Author: Cohen-Janca Irene   Quarello Maurizio A   G.  

Tags: biografien  

ISBN: 9783-8369-5393-1

Year: 2011

Text
                    ö CERSTENBERC

Irene Coherv- Janca Maurizio A,G Quarello CERSTENBERC
Irene Cohen-Janca Maurizio A. C. Quarello Annes B aum dem I he il um Tobuv Skhcild Ö GERSTENBERG
In den Städten voller Staub und Lärm bin ich der Erste, der den Frühling ankündigt. Im April platzen meine Knospen auf, und mit einem Mal entfalten sich meine Blüten und Blätter. Ich bin ein Kastanienbaum.

Seit einhundertfünfzig Jahren lebe ich in einem Garten zwischen der Keizersgracht und der Prinsengracht in Amsterdam. Aber eine schwere Krankheit lässt mich langsam sterben. Die Larven eines winzigen Schmetterlings schädigen meine Blätter, die sich braun färben und schon im Juli abfallen, sodass ich mitten im Sommer entlaubt dastehe. Pilze machen sich über mein Holz her, und mein Stamm droht zu brechen. Vielleicht werden die Menschen mich schon bald fällen. Daher will ich erzählen, was vor langer Zeit in der Prinsen- gracht 263 geschehen ist...

In Gärten, auf Prachtstraßen, auf Schulhöfen erfüllen wir Kastanienbäume unsere Aufgabe gewissenhaft. Den Jungen schenken wir unsere harten, glatten, glänzenden Kastanien, damit sie sich damit bewerfen, den Alten, damit sie sie gegen das böse Rheuma in die Tasche stecken, den ganz Kleinen, damit sie mit ihnen basteln. Den Verliebten spenden wir den Schatten unseres dichten Blätterwerks. Allen Wartenden bieten wir unseren Stamm, damit sie sich anlehnen können, ohne dumm dazustehen. Den Vögeln bieten wir Unterschlupf in unserem Geäst, damit sie dort ihr Nest bauen und ungestört singen können, in unseren gewaltigen Asten lassen wir das Murmeln und Pfeifen des Windes erklingen.

Ich, der Kastanienbaum im Garten zwischen Keizersgracht und Prinsengracht, habe einem dreizehnjährigen Mädchen, das wie ein Vogel im Käfig eingesperrt war, ein wenig Hoff- nung und Schönheit geschenkt. Sie träumte in ihrem Versteck davon, die eisige Luft, die Wärme der Sonne und das Beißen des Windes auf ihrem Gesicht zu spüren, und bekam von mir durch meine Verwandlungen das Schauspiel der Jahreszeiten geboten.

Das war vor siebzig Jahren, als Grauenhaftes auf der Welt geschah. Den Menschen, die wie das Mädchen Juden waren, war alles verboten worden. Ab 1940 war es verboten: EIN FAHRRAD ZU BESITZEN DIE STRASSENBAHN UND DEN BUS ZU NEHMEN VOR DREI UHR UND NACH FÜNF UHR EINZUKAUFEN INS SCHWIMMBAD ZU GEHEN TENNIS ODER HOCKEY ZU SPIELEN ZU RUDERN INS KINO ODER THEATER ZU GEHEN SICH NACH ACHT UHR ABENDS IN SEINEM GARTEN AUSZURUHEN ANDERE SCHULEN ALS JÜDISCHE SCHULEN ZU BESUCHEN ZU ANDEREN FRISEUREN ALS JÜDISCHEN FRISEUREN ZU GEHEN OHNE DEN AUF DIE KLEIDUNG GENÄHTEN JUDENSTERN DAS HAUS ZU VERLASSEN Verboten ... Verboten ... Verboten ... Und dann eines Tages: VERBOTEN ZU EXISTIEREN. Als es so weit gekommen war, tauchten ihre Familie und Freunde unter, indem sie sich im Hinterhaus der Prinsen- gracht 263 versteckten.


Am Montag, dem 6. Juli 1942, treffen sie im Hinterhaus der Prinsengracht 263 ein. In strömendem Regen durchqueren sie zu Fuß die Stadt, weil sie nicht die Straßenbahn oder den Bus nehmen dürfen. Sie tragen zahlreiche Kleidungsstücke übereinander, weil sie keine Koffer mitnehmen können, ohne Verdacht zu erregen. In ihren Ranzen hat das Mädchen ein kostbares kleines Notizbuch gesteckt: Ihr Tagebuch, das sie zu ihrem dreizehn- ten Geburtstag am 12. Juni 1942 bekommen hat. Auf ihre Mäntel ist der Judenstern genäht, und die Arbeiter werfen ihnen am Morgen mitleidige Blicke zu, als sie vorbeigehen. Sie haben die Tür zu ihrem Haus abgeschlossen und begeben sich in das Versteck, in dem sie zwei Jahre lang eingesperrt leben werden. Dieser Gang durch den Regen ist der letzte, den sie in Freiheit tut.

Ob sie mich gleich am ersten Tag bemerkt hat, als sie sich aus der Luke auf dem Dachboden lehnte? Ich weiß nur, dass sie sofort das Glockenspiel der Westerkerk mochte, das jede Viertelstunde zu hören war und etwas Beruhigendes für sie hatte. Ich trug zu der Zeit mein sommer- liches Laub, dicht und von tausenderlei Murmeln erfüllt. Ich war ein gewaltiger Kastanienbaum, von blühender Gesundheit.

Wovon träumte sie, wenn sie mich mit ihrem Freund Peter durch die kleine Luke auf dem Speicher betrachtete? Im Februar 1944 schrieb sie in ihr Tagebuch: Wir betrachteten den blauen Himmel, den kahlen Kas- tanienbaum, an dessen Zweigen kleine Tropfen glitzerten, die Möwen und die anderen Vögel, die im Tieffug wie aus Silber aussahen. Das alles rührte und packte uns beide so, dass wir nicht mehr sprechen konnten. Träumte sie vom Meer, erinnerte sie sich an den Geruch der Algen und den dumpfen Lärm, in dem sich das Heulen des Windes, das Dröhnen der Brandung und die Schreie der kleinen Möwenjungen mischen? Im Mai desselben Jahres fand sie meine Blüte schöner als je zuvor. Unser Kastanienbaum steht von unten bis oben in voller Blüte und ist viel schöner als im vergangenen Jahr. Wie Kerzen in einem Leuchter reckten sich meine großen weißen Blüten in den Himmel.

Träumte sie von Pfaden im Wald, von Wegen, auf denen man Fahrrad fährt, die Nase im Wind und mit zerzaustem Haar? Für sie kündigte ich den Frühling an. Wir haben nach unserem unbeständigen Winter wieder ein prachtvolles Frühjahr. Der April ist tatsächlich wunderbar, nicht zu warm und nicht zu kalt und ab und zu ein kleiner Regenschauer. Unsere Kastanie ist schon ziemlich grün, und hier und da sieht man sogar schon kleine Kerzen. Als sie mich wieder erblühen sah, dachte sie sicher an die Zukunft. An das Leben, das sie sich erschaffen würde, an den Platz, den sie sich in der Welt erobern würde. Durch meine zahlreichen Blüten und Blätter, durch die Kraft meiner Knos- pen schenkte ich ihr Zuversicht. Sie zweifelte nie, dass alles um sie herum wieder erblühen würde. Dass nach dem eisigen Winter, in dem Totenstille herrscht, das Leben im Frühling immer wieder erwacht.

Ich sehe, wie die Welt langsam immer mehr in eine Wüste verwandelt wird, ich höre den anrollenden Donner immer lauter, der auch uns töten wird, ich fühle das Leid von Millionen Menschen mit. Und doch, wenn ich zum Him- mel schaue, denke ich, dass sich alles wieder zum Guten wenden wird, dass auch diese Härte aufhören wird, dass wieder Ruhe und Frieden in die Weltordnung kommen werden.


Am Freitag, dem 4. August 1944, brach ein schöner, warmer, sonniger Sommertag an. Gegen 11.30 Uhr hielt plötzlich ein Wagen vor dem Haus Prinsengracht 263. Bewaffnete Polizisten stiegen aus und gingen geradewegs zu der Tür, die zu dem Versteck führte. Die Untergetauchten waren an die deutsche Polizei verraten worden. Die Stufen knackten, und Männer rannten die Treppe hinauf. Auf der Suche nach Schmuck stieß einer der Polizisten auf eine Ledertasche, die er ausleerte. Sie enthielt nur Papiere, die er zu Boden warf. Es war das Tagebuch von Anne. Etwas später kehrte eine Freundin der Familie in das verlassene Versteck zurück und fand das Tagebuch. Anne hatte die letzte Seite am Dienstag, dem 1. August 1944 geschrieben. Vor der nun leeren kleinen Dachluke blieb ich stumm, zum Schweigen der Bäume verurteilt.

Im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb Anne Frank im Februar oder März 1945 entkräftet an Typhus. Von den acht Bewohnern der Prinsengracht 263 hat nur Annes Vater überlebt.

Vielleicht werde ich bald gefällt, weil die Fäulnis meinen gesamten Körper erfasst. Wenn mein Stamm zu Boden stürzt, wird kein Schrei zu hören sein. Ich werde weiter stumm bleiben. Bevor die Menschen mich fällen, werden sie mir einen Ableger entnehmen und an der Stelle einpflanzen, die ich leer zurücklassen werde. Einen Ableger wie ein Duplikat, wie ein Zwilling. Um zu wachsen, werden sich seine Wurzeln in die Erde graben und dort ihre Nahrung schöpfen.


Aber allein die Erinnerung an Anne wird ihm ermöglichen» wirklich meinen Platz im Garten zwischen Keizersgracht und Prinsengracht einzunehmen. Der Kastanienbaum stürzte im Sommer 2010 nach einem schweren Sturm um. An seiner Stelle wächst jetzt ein Ableger.
Blick auf den Kastanicnbaum. den Anne Frank aus ihrem \entak in der Pnnsen- gracht 263 sehen konnte. Seit cinhundertfunfzig Jahren steht der Kastanienbaum in einem Garten hinter der Prinsengracht 26.3 in Amsterdam. Er ist alt, doch an eines wird er sich immer erinnern: an jenes Mädchen, das ihn aus einer Dachluke betrachtete und in ihrem Tagebuch verewigte. Jenes Mädchen, das sich mit ihrer I amilie zwei Jahre lang im Hinterhaus versteckt hielt und das nur dank ihm den Wechsel der Jahreszeiten erleben konnte. Jenes Mädchen, dem er mit seinem Laub und sei- nen Blüten ein wenig Hoffnung und Schönheit schenkte. Dieses Mädchen war Anne Trank.
Seit einhundertfunfzig Jahren steht der Kastanienbaum in einem Garten hinter der Prinsengracht 263 in Amsterdam. Er ist alt, doch an eines wird er sich immer erinnern: an jenes Mädchen, das ihn aus einer Dachluke betrachtete und in ihrem Tagebuch verewigte. Jenes Mädchen, das sich mit ihrer Familie zwei Jahre lang im Hinterhaus versteckt hielt und das nur dank ihm den Wechsel der Jahreszeiten erleben konnte. Jenes Mädchen, dem er mit seinem Laub und sei- nen Blüten ein wenig Hoffnung und Schönheit schenkte. Dieses Mädchen war Anne Frank.

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Erzählt von Josephine Poole Illustriert von Angela Barrett Übersetzt von Mirjam Pressler
Anne Frank war ein jüdisches Mädchen. Sie wuchs in den Jahren auf. in denen Adolf Hitler die Juden in Europa gnadenlos verfolgte. Anne Franks Tage buch erzählt von der Zeit, in der sie sich vor den Nazis verstecken musste jahrelang verborgen in einem geheimen Anbau, auf engstem Raum zu- sammengepfercht mit sieben anderen Menschen. Dennoch entkam sie Ihren Verfolgern nicht. Anne Franks Vermächtnis hat Millionen Menschen bewegt. Aber wie war .Anne als kleines Mädchen, im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde, beim Spielen und in der Schule? Und was bewegte sie dazu, so lebendig über ihr Leben zu schreiben, als sie älter wurde - ein Leben, das tragisch und viel zu früh endete. Mit einem überzeugenden Text und fesselnden, sorgfältig recherchierten Illustrationen stellen Josephine Poole und Angela Barrett .Anne Franks Geschichte einem jüngeren Publikum vor und bringen uns auf lebendige Art die Persönlichkeit dieses lebhaften, phantasievollcn Mädchens nahe. Aber ist es überhaupt notwendig, dass Anne Franks Geschichte Kindern schon in jungen Jah- ren zugänglich gemacht wird, mag sich mancher fragen. Reicht es nicht, wenn ihr Tagebuch im Jugendaltcr gelesen und zum Anlass genommen wird, sich zusätzlich über jene Zeit und das Schicksal jüdischer Menschen zu informieren? ja und nein. .Anne Frank ist zur Symbolfigur aller jüdischen Kinder und Jugendlichen geworden, die während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. .An dieser Tatsache ist nicht zu zweifeln, auch wenn die damit verbundene Idealisierung gewisse Gefahren mit sich bringt. Die idealisierte Figur wird durch die Überhöhung entfernt und abstrakt. Alle Gefühle und Gedanken konzent- rieren sich auf einen einzigen Menschen und dabei die anderen geraten leicht in Vergessenheit. Dieses Buch wirkt dieser Überhöhung entgegen. Die kindlichen Leser erfahren Anne Frank als ganz normales Mädchen, ihr Name wird ihnen vertraut. Sie werden später leichter zu ihrem Tagebuch greifen und sind der Gefahr der Idealisierung weniger ausgeliefert. Sie kennen Anne Frank ja schon, durch diese Geschichte und durch die bewegenden Illustrationen. Sind mehr Gründe für ein solches Buch nötig? Mirjam Pressler
Ich sehe uns acht im Hinterhaus, als wären wir ein Stück blauer Himmel, umringt von schwarzen, schwarzen Regenwolken. Das runde Fleckchen, auf dem wir stehen. ist noch sicher, aber die Wolken rücken immer näher, und der Ring, der uns von der nahenden Gefahr trennt, wird immer enger, letzt sind wir schon so dicht von Gefahr und Dunkelheit umgeben, dass wir in der verzweifelten Suche nach Rettung aneinan- der stoßen. Wir schauen alle nach unten, wo die Menschen gegeneinander kämpfen, wir schauen nach oben, wo es ruhig und schön ist, und wir sind abgeschnitten durch die düstere Masse, die uns nicht nach unten und nicht nach oben gehen lässt, sondern vor uns steht wie eine undurchdringliche Mauer, die uns zerschmettern will, aber noch nicht kann, ich kann nichts anderes tun als zu rufen und zu flehen: »0 Ring, Ring, werde weiter und öffne dich für uns!« Anne Frank Tagebuch Montagabend. 8. November 1943


Die Geschichte der Anne Frank beginnt mit einem gewöhnlichen kleinen Mädchen, so einem, neben dem du in der Klasse sitzen könntest. Sie hatte große, ausdrucksvolle Augen und dunkle, lockige Haare. Sie war lebhaft und beliebt und immer von Freundinnen umgeben. Anne Frank war meist gut gelaunt. Doch manchmal hatte sie auch Angst. Für diese Angst gab es allen Grund: Adolf Hitler besaß damals die Macht in Deutschland und er hatte geschworen, alle Juden zu vertreiben. Anne Frank war ein jüdisches Mäd- chen in Deutschland. Anne wurde am 12. (uni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Von Anfang an hatte sie viel zu sagen. Sie schrie viel. Wenn ihre Schwester Margot in die Wiege schaute, musste sie immer lachen. Als Baby hatte Anne einen dunklen Haarschopf und abstehende Ohren wie ein niedlicher kleiner Kobold.
Anne, Margot und ihre Eltern hatten Glück. Sie besaßen genug Geld und der Vater hatte Arbeit. Doch für viele Menschen in Deutschland war das Leben damals ein harter Kampf. Als Entschädigung für die schlim- men Verwüstungen, die Deutschland im ersten Weltkrieg in Europa ange richtet hatte, musste das Land viel Geld bezahlen. Es war eine harte Strafe. Zehn Jahre nach Kriegsende war Deutschland schrecklich arm. Zu viele Menschen waren arbeitslos und hatten oft nicht genug zu essen. Dabei wussten alle, wie reich und mächtig Deutschland früher gewesen war, eine der größten Nationen der Welt Deshalb fühlten sich die Deut- schen immer hilfloser und wurden immer wütender. Sie suchten je- manden, dem sie die Schuld geben konnten - und das war der Zeitpunkt, an dem sich die Dinge in einer Weise veränderten, die für die Juden beängstigend war.


Es gab einen Mann namens Adolf Hiller, ein steifer, kleiner Mann mit einem Schnurrbart. Er hielt viele Reden und machte große Ver- sprechungen. Riesige Menschenmengen versammelten sich um ihn. Die Menschen waren ohne Arbeit und ohne Hoffnung. Kein Wunder, dass sie ihm zu|ubelten. wenn er versprach Deutschland wieder reich und stark zu machen. Adolf Hitler hasste die luden und er erzählte ohne Skrupel Lügen über sie. Wer war schuld an den Schwierigkeiten der Deutschen? Hitler wusste die Antwort Er beschuldigte die luden, sie würden den Deutschen die besten Arbeitsplätze wegnehmen und ehrlichen Menschen das Brot vor dem Mund wegschnappen. Und das sei nicht gerecht, denn die Deutschen wären etwas Besonderes die beste Rasse der Welt! Immer mehr Menschen kamen, um .Adolf Hitler zuzuhören und um für seine Nazi-Partei zu stimmen. .Anfangs war das noch keine Bedrohung, nur ein Funke. Doch der Funke wurde zu einer Flamme und die Flamme zu einer Feuersbrunst die ganz Europa ergriff, bevor sie gelöscht wurde. Anne Frank war noch nicht einmal vier lahre alt. als Adolf Hitler die Regierung in Deutschland übernahm. Für die Juden brachen schlimme Zeiten an. Es gab viele Arten, ihnen zu zeigen, dass sie unerwünscht waren, und ihnen Angst zu machen, sogar wenn sie noch sehr jung waren. In der Schule fingen die Kinder an, darauf zu achten, wer jüdisch war. Die jüdischen Kinder wurden verspottet und von ihren Klassenkameraden schikaniert. Es war sehr schlimm für sie, wenn sie herumgestoßen wurden und wenn ihnen Kinder, die ihre Freunde gewesen waren, Schimpfwörter nachriefen. Es dauerte nicht lange, da mussten die jüdischen Kinder in einer abgetrennten Ecke des Klassenzimmers sitzen.


In der Welt der Erwachsenen war es noch schlimmer. Die Leute hörten auf, mit ihren jüdischen Nachbarn zu sprechen. Jüdische Geschäfte wurden zerstört. Juden wurden auf der Straße belästigt und sogar von Gruppen junger Männer, die Hitler seine Sturmabteilung nannte, zusammengeschlagen. Wenn sie versuchten sich zu wehren, wurden sie zusammengetrieben und abtransportiert. Zuerst reagierten die Juden auf diesen Hass mit Verwirrung. Doch bald beka- men sie Angst. Viele verließen Deutsch- land. Auch Herr Frank machte sich Sorgen um seine Familie. Er fand eine Arbeit in den Niederlanden und eine nicht allzu teure Wohnung für sie alle in Amsterdam. Anne blieb während des Umzugs bei ihrer Großmutter in Aachen. Sie kam an Margots achtem Geburtstag wieder zu ihrer Familie. Was für eine Überra- schung! Da saß die kleine Anne wie ein Elfchen oben auf Margots Geschenken!
Zur Wohnung, in der die Franks lebten, gehörte ein Garten. Dort spielten bei schönem Wetter alle Kinder der Nachbarschaft. Sie machten Hand- stand. versteckten sich in den Büschen, fuhren Rollschuh und spielten Himmel und Hölle. Wenn sie ihre Freunde rufen wollten, klopften sie nicht an die Türen oder riefen an, sondern sie pfiffen eine besondere Melodie - nur Anne konnte nicht pfeifen, deshalb musste sie stattdessen singen. An einem Wintermorgen durfte Anne das Büro ihres Vaters besuchen, wo sie Miep kennen lernte, seine Sekretärin. Miep half Anne ihren kleinen, weißen Pelzmantel auszuziehen und gab ihr ein Glas Milch. Sie zeigte ihr. wie man auf einer Schreibmaschine tippt. Anne war ein gescheites kleines Mädchen, genau so eines, wie Miep es sich selbst gewünscht hätte. Damals konnte Miep noch nicht wissen, dass das Leben der Familie Frank einmal von ihr abhängen würde und dass sie wegen ihnen eines Tages in Lebensgefahr geraten würde, aber sie liebte Anne vom ersten Moment an



Anne und Margot gingen In ver- schiedene Schulen. Das war ein Glück, denn Anne war kein besonders braves Kind, ganz anders als ihre fleißige Schwester! Sie tat nichts lieber als Witze erzählen und Frat- zen schneiden, sodass alle, sogar die Lehrer, lachen mussten. Annes Freundinnen kamen gern zu ihr nach Hause, denn Frau Frank kochte die wunderbarsten Sachen für sie. Aber wenn Herr Frank dazukam, freuten sie sich ganz besonders. Er erzählte immer so schöne Geschichten oder erfand blitzschnell spannende Spiele für sie. Alle Kinder bewunderten ihn. Doch niemand konnte Hitlers Hass- kampagnen gegen die luden vergessen. Inzwischen waren viele deutsche luden nach Amsterdam geflohen. Herr und Frau Frank lauschten besorgt den schrecklichen Geschichten, die sie erzählten - von unbarmherzigen Schikanen und von Lagern, in die Menschen grundlos eingesperrt wurden, wo sie für die Deutschen arbeiten mussten.

Hitlers mächtige Armee setzte sich in Bewegung und griff Polen an. Großbritannien und Frankreich erklärten Deutschland den Krieg, doch die deutschen Truppen stürmten weiter. Sie überfielen die Niederlande. Bald mussten die Niederländer hilflos zusehen, wie deutsche Soldaten durch Amsterdam marschierten. Wieder wurden die Juden unbarm- herzig von den Deutschen schikaniert und die Niederländer lernten schnell, dass es gefährlich war, ihnen zu helfen. Jeder Jude, der älter als sechs Jahre war, musste einen gelben Stern tragen, auf dem das Wort »Jood«, Jude, stand. Sogar kleinen Kindern konnte man jetzt verbieten, öffentliche Plätze wie Parks, Kinos oder Schwimmbäder zu besuchen. Anne ging so gern ins Kino. Doch das durfte sie nun nicht mehr. Sie musste sich mit ihrer Sammlung von Fotos und Postkarten berühm ter Filmschauspieler begnügen. Die konnte ihr niemand wegnehmen. Es war zu spät, um in ein anderes Land zu fliehen. Und alles wurde noch schlimmer.

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Herr Frank arbeitete in einem großen, alten Haus an einem Kanal. Ein paar Zimmer in den oberen Stockwerken eines Anbaus standen leer. Heimlich und mit großer Vorsicht brachte Herr Frank allmählich Möbel und Vorräte in diesen Anbau, das so genannte Hinter- haus. und er ließ eine Toilette und ein Spülbecken einbauen. Wenn die Deutschen ihn und seine tapferen niederländischen Helfer erwischt hätten, wären sie hart bestraft worden. Aber alles ging gut. Jetzt war er auf das Schlimmste vorbereitet. Und das ließ nicht lange auf sich warten. Margot war sechzehn. An einem Sommertag des Jahres 1942 kam ein Brief, in dem sie aufgefordert wurde, ihr Zuhause zu verlassen und sich zum Arbeitsdienst zu melden. Sie sollte für die Deutschen arbeiten. Wahr- scheinlich würde ihre Familie sie nie Wiedersehen. Sie mussten verschwinden, so schnell wie möglich. Anne und Margot bekamen den Auftrag, alles zusam- menzupacken, was sie nicht zurücklassen wollten. Mit klopfendem Herzen packte Anne ihre kostbarsten Habseligkeiten in ihren Ranzen - Schulbücher, Briefe, einen Kamm und Lockenwickler, doch vor allem ihr Tagebuch, das sie erst vor einigen Wochen zum Ge- burtstag bekommen hatte. Mit zitternden Händen stopfte sie alles hinein.



Ain nächsten Morgen zogen sie in aller Frühe mehrere Schichten Unterwäsche übereinander an, zwei Paar Strümpfe, ein Kleid, einen Rock, eine lacke, einen Regenmantel, feste Schuhe, Mütze und Schal. Es war die einzige Möglichkeit, die Kleidungs- stücke mitzunehmen, denn jeder Jude mit einem Koffer machte sich sofort verdächtig. Sie ließen ungemachte Betten und schmutziges Geschirr in ihrer Wohnung zurück und einen Zettel, auf dem eine falsche Adresse angegeben war, um die Nachbarn irrezuführen. Anne musste sich von Moortje verabschieden, ihrer geliebten kleinen Katze. Sie weinte bitterlich - wer konnte ihr sagen, ob sie das Tier je wiedersehen würde?
Miep wartete auf sie in Herrn Franks Büro. Schnell und leise folgten sie ihr durch einen langen Gang, eine Holztreppe hinauf und durch eine graue Tür. Diese führte ins Hinterhaus, in ihr Versteck. Anne schaute sich erstaunt um. Ihr Väter hatte all das vorbereitet, er hatte an alles gedacht und nie ein Wort gesagt. Doch was war das für ein Durcheinander! Schachteln und Kartons. Stapel und Haufen. Frau Frank und Margot ließen sich bei diesem Anblick auf ihre Betten fallen, erschöpft von der ganzen Aufregung. Deshalb räumten Anne und ihr Väter alles allein auf. Von diesem Moment an mussten sie sich verstecken, Tag um Tag. Woche um Woche. Tagsüber, wenn das Gebäude benutzt wurde, mussten sie sich mucksmäuschenstill verhalten, sie durften weder den Wasserhahn andrehen noch die Toilettenspülung benutzen. Sie lebten in der ständigen Angst, entdeckt und an die Polizei verraten zu werden. Sehnsüchtig warteten sie darauf, dass Miep sie besuchte, wenn die Arbeiter nach Hause gegangen waren. Sie war immer so fröhlich, erzählte ihnen, was draußen geschah, brachte ihnen Zeitungen und Bücher, mit denen sie sich die Zeit vertrieben, und natürlich kaufte sie für sie ein. Für ein Mädchen wie Anne war es fast unerträglich, sich den ganzen Tag still zu verhalten. Die nahe Kirchenglocke war ihr Trost. Sie schlug jede Viertel- stunde und erinnerte sie daran, dass cs draußen noch eine andere Welt gab, eine Welt, in der die Kinder zur Schule gingen und zusammen spielten und keine Angst davor hatten, gesehen oder gehört zu werden.

Noch eine weitere Familie zog bei ihnen ein, ein Ehepaar mit seinem Sohn Peter. Nun versteckten sich sieben Personen in dem engen Hinterhaus - und es wurden acht, als sie noch jemanden aufnahmen. Kein Wunder, dass sie sich gegenseitig auf die Nerven gingen! Anne war die Jüngste und sie litt am meisten. Sie war klug und phantasievoll, nervös und empfindsam. Auch unter anderen Umständen wäre das Erwachsenwer- den für sie nicht leicht gewesen. Aber hier hatte sie das Gefühl, ständig beschuldigt zu werden, wenn etwas schief ging, während Margot nie kritisiert wurde. Sie liebte ihren Väter über alles, doch sogar er fand manchmal etwas an ihr auszusetzen und das konnte sie nicht ertragen. Oft weinte sie nachts im Bett. Sie brauchte dringend jemanden, mit dem sic sprechen konnte, jemanden, der sie verstand. Nicht Margot und nicht Peter, der faul und verwöhnt war. Anfangs mochte sie ihn nicht. Sie wandte sich ihrem Tagebuch zu, in dem sic Briefe an Kitty schrieb, ein Mädchen, das sie vor langer Zeit gekannt hatte. Sic schrieb Kitty ihre geheimsten Gedanken, denn Kitty würde die Briefe nie wirklich lesen und nie etwas weitersagen können. Das Buch war Annes größtes Geheimnis. Anne beschrieb ihr Leben im Hinterhaus, die Streitereien und Dramen. Sie schrieb über ihre Liebe zur Natur, die für sie nur aus einem Stück Himmel über dem Wipfel des Kastanienbaums vor dem Dachfenster bestand. Sie schrieb über ihre Angst, ihre schreckliche Angst. Und sie schrieb über ihre Gefühle zu Peter, die sich änderten, als sie älter wurde und anfing ihn zu verstehen. Sie und Peter mochten sich immer lieber und Anne schrieb über Liebe und Hoffnung. Als das Tagebuch voll war, sorgte Miep für Nachschub an Papier.

Jeden Abend gingen sie alle zusammen hinunter in Herrn Franks altes Büro und hörten Radio. Manchmal lief Anne zum Fenster und spähte zwischen den Vorhängen hin- durch nach draußen. Es war seltsam, die Leute auf der Straße zu beobachten, als wäre sie selbst unsichtbar, wie mit einem Tarnumhang. Die Menschen schienen es alle so eilig zu haben, sie sahen ängstlich aus - und ihre Kleidung war schäbig. Doch auch Anne war wie eine Vogelscheuche angezogen und sie konnte nichts daran ändern. Deutschland war dabei, den Krieg zu verlieren. Nach Anbruch der Dunkelheit flogen viele Bombenflugzeuge über ihre Köpfe hinweg Richtung Deutschland, um deut- sche Städte zu zerstören. Die Nacht war erfüllt von dem eintönigen Donnern der Motoren. Wenn eine Bombe das Hinterhaus treffen würde, müssten alle darin sterben. Allmählich war Anne fast verliebt in Peter. Sie war glücklich, wenn sie mit ihm auf dem Dachboden saß und er den Arm um sie legte. Sie sprachen über das, was sie später tun wollten, nach dem Krieg, oder sie saßen einfach beieinander, ohne zu sprechen, während wieder ein Tag verging und es langsam dunkler wurde. Es war eine Liebe, so süß und so zart wie die Blüten am Kastanienbaum vor dem Fenster.


Nun, da der Krieg last vorüber war. waren die Menschen Im Hinterhaus vielleicht nicht mehr ganz so vorsichtig wie früher. Denn irgendjemand bemerkte etwas und verriet sie. lemand forderte das Blutgeld, das die Deutschen für jeden gefangenen luden bezahlten. Und nun kam der Alptraum. Krachen, das Splittern von Holz. Stiefel polterten auf der Treppe, grobe Männer in Uniformen und mit Pistolen tauchten auf. Sie waren entdeckt worden, es gab keine Möglichkeit mehr, wegzu- laufen oder sich zu verbergen. Und schon bald schraken die Menschen, die sich über zwei Jahre lang versteckt hatten, zurück vor der Weite, dem Licht und der Luft. Am 4. August 1944 wurden die acht Untergetauchten abgeholt. Das Hinter- haus wurde gestürmt und geplündert. Als Miep an diesem schrecklichen Abend hinaufging, fand sie ein Chaos vor. Annes Tagebuchaufzeichnungen lagen auf dem Boden verstreut. Miep sammelte alle Seiten ein und versteckte sie in einer Schublade. Sie hoffte gegen jede Vernunft, dass die Familie Frank zurückkommen würde.
Aber Herr Frank war der Einzige, der nach dem Krieg zurückkehrte. Er war von seiner Frau und seinen Töchtern getrennt worden. Dass seine Frau tot war. wusste er. Er betete darum, von Anne und Margot gute Nachrichten zu bekommen. Doch sie waren in einem deutschen Konzentra- tionslager an Typhus gestorben. Als die schlechte Nachricht kam. ging Herr Frank in sein Büro und setzte sich an den Schreibtisch. Er fühlte sich vollkommen allein. Nichts war ihm geblieben. Doch Miep erinnerte sich an das Tagebuch. Sie fand es und brachte es ihm. Sie sagte: »Das ist für Sie, von Ihrer Tochter Anne.« Anne Franks kurzes Leben war zu Ende. Aber ihre Geschichte fing gerade erst an.


Was geschah mit Annes Tagebuch nach dem Krieg? Ono Frank wurde von Freunden ermutigt Annes Tagebuch zu veröffentlichen. Der niederländische Verlag Coniact gab es im |uni 1 «X7 unter dem Titel Das Hinterhaus in einer Erstaullage von 1500 Exemplaren heraus. 1m fahr 1950 erschien eine erste Übersetzung des Tagebuchs in Deutschland und 1952 wurde das Huch In Großbritannien und in den USA publiziert. Ein Theaterstück des Tagebuchs der Anne Frank wurde 1955 uraulgtfühn und 1959 erschien der erste Ulm, der auf dem Tagebuch basiert. Das Haus, in dem Anne über zwei Jahre versteckt gelebt hatte, wurde Im |ahr 1960 als Museum cröflnet In ihm befinden sich die Originale ihrer Aufzeichnungen Jedes Jahr wird das Anne Frank Haus wn tast einer Million Menschen besucht Es befindet sich In Amsterdam. Prlnsengracht 267. Die Kontaktadresse ist. Anne Frank Haus Posibus 730 1OOO AS Amsterdam Niederlande Telefon; 4-31 (0)20 5567100 Website: www.anncfrank.org Heute gehört das A/tffle Frank Tagekutk zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Mehr als fünfundzwanzig Millionen Exemplare des Buchs wurden weltweit verkauft und es wurde in über sedtzig Sprachen übersetzt.
Zeittafel 19 IS II. Nov. 1920 April 1921 29 luh 1925 12. Mai 1926 16. Ftb: 1929 12. Ium 1950 14. Sepc DeutMhUmd uaiierttkhntM ein IttiJImsidbundsabkommen in Compiegne, Fuakrekh Damit endet der I. Weltkrieg. Die toutsche ArRiterj»anei (gegründet am 5 lanuur 1919) wird zu» Naüoudl sozialiMiMbeu toutMhen Afhfirerpane» (NSDAP] tos Wort Maxi ist eine Ab kurzung für Nationalsozlallsitm. AdWf Hiller wwd xum Führer der NSDAP gewählt (er erfiklt M3 Stimmen und nur eine GefenstlmMc) Otto Frank betratet tn Aachen Edith Ifcdiänder. Die älteste Tochter. Margot Betty, wird In Franktun am Main geboren Annelies Matte (Anne) wird geboren. 1952 51 Juli 1933 Die NationalsozialiMcn werden dar zweitgrößte Partei Im deutschen Parlament, nachdem sie bei den Wahlen sechs Millionen Stimmen erhalten haben De Nazi» erhallen Ri den Mühlen 37.3% der Stimmen De Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel werden als cdFxzielle Jugend verbände für lungen und Mädchen zwischen zehn und achuehn lahivn gegründet. 30. Januar .Adolf Hitler wird zum Reichskanzler touuchlands ernannt Februar tos Hecht auf freie Meinungsäußerung wird von den Nazi» eingeschränkt Marz tochau, das Haupfknnzeniraiionslager Ihr pMltlschc Gegner wird gebaut. Apnl Die Gestapo (.Geheime Staatspolizei] wird grumtet Die Nazis erklären einen Boykott jüdischer GesihAfic und de» Pumtfl jiidiMhe» Amt und Juristen Ein Gesetz wird erlassen das Nkhtaner von Reglerungsdmtern und Uhrberufen ausschheßt. 10. Mai Bücher von Juden und pdvttschen Gegnern der Nazis werden überall »n Devischlund «Mlentlkli verbrannt 14. |ull Hitler verbietet alle polnischen Parteien außer den NanceuBozUlisren. Sommer De Franks brschlrften Deutschland zu »erfassen. Otto Frank geht in die Meder- lande, seine Familie bleibt bei der Groß- mutter in Aachew Dezember Edith und Margot Frank fahren in die Niederlande. 1934 fvbiuar Anne kommt zum Rem der Fumtbe nach Amsterdam 2. August Adolf Hitler vereint die Funktionen des Rrkhspeasädenten und des Kanzlers und wird -Führer und Reichskanzler*- 1930 7 März DvuüKhland maiuchiert ins Rheinlund (.eine enrmilitari$ic»t« Zone nahe der französischen Grenze) ein und besetzt es. 1938 12. Marz Deutschland annektiert Österreich. 9JI0. Nov Krisullnucht (.Rekhspogromnadn; Jüditehe Geschärte und Synagogen in Deutschland und ÖMeneich werden »vn Nazibanden geplilnden und zerszbn. 1939 IS. Marz I Sept 5. Sept 1940 10 Mal 1941 25 führ 4. |UlU 22. |unt 16 luli LVuLsch-irkl annektiert «ix Tschechoslowakei Dx deutsche Armee marschiert in toten ein Großbritannien und Frankreich erklären NAzideiiDchlaftd den krieg Deutschland überfallt dir Niederlande II. tot 1942 9 Januar I. |uni Streik in .Amsierdam gegen dir Brutalität der Nazis gegen die luden Die Bewegungsfreiheit der nioderländischen luden wird eingeschränkt. Deutschland greift dx LDSSK an |0peratkm Barbarossa] Otto Prunk» Büruungeslellte Miep heiratet lan Gär» einen Sozialarbeiter und Mitglied der niederländischen Unrefgrimdbcwcping Deutschland erklärt der USA den Krieg. 12 Ium 14. |um 30. |uiu 5. lull t> |uli 15. lull 15. Sepi lüdiochen Rindern in den Niederlanden wird cerhxen Mentlkhe Schulen xu besuchen Alle lüdisihen Bewohner de» Niederlande, die liier als sechs |ahrr sind, werden ge zwungrn einen gelben Darvidsstem zu fragen Anno« Elften schenken Anne zu ihrem drei- zehnten Geburtstag ein Tagebuch Annes letzte Geburtstagsfeier in Freiheit. De Nazis verkünden eine nächtliche Aus- gangssperre ab acht L'hr abends für alle luden der Niederlande Ungut wird zum Arbeitsdienst aufgerufra De Franks tauchen im Hinterhaus unter Deutsch Und beginnt mit der Deportation niederländischer Juden Ins Kceucniraiccos lager Auschwitz-Barkrnau in toten ludiitchen Studenten wird der Besuch der Unive»rttÄien unterlagt
1944 20. Juli 4. Aug. Adolf Hitler entkommt knapp einem Attentat. Das Hinterhaus wird nach einem anonymen verräterischen Anruf von der Gestapo geräumt. 8. Aug. Die Franks werden in das Judendurchgangslager Westerbork ge- bracht. 25. Aug. 3. Sept. Paris wird von den .Alliierten eingenommen. Die Franks werden in einem versiegelten Vichwaggon nach Auschwitz gebracht. Es ist der letzte Transport, der Westerbork verlässt 4. Sept. 6. Oki. Die Truppen der Alliierten erreichen Brüssel. Margot und Anne werden nach Bergen-Belsen gebracht, ein Konzentrationslager in der Lüneburger Heide. 1945 6. Januar Febr./Marz Annes Mutter Edith stirbt in Auschwitz-Birkenau. Anne und Margot sterben in Bergen-Belsen im .Abstand von wenigen Tagen an Typhus. 30. April Adolf Hitler begeht in Berlin Selbstmord.
7. Mai 3. |uni Deutschland kapituliert. Otto Frank kehrt nach Amsterdam zurück, wo er Miep und |an Gies wledersieht. 1947 25. |uni Die erste Ausgabe von Annes Tagebuch erscheint in einer Auflage von 1500 Exemplaren beim niederländischen Verlag Contact. 1953 10. Nov. Otto Frank heiratet Elfriede Geiringer-Markovits und lässt sich in Birsfelden (Schweiz) nieder. 1957 3. Mai In Amsterdam wird die Anne Frank Stiftung gegründet. 1960 3. Mai In dem Haus, in dem Anne und ihre Familie sich über zwei fahre lang versteckten, wird ein Museum eröffnet. 1980 19. Aug. Otto Frank stirbt im Alter von einundneunzig )ahren.