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Text
ö CERSTENBERC
Irene Coherv- Janca
Maurizio A,G Quarello
CERSTENBERC
Irene Cohen-Janca
Maurizio A. C. Quarello
Annes
B aum
dem I he il
um Tobuv Skhcild
Ö GERSTENBERG
In den Städten voller Staub und Lärm bin ich der Erste,
der den Frühling ankündigt.
Im April platzen meine Knospen auf, und mit einem Mal
entfalten sich meine Blüten und Blätter.
Ich bin ein Kastanienbaum.
Seit einhundertfünfzig Jahren lebe ich in einem Garten
zwischen der Keizersgracht und der Prinsengracht in
Amsterdam.
Aber eine schwere Krankheit lässt mich langsam sterben.
Die Larven eines winzigen Schmetterlings schädigen meine
Blätter, die sich braun färben und schon im Juli abfallen,
sodass ich mitten im Sommer entlaubt dastehe. Pilze machen
sich über mein Holz her, und mein Stamm droht zu brechen.
Vielleicht werden die Menschen mich schon bald fällen.
Daher will ich erzählen, was vor langer Zeit in der Prinsen-
gracht 263 geschehen ist...
In Gärten, auf Prachtstraßen, auf Schulhöfen erfüllen wir
Kastanienbäume unsere Aufgabe gewissenhaft.
Den Jungen schenken wir unsere harten, glatten, glänzenden
Kastanien, damit sie sich damit bewerfen, den Alten, damit
sie sie gegen das böse Rheuma in die Tasche stecken, den ganz
Kleinen, damit sie mit ihnen basteln.
Den Verliebten spenden wir den Schatten unseres dichten
Blätterwerks. Allen Wartenden bieten wir unseren Stamm,
damit sie sich anlehnen können, ohne dumm dazustehen.
Den Vögeln bieten wir Unterschlupf in unserem Geäst, damit
sie dort ihr Nest bauen und ungestört singen können, in
unseren gewaltigen Asten lassen wir das Murmeln und Pfeifen
des Windes erklingen.
Ich, der Kastanienbaum im Garten zwischen Keizersgracht
und Prinsengracht, habe einem dreizehnjährigen Mädchen,
das wie ein Vogel im Käfig eingesperrt war, ein wenig Hoff-
nung und Schönheit geschenkt.
Sie träumte in ihrem Versteck davon, die eisige Luft,
die Wärme der Sonne und das Beißen des Windes auf ihrem
Gesicht zu spüren, und bekam von mir durch meine
Verwandlungen das Schauspiel der Jahreszeiten geboten.
Das war vor siebzig Jahren, als Grauenhaftes auf der Welt
geschah.
Den Menschen, die wie das Mädchen Juden waren, war alles
verboten worden.
Ab 1940 war es verboten:
EIN FAHRRAD ZU BESITZEN
DIE STRASSENBAHN UND DEN BUS ZU NEHMEN
VOR DREI UHR UND NACH FÜNF UHR EINZUKAUFEN
INS SCHWIMMBAD ZU GEHEN
TENNIS ODER HOCKEY ZU SPIELEN
ZU RUDERN
INS KINO ODER THEATER ZU GEHEN
SICH NACH ACHT UHR ABENDS IN SEINEM GARTEN AUSZURUHEN
ANDERE SCHULEN ALS JÜDISCHE SCHULEN ZU BESUCHEN
ZU ANDEREN FRISEUREN ALS JÜDISCHEN FRISEUREN ZU GEHEN
OHNE DEN AUF DIE KLEIDUNG GENÄHTEN JUDENSTERN DAS HAUS
ZU VERLASSEN
Verboten ... Verboten ... Verboten ...
Und dann eines Tages: VERBOTEN ZU EXISTIEREN.
Als es so weit gekommen war, tauchten ihre Familie und
Freunde unter, indem sie sich im Hinterhaus der Prinsen-
gracht 263 versteckten.
Am Montag, dem 6. Juli 1942, treffen sie im Hinterhaus der
Prinsengracht 263 ein.
In strömendem Regen durchqueren sie zu Fuß die Stadt, weil
sie nicht die Straßenbahn oder den Bus nehmen dürfen. Sie
tragen zahlreiche Kleidungsstücke übereinander, weil sie keine
Koffer mitnehmen können, ohne Verdacht zu erregen.
In ihren Ranzen hat das Mädchen ein kostbares kleines
Notizbuch gesteckt: Ihr Tagebuch, das sie zu ihrem dreizehn-
ten Geburtstag am 12. Juni 1942 bekommen hat. Auf ihre
Mäntel ist der Judenstern genäht, und die Arbeiter werfen
ihnen am Morgen mitleidige Blicke zu, als sie vorbeigehen.
Sie haben die Tür zu ihrem Haus abgeschlossen und begeben
sich in das Versteck, in dem sie zwei Jahre lang eingesperrt
leben werden.
Dieser Gang durch den Regen ist der letzte, den sie in
Freiheit tut.
Ob sie mich gleich am ersten Tag bemerkt hat, als sie sich aus
der Luke auf dem Dachboden lehnte?
Ich weiß nur, dass sie sofort das Glockenspiel der Westerkerk
mochte, das jede Viertelstunde zu hören war und etwas
Beruhigendes für sie hatte. Ich trug zu der Zeit mein sommer-
liches Laub, dicht und von tausenderlei Murmeln erfüllt.
Ich war ein gewaltiger Kastanienbaum, von blühender
Gesundheit.
Wovon träumte sie, wenn sie mich mit ihrem Freund Peter
durch die kleine Luke auf dem Speicher betrachtete?
Im Februar 1944 schrieb sie in ihr Tagebuch:
Wir betrachteten den blauen Himmel, den kahlen Kas-
tanienbaum, an dessen Zweigen kleine Tropfen glitzerten,
die Möwen und die anderen Vögel, die im Tieffug wie
aus Silber aussahen. Das alles rührte und packte uns beide
so, dass wir nicht mehr sprechen konnten.
Träumte sie vom Meer, erinnerte sie sich an den Geruch der
Algen und den dumpfen Lärm, in dem sich das Heulen des
Windes, das Dröhnen der Brandung und die Schreie der
kleinen Möwenjungen mischen? Im Mai desselben Jahres
fand sie meine Blüte schöner als je zuvor.
Unser Kastanienbaum steht von unten bis oben in voller
Blüte und ist viel schöner als im vergangenen Jahr.
Wie Kerzen in einem Leuchter reckten sich meine großen
weißen Blüten in den Himmel.
Träumte sie von Pfaden im Wald, von Wegen, auf denen man
Fahrrad fährt, die Nase im Wind und mit zerzaustem Haar?
Für sie kündigte ich den Frühling an.
Wir haben nach unserem unbeständigen Winter wieder ein
prachtvolles Frühjahr. Der April ist tatsächlich wunderbar,
nicht zu warm und nicht zu kalt und ab und zu ein
kleiner Regenschauer. Unsere Kastanie ist schon ziemlich
grün, und hier und da sieht man sogar schon kleine
Kerzen.
Als sie mich wieder erblühen sah, dachte sie sicher an die
Zukunft. An das Leben, das sie sich erschaffen würde, an den
Platz, den sie sich in der Welt erobern würde. Durch meine
zahlreichen Blüten und Blätter, durch die Kraft meiner Knos-
pen schenkte ich ihr Zuversicht. Sie zweifelte nie, dass alles
um sie herum wieder erblühen würde. Dass nach dem eisigen
Winter, in dem Totenstille herrscht, das Leben im Frühling
immer wieder erwacht.
Ich sehe, wie die Welt langsam immer mehr in eine Wüste
verwandelt wird, ich höre den anrollenden Donner immer
lauter, der auch uns töten wird, ich fühle das Leid von
Millionen Menschen mit. Und doch, wenn ich zum Him-
mel schaue, denke ich, dass sich alles wieder zum Guten
wenden wird, dass auch diese Härte aufhören wird, dass
wieder Ruhe und Frieden in die Weltordnung kommen
werden.
Am Freitag, dem 4. August 1944, brach ein schöner, warmer,
sonniger Sommertag an. Gegen 11.30 Uhr hielt plötzlich ein
Wagen vor dem Haus Prinsengracht 263.
Bewaffnete Polizisten stiegen aus und gingen geradewegs zu
der Tür, die zu dem Versteck führte.
Die Untergetauchten waren an die deutsche Polizei verraten
worden. Die Stufen knackten, und Männer rannten die
Treppe hinauf. Auf der Suche nach Schmuck stieß einer der
Polizisten auf eine Ledertasche, die er ausleerte. Sie enthielt
nur Papiere, die er zu Boden warf.
Es war das Tagebuch von Anne.
Etwas später kehrte eine Freundin der Familie in das
verlassene Versteck zurück und fand das Tagebuch. Anne
hatte die letzte Seite am Dienstag, dem 1. August 1944
geschrieben.
Vor der nun leeren kleinen Dachluke blieb ich stumm, zum
Schweigen der Bäume verurteilt.
Im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb Anne Frank im
Februar oder März 1945 entkräftet an Typhus.
Von den acht Bewohnern der Prinsengracht 263 hat nur
Annes Vater überlebt.
Vielleicht werde ich bald gefällt, weil die Fäulnis meinen
gesamten Körper erfasst. Wenn mein Stamm zu Boden stürzt,
wird kein Schrei zu hören sein. Ich werde weiter stumm
bleiben. Bevor die Menschen mich fällen, werden sie mir
einen Ableger entnehmen und an der Stelle einpflanzen, die
ich leer zurücklassen werde. Einen Ableger wie ein Duplikat,
wie ein Zwilling.
Um zu wachsen, werden sich seine Wurzeln in die Erde
graben und dort ihre Nahrung schöpfen.
Aber allein die Erinnerung an Anne wird ihm ermöglichen»
wirklich meinen Platz im Garten zwischen Keizersgracht und
Prinsengracht einzunehmen.
Der Kastanienbaum stürzte im Sommer 2010
nach einem schweren Sturm um. An seiner Stelle
wächst jetzt ein Ableger.
Blick auf den Kastanicnbaum. den Anne
Frank aus ihrem \entak in der Pnnsen-
gracht 263 sehen konnte.
Seit cinhundertfunfzig Jahren steht der Kastanienbaum
in einem Garten hinter der Prinsengracht 26.3 in Amsterdam.
Er ist alt, doch an eines wird er sich immer erinnern: an
jenes Mädchen, das ihn aus einer Dachluke betrachtete und
in ihrem Tagebuch verewigte. Jenes Mädchen, das sich mit
ihrer I amilie zwei Jahre lang im Hinterhaus versteckt hielt
und das nur dank ihm den Wechsel der Jahreszeiten erleben
konnte. Jenes Mädchen, dem er mit seinem Laub und sei-
nen Blüten ein wenig Hoffnung und Schönheit schenkte.
Dieses Mädchen war Anne Trank.
Seit einhundertfunfzig Jahren steht der Kastanienbaum
in einem Garten hinter der Prinsengracht 263 in Amsterdam.
Er ist alt, doch an eines wird er sich immer erinnern: an
jenes Mädchen, das ihn aus einer Dachluke betrachtete und
in ihrem Tagebuch verewigte. Jenes Mädchen, das sich mit
ihrer Familie zwei Jahre lang im Hinterhaus versteckt hielt
und das nur dank ihm den Wechsel der Jahreszeiten erleben
konnte. Jenes Mädchen, dem er mit seinem Laub und sei-
nen Blüten ein wenig Hoffnung und Schönheit schenkte.
Dieses Mädchen war Anne Frank.
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Erzählt von Josephine Poole
Illustriert von Angela Barrett
Übersetzt von Mirjam Pressler
Anne Frank war ein jüdisches Mädchen. Sie wuchs
in den Jahren auf. in denen Adolf Hitler die Juden
in Europa gnadenlos verfolgte. Anne Franks Tage
buch erzählt von der Zeit, in der sie sich vor den
Nazis verstecken musste jahrelang verborgen in
einem geheimen Anbau, auf engstem Raum zu-
sammengepfercht mit sieben anderen Menschen.
Dennoch entkam sie Ihren Verfolgern nicht.
Anne Franks Vermächtnis hat Millionen Menschen
bewegt. Aber wie war .Anne als kleines Mädchen,
im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde, beim
Spielen und in der Schule? Und was bewegte sie
dazu, so lebendig über ihr Leben zu schreiben, als
sie älter wurde - ein Leben, das tragisch und viel
zu früh endete.
Mit einem überzeugenden Text und fesselnden,
sorgfältig recherchierten Illustrationen stellen
Josephine Poole und Angela Barrett .Anne Franks
Geschichte einem jüngeren Publikum vor und
bringen uns auf lebendige Art die Persönlichkeit
dieses lebhaften, phantasievollcn Mädchens nahe.
Aber ist es überhaupt notwendig, dass Anne
Franks Geschichte Kindern schon in jungen Jah-
ren zugänglich gemacht wird, mag sich mancher
fragen. Reicht es nicht, wenn ihr Tagebuch im
Jugendaltcr gelesen und zum Anlass genommen
wird, sich zusätzlich über jene Zeit und das
Schicksal jüdischer Menschen zu informieren?
ja und nein. .Anne Frank ist zur Symbolfigur
aller jüdischen Kinder und Jugendlichen geworden,
die während des Zweiten Weltkriegs ermordet
wurden. .An dieser Tatsache ist nicht zu zweifeln,
auch wenn die damit verbundene Idealisierung
gewisse Gefahren mit sich bringt. Die idealisierte
Figur wird durch die Überhöhung entfernt und
abstrakt. Alle Gefühle und Gedanken konzent-
rieren sich auf einen einzigen Menschen und
dabei die anderen geraten leicht in Vergessenheit.
Dieses Buch wirkt dieser Überhöhung entgegen.
Die kindlichen Leser erfahren Anne Frank als ganz
normales Mädchen, ihr Name wird ihnen vertraut.
Sie werden später leichter zu ihrem Tagebuch
greifen und sind der Gefahr der Idealisierung
weniger ausgeliefert. Sie kennen Anne Frank ja
schon, durch diese Geschichte und durch die
bewegenden Illustrationen.
Sind mehr Gründe für ein solches Buch nötig?
Mirjam Pressler
Ich sehe uns acht im Hinterhaus, als wären wir ein Stück blauer Himmel, umringt
von schwarzen, schwarzen Regenwolken. Das runde Fleckchen, auf dem wir stehen.
ist noch sicher, aber die Wolken rücken immer näher, und der Ring, der uns von der
nahenden Gefahr trennt, wird immer enger, letzt sind wir schon so dicht von Gefahr
und Dunkelheit umgeben, dass wir in der verzweifelten Suche nach Rettung aneinan-
der stoßen. Wir schauen alle nach unten, wo die Menschen gegeneinander kämpfen,
wir schauen nach oben, wo es ruhig und schön ist, und wir sind abgeschnitten durch
die düstere Masse, die uns nicht nach unten und nicht nach oben gehen lässt, sondern
vor uns steht wie eine undurchdringliche Mauer, die uns zerschmettern will, aber noch
nicht kann, ich kann nichts anderes tun als zu rufen und zu flehen: »0 Ring, Ring,
werde weiter und öffne dich für uns!«
Anne Frank Tagebuch
Montagabend. 8. November 1943
Die Geschichte der Anne Frank
beginnt mit einem gewöhnlichen
kleinen Mädchen, so einem, neben dem
du in der Klasse sitzen könntest. Sie
hatte große, ausdrucksvolle Augen und
dunkle, lockige Haare. Sie war lebhaft
und beliebt und immer von Freundinnen
umgeben.
Anne Frank war meist gut gelaunt.
Doch manchmal hatte sie auch Angst.
Für diese Angst gab es allen Grund:
Adolf Hitler besaß damals die Macht in
Deutschland und er hatte geschworen,
alle Juden zu vertreiben.
Anne Frank war ein jüdisches Mäd-
chen in Deutschland.
Anne wurde am 12. (uni 1929 in
Frankfurt am Main geboren. Von
Anfang an hatte sie viel zu sagen.
Sie schrie viel. Wenn ihre Schwester
Margot in die Wiege schaute, musste
sie immer lachen. Als Baby hatte
Anne einen dunklen Haarschopf und
abstehende Ohren wie ein niedlicher
kleiner Kobold.
Anne, Margot und ihre Eltern
hatten Glück. Sie besaßen genug
Geld und der Vater hatte Arbeit. Doch
für viele Menschen in Deutschland war
das Leben damals ein harter Kampf.
Als Entschädigung für die schlim-
men Verwüstungen, die Deutschland
im ersten Weltkrieg in Europa ange
richtet hatte, musste das Land viel
Geld bezahlen. Es war eine harte
Strafe. Zehn Jahre nach Kriegsende
war Deutschland schrecklich arm.
Zu viele Menschen waren arbeitslos
und hatten oft nicht genug zu essen.
Dabei wussten alle, wie reich und
mächtig Deutschland früher gewesen
war, eine der größten Nationen der
Welt Deshalb fühlten sich die Deut-
schen immer hilfloser und wurden
immer wütender. Sie suchten je-
manden, dem sie die Schuld geben
konnten - und das war der Zeitpunkt,
an dem sich die Dinge in einer Weise
veränderten, die für die Juden
beängstigend war.
Es gab einen Mann namens Adolf Hiller, ein steifer, kleiner Mann
mit einem Schnurrbart. Er hielt viele Reden und machte große Ver-
sprechungen. Riesige Menschenmengen versammelten sich um ihn.
Die Menschen waren ohne Arbeit und ohne Hoffnung. Kein Wunder,
dass sie ihm zu|ubelten. wenn er versprach Deutschland wieder reich
und stark zu machen.
Adolf Hitler hasste die luden und er erzählte ohne Skrupel Lügen über
sie. Wer war schuld an den Schwierigkeiten der Deutschen? Hitler wusste
die Antwort Er beschuldigte die luden, sie würden den Deutschen die
besten Arbeitsplätze wegnehmen und ehrlichen Menschen das Brot vor
dem Mund wegschnappen. Und das sei nicht gerecht, denn die Deutschen
wären etwas Besonderes die beste Rasse der Welt!
Immer mehr Menschen kamen, um .Adolf Hitler zuzuhören und um für
seine Nazi-Partei zu stimmen. .Anfangs war das noch keine Bedrohung,
nur ein Funke. Doch der Funke wurde zu einer Flamme und die Flamme
zu einer Feuersbrunst die ganz Europa ergriff, bevor sie gelöscht wurde.
Anne Frank war noch nicht einmal vier lahre alt. als Adolf Hitler die
Regierung in Deutschland übernahm. Für die Juden brachen schlimme
Zeiten an. Es gab viele Arten, ihnen zu zeigen, dass sie unerwünscht
waren, und ihnen Angst zu machen, sogar wenn sie noch sehr jung
waren.
In der Schule fingen die Kinder an, darauf zu achten, wer jüdisch war.
Die jüdischen Kinder wurden verspottet und von ihren Klassenkameraden
schikaniert. Es war sehr schlimm für sie, wenn sie herumgestoßen
wurden und wenn ihnen Kinder, die ihre Freunde gewesen waren,
Schimpfwörter nachriefen.
Es dauerte nicht lange, da mussten die jüdischen Kinder in einer
abgetrennten Ecke des Klassenzimmers sitzen.
In der Welt der Erwachsenen war es
noch schlimmer. Die Leute hörten
auf, mit ihren jüdischen Nachbarn zu
sprechen. Jüdische Geschäfte wurden
zerstört. Juden wurden auf der Straße
belästigt und sogar von Gruppen junger
Männer, die Hitler seine Sturmabteilung
nannte, zusammengeschlagen. Wenn sie
versuchten sich zu wehren, wurden sie
zusammengetrieben und abtransportiert.
Zuerst reagierten die Juden auf diesen
Hass mit Verwirrung. Doch bald beka-
men sie Angst. Viele verließen Deutsch-
land. Auch Herr Frank machte sich
Sorgen um seine Familie. Er fand eine
Arbeit in den Niederlanden und eine
nicht allzu teure Wohnung für sie alle
in Amsterdam.
Anne blieb während des Umzugs bei
ihrer Großmutter in Aachen. Sie kam
an Margots achtem Geburtstag wieder
zu ihrer Familie. Was für eine Überra-
schung! Da saß die kleine Anne wie ein
Elfchen oben auf Margots Geschenken!
Zur Wohnung, in der die Franks
lebten, gehörte ein Garten. Dort
spielten bei schönem Wetter alle Kinder
der Nachbarschaft. Sie machten Hand-
stand. versteckten sich in den Büschen,
fuhren Rollschuh und spielten Himmel
und Hölle. Wenn sie ihre Freunde rufen
wollten, klopften sie nicht an die Türen
oder riefen an, sondern sie pfiffen eine
besondere Melodie - nur Anne konnte
nicht pfeifen, deshalb musste sie
stattdessen singen.
An einem Wintermorgen durfte Anne
das Büro ihres Vaters besuchen, wo sie
Miep kennen lernte, seine Sekretärin.
Miep half Anne ihren kleinen, weißen
Pelzmantel auszuziehen und gab ihr ein
Glas Milch. Sie zeigte ihr. wie man auf
einer Schreibmaschine tippt. Anne war
ein gescheites kleines Mädchen, genau
so eines, wie Miep es sich selbst
gewünscht hätte.
Damals konnte Miep noch nicht wissen,
dass das Leben der Familie Frank einmal
von ihr abhängen würde und dass sie
wegen ihnen eines Tages in Lebensgefahr
geraten würde, aber sie liebte Anne vom
ersten Moment an
Anne und Margot gingen In ver-
schiedene Schulen. Das war ein
Glück, denn Anne war kein besonders
braves Kind, ganz anders als ihre
fleißige Schwester! Sie tat nichts
lieber als Witze erzählen und Frat-
zen schneiden, sodass alle, sogar die
Lehrer, lachen mussten.
Annes Freundinnen kamen gern
zu ihr nach Hause, denn Frau Frank
kochte die wunderbarsten Sachen für
sie. Aber wenn Herr Frank dazukam,
freuten sie sich ganz besonders. Er
erzählte immer so schöne Geschichten
oder erfand blitzschnell spannende
Spiele für sie. Alle Kinder bewunderten
ihn.
Doch niemand konnte Hitlers Hass-
kampagnen gegen die luden vergessen.
Inzwischen waren viele deutsche luden
nach Amsterdam geflohen. Herr und
Frau Frank lauschten besorgt den
schrecklichen Geschichten, die sie
erzählten - von unbarmherzigen
Schikanen und von Lagern, in die
Menschen grundlos eingesperrt
wurden, wo sie für die Deutschen
arbeiten mussten.
Hitlers mächtige Armee setzte
sich in Bewegung und griff Polen
an. Großbritannien und Frankreich
erklärten Deutschland den Krieg,
doch die deutschen Truppen stürmten
weiter. Sie überfielen die Niederlande.
Bald mussten die Niederländer hilflos
zusehen, wie deutsche Soldaten durch
Amsterdam marschierten.
Wieder wurden die Juden unbarm-
herzig von den Deutschen schikaniert
und die Niederländer lernten schnell,
dass es gefährlich war, ihnen zu
helfen.
Jeder Jude, der älter als sechs Jahre
war, musste einen gelben Stern tragen,
auf dem das Wort »Jood«, Jude, stand.
Sogar kleinen Kindern konnte man
jetzt verbieten, öffentliche Plätze wie
Parks, Kinos oder Schwimmbäder zu
besuchen.
Anne ging so gern ins Kino. Doch
das durfte sie nun nicht mehr. Sie
musste sich mit ihrer Sammlung
von Fotos und Postkarten berühm
ter Filmschauspieler begnügen. Die
konnte ihr niemand wegnehmen.
Es war zu spät, um in ein anderes
Land zu fliehen. Und alles wurde
noch schlimmer.
— $Ut AfttR
4. ucr**or
L*'*
sjl€0'2(/tk>
Herr Frank arbeitete in einem großen, alten Haus
an einem Kanal. Ein paar Zimmer in den oberen
Stockwerken eines Anbaus standen leer. Heimlich und
mit großer Vorsicht brachte Herr Frank allmählich Möbel
und Vorräte in diesen Anbau, das so genannte Hinter-
haus. und er ließ eine Toilette und ein Spülbecken
einbauen. Wenn die Deutschen ihn und seine tapferen
niederländischen Helfer erwischt hätten, wären sie hart
bestraft worden.
Aber alles ging gut. Jetzt war er auf das Schlimmste
vorbereitet. Und das ließ nicht lange auf sich warten.
Margot war sechzehn. An einem Sommertag des Jahres
1942 kam ein Brief, in dem sie aufgefordert wurde, ihr
Zuhause zu verlassen und sich zum Arbeitsdienst zu
melden. Sie sollte für die Deutschen arbeiten. Wahr-
scheinlich würde ihre Familie sie nie Wiedersehen.
Sie mussten verschwinden, so schnell wie möglich.
Anne und Margot bekamen den Auftrag, alles zusam-
menzupacken, was sie nicht zurücklassen wollten.
Mit klopfendem Herzen packte Anne ihre kostbarsten
Habseligkeiten in ihren Ranzen - Schulbücher, Briefe,
einen Kamm und Lockenwickler, doch vor allem ihr
Tagebuch, das sie erst vor einigen Wochen zum Ge-
burtstag bekommen hatte. Mit zitternden Händen
stopfte sie alles hinein.
Ain nächsten Morgen zogen sie in
aller Frühe mehrere Schichten
Unterwäsche übereinander an, zwei
Paar Strümpfe, ein Kleid, einen Rock,
eine lacke, einen Regenmantel, feste
Schuhe, Mütze und Schal. Es war die
einzige Möglichkeit, die Kleidungs-
stücke mitzunehmen, denn jeder Jude
mit einem Koffer machte sich sofort
verdächtig.
Sie ließen ungemachte Betten und
schmutziges Geschirr in ihrer Wohnung
zurück und einen Zettel, auf dem eine
falsche Adresse angegeben war, um die
Nachbarn irrezuführen. Anne musste
sich von Moortje verabschieden, ihrer
geliebten kleinen Katze. Sie weinte
bitterlich - wer konnte ihr sagen, ob
sie das Tier je wiedersehen würde?
Miep wartete auf sie in Herrn Franks Büro. Schnell und leise
folgten sie ihr durch einen langen Gang, eine Holztreppe
hinauf und durch eine graue Tür. Diese führte ins Hinterhaus,
in ihr Versteck.
Anne schaute sich erstaunt um. Ihr Väter hatte all das vorbereitet,
er hatte an alles gedacht und nie ein Wort gesagt. Doch was war das
für ein Durcheinander! Schachteln und Kartons. Stapel und Haufen.
Frau Frank und Margot ließen sich bei diesem Anblick auf ihre Betten
fallen, erschöpft von der ganzen Aufregung. Deshalb räumten Anne
und ihr Väter alles allein auf.
Von diesem Moment an mussten sie sich verstecken, Tag um Tag.
Woche um Woche. Tagsüber, wenn das Gebäude benutzt wurde,
mussten sie sich mucksmäuschenstill verhalten, sie durften weder
den Wasserhahn andrehen noch die Toilettenspülung benutzen. Sie
lebten in der ständigen Angst, entdeckt und an die Polizei verraten
zu werden. Sehnsüchtig warteten sie darauf, dass Miep sie besuchte,
wenn die Arbeiter nach Hause gegangen waren. Sie war immer
so fröhlich, erzählte ihnen, was draußen geschah, brachte ihnen
Zeitungen und Bücher, mit denen sie sich die Zeit vertrieben, und
natürlich kaufte sie für sie ein.
Für ein Mädchen wie Anne war es fast unerträglich, sich den
ganzen Tag still zu verhalten.
Die nahe Kirchenglocke war ihr Trost. Sie schlug jede Viertel-
stunde und erinnerte sie daran, dass cs draußen noch eine andere
Welt gab, eine Welt, in der die Kinder zur Schule gingen und
zusammen spielten und keine Angst davor hatten, gesehen oder
gehört zu werden.
Noch eine weitere Familie zog bei ihnen ein, ein Ehepaar mit seinem Sohn Peter.
Nun versteckten sich sieben Personen in dem engen Hinterhaus - und es wurden
acht, als sie noch jemanden aufnahmen. Kein Wunder, dass sie sich gegenseitig auf
die Nerven gingen!
Anne war die Jüngste und sie litt am meisten. Sie war klug und phantasievoll,
nervös und empfindsam. Auch unter anderen Umständen wäre das Erwachsenwer-
den für sie nicht leicht gewesen. Aber hier hatte sie das Gefühl, ständig beschuldigt
zu werden, wenn etwas schief ging, während Margot nie kritisiert wurde. Sie liebte
ihren Väter über alles, doch sogar er fand manchmal etwas an ihr auszusetzen und
das konnte sie nicht ertragen. Oft weinte sie nachts im Bett.
Sie brauchte dringend jemanden, mit dem sic sprechen konnte, jemanden, der sie
verstand. Nicht Margot und nicht Peter, der faul und verwöhnt war. Anfangs mochte
sie ihn nicht. Sie wandte sich ihrem Tagebuch zu, in dem sic Briefe an Kitty schrieb,
ein Mädchen, das sie vor langer Zeit gekannt hatte. Sic schrieb Kitty ihre geheimsten
Gedanken, denn Kitty würde die Briefe nie wirklich lesen und nie etwas weitersagen
können. Das Buch war Annes größtes Geheimnis.
Anne beschrieb ihr Leben im Hinterhaus, die Streitereien und Dramen. Sie schrieb
über ihre Liebe zur Natur, die für sie nur aus einem Stück Himmel über dem Wipfel
des Kastanienbaums vor dem Dachfenster bestand. Sie schrieb über ihre Angst, ihre
schreckliche Angst.
Und sie schrieb über ihre Gefühle zu Peter, die sich änderten, als sie älter wurde
und anfing ihn zu verstehen. Sie und Peter mochten sich immer lieber und Anne
schrieb über Liebe und Hoffnung.
Als das Tagebuch voll war, sorgte Miep für Nachschub an Papier.
Jeden Abend gingen sie alle zusammen hinunter in Herrn
Franks altes Büro und hörten Radio. Manchmal lief Anne
zum Fenster und spähte zwischen den Vorhängen hin-
durch nach draußen. Es war seltsam, die Leute auf der
Straße zu beobachten, als wäre sie selbst unsichtbar, wie
mit einem Tarnumhang. Die Menschen schienen es alle so
eilig zu haben, sie sahen ängstlich aus - und ihre Kleidung
war schäbig. Doch auch Anne war wie eine Vogelscheuche
angezogen und sie konnte nichts daran ändern.
Deutschland war dabei, den Krieg zu verlieren. Nach
Anbruch der Dunkelheit flogen viele Bombenflugzeuge
über ihre Köpfe hinweg Richtung Deutschland, um deut-
sche Städte zu zerstören. Die Nacht war erfüllt von dem
eintönigen Donnern der Motoren. Wenn eine Bombe das
Hinterhaus treffen würde, müssten alle darin sterben.
Allmählich war Anne fast verliebt in Peter. Sie war
glücklich, wenn sie mit ihm auf dem Dachboden saß und
er den Arm um sie legte. Sie sprachen über das, was sie
später tun wollten, nach dem Krieg, oder sie saßen einfach
beieinander, ohne zu sprechen, während wieder ein Tag
verging und es langsam dunkler wurde. Es war eine Liebe,
so süß und so zart wie die Blüten am Kastanienbaum vor
dem Fenster.
Nun, da der Krieg last vorüber war.
waren die Menschen Im Hinterhaus
vielleicht nicht mehr ganz so vorsichtig
wie früher. Denn irgendjemand bemerkte
etwas und verriet sie.
lemand forderte das Blutgeld, das die
Deutschen für jeden gefangenen luden
bezahlten.
Und nun kam der Alptraum.
Krachen, das Splittern von Holz.
Stiefel polterten auf der Treppe, grobe
Männer in Uniformen und mit Pistolen
tauchten auf. Sie waren entdeckt worden,
es gab keine Möglichkeit mehr, wegzu-
laufen oder sich zu verbergen.
Und schon bald schraken die Menschen,
die sich über zwei Jahre lang versteckt
hatten, zurück vor der Weite, dem Licht
und der Luft.
Am 4. August 1944 wurden die acht
Untergetauchten abgeholt. Das Hinter-
haus wurde gestürmt und geplündert.
Als Miep an diesem schrecklichen Abend
hinaufging, fand sie ein Chaos vor. Annes
Tagebuchaufzeichnungen lagen auf dem
Boden verstreut. Miep sammelte alle Seiten
ein und versteckte sie in einer Schublade.
Sie hoffte gegen jede Vernunft, dass die
Familie Frank zurückkommen würde.
Aber Herr Frank war der Einzige, der nach
dem Krieg zurückkehrte. Er war von seiner
Frau und seinen Töchtern getrennt worden. Dass
seine Frau tot war. wusste er. Er betete darum, von
Anne und Margot gute Nachrichten zu bekommen.
Doch sie waren in einem deutschen Konzentra-
tionslager an Typhus gestorben. Als die schlechte
Nachricht kam. ging Herr Frank in sein Büro und
setzte sich an den Schreibtisch. Er fühlte sich
vollkommen allein. Nichts war ihm geblieben.
Doch Miep erinnerte sich an das Tagebuch. Sie
fand es und brachte es ihm. Sie sagte: »Das ist für
Sie, von Ihrer Tochter Anne.«
Anne Franks kurzes Leben war zu Ende.
Aber ihre Geschichte fing gerade erst an.
Was geschah mit Annes Tagebuch nach dem Krieg?
Ono Frank wurde von Freunden ermutigt Annes Tagebuch zu veröffentlichen. Der niederländische Verlag Coniact gab es im |uni 1 «X7 unter
dem Titel Das Hinterhaus in einer Erstaullage von 1500 Exemplaren heraus. 1m fahr 1950 erschien eine erste Übersetzung des Tagebuchs in
Deutschland und 1952 wurde das Huch In Großbritannien und in den USA publiziert. Ein Theaterstück des Tagebuchs der Anne Frank wurde
1955 uraulgtfühn und 1959 erschien der erste Ulm, der auf dem Tagebuch basiert. Das Haus, in dem Anne über zwei Jahre versteckt gelebt
hatte, wurde Im |ahr 1960 als Museum cröflnet In ihm befinden sich die Originale ihrer Aufzeichnungen Jedes Jahr wird das Anne Frank Haus
wn tast einer Million Menschen besucht Es befindet sich In Amsterdam. Prlnsengracht 267.
Die Kontaktadresse ist.
Anne Frank Haus
Posibus 730
1OOO AS Amsterdam
Niederlande
Telefon; 4-31 (0)20 5567100
Website: www.anncfrank.org
Heute gehört das A/tffle Frank Tagekutk zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Mehr als fünfundzwanzig Millionen Exemplare des Buchs
wurden weltweit verkauft und es wurde in über sedtzig Sprachen übersetzt.
Zeittafel
19 IS
II. Nov.
1920
April
1921
29 luh
1925
12. Mai
1926
16. Ftb:
1929
12. Ium
1950
14. Sepc
DeutMhUmd uaiierttkhntM ein
IttiJImsidbundsabkommen in
Compiegne, Fuakrekh Damit endet
der I. Weltkrieg.
Die toutsche ArRiterj»anei (gegründet
am 5 lanuur 1919) wird zu» Naüoudl
sozialiMiMbeu toutMhen Afhfirerpane»
(NSDAP] tos Wort Maxi ist eine Ab
kurzung für Nationalsozlallsitm.
AdWf Hiller wwd xum Führer der
NSDAP gewählt (er erfiklt M3 Stimmen
und nur eine GefenstlmMc)
Otto Frank betratet tn Aachen
Edith Ifcdiänder.
Die älteste Tochter. Margot Betty, wird
In Franktun am Main geboren
Annelies Matte (Anne) wird geboren.
1952
51 Juli
1933
Die NationalsozialiMcn werden dar
zweitgrößte Partei Im deutschen
Parlament, nachdem sie bei den Wahlen
sechs Millionen Stimmen erhalten haben
De Nazi» erhallen Ri den Mühlen 37.3%
der Stimmen
De Hitlerjugend und der Bund deutscher
Mädel werden als cdFxzielle Jugend
verbände für lungen und Mädchen
zwischen zehn und achuehn lahivn
gegründet.
30. Januar .Adolf Hitler wird zum Reichskanzler
touuchlands ernannt
Februar tos Hecht auf freie Meinungsäußerung
wird von den Nazi» eingeschränkt
Marz tochau, das Haupfknnzeniraiionslager Ihr
pMltlschc Gegner wird gebaut.
Apnl Die Gestapo (.Geheime Staatspolizei] wird
grumtet
Die Nazis erklären einen Boykott jüdischer
GesihAfic und de» Pumtfl jiidiMhe» Amt
und Juristen Ein Gesetz wird erlassen das
Nkhtaner von Reglerungsdmtern und
Uhrberufen ausschheßt.
10. Mai Bücher von Juden und pdvttschen Gegnern
der Nazis werden überall »n Devischlund
«Mlentlkli verbrannt
14. |ull Hitler verbietet alle polnischen Parteien
außer den NanceuBozUlisren.
Sommer De Franks brschlrften Deutschland zu
»erfassen. Otto Frank geht in die Meder-
lande, seine Familie bleibt bei der Groß-
mutter in Aachew
Dezember Edith und Margot Frank fahren in die
Niederlande.
1934
fvbiuar Anne kommt zum Rem der Fumtbe nach
Amsterdam
2. August Adolf Hitler vereint die Funktionen des
Rrkhspeasädenten und des Kanzlers und
wird -Führer und Reichskanzler*-
1930
7 März DvuüKhland maiuchiert ins Rheinlund
(.eine enrmilitari$ic»t« Zone nahe der
französischen Grenze) ein und besetzt es.
1938
12. Marz Deutschland annektiert Österreich.
9JI0. Nov Krisullnucht (.Rekhspogromnadn;
Jüditehe Geschärte und Synagogen in
Deutschland und ÖMeneich werden »vn
Nazibanden geplilnden und zerszbn.
1939
IS. Marz
I Sept
5. Sept
1940
10 Mal
1941
25 führ
4. |UlU
22. |unt
16 luli
LVuLsch-irkl annektiert «ix Tschechoslowakei
Dx deutsche Armee marschiert in toten ein
Großbritannien und Frankreich erklären
NAzideiiDchlaftd den krieg
Deutschland überfallt dir Niederlande
II. tot
1942
9 Januar
I. |uni
Streik in .Amsierdam gegen dir Brutalität der
Nazis gegen die luden
Die Bewegungsfreiheit der nioderländischen
luden wird eingeschränkt.
Deutschland greift dx LDSSK an |0peratkm
Barbarossa]
Otto Prunk» Büruungeslellte Miep heiratet lan
Gär» einen Sozialarbeiter und Mitglied der
niederländischen Unrefgrimdbcwcping
Deutschland erklärt der USA den Krieg.
12 Ium
14. |um
30. |uiu
5. lull
t> |uli
15. lull
15. Sepi
lüdiochen Rindern in den Niederlanden wird
cerhxen Mentlkhe Schulen xu besuchen
Alle lüdisihen Bewohner de» Niederlande,
die liier als sechs |ahrr sind, werden ge
zwungrn einen gelben Darvidsstem zu
fragen
Anno« Elften schenken Anne zu ihrem drei-
zehnten Geburtstag ein Tagebuch
Annes letzte Geburtstagsfeier in Freiheit.
De Nazis verkünden eine nächtliche Aus-
gangssperre ab acht L'hr abends für alle luden
der Niederlande
Ungut wird zum Arbeitsdienst aufgerufra
De Franks tauchen im Hinterhaus unter
Deutsch Und beginnt mit der Deportation
niederländischer Juden Ins Kceucniraiccos
lager Auschwitz-Barkrnau in toten
ludiitchen Studenten wird der Besuch der
Unive»rttÄien unterlagt
1944 20. Juli 4. Aug. Adolf Hitler entkommt knapp einem Attentat. Das Hinterhaus wird nach einem anonymen verräterischen Anruf von der Gestapo geräumt.
8. Aug. Die Franks werden in das Judendurchgangslager Westerbork ge- bracht.
25. Aug. 3. Sept. Paris wird von den .Alliierten eingenommen. Die Franks werden in einem versiegelten Vichwaggon nach Auschwitz gebracht. Es ist der letzte Transport, der Westerbork verlässt
4. Sept. 6. Oki. Die Truppen der Alliierten erreichen Brüssel. Margot und Anne werden nach Bergen-Belsen gebracht, ein Konzentrationslager in der Lüneburger Heide.
1945 6. Januar Febr./Marz Annes Mutter Edith stirbt in Auschwitz-Birkenau. Anne und Margot sterben in Bergen-Belsen im .Abstand von wenigen Tagen an Typhus.
30. April Adolf Hitler begeht in Berlin Selbstmord.
7. Mai 3. |uni Deutschland kapituliert. Otto Frank kehrt nach Amsterdam zurück, wo er Miep und |an Gies wledersieht.
1947 25. |uni Die erste Ausgabe von Annes Tagebuch erscheint in einer Auflage von 1500 Exemplaren beim niederländischen Verlag Contact.
1953 10. Nov. Otto Frank heiratet Elfriede Geiringer-Markovits und lässt sich in Birsfelden (Schweiz) nieder.
1957 3. Mai In Amsterdam wird die Anne Frank Stiftung gegründet.
1960 3. Mai In dem Haus, in dem Anne und ihre Familie sich über zwei fahre lang versteckten, wird ein Museum eröffnet.
1980 19. Aug. Otto Frank stirbt im Alter von einundneunzig )ahren.