ISBN: 3-86070-860-0

Text
                    KARI MÜLLER VERJAG



Eckhart Bartels Opel Militärfahrzeuge 190G-1956
»Anschubhilfe« für »Opel in Feldgrau«: Opel-Lastwagen wurden für das Militär strategische Einsatzmittel. © Podzun-Pallas-Verlag GmbH. Wölfersheim-Berstadt Genehmigte Lizenzausgabe für Karl Müller Verlag. Erlangen Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein ähnliches Verfahren) ohne die schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwen- dung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder ver- breitet werden. ISBN 3-86070-860-0
Opel Militärfahrzeuge 1906-1956 KARL MÜLLER VERLAG
INHALT Ein Wort zuvor 6 Das Werk des Adam Opel: 7 Nähmaschinen für Uniformen und Fahrräder für die Truppe Die ersten Lastautomobile: 9 Erprobung durch Zuverlässigkeitsfahrten Staatliche Lenkung: 10 Subventionen für Lastwagen Der Motorwagen im Krieg: 13 Fahrschule für Kraftfahrbataillone und Schwarze Korps Der Opel-Regelwagen: 23 Keine Aufträge mehr von der Reichswehr Das neue Lastwagengeschäft: 27 Vom ersten »Blitz« bis zum Werk in Brandenburg Die »S«-Lastwagen: 37 Militärische Vorgaben für Geländefähigkeit Opel im Sport: 41 Vorbereitung auf den Ernstfall Mobilmachung: 49 Opel im Kriege Rückgrat der Wehrmacht: 67 Der Opel-Blitz in vielen Ausführungen Das Opel-Maultier: 95 Mobile Basis für Raketenwerfer Der Allrad-Blitz: 103 Einsatzfähig im schwersten Gelände Titelbild: Opel-Blitz 1-Tonner, Typ 2,0-12 mit 2-Ltr.-6-Zyl.-Motor (36 PS), Bj. 1938, als Sanitäts- fahrzeug einer Panzerabwehreinheit. Ausstellungsstück im Victory Memorial Museum, Messan- cy, Belgien. (Foto: Guy Franz Arend, Founder of VMM) Abbildung auf der Rückseite: Opel-Blitz 3-Tonner Allrad als mittlerer geländegängiger Lkw A-Type, Baujahr 1944, im Besitz eines Müitaria-Sammlers. Im Hintergrund ein »Einheits-Lkw« nach Lizenz OPEL von Mercedes-Benz, Typ 701, Bj. 1945. Das Typenzeichen am Kühler war nicht werksseitig montiert. (Foto: Siegfried Maier, Aalen/Württ.)
Der Opel-Omnibus: 109 Truppentransporter, Schreibstube und Lazarett Opel Einheitstechnik: 115 Zuverlässig in jedem Gerät Planungen ohne Zukunft: 121 Die neuen Opel-Blitz 3-Tonner Ohne General Motors: 127 Das Werk im Spannungsfeld der Interessen Letztes Aufgebot: 131 Der Opel-Blitz von Mercedes Military-Orders: 135 Neuer Anfang in Rüsselsheim Helfer in der Not: 145 Opel-Feuerwehr- und Sanitätsfahrzeuge Drei kleine Allrad-Blitz: 159 Keine Aufträge von der Bundeswehr Technische Daten 169 Ausstellungen von Opel-Militärfahrzeugen 176 Quellenverzeichnis 176
Ein Wort zuvor Dieses Buch dokumentiert die Geschichte der Opel Werke im Zusammenhang mit dem Militär als Besteller und Käufer sowie als Beeinflußet und politische Macht. Opel als Produzent von Gütern des täglichen Gebrauchs hatte dabei niemals das Ziel, ein profitabler Rustungsbetrieb zu sein. Doch in einem Werk mit hohem Rationalisierungs- grad und Produktivität waren alle Voraussetzungen gegeben, auch für militärische Inter- essen eingesetzt zu werden. Die Opel-W'erke waren in ihrer 125jährigen Geschichte immer ein Teil ihres zeithistori- schen Umfeldes. Als Familienbetrieb wie auch später als Aktiengesellschaft hatte Opel immer nur das Ziel, durch große Stückzahlen gute Ouainät zu günstigen Preisen offerie- ren zu können. So zählte Opel mit zu den Besten im jeweiligen Marktsegment. Diese Ei- genschaften wurden gerade auch in Kriegszeilen vom Militär geschätzt. Hier findet der Leser erstmals eine umfassende Darstellung der Opel-Geschichte im Zu- sammenhang mit dem Militär. Die Basis bilden Unterlagen der Adam Opel AG, bekann- te Ouellen und mein Archiv, das mit Hilfe einiger Ah-Opel-Freunde um neue Details er- gänzt werden konnte. Im wesentlichen ging es mir um technische Entwicklungen und Modellgeschichte, die oft von Automobil-historisch Interessierten, von Militaria- Sammlern und Modellbauern nachgefragt werden. Bei der Zusammenstellung haben viele Freunde in der Ali-Opel-Interessengemeinschaft milgearbeitet, für deren Hilfe ich mich ganz besonders bedanke. Stellvertretend möchte ich hier nur den ehemaligen Mitarbeiter der Opel-Pressestelle Bodo Fischer sowie Hans- Joachim Raab und Carsten Messer nennen. Sie zeigten mir Archiv material, welches bis- her unbekannt war oder nicht in diesem Zusammenhang veröffentlicht wurde. Ronnenberg, im Herbst 1994 Eckhart Bartels Opel-Fahrräder heim paramilitärischen Arbeitsdienst 1935.
Das Werk des Adam Opel: Nähmaschinen für Uniformen und Fahrräder für die Truppe 1862 gilt als das Gründungsjahr der heutigen Adam Opel AG. Es war das Jahr, in dem Otto von Bismarck von König Wilhelm 1. zum Preußischen Ministerpräsidenten und Außen- minister ernannt wurde. Bis zum deutsch-fran- zösischen Krieg von 1870/71 folgten drei von ihm provozierte Militäreinsätze. Eine Zeit, die nach Soldaten in Uniformen rief, sorgte auch für Aufschwung bei Schneidern und Fabrikan- ten für Nähmaschinen. Adam Opel hatte da- mals seine Wanderjahre beendet und 1862 in einem Rüsselsheimer Kuhstall seine erste Näh- maschine zusammengesetzt. Dies waren Näh- maschinen, die noch sensible Gußteile aus Frankreich erforderten. Durch den Krieg von 1870/71 wurde zwar vorübergehend die erfolg- reich begonnene Nähmaschinenproduktion beeinträchtigt, doch konnten schon bald ver- besserte Modelle den Absatz neu beleben. Für Adam Opel war der Krieg gegen Frank- reich schnell vergessen. Seit seinen I^htjahren in Paris hatte der Firmengründer immer eine besondere Vorliebe zu Frankreich beibehaltcn und konnte bald nach Kriegsende seine intensi- ve Handelsbeziehung fon setzen. So blieben ihm auf einer seiner Geschäftsreisen nach Paris auch die ersten englischen Fahrräder nicht ver- borgen. Fahrräder, die ab 1886 in seiner Fabrik in Rüsselsheim am Main weiterentwickelt und zu echten »Rennern« vervollkommnet werden konnten. Über 16000 Einheiten verließen um die Jahrhundertwende das Mainstädtchen. Das Fahrrad wurde ein volkstümliches Verkehrs- mittel und Opel damit der größte Zweirad- Produzent auf dem europäischen Kontinent. Auch die deutschen Militärbehörden hatten das Fahrrad als wichtiges Hilfsmittel erkannt und besonders robuste Konstruktionen den Militärradfahrem in den einzelnen Truppentei- len zugeordnet. Anfangs nur als Ordonnanzen, sah man die Militarradfahrer in den großen Manövern vor dem ersten Weltkrieg auch als Patrouillen und in Erkundungsabteilungen. In den letzten Friedensjahren stieg dadurch der Opel-Fahrradausstoß auf über 38000 Stück. Die erste Opel-Nähmaschine von 1862. Fahrradwerbung 1902: Warentransport nach Kiaotschau.
1916: Eine Marine- Radfahrerkompanie auf dem Vormarsch in Flandern. Während der Kriegsjahre stagnierte die Her- stellung bei 10000 Tourenrädern jährlich. Neben den traditionellen Waffengattungen und Truppenarten belebten in den Monaten des ersten Weltkriegs lange Radfahrerkolon- nen die Landstraßen: Infanterie zu Rad, Jäger- Radfahrerabteilungen und Radfahrerkompag- nien. Oft waren es geübte Radler und Rad- sportler, die »ihre Maschine« bestens be- herrschten, sei es in vorderer Kampflinie oder um »telegraphische Verbindungen« aufzubau- en oder zu ersetzen. So wai das Fahrrad, und insbesondere seine »Pneumatik«, zum kriegs- wichtigen Artikel erklärt worden. In der Hei- mat wurde das Fahrradfahren untersagt, Rä- der und Reifen für die kämpfende Truppe ein- gezogen. Ausnahmen von diesem Verbot wur- den erteilt, insbesondere für die inzwischen zahlreich heimgekehrten Invaliden, die Spezial- räder oder Dreiräder benutzen konnten. In diese Zeit fielen auch die ersten Versuche mit Klapprädern, die die internationalen Mit- bewerber bereits auf den Weltausstellungen in Paris und London gezeigt, die aber in Deutsch- land kaum Beachtung gefunden hatten Jetzt mobilisierte auch die französische Armee ihre Soldaten durch kleine, handliche und leicht zu tragende Räder. Doch kampfentscheidend wa ren diese Spezial-Klappräder nicht. So mußte auch Opel alsbald wegen fehlender Mitarbeiter und Rohstoffe die Versuche für eine Serienpro- duktion von Klappt ädern einstellen. Für die Militärbehörden war es wichtiger, den dringen- den Bedarf an Militärlastw'agen zu decken, war doch das Opel-Werk zwischenzeitlich zu einem der wichtigsten Heeres-Liel eranten ausgebaut worden, der jährlich über 1000 Lastwagen der 3-Tonner-Klasse abzuliefern hatte.
Die ersten Lastautümobile: Erprobung durch Zuverlässigkeitsfahrten Opels Einstieg in den Auromobilbau erfolgte 1899 durch Übernahme der Motorwagenfabrik Lutzniann aus Dessau. Die Konstruktionen des ehemaligen Hofschlossers erwiesen sich jedoch als wenig tauglich, so daß alsbald neue Koope- rationen mit Renault und Darracq gesucht wurden, von denen letztere bis 1909 erfolgreich verlief. 1902 beteiligte sich die Nähmaschinen- und Fahrradfabrik an der Hamburger Auto- ausstellung mit einer ersten eigenen Konstruk- tion, dem Opel 10/12 PS-Moiorwagen. Bereits zwei Jahre später bot Opel auch sein erstes Nutzfahrzeug an. ein auf Basis des 10/12 PS-2- Zylinder-Modells entstandenes »Reklamefahr- zeug«. Der »Opel-Moror-Lastwagen« haue ei- ne Tragfähigkeit von 12 bis 15 Zentner Nutz- last. Er war als Pritschen- und Kastenwagen ab Karosseriebau Rüsselsheim lieferbai. Kosteten diese Lastwagen zwischen 6000 und 6500 Gold- mark, so waren die ersten Omnibusse füi acht Fährgäste je nach Ausstattung bis 2000 Mark teurer. Aufpreis mußte auch für stärkere 30- PS-Vierzylinder-Motoren entrichtet werden. Der Verkauf von Nutzfahrzeugen begann nur zögerlich. Im ersten Jahr verließen acht, in den drei Folgejahren jeweils 17, 26 und 24 Lastwa- gen die Stadt am Main. Die Käuferschicht der Fuhrleute bevorzugte den soliden »Hafermo- tor«. Dann war sich auch das Militär einig: Mobilität für die Truppe gewährleistete nur der Schirrmeister mit seinen Zugpferden, zuwenig galt das Automobil als erprobt. So zeigte 1907 die Zulassungsstatistik im Deutschen Reich erst 957 Nutzfahrzeuge, von denen immerhin schon 75 die Opel-Schrift am Kühler trugen. Da die Erfahrungen für solide Nutzfahrzeuge fehlten, beteiligten sich alle Hersteller gern an den zahlreichen Zuverlässigkeitsfahrten oder Winterprüfungen, um ihre Produkte empfeh- len zu können. Auch das Miliär, als Auftragge- ber von allen Herstellern umworben, war als Beobachter dabei. Aber es wurde nicht nur na- Der Zar empfängt Dr. Ludwig Opel auf der Krim am Ende der Kaiserpreisfahrt »Pe- tersburg Sewastopol« 1911. tional gedacht. Besondere Anforderungen an Mensch und Material stellten die internationa- len Wettkämpfe. Dazu zählten insbesondere die Rußlandfahnen, die nur von guten Mann- schaften und zuverlässigen Automobilen be- stritten werden konnten. Das russische Militär war auf der Suche nach geeigneten Transport- fahrzeugen für die Truppe und wollte sich über den sportlichen Anreiz einen Überblick über das Angebot an I .ast wagen verschaffen. Der Wettbewerb für Nutzfahrzeuge stand unter der Schirmherrschaft des Zaren. Die »Allgemeine Automobil-Zeitung« vom 11. August 1911 be- richtete über die kaiserlich-russische Subven- tion! ahrt und über das »glänzende Debüt der neuen OPEL-Drei-Tonner-Lastwagen«, die die gewaltige Strecke Petersburg - Moskau - Pe- tersburg von rund 2000 Kilometern in »tadello- ser Verfassung und ohne jeden Defekt« zu- rückgelcgt hauen. Nur zwei Drittel der Fahrt- route führten über russische Chausseen, der Rest waren Feldwege in denkbar schlechtestem Zustand. Die Siegerfahrzeuge überzeugten auch das russische Kriegsministerium. Sofort nach Aushändigung des Kaiserpreises an Di. Ludwig Opel in Jalta wurde eine Anzahl der Opel-3-Tonncr für den Heeresdienst bestellt. Damil standen auch der russischen Armee die Erfahrungen mit deutschen Lastwagen zur Verfügung.
Staatliche Lenkung: Subventionen für Lastwagen Was die Zuverlässigkeitsfahrten zur techni- schen Weiterentwicklung der Automobile lei- steten, erreichte die staatliche Subvention von kriegstauglichen Lastwagentypen durch Steige- rung der Nachfrage. Noch spielte jedoch das Automobil in den Plänen der Heeresverwal- tung eine Nebenrolle. Als Transportmittel für Truppen und Militärgüter über längere Strecken dominierte die Eisenbahn. Viel staat- liches Kapital wollte man daher nicht in kriegs- taugliche Lastwagen investieren, zumal die technischen Entwicklungen mit jedem automo- bilen Wettbewerb deutlich sich veränderten. So kam 1908 die deutsche Heeresverwaltung auf die Idee, feldtaugliche Lastwagen und Lastzü- ge, gemeint sind Traktoren, Zugwagen und Anhänger, finanziell zu unterstützen. Jeder Käufer eines vom Heer für Subventionen emp- fohlenen Lastwagens erhielt einen einmaligen Kostenzuschuß von 4000 Mark und einen wei- teren jährlichen Beitrag von 1000 Mark für die Dauer von fünf Jahren. Damit war der Kauf- preis eines Regellastwagens über die Hälfte be- zahlt. Der so geförderte Käufer mußte seinen Lastwagen in steter Bereitschaft und technisch einwandfreiem Zustand halten, was jährlich durch die Militärbehörden kontrolliert wurde. Neben diesen regelmäßigen Prüfungen und Zustandsberichten setzte sich die Heeresver- waltung auch für »Subventionsfahrten« ein, um die Leistungsfähigkeit, Solidität und Wirt- schaftlichkeit durch Militärbeobachter beurtei- len zu lassen. Diese Lastwagen-Prüfungsfahr- ten führten über mehrere tausend Kilometer und legten Konstruktionsmängel schonungslos offen. Trotzdem bewarben sich fast alle Her- steller von Lastwagen um die Teilnahme, da man sich ebenfalls einen Teil der Käufernach- frage für Subventionslastwagen sichern wollte. 1908, mit Beginn des neuen Förderungsgeset- zes, hatten lediglich vier Hersteller die Heeres- vorschriften für Subventions-Lastwagen er- füllt: Benz, Büssing, Daimler und NAG. Dies waren Fahrzeuge bis 9 Tonnen Gesamtge- wicht. Durch verbesserte Konstruktionen wur- den die Vorschriften für den »Standard-Typ« der deutschen Armee im Sommer 1911 neu ge- faßt und auf maximal vier Tonnen Nutzlast festgeschrieben. Wieder war es Büssing, der zuerst einen diesen Vorschriften entsprechen- den Lastzug im Fertigungsprogramm hatte. Am 10. November 1911 startete ein solcher Heereslastzug zu einer 2000-KilometerPrüf- fahrt, die anschließend von der Technischen Opel-Lastwagen-Chassis für 3-4 Tonnen Nutzlast.
Auch Kaiser Wil- helm benutzte 1911 ein Opel-Landaulet Korn S vom Tvp 16/35 PS. Hochschule zu Charlottenburg ausgewertet wurde. Auf diesen Vorgaben basierten die nun folgenden Ai meebestellungen bei allen wesent- lichen Lastautofabriken. Außer diesen schweren Lastzügen bewährte sich auch zunehmend eine kleinere Zahl von 3-Tonner-Lkw. Opel hatte zu dem bisherigen Angebot leichter Nutzfahrzeuge einen Lastwa- gen mit 3- bis 4-Tonnen Nutzlast entwickelt. Der Typ 16/35 PS mit 2-Zylindermotor (100 mm Bohrung und 130 mm Hub) fuhr auf Voll- gummibereifung 25 km/h Höchstgeschwindig- keit und erreichte selbst bei voller Beladung noch 20 km/h. Ab Werk war auch nur das Chassis mit vorderen Kotflügeln für 12.500 Mark zu beziehen. Die unterschiedlichen Auf- bauten gab es auf Wunsch ab Rüsselsheim mit der modischen Torpedo-Windschutzverklei- dung für das Fahrerhaus. Für eine solche Prit- schenwagenkarosserie mußten nochmals 1800 Maik bezahlt werden, während der ebenfalls lieferbare Omnibus einen Aufpreis von 5500 Mark erforderte. Da die Heeresverwaltung auch standardisierte Anhänger finanziell förderte, konnten Fuhrun- ternehmen gleich ganze Lastwagenzüge in den Opel-Werken in Rüsselsheim bestellen. En sol- cher Einheits-Anhänger mit Vollgumrmberei- Ein Opel-Lastzug mit Opel-Anhänger von 1911.
fung kostete mit Bremserdach 3900 Mark, die einfachste Ausführung mit Eisenbereifung nur 2500 Mark. Mil Einführung dieser RegeJlasi wagen verdoppelte sich die Nutzfahrzeugpro- duktion in der Opel-Motorwagenfabrik und erreichie jährlich 150 Einheiten, Anfang 1913 waren bereits 825 Subventions- lastwagen in vielen Branchen im Einsatz. Da- bei dominierten die Brauereien mit einem .An- teil von 43 Prozent aller zugelassenen Nutz- fahrzeuge. An zweiter Stelle mit 23 Prozent stand der Warentransport, gefolgt von Ziege- leien, Mühlen und der Landwirtschaft. Spedi- tionen (nur 2 Prozent) setzten damals noch überwiegend auf das Pferd als Zugtier. Das war bei den Militärverantwortlichen nicht an- ders, nur wenige Aufgaben wie Post- und Sani- tätsdienste wurden zunächst dem Lastauto zu- geordnet. Erst im Laute des ersten Weltkrieges kamen weitere Einsatzfelder hinzu. Bei den Kavalleriedivisionen bewährte sich zunehmend der schnelle und bewegliche 3-Tonner, der von der Truppe auch als Kavallerielastkraftwagen bezeichnet wurde. So war später der Lastwa- gen das einzige Transportmittel bei den neuge- schaffenen Flieger formal ionen am Boden. Opel-Flugmotor von 1912. Opel-Lastwagen bei einer Fliegerformarion im Einsatz.
Der Motorwagen im Krieg: Fahrschule für Kraftfahrbataillone und Schwarze Korps Um die Jahrhundertwende wurde auch das Mi- litär auf das Automobil aufmerksam. 1899 fuhr in Beilin Bereits die erste Kraftdroschke, und im Herbst des gleichen Jahres öffnete erst- mals die deutsche Automobil Ausstellung in Berlin auf der Karlstraße ihre Pforten. Damals gab es nur unvollkommene Lastwagen, wäh- rend der Personenwagen schon eine gewisse Reife erreicht hatte. Es war die Zeil, in der auch die Gründung des kaiserlichen Automo- bil Clubs K.A.C. erfolgte, der die Anfänge des deutschen Heeres-Kraftfahrwesens entschei- dend begleitete. Nach dem Kaisermanover 1899, an dem einige K.A.C.-Mitgiieder teilgenommen hatten, ver- einbarte man in einem Vertrag, daß im Falle ei- ner Mobilmachung Fahrzeuge und Fahrer sich freiwillig in den Dienst der Militärbehörden stellen sollten. Am 11. März 1901 beschloß die Heeresverwaltung, ein »Selbstfahrer-Kom- mando« unter Leitung eines Hauptmanns bei der Versuchsabteilung der Verkehrstruppen in Berlin einzurichien. Die Mannschaften wurden zunächst von den Eisenbahnlruppen übernom- men und als Fahrpersonal ausgebildet. Als be- sonders erfolgreich wurde diese frühe Phase bewertet, da damals die ersten Vorgaben für Militär-Lastwagen entstanden, die 1908 in Preußen, 1909 in Bayern und anschließend auch in Österreich-Ungarn als »Subventions- typ« allgemein verbindlich wurden. Am 1. April 1907 endete das Stadium der Ver- suchsabteilung und die 150 Mann starke »1. Kraft fahrabteilung der Verkehrst nippen« konnte zusammengestellt werden. Dieses »Ber- liner Kraftfahrbataillon« auf dem Tempelho- fer Felde hatte die Aufgabe, neue Militärfahrer auszubilden. So vergrößerte sich alsbald die er- ste deutsche Spezialabteilung für das Militär- kraftfahrwesen, die vier Jahre danach am 1 Apnl 1911 der neu errichteten »Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens«, kurz ILuK, unterstellt wurde. Sie durften nach dem 11. September 1911, ennächtigt durch das Kriegsministerium, die begehrten »Fahrerlaub- nisscheine« ausstellen. Die geprüften Fahr- schüler erhielten außer der Uniform die für den Fahrdienst erforderliche schwarze Lederklei- Russische Kaiserpreisfahrt vom 20. bis 29. September 1911 mit drei Opel-Wagen der Herren Dr. Opel, Michel und Jörns.
düng und das goldene »K« auf den Achsel- klappen. Die so kenntlich gemachten »Schwar- zen Korps« waren mit Beginn des Krieges als Feldpost fahret oder in Sanitätskrafrwagen-Ab- teilungen (»Sanka«) im Einsatz. Sie erfühlen aber auch die Nachschubbedürfnisse der Trup pe mit Fleischtransportern oder Küchenwagen sowie in den neuen Fliegerformationen und Feldluftschiffer-Abteilungen. Fast überall wa- ren die »Schwarzen Korps« notwendige Helfer geworden. Im August 1914 bestand das Feldkraftfahrwe- sen aus 114 mobilen Kraft formal ionen mit rund 200 Offizieren, 800O Soldaten und 4000 Kraftfahrzeugen einschließlich der den Kom mandobehörden und Sonderwaffen zugeteilten Wagen. So gab es im Laufe dös Krieges zuneh- mend mehr Kraftfahrzeuge bei allen Waffen- gattungen. so auch bei der Artillei le und »Mi- nenwerferwaffe« und bei der mobilen Nach- richtentruppe, die mit Funkstationen in Spe- zialkraftwagen ausgerüstet wurden. So deckte der Etappen-Kraftw agenpark den Bedarf an Mannschaften, Fahrzeugen und Be- triebsstoffen. Allerdings war der Materialver- brauch an den Fronten größer als in Deutsch- land das notwendige Rüstungsgut produziert werden konnte. Die Kapazitäten der etwa an- denhalb Dutzend Fabriken für Subventions- lastwagen zu Beginn des Krieges waren voll ausgelastet und zwischenzeitlich von weiteren zehn Herstellern von Heeresautomobilen er- gänzt worden. Die Opel Werke hatten durch die Großaufträ- ge der Beschaffungsämter die Produktion auf den 3-Tonner-Lastwagen konzentriert, von dem monatlich fast 100 Exemplare ausgeliefert werden konnten. Aber auch rund 40 kleinere Personenwagen für Meldereinsätze und Späh- trupps kamen jeden Monat neu zum Militär. Besonders bew'ährte sich im militärischen All- tag das schon in Friedenszeiten beliebte Opel »Püppchen« vom Typ 5/14 PS. Man land es als Kurierwagen an allen Frontabschnitten. Aber Opel hatte neben dem Fahrzeugbau auch eine auf Hochtouren arbeitende Motorenpro- duktion. Der vor dem Krieg entstandene Vier- zylinder-Flug-Motor mit paarw eise zusammen- gegossenen Zylindern, der bei 1250 Umdre- hungen pro Minute eine Leistung von 60 bis 70 PS erzeugte, erwies sich als zu schwach im har- ten Kriegsalltag und mußte im 1-aufe des Krie- ges zugunsten eines in Lizenz produzierten 6-Zylinder-Flugmotors von Argus und später Aus einem Privatalbum: Ein Opel beim Stab der 208. Infanterie-Division.
auch von BMW ersetzt werden. 1915 ent- wickelte man als Ersatz für den eigenen rauhen 4-Zylinder einen 6-Zylinder-Flugmotor, der bis zu 1450 Touren drehen konnte. Ein Jahr später setzte man dieses Aggregat probew eise in einen Personenwagen, der damit der erste Opel- Sechszylinder-Pkw wurde. Der als Typ 18/50 PS bezeichnete Opel-Wagen fand in nur weni- gen Exemplaren Verwendung als Offiziersau- tomobn. Der Drahn aller Opel-Großwagenmo- toren schöpfte bis zu 56 PS aus 4705 ccm Hu- braum. Als Flugmotoren wurden über 100 sol- cher Maschinen monatlich an die Flugapparate herstellende Industrie geliefert. Die ausgebildeten Kraftfahrer und Automobil- Mechaniker fanden auch ein weites Einsatzfeld m den Etappen-Kraftwagen-Parks. Diese hat- ten die Aufgabe, die Mobilität und Einsatzbe- reitschaft der motorisierten Verbände zu erhal- len. Damit war auch der Dienst in der Etappe nicht leicht. Ein Tag begann morgens um 6 Ohr. Nach dem Kaffee mußte eine halbe Stun- de exerziert werden. Erst dann folgte die ei- gentliche Aufgabe: Man setzte Kraftwagen in- stand bzw. schleppte diese von den Nach- schubwegen em. Ein großer Omnibus nahm die Schreibstube auf. Bürokratisch wurden die reparierten Fahrzeuge und Ersatzteile erfaßt. Zehn bis fünfzehn Soldaten mit einem Kolon- nenführer widmeten sich einem Reparaturvor- gang, nur unterbrochen von den Pausen und dem gemeinsamen Mittagessen. Der tägliche Einsatz in einem Etappenpark endete um 18 Uhr, manchmal auch erst um 19 Uhr mit dem Antreten zum Paroleempfang. Der Etappenkraftwagenpark richtete sich hin- ter der Front ein. Als Standorte bevorzugte man Fabrikanlagen, in deren Schutz die mobi- len Einrichtungen teilweise unter großen Zelt- planen gut getarnt werden konnten. Da gab es eine Schmiede zur Achsreparatur, Tischlerei für die Aufbauten, Glaserei, Klempnerei, Satt- lerei, Schneiderei und sogar eine Schuhmacher- Werkstatt. Eine besondere Arbeitskolonne überholte Motoren, da oft die strapazierten Maschinen neu gelagert werden mußten. In ei- nem Gummidepot wurden Decken und Schläu- che repariert. Das notwendige künstliche Licht für den Park lieferte ein Beleuchtungswagen, dessen Dynamo auch die Elektromotoren der Werkstatt mit Elektrizität versorgte. So stellte ein Kraftwagenpark der Armee Brennstoffe, Öl, Bereifung, Ersatzteile und W’erkzeuge zur Verfügung. Um immer genügend Material vor- bei der Prüjungsfahrt für leichte Wagen des Kriegsministeriums am 27. März 1912 wird ein Opel 5/10 PS Modell 1910 auf einen Pritschenwagen verladen.
Garage der »Automobilrotte« des. russischen Kriegsministers im März 1912. Eine Etappe an Osten: Kraftwagenpark für den Stab des Generaljeldmarschalls v. Hindenburg.
rätig zu haben, mußten die Schleppkolonnen pausenlos unterwegs sein. Man sammelte die defekten, aber auch zerschossenen Automobile ein, damit alles Verwertbare demontiert wer- den konnte. Der Rest blieb auf einem »Fried- hof« neben dem Etappenpark, bis ein Bahn- transport in die Heimatfabriken zusammenge- stellt werden konnte. So war im Etappen- Kraftwagenpark ein umfangreiches Lager an Rohmaterialien, Federstahl, Eisen und Mes- sing für den eigenen Bedarf wie auch für die fahrbaren Werkstätten vorhanden. Diese mo- bilen Einrichtungen für kleinere Instandsetzun- gen folgten direkt den Kraftfahrtruppen, um Defekte an Ort und Stelle beheben zu können. Doch je länger der Krieg andauerte, desto knapper wurden die Rohstoffe und Vorräte. Die Bestände in den Benzinlagern von 76000 to bei Ausbruch des Krieges waren schnell ver- braucht. Da Nachschub aus Galizien und Ru- mänien ausgeschlossen war, wurde die heimi- sche Benzolherstellung neu aktiviert. Deshalb setzte der General-Quartiermeister schon 1915 allgemeine Richtlinien für das Kraftfahrwesen fest. Dazu zählte auch die Beschränkung des Verkehrs in der Heimat auf rein dienstliche Zwecke sowie die Einziehung weiterer Kraft- fahrzeuge zum Kriegsdienst. Dies wiederum er- höhte den Kraftstoffverbrauch, der auch vom Benzol nicht ausreichend gedeckt werden konnte. So kamen auch die Bestände für Spiri- tus, den man mit Benzol mischen konnte, un- ter Heeresverwaltung. Aber auch Kautschuk für die Gummibereifung war mit Ausbruch des Krieges knapp geworden. Die kämpfende Truppe erhielt alsbald wegen Gummimangels bis auf wenige Ausnahmen nur noch Lastwa- gen mit Eisenbereifung, was den Betrieb erheb- lich erschwerte. Nur noch für das Alpengebiet und die Karpaten kamen gummibereifte Auto- mobile zum Einsatz. Gleichzeitig entwickelte man als wenig passende Antwort auf die ersten Panzer der Entente Flugabwehrkanonen auf Kraftwagen (Kflaks), die mit 4-Rad-Antrieb ei- ne erhöhte Mobilität und Feuerbereitschaft nach allen Seiten entfalten sollten. Aber auch kleinkalibrige Geschütze für Personenwagen und Feldkanonen auf Lastwagen waren Errun- genschaften der letzten Kriegsjahre. An diesen Entwicklungen war Opel nicht betei- ligt. Man hatte zwar 1905 ein gepanzertes Fahrzeug für höhere Truppenführer auf Basis eines Opel-Darracq vorgestellt, das jedoch bei der Heeresleitung kein Interesse fand und des- Feldpostkarte von 1916: Vorne ein Opel Typ 10/24 PS von 1912, im Hintergrund ein Fahrzeug mit Schutzeinrichtung gegen quergespannte Seile. Palast-Hörei in Brüssel. Original-Aufnahme mit Genehmigung der deutschen Kommandantur in Brussel
Der erste gepanzerte Opel von 1905, der als »Kriegswagen« für höhere Truppen) ührer vorgesehen war. Es blieb mangels Interesse bei einem Exemplar. Im Kriegsalltag von 1915: Ein großer Opel Typ 25/55 PS am 16. September in Gallipoli, Türkei.
wegen auch nicht von Seiten der Motorwagen- fabrik weiterverfolgt wurde. So blieb es bei den kriegsbedingten Produktanpassungen. Trotz erheblicher Einschränkungen wegen fehlender Kräfte und Material wurden bis zum Waffen- stillstand am 11. November 1918 über 4600 Miliiärlastwagen, 2400 Personenwagen, 52000 Fahrräder und über 4000 Flugmotoren produ- ziert. Als die Franzosen im Dezember 1918 das Rüsselsheimer Werk besetzten, beschlagnahm- ten sie toial verbrauchte Werkzeuge und Ma- schinen. Der Produktionsstop beendete die Zwangsarbeit von 600 Kriegsgefangenen. 4515 Opel-Werker mußten vor den Toren bleiben. 191 Mitarbeiter waren im Krieg gefallen. Doch für fast acht Millionen Menschen hatte der er- ste Weltkrieg ebenfalls nur den Tod gebracht Eine Kraftwagenkolonne für Fleischtransport auf dem Marktplatz von Anizy in Frankreich. Gegen Ende des Krieges in Rumänien: Kraftfahrer beim Wiederaufbau eines Küchenwagens auj Opel-Fahrgestell.
Küchenwagen einer Fe/dkraf[Wagenkolonne.

Kraftfahrerrast vor ihren Opel- Militärlastwagen.

Ein Opel 10/24 PS als »Dunkelkammerwagen« für Fotografen, ebenso geeignet als Kranken- transportwagen. Abbildungen und Texte dazu in einem spateren Kapitel. Ein Opel-Omnibus beim Mihtäreinsatz in Serbien 1916
Der Opel-Regeiw agen: Keine Aufträge mehr von der Reichswehr Die im ersten Weltkrieg eingesetzten Fahrzeuge entsprachen weitgehend dem zivilen Vorkriegs- angebot. Knegsspezifische Änderungen erfolg- ten im Motorenbau und in der Verstärkung der strapazierten Antriebseinheiten und Fahrwer- ke. Panzerungen, Spezialaufbauten oder mili- tärische Sonderentwicklungen für das Kraft- fahrzeug waren fast nicht anzutreffen. Ein von der Heeresverwaltung nach den bitteren Erfah- rungen an der Westfront bei der deutschen Stahlindustrie m Auftrag gegebenes Panzer- fahrzeug konnte Mitte 1918 nicht mehr in Pro- duktion gehen Mit Kriegsende war das Militär als Auftragge ber für Opel ausgefallen. Das Werk selbst von französischen Soldaten besetzt. Materialbe- schränkungen, abgenutzte oder demontierte Produktionseinrichtungen sowie zunehmende Inflation begrenzten die Automobilproduktion erheblich. Nur ein Fünftel der bis Kriegsende ausgelieferten 40.000 Kraftfahrzeuge hatte den Dauereinsatz überstanden. Über 4.000 der im Krieg verwendeten Lastwagen trugen das Opel- Zeichen am Kühler. Nur wenige waren nach dem Rückzug der deutschen Truppen noch fahrbereit. Für den Transportbedarf im Nach- kricgsdeulschland fehlten tragfähige Lkw. So setzte man bei Opel die Herstellung des 3-Tonners in erheblich reduzierter Stückzahl fort. Zunächst gegen den Widerstand der Be- satzer, denn der »Fahrzeugexport« vom fran- zösisch kontrollierten Rüsselsheim ins besetzte Deutschland widersprach den Zoll- und Han- dclsbestimmungen für die 50 km breite entmili- tarisierte Zone. Trotzdem konnten 1920 noch 582 Personen- und 572 Liefer - und Lastwagen zusanimengeschraubi und ausgeliefert werden. Die Opel-Lastwagen für 3 bis 4 Tonnen, die ab 1920 in Rüsselsheim entstanden, waren Nach- folger des im ersten Weltkrieg hergestellten Regel-1-ast wagens. Der Regelwagen nach den Richtlinien der Normalisierungskummission umerlag strengen Vorgaben, die man aus den Erfahrungen der verschiedenen Typen der vor- angegangenen Jahre abgeleitet hatte. Die Vor- schriften entwickelte die verkehrstechnische Prüfungskommission bei der obersten Heeres- leitung: — Fast alle Verschleißteile der verschiedenen Fabrikate müssen untereinander austauschbar sein. — Alle Muttern, Schrauben und Bolzen besit- zen einheitliches Gewinde. — Vorder- und Hinterräder sowie Zahnräder und Ketten sind zwischen den Fabrikaten aus- tauschbar. Ebenso der Kühler. — Bedienung der Gangschaltung ist bei allen Modellen gleich. — Maße für Aufbauten sind einheitlich. Opel lieferte den Pritschenaufbau aus eigenen Werkstätten mit abklappbaren Bordwänden. Eine Segeltuchüberdachung ruhte auf vier ab- nehmbaren Spriegeln. Seitlichen Lederschutz erhielt die Fahrerkabine, die nur ein festes Dach und eine ausstellbare Frontscheibe besaß. Als Brennstoffverbiauch wurden für den mit drei bis vier Tonnen beladenen Opel-Regel- wagen für eine Distanz von 100 Kilometern zwischen 32 und 35 Liter Benzol angegeben. Als Antrieb diente ein 4-Zylinder-40-PS-Motor mit 115 mm Bohrung und 156 mm Hub. Zusammen mit den ebenfalls angeboienen Opel 0,5to-, 0,75to- und Ito-Lieferungswagen (Baureihe 1919/1920) und den Opel-Lkw für 1,5- und 2-Tonnen-Nutzlast wurden vom Re- gel-3-Tonner in den unruhigen Jahren nach dem 1. Weltkrieg bis 1924 nur rund 2000 Fahr- zeuge gebaut. Auch nach Ende der Inflation und Einführung der Rentenmark im Dezember 1923 blieb der Verkauf von Lastwagen unbe- friedigend: Neben dem ersten am neuen Fließ- band gefertigten Opel »Laubfrosch« werden nur noch 154 Last- und Lieferwagen verkauft. Dann erst folgte eine neue Generation von klei- nen Lieferwagen und mittleren Lastwagen für den zivilen Bedarf. Die Produktion des klobi- gen Regellastwagens wurde eingestellt, denn auch das Militär kam als Käufer nicht mehr nach Rüsselsheim. Die Reichswehr hatte 1926 ohnehin eine verbesserte Geländefähigkeit von
Restaurierter Opel-3-Tonner, Baujahr 1915 (Museum Sinsheim) Opel-Prospektabbildung des Regelwagens von 1920.
Militärfahrzeugen im Sinn und übertrug die Entwicklung von dreiachsigen Lastwagen an andere Hersteller. Damit konnte sich das Opel- Werk ganz dem neuen Markt für Kleinwagen widmen. Und dies mit Erfolg. Diese Vorgaben zeigten, daß der markanteste Teil zur Unterscheidung der einzelnen Typen, der Kühler, bei allen Regellastwagen identisch war. Der Röhrenkühler hatte den Vorteil, daß nach Abschrauben der oberen Wasserkammer undicht gewordene Röhren sich leicht ersetzen ließen. So konnten Werkstätten und Fuhrleute die Reinigung des Kühlsystems erheblich einfa- cher durch führen. OPEL-Lastkraftwagen Auch der Antrieb über Kardanwelle und Diffe- rential, der »Kardan-Antrieb«, war neben dem altbewährten Kettenantrieb lieferbar. Die Vor- teile des verschleißarmen Kardanantriebs konnten aufgrund der Verwendung von Eisen- rädern und der damit verbundenen starken Er- schütterungen nicht für alle Fahrzeuge genutzt werden. Im Normalfall lieferte man daher den aus Vorkriegstagen bekannten Kettenantrieb, der starker Verschmutzung und Abnutzung unterlag. Hier wurde die Kraft vom Wechsel- getriebe nicht direkt auf die Hinterachse, son- dern durch ein zweigelenkiges Kardan auf ein Vorgelege übertragen. Zwei Rollenketten sorg- ten dann für den Antrieb auf die an den Bremstrommeln befestigten großen Zahnkrän- ze der Hinterräder. Das Konstruktionsprinzip der Blitz-Schnell- lastwagen war vom Start erfolgreich: Geringes Eigengewicht verbunden mit hoher Nutzlast führte zum Einsatz in fast allen Branchen. Auf der internationalen Automobil-Ausstellung am Kaiserdamm in Berlin waren die Opel-Messe- stände ständig umlagert. Neben den neuen 1,8-Liter-Sechszylinder-Personenwagen, die das besondere Interesse von Reichspräsident von Hindenburg weckten, zeigte Opel die neu- en 2,6-Liter-4-Zylinder-Eineinhalbtonner und den 2-Tonner Blitz-Lastwagen mit 3,5-Liter-6- Zylinder. Auch die Reise- und Busuntemehmer bewunderten einen außergewöhnlich schönen 3,5-Ltr.-Blitz-Omnibus für 24 Personen. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation, die Konjunktur war weiter zurückgegangen, konnte sich der neue Blitz mit 17 Prozent Ver- kaufssteigerung gegenüber Vorjahreswerten gut gegen die Mitbewerber durchsetzen. Im Sommer 1931 kamen zusätzlich ein 2-Tonner mit langem Fahrgestell sowie ein 2,5-Tonner ins Programm. Damit baute die Adam Opel AG über ihr weitverzweigtes Händlernetz den Lastwagenverkauf in allen Branchen aus. Ge- zielt wurden den Verkäufern Abnehmer-Ana- lysen für Handwerker, Spediteure, Brauereien, Kaufhäuser, Omnibusbetriebe und Kommu- nen gegeben. Für letztere standen Krankenwa- gen-, Feuerwehr- und Entsorgungsaufbauten zur Verfügung. Nur eine Zielgruppe fehlte, das Militär. Die Reichswehr konzentrierte in der Zeit der über sechs Millionen Arbeitslosen ihre geringen wirtschaftlichen Mittel auf das 1928 begonnene Beschaffungsprogramm. Dabei fanden Opel-Fahrzeuge keine Berücksichti- gung. Letztlich hatte sich auch Opel nicht um Entwicklungs- oder Herstellungsaufträge der Reichswehr bemüht, war man doch in Rüssels- heim an einer Motorisierung breitester Bevöl- kerungsschichten interessiert. Erst nach der Machtübernahme durch die Na- tionalsozialisten und ihre Arbeitsbeschaffungs- Programme wurde die Nachfrage der Wirt- schaft wiederbelebt, was bei Opel bis zum März 1935 die monatliche Produktion auf 11.500 Personen- und Lastwagen ansteigen ließ. Damit waren erstmals Kapazitätsgrenzen erreicht, die den Gedanken an eine zweite Pro- duktionsstätte reifen ließen.
Opel-Dreitonnen-Lastwägen Regelwagen nach den Richtlinien der Normalisierungskonimission Der Opel-Dreitonnen - Lastkraftwagen, für eine Nutzlast von 3U00 kg gebaut hat alle Vor- züge, welche der Kauter in der heutigen Zeit an einen Last- wagen stellen kann Die Kon- struktion des Fahrzeuges ist einfach und in allen Einzel- heiten bis aufs kleinste ausge- probt, da diese Type in wesent- lich der gleichen Form seit mehr als 20 Jahren von der Firma Opel in sehr vielen Ausfüh- rungen gebaut wurde Für die Güte dieses Wagens in seiner heu- tigen Ausstattung insbesondere auch seine Zuver- lässigkeit und Leistungsfähigkeit spricht denn auch die allgemeine Zufriedenheit meines groben Kunden- kreises. lieber die Einzelheiten des Opel Dreitonnen- Lastkraftwagens sei folgendes bemerkt: Der normale Pritschen - Aufbau ist ein Wagenkasten mit klappbaren Seitenwanden und ebensolcher Rückwand Abgedeckt wird er durch eine aut 4 FTansiangen ruhende Segelfuchüber- dachung, welche sich abnehmen läßt. D;e Plan- stongen sind an zwei Bügeln betestigt, welche ab- nehmbar am vorderen und hinteren Ende der Plattform angebracht sind. Die Pritsche hat einen aus kräftigen Längsbuhlen hergestellten Boden und zeichnet sich be- sonders durch ihre wider- standsfähige u. äußerst solide Bauart aus. Sie gewährleistet eine gleich- mäßige Vertei- lung der Ge- samtlast über den ganzen Fahrzeugrah- men Die Sei- tenwände hän- gen in starken geschmiedeten Scharnieren und können auch nach der Herausnahme der Scharnierbolzen abge- nommen werden. Es werden selbstverständlich auch andere Aufbauten ganz nach Wunsch und für ver- schiedenartigste Spezialzwecke nach besonderer Ver- einbarung geliefert. Um die Seitenwände, sowie Vorder- und Rückwand miteinander zu verbinden, sind starke Hakenverschlüsse angebracht Ferner sind die Kanten der Seiten- bezw. Ruckwände mit Schutzbeschlagen aus Winkel- und Flacheisen ver- sehen, um so eine Beschädigung beim Auf- und Abladen zu vermeiden Unterhalb des Pritschen- bodens aut der linken Fahrzeugseite befindet sich ein Kasten der zur Werkzeugaufbewahrung dient. Titelseite des Verkaufsprospekts von 1920, 26
Das neue Lastwagengeschäft: Vom ersten »Blitz« bis zum Werk in Brandenburg Mit Fortfall des Militärs als Auftraggeber für Lastkraftwagen bot Opel hauptsächlich vom Personenwagenprogramm abgeleitete Licfer- und Kleinlastwagen an. Dies sollte sich erst wieder ändern, als 1929 das amerikanische Au- tomobilunternehmen General Motors zunächst 80 Prozent und später den Rest der zur Aktien- gesellschaft umgewandelten Adam Opel KG übernahm. Ertahren durch das weltweite Ge- schäft, erkannten die Markeiingstraiegen von GM, daß in Deutschland der Lkw-Verkauf ausbaufähig war. Dazu trennte man Anfang 1930 konsequent das Personenwagen- vom Lastwagengeschäft durch Aufbau einer neuen Abteilung. Opel übernahm das Konzept vom Chevrolet-Lasi wagen und die Fenigungsein- richtungen vom Buick-Marquette-Motor. Der 2-ro-Lastwagen ergab einen neuen Lkw-Typ, mit dem Opel m den dreißiger Jahren überaus erfolgreich werden sollte. Für die 1,5- und 2-to-Lasrwagen mußte die Opel-Reklameabteilung als verkaufsföideinde Maßnahme einen international verständlichen Produklnamcn finden. Man wählte dafür die Form des Preisausschreibens. Auf die Gewin- ner warteten eine neue 4-PS-Limousine sowie vier 500-ccm-Motorräder Opel-Motochib, aus der aufgegebenen Fertigung des Werks in Brand-Erbisdorf/Sachsen. Über 1,5 Millionen Einsender beteiligten sich an der Namensge- bung Am 24.Z25. November 1930 konnte der Verkaufsleiter P. Andersen aus Anlaß einer Händlertagung im großen Ufa-Palast in Frankfurt/Main den neuen Namen für die Opel-Lasi wagen des Jahrgangs 1931 vorstellen: OPEL-BLITZ. Ein Begriff, der auch schon um die Jahrhundertwende im eigenen Hause für em schnelles Herrenrad verwendet worden war. Das Konstruktionsprinzip der Blitz-Schnell- lastwagen war vom Start erfolgreich: Geringes Eigengewicht verbunden mit hoher Nutzlast führte zum Einsatz in fast allen Branchen. Auf der internationalen Automobil-Ausstellung am Kaiserdamm in Berlin waren die Opel-Messe- Erfolgreiche Markteinführung: Eine Wo- chenproduktion vom neuen Opel-Blitz W31 soll durch Chauffeure ab Rüsselsheim aus- geliefert werden. stände ständig umlagert. Neben den neuen 1,8-Liter-Sechszylinder-Personenwagen, die das besondere Interesse von Reichspräsident von Hindenburg weckten, zeigte Opel die neu- en 2,6-Liter-4-Zylinder Eineinhalbtonner und den 2-Tonner Blitz-Lastwagen mit 3,5-Liter-6- Zylinder. Auch die Reise- und Busunternehmer bewunderten einen außergew'öhnlich schönen 3,5-Ltr.-Blitz-Omnibus für 24 Personen. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation, die Konjunktur war weiter zurückgegangen, konnte sich der neue Blitz mit 17 Prozent Ver- kaufssteigerung gegenüber Vorjahreswerten gut gegen die Mitbewerber durchsetzen. Im Sommer 1931 kamen zusätzlich ein 2-Tonner mit langem Fahrgestell sowie ein 2,5-Tonner ins Programm. Damit baute die Adam Opel AG über ihr weitverzweigtes Händlernetz den Last wagen verkauf in allen Branchen aus. Ge-
Spezial Kastenwagen für Großstadtbetriebe wie Zeitungen, Warenhäuser usw. Spezial Kastenwagen für Wäschereien, Reinigungsan stalten usw. für alle Sonderzwecke Die starken, widerstandsfähigen Blitz Fahr- gestelle eignen sich hervorragend für den Aufbau von Spezialkarosserien, wie sie von wichtigen Zweigen der Industrie und des Handels zur wirtschaftlichen Gestaltung des Transportdienstes benötigt werden oder wie sie sich für öffentliche Betriebe als zweckmäßig erweisen. Spezial Omnibus für 24 Fahrgäste Auch in diesen Sonderfällen sprechen vor allem Gründe der Re'4abilität_für, die Ver- wendung der Blitz Fahrgestelle. Die Preise dieser Fahrgestelle — mit und ohne Führer- haus— sind so niedrig, daß in vielen Fällen die Kosten für ein Blitz Spezialmodell ge- ringer sind als die fürNormalausführungen anderer Fabrikate. Der günstige Radstand ermöglicht den Aufbau von Karosserien mit praktischer Raumausnutzung. 5 to Spezial-Sattelschlepper 2 1
an- Spezial Möbelwagen mit besonders langem Radstand Spezial Stabholz Kastenwagen für Warenhäuser und ähnliche Betriebe Spezial Fleischerei Muldenwagen Spezial Flaschentiansportwagen für Brauereien, Mine- ralwasserfabriken usw. Spezial Omnibus für 28 — 30 Fahrgäste Spezial Omnibus für 12 16 Fahigäste 2 1/2 to Pritschenwagen mit Vierradanhanger Spezial Kranken« agen Opel-Blitz für jeden Kunden, über nicht fürs Militär.
zielt wurden den Verkäufern Abnehmer-Ana- lysen für Handwerker, Spediteure, Brauereien, Kaufhäuser, Omnibusbetiiebe und Kommu- nen gegeben. Für letztere standen Krankenwa- gen-, Feuerwehr- und Entsorgungsaufbauten zur Verfügung. Nur eine Zielgruppe fehlte, das Militär. Die Reichswehr konzentrierte in der Zeit der über sechs Millionen Arbeitslosen ihre geringen wirtschaftlichen Mittel auf das 1928 begonnene Beschaffungsprogramm. Dabei fänden Opel-Fahrzeuge keine Berücksichti- gung. Letztlich hatte sich auch Opel nicht um Entwicklungs oder Hcrstellungsaufträge der Reichswehr bemüht, war man doch in Rüssels- heim an einer Motorisierung breitester Bevöl- kerungsschichien interessiert. Erst nach der Machtübernahme durch die Na- tionalsozialisten und ihre .Arbeitsbeschaffungs- Programme wurde die Nachfrage der Wirt- schaft wiederbelebt, was bei Opel bis zum März 1935 die monatliche Produktion auf 11.500 Personen- und Lastwagen ansteigen ließ. Damit waren erstmals Kapazitätsgrenzen erreicht, die den Gedanken an eine zweite Pro- duktionsstätte reifen ließen. Das Opel-Lastwagenprogramm 1935: Blitz-l-Tonner-2-Liter-Sechszylinder als Chas- sis, Chassis mit Führerhaus, Kasten- und Pritschenwagen Blitz-2-Tonner-3,5-Liter als Chassis und Pritschenwagen mit einem Radsiand von 3.41 und 4 Meter Blitz-2,5-Tonner-3,5-Liter als Chassis und Pritschenwagen mit 4 Meter Radsiand Blitz-2,5-Tonner-3,5-Liter Spezialchassis z.B. für Omnibusse mit 4,65 Metei Radsiand. Außerdem können Fahrgestelle mit Hilfe einer besonderen Hinterachsübersetzung auch als Zugmaschine für 5-Tonner-Sattelauflieger ein- gesetzt werden. Am 7. September 1935 starteten fünf Opel- Bhtz-Karawanen zur Deutsehlandfahrt als mo- bile Verkaufsschau: Elf einheitlich in rot lackierte Opel-Blitz mit verschiedenen Aufbau ten, angeführt von einem Lautsprecherwagen.
Opel-Blitz 2,0- und 2,5-Tonner 1931 1933. Neue kleine Blitz-Lastwagen auf der Opel-Verkaufsausstellung in Celle 1935.
Herbst 1935: Das neue Lkw- Werk in Brandenburg entsteht. Frühling 1936: Blick über den Silokanal auf das Werk.
Das war eine gute Ausgangsbasis für einen Lkw-Typ, der 1936 als erster deutscher Last- wagen den Vorschriften des Reichsverkehrsmi- nisters für geländegängige Serien-Lastwagen entsprechen sollte. Am 1. April 1935 beschloß der Aufsichtsrat der Adam Opel AG den Bau einer neuen Last- wagenfabrik in Brandenburg an der Havel, und schon zwölf Tage später erfolgte der erste Spatenstich in Anwesenheit hoher Militärs. Die Entwicklungen für einen verbesserten Opel-3- Tonner standen vor dem Abschluß und erfor- derten neue Produktionseinrichtungen für eine kostengünstige Großserienfertigung. Opel er- warb ein Areal im Nordwesten der Stadl Bran- denburg von 340 preußischen Morgen, das sind 850.000 Quadratmeter. Die neue Opel- Fabrik sollte in nur 190 Arbeitstagen zwischen Hohenzollemstraße und dem Silokanal errich tet werden. 1200 Mann arbeiteten Tag und Nacht, nach 70 Arbeitstagen stand bereits das Stahlskelett der großen Hallen und am 16. Ok- tober der gesamte Rohbau. Genau einen Mo- nat später rollten die ersten fünfzehn in Bran- denburg hergestellten Opel-Blitz vom laufen- den Band. Am 7. Januar 1936 wurde das neue Werk offiziell durch den Reichsverkehrsmini- ster Frhr. Eltz von Rübenach eröffnet. Nicht nur die Planungen für den Bauablauf er- folgten generalstabsmäßig, auch der Zuschnitt der Prodiiktionshallen w'ar ein Musterbeispiel rationeller Fertigungsabläufe. In einer riesigen, lichldurchfluteten Montagehalle von 178 x 136 Metern wurden sämtliche Arbeitsgänge vom Rohmaterial bis zum fertigen Lastw agen verei- nigt. Brachten Lastkähne über den Kanal die Betriebsstoffe, so erleichterte ein Anschlußgleis der Deutschen Reichsbahn das Entladen und direkte Lagern des Materials unmittelbar im W erk. Auf dreizehn parallel verlaufenden Ma- schinensi raßen entstanden die Kurbel- und Nockenwellen, Zylindeiblöcke, Getriebe und Rahmen, Vorder- und Hinterachsen. Die Stücke wanderten auf 27 vollautomatischen Transport bändern mit insgesamt fünf Kilome- tern Länge bis zum Fenigmomageband, von dem bereits zu Beginn der Produktionsaufnah- me in einer achtstündigen Schicht täglich 50 Lastwagen rollten. Das Werk begann mit einer Belegschaft von 680 Beschäftigten, die sich jedoch bis Ende 1936 mehr als verdoppelte und einen Ausstoß von ca. 20.000 Opel-Blitz jährlich erlaubte. Eröffnung 7. Ja- nuar 1936: Reichs- verkehrsminister Freiherr von Eltz- Rübenach, Beiriebs- führer Dr. R. A. Fleischer und Korpsfiihrer Hühn- lein vor dem »Blitz 2,5-Tonner«.
Eine von 13 Maschinenstraßen verarbeiten das Rohmaterial zu einbaufertigen Teilen, wie hier die Hinterachsen. Eine Tagesproduktion erwartet Probefahrt und Abnahme.
Das Montageband Ende 1936 mit den ersten neuen 3-Tonner-Lasrwagen (2. Fahrzeug).
Automobil-Ausstellung 1938: Vom P4-Geschäftswagen zum Blitz mit 1.0-, 1,5- und 3-Tonnen Nutzlast.
Die »S«-Lastwagen: Militärische Vorgaben für Geländefähigkeit »Wenige Typen - große Stückzahlen« war das Motto der Adam Opel AG. Dieser Grundsatz wurde auch rm Lastwagenbau konsequent an gewendet. So konnten schneller als bei anderen Herstellern neue Konstruktionen realisiert und Verbesserungen in die Serie einfiießen. Mit dem Blitz-Schnellastwagen war Opel schon zu Beginn der dreißiger Jahre fortschrittlich mit einem »Leicht-Lastwagen« am Markt erschie- nen: Trotz 2,5-Tonnen Nutzlast haue das Fahrgestell ein sehr medriges Eigengewicht von 1550 kg. Diese Konstruktionsgrundsätze, die auch den Vorstellungen der Militärs für mittle- re Lkw entsprachen, wurden trotz anfängli- chem Mißtrauen der zivilen Käufer auch vom Wettbewerb übernommen. Damit bot der Opel 2,5-Tonner beste Voraussetzungen für einen bedingt geländefähigen Lkw. Nach wertvollen Anregungen durch das Reichsverkehrsministe- rium steigerte Opel in weiteren Vorversuchen und ständigen Erprobungen im Gelände das Blitz-Konstruktionsprinzip, sodaß die techni- schen Werte fast ohne Änderungen als S-Bedingungen für die gesamte deutsche Auto- mobilindustne verbindlich wurden. Am 28. Februar 1935 wurden im zweiten Ge- setz zur Änderung des Kfz.-Steuergesetzes die Bedingungen für geländefähige Serien-Last- wagen und damit wesentliche Erleichterungen für Nutzfahrzeugbesitzer verkündet. Ein Jahr später folgten vom Reichsverkehrsminister die Konstruktionsvorschrifien für handelsübliche Lkw mit bedingter Geländefähigkeit. Dazu zählten: 1. Günstiges Verhältnis von Eigengewicht zu Nutzlast 2. Günstiges Leistungsgewicht (bezogen auf das zulässige Gesamtgewicht) 3. Einwandfreier Lauf des Motors bei Längs- und Quemeigung des Lkw 4. Mindestens fünf Vorwärtsgänge mit Gelän- degang 5. Günstige Bodenfreiheit 6. Geringer Überhang (großer Geländewinkel) 7. Größere Verschränkbarkeit der Achsen 8. Übergröße von Felgen und Reifen Prototyp der neuen 3-Tonner-Generation mit dem Kennzeichen der hessischen Pro- vinz Starkenburg.
Premiere auf der IAMA in Berlin 1937: Opel-Bhtz 3 To n n er »geländefä- hig«., noch mir 3,5-Liter- Motor des Vorgängers. Noch im Spätsommer 1937 folgt der neue 3,6-Liter-Motor.
Der erste als »geländefähig« anerkannte Lkw war der Ende 1936 vorgestellte neue 3-to-Opel- Blitz »S«, zunächst noch mit 3,5-Ltr.-64-PS- Motor, der 1937 durch den neuen 3,6-Ltr.-75- PS-Moior ersetzt wird. Damit wurde der Opel- ßlitz »S« der Standard-Lkw' des dritten Rei- ches. Die Typenbezeichnung »S« bedeutete so- viel wie Serien- oder auch steuerermäßigter Lkw in Anlehnung an die Subventions-Lkw des Ersten Weltkriegs. Dieser Opel-Lkw erhielt damit erstmalig eine 33,3-prozentige Steuerer- mäßigung. Die Jahressteuer betrug nur 252 KM statt regulär 378 RM. Neben der Erfüllung der steuerlichen Vor- schriften trugen weitere Merkmale zu dem so- fort einsetzenden Verkaufserfolg bei: Reilen- ubergröße von 190 x 20, starke Versehränkbar- keit der Achsen, 5-Gang-Getriebc mit Gelände- gang für erhöhte Steigfähigkeit und besserem Xnzug auf bergigen Feld- und Waldwegen so- wie ein immer noch unerreichtes Verhältnis von Nutzlast zu Leergewicht. Der neue Opel- Blitz war bei einem Gesamtgewicht von 5700 kg mit 3260 kg Nutzlast ausgezeichnet, das sind 133 Prozent seines 2440 kg-Leergewichts. Die übrige deutsche Nutzfahrzeugindustrie folgte erst ein Jahr später diesem Vorbild: Büssing-NAG mit dem Typ 654 und in der 3-to-Klasse mit dem Modell 30 Burglöwe. Auch Hansa-1 .loyd, Ford, Henschel und Magi- rus boten 3-to-S-Lkw ab 1937 an. MAN Z2 mit 3,5 to Nutzlast (1938) und Mercedes-Benz LGF 3000 mit 3 to Nutzlast (1939) erschienen erst spät am Markt. Inzwischen hatten Opel-Lkw bereits 35,6 Prozent Marktanteil in der 3-T onner-Klasse für sich erobert, em Vor- sprung, den kein Mitbewerber mehr einholen konnte. Opel 3-to-S-Lkw bewährten sich in der Vor- kriegszeit in allen Branchen, sei es auf Groß- baustellen der Reichsautobahn, in Kies- und Baugruben oder in der l^and- und Forstwirt- schaft. Erste militärisch organisierte Einsätze beim Westwallbau bestätigten die Entschei- dung, den Blitz-3-Tonner-S für die Ausrüstung der Wehrmacht bereitzustellen. Allein 1256 Fahrzeuge wurden schon 1937 an die Wehr- macht übergeben. Dazu zählten auch bedeu- tende Exporte an südamerikanische Regierun- gen, die mit Lastwagen von Chevrolet und Opel Biitz ihre Truppen oder paramilitärischen Einheiten ausrüsteten. Serienausführung des Blitz 3-Tunner, Typ 3,6-36.
Härtetest für einen Opel-1,8-Liter auf der Winterfahrt 1935 des DDAC Titisee. »3-Tage-Harzfahrt« vom 14. bis 16. Juni 1933 mit vier Opel 1,8-Liter und einem Opel-Blitz-2- Tonner.
Opel im Sport: Vorbereitung auf den Ernstfall »Kraftfahrsport soll Volkssport sein!« Diese neue Parole sollte Aufräumen mit dem alten Vorurteil, »Auto« gleich »reicher Mann«. Da- für wurden Automobile benötigt, die als »Volkswagen« auch alle Bevölkerungsschich- ten begeistern konnten. Opel baute seit 1924 mit dem »Laubfrosch« solche Gebrauchsfahr- zeuge preiswert in großer Serie bei höchster Präzision. Schon 1932 fühlte auch die Adam Opel AG sich herausgefordert, die Leistungs- fähigkeit ihrer Großserienfahrzeuge unter Be- weis zu stellen. Aber erst 1933, nach Neuord- nung des Sportwesens in Deutschland, beteilig- ten sie sich am Wettbewerb der beiden größten und wichtigsten nationalen Veranstaltungen, an der »Drei-Tage-Harz-Prüfung« und an der ersten Fahrt »2000 km durch Deutschland«. Dann folgten jedes Jahr eine Reihe von weite- ren Prüfungsfahrten, an denen nicht nur Werksmannschaften, sondern auch Opel- Fahrer aus jeder Region teilnahmen: »Winter- bewerb Oberstaufen«, »Internationale Alpen- fahrt«, »Deutschlandfahrt nach Garmisch- Partenkirchen«, »6000-km-Italien Rund- fahrt«, »Brandenburgische Geländefahrt« und die »Geländezuverlässigkeitsfahrten« im Rah- men der »Deutschen Kampfspiele« in Nürn- berg. Diese vom NSKK, dem »Nationalsoziali- stischen Kraftfahrerkorps« ausgerichteten pa- ramilitärischen Prüfungen von Fahrer und Au- tomobil, beinhalteten steile Bergfahrten, Ge- röllwege, Wasserdurchfahrten und Gelände- orientierungsübungen . Obwohl zunächst nicht besonders für diesen Einsatz konstruiert, bewährten sich Opel-Wa- gen bei vielen sportlichen Wettkämpfen. Erst 1936 entwickelte Opel für die 6-Zylinder-Pkw Sonderaufbauten für den NSKK-Sporteinsatz. Diese 2-Liter- und später Super-6-Sportzwei- sitzer und auch Spezial-Geländesponwagen be- wiesen in mehreren Vergleichsfahrten die Tauglichkeit und Zuverlässigkeit der Opel- Konstruktion und der verwendeten Bauteile. Obwohl Opel-Wagen bei den Winter- und Bergprüfungen laufend ihre Bewährungsprobe Nicht Höchstgeschwindigkeit - Durchkom- men ist die Devise: Ein Opel-l,2-ltr. quält sich durch den Sand eines Steilhangs auf der Brandenburgischen Geländefahrt 1934.
Auch Lastwagen nehmen an den Prüfungsfahrten teil: Gerade sie sind später das Rückgrat der Wehrmacht. Opel-Blitz-2-Tonner Mod. 1934 im Hochschwarzwaid 1935. Opel-6-Ruadster speziell für solche Prüfungsfahrten wie diese Ostpreußenfahn 1935.
Die Reichswehr erprobte bei diesen Weitbewerben auch die Eignung von Kübelwagen, hier auf Basis Opel 1,2 Itr Auch eine Spezialkarosserie für Ope!-6 itn Einsatz bei der Winterpnifung 1935.
bestanden, gab es für Opel keinen spezifischen Entwicklungsauftrag der seit 1935 neuerstan- denen Wehrmacht. Weder Kübelwagen noch leichter Einheits-Pkw sollten bei Opel ent- wickelt werden, zu groß war das Mißtrauen der neuen Regierung gegenüber dem in Rüssels- heim sitzenden amerikanischen Management. Die in den späten zwanziger Jahren bei der Reichswehr begonnene Motorisierung weiterer Truppenteile führte aufgrund begrenzter Fi- nanzmittel nur zu wenigen militärischen Spe- zialkonstruktionen. Die Reichswehr be- schränkte sich zunächst auf handelsübliche Fahrzeuge, mit denen man sich auch an den verschiedenen Wettbewerben beteiligte. Die heereseigenen Pkw mit leichten zweisitzigen Aufbauten wurden überwiegend bei Trutz in Coburg karossiert, daneben gab es aber eine Reihe weiterer Karosseriebaufirmen, die Se- rienfahrzeuge zu offenen Kübelwagen verän- derten. So wurden später viele Opel-Lieferwa- gen und Limousinen zu Kübelwagen oder Kleintransportern umgebaut. 1936 überraschte die Opel AG die Fachwelt mit einem neuen Opel-6-Geländesportwagen mit kür- zerem Radstand von 2390 mm und einer verbesserten Bodenfreiheit von rund 300 mm. Nach den ersten Erfahrungen war er damit tauglich für die NSKK- Wettkämpfe und die zahlreichen Gelän- deprüfungsfahrten. Zur Ausrüstung ab Werk zählten Geländereifen, umlegbare Windschutz- scheibe, Unterlegbretter, verstärkter Wagenheber, Spaten, Flaschenzug und ein auf HO Itr. ver- größerter Benzintank. Der Motorraum war von unten zusätzlich gegen eindringendes Wasser ge- schützt. Ihr Debüt gaben die Fahrzeuge auf der Ostpreußenfahrt 1936.
Als Super-6 zieren die Geländesportwagen auch im Juni 1939 die Titelseite von »Deut- sche Kraftfahrt«, inzwischen gleichgeschal- tet mit der »DDAC-Motorwelt«. Was bei den sportlich getarnten Wettbewerben für den militärischen Einsatz an Erfahrungen gewonnen werden konnte, fand sofort Eingang in die Serienproduktion. Beim Wettkampf im Gelände verwendeten die Hersteller höhere Motorverdichtungen, geänderte Übersetzun- gen und Getriebe. Bessere Bodenfreiheit wurde durch verstärkte Federn und größere Gelände- reifen erreicht. Trotz der guten Erfahrungen mit modifizierten Serienfahrzeugen verlangte das Militär nach Spezial-Konstruktionen, wie sie in den sogenannten Einheitsfahrzeugen als Grundlage für Sonderaufbauten definiert wor- den waren. Insbesondere die Austauschbarkeit vieler Verschleißteile sollte durch die Reduzie- rung auf wenige Typen erreicht werden. Die Vereinheitlichung und Rationalisierung der deutschen Automobilindustrie wurde durch den Generalbevollmächtigten für das Kraft- fahrwesen, Oberst i. G. Adolf v. Schell, im März 1939 verkündet. Die als »Schell-Plan« bekanntgegebenen Vorschriften zur Reduzie- rung der Typenvielfalt in der deutschen Auto- mobilindustrie und zur Vereinheitlichung von Aggregaten innerhalb der Fahrzeugprogramme hatte Opel bereits 1938 bei seinen neuen Mo- dellen weitgehend erfüllt. Vereinheitlichung innerhalb des Opel-Fahrzeug- Hinterachse Super 6 und 1-t-Lieferwagen. Programms. Über die gleichartigen Ausführungen von Pkw und Lieferwagen bei Kadett (0,5 t) Bremsen Admiral und 1,5-t-Lkw-Blitz. Kadett, Olympia, 1,5-t-Lieferwagen und Olympia (1 t) hinaus sind gleich: Motor Super 6, Kapitän, 1,5-t-Lkw-Blitz. Admiral und 3-t-Lkw-Blitz. Kupplung Olympia, 1-t-Lieferwagen, Super 6, 1,5-t-Lkw-Blitz. Lenkung Größere Bremsbacken: Super 6 und 1-t-Lieferwagen. Hauptbremszylinder und Hand- bremse gleich: Admiral und 1,5-t- Lkw-Blitz. Kadett, 0,5-t-Lieferwagen, Olympia, Admiral und 3-t-Lkw-Blitz. Getriebe Olympia, Lieferwagen 0,5 und 1 t. Super 6 und Admiral. Türen 1-t-Lieferwagen. Super 6, 1,5-t-Lkw-Blitz, Admiral. Kadett und Olympia. Verwandt 1,5-t-Lkw-Blitz. 1-t-Lieferwagen, 1,5-t- und 3-t-Lkw.
Den Fahrzeugen wurde nichts geschenkt: 2-Ltr.-Opel-Roadster auf der Ostpreußenfahrt Ende Ja- nuar 1935 und beim Durchqueren eines Flusses während der Brandenburgischen Geländefahrt 1935.
Ostpreußenfahrt 1936: Die neuen Geländesportwagen bewähren sich hervorragend. Doch die Wehrmacht entwickelt eigene »leichte geländefähige Kraftfahrzeuge«.
So berichtete die Zeitschrift »Echo Continental« über die »Kriegsdienstverpflichtung« von Privat-Jahrzeugen. Jetzt heißt es Abschied nehmen vom »guten Stück« in der Familie.
Mobilmachung: Opel im Kriege Obwohl kein Opel-Wagen speziell für die Wehrmacht konstruiert war, begegnete man Opel-Fahrzeugen und -Antriebstechnik überall im militärischen Alllag. In der Mehrzahl han- delte es sich dabei um z>eingezogene« oder in den besetzten Gebieten beschlagnahmte Fahr- zeuge. Opel war nicht nur im Deutschen Reich die meistgefahrene Automobilmarke, über die Hälfte der Produktion wurde exportiert. Aber nicht nur diese Häufigkeit im Verkehrsbild führte zu einem überdurchschnittlichen Einsatz von Opel-Wagen beim Militär: Konventionel- ler Antrieb über die Hinterachse, ein bereitwil- lig anspnngender Motor und die in allen Bau- teilen immer wieder gelobte Zuverlässigkeit halfen den Landsern aus manchem Schlamm- loch oder über unwegsame Sturzäcker. Aber auch die Frostnächte in Rußland überdauerten Opel-Motoren klaglos, um morgens bei den Startversuchen anderer Fahrzeuge eingesetzt zu werden. Opel entwickelte in den dreißiger Jahren keine speziellen Militärfahrzeuge. Der Prototyp eines viertürigen Tourers auf Basis des 1,3-Liter-Ge- schäftswagens führte nicht zu dem erhofften Großserienauftrag eines einfachen militärisch nutzbaren Einsatzfahrzeugs für Polizei oder Feuerwehr. Das Militär versprach sich mehr vom geländefähigen Einheits-Pkw, der von Firmen v»le Stoewer, BMW oder Hanomag ge- liefert wurde. Diese Fahrzeuge entpuppten sich jedoch im harten Kriegseinsatz als zu empfind- lich und letztlich zu teuer. Erst der VW-Kübel- wagen erfüllte ab 1942 die Forderungen des Militärs nach einem leichten Gelände-Pkw. In wenigen Einheiten verwendete man zu Be- ginn des Krieges Kübelwagen, die auf Basis re- quirierter 1,2-Liter- oder P4-Geschäftswagen karossiert waren. Man bediente sich so der Vorteile des robusten Fahrgestells und verwen- dete stärkere Federn und größere Geländerei- fen. Diese Fahrzeuge ähnelten sich nur selten im Detail, da unzählige Karosseriebaufirmen nach eigenen handwerklichen Umbauplänen aktiv waren. Größere Stückzahlen eines P4- Kübelwagens erhielten Polizei oder Milizen in besetzten Regionen. Die kleinen Opel-Wagen dienten nicht als Gefechtsfahrzeuge, sondern fanden in den Heimatkasemen und rückwärti- gen Einheiten Verwendung. Manchmal auch umgebaut als »Sirenenw'agen« für die mobile Alarmierung der Bevölkerung, offiziell als Auch ein erst ein Jahr altes Supers- Cabriolet wurde zum Militärdienst rekrutiert.
»Kraftfahrsirene« bezeichnet. Handelsübliche Opel-Kastenwagen waren als Lautsprecher- fahrzeuge und Tontilmwagen beim Reichspro- pagandaamt im Einsatz. Opel-Limousinen und -Cabriolets dienten nicht nur als Führungsfahrzeug, sondern wurden auch überwiegend von Kriegsberichterstattern benutzt. Dazu zählten auch vom Opel-Werk beauftragte Fotografen, sodaß wir heute auf eine ganze Reihe von Bilddokumenten zurück- greifen können. Insbesondere der erst Anfang 1939 in Produktion genommene »Kapitän« fand als Cabriolet bei Kommandeuren und Stäben Verwendung, während • der 3,6-Liter-»Admiral« bei höheren Kommando- stellen gefahren wurde. Auch hatte man »Ad- miral«-Limousinen zu kleinen Transportern, Sanitätskraftwagen und Zugwagen für die leichte Flak und Pak umgebaut. Allerdings wurden diese, als große Reiselimousinen ent- wickelten Fahrzeuge im harten Kriegseinsatz oft überfordert. Hinzu kam, daß die 3,6-ltr- Maschinen viel Sprit verbrauchten und in man- chen Einheiten gegen Ende des Krieges nicht mehr gefahren werden durften. Dafür fand das 6-Zylinder-3,6-ltr-Aggregat erneut Verwen- dung im Blitz-3-Tonner, sodaß mit gleicher Maschine mehr Transportkapazität erreicht werden konnte. Diese Austauschbarkeit von ganzen Aggregaten und Teilen verhalf Opel zu großer Beliebtheit bei den Kfz-Instand- setzungstruppen. Opel-Geschäftswagen übernahm auch das Reichspropagandaamt für Tonfilmübertra- gungen als Lautsprecherwagen. Auf dem Fahrgestell des Opel-Geschäfts- wagens entstanden im Auftrag des Reichs- luftfahrtministeriums »Sirenenkraftwa- gen«, die als Ersatz für ausfallende Alarm- geräte ab 24.02.1939 der Schutzpolizei zu- geteilt wurden.
Als Vorschlag für ein leichtes Einsatz- fahrzeug entstand auf Basis des P4- Geschäftswagens ein offener Tourer als Einzelstück, der nicht in Serie ging. Allerdings übernah- men Karosseriebau- er die Idee des P4- Kübelwagens und rüsteten damit die Milizen auf dem Balkan aus. Hier ei- ne Fahrschule der ungarischen Armee, die allein über 50 derartige Opel-Wa- gen erhalten hatte. Auch 1,2-ltr.-Lie- ferwagen wurden von kleinen Karos- seriebauern zu Kü- belwagen umgebaut und durch besonde- re Hinterräder ge- ländefähiger ge- macht.
Opel-Lautsprecher- wagen im Felde. A uch die Polizei be- diente sich eingezo- gener Privat-Kfz, wie diese Cabrioli- mousine vom Typ Opel 1,2 Liter und Opel Kadett 1938.
Manche Truppenteile bevorzugten Kübel- wagen und ließen eingezogene Fahrzeuge bei Karosseriebetrieben umbauen. Dabei entstanden verschiedene Ausführungen, wie hierfür zwei Super-6 und einen 2-Liter. Der 2-Liter-Kübelwagen wurde am 7. Mai 1942 im Eisregen auf der Krim fotografiert.
Eiligst wurden private Opel-Limousinen im Heereskraftfahrpark mit den stumpfen Militdrjarben getarnt.
In einer Grußgarage warten für die Luftwaffe bereitgestellte Privatfahrzeuge auf ihren Einsatz, darunter auch ein 1-to-Bhtz einer Landbäukerei.
Mil requirierten holländischen Privat-Wagen konnte der Vormarsch beschleunigt werden. Das Bild zeigt einen Olympia-38, der im Mai 1940 mit Soldaten besetzt eine Pontonbrücke überquert. Auch in Österreich werden Opel »eingezogen«, und nm den militärischen Symbolen gekennzeich- net.
Ein älterer 1,3-ltr-Olympia der Baureihe 1937 während einer Rast beim Frankreich-Feldzug. Das Olympia-Cabriolet eignete sich besonders als Kolonnenführungsfahrzeug.
Gerade die Wege in Rußland glichen oft einem Waschbrett, konnten jedoch von der Opel- Synchronfederung erstaunlich gut bewältigt werden.
O ft war der Vormarsch in Rußlands aufgeweichten Straßen nur entlang der Bahnlinie möglich, wie hier im November 1941.
Opel-Kadett als Kleinwagen waren seltener hei der Wehrmacht anzutreffen. Aber auch der 1,1 Itr war standhaft und konnte, wie man hier sieht, mit einfachen Bordmiueln repariert werden. Auch ein 2-Liter einer NSKK-Transportbrigade erhält im Dezember 1941 in Finnland eine neue Blattfederaufhängung durch Abstützen der Karosserie gegen eine Blockhütte.
Die Luftwaffe bediente sich gerne der »Kapitän«- Wagen, wie hier auf dem Vormarsch in Frank- reich im Frühling 1940. Opel-Kapitän beim Vormarsch, hier in einer Ausführung mit Schiebedach.
Super-6 und Kapitän im Felde.
Opel-Kapitän zwischen Parade und Schlammloch.
Reichsparteitag 1938: Für das Diplomatische Korps stellte die Adam Opel AG repräsentative Großwagen vom Typ Admiral- Cabriolet zur Verfügung.
Auch Admiral Li- mousinen. eingezo- gen aus der Rhein- provinz, sind für die Wehrmacht bei of- fiziellen Anlässen im Einsatz. Der Admiral als Großwagen wurde nur obersten Dienstgraden zugeteilt. Hier ist der Oberst mit dem General auf einer Besichtigungsfahrt im mittleren Osifrontabsehnitt.
Der starke 3,6-ltr-Motor, zusammen mit dem stabilen Fahrgestell des Admiral, ergab einen zug- kräftigen Kleinlast wagen Der Vorteil lag auch in der Austauschbarkeit der Verschleißteile bei Admiral- und Blitz-Fahrzeugen. Sanitätsflugzeuge überfuhren die Verwundeten in die Heimailazarette zur Spezialbehandlung. Ein Admiral-Sanka der Luftwaffe übernimmt die Patienten aus der »weißen Ju«.
Rückgrat der Wehrmacht: Der Opel-Blitz in vielen Ausführungen Auf Grund der umfangreichen Befestigung der deutschen Westgrenze wurde durch den Gene- ralinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr.-lng. Fritz Todt der Reichskraftwagen-Be- triebsverband (RKB) zur Mitwirkung beim Bau des Westwalls aufgerufen. Der RKB über- nahm daraufhin 1938 die Transportorganisa- tion der beim Westwallbau eingesetzten elf- bis zwölftausend Fahrzeuge aus der privaten Wirt- schaft. Die Erfahrungen mit den verschieden- sten Lastwagen kamen dem Militär zugute. Der wendige und trotzdem tragfähige Opel- Blitz nahm neben seinen gleichstarken Konkur- renten eine herausragende Position ein, so daß die Wehrmacht bereits größere Stückzahlen or- derte. Durch das bewährte Baukastenprinzip mit typ- übergreifend verwendeten Verschleißteilen wa- ren Opel-Wagen und -Antriebstechnik bei der Wehrmacht sehr beliebt und zahlreich vorhan- den. Mehr als 100.000 Opel-Blitz kamen so als Nachschub- und Truppentransporter, als Funk- oder Werkstattwagen, als Sanitätskraft- wagen, Omnibus oder als Maultier mit Sonder- funktionen zum Einsatz. Dies war eine Stück- zahl, die kein anderes Fabrikat in der Wehr- macht erreicht hatte. Da die monatliche Produktion der deutschen Automobilindustrie zu Beginn des Kriegsjahres 1940 nicht ausreichte, wurden aus der privaten Wirtschaft die Transportfahrzeuge für die Wehrmacht rekrutiert. So konnte man neben den für den Kriegseinsatz geeigneten Blitz- Typen auch viele Fahrzeuge mit Niederrah- menfahrgestell oder anders karossierten Füh- rerhäusern auf Kriegsbildern entdecken. Dazu zählten vor allem Kastenwagen von Möbelspe- ditionen oder auch Opel-Blitz-Reiseomnibusse. Während die eingezogenen Blitz-Lastwagen in vielen Fällen mit Einheitsaufbauten ergänzt wurden, blieben die Omnibusse meistens un- verändert. Sie büßten lediglich ihren Chrom- zierrat und die bunte Lackierung ein. Unverändert im Aufbau blieben die in geringen Stückzahlen beim Militär eingesetzten 1-to- Opel-Blitz Kastenwagen. Sie dienten überwie- gend als Kurierfahrzeuge oder als Lautspre- cherträger für das Reichspropagandaamt. Ebenso nutzte man den leichten Kastenwagen für die Belieferung der Truppe mit Zeitschrif- ten und Zeitungen sowie für die Feldpost. Bei einem geringen Eigengewicht von 1340 kg konnte dem kleinsten Blitz mehr als 1050 kg Beladung zugemutet werden. Deshalb fand man auch nach Kriegsbeginn den 1-to-Blitz, Typ »2,0-12« und »5200«, als Zugwagen für die 2-cm-Flak 30. Der Typ »5200« des 1-to-Blitz, gebaut von 1938 bis Anfang 1940, hatte die vom »Olympia 1,5 Itr« bekannte neue 4-Zyl.-Kurzhubmaschi- ne mit 37 PS. Ebenfalls ab Frühjahr 1938 wur- de auch wieder ein Blitz mit 1,5 to Nutzlast an- geboten, der den neuen 2,5-Ltr.-Motor mit 55 PS aus dem »Super-6« bzw. »Kapitän« erhielt. Obwohl dieser kleine 1,5-to-Blitz mit der Typ- bezeichnung »2,5-32« gute Fahrleistungen auf- wies und auch mit längs angeordneten Mann- schaftsbänken wehrmachtmäßig ausgerüstet wurde, kamen nur 5000 Stück in der ohnehin nur mit geringer Bedeutung versehenen 1,5-to- Nutzlastklasse beim Militär zum Einsatz. Die Produktion mußte Mitte 1942 beendet werden, da nach der Verordnung des Ministerpräsiden- ten Reichsmarschall Göring als Beauftragten für den Vierjahresplan vom 2. März 1939 der Schell-Plan zur Typenbegrenzung in der Kraft- fahrzeugindustrie konsequent umzusetzen war. Damit wurde in der 1,5-to-Klasse der S- und A-Lkw mit Steyr-Motor einheitlich von der Firma Steyr-Daimler-Puch AG, Auto-Union AG und Phänomen-Werke Gustav Hiller AG produziert. Für die 3-Tonner war das anders. Hier sollte die Bauart Opel auch von den Firmen Carl F.W. Borgward und Daimler-Benz AG über- nommen werden. Dies erfolgte jedoch nur bei Mercedes und erst zu einem sehr späten Zeit- punkt. So erreichte der 3,6-ltr-Opel-Blitz 3-to- S, der von April 1937 bis Anfang August 1944 nur bei Opel in Brandenburg und zeitweilig
Waren zu Beginn des Krieges die 1-to-Opei nur unwesentlich den Feldbedingungen angepaßt, so zeigt das untere Foto bereits den montierten Tarnscheinwerfer und »feldmäßige« Ausrüstung.
auch beim GM-Montagewerk in Kopenhagen vom Band lief, mit 82.356 Einheilen die weit- aus größte Stückzahl. Der vom »Admiral« be- kannte 6-Zylinder-Motor mit 75 PS wurde spa- ter für den Blitz wegen eines besseren Drehmo- mentverhallcns im Gelände auf 68 PS bei 3000 U/min gedrosselt. Dieser zuverlässige und wendige 3-to-Lkw er- freute sich in allen Truppenteilen großer Be- liebtheit. In den Wirren des Krieges bewährte sich die einfache, aber robuste Opel-Technik und war mancher militärischen Spezialkon- struktion weit überlegen. Was mit Bordmitteln nicht mehr zu reparieren wai, konnte dank ei- ner verhältnismäßig gut funktionierenden Er- satzteilversorgung behoben werden, da die Werke in Rüsselsheim und Brandenburg auf Hochtouren lief en. Auch die Austauschbarkeit der Ersatzteile bei Opel-Wagen untereinander war ein überaus wichtiger Faktor. Viele Schirr- meister wollten einen möglichst »reinrassigen« Fuhrpark nur mit Opel-Wagen betreuen, was durch viele Arten von Kompensationsgeschäf- ten erreicht wurde. So wurden manche Fla- schen Cointreau während des Frankreich-Feld- zuges gegen gesuchte Opel-Ersatzteile von der Nachbareinheit gewechselt. Während für Daimler und auch für BMW' die Ersatzteile zu- sätzlich durch Heimat Urlauber beschafft wer- den mußten, traten derartige Engpäße bei Opel-Teilen nach Aussage eines Schirrmeisters nur bei neuen Kühlern auf, ohne die auch ein Opel nicht eingesetzt werden konnte. Hatte man den Opel- Blitz nach kältesten Ruß- iandnächten mit Lötlampen und heißem Was- ser wieder zum Laufen gebracht, so war es sei ne ehrenvolle Aufgabe, alle anderen Kraftfahr- zeugkameraden im Schlepp zu neuem Leben zu erwecken. Aber nicht nur deshalb bevorzugte man gerade auch in Panzer-Regimentern den Opel-Blitz als Transportfahrzeug. Opel-Wagen fuhren alle mit Benzin, und der Otto-Betriebs- stoff stand dort mehr als Diesel zur Verfügung. Auch hatte man bei der Truppe keine guten Er - fahrungen mit dem Einheits-Diesel-Lkw ge- macht. »Wenn da was kaputt war, dann war oft Schluß«. Ebenso kritisch war es mit dem Mercedcs-3-to-Diesel, der sich für die Strapa- zen des Rußland-Krieges nur wenig eignete. Entsprechende Gelände- und Morastptüfungs- fahnen hauen diese Erkenntnis auch schon früher ergeben. Denn in den Versuchen wie auch später im harten Einsatz der Rußlandwin- ter war der Opel-Blitz trotz seiner Zwillingsbe- reifung an den Hinterrädern aufgrund seines geringen Eigengewichts manchem anderen 3-to-Lkw überlegen. W'o selbst der s. gl. Lkw 4,5 to von Büssing-NAG mit seinen zwei ange- triebenen Achsen versagte, kamen Blitz-Lkw noch durch die »Pampe«. W'enn dann auch die Opel im Morast versanken, mußten Ketten- fahrzeuge helfen. Deshalb versprach man sich viel von den angekündigren Maultier-Halb- kettenfahrzeugen, die bald an die Tr uppe aus- geliefert werden sollten. A uch für den »Pro- paganda-Blitz« gab es an den Frontab- schnitten wichtige A ufgaben. Hier hilft man einem Lau tsprecherwagen im Mai 1941 über einen Buhlendamm
Diesem Blitz 1 to sieht man die Stra- pazen des Frank- reichfeldzuges an. Im Juni 1940 er- reichten deutsche Truppen Montdt- dier, bevor am 25. Juni 1940 um 1.35 Uhr morgens das W affens tillstands - abkommen mit Deutschland und Italien in Kraft trat. Gefangene »Tommys« auf einem 1-to-Blitz in Belgien.
Bei der Wehrmacht hatte die 1,5-to-Nutzlastklasse nur eine geringe Bedeutung. Trotzdem war der Opel-Blitz Eineinhalb-Tonner der meistgefuhrene leichte Lkw. Aus Gründen der Typenbeschrän- kung wurde der letzte 1,5-to im November 1942 an die Wehrmacht nach 16.410 produzierten Exemplaren ausgeliefert.

Mil unterschiedlichen Einheitsaufbauren rüstete Opel den 3-to-Blitz für die Wehrmacht aus. Al- lein bis Ende September 1940 wurden 31.674 Blitz-Lastwagen an die Wehrmacht geliefert.
In endlosen Kolonnen rollte der Nachschub mit Opel-Blitz Lastkraftwagen auch Querfeldein, wie hier in Frankreich am 12. Juni 1940. Zerstörte Häuser in der belgischen Grenzstadt Tournai im Mai 1940.
Vormarsch im Westen Wenn die Brücken vom Feind gesprengt waren, wurden Behelfsbrücken gebaut, wie hier bei Se- dan Uber die Maas am 22. Mai 1940.
Morgens um 5.00 Uhr am 31. September 1939 überqueren deutsche Truppen mit Blitz-Lkw den Narew bei Zambrow in Polen. Auch die »Strippenzieher« von der Nachrichtentruppe bedienten sich gern des leichten und wen- digen Blitz 3-to.
Auch in Norwegen standen im April 1940 Opel-Lkw bereit, um gefangene norwegische Soldaten zurückzubringen. Selbst ehemalige Speditions-Sonderaufbauten wurden für den Transport bei der Wehrmacht um- gebaut.
PK-Bilder: Vormarsch in Frankreich mit Opel-Blitz 3 to.
Die Wege in Rußland erlaubten keinen schnellen Vormarsch. Schlammstrecke am Dnjepr zwischen Cherson und Berislaw.
'**• Funkstation auf Opel-Blitz 3-to in Fedorowka, westlich von Taganrog vor einem typischen Bau- ernhaus in der Ukraine. Selbst im Apnl 1942 diente die Strohmatte neben der Tarnung noch als Kälteschulz für den Motor. Um die Federn vom schweren Aufbau zu entlasten und Schwingun- gen beim Betreten der Funkstation zu vermeiden, hatte man die Karosserie mit Siemen abge- stützt.
Nachdem der Motor durch Feuer, Lötlampen oder auch heißen Wasser angewärmt worden ist, wird der Wagen mit vereinten Kräjten bei eingelegtem Gang hin- und herbewegt, um die durch Kälte verharzten Kolben und Lager zu lösen.
Weil die Fähre über den Dnjepr bei Cherson wegen Treibeis nicht verkehren konnte, mußte die Kolonne einen Umweg von 200 kni fahren. Dabei waren die schweren Stabs-Omnibusse beson- ders leicht festgefahren.
Der Vormarsch in Rußland verlangte viel von Mensch und Material. Die Nachricht ent nippe mit dem schweren Funkanhdnger beweist überdeutlich, was einem serienmäßigen 3-to-Opel zugemu tet werden konnte.
In den Straßen von Simferopol im No- vember 1941. Vor dem Stahlwerk von Mariupol zur gleichen Zeit. Im Vordergrund ein »kleiner« Blitz 1,5 Tonner
Rommel bevorzugte für sein Afrika-Korps Opel-3-to-Lkw. Die Legende besagt, daß ganze Rei- hen von Blitz-Lkw durch die Wüste staubten, um vorrollende Panzer vorzutäuschen und die Bri- ten zum Rückzug zu bewegen.
Auj der Fuhrt durch die Oase Driana bei Bengasi. Unten: Im Hafen von Bengasi. Uber einen auf Grund sitzenden Dumpfer haben Pioniere eine La- derampe gebaut, an deren Längsseite je ein Schiff gleichzeitig gelöscht werden kann. Viele Opel- Blitz 3-to sind für den Abtransport der Güter eingesetzt.
Kriegsschauplatz Nordafrika: Die Wasserstelle der Oase Ummr-Rzem war im September 1942 be- reits in mehreren Sprachen gekennzeichnet. Auch der Opel Blitz wurde mit großen Reifen und ohne Zwillingsbereifung hinten den Wüstenbedingungen angepaßt. Das Ersatzteillager auf einem Opel-Blitz, der durch den Erdwall nur wenig gegen Splitter ge- schützt ist.
Blitz 3-to-Allrad mit Einheitskofferaufbau am Rande von Tripolis im September 1942.
Von dem Küstengebirge schwingt sich die Via Balhia hinunter zur Hajenstadt Derna
Opel Blitz sind im Munmons- und Kraftstoff-Nachschub eingesetzt. Umfüllen von Kesselwagen in Benztnfösser.
Opel-Blitz 3-io »Flugbetriebsstoffkesselwagen« (Kfz. 385). Beim offenen Fahrerhaus dieses Wa- gens dürfte es sich nicht um eine Art frühes Einheitsführerhaus gehandelt haben, sondern um ein spezielles, den Anforderungen als Flugfeldtankwagen angepaßtes Fahrerhaus, das offenbar auch der Vorgänger Mercedes LG 3000 (Kfz. 384; besaß. Fahrzeuge dieser Art dienten auch als Alko- holiankwagen (B-Stoffwagen) in den Raketenbatterien mot. (V2). Viele Luftwaffeneinheiten ver- fügten jedoch nicht über spezielle Tankfahrzeuge, da sie mit normalen Opel 3 to-Lkw’s ausgerü- stet waren, auf deren Pritsche sich ein Tank und eine Pumpe befanden. Spezial- Tank wagen für Hydrogen-Peroxid.
A usgefallener Einsatz für einen Opel-Blitz: Die Pritsche ermöglicht die Trauerfeier für einen ge- fallenen Kameraden. Das nahende Ende eines defekten Lastwagens.
A ngeschossener Blitz-Lastwagen. Die Reste eines abgebrannten Fahrzeugs in Frankreich.
Überschlagen, ausgebrannt und ausgeschlachtet ... das Ende für viele Opel-Lkw im Zweiten Weltkrieg.
Das Opel-Maullier: Mobile Basis für Raketen werter Unter der Bezeichnung »3,6-36 S/SSM« stellte das Opel-Blitz Halbkettenfahrzeug eine Son derversion des Blitz 3-to-S dar Das bei Opel ab Oktober 1942 produzierte »Maultier« mit Ket- tenlaufwerk verbesserte die Traktion in schwie- rigem Gelände erheblich Dieser von der Waffen-SS geforderte Lkw-Typ sollte bei leicht leduzierter Nutzlast ein Weiterkommen auch im tiefen Sand und auf schlammigem, morasti gen Untergrund ermöglichen. Der »Gleis- ketlen-I^stkraftwagen« als Sd.Kfz.3 mußte von Klöckner-Humboldt-Deutz, Ford und Opel in der 3-Tonner-Klasse und von Daimler- Benz in der 4,5-to-Klasse produziert werden. Bis zum 31 12. 1942 waren 1.870 Fahrzeuge bestellt, geliefert wurden jedoch zunächst nur 635. Weitere 8.500 wurden von der Wehr- macht bis zum 1. Mai 1943 gefordert, über 13.000 konnte die deutsche Rüstungsindustrie bis Ende 1943 ausliefern, 1944 nochmals 7.310. Über 2.100 Fahrzeuge sollten an der Front um- gerüstet werden. Ford lieferte 13.952, Magirus rund 2.500 und Opel etwa 4.000 Maultiere, die alle einheitlich das nachgebaute britische Carden-Loyd-Kettenlaufwerk erhielten. Opel hatte im Sommer 1942 ein eigenes, sich besser selbstreinigendes Keltenlaufwerk ent- wickelt, das mit wenigen Unibaumaßnahmen unter die normalen S-Blitz montiert werden konnte. Wenige zusätzliche Bohrungen dienten zur Befestigung, eine kürzere Gelenkwelle trieb die nach vom verlegte Hinterachse an. an der lediglich die Kettenräder angeschraubt waren. Ein zusätzliches Bremssystem diente zur Steue- Bei Versuchen 1942 demonstrierten die Opel-Techniker, wie leicht ein normaler 3-to-S-Blitz mit Hilfe des von Opel entwickelten Laufwerks in ein zugkräftiges Maultier verwandelt werden kann.
rung der Mangan-Hanguß-Ketten, die iden- tisch vom Panzer 1 übernommen wurden. Während das Opel-Laufwerk nur eine maxi- male Geschwindigkeit von 38 km/h zuließ, war bei der Ford-Konstruktion auf Basis Cardcn- Loyd im größten Gang die Höchstgeschwin- digkeit mit 50 km/h angegeben. Die Wehr- macht schrieb jedoch zugunsten einer längeren Lebensdauer des Kettenlaufwerkes eine Ge- schwindigkeit von 20 km/h vor. In dem Ver- suchsbericht Illd 4/43 wurden die drei ver- schiedenen Maultier-Konstruktionen vergli- chen. Fahrgestell mit Fahrerhaus und montiertem Opel-Laufwerk. Zum Vergleich: Opel-Maultier mir Carden-Loyd-Laufwerk.
Vergleichswerte der drei Maultier-Versionen Dimension Maultier Maultier Maultier Opel SS LC (Ford) Gesamtgew. für die kg 6.600 6.600 6.950 Nutzlast Erprobung kg 2.900 2.850 2.900 Achsdruck vorn bei. kg 1.000 1.000 1.420 Achsdruck hinten bei. kg 5.600 5.600 4.740 Länge m 6,02 6,02 6,25 Breite m 2,24 2,24 2,29 Höhe m 2,50 2,50 2,18 Bodenfreiheit hinten mm 320 320 275 Leistung PS 68 68 95 Leistung je t Gesamtgew. PS/t 10,3 10,3 13,7 Kraftstoffverb. Straße 1/100 km 53 46,5 56,5 Kraftstoffverb. Waldrandstr. 1/100 km 97 96 106 Kdorf Höchstgeschw. kleinst. Gg. bei Nenndrehzahl km/h 4,8 4,8 6 Höchstgeschw. größter Gg. bei Nenndrehzahl km/h 38 38 50 Kettenauflegelänge mm 1.715 1.800 1.865 Spez. Bodendruck kg/cm2 0,69 0,6 0,53 Lenkbremse Art Fußhebel Handhebel Handhebel hydr. mech. mech. Wendekreisdurchmesser mit Lenkbremse m 13,2 13,3 16,0 Wendekreisdurchmesser ohne Lenkbremse m 14,5 15,9 22,0 Vorderrad bis Mitte Kettenauflage m 3,120 2,950 4,013 Das Opel-Gleisketlen-Laufwerk wurde für die Serie der Maultier-Lkw nicht verwendet, obwohl es einfacher zu warten war und bessere Selbstreinigungs-Eigenschaften besaß.
An den Fronten erhielten »Gleisketten-Last- kraftwagen« neben den Versorgungsdiensten sofort weitere Sonderaufgaben zugeordnet. Um die Mobilität von kleinen Geschützen zu erhöhen, montierte man diese auf die Ladeflä- chen. Anfang 1943 führten diese Erfahrungen zur Entwicklung eines gepanzerten Fahrzeugs für den Nebelwerfer-Zehnling. Die Opel-Maul- tier-Fahrgestelle erhielten als Sd.Kfz.4/1 eine 8-mm-Panzerung und den um 360° schwenkba- ren 15-cm-Panzerwerfer 43 montiert. Bis September 1943 sollten 300 dieser gepan- zerten Blitz-xMaultiere bei den Karosseriewer- ken Westfalia fertiggestellt werden, doch erst 90 Exemplare standen bis zum 1. 8. 1943 zur Verfügung. Insgesamt soll die geforderte Stückzahl gebaut worden sein, einschließlich einer geringen Zahl gepanzerter Versorgungs- fahrzeuge für den Munitionstransport. Heute findet man nur noch im Victory-Memorial- Museum in Belgien einen restaurierten Panzer- werfer auf Basis Opel-Maultier.
Gepanzertes Sonderkfz. 4/1 auf Opel-Maultierfahrgestell, das bei Westfalia produziert wurde. Restauriertes Exemplar im Victor}' Memorial Museum, Belgien.
Im Dezember 1943 bewähren sich bereits die wenigen Raketenwerfer auf Selbstfahrlafette (Blitz- Maultier). Auf der Rullbahn im Kampfraum Newel herrschte trotz der grimmigen Kälte viel Be- trieb, da der Schlamm der Vorwochen vom frost gehärtet war. Die Kolonne der »Nebelwerfer« wird von einem gepanzerten Munitionsfahrzeug angeführt.

Kraftvoll, robust und wendig, höchsten Anforderungen gewachsen nzeige aus »Motorik Vorschau«, janitar J94J
Der Allrad-Blitz: Einsatzfähig im schwersten Gelände Die günstigen Erfahrungen der Wehrmacht mit den serienmäßigen 3-to-Lastwagen von Opel des Typs »S« veranlaßten den Generalbe- vollmächligten des Kraftfahrwesens, General- major von Schell, bereits 1938 bei Opel anzure- gen, dieses Fahrzeug in möglichst einfacher Weise mit Allrad-Antrieb auszurüsten. Bei ge- ringstem Eigengewicht und größter Robustheit der Konstruktion sollte ein Optimum an Ge- ländegängigkeit und Verwendungsmöglichkeit für militärische Zwecke erreicht werden. Die sofort begonnene Entwicklung führte schließ lieh zu der Vorstellung des 3 lo-Allrad-Typs, der nunmehr statt 34 Prozent (mit normalem Hinterradantrieb) durch Allrad-Traktion bis zu 70 Prozent Steigung bei voller Nutzlast er- klimmen konnie. Der Radstand von 3.450 mm wurde gegenüber dem S-Typ um 150 mm verringert, wodurch die Vorderachse näher an das Fuhrerhaus rückte. Dadurch erhielt der Blitz 3 to »A« sein bulliges Aussehen. Aber auch durch die abge- schragte Turecke und über den Kotflügeln ge- rade verlaufende Motorhaubenkante war der Allrad-Blitz leicht vom S-Blitz zu unterschei- den. Technische Änderungen beschränken sich für den A-Typ auf ein zusätzliches Verteilergetrie- be und die vordere Antriebsachse mit Differen- tial. Das Verteiler-Getriebe konnte durch einen Extra-Schalthebel für den Geländegang mit ei ner einzigen Schaltbewegung ein- oder ausge- schaltet werden, was wesentlich zu Wendigkeit dieses Fahrzeugtyps beitrug. Da der Gelände- antrieb im Verteiler-Getriebe untersetzt wird, sind die fünf Gänge des serienmäßigen Haupt- getriebes nochmals untersetzt, so daß dem Fahrer nn Allrad-Blitz insgesamt zehn Vor- wärtsgange und zwei Rückwärtsgärige zur Ver fügung standen. Der Allrad-Blitz, seit 1940 in Produktion, wur- de der Öffentlichkeit erstmals auf der Wiener Frühjahrsmesse 1941 vorgestellt. Obwohl bis zur Zerstörung der Werksanlagen in Branden- burg über 25.000 Mlrad Blitz produziert wur- den - eine Zahl, die kein anderer allradgetriebe ner Lkw in der Wehrmacht erreichte - konnie die kämpfende Truppe nicht ausreichend mit Angetriebene Vorderachse heim 3-to-A.
dem begehrten Fahrzeug versorgt werden. Die Kapazitäten für die Zwischengetriebe und die Vorderachsteile waren durch die kriegsbeding- te Rohstoffknappheit begrenzt. So konnten höchstens fünf dieser geländelauglichen All- rad Blitz den mot. Regimentern zugeteilt wer- den. In einem Tagesbefehl wurde schließlich schon 1943 die Verwendung des Blitz-3-to-A festgelegt: Nur dringende Versorgungsfahrzeu- ge wie Feldküche, Sankra und Funkwagen soll- ten Allrad-Fahrgestelle erhalten. Einige dieser motorisierten Funkwagenaufbauten auf All- rad-Blitz stammten in kleinen Stückzahlen von der mit Wehrmachts-Omnibus-Aufbauten be- auftragten Firma Ludewig in Essen. Fahrgestell des Blitz 3-to-Allrad, 1941. Blitz-Allrad mit Einheitspritsche.
Einheitskofferaufbau auf Allrad-Blitz 3 to. Einheitskofferaufbau für ER Ersatzteile (EW234) in Sparausführung von 1943.
Versuchsfahrten der Wehrmacht mit Allradfahrzeugen von Opel und Mercedes im Winter 1940/41.

Ein 3 to-Allrad-Blitz, der den Krieg in Oberbayern überstanden hat und heute in der pflegenden Hand eines Militaria-Samtniers ist. Ebenso das NSU-Kettenkrad mit Opel-Olympia-Motor. Neuaufbau eines Rettungsfahrzeugs auf dem Fahrgestell eines Allrad-BHtz in den ersten Nach- kriegsjahren.
Der Opel-Omnibus: Truppentransporter, Schreibstube und Lazarett Bereits zu Beginn der Blitz-Produktion gab es neben den 2 to- und 2,5 to-Lastwagen mit 3400 bzw. 4000 mm Radstand ein extra-langes 2,5 to-Fahrgestell mit 4650 mm, das als solide Grundlage für Omnibus-Aufbauten für 28 bis 30 Personen diente. 1938, mit Einführung des neuen Modells, vergrößerte sich der Marktan- teil für Blitz-Omnibusse von 25 Prozent im Jahr 1936 auf 39 Prozent. Neben der hohen Reisegeschwindigkeit war dieser Erfolg vor al- lem auf das günstige Verhältnis von Wagenge- wicht und Nutzlast zurückzuführen. In der modernen Leichtbauweise wog ein Blitz-Bus mit 37 Plätzen 3500 kg und benötigte so je Fahrgast nur 95 kg Wagengewicht. Dies inspi- rierte damals viele Karosseriefabriken, Blitz- Niederrahmenfahrgestelle mit stromlinienför- migen Leichtmetallaufbauten zu versehen. Aber auch diese Opel-Omnibusse mit der schmucken »Autobahn-Karosserie« wurden für den militärischen Zweck ihren stolzen Bus- Feldgraue Lackierung für einen ehemals schmucken »Autobahn-Blitz«, ein Omni- bus auf Opel-Fahrgestell. Unternehmern entzogen, da es an ausreichen- der Kapazität für den schnellen Truppentrans- port mangelte. Weder Überlandbus noch
Opel-Blitz 3-to-Niederrahmenfahrgestell für Omnibusaufbauten, Ausführung 1938. Ob Omnibus, Werkstatt- oder Speditionskastenaufbau. Die zahlreichen Karosseriewerke wie FKF, Kässbohrer, Kühn oder Ludewig hatten für den Blitz viele Aufbauten im Angebot.
Ein Blitz mit Einheitsomnibuskarosserie wird 1941 in Neapel auf das Schiff nach Tripolis verla- den. Spezial-Reisebus überlebten ihren Einsatz in der Wehrmacht. Diese schnittigen Aufbauten waren in der Mehrzahl Einzelstücke, teilweise nach Wunsch karossiert. Nur Aussichtsomni- busse mit »Cabriolet-Verdeck« waren für das Militär unbrauchbar. Für den Stadt- und Überland-Linienvcrkehr entstanden Aufbauten in konventioneller Bau- weise, insbesondere auch für den Anhängerbe- trieb, bei dem einem Opel-Blitz insgesamt bis zu zehn Tonnen zugemutet werden konnten. Diese Fahrzeuge verblieben überwiegend bei der Reichskraftpost und der Reichsbahn. In den letzten Kriegsjahren erhielten neu be- schaffte Ersatzfahrzeuge ausschließlich Auf- bauten mit integrierten Holzvergaseranlagen, die im Heck des Omnibusses untergebracht waren. Drei Kom (Kraftomnibus) des deutschen Afrikakorps bei einer Rast in der Wüste.
Im Kriegsjahr 1944 mußte mangels flüssiger Brennstoffe in der Heimat auf Holzgas-Generator- betrieb umgestellt werden. Kässbohrer lieferte mehrere Generator-Omnibusse auf Opel-3-to für die Deutsche Reichspost und Reichsbahn. Die »Gasfabrik« war verkleidet im Heck des Ganzstahlomnibusses untergebracht.
Die bei der Firma Ludewig in Essen gebauten Blitz-Omnibusse mit Einheitsaufbauten waren für die Wehrmacht in vielfältigem Einsatz: Als Mannschaftstransporter, mobiles Lazarett, Schreibstube oder als Befehls- und Nachrich- tenzentrale. Es handelte sich dabei um die ver- einfachte Ausführung handelsüblicher Opel- Blitz-Niederrahmenfahrgestelle mit Linienbus- aufbauten. Gebr. Ludewig lieferten von 1939 bis 1944 über 2880 Exemplare dieser Omnibus- se mit Einheitsaufbau an die Wehrmacht. Während der Karosserie-Aufbau bis 1943 in Blech erfolgte, wurde das Stahlgerippe ab 1944 mit Hartfaserplatten versehen. Gleichzeitig än- derte man die Innenausstattung durch Verwen- dung von Holzbänken, die ohne viel Platzver- lust auch als Basis für Krankentragen einge- setzt werden konnten. Diese waren als Grund- ausstattung ständig im Fahrzeug befestigt und entsprachen dem Standardsystem des 3-to- Wehrmacht-Krankenwagens. Für den Einsatz als Verwundetentransporter erhielt der Blitz- Bus auch eine Allesbrennerheizungsanlage, was zusammen mit der variablen Einrichtung die Kapazität von 30 auf 26 Sitzplätze reduzie- re. Als mobiles Lazarett war Platz für 7 oder 10 Schwerverletzte auf Krankentragen und 10 bzw. 6 Leichtverletzte, je nach Erfordernis. Diese Wehrmachtsomnibusse hatten einen Ak- tionsradius von 280 Kilometern und waren ide- al für den schnellen Truppentransport auf be- festigten Straßen. Als Modell W39 dienten die- se geräumigen Fahrzeuge nicht nur im Sani- tätsdienst, sondern auch als Kommando- und Kartenwagen, als Schreibstubenwagen und auch als Nachrichtenzentrale. Dabei war man- cher Umbau mit nur wenigen Handgriffen rea- lisierbar. Lediglich Spezialeinsätze als Werk- stattwagen oder »Druckereikraftwagen« und »Setzereikraftwagen für Propagandazwecke« erforderten entsprechenden Innenausbau. Teil- weise erhielten diese Opel-Niederrahmenfahr- gestelle einen dem Einheitskoffer ähnlichen Aufbau. Von den in der Heimat eingesetzten Einheitsomnibussen liefen auch in der Nach- kriegszeit noch einige Exemplare weiter im Li- niendienst. Sie leisteten so ebenfalls einen we- sentlichen Teil zum friedlichen Wiederaufbau. Ein Opel-Blitz-Omnibus ist das Arbeitszimmer einer Divisions-Befehlsstelle. Im Gelände steht der Wagen gut getarnt. Erdwall und Vertiefung ergeben nicht nur einen ebenerdigen Zugang, son- dern schützen vor Splitter und Feindsicht.
Blick in einen Wehr- machts-Omnibus mit Hartfaserplatten- Ver- kleidung ab 1944, der gleichzeitig mit Tragen für Verwundete und ei- nem Allesbrennerofen ausgerüstet wurde. Firma Ludewig in Es- sen produzierte bis zu- letzt die Einheitsomni- busse der Wehrmacht. Dieser Kom der letzten Serie war nach dem Kriege als Postomnibus im Einsatz. Die Opel AG übernahm von Daimler-Benz die Reste der Blitz-Einheits-Lkw-Fertigung. In Rüs- selsheim entstanden so nach dem Kriege noch 467 Blitz 3 to, von denen über 100 Niederrahmen- fahrgestelle für neue Omnibusse verwendet wurden. Das Bild zeigt die Flotte der Werksbusse um 1950. • 11 iüil n? S 0*1F1p s 11. w t g 8 •..
Opel Einheitstechnik: Zuverlässig in jedem Gerät Die sprichwörtliche Zuverlässigkeit der Opel- Motoren war dafür verantwortlich, daß mit Kriegsbeginn im Heereswaffenamt immer wie- der auch Opel-Motoren für Sonderfahrzeuge vorgesehen wurden. War mit dem Opel »Super 6« bereits 1937 ein moderner Kurzhubmotor im Lieferprogramm, so folgte 1938 mit dem 1,5-ltr-»Olympia«-Motor ein entsprechender 4-Zylinder-Antrieb der neuen Bauart. Diese in Einzelteilen austauschbaren Maschinen be- währten sich hervorragend in den Opel- Fahrzeugen, sodaß das Heereswaffenamt be- reits 1940 Versuche mit einem Raupenketten- Motorrad unternahm, das von einem Opel l,5-ltr-37-PS-Motor angetrieben wurde, nach- dem der vom Entwickler Fritz v. Falkenhain vorgeschlagene Ford-Eifel-Motor nicht ver- wendet werden konnte. Das später als NSU- Kettenkrad bekannt gewordene Zugfahrzeug wurde von 1941 bis 1945 insgesamt in 8.536 Exemplaren in Neckarsulm und später bei Stoewer in Stettin produziert. Das Kettenkraft- rad (Sd.Kfz.2) wird in der OKH-Verfügung vom 7. 6. 41 als Zugfahrzeug bis 450 kg be- schrieben. Dem kleinen Opel-Motor wurden jedoch im Alltag des Rußlandkrieges und dem späteren »planvollen Rückzug« weit höhere Lasten angehängt. Es war erstaunlich, was die- ser Motor in diesem kleinen Halbkettenfahr- zeug leisten konnte. Entsprechend begehrt war das wendige Ketten- krad bei Soldaten und Schirrmeistern. Der in der Drehzahl leicht reduzierte Opel-Motor war bestens bekannt, robust und zuverlässig. Der Einbau des wassergekühlten Olympia-Motors erfolgte mit der Stirnseite zum Heck in der Mitte hinter dem Fahrersitz. Die Kühlung mußte über eine Lüfteranlage mit Getriebe vorgesehen werden, sodaß unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit immer ausreichende Temperaturen gehalten werden konnten. Die Höchstgeschwindigkeit war mit erstaunlichen 70 km/h angegeben, die maximale Steigfähig- keit 90 Prozent. Ein 6-Gang-Getriebe leitete die Motorkraft über Differential und Seitengetrie- be auf die beiden Kettenantriebsräder. Die NSU-Kettenkrad mit Opel-Olympia-4-Zyl.-Motor.
Blick auf den Führersitz des Kettenkrades. Lenkung des Halbkettenfahrzeugs erfolgte durch den Einschlag des Vorderrades und durch ein Lenkgetriebe, das ab einem Ein- schlag des Vorderrades von 7°die Kettenlauf- werke beeinflußte. Die Gleisketten wurden durch vornliegende Triebräder angetrieben und übernahmen den größten Teil des Kraftfahr- zeuggewichts. Das Kettenkrad mit Opel-Motor bewährte sich so gut, daß die Produktion kräftig ausgebaut wurde: 1941 = 420 Exemplare 1942 = 985 1943 = 2450 1944 = 4490 1945 = 191 Mindestens 531 Kettenkräder (laut Fg.-Nr.) sind noch nach dem Kriege ab 1946 produziert worden, teilweise modifiziert auch in Frank- reich. Sie dienten in der Landwirtschaft und beim Wiederaufbau. Eine für die Friedensjah- re geplante Wiederaufnahme der Produktion gelang in Neckarsulm bei NSÜ in größeren Stückzahlen jedoch nicht. Entschieden geringere Stückzahlen wurden vom 2,5 Ltr.-Opel-Motor für ein anderes mili- tärisches Fahrzeug benötigt: Etwas mehr als 1000 Exemplare eines vom Konstrukteur Hanns Trippei entwickelten und bereits im September 1938 vorgestellten Schwimmwagens mit 6-Zylinder-Motor übernahmen Wehr- macht und SS in der Zeit von 1941 bis 1944. Die Bank der Deutschen Luftwaffe finanzierte dem Konstrukteur die Übernahme der besetz- Ein Trippei S.G.6 der letzten Baureihe 1941 mit Opel-Kapitän-6-Zyl.-Motor, heute in Sammler- besitz.
Trippei S.G.6-Schwimmwagen als Limousine bei der Erprobung. Das Ein-Mann-U-Boot »Biber« hatte einen Opel-4-Zylinder-Motor als Antrieb. Rechts und links des Rumpfes waren zwei Torpe- dos montiert. Das Ü-Boot ist heute ein Aus- stellungsstück im Technik-Museum Speyer. ten Bugatti-Werke in Molsheim/Elsaß, um die serienmäßige Produktion des Typs »S.G.-6« zu ermöglichen. Der Trippelwagen mit dem Kapitän-Motor erreichte mit 1800 kg Betriebs- gewicht 80 km/h auf der Straße und 12 km/h zu Wasser. Mit einer Bodenfreiheit von 300 mm, wannenförmigem Unterboden und einem Allradantrieb mit 5-Gang-Spezialgetriebe er- reichte das Fahrzeug eine erstaunliche Gelän- degängigkeit und ein schnelles Anlandgehen auch bei schwierigsten Uferverhältnissen. Die Trippei »S.G.-6« waren als Spähtruppwagen bzw. wenige Ausführungen mit Limousinen- Aufbau bei Propagandakompanien im Ein- satz. Der zuverlässige Opel-Motor in der 4-Zylinder- Version fand auch in einem anderen Schwimmgerät Verwendung, das die Kriegs- marine 1942 zur Unterstützung ihrer Elitesol- daten gefordert hatte. Ein kleines Ein-Mann- U-Boot sollte die Kampfschwimmer in speziel- len Missionen unterstützen und zwei Torpedos bis nahe zum Ziel tragen. Das U-Boot mit dem Namen »Biber« hatte zwei Antriebe: Der Olympia-Motor, geringfügig gedrosselt auf 36 PS, bewegte das U-Boot auf dem Wasser und speiste gleichzeitig die Batterien für den Elek- tromotor bei Tauchfahrten. Mit einer Verdrän- gung von 6300 kg konnte eine Tauchtiefe von etwa 15 Metern erreicht werden. In der Zeit von 1943 und 1944 wurden 325 »Biber« herge-
stellt und nur noch zwei Exemplare sind heute bekannt. So haben die Engländer ein U-Boot gekapert und als Exponat im Imperial-War - Museum in London ausgestellt. Ein weiteres Exemplar wurde beim Freibaggern einer Fahr- rinne in Holland entdeckt und dem Technik- Museum Sinsheim und Speyer zur Restaurie- rung und Ausstellung überlassen. Ebenso ein »Exote« unter den Opel-Kriegslie- ferungen ist der Einsatz des 3,6-ltr- Motors in einer Transport-Zugmaschine der Firma Lau- ster aus Stuttgart. Der Steinbruchbesitzer Lau- ster hatte 1942 einen Geländeschlepper von be- achtlicher Zugkraft und Beweglichkeit in Sand, Schlamm und sogar Sümpfen entwickelt. Zwei weitere Versuchsmodelle entstanden 1943 als Zugmaschinen bzw. Lastwagen. Der als »LW71« bezeichnete Schlepper hatte zwei gro- Nach dem Frankreichfeldzug sollen auch im Pariser Citroen-Werk teilweise Lkw mit Opel-Flitz-Motoren ausgerüstet worden sein. ße Walzen, die jeweils einen auf 68 PS gedros- selten Opel-Motor aufnahmen und sich über ein 5-Gang-Getricbc mit Vorgelege bewegen ließen und so eine enorme Zugkraft entwickeln konnten. Trotz 12,5 to Eigengewicht waren 10 to Nutzlast möglich. Das Einzelstück mit 10,2 Meter Länge, 3 Meter Höhe und Breite weckte das Interesse der Luftwaffe, die zur Weiterent Wicklung einen Motorschürfwagen für Feld- flugplätze in Auftrag gab. Das Kriegsende un- terbrach diese Entwicklungen, die jedoch be- reits einen diesel-elektrischen Antrieb für die Walzen vorgesehen hatten. Interessant war auch der Einsatz der Opel- Produktionskapazitäten für den mittleren Einheits-Pkw, gekennzeichnet als m.gl.Kfz. 15. Dieser vom Heereswaffenamt entwickelte Typ wurde ab 1935 bei der Auto Union im Horch- Werk produziert und mit dem 3,5 ltr-V8- Motor ausgerüstet. Da die Produktionskapazi täten in Zwickau nicht ausreichten, lieferten auch die Wanderer-Werke Fahrgestelle, die Opel-6-Zylinder-Motoren erhielten. Außerdem mußte Opel ab 1940 für den mittleren Einheits- Mittlerer Einheits-Pkw Kfz. 15 mit Panzerkanone bei der Erprobung durch die Horch Werke.
Pkw nicht nur die 3,6-ltr-Motoien liefern, son- dern darüber hinaus seine Fertigungseinrich- tungen in Brandenburg neben den Blitz- Bändern zur Verfügung stellen. In keiner Opel- Statistik, die die Kriegswirren überstanden hat, sind diese Lieferungen für den mittleren Ein- heits-Pkw verzeichnet. So bleiben die vagen Angaben von einigen tausend Fahrgestellen und weiteren 6(X)0 Motoren für die bei Wande- rer gefertigten Fahrgestelle nur Vermutung. Die Produktion des Kfz. 15 erfolgte in Bran- denburg als Opel Typ mPI mit 75 PS-Admiral- Motor ab 1940. Aber schon 1943 wurde die Herstellung des mittleren Einheits-Pkw wieder eingestellt, da diese Fahrzeuge sich in der War- tung zu aufwendig erwiesen und im Kriegsall- tag durch den VW-Kübelwagen zu ersetzen wa- ren, der erheblich günstiger produziert werden konnte. Aus der vorläufigen Gerätebeschreibung und Bedienungsanweisung für das Einheitsfahrgestell für m.Pkw (mit Stützachse) vom U6.U5.40 (D663/1). Deutlich ist der robuste 3,6-Liter-Opel- Motor zu erkennen.
Eine Tagesproduktion des mittleren Einheits-Pkw mit Opel-3,6-ltr.-Motor steht in Brandenburg zum Transport zum Aufbauhersteller bereit. Bei einer Parade in Neustadt an der Weinstraße 1941 fährt auch ein mittlerer Einheits-Pkw nut.
Planungen ohne Zukunft: Die neuen Opel-Blitz 3-Tonner Obwohl Opel niemals direkt an der Entwick- lung von Waffensystemen und Militärspezial- fahrzeugen beteiligt wurde, konnte man in den dreißiger Jahren auch ohne Militärlieferungen zum größten Automobilhersteller Europas auf- steigen. Dazu hatten gerade die Nutzfahrzeuge beigetragen, die erst viel später auch vom Mili- tär bezogen wurden. Bereits in den Jahren 1934 bis 1935 lag der An- teil der Nutzfahrzeuge an der Gesamtproduk- tion bei Opel zwischen 10 und 15 Prozent. Bis 1937 stieg er auf 19 Prozent. 1939, die Pkw- Herstellung lief noch auf vollen Touren, waren es schon 24 Prozent. Schließlich wurden 73 Prozent Lastwagen-Anteil erreicht, nachdem 1940 die Opel-Personenwagenherstellung ein- gestellt werden mußte. In den nächsten Jahren traf dieses Schicksal auch die anderen deut- schen Automobilwerke. In Rüsselsheim wur- den bis 1944 gerade noch 14 Limousinen und Cabriolet-Limousinen als Einzelstücke und Prototypen zusammengeschraubt. Es war die Zeit der Rustungsgüterproduktion: Flugzeug- teile, Motoren, Lastwagen. 1800 Opel-Blitz verließen durchschnittlich jeden Monat die Fa- brik in Brandenburg. 77.670 Fahrzeuge als S-Typ einschließlich Maultier, Allrad oder Omnibusfahrgestell wurden zwischen 1940 und der Werkzerstörung im Sommer 1944 gezählt. Noch 1939 hatte man für den Bedarf der Kriegswirtschaft auch die Montagekapazitäten der GM-Fabriken in Kopenhagen nutzen kön- nen, um Opel-Blitz mit Holzgasanlagen liefern zu können. Wegen Benzinmangel stellten auch einige städtische Omnibusbetriebe teilweise auf Statistikblatt aus einer Opel-Präsentationsschrift für das Ministerium für Bewaffnung und Muni- tion. WENIGE TYPEN - GROSSE STÜCKZAHLEN OPEL ANTEIL AN DER DEUTSCHEN GE- SAMTERZEUGUNG VON 1-3 TONNEN LKW. OPEL-ERZEUGUNG NACH TYPEN IN DEN JAHREN SEPT. 1940 FÜR DIE WEHRMACHT INSGESAMT 31674 STÜCK HERGESTELLT
-----------------------------1 ,'L 'Hl । Baujahr 1957'4? Molor 1 yp 5.6 Npnnlenluna 75 PS <i/f^ || UtA \'i. Hl « j Aus dem Opel-Werkstatt-Handbuch für Generator-Einbau. Bohfuna 90 Hub 95 Hubraum 5 626 IIr Drehzahl. 5000 n nun UmgeitcHl aul Cito Verfahren »erzeuget Typ GmR 15 SO 16 GaUühler Typ 1 7$ AbtitzbehaUrr G 5068 Nachremigcr G 507(1 Anlarhgablase Typ 6 u 1? Voll Ga*lullmi<che: Gruppe SO Rohrlellunqt-Typ 65 50 Einbau der IMBERT-Holzgas-Anlage in Opel-B’itz 3,6—4?
Vor dem Werkstor in Brandenburg: Ab 1943 mußten die Fahrzeuge mit Holzgasgeneratoren be- trieben werden. Auch Opel lieferte hierfür 3-to-Blitz mit fest installierter Imbert-Holzgas-Anlage. andere Treibstoffe um. Dazu zählten aueh uie Dresdener Verkehrsbetriebe, die in Opel-Bliiz Linienbussen mit KAFA-Aufbauten als An- trieb einen Junkers R2-Gegenkolben-Zweitakt- Diesel verwendeten. Für die Nachkriegsjahre waren jedoch andere Motoren geplant. Schon während des Krieges versuchte man noch die guten Erfahrungen mit den luftgekühlten Magirus-Motoren auch für die eigene Blitz- Reihe zu berücksichtigen. Man entwickelte ei- nen luftgekühlten 3,6-ltr-Opel-Motor mit 72 PS Leistung bei 3000 U/min. Drei Exemplare wurden gebaut und getestet. Obwohl die Ver- suche erfolgreich abgeschlossen wurden, kam es aufgrund der Entwicklungen an den Kriegs- fronten zu keiner Serienproduktion mehr. Opel-3-to-C.O.E.-Versuchswagen mit All- radantrieb. Dabei waren die Versuche mit neuen Motoren nur die konsequente Fortsetzung der 1939 be- gonnenen Entwicklung neuer Lastwagen der Blitz-3-Tonner-Reihe. Die Entwürfe und Pro- totypen lassen bereits 1941 Details erkennen, die erst in den fünfziger Jahren modern werden sollten. Gearbeitet wurde an zwei Konzeptio- nen: Dem üblichen Haubenlenker, jedoch mit modernem Ganzstahlfahrerhaus und an einer zukunftsweisenden Kurzhaubenbauart, die durch ihre größere Fahrzeughöhe auffieL Bei- de Ausführungen waren auch für die Allrad- Version vorgesehen. Als Typ 6b00 entstand 1942 auch eine Allrad-Militär-Version in Kurz- haubenbauart und mit segeltuchüberspanntem Führerhaus. Von diesem C.O.E.-Lastwagen (cab-over-engine) existiert heute nicht einmal mehr ein Foto im Archiv der Adam Opel AG. Dafür konnte man in Rüsselsheim noch 1980 eine registrierte Präsentationsschrift vom No- vember 1940 einsehen, die die geplanten Opel- Blitz Modelle zeigte. Technisch waren nur we- nige Änderungen aufgeführt. Man wollte sich auf eine leichtere, verstärkte Hinterachse und weiter verbesserte Motorleistung bei geringe- rem Verbrauch beschränken. Die Änderungen im Aufbau waren jedoch deutlicher. Der Kurz- hauber verfügte bei gleicher Baulänge über den Vorteil einer größeren Ladetläche von 4000 mm gegenüber bisher 3500 mm Länge.
4ls die Karosserieentwicklung für die neuen Opel-3-to begann, waren die amerikanischen Ein- flüsse noch deutlich spürbar. Neue Werkzeuge und ein Umbau der Fertigung waren jedoch im Winter 1940/41 undenkbar.
qioqn pun qoiJiiJL’pi.Miiv
Von den Neuentwicklungen versprach sich Opel nicht nur einen erfolgreichen Einsatz auf allen Kriegsschauplätzen, sondern erwartete auch einen Ausbau der Führerstellung auf den Exportmärkten der kommenden Friedensjah- re. Doch zu einer Produktionsumstellung für den neuen Blitz-Lastwagen kam es nach den entscheidenden Winterkämpfen 1941/42 nicht mehr. Mitte 1944 waren auch die Produktions- anlagen in Rüsselsheim und Brandenburg wie- derholten Bombenangriffen der Alliierten aus- gesetzt. Große Teile der Werksanlagen wurden zerstört. Ein Wiederaufbau in den letzten Kriegsmonaten verzögert. Auch der Plan einer dritten großen Werksanlage im Osten des Rei- ches blieb unerfüllt. Ein neuer Anfang erschien im April 1945 unmöglich. Es wurde das erste Jahr für Opel seit 1899, in dem keine Fahrzeu- ge produziert werden konnten. Längsschnitt durch den neuen Opel-Blitz Typ 6500 S. Das Werk in Brandenburg war immer wieder Ziel von Bomberangriffen.
Ohne General Motors: Das Werk im Spannungsfeld der Interessen 1929 war die Adam Opel AG zu 80 Prozent und 1931 nach Erwerb der restlichen Aktienpa- kete völlig in den Besitz des US-Autoherstellers GENERAL MOTORS übergegangen. Damit stand das ehemalige Familienuniemehmen un- ter amerikanischer Führung. Entgegen man chen nationalen Stimmen hatte sich die Opel AG seit Einflußnahme der GM-Strategen ganz hervorragend entwickelt. In fast allen Markt- segmenten plazierte sich Opel .m Laufe der dreißiger Jahre als Klassensieger. Aber nicht nur bei Personenwagen war Opel Marktführer geworden, auch bei Klemlastwagen und dem steuerbegünstigten 3-Tonner hatte sich Opel schnell zur Nummer 1 am Markt entwickelt. Bis zum Kriegsausbruch 1939 galt Opel auf- grund seines hohen Exportanteils als wichtiger Devisenbringer für Deutschland Durch den Polenfeldzug traten auch die Bezie- hungen zu den Vereinigten Staaten in eine küh- lere Phase. Schon vor dem 11. Dezember 1941, dem Tag der deutschen Kriegserklärung an die USA, gab es auch vor den Rüsselsheimer Werkstoren antiamerikanische Demonstratio- nen und regionale Repressalien der Gestapo ge- gen Opel-Mitarbeiter. Doch die politisch Ver- antwortlichen konnten sich übei Opel als »na- tionalsozialistischen Musterbetrieb« nicht eim gen: Durch Kompelcnzgerangel und Interes- senstreitigkciten zwischen Luftwaffenministe- rium, Partei, Reichswirtschaftsministerium, SS und Werksleitung blieb Opel bis zum Sommer 1942 ohne den obligatorischen Feindvermö- gensverwalter. Immerhin hatten sich die leiten- den Amerikaner schon bei Kriegsausbruch aus Rüsselsheim zurückgezogen und ihre Mandate im Aufsichtsrat ab Dezember 1941 nicht mehr wahrgenommen. Waren die von den Nazis bestellten Verwalter in anderen Unternehmen durchaus im Sinne der Parteiziele erfolgreich, auch Ford Köln wurde damals fremdgesteuert, so wollte man bei Opel mit den beiden Produktionsstandor- ten Rüsselsheim und Brandenburg kein Fremd- verwalterrisiko eingehen. Das Opel-Werk in Brandenburg produzierte überaus erfolgreich in zwei Schichten Lastwagen, Motoren, Fahr- gestelle und Ersatzteile. In Rüsselsheim hatte man im November 1940 die bereits erheblich reduzierte Personenwagentertigung gestoppt, um die geforderten Kapazitäten für den Flug- zeugbau bereitzustellen Seit Februar 1940 ent- standen in Lizenz Junkers-Flugmotoren und für den Mittelstreckenbomber JU 88 Flugzeug- kanzeln und -Verkleidungen sowie Fahrwerke, Rahmenteile und komplette Bordkabelnetze mit Instrumentierungen. Allein bis Dezember 1941 hatte Opel ein Produktionsvolumen von 200 Millionen Reichsmark erreicht und war da- mit der größte Fahrwerkshersteller geworden. Die von Göring veranlaßten Zulieferungen für Junkers in Dessau endeten erst Antang 1945. Die erfolglose Winteroffensive von Dezember 1941 bis März 1942 führte zum Verlust von über 31000 Lastwagen, was der Hälfte der letz- ten Jahresproduktion aller deutschen Herstel- ler entsprach. Für das Militär mußten dringend die Kapazitäten für Munition, Lastwagen und auch Flugzeuge erhöht werden. Gefragt waren die Erfahrungen von Serienherstellern, um die- se auf andere Rüstungsbetriebe zu iibertragen. Auch die Kapazitäten weniger effizient arbei- tender Werke sollten nach Reorganisation den »Bestbetrieben« zugeordnet werden. im drillen Kriegsjahr waren in der deutschen Rüstungsindustrie weniger die Parteigenossen als erfahrene Rationalisieret gefragt. Auch Daimler Benz ernannte Mitte 1942 das Nicht- parteimitglied Haspel zum Vorstandsvorsitzen- den. Ebenso wurden bei der Opel AG deutliche Zeichen gesetzt: Dei technische Leiter des Rüs- selsheimer Betriebes, Heinrich Wagner, wurde zum Vorsitzenden des Vor Standes berufen. Fast gleichzeitig wurde auch der Streit um den Verwalter für das Opel-Feindvermögen been- det. Prof. Dr. Carl Luer war ein »Opel-Mann«, der seit 1935 zum Opcl-Auf- sichtsrat zählte und noch 1941 von GM als Vorstandsvorsitzender bestätigt worden war.
Sein Einfluß als vom Reich bestellter Verwalter blieb jedoch gering. So konnte eine von ihm als »Denkschrift« bezeichnete Produktionsaus- weitung für den Opel-Blitz verhindert werden. Luer und der seit Januar 1942 neu eingesetzte Generalinspekteur des Führers für das Kraft- fahrzeugwesen, Jakob Werlin, hatten verein- bart, in Brandenburg durch eine dritte Schicht den monatlichen Lkw'-Ausstoß auf 6000 Fahr- zeuge zu verdreifachen. Eine Produktionsstei- gerung für den Blitz-L kw war zwar dringend erforderlich, doch für Brandenburg wäre dies nur über eine Zusammenarbeit mit der SS und der Rekrutierung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen möglich gewesen. Werksleiter Heinz Nordhoff sah jedoch als Produktions- fachmann durch die Beschäftigung von unge- lernten und schwachen Kräften die Effektivität der Produktion gefährdet. Opel hatte seit Mitte der dreißiger Jahre trotz hochrationalisierter Produktion einen größeren Anteil qualifizierte- rer Arbeitskräfte als alle anderen Automobil- werke. Seit Kriegsausbruch waren auch für Branden- burg keine Ncuinvesiitionen gestattet worden, und noch im Januar 1942 hatte Oberst von Schell einen Neubauantrag für eine Fabriker- weiterung abgelehnt. Schließlich hatte auch der Aufsichtsrat in Rüsselsheim am 10. Mai 1942 entschieden, daß ein Ausbau in Brandenburg nicht möglich sei, da schon für die laufende Produktion Rohstoffe und qualifizierte Ar- beitskräfte fehlen würden. Aber nicht nur der Techniker Nordhoff war gegen eine örtliche Produktionsausweitung, auch das Ministerium für Bewaffnung und Munition unter Leitung von Albert Speer, stimmte drei Tage später ei- nem Ausbau an der Havel nicht zu, da das Werk zu wenig gegen feindliche Bomber zu schützen sei. Speer, der sich grundsätzlich für den Opel-Blitz als mittelschwcren Einheits- Lkw für die Wehrmacht ausgesprochen hatte, wollte nach Abstimmung mit Hitler eine leer- stehende Waggonfabrik in Riga durch Opel zu einer zusätzlichen, selbst finanzierten Ferti- gungscinrichtung für Lastwagen und Ersatztei- Rüsselsheimer Opel- Werker beim Verdrahten der Bord-Elektrik für die Ju88 der Junkers- Werke in Dessau. Durch Kenntnis rationeller Fertigungsmethoden konnte auch der Transport der ferti- gen Einrichtungen verbessert werden. Die sperrigen Kabelkanäle wurden klappbar und erforder- ten nur noch ein Drittel der bisherigen Anzahl an Güterwaggons.
A uch Frauen wurden zur Montage der Lei- tungen eingesetzt. le ausbauen lassen. Gleichzeitig war dort die Produktion der 3,7-cm-Flak geplant. Dieses Vorhaben wurde jedoch nach Besichtigung der vorgesehenen Produktionsstätten nicht ver- wirklicht. Bestehen blieb aber der Plan, irgend- wo im Osten ein neues Werk und eine zentrale Reparaturwerkstatt für Opel-Lastwagen und -Motore zu errichten. Doch der dringende Bedarf an Opel-Militär- lastwagen blieb größer als der tägliche Aus- stoß. 50000 Lkw, über 35 Prozent der gesam- ten 3-Tonner Produktion seit 1939, hatte Opel in drei Jahren an die Wehrmacht ausgeliefert. Jetzt sollten auch andere Hersteller wie Borg- ward, Ford, Klöckner-Humboldt-Deutz und Daimler-Benz ihre Produktionskapazitäten für den 3-to-Einheits-Lkw Bauart Opel bercitstel- len. Der »Hauptausschuß Kraftfahrzeuge« tagte am 22. Juni 1942 im Ministerium für Be- waffnung und Munition mit der Aufgabe, die geforderte Produktionserhöhung für den Opel- Blitz auf die Lkw-Werke zu verteilen. Neben Borgward in Bremen bekam Daimler Benz in Mannheim den Auftrag, 2000 bis 2500 Opel- Lkw monatlich zu liefern. Magirus in Ulm schied als Lizenznehmer aus, da die Lkw- Herstellung aufgegeben werden sollte. Ford in Köln erklärte sich zwar grundsätzlich bereit, den Konkurrenzwagen in Lizenz nachzubauen, entschied sich aber im August 1942, die Pro- duktion von eigenen 3-to-S-Lkw zu erhöhen. So blieben nur die Mercedes-Vereinbarungen und die Aufforderung an Opel, ein neues Werk im Osten zu bauen, um die von Hitler nunmehr erwartete Stückzahl von monatlich 9000 En- heits-Lkw nach Bauart Opel zu erreichen. Opel wurde der größte Zulieferer für Flugzeugteile, insbesondere für das Kampfflugzeug Junkers Ju88.
Der deutsche 3-to-Einheitslastwagen, Bauart Opel, wird ab Anfang August 1944 auch bei Daimler-Benz in Mannheim produziert.
Letztes Aufgebot: Der Blitz von Mercedes Der Opel-Blitz hatte sich ausgesprochen be- währt. Alle Vergleichs- und Versuchsfahrten waren zu seinen Gunsten ausgegangen, letztlich hatte der harte Fronteinsatz immer wieder be- wiesen, welche Qualitäten den Opcl-3-Tonner auszeichneten. Nur wenige Verbesserungen waren für die S-Type notwendig geworden. Dazu zählten ab Motor-Numiner Br 41-0538 eine wartungsfreie Wasscrpumpe und ab 1942 eine Zusatzfederung an der Hinterachse, um den ständig hohen Belastungen im Frontein salz gewachsen zu sein. Weitere Änderungen waren kriegsbedingt, da zunehmend Mate- rialknappheit und Lieferantenausfall zu einfa- chen Lösungen zwangen. So findet man bei den letzten Opel-Führerhäusern eine Rück- wand aus Holz, um die Blechwand einsparen zu können. Dies erforderte eine sichtbar höhe- re Dachform und eine geringfügig steiler ge- stellte Windschutzscheibe. Das für andere Lastkraftwagen vorgeschriebene hölzerne Ein- heitsführerhaus wurde jedoch bei dem Origi- nal-Opel-Blitz 3-Tonner nicht verwendet. Le- diglich die späten bei Daimler-Benz, in 1 izenz gefertigten Blitz-Lastwagen erhielten diesen Notbehelf. Gleichzeitig sollten alle Einheits-Lastwagen »des Kriegsprogramms mit Rücksicht auf den angeordneten Gemeinschaftsbau« keine Finnen- und Markenzeichen tragen. Aber nicht nur Daimler Benz war als Nachbauunter nehmen für den bewahrten Opel-Blitz durch das Ministerium Speer vorgesehen worden. Der Opcl-Bhtz, vom Militär viel zu spat als Einheits-Lastwagen anerkannt, sollte in einem »Fertigungskreis« auch von Ford, Magirus und Borgward nachproduziert werden. Am 25. Juni 1942 unterzeichnete der inzwi- schen entmachtete Oberst von Schell die offi- zielle Nachbauordnung. Zu diesem Zeitpunkt Eine Batterie Opel-Motoren aus der Fertigung von Mercedes wartet auf den Einbau, Herbst 1944.
Fahrgestell-Montagehalle der Daimler-Benz AG im Werk Mannheim Probleme der Nachkriegszeit: Den Einheits-Lkw von Mercedes mangelt es an Reifen. Bis zur Ein Stellung der Produktion wurde das Einheitsführerhaus montiert.
stand fest, daß Magirus die Lkw-Fertigung zu- gunsten des Raupenschleppers Ost Bauart Steyr einstellen und Ford seinen bisherigen 3-Tonner S-Typ vorläufig weiterbauen sollte. Bei Borgward kam es aufgrund der Bomben- angriffe nicht zur Umstellung. Nur Opel und Daimler beendeten die Lizenzverhandlungen zwei Monate später. Opel erhielt eine einmalige Lizenzzahlung von 800.000 Reichsmark. Spä- ter sollte eine Vergütung von 120 RM je Fahr- zeug überwiesen werden, ausgenommen für die an die Wehrmacht und Waffen-SS gelieferten Fahrzeuge. Der Nachbauvertrag war bis Kriegsende begrenz! und bezog sich auf die Fertigung der S-Type mit beiden Radständen (3,60 und 4,20 Meter) sowie des Allrad Blitz. Produziert wurde bei Daimler-Benz in Mann- heim, jedoch nur der Blitz mit 3,60-m- Radstand, zu lange dauerten die Produktions- vorbereitungen. Mercedes erhielt dazu auch von Opel amerikanische Werkzeugmaschinen zum Nachbau und notwendige Schmiede- stücke. Außerdem sollten für die Serienferti- gung viele Teile von Opel aus Rüsselsheim zu- geliefert werden: Lenkrohre, einbaufertige Vergaser, Luftfilter und Benzinpumpen sowie alle Instrumente und die Mechanik für die Scheibenwischer. Trotz einer exakten L'mstellungsplanung für einen Zeitraum von elf Monaten, verzögerte sich der Produktionsbeginn um ein weiteres Jahi bis zum August 1944. 7.ui gleichen Zeil stoppte plötzlich das Blitz-Band bei Opel. Am 6. August 1944 zerstörten mehrere englische Liberalor-Bomber bei einem äußerst exakten Tagesangriff aus 8.000 Meter Hohe weite Teile der Werksanlagen in Brandenburg. Ein Wie- deraufbau konnte bis Kriegsende nicht mehr abgeschlossen werden. 1949 demontierte die Sowjetunion das Opel-Werk im Wert von 22,1 Millionen DM iin Rahmen der vereinbarten Reparationsleistungen. So blieb die Daimler-Benz AG der einzige Lie- ferant für den dringend benötigten Opel-3- Tonner. Der Opel von Mercedes lief unter der Typenbezeichnung L 701 und trug keinerlei Markenzeichen. Die Lizenz-Lkw waren ferner durch das kantige Einheitsfahrerhaus und feh- lende Haubenleistcn zu erkennen. Bis 1948 wurde aus Mannheim noch das eckige Wehr- machtsfahrerhaus aus Holzfaserhanplatten ge- Der Blitz der ersten Nachkriegszeit: Das Kuhleremblem wurde bei Mercedes nicht montiert. liefert. Dann konnte Opel wieder das Original- Führerhaus beisteuem, wofür im Gegenzug Opel-3,6-ltr-Motoren mit 73,5 PS-Lcistung aus der laufenden L701-Fertigung erwartet wur- den. Dazu kam es nicht mehr, da trotz zweima- liger Lizenzverlängerung am 10 Juni 1949 der letzte Typ L701 in Mannheim vom Band lief. Rund 11.000 »Mercedes-Blitz.« sind in jenen fünf Jahren entstanden, wobei die größten Stückzahlen in der Zeit des Wiederautbaus ge- liefert wurden: 1945 = 747 1946 = 1497 1947 = 2001 1948 = 3805 Die restlichen Kapazitäten übernahm die Opel AG in Rüsselsheim und stellte von 1950 bis 1954 noch 467 Blitz-Lastwagen fertig, darunter für dringende Pcrsoncnlransporte auch Nie- derrahmenfahrgestelle für die Omnibus-Auf- bauten. Dies waren die letzten Opel-3-Tonner, da das GM-Management sich auf den kleinen 1,75-Tonner mit 6-Zylinder-Benzin-Motor be- schränken wollte, während Mercedes bereits seit 1949 nut dem auf Opel-Basis entwickelten neuen Nachkriegstyp L312 mit Diesel-Motor große Verkaufserfolge erzielte. Dieses Modell fand sofort das Inicresse des neu aufgestellten Bundesgrenzschutzes und später auch der Bun des wehr
Die zerstörten Werksanlagen in Rüsselsheim 1945. Im Feuersturm wurde auch der Prototyp des neuen »Super-Olympia« für die »Friedenszeit« zer- stört. Der Nachfolger des Modells 1938 sollte bereits mit Kofferraumdeckel und Lenkradschal- tung geliefert werden.
Military-Orders: Neuer Anfang in Rüsselsheim Am 22. März 1945 eroberten US-Verbände Mainz, zwei Tage später erreichten sie bei Op- penheim das rechte Rheinufer. Damit standen die neuen Herren kurz vor Rüsselsheim, das bereits von den Nazi-Größen verlassen worden war. In mehreren Bombenangriffen hatte auch das Opel-Werk über 50 Prozent seiner Produk- tionskapazitäten verloren. Darüber hinaus ver- fügten die Siegermächte nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 auch die Demontage der noch verbliebenen Einrichtungen. Die ausgelagenen Werkzeuge und Pioduktionseinrichtungen für den Kleinwagen Kadett beanspruchten die So- wjets. Im Rahmen der vereinbarten Repara- tionsleistungen wurde das komplette Ferti- gungsband für den 4-türigen Kadett einschließ- lich aller Zeichnungen und Hilfsvorrichtungen wie Gußformen und Lehren auf 59 Güterwag- gons verladen, die am 14. Juni 1946 den zer- störten Bahnhof von Rüsselsheim in Richtung Osten verließen. Als Moskwitsch 400 tauchte ab Sommer 1947 der kleine Opel wieder in der Sowjetunion auf und stand zunächst nur dem eigenen Militär zui Verfügung. Erst ab Herbst 1950 konnten auch zivile Kunden im Westen einen Kadett genannt Moskwitsch ordern. Doch das Interesse bei Opel-Kunden blieb ge- ring. In den Tagen des »kalten Krieges« erin- nerten sie sich nur ungern daran, daß die so- wjetische Armee auch das stark beschädigte Brandenburger Werk bis auf den letzten Was- serhahn demontiert halten .. Waren in Brandenburg die Sowjets die Besat- zungsmacht, so bestimmten in Rüsselsheim die Amerikaner. Schon im Juli 1945 veranlaßte der Oberbefehlshaber der 7. US-Armee, General Geoffrey Keyes, daß auf dem Gelände der ehe maligen GM-Tochter Opel alle defekten US- Militär-Personenwagen zusammenzuführen waren. Die US-Armee hatte 1941 in den L'SA 15000 Standard-Limousinen für den Mililärbe- darf geordert, darüberhinaus weitere 9000 Fahrzeuge für den Fall des Kriegseintritts bei Händlern in den Staaten »blockiert«. Ein Teil dieser Fahrzeuge der Marken Chevrolet, Ford und Plymouth des Modelljahrcs 1941/42 be- gleiteten die kämpfende Truppe nach Europa und sollten nach Kriegsende für den bequeme- Wiederaufbau mit Opel-Hlitz-Lastwagen.
Die US-Army ist Herr der Rüsselsheimer Werkshallen: Fahrzeuge aller Marken werden zur Ab- arbeitung angeliefert. Ein bereits in US-Diensten stehendes Opel-Admiral-Cabnolet wird zur In- standsetzung angeliefert. L inks stehen bereits Jahrbereite Fahrzeuge vom Typ Kapitän-39.
reu Personentransport aufgearbeitet werden. Dabei handelte es sich überwiegend um 4-türige Limousinen, da nur 18 Prozent der staatlichen Order 2-türige Sedans betraf, die al- le in den Staaten verblieben. Zur Instandsetzung von Armeefahrzeugen be- dienten sich die Besatzer verbliebener Kapazi- täten bei BMW, Fiat/Turin und Daimler-Benz im ehemaligen Allgaier Werk/Uhingen. Aber auch Opel Rüsselsheim sollte neben noch brauchbaren deutschen Modellen die Palette der US-Limousinen wieder aufarbeiten. Die Opel-Werker nahmen den Auftrag dank- bar an. In der Zeit von 1945 bis Mai 1948 wur- den exakt 1516 deutsche und amerikanische Automobile repariert und wie neu an das US- Militär ausgeliefert. Dabei waren die Instand- setzungsarbeiten nicht leicht in jener Zeit, wo Energie- und Materialmangel herrschte. In manchem Falle konnte nur der Weg zum Tauschmarkt helfen. Allerdings entwickelte sich das Opel-Werk schneller als erwartet zum Oben: Ein 1938 Cadillac wird durch einen Ordonnanz-Offizier nach der Instandsetzung geprüft. In der Motorhaube steht die Registriernummer 16522. General Patton fuhr einen solchen Cadillac mit der Nr. 16147. Vor dem Neuaufbau in der Rüsselsheimer Fabrik wurden die angelieferten US-Pkw zerlegt, wie hier ein 1942 Plymouth P14.
Ausgebaute Motoren wurden gereinigt. Im Hintergrund sieht man weitere US-Modelle wie Cadil- lac, Ford Fordor 1941 und Chevrolet 1940. Anschließend kamen die Fahrzeuge auf ein Montageband zur Karosserieinstandsetzung, wie die- ser 1941 Plymouth PH.
Neulackierung eines 42er Plymouth. Nicht immer wurde hei der Überholung auch die Karosserie vom Rahmen getrennt. »Endmontage«-Rand: Chevrolet-Modelle von J940 und 1942
Opel-Reparaturhalle 1945: Bunte Mischung von US-Pkw wie Plymouth Town Sedan, Chevrolet Special DeLuxe 1942 und als dritter in Reihe ein Cadillac Imperial Sedan, einer von 21 aus dem Jahrgang 1943. Der Plymouth im Vordergrund kann aufgrund seiner Registriernummer 141769 bis nach San Francisco zuriickverfolgt werden. Er war einer der 2759 »eingefrorenen« Fahrzeuge, die die US-Anny 1943 aus den Händlerbestdnden in Californien abrief Probefahrt auf der alten Opel-Prüfbahn in Rüsselsheim.
wichtigsten Reparaturbetrieb für die US- Armee. Diese lieferte dort überwiegend GM- Marken wie Chevrolet und wenige Pontiac- Stationwagon und Cadillac-6-Sitzer ab, aber auch Ford und Plymouth mußten die Opel- Leute reparieren. Die Motoren wurden demon- tiert, gereinigt und neu gelagert, Karosserien ausgebeult, teilerneuen und lackiert. Aber auch mancher deutsche »Repräsentationswa- gen« vertriebener Nazi-Größen wurde von US- Offizieren zur Überholung angeliefert und spä- ter in die USA verschifft. Die US-Offiziere vermißten aber auch ein an- deres Produkt: Der Kühlschrank zählte in den USA bereits zum Küchenstandard. In Deutsch- land entwickelte sich dei Bedarf an haushalts- gerechten Kühlschränken erst Anfang der fünfziger Jahre. Über die wiederbelebten Ver- bindungen zu General Motors soll an die be- reits 1937 zwischen Opel und Frigidaire begon- nene Kühlgeräteproduktion angeknüpft wer- den. Um den Neustart zu erleichtern, ubermit teln die Militärs Bauuntcrlagen und wichtige Rohstoffe für die ersten Kühlschränke der Marke »Frigidaire«, die in Rüsselsheim ab 1946 auf einer Seitenlinie im Werk am laufen- den Band produziert wurden. Im ersten Jahr sind es nur 573 Schränke, 1947 bereits 4000, um in den folgenden Jahren jeweils die doppel- te Stückzahl zu erreichen. A uch die englische Besatgungstruppe erhielt Opel- Wagen, wie diesen 1949er Kapitän in Hamburg. Im Hintergrund dieser Entwicklungen gab es einen ständigen Dialog zwischen den US- Mihtärbehorden und den ehemaligen Eignern der Opel-Werke, General Motors. GM, die ih Trotz des Kontukt- verbots: Wer einen großen Opel- Wagen bei der US-Army fahren durfte, konnte auch hier ei- ne Ausnahme ma- chen.
A usgediente Militärfahrzeuge waren bei Gebrauchthändlern sehr beliebt, solange man sie mit ge- ringem Aufwand erneuern konnte, zumal oft nur wenige Kilometer auf dem Tacho waren. Im Ju- li 1957 warteten 160 Opel Kapitän aus US-Beständen auf die Einfuhrgenehmigung nach Holland an der Grenze bei Oeding, Kreis Stadtlohn.
re Opel-Anteile aufgrund des Krieges abge- schrieben hatten, wollten zunächst nur zöger- lich die Verantwortung für ihr altes Werk über- nehmen. Erstmals im Februar 1948 besuchte eine GM-Studiengruppe Rüsselsheim. Man sah die bereits begonnene Produktion des kleinen Opel-Blitz und des 4-Zylinder-Typs »Olympia«. Der Bedarf an neuen Automobi- len im Nachkriegsdeutschland war groß. Da- mit fiel die richtige Entscheidung: Am 1. No- vember 1948 verkündete der GM-Vorstand, daß er die Leitung der Opel-Werke in Rüssels- heim wieder übernommen hatte. Sofort konnte die bereits seit Sommer vorbereitete Produk- tion des Opel 6-Zylinder »Kapitän« aufgenom- men werden. Schon in den ersten zwei Mona- ten wurde die gesamte Produktion von 213 Kapitän-Fahrzeugen an die US-Militärbehör- den ausgeliefert. 1949 erhielten aber auch fran- zösische und britische Besatzungstruppen den begehrten 6-Zylinder. Allein ein Drittel der Produktion ging an das Militär, das waren 2424 Limousinen. Damit gaben die Besatzer durch ihren Bedarf an neuen Fahrzeugen auch dem Opel-Werk die notwendigen Impulse für den Wiederaufbau nach der Stunde Null des Zweiten Weltkrieges. Ab 1952 erhielt die US-Army mehrere Opel- Blitz 1,75-to-Krankenwagen in verschiede- nen Ausführungen. Die ersten 14 Sanitäts- automobile lieferte Karosseriebauer Mie- sen. Der Hersteller der längeren Version ist un- bekannt.
Hamburgs erstes Offiziersautomobil für die Feuerwehr ist ein Opel 24/70 PS Phaeton von 1907.
Helfer in der Not: Opel-Feuerwehr und Sanitätsfahrzeuge Das Automobil wurde erst spät für den militä- rischen Einsatz entdeckt. Wie an anderer Stelle bereits vermerkt, waren neben den wichtigen Nachschubaufgaben gerade auch Personen- und Verwundetentransport sowie Sonderauf- gaben im Lösch- und Rettungswesen den Mo- torfahrzeugen zugeordnet worden. So entstan- den auf Basis der Opel-Lastwagenfahrgestelle schon frühzeitig Feuerwehr- und Krankenwa- gen. Veränderungen beschränkten sich auf weichere Federungen und andere Reifen. Nach dem großen Brand auf dem Opel-Werks- gelände entwickelte man ab 1911 Feuerwehr- Motorspritzen, die für die Montage auf eige- nen Regellastwagen geeignet waren. Der Lkw- Motor versorgte eine vierstufige Hochdruck- Zentrifugalpumpe, die 15 Atmosphären Druck und 2.000 Liter pro Minute erzeugen konnte. Bis in die späten zwanziger Jahre blieben diese Opel-Feuerwehren im Einsatz, bis sie von den wendigen Blitz-Neukonstruktionen mit Spezial-Löschgeräten fremder Hersteller abge- löst wurden. 1938 mußte sich auch das Feuerlöschwesen der militärischen Gleichschaltung unterwerfen. Die Vorschriften für den Bau der Fahrzeuge ka- men vom Reichsluftfahrtminister und dem Reichsinnenminister, die sich die Aufgabe des Luftschutzes teilten. Die früher roten Feuer- wehrfahrzeuge wurden dunkelgrün lackiert. Ab 1939 galt die Typenbegrenzung im soge- nannten Schell-Plan, dem 1940 die Reduzie- rung auf drei Nutzlast-Klassen für den »Feuer- löschfahrzeugbau« folgte. Dabei war neben Mercedes und Magirus auch Opel als einer der wenigen Fahrgestell-Lieferanten vorgesehen. So wurde das Blitz-l-Tonner-Fahrgestell für die Kraftzugspritze KzS 8 vom Opel-1,5- Tonner abgelöst. Später kamen auch 3-to- Fahrgestelle zum Einsatz, die ab 1943 als »LF 8« geführt wurden. Als Tanklöschfahr- zeuge waren Blitz 3 to als S oder Allrad, außer auf militärischen Flughäfen, relativ selten vor- handen, bewährten sich jedoch auch ab 1943 bei der Feuerschutzpolizei ausgezeichnet. Ein Opel »Kapellen- wagen« für die Westheere im Früh- jahr 1915. Das Heck konnte zum Altar geöffnet wer- den.
Opel-3-Tonner-Sanitätskraftwagen im Ersten Weltkrieg. Kühn-Krankenwagen auf Opel-Spezialehassis von 1928.
Opel-Feuerspritze, wie sie seit 1912 bis Mitte der 20er Jahre zum festen Angebot der Motorwa- genfabrik Adam Opel gehörte. Krankenwagen der Opel-Werke um 1926.
Als am 15. Juli 1946 unter Aufsicht dei ameri- kanischen Militärbehörden in Rüsselsheim die Produktion des Opel-Blitz 1,5-Tonner wieder aufgenoinmen werden durfte, wurden alsbald auch die ersten Fahrgestelle für Krankenwa- genaufbauten vorgesehen. Die Firma Christian Miesen in Bonn hatte schon vor dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich Sonderaufbauten für das Sanitäts- und Reltungswesen geliefert. Ange- paßt an die miserable Vcrsorgungslage der er- sten Nachkriegsjalire entstanden Krankenwa- gen auf Blitz-Fahrgestellen, aber auch Umbau- ten von Oljmpia- und Kapitän-Fahrzeugen für den Krankentransport und später auch Ret- tungseinsatz. Allerdings trat nur das amerika- nische und französische Militär als Besteller solcher Sanitätsfahrzeuge auf. Bundesgrenz- schutz oder später Bundeswehr bezogen nur selten Opel Wagen für den Notfalleinsatz. Aufgrund der Kriegsereignisse wurden die ersten Opel-Blitz der Nachkriegszeit im Ex- port ohne das markentypische Blitz-Em- blem ausgeliefert, wie hier bei einem Feuer- wehrwagen im schweizer Tessin. In Gegenwart der US-Offiziere läuft am 15. Juli 1946 der erste Blitz 1,5-Tonner vom notdürftig reparierten Band Jetzt begann die neue Produktionszählung der Nachkriegszeit. Die wenigen Blitz 1,5-to, die bis Mai 1946 mit Erlaubnis der ES-Besatzer aus vorhandenem Restmaterial zu- sammengesetzt wurden, zählen nicht dazu.
Opel-Blitz 1,5-to Krankenwagen. Opel Blitz 1,5-to- Mannschaftswagen der Polizei Unten: Opel-Blitz 1,5-to-KzS 8 der W iener Feuerwehr.
Ein Opel-Blitz-1,75-to-Krunkenwagen mit Miesen-Aufbau von 1958 der Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG in Wesseling. Umbauten auj handelsüblichen Fahrgestellen blieb Opels Beitrag für militärische Abnehmer. A uch Bundesgrenzschutz und Bundeswehr beschrankten sich bei der Bestellung von Opel- Wagen auf weitgehend unveränderte Modelle, wie diesen Rekord-Caravan von 1984.
Das TLF 15 war das erste serienmäßig gebaute Tanklöschjahrzeug ab 1939 auf Opel-Blitz 3-to- Fahrgestell TLF-Fahrerhäuser ab 1943 haben nur ein Rückfenster von ea. 80 mm Durchmesser. In der Stadt Beeskow zwischen Berlin und Eisenhüttenstadt war während des Krieges die zentrale Sammelstelle für Feuerlöschjahrzeuge. Diese Fahrzeuge unterstanden fast ausschließlich dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) mit Ausnahme weniger Ausbildungsfahrzeuge. Das abgebil- dete Fahrzeug ist em Blitz 3-to, Typ 6700 Allrad aus Mai 1944 mit Vorbauölkühler, der bei Klöckner-Humboldt-Deutz im Werk Ulm den Aufbau mit 2500-1 iter-Löschtank erhielt. Die Fahrzeuge dienten dem Feuerloschschnellangriff insbesondere auf Flugplätzen. 325 TLF sol- len produziert worden sein. Opel Blitz 3 to-A TLF 15/43 Förderleistung 1500 Itr/Modell 1943. Die Pumpe im Heck ist eine Kreiselpumpe KHD PH 515 mit Antrieb über Kardanwelle und Nebenanirieb. Höchstgewicht 6800 kg, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 35 km/h von der Wehrmacht vorge- schrieben
Die folgenden drei Bilder zeigen den TLI-Blitz, der wahrscheinlich als Ausbildungsfahrzeug in Bee^kow überlebte, durch die US-Army eingezugen und 1946 an die »Feuenneldezenirale II« der Salzburger Feuerwehr ausgeliefert wurde. Ende der 80er Jahre kam das Fahrzeug in Privathand. Die Aufnahmen entstanden 1994 auf dem Museumsgelände Hattingen.
Ein seltener Blick von oben. Die Heckansicht ist von 1943 vom KHD-Auslieferungsfeld in Ulm.
Blitz-Einheits-3-to aus Mannheim als Löschfahrzeug LF8 bei KHD in Ulm aus Hartfaserplatten aufgebaut. Einsatzwagen JMKw 259 auf Blitz 3-to-Allrad mit Einheitskofferaufbau.
Zwei Aufnahmen aus der Feuerwehrgerätefabrik Koehe in Luckenwalde: Offener KOEBE- Aufbau mit Vorpumpe, oben für die Flugzeugwerke Neuendorf unten für die Junkers Flugzeug und Motorenwerke AG, Werft Breslau
Blitz2,5-to 1934 als Tanklöschfahrzeug für Flughäfen. Blitz 2,5-to 1934 Omnibusfahrgestell als Automobilspritze mit rund 1500 Itr/min Fördermenge für die Werksfeuerwehr der Adam Opel AG in Brandenburg/Havel (Koebe-Aufbauten).
KOEBE-Kraftzugspntze KzS 8, Baujahr 1937, auf Blitz-1-to-Fahrgestell. Einheitslöschjahrzeug des deutschen Luftschutzes in den Jahren 1936 bis 1939, leichter Aufbau für eine Löschgruppe. Tragkraftspritze TS 8/8 und Anhänger TSA. Opel Blitz 1,5-to 1938 als Eeuerwehr-Mannschajtstranspurter von Koebe, Luckenwalde für die Feuerlöschpolizei von Seeburg im Osthavelland.
Die neue Fahrerkabine des Opel-Blitz 1,75-to von 1952. Die Sitze für drei Personen sind um 75 nun verschiebbar, dahinter der 68 Liter fassende Benzintank.
Drei kleine Allrad-Blitz: Keine Aufträge von der Bundeswehr 1952 präsentierte die Adam Opel AG einen neuen Opel Blitz Typ 1,75 to. Zur gleichen Zeit war der »Beauftragte des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der Alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen« im Bundes- kanzleramt damit beschäftigt, die Motorisie- rung einer demnächst aufzustellenden Bundes- wehr vorzubereiten. Dabei waren für die Fahr- zeuge bereits bestehende NATO-Nonnen zu berücksichtigen. Gleichzeitig wollte man nach den Erfahrungen des 2. Weltkriegs keine spe- ziellen Militär- und Einheitsfahrzeuge ent- wickeln, sondern sich auf Ableitungen serien- naher Modelle beschranken. So lag es nahe, daß sich der deutsche Fahrzeugbau um die zu erwartenden Großaufträge der jungen Repu- blik bemühte. In erstaunlich kurzer Zeit konnte das Bundes- kanzleramt die Bewerbungen für die einzelnen Fahrzeuggruppen prüfen lassen. Drei Herstel- ler wollten den Kübelwagen bauen: Auto- Union, Borgward (Goliath) und Porsche. Die Entscheidung fiel im Frühjahr 1956 zugunsten des DKW F91/4. Ebenfalls drei Firmen boten sich für den Bau des kleinen, geländefähigen Lastwagens an. Wieder war Borgward dabei, aber auch Hanomag und erstmals Opel. Borg- ward hatte auf Basis seines B2000 seit 1951 ei- nen leichten Lastwagen im Programm, der mit Allradantrieb auch für die Polizei, Feuerwehr und Bundesgrenzschutz geeignet war. Beim BGS waren aber bereits als Erstausstattung di verse Hanomag L28 mit Allradantrieb im Ein- satz. So mußte Opel sich besondere Mühe ge- ben, um gegen zwei Wettbewerber mit Erfah- rung bestehen zu können. Opel-Blitz 1,75-to 1952, zunächst mit 56 PS und ohne hintere Radkästen. Ab 1955 werden 62 PS angegeben.
Die Entwicklungsabteilung baute insgesamt drei Allrad-Typen, die zunächst ein leicht mo- difiziertes Serienführerhaus mit senkrechtem Kühlergitter erhielten. Neben einem Mann- schaftstransportwagen mit Hochbordpritsche und Plane wurde auch bei der Firma Miesen in Bonn ein Funkkofferaufbau bestellt. Die Ver- suchswagen mit der Nummer 1040/1 Spezial- pritsche und 1040/2 Funkkoffer wurden nach eineinhalb Jahren im Oktober 1954 auf 1040/4 als Kübelwagen bei der Firma Drauz und 1040/5 als normaler Pritschen wagen umge- baut. Bis Februar 1956 waren beide Modelle über 57.000 Testkilometer gelaufen, und hat- ten dabei auch Kontakt zum dritten Versuchs- wagen Modell 1040/6 in verstärkter Ausfüh- rung gehabt. Dieser besaß auch hinten eine Stoßstange, die für einen Zugvorgang mit der vorderen Stoßstange des Wagens 1040/4 ver- bunden war. Bei einer Zugkraft von mehr als 4000 kg verformte sich diese um 15 mm, wobei jedoch der Vorderachsantrieb der Achse mit Bendix-Weiss-Gelenken zu Bruch ging. Beim Rückwärts-Schleppen mit Anhängung an der vorderen Stoßstange und vollem Drehmoment im Rückwärtsgeländegang brachen mehrere Zähne des Tellerrades und das große Ritzella- ger wurde völlig zerstört. Im Winter 1955 wird der Allrad-Blitz zum ersten Male dem »Beauftragten des Bundes- kanzlers« im Zusammenhang mit anderen Bewerbern vorgeführt. Der Kühlerschutz der zwei Modelle mit Pritschenaufbau hat bereits senkrechte Streben.
Es blieb aber nicht nur bei diesen Erfahrungen. Beim Drauz-Aufbau als Kübelwagen war die Anordnung des Benzintanks im Fahrgastraum unannehmbar. Die Bremsen erwiesen sich bei den Geländefahrten als nicht leistungsfähig und durch eindringenden Schmutz ständig rostgefährdet. Auch die Auspuffleitung, die vom Serivnrnodell übernommen worden war, hielt den Beanspruchungen im Gelände nicht stand. Ebenso das Lenkstutzrohr, das im Se- rienführerhaus bei Geländeverwindung ein- k rückte und die Lenkung beeinträchtigte. Dem Problem wurde mit dem Einbau einer Hardy- scheibe in der Lenkspindel abgeholfen. Gleich zeitig empfahl man für den Geländebetrieb. sich nicht mit dem normalen Serienlenkrad zu friedenzugeben. Die zwei Mitbewerber der 0,75-to-Allrad- klasse: Hanomag AL 28 sowie Borgward B2000 Allrad, die beide erfolgreich vom Bundesgrenzschutz eingesetzt wurden. Opel-Blitz Allrad als Pritsche und Drauz- Kübelwagen bei Geländetestfahrten im Hunsrück.
Opel-Blitz 0,75-to Allrad in der ersten Ausführung als Pritschenwagen und mit Funkkofferauf- bau von Miesen.
Kübelwagen und Eignungsiesi nach NATO-Vorschriften: Binz A 0,75-to.
Und immer wieder. Prüfungsfahrten zur Geländetauglichkeit
Ein dauerndes Ärgernis bei den Pruffahnen im Gelände war die Spurstange, da sie die Boden- freiheit stark beeinträchtigte. Man erprobte daraufhin eine Vorverlegung der Spurstange vor die Vorderachse bzw. eine Teilung dei Spurstange mit einem am Vorderachsgehäuse gelagerten Zwischenhebel. Unbefriedigend war auch die Watfähigkeit beider Allrad-Blitz, da beim Durchfahren von Wasserstellen der Mo- tor stehenblieb. Die Prüfungen ergaben, daß der Kühlervenlilator die Zündanlage befeuch- tete und die schon nach wenigen 1000 km brü- chigen Zündkabel das Wasser durchließen. Die Fahrzeuge wurden bis zum 29. Februar 1 956 auf Geländestrecken im nördlichen Son wald im Hunsrück und später im Gebiet von Neupfalz in der Nähe von Stromberg getestet. Jeder Prototyp wurde für die Prufungsfahrten i in Gelände von Rüsselsheim gestartet und täg- lich zuruckgefahren. Dadurch ergaben sich Verbrauchsmessungen auf der Basis 2/3 nor- male Landstraßen und 1/3 schweres Gelände von 24,5 ltr/100 km. Als Normverbrauch für Befahren eines Wildbaches in der Neupfalz. Ein Problem bis zuletzt: Die Bremstrum mein vertragen keinen Schlamm und Dreck.
1530 BELADEN Zeichnung des Blitz-Pritschenwagens A 0,75-to nach NATO-Norm.
Es waren keine leichten Prüfungsaufgaben Kein Wunder, daß der Motor feucht wurde und der Wagen stehenblieb.
die Straße wurde 16 ltr/100 km genannt. Beide Allrad-Blitz hatten Phase II-Versuchsmotoren mit den Nummern 54/V-0002L und 54/V- 0003L eingebaut. Es handelte sich um 6-Zylin- der-Motoren mit einer gedrosselten Leistung von 62 PS bei 3700 U/Min und einer Verdich- tung von 6,5:1. Im Januar 1956 legte die Adam Opel AG ihr Angebot für drei Lieferausfuhrungen vor. Der neue geländegängige A-0,75 t Opel-Blitz ent- sprach den damals gültigen Anforderungen des Verteidigungsministeriums für taktische Kraft- fahrzeuge. Man wollte einmal nur das Fahrge- stell für alle Arten von Sonderaufbauten, das Fahrgestell ohne Radkästen mit offenem Fah- rerhaus plus Stahlpritsche mit Plane sowie ein Fahrgestell mit Kübelaufbau für neun Mann Besatzung liefern. Allerdings waren die Preise für die geländegängigen Blitz-Fahrzeuge gegen- über den Kampfpreisen der Borgward-Gruppe zu hoch ausgefallen. So konnte Borgward für ca. 15.000 DM je Lkw 0,75 to gl in sieben Jah- ren bis 1961 über 6700 Fahrzeuge ausliefern. Sie waren als Führungsfahrzeug, Fernsprech- bauwagen und als Fahrzeuge für Instand- setzungs- und Wartungstrupps im Einsatz. Bei der Bundeswehr wurde der Borgward B 2000 A darüber hinaus gern als Fahrschulwagen einge- setzt. Bei Opel tröstete man sich über den verlorenen Auftrag, indem man seine Kräfte verstärkt auf den Ausbau der Produktionskapazitäten im Personenwagenbau richtete. Die Kunden Bun- deswehr oder Bundesgrenzschutz bezogen über die Beschaffungsämter auch bei der Adam Opel AG, Abteilung Behördenverkauf, die notwendigen Militär-Limousinen. Diese in der Regel handelsüblichen Rekord-Fahrzeuge in Standard-Ausführung und olivgrüner Lackie- rung standen den Stabsoffizieren als Dienstwa- gen zur Verfügung. Im Verhältnis zum zivilen Kunden blieben die Opel-Verkaufszahlen für die Bundeswehr gering. Doch ohne die ersten Aufträge von den Besatzungsmächten wäre ei- ne Produktion aus den Ruinen nicht so schnell wiederbelebt worden. Der Sieger im NA TO- Wettbewerb: Borgward B2000 als Kübel- und Pritschenwagen.
Technische Daten: Allrad-Blitz A-0,75-to 1956 Der geländegängige A-0,75-to OPEL-BLITZ entspricht den gestellten Anforderungen des Verteidigungs-Ministeriums für takt. Kraft- fahi zeuge. Geplante Modelle Fahrgestell Fahrgestell mit offenem Fahrerhaus sowie Stahlpritsche mit Überdachung. (ohne Radkästen) Fahrgestell mit Kübelaufbau für 9 Mann einschl. Fahrer. Sonderaufbauten Das Fahrgestell eignet sich für alle Arten von Sonderauibauten, sofern die auf der Fahrgestell- zeichnung vorgeschriebenen Höchstachsdrücke nebst Gewichten sowie Abmessungen nicht über- schritten werden. Hierbei ist zu beachten, daß die vorhandenen Achsdrücke des beladenen Lkws das zulässige Gesamtgewicht von 3300 kg nicht überschreiten. Motor Typ Opel 2,5 Ltr. Arbeitsweise Viertakt Vergaser Anzahl der Zylinder 6 Bohrung und Hub 80 x 82 mm Hubraum 2473 cm3 Verdichtungsverhältnis 6,5 : 1 Leistung bei n = 3700 L'/min 62 PS Drehmoment bei n = 1200 U/mtn 15,3 mkg. Radstand 3300 mm Gewichte (nur geschätzt) Höchstzul. Gesamtgewicht 3300 kg Höchstzul. Vorderachsdruck 1600 kg Höchstzul. Hinterachsdruck 2200 kg Fahrgestell-Eigengewicht ca. 1500 kg Fahrgestell-Tragfähigkeit ca. 1800 kg Betriebsgewicht-Pritschenwagen ca. 2350 kg Nutzlast Pritschenwagen ca. 850 kg
Hauptabmessungen der Aufbauten und Fahrzeuge Max. karossable Länge von Vorderkante Stirnwand bis Rückwand Aufbau ca. 4150 mm Höchstzul. Aufbaubreite einschl. Beschläge'ca. 2000 mm Max. zul. Abstand für vordere Stoßstange von Mitte Vorderachse ca. 800 mm Max. zul. hinterer Überhang für Aufbau ca. 1030 mm Bedingt durch den vom Verteidigungsministerium verlangten Geländewinkel. Kübelwagen Länge über alles ca. 5120 mm Breite über alles ca. 1900 mm Höhe über Verdeck unbeladen ca. 2200 mm Min. Höhe für Verladung ca. 1800 mm Laderaum hinter Fahrersitz: a) Hauptladeraum: lichte Länge ca. 1500 mm lichte Breite ca. 1720 mm lichte Höhe ca. 1450 mm b) Gepäckraum: lichte Länge ca. 1100 mm lichte Breite ca. 1720 mm lichte Höhe ca. 450 mm Pritschenwagen Länge über alles ca. 5130 mm Breite über alles ca. 1900 mm Höhe über Verdeck ca. 2600 mm Min. Höhe für Verladung c$. 1750 mm lichte Pritschenlänge ca. 2500 mm lichte Pritschenbreite ca. 1850 mm lichte Pritschenhöhe-Bordwand ca. 500 mm Höhe der Aufsteckteile für Bordwand ca. 350 mm Budenfreiheit und Gelandewinkel für belastetes Fahrzeug Vorderachse-Bodenfreiheit ca. 270 mm Hinterachse-Bodenfreiheit ca. 270 mm Bauchfreiheit ca. 450 mm Geländewinkel vorn ca. 45° Geländewinkel hinten ca. 40° Wendekreis-Durchmesser ca 14,70 m Spurkreis-Durchmesser ca. 13,75 m
Fahrleistungen Höchstgeschwindigkeit Straßengang auf Straße ca. 95 km/h Niedrigste Dauergeschwindigkcit im Geländegang 3 km/h Wattiefe bis Umerkanie Rahmen in ruhigem Wasser ca. 650 mm Max. Steigfähigkeit im 1. Straßengang ca. 32% Max. Steigfähigkeit im 1. Geländegang ca. 85% Max. Zugkraft im 1. Straßengang ca. 1150 kg Max. Zugkraft im 1. Geländegang ca. 2200 kg Fahrbereich auf Straße mit einem Reservekanister 20 Liter ca. 500 km Kraftstoffnormverbrauch auf Straße ca. 16,0 Ltr/100 km Ein Polizei-Mannschaftstransporter der Opel-Blitz-Baureihe 7,9 bzw. 2 to ab 1960 bis 1965.
Produktionszahlen 1904-1975 Opel-Blitz, Liefer- und Lastwagen Kalender- davon Blitz- Lieferw. u. Lkw Kalender- davon Blitz- Lieferw. u. Lkw jahre Fahrzeuge jährlich cumuliert jahre Fahrzeuge jährlich cumuliert 1904 8 8 1940 19662 20172 182800 1905 17 25 1941 19432 19432 202232 1906 26 51 1942 18866 18866 221098 1907 24 75 1943 23232 23232 244330 1908 30 105 1944 16146 16146 260476 1909 47 152 1945 — — 260476 1910 59 211 1946 839 839 261315 1911 112 323 1947 3219 3219 264534 1912 164 487 1948 7063 7063 271597 1913 151 638 1949 11574 11574 283171 1914 184 822 1950 7753 12756 295927 1915 1117 1939 1951 7007 15055 310982 1916 1090 3029 1952 10424 21201 332183 1917 1134 4163 1953 9776 16675 348858 1918 1112 5275 1954 13165 19408 368266 1919 463 5738 1955 12235 18132 386398 1920 572 6310 1956 12642 18559 404957 1921 316 6626 1957 11375 16885 421842 1922 405 7031 1958 9602 19601 441443 1923 186 7217 1959 9505 19631 461074 1924 154 7371 1960 5915 19122 480196 1925 1186 8557 1961 10611 24446 504642 1926 1730 10287 1962 8313 19806 524448 1927 4916 15203 1963 8258 14916 539364 1928 7148 22351 1964 7637 17061 556425 1929 5111 27462 1965 5539 15474 571899 1930 2835 30297 1966 7722 12972 584871 1931 2716 4064 34361 1967 3540 9075 593946 1932 1792 3086 37447 1968 4070 8685 602631 1933 2298 3489 40936 1969 7202 12994 615625 1934 6988 8480 49416 1970 6461 9212 624837 1935 9511 12969 62385 1971 5201 6846 631683 1936 14260 21756 84141 1972 4514 6117 637800 1937 17337 24174 108315 1973 4398 6173 643973 1938 21797 26377 134692 1974 3070 5381 649354 1939 24486 27936 162628 1975 58 1662 656397 Gesamt: 417201
Opel-Blitz Statistik Nach Baujahren Modelle 1.1 Itr. 1.3 Itr Geschäfts- wagen 1 to 1,75 to 1,5 to 2.5 to 3,0 io Gesamt 1931 1.348 — 677 2.039 4.064 1932 1.294 — — 1.792 3.086 1933 1 191 62 — 2.236 3.489 1934 1.492 4.038 — 2.950 8.480 1935 3.458 4.289 — 5.222 12.969 1936 7.496 5.427 — 8.833 21 756 1937 6.837 6.446 — 10.891 24.174 1938 4.499 1.361 5.577 14.859 26.296 1939 3.335 2.935 5.066 16.485 27.821 1940 410 379 1 678 17.605 20.072 1941 — 3.485 15.947 19.432 1942 — — 604 18.262 18.866 1943 — — — 23.232 23.232 1944 — — — 16.146 16.146 1945 — — — — Nach Baureihen: Modell Typ Bauzeit Stückzahl P4 1.3 Itr Geschäftswagen 1396 11. 1935 - 02. 1938 15.672 P4 1,1 Itr Geschäftswagen 6100 03. 1938 04. 1940 7.405 Blitz 1 to 6 Zylinder 2.0-12 12. 1933 - 03. 1938 21 437 Blitz 1 to 4 Zylinder 5200 10.1938 06.1940 3.500 Blitz 1 .5 to 2.5-32 01.1938 11.1942 16.410 Blitz 2 to/2,5 to, 3,5 Itr 3,5-34/83 12. 1930 - 03. 1937 21 196 Blitz 3 to, 3,5 Itr 3,5-36+47 05 1936 - 07.1937 5.605 Blitz 3 to + 3 to ”S”* 3,6-36 04. 1937 - 07. 1944 82.356 Blitz. 3 to lang 3,6-42 0ö. 1937 - 07. 1944 14 122 Blitz 3 to Niederrahmen 3,6-47 05 1937 - 07.1944 8.336 Blitz 3 to Allrad 3,6-67 07 1940 07. 1944 24.981 Blitz 3 to/3,6 Itr Gesamt 04 1937 - 08.1944 129.795 *incl Bl tz 3 to S/SSM "Maultier” Halbkettenfahrzeug ca. 4.000 und Panzerwerfer auf Blirz "S"-Fahrgestell.
Technische Daten OPEL-BLITZ 1931 bis 1945 T>p 1,5 29 :,o 12 2,5 32 3 5 34 2 1 3 5 57 2 l|j,5-34 2 t 5,5 57 2 t 3,5 57 2' ,,t Baujahr 1958 40 1954 38 1958 42 1951 35 1931 53 1934 -57 1934 57 1951 53 Motor Zylinderrahl 4 6 6 6 6 6 6 Bohrung mm 80 67,5 80 79,58 79,58 79,38 79.58 79,38 Hub . . . mm 74 90 82 117,48 117,48 117,48 117,48 117,48 Hubvolumen .... cm’ 1488 1920 2475 5417 3417 5417 3417 5417 Bremsleistunq . PS 57 5 55 64 64 64 64 64 Verdichtungsgrad 6 5,75 6 5,2 5,2 5,2 5,2 5,2 Wechselgetriebe 1. Gang <32 5,91 4,48 5 56 5,56 5.54 5.56 5,56 2. Gang ...... 2,47 2,47 2.61 5,70 3,79 5,70 3,70 370 3. Gang . 1,49 1,49 1,68 1,80 1,80 1,80 1 1,80 1 1,80 1 4. Gang . 5. Gang 1 1 1 Rückwärtsgang 4,69 4,21 4,75 6,50 6,50 6,50 6,50 6,50 Verteiler getriebe S’rafjenqanq ..... Gelandegang .... — — - — — Hinterachse 37:6 45:7 33-6 55 6' 55:6 - 55:6 - 55.6 " 35:6 “ überseizungsverhalmis . 54;5< 54 54 54.5 4 34:5 « 54 5 ’ Übersetzungsverhältnis . 40.7 3 4C 7 ' 40.7 3 40:7 3 40:7 3 Übersetzungsverhältnis . - 41:6 ' 41:6 J 41:6 41:6 1 41:6 5 Übersetzungsverhältnis . 41:8' 41:8« 41:8*' 41-8 * 41-8 " Räder und Reifen Re’fengröhe . . . vorn 5,50 18 5,50 17 5,50 18 6,00 20 6,00 20 6,00 20 6,00 20 6,00 20 Reofengrofje . hinten 6,50 17 7,00 17 5,50 18 6.00 20 6,50 20 6,00 20 6.50 20 6,50 20 Felgengröfje . vorn 3,25 Ex 18 5,25 E x 17 5,2SEx18 5" 20 5'-20 5" 20 5" 20 5" 20 Felqengröfje . . hinten 4,00 F x 17 4,00 Fx 17 3,25Ex 18 5" 20 5" 20 5" 20 5" 20 5" 20 Reifendruck vorn 2,75 2,50 2,75 4,25 4,25 4,25 4,25 4,25 Reifendruck . . hinten 3,00 5,00 3,00 4,75 5,00 4,75 5,00 5,00 Elektr. Ausrüstung RaHerie-Snannunq Volt 6 6 6 6 6 6 6 Kapazität . Ah 75 72 75 90 90 90 90 90 Fahrgestell Radstand . mm 2900 2851 3250 5410 4000 5410 4000 4000 Spurweite vorn mm 1342 1546 1340 1455 1435 1455 1433 1455 Spurweite hinten mm 1400 1422 1560 1550 1550 IWD<'524p 1620 11524)’ 1555 Wendekreif-Durchm. m 12,6 12,3 12,8 14,4 16,5 14,4 16,5 16,5 Wagenabmessungen PrHsdhe Kasten Pritsche Kasten Gr. Länae über alles mm 4 7UO 4625 4655 4455 5450 5580 6570 5380 6580 6570 Gr. Breite über alles mm 1940 1680 1995 1705 1940 2150 2291 2291 2291 2150 Gr. Höhe über alles mm V. 80 1865 2280 2060 2285 2428 2439 2580 2580 2459 Ladefläche Pritsche Kasten Pritsche Kasten Ladelänge mm 2200 2150 2200 2115 2900 2500 3500 2500 5500 5500 Ladebreile mm 1800 1470 1800 1460 1«0C 1985 1985 2125 2125 1985 Ladefläche . ca. m? 3,96 5,16 <0 5,0 5,22 5,0 70 5,5 7.4 7.0 Lüderaumhöhe . . mm 1250 1170 1250 1165 1250 1430 U50 1450 1450 1450 Ladehöhe v. Boden mm 940 665 940 670 955 1000 1000 1000 1000 1000 Gewichtsdaten Pritsche Kasten Fahrqest.-Eiqengew. kg 840 900 900 1070 1485 1,00 1510 1565 1525 Fahrgesl.-Tragfahigk. kg 1450 1o00 1600 2150 2717 2900 2790 2835 3375 Zul. Vordcadhsdruck kg 760 735 765 890 950 1050 950 1025 950 Zu!. Hinterachsdruck kg 1510 1765 1735 2310 3250 3350 5550 5575 5950 Zul. Gesamtgewicht kg 2270 2500 25OC 5200 4200 4-00 4300 440C 49oe F ossungsvermögen Kraftstofftank . . Hr. 57 58 57 62 62 62 62 62 Molor Itr. 3,25 5,0 5,22 6.8 6.Ö 6,8 6,8 6,8 Wechselgetriebe . Hr. 1,0 0' 1,10 1.5 1,5 1.5 1,5 1,5 Hinterachse .... Itr. 2,25 2,50 2,50 4 4 4 4 4 Kühlsysfem .... Hr. 9,0 9,5 10,85 11,6 11,6 12,8 12,8 178 Verteilergetr ebe . Itr. I *" — — — ) Bei Einfachbereifung ’) Normalübersefzung mit Slüfzlager *) Gebirgsübersefzung mH Stützlager :) Normalübersetzung ohne Slülxlager Gebirgsübersetzung ohne Slulzlager e) Aulobahnubersetzung
3.5-34 2' t 3,5-57 2>;.t 5.5 83 3.5 56 3,5 47 3.6 36 3,6 42 3,6 47 6700 Typ A 1934 37 1934 37 1934 37 1936 37 1936 37 1937-45 1957 45 1937 45 1940-45 6 6 6 6 6 6 6 6 6 '938 79,38 79 38 79,38 79,38 90 90 90 90 117 48 117,48 117 48 117,48 117,48 95 95 95 95 3417 3417 3417 3417 3417 3626 3626 3626 3626 64 64 64 64 64 75 75 75 75 5,2 5,2 5,2 5,2 5,2 6 6 6 6 S.56 5.6» 5,56 7,84 7,84 7,84 7,84 7,84 7,84 3,70 3,70 3.70 4,82 4,82 4,82 4,82 4,82 4,82 1,80 1,80 1,80 2,71 2,71 2,71 2,71 2,71 2,71 1 1 1 1,58 1.58 1,58 1.58 1,58 1,58 1 1 1 1 1 1 6.50 6.50 6,50 7,39 7,39 7.39 7,39 7,39 7.39 1,08 - 1,93 35:6 • 55:6 35:6 - 40:7 34:5 4 34:5 4 34:5 4 Vorder- und 40:7 3 40:7 3 40:7 3 40-7 3 .( 1 > 40.7 > 40:7 3 40:7 3 Hinterachse 41;6i 4’ 6 ' 41:6 5 41:6 ' 41:6 * 41:6 5 41 6 6 4' 6 41:8 41 41:8 41 41:8 45 41:8 6 41:8 '• 41:8 6 41 :8 b 41.8" 6,00 20 6,00 20 > .00 20 7,00 20 190 20 7,00 20 190 20 7,25 20 7,00 20 190 20 7,25 20 190 20 7,25-20 6,50 20 6,50 20 6.50 20 7,00 20 190 20 7,25 20 190 20 7,25 20 7,25 20 190 20 7,25 20 190-20 7,25-20 5" 20 5" 20 5" 20 5" 20 6" 20 5"-2O6"-2O 6" 20 5" 20 6" 20 6’' 20 5" 20 5"--20 5" 20 5" 20 6" 20 6” 20 6" 20 6" 20 6" 20 <25 4,25 4 25 3,25 3,25 4,0 3,5 4,0 4,0 3.5 4,0 3,5 4,0 5,00 5,00 5,00 3,75 3,75 5,3 4,2 5,3 5,3 4,2 5.5 4.2 5,3 6 6 6 6 oder 12 6 oder 12 .. 90 90 90 90 90 90 oder 50 90 oder 50 53 50 3410 4000 4650 3600 4650 3600 4200 4650 3450 1433 1433 1433 1545 1545 1555 1555 1542 1630 1620 1620 1620 '1524. 1 1620 1620 1670 (1647)’ 1620 (1642) 162O7 (1642) 1642 14,4 16,5 20 1, 18 r 13.1 15,4 1, 16,4 r 13,1 14,5 16,5 15,7 5380 6380 6020 6020 7025 5950 2291 2291 2265 —. 2265 2265 2340 2570 2580 2660 — 2520 2510 3180 2590 3500 3495 3500 4450 3500 2125 2125 2125 2125 2125 — 2125 7 3 7,4 7,43 — 7,45 9.46 7,45 1430 1430 1430 1430 1430 — 1658 1000 1000 - 1070 1090 1080 1235 1530 1585 1630 1815 2040 1800 1825 1900 2100 3370 3415 3470 3885 3960 4000 (•975 4100 4000 950 1100 1420 1550 1600 1700 1700 1700 1600 bis 2000 3950 3900 3680 4150 4400 4600 4600 4600 4600 49u0 5000 5100 5700 6000 saou 5800 61J0 6130 62 62 90 82 86 82 82 86 9? 6,8 6,8 6,8 6 6 4.75 4,75 4,75 4.75 1,5 1,5 1.5 2,5 2,5 2,5 2,5 ?,i 7.5 3 3 3 3,2 3,2 3,55 3,55 3,55 1,90 12,8 12,8 12,8 10,5 10,5 14,50 14,50 14,50 14,50 I — — — 1.65 T) Nur für Hinterachsausführung mif Achsanfrieb in einem besonderen abschraubbaren Hmterachsgehause
Ausstellungen von Opel-Militärfahrzeugen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Auto&Technik Museum Sinsheim Obere Au 2, D-74889 Sinsheim (3-Tonner Regellastwagen 1915, div. Opel Blitz sowie Kapitän - 1939) Auto&Technik Museum Speyer Geibstr. 2, 67346 Speyer (div. Opel-Wagen in Sonderausstellungen, U-Boot »Biber«) Victory Memorial Museum Aire Victory, Europastr. E411/E25 B-6780 Messancy (Opel-Super 6 und andere Pkw, Blitz und Pan- zerwerfer) Quellenverzeichnis Diverse Periodika: Diverses Material Bartels, Eckhart Frank, Reinhard Kugler, Anita Oswald, Werner Oswald, Werner Oswald. Werner Spielberger, Walter Seherr-Thoss, H.C. von Schneider, H.-J. Continental Echo 1911-1940 Opel-Geist 1930-1934 Opel-Werksgemeinschaft 1934-1935 Opel-Kamerad 1936-1941 Modell-Magazin 1976 Motor-Schau 1938-1944 Motor Klassik ab 1984 Alt-Opel-Magazin&Markt ab 1972 Opel, Miesen, Mercedes Private und eigene Archive Opel im Kriege Lastkraftwagen der Wehrmacht Vermögensverwaltung bei Opel 1940-42 Kraftfahrzeuge Feuerwehr/Sanitätsdienst Kraftfahrzeuge Polizei/Bundesgrenzschutz Kfz d. Reichswehr/Wehrmacht, Bundeswehr Motorisierung d. Reichswehr 1920-1935 Die Deutsche Automobilindustrie 125 Jahre Opel Fotumaterial stellte zur Verfügung: Adam Opel AG, Archiv Bartels, Archiv Continental Reifen, Guy Franz Arend, Carsten-D. Brink, Daimler-Benz-Museum, Deutsches Museum, Peter Dahlström, Karf Heinz Denzler, Erik Eckermann, Bodo Fischer, IVECO-Magirus, Dieter Jockisch, Wolfgang L ehmann, Eckart Frhr. v. Lerchenfeld, Siegfried Maier, Carsten Messer, Opel Maussncr, Ulli Schröder, Rolf Uhry Her, Olaf Trapp, Hans-Martin Weber.
Opel als Hersteller von Nähmaschinen, Fahrrädern und Automobilen war auf vielen Märkten ein wichtiger Lieferant geworden. Die bewährte Qualität war auch für das Militär entscheidend und führte in beiden Weltkriegen zum Einsatz von Opel-Fahrzeugen in allen Kampfgebieten. Dieser Bild- band von Autor Eckhart Bartels bietet Automobil-historisch interessierten Lesern, Militaria-Sammlern und Modellbau- ern eine umfassende Darstellung der Entwicklungsge- schichte der Opel-Werke im Zusammenhang mit dem Militär als Besteller und einflußnehmendem Käufer. Neben zahlreichen historischen Einsatzbildern erhält der Leser auch einen Einblick in die Entwicklung bei Opel vor und nach den Kriegen. Thematischen Schwerpunkt des Buches bilden umfassen- de Ausführungen zu Konstruktion und Erprobung sowie Einsatzbeispiele von Opel-Pkws, -Lkws und -Sonderkon- struktionen in der Zeit von 1931 bis 1945. Gezeigt werden die paramilitärischen Zuverlässigkeitsfahrten, die NSKK- Wettkämpfe und die zunehmende militärische Ausrichtung der Opel-Blitz Nutzfahrzeuge. Dabei wird besonders auf den Allrad-Blitz, das „Maultier“ und den Raketenwerfer, aber auch auf das NSU-Kettenkrad mit der Opel-Antriebs- technik ausführlich eingegangen. Mehr als 260 Einsatzbil- der, Werksfotos, Archivbilder und Konstruktionszeichnun- gen sowie detaillierte Angaben zur technischen Entwick- lung und Modellgeschichte machen dieses Buch zu einem interessanten und höchst informativen Nachschlagewerk. ISBN 3-86070-860-0 liiiqiiiiiii 9 783860 708606