend/ [mhd. vüeren, ahd.
fuoren, eigtl. = in Bewegung setzen, fahren machen, dann:
bringen, leiten, Veranlassungswort zu t fahren!: 1. a) jmdm.
(der dessen bedarf) den Weg zeigen, indem man mir ihm
gehr; leiren: einen Blinden [über die Straße] f.; ein Kind
an der Hand f.; einen Hund an der Leine f.; beim Tanzen
soll der Herr [die Dame] f. (die Arr der Ausführung von
Figuren u. die Bewegungsrichrung durch enrsprechende
Bewegungen angeben); Oberstabsarzt Simmering ließ sich
von Bäumler durch das Haus f. (ließ es sich zeigen; Plievier.
Stalingrad 315); Besucher in einem Schloß, einer Kirche
f. (ihnen bei der Besiehrigung die nötigen Erläuterungen
geben): einem Kind beim Schreiben die Hand f. (mir
seiner Hand die Schreibbewegung machen); b) veranlassen,
an einen besrimmren Ort mitzukommen; an einen bestimmten
Ort bringen; geleiten: jmdn. in ein Restaurant, zu einem
Versteck f.; nach dem Tanz die Dame zu ihrem Tisch
f.; Ü eine Klasse [bis] zum Abitur f. (als Klassenlelirer
unterrichten u. auf das Abitur vorbereiten); durch das
Programm f. (die einzelnen Prograrnmnummern ansagen). 2.a)
/ pädagogisch in bestimmter Weise behandeln, leiten:
Schüler streng, mit fester Hand f.; manche Jugendlichen lassen
sich schwer f.; b) <f. + sich) sich in den Augen einer
beurteilenden Instanz über eine längere Zeit in bestimmter
Weise verhalten: der Schüler, Strafgefangene hat sich gut
geführt. 3.a) verantwortlich leiten: ein Geschäft f.; eine
Delegation f.; er hat das Restaurant zehn Jahre lang
geführt; ein gut geführtes Hotel; sie führt ihrem Sohn den
Haushalt; b) als verantwortlich leitende Person in eine
bestimmte Situation. Stellung bringen: die Wirtschaft aus
der Krise, ein Unternehmen aus den roten Zahlen f.; er
führte das Land ins Chaos, ins Elend; eine Mannschaft
zur Meisterschaft f.; Er führte Ursel Brunner zu ihren
unvergleichlichen Erfolgen (Welt 1.6. 65, 19). 4. an der
Spitze liegen, an oberster Stelle stehen: die Mannschaft
führt 3:2, mit 3:2 [Toren]; nach Punkten, mit fünf Punkten
[Vorsprung] f; das Land fiihrt (ist führend) in der
Reaktortechnik. 5. handhaben, in bestimmter Weise bewegen: beim
Cellospiel gekonnt den Bogen f.; die Kamera beim Filmen
ruhig f. 6. an einer bestimmten Stelle, in eine bestimmte
Richtung bewegen; an eine bestimmte Stelle hinbewegen:
das Glas an die Lippen, den Löffel zum Munde f.; welche
... erhobenen Armes einen Kamm durch ihr wallendes
Haar führte (Th. Mann. Krull 12); Sie führte ihre Hand
mehrmals über die Stirn bis in den Augenwinkel (A. Zweig.
Claudia 73). 7.a) anlegen u. i in seinem Verlauf festlegen:
die neue Autobahn um die Stadt f.; die Straßenbahn[linie]
wird bis an den Stadtrand geführt; b) in einer bestimmten
Richtung verlaufen, eine bestimmte Richtung nehmen ; u.
an den entsprechenden Ort gelangen lassen,: die Bahn führt
ans Meer; die Leitung führt am Boden entlang; er erblickte
das Haus und die Treppe, die in den Garten führte (Lang-
gässer. Siegel 11); eine Brücke führt über die Bucht; das
Rennen fiihrt (erstreckt sich) über zwanzig Runden; U
das führt zu weit (geht über das vertretbare Maß hinaus);
c) Anlaß sein. Gelegenheit dafür bieten, daß jmd. an einen
bestimmten Ort kommt: seine Reise fuhrt ihn nach Afrika;
was führt Sie zu mir?; Ü ein Hinweis führte (brachte)
die Polizei auf die Spur des Verbrechers; das führt
einen noch zum Wahnsinn (macht einen noch wahnsinnig).
8. a) (Amtsspr.) ein Falirzeug steuern, lenken: ein Flugzeug,
einen Zug f.; er erhielt die Berechtigung, einen LKW zu
f.: b) (österr.) mit einem Fahrzeug befördern: ich
kann Sie zum Flughafen f. 9.a) für einen bestimmten
Zweck bei sich haben, tragen: keine Wagenpapiere bei
sich f.; der Täter führte eine geladene Pistole bei sich,
mit sich; die Flugreisenden durften nur 20 kg Gepäck
mit sich f.; b) dabeihaben, enthalten u. transportieren: der
Zug führt einen Speisewagen; der Fluß führt Hochwasser,
viel Geröll; die Leitung führt keinen Strom; ein Frachter,
der Leergut führte (Gaiser. Jagd 56); c) in seinem
Warenangebot haben, zum Verkauf haben, verkaufen: das Geschäft
führt alle Marken; diesen Artikel führen wir nicht; d)
als offizielles Kennzeichen haben: der Wagen fuhrt die
Nummer ...; die Stadt führt einen Löwen und eine Wolfsangel
in ihrem Wappen; e) als zusätzliche Bezeichnung, als
Auszeichnung haben: den Doktortitel f.; Das Unternehmen,
das den Decknamen „Drehbühne" führte (Gaiser, Jagd
26). 10. durclxfüliren. ab,halten, ausüben: Verhandlungen
auf höchster Ebene f.; Regie f.; meist verblaßt: die Aufsicht,
den Vorsitz f. (haben); einen Briefwechsel f.
(korrespondieren): die führen ein Leben wie im Paradies! (leben bequem,
sorglos, brauchen sich nicht anzustrengen); ein Doppelleben
f. (leben); [mit jmdm.] eine glückliche Ehe f. (in einer
glücklichen Elie leben): als Funktionsverb: über etw. Klage
f. (sich beklagen); das Kommando f. (kommandieren);
den Beweis f. (beweisen). 1 l.a) anlegen u. fortlaufend
Eintragungen darin machen: eine Liste, eine Kartei, ein Konto
f.; über etwf Buch f. (etw. vermerken, aufzeichnen; b) (in
einer Kartei o.a.) registriert haben: jmdn. in einer Liste
f.; eine Person dieses Namens wird bei uns, wird hier
nicht geführt; er wird in der Rangliste an dritter Stelle
gefuhrt. 12. ein bestinvntes Ergebnis Ixaben: alle
Bemühungen führten zu nichts, zu keinem Ergebnis; dieser Hinweis
hat zur Ergreifung der Täter geführt; Das führte zu genau
den gleichen Mißständen wie in Rom (Thieß, Reich 453),
zu 4: führend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: an erster Stelle
stehend u. das Geschehen in einem bestimmten Bereich
bestimmend; maßgebend: -e Männer, Persönlichkeiten des
politischen Lebens; Wir wußten nicht, daß sich im Ausland
alle -en Zeitungen mit den Prozessen ... beschäftigten
(Leonhard. Revolution 37); diese Firma ist f. auf ihrem
Gebiet; fuhrenweise <Adv.> (selten): a) in einzelnen Fuhren;
in Form von Wagenladungen; b) (ugs.) in großen Mengen;
fuderweise; Führer, der; -s. - (mhd. vüerer]: l.a) leitende
Person einer Organisation. Bewegung o.a.: ein erfahrener,
entschlossener, mutiger F.; der (geistige] F. einer
Bewegung, Partei; In den Vereinigten Staaten gilt der Theologe
Reinhold Niebuhr als F. der .realistischen Schule' (Fraen-
kel, Staat 155); an -s (ns.; Hitlers) Geburtstag (Kant,
Impressum 86); b) jmd.. der Sehenswürdigkeiten erklärt, bei
Besichtigungen die nötigen Erläuterungen gibt: etw. mit
einem F. besichtigen; Wenn Sie wollen, so mache ich
dort Ihren F. durch mein Museum (Th. Mann, Krull
319); c) (Schweiz., sonst selten) Fahrer. Lenker (eines
Kraft fahrzeugs): der Polizist ließ sich vom F. des Wagens
die Papiere zeigen. 2. Buch, das für die Besichtigung eines
Museums, einer Stadt o. ä. die nötigen Erläuterungen gibt:
ein ausführlicher F. [durch München, für die Schweiz].
fijhrar-. Fuhrer-: -auswets, der (Schweiz.): svw. t ^schein;
^befiehl, der (ns.): in einem bestimmten Fall geltender Befehl
Hitlers; ^bild, das (ns.): Bild. Fotografie Hitlers; -eigen-
sdtaft, die <meist PI.) (bes. ns.): Eigenschaft. Fähigkeit,
durch die man andere Menschen leiten, zu einem ähnlichen
Verhalten bringen kann: er hat eindeutig -en; ^flucht, die
<o. PI.) (Schweiz.): svw. t Fahrerflucht; ^hauptquartier, das
<o. PI.) (ns.): Hauptquartier. Befehlszentrale Hitlers; -haus,
das: abgeteilter Raum für den Fahrer u. den Beifa/irer;
in einem Lastwagen od. Kran; -kult, der: zu einem Kuh
enrwickehe.überrriebene Verehrung eines Führers da); ^los
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. ohne Führer (1 a): -e
Volksmassen. 2. ofineFülirer (1 b): Einzelne Besucher...
begegneten uns f. (Th. Mann. Krull 347). 3. ohne Führer (1c):
ein -es Fahrzeug; -natur, die: a) jmd.. der durch seine
Veranlagung zum Führer da) anderer Menschen prädesri-
nierr ist: Aber Filous ... sind angenehmer als -en oder
Kriecher (Kirst. 08/15. 896); b) <o. PI.) Wesensart, die
jmdn. zum Führer da) anderer Menschen prädestiniert:
seine F. läßt sich nicht bestreiten; ^Persönlichkeit, die:
914
Füll-
a) Persönlichkeit, die andere Menschen leiten kann: Führer
(1 a): eine starke F.; b) Art der Persönlichkeit, die jtndn.
befähigt, andere Menschen zu leiten: Schulz, der ... keine
... Gelegenheit sah, seine F. zu demonstrieren (Kirst, 08/15,
718); -prinzip, das (bes. ns.): politisches Prinzip in
faschistischen totalitären Staaten, nach dem Autorität ausschließlich
vom Führer (1 a) ausgeübt wird: ^rede, die (ns.): aus
bestimmtem Anlaß gehaltene Rede Hitlers: -rolle, die: Macht-
Position. Rolle des Führers (1 a) in einer bestimmten
Situation. Auseinandersetzung o. ä.: -schein, der: amtliche
Bescheinigung der Faltrerlaubnis. die jtndn. berechtigt, ein
Kraftfahrzeug zu führen: ihm wurde der F. entzogen; den
F. machen, dazu: -schetnentzug, der; -schiebt, die: svw.
t Führungsschicht; -schnür, die: Achselschnur an der
Uniform als Kennzeichen der Befehlsgewalt über andere: -sitz.
der: Sitz des Fahrers. Wagenführers: -stand, der: Platz,
von dem aus die Lokomotive eines Zuges, der Triebwagen
einer Straßenbahn gelenkt wird: -wetter, das [vgl.
Kaiserwetter) (ns.): Wetter mit strahletuiem Sonnenschein an
Hitlers Geburtstag od. bei einem entsprechenden Anlaß: am
zwanzigsten April achtunddreißig ... F. Waldbühne.
Ostlandfeier der Jugend (Grass. Hundejahre 470).
Führerin, die; -, -nen: w. Form von t Führer (1); Führerschaft,
die; -, -en <PI. selten): 1. das Führersein. Führung: unter
zeitweiliger F. Argentiniens (Rittershausen, Wirtschaft 29).
2. Führungsspitze, die Führung (1 a) innehabende
Personengruppe: Als sich der traditionsbewußte Teil der F. 1930
von ihm trennte ... (Fraenkel. Staat 172); Führhand, die;
-, ...hände (Boxen): in der Grundstellung etw. vordem Körper
gehaltene Hand zur Vorbereitung der mit der Schlaghand
ausgefüllten Treffer: Aber inzwischen schlägt er seine linke
F. sauberer, seine schwere Rechte genauer (Bild 15.4.
64. 5); fuhr« [afy:riq] <Adj.; nicht adv.> [1: zu t führen):
1. (Jägerspr.) (vom Hund) sich ruhig an der Leine führen
lassend, folgsam: ein -es Tier. 2. svw. t geführig, dazu:
Fahrigkeit, die; -; Führring, der; -[eis, -e: abgegrenzter Platz
auf der Rennbalm. auf dem die Pferde vor dem Start
vorgeführt werden: Führung, die; -, -en [mhd. vüerungel: I. <o.
PI.) a) das Führen (3a). verantwortliches Leiten: die F.
eines Betriebes; die F. innehaben, übernehmen, an sich
reißen; b) das Führen (2 a): dem Kind fehlt eine feste F.;
Sie überließ sich ganz seiner F.. und er gab knappe
Anweisungen (Wendtland. Eisprinzeßchen 28); die innere F.
(Erziehung zu einem mündigen Soldaten, zu einem Bürger in
Uniform) bei der Bundeswehr; c) leitende Personengruppe:
Die heutige F. der Sozialdemokraten ist sich dieses
historischen Versäumnisses durchaus bewußt (Dönhoff. Ära 18);
die F. eines Konzerns erweitem. 2. Besichtigung mit einem
Führer (1 b): täglich finden mehrere -en durch den Dom
statt. 3. <o. PI.) führende Position durch die man einen
Vorsprung hat : auf einem Gebiet die F. haben; Lässiger
Start... Sie wechselten sich in der F. ab. Sie unterstützten
einander (Lenz. Brot 151); die Mannschaft lag mit 3:2
in F. (führte mit 3:2 Toren): durch ein Tor in F. gehen
(die Führung übernehmen). 4. <o. PI.) das Sichführen (2 b):
wegen guter F. wurde er vorzeitig aus dem Gefängnis
entlassen. 5. <o. PI.) das Führen (5), Handhaben: die F.
des Bogens beim Violinspiel, der Kamera beim Filmen.
6. (Technik) die Bewegungsrichtung von etw. bestimmender
Teil an Maschinen u. Geräten: die F. eines Rades, eines
Geschosses. 7. <o. PI.) (Amtsspr.) das Führen (8), Fahren,
Lenken: die Berechtigung zur F. eines Kraftfahrzeugs.
8. <o. PI.) Verwendung einer zusätzlichen Bezeichnung% einer
Auszeichnung (jm Zusammenlumg mit seinem Namen): ab
sofort ist ihm die F. dieses Titels untersagt. 9. <o. PI.)
das Führen (IIa): die F. der Geschäftsbücher.
fuhnmgs-, Führungs-: -ansprach, der: Anspruch auf Führung
(3): der F. de Gaulles (DönhoflT. Ära 137); -arbeit, die
(Leichtathletik): das Anführen des Feldes bei einem
Langstreckenlauf durch einen Läufer, der das Tempo bestimmt:
die beiden Läufer wechselten sich bei. in der F. geschickt
ab; -aufgäbe, die: Aufgabe. Auftrag eines verantwortlich
Leitenden, eines Vorgesetzten bei der Führung von
Menschen: der F. nicht gewachsen sein; mit -n betraut werden;
-bein, das (Leichtathletik): a) Bein, das beim Hürdenlauf
als erstes über die Hürde schwingt: b) Bein, das beim
Stabhochsprung nach dem Absprung nach vorn geschleudert wird:
-gremium, das: Gremium, das die Führung (1 a) innehat:
Rivalitäten innerhalb des -s der Partei; -kern, der: engster
Personenkreis eines Führungsgremiums: -kraft, die: jmd..
der in leitender Stellung tätig ist: leitende Kraft in einem
Unternehmen: -krise, die: Krise in der Führung (1 a); -los
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ohne eigentliche Fülirung(\ a),
dazu: -losigkeit, die; -: Der Zustand der F. (Dönhoff,
Ära 110); -macht, die: mächtigster Staat: warum,Amerika
zur F. in der westlichen Welt wurde (Dönhoff. Ära 178);
-Offizier, der; -ring, der (Technik): Ring aus Kupfer od.
Weicheisen am hinteren Teil des Geschosses, der dem
Geschoß die Drehung um die Längsachse erteilt: -rolle, die:
svw. f Führerrolle; -Schicht, die: maßgebende Schicht, die
im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen o. ä.
Bereich die Führung (1 a) innehat: -schiene, die (Technik):
bei bestimmten Maschinen, Fahrzeugen o.a. vorhandene
Schiene, die die Bewegungsrichtung von Maschinenteilen
o.a. bestimmt: -spitze, die: die Führung (1 a) innehabende
Personengruppe: -Stab, der: l.a) organisatorische Spitze
der Bundeswehrstreitkräfte: b) organisatorische Spitze einer
einzelnen Waffengattung: der F. des Heeres. 2.
organisatorische Spitze. Leitung eines größeren
Industrieunternehmens: ^Stange, die: vgl. -schiene; ^stift,der: vgl. -schiene;
^stil, der: Art. in der jmd. seine Führungsaufgaben
erfüllt: -team, das: leitende Personengruppe: -tor, das
(Sport): Tor. durch das eine Mannschaft in Führung (3)
geht: ^trefler, der: vgl. -tor; -truppe, die: Heerestruppe
der Bundeswehr, die Voraussetzungen u. Grundlagen für
die Führung der Großverbände schafft: -Wechsel, der:
Wechsel in der politischen Füfirung da); -Zeugnis, das: 1.
polizeiliches Zeugnis über etwaige im Strafregister
eingetragene Strafen. 2. Zeugnis des Arbeitgebers über Führung
(4) u. Leistung eines Arbeitnehmers.
Fulgurant [fulgu'rant]. der; -[s], Fulgurante [folgu'rantol,
die; - [zu lat. fulguräns (Gen.: fulgurantis). 1. Part, von:
fulguräre = blitzen, leuchten): Atlasgewebe mit glänzender
rechter Seite, Fulgurit [fulgu'ri.t; auch: ...nt], der; -s, -e
[zu lat. fulgur = Blitz): 1. durch Blitzschlag röhrenförmig
zusammengeschmolzene Sandkörner: Blitzröhre. 2.
Sprengstoff mit Nitroglyzerin. 3. ® für Dachplatten u.
Abgasschornsteine verwendete Preßmasse aus Asbest u. Zement.
Fuligo [fu'lhgo], die; -. auch: der: -[s], ...gines [...gine:s;
lat. füligo (Gen.: füliginis) = Ruß] (Med.):
bräunlichschwarzer Belag der Mundhöhle bei schwer Fiebernden.
F(jll-: -automat, der: vgl. -ma seh ine; -bleistift, der
(Schweiz.): svw. tDrehbleistift; -feder, die (bes. südd..
österr.. Schweiz.): svw. Kfederhalter; -Federhalter, der:
Federhalter mit eingebautem, naclifüllbarem Tintenbehälter:
-federtinte, die: spezielle Tinte für Füllfederhalter:
-gewicht, das: Gewicht einer Ware beim Einfüllen in ein
Behältnis: ^halter, der: svw. t kfederhalter; -hörn, das [LÜ von
lat. cornu cöpiae): in der antiken Mythologie ein Hörn,
aus dem Blumen u. Früchte Quellen, als Symbol des
Reichtums u. der Fülle (Attribut verschiedener Götter, u.a. der
Fortuna): hatte das F. (Fortuna) sie auch mit einem
winzigen Fehler bedacht: sie hinkte (Hagelstange. Spielball 177);
Ü (geh.:) die Natur schüttet zu dieser Jahreszeit ein wahres
F. von Blumen aus; das F. des Glücks; -maschine, die:
Maschine, mit deren Hilfe bestimmte Massengüter in
einstellbaren Mengen in Behälter (wie Flaschen. Dosen. Beutel.
Tuben o.a.) abgefüllt werden: -masse, die (Kochk): in
bestimmter Weise zubereitete Masse zum Füllen: Füllung:
-material, das: vgl. -masse; -mauer, die (Bauw.): Mauer
mit zwei normal gemauerten Wänden, deren Zwischenrawn
mit kleineren, unregelmäßigen Steinen u. Mörtel. Kies.
Schotter o.a. aufgefüllt ist: ^mittel, das (Textilw.): bei
Geweben mit geringer Waschfestigkeit durch Durchtränken
eingelagertes Mittel, durch das das Gewebe den gewünschten
Griff od. ein größeres Volumen erhält: -ofen, der:
Dauerbrandofen mit einem Vorratsraum für Brenntnaterial:
mhI, der (Bergbau): Grubenraum im Schachtbereich für
die Aufgabe des Fördergutes in die Schachtförderung: ^rät-
sel. das: Rätselfigur, deren Felder senkrecht, waagrecht od.
diagonal mit Buchstaben, Silben od. Wörtern zu füllen sind:
-schriftverfahren, das <o. PI.): Verfahren zur Bespielung
von Schallplatten, bei dem sich der Rillenabstand
entsprechend der Amplitude der Tonspur bestimmt, wodurch die
Abspieldauer verlängert wird: ^stein, der (Bauw.): kleinerer,
unregelmäßiger, unbehauener Stein, der zum Füllen einer
Füllmauer verwendet wird, -Stift, der: vgl. Drehbleistift;
^stoff, der (Technik): beider Herstellung von Papier.
Gummi o. ä. verwendeter Zusatzstoff (z. B. Kreide). der
besondere Eigenschaften des betreffenden Industrieprodukts bewirkt:
58"
915
Füll dress
^wort.das <P1. ...Wörter) (Sprachw., Literaturw.): ein Satz.
Vers füllendes Wort mit geringem Aussagewert, das dazu
dient, einen SatzinJialt emotional zu färben (z. B. bist du
aber groß geworden!) od. einen Vers zu glätten.
Füll dress [Toi dres], der; - - [engl, füll dress. eigtl. =
vollständige Kleidung, tDreßl: dem offiziellen Anlaß
entsprechende Kleidung. Gesellschaftsanzug.
Fülle CfYbl. die; -. -n [mhd. vülle. ahd. fulli. zu tvoll]:
1. <o. PI.) große Menge, Vielfalt: eine F. von Anregungen;
die F. der Einzelerscheinungen; eine blendende F. eigenen
natürlichen Blondhaars (Zuckmayer. Fastnachtsbeichte
28); eine unbeschreibliche F. von Licht aus der ganzen
Weite des Himmels (Waggerl. Brot 165); im Zug war
heute wieder eine F.! (ugs.; war es wieder seltr voll):
(veraltend.) Gott gebe dir ... Korns und Weins die F. (Bieler,
Bonifaz20); Blumen blühten überall in verschwenderischer
F. 2. <o. PI.) volle Kraft. Intensität: volles Maß:
Mannigfaltigkeit; i volles Genügen verschaffender Reichtum, der in
etw. liegt: die F. des Orchesterklangs; die ganze F. des
Lebens, des Glücks; Der ... steht gerade in Jenen Jahren
in der F. (auf dem Höhepunkt) seiner Kraft (St. Zweig,
Fouch6 184). 3. (o. PI.) Üppigkeit, gewisse Massigkeit
in der körperlichen Erscheinung; Woftlbeleibtheit.
Körperfülle: die leibliche F. seiner gewichtigen Erscheinung (Winck-
ler, Bomberg 68); er ließ sich mit seiner ganzen F. in
den Sessel fallen; zur F. neigen. 4. <PI. selten) (landsch.)
Füllung in etw. Gebackenem od. Gebratenem: zur
Verfeinerung kann man eine F. aus gebräunten Zwiebeln und
etwas gehacktem Schinken hineingeben (Hom, Gäste 76);
füllen[fvbnj<sw.V.;hat)[mhd.vüllen.ahd. füllen.fulljan.
Grundbed. = vollmachen): l.a) durch Hineintun von etw.,
durch Hinebtfüllen. -schütten o. ä. vollmachen, anfüllen: eine
Flasche [mit Saft], einen Teller, einen Korb bis zum Rand
f.; das Gas füllte den Ballon nur langsam; Beim ersten
Laut holte sie tief Luft, füllte die Lungen (Simmel. Stoff
83); Zahlreiche Hefte füllte ich (schrieb ich voll) mit
Aphorismen (Niekisch. Leben 302); die Veranstalter konnten
das Stadion nicht f. (es gelang ihnen nicht, so viele Menschen
zutn Kommen zu veranlassen, daß alle Plätze des Stadions
besetzt waren); der Saal war bis auf den letzten Platz
gefüllt (besetzt); er hat eine gut gefüllte Brieftasche (hat
viel Geld); dieser Jasmin ist gefüllt (hat Blüten mit mehrfach
übereinanderliegenden Blütenblättern, die das Blüteninnere
ausfüllen); Ü Der Lärm des Südens füllt die Arena bis
zum Rande (erfüllte sie ganz und gar; Bamm, Weltlaterne
143); die Zeit mit Erzählen von Geschichten f. (ausfüllen);
Nur das Krachen und Knattern der Flammen füllt die
Pause (ist hörbar während der Pause) nach diesen Worten
(A. Zweig, Grischa 17); b) mit einer Füllung (2 a) versehen;
sie ist gerade dabei, die Gans, die Tomaten zu f.;
gefüllte Paprikaschoten; gefüllte (eine cremartige Füllung
enthaltende) Schokolade; die Waffeln sind nicht gefüllt;
c) mit einer Füllung (2 b) versehen: einen Zahn f. 2.
in etw. hineintun, schütten, eitifüllen: die Kartoffeln in
Säcke, den Wein in Flaschen f.; Suppe auf den Teller
f. (Suppe auffüllen). 3. <f. + sich) voll werden: die
Badewanne füllt sich langsam; Die Bretterregale füllten
sich (Brecht. Groschen 144); aber die Schwimmweste
füllte sich nicht {die Luft strömte nicht ein; Gaiser,
Jagd 199); das Theater hatte sich inzwischen gefüllt (war
voll besetzt); ihre Augen füllten sich mit Tränen (geh.;
sie begann zu weinen). 4. Platz für sich in Anspruch nehmen
u. ihn ausfüllen: die Bücher füllen zwei Schränke;
wovon so wunderschöne Modelle ... die Räume des Kuk-
kuckschen Museums füllten (Th. Mann. Krull 350); Na.
hau ab. sagt Christina und füllt die Tür (tritt in die
Türöffnung, die sie völlig ausfüllt; Bobrowski. Mühle 11); das
Material füllt (reicht für) fünf Bände; Ü seine mächtige
Stimme füllte den Raum (erfüllte ihn. war im ganzen Raum
zu hören; K\rsi, 08/15. 248).
Füllen [-1. das; -s. - [mhd. vüll(n). ahd. full(n). Vkl. zu
tFohlen] (geh.): svw. tFohlen: das Kind ist ausgelassen
wie ein F.; wohl sah ich. daß sie hochbeinig war nach
Art eines -s (Th. Mann. Krull 135).
F(jller, der; -s. -: 1. (ugs.) svw. tFüllfederhalter: der F.
kratzt, kleckst, schmiert, läuft aus; Es gibt den Komposi-
teur. der über das Notenheft hinweg seinen F. ausspritzt
(Reinig, Schiffe 53). 2. (Zeitungsw. Jargon): Artikel, der
freien Raum in einer Zeitung füllen soll: für diese halbe
Spalte muß noch ein F. her.
FWI house |Tul haus], das; - -, - -s ['- 'haoziz; engl.-amerik.
füll house. eigtl. = volles Haus]: Kartenkombination aus
drei u. zwei gleichen Karten beim Poker.
füllte [TyIk;] <Adj.; nicht adv.) [mniederd. vüllik]: weiche,
rundliche Körper formen aufweisend: eine -e Frau; Die
-en (großen, weichen) Polster bieten fünf Personen
großzügige Bequemlichkeit (Auto 6, 1965, 57); Sophie war rund,
sehr rund und f. (Strittmatter. Wundertäter 76); sie ist
in letzter Zeit etwas f. geworden (neigt etw. zur Fülle
3;; f. (so daß es den Eindruck der Fülle 1 gibt) frisiertes
Haar. 2. voll tönetul . voluminös: lauschen ... dem schon
Dämmer kündenden -en Amselschlag (Zuckmayer,
Magdalena 11); Füllsel [TyIzI], das; -s, - [spätmhd. vülsel]:
1. etw. Ungewichtiges. Nebensächliches, was in erster Linie
dazu dient, eine Lücke auszufüllen: die Handtücher kannst
du als F. noch in den Koffer tun; der Kulturfilm war
lediglich F. in diesem Programm. 2.a) Fleisch füllung
in einem Fleischgericht: beim Gänsebraten ist ihm das
F. am liebsten; b) Füllung der Wurst, bes. der Bratwurst.
Füll Service I'ful 'sa:vis]. der; - -, - -s ['- 'sa:visis; engl,
füll service = volle Dienstleistung, t2Servicel (Wirtsch.):
Kundendienst einer Einkaufsgenossenschaft, der u. a. die
Erschließung optimaler Bezugsquellen. Informationen über das
Marktgeschehen, zentrale Werbung. Finanzhilfe bei
Investitionsvorhaben uttifaßt; Ftill speed ['- spi:d], die; - - [engl,
füll speed = volle Geschwindigkeit, tSpeed]: das Entfalten
der Höchstgeschwindigkeit eines Autos ; Full-time-Job
[' foltami-1, der; -s, -s [engl, full-üme Job, eigtl. = Vollzeitar-
beitl: Ganztagsarbeit; Beschäftigung, die jmdn. ganz
ausfüllt.
Füllung, die; -, -en: 1. <PI. selten) (selten): das Füllen (1 a):
die Füllung eines Ballons mit Gas. 2.a) Masse, die (als
gesonderter Bestandteil) zur Anreicherung in bestimmte
Speisen ( Fleisch gerichte. Backwaren. Süßigkeiten)
hineingefüllt wird: die F. für Waffeln, eine Torte, einen
Gänsebraten; diese Schokolade ißt sie eigentlich nur wegen
der guten F.; b) Masse, die den Hohlraum in einem defekten
Zahn fiach dem Ausbohren der sclxadhaften Stelle
verschließt: der Zahnarzt macht ihm eine F. aus Amalgam;
c) Masse aus bestimmtem Material in Matratzen.
Federbetten. Kissen: Daunen für die F. eines Oberbettes nehmen.
3. Teil der Tür innerhalb des Türrafimens: er hat in seiner
Wut die F. der Tür eingetreten; der Schatten des Kopfes
fiel auf die F. der Kellertür (Böll. Haus 46). 4. (Verslehre)
Setikungen u. Hebungen (in bestimmter Anordnung), die
einen Verstakt füllen.
ftilly Tashioned [Tolt 'faefend; engl, fully-fashioned = mit
voller Paßform]: in der Form gestrickt od. gewirkt, wie
man sie sonst nur durch Zuschneiden erreicht (z. B. auf
Etiketts in Strickwaren).
fulminant [fulminant] <Adj.; -er, -este) [lat. fulminäns
(Gen.: fulminantis). I.Part, von: fulminäre = blitzen; mit
dem Blitz treffen]: sich in seiner außergewöhnlichen Wirkung
od. Qualität schlagartig mitteilend; ausgezeichnet, glänzend,
großartig: eine -e Persönlichkeit; seine schauspielerische
Begabung ist f.; er versteht es, f. zu formulieren; Futaiinat
[fulmi'na:t], das; -[ejs. -e (meist PI.) [zu lat. fulmen =
Blitztstrahl)] (Chemie): hochexplosives Salz der Knallsäure.
Fumarate [fuma'ro.b], die; -. -n [ital. fumarola. eigtl. =
Mündung eines Schornsteins, zu spätlat. fümäriolum =
Rauchloch] (Geol.): Dampf quelle aus einer Erdspalte
in vulkanischen Gebieten; Fume [fy'me:], der; -[s], -s [frz.
fume. eigtl. = gerußt. 2. Pari, von: fumer = rauchen;
schwärzen, zualtfrz. fum < lat. fümus = Rauch] (fachspr.):
I. Rauch- od. Rußabdruck beim Stempelschneiden. 2. erster
Druck, Probeabzug eines Holzschnittes mit Hilfe feiner
Rußfarbe.
'Fimmel [Tum)], der; -s. - [niederd. Fummel = kleines
Stück, zu t fummeln] (landsch. abwertend): abgetragenes
Kleid aus billigem u. leichtem Stoff : so 'n F. mit vielen
Pünktchen (Hörzu 10. 1974. 30); ich ging doch im F. (in
Frauenkleidern) auf diese normale Party (Rechy [Übers.].
Nacht 117); Hummel [-]. die; -. -n (österr.
Schimpfwort): dumme Person, dumme Frau; Fummelei [foma'l^j],
die; -, -en <PL selten) (ugs., oft abwertend): das Fummeln
(1. 2); fummelig ['furrolu;] <Adj.; nicht adv.) (ugs.): 1.
viel mühseliges Hantieren erfordernd, lästige Kleinarbeit
notwendig machend: wie gedruckte Schaltungen ... die ...
-e Bestückung von Kunstoffplatten ... überflüssig machen
(Zeit 25. 4. 75. 34); diese Arbeit ist mir zu f. 2. nervös
916
fündig
u. zornig erregt: jeder gibt eine andere Erklärung. Ganz
f. hat mich das gemacht (Spiegel 30. 1974. 106); fummeln
[Tumln] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < spätmniederd.
fummelen. Grundbed. = reiben; wohl lautm.l: I. (ugs.)
a) mit den Händen tastend, suchend sich zu schaffen machen:
an einer Wafle. an einem Gerät f.; er fummelt [nervös]
an seiner Krawatte; Schang ... fummelte mit einer Hand
in der Hosentasche (kramte darin herum), holte zwei
gedrehte Zigaretten heraus (Degenhardt, Zündschnüre 34);
b) mühsam hinein- od. herausbringen: er ... fummelt auch
gleich das Geld aus der ... Westentasche (Bobrowski,
Mühle 217); er fummelt ... den linken Fuß in den Steigbügel
(Bobrowski. Mühle 16); c) zustande bringen: er fummelte
...mit seinen dicken Fingern die köstlichsten Salate (Winck-
ler. Bomberg 37); Na ... brätst du, fummelst du. kochst
du dir noch irgendeinen Dreck? (Böll. Haus 6); d) jmdn.
berühren, streicheln, um erotiscfhsexuellen Kontakt
herzustellen: liebkosen: ein bißchen f.; 2. (Fußball Jargon) zu
häufig u. zu lange dribbeln: der Linksaußen fummelte,
bis er den Ball an einen Gegner verlor; <Zus.:> Fgmmeltan-
te. die (salopp): svw. t Fummeltrine; Fummeltrine, die
(salopp): femininer Homosexueller: ein ... Dichter, der ...
Frauenrollen für -n schrieb (Rechy [Übers.], Nacht 120);
Fgmmler. der; -s, -: 1. (ugs.) jmd. der fummelt (1): So
sahen Mörder aus: F. am Steuerrad (Böll. Haus 191).
2. (Fußball Jargon) Spieler, der allzu gerne u. häufig
dribbelt.
Fund [funtl, der; -[eis, -e [mhd. vuntl: 1. das Finden, Atdfinden
von etw.; Entdeckung von etw. durch Forschen o.a. : ein
glücklicher, überraschender, entscheidender F.; Einige
Jahrzehnte vorher aber geschah ein fast ebenso
erstaunlicher F. (wurde etw. Erstaunliches gefunden, entdeckt: Ce-
ram. Götter 180); einen seltsamen, grausigen F. machen
(etw. Seltsames, Grausiges finden, entdecken): den F. [der
Geldbörse] bei der Polizei melden; bedeutende biologische
-e machen (Bedeutendes auf biologischem Sektor entdek-
ken). 2. etw.. was gefunden, aufgefunden durch Forschen
o. ä. entdeckt worden ist: archäologische -e; eine
Schubkarre voller Urnen und Amphoren, die unersetzlichen -e
Heinrich Schliemanns (Ceram, Götter 71); er lieferte seinen
F. bei der Polizei ab; Der alte Freitag ... starrte auf seinen
seltsamen F. (Kirst. 08/15. 76).
Fynd-: Mimt, das (bes. österr.): svw. Nbüro; -büro, das:
städtische, staatliche o. ä. amtliche Stelle, auf der
Fundsachen abgegeben u. abgeholt werden können: -^gegenständ,
der: a) svw. t^sache; b) archäologischer Fund (2); -geM,
das: svw. t Finderlohn; -grübe, die [spätmhd.
(bergmännisch) = Grube, in der zuerst ein umfangreicher Erzfund
bloßgelegt wird]: etw., was für ein bestimmtes Interesse,
eitlen bestimmten Bedarf sehr ergiebig, wertvoll, von großer
Bedeutung ist: diese Gegend ist eine F. für den Sammler
von Keramik; der Laden, das Buch ist eine wahre F.
Air den Bastler; Mnekhmg,die: Meldung über einen
gemachten Fund bei einer zuständigen Behörde: mmI. der: Ort,
an dem man etw. gefunden luit: -platz, der: vgl. ^ort;
credit, das: 1. Gesamtheit der Vorschriften über
Fundsachen. 2. Anrecht eines Finders bei einem gemachten Fund:
-sache, die: gefundener Gegenstand, den ein anderer verloren
hat: -statte, die: vgl. -ort: -n frühgeschichtlicher Gräber;
-stelle« die: 1. vgl. -ort: die -n blieben geheim. 2. vgl.
-büro: einen liegengelassenen Schirm bei der F. im
Bahnhof abholen; -stück, das: svw. f -gegenständ (b);
-umstand, der <meist PI.) (Kunstwiss., Archäol.): für die /
zeitliche Einordnung wichtige Gegebenheit u. Umgebung eines
Fundgegenstandes (b): Sie (= eine Gruppe von Porträts)
sind entweder durch Fundumstände zeitlich festzulegen
oder durch Vergleiche (Bild. Kunst I, 206);
-Unterschlagung, die (jur.): rechtswidrige Aneignung einer Fundsache.
Funda [fonda). die; -. ...dae [...de; lat. funda = Schleuder
(nach der Ähnlichkeit mit einer Steinschleuder)] (Med):
Bindenverband für Teilabdeckungen am Kopf.
Fundament [funda'ment], das; -[e]s, -e [lat. fundämentum]:
l.a) bis auf tragfähigen Untergrund hinabgeführter
Unterbau eines Bauwerks: das F. des Hauses ist aus Beton;
das F. gießen, mauern; das F. für ein Gebäude legen
(herstellen): das Haus steht auf einem schwachen F.; ein
Haus bis auf die -e abreißen; ein F. (den Raum für ein
Fundament) ausbaggern; b) Unterbau, Sockel einer
Maschine: eine Werkzeugmaschine auf die -e setzen. 2. /geistige/
Grundlage, Basis: seine Untersuchungen haben ein solides
wissenschaftliches F.; Vertrauen ist das beste, wichtigste
F. der Freundschaft; die sittlichen religiösen -e der
abendländischen Kultur, das F. der Demokratie zu erschüttern
suchen; das Abitur bildet ein gutes, ein sicheres, solides
F. für die weitere Berufsausbildung; das F. zu etw. legen;
die Regierung steht auf einem starken, schwachen F.; die
deutsche Wirtschaft ruht auf einem gesunden, festen,
starken, ausreichenden F.; an den -en des Staates, des
christlichen Glaubens rütteln; etw. in seinem F. erschüttern;
etw. aus dem F. (veraltet; gründlich) verstehen. 3.
(Druckw.) die Druckform tragende Eisenplatte bei einer
Buchdruckerschnellpresse.
Fundament- (Bauw.): -graben, der: ausgeschachteter Graben
/ in einer Baugrube I. in den das Fundament (1 a) eingelassen
wird: -grübe, die: vgl. -graben; -mauer, die: zum
Fundament da) gehörende Mauer: -pfeiler, der: zum Fundament
(1 a) gehörender Pfeiler, auf dem ein Bauwerk rulit: -platte,
die: sich über die gesamte Baufläche erstreckendes, einer
großen Platte äfmliches Fundament (1 a).
fundamental [fondamen'ta:l]<Adj.;o. Steig.)[spätlat. fundä-
mentälis]: ein Fundament (2) darstellend, grundlegend, von
entscheidender Bedeutung: eine -e Erkenntnis, Leistung;
ein -er Unterschied, Irrtum; die beiden Anschauungen
unterscheiden sich f.
Fundamental-: -baß, der (Musik): der ideelle Baliton, auf
dem sich die Harmonie aufbaut, ohne doli er selbst erklingen
muH: -ontologie, die (Existenzphilos.): Ontotogie des
menschlichen Daseins: -Philosophie, die: Philosophie als
Prinzipienlehre: -punkt, der (Fachspr.): Fixpunkt: -satz,
der: grundlegender Lehrsatz: der F. der Algebra; der F.
... der Psychologie ... ist dabei das „Lustprinzip4', der
berühmte Satz, daß ... (Gehlen, Zeitalter 100); -theotogie,
die: theologische Wissenschaft von den Grundlagen, auf
denen die katholische Lehre aufbaut.
Fundamentalismus[...ta'lisniüs],der; - [amerik. fundamenta-
lism. zu engl, fundamental, t fundamental]:
wissenschaftsfeindliche, starr an der Verbalinspiration der Bibel
festhaltende innerkirchliche Bewegung des amerikanischen
Protestantismus (etwa seit 1875); Fundamentalist [...'hstl.
der; -en. -en: Anhänger. Vertreter des Fundamentalismus:
fundamentalistisch <Adj.; o. Steig.): zum Fundatnentalismus
gehörend, ihn vertretend: fundamentieren [,.,'ti:ran] <sw. V.;
hat): 1. mit einem Fundament (1) versehen, ein Fundament
für etw. legen: ein Gebäude f. 2. (bildungsspr.) mit einem
Fundament (2) versehen: eine Theorie f., dazu: Fundamentie-
rung, die; -, -en: I. das Fundamentieren (1): Die
Ausschach tarbeiten ... dürften ... so weit gediehen sein, daß
mit der F. ... begonnen werden kann (Welt 18. 11. 61. 7).
2. das Fundamentieren (2): die F. einer These; Ftmdation
[fonda'tßio:n], die; -, -en [lat. fundätio = Gründung]: 1.
(schweiz.)a) svw. t Fundament (1 a); b) svw. t Fundamentie-
rung (1). 2.1kirchliche! Stiftung: fundieren [...'di:ren] <sw.
V.; hat) [lat. fundäre = den Grund legen (für etw.), zu:
fundus = Boden. Grund(lage)]: l.a) auf eine finanzielle
Grundlage, Basis stellen, mit den nötigen Mitteln versehen,
finanziell sichern: aufmerksam hörte Margarete zu. wenn
ihr der Abt auseinandersetzte, wie sicher ihr Großvater
Meinhard seine Geldwirtschaft fundiert hatte (Feuchtwan-
ger. Herzogin 32); (meist im 2. Part.:) ein gut fundiertes
(gutfundiertes) Unternehmen; eine fundierte (Finanzw.;
durch Grundbesitz i sichergestellte, gedeckte) Schuld; b)
(bildungsspr.) durch eine Grundlage. Basis, durch ein
Fundament (2) in seinem realen Bestand unterstützen, festigen,
sichern: eine Verbindung, die freilich, obzwar durch einen
massiveren Sexus fundiert, ebenfalls bald in die Brüche
ging (Deschner, Talente 30); er münzte seine militärisch
fundierte Machtstellung nie politisch um (Niekisch, Leben
172). 2. auf ein Fundament (2), auf eine geistige Grundlage
stellen u. dadurch sichern. Ibe/gründen, untermauern: eine
Bibliographie, die künftige Studien f. soll; ... mit dem
Ziel, die Politik der Jungsozialisten weiter theoretisch zu
f. (Stamokap 156); <meist im 2. Part.:) ein fundiertes
Wissen; eine fundierte (wohlbegründete) Kritik. 3. (veraltet)
gründen, stiften: eine Kirche f.; <Abl.:> Fundkning. die;
-, -en: das Fundieren.
(Ündlg ['fVndu;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tFund]
(Bergbau, Geologie): ergiebig, reich an Bodenschätzen: ein
-er Boden, Erzgang; *f. werden (1. bei Bohrungen o.a.
auf Lagerstätten stoßen. 2. nach längerem Suchen. Forschen
etw. entdecken, auf etw. stoßen: hatte Levai... nach Doku-
917
Fundus
menten ... geforscht .... und er war f. geworden [Spiegel
48, 1965.40]).
Fundus [Tondus], der, -, - [lat. fundus = Boden. GrundOa-
ge)]: 1.I Abteilung mit der. Gesamtheit der Kostüme.
Requisiten u. anderer Ausstattungsmittel bei Tlieater. Film o. ä.:
die alte Dekoration kommt in den F. 2. geistiger
Grundstock, auf den man für seinen Bedarf zurückgreifen kann:
ein reicher F. von/an Erfahrungen. 3. (röm. Antike. MA.)
Grundu. Boden. Grundstück. 4. (Med.) Grund, Boden eines
Hohlorgans.
funebre. I. [fy'ne:bE] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [tfunebre
II] (geh.): düster, traurig wie bei einem Leichenbegängnis >:
bei dieser -n Schaustellung ... mitwirken zu müssen (Th.
Mann. Hoheit 86). II. [frz. fy'nEbr; ital. 'fti:nebre. fu'ne:bre]
<Adv.> [frz. funebre, eigtl. = zum Leichenbegängnis
gehörend < lat. fünebris] (Musik): düster, traurig: der langsame
Satz ist f. zu spielen; funerale [funera.b] <Adv.>: vgl.
funebre; Funemlien [fune'ra:lldn] <PI.> [mlat. funeralia
(PL), zu spätlat. fünerälis = zum Leichenbegängnis
gehörend] (geh. veraltet): Leichenbegängnis mit feierlichem
Gepränge.
fünf tfYnfl <Kardinalz.) [mhd. vünv, vunv, ahd. fünf, finfl
(als Ziffer: S): vgl. acht: die f. Sinne, die f. Finger einer
Hand; *f. gerade sein lassen (ugs.; etw. nicht so gettau
nehmen)'. Fünf [-], die; -. -en: a) Ziffer 5: b) Spielkarte
mit fünf Zeichen: c) Anza/il von fünf Augen beim Würfeln:
eine F. würfeln; d) Zeugnis-, Bewertungsnote 5: er hat
in Mathematik eine F. geschrieben (in einer
Mathematikarbeit die Note 5 erhalten): e) (ugs.) Wagen. Zug der Linie
5: von hier aus kannst du die F. nehmen, mit der F.
fahren. Vgl. 'Acht.
fünf-. Fünf-: >akter haku?]. der: aus fünf Akten bestehendes
Werk des Sprech-od. Musiktheaters: > bändig: vgl.
achtbändig; >eck, das: vgl. Achteck; >eckig: vgl. achteckig;
>einhalb: vgl. achteinhalb; > faltig: vgl. achtfaltig; >flUtig: vgl.
achtfältig; -flach, >fttchner, der: svw. f Pentaeder; ^frfn-
kenstück, das: schweizerische Münze im Wert von fünf
Franken: >frankier [-freokte], der (schweiz.): svw. t^franken-
stück; > fußig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Verslehre): fünf
Versfüße. Takte enthaltend: in einer Anordnung von fünf
Versfüßen: -e Jamben; >«eschossig: vgl. achtgeschossig;
rgliedrig: vgl. achtgliedrig; >hindert: vgl. achthundert;
^Jihrespbui, der: für fünf Jahre aufgestellter Volkswirt-
schaftsplan in einer / sozialistischen / Planwirtschaft: >
Jährig: vgl. achtjährig; > jährlich: vgl. achtjährlich; ^{ghrpbn,
der: t^Jahresplan; -kämpf, der: sportlicher Wettkampf in
fünf Disziplinen: in der Leichtathletik umfaßt der
internationale F. für Männer Weitsprung, Speerwerfen, 200-m-
Lauf, Diskuswerfen und 1 500-m-Lauf; -liber [-'li:bB], der
[schweiz., eigtl. = Taler im Wert von 5 frz. Franken
(livres, nach der älteren Münzbez. frz. livre < lat. libra
= Pfund)] (schweiz. ugs.): svw. t ^frankenstück; -mal:
vgl. achtmal; > mal ig vgl. achtmalig; Mnfrkschein, der:
Banknote im Wert von fünf Mark: ^m^rkstück. das: Münze
im Wert von fünf Mark: Mneterplattfonn« die
(Wasserspringen): feststehende Absprungvorrichtung von einem Turm
in einer Höhe von 5m: -meterraum, der (Fußball): svw.
TTorraum; -minutenbrenner, der (ugs. scherzh.): vgl.
Dauerbrenner (2 b); -monatig: vgl. achtmonatig;
>monatlich vgl. achtmonatlich; >paß, der [zu tPaß (4)]: Figur
des gotischen Maßwerks aus fünf gleich großen
Dreiviertelkreisen, die um einen mittleren Kreis angeordnet situ! od.
von einem Kreis umschlossen werden: ^Pfennigstück, das:
vgl. Miiarkstück; -prozentig: vgl. dreiprozenüg; -pro-
zpitkbusel, die: Bestimmung, nach der nur solche Parteien
Parlamentssitze erhalten, die mindestens 5 % der im
Wahlgebiet abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigt haben:
>saitig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): mit fünf Saiten
bespannt: -e Streichinstrumente; -satzkampf, der (Tennis):
über fünf Sätze gehendes Tennisspiel: > schiffig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: (von Kirchen) aus Mittelschiff u. zwei
verdoppelten Seitenschiffen bestellend: eine -e Basilika; >sel-
tlg: vgl. achtseitig: -sek^ndenresel, die (Basketball): Regel,
nach der ein Spieler den Ball bei einem Einwurf binnen
fünf Sekunden ins Spiel bringen muß: > silbig: vgl. achtsilbig;
> spaltig: vgl. dreispaltig; > stell ig vgl. achtstellig;
-stimmig: vgl. dreistimmig; -stöckig: vgl. achtstöckig; > stund ig:
vgl. achtstündig; -stündlich: vgl. achtstündlich; -tggefle-
ber, das: svw. t wolynisches Fieber; -tauewoche, die: durch
Tarif vertrag geregelte Verteilung der Arbeitszeit auf fünf
Wochentage: >tögig vgl. achttägig; >täglich: vgl.
achttäglich; -tausend: vgl. achttausend; ^tausender, der: vgl.
Achttausender; -tausendmeterbuif. (mit Ziffern:) 5000-m-
Lauf, der (Leichtathletik): Wettbewerb im Laufen über 5 000
Meter: -teilig: vgl. achtteilig; Mjhrtee, der: Tee, zu detn
man sich gegen fünf Uhr nachmittags trifft: -uhrvorstelhing,
die: vgl. Achtuhrvorstellung; -uhrzug, der: vgl.
Achtuhrzug; -undeinhflb: vgl. achtundeinhalb; -viertel CfYnf'firtl]
<Bruchz.> (in Ziffern: %). dazu: -viertehakt [-Tirtl-J. der:
Taktmaß. bei dem der einzelne Takt aus Notenwerten von
fünf Vierteln besteht: >wöchentlidi: vgl. dreiwöchentlich;
> wöchig: vgl. dreiwöchig; -zehn [mhd. vünfzehen. ahd.
finfzehen] (in Ziffern: 15): er ist noch nicht f. [Jahre alt];
* kurze Fünfzehn machen (landsch.; eine Sache schnell zu
Ende bringen, nicht viel Umstände mit etw. machen, kurzen
Prozeß machen: geht wohl auf das früher sehr beliebte
Spiel Tricktrack zurück, bei dem man mit einem Wurf
alle fünfzehn Steine des Gegners gewinnen und das Spiel
beenden kann; dann auch mit „fuffzehn machen"
vermischt; vgl. fuffzehn); vgl. achtzehn, dazu: > zehnjährig:
vgl. achtzehnjährig; -zjmmenvohnung, die: vgl.
Dreizimmerwohnung.
Fünfer [TYnfn]. der; -s, - [spätmhd. vünfer = Mitglied eines
Fünfmännerausschusses]: 1. (ugs.) Fünf Pfennigstück. 2.
(ugs.) fünf Zahlen, auf die ein Gewinn fällt: ein F. im
Lotto. 3. (landsch.) svw. fFünf (a, c. d. e); fünferlei: vgl.
achterlei; fünffach: vgl. achtfach; Fünffache: vgl. Achtfache;
F^nfling [...Im), der; -s, -e [nach dem Muster von Zwilling
geb.]: eines von fütif gleichaltrigen Geschwistern: fünft [fynft]
in der Fügung zu f. (mit fütif Personen): zu f. spielen;
fünft... [TYnft...] <Ordinalz. zu t fünft [mhd. fünfte, ahd.
fmfto, fimfto] (als Ziffer: 5.): er wurde nur -er, der -e;
<subst.:> Karl der Fünfte. Vgl. acht...; fünftel [...tjl: vgl.
achtel; Fünftel [-]. das, Schweiz, meist: der; -s, - [mhd.
fünfteil]: vgl. Achtel (a); fünftens: vgl. achtens.
Fun-fur ff/uifa:]. der; -s, -s [engl, fun für. aus: fun =
Spaß u. für = Pelz]: Kleidungsstück aus einem od. mehreren
weniger kostspieligen Imitat pelzen: Fun-furs, ein lustiger
Imitat-Pelzmantel ab 98.- (MM 4. 12. 69,16).
fünfzig [TYnf&u;] <Kardinalz.) [mhd. vünfzec, ahd. fimfzuc]
(in Ziffern: SO): er ist [über] f. [Jahre alt]; vgl. achtzig;
(subst.:) Fünfzig [-]. die: vgl. Achtzig.
fünfzig-. Fünfzig-: ^grgschenstück, das: österreichische
Münze im Wert von fünfzig Groschen: -jährig: vgl. dreißigjährig;
^kilometergehen, (meist mit Ziffern:) 50-km-Gehen, das
(Leichtathletik): Wettbewerb im Gehen über fünfzig
Kilometer: Miifrkschein, der: vgl. Fünfmarkschein: -pf^nnigro-
man, der (abwertend): vgl. Dreigroschenheft;
-Pfennigstück, das: vgl. Fünfpfennigstück.
fünfziger l'fYnftßige]: vgl. achtziger; Fünfziger [-]. der; -s.
-: I. (ugs.) svw. Fünfzigpfennigstück. 2. vgl. Achtziger.
Fuffziger; Fünfzigerin, die: vgl. Achtzigerin; Fijnfzigeriahre:
vgl. Achtzigerjahre; fünfzigste. [TYnf&i^st...; mhd. vünfzi-
gist. ahd. finfzugösto] <Ordinalz. zu t fünfzig) (in Ziffern:
50.): vgl. fünft...
fungibel [fun'gi:bl] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mlat. fungibi-
lis, zu lat.fungi. t fungieren]: 1. (Jur.) austauschbar,
ersetzbar: fungible (bewegliche, im Verkehr nach Maß, Zahl
u. Gewicht zu bestinunende) Sachen, Waren (z. B. 30
Zentner Koks). 2. (bildungsspr., häufig abwertend) in beliebiger
Funktion einsetzbar: ohne festgelegten Inhalt u. datier auf
verschieden Weise verwendbar: Kritik, die sich taktisch
auf solche Spielregeln einläßt, sich ihnen beugt, wird
vollends f. (Enzensberger. Einzelheiten 1.104). dazu: Fungiblli-
tät [...gibili't€:t],die; -: 1. dar.) Austauschbarkeit,
Ersetzbarkeit. 2. (bildungsspr.. häufig abwertend) die beliebige
Ersetzbarkeit. Verwendbarkeit: die absolute F., die den
Menschen als Einzelwesen auslöscht (Adorno, Prismen 101);
fungieren [...gi:ran] <sw. V.; hat) [lat. fungi = verrichten,
vollbringen, durchstehen; verwalten]: eine bestimmte
Funktion ausüben, eine bestimmte Aufgabe haben, zu etw. dasein:
als Verbindungsmann. Aufpasser f.; Unter den
Belastungszeugen fungierte auch Baron von Vansittart (Rothfels.
Opposition 190. Anm. 47); diese Organisation fungiert
als Instrument des Staates.
ftmgizid [fuQgi'tßl:t] <AdJ.; o. Steig.) [zu lat. fungus. t
Fungus, u. lat. caedere (in Zus. -cidere) = niederhauen, töten]:
(von chemischen Mitteln) pilztötend: Fungizid [-], das; -[eis,
-e: im Garten- u. Weinbau verwendetes Mittel zur Bekämp-
fum pflanzenschädigender Pilze: fungös [fuo'g0:s] <Adj.;
918
Funke
-er, -este) [lat. fungösus) (Med.): schwammig: -es Gewebe;
Funsositit [fuQgozi't£:t], die; - (Med.): schwammige
Wucherung tuberkulösen Gewebes, bes. im Kniegelenk: Fungus
['fungus]. der: -. ...gi [lat. fungus = Erdschwamm, Pilz):
I. lat. Bezeichnung für Pilz. 2. (Med.) a) schwammige
Geschwulst: b) (veraltet) Tuberkulose im Kniegelenk.
Funiculus [funi:kulus], der; -. ...li [lat. füniculus = dünnes
Seil. Strick]: 1. (Bot.) Stiel, durch den die Sametianlage
mit dem Fruchtblatt verbunden ist. 2. (Med.) Gewebestrang
(z. B. Samenstrang, Nabelschnur); Funikularbahn [funiku-
'la:^-l.die; -. -en [wohl nach ital. funicolare bzw. frz. funicu-
laire = Drahtseilbahn, zu lat. füniculus = dünnes Seil]
(veraltet): Drahtseilba/m: Funikulitis [funiku'li:tis], die; •,
...itiden [...i'ti:dn; zu t Funiculus (2)1 (Med.): Entzündung
des Satnenstrangs.
Funk [fuok], der; -s [zu t funken (1)]: 1. (meist ohne Artikel)
a) drahtlose Übertragung von Sendungen durch
elektromagnetische Wellen mittels besonderer Sende- u.
Empfangsgeräte: die Befehlsübermittlung vollzog sich durch F. (Kuby.
Sieg 198); jmdn.. etw. über F. anfordern; b) Funkgerät:
der Polizeiwagen, das Taxi ist mit F. ausgerüstet. 2.
Rundfunk: Zeitungen und Zeitschriften, F. und Fernsehen sind
... Medien der Öffentlichkeit (Fraenkel, Staat 220); er
ist. arbeitet beim F. (ugs.; ist bei einer Rundfunkanstalt
angestellt): sein Hörspiel wurde im F. gesendet.
fynk-, Funk-: -akademie. die (DDR): vgl. ^kolleg; ^ama-
teur, der: jmd.. der mit behördl. Genehmigung als Amateur
mit Hilfe eines Funkgerätes Funksprüche empfangen u.
senden kann: -anläge, die: Sende- u. Empfangseinrichtung zur
drahtlosen Übermittlung von Nachrichten, Bildern o. ä. durch
elektromagnetische Wellen: -aufklirung, die: von
militärischen Streitkräften mit nachrichtentechnischen Geräten
durchgeführte Aufklärung zur Feststellung feindlicher
Funkstellen: -ausstelhmg, die: Ausstellung neuentwickelter
Geräte u. Anlagen im Bereich des Funkwesens: -bake, die: an
einen festen Ort gebundener Sender, der ein Dauersignal
für die Funknavigation von Schiffen u. Flugzeugen ausstrahlt,
in das bestimmte Funkzeichen eingeblendet werden: -ball,
der: aus bestimmtem Anlaß von einer Rundfunkanstalt im
Funkhaus veranstalteter u. von dort übertragener 2Ball:
Funkbälle auf Faschingswelle (Bayerischer Rundfunk.
Winterprogramm 1966/67); -bearbeitung. die: I. das
Bearbeiten eines literarischen od. musikdramatischen Werkes
für eine Rundfunksendung: die F. eines Dramas, einer Oper
übernehmen. l.für eine Rundfunksendung bearbeitetes
literarisches od. musikdramatisches Werk: die F. stammte vom
Regisseur der Hörspielfassung; -bericht, der: über den
Rundfunk ausgestrahlter Bericht (mit Nachrichten.
Reportagen o.a.), dazu: -berichterstatter, der: für den Rundfunk
arbeitender Berichterstatter: -betrieb, der: das In-Funktion-
Sein. die Tätigkeit des Funkens (1); -bild, das: durch Funk
(1 a) übermitteltes aktuelles Foto: ^brücke, die: besondere
Funkanlage, durch die größere Entfernungen überbrückt
werden: Durch die Nachrichtensatelliten ist es ... möglich
geworden, ständige -n zwischen den Kontinenten
aufrechtzuerhalten (Funkschau 21. 1971. 2190); -dichtung. die:
für die Übertragung im Rundfunk bestimmte, bearbeitete,
bes. geeignete Dichtung: -dienst, der: a) Nachrichtendienst,
der zur Übertragung von Sendungen elektromagnetische
Wellen verwendet: b) Nachrichtendienst zwischen
beweglichen Funkstellen u. Landfunkstellen . c)
Nachrichtendienst zwischen bestimmten festen Punkten (z. B. in Form
der öffentlichen Funksprechverbindungen); -einrichtung,
die: vgl. -bearbeitung; -entstören <sw. V.; hat; bes. Im
Inf. u. im 2. Part, gebr.): Funkstörungen durch bestimmte
Maßna/imen (z. B. Verwendung von Kondensatoren an der
Stör quelle) ausschalten od. verringern: Alle Kraftfahrzeuge
... müssen ... funkentstört sein (FAZ 13. 5. 1961, 11).
dazu: -entstörung, die; Barzahlung, die: Sonderform des
Hörspiels mit überwiegendem Sprechertext: -fassung, die:
vgl. ^bearbeitung (2); -feature, das: Feature für eine
Rundfunksendung: -feuer, das: svw. t^bake; -gemAß <Adj.>:
den Atiforderungen für eine Übertragung im Rundfunk
entsprechend, für die Übertragung im Rundfunk geeignet: -e
Bearbeitung eines Stoffes; -gerät, das: Sende- u.
Empfangsgerät für die Nachrichtenübermittlung über Funk da);
-haus, das: Gebäude! komplex eines Rundfunksenders, u. a.
mit Studios für die Aufnahme von Ton- u. Fernsehsendungen:
die Übertragung eines Konzertes aus dem Sendesaal des
Frankfurter -es; -Impuls, der: vgl. -zeichen; -kolleg, das:
wissenschaftliche Vorlesungsreihe im Hörfunk als eine Form
des Fernstudiums mit einem Schlußkolloquium als staatlich
anerkannter Prüfung am Ende jedes Semesters: -kontakt.
der: Kontakt mit einer Funkstation: -korrespondent, der
(bes. DDR): jmd.. der /ehrenamtlich Korrespondentenbe-
richte für den Rundfunk gibt: ^llnle, die: Verbindung
zwischen zwei Funkstationen: ein Leutnant .... der eine F.
in Betrieb setzen sollte, wenn die Drahtverbindung ausfiel
(Kuby, Sieg 268); -lotterte, die: vgl. Femsehlotterie;
-mechaniker, der: svw. t Rundfunkmechaniker: -metdung,
die: durch Funk da) übermittelte Meldung: -meflgerät,
das: svw. t Radargerät; -meßtechnik, die: Verfahren, mit
Hilfe elektromagnetischer Wellen die Entfernung, Flughölie,
Wassertiefe o. ä. von Objekten zu bestimmen: Radartechnik:
-meßtechniker, der: svw. f Radartechniker; -navtgatkwi,
die: Navigation von Wasser- od. Luftfahrzeugen mit Hilfe
elektromagnetischer Wellen, die von Funkfeuern ausgesendet
u. von Funkpeilern an Bord empfangen werden: -novelle,
die: vgl. -erZählung; -oper, die: für die Setidung im
Rundfunk verfaßte od. bearbeitete Oper: -Ortung, die:
Bestimmung des Standortes eines See- od. Litftfa/irzeugs mit Hilfe
elektromagnetischer Wellen: ^peiler, der: Funkempfänger
mit Antennenanlagen, mit denen die Richtung zum
ausstellenden Sender bestimmt werden kann: -peilung, die: mit
Funkpeilern erfolgende Ermittlung der Richtung, in der sich
ein Sender auf einem See- od. Luftfahrzeug, befindet:
-reportage.die: Reportage für eine Rundfunksetidung:
-Sendung, die: svw. f Rundfunksendung; -signal, das: svw.
Nzeichen; -sprechgerfit, das: kleines, handliches, Gerät
zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung über kurze
Entfernungen: -Sprechverbindung, die; -Sprech verkehr, der:
drahtlose Nachrichtenübermittlung über kurze Entfernungen:
-sprechwagen, der: mit einer Sprechfunkanlage
ausgerüstetes Kraftfahrzeug: -sprach, der: durch Funk da)
übermittelte Nachricht: einen F. senden, weitergeben, entschlüsseln;
-Station, die: Sende Station mit einer Funkanlage: -stelle,
die: svw. t ^Station; -stille, die: a) Unterbrechung des Futik-
verkehrs: U Informieren Sie Ihre Bekannten, wann bei
Ihnen ..Funkstille" herrscht (Hörzu 35, 1974, 74); b)
Sendepause im Rundfunk: -Störung, die: Störung des Bild-
u. Tonempfangs durch elektromagnetische Schwingungen:
-streife, die: im Funkstreifenwagen fahrende Polizeistreife:
die F. alarmieren; -Streifenwagen, der: mit einer
Sprechfunkanlage ausgerüstetes Auto einer Polizeistreife: -taxi,
das: Taxi, das durch Spreclifunk mit der Zentrale in
Verbindung steht u. von dort seine Fahraufträge erhält: -technik,
die: Teilgebiet der Nachrichtentechnik mit allen technischen
Verfa/iren u. Geräten zur drahtlosen Übermittlung von
Signalen einschließlich Sprache. Musik u. Bildern mit Hilfe
von elektromagnetischen Wellen: -technisch <Adj.; o.
Steig.): die Funktechnik betreffemi: -telefon, das: Telefon,
das über Funk (1 a) arbeitet: -telegrafie, die: dra/itlose
Übermittlung von Nachrichten nach einem vereinbarten Kode
(z. B. dem Morse- od. Telegrafenalphabet) mit Hilfe
elektromagnetischer Wellen: -telegrafisch <Adj.; o. Steig.): die
Funktelegrafie betreffetid: -telegramm,das:*/wrcA Funk (1 a)
übermitteltes Telegramm: -trupp, der (Milit.): Trupp, der
die Funkanlage betreut, bedient: -türm, der: hoher Turm
als Träger von Sende- od. Empfangsantennen: -Übertragung,
die: vgl. Funk (1 a): die F. einer Nachricht, eines Fotos;
-Universität, die (DDR): vgl. -kolleg; -Verbindung, die:
vgl. -kontakt; -verkehr, der: Nachrichtenaustausch
zwischen Funkstationen: -wagen, der: Auto mit einer
Funkanlage, dazu: -wagenstreife, die: svw. t-streife; -weg, der:
Möglichkeit, etw. durch Funk (1 a) zu übertragen: den F.
wählen; eine Meldung auf dem F. (durch Funk)
übermitteln; -wellen <PI.): elektromagnetische Wellen: -Werbung,
die: svw. t Rundfunkwerbung; -wesen, das: Bereich u. alle
Einrichtungen der drahtlosen Nachrichtenübermittlung:
-Wetterdienst, der: Wetterdienst für Luft- u. Schiffahrt mit
Hilfe der Funkübertragung: -zeichen, das: in der dra/ulosen
Nachrichtenübermittlung verwendetes Morse zeichen.
Fünkchen ['fvnk^n]. das; -s, -: f Funke d); Funke [Tunka],
der; -ns, -n. (seltener:) Fynken, der; -s, - [1: mhd. (md.)
vunke, ahd. funcho; 2: urspr. = Kölner Stadtsoldat, wohl
nach seiner roten Uniform od. nach den sog. Funken
(Hermelinschwänzen) im Kölner Stadtwappen]: 1. <Vkl.
Fünkchen) glimmendes, glühendes Teilchen, das sich bei
Verbrennungs- u. Reibungsvorgängen od. bei der
Funkenentladung ,'von einer brennenden Materie löst u. durch die
919
funkeln
Luft fliegt : ein elektrischer Funke; in der Schmiede
sprühen die Funken; die Funken austreten; aus einem [Feuer]-
stein Funken schlagen; U der Funke der Begeisterung;
es fehlt der zündende Funke (etwas, was mitreißt); der
Funke sprang über (jmd. gewann plötzlich eine Beziehung
zu jmdbn.. etw.); ihre Augen sprühten Funken (blitzten
vor Erregung); *ein Funke [von] (ein geringes Maß von .
ein bißchen): ein [winziger] Funke Selbstvertrauen hätte
ihm mehr genützt; keinen Funken [von] Ehrgefühl [im
Leibe] haben; Ich sah zum ersten Mal einen Funken
Belustigung auch in seinen Augen (Seghers, Transit 230); etw.
so tun, daß die Funken stieben/sprühen/flieaen (etw. mit
äußerster Schnelligkeit. Vehemenz, Intensität tun):
arbeiten, daß die Funken stieben; [mit etw.] den Funken ins
Pulverfaß werfen (durch etw. Unbedachtes. Geringfügiges
ein Verhältnis, eine Lage soweit verschlinunern. daß es zum
offenen Konflikt kommt). 2. <meist PI.) (in der historischen
Uniform der Kölner Stadtsoldaten auftretende) Figur des
Kölner: Karnevals: Flotte Funken, stramme Offiziere.
Minikarnevalisten und Tanzmariechen stürmen ... das
Käfertaler Kulturhaus (MM 20. 1. 1973, 19); funkeln
['funkln] <sw. V.; hat) [mhd. vunkeln = Funken geben,
blinken; Iterativbildung zu gleichbed. vunken]: funkenäJm-
lieh aufleuchtendes, ständig wechselndes Licht. Lichtreflexe
von sich geben: die Sterne, die Lichter der Stadt funkeln
in der Nacht; ihre Brillanten. Brillengläser. Augen funkeln;
Alles funkelte naß (nach dem Regen; L. Frank. Wagen
10); der Uniformkragen funkelte rot und golden (Kuby.
Sieg 49); Ciarisse funkelte (blickte zornig erregt) vor
Abscheu (Musil. Mann 1338); funkelnder Wein; Ü er war
nicht umsonst Italiener, um nicht über ein funkelndes
Repertoire von verliebten Liedern zu verfügen (Thieß.
Legende 25). dazu: fynkelnggelneu <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [zusgez. aus älterem funkelneu u. f nagelneu] (ugs.):
gerade erst hergestellt od. erworben u. noch vollkofnmen
neu: unterm Arm trug er eine -e Schippe, die leuchtete
in der Sonne (Schnurre, Bart 14); die Schuhe waren f.;
funken l'fonkn] <sw. V.; hat) [2: mhd. vunken = Funken
von sich geben; blinken, schimmern; 1: eigtl. = durch
Funken übermitteln; zu TFunke (1)]: I. durch Funk da)
übermitteln: SOS f.; das Raumschiff hat Meßdaten zur
Bodenstation gefunkt. 2. Funken (1) sprühen, von sich
geben: die Oberleitung der Bahn funkt; Manchmal glänzte
ein Punkt auf wie Staub, der im Licht funkt (Gaiser.
Jagd 89). 3. (ugs.) funktionieren: der Apparat funkt nicht;
U der Laden funkt (die Sache verläuft wunschgemäß).
4. (ugs.) schießen: die feindliche Artillerie funkte pausenlos;
Dann verschwand er in seinem Panzer, funkte nach hinten,
tauchte wieder auf (Plievier. Stalingrad 324); *es funkt
(ugs.: 1. jmd. bekommt Schläge: wenn du nicht hörst,
funkt es! 2. es gibt eine Auseinandersetzung: und was dann?
Dann funkt es draußen in der Fabrik! [Fallada. Jeder
132]. 3. jmd. versteht, merkt, begreift endlich etw.: es dauert
lange, bis es bei ihm funkt; na. hat es endlich gefunkt?
4. etw. glückt, gelingt' wie geplant : Er empfahl die Gruppe
dem Südwestfunk-Aufnahmeleiter .... und damit hatte es
„gefunkt4* [MM 28. 4. 1967, 5]. 5. ein enger persönlicher
Kontakt, eine Liebesbeziehung entsteht: bei den beiden hat
es offenbar gefunkt; .Zwischen uns hatte es ... gefunkt",
erinnert sich Kai. ..Wir haben uns sensationell gut
verstanden ..." [Hörzu 18. 1971. 14]); Funken [-]. der: tFunke.
fynken-, Finken-: -bildung. die: die F. bei der
Dampfmaschine ist nicht zu verhindern; ^büschel, das: vgl. ^garbe;
^entbdung. die: bei hoher elektrischer Spannung
auftretender schlagartiger Übergang größerer Elektrizitätsmengen
zwischen Leitern, der von Leuchterscheinungen. Knistern
od. Knall begleitet ist (z. B. Blitz); -fänger, der:
Schutzvorrichtung in Schornsteinen, die die Funken zurückhält; ^flug.
der <PI. selten): anhaltendes, Fortfliegen von Funken: das
Feuer übertrug sich durch F.; ^garbe, die: wie zu einer
Garbesich verbindendeFunkewnenge: -n stiegen zum
Himmel; -Induktor, der (Elektrot.): Transformator zum
Erzeugen hol\er Spannungen, durch die Funkenentladungen
möglich sind; ^kammer, die: 1. zwischen Feuerungsanlage u.
Katnin gelegene, kammerartige Erweiterung des
Rauchabzugskanals, in der die zum Teil glühenden Funken- u.
Aschenteilchen aufgefangen werden. 2. (Elektrot.) Gerät zum
Nachweis od. zur Sichtbarmachung der Spuren elektrisch
geladener Energieteilchen; -mariechen, das [nach einer
Marketenderin der Kölner Stadtsoldaten. tFunke (2)]: als Tänzerin
auftretende Begleiterin der Funken (2); -probe, die: svw.
t Schleiflunkenprobe; -regen, der: große Funkenmenge, die
sich über etw. ergießt; -sonntag, der: erster Fastensonntag.
an dem im schwäbisch-alemannischen Raum (neben anderen
Bräuchen) auf einer Anhöhe ein Holzstoß entzündet wird;
-spektnmi, das (Elektrot.): sichtbares Spektrum eines
elektrischen Funkens bei der Funkenentladung; -sprUhend
<Adj.>: eine -e Lokomotive; U ein -er Geist; -strecke,
die (Elektrot.): Raum zwischen den Elektroden bei einer
Funkenentladung; -telegrafie, die (veraltet): Funktelegra-
fie; -wurf, der <P1. selten) (Schweiz.): svw. t-flug.
Funker [TuQkv]. der; -s. - [zu t funken (1)]: jmd.. der für
die dralxtlose Nachrichtenübermittlung im militärischen od.
zivilen Bereich (Seeschiffahrt. Post) ausgebildet ist (Berufs-
bez.); fynkisch <Adj.) [zu fFunk (2)]: dem Medium des
Rundfunks angepaßt, entsprechet^: spezifisch -e Formen
wie Szene. Interview. Reportage. Originalton-Beispiele.
Funktion [füi)k'tsio:n], die; -. -en [lat. fünetio =
Verrichtung; Geltung, zu: fungi = verrichten, vollbringen; gelten.
Tfungieren]: l.a) <o. PL) Tätigkeit, das Arbeiten (z.B.
eines Organs); b) Amt od. Stellung, diejtnd. in einem
größeren Ganzen hat: eine leitende F. [in der Partei] innehaben;
jmdm. eine F. übertragen; c) klar umrissene Tätigkeit.
Aufgabe innerhalb eines größeren Zusammenhanges; Rolle:
die -en des Gehirns; die F. der Kunst in der modernen
Gesellschaft; jmdn.. etw. außer F. setzen (jmdn.
handlungsunfähig, etw. arbeitsunfä/ug machen); die Anlage ist außer,
wieder in F. (arbeitet nicht, wieder); in solchen Fällen
tritt der Krisenstab in F. (wird tätig). 2. (Math.)
veränderliche Größe, die in ihrem Wert von einer od. mehreren
anderen abhängig ist: eine algebraische F.; eine F. mit zwei
Variablen; die Quadratfläche ist eine F. ihrer Seitenlänge.
3. (Musik) auf die drei wesentlichen Hauptakkorde. Tonika.
Dominante. Subdominante zurückgeführte harmonische
Beziehung. 4. (Sprachw.) Leistung eines sprachlichen
Elements in Abhängigkeit von einem od. mehreren anderen
Elementen;; Leistung der Sprache als
Kommunikationsmittel,: syntaktische Rolle einer Konstituente; <Abl.:>
funktional [...tßio'na:!] <Adj.>: die Funktion (lc)
betreffend, auf die Funktion bezogen, der Funktion entsprechend:
eine -e Bedeutung. Einheit; die -e Grammatik (Richtung
innerhalb der Sprachwissenschaft, die grammatische
Formen nicht nur formal, sondern auch hinsichtlich ihrer
Funktion im Satz untersucht); etwas f. gestalten; Funktional
[-], das; -s, -e (Math.): eine Funktion (2) mit beliebigem
Definitionsbereich, deren Werte komplexe od. reelle Zalilen
sind; ftmktionalisieren [...nali'zi:ren] <sw. V.; hat) (bes.
Wirtsch.): dem Gesichtspunkt der Funktion (lc)
entsprechend gestalten, dazu: Funktioraüiskning, die; -, -en (PI.
ungebr.) (bes. Wirtsch.): das Funktionalisieren: die F. der
öffentlichen Ausgaben, Aufgaben; die F. der
Wirtschaftspolitik; Funktionalismus [...lismus], der; -: 1. sich aus dem
Zweck des betreffenden Bauwerks od.
Gebrauchsgegenstandesableitende Gestaltungsweise in der modernen Architektur
u. im Design. 2. darwinistisch orientierte psychologische
Theorie in den USA , nach der die psychologischen
Funktionen (1 c) in Abhängigkeit von den biologischen Anlagen,
bes. den Antrieben od. Bedürfnissen, zu sehen sind;
Funktional jst, der; -en. -en: 1. Vertreter des Funktionalismus (1):
dieses alte Hausgerät, das selbst von strengsten ..-en"
gutgeheißen würde (FAZ 25. 11. 61. 41). 2. Vertreter des
Futiktionalismus (2); funktionalfstisch <AdJ.>: 1. den
Funktionalismus (1) betreffend. 2. den Funktionalismus (2)
betreffend; Funktionglstil. der; -s, -e (Sprachw.): einer besonderen
Funktion der Sprache angemessener Stil. z. B. Geschäftsstil;
Funktionär [...'ne:£]. (Schweiz.): Funktionär [...na:?], der;
-s, -e [nach frz. fonetionnaire]: hauptberuflicher od.
ehrenamtlicher Beauftragter eines politischen, wirtschaftlichen,
sozialen od. sportlichen Verbandes, der in Abhängigkeit von
der betreffenden Organisation handelt u. ihren Interessen
dient: ein ehrenamtlicher, sozialistischer F.; der F. einer
Gewerkschaft.
Funktionärs-: ^körper.der: Gruppe. Schicht der Funktionäre;
-sdiicht, die: svw. Nkörper: ^typ. der: Persönlichkeitstyp
des Funktionärs: sein Inspizient, ein F. ohne rechtes Maß
für Anspruch und Recht individueller Freiheit (Welt 8.
6. 67, 9).
funktionell [funkt&o'nel] <Adj.; o. Steig.) [nach frz. fonc-
tionnel]: l.a) auf die Leistung bezogen, durch Leistung
bedingt: -e Gruppen (Chemie; Atomgruppen in organischen
920
für
Molekülen, bei denen charakteristische Reaktionen ablaufen
können)', b) wirksatn; c) die Funktion (1c) erfüllend, im
Sinne der Funktion wirksam; das Funktionieren, die
Funktionen betreffend, eine bestimmte Funktion habend: nach -en
Prinzipien; Ein Magazinbeitrag befaßt sich mit der
sogenannten -en Musik (Musik, bei der die autonom
musikalischen Belange hinter einer außermusikalischen Zweckbe-
stinvtmng zurücktreten) in Fabriken, Büros.
Krankenhäusern (Hörzu 10, 1974, 54). 2. (Musik) die Beziehung eines
Tones (Klanges) hinsichtlich der drei Hauptakkorde
betreffend. 3. (Med.) die Leistungsfähigkeit des Organs betreffend;
mit der normalen bzw. gestörten Funktion eines Organs
zusammenliängend: -e Störungen (krankhafte
psychologische Erscheinungen, bei denen die Funktion, aber nicht das
Organ selbst abnorm verändert ist); -e Hormone (Hormone,
die auf die Leistung von Körperorganen einwirken); -e
Erkrankung (Erkrankung, bei der nur die Funktion eines
Organs gestört, dieses aber nicht kratikliaft verändert ist);
Funktionentheorie, die; - (Math.): allgemeine Theorie der
Funktionen (2); funktionieren [...'ni:ren] <sw. V.; hat) [nach
frz. fonctionner]: 1. intakt sein u. durch Zuscunmenwirken
bestimmter / technischer! Vorgänge seine Funktion (1 c)
erfüllen: sich erklären lassen, wie etw. funktioniert; die
Maschine, der Apparat, das Feuerzeug funktioniert nicht;
die Organisation funktionierte reibungslos; ein [gut]
funktionierendes [Regierungslsystem, Bündnis; Ü wenn mein
Magen nicht funktioniert, kann ich saugrob werden (Kirst.
08/15,938). 2. (ugs.) sich bestimmten Normen entsprechend,
angepaßt verhalten: Abiturienten im Jahre 1975 sind
vorsichtige Leute. Sind weit entfernt von jedem Gedanken
an Protest, gar Jenen offenen, zu dem sich Ende der
sechziger Jahre Schüler erhoben haben, die heute ziemlich glatt
als Studienräte funktionieren (Spiegel 22, 1975, 57).
Funktion»-, Funklions- (Funktion 1 c): -ablauf, der;
^Aufteilung, die: ein Schichtenmodell von Kommunen mit einer
F. (Wohngruppe 81); ^bedingt <Adj.; o. Steig.): durch
die Funktion bedingt; -bestimmt <Adj.; o. Steig): von der
Funktion bestimmt; Einheit, die: eine F. bilden; einer
Vielzahl von Gebiets- und Personenverbänden .... die ... zu
einer F. zusammengefaßt sind (Fraenkel. Staat 346); -fähig
<Adj.; nicht adv.): in der Lage, die ihm zukommende
Funktion auszuüben: eine -e Organisation; Bei vielen Vögeln
sind die Flügel der Jungen schon lange mechanisch f.
(Lorenz, Verhalten 1,287); das Parlament f. erhalten, dazu:
-flhtgkeit. die; -gerecht <Adj.>: seiner Funktion
entsprechend gestaltet \: ein -er Arbeitsplatz; Möbel f. entwerfen;
alle Bedienungselemente sind f. angeordnet (Elektronik
10. 1971. 167); -gleich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die
gleiche Funktion erfüllend: -e Instinkthandlungen und
Organe (Lorenz, Verhalten I, 273); -kreis, der: Zuordnum
einer bestimmten Verhaltensweise eines Tieres od, eines
bestimmten Organs zu bestimmten Teilen seiner Umgebung
(z.B. Ernährung. Feindbeziehung): Die Körperstellung
wirkt ...auf die Sinnesorgane zurück, so daß ein
geschlossener F. entsteht (Medizin II. 220); -los <Adj.; o. Steig.):
keine Funktion erfüllend od. erkennen lassend, dazu: -losig-
keü, die; -; -Prüfung, die (Med.): Untersuchung eines
Körperorgatis auf seine Leistutigsfä/iigkeit: die F. der
Schilddrüse mit radioaktivem Jod; -Psychologie, die: Wissenschaft
von den Erscheinungen u. Funktionen der seelischen
Erlebnisse: -schwäche, die <o. PI.): geschwächte Funktion eines
Organs; -sicher <Adj.>: das Funktionieren gewährleistend:
Der elektrische Entkuppler ist f. (DM 45. 1965,24), dazu:
-Sicherheit, die <o. PI.); -Störung, die <meist PI.): gestörte
Funktion eines Organs: -en der Nieren, der Schilddrüse;
-teilung. die: Trotz verfassungsmäßiger Gewaltenteilung
besteht in der Praxis nur eine F. (Fraenkel, Staat 349);
-träger, der: Daß ... die ... Gesellschaft die Verwandlung
der Person in einen „F." ... verlangt (Gehlen, Zeitalter
106); -tüchtig <Adj.; nicht adv.): gut, richtig funktionierend,
seine Funktionsfähigkeit unter Beweis stellend: die noch
-e rechte Herzkammer; Armaturen müssen lange f. bleiben,
dazu: -tüchtigkeit, die; -verb, das (Sprachw.): Verb, das
in einer festen Verbindung mit einem Substantiv gebraucht
wird, wobei der Verbinhalt verblaßt ist u. das Substantiv
den Inhalt der Wortverbindung bestimmt (z. B. in
Verbindung treten); -wandel, der: seit dem Ersten Weltkrieg
haben die Gewerkschaften einen F. durchgemacht;
-Wechsel, der: a) Wechsel in der Funktion eines Organs im Verlauf
der Evolution (z. B. Abwandlung der Vorderextremitat der
Wirbeltiere zu Flossen. Laufbeinen. Grabwerkzeugen.
Flügeln); b) svw. t-wandel.
Funktiv [funk'ti:fl. das; -s. -e [...i:va; dän. funktiv, zu
tFunktion) (Sprachw.): (in der tGlossematik L. Hjelmslevs)./«fay
der beiden Glieder einer Funktion; Funktor [Tonktor. auch:
...0:5), der; -s, -cn |...'to:ran; zu Tfungieren]: 1. (Philos.)
ein Ausdruck, der einen atuleren Ausdruck näher bestimmt.
2. (Sprachw.) Ergänzung einer Leerstelle (2a).
fiinsch [fy:nj] <Adj.) [H. u.] (nicderd.): aufgeregt; zornig.
Funsel [Tunzij (selten). Funzel ['funk}], die; -. -n [frühnhd.
voncksel = Zündstoff, Zunder, zu f Funke (1 )J (ugs.
abwertend): Lampe, die nicht viel Licht gibt: eine trübe F.; bei
dieser F. kann man doch nicht arbeiten!; <Abl.:) funz[e]lig
rfontßteMu;] <Adj.) (ugs. abwertend): trübe, nicht viel Licht
gebend: eine funzlige Gaslaterne (Fallada. Mann 125);
<Zus.:> Fynzelltoit, das: trübes, funzeliges Licht: Im F.
der Petroleumlampe leuchteten die Glanzstellen meines
Hochzeitshutes (Bieler, Bonifaz 21); fynzeln <sw. V.; hat)
(ugs.): schwaches Licht geben: Im ..Lindengarten" an der
Straße Alt-Buckow funzeln die Glühbirnen über dem
kleinen Tanzpodium (Berliner Morgenpost 10. 9. 75. 12).
lur [fy:?; mhd. vür. ahd. furi = vor(aus)]: I. <Präp. mit
Akk.) l.a) zur Angabe des Ziels, Zwecks, Nutzens: f.
die Olympiade trainieren; f. höhere Löhne kämpfen; sich
f. die Kinder Zeit nehmen; f. Nachschub sorgen; Institut
f. Leibesübungen; b) zugunsten einer Person. Sache (Ggs.:
gegen): er stimmte f. den Kandidaten X; wir sind f.
Neuerungen; des Publikums, das ... ein klares Votum f. mehr
Unterhaltung und gegen die Magazine gegeben hat (Hörzu
16, 1976, 15); die alte politisch so unsinnige Faustregel
...: „Wer nicht f. mich ist, ist wider mich" (Dönhoff.
Ära 166); <subst.:) das Für und Wider ( Vor- u. Nachteile)
erwägen. 2.a) zur Angabe der Bestimmung. Zuordnung.
Zugehörigkeit. Hinwendung: eine Sendung f. Kinder; das
Buch ist f. dich; ein Gedeck f. zwei Personen; Pflöcke
fürs (ugs.; für das) Vieh (Böll, Tagebuch 43); Kritiken
f. die Zeitung schreiben; f. jmdn., etw. schwärmen; f. etw.
keine Garantie übernehmen; f. ein Amt kandidieren; das
ist f. mich (was mich betrifft) [nicht! dasselbe; diese
Ermahnung gilt auch f. dich (gilt auch dir); Altern als Problem
f. Künstler (der Künstler, bei Künstlern); das ist ein
schwerer Verlust f. uns; f. die Feuerwehr wurde Großalarm
gegeben; es wäre sicher f. Sie das beste, wenn ...; jmdn.
ganz f. sich (zu seinen eigenen Gunsten) einnehmen; ob
eine junge Frau zu jung fürs (ugs.; für das, zum) K
inderkriegen war (Hörzu 15. 1973. 142); *f. sich (allein): f. sich
leben, wohnen; b) (ugs.) als Mittel geeignet gegen: ein
Medikament f. Rheuma; Bier ist gut f. den Durst; hast
du etw. f. meinen Husten? 3. zur Angabe einer Meinung,
Beurteilung, Bewertungo. ä.: jmdn. f. begabt, etw. f. [nicht]
sinnvoll halten; etw. f. ungültig erklären; einen Vermißten
f. tot erklären lassen; für eine unmittelbare Fühlung mit
der Masse hielt ich die Zeit nicht f. gekommen (Niekisch,
Leben 153); seit gestern weiß ich f. sicher, daß er noch
lebt (Seghers, Transit 276); man sollte es nicht f. möglich
halten! (Ausruf der Verwunderung). 4. zur Angabe eines
Grundes; wegen: sich f. sein Versäumnis entschuldigen;
f. seine [Unipünktlichkeit bekannt sein; f. seine Verdienste
ausgezeichnet werden; ich freue mich f. dich (deinetwegen);
er schämte sich sehr f. seinen Uniformmantel (Johnson,
Ansichten 241); er ist f. seine Tat zu drei Jahren Gefängnis
verurteilt worden. 5. zur Angabe der Vertretung, des
Ersatzes von jmdm., etw.; an Stelle: f. andere die Arbeit machen;
f. jmdn. einspringen; Frauke arbeitete f. (schaffte so viel
wie) zwei Mägde (Strittmatter, Wundertäter 317); jmdm.
f. ein beschädigtes Exemplar ein anderes geben; er spricht
f. die ganze (als Stellvertreter der) Belegschaft. 6. zur
Angabe der Gegenleistung, des Gegenwertes: etw. f. einen
günstigen Preis, f. 500 DM kaufen; sich f. zwanzig Mark
Kleingeld geben lassen; er hat nicht f. umsonst (ugs.;
umsonst) sein Leben gegeben (Fries. Weg 74); *f. nichts und
wieder nichts (ohne daß die betreffende Anstrengung sich
lohnt od. gelohnt hat): f. nichts und wieder nichts wurden
Millionen ausgegeben. 7. zur Angabe eines Verhältnisses.
Vergleichs: f. sein Alter ist das Kind sehr groß; f. einen
Ausländer spricht er sehr gut Deutsch; F. den eleganten
Vornamen und den Beruf ist der Anzug ziemlich stark
abgetragen (Remarque. Obelisk 193). 8.a) zur Angabe
einer Dauer: f. die Dauer von zwanzig Minuten; f. einige
Wochen verreisen: f. immer: f. gewöhnlich (gewöhnlich.
921
Furage
üblicherweise); b) zur Angabe eines Zeitpunkts: einen
Patienten f. 11 Uhr vormerken; den Wagen f. Montag
bestellen. 9. in Verbindung mit zwei gleichen
Substantiven zur Angabe der Aufeinanderfolge ohne eine
Auslassung: Tag f. Tag (jeden Tag) fährt er diese Strecke; wir
haben die beiden Texte Wort f. Wort verglichen; den
Schicksalen müßte man nach, die Sonntag f. Sonntag aus
der Lottotrommel springen (Kant. Impressum 367). II.
in der Fügung was f. [ein] zur Angabe der Art od. Qualität;
welch: was f. ein Kleid möchten Sie kaufen?; was f. eine
Tat!; was f. Anstrengungen er auch unternahm, es nützte
nichts; aus was f. Gründen auch immer (Fries, Weg 268);
Was hat das Ganze f. einen Zweck (Remarque. Westen
37); Was denken Sie. was auf kaukasisch Nußbaum f.
Zoll liegt (Fallada. Mann 103); er hat sich neue Möbel
gekauft, und was f. welche! (ugs.; solche, über die man
sich nur wundern kann). III. <Adv.> in der Verbindung
f. und f. (veraltend; für immer): an jmdn. f. und f. die
Erinnerung bewahren; zu zeigen, wozu die Bösen fähig
sind, auf daß du ihnen aus dem Wege gehest f. und f.
(Leip. Klabauterflagge 61). Vgl. dafür (7).
Furage [fu'ra:3d]. die; - [frz. fourrage. zu afrz. fuerre =
Viehfutter < fränk. ♦fodarl (Milit. veraltet): a)
Verpflegung für die Truppe: F. holen, empfangen; b) Futter für
die Pferde: <Abl.:> furagieren [fura'3i:ran] <sw. V.; hat)
[frz. fourrager] (Milit. veraltet): Furage beschaffen.
iiirbaB [fy:?'bas] <Adv.> [mhd. vürbas. ahd. furba3. eigtl.
= besser vorwärts, tfiir, tbaßl (veraltet, noch scherzh.):
weiter, vorwärts: rüstig f. schreiten; Fürbitte, die; -, -n
[mhd. vürbete. -bitte]: Bitte od. Gebet für jmd. anders:
bei jmdm. F. für jmdn. einlegen; er... empfahl seine beiden
Söhne in heißer F. der Gnade des Herrn (Schaper, Kirche
10); fÜrbitten <st. V.; nur im Inf. gebr.) [T Fürbitte]: für
jmdn.. etw. Fürbitte leisten: <Abl.:> Fürbitter, der; -s, -
(veraltend): jmd.. der Fürbitte leistet: ob sie (= die Heiligen)
... als Schutzgeister mächtig seien und als F. (Fussenegger.
Haus 223); HBrbitterin, die; -. -nen (veraltend): w. Form
zu T Fürbitter.
Furche [furca], die; -, -n [mhd. vurch. ahd. fur(u)h. zu
einer idg. Wurzel mit der Bed. ..wühlen, aufreißen'4J: 1.
!mit dem Pflug o.a. hervorgebrachte linienmäßige
Vertiefung im Boden: [mit dem Pflug] -n [in den Boden] ziehen;
das Regenwasser in den -n (tiefen Wagenspuren) ist
gefroren; Ü Diese unscheinbaren Pilger zogen geistliche -n ins
Volksleben, streuten den ewigen Samen hinein (Nigg,
Wiederkehr 137). 2,a) tiefe Faltenlinie in der Gesichts haut:
-n zwischen den Brauen, von der Nase zum Mund; die
-n auf seiner Stirn glätteten sich; Ü Dann gab es -n in
ihrer Seele und nicht nur Wellengekräusel auf der
Oberfläche ihres Intellekts (Thielicke, Ich glaube 202); b) als Linie
verlaufende Vertiefung in einer bearbeiteten Oberfläche:
die -n einer Säule, des Gehirns; <Abl.:> furchen <sw. V.;
hat) /vgl. gefurcht (2)/ [mhd. vurhen = Furchen ziehen;
pflügen] (geh.): Um Boden Furchen, fürchenälmliche Linien
ziehen: Schienen furchten das Land (Fries, Weg 160). 2.a)
im Gesicht durch seine Mimik Furchen (2 a) ziehen: die
Stim f.; Die Kerze... furchte scharfe Schatten in die Linien
seiner Stirn (erzeugte furchenä/wliche Schatten: Apitz,
Wölfe 63); b) durch furchenähnliche Linien an der Oberfläche
zerteilen: das Schiff furcht die See; <f. + sich:) auf die
Wasserfläche, die in stetem Sog sich zerteilte und furchte
und um die Brückenpfeiler spielte (Fries. Weg 156); <Zus.:>
Fvrdtenschinetz, der (Kunstwiss.): bei den Kelten übliches
Verfahren der Etruiilmalerei. hei dem die in Metall
eingravierten Furchen (2 b) mit roter Schmelzmasse ausgefüllt
werden: F^rchenwaL der: Vertreter der Familie der
Bartenwale mit kurzen 2Barten u. Furchen (2 a) an Kehle u. Brust,
die eine starke Erweiterung des Rachens ermöglichen: F\ir-
chenzieher, der: Gerät, mit dem vor dem Säen od. Pflanzen
Furchen (1) gezogen werden: furchig [Tui^i?] <AdJ.>: durch
Furchen (2 a) gekennzeichnet, gefurcht: -e Hände.
Furcht [furft], die; - [mhd. vorhte. ahd. forhta]: a) Gefühl
des Bedrohtseins durch eine bestimmte Gefahr od. ein
bestimmtes Übel: kindliche F.; die F. vor dem Tode; lähmende
F. ergriff ihn; seine F. war verständlich, aber unbegründet;
Kaflernbüflel und Flußpferdmutter haben kaum F.
voreinander (Grzimek. Serengeti 248); [übertriebene] F. [vor
etw.] haben; Sie empfand plötzlich F. vor der Öde (Gaiser,
Jagd 74); aus F. vor Strafe; Die Leute gingen wie Diebe
aus den Läden, von geheimer F. erfüllt (Brecht. Groschen
170); vor F. zittern; zwischen F. und Hoffnung schweben;
b) (veraltend) Ehrfurcht vor Gott. Gottesfurcht: in der F.
vor Gott, in der F. des Herrn leben; <AbI.:> furchtbar
[mhd. vorhtebaere]: I. durch seine Art. Gewalt o.a. sehr
schlimm, bange Beklemmung erregend: ein -es Unglück,
Schicksal; ein -er Anblick; ein -er (ugs.; unangenehmer)
Mensch; die Schmerzen sind f.; er ist f. in seiner Wut;
das ist ihr f. (ugs.; unerträglich): der Verletzte sah f. aus.
2. (ugs.) a) <nur attr.) unangenehm stark, sehr groß: eine
-e Hitze, Müdigkeit; b) (verstärkend bei Adjektiven u.
Verben) sehr, überaus: das ist f. teuer, einfach, nett; sich
f. blamieren, zu 1: Furchtbarkeit, die; -. -en <P1. ungebr.);
furchten ['fvT<;tn] <sw. V.; hat) [mhd. vürhten, ahd. furhten.
furihtan]: 1. Furcht empfinden, weil nmn glaubt, daß matt
etw. Übles. Unangenehmes / von jmdm.. etw. erleiden
könne: Unannehmlichkeiten, die Begegnung mit jmdm.. den
Tod f.; dann fürchte ich immer das Schlimmste (Brecht.
Groschen 206): er fürchtete keinen Gegner; seine Kehle
war verstopft, und er fürchtete zu ersticken (Ott, Haie
184); ich fürchte (habe die Befürchtung), du hast recht;
er ist ein gefurch teter Richter (man fürchtet sich vor ihm
als Richter): sein Zorn war gefürchtet; <f. + sich:) sich
im Dunkeln f.; sie fürchtete sich und fühlte sich ausgeliefert
wie irgendein kleines Mädel, das vor dem Lehrer zittert
(A. Zweig. Claudia 86); sich vor der Prüfting f.; du brauchst
dich nicht zu f.; <subst.:> hier ist es zum Fürchten (kann
man Angst bekommen): jmdn. das Fürchten lehren (durch
seine Art o.a. bewirft bei jmdm. Furcht auslösen): es war
zum Fürchten (ugs.; sehr, unbeschreiblich) langweilig
geworden (v. d. Grün. Glatteis 239). 2. sich jtnds.. einer
Sache wegen Sorgen machen: für/um jmdn. f.; um seine
Stellung f.; ein Brocken von Mann, um den man nicht
fürchtet (Frisch, Gantenbein 399); für jmds., seine
Gesundheit f. 3. (veraltend) vor jmdm. Ehrfurcht haben: Gott
f.; als Kind seine Eltern f.; furchterbar <Adj.) [zusgez.
aus fürchterlich u. furchtbar] (scherzh.): fürchterlich,
furchtbar: fürchterlich [fYnftelic] <Adj.) [älter: fürchtlich,
furchtlich, mhd. vorhtlich, aha. forahtlich] (emotional):
I. a) durch seine unvorstellbare Furchtbarkeit o. ä.
Bestürzung hervorrufend: ein -e Katastrophe; auf einen Ort
gehoben, wo die Gefahr bestand, daß Irren sich nicht nur
menschlich, sondern f. auswirkte (A. Zweig. Grischa 335);
b) (ugs.) äußerst unangenehm, durch seine Art abstoßend:
ein -er Kerl. 2. (ugs.) a) <nur attr.) beängstigend stark,
groß: eine -e Hitze; b) (verstärkend bei Adjektiven u.
Verben) in beängstigend hohem Maß. sehr: f. dumm sein; f.
viel zu tun haben; sich f. blamieren; furchteinflöBend <Adj.):
durch seine Art jmdn. mit Furcht erfüllend, furchterregend
<Adj.; nicht adv.): durch seinen Eindruck Furcht
hervorrufend: ein -er Anblick; furchtgebietend <Adj.) (selten): durch
Art u. Aussehen Furcht erweckend: furchtlos <Adj.; -er.
-cste): keine Furcht vor Gefa/iren kennend od. von einer
entsprechenden Haltung zeugend: ein -er Charakter; f. für
seine Überzeugung eintreten; Er schritt auf sie zu. wie
Leinwandhelden in den Filmtod schreiten: f. und treu
(Kirst. 08/15, 215). dazu: Furchtlosigkeit, die; -: furchtsam
[forctza:m]<Adj.)[mhd. vorhtesam]: vor jmdm.. etw. Furcht
empfindetui. von ängstlicher Wesensart zeugend : ein -es
Reh; -e Blicke; das Kind ist zu f.. um allein in den Keller
zu gehen; f. näher kommen, dazu: Furchtsamkeit, die;
-, -en <PI. selten).
Furchung« die; -. -en [zu t furchen] (Biol.): als erster Abschnitt
der Embryonalentwicklung gesetzmäßig
aufeinanderfolgende Teilung der Eizelle, wobei durch Längs- u. Querteilungen
stets kleiner werdende Zellen entstehen: Ist der Dottergehalt
der Eizelle nicht zu groß, so führt die F. oft zu einer
Hohlkugel, die als ..Blastula" ... bezeichnet wird (Medizin
II. 38).
furder[hinj ['fYrdB(hm)] <Adv.) [mhd. vürder. ahd. furdir,
Komparativbildung zu t fort] (veraltend): vom
gegenwärtigen Zeitpunkt an od. von einem bestimmten Zeitpunkt
in der Vergangenheit aus auf etw. Zukünftiges hin. wobei
häufig ein Wechsel gegenüber dem Bisherigen angedeutet
wird; in Zukunft: Wo ist sie geblieben, was treibt sie fürder?
(FAZ 9, 10. 61. 16); ein Rückfall konnte ausgeschlossen
werden, da fürderhin das Tatmotiv fehlt (Spiegel 25. 1966.
83).
füreinander [fy:£|Qj'nandB] <Adv.): einer für den andern:
keine Zeit f. haben; nichts mehr f. empfinden; f.
einspringen.
922
Fürsten-
Furfauit [Turjant], der; -s. -s [tschech. furiant. eigtl. = der
Begeisternde < lat. furiäns (Gen.: furiantis), 1. Part, von:
furiäre = rasend machen, begeistern]: schneller böhmischer
Tanz mit Wechsel von ")v- u. 3lrTakt (als Volkstanz) od.
im 3U-Takt mit Akzentverschiebungen (in der Kunstmusik);
Furie [Tu:rid]. die; -. -n [lat. Furia. personifiziert aus: furia
= Wut, Raserei]: 1. rasende, wütende. Furcht u. Schrecken
verbreitende Rachegöttin in der römischen Mythologie: als
sei dieser Ort ein geweihter Tempel, der einem von -n
geschüttelten Menschen Zuflucht gewährte (Seghers.
Transit 262); wie von -n gejagt, gehetzt sein; Ü Was hätte
Sibylle darum gegeben, eine gesunde Nebenbuhlerin zu
haben .... ja selbst eine F. der Eifersucht, die überall in
der Gesellschaft ihre moralischen Minen legt (Frisch,
Stiller 327); die -n (Schrecken) des Krieges. 2. (abwertend)
rasende, wütende Frau: sie ist eine F.
Furier [fu'ri:?], der; -s, -e [frz. fourrier, zu afrz. fuerre,
t Furage] (Milit. veraltet): für Verpflegung. Futter u.
Unterkunft einer Einlxeit zuständiger Unteroffizier,
furios [fu'rjo.s] <Adj.; -er, -este) [lat. furiösus = wütend,
rasend] (bildungsspr. veraltend): a) rasend, hitzig, leiden-
scfuiftlich: ein -es Rededuell; die blinde Staatspartei, von
einem -en Verteidigungsminister getrieben (Augstein,
Spiegelungen 116); b) im seinem Ablauf! von mitreißendem,
begeisterndem Schwung, glänzend: ein -es Solo des
Schlagzeugers; eine -e Schlußrunde; furioso [...zo] <Adv.) [ital.
furioso] (Musik): mit wildem Temperament, stürmisch,
leidenschaftlich: der Schlußsatz ist „allegro f." überschrieben;
<subsl.:> Furioso, das; -[s], ...si u. -s: einsätziges Musikstück
od. musikalischer Satz von wild-leidenschaftlichem
Charakter: ein F. für Streicher.
Furlana. Furlane t Forlana, Forlane.
fürlkbnehmen <st. V.; nimmt fürlieb, nahm fürlieb, hat
fürliebgenommen): veraltet für T vorliebnehmen.
fiirnehm ['fy:gne:m] <Adj.>: veraltet, noch iron. für
tvornehm: immer sehr f. tun; bei ihnen geht es äußerst f.
zu.
Furnier [forni:^], das; -s, -e [zu t furnieren]: dünnes Deckblatt
aus wertvollem gut gemasertemJ Holz, das auf Holz von
geringerer Qualität aufgeleimt wird: ein F. aus
Nußbaum. Mahagoni; ein Schrank mit dunklem F.; furnieren
[..-.ran] <sw. V.; hat) [frz. fournir = liefern; mit etw.
versehen < afränk. *frumjan = fördern, vollbringen; vgl.
frommen]: mit Furnier belegen: Möbel f.; der Tisch ist mit
Mahagoni furniert (hat ein Furnier aus Mahagoni);
Furnierholz, das; -es, -hölzer: für Furniere geeignetes Holz;
Furnierplatte, die; -. -n: Sperrholzplatte aus mindestens drei
kreuzweise verleimten Furnieren,
Furor ['fu:ror], der; -s Hat. furor] (geh.): wilde Raserei: Er
steigerte sich ... in einen schäumenden F. hinein, stürzte
sich ... in die Arbeit und wütete, daß der Schweiß rann
(Hesse, Sonne 29); *F. poeticus [- po'e:tikos] (rauschhafter
Zustand des inspirierten Dichters; nach antiker
[platonischer] Auffassung); F. teutonkus [- tQy'to.nikos] (1.
germanischer Angriffsgeist. 2. für die Deutschen angeblich
typisches blindwütiges Handeln: zuerst bei Lukan. Pharsalia
I. 255 f. gebrauchter Ausdruck zur Charakterisierung des
Kampfesmuts germanischer Truppen); Furore [fu'ro:ro;
ital. (far) furore = Begeisterung (erwecken), eigtl. = Wut,
Raserei] in der Wendung F. machen ( erfolgreich, Aufsehen
erregen): mit einer Werbekampagne, mit einem Kleid F.
machen; Selten hat ein offizieller Besuch eines
Staatsmannes soviel F. gemacht (MM 28. 7. 67, 2).
fürs [fy:?s] <Präp. + Art.) (oft ugs.): für das: gelegentlich
auch unauflösbar in fester Fügung: f. erste (zunächst
einmal).
Fürsorge« die; - [mhd. vürsorge = Besorgnis vor
Zukünftigem]: 1. tätige Bemühung umjmdn.. der ihrer bedarf:
liebende, väterliche, ärztliche F.; den verwaisten Kindern galt
ihre ganze F.; nachdem ich dich der F. der Justiz empfohlen
habe(Fallada, Herr 203). 2.a) öffentliche, organisierte
Hilfstätigkeit zur Unterstützung in Notsituationen od.
besonderen Lebenslagen; Sozialhilfe: Kindergärten, Pflegeheime
fallen in den Bereich der F.; die Zahlung von
Unterstützungen aus Mitteln der öffentlichen F.; b) Einrichtung! en
der öffentlichen Fürsorge (2 a); Sozialamt: die Kinder
wurden der F. übergeben; „Machen Sie einen Antrag bei
der F. ..." (Böll, Haus 34); c) (ugs.) von der Fürsorge
(2 b) gezahltes Unterstützungsgeld: er bekommt [monatlich
400 Mark] F.; sie muß von der F. leben.
Fürsorge-: ^amt.das (veraltend): svw. tSozialamt; ^anstatt,
die (veraltend): Anstalt, i Erziehungs heim der öffentlichen
Fürsorge (2 a); Mirzt, der: in der öffentlichen Sozialhilfe
(z. B. in speziellen Beratungsstellen. Heimen) tätiger Arzt;
^einrichtung, die: Einrichtung der öffentlichen Fürsorge
(2 a); ^empf&nger, der: jmd.. der Fürsorgeunterstützung er-
hält% ^erziehung,die: vom Vormundschafts- od. vom
Jugendgericht angeordnete Erziehung verwahrloster, gefährdeter
od. straffällig gewordener Minderjähriger in einer geeigneten
Familie od. in einem Erziehungsheim: in F. kommen; wegen
moralisch-sittlicher Gefährdung ... mußte die F.
angeordnet werden (Degener, Heimsuchung 148); ^hefan, das: vgl.
^anstalt; -pflidit.die (jur.): Verpflichtung des Arbeitgebers,
für das Wohl seiner Angestellten Sorge zu tragen; ^stelle,
die: vgl. ^amt; ^tätigkeit, die: Tätigkeit in der öffentlichen
Fürsorge (2 a); Minterstiitzung, die: von der Fürsorge (2 b)
gezaixltes Unterstützungsgeld; -verband, der (meist PL>:
Verband der öffentlichen Fürsorge (2 a); ^wesen, das <o.
PL); -zögling,der (veraltend): der Fürsorgeerzielwng
unterstellter Jugendlicher.
fürsorgend <Adj.> [1. Part, von frühnhd. fürsorgen]: /////
jmdn. liebevoll bemülit und für ihn vor sorgend: daß die
mütterlich -e Frau Ilonka ihn (= den Weinausschank)
klüglich abgestoppt hatte (Härtung. Piro seh ka 141).
Fürsorger, der; -s, -: in der Fürsorge (2 a) tätiger Angestellter
od. Beamter mit einer bestimmten fachlichen Ausbildung;
Sozialarbeiter; Fürsorgerin, die; -, -nen: w. Form zu t
Fürsorger: die F. erkundigte sich regelmäßig nach den
Kindern; fursorgerisch <Adj.; o. Steig.): die Fürsorge (2a)
betreffend: -e Maßnahmen, Aspekte; fürsorglich <Adj.>:
liebevoll um jmds. Wohl bemülit: ein -er Vater; sie ist sehr
f.; Taschentücher, die ihm die Mutter ... f. in die Tasche
gesteckt hatte (Grass, Hundejahre 87); <Abl.:>
Fürsorglichkeit, die; -: fürsorgliches Wesen. Verhalten.
Fürsprache, die; -, -n <P1. ungebr.): das Sichverwenden einer
Einfluß besitzenden Person bei jmdm. zu dem Zweck, daß
die Interessen. Wünsche eines Dritten berücksichtigt werden:
bei jmdm. F. für jmdn. einlegen (als Fürsprecher für jmdn.
auftreten); auf F. seines Onkels bekam er den Posten;
Fürsprech [Ty^Jprec], der; -s, -e [mhd. vürspreche, ahd.
furisprehho]: 1. (gen.) jmd.. der durch seine Fürsprache
jmds. Interessen. Wünsche vertritt: der berufene F. eines
slawischen Freischärlers (Kantorowicz, Tagebuch I, 122);
Ü mein ... Eifer, den F. von Lust und Liebe zu machen
(Th. Mann, Krull 413). 2. (Schweiz.) Rechtsanwalt.
Rechtsbeistand; Fürsprecher, der; -s, -: 1. svw. f Fürsprech (1):
einen mächtigen F./jmdn. als F. haben; in jmdm. einen
F. finden, haben; ein F. der Gewalt (jmd.. der Gewalt
fordert, propagiert; Weiss, Marat 134); Ü ein Verdacht,
... der dennoch seine ... F. finden würde (Maass, Gouffe
90). 2. svw. t Fürsprech (2); Fürsprecherin, die; -, -nen:
w. Form zu t Fürsprecher: diesmal fand ich in Piroschka
eine F. (Härtung. Piroschka 114).
Fürst [fYrst], der; -en, -en [mhd. vürste, ahd. furisto, eigtl.
= der Vorderste. Erste. Vornehmste, subst. Sup. des Adv.
ahd. furi = vor. voraus]: a) seit dem MA. nach dem Kaiser
od. König rangierender, an der Herrschaft über das Reich
beteiligter Angehöriger des hohen Adels: weltliche,
geistliche, die deutschen -en; ein regierender F.; der Titel eines
-en ist seit 1919 nur noch Namensbestandteil; wie ein
F. (sehr üppig, mit großem Aufwand) leben; Ü der F.
der Hölle, der F. dieser Welt (der Teufel): ein strahlender
F. (geh.; einer der Ersten) im Reiche des Gesanges (Thieß,
Legende 189); Spr gehe nie zu deinem F. (Vorgesetzten).
wenn du nicht gerufen wirst; b) Angehöriger des Adels
im Rang zwischen Graf u. Herzog: ihm wurde vom König
der Rang eines -en verliehen; c) Herrscher, Monarch: die
-en Europas; der F. von Monaco; <Zus.:> Fürstabt, der:
Abt im Reichsfürstenstand; Fürstbischof, der: im Heiligen
Römischen Reich Bischof im Fürstenrang; <Abl.:> fiirsten
[Tyrstn] <sw. V.; hat) [mhd. vürsten]: a) in den Fürstenstatul
erheben: einen Grafen f.; b) zum Fürstentum erklären: eine
Grafschaft f.; Fürsterzbischof, der: im Heiligen Römischen
Reich Erzbischof, der als geistlicher Fürst kein Kurfürst
war.
Fürsten-: -abfindung, die: die infolge der Republikgründung
von 1918 notwendig gewordene
Vermögensauseinandersetzung zwischen den deutschen Ländern u. den entthronten
Fürsten; -diener, der (veraltet abwertend): jmd.. der Pläne
u. Absichten eines Fürsten servil zu verwirklichen trachtet;
923
Fürstentum
-geschlecht, das: vgl. -haus; -gruft.die; -haus, das:
Familie* deren Oberhaupt früher; in einem monarchischen Staat
regiert {hat ; Dynastie; --hof. der: Residenz eines Fürsten;
-knecht, der: vgl. ^diener: Denn das Volk selbst urteilte
Ja. nicht irgendein F. (Mostar, Unschuldig 33); -kröne,
die: Krone eines Fürsten in Gestalt eines fünf zack igen
goldenen Kronreifs mit drei sichtbaren Bügeln u. purpurner Kappe;
-schloß, das: vgl. -hof; -schule, die: im 16. u. 17. Jh.
von einem Fürsten gegründetes humanistisches Gymnasium
mit Internat zur Heranziehung des landeseigenen
Nachwuchses an Geistlichen u. Beamten: Klopstock und Lessing
waren Schüler einer F.; -sitz, der: vgl. -hof; -spiegel. der.
Schrift, in der an Hand , idealisierter, Lebensbilder u. in
Grundsätzen u. Regeln für das Verhalten das Musterbild
eines Fürsten aufgestellt wird: Machiavellis F. „II Principe*'
stellt den Bruch mit dem christlichen Fürstenideal dar.
-stand, der <o. Pl.>: einen Grafen in den F. erheben;
^tag, der (hist.): Versammlung der deutschen Fürsten
außerhalb der Reichstage.
Fürstentum [TYrstntu:m]. das; -s. ...tümer [...ty:niE; mhd.
vürst(en)tuom = Fürstenwürde; Land eines Fürsten]:
Territorium mit einem Fürsten als Oberhaupt: das F. Monaco;
zu Anfang des 19. Jh.s wurden die geistlichen Fürstentümer
säkularisiert; Fürstin, die; -. -nen: a) Frau eines Fürsten;
b) w. Form zu tFürst (z.B. Äbtissin im
Reichsfürstenstand). <Zus.:> Fürstinmutter, die: Mutter eines regierenden
Fürsten; fürstlich [TYrstlu;] <Adj.> [mhd. vürst(e)lichl: 1.
<o. Steig.; nur attr.) den Fürsten odel betreffend, zutn
Fürsten/adel< gehörend: die -e Familie; die -en Gemächer.
2. in seiner Reichlichkeit, Großzügigkeit, Prächtigkeit, in
seinem Handeln einem Fürsten entsprechend; wie ein Fürst:
ein -es Trinkgeld; das Essen war f.; nicht gerade f. leben
(ziemlich eingeschränkt leben); Totila ... f. in jeder seiner
Taten (Thieß, Reich 612); <Abl.:> Fürstlichkeit, die; -, -en:
Angehöriger des Fürstenadels: Als ... Paten umstanden
meine Kindheit ... Grafen und -en (Habe. Namen 35).
Fvart [fürt], die; -, -en [mhd. vurt, ahd. fürt]: seichte Stelle
eines Flusses, die das Überqueren gestattet: durch die F.
waten; durch eine F. ans andere Ufer gelangen.
fürtrefllteh <Adj.>: veraltet, noch iron. für t vortrefflich.
Fürtuch, das; -[e]s, -tücher [mhd. vortuoch] (südd., Schweiz.):
Schürze.
Furunkel [fu'ronkj], der. auch: das; -s. - [lat. fürunculus.
eigtl. = kleiner Dieb; auch: Nebenschößling (an Rebstök-
ken, der dem Haupttrieb den Saft ..stiehlt"); übertr. auf
das Geschwür, das durch die Blutkonzentration um den
Eiterherd dem Körper Säfte entzieht]: erbsen- bis
walnußgroße, schmerzhaft gerötete Stelle, die durch Eindringen
von Bakterien entstanden ist, die die eitrige Entzündung
eines Haarbalgs u. der dazugehörenden Talgdrüse
hervorgerufen haben; Eitergeschwür, -beule: ein F. im Nacken; Ich
hatte... Tabletten geschluckt, weil mich ein nicht
verheilendes F. besonders schmerzte (v. d. Grün, Glatteis 18): einen
F. aufschneiden; <Abl.:> Furunkulose [...ku'lo.za], die; -.
-n (Med.): ausgedehnte Furunkelbildung: durch
Zuckerkrankheit verursachte, hartnäckige F.
fürwahr <Adv.> (geh.. veraltend): in der Tat (zur
Bekräftigung einer Feststellung. Erkenntnis o.ä): das ist f. eine
lobenswerte Einstellung; es gab in der
freundlich-bürgerlichen Stadt... f. nichts zu spionieren (Habe. Namen 358);
f.. ein Wein für Kenner!; Fürwitz, der; -es: älter für t
Vorwitz: den skeptischen Leichtsinn, den melancholischen F.,
die sündhafte Fahrlässigkeit (Roth. Kapuzinergruft 12);
fiirwitzig <Adj.>: älter für t vorwitzig: Während des
Nachmittagregens hatten alle Blüten, voran die -en Syringen,
ihre Düfte an sich gezogen (Strittmatter, Wundertäter 241).
Fürwort, das; -[e]s, -Wörter: svw. tPronomen; <Abl.:>
fürwörtlich <AdJ.>: svw. t pronominal.
Furz [furtß], der; -es, Fürze l'fYrtßa; mhd. vurz, spätahd.
furz, zu mhd. verzen, ahd. ferzan = furzen; lautm.] (derb):
hörbar, meist laut entweichende Darmblähung: ein lauter,
heimlicher F.; einen F. lassen; R aus einem traurigen Arsch
fährt kein fröhlicher F.; Ü daß du aus dem keinen F.
(nichts) herausholst (Apitz, Wölfe 42); Ein F. ist er gegen
mich! (er reicht nicht im geringsten an mich heran; Jaeger.
Freudenhaus 224); mit Jedem F. (jeder Kleinigkeit) kommt
er zu mir gelaufen; * einen F. gefrühstückt/im Kopf haben
(nicht bei wachen SinnenInicht bei Verstand sein); aus einem
F. einen Donnerschlag machen (etw. aufbauschen u. als
äußerst schlimm <xJ. gefälirlich hinstellen); hin und her
sausen/hin und her rasen wie ein F. auf der Gardinenstanae
(sehr schnell umhergehen): während der Gruppenführer
hin und her saust wie ein F. auf der Gardinenstange (Re-
marque. Westen 127).
fyrz-, F^rz- (derb): -kiste, -molle, -muWe, die: Bett;
^trocken <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (meist abwertend):
durch u. durch trocken u. ohne den sonst üblichen
Feuchtigkeitsgehalt : der Tabak. Kuchen ist f.
furzen [Turtßn] <sw. V.; hat) [spätmhd. vurzen] (derb): eine
Darmblähung hörbar/ entweichen lassen: Er ist tot, er
furzt nicht mehr (Genet [Übers.]. Totenfest 90); Wollte
gegen den Geruch der dreihundert laut und leise furzenden
Gymnasiasten anreden (Grass. Katz 152); fyrzig <Adj.;
o. Steig.) (derb): von einem Furz verursacht, mit Fürzen
zusanunen/iängend: ein -er Geruch: Ü Da haben in Brüssel
einige Lesben ihrem -en Lebensunmut mächtig Luft
gemacht (Spiegel 14. 1976. 14).
Fusa ['fu:zal. die; -. ...sae [...ze] u. ...sen [ital. fusa < frz.
fusee = eine Spindel voll Faden (nach der Gestalt der
Note), zu afrz. *fus < lat. fusus = Spindel] (Musik):
Notenwert in der Mensuralnotation, der unserer Achtelnote
entspricht; Fusariose [fuza'rio:ze]. die; -. -n [zu t Fusarium]
(Bot.): durch Fusarien erzeugte Pflanzenkrankheit;
Fusarium [fu'za:rium]. das; -s. ...ien [...pn; nlat.. zu lat. fusus
= Spindel (nach der Form der Sporen)] (Bot.): als
Pflanzenschädling auftretender Vertreter einiger Arten von
Schlauchpilzen.
Fuschelei [foJVI^j], die; -. -en: das Fuscheln; fuscheln [Tujln]
<sw. V.) [wohl lautm.] (landsch.): 1. heimlich od. rasch
umherlaufen <ist). 2. svw. t pfuschen <hat). 3. svw. t
täuschen <hat>. 4. hastig u. tastend mit den Händen etw. suchen
<hat>; fuschen [Tujn] <sw. V.): svw. f fuscheln (1-3); fu-
schern [Tuten] <sw. V.): svw. t fuscheln (1-3).
Fusel [fu:zl], der; -s. - <Pl. ungebr.) [urspr. nordd.. H.
u.] (ugs. abwertend): schlechter Branntwein: er trinkt
billigen F.
Fusel-: -«eruch, der (ugs. abwertend): durch das Trinken
von Fusel verursachter Geruch: er hat einen üblen F.
an sich; -gestank, der (ugs. abwertend): svw. t^geruch:
eine Wolke von F.; M>l,das: schlecht schmeckendes,
gesundheitsschädliches, farbloses bis gelblichbraunes
Alkoholgemisch, das bei der alkoholischen Gärung entsteht.
'fusehg <Adj.) [zu t Fusel]: nach Fusel riechend, schmeckend.
fuseltg <Adj.) (landsch.) [tfusselig]: 1. svw. f fusselig. 2.
peinliche Genauigkeit erfordernd: eine -e Arbeit. 3. fahrig,
aufgeregt.
'fuseln [Tu:z|n] <sw. V.; hat) [zu t Fusel]: schlechten Schnaps
trhiken.
2fusebi [-] <sw. V.; hat) (landsch.): 1. svw. Tfusseln. 2. übereilt
u. schlecht arbeiten. 3. klein u. unleserlich schreiben.
Füsilier [fyzi'li.ß], der; -s, -e [frz. füsilier, zu: fusil =
Feuerstahl; (Feuerstein)flinte < vlat. *focilis(petra) = feuerer-
zeugend(er Stein), zu lat. focus. t Fokus] (Schweiz., sonst
veraltet): Schütze der leichten Infanterie: das hält doch
seelisch auf die Dauer der stärkste F. nicht durch (Hoch-
huth. Stellvertreter 31); Füsiljerbataillon. das; -s. -e
(Schweiz., sonst veraltet): bes. für den aufgelockerten
Gefechtseinsatz ausgebildetes Bataillon eines
Infanterieregiments; füsilieren [...li:ran] <sw. V.; hat) [frz. füsilier, zu:
fusil, t Füsilier]: nacli Kriegs- od. Ausnalimerecht durch ein
Erschießungskotnmando hinrichten, standrechtlich
erschießen: die Rebellen, Deserteure wurden füsiliert; Gefangene
Arbeiter wurden im Schlacht- und Viehhof untergebracht,
ein großer Teil davon wurde sofort füsiliert (Niekisch,
Leben 77); Füsilkrregiment, das; -[eis. -er (Schweiz., sonst
veraltet): Regiment der leichten Infanterie; Füsilknmg, die;
-. -en; Fttsilbde [fyzi'jaria]. die: -. -n [frz. fusillade]
(veraltet): massenweise standrechtliche Erschießung von
Soldaten.
Fusion [fu'zjpm]. die; -. -en [lat. füsio = das Gießen.
Schmelzen]: 1. Verschmelzung zweier od. mehrerer Unternehmen
od. i politischerj Organisationen: die F. zweier Verlage,
von Vereinen. Banken, zwischen politischen Parteien,
Gruppen; die F. der drei europäischen Gemeinschaften
zu einer einzigen Gemeinschaft (Bundestag 189, 1968.
10260). 2. (Biol.) Verschmelzung von Zellen od.
Chromosomen. 3. (Optik) Vereinigung der Bilder des rechten u. linken
Auges zu einem einzigen Bild. 4. (Physik) Verschmelzung
zweier leichter Atomkerne zu einem schweren, wobei Energie
frei wird; <Abl.:) fusionieren [...io'ni:ran] <sw. V.; hat):
924
fuß-, Fuß-
mit einem od. mehreren anderen Unternehmen verschtnelzen:
der Verlag fusionierte mit einem größeren Unternehmen;
beide Zeitungen haben inzwischen fusioniert; <Abl.:> Fu-
sktfikrung. die; -. -en.
Fusions-: -reaktor, der (Physik): Reaktor zur Energiegewbt-
nung durch Atomkernfusion; -verhandhing, die (meist Pl.>:
Verhandlung über eine Fusion (1): -en aufnehmen; ^vertrag,
der: Vertrag über eine Fusion (1).
Fvß [fu:sl, der; -es, Füße ['fy.sal u. - [mhd. vuo3. ahd.
fuojJ: 1. <PI. Füße>a) <Vkl. T ¥üßchm> durch das
Sprunggelenk mit dem Unterschenkel verbundener unterster Teil des
Beines beim Menschen u. bei Wirbeltieren: ein schmaler,
zierlicher F.; laufen, so schnell [einenj die Füße tragen;
dreihundert Füße tappten über schlammige Feldwege
(Böll. Erzählungen 22); den linken, rechten F. vorsetzen;
große, geschwollene, kalte Füße haben; Die Möwen hatten
ihre roten Füße ... unter ihr ... Gefieder gelegt (Ott, Haie
367); ich habe mir den F. verstaucht, gebrochen; ich habe
den F. verstaucht (mein Fuß ist verstaucht); seine Füße
versagten ihm (er war zu schwach). er mußte sich
hinunterheben lassen (B. Frank. Tage 116); er hatte Füße wie
Blei (von Müdigkeit ganz schwere Füße u. Beine); den
F. in die Tür (in die Türöffnung) setzen (damit sie von
innen nicht zugemacht werden kann); bei dem Regen konnte
man keinen F. vor die Tür setzen (konnte man nicht nach
draußen gehen); keinen F. mehr über jmds. Schwelle setzen
(jmds. Wohnung nicht mehr betreten); ich muß mir erst
die Füße waschen; den F. vom Gas nehmen (langsamer
fahren); leichten, beschwingten -es (geh.; mit leichten,
beschwingten Schritten): sie kamen noch trockenen -es nach
Hause (ohne nasse Füße zu bekommen); Erfrierungen an
beiden Füßen; er hat/ist mir mit voller Wucht auf den
F. getreten; da tritt man sich gegenseitig auf die Füße
(so überfüllt ist es); jmdm. auf dem -e (unmittelbar) folgen;
bei F.! (Kommando für den Hund); Worauf Matern ...
den Hund Pluto bei F. pfeift (Grass, Hundejahre 49);
die Soldaten standen Gewehr bei F. (in militärischer
Haltung, wobei das Gewehr mit dem Kolben nach unten neben
den Fuß gestellt ist); mit bloßen Füßen; mit dem F.
stampfen; das Geröll geriet unter ihren springenden und
rutschenden Füßen in Bewegung (Schnabel, Marmor 88);
von einem F. auf den anderen treten; zu F. gehen (einen
Weg im Gehen zurücklegen u. nicht fahren); gut, schlecht
zu F. sein (auf Grund der Beschaffenheit seiner Füße noch,
nicht mehr gut eine längere Strecke gehen können); jmdm.
zu Füßen fallen (sich vor jmdm. auf die Knie werfen);
jmdm. zu Füßen (etw. unterhalb von jmdm. ihm
aufmerksam zugewandt;) sitzen; R warme Füße - kühler Kopf;
Ü Es ist eine Atmosphäre der ungewaschenen Füße. Es
ist ... jener Brodem aus Klatsch, Geldgier. Ehrgeiz und
politischen Interessen (Tucholsky. Werke 288): *etw.
schmeckt wie eingeschlafene Füße (salopp; etw.
schmeckt fade): stehenden -es (sofort; LÜ von lat. stante
pede; nach einer alten Rechtsformel, die besagte, daß man
sich sofort, an Ort und Stelle gegen ein ungerechtes Urteil
wehren mußte, damit es nicht rechtskräftig wurde): auf
eine Nachricht hin stehenden -es zurückfahren; [festen]
F. fassen (sich nach einer geraumen Zeit in einer neuen
Umgebung integrieren 'u. durchsetzen , sich einen festen
Platz schaffen): der neue Arzt hatte inzwischen im Ort
F. gefaßt; diese Ideen konnten bei ihnen nur schwer F.
fassen; kalte Riße bekommen/kriegen (ugs.; ein
gemeinsames Vorhaben aufgeben, weil man inzwischen Bedenken
hat): Füße bekommen haben (ugs.; verschwunden, nicht mehr
zu finden sein; von jmdm. mitgenommen worden sein, ohne
daß es der andere gemerkt hat): mein Radiergummi hat
Füße bekommen; sich (Dativ) die Füße nach etw. ablaufen,
wund laufen (viele Gänge wegen etw. machen); sich <Dativ>
die Füße vertreten (sich nach längerem beengtem I Sitzen
etw. Bewegung verschaffen): sich <Dativ> kalte Füße holen
(ugs.; mit etw, keinen Erfolg haben): jmdn. den F. auf den
Nacken setzen (geh.; jmdn. seine Macht füfilen lassen): auf
eigenen Füßen stehen (wirtschaftlich unabhängig sein); sich
auf eigene Riße stellen (sich wirtschaftlich unabhängig
machen); auf freiem F. sein (noch nicht/nicht mehr in Haft,
im Gefängnis sein; eigtl. = ohne Fessel am Fußlgelenk]);
jmdn. auf freien F. setzen (jmdn. freilassen; eigtl. = die
Fessel vom Fuß[gelenk] nehmen); auf den/seinen letzten
Füßen gehen (veraltend; sehr alt od. sehr krank sein u.
darum dem Tode nahe): auf großem F. leben (1. aufwendig
leben. 2. scherzh.; eine große Schultgröße haben), mit jmdm
auf freundschaftlichem« gcbiiaitem aiF. leben/stehen (mit
jmdm. in einem freundschaftlichen, gespannten o. ä.
Verhältnis leben; veraltet Fuß = Grundlage. Verhältnis); etw.
steht auf tänernen/sdiwadien admankgalen (ugs.:)
wackligen Füßen (etw. hat keine feste Grundlage; nach dem Koloß
auf tönernen Füßen. Daniel 2. 31-35); auf festen Füßen
stehen (eine gesicherte malerteile Grundlage haben >; immer
[wieder] auf die Füße fallen (aus allen Schwierigketten immer
wieder ohne Schaden hervorgehen; in Aaspiclung auf die
Katze, die immer auf die Pfoten fällt); jnnkn. auf den
F. auf die Füße treten (ugs.: 1. jmdn zurechtweisen. 2.
jmdn. zur Eile antreiben): auf dem < folgen < sofort nach
eh\\ geschehen/: imdn., etw. mit Füßen treten jmdn.. etw.
gröblich verletzen, mißachten r. mit dem linken F. zuerst
aufgestanden sein (ugs.; schlecht gelaunt sein; nach dem
alten Aberglauben, daß die linke Seite die falsche sei);
mit einem F. im Grabe stehen (durch sein Alter, durch
eine Gefalir dem Tod sehr na/ie sein i; mit einem F. m
Gefängnis stehen (1. etw.. was liart an der Grenze des
Erlaubten ist. getan haben. 2. einen risikoreichen Beruf haben,
bei dem eine Unachtsamkeit o.ä. schwerwiegende Folgen
hat. die einem eine Gefängnisstrafe einbringen kann): imdm.
vor/über die Füße laufen (ugs.; jtndtn. zufallig begegnen):
imdm. etw. vor die Fülle werfen (zornentbrannt etw.
zurückgeben, niederlegen); imdm. zu Füßen liegen (geh.; jmdn.
über die Maßen verehren): imdm. etw. zu Füßen lesen (geh.;
jmdm. etw. aus Verehrung darreichen): b) (südd., österr..
Schweiz.) svw. tBein: nimm deine Füße weg!; 'die Füße
unter Jmds. Tisch strecken (ugs.; sich von jmdm. emä/iren
lassen; von jnulm. versorgt werden): mit beiden Füßen [fest]
auf der Erde, im Leben stehen (die Dinge realistisch sehen,
lebenstüchtig sein); b) letzter Teil der Gliedmaßen von
Insekten; c) Muskelmasse als Fortbewegungsorgan bei
Weichtieren: der F. der Schnecke. 2. <PI. Füße> a) <Vkl. T Füßchen>
tragender Teil von Einrichtungs gegenständen: der F. einer
Lampe, eines Glases; die Füße eines Tisches absägen; U
wo die Pfeiler ihre Füße hinsetzen (Döblin. Berlin 333);
b) unterer Teil, von dem aus etw. in die Holte ragt; Sockel:
am F. der Burg, des Denkmals, des Berges; der F. einer
Säule; Ü alles, was man erlitt, kam von niederer Geburt.
Man war am -e der Treppe geboren (A. Zweig. Grischa
340). 3. <P1. Füße; Vkl. T Füßchen) den Fuß (1 a)
bedeckender Teil des Strumpfes: den F. neu stricken, anstricken;
der Strumpf hat ein Loch im F. 4. <P1. Fuß) vom
menschlichen Fuß abgeleitetes ! veraltetes Längenmaß
unterschiedlicher Größe: ein englischer, hessischer F.; Der Kampf
nach oben geht wieder los, F. um F., Meter um Meter
(Grzimek. Serengeti 163); ein Rohr von 50 F. Länge.
5. <PI. Füße) kurz für f Versfuß.
ftlß-, Fuß-: ^abdruck, der: die Handwerker haben ihre
Fußabdrücke in der Wohnung hinterlassen; -abstreichen
^abstreifer, -abtreter. der (landsch): Fußmatte od. Rost
vor der Tür zum Abtreten des Schmutzes von den Schuhen;
-abwehr, die (Ballspiele): Abwehr, bei der der Torwart
den Ball mit dem Fuß abwehrt; -angel, die [spätmhd.
vuojangel]: in den Boden eingerammtes Eisen mit Spitzen,
das in Grundstücken zum Schutz gegen Diebe ausgelegt
wird: im Garten sind -n und Selbstschüsse gelegt; die vor
Wahrheit gleißenden Ausreden des Lügners, in die sie
sich seitdem verfangen hatte wie in -n; Ü im ... Dickicht
der Paragraphen, in dem -n ausgelegt sind für Richter,
Angeklagte ... gleichermaßen (Noack. Prozesse 5); -bad,
das: l.a) das Baden der Füße: jmdm. Fußbäder verordnen;
ein F. nehmen; b) Wasser zum Baden der Füße: ein heißes
F.; ich werde mir ein F. machen. 2. (ugs. scherzh.) (beim
Eingießen! aus einer Tasse auf die Untertasse o. ä.
überlaufende Flüssigkeit: eine Tasse Kaffee mit F.; ^ball, der
[LU von engl, football]: 1. mit Luft gefüllter Lederball
von bestimmter Größe für das Fußballspiel: den F. ins
gegnerische Tor schießen. 2. <o. PI.) zwischen zwei Mannschaften
ausgetragenes Ballspiel, bei dem der Ball nach bestimmten
Regeln vorwiegend mit dem Fuß über die Torlinie des
gegnerischen Tores zu spielen ist: einen exzellenten F. spielen;
der englische (von den Engländern gespielte) F.; Sein
größtes Vergnügen ist König F. (das beliebte, königliche
Fußballspiel; Hörzu 6, 1974, 14); „Ich habe keinen anderen Beruf
als den F." (den Berufeines Fußballspielers; Welt 94. 8);
-ball-: T Fußball-; -ballen, der: Ballen (2) am Fuß; -bank,
die: niedrige kleine Bank als Fußstütze beim Sitzen; -beklei-
925
fuß-, Fuß-
düng, die: Schuhe u. Strü/npfe als Teil der Kleidung;
-boden, der: aus Stein, Holz. Kunststoff o. ä. hergestellte
Bodenfläche in einem Innenraum; ein steinerner F.; den
F. scheuern, dazu: -bodenbelag, der: auf einem Unterhoden
aufgebrachte oberste Fußbodenschicht aus Linoleum, Kunst-
stoff Wollfilzpappe, Teppichboden o.a., -bodenheizung,
die: Heizungssystem, bei dem an Stelle von Radiatoren Heiz-
röhre im od. unter dem Fußboden verlegt sind, -bodenleger,
der: Bautischler, der Holzfußböden herstellt (Berufsbez.),
-bodenmasseuse, die (ugs. scherzh.): svw. t Putzfrau,
-bodenritze, die, -bodenwachs,das: Bohnerwachs: -breit <Adj.;
o. Steig.) [mhd. vuojbreitj: von der Breite eines Fußes;
(auch:) breit, wie ein Fuß lang ist: ein -er Weg; Der Felsgrat,
an dem ihr Leben hing, war knapp f. (Cotton, Silver-Jet
125); -breit, der; -: Ausdehnung, Fläche von der Größe
eines Fußes: um jeden F. Boden kämpfen; U keinen F.
von seiner Überzeugung abweichen; -bremse, die: mit dem
Fuß zu betätigende Bremse; -brett, das: Brett als Stütze
für die Füße; -dienst, der: Exerzierübungen für militärische
Körperhaltung u. -bewegung; -ende, das: unteres Ende, an
dem die Füße liegen: am F. des Bettes; -fall, der [mhd.
vuosval]: das Niederknien, Sichniederwerfen vor jmdm. als
Ausdruck flehentlichen Bittens od. demütiger Unterwerfung:
Ernst ... tut ... einen F. - dreimalige Verneigung (Hacks,
Stücke 67); U ich denke nicht daran, vor ihm einen F.
zu tun (geh.; mich seinem Willen zu unterwerfen): -fällig
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): mit einem Fußfall: f. für
jmdn. um Gnade bitten; U sich f. bei jmdm. entschuldigen;
-fehler, der: I. (bes. Hockey) Fehler, der darin besteht,
daß ein Spieler den Ball mit dem Fuß spielt. 2. (Tennis)
Fehler, der darin besteht, daß der aufschlagende Spieler
beim Aufschlag geht od. läuft od. sich nicht hinter der Grund-
linie innerImlb der richtigen Hälfte befindet, dazu: -fehler-
richter, der (Tennis): Offizieller, der besonders auf Fußfehler
achtet; -fessel, die: 1. am Fuß angebrachte Fessel, mit
der ein Gefangener an der Flucht gehindert werden soll.
2. (Gymnastik) Griffe mit der Hand um das Fußgelenk;
-folge, die (Reiten): Folge der Bewegungsphasen der
Gliedmaßen des Pferdes in einer Gangart: -frei <Adj.; o. Steig.;
nichtadv.): (von langen Kleidern) die Füße nicht bedeckend;
-ganger, der [mhd. vuojgenger. bes. = zu Fuß gehender
u. kämpfender Krieger]: zu Fuß gehender
Verkehrsteilnehmer: F. standen an der Ampel, überquerten den
Zebrastreifen; ein Übergang für F.; ich bin F. (ich habe kein
Auto, geht zu Fuß), dazu: -gängerbrücke, die: Brücke für
Fußgänger, -gängerfurt, die. -gängerschutzweg, der.
-gängerstreifen, der (Schweiz.): svw. T-gängerübergang.
-gängerstrom, der: vgl. Menschenstrom, -gängertunnel,
der: tunnelähnliche Unterführung für Fußgänger, -ganger-
übergang, -gängerüberweg. der: durch Nägel (2).
Streifen o.a. aid der Fahrhalm markierte Stelle, an der
die Fußgänger eine Straße überqueren dürfen,
-gängerverkehr, der: samstags herrscht hier starker F.. -gänger-
weg. der: Weg. der nur von Fußgängern benutzt werden darf,
-gängerzone, die: (aus einer od. mehreren Geschäfts <-
straften bestehemler) Bereich in einer Stadt, der den
Fu/teängern vorbehalten ist: das Einkaufszentrum wurde
zur F. erklärt; -geher. der (österr.): svw. I-ganger; -ge-
lenk.das: eine Verletzung am F.; -gerecht <Adj.; o. Steig):
von guter Paßform u. so gearbeitet, daß der Fuß in dem
betreffenden Schuh eine gute Lage liat: -e Schuhe; -gestell,
das: Gestell, auf dos man die Füße stellen kann; -hebel,
der: mit dem Fuß zu betätigender Hebel; -hoch <Adj.;
o. Steig.): so hoch wie ein Fuß; so hoch, daß die Füße
darin versinken: -er Schnee; die Wege waren f. mit Schlamm
bedeckt; -kalt <Adj.; o. Steig.): (in bezug auf einen Raum,
eine Wohnung o.a.) vom Boden her kalt: in diesen Räumen
ist es f.; -käse, der (salopp): übelriechender Schmutz,
der sich zwischen den Zehen festgesetzt hat; -kissen, das:
vgl. -bank; -kröchet, der: vorspringender Knochen am
Ansatz des Fußes; -krochen, der: einer der Knochen, die
zusammen den Fuß bilden; -krank <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
kranke, /vom Marschieren wunde Füße habend: ... war
er f. und hätte im Revier bleiben können (Noack, Prozesse
188); <subst.:> -kranke, der u. die: jmd.. der nicht gut.
nicht längere Zeit laufen kann: die -n dürfen zu Hause
bleiben; Ü (salopp:) die -n der Stahlbranche ... verhandeln
über den Zusammenschluß (Spiegel 23, 1966, 34); -kuß,
der: Kuß auf den Fuß als zeremonielle Geste der Verehrung:
nach der Wahl wurde dem Papst ein F. auf das Kreuz
des rechten Pontifikalschuhs gegeben; -läge, die: Lage
des Kindes bei der Geburt, bei der beide Füße od. ein Fuß
u. der Steiß vorangehen; -lahm <Adj.; nicht adv.) (ugs.):
vom vielen Gehen müde u. kaum noch auftreten könnend;
-landung, die (Trampolinturnen): Landung auf den Fü/ien;
-lang <Adj.; o. Steig.): von der Länge eines Fußes; -läppen.
der: als Strumpfersatz um den Fuß gewickelter, in Stiefeln
getragener Lappen; -latscher, der (sold. salopp): svw.
t Infanterist; -läufig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.
Jargon): bequem zu Fuß erreichbar, begehbar: -er Bereich
(Einzugsbereich, z. B. um die Haltestelle eines öffentlichen
Verkehrsmittels); sollen mindestens Teilbereiche des inner-
städtischen Einkaufszentrums „f." sein (MM 20. 6. 73.
20). dazu: -läufigkeit, die; -leiden, das: Erkrankung eines
od. beider Füße, -leidend <AdJ.; o Steig.; nicht adv.);
-leiste, die: Leiste zutn Verdecken der Fuge zwischen
Fußboden u. Wand; -los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ohne Fuß:
Ü die schleimige, -e. sich windende Vorexistenz, das
Kriechen vor dem Denken (in der Irrenanstalt; Remarque.
Obelisk 255); -marsch, der: mit Anstrengung verbundener
Marsch: ein langer, beschwerlicher F.; -matte, die: Matte
zum Abtreten der Füße; -mykose, die (Med.): svw. t -pilz-
erkrankung; -nagel. der: Nagel einer Zehe: sich die
Fußnägel schneiden; -note, die: durch eine hochgestellte Ziffer
o.a. auf eine Textstelle bezogene Anmerkung am unteren
Rand einer Seite: Ü es ist die Kluft zwischen der Welt
und dem Wahn, die Eifersucht... nur eine F. dazu (Frisch,
Gantenbein 420); -pfad.der: vgl. -weg; -pflege, die: Pflege
der Füße durdi bestimmte Behandlung (z. B. Bäder,
Beschneiden der Fußnägel); Pediküre; -pfleger, der: jmd.,
der Fußpflege betreibt (Berufsbez.); -pflegerin.die: w. Form
zu f-pflegen -pilz. der: ugs. kurz für f-pilzerkrankung;
-pilzerkrankung, die: mit juckenden, eiternden Bläschen
lies, in den Zehenzwischenräumen einhergehende Hauter-
krankung, die durch einen pflanzlichen Parasiten
hervorgerufen wird; -pilzinfektion, die: svw. f -pilzerkrankung; -pu-
der,der: medizinischen Putter zur Pflege der Füße; -punkt,
der: I. (Math.) Punkt, in dem das auf eine Gerade od.
Ebene gefällte Lot diese trifft. 2. svw. t Nadir; -raste, die:
für den sicheren Halt des Fafirers u. Beifahrers an
Motorrädern angebrachte Fußstütze; -reise, die (veraltet): zu Fuß
unternommene Reise; -ring, der: als Erkentmngszeichen
am Fußeines Vogels angebrachter Ring; -rücken, der: svw.
T Spann; -sack, der: gefütterte, sackähnliche Umhüllung
zum Warm/ialten der Füße beim Sitzen während der Fahrt
im offenen Wagen ; -Schalter, der: durch einen Druck mit
dem Fuß zu betätigender Schalter; -Schaltung, die: mit
dem Fuß hebel zu betätigende Sclialtung: -schemel, der:
vgl. -bank: Ü dieser... Himmel... erscheint als
kümmerlicher F.. wenn er an den Maßen der ewigen Majestät
gemessen wird (Thielicke, Ich glaube 243); -schmerz, der;
-schweiß, der: übelriechende vermehrte
Schweißabsonderung an den Füßen; -sohle, die: Unterseite des Fußes: jmdn.
an den -n kitzeln; -soWat, der: svw. t Infanterist: als Hopli-
len, d. h. schwerbewaflente -en (Fraenkel, Staat 257);
-spitze, die: sich auf den -n davonschleichen; -spray, der od.
das: vgl. -puder, -sprung, der: 1. (Trampolinspringen)
Sprung mit anschließender Fußlandung. 2. (Wasserspringen)
Sprung, bei dem der Springer mit den Füßen zuerst ins
Wasser taucht; -spur, die: -en im Schnee; die -en führten
ins Nachbardorf; -staple, die; -. -n. -stapfen, der; -s.
- [mhd. vuojstaphe]: menschliche Fußspur, die sich in
weichem Untergrund tief eingedrückt hat: vom Sandsturm fast
zugewehte Fußstapfen; *in jmds. Fußstapfen treten (jmds.
Vorbild folgen); -steig, der: 1. (veraltet) svw. T-pfad. 2.
neben der Fahrbahn verlaufender Fußweg; -stütze, die: 1.
für Senk- od. Spreizfuß in den Schuh eingearbeitete Stütze.
2. Stütze für den Fuß beim Sitzen; -tapfe: t -stapfe; -tapfen:
T-stapfen: -taste, die: vgl. -hebel; -teppich, der; -tief
<Adj.; o. Steig.): so tief, daß die Füße darin versinken:
mahlende Fahrt durch -en Sand (B. Frank, Tage 113);
-tour, die (selten): Fußwanderung; -tritt, der: 1. a) kräftiger
Stoß mit dem Fuß: jmdm. einen F. [in den Bauch] geben;
einen Hund durch -e verjagen; b) (abwertend) unwürdige,
verletzende Behandlung: -e austeilen. 2. (veraltet) Schritt:
-e näherten sich; -truppe, die: svw. T Infanterie: Er war
besonders ftir die F.. gut geeignet (Doderer,
Wasserfälle 112); -volk, das [mhd. vuosvolcl: I. svw. t Infanterie.
2. (abwertend) die bedeutungslose Masse der Angehörigen
einer Organisation o. ä. im Gegensatz zur Führungsspitze:
926
Futter
das F. einer Partei, der Abgeordneten; * unters F. geraten
sein (ugs.; in sittlicher Hinsicht heruntergekommen sein):
^Wanderung, die: vgl. ^marsch; -wanne, die: Wanne für
Fußbäder: -warm <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: (in bezug
auf einen Rautn, eine Wohnung o. ä.) vom Boden her warm:
-e und schalldämmende Fußböden; -waschung, die (kath.
Rel.): in der Gründonnerstagsliturgie durch den Bischof od.
Abt an zwölf Armen od. Alten vorgenommene Waschung
der Füße als Zeichen demütiger Nächstenliebe: ^weg. der:
a) Weg Tür Fußgänger: b) eine bestimmte Zeit
beanspruchender Weg zu Fuß: kaum eine Stunde F. entfernt (Langgässer.
Siegel 321); -wurzel, die (Anat.): Skeletteil des Fußes
zwischen Mittelfuß u. Unterschenkel, dazu: -wurzelknochen,
der <meist PI. > (Anat.): zur Fußwurzel gehörender Knochen:
-/ehe, die (ugs.): svw. tZehe: *jmdm.. Jmdn. [kräftig]
auf die -n treten (ugs.; svw. jmdm., jmdn. auf die f Zehen
treten).
Fußball-: -amateur, der (Ggs.: -profi); -anhanger. der;
-braut, die (ugs. scherzh.): Freundin, Verlobte eines
Fußballspielers, die häufig mitgeht zu den
Fußballveranstaltungen: -bundesliga, die: oberste Spielklasse im deutschen
Fußball, dazu: -bundesligist, der; -bundestrainer, der; -elf,
die: svw. t MTiannschaft; ^fan, der: leidenschaftlicher An-
hänger des Fußballs (2); -feW, das: svw. t^platz; -freund,
der (meist. Pl.>: vgl. ^anhängen -kämpf, der: einzelnes
Fußballspiel; -kiste, die in der Fügung wie aus der F.
(Fußball Jargon; aus dem Repertoire eines trickreichen
Fußballspielers); -kkib, der: svw. ^verein; -krlmi, der (ugs.
scherzh.): spannendes Fußballspiel, dessen Ausgang bis zum
Schluß im ungewissen bleibt: -Kinderspiel (nicht getrennt:
Fußballänderspiel), das: Fußballspiel zwischen zwei
Nationalmannschaften; -landesmefeter (nicht getrennt: Fuß-
ballandesmeister), der: nationaler Meister im Fußball;
-lehrbuch (nicht getrennt: Fußballehrbuch), das; *wie
aus dem F. (Fußball Jargon; mustergültig): eine
Kombination wie aus dem F.; -lehrer (nicht getrennt: Fußballeh-
rer). der: Trainer mit der Berechtigung, Mannschaften aller
Spielklassen zu trainieren sowie als Trainer eines
Fußballverbandes tätig zu sein; -mannschaft, die: aus elf Spielern
bestehende Mannschaft beim Fußballspiel; -match, das,
auch: der: svw. Nkampf; -meister, der: Gewinner einer
Fußballmeisterschaft; -meisterschaft,die: Reihe von Spielen
zur Ermittlung der besten Fußballmannschaft; -nationalelf,
die; -nationalmaimschaft, die; -Oberliga, die (DDR);
-platz, der: Sportplatz für Fußballspiele; -pokal, der: 1.
Siegespokal im Fußball (2). 2. Pokalwettbewerb im Fußball
(2); -profi, der (Ggs.: ^amateur); -schuh, der: spezieller
Schuh für das Fußballspiel: die -e an den Nagel hängen
(Jargon; aufhören, Fußball zu spielen): -spiel, das: einzelnes
Spiel im Fußballsport; -Spieler, der; -sport, der: Fußball
(2) als sportliche Disziplin; -Stadion, das: vgl. ^platz; -star,
der; -Stiefel, der: svw. f ^schuh; -team, das: vgl.
^mannschaft; -tennis, das: im Training betriebenes Spiel, bei dem
sich zwei Mannschaften den Ball über eine 1*50 m hohe
Leine zuspielen, wobei abwechsehul jeder Spieler den Ball
mit Kopf, Körper u. Füßen spielen darf, der Ball jedoch
bei der dritten Berührung innerhalb einer Partei über die
Leine gespielt werden muß; ^tor. das: Tor, in das der Fußball
gespielt wird; -toto, das, auch: der: Glücksspiel, bei dem
man den Ausgang bestimmter Fußballspiele raten muß;
-trainer, der; -turnier, das: Turnier im Fußballsport;
-verband, der: mit der Organisation des Fußballs (2) auf
regionaler, nationaler od. internationaler Ebene betrauter Verband;
-verein, der; -veteran, der; -Weltmeister, der: vgl.
-meister; -Wertkampf, der.
Fußballer [-bäte], der; -s, - [zu T Fußball] (ugs.): svw. t
Fußballspieler; <Zus.:> Fußballerbein, das (meist PI.) (ugs.):
für einen Fußballspieler typisches muskulöses, unästhetisch
wirkendes Bein: er hat -e; <Abl.:> fußballerisch <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): den Fußball (2) betreffend, ihm
entsprechend: -es Können; fußballem <sw. V.; hat) (ugs. scherzh.):
Fußball spielen: die Kinder fußballem auf der Straße.
Füßchen [Ty:s<pn]. das; -s. -: f Fuß (I a. 2 a. 3): die zierlichen
F. des Kindes; zwei Schreibtische ... auf ganz niedrigen,
kugeligen Füßchen ruhend (Musil, Mann 158).
Fussel rfusj], die; -, -n, auch: der; -s. -[n] [Nebenf. von
landsch. Fis(s)el = Fetzen < mhd. visel = Faser, Franse]:
kleines / Wolllfädchenod. Faserstückchen, das sich auf
Kleidung, Stoffen o.a. absetzt: eine[n] F. vom Rock, Teppich,
Sessel entfernen; paß ein bißchen auf, daß keine -n von
dem Tuch in den Weingläsern sitzen bleiben (Fallada.
Mann 81); <Abl.:> fusselig, fußlig [fos(9)l\1 <Adj.; nicht
adv.): I.a) von Fusseln bedeckt: der Mantel ist f.; b) fus-
selnd: ein -er Stoff. 2. ausgefranst; *sich <Dativ) den Mund
f. reden (salopp; jmdn. durch vieles Reden vergeblich
ermahnen, zu überzeugen versuchen). 3. (ugs.) unruliig u.
unkonzentriert: ein alter fusseliger Mann (Augustin. Kopf
115); fusseln [fusln] <sw. V.; hat>: Fusseln abgeben: der
Wollstoff fusselt. '
fußein [Tu:sjn] <sw. V.; ist) (landsch.): a) trippeln; mit
kleinen, gezierten Schritten gehen; b) schnell laufen; eilen,
flhtk gehen; fiißeln [Ty:sjn] <sw. V.>: 1. (landsch.) mit
den Füßen unter dem Tisch Berülxrung suchen (hat). 2.
(veraltet) svw. tfußein (a. b) (ist). 3. (österr.) ein Bein
stellen (hat); fußen [Tu.sn] (sw. V.; hat) [mhd. vuojen
= den Fuß aufsetzen; sich stützen, gründen]: I. etw. als
Basis, in etw. seine Grundlage haben: etw. fußt auf
Berechnungen, auf einer Lehre; als fuße auch der Geist in ihr
(= der Materie; A. Kolb. Schaukel 67); auf die Aussage
... fußen Sie (Fallada. Herr 92); Dallenbach fußte seine
Ansicht darauf, daß ... (MM 16. 8. 69. 12). 2. (veraltet)
den Fuß aufsetzen: dem hier Fußenden hätte Jung-Eliphas
... nichts anzuhaben vermocht (Th. Mann, Joseph 141).
3. (Jägerspr.) (von Rauhvögeln) sich niederlassen der
Adler fußt auf einem Stein; -fiißer [-fy:sc; zu: Fuß 1 c], der,
-s, - (Zool.) in Zusb. z. B. Kopffüßer. Tausendfüßer; -fiißig
t-fy:si9; zu: Fuß 1, 2a. 5] in Zusb.. z.B. vierftißig (mit
vier Füßen versehen ); -fUBIer [-fy:ste]: vgl. -füßer.
fußlig: vgl. fusselig.
FUßling [Ty:slmJ. der; -s. -e [spätmhd. fueßling]: den Fuß
bedeckender Teil eines Strumpfes o.a.: neue -e anstricken.
Fustage [fus'ta:»]. die; -. -n [französierende Bildung m
frz. füt. älter: fust = Baumstamm; Schaft; Weinfaß <
lat. füstis = Stock]: 1. Leergut (z. B. Fässer. Kisten. Säcke).
2. Preis für Leergut.
Fustanella [fusta'ncla]. die; -. ...Ilen [ital. fustanella <
ngriech. phoustanella]: kurzer weißer, gefältelter
Männerrock, der heute zur griech. Nationaltracht gehört:
montenegrinische Soldaten sind in Skutari.... türkische Bäuerinnen
mit weißen Männerhosen .... die Männer in weißer F.
(Kisch. Reporter 159).
Fusti ffosti] (PI.) [ital. fusti, PI. von: fusto = Stengel.
Stiel < lat. füstis = Stock]: 1. Unbrauchbares an einer
Ware (z. B. Stiele od. zerbrochene Teile). 2. Preisnachlaß
für das Unbrauchbare an einer Ware.
Fut [fot. fu:t]. die; -. -en [mhd. vut. TFotze (1)] (vulg.):
svw. T Vulva: In dem Moment, da der Rock aufgehoben
wird, fährt die andere Hand an die F. und beginnt herum-
zufmgern (Zwerenz, Kopf 232).
Futhark [Tu:0ark], das; -s. -e [nach den ersten sechs
Runenzeichen]: ältestes germanisches Runenalphabet.
futil [fu'ti:!] (Adj.) [lat. füt(t)ilis, eigtl. = leicht ausgießbar]:
nichtig, unbedeutend: So f. sind Frischs Veduten immer
(Deschner, Talente 136); (Abi.:) Futilitit [futili't£:t]. die;
-. -en [lat. füt(t)ilitas]: Nichtigkeit: abgesehen von solchen
-en (Muttersprache 3. 1971, 181).
futsch [fot/] (Adj.; o. Steig.; nur präd.) [wohl lautm.]
(salopp): verloren; nicht mehr da od. als Besitz vorhanden:
das Geld, die Begeisterung, alles ist f.; Das Bein ist f.
(mußte amputiert werden; Bredel. Väter 51); R f. ist f.
[und hin ist hin]; (Abi.:) futschikato [futji'ka.to] (Adj.;
o. Steig.; nur präd.) [italienisierende Bildung zu t futsch]
(salopp scherzh.): svw. f futsch; futschikato perdutto [- per-
'doto] (Adj.; o. Steig.; präd. od. alleinstehend) [2. Teil
nach ital. perduto. 2. Part, von: perdere = verlieren <
lat. perdere] (salopp): weg, verloren, ganz u. gar hin.
'Futter [Tote], das; -s [mhd. vuoter, ahd. fuotar]: Nalirung
für!Hausttiere: F. schneiden; das F. in die Raufe streuen;
den Hühnern F. geben; Ü dieses F. (salopp; Essen) paßt
dir wohl nicht?; der Lesezirkel hat ihm neues F. (ugs.;
neuen Lesestoff) gebracht; die Maschine, der Mitarbeiter
braucht neues F. (ugs.; neue Arbeit); * gut im F. sein/stehen
(ugs.; gut genährt sein; auch scherzh. von Personen).
2Futter [-], das; -s, - [mhd. vuoter, ahd. fuotar = Unterfutter,
Futteral, Grundbed. = schützende Hülle, Überzug]: 1.
dünnerer Stoff od. Material, das auf die Innenseite von
Kleidungsstücken, Schuhen, Lederwaren o.a. genäht ist:
glänzendes, ausknöpfbares, herausnehmbares F.; ein F.
aus roter Seide; [neues] F. einnähen, einsetzen; der
Briefumschlag hat graues F. (ist innen mit grauem Seidenpapier
927
futter-, Futter-
beklebt). 2. Holzauskleidung der Leibung bei Türen u.
Fenstern. 3. Vorrichtung zum Einspatinen des Werkstücks (z. B.
bei Bohrmaschinen, Drehbänken). 4.*) feuerfeste Steine,
mit denen Schmelzöfen ausgekleidet sind; b) isolierende Stof
fe, mit denen Feuerungsräume von Dampfkesseln
ausgemauert sind.
fytter-. 'Fglter- ('Futter): -anbau, der <o. PL): Anbau von
Futterpflanzen, dazu: ^anbaufläche, die: Wiese, Weide, auf
der das Vieh Futter findet; -automat, der: Automat, der
eine selbständige Futterenttwlime durch die Tiere ermöglicht;
-barren, der (österr.): svw. T^trog; ~bau. der <o. Pl.>:
svw. t^anbau; -beutel, der: einem Zugtier zum Fressen
vors Maul gehängter Beutel; -boden, der: svw. T ^Speicher;
^erbse.die: vgl. ^gerste; -fläche, die svw. T ^anbaufläche;
^serste, die: als Futter angebaute Gerste; ^getreide, das:
vgl. ^gerste; -gras, das: vgl. ^gerste; -hafer, der: vgl.
^gerste; -haus, das (DDR): 1. (Landw.) Gebäude, in dem
Futtermittel gelagert u. zum Füttern zubereitet werden. 2.
svw. t tauschen; -häuschen, das: Häuschen mit
Vogelfutter, das im Winter in der Natur fehlendes Futter ersetzen
soll; -kammer, die: vgl. -haus (1); -kartoffel, die: vgl.
^gerste; -kiste, die: Kiste zur Aufbewahrung von
Futtermitteln; -körn, das: vgl. ^gerste; -krippe, die: auf gekreuzten
Beinen stehender, trogartiger Futterbehälter für Vieh od.
größeres Wild; Ü ran an die F.! (salopp; jetzt wird gegessen!)',
* an die F. kommen/an der F. sitzen (salopp; einen günstigen,
einträglichen Posten bekommen, hohen, bei dem man
unmittelbaren Zugang zu etw. hat, dessen man sich zu seinem
eigenen Nutzen, Vorteil bedienen kann)', -küche, die
(Landw.): meist in Verbindung mit dem Schweinestall ste-
hettder Raum zur Vorbereitung des Futters; -hike. die (fam.
scherzh.): Mund (im Zusammenhang mit dem Essen); die
Kinder sperrten die F. auf; -mangel, der; -mehl, das
(Landw.): Abfall, der beim Mahlen des Getreides anfällt
u. als Futtermittel verwendet wird; -mittel, das: aus
tierischen, pflanzlichen od. mineralischen Stoffen bestehendes
Nahrungsmittel als Futter für Tiere; -napf, der: Napf für
das Futter; -neid, der: a) Neid eines Tiers auf das Futter
eines anderen; b) (salopp) Mißgunst; Neid auf das Essen
eines anderen; c) (salopp) Mißgunst; Neid auf den Vorteil,
die Bevorzugung eines anderen; F.? ... Unzufriedenheit ...
wegen einer Vorzugsbehandlung des deutschen
Halbstürmers (MM 3. 7. 1967. 9). dazu: -neidisch <Adj.>; -paket,
das (ugs.): svw. tFreßpaket; -pflanze, die: zur Ernährung
des Viehs angebaute Pflanze; -platz, der: 1. Stelle, an
der Tiere ihr Futter finden; Futterplätze für Vögel, Wild.
2. (Landw.) zentraler Ort, an dem Futtermittel gelagert
u. zubereitet werden u. der eine kurzwegige Verbindung
zum Verbrauchsort hat; -ration, die; -raufe, die: hölzernes
Gestell, zwischen dessen Sprossen das Vieh od. Wild das
Futter herausziehen kann; -reißer, der (DDR Landw.):
svw. t -zerreißen -roggen, der: vgl. ^gerste; -rübe, die:
svw. t Runkelrübe; -sack, der: vgl. -beutet;
-Schneidemaschine, die: Häckselmaschine; ^schiissel, die: vgl. ^napf;
^silo, der, auch: das: Silo für Futtermittel; -Speicher, der:
Speicher, in dem Futtermittel gelagert werden; -stadel, der
(österr.): abgelegene Hütte im Gebirge zum Aufbewaliren
von Futter; -stelle, die: svw. t^platz (1); -suche, die: auf
F. ausfliegen; -trog, der: Trog für das Futter der
Schweine'; ^ verwerter t der: das Futter in Fett u. Fleisch
umsetzendes Zuchttier (z. B. Schwein): Ü (salopp:) ... sagte
von einem Menschen, der viel essen kann und doch kein
Fett ansetzt, er sei ein „schlechter F." (Hörzu 45, 1975,
77); -vorrat, der; -vorratswirtschaft, die (Landw.):
Schaffung von Reserven durch ein planvolles Einsetzen u.
Konservieren der Futtermittel, um eine gleichmäßige Versorgung
zu gewäßirleisten; -Wirtschaft, die (DDR Landw.):
Organisation des Futteranbaus u. der Ernährung des Viehs; ^zerrei-
ßer, der (Landw.): Maschine zum Zerkleinem von
Grünfutter.
^vtter- (:Futter): -kder, das: Kalb-, Schaf- od. Ziegenleder
für die Schuhinnenseite; -mauer, die: . Stütz-, Böschungs -
mauer, die seitlich wirkenden Erddruck abfängt; -seide,
die: als Futterstoff verwendetes Seidengewebe; ^stoff, der:
als Futter für Kleidungsstücke od. Lederwaren verwendeter
Stoff; -taft, der: als Futterstoff verwendeter Taft.
Futterage [fota'ra:»], die; - [in Anlehnung an T'Futter zu
frz. fourrage. tFurage! (ugs.): Eßsachen, Proviant.
Futteral [fote'ra:!], das; -s, -e [mlat. fotrale, futrale, zu:
fotrum = Überzug < dt. t2Futter]: eng, der Form
angepaßte Hülle für einen Gegenstattd: die Brille, den
Notenständer, die Fahne aus dem F. ziehen; Ü ... seine Beine in
solche -e (= Stiefel) zu stecken (Kuby, Sieg 63); ein enges
F. (= Kleid) aus ... Seide (Musil, Mann 455); Ich bin
aus dem F. der Ethik mütterlicher Belehrungen noch nicht
heraus (Jahnn. Geschichten 135); <Zus.:> Futteralkleid,
das: svw. t Etuikleid.
futtern [Tuten] <sw. V.; hat) [zu t'Futter] (ugs.): l.a) mit
Lust recht viel essen, fressen: er, das Schwein futterte
tüchtig; <subst.:> Ein Löwe wäscht sich sein Gesicht fast nur
nach dem Futtern (Grzimek. Serengeti 84); b) essen,
fressen: Nüsse. Süßigkeiten f.; nichts zu f. haben. 2. (landsch.)
füttern: <subst.:> Die Krippe ist vor jedem Futtern zu
reinigen (Dwinger, Erde 50); 'futtern [TYten] <sw. V.; hat)
[mhd. vuotern, vüetern, ahd. fuotiren]: l.a) Futter geben:
die Schweine mit Kartoffeln, die Rehe f.; b) als Futter
geben: Klee, Hafer f. 2.a) jmdm. Nahrung in den Mund
geben: einen Säugling, einen Kranken f.; b) jmdm. etw.
im Übermaß zu essen geben: jmdn. mit Kuchen f.; c) jmdm.,
der etw. Konkretes erwartet, nichts als Worte in
überreichlichem Maß anbieten: Gerade jetzt, wo er ... keinen Soldo
verdiene und mit Versprechungen und schönen Aussichten
gefüttert werde (Thieß, Legende 167). 3.a) einem Computer
o. ä. bestimmte Daten. Angaben eingeben: einen Computer,
eine Maschine falsch, mit einem besonderen Programm
f.; b) als bestimmte Angabe einem Computer o. ä. eingeben:
... fütterten 50Techniker... die ... gespeicherten Flugdaten
in eine Batterie von Elektronenhirnen (Spiegel 14. 1966.
153); Die Information wird dann dem Computer gefuttert
(Sprache 23. 1967, 229); c) (ugs.) etw. zu einem bestimmten
Zweck in einen Apparat einlegen, einwerfen: einen
Automaten mit Groschen f.; zwei Modelle .... die mit Kodapak-
^Kassetten gefüttert werden (DM 45, 1965. 17).
Ottern [-1 <sw. V.; hat) [nihd. vuotern. vüetern]: 1. mit
einem 2Futter (1) ausstatten: einen Mantel, die Ärmel f.;
der Rock ist auf Taft gefüttert; [mit Pelzl gefütterte Stiefel;
gefütterte Briefumschläge. 2. mit einer Schutzschicht aus-
mauern, auskleiden: sie gruben einen Brunnen dort. ...
mit Mauerwerk gefüttert (Th. Mann, Joseph 164).
'Fütterung, die; -, -en <P1. ungebr.): das ^Füttern.
Fütterung, die; -, -en: 1. <P1. ungebr.): das 2Füttern. 2.
svw. T:Futter; <Zus.:> Fijtteningsverfahren, das.
Futur [fu'tu:?], das; -s, -e <PI. ungebr.) [lat. (tempus) futü-
ruml (Sprachw.): die Zukunft bezeichnende, oft als Ausdruck
der Ungewißheit verwendete Zeitform (z. B. er wird gehen;
du wirst vielleicht enttäuscht sein): erstes F. (Futur);
zweites F. (Futurum exaktum. z.B. er wird bald alles geschafft
haben); Futura.die; - (Druckw.): eine um 1926 entwickelte,
auf den Formen geometrischer Figuren aufbauende
Schriftart; futurisch <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): das Futur
betreffend; im Futur: -e Formen; sich f. ausdrücken; Futurismus
[futu'nsmos],der; - [ital. futurismo, zu: futuro = Zukunft
< lat. futurum, t Futur]: von Italien ausgehende literarische,
künstlerische u. politische Bewegung des beginnenden 2().
Jh.s, die den völligen Bruch mit der Tradition forderte;
Futurjst,der; -en, -en [1: ital. futurista]: 1. Anhänger,
Vertreter des Futurismus: Neben die Archaisten und
Rückwärtsromantiker treten die -en (Gehlen, Zeitalter 84). 2. svw.
t Futurologe; Futurjstik, die; -: svw. t Futurologie: „F.",
das Studium der Welt von morgen (MM 30. 6. 72, 3);
futurjstisch <Adj.; o. Steig.): 1. den Futurismus betreffend.
2. die Futuristik betreffend; Futurologe [...ro'lo:g3], der;
-n, -n [rückgeb. aus f Futurologie]: Wissenschaftler auf dem
Gebiet der Futurologie; Futurologie [...lo'gi:], die; - [1943
gepr. von dem dt. Politologen O. K. Flechtheim (*1909).
zu lat. futurum = Zukunft u. t-logie]: moderne
Wissenschaft, die sich mit den zu erwartenden Entwicklungen auf
technischem, wirtschaftlichem u. sozialem Gebiet
beschäftigt, dazu: futurologisch <Adj.; o. Steig.): die Futurologie
betreffend; Futurum [fu'tu.Tüm], das; -s, ...ra (veraltet):
svw. t Futur; Futurum exaktum [- e'ksaktom], das; - -,
...ra ...ta [zu lat. exigere = vollenden, 2. Part, exäctum]:
vollendetes Futur. 2. Futur (z.B. er wird gegangen sein).
Fuzel ['fu:tß|], der; -s. - [Nebenform von tFussel] (österr.):
Staubflocke; Fussel; fuzeln [Tu:tßln] <sw. V.; hat) (österr.):
a) sehr klein, eng schreiben: das kann doch niemand lesen,
wenn du so fuzelst; ein Wort an den Rand f.; b) sehr
kleine Stücke abschneiden: nicht am Brot f., sondern eine
richtige Scheibe abschneiden.
F-Zug ['ef-1. der; -s, F-Züge: Fernschnellzug.
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