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Text
DUDEN
Das große Wörterbuch
der deutschen Sprache
in sechs Bänden
Herausgegeben und
bearbeitet vom Wissenschaftlichen Rat
und den Mitarbeitern der
Dudenredaktion unter Leitung von
Günther Drosdowski
Band 1: A-Ci
Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich
Dudenverlag
Schlußbearbeitung:
Dr. Günther Drosdowski
Bearbeitung:
Dr. Rudolf Köster, Dr. Wolfgang Müller,
Dr. Charlotte Schrupp
Mitarbeiter an diesem Band:
Dr. Gerda Berger, Renate Chapelier M.A.,
Dr. Maria Dose, Heidi Eschmann,
Dr. Heribert Hartmann, Dieter Mang,
Verena Wirsching-Bayer M.A.,
Dr. Friedrich Wurms
Durchgesehener Nachdruck 1977
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Duden „Das große Wörterbuch der deutschen Sprache":
in 6 Bd. / hrsg. u. bearb. vom Wissenschaftl.
Rat u. d. Mitarb. d. Dudenred. unter Leitung von
Günther Drosdowski. Bearb.: Rudolf Köster;
Wolfgang Müller. - Mannheim, Wien, Zürich:
Bibliographisches Institut.
ISBN 3411-01354-0
NE: Drosdowski, Günther [Hrsg.]; Das große
Wörterbuch der deutschen Sprache
Bd. L A-Ci / Mitarb. an diesem Bd.:
Gerda Berger... - 1976.
ISBN 3-411-01355-9
NE: Berger, Gerda [Mitarb.]
Das Wort MEYER ist für
Bücher aller Art für das Bibliographische Institut
als Warenzeichen geschützt
Alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, verboten
<v> Bibliographisches Institut AG, Mannheim 1976
Satz: Bibliographisches Institut AG und
Zechnersche Buchdruckerei, Speyer (Mono-Photo-System 600)
Druck und Einband: Klambt-Druck GmbH, Speyer
Printed in Gcrmany
Gesamtwerk: ISBN 3-411-01354-0
Band 1: ISBN 3-4I1-OI355-9
Vorwort
Immer mehr Menschen benötigen heute ein modernes, umfassendes
Wörterbuch der deutschen Sprache. Auf solch ein Wörterbuch sind vor allem
zahlreiche Berufsgruppen angewiesen, die bei der Arbeit sprachliche und
terminologische Fragen klären und sich über die Grenzen ihrer Fachbereiche hinweg
verständigen müssen.
Die Dudenredaktion bringt aus diesem Grunde ein für breite Benutzerkreise
bestimmtes Wörterbuch heraus, »Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
in 6 Bänden«. Dieses Wörterbuch hat die Aufgabe, die deutsche Sprache in
ihrer ganzen Vielschichtigkeit darzustellen und damit auch bewußt zu machen.
Es ist zugleich ein Spiegelbild unserer Zeit und ihrer gesellschaftlichen Verhältnisse.
»Das große Wörterbuch der deutschen Sprache« erfaßt zum einen den Wortschatz
der deutschen Gegenwartssprache mit allen Ableitungen und Zusammensetzungen
so vollständig wie möglich. Es bezieht alle Sprach- und Stilschichten ein, alle
landschaftlichen Varianten, auch die sprachlichen Besonderheiten in der
Bundesrepublik Deutschland, in der DDR, in Österreich und in der deutschsprachigen
Schweiz, und alle Fach- und Sondersprachen, insofern sie auf die Allgemeinheit
hinüberwirken. Besonders berücksichtigt dieses Wörterbuch die Umgangssprache,
wie sie z. B. am Arbeitsplatz, in der Stehkneipe oder auf dem Fußballplatz
gesprochen wird. Zum anderen erklärt dieses Wörterbuch den Wortschatz so genau
wie möglich. Stärker, als es bisher in der Lexikographie üblich war, arbeitet
es mit sprachwissenschaftlichen Methoden die Bedeutungen heraus und registriert
alle Bedeutungen ohne Einschränkungen oder ideologische Vorbehalte.
Um den Wortschatz so vollständig und so exakt wie möglich zu beschreiben,
geht das Wörterbuch auf die Quellen zurück. Es hat Millionen Belege der deutschen
Gegenwartssprache aus der Sprachkartei der Dudenredaktion ausgewertet.
Zahlreiche Belege sind als Beispiele oder Zitate in das Wörterbuch eingeflossen, um
die Verwendung der Wörter im Satz zu veranschaulichen. Auch in allen anderen
Belangen ist das Wörterbuch das Ergebnis zahlreicher Untersuchungen, die die
Dudenredaktion in den vergangenen zwei Jahrzehnten- z.T. in Zusammenarbeit
mit Fachgelehrten - durchgeführt hat, sei es im Bereich der Aussprache, des
Wortschatzes oder der Grammatik. Selbstverständlich ist auch die gesamte neuere
sprachwissenschaftliche Literatur für dieses Wörterbuch ausgewertet worden.
»Das große Wörterbuch der deutschen Sprache« ist ein Gesamtwörterbuch, das
die verschiedenen Aspekte, unter denen der Wortschatz betrachtet werden kann,
vereinigt. Es enthält alles, was für die Verständigung mit Sprache und das
Verständnis von Sprache wichtig ist. Einerseits stellt es die deutsche Sprache so dar,
wie sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist, zeigt die sprachlichen Mittel
und ihre Funktion, andererseits leuchtet es die Vergangenheit aus, geht der
Geschichte der Wörter nach und erklärt die Herkunft von Redewendungen und
sprichwörtlichen Redensarten. Es ist ein Wörterbuch der deutschen
Gegenwartssprache - mit historischer Tiefe.
»Das große Wörterbuch der deutschen Sprache« ist für die Allgemeinheit bestimmt.
Es soll einerseits die sprachlichen Fähigkeiten des einzelnen weiterentwickeln
und andererseits die Verständigung erleichtern. Durch die starke Berücksichtigung
der Fachsprachen wird es auch eine sichere Basis für die Verständigung zwischen
den Fachbereichen schaffen. Der wachsenden Zahl von Ausländern, die Deutsch
lernen, soll es als grundlegendes Nachschlagewerk über die deutsche Sprache
dienen. Nicht zuletzt möchte dieses Wörterbuch dazu beitragen, die Stellung
des Deutschen in der Welt als Wissenschaftssprache und als Konferenzsprache
zu stärken.
Mannheim, im April 1976
Die Dudenredaktion
Anlage und Artikelaufbau
I. Wortauswahl
Das Wörterbuch will den Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache vollständig erfassen.
Es berücksichtigt aber nicht Individualsprachliches und keine Augenblicks- oder
Situationsbildungen, d.h. Wörter, die jederzeit gebildet werden können, die aber nicht fester Bestandteil
unseres Wortschatzes sind, wie z. B. abpendeln (Die Uhr im Glaskasten an der Wand hatte
inzwischen mit unpersönlicher Sachlichkeit die Zeit abgependelt; Thieß, Legende 51), brestig
(... über einer infernalischen Landschaft brestiger, schwellender Körper; Hildesheimer, Tynset
211) oder Autohimmel (Die Auto-Union-Händler versprechen sich viel von diesem Stern
am Autohimmel, der einen 72 PS starken wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotor ... hat;
Die Welt 14. 9. 65, 10). Auch Mundartwörter wurden im allgemeinen nicht in das Wörterbuch
aufgenommen, selbst wenn sie vereinzelt im hochsprachlichen Schrifttum vorkommen.
Veraltetes Wortgut wurde nur in beschränktem Maße aufgenommen, gewöhnlich dann, wenn
es heute noch scherzhaft-ironisch verwendet wird, wenn es in Redensarten oder Sprichwörtern
auftritt oder in der häufig gelesenen Literatur vorkommt.
Bestimmend für die Aufnahme von Wörtern aus Fach- und Sondersprachen war ihre Häufigkeit
in der gesprochenen und geschriebenen Sprache und ihr Mitteilungswert. Abgelegene
sondersprachliche Wörter und Fachtermini, die außerhalb ihres Anwendungsbereichs nicht bekannt
sind, wurden nicht aufgenommen. Es versteht sich von selbst, daß eine vollständige Erfassung
der Fachsprachen in einem einzigen Wörterbuch überhaupt nicht möglich ist, denkt man
daran, daß z. B. die Elektrotechnik etwa 60000 Termini hat, die Medizin etwa 250000
Fachausdrücke und fachsprachliche Fügungen kennt und die organische Chemie über etwa 3,5 Millionen
Benennungen verfügt.
Abkürzungen und Kurzwörter wurden nur aufgenommen, wenn sie wortartig gebraucht werden,
in jedem Falle, wenn sie gebräuchlicher als die zugrundeliegenden Wörter sind, wie z. B.
Akku (für: Akkumulator), j. w. d. (für: janz weit draußen, ugs. für: abgelegen), Flak (für:
Flugabwehrkanone) oder Lkw (für: Lastkraftwagen).
Namen, Warenzeichen und Kunstwörter wurden nur aufgenommen, wenn sie als Appellativa
(Gattungsbezeichnungen) oder wortartig gebraucht werden, z. B. Casanova, Raglan, Schwabe
(landsch. für: Küchenschabe). Perlon <S>, Bikini oder Camembert.
Verkleinerungsformen auf-chen wurden nur berücksichtigt, wenn sich durch die Verkleinerung
das betreffende Wort verändert, z. B. Äffchen (: Affe) oder Höschen (: Hose).
II. Anordnung und Behandlung der Stichwörter
Das Wörterbuch, dessen Hauptziel die Beschreibung der Bedeutungsstruktur der Wörter ist,
ist alphabetisch angeordnet, weil die alphabetische (semasiologische) Anordnung im Gegensatz
zur begrifflichen (onomasiologischen) Anordnung nicht die Einheit des Wortes zerreißt.
Etymologisch nicht zusammengehörende Stichwörter beginnen stets mit einer neuen Zeile.
Etymologisch zusammengehörende Stichwörter dagegen werden nicht voneinander abgesetzt,
sondern in einem „Nest" mit Semikolon aneinandergereiht, z. B.
Debatte...: Debattenschrift...; Debatter..., Debattierclub.,.; debattieren...
Das Grundschema für den Artikelaufbau ist folgendes:
Stichwort - Angabe der Aussprache - grammatische Angaben - etymologische Angaben
- stilistische Bewertung, zeitliche und räumliche Zuordnung, Zuordnung zu Bereichen, Fach-
und Sondersprachen - Bedeutungsangabe - Angabe des Gegensatzes - Phraseologie (Beispiele,
Belege, idiomatische Ausdrücke). Alle Angaben, die das Stichwort nicht generell betreffen,
sondern nur eine bestimmte Bedeutung, stehen vor der Bedeutungsangabe. Zum Beispiel:
Aas [a:s], das; -es. -e u. Äser ['e:zb; mhd., ahd. äs, verw. mit Tessen, eigtl.
= Futter, (Lock)speise]: 1. <P1. Aase) verwesende] Tierleiche, Kadaver:
von A. leben: wo aber ein A. ist, da sammeln sich die Geier (Matth.
24, 28); Ü (abwertend:) Daß Sie ein gemeiner, todeswürdiger Verbrecher
sind, dessen A. man am Halse aufhängen wird (Fallada, Jeder 356). 2.
3
Anlage und Artikelaufbau
<P1. Äser) (derb, verächtl.) durchtriebener, gemeiner, niederträchtiger Mensch:
auch: widerspenstiges, faules Hausjtier (oft als Schimpfwort): sie ist ein
kleines, freches, gemeines, schlaues, raffiniertes, faules A.; das A. (= der
Esel) bockt schon wieder; mitleidig: du armes A.!; mit dem Unterton
widerstrebender Anerkennung: ein feines, tolles A.; *ein A. (heute meist: As)
auf der Baßgeige sein (salopp; überaus gerissen und tüchtig/ sein). 3. *kein
A. (derb; kein Mensch, niemand): kein A. ist zu sehen.
Einzelheiten zu diesem Grundschema:
1. Das Stichwort
a) Das Stichwort ist halbfett gedruckt. Gibt es zu ihm eine zweite Form, wird diese, durch
Komma getrennt, ebenfalls halbfett gedruckt. Kennzeichnungen und Bewertungen dieser
zweiten Form stehen in runden Klammern davor:
Dinghi, (häufiger:) Dingi
Fällt die zweite Form aus dem Alphabet, erscheint sie in gewöhnlicher Schrift, wird aber
an der passenden alphabetischen Stelle halbfett aufgeführt mit Verweis auf das erste Stichwort:
Abenteurerin« (gek. auch:) Abenteuerin ...; Abenteuerin: t Abenteurerin
b) Gleichlautende Wörter (Homonyme) werden durch hochgestellte Zahlen vor dem Stichwort
unterschieden. Sie sind wie folgt angesetzt worden:
1. Diachronisch (in bezug auf die geschichtliche Entwicklung): zwei oder mehrere Wörter/
synchronisch (in bezug auf den gegenwärtigen Sprachgebrauch): zwei oder mehrere
Wörter = gleichlautende Wörter (z.B. !Ball - 2Ball; Uein - 2sein; hieben - 2sieben).
2. Diachronisch: zwei oder mehrere Wörter/synchronisch: ein Wort = ein Wort mit mehreren
Bedeutungen (z. B. Kette; Kohl; Spieß; Geruch).
3. Diachronisch: ein Wort/synchronisch: zwei oder mehrere Wörter, und zwar auf Grund
äußerer (grammatischer bzw. morphologisch-syntaktischer) und inhaltlicher
(semantischer) Kriterien = gleichlautende Wörter (z.B. !Bank, die (Plural: Bänke) - 2Bank,
die (Plural: Banken); hängen, hängte, gehängt - 2hängen. hing, gehangen; 1Schild,
der - 2Schild, das).
4. Diachronisch: ein Wort/synchronisch: (eventuell) zwei oder mehrere Wörter, aber lediglich
auf Grund inhaltlicher (semantischer) Kriterien = ein Wort mit mehreren Bedeutungen
(z. B. Feder; Flügel; Geschoß; Schloß).
5. Immer mit hochgestellten Zahlen gekennzeichnet werden Wörter, die gleich geschrieben,
aber verschieden ausgesprochen werden, sogenannte Homographe (z. B. 1 Tenor - 2Tenor;
lodern - 2mod?rn).
c) Nebenformen, die von der heute gültigen Rechtschreibung nicht vertreten werden, erscheinen
nicht unter der Hauptform. Sie stehen als bloße Verweisform:
Canoe: t Kanu
d) In sogenannten ,,Strichartikelnkk werden Zusammensetzungen zusammengefaßt, die dasselbe
Bestimmungswort haben (z. B. alt-, Alt-). Das Bestimmungswort steht nur einmal an der
Stelle, wohin es alphabetisch gehört, und wird vor jedem Grundwort durch eine Tilde
ersetzt: alt-. Alt-: -adlig; -ammann; -angesehen usw. = altadlig; Altammann; altangesehen
usw. Nach diesem Muster wird angesetzt, wenn zu dem gleichen Bestimmungswort drei
und mehr Grundwörter gebracht werden. Das Bestimmungswort steht alphabetisch zwischen
anderen Wörtern ohne Rücksicht auf die alphabetische Ordnung der Grundwörter, zu
denen es gehört. So erscheint also !Beiz- nach „Beiwort" vor beizählen, Beize und beizen,
obwohl z. B. Beiztrommel alphabetisch weiter hinten stehen müßte. Auf diese Weise konnten
auf engem Raum eine große Zahl von Zusammensetzungen aufgenommen werden.
Die Groß- oder Kleinschreibung der einzelnen Zusammensetzungen geht aus der Wortart
des betreffenden Grundwortes hervor: aal-, Aal-: -fang, der (der Artikel kennzeichnet
das Wort als Substantiv, daher groß: Aalfang); -glatt <Adj.) (als Adj. klein, daher: aalglatt).
Wird eine substantivische Zusammensetzung mit Bindestrich geschrieben, wird dies durch
Großschreibung des Grundwortes gekennzeichnet: Abc-: ^Buch, das; ^Code, der, in
Einzelfällen durch einen besonderen Hinweis.
4
Anlage und Artikelaufbau
Wenn nichts Gegenteiliges angemerkt ist, gelten die grammatischen Angaben des
Grundwortes auch für die Zusammensetzung: !Alt-: ^flöte. die (d. h. Genitiv Singular und Plural
werden wie bei dem Grundwort „Flöte" gebildet).
Bilden zwei gleiche Bestimmungswörter bestimmte Gruppen mit festen
Bedeutungsdifferenzierungen, erhält jedes von ihnen eine hochgestellte Zahl: !Alp- (zu *Alp = gespenstisches
Wesen); 2Alp- (zu 2Alp = Alm).
Ist eine Zusammensetzung das Bestimmungswort für eine sehr große Gruppe von
dreigliedrigen Zusammensetzungen, wird diese Gruppe als selbständiger „Strichartikel" ausgeworfen:
Eisen-: -bahn, die: t Eisenbahn u. Eisenbahn-; fern-. Fern-: -melde-: t Fernmelde-; ^seh-:
t Fernseh-; -Sprech-: tFernsprech-.
e) Das Stichwort in der Phraseologie
In den Beispielen, Belegen und idiomatischen Ausdrücken wird das Stichwort mit dem
Anfangsbuchstaben wiedergegeben, wenn es in der Form nicht abweicht: Blondine: eine
hochgewachsene B.; bohren: ein Loch in die Wand b.; borkig: die Wunde ist schon b.
Bei flektierten Formen des Substantivs und Adjektivs werden nur die Flexionsendungen
angegeben, während das Stichwort selbst durch einen Strich vor den Endungen
gekennzeichnet wird: Blondine: er schwärmt nur für -n; borkig: -es Holz.
Flektierte Verbformen werden ausgeschrieben, auch wenn sie mit der Infinitivform
übereinstimmen: bohren: der Zahnarzt bohrt; die Lichtkegel der Scheinwerfer bohren sich ins
Dunkel.
Bei Stichwörtern, die aus zwei oder drei einzelnen Wörtern bestehen, wird jedes Wort
abgekürzt: bona fide: er hat die Gegenstände b. f. erworben. Wörter mit nur zwei Buchstaben
in solchen Verbindungen werden ausgeschrieben: ad calendas graecas: das geschieht ad
c. g.
2. Ausspracheangaben
Grundlage für die Angabe der Aussprache in diesem Wörterbuch ist nicht mehr die heute
als übersteigert empfundene Bühnenlautung, sondern eine überregionale Standardaussprache
des heutigen Deutsch. Diese Standardaussprache ist eine Gebrauchsnorm, die der
Sprachwirklichkeit nahekommt.
Für die Ausspracheangaben stützt sich das Wörterbuch im wesentlichen auf die Internationale
Lautschrift der „International Phonetic Association" (gegr. 1886). Diese Lautschrift, die genauer
ist als eine sich an die Rechtschreibung anlehnende volkstümliche Umschreibung, genügt
auch wissenschaftlichen Ansprüchen und entspricht den Wünschen der ausländischen Benutzer.
Zeichen der Lautschrift für deutsche Aussprache
Die untenstehende Tabelle bringt Lautzeichen und Lautzeichenkombinationen, wie sie bei deutscher
Aussprache im Wörterverzeichnis verwendet werden. In der ersten Spalte steht das Lautzeichen oder
die Lautzeichenkombination, in der zweiten Spalte ein Beispiel dazu in Rechtschreibung, in der dritten
Spalte das Beispiel in Lautschrift.
a
a:
B
?
ä
ä:
aj
au
b
9
d
<b
e
e:
e
e:
e
2:
3
hat
Bahn
Ober
Uhr
pens££
Abonnement
wfiit
Haut
B«H
ich
d?nn
Gjn
Methan
Bfifit
h$tte
wählen
timbrjeren
Timbre
halte
hat
ba.n
'o:bt?
u:?
pä'se:
abDna'mä:
vajt
hajit
bal
'<?
dan
djm
me'ta:n
be:t
heta
've:bn
tS'brrran
'tg:bra
'halta
f
0
h
i
i:
i
i
j
k
1
l
m
m
n
n
n
o
o:
9
Faß
Gast
hat
vital
vi^i
Studie
Bjrke
ia
kalt
Last
Nabel
Mast
großem
Naht
baden
lang
Moral
Boot
loyal
fas
gast
hat
vita.i
fi:l
'Jtu:di3
'birka
ja:
kalt
last
'na:b|
mast
'gro.sm
na:t
'ba:dn
lan
mo'ra.l
bo:t
lQa'ja:!
ö
ö:
D
0
0:
oe
de
de:
3y
p
Bf
r
s
J
t
ts
Ö
u
Fondue
Fond
Ppst
Ökonom
Öl
göttlich
chaeun ä
son goüt
Parfüm
Hfiu
Pakt
Pfahl
Rast
Hast
schal
Tal
Zahl
Matsch
kulant
fö'dy:
fö:
PDSt
0ko'no:m
0:1
'ooetli^
Jakceasö'gu
par'fce:
hoy
pakt
Pja:l
rast
hast
Ja:l
ta:l
tsa:l
matj
kulant
5
Anlage und Artikelaufbau
u:
U
u
V
Hut
aktuell
Pvit
WfS
hu:t
aktuel
pult
vas
X
y
y:
y
B^ch
Physik
Rübe
Etui
bax
fyzi:k
ry.ba
e'tyi:
Y
Z
3
fallen
Hase
Genie
'fvbn
'ha:za
3e'ni:
a:
X
A
a:
o:
Hardware
Campus
Country-Music
Covergirl
Corned beef
engl.
engl.
engl.
engl.
engl.
engl.
engl.
engl.
on öa 'roks
Brite
'wiski
Von diesen Zeichen und Zeichenkombinationen werden [? aj ap dj n oy qf ts tj] nicht für fremdsprachliche
Aussprache verwendet.
Zeichen der Lautschrift für englische Aussprache
Die untenstehende Tabelle bringt Lautzeichen, wie sie bei fremdsprachlicher Aussprache im
Wörterverzeichnis erscheinen. In der ersten Spalte steht das Lautzeichen, in der zweiten Spalte ein Beispiel
dazu in Rechtschreibung, in der dritten Spalte die sprachliche Zugehörigkeit und die Lautschrift des
Beispiels.
ha.dwea ou Choke
'kaempas ö on the rocks
kAntnmjurzik 6 Thriller
'kAvagail w Whisky
kD:nd bi:f
Sonstige Zeichen der Lautschrift
I Stimmritzenverschlußlaut („Knacklaut") im Deutschen, z. B. beachten [ba'laxtn]; wird vor Vokal
am Wortanfang weggelassen, z. B. Ast [ast], eigentlich: [last].
: Längezeichen, bezeichnet Länge des unmittelbar davor stehenden Vokals, z.B. bade ['ba:da].
~ Zeichen für nasale Vokale, z. B. Fond [fö:].
' Hauptbetonung, steht unmittelbar vor der hauptbetonten Silbe, z. B. Affe [afa], Apotheke [apo-
'te:ka].
, Zeichen für silbischen Konsonanten, steht unmittelbar unter dem Konsonanten, z. B. Bijffel
['bYfl].
/ Halbkreis, untergesetzt oder übergesetzt, bezeichnet unsilbischen Vokal, z. B. Studie ['Jtu.dpl.
Etui [d'tyi:].
_ Halbkreis, kennzeichnet im Deutschen die Affrikaten sowie die ei-, au- und eu-Diphthonge,
z. B. Pytz [put$], wfiit [vajt].
- Bindestrich, bezeichnet Silbengrenze, z. B. ^bspanen fap-Jpainan].
a) Die Aussprache folgt dem Stichwort und steht in eckigen Klammern: Büschel ['bvjl].
Bei Stichwörtern, die keine Ausspracheangaben erhalten, werden Betonung und Kürze
oder Länge des akzenttragenden Vokals (Diphthongs) angegeben. Ein unter den Vokal
gesetzter Punkt gibt betonte Kürze, ein Strich betonte Länge an.
b) Einfache Wörter sind grundsätzlich mit Aussprache versehen: Gabe ['oa:bal; adeln ['ardin];
dumm [dum].
c) Ableitungen auf -n, -er, -heit, -ig, -isch, -istik, -istisch, -keit, -lieh, -schaft, -tum usw.
haben in der Regel keine Ausspracheangabe, wenn sie das zugehörige einfache Wort besitzt.
Bei ihnen wird die Betonung durch einen untergesetzten Punkt (= Kürze) oder einen
untergesetzten Strich (= Länge) gekennzeichnet: byscheln (die Aussprache ['bYjl] ist da);
baulich (die Aussprache [bau] ist da).
d) Bei Wörtern mit Vorsilbe entfällt die Aussprache ebenfalls, wenn das Grundwort vorhanden
ist. Die Betonung wird jedoch angegeben: anbringen (die Aussprache [an] und ['brinan]
ist da).
e) Bei Zusammensetzungen fehlt die Aussprache, wenn die Wortteile an ihrer alphabetischen
Stelle mit Aussprache angeführt sind. Die Betonung wird jedoch angegeben: Büttenpapier
(die Aussprache ['bYtn] und [pa'pi:^] ist da).
0 In sogenannten ,,Strichartikelnkt (z.B. alt-. Alt-; vgl. 1. d), deren Stichwörter gelegentlich
Doppelbetonung oder Betonung des Mittelgliedes zeigen, wird die Doppelbetonung dadurch
gekennzeichnet, daß sowohl die Tilde vor dem Grundwort als auch das Grundwort selbst
das Tonzeichen (. oder J tragen: alt-. Alt-: >bekannt; >hergebracht.
Betonung des Mittelgliedes (nur ein Tonzeichen): -wfijbersommer.
g) Gleichgebliebene Teile einer vorhergehenden Ausspracheangabe werden durch drei Punkte
wiedergegeben: Autorisation [autoriza'tsio:n]; autorisieren [...'zhran] (die drei Punkte geben
die gleichgebliebene Aussprache [autori] wieder).
6
Anlage und Artikelaufbau
h) Bei bloßen Betonungsvarianten werden die Silben durch Striche ersetzt: Dechant [de^ant,
auch, vor allem österr.: '--], d.h., österr. wird fde9ant] gesprochen.
i) Bei Wörtern, denen ein Homonym vorangeht, wird die gleiche Aussprache durch einen
Strich gekennzeichnet: !Ball [bal], 2Ball [-].
j) Aussprache und Etymologie rücken, durch ein Semikolon getrennt, in eine eckige Klammer,
wenn die Wortartangabe hinter der Gliederungszahl steht (vgl. 3): bis [bis; mhd. biz (bitze),
wahrsch. < ahd. blze = (da)bei zu]: I. <Präp.>... Ebenso bei fremdsprachigen Wortgruppen,
bei denen keine Wortartangabe stehen kann: da capo [da'ka:po; ital., aus da = von u.
capo = Kopf < lat. caput, also eigtl. = vom Kopf an]: 1. (Musik) ... 2.
3. Grammatische Angaben
Um den gegenwärtigen Sprachgebrauch umfassend darzustellen, werden zu jedem Stichwort
ausführliche grammatische Angaben gemacht. Das Wörterbuch gibt u.a. die Wortart an,
führt Deklinations- und Konjugationsformen auf, bestimmt, ob das Perfekt der Verben mit
,,haben" oder „sein"zu bilden ist, und macht genaue Angaben zur begrenzten
Verwendungsfähigkeit der Wörter. Die Regeln, nach denen sich der Aufbau sprachlicher Einheiten vollzieht,
werden an Hand der Beispiele und Belege dargestellt; auf komplizierte Beschreibungen der
Kombinatorik ist zugunsten der Verständlichkeit und auch aus Raumgründen verzichtet worden.
a) Auf die Aussprache folgt (mit Ausnahme des Substantivs, vgl. c) die Angabe der Wortart
in Winkelklammern: bärtig ['be:?ti<;] <Adj.>; auch [aux] <Adv.>; ab [ap] <Präp. mit Dativ);
beide ['bajda] <Indefinitpron.>; acht [axt] <Kardinalz.>; ach [ax] <Interj.>.
b) Gehört ein Stichwort zwei oder mehr Wortarten an, erscheint die Wortartangabe hinter
der römischen Gliederungszahl (vgl. 2, j): bis [bis ...]: I. <Präp.) ... II. <Adv.> ... III.
<Konj.X
c) Beim Substantiv steht statt der Wortartangabe der mit einem Komma angeschlossene
bestimmte Artikel, der das Genus angibt: Bischof [bijbfl. der; Birne fbirna], die; Bier
[bi:?], das. Es folgen, mit Semikolon angeschlossen, die Endungen des Genitivs Sing, und
des Nominativs Plural (wobei der Strich das Stichwort buchstäblich vertritt): Birne [birna],
die; -, -n.
d) Der Wortartangabe <Adj.> folgen defektive Merkmale wie: blechern [ble^n] <Adj.; o.
Steig.), bleich [blaitj] <Adj.; nicht adv.X bloßfüßig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) oder vom
Normalen abweichende Steigerungsformen: blamabel [bla'ma:b|] <Adj.; ...bler, -ste>, fest
[fest] <Adj.; -er, -esteX
e) Beim Verb wird der Wortartangabe (V.) die Art der Flexion vorangestellt (sw. = schwach,
st. = stark, unr. = unregelmäßig): blamieren [bla'miTan] <sw. V.>; abschießen <st. V.>;
bringen [brman] <unr. V.X Es folgt, mit Semikolon angeschlossen, die Form der 3. Pers.
Sing, des Hilfsverbs (hat oder ist), mit dem das Perfekt des betreffenden Verbs gebildet
wird: blasen [bla:zn] <st. V.; hat), d.h., das Perfekt wird mit ,,haben" gebildet: ich habe
geblasen, du hast geblasen, er hat geblasen usw.
Bei Verben, die in bestimmten Bedeutungen mit verschiedenen Hilfsverben verbunden werden,
steht die Angabe ..hat" oder ..ist" in Winkelklammern hinter der jeweiligen
Bedeutungsangabe: abbrausen <sw. V.X 1. mit der Brause völlig abspülen, besprühen, reinigen
<hatX ... 2. (ugs.) brausend, d.h. geräuschvoll und rasch, davonfahren <ist>: ...
Hat eine in a und b aufgeteilte Gliederungszahl das gleiche Hilfsverb, dann steht die
Angabe meist in Winkelklammern hinter der Gliederungszahl: abbiegen <st. V.X ... 2.
<hat> a) in eine andere Richtung biegen: ...; b) (ugs.) einer Sache geschickt eine andere
Wendung geben: ...
Schwankt das Hilfsverb, steht hat/ist (mit einem Schrägstrich): abblühen <sw. V.; hat/ist)
(geh.): aufhören zu blühen: ...
Bei Verben mit gemischten Flexionsformen, die besonders genannt werden, steht die betr.
Form des Hilfsverbs vor dem 2. Partizip: aussenden <unr. V.X sandte/(seltener:) sendete
aus, hat ausgesandt/(seltener:) ausgesendet: ...
Andere grammatische Bemerkungen folgen ebenfalls der Wortartangabe innerhalb der
Winkelklammern: aufsein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part, zusammengeschrieben).
7
Anlage und Artikelaufbau
Liste der starken, der unregelmäßigen Verben und der Verben mit Mischformen
1. In dieser Liste sind die starken, die unregelmäßigen Verben und die Verben mit Mischformen
in der Reihenfolge: Infinitiv - 2. Stammform (Präteritum) - 3. Stammform (2. Partizip)
aufgeführt, und zwar alphabetisch nach dem Infinitiv.
2. Beim Infinitiv werden die 2. und 3. Pers. Sing. Präs. sowie der Imperativ, bei der 2.
Stammform (Präteritum) der Konjunktiv in Klammern hinzugesetzt, wenn Umlaut, e/i-Wechsel
u.a. eintritt.
3. Vor der 3. Stammform (2. Partizip) steht hat oder ist in Klammern, je nachdem, ob
das Perfekt, Plusquamperfekt usw. mit haben oder sein umschrieben werden.
4. Die zusammengesetzten Verben werden wie die einfachen Verben gebeugt, z. B. abbrechen
wie brechen, Ausnahmen sind angegeben.
Infinitiv
2. Stammform (Präteritum)
3. Stammform (2. Partizip)
backen1 (du bäckst.
er bäckt; häufig auch schon:
du backst, er backt)
befehlen (du befiehlst.
er befiehlt; befiehl!)
befleißen, sich2
beginnen
beißen
bergen (du birgst,
er birgt; birg!)
bersten (du birst, er birst;
veraltet: du berstest.
er berstet; birst! [selten])
bewegen (.veranlassen*)3
biegen
bieten
binden
bitten
blasen (du bläst, er bläst)
bleiben
bleichen intr. (.hell werden4)4
braten (du brätst, er brät)
brechen (du brichst, er bricht;
brich!)
brennen
bringen
denken
dingen (gehoben)
dreschen (du drischst.
er drischt; drisch!)
dringen
backte (älter: buk [büke])
befahl (beföhle, befähle)
befliß
begann (begänne,
seltener: begönne)
biß
barg (bärge)
barst (bärste)
bewog (bewöge)
bog (böge)
bot (böte)
band (bände)
bat(bäte)
blies
blieb
blich
briet
brach (bräche)
brannte (brennte [selten])
brachte (brächte)
dachte (dächte)
dang (dänge)5
drosch (veraltet: drasch)
(drösche, veraltet: dräsche)
drang (dränge)
(er hat) gebacken
(er hat) befohlen
(er hat sich) beflissen
(er hat) begonnen
(er hat) gebissen
(er hat) geborgen
(er ist) geborsten
(er hat) bewogen
gebogen (Er ist um die Ecke
gebogen; aber: Er hat das
Rohr gebogen)
(er hat) geboten
(er hat) gebunden
(er hat) gebeten
(er hat) geblasen
(er ist) geblieben
(er ist) geblichen
(er hat) gebraten
gebrochen (Das Eis ist gebrochen.
aber: Er hat sein Wort gebrochen)
(er hat) gebrannt
(er hat) gebracht
(er hat) gedacht
(er hat) gedungen6
(er hat) gedroschen
gedrungen (Er hat darauf
dünken (dir oder dich, ihm oder
ihn dünkt, auch: deucht)
deuchte7
gedrungen; aber: Der Feind
ist in die Stadt gedrungen)
(ihm oder ihn hat) gedeucht7
1 In der Bedeutung .kleben' schwach: Der Schnee backt, backte, hat gebackt.
2 Heute selten. Das üblichere sich befleißigen wird schwach gebeugt.
3 Bewegen, die Lage ändern; rühren, erregen' wird schwach gebeugt: bewegte, bewegt.
4 Meist nur noch in Zusammensetzungen und Präfixbildungen wie aus-, er-, verbleichen. Das tr. bleichen
.hell machen' wird schwach gebeugt: bleichte, hat gebleicht. Das 2. Partizip zu ausbleichen .hell machen'
lautet ausgebleicht, das zu ausbleichen ,hell werden' ausgeblichen, aber auch schon ausgebleicht. Erbleichen
hat die Formen erbleichte, ist erbleicht, veraltet und im Sinne von gestorben nur erblichen.
5 Heute meist schwach: dingte.
6 Seltener schwach: gedingt.
7 Veraltet. Heute meist: dünkte, gedünkt.
8
Anlage und Artikelaufbau
Infinitiv
dürfen (ich darf, du darfst.
er darf)
empfehlen (du empfiehlst.
er empfiehlt; empfiehl!)
erkiesen (gehoben für:
erwählen)1
essen (du ißt. er ißt; iß!)
fahren (du fährst, er fährt)
fallen (du fällst, er fällt)
fangen (du fängst, er fängt)
fechten (du fichtst2.
erficht; ficht!)
finden
flechten (du flichtst3.
er flicht; flicht!)
fliegen
fliehen
(ließen
fragen (vor allem landsch.
gelegentlich noch: du fragst.
er fragt)
fressen (du frißt, er frißt; friß!)
frieren
gären4
gebären5 (gehoben: du gebierst.
sie gebiert; gebier! [selten])
geben (du gibst, er gibt; gib!)
gedeihen
gehen
gelingen
gelten (du giltst, er gilt; gilt!
[selten])
genesen
genießen
geschehen (es geschieht)
gewinnen
gießen
gleichen
gleiten7
glimmen8
graben (du gräbst, er gräbt)
greifen
haben (du hast, er hat)
halten (du hältst, er hält)
hängen intr.9
1 Selten auch schwach: erkieste,
sind ungebräuchlich.
2. Stammform (Präteritum)
durfte (dürfte)
empfahl (empföhle.
seltener: empfähle)
erkor (erköre)
aß (äße)
fuhr (führe)
fiel
fing
focht (föchte)
fand (fände)
flocht (flöchte)
flog (flöge)
floh (flöhe)
floß (flösse)
fragte (vor allem landsch.
gelegentlich noch: frug)
fraß (fräße)
fror (fröre)
gor (göre)
gebar(gebäre)
gab (gäbe)
gedieh
ging
gelang (gelänge)
galt (gölte, gälte)
genas (genäse)
genoß (genösse)
geschah (geschähe)
gewann (gewönne, gewänne)
goß (gösse)
glich
glitt
glomm (glömme)
grub (grübe)
griff
hatte (hätte)
hielt
hing
3. Stammform (2. Partizip)
(er hat) gedurft
(er hat) empfohlen
(er hat) erkoren
(er hat) gegessen
gefahren (Er ist über die Brücke
gefahren; aber: Er hat einen
Mercedes gefahren)
(er ist) gefallen
(er hat) gefangen
(er hat) gefochten
(er hat) gefunden
(er hat) geflochten
geflogen (Er ist nach
London geflogen; aber:
Er hat die Maschine
nach London geflogen)
geflohen (Er ist geflohen; aber:
Der Schlaf hat mich geflohen)
(er ist) geflossen
(er hat) gefragt
(er hat) gefressen
(er hat) gefroren
gegoren (Der Wein hat oder
ist gegoren)
(sie hat) geboren
(er hat) gegeben
(er ist) gediehen6
(er ist) gegangen
(er ist) gelungen
(er hat) gegolten
(er ist) genesen
(er hat) genossen
(es ist) geschehen
(er hat) gewonnen
(er hat) gegossen
(er hat) geglichen
(er ist) geglitten
(es hat) geglommen
(er hat) gegraben
(er hat) gegriffen
(er hat) gehabt
(er hat) gehalten
(er hat) gehangen
, (er hat) erkiest. Der Infinitiv und die Präsensformen dieses Verbs
2 Umgangssprachliche Erleichterungsform, der Aussprache angeglichen, ist: fichst.
3 Umgangssprachliche Erleichterungsform, der Aussprache angeglichen, ist: fliehst.
4 Besonders in übertragener Bedeutung auch schon schwach: gärte.
5 Sonst üblicher: du gebärst, sie
gebärt; gebäre!
gegärt.
6 Das alte Partizip gediegen (ebenfalls zu gedeihen) ist zum Adjektiv geworden.
7 Veraltet: gleitete, gegleitet.
nlimmta nAitlimint
9 Älter oder mundartlich: hangen. Das tr. hängen ist schwach: Er hängte das Bild an die Wand.
Er hat das Bild an die Wand gehängt.
9
Anlage und Artikelaufbau
Infinitiv
hauen1
heben
heißen
helfen Tdu hilfst, er hilft; hilf!)
kennen
kiesen: terkiesen
klimmen4
klingen
kneifen5
kommen (veraltet: du kömmst.
er kömmt)
können (ich kann, du kannst.
er kann)
kreischen6
kriechen
küren7 (in gehobener Sprache)
laden (.aufladen')
(du lädst, er lädt)
laden (,zum Kommen
auffordern4) (du lädst, er lädt;
veraltet, aber noch landsch.:
du ladest, er ladet)
lassen (du läßt, er läßt)
laufen (du läufst, er läuft)
leiden
leihen
lesen (du liest, er liest; lies!)
liegen
löschen8 intr. (du lischst,
er lischt; lisch!)
lügen
mahlen
meiden
melken9 (du milkst, er milkt;
milk!)
messen (du mißt, er mißt; miß!)
mißlingen
mögen (ich mag, du magst.
er mag)
müssen (ich muß, du mußt.
er muß)
2. Stammform (Präteritum)
hieb
hob (veraltet: hub)2
(höbe, veraltet: hübe)
hieß
half (hülfe, selten: hälfe)
kannte (kennte [selten])
klomm (klömme)
klang (klänge)
kniff
kam (käme)
konnte (könnte)
krisch
kroch (kröche)
kor (köre)
lud (lüde)
lud (lüde)
ließ
lief
litt
lieh
las (läse)
lag (läge)
losch (lösche)
log (löge)
mahlte
mied
molk (mölke)9
maß (mäße)
mißlang (mißlänge)
mochte (möchte)
mußte (müßte)
3. Stammform (2. Partizip)
(er hat) gehauen
(er hat) gehoben
(er hat) geheißen3
(er hat) geholfen
(er hat) gekannt
(er ist) geklommen
(es hat) geklungen
(er hat) gekniffen
(er ist) gekommen
(er hat) gekonnt
(er hat) gekrischen
(er ist) gekrochen
(er hat) gekoren
(er hat) geladen
(er hat) geladen
(er hat) gelassen
gelaufen (Er ist in den Wald
gelaufen; aber: Er hat sich
die Füße wund gelaufen)
(er hat) gelitten
(er hat) geliehen
(er hat) gelesen
gelegen (Er hat lange krank gelegen;
aber: Das Dorf ist schön gelegen)
(es ist) geloschen (veraltet)
(er hat) gelogen
(er hat) gemahlen
(er hat) gemieden
(er hat) gemolken9
(er hat) gemessen
(es ist) mißlungen
(er hat) gemocht
(er hat) gemußt
1 Die starke Form hieb wird hochsprachlich für das Schlagen mit einer Waffe oder das Verwunden
im Kampf, gelegentlich auch geh. für haute verwendet. Sonst wird allgemein haute gebraucht. Gehaut
gehört der landschaftlichen Umgangssprache an.
2 Anheben .anfangen, beginnen4 hat im Präteritum die Formen hoblhub an.
3 Das 2. Partizip gehießen ist landschaftlich umgangssprachlich.
4 Heute auch schon schwach: klimmte, geklimmt.
5 Die Formen kneipen, knipp* geknippen sind landschaftlich. Das von Kneipe abgeleitete ugs. kneipen
,in einer Kneipe verkehren, trinken' wird schwach gebeugt.
6 Die starken Formen sind entweder veraltet oder mundartlich. Hochsprachlich heute schwach: kreischte,
hat gekreischt.
7 Die schwache Beugung ist heute üblicher: kürte, gekürt.
8 Meist nur noch in Zusammensetzungen und Präfixbildungen wie auslöschen (veraltet), er- und verlöschen.
Das tr. löschen wie auch die tr. auslöschen und verlöschen werden schwach gebeugt: Er löschfe das
Feuer, hat das Feuer gelöscht.
9 Die schwachen Formen du melkst, er melkt; melke!; melkte sind heute üblicher. Neben gemolken
wird auch schon gemelkt gebraucht.
10
Anlage und Artikelaufbau
Infinitiv
2. Stammform (Präteritum)
3. Stammform (2. Partizip)
nehmen (du nimmst, er nimmt;
nimm!)
nennen
pfeifen
pflegen1
preisen
quellen intr.2 (du quillst.
er quillt; quill!
[selten])
raten (du rätst, er rät)
reiben
reißen
nahm (nähme)
nannte (nennte [selten])
pfiff
pflog (pflöge)
pries
quoll (quölle)
riet
rieb
riß
reiten
ritt
(er hat) genommen
(er hat) genannt
(er hat) gepfiffen
(er hat) gepflogen
(er hat) gepriesen
(er ist) gequollen
(er hat) geraten
(er hat) gerieben
gerissen (Er hat sich ein Loch
in die Hose gerissen; aber:
Der Strick ist gerissen)
geritten (Er hat den Schimmel
geritten; aber: Er ist in den
Wald geritten)
(er ist) gerannt
(er hat) gerochen
(er hat) gerungen
(es ist) geronnen
(er hat) gerufen
(er hat) gesalzen oder (selten) gesalzt
(übertr. nur stark: gesalzen)
(er hat) gesoffen
(er hat) gesogen
(er hat) geschaffen
(es hat) geschallt
geschieden (Er hat die faulen Äpfel
von den guten geschieden; aber:
Er ist aus dem Dienst geschieden)
(es hat) geschienen6
(er hat) geschissen
(er hat) gescholten
(er hat) geschoren
(er hat) geschoben
geschossen (Er hat den Hasen
geschossen; aber: Das Wasser ist
in die Rinne geschossen)
(er hat) geschunden
(er hat) geschlafen
(er hat) geschlagen
(er ist) geschlichen
(er hat) geschliffen
1 Nur noch stark in Wendungen wie der Ruhe pflegen. In den Bedeutungen .Kranke betreuen* und
,die Gewohnheit haben* nur schwach: Er pflegte ihn, hat ihn gepflegt; er pflegte früh aufzustehen.
2 Das tr. quellen ist schwach: Die Mutter quellte Bohnen, hat Bohnen gequellt.
3 Die schwachen Formen saugte, gesaugt werden heute schon viel gebraucht, vor allem in der Sprache
der Technik.
4 In der Bedeutung .vollbringen, (landsch.:) arbeiten* schwach: schaffte, geschafft. In Verbindung mit
bestimmten Substantiven: Er schuf, (auch:) schaffte endlich Abhilfe, Ordnung. Platz, Rat, Raum,
Wandel. Es muß endlich Abhilfe, Ordnung usw. geschaffen, (selten:) geschafft werden.
5 Häufiger schwach: schallte. Die Präfixbildung erschallen hat neben der Form erscholl seltener erschallte.
außerdem neben dem schwachen ein starkes Partizip: erschollen. Verschollen ist heute isoliert.
6 Landsch. gelegentlich: scheinte. hat gescheint.
7 Die schwache Beugung ist hier selten; sich scheren (ugs.) .sich fortmachen* und .sich kümmern*
wird schwach gebeugt: Er scherte sich fort, hat sich um ihn nicht geschert.
8 Das Präteritum wird zumeist gemieden. Wird es gebraucht, dann ist die Form heute im allgemeinen
schwach. Das 2. Partizip wird stark gebeugt.
9 Schleifen .über den Boden ziehen* wird schwach gebeugt: Er schleifte ihn, hat ihn geschleift.
rennen
riechen
ringen
rinnen
rufen
salzen
saufen (du säufst, er säuft)
saugen3
schaffen (.schöpferisch
gestalten, hervorbringen4)4
schallen
scheiden
scheinen
scheißen (vulgär)
schelten (du schiltst, er schilt;
schilt!)
scheren (.abschneiden*)7
schieben
schießen
schinden8
schlafen (du schläfst, er schläft)
schlagen (du schlägst, er schlägt)
schleichen
schleifen (.schärfen*)9
rannte (rennte [selten])
roch (röche)
rang (ränge)
rann (ranne, seltener: rönne)
rief
salzte
soff (söffe)
sog (söge)
schuf (schüfe)
scholl (schölle)5
schied
schien6
schiß
schalt (schölte)
schor (schöre)
schob (schöbe)
schoß (schösse)
schund
schlief
schlug (schlüge)
schlich
schliff
11
Anlage und Artikelaufbau
Infinitiv
schleißen1 (Federn)
schließen
schlingen
schmeißen2 (ugs. für .werfen*)
schmelzen intr.
(.flüssig werden4)3
(du schmilzt, er schmilzt;
schmilz! [selten])
schnauben4
schneiden
schrecken5 intr. (,in Schrecken
geraten') (du schrickst
er schrickt; schrick!)
schreiben
schreien
schreiten (gehoben)
schwären (es schwärt.
veraltet: schwiert; schwäre!
veraltet: schwier!)
schweigen
schwellen intr. (.größer, stärker
werden*)6 (du schwillst,
er schwillt; schwill!)
schwimmen
schwämme)
schwinden
schwingen
schwören
sehen (du siehst, er sieht;
siehfe]!)
sein
senden8
sieden9
singen
sinken
sinnen
sitzen
sollen (ich soll, du sollst, er soll)
2. Stammform (Präteritum)
schliß
schloß (schlösse)
schlang (schlänge)
schmiß
schmolz (schmölze)
schnob (schnöbe)
schnitt
schrak (schräke)
schrieb
schrie
schritt
es schwärte (veraltet: schwor)
schwieg
schwoll (schwölle)
schwamm (schwömme.
seltener: schwämme)
schwand (schwände)
schwang (schwänge)
schwor, veraltet: schwur
(schwüre, selten: schwöre7)
sah (sähe)
war (wäre)
sandte oder sendete
(sendete [selten])
sott (sötte)
sang (sänge)
sank (sänke)
sann (sänne, veraltet: sonne)
saß (säße)
sollte
3. Stammform (2. Partizip)
(er hat) geschlissen
(er hat) geschlossen
(er hat) geschlungen
(er hat) geschmissen
(er ist) geschmolzen
(er hat) geschnoben
(er hat) geschnitten
(er ist) geschrocken (veraltet)
(er hat) geschrieben
(er hat) geschrie[e]n
(er ist) geschritten
(es hat) geschwärt
(veraltet: geschworen)
(er hat) geschwiegen
(er ist) geschwollen
geschwommen (Er hat den ganzen
Vormittag geschwommen;
aber: Er ist über den Fluß
geschwommen)
(er ist) geschwunden
(er hat) geschwungen
(er hat) geschworen
(er hat) gesehen
(er ist) gewesen
(er hat) gesandt oder gesendet
(er hat) gesotten
(er hat) gesungen
(er ist) gesunken
(er hat) gesonnen10
(er hat) gesessen
(er hat) gesollt
1 Auch schwach: schleißte, hat geschleißt.
2 Schmeißen (Jägerspr.) ,Kot auswerfen, besudeln4 wird schwach gebeugt: schmeißte, hat geschmeißt.
3 Das tr. schmelzen* .flüssig machen' wird heute ebenfalls stark gebeugt: Er schmilzt, schmolz das
Eisen, hat das Eisen geschmolzen. Die schwache Beugung ist veraltet.
4 Die schwachen Formen schnaubte, hat geschnaubt sind heute üblich.
5 Nur noch in Präfixbildungen und Zusammensetzungen wie er-, auf-, hoch-, zusammenschrecken.
Jägerspr. schrecken .schreien* wird schwach gebeugt: Das Reh schreckte, hat geschreckt. Das tr. schrecken
,in Schrecken versetzen' sowie die tr. ö6-, auf- und erschrecken und das seltene verschrecken werden
schwach gebeugt. Er schreckte ihn [ab, aufl, hat ihn erschreckt. Das tr. zurückschrecken wird regelmäßig
schwach gebeugt. Das intr. zurückschrecken wird in konkretem Gebrauch, der selten ist, noch weitgehend
stark gebeugt, doch wird das entsprechende 2. Partizip zurückgeschrocken selten angewendet. Häufiger
ist hier das schwache Partizip. In übertragenem Gebrauch wird das intr. zurückschrecken in Verbindung
mit vor in der Bedeutung .etwas nicht wagen* vorwiegend schwach gebeugt: Er schreckte vor dem
Verbrechen zurück, war davor zurückgeschreckt.
6 Das tr. schwellen .größer machen' wird schwach gebeugt: schwellte, hat geschwellt.
7 Der Konjunktiv II schwöre (von schwor) ist mit dem Konjunktiv I und dem Präs. lautgleich (selten).
8 In der Bedeutung .[durch Rundfunk] übertragen* nur schwach.
9 Die schwachen Formen siedete, hat gesiedet werden daneben öfter gebraucht.
10 Gesonnen in der Verbindung gesonnen sein (Er ist gesonnen) stammt von einem heute ausgestorbenen
Verb. Gesinnt (Er ist treu gesinnt) ist eine Ableitung aus dem Substantiv Sinn.
12
Anlage und Artikelaufbau
Infinitiv
2. Stammform (Präteritum)
3. Stammform (2. Partizip)
spalten
speien2
spinnen
spleißen
sprechen (du sprichst, er spricht:
sprich!)
sprießen
springen
stechen (du stichst, er sticht;
stich!)
stecken intr. (.sich in etwas
befinden')
stehen
stehlen (du stiehlst, er stiehlt;
stiehl!)
steigen
sterben (du stirbst, er stirbt;
stirb!)
stieben4
stinken
stoßen (du stößt, er stößt)
streichen
spaltete
spie
spann (spönne, spänne)
spliß
sprach (spräche)
sproß (sprösse)
sprang (spränge)
stach (stäche)
stak (stäke)3
stand (stünde, auch: stände)
stahl (stähle, seltener: stöhle)
stieg
starb (stürbe)
stob (stöbe)
stank (stänke)
stieß
strich
streiten stritt
tragen (du trägst, er trägt) trug (trüge)
treffen (du triffst, er trifft; triff!) traf (träfe)
treiben trieb
treten (du trittst, er tritt; tritt!) trat (träte)
triefen5
trinken
trügen
tun
verderben (du verdirbst,
er verdirbt; verdirb!)
verdrießen
vergessen (du vergißt,
er vergißt; vergiß!)
verlieren
wachsen (du wächst, er wächst)
wägen [vgl. wiegen]7
waschen (du wäschst, er wäscht)
weben8
troff (tröffe)
trank (tränke)
trog (tröge)
tat (täte)
verdarb (verdürbe)
verdroß (verdrösse)
vergaß (vergäße)
verlor (verlöre)
wuchs (wüchse)
wog (wöge)
wusch (wüsche)
wob (wöbe)
(er hat) gespalten (auch: gespaltet)1
(er hat) gespie[e]n
(er hat) gesponnen
(er hat) gesplissen
(er hat) gesprochen
(er ist) gesprossen
(er ist) gesprungen
(er hat) gestochen
(er hat) gesteckt
(er hat) gestanden
(er hat) gestohlen
(er ist) gestiegen
(er ist) gestorben
gestoben (Die Funken sind
oder haben gestoben)
(er hat) gestunken
gestoßen (Er ist auf Widerstand
gestoßen; aber: Er hat mich gestoßen)
gestrichen (Er hat Butter auf das
Brot gestrichen; aber:
Die Schnepfen sind über den Acker
gestrichen)
(er hat) gestritten
(er hat) getragen
(er hat) getroffen
getrieben (Der Wind hat den
Ballon südwärts getrieben; aber:
Der Ballon ist südwärts getrieben)
getreten (Er hat ihn getreten; aber:
Er ist in die Pfütze getreten)
(er hat) getroffen
(er hat) getrunken
(er hat) getrogen
(er hat) getan
verdorben6 (Er hat sich den
Magen verdorben; aber:
Das Eingemachte ist verdorben)
(es hat) verdrossen
(er hat) vergessen
(er hat) verloren
(er ist) gewachsen
(er hat) gewogen
(er hat) gewaschen
(er hat) gewoben
1 Die starke Form gespalten steht besonders bei adjektivischem Gebrauch: gespaltenes Holz usw.
2 Gelegentliche schwache Formen sind mundartlich.
3 Auch schwach: steckte. In der Bedeutung .festheften' wird tr. stecken nur schwach gebeugt: steckte,
hat gesteckt.
4 Heute auch schon schwach: stiebte, gestiebt.
5 Heute häufig schwach: Seine Nase triefte, hat getrieft. In gewählter Sprache ist jedoch das Präteritum
in der starken Form gebräuchlicher: troff.
6 Die Form verderbt .schlecht' wird nur noch als Adjektiv gebraucht.
7 Die schwache Beugung wägte, gewägt kommt gelegentlich vor. Von abwägen kommen die starken
und schwachen Formen vor: wägte, wog ab und abgewogen, abgewägt.
8 Im übertragenen Gebrauch meist stark; in eigentlicher Bedeutung dagegen schwach: webte, hat gewebt.
13
Anlage und Artikelaufbau
Infinitiv
2. Stammform (Präteritum)
3. Stammform (2. Partizip)
weichen (.nachgeben4)1
weisen
wenden2
werben (du wirbst,
er wirbt; wirb!)
werden (du wirst, er wird;
werde!)
werfen (du wirfst, er wirft;
wirf!)
wiegen [vgl. wägen]3
winden
winken
wissen (ich weiß, du weißt,
er weiß)
wollen (ich will, du willst.
er will)
wringen
zeihen
ziehen
zwingen
wich
wies
wandte oder wendete
(wendete [selten])
warb (würbe)
wurde (dichter, noch: ward)
(würde)
warf (würfe)
wog (wöge)
wand (wände)
winkte
wußte (wüßte)
wollte
wrang (wränge)
zieh
zog (zöge)
zwang (zwänge)
(er ist) gewichen
(er hat) gewiesen
(er hat) gewandt oder gewendet
(er hat) geworben
(er ist) geworden (als Hilfszeitwort:
worden)
(er hat) geworfen
(er hat) gewogen
(er hat) gewunden
(er hat) gewinkt4
(er hat) gewußt
(er hat) gewollt
(er hat) gewrungen
(er hat) geziehen
gezogen (Er hat den Wagen
gezogen; aber: Er ist aufs Land
gezogen)
(er hat) gezwungen
1 Weichen. ,ein-, aufweichen* wird schwach gebeugt: weichte, hat geweicht.
2 In der Bedeutung .einen Mantel usw.. Heu wenden, das Auto wenden* nur schwach: wendete, hat
gewendet. Gewandt steht auch isoliert (.geschickt*). Bei entwenden sind die starken Formen veraltet:
entwandte, hat entwandt.
3 Wiegen .schaukeln* wird schwach gebeugt: wiegte, hat gewiegt.
4 Das starke 2. Partizip gewunken ist hochsprachlich veraltet und wird heute nur noch mundartl.
oder scherzhaft gebraucht.
4. Etymologische Angaben
Die etymologischen Angaben sollen dem Wörterbuch, das in erster Linie ein Wörterbuch
der Gegenwartssprache ist, historische Tiefe geben. Sie gehen, was die Form anlangt, beim
deutschen Wortgut im allgemeinen nicht über das Althochdeutsche hinaus, verzichten
weitestgehend auf rekonstruierte Formen und Wurzelansätze und auf die Aufführung verwandter
Formen aus anderen germanischen oder indogermanischen Sprachen. Was die Bedeutung
anlangt, wird vor allem bei den kultur- und geistesgeschichtlich bedeutsamen Wörtern die
ursprüngliche oder eigentliche Bedeutung angegeben, so daß der Benutzer einen Einblick
in die Begriffsbildung erhält. Der Weg der Lehn- und Fremdwörter wird gewöhnlich bis
zur Ursprungssprache zurückverfolgt. Auch die Herkunft der Redewendungen und
sprichwörtlichen Redensarten wird genau erklärt.
a) Die Etymologie folgt auf die grammatischen Angaben in eckigen Klammern (vgl. aber
2j): aggressiv [agre'si:fl <Adj.> [(nach frz. agressif) zu lat. aggressus, 2. Part, von: aggredi =
angreifen] ...
b) Bei allen deutschen Grundwörtern werden die mhd. und ahd. Formen angeführt, wenn
sie vorhanden sind. Der mhd. Form folgt die ahd. mit Komma, wenn die Bedeutungen
gleich sind: Bad [ba:t], das; -[e]s, Bäder ['be:de; mhd. bat, ahd. bad]... Sind Schreibung
und Bedeutung gleich, werden mhd. u. ahd. zusammengefaßt: *Bank [bank], die; -, Bänke
['benka; mhd., ahd. banc]... Hat die ahd. Form eine andere Bedeutung, steht nach
der mhd. Form ein Semikolon: 2albern... [mhd. alwaere; ahd. alawäri = freundlich,
wohlwollend...].
c) Alle Lehn- und Fremdwörter erhalten eine Etymologie, soweit sie nicht bloße Ableitungen
sind. Entlehnungen der gleichen Wortart (z. B. Substantiv) werden durch < verbunden:
Bandlira ... [russ. bandura < poln. bandura < ital. pandora < lat. pandür(i)um < griech.
14
Anlage und Artikelaufbau
pandoüra]... Gehen sie auf eine andere Wortart zurück, steht die Präposition „zu": basieren...
[frz. baser, zu: base = Grundlage < lat. basis, t Basis].
Wenn die Lehn- und Fremdwörter aus dem Romanischen stammen, werden sie bis auf
das Lateinische (oder noch weiter) zurückgeführt: Basilisk ... [mhd. basiliske < lat. basiliscus
< griech. basiliskos ...].
d) Zusammensetzungen erhalten nur dann eine Etymologie, wenn die Wortteile sonst nicht
vorkommen (Bauwich) oder volksetymologisch umgestaltet sind (Maulwurf) oder wenn
die Zusammensetzung aus irgendeinem Grunde besonders interessant ist (Weißbuch).
5. Stilistische Bewertungen, räumliche und zeitliche Zuordnungen, Zuordnungen zu Bereichen
und Fach- und Sondersprachen
Die stilistischen Bewertungen und Zuordnungen folgen den etymologischen Angaben in runden
Klammern: Antlitz ['antlitsh das; -es, -e <P1. selten) [mhd. antlitze, ahd. antlizzi, eigtl. =
das Entgegenblickende] (dichter., geh.): Gesicht. Angesicht; Barbier [bar'bi:?]. der; -s, -e [mhd.
barbier < frz. barbier < mlat. barbarius = Bartscherer, zu lat. barba = Bart] (veraltet,
aber noch scherzh.): Herrenfriseur; Baud [baut, bo:t], das; -[s], - [nach dem frz. Erfinder
des Telegrafenapparats mit Typendrucker Emile Baudot, 1845-1903] (Fernspr.): Einheit der
Telegrafiergesch windigkeit.
a) Stilistische Bewertungen von Wörtern und Verwendungsweisen:
Nicht besonders gekennzeichnet werden in diesem Wörterbuch die normalsprachlichen
Wörter, wie z. B. ..Aal", „arm" und „beleidigen". Diese Wörter, die in ihrem Stilwert
neutral sind, bilden den überwiegenden Bestandteil unseres Wortschatzes. Oberhalb dieser
Schicht ist eine gebildete Ausdrucksweise anzusiedeln, die gewisse Kenntnisse und eine
gute schulische Ausbildung voraussetzt und die im Wörterbuch mit „bildungsspr." ( =
bildungssprachlich) gekennzeichnet wird. Es handelt sich hierbei meist um Fremdwörter,
die weder einer Fachsprache noch der Umgangssprache angehören, wie z. B. ,,Affront",
„analog" und „eruieren". Noch eine Stufe höher finden sich einerseits Wörter, die der
gehobenen Sprache angehören, wie sie bei feierlichen Anlässen und gelegentlich auch in
der Literatur verwendet wird. Diese gepflegte Ausdrucksweise, zu der Wörter wie „Antlitz",
„sich befleißigen" und „Haupt" gehören, wirkt in der alltäglichen schriftlichen und
mündlichen Verständigung im allgemeinen feierlich oder gespreizt; sie wird mit „geh." (= gehoben)
gekennzeichnet. Andererseits gehören zu dieser Stilschicht Wörter, die vorzugsweise in
der Dichtung vorkommen und heute fast durchgängig veraltet sind oder altertümelnd
gebraucht werden, wie z. B. „Aar", „beglänzen" und „Odem". Diese Wörter werden mit
„dichter." (= dichterisch) bewertet.
Reicher gegliedert ist die Schicht unterhalb der normalsprachlichen Stilschicht. Ihr nahe
steht die Umgangssprache, die im alltäglichen, besonders im familiär-vertraulichen,
mündlichen Verkehr der Menschen untereinander üblich ist und in Briefen verwendet wird.
Sie ist aber heute auch häufig in der Öffentlichkeit anzutreffen und hat Eingang in die
Literatur gefunden. Umgangssprachliche Ausdrücke sind z. B. „flitzen", beschicken" und
„gewieft"; sie werden mit „ugs." (= umgangssprachlich) gekennzeichnet. Davon heben
sich Wörter und Verwendungsweisen ab, die einer burschikosen und z.T. recht nachlässigen
Ausdrucksweise angehören, z. B. „anpfeifen", „Armleuchter" und „bekloppt". Diese Wörter
werden als „salopp" gekennzeichnet. Wörter, die einer groben und gewöhnlichen
Ausdrucksweise angehören, werden mit „derb" bewertet, wie z. B. „Arsch", „bescheißen" und „Fresse".
Wörter, die zu einer niedrigen und obszönen Ausdrucksweise, zur Gossensprache gehören,
wiez. B. „Arschloch", „Mose" und „vögeln", werden mit „vulg." (= vulgär) gekennzeichnet.
Zu diesen stilistischen Bewertungen wie zu den normalsprachlichen Wörtern und
Verwendungsweisen können Gebrauchsangaben wie „scherzhaft, spöttisch, ironisch, abwertend,
nachdrücklich, gespreizt, verhüllend, Schimpfwort" u. a. treten.
b) Räumliche und zeitliche Zuordnungen:
Bei Wörtern und Verwendungsweisen, die nicht gemeinsprachlich sind, wird angegeben,
daß sie nur in einem Teil des deutschen Sprachraumes üblich sind. Erstreckt sich ihre
Verbreitung über ein größeres Gebiet, fehlt ein übergreifender hochsprachlicher Ausdruck.
15
Anlage und Artikelaufbau
werden sie mit „regional" (z. B. fegen/kehren) gekennzeichnet. Ist die Zuordnung zu einem
bestimmten Sprachgebiet gesichert, so wird dieses genannt: „nordd." (= norddeutsch,
z.B. Feudel), „Schweiz." (= schweizerisch, z.B. Saaltochter), „österr." (= österreichisch,
z. B. Palatschinke) usw. Läßt sich das Sprachgebiet nicht genau abgrenzen, so steht der
Hinweis „landsch.44 (= landschaftlich, z.B. ausmären). Die sprachlichen Besonderheiterr
in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik werden,
wenn die Zuordnung nicht bereits aus der Bedeutungsangabe hervorgeht, durch die Zusätze
,,Bundesrepublik Deutschland" (z. B. Arbeitsfriede) und „DDR" (z. B.
Abschnittsbevollmächtigter) gekennzeichnet.
Bei den zeitlichen Zuordnungen besagt „veraltend", daß ein Wort nur noch selten, meist
von der älteren Generation gebraucht wird (z. B. Backfisch). Mit „veraltet" wird angegeben,
daß ein Wort nicht mehr Bestandteil des Wortschatzes der Gegenwartssprache ist; es kann
aber noch in altertümelnder, scherzhafter oder ironischer Ausdrucksweise gebraucht werden
(z. B. fürbaß). Die Angabe „früher" besagt, daß die Sache, um die es geht, heute nicht
mehr üblich oder aktuell ist (z. B. Armenarzt). Mit „hist." (= historisch) wird angegeben,
daß das, was das Wort bezeichnet, einer vergangenen Geschichtsepoche angehört (z. B.
*Ban). Mit „ns." (= nationalsozialistisch) wird die Zugehörigkeit eines Wortes zur Sprache
des Nationalsozialismus oder eine für die Zeit des Nationalsozialismus charakteristische
Verwendungsweise eines Wortes bezeichnet (z. B. Braunhemd). Neuwörter und
Neubedeutungen sowie Modewörter sind nicht besonders gekennzeichnet. Mit der Angabe „selten"
wird darauf hingewiesen, daß ein Wort nur ganz vereinzelt gebraucht wird.
c) Zuordnungen zu Bereichen und Fach- und Sondersprachen:
Das Wörterbuch grenzt das Allgemeinsprachliche vom Fach- und Sondersprachlichen ab
und kennzeichnet genau die Bereiche, in denen die Wörter verwendet werden. Wörter,
aus deren Bedeutungsangaben die Zugehörigkeit zu einem Fachgebiet deutlich hervorgeht,
werden im allgemeinen nicht besonders gekennzeichnet. So sind z. B. (abgelegene) Tier-
und Pflanzennamen nicht noch ausdrücklich der Zoologie oder Botanik zugeordnet worden.
Die Angabe „Jargon" bedeutet, daß der betreffende Ausdruck dem Jargon und nicht
der Berufs- oder Fachsprache angehört, z. B. Eselsrücken (Eisenb. Jargon) im Unterschied
zu Blocksignal (Eisenb.).
Die in diesem Wörterbuch vorkommenden Bereiche und Fach- und Sondersprachen:
Akustik
Anatomie
Anthropologie
Arbeitsrecht
Arbeitswissenschaft
Archäologie
Architektur
Astrologie
Astronomie
Bakteriologie
Ballett
Ballistik
Bankwesen
Bautechnik
Bauwesen
Bergbau
Bergmannssprache
Betriebswissenschaft
bildende Kunst
Biochemie
Biologie
Bodenkunde
Börsenwesen
Botanik
Buchbinderei
Buchführung
Buchwesen
Bürowesen
Chemie
Datenverarbeitung
Dichtkunst
Diplomatie
Druckersprache
Druckwesen
Eisenbahnwesen
Elektronik
Elektrotechnik
Fernsehen
Fernsprechwesen
Fertigungstechnik
Film
Finanzwesen
Fischereiwesen
Flieger spräche
Flugwesen
Forstwesen
Fotografie
Frachtwesen
Funktechnik
Funkwesen
Gartenbau
Gastronomie
Gaunersprache
Geldwesen
Genealogie
Genetik
Geographie
Geologie
Geometrie
Gewerbesprache
Gießerei
graphische Technik
Handarbeiten
Handwerk (Gerberei.
Böttcherei. Bäckerei usw.)
Hauswirtschaft
Heraldik
Hochfrequenztechnik
Hochschulwesen
Holzverarbeitung
Hotelwesen
Hüttenwesen
Imkersprache
Informationstechnik
Jagdwesen
Jägersprache
Kartenspiel
Kaufmannssprache
Kerntechnik
Kindersprache
Kino
Kirchensprache
Kochkunst
Kommunikationsforschung
Kosmetik
Kraftfahrzeugtechnik
Kraftfahrzeugwesen
Kunstwissenschaft
Kybernetik
Landwirtschaft
Literaturwissenschaft
Malerei
Mathematik
Mechanik
Medizin
Meereskunde
Metallbearbeitung
Metallurgie
Meteorologie
Militär
Mineralogie
Mode
Münzkunde
Musik
Mythologie
Nachrichtentechnik
Nachrichtenwesen
Naturwissenschaften]
Optik
Pädagogik
Paläontologie
Parlamentssprache
Pharmazie
Philatelie
Philosophie
Phonetik
Physik
Physiologie
Politik
Polizeiwesen
16
Anlage und Artikelaufbau
Postwesen
Prähistorie
Psychoanalyse
Psychologie
Raumfahrt
Rechtssprache
Religion
Rentenversicherung
Rundfunk
Rundfunktechnik
Schiffahrt
Schiffbau
Schrift wesen
Schülersprache
Schulwesen
Seemannssprache
Seewesen
Sexualkunde
Soldatensprache
Sozialpsychologie
Sozial versichern ng
Soziologie
Sport (Boxen, Fußball.
Reiten usw.)
Sportmedizin
Sprachwissenschaft
Sprengtechnik
Statistik
Steuerwesen
Stilkunde
Straßenbau
Studentensprache
Tabakindustrie
Technik
Textilindustrie
Theater
Theologie
Tiermedizin
Tierzucht
Touristik
Uhrmacherei
Verfassungswesen
Verhaltensforschung
Verkehrswesen
Vermessungswesen
Versicherungswesen
Verslehre
Verwaltung
Viehzucht
Völkerkunde
Völkerrecht
Volkskunde
Waffentechnik
Wasserbau
Wasserwirtschaft
Werbesprache
Winzersprache
Wirtschaft
Wohnungswesen
Zahnmedizin
Zahntechnik
Zeitungswesen
Zollwesen
Zoologie
6. Bedeutungsangaben
Die Bedeutungsangaben in diesem Wörterbuch sind das Ergebnis sprachwissenschaftlicher
Analysen (onomasiologischer und semasiologischer Art). Im Gegensatz zu den Angaben in
Lexika und Enzyklopädien, die dem Benutzer Sachdefinitionen (Realdefinitionen) und sachliche
Belehrung bieten, handelt es sich bei den Bedeutungsangaben um Bestimmungen von
Wortinhalten (Nominaldefinitionen), um Beschreibungen von Bedeutungsstrukturen. So wird z. B.
,.Flamme'4 als ,,hochschlagender Teil des Feuers; längliche, nach oben spitz auslaufende, bläulich
oder gelbrot leuchtende Verbrennungserscheinung" (in Abgrenzung von Feuer, Lohe, Glut
usw.) definiert und nicht sachlich als,.unter Leuchterscheinung und Hitzeentwicklung
brennendes Gas, das durch Hitzezersetzung fester Stoffe in Kohlenmonoxyd, Kohlenwasserstoff und
Wasserstoff entsteht".
Die Bedeutungsangaben enthalten im allgemeinen nur Wörter, die der normalsprachlichen
Stilschicht angehören und die im Wörterbuch selbst als Stichwort erscheinen. Sie sind so
gehalten, daß sie der Durchschnittssprecher versteht und in Beziehung zu den Beispielen
und Zitaten setzen kann. Die Bedeutungen werden außer mit erklärenden Umschreibungen
(Definitionen) auch mit Synonymen angegeben. Synonyme werden immer dann verwendet,
wenn keine (greifbaren) inhaltlichen, sondern nur stilistische Unterschiede oder Unterschiede
in der regionalen Verbreitung bestehen, z. B. abkratzen ... (derb): sterben; abnibbeln ... (nordd.,
bes. berlin. salopp): sterben. In einigen Fällen sind die umschreibenden Erklärungen durch
Synonyme, die sich in die Beispiele einsetzen lassen, ergänzt worden, z. B. fortwährend ...:
sich [zur Verwunderung od. Unzufriedenheit des Sprechers] immer wiederholend; fortgesetzt,
dauernd, ständig, immer wieder.
a) Die Bedeutungsangaben werden durch einen Doppelpunkt angekündigt und sind kursiv
gedruckt. Sie werden mit arabischen Zahlen und (bei enger zusammengehörenden
Bedeutungen) mit Kleinbuchstaben gegliedert. Gliederungen mit Zahlen werden durch einen Punkt,
Gliederungen mit Buchstaben durch ein Semikolon voneinander getrennt, z. B.
abkochen <sw. V.; hat): 1. a) (selten) gar kochen, fertigkochen: Futterkartoffeln,
Eier für den Salat a.; b) durch Kochen keimfrei machen: wir mußten das
Trinkwasser a.; c) im Freien kochen: die Pfadfinder kochen ab; Um vier
Uhr früh, als sie abkochen, ist klarer Sternenhimmel (Trenker, Helden
158); d) durch Kochen ausziehen: [Heilkräuter a. 2. (salopp) zermürben,
erledigen, fertigmachen: sich nicht a. lassen; sie sperrten ihn in eine Einzelzelle
und versuchten ihn abzukochen. 3. (salopp, landsch.) schröpfen, ausnehmen:
sie haben ihn beim Skat ganz gehörig abgekocht; Sie taten nur schön mit
ihm, wenn es bei ihm etwas abzukochen gab (Apitz, Wölfe 104). 4. (Boxen
Jargon) vor einem Kampf [durch Training! sein Körpergewicht in kurzer
Zeit verringern, um für eine bestimmte Klasse zugelassen zu werden: eine
Woche vor dem Fight mußte er noch 5 Pfund a.
b) Die Angaben von Bedeutungsschattierungen, von Kontextbedeutungen und der Bedeutungen
der idiomatischen Ausdrücke stehen in runden Klammern hinter dem betreffenden Wort
oder der betreffenden Fügung und sind kursiv gedruckt, z. B. anmalen <sw. V.; hat): a)
etw. auf etw. malen, zeichnen: ein Tier [an die Wandtafel] a.; b) (ugs.) anstreichen, mit
Farbe versehen, bunt machen: den Gartenzaun a.; Das Flugzeug ... ist wie ein Zebra angemalt
2 GDW
17
Anlage und Artikelaufbau
(Grzimek, Serengeti 16); c) (ugs. scherzh.) [übertrieben] schminken: ich male mir die
Lippen an (schminke mir die Lippen); du hast dich aber angemalt (auffällig geschminkt)\
2August ['apgost; lat. Augustus, ^August] in der Fügung der dumme A. (Zirkusclown,
Spaßmacher).
c) Hinter der Bedeutungsangabe wird, wenn es einen Gegensatz gibt, das Gegensatzwort
(Antonym) genannt, z. B. anwesend fanve:znt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; aus einem bestimm-
ten Anlaß an einem Ort befindlich, zugegen (Ggs.: abwesend): alle -en Personen; bei einer
Sitzung a. sein; der Chef ist nicht a.; Ü nicht ganz a. sein (ugs. scherzh.; geistesabwesend
sein, nicht aufpassen)...
7. Phraseologie
Die Beispiele in diesem Wörterbuch sollen das Zusammenspiel der Wörter veranschaulichen.
An ihnen kann der Benutzer ablesen, wie sich der Aufbau der Satzglieder und Sätze vollzieht.
a) Die Beispiele sind grob nach dem eigentlichen und übertragenen Gebrauch gegliedert,
und zwar stehen die Beispiele für die konkrete Bedeutung immer vor den Beispielen mit
bildlicher und übertragener Bedeutung, die durch Ü (= Übertragung) angekündigt werden,
z.B.
aufbrodeln <sw. V.; ist): brodelnd emporsteigen: Dampf, glühende Lava
brodelte auf; aus dem Tal brodelte Nebel auf; Ü Unzufriedenheit war im Land
aufgebrodelt; zweimal hat die Volksseele gekocht, zweimal sind die Deutschen
aufgebrodelt wie Bromwasser (Tucholsky, Werke II, 126).
Die beiden Wortarten Adjektiv und Substantiv sind darüber hinaus nach syntaktischen
Gesichtspunkten gegliedert. Beim Adjektiv ist die Reihenfolge attributiv, prädikativ,
adverbial, wobei Verwendungsweisen, die in runden Klammern erklärt werden
(Kontextbedeutungen o. ä.) gewöhnlich aus der Gliederung herausgenommen werden und am Ende erscheinen,
z.B.
brav [bra:f| <Adj.> [frz. brave < ital. bravo = wacker; unbändig, wild <
vlat. *brabus < lat. barbarus = fremd; ungesittet]: 1. (meist von Kindern)
sich auf Grund einer fügsamen, ruhigen Wesensart so verhaltend, wie es die
Erwachsenen erwarten od. wünschen: ein -es Baby; er ist heute sehr b.,
von allen am bravsten gewesen; sei b.!; b. sitzen bleiben; Ü wenn
Chruschtschow schön b. sei und sich ganz gesittet benähme, werde man
... (Dönhoff. Ära 77) ...
Beim Substantiv erscheint das Stichwort zunächst in der Subjektrolle (mit vorangestellten
oder nachgetragenen Attributen), dann - beginnend mit dem Akkusativobjekt - in der
Objektrolle und schließlich als Bestandteil präpositionaler Verbindungen. Auch beim Substantiv
werden Verwendungsweisen, die in runden Klammern erklärt werden (Kontextbedeutungen
o.a.). gewöhnlich aus dieser Gliederung herausgenommen und ans Ende gesetzt, z. B.
Arm [-], der; -[eis, -e [mhd., ahd. arm, urspr. = Fügung, Gelenk, Glied]:
1. <Vkl. tÄrmchen) bes. als Greif- u. Halteorgan dienendes, aus Ober- u.
Unterarm / sowie Hand] bestehendes Körperglied an der rechten bzw. linken
Schulter des Menschen (od. des Affen): kräftige, runde, fleischige, behaarte,
sehnige, muskulöse, dürre, knochige -e; sein linker A. ist steif; die -e erlahmen
[vom Tragen]; den A. beugen, strecken; die -e aufstützen, [nach jmdm.]
ausstrecken, hochhalten, heben, recken, ausbreiten, [über der Brust] kreuzen;
sie stemmte die -e in die Hüften; jmds. A. nehmen (jmdn. unterhaken);
sie schlang ihre -e um seinen Hals; beide -e voll haben (bepackt sein u.
daher nichts anderes mit den Armen machen können); ich habe mir den
A. gebrochen; sie hing an seinem A.; er nahm, packte ihn am/beim A.;
ein Kind auf den A. nehmen; sie riß sich aus seinen -en [los]; jmdn. im
A., in den -en halten; sie lagen sich gerührt in den -en; sie kam mit einem
A. voll Holz herein (taber: Armvoll); den Mantel über den A. nehmen,
über dem A. tragen; er preßte die Mappe unter den A.; wir können hier
noch zwei starke -e (jmdn., der kräftig zupacken, helfen kann) gebrauchen;
Ü der Baum breitet seine -e (dichter.; Äste) aus; der A. (die Macht) des
Gesetzes; ...
18
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzuhgen
b) Sowohl den vereinfachten Beispielen, den Syntagmen (z. B. eine Arbeit verrichten) als
auch den Beispielsätzen (z. B. ich mache mich jetzt an die Arbeit) liegen im allgemeinen
Belege aus der Sprachkartei der Dudenredaktion zugrunde. Belege werden im Wörterbuch
im allgemeinen zitiert, um Neubedeutungen und Neubildungen nachzuweisen, weniger
geläufige oder ungewöhnliche Verwendungsweisen -sei es im Hinblick auf die Bedeutung,
sei es im Hinblick auf die Verwendung im Satz- zu belegen und den bildhaften und
übertragenen Gebrauch darzustellen. Der Zeitraum, aus dem die Belege stammen, umfaßt
etwa 90 Jahre; der überwiegende Teil der Belege rührt allerdings aus der Zeit von 1950-1975
her. Die Quellen sind so ausgewählt worden, daß sie repräsentativ für das sprachliche
Leben in seiner ganzen Vielschichtigkeit sind (s. Quellenverzeichnis).
c) Idiomatische Ausdrücke (feste Verbindungen und Wendungen; Wortgruppenlexeme) werden
bei der Bedeutung aufgeführt, zu der sie gehören, und stehen dort immer am Ende aller
Beispiele. Sie werden mit einem * gekennzeichnet und erscheinen im Druck halbfett. Nur
wenn sie sich keiner Bedeutung zuordnen lassen, erscheinen sie unter einer eigenen
Gliederungszahl, z. B.
Blume ['bluima], die; -, -n [mhd. bluome, ahd. bluoma, bluomol: 1. <Vkl.
t Blümchen) a) Pflanze, die Blüten (1) hervorbringt: eine dankbare
(anspruchslose, lange I und reich] blühende) B.; die -n blühen, gedeihen hier nicht,
wachsen schnell, gehen ein; -n säen, pflanzen, gießen, umtopfen; b) einzelne
Blüte einer Blume (a) mit Stiel: langstielige, frische, verwelkte, künstliche,
gebackene (landsch.; künstliche) -n; die blaue B. (Sinnbild der Sehnsucht
in der romantischen Dichtung); die -n duften, welken, lassen die Köpfe
hängen, sind noch frisch, gehen auf. halten lange; -n pflücken; ein Strauß
-n; jmdm. -n (Schnittblumen) überreichen, schicken; R vielen Dank für
die -n (ironische Dankesformel als Antwort auf eine Kritik); *etw. durch
die B. sagen (jmdm. etw. verblümt, nur in Andeutungen zu verstehen geben;
wohl aus der Blumensprache, in der jede Blume eine symbolische Bedeutung
hatte, so daß man eine schlechte Nachricht durch das Überreichen einer
schönen Blume übermitteln konnte; dann aber von der geblümten, d. h.
gezierten, mit „Redeblumen" [= Floskeln] versehenen Sprache). 2. a) (von
Wein) Bukett. Duft: die B. des Weines; b) Schaum auf dem gefüllten Bierglas:
die B. des Bieres; die B. abtrinken. 3. (Jägerspr.) Schwanz des Hasen: wenn
er davonspringt, zeigt der Hase seine weiße B.
Idiomatische Ausdrücke werden, um Platz zu sparen, gewöhnlich nur unter dem ersten
auftretenden Substantiv aufgeführt, wenn keins vorhanden ist, unter dem ersten
sinntragenden Wort, z. B. „frieren wie ein Schneider4' nur unter „Schneider", „durch dick und dünn"
nur unter „dick", „die Engel im Himmel singen hören" nur unter „Engel".
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen
a...
Abk.
Abi.
a. c. i.
adj.
Adj.
adv.
Adv.
aengl.
afghan.
afläm.
afränk.
afries.
afrik.
afrz.
ägypt.
ahd.
A
mit folgender Sprachangabe: alt...
Abkürzung
Ableitung
accusativus cum
infinitivo
(Akkusativ + Infinitiv)
adjektivisch
Adjektiv
adverbial
Adverb
altenglisch
afghanisch
altflämisch
altfränkisch
altfriesisch
afrikanisch
altfranzösisch
ägyptisch
althochdeutsch
aind.
air.
aisl.
aital.
Akk.
akkad.
Akk.-Obj.
alat.
alban.
alchimistenlat.
alemann.
alit.
allg.
altgriech.
alttest.
amerik.
amtl.
Amtsdt.
Amtsspr.
Anat.
altindisch
altirisch
altisländisch
altitalienisch
Akkusativ
akkadisch
Akkusativobjekt
altlateinisch
albanisch
alchimistenlateinisch
alemannisch
altlitauisch
allgemein
altgriechisch
alttestamentlich
amerikanisch
amtlich
Amtsdeutsch
Amtssprache
Anatomie
2*
19
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen
andalus.
anglo.-amerik.
anglofrz.
angloind.
Anm.
annamit.
anord.
Anthrop.
apoln.
apreuß.
aprovenz.
arab.
aram.
Arbeitswiss.
Archäol.
Archit.
armen.
Art.
aruss.
asächs.
aschwed.
aslaw.
assyr.
Astrol.
Astron.
A. T.
Attr.
attr.
Ausspr.
awest.
aztek.
andalusisch
anglo-amerikanisch
an glo französisch
angloindisch
Anmerkung
annamitisch
altnordisch
Anthropologie
altpolnisch
altpreußisch
altprovenzalisch
arabisch
aramäisch
Arbeitswissenschaft
Archäologie
Architektur
armenisch
Artikel
altrussisch
altsächsisch
altschwedisch
altslawisch
assyrisch
Astrologie
Astronomie
Altes Testament
Attribut
attributiv
Aussprache
awestisch
aztekisch
B
babyl.
Bakteriol.
bah.
baltoslaw.
Bankw.
Bantuspr.
bask.
Bauw.
bayr.
bed.
Bed.
begr.
Bcrgmannsspr.
berlin.
Berufsbez.
bes.
Best.
Betriebswiss.
Bez.
bibl.
bild. Kunst
bildl.
bildungsspr.
Biol.
BM
Bodenk.
böhm.
Börsenw.
Bot.
bras.
bret.
Bruchz.
Buchf.
Buchw.
bulgar.
babylonisch
Bakteriologie
baltisch
baltoslawisch
Bankwesen
Bantusprache
baskisch
Bauwesen
bayrisch
bedeutet, bedeuten
Bedeutungen]
begründet
Bergmannssprache
berlinisch
Berufsbezeichnung
besonders
Bestimmungswort
Betriebswissenschaft
Bezeichnungen]
biblisch
bildende Kunst
bildlich
bildungssprachlich
Biologie
Berliner Morgenpost
Bodenkunde
böhmisch
Börsenwesen
Botanik
brasilianisch
bretonisch
Bruchzahl
Buchführung
Buchwesen
bulgarisch
Bürow.
byzant.
bzw.
Bürowesen
byzantinisch
beziehungsweise
chald.
ehem.
chilen.
chin.
christl.
chaldäisch
chemisch
chilenisch
chinesisch
christlich
dän.
Daten verarb.
Dativobj.
DDR
Dekl.
Demonstrativpron.
dgl.
d. h.
d. i.
dichter.
Dichtk.
Dipl.
Druckerspr.
Druckw.
dt.
dänisch
Daten verarbei tung
Dativobjekt
Deutsche Demokratische Republik
Deklination
Demonstrativpronomen
dergleichen
das heißt
das ist
dichterisch
Dichtkunst
Diplomatie
Druckersprache
Druckwesen
deutsch
EA
ebd.
ehem.
Eigenn.
eigtl.
eingef.
einschl.
Einz.
Eisenb.
elektr.
Elektrot.
engl.
entspr.
entw.
erw. (aus. zu)
eskim.
etrusk.
etw.
ev.
Erstausgabe
ebenda
ehemals, ehemalig
Eigenname
eigentlich
eingeführt
einschließlich
Einzahl
Eisenbahnwesen
elektrisch
Elektrotechnik
englisch
entsprechend, entspricht
entweder
erweitert
eskimoisch
etruskisch
etwas
evangelisch
Fachspr.
fam.
Familienn.
FAZ
Fem.
Ferns.
Fernspr.
Fertigungst.
Finanzw.
finn.
Fachsprache
familiär
Familienname
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Femininum
Fernsehen
Fernsprechwesen
Fertigungstechnik
Finanzwesen
finnisch
20
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen
finnougr.
Fischereiw.
fläm.
Fliegerspr.
Flugw.
Forstw.
fot.
Fot.
Frachtw.
frank.
fries.
frühnhd.
frz.
Funkt.
Funkw.
FW
finnougrisch
Fischereiwesen
flämisch
Fliegersprache
Flugwesen
Forstwesen
fotografisch
Fotografie
Frachtwesen
fränkisch
friesisch
frühneuhochdeutsch
französisch
Funktechnik
Funkwesen
Fremdwort
gäl.
sali.
galloroman.
gaskogn.
Gastr.
Gattungsz.
gaunerspr.
Gaunerspr.
geb. (aus)
gebr.
Gegenw.
gegr.
geh.
gek. (aus)
Geldw.
gelegt 1.
gemeingerm.
Gen.
Gen.-Obj.
Geogr.
Geol.
Geom.
gepr.
germ.
Ges.
gew.
Gewerbespr.
Ggb.
Ggs.
gleichbed.
got.
graph. Technik.
griech.
gälisch
gallisch
galloromanisch
gaskogn i seh
Gastronomie
Gattungszahlwort
gaunersprachlich
Gaunersprache
gebildet
gebräuchlich
Gegenwart (Präsens)
gegründet
gehoben
gekürzt
Geldwesen
gelegentlich
gemeingermanisch
Genitiv
Genitivobjekt
Geographie
Geologie
Geometrie
geprägt
germanisch
Gesellschaft
gewöhnlich
Gewerbesprache
Gegenbildung
Gegensatz
gleichbedeutend
gotisch
graphische Technik
griechisch
H
hait.
Handarb.
Handw.
Hausw.
hebr.
Her.
hess.
hethit.
hindust.
hist.
hochd.
Hochfrequenzt.
Hochschulw.
haitisch
Handarbeiten
Handwerk
Hauswirtschaft
hebräisch
Heraldik
hessisch
hethitisch
hindustanisch
historisch
hochdeutsch
Hochfrequenztechnik
Hochschulwesen
hochspr.
Holzverarb.
Hotelw.
hottentott.
Hptst.
Hu.
Hüttenw.
hochsprachlich
Holzverarbeitung
Hotelwesen
hottentottisch
Hauptstadt
(weitere) Herkunft ungeklärt
Hüttenwesen
iber.
idg.
illyr.
Imkerspr.
ind.
Indefinitpron.
indekl.
indian.
Indianerspr.
Indik.
indoiran.
indon.
Inf.
Informationst.
Interj.
intr.
ir.
iran.
iron.
islam.
isländ.
ital.
iberisch
indogermanisch
illyrisch
Imkersprache
indisch
Indefinitpronomen
indeklinabel
indianisch
Indianersprache
Indikativ
indoiranisch
indonesisch
Infinitiv
Informationstechnik
Interjektion
intransitiv
irisch
iranisch
ironisch
islamisch
isländisch
italienisch
Jagdw.
Jägerspr.
jakut.
jap.
jav.
Jes.
Jh.
jidd.
jmd.
jmdm.
jmdn.
jmds.
jüd.
Jugendspr.
jugoslaw.
jur.
Jagdwesen
Jägersprache
jakutisch
japanisch
javanisch
Jesaja
Jahrhundert
jiddisch
jemand
jemandem
jemanden
jemandes
jüdisch
Jugendsprache
jugoslawisch
juristisch
kalm.
kanad.
Kardinalz.
karib.
katal.
kath.
Kaufmannsspr.
kaukas.
kelt.
Kfz.-T.
kalmückisch
kanadisch
Kardinalzahl
karibisch
katalanisch
katholisch
Kaufmannssprache
kaukasisch
keltisch
Kraftfahrzeugtechnik
21
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen
Kfz.-W.
Kinderspr.
kirchenlat.
kirchenslaw.
Kirchenspr.
kirchl.
kirg.
klass.
klass.-lat.
Kochk.
Kommunikationsf.
kommunist.
Komp.
KonJ.
kopt.
korean.
Kosef.
Kosew.
kreol.
kret.
krimgot.
kroat.
kuban.
Kunstwiss.
Kurzf.
K raft fah r zeug wesen
Kindersprache
kirchenlateinisch
kirchenslawisch
Kirchensprache
kirchlich
kirgisisch
klassisch
klassisch-lateinisch
Kochkunst
Kommunikationsfdrschung
im kommunistischen
Sprachgebrauch
Komparativ
Konjunktion
koptisch
koreanisch
Koseform
Kosewort
kreolisch
kretisch
krimgotisch
kroatisch
kubanisch
Kunstwissenschaft
Kurzform (von)
ladin.
Lallw.
landsch.
landw.
Landw.
langob.
läpp.
lat.
latinis.
lautm.
lett.
lit.
Literaturw.
Lok.
LÜ
luxemb.
LW
ladinisch
Lallwort
landschaftlich
landwirtschaftlich
Landwirtschaft
langobardisch
lappisch
lateinisch
latinisiert, latinisierend
lautmalend
lettisch
litauisch
Literaturwissenschaft
Lokativ
Lehnübersetzung
luxemburgisch
Lehnwort
m..
m.
ma.
MA.
malai.
marx.
Mask.
math.
Math.
md.
Mech.
med.
Med.
Meeresk.
Mehrz.
MEL
melanes.
M
mit folgender Sprachangabe:
mittel...
männlich
mittelalterlich
Mittelalter
malaiisch
marxistisch
Maskulinum
mathematisch
Mathematik
mitteldeutsch
Mechanik
medizinisch
Medizin
Meereskunde
Mehrzahl
Meyers Enzyklopädisches Lexikon
melanesisch
mengl.
Met.
Metallbearb.
mex.
mfrz.
mgriech.
mhd.
Milit.
militär.
mind.
Mineral.
mir.
mlat.
MM
mniederd.
mniederl.
mong.
mpers.
mundartl.
Münzk.
mus.
Myth.
mittelenglisch
Meteorologie
Metallbearbeitung
mexikanisch
mittelfranzösisch
mittelgriechisch
mittelhochdeutsch
Militär
militärisch
mittelindisch
Mineralogie
mittelirisch
mittellateinisch
Mannheimer Morgen
mittelniederdeutsch
mittelniederländisch
mongolisch
mittelpersisch
mundartlich
Münzkunde
musikalisch
Mythologie
n...
Nachrichtent.
Nachrichtenw.
Naturw.
Neben f.
neutest.
Neutr.
nfrz.
ngriech.
nhd.
niederd.
niederl.
nlat.
Nom.
nord.
nordamehk.
nordd.
nordgerm.
nordostd.
nordwestd.
norm.
norw.
ns.
N.T.
Num.
o.
o. ä.
o. Art.
obersächs.
Obj.
od.
o. dgl.
OfT.
offz.
ohne Akk.-Obj.
ohne Präp.-Obj.
ökon.
ökum.
N
mit folgender Sprachangabe:
neu...
Nachrichtentechnik
Nachrichtenwesen
Naturwissenschaften]
Nebenform
neutestamentlich
Neutrum
neufranzösisch
neugriechisch
neuhochdeutsch
niederdeutsch
niederländisch
neulateinisch
Nominativ
nordisch
nordamerikanisch
norddeutsch
nordgermanisch
nordostdeutsch
nord westdeutsch
normannisch
norwegisch
nationalsozialistisch
Neues Testament
Numerale
O
ohne
oder ähnlicheis], ähnlichem
ohne Artikel
obersächsisch
Objekt
oder
oder dergleichen
Offenbarung Johannis
offiziell
ohne Akkusativobjekt
ohne Präpositionalobjekt
ökonomisch
ökumenisch (ökumenisches
Verzeichnis der biblischen
Eigennamen nach den Loccumer
Richtlinien. Stuttgart 1971)
22
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen
o. PI.
Ordinalz.
Ortsn.
osk.
osman.
o. Steig.
ostd.
österr.
österr.
ostfrz.
ostgerm.
ostmd.
ostniederd.
ostpreuß.
ohne Plural
Ordinalzahl
Ortsname
oskisch
osmanisch
ohne Steigerung[sformen]
ostdeutsch
österreichisch
Österreich
ostfranzösisch
ostgermanisch
ostmitteldeutsch
ostniederdeutsch
ostpreußisch
Päd.
Paläont.
palästin.
Papierdt.
Parapsych.
Pari.
part.
Part.
Perf.
pers.
Pers.
Personenn.
peruan.
pfälz.
Phantasiebez.
pharm.
Pharm.
Philat.
philos.
Philos.
Phon.
phöniz.
phryg.
Physik.
Physiol.
pik.
PI.
PI. ungebr.
Plusq.
polit.
Polizeiw.
poln.
polynes.
port.
Postw.
präd.
Prähist.
Präp.
Präp.-Obj.
Präs.
Prät.
preuß.
Pron.
provenz.
Ps.
Psych.
Pädagogik
Paläontologie
palästinensisch
Papierdeutsch
Parapsychologie
Parlamentssprache
partizipial
Partizip
Perfekt
persisch; persönlich
Person
Personenname
peruanisch
pfälzisch
Phantasiebezeichnung
pharmazeutisch
Pharmazie
Philatelie
philosophisch
Philosophie
Phonetik
phönizisch
phrygisch
physikalisch
Physiologie
pikardisch
Plural
Plural ungebräuchlich
Plusquamperfekt
politisch
Polizeiwesen
polnisch
polynesisch
portugiesisch
Postwesen
prädikativ
Prähistorie
Präposition
Präpositionalobjekt
Präsens
Präteritum
preußisch
Pronomen
provenzalisch
Psalm
Psychologie
R
Raumf.
rechtl.
Rechtsspr.
refl.
rel.
Rel.
Rentenvers.
rhein.
Rhet.
röm.
roman.
rückgeb. [aus]
rumän.
Rundf.
Rundfunkt.
mss.
rzp.
Redensart
Raumfahrt
rechtlich
Rechtssprache
reflexiv
religiös
Religion
Rentenversicherung
rheinisch
Rhetorik
römisch
romanisch
rückgebildet [aus]
rumänisch
Rundfunk
Rundfunktechnik
russisch
reziprok
s.
S.
sächs.
sanskr.
scherzh.
schles.
schott.
schriftspr.
Schriftw.
schülerspr.
Schülerspr.
Schulw.
schw.
schwäb.
schwed.
Schweiz.
s.d.
seem.
Seemannsspr.
Seew.
semit.
serb.
serbokroat.
Sexualk.
Sg.
sibir.
singhal.
sizilian.
skand.
slaw.
slowak.
slowen.
s. o.
sold.
Soldatenspr.
sorb.
Sozialpsych.
Sozialvers.
Soziol.
Sp.
span.
spätahd.
spätgriech.
spätlat.
spätmhd.
Sportmed.
spött.
siehe; sächlich
Seite
sächsisch
sanskritisch
scherzhaft
schlesisch
schottisch
schriftsprachlich
Schriftwesen
schülersprachlich
Schülersprache
Schulwesen
schwach [gebeugt]
schwäbisch
schwedisch
schweizerisch
siehe dies, siehe dort
seemännisch
Seemannssprache
Seewesen
semitisch
serbisch
serbokroatisch
Sexualkunde
Singular
sibirisch
singhalesisch
sizilianisch
skandinavisch
slawisch
slowakisch
slowenisch
siehe oben
soldatisch
Soldatensprache
sorbisch
Sozial Psychologie
Sozialversicherung
Soziologie
Spalte
spanisch
spätalthochdeutsch
spätgriechisch
spätlateinisch
spätmittelhochdeutsch
Sportmedizin
spöttisch
23
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen
Spr
sprach w.
Sprachw.
Sprengt.
Steig.
Steuerw.
Stilk.
Studentenspr.
st. V.
StVO
s. u.
subst.
Subst.
südamerik.
südd.
südslaw.
südwestd.
sumer.
Sup.
svw.
sw. V.
Syn.
syr.
Sprichwort
sprachwissenschaftlich
Sprachwissenschaft
Sprengtechnik
Steigerung[sformen]
Steuerwesen
Stilkunde
Studentensprache
starkes Verb
Straßenverkehrsordnung
siehe unten
substantivisch, substantiviert
Substantiv
südamerikanisch
süddeutsch
südslawisch
südwestdeutsch
sumerisch
Superlativ
soviel wie
schwaches Verb
Synonym
syrisch
Tabakind.
tahit.
tamil.
tat.
techn.
tessin.
Textilind.
Theol.
thrak.
thüring.
tib.
Tiermed.
tirol.
tochar.
tr.
Trenn.
tschech.
tungus.
türk.
turkotat.
Tabakindustrie
tahitisch
tamilisch
tatarisch
technisch
tessinisch
Textilindustrie
Theologie
thrakisch
thüringisch
tibetisch
Tiermedizin
tirolisch
tocharisch
transitiv
Trennung
tschechisch
tungusisch
türkisch
turkotatarisch
u.
Ü
u.a.
u.a.
[Übers.]
übertr.
u. dgl.
u.d.T.
ugr.
ugs.
Ugs.
ukrain.
umbr.
unbest.
unflekt.
ung.
ungebr.
unpers.
unr. V.
unv.
urspr.
urverw.
usw.
U
und
Übertragung
und and[e]re, und and[e]res,
unter ander[e]m, unter anderlejn
und ähnlicheis], und ähnlichem
Übersetzung (in Zitaten)
übertragen
und dergleichen
unter dem Titel
ugrisch
umgangssprachlich
Umgangssprache
ukrainisch
umbrisch
unbestimmt
unflektiert
ungarisch
ungebräuchlich
unpersönlich
unregelmäßiges Verb
unverwandt
ursprünglich
urverwandt
und so weiter
v. a.
venez.
verächtl.
Verfassungsw.
Verhaltensf.
verhüll.
Verkehrsw.
Vermessungsw.
Versicherungsw.
verw.
vgl. [d]
Vgr.
viell.
Vkl.
vlat.
Völkerk.
Völkerr.
volksetym.
Volksk.
volkst.
Vorn.
vulg.
vor allem
venezianisch
verächtlich
Verfassungswesen
Verhaltensforschung
verhüllend
Verkehrswesen
Vermessungswesen
Versicherungswesen
verwandt
vergleiche [dies]
Vergrößerungsform
vielleicht
Verkleinerungsform
vulgärlateinisch
Völkerkunde
Völkerrecht
volksetymologisch
Volkskunde
volkstümlich
Vorname
vulgär
w
w.
WafTent.
wahrsch.
Wasserwirtsch.
weidm.
Wemf.
Wenf.
Werbespr.
Werf.
Wesf.
westd.
westfäl.
westgerm.
westmd.
westniederd.
westslaw.
Wiederholungsz.
Winzerspr.
wiener.
Wirtsch.
Wissensch.
Wohnungsw.
Wz.
©
weiblich
Waffentechnik
wahrscheinlich
Wasserwirtschaft
weidmännisch
Wemfall
Wenfall
Werbesprache
Werfall
Wesfall
westdeutsch
westfälisch
westgermanisch
westmitteldeutsch
westniederdeutsch
westslawisch
Wiederholungszahlwort
Winzersprache
wienerisch
Wirtschaft
Wissenschaft
Wohnungswesen
Wurzel
Warenzeichen
(Etwaiges Fehlen dieses
Zeichens besagt nicht.
daß ein Wort von
Jedermann frei
benutzt werden kann.)
Zahnmed.
Zahnt.
z.B.
Zeitungsw.
Zollw.
Zool.
Zus.
Zusb.
zusger. aus
zusgez. aus
Zusschr.
z.T.
zw.
Zahnmedizin
Zahntechnik
zum Beispiel
Zeitungswesen
Zollwesen
Zoologie
Zusammensetzungen]
Zusammenbild ung[en]
zusammengerückt aus
zusammengezogen aus
Zusammen Schreibung
zum Teil
zwischen
24
Quellenverzeichnis
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Doderer. Heimito von: Die Dämonen. München:
Biederstein Verlag. 1956.
Doderer, Heimito von: Die Wasserfälle von Slunj.
München: Biederstein Verlag, 1963.
Doderer. Heimito von: Das letzte Abenteuer. Stuttgart:
Reclams U.-B. 7806/07. 1958. - EA 1953.
Dönhoff. Marion Gräfin: Die Bundesrepublik in der Ära
Adenauer. Reinbek: Rowohlt Verlag. 1963.
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Günter Wagner. Meisenheim/Gl.: Westkulturverlag.
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Dürrenmatt. Friedrich: Grieche sucht Griechin. Frankfurt
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Dürrenmatt. Friedrich: Der Meteor. Zürich: Verlag der
Arche, 1966.
Dürrenmatt. Friedrich: Der Richter und sein Henker.
Reinbek: rororo 150. 1961. - EA 1952.
Dwinger. Edwin Erich: Das Glück der Erde. Reiterbrevier
für Pferdefreunde. Heidenheim: Erich Hoffmann
Verlag. 1965. - EA 1957.
Edschmid. Kasimir: Der Liebesengel. Reinbek: rororo
254. 1961.-EA 1937.
Eidenschink. Otto: Richtiges Bergsteigen in Fels und Eis.
1. Die Technik im Fels. 2. Die Technik im Eis. München:
F. Bruckmann Verlag. 1964. - EA 1951.
Elektronik (Fachzeitschrift für die gesamte elektronische
Technik und ihre''Nachbargebiete). München.
Enzensberger. Hans Magnus: Einzelheiten I. Bewußtseins-
Industrie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag. 1964.
-EA 1962.
Express (Zeitung). Wien.
Fallada, Hans: Der Trinker. Hamburg: rororo 333. 1959.
- EA 1950.
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32
A
a [a] <Präp.) [ital. a < lat. ad = zu] in formelhaft
gebrauchten ital. Fügungen, z. B. a conto, a tempo.
a, A [a:]. das; - [a: (in gesprochener Sprache ugs.: a:s)].
- [a: (in gesprochener Sprache ugs.: a:s); mhd., ahd. aj:
1. erster Buchstabe des A Iphabets, erster Laut der Vokalreihe
a% e, i, o, u: ein kleines a, ein großes A schreiben; eins
a (f'eins I); R wer A sagt, muß auch B sagen (wer
etw. beginnt, muß es fortsetzen u. auch unangenehme Folgen
auf sich nehmen): *das A und O, (seltener:) das A und
das O (ugs.; die Hauptsache, Quintessenz, das Wesentliche,
Wichtigste, der Kernpunkt: urspr. = der Anfang und das
Ende. vgl. Off. 1. 8: „Ich bin das A und O. der Anfang
und das Ende, spricht Gott der Herr." nach dem ersten
[Alpha] und dem letzten [Omega] Buchstaben des griech.
Alphabets); von A bis Z (ugs.; von Anfang bis Ende, ohne
Ausnahme: nach dem ersten u. dem letzten Buchstaben
des dt. Alphabets, von dt. Nachschlagewerken). 2. (Musik)
sechster Ton der Grund-(C-Dur-)Tonleiter: auf dem Klavier
das a; A anschlagen; der Kammerton a, A; A-Saite.
a, A: fAlpha.
a [a] <Präp.) [frz. ä < lat. ad = zu]: 1. (Kaufmannsspr..
ugs.) das Stück i zu: zehn Marken ä 50 Pfennig; zwei
Kästen ä dreihundert Schuß (H. Kolb. Wilzenbach 1S7).
2. nach, um (in formelhaft gebrauchten frz. Fügungen,
z. B. ä bas. ä la carte usw.. ä tout prix).
ä, Ä [e:]. das; -. - (ta. A) [mhd. ae]: Umlaut aus a, A.
Aa [a' |a], das; - [subst. aus der ankündigenden lautm. Interj.
a-a] (Kinderspr.): feste menschliche Ausscheidung: das Aa
abwischen; * Aa machen (seine große Notdurft verrichten).
Aal [a:l]. der; -[eis. -e; <Vkl. TÄlchen (1)> [mhd.. ahd. äl]:
in Süßwasser u. Meer lebender, als Speisefisch geschätzter,
schlangenförmiger Knochenfisch mit schlüpfriger Haut: ein
fetter A.; A. grün (frisch gedünsteter, nicht geräucherter
Aal): A. blau (gekochter, durch Übergießen mit heißem
Essigwasser blau verfärbter Aal): Ich war derzeit noch
dünn wie ein A. (Leip. Klabauterflagge 38); -e fangen,
stechen; sich gleich einem A.. wie ein A. durch etw.
hindurchwinden; * glatt wie eh A. sein (nicht zu fassen sein,
sich aus jeder Situation geschickt herauszuwinden
verstehen): sich [drehen und] winden, krümmen wie ein A. (sich
aus einer unangenehmen, schwierigen Lage zu befreien
suchen).
aal-« Aal-: -artig <Adj.; o. Steig.): in der Art eines Aales
I geschehendj: die -en Muränen; -fang» der: das Fangen
der Aale, Aalfischerei: zum A. hinausfahren; bischer, der;
-fisdierei, die; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von
der Form eines Aales: ein -es Tier; -gl*tt <Adj.; o. Steig.):
1. (selten) überaus glatt: -e Griffe. 2. (abwertend) schwer
zufassen (weil fähig, sich aus jeder Situation
herauszuwinden): jmdm. a. ausweichen; -gleich <Adj.; o. Steig.): einem
Aal gleich, ähnlich: sich a. durch etw. hindurchwinden;
-harnen,der (landsch.): Fangnetz bes. für Adle im Unterlauf
von Strömen: -kästen, der: aus Lattenrosten bestehende
Fangvorrichtung, in die das einströmende Wasser den Aal
hineinzieht: -korb, der: korbähnliches Gerät zum Aalfang:
-leiter.die: leiterartige Vorrichtung für Aale zum
Überwinden von Stauwehren, Wasserfällen u.a.: Mnutter, die <P1.
-muttern) [nach der Ähnlichkeit der Jungen mit jungen
Aalen]: Vertreter meist lebendgebärender Raubfische, ins-
bes. die 20-40 cm lange Aalquappe (2); -quappe, die [nach
dem aalförmigen Körper] (bes. nordd.): 1. einziger im
Süßwasser lebender Vertreter einer Dorschfischart, bis 80 cm
langer Raubfisch. 2. vgl. -mutter; -räucherei, die; -raupe,
die [2. Bestandteil (in Anlehnung an Raupe) mhd. nippe,
rutte < ahd. *rupta < gleichbed. mlat. rubeta < lat.
rubeta = Kröte]: svw. t-Quappe; -reuse, die: Reuse zum
Aalfang: ^speer, der: mehrzinkiges, speerähnliches Gerät
zum Aalstechen: -stechen, das: das Stechen der Aale mit
dem Aalspeer: das A. ist verboten; -strich, der [nach der
schmalen, länglichen Form]: meist dunkelfarbiger, schmaler
Streifen längs der Rückenmitte von Wildformen von)
Pferden, Rindern, Eseln, Ziegen u. a. Säugetieren: -suppe, die:
Hamburger A.; -tierchen, das: svw. TÄlchen (2).
aalen [a:ten], sich <sw. V.; hat) [eigtl. = sich winden wie
ein Aal, sich rekeln] (ugs.): sich wohlig dehnen u. strecken,
sich behaglich ausgestreckt ausruhen, es sich gutgehen, wohl
sein lassen: sich am Strand, in der Sonne a.; Wir aalen
uns eine ganze Weile... (Imog, Wurliblume 251).
Aar [an?], der, -[e]s. -e [mhd. arte), ahd. aro] (dichter,
veraltet): svw. T Adler.
Aas [a:s], das; -es, -e u. Äser ['e:zb; mhd., ahd. äs, verw.
mit Tessen, eigtl. = Futter, (Lock)speise]: 1. <P1. Aase)
verwesende! Tierleiche, Kadaver: von A. leben; wo aber
ein A. ist. da sammeln sich die Geier (Matth. 24. 28);
Ü (abwertend:) Daß Sie ein gemeiner, todeswürdiger
Verbrecher sind, dessen A. man am Halse aufhängen wird
(Fallada, Jeder 356). 2. <P1. Äser) (derb, verächtl.)
durchtriebener, gemeiner, niederträchtiger Mensch: auch:
widerspenstiges, faules i Haustier (oft als Schimpfwort): sie ist
ein kleines, freches, gemeines, schlaues, raffiniertes, faules
A.; das A. ( = der Esel) bockt schon wieder; mitleidig:
du armes A.!; mit dem Unterton widerstrebender
Anerkennung: ein feines, tolles A.; *ein A. (heute meist: As) auf
der Baßgeige sein (salopp; überaus gerissen /und tüchtig]
sein). 3. *kein A. (derb; kein Mensch, niemand): kein A.
ist zu sehen.
aas-« Aas-: -bände, die (derb; abwertend): verstärkend für
T Bande: Das ist so eine verfluchte, verräterische A.
(Fallada. Jeder 43); -Wime, die: Blume mit nach Aas (1)
riechender Blüte, die Aasfliegen anzieht (Stapelie u.a.); -fliege.
die: größere Fliege, deren Weibchen die Eier an Aas (1)
ablegt u. deren Larve von Aas (1) lebt: Schmeiß/liege:
-fressend <Adj.; o. Steig.; nur attr.); -fresser, der: Tier, das
Aas (1) frißt (z. B. Hyäne); -geier, der: von Aas (1) lebender
Raubvogel: meist Ü Mensch, der gierig darauf aus ist, sich
ohne Gefahr an Toten od. Macht losgewordenen zu
bereichern: Ausbeuter: -geruch, der; -gestank, der (abwertend);
-insekt, das: Insekt, das sich von Aas (1) nährt: -Jäger,
der: Jäger, der unweidmännisch jagt, so daß das
angeschossene Wild entkommt u. später verendet: -Jägerei» die: Jagen
des t Aasjägers; -käfer, der: Käfer, der sich von Aas (1)
nährt; -krähe, die: Rabenvogel, der u.a. Aas (1) frißt;
-seite, die (Gerberei): Fleischseite der tierischen Haut
(Ggs.: Narbenseite); -vogel, der: Vogel, der Aas (1) frißt,
bes. Aasgeier, -krähe.
aasen[a.zn] <sw. V.; hat) [überdie Bed. ..Nahrung
vergeuden, in Speisen herumsudeln" aus „Felle auf der Aasseite
abschaben", zu: Aas (1)] (salopp; bes. nordd.): mit etw.
nicht haushälterisch, verschwenderisch umgehen; es auf diese
Weise verbrauchen; etw. verschwenden: er aaste mit dem
Geld, mit seiner Gesundheit, seinen Kräften; aasig [a:zi9]
<Adj.>: 1. <o. Steig.) vom Aas (1) herrührend, faulig: ein
-er Hauch. 2. von Niedertracht, Infamie erfüllt; gemein:
sein -es Lächeln (K. Mann, Mephisto 54). 3. (intensivierend
bei Verben u. Adjektiven) (salopp) über alles Maß, sehr:
a. frieren; etw. tut a. weh.
Aaser: t Äser.
Aast bist], das; -[e]s; Äster ['e:stT?) (landsch.): Aas (2).
ab [ap; mhd. ab(e). ahd. ab(a)]: I. <Präp. mit Dativ) (vgl.
aber 2 u. 3): 1. (räumlich, bes. Kaufmannsspr.. Verkehrsw.)
von - an, von - weg: [frei] ab Werk; ab [unserem] Lager;
wir fliegen ab allen deutschen Flughäfen. 2. (zeitlich; bei
artikellosen Substantiven mit adj. Attribut gelegt 1. auch
mit Akk.) von - an: alle Frauen ab dem 35. Lebensjahr;
Jugendliche ab 18 Jahren (gelegtl.: Jahre); ab kommendem
(gelegt 1.: kommenden) Montag; ab Mai; ab 1970; ab heute
[nacht]. 3. bei Eigenschaften. Reihenfolge. Rangfolge u.a.
(bei artikellosen Substantiven mit adj. Attribut gelegtl.
3 GDW D
33
Abakus
auch mit Akk.) von - an: die Dienstgrade ab Unteroffizier;
ab nächster (gelegt 1.: nächste) Ausgabe. II. <Adv.) 1. a)
weg. fort: entfernt (in Verbindung mit „sein44 im Inf. u.
Part, zusammengeschrieben): ich wußte nicht, daß die
Hütte so weit von jeder menschlichen Behausung ab war;
gleich hinter der Kreuzung links ab; nicht sehr weit ab
vom Weg liegen (vgl. aber: weitab); zwei Kilometer ab
[von dieser Stelle]; (Verkehrsw.:) Kassel ab 730; Bayrischer
Bahnhof ab. ab Bayrischer Bahnhof; oft in
Aufforderungen: Los. ab in die Unterkünfte (Grass, Hundejahre 373);
als Bühnenanweisung: ab (geht ab. soll abgehen): *ab
durch die Mitte, ab die Post (ugs.; weg. fort): ab nach
Kassel (ugs.; /schnellJ fort: Kassel war der Sammelplatz
der hess. Soldaten, die während des amerik.
Unabhängigkeitskrieges an England verkauft wurden); ab trimQ/trümQ
(landsch.; weg: H. u.); b) <als Verstärkung der Präp.
„von44)(ugs.) von -an(räumlich u. zeitlich): von Rom. von
Montag ab. 2. (ugs.) [abJgetrennt, los (in Verbindung mit
..sein4* im Inf. u. Part, zusammengeschrieben): ich wußte
nicht, daß der Knopf ab war; landsch.. salopp als adj.
Attribut: das abbe Bein - wie Tante Röschen in Zukunft zu
sagen pflegte- ... kam in Spiritus (BerndorfT. Himmelbett
37). 3. herunter, hinunter, nieder (gewöhnlich in milit.
Kommandos; Ü in Verbindung mit ..sein44 im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben): Gewehr ab!, Helm ab zum Gebet!;
ab! (Gewichtheben: Kommando, mit dem der
Kampfrichter den Athleten auffordert, das Gewicht abzulegen);
Ü ich weiß nicht, warum ich so ab (ugs.; müde, erschöpft)
bin. 4. <in Wortpaaren): a) auf und ab (Tauf II 3); b)
ab und zu: a) von Zeit zu Zeit: ab und zu besuche ich
meine Eltern; ß) (veraltet) aus und ein. weg u. herbei:
Der Adjutant ging ab und zu und nahm denjenigen, der
zunächst an der Reihe war. beiseite (Th. Mann, Hoheit
117); c) ab und an: (bes. nordd.) ab und zu (b a): Ab
und an übernahm ich das Ruder (Leip. Klabauterftagge
15).
Abakus fa(:)bakus], der; -. - [lat. abacus < gr. äbax (Gen.:
äbakos) = Brett. Tafel]: 1. Rechen- od. Spielbrett der
Antike. 2. (Archit.) obere Platte auf dem Säulenkapitell.
abänderbar ['ap|endeba:£] <Adj.; o. Steig.): sich abändern
lassend: -e Entscheidungen. Urteile: dieser Verwaltungsakt
ist a.; <Abl.:) AbAnderbarkeit, die; -; «hinderlich <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) (veraltet. Amtsspr.): svw.
Tabänderbar; Abi: AbAnderlidikeit.d.e; -; «bindern <sw. V.; hat):
1. ein wenig ändern: das Testament, den Antrag. Beschluß,
das Programm a. 2. (Biol.) (durch Mutation od. Umwelt)
in den Artmerkmalen variieren* sich wandeln: die Farben
der Blüten ändern off stark ab; <Abl.:> Abändenfl«, die;
-, -en.
«bindenmas-^bindenings-: -antrag.der (Pari.): t
Amendement; -bedürftig <Adj.; nicht adv.); -fähig <Adj.; nicht
adv.); -klase.die (Jur.): Klage auf Abänderung eines zivi
{gerichtlichen Urteils auf Zahlung bestimmter wiederkehrender
Leistungen: -Vorschlag, der.
Abandon [abä'dÖ:]. der; -s. -s [frz. abandon < altfrz. a
bandon = zur freien Verfügung, zu: bandon, norm, banon
= Verfügung. Überlassung < fränk. ban = (Übergabe
in eine fremde) Gerichtsbarkeit, vgl. dt. tBann] (jur.):
(bes. bei Gesellschaftsverhältnissen, in der Seeversicherung,
auch im Börsenwesen) Verzicht auf ein Recht zugunsten
einer Gegenleistung: abandomieren [abädD'ni:rdn] <sw. V.;
hat) [< frz. abandonner. zu: abandon. f Abandon]: 1.
(veraltet): verlassen, aufgeben, überlassen. 2. (jur.) das
Abandon erklären.
^bängsten, sich <sw. V.; hat) (selten, veraltet): abängstigen:
«bängstigen, sich <sw. V.; hat): sich umjmdn.. etw. längere
Zeit hindurch im Übermaß ängstigen: ich habe mich
tagelang wegen des Unglücks abgeängstigt.
abarbeiten <sw. V.; hat): 1. a) (eine Schuld. Strafe) durch
Arbeiten tilgen, durch Arbeitsleistung abtragen: das Essen
a.; b) durch Arbeiten wegschaffen: als Arbeitszeit hinter
sich bringen: sein Pensum, die Wochentage a. 2. a) durch
Arbeiten abnutzen: du hast dir die Finger abgearbeitet
(ugs.; anstrengend gearbeitet): abgearbeitete Hände; b)
durch Arbeit mit einem Gerät j fortschaffen, beseitigen:
die vorstehenden Enden a.; c) (Seemannsspr.) wieder
flottmachen, abbringen. 3. <a. -I- sich) längere Zeit im Übermali
arbeiten: sich abplagen: ich arbeite mich ab, und du schaust
zu; eine abgearbeitete alte Frau; abgearbeitet aussehen;
<Abl. zu 1 a. b:> Abarbeitung, die; -.
9bäraern, sich <sw. V.; hat) (ugs.): sich längere Zeit hindurch
im Übermaß ärgern: ich ärger[t]e mich mit den Schülern
ab.
Abart, die; -. -en [rückgeb. aus veraltet (17. Jh.) abarten
= abweichen]: a) (bes. Biol.) ähnliche, sich nur durch wenige
Merkmale unterscheidende Art: das Tannhörnchen ist eine
A. des Eichhörnchens; b) (Philat.) von der normalen
Ausführung unbedeutend abweichende Briefmarke: wo das
Provisorium herrscht, kommt es zu dem. was der Fachmann
Kuriosa, -en und Blüten nennt (MM 29. 1.71.19); «harten
<sw. V.; ist): (geh.) (von der üblichen Art) abweichen:
Was nicht mehr ganz in der Ordnung war und vom Würdig-
Bedeutenden spielerisch abartete (Th. Mann, Joseph 582).
dazu: Abartimg* die; -. -en; «bartig <Adj): (bes. in sexueller
Hinsicht) von der normalen Art krankhaft abweichend,
pervers: eine -e Neigung haben; auf etwas a. reagieren: <Abl.:)
Abartigkeit, die; -. -en: Abnormität. Widernatürlichkeit.
ä bas [a'ba; frz., aus Tä u. bas = niedrig < mlat. vlat.
bassus = untersetzt, von kleiner Gestalt, niedrig; H. u.]:
nieder!, weg [damit]!, herunter!
abftsehern l'aplejtm]. sich <sw. V.; hat) [H. u.. wohl zu
veraltet äschern = zu (Holzasche brennen, mit Asche
bearbeiten, reinigen, beizen od. Asche abkehren,
beseitigen] (landsch.. bes. niederd. u. ostmd.): sich sehr abhetzen:
ich äschere mich ab.
«Üben <sw. V.; hat) (Jägerspr.. vom [Rotjwild): 1. durch
Äsen freilegen: das Reh äste die ganze Stelle ab. 2. äsend
fressen, abfressen: das Wild hat die jungen Blätter abgeäst.
«basten, sich <sw. V.; hat) [tasten] (salopp): sich !schwer
tragend! tätigere Zeit hindurch im Übermaß mit etw.
abplagen: ich astete mich mit dem Kotier ab; *skh einen a.
(ugs.; sich mit etwas Schwerem abplagen): ich habe mir
mit der Kiste ganz schön einen abgeastet.
abftsten ('aplestn] <sw. V.; hat): einen Baum von
[überflüssigen) Ästen befreien: ich ästete den gefällten Baum ab.
Abate [aba:ta], der; -[n], -n od. (ital.:) ...ti [...ti; ital. u.
span. Foim von dt. TAbt, frz. abbe]: Weltgeistlicher in
Italien u. Spanien.
Abata: tAbaton.
«batmen <sw. V.; hat) (Med.): durch Atmen ausstoßen,
abgeben: geruchloses, nicht giftiges, rasch wieder abgeatmetes
Lachgas (Medizin II. 12).
Abaton ['a(:)baton], das; -s. Abata [subst. Neutr. zu griech.
äbatos = unbetretbar, unzugänglich, aus: a- = nicht,
un- u. batös = zugänglich] (Rel.): das Allerheiligste. insbes.
der Altarraum in den Kirchen mit orthodoxem Ritus.
a battuta [a ba'tu:ta. aus ital. ta u. battuta = das Schlagen
(mit dem Taktstock), zu: battere = schlagen < gleichbed.
lat. battuere] (Musik): (wieder streng) im Takt (Abk.:
a batt.).
«bätzen <sw. V.; hat): 1. durch ätzende Mittel
beseitigender Arzt ätzte die Warze ab. 2. durch ätzende Mittel
reinigen: den Marmor a.
Abba [aba; spätlat.-spätgriech. äbbäs < aram. 'ab? =
Vater; Lallw.]: 1. Anrede Gottes im N. T. (z.B. Mark.
14. 36). 2. alte Anrede von Geistlichen der Ostkirche.
«bbadeen <st. V.): 1. durch Backen fertigstellen, zu Ende
backen <hat>: Hausmannskuchen, die sie in der Bäckerei
a. ließen (Strittmatter. Wundertäter 76). 2. (Gastr.) (vom
Teig) sich vom Topfboden ablösen <ist>: der Teig ist
abgebacken. 3. (meist als 2. Part, abgebacken) (landsch.) so
schlecht gebacken (vom Brot), daß sich die Rinde > leichtj
von der Krume löst: abgebackenes Brot.
«bbaden <sw. V.; hat) (selten): durch Baden von Schmutz
säubern: ich badete alle vier Kinder, mich ab.
«bbaggern <sw. V.; hat): durch Baggern entfernen, beseitigen:
eine Sandbank a.; Ü IBAG (= Baufirma) baggert den
Verlust allmählich ab (MM 20. 9. 65, 23).
abhaken I'apba:kn] <sw. V.; hat) (Seew.): durch Baken
bezeichnen: wir bakten das Fahrwasser ab.
Abbalgen <sw. V.; hat): 1. (Jägerspr.) einem Tier den Balg
abziehen: einen Hasen a. 2. <a. + sich) (ugs.) sich längere
Zeit hindurch im Übermaß balgen: die Kinder haben sich
nun genug abgebalgt.
«bbalzen <sw. V.; hat) (Jägerspr.): (vom Federwild) die
Balz beenden: der Hahn balzt ab.
abbasten [apbastn] <sw. V.; hat) (selten): vom Bast befreien:
einen Baum a.
Abbau, der; -[e]s, -e u. -ten: 1. < o. PI.) Zerlegung von
Aufgebautem in seine Einzelteile. Abbruch: der A. von Gerü-
34
abbinden
sten, Tribünen, Baracken. Ständen, Zelten, Lagern.
Fabrikanlagen. 2. Herabsetzung. Senkung: ein stufenweiser
A. der Gehälter. Preise. 3. allmähliche Beseitigung: das
skandinavische Tief ist im A. befindlich; A. der
Zwangsarbeitslager. 4. Verringerung im Bestand, in der Personenzahl:
Entlassung: rigoroser A. der Verwaltung, von Beamten.
5. <o. PI.) (Chemie. Biol.) Zerlegung komplizierter
Moleküle, Strukturen in einfachere: A. von Traubenzucker. 6.
(Bergbau): a) <o. PI.) Förderung, Gewinnung von Erzen
u. Mineralien im Tief- od. Tagebau: der A. der Flöze
ist hier äußerst schwierig; b) <P1. Abbaue, auch: Abbauten)
Ort des bergmännischen Abbaus (a): es waren ältere -e.
7. <o. PI.) Rückgang (von Kulturpflanzen) im Ertrag u.
in der Qualität, Schwund: die Weizensorte unterliegt dem
A.; Ü der A. (Schwund, Rückgang) der Kräfte im Alter.
8. <P1. Abbauten) (landsch.. bes. nordostd.) abseits
liegendes Anwesen, Einzelgehöft, das zu einer größeren Siedlung
gehört. 9. (Kunstkraftsport) das Auflösen einer Figur nach
vollendeter Übung.
«bbau-, Abbau-: -arbeiten <P1.) (zu: Abbau 1 u. 6 a);
-Erscheinung, die: Erscheinung des Abbaus (3. 7); -fdd, das:
Gebiet eines Abbaus (6 b); -gerechtigkeit, die: Recht zum
Abbau (6 a) von Mineralien auf einem fremden Grundstück:
Kammer, der (Bergbau): Preßlufthammer zum Abbau (6
a) von Mineralien (bes. Kohle): -methode. die (zu: Abbau
6 a); -ort, das: 2Ort des Abbaus (6 a); -Produkt, das:
durch Abbau (5) entstehendes Produkt: -prozeß, der (zu:
Abbau 3, 5); -recht, das (zu: Abbau 6 a); -stelle, die
(zu: Abbau 6 a); -«trecke, die (zu: Abbau 6 a); -verfahren,
das (zu: Abbau 6 a); -vermögen, das (zu: Abbau 5); -würdig
<AdJ.; nicht adv.): wert, abgebaut (6) zu werden.
fbbauen <sw. V.; hat): 1. Aufgebautes in seine Einzelteile
zerlegen, es unter Erhaltung des Materials zwecks
Wiederverwendung abbrechen: die Gerüste. Tribünen, Baracken,
Stände. Zelte. Maschinen. [Fabrikanlagen a. 2.
herabsetzen, senken: die Gehälter, Löhne. Preise a. 3. allmählich
beseitigen, abschaffen: Steuervergünstigungen wieder a.;
<auch a. + sich:) die Vorurteile bauen sich immer stärker
ab. 4. im Bestand, in der Personenzahl verringern: entlassen:
die Verwaltung, Beamte a. 5. (Chemie, Biol.) kompliziertere
Moleküle, Strukturen in einfachere zerlegen:
Kohlenhydrate zu Milchsäure a. 6. (Bergbau): a) (Erze, Mineralien)
fördern, gewinnen: Erze, Kohle, Schiefer a.; b) ausbeuten:
die Flöze wurden im Tagebau abgebaut. 7. (Landw.) (von
Kulturpflanzen) im Ertrag u. in der Qualität zurückgehen,
schwinden: diese Kartoffelsorte hat [infolge einer
Viruskrankheit] abgebaut. 8. in der Leistung nachlassen, an
Kraft, Konzentration verlieren: einige Zuhörer bauten stark
ab; der Mensch baut im Alter körperlich und geistis ab.
9. (Kunstkraftsport) eine Figur nach vollendeter Übung
auflösen: eine Pyramide a.
abbaumen ['apbqyman] <sw. V.; hat/ist) (Jägerspr.): (von
Raub- u. Federwild) einen Baum verlassen (herunterspringen
bzw. wegfliegen): der Marder bäumte ab.
Abbe [a'be:]. der; -s, -s [frz. abbe < spätlat. abbäs, t Abba]:
niederer Weltgeistlicher in Frankreich.
fbbedingen <st. V.; hat) (jur.): durch Vertrag außer Kraft
setzen: diese Vorschriften können [nicht] abbedungen
werden.
abbeeren[apbe:rdn] <sw. V.; hat) (veraltet, noch landsch.):
1. Beeren von den Stielen lösen: wir beerten die
Weintrauben. Johannisbeeren ab. 2. die Beeren von etw. entfernen:
wir haben den letzten Strauch noch nicht abgebeert.
fbbehalten <st. V.; hat): die Kopfbedeckung nicht wieder
aufsetzen (Ggs.: aufsetzen): den Hut a.
«bbeiBen <st. V.; hat): [ein Stück von etw.] mit den Zähnen
abtrennen: eine Zigarre a.; vom Brot a.; jmdn. von etw.
a. lassen; sich eher/lieber die Zunge a. als etw. sagen,
verraten; * einen a. (landsch., bes. nordd.; ein Gläschen
Alkohol [Schnaps, Bier] trinken: eigtl. = ein Glas halb
austrinken, einen Teil des Flascheninhalts abtrinken).
fbbeizen <sw. V.; hat) (Handw.): 1. durch Beizen entfernen:
den alten Anstrich a. 2. durch Beizen reinigen: ich habe
die Tür abgebeizt; <Zus.:> Abbeizmittel, das.
«bbekomnen <st. V.; hat): 1. als Teil eines Ganzen, sein
Teil von etw. bekommen: [die Hälfte von] etw. a.; sie hat
keinen Mann abbekommen (ugs. scherzh.; ist nicht
geheiratet worden). 2. hinnehmen müssen, als vom Schicksal
verhängt erhalten: er hat im Krieg etwas abbekommen; der
Wagen hat, Gott sei Dank, nichts abbekommen (ist nicht
beschädigt worden). 3. etw. Festhaftendes, -sitzendes lösen:
die Farbe nicht von den Fingern a.; bekommst du den
Deckel ab?
abberufen <st. V.; hat): zum Zwecke der Amtsenthebung
od. Versetzung von seinem Posten zurückrufen: einen
Botschafter [von seinem Posten] a.; Ü Gott, die Vorsehung
hat ihn [aus diesem Leben in die Ewigkeit, zur großen
Armee] abberufen; * abberufen werden: (geh. verhüll.;
sterben), <Abl.:> Abberufung, die: -. -en.
abbestellen <sw. V.; hat): 1. eine Bestellung, einen Auftrag
zurücknehmen, widerrufen: die Zeitung, ein Hotelzimmer
a. 2. eine Person, die man wegen einer auszuführenden Arbeit
zu sich bestellt hat, nicht kommen lassen: den Klempner
a.; <Abl.:) Abbestellung, die; -. -en.
fbbeten <sw. V.; hat): 1. (abwertend) a) etw. so rasch wie
möglich u. mechanisch / herunter]beten: ohne Hebung, ohne
Senkung das Breviarium a.; b) (ugs. allg.) monoton
hersagen: seinen Spruch, sein Sprüchlein a. 2. durch Beten tilgen,
wegschaffen: seine Sünden a.
fbbetteh <sw. V.; hat) (ugs.): von jmdm. durch Betteln od.
drängendes Bitten erlangen: der Mutter 50 Pfennig für
ein Eis a.; sich Jedes Wort a. lassen.
fbbeuteln <sw. V.; hat) (Osten*.): svw. Tabschütteln.
abbezahlen <sw. V.; hat): 1. (eine Summe) in Teilbeträgen
entrichten: ich bezahlte die 5000 DM. die Schuld ab. 2.
(eine Ware) in Teilbeträgen bezahlen: ich muß noch den
Fernseher a.; wir müssen noch drei Jahre a.; <Abl.:> Abbe-
zahhmg, die; -. -en.
abbiegen <st. V.): 1. sich von einer eingeschlagenen Richtung
entfernen, eine andere Richtung einschlagen <ist>: ich, das
Auto bog von der Straße ab; die Straße biegt nach links
ab. 2. <hat> a) in eine andere Richtung biegen: wobei sie
einen Finger nach dem anderen abbog, als ob sie zählte
(Musil, Mann 1192); b) (ugs.) einer Sache geschickt eine
andere Wendung geben u. dadurch eine unerwünschte
Entwicklung verhindern: sie antwortete entweder gar nicht
oder bog das Gespräch ab; er hat die Sache noch einmal
abgebogen; Abbiegespur, die; -. -en: Spur einer Fahrbahn,
die für das Links- bzw. Rechtsabbiegen bestimmt ist: jobbte-
gung, die; -, -en: 1. das Abbiegen (1). 2. Stelle, an der
ein Weg, ehte Straße die Richtung ändert: Wegbiegung:
gehen Sie dann bis zur nächsten A.
Abbild« das; -[eis, -er: genaue Wiedergabe eines [Urjbildes:
einem Menschen, einem Gegenstand [fast] gleichende
Bilderscheinung: ein A. von etw. herstellen; Ü ein verklärtes
A. (Spiegelbild) der Wirklichkeit; «bbilden <sw. V.; hat):
nachbildend, bildlich darstellen, nachgestalten: jmdn., einen
Gegenstand naturgetreu a.; er ist auf dem Titelblatt
abgebildet; Ü die Menschen, die uns der Dichter abbildet (getreu
schildert): abbildern ['apbikton] <sw. V.; hat) (selten,
landsch. für T abbilden): es waren auch die kleinen Bürger
nimmer, die sich halb mißtrauisch und halb schamhaft
a. ließen (Fussenegger. Haus 29); Ü Mit Behagen und
Zorn bilderte er seine Menschen ab (schilderte er sie:
Feuchtwanger. Erfolg 790); Abbildung, die; -. -en: 1. <P1.
ungebr.) Vorgang, Handlung des Abbildens: das eignet sich
nicht fvir eine A.; Ü die Erkenntnis beruht auf der A.
(Widerspiegelung) der objektiven Realität im Bewußtsein
des Menschen. 2, das Abgebildete, bildliche Wiedergabe,
einem Buch- od. Zeitschriftentext beigegebene bildliche
Darstellung, die im Text Behandeltes veranschaulicht: Bild:
das Lexikon enthält viele -en; Abk.: Abb.
Abbildung»-: -fehler, der (Optik): Fehler bei der Abbildung
eines Gegenstandes durch ein optisches System: -freiheit,
die: Freiheit der Presse, Abbildungen bekannter
Persönlichkeiten zu veröffentlichen: MnaOstab, der (Fot.).
«bbimsen <sw. V.; hat) (salopp landsch.): unerlaubt
übernehmen, abschreiben: die Rechenaufgaben a.
«bbinden <st. V.; hat): 1.1. An]gebundenes losbinden,
abnehmen: die Schürze, das Kopftuch a.; darf ich mir die
Krawatte a.?; auf seiten des Marketenderbootes wurde das Tau
vorzeitig abgebunden (Klepper. Kahn 137). 2. in einem
Bund binden: das Haar am Hinterkopf a. 3. a) abschnüren:
eine Arterie a.; das Bein a.; Man bindet ihm mit seinem
Hosenträger den Arm ab (Döblin. Berlin 243); b) durch
Einschnüren unterbinden: die Nabelschnur a.; Dann war
das Kind da. Er hatte es im Nu abgebunden (Hörzu 32.
1971, 23). 4. (Handw.): a) (Zimmerei) (Bauhölzer) durch
Bearbeiten passend machen u. probeweise zusammenfügen,
verbinden: den Dachstuhl a.; b) (Böttcherei) (Fässer) durch
V
35
Abbindung
Reifen zusammenbinden: das Faß muß neu abgebunden
werden. 5. *ein Kalb a. (Landw.; entwöhnen: eigtl. =
von der Kuh entfernen u. woanders anbinden). 6. (Gastr.)
(mit Bindemitteln) verdicken: die Suppe mit Mehl a. II.
(Bauw.) eine Verbindung eingehen u. dadurch hart werden:
Die umgestürzten Maschinen hatten in den noch nicht
abgebundenen Beton große Löcher gerissen (v. d. Grün.
Glatteis 134); <Abl. zu I 3. 4 u. II:> Abbindung, die; -.
-en.
Abbilder; Abbisses, Abbisse: 1. (Jägerspr.) vom Wild durch
Abbeißen beschädigte Stelle an Pflanzen: der abgebissene
Pflanzentrieb. 2. (Bot.) a) vom Wind abgebrochener
Kieferntrieb, dessen Mark durch den Kiefernmarkkäfer aufgefressen
worden ist: b) svw. t Teufelsabbiß.
Abbitte, die; -, -n <P1. ungebr.): (förmliche) Bitte um
Verzeihung (gew. In Verbindung mit „leisten" u. „tun"): jmdm.
A. leisten, tun. schulden: nimm diesen Brief als verspätete
A. (Kafka. Feiice 246); fbbftten <st. V.; hat): jmdn. für
ein zugefügtes Unrecht um (förmliche) Verzeihung bitten:
ich habe ihm vieles abzubitten.
fbbbsen <st. V.; hat): 1. a) durch Blasen entfernen,
wegblasen: er blies den Staub von dem Buch ab; b) durch Blasen
reinigen: er hat die Bücher abgeblasen. 2. (Technik) a)
unter Druck Stehendes aus einem Behälter entweichen
lassen: Dampf. Gas a.; Wenn die Hochöfen abblasen,
verschwindet die Sonne am hellichten Tag (Hörzu SO, 72,
11); b) (eine industrielle/ Feuerungsanlage) außer Betrieb
setzen: einen Hochofen a. 3. a) (Jägerspr., Milit.) durch
Blasen eines Signals beenden: die Jagd, ein Manöver a.;
b) (ugs. allg.) (von geplanten, angekündigten od.
angelaufenen Aktionen) absagen, abbrechen: das ganze Unternehmen
a.; <AbI.:> Abblasu«, die; -.
QbMassen <sw. V.; ist) (geh.): allmählich an Farbe verlieren:
blaß, farblos werden: [ver]bleichen: die Farben blassen
ab; Ü indem die Institutionen zu Gesetzen abblassen und
diese... zu Verkehrsregeln (Gehlen. Zeitalter 57);
abgeblaßte (schwächer, kraftlos gewordene) Erinnerungen;
abgeblaßte (sinnentleerte) Wortgehalte. Redensarten.
abblatten fapblatn] <sw. V.; hat) (Landw.): insbes. Rüben
vor der Ernte die Blätter nehmen, um sie zu verfuttern:
Zuckerrüben a.
fbbttttern <sw. V.): 1. a) (von Pflanzen, Blüten) einzelne
Blätter verlieren <ist): die Rosen sind abgeblättert; b) sich
blattweise, in Blättchen lösen u. abfallen <ist): die Farbe,
der Bewurf blättert ab. 2. (landsch.) (die Blätter) von
etw. entfernen <hat>; seltener für t abblatten: die Rüben
a.
«bMeiben <st. V.; ist) (ugs.. bes. nordd.) (meist in
Verbindung mit ..wo"; nicht im Imperfekt): an einem nicht
bekannten Ort [zurück /bleiben: ich weiß gar nicht, wo er
abgeblieben ist; Ü Nu is auch ihr Bruder Klaus abjeblieben (im
Krieg gefallen: Grass. Katz 121).
9bMekhen <sw. V.; ist) (selten): bleich, blaß, farblos werden,
die Farbe verlieren, verbleichen: die Farbe bleicht ab;
abgebleichte Bucheinbände, Stoffe.
abblende, die; - (Film): allmählicher Übergang von normaler
Belichtung zu völliger Schwärze (Ggs.: Aufblende): Kuß
in Großaufnahme, dazu träumerische Musik und weiche
A. (MM 31. 10. 1970. 8); fbbkndcn <sw. V.; hat): 1.
a) (oft Milit.) eine Lichtquelle (mit einer Blende) verdecken,
möglichst unsichtbar machen: etw. abschirmen, abdunkeln:
die Lampe, Laterne, die Fenster a.; b) (Verkehrsw.) die
Abstrahlung von Scheinwerfern so einstellen, daß der
Entgegenkommende nicht geblendet wird: die Scheinwerfer a.:
ich blendete sofort ab. 2. a) (von Lichtquellen) verlöschen,
abgeschaltet werden: die Scheinwerfer blenden ab; b) (Fot.)
den Lichteintritt durch die Linse dadurch verringern, daß
man die Öffnung der Blende kleiner stellt: auf diesem Bild
hast du zu stark abgeblendet; c) (Film) eine Aufnahme,
Einstellung beenden: bitte a.!; <Zus. zu 1 b:> Abblendlicht,
das <P1. ungebr.): abgeblendetes Scheinwerferlicht bei
Kraftfahrzeugen: <Abl. bes. zu 1 a:> Abbfendung, die; -.
-en.
«bMtasen <sw. V.; ist) [urspr. = (vom Pulver) wirkungslos
von der Pfanne des Gewehrs abbrennen] (ugs.): mit etw,
abgewiesen werden, keine Gegenliebe finden: bei jmdm.
mit einer Bitte a.; er ist bei ihr abgeblitzt; oft in Verbindung
mit ..lassen": das Mädchen läßt alle a. (weist alle Männer,
die sich um sie bemühen, ab).
fbblocken <sw. V.; hat) (Sport, bes. Boxen. Volley-,
Handball): einen gegnerischen Angriff, Schlag, Wurf, einen
Gegner durch Blocken abwehren: er blockte den Ball am Netz
ab. hat den linken Haken abgeblockt; die europäischen
Mannschaften blockten die ständig anstürmenden Inder
ab; Üein Programm, das... mögliche
Solidarisierungs-Versuche der Einheitssozialisten abblockt (verhindert: Spiegel
24. 1966. 28).
«bblülicn <sw. V.; hat/ist) (geh.): aufhören zu blühen: die
Rosen blühen ab; mit Subjektwechsel:... die Wiesen haben
abgeblüht (Gaiser, Schlußball 69); Ü ihre Jugend war nun
endgültig abgeblüht (vorüber); eine abgeblühte Schönheit.
fbbohren <sw. V.; hat): 1. (Bergbau, Technik): a) durch
Bohren lösen, entfernen: Gestein a.; b) (ein Gebiet) durch
Bohren untersuchen: die ganze Talsohle wurde abgebohrt.
2. (Schülerspr.) abschreiben: er bohrte die
Mathematikaufgabe ab.
Qbborgen <sw. V.; hat) (nachdrücklich): etw. von jmdm.
borgen: er borgte ihm ständig Geld ab.
fbbfisdien <sw. V.; hat): mit einer Böschung versehen: man
böschte das Ufer ab; <Abl.:) ^bbfechm. die; -. -en.
Abbrand, der; -[eis, Abbrände: 1. (selten) das Ab-,
Verbrennen: Er wies darauf hin, daß beim A. von Kunststoffen
korrosionsfördernde Gase entstehen (Vorarlberger Nachr.
29. 11.1968.3). 2. (Kerntechnik) Umwandlung der
spaltbaren Atomkerne im Reaktor: in den Uranstäben bildet sich
mit fortschreitendem A. der Stäbe das künstliche Element
Plutonium. 3. (Hüttenw.) a) Metallverlust durch Oxydation
u. Verflüchtigung beim Schmelzen: b) Rückstand nach dem
Rösten sulfidischer Erze. 4. (Raketentechnik) Abbrennen
fester Treibstoffe: Abbrändler [apbrantte], (mundartl.:)
Abbrändler CapbrentlB], der; -s, -: (bes. österr. ugs.): durch
Abbrand (= Abbrennen) des Hauses Geschädigter,
Brandgeschädigter, Abgebrannter: für die A. sammeln, spenden.
fbfaraten <st. V.; hat) (selten): gar, fertig-, zu Ende braten,
durch Braten bereiten: kurz abgebratene Fleischstücke.
abbrauchen <sw. V.; hat): durch ständigen Gebrauch abnutzen
<gew. im 2. Part.): er braucht die Jacke rasch ab; Ü Auch
diese Sensation hat sich abgebraucht (Werfei. Tod 62);
abgebrauchte [Schlagwörter, Begriffe.
9bbrauMn <sw. V.): 1. mit der Brause völlig abspülen,
besprühen, reinigen <hat): sie brauste die Kinder in der Wanne
ab; ich habe mich kalt abgebraust. 2. (ugs.) brausend,
d.h. geräuschvoll u. rasch, davonfahren <ist): mit Vollgas
a.
abbrechen <st. V.): 1. a) [einen Teil von] etw. brechend
lösen, abtrennen (hat): einen Stecken, eine Nadel, den
Bleistift a.; den Griff, den Stiel a.; mit der Nebenvorstellung
des Unabsichtlichen u./od. mit Bezug auf die eigene Person:
ich habe mir einen Zahn abgebrochen; *sfch [kleinen a.
(ugs.; sich bei einer Tätigkeit / nicht] übermäßig anstrengen):
du hast dir ja dabei [kleinen abgebrochen!; b) (etw.
Aufgebautes) in seine Einzelteile zerlegen <hat): eine Pontonbrük-
ke. ein Gerüst. Lager. Regale, die Zelte a.; c) (einen , nicht
mehr benötigten od. baufälligenJ Bau) ab-, niederreißen
<hat): ein altes Haus a.; Ü die Brücken zur Vergangenheit
a.; d) unvermittelt, vorzeitig beenden: mit etw. aufhören
(hat): die diplomatischen Beziehungen zu (mit) einem
Staat, eine fruchtlose Diskussion, das Experiment, eine
Geschäftsverbindung, ein Gespräch, seine Rede, das
Training, eine Unterhaltung, die Verhandlungen. allen/Jeden
Verkehr mit jmdm. a.; der Kampf mußte in der 3. Runde
abgebrochen werden; abgebrochene (halb unterdrückte,
unzusammenhängende) Worte. Sätze. 2. a) sich brechend
lösen, durch einen Bruch entzweigehen <ist>: die
Messerspitze, das Stuhlbein brach ab; der Absatz ist [mir]
abgebrochen; b) (von Personen) in, mit etw. unvermittelt, vorzeitig
aufhören, in einer Tätigkeit nicht fortfahren <hat): sie lachte
laut, brach aber mitten im Lachen ab (Böll, Adam 37);
c) (von Dingen. Vorgängen) aufhören, enden <ist>: die
Unterhaltung, der Brief brach ab; die Verbindung ist
abgebrochen, weil ...; d) (von Erhebungen, Aufragendem) steil]
abfallen <ist): der Felsen bricht fast senkrecht ab; e) (Milit.)
(von in breiter Front sich bewegenden Kolonnen) sich /
einzeln 1 hintereinander gliedern u. dadurch die Kolonne
verlängern <meist im Imperativ): rechts brecht ab - im Schritt
marsch!; 0 (Druckw. veraltend) von einer Zeile auf die
nächste übergehen, trennen <hat>: hier a.!
abbremsen <sw. V.; hat): die Geschwindigkeit von etw.,
herabsetzen, bis zum Stillstand verringern: die
Fallgeschwindigkeit auf 400 km/h a.; Ü die Abwanderung vom Land
36
abdachen
in die Stadt abzubremsen suchen; <Abl.:> Abbremsung,
die; -. -en.
abbrennen <unr. V.): 1. a) durch Brand zerstören,
niederbrennen <hat>: ein Haus a.; b) durch Brennen von etw. befreien,
reinigen, säubern <hat>: ein Moor a.; Geflügel a. (absengen,
flambieren): c) (Metallurgie) (Metalle) durch Bestreichen
mit öl u. nachfolgendes Erhitzen bis zum Flammpunkt in
ihrer Qualität verbessern <hat>: Stahl a.; d) (Technik)
(Metalle, bes. Kupfer u. seine Legierungen) zur Erzielung einer
bestimmten Oberfläche mit Säuren kurz beizen <hat>:
Messing. Bronze [abibrennen; e) durch Brennen beseitigen,
entfernen (hat): Benzinreste a.; f) anzünden u. verbrennen,
explodieren lassen <hat>: ein Feuerwerk a.; g) (Milit.
veraltet) (eine Feuerwaffe) abfeuern <hat>: die Geschütze a.
[lassen]; h) (Kochk.) flüssigen Teig so lange über dem Feuer
rühren, bis er zu einem Kloß geworden ist u. sich vom
Topfboden löst <hat>; i) (österr. ugs.) bräunen <hat>: die
Sonne hat sein Gesicht abgebrannt; sich [von der Sonne]
a. lassen; abgebrannt aus dem Urlaub heimkehren. 2. a)
durch Brand zerstört werden, niederbrennen <ist>: der
Schuppen brannte ab; b) (ugs.) durch Brand geschädigt werden
<ist>: wir sind schon zweimal abgebrannt: Spr dreimal
umgezogen ist (so gut wie] einmal abgebrannt (wohl nach
engl, „three removes are as bad as a fire" von Benjamin
Franklin. 1757); <subst. 2. Part.): für die Abgebrannten
sammeln; Ü abgebrannt sein (ugs.; kein Geld mehr haben)',
c) sich durch Brennen aufbrauchen, nieder-, herunterbrennen
<ist>: die Zündschnur brannte ab; abgebrannte Kerzen.
Abbreviation [abrevia*t$io:n], die; -. -en [mlat., spätlat. ab-
breviätio, zu: abbreviäre, tabbreviieren] <Subst. zu tabbre-
viieren) (veraltet): 1. (noch Fachspr.) das Abkürzen,
Verkürzung. 2. svw. t Abbreviatur: Abbreviatur [abrevia'tu:^].
die; -. -en [wohl unter Einfluß von „Signatur" aus
tabbreviieren u. der tat. Endung -atura; mlat. (selten) abbreviatu-
ra = kurze Notariatsaufzeichnung]: abgekürztes Wort in
Schrift u. Druck; Abkürzung f in der Notenschrift!: Ü solche
... Weltabseitigen bauen sich termitenhaft eine
merkwürdige und durchaus einmalige A. der Welt (Zweig.
Schachnovelle 17); (Zus.:) Abbreviatursprache, die; -:
sprachökonomisch gekürzte Ausdrucksweise der Alltagssprache; abfare-
viierai [abreviLran] <sw. V.; hat) [< mlat.. spätlat.
abbreviäre. älter: adbreviäre. zu lat. brevis = kurz] (veraltet):
(bes. ein Wort) [mit einem Zeichen] abkürzen.
fbfarfawen <unr. V.; hat): 1. dazu bringen, von etw. od. Jmdm.
abzulassen od. von etw. abzugehen; er ist durch nichts von
ihr. von seinem Plan abzubringen; kein Mensch bringt
mich davon ab, den Betrug aufzudecken. 2. (ugs.)
(Anhaftendes) von etw. lösen; bringst du den Flecken vom
Tischtuch nicht ab? 3. (Seemannsspr.) (ein auf Grund gelaufenes
od. gestrandetes Schiff) wieder flottmachen.
abbröckeln <sw. V.): 1. a) sich brockenweise, in Bröckchen
lösen u. abfallen <ist): der Verputz war abgebröckelt;
abgebröckeltes Erdreich; b) (Börsenw.) (von
Kursnotierungen) leicht zurückgehen <ist>: die Notierungen bröckeln
überwiegend leicht ab; Warnung vor abbröckelndem
kanadischen Dollar (Grass. Hundejahre 501). 2. (selten) etw.
brockenweise, in Bröckchen lösen <hat): das Hochwasser
hat hier das Erdreich abgebröckelt: <Abl. zu 1:) 4bbrtick[e)-
lung, die -.
Abbruch, der; -[eis, Abbruche: 1. <o. PI.) das Zerlegen in
einzelne Teile; der A. der Zelte, des Lagers. 2. <o. PI.)
das Abbrechen, AbreilSen: der A. des alten Hauses; die
Kirche ist reif zum/ftir den A.; *eki Haus auf A.
verkaufen (zum Abriß! wert] verkaufen); auf A. heiraten (ugs.
scherzh.; in Erwartung des baldigen Todes des
Ehepartners heiraten). 3. <P1. ungebr.) plötzliche, unerwartete
oder vorzeitige Beendigung; mit dem A. der diplomatischen
Beziehungen drohen; (Boxen:) durch A. unterliegen. 4.
a) das Abbrechen (2 a). [Losjlösung: damit er (= der
Stausee) bei einem A. des Eises nicht mehr überlaufen
kann (MM 23. 10. 70. 33); b) das Abgebrochene (2 a),
/Los/gelöste: An dieser Stelle mußte... ein A.
niedergegangen sein (Bredel, Väter 439); c) Stelle, an der sich etw.
[los]gelöst hat: Clayton legte sich ins Gras .... nahe dem
A. des Ufers (Doderer, Wasserfälle 13). 5. <P1. ungebr.)
Beeinträchtigung, Schaden (nur in Verbindung mit einigen
Verben, fest in der Verbindung mit ..tun"): etw. tut einer
Sache [keinen] A.; etw. erfährt, erleidet durch etw. [keinen]
A.; *das tut der Liebe keinen A. (ugs. scherzh.; das schadet
nichts).
Abbruch-, Abbruch-: -«rbelt, (österr.:) -sarbeit, die (meist
PI.): bei einem Abbruch (Danfallende Arbeit/en); -arbeiter,
der; -firma, die: Firma, die einen Abbruch (2) übernimmt;
-genehmigmg.die: Genehmigung zum Abbruch (2); -kosten
<P1.): Kosten des Abbruchs (2); -material, das: durch einen
Abbruch (2) angefallenes Material (z.B. Steine. Bretter,
Türen); -4Hiote, die: Quote des Abbruchs (3); ^reif <AdJ.;
nicht adv.): (von Bauwerken) reif zum Abbruch (2); --sie«,
der (Boxen): Sieg durch Abbruch (3) des Kampfes; Sieger,
der (Boxen): Sieger durch Abbruch (3) des Kampfes;
unternehmen, das: svw. t-firma.
fbbrtihen <sw. V.; hat) /vgl. abgebrüht/: zu verschiedenen
Zwecken durch Brühen mit kochendem Wasser zur
Weiterverarbeitung vorbereiten: Kalbfleisch, Geflügel a.
(blanchieren).
fbbnmmen <sw. V.): 1. (salopp, spöttisch) eine
Freiheitsstrafe in einer Haftanstalt verbüßen (hat): eine dreiwöchige
Strafe a. 2. (ugs.) sich mit brummendem Geräusch entfernen
(ist): der Lastzug brummte ab; er war gerade mit seiner
Maschine abgebrummt.
abbuchen (sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): (einen Posten)
von der Habenseite eines Kontos wegnehmen, abschreiben:
die Bank buchte den Betrag von meinem Konto ab; Ü
das Flugzeug muß abgebucht (als Verlust betrachtet)
werden; (Abl.:> Abbuchung, die; -. -en.
9 bbücken (sw. V- hat) (Turnen): mit einer Bücke vom Gerät
abgehen, einen Übungsteil mit einer Bücke abschließen: vom
Reck, aus dem Handstand a.
fbbttgeln (sw. V.; hat): 1. (Schneiderei) (ein hergestelltes
Kleidungsstück) durch Bügeln zum Tragen fertigmachen:
ich büg[e]le Sakkos ab. 2. (Ski) den Bügel des Skiliftes
loslassen: Hier a.!; nach 50m a.; (Abi. zu 1:) Abbügfer,
der; -s, -: Person, die abbügelt (Berufsbez.).
fbbummeln [sw. V.; hat) (ugs.): (geleistete unbezahlte
Mehrarbeit) durch Freistunden, Freizeit ausgleichen: ich bum-
m[e]le die Überstunden ab.
Abtund, der; -[e]s [zu fabbinden (4 a)] (Zimmerei): das
probeweise Zusammenfügen von Bauhölzern: der A. des
Dachstuhls.
fbbürsten (sw. V.; hat): 1. a) mit einer Bürste von etw.
entfernen: ich bürstete [ihm. mir] die Haare, die Fusseln
von der Jacke ab; b) mit der Bürste säubern: ich habe
ihn (ihm den Mantel) abgebürstet. 2. (landsch.) in scharfer,
unfreundlicher Form zurechtweisen, schelten: ... meldete
sich ein Minister nach dem anderen zu Wort und bürstete
den eigensinnigen Schwaben ab (Spiegel 28. 1974. 18).
tbbusaebi (sw. V.; hat) (ugs.. bes. österr.): svw. tabküssen:
ich bussele, bußle sie ab.
«bbüBen (sw. V.; hat): 1. (bes. kirchl.-rel.) büßend
wiedergutmachen: seine Schuld a. 2. (bes. Jur.) eine Straftat sühnen,
indem man die Strafe dafür auf sich nimmt u. voll ableistet:
eine lange Freiheitsstrafe a.; (Abi.:) Abbüflung, die; -. -en.
Abc [a(:)be(:)'t$e:], das; -, - (PI. ungebr.) [mhd. abc]: 1.
Merkfolge der deutschen Buchstaben, Alphabet: das Abc
lernen, aufsagen. 2. Buch mit alphabetisch geordneten
Stichwörtern: Abc der Fotografie, der Nobelpreisträger.
3. Anfangsgründe, Elemente: das Abc der Wirtschaft.
Abc-: -Buch, das (veraltet): das Abc (1) enthaltendes
Schulbuch für Kinder, Fibel: -Code, der (o. PI.): international
bekannter engl. Telegrammschlüssel, der auf dem Abc (1)
beruht; -Folge, die; -Ordnung, die; -Schütze, der [Schütze
= junger Schüler. Lehnbedeutung nach lat. tiro = Rekrut.
Anfänger]: Schulanfänger.
ABC-: -Abwehr, die: Abwehr gegen ABC-Kampfmittel;
-Alarm, der: bei Einsatz von ABC-Kampfmitteln
ausgelöster Alarm: -Gefahr, die: durch den Einsatz von ABC-
Kampfmitteln auftretende Gefahr; -Kampfmittel (PI.):
atomare, biologische, chemische Kampfmittel; -Schutzmaske,
die: Schutzmaske gegen ABC-Kampfmittel; -Staaten <P1.)
[nach den Anfangsbuchstaben der drei Staatennamen]:
Argentinien, Brasilien u. Chile (die durch eine betonte
gegenseitige Annäherung u. durch Schiedsverträge vor dem u. im
1. Weltkrieg ein Gegengewicht gegen den Einfluß der USA
bilden wollten); -Waffen: svw. t ABC-Kampfmittel.
fbcheeken: a) nach einem bestimmten Verfahren o. ä. prüfen,
überprüfen, kontrollieren: Mit drei Tests ... werden die
Kriterien ... zusätzlich abgecheckt (Manager 3. 1974, 81):
b) die auf einer Liste aufgeführten Personen usw.
kontrollierend abhaken.
abdachen fapdaxn], sich (sw. V.; hat): sich dachartig neigen,
37
Abdachung
senken; allmählich abfallen, sich abflachen (selten in den
Präteritalformen): das Waldland dacht[e] sich nach
Nordwesten zu ab; <1. Part.): eine sich sanft abdachende Wiese;
<2. Part.): das abgedachte südliche Ende der Hochebene;
Abdachung, die; -. -en: dachartige Neigung.
qbdämmen <sw. V.; hat): 1. a) Wasser [durch einen Damm]
von etw. abhalten: ein Stück des Teiches a.; b) durch einen
Damm gegen Wasser schützen: das Land, eine Wiese a.
2. (Andringendes) abhalten: eine Entwicklung a.; <Abl.:>
Abdämmung, die; -, -en.
Abdampf, der; -[eis. Abdämpfe (Technik): in einem
Arbeitsvorgang bereits genutzter /abgeleiteter] Dampf.
T'Abdampf-.
1 Abdampf- (Abdampf): -austritt, der; -entöler, der; -hei-
mngv die; -kessel. der; -leitung, die; -röhr, das; -turbine,
die; -Verwertung, die; -Vorwärmer, der: Aggregatteile zum
Vorwärmen von Kesselspeisewasser durch Abdampf:
-wärme, die.
24bdampf- (abdampfen): -apparat.der; Mieflß, das; -pfcuv
ne, die; -rückstand, der; -schale, die; -Vorrichtung, die.
«bdampfen <sw. V.) [1 c: urspr. mit dem DampfschifT od.
mit Hilfe der Dampflokomotive]: 1. a) Dampf verlieren,
abgeben <ist): den heißen Brei erst a. lassen; b) (Chemie)
als Dampf. Gas abgeschieden werden <ist>: die Menge
Alkohol, die bis Jetzt abgedampft ist; c) (ugs.) abfahren <ist):
meine Kompanie ist heute abgedampft (K. Mann.
Wendepunkt 403). 2. (Chemie) das Lösungsmittel einer Lösung
durch Erhitzen u. Verdampfen vom gelösten Stoff trennen
<hat): man hat das Wasser abgedampft und dadurch das
Salz gewonnen. T 2Abdampf-.
'«bdämpfen <sw. V.; hat): [in seiner Wirkung] mildern:
den Schall durch Isolierung a.; bei abgedämpftem
Lampenlicht; Ü Er dämpfte sich selber ab {mäßigte sich; Baum,
Paris 81).
^bdftmpfen <hat): 1. von Dampf befreien, abdampfen (1 a)
lassen: Kartoffeln. Gemüse a. 2. ein mit einem feuchten
Tuch bedecktes Kleidungsstück bügeln, um ihm den Glanz
zu nehmen: ich dämpfte den Rock ab.
4bdanken <sw. V.; hat): \.[von einem Herrscheramt]
zurücktreten: der König dankte ab (legte seine Krone nieder);
der Minister hat freiwillig abgedankt. 2. (veraltet) (bes.
Soldaten u. Dienstboten) mit Dank entlassen <noch im
2. Part, abgedankt): abgedankte Offiziere; <Abl.:)
Abdankung die; -. -en: 1. a) Rücktritt: seine A. erklären,
vollziehen; b) (veraltet) Entlassung: die A. des Generals war
lange beschlossen: Ü Die völlige A. (Niederlage. Bankrott)
des individuellen Glücksanspruchs (Sieburg, Robespierre
27). 2. (landsch.. bes. Schweiz.) Trauerfeier: Einer Hochzeit
wegen ... oder einer A. wegen ... (Frisch. Stiller 433);
... und er (= Schugger Leo) wußte um Jede A. (Grass,
Blechtrommel 198).
abdarben, sich <sw. V.; hat) (geh.): sich darbend absparen:
ich darbte mir die paar Groschen dafür [am (vom) Munde]
ab.
abdasseln ['apdaslnl <sw. V.; hat) [zu t Dassel-]: von der
Dasselfliege befallene Rinder behandeln, indem die in den
Dasselbeulen sitzenden Dassellarven abgetötet od. entfernt
werden: ich dassele (daßle) die Rinder ab; <Abl.:) Abdasse-
ler, Abdaßler, der; -s. -: Person, die Rinder abdasselt; ^bdas-
sehmg, Abdaßlung, die; -, -en.
4bdeck- (abdecken 1 c): -creme, die: Creme zum Abdecken
von Hautunreinigkeiten u.a.; Mnittel, das (Metallurgie):
Mittel zum Abdecken von Schmelzoberflächen von Metallen
u. Legierungen; -platte, die (Bauw.): Platte zum Abdecken
von dem Wetter ausgesetzten Bauteilen.
abdecken <sw. V.; hat): 1. a) (etw. Bedeckendes) von etw.
weg-, herunternehmen: sie deckte das Tuch von dem Krug
ab; b) von etw. Bedeckendem trennen: a) (allg.): die
Matrosen deckten die Laderäume ab; der Orkan hat viele Häuser
abgedeckt (die Dächer heruntergerissen); ich habe sein
Bett abgedeckt; den Tisch a. (abräumen); ß) (veraltet)
einem verendeten Tier das Fell abziehen: Hunde. Pferde
a. (T Abdecker); c) a) mit etw. Bedeckendem versehen, bedek-
ken. zudecken: ein Grab mit Tannenzweigen a.: mit Planen
abgedeckte Fahrzeuge; Ü Das technische Bewußtsein deckt
viele Realitäten einfach ab (Bodamer, Mann 106); ß)
(Reproduktionstechnik) Stellen mit ätzfesten Substanzen
bedecken, um sie vor der Einwirkumt eines Ätzmittels zu
schützen. 2. schützen: mit meinem breiten Buckel decke ich
euch ... ab (Apitz. Wölfe 52); (Schach:) er deckte mit
dem Turm seine Dame ab; (Sport:) den gegnerischen
Stürmer a. (durch einen eigenen Spieler bewachen u. an der
Ballannahme hindern). 3. (Kaufmannsspr.) ausgleichen,
tilgen, bezahlen: bestehende Verpflichtungen a. 4. decken,
befriedigen: ein Risiko a.; das deckt alle Bedürfnisse ab.
<Abl. zu 1 b ß>: Abdecker, der; -s, -: Person, die verendete
Tiere abdeckt (veralt. Berufsbez.): Schinder, dazu:
Abdeckerei [apdEka'r^J.die; -. -en (veraltend abwertend): 1.
Gewerbe des Abdeckers. 2* Arbeitsstätte des Abdeckers: für den
... Geschäftsführer der städtischen Abdeckerei (Kant.
Impressum 53); <Abl. zu 1 c. 2 u. 3:> Abdeckung, die; -.
-en.
«bdestillieren <sw. V.; hat) (Chemie): durch Destillation
entfernen, abtreiben (7 a): das Zink wird abdestilliert; Ü erst,
wenn das Allgemeine aus seinen Schriften abdestilliert
wird (Adorno. Prismen 257).
abdichten <sw. V.; hat): a) dicht, undurchlässig machen,
völlig dichten, isolieren: ein Leck a.; Ü Diese Welt ist
... gegen Jede Störung abgedichtet (Enzensberger.
Einzelheiten 1.168); b) dicht, undurchlässig sein: gut abdichtende
Behälter: <Abl.:) ^bdkhtung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das
Abdichten: die A. der Rohre war nicht einfach. 2. das
Abdichtende, die abdichtende Stelle: die A. hält das
Grundwasser fern, dazu: Abdichtungsarbeiten <P1.), Abdichtungs-
matertal, das.
fbdienen <sw. V.; hat): 1. (bes. Milit.) (bes. eine
vorgeschriebene ! Dienst-, Ausbildungs j zeit) voll ableisten: sein erstes
klinisches Jahr a. 2. (selten) abgelten: den Applaus mit
Zugaben a.
Abdikation [apdika't$io:n], die; -, -en [lat. abdicätio. zu:
abdicäre. tabdizieren] (veraltet): Amtsniederlegung, bes.
Abdankung: „Du denkst an A., Albrecht?" fragte Klaus
Heinrich erschrocken (Th. Mann. Hoheit 108).
abdingbar[apdmba:?] <AdJ.;o.Steig.;nicht adv.)
(Arbeitsrecht): durch (abweichende) freie Vereinbarung ersetzbar:
-e Vertragsteile; diese Bestimmungen sind a.; <AbI.:)
Abdingbarkeit, die; -; ^bdingen, dingte ab. hat abgedungen/
(auch:) abgedingt [mhd. abedingen] (selten, veraltend):
jmdm. etw. abhandeln, etw. durch Vereinbarung erlangen:
dieses Recht kann mir keiner a.
abdizieren [apdi'&hrcn] <sw. V.; hat) [< gleichbed. lat.
abdicäre] (veraltet): ein Amt niederlegen, abdanken: der
Herrscher mußte schließlich a.; Ü Wie sie (= die Macht)
aber der Katastrophe zusteuert, verfuhrt sie den Geist
... dazu, vor ihr zu a. (Adorno. Prismen 41).
fbdocken <sw. V.; hat) (Jägerspr.): den Schweißriemen des
Hundes abwickeln (Ggs.: aufdocken): beim Nachhängen
wird er (= der Riemen) nach Bedarf abgedockt (Raesfeld,
Waidwerk 252).
Abdomen [ap'do:man], das; -s, - u. (in fachspr. Fügungen
nur:) Abdomina [ap'do:mina; lat. abdömen]: 1. (Med.)
Bauch, i Unter]leib: Schmerzanfälle im A.; akutes A. (auf
eine gefährliche Krankheit deutende, plötzlich auftretende
heftige Schmerzen im Bauch). 2. (Zool.) Hinterleib bes.
der Gliederfüßer; abdominal [apdomi'na:l] <Adj.; o. Steig.;
nur attr.) (Med.): zum Abdomen gehörend, es betreffend,
von ihm ausgehend: -e Dämpfigkeit bei Haustieren.
abdonnern <sw. V.; ist) (ugs.): mit donnerndem Geräusch
davonfahren, sich entfernen: die schweren Maschinen
donnern ab.
abdorren <sw. V.; ist) (geh.): völlig dürr werden, welken:
die Zweige dorrten ab; Ü das mag erklären, warum die
Werke des Gefühls abdorren (Musil, Mann 1304).
abdrängen <sw. V.; hat): von einer Stelle, aus einer
eingeschlagenen Richtung drängen; (häufig mit der
Nebenvorstellung:) in eine ungünstige Position drängen: ich ließ mich
von meinem Platz nicht a.; der Verteidiger konnte den
Rechtsaußen a. und am Torschuß hindern; Ü mit ihren
beständigen Intrigen drängen sie ihn immer mehr ab von
seinen alten Gefährten, von seinen alten Ideen (St. Zweig,
Fouche 109).
abdrehen <sw. V.): 1. a) etw. [durch Drehen/ völlig absperren
(so daß es seinen eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen
kann), ausschalten <hat>: das Licht a.; mit Objektwechsel:
die Lampe a.; den [Wasserhahn a. (schließen); b) durch
Drehen abtrennen <hat>: einem Huhn den Hals, Kopf a.
(es töten); c) abwenden <hat>: das Gesicht a.; ich drehte
mich halb ab; geschickt drehte er immer wieder ab (Boxen;
wich er einem gegnerischen Schlag aus. indem er sich zur
Seite drehte); d) (einen Film. Filmszenen) zu Ende drehen
38
abend-, Abend-
<hat): einen Spiel-, Dokumentarfilm a.; die bereits
abgedrehten Passagen. 2. eine andere Richtung einschlagen, einen
anderen Kurs nehmen <ist/hat>: die schweren Schlepper
drehen ab; das Flugzeug dreht nach Osten ab.
«bdreschen: t abgedroschen.
Abdrift, die; -. -en <P1. ungebr.) (bes. Schiff-, Luftfahrt):
durch Wind od. Strömung (Drift) hervorgerufene
Abweichung von etw., bes. des Schiffs- od. Flugkörpers [vom
Soll-KursJ; «bdriftcn <sw. V.; ist): Abdrift erleiden: Oder
aber er ( = der Archipel) driftete ... ganz langsam nach
Westen ab (MM 25. 4. 72, 3).
fbdrosseln <sw. V.; hat): 1. (selten) jmdm. die Luftröhre
völlig zudrücken [u. dadurch an der Atmung hindern]: ich
drossele/droßle ihm die Luftröhre ab. 2. (Technik): a)
im Zustrom hemmen, die Zufuhr von etw. verringern od.
ganz unterbinden, etw. ausschalten: den Dampf a.;... indem
er ihnen die Geldmittel ... widerrechtlich abdrosselte (A.
Zweig, Grischa 205); b) durch Drosseln des Betriebsstoffes
verlangsamen od. ganz zum Stilbtand bringen: den Motor
a.; c) so weit schließen, daß der Zustrom von etw. aufhört:
den Gashahn a.; <Abl.:) Abdrossehing, Abdroßhng, die.
'Abdruck, der; -[e]s, -e: 1. <o. PI.) das Abdrucken, das
Wiedergeben von Text u. Bild im Druck: der A. des Romans
beginnt im nächsten Heft. 2. das Abgedruckte: von dem
Bild wurden mehrere -e hergestellt.
2Abdruck, der; -[eis. Abdrücke: 1. <o. PI.) das Abdrücken:
der A. in Wachs dauert nicht lange. 2. das Abgedrückte,
durch Eindrücken von etw. in eine weiche Masse entstandene
Nachbildung: hinterlassene, plastische Spur: Abdrücke von
Sohlen.
abdrucken <sw. V.; hat): in einer Zeitung. Zeitschrift
gedruckt erscheinen lassen, edieren: ein Gedicht, einen Roman
a. [lassen]; die hier, in der Zeitung abgedruckten Bilder.
abdrücken <sw. V.; hat): 1. a) jmdm. etw. durch Drücken
im Zustrom hemmen: die Erregung drückte ihr die Luft
ab (Böll, Erzählungen 152); b) etw. so drücken, daß der
Zustrom von etw. gehemmt wird: abpressen: ich habe mir
die Ader abgedrückt; Ravic drückte die Arterie ab
(Remarques Triomphe 221). 2. drückend von etw. entfernen,
wegdrücken, wegstemmen, abstoßen: ich habe ihn/mich, er hat
das Boot mit dem Fuß vom Ufer abgedrückt; (Eisenb.):
Waggons beim Rangieren [vom Ablaufberg] a. 3. den Abzug
einer Schußwaffe betätigen, um den Schuß auszulösen, eine
Schußwaffe abfeuern: das Gewehr a.; der Verbrecher
drückte sofort ab; auf jmdn. a.; Ü der Linksaußen drückte
ab (Fußball Jargon; schoß plötzlich wuchtig aufs Tor).
4. (ugs.) derb, aber liebevoll an sich drücken u. küssen,
liebkosen: die Mutter drückte ihr gerettetes Kind ab. 5.
durch Eindrücken in eine weiche Masse nachbilden: Zähne
in Gips, einen Schlüssel in Wachs a.; die Spur hatte sich
im Erdboden abgedrückt (sich abgezeichnet).
fbducken <sw. V.; hat) (Boxen): dem Schlag eines Gegners
durch Beugen des Rumpfes halb nach vorn u. durch Neigen
der Knie ausweichen: er duckte blitzschnell ab; Schläge
durch A. auspendeln.
fbdunkein <sw. V.): l.a) gegen den Einfall od. die Aussendung
hellen Lichtes abschirmen, abblenden <hat): den Raum,
die Positionslaternen, ein Zimmer a.; b) (bes. eine Farbe)
dunkler machen <hat): das Weiß zu einem Hellgrau a.
2. (selten) (bes. von Farben) dunkler werden <ist/(seltener:)
hat): das Fell des Tieres ist abgedunkelt.
fbdusdien <sw. V.; hat): völlig duschen, abbrausen: ich
duschte ihn/mich warm ab; Ü Bernarde duscht den Zornigen
erbarmungslos ab (bändigt seinen Zorn: Werfel,
Bernadettell3).
Abe, Ate: T Abee.
abebben <sw. V.; ist): mit der Zeit an Intensität verlieren,
abnehmen: der Lärm, die Kampftätigkeit, seine Erregung,
die Krankheit ebbt langsam ab; In den anderen Blocks
... ebbten die erregten Gespräche ab (Apitz, Wölfe 297).
Abece: f Abc; Abecedarhm [abetje'daxlom], das; -s. ...ien
[..pn; 2: mlat. abecedärium, abecedärius]: 1. neuer auch:
Abecedar (bes. im 14. u. 15. Jh.) alphabetisch nach
Stichwörtern geordnetes Material aus Rechtsbüchern: das
Greifswalder A. zum Sachsenspiegel. 2. (im 16. Jh.)
alphabetisch geordnetes Schulbuch, Vorläufer der Fibel: abeedich
[abe'tje.hc] <Adj.; o. Steig.): in der Reihenfolge der
Buchstaben des Alphabets, alphabetisch: in -er Folge; das Register,
Wörterbuch ist a.; etw. a. ordnen.
Abee [abe:. auch abe], der. auch: das; -s, -s [französierend
für t 'Abort. Abtritt] (landsch. verhüll.): 'Abort: ich muß
mal ganz schnell auf 'n A.
«beggen <sw. V.; hat) (Landw.): 1. mit der Egge entfernen:
er eggte das Kartoffelkraut ab. 2. mit der Egge bis zu
Ende bearbeiten: den Acker a.
«bellen <sw. V.; ist) (veraltet; noch in Regieanweisungen
für von der Bühne abgehende Personen) sich eilends
entfernen <nur im Präs.): ... eilt durch eine Seitentür ab.
Abeimoschus [abl'majus, auch: 'a.bl-l. der; -. -se [nlat. abel-
moschus < arab. abü '1-misk = Vater des Moschus, aus:
abü = Vater (vgl. Abba) + 1 = Artikel + misk, musk
(< pers. muSk) = t Moschus]: aromatische Tropenpflanze,
Bisameibisch (ein Malvengewächs mit nach Moschus
duftenden Samenkörnern, die zum Räuchern dienen).
abend I'a:bnt] <Adv.>: zur Abendzeit, am Abend, des Abends
(stets der kennung einer Tagesbezeichnung nachgestellt):
heute, gestern, morgen, Dienstag a.; AbendH. der; -s. -e
[1 a: mhd. äbent. ahd. äband. eigtl. = der hintere oder
spätere Teil des Tages]: 1. a) Tageszeit um den Eintritt
der Dämmerung, Zeit vom Arbeitsende bis zum Beginn der
Nachtruhe (Ggs.: Morgen): ein warmer, kühler A.; des
-s (geh.; abends): eines [schönen] -s; diesen. Jeden, keinen,
manchen A.; es wird A.; viele, alle -e; am A. [vorher];
am ersten, letzten, frühen, späten, gestrigen, gleichen,
selben A.; auf den A. (dem A.) zugehen; A. für A.; gegen
A.; vom Morgen bis zum A.; während des -s; Ü im A.
des Lebens (geh.; im Greisenalter): R es ist noch nicht
aller Tage A. (es ist noch nichts entschieden, es kann sich
noch ändern: nach einer ähnlichen Wendung des römischen
Historikers LiviusJ; Spr man soll den Tag nicht vor dem
A. loben (man soll erst das Ende abwarten u. dann urteilen):
* guten A.! (Grußformel): [zu] Jmdm. guten A. sagen; zu
A. essen (die Abendmahlzeit einnehmen); Heiliger A. ({Tag
u.J Abend des 24. Dezember): b) *er usw. kam mich am
A. besuchen (verhüll., derb; am Arsch lecken). 2. /geselliges/
Beisammensein, Unterhaltung am Abend: ein gemütlicher
A.; der musikalische A. (Soiree) der Gräfin X; *ein bunter
A. (Abendveranstaltung mit heiterem, abwechslungsreichem
Programm). 3. (veraltet, noch altertümelnd) Westen:
Weiterhin wendet der Bachlauf sich gegen A. einer kleinen
Ortschaft zu (Th. Mann, Herr 86).
gbend-. Abend-: -akademie, die: Bildungsstätte, an der man
sich im Abendunterricht weiterbilden kann: -andacht, die;
-anzug, der: Gesellschaftsanzug: -ausgäbe, die (Zei-
tungsw.); -beleuchtung, die; -Matt, das (Zeitungsw.);
-brotdas [mhd. äbentbröt, urspr. bes. nord- u. nordostd.]:
abends eingenommenes [bescheideneres] Essen, zumeist mit
Brot, dazu: -brottbdi, der; -brotzelt, die; -dämmerang,
die; -essen, das [mhd. äbente33en. auch = Abendmahl,
urspr. bes. westnd., westmd., bayr.]: abends eingenommene
Mahlzeit: -friedein], der; -füllend <Adj.; o. Steig.; meist
attr.): (von Darbietungen) den ganzen Abend ausfüllend;
-fiiller, der: abendfüllende Darbietung: der erste A.. den
Ulrich Schamoni ... gedreht hat (Spiegel 6. 1966, 84);
-gase, die: Gage für eine Abendvorstellung: -gebet, das;
-flocke, die: zur Abendzeit geläutete Kirchenglocke; -got-
tesdienst, der (Rel.); -gymnasium, das: Abendschule, die
berufstätige Erwachsene zum Abitur führt; -hauch, der
(dichter.); -hauptschule, die; -himmel, der: Himmel zur
Zeit des Sonnenuntergangs; -hochschule, die: svw. t
-Universität; -imbiß, der; -kasse, die (bes. Theater, Kino): abends
vor der Vorstellung geöffnete Kasse; -kleid, das: /langes/
festliches Kleid für den Abend; -kleidung, die: festliche
Kleidung für den Abend; -konzert, das; -kühle, die; -kurs,
-kursus, der: Kurs/usJ am Abend (meist für berufstätige
Erwachsene); -land, das <o. PI.) [18. Jh.; im 16. Jh. =
im Westen gelegenes Land (zu t Abend 3)]: durch Antike
u. Christentum geformte kulturelle Einheit der europäischen
Völker, Europa, die Alte Welt, Okzident (Ggs.:
Morgenland), dazu: -linder [-lernte], der; -s. -; -lindisch [-lendij]
<Adj.; o. Steig.); -läuten, das; -lehrgang,der: svw. t
Abendkurses]; -lektüre, die; -licht, das <o. PI.) dichter.; -lied,
das; -hift, die; -mahl, das [1: mhd. äbentmäl; 2: spätmhd.;
3: frühnhd.]: 1. (veraltet, noch landsch., bes. südd.)
Abendessen. 2. <o, PI.) Abschiedsmahl Christi mit seinen Jüngern
in der Passahnacht. 3. <P1. -e; ungebr.) (christl. Rel.)
als Sakrament gefeierte Wiederholung des Abendmahls
(2), Tisch des Herrn; (kath.:) Eucharistie (1)
Kommunion; * darauf will ich das A. nehmen (veraltend; das
weiß ich ganz sicher), dazu: -mahbbrot, das, -mahlsfeier.
39
abendelang
die, -mahlsgemeinschaft. die. -mahkaerät, das. -mahb-
kekh, der. -mahlstisch, der. -mahlswein, der; -mahlzeit,
die; -mantel, der: festlicher Mantel für die
Abendvorstellung; -messe, die (kath. Rel.): Feier der Eucharistie am
Abend; -musik, die: Serenade; -nachrkhten <P1.>: vom
Rundfunk am Abend gesendete Nachrichten; -nebel. der;
--Oberschule, die: svw. T-gymnasium; -Programm, das (bes.
Rundf.. Fernsehen); -realschule.die; -rot, das: rote
Verfärbung des Westhimmels um Sonnenuntergang: ^röte, die
(geh.): svw. Nrot; -ruhe, die; -schein, der: Schein der
untergehenden Sonne; -Schoppen, der: am Abend
getrunkener Schoppen Wein, Bier; -schule, die: Bildungsstätte, an
der sich bes. berufstätige Menschen im Abetidunter rieht weh
terbilden (vgl. -akademie. -gymnasium. -hauptschule,
-hochschule. -kurslus]. Lehrgang. -Oberschule, -real-
schule. -Studium. -Universität), dazu: -schüler, der; -ae*
gen, der [mhd. äbentsegen] (christl. Rel.): kurze
Abendandacht; -seite. die (veraltet, noch altertümelnd): Westseite:
Oft hockt Hans ... an der A. des Hauses (Fr. Wolf. Zwei
43); -sonne, die; -Sonnenschein, der; -Spaziergang, der;
-Ständchen, das; -stern, der: auffallend hell leuchtender
Stern am Westhimmel nach Sonnenuntergang (Planet
Venus); -Stimmung« die; -Studium, das: abendliches Studium
für berufstätige Erwachsene; -stunde, die (meist Pl.>: -ta-
sche, die. <Vkl.:> -tischchen, das: kleine Damenhandtasche
für festliche Veranstaltungen; -tisch, der: zum Abendessen
gedeckter Tisch; -toilette, die: 1. Gesellschaftskleidung der
Frau für den Abend, 2. (geh.) abendliche Toilette vor der
Nachtruhe/; -Universität, die (DDR): Bildungsstätte, die
Berufstätigen im Abendunterricht Universitätsbildung
vermittelt; -Unterhaltung, die; -Unterricht, der: des Abends
stattfindender Unterricht (meist für Berufstätige);
-Veranstaltung, die; -Vorstellung, die: Aufführung eines
Theaterstücks u. ä. am Abend; -wind, der: abends aufkommender
Wind; -zeit, die; -zeitung, die: svw. -blatt; -zug, der:
abends abfahrender bzw. ankommender Eisenbahnzug.
abendelang <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): eine unbestimmte
Zahl von Abenden hindurch während: ein intensives, -es
Studium der Akten; die Gespräche zogen sich a. hin;
abendlich ['a:bntli9) <Adj.; o. Steig.; meist nur attr.) [mhd. äbent-
lich. ahd(. äbandlih]: in die Abendzeit fallend: zur Zeit
des Abends (1). am Abend stattfindend% geschehend, sich
abspielend u.ä.l (oft mit der Nebenvorstellung der
allabendlichen Wiederholung): in -er Stunde; das -e Bad;
-e (vom Abend ausgehende) Kühle. Stille; Ü diese -e
Verklärung seiner selbst (späte; Th. Mann. Krull 41); abends
[a:brHsl <Adv.>: zur Zeit des Abends (1): a. um 8 Uhr;
von a. bis morgens: a. spät; Dienstag od. dienstags a.;
Abk.: abds.
Abenteuer fa:bntqyB]. das; -s. - [mhd. äbentiure. aventiüre
<Fem.> < altfrz. aventure < vlat. * ad venture = das
sich Ereignende, zu lat. advenire = sich ereignen,
herankommen]: 1. außergewöhnliches, erregendes Geschehen,
Ereignis; außergewöhnliche gefahrvolle Situation: A. bestehen,
suchen; sich in Jedes A. stürzen. 2. außergewöhnliches,
erregendes Erlebnis: die Fahrt war ein A. 3. (gelegtl.
abwertend) gewagtes, gefahrvolles, risikoreiches Unternehmen mit
ungewissem Ausgang: Napoleons A. in Ägypten. 4.
Liebesaffäre, -erlebnis, Liebelei: Lydia war sein erstes A. gewesen.
gbenteuer-, Abenteuer- (gelegtl. mit tAbenteurer-
wechselnd): -buch, das: Buch, in dem Abenteuer geschildert
werden; -drang, der: Drang, Abenteuer zu erleben; -durst,
der; -flkn, (auch:) Abenteurerfilm, der; -«schichte,
(auch:) Abenteurergeschichte, die; -hunger, der. dazu:
-hungrig <Adj.>; -lust, (auch:) Abenteurerlust, die:
Verlangen, Abenteuer zu erleben. Lust am Abenteuer, dazu: -lustig
<Adj.>: von dem Verlangen erfüllt, Abenteuer zu erleben,
voller Lust am Abenteuer; -Politik, (auch:)
Abenteurerpolitik, die: risikoreiche, skrupellose Politik; -rekh <Adj.);
-roman, (auch:) Abenteurerroman, der: / volkstümlicher/
Roman, in dem der Held viele Abenteuer zu bestehen hat;
-Spielplatz, der: Spielplatz, der nicht mit den üblichen
Geräten o. ä. ausgestattet ist, sondern auf dem die Kinder mit
zur Verfügung gestelltem Material selbständig bauend usw.
sich betätigen können; -story, (auch:) Abenteurerstory,
die; -sucht, die. dazu: -süchtig <Adj.>; -voll <Adj>.
Abenteuerin: t Abenteurerin; abenteuerlich ['a:bntoy*lK;]
<AdJ.>: 1. reich an Abenteuern (1. 2): -e Geschichten
erzählen; du mußt die Geschichte noch ein wenig a. verbrämen.
2. (gelegtl. abwertend) gewagt, gefährlich, risikoreich (zu:
Abenteuer 3): ein -es Unternehmen; dein Vorhaben scheint
mir recht a. [zu sein]. 3. ungewöhnlich, seltsam, phantastisch,
malerisch, bizarr: in -er Vermummung; auf der Reise ging
es recht a. zu. 4. (selten) (von Menschen) von Abenteuern
(1.2) umwittert, Abenteuern zu!geneigt: Sie hatte sich
... einen schönen, reichen und -en Geliebten gewünscht
(Musil. Mann 604); <Abi.:> Abenteuerlichkeit, die; -. -en
(= Ereignisse. Erlebnisse voller A.): der Weg war von
gefährlicher A.; abenteuern [a.bntoywi] <sw. V.; ist): auf
Abenteuer (1,2) ausgehen, -ziehen: in einem Caravan durch
die Welt a.; Abenteuertum: T Abenteurertum: Bergsteiger
verkommen im billigen A. (Zwerenz. Kopf 61); Abenteurer
[a:bntoyrel, der; -s. - (abschätzig): Mensch, der auf
Abenteuer (1-3) ausgeht, waghalsiger Glücksritter: er war ein
herumgetriebener A.
Abenteurer- (gelegtl. mit f Abenteuer- wechselnd): -film,
der (vgl. Abenteuerfilm); -geist, der; -geschkhte, die (vgl.
Abenteuergeschichte); -gestalt, die; -ieben, das; -lust
die (vgl. Abenteuerlust); -natur.die: 1. Hang zum
Abenteuer. 2. Mensch, der das Abenteuer (1.2) liebt; -Politik,
die <vgl. Abenteuerpolitik); -roman, der <vgl.
Abenteuerroman); -romantik, die.
Abenteurerin, (gek. auch:) Abenteuerin.die; -. -nen: w. Form
zu TAbenteurer: Abenteurertum, (gek. auch.)
Abenteuertum. das; -s: Lebensweise eines Abenteurers, Hang zum
Abenteuer (1-3): das kann ich nur A. nennen.
aber ['a:to: mhd. aber. aver. ahd. aber. abur. aver. avar.
avur. urspr. komparativische Bildung, eigtl. = weiter weg.
dann = später, noch einmal wieder, verw. mit Tab]: I.
<Adv.) (veraltet) wieder tun (noch in festen
Wortverbindungen): a. und abermals (immer wieder); tausend und
a. tausend [Grüße]; Hunderte und a. Hunderte [Tiere]:
hundert- und a. hundertfach; millionen- und a. millionen-
mal. f aberhundert, abertausend. II. (Konj): 1. a) drückt
einen Gegensatz aus /je/doch, dagegen: heute nicht, a.
morgen: er schlief, a. sie wachte; Ich a. besaß seidenweiches
Haar (Th. Mann. Krull 17); b) drückt aus. daß etw. der
Erwartung nicht entspricht indessen, /je/doch: ich habe
davon gehört, a. ich glaube es nicht; es wurde dunkel,
a. wir machten kein Licht. 2, a) drückt eine Einschränkung,
einen Vorbehalt, eine Berichtigung. Ergänzung aus
jedoch, allerdings, freilich, immerhin: arm. a. nicht
unglücklich; Er trank gern. a. nicht unmäßig (Böll. Adam 38);
Keine Lüge. a. Vereinfachungen (Koeppen. Nach Rußland
81): ... man kann ja mal drei Augen zudrücken. Aber
so - tut mir leid (Kuby. Sieg 174); b) (veraltend) drückt
die Anknüpfung, die Weiterführung aus: als es a. dunkel
wurde, machten sie Rast. 3. drückt einen Einwand, eine
Entgegnung aus: einer von uns muß es a. gewesen sein;
a. warum denn? 4. drückt eine Verstärkung aus wirklich:
a. ja; a. gern; a. keine Spur!; alles, a. auch alles würde
er tun: verschwinde, a. dalli!; häufig nur emphatisch zur
Kennzeichnung der gefühlsmäßigen Anteilnahme des
Sprechers und zum Ausdruck von Empfindungen: a) Freude.
Anerkennung: du spielst a. gut!; b) Verwunderung: die
ist a. dick!: c) Unwillen: die hat sich a.!; Tulla ... maulte:
..Mensch, das dauert a.4' (Grass. Katz 38): d)
Beschwichtigung: a.f meine Herrschaften; a., a. (nicht doch!, was soll
das?); a. ich bitte dich!; (subst. zu II 3:) AberH, das;
-s, -. ugs. -s: 1. Einwand, Bedenken: ich will kein A. hören;
seine vielen Wenn und A. 2. bedenklicher Punkt;
beeinträchtigende Gegebenheit, Schwierigkeit; Haken; die Sache hat
ihrA.
aber-. Aber- (aber I): -hundert <Num.) (geh.): viele hundert;
im Schein von a. Kerzen; -hunderte <P1.) (geh.): viele
Hunderte: vor -en von Jahren; -findig, -mals: f abermalig,
abermals; -tausend (Num.) (geh.): viele tausend: a.
Blumen; -tausende <PL> (geh.): viele Tausende: A. von
Menschen.
Aberglaube,der; -ns. (selten:) Aberglauben, der; -s [zu faber
in der heute nicht mehr gebräuchlichen Bedeutung =
verkehrt, falsch, schlecht, vgl. Aberwitz. Abersinn]
abwertend: 1. Glaube an überirdische, übernatürliche Mächte,
bes. (christl. Ret.:) Irrglaube an nicht ehr ist i% heidnische
rel. Vorstellungen: ein verbreiteter A.; das ist ein dummer,
törichter A.; aus Aberglauben. 2. falsche, trügerische
Vorstellung, Einbildung, Vorurteil: Das ist so ein A. von den
Männern (Fallada. Mann 78); (Abl.:> abersttubto [a:bB-
glgybic] <Adj.) (veraltet, selten) (meist von Personen): svw.
t abergläubisch; abergläubisch (Adj.>: im Aberglauben
40
abfallen
befanden, dem Aberglauben entspringend: -e Scheu; ein -er
Mensch.
aberhundert: taber-, Aber-.
aberkennen, erkennt ab/(seltener.) aberkennt, erkannte ab/
(seltener:) aberkannte, hat aberkannt: jmdm. etw. durch
einen (GerichtsJbeschluß absprechen: Jmdm. die
bürgerlichen Ehrenrechte, den Titel ..Professor*' a.; <Abl.:>
Aberkennung, die; -. -en.
abermalig ['a:bema:li9J <Adj.; o. Steig.; meist nur attr.):
wiederholt, erneut, nochmalig, neuerlich: eine -e
Verlängerung der Dienstzeit; abermals fa:bema:ls] <Adv.>: von
neuem, wieder [um]: er verlor a.
abernten <sw. V.; hat): 1. etw. völlig als Ernte einbringen:
man erntete das Getreide ab; auch ohne Akk.-Obj.: wir
haben bereits abgeerntet. 2. durch Ernten der Frucht völlig
leer machen: das Feld a.
Aberration [ap|era'kio:n]. die; -. -en [< lat. aberratio =
Abweichung. Abirrung]: 1. (Biol.) starke] Abweichung
von der normalen Art durch strukturelle Änderung eines
Chromosoms od. der Chromosomenzahl. 2. (Astron.) schein-
bare Orts Veränderung eines Gestirns in Richtung der
Erdbewegung: tägliche, jährliche A. 3. (Optik) Abweichung
der Strahlen vom idealen Bildpunkt eines optischen
Instruments: sphärische, chromatische A.
Abersinn, der; -[e]s [zum 1. Bestandteil vgl. Aberglaube]
(selten, altertümelnd): Widersinn. Aberwitz: daß das Leben,
bis zum offenkundigen A.. verschieden gelebt wird (Musil.
Mann 1310); abersinnig (Adj) (selten, altertümelnd):
widersinnig, aberwitzig: Er konnte diesem -en Reden keinen
... Widerstand mehr entgegenstellen (Musil. Mann 357).
abertausend: Taber-. Aber-.
Aberwitz,der; -es [zum 1. Bestandteil vgl. Aberglaube] (geh..
selten): Wider Vernunft. Torheit, völliger Unsinn: Lohnt es
sich, den ... frechen A. logisch zu widerlegen? (K. Mann.
Wendepunkt 227; <Abl.:> aberwitzig <AdJ.>: ein -er
Mensch. Plan.
aberziehen <unr. V.; hat): jmdm. etw. durch erzieherische
Maßnahmen abgewöhnen (Ggs.: anerziehen): Meiner ersten
Frau ... könnt1 ich's ein wenig a. (Fussenegger. Haus 325).
qbessen <unr. V.; hat): 1. a) von etw. herunter-, wegessen:
wer hat die Streusel vom Kuchen abgegessen?; b)
säuberlich] leer essen: den Teller a.; Wir saßen noch immer
vor dem abgegessenen Abendtisch (Andres.
Liebesschaukel 80); c) (ugs.) (einen für den Verzehr bestimmten
Geldbetrag) aufbrauchen: die zwanzig Mark kann man gar nicht
a. 2. die Mahlzeit [durch Verzehr des Essens] beenden
<meist nur in den Vergangenheitsformen u. im unpers.
Passiv): wir hatten gerade abgegessen; es ist abgegessen;
* bei imdm. abgegessen haben (ugs.. bes. ostmd.; nicht mehr
erwünscht, beliebt sein: eigtl. = als Tischgast nichts mehr
zu suchen haben).
Abessinienlabe'shnpn; nachdem älteren Namen für
Äthiopien] (ugs. scherzh.): FKK-Strand.
fbfackeln <sw. V.; hat) (Technik): nicht verwertbare od.
überschüssige Gase durch Abbrennen beseitigen od.
unschädlich machen: Eine Betriebsstörung zwang die
Erdölraffinerie .... große Mengen leichter Kohlenwasserstoffe über
ihren 60m hohen Schornstein abzufackeln (MM 3. 9. 1965,
4); <Abl.:> Abfackekiw, AMackluw. die; -. -en.
^MSdebi <sw. V.; hat) (landsch.): (Bohnen) abziehen, von
den Fäden befreien: ich fäd[e]le ab; die grünen Bohnen
werden sorgfältig abgefädelt.
abfahrbereit <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): bereit zum
Abfahren: die -en Gäste; der Wagen. Zug ist a.; vgl. abfahrtbereit:
abfahren (1 d: U zu 1 a od. aus der Fechterspr.. eigtl.
= mit der Klinge abgleiten lassen; 1 e: urspr. = mit
dem gewaltsam Mitgenommenen verschwinden]: l.a) (von
Personen od. Fahrzeugen) einen Ort fahrend verlassen, weg-.
davotifahren Ost): der Zug. der Bus fährt gleich ab; ich
fahre in ein paar Tagen ab; b) (salopp derb) fortgehen,
verschwinden <ist>: Fahr ab, du alte Hexe! (Kaiser. Villa
96); Ü er wird wohl bald a. (salopp verhüll.; sterben):
c) abwärts fahren, bes. auf Schlitten u. Skiern <ist>: ins
Tal a.; vgl. 2 c; d) (salopp) abgewiesen werden (ist) (oft
in Verbindung mit ..lassen"): Der deutsche Barde war
auf lächerliche und blamable Art abgefahren (K. Mann,
Mephisto 342); Jmdn. derb a. lassen; e) (salopp) mit jmdm.
hart umgehen, ihn streng zurechtweisen (ist): mit dem Kerl
sind wir aber abgefahren! 2. a) mit einem Fahrzeug
abtransportieren <hat): Müll, Schutt. Schnee a. [lassen]; b) an
etw.. Jmdm. zum Zweck der Besichtigung od. Kontrolle
entlangfahren, von einem Faixrzeug aus besichtigen, absuchen
(hat/ist): die Beamten haben/sind die nähere Umgebung
abgefahren; c) (ein Gelände) abwärts fahren Ost): einen
steilen Hang a.; vgl. 1 c; d) durch An-. Überfahren abtrennen,
abreißen <hat): ich fuhr mit dem Wagen ein Stück von
der Mauer ab; e) a) durch vieles Fahren abnutzen (hat):
du fährst aber die Reifen rasch ab; ß) <a. + sich) sich
durch vieles Fahren abnutzen <hat): der rechte Hinterreifen
hat sich, ist am stärksten abgefahren; abgefahrene Reifen;
0 (ugs.) (eine zum mehrmaligen Fahren berechtigende
Karte) aufbrauchen (hat): hast du deine Mehrfahrtenkarte
schon abgefahren?; g) (Film. Rundf. Fernsehen) zu
spielen beginnen/ (hat): die MAZ a.; Um 20.22 Uhr fährt
der Norddeutsche Rundfunk ... das Tonband der
Generalprobe ab (Die Zeit 13. 12. 1968. 16); Eurovision, bitte
a.!; Abfahrt, die; -. -en: 1. Antritt einer Fahrt: die A.
verzögert sich. 2. (bes. im Ski- u. Rodelsport): a) abwärts
führende Fahrt. Lauf: die A. war gefährlich; b) abwärts
führende Strecke. Gefällstrecke: der Berg mit seinen steilen
-en; c) Ort. Stelle, wo abgefahren wird: zur A. der
Rodelbahn hinauf. 3. (Amtsspr.) Abtransport. Abfuhr: die A.
von Holz. Sperrgut. Müll. 4. Anschlußstelle einer Autobahn,
wo man die Autohalm verläßt: die A. [nach] Wiesbaden.
Abfahrt- (Bundesbahn u. Post nur so), (gew.:) 'Abfahrte-
'(Abfahrt 1): fbfahrtbereit (Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
zur Abfahrt bereit: vgl. abfahrbereit; Abfahrt[s]-befehl, der
(Eisenb.); -datim, das; -gleis, das; -plan, der: 1. svw.
Ntafel. 2. (PI.) Pläne, die sich mit dem Abfahren (1 a)
beschäftigen: Sie fragte nach meinen Abfahrtsplänen:
-Signal, das: Zeichen zur Abfahrt: -stelle, die: Stelle, wo
ein Fahrzeug, ein Schiff abfährt: -tafel, die (Eisenb.): Tafel
mit den Abfahrtszeiten der Züge: ^tag, der; -tennin, der;
-zeichen, das; -zeit, die.
2Abfahrts- (Abfahrt 2 a): -hang,der; -lauf, der; auch:
Skidisziplin, Teil der alpinen Kombination: -läufer, der; -piste,
die; -rennen, das; -strecke, die.
Abfall, der; -[e]s. Abfälle: I. Reste, die bei der Zubereitung
od. Herstellung von etw. entstehen: unbrauchbarer Überrest:
Kübel mit übelriechendem A.; Erfassung, Aufbereitung
und Verwahrung radioaktiver Abfälle. 2. (o. PI.) (bes.
Rel.. Politik) Lossagung von einem Glauben, einem Bündnis,
einer bestehenden Bindung: [Treu/bruch. Abtrünnigkeit: A.
von Gott, vom Glauben, von der Partei. 3. (o. PI.) Neigung.
Senkung eines Geländes: die Wiese erstreckt sich in sanftem
A. bis zu meinem Haus. 4. (o. PI.) Abnahme. Rückgang:
der A. in seiner Leistung, seiner Leistungen ist
unverkennbar.
Abfall-: -beseitigung, die (Abfall 1); -ebner, der: Eimef
für den Abfall (\): -erzeugnis, das: svw. t-produkt; -«rube,
die (Abfall 1): -häufen, der (Abfall 1): -korb, der: vgl.
-eimer; -kübel, der: vgl. -eimer; Mnaterial, das: bei der
Herstellung abfallendes Material: -Produkt, das: 1, aus
Abfällen hergestelltes Produkt. 2. bei der Herstellung
abfallendes Produkt: ^rohr, das (Bauw.): zum Ableiten von
Regenwasser aus der Dachrinne dienendes senkrecht
abfallendes Rohr: -Stoff, der (meist PL): svw. t-material; -tonne.
die: vgl. -eimer; -Verwertung, die (Abfall 1).
abfallen (st. V.; ist): 1. a) bei der Zubereitung od. Herstellung
von etw. übrigbleiben: in der Küche fallen viele Kartoffel-
schalen ab; b) für jmdn. als Gewinn. Vorteil bei etw.
übrigbleiben, herausspringen: für ihn fielen ein Paar Stiefel ab;
was fällt für mich dabei ab? 2. sich von etw. loslösend
herunterfallen, sich lösen: der Mörtel füllt [von der Wand]
ab; Ü all seine falsche Katzenfreundlichkeit war ... von
ihm abgefallen (Fallada, Herr 78). 3. (bes. Rel.. Politik)
sich von jmdm.. etw. lossagen, untreu werden: von Gott,
vom Glauben, von der Partei a. 4. schräg nach unten
verlaufen, sich senken: das Gebirge fällt nach Osten ab;
abfallende Wege, Straßen. Wiesen, Hänge. Dächer.
Schultern. S. an Zahl. Kraft. Intensität. Leistung. Qualität u.a.
verlieren, abnehmen: a) der Wasserdruck, die Leistung des
Motors fiel ab; b) (bes. Sport) gegenüber anderen
zurückbleiben, schwächer werden: der Läufer fällt ab; c) (selten)
abmagern: nach der Krankheit ist er ganz abgefallen. 6.
(selten) bei jmdm. ab-, zurückgewiesen werden: Geschrieben
hat er mir Ihretwegen, und ich habe ihn auch nicht a.
lassen (Th. Mann, Krull 171). 7. (Seemannsspr.) den Kurs
so ändern* daß der Wind voller (mehr von hinten) in das
Segel fällt, vom Kurs nach Lee abgehen (Ggs.: anluven):
41
abfällig
das Boot fallt [auf die Wendemarke] ab. 8. (Jägerspr.):
a) (vom Hund) von der Fährteabkommen: der Schweißhund
ist abgefallen; b) (von Auer- u. Birkwild) vom Baum
wegfliegen, abbaumen: der Auerhahn fiel ab; <Abl. zu 2:> AMalier
['apfale], der; -s. -: 1. (Wasserspringen) Kopfsprung vorwärts
aus dem Stand bei völlig gestreckter Haltung des Körpers
mit Drehpunkt um die Zehen (als Vorübung). 2. (Faustball)
kurz vor der Leine hoch zugespielter Ball, der dann direkt
hinter die Leine geschlagen wird: abfällig <Adj.>: ablehnend,
mißbilligend, abschätzig: ein -er Kommentar; die
Bemerkung war a.; sich a. über jmdn., etw. äußern.
abfälschen <sw. V.; hat) (Ballspiele. Eishockey): den Ball
(die Scheibe) /unabsichtlich j so berühren, daß er (sie)
aus einer vorgegebenen Richtung gelenkt wird: einen Schuß,
den Ball [zur Ecke] a.
fbfangen <st. V.; hat) [2: zu weidm. Fang = Stoß]: 1.
a) hindern, zum Ziel zu gelangen, nicht sein Ziel, seinen
Bestimmungsort erreichen lassen u. in seine Gewalt
bringen!: einen Brief, eine Nachricht, einen Agenten a.; die
Maschine war von den sowjetischen Jägern abgefangen
worden; b) auf seinem Wege zu einem bestimmten Ziel
erwarten u. aufhalten, abpassen: den Briefträger a.; c)
(Sport) jmdn. ein- u. überholen u. dadurch seinen Sieg
verhindern: jmdn. erst auf den letzten zwanzig Metern a.; d)
auffangen, aufhalten, abbremsen; abhalten, abwehren: den
Vorstoß des Feindes, den Feind a.; (Sport:) den Gegner,
einen AngriflTa.; Ü Er sucht sie (= die soziale Revolution)
durch viele Mittel abzufangen (Thieß, Reich 50); e) (Bauw..
Technik) etw., was durch sein Gewicht drückt, durch Balken
u. a. abstützen: bei dem Umbau der unteren Stockwerke
müssen die oberen abgefangen werden; 0 wieder unter
Kontrolle bringen / u. in die normale Fahrtrichtung od. Lage
bringen]: die Maschine, einen schleudernden Wagen, sich
a.; g) (Leichtathletik) den Schwung, den der Körper nach
einem Wurf od. Stoß hat, abbremsen, um so ein Übertreten
zu vermeiden: den Körper durch einen Umsprung a. 2.
(Jägerspr.) angeschossenem Wild mit dem Hirschfänger den
Fang geben: das Wild hinter dem Blatt a.; <Zus. zu 1 a:>
Abfangjäger, der [für engl, interceptor] (Milit.):
Jagdflugzeug der großräumigen Luftverteidigung mit bes. großer
Steigfähigkeit, das gegen feindliche Bombenflugzeuge
eingesetzt wird; Abfangsatellit, der (Milit.): Satellit, der andere
die Erde umkreisende Satelliten zerstören kann.
fbfirben <sw. V.; hat): 1. die eigene Farbe (unerwünscht)
auf etw. anderes übertragen: der blaue Pyjama färbte ab.
2. Einfluß, eine bestimmte Wirkung ausüben; jmdn.
beeinflussen: der schlechte Umgang färbt auf den Jungen ab.
fbfasen <sw. V.: hat) (Holz-. Steinbearbeitung): abkanten:
die Triglyphen ... mit ihren drei senkrechten, abgefasten
Leisten (Bild. Kunst I. 214).
fbiaasen <sw. V.; hat): 1. einem vorgegebenen, nicht allzu
umfangreichen Stoff die entsprechende sprachliche Form
geben, schriftlich formulieren, schreiben: einen Brief, ein
Testament a. 2. (ugs.) abfangen (1 a). ergreifen (oft bei
etw. Verbotenem): einen Dieb a.; <Abl. zu 1:) Abfassung
die; -. -en <PI. ungebr.). dazu: Abfassunoszett* die.
fbfaulen <sw. V.; ist): sich durch Fäulnis/ einwirkungJ lösen:
die Blätter faulten ab.
Qbfedem <sw. V.; hat): 1. a) (einen Stoß, eine Erschütterung,
ein Gewicht, Hindernis) federnd abfangen: jede Bodenwelle
a.; b) (Sport, bes. Turnen) mit Armen od. Beinen federn,
um aus der nach unten gerichteten Bewegung eine nach
oben gerichtete einzuleiten: mit den Beinen vom niederen
Holm a.; c) (Leichtathletik) nachfedern. 2, (Technik) mit
Federn, einer Federung versehen: man hat die Achsen
schlecht abgefedert; <Abl. zu 2:) Abfederung, die; -. -en.
fbfegen <sw. V.): 1. (regional) a) durch Fegen entfernen.
2abkehren (a) (hat): den Schnee [vom Geländer] a.; der
Hirsch fegt den Bast ab (Jägerspr.; entfernt ihn vom Geweih
durch Reiben an den Stämmen od. Ästen); b) durch Fegen
reinigen, 2abkehren (b) <hat): das Brett a. 2. (ugs.) rasch
davonlaufen, -fahren <ist>: mit dem Motorrad a.
fbfeiern <sw. V.; hat): I. (geleistete unbezahlte Mehrarbeit)
durch Freistunden, Freizeit ausgleichen: Überstunden a.
2. (selten) mit einer Feier verabschieden: man feierte ihn
mit großem Trara ab; Wir haben gestern Höß abgefeiert
(Hochhuth. Stellvertreter 209).
fbfeilen <sw. V.; hat): 1. a) durch Feilen beseitigen: ich
feilte die scharfen Zacken ab; b) durch Feilen von etw.
trennen: er feilte die Krampen [von der Kiste] ab. 2. a)
durch Feilen glätten: ich feilte [mir] den eingerissenen
Fingernagel ab; b) durch Feilen verkürzen: ich habe das Visier,
den Schlüsselbart abgefeilt. 3. (Schülerspr. landsch.)
absehen, abschreiben: bei der Klassenarbeit a.; er hat ganze
Passagen abgefeilt.
9bfeihchen <sw. V.; hat) (abwertend): jmdm. eine bestimmte
Summe nach längeretn Feilschen herunter-, abhandeln: er
hat ein paar Mark vom Preis abgefeilscht.
tbferkebi <sw. V.; hat) (Landw.): Ferkel werfen: die Sau
ferkelt ab.
fbfertigen <sw. V.; hat): I. zur Beförderung, zum Versand,
zur Fahrt fertigmachen u. absenden/, schicken: Briefe.
Pakete, ein Schiff a. 2.jmds. Angelegenheiten, Formalitäten
für jmdn. offiziell' erledigen, damit er ungehindert ein
Vorhaben ausführen, ein Ziel erreichen kann; bedienen: die
Reisenden [am Schalter] a.; die Zollbeamten haben zügig
abgefertigt. 3. (ugs.) jmdn., der ein Anliegen hat,
unfreundlich behandeln: Unwirsch fertigte sie beide (= Liebhaber)
ab (A. Kolb. Daphne 133). 4. (Sport) überlegen schlagen:
die deutsche Mannschaft wurde klar 1:6 abgefertigt;
<Abl.:) Abfertigung, die; -. -en.
Abfertigung^-: -baracke. die; -beamte, der; -dienst, der;
MiebAude, das; -gebühr, die; -halle, die; -Schalter, der.
«Metten <sw. V.; hat): 1. (Kochk.) von Fett befreien: die
Brühe a. 2. Fett an etw. anderes abgeben: der Kuchen
hat [auf das Papier] abgefettet.
«bfetzen <sw. V.; hat) (ugs.): in Fetzen abreißen: ich hatte
mir bei dem Sturz die Haut abgefetzt.
abfeuern <sw. V.; hat): I. (eine Feuerwaffe) abschießen:
eine Kanone a. 2. losschießen: eine Rakete. Salutschüsse
a.; Ü einen Schuß aufs Tor a. (Fußball; einen Ball mit
Wucht aufs Tor schießen).
«bfledeln <sw. V.; hat): 1. (selten) auf der Fiedel
herunterspielen: ich fiedlelle mein Liedchen ab. 2. (landsch.) mit mehr-
maligetn Hinund/ierbewegen des Messers / ungeschickt /
abschneiden: ich habe [mir] ein tüchtiges Stück Brot
abgefiedelt.
^Mieren <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): nach unten fieren:
das Rettungsboot a.; Zusammen mit dem IWO fierte er
ihn vorsichtig in die Zentrale ab (Ott. Haie 232).
qbfieseln ['apfhzln] <sw. V.; hat) [zu veraltet flseln = nagen,
viell. verw. mit Faser] (bayr.. österr. mundartl.): abnagen:
ich fles[e]ie das Hühnerbein ab: Ü das wäre ein Fressen
-die Engländer zum erstenmal im Wembley-Stadion abzu-
fieseln (Walter. Spiele 168).
Qbfilmen <sw. V.; hat): im Film zeigen, darstellen: Der bunte
Traum..., wie ihn Fellini... im nächsten Jahr abfilmt (MM
28. 12. 68, 35): <Abl.:) Abfibnung. die; -. -en.
«bfiltern <sw. V.; hat): abfiltrieren; <Abl.:> Abfilterung, die;
-. -en; fbflltrieren <sw. V.; hat): völlig l durch ein Filter
laufen lassen: ... so daß ... Blutwasser mit gelösten Salzen
in vermehrtem Maße durch die Kapillarwände in die Bin-
degewebsräume abgepreßt oder abftltriert wird (Medizin
II. 166); Abfiltrierung, die: -, -en.
abfinden <st. V.; hat): 1. durch eine einmalige Geldzahlung,
Sachleistung für etw. teilweise! entschädigen: Jmdn.
großzügig a.; Ü ich Heß mich mit dieser Bemerkung nicht
a. (zufriedenstellen). 2. <a. + sich) a) sich einigen,
vergleichen: ich fand mich mit den Gläubigern ab; b) (landsch.)
sich durch etw. erkenntlich zeigen, einer Verpflichtung
entledigen; ich habe mich bei ihm für seine Gefälligkeit mit
einem Buch abgefunden; c) sich mit jmdm., etw.
zufriedengeben, sich in etw. fügen: ich fand mich mit meinem Schicksal
ab; Ich wußte, daß er sich abgefunden hatte; <Abl.:)
Abfindung, die; -. -en: 1. das Abfinden (1): die A. der Gläubiger.
2« zur Abfindung (1) bestimmte Summe: jmdm. eine A.
geben, dazu: Abfindungserklirung, die: Abfindungssumme,
die: svw. T Abfindung (2).
fbfingem <sw. V.; hat): mit den Fingern betasten: Münzen,
Geld a.
^Mischen <sw. V.; hat): (ein Gewässer) leer fischen: den
Teich a.; Die Jungfische scheinen nur die oberen Teile
dieser Schicht ... abzufischen (Thienemann, Umwelt 52).
abflachen [apflaxn] <sw. V.): 1. flach/er/ machen <hat>:
die Seitenkanten ( = der Steine) wurden etwas abgeflacht
(MM 10. 12. 68. 3). 2. <a. + sich; hat) a) flacher werden:
die Geschwulst flachte sich langsam ab; der Schädel ist
stark abgeflacht; abgeflachte Höhenzüge, Strandhügel; b)
an Quantität verlieren, abnehmen: Zuwachs bei
Autoproduktion und Zulassungen flacht sich ab (MM 21. 11.
42
Abfütterung
70, 3). 3. im Niveau sinken Ost): die Unterhaltung flachte
später merklich ab; <Abl.:> Abdachung* die; -. -en.
fbflamnen <sw. V.; hat): a) mit einer Flamme beseitigen,
absengen: Lackreste a.; b) mit einer Flamme von etwas
befreien, reinigen: Enten. Gän9ea.; <subst.:) durch Abflam-
men von Rand und Stopfen (MM 9. 8. 65); abdämmen
<sw.V.; hat) (Land w., Forstw.): Wiesen.Heckenabbrennen.
fbflanken <sw. V.; hat) (Turnen): mit einer Flanke vom
Gerät abgehen: vom Reck a.
abflauen <sw. V.: ist): allmählich schwächer werden,
nachlassen: der Wind war abgeflaut; das Gespräch, die
Begeisterung, der Verkehr, das Geschäft flaute ab; <subst.:) der
Besucherstrom war im Abflauen.
fbflfeflen <st. V.): 1. a) (von Vögeln) weg-, davonfliegen
(ist; Ggs.: anfliegen): die Taube flog ab; b) (von Flugzeugen
u. Personen) den Flug beginnen <ist): ich fliege, unsere
Maschine fliegt noch in der Nacht ab; c) (ugs.) sich plötzlich
lösen und fortgeschleudert werden <ist): die Radkappe ist
[mir] abgeflogen. 2. <hat) a) aus einer bedrohlichen
Situation/ mit dem Flugzeug wegbringen: man flog die
Verwundeten [aus dem Kessel] ab; b) (von Vögeln u. Flugzeugen)
zum Zweck der Besichtigung od. Kontrolle überfliegen: die
Front a.; die beiden (= Vögel) flogen alle Schroffen und
Vertiefungen der Wände ab (Kosmos 3, 1965. 122).
abfließen <st. V.; ist): 1. a) herab-, herunterfließen: an etw.
a. wie das Wasser von der Gans; b) sich fließend entfernen,
wegfließen: Aus der angesetzten Kanüle floß Eiter ab ...
(Plievier. Stalingrad 190); der Regen ist nicht abgeflossen
(versickert): der elektrische Strom fließt ab (geht
verloren): Ü der Verkehr fließt schlecht ab; das Geld fließt
ins Ausland ab. 2. sich leeren: die Wanne fließt so schlecht
ab.
«bflöBen <sw. V.; hat): (Holz um.) flußabwärts flößen: die
Stämme werden abgeflößt.
Abflug* der; -[e]s. Abflüge: 1. <o. PI.) das Weg-,
Davonfliegen: der weiche A. der Eule (Langgässer. Siegel 387).
2. Flugbeginn. Start: den A. einer Maschine bekanntgeben;
der A. hat sich verzögert.
Qbflug-, Abflug-: -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -ge-
sdroindigkeit, die; -gewicht, das; -hafen, der; -ort. der;
-Stellung, die (Zoo!.): -tag. der: -zeit. die.
Abfluß,der; Abflusses. Abflüsse: 1. <o. PI.) das Wegfließen:
den A. des Wassers erleichtern; Ü die Polizei mußte den
A. des Verkehrs am Stadion regeln; den A. von Kapital
ins Ausland verhindern. 2. Stelle (Öffnung, Rohr), wo
etw. abfließt: Ausguß: der A. der Badewanne ist verstopft.
Abfluß-: -becken, das; --gebiet, das (Geogr.): Gebiet mit
natürlicher Entwässerung (Abfluß der Wasserläufe ins
Meer); -graben, der; -grübe* die; ^tahn, der: Hahn zum
Regulieren des Abflusses: -kanal, der, -koefflzient. der
(Geogr.): das Verhältnis zwischen mittlerer monatlicher u.
mit tierer jährlicher Wasserführung eines Flusses: -loch, das;
^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geogr.): olme Abfluß
ins Meer: -regfane, das (Geogr.): das vom Klima abhängige,
auf einmonatliches Mittel umgerechnete Auftreten von Hoch-
u. Niedrigwasser eines Flusses während eines Jahres: -rinne,
die; -röhr, das; -röhre, die; -ventil, das.
^Metrien <sw. V.; hat) (Landw.): ein Fohlen gebären: die
Stute hat abgefohlt; abschätzig in bezug auf Frauen: ..Sie
muß morgen oder übermorgen a. ... nun stoßen Sie sich
doch nicht an dem Ausdruck ..." (Bieter. Bonifaz 207).
Abfolge, die; -, -n: Aufeinander-, Reihenfolge: die A. der
Ereignisse; in chronologischer, logischer A.
abfordern <sw. V.; hat): von jmdm. nachdrücklich fordern,
jmdm. abverlangen: der Polizist forderte mir die Kennkarte
ab; dem Volk ein Bekenntnis a.; Jmdm. ein Maximum
an Konzentration a.
fbfonnen <sw. V.; hat): durch Eindrücken in eine weiche
Masse, durch Formen einer weichen Masse nachbilden: jmds.
Züge in Gips a.; <Abl.:> Abformung, die; -, -en.
abfotografieren <sw. V.; hat): durch Fotografieren abbilden,
eine Fotografie von jmdm.. etw. machen: die Familie a.;
abfotografiertes Theater.
abfragen <sw. V.; hat): 1. jmds. Kenntnisse durch Fragen
'über/prüfen: ich fragte ihn (auch: ihm) lateinische
Vokabeln ab; auch ohne persönl. Objekt: das Einmaleins
a.; auch ohne SachobJ. (aber nur mit persönl. Akk.-Obj.):
der Lehrer hat mich abgefragt. 2. a) (Fernspr.) eine Leitung
durch Anruf prüfen, ob sie zu vermitteln ist od. ob sie
noch intakt ist: alle Leitungen a.; b) (Elektrot.. Datenver-
arb.) /ermitteln, feststellen und/ sich geben lassen: Der
Rechner muß dann in festen Zeitabständen das Signal
„ready" a. (Elektronik 11, 1971. 378); <subst.:> SpezieU
zum Abfragen kleinster Spannungen von
Thermoelementen (Elektronik 11, 1971, 444). 3. (veraltend) von jmdm.
durch Fragen in Erfahrung bringen: sie wollte ihm sein
Geheimnis a.
abfressen <st. V.; hat): 1. von etw. weg-, herunterfressen:
die Hasen fraßen den Kohl ab; derb von Menschen: er
frißt die Streusel [vom Kuchen] ab; Ü sichern dem Stück,
das manche Nachvergoldung abfrißt, einen Triumph (MM
2. 5.69,48), 2. leer fressen: die Vögel fressen die
Holundersträucher ab.
«bfrieren <st. V.): 1. a) durch Frost absterben /und sich
lösenj <ist>: die Knospen froren ab; b) (von jmds. Gliedern)
durch Frost geschädigt werden <ist>: die Ohren frieren [mir.
ihm] ab; abgefrorene Hände. 2. (ugs. übertreibend) durch
Frost verlieren <hat): Es ist so eisig, ich werde mir die
Füße a. (Imog. Wurliblume 236); *sich einen a. (ugs.;
sehr frieren). 3. (selten) einfrieren <ist>: die Leitung friert
ab.
abfrottieren <sw. V.; hat): tüchtig frottieren: ich frottierte
mir den Rücken ab; du mußt dich gut a.!
«Mühlen <sw. V.; hat): 1. (veraltend) mit Hilfe des Gefühls
anmerken: ich fühlte es der Mutter ab. daß sie mir
insgeheim dankbar dafür war. 2« fühlend abtasten: die vom
Band abgefühlten Impulse laufen in einen Motorlocher.
Abfuhr, die; -. -en [3 a: nach 2. zu: abfuhren (1 b)]: 1.
Abtransport: A. von Müll. Sperrgut. Holz. 2. (Studen-
tenspr.) Niederlage des Paukanten in der Mensur vor dem
Ende der Fechtzeit: eine A. auf Schmiß. 3. a) entschiedene
Abweisung, schroffe Zurechtweisung: jmdm. eine A.
erteilen; sich eine A. holen; b) (Sport) IhoheJ Niederlage: Im
Februar hatten wir ... von den Eidgenossen eine 1:2-A.
bekommen (Walter. Spiele 80); sich eine schwere A. holen.
Abführ- (abführen 2 b): -mittel, das; -pille, die;
-Schokolade, die.
abführen <sw. V.; hat) [2: urspr. tr.. z. B. Uneinigkeiten]:
1. a) jmdn., den man ergriffen hat, wegführen, bes. jmdn.,
den man festgenommen hat, in polizeilichen Gewahrsam
bringen: die Gangster wurden abgeführt; Den Kerl lasse
ich von der Polizei a. (Gaiser. Schlußball 102): b) (Studen-
tenspr.) wegen etw. (Verwundung, regelwidriger Haltung
u.a.) vor dem Ende der Fechtzeit aus der Mensur nehmen
u. für besiegt erklären I lassen]: wir... mußten zwei
Bundesbrüder auf Haltung und drei Bundesbrüder auf Schmiß
a. (Gießener Franken-Zeitung, N. F. 17. 1961, 9); c)
wegführen, ableiten: Abgase, das Hochwasser a.; d) von etw.
wegführen, abbringen: dieser Weg führt uns von unserem
Ziel ab; Ü Jmdn. vom rechten Weg a.; dieser Gedankengang
fuhrt nur vom Thema ab; e) von etw. abzweigen, seinen
Ausgang nehmen: an dieser Stelle führt der Weg von der
Hauptstraße ab; 0 Gelder an jmdn., etw. abliefern, zahlen:
Steuern an das Finanzamt a.; ... ist Soubirous immer
noch bereit, den vollen Betrag an Louise abzuführen
(Werfet. Bernadette 20). 2. a) für Stuhlgang sorgen: Rhabarber
führt ab; <bes. im 1. Part.:) abführende Mittel; b) den
Darm leeren: sie konnte schon drei Tage nicht a. 3,
(veraltend) täuschen, anführen: wenn zwei sich lieben und er
führt das Mädchen ab, so bleibt er ein Ehrenmann (Th.
Mann, Erzählungen 8). 4. (Schrift- u. Druckw.) (einen
Satz, Textteil) mit einem schließenden Anführungszeichen
versehen (Ggs.: anführen). 5. (Jägerspr.) (den Hund) beim
Jagen auf Wild anleiten: ein gut abgeführter Dackel; <Abl.
(bes. zu 1 a, c, f; 4):) Abführung, die; -. -en.
^bfiiil-: -anläge, die; Mipparat, der; -automat, der; Mlatum,
das; Mnaschine, die; -Vorgang, der.
4Müllen <sw. V.; hat): 1. (meist im Rahmen eines
Gewerbebetriebs) nacheinander füllen: man füllte die Flaschen [mit
Apfelwein] ab. 2. aus einem größeren Behälter in einen
kleineren füllen: Wein a.; in Stein topfe abgefülltes Schmalz;
<Abl.:> Abfüllung, die; -, -en.
Ifbfiittern<sw. V.; hat): die Fütterung von Tieren vornehmen:
ich futter[t]e das Vieh ab; er hat schon abgefüttert: salopp
von Menschen: Längst hätten ihre „Männer" dasein
müssen. Die hatte sie noch a. wollen (Bredel, Väter 10); <Abl.:>
'Abfütterung, die: -. -en.
^Müttern <sw. V.; hat): (ein Kleidungsstück) mit Futterstoff
versehen: ich fütter[t]e den Mantel [mit Seidel ab: <Abl.:>
2AMütterung, die; -. -en.
43
Abgabe
Abgabe, die; -. -n: 1. <o. PI.) Ablieferung, das Hingeben:
A. der Stimmzettel, der Prüfungsarbeiten; gegen A. der
Coupons. 2. (meist PI.) einmalige od. laufende Geldleistung
an ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen, Steuer: hohe,
niedrige, öffentliche, jährliche -n; -n erheben, entrichten;
die -n an den Staat fallen weg; die -n auf Tabak werden
erhöht. 3. (Wirtsch.) Verkauf: Größere -n (= an der
deutschen Börse) von amerikanischer Seite könnten ... das
freundliche Bild ... stören (Welt 5. 8. 65. 13). 4. (Ballspiele.
[Eislhockey) a) das Abspielen des Balles: er hat mit der
A. [des Balles] an den Linksaußen zu lange gezögert; b)
abgespielter Ball: der gegnerische Läufer konnte die A.
erlaufen; c) Verlust: die A. eines Satzes, Punktes, Titels.
5. (o. PI.) das Abfeuern: bei der A. eines Schusses. 6.
das Ausströmen, Ausstrahlen: unter A. von Wärme,
Energie. 7. das Abgeben (7), Äußern: die A. einer Erklärung,
eines Urteils.
«beste-, Abgabe- (Abgabe 1. 3): -pdkhtig (AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): 1. zur Abgabe verpflichtet. 2. svw. abgaben-
pflichtig: verpflichtet. Abgaben zu entrichten: -preis, der;
-satz, der (Finanzw.); -soll, das: svw. t Ablieferungssoll;
-termin, der.
abgaben-, Abgaben- (Abgabe 2): -autonomie, die; ^beitret-
bung, die; -bewilligung, die; -frei (Adj.; o. Steig.);
--Ordnung, die. Abk.: AO; -pflkhtig (Adj.; o. Steig.; nicht
adv.); -recht, das; Senkung, die.
Abgang,der; -[eis. Abgänge: 1. a) (o. PI.) das Weg-.
Fortgehen: Sie dürfen den A. vom Schalter nicht behindern;
Theater: ein dramatischer A. (von der Bühne); der von
Beifall umrauschte A. des berühmten Schauspielers; *sich
einen guten o. ä. A. verschaffen (beim Weggehen einen guten
Eindruck hinterlassen): b) das Verlassen eines
Wirkungskreises, das Ausscheiden: nach dem A. von der Schule;
der A. des Ministers aus seinem Amt; Eine Stunde Zeit
geben sie dem Herrn der Welt zu ehrenvollem A. (Zweig,
Fouchi 198); c) jmd. der ausscheidet, einen Wirkungskreis
verläßt: an unserer Schule haben wir S Abgänge; d) (bes.
Milit.. Med.) Tod esfall : Viele Häftlinge schleppen sich
nur mühsam durchs Lagertor. Bilanz des Tages: mehrere
Abgänge (Bild u. Funk 3. 1967. 33). 2. Weggang: Abfahrt:
kurz vor A. des Zuges, Schiffes. Flugzeuges. 3. (o. PI.)
Absendung: der A. der Post, der Waren. 4. das Abgehen
von einem Turngerät: die Riesenwelle am Reck mit
gegrätschtem A. 5. a) (o. PL): Ausscheidung: das Mittel
befördert den A. der Steine; b) (Med.) 7b/-. Fehlgeburt,
2Abort: einen A. haben. 6. (o. PI.) (Kaufmannsspr.)
Verkauf. Absatz (gewöhnlich in Verbindung mit „haben" u.
„finden"): diese Ware hat. findet reißenden A. 7. (PI.
ungebr.) (veralt.. noch Kaufmannsspr.) Wegfall, Verlust:
der A. muß wieder ersetzt werden; beim Obsthandel gibt
es viel A. 8. (österr. Amtsspr.) Fehlbetrag: den A. von
SO S mußte die Kassierin ersetzen; Abgänger, der; -s. -
(Amtsspr.): Schüler, der von der Schule abgeht: nur ein
geringer Prozentsatz der A. wendet sich an die
Berufsberatung; fbgängig (Adj.: o. Steig.): 1. (landsch.) überzählig,
überflüssig, weil unbrauchbar: es wurden meist -e alte Kühe
geschlachtet (MM 10. 3. 70. 19); Verkaufeines -en Ebers
(Bergsträßer Anzeiger4.2.71.6). 2. (Amtsspr.. bes. österr.)
(von Personen) nicht mehr vorhanden, vermißt, verschollen:
es werden alle -en Personen registriert; ... Rüben, der
schon von früh an a. war (Th. Mann. Joseph 597), dazu:
Abgängigkeitsanzeige, die (österr.): Vermißtenanzeige.
Abgangs-: 1. zu Abgang (1 b): -examen, das; -Prüfung,
die; -zeugnk. das. 2. zu Abgang (2. 3): Miatun. das;
^hafen, der; Mneldung, die; -Station die; -tag, der: -zeit,
die.
Abgas, das; -es. -e (meist PL): entweichendes Verbrennungs-
gas: die -e der Motoren.
«bgas-.^bgas- (bes. Kfz.-T.): -entgiftung, die; -frei (Adj):
-e Motoren; -turbtne, die: Turbine, die mit Abgasen
getrieben wird: ^Verwertung, die; ^wert, der: der gemessene
Gehalt der Luft an Abgasen: -wölke, die.
fbgaunern (sw. V.; hat) (ugs. abwertend): Jmdm. etw. durch
Gaunereilen] abnehmen: ich gauner[t]e ihm das Geld ab.
abgearbeitet: T abarbeiten.
abgeben (st. V.; hat): 1. a) etw. dem zuständigen Empfänger
od. jmdm., der es an den Empfänger weiterleitet) geben,
übergeben* aushändigen: einen Brief, ein Geschenk
[persönlich, eigenhändig] a.; er gab die Waren beim Nachbarn
ab; Ü seine Stimme bei der Wahl a.; das U-Boot hatte
einen Funkspruch abgegeben; b) zur Aufbewahrung geben:
den Mantel in der Garderobe a. 2. a) jmdm. i einen Teil
von i etw. (freiwillig! überlassen, abtreten: etw. mit jmdm.
teilen: er hat mir die Hälfte des Kuchens, vom Kuchen
abgegeben; Knopf... gibt von seiner Pension keinen
Pfennig an den Haushalt ab (Remarque. Obelisk 90); b) jnuhn.
etw. od. jmdn. /gezwungen/ überlassen, abtreten müssen:
die Leitung, den Vorsitz a.; Personal, Kräfte. Mitarbeiter
a. müssen; Sport: die Spitze, zwei Punkte a. 3. jmdm.
zu einem niedrigen Preis überlassen, verkaufen: Obst. Eier
a.; Das Endprodukt gab Mathäus billig ab (Fries. Weg
123). 4. (Ballspiele, [Eislhockey) (den Ball, die Scheibe)
an einen Mitspieler geben: den Ball an den Verteidiger
a.; er muß schneller a. 5. (einen Schuß) abfeuern: einen
Warnschußa.; er... gab einen langen Feuerstoß ab (Gaiser,
Jagd 32). 6. von sich geben, ausströmen, ausstrahlen: der
Ofen gibt genügend Wärme ab; das Blut gibt Kohlensäure
ab. 7. verlauten lassen, äußern: sein Urteil, eine Erklärung
a. 8. a) (ugs.) die Rolle von jmdm. spielen, jmdn. dar-,
vorstellen, machen: den Wilhelm Teil a.; b) jmd.. etw. sein,
als jmd.. etw. fungieren, etw. bilden: einen guten
Familienvater a.; er gab eine komische, traurige Figur ab; den
Rahmen, den Hintergrund für etwas a. 9. (Kartenspiel) die
Karten zum letzten Spiel austeilen (Ggs.: angeben): du
gibst ab. 10. (a. + sich) (meist geringschätzig) a) sich mit
etw., jmdm. beschäftigen, befassen: sich mit Gartenarbeit
a.; sich viel mit kleinen Kindern, mit Tieren a.; damit
gebe ich mich nicht ab; b) (ugs.) mit jmdm. Umgang pßegen.
sich mit jmdm. einlassen: sich mit Prostituierten, mit
Ganoven a.; * imdm. [et]was, eins a. (ugs.; ihn schelten, schlagen):
sei still, sonst gibt es [etjwas ab!; er hat dem Hund eins
abgegeben.
fbgeblaftt: t abblassen.
abgebrannt: fabbrennen (1 i u. 2 b).
abgebraucht: t abbrauchen.
abgebrochen: fabbrechen (1 d).
abgebrüht [apgdbry:t] (Adj.) [2. Part, zu fabbrühen, eigtl.
= mit heißem Wasser übergössen! (ugs.): zynisch/
abgestumpft, unempfindlich gegen etw.: ein -er Bursche; a.
handeln; (Abi.:) Abge*rühtheit, die; -.
abgedroschen [apgodrojn] (Adj.) [2. Part, von veraltet ab-
dreschen. eigtl. = leer wie ausgedroschenes Getreide
(Stroh)] (ugs.): bis zum Überdruß gebraucht, phrasenhaft:
-e Worte, Redensarten (Klischees): diese Phrasen sind
schon recht a.; (Abi.:) ^boedroschenheit, die; -.
abgefeimt [apgafyjmt] (Adj.) [2. Part, von veraltet abfei-
men, eigtl. = von unreinem Schaum (mhd. veim) befreit
u. dadurch gereinigt, vollkommen gemacht]: in allen
Schlichen u. Schlechtigkeiten erfahren, in unmoralischer Weise
schlau: ein -er Schurke; eine -e Bosheit; a. vorgehen; (Abl.:>
Abgefeimtheit, die; -. -en.
abgegangen: fabgehen (11 b).
«hoegriflen: fabgreifen (1).
fboehackt: fabhacken.
abgehangen: f 'abhängen (1).
fbgehirmt: fabhärmen.
abgehärtet fabhärten.
fhgehen (unr. V.; ist): 1. a) sich gehend entfernen, einen
Schauplatz verlassen: Eduard macht eine verzweifelte Geste
und geht ab (Remarque. Obelisk 124); die beiden gingen
ganz friedlich ab; Theater: ... geht über den Korridor
nach links ab; b) aus einer Tätigkeit ausscheiden, eine
Arbeitsstätte (bes. eine Schule) verlassen: nach der zehnten
Klasse a.; er ist abgegangen worden (Schülerspr. scherzh.;
hat unfreiwillig die Schule verlassen). 2. einen Platz, Ort,
eine Stelle fa/irplanmäßigI verlassen (um wohin zu
gelangen): das Schiff, der Zug geht gleich ab. 3. abgeschickt
werden: das Schreiben ist abgegangen; die Waren werden
mit dem nächsten Schiff a. 4. (Geräteturnen) ein Gerät
(mit Schwung, Sprung) verlassen u. damit eine Übung
beenden: mit einem Grätschabschwung vom Reck a. 5. a)
von etw. ausgehen, abzweigen: der Weg geht von der
Hauptstraße ab; vom Wandelgang geht eine kleine Tür ab
(Johnson. Ansichten 204); b) in anderer Richtung verlaufen: der
Weg geht dann links, nach Norden ab. 6. sich lösen: hier
ist der Putz, die Farbe abgegangen; mir ist ein Knopf,
der Daumennagel abgegangen; der Fleck geht [nicht] ab
(läßt sich inicht! entfernen): Am gegenüberliegenden Berg
war aus der Nordseite eine riesige Lawine abgegangen
(Eidenschink. Fels 126). 7. ausgeschieden, abgesondert wer-
44
abgeschmackt
den. von innen nach außen gelangen: die Würmer gehen
mit dem Kot ab; Ihm ging Wasser ab. Er beschmutzte
sich (Jahnn. Nacht 149); *imdm. geht einer ab (vulg.; ein
Mann hat, ohne Geschlechtsverkehr auszuüben, einen
Samenerguß). 8. (vom Schuß) sich lösen: plötzlich ging ein
Schuß ab. 9. verkauft werden. Absatz finden: die Ware
geht reißend ab. 10. abgezogen, abgerechnet werden: von
dem Gewicht geht die Verpackung ab. 11. a) jmdm. fehlen,
mangeln: Jmdm. geht der Humor, jedes Taktgefühl ab:
Militärische Fähigkeiten gingen ihm ab (Fr. Thieß, Reich
466); du läßt dir doch sonst nichts a. (leistest dir doch
sonst alles): b) (veraltet, noch fachspr.) eingehen, außer
Gebrauch kommen <meist 2. Part.): Namen von (z.T.
abgegangenen) Siedlungen (Germanistik 2, 1967, 280);
abgegangene Flußnamen (ebd. 4. 1963, 596). 12. von etw.
Abstand nehmen: von einer Gewohnheit, einem Grundsatz
a. 13. in einer bestimmten Weise ablaufen, vonstatten gehen,
ausgehen: es ist noch einmal glimpflich, ohne Geschrei
abgegangen. 14. an etw.. jmdm. zum Zwecke der
Besichtigung od. Kontrolle entlanggehen, bei einem Rundgang
besichtigen, untersuchen: die Front der angetretenen Soldaten,
die Strecke noch einmal a.; Eine andere Gruppe ging
... das Waldgelände ab (Apitz, Wölfe 82).
«fagchetzt: t abhetzen (2).
9bgeizen, sich <sw. V.; hat): durch übertriebene Sparsamkeit
erübrigen: er hatte sich die Summe, das Häuschen von
seinem Lohn abgegeizt.
abgekämpft: t abkämpfen (2).
abgekartet: t abkarten.
abgeklappert <Adj.) (salopp abwertend): 1. abgenutzt,
verbraucht: -e Gäule; die Schreibmaschine, das Auto ist schon
recht a. 2. abgedroschen, nichtssagend: phrasenhaft: -e
Schlager; diese Redewendungen. Phrasen sind ziemlich
a.
abgeklärt l'apgakle^t] <Adj.>: auf Grund von
Lebenserfahrung über den Dingen stehend: ausgeglichen und weise, voller
Besonnenheit: ein -er Mensch; mit -er Miene; a. über etw.
sprechen; <Abl.:> Abgeklärtheit, die; -: abgeklärtes Wesen,
besonnene Ruhe: die A. des Alters; sein Vater hatte seine
A. eingebüßt.
abgelagert: T ablagern (2).
Abseid, das; -[eis. -er: svw. tDisagio.
aboeleM [apgsle:pt) <Adj.> (geh.): 1. vom langen Leben
verbraucht, entkräftet: alt u. kraftlos: noch morscher als
diese -en Invaliden (Plievier. Stalingrad 215); Ü tausendmal
lebendiger als in unserem -en Europa (St. Zweig. Fouche
218). 2. überlebt, überholt, altmodisch: diese Prämissen
sind a. (Gehlen.Zeitalter 76); <Abl.:> Abeelebtheit, die; -.
abgeledert <Adj.) [zu tabledem (1)] (landsch.): a) abgewetzt:
er spürte den Stahl (= des Totschlägers) durch den -en
Griff (Schnurre. Fall 13); b) schäbig gekleidet,
heruntergekommen: ein -er Kerl; das Sofa ist a.. sieht ziemlich a.
aus.
abgelegen [apgale:gnj: abseits, entfernt liegend: ein -es Dorf;
in einer abgelegenen Straße; <Abl.:> Abgelegenheit, die. -.
«hoeleiert: fableiern (2).
abgelten <st. V.; hat): pflicht-, ordnungsgemäß/ ausgleichen:
eine empfangene Leistung durch eine gleichwertige andere
ersetzen: mit dieser Zahlung sind alle Ansprüche
abgegolten; <Abl.:> Abgeltung« die; -. -en: In dieses Gebiet gehört
auch die A. der sogenannten bahnfremden Lasten (Der
Bund Bern 282. 1968. 17).
abgelumpt [apgslompt] <Adj.) (ugs.): in abgetragener,
zerrissener Kleidung, heruntergekommen: ein -er Bettler;
damalswar ich a. wie ein Strauchdieb (Bergengruen.
Rittmeisterin 430).
fbgemadit: t abmachen (2).
abgemagert: t abmagern (1).
tbgemervdt: tabmergeln.
abgemessen ['apgdmesn] <AdJ.> (geh.): gleichmäßig, maßvoll,
beherrscht, ruhig: Der sonst in allen Bewegungen so -e
Mann (Buber. Gog 216); eine genaue und -e Lebensweise;
sich a. bewegen; <Abl.:> Abgemessenheit, die; -.
abgeneigt l'apgan^ikt] <Adj.) [zu veraltet sich abneigen =
sich wegwenden] in der Verbindung jmdm.. einer Sache
a. sein (nicht geneigt, ablehnend eingestellt, abhold sein):
einem Plan. Bündnis a. sein; sowohl Georg der Zweite
wie Georg der Dritte waren Friedrich dem Großen
persönlich abgeneigt (Friedell. Aufklärung 11); nicht a. sein,
etwas zu tun; ich zeigte mich [nicht] a.; (auch attr.) die
der modernen Literatur -en Leser; <Abl.:> Abgenetgtheit,
die; -.
abgenutzt: t abnutzen.
Abgeordnete ['apgdbrdndtd], der u. die; -n. -n [zu t abordnen;
in der heutigen Bed. als Mask. zuerst im 17. Jh.. als
Fem. im 19. Jh.]: vom Volk für eine festgelegte Zeit in
eine parlamentarische Institution gewählter Vertreter:
Deputierter. Delegierter: Beispiele zur Dekl.: ein -r; als -r.
als A. gewählt werden; eine A.; der Wahlkreis des [Herrnl
-n. der [Frau] -n Müller: Herrn. Frau -n Müllers
(Wahlkreis; dem. der -n Müller; Mord an -m, -r; ihm als -n
(auch: -m). ihr als -n (auch: -r); an Herrn -n, an Frau
A. Müller: zwei A.; die Immunität einiger -r (seltener:
-n); allein] -n; Abk.: Abg.
Abgeordneten-: ^bank. die <PI. ...bänke): Sitz der
Abgeordneten: -4»us, das: 1. Körperschaft der Abgeordneten. 2.
Tagungsgebäude der Abgeordneten: ^kammer, die: miuuv-
dat. das; -sitz, der; -wähl. die.
abgeplattet: t abplatten.
abgeraten <st. V.: ist) (veraltend): sich, ohne daß man es
merkt, von etwas entfernen, abkommen: sie waren vom
Weg abgeraten.
abgerechnet: T abrechnen.
abgerissen [apgansn] <Adj.>: 1. a) abgetragen, abgewetzt,
zerlumpt: -e Kleidung; ein -es Sofa; b) zerlumpt gekleidet,
heruntergekommen: ein -er Häftling; a. aussehen. 2.
unzusammenhängend, zusammenhanglos: -e Sprach fetzen. Sätze.
Gedanken; a. (abgehackt, stoßweise) sprechen; <Abl.:> Ab-
gerissenheit, die; -.
abgerundet ['apgdrunddt]: f abrunden; <Abl.:>
Abgerundetheit, die; -.
abgesagt: T absagen.
Abgesandte, der u. die; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete)
(veraltet, geh.): Person, die mit einem bestimmten, besonderen
Auftrag an jmdn. geschickt wird: die -n des Königs; ...
und daß ich Lakatos fürchtete als den leibhaftigen
Abgesandten des Teufels (J. Roth. Beichte 151).
Abgesang. der; -[eis, Abgesänge: 1. (Verslehre)
abschließender, dritter Teil der Strophe in den Liedern des Minne-
u. Meistersangs (Ggs.: Aufgesang): der A. folgt auf Stollen
und Gegenstollen. 2. (geh.) a) Ausklang, wehmütiger/
Abschied: das ist der A. des Herbstes; b) letztes Dichtwerk.
Abschieds-. Schwanengesang: die Ode ist der A. des greisen
Dichters an/auf seine Getreuen; Und darum wurde ich
auch nicht zu einem A. meines Jahrhunderts (Becher. Prosa
174).
abgeschabt: fabschaben (2).
abgeschieden ['apgajirin] <Adj.) [im 17. Jh. in pietistischem
Sprachgebraudi u. mhd. abegescheiden = losgelöst von
der Außenwelt (Mystik), zurückgezogen] (geh.): 1.
entlegen, einsam, abgelegen: ein -es Dorf; das Gehöft ist. liegt
a. 2. verstorben, tot: -e Seelen; <subst.:> Abgeschiedene«
deru. die; -n, -n <Dekl.: t Abgeordnete): Seine Hochwürden
machte sich hierauf einige Notizen über des -n Lebensgang
(Th. Mann. Krull 76); <Abl. zu 1:> Abgeschiedenheit, die;
-: ... in der A. dieser sommerlichen Idylle (Seidel. Sterne
106).
QbgeschbüTt: ? abschlagen (b).
abgeschlagen ['apgsjla.gn] <Adj.>: 1. (Sport) vom Sieger
hinter sich gelassen, klar besiegt: der weit -e Favorit; Nur
Tauno Luiro... endete a. auf dem achtzehnten Rang (Mae-
gerlein. Piste 38). 2. (landsch.) ermattet, erschöpft: einen
-en Eindruck machen; ich bin völlig a. 3. (von Geschirr)
mit kleinen Beschädigungen: -e Tassen; <Abl. zu 2:>
Abgeschlagenheit, die; -.
abgeschliffen: tabschleifen; <Abl.:> Abgeschliflenheit, die; -.
abgeschlossen ['apgajbsn] <Adj.>: 1. abgesondert, isoliert,
von der Welt getrennt: ein -es Leben führen; mein Leben
ist still und a. 2. in sich geschlossen [u. deshalb für Fremde
nicht ohne weiteres zugänglich j: wir traten in einen -en
Hof; ich finde die sehr -en Paarverhältnisse nicht besonders
anziehend (Wohngruppe 69); die Wohnung ist a. 3.
abgerundet, durchgestaltet, in sich vollendet: ein -es Werk; der
neue Roman macht einen -en Eindruck, wirkt sehr a.;
<Abl. zu 1 u. 3:> Abgeschlossenheit, die; -: die häusliche
A.; infolge ihrer geographischen und politischen A. (Thieß.
Reich 30).
abgeschmackt ['abgajmakt] <Adj.) [mit der Endung des
schwachen 2. Part, auf -t zu gleichbed. veraltet abge-
schmack (16. Jh.), aus: ab- = abwertende Vorsilbe u.
45
Abgeschmacktheit
geschmack = schmackhaft < mhd. gesmac. gesmach.
ahd. gismahl: dem Geschmack zuwider, fade; geistlos,
töricht, albern: ein -es Lächeln; seine Worte waren äußerst
a.; a. klingen; Daß sie ihm auch ihre Hand noch überlassen
soll, findet sie a. (Chr. Wolf, Nachdenken 100); <AbI.:>
Abgeschmacktheit, die; -. -en.
abgeschnitten fapgajnitn]: fabschneiden (1. 2. 5): <Abl.:>
Abgeschnittenheit, die; -.
abgesehen: t absehen (4).
abgesondert fapgaz^ndBt]: f absondern (1); <Abl.:>
Abgesondertheit, die; -.
abgespannt f'apgajpant] <Adj.> [urspr. vom Bogen od. von
Saiteninstrumenten, deren Spannung nachgelassen hat, zu
veraltet abspannen = der (notwendigen) Spannung
berauben, schlaf!machen]: (nach großer körperlicher od. geistiger
Anstrengung) angegriffen, müde, erschöpft: einen -en
Eindruck machen; du bist, dein Gesicht ist a.. sieht a. aus;
fühlst du dich a.?; <Abl.:> Abgespamtheit, die; -.
abgespielt: fabspielen (1 b).
Absestalt« die; -. -en (veraltet): verkrüppelter, verwachsener
Mensch; Mißgestalt.
abgestanden [apgdjtandn] <Adj.) [zu veralt. abstehen =
durch langes Stehen die (Lebens)kraft verlieren, zugrunde
gehen]: 1. a) durch langes Stehen schal geworden: das Bier
ist, schmeckt a.; b) nicht mehr frisch, verbraucht: -e Luft;
die Wärme, der Geruch war a. 2. fade, nichtssagend: -e
Phrasen; <Abl.:> Abgestandenheit, die; -.
abgestimmt ['apifejtimt]: fabstimmen (2); <Abl.:> Abge-
stimnitheit, die; -.
abgestorben[apgaJtDrbn]:fabsterben(1 b,2): <Abl.:>
Abgestorbenheit, die; -.
abgestumpft[apgajtumpft]:(abstumpfen(2); <Abl.:>4bge-
stumpftheft, die; -.
abgetakelt <AdJ> [über älteres bildl. fabtakeln = jmdn.
seiner Stellung berauben] (salopp abwertend): vom Leben
mitgenommen, alt u. verlebt, verbraucht, ausgedient,
heruntergekommen: ein -es Tingeltangelmädchen; die Tänzerin
ist schon recht a.; a. aussehen.
Qbgetan: fabtun (3).
abgetragen: fabtragen (3).
abgetrieben: fabtreiben (4).
abgewetzt: fabwetzen (1 b).
abgewinnen <st. V.; hat): a) vonjmdm. im Spiel oder / Wett i-
kämpf gewinnen, erlangen: er hat ihm [im Kartenspiel]
viel Geld abgewonnen; b)jmdm.. sich abnötigen, abringen;
durch intensive Bemühungen erlangen, entlocken: dem Meer
Land a.; er versuchte, der Frau ein Lächeln abzugewinnen;
sie gewann sich noch Zeit ab. gute Bücher zu lesen (Nie-
kisch, Leben 13); Dem Markgrafen selbst suchte er auf
jede Weise Vertrauen und Freundschaft abzugewinnen
(Feuchtwanger. Herzogin 108); c) etw. Gutes, Positives
an einer Sache finden: er hat der Sache Geschmack
abgewonnen.
abgewirtschaftet: fabwirtschaften.
abgewogen['apgavo:gnJ: fabwägen (1): <Abl.:> Abgewogen-
heit. die: -.
abgewöhnen <sw. V.; hat): jmdn., sich dazu bringen, eine
/schlechte/ Gewohnheit abzulegen: jmdm. das Fluchen a.;
ich habe mir das Rauchen abgewöhnt: Ich habe mir zum
Beispiel ganz abgewöhnt. ... mehr als eine bescheidene
Tasse Kaflee zu trinken (Grzimek, Serengeti 21); <subst.:)
(scherzh.) einen (Schnaps) noch zum A.; <Abl.:> Abgewöh-
nung, die; -.
abgewöhnt: fabwohnen (1).
abgewrackt: fabwracken.
abgezehrt: fabzehren.
abgezirkelt: t abzirkeln.
abgezogen [apg3t$o:gn] <Adj.) [zu veraltet abziehen =
(Regeln u.a.) ableiten, abstrahieren; von Leibniz
vorgeschlagen] (selten): abgeleitet, abstrahiert,abstrakt: eine
Geschichte der ... -en und materiellen (räumlichen) Bedeutungen
von Präpositionen in Verbalzusammensetzungen (Mut-
tcrspr. II. 1966. 337); <Abl.:) Abgezogeiteit,die; -.
abgießen <st. V.; hat>: l.a) einen Teil einer Flüssigkeif,
der als zuviel erscheint, aus einem Gefäß heraus-, weggießen:
gieß Wasser [aus dem Eimer] ab!; b) durch das Herausgießen
von Flüssigkeit den Inhalt eines Gefäßes verringern: den
Eimer a. 2. a) von etwas gießen, weggießen: das Wasser
von den Kartoffeln, Nudeln a.; b) etw. Gekochtes vom
Kochwasser befreien: die Kartoffeln a. 3. (bild. Kunst;
Gießerei) durch einen Guß formen, nachbilden: eine Büste
a.; Das größte und schwerste Stahlgehäuse ... wurde ...
bei der Stahlgießerei ... abgegossen (MM. 8. 10. 1973.
13). 4. (Gießerei) (eine Form) mit flüssigem Metall füllen:
wir haben alle Formen abgegossen.
Abglanz« der; -es: 1. Reflex glänzender Lichter, Farben;
Widerschein: der A. der Abendröte. 2. Nachklang, ein
dürftiger, der letzte] Rest von etw.: ein schwacher A.
vergangener Pracht; ein A. dieses Triumphes fiel auch auf
die Opposition.
Abgleich [apglajtf. der; -[e]s. -e <P1. selten) (Funkt..
Elektronik): das Abgleichen (3): Wenn der Umsetzer seinen A.
gefunden hat ... (Elektronik 11. 1971. 378); Zum anderen
zeichnet sich diese Anordnung durch ... einfachen A. in
der Fertigung aus (Funkschau 19. 1971. 1966); abgleichen
<st. V.; hat): 1. (Bauw.. Handw.) in der Höhe, im Verlauf
gleichmachen: (mit der Abgleichbohle) den Beton a. 2.
vergleichend im Maß aufeinander abstimmen: die Maße
sind mit den Normalen der Eichbehörden abgeglichen
worden. 3. (Funkt., Elektronik) Spulen, Kondensatoren auf
den richtigen Wert einstellen, um die Eigetxfrequenzen von
Schwingkreisen in Übereinstimmung zu bringen: einen
Rundfunkempfänger a.; ... um Änderungstendenzen von
Meßgrößen... auf Maximum bzw. Minimum abzugleichen
(Elektronik 10, 1971, A 50). 4. (Optik) (zwecks richtiger
Brillenbestimmung) die Sehschärfen beider Augen einander
anpassen: <Abl.:) ^bgleichung. die; -. -en.
«hgletten <st. V.; ist) (geh.): 1. a) die Haftung, den Halt
verlieren u. von etw. unbeabsichtigt seitwärts 'und nach
unten J gleiten: er glitt vom Beckenrand ab; die Messerspitze
war abgeglitten; auch die Raupenketten glitten immer
wieder ab (Kirst. 08/13. S98); Ü die Beleidigungen glitten
von ihm ab (berührten ihn nicht); ihre Verftihrungskünste
sind an ihm abgeglitten (blieben wirkungslos); b) sich von
etw. entfernen, ohne es zu merken; von etw. abirren,
abschweifen: von der Bahn der Tugend a. (auf die schiefe
Bahn geraten); ihre Gedanken glitten immer wieder ab.
2. a) (selten) von etw. nach unten gleiten, ab-,
hinunterrutschen: ich ließ mich vom Pferd, vom Wagen a.; Ü in
Anarchie a. (absinken): b) nachlassen, schlechter werden:
seine Leistungen sind in letzter Zeit immer mehr
abgeglitten; der Schüler ist in seinen Leistungen abgeglitten; c)
moralisch absinken, herunterkommen: nach dem Tod seiner
Frau ist er immer mehr abgeglitten; d) an Wert verlieren,
fallen: der Dollar gleitet ab; bei abgleitenden Preisen (FAZ
73, 1958, 10).
abgliedern <sw. V.; hat): von etw. (als gesondertes Glied)
abteilen: einen Verschlag .... der von dem anstoßenden
Zimmer ... abgegliedert war (Th. Mann. Krull 106); auf
dem Sporen träger des Pilzes haben sich vier Sporen
abgegliedert; <Abl.:) Abgliederung, die; -. -en.
abglitschen <sw. V.; ist) (ugs.): ab-, ausgleiten, abrutschen:
von der Bank, vom Beckenrand a.; Sie stolperten....
glitschten in Löcher ab (Apitz, Wölfe 224).
fbgondeln <sw. V.; ist) (ugs.): langsam davongehen, -fahren:
morgen gond[e]le ich nach Amerika ab.
Abgott« der: -[eis. Abgötter [mhd.. ahd. abgot]: 1. (veraltet)
falscher (heidnischer) Gott, Götze: sie umtanzen ihren
hölzernen A.: der Gast Jebsche habe ... die Götter des Landes
als Abgötter gekennzeichnet (Th. Mann. Joseph 76). 2.
vergöttertes Wesen, etw. leidenschaftlich Verehrtes: der
Junge ist der A. seiner Eltern; etwas zu seinem A. machen;
Abgötterei [apgoeta'r^i]. die: -: 1. (veraltet) heidnischer
Götzendienst, Kult: sie trieben A. 2. übertriebener Kult mit
Personen u. Dingen: ihre Verehrung für ihn grenzt schon
an A.; Abgöttin, die; -. -nen (veraltet): 1. w. Form zu
f Abgott (1). 2. abgöttisch geliebte w. Person.; abgöttisch
['apgoetiJl <Adj.>: 1. (veraltend) heidnisch, götzetuiienerisch:
die -e Anbetung der Gegenstände verbieten; ein hölzernes
Bild a. verehren. 2. wie einen Abgott, mit übersteigerter
Zuneigung: jmdn. a. lieben; Abgottschlange, die; -. -n [die
Schlange genoß in ihrer Heimat, bes. in Mexiko, wegen
ihrer Stärke und Schönheit göttliche Verehrung]: svw.
f Königsschlange.
abgraben <st. V.; hat): 1. mit dem Spaten abtragen: er grub
das Erdreich ab. 2. durch Graben, durch Gräben ableiten:
Der Beginn der Arbeiten im Libanon und in Syrien. Israel
im wahrsten Sinne des Wortes das Jordanwasser
abzugraben, d. h. die Jordanquellen abzuleiten ... (MM Mai
1965).
46
Abhang
fbgr&men, sich <sw. V.; hat): sich in Gram u. Kummer
verzehren: ich grämte mich im stillen um ihn ab.
abgrasen <sw. V.; hat): 1. (selten) das Gras von etw. abfressen,
abweiden: das Vieh graste die Uferböschungen ab:
abgegraste Flächen: Ü dieses Gebiet, dieser Themenkreis ist schon
abgegrast (ugs.; bietet keine Möglichkeiten mehr für eine
Bearbeitung). 2. (ugs.) der Reihe nach aufsuchen: gründlich,
systematisch absuchen: alle Läden, die Umgebung a.; wo
man ... ungehindert die Dörfer nach Arbeitskräften a.
... kann (Plievier. Stalingrad 215).
abgraten [apgra:tn] <sw. V.; hat): (ein Werkstück) von
Graten befreien: der Arbeiter gratete das Gußstück ab.
Abgrätschen <sw. V.; ist) (Geräteturnen): mit einer Grätsche
vom Gerät abgehen: er grätschte (vom Barren] ab.
abgreifen <st. V.; hat): 1. durch häufiges Greifen abnutzen
<meist nur in den Vergangenheitsformen u. bes. im 2.
Part.): viele Finger haben den alten Einband abgegriffen;
die Farbe greift sich rasch ab; <2. Part.:) abgegriffene
Zeitschriften: Ü Es klingt albern und abgegriffen, aber
es ist wahr (Remarque. Triomphe 42). 2. greifend abtasten:
der Arzt griff die Körperstelle, den Knochen ab. 3.
greifend zwischen zwei Finger o. ä. nehmen und dadurch}
messen, ausmessen, abstecken: ich griff die Entfernung mit
den Fingern, mit dem Zirkel ab; Ü die Problematik eines
Themas a. 4, (Elektrot.. Elektronik) entnehmen: eine
Spannung a.; Das Signal... wird am Ausgang des RCGenera-
tors abgegriffen (Elektronik 11. 1971. 387).
4bgrenzen <sw. V.; hat): 1. von etw. durch eine Grenze
abtrennen: einen Garten vom Nachbargrundstück a.; An Pappeln
.... hinter denen sich Wiesen mit Hecken abgrenzten (Grass,
Blechtrommel 672). 2. von etw. abheben, scheiden, durch
Grenzziehung trennen u. näher bestimmen, definieren J: sich
abzugrenzen versuchen; die Aufgabengebiete sind genau
abgegrenzt; <Abl.:) Abgrenzung, die; -. -en.
Abgriff, der; -[e]s. -e (Elektrot.. Elektronik): 1. <ohne PI.)
das Abgreifen (4). Entnehmen: die Geschwindigkeit des
Abgriffs. 2. Vorrichtung zum Abgreifen (4): pneumatische
-e und fotoelektrische -e (Elektronik 10. 1971, A 56).
Abgrund« der; -[e]s. Abgründe [mhd.. ahd. abgrunt. eigtl.
= Stelle, wo der Grund (= Boden) abwärts, nach unten
geht oder = das Bodenlose]: 1. steil abstürzende Fels-
Schlucht: ein A. tat sich vor mir auf. öffnete sich, klaffte
vor mir; in den A. stürzen; er riß den Bergführer mit
sich in den A. 2. (geh. a) <oft PI.) unergründliche Tiefe:
düsterer, gefährlicher Bereich: die Abgründe der
menschlichen Seele; aus den Abgründen des Schlafes
zurückkehren; b) unvorstellbares Ausmaß von etw.: ein A. von
Gemeinheit; c) Untergang. Verderben: am Rande des Abgrunds;
an den Rand des Abgrunds geraten; das Volk in den
A. führen; vor dem A. stehen; d) unüberbrückbare Kluft.
Gegensatz: einen A. zwischen Ost und West aufreißen
(Niekisch. Üben 236).
«bgrund- (als steigerndes Best, in Zus. mit AdJ.; o. Steig.):
sehr, überaus, z. B. ^hfßlich; ^tkf.
abgriindig [apgnrndK;] <Adj.) (geh.): 1. geheimnisvoll,
rätselhaft u. gefährlich! in seiner Unergründlichkeit: ein -es
Geheimnis; a. lächeln. 2. von unvorstellbarem Ausmaß,
unermeßlich, überaus groß: ein -er Sachverstand; Eine -e Wut
brüllt aus den Soldaten (A. Zweig. Grischa 286); (als
Attr. beim Adj.:> sehr, überaus: a. boshaft, gemein; <Abl.:)
Abgründigkeit, die; -.
abgruppieren <sw. V.; hat): in eine niedrigere Lohngruppe
einstufen: <Abl.:> Abgnippienmg, die; -. -en.
fbgucken <sw. V.; hat): I. (ugs.) durch Zuschauen, genaues
Hinsehen von jmdm. lernen, übernehmen, jmdm. absehen:
jmdm. ein Kunststück, einen Trick a. 2. (Schülerspr.) (in
der Schule, bei einer Prüfung) unerlaubt von Jmdm.
abschreiben, übernehmen: sie ließ nur ihre Freundin a.; darf ich
bei/von dir a ? 3. *ich guck dir nichts ab (ugs.. fam.;
du brauchst dich nicht zu genieren, bes. bei Kindern, die
sich in Gegenwart anderer ausziehen sollen).
Abgunst, die; - [mhd. ab(e)gunst. an Stelle von ahd. abunst]
(veraltet, geh.): Mißgunst: er hat es aus A. getan: <Abl.:>
abgünstig <Adj.) (veraltet, geh.): mißgünstig: ein -es Wort.
Abguß, der; Abgusses, Abgüsse: 1. (landsch.) Abflußstelle
(bes. für Wasser). Ausguß: der A. ist verstopft; die
schmutzige Brühe in den A. schütten. 2. (bild. Kunst) durch
Gießen hergestellte Nachbildung: der A. einer Büste; einen
A. in Gips, in Bronze anfertigen. 3. (Gießerei) Gußstück
im Rohzustand.
fbhaben<unr. V.; hat) (ugs.): 1. (einen Teil von etw.) erhalten
<gew. im Inf): Er kann davon a. (A. Zweig. Grischa
414); Willst du was a.? (Nossack. Begegnung 216); * einen
a. (salopp; 1. betrunken sein. 2. nicht recht gescheit sein).
2. abgenommen haben: er hatte den Schlips, den Hut. die
Brille ab. 3. (Festhaftemles) gelöst, entfernt haben: hast
du den Fleck, den Verschluß, die Stiefel ab?
abhacken <sw. V.; hat): einer Sache od. jmdm. einen Teil
vonj etw. mit einem scharfen Werkzeug abschlagen,
abtrennen, abmachen: ich hackte dem Huhn den Kopf ab; (vulg.)
vom Menschen: jmdm. den Kopf, die Rübe a. (ihn
enthaupten): ich würde mir eher/lieber die Finger, die Hand,
den Daumen a.. als mich dazu hergeben (ugs. übertreibend;
auf gar keinen Fall würde ich mich dazu hergeben); die
Beine sind mir wie abgehackt (ugs.; ich kann vor
Erschöpfung kaum laufen)'. Ü <2. Part, abgehackt) abgerissen,
abrupt, stoßweise: mit -er Stimme sprechen.
?bhäketn <sw. V.; hat): häkelnd nachbilden: ich häk[e]le
das Muster ab.
fbhaken <sw. V.; hat): 1. von einem Haken abnehmen, aus
einem Verschluß, einer Öse loshaken: die Feldflasche a.;
Milchkannen vom Wagen a. (Jahnn, Geschichten 118).
2. zum Zeichen des Erledigtseins mit einem Haken, Häkchen
versehen: die Namenliste, die Namen a.; Ü die Streitfragen
in der Sache waren rasch abgehakt (erledigt).
abhalftern <sw. V.; hat): 1. (selten) einem Tier das Halfter
abnehmen [u. das Tier danach nicht mehr zum Reiten od.
zur Arbeit brauchen]: das Rennpferd wurde abgehalftert.
2. (ugs.) aus seiner Stellung entfernen, seines Postens.
Einflusses berauben: man hat den Redakteur kurzerhand
abgehalftert; abgehalfterte Parteifunktionäre (Zwerenz, Kopf 107);
<Abl.:> Abhalftening, die; -.
abhalten (st. V.; hat): 1. a) in Händen Gehaltenes von jmdm..
sich od. etw. weg-, entfernt halten: die Zeitung beim Lesen
weiter [von sich] a.; ich habe den strampelnden Säugling
von mir abgehalten; b) ein Kind so halten, daß es seine
Notdurft verrichten kann: die Mutter hielt da? Kleine ab;
Oho, könnt ihr keinen gebrauchen, der eure Stute abhält,
wenn sie mal muß? (Lynen. Kentaurenfährte 132). 2. a)
nicht herankommen od. wohin eindringen lassen, abwehren:
die Fliegen von dem schlafenden Säugling a.; Der
Südwester und das Handtuch ... hielten auf die Dauer das Wasser
nicht ab (Ott, Haie 232); dazu muß man ein Schotte sein
... und durch sein Wesen Klatsch und Verleumdung so
weit von sich a. (Frank. Tage 64); b) von etw. zurückhalten:
an etw. hindern: jmdn. von einer unüberlegten Handlung
a.; eine dringende Angelegenheit hielt mich davon ab,
an der Feier teilzunehmen; die Kinder vom Lernen, von
den Schularbeiten a. 3. eine Veranstaltung, Zusammenkunft
stattfinden lassen, durchführen: veranstalten: eine
Konferenz, einen Gottesdienst a.; eine Übung, einen Parteitag,
Wahlen a. 4. (bes. nordd. u. md.) aushalten: der Junge,
der Stoff, das Material hält viel, wenig ab. 5. (See-
mannsspr.) a) den Kurs so ändern, daß er von etwas wegführt:
wegsteuern: das Schiff hat von der Klippe abgehalten;
b) svw. t abfallen (7): die Jolle hält [vom Windl ab; <Abl.:)
Abhaltung« die; -. -en: 1. Verhinderung: ich hatte eine
dringende A. 2. <o. PI.) Durchführung: die A. von Wahlen.
abhandeln <sw. V.; hat): 1. a) jmdm. nach längerem Handeln
abkaufen: jmdm. einen Pelz a.; b) (einen bestimmten
Betrag) durch Handeln für sich gewinnen: ich hand[e]le ihm
noch zehn Mark ab; Ü ich lasse mir von meinem Recht
nichts a. 2. wissenschaftlich] darstellen, gründlich
behandeln: ein Thema, einen Gegenstand gründlich a.; diese
Frage ist bereits abgehandelt worden.
abhanden [ap'handn; aus Tab (I Du. dem alten Dativ PI.
von f Hand, eigtl. = von den Händen weg] <Adv.) fast
nur in der Verbindung Qmdm.] a. kommen
(verlorengehen): mir ist meine Brieftasche a. gekommen; Du hast
dich verloren, du kommst dir a.. warum willst du dich
denn überhaupt wiederfinden (Wohmann, Absicht 273);
<subst.:> Abhandenkommen, das; -s.
Abhandlung, die: -, -en: 1. das Abhandeln (2): die A. eines
solchen Themas ist nicht erwünscht. L schriftliche /
wissenschaftliche i Darstellung, längerer Aufsatz: eine lehrreiche
A. über die einheimische Fauna; eine A. verfassen,
schreiben; im Rahmen dieser A.; Abk.: Abh.
Abhang, der; -[eis, Abhänge: sich neigende Seite einer
Bodenerhebung: ein schroffer, gestrüppbewachsener A.; den
vereisten A. hinunterrutschen.
47
abhangen
abhängen (älter, mundartl.. Schweiz.): svw. t 'abhängen: 'fb-
hängen <st. V.; hat): I. (bes. von Schlachtfleisch) durch
längeres Hängen mürbe werden: der Hase hat drei Tage
auf dem Balkon abgehangen; (meist im 2. Part.:) gut
abgehangene Steaks. 2. (veraltet, selten) a) herunterhängen:
das Licht .... das ... an einem krummen langen Draht
von der Zimmerdecke abhing (Lynen. Kentaurenfährte
188); b) abwärts verlaufen: abfallen, sich neigen, sich senken:
An dem nach Osten abhängenden Gelände (Plievier,
Stalingrad 84). 3. a) durch etw. bedingt sein, jmds. Willen od.
Macht unterworfen sein: von den Umständen, vom Wetter,
vom Zufall a.; sein Leben, seine Zukunft hing von dieser
Entscheidung ab; die Heilung des Patienten hängt von
der richtigen Diagnose ab; es hängt nur von mir ab. ob
er zusagt; es hängt viel davon für mich ab (es ist sehr
wichtig für mich); b) auf jmdn. od. etw. angewiesen, von
jmdm. od. etw. abfiängig sein: von jmds. Gnade a.; viele
Studenten hingen finanziell von ihren Eltern ab; abhängen
<sw. V.; hat): 1. von einem Haken, Nagel ab-,
herunter/nehmen: ich hängte das Bild ab. 2. aus der Verbindung mit
etw. lösen: der Speisewagen wird in München [von dem
Zug] abgehängt. 3. a) jmdn. loswerden, die Bindung zu
ihm lösen: .X>u denkst, du kannst mich a.. was?"
(Augustin. Kopf 1%); Dieser Genosse ... war nun „abgehängt"
und seinem Schicksal überlassen (Leonhard. Revolution
225); b) (ugs.. bes. Sport) jmdn. abschütteln, hinter sich
lassen: die Gegner [im Sport] a.; er hat alle Konkurrenten
abgehängt; er versuchte, die angreifenden Flugzeuge
abzuhängen. 4. den TelefonJxörer einhängen u. damit das
Gespräch beenden: der Teilnehmer hat abgehängt; Marianne
hängte wieder so eilig ab wie am Morgen (Baum. Paris
161); abhängig [ apheo^l <Adj.): 1. a) durch etw. bedingt,
bestimmt, von etw. entscheidend beeinflußt: das ist von
den Umständen a.; etw. von einer Bedingung a. machen;
b) auf jmdn. od. etw. angewiesen, an jmdn. od. etw. gebunden:
von den Eltern [finanziell] a. sein; von einem Land
wirtschaftlich a. sein; eine von den Launen ihres Herrn -e
Masse von Sklaven (Thieß. Reich 511). 2. unselbständig:
in -er Stellung sein; Gramm.: -er (untergeordneter) Satz
(Neben-, Gliedsatz), -e (indirekte) Rede, -er (obliquer)
Fall. 3. (veraltet) abfallend, geneigt: auf einem Grunde,
der linkerseits a. war und moosig (Th. Mann. Joseph
S88); <Abl.:> Abhängigkeit, die; -. -en: die wirtschaftliche,
politische A. von einem anderen Land; jmdn. seine A.
fühlen lassen; die Jagd nach dem Glück macht krank
und schafft -en (Hörzu 35. 1974. 54); in A. geraten, dazu:
Abhängigkeitsgefühl« das; Abhängigkeitsverhältnis, das; Ab-
hängling ['apheolml. der; -s. -e (Archit.): herabhängender,
Gewölberippen zusammenfassender Schiulistein (bes. in der
Spätgotik).
gbharken <sw. V.; hat) (nordd.): mit der Harke entfernen:
Laub a.; Ü (salopp) Eine Rockergruppe ..harkte ein paar
Mücken (erpreßtes Geld) ab" (Spiegel 29. 1974. 38).
fbhftrmen, sich <sw. V.; hat): sich längere Zeit im Übermaß
härmen: ich härmte mich seinetwegen/um ihn ab; <oft
im 2. Part.:) ein abgehärmtes Gesicht; abgehärmt aussehen.
abhärten <sw. V.; hat): an Beanspruchungen durch rauhes
Wetter. Kälte, Entbehrungen gewötinen, durch Gewöhnung
widerstandsfähig machen: seinen Körper durch Sport a.;
ich habe mich gegen Erkältungen abgehärtet; <2. Part.:)
eine abgehärtete Haut; die Kinder sind abgehärtet; U ein
abgehärteter (unempfindlich gewordener) Journalist.
Krankenpfleger; <Abl.:> Abhärtung, die; -.
abhaspeln <sw. V.; hat): 1. von einer Rolle, Winde abwik-
kein: ich hasp[e]le den Faden ab. 2. hastig, ohne rechte
Betonung aufsagen, vortragen: eine Rede, einen Vortrag
a.; schnell abgehaspelte Worte. 3. <a. + sich) (landsch.)
sich abhetzen.
fbhauen, hieb/(ugs.:) haute ab. hat/ist abgehauen [2: eigtl.
= flüchtig herunterhauen, vgl. abschmieren; 3: zu veraltet
hauen = eilen, laufen, vom Einhauen der Sporen in die
Weichen des Pferdes]: 1. a) abschlagen <hat): die Maurer
hauten den Putz ab; b) abtrennen: ich hieb (ugs.: haute)
die Äste mit der Axt ab; jmdm. den Kopf a. (ihn entlvaup-
ten); beinahe hätte Ich mir den Finger abgehauen. 2. (Schü-
lerspr.) (in der Schule, einer Prüfung) unerlaubt schnell
u. nicht sauber abschreiben <hat): er haute die
Rechenaufgaben [von mir] ab. 3. (salopp) sich entfernen, weggehen,
verschwinden <ist>: er haute mit dem ganzen Proviant ab;
Mensch, hau ab!; sie sind über die Grenze abgehauen.
4. (Bergbau) (bei schrägem Grubenausbau) die Strecke
einer Lagerstätte von oben nach unten vortreiben <hat>
(Ggs.: aufhauen): wir hatten die Strecke abgehauen.
abhäuten <sw. Verb; hat): einem Tier die Haut entfernen,
abziehen: einen Hasen, ein Lamm a.; Er ... häutete die
Tiere ab und kleidete sich mit ihren Pelzen (Strittmatter.
Wundertäter 246).
Abhebegeschwindigkeit, die; -. -en [zu !abheben (2 a)]: Die
A. (der ..Concorde") liegt bei 325 km/h (MM 20. 2. 69.
19); abheben <st. V.; hat) [1 b: für älteres heben, nach ital.
levare; 5: wohl aus der Schützensprache]: 1. anheben u.
entfernen, ab-, herunternehmen: den Deckel, die
Scheibenwischer, den Hörer a.; Karten [von einem Kartenspiell
a.: du mußt noch a. (vor Spielbeginn: einen Teil der Karten
a. und die übriggebliebenen obenauf legen): eine Nische
a. (Stricken; von der Nadel herunternehmen)', die Kruste
hebt sich immer von selbst ab (löst sich ab). 2. sich etw.
auszahlen lassen: Geld [vom Konto] a.; Und lachend geht
er los. hebt auf der Sparkasse sein Guthaben ab (Fallada.
Blechnapf 311). 3. <a. + sich) sich scharf, deutlich
unterscheiden, hervortreten, sich abzeichnen, kontrastieren: die
Türme hoben sich vom/gegen den Abendhimmel ab; die
feinen Linien heben sich kaum vom Untergrund ab; er
hob sich von den anderen durch seine ruhige Art ab. 4.
(Fliegerspr.) (von Flugzeugen. Raketen) sich in die Luft
erheben: die Maschine hebt elegant ab; die Rakete hat von
der Plattform abgehoben. 5. (bes. Amtsspr.) etw. zum
Zielpunkt einer Handlung, Erörterung machen, auf etw. (als
etw. Bemerkenswertes) hinweisen: Das Oberlandesgericht
Stuttgart ... hob darauf ab. daß ... (MM 21./22. 2. 1970.
55); der Fraktionsvorsitzende ... hat bewußt auf die
Gewissensentscheidung jedes einzelnen Abgeordneten
abgehoben (MM 16. 8. 1968, 1): (Abi. zu 1 b:) Abhebung.
die; -. -en.
fbhebem <sw. V.; hat): eine Flüssigkeit aus etw. mit einem
Heber entnehmen: Man hebert die darüber (= über dem
Silber) stehende klare Flüssigkeit ab. ohne sie aufzurühren
(Kosmos 1. 1968. *4).
«fahediten <sw. V.; hat) (Turnen): mit einem Hecht vom
Gerät abgehen: aus dem Liegestütz, vom Stufenbarren a.
fbheften <sw. V.; hat): 1. etw. in einen Hefter einordnen:
Rechnungen. Durchschläge a. 2. etw. mit großen Stichen
abnähen: sie heftete die Falte ab.
fbheilen <sw. V.; ist): langsam ver heilen u. verschwinden /:
der Ausschlag heilte [nicht] ab.
abhelfen <st. V.; hat): (einem Übelstand) begegnen, etw.
beseitigen: einem Bedürfnis, berechtigten Beschwerden a.;
dem ist leicht, schnell abzuhelfen.
«bhetzen <sw. V.; hat): 1. (Wild, Pferde. Hunde) durch
ständiges Antreiben erschöpfen: er hat die Pferde abgehetzt.
2. <a. + sich) sich bis zur Erschöpfung beeilen: ich habe
mich so abgehetzt, um den Zug noch zu erreichen; <oft
im 2. Part.:) abgehetzte Menschen; abgehetzt aussehen.
fbheuern <sw. V.; hat) (Ggs.: anheuern): 1. a) (See-
mannsspr.) aus dem Schiffsdienst entlassen: ein
Besatzungsmitglied a.; b) (ugs. allg.) jmdm. / jmdn. abwerben: Schlie-
ker heuerte ihn einem Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs-
Büro ab (Spiegel 16. 1967. 63). 2, (Seemannsspr.) den
Dienst auf einem Schiff aufgeben, abmustern: der zweite
Steuermann hat abgeheuert.
Abhieb, der -[e]s (Forstw.): 1. das Abhauen, Fällen von
Bäumen: vor dem A. des Bestandes. 2. Stelle, an der ein Baum
abgehauen worden ist: drei Meter über A.
Abhilfe, die; -: Beseitigung eines Übelstandes: A.
versprechen; für A. sorgen.
abhjn <Adv.) (Schweiz., bes. Amtsspr.): vom letzten,
vergangenen ...; letzthin: in einem Artikel vom 4. August a.
Abhitze, die; - (Technik): Abwärme hoher Temperatur (bei
Abgasen); <Zus.:> Abhitzeverwertung, die; -.
fbhobdn <sw. V.: hat): 1. mit dem Hobel glätten: die Kanten
von etw. a. 2. mit dem Hobel entfernen: ich hob[e]le noch
1 cm vom Brett ab. 3. mit dem Hobel dünner, kleiner
machen: ein Brett, die Türlkante] a.
Qbhocken <sw. V.; ist): 1. (Geräteturnen) mit einer Hocke
vom Gerät abgehen: in den Stand a. 2. (Skisport) in die
Hocke gehen: vor dem Sprung tief a.
fbhoM <Adj.) in der Verbindung imdm.. einer Sache a.
sein (geh.: nicht geneigt, nicht zugetan sein): großen
Worten, jeder Brutalität a. sein; er war dem Alkohol nicht
a. (trank ganz gern); (auch attr.:) ganz der milde, jedem
48
abkarten
Kampf-e Quäker aus Upton House (Thorwald. Chirurgen
219).
fbholen <sw. V.; hat): 1. (Bereitliegendes) in Empfang
nehmen, sich geben lassen: eine Bescheinigung von der Polizei,
ein Paket auf der Post. Theaterkarten an der Kasse a.
2. jmdn. an einem vereinbarten Ort treffen u. mit ihm
weggehen: jmdn. zum Essen, zum Spaziergang a.; er holte midi
am Bahnhof, von der Bahn ab. 3. (ugs. verhüll.) verhaften:
jmdn. nachts a.; Otto Ronsdorf hatte man vor drei Jahren
abgeholt (Degenhardt, Zündschnüre IS); <Abl.:) Abholer,
der; -s. -: Person, die etwas abholt; Abholung, die; -. -en.
fbholzen <sw. V.; hat): 1. (Bäume in einem Gebiet) fällen:
einen Wald völlig a. 2. (ein Gebiet von Bäumen)
kahlschlagen: die Hänge waren teilweise abgeholzt; <Abl.:) Abhol-
zung, die; -. -en.
Abhör- (abhören 3. 4; bes. Nachrichtenw.. Rundf. Film):
^anläge, die; Mipparat, der; -dienst, der; Einrichtung,
die; --gerfit, das; -kabine. die; -räum, der; -tisch, der
(Film); -verbot, das; -wanze.die (ugs.): Abhörgerät; kleiner
Sender, der verborgen, hinter der Wand versteckt angebracht
ist: die Suche nach Abhörwanzen (Morgenpost 27. 8.
1974.2).
abhorchen <sw. V.; hat): 1. a) mit dem Ohr auf Geräusche
prüfen: den Boden a.; b) untersuchen, indem man die Körper-
geräusche mit dem Gehör prüft: auskultieren: das Herz,
die Lunge a.; Er brachte den Jungen selbst zu Bett und
horchte ihn ab (Seghers. Transit 107). 2. (selten) heimlich
überwachen, mit anhören: Telefongespräche a. 3. (selten)
von jmdm. etw. durch Horchen erfahren, ermitteln: Er ...
horchte ... den Fahrtgeräuschen die Entfernung zur
nächsten Haltestelle ab (Johnson. Ansichten 54).
abhören <sw. V.; hat): l.jmdn. etw. Gelerntes ohne Vorlage
aufsagen lassen, u/n festzustellen, ob er es beherrscht: die
Schüler/den Schülern die Vokabeln a.; Habe ich den
anderen ihren Katechismus abgehört? (Remarque, Obelisk
183): einander, sich [gegenseitig] a.; (nur mit Akk. der
Sache:) der Lehrer hat das Einmaleins, die
Geschichtszahlen abgehört; <nur mit Akk. der Person:) die Schüler
a.; die Mutter hörte ihn ab. 2. abhorchen (1 b), auskultieren:
die Lunge a.; der Arzt hörte den Kranken ab. 3. (etw.
Gesprochenes usw.) zur Überprüfung, zum Wissenserwerb,
zum Vergnügen! anhören: eine Aufnahme, ein Band a.
4. heimlich überwachen, mit anhören: die Telefonleitung,
ein Gespräch a.; Der Verfassungsschutz hört nicht ab.
aber er läßt a. (Augstein, Spiegelungen 144). 5. heimlich
(weil verboten) hören, um sich zu informieren: ausländische
Sender a. 6. (selten) von jmdm.. etw. durch Hören erfahren,
ermitteln: Den etymologisch unverwandten Wörtern
konnte und kann kein Mensch ansehen und a.. daß ihr
Bezeichnungsinhalt ... eine ... scharf umgrenzte Gruppe ... bildet
(Mutterspr. 6. 1965. 161).
4bhub, der; -[eis (geh., veraltend, verächtl.): Abschaum:
übelster A. der Gesellschaft; Das Deutsch ... artet aus
in einen A. der wissenschaftlichen Mandarinsprache
(Sprachspiegel 1. 1967. 1).
Qbhumpeln <sw. V.; ist): sich humpelnd entfernen: ich hum-
p[e]le unzufrieden ab.
Qbhungem, sich <sw. V.; hat): 1. sich durch Hungern
absparen, ermöglichen: ich habe mir das Geld dazu, die Reise
abgehungert. 2. durch Hungern bewirken, doli man an
Körpergewicht verliert: ich habe mir zehn Pfund, einige Pfunde
abgehungert. 3. sehr hungern, sich durch Hunger entkräften:
ich habe mich Im Lager abgehungert; (im 2. Part.:)
zerlumpte, abgehungerte Gestalten; abgehungert aussehen.
abhusten <sw. V.; hat): durch Husten absondern: Teilchen
des Inhalationsmittels a.; ich kann nicht a.
Abi fabil. das; -s. -s <P1. ungebr.) (Schülerspr.): Kurzf.
für t Abitur.
jfbimpfcn <sw. V.; hat) (Bakteriologie): Impfstoff entnehmen:
Er impfte die Pilzkolonie ab (Medizin II. 122); <Abl.:)
Abimpfung, die; -. -en.
Qbirren <sw. V.; ist) (geh.): von der rechten Richtung
abkommen, abweichen: in der Dunkelheit vom Weg a.; Ü vom
Thema a.; ihre Blicke, ihre Gedanken irrten immer wieder
ab; <Abl.:) Abirrung, die; -. -en.
abisolieren <sw. V.; hat): die Isolation von einem Draht
o. ä. I vollständig] entfernen: mit der Abisolierzange können
die einzelnen Adern abisoliert werden.
Abibr [abi'tu:?]. das; -s. -c <P1. ungebr.) [aus älterem Abitu-
rium. zu nlat. abiturire. TAbiturient]: Abgangs-. Reife-
Prüfung an einer höheren (weiterführenden) Schule: sein,
das A. machen. (Schülerspr.:) bauen (ablegen), bestehen;
(Schülerspr.:) ins A. steigen; durchs A. fallen; Abiturient
labituri£nt]. der; -en. -en Inlat. abituriens (Gen.:
abiturientis), 1. Part, zu: abiturire = abgehen wollen,
zu lat. abire = ab-, fortgehen): Schüler kurz vor. im u.
nach dem Abitur.
Abiturienten-: -ball, der; ^examen, das; -klasse. die;
-Prüfung, die; -treffen, das; -zeugnis, das.
Abiturientin, die; -. -nen: w. Form zu t Abiturient;
Abiturzeitung, die; -. -en: von Abiturienten zu ihrer Abschlußfeier
angefertigte Zusammenstellung von meist gereimten
Anspielungen. Neck versen. Karikaturen u. ä. in Form einer
Zeitung, worin Mitschüler u. Lehrer verspottet werden: ...
jede Schulklasse macht eine A. zur Erinnerung (Kuby.
Sieg 292); Abiturzeugnis, das; -ses. -e: Zeugnis, mit dem
der Abiturient nach bestandener Reifeprüfung die Oberschule
verläßt: Reifezeugnis.
thjagen<sw. V.;hat>: X.jmdm. etw. nach längerer Verfolgung
entreißen, abnehmen: die Polizei konnte den Dieben die
Beute noch rechtzeitig a.; der Stürmer jagte ihm wieder
den Ball ab: Ü jmdm. Kunden. Gäste a.; eine ... Klasse
(= Zivilisten), der von den Offizieren die Frauen und
Töchter abgejagt wurden (Musil. Mann 36). 2. a) durch
ständiges Antreiben erschöpfen: die Pferde a.; b) <a. +
sich) (ugs.) sich übermäßig beeilen, sich abhetzen (2): ich
hatte mich abgejagt, um noch den Zug zu erreichen.
abkalben <sw. V.; hat) (Landw.): svw. tkalben: die Kühe
kalbten ab: <subst.:> der Stall zum Abkalben wird meist
als Langstand gebaut.
abkämmen <sw. V.; hat): 1. mit dem Kamm aus dem Haar /
entfernen: sie kämmte dem Kind die Tannennadeln [vom
Haar) ab; sie haben die Heidelbeeren mit einem Holzkamm
abgekämmt. 2. mit einer Kette von Menschen systematisch
absuchen: ein Waldstück [nach einem Sträfling] a.
fbkimpfen <sw. V.; hat): 1. (veraltend) von jmdm. durch
intensive Bemühung erlangen. Jmdm. abringen: ich habe
ihm seine Zustimmung mit großer Mühe abgekämpft. 2.
<a. + sich) sich bis zur Erschöpfung anstrengen: die
Raufenden haben sich abgekämpft: <2. Part.:) abgekämpfte
Truppen; abgekämpft sein, aussehen.
abkanten <sw. V.; hat): 1. einer Sache die Kante nehmen,
scharfe Kanten bei etw. beseitigen: der Tischler kantete
das Brett ab. 2. die Kante von etw. umbiegen: die Bleche
sind [mit der Abkantmaschine, -presse] abgekantet worden.
3. mit einer Kante versehen: er hat den Stein scharf
abgekantet. 4. über die Kante abladen: schwere Geräte vom
Wagen a.
abkanzeln [apkant$ln] <sw. V.; hat) [urspr. = (als
Geistlicher) jmdn. von der t Kanzel herab rügen] (ugs.): (bes.
einen Untergebenen) betont unhöflich, scharf tadeln: ich
kanz[e]Ie ihn öffentlich, scharf ab; man beliebe, ihn wie
einen Studenten zu examinieren und abzukanzeln (Maass,
GoufTe 101); <Abl.:) Abkanzelung, (seltener:) Abkanzlung.
die; -, -en.
abkapiteln [apkapit|n] <sw. V.; hat) [zu gleichbed.
veraltet kapiteln < mhd. capiteln. zu: capitel =
Bibelkapitel, bes. aus dem 3. Buch Mose (Leviticus. t
Leviten), das religiöse Vorschriften enthält; diese Kapitel
wurden bes. in den Klöstern vorgelesen u. Ermahnungen daran
geknüpft] (mundartl.): abkanzeln, jmdm. die Leviten, den
Text lesen: ich kapit[e]le ihn ab.
abkappen <sw. V.; hat): 1. die Spitze von etw. abschneiden:
Zweige a.; ich muß die siechen Ähren a. und verbrennen
(Molo. Frieden 114). 2. (mit dem Kappmesser)
durchschneiden, kappen: ich kappte das Tau ab.
abkapseln [apkapsln] <sw. V.; hat): in einer Art Kapsel
abschließen: die Krankheitserreger a.; Die jungen Würmer
wandern ... in die Muskulatur ein und kapseln sich dort
ab (Medizin II, 144); Ü ich kaps[e]le mich gegen meine
Umwelt, von allem Neuen ab (halte mich fern, meide
den Kontakt): <AbI.:) Abkapselung, (selten:) Abkapslung,
die; -. -en.
Qbkargen, sich <sw. V.; hat) (geh.): durch Sparsamkeit für
sich erlangen: du mußt dir diese seltene Freude von deinem
geringen Lohn a.
fbkarren <sw. V.; hat): mit der Karre abtransportieren: Sand,
Steine a.; die Häftlinge wurden wie Vieh abgekarrt.
abkarten [apkartn] <sw. V.; hat) [zu veraltet karten =
einrichten, einfädeln, eigtl. (mhd.) = ein Kartenspiel spie-
4 GDW
49
abkassieren
len] (ugs.): zum Nachteil eines anderen heimlich verabreden:
er kartete die Sache mit dem Gauner ab; <oft im 2. Part.:)
eine abgekartete Gaunerei; ein abgekartetes Spiel treiben.
abkassieren <sw. V.; hat) (ugs.): vonjmdm. kassieren; durch
Kassieren bei jmdm. einziehen: die Fahrgäste, die hintere
Plattform a.; der Ober hat [sein Revier, alle Tische, die
Zeche] bereits abkassiert; Ü (verhüll.) beim dritten ( =
Zusammenbruch) bin ich es, der ganz groß a. wird
(verdienen, sich bereichern wird; Kirst 08/15.743).
fbkauen <sw. V.; hat): 1. a) stückchenweise durch Kauen
kleiner machen / u. dadurch entstellen/: Nägel a.; abgekaute
Bleistifte; b) durch Kauen abnutzen: ein abgekautes Gebiß.
2. (vom Pferd) sich an das Gebiß gewöhnen. 3. (vulg.)
bei einem Mann die Ejakulation mit Lippen u. Zunge
herbeiführen: jmdm. einen a.
abkaufen <sw. V.; hat): 1. vonjmdm, privatj durch Zahlung
eines Geldbetrages erwerben: Jmdm. ein altes Radio a.;
er kaufte ihr einen Blumenstrauß ab; Ü Laß dir nicht
jedes Wort a. (sei nicht so wortkarg, so schweigsam: Erich
Kästner, Schule 59). 2. zum Einkauf Berechtigendes
(Marken. Scheine) völlig verwenden: hast du deine Marken
abgekauft? 3. (ugs.) glauben (meist verneint): Wenn Sie
mich fragen - ich kauf sie (= die Story) ihm nicht ab
(Quick 14. 1958. 24).
Abkehr ['apke:;]. die; -: das Sichabwenden, Sichlossagen,
Abwendung vonjmdm,, etw.. Verzicht aufjmdn,. etw,: das
bedeutet eine A. von der bisherigen Politik; abkehren
<sw. V.; hat): zur Seite richten, wenden, sich! abwenden:
sie kehrte ihr Gesicht ab; ich kehrte mich von ihr, vom
Fenster ab; die uns abgekehrte Seite des Mondes; Ü sich
vom Glauben, von der Welt a.; sein bescheidenes, allem
Lauten abgekehrtes Wesen.
abkehren <sw. V.; hat): a) durch 2Kehren von etw,!
entfernen, abfegen (1 a): ich kehrte den Schmutz [von der Treppe]
ab; b) durch 2Kehren säubern, abfegen (1 b): die Treppe a.
«bkettein <sw. V.; hat): svw. | abketten (2); «bkettcn <sw.
V.; hat): 1. von der Kette lösen: ich kettete den Hund
ab. 2. (Maschen) zu einem festen Rand verbinden: sie hat
die Maschen abgekettet.
abkindern ['apkmden] <sw. V.: hat) (ugs.): (ein staatliches
Darlehen) durch die Geburt von Kindern abtragen: den
Kredit a.; die Rückzahlungen werden abgekindert.
abkippen <sw. V.): 1. a) kippend nach unten fallen lassen
<hat): die Bordwand des Lkw a.; b) nach unten fallen
Ost): der Balken kippte plötzlich ab; die Maschine ist
abgekippt (Fliegerspr.; aus der normalen Fluglage auf den
Kopf gegangen ' u, seitlich abgerutscht i),2. von einem
Kippwagen abladen <hat>: Müll. Sand a.
?bklabastern <sw. V.; hat) (nordostd.): der Reihe nach
aufsuchen, durchgehen: von Albrecht Achilles bis Zieten klaba-
sterte er die Jahrhunderte ab (Grass. Hundejahre 70).
abklappen <sw. V.; hat): nach unten klappen: die Lehne
a.; den Hutrand abgeklappt tragen.
abklappern <sw. V.; hat) /vgl. abgeklappert/ [urspr. nordd..
wohl nach dem Klappern der Holzpantoffeln, mit denen
die Hausierer u. ä. ihre Kunden abgingen, od. urspr. jäger-
sprachl. vom Aufscheuchen des Wildes] (ugs.): (eine Anzahl
Personen, Orte) der Reihe nach aufsuchen: Kunden, die
ganze Gegend a.; er hatte die halbe Stadt nach einem
Zimmer abgeklappert.
fbklfiren <sw. V.; hat) /vgl. abgeklärt/ (bes. Schweiz.):
allmählich, in besserer Weise, völlig klären: verschiedene
Bautechniken a.; so einfach läßt sich das nicht a.; aus nicht
abgeklärter Ursache; <Abl.:> Abklärung, die; -. -en.
Abklatsch, der; -(e]s, -e: 1. a) (Kunstwiss.) Nachbildung,
Negativ einer Vorlage: der A. eines Reliefs; b) (abwertend)
bloße (minderwertige) Nachahmung eines Vorbildes, Kopie:
die Landschule darf kein A. der Stadtschule sein; der
bloß wirklichkeitsgetreue A. ermüdet (Greiner.
Trivialroman 82). 1 (Druckerspr.) mit der Hand hergestellter
Bürstenabzug: einen A. machen. 3. (Philat.) Briefmarke mit
Abfärbung des Markenbildes auf der Rückseite (auf Grund
von Unachtsamkeit); abklatschen <sw. V.; hat): 1. jn\dn„
der mit einem anderen tanzt, durch Klatschen in die Hände
auffordern, seinen Tanzpartner an den Klatschenden
abzutreten: ich habe das Mädchen abgeklatscht. 2. (Theater. Film
u.a.) durch Klatschen in die Hände in etw. unterbrechen:
die Akteure bei der Probe a.: der Regisseur mußte
mehrmals a. 3. (Ballspiele) (einen Ball) mit flachen Händen
abwehren, zurückschlagen: Der ungarische Torhüter Bolid-
zar konnte das Leder mit Mühe und viel Glück a. (Walter.
Spiele 57). 4. (Med.) dem Patienten mit einem nassen Tuch
bes. den Rücken klatschen: jmdn. a.; <subst.:> das
Abklatschen entzieht besonders viel Wärme (Schönenberger.
Lebenskunst II, 61S. Zwickau o. J.). 5. a) (Kunstwiss.) in
einem Abklatsch (1 a) nachbilden: Die Reliefs der
Tempelwände, die unzähligen Inschriften ... wurden abgeklatscht
oder abgeschrieben (Ceram. Götter 13S); b) (abwertend)
bloß] kopieren: in seinen Bildern, Romanen klatscht er
das Leben ab. wie es ist; <Abl. zu 3:) Abklatscher. der;
-s. - (Sport Jargon): abgeklatschter Ball: der Stürmer nahm
den A. auf und donnerte ihn unter die Latte; <Abl. zu
4. 5:) Abklatschung* die; -. -en.
ifaklauben <sw. V.; hat) (landsch.): a) mit den Fingern od.
Zähnen von etw. ablösen: die Rosinen vom Kuchen a.;
b) durch Klauben von etw. befreien: den Knochen a.
ahklavieren ['apklavhran). sich <sw. V.; hat) [nach dem
Vergleich der Finger mit einer Klaviatur (Klavier, veraltet
= Klaviatur, landsch. = Finger), also = an den Fingern
abzählen] (landsch.): etw. an od. aus etw. ersehen, sich
etw. ausrechnen oder zusammenreimen: das kannst du dir
doch an [den] zehn Fingern a.
abklemmen <sw. V.; hat): 1. durch Klemmen ab-,
durchtrennen; das Telefon [von der Leitung] a.; ich hatte mir einmal
an einer Maschine einen Finger abgeklemmt. 2. a) mit
einer Klemme, mit Klemmen unterbinden, zusammenpressen:
eine Ader, die Nabelschnur a.: b) von einer Klemme, von
Klemmen lösen: den Verteilerkopf a.; Nachdem der letzte
Apparat ... von der durchlaufenden Stammleitung
abgeklemmt worden war (Kuby, Sieg 229).
abklingeln <sw. V.; hat): a) (ugs.) durch Klingeln das Zeichen
zur Weiterfahrt geben: die Schaflherin klingelte ab; b)
durch ein Klingelzeichen beenden: er legte auf und klingelte
ab (beendetedurch ein Klingelzeichen das Telefongespräch).
fbkllngen <st. V.; ist): 1. in der Lautstärke abnehmen, leiser
werden: der Lärm klingt ab. 2. schwächer, geringer, weniger
werden; schwinden, nachlassen, vergehen: die Erregung, das
Fieber, der Wundschmerz klingt ab; die Begeisterung war
abgeklungen; (oft subst.:) die Grippe ist, befindet sich
im Abklingen.
9bklopfen <sw. V.; hat) [5: nach dem Klopfen an die
Haustür]: 1. a) durch Klopfen entfernen: den Putz von den
Wänden, den Schnee vom Mantel a.; Ü Korn ... versprach.
..endlich den Rost an dieser Zeitung abzuklopfen" (Spiegel
18,1966,62); b) durch Klopfen säubern: der Kellner klopfte
die Tische mit einer Serviette ab; ich klopfte mir den
Mantel ab. klopfte mich ab. 2. klopfend liebkosen: das
Pferd a. 3. (bes. Med.) durch Klopfen untersuchen, prüfen;
perkutieren: der Arzt klopft die Brust seines Patienten
mit dem Finger ab; Fässer a.; Ü Der Blick des
Tischlermeisters klopfte die Möbel ab. Furniere und Intarsien (Grass,
Hundejahre 302); eine überkommene Institution ... in
Frage zu stellen, sie - wie man heute so schön sagt - auf
ihren Wahrheitsgehalt hin abzuklopfen (Vogelstang Echo
55. 1973. 1). 4. (vorgetragene Musik durch Klopfen mit
dem Taktstock) unterbrechen: der Dirigent klopfte die
Probe ab. klopfte nach den ersten Takten ab. 5. (ugs.) (Orte,
Gebäude u.a.) der Reihe nach aufsuchen: Sie hatten vorher
noch einige Lokale abgeklopft (Ott. Haie 135). 6. (Sport,
bes. Budo) zum Zeichen der Aufgabe zweimal mit der Hand
auf die Matte od. den Körper des Gegners klopfen: er klopfte
mit der linken Hand auf dem Boden ab.
fbkloppen <sw. V.; hat) (salopp, landsch.): 1. svw.
fabklopfen (5). 2. abschreiben (1 c): die Lösung in der Pause a.
abknabbern <sw. V.; hat) (ugs.. fam.): 1. in kleinen Bissen
abbeißen: ich knabbere gern die knusprige Brotrinde ab.
2. leer, kahl knabbern: die Knochen a.
«bknallen <sw. V.; hat) (salopp abwertend): hemmungslos,
kaltblütig niederschießen: Tauben, streunende Hunde a.;
einen Flüchtling a.; Sie hätten uns a. können wie Hasen
(Kuby, Sieg 31).
abknappen ['apknapn] (landsch.): svw. t abknapsen.
«bknapsen <sw. V.; hat) (ugs.): (einen Teil von etw.)
wegnehmen: sie knapste [ihm] noch eine Mark [von seinem
Taschengeld] ab; Es war eins von den Bädern der Gründer
jähre, dem noch der Raum für eine Mädchenkammer
abgeknapst worden war (Johnson. Ansichten 111).
qbknaupetn <sw. V; hat) (landsch.): mit Zähnen od. Fingern
mühselig/ von etw. frei machen: ich knaup[e]le den Gans-
flügel ab.
50
Abkunft
abkneifen <st. V.; hat): (mit einer Zange, mit den
Fingernägeln) abtrennen, abmachen: den verkohlten Docht a.
fbknicken <sw. V.): 1. a) durch Knicken abbrechen, abmachen
<hat): einen Stiel, dünne Zweige a.; b) nach unten knicken
(hat): die Blumen waren nur abgeknickt, nicht abgerissen.
2. einen Knick machen, bilden <ist): in der Hüfte a. (bei
der Gymnastik); (Verkehrsw.:) abknickende Vorfahrt
(Vorfahrt einer nach rechts od. links abbiegenden Straße);
<Abl. zu 2:) Abknkkung, die; -. -en.
«bknipsen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. (Dünnes, Kleines mit einer
Schere, Zange u.a.) abtrennen, abmachen: eine Blüte, die
Rachenmandeln a.; ich knipste das eine Ende der Zigarre
ab. 2. (einen Film) bis zu Ende knipsen: ich habe den
Film noch nicht abgeknipst.
fbknöpfen <sw. V.: hat) [2: 19. Jh.. H. u., urspr. Studen-
tenspr. u./od. Gaunerspr., vidi, mit Bezug auf die
geknöpften Tücher, in denen Geld aufbewahrt wurde, od. auf
Wertsachen, die (wie Uhren) am Knopfloch befestigt
waren]: 1. (Angeknöpftes) abnehmen (Ggs.: anknöpfen): sich
die Hosenträger a.; ich hatte (mir) die Kapuze vom Anorak
abgeknöpft. 2« (salopp) jmdm. wider seinen eigentlichen
Willen weg-, abnehmen, ablisten: ich habe ihm beim
Kartenspielen fünf Mark abgeknöpft; Daß sie ewig Terror mache,
ihm das Geld abknöpfe und schlecht für ihn koche (Ossow-
ski. Bewährung 38).
9bknüpfen <sw. V.; hat) (selten): durch Aufknüpfen losbinden:
er hat [ihr] das Kopftuch abgeknüpft.
abknutschen <sw. V.; hat) (derb): heftig u. längere Zeit
hindurch knutschen: er knutschte sie im Hausflur ab; Sich
auf offener Straße mit so einer abzuknutschen (Fallada.
Mann 66).
fbkochen <sw. V.; hat): I. a) (selten) gar kochen,
fertigkochen: Futterkartoffeln. Eier für den Salat a.; b) durch
Kochen keimfrei machen: wir mußten das Trinkwasser a.;
c) im Freien kochen: die Pfadfinder kochen ab; Um vier
Uhr früh, als sie abkochen, ist klarer Sternenhimmel (Tren-
ker. Helden 158); d) durch Kochen ausziehen: [Heillkräuter
a. 2. (salopp) zermürben, erledigen, fertigmachen: sich nicht
a. lassen; sie sperrten ihn in eine Einzelzelle und versuchten
ihn abzukochen. 3. (salopp, landsch.) schröpfen,
ausnehmen: sie haben ihn beim Skat ganz gehörig abgekocht;
Sie taten nur schön mit ihm. wenn es bei ihm etwas
abzukochen gab (Apitz. Wölfe 104). 4. (Boxen Jargon) vor einem
Kampf [durch Schwitzen] sein Körpergewicht in kurzer
Zeit verringern, um für eine bestimmte Klasse zugelassen
zu werden: eine Woche vor dem Fight mußte er noch
S Pfund a.; <Abl. zu 1 d:> Abkochung, die; -. -en: Lösung.
Absud. Dekokt.
abkommandieren <sw. V.; hat) (meist Milit.): dienstlich zur
Erfüllung einer besonderen Aufgabe wohin entsenden;
abstellen, abordnen: jmdn. an die Front, zum Außendienst nach
Südamerika a.; Ich habe Sie zum Wächter der Panzersperre
abkommandiert (Bieter. Bonifaz 26); <Abl.:)
Abkommandierung, die: -. -en.
Abkomme l'apkoma]. der; -n. -n [zu veraltet abkommen
= herkommen, abstammen] (geh.. veraltet): svw.
tNachkomme: er ist ein direkter A. des Kurfürsten; Ü Sie malte
schreckliche Bilder. Sonnenblumen, entartete Abkommen
Vinzents ... (Baum. Paris 52); Abkommen <st. V.; ist):
1. a) sich, ohne daß man es merkt, von einer eingeschlagenen
Richtung entfernen, sich verirren: vom Weg[e], vom Kurs
a.; die Maschine war von der Piste abgekommen; b) etw.
aus den Augen verlieren, abschweifen: vom Thema a.; c)
von etw. ablassen, abstehen, etwas aufgeben: von einem
Plan wieder a.; er ist von seinen Grundsätzen abgekommen.
2. a) (Sport) einen Wettkampf, eine sportliche Übung in
bestimmter Weise beginnen: der Springer ist gut [von der
Sprungschanze] abgekommen; b) (Schießen) bei der Abgabe
des Schusses eine bestimmte Zielrichtung gehabt haben:
ich bin zu tief. 8 hoch links abgekommen; <subst.:) das
Abkommen melden. 3. sich von etw, freimachen <meist
im Inf.): Tür ein paar Stunden [nicht] a. [können]; <subst.:)
sein Abkommen ist fraglich. 4. außer Gebrauch, aus der
Mode kommen: diese Sitte ist heute ganz abgekommen;
Blauer Trenchcoat ist eigentlich ganz abgekommen
(Fallada, Mann 94). 5. (landsch.) abmagern, körperlich
herunterkommen: nach seiner Krankheit ist er ganz schön
abgekommen. 6, (Radball, Radpolo) den Boden des Spielfeldes
berühren, während der Ball im Spiel ist: der Spieler ist
abgekommen; Abkommen, das; -s. - [über die Bed. „sich durch
Abmachung aus einer Schuld lösen" zu mhd. abekomen
= loskommen, frei werden]: vertragliche 1 Übereinkunft
i bes. zwischen Staaten, wirtschaftlichen Institutionen u.a./.
Abmachung: ein geheimes, langfristiges A.; das A. kommt
zustande, tritt in Kraft; ein A. treffen, schließen;
entsprechend den Richtlinien des Potsdamer -s; Abkommensdiaft,
die; - (veraltet): Gesamtheit der Abkommen; abkömmlich
[aptamlu;] <Adj.; o. Steig.; präd.): imstande, sich von
einer Tätigkeit freizumachen, entbehrlich: ich bin im
Moment nicht a.. dazu: Abkömmlichkeit, die: -; Abkömmling
[apkcemlm], der; -s. -e [1: zu veraltet abkommen =
herkommen, abstammen]: 1. (bes. jur.) Nachkomme.
Nachfahre: Claus murmelte etwas, das absolut nicht eines
Abkömmlings des edlen Geschlechts derer von Ramstein
würdig war (BernstorfT. Leute 6); Abkömmlinge des
Wildpferdes, des Schachtelhalms; Ü Der Aktualitätenfilm ist
nicht ein später A. des Spielfilms (Enzensberger.
Einzelheiten I. 124). 2. (Chemie) abgeleitete Verbindung. Derivat:
Kampfstoffe und deren -e.
Qbkönnen <unr. V.; hat) (nordd. salopp): vertragen, aushalten
(meist verneint): Wie kommt es. daß Carl so wenig abkann?
Die paar Gläser Bier (Bredel. Väter 107).
abkonterfeien <sw. V.; hat) (veraltet, altertümelnd):
abmalen, abzeichnen: in seiner weiten, mit frommer Genauigkeit
abkonterfeiten Gelehrtenstube (K. Mann. Wendepunkt
366); (noch ugs. scherzh.:) sich vom Fotografen a.
(fotografieren) lassen.
Qbkoppetn <sw. V.; hat): 1. (ein Tier, Tiere) von der !Koppel
lösen: ich kopp[e]le die Hunde ab. 2. (einen Wagen o. ä.
von einem anderen) durch Lösen der Kupplung trennen,
abkuppeln: ich kopp[e]le den Anhänger ab: Während des
Mondumlaufes soll die Mondlandefähre ... von der
Kommandokapsel abgekoppelt werden (MM 22. 2. 1969.
33).
abkragebi[apkra:gln]<sw. V.; hat)[zuTKragen (2)] (österr.
ugs.): Geflügel den Hals umdrehen, abschneiden; ich krag[e]-
le das Huhn ab; Ü von Menschen: Das Zimmer ist verhext.
Die Vorige wird abgekragelt. Die Neue hängt sich auf
(Erich Kästner. Schule 63).
abkragen [*apkra:gn] <sw. V.; hat) [zu T Kragstein] (Bauw.):
(einen Stein) abschrägen: ein nach unten abgekragter Stein.
Qbkratzen <sw. V.) [2: urspr. = bei der Verabschiedung
einen t Kratzfuß machen]: 1. a) durch Kratzen von etw.
entfernen <hat>: das Preisschild, alte Farbe a.; er kratzte
das verkrustete Blut [mit dem Nagel] ab; sich (Dativ)
den Bart a. (ugs.; abrasieren): b) durch Kratzen reinigen
<hat): die Schuhe a.; hast du den Topf abgekratzt? 2.
a) (salopp, veraltend) weg-, davongehen <ist): er ist gleich
abgekratzt, als er mich sah; b) (derb) sterben <ist): er
wird wohl bald a.; <subst.:) Ich sei doch am Abkratzen,
wollten Sie sagen (Dürrenmatt, Meteor 9); (Abi. zu 1:)
Abkratzer, der; -s. -: neben Haustüren angebrachtes Eisen
zum Abkratzen (1 a) des Schmutzes von den Schuhen.
fbkrieoen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. sein Teil von etwas
bekommen: ein Stück, viel, nichts a.; sie hat keinen Mann
abgekriegt (ist nicht geheiratet worden). 2. hinnehmen müssen,
erleiden: etwas a.; es (das Schiff) hatte zwei Torpedotreffer
abgekriegt (Ott. Haie 168). 3. etwas Festhaftendes,
-sitzendes lösen: den Deckel nicht a.; hast du das Etikett
abgekriegt?
tbkucken (nordd.): svw. T abgucken.
Qbkühien <sw. V.): 1. kühler] machen (hat): die Milch
a.; ich habe mich vor dem Baden rasch abgekühlt; Ü
Jmds. Liebe zu Jmdm. a.; Um mich ein wenig abzukühlen
(meine Erregung abklingen zu lassen), suchte ich meinen
Adlatus ... auf (Hauptmann. Schuß 61). 2. (auch: a. +
sich) kühller] werden, an Wärme verlieren: der Motor,
die Suppe, das Essen muß noch a.; das Wasser hat sich/ist
nun genug abgekühlt; es hatte stark abgekühlt; nach dem
Regen hat es [sich] stark, empfindlich abgekühlt; Ü die
Begeisterung kühlte ab; ihre Beziehungen kühlten sich
ab; <Abl.:) Abkühlung, die; -. -en (PI. ungebr.): 1. das
Abkühlen, das Sichabkühlen: die Schmelze kristallisiert bei
A.; nach A. lechzen; Ü eine A. der Beziehungen. 2.
Temperaturrückgang: eine merkliche, empfindliche A.
fbkündigen <sw. V.; hat) (kirchl.): von der Kanzel herab
bekanntmachen, -geben: der Pfarrer kündigte die Geburten
ab; <Abl.:) Abkündigung, die; -. -en.
Abkunft Capkunff], die;-[zu veraltet abkommen =
herkommen, abstammen]: Abstammung, Herkunft: ein Dichter
4'
51
abkupfern
österreichisch-böhmischer A.; Ü L. kann die slawische
A. von Sterlet4' ... durch neue Argumente erhärten
(DLZ 10/11. 1970, Sp. 925).
Qbkupfem <sw. V.; hat) [eigtl. = einen Kupferstich
vervielfältigen] (salopp landsch., abwertend): unerlaubt
übernehmen, abschreiben: einen Artikel aus einem Lexikon a.
fbkuppebi <sw. V.; hat): svw. T abkoppeln (2).
fbkurbeln <sw. V.; hat) (Film Jargon): etw. (durch Kurbeln)
aufnehmen: eine Szene a.
fbkürzen <sw. V.; hat): 1. räumlich, zeitlich kürzer machen:
einen Weg a.; im abgekürzten Trab (im gezügelten,
verhaltenen Trab). 2. (einen Vorgang, Zustand, eine Handlung)
vorzeitig beenden: eine Rede, ein Verfahren a.; er hatte
seinen Besuch abgekürzt. 3. (in Sprache u. Schrift) kürzer
ausdrücken, schreiben: abbreviieren: ein Wort, einen
Namen, eine Bezeichnung a ; eine abgekürzte Formel: <Abl.:>
Abkürzung, die; -. -en: 1. das Abkürzen, Verkürzen: die
Ä. des Verfahrens. 2. abkürzender Weg: eine A. kennen,
nehmen; sie suchten nach einer A. 3. abgekürztes Wort,
Abbreviatur: Verzeichnis der verwendeten -en; Abk.: Abk.
Abkürzung»-: -flmmel, der: Sucht, Abkürzungen (3) zu
gebrauchen: -liste, die: svw. f-Verzeichnis; -punkt. der
(Schrift- u. Druckw.): Punkt, der nach einer Abkürzung
(3) steht: -spräche, die: Ausdrucksweise mit vielen
Abkürzungen (3) u. Kurzwörtern: Abk.: Aküsprache; -Verzeichnis.
das: Verzeichnis, in dem Abkürzungen (3) aufgeführt u.
erklärt werden: ^weg, der: Weg, der eine Abkürzung (1)
darstellt: ^wort« das: Kurzwort, Buchstabenwort: verkürztes
Wort: -zeichen, das: svw. T Sinei.
fbküssen <sw. V.; hat): oft u. heftig küssen: sie küßte den
Jungen ab; die Bonzen küßten sich [gegenseitig] ab.
Abiad ['apla.tj, der: -s (Schweiz.): das Abladen: «btadoi <sw.
V.; hat): 1. a) eine Ladung, eine Fracht von einem
Transportmittel laden, herunternehmen (Ggs.: aufladen): das Gepäck.
Fässer [vom Wagen] a.: die Arbeiter luden im Hof
[Eisenrohre] ab; Zwei Unteroffiziere ... luden die Seeleute wie
volle Kohlensäcke ab (Ott. Haie 110); Ü wo kann ich
Sie a.? (ugs. scherzh.; absetzen); das sauer verdiente Geld
am Zahltag gleich a. (salopp; der Ehefrau abgeben,
abliefern) müssen; seinen Kummer im Wirtshaus a.
(loswerden): die Schuld auf einen anderen a. (abwälzen): b) (ein
Transportmittel durch Herunternehmender Ladung, Fracht)
leer machen: einen Lastwagen, Waggon a. 2.
(Überseefrachtverkehr) ein Schiff mit Waren beladen: Waren
einschiffen lassen, Güter auf ein Schiff verbringen: Da die
Fahrzeuge (= Schifte) nicht mehr voll abgeladen werden
können, mußten ... mehr Fahrzeuge eingesetzt werden
(MM IS. 10. 1969, 11); (Zus. zu 1 a:) Abladeplatz« der;
<Abl.:) Ablader« der; -s, -: 1. Person, die etw. ablädt,
Transportarbeiter. 2. (Überseefrachtverkehr) Person, Firma, die
die Güter ans Schiff liefert: ANading. die; -. -en.
Ablage, die; -. -n: 1. <o. PI.) das Ablegen: Wer hat Ihnen
die Karte zur A. gegeben? (Fallada. Jeder 147); das
Weibchen wurde bei der A. der Eier gestört. 2. Raum.
Vorrichtung, wo etw. abgelegt wird: Akten in die A. bringen.
3. <meist PI.) (selten) das Abgelegte, abgelegtes
Schriftstück: Stapel aus Schriftstücken. 4. (Schweiz.) Annahme-,
Zweigstelle: den Totoschein zur A. bringen. 5. (Schweiz.)
das Ablagern (3); Ablagerung.
^Magern <sw. V.): 1. sich absetzen <hat): der Fluß lagert
hier viel Geröll ab: der Stoff lagert sich im Bindegewebe
ab; Ü ein Leben, das sich in etwas Lebendigem ablagert,
nicht bloß in einem vergilbten Album (Frisch. Stiller 76).
2. durch (längeres) Lagern an Güte gewinnen, reifen <ist/hat;
meist im 2. Part.): das Holz, der Tabak ist/hat gut
abgelagert; abgelagerte Weine. 3. etw. zur Lagerung geben,
deponieren <hat): auf dem Schrottplatz, wo die Fässer
abgelagert werden sollten (MM 26. II. 1970.15); <Abl.:)4Mage*
rang, die; -. -en: 1. a) das Ablagern (1): durch die A.
von Geröll; b) das Abgelagerte, Anhäufung fester Stoffe:
eiszeitliche -en. 2. das Ablagern (2). Lagerung: die A. der
Hölzer, von Wein. 3. das Abladen, Deponieren: Zu der
A. (der Fässer) ... kam es ... angeblich ..nur durch ein
Versehen" (MM 8. 2. 1971, 11).
«Maiehen <sw. V.; hat) (Zool.): Laich ablegen.
Ablaktation [aplakta'&iom]. die; -. -en [spätlat. ablactätio]
Subst. zu aMaktierai [aplak'ti:ran] <sw. V.; hat) [1: spätlat.
ablactäre = den Säugling entwöhnen, zu lat. läc (Gen.:
lactis) = Milch; 2: nach der Vorstellung, daß die Milch,
d. h. der Saftstrom, vom Mutterstamm weggesaugt wird]:
1. (Med. veraltet) (Astillen. 2. (Bot.) eine Pflanze in
bestimmter Weise veredeln (das Edelreis wird von der
Mutterpflanze erst nach seiner Verwachsung mit dem Wildling
abgetrennt): einen Baum a.
ablandig [apianduj] <AdJ.; o. Steig.) (Seemannsspr.): (vom
Lande weg) seewärts gerichtet (Ggs.: auflandig): -er Wind;
die Strömung ist a.
«bttngen <sw. V.; hat) (Handw.) in bestimmter Länge
absägen, durchschneiden: der Zimmermann längt den Balken
ab; Alle Kabelsortimente... lassen sich jetzt rationell
aufbewahren, a. und messen (Elektronik 10. 1971, A 97).
Ablaß ['aplasl, der; Ablasses, Ablässe faple»; 1: mhd. apüu,
abelä3. ahd. ablas = Nachlaß von Sündenschuld, zu:
oblä3an = erlassen, vergeben]: 1. (kath. Rel.) kirchlicher
Nachlaß von zeitlichen Strafen (Fegefeuer), die der Sünder
nach seiner Umkehr noch zu verbüßen hat: .Jesus
Barmherzigkeit44 bringt hundert Tage A. (Winckler. Bomberg 137).
2. *) das Ablassen (1 a): der A. von Dampf: b)
Ablaßvorrichtung: das Wasser schoß Quirlend in den A.
'Ablaß- (Ablaß 1): abrief, der (MA.): Urkunde über erteilten
Ablaß: ^handei. der; -krämer, der: Händler, der
Ablaßbriefe verkaufte: sichre, die; ^praxfe, die; --Prediger, der;
^streit, der; -wesen, das; ~zettd, der: svw. t -brief.
2Abtafi» (Ablaß 2): ^hahn, der; ^rohr. das; schraube, die;
-ventil, das; ^Vorrichtung, die.
^Massen <st. V.; hat): 1. a) abfließen, herauslaufen lassen:
das öl [aus dem Motor] a.; Wasser aus der Wanne a.;
b) ausströmen, entweichen lassen: Dampf a.; die Luft aus
einem Reifen a.; c) durch Ablassen (a) entleeren: einen
Teich a.; die Kessel müssen vor der Reparatur abgelassen
werden. 2. sich in Bewegung setzen lassen: Brieftauben
a.; daß ein Zug in der Richtung von Breslau her aus
der nächstliegenden Station abgelassen sei (Hauptmann,
Thiel 20). 3. aus Gefälligkeit /preiswert j verkaufen,
abtreten, überlassen, abgeben: ich würde ihnen das Buch für
zwölf Mark a.; Jmdm. die Hälfte seiner Portion a.; 4.
ijmdm.J einen bestimmten Preisnachlaß gewähren: er läßt
[ihm] von dem Preis 15% ab. 5. (ugs.) nicht /wieder!
befestigen, nicht / wiederJ anlegen: das Schildchen, den
Schlips a. 6. a) von etw. absehen u. es nicht weiterverfolgen,
von etw. abgehen u. sich nicht mehr daran halten: von
einem Vorhaben a.; Er läßt nicht ab von seiner Idee (Lang-
gässer, Siegel S9S); Ist das wache Gewissen nicht selbst
Antrieb genug, nicht abzulassen in der Bemühung... (Goes.
Hagar 170); b) sich nicht mehr mit jmdm. befassen: von
dem Unterlegenen a.; Nach einigen Bissen ließ der Hund
von ihr ab (Grzimek. Serengeti 211).
Ablativ ['ablatio, der; -s, -e [...i:va; älter (mhd.): Ablativus
< lat. (casus) ablativus = die Trennung ausdrückender
Fall), zu: ablätus. 2. Part, von: auferre = trennen,
entfernen! (Sprachw.): 1. Kasus in bestimmten Sprachen, der
eine Trennung, einen Ausgangspunkt u.a. angibt. 2. Wort
im Ablativ: Ablativus absohitus ['ablati.vus äpzo'lu:tos].
der; --. ...vi ...ti [...vi ...ti: t Ablativ u. tabsolut] (Sprachw.):
in der lat. Sprache eine selbständig im Satz stehende satzwer-
tige Gruppe in Form einer Ablativkonstruktion.
f Matschen <sw. V.) (salopp): 1. (Schuhwerk) /durch
nachlässigen Gang] abnutzen (hat): du hast die Schuhe aber schnell
abgelatscht; (meist im 2. Part.:) abgelatschte Stiefel; Ü
Das Zweigespann Werner Enke und May Spils setzen
mit diesem dritten Streich ihre Erfolgsmasche fort. Ein
bisser! freilich sind sie nun doch schon abgelatscht und
ausgebufn (MM 9./10. 2.1974.18). 2. sich latschend
entfernen (ist): endlich latschte der Kerl ab.
Ablauf, der; -[eis. Abläufe: 1. <o. PI.) (Sport) Start, Start-
platz: sich am A. einfinden; die Pferde am A. versammeln.
2. a) <o. PI.) das Ablaufen (2): für schnellen A. des Wassers
sorgen; b) Ort und Vorrichtung, wo etw. abläuft, Ausguß:
den A. mit einem Tuch verstopfen; ich ersäufte sie (die
Käfer), doch kletterten sie nach einer Weile immer wieder
aus dem A. hervor (Frisch, Homo 47). 3. (Seemannsspr.)
Stapellauf: dem A. geht die Taufe des Schiffes vorher.
4. a) Verlauf: der A. der Ereignisse, des Programms; die
geschichtlichen Abläufe; Der A. der politischen
Willensbildung hängt natürlich ab von ... (Zeit 47, 1974. 9); b)
(Ferns., Rundf.) Abfolge von Programmpunkten. 5. <o.
PI.) Beendigung einer Zeit, Erlöschen einer Frist: gegen
A. seines zweiten Lebensjahres; nach, vor A. der gesetzten
Frist. 6. (Leichtathletik) Start des den Stab übernehmenden
Läufers bei Staffelwettbewerben.
52
ableiern
Abfauif- (ablaufen): -bahn, die (Ski): Teil der Sprungschanze,
auf der der Springer abläuft (1 b); ^berg, der (Eisenb.):
auf Verschiebebahnhöfen Gefallstrecke mit
Gleisverzweigungen, auf der Waggons zur Zusammenstellung von Güterzügen
ablaufen können; ^frbt, die: Frist, bis zu der etw. abläuft;
-gesdiwindigkdt. die; -gleis, das (Eisenb.); -marke, die
(bes. Leichtathletik): Markierung, von der aus der Läufer
startet; -plan, der (Ferns., Rundf): Plan, der die Abfolge
der Programmpunkte festlegt; -rinne, die; Mtihr, das;
-tempo, das: svw. T-geschwindigkeit; -ventil, das.
ablaufen <st. V.): 1. <ist) a) (selten) sich laufend von einer
Stelle entfernen: Der Schneider ... ging ... über den Platz,
von dem das Volk ablief (H. Mann. Stadt 30); b) (Sport)
starten: das Feld der Marathonläufer lief ab; c) (See-
mannsspr.) einen / anderenJ Kurs nehmen, abdrehen: Als
der Zerstörer mit Höchstfahrt ablief (Ott. Haie 271). 2.
<ist) a) ab-, wegfließen: das Wasser aus der Wanne a.
lassen; Nun lief der Strom (Ebbstrom) ab (Schnabel.
Marmor 65); ablaufendes Wasser (EbbstromJ; b) sich durch
Abfließen entleeren: die Badewanne läuft schlecht ab. 3.
<ist) a) von etw. herab-, herunterfließen, -rinnen: der Regen
läuft [am Mantel, vom Schirm] ab; Ü an ihm läuft alles
ab (alles läßt ihn gleichgültig); *imdn. a. lassen (ugs..
selten; kühl ab-, zurückweisen; wohl aus der Fechterspr..
urspr. [16. Jh.] von der Klinge des Gegners, die abgleitet,
ohne zu verwunden); b) durch das Ablaufen des Wassers
trocken werden: die Weintrauben müssen noch a.; das
Geschirr a. lassen. 4. Ost) a) (Eisenb.) den Ablaufberg
hinunterfahren: in 24 Stunden bis zu 5000 Waggons a.
lassen; b) (Seemannsspr.) vom Stapel laufen: das Schiff
seitlich a. lassen. 5. Ost) a) sich (von Anfang bis Ende)
abrollen, abwickeln: das Kabel ist [von der Trommel]
abgelaufen; der Bergführer ließ das Seil a.; das Tonband, den
Film a. lassen; b) mechanisch zu Ende laufen, stehenbleiben:
die Uhr ist abgelaufen; das Spielzeug läuft schnell ab;
c) in bestimmter Weise vonstatten gehen, vor sich gehen,
verlaufen: das Programm läuft pausenlos ab; alles ist gut,
glimpflich abgelaufen; wie ist die Diskussion abgelaufen?
6. aufhören, zu Ende gehen; erlöschen, ungültig werden Ost):
die Frist, die Amtszeit läuft am 1. Januar ab; Das
Unternehmen war abgelaufen (Gaiser, Jagd 34); das Visum ist
längst abgelaufen; wann läuft der Vertrag ab? 7. (selten)
abgehen, abzweigen Ost): von der Landstraße läuft ein
Weg ab. 8. Ost/hat) a) an etw. zum Zweck der Besichtigung
od. Kontrolle entlanggehen, -laufen: den ganzen Weg a.;
Wir liefen jetzt die Strecke, die wir eben gefahren waren,
noch einmal ab (Martin. Henker 47); b) eine Anzahl Orte
od. Personen der Reihe nach aufsuchen: alle Läden. Lokale.
Kunden a.; ich habe/bin die ganze Gegend abgelaufen.
9. <hat) a) durch vieles Gehen. Laufen abnutzen: du hast
die Absätze schon wieder ganz abgelaufen; b) <a. + sich)
sich durch vieles Gehen, Laufen abnutzen: die Sohlen haben
sich schnell abgelaufen; Ü Mit der Zeit lief sich die Neugier
ab (Fussenegger. Haus 415). 10. <a. + sich) (ugs.) sich
durch vieles Gehen, Laufen müde machen <hat>: ich habe
mich abgelaufen.
«Mauaen <sw. V.; hat): a) mit Lauge behandeln, reinigen:
die Tür a.; b) mit Lauge entfernen: die Farbe a.
«Mäuschen <sw. V.; hat) (geh.): von jmdm. durch
aufmerksames Hin-. Zuhören erfahren: Schlager, die sie dem Radio
und ihrem Bruder Fritz ablauschte (Grass. Blechtrommel
321); Ü hielt ich mich nahe an die Gelehrten, um ihnen
das Geheimnis... abzulauschen (Nossack. Begegnung 318).
«Mausen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) jmdm. die Läuse absuchen:
der Affe laust die Jungen, dem Jungen den Kopf ab.
2. (salopp) listig IStück für Stück I abnehmen, ablisten:
jmdm. alle seine Moneten a.
Ablaut, der; -[eis. -e <P1. ungebr.) [1819 von Jacob Grimm
eingef. (..weil der Vocal in einen andern ... ab- und
überspringt'4) im Ggs. zu t Umlaut] (Sprachw.): gesetzmäßiger
Vokalwechsel in der Stammsilbe etymologisch verwandter
Wörter; «Mauten <sw. V.; hat) (Sprachw.): den Ablaut
aufweisen: wie lautet dieses Verb ab?; ablautende Verben.
fbläuten <sw. V.; hat): a) durch Läuten das Zeichen zur
Weiterfahrt geben: der Schaffner läutete ab; b) durch ein
Läutezeichen beenden: Waldemar hängte ein und läutete
ab (beendete durch ein Läutezeichen das Telefongespräch;
Kreuder. Gesellschaft 26); Und wenn es (= das
Sechstagerennen) zu Ende, die 144. Stunde abgeläutet ist (Kisch.
Reporter 289).
«Neben <sw. V.) /vgl. abgelebt/ (veraltet, geh.): 1. einen
Zeitraum (bis zu Ende) (er)leben, durchleben <hat): er
lebte die restlichen Jahre im Exil ab; zwei Drittel seiner
Zeit würden bald abgelebt sein (Th. Mann, Zauberberg
199). 2. sterben <ist): in dem Jahr, als der Großvater
abgelebt ist; <subst.:) Ableben, das; -s (geh.): Ten/.
fbiecken <sw. V.; hat): a) durch Lecken entfernen: das Blut
mit der Zunge a.; b) durch Lecken säubern; an jmdm.
od. etw. leckend entlangfahren: mit der Zunge die Zähne
a.; der Hund hat mich abgeleckt.
abledern <sw. V.; hat) /vgl. abgeledert/: 1. (veraltet) einem
Tier das Fell (= Leder) abziehen. 2. (landsch.) heftig
verprügeln: er wurde ganz und gar abgeledert (Augustin,
Kopf 75). 3. (ugs.) etw. mit einem Ledertuch trockenwischen
u. blank putzen: den gewaschenen Wagen a.
fMeeren <sw. V.; hat) (selten): (von etw.) leer machen:
den Teller a.; die Arbeiter hatten die Fuhre abgeleert.
ablesen <sw. V.; hat) [3: urspr. mhd. = eine schuldige
Summe bezahlen, etw. erstatten, d. h. das Geld für etw.
niederlegen]: 1. a) (ein Kleidungsstück o.a.) ausziehen,
von sich tun: Mantel und Hut a.; sie legte die Schürze
ab; willst du a.?; (subst.:> Jmdm. beim Ablegen behilflich
sein; Ü die Maske a. (sich so zeigen, wie man ist); die
sterbliche Hülle a. (geh.; sterben); b) (bes. Kleidung) nicht
mehr tragen; die Trauerkleidung a.; sie legte den
Verlobungsring ab; abgelegte Sachen; Ü seinen Namen a.; seine
Untugenden. Gewohnheiten a.; sie hatte ihre Scheu, ihren
Stolz abgelegt (sich davon frei gemacht); c) (derb, landsch.)
gebären: Jetzt hat meine Olle auch noch'n Kind abgelegt
(Marchwitza. Kumiaks 238). 2.a) an einen Ort legen: eine
Last, den Hörer a.; (Bürow.:) die Post, Bestellungen, den
Schriftwechsel a. (zur Aufbewahrung an einen Ort legen
u. nicht mehr bearbeiten); (Druckw.:) die Schrift, den Satz
a. (in den Setzkasten legen); (Kartenspiel:) Herzas a.
(beiseite legen, weil man die Karte nicht benötigt); b) (Fach-
spr.) einen Hund sich niederlegen //. warten lassen. 3.
vollziehen, leisten, machen <in bestimmten Fügungen): ein
Examen a. (ein Examen machen); einen Eid a. (schwören);
die Beichte a. (geh.; beichten): für jmdn. od. etw. Zeugnis
a. (Ibelzeugen): ein Geständnis a. (gestehen); ein
Bekenntnis [über etwas] a. (bekennen)t ein Gelübde a.
(geloben); Rechenschaft [über etwas] a. (Rechenschaft geben);
einen Beweis [flir etwas] a. (beweisen). 4. (geh.) es auf
etw. anlegen, absehen: er hatte es auf eine Kränkung
abgelegt. 5. (Seemannsspr.) vom Kai o. ä. wegfahren (Ggs.:
anlegen): das Schiff hatte in der Nacht abgelegt; <subst.:)
beim Ablegen der Mondfähre vom Raumschiff; <Abl.:)
Ableger, der; -s, - [urspr. niederd., zu fachspr. ablegen
= Reiser in die Erde biegen, damit sie Wurzeln schlagen]:
1. a) vorjähriger Trieb, der zwecks vegetativer Vermehrung
in ganzer Länge waagrecht in eine Rille gelegt u. festgehakt
wird; b) Steckling. 2. a) (ugs.. scherzh.) Sohn. Sprößling;
b) (Wirtsch.) Zweigstelle: der deutsche A. der IBM; <Abl.
zu 1 b. 3:) Ablegung, die; -. -en (PI. ungebr.).
ablehnen <sw. V.; hat) [4: md. Nebenf. von: ableinen, urspr.
= etw. von sich weglehnen u. damit der Stütze berauben,
zu T 'lehnen]: 1. (Angebotenes) nicht annehmen: Jmds.
Einladung a.; ein Geschenk, das Geld, a.; er hat die Wahl,
das Amt abgelehnt; ich lehnte höflich ab. 2. abschlagen,
einer Bitte. Forderung nicht stattgeben, nicht genehmigen:
einen Antrag, ein Gesuch a.; die Zahlung von tausend
Mark a. 3. nicht gelten lassen, nicht gutheißen, mißbilligen:
ein Regime a.; ein Buch, die modernen Maler a.; er lehnt
seinen Schwiegersohn ab. 4. als nicht zutreffend, als nicht
in Betracht kommend, als nicht zuständig zurückweisen:
ich muß jede Verantwortung a.; der vom
Bundespräsidenten vorgeschlagene Kanzlerkandidat wurde abgelehnt. S.
(Erwartetesod. Gefordertes) nicht tun. verweigern: die
Ausführung eines Befehls, die Behandlung eines Patienten a.;
Majie... lehnte es kategorisch ab. einen mitzutrinken (Salo-
mon. Boche 95); ablehnend antworten; <Abl.:) Ablehnung*
die; -, -en: das Ablehnen (1-5): eine schroffe, eisige, höfliche
A.; auf A. stoßen (abgelehnt werden); (Pari.:) Ein
entsprechender Antrag ... verfiel mit 45 gegen 26 Stimmen der
A. (FAZ15. 11. 1961.3).
^Meiern <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): 1.
(Auswendiggelerntes, einen Text) eintönig vortragen: ich leiere den Text
ab. 2« (anderen bereits Bekanntes) immer wieder vorbringen:
festgelegte Dogmen [immer wieder] a.; (meist im 2. Part.:)
abgeleierte Phrasen; abgeleiert klingen.
53
ableisten
ableisten <sw. V.; hat): / voll u. ganz, bis zum Ende/ leisten,
(ein Soll) erfüllen: die Militärzeit, ein Probejahr a.; Von
Jetzt ab war es das schwere Tagewerk, das es abzuleisten
galt (Wiechert. Jeromin-Kinder 1.477); <Abl.:) Ableistung,
die; -. -en.
fMeiten <sw. V.; hat): 1. in eine andere Richtung leiten:
den Rauch [durch den Schacht], das Wasser a.; der Blitz
wurde abgeleitet; Ü seinen Unmut, seinen Zorn a.; die
Musik leitete ihn ab (veraltend; lenkte ihn ab). 2. a) von
etw. od. jmdm. herleiten, aus etw. entwickeln: ein Vorrecht
aus seiner Stellung a.; der Anspruch leitet sich aus ererbten
Privilegien ab; (Sprachw.:) ein Wort a. (zu einem anderen
Wort bilden): ..Läufer" ist von ..laufen'4 abgeleitet;
abgeleitete Verben; (Math.:) eine Formel a. (entwickeln), eine
Gleichung a. (ermitteln): b) auf seinen Ursprung
zurückführen: seine Herkunft von den Einwanderern a.; (Sprachw.:)
das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab. ist aus
dem Griechischen abgeleitet; <Abl.:> Ableitung« die; -. -en:
1. das Ableiten (1 u. 2): die A. der Gase. 2. abgeleitetes
Wort: ..hämmern" ist eine A. von ..Hammer", dazu:
Ableitungssilbe, die (Sprachw.): der Bildung neuer Wörter
dienende Vor- od. Nachsilbe: Präfix, Suffix.
Ablenk-: f Ablenkungs-.
ablenken <sw. V.; hat): 1. in eine andere Richtung lenken:
den Ball [zur Ecke] a.; die Lichtstrahlen werden abgelenkt.
2. a) von etw. abbringen, wegbringen: Jmdn. [von der Arbeit]
a.; Jmds. Aufmerksamkeit a.; vom Thema a.; er versuchte,
den Verdacht von sich abzulenken; b) auf andere Gedanken
bringen, zerstreuen: ich möchte dich ein bißchen a.; du
lenkst dich ein wenig ab. wenn du ins Kino gehst; c)
das Gesprächsthema wechseln: er lenkte schnell ab; <Abl.:>
Ablenkung« die; -. -en: 1. das Ablenken (I): die A. der
Magnetnadel. 2. Zerstreuung: das ist eine willkommene
A.; A. brauchen, suchen.
Ablerikungs-: -manöver, das: Maßnahme, die einen Gegner
ablenken, täuschen soll: -maßnähme, die: ^versuch, der.
«fMemen <sw. V.; hat): von jmdm. durch Nachahmen lernen:
ich lernte [ihm] den KnifTab; ein wenig übertriebene
Zuvorkommenheit, die sie ihrem Mann abgelernt hatte (Musil.
Mann 95).
ablesen <st. V.; hat): a) Stück für Stück ein sammelnd
von etw. wegnehmen, abpflücken: er liest Kartoffelkäfer
ab; b) durch das Abpflücken. ' Ein J sammeln von etwas leer
machen: Sträucher. den Acker a.; 2fMe8cn <st. V.; hat):
1. nach einer schriftlichen Vorlage sprechen, zu Gehör
bringen: seine Rede [vom Blatt] a.; der Redner liest ab. 2.
a) den Stand eines Meßgerätes feststellen: die Gasuhr, den
Stromzähler, die Instrumente a.; b) die verbrauchte Menge,
die Izurückgelegte 1 Entfernung u.a. an einem Meßgerät
feststellen: Gas. Strom, die Entfernung, die Kilometer a.
3. a) /bei jmdm. od. etw.] durch genaue Beobachtung
herausfinden, erkennen: Jmdm. Jeden Wunsch von den Augen
a.; Den Ausfuhrungen des Bundespressechefs ... war
deutlich die Verärgerung abzulesen (FAZ 11. 1961, 1); b) in
seinem vollen Umfang erfassen u. einschätzen, aus etw. er-
schließen: die Bedeutung des Ereignisses kann man daraus
a., daß ...; <Abl. zu 2:> AMeser, der; -s, -: Person, die
etw. abliest (Berufsbez.); zu 1 u. 2: Ablesung, die; -. -en.
ableuchten <sw. V.; hat): a) mit einer Lichtquelle absuchen,
prüfen: ich habe mit der Taschenlampe den Hof [nach
ihm] abgeleuchtet; b) (Bergmannsspr.) das Wetter in einer
Grube (3 a) auf Methangehalt untersuchen.
fbleugnen <sw. V.; hat): mit großem Nachdruck leugnen,
von sich weisen, abstreiten: seine Schuld, ein Verbrechen
a.; Niemand würde es glauben, wenn er es ableugnete
(Böll. Adam 55); <Abl.:) ANeugnuw, die; -. -en.
fMkhten <sw. V.; hat): eine Kopie von etw. fototechnisch
herstellen, fotokopieren: er lichtete die Buchseite ab; Ü
Jeder Mangel... kann damit erklärt werden, daß
amerikanische Wirklichkeit abgelichtet wurde (MM 18. 9. 71.
57); <Abl.:> AWkhtuw, die; -. -en: 1. das Ablichten. 2.
Fotokopie, fotomechanische Reproduktion: eine A. machen,
anfertigen.
fUiebebi <sw. V.; hat): liebkosen, liebkosend streicheln: Ein
gelbbunter Schäferhund ... kam heran und ließ sich a.
(Löns. Haide 42).
abliefern <sw. V.; hat): 1. pflichtgemäß /einem zuständigen
Empfänger] übergeben, aushändigen: Waren a.; den Rest
des Geldes lieferte sie dem Vater ab. 2. (ugs.) pflichtgemäß
an einen vereinbarten Ort bringen, einer zuständigen Stelle
übergeben: die Tochter wieder bei den Eltern a.; <Abl.:)
Ablieferung, die; -. -en.
Abliefcrunes- (meist auf dem Agrarsektor): -bescheid, der;
-bescheinigtjng,die; -frist,die, -pflicht,die<o. PI.); -preis,
der; -rikfc stand, der; -soll, das; -tennin, der; -zwang,
der <o. PL).
abliegen <st. V.; hat) /vgl. abgelegen/: 1. (selten) (von etw.)
entfernt liegen: drei Kilometer [weit] a.; Ü zwei ... weit
voneinander abliegende Vorkommnisse (A. Kolb.
Schaukel 76). 2. (südd., österr.) durch längeres Liegen mürbe
werden, an Qualität gewinnen (meist im 2. Part.): das
Fleisch ist abgelegen; gut abgelegener Rostbraten.
ablisten [aplistn] <sw. V.; hat): jmdn. mit List dazu bringen,
etw. herzugeben: jmdm. sein Geld a.; Ü die Ernte muß
der Natur abgelistet werden (Koeppen. Rußland 58).
ablochen <sw. V.; hat) (Datenverarb.): auf Lochkarten,
Lochstreifen übertragen: den ganzen Jahrgang einer Zeitung
vollständig a.; <Abl.:) ^Modier, der; -s. -; Ablochung* die;
-. -en: die A. linguistischer Daten.
^blocken <sw. V.; hat): /durch Schmeicheln. Überreden/
abgewinnen, ablisten: etw. lockt jmdm. Bewunderung ab;
er hat mir 100 Mark abgelockt.
ablehnen <sw. V.; hat) (veraltend): 1. für etw. bezahlen,
entlohnen: er lohnte den Kutscher ab. 2. entlohnen u.
entlassen: die Leutestube, wo Jörn Uhl einen Knecht ablohnte,
der nicht gehorchen wollte (Frenssen. Jörn Uhl 272);
<Abl.:) AMdnung. die; -. -en.
«Mfischen <sw. V.; hat) (selten, meist landsch.): 1. a) ab-,
wegwischen: er löschte das an die Tafel Geschriebene ab;
b) durch Löschen reinigen: er hat die Tafel abgelöscht.
2. mit einem Löschblatt trocknen: die Tinte a. 3. a)
(Brennendes) tilgen: das Feuer, das erst am Montagmorgen
abgelöscht werden konnte (MM 7. 2. 61. 7); b) (Kochk.)
(Heißes mit einer kalten Flüssigkeit) abkühlen: Brühe a.;
Gut anbraten, mit 1 Glas trockenem Weißwein a. (Petra
8. 1967. 10).
Abifee Capto:»], die; -. -n: 1. (selten) Ablösung: die A.
der alten Machthaber. 2. a) (österr.. Schweiz.)
Ablösesumme: der Verein erhielt die A. zurück; b) (österr.) bei Beginn
eines Miet Verhältnisses für eine Wohnung einmal vom Mieter
zu leistende Summe: Dreizimmerwohnung, gegen A.;
tbMfeen <sw. V.; hat) [2: urspr. wohl = den Schild
abhängen]: 1. a) von seinem Untergrund lösen, entfernen,
abtrennen, abmachen: die Briefmarke vorsichtig, behutsam a.;
er löste das Fleisch von den Knochen ab; b) <a. + sich)
sich lösen: die Sohle hat sich abgelöst; Ü von seinem Gesicht
löste sich eine Qual ab. die es verzerrt hatte (A. Zweig.
Claudia 125). 2. die Tätigkeit, den Dienst, die Stellung
von jmdm. /im Wechsel] übernehmen: einen Posten
pünktlich a.; einen Kollegen bei der Arbeit a.; einander, sich
[gegenseitig] a.; wir lösen stündlich ab; der Vorsitzende
muß abgelöst (verhüll.; aus seinem Amt entfernt) werden;
Ü der Frühling löst den Winter ab. 3. (Geldw.) durch
eine einmalige Zahlung tilgen, abgelten: eine Hypothek
a.; eine Rente a. (durch Kapitalabfindung ersetzen): <Zus.:>
Abifeespiel, das (Berufssport): beim Vereinswechsel eines
Spielers zwischen altem u. neuem Verein vereinbartes Spiel,
dessen Einnahmen dem alten Verein zufließen: i^Uteam-
me. die (Berufssport): Geldsumme, die dem Verein, den
ein Berufssportler verläßt, von dem neuen Verein, zu dem
er überwechselt, gezahlt wird: <Abl.:) Ablösung, die; -. -en:
1. das Ablösen, das Sichablösen: die A. der Netzhaut. 2.
a) Übernahme einer Tätigkeit, Wechsel: die A. der Posten;
b) Person, die jmdn. ablöst, ablösende Personengruppe: A.
vor!; wann kommt unsere A.? 3. (Geldw.) Tilgung,
Abgeltung: die A. einer Rente, einer Hypothek; ..Frei durch
A. ..." (Philat.; Text auf Briefmarken der Post von Staat-
liehen Behörden des Deutschen Reiches, die an die Reichspost
Pauschalgebühren zahlten).
^btfeuw: -betrag, der; -gesetz* das; -prozefl, der;
-säume, die: svw. f Ablösesumme; -Verordnung, die.
«Muctoen <sw. V.; hat) [H. u.. !luchsen] (salopp): 1. mit
List u. Schlauheit abnehmen, ablisten: jmdm. einen
Zehnmarkschein a.; Ich will mal sehen, ob ich ihnen ein halbes
Pfund Salz a. kann (Hausmann. Abel 21). 2. durch
aufmerksame Beobachtung von jmdm. od. etw. herausfinden,
erkennen, lernen: Jmdm. ein Geheimnis a.
Abluft, die; - (Technik): verbrauchte Luft, die aus Räumen
abgesaugt wird: die Radioaktivität in Abwasser und A.;
Reinigung der A.
54
abmüden
fbkitschen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. a) durch Lutschen t von
etw.] entfernen: das Blut a.; er hat die Marmelade [von
den Fingern] abgelutscht; b) durch Lutschen von etw. leer
machen: Pflaumenkerne a.; der Blöde ... hielt die
abgelutschte Holzstange im Mund (Böll, Und sagte 33); c)
durch Lutschen aufbrauchen: der Bonbon war schon fast
ganz abgelutscht. 2. (vulg.) die Ejakulation durch Lutschen
am Penis herbeiführen: Ü drei Megären ... klettern hoch
zum Mond, ihm einen abzulutschen (Zwerenz. Kopf 206).
«bmachen <sw. V.; hat): 1. von etw./ loslösen (u.
entfernen): den Schmutz. Rost a.; das Schild [von der
Tür] a.: Ü das mach dir man ab. Vater! Schnaps kriegst
du nie mehr (berlin.; das schlage dir aus dem Kopf!, Fallada.
Jeder 327). 2. vereinbaren, in einer Sache übereinkommen:
einen neuen Termin, eine dreimonatige Kündigungsfrist
a.; wir hatten abgemacht, daß gezahlt wird; es war zwischen
ihnen noch nichts abgemacht worden; (häufig im 2. Part.)
(in bezug auf den Abschluß einer Vereinbarung:
bekräftigend, zustimmend:) Abgemacht!; Abgemacht, Seefe!
(berlin.; einverstanden!, wohl aus frz. c'est fait). 3. (in
bestimmter Weise, an einem bestimmten Ort) ins reine bringen:
etwas gütlich a.; sondern machte alle Geschäfte im
Restaurant ab (Brecht. Groschen 31); wir wollen die Sache unter
uns a.; Machen Sie alles Weitere mit sich selbst ab (Walser.
Gehülfe 27). 4. (ugs.) ableisten, hinter sich bringen: seine
Dienstzeit abgemacht haben; <Abl. zu 2:) Abmachung,
die; -. -en: Vereinbarung: mit imdm. [über etw.] eine A..
-en treffen.
abmagern fapma:gBn] <sw. V.): 1. mager werden <ist): sie
ist bis auf die Knochen abgemagert. 2. das Volumen, den
Gehalt von etwas verringern, dünner, kleiner machen <hat>:
J = Junior (abgemagerte Ausstattung) (ADAC-Motorwelt
8, 1972. 50); Durch diese zusätzliche Luft hat man das
Gemisch abgemagert (Auto 7.1965, 18); <Abl.:>
Abmagerung, die; -. -en, dazu: Abmagerungskur, die.
gbmihen <sw. V.; hat): 1. mit der Sense, Sichel abschneiden:
das Gras a. 2. (ein Stück Land) durch Mähen von hohem
Gras frei machen: eine abgemähte Wiese.
f bmahnen <sw. V.; hat): 1. (geh.. veraltend)durch
Ermahnungen von etw. abzuhalten suchen, jmdm. von etw. abraten:
er mahnte midi von dem Unternehmen ab; Wiederholt
sei hier davon abgemahnt, die Jaakobssöhne für besonders
verhärtete Burschen zu halten (Th. Mann. Joseph 595).
2. eindringlich /er/mahnen: Die ... Textil-Vertriebs-GmbH
ist vom Bundeskartellamt abgemahnt worden. Mißbräuche
ihrer Preisbindung ... abzustellen (MM 23. 9. 67. 13);
<Abl.:> Abmahnung, die; -. -en.
abmalen <sw. V.; hat): 1. malend genau wiedergeben, genau
nach der Vorlage malen: ich habe das Haus abgemalt;
sich a. lassen; Ü jene, die er als feige Schurken abgemalt
hat, ohne ihre Namen zu nennen (Sieburg. Robespierre
16). 2. <a. + sich) (geh.) sich in etw. widerspiegeln, zum
Ausdruck kommen: in seinem Gesicht malte sich
Verlegenheit ab.
atraarachen ['apmaraxn], sich <sw. V.; hat) [aus der Gau-
nerspr., H. u., viell. zu hebr. meragem, zu iqgam =
steinigen] (landsch.. bes. nordd.): sich sehr abmühen, anstrengen:
sich mit den schweren Säcken a.
abmarken ['apmarkn] <sw. V.; hat) [zu t2Mark] (Amtsspr.):
(ein Gebiet) durch / Grenzjzeichen markieren, abgrenzen:
Gleichzeitig werden sie (= die Anlieger) gebeten, die
abgemarkten Punkte nicht zu beschädigen (MM 24. 12. 70.
9); <Abl.:> Ataraarkung, die; -, -en.
abmarkten <sw. V.; hat) (geh.): bei einem Kauf durch
Markten erreichen, daß eine bestimmte Summe nachgelassen wird:
ich marktete dem Händler schließlich hundert Drachmen
ab; Ü er ließ sich sein Recht nicht a.
Abmarsch, der; -[eis. Abmärsche <P1. selten): das
Abmarschieren: Vorbereitungen für den A. treffen; <Zus.:> «b-
marsdibereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); abmarschieren
<sw. V.): 1. in Formation u. im Gleichschritt abziehen,
abrücken <ist): die Soldaten sind abmarschiert. 2. zum
Zweck der Kontrolle /marschierend] abgehen <ist/hat>: das
ganze Gebiet a.; Der Landsturmmann Kazmierzak
marschiert seinen Posten ab (A. Zweig, Grischa 25).
ffamartem <sw. V.; hat) (geh.): längere Zeit im Übermalt
martern: ich martere mir mein Gehirn ab, habe mich
unnötig damit abgemartert.
abmatten [apmatn] <sw. V.; hat) (geh.): über längere Zeit
hinweg übermäßig matt machen: das Fieber mattete ihn
ab; ich mattete mich vergebens ab; einen abgematteten
Eindruck machen; ich fühlte mich abgemattet; <Abl.:)
Abmattung, die; -. -en (PI. ungebr.).
ybmehren <sw. V.; hat) [zu: mehren = stimmen, votieren,
zu f mehr] (Schweiz.): 1. durch Handmehr (= durch
Hochheben der Hand festgestellte Mehrheit) verwerfen, abschaffen:
die Gemeinde mehrte den Antrag ab. 2. durch Handerheben
über etw. abstimmen, beschließen: die Versammelten haben
die Anträge abgemehrt.
abmeiern I'apmqjBn] <sw. V.; hat) [zu veraltet t Meier =
Gutspächter] (hist.): jmdm. den Meierhof, das Pachtgut,
den Erbhof entziehen: man meierte die Pächter ab; Ü Es
war das erste Mal. daß ein Bundeskanzler im Hinblick
auf eine Länderwahl abgemeiert wurde (Spiegel 49. 1966.
26); <Abl.:> Abmeierung, die; -. -en.
ffameiDeln <sw. V.; hat): 1. durch Meißeln entfernen: ich
meiß[e]le die scharfe Kante ab. 2. durch Meißeln kleiner
machen: einen Stein stückchenweise a. 3. (selten) meißelnd
nachbilden: ein Künstler hat den großen Mann
abgemeißelt.
Abmelde- (Verwaltung): ^bestätigung. die; -formular, das:
Formular für die polizeiliche Abmeldung: ^schein, der: svw.
t-formular.
abmelden <sw. V.; hat): 1. a) (bes. Milit.) Jmds. od. seinen
eigenen Weggang ordnungsgemäß melden: sich bei seinem
Kommandeur a.; der Lehrling hatte sich vor dem Verlassen
des Betriebes nicht beim Meister abgemeldet; b) Jmds.
od. seine eigene Aufgabe des Wohnsitzes bei der dafür
zuständigen Stelle melden: hast du dich, deine Familie schon
[bei der Polizei] abgemeldet?; c) jmds. od. sein eigenes
Ausscheiden der zuständigen Stelle melden: seinen Sohn
von der Schule, bei seinem Verein a.; sich aus der
Verpflegung a.; d) der zuständigen Stelle melden, daß man etw.
nicht mehr benutzt, nicht in Betrieb hat: das Auto vor
den Wintermonaten a. 2. (Sport Jargon) seinen Gegner
nicht zur Entfaltung kommen lassen, ihn beherrschen: der
Verteidiger hatte den englischen Linksaußen völlig
abgemeldet; die deutschen Fahrer waren abgemeldet. 3. *[bei
imdm.] aboemeidet sein (ugs.; nicht mehr I von ihm] beachtet
werden, seine Gunst verloren haben): ohne Bims bin ich
bei ihr gleich abgemeldet (Ott. Haie 294); Wenn im
Fernsehen Fußball ist. bin ich abgemeldet (Hörzu 6. 1974. 14);
<Abl. zu 1:) Abmeldung, die; -. -en.
Abmelkbetrieb, der; -[e]s. -e: svw. t-Wirtschaft;
Abmelkwirtschaft, die; -, -en (Landw.): Rinderhaltung nur zur
Milchgewinnung: «bmelken, melkt/(veraltet:) milkt ab, melkte/(ver-
altet:) molk ab. hat abgemolken/(selten:) abgemelkt
(Landw.): a) (bes. einer Kuh) Milch nehmen: einem Tier
ein wenig Milch a.; U Er (= der Schriftsteller) milkt ihnen
(= den Zeitgenossen) seine Existenz ab (Hagelstange.
Spielball 35); b) (bes. eine Kuh) bis zum letzten Tropfen
Milch melken: das Tier ist abgemolken (steht trocken).
«bmergeln, sich <sw. V.; hat) [tausmergeln] (landsch.): sich
durch übermäßige Arbeit u. ständige Sorge erschöpfen: ich
merg[e]le mich ab; (meist im 2. Part.:) abgemergelte
Frauen. Gesichter; die Häftlinge waren völlig abgemergelt.
ffamessen <sw. V.; hat) /vgl. abgemessen/: 1. nach einem
bestimmten Maß (Länge, Größe, Umfang o. ä.) bestimmen:
eine Strecke a.; Ü das Ausmaß eines Schadens noch nicht
a. (abschätzen, beurteilen) können; er pflegt seine Worte
sehr abzumessen (langsam und überlegend zu setzen). 2.
messend abteilen, einen Teil von etw. messen u. wegnehmen:
einen Meter Stoff* [vom Ballen] a.; <Abl.:) Abmessung,
die; -, -en: 1. das Abmessen (1). 2. [Aus/maß, Dimension:
einheitliche -en; Es trifft zu. daß die ... Triebwagen ...
wegen ihrer -en nicht für den Betrieb ... geeignet sind
(Bundestag 188, 1968, 10158).
abmieten <sw. V.; hat) (selten): von jmdm. mieten: Jmdm.
ein Zimmer a.
ffamildern <sw. V.; hat): abschwächen: den Sturz, Aufprall
a.; eine scharfe Äußerung abzumildern suchen; <Abl.:)
Abmildenmg, die; -, -en.
abmontieren <sw. V.; hat): 1. /einen Teil von/ etw. mit
techn. Hilfsmitteln entfernen: abnehmen, bes. von techn.
Anlagen (Ggs.: anmontieren): ein Rad [vom Auto], eine
Antenne a.; sie hatten die Geleise abmontiert. 2. sich aus
einer Montage lösen: Schon montiert in der Luft eine
Tragfläche ab (Wolf, Menetekel 258).
abmüden[apmy:dn] <sw. V.; hat) (geh., selten): stark
ermüden, anstrengen: ich müdete vergeblich meinen Geist, mich
55
abmühen
ab; (meist im 2. Part.:) Elsbeth ging nur etwas abgemüdet
umher (Strittmatter. Wundertäter 38).
abmühen, sich <sw. V.; hat): sich mit etw. oder jmdm. sehr
mühen: sich mit jmdm.. an einer Aufgabe a.; er hatte
sich abgemüht, seine Familie zu ernähren.
fbmurksen <sw. V.: hat) [urspr. Studentenspr.. zu niederd.
murken = töten < mniederd. morken =f zerdrücken]
(salopp): umbringen: Und halt die Klappe, oder ich murks'
dich ab! (Genet [Übers.], Tagebuch 189); Ü den Motor
a. (durch unsachgemäßes Schalten od. Bremsen zum
Stillstand bringen).
fbmustern <sw. V.; hat) [eigtl. = aus der Musterrolle, der
Sammlung seem. Anstellungsverträge, gestrichen werden,
zu tmustern = prüfend besichtigen] (Ggs.: anmustern)
(Seemannsspr.): a) ans dem Schiffsdienst entlassen: den
SchifTskoch a.; zwei Mann der Besatzung wurden
abgemustert; b) den Schiffsdienst aufgeben: ich kann morgen schon
a.; Ü Nach Kennedys Schweinebucht-Fiasko ... mußte
Dulles a. (Spiegel 27. 1966. 75); <Abl.:> Abmusterw«. die;
-. -en (Ggs.: Anmusterung).
abnabeln [apna:bfn) <sw. V.; hat): 1. ein neugeborenes Kind
von der Nabelschnur trennen: ich nab[e]le das Neugeborene
ab. 2. (salopp scherzh.) etwas aufgeben, sich von etwas
lösen: von dem Traum. Sportflieger zu werden, a.; es wird
höchste Zeit, daß du davon abnabelst; <Abl.:) Abnabelung.
(seltener:) Abrablung. die; -. -en.
Qbnagen <sw. V.; hat): 1. durch Nagen entfernen: die Maus
hat ein Stück [von dem Speck] abgenagt. 2. durch Nagen
von etw. frei machen: abgenagte Hühnerbeine.
ibnfthen <sw. V.; hat): durch eine Naht, durch das Einnähen
einer Stoffalte enger machen: sie nähte den Rock ab; < Abi.: >
Abnäher ['apne.B]. der; -s. -: Naht, eingenähte Stoffalte,
mit der ein Kleidungsstück enger gemacht wird.
Abnahme ['apna:md], die; -. -n: 1. <o. PI.) das Abnehmen.
Entfernung: die A. des Kronleuchters; die A. (Amputation)
eines Beines; vor der A. des Verbandes. 2. <P1. ungebr.)
Verminderung. Rückgang, das Nachlassen (Ggs.:
Zunahme): eine merkliche A. des Gewichts; die periodische Zu-
und Abnahme des Leuchtens. 3. <PI. ungebr.) Kauf,
Übernahme einer Ware durch Zahlung eines bestimmten
Betrages: bei A. größerer Mengen gewähren wir Rabatt; der
Käufer mußte sich zu der A. des gesamten Werkes
verpflichten; *A. finden (sich verkaufen lassen): die Ware
findet reißende A. 4. <P1. selten) Entgegennahme: die A.
eines Versprechens. 5. <P1. selten) a) Begutachtung,
offizielle Überprüfung, ob etw. den Vorschriften entspricht, ob
die Bestimmungen eingehalten worden sind: die A. der
Parade; die A. der Fahrzeuge;... das Abfahrts- und
Slalomkomitee des internationalen Skiverbands. ... das inzwischen
sehr viel schärfere Bedingungen für die A. einer Strecke
aufgestellt hat (Maegerlein. Piste 43); b) die mit der
Begutachtung, mit der offiziellen Überprüfung betrauten Personen:
die A. hat den Wagen beanstandet.
'Abnahme- (Abnahme 3): ^bedingung. die <meist PI.): ^frist
die; -ganurtie, die: A. für Agrarprodukte; -Verweigerung,
die; ^Verzögerung, die.
Abnahme- (Abnahme 5): -beamte. der; -bedtngung, die;
-fahrt, die; -flug, der; -koramisskm, die; -Prüfung* die;
-Vorschrift, die; -Zeichnung, die.
ibnehmen <st. V.; hat) (Ggs. zu I 9. II: zunehmen): I.
1. weg-, herunternehmen, entfernen: den Hut, die Brille
a.; den Deckel, das Tischtuch a.; Wäsche a.; er nahm
den Hörer ab, (auch ohne Akk.-Obj.:) niemand nahm
ab; er nahm sich den Bart ab (rasierte ihn sich ab); Beeren.
Äpfel a. (abpflücken, ernten); das Bein mußte [ihm]
schließlich abgenommen (amputiert) werden. 2. a) jmdm. etw.,
was er hält od. trägt, aus der Hand nehmen: jmdm. die
Pakete a.; er nahm ihr die Einkaufstasche ab; Hugo nahm
ihr den Wäschekorb ab (Jägersberg. Leute 235): b) etw.,
was jmdm. aufgebürdet ist, an seiner Stelle übernehmen:
der Mutter eine Arbeit, einen Weg a.; er hatte versucht,
seiner Familie alle Sorgen abzunehmen. 3. sich etw. von
jmdm. geben lassen, entgegennehmen: dem Briefträger das
Päckchen a.; sie nahm ihm die Blumen nicht ab; Ü Jmdm.
einen Eid, ein Versprechen a.; der Priester nahm ihm
die Beichte ab. 4. abverlangen: er will mir für die Reparatur
nur 10 Mark a. S. nach Fertigstellung, vor der Zulassung
prüfen, ob es den Vorschriften entspricht; prüfend
begutachten: einen Neubau, ein Fahrzeug a.; die Parade, den
Vorbeimarsch a.; wer hat die Prüfung abgenommen? 6. a)
widerrechtlich/ wegnehmen: jmdm. die Brieftasche a.; der Mann
nahm ihm die Uhr ab; der Polizist hat ihm den
Führerschein abgenommen (entzogen, beschlagnahmt); b) im Spiel
oder Wettkampf abgewinnen: jmdm. beim Skat viel Geld
a.; Wenn Fangio will .... kann er mir in jeder Kurve
ein paar Meter a. (Frankenberg. Fahrer 66). 7. von jmdm.
abkaufen, beziehen: der Händler will uns die alten Sachen
a.; er nahm dem Bettler Tür 50 Pfennige Streichhölzer
ab; Ü (meist verneint) das nehme ich ihm nicht ab (ugs.;
glaube ich ihm nicht): hat er dir die Geschichte
abgenommen? (ugs.; geglaubt). 8. a) von einem Original übertragen,
nachbilden: Fingerabdrücke a.; b) (veraltend, noch
scherzh.) fotografieren: laß dich mal a.! 9. Maschen
zusammenstricken, um ihre Zahl zu verringern: ich muß jetzt
(Maschen] a. 10. (selten, veraltend) aus etw. schließen,
entnehmen, folgern: ich konnte an/aus ihrem Verhalten
nichts a. II. 1. an Gewicht verlieren, leichter werden: ich
muß noch einige Pfund a.; sie hat in der letzten Zeit
sehr, stark abgenommen. 2. an Größe. Umfang. Substanz.
Stärke u. ä. verlieren, nachlassen, schwinden, sich verringern:
die Geschwindigkeit, die Helligkeit nimmt ab; die Vorräte
nehmen ab; seine Kräfte nahmen rasch ab; jmds.
Aufmerksamkeit. Entschlußkraft nimmt ab; die Tage nehmen ab
(werden kürzer); Mit steigendem Wohlstand nehmen
Forstdiebstähle ab (Mantel. Wald 64); <1. Part.:) im
abnehmenden Licht; bei abnehmendem Mond; <Abl. zu I 7:)
Abnehmer, der; -s. -: Person, die als Zwischenhändler /
eine Ware kauft; Käufer, Kunde, dazu: Abnehmerkreis, der;
Abnehmerland, das.
Abneigung, die; -. -en <P1. selten) [zu veraltet sich abneigen
= sich wegwenden]: deutlich bewußte Empfindung, jmdn.
od. etw. nicht zu mögen; leichter Widerwille, Antipathie.
Aversion: gegen jmdn. od. etw. eine unüberwindliche A.
haben, hegen, empfinden; seine A. überwinden; aus A.
abnibbeln [apnib|n] <sw. V.; ist) [H. u.; vi eil. zu niederd.
nibbeln = mit den Lippen. Zähnen kleine Stücke von
etw. lösen (wohl zu: nibbe = Schnabel. Mund) od. zu
jidd. niwel = verwelkt] (nordd.. bes. berlin. salopp):
sterben: ich nibb(e]le bald ab.
Qbnicken <sw. V.; hat) [für älteres abg(e)nicken. zu t Genick]
(Jägerspr.): Wild durch einen Stich in das Genick töten.
abnorm [ap'norm] <Adj.; Steig, selten) [lat. abnörmis. aus:
ab = von - weg u. nörma = Regel] (Ggs.: normal):
1. vom Normalen abweichend, krankhaft: -e Anlagen haben;
dieser Trieb, diese Veranlagung ist a.; a. reagieren. 2.
ungewöhnlich: von -en Ausmaßen; die Frau ist a. dick;
abnormal <Adj.; Steig, selten) [aus: ab- (vgl. abnorm) u.
normal] (bes. österr. u. Schweiz.): nicht normal: ein -es
Kind; sich a. verhalten; Abnormität [aprarmi'te.t], die;
-, -en Dat. abnörmitäs]: 1. Abweichung vom Normalen,
Krankhaftigkeit. Mißbildung: Die beiden Psychiater...
stellen zwar eine kleine A. im Gehirn des Angeklagten fest
... (Noack, Prozesse 239). 2. mißgebildetes Wesen: früher
stellte man auf Jahrmärkten oft -en zur Schau.
Qbnöttgen <sw. V.; hat) (geh.): von jmdm. durch intensive
Bemühung, durch eindringliches Zureden erlangen,
erreichen, erzwingen: sein Verhalten nötigt mir Respekt ab;
Ich sagte das nicht freundlich und nötigte mir kein Anrede-
Lächeln ab (Gaiser. Schlußball 71); <Abl.:> Abnötiguw,
die; -. -en <P1. ungebr.).
fbnutzen, (regional:) fbnützen <sw. V.; hat): a) durch
Gebrauch. Beanspruchung im Wert, in der Brauchbarkeit
mindern: die Autoreifen a.; er nutzt die Sachen stark ab;
<oft im 2. Part.:) ein abgenutzter Teppich; b) <a. + sich)
durch Benutzung an Wert und Brauchbarkeit verlieren: die
Bürste hat sich rasch abgenutzt; Ü Die ... Vernunft nutzt
sich nicht dermaßen ab wie die ... Leidenschaft (St. Zweig.
Fouche 184); Abnutzimg, (regional:) Abnützung, die; -. -en
(PI. ungebr.): Subst. zu tabnutzen, abnützen.
Abnutzunes-, (regional:) Abnützung»-: -»Erscheinung, die;
-gebühr,die; -kämpf, der (Milit.); -krankhett, die (Med.).
Abo fabo], das; -s. -s (ugs.): Kurzf. für TAbonnement.
abominabd [abomina:bl] <Adj.; ...abier, -ste) [frz. ab-
ominable < lat. aböminäbilis] (veraltet): abscheulich,
scheußlich, widerlich: abominable Menschen; die Rede des
Ministers war a.; er fand das Essen a.
Abonnement [atoromä:. Schweiz, auch ...ament]. das; -s.
-s, Schweiz, auch: -e [frz. abonnement. zu: abonner =
T abonnieren]: für eine längere Zeit vereinbarter und deshalb
verbilligter Bezug von Zeitungen. Zeitschriften. Büchern.
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abprotzen
Eintrittskarten, Mittagessen u.a.; Anrecht: das A. des
..Sprachspiegels"/(bes. Schweiz.:) auf den ..Sprachspiegel"
besinnt, endet, erlischt am 1. Januar; ein A. haben,
beziehen; das Essen im A. ist billiger; (Theater.) ein A. (Anrecht)
bei der Volksbühne nehmen, haben; Ü ein A. auf die
Fußballmeisterschaft haben (sie immer wieder gewinnen).
Abomementüs]-: ^bedingungen <P1>; -betrag, der; -karte,
die; -konzert, das; -preis, der; -vorstellig, die; -zeit,
die.
Abonnent [atonent], der; -en. -en: Inhaber eines
Abonnements: neue -en werben, dazu: Abompitenliste, die. Abon-
npitenzahl, die; abonnieren [ato'ni.ran] <sw. V.; hat) [frz.
abonner = eine zeitlich begrenzte periodische Leistung
vereinbaren < afrz. abosner = abgrenzen, zu: bosne =
Grenzstein; 2: aus der veralteten Konstruktion: Jmdn. auf
etw. abonnieren]: 1. im Abonnement beziehen: eine Zeitung
a.; wir haben im Kino abonniert; (Schweiz.:) ich werde
auf den „Sprachspiegel" a. 2. *auf etw. abonniert sein
(etw. abonniert haben).
abordnen <sw. V.; hat) [zu veraltet ordnen = mit einem
Amt betrauen, also eigtl. = jmdn. aus einer Gruppe mit
einem Auftrag absondern]: dienstlich zur Erfüllung einer
Aufgabe entsenden: jmdn. zu einer Konferenz a.; die Partei
hat ihn nach Berlin abgeordnet; vgl. Abgeordnete; <Abl.:)
Abordnung, die; -, -en: 1. <o. PI.) das Abordnen: die A.
eines Bevollmächtigten befürworten. 2. Gruppe von
abgeordneten Personen, Delegation: eine A. empfangen.
'Abort [a'tort. ugs. auch: 'atort]. der; -[e]s, -e [wohl <
niederd. Afort, eigtl. = abgelegener Ort] (das Wort wird
normalsprachlich gemieden, aber in der Amtsspr. u. im
Installationshandwerk noch gebraucht, bes. in Zus.):
einfacher, kleiner Raum, in dem sich eine Vorrichtung für die
Verrichtung der Notdurft befindet; auch die Vorrichtung
selbst; Toilette: auf den A. gehen; etw. in den A. schütten.
2Abort [atort], der; -s, -e [lat. abortus. zu: aboriri, T
abortieren] (Med.): Fehlgeburt; 3Abort [-], der; -s, -e [engl, abort
< lat. abortus; tfcAbort] (Raumf.): Abbruch eines
Raumfluges.
AbQrt- ('Abort): -anläge, die <meist PI.); -brille, die (ugs.):
svw. T Klosettsitz; -deckel, der; -dnickspüler, der; -frau,
die: für die Sauberkeit des Aborts verantwortliche w. Person;
-grübe, die; -Schlüssel, der.
abortieren [abDr'thran] <sw. V.; hat) [kirchenlat. abortire
= zu früh gebären, zu lat. abortus. 2. Part, zu: aboriri
= (von der Leibesfrucht) abgehen] (Med.): einen 2Abort
haben: die Frau abortierte; Abortion [ab3r't$ip:n], die; -,
-en [lat. abortio] (Med.): Abtreibung: eine unsachgemäße
A. vornehmen; abortiv [abor'ti:fl <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [lat. abortivus] (Med.): einen 2Abort bewirkend, ab-
treibend: -e Mittel.
ab ovo [ap o:vo; lat.. urspr. bei Horaz = von Anfang
an, eigtl. = vom Ei an]: 1. vom Anfang einer Sache an;
bis auf die Anfange zurückgehend: ich will nicht ab ovo
beginnen. 2. von vornherein, grundsätzlich: Zunächst wird
man den Leiter der Dudenredaktion ab ovo für einen
einseitigen Verteidiger der Sprachnorm halten (Jahrbuch
IdS 2, 28); Deshalb ist jede Formalisierung ab ovo eine
Idealisierung (ZfPh 1-3, 1974, 80).
abpacken <sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): (eine Ware) für
den Verbraucher in einer bestimmten Menge verpacken:
der Lehrling packte den Zucker ab; abgepacktes Brot;
<Abl.;> Abpackung. die; -. -en.
fbpaddeln <sw. V.; hat) (Kanusport): 1. zum letztenmal
gemeinschaftlich in der Saison paddeln (Ggs.: anpaddeln):
ich padd[e]lemorgen ab; (meist subst.:) morgen ist
Abpaddeln. 2. eine Strecke paddelnd durchmessen, im Paddelboot
o.a. zurücklegen: Mit dem Kanu wurden elf Flüsse ...
abgepaddelt (MM 23. 2. 1968, 6).
fbparken <sw. V.; hat): die von einem Vorgänger an einer
Parkuhr bezahlte, aber noch nicht ganz verbrauchte Parkzeit
ausnutzen: ich parkte die Viertelstunde noch ab.
fbpassen <sw. V.; hat) [1: zu veraltet passen = auf etw.
achthaben, lauern; 2: zu: passen = angemessen, passend
machen]: 1. a) den passenden Zeitpunkt abwarten: den
richtigen Zeitpunkt, eine günstige Gelegenheit genau a.; b)
Jmdn., der zu einem bestimmten Zeitpunkt unterwegs ist,
erwarten u. au/halten: den Briefträger a.; er paßte sie im
dunklen Flur ab. 2. (veraltend) passend anfertigen: den
Rock, die Schürze, den Vorhang in der Länge a.
«bpaasieren <sw. V.; hat) (Kochk.): (eine Flüssigkeit mit
ihren festen Bestandteilen) durch ein Sieb streichen,
durchlaufen lassen: die Soße a.
fbpatrouillieren <sw. V.; hat): izum Zweck der
Überwachung! patrouillierend abgehen, abfahren: die Straßen a.
abpausen <sw. V.; hat): mit Pauspapier übertragen: eine
Zeichnung a.; Die Umrisse des Stiletts, in das Elisabeth
von Österreich lief. a. (Fischer. Wohnungen 22).
f bpdlen <sw. V.; hat) (nordd.): die Pelle von etw. entfernen:
Kartoffeln a.; Er pellte ein Stück Hartwurst ab (Jaeger.
Freudenhaus 125).
fbperlen <sw. V.; ist): (von Flüssigkeit) an etw. in Perlen
herunterrinnen: das Wasser perlt an dem Mantel ab.
tbpesem <sw. V.; hat) (landsch.): svw. Tabbrennen.
fbpfeifen <st. V.; hat) (Sport): a) (vom Schiedsrichter) ein
Spiel durch Pfeifen unterbrechen: das Spiel wegen Abseits
a.; der Schiedsrichter hatte schon vorher abgepfiffen; b)
(vom Schiedsrichter) durch Pfeifen beenden: die erste
Halbzeit, das Spiel a.: <Abl.:> Abpfiff« der; -[e]s. -e (Sport):
Pfiff als Zeichen zur Beendigung eines Spiels.
abpflücken <sw. V.; hat): a) pflückend von einer Pflanze,
einem Strauch, Baum entfernen: sie hat die Kirschen
abgepflückt; Ü ... wenn ... sie sich im Schein der Lampe die
Läuse abpflückten (Plievier. Stalingrad 47); b) eine Pflanze,
einen Strauch, Baum von etw. leer machen: die
Stachelbeersträucher sind alle abgepflückt.
«bphotographieren: T abfotografieren.
f bpirmen <sw. V.; hat) (Schülerspr.): unerlaubt übernehmen,
abschreiben: er hat alles von seinem Nachbarn abgepinnt.
fbpinseln <sw. V.; hat) (ugs.. oft abwertend): abmalen: Diese
gasbeleuchtete Ringstraßenwelt... für die Nachwelt
abgepinselt (Fischer. Wohnungen 76).
«bpiadten* sich <sw. V.; hat) (landsch.. ugs.): svw. f
abplagen.
fbplagen, sich <sw. V.; hat): sich längere Zeit abmühen,
mühselige Arbeit verrichten: ich habe mich mein ganzes
Leben lang abgeplagt; Johanna hätte sich nicht mit der
Angst a. müssen, wie das sein wird (Feuchtwanger. Erfolg
677).
abplatten <sw. V.): 1. plattier! machen (hat): man hat
die Rundungen etwas abgeplattet. 2. plattier] werden <ist):
Sie (die Bandscheiben) platten etwas ab und schieben sich
... nach hinten vor (Kosmos 10, 1966, 431).
Qbptttten <sw. V.; hat): durch Plätten auf einen Stoff
übertragen: ein Muster a.; <Zus.:> Abplättmuster, das:
vorgedrucktes Muster zum Abplätten: ein A. für ein Kissen (zum
Sticken).
Abplattung, die; -. -en: das Abgeplattetsein: die A. der Erde
(Verkürzung des Poldurchmessers).
^bptatzen <sw. V.; ist): sich platzend von etw. lösen: Gips
platzt ab; mir ist ein Knopf von der Jacke abgeplatzt.
abpolstern <sw. V.; hat): (zum Schutz gegen Stoß od. Schlag,
zum Abdämpfen von Geräuschen o. ä.) mit einer Polsterung
versehen: etw. mit alten Autoreifen a.; in einem ... durch
eine abgepolsterte Tür von Außengeräuschen
abgedämpften Zimmer (Plievier. Stalingrad 235).
abprägen <sw. V.; hat): in etw. prägend abbilden: der
Künstler prägte ihre Gestalt in Metall ab; Ü das Wesen des
Menschen prägt sich in seiner Geschichte ab.
Abprall, der; -[eis. -e <P1. selten): das Abprallen, /federnde!
Zurückspringen: der A. des Geschosses war so heftig, daß
...; abprallen <sw. V.; ist): beim Auftreffen auf etw.
zurückgeworfen, weggeschleudert werden, federnd zurückspringen:
die Geschosse prallten an der Mauer ab; der Ball prallte
von der Latte ab; Ü die Vorwürfe prallten an ihm ab;
<Abl.:) Abpraller [apprale). der; -s. - (Ballspiele): vom
Torpfosten o. ä. abprallender Ball: den A. aufnehmen,
einschießen.
abpressen <sw. V.; hat): 1. herauspressen, unter Druck
absondern: die Hitze preßte ihm manchen Schweißtropfen ab;
... so daß ... Blutwasser ... durch die Kapillarwände
hindurch in die Bindegewebsräume abgepreßt oder abfiltriert
wird (Medizin II, 166). 2. abnötigen, abzwingen: jmdm.
ein Versprechen, ein Geständnis a.; sie preßte sich ein
Lächeln ab. 3. abschnüren: diese Vorstellung preßte ihm
den Atem ab; die Angst hatte ihr fast das Herz abgepreßt.
fbprotzen <sw. V.; hat) [2: entweder Ü von (1) od. lautm.]:
1. (Milit.) ein Geschütz von der Protze lösen u. in
Feuerstellung bringen! (Ggs.: aufprotzen): die Kanoniere protzten
das Geschütz ab. 2. (derb) seine große Notdurft verrichten:
hinter einem Busch a.
57
abpumpen
abpumpen <sw. V.; hat): 1. durch Pumpen entfernen: öl.
Wasser a.: Was er ( = der Säugling) nicht nimmt, müssen
Sie a. (Bieter. Bonifaz 223). 2. (salopp) von jmdm. borgen:
ich habe ihm 20 Mark abgepumpt.
Abputz, der; -es, -e <PI. ungebr.) (selten): / Ver,putz;
abputzen <sw. V.; hat): 1. a) (ugs.. Tarn.) den Schmutz abwischend
reinigen: Rüben a.; hast du dir die Schuhe richtig abgeputzt
(die Sohlen gereinigt)?: das Kind a. (von Kot säubern);
ich putzte [mir] den Mund ab; Ü <subst.:) mit dem
Ausgraben und Abputzen alter Ideale beschäftigt sein (Thieß.
Reich 184); b) (selten) putzend entfernen: du mußt noch
die Flecken a. 2. mit neuem Verputz versehen, verputzen:
wir müssen das Haus a. lassen. 3. (landsch.) tadeln,
zurechtweisen: der Vater putzte den Jungen tüchtig ab.
abquälen <sw. V.; hat): 1. a) <a. + sich) sich so abmühen,
daß es einem zur Qual wird: sich lange [mit einer Arbeit]
a.; b) <a. + sich (Dativ)) steh unter Qual abzwingen: sich
eine Antwort a; ich hatte mir ein Lächeln abgequält.
2. (veraltet) sehr quälen, zermartern: sein Gehirn a.
abqualifizieren <sw. V.; hat): abfällig beurteilen, in der
Qualifizierung herabsetzen: ein Buch, einen Artikel, eine
politische Überzeugung a.; Wer es zuläßt oder gar dazu beiträgt,
daß Teile der Jusos ... als DK Pier abqualifiziert werden
... (Stamokap 134); sich durch oberflächliche und falsche
Antworten a.; <Abl.:> Abqualifizierung, die; -. -en.
«bquatschen <sw. V.; hat) (salopp): jmdn. überreden, etwas
herzugeben: das Bild habe ich ihm abgequatscht.
abquetschen <sw. V.; hat): durch Quetschen trennen: ich
habe mir um ein Haar den Finger abgequetscht.
fbrackern, sich <sw. V.; hat) (salopp): keine Anstrengung
scheuen, um ein Ziel zu erreichen; sich abmühen, abarbeiten:
ich rackerte mich mit dem schweren Koffer ab;
Mittelstürmer Rodekamp ... rackerte sich noch am meisten ab (Die
Welt 13. 5. 1965. 6); sich für Jmdn. a.
fbradieren <sw. V.; hat): durch Radieren entfernen: einen
Flecken von der Tapete a.
Abraham ['a.braham; hebr. ..Vater der Menge", nach Luk.
16. 22]: in der Wendung wie in -s SchoB (ugs.; sicher
geborgen, gut aufgehoben).
abrahmen [apra.rrpn] <sw. V.; hat): die Fettschicht von
der Milch abschöpfen: die Milch vorher a.; Ü da hat Jemand
[alles] abgerahmt (ugs.; das Beste für sich genommen).
Abrakadabra [a:braka'da:bra. auch: ' '—], das; -s [1:
< mlat.. spätlat. abracadabra. H. u.]: 1. Zauberwort,
Zauber-, Beschwörungsformel: Zauberformeln wie
Hokuspokus Fidibus, A., Simsalabim; Andere, die ... dem A. der
falschen Magier Glauben geschenkt hatten (Kantorowicz,
Tagebuch 1,499). 2. sinnloses, unverständliches, unsinniges
Gerede: Es war alles A.v was er daherredete (Plievier,
Stalingrad 268).
Abraaax [abrazaks]: svw. TAbraxas.
abrasieren <sw. V.; hat): a) Haare mit dem Rasiermesser,
-apparat unmittelbar an der Haut abschneiden: ich rasierte
[ihm, ihr] die Haare ab: b) (ugs.) dem Erdboden
gleichmachen: ganze Straßenzüge a. (von Luftminen).
Abrasion [abra'4o:n]. die; -. -en [1-3: 19. Jh. < spätlat.
abräsio = Abschabung, zu lat. abrädere = abschaben,
tradieren]: 1. (allg.) Abschabung. 2. (Geol.) Abtragung der
Küste durch die Brandung. 3. (Med.) Auskratzung.
Ausschabung.
«braten <st. V.; hat): raten, etw. nicht zu tun (Ggs.: zuraten):
Jmdm. von der Heirat, von der Lektüre eines Buches a.;
er hat es mir abgeraten; er riet mir ab hinzugehen.
9brauchen <sw. V.; hat): Zigaretten zu Testzwecken rauchen
(in bezug auf entsprechende Geräte); <subst.:) Im Prinzip
hätte das A. von 200 Zigaretten pro Sorte genügt (MM
21. 2. 75. 11); Abraudmasdiine. die; -. -n: Maschine zum
Abrauchen von Zigaretten.
Abraim^der: -[e]s: I. (Bergbau) /abgeräumte! Deckschicht
ohne nutzbare Mineralien über Lagerstätten: der A. des
Bergbaus wächst auf den Halden zu stattlichen Hügeln
(Thienemann, Umwelt 28). 2. (landsch.) Abfall (1).
Abraum- (Abraum 1): -bagger. der; -betrieb, der; -forde-
rung, die; ^gestein, das; -haWe, die; -kippe, die; -salz,
das <meist PI.): Kalisalzschicht über einer Steinsalzschicht
(die früher abgeräumt wurde); -wagen, der.
fbrSumen <sw. V.; hat): 1. a) (von einer Oberfläche) weg-,
herunternehmen um Platz zu schaffen]: die Teller, das
Frühstück a.; der Kellner räumt ab; die Kegel a. (alle
Kegel umwerfen); b) Bergbau (Abraum) wegschaffen: die
Deckschicht a.: Wo der Torf abgeräumt war (Gaiser. Jagd
120). 2. durch Räumen von etw. leer machen: den Tisch a.
fbrauschen <sw. V.; ist) (ugs.): a) sieh rasch (mit Auto,
Motorrado. ä.) entfernen; b) sich mit auffälligem Benehmen,
die Aufmerksamkeit auf sich lenkend, entfernen: die Diva
rauschte ab.
Abraxas [a'braksas] <o. Art.) [H. u.; urspr. mystisches Wort
der Gnostiker]: Zauberwort, -formet.
abreagieren <sw. V.; hat) (Psych.): 1. (eine seelische
Spannung o. ä.) durch eine bestimmte Reaktion verringern,
ableiten, zum Verschwinden bringen: seinen Ärger, seine
schlechte Laune [an den Kindern] a. 2. <a. + sich) sich durch
eine bestimmte Reaktion beruhigen: du hast dich abreagiert;
Abreaktkxi,die; -. -en (Subst. zu: abreagieren): das
Bedürfnis nach A.
f brechen <sw. V.; hat) (bes. md.. südd.): a) mit dem Rechen
entfernen: das Laub vom Rasen a.; b) mit dem Rechen
säubern: den Rasen a.
abrechnen <sw. V.; hat): 1. von einer Summe abziehen: die
Mehrwertsteuer, die Spesen a.; Ü <oft im 2. Part.) das
abgerechnet (nicht berücksichtigt), bin ich einverstanden.
2. a) eine Schlußrechnung aufstellen: die Kasse a.; sie hat
schon abgerechnet; b) mit jmdm. eine Geldangelegenheit
in Ordnung bringen: Ich rechnete mit dem Mann (dem
Maultiertreiber) in aller Hast ab (Jahnn. Geschichten 198).
3. sich mit jmdm. wegen einer moralischen Schuld
auseinandersetzen, jmdn. zur Rechenschaft ziehen: Nach dem Krieg
werden wir mit diesen Brüdern a. (Ott, Haie 347); <Abl.:)
Abrechnung, die; -. -en: 1. das Abrechnen, Abzug: nach
Ä. der Unkosten; *etw. in A. bringen (Papierdt.; abziehen):
in A. kommen (Papierdt.; abgezogen werden). 2. a)
Rechenschaft über Einnahmen u. Ausgaben, Schlußrechnung,
Liquidation, Bilanz ziehung 1: die A. machen; b) Blatt mit einer
Abrechnung (2 a): er hat die A. unterschrieben. 3.
Vergeltung, Rache: mit Jmdm. od. etw. [scharfe] A. halten; die
Stunde der A. wird kommen.
Abrechnung^- (Bankw., Kaufmannsspr.): -bete«, der;
-stelle, die; -termin, der; -verfahren, das; -verkehr, der; -we-
sen, das <o. PI.).
i^brededie; -. -n: 1. <P1. ungebr.) (geh., veraltend)
Verabredung, Vereinbarung, Übereinkunft: keiner A. bedürfen; eine
stillschweigend getroffene A.; das ist wider die A. 2. *etw.
in A. stellen (Papierdt.; be-, abstreiten); fbreden <sw. V.;
hat): 1. (veraltend) jmdn. durch eindringliches Reden davon
zu überzeugen suchen, etw. nicht zu tun: er versuchte
vergebens, ihm davon abzureden. 2. (geh.. veraltend) verabreden,
vereinbaren: sie haben den Plan heimlich miteinander
abgeredet.
ffaregen, sich <sw. V.; hat) [scherzh. Ggs. zu: aufregen]
(ugs.): sich beruhigen: Und bis morgen früh hat er sich
wieder abgeregt (Kirst.08/13, 98).
fbregnen <sw. V.; hat): a) in Form von Regen niedergehen
lassen: zum Festland ....wosie(= die Winde) die
Feuchtigkeit abregnen (MM 15. 11. 74, 3); b) <a. + sich) den
Regen abgeben: die Wolken regnen sich ab; Wie sich ein
Gewitter nach der heftigen elektrischen Entladung
abregnet (Greiner. Trivialroman 51).
fbreiben <sw. V.; hat): 1. a) durch Reiben entfernen,
beseitigen: den feinen Rost [von dem Metall] a.; b) durch Reiben
säubern: ich rieb [mir] die Hände an den Hosen ab. 2.
a) trockenreiben: das Kind nach dem Baden a.; die Pferde
wurden mit Stroh abgerieben; b) frottieren: Jmdn. mit
einem nassen Handtuch a. 3. (selten) durch Reiben
abnutzen: du hast das Polster an dieser Stelle stark abgerieben;
der Samt reibt sich schnell ab. 4. die Schale von etw.
mit dem Reibeisen entfernen: Zitrone, eine Muskatnuß a.
5. (meist im 2. Part.) (landsch.) rühren: abgeriebener
Kuchen (Rührkuchen); <Abl.:) Abreibung« die; -. -en [2a:
zu mundartl. abreiben = prügeln]: 1. das Abreiben (2
b). Frottieren: eine feuchte A. 2. (ugs.) a) Prügel: jmdm.
eine A. geben, verabreichen; der Junge hatte eine
anständige A. gekriegt; b) scharfe Zurechtweisung: eine A. wortlos
hinnehmen.
Abreise, die; -. -n <P1. ungebr.): Aufbruch, Abfahrt zu einer
Reise: die A. erfolgte, vollzog sich wie vorgesehen; seine
A. um einen Tag verschieben; abreisen <sw. V.; ist): 1.
eine Reise antreten: überstürzt, in aller Frühe nach
München a. 2. die Rückreise antreten, einen Aufenthalt beenden
u. abfahren: unser Besuch reist morgen [wieder] ab.
AbreiB-: -block, der <P1.: ... block s, seltener: ...blocke):
58
abrufen
Schreibblock mit Blättern, die durch Reißen am oberen
od, seitlichen Rand leicht entfernt werden können;
skatender, der: Kalender mit Blättern, die durch Reißen am oberen
Rand leicht entfernt werden können.
abreißen <st. V.) /vgl. abgerissen/: 1. a) durch ruckhaftes/
Reißen von jmdm.. sich od, etw,/ lösen, abtrennen <hat>:
ein Kalenderblatt, ein Pflaster, ein Plakat [von der
Hauswand] a.; Blüten a.; <mit Dativ der Person:) dem II WO
riß ein Stück Eisen den Kopf ab (Ott, Haie 287); Ü die
Kindheit, die abgerissen wurde durch den Krieg (Remar-
Que, Obelisk 43); b) bei jmdm.. sich od. einer Sache/
hastig, mit einem Ruck entfernen <hat>: ich riß [mir] den
Kopfhörer ab. 2. a) sich infolge starker Belastung.
Beanspruchung/ vonjmdm. od. etw. ablösen, abgehen;
entzweigehen, zerreißen <ist>: der Schnürsenkel riß ab; ein
abgerissener Knopf; b) plötzlich unterbrochen werden, aufhören <ist>:
die Funkverbindung riß ab; Kontakte nicht a. lassen; der
Strom der Flüchtlinge riß nicht ab (nahm kein Ende);
die Tagungen reißen nicht mehr ab (nehmen kein Ende).
3. (ein baufälliges od. nicht mehr gebrauchtes Bauwerk)
durch Niederreißen beseitigen <hat>: ein baufälliges Haus
a. [lassen]. 4. (ugs.; landsch.) (ein Kleidungsstück) durch
unachtsames Tragen stark abnutzen, zerschleißen <hat>: du
reißt deine Sachen viel zu schnell ab; ein abgerissener
Anzug; Tabgerissen (1). 5. (salopp) (einen Dienst o.a..
eine vorgeschriebene Dienst-, Ausbildungs 1 zeit) voll
ableisten <hat>: seinen Militärdienst a.; er muß ein Jahr a.
(im Gefängnis sitzen); Du mußt doch deinen Knast auch
bald abgerissen haben?! (Fallada, Blechnapf 7).
fbreiten <st. V.>: 1. a) weg-, davonreiten <ist>: er sah den
Joseph nicht mehr, der abgeritten war (Th. Mann, Joseph
529); b) (Jägerspr.) (von Auer- u. Birkwild) wegfliegen
<ist>: der Auerhahn reitet ab. 2. a) an etw. zum Zwecke
der Besichtigung od, Kontrolle entlangreiten, etw, bei einem
Ritt besichtigen <hat/ist>: die [Front der] Schwadron, die
Posten, Stellungen a.; b) ein Pferd müde reiten <hat>: ein
Junges Pferd a.; c) (Seemannsspr.) (schlechtes Wetter, rauhe
See) vor Anker liegend auf See überstehen <hat>: wir müssen
den Sturm draußen a. 3. (Polo) den Gegner vom Ball
abdrängen; <Zus.:> Abrdtlelpbtz, der; -es. ... platze (Reiten):
kleiner Platz am Rande eines Turniergeländes, auf dem
sich Pferd u. Reiter vor einem Wettbewerb vorbereiten;
er (= der Turnierleiter) habe... verabsäumt, eine Fachkraft
... auf den A. zu senden (Express S. 10. 68. 5).
4brennen <unr. V.> (ugs.): 1. eine Anzahl Orte od. Personen
der Reihe nach wegen etw. eilig aufsuchen <hat. seltener:
ist): alle Läden, die ganze Stadt, alle meine Bekannten
nach etw. a. 2. <a. + sich) sich durch Rennen ermüden
<hat): warum rennst du dich so ab?; Stanislaus hätte nicht
unausgeschlafen und abgerannt vor dem Backofen stehn
können (Strittmatter. Wundertäter 200).
Qbrkhten <sw. V.; hat) [urspr. wohl = den Hund lehren,
die Nase abwärts auf den Erdboden zu richten]: (bes.
von Hunden) ein Tier zu bestimmten Leistungen od,
Fertigkeiten erziehen, die man von ihm verlangt u, die ihm dann
zur zweiten Natur werden; dressieren; einen Hund [falsch,
richtig] a.; er richtete den Falken zur Beize ab; <Abl.:)
Abrichter, der; -s, -: Person, die ein Tier abrichtet. Dresseur;
Abrkhtwg* die; -: Einübung. Dressur,
Abrieb I'aprhp], der; -[eis, -e: 1. <o. PI.) das 'Sichlabreiben.
Abbröckelung; in dem durch A. der Gummireifen
entstandenen Straßenstaub (Reform-Rundschau 12. 1958. 11).
2. das Abgeriebene; die -e von Gummireifen und
Fahrbahnbelag (Kosmos 1. 1965. 6); der A. von Steinkohle bei
der Aufbereitung.
fbrieb», Abrieb-: ^beampruchung, die; -fest <AdJ.): gegen
Abrieb unempfindlich; -e Räder; der Reifen ist hochgradig
a.. dazu: -festigkett, die.
fbriegebi <sw. V.; hat): a) mit einem Riegel I ver /sperren;
den Stall a.; riegeln Sie bitte die Tür ab!; Sorgfältig riegelte
er hinter uns ab (Bieter, Bonifaz 159); b) den Zugang
blockieren, absperren; eine Unfallstelle, alle Zufahrtswege
a.; die Polizei hatte das Viertel hermetisch abgeriegelt;
<Abl.:> Abrieaehmg« (auch:) ^brieglung, die; -. -en.
fbrinoen <st. V.; hat): von jmdm., von etw. durch intensive
Bemühung erlangen, abzwingen; dem Meer neues Land
a.; ich habe ihm das Versprechen abgerungen, nicht mehr
zu rauchen; sich ein Lächeln a.; seine Jünger liebten den
Mann, der seinem gebrechlichen Körper die höchste
Widerstandskraft abgerungen hatte (Thieß, Reich 149).
fbrmnen <st. V.; ist): 1. an etw. abwärts rinnen; das Wasser
rann an/von der Ölhaut ab. 2. rinnend verschwinden; das
Regenwasser rinnt nur langsam ab.
Abriß, der; Abrisses. Abrisse [3: Ü nach (2). zu frühnhd.
abreißen = etw. im Umriß zeichnen]: 1. a) <o. PI.) das
Ab-, Niederreißen; der A. wird in Kürze beendet sein;
Unser Haus stand auf A. (sollte abgerissen werden; Plenz-
dorf, Leiden 49); b) Teil, der von etw. abgerissen werden
soll (z. B. von Billetten): A., als Eintrittsausweis ungültig;
ohne A. ungültig. 2. (veraltet) ! UmrißJZeichnung: einen
A. von etw. machen. 3. knappe Darstellung. Übersicht.
Zusammenfassung, auch als kurzgefaßtes Lehrbuch; Korn-
pendium: A. der Sozialhygiene; der Hauptteil enthält einen
A. der Lautlehre; <Zus. zu 1 a:> Abrißarbeiten <P1.); Abriß-
flrma, die.
abrollen <sw. V.): 1. a) von einer Rolle ab wickeln <hat):
ein Kabel. Tau a.; der Faden hat sich [von selbst] abgerollt;
Ü den Faden der Erzählung a. lassen; b) sich von einer
Rolle abwickeln, ablaufen (ist): der Film, die Leine rollt
ab. 2. a) (Turnen. Sport) eine rollende Bewegung von der
Ferse zu den Zehen ausfuhren <hat>: beim Laufen über
den ganzen Fuß a.; b) (Boxen) einem gegnerischen Schlag
dadurch ausweichen, daß man mit Kopf u. Oberkörper eine
kreisförmige Bewegung in der Richtung des Schlages
beschreibt <hat>; c) (Turnen, Sport) eine Rolle machen <ist>:
nach vorn, über den rechten Arm a.; Wenig später fallen
die Übenden auf die Erde, rollen geschickt und flink ab
(MM 9. 1. 1969. 5); d) (Basketball) einen Verteidiger daran
hindern, den Ball anzunehmen, ihn vom Korb abschirmen
u. sich dann zum Korb drehen <ist>. 3. a) mit einer Rollfuhre
: abJtransportieren <hat>: Bierfässer a.; der Spediteur hat
die Kisten abgerollt; b) sich rollend entfernen Ost; Ggs.:
anrollen): das Flugzeug rollt zum Start ab; Kurz vorher
war ... ein mit Stammholz beladener Güterzug abgerollt
(Frank. Wagen 17). 4. ablaufen, vonstatten gehen, sich
abspielen Ost): das Programm rollt reibungslos ab; das
Weltdrama rollt ab (R. Schneider, Leiden 116); ihr Leben
rollte noch einmal vor ihren Augen ab.
f brobbetn <sw. V.; hat) (landsch. fam.): nibbelnd
trockenreiben: ich habe mich, mir nach dem Bad den Körper
abgenibbelt.
^brücken <sw. V.): 1. von jmdm.. etw, wegschieben <hat):
ich rückte das Bett [von der Wand] ab. 2. sich von jmdm..
etw., von seinem Platz rückend, ein wenig entfernen Ost):
ich rückte ein wenig von ihm ab. 3. sich von jmdm., von
etw. distanzieren, lossagen, nichts mehr mit jmdm., etw.
zu tun haben wollen Ost): er mußte von seinen Äußerungen
a.; die Forschung ist von diesem Klatsch abgerückt (Thieß,
Reich 440). 4. (Milit.) (von Soldaten) in geschlossener
Formationabmarschieren Ost): in die Quartiere, in die Kaserne
a.; Ü die beiden Mädchen rückten ab (ugs.; entfernten
sich).
fbrudern<sw. V.; hat) (Rudersport): zum letztenmal
gemeinschaftlich in der Saison rudern (Ggs.: anrudern): wir
ruderten vorigen Sonntag ab; (meist subst.:) morgen ist Abru-
dern.
Abruf, der; -[eis, -e <P1. ungebr.): 1. Aufforderung, sich
von einem Ort, einer Stelle, einem Amt wegzubegeben;
Abberufung: sich auf A. bereit halten; Ü Eine Unsumme von
Stunden ... sind mir auf A. im Gedächtnis (Frisch, Stiller
396). 2. (Kaufmannsspr.) Weisung des Käufers an den
Verkäufer, eine Ware od. einen Teil der Ware zu einem
bestimmten Zeitpunkt zu liefern: den Käufer zum A. der Ware
auffordern; A. nach Bedarf; eine Ware auf A. kaufen,
bestellen. 3. (Geldw.) Abheben vom Konto: der A. einer
Summe; <Zus. zu 1:) fbrufbereit <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.); fbrufen <st. V.; hat): 1. a) veranlassen, sich von
einem Ort. einer Stelle wegzubegeben: jmdn. aus einer
Sitzung a.; b) (selten) von einem Posten zurückrufen, abberufen:
einen Funktionär [von seinem Posten] a.; Ü Gott hat sie
ins Jenseits abgerufen (geh. verhüll.; sie ist gestorben).
2. a) (Bereitstehendes) telefonisch, über Funk o. ä.
anfordern: das Artilleriefeuer im wirkungsvollsten Moment a.;
gespeicherte Wörter. Belegmaterial Jederzeit a. können
(Datenverarb.; anfordern, sich bereitstellen lassen können):
b) (Flugwesen) zur Landung auffordern: eine Maschine
a. 3. a) (Kaufmannsspr.) (vom Käufer) den Verkäufer
anweisen, eine bereitgestellte Ware zu liefern: den Rest
einer Ware a.; b) (Geldw.) Geld von einem Konto abheben.
Geld ^zurück /verlangen: eine bestimmte Summe von Jmds.
59
abrühren
Konto a.; Wenn das Geld mal in großen Posten abgerufen
wird, sacken wir alle ab (Erich Kästner, Fabian 26).
f briihren <sw. V.; hat) (Kochk.): mit etw. ver-,
zusammenrühren, abziehen: sie rührte die Suppe mit einem Ei ab.
Qbrumpetn <sw. V.): 1. (ostmd.) svw. Tabnibbeln <hat).
2. rumpelnd davonfahren <ist): der Wagen ist abgerumpelt.
abrunden <sw. V.; hat): 1. durch die Beseitigung von
Unebenheiten, Vorsprüngen rund machen, in runder Form glätten:
die Ecken a.; alle Kanten sind sorgfältig abgerundet. 2.
Landbesitz durch den Erwerb angrenzenden Landes
vervollständigen, arrondieren: seinen Grundbesitz a. können. 3.
eine Zahl durch Abziehen od. Hinzufügen auf die nächste
runde Zahl bringen (häufig, bes. in der Technik, als Ggs.
zu taufrunden im Sinne von ..nach unten abrunden44
gebraucht): 81.5 auf 81 od. 82 a.; runden Sie die Summe,
den Betrag bitte ab. 4. vervollkommnen, einer Sache eine
ausgewogene, ausgefeilte Form geben: einen Bericht mit
etw. a.; das Bild rundet sich langsam ab; frische Milch
oder Sahne. Zucker oder weißer Kandis runden den
Geschmack ab (DM 2. 1968. 70); (häufig im 2. Part.:) eine
stilistisch und inhaltlich abgerundete Erzählung; <Abl.:>
^brundung, die; -. -en.
fbrupfen <sw. V.; hat): durch Rupfen entfernen, abreißen
(mit der Nebenvorstellung des Unachtsamen, Lieblosen):
Blumen [zu kurz] a.
abrupt [ap'rupt] <Adj.; -er, -este) [lat. abruptus. 2. Part,
zu: abrumpere = abreißen]: 1. plötzlich und unvermittelt,
ohne daß man damit gerechnet hat, eintretend: zu einem
etwas -en Ende kommen; sich a. setzen. 2.
unzusammenhängend, zusammenhanglos, abgerissen, abgebrochen: a.
antworten.
«brüsten <sw. V.; hat): 1. die Rüstung, die Streitkräfte
vermindern (Ggs.: aufrüsten): Wer den Frieden will, muß a. und
verhandeln (MM 7. 11. 1966. 6); die Großmächte haben
immer noch nicht abgerüstet; (seltener mit Akk.-Obj.:)
die Atomwaffen a.; Es kursieren sogar Gerüchte, die
Volkspolizei werde von 120000 Mann auf die Stärke des
westlichen Grenzschutzes abgerüstet (Dönhoff, Ära 208). 2.
(Bauw.) das Gerüst eines Hauses wegnehmen (Ggs.:
einrüsten): wir haben das Haus schon längst abgerüstet; <Abl.
zu 1:) Abrüstung, die. - (Ggs.: Aufrüstung): Fragen der
allgemeinen und kontrollierten A.
Abrüstung»- (Abrüstung 1): -abkommen, das; -debatte, die;
-konferenz, die; -test, der; -Verhandlung, die (meist PI.).
abrutschen <sw. V.; ist): 1. abgleiten da), abwärts od.
seitwärts rutschen: vom Beckenrand a.; das Messer ist mir
abgerutscht. 2. a) nach unten rutschen: Erdmassen sind
abgerutscht; die Maschine rutschte ab (Fliegerspr.; glitt
seitlich über einen Flügel ab)', <subst.:> sie übt das
Abrutschen (Ski; das seitliche Abrutschen am Hang)', Ü Ihre
Stimme rutschte ab (Remarque, Triomphe 446); der Verein
ist auf den 8. Tabellenplatz abgerutscht; b) nachlassen,
schlechter werden: seine Leistungen rutschen immer mehr
ab; er ist in seinen Leistungen abgerutscht; c) moralisch
absinken, herunterkommen: sie ist völlig abgerutscht.
fbaibebi <sw. V.; hat) (ugs.): in großen StückenJ
ungeschickt, nicht säuberlich abschneiden: ich säbfclle [mir] ein
Stück von der Wurst ab; vom Fleisch a.
absacken <sw. V.; hat) [zu t 'sacken]: in Säcke abfüllen:
Getreide a.
absacken <sw. V.; ist) [zu Tücken] (ugs.): 1. a) nach unten
sinken: das Schiff wurde von einer Welle hochgeschleudert
und sackte immer wieder ab; die Lkw sackten [in
Schlaglöcher] ab; der Boden, das Fundament sackt ab;
die Bohlen waren abgesackt (Fühmann. Judenauto IS4);
b) (von Schiffen) sinken, untergehen: über den Achtersteven
a.; c) an Höhe verlieren: das Flugzeug sackt ab. 2. a)
absinken: sein Blutdruck sackt ab; b) nachlassen, schlechter
werden: der Schüler ist [in seinen Leistungen] abgesackt;
seine Leistungen sacken ab; c) / moralisch ]
herunterkommen: er ist völlig abgesackt.
Absage, die; -. -n: 1. a) Zurücknahme eines
Übereinkommens/, ablehnender Bescheid (Ggs.: Zusage): eine A.
erhalten; die A. kam überraschend; b) Ablehnung,
Zurückweisung: eine A. an totalitäre Politik und Ideologie. 2. (Rundf.)
am Schluß einer Sendung folgende Bemerkungen des
Ansagers (Ggs.: Ansage): die nachfolgende A. klingt unnatürlich
laut; «teagen <sw. V.; hat): 1. nicht stattfinden lassen:
eine Veranstaltung, das Training a. 2. rückgängig machen,
widerrufen (Ggs.: zusagen): seinen Besuch a.; er sagte [seine
Teilnahme] ab. 3. jmdm. mitteilen, daß etwas, wozu
aufgefordert worden ist, nicht stattfindet: ich habe dem Mann,
mit dem ich mich treffen wollte, abgesagt. 4. (geh.) etw.
aufgeben, einer Sache entsagen: dem Alkohol a.; Sich
entschließen muß man und allem Zweifelmut a. (Th. Mann.
Hoheit 235). 5. (Rundf.) die Absage (2) machen, sprechen.
tbsftgen <sw. V.; hat): 1. durch Sägen entfernen, abtrennen:
einen Baum, einen Ast a. 2. (ugs.) von seinem Posten
entfernen, um seine Stellung bringen: jmdm. kündigen: einen
Beamten, den Trainer a.; Der KüchenunterofTizier war
bereits abgesägt (Kirst, 08/15. 204).
tbsahnen <sw. V.; hat): 1. (landsch.) den Rahm von der
Milch entfernen: die Milch muß noch abgesahnt werden.
2. (ugs.) sich (etw. Wertvolles, das Beste) in nicht ganz
korrekter Weise] aneignen: anständig a.; der Staat sahnt
Steuern ab; Parole: a. und Schnaps trinken (Kirst. 08/15,
701).
fbaanmein <sw. V.; hat): 1. Stück für Stück von etw.
wegnehmen: Raupen. Käfer a.;... wo wir... die Steine absammelten
von seinem Kartoffelacker (Lenz, Suleyken 100). 2. durch
Absammeln (1) von etw. leer machen: Sträucher. einen Ak-
kera.
absatteln <sw. V.; hat): einem Pferd den Sattel abnehmen:
das Pferd a.; wir haben abgesattelt; Ü Vielleicht wird er
umsatteln müssen? Vielleicht auch a.? (aufhören zu
arbeiten,Wolf'. Menetekel 13).
fbsittigen <sw. V.; hat), meist in der Verbindung abgesättigt
sein (Chemie): zu keiner weiteren Reaktion od. Bindung
mehr fähig sein: <Abl.:> Absftttigung, die: -. -en.
Absatz, der; -*s. Absätze: 1. unter der Ferse befindlicher
Teil des Schuhes: flache, hohe, spitze Absätze: die Absätze
ablaufen, schieftreten; einen A. abbrechen, verlieren; *auf
dem A. kehrtmachen (sogleich umkehren). 2. a)
Unterbrechung einer Textfolge, Beginn eines neuen Textabschnittes:
einen A. machen; b) neuer Textabschnitt: Kapitel III.
vorletzter A.; Abk.: Abs. 3. <P1. selten) (Kaufmannsspr.)
Verkauf: der A. der Waren stockte, ist rückläufig; [großen,
reißenden usw.] A. finden (gut] abgesetzt werden). 4.
Unterbrechung einer Fläche, von etw. Fortlaufendem: der
A. eines Berges, einer Treppe, einer Mauer. 5. <P1. ungebr.)
(Geol.) Ablagerung: A. von Schlamm und Kies. 6. *fai
Absitzen (mit Unterbrechungen): Töne in einzelnen
Absätzen ausstoßen.
?bsatz-, Absatz-: -diance, die (zu Absatz 3); -erfolg, der
(zu Absatz 3); -ferkd, das: von der Muttersau abgesetztes
(11) Ferkel: -flaute, die (zu Absatz 3); -fohlen, das: von
der Stute abgesetztes (11) Fohlen: -ffintenmg, die (zu
Absatz 3); -forachung. die (zu Absatz 3); -garantie, die (zu
Absatz 3); -gebiet, das (zu Absatz 3); -genossenschaft,
die (zu Absatz 3); -gestein, das (Geol.): durch Absatz
(5) entstandenes Gestein: -honorar, das (zu Absatz 3);
-kick, der (Fußball): Tritt gegen den Ball mit dem Absatz
des Schuhs: -kosten <PI.) (zu Absatz 3); -leder, das: Leder
für den Absatz (1); -markt, der (zu Absatz 3);
-Schwierigkeiten (PI.) (zu Absatz 3): -sorgen <P1.) (zu Absatz 3):
-Steigerung, die (zu Absatz 3); -Stockung« die (zu Absatz
3); -trick, der (Fußball) (zu Absatz 1); -weg, der (zu
Absatz 3); -weise <Adv.): in Absätzen (2 b); -zeichen,
das (Druckw.) (zu Abs. 2).
absaufen <st. V.; ist): 1. a) (salopp) sich mit Wasser füllend
untergehen: Eher laß ich den Kahn a. (Ott, Haie 332);
der Kutter ist abgesoffen; b) (derb) ertrinken: fünf
Matrosen soffen ab. 2. (ugs.) (vom Kfz-Motor) nicht mehr laufen,
weil der Vergaser zuviel Benzin bekommt: im Leerlauf säuft
der Motor ab; Ü Ich wollte in den zweiten Gang schalten.
sofT aber gleich ab (Bieler. Bonifaz 142). 3. (bes. Berg-
mannsspr.) sich mit Wasser füllen: die Grube ist abgesoffen.
9bsaugen <sw. V.; hat): 1. durch Saugen entfernen: die Pumpe
saugt das Wasser ab; Ü der ... Boulevard .... der den
Verkehr aus den Wohnblocks absaugt (Schnabel. Anne
28). 2. durch Saugen von etw. frei machen, säubern: Gräten
a.; den Teppich a.
fbnuaen <sw. V.; ist) (ugs.): rasch davonlaufen, -fahren:
er sauste in großem Tempo ab.
fbschaben <sw. V.; hat): 1. a) durch Schaben entfernen:
mit einem Spachtel den Putz [von der Mauer] a.; ich
habe mir den Bart abgeschabt (ugs.; abrasiert): b) durch
Schaben säubern: die Wand a. 2. <2. Part, abgeschabt)
(bes. von Kleidung) durch häufigen Gebrauch abgenutzt:
ein -es Mäntelchen.
60
abschießen
abschaffen <sw. V.; hat): 1. a) aufheben, außer Kraft setzen,
beseitigen, was bisher bestand, üblich war: ein Gesetz, die
Todesstrafe a.; b) aus der Welt schaffen: die Autos müßten
alle abgeschafft werden; c) (ein Haustier) nicht mehr halten:
die einzige Kuh a. müssen; d) (ugs.) entlassen: den
Chauffeur a.; Ü Hanne ... gründete einen ... Mädchenklub, um
Jehova abzuschaffen (Frisch, Homo 260). 2. <a. + sich)
(südwestd.. Schweiz.) sich abarbeiten: du schaffst dich zu
sehr ab, bist abgeschafft. 3. (österr. veraltend)
(unerwünschte Elemente gerichtlich) abschieben: <Abl. zu 1 u. 3:)
Abschaffung, die; -. -en (PI. ungebr.): das Abschaffen.
fbsdiälen (sw. V.; hat): 1. /sich] durch Schälen von etw.
lösen: die Rinde a.; die Haut schält sich ab. 2. durch
Schälen von etw. frei fnachen: einen Baumtstamm] a.
abschalten <sw. V.; hat): 1. a) durch Betätigung eines
Schalters unterbrechen, ausmachen (Ggs.: anschalten): den Strom
a.; er schaltete die Musik ab; b) abstellen, ausschalten
(Ggs.: anschalten): das Radio, den Motor a. 2. (ugs.)
nicht mehr konzentriert auf das achten, was um einen herum
vor sich geht u. Aufmerksamkeit beanspruchen will: einige
Zuhörer hatten bereits abgeschaltet; <Abl. zu 1:)
Abschaltung, die; -, -en.
abschatten <sw. V.; hat): 1. svw. t abschattieren. 2. mit
Schatten versehen, abdunkeln: einen Raum a.; Ü dadurch
entstehen rundfunktechnisch abgeschattete und somit
größtenteils unversorgbare Gebiete (Funkschau 21, 1971,
2193); (Abi.:) Abschaffung, die; -, -en; abschattieren <sw.
V.; hat): durch Schattengebung abheben, nuancieren: den
Hintergrund eines Bildes a.; <Abl.:> Abschattienmg, die;
-. -en.
abschätzen <sw. V.; hat): a) (nach Größe. Menge usw.)
prüfend schätzen, veranschlagen, taxieren: die Entfernung
richtig a.; das läßt sich nicht so leicht a.; b) nach bestimmten
Gesichtspunkten beurteilen: der Ober schätzte den Gast
ab; sie schätzten einander, sich [gegenseitig] ab; abschätzig
<Adj.) [urspr. Schweiz., zu veraltet abschätzen = eine
Ware als minderwertig beurteilen]: geringschätzig, abfällig,
despektierlich: -e Bemerkungen; über Jmdn. a. urteilen,
dazu: Abschätzigkeit, die; •; Abschätzung, die; -. -en: Subst.
zu t abschätzen.
Abschaum, der; -[e]s: der übelste, minderwertigste Teil von
einer Gesamtheit (gewöhnlich von Menschen): A. der
Menschheit, der [menschlichen] Gesellschaff; Der
Verbrecher ist A. (Handkc, Kaspar46).
abschäumen <sw. V.; hat) (Kochk.): den unreinen Schaum
von etw. entfernen: die Brühe a.
abscheiden <st. V.) /vgl. abgeschieden/: 1. a) (selten, geh.)
vonjmdm. absondern, abtrennen <hat): Dies ( = das kleine
Aflenbaby) wäre verhungert, hätte man die verwirrte junge
Äffin nicht abgeschieden (MM 9.2.68,6); das Tier scheidet
sich von der Gruppe ab; b) (Metallurgie. Chemie. Physik.
Biol.) ausscheiden <hat): helle Eiweißmasse, die vom
Eileiter abgeschieden wird (Medizin II. 40); Die Losung hat
Salz abgeschieden; in der Losung scheidet sich Kupfer
ab. 2. (geh. verhüll.) sterben <ist>: die habe nicht vor,
demnächst schon abzuscheiden (Fussenegger. Haus 142):
(subst.:> vor. nach seinem Abscheiden; <Abl. zu 1 b:>
Abscheider, der; -s, - (Verfahrenstechnik): Gerät zum
Abscheiden: zu 1: Abscheidung. die; -. -en.
abscheren <st. V.; hat): a) durch Scheren entfernen: den
Schafen wurde die Wolle abgeschoren; b) kahlscheren:
die Schafe a.
abscheren <sw. V.) (Technik): a) (ein Metallstück o.a.
zur Prüfung des Werkstoffes j) durch Abscherung (1) tren-
/i^j (hat): das Blech,den Draht a.; b) sich durch Abscherung
(1) lösen (ist): der Führungsarm der Hinterachse ist bei
dem Unfall abgeschert; (Abl.:> Abscherung, die; -. -en:
1. (Technik) Trennung. Bruch eines Werkstückes infolge
zu hoher Schubspannung. 2. (Geol.) Störung der Lagerung
von Gesteinen, wobei sich das eine Gestein von seiner
Unterlage gelöst u. auf ein anderes Gestein aufgeschoben hat.
Abscheu, der; -s, seltener: die: -: a) (selten) physischer Ekel:
sein A. vor Spinnen ist unbeschreiblich; b) heftiger
Widerwille, starke moralische/ Abneigung: vor einem Menschen
A. haben; gegen einen Menschen A. empfinden, hegen;
sein Benehmen erfüllte sie mit A.. flößte ihr A. ein; jmds.
A.. bei. in jmdm. A. erregen.
abscheuern (sw. V.; hat): 1. a) durch Scheuern (mit einer
Bürste) entfernen: den Schmutz a.; b) durch Scheuern (1 a)
reinigen: den Fußboden, den Tisch a. 2. durch starkes
Reiben ablösen: ich habe mir die Haut am Arm
abgescheuert. 3. [sich] durch beständiges Reiben abnutzen: du
hast den rechten Ärmel abgescheuert; der Kragen hat
sich abgescheuert.
fbscheuerresend <Adj.): jmds. Abscheu erregend: eine -e
Handlungsweise; abscheulich lap'Joylic] (Adj.>: a) ekelhaft,
widerwärtig: ein -er Geruch. Anblick; a. schmecken; er
hat sich a. benommen; b) Imoralisch] verwerflich,
schändlich: eine -e Tat; dieser Gedanke ist geradezu a.; c)
(intensivierend bei Verben u. Adjektiven) (ugs.) sehr, überaus:
es ist a. kalt; a. weh tun; Ich habe gehört, daß sie a.
häßlich ist (Hacks, Stücke 8): (Abi.:) Abscheulkhkeit, die;
-, -en.
abschicken <sw. V.; hat): a) ab-, versenden: Waren, Post
a.; das Geld ist abgeschickt worden; b) mit einem
bestimmten Auftrag wegschicken: einen Boten mit einer
Nachricht a.
Abschiebehaft, die: svw. t Abschiebungshaft; abschieben (st.
V.): 1. a) von seinem bisherigen Standort weg)schieben,
schiebend entfernen <hat>: das Bett von der Wand a.; Ü
die Schuld auf andere abzuschieben suchen; b) gerichtlich
des Landes verweisen, ausweisen (hat): Jmdn. über die
Grenze, in sein Heimatland a.; er wurde als unerwünschter
Ausländer abgeschoben; c) (ugs.) jmdn. seines Einflusses
od. Wirkungsbereiches berauben, indem man ihn aus seiner
Umgebung entfernt (hat): einen Funktionär a.; Können
mich ja nach Groß-Boschpol als Ausbilder a. (Grass, Katz
161). 2. (salopp) weggehen (ist): er schob vergnügt ab;
Also dann schieb ab. Und grüß Cass von mir (Baldwin
[Übers.], Weit 46); (Abi. zu 1:) Abschiebung, die; -, -en,
dazu Abschiebungshaft, die; -: vom Richter angeordnete
Haft, durch die erreicht werden soll, daß eine Person
abgeschoben (1 b) werden kann.
Abschied [ap-Ji:t; spätmhd. abeschit; fabscheiden],
der; -[e]s, -e: 1. (PI. geh., dichter.) Trennung von jmdm..
etw.: der erste A.von zu Hause fiel ihm sehr schwer; ein
A. für immer; jmdm. zum A. winken; *A. nehmen (geh.;
sich vor einer längeren Trennung verabschieden): Ü damit
sie keinen A. zu nehmen brauchen von ihren Gewohnheiten
(Lenz. Brot 10); auf französisch A. nehmen (ugs.; / von
einer Gesellschaft! unbemerkt* heimlich weggehen, sich
davonstehlen). 2. (PI. ungebr.) (geh., veraltet) Entlassung
(bes. von Offizieren. Beamten): den A. erteilen, geben;
als Major seinen A. nehmen, einreichen; um seinen A.
ersuchen. 3. (hist.) festgestelltes Schlußergebnis beratender,
tagender Versammlungen: die Abschiede des Reichstages.
Abschieds-: -abend, der: einen A. geben; -besuch, der: einen
offiziellen A. machen; abrief, der; -essen, das; -feier,
die; -geschenk, das: a) Geschenk des Verabschiedenden
an den Abschiednehmenden: b) Geschenk des
Abschiednehmenden an den Verabschiedenden: -gesuch, das (zu
Abschied 2) (veraltet); -grüß, der; -kuß, der; -rede, die:
a) Rede des Abschiednehmenden: b) Rede des
Verabschiedenden: -schmaus, der; -schmerz, der; -spiel, das (bes.
Fußball): Spiel, mit dem sich ein Spieler od. Trainer
verabschiedet: Peles A. wurde fast in der ganzen Welt übertragen;
-stunde, die; -szene, die: /übertrieben gefühlvoller/
Vorgang des Abschiednehmens: eine rührende A.; [kleine A.
machen; -tag, der; -träne, die (meist PI.); -tnmk. der;
-Vorstellung, die: Niemand wohnte der hinreißenden A.
bei (K. Mann. Wendepunkt 39); -weh, das (dichter.);
-wort, das (meist PL): höfliche -e tauschen.
abschießen (st. V.): 1. a)[losschießen, abfeuern (hat): einen
Pfeil, ein Torpedo a.; Ü wütende Blicke a.; die Reporter
schössen ihre Fragen ab; Eben noch lächelnd, schießt er
plötzlich Befehle ab (Thieß, Reich 616); b) (eine
Schußwaffe) betätigen, abfeuern (hat): ein Gewehr a. 2. (hat) a)
hinterlistig/ durch Schießen töten: krankes Wild a.; jmdn.
kaltblütig aus dem Hinterhalt a.; *zum Abschießen
aussehen/sein (salopp scherzh.; in einer äußerst komischen
Aufmachung erscheinen); b) (ugs.) aus seiner Stellung entfernen:
einen Politiker a.; Ich sagte: Kollmann, die wollen mich
a.. auf die elegante Art (v. d. Grün. Glatteis 121). 3.
ein Kriegsgerät, bes. ein Flugzeug durch Schießen
kampfunfähig machen, zerstören (hat): einen Panzer, ein Flugzeug
a.: Der Leutnant ... wurde ... über dem Ruhrgebiet
abgeschossen (das Flugzeug des Leutnants: Grass. Katz 62).
4. ein Körperglied mit einem Schuß wegreißen (hat): man
hat ihm im Krieg beide Beine abgeschossen. 5. (österr.
u. bes. südwestd.) in den Farben verblassen, verschießen
61
abschildern
<ist): der Stoff ist abgeschossen. 6. (Ballspiele) einen Ball
wuchtig schießen (hat): er schoß aus halblinker Position
kraftvoll ab. 7. (Boxen) jmdm. den entscheidenden Schlag
versetzen, k. o. schlagen <hat).
«bschiUern <sw. V.; hat) (geh.): durch Worte od. im Bild
genau darstellen: jmds. Leben, eine Landschaft a.; <Abl.:>
Abschilderung, die; -. -en.
abschilfern <sw. V.; ist) (regional): (bes. von der Haut)
sich in kleinen Schuppen ablösen: <Abl.:> AbschQfemng^
die; -, -en.
abschinden, sich (schindete sich ab. hat sich abgeschunden):
1. (ugs.) sich längere Zeit übermäßig schinden: sich mit
einem Koffer a.; ich habe mich Jahrelang für den Jungen
abgeschunden. 2. (veraltend) sich etw. abschürfen (a, b):
ich habe mir beim Sturz die Haut [an der Stirn], das
rechte Knie abgeschunden.
abschirmen <sw. V.; hat): 1. vor jmdm.. etw. schützen, gegen
jmdn., etw. absichern: seine Augen mit der Hand a.; Jmdn.
gegen schädliche Einflüsse a.; sein empfindliches Inneres
gegen die Umwelt a.; Ü Ihre animalische Wärme war
von geistiger Kühle abgeschirmt (Rinser, Mitte 131). 2.
a) (Licht) durch etw. zurückhalten: das grelle Licht mit
einem/durch ein Tuch a.; b) etw., was Licht aussendet,
mit etw. verdecken, so daß es nicht stört: eine Lampe mit
einem Tuch a.; <Abl.:) Abschirmung, die; -. -en.
abschirren <sw. V.; hat): einem Zugtier das Geschirr
abnehmen (Ggs.: an-, aufschirren): er schirrte das Pferd ab.
abschlachten <sw. V.; hat): 1. (Haustiere vorzeitig,
notgedrungen/) schlachten: die erkrankten Schweine mußten
sämtlich abgeschlachtet werden. 2. grausam töten: er hat
Tausende a. lassen; mein Vetter wurde von Partisanen
abgeschlachtet (Hochhuth. Stellvertreter 59); <Abl.:> ^b-
Schlachtung, die -. -en.
abschaffen ['ap-Hafti] <sw. V.): a) schlaff machen <hat>:
das endlose Gerede hatte ihn abgeschlafft; das Nonstop-
Training schlafft ab; b) schlaff werden, sich entspannen,
weil man müde, erschöpft ist <ist>: Wer abschlafft, ist selber
schuld! (Prospekt Milchzentrale Mannheim-Heidelberg
1971); <oft im 2. Part.:) Wo die anderen noch bleich
und abgeschlafft auf den Stuhlen hängen (Molsner.
Harakiri 31); die Sprache der abgeschafften Typen (Bausinger.
Dialekte 129).
Abschlag, der; -[eis. Abschläge: 1. a) (Fußball) Abstoß des
Torwarts aus der Hand: Seine Abschläge blieben kurz
(Walter. Spiele 15); b) (Hockey): svw. t Bully; c) (GolO kleine
rechtwinklige Fläche, von der aus bei einem jeden zu
spielenden Loch mit dem Schlagen des Balles begonnen wird: der
Golfer ging am ersten A. in Position. 2. a) (Kaufmannsspr.)
Senkung eines Preises, Preisrückgang: bei verschiedenen
Waren ist ein A. [des Preises] festzustellen; b) (Bankw.)
Disagio: Weiterhin hoher A. wurde für Terminfrancs ...
genannt (MM 25. 9. 69, 20). 3. Abschlagszahlung,
Teilzahlung, Rate: ein A. auf den Lohn; etw. auf A. kaufen,
liefern. 4. (Prahlst.) von Feuersteinknollen u. Flußgeröll
abgeschlagener Teil, der als Werkzeug benutzt wurde:
herumliegende Abschläge und Knochensplitter. 5. Ableitung
eines Wasserlaufs: Zur Durchführung dringender Reini-
gungs- und Instandhaltungsarbeiten wird der diesjährige
Kraichbach-Abschlag für die Zeit vom 4. 7. bis 17. 7.
1970 festgesetzt (MM 24. 6. 70. 27). 6. (Bergbau) freier
Raum, der unter Tage abschnittweise durch Sprengarbeit
entsteht. 7. (veraltet) abschlägiger Bescheid: „Nichts
Gebratenes und Gesottenes", legte Matthieu ihren A. aus (Jahnn,
Nacht 82); abschlagen <st. V; hat) /vgl. abgeschlagen/:
L etw. durch Schlagen gewaltsam von etw. trennen, abhauen:
Äste vom Baum a.; den Putz [von den Wänden] a.; ich
habe ein Stück vom Teller abgeschlagen; jmdm. den Kopf
a. 2. (landsch.) (Aufgebautes) in seine Teile zerlegen,
auseinandernehmen; abbrechen (Ggs.: aufschlagen): eine Bude,
ein Gerüst a.; sie schlugen die Möbel für den Transport
ab. 3. (Seemannsspr.) von den Spieren losmachen. 4. einen
Raum durch einen Verschlag abteilen: eine Ecke zum Spielen
a.; das Atelier war ein abgeschlagener Teil eines alten
Speichers (Spoerl. Maulkorb 92). 5. a) (Fußball) (vom
Torwart) den gehaltenen u. aufgenommenen Ball aus den
Händen fallen lassen u. ihn dann durch einen Tritt ins Spiel
bringen: der Torwart schlug [den Ball] weit und genau
ab; b) (Hockey) den ins Tor aus gegangenen Ball vom
Schußkreis durch einen Schlag mit dem Schläger ins Spiel bringen.
6. (bes. Millt.) abwehren, zurückschlagen, -weisen: einen
Angriff des Feindes, den Feind a.; U eben hatte ich sehr
unhöflich eine neue Attacke auf unsere Reisekasse
abgeschlagen (Fallada. Herr 241). 7. ablehnen, verweigern, nicht
gewähren: Jmdm. eine Bitte a.; er hat mein Anliegen glatt,
rundweg abgeschlagen. 8. <a. + sich) sich niederschlagen:
die Feuchtigkeit hat sich an den Scheiben abgeschlagen;
abschlägig [apXle:gi<?l <AdJ.; o. Steig.) [zu abschlagen (7)]
(Amtsspr.): ablehnend, verweigernd: eine -e Antwort
erteilen; *Jmdn., etw.« Jmdm. etw. a. bescheiden: (jmds. Gesuch
od. Bitte nicht erfüllen, etw. ablehnen); abschlflglkh
[apjle:klic] <Adj.; o. Steig.) [zu Abschlag (3)] (veraltet):
als Abschlagszahlung /gedacht/: -e Zahlungen; A. ist der
Sold entrichtet (Goethe. Faust II. 6045).
Abschlags-: MÜvWende.die: Vorauszahlung auf die endgültige
Aktiendividende; ^punkt, der (Minigolf): Markierung am
Anfang jeder Piste, von der aus der erste Schlag erfolgt;
^summe.die; ^Verteilung, die: Verteilung von
Abschlagszahlungen an die Konkursgläubiger; ^Zahlung, (BGB:)
Abschlagzahlung, die: (erster) Teil einer zu leistenden
Zahlung. Teilzahlung: ein Zwanzigmarkschein als A.; Ü Als
A. für eine spätere ausführlichere Darstellung
(Germanistik 3. 1966. 345).
abschlämmen <sw. V.; hat): 1. Bodenteilchen wegspülen und
als Schlamm absetzen (6 a). 2. von Schlamm befreien: Gold
durch Abschlämmen oder Auswaschen vom Gestein
trennen.
fbschlecken <sw. V.; hat) (Osten*., südd.): svw. fablecken:
Ob Hund oder Katze ist da gleich, man soll sich weder
a. lassen noch ... (Reform-Rundschau 2, 1965. 17).
abschleifen <st. V.; hat) /vgl. abgeschliffen/: 1. a) durch
Schleifen (von etw.) entfernen: Unebenheiten a.; ich habe
den Rost [vom Messer] abgeschliffen: b) durch Schleifen
reinigen, glätten: der Parkettboden ist abgeschliffen. 2.
<a. + sich) durch Reibung abgenutzt werden, nach und
nach schwinden: der Belag schleift sich im Laufe der Zeit
ab; Ü seine rauhen Seiten werden sich schon noch a.
(mildem); er muß sich noch a. (sich anpassen); <Abl.:> i^b-
schletfung. die; -, -en.
Abschlepp- (sämtlich Kfz-W.): -betrieb, der: Unternehmen,
das liegengebliebene Kraftfahrzeuge abschleppt; MÜenst,
der: svw. t -betrieb; -firma, die: svw. f-betrieb; ^kosten
(PIX: -knuuder; ^seilv das; -Stange, die: längeres, gerades
Ro/ir, das eine abstandhaltende Verbindung zwischen dem
abschleppenden u. dem abgeschleppten Kraftfahrzeug
herstellt; -unternehmen, das: svw. t -betrieb, -Unternehmer,
der; -wagen, der.
abschleppen<sw. V.;hat): l.a)(Kfz.-W.) (ein
liegengebliebenes Kraftfahrzeug mit einem intakten Kraftfahrzeug) wohin
ziehen: ein Auto, einen Lastwagen a.; ich mußte mich
a. lassen; b) (Seemannsspr.) (ein havariertes od. auf Grund
geratenes Schiff mit einem anderen Schiff) wohin bringen:
ein Schiff a.; c) (salopp scherzh.) jmdn. (oft wider dessen
Willen) wohin bringen: einen Betrunkenen a.; Er schleppte
mich ab in die Pizzaria (Seghers. Transit 131). 2. <a. +
sich) (ugs.) mit großer Mühe an etw. tragen: ich habe
mich mit/an dem Koffer abgeschleppt.
abschließen <st. V.; hat) /vgl. abgeschlossen/: 1. a) (einen
Raum o. ä.) mit einem Schlüssel / ver /sperren, zuschließen:
das Zimmer, die Wohnung, den Schrank a.; die Tür war
abgeschlossen; du mußt noch a.; b) (landsch.) wegschließen,
verschließen: Geld a.; Ü alles in sich a. 2. von etw.. jmdm.
absondern, trennen: etw. luftdicht, hermetisch a.; du kannst
dich doch nicht hier von der Welt a.!; der Gelehrte hatte
sich ganz abgeschlossen (lebte völlig zurückgezogen). 3.
einen Abschluß von etw. bilden: das Theater schloß die
eine Seite des Platzes ab; eine Krause schließt das Kleid
ab; die Veranstaltung wurde durch ein Feuerwerk
abgeschlossen; sein Rücktritt schloß eine Epoche ab. 4. beenden,
zum Abschluß bringen, zu Ende führen: ein Gespräch, seine
Studien a.; ein Kapitel, einen Roman a.: die
Untersuchungen. Messungen waren abgeschlossen; ein Dribbling mit
einem Torschuß a.; ein abschließendes Urteil; ... sagte
er abschließend; ein abgeschlossenes Universitätsstudium;
(Kaufmannsspr.. Bankw.:) die Bücher, ein Konto a.
(Bilanz ziehen). 5. a) mit etw. enden, aufhören, seinen Abschluß
finden: die Tapete schließt mit einer goldenen Borte ab;
Der Detektivroman schließt ab mit der Eröffnung der
Schuld (Reinig. Schiffe 130); (Kaufmannsspr.; bei
Bilanzen. Voranschlägen u.a.:) mit einem Fehlbetrag, mit
Gewinn a.; b) mit jmdm., etw. zu einem Ende kommen, die
62
Abschnitt
Beziehungen zu jmdm.% etw. abbrechen: ich habe mit ihr
abgeschlossen; mit dem Leben, der Welt abgeschlossen
haben. 6. (durch Vertrag o.a.) vereinbaren: ein Bündnis
a.; eine Wette a. (wetten): ich habe eine Versicherung
abgeschlossen; (Kaufmannsspr.:) Geschäfte a.; Tür eine
Tournee durch Deutschland a.; <Abl. zu 2:> AbschlieOung,
die; -. -en <P1. ungebr.); Abschluß, der; Abschlusses.
Abschlüsse: 1. Verschluß: einen luftdichten A. herstellen. 2.
abschließender Teil, Verzierung u.a.: der [obere] A. eines
Kleides, der Tapete. 3. Ende, Beendigung: a) <o. PI.) (allg.):
der A. der Arbeiten: die Verhandlungen nähern sich dem
A.( stehen kurz vor dem A.; nach A. des Studiums; den
A. bilden; *zum A. kommen/gelangen (nachdrückt.;
abgeschlossen, beendet werden): etw. zum A. bringen (nach-
drückl.; etw. abschließen, beenden): b) (Kaufmannsspr.)
Jahres /Schlußrechnung: der A. der Bücher, Konten; c)
(Ballspiele) Beendigung einer Aktion mit dem Torschuß,
Schuß aufs Tor, der einen gut angelegten Spielzug beendet:
es fehlt der A.; beim A. Pech haben. 4. a) <o. PI.) das
Abschließen, Vereinbaren: bei A. des Bündnisses. Vertrages;
b) (Kaufmannsspr.) geschäftliche Vereinbarung,
Geschäftsabschluß: einen vorteilhaften A. [über 200 Tonnen
Getreide] tätigen; die Firma hat gute Abschlüsse erzielt.
Abschluß-: -arbeiten <P1.> (Wirtsch.): 1. Reinigungs- u.
Instandhaltungsarbeiten nach der regulären Arbeitszeit. 2.
Arbeiten für den Jahresabschluß: -ball, der: Ball, mit dem
etw. abgeschlossen k>/>y/, -bibnz, die (Kaufmannsspr.);~ex-
amen, das: abschließendes Examen an der Hochschule:
-feier,die (Schulw.); -klasse,die (Schulw.); -kundgebung,
die: eine Feier, ein Fest o.a. beschließende Kundgebung:
^leiste, die: . Zier]leiste, die eine Fläche abschließt:
-Prüfung, die: 1. (Schulw.) letzte Prüfung vor Verlassen einer
Klasse, Schule. 1, (Wirtsch.) Prüfung des Jahresabschlusses:
-rechnung^die(Wirtsch.); -Sitzung,die: letzte,
abschließende Sitzung von Tagungsteilnehmern o.a.: -training, das
(Sport); -Veranstaltung, die: abschließende Veranstaltung
bei Feiern, Tagungenu. ä.: -Zahlung, die (Steuerw.); -zensur,
die (Schulw.): am Ende eines od. des letzten Schuljahres
gegebene Zensur: -zeugnls, das (Schulw.): 1. Zeugnis am
Ende eines Schuljahres. 2. svw. t Abgangszeugnis.
f bschmälzen <sw. V.; hat) (Kochk.): eine Speise mit
gebräunter Butter u. gerösteten Zwiebeln od. Bröseln/ übergießen:
Nudeln a.
abschmatzen <sw. V.; hat) (ugs.): hörbar, geräuschvoll
abküssen: Sie umhalste Frau Kumiak und schmatzte sie ab
(Marchwitza. Kumiaks 20).
«bsdimedten <sw. V.; hat): a) den Geschmack einer
zubereiteten Speise prüfen und danach würzen: die Soße a.; das
Essen ist gut abgeschmeckt; b) schmeckend prüfen: er
schmeckt [den Wein] ab; Ü Die ... Geschichte ... muß
man ins Berlinische übertragen, um ihre ganze Würze
abzuschmecken (Tucholsky. Werke II. 205).
abschmeicheln <sw. V.; hat): von jmdm. durch vieles
Schmeicheln erlangen: jmdm. ein Lob a.; sie schmeichelte dem
Vater die Zustimmung zu ihrem Training ab.
abschmeißen (ugs.): svw. fabwerfen.
abschmelzen <st. V.): I. (von Eis, Metallen) flüssig werden
u. zerlaufen <ist): das Blei schmilzt ab; Wasser von
abschmelzendem Eis. 2. (Eis, Metalle) flüssig machen u.
zerlaufen lassen <hat): die Hitze schmolz das Blei ab;
<Abl.:> Absdmeizung, die; -. -en.
abschmettern <sw. V.; hat) (ugs.): heftig abweisen: einen
Antrag a.; Oberpolizeidirektor Rupprecht ... sah sich
prompt allseits abgeschmettert (Spiegel 42. 1974, SS).
abschmieren <sw. V.): 1. (Technik) (eine Maschine o.a.
an den SchmierstellenJ) mit Fett versehen <hat): die
Achsen, das Auto a.; die Maschine muß abgeschmiert werden.
2. (Schülerspr.) a) etw. unsauber abschreiben <hat>: ich
habe das ganz schnell abgeschmiert; b) etw. unerlaubt ab-
schreiben (hat): die Rechenaufgabe von jmdm. a.; er
schmiert dauernd von mir ab. 3. a) (Fliegerspr.) svw. t
abkippen <ist): das Segelflugzeug schmierte plötzlich in 30m
Höhe ab; b) (salopp) abstürzen <ist>: vom Reck a.; die
beiden Bergsteiger sind in der Nordwand abgeschmiert.
4. (salopp) herabsetzen, verunglimpfen <hat): wie er ...
versucht, Willy Brandt als den kommenden Kanzler des
nationalen Ausverkaufs abzuschmieren (MM 16. 10. 1969. 2).
5. (salopp) bestechen (1); <Zus. zu 1:> Abschmierfett, das.
fbschminken <sw. V.; hat): X.das Gesicht, sich von Schminke
säubern: ich muß [mir] noch das Gesicht a.; ich schminkte
mich ab. 2. (salopp) etwas aufgeben, auf etwas verzichten:
die Hoffnung, aus dem Dreck rauszukommen, hatte sie
sich längst abgeschminkt; das kannst du dir gleich a. (das
kommt nicht in Frage).
abschmirgeln <sw. V.; hat): I. durch Schmirgeln glätten,
polieren: das Werkstück a. 2. durch Schmirgeln entfernen:
die kleinen Unebenheiten a.
abschmücken (ugs.): den Weihnachtsschmuck von etwas
entfernen <hat): den (Tannenbaum a.
fbsdiraulen (ugs. landsch.): unerlaubt übernehmen, absehen
(hat): er schmulte [die Lösung] von seinem Nachbar ab.
abschnallen <sw. V.; hat): 1. nach öffnen der Schnallen
(von etw.) herunternehmen (Ggs.: anschnallen): die
Schlittschuhe a.; weil er sein Holzbein bei den ... Vorträgen
abzuschnallen pflegte (Lenz. Suleyken 17); ich habe mir
das Koppel abgeschnallt. 2. <a. + sich) die Schnalletn]
lösen und sich von dem Riemen befreien (Ggs.: anschnallen):
nach der Landung schnallte ich mich ab. 3. (ugs.) nicht
mehr mitmachen, nicht mehr /geistig/ folgen können:
restlos, völlig a.; ich wollte mir den Vortrag anhören, aber
nach zehn Minuten schnallte ich [geistig] ab; R da schnallst
du ab (da bist du fassungslos vor Staunen).
abschnappen <sw. V.): 1. a) (ugs.) plötzlich abbrechen,
aufhören <ist/hat): mitten im Satza.; die Musik schnappte gerade
ab; b) (salopp) sterben (ist): vor einer Stunde ist er
abgeschnappt. 2, (ugs.) von einer Vereinbarung, einem Kauf
o. ä. im letzten Augenblick zurücktreten <ist>: er ist doch
noch abgeschnappt. 3. (ugs.) im letzten Augenblick noch
erreichen, abfangen <hat): ich schnappte ihn an der Haustür
gerade noch ab.
abschneiden <unr. V.; hat) [5: eigtl. vom Kerbholz
abschneiden = abrechnen]: 1. a) durch Schneiden von etw. trennen:
Stoff [vom Ballen], ein paar Blumen, ein Stück Brot a.;
ich habe mir den Daumen abgeschnitten; die
Korrespondenz war wie abgeschnitten (war abgebrochen): b) kürzer
schneiden, bis zum Ansatz wegschneiden: Jmdm. die Haare,
den Bart a.; ich habe mir die Fingernägel abgeschnitten.
2. jmdn. i wider seinen Willen/ von jmdm., etw. trennen,
isolieren (bes. Milit.): den Truppen die Zufuhr a.; mehrere
Regimenter wurden abgeschnitten; man lebt hier völlig
von der Welt abgeschnitten. 3. (bereits Eingeleitetes)
vereiteln, unterbinden, jmdm. etw. entziehen: einen Einwurf,
das Wort, alle Einwände a.; Er schnitt ihr mit heftiger
Handbewegung ihre Vermutung ab (Langgässer. Siegel
382); die Möglichkeit zu Auslandsreisen war abgeschnitten;
der eisige Wind schnitt ihr den Atem ab. 4. (den Weg)
ab-, verkürzen: dieser Pfad schneidet [den Bogen der Straße]
ab; jmdm. den Weg a.; wir schneiden ab, wenn wir hier
gehen; <subst.:) wenn ein Eishockeyspieler den Gegner
durch Abschneiden verletzt (Eishockey; dadurch verletzt,
daß er sich in den Weg des Gegners, der den Puck führt,
fallen od. hineingleiten läßt, so daß dieser den Puck verliert),
wird ihm eine große Strafe auferlegt. 5. in bestimmter
Weise Erfolg haben (häufig im Perfekt in Verbindung mit
einer Artangabe): er hat bei der Prüfung gut abgeschnitten;
... daß die Dohlen bei Jedem Vergleiche mit den
gleichaltrigen Elstern geradezu kläglich abschnitten (Lorenz,
Verhalten 31); <Abl. zu 1 a, 4:) Abschneider,der; -s. -: 1.
abschneidendes Werkzeug: abschneidender Teil eines Gerätes, einer
Maschine. 2. (ugs.) abkürzender Weg: Ich hielt mich jetzt
nicht an den A.. den Firmin mir gezeigt hatte (Zuckmayer,
Magdalena 67).
abschnellen <sw. V.): 1. a) durch Schnellen wegfliegen lassen
<hat>: einen Pfeil a.; Ü (er) schnellt ... eins jener kleinen
vergifteten Worte ab (St. Zweig. Fouche 136); b) <a. +
sich) unter kräftigem Abstoßen vom Boden springen (hat):
ich schnellte mich vom Brett ab. 2. a) schnellend wegfliegen
<ist>: der Pfeil schnellte [von der Sehne] ab; b) sich kräftig
vom Boden o. ä. abstoßend springen <ist>: er schnellt [vom
Brett] ab; <Abl. zu 1 a:> Absdineller, der; -s. - (Handball
Jargon): mit beiden Händen ausgeführter Wurf, bei dem
die Handrücken in Brusthöhe zum Körper zeigen u. der
Ball aus dieser Haltung nach vorn abgeschnellt wird: der
A. eignet sich besonders für das Zuspiel auf kurze
Entfernungen.
abschnippeln <sw. V.; hat) (ugs.): / unsachgemäß] schnippelnd
l in kleinen Stücken/ abschneiden: ich habe [mir] von dem
harten Käse mühsam ein paar Stücke abgeschnippelt.
Abschnitt, der; -[e]s. -e: 1. Teil/ stück j von etw.
Geschriebenem od. Gedrucktem, Kapitel, Passus: hier endet der erste
63
Abschnittsbevollmächtigte
A.; einen A. machen: die Schrift zerfällt in mehrere -e;
Abk.: Abschn. 2. a) Teil eines Gebietes. Geländes: einen
A. nicht einsehen können, verteidigen; In unserem A. beult
sich die Front aus (Kirst, 08/15.385); b)(DDR) / Wohn/be-
reich. Bezirk: dieser A. hat keine Handelszentrale; wer
ist für diesen A. zuständig? 3. Zeitspanne. Periode: ein
neuer A. im Leben des Künstlers. 4. abgeschnittenes Stück:
10 -e Wundschnell verband (Auto 6.1965.87). 5.
abtrennbarer Teil eines Formulars, einer Eintrittskarte o.a.: der A.
der Postanweisung; Zwar hatten die Lebensmittelkarten
weiterhin -e für Zucker. Butter. Fleisch ... (Leonhard.
Revolution 135). 6. (Math.) Segment: der A. eines Kreises;
<Zus.zu2b:) Ahschnittsbevollmficht igte, der; -n. -n (DDR):
Volkspolizist, der für einen bestimmten Wohnbezirk
zuständig ist (Abk.: ABV); zu 1: «bschnittMweise <Adv.): in
Abschnitten: etw. a. gliedern; <auch attr.:) - Gliederung.
Abschnitzel, das; -s. - (österr.. südd.): Abfall (urspr. aus
Kerbholz beim Schnitzen, dann auch aus Papier o. ä. beim
Schneiden): kleines Fleischstückchen.
abschnüren <sw. V.; hat): 1. durch festes Zusammenziehen
einer Schnur o. ä. das Strömen. Zirkulieren von etwas unter-
brechen: dadurch verhindern, daß etwas strömt, zirkuliert:
jmdm. die Luft a.; das Gummiband schnürt [mir] das
Blut ab; ... als ich ... das Netz an eine Zaunlatte hängte
und mir die abgeschnürten Finger rieb (Grass. Katz 166);
sie versuchten ihm die Luft abzuschnüren (ihn
wirtschaftlich, finanziell zu ruinieren). 2. den Zugang blockieren,
abriegeln: Panzer schnüren die Ausfallstraßen ab; Im
Januar 1945 wurde Ostpreußen eingekreist« Oberschlesien
abgeschnürt (Leonhard. Revolution 266); <Abl.:) ^bsdmunng,
die; -, -en.
abschnurren <sw. V.; ist): mit surrendem Geräusch ohne Stok-
kung. Unterbrechung ablaufen: der Automat schnurrte ab;
Ü Die ... Instinkthandlung war sozusagen ins Leere hinein
abgeschnurrt (Spiegel 52. 1965. 72).
abschöpfen <sw. V.; hat): (etw. oben Befindliches schöpfend
von etw.) herunternehmen: den Rahm von der Milch a.;
Ü Gewinne, den Gddüberhang a. (aus dem Verkehr ziehen,
binden, festlegen): <Abl.:> Abschöpfung, die; -. -en.
abschotten [ap-Jotn] <sw. V.; hat) (zu ^hott] (bes.
Schiffbau): mit Schotten versehen <meist im 2. Part.): Zwischen
der äußeren und der inneren (= Schiflshaut) befinden
sich mehr als 50 gegeneinander abgeschottete Zellen
(Spiegel 11. 1967. 139); Ü Er wird also seine .X>DR" gegen
die Bundesrepublik abgeschottet halten (FAZ 11. 6. 69.1).
fbsdirtaen <sw. V.; hat): schräg/erJ machen: Balken a.;
eine abgeschrägte Wand; eine abgeschrägte Dienerkammer
(Werfel. Himmel 209); <Abl.:> ^bschrfeng. die: -. -en.
fbsdiramnen <sw. V.): 1. (ugs.) svw. tabschürfen: ich habe
mir das Knie abgeschrammt. 2. (nordd. salopp) sich eilig
entfernen Ost): er ist zornig abgeschrammt. 3. (derb) sterben
(ist): du willst deinen eigenen Tod. Aber du willst noch
gar nicht a. (Wohmann. Absicht 315).
abschranken ['ap-Jrankn] <sw. V.; hat): durch eine Schranke
sperren: die Brücke ist abgeschrankt worden; <Abl.:)
Abschrankung, die; -, -en: 1. das Abschranken. 2. Absperrung
(2): der Wagen war in die Sandsäcke der A. hineingefahren
(Frankenberg. Fahrer 89).
abschrauben <sw. V.; hat): a) etw. (mit einem Gewinde
Versehenes) von etw. herunter-, aus etw. herausschrauben (Ggs.:
aufschrauben 2): die Kappe [von der Tube], den Deckel
a.; b) etw.. was an einer bestimmten Stelle an-, festgeschraubt
ist. durch Lösen der Schrauben entfernen (Ggs.:
anschrauben): das Türschild a.
abschrecken <sw. V.; hat): 1. (durch bestimmte Eigenschaften
o.a.) vor etw. zurückschrecken lassen, von erw.
zurückhalten, abbringen: der hohe Preis, die Kälte, der weite Weg
schreckte ihn ab; die Strafesoila.; seine Wesensart schreckt
viele ab; er läßt sich durch nichts a.; ein abschreckendes
(warnendes) Beispiel: sie war abschreckend häßlich (sehr,
überaus häßlich). 2.a) (Technik) (Metall u.a.) beschleunigt
abkühlen, um bestimmte Eigenschaften zu erzielen: danach
wird die Legierung mit Wasser abgeschreckt; b) (Kochk.)
nach dem Kochen mit kaltem Wasser be-. übergießen: die
gekochten Eier a.; Reis ... abgießen, a. und abkühlen
lassen (Petra 8. 1967. 8): <Abl. bes. zu 1:) Abschreckung,
die; % -en.
Abschreckungs-: -mittel, das; -Politik, die; -strafe, die
Uur); -streitmadit, die (Milit.); -wafTe, die (Milit.);
-Wirkung, die.
abschreiben <st. V.; hat): 1. a) (von etw.. was schriftlich
od. gedruckt vorliegt) eine Abschrift machen: [sich] eine
Stelle aus dnem Buch a.; Er schrieb meine Personalien
aus meinem Paß ab (Koeppen. Rußland 79); b) etw. was
im Konzept vorliegt/ ins reine schreiben: etw. noch einmal
schreiben: das Ganze noch einmal sauber a.; c) (bes. in
der Schule) unerlaubt vonjmds. Vorlage schreibend
übernehmen: diese Stelle hat er wörtlich aus dem Buch eines
Kollegen abgeschrieben; von einem Mitschüler a.; Mahlke ...
büffelte mäßig, ließ Jeden a. (Grass. Katz 28). 2. (Wirtseh.)
a) (einen Gegenstand des bewertbaren Anlagevermögens)
wegen Abnutzung im bilanzmäßigen Wert herabsetzen:
Maschinen a.; b) (einen Betrag) streichen, abziehen: ich habe
den Betrag [von ihrer Rechnung] abgeschrieben. 3. brieflich
absagen: ich muß dir leider a. 4. Isich; durch Schreiben
abnutzen: einen Bleistift a.; der Bleistift schreibt sich schnell
ab. 5- (ugs.) aufgeben, verlorengeben: mit jmdm.. einer Sache
nicht mehr rechnen: den verlorenen Ring kannst du a.;
Er habe ... gefragt, ob der Wagen noch zu reparieren
sei. ,X>en kannst du a.". wurde ihm entgegnet (Noack.
Prozesse 56): daß seine Familie ihn schon so völlig
abgeschrieben hat. daß sie ... Geld für Trauerkleider ausgibt
(Remarque. Obelisk 296); <Abl. zu 1:) Abschreiber, der;
-s, -; Abschreibung, die; -, -en: 1. das Abschreiben (2 a).
2. der abzuschreibende Betrag.
«bsdireien, sich <st. V.; hat) (ugs.): längere Zeit hindurch
schreien, so daß man müde wird: ich habe mich abgeschrie-
[e]n. Hast du denn nichts gehört?
abschreiten <st. V.) (geh.): 1. a) an etw. zur Kontrolle,
prüfend oä. mit langsamen Schritten! entlanggehen (hat/
ist): der General hat/ist die Front abgeschritten; Von
Zeit zu Zeit schreitet ein Asylbediensteter die Bankreihen
ab, um die ... Schalen zu sammeln (Kisch, Reporter 13);
b) mit Schritten abmessen (hat>: die Entfernung a. 2. (geh.)
mit gemessenen Schritten davongehen <ist>: würdevoll
schritt er ab.
Abschrift, die; -, -en: das Abgeschriebene. Zweitschrift.
Doppel. Duplikat. Kopie: beglaubigte -en von Zeugnissen und
Bescheinigungen; eine A. von etwas anfertigen; <Abl.:)
abschriftlich <Adj.; o. Steig.; nicht prad.) (Bürow.): in
Abschrift: einen Brief a. mitschicken.
Abschrot, der; -[e]s, -e: meißeiförmiger Amboßeinsatz, auf
dem abgeschrotet wird. <Subst. zu:) abschroten <sw. V.;
hat): Metallteile auf dem Abschrot abschlagen: <Abl.:>
Abschröter, der; -s. -: Hammer zum Abschroten.
abschrubben <sw. V ; hat) (ugs.): 1. a) mit einer Bürste
reinigen: die Kinder a.; ich schrubbe mich, mir den Rücken
mit einer Bürste ab; den Fensterrahmen a.; b) durch
Schrubben von etw. entfernen: den Dreck a. 2. (ugs.) zurücklegen,
hinter sich bringen: daß man bei zügiger Fahrt seine 500
Kilometer a. kann (FAZ 3. 12. 69. 35).
abschuften, sich <sw. V.; hat) (ugs.): längere Zeit übermäßig
schuften u. sich dadurch erschöpfen: sich abarbeiten: mein
ganzes Leben lang habe ich mich [für euch] abgeschuftet.
abschuppen <sw. V.; hat): 1. (einen Fisch) von Schuppen
befreien. 2. (auch a. -I- sich) (von der Haut) sich in
Schuppen lösen: die Hautpartikel schuppen [sich] ab; <Abl.:>
^bschuppung, die; -. -en: 1. das Sichabschuppen. 2. (Geol.)
Verwitterungsform, bei der durch krasse
Temperaturunterschiede an der nack ten Gesteinsoberfläche / dünne / Blattchen
abgesprengt werden.
abschürfen <sw. V.; hat): a) durch Schürfen verletzen,
aufreißen: sich die Haut am Ellbogen a.; b) durch Schürfen
auf der Oberfläche leicht verletzen: ich habe mir bei dem
Sturz die Knie abgeschürft; <Abl.:) Abschürfung, die; -,
-en: 1. das Abschürfen. 2. Schürfwunde.
Abschuß, der; Abschusses. Abschüsse: 1. a) das Abschießen
(1 a): der A. des Torpedos; b) das Abschießen (1 b): die
Abschüsse der Kanonen. 2. das Abschießen (2 a): der A.
von Wild; Ü Häufiger Partnerwechsel gehört zum Ritual,
allerdings mehr für die Männer: Ihr Prestige steigt mit
der Zahl der Abschüsse (mit der Zahl der Frauen, die
sie erobert und mit denen sie geschlechtlich verkehrt haben,
Spiegel 35, 1974. 110). 3. das Abschießen (3): der A. eines
viermotorigen Bombers.
Abschuß-: ^basis, die (bes. Milit.): Stelle, von der Raketen
abgeschossen werden: allste, die: Liste, die die Zahl des
innerhalb eines bestimmten Zeitraums abzuschießenden
Wildes enthält: Ü Jmdn. auf die A. setzen; ^pbui, der (Jagdw):
jährliche Ermittlung des Wildbestandes u. Festsetzung des
64
absehen
Abschusses von Schalenwild u. Waldhühnern; ^prfimie. die:
Prämie, die von einer Behörde für den Abschuß bestimmter
Tiere gewährt wird: ^-rampe, die: Gerüst zum Abschießen
von Raketen; -silo, der: unterirdische -s; -Vorrichtung,
die: Vorrichtung zum Abschießen von Raketen; ^riflfer, die:
Zahl abgeschossener Flugzeuge.
abschüssig ['ap-JVsif] <AdJ.) [zu veraltet Abschuß = steiler
Abhang]: stark abfallend; eine -e Straße. Strecke; <Abl.:>
Abschüssigkeit, die; -.
abschütteln <sw. V.; hat): 1. a) durch Schütteln entfernen,
herunterschütteln; den Schnee [von sich, vom Mantel] a.;
die Krümel vom Tischtuch a.; Ü ein Joch, die Knechtschaft
a.; b) durch Schütteln reinigen, von etw. säubern: das
Tischtuch, die Zeltplane a. 2. a) sich von etw. frei machen,
etw. überwinden, von sich tun: die Müdigkeit, den Ärger,
seine Sorgen a.; b) fertigbringen, jmdn. (dessen Nähe einen
stört, der einem lästig ist o.a.) loszuwerden: er hat den
zudringlichen Menschen abgeschüttelt; c) durch größere
Schnelligkeit, durch geschicktes Taktieren o. ä. einem
Verfolger entkommen: es gelang ihm. den Verfolger, die Polizei
abzuschütteln; (Sport:) der Linksaußen schüttelte seinen
Bewacher ab u. stürmte nach vorn; <Abl.:) ^bschüttehmg.
die; -.
abschütten <sw. V.; hat): 1. a) einen Teil einer Flüssigkeit,
der als zuviel erscheint, aus einem Gefäß heraus-, weggießen:
die Hälfte des Wassers aus dem Eimer a.; b) durch
Herausgießen von Flüssigkeit den Inhalt eines Gefäßes verringern:
den Eimer a. 2. a) die Flüssigkeit von etw. abgießen: das
Wasser von den Kartoffeln a.; b) (etw. Gekochtes) vom
Kochwasser befreien: die Kartoffeln a.
abschwächen <sw. V.; hat): 1. (in allmählicher Abnahme)
schwächer, geringer machen; mildern: die Wirkung, einen
bestimmten Eindruck von etw. a.; der Botschafter
schwächte seine Äußerungen ab (formulierte sie weniger scharf);
etw. in abgeschwächter Form wiederholen. 2. <a. + sich)
a) schwächer werden, sich mildern: der Lärm schwächte
sich ab; b) (Met.) an Wirkung, an Kraft verlieren: das
Hoch über Osteuropa schwächt sich ab. 3. (Fot.) mit Ab-
schwächer behandeln: bei großformatigen Negativen lassen
sich auch einzelne Partien a.; <Abl. zu 3:) Abschwächer
['ap-Jvefe]. der; -s. - (Fot.): Reagens, das die Schwärzung
belichteter u. entwickelter fotografischer Schichten durch
Auflösen des metallischen Bildsilbers vermindert; <Abl. zu
1-3:) Abschwächung. die; -. -en.
abschwarten <sw. V.; hat): 1. (bes. Jägerspr.) (von Dachs
und Schwarzwild) die Schwarte abziehen: eine Sau a. 2.
(Holzverarb.) von der Schwarte, der Borke befreien: die
Bretter müssen abgeschwartet werden. 3. (landsch.)
verprügeln.
abschwatzen <sw. V.; hat) (ugs.): von jmdm. durch
Überredung erlangen: er hat ihm 300 Mark abgeschwatzt; Joseph
... ist noch der gleiche, der einst ... Jaakob das bunte
Kleid abschwatzte (K. Mann. Wendepunkt 274);
abschwatzen (landsch.): svw. tabschwatzen.
abschweifen <sw. V.; ist): 1. (geh.) von dem Weg. auf dem
man geht, vorübergehend abgehen: sie waren vom Weg
abgeschweift u. hatten sich dann verlaufen; Ü Während
er ... diese ungehörige Prüfung anstellte .... schweifte sein
Blick ... zur Wand ab (Jahnn. Nacht 72). 2. (in Gedanken,
in einer Erörterung o. ä.) vom eigentlichen Ziel, von seinem
Thema abkommen, sich vorübergehend davon entfernen:
jmd. schweift. Jmds. Gedanken schweifen [von etw.] ab;
Leichtlich ließ sich nunmehr a. in eine Untersuchung über
die ... Delektationen des ... Geistes (Bamm. Weltlaterne
58); <Abl.:) Abschweifung, die; -. -en: Der... Leser verzeihe
mir diese A. ins rein Betrachtende <Th. Mann. Krull 57).
abschwellen <st. V.; ist; Ggs.: anschwellen): 1. (von etw.
Geschwollenem) in der Schwellung zurückgehen: das
verletzte Knie schwoll ab. 2. allmählich leiser werden: das
Motorengeräusch schwillt ab.
ybsdiwemnen <sw. V.; hat): a) schwemmend entfernen;
wegschwemmen: das Flußwasser schwemmte den Sand vom
Ufer ab; b) durch Schwemmen von etw. befreien, reinigen:
die Fliesen a.; <Abl.:) Abschwemmung, die; -. -en.
abschwenken <sw. V.): \. durch eine Schwenkungdie Richtung
ändern <ist): die Kolonne schwenkt links ab; kam die
ganze Schar ... hinter mir her, um erst dicht vor mir
erschreckt abzuschwenken (Lorenz, Verhalten I. 245); Ü
(ugs.) er ist wieder von der Theologie abgeschwenkt (hat
dieses Studium aufgegeben). 2. <hat) a) durch Hinundher-
schwenken von etw. entfernen: die Tropfen [vom Glas]
a.; b) durch Hinundher schwenken reinigen: die Gläser a.
abschwimmen <st. V.): 1. a) sich schwimmend entfernen,
wegschwimmen <ist): er schwamm vom Boot ab und winkte
noch einmal; Ü wo die Parteibasis nach links
abgeschwommen ist (MM 13. 3. 74, 2); b) (landsch.) sich entfernen,
weggehen Ost): Frau Pinneberg schwimmt ab. hat die
jungen Leute wieder ein bißchen aufgekratzt (Fallada. Mann
122). 2. a) (ugs.) durch Schwimmen verlieren <hat>: Wer
überflüssige Pfunde a. ... will (MM 31. 12. 66. 12): b)
(als Übung) eine bestimmte Strecke od. Zeit schwimmen
<hat): ich hatte meine halbe Stunde abgeschwommen; c)
(ugs.) eine zum mehrmaligen Besuch einer Badeanstalt
berechtigende Karte aufbrauchen <hat): seine Karte a.
abschwindeln <sw. V.; hat): von jmdm. durch Schwindeleil enj
erlangen: er hat ihr tausend Mark abgeschwindelt.
abschwingen <st. V.; hat): 1. (bes. Turnen) aus einer hohen
Lage nach unten schwingen; mit einem Schwung von etw.
(einem Gerät) abgehen: ich schwang vorwärts in den Stand
ab. 2. (Ski) mit einem Schwung die Fahrtrichtung ändern
und langsamer fahrenJ: Meine Füße zittern leicht, als
ich abgeschwungen habe (Maegerlein, Piste 37).
abschwirren<sw. V.; ist)(Ggs.:anschwirren): a)
(vonfliegenden Tieren) schwirrend wegfliegen: die Libelle schwirrte
ab; b) (ugs.) weggehen: er ist schon wieder abgeschwirrt.
abschwitzen <sw. V.; hat) (bes. Sport): durch Bewegung.
Schwitzen, verschärftes Training o.a. das Körpergewicht
/bes. vor einem Kampf! verringern /wenn es höher ist,
als es die Gewichtsklasse z. B. im Boxen. Ringen.
Gewichtheben zuläßt/: sein Übergewicht a.
abschwören <st. V.; hat): 1. sich von jmdm., einer Sache
(mit einem Schwur) lossagen; etw. aufgeben: seinem
Glauben a.; Ü dem Alkohol, dem Kaffee a.; er hätte fast dem
Fliegen abgeschworen (es aufgegeben; Johnson.
Ansichten 133). 2. (veraltend) ableugnen: eine Mittäterschaft.
Schuld a.
Abschwung, der; -[e]s. Abschwünge: 1. das Abschwingen
(1) (Ggs.: Aufschwung): ein A. vom Barren. 2. das Ab-
schwingen (2): einen A. machen. 3. (GolO Bewegung des
horizontal über den Kopf gehobenen Schlägers nach unten
beim Schlagen eines Balles. 4. (Wirtsch.) Rückgang der
Konjunktur, Rezession (Ggs.: Aufschwung): Wir haben
durch Kreditaufnahmen einen A. gebremst und einen
Aufschwung beschleunigt (Bundestag 189. 1968. 10234).
absegeln <sw. V.): 1. (von Segelschiffen, -booten) sich segelnd
entfernen <ist>: der Schoner segelte Ende des Monats von
Hamburg ab; Ü stolzgeschwellt seg[e]le ich ab (salopp;
gehe ich weg). 2. a) (eine Strecke) segelnd durchmessen
<hat): [eine Strecke von] 10000 km a.; b) mit dem
Segelschiff, -boot entlangfahren (hat): die Küste a. 3. etw. beim
Segeln einbüßen, verlieren (hat): den Mast a. 4. (Segeln)
zum letztenmal gemeinschaftlich in der Saison segeln (Ggs.:
ansegeln): wir haben noch nicht abgesegelt; (subst.:)
morgen ist Absegeln.
fbsegnen (sw. V.; hat) (ugs. scherzh.): die Ausführung eines
Vorhabens (als höhere Instanz) befürworten: Doch diese
Regelung, von den eigenen Standesherren abgesegnet,
brachte nun die praktizierenden Zahnärzte bundesweit in
Harnisch (Spiegel 9. 1975. 133).
absehbar [apze.ba:?] (AdJ.; nicht adv.): von etw., das sich
absehen läßt; übersehbar, überschaubar: bringt sie (= die
industrielle Gesellschaft) eine kaum -e Fülle neuer
Erwerbsmöglichkeiten hervor (Fraenkel. Staat 38); in -er
(nicht zu langer) Zeit; das Ende ist noch nicht a.; absehen
(st. V.; hat): 1. beobachtend, zusehend von jmdm. lernen:
das Kunststück hat er seinem Bruder abgesehen. 2« im
voraus erkennen, voraussehen: das Ende der Kämpfe ist
nicht abzusehen; die Folgen lassen sich nicht a. 3. etw.
unterlassen, auf etw. verzichten, von etw. Abstand nehmen:
von einer Anzeige, einem Besuch a. 4. etw. nicht in Betracht
ziehen, nicht berücksichtigen, außer acht, beiseite lassen:
wenn ich von unbedeutenden Schwankungen meines
Befindens a. darf (Th. Mann. Krull 114); ein Wanderjahr ....
in dem man gelernt hat. von sich abzusehen (Kaschnitz.
Wohin 36); (oft im 2. Part.:) von wenigen Ausnahmen
abgesehen; abgesehen davon, daß ... 5. (a. +es) a) auf
etw. abzielen, etw. beabsichtigen: es auf eine Kränkung
a.; Das Spiel übte die Wirkung, auf die es abgesehen
war (Gaiser. Jagd 111); b) etw. sehr gern haben wollen,
auf etw. begierig sein: es auf Jmds. Geld abgesehen haben;
5 GDW
65
Absehunterricht
c) jmdn. für sich zu gewinnen suchen: das Mädchen hat
es auf ihn abgesehen (will ihn heiraten); d) (ugs.) jmdn.
fortgesetzt kritisieren, schikanieren: der Chef hat es heute
auf dich abgesehen. 6. (von Schülern) unerlaubt vom Heft
o. ä. des Platznachbarn abschreiben, abgucken: er hat [die
Lösung der Aufgabe] bei mirabgesehen. 7. (von Gehörlosen
u. Schwerhörigen) durch Beobachtung der Mundbewegungen
des Sprechers verstehen: diese Kinder lernen a.; <Zus. zu
7:> Absehunterricht, der: Unterricht im Absehen der
Mundbewegungen des Sprechenden für Gehörlose u. Schwerhörige.
fbseifen <sw. V.; hat): mit / IVasser u.] Seife reinigen: eine
Tischplatte a.; Bis zum Gürtel nackt, seifte er sich vor
einer Holzkumme dampfenden Wassers ab (Bredel. Väter
10); sie seifte ihm den Rücken ab.
fbseüien <sw. V.; hat): durch ein Sieb geben u. dadurch
reinigen od. von festen Bestandteilen befreien]: Milch,
Bratensaft a.
tbseilen <sw. V.; hat): 1. an einem Seil herunterlassen: ich
seilte [ihn. mich, die Medikamente] ab; (Bergsteigen:) über
die Wand a. 2« <a. -I- sich) (ugs.) sich davonmachen,
verschwinden; weggehen: die Ganoven haben sich längst
abgeseilt.
f bsein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) (ugs.): 1. entfernt sein: die Hütte soll weit von Jeder
menschlichen Behausung a. 2. von etw. abgegangen sein,
sich abgelöst haben: der Knopf, die Farbe ist fast ganz
ab. 3. müde, erschöpft sein: sie war völlig ab.
'Abseite, die; -. -n [mhd. abesite. ahd. absit. absida <
mlat..kirchenlat.abslda = Wölbung, Chorkapelle < spät-
griech. (h)aps(da = Verknüpfung. Gewölbe, zu tApsis;
Im 12. Jh. an ab u. slte = Seite angelehnt] (bes. niederd..
rhein.): Nebenraum lunter dem Dach]: die leeren Koffer
kommen in die A.
2Abseite, die; -. -n [mhd. absite = Seite, die von etw. abliegt]
CTextilw.): linke Seite eines Gewebes, Stoffrückseite:
klassisch gemusterte Manteldessins mit modisch aparten -n
(Herrenjournal 2. 1966. 93); <Zus.:> Abseitengewebe, das;
Abseitenstoff, der; abseitig fapzsUtic] <AdJ.): a) <o. Steig.;
nicht adv.) (geh.) abseits liegend: Ich kam vor ein großes,
-es. noch immer bewohntes Bauernhaus (Seghers. Transit
10); Ü Eine zweite Schlappe erlitt der Kanzler unerwartet
auf -em Terrain (Spiegel 43. 1966. 47); b) dem Üblichen,
Normalen nicht entsprechend: unüblich, ausgefallen,
abwegig: -e Interessen; ein -es Spezialgebiet; wie mancher ...
den christlichen Dogmenkram ... für a. und absurd halten
mag (Thielicke, Ich glaube 127); c) in den Bereich der
Perversiongehöretui: -e Neigungen haben; <Abl.:) abseitig-
keit, die; -. -en; abseits ['apz^jt?; 2b: 20. Jh., nach engl,
offside]: 1. <Präp. mit Gen.) (ein wenig) entfernt von etw.:
a. des Weges, des Verkehrs. 2. <Adv.) a) beiseite, fern,
außerhalb: a. stehen, liegen; b) * a. sein/stehen (bes.
Ballspiele; sich regelwidrig vordem Ball befinden); <subst.:> Abseits,
das; -. - (bes. Ballspiele): a) regelwidrige Stellung eines
Spielers, dem der Ball zugespielt wird, wenn er sich näher
an der Torlinie befindet als zwei gegnerische Spieler od.
(Eishockey) wenn er vor dem Puck in das Angriffsdrittel
gelaufen ist: im A. stehen; b) Verstoß gegen die Abseitsregel:
der Schiedsrichter pfiff A.
abseits-. Abseits- (Sport): stalle, die: Taktik, mit der die
Abwehrspieler den angreifenden Gegner ins Abseits locken:
die A. klappte; Unsere A. spielte sich ein (Walter, Spiele
163); in die A. laufen; ^linle. die; ^pfifT. der; -Position,
die: svw. -Stellung; -regel, die; -Stellung, die; -tor, das:
von einem im Abseits stehenden Spieler erzieltes u. des/ialb
nicht anerkanntes Tor; -verdächtig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) die Vermutung nahelegend, daß es sich um Abseits
handelt: ein Tor aus abseitsverdächtiger Position erzielen.
Absence [a'psä:s], die; -, -n [frz. absence < lat. absentia
= Abwesenheit, zu absens, tabsent] (Med.): kurz dauernde
anfallartige Bewußtseinstrübung, bes. bei Epilepsie.
tbsenden <unr. V.; sandte/(seltener:) sendete ab. hat ab-
gesandt/(seltener:) abgesendet) /vgl. Abgesandte/: a) etw.
(an einen Empfänger) schicken; abschicken: eine Nachricht,
ein Paket a.; b) Jmdn. (mit einem Auftrag) wegschicken:
einen Boten, einen Kurier a.; <Abl.:) Absender, der; -s,
-: 1. absendende Person: er ist der A. des Briefes; Abk.:
Abs. 2. (auf einer Postsendung angegebene) Adresse der
absendenden Person: steht ein A. auf dem Brief?;
Absendung* die; -. -en.
tbsengen <sw. V.; hat): a) durch Sengen von etw. entfernen:
die Federreste von den Schlachthühnern a.; b) durch Sengen
von Resten von Flaum od. Federn befreien: ein Huhn a.
«bscnken <sw. V.; hat): 1. <a. + sich) sich mit einem
bestimmten Gefälle senken, neigen: das Gelände senkt sich zum
Fluß hin ab. 2. (Tiefbau) (den Grundwasserspiegel)
künstlich erniedrigen, tiefer legen: das Grundwasser a. 3. etw.
in die Tiefe senken, hinuntersenken: einen Senkkasten, einen
Öltank a. 4. (Gartenbau) (Pflanzen) durch Absenker
vermehren: Weinstöcke a.; <Abl. zu 4:> Absenker, der; -s,
-: vorjähriger Trieb, der zwecks vegetativer Vermehrung
bogenförmig in einen Spalt od. eine Rinne gelegt, mit Erde
bedeckt u. festgetreten wird, wobei die Triebspitze aus der
Erde herausragt; zu 1-3: Absenkung, die; -. -en.
absent [ap'zent] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. absens
(Gen.: absentis), I. Part, von: abesse = abwesend sein,
fehlen] (veraltet): abwesend; absentieren [apzßn'ti.ren]. sich
<sw. V.; hat) [frz. s'absenter < lat. absentäre. zu: absens,
tabsent] (bildungsspr. veraltend): sich zurückziehen,
entfernen, davonstehlen: ich absentierte mich, um nicht Zeuge
sein zu müssen; Absenz [ap'zEn&L die; -. -en [lat. absentia.
zu absens, Tabsent]: a) (bildungsspr.) das Fehlen,
Nichtvorhandensein von etw.: Solche A. aller von außen ins
Werk eingelegten Vermittlungen (Adorno. Prismen 153);
b) (bes. österr.. Schweiz.) das Abwesendsein von einem Ort,
bes. von der Schule: du mußt dich für deine -en
entschuldigen; c) (Med.) svw. T Absence.
fbserbeln <sw. V.; ist) [zu mhd. Serben, serwen. ahd. serwen
= sterben; welken] (Schweiz.): dahinkränkeln, dahinwelken:
ideal ist die Luft... gerade nicht, trotz Klimaanlage. Man
serbelt ab (DürTenmatt, Meteor 64).
abservieren <sw. V.; hat): 1. a) (gebrauchtes Geschirr) vom
Tisch abräumen: das Geschirr a.; würden sie bitte a.; b)
(einen Tisch) von Geschirr frei machen: den Tisch a.; wirkte
das Lokal ... so abserviert wie eine leergegessene Tafel
(Habe. Namen 181). 2* (salopp) seines Einflusses od. seiner
Wirkung, seines Wirkungsbereichs berauben; jmdn.
kurzerhand seines Amtes entheben, jmdn. kaltstellen: sie haben
ihn abserviert; ich lasse mich doch nicht einfach so a.;
3. (salopp) umbringen, umlegen: Jetzt hat ... irgendeine
... Gang ausgerechnet dieses Schmuckstück des FBI
abserviert (Wolf. Menetekel 485). 4. (Sport Jargon, bes.
Ballspiele) eindeutig besiegen, klar schlagen: die Junge Mannschaft
servierte die erfahrene Elf 5:0 ab.
Absetz-: ^bossln, das: svw. t-becken; ^beckcn, das: Becken,
in dem sich Schwebestoffe von Abwässern absetzen; ^bewe-
gung. die (Milit.): Rückzug; ^gebiet, das (Millt.. Luft f.):
Gebiet, in dem Fallschirmspringer abgesetzt werden: **ge-
schwindigkeit, die: mittlere Geschwindigkeit, mit der sich
ein Feststoffteilchen in einer Flüssigkeit absetzt: ^sfige, die
(Tischlerei): Gestellsäge mit unsymmetrischer Zahnung;
^wagen, der: svw. T Hubstapler.
absetzbar fapzE^ba:?] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): 1. von
dem zu versteuernden Einkommen abzusetzen: die Ausgaben
Air die Haftpflichtversicherung sind [steuerlich] a. 2.
abzusetzen (9), verkäuflich: Das Fichtenholz war ... das am
leichtesten -e. ... bestbezahlte Holz (Mantel. Wald 19);
absetzen <sw. V.; hat): 1. etw., was man auf dem Kopf,
auf der Nase trägt, abnehmen, herunternehmen (Ggs.:
aufsetzen 1): den Hut. die Brille a. 2. etw. [Schweres], was
man in Händen hält, auf den Boden, an eine Stelle setzen:
das Gepäck, den Koffer a.; ein paar Frauen, die
zusammenstanden, die Taschen abgesetzt (Handke. Brief 13).
3. von einer Stelle wegnehmen u. dadurch etw. unterbrechen
od. beenden (Ggs.: ansetzen): das Gewehr, den
Geigenbogen, das Glas vom Mund a.; er trinkt, ohne abzusetzen
(in einem Zug). 4. jmdn. in seinem Fahrzeug mitnehmen
od. mit einem Fahrzeug an eine bestimmte Stelle bringen
u. dort aussteigen lassen: jmdn. in seinem Wagen
mitnehmen und am Bahnhof a. 5. (von einem Reittier) den Reiter
abwerfen: das Pferd setzte ihn ab. 6. a) . langsam] sinken
lassen, ablagern: der Fluß setzte eine Masse Geröll ab;
b) <a. + sich) sich niederschlagen u. am Boden verbleiben:
eine Menge Staub hat sich hier abgesetzt. 7. aus Amt
od. Stellung entfernen (Ggs.: einsetzen 2c): einen
Minister a.; die Regierung wurde abgesetzt (gestürzt). 8.a)
(Anberaumtes, Angekündigtes) absagen, nicht stattfinden
lassen: etw. von der Tagesordnung a.; ein Theaterstück,
ein Fußballspiel a.; b) abbrechen, nicht weiterfuhren; eine
Therapie. Behandlung a. 9. (Kaufmannsspr.) [in größeren
Mengen J verkaufen: wir haben alle Exemplare a. können.
66
absondern
10. (Steuerw.) etw., was nicht versteuert wird, von der zu
versteuernden Summe abziehen: die Kosten für etw. [von
der Lohnsteuer] a. können. 11. (Landw.) einem jungen
Tier die Muttermilch entziehen: entwöhnen: ein Kalb a.
12. a) (Schrift- u. Druckw.) als neue Zeile beginnen lassen:
eine Zeile, die folgenden Zeilen, die Verse a.; b) (Druckw.)
den Drucksatz von etw. anfertigen: ein Manuskript a. lassen.
13. (Seemannsspr.) von der Anlegestelle o. ä. abstoßen,
wegdrücken: das Boot von der Brücke, vom Schill a. 14.
(Med.) svw. t amputieren. 15. <a. + sich) a) (ugs.) sich
Iheimlich] davonmachen: ich hatte mich nach Österreich,
über die Grenze abgesetzt; Ü die Mannschaft hat sich
mit drei Siegen hintereinander vom Tabellenende, von
den übrigen Konkurrenten abgesetzt (Sport; hat ihren
Tabellenstand verbessert, einen Abstand zwischen sich u.
die nachfolgenden Konkurrenten gebracht): b) (Milit.) sich
zurückziehen. 16. (Kanten eines Kleidungsstücks) mit etw.
besetzen <oft im 2. Part.): einen Saum mit einer Borte
a.; mit Samt abgesetzte Ärmel. 17. *es setzt etwas ab
(ugs.; es gibt Prügel): gleich setzt es etwas ab; (Abi. zu
6 a. 4:) Absetzer, der; -s. -: 1. Gerät im Braunkohlentagebau,
das den Abraum außerhalb der Abbaustelle absetzt. 2.
(Milit.. Luftf.) Person, die im Flugzeug die Absprünge von
Fallschirmspringern beaufsichtigt: zu 7. 8. 10: Absetzung«
die; -. -en.
fbsichern <sw. V.; hat): 1. eine Gefahrenstelle o.a. gegen
mögliche Unfälle sichern: eine Baustelle a.; die Unfallstelle
mit Warnzeichen a. 2. <a. + sich) sich bei etw. durch
entsprechende Vorkehrungen gegen böse Überraschungen
schützen: ich sicherte mich vertraglich ab; Ü was hier steht
(= geschrieben steht), ist ... abgekopft und abgesichert
(durch sorgfältige Recherchen so untermauert, daß es nicht
angezweifelt werden kann: Hörzu 9.1973.50); <Abl.:> i^bsi-
cherune, die; -. -en.
Absicht, die; -. -en [zu t absehen (5 a)]: Plan. Ziel, Vorsatz:
Bestreben: Wollen: das war nie meine A.; *mit A.
(absichtlich, vorsätzlich, willentlich), ohne A. (absichtslos): sich
mit der A. tragen (beabsichtigen): [ernste] Absichten [auf
imdn.] haben (ugs.; jmdn. heiraten wollen): <Abl.:>
absichtlich [ap'zictlic. nachdrückt, auch: ' J <Adj.; o. Steig.):
mit Absicht /gezeigt, geschehend usw.]: vorsätzlich: eine
-e Kränkung; das hat er a. getan, dazu: Absichtlichkeit,
die; -. -en; <Zus.:) absichtslos <AdJ.; o. Steig.): ohne
besondere Absicht, nicht absichtlich, unabsichtlich, dazu: ^b-
skhtslosigkeit die; -; absichtsvoll <AdJ.; o. Steig.): mit
voller Absicht [geschehend].
tbsiedeh <sw. V.; hat) (Med.): an anderen Stellen des Körpers
Metastasen bilden: metastasieren: der Tumor hat
Tochtergeschwülste abgesiedelt; <Abl.:> Absiedlung, die; -. -en:
svw. t Metastase.
f bsbigen <sw. V.; hat): 1. von Anfang bis Ende singen,
heruntersingen: alle Strophen eines Liedes a.; <subst.:) unter
dem A. schmutziger Lieder, in den Duschraum (Kirst,
08/15, 172). 2. vom (Noten)blau singen, ohne geübt zu
haben: sie singt alle Lieder vom Blatt ab.
absinken <st. V.; ist): 1. a) in die Tiefe, auf Grund sinken:
[im Wasser] versinken: das Boot sank in Sekundenschnelle
ab; Ü der... Glanz des absinkenden Tages (Thieß, Legende
183); b) sich [allmählich] senken [u. dadurch niedriger
werden]: die Küste sinkt Jährlich um einige Zentimeter
ab; der Wasserspiegel ist abgesunken. 2. a) schwächer,
niedriger werden: der Blutdruck, das Fieber, die
Temperatur sinkt ab. b) schwächer, geringer werden: das Interesse
sinkt weiter ab; c) nachlassen, schlechter werden: in seinen
Leistungen a.; <subst.:) ein erschreckendes Absinken der
Bildung; d) [moralisch] herunterkommen: er sinkt immer
mehr ab.
Absinth [ap'zmt], der; -[eis. -e [frz. absinthe < lat. absin-
thium < griech. apsinthion = Wermut):
(gesundheitsschädlicher) grünlicher Branntwein aus Wermut mit Zusatz
von Anis u. Fenchel.
«bsitzen <unr. V.): l.\ugs.) <hat) a) (abwertend) die Zeit
an einem bestimmten Ort widerwillig, nur durch sein
Anwesendsein hinter sich bringen: täglich 8 Stunden im Büro
a. müssen; daß ich meine schönen Sommertage gewöhnlich
in einer grauen Schulstube absitze (Fallada, Herr 100);
b) eine Strafe, eine Zeit als Strafe im Gefängnis o. ä.
verbüßen: er hat seine Strafe abgesessen; neun Monate Gefängnis
a. 2. <ist) a) von einem Reittier steigen: er saß [vom Pferd]
ab; abgesessen! (Reitkommando): b) von einem Fahrzeug
absteigen, abspringen: die Jungen sitzen [von ihren Rädern]
ab; c) (Turnen) von einem Gerät aus dem Sitz in den Stand
auf den Boden springen: vom Kasten a. 3. von etw. entfernt
sitzen <hat): du sitzt viel zu weit [vom Tisch] ab. 4. durch
vieles Sitzen abnutzen <hat): du hast das Polster bereits
abgesessen; abgesessene Sessel. 5. (Schweiz.) sich
[hin[setzen, sich niederlassen Ost): sitz ab!
fbsocken <sw. V.; ist) (salopp): eilig weggehen, sich schnell
davonmachen (Ggs.: ansocken): er ist gleich danach wieder
abgesockt.
absolut [apzo'lu:t] <AdJ.; o. Steig.) [1: wohl unter Einfluß
von frz. absolu < lat absolütus. 2. Part, von: absolvere
= loslösen, t absolvieren; 5: lat. absolute. Adv. zu
absolütus]: 1. allein herrschend, souverän: unumschränkt: ein -er
Herrscher; die -e Monarchie. 2. unbedingt, uneingeschränkt,
unangefochten, völlig: -e Glaubens- und Gewissensfreiheit.
3. vollkommen, in höchster Weise ideal, ungetrübt, ungestört:
eine Stimmung von -em Feierabend. 4. nicht mehr
steigerbar, überbietbar, äußerst..., höchst..., letzt...: eine -e
Grenze erreichen; der heißeste Tag des Jahres führte zu
neuen -en Ausflugsrekorden; -er Nullpunkt (Physik; die
tiefste überhaupt mögliche Temperatur, -273.15 °C); -e
Temperatur (auf den absoluten Nullpunkt bezogene
Temperatur). 5. völlig, ganz, gänzlich, vollständig,
hundertprozentig, total: für -e Ruhe sorgen. 6. (meist Philos.)
rein, beziehungslos, für sich betrachtet: -es Denken; das -e
Sein; -e Kunst, Musik. 7. unabhängig: ohne Hilfsmittel,
Bindungen, Beeinflussungen [auskommend] (Ggs.:
relativ): «e Größen. 8. (Naturw.) chemisch [fast] rein: -er
Alkohol. Äther. 9. (verstärkend bei AdJ. u. Verben)
überhaupt, ganz u. gar: das kann ich a. nicht leiden; das
ist a. unsinnig; <Abl. zu 2, 6, 7:) Absolutheit, die; -. dazu:
Absolutheitsansprudi, der; Absolution [apzolu't$io:n], die;
-. -en [mlat. absolutio < lat. absolutio = das Freisprechen
(vor Gericht), zu absolvere, t absolvieren] (kath. Rel.): Los-,
Freisprechung, Vergebung von Sünden nach der Beichte:
Jmdm. [die] A. erteilen; Ü (oft scherzh.) sich bei seiner
Frau A. holen; Absolutismus [...'tismusj. der; - [nlat.
Bildung zu frz. absolutisme, zu lat. absolütus, t absolut] (hist.):
Regierungsform, beider eine Person als Träger der
Staatsgewalt eine von anderen Personen od. Institutionen nicht
kontrollierte Macht ausübt: bes. Epoche des europäischen
Absolutismus vom 17. bis 18. Jh.: der aufgeklärte A.; <Abl.:>
Absolutist, der; -en, -en (veraltet): Anhänger des
Absolutismus: absolutistisch <AdJ): der -e Staat; Absohitorhra
[...to:rium],das; -s, ...ien [..Jan; lat. absolütörium =
Befreiungsmittel, zu absolvere. t absolvieren]: 1. (veraltet)
Reifezeugnis. 2. (österr.) Bestätigung einer Hochschule, daß
man die vorgeschriebene Anzahl von Semestern od. Übungen
belegt hat u. deshalb während der noch ausstehenden
Abschlußprüfungen nicht mehr inskribieren muß: ich habe mir
am Dekanat das A. geholt; Absolvent [apzDl'vent], der;
-en, -en [lat. absolvens (Gen.: absolventis). 1. Part, von
absolvere, tabsolvieren]: Besucher einer Schule kurz vor
od. nach der abschließenden Prüfung: absolvieren [...'vi:ran]
<sw. V.; hat) [1: lat. absolvere = vollenden; 2: lat. absolvere
= freisprechen (vor Gericht)]: 1. a) (eine Schule o.a.)
bis zum Abschluß durchlaufen, [erfolgreich] beenden: das
Gymnasium, einen Lehrgang a.; b) durchführen, erledigen,
verrichten, ableisten: einen Achtstundentag a. müssen; ein
Training, ein anstrengendes Programm, ein Pensum a.;
da stand er auch schon mitten im Raum und absolvierte
seine ersten Kniebeugen (führte Kniebeugen aus: Kirst,
08/15. 64); c) (eine Prüfung) bestehen: hat er sein Examen
absolviert? 2. (kath. Rel.) jmdm. Absolution erteilen: „Ich
befehle Ihnen, die heilige Messe zu hören .... wenn Sie
absolviert sind" (Böll. Und sagte 74); <Abl. zu 1:) Absolvk-
nmg, die; -.
absonderlich [ap'zandttlif] <AdJ.): vom Gewöhnlichen,
üblichen abweichend: ungewöhnlich, eigentümlich, sonderbar,
merkwürdig, seltsam, wunderlich: -e Reaktionen; ein -er
Mensch; <Abl.:> Absonderlichkeit die; -. -en; absondern
<sw. V.; hat): 1. <a. + sich) sich von jmdm.. etw. fernhalten,
Kontakte meiden, lieber für sich bleiben: er sonderte sich
meist von seinen Mitschülern ab; Er will ... abgesondert
sein.... will allein sein und will von anderen im Grunde
nichts wissen (Th. Mann, Krull 417). 2. isolieren, mit
anderen nicht zusammenkommen lassen: die an Diphtherie
Erkrankten a. 3. (geh.) von etw. trennen: durch einen offenen
Bogen, welcher vom Hauptraum einen kleineren
absonderst
67
Absonderung
te (Th. Mann. Krull 324). 4. (Biol.. Med.) ausscheiden:
Gifte a.; <Abl.:) Absonderung, die;-, -en: I. das Sicht-
absondern. 2. ausgeschiedener Stoff; Ausscheidung: eine A.
der Schweißdrüsen.
Absonderung*- (Biol.. Med.): -driise, die; -gewebe, das;
-organ, das; -Stoff, der; -titigkeit, die <o. PI.).
Qbsomig <Adj.; o. Steig.) (Gartenbau): nicht von der vollen
Sonne beschienen, beschattet: Nordfenster oder -er Stand
an Ost- und Westfenstern (MM 15. 4. 72, 68).
Absorbens [ap'zarbens], das; -. ...nzien [apzx'bentsian] u.
...ntia [...'bentsia; lat. absorbens. 1. Part, von: absorbere,
T absorbieren] (Chemie, Physik): absorbierender Stoff;
Absorber [ap'zorbB], der; -s. - [engl, absorber. zu: absorb
= auf-, einsaugen < mfrz. absorber < lat. absorbere.
T absorbieren): 1. (Strahlenchemie): svw. tAbsorbens. 2.
Vorrichtung, in der das Lösungsvermögen von Gasen in
Flüssigkeiten für techn. Zwecke (z. B. in einer
Kältemaschine) ausgenutzt wird; absorbieren [apzar'bhran] <sw. V.;
hat) [lat. absorbere = verschlucken, verschlingen]: 1.
(Chemie, Physik, Physiol.) aufsaugen, einsaugen, schlucken: die
Atmosphäre absorbiert die aus dem Weltraum kommende
Strahlungsenergie. 2, beanspruchen, in Anspruch nehmen:
jmds. Aufmerksamkeit völlig a.; die Aufgabe hatte alle
seine Kräfte absorbiert; <Subst.:> Absorption [apzarp-
't$io:n], die; - [mlat.. spatlat. absorptio=das Verschlingen,
zu absorbere, tabsorbieren] (Chemie. Physik. Physiol.):
das Absorbieren. Vorgang des Absorbierens: in großen
Höhen ist die A. der Atmosphäre kaum noch wirksam;
Ü die A. des gesamten gesellschaftlichen Lebens durch
den Staat.
Absorption»- (Chemie. Physik. Physiol.): -flhigkeit, die;
-gewebe, das; ^kiltemaschine, die; -mittel, das;
Spektrum, das; -verbst, der; -vermögen, das; -vorging, der;
-wärme, die.
absorptiv [apznrp'tiifl <Adj.; o. Steig.) [mlat. absorptivus
= verschlingend, zu lat. absorbere. Tabsorbieren]: zur
Absorption fähig,aufsaugend: Absorptiv [-], das; -s. -e [...'thva):
absorbierter Stoff
abspalten (spaltete ab, hat abgespaltet/abgespalten): 1.
durch Spalten von etw. trennen: ich habe ein Stück Holz
abgespaltet; Ü Es ist wirklich nicht der materielle Verlust
meiner Manuskripte..., es ist vielmehr das von mir
abgespaltene Leben (Werfel. Himmel 10). 2. <a. + sich) sich
von jmdm.. etw. lösen: die Masse der Sekten, die sich
wieder von den Monophysiten abgespaltet hatten (Thieß.
Reich 498); Aus der Physiologie hat sich ... die
physiologische Chemie ... abgespalten (Medizin II. 212). 3. (Chemie)
(einen Teileines Moleküls, Moleküle durch ehem. Reaktion)
abtrennen: das Enzym hat Phosphat abgespaltet; <Abl.:>
Abspaltung, die; -. -en.
absparen ['ap-Jpa:nan] <sw. V.; hat) (Technik): (ein
metallisches Werkstück) durch Abtrennung von Spänen bearbeiten,
bes. zur Herstellung einer guten Oberfläche.
fbspinen <sw. V.: hat) [t2spänen] (landsch.): (einem jungen
Tier, einem Säugling) die Muttermilch entziehen;
entwöhnen): das Kleine kriegt Zähnchen, du mußt es a.
Abspann, der; -[eis, -e: Nachspann; der an den Schluß eines
Fernsehfilms gestellte Teil, in dem Drehbuchautor und
Mitwirkende aufgeführt sind (Ggs.: Vorspann): Während der
A. läuft ... (MM 13. 4. 1974, 54).
Abspann-: -Isolator, der (Elektrot.); kleine, die. vgl. -seil;
Miss*, der (Elektrot.). (auch:) Abspannungsmast; -seil,
das (Technik): Seil zum [Abspannen (3); -transfonnator,
der (Elektrot.); -werk, das (Elektrot.).
abspannen <sw. V.; hat) /vgl. abgespannt/: 1. (ein Zugtier)
vom Wagen spannen (Ggs.: anspannen): hast du die Pferde
abgespannt?; den Wagen a. 2. (selten) sich von einer
Spannung lösen, entspannen: die Glieder a.: ich brauchte ...
mich eigentlich nur ein wenig gehenzulassen und
abzuspannen (Th. Mann. Krull 45). 3. (Technik) (in die Luft
Ragendes) mit gespannten Seilen sichern: einen Pylon mit
Schrägseilen a.
abspannen <sw.V.; hat) [mhd. abspenen = der Mutterbrust
entwöhnen; weglocken; wohl vermischt mit 'abspannen;
Tabspänen, abspenstig] (selten): abspenstig machen,
ausspannen: er hat mir die Freundin abgespannt.
Abspannung, die; -: 1. körperliche u.lod. geistige Ermüdung:
das Gesicht drückte äußerste A. aus. 2. a) das * Abspannen
(3); b) (Technik) Abspannseil!ej: die A. ist gerissen.
f bsparen, sich <sw. V.; hat): durch längeres Sparen für sich
erlangen, erwerben: ich habe mir das Rad [von meinem
Taschengeld] abgespart; Ü die gewissermaßen dem Groß-
stadtgebrause abgesparte Stille (Maass, Goufle 165).
abspecken [ap-Jpekn] <sw. V.; hat) (salopp): machen, daß
man abnimmt: Am Ostersonntag hatten die
Abmagerungsbemühungen des Vizekanzlers, der fünf Kilogramm
a. will. Erfolg (Spiegel 17,1966,159); Ü Insgesamt speckten
Christ-und Freidemokraten 3,1 Milliarden Mark ab
(kürzten Ausgaben; Spiegel 51. 1966, 40).
gbspefaen (speiste ab. hat abgespeist/(schweiz. auch.) abge-
spiesen): 1. a) (abwertend) mit einer Mahlzeit versorgen,
beköstigen: die Kinder werden in der Küche abgespeist;
b) (ugs.) mit weniger, als erhofft od. erwartet, vertrösten:
Jmdn. mit Redensarten, mit Vertröstungen a.; Die seltsame
Lust mancher Weiber, sich mit der Toten Tatenruhm ...
a. zu lassen (Kirst, 08/15, 927). 2. (selten, geh.) fertig,
zu Ende speisen: Kaum hatte er abgespeist, so kehrte auch
Joachim zurück (Th. Mann, Zauberberg 266); <Abl.:)
Abspeisung, die; -. -en: Bei den ... Massenfeiern gab es die
gemeinsame A. (Verköstigung) in den Kantinen (FAZ
25. 11.61.46).
abspenstig [ap-Jpensti^ eigtl. = anderen Sinnes, sich
abwendend, weggelockt, zu t abspannen] in der Verbindung
invfan. jmdn., etw. a. machen (jmdn. dazu bringen, sich
von einem anderen abzuwenden; jmdn. durch Überreden dazu
bringen, etw.. was er besitzt, herzugeben): ist es ... die
alte Freude, einem anderen etwas a. zu machen? (Remar-
que. Obelisk 199).
^bsperr: ^dienst der (Rennsport); HPaben, der:
Wassergraben eines Freigeheges im Zoo; ^hahn, der (Technik);
--kette, die: Kette von Menschen* Polizisten* die etw.
absperren; Kommando, das (Polizei, Milit.); Muunschaft, die
(Rennsport); Mnauer, die; -Schieber, der (Technik); -«il,
das; -vcntiU das (Technik); -Vorrichtung, die (Technik).
«bsparen <sw. V.; hat): 1. (österr.. südd.) (einen Raum
o.a.) mit einem Schlüssel zu-, abschließen: das Zimmer,
die Wohnungstür a.; der Schrank war abgesperrt. 2. (den
Zugang zu etw.) sperren, etw. abriegeln: die Unglücksstelle
hermetisch a. 3. (das Fließen, Strömen von etw.)
unterbrechen, abdrosseln: Umdm.] das Wasser, das Gas a. 4.
(Tischlerei) Furniere beidseitig auf eine Mittellage aufleimen,
wobei die Faserrichtungen um 90° versetzt sind; <Abl.:)
Absperrung, die; -. -en: 1. das Absperren. 2. Sperre. Barriere,
durch die ein Bereich abgesperrt wird: die -en durchbrechen.
fbspiegetn <sw. V.; hat): 1. a) als Spiegelbild wiedergeben,
spiegelnd zurückwerfen: das Wasser spiegelt den Baum
ab;b)<a. + sich} als Spiegelbild hervortreten; sich
spiegelnder Baum spiegelt sich Dm Wasser] ab; Ü Schaff bekämpft
... die Meinung, die Sprache spiegle die Gegenstände nicht
ab (Mutterspr. 4/5. 1968. 157); <Abl.:> Abspiegelung od.
Abspieglung, die; -. -en.
^bspid. das; -s (Ballspiele): das Abspielen (3): dem
Verteidiger unterlief ein schlechtes A.; sein schlechtes A. (sein
schlecht abgespielter Ball) landete beim Gegner; abspielen
<sw. V.; hat): 1. a) von Anfang bis Ende] spielen, ablaufen
lassen: er spielte das Tonband (bis zur Hälfte] ab; die
Nationalhymnen wurden abgespielt; b) durch vieles Spielen
abnutzen: du hast die Platte schon ganz schön abgespielt;
(meist im 2. Part.:) ein abgespielter Film; abgespielte
Karten, Tennisbälle. 2. vom f Noten Iblatt spielen, ohne geübt
zu haben: er kann alles vom Blatt a. 3. (Ballspiele) (den
Ball, die Scheibe einem Spieler der eigenen Mannschaft)
abgeben, zuspielen: der Verteidiger muß früher, schneller
a.; er spielte [den Ball] an den Linksaußen ab; wie
sehnsüchtig er nach einem Kameraden Ausschau hält, zu dem
er hätte a. können (Walter. Spiele 22). 4. <a. + sich)
sich ereignen, vor sich gehen, sich zutragen, geschehen,
stattfinden: alles spielte sich rasend schnell, vor seinen Augen
ab; der Vorfall, der Überfall hat sich vor der Bank
abgespielt; das Gespräch spielte sich im Hausflur ab; De Bruyn
hatte oft das Gefühl, als spiele das Leben sich hier ab
wie auf Böden (Gaiser. Jagd 44); • da/hier spielt sieb nichts
ab! (ugs.; das kommt nicht in Frage, daraus wird nichts).
fbspbnen <st. V.; hat): (Garn von der Spindel, dem Rocken)
spinnend aufbrauchen: sie hat den Faden ganz abgesponnen;
Ü Vater Lot spann seinen Faden von der Spindel des
Schicksals ab (Kaiser, Villa 153); (auch a. + sich:)
überall spannen sich Handlungen ab (gingen sie vor sich;
Gaiser, Jagd 116).
absplittern <sw. V.): 1. in Splittern von etw. ablösen <hat):
68
Abstand
der Blitz splitterte den Ast ab. 2. sich in Splittern ablösen
<ist>: der Lack ist abgesplittert; abgesplitterte Farbe. 3.
<a. + sich) sich abspalten: die kleine Gruppe splitterte
sich ab; <Abl.:) Absplittern«« die; -. -en.
Absprache, die; -, -n: Verabredung, Vereinbarung.
Übereinkommen, Übereinkunft: eine A. treffen; ohne vorherige
A.; <Zus.:) tbspracheflemiB <Adj.; o. Steig.); absprechen
<st. V.; hat): 1. a) auf Grund eines /gerichtlichen] Urteils
aberkennen (Ggs.: zusprechen): Durch den Erlaß der
Nürnberger Gesetze ... wurde den Juden das Staatsbürgen-echt
abgesprochen (Fraenkel. Staat 147); b)für nicht vorhanden
erklären: behaupten, daß jmdm. eine bestimmte Eigenschaft
o. ä. fehlt: er sprach ihm jede Sachkenntnis ab; Weininger
versuchte ... dem Weib die Seele abzusprechen (Grass.
Hundejahre 202); Jmdm. ein Recht zu etw. a. (streitig
machen). 2. etw. mit jmdm. verabreden, vereinbaren,
ausmachen: sie haben ihre Aussagen offensichtlich miteinander
abgesprochen; (auch a. + sich:) ich hatte mich mit ihm
abgesprochen; sie hatten sich abgesprochen (sich im
Gespräch über eine Frage geeinigt, einen gemeinsamen Beschluß
gefaßt). 3. (veraltet) sich ablehnend über etw. äußern, negativ
beurteilen: faszinierte ihn doch geradezu ihre
bombensichere Art. über Dinge abzusprechen (A. Kolb. Schaukel 123);
(noch als 1. Part.:) absprechend: abfällig, ablehnend,
tadelnd: ein -es Urteil; sich a. über Jmdn., etw. äußern.
abspreizen <sw. V.; hat): 1. (ein Körperglied) seitwärts strek-
ken: Ich hielt die Hände abgespreizt, damit sie sehen
konnten, daß ich nichts im Schilde führte (Bieter. Bonifaz 79).
2. (Bauw.) (senkrecht verlaufende Bauteile) waagrecht
gegeneinander abstützen.
absprengen <sw. V.; hat): 1. von etw. lossprengen: er sprengte
das Gesteinsstück ab; nach dem Einschuß in die
Erdumlaufbahn muß sich das Raumschiff a. 2. von einem Ganzen
trennen und isolieren: einige Soldaten, die von ihrer Truppe
abgesprengt worden waren; abgesprengte Einheiten.
abspringen <st. V.; ist): 1. a) sich aus einem Anlauf,
dem Stand heraus abdrücken u. springen: losspringen: er
springt mit dem linken Bein ab; aber der entscheidende
(Fehler) war. daß Gustl nicht absprang. Er fuhr einfach
über die Schanze (Maegerlein. Piste IS); b) von einem
[fahrenden] Fahrzeug, einem Reittier o. ä. herunterspringen
(Ggs.: aufspringen 2): von der Straßenbahn, vom Pferd
a.; der Pilot ist mit dem Fallschirm abgesprungen; aus
dem Stand a. (Turnen; mit einem Sprung vom Gerät
abgehen): c) sich plötzlich von etw. lösen u. wegspringen: die
Deckel sprangen von den Kisten ab; wie ich gerade einen
Berg hinunterbrause, springt mir doch die Kette ab
(Johnson. Achim 179); d) von etw. abplatzen: an einigen Stellen
warder Lack abgesprungen; Sie zeigen sofort, ob irgendwo
ein Teil der Schutzschicht abgesprungen ist (DM Test
49, 1965. 40); e) von etw. abprallen, zurückspringen: der
Ball sprang vom Pfosten ab. 2. (ugs.) von etw. Abstand
nehmen, sich abwenden, sich von etw. unvermittelt
zurückziehen, zurücktreten: vor Unterzeichnung eines Vertrages a.;
ein Teil der Kundschaft wird a.; Karl, spring ab, jetzt,
in fünf Jahren ist für dich endgültig der Ofen aus (v.
d. Grün. Glatteis 248).
abspritzen <sw. V.): 1. (hat) a) durch Bespritzen mit Wasser
o. ä. reinigen: ich habe den Wagen abgespritzt; (auch a.
+ sich:) er spritzte sich mit dem Gartenschlauch ab; b)
mit Hilfe eines Wasserstrahls entfernen: ich werde den
Dreck [mit dem Schlauch! a.; c) (Pflanzen) mit einer
chemischen Lösung besprühen: die Beerensträucher a. 2. (ns.
verhüllend) durch eine Injektion töten <hat>: Hoffmeyer
war es auch, der einem der Angeklagten, der die ...
Häftlinge mit Phenolspritzen ... tötete, zurief: ..Sagen Sie nicht
mehr .abspritzen', ich kann das Wort nicht mehr hören"
(Zeit 8. 5. 64. 7). 3. von etw. spritzend abprallen <ist>:
der angeworfene Kalk spritzte von der Wand, die
Wassertropfen spritzten von der Schutzscheibe ab. 4. (salopp)
eilig davongehen, -fahren (ist): der Kradmelder spritzte
ab. 5. (Kochk.) mit ein paar Tropfen von etw. würzen,
abschmecken (hat): sollten Sie ... gut gekühlt und
abgespritzt mit frischer Zitrone servieren (Spiegel, Dez. 65,
153). 6. (derb) svw. tejakulieren.
Absprung, der; -[e]s. Absprünge: a) Losspringen: den Körper
nach dem A. weit nach vorn werfen; Ü Die Zeit sei erfüllt
... Man dürfe nicht kneifen, müsse den A. wagen
(Feuchtwanger. Erfolg 662); b) Herunterspringen: A. vom
Sprungturm.
Absprung-: -bauten, der (Leichtathletik): svw. T
Sprungbalken; ^basfe, die (Milit.); -bein, das (Leichtathletik): für
den Absprung (1) bevorzugtes, meist sprungkräftigeres Bein:
-bombe, die (Milit.): Bombe, die von der Bahn einer
Raumstation od. eines Satelliten abspringt u. in einer Abstiegsbahn
auf das Ziel eingesteuert wird: -hafen, der (Milit.. Luftf):
Flughafen, von dem Militärflugzeuge zu ihren Einsätzen
starten: -höhe, die (Milit.. Luftf.); -«nie, die
(Leichtathletik): hintere Grenze des Absprungbalkens in Richtung
Sprunggrube: -raun, der (Leichtathletik): svw. t-zone;
-schritt, der (Leichtathletik): letzter Schritt des Anlaufs,
aus dem heraus der Absprung erfolgt: -tisch, der
(Skispringen): Schanzentisch einer Sprungschanze, von dem
abgesprungen wird: ^zone, die (Leichtathletik): 80 cm breiter
Raum vor u. hinter dem Absprungbalken, aus dem beim
Weitsprung der Jugendlichen der Absprung erfolgen muß.
tbspulen <sw. V.; hat): 1. (Ggs.: aufspulen) a) /sich! von
einer Spule o. ä. abwickeln, von einer Spule ablaufen: lehnte
sie an einer Taurolle, die sich von einem eisernen Pflock
abspulte (Zuckmayer, Herr 158); b) von einer Spule o. ä.
abwickeln, herunterwickeln: das Garn a. 2« (ugs.) a) etw.
filmen: das ... mit betonter Schnodderigkeit abgespulte
Abenteuer von einem, der auszog ... (MM 28. 2. 69, 47);
b) einen Schmal/[film vorführen: einen Film a.
gbspülen <sw. V.; hat): a) durch Spülen entfernen, mit Wasser
o.a. wegspülen: den Seifenschaum mit Wasser a.; Ü als
ob das Wasser alle Unrast, alle Angst ... von ihnen
abgespült hätte (Apitz. Wölfe 16); b) durch Spülen von etw.
reinigen, frei machen: die Arme a.; den Teller mit heißem
Wasser a.; <Abl.:> Abspülung, die; -. -en (Geol.):
Abtragungstätigkeit des an der Oberfläche der Erde abfließenden
Wassers.
^bspunden <sw. V.; hat) (Technik): mit Spundwänden
abtrennen: Eine riesige Fläche des Flußbettes vom Rhein wurde
abgespundet (MM 9. 6. 71. 8).
abstammen <sw. V.; Formen mit 2. Part, sind nicht üblich):
seinen Ursprung von jmdm. od. etw. herleiten: er stammte
in direkter Linie von Karl dem Großen ab; Aber der
Mensch, so hört man immer, stammt doch vom Affen
ab? (Th. Mann. Krull 312); (Abl.:> Abstammung, die;
-: Herkunft, Abkunft: er ist adliger A.
fbstammunoB-, Abstammung*-: -geschichtlich (AdJ.; o.
Steig.); -klage, die (Jur.); -lehre, die (Biol.): Lehre von
der Abstammung aller die Erde bewohnenden Organismen
von niederen Arten durch allmähliche Umbildung: -nadi-
wefe, der: 1. (Viehzucht) Nachweis der Abstammung eines
Zuchttieres bis zur 5. Generation im Herdbuch. 2. (ns.)
Nachweis deutscher (arischer) Abstammung: -Prüfung, die
(jur.): -recht, das (Jur.): Maßgeblichkeit der Abstammung
für die Staatsangehörigkeit: -theorie, die: Theorie einer
Abstammungslehre: -Urkunde, die.
Abstand, der; -[e]s. Abstände [1 a: geb. von Ph. v. Zesen
als Lehnübersetzung von: Distanz]: 1. a) räumliche
Entfernung zwischen zwei Punkten, Körpern: Zwischenraum,
Distanz (1): der A. zwischen ihnen hatte sich verkleinert;
in SO Meter A.; über einen A. von sechs oder sieben
Meter[nl hinweg; ein A. auf 10 m (Schweiz.; von 10 m):
Ü der soziale A. (die gesellschaftlichen Rangunterschiede):
mit diesem Tor stellten die Stürmer den alten A. (Sport;
die Differenz der von beiden Mannschaften erzielten Tore)
wieder her; *von etw. A. nehmen (geh.; etw. nicht tun,
von etw. absehen, auf etw. verzichten)', mit A. (bei weitem):
er war mit A. der Beste, b) Spanne zwischen zwei
Zeitpunkten: ein A. von 14 Sekunden; der A. beträgt 6 Minuten;
hatte er ( = ein Rennfahrer) ... zwischen sich und den
in seinem Ford verzweifelt kämpfenden Phil Hill 30
Sekunden A. gelegt (Welt 24. 5. 65.16); in regelmäßigen
Abständen; Er besucht in Abständen ein bekanntes Haus in der
Bäckerstraße (Doderer. Wasserfälle 76); Ü es fehlt ihm
noch der innere A. zu den Ereignissen (es ist noch nicht
genug Zeit verstrichen, die ihm eine klarere, ruhigere
Beurteilung der Ereignisse erlaubte). 2. Reserviertheit,
Zurückhaltung im Umgang mit anderen Menschen: Distanz (2 b):
den gebührenden A. wahren; er kann nicht genügend A.
halten; was sich als groß ... zu bezeichnen wünscht, das
zeichnet sich... durch Distanz aus,... zieht... hinter
Absperrungen an uns vorüber. Die Privilegien der Großen
schaffen A. (Thielicke, Ich glaube 143). 3. (ugs.) svw. t
Abstandssumme. Abfindung: Willachs in der Augsburger Straße
geben ihre Wohnung gegen einen A. an Bernhardt (Tuchol-
69
abständig
sky, Werke I, 390); «bstindig <Adj.; nicht adv.) [zu veralt.
abstehen = durch langes Stehen die (Lebens)kraft
verlieren, zugrunde gehen] (Forstw.): (von Bäumen) durch zu
langes Stehen verdorben, überaltert, absterbend, dürr: -e
Bäume; der Schlag ist a • <Abl.:> ^faständigkeit, die; -
(selten): Überalterung. Überlebtheit. Rückständigkeit:
(Frisch)... rügt die A. in Sprache und Argument (Sprache
26. 1968, 173); Abstandssumme, die -, -n [zu veraltet
Abstand = das Aufgeben eines Rechts]: Summe, die jmdm.
gezahlt wird, damit er auf einen Besitz, ein Recht verzichtet:
eine erhebliche A. bieten, leisten.
fbstatten [ap-Itatn] <sw. V.; hat) (zu mhd. staten = an
eine Stelle bringen] (als Funktionsverb geh.): das im Subst.
Genannte offiziell, formell, aus Pflichterfüllung tun: Jmdm.
Bericht a. (berichten): Jmdm. einen Besuch a. (Jmdn.
besuchen): Jmdm. seinen Dank a. (Jmdm. danken): <Abl.:>
^bstattung, die; -.
abstauben <sw. V.; hat): 1. vom Staub befreien: die Möbel,
die Bilder a.; sie staubt nicht gründlich genug ab; Er
sah kurz zu Barbara hinüber, die ... sich mit nervösen
Handbewegungen abzustauben versuchte (Kirst, 08/15,
750). 2. (salopp) sich etwas auf nicht ganz korrekte Weise
aneignen, irgendwo unbemerkt mitnehmen: ein paar
Zigaretten, eine Uhr a.; Bis zum Freitag morgen konnte er
ordentlich abgestaubt haben (Kronen-Zeitung, Wien, IS. 12.
1967, 25). 3. (bes. Fußball) durch Ausnutzen eines
glücklichen Zufalls ein Tor schießen. 4. (landsch.) ausschimpfen:
<AbI. zu 3:> Abstauber, der; -s, -: Spieler, der ein
Abstaubertor erzielt, dazu: Abstaubertor, das: Zufallstor: fbstiuben
(landsch.): svw. t abstauben (1, 4).
«bstedien <st. V.; hat): 1. (ein Schlachttier) durch das
Durchstechen der Halsschlagader töten: ein Schwein, einen
Hammel a.; (vulg. von Menschen:) und nimm's nicht übel,
Kamerad, daß ich dich a. wollte (Remarque, Obelisk 320).
2. (mit einem Werkzeug) aus einem zusammenhängenden
Ganzen herauslösen: die Grasnarbe [mit dem Spaten] a.;
Torf a.; Teig mit einem Löffel a. 3. a) (etw. Flüssiges)
durch eine Öffnung in einem Behälter u. ä. abfließen lassen:
Bier a.; Stahl a.; b) das Abflußloch o. ä. öffnen: einen
Hochofen a. 4. ein Maß mit einem Zirkel übertragen. S. zu
jmdm.. etw. einen Kontrast bilden, sich [stark] abheben:
sie stach durch ihr gepflegtes Äußeres von den anderen
ab; eine abstechende Farbe; Abstecher l'ap-JtefB]. der; -s.
- [niederd. afsteker < niederl. afsteker = kurze Fahrt
im Beiboot, das mit dem Bootshaken vom Schiff absticht,
zu: afsteken = ein Boot mit dem Bootshaken abstoßen]:
das Aufsuchen eines abseits von der Reiseroute liegenden
Ziels: einen kurzen A. nach Berlin machen, unternehmen;
Ü der Autor macht dann einen A. in die moderne
Psychologie.
abstecken <sw. V.; hat): 1. (ein Gebiet, eine Strecke) mit
in den Boden gesteckten Pfählen. Pflöcken. Fähnchen u. ä.
abgrenzen: die Zeltplätze a.; den Kurs Air ein Skirennen
a.; Ü Rusk und Gromyko stecken ihre Ausgangspositionen
ab (legen sie fest, umreißen sie: FAZ 23. 9. 61. 1). 2.
(Schneiderei) (ein nicht passendes Kleid o. ä.) mit
Stecknadeln so stecken, daß es danach passend genaht werden kann:
die Schneiderin steckt das Kleid ab. 3, (etw. Festgestecktes)
wieder abnehmen (Ggs.: anstecken): das
Namensschildchen, eine Plakette a.
abstehen <unr. V.; hat) /vgl. abgestanden/: 1. a) in einem
bestimmten Abstand stehen, wegstehen: der Schrank steht
zu weit [von der Wand] ab; b) vom Ansatzpunkt wegstehen:
wegstehen, nicht anliegen: ihre roten Zöpfe standen ihr
steif wie erfrorene Eichhörnchenschwänze vom Kopf ab
(Schnurre, Bart SO); (oft im 1. Part.:) abstehende Ohren.
2. (geh.) von etw. ablassen. Abstand nehmen, etw. aufgeben:
von einem Plan, einer Absicht a. 3. (ugs.) (eine Zeit)
stehend hinter sich bringen: zwei Stunden Wache a.; <Abl.
zu 1 b):> ^bsteher, der; -s. - (Kunstkraftsport): Figur einer
Darbietung, beider sich einer der Athleten waagrecht streckt
und dabei den Kopf zwischen den Knien od. Beinen eines
Partners hat.
fbstehlen <st. V.; hat): [mit Mühe. List od. BetrugJ
wegnehmen: ich muß mir die Zeit dazu förmlich a.
absteifen <sw. V.; hat) (Bauw.): durch Balken o.a. stützen,
abfangen: die Mauer, der Schacht muß abgesteift werden;
<Abl.:> Absteifung, die; -. -en.
Absteige, die; -. -n (ugs.): svw. t Absteigequartier; absteigen
<st. V.; ist): 1. (Ggs.: aufsteigen) a) von etw. heruntersteigen:
vom Rad. vom Pferd a.; b) nach unten, abwärts steigen:
ins Tal a.; c) (oft 1. Part.) absteigend: abwärts gehend,
verlaufend: ein -es Heizungsrohr; Ü die -e Linie
(Nachkommenschaft) . 2. (veraltend) [in einem Gasthof. Hotel
einkehren u.j übernachten: in einem kleinen Hotel a. 3. (Sport)
in eine niedrigere Leistungsklasse eingestuft werden (Ggs.:
aufsteigen): der Verein ist in der vorigen Saison
abgestiegen; <Abl. zu 3:) Absteiger, der; -s, -: absteigender Verein
(Ggs.: Aufsteiger); <Zus. zu 2:) 4J*tei&equartfer. (österr.:)
^Jbsteinuartier, das: 1. Hotel od. Privatquartier, in dem
man auf einer Reise absteigt: An diesem Prunkcorso war
mein in der Tat palastartiges Absteigequartier gelegen (Th.
Mann. Krull 323). 2. (abwertend) a) svw. T Stundenhotel:
Umarmungen auf Plüschsofas ... und in den dreckigen
Betten billiger Absteigequartiere (Böii. Haus 28); b)
Zweitwohnung, in der ein verheirateter Mann seine Geliebte
empfängt.
AbsteU-: -bahnbof.der: Bahnhof, der für das Bilden. Auflösen
od. Abstellen (2 b) von Reisezügen vorgesehen ist: Mflete,
das: totes Gleis, auf dem Eisenbahnwagen od. -züge abgestellt
(2 b) werden: * Jmdn./(seltener:) etw. auf das/aufs/auf ein
A. schieben (ugs.; seines Wirkungsbereiches. Einflusses
berauben: jmdn. kaltstellen): dieser Vorschlag ... wurde rasch
auf ein Abstellgeleise geschoben (Enzensberger.
Einzelheiten I, 51); -hahiu der: Hahn zum Abstellen (4 a); -hebe!,
der: Hebel zum Abstellen (4 a); -kamner, die: Kammer
zum Abstellen (2 b); myudi, der; ^tbch, der: Tisch zum
Abstellen (1); ^von-ichtung, die: Vorrichtung zum Abstellen
(4).
abstellen <sw. V.; hat) [7: urspr. südd. = als Ziel
(aufstellen!: 1. (eine Last, die man trägt) niedersetzen, an einen
sich gerade anbietenden Platz stellen: einen Korb, ein
Tablett, seinen Koffer a. 2. a) (etw.. was man nicht [mehr/
benutzt) in einen Abstellraum stellen: die alten Möbel in
der Dachkammer a.; b) vorübergehend an einem geeigneten
Platz unterbringen, hinstellen: das Fahrrad an der Wand,
das Auto im Hof a. 3. abrücken, entfernt stellen: wir müssen
den Schrank ein wenig von der Wand a. 4. (Ggs.: anstellen)
a) im Fließen. Strömen o.a. anhalten: das Wasser, das
Gas a.; b) (die Vorrichtung, die Maschine u.a.. mit der
etw. betrieben wird) außer Betrieb setzen: das Radio, den
Motor a.; den Haupthahn a. (zudrehen). 5. unterbinden,
beseitigen, beheben: eine Unsitte. Mißstände a. 6.
abkommandieren, beordern: einen Häftling [für
Außenarbeiten] a. 7. a) auf etw. gründen, nach etw. ausrichten, einstellen:
die Produktion auf den Publikumsgeschmack a.; b) sich
auf etw. beziehen, auf etw. Rücksicht nehmen, einer Sache
Rechnung tragen: Es (= das Arbeitsgericht) stellte... darauf
ab. daß die langen Haare eine Unfallgefahr herbeiführen
könnten (MM 10. 9. 66. 53). 8. (Sport) einen Spieler für
Spiele außerhalb der Vereinsmannschaft zur Verfügung
stellen: der Verein wollte keinen Spieler a. 9. (Schweiz.) sich
[hin}stellen. stehen: Als ich zum Ufer zurückschwamm
... ich hoffte schon a. zu können: plötzlich kein Boden
(Frisch. Gantenbein 384); <Abl. zu 2. 4-8:) Abstdkiw,
die; -, -en.
abstempeln <sw. V.; hat): 1. mit einem Stempel versehen:
Briefmarken, den Ausweis, eine Karte a. 2. als etw.
kennzeichnen, festlegen: zu etw. erklären: Jmdn. zum, als
Geisteskranken a.; eine Bewegung als reaktionär a.; Die
Fraktion ist ... zu Ja-Sagern abgestempelt worden (Dönhoff.
Ära 22); <Abl.:> ^brtcmpfellung, die; -, -en.
absteppen <sw. V.; hat): mit Steppnähten versehen: Falten
a.; ein abgesteppter Kragen.
absterben <st. V.; ist): 1. a) (veraltet, selten) svw. T sterben:
die ... erst kürzlich abgestorbenen Mitglieder von
Herrscherhäusern (Machui,Titel 25); b) (von Teilen des
menschlichen, tierischen od. pflanzlichen Organismus) allmählich
aufhören zu leben: die Zellen. Blätter sterben ab;
abgestorbene Bäume. Äste; c) verschwinden, aufhören [zu existieren,
ad funktionieren o. ä.J: das alte Brauchtum stirbt allmählich
ab. 2. (von Gliedern) durch Frost od. mangelhafte
Durchblutung gefühllos werden, die Empfindung verlieren: die Zehen
sind [mir] vor Kälte [wie] abgestorben; abgestorbene
Finger.
Abstich, der; -[eis. -e: 1. <o. PI.) das Abstechen (2): der
A. von Torf, Rasen. 2. (Schneiderei) Art des Kantenverlaufs
beim Sakko vom unteren bzw. mittleren Knopf bis zur unteren
Kante: stark fliehender A. 3. (Hüttenw.) a) <o. PI.) das
Abstechen (3 b): der A. des [Rohleisens; b) Teil eines
70
abstrampeln
Hochofens u.a.. durch den das Eisen abgelassen wird:
die Gießpfanne unter den A. rücken.
Abstieg ['ap-Jsti:k]. der; -[eis. < (Ggs.: Aufstieg): 1. a) das
Abwärtssteigen von einer Erhöhung, aus der Höhe: der A.
vom Gipfel war recht beschwerlich; b) abwärts führender
Weg: ein steiler A. 2. a) Niedergang: einen wirtschaftlichen
A. erleben; der soziale Auf- und Abstieg; den moralischen
A. aufzuhalten suchen; b) (Sport) das Eingestuftwerden
in eine niedrigere Leistungsklasse: die Elf mußte gegen
den A. kämpfen.
Abstiegs-, Abstiegs-: -bahn, die (Raumf.); ^gefahr. die
(Sport); -gefährdet <Adj.) (Sport): die -e Elf; -kämpf,
der (Sport): a) das Kämpfen gegen den drohenden Abstieg:
der A. unter den Vereinen spitzt sich zu; b) Spiel, bei
dem der Verlierer absteigen (3) muß: der A. endete
unentschieden; -kandidat. der (Sport); -stufe, die: Stufe mit
eigenem Versorgungs- und Antriebssystem zum Abstieg aus
einem Orbit an die Oberfläche des Mondes od. eines
Planeten.
abstillen <sw. V.; hat): (einem jungen Tier, einem Säugling)
die Muttermilch entziehen: du mußt den Kleinen a.; sie
hat abgestillt.
Abstimm- (Nachrichtent.): -anzeige, die: Instrument od.
Röhre, die die korrekte Abstimmung eines Funkempfängers
auf die Frequenz des empfangenen Senders optisch wahr-
nehmbar macht, dazu: -anzeigeröhre, die: -automatik, die;
-knöpf, der; -kondensator, der; -kreis, der; -schärfe, die;
-verstärket-, der; -Vorrichtung, die.
abstimmen <sw. V.; hat): 1. durch Abgabe der Stimmen
eine Entscheidung über etw. herbeiführen: geheim, mit Ja
od. Nein a.; über einen Antrag a.; Wenn Sie in der
Apothekerfrage nicht in unserem Sinne abstimmen, werden ...
Sie ... nicht mehr gewählt werden (Dönhoff. Ära 35).
2. isich, etw.,1 in Einklang mit etw., jmdm. bringen: seine
Rede auf die Zuhörer a.; sich aufeinander, untereinander
a.; ich habe mich in dieser Frage, darüber mit meinem
Partner abgestimmt; (häufig im 2. Part.:) eine fein
abgestimmte Mischung; <Abl.:) Abstimmung« die; -. -en: 1.
das Abstimmen (1); Stimmabgabe: eine geheime A.
vornehmen; eine Wahl durch A.; zur A. schreiten. 2. das
Abstimmen (2), In-Einklang-Bringen: die A. von Interessen.
Plänen; die A. (Kaufmannsspr.; Kontrolle) der Konten.
Abstimmung*- (Abstimmung 1): -Ergebnis, das; -niederlage,
die; -sieg* der; -verfahren, das.
abstinent [apsti'nent] <AdJ.; o. Steig.) [lat. abstinens
(Genitiv: abstinentis). zu: abstinere = sich enthalten]:
enthaltsam, meist in bezug auf alkoholische Getränke: a. leben;
<Subst.:> Abstinent [-1, der; -en, -en (selten): Person, die
abstinent lebt: ein gesunder und friedlicher Mann. Witwer.
A. (Frisch. Gantenbein 75); Abstinenz [apsti'noitj], die;
- [lat. abstinentia. zu: abstinens. t abstinent; bezogen auf
Alkoholgenuß im 19. Jh. von engl, (total) abstinence
beeinflußt]: Enthaltsamkeit, meist in bezug auf alkoholische Ge-
tränke: daß er einem Verein angehörte, der... seine
Mitglieder zur A. verpflichtete (Küpper. Simplicius 212); <Abl.:>
Abstinenzler, der: -s. - (oft abwertend): Person, die
Abstinenz übt, Antialkoholiker.
Abstinenz-: -bewegung, die: -Erscheinung, die (Med.):
Erscheinung, die bei plötzlicher Abstinenz von etw., bes. von
einer Droge, eintritt: -gebot, das (kath. Kirche): Gebot,
das die Gläubigen dazu verpflichtet, an bestimmten Tagen
kein Fleisch zu essen: -tag, der: Tag, an dem das
Abstinenzgebot eingehalten werden soll: -theorie, die: Zinstheorie,
nach der der Zins die Belohnung dessen ist, der auf sofortigen
Konsum verzichtet: -verein, der: Verein, der seine
Mitglieder zur Enthaltung von Alkohol u. Tabak verpflichtet:
-Verpflichtung, die.
abstinken <st. V.; ist): 1. (ugs.) davongehen: sich
davonmachen: stink ab! 2. (derb landsch.) sterben: Gott sei Dank
ist dieser Mistkerl abgestunken.
abstoppen <sw. V.; hat): 1. a) (Fahrzeuge, Maschinen o.a.)
zum Stehen, zum Stillstand bringen: das Auto, die Maschine
a.; ein Polizist stoppte den Verkehr ab (brachte ihn zum
Stehen): Üdie Produktion wurde abgestoppt (gedrosselt);
im August ließ er die Euthanasie-Aktion auf Grund
kirchlicher Proteste a. (einstellen: Hochhuth. Stellvertreter 238);
b) zum Stillstand kommen, an/halten: der Wagen, der
Fahrer stoppte plötzlich ab; der Stürmer konnte noch
rechtzeitig a. (im Laufen anhalten). 2. mit der Stoppuhr
messen: die Zeit, die Läufer a.
Abstoß, der; -es. Abstöße: 1. Stoß von etw. weg: ein kräftiger
A. [vom Boden. Ufer]. 2. (Fußball) Beförderung des Balles
aus dem Strafraum ins Spielfeld: der A. mißglückte; <Zus.
zu 1:) Abstoßbein, das (Leichtathletik): Bein, mit dem man
sich (besonders beim Hürdenlauf vor überspringen der
Hürde) vom Boden abstößt; fbstoßen <st. V.): 1. a) [sich/
mit einem kräftigen Stoß von etw. wegbewegen <hat>: er
hat das Boot vom Ufer abgestoßen; ich stieß mich mit
den Füßen [vom Boden] ab: (bes. Physik:) gleichnamige
Magnetpole stoßen einander, sich [gegenseitig] ab; b) sich
mit einem kräftigen Stoß von etw. entfernen <ist/hat>: die
Stelle, von der das Boot abgestoßen war/hatte. 2. (hat)
a) sich /mit einem Stoß] von etw. ablösen: Da stoßen
sich immer wieder Knochenteilchen ab (Sebastian,
Krankenhaus 72); Ü Ich mußte die Vergangenheit a. (Lenz,
Brot 164); b) von sich wegstoßen, abwerfen: Schwanzenden,
die Molche und Salamander abstoßen, wenn man sie mit
der Hand greift (Grass. Hundejahre 119). 3. <hat) a) durch
Bezahlen loswerden: seine Schulden abzustoßen suchen;
b) (aus Gründen der Rentabilität) verkaufen: Sie müssen
ihre Aktien ... in aller Stille a. (Hochhuth. Stellvertreter
157). 4. durch einen beschädigenden Stoß von etw. abtrennen
<hat>: die Politur von den Möbeln a.; die Möbel a. (durch
Anstoßen beschädigen); überall abgestoßenes Mobiliar;
abgestoßene Tassen. 5. mit Widerwillen, Abscheu, Ekel
erfüllen <hat): dieser Mensch, sein Wesen, seine Art stößt
mich ab; Das unmenschliche Element Meer stieß mich
ab (Kaschnitz. Wohin 109); ein abstoßendes Benehmen.
Äußereis]; sie war abstoßend häßlich (sehr, überaus
häßlich). 6. (Leichtathletik) die Kugel beim Kugelstoßen mit
Schwung des Körpers aus der Hand schnellen lassen <hat):
kraftvoll a.; <Abl. zu 2, 3 u. 3:) ^bstoßung, die; -.
fbstottern <sw. V.; hat) (ugs.): a) in regelmäßigen kleineren
Beträgen bezahlen: den Fernseher, das Auto a.; b) (einen
bestimmten Betrag) ratenweise zahlen: wir müssen
monatlich fünfzig Mark a.
tbstrafen <sw. V.; hat) (geh.): mit einer Strafe belegen,
bestrafen: ein Kind mit Schlägen a.; Dreimal erwischte
ihn die Polizei. Jedesmal wurde die Ordnungswidrigkeit
abgestraft (Spiegel 22. 1975. 74); <Abl.:> ^bstrafimg. die;
-, -en.
abstrahieren [apstra'hr.ran) <sw. V.; hat) [1: lat. abstrahere
= ab-, wegziehen] (bildungsspr.): 1. aus dem Besonderen
das Allgemeine entnehmen, verallgemeinern: aus etw.
Normen a.; von etw. seine Feststellungen a.; (bildende Kunst:)
Hans Jaenisch und Heinrich Klumbies ... abstrahieren
dagegen in ihren kultivierten Arbeiten stark (malen
abstrakt: MM 28. 6. 69. 76). 2. von etw. absehen, auf etw.
verzichten: die Darstellung abstrahiert beinahe völlig von
konkreten Beispielen.
abstrahlen <sw. V.; hat): in Form von Strahlen, Wellen
aussenden: Sonnenwärme,Lichtquanten a.; Ü Diehl betonte....
die Entscheidung im Südwesten werde auf die Arbeit in
Bonn a. (Wirkung auf sie ausüben; MM 30. 4. 68, 1);
<Abl.:> Abstrahlung* die; -. -en.
abstrakt [ap'strakt] <AdJ.; -er. -este) Dat. abstractus, 2. Part,
von: abstrahere. tabstrahieren]: aus dem Besonderen als
allgemein entnommen, verallgemeinert; vom
Gegenständlichen absehend, losgelöst u. daher unanschaulich,
unwirklich; begrifflich, nur gedacht (Ggs.: konkret): < Begriffe,
Theorien; eine -e Bedeutung haben; -e Kunst
(Kunstrichtung des 20. Jh.s in Malerei u. Plastik, die sich vom
Gegenständlichen löst u. versucht, den rein geistigen Kern eines
Objektes darzustellen); die Antwort war mir etwas zu a.;
die Dinge a. ansehen; <Abl.:> Abstraktheit, die; -, -en
(Ggs.: Konkretheit); Abstraktion [apstrak'te)p:n], die; -.
-en [spätlat. abstractio. zu lat. abstrahere. t abstrahieren]:
a) das Abstrahieren (1): daß Michelangelos Naturgestaltung
auf Typisierung und kühle A. hinausging (Goldschmit,
Genius 115); b) verallgemeinerter, unanschaulicher Begriff:
das ist eine geistreiche A.; zu einer kraftlosen A. verblassen;
(Zus. zu a:> Abstraktionsvermögen, das; Abstraktion [ap-
straktum], das; -s. ...ta [...ta; lat. abstractum. Neutr. Sg.
von: abstractus, f abstrakt] (Ggs.: Konkretum): 1. (Philos.)
etwas Abstraktes, abstrakte Idee: daß der Begriff* einer
„reinen, interesselosen1' Kunst ein ... A. ist (Becher. Prosa
163). 2. (Sprachw.) abstraktes Substantiv; Hauptwort, das
etw. Nichtgegenständliches benennt: „Liebe41 ist ein A.
«bstrampebu sich <sw. V.; hat) (ugs.): a) sich beim Betätigen
von Pedalen, beim Radfahren o. ä. sehr anstrengen: ich fahre
71
absträngen
ständig gegen den Wind, stramp[e]le mich ab; b) sich
abmühen: ich stramp[e]le mich ab. und du liegst auf der faulen
Haut; wie die sich abstrampeln wegen ein bißchen mehr
Leben für uns alle (Kant. Impressum 33).
absträngen <sw. V.; hat): ein Zugtier vom Wagen losmachen
(Ggs.: ansträngen): die Pferdea.
abstrapazieren <sw. V.; hat): sich/ längere Zeit übermäßig
strapazieren: du hast deine Nerven, dich bei dieser Arbeit
sehr abstrapaziert.
abstreichen <sw. V.): 1. durch Streichen von etw. entfernen
<hat>: den Schaum [vom Bier], den Dreck von den Schuhen,
die Krümel vom Mund a. 2. abziehen <hat): er streicht
von seiner Forderung hundert Mark ab. 3. absuchen <hat):
Polizisten mit Spürhunden strichen das Gelände ab. 4.
(Jägerspr.) (vom Federwild) wegfliegen <ist> (Ggs.:
anstreichen): langsam streicht der Auerhahn ab; <Abl. zu 1:)
obstreicher, der; -s. - (regional): svw. t Abtreter.
abstreifen <sw. V.): 1. (hat) a) durch Herunterstreifen von
etw. entfernen: die Asche [von der Zigarre], seine
Armbanduhr a.; b) ablegen, abschütteln: sich einer Sache entledigen:
Vorurteile. Unarten a. 2. (ein Gelände) absuchen <hat):
Polizisten streifen die ganze Umgegend nach flüchtigen
Gefangenen ab. 3. (landsch.) durch Herunterstreifen von
etw. reinigen <hat): ich habe [mir] die Füße, Schuhe
abgestreift. 4. (Sport) sich bei konsequenter Deckung von seinem
Bewacher lösen, indem ein Mitspieler ihn abblockt u. man
selbst an diesem Mitspieler äußerst nah vorbeiläuft <hat).
S. sich umherstreifend von etw. entfernen <ist): sie sind
vom Weg[e] abgestreift; <Abl. zu 3:) Abstreifer, der; -s.
- (regional): svw. t Abtreter.
abstreiten <st. V.; hat): 1. in Abrede stellen, leugnen,
bestreiten: Jede Beteiligung an etw. a. 2. streitig machen,
absprechen, aberkennen: er ist ein guter Organisator, das kann
ihm keiner a.
abstricht der; -[eis. -e: 1, Streichung, Kürzung, Abzug: die
Regierung mußte sich einen A. von 2 Milliarden am Etat
gefallen lassen; Ü Alles kann man nicht haben ... Vielleicht
kann man im Leben -e machen (zurückstecken: Chr. Wolf.
Nachdenken 181). 2. (Med.) a) Entnahme von Haut,
Schleimhaut o. ä. für eine Untersuchung: einen A. machen;
b) das durch Abstrich (2 a) Entnommene: den A. einfärben.
3. (Schriftw.) Strich nach unten (Ggs.: Aufstrich 2, Anstrich
3 b): An- und Abstriche des Breitpinsels sehen ganz anders
aus als die der Rohrfeder. 4. (bei Streichinstrumenten)
abwärts geführter Bogenstrich (Ggs.: Aufstrich 3).
fbstrfimen <sw. V.; ist): 1. von etw. herabströmen, herabflie-
Ren: abströmender Regen. 2. strömend wegfließen, abfließen
(Ggs.: anströmen): endlich strömte das Wasser ab; Ü die
Menge strömte aus dem Stadion ab.
abstrus [ap'stru:s] <Adj.) [lat. abstrüsus = verborgen,
versteckt, 2. Part, von: abstrüdere = wegstoßen, verbergen]:
verworren, durch Unklarheit schwer verständlich,
unverständlich: eine -e Idee; -e Vorstellungen von etw. haben.
«bstufen <sw. V.; hat): 1. /sichj in Stufen abteilen,
stufenförmig machen: einen Hang in Terrassen a.; das Gelände
stuft sich ab; Ü die Gehälter a. (nach der Höhe staffeln):
fein abgestufte Farben. 2, eine od. mehrere Stufen im Lohn
o.a. herabsetzen: Keiner wird abgestuft, aber ... prallere
Lohntüten warten auf viele Metaller (MM 25. 6. 69. 5);
<AbI.:>Abstufung,die; -. -en: X.das Abstufen. 2. stufenartige
Gliederung: Die bankartige A.. wie sie der Watzmann
aufweist (Eidenschink. Fels 82); Ü die A. (Staffelung)
der Gehälter. 3. Nuance, Übergang: Phantasiesteine in allen
-en der Farbenskala (Th. Mann. Krull 96).
abstumpfen <sw. V.): 1. (hat) a) stumpf machen: die Spitze
etwas a.; der Rost stumpfte die Schienen ab; b) gefühllos,
teilnahmslos machen: die Not hat ihn abgestumpft; die
monotone Tätigkeit, der Beruf stumpft ab; Ü Die
furchtbare Ausschweifung meiner Seele hatte meine Erinnerung
... ermattet und abgestumpft (Jahnn. Geschichten 219).
2, (ist) a) (selten) stumpf werden: die Schneide ist
abgestumpft; b) gefühllos, teilnahmslos werden: er stumpfte
allmählich völlig ab; abgestumpfte Menschen; ein
abgestumpftes (unempfindlich gewordenes) Gewissen; <Abl.:)
Abstumpfung, die; -.
Absturz, der; -es Abstürze: 1. <o. PI.) das Abstürzen, Sturz
in die Tiefe: der A. des Flugzeuges; Ü In einer ...
Gesellschaft, die ... das Oben gegen das Unten tauscht, wo
der A. selbst des Höchsten sich über Nacht vollziehen
kann (Reinig, Schifte 123). 2. sehr steiler I Ab /hang: ein
fast senkrechter A.; abstürzen <sw. V.; ist): 1. aus großer
Höhe herunterstürzen, in die Tiefe stürzen: er. das Flugzeug
stürzte ab; abgestürzte Felstrümmer; Ü Er warnte ihn ....
jetzt ... abzustürzen in Hoffnungslosigkeit und Kleinmut
(Thieß. Legende 167). 2. steil abfallen: der Hang stürzt
fast senkrecht zum Meer ab.
abstützen <sw. V.; hat): 1. gegen Einsturz stützen: einen
Stollen mit Balken, eine Decke a.; Ü seine Behauptung
durch Belege a. (untermauern). 2. sich stützend von etwas
weghalten: ich stützte mich von der Wand ab; (Abl.:>
Abstützung« die; -. -en.
«bsuchen <sw. V.; hat): 1. a) suchend ablesen: Läuse a.;
Raupen [von den Sträuchern] a.; b) durch gründliches
Untersuchen, Absammeln von etw. befreien: die Sträucher a.;
einander, sich [gegenseitig] a. 2. a) suchend durchstreifen:
die Polizei suchte [mit Hunden] die Gegend ab; b) den
Blick suchend über etw. gleiten lassen: wir suchten den
Himmel [nach Fallschirmen] ab; c) gehörig durchsuchen:
sie suchte das ganze Zimmer nach dem Tier ab.
Absud ['apzu:t. auch: -'-]. der; -[eis. -e [zu landsch. absieden
= abkochen] (veraltet, geh.): durch Abkochen gewonnene
od. zurückgebliebene Flüssigkeit: ein giftiger, bräunlicher
A.; einen A. von Kräutern herstellen.
absurd [ap'zurt] (Adj.; -er. -este) [lat. absurdus. eigtl. =
unrein klingend]: unsinnig, widersinnig, ungereimt, sinnlos,
abwegig: ein -er Gedanke; a. sein, klingen; etw. a. finden;
<Abl.:) Absurditfit [apzurdit£:t]. die; -. -en.
Abszeß [aps'^es], der (Osten*, auch: das); Abszesses.
Abszesse [lat. abscessus. zu: abscedere ..absondern", eigtl. =
weggehen, sich zurückziehen]: a) (Med.) Eiterherd,
abgegrenzte Eiteransammlung in einem nicht vorgebildeten
Hohlraum eines Gewebes: ein in die Bauchhöhle
durchbrechender A.; b) (bildungsspr.) Eitergeschwür: einen A. im Nacken
haben.
Abszisse [aps't$isa], die; -. -n [lat. (llnea) abscissa =
abgeschnitten^ Linie)] (Math.): auf der Abszissenachse
abgetragene erste Koordinate eines Punktes: (Zus.:> Abszjssenach-
se, die: (x-)Achse eines Koordinatensystems, auf der die
Abszisse abgetragen wird.
Abt [apt], der; -[e]s, Äbte [epto; mhd. abt, abbet. ahd.
abbat < spätlat. abbatem, Akk. Sg. von: abbäs < spät-
griech. äbbas, tAbba]: Vorsteher eines Mönchsklosters:
der regierende A. wird vom Konvent meist auf Lebenszeit
gewählt.
Abt- (vgl. auch: Abts-): --haus, das; -wähl, die; -wohnung,
die.
fbtaketo <sw. V.; hat) /vgl. abgetakelt/ (Seemannsspr.):
die Takelage von einem Schiff entfernen ju. dieses dadurch
außer Dienst stellen I (Ggs.: auftakeln): ein SchifTa. müssen;
(Abl.:> Abtakehmg, Abtakhing, die; -, -en.
«blanken <sw. V.; hat): aus dem Tank, Behälter entfernen:
Da der Sauerstoff... bereits abgetankt worden war, kam
es zu keiner Katastrophe (v. d. Grün. Glatteis 137).
abtanzen <sw. V.; ist) (salopp): 1. weggehen (Ggs.: antanzen):
die beiden tanzten ab. 2. sterben: Ich sage: a.. weil das
das Wort ist.... das ich brauchte zur Kennzeichnung meines
Befindens (Th. Mann, Zauberberg 354).
^Masten <sw. V.; hat): 1. tastend befühlen /um nach etw.
zu suchen]: Jmds. Schädel a.; den Mann nach versteckten
Waflen a.; seine Hände tasteten das Mädchen ab; Ü Er
wurde angehalten. Zwei graue Augen tasteten ihn ab
(Jahnn, Geschichten 148). 2. ([Informationsltechnik)
absuchen: die Zahlen werden von elektrischen Fühlern
abgetastet; (Abl.:> ^btastiMig, die; -. -en.
fbtauchen <sw. V.; ist): 1. (Seemannsspr.) (von U-Booten
u.a.) unter Wasser gehen: mit ... Tauchbooten..., die in
Tiefen von 300 m bis 2000 m a. sollen (MM 4. 8. 72,
3). 2. (Jargon) in den Untergrund gehen: nach der
Haftentlassung ist er abgetaucht. 3. (Boxen) svw. fabducken.
fbtauen <sw. V.): 1. <hat) a) von Eis befreien: die
Fensterscheibe, den Kühlschrank a.; b) Eis zum Abschmelzen
bringen: das Eis von den Scheiben a. 2. (ist) a) von Eis frei
werden: das Fenster, der Hang taute ab; b) sich durch
Tauen auflösen, / weg)schmelzen: das Eis taute ab.
Abtausch, der; -[e]s: 1. svw. t Schlagabtausch. 2. das
Abtauschen (1 a): (Schach:) A. der Türme. 3. (Schweiz.) svw.
TTausch: A. von Grundstücken; «Mäuschen <sw. V.; hat):
1. a) (Schach) ([fast] gleichwertige Figuren) wechselseitig
schlagen: die Damen gleich zu Anfang a.; b) (allg.) von
jmdm. tauschend erwerben: diese Marken habe ich ihm
72
Abtreppung
abgetauscht. 2. (Schweiz.) svw. ttauschen: den Platz mit
jmdm. a.
abtaxieren <sw. V.; hat): abschätzen, einzuschätzen
versuchen: die Möglichkeiten für etw. a.: Ü (ugs.:) Er taxiert
den Mann ab. Rentner, tippt er (Schnurre, Fall 21).
Abtei [ap'tai], die; -. -en [mhd. abbeteie, ahd. abbateia
< kirchenlat. abbatla.zu: abbäs. tAbt]: Kloster/ gebiet /,
dem ein Abt od. eine Äbtissin vorsteht: <Zus.:> Abteilikör,
der: dem Benediktiner ähnlicher Kräuterlikör.
Abteil [ap'tqil. landsch.: '--]. das; -[eis. < [1 a: geb. 1886
als Ersatzwort für: Coup£, verkürzt aus: 'Abteilung (b)]:
1. a) abgeteilter Raum in einem Wagen der Eisenbahn:
ein Uberfülltes A.; das A. ist besetzt; b) (ugs.) Insassen
eines Abteils (1 a): das ganze A. lacht. 2. durch etw.
abgeteilter Platz, Stelle: er brachte seine Sachen im hintersten
A. des Dachbodens unter; fbteilen <sw. V.; hat): in einzelne
Teile teilen, teilend voneinander trennen, abtrennen: durch
eine Trennwand einen Abstellraum a.; in einer abgeteilten
Ecke des Raumes; ein Wort a. (am Zeilenende trennen):
Abtfiiltür, die. -. -en: Tür eines Abteils (1 a); 'Abteilung
['aptailunl. die; -. -en: a) <o. PI.) das Abteilen: die A.
der Wörter; b) abgeteilte Stelle, abgeteilter Raum: In einer
zweiten A. der Steingutplatte lag ein Häuflein Weißkraut
(Kuby. Sieg 71);2Abteilung [ap'taiIon, österr.: ap...], die;
-, -en: 1. (Milit.) a) geschlossene Gruppe von Soldaten u. ä.:
marschierende Abteilungen; b) dem Bataillon
entsprechender Verband bei bestimmten Einheiten (bis 1945): der
Kommandeur einer A. 2. relativ selbständiger Teil einer
größeren Organisationseinheit (Unternehmen, Warenhaus,
Bank, Behörde, Krankenhaus, Museum u.a.): die
chirurgische A.; A. für Haushaltswaren. 3. (Geol.) nächstfolgende
Untergliederung einer Formation. 4. (Forstw.) Gliederung
eines Reviers: Abk. zu 1 b, 2: Abt.
Abteilung»- ^Abteilung): -befehl, der (Milit.) (zu:
Abteilung 1 b); -chef, der: svw. t-leiten -kommandeur, der
(Milit.) (zu: Abteilung 1 b); -Jeher, der (Verwaltung.
Handel) (zu: Abteilung 2).
abtelefonieren <sw. V.; hat) (ugs.): telefonisch absagen: sie
hat abtelefoniert, weil sie unerwartet Besuch bekommen
hat.
«btelegrafieren <sw. V.; hat) (ugs.): telegrafisch absagen.
Abtestat, das; -[eis. -e (früher): Testat des
Hochschulprofessors am Ende des Semesters neben der im Studienbuch
des Studenten aufgeführten Vorlesung (als Bestätigung für
die Anwesenheit des Betreffenden): sich ein A. holen;
abtestieren <sw. V.; hat): (vom Hochschulprofessor) ein Abtestat
geben: unter diesen Umständen kann ich nicht a.
«bteufen <sw. V.; hat) (Bergbau): einen Schacht senkrecht
in die Tiefe bauen: einen neuen Schacht a.; <Abl.:> i^bteu-
fung, die; -. -en.
fbtippen <sw. V.; hat) (ugs.): (einen vorliegenden Text)
auf der Schreibmaschine schreiben: ein Manuskript, einen
Brief a.
«bttedien <sw. V.; hat) (Schweiz.): (den Tisch) abdecken:
„Plötzlich tischte sie ab. Ich half (Frisch. Homo 200).
Äbtissin [eptism]. die: -. -nen [spätmhd. ebtissln. mhd. eppe-
tisse. ahd. abbatissa < kirchenlat. abbätissa, Fem. zu:
abbäs. TAbt]: Vorsteherin eines Nonnenklosters.
abtönen <sw. V.; hat): Farben ein wenig abändern, nuancieren
u. aufeinander abstimmen]: die Farbe des Sitzpolsters
a.; Ü die einzelnen Charaktere in einer Erzählung fein
gegeneinander a.; <Abl.:> Abtönung, die; -. -en: 1. das
Abtönen. 2. Nuance, Abstufung (3): Farben in vielerlei -en.
abtöten <sw. V.; hat): Mikroorganismen, Zellen o. ä.
vernichten: das Mittel tötet die Krankheitserreger ab; Ü Ich wollte
... alles Unreine in mir a. (Keun. Mädchen 183); <Abl.:>
Abtötung, die; -. -en.
fbtraben <sw. V.): 1. (von Reittieren, Reitern) sich im Trab
entfernen <ist): die Reiter trabten ab; Ü Fritzchen nickte
und trabte eilig ab (ugs.; entfernte sich eilig). 2. <a. +
sich) sich durch vieles Traben erschöpfen <hat): die Pferde
haben sich abgetrabt. 3. im Trab durchmessen <hat/ist):
einen langen Waldweg a.
Abtrag[aptra:kl.der;-[eis: 1. (geh.)Beeinträchtigung, Min-
derung: etw. ohne A. genießen; keinen A. erleiden; *imdm.v
einer Sache A. tun (schaden). 2. (Schweiz.) svw. f
Abtragung: A. des großen Einschnittes nördlich der
Autobahnbrücke; «btragen <st. V.; hat): 1. a) (eine Geländeerhebung,
etw. an einer Stelle Aufgehäuftes) beseitigen, einebnen:
einen Erdhaufen, einen Hügel a.; (Geol.:) das Wasser trägt
das Erdreich ab; ÜdieGegenwart ist dünn, weil sie
abgetragen wird von Tag zu Tag (Frisch, Gantenbein 211); b)
abbrechen, abreißen: eine Mauer. Ruine a.; c) (geh.) vom
Eßtisch wegtragen: die Speisen, die Teller a.; Herr Ober,
tragen sie bitte ab! 2, (geh.) nach und nach bezahlen,
zurückzahlen: eine Schuld a.; Ü Dank a. (abstatten). 3. durch
Tragen abnutzen, verschleißen: du hast den Anzug ziemlich
rasch abgetragen; abgetragene Sachen. Kleider; Ü die
dumme abgetragene ... Würde des Erwachsenseins (Bordiert.
Geranien 45). 4. (Math.) auf eine Gerade/ übertragen:
die Strecke [auf der Geraden] a.; abtrftgig ['aptrE:gi<;] <AdJ.)
(Schweiz.): svw. Tabträglich; abträglich [aptraklitf <AdJ.)
[zu T Abtrag (1)1 in der Verbindung etw. ist jmdm., einer
Sache a. (geh.; schädlich, nachteilig): diese Freundschaft
wird dir bestimmt a. sein; dieser übertriebene Ehrgeiz
ist den Leistungen a.; (selten attr.:) er soll dem Regime
-e Äußerungen getan haben, dazu: Abträglichkeit, die; -.
-en: Abtragung, die; -. -en: Subst. zu: abtragen (1.2. 4).
abtrainieren <sw. V.: hat): (Obergewicht o.a.) durch
Training wegbringen: [einige Pfunde] a. müssen.
Abtransport, der; -[e]s. -e: das Abtransportieren (Ggs.:
Antransport): der A. des Erzes, der Verwundeten;
abtransportieren <sw. V.; hat): mit einem Fahrzeug wegbringen
(Ggs.: antransportieren): die Möbel mit einem Lastwagen
a.; die Gefangenen wurden abtransportiert; Ü Neuer in
die Lunge gelangender Staub wird dann nicht mehr in
genügendem Maße abtransportiert (Medizin II. 156).
abtreiben <st. V.) /vgl. abgetrieben/ [5: urspr. = Junge
Triebe vom Vieh abweiden lassen, dann: Bäume
wegschaffen]: 1. a) was schwimmt od. fliegt, in eine andere, nicht
gewünschte Richtung bringen, von seinem Ziel wegführen,
fortschwemmen <hat): die Strömung hat mich, das Boot
abgetrieben; der Wind hat den Ballon weit abgetrieben;
Ü Dann trieb uns das Leben weit voneinander ab (Rinser,
Mitte 7); b) (von schwimmenden od. fliegenden Dingen od.
Menschen) in eine nicht gewünschte Richtung geraten, vom
Kurs abkommen Ost): das Boot, der Schwimmer treibt
vom Ufer ab. 2. <hat> a) bewirken, daß etw. aus dem
Körper ausgeschieden wird: das Mittel hat die Würmer, die
Gallensteine abgetrieben; b) die Leibesfrucht aus der
Gebärmutter entfernen und dadurch die Schwangerschaft
abbrechen: ein Kind a.; ich bin wieder dick und drall, 's wird
abgetrieben, sag ich. und damit genug (Fries. Weg 172).
3. <hat> a) (Vieh) von der Hochweide zu Tal treiben: die
Kühe a.: b) (Vieh) gewaltsam wegtreiben: das Vieh ist
abgetrieben worden. 4. (veraltet) (ein Zugtier) durch
ständiges Antreiben erschöpfen <hat>: die Pferde a.; (meist im
2. Part.:) ein abgetriebener Klepper. 5. (Forstw.) (einen
Wald, ein Waldgebiet) abholzen <hat>: Waldflächen, die
gerade abgetrieben sind oder auch schon als Neukultur
begründet wurden (MM 19. 6. 72, 7). 6. (Jägerspr.) (ein
Gebiet) auf einer Treibjagd durchkämmen <hat>: das Revier
a. 7. a) (Metallurgie) unedlere Bestandteile von Edelmetallen
abtrennen <hat): man hat das Blei abgetrieben und dadurch
reines Silber gewonnen: b) (Chemie) einen Stoff durch
chemische Umsetzung entfernen <hat): Brom a. 8. (Bergbau)
<hat) a) Bohlen in schräger Richtung von innen nach außen
in das Gestein treiben, um das umgebende Gestein
abzuschließen: b) einen Grubenbau durch Abtreiben (8 a) herstellen.
9. (österr.. südd.) etwas zu Schaum rühren <hat): Eidotter
schaumig a.: <Abl. zu 2 b:> Abtreibung, die; -. -en:
vorsätzliche Herbeiführung einer Fehlgeburt.
Abtreibung*-: -mittel, das; -Paragraph, der: § 218 des
Strafgesetzbuches: -verbot, das; -verfahren, das; -versuch, der;
-Werkzeuge <PL).
abtrennen <sw. V.; hat): 1. a) (An-X Festgenähtes) von etw.
trennen, lösen: die Knöpfe, die Ärmel a.; b) sich/ von
etw. loslösen: einen Scheck [aus dem Scheckbuch] a.; der
vorderste Waggon hatte sich abgetrennt; c) (ein
Körperglied, einen Körperteil) / gewaltsam] vom Körper trennen:
bei dem Unfall wurde ihm ein Bein abgetrennt. 2. a)
von jmdm., etw. räumlich trennen: vom Gros der Truppen
abgetrennt werden; warum man mich denn von allem,
was zu mir gehörte, abgetrennt habe (Handke. Kaspar
93); b) (einen Teil eines Raumes, Gebietes von dem anderen)
trennen: ein Vorhang trennt einen Teil des Raumes ab:
Ü einen Anklagepunkt von dem Haupt verfahren a. (jur.;
gesondert behandeln): <Abl.:> Abtrennung, die; -, -en.
abtreppen <sw. V.; hat) (selten): wie eine Treppe formen:
einen Garten a.; <Abl.:> Abtreppung, die; -. -en.
73
abtreten
abtreten <st. V.): 1. lauf Befehl hin] die Stelle, wo man
steht, verlassen <ist>: die Schüler sind vom Podium
abgetreten; (Milit.) (im Verkehr zw. Vorgesetzten u.
Untergebenen): Sie können a.; der Offizier ließ die Wache a.;
(Theater:) von Beifall umrauscht, trat der Schauspieler ab. 2.
<ist> a) seinen Wirkungskreis verlassen, sich zurückziehen:
Im strengen Parlamentarismus muß die Regierung a.. wenn
die Volksvertretung ihr das Vertrauen entzieht (Fraenkel.
Staat 292); von der Bühne a.; b) (ugs.) sterben: nun ist
er endlich doch abgetreten! 3. <hat> a) überlassen, zur
Verfügung stellen: jmdm. seinen Platz a.; (seltener von
Personen:) sie hat uns ihre Putzfrau vorübergehend
abgetreten; bevorzugten Gästen... soll der Sultan seine Geliebte
gelegentlich a. (Th. Mann. Krull 279); b) etw. auf jmdn.
!juristisch] übertragen: seine Ansprüche. Rechte einem
anderen, an einen anderen a. 4. <hat> a) etw. durch häufiges
Begehen abnutzen: den Teppich a.; b) Schuhwerk u. ä. durch
langen Gebrauch abnutzen: seine Schuhe rasch a.;
abgetretene Absätze; c) <a. + sich) sich durch Begehen. Gebrauch
abnutzen: der Teppich hat sich schnell abgetreten. 5. <hat>
a) (auf etw. tretend) den Schmutz von den Schuhen
entfernen: hast du [dir] den Schnee abgetreten?; b) (das Schuh-
werk) von anhaftendem Schmutz od. Schnee säubern: hast
du [dir] die Stiefel/(ugs.:) die Füße an der Fußmatte
abgetreten? 6. durch Darauftreten losreißen <hat>: er hat ihr
auf der Treppe den Absatz abgetreten; <Abl. zu 5:>
Abtreter, der; -s, -: Fußmatte od. kleinerer Gitterrost zum Abtreten
des Schmutzes von den Schuhen: (regional:) Abstreicher.
Abstreifer: <zu 3:> Abtretung, die, -, -en.
abtrieb, der; -[e]s. -e: 1. das Treiben des Viehs von der
Hochweide zu Tal (Ggs.: Auftrieb 3b); der A. des Viehs von
der Alm. 2. a) Abholzung eines Waldes. Waldgebietes: der
A. des Holzes, Waldes; b) abgetriebene Fläche. 3. (Chemie)
Entfernung eines Stoffes durch ehem. Umsetzung: die
Destillierapparate sind meist für kontinuierlichen A. eingerichtet.
4. (österr.. südd.) zu Schaum Gerührtes: Schnee und Mehl
unter den A. mischen. 5. (Technik) Funkt der Abgabe
von Energie am Ausgang einer Maschine, eines Getriebes
o.a.
Abtrift: f Abdrift.
fbtrinken <st. V.; hat): a) aus einem bis zum Rand vollen
Trinkgefäß vorsichtig ein wenig trinken lohne die Hand
zu benutzen]: trink erst ab. damit du nichts verschüttest!;
b) das Oberste von etw. wegtrinken: die Blume vom Bier,
den Rahm a.
Abtritt, der; -[e]s. -e: 1. das Abtreten (1); Abgang: der A.
von der Bühne; Ü daß Bert nicht an der Olympiade
teilnehmen würde und daß die Chance eines großen -s für ihn
vorbei war (Lenz. Brot 141). 2. (veraltend, noch landsch.)
einfacher Abort: Dicke Schmeißfliegen summten am ...
Fenster des -s (Strittmatter. Wundertäter 134).
Abtrockentuch, das; -[e]s. ...tUcher (ugs.): Küchentuch zum
Abtrocknen, bes. Geschirrtuch: abtrocknen <sw. V.): 1. a)
trockenmachen, trockenreiben <hat>: die Mutter trocknete
das Kind ab; ich habe mich noch nicht abgetrocknet;
Geschirr a.; ich half ihr a.; ich trocknete mir die Hände
ab; b) (Nasses. Feuchtes) wegwischen <hat>: ich trocknete
mir, dem Kind die Tränen ab. 2. trocken werden (hat/ist):
die Straße trocknet ab.
Abtropf- ^Medi, das (Technik); -brett, das (Hausw.); M*e-
flß, das (Technik); bestell, das (Hausw.); -schale, die
(bes. Technik).
f btropfen <sw. V.; ist): 1. a) in Form von Tropfen herabfallen:
der Regen tropft von den Bäumen ab; b) anhaftende [Reste
von] Flüssigkeit von etw. ablaufen lassen: die Nudeln
werden abgetropft; wie er sie (= die Hände) Jetzt aus dam
Wasser hob, sorgfältig abtropfte (Zuckmayer, Herr 18);
c) Flüssigkeit in Form von Tropfen abgeben: die Wäsche
muß erst a. 2. (Sport Jargon) (vom Ball) gegen den Körper
od. einen Körperteil prallen u. von dort fast senkrecht nach
unten fallen: er ließ den Ball von der Brust a. und knallte
ihn ins Tor; <Abl. zu 2:> Abtropfer, der; -s, - (Sport Jargon):
abgetropfter Ball.
fbtrotten <sw. V.; ist) (ugs.): (langsam, trottend)
davongehen: als ich ihn abwies, trottete er übelgelaunt wieder
ab.
f btrotzen <sw. V.; hat): durch Beharrlichkeit. Trotz
erzwingen: sie hat den Eltern die Heirat abgetrotzt; Ü das Bild
dieser ... Dichterin, die ihr Lebenswerk ihrem
gebrechlichen Körper abtrotzte (Börsenblatt 62, 1966, 1 S28).
fbtnidebi <sw. V.; ist): 1. (Fliegerspr.) (von Flugzeugen)
trudelnd abstürzen: das Sportflugzeug trudelte [über den
Schwanz] ab. 2. (salopp) weggehen: ich trud[e]le ab.
«btrunpfen <sw. V.; hat): 1. (Kartenspiel) jmdm. mit einem
Trumpf einen Stich abnehmen: ich trumpfte ihn [mit Herzas]
ab. 2. (ugs.) heftig schelten, rügen, abkanzeln: ich habe
ihn ordentlich abgetrumpft.
abtrünnig ['aptnrnic] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. abe-
trünnec. ahd. ab(a)tmnnig. eigtl. = wer sich von etw.
absondert, zu: trennen]: ungetreu, treulos: ein -er Vasall;
er ist [der Partei] a. geworden (hat sich l von ihr]
abgewendet, ist abgefallen): <subst.:> Abtrünnige, der u. die; -n.
-n <Dekl.: TAbgeordnete); <Abl.:> Abtribmigkeit, die; -.
Abts- (vgl. auch: Abt-): -stab, der; -thron, der; -würde,
die.
fbtun <unr. V.: hat): I. (ugs.) (was man trägt) von sich
tun: ablegen: den Schlips, die Schürze, die Brille a. 2.
a) einer i unangenehmen, lästigen] Sache keine Bedeutung
beimessen, sie als unwichtig ansehen u. beiseite, von sich
schieben: Jmds. Einwände mit einer Handbewegung a.;
etw. als unwichtig, unbegründet a.; b) jmdm. die
Anerkennung verweigern, ihn geringschätzig behandeln, übergehen:
Manche mögen geneigt sein, Sie als den Sohn des
berühmten Vaters abzutun (K. Mann. Wendepunkt 145). 3. (selten)
erledigen: eine Sache kurz, rasch, so schnell wie möglich
a.; <melst im 2. Part. + sein:) die Aflfcre Gouflfc war
abgetan (Maass. Goufffe 230). 4. (veraltet, noch landsch.)
töten: Er ... griff zwei Kitzen ,.. und tat sie ab mit
Kehlschnitt (Th. Mann. Joseph 206); Er Wird mich einfach
a. (Jahnn. Geschichten 210).
«btupfen <sw. V.; hat): a) [mit einem saugfähigen Steffi
tupfend entfernen: ich tupfte das Blut [mit Watte] ab; b)
tupfend säubern: die Stirn des Krankert. den Kranken a.;
ich tupfte mir mit der Serviette die Mundwinkel ab.
fbturnen <sw. V.; hat): zum letzten Mal in einem bestimmten
Zeitabschnitt zum Turnen zusammenkommen: wir turnen
morgen ab; (meist subst.:) das Abturnen beendet die
Freiluftsaison.
abtüten ['apty:tn] <sw. V.; hat): in bestimmter Menge in
Tüten abpacken: Kartoffeln a.
abundant [abon'dant] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. abun-
däns (Gen.: abundantis). 1. Part, von abundäre =
überfließen, im Überfluß vorhanden sein] (bildungsspr..
Wissenschaf tsspr.): häufig [vorkommend], reichlich, dicht: das
-e Vorkommen von etw.; -e Zahl (Math.; natürliche Zahl,
deren Doppeltes kleiner ist als die Summe aller ihrer Teiler):
Abundanz [abon'dant^]. die; - [lat. abundantia]: /große]
Häufigkeit: Häufigkeit. Dichte des Vorkommens, reichliches
Vorkommen. Fülle.
aburteilen <sw. V.; hat): 1. in einer Gerichtsverhandlung]
verurteilen: der Verbrecher wurde vom Schwurgericht
abgeurteilt; eine Straftat a. 2. ein Verdammungsurteil
sprechen: indem er (= der Leser) ... den Anspruch erhebt,
alles verstehen und a. zu können (Enzensberger,
Einzelheiten I. 93); <Abl.:> Abirteüung, die; -. -en.
abusK [ap|u'zi:fl <Adj.; o. Steig.) [spätlat. abusivus. zu lat.
abüsus, T Abusus] (bildungsspr.): mißbräuchlich: der -e
Gebrauch von etw.; Abusus [ap,|u:zus], der; - Im lat. abüsus.
2. Part, von lat. abütl = im Übermaß gebrauchen,
mißbrauchen] (bildungsspr., auch Med.): Mißbrauch: der
dauernde A. von Alkohol führt zur Sucht.
fbvenlknai <sw. V.; hat) (veraltend): (Geschuldetes) durch
Arbeitsleistung abtragen: du mußt dir die Unterkunft, den
Vorschuß a.
Abverkauf, der; -[e]s (bes. österr.): Verkauf [der gesamten
Waren eines Geschäfts] unter dem Wert: A. von
Skimodellen ... zu tief reduzierten Preisen (Sonntagspost 3. 12.
67. 6).
fbvertangen <sw. V.; hat): (mit Dreistigkeit I von jmdm.
für eine Gegenleistung fordern, als Preis verlangen: er hat
ihm für das alte Auto einen viel zu hohen Preis abverlangt;
Der Groom hat mir kein Geld abverlangt (Jahnn, Nacht
SS); Ü Eine Erziehung, die dem Heranwachsenden
Entscheidungen abverlangt (Hörzu 6. 1973. 90).
abvermieten <sw. V.; hat): weiter-, untervermieten: ein
Zimmer [an einen Studenten] a.
tbvieren <sw. V.; hat) (Zimmerei): (Stämme) vierkantig
zuschneiden: <Abl.:> ^bvierung, die; -, -en.
Abwaage, die; -, -n (bes. Boxen): das Wiegen der Gegner
vor dem Kampf.
74
abwehr-, Abwehr-
«bwackeln <sw. V.): 1. (ugs.) wackelnd davongehen <ist>:
die Alte wackelte wütend ab. 2. (landsch.) Jmdn. verprügeln
<hat>: Hab* nur meinen Jungen ein bißchen abgewackelt
(Fallada. Jeder 203).
ybwflgen <wog/(auch:) wägte ab. hat abgewogen/(auch:)
abgewägt): 1. vergleichend u. prüfend genau bedenken,
überlegen: das Pro und Kontra einer Sache a.; etw. kritisch
abwägend erörtern; Man wird von der Seite angesehen,
abschätzend, abwägend, mißtrauisch (v. d. Grün, Irrlicht
14); sorgfältig abgewogene Worte. 2. (veraltet) svw. T
abwiegen; <Abl.:) abwftgsam ['apve:kza:m] <AdJ.) (selten):
bedächtig: etw. a. prüfen; a. urteilen; ^bwfigung, die; -. -en.
^bwahl, die; -: das Abgewähltwerden: die A. des
Vorsitzenden; fbwihlbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Fächer;
der Papst ist nicht a.; abwählen <sw. V.; hat): 1. nicht
wiederwählen: der Vorsitzende wurde von den Mitgliedern
abgewählt. 2. (Schulw.) (ein Fach) in den letzten zwei
Jahren vor dem Abitur nicht mehr belegen: daß ... die
Naturwissenschaften in der Oberstufe nicht mehr ...
abgewählt werden können (MM 19. 7. 69. 6).
abwälzen <sw. V.; hat): 1. (Schweres) von einer Stelle weg-,
herabwälzen: eine dunkle Gruft, von der die Deckelquader
abgewälzt sind (Jahnn. Geschichten 39). 2. (Lästiges.
Unangenehmes. Unerwünschtes) von sich schieben und einem
anderen au/bürden: die Kosten, die Verantwortung auf
einen anderen a.; <Abl.:) Abwälzung, die; -.
fbwandeln <sw. V.; hat): 1. [sich] leicht verändern, teilweise
anders machen, variieren: ich wand[e]le das Thema ab;
ein Motiv in immer neuen Variationen a.;
Erfahrungsgemäß geht die Welt ... nicht so rasch zugrunde .... aber
in abgewandelter Form ist Jener Ausspruch sicher richtig
(Dönhoff. Ära 152). 2. (veraltet) svw. Tflektieren; <Abl.:)
Abwandlung, (seltener:) Abwandelung, die; -. -en: 1. das
Abwandeln. 2. abgewandelte Form, Variation: ein Muster
in vielfachen -en; Ü Ich fand sie (= die Lissabonner
Gesellschaft) in leichten Abwandlungen... wieder bei zwei Diners
(Th. Mann. Krull 404).
abwandern <sw. V.): 1. a) (selten) sich von einem Ort
/wandernd] entfernen Ost): er wanderte morgens ab; b) ein
Gebiet durchwandern <hat/ist): er wanderte den ganzen
Schwarzwald ab. 2. (in einen anderen [Lebens- od. Berufs 1-
bereich) überwechseln <ist): viele arme Bauern sind in die
Stadt abgewandert; Ü hatte er sich dabei ertappt, daß
sein Blick immer wieder zu ihrem Gesicht abgewandert
war (Sebastian, Krankenhaus 44). 3. (Sport) <ist) a) seinen
Verein verlassen, um bei einem anderen zu spielen: einige
Spieler sind abgewandert; b) das Stadion vor Spielende
verlassen: nach der Pause wanderten viele Zuschauer ab;
<Abl. zu 1 b, 2 u. 3:) Abwanderung, die; -, -en.
Abwärme, die (Technik): bei einem wärmetechnischen Prozeß
imeigtl. Arbeitsprozeß nicht genutzte Wärme: die A.
ausnutzen, verwerten; etw. mit A. beheizen. Vgl. Abhitze.
abwart, der; -s, -e, (seltener, volkst.:) Abwarte (Schweiz.):
Hausmeister. Hauswart: Abwartin ['apvartml, die; -. -nen:
w. Form zu t Abwart.
fbwarten <sw. V.; hat): 1. auf das Eintreffen. Eintreten
von etw.. das Eintreffen von Jmdm. warten: eine günstige
Gelegenheit, das Ende des Spieles, jmds. Antwort, die
Entwicklung einer Sache [nicht] a.; den Briefträger a.; man
mußte untätig a.; sich abwartend verhalten. 2. auf das
Ende von etw. warten: das Unwetter, einen Regenschauer
a.
abwärts ['abvertß] <Adv.) [mhd. abwertes; T-wärts]: nach
unten, hinunter, hinab (Ggs.: aufwärts): a. gehen (t
abwärtsgehen), fahren, steigen, klettern; schön, daß der Weg Jetzt
a. führt (t abwärtsfuhren): Ü vom Major [an] a.
QbwArts-, Abwärts-: ^bewegung, die; Entwicklung, die;
-führen <sw. V.; hat): in einen schlechten Zustand bringen,
ins Elend führen: er hat die Entwicklung, sein Volk
abwärtsgeführt; -gehen <unr. V.; ist): schlechter werden (Ggs.:
aufwärtsgehen): mit meiner Gesundheit geht es abwärts;
ich glaube, daß es mit ihm abwärtsgeht; -technik, die:
svw. f -Wechsel; -trend.der; -Wechsel, der (Leichtathletik):
Technik des Wechsels beim Staffellauf, bei der man den
Stab dem übernehmenden Läufer von oben nach unten in
die Hand führt.
Abwasch ['apvaß: 1. der; -[eis (ugs.): a) das Abwaschen:
du machst bitte den A.. Ja?; Ü Sie wollen vor den
Amerikanern den loyalen Mann spielen und Überlassen den
A. mir (Apitz. Wölfe 249); "das kl ein A. das geht ta
einem A. (salopp; das kann gleichzeitig mit etw. anderem
erledigt werden); b) zu spülendes Geschirr: wir lassen den
A. im Becken stehen. 2. die; -, «en (österr.): Spülbecken:
an der A. stehen.
Abwasch- (abwaschen): -becken, das; -läppen, der; -mittel,
das: dem Abwaschwasser zugesetztes Spülmittel: -schaff,
das (österr.): größere Abwaschschüssel: -Schüssel, die;
^ttach, der: Tisch mit eingelassenen Abwaschschüsseln;
-tudi, das <P1.: ...tücher): svw. t-läppen; -wasser, das
<P1.: ...wässer): 1. für den Abwasch bestimmtes Wasser.
2. trübes Wasser, das zum Abwasch gebraucht wurde.
abwaschbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Tapeten;
abwaschen <sw. V.; hat): 1. mit Wasser [und Seife o.a.]
entfernen, wegwaschen: den Schmutz [vom Gesicht] a.;
Ü Ich bin gebrandmarkt ... Ich kann einen Schwur nicht
a. (Jahnn. Geschichten 12). 2, mit Wasser [und Seife o. ä.)
reinigen: das Gesicht a.; das Geschirr a.; wollen wir gleich
a.?; Ü <subst.:> das ist ein Abwaschen (salopp; das kann
gleichzeitig mit etw. anderem erledigt werden); <Abl.:>
Abwaschung, die; -. -en: das Abwaschen des Körpers od. von
Körperteilen /um den Kreislauf anzuregen u. sich
abzuhärten]: kalte, [wechsellwarme -en.
Abwasser« das; -s. Abwässer (Technik): durch häuslichen,
gewerblichen od. industriellen Gebrauch verunreinigtes
abfließendes Wasser: die Abwässer der Brauerei fließen in
den Fluß.
fbwasser-, Abwasser-: -aMeitung, die; -aufbereitung, die;
-bakterien <P1.); -belastung, die: svw. T-last; -beseitigung,
die; -genossenschaft, die: Körperschaft des öffentlichen
Rechts, der bes. die Abwasserreinigung im Einzugsgebiet
eines Wasserlaufs obliegt: -kanal, der; -kanalisation, die;
-kläranlage, die; -klärung, die; -Jast, die: Belastung eines
/fließenden ] Gewässers mit Abwässern: -leitung, die; ~mea»
ge, die; -reinigung, die; -röhr, das; -rückstände <P1>;
-tedinik, die; -technisch <Adj.; o. Steig.): -verband, der:
svw. T -genossenschaft; -Verwertung, die; -wiederverwer-
tung, die; -Wirtschaft, die; -zone, die; -Zuleitung, die.
abwechseln <sw. V.; hat): 1. im Wechsel aufeinander folgen:
Der Springbrunnen war angeleuchtet ... in verschiedenen
Farben, die abwechselten (Gaiser. Schlußball 48); <oft
im 1. Part.:) er heulte und fluchte abwechselnd. 2. sich
gegenseitig ablösen: die beiden wechseln [sich] in der Pflege
des Kranken ab; <Abl.:> Abwechslung, (selten:)
Abwechselung, die; -. -en: sich auf die kleinste A. freuen; *die A.
lieben (häufig den Liebhaber, die Freundin wechseln).
f bwedishmss-: -halber <Adv.): um der Abwechslung willen:
-los <Adj.; o. Steig.): ohne Abwechslung, eintönig: -reich
<Adj.>: reich an Abwechslung, nicht eintönig.
Abweg, der; -[eis. < <meist PI.) [mhd. abewec]: moralisch
oder gedanklich falscher Weg. Irrweg: steht dem Menschen
der A. in eine Naturentartung oder Perversion offen (Natur
101); auf-en sein; auf -e geraten; <Abl.:> abwegig ['apve:gi9l
<AdJ.>: irrig, verfällt: unmöglich, seltsam, merkwürdig,
unsinnig: eine -e Frage; ich finde diesen Gedanken nicht
so a.; <subst.:> etw. für das Abwegigste von der Welt
halten, dazu: Abwegigkeit, die; -, -en.
Abwehr, die; -: 1. a) ablehnende Haltung, Ablehnung, innerer
Widerstand gegen jmdn., etw.: er spürte ihre stumme A.;
auf A. stoßen; b) das Abwehren von etw., Zurückweisung:
die A. staatlicher Eingriffe; c) Verteidigung gegen jmdn.,
etw.: die A. des Feindes war nur gering. 2. a) (Milit.)
Widerstand leistende Truppe: die A. wurde vernichtet; b)
(Milit.) Geheimdienst, der Gegenspionage treibt: die A. hat
versagt; in der A. arbeiten; c) (Sport) Gesamtheit der
verteidigenden Spieler einer Mannschaft: eine stabile A.; die
A. überlaufen; die A. stand gut gestaffelt. 3. (Sport) a)
Aktion, mit der der Ball abgewehrt wird: eine riskante
A.; b) abgewehrter Ball: die A. des Torwarts aufnehmen.
fbwehr-, Abwehr-: -aktion, die: svw. -handlung; -beamte,
der (zu: Abwehr 2 b) b; -bereit <AdJ.; o. Steig.): a. stehen;
sich a. halten; -bereitschaft, die (bes. Milit.); -bewegung,
die: Bewegung des Körpers od. eines Körperteiles, mit der
etw. abgewehrt werden soll: ^boxer, der: svw.
TDefensivboxer; -dienst, der (Milit.): Geheimdienst zur Verhinderung
von Spionage: -erfolg, der (Milit.); -flhigkeit, die
(Physich); -ferment, das <meist PI.) (Physiol.): Ferment, das
im Organismus unter bestimmten Bedingungen von
körperfremdem Eiweiß gebildet wird; -feuer, das (Milit.); -front,
die: Vereinigung von Personen od. Staaten zur Abwehr von
Bedrohungen: -geschütz, das (Milit.); -handlung. die;
75
abwehren
-kämpf, der (bes. Milit.. Politik. Wirtsch.); -kette, die
(Sport): bei einem gegnerischen Angriff auf gleicher Höhe
stehende Abwehrspieler: eine dichte A. durchbrechen;
-kraft,die <meist PI.) (bes. Physiol.); -Itnie, die (Radball,
-polo): vier Meter von der Tormitte entfernte
halbkreisförmige Linie, -maflnahme, die (meist PL); Mnedumfamus, der
(meist PI.): 1. (Psychoanalyse) unbewußte Verhaltensweise
gegenüber Triebforderungen, die von der Kontrollinstanz
(Ober-Ich) nicht gebilligt werden. 2. (Physiol.) im Körper
wirksamer Mechanismus in der Abwehr fremder Stoffe;
-mittel, das (auch Med.); -reaktion, die (Physiol.. Verhal-
tensf.); -riegel, der (Sport): verstärktes
Verteidigungssystem, in das sich auch Mittelfeldspieler u. Stürmer
einschalten; -Schlacht, die (Milit.); -spiel, das (Sport): 1. (bes.
Tischtennis) Spiel, das sich vorwiegend auf das Abwehren
des Balles beschränkt. 2, Spiel der verteidigenden Spieler
einer Mannschaft: ein kluges A. zeigen; -spiekr, der
(Sport): 1. (im Mannschaftsballspiel) Verteidiger. 2.
Spieler, der die Verteidigung bevorzugt; -stelhng. die: Stellung
des Körpers im Augenblick der Abwehr: -Stoff, der (meist
PI.) (Physiol.. Med.): Antikörper; -Strategie, die (Milit.);
-wafTe, die (meist PI.) (Milit.); -zauber. der (Volksk..
Völkerk.): magische Handlung od. magisches Mittel zur
Abwehr böser Geister u. a.\ -zeichen, das (Wirtsch.):
eingetragenes Warenzeichen, das nur dazu dient, die Annäherung
an ein schon benutztes Warenzeichen abzuwehren; -zoll,
der (Wirtsch.): Zoll auf importierte Waren zum Schutz
inländischer Erzeugnisse.
abwehren <sw. V.; hat): 1. abschlagen, zurückschlagen: den
Feind, einen Angriff a.; (Sport.) einen Eckball a. 2.
erfolgreich abwenden, vereiteln: ein Unheil, eine Gefahr a.; das
Schlimmste konnte ich a. 3. von sich weisen, zurückweisen,
sich gegen etw. wehren: eine Zumutung, einen Verdacht,
jmds. Dank a. 4. nicht zulassen, fernhalten, verscheuchen:
einen Besucher. Neugierige. Fliegen von Jmdm. a. 5. auf
etw. ablehnend reagieren: Zunächst wehrte Bastian
erschrocken ab. Als seine Freunde nicht nachließen, bat
er sich Bedenkzeit aus (Müthel. Baum 108); abwehrend
die Hand heben.
abweichen <sw. V.): a) (Haftendes, Festgeklebtes) durch
Feuchtigkeit weich machen und ablösen <hat>: das Etikett
[von der Flasche] a.; b) (von etw. Haftendem.
Festgeklebtem) durch Feuchtigkeit weich werden u. sich ablösen <ist>:
das Plakat weichte ab.
abweichen (st. V.; ist): 1. eine Richtung, die man sich
vorgenommen hat, verlassen, sich von ihr entfernen: vom
vorgeschriebenen Kurs, von der Straße a.; Ü er ist niemals
von seinen Grundsätzen abgewichen (ihnen nicht untreu
geworden); Dibelius, der es... verstand, mit den
Kommunisten auszukommen und doch keinen Fußbreit von seinem
Weg abzuweichen (Dönhoff. Ära 220). 2. verschieden sein,
sich unterscheiden: die Fassung weicht im Wortlaut von
der anderen ab; ihr Geschmack weicht von dem ihrer
Mutter ab; abweichende Ansichten, Meinungen; (Abi. zu
1:) Abweichler, der; -s. - [für russ. uklonist] (kommunist.):
Person, die (unorganisiert) von den von der jeweiligen
Parteiführung festgelegten politischen Richtlinien od.
vertretenen Anschauungen abweicht: Trotzki gilt als Renegat,
ideologischer A. und Verräter der Revolution (MM 22. 1.
70.32). dazu: «bweichlerbch <Adj.; o. Steig.): ein -er Kurs;
die -en Albanier; Abwefchlertum, das; -s [für russ. uklo-
nizm]; Abweichung, die: -. -en: 1. das Abweichen: jede
A. von der Regel gilt als Fehler; (kommunist.. für russ.
uklon:) rechte, linke -en. 2. Unterschied, Differenz: es gibt
erhebliche -en in ihrer Auflassung von der Sache.
abweiden <sw. V.; hat): a) weidend abfressen: das Gras
a.; b) abgrasen: die Wiesen. Hänge a.; <subst.:) Giraffen,
die... ihren langen Hals zum Abweiden von hohen Bäumen
nutzten (MM 3. 3. 72, 37).
abweisen <sw. V.; hat): a) nicht zu sich lassen, nicht vorlassen,
von sich weisen, zurückweisen: einen Bettler, die Besucher,
Neugierigea.; Ü der Tod ist unerbittlich und nicht
abzuweisen (Remarque. Obelisk 7); jmdn. abweisend behandeln;
b) ablehnen: jmds. Angebot, einen Antrag, eine Klage
a.; c) zurückschlagen, abwehren: die Angreifer, einen
Angriff a.; <Abl.:> Abweiser, der; -s. -: 1. (Bauw.) Prellstein.
2. (Schiffbau) senkrechte Scheuerleiste an Pontons,
schwimmenden Baggern u. ä. 3. (Wasserbau) in den Strom
hineingebaute Buhne, die die Strömung vom Ufer abweist;
Abweisung, die; -. -en: 1. das Abweisen: die A. des Antrages.
2. abweisendes Verhalten: Er suchte ... die kränkende A.
zu lindern und in ein ... Gespräch aufzulösen (Musil.
Mann 262).
fbwelken <sw. V.; ist) (selten, geh.): welk werden, verwelken:
viel Rauch, in dem die Blumen abwelkten (Gaiser.
Schlußball 148); Ü Du siehst ein bißchen abgewelkt aus (Baum.
Paris 22).
abwenden <unr. V.): 1. wandte/wendete ab. hat
abgewandt/abgewendet: nach der anderen Seite, zur Seite
wenden; wegwenden. * abkehren: den Blick, die Augen, den
Kopf a.; ich wandte/wendete mich schnell ab; die meisten
wenden sich ab und grüßen nicht, wenn sie mich auf
der Straße sehen (Leonhard. Revolution 22S); mit
abgewandtem/abgewendetem Gesicht dasitzen; Ü er hat sich
[innerlich] von seinen Freunden abgewendet/abgewandt;
Doch sollte man ... sich möglichst rasch von ihr ( = der
Vergangenheit) ab- und der Zukunft zuwenden (Dönhoff,
Ära 29). 2. wendete ab, hat abgewendet: a) ablenken,
ableiten: einen Hieb. Schlag a.; b) verhindern: den Krieg a.;
c) von jmdm. fernhalten, vor etw. bewahren: eine
Katastrophe. Gefahr, drohendes Unheil a.; sie haben das
Verhängnis von uns abgewendet: c) (Turnen) mit einer Wende
vom Gerät abgehen: vom Stufenbarren a.; <Abl. zu 1:>
fbwendig (Adj. >: in den Wendungen Jmdm. imdn- a. machen
(veraltend; ihn abspenstig machen)', imdn. einer Sache a.
machen (selten: ihn abgeneigt machen): (Abi. zu 1. 2:)
Abwendung, die; -: 1. Abkehr von jmdm.. einer Sache:
politische Divergenzen führten ... zur A. ... der
Arbeiterbewegung von der ... Politik der Sozialdemokratie (Fraenkel.
Staat 29). 2- Verhinderung: die A. der Not. Gefahr.
abwerben (st. V.; hat) (bes. Handel. Wirtsch.): durch ein
verlockendes Angebot einer Firma. Mannschaft o. ä.
abspenstig machen und für die eigene gewinnen: Arbeitskräfte
a.; <Abl.:> Abwerber, der; -s. -: Person, die jmdn. abwirbt;
Abwertung, die; -, -en.
abwerfen <st. V.; hat) [3: 18. Jh., urspr. von Früchten,
die ein Obstbaum zur Erde wirft]: 1. a) aus der Höhe
herabfallen lassen, herunterwerfen: Bomben, Flugblätter,
Ballast a.; b) (etw. Lästiges) von sich werfen, tun: seinen
Mantel, die Bettdecke a.; das Pferd warf den Reiter ab;
Ü Ein Ast, vom Schnee gebeugt, warf plötzlich seine Last
ab und schnellte hoch (Geissler. Wunschhütlein 129); c)
(Kartenspiel) (eine Karte, Farbe) ablegen: eine Farbe, den
König a.; d) abschütteln, abtun: das Joch der Sklaverei,
eine Bürde a. 2. (Sport) a) mit dem Ball treffen; b)
herunterstoßen: beim Hochsprung die Latte a.; c) (Fußball) (vom
Torwart) den Ball ins Spielfeld werfen: der Torwart wirft
ab; d) (Schlag-. Völkerball) einen Gegenspieler durch einen
Wurf mit dem Ball treffen u. so ausschalten; e)
(Leichtathletik) (den Speer, Diskus od. Hammer) mit Schwung des
Körpers aus der Hand schnellen lassen; f) (Turnen) den
Körper mit Schwung aus dem Stütz in den Hang od. aus
dem Handstand in den Stand bringen: in den Stand a.
3. (finanziell, als Ertrag) einbringen: gewaltige Gewinne
a.; das wirft nicht viel ab.
abwerten <sw. V.; hat): 1. (Geldw.) die Kaufkraft von etw.
herabsetzen, vermindern; devalvieren: den Dollar a. 2. in
seinem Wert, in seiner Bedeutung herabsetzen: Ideale a.;
er wertet alles ab; eine abwertende Kritik; <Abl.:)
Abwertung, die; -, -en.
abwesend ['apve:znt| (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [1: für
lat. absens, zuerst mniederd. afwesende; eigtl. 1. Part,
von mhd. abewesen, ahd. abawesan = fehlen, für lat.
abesse]: 1. nicht an dem erwarteten Ort befindlich, nicht
zugegen, nicht vorhanden, nicht da (Ggs.: anwesend): der
-e Geschäftsführer; er war viel von zu Hause a. 2. in
Gedanken verloren, geistesentrückt, zerstreut,
unaufmerksam: mit -en Blicken, Augen; a. lächeln; Ich war ...
merkwürdig a.. las wie im Schlafe (Kaschnitz. Wohin 190);
(subst. zu 1 :> abwesende, der u. die; -n. -n (Dekl. f
Abgeordnete): die -n benachrichtigen; Abwesenheit, die; -. -en (PL
selten) [zuerst niederd. afwesenheit. zu dem subst. Inf.
(das) Abwesen, für lat. absentia]: 1. das körperliche
Abwesendsein: jmds. A. zu etw. benutzen; in. während meiner
A.; Ü die A. (das Fehlen) störender Einflüsse; * durch
A. glänzen (iron.: durch AbwesenJieit auffallen; nach einer
Stelle in der Tragödie „Tibere1* des frz. Dramatikers Marie-
Joseph de Chenier (1764-1811). die auf die Schilderung
der Bestattung der Junia. Witwe des Cassius u. Schwester
des Brutus, in Tadtus' „Annalen" zurückgeht. Tacitus
76
Abzahlung
sagt dort, daß die Bildnisse dieser beiden Angehörigen
(der Mörder Cäsars) bei dem Aufzug fehlten, gerade
deshalb aber bes. hervorgeleuchtet hätten). 2. das geistige
Abwesendsein: aus einer A. aufschrecken, wieder zu sich
kommen; <Zus :> Abwesenheitspfleger, der (jur.): Verwalter
der Vermögensangelegenheiten eines abwesenden
Volljährigen; Abwesenheitsprotest. der (Wechselrecht): Feststellung,
daß der Bezogene beim Wechselprotest nicht angetroffen
wurde.
Abwerte* <P1.> (Bergbau): verbrauchte Grubenluft: die A.
werden in dieser Grube auf natürlichem Wege abgeführt;
abwettern <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): (bes. von
Segelschiffen, -booten) einen Sturm auf See überstehen: einen
Sturm abwettern; Ü Er ist ... nicht der Mann, der mit
Pokergesicht Widerstände abwettert (Spiegel 5, 1966, 41).
abwetzen <sw. V.): 1. <hat) a) (selten) durch Wetzen
entfernen; den Rost [von der Sense] a.; b) durch Wetzen abnutzen:
du hast den Mantel an der Seite mit der Tasche ganz
abgewetzt; abgewetzte Hosen. Sitze; merkt sie. wie
abgewetzt das Sofa ist. und daß ein Teppich fehlt (Wolf, Himmel
314). 2. (ugs.) schnell davonlaufen <ist> (Ggs.: angewetzt
kommen): gleich danach sind die Jungen abgewetzt.
fbwidnen <sw. V.; hat): 1. (Theaterjargon) überaus oft als
Rolle spielen: Die hab* ich schun so abgewichst, mehr
als450mol g'spielt! (MM 27. 2. 1974, 13). 2. *slch <Da-
tiv)/hndm. einen a. (vulg.; masturbieren): Abwichshure, die;
-, -n (vulg.): Prostituierte, die ihren Kunden masturbiert:
diese ... teuren Abwichshuren (Zwerenz. Kopf 65).
abwickeln <sw. V.; hat): 1. (Aufgewickeltes, Aufgerolltes)
vom Knäuel, von der Rolle u. ä. wickeln: ich wick[e]le den
Faden ab; ein Kabel a.; ich wickelte [mir] den Verband
ab. 2. a) ordnungsgemäß hintereinander ausführen, erledigen,
ablaufen lassen: ein Geschäft, einen Auftrag a.; b)
organisieren, durchführen: eine Veranstaltung a.; hatte der...
Eislaufverband eine ganze Reihe erfolgreicher ...
Europameisterschaften abgewickelt (Olymp. Spiele 1964. 73). 3. <a. +
sich) ordnungsgemäß hintereinander ablaufen: der Verkehr
wickelt sich reibungslos ab; <Abl. zu 2:) Abwickler, der;
-s, -: Liquidator; Abwicklung, (seltener:) Abwickelung, die;
-. -en.
abwiegeln [Junge Gegensatzbildung zu taufwiegeln] <sw.
V.; hat): 1. u)jmdn„ meist eine aufgebrachte
Menschenmenge beruhigen, besänftigen (Ggs.: aufwiegeln): er versuchte
vergebens, die erbosten Demonstranten abzuwiegeln; b)
Emotionen o.a. dämpfen: Schörghuber ... sucht sich ...
durch ..abwiegelnde" Argumente zu schützen (MM 26.
3. 69. 13). 2. relativieren, herunterspielen: „Von Schuld
sollte man nicht sprechen", wiegelt sie ab (Hörzu 44,
1974.24); <Abl.:) Abwieaehmg. Abwieghra. die; -.
fbwiegen <st. V.; hat): 1. so viel von einer größeren Menge
wiegen, bis man die gewünschte Menge hat: Äpfel.
Kartoffeln, die Zutaten a. 2. (Boxen. Schweratheltik) Sportler vor
dem Wettkampf wiegen: die Gegner wurden abgewogen.
«bwbnmebi <sw. V.; hat) (ugs.): (jmdn., der einem lästig
ist, etw. Lästiges /mit Ausreden!) von sich schieben,
abweisen: eine Arbeit, einen Auftrag a.; ich wimm[e]le den Frager
ab; die Kinder abzuwimmeln suchen; ich ließ mich nicht a.
Abwind, der; -[eis, -e (Ggs.: Aufwind): 1. (Met.) abwärts
gerichtete Luftströmung: -e treten z. B. im Lee von Gebirgen
auf. 2. (Flugw.) abwärts gerichteter Luftstrom im Bereich
eines Tragflügels.
f bwinkebi <sw. V.; hat): so halten, daß ein Winkel entsteht:
das Bein a.; mit abgewinkelten Armen.
fbwinken <sw. V.; hat; 2. Part, landsch. od. scherzh.:
abgewunken): 1. [mit einer Handbewegung] seine Ablehnung
zum Ausdruck bringen, zu verstehen geben: ärgerlich,
ungeduldig a. 2. (Motorsport) s) durch ein Winkzeichen beenden:
ein Rennen a. b) durch ein Winkzeichen zum Anhalten
[zu] bewegen Isuchen]: Herrmann hatte ... das Pech, von
einem Funktionär fast bis zum Stillstand abgewunken zu
werden (Frankenberg. Fahrer 80).
abwirtschaften <sw. V.; hat): a) durch schlechtes Wirtschaften
herunterkommen, seine Existenzgrundlage vernichten: die
Firma, der Unternehmer hat abgewirtschaftet; Ü wie viele
andere Emigranten... hoffte er. H itler werde bald
abgewirtschaftet haben (Niekisch. Leben 270); b) durch schlechtes
Wirtschaften herunterbringen: seinen Hof abgewirtschaftet
haben; ein abgewirtschaftetes Gut.
fbwischen <sw. V.; hat): a) durch Wischen entfernen: den
Staub, das Blut. Jmds. Tränen, sich den Schweiß von der
Stirn a.; b) durch Wischen reinigen: den Tisch mit einem
Tuch a.; ich wischte mir die Hände an der Hose ab.
tbwohnen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. durch langes Wohnen
abnutzen, verwohnen: eine Wohnung, die Möbel a.; abgewohnte
Räume; das Haus ist abgewohnt. 2. eine im voraus gezahlte
Geldsumme mit der Miete verrechnen: einen
Baukostenzuschuß a.; <Abl.:) Abwohnung, die; -.
abwracken [apvrakn] <sw. V.; hat): (bes. Schiffe) zerlegen
u. verschrotten; ein Schiff a.; die Tanks sollen abgewrackt
werden; Üein abgewrackter Komiker; <Zus.:>
Abwrackfirma, die; <Abl.:> Abwrackung, die; -.
Abwurf, der; -[eis. Abwürfe: 1. das [Hin/abwerfen: der A.
einer Wasserstoffbombe. 2. (Sport) a) (beim Springreiten)
das Herunterstoßen des obersten Teiles von Hindernissen
beim Springen; b) (Fußball) aO das Abwerfen (2 c); ß) vom
Torwart abgeworfener Ball: den A. mit dem Oberschenkel
stoppen; c) (Hand-, Wasserball) ad Wurf durch den der
Torwart den vom Gegner ins gegnerische Toraus gespielten
Ball wieder ins Spiel bringt: den A. ausfuhren; ß) der
durch Abwurf (2 c a) ins Spiel gebrachte Ball: der A.
ging ins Aus: d) (Schlag-, Völkerball) Wurf, mit dem ein
Gegenspieler getroffen u. ausgeschaltet wird; e)
(Leichtathletik) Phase, in der der Speer, Diskus od. Hammer die Hand
des Werfers verläßt. 3. (Jägerspr.) abgeworfene
Geweihstange von Hirschen u. Rehböcken.
Abwurf-: ^ball, der <o. PL): kleineres Spiel, bei dem jeder
gegen jeden spielt u. ihn abzuwerfen versucht: A. spielen;
-band, das (Technik): Förderband mit großer Reichweite,
das das Fördergut abwirft; ""bogen, der (Leichtathletik):
Markierungsbogen aus Holz od. Metall, den der Werfer
beim Speerwurf nicht überschreiten od. berühren darf: der
A. hat einen Radius von 8 m; -linie, die (Sport): Linie,
die beim Speerwurf nicht überschritten werden darf; -Stange,
die (Jägerspr.): svw. t Abwurf (3); -Vorrichtung, die (Mili-
tärflugw.. Technik).
abwürgen <sw. V.; hat): 1. durch Würgen töten: der Marder
würgte das Huhn ab; Ü er hat [den Motor] abgewürgt
(Jargon; versehentlich beim Schalten od. Bremsen zum
Stillstand gebracht). 2. (autoritär, mit undemokratischen
Mitteln) unmöglich, zunichte machen, zum Erliegen bringen:
eine Diskussion.eine Forderung.einen Streik a.; Das
Fernsehen hat ... ein Thema abgewürgt, das jeden ... Bürger
unseres Landes betrifft (Hörzu 31,1973. 5).
abyssal labv'sa:!) <Adj.) [mlat. abyssalis = grundlos tief,
zu: abyssus = Tiefe. Meerestiefe, t Abyssus] in der Fügung
-e Region* -er Bereich (Meeresk.; völlig licht- u.
pflanzenloser Bereich der Tiefsee zwischen etwa 1000 bis 3000
u.6000bis 7000m Tiefe)', Abyssal [-], das; -s: svw. f abyssale
Region; abysstedi [a'bvsij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv>:
1. (Geol.) aus den Tiefen der Erde stammend: -e Gesteine.
2. (Meeresk.) zum Tiefseebereich gehörend: -e
Ablagerungen; in -en Tiefen. 3. (bildungsspr. veraltet) abgrundtief;
Abyssus [a'bYsos], der; - [mhd. abyss(e) < mlat.. spätlat.
abyssus < griech.äbyssos = Abgrund, eigtl. = der
Bodenlose! (veraltet): 1. grundlose Tiefe, Abgrund. 2. Unterwelt.
abzahlen <sw. V.; hat): a) in Raten bezahlen: ein Auto,
die Waschmaschine a.; b) zurückzahlen: ich muß das
Darlehen [mit monatlich hundert Mark] a.
abzählen <sw. V.; hat): a) zählen, um die vorhandene Anzahl
festzustellen: die Anwesenden a.; Wäsche a. (die Anzahl
der jeweiligen Stücke feststellen); das Geld abgezählt
(passend) bereithalten; b) (Sport. Milit.) Gruppen bilden, indem
fortlaufend immer nur bis zu einer bestimmten Anzahl gezählt
wird: [zu zweien, zu vieren] a.!; c) eine bestimmte Anzahl
zählend von einer Menge wegnehmen: Zigaretten. Knöpfe.
Nägel. Schrauben a.; d) (Kinderspiel) aus einer Gruppe
durch einen Abzählreim für eine bestimmte Aufgabe
heraussuchen, wobei durch die letzte Silbe od. das letzte Wort
das betr. Kind bestimmt wird: die Kinder wollten Versteck
spielen und zählten ab. wer suchen sollte; e) etw. positiv
(mit Ja) od. negativ (mit Nein) entscheiden, indem man
eine bestimmte Anzahl von etw. (z. B. von Knöpfen,
Blütenblättern) abwechselnd mit Ja oder Nein belegt, wobei die
letzte Antwort ausschlaggebend ist: etw. an den
Blütenblättern der Margerite a.; <Zus.:> Abzählreim, der. Abzählvers,
der: Reim (Vers), mit dessen Hilfe ein Kind durch eine
Zufallsentscheidung für etw. (ein Spiel) bestimmt wird.
Abzahlung, die; -. -en: Raten-, Teilzahlung: die Höchstdauer
der -en darf nicht überschritten werden; *auf A.
[(verkaufen]: (in Raten / ver)kaufen).
11
Abzahlungs-
Abzahlung*-: -geschäft, das; -gesetz, das; -hypothek, die:
Hypothek mit gleichbleibenden Tilgungsbeträgen; -kauf,
der; -käufer, der; -rate, die; -System* das; -Verpflichtung,
die; -vertrag, der; -wesen, das <o. PL).
«bzapfen <sw. V.; hat): a) zapfend entnehmen: Wein. Bier.
Jmdm. Blut a. (ugs.; einen Aderlaß vornehmen); Ü Jmdm.
Geld a. (ugs.; es unbescheiden von ihm fordern u. erhalten);
wo die Matrosen von „vögeln4'... reden, sagen die Docker
...: ..Heut lassen wir uns einen a." (vulg.; Genet [Übers.].
Querelle 35); b) (selten) zapfend allmählich leeren: ein Faß
a.; <Abl.:> Abzapfung, die; -. -en.
?bzappeln, sich <sw. V.; hat): längere Zeit heftig zappeln:
Es (= ein bestimmtes Verhalten) hat ... den Zweck, die
Beute sich erst a. zu lassen (Lorenz. Verhalten I. 106);
Ü so zappelte ich mich wohl etwas ab und benahm mich
ein wenig auffällig, um nicht völlig übersehen zu werden
(ugs.; bemühte mich sehr eifrig: K. Mann, Wendepunkt
154).
«bzäiancn <sw. V.; hat) (selten): einem Reih od, Zugtier
das Zaumzeug abnehmen (Ggs.: aufzäumen): die Pferde
a.
abzäunen <sw. V.; hat): (eine Fläche, ein Gebäude o.a. von
einer anderen) durch einen Zaun abtrennen: ein Lager a.;
ein ... Gebäude, das besonders abgezäunt war und zu
dem niemand ... hingehen durfte (Leonhard. Revolution
159); <Abl.:> Abzäunung, die; -. -en.
fbzehren <sw. V.; hat): abmagern, verkümmern lassen: die
Krankheit hatte ihn völlig abgezehrt; abgezehrt sein,
aussehen; ein abgezehrter Körper; <Abl.:> ^bzehrung, die; -
(veraltet): Abmagerung, Kräfteverfall
Abzeichen, das; -s. - [urspr. = (Kenn)zeichen; t Zeichen]:
a) Anstecknadel als Kennzeichen einer Zugehörigkeit,
Mitgliedschaft: ein A. am Rockaufschlag tragen; b) Plakette:
wir verkaufen morgen A. Air die Caritas; c) Erkennungs-,
Kenn]zeichen, Merkmal, Attribut: er trug die A. der
Abtswürde (Hesse. Narziß 346); ein Armenkind mit häßlichen,
großen Händen, diesem A. einer niederen ... Geburt (Th.
Mann. Hoheit 149); d) (Viehzucht) von der Grundfarbe
abweichender, meist weißer Haut- oder Haarfleck bei
Haustieren.
abzeichnen <sw. V.; hat): 1. zeichnend nachbilden,
wiedergeben, kopieren: ein Haus, eine Blume, ein Tier a.; Ü Sie
werden ... Jeden Winkel wiedererkennen. Jedes Mädchen
und Jeden kleinen Ganoven, den er abgezeichnet hat (im
Roman geschildert hat: Jens. Mann 45). 2. mit seinem
Namenszeichen versehen, als gesehen kennzeichnen,
signieren: er zeichnete den Rapport ab. ohne ihn gelesen zu
haben. 3. <a. + sich) a) sich abheben, in seinen Umrissen
[deutlich] erkennbar sein: die Konturen. Umrisse von etw.
zeichnen sich auf einem Hintergrund ab; der gewölbte
Brustkorb, unter dessen ... Haut die Rippen sich kräftig
abzeichnen (Th. Mann. Herr 13); Ü eine Entwicklung.
Tendenz. Gefahr zeichnet sich ab (wird erkennbar, deutet
sich an): b) sich widerspiegeln, sichtbar werden: in seinem
Gesicht zeichnete sich ein plötzliches Erschrecken ab; <Abl.
zu 2 u. 3:) Abzeichnung« die; -. -en.
i^bzieh-: -apparat, der: 1. Vorrichtung, mit der man Klingen
abziehen (7) kann. 2. svw. Kpresse; ^Wld, das:
Druckerzeugnis, dessen Darstellung spiegelverkehrt auf ein wasserlöslich
grundiertes Papier gedruckt ist u. nach Anfeuchten auf eine
andere Masse übertragen werden kann, wobei das Papier
abgezogen wird: -er abziehen; Ü Die globale Inflation ...
ist nur ein A. der Politik (MM 4. 6. 70. 2); -klinge,
die: Klinge, mit der man etw. durch Abziehen feinster Späne
säubern u. glätten kann; -presse» die: Druckpresse, auf
der Korrekturabzüge o. ä. mit der Hand hergestellt werden;
-riemen,der: Lederriemen zum Abziehen (7) des
Rasiermessers; -stahl, der: Wetzstahl; -stein, der: feinkörniger
Schleifstein zum Nachschleifen von Schneidewerkzeugen
unter Verwendung von Wasser od. öl; -Vorrichtung, die
(Technik): Vorrichtung, mit der man ein Rad von einer Welle
od. Achse abziehen (1 a) kann.
abziehen <unr. V.) /vgl. abgezogen/: 1. <hat) a) vonlaus
etw. ziehend entfernen, weg-, herunter-, herausziehen: den
ZUndschlUssel a.; einen Ring vom Finger a.; b) (landsch.)
(was man an sich trägt) abnehmen, ablegen: die Mütze
a.; Arlecq lockerte den Kragen und zog die Krawatte
ab (Fries, Weg 285). 2. a) (von einem Tier) das Fell,
die Haut entfernen <hat): dem Hasen das Fell a.; b) (ein
erlegtes, geschlachtetes Tier) von seinem Fell, seiner Haut
befreien <hat>: den Hasen a. 3. durch Weg-, Herunterziehen
von etw. frei machen <hat>: Pfirsiche, Tomaten a.; die
Bohnen müssen abgezogen werden (von den Fäden befreit
werden). 4. a) die Bettwäsche vom Bett abnehmen <hat):
das Bettzeug, den Bezug a.; b) ein Bett von der Bettwäsche
frei machen <hat>: die Betten a. 5. den Abzug einer Waffe
o.a. betätigen (hat): die Handgranate a.; er lud durch
und zog ab. 6. glätten <hat): das Parkett (mit Stahlspänen]
a. 7. (eine Klinge) schärfen <hat>: das Messer auf einem
Stein a. 8. a) (Fot.) einen Abzug (2 a) machen, eine
Positivkopie herstellen <hat): ich habe das Negativ noch einmal
a. lassen; b) (Druckw.) einen Abdruck von etw. machen,
vervielfältigen (hat): bestimmte Schramm .... den Text
2000 Mal a. und verteilen zu lassen (MM 19. 1. 67. 5).
9. (Kochk.) mit etw. (bes. Eidotter) verrühren u. dadurch
eindicken, legieren (hat): die Suppe kurz vor dem Anrichten
a. 10. abfüllen (hat): Wein. Most [auf Flaschen] a. 11.
(Textilw.) (eine Farbe aus einem Stoff) herausziehen (hat):
die alte dunkle Farbe a. 12. (Milit.) (Truppen, Waffen)
zurückziehen (hat): die Truppen sind aus ihren Stellungen
abgezogen worden; die Artillerie von einem Frontabschnitt
a. 13. weglocken, entziehen (hat): die vielen Ablenkungen
zogen ihn von seiner Arbeit ab, zogen seine
Aufmerksamkeit ab. 14. von etw. abrechnen, durch Subtraktion
wegnehmen, subtrahieren (hat): 20 von 100 a.; ich habe vier Prozent
abgezogen; Ü zog er wohl neunzig Prozent von dem ...
Gerede ab (Fallada. Herr 209). 15. (salopp) vonstatten
gehen lassen, routinemäßig durchfuhren, veranstalten (hat):
eine Party, eine Fete a. 16. von einer Luftströmung
weggetragen werden, wegziehen (ist): der Rauch, der Nebel, die
Gewitterfront zieht ab. 17. (ist)a) (Milit.)abrücken,
abmarschieren: die Truppen zogen ab; b) (ugs.) weggehen, sich
entfernen: das kleine Mädchen zog strahlend ab; der ist
wie ein begossener Pudel abgezogen. 18. (Ballspiele Jargon)
plötzlich wuchtig schießen (hat); (Abi.:) Abzieher, der; -s,
- (Druckw.): jmd., der Korrekturabzüge abzieht (8 b).
fhzielen (sw. V.; hat): zum Ziel haben, anstreben; auf etw.
hinzielen, gerichtet sein: er zielt mit seinen Worten auf
das Mitgefühl seiner Zuhörer ab; Maßnahmen, die ... auf
die Sicherung und Steigerung der Macht... abzielen (Fraen-
kel. Staat 20); eine einseitig auf Leistung abzielende
Gesellschaftsordnung.
fbzirkeln (sw. V.; hat): /mit dem Zirkel/ genau abmessen:
eine Entfernung auf der Karte a.; Beete,Wege genau a.;
ein abgezirkelter Schrägschuß des Stürmers; Ü er zirkelt
seine Worte ab (spricht in wohlgesetzter Rede); (Abl.:>
i^bzirklung, ^bzirkehmg, die; -.
f bodttern (sw. V.; Ist) (salopp): sich entfernen: zittere bloß
ab!
fbzottefai (sw. V.; ist) (salopp): sich langsam, trottend
entfernen: ich zott[e]le ab.
^bzug, der; -[eis. Abzüge: 1. (WafTent.) Hebel zum Auslösen
des Schusses: am A. hantieren; Ü Den Finger am A. ...
standen Unionspolitiker bereit, den ... Moderator ...
..abzuschießen" (MM 29. 8. 69, 2). 2. a) (Fot.) von einem
Negativ hergestellte Positivkopie: Abzüge machen lassen;
b) (Druckw.) 'Abdruck (2): der A. ist noch nicht korrigiert.
3. a) Abrechnung: nach A. der Unkosten; *etw. in A.
bringen (Papierdt.; bei einer Berechnung abziehen); b) (PI.)
Steuern, Abgaben: meine Abzüge sind sehr hoch. 4. a)
(o. PI.) das Ab-, Wegziehen: wir müssen für ausreichenden
A. [der Gase] sorgen; b) Vorrichtung, Öffnung, durch die
etw. abziehen kann: über dem Herd befindet sich ein A.
für den Rauch. 5. (PI. ungebr.) (Milit.) das Abrücken,
der Abmarsch: der A. der Besatzungstruppen; (Abi. zu
3:) abzüglich [apgy:kli<;] (Präp. mit Gen.) (bes. Kauf-
mannsspr.): unter Abzug, nach Abzug; abgerechnet,
vermindert um, ohne: a. des gewährten Rabatts; (ein folgendes
alleinstehendes, stark gebeugtes Subst. im Sg. bleibt
gewöhnlich ungebeugt:) a. Rabatt.
fbzugs-, Abzugs- (gelegtl. mit abzug-. Abzug- wechselnd):
-bügd, der (WafTent.); -ßhig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Steuerw.): fähig zum Abzug (3 a): Werbungskosten und
Sonderausgaben sind -e Ausgaben; -feder, die (WafTent.);
--frei (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): frei von Steuerabzügen:
--graben, der: Abfluß-, Entwässerungsgraben, Drän; -hahn,
der (WafTent.); -haube, die (Bauw.): haubenartige
Vorrichtung über Feuerungen, Kochherden u. ä.; Giebel, der (Waf-
fent.); -kamin, der (Bauw.); -kanal, der (Bauw., Technik);
-leine, die (WafTent.); -loch, das (Bauw.); M-inne, die (Stra-
78
achs-, Achs-
ßenbau); ^rohr, das (Bauw.); ^schadi, das: Schach, das
durch das Abziehen einer Figur aus der Wirkungslinie der
Dame, eines Läufers od. Turmes geboten wird; --Schacht,
der (Bauw.); -Vorrichtung, die (Waffent., Wasserbau).
Qbzupfen <sw. V.; hat): a) durch Zupfen von etw. lösen,
abtrennen: die [Blütenblätter, Beeren. Stiele a.; b) durch
Zupfen von etw. frei machen: abgezupfte Traubenstiele.
fbzwacken <sw. V.; hat): 1. durch Zwacken von etw. lösen,
abkneifen: ein Stück Draht a. 2. /aus Kleinlichkeit]
abziehen, entziehen, abknapsen: Man konnte sie (= die Kinder)
bilden lassen, ohne sich etwas abzuzwacken (Brentano,
Chindler 43); Ü sich ein wenig Zeit für einen Besuch a.
abweckent'apisvekn] <sw. V.; hat) (selten): etw. bezwecken,
auf etw. abzielen: Maßnahmen, die auf eine Sicherung
seiner Macht abzweckten; <Abl.:> Abzweckung, die; -.
Abzweig, der -[e]s, -e: 1. (Verkehrsw.) abzweigende Autobahn.
Straße: am Straßenrand, wo die Strecke ansteigt hinter
dem A. (H. Kolb. Wilzenbach 124). 2. (Technik) Teilstück,
das zum Abzweigen einer Rohrleitung verwendet wird.
i^bzweig-: Mloee, die (Elektrot.) (bei Innenleitungen);
-kästen, der (Elektrot.) (bei Innenleitungen); -klemme, die
(Elektrot.) (bei Freileitungen); -muffe, die (Elektrot.) (bei
Kabeln); -röhr, das (Technik); -stelle, die: 1. (Eisenb.)
Blockstelle* an der ein od. mehrere Gleise abzweigen. 2.
svw. t Abzweig (1).
abzweigen [apljvqign] <sw. V.): 1. <ist) a) (von Wegen
o. ä.) seitlich abgehen, in eine andere Richtung führen: der
Pfad zweigte früher an dieser Stelle ab; Ü daß ich besser
davon absehe, diesen von meinem Wege abzweigenden
Pfad einzuschlagen (Th. Mann. Krull 255); b) (seltener)
(von Personen) sich von einer als Hauptrichtung
angesehenen Richtung entfernen, sie verlassen: weiter unten zweigt
Peter vom Wege ab. 2. zu einem bestimmten Zweck von
etw. wegnehmen <hat): einen Teil des Geldes zur
Schuldentilgung a.; Fachleute ... verstanden es. aus abgezweigten
Chemikalien Sprengladungen ... zu mixen (Apitz. Wölfe
27); <Abl. zu 1 a:> Abzweigimg, die; -. -en.
fbzwkken <sw. V.; hat): etw. durch Zwicken abtrennen:
ein Stück Draht a.
fbzwingen <sw. V.; hat): von jmdm., sich od. etw. durch
Zwang erhalten. Jmdm.. sich abnötigen, abringen: dem
Gegner Bewunderung a.; ich zwang mir ein Lächeln ab.
abzwitschern <sw. V.; ist) (salopp): davongehen, sich
entfernen: nach dem Frühstück sind sie endlich abgezwitschert.
a cappella [a ka'pela; aus ital. ta u. cappella = Kapelle
(einer Kirche), t 'Kapelle, d. h. in der Art der Kapellchöre,
bes. der der Sixtinischen Kapelle in Rom] (Musik): (vom
Chorgesang) ohne Begleitung von Instrumenten: die Chöre
sind alle a c; a c. singen; <Zus.:> A-Cappdla-Chor, der.
accelerando [atjele'rando] <Adv.) [ital. accelerando,
Gerundium von: accelerare = beschleunigen < lat. acceleräre]
(Musik): schneller werdend, beschleunigend: Abk.: accel.
Accent aigu [aksäte'gy; frz. accent aigu < mlat. accentus
acutus, aus lat. accentus (t Akzent) u. acutus = scharf,
spitz], der; - -. -s -s [aksäze'gy]: Akut im Französischen
iz. B. €): Accent circonilexe [aksäsirkö'fkks; frz. accent
circonflexe < mlat.. spätlat. accentus circumflexus. aus
lat. accentus (t Akzent) u. circumflexus. 2. Part, von: cir-
cumflectere = umbiegen, eine Silbe als lang betonen],
der; - -, -s -s [aksäsirkÖ'fleks]: Zirkumflex im Französischen
(z. B. ä); Accent grave [aksä'gra.v; frz. accent grave <
mlat. accentus gravis, aus lat. accentus (f Akzent) u. gravis
= schwer, tief, unbetont], der; - -. -s -s [aksä'gra:v]: Gravis
im Französischen (z. B. e).
Accessoires[akse'sQ'a:s(s)] <P1.) [frz. accessoires =
Nebensachen, subst. aus: accessoire = nebensächlich,
untergeordnet < mlat. accessörius = hinzukommend,
zusätzlich, zu lat. accessus, 2. Part, von: accedere =
hinzukommen]: modisches Zubehör zur Kleidung wie Gürtel.
Handtasche. Schmuck: eine vollständige Garderobe mit allen A.
Accompagnato [ak3mpan'ja:to], das; -s. -s u. ...ti [...ti; ital.
aocompagnato = begleitet] (Musik): das von Instrumenten
begleitete Rezitativ.
Accrochage [akro'Jatf. die; -, -n [frz. accrochage = das
Anhaken, das Aufhängen, zu: accrocher = aufhängen,
zu: croc = Haken < fränk. * krok]: Ausstellung eigener
Bestände von Privatgalerien, wobei das ..An-. Aufhaken"
der Bilder zum Teil in Anwesenheit des Publikums erfolgt.
Set [eis], das; -. -s [...siz; engl, ace < frz. as. TAs] (Golf,
Tennis): As.
Acella <&)[a't§ela], das; - [Kunstwort]: für
Wandverkleidungen. Klebefolien, Tischbelag u. a. verwendete Kunststoffolie
aus Polyvinylchlorid.
Acetat [at$e'ta:t], das; -s, -e [zu lat. acetum. t Acetum]
(Chemie): 1. <o. PL) Chemiefaser auf der Basis von
Zellulosederivaten. 2. Salz od. Ester der Essigsäure: (Zus. zu I:) Acetgtfo-
lie. die; -; Acetgtsefcle, die; -; Aceton [atse'to:n]. das; -s
[zu lat. acetum, t Acetum] (Chemie): farblose, stark
riechende Flüssigkeit, die als Lösungsmittel verwendet wird; Acetun
[atje.tum]. das; -[s] [lat. acetum = saurer Wein,
(Weinessig] (Chemie, Pharm.): Essig.
Acetylen [auety'le:n], das; -s [zu lat. acetum (tAcetum)
u. griech. hyle = Stoff. Materie] (Chemie): farbloser,
brennbarer Kohlenwasserstoff
Acetylen-: ^hrenner, der: Schweißgerät, in dem Acetylengas
als Brenngas verwendet wird: ^gas, das: aus Kalziumkarbid
u. Wasser gewonnenes Gas; -lampe, die (früher): mit
Acetylengas gespeiste Lampe; -schweißung, die: mit Hilfe eines
Acetylenbrenners vorgenommene Schweißung.
ach [ax] <Interj.) [mhd. ach. ahd. ah] drückt aus: a)
Betroffenheit. Mitleid: ach Gott!; ach. du lieber Himmel!; ach
Je!; b) [Ironisches] Bedauern: ach. wie schade!; verstärkend
vor „so" + Adj.: die ach so großzügige, liberale Haltung
Pankows gegenüber Kunst und Künstlern (MM 8. 12.
65. 2); c) Klage: ach. ich habe sie verloren; * ach und
weh schreien (ugs.; jammern u. klagen); d) Erstaunen,
Verwunderung: ach, das ist mir neu!; ach. ist das schön!;
ach. den meinst du?; ..Wer ist das?44 .JDer Arzt.44 .Ach
der! Der will mich nur heiraten.44 (Remarque. Obelisk
231); e) Wunsch, Verlangen: ach. wäre doch schon
Feierabend!; 0 Unmut: ach. das verstehst du nicht; g)
Verstehen (ach + so): da hörten sie auf mit der Brüllerei,
sagten .Ach so44 und ... (Grass. Blechtrommel 298); h)
Verneinung (ach + wo[her], was; ugs.): ach wo. wir waren
zu Hause; (subst.:> Ach [-), das; -s. -: ein A. des Bedauerns,
sein ewiges Ach und Weh fällt mir auf die Nerven; 'mit
Ach und Krach (ugs.; mit Mühe u. Not. nur unter großen
Schwierigkeiten).
Achine [a'xe:nd]. die; -. -n [aus gr. a- = nicht, un- u.
chainein = klaffen, gähnen] (Bot.): für die Korbblütler
typische einsamige Schließfrucht.
Achat [axa:t], der; -[e]s. -e (mhd. achät(es) < lat. achates
< griech. achätes. H. u.] (Min.): gebundener Chalzedon
(Halbedelstein) von verschiedener Färbung;achaten[axa:tn]
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Achat bestehend, gefertigt:
eine ... -e Dose mit Brillanten (B. Frank. Tage 13).
acheln ['axjn] <sw. V.; hat) üidd. achlen] (landsch.): essen:
ich ach[e]le. was das Zeug hält; hier kriegst du nichts
mehr zu a. (Leip. Klabauterflagge 52).
Acheuleen [aioleS:]. das; - [s] [nach Saint-Acheul. einem
Vorort von Amiens] (Prähistorie): Stufe der älteren
Altsteinzeit.
Achillesferse [a'xiles-], die; -, -n <P1. ungebr.) [nach der
einzigen verwundbaren Stelle am Körper des griech.
Sagenhelden Achilles, seiner Ferse, an der ihn seine Mutter
Thetis beim Eintauchen in den Styx festgehalten hatte.
Durch einen Pfeilschuß in die Ferse wurde Achilles getötet]
(bildungsspr.): jmds. verwundbare Stelle; empfindlicher,
schwacher Punkt: das ist seine A.; Wer in die geheimen
Dienste tritt.... der muß seine Blößen, verwundbaren
Stellen, -n... sorgfältig verbergen (Habe, Namen 386);
Achillessehne, die; -. -n [analog zu f Achillesferse, da ein Riß
dieser Sehne Geh- u. Stehunfähigkeit bewirkt] (Anat.):
Sehne, die zwischen Fersenbein und Wadenmuskel verläuft;
<Zus.:) Achjllesehnenreflex. der (Med.); Achillessehnenriß,
der: typische Sportverletzung.
Ach-Laut fax-], der; -[e]s. -c: der Laut eh. wie er im Deutschen
nach a. o. u gesprochen wird (z. B. ach, Koch, Geruch).
Achromasie [akroma'zi:], die; -. -n [...i:an; aus griech. a-
= nicht, un- u. chröma (Gen.: chrömatos) = Haut(farbe).
Farbe] (Optik): das Freisein von Farbfehlern (bei optischen
Systemen); Achromat [akro'ma.t], der; -[e]s. -e (Optik):
Linsensystem, bei dem die chromatische Aberration für zwei
Farben korrigier} ist: achromatisch [akro'ma:tül <Adj.; o.
Steig.) [gr. achromatos = ohne Farbe] (Optik): die
Achromasie betreffend, sie aufweisend; unbunt: Schwarz und Weiß
sind -e Farben; Adiromatisnus [akroma'tismus]. der; -.
...men: svw. tAchromasie.
feto-, Achs- (bes. Kfz.-T.. Fahrzeugbau) (vgl. auch: achsen-.
Achsen-): -abstand, der: Abstand zwischen zwei Achsen.
79
Achse
Radstand: -antrieb, der (Kfz.-T.): Antrieb der Treibachse
durch das vom Getriebe kommende Drehmoment: -bmdu
(auch:) Achsenbruch, der; -druck, der <PI.: ...drücke)
dafür besser Nlast; -«etriebe, das (Kfz.-T.): Getriebe zum
Antrieb der Achswellen: -kilometer, der (Eisenb.):
statistische Maßzahl zur Bestimmung der Betriebsleistung insbes.
im Bahnverkehr: -lager, das: Lager an Fahrzeugen, das
Kräfte auf die beweglichen Räder überträgt: -last, die:
von einer Achse auf die Unterlage ausgeübte Kraft: Miagel,
der: vor das Rad gesteckter Stift, der verhindert, daß sich
das Rad von der Achse löst: Vorstecker. Ltinse: -recht
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.): svw. taxial; -schenket, der
(Kfz.-T.): Verbindung zwischen dem Ende der Vorderachse
u. dem Vorderrad: -stand, der: svw. t -abstand; -stürz,
der: von der Senkrechten abweichende Neigung eines Rades:
-welle, die: als Achse dienende Welle: (Kfz.-T.:) Antriebs-
welle eines Kraftfahrzeugs.
Achse l'aksa]. die: -. -n [1 a: mhd. a(c)hse. ahd. ahsa. urspr.
= Drehpunkt (der geschwungenen Arme)]: 1. (Technik)
a) Teil, das zwei in Fahrtrichtung nebeneinanderliegende
Räder eines Fahrzeugs. Wagens verbindet: die A. ist
gebrochen, hat sich heißgelaufen; bis an die -n im Schlamm
einsinken; ein Zug mit, von 80 -n (Radpaaren): Ü die
A. Berlin-Rom (Bezeichnung für die enge außenpolitische
Zusammenarbeit zwischen dem faschistischen Italien u. dem
ns. Deutschland: 1936 von Mussolini in einer Rede geprägt);
* auf [der] A. sein (ugs.; unterwegs, auf Reisen, auf Geschäfts-
reise sein); per A. (Wirtsch.. Verkehrsw.; mittels eines
Landfahrzeugs); b) stabförmiges 'mit Zapfen versehenesj
Maschinenteil zum Tragen u. Lagern von Rollen. Rädern.
Scheiben. Hebeln u.a.: die A. der Schleifscheibe. 2. gedachte!
Mittellinie, um die sich etw. dreht: Drehachse: ich drehte
mich um die eigene A ; der Weihnachtsbaum begann sich
langsam um seine A. zu drehen; Mit der Spitze des Schirms
visierte er die Mitte des Riesenrads, als wollte er es um
die A. des Schirms kreisen lassen (Fries. Weg 63). 3. a)
(Math.) a) svw. t Symmetrieachse; ß) svw. t
Koordinatenachse; b) (Geol.) gedachte Linie, um die die Schichtung
herumgebogen ist: c) (Archit.) Linie senkrechter od.
waagrechter Richtung, auf die Bauwerke. Grundrisse o. ä. bezogen
sind. 4. (Bot.) svw. tSproßachse.
Achsel [aksl]. die; -. -n [1 a: mhd. ah sei. ahd. ahsla. urspr.
= Drehpunkt (der geschwungenen Arme)]: 1. a) Winkel,
den Oberarm und Rumpf miteinander bilden: Schulter /
gelenkt: die -n hochziehen, fallenlassen; etwas unter die
A. klemmen; unter der A. Fieber messen; * [über jmdn.
od. etw.] die -n/mit den -n/(seltener:) die A. zucken (mit
einem Hochziehen der Schulter zu verstehen geben, daß
man etw. nicht weiß. jmdn. od. etw. nicht versteht): Johanna
zuckte verständnislos mit den -n und schenkte sich ein
Glas Burgunder ein (Lederer, Drei Tage Liebe 18); etw.
auf die leichte A. nehmen (etw. nicht genügend ernst
nehmen): etw. auf seine -n nehmen (die Verantwortung für
etw. übernehmen): auf beiden -n (Wasser] tragen (veraltet;
es mit beiden Parteien halten); Jmdn., etw. Über die A.
ansehen (auf jmdn.. erw. herabsehen): Man sprach mit
Geringschätzung von ihnen .... sie wurden über die A.
angesehen (Th. Mann. Zauberberg 286); b) Achselhöhle:
die -n ausrasieren; das Gewehr in die A. schieben; in
der A. Fieber messen; c) (Schneiderei) Schulterteil an einem
Kleidungsstück: die A. muß gehoben werden. 2. (Bot.)
svw. t Blattachsel.
fchsel-, Achsel-: -band, das <P1.: -bänder): Quer über die
Achsel laufendes Band eines Frauenkleides o.a.: Mlrüse,
die: Talg-. Schweiß- od. Duftdrüse in der Achselhöhle: ^griff,
der: bei der Rettung eines Ertrinkenden den A. anwenden;
-grübe, die: svw. t-höhle; -haare (PI.): in der Achselhöhle
wachsende Haare: ich muß mir die A. ausrasieren; -höhle,
die: grubenartige Vertiefung unter dem Schultergelenk beim
Menschen: -klappe, die <meist Pl.>: Schulterstück an
Uniformrock od. -mantel als Rangabzeichen: -knospe, die
(Bot.): in den Blattachseln angelegte Seitenknospe: -pobter,
das: die Achseln bedeckendes Polster bei Kleithingsstücken:
^schnür, die <PI. -schnüre): an der Achselklappe einer
Uniform befestigte geflochtene Schnur: -schweiß, der; -sproß,
der (Bot.): aus einer Achselknospe hervorgegangener
Seitensproß: -ständig <Adj.; o. Steig.) (Bot.): in der Blattachsel
stehend: -stück, das <meist PL): svw. T-klappe; -zucken,
das; -s: ein A. war die Antwort; -zuckend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): a. hinausgehen.
achseln l'aksjn] <sw. V.; hat) (landsch.): schultern: den
Rechen a.
tchsen-, Achsen- (bes. Naturwissenschaften; vgl. auch: achs-,
Achs-): -bruch, (auch:) Achsbruch, der; -drehung. die:
die A. der Erde; -kreuz, das (Math.): svw. t
Koordinatenkreuz; -mächte <P1.) [nach der Achse Berlin-Rom. vgl.
Achse (1 a)] (Politik): (von 1936 an) das ns. Deutsche
Reich u. seine Verbündeten, bes. Italien: -Symmetrie, die
(Math), dazu -symmetrisch <Adj.; o. Steig.); -Zylinder,
der (Med.): Teil der Nervenfaser.
-achser [-|akse] in Zusb., z.B. Dreiachser (mit Ziffer:
Sachser): Wagen mit drei Achsen (1 a); achsig Caksif] <Adj.X
Achsigkeit, die; -: Verdeutschungen Tür t axial, Axialität;
-achsig [-|aksi$] in Zusb.. z. B. dreiachsig (mit Ziffer:
Sachsig): mit drei Achsen (1 a) versehen .
acht [axt] (Kardinalz.) [mhd. aht. ahd. ahto) (als Ziffer:
8): a. und eins ist/macht/gibt neun; wir sind a. Personen,
zu a.. (ugs.:) zu -en. (geh.:) unser a.; die ersten, letzten
a.: das kostet a. Mark; es ist. schlägt a. [Uhr]; um a..
Punkt a., (ugs.:) Schlag a.; ein Viertel vor (seltener: auf),
nach a.; halb a.; er kommt gegen a. [Uhr]; alle a. Tage;
er wird heute a. [Jahre], a. Jahre alt; im Jahre a. nach
Christus; ich fahre mit der Linie a.; die Mannschaft gewann
a. zu vier (8:4); acht... faxt...) (OrdinaLz. zu facht) [mhd.
aht.... ahted.... ahd. ahtod...] (als Ziffer: 8.): er ist der
-e (der Reihe nach); er ist der Achte in der Klasse (der
Leistung nach); heute ist der -e Januar; heute ist der Achte
(der achte Tag des Monats): Heinrich der Achte; 'Acht
[-]. die; -. -en: a) Ziffer 8: eine A. schreiben; die Zahl.
Ziffer Acht; eine arabische, römische A.; eine A. schießen;
b) etw. von der Form der Ziffer 8: auf dem Eis eine A.
laufen; er hat eine A. im Vorderrad (ugs.; Verbiegung
in Form einer 8); c) (ugs. scherzh.) Handschellen: jmdm.
die [stählerne] A. anlegen; d) Spielkarte mit acht Zeichen:
die A. abwerfen; e) (ugs.) Wagen. Zug der Linie 8: ich
bin mit der A. gefahren.
2Acht [-]. die; - [mhd. ähte. ahd. ähta] (hist.): Ausschlu/J
einer Person vom Rechtsschutz, auf Grund dessen sie
vogelfrei wurde: über jmdn. die A. verhängen; jmdn. mit der
A. belegen; *jmdn. in A. und Bann tun (1. hist.; aus der
weltlichen u. kirchlichen Gemeinschaft ausschließen. 2. geh.;
aus einer Gemeinschaft ausschließen, verdammen): Eine
Reihe von anderen nicht ganz unbekannten Kompatrioten
wurden zusammen mit mir in A. und Bann getan (K.
Mann. Wendepunkt 266).
3 Acht [-]. die; - [mhd. ahte. ahd. ahta] (veraltet):
Aufmerksamkeit <nur in bestimmten Wendungen, daher als Subst.
verblaßt u. meist klein geschrieben): etw. außer a./(selten:)
aus der A.. außer aller A. lassen (nicht beachten): etw.
in a. nehmen (vorsichtig, sorgsam behandeln): sich in a.
nehmen (vorsichtig sein, aufpassen): nimm dich in a.! Vgl.
achtgeben, achthaben.
acht-. Acht- (Ziffer 8): >annig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
mit acht Armen: ein -er Leuchter; - bändig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): acht Bände umfassend: ein -es Lexikon; >bässig
[-besi<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit acht Bässen I
versehen I: ein -es Akkordeon; > blättrig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Bot.): mit acht Blütenblättern: die Achtblättrige
Silberwurz; reck, das: Figur mit acht Ecken. Oktogon: > eck ig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): acht Ecken aufweisend: ein
-er Bau; >einhflb <Bruchz.) (mit Ziffern: 8V2): vor a. Jahren
(vgl. ^undeinhalb); > ender. der (Jägerspr.): Hirsch
(Rehbock), dessen Geweih (Gehörn) an jeder Stange vier Enden
hat.-y faltig <Adj.; o. Steig.) (selten): acht Falten aufweisend:
> fähig <Adj.; o. Steig.) (veraltet): svw. tachtfach; -flach,
>flächner, der: svw. tOktaeder; >fUßer (so fachspr.),
-fixier, der: svw. tOktopode; >gesoho6sig <Adj.; o. Steig; nicht
adv.): in acht Geschossen gebaut: ein -es Gebäude; >gliedrig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (mit Ziffer: 8gliedrig): mit
acht Gliedern / versehen I: HPOScheniunoe. der: a) Spitzel,
käufliches Subjekt: b) Jugendlicher, der zu homosexuellem
Verkehr bereit ist: > hindert (Kardinalz. > (mit Ziffern: 800);
vgl. hundert; -Jährig <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (mit Ziffer:
8jährig): a) acht Jahre alt: ein -es Mädchen; b) acht Jahre
dauernd: eine -e Amtszeit; > jährlich <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): sich alle acht Jahre wiederholend: in -en Abständen;
>kampf, der (Leichtathletik): turnerischer Mehrkampf der
Frauen od. der Jugend der Altersklasse zwischen 14 u. 16
Jahren, der aus vier Pflicht- u. vier Kürübungen besteht:
> kantig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit acht Kanten ' verse-
80
achtem
henj: -e Muttern; * Jmdn. a. hinauswerfen/hinausschroeißen/
rausschmeiflen: (salopp; ihn handgreiflich u.]
ausgesprochen grob aus dem Zimmer weisen): > klassig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (mit Ziffer: 8klassig): aus acht
Schulklassen bestehend: eine -e Schule; >mal (Wiederholungsz..
Adv.): acht Male: ich bin a. in München gewesen; a.
so groß wie; acht- bis neunmal; >malig <Adj.; o. Steig.;
nur attr.) (mit Ziffer: 8malig): acht Male stattfindend:
-es Niederknien; nach -er Wiederholung; Mneter, der:
Strafstoß beim Hallenfußball: -monatig <AdJ.; o. Steig.;
nur attr.) (mit Ziffer: 8monatig): a) acht Monate alt: ein
-es Fohlen; b) acht Monate dauernd: ein -er Aufenthalt;
-monatlich <Adj.; o. Steig; nicht präd.) (mit Zifler: 8mo-
natlich): sich alle acht Monate wiederholend: a. wechseln;
-monatskind. das: Kind, das schon nach acht Monaten,
d.h. einen Monat zu früh, geboren wurde: >pfünder, der
(mit Ziffer: 8pfünder): 1. (früher) Geschütz, das acht Pfund
schwere Geschosse verwendete. 2. etw.. was acht Pfund wiegt.
z. B. ein Neugeborenes: > pfundig <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(mit Ziffer: 8pfundig): acht Pfund wiegend: >po*rähre. die
(Elektrot.): Elektronenröhre mit acht Elektroden. Oktode:
-Punktschrift, die (Druckw): Schrift, deren Lettern acht
typographische Punkte groß sind: > seit ig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (mit Ziffer: 8seitig): aus acht Seiten bestehend,
acht Seiten enthaltend: ein -er Prospekt; ein -es Vieleck;
>siibig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus acht Silben
bestehend: ein -es Wort; >spimig <AdJ.; o. Steig.): mit acht
Pferden bespannt: eine -e Kutsche; a. fahren; ^stdlig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): aus acht hintereinander geordneten
Zahlen bestehend, die als Einheit zu lesen sind: eine -e
Zahl; -stöckig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (mit Ziffer:
Sstöck'm): mit acht Stockwerken: ein -es Haus; -styndentag,
der: acht Stunden dauernder Arbeitstag: -stündig <Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (mit Ziffer: 8stündig): acht Stunden
dauernd: ein -er Arbeitstag; ^stündlich <AdJ.; o. Steig.;
nicht präd.) (mit Ziffer: 8stündlich): sich alle acht Stunden
wiederholend: a. wechseln; -tägig <Adj.; o. Steig.; nur
attr.) (mit Ziffer: 8tägig): acht Tage dauernd: ein -er
Kongreß; >tiglich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (mit Ziffer:
8täglich): sich alle 8 Tage wiederholend: a. wechseln;
-tausend <Kardinalz.) (mit Ziffern: 8000); vgl. tausend:
-tausender, der: Gipfel von u. über 8000 m Höhe: einen
A. bezwingen; -teilig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (mit
Ziffer: 8teilig): aus acht Teilen bestehend: ein -es Service;
-tonner, der (mit Ziffer: 8tonner): Lastwagen mit acht
Tonnen Ladegewicht: -uhrvorstellung. die: Theater-.
Kinovorstellung, die abends um acht Uhr beginnt: >uhrzug, der:
Zug. der morgens od. abends um acht Uhr abfährt: >undein-
hflb: verstärkend für! -einhalb: -undvierziger [...fir&ige],
der; -s. -: Person, die an der dt. Revolution von 1848
teilgenommen od. mit ihr sympathisiert hat: -undvierzigfUkhner
[axt|unt'firt$i$-]. der: Kristallform des regulären
Kristallsystems mit 48 Flächen: >zehn <Kardinalz.) (mit Ziffern:
18). dazu: > zehrender, der (Jägerspr.): Hirsch, dessen
Geweih an jeder Stange neun Enden hat: > zehnjährig (Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (mit Ziffern: 18jährig): a) achtzehn
Jahre alt: ein -er Bursche; <subst.:) die Achtzehnjährigen
<Dekl.: t Abgeordnete); b) achtzehn Jahre dauernd: nach
•er Pause; > zeilig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (mit Ziffer:
8zeilig): aus acht Zeilen bestehend: eine -e Strophe; > zöllig,
(auch:) -zollig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (mit Ziffer:
8zöllig): acht Zoll lang: ein -es Rohr; -Zylinder, der (ugs.
kurz für): a) t Achtzylindermotor; b) Kraftwagen mit
Achtzylindermotor: -zylindermotor, der: Kfz.-Motor mit acht
Zylindern: >zylindrlg <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (mit Ziffer:
8zylindrig): mit acht Zylindern: ein -er Motor.
achtbar [axtba:?! <AdJ.) [a. b: mhd. aht(e)baere. zu: ahte
= Stand. Rang. f3Acht] (geh.): a) von anderen geachtet:
aus -er Familie stammen; als -er Geschäftsmann gelten;
b) Achtung fordernd, heischend: achtenswert,
anerkennenswert: eine -e Leistung; ich finde es ja aller Ehren wert,
daß Sie sich mit solchem Eifer <x Arbeit widmen (Fallada,
Blechnapf 193); seine Rolle a. spielen; <Abl.:) Achtbarkeit,
die; -.
achtel faxt)] <Bruchz.) (als Ziffer: g): ein a. Zentner; drei
a. Liter; Achtel [-], das, Schweiz, meist: der; -s. - [a: mhd.
ahtel, ahteil, ahd. ahto tella = der achte Teil]: a) der
achte Teil einer Menge. Strecke: ein A. Butter; drei A.
des Weges; b) (Musik) svto. t Achtelnote.
achtel-: -finale, das (Sport): Ausscheidungsrunde der
sechzehn Mannschaften, die sich in einem
Meisterschaftswettbewerb qualifiziert haben, dazu: -flnalist, der: Teilnehmer
am Achtelfinale: -llter, der: der achte Teil eines Liters:
einen A. Wein bestellen; ^k», das: Los der Klassenlotterie,
das den achten Teil des Wertes eines ganzen Loses hat:
ich spiele ein A. bei der Süddeutschen Klassenlotterie;
-note, die (Musik): Note, die den achten Teil des Wertes
einer ganzen Note hat: ^pause, die (Musik): Pause von
der Dauer einer Achtelnote: -Zentner, der: der achte Teil
eines Zentners.
achteln faxtjn] <sw. V.; hat): in acht Teile teilen, in Achtel
zerlegen.
achten I'axtn] <sw. V.; hat) /vgl. geachtet/ [2 a. 3: mhd.
ahten, ahd. ahtön; zu t3Acht]: l.jmdm. Achtung
entgegenbringen: respektieren, ästimieren: das Gesetz, das Alter,
die Gefühle anderer a.; es war in diesen Zeiten für einen
Propheten, der in seinem Dorf nicht gebührend geachtet
wurde, in der Stadt etwas zu machen (Feuchtwanger,
Erfolg 543). 2. *)jmdm.. einer Sache Beachtung.
Aufmerksamkeit schenken, beachten: er achtete nicht auf die Passanten;
wir hatten nicht auf das herannahende Gewitter geachtet:
er sprach weiter, ohne auf die Zwischenrufe zu achten;
<geh.; veraltend mit Gen.. gewöhnlich in verneinten
Sätzen) ohne zunächst der Mitfahrenden auf den überfüllten
Sitzplätzen zu a. (Kasack. Birkenwäldchen 43); (geh.;
veraltet mit Akk.; gewöhnlich in verneinten Sätzen) er achtete
nicht die Gefahr; ohne die Kälte zu a ; b) aufpassen.
achtgeben: auf das Kind a.; auf Pünktlichkeit a.; Also
mußte ... mit aller Strenge darauf geachtet werden, daß
nur eine Deutung rechtgläubig blieb (Thieß. Reich 334).
3. (geh., veraltend) für jmdn.. etw. halten, erachten: etwas
für Betrug a.; wer Welt und Menschen für wenig oder
nichts achtet (Th. Mann. Krull 19).
Sehten fextp] <sw. V.; hat) [a: mhd. shten. ähten, ahd.
ahten; zu T -Acht]: a) (hist.) über jmdn. die 2Acht verhängen:
Graf Werner von Kyburg wurde als Anhänger Herzog
Ernsts von Schwaben geächtet; b) aus einer Gemeinschaft
ausstoßen: die anderen Häftlinge ächteten ihn; sie fühlte
sich geächtet: c) (als gemeinschaftsfeindlich) verdammen,
verfemen: ein Land wegen seiner Rassenpolitik ä.; die
Todesstrafe ä.
achtens l'axtns] <Adv.) (als Ziffer: 8.): als achter Punkt,
an achter Stelle.
achtenswert <Adj.; -er. -este): wert, daß man jmdn. od. etw.
{belachtet: -e Motive; sie begann schon ein recht -es
Mitglied der Familie zu werden (Brand. Gangster 68).
Achter faxt*], der; -s, -: 1. (Sport) a) (Rudern) Rennboot
für acht Ruderer (mit je einem Riemen) u. einen Steuermann:
b) (Eis[kunst]lauf. Rollschuhlauf. Reiten) Figur in Form
einer 'Acht. 2. (landsch.) svw. t 'Acht (a, e).
'Achter-: -bahn, die: Berg-und-Tal-Bahn mit mehreren
Schleifen in Form einer 'Acht: -kreisen« das (Gymnastik):
Übung, bei der man mit einem Bein, beiden Beinen, dem
Rumpf od. den Armen eine 'Acht (b) in der Luft beschreibt:
^lauf.der(bes. Hallenhandball): Spielsystem zum
Überwinden der gegnerischen Deckung, bei dem die Angreifer in
Form einer Querliegenden 'Acht vor dem Wurfkreis laufen
u. sich den Ball zuspielen: -mannschaft. die: die einen Achter
(1 a) rudernde Mannschaft einschl. Steuermann: -reihe,
die: von acht Personen gebildete Reihe.
tchtcr-, 24chter- [(m)niederd. achter = hinter, vgl. After]
(Seemannsspr.): -aus <Adv.): nach hinten: vom Heck aus
schräg a.; -deck, das: svw. f Hinterdeck; -last, die: Last
eines Schiffes, die dessen hinteren Teil tiefer ins Wasser
drückt als den vorderen, dazu: -lastig [-lästig] <AdJ.>: so
getrimmt, daß der hintere Teil tiefer im Wasser liegt: ein
-es Schiff; a. schwimmen, dazu: -lastigkeit, die; -; -schiff,
das: svw. t Hinterschiff; -Steven, der: svw. t Hintersteven.
Ächter fetzte], der; -s. - [mhd. äehter. ehter. ahd. ähtare]:
1. (hist.) Person, über die die 2Acht verhängt worden ist.
2. (selten) Person, die jmdn. ächtet.
achterlei (Gattungsz.; indekl.) [t-leij: a) von achtfach
verschiedener Art: in a. Farben; auf a. Weise; a. Sorten
Papier; b) acht verschiedene Dinge: a. zu besorgen haben.
achterlich [axtelic] <AdJ.) [vgl. achter-. Achter-]
(Seemannsspr.): von hinten kommend: -e See; Der Wind war
a. und fetzte mir den Schornsteinrauch in die Augen (Leip.
Klabauterflagge 37); achtern faxten] <Adv.)
(Seemannsspr.): hinten (von mittschiffs an nach hinten): das
Wasser läuft a. ab; nach a. gehen.
6 GDW
81
achtfach
achtfach <VervielfiUtigungsz.) (mit Zifler: 8fach) [Kfach]:
achtmalgenommen, ausgeführt u. ä.: die -e Menge. Portion;
etw. a. verschnüren; <subst.:> achtfache» das; -n (mit Zifler:
8fache): etw. um das A. erhöhen.
achtgeben <st. V.; hat) [zu t3Acht]: a) achten (2). aufpassen:
wir haben nicht auf die Zeit achtgegeben; er... beschränkte
sich im übrigen darauf, mißtrauisch achtzugeben auf eine
akkurate Protokollierung der Aussagen (Maass. Gouflfc
122); auf die kleinen Geschwister a.; gib auf dich acht!;
(ugs.:) gib acht (du wirst sehen), es wird schon noch
klappen; b) vorsichtig, achtsam sein: man muß verteufelt a.
in den Felsen; fchthaboi <unr. V.; hat): a) (geh.) svw.
t achtgeben (a): auf die Kinder, die Sachen a.; Ich muß
sehr auf mich a.( um nicht die Flucht zu ergreifen (Genet
[Übers.]. Tagebuch 165); b) (geh.. veraltend) einer Sache
Aufmerksamkeit schenken, etw. beachten: Er hatte auf den
Verkehr nicht achtgehabt; (auch mit Gen.) Sie hatten
im Sprechen und Lauschen des Weges kaum achtgehabt
(Th. Mann. Hoheit 50).
Achtung [axtlEQ], der; -s. -e: 1. eines von acht gleichzeitig
im Mutterleib entwickelten Kindern: Im 20. Jh. sind bisher
drei Fälle registriert worden, in denen -e geboren wurden
(Presse 3. 10. 68. 10). 2. frühere Münze von acht Pfennig.
fditlos <AdJ.; -er. -este; selten präd.) [zu t3Acht]: ohne
jmdm.. einer Sache Beachtung zu schenken: unachtsam,
gleichgültig: etw. a. wegwerfen; ihn konnte das ergreifen,
woran andere a. vorbeigingen (Musil. Mann 60); <Abl.:>
Achtlosigkeit, die; -. -en; achtsam ['axtzaim] <AdJ.) (Ggs.:
unachtsam) (geh.): a) aufmerksam, wachsam: ein -es Auge
auf Jmdn.. etw. haben; a. zuhören; b) vorsichtig, behutsam*
sorgfaltig: etw. a. ausführen; <Abl.:) Achtsamkeit, die;
- (Ggs.: Unachtsamkeit); Achtung ['axtuol. die; -: 1. Hoch-.
Wertschätzung. Respekt: das gebietet die gegenseitige A.;
Jmdm. A. einflößen; Jmdm. A. entgegenbringen; keine A.
mehr vor sich selbst haben; die A. der Kollegen genießen;
die A. vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten
fördern; sich allgemeiner A. erfreuen; (ich) hatte lernen
müssen, auf die A. derer zu verzichten, die bisher vor mir
den Hut gezogen hatten (Hesse. Steppenwolf 58); aus A.
vor seinen Eltern; er ist in unserer A. gestiegen, gefallen,
gesunken; *alle A.! (das verdient Anerkennung!; Ausruf
der Bewunderung). 2. Aufmerksamkeit (nur noch in
folgenden Verwendungen): a) als warnender Ruf: A.! (Vorsicht!,
nimm dich in acht!); b) als warnende Aufschrift: A.. Stufe!;
A.» Hochspannung!; c) als Aufmerksamkeit fordernder
Ruf: A.. Aufnahme!; d) als milit.
Ankündigungskommando: A.. präsentiert das Gewehr!
Ächtung Ce^tüi)]. die; -. -en [a: mhd. ähtunge, ahtunge.
ahd. ähtunga]: a) Verhängung der 2Acht über jmdn.: die
Ä. Herzog Ernsts von Schwätzen; b) Verdammung.
Verfemung. Boykott: der sozialen A. entgehen wollen.
achtunggebietend <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): Achtung (1)
abnötigend, imponierend, beeindruckend: eine -e
Persönlichkeit. Erscheinung; seine Leistung ist wirklich a.
fditung»-, Achtung»- (Achtung 1): -apptaus, der: Applaus
nur aus Achtung für die Darbietenden, nicht aus Begeisterung
über das Dargebotene: ein bescheidener A.; -bezeigung,
die; ^erfolg, der: Erfolg, der jmdm. zwar eine gewisse
Achtung einbringt, aber nicht sehr bedeutend ist;
Hunderttausend verkaufte Platten bescherten den ersten A. (Hörzu
13. 1975, 16); -voll <Adj.): mit <n Mienen; Er ... führte
-e Gespräche mit ihrem Vater (Fussenegger. Haus 9): Jmdn.
a. betrachten.
achtzig I'axtjic] (Kardinalz.) [mhd. ah(t)zec. ahd. ahtozug]
(in Ziffern: 80): er ist über a. [Jahre alt]; a. (ugs.; 80
Stundenkilometer) fahren; * (ugs.:) auf a. sein (sehr
ärgerlich, wütend sein); auf a. kommen (sehr ärgerlich, wütend
werden); Jmdn. auf a. bringen (sehr ärgerlich, wütend
machen); <subst.:> Achtzig [-]. die; -: er ist Mitte [der] A.;
in die A. kommen; mit A. kannst du das nicht mehr;
der Mensch über [die] A.; achtziger ['axfcig*] <indekl. AdJ.)
(mit Ziffern: 80er): 1. die Zahl, das Jahr achtzig betreffend'
das ist ein a. Jahrgang (aus dem Jahr achtzig [ eines
Jahrhunderts]). 2. das Jahrzehnt von 80 bis 89 betreffend' in den
a. Jahren des vorigen Jahrhunderts; vgl. Achtzigerjahre;
Achtziger [-]: 1. der; -s, -: a) Mann, der zw. 80 u. 89
Jahre alt ist: ein A. werden; ein hoher A.; b) Angehöriger
des Regiments achtzig: er hat bei den -n gedient; c) Wein
aus dem Jahre achtzig: er hat noch einen A. im Keller
liegen. 2. <P1.) kurz für tAchtzigerjahre: Mitte der A.;
in den -n sein; <Abl.:> Achtzigerin, die; -. -nen: w. Form
zu T Achtziger (1 a); Achtzigaiahre [auch: * —] <P1.):
die Lebensjahre von 80 bis 89: in den -n sein; achtzigste.
['ax&ifst...] (Ordinale zu tachtzig) [mhd. ahzigst.... ahd.
ahtozogöst...] (in Ziffern: 80.); vgl. acht...; achtzigste!
<Bruchz.) (in Ziffern: &): in einer a. Sekunde; Achtztetel,
das. Schweiz, meist: der; -s. -: vgl. Achtel.
fchzen [eftjn] <sw. V.; hat) [mhd. echzen. ächzen, eigtl.
= (oft) ach sagen]: vor Schmerz od. bei einer körperlichen
Anstrengung kurz u. mit gepreßt klingendem Laut ausatmen:
leise, laut ä.; ächzend aus dem Wagen steigen; Ü Die
Bodenbretter ächzten unter den Tritten; Kowalski... legte
dann ein Tempo vor. daß der Karren in allen Gelenken
ächzte (Kirst. 08/15. 355); <subst.:> Ächzen [-]. das; -s;
<Abl.:> Ächzer, der; -s. - (ugs.): ächzender Laut: einen
Ä. von sich geben.
Ackl... [a'&i:t...; lat. aeidus = scharf, sauer] (ehem. fach-
sprachl.): Best, von £us.. die sich auf Säure beziehen.
Acker [ato], der; -s. Acker l'eks] u. (Feldmaß:) -; <Vkl.
tÄckerchen)[mhd.acker.ahd.ackar;urspr. = Viehweide]:
1. mit dem Pflug bearbeitete, für den Anbau von
Nutzpflanzen bestimmte Bodenfläche: ein fruchtbarer, ertragreicher,
lehmiger A.; die Äcker liegen brach; den A. bestellen,
düngen; Es war schwer, aus dem kleinen A. etwas
herauszuholen und die winzige Wirtschaft in Gang zu halten
(Brecht. Geschichten 154). 2. altes Feldmaß: 10 A. Land.
ycker-, Äcker-: -bau. der <o. PI.): Bebauung des Ackers.
Feldbau, Agrikultur: A. treiben; A. und Viehzucht, dazu:
-baueraugnisse <PL): landwirtschaftliche Produkte.
Feldfrüchte, -Produkte; -bauscbule, die: untere u. höhere
Fachschule für Ackerbau mit praktischer Ausbildung,
-bautreibend <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): die -e Bevölkerung; -bauer:
1. der; -n (selten: -s). -n (veraltet): Landwirt. Bauer. 2.
der; -s. - (meist PI.) (Völkeric.): Bebauer von Äckern (im
Ggs. zu Jägern u. Sammlern): diese Stämme waren A.;
Die Massai ... tauschten ihr Vieh gegen Feldfrüchte bei
den -n ringsum (Grzimek. Serengeti 261); -beet, das: Ak-
kerstück zwischen zwei Furchen; -bestellung, die; -boden,
der das Land ist arm an A.; -bohne, die: svw. f
Saubohne; -bürger. der (bist.): Bürger einer Kleinstadt, der in
der Gemarkung der Stadt Land (auch zum Nebenerwerb)
bewirtschaftete, dazu: -bürgerstadt, die; -distel. die:
Ackerunkraut; -erbse, die (Landw.): Futter- u. Dungpflanze;
-erde* die; -flAche, die; -fräse, die: svw. f Bodenfräse; -fuchs-
sdiwanz.der: Ackerunkraut (Grasart): -furche,die; -gare,
die: svw. t Bodengare; -gauchheil, der: Ackerunkraut;
-gaul, der (abwertend): svw. t-pferd; -serät, das (meist
PL): Gerät, das der Bodenbearbeitung u. Saatenpflege dient;
-hahnenfuß, der: Ackerunkraut; -karaille. die: Art der
Hundskamille; -knane, die (Landw.): oberste Schicht des
bearbeiteten Ackerbodens mit hohem Humusgehalt; -buxl,
das <o. PI.): regelmäßig als Acker genutztes Land: das
A. neu verteilen; -maim: f Ackersmann; -memig, der
[volksetym. an .Acker" angelehnt]: svw. f Odermennig;
-nahrung, die; -. -en: Ackerfläche, die zum Unterhalt
einer Familie ausreicht (in Deutschland durchschnittlich 7.5
ha als untere Grenze); -pferd, das: für Bodenbearbeitung
u. Saatenpflege vor Ackergeräte gespanntes Pferd; -rain,
der; -rettich.der: svw. T Hederich; -rittersporn, der:
Ackerunkraut; -satat, der: svw. f Feldsalat; -Schachtelhalm, der:
Vertreter einer bes. auf Äckern wachsenden
Schachtelhalmart. Ackerunkraut; -Schädling, der: kleines Tier (Käfer.
Wurm u.a.), das die auf dem Acker stehenden
Kulturpflanzen schädigt; -schleife, -schleppe, die (Landw.): Gerät zur
Einebnung u. Krümelung der Ackererde; -Schlepper, der:
bes. für Aufgaben des Ackerbaus verwendeter Schlepper
(Traktor); ^Schnecke, die: Vertreter einer Gattung von
Schnecken, die die auf dem Acker stehenden Kulturpflanzen
schädigt; -schölle, die; -senf, der: Ackerunkraut. Falscher
Hederich; -spark, -Spergel, -spörgel, der: Ackerunkraut,
auch als Futterpflanze angebaut; Minkraut, das: Unkraut,
das bes. neben auf dem Acker gezogenen Kulturpflanzen
auftritt; -wagen, der: Allzweckfahrzeug der Landwirtschaft;
-walze, die: aus mehreren Walzen bestehendes Ackergerät
zum Walzendes Ackerbodens; -wicke,die (Landw.):
Futterpflanze; -winde, die: Ackerunkraut; -zahl, die <o. PI.)
jCLandw.): Wertzahl in der landw. Bodenschätzung.
Äckerchen [ete^an], das; -s -: f Acker; ackern fakra] <sw.
V.; hat) [a: mhd. ackern]: a) (selten) den Acker mit dem
Pflug bearbeiten: er hilft den Bauern a.: Ü kannst du
82
Addition
ebensogut ein neues Feld der Liebe a. gehn (Fries, Weg
226); b) (ugs.) schwer arbeiten, sich plagen: für das
Häuschen hast du dein ganzes Leben lang geackert; man muß
ganz schön a.. um über die Runden zu kommen (Hörzu
27. 1973. 20); Ackersmam, der <PL: ...leute> (veraltet):
Bauer. Landwirt.
Ackia ['akja]. der; -[s], -s [schwed. ackja < finn. ahkio]:
1. läpp. Schlitten in Bootsform, Rentierschlitten. 2.
Rettungsschlitten der Bergwacht.
a condition [aködi'sjö; aus frz. tä (2) u. condition -
Bedingung < lat. condicio. f Kondition] (Kaufmannsspr.): mit
Bedingung /gekauft, geliefert/, d.h. mit der Bedingung des
Weiterverkaufs (Lieferungsform bes. des Buchhandels mit
dem Vorbehalt der Rückgabe).
a conto [a 'konto; aus ital. a (ta) u. conto = Rechnung,
t Konto] (Bankw.): auf l laufende] Rechnung, auf Konto
von...: eine Zahlung a c. leisten; Ü das springende seitliche
Weggehen a c. von Bodenwellen (Frankenberg. Fahren
172). Vgl. Akontozahlung.
Acqubiteur usw.: tAkquisiteur usw.; Aoquit [a'ki], das; -s.
-s [frz. acauit. zu: acquitter = freimachen, bezahlen, zu:
quitte = frei; t quitt] (Kaufmannsspr. veraltet):
Empfangsbescheinigung. Quittung.
Acre ['eikdl. der; -s. -s [engl. acre. eigtl. = Acker. Feld]:
engl. u. nordamerik. Flächenmaß (etwa4047 m2): 7 A. Land.
Aaryl- [a'kry:l-; Kunstw. aus Acrolein (t Akrolein) u. der
Endung -yl]: ^faser, die: eine Chemiefaser; Mttes. das <o.
PL>: plattenförmiges od. gewelltes glasartiges Produkt;
--harz, das: farblose Verbindung (in Weichmachern.
Klebstoffen. Lacken. Firnissen); -säure, die: stechend riechende
Äthylenkarbonsäure (Ausgangsmaterial für viele
Kunststoffe u. Lacke).
Actfaihm [ak'tirnium], das; -s [zu griech. aktis (Gen.: ak-
tlnos) = Strahl]: radioaktives chemisches Element; Zeichen:
Ac; Actino-: TAktino-.
Action faekjanj. die; - [engl, action < frz. action < lat.
actio (Gen.: äctiönis)]: spannende Handlung (in einer
Erzählung, im Film u. a.): Wir haben gerade diesen Stoff gewählt,
weil er ... A. und Spannung bietet (Hörzu 45. 1973. 20).
Action-: -comic, der: Comic, bei dem das Hauptgewicht
auf turbulenter Handlung liegt; -film, der: Spielfilm mit
einer spannungs- und abwechslungsreichen Handlung, in dem
der Dialog auf das Nötigste beschränkt ist; (mit Bindestrich)
^painting [- peintiol. das; - [engl, action painting, eigtl.
= Aktionsmalerei]: Bezeichnung für den abstrakten
Expressionismus in der amerikanischen Malerei.
Actrice: t Aktrice.
ad [at; lat. ad = (bis) zu, (bis) nach] in formelhaft
gebrauchten lat. Fügungen. z.B. ad absurdum, ad acta; ad I: ...
ad 2:...
Adabei ['a:dabqj], der; -s, -s [subst. aus: adabei. älter: a
dabei = auch dabei] (österr. ugs.): jmd.. der überall
dabeisein will, sich überall wichtig u. dazugehörig fühlt;
Wichtigtuer; Zum Schluß stand die Königin eingekeilt in einem
Knäuel von Reportern und -s (Presse 12. 5. 69).
ad absurdum [at ap'zurdom: ..bis zum Widersinnigen44, aus
lat. fad u. absurdus, f absurd] in der Wendung etw., jmdn.,
sich ad a. fuhren (bildungsspr.; das Widersinnige, die
Sinnlosigkeit von etw. nachweisen; jmdn. des Widersinns seiner
Behauptung o.a. überführen, sich als widersinnig, sinnlos
erweisen): Im Grunde verließen wir uns darauf, daß Gott
unseren Pessimismus widerlegen, unseren Kassandra-
Spruch ad a. fuhren werde (K. Mann. Wendepunkt 342).
ad acta [at akta; aus lat. tad u. acta. PI. von: actum
= das Geschehene] in der Wendung etw. ad a. lesen
(1. veraltet; ablegen, zu den Akten legen. 2. bildungsspr.;
eine /lästige] Sache. Angelegenheit als erledigt betrachten).
adagio [a'da:4jo. auch: a'da:3io] <Adv.> [ital. adagio, eigtl.
ad agio = auf langsame Art; agio = Bequemlichkeit,
zu spätlat. adiacens. 1. Part, von lat. adiacere =
danebenliegen, bequem zur Hand sein] (Musik): langsam, ruhig,
gemäßigt; (subst. :> Adagio [-], das; -s. -s: adagio gespieltes
Musikstück.
Adam fa:dam; hebr. ^d*m = Mann. Mensch, der erste,
von Gott erschaffene Mensch in der Schöpfungsgeschichte
der Bibel]: 1. der; -s. -s (ugs. scherzh.): Mann /als Partner
der Frau]: Schon seit Jahrhunderten haben ... die Wiener
-s eine besondere Schwäche für fesche Böhminnen (MM
25. 3. 66. 29). 2. *seit -s Zeiten (ugs.; seit je. von jeher,
solange man denken kann): von A. und Eva abstammen
(ugs.; / von Sachen] sehr alt sein): bei A. und Eva anfangen/
beginnen (ugs.; in einem Vortrag, bei seinen Ausführungen
sehr weit ausholen): der alte A. (veraltend; die alten
Schwächen. Gewohnheiten eines Menschen; nach Rom. 6.6); den
alten A. ausziehen (seine alten Fehler ablegen; nach Kol.
3,9,10); Adam Riese [- 'ri:z3; nach dem dt. Rechenmeister
Adam Ries(e). 1492-1559. dem Verfasser weitverbreiteter
Rechenbücher] in der Fügung nach A. R. (ugs. scherzh.;
richtig gerechnet): das macht nach A. R. zehn Mark.
Adams-: ^apfel, der [nach der Vorstellung, daß Adam das
Kerngehäuse des verbotenen Apfels im Halse
steckengeblieben sei] (ugs. scherzh.): hervortretender Schildknorpel
des männlichen Kehlkopfes: Ein magerer ... Lümmel, mit
einem kunstseidenen Schal um den dünnen Hals, an dem
der A. auf- und abstieg (Remarque, Triomphe 118); ~ko-
stikn, das: in der Wendung kn A. (ugs. scherzh. [vom
Mann ' nackt): im A. herumlaufen.
Adaptabilitftt [adaptabilite:t], die: - [zu mlat. adaptäbllis
= passend anwendbar, zu lat. adaptäre. 1 adaptieren]:
Vermögen, sich zu adaptieren; Anpassungsfähigkeit; Adaptation
[adapta't$io:n]. die; -. -en [mlat. adaptätio. zu lat. adaptäre.
t adaptieren]: 1. <o. PI.) (Biol.) Anpassung des Organismus,
von Organen an die jeweiligen Umweltbedingungen. 2* <o.
PI.) (Soziol.) Anpassung des Menschen an die soziale
Umwelt. 3. Umarbeitung eines literarischen Werkes, um es
den Bedingtheiten einer anderen Gattung od. eines anderen
Kommunikationsmittels anzupassen; <Zus. zu 1:)
Adaptationsvermögen, das; Adapter [a'daptp. engl.:
ddaeptd],der; -s. - [engl, adapter.zu: toadapt = anpassen
< lat. adaptäre. f adaptieren]: Zusatz- od. Verbindungsteil,
das den Anschluß eines Gerätes od. Geräteteils an ein
Hauptgerät ermöglicht (für Zwecke, für die dieses urspr. nicht
konstruiert wurde); adaptieren [adapti.Tdn] <sw. V.; hat)
[lat. adaptäre = gehörig anpassen]: 1. anpassen; einer
Adaptation (1-3) unterziehen: Jmds. Lehre a.; einen Roman
für den Film a. 2. (österr.) a) (eine Wohnung, ein Haus)
herrichten: eine Wohnung .... die derzeit Air die Mutter
des Bruderpaars adaptiert wird (Presse 7. 8. 69, 10); b)
für einen bestimmten Zweck einrichten, anpassen; <Abl.:)
Adaptierung. die; -. -en; Adaption [adap't$io:n], die; -. -en:
zusgez. aus t Adaptation: 1. (fachspr.:) svw. f Adaptation
(1-3). 2. (österr.:) svw. Adaptierung; adaptiv [adap'thfl
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): auf Adaptation (1-3) beruhend,
durch sie erworben.
adftquat [at|e'kva:t. auch:' ] <Adj.; -er. -este) [lat. adae-
Quätus, 2. Part, von: adaequäre = gleichmachen,
angleichen] (bildungsspr.): angemessen, entsprechend (Ggs.:
inadäquat): eine -e Darstellung; [einen] -en Ausdruck finden;
die ganze Skala der ihm -en Erlebnismöglichkeiten (X.
Mann. Wendepunkt 332).
a dato [a: da.to; aus lat. ä = von u. tdato] (Wirtsch.):
nach Ausstellung, vom Tage der Ausstellung an: ein drei
Monate a d. zahlbar gestellter Wechsel.
ad calenrtas graecas [at ka'lendas 'gre.kas; aus lat. fad.
calendas. Akk. von: calendae = erster Tag des Monats
(Zahlungstermin bei den Römern) u. graecas, Akk. PI.
von:graecus = griechisch, also eigtl. = an den griechischen
Kaienden (bezahlen), d. h. niemals, weil die Griechen keine
Calendae kannten] (bildungsspr.): niemals, am
Sankt-Nimmerleins-Tag: das geschieht ad c. g.
Addend [a'dent], der; -en. -en [lat. addendum. t Addendum]
(älter, selten): (zweiter) Summand; Addendum [a'dcndum].
das; -s. ...da (meist PI.) [lat. addendum. Gerundivum von:
addere = hinzutun, vermehren] (veraltet): Zusatz.
Nachtrag. Ergänzung. Beilage.
addieren [a'dr.rcn] <sw. V.; hat) [lat. addere] (bildungsspr.):
a) etw. zusammenzählen (Ggs.: subtrahieren): lange
Kolonnen von Zahlen a.; schnell a. können; Ü er ... addiert
die Wünsche seiner Mitmenschen (Bamm. Weltlaterne
180); b) <a. + sich) sich zusammensetzen, sich zu etw.
summieren; dazutreten: die Brechungskräfte der Linsen
addieren sich; Gelatinepapier .... auf dem sich die Farben
zu einem fertigen Bild a. (Fotomagazin 8, 1967. 39); <Zus.
zu a:> Addiermaschine, die: mechanisch arbeitende
Rechenmaschine zum Addieren (und Subtrahieren) von Zahlen.
addk>[a'di:o] <Adv.) [ital. addio. aus: a Dio (ti raecomando)
= Gott (vertraue ich dich an); vgl. ade. adieu]
(bildungsspr.): auf Wiedersehen!; lebt] wohl!
Addition [adi'&io:n]. die; -. -en [lat. additio] (bildungsspr.):
das Addieren (Ggs.: Subtraktion): in der A. muß ein Fehler
6#
83
additional
stecken; Ü Es kann auch zur funktionellen A. von solchen
Wirkungen kommen (Medizin II. 191); (Abl.:> additional
[adi^io'na:l] <Adj.; o. Steig.): zusätzlich, nachträglich;
<Zus.:> Additionswort« das (Sprachw.): svw.! Kopulati vum;
additiv [adi'tkfl <Adj.; o. Steig.) [spätlat. additlvus = hin-
zufiigbar] (Ggs.: subtraktiv): auf Addition beruhend, durch
Addition entstanden; hinzufügend, aneinanderreihend: ein
-es Verfahren; -e Farbmischung (Überlagerung von Farben,
durch die eine neue Farbe entsteht); <subst.:) Additiv [-1.
das; -s. -e [...'ti:va; engl, additive, subst. aus: additive =
hinzuftigbar < spätlat. additlvus]: Zusatz zu
Mineralölprodukten zur Abschwächung unerwünschter od. zur
Verstärkung erwünschter Eigenschaften.
addizieren [adi'&hran] <sw. V.; hat) Dat. addicerel: (bes.
einen Frühdruck, ein Gemälde) zuerkennen, zusprechen,
zuschreiben: einem Maler ein Gemälde a.
ade [ade:] <Adv.) [mhd. ade < altfrz. adö = zu Gott,
Gott befohlen! < lat. ad deum; vgl. adieu, addio) (veraltet,
noch landsch.): auf Wiedersehen!, leb/tj wohl!: jmdm.,
einander, [sich] gegenseitig a. sagen; Ü A.. du schöner,
freier Tag ...! (Fühmann, Judenauto 93); (subst.:> Ade
[-]. das; -s. -s: Jmdm. ein A. zurufen.
Adebar ['a.ddbar], der; -s. -e [mhd. odebar, ahd. odebero,
eigtl. = Segenbringer, wohl volksetym. umgedeutet aus
germ. "udafaran = Sumpfgänger] (landsch., bes. nie-
derd.): svw. t Storch.
Add ['a:dl], der; -s [2: mhd. adel. ahd. adal = Geschlecht.
Abstammung]: 1. a) Klasse, Gesamtheit von Familien, die
! durch Geburt/ einem in früherer Zeit mit bestimmten
Vorrechten ausgestatteten Stand angehören: der A. stand auf
der Seite der Krone und des Klerus; b) adlige Familiein]:
aus verarmtem A. stammen. 2. adlige Herkunft, adliges
Geschlecht: sein A. nützt ihm hier gar nichts; von A.
sein; R A. verpflichtet (für tnoblesse oblige). 3. Adelstitel:
den erblichen A. erwerben; Schröder ... erhielt vom
Großherzog ... den persönlichen A. (Th. Mann. Hoheit 26).
4. vornehme, edle Gesinnung. Vornehmheit, Würde, Hoheit:
geistiger, sittlicher A.; der A. des Herzens; adelig: t adlig;
adeln [a:dln] <sw. V.; hat): 1. in den Adelsstand erheben,
jmdm. den Adelstitel verleihen: er wurde wegen seiner
Verdienste vom König geadelt; neu geadelte Familien. 2. (geh.)
(geistig, sittlich) über etw. erheben, läutern; jmdm., einer
Sache Adel (A) verleihen: diese Gesinnung adelt ihn;
Gesichter, von denen er glauben konnte, daß die Niederlage
sie a. würde (Wiechert, J crom in-Kinder 492).
•deb-, Adels-: -anmaQung, die: unbefugte Anmaßung des
Adelsprädikats; abrief, der: den Adelsstand anläßlich einer
Erhebung in den Adelsstand bestätigende Urkunde; -buch,
das: svw. t-matrikel; -diplom, das: svw. t abrief; ^eriie-
bung, die; -familie, die; -gesdilecht, das; ^Herrschaft, die;
-kaknder, der: genealogisches Handbuch adliger Familien;
-klasse, die: Rangstufe des Adels: -kröne, die: Rangkrone
der untersten, untitulierten dt. Adelsklasse mit 5 Zacken;
-lexikoiudas: (im 18.119. Jh.) inoffizielle Bestandsübersicht
über die Adelsgeschlechter einzelner Länder: Mitttrtkd, die:
offizielles Verzeichnis der zum Adel gehörenden Familien:
-palast, der; -Partikel, die: das Adelsprädikat (z. B. von.
de); -prädikat, das: Bezeichnung einer Adelsklasse;
-Privileg, das; -probe, die: Nachweis innerhalb der Ahnenprobe,
daß jede einzelne Familie der vier (acht usw.) Ahnen ritter-
bürtig war; -rang, der; -stand, der; -stolz <AdJ.; o. Steig.,
nicht adv.); -stolz, der; -titel, der; -Verteilung, die.
Adelung ['a:ddlun], die; -. -en (Subst. zu:) tadeln.
Adenom [ade'no.m). das; -s. -e [zu gr. aden (Gen.: addnos)
= Drüse] (Med.): meist gutartige, im Inneren von Organen
abgekapselte, drüsenähnliche Geschwulst; adenomatös (ade-
noma'to.s] <Adj.; o. Steig.) (Med.): mit der Bildung von
Adenomen verbunden, adenomartig.
Adept [a'dept], der; -en, -en [lat. adeptus. 2. Part, von:
adiplscl = erreichen, erfassen]: a) (früher) in geheime
Wissenschaften u. Künste, bes. in die Mysterien u. in die
Alchimie. Eingeweihter; b) (bildungsspr. scherzh.) [als Schüler.
Lernender] in etw., bes. eine Wissenschaft, Eingeweihter:
der Junge A. der Wissenschaft und Künste (Jens. Mann
79).
Ader ['a:d«]. die; -. -n [1: mhd. äder. ahd. äd(e)ra]: 1. <Vkl.
tÄderchen) röhrenartiges Blutgefäß (Arterie od. Vene):
die -n traten an seinen Schläfen hervor; seine -n klopften,
schwollen; eine A. bei der Operation abklemmen,
unterbinden; Jmdm. gerinnt das Blut in den -n; Sich (Dativ)
die -n öffnen (geh.; durch Öffnen der Pulsader Selbstmord
begehen)', iradiu zur A. lassen: a) (veraltet) jmdm. Blut
abzapfen; b) (ugs. scherzh.) jmdm. Geld abnehmen. 2. <o.
PL) Anlage. Begabung: er hat eine dichterische A.; Wie
warConstantin zu seiner kontemplativen, seiner musischen
A. gekommen? (A. Kolb, Daphne 24); eine masochistische
A. (Veranlagung) haben; keine A. für etw. haben (für
etw. keinen Sinn haben, nicht aufgeschlossen sein); eine
leichte A. haben (leichtlebig sein). 3. a) (Bot.) Blattrippe:
die -n des Blattes; b) (Zool.) feine Röhre in den Flügeln
der Insekten; c) (Holztechnik) schmale Verzierung aus
andersartigem Holz zur Belebung der Fläche; d) (Geol., Min..
Bergbau) kluftähnlicher kleiner Gang, der mit Mineralien,
Erz o.a. ausgefüllt ist: eine A. anschießen; e) (Elektrot.)
einzelner, isolierter, stromführender Leiter in Kabeln.
gder-, Ader-: -geflecht, das; -geschwulst, die (Med.):
gutartige Geschwulst von Blutgefäßen. Blutschwamm: -haut« die
(Med.): gefäßreiche Haut schiebt der mittleren Augenhaut:
-klemme, die: svw. t-presse; -knoten, der: schmerzhafte
Erweiterung an Krampfadern; -presse, die (Med.):
chirurgisches Instrument; -reich <AdJ.; nicht adv.); -sträng, der.
Äderchen fe:de93n], das; -s. -: TAder (1); aderig ['a:<kn<;].
äderig [eidan^], adrig ['axln^], ädrig [eidn^J <AdJ.; o.
Steig.) (fachspr.): mit > vielen] Adern versehen: eine
schmale, braune, adrige Hand; sich a. verzweigen, ausbreiten;
Aderlaß I'a:d*las], der; ... lasses. ...lasse [...lesa; a: mhd.
äderläz, äderlaeze): a) (Med.) Entnahme einer größeren]
Blutmenge aus einer Vene: Blut- und damit Eisenentzug
durch Aderlässe (Medizin II. 278); b) spürbarer Verlust,
Einbuße: Wieviel Verluste! Wird die deutsche Literatur
sich von diesem grausigen A. Je erholen? (K. Mann.
Wendepunkt 361); Ädern ['exten], (fachspr.:) ädern fa:dBn] <sw.
V.; hat) (selten): mit Adern versehen: der Tischler äderte
das Holz des Tisches; Röte äderte das Weiße ihrer Augen;
fein geäderter Marmor; die Flügel dieser Insekten sind
netzförmig geädert; <Abl.:> Äderung, Adelung, die; -. -en.
Adespota [a'despota] <P1.) [griech. adespota. eigtl. =
Herrenlose]: Werke (bes. Kirchenlieder) unbekannter
Verfasser.
k deux mains [ado'mZ; frz. ä deux mains. aus tä, deux
= zwei (< lat. duös. Aide. Mask. von: duo) u. mains,
PI. von: main = Hand < lat. manus] (Klavierspiel): mit
zwei Händen, zweihändig izu spielen!.
Adhärem [at'he.rEns]. das; -. ...renzien. älter: ...tien
[...hE'rentsldn] <meist PI.) [lat. adhaerens. 1. Part, von:
adhaerere, tadhärieren]: 1. (veraltet) etw., was einer Sache
anhaftet, an ihr hängt. 2. (Chemie) Klebstoff; adhirent
(atherent) <Adj.; o. Steig.): Adhärenz zeigend, anhaftend,
anhängend; Adhärenz [athe'rcnt?], die; - [mlat. adhaerentia.
zu lat. adhaerere, tadhärieren] (veraltet): a) das Hängen
an etw., Anhänglichkeit; b) das Haften an etw.,
Verwachsensein mit etw.; adhftrieren [ath£'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat.
adhaerere] (veraltet): an etw. hängen, haften: ohne die
magische Valenz, die aller Dichtung adhäriert (Deschner.
Talente 140); Adhäsion [athe'zio:n], die; -. -en [lat. adhaesio):
1. (Physik) das Aneinanderfügten der Moleküle zweier Stoffe
od. Körper: die A. des Wassertropfens an der Glasscheibe.
2. (Med.) Verklebung od. Verwachsung zweier Organe nach
Operationen od. Entzündungen. 3. (Bot.) Verwachsung (bes.
der Glieder aus verschiedenen Blütenblattkreisen). 4. svw.
! Akzession (2).
Adhäsions-: -bahn, die: schienengebundenes
Beförderungsmittel, bei dem die Vorwärtsbewegung allein durch
Ausnutzung der Haftreibungskräfte der Antriebsräder erreicht wird;
Reibungsbahn; ^fett, das: die Haftung zw. Treibscheibe
u. Treibriemen (Seil) erhöhendes Fett; -klausel, die: svw.
t Akzessionsklausel; Straft, die (Physik): an
Berührungsflächen wirksam werdende molekulare Anziehungskraft; ^pro-
zefl, der. -verfahren, das (Jur.): Verfahren vor einem
Strafgericht, bei dem durch den Verletzten vermögensrechtliche
Ansprüche gegen den Beschuldigten geltend gemacht werden
können, obwohl dies eigentlich nur bei einem Zivilgericht
möglich ist.
adhäsiv [athe'zi:fl <Adj.; o. Steig.): auf Adhäsion beruhend,
anhaftend.
adhibieren [athibi:ran] <sw. V.; hat) [lat. adhibere] (veraltet):
anwenden, gebrauchen: die Geschäftsleute, die ... tief
beleidigt waren, wenn er etwa seine Individualität nun auch
bei ihnen adhibierte (Tucholsky. Werke II. 432).
ad hoc [at 'hak. at ho:k; lat. tad u. hoc = Akk. Neutr.
84
Admittanz
von hie = dieser, also eigtl. ..zu diesem"] <in Verbindung
mit bestimmten Verben) (bildungsspr.): a) zu diesem
Zweck, dafür: einen Ausdruck ad hoc bilden, prägen; b)
aus dem Augenblick heraus [entstanden]: Der Einheitspreis
tritt an die Stelle ad hoc festgesetzter Ladenerlöse (Enzens-
berger. Einzelheiten I. 142); (Zus.:) Ad-hoc-Bildung. die;
Ad-hoc-Erkiftnmg, die; Ad-hoc-Interpretatton, die.
adhortativ [atharta'tirf] <Adj.; o. Steig.) [lat. adhortätivus]
(veraltet): ermahnend: gegen jmdn. a. vorgehen; Adhorta-
tivl-1 der; -s. -e [...ti:v3] (Sprachw.): Imperativ, der zu
gemeinsamer Tat auffordert (z. B.: Hoffen wir es!).
adiabatisch [adia'ba:tij] <Adj.; o. Steig.) [gr. adiäbatos =
nicht hindurchtretend] (Physik. Met.): (von Gas. Luft)
ohne Wärmeaustausch: -e Atmosphäre; ein Gas a.
verdichten.
Adiaphora [a'dia:fora. ...'djaf...] <P1.) [griech. adiäphora =
Nichtunterschiedene] (Philos.. Theol.): sittlich neutrale
Handlungen. Werte: die katholische Moraltheologie
erkennt keine A. an.
adieu [a'dje:] <Adv.) [frz. adieu = zu Gott. Gott befohlen,
aus: ä dieu. lat. ad deum; vgl. ade. addio] (veraltend,
aber noch landsch.): auf Wiedersehen!. leb/1 / wohl!: Jmdm.
a. sagen; <subst.:> Adieu [-1. das; -s. -s: Lebewohl: jmdm.
ein A. zurufen.
Ädikula [e'di:kula]. die; -. ...lä [.Je; lat. aedicula. eigtl.
= kleiner Bau. Häuschen, dann = Aufbau] (Archit.):
Umrahmung von Fenstern. Nischen o. ä. mit Säulen. Giebeln
und Dach.
ad infinltum [at infi'nhtum; lat. tad u. InflnTtum = das
Unendliche] <in Verbindung mit bestimmten Verben od.
den dazugehörigen Verbalsubstantiven) (bildungsspr.): bis
ins unendliche, ohne aufzuhören, ohne Ende, unaufhörlich:
diese Aufzählung kann man ad i. fortsetzen; eine
Verlängerung ad i.
Adjektiv [atjcktiif. auch: --'-]. das; -s. -e [...i.-va; spätlat.
(nomen) adiectlvum. eigtl. = zum Beifügen dienend(es
Nomen)] (Sprachw.): Wort, das ein Wesen od. Ding, ein
Geschehen, eine Eigenschaft od. einen Umstand als mit einem
bestimmten Merkmal, mit einer bestimmten Eigenschaft
versehen kennzeichnet: ..klug" ist ein A.; jmdn. mit
verächtlichen -en bedenken; <Abl.:> adiektivieren [atjekti'vi.Tdn]
<sw. V.; hat): (ein Subst.. Adverb) zu einem Adjektiv
machen: ^djektfvisdi [auch: —'—] <Adj.; o. Steig.): -er
Gebrauch; a. verwendet werden.
Adjunkt [afjonkt]. der; -en. -en [lat. adiünctus. 2. Part,
von: adiungere = bei-, zuordnen]: a) (veraltet) Amtsgehilfe:
b) (österr., Schweiz.) Titel unterer Beamter.
Adjustage [atjus'ta:»], die; -, -n [frz. ajustage, zu: ajuster.
fadjustieren] (Technik): Abteilung in Walzwerken, in der
Bleche durch Zuschneiden u. Richten die gewünschte Form
erhalten: adjustieren [atjus'thren] <sw. V.; hat) [frz. ajuster,
zu: juste = genau, richtig < lat. iustus]: 1. a) (Technik)
Werkstücke/zurüsten.b)(Meßtechnik) (Meßinstrumente,
optische Instrumente) durch Stellschrauben genau einstellen.
2. (österr.. sonst veraltet, Amtsspr.) sich! dienstmäßig
kleiden, ausrüsten: Soldaten a.; als... einer der ...
Oberkellner ... mir eröffnete, man brauche mich im Saal, und
mir auftrug, mich schleunig für diesen zu a. (Th. Mann.
Krull 235); <Abl.:> Adjustierung, die; -. -en: 1. das
Adjustieren. 2. (österr.) a) dienstmäßige Kleidung. Uniform: die
Ordonnanz in ihrer dienstlichen A.; b) (scherzh.)
Aufmachung: in sonderbarer A. auftreten.
Adjutant [atju'tant]. der; -en. -en [frz. adjudant (älter: aju-
dant) < span. ayudante, subst. 1. Part, von: ayudar =
helfen < lat. adiütäre. also eigtl. = Helfer. Gehilfe] (Mi-
lit.): dem Kommandeur einer milit. Einheit zur Unterstützung
beigegebener Offizier; Adfcitantur [atjutan'tu:?]. die; -. -en:
Dienststelle eines Adjutanten: Adiutor [at'ju:tor, auch:
...to:?].der; -s, -en [...'to:ran; lat. adiütor] (veraltet): Helfer.
Gehilfe: Adjutian [at'ju:tum], das; -s, ...ten [lat. adiütum,
2. Part, von: adiuväre = helfen, fördern]: 1. (veraltet)
Beil hilfe. 2, (österr. Amtsspr.) vorläufige Entlohnung.
Unterstützungsbeitrag: ein schmales A.
Adlatus [at'la:tus]. der; -. ...ten. auch ...ti [aus lat. ad latus
= zur Seite (stehend)] (veraltet, noch scherzh.): meist
jüngerer ^ Amts j gehilfe. untergeordneter Helfer: schlug ich meine
Zelte als dessen (= eines Stahlindustriellen) Privatsekretär.
A.. Berater und Mädchen für alles in ... Köln auf (Habe.
Namen 39).
Adler ['a:dh?]. der; -s. - [1: mhd. adler. adlar. adelar(e).
eigtl. = Edelaar; vgl. Aar): 1. großer Greifvogel mit
kräftigem Hakenschnabel, befiederten Läufen u. starken
Krallen: der A. horstet im Hochgebirge; hoch in der Luft
kreisten zwei A. 2« Wappentier in Gestalt eines Adlers:
der preußische A.; In der Kathedrale stehen die Särge
der Zaren, weiße Marmorsarkophage, vergoldete,
kaiserliche A. (Koeppen. Rußland 146).
adler-, Adler-: -äuge, das: scharfes, durchdringend blickendes
Auge eines Menschen, dazu: -äugig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>; -blick, der: Blick mit Adleraugen; -farn, der [wenn
man die unteren Blattstiele durchschneidet, zeigen die
Leitbündel die Formeines Doppeladlers] (Bot.): Vertreter einer
Gattung der Tüpfelfarngewächse; -fibel, die: Fibel der
Völkerwanderungszeit in Form eines stilisierten Adlers; pflüge),
der; vgl. Adlersflügel; -Jiorst, der; -köpf, der: der Vogel
Greif hat einen A.; -nase, die: große, gebogene Nase eines
Menschen; -rochen, der (Zool.): Vertreter einer Familie
der Rochen; -schwing, der (Turnen): Schwungstemme mit
Ellgriff am Reck.
Adlers-: -flttiche <P1.X -flügel <P1.) in der Fügung auf
-n (dichter, veraltet; in Windeseile).
ad libitum (at li:bitum; a: lat. Tad u. spätlat. libitus =
Belieben. Wunsch; b: 19. Jh.]: a) (bildungsspr.) nach
Belieben: einige Beispiele ad I. herausgreifen; ich überlasse dir
alles ad 1. (Hauptmann. Schuß 18); b) (Musik)
Vortragsbezeichnung, mit der das Tempo des betr. Stücks dem
Interpreten freigegeben wird; Abk.: ad I.. ad üb., a. I.
adlig ['a:dlif]. (geh.:) adelig ['a:ddlif] <Adj.> [mhd. adellich,
ahd. adalllh]: 1. <o. Steig.) a) den Adel (1. 2) betreffend,
ihm gemäß: ein Kennzeichen -en Ranges; jedermann lobte
den höchst adeligen Anstand dieses künftigen
Rittersmannes (Doderer. Abenteuer 88); b) dem Adel (1) angehörend:
eine -e Dame. 2. (geh.) vornehm, edel, hoheitsvoll: eine
-e Gesinnung; die Katzen ... sind Roms älteste Bewohner,
a. und geheimnisvoll (Koeppen. Rußland 182); (subst.:>
Adlige. Adelige [a:d(d)ligd]. der u. die; -n. -n <Dekl.: f
Abgeordnete).
Administration [atministra't$io:n].die;-.-en [lat.administrä-
tio.eigtl. = Dienstleistung: l.*)das Verwalten;b)
verwaltende Behörde. 2. (DDR abwertend) bürokratisches Anordnen.
Verfügen. 3. (Mil.) Regelung militärischer Angelegenheiten
außerhalb von Strategie u. Taktik, administrativ [atministra-
ti:fl <Adj.; o. Steig.): 1. a) zur Verwaltung gehörend; b)
behördlich. 2. (DDR abwertend) bürokratisch, von oben
her [bestimmt]: a. über etw. befinden: Mißachtung
rechtsstaatlicher Prinzipien ... in Gestalt der -en Verschickungen
(Fraenkel. Staat 289); Administrator [atminis'tra:U>r. auch:
...to:g]. der; -s, -en [...ra'to:ran; b: mlat. administrätor
< lat. administrätor = Verwalter]: a) Verwalter: ein
geschickter A.; b) (kath. Kirche) /Pfarrjverweser: er ist A.
der Benediktinerabtei; c) ziemlich selbständiger Verwalter
eines größeren Landwirtschaftsbetriebs bes. in Norddeut sch-
land; administrieren [atminis' tri :ren] <sw. V.; hat) [lat. admi-
nisträre]: 1. verwalten. 2. (DDR abwertend) bürokratisch
anordnen, verfügen; von oben her regeln.
admirabel [atmi'ra:bj] <Adj.; ...abler. -ste> [lat. admiräbilis]
(veraltet): bewundernswert.
Admiral [atmi'ra:!]. der; -s. -e. auch ...räle [...'re:b; 1: frz.
admiral < altfrz. amiral < arab. amlr ar-ral)l =
Befehlshaber des Transports, d. h. der Transportflotte
zwischen Nordafrika u. Andalusien]: 1. <P1. auch: Admiräle)
Vertreter der höchsten Dienstgradgruppe der
Marineoffiziere. 2. (Zool.) schwarzbrauner Tagfalter mit weißen Flecken
u. orangeroter Bänderung. 3. <o. PI.) warmes Getränk aus
Rotwein. Eiern. Zucker u. Gewürzen.
Admiral- (Milit.; vgl. auch: Admirals-): -arzt, der:
Sanitätsoffizier im Rang eines Flottillenadmirals; -Stab, der:
oberster Führungsstab einer Kriegsmarine (in Deutschland bis
1918), dazu: -Stabsarzt, der: Sanitätsoffizier im Rang eines
Konteradmirals. -Stabsoffizier, der: als Führungsgehilfe
ausgebildeter Stabsoffizier der Marine.
Admiralität [atmirali't£:t], die; -. -en: a) Gesamtheit der
Admiräle; b) oberste Kommandostelle u. Verwaltungsbehörde
einer Kriegsmarine; <Zus.:> Admiralitätskarte, die: von der
Admiralität herausgegebene Seekarte.
Admirals- (vgl. auch: Admiral-): -barkasse, die; -flagge,
die; -kaiüte, die; -rang, der; -schiff, das.
Admisskm [atmi'sjo.n], die; -. -en [lat. admissio = das
Hinzulassen] (Technik): Einlaß des Dampfes in den Zylinder einer
Dampfmaschine; Admittanz [atmi'tanlj], die; - [engl, ad-
85
Adnex
mittance, zu: to admit = hereinlassen < lat. admittere]
(Elektrot): Leitwert des Wechselstroms. Kehrwert des
Wechselstromwiderstandes.
Adnex [at'neks], der; -es, -e [lat. adnexum (>annexum).
2. Part, von: adnectere (> annectere) = anknüpfen,
anfügen] (veraltet): Anhang. Beigabe.
adnoininal [atnomi'na:l] <AdJ.; o. Steig.) [zu lat. tad u.
nömen. T Nomen] (Sprachw.): zum Nomen (Substantiv)
hinzutretend u. von ihm abhängig: -es Attribut.
ad notam [at 'no:tam; lat. tad u. nota = Zeichen,
Anmerkung] in der Wendung etw. ad n. nehmen (bildungsspr.
veraltet; etw. zur Kenntnis nehmen, beachten, sein
Augenmerk auf etw. richten).
ad oculos [at o:kulo:s; lat. tad u. Akk. PI. von: oculus
= Auge] in der Wendung jmdm. etw. ad o. demonstrieren
(bildungsspr.; vor Augen führen, durch den Augenschein
beweisen).
Adoieszent [adoles'tsent], der; -en, -en [lat. adolescens]
(Med.): Heranwachsender. Jugendlicher: Adoleszenz
[adoles't^en&l.die; -[lat. adolescentia] (Med.): späterer
Abschnitt des Jugendalters bis zur Reife: Die Mädchen treten
dann mit fünfzehn ... in die Phase der A. (MM 31.3.66.7).
Adonis [a'do.nis; 1: griech. Adonis, Name eines Jünglings
der griech. Mythologie» den Aphrodite wegen seiner
Schönheit zu ihrem Geliebten erwählt hatte; 2: nach Adonis»
der von Aphrodite nach seinem Tod in eine Blume
verwandelt wurde]: 1. der; -, -se: a) schöner junger Mann, meist
mit Negation gebraucht in der Verbindung: keta A./nicht
gerade ein A. sein (bildungsspr.; nicht besonders schön,
eher ein wenig häßlich sein): besonders hübsch war er wohl
eigentlich nicht, keine Lichtgestalt, kein A. (K. Mann,
Wendepunkt 109); b) (ugs. iron.) Geliebter eines Mädchens.
2. die; -, -: svw. f Adonisröschen.
Adonis-: ^bttuling, der: Falter aus der Familie der Bläulinge.
Himmelsvogel: -falter, der: svw. t-bläuling; ^garten, der:
Gefäße mit künstlich getriebenen u. schnell verwelkenden
Pflanzen, die bei den antiken Adonisfesten eine bes. Rolle
spielten: ^kifer, der: sehr kleiner Marienkäfer mit roten
Flügeldecken, die mit kleinen schwarzen Punkten bedeckt
sind: ^röschen, das: Vertreter einer Gattung der Hahnenfuß-
gewächse.
adoptieren [adop'thran] <sw. V.; hat) [1: lat. adoptäre. eigtl.
= hinzuerwählen; 2: unter Einfluß von engl, to adopt]:
I. jmdn. als eigenes Kind annehmen: ein Kind a.; Ü Zur
Zeit der Jungenaufzucht jedoch adoptierte sie (= die
Dohle) ... eine eben flügge Jungdohle (Lorenz. Verhalten I.
147). 2. annehmen, übernehmen, sich zu eigen machen: Jmds.
Namen a.; Deutschland ... kann weder die amerikanische
Lebensform noch die Entwicklung des Sozialismus in der
Sowjetunion schematisch a. (Kantorowicz. Tagebuch I.
293); <Subst.:> Adoption [adop'&io.n]. die; -. -en [lat. adop-
tio]: Annahme (früher:) an Kindes Statt. (Jur. jetzt.) als
Kind: Es gibt Fälle von A. ... Sie könnten eines Tages
als Lord Kilmarnock ... erwachen (Th. Mann. Krull 256).
Adoptiv- [adopti:f-; lat. adoptivus]: durch Adoptieren
zugesprochen: angenommen: ^bruder, der; ^eitern <PL>;
Kaiser, der (hist.): durch Adoption zur Macht gelangter Herr-
scher der röm. Kaiserzeit: ^kind, das; -rautter, die;
-Schwester, die; -söhn, der; -tochter, die; -vater, der.
adorabd [ado'ra:bl] <Adj.; ...abier. -ste> [lat. adöräbilis]
(veraltet): anbetungswürdig: adorable Heilige; Adorant
[ado'rant], der; -en. -en [lat. adöräns (Gen.: adörantis).
1. Part, von: adörärc. Tadorieren] (Kunstwiss.): anbetende
Gestalt (als Standbild, auf Gemälden o. ä.): Adoration [ado-
ra't§io:n]. die; -. -en Dat. adörätio = Anbetung] (allg.):
Anbetung. Verehrung, bes. kath. Kirche: a) Verehrung des
Altarssakraments: b) Huldigung der Kardinäle vor dem neu-
gewählten Papst: addieren [ado'rhrcn] <sw. V.; hat) [lat.
adöräre] (bildungsspr.): verehren, überaus schätzen: Marie-
Luise ... spröd und ungelenk, wie sie war, adorierte die
reizbegnadete Freundin (K. Mann, Vulkan 66).
ad referendun [at refe'rcndum; lat. fad u. referendum =
das Mitzuteilende, Gerundivum von: referre, t referieren]
(Amtsspr., jur. veraltet): zur Berichterstattung: einen
Vergleich ad r. annehmen.
ad rem [at 'ran; lat. Tad u. rem. Akk. von res = Sache)
(bildungsspr.): zur Sache /gehörend].
Adrema <© [a'dre:ma], die; -, -s: Kurzwort für t
Adressiermaschine; adremieren [adre'mi:ran] <sw. V.; hat): mittels
einer Adrema beschriften: adremierte Umschläge.
Adrenalin [adrena'li:n], das; -s [aus lat. tad u. ren = Niere]
(Med.): Hormon des Nebennierenmarks.
AdrtB- (gelegtl. noch, bes. Schweiz., sonst veraltet für:
Adressen-; vgl. d.): Minderung« die (Schweiz.); *4nich, das:
(als Buch gedrucktes) Eihwohnerverzeichnis. dazu: ^bueh-
varlag.der; -liste, die (Schweiz.); --Spediteur, der (Wirtseh.):
Empfangsspediteur, der Sammelgut empfängt u. weiterleitet.
Adressant [adrc'sant], der; -en, -en [mit lat. Endung zu
t Adresse] (veraltet): Absender leiner Postsendung!:
Adressat [adre'sa:t]. der; -en. -en [mit lat. Endung zu f Adresse]:
a) (veraltend) jmd. an den etwas gerichtet ist. für den
etwas bestimmt ist: Empfänger /einer PostsendungJ: daß
schlechte Nachrichten ihren -en in einen Zustand der
Erregung versetzen können (Kant. Impressum 23); b)
Kursteilnehmer. Lernende rj im programmierten Unterricht:
Adresse [a'dresa], die; -. -n [frz. adresse. eigtl. = Richtung,
Bestimmungsrichtung, zu: adresser, t adressieren; 2: engl,
address, zu frz. adresser, t adressieren]: 1. Angabe vonjmds.
Namen u. Wohnung. Anschrift: die A. ist, lautet...; Umdm.)
seine A. hinterlassen; jmds. A. notieren; Ü eine Warnung
an die A. der Aggressoren; * sich an die richtige A. wenden
(ugs.; sich an die zuständige Stelle wenden); bei imdm. an
die falsche/verkehrte A. kommen/geraten (ugs.; an den
Unrechten kommen, scharf abgewiesen werden. 2.
(bildungsspr.) a) schriftlich formulierte /politische]
Meinungsäußerung. Willenskundgebung, die von einzelnen Personen
od. Gruppen an das Staatsoberhaupt od. die Regierung
gerichtet wird: er... riet... dem Kaiser ab, die A. des
katholischen Adels entgegenzunehmen (Winckler, Bomberg 195);
b) offizielles Gruß-, Dank- od. Huldigungsschreiben an eine
höhere Stelle: eine A. an den Parteitag richten. 3.
(Daten verarb.) Nummer einer bestimmten Speicherzelle im
Speicher einer Rechenanlage.
Adressen- (vgl. auch: Adreß->: -ändenra, die; ^büehlein,
das: Notizbuch mit Adressen (1); -büro, das: Betrieb, der
Adressen (1) von Personen od. Firmen ermittelt,
zusammenstellt u. an Interessenten verkauft: Mlatei, die; -4ieft, das;
allste, die; ^Sammlung, die; -Verzeichnis, das.
adressieren [adre'si:ran] <sw. V.; hat) [frz. adresser < vlat.
*addirectiäre = ausrichten, zu lat. directus. 2. Part, von:
dlrigere = gerade richten, ausrichten]: 1. mit einer Adresse
(1) versehen: einen Brief falsch a. 2. an jmdn. richten,
für jmdn. bestimmen: Die Viktorianer merkten sofort, daß
mein Artikel an sie adressiert war (Lenz. Brot 120); der
Spieler adressiert seine Pässe haargenau (Ballspiele; spielt
genau an). 3. (veraltet) sich an jmdn. wenden, gezielt
ansprechen: Er hielt zwei Schritte vor dem Tische und adressierte
Morosow (Remarque. Triomphe 57); <Zus.:>
Adressiermaschine, die: halb- od. vollautomatische Maschine, die
regelmäßig gebrauchte Adressen (1) aufdruckt. Vgl. Adrema.
adrett [a'drct] <Adj.; -er. -este> [frz. adroit = geschickt
< vlat. *addirectus = ausgerichtet, wohlgeleitet, zu lat.
dlrigere = gerade richten]: sauber u. ordentlich in der
äußeren Erscheinung u. deshalb einen gefalligen, angenehmen,
netten Eindruck machend: ein -es Mädchen; Als Hilfslehrer
war er noch 'n ganz -er Mensch (H. Mann, Unrat 23);
sie ist immer a. [gekleidet]; Ü Ihre a. geordnete und am
Faden aufgereihte Welt (Lynen. Kentaurenfährte 290).
adrig« Jdrig: t aderig, äderig.
Adrio Ca:drio]. das; -s. -s [frz. atriau < älter frz. hätereau.
afrz. hasterei = geröstete Schweinsleberschnitte, zu häte
= Rostbraten; Bratspieß < lat. hasta = Spieß] (Schweiz.):
im Netz eines Schweinebauchfells eingenähte, faustgroße
Bratwurstmasse aus Kalb- od. Schweinefleisch.
adschüs [a'UVs] (ugs.. landsch.): svw. f adieu.
Adsorbat [atzDr'ba:t], das; -s. -e: adsorbierter Stoff: svw.
f Adsorptiv; Adsorbens [at'zarbens], das; -, ...nzien [...'ben-
t$ian] u. ...ntia [...'bentsia] (Chemie, Physik): Mittel, das
eine Adsorption bewirkt: Adsorber [at'zorbe). der; -s, -
[anglisierende Neubildung zu tadsorbieren): 1. svw. t
Adsorbens. 2. Bauteil einer Adsorptionskältemaschine, das das
Adsorbens enthält: adsorbieren [atzar'bi.ran] <sw. V.; hat)
[aus lat. ad- (t ad) u. sorbere = schlürfen] (Chemie. Physik):
Gase. Dämpfe od. gelöste Stoffe an der Oberfläche fester,
bes. poröser Körper anlagern, binden: Buchsbaumkohle
adsorbiert bei - 183 °C mehr als das Zweihundertfache ihres
Volumens an Sauerstoff; Adsorption [atz3rp't$io:n], die;
-, -en: Vorgang des Adsorbierens.
Adsorption*-: ^formet, die: die 1905 von Ostwald und Boe-
decker aufgestellte A.; ~gesetz, das: das Gibbssche A.;
86
aero-, Aero-
-kAJtomaschine, die; -kohle, die: svw. tAktivkohle;
-mechanismus, der; -vermögen* das; -Vorgang, der; -wir-
me, die: bei der Adsorption freiwerdende Bindungsenergie;
-Wirkung, die.
adsorptiv [atzDrp'ti:fl <AdJ.; o. Steig.): zur Adsorption fähig,
nach Art einer Adsorption: sich leicht a. binden lassen;
Adsorptiv [-]. das; -s. -e [...'ti-.val: svw. t Adsorbat.
Adstringens [atstringens]. das; -. ...nzien [...'gentjidn] u.
...ntia [...'gentsia; lat. a(d)stringens. 1. Part, von: a(d)strin-
gere. tadstringieren] (Med.): auf Schleimhäute od. Wunden
zusammenziehend wirkendes (entzündungshemmendes,
blutstillendes} Af/7/W;adstringieren[atstrii),gi:r9n] <sw. V.; hat)
[lat. a(d)stringere = straft anziehen, zusammenziehen]
(Med.): als Adstringens wirken, zusammenziehen.
Adufair [adu'la:?]. der; -s. -e [ital. adularia. nach dem Ge-
birgsmassiv Adula in den Schweiz. Alpen]: farbloses oder
weißliches bis bläuliches Mineral aus der Gruppe der
Feldspate mit irisierendem Glanz (Schmucksfein).
A-Dur [auch: '-'-]. das; -: Tonart; Zeichen: A (Ta, A2);
<Zus.:> A-Dur-Etüde, die.
ad usum [at 'u:zum; lat. lad u. usus = Gebrauch]: (auf
ärztlichen Rezepten) zum Gebrauch; ad usum Delphin!
[- - delTi:ni: lat. = zum Gebrauch des Dauphins, des frz.
Thronfolgers, für dessen Unterricht J. B. Bossuet u. P.
D. Huet auf Veranlassung Ludwigs XIV. Ausgaben antiker
Klassiker in moralischer u. politischer Hinsicht reinigten
u. kommentierten; vgl. Dauphin]: (von Klassikerausgaben,
die für Schüler bearbeitet u. aus denen bes. die anstößigen
Stellen entfernt wurden) für die Jugend bearbeitetJ: eine
Ovidausgabe ad u. D.; ad usum proprium [- - 'pro:prium.
auch: pro...; lat.]: (auf ärztlichen Rezepten) zum eigenen
Gebrauch (des ausstellenden Arztes).
ad Valoron [at va lo:r£m; lat. tad u. valor = Wert]: (von
der Zollberechnung bei Waren) dem Werte nach.
Advantage ted'vaintidsl. der: -s, -s [engl, advantage < frz.
avantage. zu: avant = vor < lat. abante) (Tennis): der
erste gewonnene Punkt nach dem Einstand (40:40).
Advektkm [advek't§io:n], die; -. -en [lat. advectio = das
Heranfuhren] (Met.): Heranführung von Luftmassen in
vorwiegendhorizontaler Richtung (Ggs.: Konvektion).
Advent [at'vent]. der; -s. -e <P1. ungebr.) [mhd. advent(e)
< lat. adventus = Ankunft, zu advenire = ankommen]
(christl. Reh): a) vierwöchige Zeit vor dem Weihnachtsfest
(mit vier Sonntagen); vor. nach A.; b) <mit vorangestellter
Ordinalzahl) Sonntag in der Adventszeit, Adventssonntag;
erster, zweiter, dritter, vierter A.
Advent-: f Advents-.
Adventist [atven'tist]. der; -en. -en [engl.-amerik. adventist.
zu lat. adventus = Ankunft. T Advent]: Angehöriger einer
Gruppe von Glaubensgemeinschaften, die an die baldige
Wiederkehr Christi glauben.
Adventiv- [atven'thf-; zu lat. adventus, 2. Part, von advenire
= ankommen]: -knospe, die (Bot.): Knospe, die an
ungewöhnlicher Stelle aus wieder teilungsfähig gewordenem
Dauergewebe entstanden ist; -krater, der (Geol.):
Nebenkrater auf dem Hang eines Vulkankegels; ^pflanze, die
(Bot.): Pflanze eines Gebietes, die dort urspr. nicht heimisch
war; -sproB. der (Bot.): Sproß, der sich aus einem
neugebildeten Vegetationspunkt entwickelt; -wirzd, die (Bot.):
Wurzel, die sich an ungewöhnlicher Stelle (an einem Sproß
od. Blatt) bildet.
adventlich [at'ventli^] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): zum Advent
gehörend, Advents-; -e und weihnachtliche Bräuche; -e
Orgel- und Chormusik; ein Minimum an -en und
weihnachtlichen Bräuchen (Glaube 51. 1966,15).
Advents-: -brauch, der; -gemüse, das (landsch.): kurz vor
od. um den Advent gepflanztes Gemüse (bes. Wirsingkohl),
das im Frühjahr zeitig auf den Markt kommt; skatender,
der: für Kinder bestimmter Kalender mit Bildern o. ä. hinter
geschlossenen Fensterchen, von denen in der Adventszeit
täglich eines vom Kind geöffnet wird; -kerze, die: zur Feier
des Advents entzündete Kerze lauf dem Adventskranz];
-kränz, der: von der Decke herabhängender od. auf einem
Tisch stehender Kranz aus Tannengrün mit vier Kerzen
für die vier Adventssonntage; -leuchter, der; -lied, das:
geistl. od. Kirchenlied, das auf die Adventszeit Bezug nimmt;
-Sammlung, die: kirchliche Geldsammlung zur Adventszeit;
-schmuck, der; -soontag, der: einer der vier Sonntage der
Adventszeit: -spiel, das: volkstümliches Laienspiel mit bibl.
Stoffen, die auf die Adventszeit Bezug nehmen (seit dem
17. Jh.); -stern, der: Vertreter einer Art der
Wolfsmilchgewächse (urspr. im tropischen Mittelamerika) mit
sternförmig ausgebreiteten, meist roten Hochblättern um einen
unscheinbaren Blütenstand, der zur Adventszeit blüht; -sttav
mung, die; -woche, die: die erste, zweite, dritte, vierte
A.; -zeit, die.
Adverb [at'vErp], das; -s. -ien [...rbian; lat. adverbium. eigtl.
= das zum Verb gehörende Wort] (Sprachw.): Wort, das
ein im Satz genanntes Verb, ein Substantiv, ein Adjektiv
oder ein anderes Adverb seinem Umstand nach näher
bestimmt; Umstandswort; <Abl.:> adverbal [atver'ba:l] <AdJ.;
0. Steig): 1. zum Verb hinzutretend, zu ihm gehörend; -er
Kasus. 2. svw. f adverbial: -er Gebrauch von Präpositionen;
adverbial [atverbia:!] <Adj.; o. Steig.) Dat. adverbiälis]:
zum Adverb gehörig, umstandswörtlich; -e Bestimmung (svw.
t Adverbialbestimmung); ein Wort a. gebraudien; <subst.:>
Adverbiale, das; -s. ...lien [...lpn]: Adverbialbestimmung.
Adverbial- (Sprachw.): -adiektiv, das: aus einem lokalen
od. temporalen Adverb entstandenes Adjektiv, das nur
attributiv gebraucht werden kann (z. B. dortig, heutig); -besttro-
mung, die: Ergänzung od. freie Angabe, die einen im Satz
genannten Umstand bezeichnet; Umstandsbestimmung;
-satz, der: Gliedsatz, der den Umstand angibt, unter dem
das Geschehen im Hauptsatz verläuft; -sufflx, das: Suffix,
das zur Bildung eines Adverbs dient.
adverbiell [atverbiel]: seltener für tadverbial; Adverbhan
[at'verbium]. das; -s, ...ia [...ia]: älter für t Adverb.
adversativ [atvErza'ti:fl <Adj.; o. Steig.) Dat. adversätivus]
(Sprachw.): gegensätzlich, entgegensetzend, -stellend; -e
Konjunktion (entgegensetzendes Bindewort, z.B. aber,
doch); -es Asyndeton {bindewortlose Wort- od. Satzreihe,
deren Glieder gegensätzliche Bedeutung haben, z. B. heute
rot, morgen tot).
Advertisine faedvataizu)). das; -s. -s [engl, advertlsing. zu:
advertise = ankündigen, werben, zu frz. avertir =
benachrichtigen < lat. advertere = hinwenden, aufmerksam
machen]: a) das Inserieren, Ankündigung durch Annoncen;
b) Reklame, Werbung.
Advocatus Dei [atvo'ka:tus de:i], der; - -. ...ti - [...ti -;
lat. advocatus dei = Anwalt Gottes]: Geistlicher, der im
kath. kirchlichen Prozeß für eine Heilig- od. Seligsprechung
eintritt; Advocatus Diaboli [- di'a:boli], der; - -. ...ti -
[lat. advocatus diaboli = Anwalt des Teufels]: a)
Geistlicher, der im kath. kirchlichen Prozeß Gründe gegen eine
Heilig- oder Seligsprechung vorbringt; b) Person, die bewußt
überspitzte Gegenargumente vorbringt, um einer schlechten
Sache zu dienen; Anwalt des Teufels; Advokat [atvo'ka:t],
der; -en, -en [lat. advocatus. eigtl. = der Herbeigerufene,
zu: advocäre = herbeirufen] (landsch. [bes. Schweiz, u.
österr.], sonst veraltet od. abwertend): /RechtsJanwall:
die Richter und -en Roms ... sind jetzt zur
..Schocktherapie44 geschritten (Presse 28. 1. 69); Ü die -en (Fürsprecher)
der Freiheit; <Abl.:> advokatisch <AdJ.; o. Steig.): etw.
a. machen wollen; Ü aber die Sprache wird so seltsam
blaß, formelhaft, a. davon (Mutterspr. 11, 1966. 335);
Advokatur [atvoka'tu:?]. die; -. -en: a) <o. PI.) Amt des
Rechtsanwalts, Rechtsanwaltschaft; die Freiheit der A.; b)
Büro eines Rechtsanwalts; er ist auf einer A. beschäftigt,
dazu: Advokaturbüro, das; -s. -s od. -bureau, das; -s. -x
(Schweiz.): Büro eines Rechtsanwalts, Advokaturskanzlei,
die; -. -en (österr.): Büro eines Rechtsanwalts, Advokaturs-
koradpient, der; -en. -en (österr.): Konzipient in einer
Advokaturskanzlei.
adynamisch [ady,na:mij. auch: ' ] <AdJ.; o. Steig.)
(Med.): kraftlos, schwach.
aerifizieren [aerifi^i:ran] <sw. V.; hat) [zu lat. äer (T'Air)
u. facere = machen] (Gartenbau): svw. tvertikutieren.
aero-, Aero- [aero-; griech. aer (Gen.: aeros) = Luft]
(fachspr.): Luft-, Gas-; -batik [...'ba:tik], die; - [engl, aero-
batics, Analogiebildung zu: acrobatics. aus I aero- u. griech.
bateTn = gehen]: Kunstflug [Vorführungen]; -biologk, die:
Zweig der Biologie, der die lebenden Mikroorganismen in
der Atmosphäre erforscht; -Wont [...'bjpnt], der: -en.
-en [zu taero u. griech. biön (Gen.: bioüntos). 1.
Part, von bioün = leben] svw. t Aerobier; ^bios [...'blas],
der; - [aus Taero- u. griech. bfos = Leben]: Gesamtheit
der Bewohner des freien Luftraums; ^bus [a'e:n>], der:
1. Hubschrauber im Taxidienst. 2. Nahverkehrsmittel in
Form von Kabinen, die zwischen Masten an Kabeln
schweben; -ckib T-klub; -drom [...dro.m], das; -s. -e [aus taero-
87
aerob
u. griech. drömos = Lauf. Rennbahn] (veraltet): Flughafen,
-platz: -dyngmik. die (Physik): Wissenschaft von den
strömenden Gasen, bes. von der strömenden Luft: -dynami-
ker.der; -s. -: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Aerodynamik: -dynamisch <Adj.; o. Steig.): zur Aerodynamik
gehörend* ihren Gesetzen unterliegend: -fotografie, die: a) das
Fotografieren aus Luftfahrzeugen: b) Luftmeßbild: HPfmnu
das: Luftpostleichtbrief: -klub [a'e:ro-j. der:
Luftsportverein: -lith l...'li:t. auch: ...ht]. der; -en u. -s. -e[n] [T-lith]
(veraltet): Meteorstein: -jnechgntk, die (Physik):
zusammenfassende Lehre von der t Aerostatik u. der t
Aerodynamik: -meter. das; -s. - [t-meter]: Gerät zum Bestimmen
des Gewichtes od. der Dichte der Luft: -nau*. der; -en,
-en [t-naut] (veraltet): jmd.. der ein Luftfahrzeug fuhrt:
-nautik. die: Luftfahrt! kündej. dazu: -nautiker. der:
Luftfahrtsachverständiger\ -nautisch <AdJ.; o. Steig.): die Aero-
nautik betreffend: -nomte, die; - [griech. nömos = Gesetz):
Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der hohen
Atmosphäre {über 30 km Höhe) befaßt, dazu: -nomteateilit,
der; -pause, die: Übergangszone zw. der Atmosphäre u.
dem Weltrawn; -plan [a..'pla:n]. der; -[e]s. -e (griech. aerö-
planos = in der Luft umherschweifend] (veraltet):
Flugzeug: ^salon [a'e:ro], der: Luftfahrtausstellung: -sol
[.,.'zo:l]. das; -s. -e [zu lat. solütio = Lösung]: a) feinste
Verteilung schwebender fester od. flüssiger Stoffe
(Tröpfchen) in Gasen, bes. in der Luft (z.B. Rauch. Nebel):
b) (Med.) zur Einatmung bestimmtes, nebeiförmig verteiltes
Medikament, dazu: -solieren [...zo'li:ran] <sw. V.; hat):
in den Zustand eines Aerosols überfuhren: aerosolierte
Flüssigkeiten; -Statik, die (Physik): Lehre von den
Gleichgewichtszuständen ruhender Gase. bes. der Luft, dazu:
^statisch <Adj.; o. Steig.); -taxe [a'erro-]. die: Mietflugzeug:
-therapk, die (Med.): Heilverfahren, bei denen bes.
künstlich verdichtete od. verdünnte Luft sowie Aerosole (b) eine
Rolle spielen: -therm [...term] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
thermös = warm]: mit heißer Luft hergestellt, behandelt:
Kaffee a. rösten; -train [a'e:ro-]. der: Luftkissenzug.
aerob [ae'ro.p] <Adj; o. Steig.) [aus laero- u. ghech. bios
= Leben] (Biol.): Luftsauerstoff zum Leben benötigend
(Ggs.: anaerob); Aerobier [ae'ro.bie]. der; -s, - (Biol.):
Organismus, der nur mit Luftsauerstoff leben kann (Ggs.:
Anaerobier).
Aflaire [afe:re]: österr. noch häufig für tAfläre; AffSre
[-]. die; -. -n [c: frz. aflaire. zusger. aus: (avoir) ä faire
= zu tun (haben); frz. faire = machen, tun < lat. facere]:
a) unangenehme Angelegenheit; peinlicher, skandalöser
! Vor-. Zwischen Ifall: eine peinliche A. beilegen, aus der
Welt schaffen; in dunkle -n verwickelt sein; jmdn. in eine
A. mit hineinziehen; die A. um den Vorsitzenden; die
dunkle A. zwischen dem Fräulein und diesem Yang Sun
(Brecht. Mensch 67); *sich [mit etw.] aus der A. ziehen
(ugs.; sich geschickt u. ohne Schaden /mit etw.] aus einer
unangenehmen Situation herausfinden): b) (veraltend)
Liebschaft. Verhältnis: er hat eine A. [mit ihr] gehabt; c) (ugs.)
Sache. Angelegenheit: das ist eine A. von höchstens zwei
Stunden, von tausend Mark.
Äflchen ['efipn], das; -s. -: I Affe (1); Affe [afo], der; -n,
-n [1: mhd. äffe, ahd. aflb; 3: H. u.; viell. nach der
Einbildung des Betrunkenen, wie ein Gaukler einen Affen auf
seiner Schulter sitzen zu haben; 4: nach dem Aflen. der
auf der Schulter des Gauklers sitzt]: 1. <Vkl. tÄflchen)
menschenähnliches Säugetier, das in den Tropen (vorwiegend
auf Bäumen) lebt; Vertreter einer Unterordnung der
Herrentiere: auf den Bäumen klettern -n herum; im Zoo die
-n futtern: sich benehmen wie ein wildgewordener A.;
R ich bin doch nicht dein Afle! (salopp; ich lasse mir
von dir nichts vorschreiben, ich tanze nicht nach deiner
Pfeife; ich mache dir nicht alles nach; nach der Dressierbar-
keit u. dem Nachahmungstalent des Aflen); • nicht im
einen Wald voll/von -n (salopp; das kommt nicht in Frage):
ich denke, mich laust der A.! (ugs.; das überrascht mich
sehr; nach den von Gauklern mitgeführten Aflen, die sich
an einzelne Zuschauer heranmachten u. unter allgemeinem
Spott bei ihnen scheinbar nach Läusen suchten): dasitzen
wie ein A. auf dem Schleifstein (ugs. scherzh.; krumm sitzen,
eine unglückliche Figur machen; wohl bezogen auf den
von wandernden Scherenschleifern früher oft mitgeführten
Aflen u. seine mehr od. weniger gelungenen Kunststücke);
wie vom wilden -n gebissen (salopp; ganz von Sinnen,
verrückt): seinem -n Zucker aeben (ugs.; sein Steckenpferd
reiten; immer wieder über sein Lieblingsthema sprechen;
seiner Marotte. Schwäche nachgeben): jmdn. zun -n halten
(ugs.; anfuhren, narren, veralbern): einen -n an hndm.
gefressen haben (ugs.; jmdn. im Übermaß gern haben; vgl.
Affenliebe). 2. (derbes Schimpfwort) a) dummer, blöder Kerl; b)
eitler, gezierter Metisch. Geck: ein geleckter A. 3. (salopp)
Rausch: Jeden Freitag kommt er regelmäßig mit einem
-n nach Hause; Sie (= die kleine Äffin) nimmt von den
Soldaten sogar Bier an: Aber einen .Affen" hat das Äff-
chen noch nie bekommen (Bild 5. 4. 64. 32); *skh einen
-n kaufen (sich betrinken lgehenJ); einen -n [sitzen] haben
(betrunken sein). 4. (sold.. ugs.) Tornister: der A. drückt
mich; den A. packen.
Affekt [a'fekt]. der; -[e]s. -e [1: lat. affectus < afficere
= in eine Stimmung versetzen < ad- = hinzu u. facere
= tun; 2: wohl aus engl, affect (Psych., bildungsspr.)]:
1. a) heftige Erregung. Gemütsbewegung; Zustand
außergewöhnlicher seelischer Angespanntheit: aggressive -e; einen
A. auslösen; -e hervorrufen; im A. handeln; etw. im A.
begehen; in jmdm. stauen sich -e an; b) <nur PI.)
Leidenschaften: jmds. -e aufrühren. 2. Hang. Neigung: keine -e
(Abneigung) gegen die Übernahme öffentlicher
Verantwortung (Wohngruppe 19).
afffkt-, Affekt-: -ausbrach, der; -Äußerung, die; -betont
<AdJ.); -geladen <Adj.); -handkiKi, die (Jur.): im Affekt
begangene strafbare Handlung; -stau, der (Psych.): der
Angeklagte, einem A. erlegen (BM 1. 2. 75. 5); -Stauung«
die (Psych.); -Steigerung«die; -Störung, die (Psych.):
krankhafte Veränderung des Gefühlslebens; -Verdrängung« die
(Psych.): Verlagerung von Affekten, deren Entladung
Hemmungen entgegenstehen, in andere Erlebnisbereiche od. ins
Unbewußte; -verla&erung* die: svw. f -Verdrängung.
Affektation [afekta't$io:n]. die; - [lat. affeetätio] (selten):
svw. t Affektiertheit: unter Vermeidung aller A. (Th. Mann.
Krull 271); affektiert [afek'ti:?t] <Adj.; -er. -este) [von
veraltet affektieren = erkünsteln < lat. affeetäre]
(bildungsspr.): geziert, gekünstelt, gezwungen: ein -er Mensch;
er schreibt ein -es Deutsch; a. sprechen; <Abl.:>
Affektiertheit, die; -, -en: 1. <o. PI.) affektiertes Benehmen. Wesen.
2. einzelne affektierte Handlung. Äußerung.
Affektion [afek't$io:n].die: -. -en [1: lat. affectio]: 1. (veraltet)
•Bezeigung von] Wohlwollen.Neigung. Gunst: Liebhaberei.
2. (Med.) Befalleines Organs mit Krankheitserregern; <Zus.
zu 1:) Affektionswert, der (veraltet): Liebhaberwert; affek-
tioniert [afEk&o'nhgt] <Adj.; -er. -este) [zu T Affektion (1)]
(veraltet): geneigt, herzlich] zugetan; affektisch la fektij]
<Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): durch Affekte hervorgerufen,
auf Grund von Affekten gebildet: -e Namensbildungen und
Anredeformen; affektiv [afekti:fl <AdJ.; o. Steig.) [lat.
affectivus] (Psych.): affekt-. gefühlsbetont, durch Affekte
gekennzeichnet: die -en und emotionalen Reize der
Umwelt; <Abl.:> Affektivitit [afektivite:t]. die; -:
Gefühlsansprechbar keit; Gefühlsleben: Wahrnehmung,
Merkfähigkeit und A. verschmelzen zu komplexen Empfindungen;
aflektuos [afektyo:s], aflektuos [...0:s] <Adj.; -er. -este):
seine Ergriffenheit von etw. mit Wärme u. Gefühl zum
Ausdruck bringend: ein Plus an aflektuos geprägter, satter
Tonfülle (MM 22. 10. 1973. 24).
äffen [efn] <sw. V.; hat) [mhd. effen. zu tAffe]: 1. (geh.)
irreführen, narren, täuschen: man hat uns geäfft. 2. (selten)
nachahmen.
«ffen-, 'Affen- -ähnlich <Adj.): -e Wesen; -arsch, der
(vulg.): Schimpfwort: du A.; Murt, die: die Felle
verschiedener -en werden genutzt; -artig <Adj.; o. Steig.): in der
Art u. Weise eines Affen: mit -er Behendigkeit; sich a.
bewegen; -bkane, die: svw. t Gauklerblume; -brotbaim,
der: Vertreter einer Gattung der Wollbaumgewächse, ein
vor allem in den Steppengebieten Afrikas wachsender, bis
zu 20 m hoher Baum mit ungewöhnlich dickem Stamm
und starken, waagerecht ausladenden Ästen, der gurkenför-
mige. eßbare Früchte hat; ^fett, das <o. PI.) (derb
abwertend): Margarine; -fratze, die (abwertend): das sind Ja
überhaupt keine Menschen, sondern -n (Grzimek, Serenge-
ti 168); -gesteht, das: Leo mit seinem A. (Böll. Haus
59); -griff, der (Turnen): Griff, bei dem der Daumen nicht
die Stange umfaßt, sondern neben den Fingern auf der Stange
liegt; -haus, das: Gebäude im Zoo. in dem die Affen
untergebracht sind; -haut, die (Textilw.): Plüsch mit anliegender
Haardecke; beidseitig gerauhte Samtimitation aus
Streichgarn; -Jacke, die. -Jäckchen, das (Soldatenspr. scherzh.):
88
affrös
kurze, enge Uniformjacke; -käfig, der: Käfig im Zooj.
in dem Affen gehalten werden: das geht ja hier zu wie
in einem A.; -kastei, der: 1. svw. t-käflg. 2. (salopp)
a) (abwertend) vgl. -stall (2); b) (schweiz.) Gefangenenauto;
-komödie. die: svw. T ^theater; -liebe, die: übertriebene
unvernünftige, blinde Liebe: mit verstiegener A. an einem
Kind hängen; -Kicke, die (Zool.): Zwischenraum in der
Zahnreihe bei vielen Säugetieren; -mensch, der (Paläont.):
den Übergang zum Urmenschen bildender affenähnlicher
Vormensch; -pinscher, der [nach der affenähnlichen Form
u. Behaarung des Kopfes]: 1. strubbelhaariger. hochbeiniger
Zwerghund mit kugeligem Kopf 2. (salopp) Schimpfwort;
-Schaukel, die: 1. (Soldatenspr. scherzh.) dekorative Schul-
terschnur an der Uniform, bes. bei Adjutanten. 2. <meist
PI.) (ugs. scherzh.) zu beiden Seiten des Kopfes in Form
einer Schlinge herabhängender Zopf; -stall, der (salopp
abwertend): 1. vgl. t-käfig: Bei Haase stinkt es wie in
einem A. (Spiegel 36. 1967, 51). 2. als zu eng, ungemütlich,
unwürdig empfundene Unterkunft: wir wollten raus aus
dem A.. wir wollten wie Menschen leben (Kuby. Sieg 364).
3. Anzahl von Menschen, von denen jeder macht, was er will:
was hab ich für nen A. an Bord (Ott. Haie 275); -tanz.
der (salopp): 1. ausgelassenes Treiben. 2. vgl. t-theater;
-theater, das (salopp, abwertend): im Zusammenhang mit
einer best. Angelegenheit stehendes, als unsinnig, lästig od.
übertrieben empfundenes Tun: dieses A. mache ich nicht
mehr länger mit; das ist vielleicht ein A.!; -Weibchen,
das: svw. t Äffin; -zeck, der (ugs. abwertend): vgl. -theater.
24flen- [mit Betonung auch des Grundwortes] (salopp,
emotional verstärkend): überaus groß: -geschw|nd«keit, die;
-hjtze, die; -schände, die: empörende Tatsache: daß wir
hier nichts zu trinken bekommen, ist eine A. (ist
empörend); -Schwein, das <o. PL): sehr großes Glück (In
bezug auf ein Ereignis o.a.): wir hatten ein A.. kann
ich nur sagen (Frisch, Homo 28); -spektgkel, der (salopp
abwertend): großer Lärm; -t^mpo, das; -zahn, der <o.
PL): svw. t-geschwindigkeit: Auf dem schweren
japanischen Motorrad ... donnerte er mit A. durch das Stadion
(Hörzu 20. 1973. 14); Äffer fefc]. der; -s, - [mhd. effer.
affaere] (veraltet): äffende Person; Afferei [afe'r^i], die; -.
-en (ugs. abwertend): affiges Gebaren, das sich im Gebrauch
von etw.kundtut: die A.. Lidschatten aufzutragen, brauchst
du nicht auch noch mitzumachen; Äfferei [efa'r^i]. die:
-. -en [mhd. efferie. afferie] (veraltet): Irreführung. Tau-
schung.
aflerent [aferent] <Adj.; o. Steig.) [lat. aflerre = hinbringen]
(Med.): zu einem OrganJ hinführend, zuführend (Ggs.:
efferent): Erregungen, die zum Gehirn zurückleitende
Nervenbahnen benutzen, sind a. (Sprachpflege 8. 1965. 174).
affettuoso [afe'tuo:zo] <Adv.) [ital. affettuoso < lat. affec-
tuösus.zu:affectus.tAffekt] (Musik): (vom Tempo)
leidenschaftlich bewegt J.
Aflkhage lafi'Ja:»]. die; - [frz. affichage = Anschlag, zu:
afficher. taffichieren] (Schweiz.): Plakatwerbung; Aflkhe
[a'ftjd. auch: aTi:Jd]. die; -. -n [frz. affiche. zu: afficher.
tafllchieren] (veraltet, aber noch Werbespr. u. Schweiz.):
Anschlag. Plakat: Der Sinn dieser beiden letzteren -en
... besteht wohl mehr in der Aufheiterung des Beschauers
durch die kräftigen Farben (Fr. Wolf. Zwei 26); affidiiercn
[afiji.ran] <sw. V.; hat) [frz. afficher. zu: ficher =
festmachen < vlat. *figicäre < lat. flgere = anheften,
anschlagen]: (Plakate) ankleben, befestigen.
Affidavit [afi'da.vit]. das; -s. -s [engl, affidavit < mlat.
affldavit = er hat feierlich gelobt. 3. Pers. Sg. Perf. Ind.
Akt. von: affidäre]: 1. eidesstattliche Versicherung, durch
die sich Verwandte od. Bekannte verpflichten, notfalls für
den Unterhalt eines Einwanderers aufzukommen (bes. in
den USA): ein A. ausstellen, verlangen, beibringen. 2.
eidesstattliche Versicherung, bes. im internationalen
Wertpapierverkehr.
affig [afi<;] <Adj.) (ugs. abwertend): 1. übermäßig auf sein
Äußeres bedacht, eitel, gefallsüchtig, geziert, geckenhaft:
sich a. benehmen; Sie wußten, wie a. ihnen der geborgte
Zylinder zu Gesicht stand (Kant. Impressum 178). 2. <o.
Steig.) wie ein Affe: A. gewandt springt Stanislaus hinter
Paasch drein (Fries. Weg 169).
affigieren [afi'gi:ran] <sw. V.; hat) [lat. affigere = anheften]:
1. (veraltet) (eine Affiche) anheften, aushängen. 2.
(Sprachw.) ein Affix an den Wort stamm anfügen; <Abl.:>
Affigierung, die; -, -en.
Affigkeit [afick^t], die; -. -en [zu t affig (1)] (ugs. abwertend):
a) <o. PI.) Eitelkeit. Geziertheit. Geckenhaftigkeit: seine
A. mißfiel mir; b) affige (1) Handlung o. ä.: diese -en könnte
sie sich sparen.
Affiliation [afilia t$io:n], die; -. -en [1. 2. 5: mlat. affiliätio
= Adoption, zu: affüiäre. Taffiliieren]: 1. Anschluß. Bei-.
Zugesellung. Verschwisterung: die ideologische A. des
Komponisten; Hofmannsthals böhmischen -en entspricht
der verstohlene Eifer des Umgänglichen, von anderen
Intellektuellen sich fernzuhalten (Adorno, Prismen 199). 2.
(Freimaurerei) Logenwechsel eines Mitgliedes u. das
folgende Aufnahmerituell der neuen Loge. 3. (Wirtsch.)
Tochtergesellschaft, bes. Tochterbank einer Großbank, die an ihr
maßgeblich beteiligt ist. 4. (Sprachw.) Verwandtschaftsverhältnis
von Sprachen, die sich aus einer gemeinsamen Grundsprache
entwickelt haben. 5. (jur. veraltet): svw. t Adoption;
affinieren [afili'i.rdn] <sw. V.; hat) [mlat. afffliäre = adoptieren,
aus lat. ad- (tad) u. filius = Sohn]: eine Affiliation (bes.
3) vornehmen, einer Sache angliedern: ein affiliiertes
Unternehmen.
affin [a'fi:n] <Adj.; o. Steig.) [lat. affinis): 1. (allg.. selten)
mit etw. verwandt: weil die Ideologie jener Germanisten
der NS-Ideologie a. war (Mitteilungen 1. 1970. 38). 2.
(Math.) (von geometrischen Figuren) durch
Parallelprojektion einer Ebene auf eine zweite auseinander hervorgehend.
Äffin fefm]. die; -. -nen [mhd. effinne. affinne, ahd. affinna]:
w. Form zu lAffe (1).
Affiliation [afina't$io:n], die; - (Chemie): Trennung von Gold
u. Silber aus ihren Legierungen mittels heißer konzentrierter
Schwefelsäure; affinieren [afi'nhran] <sw. V.; hat) [frz.
affiner = fein machen, reinigen, zu: fin = f fein]: eine
Affination vornehmen; <Abl.:> Affinkrung, die; -, -en: svw. t
Affination; Affinitat [afinit£:t], die; -, -en [lat. afflnitäs]: 1.
Verwandtschaft. Ähnlichkeit u. dadurch bedingte
gegenseitige Anziehung: zu Jmdm. od. etw. A. flihlen; die A. zwischen
zwei Generationen. 2. a) (Chemie) Neigung von Atomen
od. Atomgruppen, sich miteinander zu vereinigen bzw. sich
umzusetzen: das Paraffin hat wenig A. zu anderen
Substanzen; b) (Geom.) affine (2) Abbildung; c) (Gartenbau) das
Zueinander passen von Edelreis u. Unterlage beim Pfropfen;
d) (Textilw.) Aufnahmevermögen eines Faserstoffs für
Farbstoffe u. Ausrüstungsmittel.
Affirmation[afirmat$io:n],die; -, -en [lat. affirmätio] (bes.
Logik): Bejahung. Versicherung (Ggs.: Negation);
affirmativ [afirma'ti:fl <Adj.; o. Steig.) [lat. affirmätivus] (bes.
Logik): bejahend, bestätigend(Ggs.: negativ): ein -er
Aussagesatz; mit der letzten Unterschrift deines komischen
Daseins ... wird das Formular es irgendeinem -en Chirurgen
gestatten... (Wohmann. Absicht 316); Affirmative [...'ti:va].
die; -. -n (selten): bejahende Meinung (Ggs.: Negative);
affirmieren [afrr'miTan] <sw. V.; hat) [lat. affirmäre]
(selten): bejahen, versichern, bekräftigen.
äffisdi ['efijl <Adj.): nach der Art eines Affen, affenartig:
ein -es Wesen; ein ä. geformter Kopf: in ... seiner -en
Bosheit, seinem nervösen Elan (K. Mann. Wendepunkt
291).
Affix [a'fiks], das; -es. -e [lat. affixus. 2. Part, von: affigere
= anheften] (Sprachw.): Bildungselement, das an ein wurzel-
od. stammhaftes Wortstück tritt, zusammenfassende
Bezeichnung für Präfix. Infix u. Suffix.
affizieren [afl$i:r3n] <sw. V.; hat) [lat. afficere]: a) (veraltet,
selten) Eindruck auf etw. machen, bewegen, reizen: das
Auge a.; b) (Med.) krankhaft verändern, befallen: die
Überfahrt hat meinen Magen affiziert; c) (Sprachw.) direkt
[be]treffen: afflziertes Objekt (Objekt, das durch die
Verbalhandlung unmittelbar betroffen wird. z. B. er pflügt den
Acker; Ggs.: effiziertes Objekt).
Aflrikata [afri'ka:ta], Affrikate [...toj. die; -. ...ten [lat. affri-
cäta. Fem. von: affricätus. 2. Part, von: affricäre. t
afTrizieren] (Sprachw.): Verschlußlaut mit folgendem Reibelaut
(z.B. pf. z [=ts]); afTrizieren [afri't$i:ren] <sw. V.; hat)
[lat. affricäre * anreiben]: einen Verschlußlaut in eine Affri-
kata verwandeln.
Affront [a'frö:. auch: a'front]. der; -s. -s [frz. affront. Subst.
zu: affronter = beleidigen, vor den Kopfstoßen, zu: front
= Stirn. Vorderseite; t Front] (bildungsspr.): schwere
Schmähung, herausfordernde Beleidigung. Kränkung: es
könnte zu einem A. kommen (M. Walser. Eiche 95); Um
den A. gegen Bonn zu mildern ... (Spiegel 17. 1%6% 20).
affrös [aTreisl <Adj.; -er. -este) [frz. alYreux. zu: alTre =
89
Afghan
Schrecken. Entsetzen < provenz. afre < got. *aifrs =
schrecklich] (veraltet): abscheulich, scheußlich, häßlich.
Afghan [af ga:n], der; -[s]. -«: überwiegend aus dem nördlichen
Afghanistan kommender, handgeknüpfter% meist dunkelroter
Wollteppich mit geometrischer Musterung: Afghane [af-
'ga:nd], der; -n. -n: Vertreter einer aus Afghanistan
stammenden Windhundrasse.
k fonds perdu [aföper'dy; frz. Tä (2). fonds = Geld (t Fonds)
u. perdu = verloren. 2. Part, von: perdre < lat. perdere):
auf Verlustkonto, ohne Aussicht, etw. (bes. Geld)
wiederzubekommen.
a fresco [a Tresko; ital. ta u. fresco = frisch]: (von
Malereien) auf den noch feuchten Verputz einer Wand: ein Bild
a f. malen. Vgl. ,Fresko.
Afrikaander [afri'ka:ndi*]. der; -s. - [afrikaans Afrikaander
< Afrikaner, analog zu: Hollander = Holländer]: in der
Republik Südafrika geborener. Afrikaans sprechender
Weißer: afrikaans [afri'ka:ns] <Adj.; o. Steig.) [eigtl. =
afrikanisch]: in Afrikaans gesprochen od. geschrieben,
kapholländisch: -e Literatur. Mundartforschung: a. sprechen;
Afrikaans [-], das; - od.. -en: afrikaanse Sprache: Afrika«
[afri'ka:na] <P1.) [lat. Äfricäna. Ncutr. PI. von: Äfrlcänus
= afrikanisch] (Buchw.): Werke über Afrika: Afrikandcr
[afri'kandg]: svw. t Afrikaander; Afrikaner [afri'ka.ng], der;
-s. -: aus Afrika stammende Person von schwarzer
Hautfarbe: Afrikgnerin, die; -, -nen: w. Form zu t Afrikaner;
afrikanisieren [afrikani'zi:r3n] <sw. V.; hat): unter
afrikanischen Einfluß bringen, unter afrikanische Herrschaft stellen:
<Abl.:) AfrOuumkruns« die; -; Afrikanin [afrika'nist], der;
-en, -en: Wissenschaftler auf dem Gebiet der Afrikanistik:
Afrikanjstik, die; -: wissenschaftliche Erforschung von
Kultur u. Sprachen der afrikanischen Völker.
afro-. Afro- ['afro-; lat. äfer (Gen.: äfri) = afrikanisch]:
Afrika betreffend, zu ihm gehörig: Mripin <Adj.; o. Steig.):
den alpinen Bereich der tropischen Hochgebirge Afrikas
betreffend: ^amerikanisch <AdJ.; o. Steig.): a) (mit
Bindestrich) Afrika u. Amerika betreffend: -e Beziehungen; b)
(ohne Bindestrich) die Afrikaner (Neger) in Amerika
betreffend: -e Musik; -asiatisch1 <AdJ.; o. Steig.): Afrika
u. Asien betreffend: -e Sprachen, Staaten; -kubanisch1
<AdJ.; o. Steig.): Westjafrika u. Kuba betreffend: -er Jazz;
-Look1, der: Frisur, bei der das Haar in stark gekrausten,
dichten Locken nach allen Seiten hin absteht: Cornelia Hert-
ling (blonder A. Über einem bleichen Kindergesicht)
studiert Sozialpädagogik (Brigitte 7, 1974, 125).
After ['aftvL der; -s. - [mhd. after. ahd. aftero. eigtl. =
Hinterer]: hinterer, der Ausscheidung dienender Ausgang
des Darms (bei der Mehrzahl der Tiere u. beim Menschen):
der A. juckt, ist wund, entzündet; Anus praeter - das
ist ein künstlicher A. (Sebastian. Krankenhaus 66).
fftar-, After-: -bikiung, die (veraltet): unechte, falsche Halb-.
Pseudobildung; -brunft, die (Jägerspr.): zur Unzeit
erfolgende Brunft: ^brut. die (Jägerspr.): außergewöhnliche (zweite)
Brut beim Federwild: -drüse, die (Zool.): in den od. am
After mündende Drüse: -Entzündung, die (Med.); -fistei,
die (Med.); -flösse, die (Zool.): in der Aftergegend gelegene
Flosse bei Fischen: -flügel, der (Jägerspr.): Daumen des
Vogelflügels mit kleinen Schwungfedern: -furche, die
(Med.): Einkerbung zwischen den beiden Gesäßhälften, in
deren Zentrum der After liegt: ^fuß, der <meist PI.) (Zool.):
einfach gebaute Gliedmaße am Hinterleib vieler
Gliederfüßer: -gegend, die (Med.); -glaube, der (Rel. veraltet): Irr-.
Aberglaube: -Micken, das (Med.); -klaue, die: a) 2. u.
5. Zehe bei Paarhufern, die den Boden meist nicht mehr
berühren: b) svw. f-kralle; -könig, der (veraltet): a)
unrechtmäßiger König: b) Neben-. Vizekönig: ^kralle, die:
rudimentäre, den Boden nicht mehr berührende erste Zehe
an der Innenseite des Mittelfußes der Vorder- u. oft auch
der Hinterbeine des Haushundes: -leder, das: a) (österr.)
Hinterleder des Schuhes: b) (veraltet) Abfalleder in der
Schuhmacherei: -leben, das (MA.): durch den Lehnsmann
weiterverliehenes Lehen: -logik, die (selten): falsche Logik:
-made, die: in den Eingeweiden des Menschen
schmarotzender, schmaler, weißer Madenwurm: -miete, die (veraltet):
svw. f Untenniete; -mieter, der (veraltet): svw. t
Untermieter; -montag, der (früher; im östl. Schwaben): svw.
Dienstag; -muse, die (veraltet): falsche, unechte Muse: -pacht,
die (bes. Landw.): Weiterverpachtung [von Teilen] eines
'Mit Bindestrich.
gepachteten Betriebes durch den Pächter: -raupe, die
(Zool.): raupenähnliche Larve der Blattwespe: -rede, die
(veraltet): üble Nachrede: -reden <sw. V.; hat) (veraltet):
Übles von jmdm. reden, jmdn. verleumden: Afterredet nicht
untereinander, liebe Brüder (Jak. 4.11); -rüsselkäfer, -rüß-
ler, der: Vertreter einer Unterfamilie der Rüsselkäfer:
-sausen, das; -s (derb): a) Abgang von Blähungen: der hat
chronisches A.; b) Angst: du hast wohl A.?; nun krieg
mal bloß kein A.; -schrunde, die (Med.): schmerzhafter
Einriß in den Falten der After Schleimhaut. Analfissur:
-Skorpion, der: Vertreter einer Ordnung der Spinnentiere:
-spinne, die: svw. TWeberknecht; -vasaJI, der (MA.): Inhaber
eines Afterlehens: -Weisheit, die (veraltet): Schein-. Pseudo-
weisheit: -Wissenschaft, die (veraltet): Schein-. Pseudowis-
senschaft: -wurm, der: svw. t -made; -zche, die: a) svw.
t-klaue; b) svw. t ^kralle; -zitze, die (Zool.): gelegtl. bei
Säugetieren vorkommende Nebenzitze.
after shave [a:fb 'Jerv; engl, after = nach u. shave =
Rasur, Rasieren) (Werbespr.): nach der Rasur: Ich habe
ein Wässerchen für vor der Rasur und eine Lotion für
a. s. (Welt 13. 2. 65. Die Frau); in Aneinanderreihungen.
z.B. After-shave-Lotion [a:fta Jerv 'loujan], die; -. -s [engl,
lotion = (Haut)wasser. t Lotion): nach der Rasur zu
verwendendes Gesichtswasser.
Aga ['a:ga], der; -s, -s [türk. aga = Herr] (früher): Titel
höherer, dann auch niederer Offiziere u. Zivilbeamten in
der Türkei: Aga Khan [- 'kam], der; - -s. - -e [türk. afta
(t Aga) u. khän =» Herrscher, t Khan]: Oberhaupt der
islamischen Sekte der Hodschas in Indien u. Ostafrika u. dessen
erblicher Titel.
Agape [a'ga:pe], die; -. -n [...pn; lat. agape < gr. agäpe.
eigtl. = Liebe]: 1. <o. PI.) (christl. Rel.) selbstlose,
nichtsinnliche Liebe (z. B. die Liebe Gottes, die Nächstenliebe, die
Feindesliebe usw.). 2. abendliches Liebesmahl der christl.
Gemeinde der ersten Jahrhunderte, bes. für Bedürftige.
Agar-Agar ['a(:)gar|'a(:)gar]. der od. das; -s [malai. agar
- agar]: getrocknete u. gebleichte, in heißem Wasser lösliche
Gallerte aus verschiedenen Rotalgenarten des Pazifischen
u. des Indischen Ozeans.
Agave [a'ga:vd], die; -. -n [frz. agave < griech. agaue. Fem.
Sg. von: agauös = edel, also eigtl. = die Edle]: urspr.
in Mittelamerika heimischer Vertreter einer Gattung der
Agavengewächse mit dickfleischigen Blättern (etwa 300
Arten).
Agenda [a'genda]. die; -. ...den [lat. agenda = Dinge, die
zu tun sind, Neutr. PI. von: agendum. Gerundivum von:
agere, f agieren (1)]: 1. Merkbuch, in das die zu erledigenden
Dinge eingetragen werden: Notizbuch. 2. Liste von
Gesprächs-. Verhandlungspunkten: Agende [a'genda]. die: -.
-n (ev. Kirche): a) Buch, in dem Ritus. Gebete u.a. für
den Gottesdienst u. gottesdienstliche Handlungen
aufgezeichnet sind: b) Gottesdienstordnung: Agenden [a'gendn] <P1.>
(bes. österr.): zu erledigende Aufgaben. Obliegenheiten: die
fremdenpolizeilichen A. wahrnehmen; Anns ['a:g£ns]. das;
-. Agenzien [agant^pn; mlat. agens. subst. 1. Part, von
lat. agere. f agieren (1)]: 1. treibende Kraft: die
Deutschlandfrage sollte das wichtigste A. in der deutschen Politik
sein. 2. (Philos.) wirkendes, handelndes, tätiges Wesen od.
Prinzip. 3. (Med.) a) medizinisch wirksamer Stoff: b)
krankmachender Faktor: Benzpyren ist ein gefährliches A. 4.
selten: der (Sprachw.): Träger eines durch das Verb
ausgedrückten aktiven Verhaltens, Täter (Ggs.: Patiens): Nicht
der A. wird funktional und formal ..Subjekt'1 (Vermeer.
Einführung in die linguistische Terminologie. 1971. 99);
Agent [a'gEnt], der; -en. -en [ital. agente < lat. agens
(Gen.:agentis). 1. Part, von agere. tagieren (1)]: 1. Person,
die im Geheimauftrag einer Regierung, einer milit. od. polit.
Organisation od. einer sonstigen Gruppe bestimmte, meist
illegale Aufträge ausführen soll: Spion, Spitzel: er ist,
arbeitet als A.; -en einschleusen, unschädlich machen; einen
-en auf Jmdn. ansetzen. 2. a) (Wirtsch. veraltend):
Geschäftsvermittler, Handels/Vertreter: 1846 ... ging er als
A. seiner Firma nach Petersburg (Ceram, Götter 45); b)
Person, die berufsmäßig Künstlern Engagements vermittelt.
3. (Dipl.) Person im diplomatischen Dienst ohne
diplomatischen Charakter.
Agenten- (Agent 1): -austausch, der: Austausch von Agenten,
die jeweils auf der gegnerischen Seite festgenommen worden
sind: Nach sechsmonatiger Unterbrechung als Folge der
Spionageaffäre Guillaume wurde Jetzt der A. zwischen
90
Agioteur
der Bundesrepublik und dem Ostblock wieder
aufgenommen (MM 20. 8. 1974.12); Mlienst. der <meist Pl.>; -netz,
das; M-fng. der; -sender, der; -tätigkeit, die; -treff, der;
—zentrale, die.
Agcntie [ag£n't$i:], die; -. -n [...i:an; ital. agenzia, zu: agente,
f Agent] (österr.): Geschäftsstelle der Donau-Dampfschiff-
fahr tsgeselIsshaft: agentieren [agen'tixan] <sw. V.; hat)
(österr.): als Agent (2) tätig sein: Käufer, Kunden werben;
Agentin [a'gEntm]. die; -. -nen: w. Form zu tAgent (1,
2 a. b); Agent provocatar [a'3ä: provokato:?], der; -
-s -s [a'3ä: provoka'to:?; frz. agent provocateur, eigtl. =
herausfordernder, provozierender Agent]: polit. Agent, der
verdächtige Personen zu strafbaren Handlungen verleiten
od. Zwischenfälle od. kompromittierende Handlungen beim
Gegner provozieren soll: einem A. p. auf den Leim gehen;
Agentur [ag£n'tu:g]. die; -, -en [mit lat. Endung zu Agent
(2)1: l.(bes.Wirtsch.,Nachrichtenw.) Vertretung.
Vermittlung; Geschäftsstelle. Büro eines Agenten (2. auch 1). 2.
(Soziol.) Instanz, gesellschaftliche Institution als Vermittler
von etw.: Alle Vorstellungen einer bloß äußerlichen und
durch -en wie Familie und Psychologie vermittelten
Einwirkung der GesellschaA auf die einzelnen sind als überholt
durchschaut (Adorno. Prismen 96); zu 1: Agenturbericht
der. Agentunneldung, die: Bericht. Meldung einer
Nachrichtenagentur; Agenzien: t Agens.
Aggiornamento [ad&rna'mento]. das; -s [ital. aggiornamen-
to.eigtl./= Fortbildung) (kath. Kirche): Versuch der
Anpassung [dirkatholischen Kirche u. ihrer Lehre andie
Verhältnisse des modernen Lebens].
Agglotnerat [aglome'ra.t]. das; -[eis. -e [lat. agglomerätus.
2. Part, von: agglomerare. tagglomerieren]: 1. (geh.)
Anhäufung. Haufen: es bleibt ein A. von Szenen, in denen
das Grauen stets aufs neue sich manifestiert (Gregor-Pata-
las. Film 102). 2. a) (Metallurgie) aus feinkörnigen Erzen
durch Behandlung stückig gemachtes Erz; b) (Geol.) meist
unverfestigte Anhäufung loser, eckiger, grober Gesteinsstük-
ke aus vulkanischem Auswurf; Agglomeration [aglomera-
gio:n].die; -. -en [mlat. agglomerätio]: Anhäufung.
Zusammenballung: diese lieblosen -en Stil- und schmuckloser
Wohnhäuser und häßlicher Betonklötze (MM 19. 2. 69.
3); agglomerieren [aglome'ri.ran] <sw. V.; hat) [lat.
agglomerare = zu einem Knäuel zusammenballen]: a) etw.
anhäufen, zusammenballen; b) <a. + sich) sich anhäufen,
sich zusammenballen.
Agglutination [aglutina't$io:n]. die; -. -en [lat. agglütinätio
= das Ankleben]: 1. (Med.) Verklebung. Verklumpung
von Zellen. Blutkörperchen. Bakterien u. ä. 2. (Sprachw.)
a) Verschmelzung des Artikels (der Präposition) mit dem
folgenden Substantiv; b) Anfügung von Bildungselementen
(Affixen) an den mehr od. weniger unveränderten Wort-
stamm (T agglutinierende Sprachen); aggkitinieren [agluti-
ni:ran] <sw. V.; hat) [lat. agglütinäre = ankleben]: a)
(Med.) eine Agglutination (1) herbeiführen: Blutkörperchen,
Zellen a.; b) (Sprachw.) eine Agglutination (2) herbeiführen:
agglutinierende Sprachen (Sprachen, in denen die
grammatischen Funktionen durch das Anfügen von Affixen an den
Wortstamm ausgeübt werden) (Ggs.: flektierende u.
isolierende Sprachen): das Finnische ist eine agglutinierende
Sprache; <Abl.:> Agglutinkrung. die; -. -en.
Aggravation [agrava't$io:n], die; -. -en [lat. aggravätio =
Beschwerung] (Med.): 1. Verschlimmerung einer Krankheit.
2. das Aggravieren; aggravieren [agra'vi:ren] <sw. V.; hat)
(lat. aggravare = schwerer machen, verschlimmern]
(Med.): die subjektiven Beschwerden einer Krankheit
übertreibend darstellen.
Aggregat [agrega:t].das; -[eis, -e [zu lat. aggregäre.
taggregiert; 4: nach amerik. aggregate]: 1. (Technik) Satz von
zusammenwirkenden Einzelmaschinen, -apparaten, -teilen
auf einer gemeinsamen Grundplatte, insbes. in der
Elektrotechnik: ein A. flir elektrischen Strom; Ü Die
Lebensgemeinschaft ist nicht nur ein A., eine Summe von ...
Organismen, sondern eine... Ganzheit (Thienemann. Umwelt 124).
2. (Math.) mehrgliedriger Ausdruck, dessen einzelne Glieder
durch + od. — verknüpft sind. 3. (Geol.) Verwachsung
von Mineralien der gleichen od. ungleichen Art. 4. (Soziol.)
bloße Summe von Personen, die (z. B. bei statistischen
Untersuchungen) ausgewählt werden, ohne in einer sozialen
Beziehung zueinander zu stehen. 5. svw. t Aggregation (2);
Aggregation [agrega'$io:n], die; -. -en [lat. aggregätio]: 1.
Anhäufung: Sie (= die Darstellung) erreicht... nur eine A. von
Kenntnissen (Germanistik 1.1971,33). 2. (Chemie) lockere
Zusammenlagerung von Molekülen od. fönen; Aggreggtzu-
stand, der; -[eis. ...stände (Chemie): Erscheinungs- u. Zu-
standsform. in der die Materie existiert (als fest, flüssig,
gasförmig od. als Kristall, amorpher Stoff, Gas, Plasma);
aggregkren [agre'grren] <sw. V.; hat) [lat. aggregäre, eigtl.
= zur Herde scharen]: vereinigen, ansammeln, anhäufen;
<Abl.:> Aggregkrung. die; -. -en.
Aggression [agre'sio:n], die; -, -en [lat. aggressio = Angrifll:
1. (Völkerr.) rechtswidriger milit. Angriff auf ein fremdes
Staatsgebiet: die Verurteilung einer A. verlangen. 2.
(Psych.) a) affektbedingtes Angriffsverhalten des Menschen,
das auf einen Machtzuwachs des Angreifers bzw. eine
Machtverminderung des Angegriffenen zielt; b) feindselige,
ablehnende Einstellung o.a.: dies führte nach und nach dazu,
daß -en gegen mich aufkamen (Wohngruppe 64); Er zog
sich in die A. zurück und schleuste als Trotzreaktion bei
Besuchen ..Stoff" in die Kippe (Ossowski. Bewährung
137).
Aggression»-: ^absiditen <P1.); -basis, die (Milit.): Basis
(5) für eine Aggression (1); ^handhmg, die; ^Instinkt, der;
^Inversion, die (Psych.): nach innen gerichtete Aggression
als Form des Masochismus; ^krieg, der; ^lust, die; ^Politik,
die: auf eine Aggression (1) abzielende Politik: ^tendenz,
die; ^trieb, der (Psych.. Verhaltensf.): Antriebsquelle für
Aggressionen (2): das ungehemmte Ausleben des -s.
aggressiv [agre'si:fl <AdJ.) [(nach frz. agressif) zu lat. aggres-
sus, 2. Part, von: aggredi = angreifen]: 1. a) angriffslustig,
streitsüchtig: ein -er Mensch; seine Frau war sehr a.; a.
reagieren; b) herausfordernd 'wirkend/: ein -er Tonfall;
-e Songs. 2. a) (von Dingen) aufdringlich: -e Farben;
Sozialkritik mit der Kamera, überakzentuiert durch die
Indiskretion des -en Weitwinkels (Fotomagazin 8. 1968. 52);
b) angreifend u. zerstörend: weiches Wasser ist gegen
Metalle -er als hartes; -e Luft. 3. sich gezielt-kräftig auf etw..
jmdn. richtend: eine -e Therapie; Ich bin nicht für Geduld,
sondern flir eine -e Zuneigung (Hörzu 16. 1973. 141);
Ein Duft von strahlender, fast -er Fülle aus kostbaren
Blütenölen (Petra 10. 1966. 89). 4. nicht auf Sicherheit
bedacht, rücksichtslos (Ggs. defensiv b): -e (andere
Verkehrsteilnehmer gefährdende) Fahrwelse; er fährt sehr a.;
<Abl. zu 1:) aggressivieren [agresi'vixdn] <sw. V.; hat):
aggressiv machen: zumal wenn ... der Angreifer erst ...
aggressiviert wird (Hacker. Aggression 405). dazu: Aggres-
sKJerung« die; -. -en; Aggressivität [agresivit£:t], die; -.
-en: 1. <o. Pl.)a) (Psychol.) die mehr od. weniger unbewußte,
sich nicht offen zeigende, habituell gewordene aggressive
Haltung eines Menschen; b) Angriffslust. 2. einzelne
aggressive Handlung; Aggressor [a'grcstf, auch: ...so:;], der; -s,
-en [agre'so.'rcn; lat. aggressor] (Völkerr.): Staat, der eine
Aggression (1) begeht: zum Widerstand gegen die -en
aufrufen.
Agha: f Aga.
Ägide [£'gi:dd; lat. aegis < griech. aigis (Gen.: aigidos)
= Schild des Zeus, zu: aix = Ziege, also eigtl. =
Ziegenfell]: in der Fügung unter Jmds. Ä. (bildungsspr.; unter
jmds. Schirmherrschaft).
agieren [a'gi.ran] <sw. V.; hat) [lat. agere] (bildungsspr.):
1. handeln, tätig sein, wirken: selbständig zu a. versuchen;
sie agieren (sind werbend tätig) für Körperseife. 2. (Theater
u.a.) a) (veraltend) (eine bestimmte Rolle) spielen: die
komische Alte a.; er agierte nicht einen Dr. von Bülow
... er war es (Kesten. Geduld 89); b) als Schauspieler
auftreten: über 120 Nebendarsteller a. lassen. 3. etw. lebhaft
bewegen, gestikulieren: mit den Händen a.
agil [agi:l] <AdJ.) [frz. agile < lat. agilis] (bildungsspr.):
regsam u. wendig.flink, gewandt, behend, beweglich
(körperlich, aber auch geistig): er ist äußerst a. und lebhaft; <Abl.:>
Agilität [agili't£:t]. die; - [frz. agilite < lat. agilitäs]: im
persönlichen Temperament, in der persönlichen Motorik
begründete Wendigkeit, geschmeidige Lebendigkeit.
Agio ['a:3jto, auch: *a:djo], das; -s. Agien [ital. ag(g)io
verkürzt aus mundartl. lajje ,< mgriech. allägion = Tausch,
Wechsel < griech. allage] (Bank- u. Börsenw.): Betrag,
um den der Preis eines Wertpapiers über dem Nennwert
od. der Kurs einer Geldsorte über der Parität liegt; Aufgeld
(Ggs.: Disagio): So gab es Wertunterschiede (Agien und
Disagien) zwischen den Münzen (Fraenkel. Staat 361);
Agiotage [a3io'ta:3al. die; - [frz. agiotage]:
Börsenspekulation durch Ausnutzung von Kursschwankungen: Agioteur
91
agiotieren
[a3ip't0:B], der; -s, -e [frz. agioteur): Börsenmakler,
-Spekulant: agiotieren [a^o'thran] <sw. V.; hat) [frz. agioter. zu
ital. ag(g)io, f Agio]: an der Börse spekulieren.
Agitation [agita'$io:n], die; -. -en [engl, agitation < lat.
agitätio = das In-Bewegung-Setzen]: a) (abwertend)
aggressive Tätigkeit zur Beeinflussung anderer; vor allem in
politischer Hinsicht: Hetze: eine skrupellose, demagogische
A. betreiben; eine bedenkenlos radikale A. gegen alle
bestehenden Ordnungsbegriffe; b) politische
Aufklärungstätigkeit: Propaganda für best, politische od. soziale Ziele: A.
für eine Koalition; A. und Propaganda (Hauptmittel der
kommunist. ideologischen Arbeit zur Beeinflussung der
Massen: Abk.: t Agitprop).
Agitations- (Agitation b): -anweisung, die; -arbeit, die <o.
PI.); -fibn. der; -gruppe, die; -materiaJ, das; -redner,
der; -tittigkeit, die (auch Agitation a).
agitato [ad3i'ta:to] <Adv.) (ital. agitato < lat. agitätus]
(Musik): (vom Tempo) sehr bewegt, unruhig, erregt:
Agitator [agi'ta:tor, auch: ...to:g]. der; -s, -en [agita'to:ran; engl,
agitator < lat. agitätor = Treiber (eines Tieres)]: Person,
die Agitation (a. b) betreibt: <Abl.:> agitatorisch [agita-
'to:riX] <Adj.>: a) die Agitation betreffend: -e Mittel
einsetzen; b) den Agitator betreffend: agitieren [agi'ti:ran] <sw.
V.; hat) [engl, agitate < lat. agitäre = eifrig betreiben]:
a) Agitation betreiben: [für Streik] a.; gegen jmdn. a.; b)
aufjmdn. agitatorisch einwirken: nun agitier du mich nicht:
laß mich in Ruh. ich will arbeiten! (Kant. Impressum
209); agitkrt <Adj.; -er. -este) (Psych.): erregt, unruhig.
dazu: Agitfertheit, die; - (Psych.): äußere u. innere Unruhe.
Agitprop [agit'prap; für: Agitation und Propaganda]: 1. die;
- (marx.): Beeinflussung der Massen mit dem Ziel, in ihnen
revolutionäres Bewußtsein zu entwickeln u. sie zur aktiven
Teilnahme am Klassenkampf zu veranlassen. 2. der; -[s],
-s (ugs.): jmd.. der agitatorische Propaganda betreibt: Die
Eisenhüttenstadt... enttäuschte die Agitprops am tiefsten
(Spiegel 18, 1966. 137).
Agitprop-: -dichtung, die; -gruppe, die (DDR): Spielgruppe
der Laienspielbewegung in der revolutionären
Arbeiterbewegung: -stück, das: Theaterstück des Agitproptheaters:
-theater. das: Laientheater in sozialistischen Ländern, das
der politischen Bildung dienen u. zur politischen Aktion
der Massen aufrufen soll: -truppe, die: Theatertruppe.
Agld [a'gkül: T Akelei.
Agnat [a'gna:t]. der; -en. -en [lat. agnätus]: a) im röm. Recht
männliche od. weibliche Person, die mit einer anderen unter
der gleichen väterlichen Gewalt stand: b) im germ. Recht
männliche od. weibliche Person im Verhältnis zu einer
anderen, mit der sie in männlicher Linie von einem gemeinsamen
Stammvater abstammt.
Agnosie [agno'zi:). die; -. -n [...i:an; griech. agnösia =
Unkenntnis]: 1. (Med.) Unvermögen. Sinneswahrnehmungen
(trotz erhaltener Funktionstüchtigkeit des Sinnesorgans)
als solche zu erkennen. 2. <o. PI.) (Philos.) Nichtwissen
(als Ausgangspunkt od. Endergebnis allen Philosophierens):
Agnostiker [agnostike]. der; -s, - [zu griech. ägnostos =
unbekannt, nicht erkennbar]: Vertreter agnostizistischer
Weltanschauung, des Agnostizismus: Diese These der A..
daß wir im Grunde nichts wissen können (Wolf. Menetekel
83); Agnostizismus [agnDsti'tsismus]. der; - (Philos.): Lehre
von der Unerkennbarkeit des wahren Seins sowie des
Göttlichen u. Übersinnlichen: agnostizjstisch <Adj.; o. Steig.):
den Agnostizismus betreffend, von ihn ausgehend.
agnoszieren [agnDs't$i:ren] <sw. V.; hat) Dat. agnöscere]:
1. (veraltet) etwas anerkennen. 2. die Identität einer Person
feststellen, identifizieren, erkennen: ob ich bereit sei. die
Lerchen zu a. (Zuckmayer. Magdalena 199): Er ... sah
mich mit starren Augen an. ... als bemühte er sich
angestrengt, mich zu a. (Roth. Kapuzinergruft 76).
AgnusDei [agnos de:i].das; - -. - - [lat. = Lamm Gottes]
(christl. Rel.): a) <o. PI.) Bezeichnung Christi im N. T.
(Joh. 1. 29); b) Kommunionteil der Messe (als dreifacher
Bittruf um Sündenvergebung u. Frieden): c) Wachs täfeichen
mit eingeprägtem Lamm Gottes. Name u. Regierungsjahr
des Papstes u. einem Heiligenbild auf der Rückseite.
Agogik [a'go:gik], die; - [zu griech. agöge = Tempo der
Musik, eigtl. = Leitung, Führung] (Musik): Lehre von
der in der Notation nicht mehr faßbaren, individuellen
Gestaltung des Tempos beim musikalischen Vortrag: <Abl.:> agp-
gisdi <Adj.; o. Steig.): frei, individuell gestaltet (in bezug
auf das Tempo eines musikalischen Vortrags).
a gogo [ago'go; frz. fä u. gogo, scherzh. Verdoppelung
der Anfangssilbe von gogue = Scherz]: in Hülle und Fülle,
nach Belieben: Hits ä gogo. Popmusik für Junge Leute
(Hörzu3. 1971.45).
Agon [a'go:n], der; -s, -e [lat. agön < agon, eigtl. =
Versammlung] (griech. Antike): 1. sportlicher u. musischer
Wettkampf. 2. Streitgespräch als Hauptbestandteil der
attischen Komödie: <Abl. zu 1:) agonal [ago'na:l] <AdJ.; o.
Steig.): den Agon betreffend: kämpferisch: das -e Wesen
der Griechen; -es Verhalten.
Agonie [ago'ni:], die; -, -n [...i:an; kirchenlat. agönia <
griech. agönia = Kampf, Anstrengung. Angst] (bil-
dungsspr.. Med.): Todeskampf: in A. verfallen, liegen; Der
Körper streckte sich in der A. (Werfel. Himmel 69); Ü
Das war die A. einer Armee (Plievier. Stalingrad 192); -n
von Angst lösen sich in Brüllen und Kriechen (Remarque.
Obelisk 136); Agonist [agonist]» der; -en. -en [1: spät-
lat. agönista < griech. agönistes; 2: rückgeb. aus t
Antagonist (2)]: 1. Teilnehmer an einem Agon (1). 2. (Med.) einer
von paarweise wirkenden Muskeln, der eine Bewegung
bewirkt, die der des T Antagonisten (2) entgegengesetzt ist:
Agonjstik, die; - (spätlat. agönisticus < griech. agönistikös
= zum Wettkampf gehörig]: altgriech. Wettkampfwesen.
Agoni [ago'ra:]. die; -. -s u. Agoren [a'goxan; griech. agorä]:
Marktplatz der altgriech. Stadt: Die Freilegung der A.
von Athen (Bild. Kunst I, 48); Ü mit einer Gruppe ...
Intellektueller, deren Ratschlag das Weiße Haus zu einer
modernen A. der Staatskunst werden lassen sollte (FAZ
4. 11. 61. SO); Agoraphobie [agorafo'bi:]. die; -. -n [...Iran;
aus tAgora u. tPhobie] (Med.; Psych): zwanghafte, mit
Schwächegefühl od. Schwindel verbundene Angst, freie
Plätze o. ä. zu überqueren: Platzangst.
Agraffe [a'grafd], die; -. -n [frz. agrafe. zu: agrafer = an-,
zuhaken, zu altfrz. grafe = Haken < ahd. kräpho: 1.
Schmuckspange [zum Zusammenhalten von Kleidungsstük-
kenj. 2. (Archit.) klammerförmige Verzierung am
Schlußstein eines Rundbogens, die dessen Scheitel mit seinem
darüberlaufenden Gesims verbindet. 3. (Med.) Wundklammer.
Hakenspange.
agrar-, Agnur- [a'gra.'g-; lat. agrärius = den Acker(bau)
betreffend] (fachspr. in Zus.): Landwirtschafts-,
landwirtschaftlich: -bevölkerung, die; -erzeugnis* das; Export, der;
-fonds, der; -gebiet, das; -gemeinschaft, die (österr.): svw.
f Allmende; Myographie, die: Teil der Kulturgeographie:
-geschichte, die; -gesellschaft, die: Menschen, deren
Zusammenleben auf agrarischen Grundlagen beruht: -import,
der; -krise, die; -bnd, das: 1. svw. t-Staat. 2. <o. PI.)
(selten) landwirtschaftlich genutzter Boden: -markt, der:
-Politik, die; -polit&er, der; -politisch <AdJ.; o. Steig.);
-preise <P1.); -Produkt, das; -refonn, die; -sektor, der;
-Soziologie, die: Soziologie, die sich mit den Formen des
menschlichen Zusammenlebens in der Land- u.
Forstwirtschaft beschäftigt: -Staat, der: Staat, dessen Wirtschaft
überwiegend durch die Landwirtschaft bestimmt wird:
-stnikür, die; -technBt, die: Technik der Bodenbearbeitung
u. -nutzung: -Überschuß, der; -Verfassung, die: Summe der
rechtlichen, ökonomischen u. sozialen Grundgegebenheiten
der Landwirtschaft während einer bestimmten Epoche:
-Wissenschaft, die: svw. f Agronomie, dazu: -Wissenschaftler,
der; ^zoll. der <meist PL).
Agrarier [a'gra:rj[i?]. der; -s. - [lat. agräril = Freunde der
Ackergesetze u. Ackerverteilung] (veraltend): Landwirt,
bes. Großgrund-. Gutsbesitzer in Ostdeutschland nach 1871:
agrarisch <AdJ.; o. Steig.): die Landwirtschaft betreffend,
zu ihr gehörend, auf ihr beruhend: landwirtschaftlich: ein
-es Land.
Agrasel ['a:gra:zlj, (auch:) Agrassd [a.grasj], das; -s. -n
(meist PI.) [zu mhd. agra3. agräs = saure Brühe, über
das Romanische < lat. äcer = sauer] (österr. mundartl.):
Stachelbeere.
Agreement b'gri.mant]. das; -s. -s [engl, agreement < frz.
agrement = Einwilligung, zu: agreer. tagreieren] (Völ-
kerr.): zwischen Staatsmännern getroffene Übereinkunft auf
Treu u. Glauben, die nicht der parlamentarischen
Zustimmung od. Ratifikation bedarf: vgl. Gentleman 's Agreement;
agreieran [agre'i:ran] <sw. V.; hat) [frz. agrfer. zu: gr6
= Wille. Gefallen, zu lat. grätum = das Willkommene]
(selten): genehmigen, für gut befinden: Agrement [agre'mfi:].
das; -s, -s [frz. agrement. t Agreement] (Diplomatie):
Zustimmung einer Regierung zur Ernennung eines ausländi-
92
Ahnung
sehen diplomatischen Vertreters in ihrem Land: jmdm. das
A. erteilen; Agrements [agre'mä.s] <PI.) [frz. (notes d')
agröment] (Musik): Verzierungen (Triller\ Schleifer.
Tremolo u.a.).
tarieren [e'gri:ran] <sw. V.; hat) [frz. aigrir. zu: aigre =
scharf, sauer < lat. äcerl (veraltet): erbittern, verdrießlich
machen.
Agrikultur [agri-].die; - [lat. agricultüra]: Ackerbau; <Zus.:>
Agrikuhurcheniie, die; -: Teilgebiet der angewandten Che-
mie, auf dem man sich insbes. mit Pflanzen- u.
Tierernährung. Düngerproduktion u. Bodenkunde befaßt.
agro-, Agro- f a:gro-: gr.agrös = Acker] <in Zus.:>
Landwirtschafts-: -bioküöe, die [nach russ. agrobiologija] (DDR):
Lehre von den biologischen Gesetzmäßigkeiten in der
Landwirtschaft, dazu: -biologisch <Adj.; o. Steig.); ^stadt, die
[nach russ. agrogorod]: als Mittelpunkt von
Kollektivwirtschaften geplante Siedlung städtischen Typs in der
Sowjetunion: ^tedinik.die [nach russ. agrotechnika] (DDR):
Lehre von den technischen Verfahren der Landwirtschaft, dazu:
-technisch <Adj.; o. Steig.); -typus.der: Kulturpflanzensorte
als Produkt einer Pflanzenzüchtung.
Agronom [agro'no:m]. der; -en. -en [a: griech. agronömos
= Aufseher über die Stadtländereien; b: nach russ. agro-
nom]: a) (Bundesrepublik Deutschland) akademisch
ausgebildeter Landwirt, Diplomlandwirt; b) (DDR)
Landwirtschaftssachverständiger in der LPG; Agronomie [...no'ml:].
die; - [zu tagro- u. griech. nömos = Gesetz]:
wissenschaftliche Lehre vom Ackerbau. Landwirtschaftswissenschaft;
agronomisch <Adj.; o. Steig.): ackerbaulich.
Agrumen[agru.man], Agrumi [agrurmi] <PI.) [ital. agnime
< mlat. aerümen = Würzgemüse, zu lat. äcer = scharf,
beißend] (veraltet): Sammelname für Zitrusfrüchte.
ägyptisch [e'gvpUfl <Adj.; o. Steig.) [mhd. egiptisch. ahd.
egypzisg]: zu Ägypten gehörend* Ägypten betreffend: die
-e Augenkrankheit (Med.; Trachom); vgl. Finsternis;
ägyptisieren [EgYptiziiran] <sw. V.; hat): erw. altägyptisch
gestalten; Ägyptologe [egvptoloiga]. der; -n. -n [T-Ioge]:
Vertreter der Ägyptologie; Ägyptologie, die; - [t -logie]:
wissenschaftliche Erforschung der Kultur u. Sprache des alten
Ägypten; teyptologisdi <Adj.; o. Steig.) die Ägyptologie
betreffend.
ah [a:] <Interj.) [mhd. ä]: a) Ausruf der Verwunderung,
der [bewundernden] Überraschung: ah. das wußte ich
nicht!; ah, wie schön!; b) Ausruf der Freude: ah. wie
schön warm es hier ist!; ah - darauf freue ich mich!;
c) Ausruf, der ausdrückt, daß man etw. versteht, nachdem
man es später erklärt bekommen hat: ah so [ist das]!;
ah deshalb!; <subst.:> Ah, das; -s. -s: unter vielen Ahs;
mit Ah und Oh wurde das neue Kleid begrüßt.
ih [£(:)) (Interj.): a) Ausruf des Ekels: äh. das kann ich
nicht sehen!; b) Silbe, mit der man bei unkonzentriertem
Sprechen kurze Sprechpausen zu überbrücken sucht.
aha [a'ha(:)l (Interj.> [mhd. ahä]: Ausruf zum Ausdruck
des plötzlichen Verstehens. der plötzlichen Erleuchtung:
a.. so hängt das zusammen!; <Zus.:) Aha-Erlebnis, das
[geb. von dem dt.-amerik. Psychologen K. BUhler] (Psych.):
plötzliches einfallartiges Erkennen eines bislang nicht
gesehenen Zusammenhanges zweier Vorgänge o. ä.
Ahasver [a'hasve, auch: ahas've:?], der; -s, -s u. -e [Ahasve-
rus = der Ewige Jude < 'AhaSweroS, hebr. Form von
Xerxes]: ruhelos umherirren müssender Mensch: war seine
Sehnsucht nach weiblichem Liebreiz so unbezähmbar, daß
er der unruhigen Angewohnheit huldigte, sich in der
Straßenbahn ... umzusetzen, wenn ein altes... Weib ihm
gegenüber Platz nahm ...: ein A. des Geschmacks (Beheim-
Schwarzbach. Freuden 94); <Abl.:)ahasverbdi [ahas've:rij1
<Adj.) (bildungsspr.): ruhelos, umherirrend.
^historisch <Adj.; o. Steig.) [aus griech. a- = nicht, un-
u. t historisch]: nicht historisch, von der Historie nicht
beeinflußt, außerhalb der Historie stehend.
Ahlbeere ['a:l-l, die;-,-n [mniederd. albere] (nordd):
schwarze Johannisbeere.
Ahle fa:b], die; -. -n [a: mhd. äle, ahd. äla]: a) Werkzeug,
mit dem Löcher in Leder. Pappe usw. gestochen werden;
Pfriem; b) Werkzeug des Schriftsetzers bei der Ausführung
von Korrekturen; c) svw. f Reibahle.
Ahlkirsche farl-l, die; -. -n (landsch.): svw. f Traubenkirsche.
Ahming farmm], die; -, -e u. -s [f 'Ohm] (Seemannsspr.):
Tiefgangskala an einem Schiff.
Ahn [a:n], der; -[eis u. -en. -en [mhd. an(e). ahd. ano]:
1. (meist PI.) (geh.) Vorfahr: unsere -en stammen aus
Ungarn; Ü unsere Roboter und Elektrogehirne haben
ehrwürdige -en (Menzel. Herren 47). 2. (veraltet, noch landsch.
[südd.. österr.. bes. in der Vkl.]) Großvater.
Ahn- (vgl. auch: Ahnen-): ^frau, die (geh.. veraltend):
Stammutter eines Geschlechts; ~hen\ der (geh.. veraltend):
Stammvater eines Geschlechts; ^herrin, die: w. Form zu
t^herr.
'ahnden [a:ndn] <sw. V.; hat) [mhd. anden. ahd. antön]
(geh.): (ein begangenes Unrecht, eine mißliebige
Verhaltensweise, ein Versagen u. ä.) bestrafen: ein Unrecht. Vergehen
streng a.; jeder Fehlschuß ... wird mit zwei Strafminuten
geahndet (Gast, Bretter 86); <Abl.:> Ahndung, die; -. -en:
das Ahnden.
^ahnden [-] <sw. V.; hat) (dichter, veraltet): svw. tahnen;
dazu: ahndevoll <Adj.; o. Steig.) (dichter, veraltet):
ahnungsvoll: Hans Castorps Gedanken oder -e Halbgedanken (Th.
Mann. Zauberberg 907).
1Ahne [*a:na]v der; -n. -n: Nebenf. von tAhn; 2Ahne [-],
die; -. -n [mhd. ane. ahd. ana]: w. Form zu tAhn.
ähneln ['c.njn] <sw. V.; hat): ähnlich sehen, sein: er ähnelt
seinem Bruder; die Parteien ähneln denen der
Bundesrepublik; die Geschwister ähneln sich/(geh.:) einander; Ihre
Erlebnisse ähnelten sich bis zur Lächerlichkeit (Müthel.
Baum 221); ahnen fa:ron] <sw. V.; hat) [mhd. anen. zu:
an. eigtl. = einen an- oder überkommen]: 1. ein
undeutliches Vorgefühl von etw. Kommendem haben: ein Unglück,
nicht das mindeste a.; (geh.:) mir ahnte nichts Gutes.
2. a) ein undeutliches Wissen von etw. haben, vermuten:
die Wahrheit a.; er ahnte dunkel ein Geheimnis; wer konnte
a.. daß sie selbst den Plan ausgeheckt hatte; (geh.:) ihm
ahnte nichts von den Schwierigkeiten; *[achj du ahnst
es nicht! (salopp; Ausruf der Überraschung); b) <im
Infinitiv mit zu) in schwachen Andeutungen o. ä. zu erkennen:
die Wagen ... waren mehr zu a. in der Dunkelheit als
zu sehen (Kuby. Sieg 297); Eine Dauerwelle ... war noch
zu a. (Grass. Hundejahre 347); alles verhüllt, die Form
nur zu a. (Plievier, Stalingrad 15).
Ahnen: PI. von tAhn. ■Ahne. 2Ahne.
Ahnen- (vgl. auch: Ahn-): -bild, das: 1. Bild, Gemälde,
das einen Ahnen darstellt. 2. (Völkerk.) svw. t ^figur; -figir,
die (Völkerk.): figürliche Darstellung, inderder Ahne
gegenwärtig ist; -forschung, die: svw. tGenealogie; -galerie,
die: Galerie mit Ahnenbildern (1); -grab, das; -kult, der
(Völkerk.): kultische Verehrung einer Reihe
vorhergegangener Generationen; ^paß, der (ns.): Vordruck in Heftform
zum Zwecke des Abstammungsnachweises; ^probe, die
(bist.): Nachweis u. Verfahren zum Beweis legitimer adliger
Abkunft; -reihe, die; -saal, der: Saal mit Ahnenbildern
(1); ^tafd. die (geh.): Verzeichnis der Ahnen einer Person;
^Verehrung, die: svw. t-kult.
Ahnin ['a:nm]. die: -. -nen (selten): svw. t2Ahne.
Uinlich ['e:nh<;; mhd. enlich. anelich. ahd. anagilih] <Adj.):
1. in bestimmten Merkmalen übereinstimmend: -e
Interessen. Gedanken; -e alte Bücher; ein ä. scharfes
Gliederungsprinzip; es erging mir ä. wie damals; Jmdm. [zum
Verwechseln] ä. sehen; sie sahen sich/ (geh.:) einander täuschend
ä.; <subst.:> etwas Ähnliches (ähnliche Dinge); man erlebt
-es (solches), wenn man ...; und -e[s] (Abk.: u.a.); *etw.
sieht jmdm. i. (ugs.; paßt zu jmdm.. ist jmdm. zuzutrauen).
2. <in der Funktion einer Präp. mit Dativ) wie + Nom.:
Ä. einer Stilistik gibt das Buch gute sprachliche Ratschläge
(Mutterspr. 10. 1965, 318); Ä. dem italienischen
Faschismus waren Begründung und Aufstieg... eng mit der
politischen Karriere ... verbunden (Fraenkel. Staat 205); Von
ihren fünf Kindern umringt, einer Niobe ä. (Frisch. Stiller
50); <Abl.:) Ähnlichkeit,, die; -, -en: ähnliches Aussehen,
ähnlicher Zug: er hatte A. mit einem Affen; eine gewisse
Ä. mit Jmdm. feststellen; es besteht eineÄ. zwischen beiden.
Ahnung ['a:nui)]t die; -. -en: 1. undeutliches, dunkles
Vorgefühl: eine A. des kommenden Unheils; meine bösen -en
trogen mich nicht. 2. intuitives Wissen. Vermutung.
Vorstellung von etw.: von etw. absolut keine A., keine blasse,
nicht die geringste, mindeste, entfernteste, blasseste A.
haben; hast du eine A. (ugs.; weißt du), wo Mutter
hingegangen ist?; * von Tuten und Blasen (ugs.)/von Ackerbau
und Viehzucht (ugs.) keine A. haben (keine Kenntnis/sej
auf einem best. Gebiet besitzen): als Antwort auf eine
Frage: keine A. (ugs.; ich weiß es nicht); hast du usw.
eine A.! (ugs.; da irrst du dich aber sehr!; wenn du wüßtest .0.
93
ahnungs-, Ahnungs-
dhnungs-, Ahmmss-: -k» <Adj.; -er. -este): ohne etw. zu
ahnen, nichts ahnend, völlig unwissend: der -e Betrachter,
Besucher; völlig a. sein; a. hereinkommen, dazu: -losigkeit
die;-: politischeA. (Dummheit. Unwissenheit): -vermfeen.
das; -voll <Adj.; o. Steig.) (geh.): von Ahnung erfüllt: etw.
[Schlimmes] ahnend, voller fböserJ Ahnung: „Es war kein
Messer", sage ich a. (Remarque. Obelisk 189).
ahoi [a'hgy] <Adv.) [engl, ahoy] (Seemannsspr.): Anrufeines
Schiffes (dem Namen des Schiffes od. der Bezeichnung
der Schiflsart folgend): ..Pfeil4 a.!; Boot a.!
Ahorn foharn]. der; -s, -e <P1. selten) [mhd.. ahd. ahorn.
verw. mit lat. äcer = scharf, spitz (nach den spitz
eingeschnittenen Blättern)]: 1. in mehreren Arten vorkommender
Laubbaum mit dreh bis fünflappigen Blättern u.
zweigeteilter, geflügelter Frucht. 2. <o. PL) Holz des Ahorns: ein
Schlafzimmer in A. dunkel.
Ährchen fe^n]. das; -sA -: 1. tÄhre. 2. Teilblütenstand
der zusammengesetzten Ähre der Gräser: Ähre ['e:ra], die;
-. -n; <Vkl. TAhrchen (1)> [mhd. eher. ahd. ehir. verw.
mit lat. actis (Gen.: aceris) = Granne. Spreu, zu: äcer
= scharf, spitz (nach den spitzen Grannen)]: Blüten- u.
Fruchtstand bestimmter Getreidearten w. Gräser: reife, volle
-n; -n lesen (die bei der Ernte auf dem Feld
zurückgebliebenen Ähren sammeln).
ihren-, Ähren-: <^Mond <Adj.;o. Steig.; nicht adv.); -büschel,
das; -feU, das: mit Ähren bestandenes Feld: -förmig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): von der Form einer Ähre: -heber,
der (Landw.): Teil des Mähdreschers: -kränz, der; -lese,
die: das Sammeln der bei der Ernte auf dem Feld
zurückgebliebenen Ähren: -lesen, das: svw. Niese; -teerin, die:
Frau, die Ähren liest.
Ai ['a:i], das; -s. -s [port. ai < indian. (Tupi) ai): Vertreter
einer Gattung der Faultiere, Dretfingerfaultier.
Aids [a'i.da], das; -[s] (Phantasiebez.): bes. als Grundstoff
für Stickereien verwendetes, appretiertes Baumwoll- od.
Zellwollgewebe mit kleinen Durchbrechungen.
Aide [e:t]. der; -n. -n ['e:dn; frz. aide, zu: aider = helfen,
beistehen < lat. adiütäre]: 1. (veraltet) Gehilfe. 2. (Schweiz.)
Küchengehilfe. Hilfskoch. 3. Mitspieler, Partner beim
Kartenspiel, bes. im Whist: Aide-memoire [>E:tme>mQa:g]. das;
-. - [frz. aide-mänoire. eigtl. = Gedächtnishilfe] (Politik.
Dipl.): auf diplomatischem Wege zugestellte Niederschrift
einer Stellungnahme, eines Sachverhalts, um
Mißverständnisse od. Unklarheiten zu beseitigen, auch von mündlichen
Vereinbarungen: das Bonner A. zur Truppenfrage.
Aigrette [e'greto], die; -• -n [frz: aigrette < prov. aigreta.
zu: aigron = Reiher]: 1. als Kopfschmuck im Haar od.
als Hutschmuck getragene, in einem Ring aus Edelmetall
zusammengefaßte [Reiher 1 federn. 2. büschelförmiges
Gebilde bei Feuerwerken.
Aiguiere [e'gjte'.rd]. die; -. -n [frz. aigui&re < vlat. *aquaria,
Fem. von lat. aquärius = zum Wasser gehörig] oft prächtig
verzierte, als Tafelgerät verwendete bauchige Wasserkanne
der [frz.] Renaissance.
Aikido [qj'khdo]. das; -[s] [aus Jap. ai = Harmonie, ki
= (lenkende) Kraft u. do = Weg]: Weg zur Bildung von
Körper u. Geist auf der Basis wirksamer
Selbstverteidigungstechniken: A. ist der eleganteste Weg der
Selbstverteidigung (Börsenblatt 79.1968. 5 768).
'Air [e:tf].xdas; -[s], -s <P1. selten) [frz. air < lat. äer <
griech, aer = Luft. Dunstkreis] (bildungsspr.): Aussehen,
Haltung: Hauch, Fluidum: ein A. des Legendären wob
sich um dieses Junge Weib (Maass. GouflS 156); und er
eilt, vom A. des Vielgereisten umgeben, von Kontinent
zu Kontinent (Deschner. Talente 143).
2Air [-]. das; -s. -s [frz. air < ital. aria. tArle] (Musik):
vorwiegend für den vokalen, aber auch für den instrumentalen
Vortrag bestimmte, einfach angelegte Komposition ohne
formale Bindung.
Air- ['6:ß-; engl, air = Luft < frz. air. T 'Air]: -bog [-baeg],
der; -s. -s [engl, air bag]: Luft sack im Auto, der sich bei
Unfällen aufbläst u. die Insassen schützt: -bus, der [engl.
air bus] (Luftf.): im Kurzstrecken!passagier dienst
eingesetztes l GroßraumJflugzeug: Luftbus: -conditioner1 [-
konditern;], der; -s. - [engl, air conditioner. zu: to condition
= festsetzen, in den richtigen Zustand bringen, t
Kondition], (auch:) -condhtontag1 [-kandijnn)], das; -s. -s [engl,
air conditioning]: Klimaanlage: -fresh [-frej], das; - [engl.
'Mit Bindestrich.
air fresh]: Luftverbesserungsmittel: -port l-port], der, -s.
-s [engl, airport]: Flughafen: -terminal, der. auch: das:
svw. t^port.
Airedaleterrier ('eddeil-1, der; -s. - [nach einem ..Airedale"
genannten Talabschnitt des Aire (England)]: Vertreter einer
temperamentvollen, sehr dressurfähigen englischen
Haushundrasse, mittelgroß, rauhhaarig, mit meist
gelblichbraunem Fell, das auf dem Rücken und der Oberseite von Hals
und Kopf schwarz ist.
ab, Ais ['a:is], das; -. -: um einen halben Ton erhöhtes a.
A{2).
AHd ['^it|], der. -s. - (südd.. österr.. Schweiz.): svw. t 'Döbel.
AJa ['a:Jal. die; -. -s [ital. aia] (veraltet): Hofmeisterin.
Erzieherin fürstlicher Kinder.
Ajax [a:Jaks. ^aks]. der; -. - [H. uj (Kunstkraftsport):
Kolonne aus drei od. fünf Athleten, bei der der Obermann
immer im Handstand steht.
k Jour, (österr.:) ajour [a'ai.g; frz. ä Jour = zutage, T Jour]:
1. (Buchf.) auf dem laufenden, ohne Buchungsrückstand.
2, (von Edelsteinen) nur an den Kanten, am Rand u. mit
freier Rückseite: a J. gefaßt. 3. (Textilw.) (von Spitzen,
Geweben) durchbrochen, mit Durchbrüchen. 4. CArchit.)
(von Ornamenten u. Bauteilen) frei gegen den Raum stehend.
Ajour- [-]: -arbeit, die: a) ä jour (2) gearbeitete
Edelsteinfassung: b) svw. f-Stickerei. Durchbrucharbeit: c) ä Jour (4)
gestaltete Fläche mit freistehenden Ornamenten usw.: ^faa-
sung, die: ä Jour (2) gearbeitete Edelsteinfassung: -gewebe,
das: svw. t-ware; -Musterung, die (Textilw.); -Stickerei,
die; -6til, der (Archit.); -Stoff, der (Textilw.); -wäre, die
(Textilw.): ä jour (3) hergestellte Web- od. Wirkware.
«tarieren [a3u'ri:ran] <sw. V.; hat): 1. (österr.) Ajourarbeit
(b) machen. 2. auf dem laufenden halten, aktualisieren:
das Handbuch muß in kurzen Abständen ajouriert werden.
Akademie [akade'mi:]. die; -. -n [...i:an; 1 a: frz. acadänie.
im 16, Jh. = Universität < lat. Academla < griech.
Akademeia = Lehrstätte Piatons, die sich in einem dem
Heros Akademos geweihten Hain bei Athen befand]: 1.
a) wissenschaftliche Gesellschaft: Vereinigung von
Gelehrten. Künstlern od. Dichtern: A. der Wissenschaften, der
Künste; b) Gebäude, in dem eine Akademie (1 a) ihren
Sitz hat. 2. Fach!hochJschule (Bergbau. Forstw.. Musik.
Pädagogik, Sport. Medizin. Rechtswissenschaft.
Verwaltung. Sozialwesen u. a.). 3. (österr.) literarische od.
musikalische Veranstaltung: auf Tagungen ... und -n - wo ...
meistens aneinander vorbeigeredet wird (Bodamer. Mann
124); <Zus. zu I a:> Akademkmitglied, das; Akadcmk-
schrift, die: Veröffentlichung einer Akademie (1 a);
Akademiker [aka'de:mito], der; -s. - [I: nlat. academlcus. zu
f Akademie; 2: nach russ. akademik = Akademiemitglied]:
1. Person mit [abgeschlossener] Universitäts- od.
Hochschulausbildung. 2. (selten) Mitglied einer Akademie (1 a);
Akademikerint die; -. -nen: w. Form zu t Akademiker;
akademisch <AdJ.>: 1. <o. Steig.; nicht präd.) an einer
Universität od. Hochschule erworben, erfolgend, üblich,
vorhanden: die -e Stufenleiter; -es Proletariat (Akademiker,
die wegen Stellenmangels nicht den Platz einnehmen könneh.
der ihnen auf Grund ihrer Ausbildung eigentlich zukäme):
-es Viertel (die Viertelstunde, um die eine akademische
Veranstaltung später als angegeben beginnt); -er Rat
(Lehrkraft des sog. Mittelbaus an Universitäten: als Titel:
Akademischer Rat); a. [vorlgebildet sein. 2. a) (bild. Kunst,
abwertend) herkömmlich u. formal musterhaft, aber
unlebendig u. ohne Verve: eine Kunst von einer gewissen -en
Mustergültigkeit; das a. gemalte Porträt eines Mannes;
b) (abwertend) lebensfern, trocken, theoretisch, voller
Abstraktionen: ein in -em Stil verfaßter Aufsatz; c) müßig,
überflüssig: wenn der Preis diese Summe überschreitet,
wird die Frage sowieso a.; akademisieren [akademi'zrren]
<sw. V.; hat): a) in der Art einer Akademie (1 a, 2) einrichten:
b) (abwertend) akademisch (2 a. b) betreiben: c) (bestimmte
Stellen) nur mit Leuten mit akademischer (1) Ausbildung
besetzen: <Abl.:> Akademiskrung, die; -; Akademismus
[akade'mismus]. der; - (abwertend): bes. künstlerische
Betätigung u. Auffassung, die das Formale überbetont u. im
Dogmatischen erstarrt ist: Akademist [...mist], der; -en.
-en (veraltet): svw. tAkademiker (1.2).
Akanthus [a'kantos], der; -, - [1: lat. acanthus < griech.
äkanthos. zu: äkantha = Dorn, nach den Dornen in den
Blattachseln]: 1. svw. t Bärenklau (1). 2- (Kunst)
Pflanzenornament nach dem Vorbild zweier in den Mittelmeerlän-
94
akkumulieren
dem heimischen Arten des Akanthus (1), bes. am
korinthischen Kapitell, dazu: AkfnthusUatt, das: svw. t Akanthus
(2).
fkatalektbch <AdJ.; o. Steig.) [lat. acatalecticus. zu: acata-
lectus < griech. akatälektos] (Verslehre): (vom Vers) nicht
katalektisch. mit einem vollständigen Versfuß abschließend.
Akatholflc, der; -en. -en (kath. Kirchenrecht, selten): Nicht-
katholik: «katholisch <AdJ.; o. Steig.) [nlat. acatholicus.
aus griech. a = nicht u. catholicus. t katholisch]:
nichtkatholisch.
akausal <AdJ.; o. Steig.) [aus griech. a- = nicht u. t kausal]
(Philos.): nicht kausal, ohne ursächlichen Zusammenhang,
außerhalb eines kausalen Zusammenhangs stehend.
Akazie [a'ka:t^p]. die; -. -n Dat. acacia < giiech. akakia]:
1. Vertreter einer Gattung der Mimosengewächse mit
gefiederten Blättern u. weißen od. gelben Blüten: R das ist Ua]/es
ist. um auf die -n zu klettern (ugs.; das ist zum Verzweifeln:
vermutlich nach den Affen, die in Erregung auf Palmen.
Akazien u.a. Bäume klettern). 2. (volkst.) svw. tRobinie.
Akelei [aka'lqi]. die; -. -en [mhd. ackelei. ageleie. ahd. agaleia
< mlat. aquile(g)ia. H. u.]: Staude mit großen, meist blauen,
orange od. gelben glockenförmigen Blüten: Vertreter einer
Gattung der Hahnenfußgewächse.
Aki ['a:kil. das; -[sl. -[s]: /4ktualitäten/c/no (bes. in
Bahnhöfen).
Akinakes [aki'na:k£sl. der; -, - [griech. akinäkes. aus dem
Persischen]: zweischneidiges Kreuzschwert der Skythen,
auch der Sarmaten u. alten Perser-
Akinesie [akinezi:].die; - [gr. akinesia] (Med.):
Bewegungshemmung. -Unfähigkeit: <Abl.:> akinetisch [aki'ne.tij] <AdJ.;
0. Steig.).
Akklamation [aklama't$io:n]. die; -. -en Dat. acclämätio)
(bildungsspr.. bes. österr. u. Schweiz.): 1. Beifall:
Zustimmung. 2. Abstimmung durch Zuruf: *per A. (durch AJ:
per A. wiedergewählt werden; akkhunieren [akla'mi.rdn]
<sw. V.; hat) Dat. aoclämare] (bildungsspr.. bes. österr.):
1. a) mit Beifall bedenken, aufnehmen: die Künstler sind
zu Recht akklamiert worden; eine heftig akklamlerte Szene;
b) zustimmen, beipflichten: .iiallo. gut gesagt!" akklamier-
te ihm Mr. Watches (Wolf. Menetekel 146). 2. jmdn. in
einer Versammlung durch Zuruf wählen: das den Kaiser
-de Volk.
Akklimatisation [aklimatiza'^io:n], die; -. -en: Anpassung
von Lebewesen an veränderte / klimatische•] Verhältnisse.
Lebensumstände: akklimatisieren [...'zhren], sich <sw. V.;
hat) [(unter Einfluß von frz. acclimater) zu t Klima]
(bildungsspr.): sich an veränderte [klimatische] Verhältnisse.
Lebensumstände gewöhnen: erst akklimatisiere dich mal!;
Ü du hast dich an den rauhen Ton akklimatisiert
(angepaßt) ;<Abl:>Akkllamtisknim,d\c; -. -en: svw. f
Akklimatisation.
Akkobde [ako'la.da], die; -. -n [frz. acoolade. zu: accoler
= umarmen < vlat. *accollare. zu lat. Collum = Hals]:
1. (Buch- u. Schriftw.) geschweifte Klammer. 2. feierliche
Umarmung bei Ritterschlag. Ordensverleihung u. ä.
akkommodabd [akomo'da:bl] <Adj.; ...abier. -ste) [frz. ac-
commodable, zu: accommoder, takkommodieren]: 1.
(Physiol.) anpassungsfähig: akkommodable Organe. 2.
(allg. veraltet) anwendbar, zweckmäßig, bequem:
Akkommodation [...dat§io:n1, die; -. -en [frz. accommodation <
lat. accommodätio = das Anpassen]: 1. (Physiol.) a)
Anpassung: b) Einstellung des Auges auf die jeweilige Entfernung.
2. Angleichung einer Religion an die Ideen u. Werke einer
anderen: <Zus. zu 1 b:> Akkommodationsfähigkeit, die;
akkommodieren [...'di:ren] <sw. V.; hat) [frz. accommoder
< lat. accommodäre]: 1. (Physiol.) a) anpassen: dadurch
wird das Auge akkommodiert; b)<a. + sich} sich anpassen:
die Muskeln akkommodieren sich den gegebenen
Verhältnissen (Aggression und Anpassung 109). 2. <a. + sich)
(allg. veraltet) sich mitjmdm. über etw. einigen, sich
vergleichen.
Akkompagnement [akompanjd'mä:]. das; -s. -s [frz. accompa-
gnement. zu: accompagner. Takkompagnieren] (Musik):
Begleitung: akkompagnieren [...'ji:ren] <sw. V.; hat) [frz.
accompagner. zu: compagnon. f Kompagnon] (Musik):
begleiten: eine Aufführung, die Sängerin am Klavier a.; Ak-
kompagnbt [...' jist]. der; -en. -en (Musik veraltet): Begleiter.
'Akkord [a'kort], der; -[e]s, -e [frz. accord. zu: accorder
= (Instrumente) stimmen, t akkordleren] (Musik):
Zusammenklang von mehr als zwei Tönen mit verschiedener
Tonhöhe: volle, dissonante -e; -e anschlagen; Ü ein A.
aus 45 verschiedenen Düften (Petra 10. 1966. 101).
2Akkord [-], der; -[eis. -e [frz. accord, zu: accorder. takkor-
dieren]: 1. (Wirtsch.) Bezahlung nach der Stückzahl.
Stücklohn: einen schlechten A. haben; die -e herabsetzen; im.
(selten auch:) in, auf A. arbeiten. 2. a) (Jur.)
Übereinkommen. Vergleich. Vereinbarung: einen A. mit seinen
Gläubigern abschließen; b) (veraltet) Übereinstimmung. Einklang.
•Akkprd- ('Akkord): Mltasonanz. die; -flöte, die: in der
Volksmusik verwendete Doppelflöte, auf der durch
gemeinsames Greifen der Grifflochpaare zweistimmig paralleles
Spielen möglich ist: sichre, die; -passage, die: schneller Gang
durch die Töne eines 'Akkords (1); -Verbindung, die:
zeitliche Aufeinanderfolge von Akkorden nach den Regeln der
Harmonielehre.
2Akkgrd- (2Akkord 1). -arbeit, die; -arbeiter, der; -bedin-
gungen <P1.); -lohn, der: Stücklohn: -[richtlsatz. der;
-§chere, die: Festlegung des Akkordrichtsatzes nicht auf
Grund von Normalleistungen, sondern von besonderen
Leistungen: -System, das; -unterlagen <P1>; -vertrag, der;
-zettd, der: Zettel, auf dem der Name des Akkordarbeiters,
die Bezeichnung der Akkordarbeit, der vereinbarte
Akkordsatz, die Zeit der Ausführung u. a. festgehalten sind:
^Zuschlag, der.
Akkordeon [a'kardeon], das; -s. -s [1829 (als .Accordion44)
geb. von dem österr. Instrumentenmacher C. Demian.
zu 'Akkord]: bes. für Volks- u. Unterhaltungsmusik
verwendetes Harmonikainstrument mit gleichem Ton bei Zug u.
Druck: Schifferklavier: <Abl.:) Akkordeonfat [...eo'nist],
der; -en. -en: Akkordeonspieler.
akkordleren [akor'diiran) <sw. V.; hat) [frz. accorder <
vlat. *accordäre. zu lat. cor (Gen.: cordis) = Herz.
Verstand. Gestimmtheit]: einen 2Akkord (2 a) über etw.
abschließen, etw. vereinbaren: Gewinnbeteiligung a.; [sich]
mit jmdm. a.;... würde er mit seinen Leuten
Gewinnbeteiligung a. (Jacob. Kaffee 270).
akkreditieren [akredi'ti.rcn] <sw. V.; hat) [frz. aceräditer.
zu: ertdit = Vertrauen, t Kredit]: 1. (bes. Dipl.) einen
[diplomatischen] Vertreter beglaubigen, bevollmächtigen:
einen Botschafter a.; die bei der Regierung akkreditierten
Gesandten. 2. (BanVw.) jmdm. Kredit einräumen, ein
Akkreditiv (2) stellen: bei dieser Bank bin ich akkreditiert; Jmdn.
für den Gesamtbetrag von ... a.; <Abl.:> Akkreditierung,
die; -. -en: das Akkreditieren: Akkreditiv [...'ti:fl. das; -s.
-e [...U:v9]: 1. (Dipl.) Beglaubigungsschreiben eines
diplomatischen Vertreters, das dem Staatsoberhaupt des fremden
Landes überreicht wird. 2. (Bankw.) Anweisung eines
Kunden an seine Bank, dem Akkreditierten einen bestimmten
Betrag zur Verfügung zu stellen (oft mit Kreditgewährung
verbunden): ein A. stellen, eröffnen.
Akku [aku], der; -s. -s (ugs.): Kurzf. von tAkkumulator
(1).
Akkuhuratkm [akoltura't§io:n], die; -. -en [aus lat. ad- (tad)
u. Kultur] (Völkerk.. Sozialpsych.): Übernahme von
Elementen einer fremden Kultur durch den einzelnen od. eine
Gruppe: kultureller Anpassungsprozeß: akkulturieroi
[...'riTan] <sw. V.; hat): einer Akkulturation unterziehen:
die fremde Religion ist akkulturiert worden; sobald ein
Indianer ... sich dadurch als „akkulturiert44 ausweist, wird
er ... als Mestize eingestuft (MM 8. 8. 73. 3).
Akkumulation [akumula'&io:n]. die; -. -en Dat. aecumulätio
= Aufhäufung]: 1. (bildungsspr.) [An-. Auf-]häufung.
[An]Sammlung. Speicherung: die A. von
Schädlingsbekämpfungsmitteln in Pflanzen und Tieren. 2. (fachspr.)
a) (Wirtsch.) Anhäufung von Reichtum, insbes. von
Produktionsmitteln: die A. von Kapital; b) (Geol.) mechanische
Anhäufung von Gesteinsmaterial durch Flüsse. Meer. Wind
u.a.: c) (Stilk.) syndetische od. asyndetische
Aneinanderreihung mehrerer Unterbegriffe vor einem zusammenfassenden
Oberbegriff, der auch fehlen kann: Akkumulator [...'la.tar.
auch: ...to:g]. der; -s. -en [...la'to:ran; lat. aecumulätor
= Anhäufer] (Technik): 1. auf elektrochemischer Basis
arbeitender Stromspeicher: der A. ist leer, aufgeladen;
Kurzf.: t Akku. 2. Bdiälter mit Druckwasser o. ä.. der
mechanische Energie speichert (z. B. bei hydraulischen
Pressen). 3. (Datenverarb.) Speicherzelle einer Rechenanlage:
akluanulieren [...'Ihren] <sw. V.; hat) Hat. aecumuläre]
(bildungsspr.. fachspr.): [an-, auf-]häufen, [an]sammeln,
speichern: kleine Mengen der Pflanzenschutzmittel werden
durch die Meerestiere akkumuliert; (auch a. + sich): weil
95
akkurat
die Verzögerungen sich akkumulieren und der Patient ...
zu warten hat (Th. Mann. Krull 379).
akkurat [aku'ra:t; lat. accurätus (Adv.: accüräte) =
sorgfältig, zu: accüräre = mit Sorgfalt tun]: I. <Adj.; -er. -este>
(bildungsspr.) 1. sorgfältig, ordentlich, sauber: ein -er
Mensch; seine Schrift ist sehr a.; er ist immer äußerst
a. gekleidet. 2. exakt, genau: die -e Führung der
Gesangsstimmen II. <Adv.) (landsch.) genau, gerade: a. wie eine
Baronin, sagte er lachend (R. Walser. Gehülfe 107); Der
Lump bringt Sie noch a. ins Narrenhaus (Becher. Prosa
128); <Abl. zu J:> Akkuratesse [akura'tesa]. die; - [mit
frz. Endung]: Sorgfalt.
Akkusativ ['akuzati.ß. der; -s. -e l...i:va; lat. (casus) accüsä-
tlvus = die Anklage betrefTend(er Fall), zu accüsäre =
anklagen; falsche lat. Übersetzung von griech. (ptösis)
aitiatike = Ursache u. Wirkung betreffender Fall)]
(Sprachw.): 1. <o. Pl.> Kasus, in dem bes. das Objekt eines
transitiven Verbs u. bestimmte Umstandsangaben stehen:
Wenfall, vierter Fall: die Präposition .»gegen44 regiert den
A.; Abk.: Akk. 2. Wort, das im Akkusativ (1) steht: der
Satz enthält zwei -e; <Abl.:> «kkusativbdi [...vif] <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.); <Zus. zu 1:> Akkusativobjekt, das
(Sprachw.): Ergänzung eines (transitiven) Verbs im
Akkusativ.
Alane [akme:]. die; - [griech. akme] (Med.): Höhepunkt.
Gipfel (des Fiebers, einer Krankheit, fies Orgasmus).
Akne fakna]. die; -. -n [griech. akne. Lesart von akme.
tAkme] (Med.): mit Knötchen- u. Pustelbildung
einhergehende Erkrankung der Talgdrüsen. Hautausschlag.
Akolyth [ako'ly:t]. (selten:) Akohith [ako'lu:t]. der; -en. -en
[mlat. acolythus. acoluthus < griech. akölouthos =
Basleiter. Diener] (kath. Kirche): Kleriker im 4. (letzten) Grad
der niederen Weihen.
Akonto [akonto), das; -s. -s od. ...ten [ta conto] (österr.)
Anzahlung: ein A. leisten; Akontozahlung, die; -. -en
(Bankw.): Anzahlung. Abschlagszahlung.
akquirieren [akvi'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. acquirere]: 1.
(veraltet) erwerben, anschaffen. 2. (Wirtsch.) als Akquisiteur
tätig sein. Kunden werben: Akquisiteur [akvizi'to:?]. der;
-s. -e [französierende Neubildung]: a) (Wirtsch.)
Kundenwerber. Werbevertreter: b) (Zeitungsw.) Person, die
Anzeigen für eine Zeitung einholt: Akquisition [akvizi't$io:n].
die; -. -en [lat. aoqulsitio (unter Einfluß von frz. acquisi-
tion)]: 1. (veraltet) Erwerbung. Anschaffung, 2. (Wirtsch.)
Kundenwerbung: Akquisitor [akvi'zktor. auch: ...to:?]. der;
-s, -en [akvizfto:ren; lat. acquisitor = der Erwerber]
(österr.): svw. t Acquisiteur; <Abl.:> akquisitorisdi lakvizi-
to:nJl <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): 1. den Akquisitor
betreffend. 2, die Akquisition (2) betreffend.
Akribie [akri'bi:]. die; - [kirchenlat. acribla < griech. akri-
beia] (bildungsspr.): peinliche Genauigkeit, höchste
Sorgfalt, äußerste Gründlichkeit: Gewissenhaftigkeit und A.
des Philologen; bei aller wissenschaftlichen A.; Es waren
tapfere Verse gewesen, den Gegner mit photographischer
A. treffend (Feuchtwanger. Erfolg 34); <Abl.:> akribisdi
[a'kri.bij] <Adj.) (bildungsspr.): peinlich genau, höchst
sorgfältig, äußerst gründlich: -es Quellenstudium; etw. a.
notieren; akriMstisch [akri'bistij] <AdJ.) intensivierend für takri-
bisch: -e Kleinarbeit.
^kritisch <Adj.; o. Steig.) [aus griech. a- = nicht, un- u.
t kritisch] (bildungsspr.): nicht kritisch.
Akrobat [akro'ba:t]. der; -en. -en (griech. akröbatos = auf
den Fußspitzen gehend]: Person, die im Zirkus od. Variete
außergewöhnliche turnerische Übungen auf dem Erdboden
od. in der Luft vorführt: Akrobatik* die; -: a)
Körperbeherrschung u. Geschicklichkeit des Akrobaten: eine
bewundernswerte A.; b) Übungen des Akrobaten: er kann A. und
Steptanzen; <Zus.:> Akrobatikttufer, der; -s. -:
durchgehender weicher Läufer aus Kunststoff od. Gummi für das
Training im Bodenturnen: Akrobatin« die; -, -nen: w. Form
zu t Akrobat; akrobatisch <AdJ.): a) von einem Akrobaten
hervorgebracht: b) die Akrobatik betreffend.
Akroiein [akrolehn], das; -s [zu griech. äkros = Spitze,
äußerstes Ende u. lat. olere = riechen] (Chemie): scharf
riechender Aldehyd, der den beißenden Geruch von
angebranntem Fett verursacht.
Akronym[akro'ny:m],das;-s,-e [amerik. acronym. zu griech.
äkros = Spitze, äußerstes Ende u. önyma = Name]: aus
den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Wort.
Initialwort (z. B. UNO, Hapag).
Akrostichon [a'krostipn], das; -s. ...chen u. ...cha [griech.
akröstichonj: a) Gedicht, bei dem die Anfangsbuchstaben,
-silben od. -Wörter der Verszeilen od. Strophen ein Wort
od. einen Satz ergeben: b) die Anfangsbuchstaben, -silben
od. -Wörter der Verszeilen od. Strophen, die ein Wort od.
einen Satz ergeben.
Akroter [akro'te:$], der; -s. -e. (älter.) Akroterie [-rfc], die;
-. -n. Akroterton [-rpn], Akroterhan [-jium], das; -s, ...ien
[...ian; lat. acröterlum < griech. akröterion]: in der antiken
Architektur bekrönendes Schmuckglied auf dem First u.
an den Ecken des Giebels repräsentativer Bauten, auf
Grabstelen u. a.
Akryl«: TAcryl-.
iks [e:ks] <Interj.) Ausruf zum Ausdruck des Ekels, des
Widerwärtigen: äks. wie das schmeckt!; pfui äks!
Akt [akt]. der: -[eis. -e u. -en [lat. actus]: 1. <P1.: -e) a)
Handlung. Vorgang. Tai: ein schöpferischer A.;
rechtswidrige -e: etw. als einen unfreundlichen A. betrachten; ein
A. der Klugheit; ein A. nur rein ritterlicher Höflichkeit
(Goldschmit. Genius 14); b) Feierlichkeit. Zeremonie: dem
denkwürdigen A. der Einweihung beiwohnen; c)
juristisches Verfahren. Rechtsvorgang: alle -e unserer Exekutive
sind rechtsstaatlich; d) kurz für f Geschlechtsakt: Während
des -es belegteer Tilly mit... hundsgemeinen
Schimpfworten, die seine Lüste steigerten (Jaeger. Freudenhaus 172).
2. <P1.: -e) (Theater) Aufzug: eine Tragödie in fünf -en;
im letzten A. 3. <P1. -e> (Zirkus. Variete) Darbietung.
Vorführung. Nummer: ein akrobatischer A. 4. <P1.: -e>
(Kunst) Darstellung des nackten menschlichen Körpers:
männlicher, weiblicher A.; einen A. zeichnen. 5. <P1.
Akten) (bes. südd.. österr.) Akteinstück]: ein A. mit dem
Zeichen 2JS ... wurde angelegt (Spiegel 48. 1965. 65).
4kt-: -aufnähme, die: fotografische Aufnahme eines Aktes
(4); -büd, das: Bild mit Akt (4); Mlarstdlung. die: (Art
u. Weise der) Darstellung eines Aktes (4); Einteilung, die:
Einteilung nach Akten (2); -foto, das: svw. f -aufnähme;
-fotograf, der: Person, die Akte (4) künstlerisch
fotografiert: -fotografie, die: 1. <o. PI.) das Fotografieren von
Akten (4). 2. svw. t-aufnähme; -gem&Me, das: Gemälde
mit Akt (4); -klaase, die: (letzte) Klasse in Kunstakademien,
in der das Aktzeichnen erlernt wird: Mnalerei, die: das
Malen von Akten (4); -moddl, das: Modell für das
Aktzeichnen: -schhiß. der: Schiuli des Aktes (2); -Studie, die:
zeichnerische Studie zu einem Akt (4); -zeichnen, das (zu Akt
4); -Zeichnung, die: Zeichnung, die einen Akt (4) darstellt.
Aktant [ak'tant], der; -en. -en [frz. aetant = Handelnder]
(Sprachw.): vom VerbI abhängiges Satzglied: ...daß
Wörter ... eine bestimmte Zahl von Leerstellen um sich eröffnen,
die durch bestimmte Glieder (-en. Mitspieler oder
Ergänzungsbestimmungen) besetzt werden müssen (oder
können) (Sprachpflege II, 1971, 225).
Akte ['aktel. die; -. -n <oft PI.) [rückgeb. aus: Akten (PI.)
< lat. acta, eigtl. = das Verhandelte, die Ausführungen,
subst. Neutr. PI. des 2. Part, von: agere = treiben, handeln,
tätig sein] (bes. Verwaltung. Gericht): schriftliche Unterlage
zu einem bestimmten Vorgang. Schriftstück: Die A. war
fast drei Zentimeter dick (Martin, Henker 7); hinter Bergen
von -n vergraben sitzen; in einer A. blättern; das kommt
in die -n (wird eingetragen): *Uber etw. die -n schließen
(etw. für erledigt erklären, über etw. nicht mehr verhandeln);
etw. zu den -n legen (ugs.; als erledigt betrachten).
f kten-. i^kten-: -bock, der: kleineres Gestell zum Abstellen
von Ordnern mit Akten, zum Ablegen von Briefen u.a.;
-decket, der: festerer Einband aus Pappe, in den Akten
gelegt od. geheftet werden; -einsieht, die: das Einsehen
u. Prüfen von Akten; -format, das: ein Bogen in A.; -fuchs,
der (ugs. abwertend): Person, die in der Aktenführung von
Behörden u. Gerichten sehr beschlagen ist; -hefter, der;
-heftmaschine. die: Gerät, das mit Hilfe von Klammern
einzelne Aktenblätter zusammenheftet; -kofTer, der: Spe-
zialtasche zur Beförderung von Akten; -kundig <Adj.; o.
Steig.; selten attr.): durch eine Akte beweisbar, belegbar;
-mappe, die: 1. Umschlag um Akten. 2. (nordd.:) svw.
f -tasche; -notiz, die; ^ordner, der; M'esal, das; -schrank,
der; -«tinder, der: svw. t-bock; -staub, der; -stoß, der;
-tasche* die: größere Tasche im Aktenformat mit Tragegriff,
in der man Bücher. Schriftstücke usw. irgendwohin
mitnehmen kann: eine schweinslederne A.; Er verstaute seine
Mittagsbrote und die Thermosflasche in eine A. (Kirst.
08/15,115); -vermerk, der: vgl. Miotiz; -wolf, der: Maschi-
96
Aktiv-
ne. die überflüssige Akten zerreißt u. vernichtet; ^zeichen,
das: Signatur zur Kennzeichnung des Bearbeiters einer Akte.
Akteur [ak't0:g]. der; -s. -e [frz. acteur < lat. äctor] (geh.):
1. in einer bestimmten Situation Handelnder, an einem
bestimmten Geschehen Beteiligter, handelnde Person: die -e
der außerparlamentarischen Opposition. 2. a) (Theater.
Film u.a.) Schauspieler: doch schien er. ein guter A..
Gewicht darauf zu legen, sie ( = die Szene) bis zum Ende
auszuspielen (Habe. Im Namen 111); die -e der
..Theatergruppe vor Ort"; b) (Sport) Spieler. Wettkämpfer: Torhüter
Bayer ... und schließlich Weber waren die besten -e nach
Meinung des Trainers (Voralberger Nachr. 29. 11. 68.
17).
Aktie Cakt$id]. die; -. -n [niederl. actie (älter: actionX
lat. actio = Tätigkeit. Klage, klagbarer Anspruch]
(Wirtsch.): Urkunde, in der das Anteilsrecht am
Grundkapital einer Aktiengesellschaft festgelegt u. der Anspruch auf
einen bestbnmten Teil des Gewinnes verbrieft ist: die -n
steigen, fallen; sein Vermögen in -n anlegen; junge -n
(Aktien, die nach dem Zeitpunkt der Aktienausgabe von
den alten unterschieden werden, wenn nach einer erfolgten
Kapitalerhöhung alte u. junge Aktien nicht gleichberechtigt
sind u. z.B. unterschiedliche Kurse haben); *wie stehen
die -n? (ugs. scherzh.; wie geht's?)', Irak, -n steigen (ugs.;
jmds. Aussichten auf Erfolg werden besser).
Aktien-: -»ausgäbe, die; -besitz, der; -bezugsredit, das;
-bier, das: in einer Aktienbrauerei hergestelltes Bier;
^brauerei, die: Brauerei, die mit Aktienkapital betrieben
wird; Miesellschaft, die: Handelsgesellschaft, deren
Grundkapital von einzelnen Gesellschaftern aufgebracht wird, die
in Höhe ihrer Einlage an dem Unternehmen beteiligt sind;
Abk.: AG; Miesetz, das; -index, der: vom Statistischen
Bundesamt wöchentlich aufgestellter Index der
durchschnittlichen Kurswerte für 430 bestimmte Aktien (Meßzahl in
der Börsenstatistik); -Inhaber, der: Aktionär; -kapital,
das: in Aktien gestückeltes Grundkapital einer
Aktiengesellschaft; -kauf, der; -kommanditgeseJtechaft, die:
Kommanditgesellschaft auf Aktien, bei der mindestens ein
Gesellschafter unbeschränkt haftet, wahrend die übrigen
Gesellschafter wie bei der Aktiengesellschaft haften; -kurs, der;
-markt, der; -mehrheit, die; -paket, das: größerer Posten
von Aktien eines Unternehmens in einer Hand; ^redit. das;
-Spekulation, die.
-aktig Maktif] in Zusb.. z. B. dreiaktig (aus drei Akten (2)
bestehend).
Aktinie [ak'ti:np), die; -, -n [zu griech. aktis (Gen.: akttnos)
= Strahl]: Vertreter einer Gattung der sechsstrahligen
Korallen. Seeanemone; aktiniseh [ak'timij] <Adj.; o. Steig.):
a) (Physik) radioaktiv: -e Heilquellen; b) (Med.) durch
Strahlen verursacht: -e Krankheiten; Aktinium: t Actinium.
Aktino- [aktino-: zu griech. aktis (Gen.: aktTnos) = Strahl]:
-grgpti, der; -en, -en [T^graph]: Gerät zur Registrierung der
direkten Sonnenstrahlung od. der Strahlung von
Himmelsausschnitten; -meter, das: -s, - [T^meter] (Met.): Gerät
zur Messung der Sonnenstrahlung; -metrk, die IKmetrie):
Strahlenmessung, bes. Messung der Sonnenstrahlung.
Aktion [ak't$io:n], die; -. -en [lat. actio]: 1. gemeinschaftliche
geplante Unternehmung. Maßnahme: eine gemeinsame A.
planen; die A. kommt nicht in Gang, wird eingestellt;
eine konzertierte A. (durch Übereinstimmung aller Partner
erzieltes gemeinsames Vorgehen; 1967 gepr. von
Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller): in Namen von
Verbänden u. ä.: A. Sühnezeichen; A. Gemeinsinn; die Katholische
A. 2. das Handeln. Handlung, das Tätigsein. Tätigkeit:
das Verhältnis von A. und Kontemplation; *in A. (in
Tätigkeit): in A. sein, setzen, treten; etw. in A. zeigen.
3. (Reiten) bestimmte charakteristische Beinbewegung beim
Pferd. Gangart. 4. (Physik) Wirkung; <Abl.:> aktional [ak-
&io'na:l]. aktionell [ak^io'nEl] <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.):
die Aktion (2) betreffend: verunfallen ... durch das Präfix
ver- kommt eine aktionale Komponente hinzu: -♦ in ein
Unglück geraten (Deutsche Wortbildung I, 128, Verlag
Schwann); Aktionär [aktßio'ne:^]. der; -s. -e [frz. actionnai-
re. zu: action = Aktie < lat. actio, t Aktie]: Gesellschalter
einer Aktiengesellschaft. Aktieninhaber, dazu: Aktionirsver-
saranlung. die; aktionell: t aktional; Aktkmismus [ak&o-
nismus], der; -: I. Bestreben, das Bewußtsein der
Menschen od. bestehende Zustände durch (provozierende,
revolutionäre, künstlerische 1 Aktionen zu verändern. 2. (oft
abwertend) übertriebener Tätigkeitsdrang: blinder A.: nicht
Weltanschauung war sein Motiv, sondern A. (Spiegel 9. 1975.
26); Aktionist lakt§io' nist]. der; -en. -en: Vertreter des
Aktionismus, dazu: aktionfstisch <Adj. >.
aktions-, Aktions-: «*art. die (Sprachw.): Art u. Weise, wie
die Aktion (2). das durch das Zeitwort ausgedrückte
Geschehen vor sich geht; -ausscbuß, der: zur Durchführung einer
Aktion (1) bestimmter Ausschuß; -bereich, der; -einheit,
die: gemeinsames politisches Vorgehen /antikapitalistischer,
antiimperialistischer Kräfte]: A. der Arbeiterklasse; -fähig
<Adj.> (Ggs.: -unfähig), dazu: -ßhigkeit, die <o. PL);
-freiheit, die <o. PL); -getneinschaft, die: vgl. -einheit;
-komitee.das: svw. f -ausschuß; -möglkhkeit.die;
-Potential, das (Physiol.): durch plötzlichen Zusammenbruch des
elektrischen Potentials an den Membranen (2) von lebenden
Organismen entstehende Spannung, durch die die Erregung
(2 b) ausgelöst u. fortgeführt wird; -Programm, das; -radhis,
der: 1. Wirkungsbereich. Reichweite. 2. Entfernung, die
ein Schiff. [KampfJflugzeug, Fahrzeug zurücklegen kann,
ohne, neuen Treibstoff aufzunehmen; Fahr-, Flugbereich;
-turbine, die (Technik): Turbine, bei der die gesamte Energie
des Arbeitsmediums im Leitrad (Düse) in Bewegungsenergie
umgesetzt wird; Gleichdruckturbine: -unflhig <AdJ.) (Ggs.:
-fähig), dazu: -Unfähigkeit, die <o. Pl.>; -Zentrum, das:
l.a) Platz. Stelle, auf der sich hauptsächlich Handlungen
abspielen: bis sie ( = die Dohlen) ... ihren Dachboden als
A. betrachteten (Lorenz. Verhalten 17); b) Mittelpunkt,
zentrale Stelle, von der politische Aktionen ausgehen: sie
besinnen sich auf ihre Rolle als A. der Lohnabhängigen
(Stamokap 23). 2. (Met.) die Großwetterlage bestimmendes,
relativ häufig auftretendes, ausgedehntes Hoch- oder
Tiefdruckgebiet.
aktiv [akti:f. auch: '—] <Adj.) [lat. activus]: 1. a) tätig,
rührig, zielstrebig, eifrig, unternehmend, tatkräftig: ein -er
Teilnehmer; er war der -ste Vorkämpfer des deutsch-
französischen Freundschaftsvertrages; eine Jugend, die zu
allen Problemen a. Stellung nimmt; sexuell, politisch a.
sein; b) selbst in einer Sache tätig, sie ausübend (im
Unterschied zum bloßen Erdulden o.a. von etw.) (Ggs.: passiv):
er ist daran auch a. beteiligt gewesen; etw. a. unterstützen;
-es Wahlrecht (dasRecht, selbst zu wählen); -e Bestechung
(Angebot von Geschenken o.a. an jmdn. im öffentlichen
Dienst); -er Wortschatz (Wortschatz, den jmd. beim
Sprechen zur Verfügung hat); -e Handelsbilanz (Übergewicht
der Ausfuhr über die Einfuhr); c) in besonderer Weise
wirksam: biologisch -es Insulin; die Kur wirkt a. auf Haar
und Kopfhaut. 2. <o. Steig.) (Milit.) a) /als Berufssoldat/
im Militärdienst stehend: ein -er Offizier (Ggs.:
Reserveoffizier); a. dienen; b) den militärischen Pflichtdienst betreffend:
-e Dienstzeit (etwa I bis 3 Jahre) (Fraenkel, Staat 369).
3. <o. Steig.) a) als Mitglied einer Vereinigung die von
ihr geforderten Tätigkeiten regelmäßig ausübend (Ggs.:
inaktiv): -es Mitglied; a. sein (stud.; als vollverpflichtetes
Mitglied einer studentischen Verbindum angehören); b)
(Sport) als Mitglied einer Sportgemeinschaft an Übungen
u. Wettkämpfen teilnehmend: ein -er Sportler.
Fußballspieler: vgl. Aktive. 4. (Chemie) besonders reaktionsfähig (Ggs.:
inaktiv): -e Festkörper; Nickelstaub ist a. 5. (Sprachw.)
svw. taktivisch: -e Verbformen; 'Aktiv ['aktr.fl. das; -s.
-e [...va] <Pl. selten) [lat. (genus) äctlvum] (Sprachw.):
Verhaltensrichtung des Verbs, die vom (meist in einer
..Tätigkeit" befindlichen) Satzgegenstand her gesehen ist (z. B.
Fritz schlägt den Hund: die Rosen blühen): das Verb steht
im A.; 2Aktiv [ak'ti:f], das; -s. -e [...va] od. -s Iruss. aktiw
< lat. activus, taktiv] (DDR): Gruppe von Personen, die
sich für eine wirtschaftliche, gesellschaftspolitische od.
kulturelle Aufgabe innerhalb eines Kollektivs, einer Organisation
u. ä. besonders aktiv einsetzen.
Aktiv-: -bürger, der (Schweiz.): Bürger mit aktivem
Wahlrecht. Staatsbürger, der in vollem Besitz seiner polit. u.
bürgert. Rechte ist; -bürgerin, die: w. Form zu t ^bürgen
^bürgerschaft, die: vgl. ^bürgen ^forderung, die:
ausstehende Forderung; ^geschäft. das: Bankgeschäft, bei dem
die Bank Kredite an Dritte gewährt (Ggs.: Passivgeschäft);
^handd, der: von den eigenen Kaufleuten eines Landes
betriebener Außenhandel (Ggs.: Passivhandel); --kohle, die
(Chemie): mit Hilfe des Chlorzink- od.
Wasserdampfverfahrens aktivierte staubfeine, poröse Pflanzenkohle, die wegen
ihres großen Adsorptionsvermögens zur Reinigung von Gasen
u. Flüssigkeiten dient; Kurzf.: A-Kohle; ^kgitünatkm, die
(jur.): im Zivilprozeß die sachliche Befugnis des Klägers.
7 GDW
97
Aktiva
dos strittige Recht geltend zu machen (Ggs.:
Passivlegitimation): Jmdm. fehlt die A.; ^posten, der: auf der Aktivseite
der Bilanz aufgeführter Vermögensposten; Ü das
naturwissenschaftlich-technische Potential ist hier ein erheblicher
A.; ^prozeß, der (Jur.): Prozeß, den jemand als Kläger
führt (Ggs.: Passivprozeß); Milder, das (Schiffbau):
Steuerruder mit im Ruderblatt eingebautem Hilfspropeller\ der
die Manövrierfähigkeit des Schiffes verbessert; ~saMo, der:
Saldo auf der Aktivseite eines Kontos, Einnahmeüberschuß;
-selte. die: Seite (Stelle) eines Kontos, einer Bilanz, auf
der die Vermögensposten aufgeführt sind; -vermögen, das:
wirkliches Vermögen; -Zinsen <P1.>: Zinsen für
Forderungen, die auf der Aktivseite der Bilanz aufgeführt sind.
Aktiva [akti:va] <PI.> [lat. äctlva. subst. Neutr. PI. von:
activus. T aktiv): auf der Aktivseite der Bilanz eines
Unternehmens stehende Vermögenswerte; Aktivator [akti'va:tor.
auch: ...to:$], der; -s. -en [...va'to:ran]: 1. (Chemie) Stoff
der schon in geringer Konzentration die Wirkung von
Katalysatorenbedeutend verstärkt. 2. (Physik) der nicht leuchtfähi-
gen Grundsubstanz eines Leuchtstoffes zugesetzter Stoff,
durch den diese zum Leuchtstoff wird. 3. (Med.) Stoff,
der die Reaktion eines Enzyms auslöst od. die
Geschwindigkeit seines Umsatzes erhöht. 4. (Zahnmed.) Apparat zur
Kieferregulierung; Aktive [ak'tiw]: 1. der u. die; -n, -n
<Dekl. tAbgeordnete): Sportler (Sportlerin), der (die)
ständig an Wettkämpfen teilnimmt. 2. die; -n. -n (ugs.
veraltet): nicht selbstgedrehte Zigarette; nach 1945 waren
manche froh, wenn sie mal eine A. rauchen konnten; Aktiven
[ak'ti:vn, Schweiz.: *ak...]: svw. f Aktiva; aktivieren [akti-
'vi:ren] <sw. V.; hat) [frz. actlver, zu: actif = tätig <
lat. activus, f aktiv]: 1. aktiv (1) machen, zu einer /
verstärkten! Tätigkeit bewegen, in Gang, Schwung bringen; die
Wirkung von etw. verstärken, wirksamer machen; einer
Sache zu größerer Wirksamkeit verhelfen; die Mitglieder eines
Vereins, die Jugend, die Arbeit an einem Projekt a.; durch
dieses Präparat wird die Drüsentätigkeit aktiviert; Das
achtzehnte Jahrhundert hat die Kraft zum Genießen
aktiviert (Jacob. Kaffee 131). 2. (Chemie) aktiv (4). d.h. bes.
reaktionsfähig machen: das Kupfer hat den Leuchtstoff
aktiviert; aktivierte Essigsäure. 3. (Physik) stabile
Atomkerne durch Beschuß mit energiereichen Teilchen zu künstlich
radioaktiven Atomkernen machen. 4. etw. in der Bilanz
als Aktivposten erfassen, in die Bilanz als Vermögensteil
einsetzen, durch buchhalterische Belastung ausgleichen
(Ggs.: passivieren): eine Werterhöhung. Kosten a.; (auch
a. + sich:) die britische Zahlungsbilanz hat sich aktiviert,
dazu: Aktivierung, die; -. -en; aktivisch [ak'ti:vij. auch:
1 ] <AdJ.; o. Steig.) (Sprachw.): das * Aktiv betreffend,
im 'Aktiv stehend: die -en Formen des Verbs; den Satz
a. konstruieren; Aktivismus [akti'vismus]. der; - [2: gepr.
von dem dt. Publizisten Kurt Hiller]: 1. aktives (1)
Verhalten, /fortschrittliches) zielstrebiges Handeln,
Tätigkeitsdrang. 2. geistig-politische Bewegung von etwa 1915 bis
1920, die die Literatur als Mittel zur Durchsetzung
bestimmter Ziele verstand; Aktivist [akti'vist], der; -en. -en [2: russ.
aktiwist): 1. aktiver (1) Mensch, zielstrebig Handelnder:
Herr Goron. moralistischer A.. wurde ... zum beinahe
selbstzerstörerischen Fanatiker (Maass. GoufTS 319). 2.
(DDR) Person, die im sozialistischen Wettbewerb durch
wesentliche Erhöhung der Leistungen u. durch neue
Arbeitsmethoden die Produktion steigert: A. der sozialistischen
Arbeit; als Werkleiter Otto Walther ... die besten Bau-
und Montagearbeiter Air ihre ausgezeichneten Leistungen
als -en ehrte und prämiierte (Neues D 17. 6. 64, 1). 3.
Vertreter des Aktivismus (2).
Aktivisten- [DDR]: ^ahzeidien, das; -bewcsung.die;
Brigade, die; Mlfasertatton, die: Referat eines Aktivisten (2) über
seine neue, fortschrittliche Arbeitsmethode; ^ehrung* die;
^schule, die: Lehrgang über neue, fortschrittliche
Arbeitsmethoden; -tagung, die.
Aktivistin [akti'vistin), die; -. -nen: w. Form zu f Aktivist
(2); aktivfatisch <Adj.>: 1. den od. die Aktivisten (1)
betreffend. 2. den Aktivismus (1) betreffend, den Aktivismus (1)
vertretend: Aktivität [aktivi'tc:t]. die; -. -en [1: beeinflußt
von frz. activiti: 2: mlat. äctivitäs. zu lat. activus, t aktiv.
PI. nach engl, activities]: 1. <o.PI.> aktives Verha/ten.Tätig-
keitsdrang, Energie; Wirksamkeit (Ggs.: Passivität. Inakti-
vität): die politische A. der Partei hat sich verstärkt; A.
entfalten; der Vorfall löste hektische A. aus; von/vor A.
sprühen. 2. (meist PI.) Handlung, Tätigkeit, Maßnahme
'voller Aktivität (I) . eine Häufung illegaler und
herausfordernder -en; der Vorsitzende konnte von -en auf dem
geselligen und sportlichen Sektor berichten; Jede A. ist
hier verboten. 3. (Chemie) wirksame chemische
Konzentration (Ggs.: Inaktivität). 4. svw. TRadioaktivität.
Aktrice [ak'tri.ö]. die; -. -n [frz. actrice. w. Form zu: acteur.
T Akteur] (veraltend): Schauspielerin: Nach ihren
Zukunftsplänen befragt, zuckt die A. deshalb hilflos die Achseln
(Hörzu 7, 1973. 18).
aktual [ak'tya.l] <AdJ.; o. Steig.) [1: spätlat. äctuälis,
taktuell]: 1. (Philos.) wirksam, tätig (Ggs.: Potential). 2.
(Sprachw.) in der Rede od. im Kontext verwirklicht u.
eindeutig determiniert (Ggs.: potentiell): -e Urteile; die
Oberflächenstruktur der a. vorhandenen Sätze; aktualisieren [ak-
tyali'zi:r9n] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): etw. aktuell
machen, auf die Gegenwart beziehen, in die gegenwärtige
Wirklichkeit überfuhren, für die Gegenwart verwirklichen: einen
alten Film wieder a.; (auch a. + sich:) jmds. Überlegungen
aktualisieren sich, dazu: Aktualisierung, die; -, -en; Aktua-
lianus [aktya'lismus], der; - (Philos): Lehre, daß die
Wirklichkeit ständig aktuales (1), nicht unveränderliches Sein
ist, bes. die Auffassung, daß die gegenwärtigen Kräfte u.
Gesetze der Erd- u. Naturgeschichte die gleichen sind wie
in früheren Zeiträumen; Aktualität [aktyali't£:t], die; -, -en
[1: nach frz. actualit& zu f aktuell]: 1. <o. PI.) gegenwärtige
Wirklichkeit, Bedeutsamkeit für die unmittelbare
Gegenwart, Gegenwartsbezogenheit, Zeitnähe: der Film ist von
außerordentlicher A.; etw. gewinnt, verliert an A. 2. <P1.)
(bildungsspr.) Tagesereignisse, jüngste Geschehnisse: auf
die -en neugierig sein. 3. <o. PI.) (Philos.) das Wirklichsein,
Wirksamsein (Ggs.: Potentialität); <Zus. zu 2:> Aktuaüfft-
tenkino, das: Filmtheater mit [durchgehend laufendem] aus
Kurzfilmen verschiedener Art gemischtem aktuellem
Programm (Kurzwort: Aki).
Aktuar [ak'tua:g]. der; -s. -e [lat.
äctuärius=Schnellschreiber. Buchhalter]: 1. (veraltet) Gerichtsschreiber,
-angestellter. 2. (Schweiz.) Schriftführer eines Vereins. 3. wissen-
schafft. Versicherungs- u. Wirtschaftsmathematiker.
aktuell [aktuell <AdJ.) [frz. actuel < spätlat. äctuälis =
tätig, wirksam, wirklich, zu lat. agere (2. Part.: actum)
= treiben, handeln]: 1. gegenwärtig vorhanden, bedeutsam
für die unmittelbare Gegenwart, gegenwartsbezogen, -nah,
zeitnah, zeitgemäß: ein -es Thema; dieses Problem ist heute
nicht mehr a.; sich als a. erweisen; der Zusammenprall
zwischen Regierung und Opposition in einer Aktuellen
Stunde (in einer Fragestunde mit aktuellen Themen; MM
20. 12. 1974. 2). 2. (Mode. Wlrtsch.) zeitgemäß; ganz neu,
modisch, up to date, en vogue: in Schnittformen des -en
Stadtanzugs (Herrenjournal 3.1966.118); bei den Sakkos
sind feine Streifen sowie Fischgräten a.
Aktus [aktus], der; -. - [...u:s; lat. actus = Handlung.
Vorgang] (veraltet): [Schul]feier.
Akupressur [akuprE'su:g]. die; -. -en [aus lat. acus = Nadel
u. pressure = Druck]: mit der Akupunktur verwandtes
Verfahren, bei dem durch kreisende Bewegungen der
Fingerkuppen - unter leichtem Druck - über bestimmten
Körperpunkten manche Schmerzen od. Beschwerden, die auf einer
nervalen Fehlsteuerung basieren, beeinflußbar sein sollen
(z.B. Migräne, rheumatische Beschwerden):... eine zweite
Heilkunst .... die A. Ihr Vorteil: Jeder kann sie selbst
anwenden (Frau im Spiegel 47, 1974, 89); Akupunktetr
[akupook'to:^]. der; -s. -e [zu t Akupunktur]: jmd., der
akupunktiert: seit 21 Jahren A. (MM 30. 11. 1973. 14);
akupunktieren [akupook'thron] <sw. V.; hat): mit
Akupunktur behandeln: wollen wir [den Patienten] a.?; AkupunkUr
[...'tu:?], die; -. -en [aus lat. acus = Nadel u. pünctüra
= das Stechen, der Stich] (Med.): chinesische]
Heilbehandlung durch Einstiche mit feinen Nadeln in bestimmte
Hautstellen; Akupunkturist [...tu'nst]. der; -en. -en: svw.
T Akupunkteur: Selbst -en in Hongkong haben Taubstumme
... geheilt (MM 2. 5. 1969.41).
Aküsprache I'aky-]. die; -. -n: Abkürzungssprache.
Akustik [akustikl. die; -: 1. (Physik) Lehre vom Schall,
von den Tönen: die physikalische A. ist ein Teilgebiet der
Mechanik. 2. Klang [Wirkung], Schall! Verhältnisse]: die
Ruine verursachte diese unheimliche A.; Akustiker, der;
-s. -: 1. Fachmann auf dem Gebiet der Akustik. 2. svw.
Takustischer Typlus]; akustisch <Adj.; o. Steig.) [griech.
akoustikös = das Gehör betreffend]: 1. (nur attr.) die
Akustik betreffend: die -en Verhältnisse in diesem Saal
98
alaaf
sind schlecht. 2. Schall.... Klang.... klanglich, klangmäßig,
durch das Gehör: -e Signale; schwer litt sein -er
Schönheitstraum unter Hundegebell (Beheim-Schwarzbach. Freuden
77); -er Typ[us] (Menschentyp, der Gehörtes besser behält
als Gesehenes): die Signale sind ausschließlich a.; etw.
a. wahrnehmen.
akut [aku:t] <AdJ.; -er. -este) Dat. acutus, eigtl. = geschärft,
scharf, spitz]: 1. (nicht adv.) im Augenblick herrschend:
vordringlich, brennend: unmittelbar [anrührend]: eine -e
Frage; eine -e Gefahr bilden; dieses Problem wird Jetzt
a. 2. (Med.) unvermittelt [auftretend u.J schnell u. heftig
verlaufend] (Ggs.: chronisch): eine -e fieberhafte
Erkrankung; a. auftreten; a. absterbende Zellen; Akut [-]. der;
-(e]s, -e Dat. acutus (accentus) = schärfte Betonung)]: 1.
(Phon.) steigende Stimmführung anzeigender Akzent, 2.
(Schriftw.) diakritisches Zeichen ('). das z.B. im Frz. die
geschlossene Aussprache eines e, im Tschech., Slowake
Ungar, u. a. die Vokallänge angibt.
Akzeleration [ak^elera't$io:n], die; -. -en Dat. accelerätio
= Beschleunigung]: 1. a) (bildungsspr.) Beschleunigung
des Wachstums u. Vorverlagerung der sexuellen Reife bei
Jugendlichen: b) (Biol.) Beschleunigung in der Aufeinander-
folge der Entwicklungsvorgänge bei Tieren. 2. allmählich
anwachsendes Vorgehen von Uhren. 3. (Astron.) Zunahme
der Umlaufgeschwindigkeit des Mondes (8" in einem Jahr-
hundert): die säkulare A. des Mondes; <Zus. zu 1 :>
Akzelerationsprozeß, der; Akzelerator [...'ra:tor. auch: ...to:?]. der;
-s. -en [...ra'to:ran]: 1. (Wirtsch.) Verhältniszahl, die sich
aus dem Betrag einer Nettoinvestition u. dem der
Einkommensänderung ergibt, die die Investition ausgelöst hat. 2.
(Kerntechnik) Teilchenbeschleuniger. 3. (veraltet) Gaspedal
bei Kraftfahrzeugen: akzelerieren [a..'ri:ran] <sw. V.; hat)
Dat. acceleräre]: beschleunigen, vorantreiben: fördern.
Akzent [ak'&ent]. der; -[e]s. -e Dat. accentus. eigtl. = das
An-. Beitönen, zu: accinere = dazu singen, dazu tönen]:
1. (Sprachw.) a) Betonung (einer Silbe, eines Wortes, eines
Satzes): der A. liegt auf der zweiten Silbe; dynamischer,
musikalischer A.; den A. tragen; b) Betonungszeichen: einen
Buchstaben mit einem A. versehen. 2. <o. PI.) bestimmter
Tonfall, Aussprache, Sprachmelodie, -färbung: sein
englischer A. war unverkennbar; mit ausländischem A.
sprechen; ... spricht Deutsch ... mit deutlich russischem A.
(H. Kolb. Wilzenbach 33). 3. Betonung. Nachdruck,
Gewicht. Schwerpunkt. Bedeutsamkeit: auf etw. einen
besonderen A. legen; Die modischen -e sind Stepptouren. Rük-
kengurte. Schlitze (Herrenjournal 3. 1966. 48); das Jahr
1969 hat neue -e gesetzt (gezeigt, worauf in Zukunft das
Gewicht zu legen ist. hat eine neue Richtung gewiesen:
Publikation 12.1969.4); Wir können hier nur -e setzen (können
nur Hinweise, Anregungen geben: Hörzu 46. 1972. 178).
akzpit-, Akz«nt-: ^buchstabe. der (Sprachw.): Buchstabe,
der einen Akzent (1 b) trägt: ^frei <AdJ.): ohne Akzent
(2): sie spricht das Russische a.; ^los <AdJ.): svw. t^frei;
-träger, der (Sprachw.): Silbe. Wort, Wortgruppe als
Träter des Akzents (1 a); ^Verschiebung, die: a) (Sprachw.)
Verlagerung des Akzents (1 a); b) Verlagerung des Akzents
(3); ^Wechsel, der (Sprachw.); ^zeichen, das: Akzent (1 b).
Akmtuation [akt^Entya'^lo.'n], die; -, -en: svw. t
Akzentuierung; akzentuieren [...u'i:ran] <sw. V.; hat) [mlat. accentu-
äre. zu lat. accentus. t Akzent]: a) (einen Buchstaben, eine
Silbe, ein Wort) betonen, scharf aussprechen: [die Wörter]
genau a.; er spricht deutlich u. akzentuiert; b) hervorheben,
deutlich zeigen: die individuelle Duftnote akzentuiert das
Gefühl, vollendet gepflegt zu sein (Spiegel 48. 196S. 135);
c) etw. besonders kennzeichnen: einer Sache eine besondere
Bedeutung geben: Interessante Steppnähte akzentuieren
diesen Regenmantel (Herrenjournal 1. 1966. 26); d) <a.
♦ sich) deutlich werden: sich zeigen, sich offenbaren: Der
Unterschied in der Argumentation ... akzentuiert sich ...
m den Plädoyers der Verteidiger (Noack. Prozesse 222);
Abl.:> Akzentuierung, die; -. -en: Betonung.
Akzept [ak'^ept]. das; -[e]s. -e [lat. aeeeptum = das
Empfangene, subst. 2. Part, von: aeeipere = empfangen,
annehmen] (Bankw.): a) Annahmeerklärung des Bezogenen (Zah-
h0tgspßichtigen) auf einem Wechsel: b) der akzeptierte
Wechsel selbst: akzeptabel [akt$epta:b}] <AdJ.; ...bler.
-sie) [frz. acceptable < spät lat. aeeeptäbilis]: annehmbar,
brauchbar: ein ...ables Angebot. ...able Preise; etw. ftir
* halten; die Mannschaft hat ganz a. gespielt; <Abl.:>
AksptabUitlt [...tabilit€:t], die; - [1: zu Takzeptabel; 2:
nach engl, acceptabillty]: 1. Annehmbarkeit. 2. (Sprachw.)
die von einem kompetenten Sprecher als sprachlich üblich
und richtig beurteilte Beschaffenheit, die Wohlgeformtheit
einer Äußerung: vgl. Grammatikalität; Akzeptant [...'tant].
der; -en. -en Dat. aeeeptäns (Gen.: aeeeptantis). 1. Part,
von: aeeeptäre. t akzeptieren]: a) (Bankw.) Annehmer,
Bezogener eines Wechsels: b) (bildungsspr.) Empfänger,
Aufnehmender: immer ist einer ( = Partner eines Gesprächs) In-
itiant. der andere A. (Wirkendes Wort 4. 1972. 278);
Akzeptanz [...tant?]. die; - (bes. Werbespr.): Bereitschaft,
etw. (ein neues Produkt o.a.) zu akzeptieren: Akzep-
tation |...a't$io:n], die; -. -en [tat. aeeeptätio]: das Annehmen,
die Atmahme: akzeptierbar [...' ti:?ba:?] <Adj. Xbildungsspr.):
annehmbar, brauchbar, erträglich: akzeptieren [...'thron]
<sw. V.; hat) [lat. aeeeptäre]: annehmen, hinnehmen,
billigen: anerkennen: mit jmdm. od. etw. einverstanden sein:
diese Entschuldigung akzeptiere ich nicht; der Vorschlag
wurde von allen akzeptiert; er wurde von der Gruppe
akzeptiert; er akzeptierte, daß ...; er akzeptierte (nahm
das Angebot an): dankend akzeptiert!; <Abl.:>
Akzeptierung, die; -. -en: das Anerkennen, Einverstandensein mit
etwas Jmdm.: Akzeptkredit: svw. t Wechselkredit; Akzeptor
[ak't?epU>r.auch: ...to:?].der; -s.-en [...'to:ran; lat. aeeeptor
= Empfänger]: a) (Bankw.) Annehmer, Empfänger /eines
Wechsels]: b) (Chemie) Stoff, der Atome od. Teile von
Atomen aufnehmen, anlagern kann: Basen sind -en für
Protonen.
Akzession [ak^e'sJ[o:n]f die; -. -en [lat. accessio = das
Hinzukommen]: 1. (Verwaltung) Neuerwerbung, Zugang: A. von
Büchern. Kunstwerken; die Mittel für -en sind gekürzt
worden. 2. Beitritt zu einem Staatsvertrag: die A.
Großbritanniens zur EG; <Zus. zu 2:) Akzessionsklausel, die
(Völkerr.): Zusatz in einem Staatsvertrag, durch den
angezeigt wird, daß jederzeit auch andere Staaten diesem Vertrag
beitreten können: zu I: Akznsionslbte, die (Verwaltung):
Verzeichnis der Neuerwerbungen von Bibliotheken, Museen
u.a. mit der laufenden Nummer: akzessorisch <AdJ.; o.
Steig.; nur attr.) [mlat. accessörius. zu lat. accessus. 2.
Part, von: accedere = hinzukommen]: hinzutretend:
nebensächlich, weniger wichtig: -e Rechte (Jur.: Nebenrechte).
Akzidens[ak^idens].das;-....denzien(fachspr. für bauch:
...dentien) [...'dengian] u. ...dentia [...'denisia; a: lat. acci-
dens. 1. Part, von: aeeidere = anfallen, vorkommen]: a)
(Philos.) das Zufällige, nicht unbedingt zum Wesen einer
Sache Gehörende: Zufall, Zufälligkeit: b) (Musik)
Vorzeichen, Versetzungszeichen: jedes A. gi lt nur ftir den
bestimmten Takt und Oktavraum, in dem es vorkommt; akzidentell
[...'teil <Adj.; o. Steig.) [frz. accidentel < mlat. aeeidenta-
lis]: a) zufällig: unwesentlich (Ggs.: essentiell); b) (Med.)
zufällig anfallend: nicht unbedingt zum Krankheitsbild
gehörend: -e Herzgeräusche; akzidentiell [...t$iel]: svw. t
akzidentell; Akzidentien: PI. von t Akzidens; Akzidenz [akt$i-
dentj],die; -.-en[lat.accidentla = Zufall]:
X.Druckerzeugnis. Drudearbeit, die nicht zum Buch- od. Zeitschriftendruck
gehört (z.B. Anzeige. Formular. Prospekt). 2. (Philos.:)
vgl. Akzidens (a).
Akzidenz- (Druckw.): MÜuck, der <P1. -e); Mlruckerei, die;
^satz, der <o. PL): das Setzen u. Gestalten von Akzidenzen:
^Schriften <P1.): vielfältige Schriftarten für den Handsatz:
-Setzer, der: Schriftsetzer mit besonderer Erfahrung im
Akzidenzdruck: -Setzerei, die.
Akzidenzien: PI. von f Akzidens.
Akzise (ak't$l:z3]. die; -. -en [frz. accise < niederl. aeeijs
< mlat. accisa. zu lat. aeeidere = abhauen, vermindern]
(bist.): Verbrauchs-, Verkehrssteuer: Zoll.
al [al; ital.. aus a (ta) u. il = männlicher Art. < lat.
ille = jener] in ital. Fügungen bes. aus der Musik: bis]
zu. auf. z. B. al flne. al pari.
i la [a la; frz.. aus Tä (2) u. la = weiblicher Art. <
lat. illam. Akk. Fem. des Demonstrativpron. ille = jener]:
a) (ugs.) im Stile von: so wie ...; auf eine bestimmte Art:
eine Kurzgeschichte ä la Hemingway; ä la Chicago
versuchte er einen aus dem fahrenden Auto umzulegen, in seinem
alten Morgenrock ä la Talar (Bieler. Bonifaz 22); Tä la
baisse. ä la bonne heure. ä la carte, ä la hausse. ä la
longue. ä la mode; ä la suite; b) (Gastr.) nach Art von:
Schnitzel ä la Holstein;... ä la Jardini&re (nach
Gärtnerinart): ... ä la maison (nach Art des Hauses).
alaaf [ala:fl (InterJ.) [eigtl. allaf - all(es) ab. d.h. alles
andere weg] (rhein. KamevalsruO: hoch!, hurra!: Kölle
99
ä la baisse
alaaf!; <subst.:> die fröhlichen .»Heiaus" und ..Alaafs"
der Karnevalisten.
k la baiase [ala'beis; frz., aus tä la u. baisse. tBaisse]
(Börsenw.): im Hinblick auf (wahrscheinlich) fallende Kurse
(Ggs.: ä la hausse): ä la b. spekulieren, verkaufen.
Alabaster [alabastB], der; -s. - [1: mhd. alabaster < lat.
alabaster. alabastrum < griech. aläbastros]: 1. <P1. selten)
feinkörnige, weiß flieh Je. meist durchscheinende Gipsart:
Schmucksachen aus A. (Ceram. Götter 64); ihre Hände
waren weiß wie A.; Ihr Körper hatte die Farbe von A.
(Bieter. Bonifaz 113). 2. (nordd.) Murmel: bunte Glaskugel,
die die Kinder beim Murmelspiel gegen die kleineren Tonkü-
gelchen werfen: <Zus. zu 1 :> abbqsterfarben <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): durchscheinend weiß: Atabfstergias, das <o.
PL): durchscheinender natürlicher Kristall: Marienglas:
<Abl.:>alab^st«m<AdJ.;o.Steig.;nichtadv.>:a)aü5^/fl/)ö-
ster: ein -es Gefäß; b) (dichter.) wie Alabaster wirkend:
alabasterfarben: -e Haut.
k la bome heure! [alabo'noe.r; frz.. aus tä la u. heure <
lat. hora = Stunde, also eigtl. = ..zur guten Stunde"!
(bildungsspr.): recht so!, bravo!
k la carte [ala'kart; frz.. aus tä la u. carte, tKarte] (Gastr.):
so. wie es auf der Speisekarte steht: nach der Tageskarte
zusammengestellt, nicht als Menü: ä la c. essen; ich bestelle
lieber ä la c.
k la hausae [alahois; frz.. aus tä la u. hausse. tHausse]
(Börsenw.): im Hinblick auf (wahrscheinlich) steigende
Kurse (Ggs.: ä la baisse): ä la h. spekulieren, kaufen.
k la longue (ala'l<5:g; frz.. aus tä la u. longue = Dauer,
zu lat. longus = lang]: au) die Dauer: auf längere Zeit
/hin!.
k lamodelala'mod; frz.. aus tä la u. mode. t Mode] (veraltet):
der Mode entsprechend, nach der neuesten Mode: er ist
ganz ä la m. gekleidet, dazu: Alamodeliteratur [ala'mo:-
da...]. die; - <o. PL) (Literaturw.): von ausländischen, bes.
frz. Vorbildern abhängige Uterarische Richtung in
Deutschland im frühen 17. Jh.: Alamodezeit. die; - <o. PL).
Aland l'arlant]. der; -s. -e (mhd., ahd. alant]: ein in den
Gewässern des nördlichen Europas und Asiens und in der
östlichen Ostsee beheimateter Karpfenfisch, der sehr viele
Gräten hat.
Alant [alant]. der; -s, -e [mhd.. ahd. alant] (Bot.): Vertreter
einer Gattung der Korbblütler, am bekanntesten davon der
Echte Alant (Helenenkraut), eine bes. an Gräben und auf
feuchten Wiesen wachsende Pflanze mit gelben Blüten, die
als Heilpflanze dient: <Zus.:> Atyitkampfer, der. Atyitöl,
das <o. PI.): aus der Wurzel des Alants gewonnenes Öl
(volksmedizinisch bei Magen- u. Lungenleiden sowie als
Gallen- u. Wurmmitel verwendet).
Alarm [a'larm]. der; -[eis. -e [ital. allarme, zusgez. aus:
airarme! = zu den Waffen!, zu lat. arma = Waffen]:
1. Notsignal: Warnung bei Gefahr: A.!; A. auslösen, geben;
er hat den Alarm gehört; Ü Eine leichte Tuberkulose,
die nicht zum A. nötigte (zur Beunruhigung. Aufregung:
Frisch. Stiller 105); * Minder A. {versehentlich ausgelöster,
falscher A.: grundlose Aufregung): Alarm schlagen
(alarmieren; die löffenti] Aufmerksamkeit auf etw. Bedroh-
liches. Gefahrliches lenken: laut Hilfe anfordern). 2.
Alarmzustand; länger andauerndes Alarmiertsein: der A. dauerte
mehrere Stunden; es ist. herrscht A. (Fliegeralarm).
alfnn-, Alfim-: ^anläge, die; -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): einsatzfähig: auf Abruf stehend: ein stets -er
Löschzug; man war. hielt sich a.; -bereitsdiaft. die <o. PL):
in A. stehen, sein; die Polizei hielt sich in höchster A.;
-fall, der: im Alarmfallfe]; Mieber, der: Gerät, das
/selbständig] Alarm auslöst; MÖocke, die; -Jclingel. die; MPÖtett.
das (Schweiz.): Überfallkommando; -Reaktion, die (Med.):
automatisches Einsetzen bestimmter organischer Reaktionen
zur Abwehr von Krankheits- u. anderen Einflüssen: die -en
des Körpers; -ruf, der: aufrüttelnde Worte. Notschrei: ..Wir
werden Jetzt nicht mehr länger zusehen, wie Frauen und
Kinder ... gemordet werden"... Dieser A. geht auf die
Bluttaten Geisteskranker zurück (Welt 8. 8. 1964. Geistige
Welt 1); -schaKer, der: Schalthebel, der /automatisch!
Alarm auslösen kann; ^Schaltung, die: 'elektronisch
gesteuertes/ Schaltsystem zum Anzeigen von Gefahr; schrei,
der: svw. t Miif: -Schreiber (Med.): Gerät, das die Meßwerte
eines Patienten im kritischen Zustand aufzeichnet: A. bei
Herzfrequenzalarm; -Signal, das: a) akustisches od.
optisches Zeichen, mit dem eine Gefahr angezeigt wird; b)
(selten) Instrument, mit dem eine Gefahr angezeigt wird;
-Steuerung, die: elektronischer Mechanismus, durch den beim
Erreichen bestimmter Meßwerte Alarm ausgelöst wird; -stufe,
die: bestimmter Grad der Alarmbereitschaft, des
Alarmiertseins bei Gefahr: A. 3; -Übung, die: Probe für den Ernstfall;
-verursachend <Adj.; o. Steig.; nur attr.>: den Grund für
eine Warnung gebend: -e Faktoren; -Vorrichtung, die;
-zeichen, das: Signal zur Warnung: das A. geben; -zustand,
der: Zustand des Vorbereitetseins auf eine möglicherweise
gleich auftretende Gefahr: die Polizei war. befand sich
im (in) A.; eine Stadt in [den] A. versetzen.
alarmieren [alarmhren] <sw. V.; hat) [frz. alarmer. zu: alar-
me = Waffenruf < ital. allarme, t Alarm]: 1. (eine
Hilfsorganisation) zum Einsatz, zu Hilfe rufen: die Feuerwehr.
Polizei a.; die Bergwacht wurde alarmiert. 2. aufschrecken,
beunruhigen, warnen: das nächtliche Klingeln alarmierte
alle; diese Ereignisse sollten jeden Demokraten a.; -de
Nachrichten; ein -der (aufrüttelnder) Appell; der
Leistungsabfall ist alarmierend; nichts Alarmierendes; <Abl.:>
Aiarmkrung. die; -. -en: das Alarmieren.
k la suite [ala'sqit; frz.. aus tä la u. suite. tSuite] (Milit.
bist.): im Gefolge : von): er war als Major ä la s. des
10. Regiments gestellt.
Alaun [al^in]. der; -s. -e [mhd. alün < lat. alümen]: a)
(Chemie) ein Schwefeldoppelsalz; b) (Med.. Technik)
blutstillendes Mittel; Beiz-. Färbemittel: das zieht zusammen
wie A.
alttJK Alaun-: -erde, die: schwefelhaltiger Ton; -ftxierbad,
das (Fot.): Fixierbad zum Härten der fotografischen Schicht;
-gerbung, die: Gerbverfahren mit alaunhaltigen Mitteln;
-haltig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -schiefer, der; -stein,
der: Alaun (in Kristallform) zum Blutstillen.
alaunig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. talaunhaltig; alau-
nisieren [aUuini'zhrcn] <sw. V.; hat): mit Alaun behandeln;
<Abl.:> Abunfekna«, die; -. -en: Behandlung mit Alaun.
A-Laut fail^yt]. der; -[e]s. -e: Klang des' Vokales] a:
das Aussprachewörterbuch verzeichnet 7 verschiedene A-
Laute.
Alb [alp]. der; -[e]s. -en (meist PI.) [mhd.. ahd. alb. alp]:
unterirdischer Naturgeist in der germ. Mythologie: die -en
waren Meister der Schmiedekunst: vgl. 2Albe u. 'Alp.
•Alba ['alba], die; -. Alben: vgl. 'Albe; 2Alba [-]. die; -. -s
[aprovenz. alba, eigtl. = Morgenröte < vlat. *alba. subst.
Fem. Sg. von lat. albus = weiß, hell]: Tagelied der provenza-
lischen Troubadourlyrik.
Albatros ['albatral. der; -.-se [niederl. albatros < angloind..
engl, albatross (unter Einfluß von lat. albus = weiß, wegen
des weißen Gefieders) < span. alcatraz. port. alcadroz,
zu span. alcaduz = Brunnenrohr < arab. al-qädüs =
Schöpfkrug < griech. kädos < hebr. kad = Eimer (nach
der Gestalt des Schnabels)]: 1. Vertreter einer Familie von
auf den Meeren der südl. Halbkugel beheimateten
Sturmvögeln. 2. (Golf) das Erreichen eines Lochs mit drei
Schlägen weniger als festgesetzt.
Albdnick: falsch für t Alpdruck.
'Albe ['alba], die; -. -n /vgl. 'Alba/ [mhd. albe. ahd. alba
< kirchenlat. alba, subst. Fem. Sg. von lat. albus =
weiß]: weißes liturg. UnterJgewand katholischer u.
anglikanischer Geistlicher: Weil ich wieder ... die A. gebügelt
...hatte (Grass, Katz 96).
2Albe [-]. der: -n. -n: svw. t Alb.
Albedo[arbe:do],die;-Oat.albedo = weiße Farbe] (Physik):
Rückstrahlungsvermögen von nicht selbstleuchtenden u. nicht
spiegelnden Flächen.
Alben f'albn]: PI. von tAlb.. 'Alba. 'Albe, 2Albe. Album.
Alberei [albo'r^j], die; -. -en: albernes Benehmen; kindischer
Spaß: vor lauter A. kamen wir zu keiner vernünftigen
Arbeit; laß doch diese -en!; 'albern [alben] <sw. V.; hat):
kindisch lachen, kichern; sich töricht benehmen.
Dummheiten machen: ich albere gern ein bißchen; ihr habt die
ganze Zeit bloß gealbert; Die Volkspolizisten und die
Mädchen albern miteinander (Koeppen. Rußland 81); ... daß
die Trauer Über die Niederlage nur kurz war. Schon auf
der Rückfahrt alberte Jungstar Martin Hoflmann wieder
(MM 28. 6. 1974. 9); 'albern [-] <Adj.) [mhd. alwaere;
ahd. alawäri = freundlich, wohlwollend, aus: ala = ganz,
all u. *yäri- = freundlich, gütig, also eigtl. = ganz
freundlich] (abwertend): a) einfaltig, töricht kindisch: -es
Benehmen, -e Witze; diese Mädchen sind -e Gänse; sei nicht
so a.!; du hast dich a. benommen, aufgeführt; ich finde
100
Algrafie
alle großen Worte a. (Kirst, 08/15. 212); b) (ugs.) klein,
wertlos, unbedeutend: wegen dieser -en Fünf ist er
sitzengeblieben!; <Abl.:> Albernheit, die; -. -en: kindisches
Benehmen.
AMnhmus [albi'nismus], der; -: erbliches Fehlen von
Farbstoffen in Haupt, Haaren u. Augen; Albino [al'bhno]. der;
-s, -s [span. albino. zu: albo = weiß < lat. albus]: a)
Mensch od. Tier mit fehlender Farbstoffbildung: dieser Hase
ist ein A.; b) Bluten blatte Samenkorn o.a. mit fehlender
Farbstoffbildung; <Abl.:> albinotisch [albl'no:tiJ] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: ohne Körperfarbstoffe: die -e Anlage
wird meist rezessiv vererbt.
Afctraum: falsch für t Alptraum.
Album ['album]. das; -s. Alben u. (ugs. auch:) Albums
Dat. album = weiße Tafel Air Aufzeichnungen, öffentliche
Liste. Verzeichnis, zu: albus = weiß]: l.a) eine Art Buch
mit stärkeren Seiten, Blättern, auf die Fotografien,
Briefmarken, Postkarten u. a. zum Aufbewahren geklebt o. ä. werden:
ich muß meine Bilder noch ins A. kleben; b) kurz für
f Plattenalbum. 2. im allgemeinen zwei zusammengehörige
Ixmgspielplatten in zwei zusammenhängenden Hüllen: das
A. enthält die Sinfonien von Brahms; die Gruppe hat
ein neues A. auf den Markt gebracht.
fluni-, Album-: -blatt, das: Seite aus einem Album (1);
-reif <Adj.; Steig, ungebr.): wert, in einem Album (1)
niedergeschrieben, aufgehoben zu werden; ^vers, der: für ein Poe-
siealbum geeigneter Vers.
Albumen [aTburman], das; -s [lat. albümen] (Biol.): das Weiße
des VogelJeies (im Ggs. zum Eigelb), Eiklar; Albunki
[albu'mkn], das; -s, -e: a) <meist Plur.) (Biol.) wichtiger
tierischer Eiweißkörper: -e sind besonders in Eiem, in der
Milch und im Blutserum enthalten; b) (Technik) ein
Klebstoff; albuminfe [...mi'ncr.s] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
eiweißhaltig; Albus ['albus] der; -, -se [mhd. albus < mlat.
albus < lat. albus = weiß] (hist.): Weißpfennig.
alclhch [al'tje:!!]: talkäisch.
Alchemie [akje'mi.) usw.: vgl. Alchimie usw.
Alchen ['e:l9an], das; -s, -: 1. kleiner Aal. 2. (Zool.) winziger
Fadenwurm, Aaltierchen.
Alchimie [algi'mi:. bayr. u. österr.: alki'mi:]. die; - [frz.
alchimie < span. alquimia < arab. al-kimiyä' = Chemie]
(hist.): mittelalterlich, mystisch u. symbolisch verbrämte
Chemie; Schwarze Kunst, Goldmacherei; Ü Die Idee vom
konventionellen Krieg in Europa ist militärische A. (Don
hofT. Ära 60); <Abl.:> Alchimist [...'mist), der; -en, -en
[mlat. alchimista]: jmd., der sich mit Alchimie befaßt;
Schwarzkünstler, Goldmacher; <Zus.:> AldifaifstenUiche,
die: Arbeitsstätte, Laboratorium eines Alchimisten: Dort
dampft und zischt es wie in einer neuzeitlichen A. (Welt
14. 7. 1962. Die Frau); akhknjstisch <AdJ.; o. Steig.):
die Alchimie betreffend; Zauber-: -e Künste.
akyonbdi [al't$yo:niJl: Talkyonisch.
Aldehyd [alde'hy:t], der; -s. -e [1835 geb. von dem dt.
Chemiker Justus von Liebig aus: Alcoholus dehydrogenätus =
Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde] (Chemie): eine
organische Verbindung, entstanden aus Alkoholen, denen
Wasserstoff entzogen wurde; <Zus.:> Aldehydharz, das:
Kunstharz, u. a. für Lacke u. Polituren verwendet.
AJderman [^Ideman] der; -s, ...men [...mdn; engl, alderman
< aengl. (e)aldorman, aus: (e)aldor = Familienoberhaupt
u. man = Mann]: Vorsteher, Ratsherr, Stadtrat in angel-
sachs. Ländern.
afca iactaest [a:lea jakta est; lat. = der Würfel ist geworfen
(TWürfel; angeblich Ausspruch Caesars, als er 49 v.Chr.
durch Überschreiten des Rubikons den Bürgerkrieg
entfesselte)]: die Entscheidung ist gefallen, es ist entschieden;
Aleatorik [alea'to:nk]. die; - [zu lat. aleätor = Würfel-.
Glücksspieler] (Musik): neuer Kompositionsstil, bei dem
an vielen Stellen der Augenblicksgestaltung des od. der
Interpreten freier Spielraum gelassen wird, so daß die
Klanggestidt bei jeder Aufführung etwas anders ist; aleatorisch < Adj.;
o. Steig.) [lat. äleätörius = zum Würfelspieler gehörend]:
vom Zufall abhängig, auf Zufall beruhend, dem Zufall
überlassen: -e Dichtung ( vom Dadaismus ausgehende literarische
Richtung); -es Rechtsgeschäft (Jur.; z. B. bei Spiel u. Wette);
-e Verträge (Jur.; [VersicherungsJvertrage, bei denen der
Eintritt des Versicherungsfalles vom Zufall abhängig ist).
Akppokiefer [a'lepo -; nach der syrischen Stadt Aleppo].
die; -. -n: Vertreter einer harzreichen Kiefernart des
Mittelmeerraumes.
alert [a'lertl <AdJ.; -er. -este) [frz. alerte, zusgez. aus: ä
Perte < ital. all'erta = auf die (An)höhe!, zu ergere =
aufrichten < lat. engere]: a) munter, lebhaft, flink: ein -es
Mädchen; b) aufgeweckt, gesund: ein -es Kerlchen; er ist
wieder ganz a.
Aleuron [a'byran]. das; -s kriech, äleuron = Weizenmehl]
(Biol.): Eiweiß, das meist in Form von festen Körnern in
Pflanzen, bes. Samen vorkommt und als Energiereserve
dient.
Alexander Lucas [aleksandn 'lu.kas]. die; - -. - - [nach
dem frz. Obstzüchter Alexander Lucas (19. Jh.)]: eine
Birnensorte.
Alexandriner [alEksan'drkne]. der; -s. - [für alexandrinischer
Vers, nach frz. vers Alexandrin = Vers des
Alexanderromans (von 1180)] (Verslehre): sechshebiger Reimvers mit
12 oder 13 Silben; Alexandrit [...'dri:t. auch: ...'drit]. der;
-s. -e [nach dem russ. Zaren Alexander II. (1818-1881)]:
ein seltener, sehr harter Edelstein.
Alexin [ak'ksl.n]. das; -s. -e (meist PI.) [zu griech. alexein
= abwehren] (Med.): im Blutserum enthaltener,
eiweißartiger Abwehrstoff gegen Bakterien.
alfanzen [al'fantjn] <sw. V.; hat) [zu mhd. alevanz =
Narretei. Schwindel, öewinn < ital. all'avanzo = zum Vorteil,
zu: avanzare = übertreffen < vlat. *abantiäre. zu lat.
abante = vorweg] (veraltet): 1. Possen reißen; närrisch
sein. 2. schwindeln; Alfanzerei [alfan^'r^il, die; -, -en
<meist PI.) (veraltet): 1. Possenreißerei; Narrheit. 2.
Schwindel, fleichter/ Betrug: Aber ein tüchtiges Weib war sie
doch gewesen .... ohne Faxen und -en und eingebildete
Herzbeschwerden (Fussenegger, Haus 12).
AHenid [alfe'nht. auch: ...it]. das; -s [frz. alfönide, nach
dem frz. Chemiker Halfen (19. Jh.)]: Neusilberlegierung
aus 60% Kupfer, 30% Zink u. 10% Nickel.
al fhe [aTftrna; ital., aus tal u. ftne < lat. finis = Ende]
(Musik): bis zum Schluß (als erläuternde Bemerkung. Aus-
ftihrungshinweis im Notentext): da capo al flne.
al fresco [al 'firskoj: f a fresco.
Alge ['alga], die; -. -n [lat. alga = Seegras. Seetang]: Vertreter
einer artenreichen, niederen blütenlosen Wasserpflanze.
Algebra [algebra, österr.: al'ge:bra], die; -, ...bren [durch
roman. Vermittlung < arab. al-iabr, eigtl. = die
Einrenkung (gebrochener Teile)] (Math.): a) Lehre von den
Gleichungen; Theorie der Verknüpfungen math. Strukturen; b)
algebraische Struktur; <Abl.:> Algebraiker [alge'bra.ik*].
der; -s, -: jmd., der berufsmäßig Algebra (a) betreibt od.
sich um die Algebra (a) verdient gemacht hat; algebraisch
[...ij] <Adj.; o. Steig.): die Algebra betreffend: -e Struktur
(eine Menge von Elementen mit den zwischen ihnen
definierten Verknüpfungen); die Gesetze der Logik werden heute
oft a. dargestellt; Algefaraioknmg die; -. -en: Darstellung
einer urspr. nicht algebraischen Theorie durch
Ausdrucksmittel der Algebra.
«Igen-, i^lgen-: -Ähnlich <Adj.; o. Steig.): svw. t-artig;
-artig <AdJ.; o. Steig.): a) mit den Algen verwandt; b) wie
Algen aussehend; -künde, die: Wissenschaft von den Algen,
Algologie, dazu: -kundlich <Adj.; o. Steig.): die Algenkunde
betreffend, algo logisch; -püz, der: niederer, algenähnlicher
Pilz.
ALGOL ['algsll. das; -[s] ßCunstw. aus engl, algorithmic
language] (Datenverarb.): international vereinbarte
Formelsprache; Programmiersprache.
Algologe [algo'lo:g3]. der; -n. -n [Möge]: Algenforscher,
Algologie [...lo'gi:]. die; - [Mogie]: Algenkunde; algolQgfech
<AdJ.; o. Steig.): algenkundlich.
algonkisch [aTgankiJ] <AdJ.; o. Steig.): dem Algonkium
angehörend; das Algonkium betreffend: in der Geologie spricht
man von einem -en Umbruch; Algonkhan [...kium], das;
-s [nach dem Land der Algonkin] (Geol.): früher
erdgeschichtlicher Abschnitt; Teil des t Präkambriums.
Algorithmus [algo'ritmus]. der; -. ...men [...man; (in
Anlehnung an griech. arithmös = Zahl) < mhd. algorismus
< mlat. algorismus < arab. al-bwarizmiy = derausChwa-
rism Stammende (Beiname des pers.-arab. Mathematikers
Mul)ammad Ibn Müsä Al-Bwarizmiy, gest. nach 846)]
(Math.. Datenverarb.): Verfahren zur schrittweisen
Umformung von Zeichenreihen; Rechenvorgang nach einem
bestimmten [sich wiederholenden] Schema; atgorfthmiadi
<AdJ.; o. Steig): einem methodischen Rechenverfahren
folgend; formalisiert.
Algraphie, (eindeutschend auch:) Algrafle [algra'fl:]. die;
101
Alhidade
-, -n [...i:an; Kunstw. aus: Aluminium u. -graphie]: 1. <o.
PL) ein Flachdruckverfahren. 2. nach diesem
Druckverfahren hergestelltes Kunstblatt.
AMdade[alhi'da:dd].die;-,-n[arab. al'kjada = bewegliches
Lineal am Astrolabium] (Technik): Ablesevorrichtung an
Theodoliten, Winkelmessern u. dgl.
alias ['a:lias] <Adv.> Hat. alias] (Polizeisprache, sonst auch
iron.): anders...; sonst...; eigentlich...; oft auch... genannt:
der beschuldigte Mfcyer a. Müller a. Schulze; die
Lupinenstraße a. Gutemannstraße heißt im Volksmund immer
noch die ..Neunzehnt" (MM 6. 5. 68. 4).
Alibi ['a:libi]. das; -s. -s [lat. alibl = anderswo]: a) (Jur.)
[Nachweis der] Abwesenheit vom Tatort zur Tatzeit;
Aufenthalt snachweis] „anderswo*' als Unschuldsbeweis: ein
lückenloses A. haben; ein hieb- u. stichfestes A. beibringen,
nachweisen: sie verschaffte ihm ein glaubhaftes A.; für
die Tatzeit besitzt er kein A.; b) Ausrede. Entschuldigung.
Beschönigung; Rechtfertigung: ein moralisches A. ftlr sein
Amüsement finden; War denn die korrekte Erfüllung seiner
Pflicht nicht das beste A. vor seinem eigenen Gewissen?
(Apitz. Wölfe 81).
AHM-: -beweis, der: Unschuldsbeweis auf Grund eines Alibis
(a); -frau, die: Frau, der der Mann eine höhere Position
eingeräumt hat. um nicht in den Verdacht zu geraten. Gegner
der Frauenemanzipation zu sein; -Auktion* die: jmdm..
einer Sache zugeteilte Funktion, die nur den Zweck hat.
einen Mißstand zu verschleiern.
AUgnemcnt (almja'mä:], das; -s. -s [frz. alignement. zu: ali-
gner, talignieren] (Straßenbau. Eisenb): das Abstecken
einer/ Richtlinie; Leitlinie; Ü ein A. der Währungen; all-
gnicren [alm'jLran] <sw. V.; hat) [frz. aligner, zu: ligne
= Linie < lat. Ilnea]: mit einer Richtschnur versehen*
abmessen, abstecken.
alimentär [alimen'te:?] <AdJ.; o. Steig.) [lat. alimentäres]:
die Ernährung betreffend; Nahrungs-; Alimentation [...ta-
't$io:n].die; -. -en [mlat. alimentatio. zu: alimentäre, fall-
mentieren]: Unterstützung; Versorgung; [öffentliche]
Unterhaltszahlung: finanzielle A.; <Zus.:>
alimentationspflichtig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): zur Zahlung von]Alimenten
verpflichtet, unterhaltspflichtig; Alimente [ali'mentd] <P1.)
[lat. alimenta. Nom. PI. von: alimentum *
Nahrungsmittel)]: regelmäßig zu zahlender Unterhaltsbeitrag.
Aufwendungen für den Lebensunterhalt, bes. für ein nichteheliches
Kind: A. zahlen; einen Mann auf A. verklagen; und es
würde einen Prozeß mit Leo geben wegen der A. für
Wilma (Böll. Haus 39). <Zus.:) Alknpiteitftlage. die: ge-
richti Klage auf Zahlung von Alimenten; aümentienn
[ahmen'thran] <sw. V.; hat) (mlat. alimentäre, zu lat.
alimentum. t Alimente]: mit Geldmitteln unterstützen,
unterhalten; jmdm. Lebensunterhalt gewähren; <Abl.:> Alimentfe-
nng, die; -. -en.
Alinea [a'li:nea]. das; -s. -s [aus lat. ä = von u. Ilnea =
Linie] (Druckw. veraltet): neue [mit Einzug beginnende]
Zeile; Absatzbeginn; Abk.: AI.; <AbI.:> alineferen [ali-
ne'ixan] <sw. V.; hat): absetzen, abtrennen.
aliphatisch [all'fa:tij; zu griech. äleiphar (Gen.: alefphatos)
= Salböl. Fett] nur in der Fügung -e Verbindungen
(Chemie; organische Verbindungen mit offenen Kohlenstoffketten
in der Strukturformel).
aliquant [ali'kvant] <AdJ.; o. Steig.) (lat. aliquantus =
ziemlich (groß), beträchtlich] (Math.): mit Rest teilend: fünf
ist ein -er Teil von zwölf.
aliquot [alikvot] <AdJ.; o. Steig.) Dat. aliquot = einige]
(Math.): ohne Rest teilend: eine Saite schwingt auch in
ihren -en Teilen (1/2. 1/3. 1/4 ... der Saitenlänge); <AbI.:>
Aliquote (ali'kvo:td]. die; -. -n: 1. (Math.) Zahl, die eine
andere ohne Rest in gleiche Teile teilt; Teder. 2. (Musik)
a) (meist PI.) in einem ganzzahligen Schwingungsverhältnis
zum Grundton stehender, mitklingender Ober ton; b)
Orgelregister. Aliquot stimme.
AliquQt- (Musik): -flügel, der: Flügel mit über den
Anschlagsaiten angebrachten Aliquotsaiten, die den Klang aufhellen
sollen; -saite. die: zur Verstärkung eines Obertones frei
mitschwingende Saite bei verschiedenen I
Streich]Instrumenten; -stimme, die: Register der Orgel, das zu den
Grundstimmen als selbständige Realisierung von Ober tönen
(Aliquoten) hinzutritt; ^ton. der <meist PI.): svw. TAliquote (2a).
Alk [alkj, der; -[e]s. -en [(a)nord. älka]: Vertreter einer
Familie von [arktisdien] Seevögeln.
Alkahest [alka'hest], der od. das; -[e]s [mlat. alchahest.
vielleicht geb. von Paracelsus]: (in alchimist. Schriften) eine
angeblich alle Stoffe lösende Flüssigkeit.
alkäisch [al'k£:ij] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. Alcaicus
< griech. Alkaflcös (nach dem griech. Lyriker Alkaios]:
ein bestimmtes antikes Odenmaß betreffend: -e Strophe
( vier zeitige Odenstrophe).
AlkaMe[al'kaldd].der; -n. -n [span. alcalde < arab. al-qädi
= der Richter (vgl. Kadi)]: [StrafJrichter. Bürgermeister
in Spanien.
Alkali [al'ka:li. auch: 'alkali]. das; -s. -en (meist PI.) [al'ka:-
lpn; frz. alcali < span. älcali < arab. al-qaliy = die
Pottasche, das Aschensalz] (Chemie): a) /ätzende]
Verbindung eines Alkalimetalls mit einer Hydroxylgruppe; b) Kar-
bonat eines Alkalimetalls.
alkali-, Alkali-: -blau, das: leuchtend blauer Farbstoff (für
Druck- u. Papierfarben): ~frel <AdJ.; o. Steig.) (Wer-
bespr.): ohne Seifenrückstand: ein -es Waschmittel; ^16-
ane, die (Chemie): Lauge; -metall, das (Chemie): eines
der sehr reaktionsfähigen Metalle aus der ersten
Hauptgruppe des Periodensystems (z.B. Lithium. Natrium. Kalium):
-salz, das: Salz eines Alkalimetalls; -zelle, die (Fot.. Film.
Fernsehen): Fotozelle; fotoelektr. Umwandlungs- und
Steuerorgan.
Alkalimetrie [alkalime'tri:] die; - [T -metrie] (Chemie):
Meßverfahren zur Bestimmung des Laugengehalts einer
Flüssigkeit; altalbch [al'ka:Uf] <Adj.; o. Steig.) [zu tAlkali]
(Chemie): basisch; laugenhaft; Laugenwirkung zeigend: eine
-e Reaktion; die Lösung ist a.; a. reagieren; alkalisieren
[alkali'zi:ran] <sw. V.; hat) (Chemie): (eine Flüssigkeit)
alkalisch machen: AlkalHit [alkali't£:t]. die; -: Gehalt einer
Lösung an alkalischen Stoffen; Alkaloid [alkalo'ht]. das;
-[e]s, -e (Chemie): eine der basischen, hauptsächlich in
Pflanzen vorkommenden Stickstoffverbindungen.
Alkanna [al'kana]. die; - [span. alcana < arab. al-binnä'
= das Hennapulver] (Bot.): Gattung der
Rauhblattgewächse, deren bekanntester Vertreter die Schminkwurz ist.
Alkazar [al'ka.zar. auch: alka't$a:g. al'ka:t$ar], der; -s. -e
[span. alcäzar < arab. al-qasr = das Schloß, die Burg]:
Burg. Schloß. Palast in Spanien.
Alkohol ['alkoho:l. auch: —'-]. der; -sv -e [2 a: zunächst
mit der eigtl. Bed. ..feines, trockenes Pulver4' < span.
alcohol < arab. al-kul}l = Antimon, daraus bereitete Salbe
zum Schwarzfärben der Augenlider; zuerst bei Paracelsus
auf die feine Stofflichkeit u. hohe Flüchtigkeit des Alkohols
bezogen]: 1. (Chemie) eine organische Verbindung mit einer
oder mehreren Hydroxylgruppen: primärer A.;
mehrwertiger A.; in der Natur kommen -e fast durchweg als
Bestandteil von Fetten, ätherischen Ölen od. Wachsen vor. 2.
a) <o. PI.) brennbare, brennend schmeckende, desinfizierende
Flüssigkeit; Bestandteil alkoholischer Getränke;
Äthylalkohol. Weingeist. Spiritus: eine Flasche mit reinem A.; A.
destillieren; eine Wunde mit A. betupfen; Weinbrand
enthält mindestens 38% A.; b) <P1. selten) Weingeist
enthaltendes Getränk; geistiges Getränk: viel, wenig, keinen A.
trinken; den A. nicht vertragen; keinen Tropfen A. im
Haus haben; A. meiden; er ist dem A. verfallen; Gutmütig
klopfte er ihr den Rücken, als sie von dem scharfen A.
husten mußte (Bernstorflf. Leute 20); A. löst die Zunge
(macht redselig); *etw. in A. ertrinken (beim Genuß von
Alkohol zu vergessen suchen); imdn. inter A. setzen (ugs.;
betrunken machen); unter A. stehen (berauscht, betrunken
sein).
alkohol-, Alkohol-: ^arm <AdJ.): (von Getränken) wenig
Alkohol enthaltend: ein -es Getränk; -ausschank, der; -eta-
fluB, der <o. PI.): die sich nach dem Genuß von Alkohol
zeigenden Auswirkungen auf das Handeln u. Benehmen des
Betreffenden: unter A.; -Einwirkung, die <o. PL): svw.
-einfloß; -fahne, die <o. PI.) (ugs.): unangenehmer Geruch
des Atems, des Mundes nach Alkohol, ausgeatmeter
Alkoholdunst; ^fest <Adj.; nicht adv.): trinkfest; nicht so schnell
die Wirkung des Alkohols erkennen lassend, dazu:
^Festigkeit, die; -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) ohne
Alkoholgehalt; b) ohne Alkoholausschank: ein -es Gasthaus; -geg-
ner. der; -gehalt, der: Anteil des Alkohols in einer
Flüssigkeit; -genuß.der <o. PL): das Trinken von Alkohol; -haltte
<Adj.;nichtadv.):/</fcöÄo/^/i/W^/tt/.-konBuni.der<o.PL):
das Trinken von alkoholischen Getränken in größeren
Mengen; -kfelich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Chemie): in
Alkohol (2 a) auflösbar; -mißbrauch, den -nachweis, der:
Feststellung des Alkoholgehaltes im Blut; -pege), der (ugs.):
102
alla prima
svw. T-spiegel: das Ansteigen des Alkoholpegels bei den
Kneipenbesuchern (Hörzu 16, 1973. 173); -reich <Adj.>:
-e Getränke; ""Schmuggler, der: jmd., der Alkohol
schmuggelt; -Spiegel, der: Stärke der Konzentration von Alkohol
im Blut: sein A. betrug 1,5 Promille; -süchtig <Adj.; nicht
adv.>: von einer krankhaften Sucht nach Alkohol befallen.
dazu -süchtige, der u. die; -Sünder, der (ugs.): jmd.. der
als Autofahrer gegen die Bestimmungen über den Genuß
von Alkohol im Hinblick auf das Autofahren verstößt;
-verband, der (Med.): in Alkohol getränkter Verband gegen
Schwellungen; -verbot, das: a) Verbot, Alkohol zu trinken;
b) staatl. Verbot, das die Herstellung und den Vertrieb
von Alkohol untersagt; -Vergiftung, die (Med.): durch über-
mäßigen Alkoholgenuß verursachter krankhafter Zustand.
Alkoholika [alkoho:lika] <P1.>: alkoholische Getränke.
Spirituosen; Alkoholiker, der; -s. -: Gewohnheitstrinker;
alkoholisch <Adj.; o. Steig.): 1. <nur attr.) a) Alkohol enthaltend:
-e Getränke; b) Alkoholika betreffend; mit Bezug auf
Alkoholika: -e Exzesse; c) vom Alkoholismus geprägt: Man
müßte an dieses Problem nun mittels systematischer
Untersuchung der Söhne -er Väter herangehen (Studium 5. 1966,
292). 2. (Chemie) Alkohol (1.2 a) betreffend, zur Bildung
von Alkoholen führend: -e Gärung; etw. a. vergären;
Rückstände a. extrahieren; alkoholisieren [alkoholi'zhrcn] <sw.
V.; hat): 1. mit Alkohol versetzen: Wein a.; alkoholisierte
Früchte aus dem Rumtopf. 2. (scherzh.) betrunken machen;
jmdm. reichlich Alkohol vorsetzen; <2. Part.:) alkoholisiert:
unter Alkoholeinfluß stehend, betrunken: der offenkundig
< Fahrer; Am nächsten Morgen kam der Ehemann sich
entschuldigen Air sein -es Benehmen (Johnson. Ansichten
94); er war stark a.; sich a. ans Steuer setzen; Alkoholismus
(alkoholismuslder; -: a) Trunksucht; fortgesetzter
Alkoholmißbrauch: Verein zur Bekämpfung des A.; b) (Med.)
Schäden des Alkoholmißbrauchs; chronische Alkoholvergiftung;
Altohokmeter [alkoholo...]. das; -s. - [t Mneter]: Gerät zur
Messung des Alkoholgehalts in Alkohol-Wasser-Gemischen
durch Bestimmung des spezifischen Gewichts.
Alkoven [al'ko.vn. auch: * 1. der; -s. - [frz. alcöve <
span. alcoba = Schlafgemach < arab. al-qubba =
Kuppeil: Bettnische; kleiner, abgetrennter Nebenraum ohne
Fenster.
Alkyl [al'ky:l]. das; -s. -e [Kunstw. aus tAlkohol u. Suffix
-yl] (Chemie): einwertiger Kohlenwasser Stoffrest, dessen
Verbindung z. B. mit einer Hydroxylgruppe einfache
Alkohole liefert; Alkybtion [alkyla't$io:n], die; - -en: das Alkylie-
ren; Alkylgruppe, die (Chemie): einwertiger
Kohlenwasserstoffrest; alkylieren [alky'lLrcn] <sw. V., hat) (Chemie):
eine Alkylgruppe in eine Verbindung einführen; <Abl.:> Al-
kylkrung, die; -. -en.
alkyonisch [al'kyo:niJ] <Adj.) [zu giiech. alkyöneiai (heme-
rai) = Wintertage, in denen der Eisvogel (giiech. alky6n)
sein Nest baut u. das Meer ruhig ist, dann: ungestörte
Ruhe] fast nur in der Fügung -e Tage (geh.; Tage der
Ruhe lauf dem Meer]).
'all [al] (Indefinitpron. u. unbest. Zahlw.) [mhd.. ahd. al]:
1. aller, alle, alles; <unf1ekt.:) all <Sg.): a) auf etw. in
seiner Gesamtheit, in seinem ganzen Umfang, seiner
ganzen Größe od. Stärke bezogen: ganz, gesamt: <attr.:> aller
gesunde Fortschritt; alle Freude; alles Glück dieser Erde;
alles übrige; allen Ernstes; die Wurzel allen (veraltet: alles)
Übels; er hat alles Geld/ all sein Geld verloren; bei allem
guten (auch: gutem) Willen; in aller Öffentlichkeit; in alle
Zukunft; mit allem Nachdruck, aller Kraft; trotz aller
Mühe; <für ..ganz44 + Adj.:> in aller Stille (ganz still);
in aller Unschuld (ganz unschuldig); aller
Wahrscheinlichkeit nach (ganz, sehr wahrscheinlich); mit aller Deutlichkeit
(ganz deutlich); <unflekt.:) all diesles]; all das; all das
andere; all deine Mühe; all die Zeit; in all seiner Unschuld;
Er gebraucht all sein bißchen magere Kraft (Seghers.
Transit 375); (alleinstehend:) alles schon einmal dagewesen!;
alles in Ordnung; alles dreht sich um ...; alles in mir
sträubt sich dagegen; das ist alles; alles für das Kind
(Werbeslogan); nach allem, was man hört; trotz allem;
das alles; diesles] alles; er hörte sich das alles an; was
soll das alles? (mit Trennung vom Demonstrativpron.
usw. (meist ugs.):) das geht Sie doch alles nichts an!;
• alles In allem (im ganzen gesehen, zusammengenommen):
er endete durch Selbstmord, und alles in allem war er
ein Genie (Koeppen. Rußland 99); vor allem
(hauptsächlich, besonders, in erster Linie): vor allem in Berlin; Vor
allem der alte Leonardo ließ an den Aussagen ... kein
gutes Haar (Jens. Mann 97); b) stärker vereinzelnd, die
Einzelglieder einer Gesamtheit betrachtend: jeder, jedes,
jegliches: <attr.:> alle wesentliche Information; Bücher aller
Art; die Grenze alles Übersetzens; Jmdm. alles Gute
wünschen; gegen alle Erwartung; führend in aller Art von
Schmuck; ohne alle Aufforderung; vor aller Unbill behütet;
auf alle Weise (in jeder Beziehung); (alleinstehend:) alles
braucht seine Zeit; es geht alles vorüber; alles (jedes Ding)
hat [seine] zwei Seiten; wir waren in allem (in jeder
Beziehung) Antipoden; (alles (unflekt.) + wer, was, wem. wen):
wer od. was im einzelnen?: welche Leute, welche Sachen?:
wer alles ist denn dagewesen?; wem alles hat er wohl
diese Geschichte erzählt!; wen alles hast du eingeladen?;
(mit Trennung vom Interrogativpron. (ugs.):) was war
dort alles zu sehen ?; was hast du alles im Urlaub
unternommen?; R was es [nicht] alles gibt! (Ausruf der
Verwunderung); *all[es] und jedes (jegliches ohne Ausnahme); c)
alles (Neutr. Sg.): unpers. umschreibend (ugs.): alle Leute
hier; jeder Anwesende; jeder einzelne: alles hört auf mein
Kommando! alles aussteigen!; Bei uns zu Hause ist alles
in Aufregung (Plievier. Stalingrad 184); ..Schläft noch
allem, Herr Pinneberg" (mdal.; Fallada. Mann 61). 2. alle;
<unflekt.:)all <Pl.):a) sämtliche; die gesamten, vollzähligen:
<attr.:> alle Leute; alle schönen (selten, veraltet: schöne)
Mädchen; das durchschnittliche Einkommen aller
Versicherten; trotz aller Bemühungen; in allen Farben
schimmern; all die Jahre über; all die Mühen und Bitternisse;
(nachgestellt, nachdrückt.:) Natürlich, diese kleinen
Wohltaten alle (Brecht. Mensch 53); (alleinstehend:) wir. ihr.
sie alle; diese alle; das Wohl aller (das Gemeinwohl); alle
miteinander; b) stärker vereinzelnd: jedelr] /von diesen);
jeder, jede, jedes einzelne aus einer bestimmten Anzahl:
<attr.:> das übersteigt alle Erwartungen; das Ende aller
Hoffnungen; dem Wunsch aller Teilnehmer (jedes
einzelnen Teilnehmers) entsprechen; gegen alle solche
Überraschungen gewappnet sein (Frankenberg. Fahren 170); daß
alle Deutschen, bis auf einen, unzuverlässig seien (Dönhoff.
Ära 21); (alleinstehend) alle vier; alle diejenigen, die ...;
der Kampf aller gegen alle (jedes einzelnen gegen jeden):
(nachgestellt, nachdrückt.:) die Leute können alle nicht
mehr (keiner kann mehr). 3. <alle + Zeit- oder Maßangabe
im PL. seltener im Sg. [in Verbindung mit einem Zahlbe-
grifll) zur Bezeichnung von etwas regelmäßig
Wiederkehrendem: im Abstand von...: alle Jahre wieder; der Omnibus
fährt alle 12 Minuten; alle halbeln] Stunden /alle halbe
Stunde; alle Minute klingelt es; alle fünf Meter; Erna
Pokrieflce sagte alle fünf Schluck Bier: ..Nu Jäht inne
Haia. Kender, isall Zait" (Grass. Hundejahre 232);
<landsch.. bes. md.. im Gen.:) aller vierzehn Tage; aller
Augenblicke; Aller sieben Jahre ist die alte Haut abgekratzt
(Bieler. Bonifaz 220).
^all [-1 <Adv.) [(m)niederd. al. Akk. Neutr. von: al = jeder,
ganz. all. eigtl. = gänzlich, durchaus] (landsch.. bes.
nordd.): schon: a. wieder Bratkartoffeln!
All [-]. das; -s [für: Universum]: Weltraum. Universum:
Gottwerden bedeutet: seine Seele so erweitert haben, daß sie
das A. wieder zu umfassen vermag (Hesse. Steppenwolf
29); der Vorstoß ins All.
'alla fala] (Interj.) [frz. allons. tallons] (südwestd.): nun
denn, also! (ermunternde Aufforderung): a.. gehn wir;
a. tschüs! (freundschaftlicher Abschiedsgruß).
Hilla [-; ital. aus a (Ta) u. la = weiblicher Art. < lat.
illa = jene] in ital. Fügungen aus der Musik u. Malerei:
in der Art von; nach ... Art; auf... Weise, z. B. alla breve.
allabendlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) verstärkend für
tabendlich: jeden Abend geschehend, stattfindend: der -e
Spaziergang; allabends <Adv.) (geh.): jeden Abend.
alla breve fala 'bre.va; ital.; aus t^lla u. breve =
Doppeltaktnote < gleichbed. mlat. brevis < lat. brevis = kurz]
(Musik): beschleunigt (Taktart. bei der nicht nach Vierteln,
sondern nach Halben gezählt wird): vier Viertel alla breve;
Zeichen: <t: <Zus.:> Alla-fareve-Takt. der.
allamarcia['ala martja;ital..aust^lau.marcia.tMarcia]
(Musik): nach Art eines Marsches: marschmäßig
alla polacca ['ala po'laka; ital.; aus t^Ila u. polacca. t Polac-
ca] (Musik): nach Art einer Polonäse.
alla prima ['ala 'pri:ma; ital.; aus t^lla u. prima = erste.
t prima] (Malerei): Malweise mit einmaligem Auftragen der
Farbe.
103
Allasch
Allasch [alaj], der; -s. -e [nach dem lettischen Ort Allasch
(Allail) bei Riga, wo er zuerst (seit 1823) hergestellt wurde]:
ein Kümmellikör.
alla tedesca ['ala tedaska; ital.. aus t^lla u. tedesca. Fem.
Sg. von: tedesco = deutsch < mlat. teudiscus = zum
Volk gehörig, volksgemäß, zu ahd. diot(a) = Volk]
(Musik): nach Art eines deutschen Tanzes: im deutschen Stil.
alla turca ['ala torka; ital.. aus t^lla u. turca. Fem. Sg.
von: turco = türkisch] (Musik): Charakter eines Stückes
in der Art der türkischen od. Janitscharenmusik.
alla zingarese ['ala t$n)ga're:zd; ital.. aus t^lla u. zingarese
= zigeunerhaft, zu zingaro = t Zigeuner] (Musik): nach
Zigeunerart.
allbekannt <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: allgemein, überall
bekannt: ein -es Sprichwort; es ist a.. daß ...
allbot[t] ['altot] <Adv.>[ausTall(e) u. TBot(t).eigtl. = sooft
das tBot(t) stattfindet; mhd. al bot = jedesmal] (Schweiz,
mundartl): alle Augenblicke, häufig.
allda <Adv.) (veraltend): ebenda, dort.
alldem: t alledem.
alldeutsch <Adj.; o. Steig. > (hist.): die polit. Ziele des
Alldeutschen Verbandes (1894-1939) betreffend, d.h.
nationalistisch im Sinn einer Zusammenfassung aller
Deutschsprechenden.
«Ildieweil [auch: —'-; I. II: mhd. al(le) die wil(e). TWeile]:
I. <Konj.> (veraltet, noch scherzh.) weil: ich kann es dir
nicht erklären, a. ich es selbst nicht begriffen habe. II.
<Adv.> (geh.. scherzh.) währenddessen, inzwischen: man
plauderte darüber und schüttelte die Köpfe - und a. trieb
das Leben fort (Maass, GouflS 336).
alle ['ab] <Adv.; nur prädikativ) [wohl elliptisch für: alle
(verbraucht sein)] (ugs.): a) aufgebraucht, zu Ende
gegangen: der Schnaps ist, wird a.; Mit einemmal war der Wald
dann a. (zu Ende: Fühmann. Judenauto 138). du kannst
die Suppe a. machen; b) abgespannt, erschöpft: ich bin
ganza.; *iradn. a. machen: a) (ugs.) moralisch,
gesellschaftlich ruinieren: b) (Gaunerspr.) umbringen.
«Ilebcndig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (dichter, veraltet):
ganz lebendig: erfüllt von Leben.
gliedern, ?lldem (nur in Verbindung mit einer Präp.): all
diesem: aus. bei. mit. trotz a.; Es macht ihm nichts aus.
List? Hohn? Nichts von alledem (Frisch. Gantenbein 303);
Oh. ein Künstler zu alledem (Th. Mann, ICnill 306).
Allee [a'le:]. die; -. -n [...e.an; frz. allee. eigtl. = Gang,
zu aller = gehen < vlat. *äläre < lat. ambuläre]: von
hohen Bäumen dicht gesäumte Straße. Park] weg: Sie
gingen die endlose A. entlang... unter den schwarzästigen
Platanen (Dorpat. Ellenbogenspiele 19).
Allesat [ale'ga.U das; -[eis, -e [lat. allegätum, Neutr. Sg.
von allegätus, 2. Part, von: allegäre, tallegieren]: Zitat,
angeführte Schriftstelle: Allegatkai [alega't$io:n), die; -, -en
[lat. allegätio): Anführung: das Zitieren: Allentstrich, der:
Strich, als Hinweis auf eine Anlage in einem Brief: allegiercn
[ale'gi:ran] <sw. V.; hat) [lat. allegare]: (eine Schriftstelle)
anfuhren.
AJIesorese [alego're:za], die; -, -n: Textauslegung, bei der
hinter dem Wortlaut ein verborgener Sinn gesucht wird:
allegorische Deutung: Allegorie [...'ri:], die; -, -n [...i:an;
lat. allegoria < griech. allegoria, eigtl. = das Anderssagen]
(bild. Kunst. Dichtk.): Darstellung eines abstrakten Begriffs
durch ein /personifizierendes] rational faßbares Bild: diese
Frauengestalt ist eine A. der Gerechtigkeit; er versuchte
seine Idee durch eine A. zu veranschaulichen; AllegorBt
[ale'go:nk].die; -: allegorische Darstellungsweise: Technik
der] Übertragung in eine Metapher: allegorisch <Adj.; o.
Steig.) [lat. allegoricus < griech. allegorikös]: sinnbildlich,
gleichnishaft: -e Gestalten; ein -es Deckenbild von Demeni-
co Torti; allegorisieren [...gori'zi:ran] <sw. V.; hat) [lat.
allegorizäre]: als Allegorie, gleichnishaft darstellen,
versinnbildlichen: das -de Erzählen; <AbI.:> Allegorisjenmg, die;
-. -en: 1. das Allegorisieren. 2. das Allegorisierte.
allegretto [ale'grsto] <Adv.) [ital. allegretto. Vkl. zu T aliegro]
(Musik): nicht so schnell wie aliegro. mäßig schnell, mäßig
lebhaft: <subst.:> Allegretto [-]. das; -s. -s u. ...tti [...ti]:
Musikstück (od. ein Teil davon) mit der Tempobezeichnung
allegretto: aliegro [a'le:gro] <Adv.) [ital. aliegro < vlat.
♦alacrus < lat. alacer (Gen.: alacris)] (Musik): schnell.
lebhaft: - m^ iu?n tr<?ppo (nicht allzu schnell): Ü Aber
mich freut das Leben nicht mehr.44 „Wie das? ... Du
bist doch nicht immer so a.4t (Fussenegger. Haus 491);
<subst.:> Aliegro [-]. das; -s. -s u. ...gri [...gri]: Musikstück
(od. ein Teil davon) mit der Tempobezeichnung aliegro,
<Zus.:) ADegroform, die (Sprachw.): durch schnelles
Sprechen entstandene Kurzform (z. B. gnä* Frau für gnädige
Frau).
'allein [a'lajn]. (ugs. auch [bes. I]:) alleine [a'lajna: mhd.
allein(e). aus verstärkendem al (Tall) u. ein(e) = allein,
einzig]: I. <AdJ.; o. Steig.; nicht attr.): a) (von einer od.
mehreren Personen) ohne die Anwesenheit. Gegenwart eines
anderen od. anderer, getrennt von anderen, ohne Gesellschaft,
für sich: a. reisen, gehen, fahren; Jmdn. a. lassen; sie wohnt
a. in dem großen Haus; hier sind wir [ganz] a. (ungestört):
* a. stehen (nicht verheiratet, ohne Familie. Verwandte sein):
b) einsam, vereinsamt: sich sehr a. fühlen; ich bin
unvorstellbar a.; c) ohne fremde Hilfe. Unterstützung, ohne fremdes
Zutun: das habe ich a. gemacht; das Kind kann schon
a. stehen, jetzt a. laufen; *von alleinle] (ugs.; von sich
aus. aus eigenem Antrieb): das weiß ich von alleinle]; Es
(= das Gummiboot) soll sich im Wasser von allein
(selbsttätig) aufblasen (Grzimek. Serengeti 27). II. <Adv.) a)
(geh.) nur. ausschließlich: er a. ist daran schuld; a. bei
ihm liegt die Entscheidung; b) von allem anderen abgesehen,
anderes nicht gerechnet, schon (häufig in Verbindung mit
..schon44): [schon] a. der Gedanke /[schon] der Gedanke
a./ a. schon der Gedanke ist schrecklich; die Baukosten
a. betragen 20 Millionen Mark.
^allein [-] <Konj.) [mhd. alein(e)] (geh.): aber (II 1. b).
jedoch, indessen: ich hoffte auf ihn, a. ich wurde bitter
enttäuscht; Es gab Ältere, sogar Ärmere genug in der
Stadt. A. seit der Gründung dieser Anstalt hatte es ihm
keine Ruhe gelassen, er fühlte sich ... (Hesse. Sonne 40).
allein-. Allein-: -arbeH, die <o. PL) (Päd.): Beschäftigung
des einzelnen Schülers mit einer Aufgabe, die er in Stillarbeit
selbständig erledigt, während seine Mitschüler auf andere
Weise beschäftigt sind: die A. der Schüler in Landschulen
(Buchtitel 1950); ^berechtigung, die: Berechtigung, über
etw. allein zu verfügen, etw. allein zu tun usw.: -besitz,
der: Besitz, der jmdm. allein gehört: Eigentum, das (jur.):
Sache, die eine einzige Person zum Eigentum hat (Ggs.:
Miteigentum), dazu: -eigentümer, der (jur.); -erbe, der:
Person, die jmdn. allein, ohne Miterben beerbt: Universal-,
Gesamterbe (Ggs.: Miterbe); -erbfci, die: w. Form zu t ^erbe;
-finanzierung, die: Finanzierung, die durch eine einzige
Person. Behörde o. ä. erfolgt: -flieser, der (Flugw.): Person,
die einen Alleinflug ausführt: -flug, der (Flugw.): Flug,
denjmd. ganz allein unternimmt: -gang* der: a) (bes.
Pferdesport. Radsport. Leichtathletik) Wettkampf. Rennen ohne
i ernsthaften] Konkurrenten: er unterbot den bestehenden
Rekord im A.; b) (im Mannschaftsspiel) Durchbruch eines
einzelnen Spielers mit dem Ball od. Puck durch die
gegnerische Verteidigung, ohne ihn abzuspielen: zu einem A.
starten; c) (Alpinistik) Aufstieg, den ein einzelner ohne die
Hilfe anderer durchführt: einem A. nicht gewachsen sein;
d) das Handeln. Unternehmen im Vertrauen auf die eigene
Kraft unter /bewußtem] Verzicht auf die Hilfe od.
Zustimmung anderer: der A. des Ministers; hat die SPD bewußt
einen A. angetreten, um sich als die allein aktive Partei
in der Wiedervereinigungspolitik herauszustellen? (Spiegel
18. 1966. 38); ein Tier ... ohne Mutter auf A. in einem
ihm fremden Bezirk (Tier 12. 1971, 13); ... als er im A.
für sexuelle Aufklärung in drei Konstanzer Schulen sorgen
wollte (Spiegel 24. 1969. 52); -ganger, der; -s. -: Person,
die einen Alleingang unternimmt: -gesdtechafter, der (Jur.):
alleiniger Gesellschafter (z. B. einer GmbH); -gültigkeit,
die; -handel. der: Handel mit bestimmten Waren, der von
einer einzigen Person (Gruppe. Firma. Land) getrieben wird:
1S22 hatten sie den A. nicht nur der Gewürze in Händen
(Jacobs. Kaffee 109); -hfindkr, der: jmd.. der den
Alleinhandel mit einer Ware hat: -herr, der: alleiniger Herr: wieder
A. in seiner Wohnung sein; -hoTsdiaft.die <o. PI.):
uneingeschränkte Herrschaft einer einzigen Person. Gruppe.
Partei o.a.: Jmdm.. einer Sache die A. streitig machen; die
A. anstreben; -herrecher, der [LÜ für: Monarch]: Person,
die die Alleinherrschaft innehat: -Inhaber, der (Wirtsch.):
alleiniger Inhaber: -kind, das: einziges Kind einer Familie.
Einzelkind: -mldchen, das: alleinige Hausangestellte:
-recht, das: alleiniges Recht; Monopol; -reisende, der u.
die; -fldaild, die <o. PI.): alleinige Schuld; -sein, das:
1. Für sichsein. Beisammensein ohne [störende] Dritte;
Ungestörtheit; in ihrem ganzen Wesen war ... eine so fle-
104
allerletzt...
hentliche Bitte um A daß ich augenblicklich aufstand
(Seghers, Transit 126). 2. Verlassenheit'. Isoliertheit'.
Einsamkeit: das A. des Menschen in der Menge; ^seligmachend
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.> (kath. Rel.): einzig zum Heil
führend: die -e Kirche; der -e Glaube; Ü die Marxsche
Lehre als die -e; ^spid, das: Spiel eines Alleinspielers:
Spieler, der: Person, die nicht mit einem od. mehreren
Partnern, sondern allein spielt; ^stehend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: ohne Ehepartner, unverheiratet, ledig; ohne
FamilieInanhangj od. Verwandte; <subst.:> ^stehende, der
u. die; -n. -n (Dekl. f Abgeordnete); Stellung, die <o.
PI.) (Patentrecht): besonderer Schutz eines bekannten
Warenzeichens od. Unternehmens auf Grund seiner
Einmaligkeit; -täter, der (jur.): Täter, der ein Delikt allein begangen
hat; MUrterhaltcr, der: Unterhaltungskünstler, der sein
Programm allein bestreitet; Mflitermftete, die (österr.):
Vermietung einer ganzen Wohnung an Untermieter, wobei der
Hauptmieter nicht in der Wohnung lebt; möblierte Wohnung;
-Verdiener, der: einzige Person einer Familie, die verdient;
-verkauf, der <o. PL): Verkauf bestimmter Waren, der
ausschließlich von einer einzigen Person (Gruppe. Firma.
Land) getätigt wird; -verschulden* das: svw. t-schuld;
-Vertreter, der: Händler, der in einem bestimmten Bezirk
allein berechtigt ist. Erzeugnisse einer Firma zu verkaufen;
-Vertretung, die (Wirtsch.. Politik): Vertretung, die
ausschließlich von einer einzigen Person (Gruppe. Firma. Land)
übernommen wird, dazu: -vertretungsanspruch, der:
Verzicht der Bundesrepublik auf ihren A.. ^Vertretungsrecht,
das; -vertrieb, der <o. PL): svw. t^verkauf; Mvort, das
(Schweiz.): das alleinige Wort: das A. fuhren; Jmdm. das
A. Überlassen.
aJleine: tallein; alleinig [al^initf <Adj.; o. Steig.): 1. (nur
attr.) einzig, ausschließlich; der -e Vertreter, Erbe. Gegner;
das -e Mittel; Wir kennen, mit -er Ausnahme der
Begattungsreaktion des Kaninchenrammlers... (Lorenz.
Verhalten 351). 2. (nicht adv.) (österr.): svw. talleinstehend:
eine -e Dame; ganz a. sein.
alld [a'le:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech. allelön
= einander, gegenseitig]: das Allel betreffend: -e Gene;
Allel [-1. das; -s, -e (meist PI.) (Biol.): eines von zwei (od.
mehr) Genen homologer Chromosomen, die zwar einander
entsprechen, sich aber im Erscheinungsbild des Lebewesens
unterschiedlich auswirken.
alleJuja! [ale'Iu:Ja] usw.: thalleluja usw.
allemal [ab'ma:l] <Adv.): 1. immer, jedesmal: er hat a.
versagt; *ein für a. (t 'ein (0. 2. (ugs.) (auch als
intensivierende Bejahung auf eine Frage) gewiß, freilich, natürlich:
bis morgen schaffen wir das noch a./a. noch. Sie fahren
noch den General? A. (Kuby. Sieg 401).
Allemande [ab'mä:d(3)], die; -. -n [frz. allemande. eigtl.
Fem. Sg. von: allemand = deutsch. Deutscher < lat.
Alamannus = Alemanne]: a) alter deutscher Tanz in
gemäßigtem Tempo; b) Satz einer Suite.
aBenfalls ['abn'fals, auch (bes. b): ' 1 <Adv.): a)
höchstens, bestenfalls: es kann a. noch eine Stunde dauern;
b) möglicherweise, vielleicht, gegebenenfalls: so kannst du
dich a. sehen lassen; fllenfabig: svw. f allfalsig.
allenthalben Cabnthalbn] <Adv.) [f...halben] (geh..
veraltend): überall: das Lied ist Jetzt a. zu hören; A. ist man
heute auf der Suche nach bequemen Kleidungsstücken
(Herrenjournal 2, 1966. 54). Aber wie häßlich sind, zum
Beispiel, die Fenster a. (Spiegel 6.1975. 127).
flfer-, i^ller-: Verstärkung des Superlativs. z.B. fllerbe-
njhmtest..., ^HerfrQmmst.... allerschlimmst... usw.
flkrfller, ^ller^lkr-: Verstärkung von aller- + Superlativ,
z. B. ^ller^llerb^st..., fller^llerl^tzt.... ^ller^llerlißbst... usw.
llcrgil <unbest. Gattungsz.; indekl.; nur attr.) (veraltend):
svw. f allerlei: a. Blumen; a. Phantastisches.
»Bniufltiil <AdJ.) verstärkend für Täußerst...: 1. ganz
weit entfernt liegend: am -en Ende der Stadt. 2. nicht
mehr zu überbietend, größt...: mit -er Umsicht zu Werke
gehen. 3. schlimmst...: im -en Fall; <subst.:> das
Alleräußerste verhindern.
4fcrt*nner. der; -s: christl. Bez. Air Gott od. Christus.
ffcilHit... <AdJ.) verstärkend für Tbest...: die -en Schüler;
dein Kuchen ist der -e; am -en; es ist das -e (sehr gut)
zu schwelgen; (subst.:) das Ist das Allerbeste, was du
tun kannst.
jfcid|imiM <Adv.): 1. (einschränkend) freilich, jedoch: ich
mußa. zugeben, daß...; er ist sehr stark, a. wenig geschickt.
2. (als bekräftigende, gegenüber dem Partner ein wenig
auftrumpfende Bejahung einer Frage) natürlich, gewiß
idochj. aber gewiß:..Hast du das gewußt?" .Allerdings!"
liierenden (Adv.) (veraltend, noch regional): überall: a.
mit Schwierigkeiten kämpfen müssen.
allererst... I. <Num.) verstärkend für Terst...: in der -en
Reihe; beim -en Mal; <subst.:> er war der -e. 2. <Adj.;
nur attr.) hervorragend, allerbest...: Stoffe -er Qualität.
fllerfrUhestens <Adv.) verstärkend für t frühestens: ich bin
a. von Juni an frei.
allerg [a'lerk]: svw. tallergisch; Allergen [aler'ge.n], das;
-s. -e (meist PI.) [zu Allergie u. t-gen] (Med.): Stoff (z. B.
Blütenpollen. Haare), der bei dagegen bes. empfindlichen
Menschen eine Allergie hervorrufen kann; Allergie [aler'gi:].
die; -. -n [...i:an; zu griech. ällos = anderer u. 6rgon
= Werk. Tätigkeit, also etwa = Fremdeinwirkung]
(Med.): krankhafte Reaktion des Organismus auf bestimmte
körperfremde Stoffe (Allergene): Uberempfindlichkeit: an
einer A. leiden; Selbst das Wort „A." wurde erst im Jahre
1906 geprägt (Dunbar [Übers.]. Seele 146); Ü A. gegenüber
abgerundeten Bildecken (Fotomagazin 12. 1967. 17);
(Zus.:) Allergkpaß. der (Med.): Ausweis eines Allergikers,
auf dem vom Arzt festgestellte Allergien mit ihren
auslösenden Substanzen eingetragen sind: (Abi.:) Allergiker [a'ler-
gike]. der; -s. - (Med.): jmd.. der an Allergien leidet;
allergisch [a'lergiJl (Med.): a) von einer Allergie herrührend,
auf ihr beruhend: -e Krankheiten; die Reaktion ist a.; auf
Fremdstoffe a. reagieren; Ü auf Jede Äußerung in der
Öffentlichkeit a. reagieren; b) an einer Allergie leidend:
-e Menschen; meine Haut ist a. gegen das Waschmittel;
Ü gegen Mathematik a. sein; Der Kommunismus ist
nämlich a. gegen Objektivität (MM 12./13. 7. 69. 11).
«Ilergnftdtest... (AdJ.) (bist.) verstärkend für gnädigst bes.
in Anreden an Kaiser. Könige u. andere hochgestellte
Personen: der Römisch-Kaiserlichen Majestät, unserem
-en Herrn.
Allergologe [alergo'lo:g3]. der; -n. -n [t -löge] (Med.):
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Allergologie; Allergologie [...lo-
'gi:J. die; - [t-logie] (Med.): wissenschaftliche Erforschung
der Allergien: (Abi.:) allergolggisch (AdJ.; o. Steig.).
«llergröOt... (AdJ) verstärkend für größt...: sich die -e Mühe
geben.
9llerhfnd (unbest. Gattungsz.; indekl.) (ugs.): ziemlich viel,
allerlei, vielerlei: er weiß a. [Neues]; er hat a. durchgemacht;
(attr.:) a. Schwierigkeiten; a. Gerumpel; 100 Mark ist/sind
a. Geld; * das ist Da, doch] a. [ffir'n Groschen]! (das hätte
ich nicht erwartet, das geht zu weit, das ist unerhört!)
Allerheiligen (o. Art.) (mit Attr.: das nächste A.; des
nächsten A.) [gek. aus: Allerheiligentag. mhd. aller heiligen
tac. für klrchenlat. omnium sanetörum dies] (bes. kath.
K irche): Fest zum Gedenken an alle Heiligen (1. November):
morgen ist A.; an (landsch.). bis. nach. um. vor. zu A.;
(Zus.:) ^Ilerbdligenbild, das: Darstellung der Anbetung
des Lammes od. Christus' durch Vertreter der gesamten
Menschheit; AUerfeiligefifegt, das; vierteiligst... (AdJ.)
verstärkend Air heiligst...: -e Schwüre; das Allerheiligste
Sakrament (kath. Rel.); (subst.:) allerheiligste. das; -n:
1. svw. f Abaton. 2. (Jüd. Rel.) hinterster Raum des Tempels
in Jerusalem mit der Bundeslade; Ü es gelang ihr. in sein
-s. seine Bibliothek, vorzudringen. 3. (kath. Rel.) geweihte
Hostie im Tabernakel od. in der Monstranz; Sanktissimum;
Venerabile. 4. (Sport Jargon) Tor: das A. hüten.
fllerhcrzlichat... (AdJ.) verstärkend für herzlichst...: -e
Grüße: Sie sind a. eingeladen.
allerhöchst...<Adj.>verstärkend für höchst...: die -e Spitze;
auf der -en Erhebung; auf-e [Anjweisung; die -en
Funktionäre. Kreise; (subst.:) der Allerhöchste (geh.; Gott);
fllerhfchstens (Adv.) verstärkend für höchstens: sie ist
a. zwanzig.
allerlei (unbest. Gattungsz.; indekl.) [t-lei]: von/ ziemlich
verschiedener Art. mancherlei, vielerlei, divers: - Ausgaben.
Einfälle. Pflanzen. Patienten; a. Gerumpel; a. Gutes;
man munkelt so a.: (subst.:) Allerlei, das; -s. -s (PI. un-
gebr.): buntes Gemisch, kunterbuntes Durcheinander.
Mischung. Kunterbunt; Varia: ein betäubendes A. von
Stimmungen (A. Kolb. Schaukel 61); "Leipziger Allerlei
(Mischgemüseaus Möhren, grünen Bohnen u. Erbsen.
Sellerie. Kohlrabi u. Spargelköpfen).
allerletzt...: 1. (Num.) verstärkend für tletzt...: auf den
-en Plajtz kommen; im -en Augenblick; (subst.:) er war
105
allerliebst...
der-e. 2. <AdJ.; nur attr.) (salopp) äußerst schlecht, häßlich,
geschmacklos: das ist ja der -e Hut. den du da aufhast;
<subst.:> R Jmd., etw. ist üa. wirklich] das Allerletzte 1
(Ausruf des Tadels, Mißfallens, der Entrüstung.
Empörung): Miss Destiny seufzte. Darling Polly sei
wirklich das Allerletzte (Rechy [Übers.]. Nacht 132).
tllerlkfcst... <Adj.>: 1. verstärkend für liebst...: es ist sein
-es Spielzeug; das wäre mir am -en. das allerliebste; das
Allerliebste, was ich jetzt täte ...; der u. die Allerliebste
(iron.; Freund. Freundin). 2. ganz reizend, wunderhübsch,
niedlich: sie trägt ein -es Kleidchen; die Kleine ist a.;
hat sie es nicht a. gesagt?
allermeist <Adv.) verstärkend für t meist: die Gesetzgebung
des Bundes hat hier a. den Vorrang; «Iknudst... (Indeflnit-
pron. u. unbest. Zahlwort) verstärkend für tmeist...: er
hat die -en Aussichten; in den -en Fällen; das freute mich
am -en; die -en denken nicht so.
tllermindest... <Adj.) verstärkend für Tmlndest...: er hat
nicht die -en Aussichten; sie versteht nicht das -e davon;
zum -en hätte er sich entschuldigen können; allermindestens
<Adv.> verstärkend für t mindestens.
«Ilernldut.. <Adj.) verstärkend für t nächst...: die -en
Verwandten; in -er Zeit, Zukunft; am -en wohnen.
fllerneuest..., fllemeurt... <Adj.) verstärkend für neu(e]st...:
das -e Modell; auf dem -en Stand sein; <subst.:> Wissen
Sie schon das Allerneu[e]ste?
«Ilernfitigst.... «Hernotwpidtast... <Adj.) verstärkend für
nötigst.... notwendigst...: die -en Dinge zusammensuchen;
<subst.:> nur das Allemötigste mitnehmen, sagen, erfahren.
fllcrgrtefi <Adv.) (veraltend): überall: a. wurde der Befehl
des Kaisers verkündet; fllergrts <Adv.) (geh.): überall:
a. Freunde und Bekannte haben.
fllerschl|nmst... <Adj.) verstärkend für schlimmst...: es war
die -e Situation, die du dir denken kannst; das -e war.
daß er den Ernst der Lage völlig verkannte; <subst.:> sich
auf das Allerschlimmste gefaßt machen; fllerachlimiisten-
fflls <Adv.) verstärkend für t schlimmstenfalls.
«Ilersdiönst«. <Adj.> verstärkend Tür schönst...: das -e
Mädchen; in -er Harmonie; am -en war. daß ...: das hat sich
aufs -e bestätigt; <subst.:> es ist das Allerschönste. was
ich je gesehen habe.
Allerseelen <o. Art.) (mit Attr.: das nächste A.. des nächsten
A.) [gek. aus: Allerseelentag. für kirchenlat. omnium ani-
marum dies] (kath. Kirche): Gedenktag für alle
Verstorbenen (am 2. November od. - wenn der 2. November auf
einen Sonntag ßillt- am 3. November): morgen ist A.;
an (landsch.). bis. nach. um. vor. zu A.; <Zus.:> ^llemeden-
tag, der.
allerseits (alB'z^j^] <Adv.>: 1. alle /zusammen]: Guten
Abend die Herren a. (Rcmarquc. Obelisk 39). 2. svw.
t allseits: a. begrüßt mit Händedruck (Frisch. Stiller 133);
die a. den schönen Eindruck hervorrief, als habe er sich
zeit seines Lebens vornehmlich mit den historischen
Schicksalen ... beschäftigt (Th. Mann. Hoheit 112).
«Ilerspitcste» <Adv.> verstärkend für tspätestens.
«Ileruntartintot... <Adj.) (hist.) verstärkend für
untertänigst...: wir leisten unserem allergnädigsten Herrn -en
Gehorsam; Hohe Ehre. Euer Gnaden. Alleruntertänigst
willkommen (Hacks. Stücke 237).
Qllerwfrts <Adv.> [f-wärts]: überall.
illerweseln], ^Herwegs, allewcse <Adv.) (veraltet, noch
landsch.): überall u. immer, unaufhörlich. Vgl. allweg.
allerweil: t alhveil.
i^llenrflts- (ugs. meist abwertend in Zus.): -ttesdmfck,
der: allgemein üblicher. Durchschnittsgeschmack: -gesfdit,
das: Gesicht, wie man es häufig findet: gewöhnliches Gesicht:
Durchschnitts-. Alltagsgesicht: -k$rl, der: jmd.. der auf
allen möglichen Gebieten beschlagen ist: Tausendsasa. Hans
Dampf in allen Gassen. Allroundman; -m|ttel, das: Mittel,
das gegen alles mögliche gut ist: -pflanze, die (Bot.):
Pflanze, die auf den verschiedensten Standorten zu wachsen
vermag: Ubiquist: -wgrt, das <P1.: ...Wörter): a) kein
gehobenes, gewälltes Wort: Durchschnittswort: b) nichtssagendes
Wort: ..interessant'4 ist ein A.
allerwenigst... <AdJ.) verstärkend für wenigst...: das macht
die -e Arbeit; das ist nur den -en [Menschen] bekannt;
das -e [was er hätte tun sollen] wäre gewesen...; das habe
ich am -en erwartet; fllerwenigstens <Adv.) verstärkend
für t wenigstens: er hätte sich a. entschuldigen können.
Allerwerteste, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) (ugs. verhüll.
106
scherzh.): Gesäß: Diesen Augenblick benutzt man ... und
zeigt dem Tier seinen blanken -n (Windeier. Bomberg
181).
fllerwidittat... <Adj.) verstärkend für wichtigst...: die -en
Veränderungen; das ist Jetzt am -en; das -e ist jetzt, daß
du wieder gesund wirst; <subst.:> das ist das Allerwichtig-
ste. was ich dir erzählen wollte.
«lies: fall.
Alles- <in Zusammenbildungen): -b^sserwisser, der (ugs.):
Person, die alles besser weiß: rechthaberischer,
großsprecherischer Mensch: -breirer, der: Ofen mit oberem Abbrand.
in dem fast alle Brennstoffe verheizt werden können: -fres-
ser, der: Tier, das sowohl von pflanzlicher wie von tierischer
Nahrung lebt: lieber, der: wasserfester Klebstoff, der die
verschiedensten Materialien zusammenklebt: -känner, der:
Universalgenie: -wisser, der; -s. -: svw. f-bessenvisser;
-witterd, die; - (abwertend): Besserwisserei, Rechthaberei.
tllesymt <Indeflnitpron. u. unbest. Zahlwort) (ugs.): alle
zusammen, alle miteinander, alle ohne Ausnahme: wir
standen a. auf.
tllewege: tallerwegeln].
«Ilewdl: t alhveil.
allez! [a'le:] <Interj.) [frz. allez!. 2. Pers. PI. Imperativ von:
aller = gehen, t Allee] (veraltet, noch landsch.): vorwärts!,
los: A. hopp!
flleqeit, fllzeit <Adv.) (veraltend, noch landsch.): immer.
«llflllig (auch: -'--] <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) (bes.
österr.. Schweiz.): etwaf igJ: allenfalls, gegebenenfalls /
vorkommend!, eventuell: ein -es ungünstiges Wahlergebnis;
Spesen, die a. anfallen; <subst.:> der Tagesordnungspunkt
Allfälliges; «Ufiübig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (altertü-
melnd): etwaig: ... daß ein a. vorhandenes
Sendungsbewußtsein ... abgebaut wurde (Börsenblatt 47. 1970, 1327).
4JlKaeawart,die; -: 1. (christl. Theol.) die Gott
zugesprochene Eigenschaft, mit allen von ihm geschaffenen Dingen
überall u. immer verbunden zu sein. 2. (dichter.) ständiges
Vorhandensein: die A. des Meeres; «Useaenwftrtig [auch:
'—1 <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. (von Gott) mit
der Eigenschaft der Allgegenwart (1) begabt. 2. überall u.
immer gegenwärtig: die Technik -er Überwachung.
fUgemedi <Adv.) (veraltend, geh.): allmählich, nach u. nach:
es war mir a. klargeworden, daß ich meine Pflichten
vernachlässigt hatte.
fUgondn <Adj.): 1. <o. Steig.) a) <attr.) allen gemeinsam,
überall verbreitet, allseitig, generell: die -e Meinung ist
so; -es Aufsehen erregen; auf-en Wunsch; im -en
Sprachgebrauch; b) <adv.) überall, allerseits, von allen: a. geachtet,
beliebt sein; so wird leider a. erzählt; c) <präd.) alle
erfassend: die Auseinandersetzung wird a. (breitet sich bei allen
aus). 2. <o. Steig., attr.) a) alle angehend, betreffend: für
alle geltend, verbindlich: die -e Notßage); das -e Wohl;
im -en Interesse liegen; das -e Wahlrecht; -e Liefer-.
Geschäftsbedingungen; die -e Wehrpflicht; Allgemeine
Ortskrankenkasse (Abk.: AOK); b) gemeinsam, von allen
ausgehend: ein -er Beschluß; -er Aufbruch. 3. a) nicht
auf Einzelheiten eingehend, nicht besonder.... nicht speziell:
nur wenige, ganz -e Grundsätze sind festgelegt worden;
Arzt flir -e Medizin; auch -ere Definitionen zulassen; ein
-ste Fragestellungen der Biologie behandelndes Buch; eine
a. gehaltene Darstellung; <subst.:> er bewegt sich stets
nur im Allgemeinen; •in -en (ohne Beachtung kleinerer
Unterschiede, im großen und ganzen, meist [ ensj. [für]
gewöhnlich, generell): b) <o. Steig.) (oft leicht abwertend)
unbestimmt, unverbindlich, unklar: -es Geschwätz; seine
Ausführungen blieben viel zu a.; c) <o. Steig.) umfassend:
seine -e Belesenheit. Bildung ist erstaunlich.
fOgmdn-. AHartnefr- <vgl. auch: gemein-. Gemein-):
-befinden, das (Med.): allgemeines Befinden: Störungen des
-s; -begriff, der (Philos.. Sprachw.): Begriff, unter den
mehrere Sachen od. Wesen fallen können (Ggs.: Individual-
begriff); -besitz, der: Besitz aller, etw. allen Gehörendes:
die Weiden sind A.; Ü leider ist die Erkenntnis von der
Wichtigkeit des Umweltschutzes noch nicht A. geworden;
-bildend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) die
Allgemeinbildung betreffend: der -e Charakter der öffentlichen Schulen;
b) Allgemeinbildung vermittelnd: die -en Schulen; -biklung,
die <o. PI.): Grundbildung. Elementarbildung, die für jeden
außer seiner Fachbildung zu fordern ist: auf Kosten der
A.; -erkrankung* die (Med.): Erkrankung, die nicht ein
einzelnes Organ, eine einzelne Körperstelle, sondern den
Alloplastik
ganzen Organismus erfaßt hat; ^gültig <AdJ.; o. Steig.;
nicht präd.): überall geltend, für alle verbindlich: eine -e
Definition des Wortes „Bürger"; etw. a. formulieren,
festlegen, dazu: MEtUtigkeit, die: Anspruch auf A. erheben; Hftit,
das <P1. selten): etw.. was alle geistig besitzen, worüber
alle geistig verfügen; hinteresse, das: Interesse aller, von
allen: etw. am A. rechtfertigen; Mnedizin, die: Bereich
der Medizin ohne Spezialisierung auf ein bestimmtes
Fachgebiet: Arzt für A. (praktischer Arzt); ^piatz, der <meist
Pl.>: abgegriffene, banale Redensart. Gemeinplatz. Plattheit.
Platitüde: sich in Allgemeinplätzen ergehen, erschöpfen;
-verbindlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): für alle verbind-
lieh: -e Beschlüsse; etw. a. regeln, dazu: -Verbindlichkeit
die <o. PL), dazu: ^verbfarilkhlteitseridänra die
(Wirtsch.): Verfügung der Verwaltungsbehörde, die den Gel-
tungsbereich eines Tarifvertrages auf noch nicht tariflich
gebundene Arbeitnehmer u. -geber ausdehnt; ^verständlich
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): für alle verständlich u. daher
leicht faßlich; populär: -e Erläuterungen; etw. a. erklären;
sich a. ausdrücken, dazu: -Verständlichkeit, die; -wissen.
das: ein gutes A. haben; -wohl, das: Wohlergehen aller.
4Jbemeiflheit, die; -. -en: 1. <o. PI.) Öffentlichkeit.
Gesamtheit, alle: etw. für die A. tun; Dienst an der A. 2, <o.
PI.) Unbestimmtheit. Undifferenziertheit. Unverbindlich-
keit: Ausführungen. Erklärungen von [zu] großer A. 3.
<P1.)allgemeine, oberflächliche Redensarten. Bemerkungen;
Allgemeinplätze: sich in -en ergehen, erschöpfen.
Allgewalt, die; -. -en <P1. selten) (geh.): Gewalt über alles;
unbeschränkte, umfassende, höchste Gewalt; Allmacht: mit
der A. eines Naturereignisses; A. des Blitzes. Gottes;
allgewaltig <AdJ.; o. Steig.) (geh.): Allgewalt ausübend, sehr
mächtig, allmächtig: der -e Gott; ein -es Wesen; a. von
etw. ergriffen werden.
«Mgütig <AdJ.; o. Steig.): (von Gott) zu allen gütig: Gott
ist allwissend und a.; <subst.:) ^Ilgütige. der; -n (geh.):
Gott.
Alfiieiknittd, das; -s. -: [HausJmittel gegen alle möglichen
Beschwerden. Universalmittel. Panazee: etw. als A. preisen;
Ü (oft iron.) die Gründung einer Rationalisierungskommis-
sion ohne echte Kompetenz ist kein A. (Hörzu 18. 1973.
22).
Alheit falhqit]. die: - (Philos.): Gesamtheit. Ganzheit.
Totalität.
alDikr <Adv.) (Amtsspr. veraltet): eben hier, am gleichen
Ort.
Alliance[a'Uä:s].die; -. -n: veraltete Schreibung für t Allianz;
Allianz [a'Uan^], die; -. -en [frz. alliance. zu altfrz. aleier
(frz. allier) = verbinden, vereinigen, talliieren]: 1.
(Völkern) Bündnis zwischen Staaten (bes. vom 17. bis 19. Jh.):
die Wiener Große A. von 1689 und die Haager Große
A. von 1701 waren gegen Frankreich gerichtet; die Heilige
A. 2. Bündnis, Vereinigung. Gemeinschaft. 3. (veraltet)
Heirat, eheliche Verbindung; <Zus.:> AlUfnzwappen, das (Her.):
Wappen, auf dem zwei Wappen einander zugekehrt sind
(bei Eheleuten. Verbündeten u.a.).
allfebend (Trennung: all-liebend) <AdJ.; o. Steig.) (geh.);
(von Gott) alle u. alles liebend: der -e Vater.
Alligator [ali'ga:br. auch ...to:tf. der; -s, -en [...ga'to.ron;
beeinflußt von engl, alligator < span. el lagarto = die
Eidechse < lat lacertus]: in tropischen u. subtropischen
Flüssen u. Sümpfen Amerikas u. Südostasiens lebendes, zu
einer Familie der Krokodile gehörendes Reptil; <Zus.:>
Alligatorenfarm, die: Betrieb, in dem Alligatoren zur
Ledergewinnung gehalten werden; Alligatorschildkröte* die: eine
der größten Wasserschildkröten.
alliieren [alleren], sich <sw. V.; hat) (frz. allier < lat.
alligäre = anbinden, verbinden]: (von Mächten. Truppen)
sich verbünden: die beiden Staaten haben sich alliiert; (meist
2. Part.) allikrt <AdJ.; nur attr.): a) verbündet: die -en
Truppen. Soldaten; b) von den Alliierten (b) ausgehend,
durchgeführt, eingerichtet: die -en Luftangriffe auf Berlin;
die -en Beschlüsse über eine Besetzung Deutschlands; der
Alliierte Kontrollrat; <subst.:) Alliierte, der; -n. -n <meist
PL; Dekl. f Abgeordnete): a) einem Bündnis angehörende
Macht. Verbündeter, Bundesgenosse: das Land war damals
unser -r; b) <P1.) (hist.) die im 1. u. 2. Weltkrieg gegen
Deutschland verbündeten Staaten.
Alliteration [ahtera't$io:n]. die; -. -en [zu lat. tad u. Iittera
* Buchstabe] (Verslehre): Gleichheit des Anlauts bei
betonten Silben bedeutungsschwerer Wörter. An/laut]reim (vgl.
Stabreim); alliterieren [...rhran] <sw. V.; hat) [rückgeb.
aus t Alliteration]: Alliteration zeigen: diese Verse
alliterieren nicht; -de Dichtung.
«ItMhrlidi <AdJ.: o. Steig.: nicht präd.) verstärkend für
tjährlich: jedes Jahr /geschehend, stattfindend]: die -en
Festspiele; a. einen Tag festlich begehen.
Allmacht, die; - (geh.): Macht über alle u. alles, grenzenlose
Machtfülle, uneingeschränkte Macht; Allgewalt: die A.
Gottes; die A. der Natur, des Staates, der Partei, des
Geldes; alhnfditig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.MLÜ von
lat. omnipotens]: über alle u. alles herrschend, grenzenlos
mächtig, allgewaltig; omnipotent: der -e Gott; -er Gott!
(Ausruf des erschreckten Erstaunens); der Tod. die Zeit
ist a.; der Staat ist nicht a.; <subst.:> Alhnfditise, der;
-n (geh.): Gott: beim -n schwören; -r! (Ausruf des
erschreckten Erstaunens); <Abl.:> Allmfditigkeit. die; -: svw. t
Allmacht.
alknflhlidi [al'me:li<;] <AdJ.; o. Steig.; attr. nur bei
Verbalsubstantiven; nicht präd.) [zu tgemach]: langsam
/fortschreitend], fast unmerklich; mit der Zeit, nach u. nach:
das -e Nachlassen der Kräfte im Alter; sich a. beruhigen;
es wurde a. dunkler.
Alkneind [aTmqjnt], Alhnend [al'ment]. die; -. -en (Schweiz.):
svw. t Allmende: die Allmenden im alemannischen Raum;
Ü Eros als Allmend (Allgemeingut), wie es der Natur
entspricht (Frisch. Gantenbein 299); Allmende [al'mencb].
die; -. -n [mhd. almende. al(ge)meinde = Gemeindetrift,
eigtl. = was allen gemeinsam gehört]: von Mitgliedern
einer Gemeinde gemeinschaftlich genutzte Ländereien, bes.
Weide u. Wald.
«Iknonatlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) verstärkend für
t monoxWchjeden Monat [ geschehend% stattfindend]: -e
Zahlungen; die a. fällige Rundfunkgebühr.
«Iknpraendlieh <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) verstärkend
für t morgendlich: jeden Morgen [geschehend,
stattfindend]: der -e Spaziergang; a. wiederkehren; tlhnorgens
<Adv.) (geh.): jeden Morgen.
41hnutter, die; - (dichter.): Mutter alles Lebenden: A. Natur,
die A. Erde.
«Itaiditlid) <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) verstärkend für
! nächtlich: jede Nacht [geschehend, stattfindend]: -e
Träume.
Allod [a'lo.t]. das; -[eis. -e [Tür älteres Allodium < mlat.
al(l)ödium. zu frank. *alöd. aus al Call) u. *öd = Gut.
Besitz, also eigtl. = Ganzbesitz] (ma. Recht): von Abgaben
befreiter persönlicher Grund u. Boden im Ggs. zum Lehen;
aliodiaJ [alo'dia.l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mlat. al(l)ö-
diälis]: das Allod betreffend, zum Allod gehörig, dazu: Allo-
diglgut.das: 1. svw. t Allod. 2. (in der Neuzeit)
Privateigentum fürstlicher Familien.
Allokation [aloka't3|o:n]. die; -. -en (zu lat. ad = (hin)zu
u. locäre - setzen, stellen] (Wirtsch.): [in einem Etat]
Zuweisung von Mitteln (3). Materialien u. Produktivkräften.
Allokution [alokut$io:n]. die; -. -en [lat. allocütio]:
Ansprache bes. des Papstes bei verschiedenen Gelegenheiten.
all'ongarese [allooga'reizal: svw. Tall'ungherese.
Allonge [a'l0:39]. die; -. -n [frz. allonge. eigtl. =
Verlängerung, zu: allonger = verlängern < vlat. *allongäre. zu
lat. longus = lang]: 1. (Buchw.) unbedrucktes Blatt, an
dem ausschlagbare Karten. Abbildungen o. ä. angeklebt sind.
2. (Wirtsch.) mit einem Wechsel fest verbundenes Blatt,
das der Aufnahme weiterer Wechselübertragungsvermerke
(Indossamente) dient, falls auf der Rückseite des Wechsels
kein Raum mehr ist. 3. (Zinkgewinnung) gußeiserner
Zylinder; (Zus..) Allonaeperttcke, die: Herrenperücke des 17.
u. 18. Jh.s mit langen, auch Schultern u. Nacken bedeckenden
Locken; Allongesusfall, der (Fechten): verlängerter Ausfall
durch Nachziehen des Standbeins.
all'ongharese [al|Doga're:z3]: svw. tall'ungherese.
allons! [a'lö.l <Interj.) [frz. allons. eigtl. = laßt uns gehen.
1. Pfcrs. PI. Imperativ von: aller, t Allee] (veraltet, noch
bildungsspr. scherzh.): vorwärts!, los!, auf!
Allopath [alo'pa:t]. der; -en. -en: Vertreter der Allopathie;
Allopathie [alopa'ti:]. die; - [zu griech. ällos = anderer
u. T-pathie]: herkömmliche Heilmethode der Schulmedizin,
die im Ggs. zur t Homöopathie Krankheiten mit
entgegengesetzt wirkenden Medikamenten behandelt; allopathisch [qlo-
pa:tij] <AdJ.; o. Steig.): die Allopathie betreffend, zu ihr
gehörend; Allopltstik die; -. -en (Med.): a) <o. PI.)
Verwendung anorganischer Stoffe als Gewebeersatz (Ggs.: Autopla-
107
Allotria
stik): die A. anwenden; b) anorganischer Stoff als Ersatz
von Geweben od. Organteilen (z. B. Elfenbeinstift.
Silberplatte); Allotria [akxtria]. das; - [s] (veraltend: die Allotria
PI.) [griech. allötria = sachfremde, abwegige Dinge]: mit
Lärm, Tumult o.a. ausgeführter Unfug, dummes Zeug,
Dummheiten, Albernheiten: A. treiben; das war ein
schönes A.
airottava[al|Dta:va;ital..aust2allau.otlava < mlat.octava
(vox). tOktave] (Musik): in der Oktave [zu spielen! (eine
Oktave höher = 8va über den betreffenden Noten).
Allpartden-: alle Parteien betreffend, aus allen Parteien
gebildet, z. B. Allpartfiienkabinett. -regierung.
«Ilpott: t allbot.
f llrad-, Allrad- (Kfz -Technik): -antrieb, der: bei
geländegängigen! Fahrzeugen auf sämtliche Räder wirkender
Antrieb: -federung. die: (bei Motorrädern) Federung des
Vorder- und Hinterrades: -getrieben <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): -e Traktoren; -lenkung. die; -Schlepper, der:
zweiachsiger Schlepper mit Antriebauf sämtliche vier Räder.
all ritfit! [d:1 rait; engl. = alles richtig]: richtig!, in Ordnung!,
einverstanden!
Allround- ['^l'raund-; engl, all round = vielseitig]: -athlet,
der: Sportler, der viele leichtathletische Sportarten ausübt;
-kleid, das: Kleid für viele Gelegenheiten, für kleine Feste,
Theaterbesuche u.a.: -man [-man], der; -s. -men [-man;
engl, man = Mann. Mensch]: wendiger, vielseitig
interessierter Mann, der Kenntnisse u. Fähigkeiten aufzahlreichen
Gebieten besitzt u. anwendet: -musiker, der: Musiker, der
auf vielen Gebieten der Musik zu Hause ist: Spieler, der
(Sport): Spieler,der auf den verschiedensten
Mannschaftsposten eingesetzt werden kann u. sie gleich gut ausfüllt, der
das Spiel im Angriff wie in der Abwehr beherrscht: -Sportler,
der: Sportler, der in zahlreichen, z. T. sehr unterschiedlichen
Sportarten, gute Ergebnisse erzielt: -Unterhalter, der:
Kabarettist, der auf vielseitige Weise die Gäste unterhalten kann.
allseitig ['alzajti^l <Adj.; o. Steig.): a) allgemein: auf. von
allen Seiten.rvt\r hoffen auf -c Unterstützung; das trägt
zur -en Zufriedenheit bei; man war a. (besser: allseits)
einverstanden; b) umfassend, vielfältig, vielseitig: eine -e
Ausbildung; <Abl. zu b:> AlbeKigkeit. die: -: allseits f al-
z^jt$] <Adv.>: überall: nach, von allen Seiten: von, bei allen:
Wünscht man Air große Festlichkeiten a. elegantere
Kleider (Hörn. Gäste 20); Musterbeispiele gründlicher, a.
abgewogener Darstellungen (St. Galler Tagblatt 563. 1968.
21).
All-Star-Band ['D:l'sta: -], die; -. -s [aus engl.-amerik. all-star
(aus: all = all. ganz u. star. t2Star) u. 13Band]: a) Jazzband,
die nur aus berühmten Spielern (Stars) besteht: b)
erstklassige Tanz- u. Unterhaltungskapelle.
Allstrom- (Elektrot.): -empf&nger, der: Rundfunkgerät mit
speziellen Röhren für Gleich- u. Wechselstrom: -gerät, das:
elektr. Gerät, das sowohl mit Gleich- wie mit Wechselstrom
betrieben werden kann: -motor, der: Elektromotor, der so-
wohl mit Gleich- wie mit Wechselstrom betrieben werden
kann.
«Ustyndlidi <AdJ • °- Stci8: nicht präd.) verstärkend für
t stündlich: jede Stunde [geschehend, stattfindend]: -e
Unterbrechungen; a. wiederkehren.
Alltag* der; -[eis. -e [rückgeb. aus: Alltagskleid o.a.. zu
älterem alletag = täglich, gewöhnlich]: 1. <P1. ungebr.)
Werktag: mitten im A. 2. <o. PI.) (geh.) tägliches Einerlei,
gleichförmiger Ablauf im [Arbeits/leben: der graue A.;
alltäglich <Adj.) [zu: alletag. t Alltag]: 1. ['—] <o. Steig.;
nicht präd. > (seilen) für den Alltag (1) bestimmt, werktäglich:
-e Kleidung: a. und/wie sonntäglich. 2. [-'—] gewöhnlich,
üblich, nichts Besonderes aufweisend, ohne außergewöhnliche
Kennzeichen, durchschnittlich: banal, trivial: eine ganz -e
Szene; die -sten Dinge; ein -er Mensch; ihre Gesichter
waren sehr a.; die Geschichte kommt mir recht a. vor;
<subst.:> etwas ganz Alltägliches. 3. [-'—, auch:-'—] <o.
Steig.; nicht präd.) verstärkend für f täglich: jeden Tag
/geschehend, stattfindend/: sein -er Spaziergang; <Abl. zu
2:) Alltäglichkeit,die; -. -en: a) <o. PI.) Üblichkeit. Gewöhn-
heit: zu einer A. werden; b) durch nichts Außergewöhnliches
gekennzeichnete, übliche, alltägliche Erscheinung,
alltäglicher Vorgang: eine A., mit der er nicht fertig wurde;
seine Rede enthielt nur -en (Allgemeinplätze, Banalitäten):
alltags <Adv.): an einem Alltag (1). Arbeitstag: werktags,
wochentags: a. und/wie feiertags; ein Kleid nur noch a.
tragen.
Alltags-: -anzug, der: Anzug, der alltags getragen wird (Ggs.:
Sonntagsanzug); -ärger, der; -beschäftigung* die; -dinge
<P1.>: Dinge. Tätigkeiten, die im Alltag (2) von Wichtigkeit
sind: ~ehe. die: gewöhnliche, durchschnittliche Ehe:
Durchschnitt sehe: -erfahnmg« die: Erfahrung, die man im Alltag
(2) macht: -gewand, das (geh.): svw. T-anzug; -JcJekl*
das: vgl. -anzug; -Kleidung, die: vgl. -anzug; -kost, die:
gewöhnliche, übliche, durchschnittliche Kost:
Durchschnittskost: -kram, der: Er konnte ... beruflich vorankommen,
weil Sie ihm den Rücken freihalten vom A. (Hörzu 51.
1974. 97); -leben, das: Leben, das im Alltag (2) geführt
wird: -mensch, der: gewöhnlicher, durchschnittlicher
Mensch: Durchschnittsmensch: -misere, die; -pflidit, die
(meist PI.) -praxis« die <o. PL); -sorgen <P1.); -spräche,
die (Sprachw.): Sprache, die im alltäglichen Verkehr der
Menschen untereinander angewendet wird, also zwischen
Hochsprache u. Umgangssprache steht: -theorie, die (So-
ziol.): jmds. Handlungen leitende Theorie, die nicht an Hand
wissenschaftlicher Kriterien geprüft ist: -trott, der (leicht
abwertend): immer gleichbleibender, etwas eintöniger
Tagesablauf: ^verstand, der: gewöhnlicher, durchschnittlicher
Verstand; Durchschnittsverstand; ^wort. das <P1.:
...Wörter): gewöhnliches, übliches Wort, das von jedem verwendet
wird.
«Ittbertll <Adv.): verstärkend, geh. für t überall.
jlhanfoWnd <Adj.; o. Steig.) (geh.): alle u. alles umfassend:
eine -e Organisation; <Abl.:) ^Ilumffssendheit, die; -.
all'ungherese [al|ui)ge're:z3; ital.. aus t2alla u. ungherese
= ungarisch, zu: unghero = Ungar] (Musik): nach Art
ungarischer (zigeunerischer) Musik.
AlMre [a'ly:r3], die; -, -n <meist PI.) [frz. allure = Gang(art),
Benehmen, zu: aller, t Allee] (bildungsspr.. meist
abwertend) [aus dem Rahmen fallende 1 Umgangsform/ en]'; [auf-,
fallendes! Benehmen, Auftreten. Gebaren. Gehabe: mit
einem ... Manne von guter A. (Th. Mann. Krull 326); seine
-n beibehalten, ablegen, verlieren; sich an Jmds. -n
gewöhnen.
alluvial [alu'via.i] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.): a)
das Alluvium betreffend; b) durch Ströme! angeschwemmt,
abgelagert: -e [Bodenlbildungen; AHuvhm [a'lu.vium]. das;
-s Hat. alluvium = das Anspülen, die Anschwemmung]:
älter für tHolozän.
Allvater, der; -s (meist ohne Art.) CLÜ des altnord.
Beinamens Odins (alfpör) durch Gottsched] (Myth.. Rel): Gott
als Vater aller Götter u. Menschen, als Schöpfer aller Dinge:
A. gebot mir dies; A. Wodan.
fllverehrt <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): von allen verehrt: unser
-er Jubilar.
flhveg <Adv.) (schwäb.): jedenfalls: du bist a. gescheit genug
(Hesse. Sonne 50).
flhvdl, ^Ueweil. «llerweil <Adv.) (bes. österr. mundartl.):
immer.
Allw^ttcr-: -User, der: Kampfflugzeug, das anfliegende
Feindflugzeuge ohne Rücksicht auf die Wetterlage angreifen
kann; -kleidung, die: Kleidung, die bei jedem Wetter
getragen werden kann; -landung* die (Flugw.): Landung eines
Flugzeugs, die auch bei extrem schlechter Sicht
vollautomatisch erfolgen kann: Blindlandung; -mantel, der: vgl. t
-kleidung; -platz* der: svw. T Hartplatz; -«trafie, die: Straße,
die bei jedem Wetter befahren werden kann; -verdeck, das:
Verdeck eines Kraftfahrzeugs, das bei jedem Wetter seinen
Dienst erfüllt; -zoo, der: überdachter Zoo.
allwissend [al'visnt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): alles
wissend: der -e Gott; niemand. Gott ist a.; Doktor Allwissend
(Märchengestalt); <subst.:> Allwissende, der. -n: Gott; All-
wlnenhek, die; -: das Alles-Wissen. das Wissen von allem:
die A. Gottes.
«Hw^dientlieh <Adj.; o. Steig.) verstärkend für
twöchentlich: jede Woche [geschehend, stattfindend]: das -e Bad;
a. nach Berlin fahren.
flbeft: t allezeit.
flbu <Adv.) verstärkend für tzu: in zu hohem Grade,
übertrieben, übermäßig (wird mit dem folgenden Wort, das
es näher bestimmt, zusammengeschrieben, wenn dieses
unflektiert ist u. den Hauptton trägt, vgl. allzu-): die Last
ist a. schwer; ein a. gewagtes Unternehmen; einer Sache
kein a. großes Gewicht beilegen.
flbsu- (sämtlich Adv.): -b*ld: a. mußte er erkennen,daß...;
-froh er hat a. sterben müssen (aber: sein allzu früher
Tod); -g$m: a. hätte er eine Begegnung vermieden; -gleich:
108
alpen-, Alpen-
a) (dichter.) verstärkend für t zugleich; b) (geh.) alle gemein-
sam; -grgB: die Zeitung hat die Nachricht a.
herausgebracht (aber: seine allzu große Nachgiebigkeit); MW*: etwas
nur a. wissen, verstehen; sich a. auskennen (aber: die
Qualität ist nicht allzu gut); -tauf (veraltet): alle in Haufen,
in Massen; -l*ng, -l#n«e: er hat mich nicht a. warten
lassen (aber: allzu lange Fäden abschneiden); -leicht: a.
bekleidet sein; nur a. auf die schiefe Bahn geraten (aber:
eine allzu leichte Bekleidung); -menschlich: es ging dort
menschlich, a. zu; <subst.:> Menschliches,
Allzumenschliches; -^ft: diesen Luxus kann ich mir nicht a. leisten;
-schnell: das geht mir a. (aber: eine allzu schnelle
Bewegung); -§ehr: er hat nur a. recht; daran ist sie nicht a.
interessiert; -selten: das ist a. vorgekommen, als daß ...
(aber: eine allzu seltene Erscheinung, als daß ...); -viel:
das hat nicht a. auf sich; a. Einfluß haben; Spr a. ist
ungesund (aber: allzu viele Bedenken haben); -weit: a.
verbreitet, entfernt sein; a. auseinanderliegen (aber: ein
allzu weites Gewissen haben).
yllzungl <Adv.) (selten): 1. alle zusammen, ohne Ausnahme;
insgesamt: Wir sind a. Sünder (nach Rom. 3.23). 2. immer,
überhaupt: Gleichheit läßt sich a. nur so herstellen, daß
man die Ungleichen auf das von allen erreichbare Niveau
zurückholt.
Allzweck- -esse, die (Landw.): leichter Grubber; -fahrzeug,
das; -halle« die; -möbd, das; -Schlepper, der (Landw.);
-tisch, der; -tuch, das <P1.: ...tücher); -wagen, der
(Landw.): Wirtschaftsfahrzeug mit vielseitiger
Verwendungsmöglichkeit; -aufle, die.
Afcn [alm]. die; -. -en [durch Angleichung aus mhd. alben.
gebeugte Form von: albe. T 2Alpl: der sommerlichen Weide-
nutzung dienende Bergweide im Hoch- u. Mittelgebirge.
Hochweide. Alp(e). Sennerei: das Vieh auf die A. treiben,
von der A. abtreiben; droben auf der A.; eine A.
bewirtschaften.
4kn-: ^abtrieb, der: das Hinabtreiben des Viehs von der
Alm in die Winterställe im Herbst; -auftrieb, der: das
Hinauftreiben des Viehs auf die Alm im Frühjahr; -dorf,
das: (bei gemeinschaftlicher Almnutzung) mehrere
beieinanderliegende Almhütten; -tiirt, der; -Witte, die: Wohn- u.
Wirtschaftsgebäude auf der Alm; -rausch, der; -[eis [2.
Bestandteil wohl < lat. ruscus = Mäusedorn] (österr..
südd.): (behaarte, rostrote) Alpenrose; -rose, die (österr..
südd.): svw. t Alpenrose; -wiese, die; -Wirtschaft, die <o.
PL>: intensives Wirtschaftssystem bes. der Alpen, das auf
der sommerlichen Weidenutzung der Alm beruht.
Alma mater falma 'ma:te). die; — [lat. alma mäter =
nährende Mutter] (bildungsspr.. oft scherzh.): Universität;
auf der altehrwürdigen A. m. in Göttingen.
AJmanadi falmanax]. der; -s. -e [mniederl. almanag < mlat.
almanachus. H. u.] (Buchw.): a) (früher) [mit einem
Kalender verbundene] bebilderte Sammlung von Texten aus
verschiedenen Sachgebieten (Belletristik. Theater. Mode.
Reisen u.a.); b) aus besonderem Anlaß od. aus Werbegründen
veröffentlichter Querschnitt aus der Jahresproduktion eines
Verlages.
Abnandin [almandhn]. der; -s. -e [mlat. al(a)mandlna. nach
der antiken Stadt Alabanda (Kleinasien)]: dunkelrote Art
des 2Granats.
ahnen ['alman] <sw. V.; hat) (österr.): Vieh auf der Alm
halten: die Bergbauern ahnen ihr Vieh; Aknenrausdi
['alman-1: svw. IAlmrausch; Almer, der; -s. - (österr.):
Senn; Almhirt; Ahnerin, die; -. -nen: w. Form zu tAlmer.
Almosen ['almo:zn. auch: -'—]. das; -s. - [1: mhd. almouse.
ahd. alamousa < kirchenlat. eleemosyna < griech. elee-
mosyne = Mitleid. Erbarmen]: 1. einem Bedürftigen
gewährte kleinere Gabe: einem Bettler ein A. geben. 2.
(abwertend) geringes, dürftiges Entgelt, das in keinem Verhältnis
zu jmds. angemessener Forderung steht; billige Abspeisung.
Gnadengeschenk: ich will eine gerechte Bezahlung, kein
A.
Abnosen-: -amt, das (MA.): Hofamt an Fürstenhöfen zur
Verwaltung der Almosengelder; -büchse, die: Büchse zum
Sammeln von Almosen (1); -empflnoer, der (abwertend):
-geM, das <meist Pl.> (hist.): für Almosen (1) bestimmtes
[u. gestiftetes] Geld; -kästen, der (hist.): Aufbewahrungsort
für Stiftungen zur Armenfürsorge; -Pfennig, der (hist.):
Geschenk- od. Armengeld (auch städt. od. kirchliche Marken
u. Zeichen) zur Austeilung an Arme; -pfleae, die (hist.):
Amt u. Verwaltung von Almosen (1); -pfleser, der: svw.
I Almosenier; -salz, das <o. PI.) (früher): unentgeltlich an
Bedürftige abgegebenes Salz; -Stiftung, die (früher): zum
Zwecke der Austeilung an Arme gestiftetes Geld; -stock,
der: Behälter für Almosen (1); -Verteilung, die.
Almosenier [almoza'ni:?]. der; -s. -e [mlat. eleemosynärius.
zu kirchenlat. eleemosyna. f Almosen] (hist.): mit der
Almosenpflege betrauter geistlicher Würdenträger.
Aloe ['a:loel. die; -. -n [...oon; 1: mhd.. ahd. älöe < lat.
aloe < griech. alöe. wohl von hebr. 'ahglim <P1.> =
Aloeholz]: 1. Vertreter einer Gattung der Liliengewächse
in den Tropen u. Subtropen mit wasserspeichernden, dicken
Blättern; oft Zierpflanze. 2. <o. PI.) der bittere Saft vieler
Aloearten.
Akwk,die; - [zu griech. a- = nicht, un- u. f Logik]: Nichtlo-
gik. Unlogik; flogisch <Adj.; o. Steig.): nicht logisch, ohne
Logik, außerhalb der Logik.
'Alp [alp]. der; -[e]s. -e [mhd.. ahd. alp, alb]: 1. (im alten
Volksglauben) koboldhaftes, gespenstisches Wesen, das bei
einem Menschen Druckangst hervorruft, indem es sich nachts
auf die Brust des Schlafenden setzt; I Nacht Imahr: etw.
liegt wie ein A. auf Jmds. Brust. 2. <o. PI.) (geh.) schwere
seelische Last, seelische Bedrückung. Beklemmung:
aufatmend, von einem A. befreit, stürzte ich hinaus; ein A.
ist von mir gewichen.
2Alp [-]. die; -. -en [mhd. albe. ahd. alba] (landsch.. bes.
Schweiz.): svw. tAlm. Vgl. Alpe.
'Alp- (!Alp): -druck, der <P1.: -drücke, selten): svw. t 'Alp
(2): von einem A. befreit sein; -drücken, das; -s: drückendes
Gefühl der Angst im [Halb/schlaf: A. haben; an A. leiden;
-fuB, der: svw. t Drudenfuß; -kreuz, das: svw. t-fuß;
-ranke, die: svw. f Mistel; -schoB, der [2. Bestandteil mhd..
ahd. schos = Geschoß] (volkst.): svw. t Belemnit; -träum,
der: mit Alpdrücken verbundener Traum; Angsttraum.
2Alp- (2Alp): -hörn, das <P1.: ...hörner): volkstümliches,
bis zu 4 m langes, meist aus einem Tannenstamm geschnitztes
Blasinstrument in Hochgebirgsgegenden (bes. Schweiz):
das. auf dem A. blasen, dazu: -hornbliser, der; -Mitte,
die: svw. t Almhütte: -segen, der: Einsegnung der 2Alp
durch denkath. Priester vor dem Auftrieb des Viehs; -weide,
die: Weide im Hochgebirge; -Wirtschaft, die <o. PL): svw.
t Almwirtschaft.
1 Alpaka [al'paka]. das (2 b: der); -s. -s [span. alpaca <
Ketschua (al)paco. zu: paco = rot(braun)): 1. einem Lama
ähnliches, in den Hochanden Südamerikas lebendes /Haus/-
her mit langhaarigem schwarzem od. schwarzbraunem Fell.
2. <o. PI.) a) Wolle des Alpakas (1); b) der, -s: glänzendes
Gewebe aus Alpaka (2 a) u. Baumwolle bes. für Kleider
u. Schürzen: c) Reißwolle aus aufbereiteten Mischgeweben.
2Alpaka [-]. das; -s [H. u.]: frühere Bez. für t Neusilber:
Bestecke aus A.
Alpfka- ('Alpaka): -garn, das: ausl Alpaka (2 a) u.
Baumwolle versponnenes Garn; -kleid, das: aus lAlpaka (2 b)
hergestelltes Kleid; -wolle, die: Wolle des lAlpakas (1).
al pari [al 'pa:ri; ital.. eigtl. = zu gleichem (Wert), aus
tal u. pari = gleich, tpari]: zum Nennwert einer Aktie!
(d.h.. der Kurs ist gleich dem Nennwert).
Alpe ['alpol, die; -. -n (österr.): svw. t^Alp; alpen l'alpn]
<sw. V.; hat) (Schweiz., österr.): a) Vieh auf der 2Alp halten;
b) auf der 2Alp sein (bes. vom Vieh).
tlpen-, Alpen- (Name des höchsten europaischen Gebirges
als Best.; lat. Alpes, wohl von voridg. *alb- = Berg):
Mutig <AdJ>; o. Steig., nicht adv.]: in der Art der Alpen;
-bock, der (Zool.): fast 4 cm langer Bockkäfer (bes. der
Gebirge Mitteleuropas); -dollar.der (österr. ugs. scherzh.):
Schilling; -fiihrer, der: Buch, das die Alpen mit ihren Orten.
Berggipfeln. Flüssen u. a. beschreibt; -garten, der: Garten
zum Studium der Alpenpflanzen in ihrer natürlichen
Umgebung: -flMkkchen, das: Primelgewächs aus der Gattung der
Troddelblumen; -glühen, das: rötlicher Widerschein des
Lichtes auf den [schneebedeckten] Alpengipfeln; -iteer,
der: 1. (selten) Jäger in den Alpen. 2. dt. Bez. für den
Angehörigen der ital. u. frz. Gebirgstruppen; -kette, die:
Gebirgskette der Alpen; -klub, der: vgl. t -verein; -land,
das <o. PL): Region der Alpen, dazu: -ländisch <Adj.;
o. Steig.); -paß. der: über die Alpen führender Paß;
-republik, die (ugs. scherzh.): Österreich: Die ... Öffentlichkeit
der A. (MM 24./25.8.1974,33); -rose, die (Bot.): Vertreter
der Gattung der Heidekrautgewächse, rotblühender,
niedriger Strauch der Hochgebirgsregion; vgl. Almrausch; -rot,
das: meist durch Blutalgen verursachte rötliche Färbung
109
Alpha
des Schnees in Gebirgen u. Polargebieten; ^scharte, die:
Vertreter einer in den Alpen vorkommenden Art der Flok-
kenblumen; ^Veilchen, das: Vertreter einer Gattung der
Primelgewächse, Zyklamen; Zierpflanze mit herz- oder
nierenförmigen Blättern und leuchtend weißen, rosa oder
purpurroten Blüten, die an einem langen, fleischigen Stengel
sitzen; -verein, der: gemeinnütziger Verein, der das
Bergsteigen u. Wandern im Hochgebirge fördern u. zu dessen Er-
Schließung u. Erforschung beitragen will; -vorland, das <o.
PL>: [nördliches] Vorland der Alpen.
Alpha falfa]. das; -[s]. -s [lat. alpha < griech. alpha, von
hebr.-phönik. '^f; eigtl. = Ochse (nach der Ähnlichkeit
des althebr. Buchstabens mit einem Och senk opO]: erster
Buchstabe des griechischen Alphabets (A, a): A. privativum
(Sprachw.; Vorsilbe griechischer Herkunft, die das folgende
Wort verneint, z. B. a-moralisch).
alpha-. Alpha-: Mnerisch: kurz für t -numerisch; -mmertoch
<AdJ.; o. Steig.) [gek. aus t Alphabet u. f numerisch] (Da-
tenverarb.): von Zeichenketten, die im Ggs. zu numerischen
Ausdrücken nicht nur Ziffern u. Operationszeichen, sondern
auch beliebige Zeichen eines Alphabets enthalten; -strahlen,
a-Strahlen <P1.) (Kernphysik): aus Alphateilchen bestehende
radioaktive Strahlen; ^strahier, a-Strahlcr, der
(Kernphysik): radioaktives Isotop, das beim Zerfall Alphastrahlen
aussendet; ^tdlchen, a-Teikhau das (Kernphysik): beim
radioaktiven Zerfall bestimmter Elemente u. bei bestimmten
Kernreaktionen ausgesendetes, aus zwei Protonen u. zwei
Neutronen bestehendes Teilchen; >tier, das (Verhaltensf.):
(bei Tieren, die in Gruppen mit Rangordnung leben) Tier,
das die Gruppe beherrscht.
'Alphabet [alfa'bert]. das; - [e]s. -e [mhd. alfabete < kirchen-
lat. alphabetum < griech. alphäbetos, aus: alpha (t Alpha)
u. bSta (t Beta)]: festgelegte Reihenfolge aller Schriftzeichen
einer Sprache; Abc: das kleine A. (Kleinbuchstaben), das
große A. (Großbuchstaben); das deutsche, englische,
russische A.; Namen nach dem A. ordnen; 2Alphabet [-]. der;
-en. -en: jmd., der lesen kann u. gerne liest (Ggs.:
Analphabet); (Abi. zu 'Alphabet:) alphabetisch <AdJ.; o.
Steig.): nach dem Alphabet [geordnet); abecelich: ein -es
Register; das Verzeichnis ist a.; eine Kartei a. ordnen;
alphabetisier« [alfabeti'zkrcn] <sw. V.; hat): 1. nach dem
Alphabet ordnen: Karteikarten. Namen Air eine Liste a.
2. einen Analphabeten lesen u. schreiben lehren: in vielen
anderen Ländern werden die Soldaten während der
Dienstzelt alphabetisiert (Die Unabhängigen 8. 7. 72.4); (Abl.:>
Alphabetfeknne. die.
alphamcrfech: t alpha-. Alpha-.
alpin [alpi:n] <AdJ.; o. Steig.) [lat. alpinus = zu den Alpen
gehörig]: 1. (nicht adv.) die Alpen bzw. das Hochgebirge
betreffend; Alpen-. Hochgebirgscharakter aufweisend;
Hochgebirgs-: -e Skigebiete; die Landschaft ist fast a. 2.
in den Alpen, im Hochgebirge vorkommend: -e Flora. Fauna;
die Pflanze ist a. verbreitet. 3. <nur attr.) (Ski) den
Abfahrtslauf. Slalom [u. Riesenslalom] betreffend: -e Wettbewerbe;
die -en Disziplinen. 4. (nur attr.) den Alpinismus, das
Bergsteigen in den Alpen, im Hochgebirge betreffend: die
-e Ausrüstung; -e Erfolge; eine -e Großtat; Alpinaritin
[alpi'na.itum]. das; -s ...len [...pn; geb. in Analogie zu
t Aquarium]: Naturwildpark im Hochgebirge; Alpini [al'pi:-
ni] <P1.) [ital. alpini. PL von: alpino = Alpenjäger]: ital.
Gebirgstruppe; Alpiniade [alpin'jjaxto]. die; -. -n [russ. alpi-
niada]: alpinistischer Wettbewerb für Bergsteiger in den
meisten osteuropäischen Ländern; Alpinianus [alpi'msmus].
der; -: Bergsteigen in den Alpen, im Hochgebirge; Alpinist
[...'nist]. der, -en. -en: Bergsteiger in den Alpen, im
Hochgebirge; AlpinfatOt, die: svw. t Alpinismus; alptaijstfedi <AdJ.;
o. Steig.): den Alpinismus, den Alpinisten betreffend: eine
unerhörte -e Leistung; sich a. hervortun; Aipiman [al-
pi:num], das; -s. ...nen: Anlage zur Pflege von
Gebirgspflanzen [für wissenschaftliche Zwecke], Steingarten mit
Gebirgspflanzen; Älpler ['elplB]. der; -s. -: 1. Alpenbewohner.
2. (veraltet) Alpenhirt; (Abi. zu 1:) tlpferbch <AdJ.; o.
Steig.): ä. gekleidet sein; Älpung felpun]. die; -:
sommerliche Betreuung des Viehs auf der 2Alp durch den Sennen,
Sommerung. Vgl. alpen.
Alraun [al'rqpn]. der; -[eis. -e: seltener für T Alraune; Alraune*
die; -. -n (1: mhd. alrün(e), ahd. alrün(a). aus ahd. alb
(t'Alp 1) u. rünen = heimlich reden, flüstern]: 1. einer
menschlichen Gestalt ähnliche od. entsprechend zwechtge-
schnitzte Alraunwurzel, die nach dem Volksglauben
Zauberkräfte besitzt u. zu Reichtum u. Glück verhilft. 2. über
Zauberkräfte verfügendes Wesen; (Zus.:) Ahnpiwurzel,
die: Nachtschattengewächs der Gattung Mandragora mit
grünlichgelben Blüten, runden, gelben Beerenfrüchten u.
giftiger, oft zweigeteilter Wurzel, wodurch sie, in Verbindung
mit dem Blattschopf, menschenähnlich aussehen kann.
'ab [als; I, II: mhd. als(e), also, ahd. also, talso]: I. (als
temporale KonJ. in Gliedsätzen): 1. a) drückt die
Vorzeitigkeit des Geschehens im Gliedsatz aus. gelegtl. in
Korrelation mit hervorhebendem ..da44: als wir das Haus erreicht
hatten, [da] fing es an zu regnen; b) drückt die
Gleichzeitigkeit des Geschehens im Gliedsatz mit dem im
übergeordneten Satz aus. gelegtl. in Korrelation mit hervorhebendem
..da44: als sie eine Zeitung kauft, [da] wird sie von dem
Herrn angesprochen; c) drückt die Nachzeitigkeit des
Geschehens im Gliedsatz aus. bes. in Verbindung mit
Zeitadverbien im übergeordneten Satz: kaum hatte er sich
umgezogen, als der Besuch eintraf. 2. in Verbindung mit einer
näher erläuternden Zeitangabe: zu der Zeit, als...; damals,
als...; vor vier Tagen, als...
IL (als modale KonJ. in Satzteilen u. Gliedsätzen): 1.
bei Ungleichheit: a) (nach Komp.): ich bin älter als er;
eher heute als morgen; lieber sterben als unfrei sein; mehr
aus Mitleid als aus Liebe; Ilse ist schöner, als es ihre
Mutter im gleichen Alter war; b) nach ander.... anders,
nichts, kein, niemand, umgekehrt, entgegengesetzt od.
nach einem Fragepronomen [+ sonst, überhaupt o.a.]:
alles andere als schön; anders, als ich es mir gedacht
hatte; nichts als Unfug; mit keinem Menschen, mit
niemandem als ihm; umgekehrt, als ich erwartete; die Sache
entwickelte sich entgegengesetzt, als ich [es] erwartet hatte.
2. bei Gleichheit in Sätzen, in denen ein Geschehen mit
einem anderen angenommenen Geschehen verglichen wird,
oft in Verbindung mit ..ob44 oder ..wenn44: so. als spräche
er eine ganz fremde Sprache; er sah. als habe er nichts
gehört, aus dem Fenster, nicht, als wenn es schon sehr
eilig wäre; mir kam es vor. als ob ich schon Stunden
gewartet hätte; (gelegentlich mit Indikativ des Verbs):
mir kam es vor. als ob ich schon Stunden über Stunden
in diesem Keller saß; verkürzt zum Ausrufesatz: als ob
es mir etwas Neues gewesen wäre! 3. bei Gleichheit in
verschiedenen, meist festen Verbindungen neben ..wie44:
so bald als möglich; so schnell als möglich: soviel als
ein Eid; doppelt so groß als; doppelt soviel als; sowohl
... als [auch]. 4. a) in Verbindung mit ..wie44 (veraltend,
noch ugs.) statt bloßem ..wie44 bei Gleichheit: obgleich
er sich da nicht so fühlte als wie zu Hause; b) (ugs.)
bei Ungleichheit in Verbindung mit ..wie44 nach einem
Komparativ statt bloßem ..als44: eine schönere Umgebung,
als wie man sie hier in der Stadt habe. 5. in Verbindung
mit ..insofern, insoweit44 einschränkend: insofern als ich
dazu überhaupt imstande bin. 6. (veraltet) in der
Verbindung ..als [da ist. sind]44 zur Einleitung einer Aufzählung:
die vornehmen Taunusbäder, als: Wiesbaden. Homburg.
Langenschwalbach (Th. Mann. Krull 10); zu der
gewöhnlichen Kost... als da ist Speck und Klüten (Leip. Klabauter-
flagge 9). 7. zur Einleitung der näheren Erläuterung eines
Bezugswortes: a) als Apposition: Schmidt als Vorgesetzter;
ihm als leitendem Arzt; meine Aufgabe als Lehrer ist
es ...; das Wirken Albert Schweitzers als Tropenarzt, des
Herrn D. als des eigentlichen Führers der Opposition;
mit temporaler Bedeutung: ich habe als Mädchen (in
meiner Mädchenzeit, als ich Mädchen war) immer davon
geträumt; b) als Artergänzung: du fühlst dich als Held;
die Geschichte erwies sich als wahr; c) als freie Artangabe:
ich rate dir als guter Freund zur Annahme dieser
Bedingungen. 8. in Verbindung ..zu + AdJ.. als daß44, eine Folge
ausdrückend: die Aufgabe ist viel zu schwierig, als daß
man sie auf Anhieb lösen könnte. 9. in der Verbindung
..um so (seltener: desto) + Komp.. als44, einen Grund
ausdrückend: der Vorfall ist um so bedauerlicher, als er
unserem Ansehen schadet.
Süs [-] (Adv.) (mhd. alles. Akk. Sg. Neutr. von: al. Tall]
(Westmittdd.): 1. immer[fort]: er hat als Unsinn gebabbelt.
2. bisweilen, manchmal: sie hätten früher als
Schinderhannes gespielt. _
abbfld (Adv.) [gek. aus talsobakl] (geh.. veraltend):
sogleich; kurz danach: sie nahm ihre Tropfen, und a. fühlte
siesich besser;ahb»ldlg(AdJ.;o.Steig.;nurattr.>(Papierdt.)
verstärkend für T bald ig: umgehend, sofortig: -e Rückkehr
110
alt-, Alt-
zu rechtsstaatlichen Verhältnissen; die Ware ist zum -en
Verbrauch bestimmt.
abd*rai <Adv.>: 1. (geh.. veraltend) verstärkend für tdann:
sodann, darauf, hierauf: a. muß man mit dem
Rückwärtsgang ... hinter die Linie fahren (Frankenberg. Fahren 104);
Sie werden sich zehn Minuten ausruhen und a. wieder
gehen (R. Walser. Gehülfe 115). 2. (südd.. Osten*.) also
[dann]: nun [denn/ (als auffordernder Ausruf od. [zur
Einleitung einer] abschließende[n] Bemerkung): a.. bis
morgen.
al 96000 [al zeko): Ta secco.
al aegno [al 'zenjo; ital.. aus tal u. segno = Zeichen, t Segno]
(Musik): (bei Wiederholung eines Tonstückes) bis zum
Zeichen. Abk.: al s.
akfprt <Adv.) (westmitteld.): unaufhörlich: er babbelt a.
also [alzo] <Adv.) ß: mhd.. ahd. also, aus al (fall) u.
so (Tso). urspr. = ganz so]: 1. a) /drückt eine
Schlußfolgerung aus/ folglich, demzufolge, demnach, somit, mithin:
er litt um sie. a. liebte er sie; er war Beamter, ein
gewissenhafter Mensch a.; b) /nimmt etw. Vorausgegangenes
zusammenfassend, erläuternd, weiterführend auf/ das heißt:
Bei der Umfrageforschung handelt es sich meist um die
Bevölkerung oder um wichtige Teilgruppen davon, a. um
Gesamtheiten, die... (Noelle. Umfragen 104); c) dient der
Verknüpfung eines unterbrochenen Gedankenganges: Es
handelt sich in erster Linie - was tun Sie da? Mein Junger
Mann, die Asche gehört in den Aschenbecher ... - a. in
erster Linie handelt es sich ... (R. Walser. Gehülfe 9);
d) steht ugs.. meist einleitend, bei gefühlsbetonten
Aussagen. Fragen. Ausrufen. Zustimmungen. Aufforderungen:
a. schön; a.. kommst du Jetzt oder nicht?; a.. gute Nacht!;
na a.! (siehst du!; warum nicht gleich!). 2. (veraltet)
verstärkend für t so: in ebendieser Weise: Also sprach Zarathustra
(Titel eines Buches von Nietzsche).
Ab*Qb, das; -: Philosophie des A. Vgl. als (II 2).
abobfM <Adv.> [mhd. also balde] (veraltet): svw. talsbald;
abogfekh <Adv.) (geh.. veraltet): verstärkend für t[so]-
gieich.
Afeterwasser falste-]. das; -s. - [nach dem nordd. Fluß
Abter] (landsch.): Erfrischungsgetränk aus Bier u.
Limonade.
alt [alt] <AdJ.; älter, älteste) /vgl. 'Alte, der; 2Alte. die;
3Alte. das; Alten <P1.>; älter; Ältere; Älteste/ [mhd.. ahd.
alt. eigtl. = aufgewachsen]: 1. <o. Steig.; nicht adv.) a)
(von Menschen, Tieren, Pflanzen) nicht [mehr] jung* in
vorgerücktem Lebensalter, bejahrt (Ggs.: Jung): ein -er
Mann. Hund. Baum; er ist nicht sehr a. geworden; a.
und grau bei etw. werden (nach 1. Sam. 12. 2); *a. imd
hng (Jedermann); nicht a. werden (ugs.; nicht lange bleiben,
es nicht lange aushalten)', b) Merkmale des Alters
aufweisend, Alterserscheinungen erkennen lassend: gealtert: mit
ihren -en. zittrigen Händen; manchmal komme ich mir
a. vor. fühle ich mich a. 2. ein bestimmtes Alter habend:
ein drei Wochen -er Säugling; der ältere Bruder (von
zweien); die älteste Tochter (von mehreren); die Schwester
ist älter als der Bruder; sie ist die älteste von den
Geschwistern; Air wie a. schätzen Sie mich?; R man ist so a..
wie man sich fühlt. 3. <o. Steig.; nicht adv.) a) eine
bestimmte Zeit vorhanden, im Gebrauch befindlich: ein drei
Jahre -er Wagen; das Haus ist schon viele Jahre a.; das
Spiel ist gerade zwei Minuten a. (Sport Jargon; es sind
veröde zwei Minuten Spielzeit vergangen)', b) nicht [mehr]
neu, lange gebraucht, getragen; abgenutzt (Ggs.: neu):
< Schuhe; sich mit einer -en Klinge rasieren; mit -en
'antiquarischen) Büchern handeln; die -en (baufälligen)
Häuser abreißen; R aus a. mach neu. 4. <o. Steig.)
a) seit längerer Zeit vorhanden, bestehend, vor längerer
Zeit erzeugt, hergestellt u. ä. u. daher nicht [mehr] frisch
(Ggs.: frisch): eine -e Wunde; -e und frische Spuren im
Schnee; die -en Blumen aus der Vase nehmen; der Fisch
ist schon a.. schmeckt a.; b) (nur attr.) vom letzten Jahr
vorjährig (Ggs.: neu) die -en Kartoffeln aufbrauchen; das
-e Jahr geht zu Ende. 5. <o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.:
neu) a) seit langem vorhanden, bestehend; vor langer Zeit
entstanden, begründet [u. deshalb bewährt]: eine -e
Erfahrung. Weisheit; -er Besitz; die Familie ist schon sehr a.;
k) <nur attr.) langjährig: ein -es Mitglied; die -en Leser
unserer Zeitschrift; wir sind -e Freunde; c) längst [überall]
bekannt u. daher überholt, langweilig: ein -er Witz; das
ist seine -e Masche; (ugs.:) immer die -e Platte, die -e
Leier, das -e Lied. 6. (nur attr.) (Ggs.: modern) a) einer
früheren Zeit, Epoche entstammend; eine vergangene Zeit
betreffend: -e Meister; -e deutsche Sagen; die ältere
Forschung denkt in einseitigen Ursache-Wirkung-Relationen;
die ältere Kolonialzeit; b) <o. Steig.) antik; klassisch: die
-en Griechen. Römer; -e Sprachen (Griechisch, Latein)
studieren; c) <o. Steig.) durch Alter wertvoll [geworden]:
-e Münzen; -es Porzellan; -er (abgelagerter) Wein. 7. <o.
Steig.; nicht adv.) unverändert, [von früher her] bekannt,
vertraut, gewohnt [u. daher liebgeworden, geschätzt]: es
bot sich ihnen das -e Bild; alles geht seinen -en Gang (wie
immer); sie ist ganz die -e (hat sich nicht verändert);
wir bleiben die -en (es ändert sich nichts zwischen uns);
es bleibt alles beim -en (wie es war); alles beim -en lassen
(nichts verändern, unverändert lassen). 8. <o. Steig.; nur
attr.) vorherig, früher, ehemalig, einstig (Ggs.: neu): seine
-en Kollegen besuchen; die -en Plätze wieder einnehmen;
Ich lasse Sie in ihr -es Zimmer zurückbringen, ja?
(Sebastian. Krankenhaus 139). 9. <o. Steig.; nur attr.) a) (fam.)
in vertraulicher Anrede: na. -er Junge, wie geht's?; b)
(ugs. abwertend), verstärkend bei negativ
charakterisierenden Personenbezeichnungen u. Schimpfwörtern: der -e
Geizkragen!; sie ist eine -e Hexe; (derb:) -es Schwein!
Alt [-]. der; -s. -e <P1. selten) [ital. alto < lat. (vöx) alta
= hohe (Männerstimme, deren Part später von einer tiefen
Frauenstimme übernommen wurde). Fem. Sg. von: altus
= hoch, hell] (Musik): 1. a) tiefe Frauen- od. Knabensing-
stimme: sie hat einen schönen A.. singt A.; auch von
der ähnlich gefärbten Sprechstimme einer Frau: Ihre
Stimme war ein sehr wohliger, nervös bewegter A. (Th. Mann.
Krull 197); b) <o. PI.) Gesamtheit der tiefen Frauen- od.
Knabenstimmen in einem Chor: der A. singt unrein; sie
singt Jetzt im A. mit. 2. <o. PI.) a) solistische Altpartie
in einem Musikstück: den A. übernehmen; b) Altstimme
in einem Chorsatz: den A. einüben, studieren. 3. (selten)
Sängerin mit Altstimme, Altistin: der A. war indisponiert.
B4lt- (Musik): -blockflöte, die: in Altlage gestimmte
Blockflöte: -flöte, die: in Altlage gestimmte Flöte; -«Ige,
die: svw. t Bratsche; -Instrument, das: in Altlage (meist
eine Quinte tiefer als das betr. Sopraninstrument)
gestimmtes Musikinstrument; -klarinette, die: in Altlage gestimmte
Klarinette; -läge, die: Tonumfang u. Färbung des Alts (I a):
in der A. spielen, singen; -oboe, die: svw. t Englischhorn;
-Partie, die: für die Altstimme geschriebener Teil eines
Musikstücks; -posaune, die: in Altlage gestimmte Posaune;
-slnger, der: svw. t Altist; -Sängerin, die: w. Form zu
t-sanger; svw. t Altistin; -saxophon, das: in Altlage
gestimmtes Saxophon; -Schlüssel, der: auf der mittleren Linie
des Notensystems liegender C-Schlüssel, Bratschenschlüssel;
-solo, das; -stimme, die: 1. svw. f Alt (1 a); auch von
der ähnlich gefärbten Sprechstimme einer Frau: ... sagte
sie mit befehlshaberischer A. 2. Noten für die
Altsänger[innen]: sich die A. ausleihen.
alt-. 2Alt-: -adlig, (geh.): -adelig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.): aus altem Adel (1) stammend: -ammam [auch: -'- -].
der (Schweiz.): noch lebender, aber nicht mehr amtierender
Ammann; -angesehen <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): seit
langem angesehen, geschätzt, renommiert: eine -e Firma;
-fngcscsscn <AdJ.): svw. f-eingesessen; -angestammt
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): seit langem angestammt,
überkommen, ererbt: -e Rechte. Sitten. Gewohnheiten; >*nsäs-
sig <AdJ.): svw. t-eingesessen; -backen <AdJ.; nicht adv.):
1. <o. Steig.) (von Backwaren) nicht [mehrJ frisch, trocken,
hart (Ggs.: frischbacken): -es Brot, -e Plätzchen; Ü denn
leicht angestaubt scheinen heute schon seine Romane, in
der Technik, in -en Stellen, die unsere Zähne nicht mehr
recht beißen wollen (Tucholsky. Werke II. 356). 2.
(abwertend) altmodisch, überholt, veraltet: seine Ansichten sind
ziemlich a.; >bau, der <P1. -ten) (Ggs.: Neubau 2 b): 1.
vor einem bestimmten (unterschiedlich geregelten) Stichtag
bezugsfertig gewesenes Wohngebäude: sämtliche -ten dieses
Stadtteils werden abgerissen. 2. im Verhältnis älteres
Gebäude: die Vorlesungen finden im A. der Universität statt,
dazu: -bauwohnung,die (Ggs.: Neubauwohnung); >bauer,
der: 1. alter Bauer (Ggs.: Jungbauer) 2. (DDR früher)
altansässiger Bauer (Ggs.: Neubauer. Siedler): -Ubierin,
die: w. Form zu f-bauer; -bekamt <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.): seit langem, von alters her bekannt: eine -e Tatsache;
-berühmt <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): seit langem, von
alters her berühmt: die -en großen Weinkellereien; -besitz.
111
alt-, Alt-
der: vor längerer Zeit erworbener Besitz: -bewihrt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: seit langem, von alters her bewährt,
erprobt: -e Grundsätze. Heilmittel. Methoden; -e
Freundschaft; >Wer, das: ober gäriges, meist dunkles,
bitter-würziges Bier: -bundeskanzler, der: noch lebender, aber nicht
mehr amtierender Bundeskanzler: -btmdesprftsident, der:
noch lebender, aber nicht mehr amtierender Bundespräsident:
-bundesrat, (Schweiz. Schreibweise.) alt Bundesrat, der
(Schweiz.): noch lebender, aber nicht mehr amtierender
Bundesrat: -bundestrainer, der: noch lebender, aber nicht mehr
amtierender Bundestrainer: A. Sepp Herberger; >bürger,
der: betagter Bürger: -n bunte Kaffeetafel gedeckt (MM
30. 10. 73. 23); >bürgermeister, der: noch lebender, aber
nicht mehr amtierender Bürgermeister: -christlich <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.): aus dem Frühchristentum stammend:
die -e Kirche. Kunst; -deutsch <Adj. o. Steig.): aus früheren
deutschen Kulturepochen (bes. dem 15.116. Jh.) stammend
od. sie nachahmend: -e Malerei. Kleidung; -e Stilmöbel;
^ehrwürdig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): (wegen
des hohen Alters) verehrungswürdig: -eingeführt <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: seit langem eingeführt.bewährt und
deshalb angesehen: eine -e Firma; -e Gewohnheiten, Bräuche;
-eingesessen <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): seit langem Ion
einem Ort/ eingesessen, ansässig, beheimatet: einer -en
Familie entstammen. <subst.:> -eingesessene, der u. die; -n,
-n <Dekl. f Abgeordnete): Einheimische[r]; ^eingewurzelt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): seit langem eingewurzelt: -e
Grundsätze, Gewohnheiten; -eisen, das <o. PL):
gebrauchtes, noch verwertbares Eisen. Schrott: -erfahren <Adj.; o.
Steig.): seit langem (in einer Tätigkeit) erfahren, bewährt,
bewandert, routiniert: -e Piloten; ^erprobt <AdJ.; o. Steig.:
nicht adv.): seit langem erprobt, bewährt, zuverlässig,
wirksam: -e Mittel. Methoden; -flug, der: Wettfliegen von
bereits ein Jahr alten Brieftauben (Ggs.: Jungflug); > fränkisch
<AdJ.) (veraltend): altmodisch, altvaterisch: -e Sitten.
Kleidung; -es Benehmen, -gedient <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
lange im [Militär j dienst gewesen, bewährt, erprobt: ein
-er Soldat; -geki, das: Bez. für das vor der Währungsreform
von 1948 gültige Geld: -genösse, der: langjähriger älterer
Genosse einer Partei: -*geselle, der (veraltet): ältester
Geselle einer Werkstatt: -gewohnt <AdJ.; o. Steig, nicht adv.):
seit langem gewohnt, bekannt, vertraut: in der -en
Umgebung; -gläubig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Rel. veraltend):
am alten Glauben festhaltend. <subst.:> >gttubige, der u.
die: Selbstbez. der russ.-orthodoxen Christen, die sich im
17. Jh. von der russ. Staatskirche trennten: -gold, das:
1. (veraltend) schon einmal verarbeitetes Gold: Schmuck.
Münzen als A. verkaufen. 2. durch chemische Behandlung
künstlich gedunkeltes Gold: >grad. der: Bez. für die
Winkeleinheit Grad (360. Teil des Vollkreises), wenn der
Unterschied gegenüber dem Neugrad bezeichnet werden soll: >han-
del, der (veraltend): svw. t-warenhandel, dazu: -hindier,
der (veraltend): svw. t -warenhändler; -hergebracht <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): seit langem üblich, überliefert,
gewohnt: -e Sitten, Vorstellungen; man begrüßte sich auf
-e Weise; ^herkömmlich <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.)
verstärkend für therkömmlich; -h^rrenmannsdiaft die (Sport):
Mannschaft aus Spielern über 32 Jahre: -hyrenschaft. die;
-. -en (Studentenspr.): Gesamtheit der Mitglieder einer
studentischen Verbindung nach dem Examen od. nach dem
Eintritt ins Berufsleben: -hochdeutsch <Adj.; o. Steig.) aus
der ältesten Sprachstufe des Deutschen vom Beginn der
schriftlichen Überlieferung bis zur Mitte des 11. Jh.s
stammend. Abk.: ahd.; <subst.:> -hochdeutsch, das; vgl.
Deutsch, -hochdeutsche, das; vgl. deutsche;
>internationale, der; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete) (Sport): ehemaliger
Nationalspieler: -iahr[s)abend [auch: -'—1, der (landsch.):
letzter Abend des Jahres. Silvesterabend: -Jahrstag [auch:
-'—1 (landsch.): letzter Tag des Jahres. Silvester: -jüngfer-
lich <Adj.; o. Steig.): sich wie eine alte Jungfer verhaltend,
d.h. altmodisch, verschroben, überängstlich: -es Gehabe;
Er ist ein etwas -er Mann, dem die ganze Sache offenbar
mißfiel (Spiegel 30. 6. 1966. 89) dazu: -Widerlichkeit,
die; -; -Jungfernschaft, die. -Jungfernstand, der <o. PI.)
(abwertend): Stand der ledigen älteren Frau: -kanzler, der:
noch lebender, aber nicht mehr amtierender Kanzler: -katho-
lik1, der: Angehöriger der katholischen Religionsgemein-
Die Kirchengemeinschaft selbst verwendet den
Bindestrich: Alt-Katholik, alt-katholisch. Alt-Katholizismus.
Schaft, die sich um 1870. zur Zeit des I. Vatikanischen
Konzils, von Rom u. dem Dogma der Unfehlbarkeit des
Papstes lossagte, dazu: -katholisch <Adj.; o. Steig.). >ka-
thoiizismus, der; -kleiderhfindler, der: jmd.. der mit
getragener Kleidung handelt: -klug <AdJ.; -kluger, -klügste;
Steig, selten) [eigtl. = durch Alter klug]: (von Kindern)
für das Alter zu klug, unkindlich, frühreif: ein -es Gesicht;
ein -er Junge; a. antworten, dazu: -klugheit, die; >knecht,
der (veraltet): ältester Knecht eines Hofes: >kunst* die <o.
PL): alte Kunstgegenstände. Antiquitäten: -liberale, der
u. die <Dekl. tAbgeordnete): gemäßigte r Liberale!r/.
bes. in Preußen nach 1848: -magd, die (veraltet): älteste
Magd eines Hofes: -material, das: gebrauchtes, noch
verwertbares Material, dazu: -materiatttandel, der: Ein- u.
Wiederverkauf von gebrauchtem Material (Altpapier.
Altmetall. Schrott). -materialhfindler, der. -materialsamm-
hmg, die: [öffentliche] Sammlung von gebrauchtem
Material: -meistcr. der: 1. (früher) Zunftmeister, Vorsteher einer
Innung. 2. (allg.) bedeutendster, als Vorbild geltender
Vertreter eines Berufszweiges od. Fachgebiets: Nestor. Senior:
Goethe, der A. der deutschen Dichtung. 3. (Sport) Verein
od. Spieler, der früher einen Meistertitel errungen hat: A.
Schalke 04; -metall, das: gebrauchtes, noch verwertbares
Metall: Schrott: -miete, die (früher): Miete für eine
Altbauwohnung: -minute, die: 60. Teil eines Altgrads: -modisch
<Adj.>: nicht mehr der herrschenden Mode, dem
Zeitgeschmack entsprechend: überholt, rückständig, gestrig,
antiquiert, passe: -e Kleidung; -e Möbel; -es Verhalten; a.
wirken; -papier, das <o. PL): gebrauchtes, wieder
verwertbares Papier, dazu: -papiersammiung, die: ./ öffentliche i
Sammlung von Altpapier: > Philologe, der: Vertreter der
Altphilologie: -Philologie, die: Sprach- u.
Literaturwissenschaft des klassischen Altertums: klassische Philologie,
dazu: -philologisch <AdJ.; o. Steig.); -reich <Adj.; o. Steig.)
(veraltend): seit langem Reichtum besitzend: -e Adelige;
-reich, das <o. PL) (ns.): Bez. für das deutsche Reich nach
der Besetzung Österreichs durch Hitler: -reichskanzler, der
(früher): noch lebender, aber nicht mehr amtierender
Reichskanzler: -renommiert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
seit langem angesehen, namhaft, berühmt: ein -es Lokal;
-rosa <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von dunklem,
bläulichem Rosa: vgl. blau; -schnee, der: vor einiger Zeit
gefallener, bereits körniger Schnee (Ggs.: Neuschnee), dazu
-Schneedecke, die; -schritt, die: selten für t Antiqua;
>schultheiB,der: X.noch lebender, aber nicht mehr
amtierender Schultheiß. 2. (im Schweiz. Kanton Luzern) noch
lebender, aber nicht mehr amtierender Präsident des
Regierungsrats: -seta, das: das A. und Lieben, das A. und nicht
mehr Lieben, lauter Tragödien (Kaschnitz. Wohin 152);
-Sekunde, die: 60. Teil einer Altminute. 3.600. Teil eines
Altgrads: -silber.das: 1. (veraltend) schon einmal
verarbeitetes Silber: Besteck. Schmuck aus A. 2. durch chemische
Behandlung künstlich gedunkeltes Silber: -sitz, der
(veraltet): Altenteil: > Sparer, der (früher): Inhaber eines
nachweislich vom 1.1. 1940 bis zur Währungsreform unterhaltenen
Sparguthabens: -sprachler [-Jpra:xlBl. der; -s. -: Kenner der
altgriech.. lat. , u. hebräischen] Sprache: Altphilologe:
-sprachlich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die altgriech..
lat. [u. hebräische] Sprache betreffend: -er Zweig eines
Gymnasiums; -er Unterricht; -Stadt, die: ältester Teil einer
Stadt, dazu: -Stadtsanierung, die: Schaffung gesunder
Lebensverhältnisse in überalterten Stadtteilen: -Steinzeit, die:
älteste Epoche der Menschheitsgeschichte. Paläolithikum.
dazu: -steinzeitlich <Adj.; o. Steig.); -Stoff, der:
gebrauchter, wieder verwertbarer Stoff. Altmaterial, dazu:
-Stoffsammlung, die: öffentliche Sammlung von Altstoff:
-testamentarisch <Adj.; o. Steig.): nach Art des Alten
Testaments: von -er Strenge; Racheakte von wahrhaft -er
Furchtbarkeit; -testamentler [-testamentle], der; -s, -:
Kenner u. Erforscher des Alten Testaments: -testamentlich
I-testamentli^J <Adj.; o. Steig.): das Alte Testament
betreffend, auf ihm beruhend: -e Forschungen, Schriften; -e
Theologie: -tier, das (Jägerspr.): Hirschkuh vom Zeitpunkt der
ersten Trächtigkeit an: ^überkommen <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): seit langem überkommen, überliefert, ererbt:
>überliefert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): seit langem überliefert,
weitergegeben, tradiert: -e Sitten; rvater, der (veraltet):
Erzvater. Ahnherr. Patriarch: A. Abraham; -vflterisch
[-fe:tonjl <Adj.;o. Steig.): 1. altmodisch, altfränkisch,
veraltet, antiquiert: -e Kleidung; -e Möbel; eine -e Atmosphäre:
112
Alter
so daß die Claytons. wenn auch auf -e Art. mehr Komfort
genossen hatten, als man heute in manchem großen Hotel
antrifft (Doderer. Wasserfälle 16); ihre Ansichten sind
etwas a.; er Ideidet sich a. 2. selten für taltväterlich: Er
trank seinen Malzkaflee und wischte sich a. Über den
Bart (Augustin. Kopf 16); > väterlich <Adj.; o. Steig.):
1. [ehr]würdig, patriarchalisch: -es Auftreten; -e Haltung;
seine Erscheinung wirkt sehr a.; er sprach gemessen und
a. 2. selten für taltvaterisch: in seiner gestochen scharfen,
etwas -en Schrift (Sebastian. Krankenhaus 24); > vertraut
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): seit langem, von alters her
vertraut, gut bekannt: -e Weisen; eine -e Umgebung;
-vordem [-fanten] <PL> [eigtl. = Altfrühere] (veraltet, geh.):
Vorfahren. Ahnen: -waren <P1.>: gebrauchte, noch
verwertbare Waren. / Kunst Jgegenstände, dazu: > warenhandel, der:
Ein- und Wiederverkauf gebrauchter Gegenstände (Kleider,
Möbel. Bücher: Altmetall. Schrott), -warenhindler, der:
Trödler. Gebrauchtwar enhändler: -wasser, das <P1.:
^Wasser): abgeschnürter Arm eines begradigten Flusses mit
stehendem Wasser: -weiberfabel, die: svw. f ^weibermärchen;
-wfiiberfas(t)nacht, die (landsch.): letzter Donnerstag vor
Aschermittwoch: -weibergesdwätz, ^welbergewfech, das:
leeres, törichtes Gerede: ^wejberklatsch, der: törichte, üble
Nachrede: ^weiberknoten. der (Seemannsspr.): laienhaft
geknüpfter, nicht belastbarer Knoten: -wribennftrehen, das:
Ammenmärchen, unglaubwürdige, alberne Geschichte: ~*wtir
bermühle, die: scherzhafte Darstellung einer Mühle, die alte
Frauen in junge Mädchen verwandelt: Variation des
Jungbrunnenmotivs: ~w£Jbersommer, der [vidi, nach einem
Vergleich mit der späten Liebe älterer Frauen]: 1. sonnige,
warme Nachsommertage. 2. im Spätsommer in der Luft
schwebende lange Spinnfäden. Marienseide: -weltlich <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.>: aus der Alten Welt stammend, sie
betreffend od. nachahmend: >wohnung. die: früher Tür t
Altbauwohnung.
Altan [al'ta:n], der; -[e]s. -e [ital. altana. zu: alto = hoch
< lat. altus] (Archit.): vom Erdboden aus gestützter
balkonartiger Anbau. Söller: Altane [-©]. die; -. -n regional: svw.
t Altan.
Altar [al'ta:£. auch: '—]. der -[e]s. Altäre [aTte.rd; mhd.
altaro. altäro. ahd. altari. altar(e) < lat. altäre = Aufsatz
auf dem Opfertisch. Brandaltar]: 1. erhöhter Aufbau für
gottesdienstliche Handlungen in christlichen Kirchen: ein
reichverzierter, vergoldeter, geschnitzter A.; an den. vor
den. zum A. treten; * jmdn. zum A. führen (geh.; eine Frau
heiraten). 1. heidnische [ Brand jopfer statte: der A. des Zeus
in Pergamon; Ü Jmdn., etw. auf dem A. der Gerechtigkeit,
der Liebe, des Vaterlandes opfern (geh.; für die
Gerechtigkeit, die Liebe, das Vaterland opfern).
Altar-: ^aufsatz, der: auf dem Altartisch errichtete,
künstlerisch gestaltete Rückwand: Retabel: -bekleidung, die:
Verkleidung des Altarunterbaus mit kostbarem Stoff od. mit
einer Vorsatztafel aus Edelmetall: Altar Verkleidung.
Altarvorsatz. Antependium: -Wld, das: Gemälde, religiöse
Darstellung an od. über dem Altar: ^Matt, das: meist auf
Leinwand gemalte religiöse Darstellung, die den Mittelpunkt
des Altaraufsatzes bildet: Altargemälde, -decke, die: über
den Altar gebreitete, meist reich verzierte Schutzdecke: Mite-
oer, der: kath. Meßdiener. Ministrant: -gemftJde, das: svw.
T^blatt; -gerät, das: zum Gottesdienst erforderliche u.
schmückende Gegenstände auf dem Altar (z. B. Kruzifix.
Leuchter\ Monstranz u. a.): Miesang, der: die gregorianisch
gesungenen Teile des kath. Gottesdienstes: Miische, die:
halbrunde od. mehr eckige Nische als Abschluß eines
Kirchenraumes, in der sich ein Altar befindet: Apsis: -räum, der:
Bereich innerhalb einer Kirche, in dem sich der Altar
befindet: -[s]sakrament,das <o. PL>: Sakroment des Abendmahls
w der christlichen Kirche. Eucharistie: -tisch, der: auf
dem Altarträger ruhende tischartige Platte: -tuch, das: über
den Altar gebreitetes Leinen/tuch: -Verkleidung, die: svw.
T -bekleidung; -Vorsatz, der: svw. t-bekleidung; -wein,
der: der bei der Abendmahlsfeier gereichte Wein.
Altchen: f Alterchen.
'Alte [alte], der; -n. -n <Dekl.: tAbgeordnete): 1. alter
Mann. Greis: ein kleiner -r las die Zeitung; komischer
-r (Rollenfach im Theater). 2. (salopp) Vater: mein -r
erlaubt das nicht; glaub nicht, daß das alles nur Dienst
am Verein ist und weil ihr -r den Vorsitz hat (Lenz. Brot
41). 3. (salopp) Ehemann: Mein -r ist zu eifersüchtig (Re-
marque. Obelisk 70). 4. (salopp) Vorgesetzter. Arbeitgeber.
Meister. Chef: der A. hat getobt; der A. hat's auch nicht
mehr dick und kann einen jeden Tag entlassen (Keim,
Mädchen 7). 5. (Kartenspiel) höchster Bube beim Skat: mit
dem -n stechen. 6. (österr.) Wein aus einem vergangenen
Jahr, bereits ausgegorener Wein.
2Alte [-]. die; -n. -n <Dekl.: t Abgeordnete): 1. alte Frau.
Frau. Greisin: die gutmütige, kleine hutzelige A.; komische
A. (Rollenfach im Theater). 2. (salopp) Mutter: meine
A. schickt mich schon wieder zum Einkaufen. 3. (salopp)
Ehefrau: bei meiner -n hängt der Haussegen schief;
..Totschlag44, sagte Fries. ..Seine A. gekillt.44 (Schnurre. Fall
20). 4. (salopp) Vorgesetzte. Arbeitgeber in. Chefin: wenn
die A. nicht da ist, wird nicht gearbeitet. 5. (Zool.)
Muttertier: die A. leckte die Jungen ab. 6. (Volksk.) letzte Garbe
auf dem Feld. Muttergarbe: die A. wurde festlich eingeholt.
3Alte [-], das; -n: das Vergangene, aus früheren Zeiten
Stammende: an das A. denken; Altes und Neues; am [bewährten]
-n hängen; gegen das A. kämpfen.
ilteln feltjn] <sw. V.; ist) (veraltet): langsam alt werden
(meist im I. Part.): seine ältelnde Tochter.
Alten f'altn) <P1.): 1. alte Menschen: die Gegenwart gehört
den jungen Menschen, nicht den vorsichtigen A. 2. (salopp)
Eltern: meine A. sind heute nicht zu Hause. 3. (hist.)
Vorfahren. Ahnen: die Völker der Antike. 4. (Sport)
erfahrene Wettkämpfer. Altmeister. 5. (Zool.) Tiereltern: die
fütternden A.; Spr. Wie die A. sungen, so zwitschern auch
die Jungen (das /negative] Beispiel der Eltern ist den
Kindern oft Grund zur Nachahmung).
4lten-: --heim, das: öffentliches od. privates Heim, in dem
alte Menschen wohnen und betreut werden: Altersheim,
dazu: -heimler, der (ugs.): Bewohner eines Altenheims: -hilfe.
die: Unterstützung u. Betreuung hilfsbedürftiger alter
Menschen mit öffentlichen Mitteln: -nachmittag, der: für alte
Menschen arrangiertes Treffen am Nachmittag mit
Kaffeetafel u. Unterhaltung: -pfleger, der: jmd.. der berufsmäßig
alte Menschen pflegt: -pflegeriru die: w. Form zu t ^pflegen
-tagesstfltte, die; -teil, das: Anteil am Besitz, den sich
jmd. bei Übergabe seines Besitztums (meist eines
Bauernhofes) an den Nachfolger vorbehält: (landsch.) Ausgedinge:
jmdn. auf das A. schicken; Ü sich aufs/ins A. zurückziehen,
sich aufs A. setzen, auf dem A. sitzen (sich vom öffentlichen
Leben zurückziehen, nicht mehr aktiv tätig sein), dazu:
-teiler, der: jmd.. der sich aufs Altenteil zurückgezogen
hat: -wohnhefen, das: Einrichtung mit selbständigen
Kleinwohnungen speziell für alte Menschen.
Alter ['alte], das; -s. - [mhd. alter, ahd. altar]: 1. a) höhere
Anzahl von Lebensjahren. Bejahrtheit: letzter
Lebensabschnitt: ein biblisches, ehrwürdiges, gesegnetes A.; das A.
macht sich langsam bemerkbar; SO ist noch kein A. (mit
SO Jahren ist man noch nicht alt): man sieht ihm sein
A. nicht an (er ist älter, als er aussieht): sie kokettiert
mit ihrem Alter (sie ist noch gar nicht so alt): ein hohes
A. erreichen; ein geruhsames, sorgenfreies A. haben; die
Würde. Weisheit des -s; für sein A. Vorsorgen; Spr. A.
schützt vor Torheit nicht; b) lange Zeit des Bestehens,
des Vorhandenseins: das A. hat die Handschriften brüchig
gemacht; die Tapeten sind vor A. vergilbt. 2. a) Anzahl
der Lebensjahre. Lebenszeit: Lebensabschnitt: ein
jugendliches, blühendes A.; das richtige, beste, vorgeschriebene,
gesetzliche A. haben; er hat das wehrpflichtige A. noch
nicht erreicht; jedes A. (jede Altersstufe) war vertreten;
das A. von Pferden erkennt man an ihren Zähnen; die
Jahresringe dieses Baumes lassen auf ein hohes A.
schließen; er ist viel zu groß für sein A. (Kafka. Erzählungen
148); im kindlichen, mittleren, fortgeschrittenen,
vorgerückten, hohen A.; er ist im besten A.; ins schulpflichtige,
heiratsfähige A. kommen; Männer im gefährlichen A.;
seine Frau ist im kritischen A. (in den Wechseljahren):
sie sind, stehen im gleichen A.; mein Freund ist in meinem
A.; er starb im A. von 70 Jahren; ein Mann unbestimmten
-s. von unbestimmtem A.; mit zunehmendem A.; daß
bestimmte Leistungen ... mit bestimmten -n
zusammenhängen (Hollander. Mensch 85); b) Zeit des Bestehens.
Vorhandenseins: das A. eines Gemäldes. Kunstgegenstandes
schätzen; Der Bäcker ... prüfte das A. der Staubkränze um
die dunkelgelben Tapetenflecken herum (Böll. Haus 204).
3. (veraltet) Zeitraum. Zeitalter. Epoche: das goldene,
silberne, eherne A. 4. a) alte Menschen (Ggs.: Jugend): das
A. geht voran; man soll das A. ehren; b) Menschen einer
bestimmten Altersstufe: dieses A. ist nicht zugelassen; das
8 GDW
113
älter
Lebensalter, nach dem sich alle A. ausrichteten (Hollander.
Mensch 99); dem reiferen A. den Vorzug geben.
älter feite] <AdJ.>: 1. (absoluter Komparativ; nur attr.)
über dos mittlere Lebensalter hinaus: nicht mehr jung,
aber auch noch nicht ganz alt; beschönigend auch für alt:
eine -e Dame; -e Semester; ein Kreis von -en Herrschaften.
2. Komp. zu talt (2. 6 a); <subst. zu alt 2:> fitere, der
u. die; -n, -n <Dekl.: t Abgeordnete): die -n unter uns
erinnern sich noch gut daran; als Ergänzung bei
Eigennamen (Abk.: d.Ä.); Lucas Cranach der Ä.
Älter-: -mann, der (veraltet): Vorsteher einer Innung.
Zunftmeister; Mnuttcr, die (landsch.. veraltet): [Urjgroßmutter.
Ahne; -vater, der (landsch. veraltet): / Urjgroßvater. Ahn.
Alteration [altera* &lo:n], die; -. -en Imlat. alterätio. zu lat.
alteräre. talterieren: 1. a) (veraltet) Aufregung. Gemüts-
bewegung; Schreck. Verwirrung: ihr Gesicht war von einer
heftigen A. gerötet; b) (Med.) krankhafte Veränderung.
Verschlimmerung eines Zustands: der Arzt stellte eine
unerklärliche A. des Krankheitsbildes fest. 2. (Musik)
chromatische Veränderung eines Tones innerhalb eines Akkords.
Alterchen ['altern]. Altchen falt^nl <o. Art.): vertrauliche
Anredeform für einen älteren Mann.
Ältere: t älter.
Alter ego ['alte e:go. auch: - 'ego], das; — [lat. alter
ego = anderes Ich]: 1. sehr vertrauter Freund. 2. der
abgespaltene seelische Bereich bei Personen mit
Bewußtseinsspaltung; zweites, anderes Ich. 3. Es (Begriff für das Triebhafte
bei S. Freud). 4. bei C. G. Jung Anima u. Animus (Begriff
für die im Unterbewußten vorhandenen Züge des anderen
Geschlechts). 5. ein Tier od. eine Pflanze, mit denen, nach
dem Glauben vieler Naturvölker, eine Person eine besonders
enge Lebens- u. Schicksalsgemeinschaft hat.
alterierai [alte'rLrai] <sw. V.; hat) Dat. alteräre = anders
machen]: 1. a) (veraltet) aufregen, ärgern, beunruhigen:
schon ihr Anblick alterierte ihn; b) <a. + sich) (veraltend,
noch landsch.) sich aufregen, sich erregen, sich ärgern:
du brauchst dich deshalb doch nicht so zu a.; Sie weiß
so gut wie wir,... daß der Zauberer sich wegen der
fehlenden Himbeeren kaum sehr a. würde (K. Mann.
Wendepunkt 40). 2* a) verändern, abändern: diese Tatsache ist
durch nichts zu a.; b) (Musik) einen Akkordton chromatisch
verändern: alterierte Akkorde.
-alterig, -altrig Haltte)™;] in Zusb.. z.B. gleichalt[e]rig.
titerlos CAdJ.; o. Steig.) (österr.. Schweiz.): svw. talterslos.
altern ['alten] <sw. V.; ist/selten: hat): 1, a) Merkmate des
Alters zeigen, [sichtlich] älter werden; alt werden: ich altere
vorzeitig; ein alternder Künstler; er ist rasch, zusehends,
merklich, stark gealtert; b) (selten) älter erscheinen lassen,
alt machen: Wohin ist der häßliche Bart, der dein Gesicht
alterte (A. Zweig. Claudia 121). 2. a) sich in seiner
Beschaffenheit im Laufe der Zeit verändern: gealterter Wein (lange
gelagerter Wein); gealterte Duftstofle. Parfüms; Metalle
altem (ihre Werkstoffeigenschaften ändern sich, das Gefüge
ihrer Kristalle wird verändert); b) in seiner Beschaffenheit
verändern, alt machen: die Weine werden künstlich gealtert.
Attermnz [alter1 nan^]. die; -.-en [zu lat. altemare, f
alternieren]: 1. (veraltend) Wechsel. Abwechslung. 2. (Landw.)
die jährlich wechselnde Ertragsschwankungen im Obstbau.
2. (Sprachw.): svw. TAlternation (2); Alternat [alter'na.t].
das; -[eis [lat. alternatus. 2. Part, von: altemare. t
alternieren]: Wechsel der Rangordnung od. Reihenfolge im
diplomatischen Verkehr. z.B. bei völkerrechtlichen Verträgen, in
denen jeder Vertragspartner in der für ihn bestimmten
Ausfertigung zuerst genannt wird u. zuerst unterschreibt;
Alternation [alterna,t$io:n]. die; -, -en [lat. alternätio =
Wechsel]: 1. svw. tAlternanz (1). 2. (Sprachw.) das Auftreten
von Varianten eines Graphems. Morphems. Phonems (z. B.
das Vorhandensein verschiedener Endungen zur
Kennzeichnung des Plurals); alternativ [alterna'tkfl <AdJ.; o. Steig.)
[frz. alternativ t Alternative] (bildungsspr.): wahlweise;
zwischen zwei Möglichkeiten die Wahl lassend; eine zweite
Möglichkeit darstellend: eine -e Politik aufzeigen; a. zwei
Vorschläge machen.
Alternativ-: -entwurf, der (Politik): im Unterschied zur
Regierungsvorlage von der Opposition eingebrachter
Gesetzentwurf; -läsung, die: wahlweise angebotene Lösung; -möglich-
keit, die; -Programm, das; -Vorschlag, der.
Alternative [alterna'ti:vd]( die; -. -n [frz. alternative, zu:
alterne = abwechselnd, wechselweise < lat. alternus]
(bildungsspr.): 1. freie, aber unabdingbare Entscheidung
zwischen zwei Möglichkeiten (der Aspekt des Entweder -
Oder): vor der A. stehen; vor die A. gestellt sein, werden;
sich vor die A. gestellt sehen. 2. zweite, andere Möglichkeit;
Möglichkeit des Wählens zwischen zwei oder mehreren
Dingen: eine echte, klare A.; es gibt verschiedene -n zur Lösung
dieses Problems; -n anzubieten haben; alternieren (alter-
ni.rsn] <sw. V.; hat) Dat. alternäre]: wechseln, sich
abwechseln, einander ablösen: in dieser Szene alternieren die
schärftsten Kontraste; bes. in fachsprachlichen Fügungen:
-de Besetzung (Theater; Besetzung, die in der Darstellung
einer Rolle mit einer anderen abwechselt); -de Blattstellung
(Bot.; besondere Anordnung der Blätter am Stiel einer
Pflanze); -des Fieber (Med.; Erkrankung mit abwechselnd
fiebrigen u. fieberfreien Zuständen) -de Persönlichkeit (Psych.;
Person, bei der eine Spaltung des Bewußtseins auftritt);
-de Reihe (Math.; Reihe mit wechselnden Vorzeichen vor
den einzelnen Gliedern); -der Strom (Elektrot.;
Wechselstrom); -de Verse (Verslehre; Verse, die einen regelmäßigen
Wechsel zwischen unbetonten u. betonten bzw. langen u.
kurzen Silben aufweisen).
Akens-: -forschung, (früher auch:) Altersforschung, die:
Erforschung des Alterungsprozesses u. seiner Ursachen.
Gerontologie; -theorle, die: Lehrmeinung über das Wesen des
Alterns: -Vorgang, der: Prozeß des Alterns.
Alterungsvorgang.
fitere: <in den Fügungen) seit a.; von a. her (geh.; von
jeher, seit langer Zeit, schon immer): Jesus ist seit a. latent
im jüdischen Volk (Bloch. Wüste 134); Zwischen den
Ziegen und den Menschen besteht von a. her ein Vertrag
(Jacob. Kaffee 7); vor a. (veraltet; vor langer Zeit, einst-
[malsj).
fitere-, alters- -abbau, der «o. PL): Nachlassen der Kräfte
im Alter; -abstand, der: Spanne zwischen verschiedenen
Lebensaltern. Altersunterschied; -angäbe, die: Nennung des
Alters; -anzeichen, das: Zeichen. Vorbote des [nahenden]
Alters; -asyl, das (Schweiz.): svw. t-heim; -aufbau, der
<o. PL): Gliederung einer Gruppe (meist der Bevölkerung)
nach dem Lebensalter. Altersgliederung; -bedingt <AdJ.;
o. Steig.): 1. durch das jeweilige Lebensalter, die Altersstufe
bedingt: -e Unarten eines Kindes. 2. durch hohes Alter.
Bejahrtheit bedingt: -e Krankheiten; --beschwerte, die
<meist PL): im vorgerückten Alter auftretendes, durch das
Alter bedingtes Leiden. Gebrechen; -bestimmung, die:
Feststellung des Alters von Tieren u. Pflanzen; Datierung in
[Kunst]geschickte u. Geologie; -Nödstan, der (Med.): im
hohen Alter auftretende Gehirnerkrankung, senile Demenz.
Dementia senilis; -brand.der <o. PL) (Med.): im
vorgerückten Alter auftretende Rückbildung von Gewebe, bes. an den
Gliedmaßen; -disposition, die: die für jedes Lebensalter
spezifische Empfänglichkeit für Krankheiten; -eioensinn,
der: svw. t-Starrsinn; -einsamkeit, die: Vereinsamung im
Alter; -erkrankung, die: durch fortgeschrittenes Alter
bedingte, vorzugsweise im Alter auftretende Erkrankung; ^er-
scheinung, die: Merkmal, typisches Zeichen des [nahenden]
Alters: der Tod ist vor allem eine A. (Kant, Impressum
65); -fleck, der (meist PL): dunkelbraune Verfärbung der
Haut, die im fortgeschrittenen Alter bevorzugt an
exponierten Stellen auftritt; -forschung, die: svw. tAlternsfor-
schung; -freibetrag, der: steuerfreier Betrag für
verschiedene Personengruppen, die mindestens das 60. Lebensjahr
vollendet haben; -fürsorge. die: Unterstützung u. Betreuung
alter Menschen durch staatliche od. private Organisationen;
-geM,das <o. PL): laufende Leistung im Rahmen der Alters-
hilfefür Landwirte u. deren Familien; -genösse, der:
Lebewesen im gleichen Alter; -genossin, die: w. Form zu
f-genösse; -gewicht, das (Pferdesport): das von einem Pferd
im Galopprennen je nach Alter zu tragende Mindestgewicht.
dazu: -gewiefatsrennen. das; -gliedennt, die: svw. t-auf-
bau; -grenze, die: 1. Lebensalter, mit dessen Erreichen
bestimmte Rechte od. Pflichten verbunden sind: eine A.
festlegen. 2. Lebensalter, mit dessen Erreichen man in den
Ruhestand versetzt wird: die A. erreicht haben; Probleme
der flexiblen A. (Tflexibel 2); -gründe <PL): durch
fortgeschrittenes Alter bedingte Gründe. Ursachen: aus -n; -gmp-
pe, die: Personen im gleichen Lebensalter: -haut, die: Haut,
die altersbedingte physiologische Veränderungen aufweist
(z. B. Schwund der Elastizität); -heilkunde, die: Teilgebiet
der Medizin, das sich mit den spezifischen Erkrankungen
des alten Menschen, ihrer Vorbeugung u. Behandlung befaßt;
Geriatrie: -heim, das: svw. t Altenheim; -herz, das: Herz
114
Alumnus
mit altersbedingten physiologischen Veränderungen (z.B.
Nachlassen der Leistungsfähigkeit); -hilfe, die; -:
betriebliche A.; -hochdruck, der: durch das Alter erhöhter
Blutdruck; -Jahr, das (schweiz.): svw. t Lebensjahr; -Jubilar,
der (bes. österr.): betagte Person, die einen Ehrentag feiert;
-klasse, die: 1. svw. T-gnippe. 2. (Sport) Wettkämpfer
einer bestimmten Altersstufe (z.B. Junioren. Senioren). 3.
(bei Haustieren) Tiere bestimmter Altersstufen. 4. (Forstw.)
nach dem Alter zusammengefaßter Waldbestand: -kleid,
das (Jägerspr.): Gefieder ausgewachsener Federwildarten;
-krankheit, die: durch fortgeschrittenes Alter begünstigte,
vorzugsweise im Alter auftretende Krankheit; -leiden, das:
vgl. t-krankheit; -marasmus, der (Med.): svw.
t-schwäche; -mäßig <AdJ.; o. Steig.): dem jeweiligen Alter
entsprechend, dem Alter nach; -nmmdart, die: die nach Satzbau
u. Wortschatz der jeweiligen Entwicklungsstufe eines Kindes
eigene Sprechweise; -panfk, die: im Alter auftretende Angst,
etwas versäumt zu haben; -Pension, die (österr.): die dem
Altersruhegeld in der BRD entsprechende Leistung der So-
zialverSicherung; -Präsident, der: ältestes Mitglied einer
Körperschaft od. eines Parlaments, das bis zum Amtsantritt
eines gewählten Präsidenten den Vorsitz führt; -prozeß»
der: Vorgang des Altwerdens. Alternsvorgang. Seneszenz;
-Pyramide, die: graphische Darstellung des Altersaufbaus
einer Bevölkerung in Form einer Pyramide; -refite, die:
regelmäßige Geldzahlung an Personen, die die erforderliche
Altersgrenze (2) erreicht haben; -roman, der: im Alter
verfaßter Roman; -rohegeJd, das: Leistung der gesetzlichen
Rentenversicherung, die Versicherten nach Erreichen der
Altersgrenze (2) gewährt wird; -schwach <Adj.; o. Steig.):
a) ( von Personen) vom Alter geschwächt, gebrechlich,
hinfällig: mein Großvater ist schon etwas a.; b) (von
Gegenständen) durch lange Benutzung unbrauchbar, wacklig;
ausgedient; im Verfall begriffen: ein -es Auto; -e Möbel,
Gebäude; -schwäche, die <o. PL): Verfall der Kräfte im Alter.
Altersmarasmus; -Sicherung, die: materielle Vorsorge für
das Alter; nichtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: durch
altersbedingten Verlust der Anpassungsfähigkeit der Augenlinse
weitsichtig, dazu: -sichtigkeit, die: Altersweitsichtigkeit.
Presbyopie; -sitz, der: Ort. an den sich jmd. im Alter
zurückzieht. Ruhesitz; -Soziologie, die: wissenschaftliche
Erforschung der sozialen Beziehungen des alternden Menschen,
soziologische Alternsforschung; -sport, der: leichtere
sportliche Übungen speziell für das fortgeschrittene Alter zur
Erhaltung u. Erhöhung der Leistungsfähigkeit; -«tanrsinn,
der: durch fortgeschrittenes Alter bedingter Starrsinn.
Eigensinn; altersbedingte Starrköpfigkeit. Unnachgiebigkeit.
dazu: -starrsinnig <AdJ.>; -stil. der <o. PL): für das Schaffen
des alternden Künstlers charakteristische Ausdrucksform;
^«tufe, die: Abschnitt im Lebensalter; -struktur, die: svw.
t-aufbau; -unterschied, der: Unterschied im Lebensalter;
-Versicherung, die: Versicherung, die den Lebensunterhalt
im Alter gewährleistet; ^Versorgung, die: I gesetzlich
geregelte I Versorgung alter Menschen; -werk, das: im Alter
geschaffenes Kunstwerk; Spätwerk; -Zuschlag, der: 1. Geldbetrag,
der je nach Altersklasse zusätzlich zum Arbeitsentgelt gezahlt
werden kann. 2. (Schweiz.) Ausgleich der durch
Altersunterschiede bedingten Leistungen im Schützensport.
Altertum [altBtu:m]. das: -s: a) älteste historische Zeit eines
Volkes od. einer Kultur: Sagen aus dem deutschen A.;
b) älteste historische Zeit der Griechen u. Römer (klassisches
Altertum. Antike); Altertümelei [...ty.'ma'lqp. die; -. -en:
übertriebene Nachahmung von Stil u. Wesen des Altertums;
altertümeln ['altetyrmln] <sw. V.; hat): Stil u. Wesen des
Altertums übertrieben nachahmen; archaisieren: er altertü-
melte gern; <meist im 1. Part.:) eine -de Ausdrucksweise;
Altertümer [...ty:mn] <P1.): / KunstJgegenstände. Denkmäler
aus dem Altertum: A. sammeln; Altertümler [...ty:mle]
(veraltet): altertümelnde Person: altertümlich [...ty:mh?] <AdJ.;
Steig, selten): aus alter Zeit stammend; in der Art früherer
Zeiten; archaisch: eine -e Wohnungseinrichtung; sie (=
die Straßen) waren a. und idyllisch (Böll, Adam 62), dazu:
^hertümlichkeit die; -.
Altertum-: -forscher, den Vertreter der Altertumsforschung.
Archäologe; -forschung, die <o. PL): Wissenschaft von der
Erforschung der Kulturen des Altertums. Archäologie;
-künde, die: Lehre von der Erforschung des Altertums.
Archäologie; ^wert, der <o. PI.) fast nur in der Verbindung A.
haben (wegen seines Alters besonders wertvoll sein): dieses
Möbelstück hat A.; sein Fahrrad hat nur noch A. (scherzh.;
ist schon sehr abgenutzt, kaum noch zu gebrauchen):
-Wissenschaft, die <o. PI.): svw. t -künde.
Alterung ['altoruol. die; -. -en: 1. <o. PI.) (von Lebewesen,
hauptsächlich vom Menschen) Vorgang des Altwerdens.
Altern. Seneszenz: die A. der Bevölkerung. 2. a) (von
Materialien. Geräten. Flüssigkeiten) das Altern (2): A. oder Bruch
des Materials; b) Veränderung des GefÜges. der
Zusammensetzung od. der Eigenschaften durch natürliches od.
künstliches Altern: die künstliche A. von Wein, Spirituosen.
tlterunes-, Alterung»-: -beständig <Adj.; nicht adv.): (von
Materialien. Geräten. [ Werk JStoffen) nicht alternd:
widerstandsfähig, beständig gegen Alterung: ein -er
Kunststoff; -mittel, das: Mittel od. Verfahren zur künstlichen
Alterung; -prozeß, der: Vorgang. Ablauf der Alterung;
-Schutzmittel, das: organische Verbindung, die die
Oxydation (Alterung) von Kautschuk hemmt; -versuch, der:
versuchsweise künstliche Alterung von / Werk JStoffen zur
Materialprüfung.
Älteste ['eltdstdl. der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete):
1. ältestes Mitglied einer Gemeinschaft (Senior); Vorsteher.
Oberhaupt einer [Kirchen]gemeinde; Presbyter: der Rat
der -n. 2. ältester Sohn, älteste Tochter: an unserem
(unserer) -n haben wir schon eine große Stütze.
fitesten-: -kreis, der: Gesamtheit der Ältesten (1) einer
Kirchengemeinde; -Prediger, der: Prediger in freien
Kirchengemeinden; *nU der <P1. ...rate): l.a)
Parlamentsausschuß; b) <o. PI.) in der Bundesrepublik Deutschland Organ
des Bundestages aus Vertretern der Fraktionen zur
Unterstützung des Bundestagspräsidenten. 1. bei Naturvölkern
aus den Altesten eines Gemeinwesens bestehende Institution
zur Regelung des gesellschaftlichen Lebens; -recht, das
<o. PL): 1. Art der Erbfolgeordnung, bei der das älteste
Mitglied innerhalb der Familie die Erbfolge antritt (Senio-
rat). 1. landsch. geltendes Recht, nach dem bei der Übergabe
eines Hofes das älteste Kind des Eigentümers die Erbfolge
antritt (Majorat); -Sitzung, die: Sitzung der
Kirchenältesten; -würde, die <o. PL): Amt u. Würde des Ältesten.
Seniorat.
Althee [al'te:d], die; -, -n [...e:an; lat. althaea < griech.
althaia]: a) (Bot.) Heilpflanze aus der Gattung der
Malvengewächse (Eibisch); b) aus den Blüten. Blättern od. Wurzeln
der Althee(a) gewonnenes Hustenmittel. Altheesaft.
Altist [al'tist], der; -en. -en [älter ital. altista. zu: alto.! Alt]:
Sänger (meist Knabe) mit Altstimme; Altjstin, die; -, -nen:
w. Form zu t Altist.
ältlich feltlif] <AdJ.; nicht adv.): nicht mehr ganz jung.
Anzeichen des Alters zeigend: eine -e Dame; Einzig der
Hund Perkun begleitet das sanft -e Mädchen (Grass.
Hundejahre 22); eine Frau mit einem -en Gesicht; er sieht
schon etwas ä. aus.
-altrig: T -alterig.
Altruismus [altru'ismus], der; - [frz. altruisme. zu lat. alter
(frz. autrui) = der andere] (bildungsspr.): selbstlose Denk-
u. Handlungsweise. Uneigennützigkeit (Ggs.: Egoismus):
aus reinem A. handeln; Altruist, der; -en. -en [frz. altruiste]
(bildungsspr.): selbstloser, uneigennütziger Mensch (Ggs.
Egoist); altruistisch <AdJ.) (bildungsspr.): selbstlos,
uneigennützig, aufopfernd (Ggs.: egoistisch): ein -er Mensch;
rein -e Ziele verfolgen.
Alu fa:lu], das; -s: (ugs.) Kurzf. von t Aluminium; <Zus.:>
Alufolie, die: kurz fürt Aluminiumfolie; aluminieren [alumi-
'nLran] <sw. V.; hat): Metallf teile/ mit Aluminium
überziehen; Aluminium [alu'mi:nlum], das; -s [lat. alümen (Gen.:
alüminis) = Alaun (nach seinem natürlichen Vorkommen
in der Alaunerde)]: ein silberweißes Leichtmetall
(chemischer Grundstoff): Zeichen: AI; ugs. Kurzf.: Alu.
alisniniunv, Ahaninkm-: ^Mech, das: dünn ausgewalztes
Aluminium; -druck, der <P1.: ^drucke): svw. f Algraphie; ~far-
be. die: Deckfarbe aus Aluminiumpulver u. einem
Bindemittel; -folie, die: dünnes Blatt aus Aluminium für Verpak-
kungs- u. Isolationszwecke; -haltig <AdJ.; nicht adv.):
Bauxit ist ein stark -es Mineral; -[staublhmge, die: eine
Berufskrankheit.
Alumnat [alum'na.t], das; -[e]s, -e [zu lat. alumnus, f
Alumnus]: 1. mit einer Lehranstalt verbundenes /kostenfreies!
Schülerheim. Internatsschule. 2. (österr.) Anstalt zur
Heranbildung von Geistlichen; 3. (hist.) kirchliche
Erziehungsanstalt; Alwine [a'lumnd], der; -n, -n, Abramis [...nusl.der.
-. ...nen [lat. alumnus = Pflegekind. Schüler]: Schüler
eines Alumnats.
89
115
Alveolar
Alveolar [alveolar?]. der; -s. -e (Sprachw.): an den Alveolen
des Oberkiefers gebildeter Laut; Alveole [alve'o:to], die;
-. -n (meist PI.) [lat. alveolus = kleine Mulde. Wanne]
(Med.): a) Knochenmulde im Ober- oder Unterkiefer, in
der Zahnwurzeln sitzen: b) Lungenbläschen.
Alwegbahn [alve:k-], die; -. -en [nach dem schwed.
Industriellen Axel Lenhart Wenner-Gren]: eine
Einschienenhochbahn.
Atzerl ['altjul]. das; -s. - (Vkl. von: Alz = Lederauflage
auf den Schuhleisten, kleines Stück < ital. alzo = Stück
Leder, das den Schuh ausfüllt] (österr. mundartl.): ein
i ganz klein) wenig: ein A. Käs, ein Stückl Fisch
(Weinheber. Der Phäake 49).
am [am] <Präp. an + Art. dem) [mhd. ame]: 1. a) räumlich
(meist auflösbar) tan 1.1 b; (österr.) auch für ..auf dem4':
Clayton lag am monströs geschwungenen mächtigen
Diwan (Doderer. Wasserfälle 15); (nicht auflösbar): a) <bei
geogr. Namen u. Begriffen:) Frankfurt am Main; Springe
liegt am Deister; am Atlantischen Ozean; am Äquator:
ß) <bei bestimmten Fügungen:) am Ziel/Ende [sein]; am
Werk sein; [etw.] am Rande [bemerken]; (Kaufmannsspr.):
etw. am Lager haben; am Zuge sein; etw. am Stück (unauf-
geschnitten) kaufen; b) zeitlich (nicht auflösbar) tan I.
2 a. 2. <am + Superlativ): am besten; am schönsten;
er läuft am schnellsten. 3. <am + subst. Inf.) a) (nach
einigen Verben mit an + Dativ:) er zweifelte am Gelingen/
war schuld am Scheitern des Planes; sich am
Wettschwimmen beteiligen; b) <am... + subst. Inf. + sein, zur Bildung
der Verlaufsform) (landsch.. bes. rhein.): dabei sein, etwas
zu tun; beim ... sein: ich bin sehr am Überlegen, ob ...;
das Mittagessen ist am Kochen.
amabile [a'ma.bib] <Adv.) [ital. amabile < lat. amäbilis]
(Musik): liebenswürdig, sanft, zart in der Vortragsweise.
«magnetisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): nicht magnetisch,
nicht auf einen Magneten reagierend: die -e. grundminensi-
chere Außenhaut von U-Booten.
Amalgam [amaTga:m],das; -s. -e[mlat. amalgama < arab.
al-maliam = die erweichende Salbe, aus al = Artikel
u. gr. milagma = das Erweichende, weicher Körper]
(Chemie): Legierung eines Metalls mit Quecksilber; Ü Sein
Denken ist ein A. (Gemisch) aus Positivismus und historischem
Materialismus (Adorno. Prismen 72); <Zus.:) AmalgamfiU-
hmg, die (Med.): Zahnfüllung aus Silber- oder
Kupferamalgam; Amalgamation [amalgama*&lo:n]. die; -. -en [mlat.
amalgamatio]: Verfahren zur Gewinnung von Gold (auch
von Silber) aus deren Erzen mit Hilfe von Quecksilber;
amalgamieren [...ga'mi:ren] <sw. V.; hat) [mlat. amalgama-
re]: 1. (Technik) ein Metall mit Quecksilber legieren u.
dadurch eine Quecksilberlegierung herstellen: Zinn mit
Quecksilber a.; (auch: a. + sich) die Metalle amalgamieren
sich mit Quecksilber in sehr unterschiedlicher Weise. 2.
(Technik) Gold u. Silber mit Hilfe von Quecksilber aus
Erzen gewinnen. 3. (bildungsspr.) jmdn.. sich od. etw. mit
etw. verbinden, verschmelzen, vereinigen: Durch sie (= die
Erziehung) werde das Volk im Lande der Väter amalga-
miert und die Verschiedenheit der Einwandererströme
eliminiert (MM 13. 6. 69. 2); <Abl.:) Amalgamkrung. die;
-. -en.
Amant [a'mä:]. der: -s. -s [frz. amant. subst. 1. Part, von:
aimer = lieben < lat. amäre] (veraltet): Liebhaber,
Geliebter: Die Königin empfing ihre -s in einem Bett (Jahnn.
Nacht 53).
Amarant [ama'rant], der; -s. -e [1: lat. amarantus < gr.
amäranton = eine nicht verwelkende Blume, subst. Neutr.
Sg. von: amärantos = nicht verwelkend; 2: nach den
dunkelroten Blutender Pflanze]: 1. Pflanze aus der Gattung
der Fuchsschwanzgewächse. 2. <o. PL; auch: das; -s> dunkel-
roter Farbstoff; <Abl.:> amaranten <AdJ.; o. Steig.)
dunkelrot; <Zus.:> amarfntrot <Adj.; o. Steig.).
Amardle [amarebl. die; -. -n (mlat. amärellum. zu lat.
amärus = bitter, sauer]: eine Sauerkirsche.
Amaryl [ama'nrl]. der; -s. -e [Phantasiebez.]: ein künstlicher,
hellgrüner Saphir; Amaryllis. die; -. ...Uen [nach lat.-gr.
Amaryllis = Name einer Hirtin]: Zierpflanze aus der
Gattung der Amaryllisgewächse; <Zus.:> Amaryllisgewächs, das
<meist PL): Pflanze aus einer mit den Liliengewächsen
verwandten Pflanzenfamilie.
Amateur [ama't0:$], der; -s, -e [frz. amateur < lat. amätor
= Liebhaber, Verehrer]: a) jmd., der eine Tätigkeit aus
Liebhaberei, als Hobby betreibt; b) Aktiver in einem
Sportverein, der seinen Sport regelmäßig, aber nicht gegen
Entgelt betreibt (Ggs.: Profi); c) (abwertend) Nichtfach-
mann, Dilettant: in den Institutionen des Strafvollzugs,
wo ... Delinquenten als .Amateure4' aufgenommen und
als ..qualifizierte Verbrecher" wieder entlassen werden
(Spiegel 4. 1973.78).
Amateur-: ^bestfcnnungen <P1.) (Sport): internationale
Bestimmungen zur Kennzeichnung des Begriffs ,Amateur";
-film, der; -fotograf, der; -fotografie, die; -funk, der;
-flinker, der; -koch, der; -to, die (Fußball): höchste
Spielklasse für Fußballvereine; -maiwwchaft. die; -resel,
die: vgl. T -bestimmungen; -reiter, der; -spiel, das (Sport):
Wettkampf zwischen Amateurmannschaften; -«port, der:
Amateur- und Berufssport; -Sportler, der; -Status, der
<o. PI.) (Sport): Eigenschaft. Stellung als Amateur; -Statut
das: vgl. t -bestimmungen; -theater, das: Liebhabertheater.
amateurhaft <Adj.): dilettantisch, stümperhaft: a. wirken;
amateurisch (selten): svw. t amateurhaft; AmateurisDus
[amata'rismus]. der; -: zusammenfassende Bez. für alle mit
dem Amateursport zusammenhängenden Vorgänge u.
Bestrebungen.
Amati [a'ma.ti]. die; -. -s: Geige aus der Werkstatt der ital.
Geigenbauerfamilie Amati (16.117. Jh.).
Amazone [ama'^o:na]. die; -. -n [1: lat.-gr. Amazon; 5:
nach seiner Verbreitung bes. in den Uferländern des
Amazonas (< span. Amazonas; nach der Annahme, daß an
dem Strom Amazonenstämme lebten)]: 1. (in der griech.
Mythologie) Angehörige eines in Kleinasien beheimateten
kriegerischen Frauenvolkes. 2. a) / Turnier J reiter in: b) (im
Motorsport) Fahrerin eines Rennwagens. 3. hübsches,
sportliches Mädchen von knabenhaft schlanker Erscheinung. 4.
(veraltet) betont männlich auftretende Frau, Mannweib. 5.
svw. t Amazonenpapagei.
Amazonen-: -ameise, die [zu TAmazone (1); mit Bezug auf
ihre kriegerische Lebensweise] (Zool.): Vertreter einer
Ameisengattung; -Jacke [zu t Amazone (2 b)J:
dreiviertellange sportliche Dameniacke; Autocoat; -papagel, der [nach
seiner Verbreitung bes. in den Uferländern des Amazonas;
zur Etymologie t Amazone (5)] (Zool.): Vertreter einer
Gattung großer Papageien mit 26 Arten: -springen, das [zu
t Amazone (2 a)] (Pferdesport): Springturnier für Damen;
-stein* der [nach dem Vorkommen am Amazonas; zur
Etymologie T Amazone (5)]: ein smaragdgrüner
Kalifeldspat; Halbedelstein.
Ambassade [amba'sa:cb. frz.: äba'sad]. die; -. -n [frz. ambas-
sade < ital. ambasciata < prov. ambaissada. zu: *ambais-
sa < got. andbahti = T Amt] (veraltet): Botschaft.
Gesandtschaft; Ambassadeur [...sa'do:?]. der; -s. -e [frz. ambassa-
deur < ital. ambasciatore < prov. ambaissador, zu:
ambaissada. t Ambassade]: Botschafter, Gesandter.
Ambe l'ambo], die; -. -n [frz. ambe < lat. ambo = beide]
(Math.): Verbindung zweier Größen in der
Kombinationsrechnung.
Amber ['ambe). der; -s. -[n] [frz. ambre < arab. 'anbar].
Ambra Cambra]. die; -. -s [ital.. mlat. ambra < arab.
'anbar]: ä) fettigeDarmausscheidungdes Pottwals; b) daraus
hergestellter Duftstoff; <Zus.:> Amberbaum, der [nach dem
stark riechenden Harz (Bot.): Vertreter der Gattung
Zaubernußgewächse: ein Parkbaum mit ahornblattähnlichen
Blättern, die im Herbst eine auffallende Rotfärbung
annehmen.
Ambiente [am'bjenta], das; - [ital. ambiente < lat. ambiens
(Gen.: ambientis), 1. Part, von: ambire = herumgehen,
etw. umgehen] (bildungsspr.): Umwelt, Atmosphäre;
Milieu, das eine Persönlichkeit, einen Raum od. ein Kunstwerk
umgibt, ihm eigen ist.
Ambition [ambi't§io:n]. die; -. -en (meist PI.) [frz. ambition
< lat. ambitio, eigtl. = das Herumgehen (als Bittsteller)]
(bildungsspr.): auf ein bestimmtes Ziel gerichtetes Streben;
Iberuflicher] Ehrgeiz: künstlerische, politische -en; er hat
keine -en (will nicht weiterkommen, ist mit seinem
beruflichen Rang zufrieden); ein Landarzt. ...mit -en auf
Eigenheim und Auto (Fries. Weg 56); <Abl.:) ambitfcmfert [...p-
'ni:?t] <AdJ.; nicht adv.) (geh.): ehrgeizig, strebsam; ein
-er Sportler. Spieler; den vielen -en Nachwuchsfahrern,
die es unterhalb der Grand-Prix-Ebene gibt (Frankenberg.
Fahrer 171): ambitiös [...'tßj^sj <AdJ.) [lat. ambitiösus]
(meist abwertend): ehrgeizig, geltungsbedürftig: Miserables
und affektiertes Deutsch treffen bei unfähigen, doch -en
Autoren zusammen (Deschner. Talente 202).
116
Amerikanist
ambivalent [ambivalent] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. ambi-
= von zwei Seiten, herum u. valens (Gen.: valentis) =
stark, mächtig] (Med., Psych.. Sprachw.): doppelwertig u.
deshalb oft in sich widersprüchlich: zwiespältig: Die
Beziehung zwischen den beiden ist problematisch, doppeldeutig,
geladen mit -em Gefühl (K. Mann. Wendepunkt 11); a.
reagieren; <Subst.:> Ambivalenz [...'lent^l. die; -. -en:
Zwiespältigkeit: Spannungszustand: Zerrissenheit /der Gefühle
u. Bestrebungen].
'Ambo ['ambo], der; -s. -s u. ...ben [ital. ambo < lat. ambo
= beide] (österr.): Doppeltreffer beim Lotto.
aAmbo[-],der;-s.-s. Ambon Tarnten], der; -s. ...nen [am'bo:-
nan; kirchenlat. ambö < (spät)griech. ämbön]: svw. tLek-
tionar (2).
Ambofl I'ambDs]. der; ...osses. ...osse; <Vkl. fAmbößchen)
[1: mhd. anebös. ahd. anabös. eigtl. = woran (worauf)
man schlägt, zu tan u. ahd. bösan = schlagen, stoßen,
klopfen]: 1. eiserner Block mit ebener Fläche, auf dem
der Schmied das Eisen schmiedet: das glühende Eisen auf
den A. legen; er schlug auf den A. 2. (Anat.) eines der
drei Gehörknöchelchen. 3. (Musik) ein Schlaginstrument.
4. (Waflent.) Plättchen in der Patrone, das vom Schlagbolzen
getroffen wird.
4mboß-: -bahn, die: ebene Deckfläche des Ambosses, auf
die das zu bearbeitende Werkstück gelegt wird: -einsatz,
der: Zusatzstück (zum Halten od. Formen des
Schmiedegutes), das in ein Loch des Ambosses gesteckt wird: -ftiB,
der; -klotz, der: l Holz]klotz, auf dem der eigentliche
Amboß befestigt ist: Untersatz für den Amboß: M-üttler der
(Bauw.): ein Rüttler mit Stoßausgleich: -stock, der: svw.
1-klotz.
Ambößchen l'ambcts^n]. das; -s. -: t Amboß.
Ambra T Amber.
Ambrosia [am'bro:zia]. die; - [lat.-griech. ambrosia. eigtl.
= Unsterblichkeit]: 1. (in der griech. Myth.) Nalmmg der
Götter, die ihnen ewige Jugend und Unsterblichkeit verlieh:
Ich ... atmete ... die feuchte Luft .... nach dem Weindunst
kam sie mir wie A. vor - was immer auch A. gewesen
sein mag (Fallada. Herr 131). 2. eine bestimmte Süßspeise.
3. Pilznahrung bestimmter Insekten: <Abl. zu 1 :> ambrosisch
[am'bro:ziJ1 <AdJ.) (geh.. veraltend): himmlisch, göttlich:
köstlich: -e Düfte; <Zus. zu 3:) Ambrosiapilz, der.
ambulant [ambulant] <AdJ.; o. Steig.) [frz. ambulant <
lat. ambuläns (Gen.: ambulantis), 1. Part, von: ambuläre
= herumgehen]: 1. wandernd, umherziehend: nicht
ortsgebunden: -er Handel; Verband -er Gewerbetreibender; ein
Gewerbe a. betreiben. 2. (Med.) nicht an eine
Krankenhausaufnahme gebunden: Sprechstunden-. Durchgangs- (Ggs.:
stationär): -c Behandlung; der Verletzte konnte a. versorgt
werden; Ambulanz [ambulant^] die; -, -en [frz. ambulance]
(Med): a) bewegliches Feldlazarett: /fahrbare] ärztliche
Unter suchung s- u. Behandlungsstation: b) Kranken-.
Rettungswagen: c) Sanitätsstation. Behandlungsraum für Erste
Hilfe /in Betrieben/: d) poliklinische Station für ambulante
Behandlung: <Zus.:> Amhufriwgrtillfe, der; Ambulfnzwa-
gen, der: svw. t Ambulanz (a, b); ambulatorisch [ambula-
to:nJ] <Adj.; o. Steig.) [lat. ambulätörius = beweglich]:
svw. f ambulant (2); Ambulatorium [...rium], das; -s. ...ien
[...ian; nach russ. ambulatorUa] (bes. DDR): Einrichtung
zur ambulanten Behandlung der Bevölkerung.
Ameise ['a.m^jzal. die; -. -n [mhd. ämeise. ahd. ämeija.
zu ahd. ä- = fort, weg u. meizan = (ab)schneiden. hauen,
nach dem scharfen Einschnitt zwischen Vorder- und
Hinterkörper]: kleines, meist rotbraunes bis schwärzliches,
staatenbildendes Insekt, das oft in haufenförmigen Bauten
od. in Nestern im Boden lebt [u. für das sein als emsig
empfundenes Tätigsein charakteristisch ist]: -n krabbeln
über Halme, beißen; sie ist fleißig v\ k« eine A.; hier wimmelt
es von -n.
ameisen-, Ameisen-: -Jbär, der: Vertreter einer
Säugetierfamilie: in Mittel- und Südamerika beheimatetes. Ameisen und
Termiten fressendes Tier mit röhrenförmig ausgebogener
Schnauze: ^d. das <meist PI.) (ugs.): Puppe der Ameise:
-fleiß, der (ugs.): unermüdlicher, großer Fleiß: -»eist, der
<o. PL): svw. t^Spiritus; -grille, die (Zool.): Vertreter
einer als Parasit in Ameisennestern lebenden Grillenfamilie:
-groB <AdJ.; o. Steig.): /nur] so groß wie eine Ameise:
die Menschen im Tal erschienen nur noch a.; -häufen,
der: Bau der Ameisen: -Igel, der (Zool.): Vertreter einer
Familie Termiten u. Ameisen fressender Säugetiere: -Hmg-
fer,die (Zool.): Vertreter einer libellenähnlichen
Insektenfamilie: -kribbeln, -laufen, das; -s: ein Kribbeln od. feines
Stechen in der Haut (wie von Ameisen): -Wwe. der (Zool.):
Larve der t ^Jungfer; -liest das; -pfad, der: svw. t -straße;
-puppe, die (Zool.): Puppe (3) der Ameise: -säure, die
<o. PI.) (Chemie): einfachste organ. Säure: ein
Konservierungsmittel: -Spiritus, der <o. PI.) (Chemie. Med.): in
Alkohol gelöste Ameisensäure: Einreibmittel gegen
Rheumatismus: -Staat, der: straff durchorganisierte
Lebensgemeinschaft der Ameisen: -Straße, die (Zool.): von Ameisen
zwischen ihrem Nest und den wichtigsten Nahrungsquellen
angelegter Weg: ^wespe, die: svw. t Bienenameise.
gmeisenhaft <Adj.; -er. -este): emsig, fleißig.
Amdioration [ameljora't$io:n]. die; -. -en [frz. amälioration,
zu: amäliorer. t ameliorieren]: a) Verbesserung des
Ackerbodens: b) Veredelung. Verfeinerung /von Metall]:
ameliorieren [...'riron] <sw. V.; hat) [frz. ameliorer. zu afrz. ameillo-
rer, zu: ä = zu. nach (< lat. fad) u. meillor = besser
(< lat. melior)]: /den Ackerboden/ verbessern.
Amelkorn ['a:m)-]. das; -s [aus mhd. amel, amer, ahd. amar
= Sommerdinkel u. tKorn]: svw. tEmmer.
amen [,a:men.x,a:mdn] <Adv.) [mhd. amen < lat. amen
< griech. amen < hebr. '^men = wahrlich; es geschehe!]
(Rel.): liturgische Abschlußformel zur Bekräftigung nach
Gebet. Segen. Schriftlesung. Predigt: * zu allem ia und a.
sagen (ugs.; mit allem einverstanden sein, sich mit allem
abfinden): <subst.:> Amen [-]. das; -s. - <P1. selten): die
Gemeinde sang das A.; R das ist so sicher wie das A.
in der Kirche (das ist ganz gewiß): *sein A. [zu etw.]
geben (seine Einwilligung. Zustimmung geben).
Amendement [amädd'mä:]. Amendment [d'mendmdnt]. das:
-s. -s [frz. amendement, zu: amender, tamendieren]:
1. (Pari.. Verfassungsw.. Völkerr.) a) Abänderungsantrag
zu einem Gesetzentwurf: b) Gesetz zur Änderung od.
Ergänzung eines bereits erlassenen Gesetzes 2. (Jur.) Berichtigung
od. Änderung des Vorbringens einer Partei im Verlaufeines
gerichtlichen Verfahrens: amen|die|ren [amen,di:rdn] <sw.
V.; hat) [frz. amender < lat. emendäre = berichtigen]:
ein Amendement (I a, 2) einbringen: Amendment [engl,
amendment < frz. amendement]: t Amendement.
Amenorrhö, Amenorrhoe [ameno'ra:]. die; -. ...öen [...o:dn;
aus gr. a- = nicht, un- u. tMenorrhö] (Med.): Fehlen
od. Ausbleiben der Menstruationsblutung: <Abl.:>
amenorrhoisch <AdJ.; o. Steig.): die Amenorrhö betreffend.
American Bar [a'mEnkan 'ba:?!. die; - -, - -s: schon am
Vormittag geöffnete Hotelbar in zwanglos-einfachem Stil
mit nur wenigen Tischen u. Stühlen: Hotel ... Alle Zimmer
mit Dusche... sowie Telefon. Aufenthaltsraum, Lift,
American Bar (Reiseprospekt 1975).
American way of life fe'menkdn 'wei av laifl, der;
- [engl.-amerik.]: Lebensstil. Lebenshaltung.
Anschauungsweise der Amerikaner.
Ameridum [ame'ri:t$ium]. das; -s [engl, americium, nach
dem Erdteil Amerika (geb. in Analogie zu Europium):
künstlich hergestelltes metallisches Element: chemischer
Grundstoff: Zeichen: Am.
amerika-, Amerika- [a'me:rika-]: -deutsche, der u. die: in
Amerika geborene! r] od. lebende/rl Deutsche/r]:
-feindlich <Adj.); -freundlich <Adj.); -haus, das: von den USA
im Ausland unterhaltenes Kulturzentrum.
AmerBcana, Americana [ameri'ka:na] <P1.) (Buchw.): Werke
über Amerika: Amerikaner [...ml. der; -s. -: rundes
Gebäckstück aus Weizenmehl mit Zuckerguß: <Zus.:>
Amerikanerrebe, die (Weinbau): Vertreter einer amerikanischen
Wildrebensorte, auch Bastard aus dieser u. einer europ. Kultursorte:
Amerikanerwagen, der (Schweiz.): Automobil
amerikanischer Herkunft: amerikanisch in der Fügung: amerikanische
Einstellung (Film; Aufnahme, bei der eine Person
bis etwa zum Knie zu sehen ist): amerikanisieren [ame-
rikani'zi.ran] <sw. V.; hat): a) jmdn.. sich od. etw. der
amerikanischen Sprache od. den amerikanischen
Verhältnissen angleichen: die Welt als amerikanisiertes Vakuum, wo
sie hinkommen, alles wird Highway (Frisch. Homo 251);
b) (Wirtsch.) (einen Betrieb, eine Firma) mit
amerikanischem Kapital ausstatten, unter amerikanische Leitung
stellen: <Abl.:) Amerikanfetknmg* die; -. -en; Amcrlkanismus
[...'nismos], der; -. ...men [amerik. americanism]
(Sprachw.): 1. sprachliche Besonderheit des amerikanischen
Englisch. 2. Entlehnung aus dem Amerikanischen / ins
Deutsche/: Amerikanist, der; -en. -en: Wissenschaftler auf dem
117
Amerikanistik
Gebiet der Amerikanistik; Amerüuuijstit, die; -: a)
Wissenschaft von der Geschichte. Kultur u. Sprache der USA;
b) Wissenschaft von der Geschichte. Sprache u. Kultur des
alten Amerikas; amerikanjstisch <AdJ.>: a) <o. Steig.): die
Amerikanistik betreffend: -es Wörterbuch; b) sich ante-
rikanisch gebend; in übertriebener Weise amerikanische Le-
bensartnachahmend; Amerikanlzitit[...nitji,t£:tJ.die; -
(bildungsspr.): amerikanischer Ursprung, amerikanische
Herkunft einer Person od. Sache.
^methodisch <Adj.) [aus griech. a- = nicht, un- u.
tmethodisch]: nicht methodisch, planlos; ohne System.
Amethyst [ame'tYst]. der; -[eis, -e [lat. amethystus < griech.
am&hystos. eigtl. = nicht trunken (nach der Annahme,
daß der Stein vor Trunkenheit schütze)]: violetter
Halbedelstein; eine Varietät des Quarzes; <Abl.:> amethystcn <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (dichter.): amethystfarben; <Zus.:)
amethysdarben <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): violett.
Ameubkment [amobld'mä:], das; -s. -s [frz. ameublement,
zu meuble = t Möbel] (veraltet): Wohnungseinrichtung.
'Ami I'ami]. der; -[sh -[s] (ugs.): kurz für: Amerikaner; ameri-
kanischer Besatzungssoldat; 2Ami [-]. die; -. -s (ugs.):
kurz für: amerikanische Zigarette.
Amid [a'mi:t], das; -[e]s. -e [Kunstwort aus t Ammoniak
u. Suffix -id] (Chemie): a) chemische Verbindung des
Ammoniaks, bei der ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch
ein Metall ersetzt ist; b) Ammoniak, dessen H-Atome durch
Säurereste ersetzt sind.
Amin [a'mi.n], das; -s. -e [Kunstwort aus TAmmoniak u.
Suffix-in]: von Ammoniak abgeleitete chemische Verbindung
mit Ersatz eines oder mehrerer Wasserstoffatome durch
Alkylreste; Aminkrung« die; -. -en (Chemie): das Einführen
einer Aminogruppe in eine organische Verbindung; Amjno-
gruppe, die: chemische Gruppe aus einem Stickstoffatom
und zwei Wasserstoffatomen; Aminosäure, die: organische
Säure, bei der ein Wasserstoffatom durch eine Aminogruppe
ersetzt ist (wichtigster Baustein der Eiweißkörper).
Amitose [ami'to:zo]. die; -. -n [aus griech. a- = nicht,
un- u. tMitose] (Biol.): direkte Zellkernteilung; amitotisch
<Adj.; o. Steig.) (Biol.): die Amitose betreffend.
Aimnam ['aman]. der; -[eis. Ammänner [amener; mhd.
amman. ambetman. ahd. ambahtman = Amtmann]
(Schweiz.): Beamter der vollziehenden Gewalt; Vorsitzender
einer Verwaltungsbehörde; vgl. Gemeindeammann.
Landammann; dazu: Ammmtehr« das (meist PI.):
Amtszeit, für die ein Ammann gewählt ist.
Amme ['ama], die; -, -n [mhd. amme. ahd. amma,
kindersprachliches Lallw.]: 1. a) Frau, die ein fremdes Kind mit
ihrem eigenen zusammen] stillt u. betreut; Kinderfrau; b)
Ernährer!in]; Mensch od. Tier als Ersatzmutter; Im Freien
hätten die Fasane die A. wohl sofort verloren (Lorenz.
Verhalten I, 198). 2. (Biol.) Weibchen, das unbefruchtete
Eier zur Entwicklung bringt.
4mmen-: ^biene, die (Zool.): Arbeitsbiene während der Zeit,
in der sie die Brut füttert; ^bier, das <o. PI.) (ugs.
scherzhaft): alkoholarmes Malzbier; Generation, die (Biol.): die
im Generationswechsel auftretende Generation mit
ungeschlechtlicher Teilung; ~4»i. der (Zool.): Vertreter einer
Fischfamilie; Mnirdien, das: unwahre, erfundene
Geschichte, die für einen naiven, leichtgläubigen Zuhörer gedacht
ist; ^vofld, der: Vogel, der fremde Eier ausbrütet od. fremde
Junge futtert; ^zeugung, die (Biol.): Form des
Generationswechsels.
Ammer 1'amB], die; -. -n. fachspr. auch: der; -s. -n [mhd.
amer. ahd. amaro. wohl gek. aus: *amarofogal =
Dinkelvogel (da sich der Vogel vorwiegend von Getreidekörnern
ernährt)) (Zool.): Vertreter einer Unterfamilie der
Finkenvögel, von der am bekanntesten die Goldammer ist.
Ammoniak [amo'niak od. ' . österr. a'mo:...]. der; -s
[lat. (säl) Ammöniacum = ammonisches (Salz) < griech.
ammöniakön (nach der Ammonsoase [heute Siwa] in
Ägypten, wo dieses Salz gefunden wurde)] (Chemie):
stechend riechende, gasförmige Verbindung von Stickstoff und
Wasserstoff
ammoniak-, Ammoniak-: MÜinger, der: stickstoffhaltiges
Düngemittel; -4tfütfg [-haltic] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.)
(Chemie): Ammoniak enthaltend; ^Utoung, die: svw. t
Salmiakgeist; ~salz, das; --seife, die.
Ammonit [amo'nht. auch: ...nit], der; -en. -en [zu lat. cornü
Ammönis = Hörn des Ammon (nach der Gestalt des
Kalkgehäuses, die einem Widderhorn ähnelt; der
ägyptische Gott Ammon wurde mit Widderhömern dargestellt)]:
a) (Zool.) Vertreter einer ausgestorbenen Gruppe von
Kopffüßern aus dem Erdzeitalter von Jura u. Kreide; b) (Geol..
Archäol.) (als Leitfossil dienende) spiralförmige
Versteinerung eines Ammoniten (a). Ammonshorn (2); Ammonium
[a'mo:nium], das; -s: Ammoniak enthaltende Atomgruppe,
die sich in vielen chemischen Verbindungen wie ein Metall
verhält; Ammomhorn famans-]. das <P1.: ...hörner) [für
älter: Cornu ammonis (nach der Form; vgl. Ammonit)]:
1. (Zool.. Anat.) Teil des Großhirns bei Säugetieren u.
beim Menschen. 2. svw. t Ammonit (b).
Amnesie [amnezi:]. die; -. -n [...i:an; griech. amnesia =
das Vergessen] (Med.): Gedächtnisstörung.
Amnestie[amncs'ti:].die;-.-n[...i:dn; lat. amnestia < griech.
amnestia = Vergessen. Vergebung] (Jur.): durch ein
besonderes Gesetz verfügter Straferlaß od. Strafmilderung für
eine Gruppe bestimmter Fälle, bes. für politische Vergehen:
eine A. fordern, erlassen; wurde mein Sohn aus der Haft
entlassen. Er fiel unter eine A. (Nieklsch. Leben 313);
<Zus.:> Amnestkaesetz, das; amnestieren [amnes'tkrcn]
<sw. V.; hat): begnadigen, jmdm. (einer Gruppe) durch
ein Gesetz Straferlaß zubilligen: politische Häftlinge a.;
<Abl.:) Amnestjfinmg, die; -, -en.
Amöbe [a'nrw.bo]. die; -, -n [zu griech. amoibe = Wechsel.
Veränderung] (Biol.): in sehr vielen Arten auftretender
Einzeller, der durch Fließbewegungen des Plasmas ständig die
Gestalt wechselt; Wechseltierchen.
amfiben-, Amöben-: Murtig <Adj.; o. Steig.) (Biol.): wie eine
Amöbe, in der Art einer Amöbe; -befall, der (Biol.. Med.):
Eindringen von Amöben (in einen Organismus); -*ruhr, die
(Med.): in den Tropen u. Subtropen verbreitete
Dickdarmerkrankung; ^seuche, die (Imkerei): eine Bienenkrankheit.
Amok farmok. auch: a'mok]. der; -s[malai.amuk = wütend,
rasend] meist in Verbindungen wie: A. laufen (in einem
Zustand krankhafter Verwirrung mit einer Waffe
umherlaufen u. blindwütig töten); A« fahren (in wilder
Zerstörungswut mit einem Fahrzeug durch die Gegend rasen).
Amok-: -fahrer, der; -fahrt, die; -lauf, der; -laufen, das;
-s; -läufcr, der; -schütze, der.
a-Moll ['a.nrJ, auch: '-'-]. das; -: Tonart; Zeichen: a (ta.
A2); <Zus.:> a-Moll-Etüde, die.
Amor [arm;*, auch: 'a:mo.£; mhd. amor < lat. Amor
= römischer Gott der Liebe, zu: amor = Liebe] in der
Wendung von -s Pfeil getroffen [sein, werden] (dichter.;
verliebt [sein; sich verlieben]).
Amoral, die; - [aus griech. a- = nicht, un- u. t Moral]
(bildungsspr.): Unmoral; Mangel an Moral u. Gesittung:
Jmdn. der A. bezichtigen; ^moralisch [auch: —'—] <AdJ.)
a) nicht moralisch, sich über die herrschende Moral
hinwegsetzend; unmoralisch, moralisch verderblich: ein -er Mensch;
b) sich außerhalb der Mord od. moralischer Bewertung
befindend (als wertneutrale Feststellung); Amonüiamus
[amora'lismus], der; - (bildungsspr.): gleichgültige od.
ablehnende Einstellung gegenüber den /geltenden! Normen
der Moral; amonüjstiseh <AdJ.; o. Steig.): den Grundsätzen
des Amoralismus folgend: eine -e Einstellung; Amoralitit
[...li't£:t], die; - (bildungsspr.): Haltung. Lebensführung,
die keine Moral für sich anerkennt.
Amorces [a'mors] <P1.) [frz. amorces]: Zündblättchen (für
Feuerwerksraketen u.a.).
Amorette [amo'rctd], die; -, -n [mit französierender Endung
zu TAmor] (Kunstwiss.): Figur eines nackten, geflügelten
Knaben (als Begleiter des röm. Liebesgottes). Putte; Amor
fati ['a:mor Ta:ti], der; - - [gepr. von Nietzsche, aus lat.
amor = Liebe u. Gen. Sg. von: fatum. tFatum] (Philos.):
Liebe zum Notwendigen u. Unausweichlichen (als Zeichen
menschlicher Größe); amoroso [amoro.zo] <Adv.) [ital.
amoroso < mlat. amorosus. zu lat. amor = Liebe]
(Musik): zärtlich, innig (Vortragsbezeichnung).
amorph [a'morf] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [griech. ämor-
phos]: 1. (bildungsspr.) ungeformt. gestaltlos: eine -e Masse;
Los Angeles, wie a. und öde es wirkte ... (K. Mann.
Wendepunkt 169). 2. a) (Physik) glasartig, nicht kristallin:
-e Stoffe; b) (Biol.) ohne feste Gestalt: -e Körperformen.
Amortisation (amartiza'&o.n]. die; -. -en <P1. selten): 1.
(Wirtsch.) a) allmähliche Tilgung einer langfristigen Schuld
nach einem bestimmten Plan: eine kurzfristige, langfristige
A.; b) Deckung der für ein Investitionsgut aufgewendeten
Anschaffungskosten aus dem damit erwirtschafteten Ertrag:
dadurch hat sich die A. des teuren Mähdreschers verzögert;
118
Amt
c) (DDR) Abschreibung des Verschleißes, dem die
Grundmittel in der Produktion ausgesetzt sind. 2. (Jur.) a) gesetzliche
Beschränkung od, Genehmigungsvorbehalt Jur den Erwerb
von Vermögenswerten; b) Kraftloserklärung einer Urkunde;
<Zus. zu 1:> Amortisatigmdauer, die: Zeitspanne, in der
eine Schuld getilgt bzw. das investierte Kapital
wiedergewonnen wird; zu 1 a. c: Amortisationsfonds, der: a)
Tilgungsfonds; b) (DDR) Fonds zur Wiederherstellung verbrauchter
Grundmittel; amortfekrbar <o. Steig.; nicht adv.>: tilgbar;
zum Amortisieren geeignet; diese Schuld ist in 20 Jahren
a.; amortisieren [...'zt.ron] <sw. V.; hat) [frz. amortir <
vlat. *admortire = abtöten, zu lat. mortuus = tot]
(Wirtsch.): 1. (eine Schuld) nach einem vorgegebenen Plan
allmählich tilgen; eine Hypothek, ein Darlehen a. 2. a)
(dieKosten, Investitionen) durch die Erträge wieder
einbringen; b) <a. + sich) sich bezahlt machen; die
Anschaffungskosten wieder einbringen; die Investition, die Anschaffung
hat sich schon längst amortisiert. 3. (DDR) den Verschleiß
der Grundmittel in der Produktion einbringen; <Abl.:> Amor-
tiskrung, die; -, -en: svw. T Amortisation.
Amouren [amu:ran] <P1.) [frz. amours. PI. von: amour =
Liebe < lat. amor) (veraltend, noch scherzh.):
Liebschaften. Liebesabenteuer; amowös [amu'ro.s) <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [frz. amoureux < mlat. amörösus. tamoroso]:
a) Liebschaften betreffend, von Liebesbeziehungen handelnd;
Liebes-; -e Abenteuer; b) (selten) der Liebe zugetan,
Liebesabenteuer suchend; sie war ein -es. mütterliches und
ein gefräßiges, unersättliches Wesen (Lynen.
Kentaurenfährte 185).
Ampel fampl], die; -, -n [1: mhd. ampel. ampulle. ahd.
amp(ul)la < lat. ampulla = kleine Flasche, ölgefäß. Vkl.
von: amp(h)ora, t Amphora]: 1. schalenförmige, kleinerei
Hängelampe; im Zimmer brannte eine düstere A. 2.
Lichtanlage, die der Verkehrsregelung dient;
Verkehrsampel; die A. ist außer Betrieb, steht auf Rot. ist auf Grün
gesprungen; der Verkehr wird an dieser Kreuzung durch
-n geregelt. 3. Hängegefäß für Topfpflanzen.
4mpel-: ^anläse, die: Ampel (2) u. zugehörige Anlage;
^pflanze, die: Pflanze, die sich besonders für eine Ampel
(3) eignet; ^System, das: Schaltsystem mehrerer aufeinander
abgestimmter Ampeln (2); -wald, der (ugs. scherzh.):
Häufung von Ampeln (2).
Ampere [am'pe:;]. das; -[s]. - [1881. nach dem frz. Physiker
A. M. Ampere]: Einheit der elektrischen Stromstärke;
Zeichen: A
Ampere-: -meter, das: Meßinstrument für die elektrische
Stromstärke; ^sekvnde,die: Einheit der Elektrizitätsmenge;
svw. tCoulomb; Zeichen: As; ^sfynde, die: Einheit der
Elektrizitätsmenge; eine A. ist gleich 3 600
Amperesekunden; Zeichen: Ah. dazu: ^styndenzflhler, der: ein
Elektrizitätszähler; ^windungszahl, die: Produkt aus der Zahl der
Windungen einer Spule u. der Stromstärke. Maß für den
Magnetfluß in einer Spule.
Ampex fampeks]. die; - [Kunstwort aus amerik. automatic
Programming System extended = erweitertes
automatisches Programmiersystem] (Fernsehen Jargon): nach dem
t Ampexverfahren hergestelltes Band mit aufgezeichneten
Bildfolgen; Von ein Uhr nachts bis ein Uhr mittags muß
die A. geschnitten werden (Hörzu 13.1972.20);
ampexverfahren, das: von der amerik. Firma Ampex entwickeltes
Verfahren zur Aufzeichnung von Bildimpulsen.
Ampfer famof*]. der. -s. - [mhd. ampfer. ahd. amph(a)ra.
amph(a)ro. subst. AdJ. mit der Bed. ..sauer, bitter44] (Bot.):
Vertreter einer Gattung der Knöterichgewächse mit etwa
200 Arten, von denen am bekanntesten der Sauerampfer
ist,
Amphetamin [amfeta'mlml. das; -s. -e (Kunstwort aus >41pha.
Afethyl. Phenethyl u. Amin) (Chemie. Med.): ab Weckamin
u. Droge verwendete chemische Verbindung.
Amphibie [am'fi:bl?]. die; -. -n [lat. amphibion < griech.
amphfblon. zu: amphibios = doppellebig] (Zool.):
Vertreter einer Klasse von sowohl auf dem Land wie auch im
Wasser lebenden Kriechtieren; Lurch.
Amphibien-: ^fahrzeue, das: Kraftfahrzeug, das im Wasser
u. auf dem Land verwendet werden kann; ~flugzeug« das:
Flugzeug, das im Wasser u. auf dem Land starten u. landen
kann; ^panzer, der: vgl. ^fahrzeug; "»wagen, der.
amphibisch [am'fl.bij) <AdJ.; o. Steig.) [zu T Amphibie]: 1.
im Wasser u. auf dem Land lebend od. sich bewegend-
ein -es Lebewesen; Ü diese... -e Zweideutigkeit der Gefühle
(Musll. Mann 1 278). 2. (Milit.) zu Lande u. zu Wasser
operierend: -e Kampfeinheiten; Amphibium [...bium]. das;
-s. ...ien [...jpn] (selten): svw. t Amphibie: In den unentwegt
kalten Hotelzimmern ... war ich zu einer Art A. geworden
(Seghers. Transit 244).
Amphflbolie [amfibo'li:]. die; -. -n [...i:an; lat. amphibolla
< griech. amphibolla]: a) (Philos.) Doppelsinn.
Zweideutigkeit im logischen Sinn; b) (Stilk.) Mehrdeutigkeit (von
Wörtern od. Sätzen); <Abl.:> amphibolbch [...'bo:liJ] <AdJ.;
o. Steig): zweideutig, doppelsinnig.
Amphioleti&Iam'Qpta]. die; -. -n [zu t Ampulle u. t Phiole]
(Med.): Kombination aus Serum- od. Heilmittelampulle u.
Infektionsspritze.
Amphitheater [am'fl:-]. das; -s. - [lat. amphitheätron <
griech. amphithöatron]: [dachloses] in elliptischer Form
angelegtes [antikes] Theater mit stufenweise ansteigenden
Sitzreihen; <Abl:>am|W theatralisch [amfitea'tra:lij] <AdJ.;
o. Steig.) (lat. amphitheätralis]: in der Art eines
Amphitheaters; der Saal war ... steil a. mit Tischen und Bänken
wie flir Studenten der Anatomie (Kaschnitz, Wohin 154).
Amphora ['amforal. die; -. ...ren (...'fo:ran]. Amphore [am-
fo:re], die; -. -n Dat. amphora < griech. amphoreüs]:
bauchiges, enghabiges Gefäß der Antike mit zwei Henkeln
(zur Aufbewahrung von Wein. Öl. Honig usw.);
Kanalwasser, von dem ein Vorrat in einer ... Amphore an einem
der Dachpfosten hing (Th. Mann. Joseph 238).
Ampüflkation [ampliflka't&o.'n]. die; -. -en Dat. ampliflcä-
tiol: 1. (Stilk.) kunstvolle Ausweitung einer Aussage über
das zum unmittelbaren Verstehen Nötige hinaus;
Ausschmückung. 2. (Psychoanalyse) Erweiterung des
Trauminhalts durch Vergleich der Traumbilder mit Bildern aus
Mythologie, Religion usw.. die in sinnverwandter Beziehung
zum Trauminhalt stehen; amplifizierai [...fi'tei.ran] <sw.
V.; hat) (lat. ampliflcäre]: etw. erweitern, weiter ausführen;
etw. unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten.
Amplitude [ampli'tuxb]. die; -. -n Dat. amplitüdo - Größe.
Weite] (Math.. Physik): größter Ausschlag einer Schwingung
od. eines Pendels aus der Mittellage; Schwingungsweite.
Ampulle [am'publ. die; -. -n Dat. ampulla. t Ampel]: 1.
(Med.) kleiner, keimfrei zugeschmolzener Glasbehälter für
Injektionslösungen. 2. (Anat.) Ausbuchtung, blasenförmige
Erweiterung eines röhrenförmigen Hohlorgans. 3. (Kunst)
kleine Kanne od. Flasche aus Metall. Ton od. Glas, die
als Wein-, öl- od. Wasserbehälter [für liturgische Zwecke!
diente; <Zus.:> ampullenförmig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.X
Amputation (amputa't9io:n]. die; -. -en [lat. amputätio]
(Med.): operative Abtrennung eines Körperteils, bes. einer
Gliedmaße; eine sofortige A. [des Beines] war nötig; eine
A. vornehmen; sich zur A. entschließen.
Amputation»- (Med.): Mneaser, das: ein chirurgisches
Messer; ^ataanpf • der: nach einer Amputation verbleibendes
Reststück; ~tiuKhung, die: Gefühbtäuschung bei einem
Amputierten, der Schmerzen im nicht mehr vorhandenen Glied
empfindet; ^venuch, der (Verhaltensforschung):
Beobachtung der Veränderungen in Bewegung u. Verhaltensweise
eines Versuchstieres nach einer Amputation.
amputieren [ampu'ti:ran] <sw. V.; hat) pat. amput&re. eigtl.
= ringsum abschneiden] (Med.): (einen Körperteil, eine
Gliedmaße) operativ entfernen; der Arzt mußte ihm das
Bein a.; der Arzt mußte ihn a.; es ist bekannt, daß die
Ärzte in den Feldlazaretten leicht a. (Remarque. Westen
170); (häufig Im 2. Part.:) ein amputierter Arm; der
amputierte Patient (Patient, dem eine Gliedmaße entfernt wurde);
Ü eine halbe, eine sozusagen amputierte Stadt kann Ja
schließlich keine freie Stadt sein (Dönhoff. Ära 73);
<subst.:) Amputierte* der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete): Person, der eine od. mehrere Gliedmaßen operativ
entfernt wurden, dazu: Amputkrtenport. der (Med.): Bewe-
gungs- u. Kräftigungsübungen für Amputierte; besondere
Art des Versehrtensports.
Amsel I'amzJ], die; -. -n [mhd. amsel. ahd. ams(a)la, H.
u.]: größerer heimischer Singvogel mit dunklem Gefieder
(Männchen mit schwarzem Gefieder und gelbem Schnabel.
Weibchen mit dunkelbraunem Gefieder und braunem
Schnabel).
4msd-: Mnimdien, das; Miif, der; ^schlag, der <o. PI.):
Gesang der Amsel; -Weibchen, das.
Amt [amt]. das; -(e]s. Ämter ['ernte; mhd. amt. amb(e)t.
ambahte. ahd. ambaht(l). zu: ambaht = Diener. Gefolgs-
119
Ämtchen
mann < kelt. *amb(i)aktos, eigtl. = Herumgeschickter]:
1. <Vkl. T Ämtchen) a) offizielle Stellung (in Staat. Gemein-
de. Kirche u.a.). die mit bestimmten Pflichten verbunden
ist: Posten: ein geistliches, öffentliches A.; das höchste
Amt im Staat; ein A. übernehmen, verwalten, antreten,
ausüben, bekleiden, (geh.:) innehaben; sein A. niederlegen;
Jmdn. aus einem A. entfernen; für ein A. kandidieren;
[noch] im A. sein; sich um ein A. bewerben; *in Amt
und Wünien (oft iron; in einer festen, gesicherten Position);
kraft meines usw. Amtes (geh.. veraltend; auf Grund meiner
Stellung, aus meiner Machtbefugnis heraus)', b) Aufgabe,
diejmd. übernommen hat: Obliegenheit. Verpflichtung:
bereitete sie den Kaffee, ein Amt. das sie ... stillschweigend
wieder übernommen hatte (A. Kolb, Daphne 121); * seines
-es walten (geh.; Handlungen, die in jmds. Aufgabenbereich
liegen, ausführen). 2. a) Behörde. Dienststelle: A. ftir
Denkmalpflege, für Statistik; aufs A. gehen; in einem A.
vorsprechen; * Auswärtiges A. (amtlicher Name für das
Bundesaußenminister ium; Abk.: AA); von -s wegen (1. auf behördliche
Anordnung, in amtlichem Auftrag. 2. dienstlich, aus
beruflichen Gründen): er habe es immer als seine Pflicht
betrachtet, das Unglück der Menschen durch die ihm von
-s wegen (auf Grund seiner Stellung, seines Amtes)
möglichen Maßnahmen zu verringern (Seghers. Transit 178);
b) Gebäude. Raum, in dem ein Amt (2 a) untergebracht
ist: das A. betreten; er hat das A. bereits verlassen; c)
Telefonamt: Amtsleitung: das A. anrufen; bitte A. (eine
Amtsleitung)\\ Amt (hier ist das Amt) - welche Nummer
wünschen Sie? (Formel, mit der sich der Fernsprechauf-
tragsdienst meldet): das Fräulein vom A. (Telefonistin.
Telefonvermittlerin). 3. Bezeichnung für einen
Gemeindeverband in einigen Bundesländern: Kampen gehört zum A.
Landschaft Sylt. 4. (kath. Rel.) Messe mit Gesang (des
Priesters u. des Chors): ein A. [ablhalten, besuchen; einem
A. beiwohnen; Amtchen ['emtfanj. das; -s, - (abwertend):
fAmt (1): er hat viele Posten und Pöstchen. Ämter u.
Ä. auf sich vereinigt; Amtei [am'Uul. die; -. -en (veraltet,
noch Schweiz.): Amtsbezirk: amten [amtn] <sw. V.; hat)
[mhd.. ahd. ambahten. zu fAmt] (bes. Schweiz.): sein Amt
ausüben: amtieren: Im vorderen Zimmer amtet Scheer
(Kantorowicz, Tagebuch I. 391).
Ämter-: -iagd, die <o. Pl.>: ehrgeiziges Streben nach
(Ehren lämtern. die öffentliches Ansehen od. Geld einbringen:
-iiger, der; --kauf, der; -burfbahn, die; -patronage, die:
Günstlingswirtschaft bei der Vergabe von Ämtern.
amtieren [am'ti.ran] <sw. V.; hat): a) ein Amt innehaben,
ausüben: im Amt sein: der Minister amtiert seit Gründung
der Republik; als Lehrer a.; Ich traf diesen heiter-sinnlichen
Kleriker, der erst seit kurzem bei uns amtierte (Th. Mann.
Krull 75); b) vorübergehendJmds. Amt versehen:
stellvertretend jmds. Amtsgeschäfte führen: ich vertrete zur Zeit den
Kommandeur. Ich amtiere also als Kommandeur (Kirst.
08/15, 421); (häufig im 1. Part.:) der zur Zeit amtierende
Bürgermeister; c) eine Aufgabe übernehmen, alsjmd.
fungieren: er amtiert gern als Kellermeister und Mundschenk;
amtlich ['amtlu;] <Adj.): 1. <o. Steig.) a) (nicht präd.)
behördlich: von einem Amt, einer Behörde ausgehend: -e
Bekanntmachungen; das -e Kennzeichen (die
Zulassungsnummer an Kraftfahrzeugen): eine Abschrift. Fotokopie
a. beglaubigen lassen; (subst.:) das ist etwas Amtliches
(kommt von einer Behörde): b) dienstlich, von Amts wegen:
er ist in -er Eigenschaft, in -em Auftrag hier; c) von einer
Behörde, einem [Regierungsjamt stammend u. daher
zuverlässig, glaubwürdig: das sind -e Äußerungen; Der
... Pessimismus, den das -e Bonn zur Schau trägt (die
Bonner Regierungsstellen: Augstein. Spiegelungen 35); die
Meldung wurde a. dementiert; die Sache ist a. (ugs.; ganz
sicher, wirklich wahr). 2. <nicht adv.) wichtig, ernst
[aussehend]: er machte eine -e Miene; seine Haltung wurde
immer -er; <Zus.:) fmtlicherjgits <Adv.): von amtlicher
Seite: a. wurde dazu nicht Stellung genommen; (Abl.:>
^mtlkJikeit, die; -: soweit dies mit dem Schein
verantwortungsbewußter A. vereinbar war (Maass. GoufK 12);
Amtmann, der; -[eis. Amtmänner, auch: Amtleute (mhd. amt-
man. ambetman. ahd. ambahtman. f Ammann]:
Verwaltungsbeamter in gehobener Position: Amtmimin, die; -.
-nen: 1. w. Form zu TAmtmann. 2. (veraltet) Frau des
Amtmannes.
fmts-, Amts-: -*del, der (bist.): Beamtenadel: an ein Amt
gebundener /persönlicher/ Adel: -anmaBing, die (jur.):
unbefugte Ausübung eines öffentlichen Amtes: unbefugte
Vornahme einer amtlichen Handlung: -antritt, der: bei seinem
A.; -*nwah, der (Jur.): Beamter bei der Staatsanwaltschaft
(kein Jurist), dazu: -Anwaltschaft die; -apparat, der (o.
PL): Menschen [u. Hilfsmittel], mit denen die staatlichen
Funktionen ausgeübt werden: -arzt» der: beamteter Arzt
im öffentlichen Gesundheitswesen, dazu: -Ärztlich (AdJ.;
o. Steig.): ein -es Gutachten; -befugnis, die; -bereidu
der: Bereich. Umkreis, innerhalb dessen ein Beamter seine
Funktion auszuüben hat: -bezekhnung, die: a) amtliche
Benennung für eine Dienststellung: Titel: b) amtliche
Bezeichnungfür einen bestimmten Gebrauchsgegenstand: ~be-
zirk, der: svw. t-bereich; -Matt, das: von kommunalen
od. staatlichen Dienststellen herausgegebene Zeitung mit
amtlichen Bekanntmachungen u. Mitteilungen: -böte, der;
-bruder, der: Kollege im geistlichen Amt: -dauer, die
<schweiz. auch PL: -n>: Zeitraum, auf den ein Amt befristet
ist, Amisperiode: -deutsch, das (abwertend): gespreizte,
umständliche, unanschauliche Ausdrucksweise, wie sie oft
formelhaft von Behörden gebraucht wird: Wiener, der: ^eid.
der: Eid. der bei der Übernahme eines Amtes zu leisten
ist: Versprechen, seine Amtspflichten gewissenhaft zu
erfüllen: -einfühnmg, die: feierliche Einsetzung in ein Amt:
-enthebung, die: unehrenhafte Entlassung aus einem Amt:
-cntsetzung, die (bes. österr. u. Schweiz.): svw.
t-Enthebung; -ersdüeichung. die: Erlangung eines Amtes durch
Betrug od. Machenschaften: -führung, die <o. PL): Art
u. Weise, wie jmd. sein Amt ausübt: Klagen über eine
autoritäre A.; -gebAude. das; -gehemmte, das: a) <o. PI.)
dienstliche Schweigepflicht: sich auf das A. berufen; von
seinem A. befreit, entbunden werden; b) Angelegenheit,
die der Schweigepflicht unterliegt: geheime Tatsache: -se
ausplaudern; -gehilfe, der: Bürogehilfe bei einer Behörde
(Berufsbez); -gericht, das: a) Gericht unterster Instanz
für kleinere Strafsachen u. Zivilangelegenheiten: b)
Gebäude, in dem das Amtsgericht (a) untergebracht ist. dazu:
-geriditsdirektor, der: eine Amtsbezeichnung (bis 1972).
-geriditsprisident, der: Amtsbezeichnung für den Leiter
eines größeren Amtsgerichts (bis 1972). -gerichtsrat, der:
Amtsbezeichnung für einen Richter beim Amtsgericht (bis
1972). ^^Gerichtsverfahren, das: Verfahren im Zivilprozeß
vor einem Amtsgericht: -gesch&fte <P1.): die dienstlichen
Obliegenheiten, die zur Verwaltung eines [öffentlichen]
Amtes gehören: -gewaK. die <o. PL); -haftung, die (jur.):
Haftung der öffentlichen Hand bei schuldhaft rechtswidriger
Ausübung öffentlicher Gewalt: -halber (Adv.): wegen eines
Amtes: aus amtlichen Gründen: etwas a. beschlagnahmen;
-handeln <sw. V.; hat) (österr.): in amtl. Eigenschaft
vorgehen: der Gendarm hat auf höheren Befehl geamtshandelt;
demzufolge die Wirtschaftspolizei nur innerhalb der
Wiener Landesgrenzen a. darf (Presse 12. 10. 1968. 1);
^Handlung, die: Handlung in Ausübung eines öffentlichen Amtes:
-hauptmam. der (veralt.): Leiter der Verwaltung einer
t Amtshauptmannschaft, dazu: -hauptmanrachaft. die:
unterster staatlicher Verwaltungsbezirk in Sachsen (bis 1939):
-hilfe. die: Beistandsleistung einer Behörde für eine andere
(z.B. durch Gewährung von Akteneinsicht): -kanzld, die
(österr.): Büro einer Behörde, eines Amtes: -kappel [...kapl].
das; -s. -n (österr. ugs.): a) Dienst-. Uniformmütze: Unter
Dienstmützen (.Amtskappein'4) verbirgt... sich
bürokratische Aggression (Hacker. Aggression 301); b) engstirniger
Beamter: -kette, die: um den Hals getragene Kette als
Zeichen der Würde, mit der ein Amt verbunden ist: der
Oberbürgermeister trug seine schwere, goldene A.; die
A. Seiner Magnifizenz, des Rektors; -kleidung, die: bei
bestimmten Amtshandlungen vorgeschriebene Kleidung: A.
für Richter und Anwälte; -leitung. die: öffentliche
Telefonleitung (die nicht zu einer Nebenstelle, sondern über das
Fernsprechamt zu einem anderen Hauptanschluß od.
Knotenpunkt führt): alle -en nach Berlin waren belegt; -miene,
die (meist iron.): übertrieben strenger Gesichtsausdruck
einer Amtsperson: eine A. machen; seine A. aufsetzen;
-mißbrauch, der: Mißbrauch der Amtsgewalt (zur Erringung
persönlicher Vorteile): -müde <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
nicht mehr gewillt, ein Amt in Zukunft weiter auszuüben:
-nachfolge, die <o. PL); -nadifolger, der: Nachfolger in
einem kommunalen, staatlichen od. geistlichen Amt (Ggs.:
Amtsvorgänger); -nfcdcrteomg, die: das Zurücktreten von
einem Amt: -patronage, die: svw. TAmterpatronage;
-Periode« die: festgesetzte Zeitspanne der Tätigkeit in einem
120
Anaerobier
Amt: ^person, die: jmd.. der in amtlicher Eigenschaft auftritt
od. tätig wird: -Pflicht die, dazu: -Pflichtverletzung, die
(jur.): [fahrlässiges! Nichter füllen dienstlicher
Verpflichtungen gegenüber Dritten: -riume <PL>: Räumlichkeiten einer
amtlichen Dienststelle: -lichter, der (früher): Richter an
einem Amtsgericht: -«himmel, der <o. PI.) [2. Bestandteil
vielleicht volksetymologisch umgestaltetes österr. Simile
= Formular (< lat. similis = ähnlich) oder = Schimmel
der (berittenen) Schweizer Amtsboten] (scherzh.):
übertrieben genaue Handhabung der Dienstvorschriften:
Bürokratismus: *den A. reiten (die Dienstvorschriften übertrieben
genau einhalten):der A. wiehert (es herrscht Bürokratismus):
^Siegel, das: svw. t Dienstsiegel; -sitz, der: a) Ort. an dem
sich die zuständige Behörde befindet: b) Dienstgebäude:
^spräche, die: 1. a) offizielle Sprache eines Staates. Gesetz-
gebungssprache: im schweizerischen Bundesrecht ist das
Deutsche, Französische und Italienische A.; b) in
internationalen Organisationen zugelassene u. maßgebliche Sprache
für Texte von Verträgen. Veröffentlichungen usw. 2. <o. PI.)
trockene Verwaltungssprache. Amtsdeutsch: -stube, die
(veraltend): Dienstzimmer: Mein Paß war. auf seinem Wege
durch die -n, verlorengegangen (Kaschnitz. Wohin 204);
-stunden <P1.): Öffnungszeiten einer Behörde: Zeit der
Dienstbereitschaft für den Publikumsverkehr: -titigkelt
die; ^ton, der <o. PL): strenger, unpersönlicher Tonfall
einer Amtsperson: -tradit, die: svw. t-kleidung; ^triger,
der: jmd.. der ein bestimmtes Amt. bes. in einer Partei,
innehat: -Übergabe, die u. -4ibemahme, die: /feierliche]
Ablösung im Amt: "»Unterschlagung, die (Jur.):
Unterschlagung von Sachen, die ein Beamter dienstlich empfangen
od. in Verwahrung genommen hat: -vergehen* das: strafbare
Handlung in Verbindung mit der Ausübung eines öffentlichen
Amtes: ^Vermittlung, die: Vermittlung eines Gesprächs
durch das Fernsprechamt: -Verschwiegenheit, die <o. PI.):
Verschwiegenheit im Amt: -Verständnis, das <o. PI.)
(Theol.): die (in den Konfessionen unterschiedliche)
Herleitung des geistlichen Amtes: -verweser, der (geh.):
Statthalter, stellvertretender Verwalter eines /hohen/ Amtes:
^verzieht, der; -vorgftnser, der: Vorgänger in einem
kommunalen, staatlichen od. geistlichen Amt (Ggs.: -nachfoiger);
-Vormundschaft, die: Vormundschaft des Jugendamtes über
ein nichteheliches Kind (falls die Mutter noch minderjährig
ist od. die elterliche Gewalt verwirkt hat): -vorstand,
-Vorsteher, der: Leiter einer [kleineren] Behörde: -weg, der:
svw. T Dienstweg; -wohnung, die: svw. t Dienstwohnung;
-zeit, die: Zeitspanne, in der jmd. ein Amt hat: -znwner, das.
Amulett [amu'kt]. das; -[e]s. -e [lat. amuletum. H. u.]:
kleinerer, als Anhänger getragener Gegenstand, dem
unheilabwehrende u. glückbringende Kräfte zugeschrieben werden.
amüsant [amy'zant] <Adj.; -er. -este) [frz. amüsant, zu: amu-
ser. t amüsieren]: unterhaltsam, belustigend: vergnüglich.
Vergnügen bereitend: -e Geschichten: ein «er Gesellschafter;
er weiß a. zu erzählen; Amüsement [amyza'mä:] das; -s,
-s [frz. amusement]: unterhaltsamer, belustigender
Zeitvertreib: /oberflächliches/ Vergnügen: ein recht gewöhnliches
und pfahlbürgerliches A. (Zuckmayer. Fastnachtsbeichte
25): etw. nur zu seinem A. tun: amüsieren [amy'zi:rcn]
<sw. V.; hat) [frz. (s')amuser = das Maul aufreißen,
machen. Maulaflen feilhalten, belustigen, wohl zu vlat. *mü-
sus = Schnauze. Maul]: 1. <a. + sich) sich vergnügen:
sich auf angenehme Art die Zeit vertreiben, seinen Spaß
haben: amüsiert euch gut!; ich habe mich köstlich dabei
amüsiert. 2. <a. + sich) sich über jmdn. od. etw. lustig
machen: die Leute amüsierten sich über ihn. sein Hobby;
sich darüber a.. daß ... 3. jmdn. belustigen, erheitern: jmdn.
angenehm u. vergnüglich unterhalten: er amüsierte die
Gesellschaft durch seine witzigen Bonmots; der Gedanke
amüsierte ihn; (häufig im 2. Part.:) ein amüsiertes Gesicht
machen; er war sehr amüsiert, lachte amüsiert.
Amitakr-: -betrieb, der; ^lokal, das (abwertend): Nachtlokal
mit seichter Unterhaltung: -nudel, die (ugs.): Person, die
immer Stimmung zu machen u. andere zu unterhalten
versteht: ^viertel, das: Stadtviertel, in dem sich
Unterhaltungsgaststätten. Bars. Bordelle usw. befinden.
AmOtkrtheit, die; -: Zustand der Erheiterung.
fnuriech [auch: -'—] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [griech.
ämousos] (bildungsspr.): nicht musisch, ohne
Kunstverständnis, ohne Kunstsinn: ein -er Mensch; er ist völlig a.
(mythisch [auch: -'—] <Adj.; o. Steig.) [aus griech. a- =
un- u. tmythisch]: ohne Mythen, ohne Sagen: ein -es Volk.
an [an; mhd. an(e), ahd. an(a)]: I. <Präp. mit Dativ u.
Akk.; vgl. ans): 1. (räumlich) a) (mit Akk.) zur Angabe
der Richtung: die Leiter an den Baum lehnen; an eine
andere Schule versetzt werden; ein Paket an jmdn. schik-
ken; b) <mit Dativ) zur Angabe der Lage, der Nähe,
der Berührung o. ä.: die Leiter lehnt am Baum; eine
Verletzung am Knie; Trier liegt an der Mosel; er ist Lehrer
an dieser Schule; der Kapitän ist an Bord; er geht an
(mit Hilfe von) Krücken; (österr., Schweiz.:) am (auf dem)
Rücken; c) in der Zwillingsformel x an x /betont die
Vielzahl od. die Regelmäßigkeit einer Reihe/: sie standen Kopf
an Kopf (dicht gedrängt): sie wohnen Tür an Tür (in
unmittelbarer Nachbarschaft). 2. (zeitlich) <mit Dativ) zur
Angabe des Zeitpunkts: an einem Wintermorgen; an
diesem besagten Mittwoch; am 31. Januar; am Ende der
Ferien: (landsch.. bes. südd.:)an (zu) Ostern. 3.
(unabhängig von räumlichen od. zeitlichen Vorstellungen, mit Dativ
u. Akk.; stellt eine Beziehung zu einem Objekt od. Attribut
her:) an einer Krankheit sterben; an einem Roman
schreiben; Mangel an Lebensmitteln haben; an Jmdn.. eine Sache
glauben; sich an Jmdn. entsinnen; er war noch jung an
Jahren; er ist schuld an dem Unglück; an der Meldung
ist nichts (sie ist nicht wahr): das gefällt mir [nicht] an
ihm; das Wichtigste an der ganzen Sache ist...; er
appellierte an ihr Gewissen; wieviel an Elend mußten sie
mitansehen!; was er an Rente bekam, war nicht viel; *an [und
für] sich (eigentlich, im Grunde genommen): dagegen ist
an sich nichts einzuwenden; etwas an sich haben (ugs.;
eine besondere Eigenart haben): an sich halten (sich mit
großer Mühe beherrschen): es ist an dem (es ist so): es
ist an imdm., etw. zu tun (geh.; es ist jmds. Aufgabe, etw.
zu tun). 4. (mit vorangehendem ..bis", mit Akk.:) a) zur
Angabe, wie weit sich etw. räumlich erstreckt: das Wasser
reichte ihm bis an die Knie; b) zur Angabe, bis zu welchem
Zeitpunkt ein Zustand andauert: er war gesund bis an
seinen letzten Lebenstag, bis an sein Lebensende. 5. an
Jmdm.. etw. vorbei + Verb: dem beabsichtigten Zweck
eines im Verb ausgedrückten u. sich auf ein Objekt richtenden
Tuns nicht gerecht werden, z. B. am Bedarf vorbeiplanen,
-bauen, an den Schülern vorbeilehren. II. (Adv.) 1. a)
(Verkehrsw.) zur Angabe der Ankunft (vgl. ab II, 1 a):
Frankfurt an: 1750; b) <als Verstärkung der Präp. „von":)
von - an (räumlich u. zeitlich): von Rom, von der achten
Reihe an. von dort an; von [nächstem] Montag, von heute
an. 2. a) (ugs.) angedreht, angestellt, eingeschaltet, in
Funktion, in Betrieb <in Verbindung mit „sein" im Inf. u. 2.
Part, zusammengeschrieben): ich wußte nicht, daß das
Licht, das Radio an war; b) in Aufforderungen andrehen!,
anstellen!: Licht an!; Scheinwerfer an!; c) in der Wendung
ohne etw. an (ugs.; angezogen zu haben: ohne etw.). 3.
(ugs.) ungefähr, etwa (meist mit „die"): die Strecke war
an [die] 30 Kilometer lang; sie halfen an die fünfzig
Kindern. 4. in dem Wortpaar: ab und an (vgl. ab II. 4c).
Ana [a:na], die; -. -s [subst. Endung -ana. z. B. in Goetheana]
(veraltet): Sammlung von Aussprüchen berühmter Männer.
Anabaptismus [anabap tismos], der; -: Lehre der
Wiedertäufer: Anabaptjst, der; -en. -en [mlat. anabaptista. zu griech.
anabaptizein = wiederholt untertauchen]: Wiedertäufer.
AnaboHkum [ana bo:likum), das; -s. ...ka (meist PI.) [zu
griech. anä = (hin)auf u. bällein = werfen]: die
Eiweißsynthese förderndes Präparat mit geringer Androgenwirkung:
Anabolika einnehmen.
Angehöret [ana<^)'re:t. auch: ...ko..., ...xo...], der; -en. -en
[lat. anachöreta < griech. anachöretes]: frühchristl.
Einsiedler mit strenger Lebensform: <Abl.:) Anadioretentum,
das; -s; anachorttisch <Adj.; o. Steig.) [lat. anachöreticus
< griech. anachöretikös]: einsiedlerisch.
Anachronismus [anakro'nismos], der; -, ...men [...man;
griech. anachronismös = Verwechslung der Zeiten]
(bildungsspr.): 1. falsche zeitliche Einordnung. 2. durch die
Zeit überholte Einrichtung: Krieg ist ein sinnlos gewordener
A. (MM 21. 10. 66. 29): anachronistisch <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (bildungsspr.): 1. zeitlich falsch eingeordnet.
2. nicht in eine bestimmte Zeit. Epoche passend u. daher
überholt: zeitwidrig.
anaerob [an|ae'ro:p] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [aus griech.
an- = nicht, un- und f aerob] (Biol.): olwe Sauerstoff lebend
(Ggs.: aerob); Anaerobier [an|ae'ro:biB], der; -s, - (Biol.):
Organismus.der ohne Luftsauer stofjleben kann (Ggs.: Aero-
bier).
121
Anagramm
Anagramm [ana gram], das; -s, -e [griech. anägramma]: 1.
durch Vertauschung von Buchstaben od, Silben innerhalb
eines Wortes neu entstandenes Wort: Ein Noklxel ist das
seemännische A. eines Lexikons (Bamm. Weltlaterne 126).
2. Buchstabenrätsel; <Abl.:> anagrammatisch [anagra-
'ma:tij] <AdJ.; o. Steig.): in der Art eines Anagramms.
Anakokith [anako'lu:t]. das. auch: der; -s. -e [lat. anacolü-
thon < griech. anakölouthon. eigtl. = ohne
Zusammenhang, unpassend] (Sprachw.): das Fortfahren in einer
anderen als der begonnenen Satzkonstruktion; Satzbruch; <Abl.: >
Amkohithie [...hi'ti:]. die; -. -n [...'tian; griech. anakolou-
thfa]: svw. TAnakoluth; anakoluthisdi <AdJ.; o. Steig.)
(Sprachw.): ein Anakoluth enthaltend, in einer anderen als
der begonnenen Satzkonstruktion fortfahrend.
Anakonda [ana'konda], die; -, -s (H. u.]: in Südamerika
beheimatete, überwiegend im Wasser lebende Riesenschlange
mit runden schwarzen Flecken auf dem gelbbraunen Rücken.
Anakreontik [anakre'antik], die; - [nach dem griech. Lyriker
Anakreon (um 580 - nach 495)] (Literaturw.): literarische
Richtung, Lyrik zur Zeit des Rokokos mit den Hauptthemen
Liebe, Wein, heitere Geselligkeit; AnakneQntiker, der. -s.
- (Literaturw.): Vertreter der Anakreontik; anakregntisch
<AdJ.; o. Steig.) (Literaturw.): in der Art Anakreons. zur
Anakreontik gehörend: ein -es Gedicht; -er Vers (antikes,
nach Anakreon benanntes Versmaß: uu-u-u—)•
anal [a'na:l] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu lat. änus.
t Anus] (Med.): den After betreffend, zum After gehörend:
-e Phase (Psychoanalyse; frühkindliche, durch Lustgewinn
im Bereich des Afters gekennzeichnete Entwicklungsphase),
Angl-: ~*erotik, die (Psychoanalyse): / frühkindlichesJ
sexuelles Lustempfinden im Bereich des Afters vor allem im
Zusammenhang mit der Darmentleerung, dazu: ^erotiker, der;
^fimr, die (Med.): schmerzhafte Rißbildung der Haut am
After; -fistd, die (Med.): Mastdarm-, Afterfistel; ^tfhung,
die (Anat.): äußere Darmöffnung; ^verkehr, der: Einfuhren
des Penis in den After (als Variante des
Geschlechtsverkehrs).
Amlektcn[analektn]<P1.)[lat.analecta < griech.anälekta,
Neutr. PI. von: anälektos = aufgelesen, ausgesucht] (bil-
dungsspr.): Sammlung von Auszügen aus der Dichtung od,
aus wissenschaftlichem Material; <Abl.:> analfktisdi <Adj.;
o. Steig.) (bildungsspr.): die Analekten betreffend,
auswählend.
Analgetikum[analgettikum],das; -s. ...ka [...ka; zu griech.
a(n)- = nicht, un- u. älgos = Schmerz] (Med.):
schmerzstillendes Mittel.
analog [ana'lo:k] <Adj.; o. Steig.) [frz. analogue < lat.
analogos < griech. anälogos]: 1. (bildungsspr.)
entsprechend; ähnlich, vergleichbar, gleichartig: eine -e
Erscheinung; a. [zu] diesem Fall; etw. a. nachbilden. 2. (Datenver-
arb.) durch ein und dieselbe mathematische Beziehung
beschreibbar: einen Wert durch eine physikalische Größe
darstellend (Ggs.: digital 2): Die Meßwerte werden in -er
oder digitaler Form wiedergegeben (Elektronik 12. 1971.
A 32); <Abl.:> Analogie [analogi:]. die; -. -n [...Iran; lat.
analogia < griech. analogia]: 1. (bildungsspr.)
Entsprechung, Ähnlichkeit, Gleichheit von Verhältnissen: zwischen
den beiden Fällen besteht eine A.; eine A. aufweisen;
Zuweilen glaubte man der Sache auf den Grund zu
kommen, indem man eine A. zu Hilfe rief (Niekisch. Leben
88); in A. zu... 2. (Biol.) Übereinstimmung in der Funktion
von Organen von entwicklungsgeschichtlich verschiedener
Herkunft: Kiemen und Lungen sind -n. 3. (jur.) Anwendung
eines für einen bestimmten Tatbestand erlassenen Gesetzes
auf einen anderen, ähnlichen Tatbestand. 4. (Sprachw.) a)
in der antiken Grammatik Übereinstimmung in der
Formenlehre (z.B. gleiche Endungen bei denselben Kasus) od,
in der Wortbildung (gleiche Ableitungen); b) Ausgleich von
Wörtern od. Formen nach assoziierten Wörtern od. Formen
auf Grund einer formalen od, inhaltlichen Ähnlichkeit, wobei
sprachliche Einheiten aus der lautgesetzlichen Entwicklung
herausgerissen werden,
Analogie-: ^bildung, die (Sprachw.): nach dem Vorbild eines
anderen Wortes od. einer änderet} Form gebildetes Wort,
gebildete Form: ..nachts" ist als A. zu ..tags, morgens"
entstanden; ^erzählung. die: Form des Zauberspruchs, bei
der durch die Erzählung einer analogen Geschichte das
Gewünschte wirksam gemacht werden soll; Mnoddl, das
(Physik. Technik): mathematisch-physikalisches Modell, mit dem
man eine physikalische Erscheinung, die für eine exakte
Berechnung zu kompliziert ist, in den wesentlichen Zügen
u. Eigenschaften beschreiben kann: -e sind die Grundlage
für Analogrechner; -schlufi, der (Philos.): logisches
Schlußverfahren, bei dem von der Übereinstimmung zweier Dinge
in einigen Punkten auf Gleichheit auch in anderen Punkten
geschlossen wird: der A. vom Tier auf den Menschen;
^verfahren, das (Physik. Technik): Aufstellung u.
Verwendung eines Analogiemodells bei der Berechnung
komplizierter physikalischer u. technischer Erscheinungen; ^zauber,
der: Zauber, der durch eine bestimmte Handlung Ähnliches
bewirken will (z. B. das Verbrennen von Haaren eines
Menschen, der dadurch geschwächt werden od. sogar sterben
soll).
analogbeh [anaio:giXl <AdJ.; o. Steig.): auf Analogie
beruhend; Analogismus [analo'gismus]. der; -. ...men: svw.
f Analogieschluß; Analogon [a'nailogan; auch: ana...] das;
-s. ...ga [...ga; griech. anälogon] (bildungsspr.): analoger,
ähnlicher, gleichgearteter Fall: dazu gibt es in der
Geschichte kaum ein A.; Analogrechner, der (Datenverarb.):
Rechenanlage, in der die Ausgangswerte u. das Ergebnis einer
Rechenaufgabe als physikalische Größen dargestellt werden
(Ggs.: Digitalrechner).
Analphabet [anialfa'be:t. auch: ' ]. der: -en. -en
[griech. analphäbetos]: l.jmd., der nicht lesen u. schreiben
gelernt hat. 2. (abwertend) jmd., der in einem bestimmten
Bereich von naiver Ahnungslosigkeit, Unkenntnis ist;
Dummkopf: ein politischer A.; wie kannst du dich mit einem
solchen -en zusammentun? (Hörzu 45. 1973. 136); <Abl.:>
Analphabetentum, das; -s: 1. Vorhandensein, Verbreitung
von Analphabeten in einem bestimmten Gebiet, Land; 2.
Dummheit: Das Vorhaben zeige ein architektonisches A..
das an Verbrechen grenze (FAZ 4.10.61.6); analphabetisch
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): des Lesens u. Schreibens
unkundig: ein -es Land; ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung
ist a.; Analphabetismus [anlalfabe'tismus], der; -:
Schreibund Leseunfähigkeit.
Amüyaand [analy'zant]. der; -en. -en (Psychoanalyse): jmd.,
der psychologisch analysiert wird, sich einer
psychoanalytischen Behandlung unterzieht; Analysator [analy'za:tor,
auch: ...to:g], der, -s. -en [...za'to:ren]: 1. (Physik)
Meßeinrichtung zur Untersuchung polarisierten Lichtes. 2. (Physik)
Vorrichtung zum Zerlegen einer Schwingung in harmonische
Schwingungen. 3. (Psychoanalyse) jmd., der eine
psychotherapeutische Behandlung durchfuhrt; Analyse [analy:»]. die;
-. -n [mlat. analysis griech. anälysis = Auflösung.
Zergliederung]: 1. (bildungsspr.) Untersuchung, bei der etw.
zergliedert, ein Ganzes in seine Bestandteile zerlegt wird: eine
wissenschaftliche, kritische, strukturelle, sorgfältige A.; die
A. seelischer Vorgänge, der Marktlage; die A. ergab, daß...;
eine A. machen, vornehmen, durchfuhren; etw. einer A.
unterziehen. 2. (Chemie) Ermittlung der Einzelbestandteile
von zusammengesetzten Stoffen od. Staffgemischen mit che-
miselten od. physikalischen Methoden: eine quantitative.
Qualitative A. durchfuhren.
Analysen-: ^tarope, die: UV-Lampe mit Filtern, die nur für
ultraviolette Strahlen durchlässig sind; Schwarzlichtlampe;
^waage, die (Chemie): in der quantitativen Chemie
gebrauchte, sehr empfindliche /elektrische) Waage;
Feinwaage.
analysieren [analy'zi:ran] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): jmdn.,
sich, etw. auf einzelne Merkmale hin untersuchen; etw.
zergliedern u. dadurch klarlegen: einen Roman, eine Sonate,
einen Satz, einen Fall, ein Geschehen, die Lage, eine
Beziehung, seine Mitmenschen a.; ich habe midi selbst
gewissenhaft analysiert; In gemeinsamer Diskussion werden
Konflikte, neu entstandene Probleme analysiert (Wohngruppe
IS); Analysis bna.lyzis]. die; - [mlat. analysis < griech.
anälysis. t Analyse]: 1. (Math.) Teil der Mathematik, in
dem mit Grenzwerten gearbeitet, die Infinitesimalrechnung
angewendet wird. 2. (Geom.) Voruntersuchung beim Lösen
geometr. Aufgaben; Analyst [ana'lvst. auch: aenahst], der;
-en, -en u. (bei engl. Aussprache:) -s, -s (Börsenw.)
Fachmann, der Lage u. Tendenz an der Börse beobachtet u.
analysiert; Analytik [ana'ly.tik], die; - [lat. analytice < griech.
analytike (töchne)l: 1. (Philos.) Kunst der Analyse, Lehre
von den Schlüssen u. Beweisen. 2. analytische Chemie;
Analytiker, der. -s. - (bildungsspr.): jmd., der [in seinem
Fachgebiet, bes. in der Psychoanalyse) nach der analytischen
Methode vorgeht: daß der chinesische Pathologe zugleich auch
eine Art A. und Seelenarzt ist (E. Snow [Übers.]. Die
122
Anatomie
lange Revolution. 1973. 51); analytisch <Adj.: o. Steig.)
[lat. analyticus < griech. analytikös] (bildungsspr.):
zergliedernd % zerlegend; auf logischer Zergliederung, auf einem
zergliedernden Verfahren beruhend: eine -e Arbeit.
Untersuchung, Methode. Begabung; der -e Blick des
Einzelforschers ist oft zu stark fixierend (Mensch im Verkehr 9);
-e Chemie (Gebiet der Chemie; auf dem man sich mit der
Zerlegung u. Strukturaufklärung von Verbindungen befaßt;
Gewinnung u. Verwertung von Informationen über Zustände
u. Prozesse in stofflichen Systemen); -e Geometrie
(Geometrie, bei der für geometrische Gebilde Funktionsgleichungen
aufgestellt werden); -e Sprachen (Sprachen, bei denen
syntaktische Beziehungen nicht am Wort selbst, sondern durch
selbständige Wörter ausgedrückt werden; -e Statistik (Ar-
beitsweise der Statistik, bei der mit Hilfe der
Wahrscheinlichkeitsrechnung gefolgert wird); -es Drama (Drama, bei
dem die Ereignisse, die eine tragische Situation herbeigeführt
haben, im Verlauf der Handlung schrittweise enthüllt
werden); -es Urteil (Philos.; Urteil, das aus der Zergliederung
eines Begriffs gewonnen wird und nur soviel Erkenntnis
vermittelt, wie in diesem enthalten ist).
Antonie [ane'mi:]. die; -. -n l...i:an; griech. anaimia] (Med.):
Verminderung des roten Blutfarbstoffs u. der roten
Blutkörperchen: Blutarmut: perniziöse A. (schwere anämische
Erkrankung); anämisch (a ne:m J] <Adj.; o. Sieig. >\ die Anämie
betreffend; blutarm; blutleer: a. aussehen; -er Infarkt (durch
Unterbrechung der arteriellen Blutzufuhr entstehende
Nekrose mit gelblichweißer Verfärbung des Gewebes); Ü
(abwertend:) was die Monotonie seiner ohnehin -en Prosa
noch erhöht (Deschner. Talente 32).
Anamnese [anam'ne:za], die; -, -n [spätlat. anamnesis <
griech. anamnesis = Erinnerung] (Med.): Vorgeschichte
einer Krankheit nach Angaben des Patienten; anamnestisch
lanamnestif], anamnetisch [anamne:til] <Adj.; o. Steig.):
die Anamnese betreffend.
Ananas [ananas], die; -. - u. -se [port. ananäs, zu indian.
nanä]: 1. tropische Pflanze mit rosettenartig angeordneten
Blättern u. ährig-kolbigen Blütenständen, die bei der
Fruchtentstehung mit Blütenteilen u. einem Teil der Deckblätter
verwachsen. 2. gelbe saftig-fleischige, süß-säuerlich
schmeckende Frucht der Ananas (1).
Ananas-: ^enlbeere, die: Gartenerdbeere mit großen
Früchten; -frucht, die; -galle, die (Bot.): durch Blattläuse
verursachte ananasförmige Galle an jungen Fichtentrieben;
Krankheit, die (nach dem ananasfruchtähnlichen
Aussehen] (Bot.): Mißbildungen an den Nelkentrieben.
Aaankasnus [anan'kasmus]. der; -s. ... men [zu tAnanke]
(Psych.): Form der Zwangsneurose, die sich in bestimmten
zwanghaften Handlungen od. Vorstellungen äußert: daß
ich... mit A.. dem Laster des Handwaschzwangs, belastet
bin (Böll. Entfernung 52); Ananke [anankej. die: - [griech.
anägke] (Philos.): Verkörperung der schicksalhaften Macht
der Natur u. ihrer Notwendigkeiten, denen selbst die Götter
unterliegen; Schicksal. Zwang. Verhängnis.
Anapfet [anape:st],der; -[eis. -e [lat. anapaestus < griech.
anapaistos. eigtl. = zurückgeschlagen, zurückprallend]
(Verslehre): Versfuß aus zwei Kürzen u. einer Länge (^-).
Anapher [a'nafe], die; -. -n [lat. anaphora < griech.
anaphora. f Anaphora] (Stilk.): Wiederholung eines od. mehrerer
Wörter zu Beginn aufeinanderfolgender Sätze od. Satzteile;
Anaphora [a'narfora. auch: a'na...]. die; -. ...rä [...re; lat.
anaphora < griech. anaphora. eigtl. = das
Hinauftragende]: svw. t Anapher; anaphorisch [ana'fo:nJ] <Adj.: o.
Steig.): die Anapher betreffend, in der Art der Anapher;
wiederaufnehmend, rückweisend (Ggs.: kataphorisch).
anarch [a'nanj] <AdJ.) [griech. änarchos = ohne Anführer]:
selten für t anarchisch; Anarchie [anar'^i:]. die; -. -n [...i:an;
griech. anarchia]: [Zustand derI Herrschaftslosigkeit.
Gesetzlosigkeit; Chaos in rechtlicher, politischer,
wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Hinsicht: es herrscht A.; es zeigte
steh, daß die genaue Befolgung des Gesetzes rascher alle
Arbeit zum Stillstand brachte, als es die zügelloseste A.
vermocht hätte (Musil. Mann 448); einen Staat, die
Wirtschaft an den Rand der A. bringen; Die Lüge ist die
einzige Waffe des einzelnen im Kampf mit der A. der
Umwelt (Jahnn. Geschichten 202); <Abl.:) anarchisch
(a'narpij] <Adj.>: gesetzlos, ohne eine gesetzliche Ordnung,
chaotisch: -e Zustände. Verhältnisse; Die Erinnerung an
die -en Ursprünge, die der Jazz mit allen rezipierten
Massenbewegungen der Gegenwart teilt, ist gründlich
verdrängt (Adorno. Prismen 127); a. leben; Anarchismus
[anar'fismus]. der; -: Lehre, die eine Gesellschaftsformation
ohne Staatsgewalt u. gesetzlichen Zwang propagiert:
sich zum A. bekennen; Ü man weiß nie. ob der A. (Mitglieder
einer anarchistischen Gruppe) mit im Gerichtssaal ist;
Anarchist, der; -en. -en [frz. anarchiste. zu: anarchie < griech.
anarchia. T Anarchie]: Anhänger des Anarchismus: Bakunin
war ein russischer A.; Die Staatsanwaltschaft beschuldigt
ein halbes Dutzend inzwischen verhafteter -en der
gemeinschaftlichen Tat (Spiegel 41. 1974. 104); Anarchistin« die:
-. -nen: w. Form zu t Anarchist; anarchistisch <AdJ.): dem
Anarchismus entspringend, den Anarchismus vertretend: -e
Ideen. Parolen; Um sich selbst zu retten, griff der Staat
zu ebenfalls -en Mitteln (Jacob. Kaffee 257); Anarchosyndi-
kaljsmus [anar^z...), der; - [zu griech. änarchos. f anarch
u. t Syndikalismus]: hauptsächlich im 1. Viertel des X.Jh.s
bedeutsame Arbeiterbewegung bes. in den romanischen
Ländern, die nach einer Staaten- u. klassenlosen Gesellschaft
auf gewerkschaftlicher Grundlage strebte; Anarchosyndflui-
Ijst, der; -en. -en: Anhänger des Anarchosyndikalismus.
anastatisch [anasta:tij] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. anä
= (hin)auf u. griech. statikös = stellend]:
wiederauffrischend, neubildend; -er Druck (Nachdruckverfahren ohne
Neusatz durch Übertragung der Druckschrift auf Stein od.
Zink).
Anfathesielanieste'zi:], die; -. -n [...i.an; griech. anaisthesia
= Gefühllosigkeit. Unempftndlichkeit] (Med.): 1.
Schmerzbetäubung, -ausschaltung (z.B. durch Narkose):
lokale A. (örtliche Betäubung); Neuerungen auf dem
Gebiet der A. 2. Schmerzunempfindlichkeit infolge Narkose
od. örtlicher Betäubung: Die Bezeichnung A. ... wurde
von Pia ton geprägt für den Begriff der
Empfindungslosigkeit, vor allem gegenüber dem Schmerz (Medizin II. 11);
<Abl.:>anästhesieren[an|£stezi:ren] <sw. V.; hat) (Med.):
schmerzunempfindlich machen, betäuben: den Patienten vor
der Operation a.; Anisthesiolgae [an|estezj[o-], der; -n -n
[t-loge] (Med.): Wissenschaftler auf dem Gebiet der Anäs-
thesiologie; Anisthesiologfc» die; - [t-logie] (Med.):
Wissenschaft von der Schmerzbetäubung u. den verschiedenen
Narkoseverfahren; Anästhesist [an|este'zist]. der; -en. -en
(Med.): Narkosefacharzt; Anfcthetikum [an|es'te:tikum].
das; -s. ...ka (Med.): schmerzstillendes, den Schmerz
ausschaltendes Mittel: ein allgemeines, örtliches A.; anästhe-
ttach <Adj.; o. Steig.) (Med.): a) den Schmerz ausschaltend;
b) berührungsunempfindlich; anflsthetisieren (an|esteti-
zi.rai] <sw. V.; hat): svw. tanästhesieren.
Anastigmat [an|asti'gma:t]. der; -en. -en. auch: das; -s. -e
(Fot.): Objektiv, bei dem die Verzerrung durch schräg
einfallende Strahlen u. die Bildfeldwölbung beseitigt ist: <Abl.:)
anastigmgtisch <AdJ.; o. Steig.) [aus griech. a(n)- = nicht,
un- u. t astigmatisch] (Fot.): nicht astigmatisch, unverzerrt,
ohne Astigmatismus (Ggs.: astigmatisch): eine -e
Abbildung.
Anathem [ana'te:m]. das; -s. -e: svw. t Anathema (I);
Anathema [a'na:tema. auch: a'na...]. das; -s. -ta [...'te:mata; lat.
anathema < griech. anäthema; 2 a: lat. anathema <
griech. anäthema]: 1. (kath. Rel.) Kirchenbann.
Exkommunikation; Verurteilung von Irrlehren: Unter den Figuren
der Moderne, über welche das A. ergeht, befindet sich
auch Freud (Adorno. Prismen 100). 2. (antike Rel.) a)
Weihegeschenk, nur den Göttern vorbehaltene u. geweihte
Gabe; b) das dem Zorn der Götter Überlieferte, das
Verfluchte; <Abl.:)anathematisierai [anatemati'zkrdn] <sw. V.; hat)
[lat. anathematizare < griech. anathematizein] (kath.
Rel.): mit dem Bann belegen, verdammen; Anathematislfe-
rung, die; -. -en.
«national [auch: '-] <Adj.) [aus griech. a- = nicht.
un- u. t national]: nicht national; gleichgültig gegenüber
der eigenen Nation.
«natmen <sw. V.; hat): jmdn. lim Gesicht/. etw. mit seinem
Atem berühren, unbeabsichtigt anhauchen: der große Spiegel
... wurde blind von oben bis unten, so atmete Tante Millie
ihn an (Keun. Mädchen 153); Ü angeatmet von einem
Kachelofen, der es in sich hatte, sangen wir alle ... ein
Weihnachtslied (Grass. Blechtrommel 317).
Anatol ['anato.l. auch: —'-]. der; -[s]. -s [nach Anatolien]:
handgeknüpfter buntfarbiger [ Gebets ]teppich aus
Kleinasien.
Anatom [ana'to:m]. der; -en. -en (Med.): Wissenschaftler
auf dem Gebiet der Anatomie; Anatomie [anato'mi:]. die;
123
Anatomiesaal
-, -n (...ian; spätlat. anatomia < griech. anatomia] (Med.):
1. <o. PI.) a) Wissenschaft vom Bau des menschlichen!
Körpers u. seiner Organe: systematische, topographische,
pathologische, vergleichende A.; b) Aufbau. Struktur des
/menschlichen/ Körpers: eine A. der Altersstufen, der
verschiedenen Konstitutionen, der Rassen, der Geschlechter;
Ü Die A. der Wochenschau ergibt einen Befund... (Enzens-
berger. Einzelheiten I. 123). 2) anatomisches Institut: eine
Leiche an die A. geben; ..Ich habe einen Freund gehabt...,
der war bei der A. bedienstet (Werfel. Himmel 18); <Zus.:>
Anatomjesaal, der (Med.): Hörsaal der Anatomie: <Abl.:>
amtomieren[anatomi:ran), <sw. V.; hat)(Med.): sezieren:
anatomisch [ana'to:miJ] <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.)
(Med.): a) den Bau des /menschlichen] Körpers betreffend:
ein -er Defekt; -e Veränderungen; b) die Wissenschaft der
Anatomie betreffend: eine -e Sammlung, ein -es Lehrbuch,
Institut; zur Herstellung -er Präparate gehört Geschick.
Ruhe und viel Geduld (Medizin II. 32); Ü ...MachiaveUis
reduzierende Methode, ... das -e Präparieren der
Machtstruktur des Politischen... (Fraenkel. Staat 266).
'tnbacken <st. V.) 1. <hat) a) kurze Zeit, nicht fertig
backenden Kuchen nur a.; b) nur kurze Zeit zum Backen im
Backofen sein: der Kuchen soll 10 Minuten a.; Diese Masse
gießt man in eine Pfanne ... und läßt sie kurz a. (Hörn.
Gäste 171). 2. sich während des Backens an der Backform
festsetzen Ost): weil sie das Blech nicht gut eingefettet
hat. sind die Plätzchen alle angebacken.
anbacken <sw. V.; ist) (landsch.): sich festsetzen, ankleben:
der Schnee, der Dreck backt [an den Schuhen] an.
anbahnen <sw. V.; hat): a) in die Wege leiten, anknüpfen:
eine Verbindung. Handelsbeziehungen. Gespräche a.; So
hätte Ideologienkritik einen permanenten
Selbstaufklärungsprozeß der Gesellschaft anzubahnen (Fraenkel. Staat
140); die angebahnten Geschäfte hatten sich zerschlagen;
b) <a. + sich) sich zu entwickeln beginnen, sich andeuten:
eine Freundschaft, ein neues Verhältnis bahnte sich
zwischen ihnen an; in den Beziehungen beider Länder bahnt
sich langsam eine Wende an; <Abl.:> Anbahnung, die; -.
-en.
tnbalzen <sw. V.; hat): Balztöne von sich geben: der Junge
Vogel balzt seinen Pfleger an; das Dohlenweibchen begann
die Elster anzubalzen.
anbandeln ['anbandln]: (sUdd.. österr.): svw. tanbändeln;
anbindeta [anbendln] <sw. V.; hat) [zu tBändel] (ugs.):
a) mit jmdm. eine j nicht ernsthafte] Liebesbeziehung
anknüpfen: Als der Sohn mit einer minderjährigen
Hausgehilfin anbändelte, machte der Vater ihm Vorwürfe (MM
12. 11. 1966. 42); b) mit jmdm. Streit anfangen: <Abl.:)
4nbAnd[e]lung, die; -. -en.
4nbau, der; -[e]s. -ten: 1. a) <o. PI.) das Anbauen (eines
Gebäudes od. Gebäudeteils an ein Hauptgebäude): den A.
eines Stalles, einer Garage planen; mit dem A. eines
Seitenflügels beginnen; b) Gebäude, das angebaut ist: angebauter
Gebäudeteil: ein stilwidriger A.; Bedeckte Gänge machten
es möglich, auch bei Jähen Wolkenbrüchen trocken die
-ten zu erreichen (Jacob. Kaffee 116). 2. <o. PI.) (Landw.)
feldmäßiges Anbauen. Anpflanzen: der A. von Getreide,
Kartoffeln. Tabak.
tnbau-, 4nbau-: ^beadirlnkung, die: vom Staat empfohlene
Einschränkung des Anbaus (2) zur Verminderung des
Angebots u. zur Stützung der Agrarpreise: ^flhig <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): für den Anbau (2) geeignet: -er Boden; diese
Gemüsesorte ist bei den dortigen Klimaverhältnissen nicht
a.; -fläche, die: Fläche für den Anbau (2): die A.
einschränken; -gebiet, das: Gebiet für den Anbau (2); -grenze« die:
durch Klima. Böden o. ä. bestimmte Grenze für den Anbau
(2); -hobel, der (Bergbau): mit selbständigem Antrieb
versehenes Gerät zur schälenden Gewinnung der Steinkohle:
-Wiche, die: Kücheneinrichtung, die aus Anbaumöbeln besteht:
-methode.die: svw. t-verfahren; -möbe), das: Möbelstück,
das als Teil eines ganzen Programms mit anderen Stücken
der gleichen Art zusammengesetzt werden kann: -rootor,
der: an ein Fahrrad angebauter Hilfsmotor: -plan« der
(DDR): den Anbau (2) beireffende Richtlinien: -raupe, die
(Technik): ansteckbare Raupenkette für Mähdrescher als
Anhänger: -schrank, der: Schrank als Anbaumöbel: -tech-
nlk, die: svw. t -verfahren, dazu: -technisch <AdJ.; o.
Steig.); -verfahren, das: Verfahren, nach dem der Anbau
(2) betrieben wird: biologisches A.; -wand, die Kombination
von Anbaumöbeln, die eine Wand bildet.
fnbaucn <sw. V.; hat): 1. a) an etw. bauend anfügen:
hinzubauen: eine Veranda, eine Garage a; sie bauten einen
Seitenflügel an das/(seltener:) an dem Hauptgebäude an;
Ü Dominosteine a. (ansetzen): b) ein Gebäude durch einen
Anbau erweitern, vergrößern: das Geschäft ging so gut.
daß sie a. mußten; Ü wenn wir a. (ugs.; einen zusätzlichen
Tisch an die Tafel heranrücken), finden alle Gäste Platz;
c) <a. + sich) sich an einem bestimmten Ort ein Haus
bauen, sich ansiedeln: sie haben sich außerhalb der Stadt
angebaut. 2. feldmäßig anpflanzen: Gemüse, Kartoffeln,
Getreide. Tabak, Wein a.; viele befragten den Müller,
damit er ein pralles Säckchen befrage, das Auskünfte gab,
wann man den Winterweizen, wann den Sommerweizen
a. sollte (Grass. Hundejahre 66).
«nbefehlen <st. V.; hat) (geh.): 1. jmdm. etw. dringend
anraten: etw. ausdrücklich befehlen: jmdm. die größte
Zurückhaltung a.; Wie oft hatte er Lena anbefohlen, die
Futterkartoffeln ... abzukochen (Strittmatter. Wundertäter 11). 2.
anvertrauen: jmdn.. sich. etw. unter jmds. Schutz stellen:
er befahl seine Kinder der Obhut seines Freundes an.
Anbeginn, der; -(e]s (geh.]: Beginn. Anfang: Er und Louise
haben immerhin ihr gutes Hochzeitsbett behalten, diesen
Zeugen eines hoffnungsvollen -s (Werfel. Bernadette 9);
seit A. der Welt; von A. war die Sache verfahren.
Unbehagen <sw. V.; hat) (selten): jmdn. mit Behagen erfüllen:
Das (= sich einen Stumpen anzuzünden) behagete ihn
seltsam an. und er konnte arbeiten (R. Walser. Gehülfe
104).
anbehalten <st. V.; hat) (ugs.): nicht ablegen, nicht ausziehen:
den Mantel, die Schuhe, die Handschuhe a.
anbei [auch: '—1 <Adv.) (Amtsspr.): in der. als Anlage:
a. [übersenden, schicken wir Ihnen] die gewünschten
Unterlagen; Porto a.
^nbeiBen <st. V.; hat) 1. das erste Stück von etw. abbeißen:
etw. durch Hineinbeißen zu verzehren beginnen: einen Apfel,
eine Praline a.; ein angebissenes Stück Brot; Der
Landgerichtsrat stand vor einem der Bücherbretter, eine
angebissene Banane in einer Hand, ein dickes Buch in der anderen
(Baum. Paris 26); *am Anbeißen aein/aunehen (ugs.;
reizend anzusehen sein). 2. den Köder an der Angel anfressen,
verschlucken: am besten beißen die Fische am Abend an;
Ü der Hotelier wollte anfangs nicht so recht a. (ugs.;
auf das Angebot eingehen: Zeit 17. 4. 64, 21); die Marie
kriegt nur ein paar tausend Mark .... und deshalb beißt
ja auch niemand an (ugs.; heiratet sie ja auch niemand:
Fallada. Mann 38).
fnbekonrnen <st. V.; hat): (nur mit Mühe) anziehen können
(häufig verneint; Ggs.: ausbekommen 1): ich habe die
Schuhe nicht anbekommen.
anbelangen <sw. V.; hat) [Mischung aus veraltet belangen
= betreffen u. t anlangen] fast nur in der Verbindung
wasimdn.,etw. anbelangt (wasjmdn. etw. anlangt, betrifft):
was mich, diese Sache anbelangt, [so] bin ich einverstanden;
was jedoch den Gefreiten Asch anbelangte, so war der
zunächst so gut wie tabu (Kirst. 08/15. 95).
Rubellen <sw. V.; hat): bellende Laute gegen jmdn.. etw.
ausstoßen: der Dackel bellte ihn. das Denkmal an; Ü Er
machte ein finsteres Gesicht, bellte rauh alle an (fuhr
alle an,Kirst, 08/15, 194).
fnbequemea, sich <sw. V.; hat): sich jmdm.. einer Sache
mit einem gewissen Widerstreben anpassen: sich der
herrschenden Sitte a.; eine weltselige Religiosität, die sich den
Forderungen dieses Daseins willenlos anbequemte (Nigg.
Wiederkehr 77).
anberaumen [anbar^pman] <sw. V.; hat) [zu spatmhd. berä-
men = als Ziel festsetzen, volksetymologisch an tRaum
angeglichen] (Amtsspr.): [für einen bestimmten Zeitpunkt.
Termin] ansetzen: eine Sitzung, eine Verhandlung, eine
Aussprache, ein Treffen a.; der anberaumte Termin;
<Abl.:> Anberaumung, die; -. -en.
fnbeten <sw. V.; hat): a) (ein höheres Wesen) betend
verehren: Götzen. Götter a.; b) jmdn. überschwenglich verehren,
vergöttern: er betet seine Frau an; Gretel. die ... in Zürich
ums Leben gekommen ist. Wie habe ich sie angebetet,
als wir Kinder waren (K. Mann. Wendepunkt 363); Ü
(abwertend:) das Geld, die Technik a.; <Abl.:> Anbeter,
der; -s, -: a) jmd.. der jmdn.. etw. betend verehrt: wenn
die Götter, um niemals um A. verlegen zu sein, unseren
Trieben die Erhaltung des Menschengeschlechts
anvertrauten (Hagelstange. Spielball 191); b) Verehrer: ein heimlicher
124
anbohren
A.; ein törichter A.; der Jeannlne mit Heiratsanträgen
verfolgte (Lederer. Liebe 106).
Anbetracht: <in Verbindung mit ..in'4 u. folgendem Gen.):
im Hinblick auf. angesichts: in A. der Lage, der
Verhältnisse, der Preissteigerungen, seines hohen Alters; in A. dessen,
daß...
anbetreffen <st. V.; hat): fast nur in der Wendung was
fcndiL, etw. anbetrifft (was jmdn.. etw. betrifft, anlangt):
was mich, diese Sache anbetrifft, [so] bin ich einverstanden.
anbetteln <sw. V.; hat): sich bettelnd an jmdn. wenden: jmdn.
nachdrücklich um etw.. bes. eine Gabe bitten: Kinder
bettelten in den Elendsvierteln die Passanten (um Geld. Brot]
an; Habe ich es nötig, das Mordgesindel um Verzeihung
anzubetteln? (K. Mann. Mephisto 238). Anbetung l'an-
be:tUQ]. die; -. -en <P1. selten): a) betende Verehrung: die
A. des Jesuskindes, die Pilger waren in A. der Madonna
versunken; b) bewundernde Verehrung. Vergötterung: aber
ihre stille, demütige A. wärmte ihn doch (Hesse. Narziß
314); <Zus.:> «nbetunosvoll <Adj.) (geh.): anbetend: betend
Verehrung ausdrückend: in -er Haltung; fnbetungswflnUg
<AdJ.): in höchstem Maße verehrungswürdig: eine -e Frau.
fnbeugen <sw. V.; hat): eine Gliedmaße anwinkeln, bis zu
einem bestimmten Winkel beugen: der Körperbehinderte
konnte die Beine nicht a.; <subst.:> das Anbeugen des
Ellenbogens.
fnbezahlen <sw. V.; hat): eine bestimmte Summe für etw.
anzahlen: ein Kleidungsstück, ein Auto a.
anbiedern[anbi:den].sich <sw. V.;hat)[zu 1 bieder]
(abwertend): sichjmdm. auf plump-vertrauliche Weise nähern, sich
beijmdm. einzuschmeicheln suchen: ich dachte nicht daran,
midi bei ihm anzubiedern; ..Wie gefällt Ihnen denn unser
Häuschen?44 biederte ich mich an (Grass. Blechtrommel
680); <AbI.:> ^nbiedenmg, die; -. -en. dazu:
Anbiederungsversuch, der: einen A. machen.
anbieten <st. V.; hat): 1. a) jmdn. erkennen lassen, daß man
bereit ist. ihm etw. zur Verfügung zu stellen, ihm /mit
etw.] zu helfen o. ä.: Jmdm. seine Hilfe, seine Dienste,
seine Begleitung a.; er bot der alten Frau seinen Platz
an (überließ ihn ihr): sie hat mir ihre Hausgehilfin [zur
Unterstützung] angeboten; Sofort bot ich ihr an. daß ich
mit ihr gehen und sie heimbringen wolle (Gaiser.
Schlußball 172); Ü jmdm. Ohrfeigen. Schläge a. (iron.; androhen):
b) <a. + sich) sich für einen bestimmten Zweck bereit
halten, zur Verfügung stellen: er bietet sich als Vermittler
an; ich biete mich zum Vorlesen an; Mädchen. Frauen
bieten sich an (zum Geschlechtsverkehr): c) (einem Gast)
zum Essen. Trinken o.a. reichen: ümdm.] etw. zu essen
a ; Ich kann dir nicht einmal einen Schnaps a. ... Aber
Kaffee, wenn du willst (WaggerI. Brot 161); er bot ihm
eine Zigarette an (fragte ihn. ob er eine von seinen Zigaretten
rauchen wolle): nichts anzubieten. <subst.:> zum Anbieten
haben; d) zur Wahl stellen, bereithalten <oft im Passiv):
Griechisch sollte an allen Gymnasien wenigstens
angeboten werden; jmdm. etw. als Gegengabe, als Ersatz a. 2.
a) vorschlagen: anregen: ümdm.] eine Lösung, neue
Verhandlungen a.; Jmdm. das Du anbieten; der Minister hat
seinen Rücktritt angeboten (hat sein Amt zur Verfügung
gestellt): b) einen Handel vorschlagen, ein / Waren Jangebot
machen, offerieren: auf dem Markt Waren zum Verkauf
a.; etw. zu günstigem Preis a.; einem Verlag ein Manuskript
a ; sich als Fotomodell a.; c) (ein Amt) antragen: jmdm.
eine neue Position, den Ministersessel a. 3. <a. + sich)
a) in Betracht kommen, naheliegen: eine Lösung bietet
sich an; b) geeignet sein (zu etw./: der Ort bietet sich
für das Treffen, die Verhandlungen [geradezu] an; <AbI.:>
Anbieter, der; -s. - (Wirtsch.): Vertreter des Angebots in
der vom Gegensatz zwischen Angebot u. Nachfrage
bestimmten Marktwirtschaft.
«nbinden <st. V.; hat): 1. a) mit einer Leine. Schnur o.a.
an etw. befestigen, festmachen: das Boot am Ufer a.; den
Hund, das Pferd an einen Pflock a.; einen Rosenstrauch
a ; U jmdn.. etw. an etw. a. (zuordnen): er läßt sich nicht
a. (läßt sich seine Freiheit nicht nehmen, will ungebunden
leben): man kann die Kinder nicht a. (kann sie nicht
daran hindern, eigene Wege zu gehen): * angebunden sein
' wegen anderweitiger Verpflichtungen keine Gelegenheit ha-
hen.etw.auszuß^ren);kmzunst^Mindenlsein] (unfreundlich,
abweisend /sein]): b) (Landw.) (ein Tier) entwöhnen u.
großziehen (statt es zum Schlachten zu geben): ein Kalb
a. 2. (geh.) a) mit jmdm. Streit beginnen, suchen: anbändeln:
er wagt nicht, mit ihm anzubinden; Hat sonst noch jemand
Lust, mit dem General anzubinden (Kirst. 08/15. 827);
b) mit jmdm. ein nicht ernsthaftes Liebesverhältnis anfangen:
er versuchte, mit der Kellnerin anzubinden.
4nbU. der; Anbisses. Anbisse: 1. das Anbeißen: der [erste]
A. zeigte, daß der Apfel noch nicht reif war. 2. Stelle,
an der etw. angebissen wurde: die Früchte haben Anbisse.
tnUaffen <sw. V.; hat): 1. (ugs. abwertend) (von einem
Hund) anbellen, mit Gekläff belästigen: unausgesetzt blaffte
ihn der Dackel an. 2. (salopp) heftig anfahren, zurechtwei-
sen: der Arzt... warf der Schwester, die Sartorik angeblafft
hatte, entgeisterte Blicke zu (Sebastian. Krankenhaus 58).
tnbtoen <st. V.; hat): 1. in Richtung auf jmdn.. etw. blasen:
ein heftiger Wind blies sie an; blase mich nicht mit dem
Zigarettenrauch an! 2. (salopp) heftig anfahren, zurechtwei-
sen: Er wurde vom Oberst ... angeblasen, daß er fast
umfiel (Kuby. Sieg 198). 3. (Musik) zu blasen beginnen:
ganz leicht blasen: einen Ton. eine Trompete a. 4. durch
Blasen anfachen (Ggs.: ausblasen 2): die Glut, das Feuer
a.; den Hochofen a. (in Betrieb setzen): Ü den
Lebensfunken wieder a. (die Lebenskraft neu wecken). 5. durch ein
Hörn. Signal o. ä. das Zeichen für den Beginn von etw.
geben: etw. ankündigen (Ggs.: abblasen): die Jagd a.; sie
haben das neue Jahr angeblasen.
fnbllttern <sw. V.; hat): ein Druckwerk (Buch. Zeitschrift
o. ä.) nur flüchtig ansehen, durchblättern, um einen ersten
Eindruck von dem Geschriebenen zu gewinnen: ich konnte
das Heft nur a.. nicht lesen; Ein ... Viertel (der
Taschenbücher) wird angeblättert und wandert in den Bücherschrank
(Enzensberger. Einzelheiten I. 165).
fnMecken <sw. V.; hat): jmdm. in drohender Gebärde die
Zähne zeigen, gegen jmdn. die Zähne fletschen: plötzlich
bleckte der Hund uns drohend an; die Maske bleckte
ihn [richtig] an; Ü der Chef hat ihn ganz schön angebleckt
(heftig angefahren, zurechtgewiesen).
fühlenden <sw. V.; hat): (bes. im Straßenverkehr) mit Hilfe
von Scheinwerfern. Lampen u. ä. auf etw. hinweisen: jmdm.
Lichtsignale geben: der Fahrer hinter mir hat mich
fortwährend angeblendet; Ü Der Konsument und seine Probleme
... sind kurz angeblendet (angesprochen), aber kaum
analysiert worden (MM 16. 10. 72. 45).
Anblick, der; -[e]s. -e: a) etw.. was sich dem Auge darbietet:
Bild. Eindruck. Aspekt: ein erfreulicher, trostloser A. bot
sich ihm dar; einen A. nicht ertragen können; man wollte
ihm den traurigen A. ersparen; sich in einen A. vertiefen,
verlieren; R ein A. für Götter (ugs.; ein köstlicher, lustiger
Anblick): b) <o. PI.) das Anblicken. Betrachten:
Beobachten: beim [bloßen] A. einer Sache; anblicken <sw. V.; hat):
/mit dem Ausdruck einer bestimmten Gefühlsregung]
ansehen, seinen Blick, seine Augen auf jmdn., etw. richten: er
blickte sie [lächelnd, vielsagend, von oben herab] an; Jmdn.
unverwandt, mit großen Augen a.; Verzaubert blickten
wir einander an (Hesse. Steppenwolf 203); Ü die Rosen
blickten sie traurig an.
anblinken <sw. V.; hat): a) blinkendes Licht auf jmdn. fallen
lassen: plötzlich blinkte mich eine Taschenlampe an; der
Abendstern blinkte (funkelte) uns an; b) jmdn. mit der
Lichthupe zu etw. auffordern, auf etw. aufmerksam machen
o. ä.: Es nutzt auch nichts, den Mann im stinkenden Auto
anzuhupen oder anzublinken (Auto 6.1965.39); Ich blinkte
ihn kurz an. fuhr an ihm vorbei, und er folgte uns (v.
d. Grün. Glatteis 67).
fnblinzeln <sw. V.; hat): 1. blinzelnd ansehen /. um das
Auge vor zu großem Lichteinfall zu schützen/: er blinzelte
midi verschlafen an; Unter seinen weißen Brauen blinzelte
er alle verächtlich prüfend an (H. Mann. Stadt 64). 2.
augenzwinkernd seines /heimlichen/ Mitgefühls, seiner
Komplizenschaft versichern: sie blinzelte ihn verstohlen an;
fnblinzen <sw. V.; hat): (veraltet, noch landschaftl.): svw.
T anblinzeln.
tnblitzen <sw. V.; hat): jmdn. mit blitzenden Augen (in einer
Weise, die einen inneren Affekt verrät) ansehen: Jmdn.
wütend, triumphierend a.; nachdem er mich lange genug
angeblitzt hatte, sagte er verächtlich: .Angst hast du ja
doch ..." (Fallada. Herr 184); ihre Augen blitzten mich
an.
anbohren <sw. V.; hat): 1. etw. mit einem Bohrer o. ä.
bearbeiten: beginnen, ein Loch in etw. zu bohren: die Käfer. Larven
haben das Holz, den Baumstamm angebohrt; soll der
Tiefseeboden des Pazifischen Ozeans... an vielen Stellen ange-
125
Anbohrung
bohrt werden (sollen Bohrungen vorgenommen werden:
MM 16. 1. 69, 3). 2. etw. durch Bohrung erschließen:
neue Quellen, ein Erdölvorkommen a. 3. (ugs.) jmdn. um
etw. angehen, etw. von Jmdm. bittend, fragend zu erlangen
suchen: jmdn. mit Fragen a.; hatten die Stammtischspieler
Werbequellen angebohrt (angezapft) und Trikots mit
Firmennamen ergattert (Spiegel 42. 1974.145); <Abl.:)4ntah-
rung, die; -. -en.
anborgen <sw. V.; hat) (veraltend): um Geld angehen, von
jmdm. Geld leihen: er borgte ihn um 10 Mark an.
Anbot fanbo:t]. das; -[eis. -e (österr. veraltend): Angebot.
anbranden <sw. V.; ist): schäumend an etw. branden, sich
an etw. brechen: die anbrandenden Fluten; Ü Vergeblich
versuchten ... Polizisten ..."die anbrandende Menge von
dem Botschaftsgebäude fernzuhalten (BM 20. 8. 74. 1).
tnbranen <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): die Rahen eines
Segelschiffes in Längsrichtung bringen, anholen (Ggs.:
aufbrassen): die Matrosen braßten die Segel dichter an.
Infanten <st. V.; hat) (Kochk.): Fleisch bei großer Hitze
nur kurz braten, um dann den Zubereitungsvorgang auf
andere Weise fortzusetzen: der Schweinerücken wird mit
reichlich Fett angebraten.
fnbrauchen <sw. V.; hat) (ugs.): etw. anbrechen, in Gebrauch
nehmen: Du darfst nicht 2 Selterswasserflaschen
gleichzeitig a. (Wohmann. Absicht 306); angebrauchte (nicht mehr
neue, schon getragene) Sachen.
«nbriunen <sw. V.): 1. (Kochk.) lauf dem Herd] nur ein
wenig braun werden lassen, leicht bräunen (hat): Fleisch.
Mehl a.; die Zwiebeln werden angebräunt. 2. (ugs.) /durch
die Sonne] ein wenig, leicht braun werden <ist>; (meist
im Perfekt:) du bist im Urlaub etwas angebräunt;
angebräunt aus dem Urlaub zurückkehren; die Vorhänge des
Raumes waren angebräunt (bräunlich verfärbt).
tnfarauKn <sw. V.; ist): mit großer Geschwindigkeit unter
Getöse herankommen: der Zug brauste an; (bes. im 2.
Part. + kommen:) aber die S-Boote ... kamen mit siebzig
Stundenkilometern ... angebraust (Ott. Haie 166).
fnbreehen <st. V.): 1. nicht ganz /durch-, zerjbrechen (hat):
das Stuhlbein ist angebrochen; Er ist ... abgestürzt, hat
sich das Rückgrat angebrochen (Grzimek. Serengeti 90);
angebrochenes Geschirr. 2. (einen Vorrat) zu verbrauchen
beginnen, etw. Verpacktes zum Verbrauch öffnen <hat):
ein neues Paket Zucker a.; die Zigarettenpackung ist noch
nicht angebrochen; eine angebrochene Flasche; Ü ein
angebrochener Abend (ugs.; Abend, den man nicht mehr ganz
zur Verfügung hat u. den man nur noch für kleinere,
nebensächlichere Dinge nutzen kann). 3. (geh.) (von einem
Zeitabschnitt) anfangen, beginnen, eintreten (ist): der Tag bricht
an (die Morgendämmerung tritt ein): eine neue Zeit, das
Atomzeitalter ist angebrochen; Damals schien eine
Sternstunde angebrochen (Dönhoff, Ära 168).
führen»« (sw. V.; hat): durch kurzes Betätigen der Bremse
vor Hindernissen o.a. die Fahrtgeschwindigkeit von etw.
verringern: zu bremsen beginnen: Er bremst den Wagen
etwas früher vor der Kurve an. um die Bremsen zu schonen
(Frankenberg. Fahren 37); der Fahrer hat zu spät
angebremst; dazu: ifrnbrtmpunkt, der (PI. selten): kalkulierbare
Stelle der Fahrbahn, bis zu der man spätestens angefangen
haben muß zu bremsen, um einer gefährlichen Situation
(Ausbrechendes Wagens in einer Kurve o. ä.) auszuweichen:
ein Verschätzen des -es.
fnbrqnai (unr. V.): 1. anzünden, zum Brennen bringen (hat):
den Holzstoß, die Pfeife, ein Feuerchen a.; ich brannte
mir eine Zigarette an (Bieler. Bonifaz 81). 2. zu brennen
beginnen (ist): der Holzstoß, die Kohlen sind angebrannt.
3. (von einem Gericht, einem Nahrungsmittel) beim
Kochvorgang zuviel Hitze bekommen u. sich dadurch am Grund
des Topfes o. ä. in einer verkohlten Schicht absetzen (Ist):
das Essen, die Milch ist angebrannt; * nichts a. lassen
(1. ugs.; sich nichts entgehen lassen: Einstweilen wollten
sie sich amüsieren, nichts a. lassen (Lynen.
Kentaurenfährte 19]. 2. Sport Jargon; kein Tor zulassen: der Torwart
ließ nichts a); (Zus. zu 1:) ^nbranhob, das (o. PI.):
dünnes Holz, das zum Anbrennen (1) des Feuers geeignet
ist: über das Papier legte er A.
anbringen (unr. V.; hat) /vgl. angebracht/: 1. (ugs.) von
irgendwoher herbeibringen, heranschleppen: mit nach Hause
bringen: die Kinder brachten ein Eichhörnchen an; was
sein Vater sagen würde, wenn er sähe, daß er das
Negermädchen ... ungeniert anbrächte (Baldwin [Übers.]. Welt
2%). 2. an einer bestimmten Stelle festmachen, befestigen:
eine Lampe an der/(seltener:) an die Decke a.; eine
Gedenktafel. Schilder a.; Sie hatte Vorhänge nähen lassen, hatte
sie selbst angebracht (aufgehängt: Jaeger. Freudenhaus
123); Ü Er brachte ein Komma an und zog eine Zahl
sorgfältig nach (applizierte es: Kirst. 08/15, 393). 3. a)
vorbringen. / beiläufig J zur Sprache bringen: äußern: eine
Beschwerde, eine Bitte bei Jmdm. a.; Der Kardinal ...
bringt nun seine Neuigkeit an... mit effektvoller
Beiläufigkeit (Hochhuth. Stellvertreter 89); Der Redner ... bringt
seinen Trinkspruch an (trägt ihn vor; Hörn. Gäste 61);
sein Wissen a. (zeigen, beweisen) können. 4. (ugs.) a)
jmdm. eine Stelle verschaffen: jmdn. irgendwo unterbringen:
Reinhold war bei den Bäckern der Stadt umhergegangen,
um Stanislaus anzubringen (Strittmatter. Wundertäter
274); sie bemüht sich, ihre Tochter anzubringen (sie zu
verheiraten): b) verkaufen: einen Käufer für etw. finden: die
Ware ist schwer anzubringen. 5. (veraltet, noch landsch.)
anzeigen, denunzieren: er hat ihn. alles [beim Lehrer]
angebracht. 6. (ugs.) anziehen können, anbekommen (Ggs.:
ausbringen 3): die Schuhe habe ich kaum angebracht;
(Abi. zu 5:) Anbrineer. der; -s. - (veraltet): Angeber.
Denunziant: er betätigte sich als A.. zu 2: Anbringung, die. -.
Anbruch, der; -[e]s. Anbrüche: 1. (o. PI.) (geh.) Anfang.
Beginn: der A. einer neuen Zeit; bei. vor. mit A. der
Dunkelheit. 2. Beginn eines Bruchs, einer Beschädigung
durch Brechen: der Apparat zeigte auch nicht den Schatten
eines -s. 3. (Bergbau) angebrochene Schicht nutzbarer
Mineralien: ein frischer A. 4. a) (Forstw.) krankes, fauliges
Holz: b) (Jagdw.) eingegangenes, verwesendes Wild: (Abi.
zu 4:) «nfarüdrig (o. Steig.; nicht adv.) verwesend,
verfaulend.
fnbrühen (sw. V.; hat): a) mit kochendem Wasser übergießen
/ u. quellen lassen o. ä. J: Kaffee. Tee a.; b) kurz in kochendes
Wasser legen: angebrühte Tomaten.
anbrüllen (sw. V.; hat): 1. a) (vonbestimmten Tieren) jmdm.
mit Gebrüll entgegentreten: der Löwe, die Kuh brüllte
mich an; b) (ugs.) (von Menschen) mit großem
Stimmaufwand zurechtweisen, anfahren: seinen Unmut an jmdm.
auslassen: er brüllte den Jungen an; sie haben sich gegenseitig,
haben einander angebrüllt. 2. (ugs.) mit lauter Stimme
einen anderen Lärm zu übertönen versuchen: gegen den
Motorenlärm a.
tnfannmai (sw. V.; hat): 1. (von bestimmten Tieren)
Brummlaute gegen jmdn. ausstoßen: der Bär brummte ihn
an. 2. (ugs.) (von Menschen) in brummigem Ton anfahren:
..Halten Sie ihn", brummte der Schließer Rose an (Apitz,
Wölfe 228).
«nbriiten (sw. V.; hat): zu bebrüten anfangen, kurze Zeit
bebrüten: die Gans hat die Eier bereits angebrütet;
angebrütete Eier.
anfauflen[anbofn](sw. V.;hat)[zuTpuffen](derb):
schwängern.
Anchovis (fachspr.): svw. t Anschovis.
AnckmitÄtsprfaiziptäsienite:^-!. das; -[eis [zu: Anciennität
= (Reihenfolge. Rangfolge nach dem) Dienstalter < frz.
anciennetä. zu: ancien = alt < vlat. *antianus. zu lat.
ante= vorher]: Prinzip, nach dem Vorteile auf Grund der
Wartezeit, nicht der Leistung vergeben werden:
Beförderung. Studienplatzverteilung nach dem A.; Ancien r&kne
[ä'siS: re'3i:m]. das; - - [frz. = alte Regierungslorm]: Zeit
des frz. Absolutismus vor der Revolution 1789.
Andacht ['andaxtl. die; -. -en [mhd. andäht. ahd. anadaht.
eigtl. = das Denken an etwas]: 1. (o. PI.) Sammlung
der Gedanken im Gebet: vor dein Altar in frommer A.
knien. 2. kurzer Gebetsgottesdienst, meist zu Beginn od.
zum Ausklang des Tages: eine A. halten; Wir möchten
... sonntags abends eine A. haben .... eine festliche, mit
Orgelmusik (Remarque. Obelisk 42). 3. (o. PI.) innere
Sammlung. Anteilnahme: die Zuhörer waren in tiefe A.
versunken; mit A. zuhören; Der Friseur vertiefte sich in
den Brief, las ihn ... mit dankbarer A. (Lenz. Suleyken
25); etw. mit A. (scherzh.; bedächtig u. mit Genuß)
verspeisen; (Abi.:) amttcMg [ändert*;] (AdJ.): 1. in Andacht
(1): die-e Gemeinde; a. niederknien. 2. innerlich gesammelt,
ergriffen, beteiligt: Jmdm. a. lauschen, zuhören; Mummel
hatte... Bilder auf den Tisch gelegt, die er sinnend, beinahe
a. betrachtete (Jens. Mann 79); das Glas a. (scherzh.;
bedächtig u. mit Genuß) austrinken. 3. Andacht (3)
erzeugend: feierlich: eine -e Stille.
126
anders
fndachte-, ^ndadits-: -btld, das (Kunst): Bild aus dem
Marienleben od. der Passion, Ikone: Miniatur meist mit
Heiligenmotiven als Gebetbucheinlage: nach der Ostermesse
wurden -er verteilt; ^buch, das: für Andachten (1.2) bestimmtes
Buch.^4ihune.die (meist PI.): Übung zur inneren Sammlung
vor Gott: sie besuchten regelmäßig die -en; -voll <AdJ.;
0. Steig.) (geh.): andächtig: in -er Haltung.
fndampfen <sw. V.; ist): dampfend, zischend näher kommen:
nach einer Weile dampfte eine Lokomotive an; (oft in
der Verbindung 2. Part. + kommen): die Lok. das Schiff
kommt angedampft; Ü die Nachbarin dampft an (kommt
/vor Zorn, Atemlosigkeitj schnaufend an).
andante [andante] <Adv.) [ital. andante, eigtl. = gehend.
1. Part, von: andare= gehen < vlat. ambitäre. zu lat.
ambire] (Musik): langsam, gemessen, ruhig
(Tempobezeichnung): Andante [-]. das; -[s]. -s: Musikstück (od. ein Teil
davon) mit der Tempobezeichnung andante: andantino
[...' tr.no] <Adv.) [ital. andantino]: etw. schneller als andante
(Tempobezeichnung); Andantino [-]. das; -s. -s u. ...ni [...ni]:
Musikstück (od. ein Teil davon) mit der Tempobezeichnung
andantino.
andauen fanden] <sw. V.; hat) [zu veraltetem dauen =
genossene Speisen im Körper auflösen, verarbeiten; vgl.
verdauen] (Med.): zu verdauen beginnen: die Nahrung wird
im Körper angedaut; angedaute Speisen (Nahrungsreste
im ersten Stadium des Verdautwerdens): <Abl.:) tAn-
dauung.
Andauer, die; -: Fortbestehen eines Zustandes auf
unbestimmte Dauer: bei längerer A. des Regens, des Fiebers; andauern
<sw. V.; hat): nicht aufhören, weiterbestehen, anhalten:
Dauer haben, von Dauer sein: der Zustand, die Stille, das
schöne Wetter dauerte an; Freude dauerte nie an in dieser
Zeit (Degenhardt. Zündschnüre 142); andauernder Frost.
fndauernd <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): unausgesetzt,
fortwährend: immer wieder: es regnet a.; a. fragt er dasselbe;
diese -en Störungen!; Vater ... hatte es satt. a. Holzwolle
in tote Tiere zu tun und dafür bloß einsfiinfundachtzig
zu kriegen (Schnurre. Bart 33).
^ndauung, die; - (zu t andauen] (Med.): Beginn der
Verdauung, der Zersetzung der Speisen im Magen.
Andenken« das. -s. -: 1. <o. PI.) Erinnerung, Gedenken an
jmdn., etw.: bei jmdm. in gutem A. stehen; jmdm. ein
liebevolles A. bewahren; Jmds. A. in Ehren halten. 2.
Gegenstand, an den sich die Erinnerung an jmdn., etw.,
eine Zeit knüpft: Souvenir: ein bleibendes A.; ein Laden,
der A. verkauft; der Ring ist ein A. an meine Großmutter;
ich habe mir von der Reise einen Teppich als A.
mitgebracht.
ander... fand«...] (Indefinitpron.) [mhd.. ahd. ander] /vgl.
anders/: 1. a) gibt an. daß ein Wesen oder Ding nicht
identisch ist mit dem. dem es gegenübergestellt wird (bei
zwei Wesen oder Dingen; nähert sich der Bedeutung von
der zweite): ein Bein über das andere schlagen; die eine
Hälfte essen, die andere aufheben: von einer Seite auf
die andere; am anderen Ende; weder das eine noch das
andere (keins von beiden): das eine tun und das andere
nicht lassen (das, was auch getan werden muß, nicht
vernachlässigen: beides tun): b) gibt an. daß ein Wesen oder Ding
nicht identisch ist mit dem. dem es gegenübergestellt wird
(bei mehreren Wesen oder Dingen; nähert sich der
Bedeutung von der nächste, der folgende, der weitere): ein anderes
Problem besteht darin, daß ...; die and[e]ren Hüte haben
mir besser gefallen; er hat den ander[e]n Hunden das Futter
weggeschnappt; er durfte bleiben, die beiden anderen
mußten den Saal verlassen; die Forderungen anderer
Leidtragender konnten nicht berücksichtigt werden; R was dem
einen recht ist. ist dem anderen billig (alle Leute haben
das gleiche Recht): ein[e]s nach dem ander[e]n erledigen
(etwas der Reihe nach, nacheinander erledigen): der eine
oder der andere (mancher) kaufte etwas; ein Jahr um
das andere (die Jahre hindurch): einen Brief über den/nach
dem ander[e]n (in rascher Folge) schreiben; einer hinter
dem ander[e]n (hintereinander): am ander[e]n Tag (am
folgenden Tag): zum andern Mal (veraltet; noch einmal).
2. nicht gleich, verschieden, andersartig: das ist eine andere
Welt; andere Maßstäbe anlegen; mit anderen Worten ...;
er ist anderer Meinung als ich; zwischen anderem
wertlosen/wertlosem Gerumpel stand das Klavier; von etwas
anderem sprechen; das ist etwas [ganz] anderes; wer anderes
(veraltend; anders) soll es getan haben?; mit jemand
anderem sprechen; jemand anderen fragen; Die Nachbarinnen
waren längst schon zu dem Schlüsse gelangt, daß niemand
anderer erben werde als Mila (Werfel. Himmel 89); nichts
anderes als ... (nur ...); ein anderer Mensch werden (sich
völlig verändern): er ist auf der Suche nach einem anderen
(neuen) Arbeltsplatz; da müssen schon andere
(Tüchtigere) kommen; man hat mich eines anderen (Besseren)
belehrt; das machst du anderen (Dümmeren) weis; dem hätte
ich an deiner Stelle etwas anderes erzählt (ihm klar und
deutlich die Meinung gesagt): beinahe hätte ich etwas ganz
anderes (ugs.; Unangebrachtes, Anstößiges) gesagt; das ist
alles andere als (genau das Gegenteil von) hübsch; das ist
alles andere als die Wahrheit (keinesfalls die Wahrheit);
R andere Länder, andere Sitten (jedes Land hat seine
eigenen Sitten).
änderbar fendBban?] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, daß es geändert werden kann: der Entwurf. Plan ist
jederzeit ä.; ^nderbarkeit, die: -: Eigenschaft, geändert
werden zu können, änderbar zu sein: sie betonten die Ä. der
Gesetzesvorlage.
tnderaifiills, andernfalls (Adv.): sonst, im andern Fall: ich
mußte ihm helfen, weil er a. zu spät gekommen wäre;
die Anweisungen müssen befolgt werden, a. können
Komplikationen eintreten (seltener: a. Komplikationen
eintreten können).
anderenorts, ^ndernQrts. ^nderQrts (Adv.) (geh.): an anderer
Stelle, an einem anderen Ort; anderswo: ich kann a. mein
Geld verdienen.
anderentags, anderntags (Adv.) (geh.): am nächsten,
folgenden Tag a. wurde die Diskussion fortgeführt.
anderenteils, ^nderntfiils (Adv.): andererseits (gew. in
Verbindung mit ..einesteils44): er sprach einesteils wie ein junger
Träumer ...andern teils hätte man ihn für einen Schwindler
... halten können (R. Walser. Gehülfe 173).
tndererqdts. anderseits, andrerseits (Adv.): auf der anderen
Seite, zum andern: ein durchschlagender Sieg über die
Sünde ... trat nicht ein. wie auch andererseits nicht eine
Wiederkehr der ersten Gnaden (Nigg. Wiederkehr 49);
es kränkte ihn. anderseits machte es ihn auch stolz; in
Verbindung mit ..einerseits44: einerseits machte das Spaß,
andererseits Angst.
j^nderwHchwkterkind, das; -[e]s. -er (landsch.): Verwandte,
deren Großmütter od. Großväter Geschwister sind bzw.
waren.
i^nderkonto, das; -s. ...ten: Konto, über das nicht der
Vermögensbesitzer, sondern ein Verwalter verfügt.
Treuhandkonto.
anderlei <Adj.; indekl.) [t-lei] (geh.): von verschiedener Art.
verschieden: a. Meinungen kamen auf.
andermal nur in der Fügung ein andermal (zu einem
anderen Zeitpunkt, bei anderer Gelegenheit): wir befassen
uns damit ein a.; heute nicht, ein a.
Indern [endpn] <sw. V.; hat) [mhd. endem. zu tander]:
1. a) [durch Hinzufügen oder Streichen, durch Veränderung
von Details] abändern, modifizieren: einen Mantel, einen
Text ä.; daran ist nichts zu ä.; das Flugzeug ändert seinen
Kurs um 30 Grad; man muß noch einige Details ä.; wäre
... aller Anlaß gegeben, die bisherige Politik zu ä. und
der neuen Lage anzupassen (Dönhoff, Ära 109); b)
wechseln, durch etw. anderes ersetzen, umformen, wandeln: seine
Meinung. Ansichten, den Ton. Daten ä.; alte Menschen
kann man nicht mehr ä. (von ihren Gewohnheiten
abbringen); das alles ändert nichts an der Tatsache, daß eine
Weltstadtmasse... mehr Druck aufspeichert, als ihr Ventile
zur Verfugung stehen (Thieß. Reich 452). 2. (ä. + sich)
anders werden, sich verändern: sich grundlegend ä.; das
Wetter, die Lage ändert sich; daran läßt sich nichts ä.;
du hast dich sehr geändert; (Schweiz, auch ohne ..sich44):
wie rasch die Dinge ändern.
andernfalls: t anderenfalls.
andernorts: t anderenorts.
anderntags: t anderentags.
andernteik: t anderenteils.
anderorts: t anderenorts.
anders fandgs; mhd. anders, ahd. anderes, eigtl. = Gen.
Sg. Neutr. von tander ...] (Adv.): 1. a) auf andere,
abweichende Art u. Weise, abweichend, verschieden: a. denken,
handeln, fühlen; b) (in Verbindung mit ».als") im Gegensatz
zu: Dennoch war er. a. als Paasch, nicht durchs Examen
gefallen (Fries. Weg 20); c) in Verbindung mit ..nicht"
127
anders-. Anders-
gerade so. nur so: so und nicht a.; etw. nicht a. kennen;
Wir können nicht a.. es ist förmlich ein Zwang (Remarque.
Westen 102); d) andersartig, fremd, ungewohnt: a. aussehen,
wirken, sein; e) (verhüll.) besser, schöner: früher war alles
ganz a.; hätte ich es doch nicht getan, dann wäre es
bestimmt a. gekommen; f) <in Verbindung mit
Indefinitpronomen u. Adverbien): wer. Jemand, irgendwo, nirgendwo,
nirgends a.; da es Jetzt einzig und allein darum geht,
niemand a. zu sein als der Mensch, der ich ... bin (Frisch.
Stiller 9); g) <in Verbindung mit Fragepartikeln) sonst:
wie. wer. was. wo a.; wer neutral war. wird zwangsläufig
in eine antiwestliche Rolle gedrückt, wie sollte es auch
a. sein (Dönhoff, Ära 168); h) (selten, in Verbindung
mit Konjunktionen):... den (= Weg) müßte der...
Katholizismus allerdings zu Ende gehen .... wenn a. die Kirche
zu dem neuen metaphysischen Zeitalter gehört (Bloch.
Wüste 109). 2. (ugs.) sonst, im andern Fall, andernfalls:
Zu einem Austritt wäre die Erlaubnis von ... Mrs. Clerk
nötig; a. gibt der Stallmeister die Pferde nicht her (Fr.
Wolf, Menetekel 67).
tndere-, Anden-: -artig <Adj.; o. Steig.): von anderer Art.
verschiedenartig (Ggs.: gleichartig): ein -es Aussehen.
Verhalten; Verfahrensregeln.... die a. und in der Regel strikter
sind (Fraenkel. Staat 103). dazu: -artigkeft. die:
Eigenschaft des Andersseins; Verschiedenheit: die A. unseres
menschlichen Sterbens gegenüber dem natürlichen
..Verenden44 des Tieres (Thielicke. Ich glaube 180); ^lenkend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): eine andere Meinung vertretend,
einen anderen Glauben habend o. ä. (bes. in Politik u.
Religion): die -e Minderheit, dazu: ^lenkende, der u. die;
-n. -n (meist PI.; Dekl.: t Abgeordnete): Bei uns ist
allenthalben eine merkwürdige Gereiztheit gegenüber -n
ausgebrochen (Dönhoff. Ära 15); -färbte <AdJ.; o. Steig.): in
einer anderen Farbe, nicht gleichfarbig: ein -es Kleid; ein
-er Kragen; die Kanten a. absetzen, dazu: -farbige, der
u. die (meist PL; Dekl.: T Abgeordnete): Mensch mit anderer
Hautfarbe; -geartet <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von
anderer Art: -e Probleme; die Schwierigkeiten sind a.; -fle-
schlechtlkh (Adj.; o. Steig.): dem anderen Geschlecht
zugehörend: ein -er Partner; -gesinnt (AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.): von anderer Gesinnung, andersdenkend, dazu:
-gesinnte, der u. die. -n. -n (meist PL; Dekl.: t Abgeordnete);
-gliubig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich zu einem anderen
Glauben bekennend, dazu: -gläubige, der u. die (meist
PL; Dekl.: t Abgeordnete); -henan, -rum (ugs.:) (Adv.):
1. a) in die andere, in die entgegengesetzte Richtung: etw.
a. stellen; b) in anderer, entgegengesetzter Richtung: der
Kühlschrank steht Jetzt a.; Ü Wovon man gerade genug
hätte, das wollte man nicht, und andersrum, wenn nichts
davon da war. war man verrückt danach (Degenhardt.
Zündschnüre 67); c) von der anderen, entgegengesetzten
Richtung: Jetzt versucht er. a. an das Kabel zu kommen.
2. (ugs. verhüll.) homosexuell: der hält's mit den Mädchen.
Dem liegt es andersrum nicht (Genet [Übers.]. Querelle
274); -lautend (AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): etw. anderes
aussagend: -e Berichte. Meldungen; -nan: f -herum; -sein,
das; -s (geh.): Andersgeartetsein. Verschiedensein; das
Sichunterscheiden. Von-der-Norm-Abweichen: Sappho ...
besang als erste ... die Wonnen des -s (Spiegel SO, 1966.
166); -sprachig (Adj.. o. Steig.): a) eine andere Sprache
sprechend: der -e Bevölkerungsteil; b) in einer anderen
Sprache verfaßt: die -e Literatur steht im zweiten Regal; --wie
<Adv.) (ugs.): auf irgendeine andere Weise: das hättest
du a. machen müssen; es hängt a. zusammen; -wo (Adv.)
(ugs.): an irgendeiner anderen Stelle, nicht hier, woanders:
hier ist es schöner als a.; Sie sind ... echte Afrikaner
und fühlen sich a. nicht wohl (Grzimek. Serengeti 293);
-woher <Adv.) (ugs.): von [irgendleiner anderen Seite,
einer anderen Stelle: die Waffen bekamen sie a.; -wohin
<Adv.) (ugs.): an / irgend /eine andere Stelle, an einen
anderen Ort: wir stellen den Schrank a.; Führen Sie Ihre Damen
a. und nicht... in Ihre Werkstatt (Remarque. Obelisk 116).
anderseits: T andererseits.
anderthalb [andm'halp] <Num.) [mhd. anderhalp, ahd.
anderhalb, eigtl. = das zweite halb]: svw. tein[und)einhalb:
a. Liter Milch; a. Meter Stoff; ich habe a. (veraltend
flektiert: -e) Stunden gewartet; anderthalbfach: svw. I
eineinhalbfach; ynderthflbmal: svw. t eineinhalbmal; Andert-
hQlbmaster: svw. ? Eineinhalbmaster.
Änderung ['endarunl.die; -. -en: I. Veränderung.
Umgestaltung. Modifikation: eine geringfügige Ä. vornehmen; eine
Ä. der Verfassung, technische -en; -en vorbehalten: alles
ist ganz wie sonst, in ihrem Ton ... nicht die leiseste Ä.
(Musil. Mann 1562). 2. Wechsel. Wandeltßrneuerung: eine
A. der Meinung, der Sinnesart; eine Ä. erfahren; eine
b Ä. herbeiführen.
^ndenine»-: -antrag, der; (Politik): Antrag an ein Parlament
zur Änderung von Gesetzen: auf der Tagesordnung stehen
zwei Änderungsanträge; -kündigung. die: Kündigung eines
Arbeits- oder Mietvertrags zur Durchsetzung geänderter
Bedingungen; -sucht, die <o. PL); -Vorschlag, der; -wünsch,
der.
tndcrwfirtig [...'vertu;] (Adj.; o. Steig.; nur attr.) (selten):
an einer anderen Stelle befindlich; von anderer Stelle
stammend: er besaß -e Informationen.
«nderwirts [...'vert$] <Adv.) [t ^wärtsl (geh.): sonst irgendwo,
an einem anderen Ort. anderswo: hier ist es kälter alsa.;
Keimlinge von a. erprobten Bäumen (Jacob. Kaffee 228).
^nderwfiit (Adv.) [mhd. anderweit, anderweide = zum
zweiten Mal. t^Veide] (geh.): in anderer Hinsicht: a. benötigt,
entschädigt werden.
anderweitig [...'v3]ti(]: 1. (Adj.; o. Steig.; nur attr.) sonstig,
weiter.... ander...: mit -en Dingen beschäftigt sein. 2.
<Adv.>: a) anderswo; an anderer Stelle: sich a. mit allem
Nötigen versorgen können; b) an eine andere Stelle. Person:
etw. a. vergeben; Will er die Wohnung nur frei haben,
um sie a. teurer weiterzuvermieten (DM 1. 1966. 56).
andeuten <sw. V.; hat): 1. etw.. (wovon man wünscht, daß
jmd. es erfährt) vorsichtig, durch einen leisen Hinweis, eine
Bemerkung o.a. durchblicken lassen, zu verstehen geben:
einen Wunsch, ein Vorhaben vorsichtig a.; Mit einem
... Ausbreiten der Hände deutete er seine Überraschung,
sein Vergnügen an {ließ es erkennen; Th. Mann. Krull
268); die ... schriftlich angedeutete Absicht meines
Kommens (Jens. Mann 52); er deutete ihm an. daß es Zeit
sei. aufzubrechen; b) etw. nur skizzenhaft, nur in wenigen
Grundzügen o.a. darstellen, nicht ausführen: einen Plan
nur in Umrissen a.; Sie deutete mit der rechten Hand
die Melodie an (Bergengruen. Rittmeisterin 60). 2. <a.
+ sich) sich abzeichnen, sich bemerkbar machen: eine
günstige Wendung, jmds. Absicht deutet sich an; (Abl.:>
Andeutung, die; -. -en: 1. [versteckter] Hinweis. Anspielung
auf etw.: geheimnisvolle, dunkle -en; nicht die leiseste A.;
•en über etw. machen; in -en sprechen (sich nicht deutlich
ausdrücken). 2. schwache Spur, geringes Anzeichen von
etw.: die A. eines Lächelns, einer Verbeugung; Wir
sprachen von der Vergangenheit; von jener kümmerlichen A.
dessen, was unsere Väter vielleicht Leben genannt hätten
(Böll. Mann 45); (Zus.:>fndaitungsweise (Adv.>: in
Andeutungen, indirekt, bruchstückhaft: etw. a. erzählen,
durchblicken lassen; davon war nur a. die Rede; (seltener auch
attr.:) der a. Versuch einer Annäherung.
tndkhten <sw. V.; hat): 1. zu Unrecht zuschreiben, nachsagen,
unterschieben: jmdm. unlautere Absichten, übernatürliche
Fähigkeiten a. 2. auf jmdn. od. etw. ein Gedicht verfassen:
er dichtete mit Vorliebe die Frauen längst vergangener
Zeiten an.
andicken [andikij] <sw. V.; hat) (Kochk.): sämig machen:
sie dickte die Soße, die Suppe mit Mehl an.
andienen <sw. V.; hat): (mit einer gewissen Aufdringlichkeit)
/ zum Kauf] anbieten; antragen, offerieren: jmdm. eine
Position, eine Aufgabe a.; Der Kundschaft wird die First-Class-
Pracht durch Zeitungsinserat... als .»Heruntergesetzte
Ausstellungsstücke44 angedient (Spiegel 42. 1967. 86); Ü hatte
sich Grund in letzter Zeit der CDU/CSU ... angedient
(ihr seine Dienste angeboten; Spiegel 51. 1966, 47); <Abl.:)
Andienung* die; -, -en: 1. das Andienen: die A. von Waren.
2. (Seew.) Erklärung des Versicherten, daß er entschädigt
sein will.dazu: ^ndienungspflicht* die (o. PL): Verpflichtung
zur Andienung (2) innerhalb einer gesetzten Frist; Andie-
nunBHtraffe, die (Verkehrsw., Wirtsch.): beschränkt
öffentliche Anliegerstraße für den Güteraustausch. Lieferstraße.
^diskutieren <sw. V.; hat): etw. zu besprechen, über etw.
zu diskutieren beginnen: ein Thema a.; Die allzu großzügige
Gesprächsleitung ... führte ... dazu, daß zwar alle
möglichen Fragen angeschnitten, aber nicht an-, geschweige
denn ausdiskutiert wurden (MM 22. 2. 75. 48).
«ndocken (sw. V.; hat) (Raumf.): das Mondschiff an die
Raumfähre koppeln, zwei Raumschiffe aneinanderkoppeln:
Nach dem Einschuß in die Erdumlaufbahn muß sich das
128
aneinander-, Aneinander-
Raumschiff... absprengen und eine Wendung ... machen,
um ... am LEM-Gerät anzudocken (MM 21. 3. 73. 33).
^ndomern <sw. V.; hat) (ugs.): 1. (von Maschinen) unter
großem Lärm, donnernd näher kommen: ein Güterzug
donnert an; <oft in der Verbindung 2. Part. + kommen):
ein Lastwagen kam angedonnert. 2. jmdn. zornig anfahren,
anbrüllen: der Unteroffizier donnerte den Rekruten an.
Andrang, der; -(eis: 1. andrängende Menschenmenge:
Gedränge: Zustrom von Menschen an einen Ort, an dem sich etw.
Bestimmtes abspielt: der A. bei der Eröffnung war enorm;
es herrschte großer A. von Kauflustigen; wegen des zu
erwartenden -es war die Verhandlung im großen Saal
angesetzt. 2. (selten) heftiges Zuströmen, Heranströmen von
etw.; Wallung: er litt unter häufigem A. des Blutes zum
Kopf; andringen <sw. V.; ist): an etw. herandrängen,
andringen: nachdem ... die Russen gegen die Ringbahn
andrängten (Plievier. Stalingrad 248); <meist im 1. Part.): die
andrängenden Wassermassen.
fndre...: tander...
Andreaskreuz [an'dre:as-l. das. -es. -e [nach dem Apostel
Andreas, der an einem solchen Kreuz gestorben sein soll]:
1. Diagonalkreuz, im Christentum als Symbol des Leidens
Christi; Teil des Christusmonogramms.1. (Verkehrsw.)
Verkehrszeichen zur Warnung vor Bahnübergängen.
fndrehen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) durch Betätigung eines
!Dreh]Schalters. Knopfes u.a. zum Funktionieren bringen,
anstellen, einschalten (Ggs.: ausdrehen, abdrehen): das
Licht, das Wasser, das Radio a. 2. durch Drehen befestigen,
festdrehen: die Schrauben, den Griff a. 3. (ugs.) jmdm.
etw. Schlechtes zu teuer verkaufen: er hat mir zermatschte
Früchte angedreht; diese Firma dreht Ihnen ...
Rheumadecken ... zu Phantasiepreisen an (DM 5. 1966. 37). 4.
(Film) (einen Film) zu drehen anfangen, mit den
Dreharbeiten beginnen: einen Film a.; Im Herbst letzten Jahres wurde
angedreht (Spiegel 38.1966. 133); <Zus. zu 1:)
Andrehkurbel, die (Kfz.-T.): Kurbel, mit deren Hilfe der Motor von
Hand angelassen werden kann.
andrerseits: f andererseits.
indossieren <sw. V.; hat): 1. einem Tier etw. mit Hilfe
der Dressur beibringen]: einem Hund ein Kunststück a.;
ein ... Zusammenarbeiten angeborener und andressierter
Bewegungsweisen (Lorenz. Verhalten I. 389). 2. (ugs..
abwertend) jmdm. etw. durch Drill beibringen, anerziehen:
die mühsam aufgebaute, gelegentlich nur andressierte
Lerndisziplin (Universitas 3. 1966. 260).
«ndringen <st. V.; ist) (geh.): mit Ungestüm, gewaltsam auf
jmdn., etw. losstürmen, gegen jmdn., etw. anstürmen: das
feindliche Heer dringt gegen die Stadt an; andringende
Massen. Fluten.
Androgen [andro'ge:nl. das; -s. -e [zu griech. aner (Gen.:
andrös) = Mann. Mensch u. f-gen] (Med.): männliches
Geschlechtshormon (Ggs.: Östrogen).
fndrohen <sw. V.; hat): mit etw. drohen; etw. unter Drohungen
ankündigen: jmdm. Rache, ein Gerichtsverfahren a.; das
Gesetz droht den Tod an; <Abl.:> Androhung, die; -. -en:
drohende Ankündigung: unter A. von Gewalt.
AndroMe[andro'i.dd] jauch:) Android [andro'i:t],der; ...den,
...den [zu griech. aner (Gen.: andrös) = Mann. Mensch]:
(in der futuristischen Literatur) menschenähnliche
Maschine, künstlicher Mensch, Kunstmensch: eine der
bedrohlichsten und provokativsten Zukunftsvisionen .... die -n
(Börsenblatt 79. 1967. 5718); Androloge [...1o:gal. der; -n. -n:
Facharzt für Männerheilkunde; Andrologie [...logi:]. die;
-: svw. t Männerheilkunde; androphil [...'0:1] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [zu griech. phflos = freundlich; Freund] (Med..
Psych.): eine sexuelle Neigung zu reifen Männern
empfindend.
fndrfeeln <sw.V.; hat) in der Verbindung: sich einen a.
(sich einen antrinken): ein ... Säufer, der Jederzeit
Handgeld brauchte, sich einen anzudröseln (Zwerenz. Erde 9).
Andruck, der; -[e]s. -e: 1. (Druckw.) Prüfdruck, Probedruck:
der A. ist auf der Handpresse hergestellt worden. 2. <o.
PI.) a) (Technik) Reaktionskraft, die bei Beschleunigung
frei wird: Unterbrecherkontakte mit niedrigem A.; b)
(Raketentechnik) Kraft, mit der ein Raumfahrer bei
Beschleunigung an den Sitz gedrückt wird.
«ndnicken <sw. V.; hat) (Druckw.): a) einen Andruck (1)
von etw. herstellen: Bilder a.; b) mit dem Druck beginnen:
Als Verleger Schünemann die Wagner-Briefe gelesen ...
hatte, ließ er Mitte Januar a. (Spiegel 6. 1966. 91).
andrücken <sw. V.; hat): 1. an einen widerstandsfähigen
Gegenstanddrücken, durch Druck an etw. befestigen: ein
Pflaster a.; mit Klebstoff bestrichene Bruchstellen fest a. 2.
durch Betätigung eines Druckknopfes zum Funktionieren
bringen, anknipsen: das Licht a.
Andmckexemplar, das; -s. -e (Druckw.): a) Exemplar eines
Andrucks (1), Probeexemplar: die überflüssigen -e; b) eines
der ersten Exemplare bei einem beginnenden Druck: Zur
gleichen Stunde spuckten in Essen die Rotationsmaschinen
... die ersten -e der Sonnabend-Ausgabe aus (Spiegel 36.
1966. 17).
tndudeln <sw. V.; hat) nur in der Verbindung sich einen
a. (salopp; sich betrinken): er hat sich einen angedudelt.
fndünsten <sw. V.; hat) (Kochk.): ein Nahrungsmittel kurz
im eigenen Saft unter Hinzufügung von wenig Fett u. Wasser
dünsten lassen: in heißem öl. in etwas Wasser kurz a.
anecken [an|ekn] <sw. V.; ist) [zu TEcke]: 1. versehentlich
an etwas anstoßen: ich bin mit dem Rad [am Bordstein]
angeeckt. 2. (ugs.) unangenehm auffallen: Er will auf keinen
Fall a.. will es allen recht machen (Hörzu 50. 1974, 60).
fneifeni <sw. V.; hat) (südd.. österr.): anspornen, anfeuern:
die Freunde eiferten ihn an; angeeifert von dem Erfolg,
schrieb er einen zweiten Roman.
aneignen, sich <sw. V.; hat): 1. sich unrechtmäßig in den
Besitz einer Sache setzen, widerrechtlich an sich nehmen:
sich Jmds. Vermögen a.; du hast dir das Buch widerrechtlich
angeeignet. 2. sich in etw. üben, bis man es beherrscht;
sich etw. zu eigen machen, etw. lernen: sich eine
Fremdsprache. Kenntnisse. Wissen. Fertigkeiten a.; du hast dir neue
Kenntnisse, gute Umgangsformen angeeignet; Ü im Laufe
der Zeit eignete er sich eine Reihe von Schrullen an (Nie-
kisch. Leben 126); Aneignung, die; -. -en <P1. ungebr.):
1. a) (jur.) Eigentumserwerb von herrenlosen Sachen, Tieren;
b) widerrechtliche Inbesitznahme: die A. fremden
Eigentums wird bestraft. 2. (Päd.) Übernahme fremder geistiger
Gehalte, das Lernen: in diesem Lebensalter hat die A.
von Fremdsprachen Vorrang; <Zus. zu la:> Aneignung»-
recht, das (Jur.): Recht zur Aneignung.
aneinander [anl^j'nandü] <Adv.]: 1. der eine an den anderen:
a. denken. 2. der eine am anderen: a. vorbeigehen; sie
reden a. vorbei.
aneinander-. Aneinander-: -bauen <sw. V.; hat): eines (ein
Gebäude o.a.) an das andere bauen: Häuser a.; die
Schieferdächer .... eng und wirr aneinandergebaut (Wiechert. Jero
min-Kinder 722); -binden <st. V.; hat): 1. eines an das
andere binden, zusammenbinden: die Pferde waren je zwei
aneinandergebunden; sie haben die Gefangenen aneinan-
dergebunden. 2. zwei Faden-. Schnur-, Seilenden
miteinander verknoten: die Schnur ist gerissen, soll ich die Enden
a.? 3. <a. + sich) sich so gegenseitig durch eine Schnur
0. ä verbinden, daß man aneinander einen Halt hat; -dringen
<sw. V.; hat): 1. eines an das andere drängen,
zusammendrängen: die entgegenströmenden Menschen drängten die
beiden dicht aneinander. 2. <a. + sich) sich [als Reaktion
auf etw. von außen Kommendes/ zusammenscharen, sich
zueinander flüchten: in der Kälte, vor Angst drängten sich
die Menschen dicht aneinander; -drücken <sw. V.; hat):
1. eines an das andere drücken, zusammendrücken: zum
Kleben muß man beide Teile fest a. 2. <a. + sich) sich
ganz eng aneinander drängen: die beiden Kinder drückten
sich fest aneinander; -fesseln <sw. V.; hat): 1. eines an
das andere fesseln, zusammenbinden: man hatte die
Gefangenen zu zweit und zu dritt aneinandergefesselt; sie
fesselten ihm die Hände auf dem Rücken aneinander. 2. <a.
+ sich) sich gegenseitig binden, sich gegenseitig voneinander
abhängig machen: sie haben sich so aneinandergefesselt.
daß keiner ohne den anderen das Haus verläßt; -fügen
<sw. V.; hat): 1. eines an das andere fugen, zusammenfügen,
-setzen: Einzelteile a.; ich versuche, die Bruchstücke wieder
aneinanderzufügen. 2. <a. + sich) sich zusammenfügen,
-setzen: die einzelnen Teile des Bildes fügen sich
harmonisch aneinander; -geraten <st. V.; ist): in Streit geraten,
ein Handgemenge anfangen: manchmal geriet er mit seinem
Bruder aneinander; zuletzt gerieten die beiden Männer
aneinander; -grenzen <sw. V.; hat): durch eine Grenze
miteinander verbunden sein, eine gemeinsame Grenze haben:
unsere Gärten grenzen aneinander; Ü ihre
Aufgabenbereiche haben direkt aneinandergegrenzt; -haften <sw. V.;
hat) vgl. -kleben; -halten <st. V.; hat): eines an das andere
halten: zwei Stücke a.; er hielt die einzelnen Farben anein-
9 GDW
129
Anekdötchen
ander; ^hingen <st. V.; hat): 1. <sw. V.) eines an das
andere hängen: sie begann. Girlanden aneinanderzuhän-
gen. 2. <st. V.) a) eines am anderen, dicht bei dem anderen
hängen: die Lampions hingen zu dicht aneinander; b) (von
Lebewesen) eines am anderen hängen, innerlich miteinander
verbunden sein: die Sippe hing sehr aneinander; die
Zwillinge haben sehr aneinandergehangen; ^heften <sw. V.;
hat): 1. eines an das andere heften, durch Heften aneinander
befestigen: die Seiten müssen aneinandergeheftet werden.
2. (Schneiderei) eines an das andere heften, zwei Stoff teile
mit großen Stichen miteinander verbinden: zuerst werden
die beiden Rockteile aneinandergeheftet; -ketten <sw. V.;
hat): 1. eines an das andere ketten, mit Ketten
zusammenbinden: Hunde a.; am Abend werden die Boote aneinanderge-
kettet. 2. <a. + sich) sich gegenseitig sehr fest miteinander
verbinden: -klammem <sw. V.; hat): 1. eines an das andere
klammern, mit Klammern aneinanderheften: die Fotokopie
und den Brief a. 2. <a. + sich) sich gegenseitig mit den
Armen umklammern: die beiden Äflchen hatten sich fest
aneinandergeklammert; -kleben <sw. V.; hat): 1. eines
an das andere kleben, zusammenkleben: erst müssen die
beiden Hauptteile aneinandergeklebt werden. 2. a) (von
Teilen) aneinanderheften, zusammengeklebt sein: die
Einzelteile kleben fest aneinander; b) (ugs.) (von Menschen)
unzertrennlich sein: seit ein paar Wochen kleben die beiden
aneinander; -knoten <sw. V.; hat): eines an das andere
knoten, miteinander verknoten: die Fischer haben die
gerissenen Seile mehrfach aneinandergeknotet; -knüpfen <sw.
V.; hat): eines an das andere knüpfen: die Fadenenden
werden automatisch aneinandergeknüpft; -koppeln <sw.
V.; hat) (Technik): ein Teil beweglich mit einem anderen
verbinden: Wagen. Raum schiffe a.; -kriechen <st. V.; ist):
zusammenkriechen, um dicht beieinander zu sein: zum
Schlafen, vor Kälte dicht a.; -lesen <sw. V.; hat): 1. eines
an das andere legen, zusammenlegen: die Hände a. 2. <a.
+ sich) sich dicht nebeneinanderlegen: zum Schlafen legen
sich die Tiere gern aneinander; -lehnen« sich <sw. V.;
hat): sich gegenseitig anlehnen: sich vor Müdigkeit a.;
-liesen <st. V.; hat): unmittelbar, eng beisammenliegen: ein
TeilderGrundstücke hat anetn andergelegen;
aneinanderliegende Steine; -nahen <sw. V.; hat): eines an das andere
nähen, zusammennähen: sie nähte das Oberteil und den
Rock aneinander; -passen <sw. V.; hat): sich passend
aneinanderfügen: die Puzzlesteine passen genau
aneinander; -prallen <sw. V.; ist) heftig aufeinanderstoßen,
zusammenprallen: torkelnd prallten sie immer wieder
aneinander; -pressen <sw. V.; hat): eines an das andere pressen,
kräftig aneinander drücken: eng aneinandergepreßt
daliegen; er preßte die Fäuste aneinander (Apitz. Wölfe 170);
-reiben <st. V.; hat): eines am anderen reiben: die Hände
aneinanderreihen; -retoen <sw. V.; hat): 1. eines an das
andere reihen, unmittelbar nebeneinandersetzen: fünfzehn
gleiche, aneinandergereihte Bände (Musil. Mann 864). 2.
<a. + sich) a) im zeitlichen Ablauf aufeinanderfolgen: die
Nächte. Jahre. Minuten reihten sich aneinander: b) (geh.)
sich in räumlicher Folge aneinanderfügen: die Bücher reihen
sich im Regal aneinander; -rücken <sw. V.; ist): dicht
nebeneinanderrücken, zusammenrücken: eng. dicht a.;
-schieben <st. V.; hat): eines an das andere schieben,
zusammenschieben: man braucht die Teile nur aneinanderzuschie-
ben; -schlagen <st. V.; hat): eines an das andere schlagen,
gegeneinander schlagen: um Nüsse zu knacken, kann man
sie auch a.; sie schlugen im Takt die Hölzer aneinander;
^schließen <st. V.; hat): 1. eines an das andere schließen:
die beiden Fahrräder waren aneinandergeschlossen; 2.
(Elektrot.) /elektrische Kreisej koppeln. 3. <a. -I- sich)
sich verbinden, sich zusammenschließen: die Verfolgten
haben sich aneinandergeschlossen; -schmieden <sw. V.; hat):
eines an das andere schmieden, eines mit dem anderen durch
Schmieden verbinden: er hat die beiden Eisen aneinanderge-
schmiedet; die Sklaven waren aneinandergeschmiedet
(durch Ketten verbunden): -schmiegen, sich <sw. V.; hat):
gegenseitig körperlichen Kontakt suchen: eng aneinanderge-
schmiegt daliegen; -schneiden <unr. V.; hat) (Film): aus
einem Filmstreifen herausgeschnittene Szenen
aneinanderfügen: -schrauben <sw. V.; hat): eines an das andere
schrauben, miteinander verschrauben: etw. fest, mit vielen
Schrauben a.; die beiden Teile waren aneinandergeschraubt;
-schweißen <sw. V.; hat): eines an das andere schweißen,
miteinander verschweißen: zwei Metallteile a.: -setzen <sw.
V.; hat): eines an das andere ansetzen, aneinanderfügen:
zwei Teile a.; sie setzten provisorisch die Bausteine
aneinander; -stecken <sw. V.; hat): 1. eines an das andere stecken,
zusammenstecken: Spielsteine auf verschiedene Weise a.;
die Dekorateure steckten zusammenpassende Stoffe
aneinander. 2. aneinander befestigt sein, feststecken: die
Spielsteine steckten tagelang aneinander; -stellen <sw. V.;
hat): eines an das andere stellen, zusammenstellen: für die
Einladung stellten sie die Tische aneinander; wir können
die zwei Schränke a.; -«toßen <st. V.; ist): 1. mit einem
Stoß zusammentreffen, zusammenstoßen: wer hat gesehen,
wie die Fahrzeuge aneinandergestoßen sind?; die beiden
Kegel stoßen aneinander. 2. zusammentreffen, aneinander-
grenzen: an dieser Nahtstelle stoßen Ost und West
aneinander; -wachsen <st. V.; ist): sich durch einen
Wachstumsprozeß miteinander verbinden, zusammenwachsen: diese Bäume
sind aneinandergewachsen; die Knochen müssen zuerst
a.
Anekdötchen [anekdftt^n]. das; -s. -: T Anekdote; Anekdote
[anek'do'.ta]. die; -. -n; <Vkl. T Anekdötchen) [frz. aneedote,
nach .Anekdota" (ghech. anekdota =
Unveröffentlichtes), dem Titel eines nachgelassenen Werkes des
byzantinischen Geschichtsschreibers Prokop. in dem er Einzelheiten
über Personen u. Begebenheiten seiner Zeit berichtet]:
kurze, meist witzige Geschichte, die eine Persönlichkeit, eine
soziale Schicht, eine Epoche u. ä. treffend charakterisiert:
eine kleine, hübsche, wahre A. erzählen; Man wußte, daß
nun -n kommen würden, und zwar keine abgestanden
alten, sondern neue (K. Mann. Mephisto 57);
anekdotenhaft <Adj>: im Stil einer Anekdote: eine -e Geschichte;
etw. a. erzählen, wiedergeben; Anekdotik. die; - (geh.):
Gesamtheit von Anekdoten einer bestimmten Epoche, über
eine bestimmte Persönlichkeit: anekdotisch <Adj.; o. Steig.):
in Form einer Anekdote verfaßt: -e Zeit-.
Gesellschaftsbilder, ein a. gewürzter Vortrag.
fnekdn <sw. V.; hat): jmdn. anwidern, Jmds. Ekel, Abscheu,
Widerwillen erregen: der Anblick, die Person, der Lappen
ekelte mich an; sich angeekelt abwenden; daß sie ihn mit
den Worten ..Du ekelst mich an44 abgewiesen habe (MM
14. 8. 67. 8).
Anemope [ane'mo.nal. die; -. -n [lat. anemöne < griech.
anemone. H. u.. mit griech. änemos = Wind in Verbindung
gebracht, aber vermutlich nichtgriech. Ursprungs]: kleine
Frühlingsblume mit sternförmigen, weißen Blüten,
Buschwindröschen.
fnempfehlen <st. V.. empfiehlt an/(auch:) anempfiehlt,
empfahl an/(auch:) anempfahl, hat anempfohlen): jmdm.
dringend empfehlen, raten, nahelegen: Jmdm. ein Verhalten
ausdrücklich, wärmstem a.; etw. Jmds. Aufmerksamkeit
a.. dazu: Anempfehlung, die; -. -en: 1. das Anempfehlen.
2. Rat: Er hat mir nichts vermacht; - außer einer A.
(Jahnn. Geschichten 180).
tnempfinden <st. V.; hat): die Gefühle, die Empfindungsweise,
die ein anderer hat, nicht selbst haben, sondern sich erst
aneignen, dazu: ^nempflndung, die; -. -en.
^nerbe. den -n. -n (Rechtsspr.): bäuerlicher Alleinerbe.
Hoferbe: <Zus.:) Anerhenfolge. die <o. PL): Erbfolge des
Anerben: Anerbenrecht, das <o. PI.) (Rechtsspr.): altes,
bäuerliches Erbrecht, nach dem das Gesamterbe geschlossen an
einen Alleinerben (meist den ältesten Sohn) übergeht.
anerbieten, sich <st. V.; hat): sich zu etw. bereit erklären,
anbieten: ich erbiete mich an, dich zu begleiten; <subst.:)
Anerbieten, das; -s. - <P1. selten): Angebot, Vorschlag: ein
großmütiges, ehrenvolles A.; Ich brauche nicht zu sagen,
daß Dir A. mich außerordentlich ehrt (Th. Mann. Krull
251); Anerbietung, die: -. -en (veraltet): svw. f Anerbieten.
anerkannt [aniE?kantJ<Adj.; o.Steig.; nicht adv.>: allgemein
geschätzt, angesehen: unbestritten: ein -er Fachmann.
Wissenschaftler; er fühlte sich von mir in seinen Qualitäten
a. (bestätigt: Niekisch. Leben 261); «neriuunfenngßen
<Adv.): wie allgemein anerkannt, bestätigt: er gehört a.
zu den tüchtigsten Metzgern der Stadt; anerkennen <unr.
V.. erkennt an/(auch:) anerkennt, erkannte an/(auch:)
anerkannte, hat anerkannt / vgl. anerkannt): 1. a)
gutheißen, billigen, akzeptieren, einer Sache zustimmen: den neuen
Chef, Änderungen a.; er erkannte die Berechtigung einer
Opposition an; ich will a.. daß ...; er anerkannte mein
Vorhaben; Ein Abseitstor von ... Jones erkannte der ...
Schiedsrichter ... nicht an (Welt 13. 5. 65. 6); b) würdigen,
loben, respektieren, [belachten: die Mitmenschen. Spielre-
130
Anfang
geln. Jmds. Bemühungen a.; im andern die Persönlichkeit
a. 2, (alsjmdn., etw.) öffentlich bestätigen, für gültig
erklären, legitimieren: eine neue Regierung, einen Staat
diplomatisch a.; jmdn. als rechtmäßigen Herrn a.; die Vaterschaft
a.; <Zus.:> anerkennenswert <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
lobenswert: ein -es Verhalten; eure Bemühungen sind a.;
'Anerkenntnis, die; -. -se <P1. selten) (geh.): Anerkennung,
Billigung: Laut ausdrücklicher A. durch Lord Halifax
haben sie ... die englische Regierung von der Verfinsterung
des politischen Horizonts laufend in Kenntnis gesetzt
(Rothfels. Opposition 70); in A. der Zwangslage (Augstein.
Spiegelungen 81).2Anerkenntnis, das; -ses. -se (Jur.):
Erklomm des Beklagten im Zivilprozeß, daß er den gerichtlich
gegen ihn erhobenen Anspruch anerkenne, dazu: 4nerkemt-
nfaurteil, das (Jur.): Urteil im Zivilprozeß auf Grund des
Anerkenntnisses des Angeklagten: Anerkennung, die; -. -en:
1. Würdigung, Lob, [Bejachtung, Respektierung: A. von
Leistungen; keine A. finden; Jmdm. seine A. aussprechen;
das hat ihm A. eingebracht; selbst ehemalige Feindmächte
können uns ihre A. nicht mehr versagen (Kirst. Aufruhr
34); in gerechter A. der Verdienste (Hofstätter,
Gruppendynamik 7); mit A. von jmdm. sprechen. 2. <P1. selten)
a) /offizielle] Bestätigung, Erklärung der Gültigkeit, der
Rechtmäßigkeit: die diplomatische, formelle A. eines
Staates [durch einen anderen Staat]; die A. der Vaterschaft;
zur A. des nizäischen Glaubens als alleiniger Religion
(Fraenkel. Staat 149); b) Billigung, Zustimmung: die A.
von persönlichen Wünschen; unter A. des Prinzips der
Gleichberechtigung; dieses religiöse Gebot findet nicht
meine A.; vgl. De-facto-Anerkennung,
De-jure-Anerkennung; <Zus. zu 1:) AiKrkemunc9Schreiben, das: Schreiben,
in dem die Anerkennung für eine selbstlose Tat, ein Jubiläum
usw. ausgedrückt wird: er erhielt zahlreiche A.;
Anerkennungsurkunde, die: Urkunde, die von staatlicher Seite über
eine selbstlose Tat, ein Jubiläum usw. ausgestellt wird.
Aneroid [aneroi:t), das; -[eis. -e [zu griech. a- = nicht,
un- u. nerös = fließend, naß. weil das Barometer ohne
Flüssigkeit arbeitet]. Anerojdbanmeter, das; -s. - (Met.):
Gerät zum Anzeigen des Luftdrucks.
fnerziehen <unr. V.; hat): durch Erziehung angewöhnen,
beibringen (Ggs.: aberziehen): Jmdm. gute Umgangsformen,
Pünktlichkeit a.
tnessen, sich <unr. V.; hat): auf dem Wege der
Nahrungsaufnahme, durch Essen in einen bestimmten körperlichen
Zustandgeraten: du hast dir ein Bäuchlein angegessen;
Pferdefleisch .... an dem eine ganze Armee sich den Tod
angegessen hat (Plievier. Stalingrad 272).
tnfadien <sw. V.; hat) [zu t fachen] (geh.): [durch Blasen]
zum Brennen, Aufflammen bringen: ein Feuer, eine Glut
a.; Ü Jmds. Leidenschaften a. (erregen, entfesseln): das
hat seine Begierde angefacht (angestachelt): Schwache
Fortpflanzungstätigkeit facht der Mensch gern an. und
dazu hat er mancherlei Mittel: den Stierkampf, das
Verbrechen, den Sport (Tucholsky. Werke 138); <Abl.:> i^nfa-
chung, die; -. -en.
fnfahren <st. V.): 1. (von Fahrzeugen) zufahren beginnen,
losfahren, starten <ist): die Straßenbahn fuhr an; langsam,
weich, ruckartig a.; <subst.:) das Anfahren am Berg. 2.
(mit einem Fahrzeug) heranfahren, fahrend näher kommen
<ist; meist in der Verbindung 2. Part. + kommen): ein
Auto fuhr tutend an; in seinem Sportwagen in rasendem
Tempo angefahren kommen. 3. a) bei einer Fahrt einen
bestimmten Ort als Ziel haben (hat): Berlin, das Museum
a.; b) fahrend auf etw. zusteuern: sich in seiner Fahrweise
auf ein kommendes Hindernis einstellen <hat>: er fuhr eine
Kurve falsch an (Auto 7. 1965. 59); Er fuhr die ersten
Tore mit einer wilden Entschlossenheit an (Olymp. Spiele
1964. 17). 4. mit dem Fahrzeug heranbringen, herbeifahren
<hat>: Erde. Holz. Kohle. Kartoffeln a.; Ü Getränke
anfahren lassen (ugs.; in größerer Menge auftragen lassen,
spendieren). 5. <hat) a) beim Fahren durch das Fahrzeug
verletzen: er hat eine alte Frau, ein Kind angefahren; Der ist
... vom Auto angefahren worden (Döblin, Berlin 245);
b) mit einem Fahrzeug gegen etw. fahrend stoßen: an einen
Laternenpfahl a. 6. in heftigem Ton zurechtweisen <hat):
einen Untergebenen heftig, in barschem Ton a. 7. (Technik)
Fabrikanlagen in Betrieb nehmen, die Produktion von etw.
beginnen (hat; meist passivisch): unsere Betonanlage wurde
im März 1971 angefahren. 8. (Bergbau) a) zur Arbeit unter
Tage fahren <ist): Endlich ... konnte ich a.. aber unter
Tage ging es weiter (v. d. Grün, Irrlicht 7); in der die
Kumpels... nur auf sechs Stunden in die Grube a. würden
(Marchwitza. Kumiaks 118); Heute abend fahren Sie ...
zu einer Überschicht an (Marchwitza, Kumiaks 66); b)
eine Lagerstätte durch einen Grubenbau für den Abbau
zugänglich machen (hat), dazu: ^nfahrschacht, der; anfahrt
die; -. -en: 1. a) das Heranfahren, die Ankunft mit einem
Fahrzeug: der raschen A. wegen vermag unser auswärtiges
Unternehmen alles frisch zu liefern (Klepper, Kahn 158);
sie konnten nur die A. zweier Autos melden; b) Strecke
od. Zeit, die man zu einer Anfahrt (1 a) benötigt: die A.
dauert mindestens eine Stunde, ist sehr lang. 2. Zufahrt,
Zufahrtsstraße: das Krankenhaus hat Air die
Krankenwagen eine besondere A. 3. (Bergbau) das Fahren zur Arbeit
unter Tage: Er schien versucht, vor der A. noch einen
zu nehmen (Marchwitza. Kumiaks 30).
i^nfahrts: ^kosten <P1.): Kosten für das Heranfahren von
etw.: Straße, die: Zufahrtsstraße: ~»weg, der: vgl. ^Straße;
-zeit, die: Zeit, die für die Anfahrt benötigt wird.
Unfall, der; -s, Anfälle: 1. plötzliches Auftreten u.
Wiederabklingen krampfartiger Symptome einer physischen od.
psychischen Krankheit, Attacke: einen epileptischen A.
bekommen; einen A. von Hysterie haben, erleiden; gleich würde
der A. einsetzen (Molsner. Harakiri 11); Ü ein A. (plötzlich
auftretende Stimmung, Anwandlung) von Fleiß, Energie,
Eifersucht; Stefan hatte einen A. von Geftihlsduseligkeit
(Kuby. Sieg 225); * einen A. bekonmen/krieoen (ugs.; außer
sich geraten): seine Familie würde schlicht einen A.
bekommen (Baldwin [Übers.]. Welt 36). 2. <o. PI.) Ausbeute,
Ertrag: der A. an Roheisen, an Getreide ist sehr gering.
3. <o. PI.) das Entstehen, Anfallen (3) von etw.: der A.
an Arbeiten war sehr gering; anfallartig (AdJ.; o. Steig.):
in der Art eines Anfalls (1). kurz u. zugleich heftig: die
Schmerzen kommen a.; eine -e Bewußtseinstrübung.
«nfiülen (st. V.): 1. plötzlich angreifen (hat): sie haben
ihn aus dem Hinterhalt, im Dunkeln angefallen; ein bissiger
Köter fiel uns an; die Wölfe versuchten, den Schlitten
anzufallen; er sei ... von einem Kaffernbüffel angefallen
worden (Gndmek. Serengeti 118); Ü er hat ihn mit groben
Worten angefallen ([unvermutet] heftig angefahren): ..Du
ungebildeter Mensch44, fiel ihn Mathias an (A. Kolb.
Schaukel 143). 2. (von Stimmungen, Gefühlen) befallen,
überkommen (hat): Angst, eine Müdigkeit, großes
Heimweh fiel ihn an. 3. nebenher, in der Folge von etw. entstehen,
sich ergeben (ist): hohe Kosten sind angefallen; Es wird
einiges mehr a., dieses Jahr, an Korn und an Arbeit (Bo-
browski. Mühle 195); < im 1. u. 2. Part.:) alle anfallenden
(vorkommenden) Arbeiten; eine plötzlich angefallene
riesige Menge von Paketen; «nflllta (AdJ.; nicht adv.): zu
Krankheiten, Störungen, Ausfällen (20 neigend, ihnen
ausgesetzt: nicht widerstandsfähig: sie ist ziemlich a. Alt
(seltener:) gegen Erkältungen; Ü Auch die Nächrichtenwege
waren a. ... die Sprechverständigung mit der Bodenstelle
(hatte) aufgehört (Gaiser. Jagd 9); der wirtschaftlich
besonders -e Mittelstand (Fraenkel. Staat 197); (Abl.:>
Anfälligkeit, die; -: das Anfälligsein: A. Air Krankheiten; Ü Motor
u. Getriebe zeichnen sich durch geringe A. aus; Bei einem
größeren Auszug (der Objektive) ist allerdings auch die
A. gegen Erschütterung größer (Kosmos 1. 1965. *10).
firfalls-, Anfalls- (Anfall 1): -bereltschaft, die: Bereitschaft
zu einem Anfall: -leiden, das: mit Anfallen einhergehende
Krankheit, bes. Epilepsie: -webe <Adv.): in Form eines
Anfalls auftretend: die a. spastische oder arteriosklerotische
Verengung von Herzkranzgefäßen; (seltener auch attr.:)
-s Hinken.
Anfang, der; -[e]s. -fange [mhd. an[e]vanc. ahd. anafang]
(Ggs.: Ende): a) (PI. selten) Entstehung, Ursprung,
[An]beginn: der A. der Weltgeschichte; der A. aller Leiden ist
die Wandelbarkelt der Welt (Schneider. Leiden 114); im
A. war das Wort (Joh. 1,1); von [allem] A. an (von Anbeginn
an): * von A. bis Ende (vollständig, ohne etw. auszulassen):
ich habe das Antiquariat von A. bis Ende durchstöbert;
b) Ausgangspunkt, Start, Beginn: ein vielversprechender
A.; den A. nicht finden, verpassen; einen neuen A. machen
mit etw. (etw. [unter anderen Voraussetzungen] noch einmal
beginnen): R das ist der A. vom Ende (der Ruin Ist nun
nicht mehr fern): Spr aller A. ist schwer (zu Beginn einer
Arbeit o.a. treten immer Schwierigkeiten auf): *den A.
machen (als erster mit etw. beginnen): seinen A. nehmen
(geh.; anfangen, beginnen): das Theaterstück nimmt seinen
9*
131
anfangen
A.; c) erster Teil, erstes Stadium, Ansatz: der A. der
Erzählung, der Vorlesung war ziemlich unklar; dieses Männchen
verteidigte schon die ersten Anfänge (Ansätze. Versuche)
seines Nestes wütend (Lorenz. Verhalten 57); die
Erforschung des Weltraums steckt erst in den Anfängen; d)
<o. PI.) der erste Teil eines Zeitabschnitts, eines Alters:
A. der fünfziger Jahre; A. 1971; A. des Monats; [seit]
A. Januar; (ugs.:) die Frau dürfte so A. der Fünfziger
sein; * zu* am, hn A. (anfänglich, zuerst): e) Beginn einer
räumlichen Gegebenheit: der A. einer Strecke, einer Straße;
das Wasser zwischen den Pflöcken war seicht, der A.
des unendlichen Meeres (Seghers. Transit 273); infamen
<st. V.; hat) [mhd. an[e]vahen, ahd. anafahan, urspr. =
anfassen]: 1. a) etw. in Angriff nehmen, mit etw. beginnen:
eine Arbeit, einen Brief, eine Freundschaft, ein Gespräch
a. (Ggs.: beenden); er fing wieder an zu paddeln; gleich
werden die Sirenen zu heulen a.; du hast angefangen (ugs.;
hast den Streit begonnen: bist schuld); (verhüll.:) eine
Geschichte, ein Verhältnis mit Jmdm. a. (eine Liebelei, einen
Flirt mit jmdm. beginnen): Es fing an, sichtbar zu werden,
daß sie guter Hoffnung war (Th. Mann, Hoheit 93); (ugs.:)
Er wollte eine Likörfabrik a. (eröffnen), und Carapin
sollte ihn finanzieren (Maass, GouffS 133); b) eine
Ausbildung, eine berufliche Arbeit beginnen: Du mußt etwas
Solides a. (Maass. Goufffe 54); am 1. Januar können Sie a.;
[ganz] von vornleh von klein auf a. (mit dem untersten,
am schlechtesten bezahlten Posten beginnen): er hat als
Handelsvertreter angefangen; c) zu reden beginnen (Ggs.:
schließen): Und etwas unvermutet fing er an: .Also
erinnere dich ..." (Musil. Mann 985); d) ein bestimmtes Thema
anschneiden: Schlimm wurde es. wenn Esch von Gott
anfing (Ott. Haie 205); nun fang du auch noch damit an!
(ich habe nun schon genug davon gehört, hör auf!). 2. a)
zu etw. gebrauchen, anstellen: nichts, viel mit sich
anzufangen wissen; sie waren frei, aber sie konnten nichts damit
a. (Remarque, Funke 248); Ich warte nur. daß Brigitte
was mit dem Elektriker anfängt.... Junger, strammer Kerl
(Fries. Weg 295); mit ihm ist heute nichts anzufangen (er
ist heute nicht in Form, nicht ansprechbar): b) machen, tun:
was können, sollen wir nachher a.?; eine Sache richtig,
verkehrt a. 3. [mit etw.] einsetzen, seinen Anfang nehmen
(Ggs.: aufhören, schließen, zu Ende gehen): hier fängt
das Sperrgebiet an; der Unterricht fing um halb sieben
an; das Wort fängt mit P an; die neue Woche fing ganz
normal an (Kuby. Sieg 45); (iron.:) das fängt Ja gut. schön,
heiter, nett usw. an; Namen, die alle auf Jiippos1. .Pferd1,
ausgehen, angefangen mit .Eohippos' (Th. Mann, Krull
306); Jedes körperliche Symptom, angefangen von den
alltäglichen Fehlleistungen des Versprechens (Natur 92);
das Leben meines Freundes ... vor Ihnen ausbreite,
angefangen bei Geburt und Kindheit (Jens. Mann 14); <Abl.:>
^nflnger, der. -s. -: Jmd., der am Beginn einer Ausbildung
od. einer Tätigkeit steht: A. und Fortgeschrittene; Kurse
flir A.; etw. mit den -n üben; er ist ein blutiger A. (ugs.;
kann noch nichts) auf diesem Gebiet; (abwertend:) A.!;
j^nflngarin, die: w. Form zu t Anfänger; ^nflnoerkura,
der; -es. -e. Kursus, der; -. ...kurse; Anflngerübung, die;
-. -en; anfänglich ['anfenlu;] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
zu Beginn noch vorhanden: nach -em Zögern. Mißtrauen;
anfanes ['anfaos]: I. <Adv.) am Anfang, zuerst: a. ging
alles gut; die a. aufgestellte Hypothese war falsch. IL
<Präp. mit Gen.) (ugs.) am Anfang, zu Beginn eines Zeih
raums: a. des Jahres, der Woche.
4nf*W-: ^bochrtabe, der: a) erster Buchstabe eines Wortes:
Initiale: mit großen -n; die reichverzierten -n des alten
Buches; b) (nur PI.) die ersten Buchstaben von Eigennamen,
Monogramm: in die Wäsche eingestickte, in die Rinde
des Baumes eingeritzte -n; ^drittel, das (Eishockey): erster
Spielabschnitt: -erfolg, der: starker Erfolg zu Beginn einer
Tätigkeit: einen großen A. verzeichnen; MNbnlt, das <P1.:
... gehälter): erstes, nach einer Probezeit meist gesteigertes
Gehalt in einer neuen Anstellung: als A. bekam er 800
DM; ^-Geschwindigkeit, die: a) Geschwindigkeit am Anfang
einer Bewegung: eine hohe, niedrige A.; b) (Ballistik)
Geschwindigkeit der Kugel direkt nach Verlassen der
Rohrmündung: -«runde <PI.) [für lat. elementa]: Grundlagen.
Elementarwissen: die A. der Mathematik; -WUfte, die (Sport):
erste Spielzeithälfte (Ggs.: Schlußhälfte): in der A.
dominierten die Gäste eindeutig; ^kapital, das: Kapital, das
bei der Gründung eines Unternehmens od. bei der Tätigung
eines größeren Geschäftes bereitsteht od. bereitstehen muß:
ein hohes, niedriges A.; --reim, der (Dichtk.): Reim zwischen
den ersten Wörtern zweier od. mehrerer Verszeilen (z.B.
..Krieg! ist das Losungswort/Sie«! und so klingt es fort";
Goethe. Faust II, V. 9837/8; Ggs.: Endreim);
Schwierigkeit, die (meist PL): für den Anfang spezifische, sich meist
mit der Zeit von selbst legende Schwierigkeit: ^Stadium,
das: erster [Zeit]abschnitt eines Entwicklungsprozesses
o.a.: das A. einer Krankheit; der Bau ist noch im A.;
stufe, die: vgl. t ^Stadium; ^temperaür, die; Mmterridit,
der: Unterricht für Schulanfänger. Erstunterricht: ^wert.
der (Math.. Physik): Wert einer gesuchten Funktion zu
Beginn eines Vorgangs, dessen Ablauf von dieser Funktion
beschrieben wird: ^zeit, die: Zeitangabe für den Beginn
von Veranstaltungen.
ynflrben <sw. V.; hat): einen Teil von etw. [leicht] färben:
Stoffteile a.; (Med.. Biol.:) einen Zellkern. Bakterien a.;
Ü die erlangten Informationen dem Geschmack ... des
Informationsempfängers anzufärben (Habe. Namen 105);
<Abl.:> Aflflrtang, die; -. -en.
tnfawwn <sw. V.; hat): 1. a) mit der Hand berühren, ergreifen,
mit den Fingern befühlen: den warmen Ofen. etw. mit
spitzen Fingern, vorsichtig a.; Dame, die ich nicht mit
der Feuerzange mehr a. möchte (Maass. GoufTl 145);
er ... war bereit. Jedem ins Gesicht zu schlafen, der ihn
a. wollte (Johnson. Mutmaßungen 107); SS-Ärzte ... Wie
die uns anfaßten, alles anfaßten .... was selbst unsere
Mutter nicht mehr berühren sollten (Küpper. Simplicius 53);
b) bei der Hand nehmen: die Mutter faßt das Kind an
und geht mit ihm über die Straße: c) <a. + sich) sich
in einer bestimmten Weise anfühlen: das faßt sich wie Wolle
an; der StofT faßt sich glatt an. 2. auf eine bestimmte
Art u. Weise behandeln: Jmdn. verständnisvoll, zart,
rücksichtslos, hart a. 3. a) bei etw. zupacken, helfen: der Korb
ist schwer, faß doch mal [mit] an!; b) (in bestimmter Weisel
in Angriff nehmen, anpacken, anfangen: eine Arbeit, eine
Sache, ein Problem klug, geschickt, mit Eifer a. 4. (geh.)
anwandeln, befallen, packen: Angst. Schrecken. Sehnsucht
faßte ihn an.
fnfauchen <sw. V.; hat): 1. fauchende Laute gegen Jmdn.
ausstoßen: die Katze faucht den Hund an. 2. heftig
anfahren, zurechtweisen: einen Untergebenen a.
fnAndcn <sw. V.; ist): zu faulen beginnen, in Fäulnis
übergehen: ... weil es (= das Korn) schon anfault (Hacks. Stücke
253); angefaulte Äpfel; Ü Nicht angefault von
Humanitätsduselei (Remarque. Triomphe 227).
anfechtbar [anfe<;tba:?l <Adj.; nicht adv.): nicht ohne weite-
res gültig: bestreitbar, angreifbar: ein -es Urteil, Testament;
der Vertrag ist [nicht] a.; <Abl.:) Anfechtbarkeit, die; -:
firfechten <st. V.; hat): 1. die Richtigkeit, Rechtmäßigkeit
von etw. nicht anerkennen, bestreiten, angreifen, gegen etw.
Einspruch erheben: ein Urteil, eine Entscheidung, ein
Testament, einen Vertrag a.; die oft heftig angefochtene
Außenpolitik der Regierung. 2. a) beunruhigen, bekümmern:
Versuchungen. Sorgen fechten ihn an; das ficht mich nicht
an; ich ließ es mich nicht a. (ließmich nicht davon beirren):
b) (geh.) Jmdn. ankommen, überkommen: Was fleht dich
an. daß du uns mit deinen Sachen behelligst (Th. Mann.
Joseph 506); <Abl.:> Anfechtung, die; -. -en: 1. (Jur.) das
Anfechten (1). Einspruch gegen etw.: die A. eines Urteils,
eines Vertrags, einer letztwilligen Verfügung. 2. <oft PI.)
(geh.) Versuchung: eine innere A.; völlig ablehnend
gegenüber allen -en der Weltstadt Paris (Ceram. Götter 108);
schweren -en (Selbstzweifeln) ausgesetzt sein; <Zus. zu
1:) ^«hturesklage. die (Jur.).
fnfegen <sw. V.; ist) fast nur in der Verbindung angefegt
kommen (ugs.; mit großer Geschwindigkeit herankommen,
angerast kommen): er kam mit dem Motorrad angefegt.
anfeinden l'anf^indn] <sw. V.; hat) (geh.): bekämpfen, jmdm.
feindselig begegnen: Jmdn. heftig, unaufhörlich a.; er wurde
von allen angefeindet; <Abl.:> Anfeindung, die; -. -en.
fnfeixen <sw. V.; hat) (ugs.): hämisch anlachen, angrinsen:
er feixte mich schadenfroh an.
anfersen [anferzn] <sw. V.; hat): 1. (Sport) im Laufen die
Fersen gegen die Oberschenkel od. das Gesäß schlagen:
Laufen mit Knieheben und A. im Wechsel (MM 6. 6.
72.6). 2. alten Strümpfen od. Socken neue Fersen anstricken.
anfertigen <sw. V.; hat): herstellen, produzieren, fabrizieren,
machen: ein Gutachten, ein Protokoll, eine Zeichnung a..
diese Fabrik fertigt nur Waren erster Qualität an; sich
132
anfühlen
beim Schneider einen Anzug a. lassen; <Abl.:) Anfertigung,
die; -. -en: häusliche Aufgaben.... deren A. ich versäumt
hatte (Th. Mann. Krull 116). dazu: ^nfertigungricosten
<PI.X
tnfeasebi <sw. V.; hat): an etw. festbinden: sie haben ihn
(an den Baum, an die Wand] angefesselt; er sitzt, steht
da wie angefesselt.
«nfetzen <sw. V.; hat) (Jugendspr.): svw. tanmachen (4a).
fnfcuehtcn <sw. V.; h&t>: feucht machen: Bügelwäsche.
Briefmarken a.; ich feuchte mir die Lippen an; <Abl.:> Anfeuch-
ter, der; -s. -: Schwamm od. Pinsel zum Anfeuchten.
fnfeuern <sw. V.; hat): 1. anzünden, anheizen: den Ofen,
einen Herd, den Kessel a. 2. antreiben, anspornen: die
Kämpfer, jmds. Mut a.; Jmdn. zu immer größeren
Leistungen a.; <Abl.:> Anfeuerung, die; -. -en.
fnflnden, sich <st. V.; hat): sich wiederfinden, wieder zum
Vorschein kommen (meist in Verbindung mit ..wieder44):
Verschwundenes. Verlorenes findet sich [wieder] an.
firfisteln <sw. V.; hat) (ugs.): mit Fistelstimme, mit vor
Erregung überschnappender Stimme anherrschen: einen
Untergebenen wütend a.; ..Was kraucht hier Tür ein Kerl?44
fistelte er Grischa an (A. Zweig. Grischa 288).
tnfladiscn <sw. V.; hat) (ugs.): verulken, veralbern: den
Freund, den Bruder a.; er flachst mich dauernd an.
«nflanschen <sw. V.; hat) (Technik): mit Hilfe eines Flansches
mit etw. anderem verbinden: ein Rohr, eine Pumpe a.;
Scheibenbremsen, die am Differential angeflanscht sind.
anflattern <sw. V.; ist): mit raschen Flügelschlägen angeflogen
kommen <oft in der Verbindung 2. Part. + kommen):
ein Vogel, ein Schmetterling kommt angeflattert; Ü ein
Blatt, ein Papier flattert an. kommt angeflattert.
fnflcgeln<sw. V.; hat) (ugs.): in flegelhafter Weise
beschimpfen, anpöbeln: ich fleg(e]le ihn an; Heinrich Mann war
... in dem Partei-Literaturorgan ,X>ie Linkskurve44
angeflegelt worden (Kantorowicz. Tagebuch I. 47).
fnflehen <sw. V.; hat): sich flehend an jmdn. wenden, eine
flehentliche Bitte an jmdn. richten: Gott, einen Heiligen
a.; Jmdn. weinend, auf den Knien [um Hilfe] a.; ich
beschwöre dich, ich flehe dich an. geh nicht, fort!; <Abl.:>
^nflchung, die; -. -en <P1. ungebr.).
tnflcmen <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): sich weinend mit
Bitten an jmdn. wenden /um damit etw. zu erreichen]: Ob
er sich vielleicht ... hätte erweichen lassen, wenn sie ihn
angeflennt hätte (Fr. Wolf. Zwei 290).
fnfletschen <sw. V.; hat): (von Tieren) die Zähne in Richtung
auf jmdn., etw. fletschen: der Hund fletschte den
Briefträger, das fahrende Auto an.
tnflicken <sw. V.; hat): 1. (landsch.) etw. an etw. flicken,
ansetzen: zur Verlängerung ein Stück Draht a. 2. (ugs.)
jmdm. etw. Schlechtes nachsagen, jmdn. verleumden: er
wollte ihm unbedingt etwas a.
anfliegen <st. V.): 1. fliegend herankommen: an jmdn., einen
Ort heranfliegen <ist) (Ggs.: abfliegen): eine Möwe fliegt
an und läßt sich auf der Mauer nieder; die vom Westen
anfliegenden Maschinen; <in der Verbindung 2. Part. +
kommen:) ein Schneeball, ein Geschoß kam angeflogen;
Ü Im Hui! flogen die Pferde an (Windeier. Bomberg 57).
2. <hat) a) fliegend ansteuern: das Flugzeug flog die
Geschützstellung [im Tiefflug] an; b) bei einem Flug einen
bestimmten Ort als Ziel haben: Bukarest wird von vielen
Fluggesellschaften angeflogen; das Fahrgestell mit Nieder-
druckreifen erlaubt es. auch unbefestigte Pisten anzufliegen
(Spiegel 48,19.65,71). 3. a) (von Fertigkeiten, Kenntnissen
u.äj jmdm. mühelos zufallen (ist): alles ist ihm. mir [nur
so] angeflogen; b) befallen, überkommen <hat): Angst.
Sehnsucht fliegt sie an; So etwas wie Ihre ..love". das
fliegt einen wohl an (Th. Mann. Krull 245).
«nflieBen <st. V.; ist) meist in der Verbindung angetanen
kommen (fließend herankommen): das Bächlein kommt
[in mehreren Verzweigungen] angeflossen.
tnflitzen <sw. V.; ist) meist in der Verbindung angeflitzt
kommen (ugs.; schnell laufend od. mit hoher Geschwindigkeit
fahrend herankommen): die Rennwagen kommen angeflitzt.
^nflöten <sw. V.; hat) (ugs.): mit Worten zu betören suchen:
sie hat ihn angeflötet, aber er ist hart geblieben.
Anflug, der; -[e]s. Anflüge: 1. (Flugw.) a) Flugweg zu einem
bestimmten Ziel: einen zu weiten A. haben; b) letzte Phase
des Flugs vor der Landung: das Heranfliegen: die Maschine
befindet sich bereits im A. [auf die Stadt]; gleich beim
ersten A. glückte die Landung. 2. Hauch, Spur. Schimmer,
Andeutung: ein leichter, winziger A. von Ironie; nicht ohne
einen, mit einem A. von Feierlichkeit; Der A. von Routine
entgeht Christa T. nicht (Chr. Wolf. Nachdenken 132).
3. (Forstw.) a) Verbreitung von Samen durch den Wind;
b) der durch Anflug (3 a) hervorgebrachte junge Baum
[bestand] (Ggs.: Aufschlag 5).
Anflug-: ^farett, das: Vorrichtung cm den Nistkästen einiger
Vogelarten zum Aufsetzen nach dem Flug; ^futter, das
(Zool.): Fischnahrung, die durch Wind herangeweht wird
(bes. Insekten); ~htihe, die (Flugw.): vertikaler Abschnitt
eines Einteilungssystems des Luftraums über einem
Flughafen zur Vermeidung von Kollisionen: ~nahrung, die: svw.
t -futter; -sektor, der (Flugw.): horizontaler Abschnitt eines
Einteilungssystems des Luftraums über einem Flughafen zur
Vermeidung von Kollisionen; ^Stange, die: vgl. t^brett;
-weg, der: die für den Anflug (1) vorgesehene Strecke;
-zeit, die (Flugw.): a) Zeitpunkt für den Beginn eines An-
flugs (1): Anflugzeit: 0,45; b) Zeitraum, über den sich ein
Anflug (1) erstreckt: die A. ist abhängig von der Witterung.
anflunkern <sw. V.; hat) (ugs.): anlügen, beschwindeln: Hör
auf. du flunkerst mich Ja nur an.
firfhiten <sw. V.; ist) (geh.) (meist in der Verbindung 2.
Part. + kommen): das Wasser kam angeflutet; Ü mit
den angenehm leicht und rasch anflutenden intravenösen
Schlafmitteln (Medizin II. 12).
anfordern <sw. V.; hat): dringend verlangen, bestellen,
erbitten: ein Gutachten. Unterlagen a.; einen Krankenwagen,
zusätzliche Arbeitskräfte a.; Danach werde ich vom
Regiment angefordert (Remarque, Westen 188); <Abl.:>
Anforderung, die; -. -en: 1. das Anfordern: eine schriftliche,
telefonische A. von Ersatzteilen. Arbeitskräften. 2. (meist PI.)
Anspruch, Forderung an jmds. Leistung o. ä: allen -en
genügen, gerecht werden; den -en nicht gewachsen sein; die
Aufgabe stellt hohe -en an Geist und Ausdauer; kein Mensch
... hält eine solche dauernde A. an seine Widerstandskraft
aus (Hildesheimer. Legenden 72).
anfrage, die; -. -n: Ersuchen, Bitte um Auskunft: eine
telefonische, schriftliche A. an Jmdn. richten; Ihre A. bei unserer
Firma wegen der Reparatur; (Pari.:) kleine A. (in der
Aegel schriftlich gestellte u. beantwortete Frage an die
Regierung); große A. (in einer Bundestagssitzung behandelte
Frage an die Regierung); anfragen <sw. V.; hat): sich mit
einer Frage an jmdn., eine Institution wenden: brieflich,
telefonisch, höflich wegen einer Sache bei Jmdm..
(Schweiz.:) Jmdn. a.
anfressen <st. V.; hat): 1. nur zu einem [kleinen] Teil fressen;
annagen: die Raupen haben den Kohl, die Mäuse den
Kuchen angefressen; derb von Menschen: ich werde immer
hungriger und könnte das Büfett a. (Remarque. Obelisk
287). 2. <a. -I- sich) (derb) sich etw. durch vieles Fressen
erwerben: du hast dir einen Bauch angefressen. 3. zu
zersetzen, aufzulösen beginnen: Rost frißt Eisen an; Ü von der
Zivilisation angefressen.
anfreunden ['anfroyndn], sich <sw. V.; hat): X.sich mit jmdm.,
miteinander befreunden, eine Freundschaft beginnen: sich
leicht, schwer mit Jmdm. a.; ich freundete mich mit den
Bewohnern des Ortes mehr und mehr an; die beiden haben
sich rasch angefreundet (sind miteinander vertraut, zu
Freunden geworden). 2. sich an etw. gewöhnen, sich mit
etw. vertraut machen: sich mit einem Gedanken, einer
Vorstellung a.; <Abl.:> ^nfremhng, die; -. -en.
«nfrierai <st. V.; ist): 1. an etw. festfrieren: das Eis friert
an den Behälter an; an die Verpackung angefrorene
Lebensmittel; Ich beginne schon, ans Trottoir anzufrieren
(Dürrenmatt, Grieche 87). 2. ein wenig gefrieren, Frost
abbekommen (fast nur im Perf.): die Kartoffeln, die
Blumen sind angefroren. 3. <a. + sich) (ugs.) sich etw. leicht
erfrieren: ich habe mir die Nase, die Füße angefroren.
fnfrtachen <sw. V.; hat) (Jägerspr.): (den Hundt durch
Zureden anspornen.
anfrotzeln <sw. V.; hat) (ugs.): mit spöttischen Reden necken:
sie haben einander, sich [gegenseitig] angefrotzelt; Als
Bundeskanzler Kiesinger den Altkanzler als Bestseller-Autor
anfrotzelte (Spiegel 22. 19. 67. 33).
anfügen <sw. V.; hat): hinzusetzen, hinzufügen; beilegen:
einem Brief einige Zeilen, einem Gutachten einen
Kommentar a.; ..Sie müssen verzeihen", glaubte er a. zu sollen
(Th. Mann. Krull 303); <Abl.:> ^nfüguro, die; -. -en.
«nfiihlcn <sw. V.; hat): a) prüfend betasten, anfassen: einen
StoflTa.;b)<a. + sich) durch den Tastsinn o.ä ein bestimm-
133
Anfuhr
tes Gefühl vermitteln: etw. fühlt sich weich, rauh, wie Leder
an; Mein Kopf fühlte sich an. als ob er mit ... Flocken
grauer Baumwolle vollgestopft war (Brand. Geister 57).
AnftJir ['anfu.'fl. die; -• -en: Heranschaffung, Antransport
größerer Mengen von etw.: die A. von Versorgungsgütern,
von Holz und Kohle; anführen <sw. V.; hat): 1. a) einer
Gruppe o. ä. führend vorangehen: einen Festzug. einen
Reigen a.; Ü Eudokia führte... die lange Reihe ebenso schöner
wie bedeutender Frauen an. die im Heiligen Palaste
residiert haben (war die erste in der langen Reihe: Thieß.
Reich 385); b) (eine Gruppe o.a.) leiten, befehligen: eine
Truppe, ein Regiment a. 2. a) vorbringen, erwähnen,
aufzählen: etw. als Beispiel. Argument. Grund für etw. a.; zu
diesem Vorfall kann ich noch folgendes a.; das muß ich
zu meiner Entschuldigung a.; die oben (im Text)
angeführten Thesen; b) benennen: jmdn. als Zeugen, als
Gewährsmann a.; c) zitieren, wörtlich wiedergeben: seinen Vorredner
a.; er führte mehrere Zitate. Stellen aus der Bibel an.
3. (ugs.) zum besten haben, foppen, hereinlegen: du hast
mich aber gründlich angeführt. 4. (Schrift- u. Druckw.)
einen Satt. Textteil mit einem beginnenden
Anführungszeichen versehen (Ggs.: abführen); <Abl. zu lb:> Anführer,
der. -s, - (oft abwertend): Führer einer Gruppe. Bande:
Rädelsführer: der A. einer radikalen Gruppe; es währte
nicht lange, und ich war ihr (= der Mitschüler) A. im
Guten wie im Bösen (Niekisch. Leben 18); Anführerin,
die; -. -nen: w. Form zu t Anführer, ^nfÜhrung, die; -.
-en: 1. meist in Verbindung mit ..unter44: Führung. Leitung:
unter A. eines Generals. 2. a) Erwähnung. Aufzählung:
besondere A. von Ereignissen. Daten. Namen; b) Zitierung.
Wiedergabe: der Vortrag war aufgelockert durch die A.
einiger Zitate. 3. angeführtes Zitat, angeführter Satzteil:
die -en sind in dieser Veröffentlichung sehr nachlässig
behandelt; zu 3: Anführungsstrich, der (meist PL): svw.
f-zeichen; so viel -e gibt es gar nicht, wie man um dieses
..beweist44 herumsetzen müßte (das Wort ..beweist44 darf
man hier nicht in seiner eigtl. Bedeutung verstehen:
Tucholsky. Werke II. 161); AnfiihnMȀk*en. das (meist PI.)
(Schrift- u. Druckw.): [paarweise gesetztes, strichförmiges]
Satzzeichen, das bes. den Anfang u. das Ende einer
angeführten Redemarkiert: Gänsefüßchen: halbe A;wörtliche Rede
muß in A. gesetzt werden; ein Wort mit A. versehen.
tnflUlcn <sw. V.; hat): vollständig mit etw. füllen: eine Grube
mit Abfällen a.; das Zimmer ist mit allerlei Gerumpel
angefüllt; Ü Weltmann, den Frauen zugeneigt.... angefüllt
mit Bosheit. Spott und Geist (Ceram. Götter 92).
yn^mlfjOn <sw. V.; hat): jmdn. [böse] mit funkelnden Augen.
Blicken ansehen: ich ftink[e]le ihn wütend an; jmdn. durch
die Brillengläser a.
fnfunkai <sw. V.; hat): eine Funkverbindung herstellen: einen
Truppenteil, den Taxikollegen a.
füftirzen <sw. V.; hat) (vulg.): jmdn. anherrschen,
anschnauzen.
fnftittern, sich <sw. V.; hat) (salopp): sich etw. durch vieles
Essen erwerben, anmästen: ich hatte mir in Kürze ein
Bäuchlein angefuttert.
Angabe, die; -. -n: 1. Aussage. Auskunft. Information: genaue,
falsche, zweckdienliche, widersprechende -n zu etw.. Über
Jmdn.. etw. machen; -n über die zahlenmäßige Stärke der
künstlerischen Berufe; Bitte um nähere -n; ohne A. der
Adresse (ohne die Adresse anzugeben, zu nennen). 2. <o.
PI.) (ugs.) Prahlerei. Protzerei. Angeberei: diese
Behauptung ist reine A. 3. (Sport) a) Anspielen des Balls über
eine Leine, ein Netz hinweg: der Spieler verfügt über eine
starke A.; b) bei der Angabe (3 a) gespielter Ball: die
A. ging ins Aus. 4. (österr.) Anzahlung: eine A. leisten;
(Zus. zu 3 a:> Angabelinie, die (Sport): Linie, hinter der
eine A. durchgeführt wird.
«ngaflen <sw. V.; hat) (salopp abwertend): neugierig,
aufdringlich anstarren: die Kinder gafften ihn mit offenem
Mund an.
«ngflhnen <sw. V.; hat): in Richtung auf jmdn.. etw. gähnen:
mein Gegenüber gähnte mich fortwährend an; Ü
unendliche Öde gähnt mich an (Rinser. Mitte 16).
«ngaloppierm <sw. V.; ist): 1. [auf einem Reittier] im Galopp
herankommen (meist in der Verbindung 2. Part. +
kommen): die Reiter, die Pferde kommen angaloppiert; Ü Fritz
kam angaloppiert (ugs.; kam in großen Sätzen rasch herbei).
2. zu galoppieren beginnen: brummte Holden und
galoppierte hart an (Lynen. Kentaurenfährte 238).
4ng*ng« der; -s: 1. (landsch.) Beginn. Anfang. Ansatzpunkt:
Inangriffnahnte: Das Ende der Piratenstationen soll der
A. von zwei neuen offiziellen Rundfunkprogrammen sein
(MM 29. 7. 67, 33). 2. (Volksk.) im Volksglauben zufällige
Begegnung [mit einem Objekt. Tier od. Mensch} von
zukunftsbestimmender Bedeutung: der A. eines Jungen
Mannes wird als günstig, der einer alten Frau als ungünstig
empfunden; angängig (AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
veraltet angehen = gelingen]: möglich, erlaubt, zulässig: das
ist nicht a.; wenn irgend a.; eine nicht -e Handlungsweise;
^nganaagbube, der; -ns (Volksk.): Aberglaube, der
annimmt, daß das Schicksal von zufälligen Begegnungen (T
Angang 2) beeinflußt wird.
angealtert ['angalaltirt) (AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (selten):
leicht gealtert, ältlich: ein -er Mann.
angefithert [ang3|e:tBt] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
t Äther] (salopp): leicht betrunken: was Jemand a. vor sich
hin auaßle. könne nicht als Beweis gelten (Grass. Hunde-
Jahre 283).
fngeben (st. V.; hat): 1. a) nennen, mitteilen. Auskunft über
etw. geben: Personalien, seine Adresse, einen Termin a.;
etw. mit Bestimmtheit a. (sagen) können; etw. als Grund
a. (bezeichnen): b) bestimmen, festsetzen: den Takt, die
Richtung a.; der Vorarbeiter gab das Arbeitstempo an;
c) andeuten, markieren: die Umrisse des Gebäudes, die
Lage einer Anhöhe [auf der Karte] a. 2« (veraltend)
anzeigen, melden, denunzieren: einen Diebstahl a.; Es ist
überliefert, daß viele Weiber damals ihre Männer angaben aus
Eifersucht (Jacob. Kaffee 32): Jmdn. wegen eines Vergehens
a. 3. (ugs.) prahlen, protzen, aufschneiden, großtun: gib
bloß nicht so an!; wer seiner selbst sicher wäre, gäbe
wohl nicht so an (K. Mann. Wendepunkt 147); er hat
mit seinen Eroberungen furchtbar angegeben. 4. a) (bei
Ballspielen) als erster anspielen: b) (Kartenspiel) die Karten
an die Mitspieler verteilen (Ggs.: abgeben); (Abi. zu 2
u. 3:) ^iweber, der; -s. -: 1. Verräter. Denunziant: im
Lager gab es einen A.; Damals verstand man unter einem
A. ausschließlich einen Denunzianten (Bergengruen.
Rittmeisterin 352). 2. (ugs.) Prahler, Prahlhans: er ist nichts
als ein A.; (zu 2:> Angeberei [angeiba'r^]. die; -. -en (ugs.):
1. (o. PI.) Prahlerei. Protzerei. Großtuerei: was er sagt,
ist alles A. 2. angeberische Handlung: seine -en beruhen
auf einem Minderwertigkeitskomplex; angeberisch ['an-
ge.'tonj] (AdJ.) [zu: Angeber (3)] (ugs.): prahlerisch,
großtuerisch: ein -er Kerl; er kommt immer so a. daher.
Angebetete ['angabe.'tatd]. der u. die; -n. -n (Dekl. t
Abgeordnete): Verehrte(r). Geliebte(r): Jetzt hat er endlich Geld
und kann um die Hand seiner -n anhalten (Bild u. Funk
27. 1966. 17).
Angebinde, das; -s. - [der Gegenstand wurde früher dem
Beschenkten an den Arm gebunden] (veraltend, geh.):
kleineres Geschenk ab Geste der Zuneigung.
Aufmerksamkeit usw.: Jmdm. ein A. verehren, überreichen; Man lasse
mich... denjenigen glücklich preisen, dem...
Reizempfänglichkeit von der Fee seiner Geburt zum A. gemacht wurde
<Th. Mann. Krull 328).
angeblich ['ange:ph<}l (AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): wie
behauptet wird, vermeintlich, nicht verbürgt: ein -er
Augenzeuge. Onkel; er war a. verreist.
angeboren (AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): von Geburt an
vorhanden, bestehend: -e Instinkte, Fehler: die Krankheit ist a.
Angebot, das: -[eis, -e: 1. a) (häufig Kaufmannsspr.)
Kaufangebot, Offerte: Jmdm. ein [günstiges, besseres,
unverbindliches] A. machen; das ist mein letztes A.; ein A. erhalten,
ablehnen; wir bitten Sie um Ihr A. über [die], Tür [die]
Lieferung von ...; b) etw., was man jmdm. anbietet,
vorschlägt: c) (bei der Versteigerung) das erste
Gebot: das A. beträgt 500 DM. 2. (o. PI.) (Kaufmannsspr.)
angebotene Ware: ein großes, reichhaltiges A.; das A. an.
von Kleidern. 3. (o. PI.) (Wirtsch.) Gesamtheit der Güter
( Waren u. Dienstleistungen). die auf den Markt kommen
(Ggs.: Nachfrage): A. und Nachfrage bilden den Markt.
Angebote- (Wirtsch.): abgäbe, die; ^auwehreibung. die:
Ausschreibung zur Ermittlung des günstigsten Angebots:
Mlrock, der: starke Häufung des Angebots, die eine
Veränderung des wirtschaftlichen Verhaltens nach sich zieht: ~dasti-
zitit die: Elastizität der Angebotspreise: ^kaDcufaitkxi, die:
Vorkalkulation zur Ermittlung des Angebotspreises:
^karte!!, das: Kartellbildung der Anbieter zur Erzeugung
wirtschaftlicher Pressionen: «~km, der: Kurs, zu dem ein Wert-
134
angekränkelt
papier od. eine Ware angeboten wird; -lücke. die: Mangel
an Angeboten in einem bestimmten Bereich: eine A. im
Konsumgüterbereich; Mnonopol, das: Konzentration des
Angebots in einer Hand; --preis, der: vom Anbieter
geforderter Preis für angebotene Güter; ^Überhang, der: Gütermenge,
um die das Angebot die Nachfrage übersteigt.
angebracht I'angabraxt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
angemessen, passend, nötig, richtig, wünschenswert, sinnvoll,
opportun: eine keineswegs -e Bemerkung; eine
Veröffentlichung dieser Tatsachen wäre [nicht] a.; etw. für a. halten;
tngebrachtermaBen <Adv.): wie es die Umstände verlangen,
den Umständen angemessen, billigerweise: diese Tatsachen
sind a. nicht veröffentlicht worden.
tngebrannt: t anbrennen (2. 3).
angebraucht: t anbrauchen.
angebräunt: t anbräunen.
angebraust: t anbrausen.
ungebrochen: t anbrechen.
angebrütet: t anbrüten.
angebunden: tanbinden da).
angedampft:! andampfen.
fngedelien, nur in der Verbindung fandm. etw. a. lassen
(geh. od. iron.; zuteil werden, zukommen lassen, gewähren):
imdm. Schonung. Schutz a. lassen; die ..respektlose
Behandlung", die man ihr hatte a. lassen (Maass. GouffS
255).
Angedenken, das; -s: 1. (veraltet) Andenken. Souvenir. 2.
(geh.) Erinnerung. Gedenken: Jmdm. ein treues A.
bewahren; zum ewigen A.; • seligen -s (1. veraltend; verstorben:
mein Großvater seligen -s hat das auch immer gesagt.
2. ugs. scherzh.; einstig: die gute Postkutsche seligen -s).
angedient: fandienen.
angedonnert: t andonnern.
angedunt fangadu:nt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu f dun]
(landsch.): leicht betrunken.
angedusdt [ang3du:z|t] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
t Dusel] (salopp): leicht betrunken.
angefahren: t anfahren (2).
fngefault: t anfaulen.
ingefegt: t anfegen:
angefeindet: t anfeinden.
angeflattert, tanflattern.
«ngeflitzt: t anflitzen.
angeflogen: t anfliegen.
angefroren: f anfrieren.
tüBefUhrt: t anführen (1. 2. 3).
tngeAMIt: t anfüllen.
angegangen [angaganan] <Adj.: o. Steig.): I. in der
Verbindung a. kommen; gehend, zu FulS herbeikommen: er
kam a.. als ob nichts geschehen sei. 2. (landsch.) faulig,
zu modern beginnend: -e Lebensmittel; das Fleisch ist
schon a.
angegeben: tangeben.
angegilbt I'angdgilpt] <Adj.; o. Steig.): leicht vergilbt: -e
Blätter. Buchseiten.
angegliedert: t angliedern.
fngegondelt: fangondeln.
fngegossen: t angießen.
angegraut ['angdgrapt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): leicht
grau Igefärbt j: ein Herr mit -en Schläfen; sein Haar ist
schon a.
angegriffen ['angdgnfrü: tangreifen; (Abi.:) AngegrifTertieit,
die; -.
angehalten: t anhalten.
«ngehaucht: t anhauchen.
angeheiratet ['angdh^ira^t] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
durch Heirat Mitglied einer Familie geworden: ein -er Onkel.
Vetter; die -c Verwandtschaft.
angeheitert [angähntet] <Adj.;o. Steig.; nicht adv.): durch
Genuß von Alkohol beschwingt, in gehobene Stimmung
versetzt; leicht angetrunken: eine -e Gesellschaft; Ein rasch
getrunkenes Glas Wein kann... eine... bloß -e Lebendigkeit
bewirken (Musil. Mann 1305).
fngeheizt: t anheizen.
fngehen <unr. V.) /vgl. angehend u. angegangen/: 1. (ugs.)
beginnen, anfangen, losgehen (ist) (Ggs.: ausgehen): das
Theater geht schon um halb acht an; die Schule geht
morgen wieder an (der Unterricht beginnt wieder); Wir
tanzten im Hof .... und nun ging die Freude erst recht
an (Küpper. Simplicius 149). 2» (ugs.) zu brennen, zu
leuchten beginnen (ist) (Ggs.: ausgehen): das Feuer, das Licht
geht an. 3. (ist) a) (ugs.) anwachsen, festwachsen. Wurzeln
schlagen: die Ableger. Pflanzen sind [nicht] alle
angegangen; b) (Med.. Biol.) (von Bakterien. Pilzen) auf präparier-
tem Grund anwachsen [zur Diagnose von Infektionen]. 4.
(geh.) angreifen, sich jmdm., einer Sache in feindlicher
Absicht nähern (hat. südd.: ist): der Bär ging den Jäger an.
5. (Sport) (hat. südd.: ist) a) einen Gegner angreifen: der
Verteidiger hat den Stürmer von hinten angegangen; b)
einen Spielabschnitt beginnen: die Mannschaft hatte das
Spiel zu schnell angegangen; c) (beim Pferdesport) an
ein Hindernis heranreiten, um es zu überspringen: der Reiter
hat das Hindernis im Galopp angegangen; d) (beim Renn-
u. Skisport) in einen gefährlichen Streckenabschnitt
einfahren: eine Piste, eine Kurve, eine Strecke [zu schnell] a.
6. a) anpacken, in Angriff nehmen, zu bewältigen suchen
(hat, südd.: ist): er ging die anstehenden Probleme.
Schwierigkeiten zielstrebig an; b) gegen etw. Maßnahmen ergreifen,
vorgehen; bekämpfen (ist): gegen die
Umweltverschmutzung, gegen ein Gerichtsurteil a.; gegen jmds. Willen,
Absicht a. 7. jmdn. um etw. bitten, sich mit einer Bitte an
jmdn. wenden (hat, südd.: ist): er ging mich um ein
Darlehen, um meine Zustimmung, Hilfe, Vermittlung an; jmdn.
um [seinen] Rat a. 8. jmds. Sache sein (ist; seltener im
Perf. u. Plusq.): das geht ihn nichts, wenig, viel, einen
Dreck (salopp; gar nichts) an; die Geschichte ist dich
doch damals überhaupt nichts angegangen; was geht mich
das an (was habe ich damit zu schaffen)? 9. möglich,
zulässig, vertretbar sein (ist; seltener im Perf. u. Plusq.): das
mag. mochte noch a.; die Hitze ist/mit der Hitze ist es
gerade noch angegangen. 10. etw. betreffen (hat): was
deine Frage angeht, so ...; Den Zeitvertreib nach dem
KafTeestündchen angehend, so ergötzte ich mich ... am
Beschauen eines... Rundgemäldes (Th. Mann, Krull 192):
angehend [ange:dnt] (Adj.; o. Steig.: nur attr.): in
Ausbildung stehend; künftig: die -en Lehrer. Schauspielerinnen.
angehetzt ['angdhet$t] in der Verbindung a. kommen (salopp;
durch übermäßiges Hasten erschöpft, atemlos
herankommen): Jeden Morgen kommt er [als letzter] a.
angeheult: fanheulen.
angehören (sw. V.; hat): zu etw. Jmdm. gehören, einer Gruppe
o. ä. an-, eingegliedert sein: der Regierung, einer
Organisation. Kirche a.; einer Familie, einer Nation a.; ungehörig
(Adj.; o. Steig.; meist attr.): zu etw.. jmdm. gehörend,
jmdm., einer Sache angehörend, zugehörig, zuzuordnen:
einer linksradikalen Gruppe -e Studenten (MM 7. 4. 67.
I); Angehörige ['angdho.ngd], der u. die, -n, -n (Dekl.
t Abgeordnete): a) (meist PI.) Verwandter, der dem nächsten
Familienkreis angehört: die -n benachrichtigen; seine -n
besuchen; b) jmd.. der einer bestimmten Gruppe angehört.
Mitglied. Anhänger. Mitarbeiter: -r eines Berufsstandes,
des öffentlichen Dienstes sein; A. anderer Nationalitäten.
angesagt [angaja.kt] in der Verbindung a. kommen (ugs.;
mit großer Geschwindigkeit herankommen): die Horde
kommt a.
angejahrt l'ang3ja:?t] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): leicht
gealtert, schon etw. bejahrt: ein -er Mann; das Fräulein
ist schon etwas a.
angekauft: tankaufen.
angekeucht [angakqa^t] in der Verbindung a. kommen
(ugs.; vor Anstrengung keuchend herankommen): es war
schon ziemlich spät, als er schließlich a. kam.
Angeklagte ['angdkla:ktd]. der u. die; -n. -n (Dekl. f
Abgeordnete): jmd.. der unter gerichtlicher Anklage steht:
einen -n vernehmen; die Rede des -n; der A. nahm das
Urteil ohne Widerspruch hin.
angekleckert [angdkleket] in der Verbindung a. kommen
(ugs. abwertend): X.jmdn. immer wieder mit etw. belästigen:
dauernd kommt er [mit seinen Fragen] a. 2. nach u. nach
an einem bestimmten Ort eintreffen: kurz vor der Abfahrt
des Omnibusses kamen die letzten Touristen a.
angeknabbert: t anknabbern.
angeknackst: t anknacksen.
angeknickt: tanknicken.
»ngekohlt: tL2ankohlen.
angekommen: t ankommen.
angekrlidtdt ['angakreoklt] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
nicht widerstandsfähig: ein -es Adelsgeschlecht; der letzte
Sproß der Familie wirkt sehr a.; Ü Er war von Selbstsucht
und Eitelkeit a. (damit behaftet).
135
angekratzt
angekratzt [angdkra&t] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.)
(salopp): /vom Leben] ein wenig mitgenommen: ein leicht
-er FUnfziger. er ist auch schon ziemlich a.
angekreuzt: t ankreuzen.
ingekrochen: tankriechen.
Angel ['aoll. die; -. -n [mhd. angel. ahd. angul. zu ahd.
ango = Haken]: 1. Gerät zum Fischfang, bestehend aus
einer Rute, an deren Ende eine Schnur mit einem Haken
befestigt ist: die A. auswerfen, einziehen; einen dicken
Fisch an der A. haben; Ü sie wirft die A. nach dem Jungen
Mann aus; er geht ihr an die A. 2. Zapfen, an dem eine
Tür, ein Fenster o.a. drehbar befestigt ist: Quietschende
-n; die Tür aus den -n heben; die Tür knarrt, hängt schief
in den -n; *etw. aus den -n heben (etw. aus dem
Gleichgewicht bringen, grundlegend ändern): die Welt aus den -n
heben wollen; Ist es wirklich so leicht bei uns. das Recht
und die Menschlichkeit aus den -n zu heben? (Dönhoff.
Ära 79).
'Angel- (Angel 1): ^Uei, das: Senkblei an der Angel; ^flacher,
der: svw. t Angler; ^fbcherei, die: (als Sport betriebener/
Fischfang mit der Angel; MKrit, das: zum Angeln benutztes
Gerät; --haken, der: Haken an der Angelleine; -köder,
der: am Angelhaken zu befestigender Köder; kleine, die:
am oberen Ende mit der Angelrute, am unteren Ende mit
dem Köder verbundene Leine, die zum Angeln ins Wasser
geworfen wird; ^platz: Stelle zum Angeln an einem Gewässer
/für die ein Angelschein ausgestellt wurde]; ^nite, die:
an der Spitze mit der Angelleine verbundener elastischer
Stock; ^schein, der: von der Behörde ausgestellter
Genehmigungsschein zum Angeln; --schnür, die: svw. t kleine; ^sport,
der: sportlich ausgeübte Angelfischerei.
2Angel- (Angel 2): -gelenk, das (Zool.): bewegliche
Verbindung am Chitinskelett der Insekten; ^punkt, der: Punkt,
um den sich alles dreht; Hauptsache, Zentrum: der
Lebensstandard ist zum A. aller Dinge geworden; Dabei
dreht sich dieses ganze ... Denkordnungssystem um zwei
-e (Mantel. Wald 99); ^zapfen, der: svw. t Angel (2).
angelangt: t anlangen.
ingelatscht: tanlatschen.
angelaufen: t anlaufen.
Angeld, das; -[eis. -er (veraltet): Handgeld, Vorauszahlung:
ein A. auf einen Vertrag, auf die Zukunft.
ingelegen <Adj.) [zu veraltet anliegen = wichtig sein] in
der Wendung sich <Dativ> etw. a. sein lassen (geh.; sich
/aus innerem Antrieb] um etw. bemühen, kümmern): Diese
formelle Artigkeit ließ ich mir gleich am ersten Tage meines
Hierseins a. sein (Th. Mann. Krull 373); <Abl.:>
Angelegenheit, die; -. -en: Sachverhalt, dessen Lösung od. Erledigung
für jmdn. von /großer] Bedeutung ist; Sache, Problem,
Sorge, Anliegen, Belang: eine schwierige, ernste, dringliche,
mißliche A.; private, öffentliche, kulturelle -en; wichtige
-en hielten mich fern; das ist meine A. (geht keinen anderen
etwas an); das ist A. des Trainers; eine A. vorbringen,
regeln, in Ordnung bringen, erledigen, beilegen, klären,
besprechen; um was für eine A. handelt es sich?; sich
in Jmds. -en mischen; etw. in einer A. unternehmen; er
kam in einer dienstlichen A. zu ihm; sich mit einer A.
befassen; angelegentlich <Adv.) (geh.): eingehend,
nachdrücklich: etw. a. betrachten; sich a. nach jmdm.
erkundigen; angelegt ['angdle:kt] <AdJ.>: mit Anlagen zu etw.
versehen, veranlagt (nur in Verbindung mit ..sein'4): auf
Konsequenz. Sparsamkeit a. sein; Er (= der Junge) ist von
Natur aus... nicht a.. etwas Unordentliches zu tun (Gaiser.
Schlußball 78).
ingelernt: t anlernen.
Angelika [an'ge:Iika]. die; -. ...ken u. -s [mlat. angelica.
subst. Fem. von lat. angelicus = Engeln zukommend <
griech. aggelikösl (Bot.): Vertreter einer Gattung der
Doldengewächse, Engelwurz (Heilpflanze); <Zus.:> Angeükaöl,
das <o. Pl.>; Amlikasfiire. die <o. PI.).
angdn ['an|n] <sw. V.; hat) [mhd. angeln]: 1. (Fische) mit
der Angel {zu/ fangen /suchen/, fischen: Forellen a.; ich
ang[e]le mit Begeisterung Fische; a. gehen; (Angelsport:)
auf Hechte, auf Barsche a.; <subst.:) Angeln ist mein
Hobby; Ü (ugs.:) Sie angelte frische Kuchen aus dem
dampfenden Schmalz (Böll. Und sagte 76); ich ang[e]le mir einen
Mann. 2. (ugs.) etw. entfernter Befindliches l vorsichtig]
'zu] fassen, [zu/ ergreifen /suchen]: Als ich gerade auf
dem Bettrand saß und mit beiden Füßen nach den
Hausschuhen angelte (Roehler. Würde 155).
ingeloben <sw. V.; hat): 1. (geh.) feierlich zusagen,
versprechen: sie hatte ihm Treue angelobt. 2. (Osten*.) feierlich
vereidigen: die Rekruten des neuen Jahrgangs wurden
feierlich angelobt; <Abl.:> ^ngelobung. die; -. -en.
Angebachse ['anfzaksol. der; -n. -n: 1. (bist.) Vertreter der
im 516. Jh. nach England ausgewanderten westgermanischen
Stämme der Angeln, Sachsen u. Juten. 2. Person englischer
Abstammung u. Muttersprache, insbes. Engländer od.
englischstämmiger Amerikaner, dazu: fngehichsbch <AdJ.; o.
Steig.).
AngehB ['angelus]. der. auch: das; -. - [lat. angelus (domini)
= Engel (des Herrn) < griech. äggelos (nach dem
Anfangswort des Gebets)] (kath. Rel.): a) Gebet, das morgens,
mittags u. abends beim Angelusläuten gebetet wird; b) Glok-
kenzeichen für das Angelusgebet; <Zus.:> ifrngehislfcrten.
das; -s.
ingemessen <AdJ.): richtig bemessen; adäquat: ein -er Preis;
der Lohn war den Umständen a.; einen Zeitpunkt für
a. (passend, zweckmäßig) halten; <Abl.:> Angemessenheit,
die; -. -en <P1. selten).
angenagelt: f annageln.
ingenAhert: t annähern.
ingenehm <AdJ.): eine positive Empfindung auslösend,
erfreulich, wohltuend (Ggs.: unangenehm): eine -e Nachricht;
ein -es Klima; eine -e Stimme; ein -er Mensch; [ich wünsche
dir eine] -e Reise!; er. sein Besuch ist uns sehr a.; es
wäre mir [sehr] a.. wenn ...; a. überrascht, enttäuscht sein;
sich a. berührt zeigen; <Zus.:> «ngenehmerwdse <Adv.):
zu Jmds. Zufriedenheit, erfreulicherweise: Statt des
ominösen Kübels befand sich in der Zelle a. ein
Wasserklosett (Niekisch. Leben 301).
angenommen: fannehmen (bes. 6 b).
angepaßt ['angdpast]: tanpassen (3); <Abl.:> ^ngepaßtheit,
die; -: Zustand des Angepaßtseins: die bürgerliche A.
ingepest: tanpesen.
angepoltert: t anpoltern.
ingeprescht: t anpreschen.
Anger ['an*], der; -s. - [mhd. anger, ahd. angar] (landsch.):
kleinere Grasfläche, Grasplatz /in einem Dorf]: auf dem
A. hat ein kleiner Zirkus sein Zelt aufgebaut; <Zus.:)
Angerdorf, das: um einen Anger herum angelegtes Dorf
Runddorf; Angerblümchen, das (landsch.): Gänseblümchen.
ingeradelt: f anradeln.
ingerannt: t anrennen.
ingerasselt: t anrasseln.
ingerast: t anrasen.
ingerattert: t anrattern.
«ngerfiuchert: t anräuchern.
angeraucht [angar^ixt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(veraltend): vom Rauch leicht angeschwärzt: angerauchte Wände.
ingerauscht: tanrauschen.
angeregt ['ang3re:kt] <AdJ.): (bes. von einer Unterhaltung,
einem Gespräch) lebhaft, interessant; animiert: eine -e
Diskussion; sich a. unterhalten; <Abl.:> ^ngeregtheK, die; -:
gehobene Stimmung.
ingerissen: t anreißen.
ingeritten: Tanreiten.
ingerollt: t anrollen.
ingerostet: t anrosten.
ingerührt: t anrühren.
ingeruflt: tanrußen.
ingesagt: t ansagen (2).
angesäuselt ['angazQyzjt] <Adj.; nicht adv.) (ugs.): leicht
betrunken: die [leicht] -en Gäste; er war ein bißchen a.
Aber er fühlte sich großartig (Baldwin [Übers.]. Welt 16).
ingesaust: fansausen.
ingeschest: fanschesen.
ingeschimmelt: fanschimmeln.
ingeschissen: fanscheißen.
angeschlagen [angajla.gn] <Adj.; nicht adv.): nicht mehr
im Vollbesitz seiner Kräfte, nicht mehr / voll] leistungsfähig,
erschöpft: einen -cn Eindruck machen; eine -e Gesundheit;
der Boxer war a.
ingeschlendert: fanschlendern.
ingeschlossen: fanschließen.
ingeschnaiddelt (ugs): svw. fangeschmutzt.
angeschmutzt ['angalmul^t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
leicht verschmutzt: -e Wäsche.
ingeschnallt: fanschnallen.
ingeschnauft: fanschnaufen.
136
Anglistik
angeschnitten: fanschneiden.
angeschoben: t anschieben.
angeschossen: t anschießen.
angeschrieben: t anschreiben (2).
Angeschuldigte ['angdjuldifto]. der u. die; -n. -n <Dekl.
tAbgeordnete): jmd.. der (wegen einer Sache) angeschuldigt
wird.
ingeschwankt: t anschwanken.
angeschwänzelt: t anschwänzeln.
ingeschwirzt: t anschwärzen.
angesehen Cangazean] <Adj.; nicht adv.): Ansehen
genießend; geachtet, geschätzt: er ist Überall a.; sie stammt
aus einer -en Familie; In einer unserer -sten Gazetten
stand der Satz: ... (Bamm. Weltlaterne 53).
angesessen: svw. Teingesessen.
angesetzt: t ansetzen.
Angesicht I'angazict]. das; -[eis. -er u. (österr.:) -e (geh.):
a) Gesicht: das geliebte, zarte, vertraute A.; das A.
verhüllen; Ü Er fürchtete sich ... vor den vertrauten -en der
Berggipfel (Th. Mann. Tod 10); *im A«: (1. im. beim
Anblick: im A. der .Gefahr. 2. im Hinblick auf: im A. der
Tatsache, daß ...); jmdn. von A. kennen (geh.; jmdn. vom
Sehen kennen): b) Gesicht sausdruck. Miene: mit
unbewegtem A.; sein A. verklärte sich; angesichts <Präp. mit Gen.)
(geh.): a) im. beim Anblick: a. der Bergwelt, der Gefahr,
des Todes; b) im Hinblick auf. in Anbetracht: a. dieser
Tatsachen; a. der Lage; Meine Mutter war a. meiner ...
Prognosen aufs tiefste besorgt (Niekisch. Leben 30).
angesockt: fansocken.
angesoffen: tansaufen.
angespannt [angdjpant] <Adj.; -er. -este): a) angestrengt,
konzentriert: a. zuhören; mit -er Aufmerksamkeit; b)
kritisch, bedenklich: eine -e Lage; der -e Wohnungsmarkt;
infolge der -en Devisenlage; <AbI.:> ^ngespamtheit, die; -.
angesprengt: t ansprengen.
angesprungen: Tanspringen (3).
ingestakst: tanstaksen.
angestammt [angajtamt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
veraltet anstammen = durch Abstammung erwerben]:
durch Erbschaft od. Tradition erworben: überkommen,
ererbt: -er Besitz; die Mitglieder einer lang -en Dynastie;
diese Rechte sind a.
ingestapft: t anstapfen.
angestaubt ['angdjtqppt] <Adj.; nicht adv.): bereits etwas
veraltet, überholt: -e Ansichten; leicht a. scheinen heute
schon seine (- Goethes) Romane (Tucholsky, Werke 356).
Angestelltefangajtelto].der u. die; -n. -n <Dekl.
tAbgeordnete): jmd., der in einem vertraglichen Arbeitsverhältnis
mit monatlicher Gehaltszahlung steht: ein höherer, leitender
-r; der kaufmännische A.; die -n unserer Firma.
Angestellten-: -Gewerkschaft, die: Arbeitnehmerorganisation
für Angestellte: ^Verhältnis, das: vertragliches
Arbeitsverhältnis mit monatlicher Gehaltszahlung: im A. stehen;
^Versicherung, die: Sozialversicherung für Angestellte: Beiträge
Tür die A. entrichten; die Bundesanstalt für A. (Abk.:
BfA), dazu: ^versicherunraesetz, das: Gesetz zur Regelung
der Pflichtversicherung der Angestellten (Abk.: AVG).
Angestelltenschaft, die; -: Gesamtheit der Angestellten: die
gesamte Arbeiter- und Angestelltenschaft eines
Industriezweiges.
angestiefelt [ang3,fti:flt] in der Verbindung a. kommen
(fam.): / eifrig] herankommen, herbeieilen: die Jungen
kommen beide a.
angestrengt ['angdjtreot] <AdJ.; -er, -este): mit Anstrengung,
konzentriert: mit -er Aufmerksamkeit; a. nachsinnen;
<Abl.:) ^ngestrengtheit, die; -.
angestückelt, ingestückt: t anstückeflln.
angestürzt: t anstürzen.
ingetan, in den Verbindungen es imdm. a. haben (jmdn.
bezaubern, entzücken: jmdn. für sich einnehmen): er, sein
Geigenspiel hat es ihr a; von trafen., etw. a. sein (angenehm
berührt, begeistert sein): von Jmdm.. Jmds. Wesen [nicht)
a. sein; danach/dazu a. sein (geeignet sein, günstig für etw.
sein; oft verneint): die Lage ist nicht dazu a.. Feste zu
feiern; weil mir der Augenblick danach a. zu sein scheint,
darum spreche ich so (Th. Mann. Zauberberg 457).
ingetobt: t antoben.
ingetrabt: t antraben.
angetraute, der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete):
(scherzh.) Ehepartner.
ingetrunken (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): leicht betrunken:
der -e Fahrer wurde festgenommen; er war ohne Zweifel
a.; <Abl.:> Angetrunkenheit, die; -.
ingeturnt: t anturnen.
angewackelt: t anwackeln.
ingewalzt: t anwalzen.
ingewandt <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): in der Praxis nutzbar
gemacht, angewendet(Ggs.: theoretisch): -e Chemie.
Mathematik; -e Kunst (Kunsthandwerk).
ingewirmt: t anwärmen.
Angewende Cangdvenda]. das; -s. - (landsch.): an ein Feld
grenzender Streifen zum Wenden des Pfluges: das A. war
hier anderthalb Meter breit.
ingewendet: fanwenden.
ingewetzt: t anwetzen.
ingewidert: t anwidern.
angewiesen ['angdvkzn] in der Verbindung auf Jmdn.» etw.
a. sein (von jmdm.. etw. abhängig sein): auf jmdn.. jmds.
Hilfe. Wohlwollen a. sein; auf sich selbst a. sein (keine
Hilfe voti außen bekommen).
ingewöhnen <sw. V.; hat): zur Gewohnheit machen: sich
Pünktlichkeit, schlechte Manieren a.; Die Autorität und
das Meerrohr des Lehrers würden dann vielleicht erreichen,
was der Mutter nicht möglich sei: artiges und
aufmerksames Benehmen ihren Buben anzugewöhnen (anzuerziehen;
R. Walser. Gehülfe 94); gewöhne dir endlich an. deutlich
zu sprechen; <Abl.:> Angewohnheit, die; -. -en: [schlechte/
Gewohnheit. Eigenheit: eine üble, seltsame A.; Trinken.
Rauchen ist eine schlechte A.; diese schreckliche A.. mit
sich selber Gespräche zu führen (Langgässer. Siegel 49);
eine A. annehmen, ablegen; Angewöhnung, die; -.
fuigewurzelt: t anwurzeln.
angezeigt fanga^kt] <Adj.; -er, -este; nur präd.) (geh.):
angebracht, ratsam, passend: es ist nicht a.. sich mit einem
Betrunkenen zu streiten; etw. für a. halten.
ingezogen: T anziehen.
ingezottelt: tanzotteln.
ingezwitschert: T anzwitschern.
ingieBen <st. V.; hat): 1. frisch gesetzte Pflanzen. Stecklinge
zum ersten Mal gießen: die Salatpflanzen a. 2. (Kochk.)
etwas Wasser. Brühe an Gebratenes gießen: den
Schmorbraten a. 3. (Gießerei) durch Guß mit etw. anderem
zusammenfügen, verbinden: ein Metallstück a.; *etw. sitzt/paßt wie
angegossen (ugs.; paßt genau, hat einen tadellosen Sitz);
<Zus. zu 3:) Angießverfahren, das.
ingiften <sw. V.; hat) (salopp): böse, wütend, gehässig
anfahren: sie ... zeterte mit der Mutter, giftete den Vater an
(Strittmatter, Wundertäter 395).
Angina [ao'gi:na], die; -, ...nen [lat. angina. zu griech. agehö-
ne = das Erwürgen. Erdrosseln] (Med.): Entzündung des
Rachenraumes, bes. der Mandeln; Angina pectoris [-
pektons], die; - - [lat. pectus (Gen.: pectoris) = Brust]
(Med.): anfallartig auftretende Schmerzen hinter dem
Brustbein infolge Erkrankung der Herzkranzgefäße.
ingirren: tangurren.
ingleichen <st. V.; hat): jmdm.. einer Sache gleichmachen,
anpassen: die Löhne den Preisen a.; Das gemeinsame Leben
glich ihre Gesichter einander an (Gaiser. Jagd 46); sie
haben sich [einander] angeglichen; <Abl.:) Anglekhung,
die; -. -en.
Angler ['ante), der; -s, -: 1. jmd.. der mit einer Angel Fische
fängt. 2. svw. t Anglerfisch; <Zus.:)^mderfisch,der: eßbarer
Seefisch, dessen Kopf ein köderförmiges Anhängsel zum
Anlocken von Beutetieren hat; <Abl.:> inglertsch (Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): den Angler, das Angeln betreffend:
die -e Erschließung eines Gewässers.
ingliedern <sw. V.; hat): an etw. anschließen, einer Sache
hinzufügen: dieses Gebiet hat man einem anderen Land
angegliedert; der Schule ist ein Internat angegliedert;
<Abl.:> Angliederung, die; -. -en.
anglikanisch [angli'ka:nif] <Adj.) [engl, anglican, zu lat.
Anglil = die Angeln (westgerm. Volksstamm), aus dem
Germ.]: die -e Kirche (Staatskirche in England); Angli-
kanismus [...kan'ismus], der; -: Lehre u. 'Wesens/form
der englischen Staatskirche; anglisieren [ai)gli'zi:ren] <sw.
V.; hat): I. an die Sprache, die Sitten od. das Wesen der
Engländer amieichen: die Familie stammt aus Holstein,
ist aber längst anglisiert. 2. svw. Tenglisieren (1); <Abl.:>
Angiistkrung, die; -. dazu: Anglisjerungsprozeß, der; Anglist
[an'glist]. der; -en, -en: Vertreter der Anglistik; Angljstik,
137
Anglistin
die; -: Wissenschaft von der englischen Sprache u. Literatur:
ein Lehrstuhl für A.; A. studieren; Angljstin, die; -. -nen:
w. Form zu t Anglist; angljstisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
die Anglistik betreffend: -e Literatur* Anglizismus [aogli-
'&ismosl. der; -, ...men (Sprachw.): Übertragung einer für
das britische Englisch charakteristischen sprachlichen
Erscheinung auf eine nichtenglische Sprache: Angto-Ame-
rikaner [anglo|amerika:nBl. der; -s, - [zu Angeln, tan-
glikanisch]: Angehöriger der angelsächsischen Länder:
Angloamerikaner, der; -s. -: aus England stammender
Amerikaner: Anglomane [anglo'ma:n3], der; -n, -n: jmd.. der
übertrieben alles Englische liebt u. nachahmt: Angkmanie
[...ma'ni:], die; -: übertriebene Nachahmung alles
Englischen: angtophil [...fi:l] <AdJ.; Steig, ungebr.):
englandfreundlich (Ggs.: anglophob); Anglophilie [...fi'li:]. die; -'
[griech. philia = Liebe. Zuneigung]: Englandfreundlichkeit
(Ggs.: Anglophobie); anglophob [...To:p] <Adj.; Steig,
ungebr.): gegen alles Englische eingenommen, englandfeindlich
(Ggs.: anglophil); Anglophobie [...fo'bi:]. die; -: Abneigung.
Widerwille gegen alles Englische. Englandfeindlichkeit
(Ggs.: Anglophilie).
anglotzen <sw. V.; hat) (salopp): ausdruckslos, starr,
aufdringlich o.a. ansehen: glotzen Sie mich doch nicht so
dämlich an, Herr Oberleutnant (Kirst. 08/15, 795).
^ngUhen <sw. V.: hat): 1. kurz zum Glühen bringen: ein
Hufeisen a. 2. einen glühenden Schein auf jmdn. werfen:
Wenn die schwere Feuerklappe geöffnet wurde, wurden
sie gespenstisch angeglüht (Apitz. Wölfe 357); Ü ihre Augen
gltihten ihn an.
tngondetn <sw. V.; ist) nur in der Verbindung 2. Part.
+ kommen (ugs.): langsam mit einem Fahrzeugj
herankommen (Ggs.: abgondeln): er kam [auf seinem Fahrrad]
angegondelt.
Angora- [an'go:ra-; nach dem früheren Namen Angora der
türk. Hauptstadt Ankara]: -behaarung. die: bes. bei
Haustieren vorkommender sehr feiner u. leichter Behaarungstyp.
bei dem das Deckhaar die Unterwolle weit überragt: -kanin-
Ghen, das: Vertreter einer Zuchtrasse langhaariger
Kaninchen (meist Albinos): -katze, die: Vertreter einer in
Kleinasien vorkommenden, langhaarigen Haus/katzenart mit
ihren speziellen Zuchtformen: Perserkatze: ugs. auch Bez.
für jede Langhaarkatze: -wolle, die (Textilw.): a) Wolle
der Angoraziege. Mohär: b) Wolle des Angorakaninchens:
-ziege, die: Vertreter einer in Vorderasien gezüchteten
langhaarigen Rasse kleiner Hausziegen.
Angostura <£>[ai)g3s'tu:ra], der; -s. -s [span. angostura. nach
dem früheren Namen Angostura der Stadt Ciudad Bolivar
in Venezuela]: Bitterlikör, bes. zum Würzen u. Mixen von
Getränken.
Angostura-: —baisn. der: im nördlichen Südamerika
vorkommender Baum aus der Familie der Rautengewächse mit
bitterer, zur Herstellung von verdauungsfördernden Getränken
geeigneter Rinde: -bitter, der; -s. -: aus der Rinde des
Angosturabaums hergestellter bitterer Aromastoff: die
Suppe mit einigen Tropfen A. versehen; -rinde, die: Rinde
des Angosturabaums.
fngrauen: t angegraut.
angreifbar <AdJ.; Steig, selten): von etw.. was angegriffen
(1 c) werden kann: Beanstandung. Kritik zulassend: ein
-es Urteil; seine Thesen sind alle a.; <Abl.:) Angreifbarkeit*
die; -; angreifen <st. V.; hat): 1. a) in feindlicher Absicht
den Kampf mit jmdm.. gegen etw. beginnen: gegen Jmdn.
aggressiv vorgehen, jmdn. überfallen: mit Panzern.
Geschützen a.; im Tiefflug a.; das Nashorn greift unbedenklich
Jeden Gegner an; b) im sportlichen Wettkampf gegenüber
dem Gegner die Initiative ergreifen, die Führung
übernehmen: er gewann die Runde, obwohl er von den anderen
hart angegriffen wurde; der Sturm der Fußballmannschaft
griff planlos und hektisch an; c) heftig kritisieren, zu
widerlegen suchen, attackieren: Jmdn.. Jmds. Standpunkt. Rede,
öffentlich, scharf a.; er wurde in den Zeitungen heftig
angegriffen. 2. (landsch.) a) anfassen, berühren: du darfst
hier nichts a.; greif doch nicht immer alles an!; b) <a.
+ sich) sich in bestimmter Weise anfühlen: der Stoff greift
sich weich, rauh, derb an. 3. [notgedrungen; zu verbrauchen
beginnen, anbrechen: den Vorrat, die letzten Reserven, die
Ersparnisse a. 4. a) auf bestimmte WeiseJ anpacken, in
Angriff nehmen, anfangen: eine Aufgabe entschlossen,
vernünftig a.; dieses Problem werden wir später anzugreifen
versuchen; b) an einer Stelle ansetzen, von etw. ausgehen:
die Reformpläne greifen nicht an der richtigen Stelle an;
Diese Art der Leidabwehr greift nicht mehr am
Empfindungsapparat an (Freud. Unbehagen 109); an den neuesten
Meldungen angreifende Überlegungen. 5. a) schwächen,
reduzieren: jmdm.. einer Sache schaden: die Anstrengung,
Krankheit greift ihn an; die Scheidung hat ihre Nerven
angegriffen; <oft im 2. Part.:) er wirkte etwas angegriffen;
angegriffen aussehen; b) etw. beschädigen, zersetzen: der
Rost greift das Eisen an; <Abl. zu 1:> Angreifer, der:
-s. -. dazu: ^ngreiferiseh: svw. tangriffslustig.
angrenzen <sw. V.; hat): eine gemeinsame Grenze mit etw.
haben, benachbart sein, an etw. stoßen: der Garten grenzt
[unmittelbar] an den Fluß an; das angrenzende Zimmer;
<Abl.:> Angrenzer, der; -s, - (landsch.): Nachbar. Anlieger:
Von den -n wurde des öfteren schon Klage geführt (MM
14. 3. 69. 10); Angrenzung, die; -.
Angriff, der; -[e}s. -e: a) das Angreifen (1 a) eines Gegners.
Offensive: Eröffnung eines Kampfes: Überfall. Attacke:
heftige, feindliche, atomare -e; einen A. fliegen, abwehren;
zum A. übergehen; b) (Sport) a) beim sportlichen
Wettkampf Versuch» dem Gegner Vorteile abzugewinnen, ihn
zu besiegen: einen A. starten, parieren; einen gegnerischen
A. unterbinden; ß) die Angriffsspieler: der A. war
ausgesprochen schlecht; c) heftige aggressive Kritik:
Anfeindung: versteckte, massive -e gegen Jmdn. richten; -en andrer
ausgesetzt sein; die Abwehr von -en gegen den Staat und
die Verfassung: d) * etw. in Angriff nehmen (mit etw.
beginnen: etw. entschlossen anpacken): <Abl.:) fngriffig <AdJ.)
(bes. Schweiz.): angriffslustig: zupackend.
Angriffs-, Angriff»-: -beweoung, die: a) (Milit.) Bewegung
der Truppe zum Zweck des Angreifern, der Offensive: b)
(Sport) Bewegung, die den Gegner zur Verteidigung zwingt:
-bündnis, das (bes. Politik): Zusammenschluß zweier od.
mehrerer Parteien zum gemeinsamen Angriff: -drittel, das
(Eishockey): Drittel (2 a), in dem das Tor der gegnerischen
Mannschaft steht: Bully im A. des sowjetischen Teams;
-fttche. die: Stelle, auf die etw. /schädlich] einwirken
kann: der Damm bietet dem Wasser hier keine A. mehr;
Ü Er durfte einem so gefährlichen Mann keinerlei bequeme
-n bieten (Kirst. 08/15. 756); ^fuBfaall. der <o. PI.) (Sport):
betont auf Angriff angelegter, offensiver Fußball: -geist.
der <o. PI.): in einer Gemeinschaft entstehende geistige
Haltung, die die Angriffslust anregt: einen Mangel an A.
feststellen; -krieg, der: Krieg zur Durchsetzung territorialer
od. ideologischer Interessen: Offensivkrieg (Ggs.:
Verteidigungskrieg); -linie, die: 1. (Volleyball) Linie, die die hintere
Angriffszone bildet. 2. (Ballsport) in einer Linie postierte/
angreifende Spieler: Sturm: die gegnerische A. formierte
sich blitzschnell; -lust, die <o. PI.): Bereitschaft, jederzeit
jmdn. anzugreifen. Aggressivität, dazu -lustig <AdJ.):
-plan, der (bes. Milit.); -punkt. der: 1. (Milit.) Punkt,
an dem ein Angriff stattfindet od. von dem ein Angriff
ausgeht. 2. vgl. t-fläche: ein mit Zacken besetzter Grat
gibt bei Gewitter dem Blitz -e (Eidenschink. Fels 85);
Ü Jmdm. keine -e bieten wollen; -spiel, das (Sport): auf
Angriff eingestellte Spielweise (Ggs.: Defensivspiel): ein
dynamisches A. zeigen, dazu: -Spieler, der (Ballsport):
1. (bes. Tischtennis) Spieler, der offensiv spielt. TL
angreifender Spieler einer Mannschaft. Stürmer. 3. (Volleyball): vgl.
Netzspieler; -taktik. die: planmäßiges Vorgehen beim
Angriff: die A. ändern; die A. des Gegners durchschauen;
-Verteidigung, die (Eishockey): Verteidigungssystem, bei
dem der Gegner schon in seinem eigenen Drittel angegriffen
u. gestört wird: ^waffe. die (Milit.): Waffe, die speziell
für den Angriff entwickelt wurde. Offensivwaffe (Ggs.:
Verteidigungswaffe); -weise <Adv.): in der Art eines Angriffs:
eine a. geführte Verteidigung.
«ngrinsen <sw. V.; hat) (salopp): grinsend ansehen, jmdm.
durch Grinsen etw. zu verstehen geben: jmdn. albern,
vielsagend a.; sich [gegenseitig] a.; Er grinste die Beamten der
Reihe nach an (Fries. Weg 221).
angrotoen fangropsn] <sw. V.; hat) (landsch.): grob
anfahren: ..Verschwinde"! gröbste er den Kleineren an.
fngrunzen <sw. V.; hat) (salopp): anfahren, seine schlechte
Laune an jmdm. auslassen: immer wieder grunzte er ihn an.
Angst [anst). die; -. Ängste [EQSta; mhd. angest, ahd. angust):
undeutliches Gefühl der Beklemmung, des Bedrohtseins, des
Ausgeliefertseins /verbunden mit bestimmten körperlichen
Reaktionen/: eine wachsende, würgende, bodenlose A.
befällt, quält jmdn.; A. um. vor jmdm., etw. haben, er hat
138
anhängen
A. (er fürchtet sich); er hat A.. daß ... (er befürchtet,
daß...) /Ängste erleiden; Jmdm. durch, mit etw. A. einjagen;
jmdn. in A. [u. Schrecken] versetzen; in großer A.; vor
[lauter] A.; in tausend Ängsten schweben (in starker Unruhe,
Sorge sein); R mehr A. als Vaterlandsliebe haben (scherzh.;
sehr ängstlich, furchtsam sein); *es mit der A. [zu tun]
bekotnmen/kriegen (plötzlich ängstlich werden, in Panik
geraten); <in den folgenden Wendungen als Subst. verblaßt
u. deshalb klein geschrieben:) jmdm. ist, wird [es] angst
[und bange] (jmd. hat, bekommt Angst); imdm. angst [und
bonge] machen (jmdn. in A. versetzen): die Ausweglosigkeit
hat ihr a. gemacht.
Qngst-, Angst-: Mursdi, der (derb): ängstlicher Mensch,
Feigling; -bebend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): vor Angst
zitternd; erfüllt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): von
Angst erfüllt, voll'er] Angst, bang: ein -es Gesicht; -gefUhl,
das: Anflug von Angst, Bangigkeit; HKgner, der (Sport,
ugs.): Gegner, der einem nicht liegt, den man fürchtet;
-gepeinigt: svw. t-gequält; -gepeitscht <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (geh.): von großer Angst befallen; -gequält <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.): von Angst gequält\ an großer Angst
leidend; -gesdirel, das: a) vor Angst ausgestoßene Schreie;
b) (Jagdw.) Geschrei des vom Bock getriebenen weiblichen
Rehwildes; -hase, der (ugs.): ängstlicher Mensch, Feigling;
-kauf, der (ugs.): Hamsterkauf aus Angst vor
Warenmangel; -kiausel, die (Jur. veraltet): Vorbehaltsklausel; -buk
der: (bei Tieren) in der Angst ausgestoßener spezifischer
Laut; -lust. die; - (Psych.): mit Angst verbundenes Gefühl
der Lust, z. B. bei risikoreichen Sportarten wie Skilaufen,
Klettern, aber auch bei Masochismus o.a.; -macher, der
(ugs.): )md.. der Angst erweckt od. schürt; -meier, der
(salopp): svw. t-hase; -neurose, die (Med., Psych.): auf
seelischen Gleichgewichtsstörungen beruhende Angstgefühle,
-Vorstellungen; -parole, die <meist PI.) (ugs. abwertend):
sich auf politische, wirtschaftliche Entwicklungen beziehende
Äußerung, die Angst, Besorgnis verbreiten soll; -psychoäe,
die (Med., Psych.): durch Angst verursachte Psychose; Mißh-
re, die [1848 in Wien geprägt, als die aufständischen
Studenten statt der Kalabreser wieder bürgerliche Zylinder
aufsetzten] (ugs. scherzh.): Zylinder; -ruf, der: vgl.
t^schrei; -schrei, der: vor Angst ausgestoßener Schrei;
-schweiß, der: Schweiß, der jmdm. in einer angstauslösenden
Situation ausbricht; -tratan, der: mit Ängsten verbundener
Traum, Alptraum; -verzerrt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
von Angst verzerrt: mit -em Gesicht; sein Gesicht war
a.; ^voll <Adj.; o. Steig.): ängstlich, furchtsam: in -er
Ungewißheit; er sah mich a. an; -Vorstellungen <P1.): nur in
der Vorstellung bestehende Gefühle der Angst; -zitternd
vgl. -bebend; -zustand, der: durch Angst verursachter kör-
perlich-seelischer Zustand; Panik: Angstzustände haben,
bekommen, kriegen (übertriebene, leicht hysterische Angst
haben, bekommen).
ängstenfenstn]. sich <sw. V.; hat) (veraltet): svw. t ängstigen
(2): der Nachteil, der ihn am meisten ängstet (Frisch.
Gantenbein 65); Ängstigen ['enstign] <sw. V.; hat): 1. in
Angst, Sorge, Unruhe versetzen; jmcbn. Angst einjagen: ein
unheimlicher Traum ängstigte ihn. 2. <ä. + sich) Angst
haben vor jmdm., etw.Ium jmdn., etw.: sich Sorgen machen
um jmdn., etw.: ich ängstige mich vor der Zukunft; die
Mutter ängstigte sich um ihr Kind, dazu: ^ngstigung, die;
-. -en; ängstlich ['eqstlic] <AdJ.): 1. a) voller Angst,
verängstigt, besorgt: ein -es Gesicht machen; sich ä. umdrehen;
b) scheu, verschüchtert, zag, unsicher: ein -er Typ; er wirkte
ein wenig ä.; Zart und verspielt, ä. und kränkelnd lebt
Karl... in seiner eigenen Welt (Jens. Mann 149). 2. (nicht
präd.) peinlich, sorgfältig: ein ä. gehütetes Geheimnis; mit
-er Genauigkeit; <Abl.:) Ängstlichkeit, die; -.
Anarträm foostrer.m, 'an...], das; -[s]. - [nach dem schwed.
Physiker A. Y. Ängström 0814-1874)]: Einheit der Licht-
u. Röntgenwellenlänge (1A = W',um); Abk.: Ä; <Zus.:>
AüBStrikneinheit« die: svw. t Ängström.
yngucken <sw. V.; hat) (ugs.): 1. 1 in bestimmter Weise]
ansehen: Jmdn. komisch, neugierig, starr a.; sie guckten
sich, einander an u. lachten. 2. prüfend ansehen, eingehend
betrachten: guck dir das an!; wir wollen [uns] einmal die
Karte a.
angufaur [angu'la:$] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) Hat. angularis
= winklig, eckig]: zu einem Winkel gehörend.
fngurten <sw. V.; hat): mit einem Sicherheitsgurt auf dem
Sitz eines Autos, Flugzeugs festschnallen: den Beifahrer a.:
es ist Vorschrift, sich anzugurten; Angegurtet wäre fast
keinem dieser Menschen etwas passiert (MM 31. 8. 1973.
36).
Anguß, der; Angusses. Angüsse: 1. (Fertigungst.) je nach
Bedarf verschiedenartiges Teil des Spritzgußwerkzeugs für
die Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe: ein
punktförmiger, kegelförmiger A. 2. (Druckw.) (beim
Gießen von Druckplatten) überschüssiges Blei, das entfernt
wird. 3. (Keramik) a) Auftragen einer weißen od. farbigen
Tonschicht auf keramische Erzeugnisse zur Veredelung der
Oberfläche; b) feine Tonschicht auf keramischen
Erzeugnissen.
fnhaben <unr. V.; hat): 1. (ugs.) ein Kleidungsstück
(ausgenommen Kopfbedeckungen) tragen, mit einem
Kleidungsstück angetan sein (Ggs.: aushaben): ein rotes Kleid, neue
Schuhe, wenig a.; nichts a. (nackt sein). 2. jmcbn., einer
Sache Schaden zufügen, Leid antun <nur im Inf. in
Verbindung mit Modalverben; gewöhnlich verneint): der Sturm
konnte dem Boot nichts a.; er hat dafür gesorgt, daß
niemand ihm etwas a. konnte (daß ihm niemand etwas
am Zeug flicken konnte).
anhaften <sw. V.; hat): 1. an jmdm., etw. haften, kleben:
an dieser Stelle haftet noch etwas Schmutz [an den
Schuhen] an; anhaftende Farbreste. 2. jmdm., einer Sache eigen
sein, zugehören: ein Nachteil, ein Risiko haftet einer Sache
an; eine Art Zärtlichkeit... gegen mich selbst, die meinem
Charakter von jeher anhaftete (Th. Mann. Krull 106).
anhfigem fanhe:gm] <sw. V.; hat) [zu obersächs. Heger
= Sandhügel im Fluß] (veraltet): (von Flüssen, Bächen
usw.) Sand, Schlamm anlagern; Anbägerung, die; -, -en.
tnhlkeln <sw. V.; hat): etw. an etw. häkelnd anfügen: einen
Aufhänger an den Waschlappen a.
fnhaken <sw. V.; hat): I. mit einem Haken an etw. befestigen:
er hakte die Feldflasche am Gürtel an. 2. in einer Liste
durch einen Haken kennzeichnen: Daten, Namen a.
$nhalftern <sw. V.; hat): einem Pferd das Halfter anlegen.
Anhalt, der; -[eis, -e <P1. ungebr.): Anhaltspunkt, Stütze:
einen A. für, zu etw. suchen, finden; keinen A. bieten;
Anhaltelager, das; -s, -: ehemaliges österr. /nternierungsla-
ger; anhalten <st. V.; hat) /vgl. anhaltend/: 1. a) zum Halten,
zum Stillstand bringen, stoppen: das Fahrzeug, den Wagen
a.; von einer Streife angehalten werden; den Schritt a.
(stehenbleiben); den Atem, die Luft a. (zurückhalten);
b) stehenbleiben, zum Stillstand kommen, innehalten: einen
Augenblick, plötzlich a.; das Auto hielt vor dem Haus
an. 2. durch wiederholte Hinweisel zu etw. anleiten,
erziehen: ein Kind zur Sauberkeit a.; den Schüler [dazu] a.,
selbständig zu arbeiten. 3. andauern, fortdauern: das schöne
Wetter, seine gute Laune hält [immer noch, schon einige
Tage] an. 4. (veraltet) die Eltern eines Mädchens um die
Erlaubnis bitten, ihre Tochter heiraten zu dürfen: um ein
Mädchen, um die Hand der Tochter a. 5. an jmdn., etw.
halten, anlegen: das Lineal a.; ich hielt mir den Rock
[zur Probe] an. 6. <a. + sich) sich /an etw.} festhalten,
sich stützen: du mußt dich am Geländer, an deinem Freund
a.; <1. Part, zu 3:) anhaltend [anhaltnt]: unaufhörlich,
ununterbrochen, permanent, ausdauernd: -er Regen; a. husten;
<Abl. zu 1 a:> Anhalter, der; -s. -: jmd., der fremde Autos
anhält, um sich von ihnen mitnehmen zu lassen; * per Anhalter
reisen, fahren (ugs.; in einem fremden angehaltenen Fahrzeug
mitfahren; trampen): Anhalterin, die; -. -nen: w. Form
zu t Anhalter; ^nhalteweg, der; -[eis, -e <P1. ungebr.) (Ver-
kehrsw.): (bei einem Bremsvorgang) Strecke, die ein
Fahrzeug zurücklegt, bis es zum Stillstand kommt; Reaktionsweg
u. Bremsweg; Anhaltspunkt, der; -[e]s. -e: Stütze für eine
Annahme, Hinweis: einen A. geben, suchen, finden; es
bieten sich keine neuen -e Tür seine Schuld.
an H«nd. (jetzt häufig:) anhand <Präp. mit Gen.): THand.
Anhang, der; -[eis, Anhänge: 1. Nachtrag: der A. zu dem
Vertrag; im A. des Buches befinden sich die Anmerkungen.
2. a) Anhängerschaft, Freundes-, Bekanntenkreis: diese
Bewegung hat keinen großen A.; der Minister und sein A.;
b) Verwandtschaft, Angehörige: Witwe ohne A.; er hatte
keinen A.
Anhänge-: -adresse, die: kleines Schildchen mit Namen u.
Adresse zur Befestigung an Gepäckstücken; -schiM, das:
svw. f -adresse; -schloß, das: svw. t Vorhängeschloß;
-Vorrichtung, die (Kfz.-W.): Vorrichtung, die einen Anhänger
mit einem Wagen verbindet, Kupplung.
anhangen (älter mundartl.): svw. t 'anhängen; 'anhängen <st.
139
anhängen
V.; hat) (geh.): 1. mit jmdm.. einer Sache verknüpft sein,
jmdm.. einer Sache anhaften: das Gefühl der Schuld wird
ihm immer a.; Schwierigkeiten hängen jeder Reform an.
2. sich jmdm.. einer Sache verschrieben haben, sich zugehörig
fühlen: einer Sekte, der neuen Mode a.; weil er dem
Glauben anhing. Zwiebeln seien gut zur Beflügelung des Geistes
(Lenz. Suleyken 123); Vdneen <sw. V.; hat) [4 a: nach
dem ma. Rechtsbrauch, bestimmte Missetäter mit einem
angehängten Kennzeichen der Öffentlichkeit auszusetzen]:
1. a) etw. an etw. hängen: ein Schildchen, den Mantel
a.; [den Hörer] a. (veraltet; den Telefonhörer an den Haken
des Apparates hängen): b) ein Fahrzeug mit einem anderen
verbinden, es ankuppeln: einen Schlafwagen [an den Zug]
a.; den Wohnwagen a. 2. <a. + sich) a) sich an etw.
hängen, an etw. festhalten: Auf dem Weg zur Schule laufen
sie manchmal einem Wagen nach und hängen sich an
(Trenker, Helden 154); b) (ugs.) sich jmdm. beim Laufen,
Fahren usw. unmittelbar anschließen: ich hängte mich an
meinen Vordermann, an die Autoschlange an. 3. an etw.
anschließen, anfügen: ein Nachwort a.; an die Tagung noch
5 Tage Urlaub a.; dem Vortrag eine Diskussion a. 4.
(ugs. abwertend) %)jmdm. etw. ' ÜblesJ zuschreiben,
aufbürden, in die Schuhe schieben: jmdm. einen Betrug, einen
Diebstahl a.; b) jmdm. etw. Unbrauchbares, Schlechtes!
verkaufen, andrehen: Jmdm. eine ganze Lieferung schlechter
Waren a.; Ü Jemand kann ... ein Weib durchlöchern,
das ihm die Syphilis angehängt hat (Kirst. 08/15. 204);
Anhänger, der; -s. -: 1. jmd., der einer Person od. einer
Richtung anhängt: Schüler. Jünger, Gefolgsmann: ein
leidenschaftlicher, glühender, überzeugter A.; ein A. des
Rechtsstaates, der Todesstrafe. 2. angehängter Wagen ohne
eigene Antriebskraft: der dreiachsige A. eines
Lastkraftwagens; die Straßenbahn hat einen A. 3. Schmuckstück, das
an einer Kette getragen wird: ein wertvoller A.; sie trug
einen A. aus Rosenquarz. 4. Namen-. Adressen- od.
Nummernschildchen, das an einem Gepäckstück befestigt wird:
einen A ausfüllen, am Koffer befestigen. S. (landsch.)
Aufhänger an Kleidungs- u. Wäschestücken: der A. des
Mantels, des Handtuchs ist abgerissen; Anhängerlore, die;
-. -n: Lore einer Feldbahn, die mit anderen
zusammengekoppelt werden kann: Anhängerschaft, die; -: Gesamtheit der
Anhänger (1): seine A. vergrößert sich ständig; die gesamte
A. (für eine Aktion] mobilisieren: Anhängerzahl, die; -.
-en: Zahl der Anhänger (1); anhängig (jur.) in den Fügungen
u. Verbindungen -es Verfahren (schwebendes Verfahren):
etw. ist a. (steht bei Gericht zur Entscheidung an): etwas
a. machen (vor Gericht bringen), dazu: Anhängigkeit, die;
-; anhänglich [anhenli?] <Adj.; nicht adv.>: an jmdm. sehr
hängend, treu: eine -e Art; der Hund ist sehr a.; <Abl.:>
Anhänglichkeit, die; - aus [alter] A.: Tiere können große
Ä. entwickeln; Anhängsel fanheozl]. das; -s. -: 1. kleines
Schmuck- od. Erinnerungsstück, das man an einer Kette
0. ä. tragen kann: eine goldene Uhrkette mit vielen
zierlichen -n. 2. als minderwertig, überflüssig betrachtete
Begleiterscheinung von etw.: War der Patient nur eine
Nummer hier, lästiges A. eines Krankenscheins? (Koeppen.
Rußland 157); anhangsweise <Adv.>: als Anhang, in Form
eines Anhangs: die anschließende Diskussion erscheint a.
Anhauch, der; -[eis (geh.): /gegen jmdn.. etw. gerichteter!
Hauch: mein A. läßt die Eisblumen langsam schmelzen;
dem Pygmalion gleich, der sein Marmorgeschöpf durch
schöpferisch-liebenden A. zum Leben bringt (K. Mann.
Wendepunkt 121); Ü ein A. des Unheimlichen; anhauchen
<sw. V.; hat): l.jmdn. /im GesichtJ, etw. mit seinem Atem
berühren, gegen jmdn.. etw. hauchen: einen Spiegel, die
Brille [zum Reinigen] a.; du hast dir die Hände angehaucht;
sie war rosig angehaucht. 2. (salopp) jmdn. heftig anfahren,
zurechtweisen, tadeln: der Chef hat ihn ordentlich
angehaucht.
tnhauen <unr. V.; hieb/(ugs.:) haute an. hat angehauen):
1. mit einem Werkzeug zu schlagen, zu hauen beginnen:
er hieb mit der Axt den Baum an. 2. (salopp) jmdn.
plumpvertraulich ansprechen um von ihm etw. zu erbitten od.
zu erreichen j: ich haute ihn um 50 Mark an; sein Sport
war es. Mädchen anzuhauen.
tnhäufetn <sw. V.; hat) (Landw.. Gartenbau): zum besseren
Gedeihen bes. junger Pflanzen die Erde um sie herum lockern
u. aufhäufen: der Häufelpflug häufelt zwei Pflanzenreihen
auf je einer Seite an; anhäufen <sw. V.; hat): a)
zusammentragen, sammeln u. aufbewahren, aufspeichern: Geld.
Vorräte, Reichtümer a.; b) <a. + sich) sich an]sammeln, auf-
laufen: die Arbeit häuft sich immermehran; (Abi.:)
Anhäufung, die; -. -en.
'fnheben <st. V.; hat): 1. ein wenig in die Höhe heben,
hochheben: einen Schrank, den Teppich a.; Herr Schatzhau-
ser ... hatte sein Glas angehoben und trank (Schnurre,
Bart 113). TL erhöhen, steigern, heraufsetzen: Löhne.
Gebühren, die Preise a.; die Mehrwertsteuer von 10 auf 11
Prozent a.; <Abl. zu 2:) Anhebung* die; -. -en; V*eben
<st. V.. hob (veralt.:) hub an. hat angehoben) (geh.): 1.
a) mit einer Tätigkeit o. ä. heginnen: zu sprechen, zu singen
a.; Glocken hüben zu läuten an (Seidel. Sterne 64); Meine
Herren Geschworenen (hub er im Gesprächstone an ...)
(Maass. GoufTC 296); 2. beginnen, anfangen, seinen Anfang
nehmen: der Gesang hob an.
fnheften <sw. V.; hat): mit großen Stichen, mit Nadeln.
Heftklammern u. a. an etw. heften, [lose] an etw. befestigen:
den Saum a.; mit Reißnägeln ein Schild a.; ich heftete
einen Zettel an die / an der Tür an; Jmdm. einen Orden
a.; ich heftete mir die Schleife an; <Abl.:> i^nheftung, die;
-. -en.
fnheilen <sw. V.; ist): in einem Heilungsprozeß wieder
anwachsen: die Haut ist völlig angeheilt.
anheiro- [an'hqjm-]: -Wien <st. V.; ist) (geh.): einer Sache
zufallen, zum Opfer fallen: der Vergessenheit a. (vergessen
werden): der Zerstörung, einem Betrug a.; -geben <st.
V.; hat) (geh.): a) anvertrauen, übergeben: das Kind wird
der Obhut der Schwester anheimgegeben; Ü Beim Souper
... fand ich mich, placiert zwischen einem ...
Fregattenkapitän und einem ... Weinexporteur ... einigermaßen dem
Ennui anheimgegeben (Th. Mann. Krull 375); b) <a. +
sich) sich hingeben: sich dem leichten Schaukeln des Bootes
a.; ^steilen (geh.): jmdm. etw. überlassen, etw. in jmds.
Ermessen stellen: ich stelle das Ihnen. Ihrem Belieben an-
heim; diese Angelegenheit wollen wir Gott a.; Ü ich stellte
mich dem Schicksal anheim (Rinser. Mitte 211).
anheimeln ['anhqjmln] <sw. V.; hat) \jxx\\\ean\: jmdn.
behaglich, vertraut anmuten: das Zimmer heimelte ihn auf den
ersten Blick an; <1. Part.:) ^nheinelnd: vertraut, behaglich
wirkend, heimelig: eine -e Atmosphäre, die Gartenlaube
ist a.; das Haus blickte ihm a. entgegen.
anheiraten: t angeheiratet.
anheischig ['anhajj^; mhd. antheizec = verpflichtet] nur
in der Verbindung sich a. machen (geh.; sich erbieten:
sich verpflichten [für die Lösung eines schwierigen
Sachverhalts/: ich machte mich a.. die Teilung des Erbes
durchzusetzen.
anheizen <sw. V.; hat): 1. ein Feuer entfachen, zu heizen
beginnen: wir müssen jeden Tag von neuem a.; den Ofen
a. 2. (ugs.) steigern, größer, heftiger u.a. werden lassen;
schüren: die Stimmung, einen Applaus, die Inflation, den
Konsum a.; wenn ... von selten des Herrn
Bundeswirtschaftsministers die Lohndebatte ... kräftig angeheizt wird
(Bundestag 189. 1968, 10257).
tnherradKfi <sw. V.; hat) (geh.): in herrischem, heftigem
Ton zurechtweisen: Jmdn. grob, barsch, wütend a.
tnhetzen: t angehetzt.
anheuern <sw. V.; hat) (Ggs.: abheuern): 1. a) (See-
mannsspr.) auf einem Schiff in Dienst stellen, zum
Schiffsdienst anwerben: Matrosen, einen SchifTskoch a.; sich bei
der Hochseefischerei a. lassen; b) (Seemannsspr.) in den
Schiffsdienst treten: er heuerte als Junge auf einem Schiff
nach Venezuela an; 2. (ugs.) anwerben: für eine deftige
Liebesszene... heuerte Regisseur Olden ein britisches
Starlet an (Spiegel 6. 1966. 92).
fnheulen <sw. V.; hat): 1. sich mit Geheul gegen jmdn..
etw. wenden: der Hund heult den Mond an. 2. <2. Part.
+ kommen) mit einem (infolge der hohen Geschwindigkeit)
heulenden Ton herankommen: der Rennwagen kam
angeheult.
anhexen <sw. V.; hat): 1. durch Hexerei anhängen: man
sagt von ihr. sie hexe den Leuten Krankheiten an; Ü
das Moderieren wurde ihm angehext (ugs.; ganz schnell
beigebracht). 2. (Schneiderei) mit Hexenstich ein Stoffteil
an einem anderen befestigen: den Saum hat sie angehext.
Anhieb nur in der Verbindung auf [den ersten] A. (ugs.;
beim ersten Versuch, sofort, gleich zu Beginn): auf [den
ersten] A. etw. bewirken, erreichen können; alles klappte
auf A.
Anhfiramelei [anhima'l^j]. die; -. -en (ugs. abwertend): häufi-
140
ankämpfen
ges od. langes Anhimmeln; frihimmein <sw. V.; hat) (ugs.):
a) schwärmerisch ansehen: sie himmelte ihn den ganzen
Abend an; b) schwärmerisch verehren, anschwärmen: einen
Filmstar, einen Schlagersänger a.; <Abl.:) Anhhnmehmg,
(seltener:) Anhimmlung, die; -. -en.
qnhk\ <Adv.) (Schweiz.): am nächsten* kommenden ...
(nachgestellt): am 1. Oktober a.; bis a. (veraltend; bis jetzt):
eingehend unterhielt er sich mit der Bäuerin über den
bis a. eingeschlagenen Weg (Nigg. Wiederkehr 162).
fnhoeken <sw. V.; hat): a) (Turnen) die Beine so an den
Körper ziehen, daß die Hockstellung erreicht wird: aus dem
Liegestütz vorlings a. [in den Hockstand]; b) (Ski) leichte
Hockstellung einnehmen: so wird auch diese Vertiefung
dank der angehockten Vorlage des Körpers überwunden
(Gast. Bretter 38).
Anhöhe, die; -. -n: mäßig hohe Erhebung im Gelände: felsige
-n; auf einer A. stehen, liegen; am Fußte) einer A.
tnholen: svw. tan brassen.
fnhören <sw. V.; hat): 1. a) jmdm.. jmds. mündlich
vorgebrachten Anliegen. Sorgen. Vorstellungen seine /
wohlwollende, geneigte] Aufmerksamkeit zuwenden, zuhören. Gehör
schenken: Jmds. Beschwerden. Klagen a.; ich hörte mir
die Pläne meines Freundes geduldig an; b) bewußt u. mit
Aufmerksamkeit hören, verfolgen: ein Konzert, eine
Debatte, ein paar Platten a.; heute abend höre ich mir [im
Radio] ein Hörspiel an. 2. etw. unbeabsichtigt, unfreiwillig
hören, mithören: ein Gespräch am Nachbartisch [mit] a.;
ich kann das nicht mehr mit a. (es regt mich auf. wird
mir lästig o.a.). 3. jmdm. an der Stimme, an den Äußerungen
oder deren Art etw. anmerken: man hörte ihr die
Verzweiflung an; eine Spur von Tadel ist dem Satz anzuhören.
4. <a. + sich) durch einen typischen Klang, ein typisches
Geräusch einen bestimmten Eindruck vermitteln: das hört
sich aber häßlich, nach Zank an; es hörte sich an. als
ob sie stritten; begann seine Stimme laut zu schnarren
und hörte sich wie eine Raspel an (Ott. Haie 353); <Zus.:>
i^nMrtennin, der: Zeitpunkt, der für eine Anhörung, ein
Hearing festgesetzt wird: einen A. festlegen; morgen ist
A. in Sachen Hochschulordnung; <Abl.:) Anhörung« die;
-. -en: svw. t Hearing, dazu: Anhörungsveriahren,
Anhörverfahren« das: Verfahren einer Anhörung, eines Hearings: ein
A. vorbereiten, einleiten.
anhosen [*anho:zn] sich. <sw. V.; hat) (obersächs.) [zu T Hose]
(landsch.): sich / ungewöhnlich J anziehen: der hat sich aber
seltsam angehost!
fnhupen <sw. V.; hat): jmdm. mit der Hupe ein Signal geben:
einen unvorsichtigen Fußgänger a.; er hupte den langsam
fahrenden Wagen vor ihm ungeduldig an.
anhusten <sw. V.; hat): 1. jmdm. ins Gesicht husten: huste
mich bitte nicht an! 2. (salopp) jmdn. heftig anfahren,
zurechtweisen, tadeln: er plustert sich auf wie ein Kapaun;
aber hust ihn mal an. und er fällt um wie ein hohler
Zuckerhut (Fr. Wolf, Zwei 13).
Anhydrid [anhydri.t], das; -s. -e [...i:da; zu griech. änydros
= wasserlos] (Chemie): Verbindung, die durch
Wasserentzug entstanden ist; Anhydrit [anhy'dri:t, auch: ...nt] das;
-s, -e: wasserfreier Gips.
Äntonm [e'nigma; lat. aenigma < griech. ainigma]. das;
-s. -ta u. ...men (bildungsspr.): Rätsel; finJgmatisch
[emgma.tij] <Adj.) (bildungsspr.): rätselhaft; Inigmatisie»
ren [emgmati'zi.Tdn] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): in
Rätseln sprechen.
Anilin [anili:n], das; -s [zu frz. anil = Indigopflanze <
port. anil < arab. an-nll < sanskr. nili. zu: nila =
dunkelblau; wurde 1826 aus Indigo dargestellt] (Chemie):
einfaches Amin der aromatischen Verbindungen.
Ausgangsprodukt für zahlreiche Arzneimittel. Färb- u. Kunststoffe.
Anilin-: -druck, der <o. PI.) (Druckw.; veraltet):
Hochdruckverfahren, bei dem die Druckform aus Gummi od. Kunststoff
besteht; -färben <P1.) (veraltet): svw. tTeerfarben.
Anima ['a:nima]. die; -. -s [lat. anima. eigtl. = Lufthauch.
Atem]: 1. (Philos.) Seele. 2. <o. PI.) (Psych.) das Seelenbild
der Frau im Unbewußten des Mannes (nach C. G. Jung;
Ggs.: Animus 1). 3. der aus unedlem Metall bestehende
Kern einer mit Edelmetall überzogenen Münze.
animalisch [ani'ma:lij] <AdJ) [zu lat. animal =* Tier]: a)
vom Tier stammend, tierisch: -er Dünger; b) tierhaft, ur-
wüchsig-kreatürlich: -e Wärme ausstrahlen; c) triebhaft:
bestialisch: das bereitet ihm ein geradezu -es Vergnügen;
-er Haß.
Animateur [anima'to:^]. der; -s. -e [zu fanimieren]: jmd..
der von einem Reiseunternehmen o. ä. angestellt ist zu dem
Zweck, den Gästen durch Veranstaltung von Spielen. Sport
o. ä.. Möglichkeiten für die Gestaltung ihres Urlaubs
anzubieten: Showmaster und .Animateure44 sollen den
Besuchern (= des Freizeitzentrums) beim Fitness-Programm
helfen (MM 12. 4. 73. 14).
Animation [anima*t?io:n]. die; -. -en [lat. animätio = das
Beleben] (Film): Verfahren, das unbelebten Objekten im
Trickfilm Bewegung verleiht: partielle A. ( Teile der
gezeichneten Figuren bleiben unbewegt); <Zus.:> Animationsfilm,
der: Animations- und Trickfilme; animativ [anima'ti:f;
engl, animative] <Adj.) (bildungsspr.): belebend, beseelend,
anregend; animato [ani'ma:to] <Adv.) [ital. animato <
lat. animätus = beseelt] (Musik): lebhaft, belebt, beseelt;
Animator [ani'ma:tor, auch: ...to:g]. der; -s. -en [...ma'toTan;
lat. animätor = Beieber] (Film): Trickzeichner: Bosustow.
ein gebürtiger Kanadier, hatte sieben Jahre als A. in Disneys
Betrieb gearbeitet (Gregor-Patalas. Film 223).
Anknkr-: Mlame, die: in Bars u. Lokalen angestellte Frau,
die die Gäste zum Trinken anregen soll; -kneipe, die: vgl.
t-lokal; -lokal, das: Nachtlokal, in dem die Gäste von
Animierdamen zum Trinken angeregt werden; -mädchen,
das: vgl. t-dame.
animieren [ani'miiren] <sw. V.; hat) [frz. animer < lat.
animäre = beseelen]: 1. anregen, ermuntern, inspirieren;
in Stimmung versetzen, bei jmdm. Lust zu etw. wecken:
Jmdn. zum Trinken, zu einem neuen Vorhaben a.; Es
waren festlich animierte Tage (= anläßlich der
Nobelpreisverleihung; K. Mann. Wendepunkt 192). 2. (Film) aus
einer Folge einzelner, den Bewegungsablauf wiedergebender
Bilder einen Film drehen; <Abl. zu 1:) Anknkrang, die;
-. -en.
Animiamus [ani'mismus]. der; - [zu lat. anima = Seele]:
l.(Völkcik.) Glaube an seelische Mächte (Geister):
primitiver A. 2. (Psych.) Theorie innerhalb des Okkultismus, die
parapsychologische Erscheinungen auf die Einwirkung
lebender Personen zurückführt (Ggs.: Spiritualismus). 3. (Med.)
Lehre von der unsterblichen Seele als oberstem Prinzip des
Organismus; Animo ['a:nimo]. das; -s [ital. animo < lat.
animus. t Animus] (österr.): a) Schwung, Lust: mit A. bei
der Sache sein; b) Vorliebe: er hat ein A. flir gutes Essen;
animos [animo:s] <Adj.; -er. -este) [lat. animösus; eigtl.
= hitzig, leidenschaftlich]: 1. feindselig. 2. (veraltet)
aufgeregt, gereizt, aufgebracht, erbittert; Ananositftt [animo-
zft£:t], die; -, -en [lat. animösitäs]: a) <o. PI.) feindselige
Einstellung: eine A. gegen einige Parteigegner; b) feindselige
Äußerung: in der Zeitung standen ein paar -en gegen den
Kandidaten; Animus[a:nimusl,der;- [lat.animus = Seele.
Empfindung. Neigung]: 1. (Psych.) das Seelenbild des
Mannes im Unbewußten der Frau (nach C. G. Jung; Ggs.:
Anima 2). 2. (ugs. scherzh.) Ahnung [die einer Aussage
od. Entscheidung zugrunde gelegen hat u. die durch die
Tatsachen bestätigt u. als eine Art innerer Eingebung
angesehen wird]: mein A. hat mich den rechten Weg geführt;
ich habe da so einen A.
Ankm ['anio:n]( das; -s, -en [a'njo:ndn; zu tana... u. f Ion]:
negativ geladenes elektrisches Teilchen (Ggs.: Ion); <Abl.:)
anton»ch <Adj.; o. Steig.).
Anis [a'niis; auch, österr. nun *a:nis]. der;-[es]. -e [lat. anisum
< griech. änison. änes(s)on. änethon = Dill]: a) am östl.
Mittelmeer beheimatete Gewürz- u. Heilpflanze mit kleinen
weißen Doldenblüten; b) getrocknete Früchte des Anis (a).
Anis-: ^booen, der (meist PL) (österr.): feines, mit Anis
bestreutes Gebäck in gebogener Form; ^brot, das: mit Anis
gewürzte Brotart; ^likör, der: svw. tAnisette; ^4H, das:
aus den Früchten des Anis gewonnenes öl zur Herstellung
von Medikamenten u. Gewürz; MPÜtzchcn, das (meist PI.):
Feingebäck mit Anisgeschmack; ~scharte, die (meist PL)
(österr.): svw. t Anisbogen; -schnaps* der: Schnaps mit
Anisgeschmack.
Anbette [ani'zet]. der; -s. -s [frz. anisette. zu: anis. t Anis]:
süßer, dickflüssiger Gewürzlikör aus Anis (b). Koriander.
Fenchel u. a.
fnkftmpfen <sw. V.; hat): gegen jmdn.. etw. kämpfen,
vorgehen. Widerstand leisten: gegen den Sturm, gegen die Wellen
a.; Ü gegen den Schlaf, die Inflation a.; gegen diese Unsitte
müssen wir a.; einen Sumpf, in dem der Mensch versinkt,
wenn er nicht mit einem Löwenmut dagegen ankämpft
(Nigg. Wiederkehr 75).
141
ankarren
tnkairen <sw. V.; hat) (ugs.): eine größere Ladung anfahren:
Kartoffeln. Fässer a.; «nkarriolen <sw. V.; ist) (ugs.):
angefahren kommen: Schlächterwagen karriolen an in
schlankem Galopp (Döblin. Berlin 118).
Ankathete, die; -. -n: im rechtwinkligen Dreieck die einem
Winkel als dessen Schenkel anliegende Kathete.
Ankauf, der; -[e]s. Ankäufe: Kauf. Erwerb eines
Wertobjektes, Kauf in einer größeren Menge: der A. von
Wertpapieren. Altgold. Grundstücken; einen A. tätigen; ankaufen
<sw. V.; hat): 1. Wertobjekte, größere Mengen von etw.
kaufen, anschaffen: Aktien. Getreide a.; die Galerie wird
mehrere neue Gemälde a. 2. <a. + sich) ein Grundstück,
ein Haus, eine Wohnung kaufen, um dort zu leben (mit
Raumangabe): Geyer habe sich in einem kleinen Ort an
der südfranzösischen Küste angekauft (Feuchtwanger.
Erfolg 791); <Abl.:) Ankäufer, der; -s. -: Käufer, Abnehmer:
Ankaufsetat, der; -s. -s: für eine bestimmte Frist festgesetzter
Geldbetrag, der für Ankäufe ausgegeben werden kann: der
A. des Landesmuseums; Ankaufsredit, das; -[eis. -e (Jur.).
Anke fanka]. die; -. -n [mhd. anko. ahd. ancha = Genick.
Biegung]: 1. (Metallbearb.) Presse zum Heraustreiben
halbkugeliger Erhebungen aus Blechen, VertiefstempeL 2.
(landsch.) Nacken. Genick.
ankehrig ['anke.n^l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu ankehren
= zur Hand nehmen] (Schweiz.): anstellig, geschickt.
ankeifen <sw. V.; hat): mit keifender Stimme zurechtweisen:
die Alte keifte die Kinder an.
anken [ anknj <sw. V.; hat; (Schweiz, mundartl.): buttern:
Anken [-]. der; -s [mhd. anke, ahd. anko] (Schweiz,
mundartl.): Butter.
'Anker fankB], der; -s. - [mlat. anc(h)eria = kleine Tonne]:
früheres Flüssigkeitsmaß (etwa 34 bis 391).
2Anker [-]. der; -s, - [mhd.. spätahd. anker < lat. ancora
< griech. ägkyral: I. (Seew.) schwerer eiserner, an einer
Kette od. einem Tau befestigter Doppelhaken, der vom Schiff
auf den Grund eines Gewässers hinabgelassen wird u. dadurch
das Schiff an seinem Platz festhält: den A. auswerfen,
hieven (Seemannsspr.; hochziehen), lichten (Seemannsspr.;
einholen)', Ü sein Glaube diente ihm als A. (Halt, Stütze):
*sidi vor A. legen (den A. auswerfen): vor A. Metten/treiben
(mit dem A. am Grund festgemacht sein): A. werfen /
vor A. sehen (1. den Anker auswerfen. 2. (ugs.) an einer
Stelle, beijmdm. Rast machen, sich niederlassen). 2. (Uhr-
macherei) ankerförmiges bewegliches Teil der mechanischen
Steuerung der Uhr. 3. (Bauw.) Eisenhaken zur Befestigung
von Mauerwerk, Balken o. ä. 4. (Elektrot.) beweglicher Teil
eines elektromagnetischen Geräts, der von einem Magneten
angezogen wird.
Anker-: -boje, die: Boje, die auf der Wasseroberfläche die
Lage des Ankers anzeigt: -gebühr, die (Seew.): Gebühr
für das Ankern in einem Hafen, Hafengeld: -ge9diirr. das
(Seew.): die Gesamtheit der zum Ankern nötigen Geräte:
-gnmd. der (Seew.): Bodenbeschaffenheit in bezug auf die
Möglichkeiten, ein Schiff zu verankern: -hemnwig. die
(Uhrmacherei): mit Hilfe eines 2Ankers (2) funktionierende
Hemmvorrichtung an Uhren: -kette, die (Seew.): schwere,
bes. bruchfeste Kette als Verbindung zwischen Schiff u.
Anker: -klüse. die (Seew.): Öffnung in der Bordwand zur
Führung der Ankerkette: -kreuz, das (Kunstwiss): Kreuz
mit ankerförmig auslaufenden Balken: -mast, der (Luftf.):
[stählerner] Gittermast auf Flughäfen zur Befestigung von
Luftschiffen: -platz, der (Seew.): Stelle zum Ankern: -splll,
das: svw. t -winde; -tau, das (Seew.): Tau. das einen
leichteren Anker mit dem Schiff verbindet: -uhr, die
(Uhrmacherei): UhrmitAnkerhemtnung:^^kke\ti9d\t'.-,-cn: Werkstatt,
in der Elektromotoren repariert werden: -Wicklung, die
(Elektrot.) Umwicklung eines Ankers (3) mit Leitungsdraht:
^winde.dieiSoew.): Vorrichtung zum Hochziehendes Ankers.
ankern fanktm] <sw. V.; hat): a) den Anker auswerfen,
vor Anker gehen: das Schiff ankert immer im südlichen
Teil des Hafens; b) vor Anker liegen: das Schiff ankert
hier schon einen Monat; wir ankern in der Bucht
stundenlang (Frisch. Gantenbein 438).
tnketteln <sw. V.; hat) (Textilw.): ein Maschengewebe
maschengerecht mit einem anderen verbinden.
anketten <sw. V.; hat): mit einer Kette an etw. festmachen,
an die Kette legen: das Fahrrad an einen/einem Zaun
a.; du mußt den Hund unbedingt a.; die Gefangenen waren
alle angekettet; Ü durch unseren Besuch sind wir zur Zeit
sehr angekettet (ugs.; zeitlich beansprucht, gebunden).
fnkeuchen: fangekeucht.
ynkieken <sw. V.; hat) (nordd. ugs.) svw. tansehen: du
kannst dir das Boot ja mal a.
ankippen, <sw. V.; hat): ein wenig kippen: den Schrank
[etwas] a.
«nkitten <sw. V.; hat): mit Kitt an etw. befestigen: den
Henkel wieder an die Kanne a.
fnkliffcn <sw. V.; hat) (abwertend): wütend, laut anbellen:
der Köter kläffte mich die ganze Zeit an; Ü der Polizist
kläffte ihn an (salopp; fuhr ihn laut u. heftig an).
Anklage, die; -. -n: 1. <o. PI.) a) Klage, Beschuldigung vor
Gericht: die A. lautet auf Totschlag; die A. stützt sich
auf Indizien; A. erheben; eine A. einreichen, zurückziehen;
unter A. stehen; b) Anklagevertretung: die Zeugin der A.;
Plädoyers der A. und der Verteidigung. 2. (geh.) Klage,
Vorwurf, Beschuldigung: massive, flammende -n gegen
Jmdn. vorbringen. Beleidigungen waren ihre Blicke,
versteckte -n. bösartige Vorwürfe (Jaeger. Freudenhaus 310).
i^nklage-: -bank, die <P1. [selten]: -bänke): Bank im Gericht,
die für den Angeklagten bestimmt ist: sie brach auf der
A. zusammen; Ü Nicht Technik, Wissenschaft oder
Automation sind auf die A. zu setzen (Welt 11.8.62. Literatur);
-erhefaung, die: Antrag auf gerichtliche Voruntersuchung
od. Einreichung einer Anklageschrift: -punkt, der: einzelner
Punkt der Anklageschriftj; Schrift, die: vom Staatsanwalt
eingereichte Schrift, die alle Anklagepunkte zusammenfaßt:
^Vertreter, der (Jur.): vom Gericht bestellter Ankläger, meist
Staatsanwalt.
anklagen <sw. V.; hat)/vgl. Angeklagte/: 1. vor Gericht zur
Verantwortung ziehen, beschuldigen, gegen jmdn. Klage
wegen etw. erheben: er wurde angeklagt u. zum Tode
verurteilt; (geh.:) Jmdn. des Hochverrats, des Mordes a.; das
Gericht hat ihn wegen Flugzeugentführung, verbunden
mit Geiselnahme, angeklagt. 2. (geh.) wegen etw.
beschuldigen, für etw. verantwortlich machen: er klagte sich als der/
(seltener:) den Mörder seines Kindes an; der Film klagt
die sozialen Mißstände an; Das ist mir ganz einerlei, ob
dieser oder Jener mich der Selbstgefälligkeit anklagt (Th.
Mann. Krull 18); ein anklagendes Buch; <Abl.:> Ankläger,
der; -s, -: jmd., der vor Gericht die Anklage vertritt: der
öffentliche A.; der A. beschuldigt, bezichtigt Jmdn. einer
Tat. eines Verbrechens, dazu: fnkliBerfech <AdJ.; o. Steig.):
anklagend, vorwurfsvoll: in -em Ton; ihr Blick war a.;
etw. a. vorbringen, ausrufen.
fnkbmmern <sw. V.; hat): 1. mit einer Klammer an etw.
befestigen: Kleidungsstücke an der Wäscheleine a.; eine
Fotokopie an einen / einem Brief a. 2. <a. + sich) sich
krampfhaft festhalten: das Kind klammerte sich ängstlich
an die. an der Mutter an; Ü sich an das Leben, an eine
Hoffnung a.
Anklang, der; -[e]s. Anklänge: 1. Ähnlichkeit. Reminiszenz:
das Theaterstück enthält einen deutlichen A.. viele
Anklänge an Brecht; Anklänge ans Tier-Physiognomische finden
Sie unter Menschen auf Schritt und Tritt (Th. Mann.
Krull 312). 2. * A. finden: (mit Zustimmung. Beifall
aufgenommen werden): der Gedanke des Umweltschutzes findet
zu wenig A. in der Gesellschaft.
anklatschen <sw. V.; hat) (salopp): achtlos, ohne Sorgfalt
ankleben: Plakate a.; das Haar ist angeklatscht (durch
Feuchtigkeit streng, flach anliegend).
fnkleben <sw. V.): 1. mit Klebstoff o.a. festmachen (hat):
ein Plakat [an die / der Wand] a.; Tapeten a.; das nennst
du direkte Aktion: rumgehen, Zettel a. (Döblin. Berlin
298); Jmdm.. sich Wimpern a. 2. an etw. festkleben, haften
Ost): der Teig ist an der Schüssel angeklebt.
ankleckern: fangekleckert.
Ankleide-: -kabine. die: kleiner abgeteilter Raum zum An-
u. Ausziehen od. Sichumziehen: die -n im Schwimmbad,
im Kleidergeschäft; -puppe, die: Puppe aus Kunststoff in
der Größe eines Menschen, die bes. im Schaufenster mit
beliebigen Kleidungsstücken ausgestellt wird: Ü die Neue
in der Klasse ist eine A. (ugs.; ein Mädchen, das mit seinen
Kleidern auffallen will); -räum, der: Raum zum An- u.
Ausziehen od. Sichumziehen, in dem die Kleidung au/bewahrt
wird: Garderobe: -Spiegel, der: Spiegel [im Schlafzimmer]
vor dem man sich ankleidet: -zelle, die: svw. f -kabine;
-zfanmer, das: svw. t -räum.
tnlüeUen <sw. V.; hat) (geh.): Kleidung anziehen: die
Schwester kleidet die Kranke an; sich für den Theaterbesuch
a.; ich bin noch nicht angekleidet; Törleß kleidete sich
142
ankrausen
flüchtig an. nahm seinen Mantel um und schlüpfte in
die Hausschuhe (Musil. Törleß 56); <Abl.:) Ankleider, der;
-s. - (Theater): Angestellter, der den Schauspielern heim
Ankleiden hilft: (Schweiz.:) Garderobier: erster A.; Anklei-
derin, die; -, -nen: w. Form zu t Ankleider.
ankleistern <sw. V.; hat) (salopp): svw. fankleben.
anklingeln <sw. V.; hat) (ugs.): svw. tanrufen (3): er hat
heute sehr früh bei mir angeklingelt; Eines Tages klingelt
dich eine Herrenstimme an (Tucholsky. Zwischen 18).
anklingen <st. V.; hat): a) hier und da mit etw.
übereinstimmen: eine leichte Ähnlichkeit mit etw. haben: Erinnerungen
an etw. wecken: dieses Schauspiel klingt sehr an Brecht
an; ein Verhalten.... das an die entsprechenden
Verhaltensweisen des Menschen anklingt (Lorenz. Verhalten I, 150);
b) andeutungsweise zum Ausdruck kommen: spürbar, hörbar
werden: in ihren Worten klang so etwas wie Wehmut
an; was in der Novelle „Der Professor" schon anklingt
.... wird zum Hauptthema des ..Weißen Tänzers" (Jens.
Mann 117).
anklopfen <sw. V.; hat): 1. (als Zeichen für die Absicht,
einen Raum zu betreten) an die Tür klopfen: leise, vorsichtig,
energisch an die / der Tür a.; er trat ein. ohne [vorher]
anzuklopfen. 2. (ugs.) bei jmdm. vorsichtig um etw. bitten,
wegen etw. fragen: Am Morgen klopften sie bei mir an
um etwas Spiritus für den Kocher (Seghers. Transit 254);
<Abl.:> Anklopfer, der; -s, -: an der Wohnungstür befestigte
Vorrichtung zu/n Anklopfen (1): den A. betätigen; <Zus.:)
i^nklopfring, der: ringförmiger Teil einer Vorrichtung zum
Anklopfend).
anknabbern <sw. V.; hat): an etw. zu knabbern, zu nagen
beginnen: Mäuse knabbern die Nüsse an; die Tiere hatten
im Winter ... die Knospen der jungen Obstbäume
angeknabbert (Molo. Frieden 22); <subst.:) sie sieht zum
Anknabbern aus (ugs.; sieht liebreizend aus): Ü der Staat
muß seine Goldreserven a. (teilweise in Anspruch nehmen).
fnkracken: svw. t anknacksen.
anknacksen <sw. V.; hat) (ugs.): (von etw. Brechbarem)
leicht anbrechen: ich habe mir den Fuß angeknackst; weil
man ihm im Keller des Polizeipräsidiums einige Rippen
angeknackst hatte (Grass. Hundejahre 293); ein
angeknackstes Tischbein; Ü sein Stolz wurde dadurch ziemlich
angeknackst (verletzt): War Ihre Gesundheit arg
angeknackst? (ugs.; sehr angegriffen: Hörzu 25, 1975, 10).
tnkrarrcn <sw. V.; hat): (ugs.): in knarrendem, barschem
Ton zurechtweisen: der Chef knarrte ihn an.
fnknicken <sw. V.; hat): leicht knicken: ein angeknickter
Zweig lag auf der Erde; er (= der alte Mann) war auch
- nicht eigentlich zusammengesunken.... eher angeknickt
(Seghers. Transit 50).
anknipsen <sw. V.; hat) (ugs.): durch Knipsen. Schalterdruck
an-, einschalten (Ggs.: ausknipsen): das Licht, die
Taschenlampe a.
anknöpfen <sw. V.; hat): durch Knöpfen an etw. befestigen
(Ggs.: abknöpfen 1): die Träger an den Rock a.; die Kapuze
kann angeknöpft werden.
fnknoten <sw. V.; hat): durch Knoten mit etw. verbinden:
ein Seil, einen Faden a.
^nknUpfen <sw. V.; hat): 1. durch Knüpfen an etw. befestigen:
eine Schnur, ein Band wieder a.; Fransen an einen Schal
a.; Ü so schien ihm sein bescheidenes Leben angeknüpft
an das große Gewebe der Welt (Wiechert. Jeromin-Kinder
42). 2. (in der Absicht, eine Sache fortzuführen) etw. wieder
aufnehmen, an etw. anschließen: an einen Gedanken, eine
Entwicklung, an alte Traditionen, längst Vergangenes, alte
Bräuche a. 3. (einen Kontakt zu jmdm.) herstellen: eine
Unterhaltung. Beziehungen a.; Andreas streunte schon
einmal gerne, knüpfte Frauenbekanntschaften an (Küpper,
Simplicius 197); <Abl.:> Anknüpfung, die; -. -en; dazu:
Anknüpfimeqwkt, der: Punkt an dem man / im Gespräch]
anknüpfen (3) kann: einen A. suchen; etw. bietet sich als
A. für ein Gespräch [an].
fnknurrcn <sw. V.; hat): 1. knurrende Laute gegen jmdn..
etw. ausstoßen: der Hund knurrte den Vertreter an. 2.
(ugs.) knurrend anfahren: so kann man doch nicht sprechen!
...Sind wir denn hier, uns anzuknurren? (Fr. Wolf.
Menetekel 518).
tnkochen <sw. V.; hat): etw. kurze Zeit kochen: die Spargel
sollen nur kurz angekocht werden; <Zus.:> Ankochstufe,
die: die höchste Wärmestufe beim elektrischen Herd.
fnködern <sw. V.; hat): 1. (Angelsport) am Angelhaken
einen Köder anbringen: Er ... rührte sich nur. um ... den
Fang vom Haken zu nehmen und neu anzuködern (Fussen-
egger. Zeit 28). 2. (Jagdw.) mit Futter Wild anlocken. 3.
jmdn. durch Versprechungen anlocken, zu gewinnen suchen:
man hatte versucht, ihn mit Geld anzuködern.
fnkohlen <sw. V.; hat): 1. (fam.) jmdn. [im ScherzJ belügen:
jmdm. spaßeshalberJ Unwahrheiten erzählen: du kohlst
mich mit deiner Geschichte ja nur an! 2. teilweise verkohlen
<meist im 2. Part.) angekohlte Balken; beim letzten
Waldbrand wurden viele Bäume angekohlt.
ankommen <st. V.; ist): 1. einen Ort erreichen, an einem
Ort eintreffen: ein Brief, ein Päckchen ist angekommen;
pünktlich, völlig unerwartet, [glücklich] in Berlin, mit der
Bahn, um 8 Uhr, zu Hause a.; Ü bei unseren Nachbarn
ist kürzlich das vierte Kind angekommen (geboren
worden); wir sind beim Nachtisch angekommen (angelangt).
2. (ugs.) sich wiederholt, in lästiger Weise mit etw. an
jmdn. wenden: er kommt immer wieder mit denselben
Märchen an. 3. (ugs.) eine Stellung finden: er ist in diesem
Betrieb als Werbefachmann angekommen. 4. a) (ugs.)
Anklang. Widerhall finden; dieser Schlager, das Buch, die
Werbung kommt bei den Leuten an; die Sängerin kam
gut. schlecht, nicht [beim Publikum] an; diese Industrie
muß Umsätze machen und... in Breite a. (Gehlen. Zeitalter
34); Ü damit werden wir schön a. (iron.; uns blamieren).
5. gegen jmdn., etw. aufkommen, sich durchsetzen; jmdm.,
einer Sache beikommen: gegen ihn. gegen diese
Entwicklung kann man nicht, nur schwer a. 6. (geh.) a) befallen,
überkommen: ein Gefühl. Angst, ein Verlangen kommt
ihn an; b) jmdm. schwer werden: etwas kommt jmdn..
hart, sauer an; Er gab sich Mühe, zu verbergen, wie schwer
ihn der Abschied ankam (Grzimek, Tiere 94). 7. von jmdm.,
etw. abhängen: auf ihn. seine Initiative, auf den Stand
der Dinge, auf einen Versuch kommt es an; auf ein paar
Mark kommt es mir nicht an; ..Fährst du lieber mit dem
Rad oder mit dem Auto?" - ..Es kommt auf das Wetter
an."; * es auf etw. a. lassen (vor etw. nicht zurückschrecken,
etw. riskieren): es auf einen Versuch, einen Kampf, einen
Prozeß mit jmdm. a. lassen; es d[a]rauf a. lassen (ugs.:
abwarten, wie etw. kommt, wie sich etw. von selbst fügt)'.
Ankömmling ['ankoemlml. der; -s. -e: der soeben, kürzlich
Angekommene: der Empfang, die Begrüßung der -e; Ü
alle wollten den kleinen A. (Neugeborenen) sehen.
fnkönnen <unr. V.; hat) (ugs.): sich gegen jmdn., etw. durch-
setzen, etw. gegen jmdn. ausrichten können: weil eine
Menschenstimme kaum ankann gegen den tollen Lärm in den
Lüften (Fr. Wolf, Zwei 350).
ankoppeln <sw. V.; hat): 1. svw. tankuppeln: einen Wagen,
das Raumschiff a.; das ... Landegefährt ... koppelte an
das ... Mutterschiff an (MM 25. 5. 69. 3). 2. Tiere in
Gruppen festbinden: sie koppelten die Jagdhunde an;
<Abl.:) 4nkopp(e]lung, die; -. -en.
tnkören<sw. V.; hat) (Tierzucht) (ein Tier) für die Nachzucht
bestimmen, auswählen.
ankörnen <sw. V.; hat): 1. (Jägerspr.) Wild durch Ausstreuen
von Körnerfutter anlocken. 2. (Handw.) zu bohrende Löcher
in Werkstoffen mit dem Körner markieren.
fnkotzen <sw. V.; hat) (derb): 1. a) mit Erbrochenem
beschmutzen: die Passanten hätte ich a. mögen, so verdammt
kotzig glotzten sie mich an (v.d.Grün. Irrlicht 14); b) an-
ekeln, anwidern; jmdm. zuwider sein: diese Schweinerei,
euer Gejammere, dein ewiges Geschwätz kotzt mich an.
2. grob anfahren: der Spieß hat ihn gehörig angekotzt.
ankrallen <sw. V.; hat): 1. <a. + sich) sich mit den Krallen
festhalten: der Vogel krallt sich am Käfig an; Ü das Kind
krallte sich an das Gitter des Laufstalls an (hielt sich
krampfhaft daran fest). 2. (landsch.) aufdringlich mit einer
Bitte um etw. ansprechen, angehen: er hat mich schon
wieder wegen 30 Mark angekrallt.
Ankratz ['ankra^l in der Verbindung A. haben (landsch.;
/ von Mädchen/ bei Männern ankommen): ankratzen, <sw.
V.; hat) /vgl. angekratzt/: 1. etw. durch Kratzer] leicht
beschädigen: bei dem Unfall wurde der Wagen nur leicht
angekratzt; Ü sieht sie (= die Lufthansa) das Ganze nicht
gern, weil es ihr Luftverkehrs-Monopol ankratzt (Spiegel
20, 1966, 59). 2. <a. + sich) (ugs.) a) sich einschmeicheln:
du hast dich beim Lehrer angekratzt; b) zum Freund, zur
Freundin nehmen: Ich bin Witwer, ich will heiraten ...
Ich kratz mir eine an (Hacks. Stücke 309).
fnkrausen <sw. V.; hat) (Schneiderei): Stoff mit einem Faden
143
ankreiden
zusammenziehen, um die Weite zu verringern: ein leicht
angekrauster Rock.
ankreiden fankrqjdn] <sw. V.; hat): 1. (veraltet) (bes. in
Wirtshäusern) Schulden mit der Kreide an einer Tafel
notieren, anschreiben: alle Getränke a. 2. zum Vorwurf machen:
anlasten: jmdm. etw. übel a.; man kreidet ihm sein
Verhalten [als Schwäche] an.
Ankreis, der; -es. -e (Geom.): Kreis, der eine Dreiecksseite
von außen u. die Verlängerungen der beiden anderen Seiten
von innen berütvt.
ankreuzen <sw. V.): 1. in einem Text, in einer Liste mit
einem Kreuz markieren, um es hervorzuheben <hat): er
kreuzte den Namen an. 2. (Segeln) gegen den Wind segeln
<hat/ist): man läuft vordem Wind, man kreuzt nach dieser,
nach Jener Richtung gegen ihn an (Hagelstange. Spielball
199).
ankriechen <st. V.; ist): kriechend herankommen: daß meine
eigenen Kameraden auf mich schießen könnten, wenn ich
ankrieche (Remarque. Westen 160); <oft im 2. Part. +
kommen): der Hund kam unterwürfig angekrochen.
fnkriegen <sw. V.; hat) (ugs.): svw. tanbekommen.
tnkucken (nordd.): svw. tangucken.
fnkümmeln <sw. V.; hat) in der Wendung sich einen a.
(ugs.; sich einen Rausch antrinken, sich betrinken).
fnkünden (geh. veraltend): svw. tankündigen: Manchmal
dachte ich. daß dieses Gefühl einfach das Alter ankünde
(Jünger. Bienen 25): ankündigen <sw. V.; hat): a) im voraus
bekanntgeben: in Aussicht stellen: etw. rechtzeitig, feierlich
a.; seinen Besuch a.; eine Veranstaltung in der Zeitung
a.; b) <a. + sich) durch bestimmte Anzeichen sein
Herannahen erkennen lassen: die Krankheit kündigt sich durch
Kopfschmerzen und Durchfall an; Im März, als eben mit
Vogelgezwitscher ... der Frühling sich lieblich ankündigte
(Th. Mann. Krull 10S); <Abl.:> Ankündigung, die; -. -en;
dazu: ^nkündtgungskonwnando. das (Milit.): erster, gedehnt
gesprochener Teil eines Kommandos.
Ankunft l'ankunft] die; -, (gelegt). Schweiz.:). Ankünfte
['ankynfb]; das Ankommen: die rechtzeitige, verspätete
A.; jmds. A. mitteilen, erwarten; die glückliche A. (Geburt)
eines Stammhalters.
Ankunfts-: ^halle, die (Flugw.): großer Warteraum für
ankommende Fluggäste im Flughafen: Mirt, der (Verkehrsw.);
^tafd, die: (in Flughäfen od. Bahnhöfen) Tafel mit den
Ankunftszeiten: ^tennin, der; ^zeit, die.
fnkuppeh <sw. V.; hat): (einen Anhänger an ein
Motorfahrzeug o.a.) anhängen, anschließen: einen Waggon a.; die
Mondfähre an das Raumschiff a.
fnkirbefai <sw. V.; hat): 1. (einen Motor) mit Hilfe einer
Kurbel in Gang bringen: den Motor a. 2. etw. / was
darniederliegt, was beschleunigt werden soll) in Schwung bringen:
die Wirtschaft, die Produktion a.; du sollst sehen, wie
wir das Geschäft a.! (Jaeger. Freudenhaus 32); Ü Adrenalin
... kurbelt den Stoffwechsel an (MM 21. 8. 68. 3); <Abl.:>
Ankurbtelkng, die; -. -en. dazu: ^nkurbefangalunedit, der
(Wirtsch.): Kredit zur Ankurbelung der Wirtschaft: einen
A. gewähren.
tnkuscheln, sich <sw. V.; hat): sich anschmiegen: ich ku-
sch[e]le mich an die Mutter an.
inlftchebi <sw. V.; hat): lächelnd anblicken, jmdm. zulächeln:
Jmdn. freundlich, bedeutungsvoll, hintergründig a.; wir
lächelten uns beide etwa ein Viertelstündchen
verständnisvoll an (Grass. Blechtrommel 346).
fnlachen <sw. V.; hat): 1. lachend ansehen: jmdn. fröhlich
a.; Sie hielten sich an den Hüften umschlungen, sie lachten
sich an (v. d. Grün. Glatteis 254); Ü ein blauer Himmel
lachte uns an. 2. <a. + sich) (salopp) mit jmdm. anbändeln,
ein Liebesverhältnis beginnen: du hast dir einen Studenten
angelacht.
Anlage, die; -. -n: 1. das Anlegen (5). Schaffen: Jmdn. mit
der A. eines Stausees beauftragen. 2. das Anlegen (6 a)
von Geld: eine sichere prämienbegünstigte A. 3. nach einem
Plan für einen bestimmten Zweck gestaltete Flächen, Bauten
o.a.: städtische, öffentliche -n (Grünflächen, Parks): -n
für den Sport; militärische -n; daß wir ... in der gleichen
Kompanie... kriegswichtige -n bewacht hatten (v. d. Grün.
Glatteis 228). 4. Vorrichtung, Einrichtung: eine technische
A.; daß wir die elektrische A. aus Geldmangel werden
außer Betrieb setzen müssen (H. Mann. Stadt 169); sanitäre
-n (Toiletten). 5. Entwurf, Gliederung: die A. des Romans,
der Symphonie. 6. Veranlagung: eine krankhafte A.; eine
A. (Neigung) zu Allergien haben; eine A. (Begabung)
zur Musik. 7. (Bürow.) Beilage zu einem Schreiben: in
der / als A. sende ich ein Attest; -n: 1 Lichtbild. 1
Lebenslauf.
tnbge-, Anlage-: ^bedingt <Adj.; o. Steig.): durch eine
Veranlagung bedingt, verursacht: -e Störungen; die
Krankheit ist a.; sich a. verhalten; ^berater, der (Wirtsch.) jmd.,
der bei der Geldanlage berät (Berufsbez.): einen A.
konsultieren, dazu: -beratung.die; -. -en; ^kapital, das (Wirtsch.):
Kapital, das zur Gründung eines Unternehmens bereitgestellt
wird: ^panier, das (Wirtsch.): zum Dauerbesitz geeignetes
Wertpapier: -strich, der (Bürow.): auf eine Anlage (7)
hindeutender Schrägstrich am Rand eines Briefes: -vermögen,
das (Wirtsch.): unveräußerlicher Teil des Vermögens einer
Unternehmung.
fiüagern <sw. V.; hat) (Chemie): a) an sich binden: die
Kolloidteilchen lagern Wassermoleküle an; b) sich mit
einem anderen Stoff o. ä. verbinden: das Molekül lagert sich
an ein Ion an; <Abl.:) Anlagerung, die; -. -en. dazu: ^nlage-
rungsverbindung, die: durch Anlagern entstandene ehem.
Verbindung.
fnlanden <sw. V.): a) vorh Schiff an Land bringen <hat):
Truppen a.; Krabben, die... von ... Krabbenfischern
angelandet werden (als Ausbeute von einem Fang heimgebracht
werden: MM 11.4.69,13); b) an einem Ort landen, anlegen
<ist): das Schiff landete in einer Bucht an; c) (Geol.) sich
durch Schlick od. Sandansammlung verbreitern <hat/lst):
die Sandbank, die Insel landet an; <Abl.:) Anlandung,
die; -. -en.
firianoen <sw. V.): 1. (geh.) an einem Ziel ankommen <ist):
glücklich am Ziel, zu Hause a.; Wir langten bei einem
Kastanienpark an (Jahnn. Geschichten 197): Ü auf der
Höhe des Ruhmes angelangt sein; 2. (landsch.) anfassen
<hat): du darfst die Ausstellungsstücke. Waren nicht a.
3. betreffen, angehen <hat): was mich, unsere Familie,
diese Frage anlangt...
antappen [anlapn] <sw. V.; hat) (landsch.): jmdn. ohne
Veranlassung anfahren, schelten: Jmdm. wegen einer
Kleinigkeit a.
anlaschen <sw. V.; hat) (Eisenb.): Schienen durch Laschen
aneinanderfügen.
Anlaß [anlas] der. ...lasses. ...lasse [anlesa]: I.
Veranlassung: Ausgangspunkt: äußerer Beweggrund: der A. des
Streites; A. für seine Beschwerde; ein unmittelbarer A. zur
Besorgnis besteht nicht; Jmdm. A. (Grund) zu etw. geben;
keinen A. zu etw. sehen; Auch sei er .... häufig schon
aus geringfügigem A.. gereizt (Feuchtwanger. Erfolg 23);
beim geringsten, ohne besonderen A.; *etw. zum Anlaß
nehmen (eine Gelegenheit nutzen, um etw. zu tun). 2.
Gelegenheit: ein willkommener A.; aus A. seines Jubiläums;
einen A. nicht vorübergehen lassen (eine Gelegenheit
ergreifen): die Herren, die bei festlichen Anlässen
goldgesticktes Laubwerk ... auf den Fräcken tragen (bei Festen:
Musil. Mann 450). 3. (Schweiz.) Veranstaltung. Lustbarkeit.
anlassen <st. V.; hat): 1. (einen Motor) in Gang setzen:
einen Motor. Wagen a.; einsteigen, a.. über die Schulter
blicken (Johnson. Ansichten 14). 2. (ugs.) anbehalten, nicht
ausziehen: den Mantel, die Schuhe a. 3. in Funktion
belassen, nicht ausmachen, nicht abstellen: das Radio. Licht,
die Scheinwerfer a.; die Kerze a. 4. (ugs.) a) einen
bestimmten Anfang nehmen: b) zu Beginn'sich als jmd., etw. erweisen:
der Lehrling ließ sich gut an; das Geschäft, der Tag läßt
sich gut an; Das Wetter ließ sich am folgenden Tag nicht
günstiger an (Th. Mann. Tod 27). 5. (geh.) schelten,
anfahren: Jmdn. grob, hart a. 6. (Technik) erwärmen u. dadurch
härten: Stahl a.; <Abl. zu 1:) Anlasser [anläse], der; -s.
- (Technik): Vorrichtung zum Anlassen eines Motors:
<Zus.:> Ankflfarbe. die: svw. tAnlauflarbe; anUßlkh
['anlesli^] <Präp. mit Gen.): bei Gelegenheit, aus Anlaß:
eine Feier a. seines Geburtstages; als er a. einer Dienstreise
mit einer Pariser Nutte schlief (Kirst. 08/15. 842).
fnlasten <sw. V.; hat): a) die Schuld an etw. zuschreiben:
jmdm. etw. vorwerfen, zur Last legen: Jmdm. ein
Verbrechen, die Schuld an etw. a.; eine Schwäche .... die man
ihm bei sonstigen Vorzügen... nicht als persönliches
Versagen a. kann (Hörzu47.1972.146); b) (veraltend) aufbürden:
die Kosten den Verursachern a.
anlatschen <sw. V.; ist): latschend herankommen (meist im
2. Part. + kommen): ein abgerissener Kerl latscht an/
kommt angelatscht.
144
anliegen
Anlauf« der; -[eis. Anläufe: 1. das Anlaufen, Anstürmen
gegen etw.: eine Festung im ersten A. nehmen; Ü etw. gelingt
beim ersten A. (Versuch): * einen [neuen] A. nehmen:
(Ineuj ansetzen). 2. (Sport) a) das Anlaufen (3): ohne
A. (ausdem Stand) springen; * A. nehmen (Sport; anlaufen):
das ist doch so. wie wenn man einen A. nimmt und springt
(Buber. Gog. 45); b) Strecke für das Anlaufen: ein kurzer
A.. der A. muß verlängert werden; Als ich ... oben im
A. stand und mich in die Spur stellte (Maegerlein. Piste
21). 3. <o. PL) das Einsetzen, der Beginn einer Tätigkeit.
Aktion o.a.: der A. der Produktion.
Anlauf-: --Adresse, die: Adresse einer Iöffentlichen] Stelle,
an die sich bes. / umherstreunende/ Jugendliche in einer
Notlage wenden können: Die Jugendlichen hatten zwei -n
(Ossowski. Bewährung 105); -färbe, die (Technik): beim
Erhitzen von Stahl auftretende Farberscheinung: ^stelle,
die: svw. t -adresse: es gibt von wenigen Ausnahmen
abgesehen keine -n. die als Zufluchtsorte (= für ausgerissene
Jugendliche) dienen könnten (MM 16. 8. 73. 12); -türm*
der (Ski): höchste Stelle der Sprungschanze, von der aus
zum Absprung angelaufen wird: ^zeit. die: a) (Kfz.-T.)
Zeit, die der Motor zum Warmlaufen braucht: b)
Vorbereitungszeit; c) (Theater. Film) Zeit der ersten Auffuhrungen.
anlaufen <st. V.): 1. herbeilaufen (ist; meist im 2. Part.
+ kommen): der Junge kam [heulend] angelaufen. 2. a)
beim Laufen gegen jmdn., etw. prallen (ist): gegen die
Parkuhr a.; b) angehen. Schritte unternehmen <ist>: gegen
Vorurteile a. 3. a) (Sport) durch Laufen Schwung holen (ist):
für den Hochsprung kräftig a.; b) (Leichtathletik) ein
Rennen, den ersten Teil eines Rennens (in einer bestimmten
Art u. Weise od. Zeit) laufen: die ersten 200 m zu langsam
a.; die 400 m in 57 Sekunden a. 4. (von Schiffen) ansteuern
(hat): einen Hafen a. 5. in Gang kommen, zu laufen beginnen
(ist): der Motor läuft an. 6. einsetzen, beginnen: die
Fahndung läuft sofort an. 7. (landsch.) anschwellen (ist): die
Backe läuft an. 8. eine bestimmte Farbe annehmen (ist):
sein Gesicht lief rot an. 9. beschlagen (2 a, b) (ist): die
Fensterscheibe läuft an. 10. zunehmen, sich steigern (ist):
die Kosten laufen leider ziemlich an. 11. (veraltend)
Mißfallen erregen, schlecht ankommen (ist): bei Jmdm. übel a.;
daß sie so ein gutes Schaf wie den Thiel zum Manne
bekommen habe.... es gäbe welche, bei denen sie greulich
a. werde (Hauptmann. Thiel 6).
Anbuitr der; -[eis. -e (Sprachw.:) erster Laut einer Silbe
od. eines Wortes (Ggs.: Auslaut): im A. stehen; fnlautai
(sw. V.; hat) (Sprachw.:) mit einem bestimmten Laut
beginnen (Ggs.: auslauten): Wörter, die mit d a.; der anlautende
Vokal.
fnliuten (sw. V.; hat): I. (landsch.) svw. tanrufen: den/
(Schweiz.:) dem Vater a. 2. (Sport) durch Läuten beginnen
lassen (Ggs.: abläuten): ein Spiel a.
anlecken (sw. V.; hat): ein wenig an etw. lecken [um es
zu befeuchten/: den Lutscher, die Briefmarke a.
anlege-: Mipparat, der (Druckw.): Vorrichtung zum
automatischen Anlegen von Druckbogen bei Schnellpressen: ^briik-
ke, die: Landebrücke: M>tatz, der: Landeplatz; ^steg, der:
Landesteg; ^stelle, die: Landestelle.
anlegen (sw. V.; hat): 1. an jmdn.. etw. legen: die Leiter,
ein Lineal. Karten a.; die Ohren a.; Ü einen strengen
Maßstab a. (etw. stneng beurteilen). 2. Brennmaterial aufs
Feuer legen: Kohlen. Holz a. 3. a) das Gewehr in Anschlag
bringen: er legte an und schoß; b) mit dem Gewehr auf
jmdn. zielen: auf den Flüchtenden a. 4. (geh.) anziehen,
sich mit etw. Bestimmtem bekleiden: Trauerkleidung, die
Uniform. Schmuck, einen Orden a.; Sie haben ein Gewand
angelegt, das nicht gut in den Alltag paßt (Kirst. Aufruhr
136). 5. planvoll erstellen, gestalten: einen Garten a.;
Statistiken, ein Verzeichnis, eine Akte a. 6. a) investieren: sein
Geld vorteilhaft a.; b) zahlen, ausgeben: wieviel wollen
Sie für das Bild a.? 7. absehen, abzielen: es auf jmdn.
a.; legte er es in falschem Ehrgeiz darauf an. sie mit einem
Schlage zu Boden zu schmettern (Thieß. Reich 587); alles
darauf a.. jmdn. zu täuschen. 8. (a. + sich) Streit suchen:
sich mit jmdm. a. wollen. 9. landen, festmachen (Ggs.:
ablegen): das Schiff legt pünktlich am Kai an.
Anleger, der. -s. -: 1. (Druckw.) a) Papiereinführer bei der
Druckpresse (Berufsbez.); b) svw. t Anlegeapparat. 2. jmd..
der sein Geld in fremden Unternehmen anlegt; Anlegerin,
die; -. -nen: w. Form zu t Anleger (1 a. 2).
anlehnen (sw. V.; hat): a) an jmdn., etw. lehnen: an jmdm..
einer Sache abstützen: eine Leiter an die Mauer a.; sich
[mit dem Rücken] an die Wand a.; Ü sich eng an ein
Vorbild a. (einem Vorbild folgen); b) nicht ganz schließen,
einen Spalt offenlassen: die Tür nur a.; ein angelehntes
Fenster; (Abi.:) Anlehnung, die; -. -en: a) das Sichstützen.
Halt: A. an jmd. Stärkeren. Größeren suchen, finden;
die immer engere A. an Hitler-Deutschland wurde mit
jedem Tag deutlicher (der Anschluß; Leonhard. Revolution
65). b) Anleihe: die A. an Brecht ist deutlich zu merken;
in/unter A. an die Romantik; dazu: Anlehnungsbedürfnis.
das: Bedürfnis, sich an jmdn. anzuschließen: starkes A.
haben; «ntehmrariiedürftig (Adj.; nicht adv.): voll
Anlehnungsbedürfnis: -e Menschen; [besonders] a. sein; sie ist
a. (scherzh.; schmiegt sich liebevoll an jmdn. an).
«nleiarn (sw. V.; hat) (ugs.): ankurbeln, in Gang setzen,
in Schwung bringen.
Anleite, die; -. -n: 1. größere langfristige Geldaufnahme:
eine bis 1980 unkündbare A.; öffentliche, staatliche -n;
eine A. aufnehmen; Für Anleger ... kommen vor allem
die neuen siebenprozentigen -n in Frage (Welt 5. 8. 65.
13); Ü bei jmdm. eine A. machen (scherzh.; von jmdm.
Geld borgen). 2« Übernahme geistigen Eigentums: eine A.
bei Mozart. Goethe. Picasso machen.
Anteile» (Wirtsch.): MiMösung, die: Abgeltung einer Anleihe;
^kapital, das: durch Anleihe beschafftes Kapital; Mnarkt.
der: Markt, auf dem Anleihen gehandelt werden; ^papier,
das: Wertpapier; ^schuld, die: Geldschuld durch Aufnahme
von Anleihen; ^Zeichnung, die: Verpflichtung durch
Unterschrift zur Übernahme eines bestimmten Betrages neu
ausgegebener Anleihen.
Anleihen, das; -s, - (Schweiz.): svw. t Anleihe.
«nlefenen (sw. V.; hat): 1. mit Leim an etw. befestigen:
ein abgeplatztes Stück Holz am Tisch / an den Tisch
wieder a.; ein Stuhlbein a.; Hier sitzen wir doch fest wie
angeleimt... bis die große Schneeschmelze vorbei ist
(können nicht fort, werden von den Witterungsverhältnissen
festgehalten; (Kirst, 08/15,427). 2. (ugs.) betrügen: einen alten
Mann a.
«nleinen (sw. V.; hat): (einen Hund o.a.) an die Leine
nehmen; mit der Leine festmachen, festbinden: den Hund
beim Spazierengehen a.; den Hund am Türpfosten a.
fnleHen (sw. V.; hat): a) unterweisen; jmdn. bei etw. leiten,
führen: die Schüler [bei der Arbeit] a.; b) zu etw. anhalten,
etw. lehren: die Kinder zur Selbständigkeit a.; daß Eyraudt
die Bompard zu gewerblicher Unzucht hätte a. wollen
(Maass. Goufle 265); (Abi.:) Anleiter, der; -s. -:
Unterweiser; Anleitung, die; -. -en: 1. Anweisung. Unterweisung:
jmds. A. befolgen; etw. unter [der] A. eines anderen tun.
2« Zettel mit einer aufgedruckten Anleitung (1): die A.
aufheben, wegwerfen.
Anlern-: ^berof, der: Beruf, in dem man eine kurze Ausbildung
erhält: einen A. ergreifen; -Verhältnis, das (veraltend):
Lehrverhältnis: in einem A. stehen; -zeit, die: kurze
Ausbildungszeit am Anfang eines Berufs: eine lange A.; während
der A.
anlernen (sw. V.; hat): 1. für einen Beruf, eine Tätigkeit
ausbilden: die jungen Kräfte, den Nachwuchs a. 2. (a.
-I- sich) sich durch Lernen oberflächlich aneignen: ich habe
mir die Prüfungskenntnisse angelernt, eine bloß angelernte
Bildung; (Abi.:) Anlernling [anlernlm]der; -s. -e: Arbeiter
od. Angestellter, der für seinen Beruf eine kurze Ausbildung
erhält.
fnlesen (st. V.; hat): 1. nur die ersten Seiten von etw. lesen:
ein Buch, einen Aufsatz a. 2. (a. + sich) sich durch Lesen
I oberflächlich J aneignen: ich habe mir dieses Wissen
angelesen; eine nur angelesene (oberflächliche) Kenntnis; ... daß
mein Bruderdiesen aufgeschnappten oder angelesenen
Ausdruck gebrauchte (Bergengmen. Rittmeisterin 342).
anleuchten (sw. V.; hat): Licht auf jmdn.. etw. richten: den
Dieb mit der Taschenlampe a.; ein angeleuchtetes Schloß.
Denkmal.
anliefern (sw. V.; hat): jmdm. eine größere Sendung von
etw. zustellen, liefern: die Firma hat noch nicht angeliefert;
Waren. Möbel [fristgerecht] a.; das Material .... das wir
und die anderen .Gruppen Ihnen a. (Kirst. 08/15. 6%);
(Abi.:) Anlieferung« die; -. -en: eine große, pünktliche,
mit Schwierigkeiten verbundene A.
anliegen (st.V.; hat) /vgl. anliegend, angelegen/: 1. sich der
Körperform anpassen, den Körper umspannen: der Pullover
liegt eng [am Oberkörper] an; Amsels fuchsiges Haar ...
10 GDW
145
Anliegen
lag straff an (Grass. Hundejahre 262); anliegende Hosen.
2. (ugs.) zur Bearbeitung anstehen, zu erledigen sein: liegt
etwas Besonderes an? 3. (geh.) jmdn. bewegen, beschäftigen:
die Reform liegt dem Minister an; es liegt ihm an, für
diese Frage eine Lösung zu finden. 4. (geh.) belästigen,
mit etw. behelligen, jmdm. in den Ohren liegen: Jmdm.
mit Beschwerden a.; wenn sie ihm mit verzweifelten Bitten
anlag, der Sklavin zu entsagen (Th. Mann. Zauberberg
894). 5. (Seemannsspr.) steuern: an den richtigen Kurs
a.; Anliegen, das; -s, -: Angelegenheit, die jmdm. am Herzen
liegt: Wunsch, Bitte: ein A. an Jmdn. haben; ein dringendes
A. vortragen, vorbringen; mit einem [persönlichen] A.
kommen; inliegend <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): 1.
angrenzend, benachbart: -e Grundstücke, Häuser, Ländereien;
Die Dorflugend der -en Fischerdörfer (Grass. Hundejahre
75). 2. (Bürow.) beigefügt, beiliegend: -e Schriftstücke.
Kopien; Anlieger, der; -s, -: Nachbar; Anwohner: die Rechte,
Pflichten eines -s; (Verkehrsw.:) frei für A.; <Zus.:) fr&k-
gerstaat, der: bes. großen Gewässern, Meeren anliegender
Staat: die -en der Nordsee; Anliegerverkehr, der: aus
verkehrstechnischen Gründen auf die Anlieger einer Straße o. ä.
beschränkter Verkehr.
anlieken ['anli:kn] <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): das Liek
an einem Segel befestigen.
fnlimen <sw. V.; hat) (ugs.): verstohlen anblicken: Jmdn.
verstohlen, vorsichtig a.
fnlocken <sw. V.; hat): zu sich locken, heranlocken: Vögel
[mit Futter] a.; obwohl sich der Handel immer etwas Neues
einfallen läßt, um die Kunden anzulocken (MM 4. 8.
67,16); Ü die Musik hatte viele Leute. Schaulustige
angelockt; <Abl.:) Anlockung« die; -. -en.
fnlöten <sw. V.; hat): durch Löten anbringen,
befestigenden Draht an den/(seltener:) dem Bügel a.
fnHigen <st. V.; hat): Jmdm. ins Gesicht lügen: einen
Fragenden frech, unverschämt a.; wir wären
zusammengekommen, um einander mit Freundlichkeiten anzulügen (Jahnn,
Geschichten 124).
tnhiven <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): das Vorderteil des
Schiffes stärker in den Wind drehen (Ggs.: abfallen 7).
fnmachen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. befestigen, anbringen:
Gardinen a.; ein Schild an der Haustür a. 2. (Ggs.: ausmachen)
a) anschalten: das Licht, das Radio a.; b) anzünden: Feuer
a. 3. mischend bereiten, anrühren: Gips. Mörtel a.; Salat
mit öl und Essig a. 4.a) auf jmdn. einwirken u. ihn in
einen bestimmten emotionalen Zustand versetzen; zum
Mitmachen stimulieren: der Schlagersänger fing an zu klatschen
und machte das Publikum an (veranlagte es
mitzuklatschen); b) [herausfordernd] ansprechen u. Kontakt suchen:
Mach mich Jetzt nicht an. Macker! Auf manche Typen
reagiere ich eben sehr nervös (Hörzu 20.1975.16); Obwohl
er seine Freundin dabei hatte, machte er mich immer
an (Homschuh. Ich bin 29). *
anmahnen <sw. V.; hat): eine Schuld. Schuldigkeit mündlich
od. schriftlich in Erinnerung bringen: eine Ratenzahlung,
ein ausgeliehenes Buch a.; <Abl.:> Anmahnung* die; -. -en.
fimüen <sw. V.; hat): a) etw. auf etw. malen, zeichnen:
ein Tier [an die Wandtafel] a.; b) (ugs.) anstreichen, mit
Farbe versehen, bunt machen: den Gartenzaun a.; Das
Flugzeug... ist wie ein Zebra angemalt (Grzimek. Serengeti
16); c) (ugs. scherzh.) schminken: ich male mir die Lippen
an (schminke mir die Lippen); du hast dich aber angemalt
(auffällig geschminkt)!
Anmarsch, der; -[e)s: 1. das Anmarschieren: der A. der
Truppen; •ha A. sein (1. anrücken: der Feind ist im A. 2.
(ugs. scherzh.) unterwegs sein: sie ist bereits im A.) 3.
(ugs.) Anmarschweg: ein A. von einer halben Stunde; fn-
marachieren <sw. V.; ist): marschierend herankommen: die
Truppen marschierten an; (oft 2. Part. + kommen): die
Wanderer kommen anmarschiert (ugs.; nähern sich zügig);
^nmarsdmeg, der: Wegstrecke, die bis zu einem bestimmten
Ziel zurückzulegen ist: ein langer A.
anmaßen ['anma:srü. sich <sw. V.; hat): ohne Berechtigung
für sich in Anspruch nehmen: du maßt dir diese Befugnis
an; sich Vorrechte. Autorität a.; Eines Tages ... nahm
... seine angemaßte Gewalt ein furchtbares Ende CThieß.
Reich S13); fimaßend <Adj.>: überheblich, arrogant: ein
-er Ton; a. sein, auftreten; ein Kanzlistengesicht auf hohen
Stiefeln, ä. und zuvorkommend (Gaiser, Schlußball 59);
Anmaßung, die; -. -en (PI. ungebr.): Überheblichkeit,
Arroganz; unberechtigter Anspruch: eine freche A.; Kleinere
(= Männer) verschleiern sie (= ihre Angst) hinter brutaler
körperlicher A. (Musil. Mann 885).
funeckem <sw. V.; hat) (salopp): durch dauerndes
Kritisieren belästigen: Jmdn. fortwährend a.
anmeiern ['anmqjnn] <sw. V.; hat) [wohl nach dem f Meier,
der sich bei seinem Grundherrn in betrügerischer Absicht
einschmeichelt] (landsch.): übers Ohr hauen: er hat mich
ganz gehörig angemeiert.
fimelde-, anmelde-: -formular, das: Vordruck für eine
Anmeldung; ffrist, die: festgesetzter Zeitraum für eine
Anmeldung; ^pflidit, die: gesetzliche Verpflichtung zur Anmeldung
bei einer Behörde, dazu: -pflkhtig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): der Anmeldepflicht unterworfen: -e Krankheiten.
funelden <sw. V.; hat): 1. ankündigen: seinen Besuch
telefonisch a.; sich beim Direktor a. lassen; Ü bei ihnen hat
sich ein Baby angemeldet. 2. bei einer zuständigen Stelle
(Behörde. Institution o.a.) eintragen lassen: sich. jmdn..
seinen Wohnsitz, das Radio a.; ein Patent beim Patentamt
a. 3. die Teilnahme an etw.. den Eintritt in etw. vormerken
lassen: das Kind in der Schule a.; sich zu einem Kurs
a. 4. geltend tnachen, vorbringen: seine Bedenken. Zweifel,
Wünsche a.; sie... haben ... ein Recht auf Heimat
angemeldet (Kant, Impressum 176); <AbI.:> ^imekking. die; -,
-en: 1. das Anmelden (1-4). 2) (ugs.) Raum, in dem man
sich anmeldet: zuerst müssen Sie in die A. gehen.
fnrocrken <sw. V.; hat): 1. an jmdm.. einer Sache feststellen,
spüren: jmdm. seine Sorgen a.; ich lasse mir nichts a.;
Niemand soll mir a , daß ich nicht immer Kellner war
(Kaiser. Villa 162). 2. notieren, anstreichen: einen Tag
im Kalender [rot] a. 3. (geh.) etw. zu einer Sache äußern,
bemerken: dazu möchte ich noch folgendes a.; <Abl.:)
Aimerkung ['anmerkunl die; -. -en: 1. (geh.) mündliche
Äußerung zu einer Sache. Bemerkung: eine beiläufige,
flüchtige A. 2. kurze Erläuterung zu einem Text. Fußnote: einen
Text mit -en versehen; Abk.: Anm.; <Zus.:> fnmerkungswei-
se <Adv.): beiläufig: etw. a. erwähnen.
Rimessen <st. V.; hat) /vgl. angemessen/: 1. nach Maß
anfertigen: jmdm. einen Anzug, ein Paar Stiefel a. [lassen];
es ist gegen alle Sitte, noch während der Angehörige sich
auf dem Sterbelager windet. ... sich Trauerkleider a. zu
lassen (Plievier. Stalingrad 237). 2. (Physik) den Abstand
eines Himmelskörpers von der Erde messen: den Mond,
den Jupiter a.
«imieten <sw. V.; hat): (durch Mietvertrag) in seine
Verfügung bringen: Räume, einen Leihwagen a.; wurde ... ein
Bürohochhaus fertiggestellt, das von den Unternehmen
... angemietet wurde (MM 216. 1974. 13); <Abl.:>
Anmietung, die; -. -en.
fimit <Adv.) (Schweiz. Amtsspr.): hiermit: a. wird
bekanntgegeben, daß ...
anmontieren <sw. V.; hat): mit technischen Hilfsmitteln
anbringen (Ggs.: abmontieren): einen Feuerlöscher [an die/
der Wand] a.; <Abl.: Anmontierung. die: -. -en.
timustcrn <sw. V.; hat) (Ggs.: abmustern; Seemannsspr.):
a) für ein Schiff in Dienst nehmen: sich a. lassen; einen
Schiflskoch a.; b) Dienst auf einem Schiff nehmen: [auf
einem Schiff] als Schiffsjunge a.; <Abl.:> Anmusterung,
die; -. -en.
Anmut, die; - (geh.): Harmonie [der Bewegung]. Liebreiz.
Grazie: natürliche, herbe A.; A. besitzen; sich mit A.
bewegen; wie hingerissen von körperlicher A. waren alle diese
Bildhauer gewesen (Edschmid. Liebesengel 183); Ü die
A. (Lieblichkeit) einer Landschaft; anmuten ['anmu.tn]
<sw. V.; hat): 1. (geh.) [auf jmdn.J einen bestimmten
Eindruck machen, in bestimmter Weise wirken: das mutet mich
seltsam, wie im Märchen an; etwas mutet künstlich,
ungewohnt an; ein seltsam anmutender Anblick. 2. (veraltet,
noch Schweiz.) zumuten: imdm. etw.. zuviel a.; «nrautig
<AdJ.) (geh.): voller Anmut, graziös: ein -es Lächeln; a.
tanzen; Ü ein -es (reizvolles) Schlößchen; fnmutlsllos <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.) (geh.): ohne Anmut, reizlos: ein -es
Geschöpf; a. wirken; <Abl.:> AnmutfelkKigkeft, die; -;
Anmutung ['anmu.tuol die; -. -en: 1. (Schweiz.) svw. f
Zumutung: wenn sich der Jugendliche dem Kriegsdienst oder
ähnlichen -en entziehen will (Die Unabhängigen 7. 10.
72. 5). 2. gefühlsmäßiges, unbestimmtes Eindruckserlebnis:
war ihm das Gemüt doch nicht frei von dunklen -en
(Fussenegger. Haus 208); *nmutts]voll <AdJ.; o. Steig.)
(geh.): besonders anmutig, liebreizend, von auffälliger
Grazie: ihr -er Blick; das Mädchen verneigte sich a.
146
Annonce
fnradebi <sw. V.; hat) (österr.): mit einer /Steck Jnadel
befestigen: ein Abzeichen an die Jacke a.
fimsebi <sw. V.; hat): mit einem Nagel, mit Nägeln befesti-
gen: ein Schild, einen Kleiderhaken an die. der Wand
a.; wie angenagelt (ugs.; bewegungslos) dastehen.
fragen <sw. V.; hat): an etw. zu nagen beginnen: durch
Benagen zerstören: die Maus nagt das Stück Speck an;
angenagte Äpfel; Ü daß die Inflation seine Ersparnisse
annagt (Zeit 7. 2. 75. 1).
fmAhen <sw. V.; hat): durch Nähen / wieder / an etw.
befestigen: einen Knopf, den Saum fest, schlampig a.
«onihern <sw. V.; hat) /vgl. annähernd/: 1. <a. + sich)
a) näher an etw. kommen, herankommen: man sieht die
Menschen sich a.; sich annähernde Flugzeuge; Ü sich einem
Grenzwert a.; b) größere Fühlung mitjmdm. od. etw.
bekommen, besser verstehen lernen: jmdm. / menschlich J näher-
kommen: sich dem westlichen, östlichen Block a.; sich
einander nur schwer a. können; Er spielt Ball mit dem
Kind einer Bikini-Dame, um sich anzunähern (Frisch.
Gantenbein 368). 2. einer Sache anpassen, angleichen, in
weitgehende Ubereinstimmmung bringen: etw. einem
Vorbild a.; verschiedene Standpunkte einander a.; fimShernd
<Adv.; selten attr.): ungefähr, fast: etw. a. wiedergeben;
die Kinder sind a. gleich groß; a. 90 Stundenkilometer;
mit -er Sicherheit; ^mähenmg, die; -. -en: 1. a) das
Herannahen. Herankommen: bei der A. feindlicher Flugzeuge;
b) das /gegenseitige/ menschliche Sichnäherkommen:
Anknüpfen menschlicher Beziehungen: die A. der beiden
geschah im verborgenen. 2. Anpassung. Angleichung: eine
A. der gegenseitigen Standpunkte erzielen; eine A. an
europäische Verhältnisse.
foniherungs-, ^mäherungs-: ^Politik, die: Politik mit dem
Ziel engerer Beziehungen zwischen i zwei] Staaten:
^versuch, der: Versuch, eine Liebesbeziehung anzuknüpfen: ein
plumper A.; hatten sich .. Stammkunden des Lokals über
eine ... Frau hergemacht, die sich -en widersetzen wollte
(Welt 9.11.65.11); -e machen; -weise <Adv.>: svw.
tannähernd; Mvert, der: ungefährer, annähernder Wert: -e
angeben, berechnen.
Annahme ['anna:ma] die; -. -n: 1. <P1. ungebr.) a) das An-.
Entgegennehmen: die A. eines Pakets, einer Sendung
verweigern; b) (Sport) svw. t Ballannahme: c) Billigung:
Zustimmung zu etw.: die A. einer Gesetzesvorlage, eines
Vorschlags, der Dissertation; die A. einer Sache von einer
Änderung abhängig machen; d) Übernahme. Aneignung:
die A. einer Gewohnheit; die A. eines anderen Namens;
e) Zulassung. Einstellung: die A. mehrerer Bewerber; über
mds.A. entscheiden; *A. anKindes Statt (früher fürt
Adoption). 2. Annahmestelle: die A. ist geschlossen; etw. bei
der A. abgeben. 3. Vermutung. Ansicht: eine richtige,
falsche, weitverbreitete A ; die A. erwies sich als trügerisch,
hat sich bewahrheitet; ich war der A.. daß er krank sei;
etw. tun. unterlassen in der A.. daß ...; sich in seiner
A. [nicht] täuschen; Gehe ich recht in der A.. daß dies
ein Pseudonym ist? (Hörzu 40. 1973. 3).
4mhme-: ^bestfttigung, die: eine A. vorlegen,
unterschreiben; Verklärung, die; -frbt. die: die A. einhalten; -stelle,
die: Ort der Annahme da): etw. an der A. abgeben; ^ver-
■Kfk, der; -Verweigerung, die: das Recht der A./auf. zur
A.
Amlen [a'na.bn] <P1.) [lat. (Libri) annäles. zu: annus =
Jahrl (hist.): chronologisch geordnete Aufzeichnungen von
Ereignissen: Jahrbücher: in den A. verzeichnet sein; Anm-
tist [ana'list], der; -en. -en: Verfasser von Annalen: Anoalj-
stüu die; -: Geschichtsschreibung in Form von Annalen.
Aanaten [a'na:tn] <P1.) [mlat. annäta = Jahresertrag, zu
lat. annus = Jahr]: im MA übliche Abgabe an den Papst
für die Verleihung eines kirchlichen Amtes.
—lanbar ['anne:mba:?] <Adj.; o. Steig.): a) (nicht adv.):
geeignet, angenommen od. gebilligt zu werden,
akzeptabel: ein -er Vorschlag; zu -en Preisen; diese
Bedingungen sind a.; b) ziemlich gut: ein -es Wetter; sie spielt
ganz a. Klavier; Annehmbarkeit, die; -; fimehmen <st. V.;
hat): 1. a) zum persönlichen Ge- od. Verbrauch
entgegennehmen: ein Geschenk. Trinkgeld a.; b) entgegennehmen: einen
Brief für den Nachbarn a.; einen Wechsel a. (einlösen):
Zahlungsmittel, einen Reisescheck a. (umwechseln): c)
emer Aufforderung Folge leisten, von einem
Angebot Gebrauch machen: eine Einladung, einen Ruf. Jmds.
Hilfe a.; d) sich einer Aufforderung, einem Angebot
stellenden Kampf, die Wette, die Wahl a.; e) hinnehmen: das
Urteil, eine Strafe a. 2. seine Zustimmung geben, billigen:
ein Gesetz, eine Resolution a.; der Antrag wurde
einstimmig angenommen. 3. übernehmen: sich aneignen, zulegen:
schlechte Gewohnheiten. Starallüren, einen anderen
Namen, ein Pseudonym a.; oft verblaßt: seine Stimme nahm
einen anderen Ton an; die Katastrophe nimmt
unvorstellbare Ausmaße an. 4. a) aufnehmen, zulassen: im
Kindergarten nicht angenommen werden: Bewerber a.; neue
Arbeitskräfte a. (einstellen): b) (ugs.) adoptieren: sie wollen ein
kleines Mädchen a. 5. eindringen, haften lassen: dieser
Stoff nimmt Farbe, Feuchtigkeit gut an. 6. a) vermuten,
meinen, glauben: mit Recht, ernstlich a., daß ...; er ist
nicht, wie vielfach angenommen wird, der Autor; b)
voraussetzen: etw. als gegeben, als Tatsache a.; angenommen,
daß ... 7. sich kümmern a) (geh.): sich der Verletzten,
der Angelegenheiten a.; b) (landsch.): sich um die
Angelegenheit a. 8. (veraltend) sich etw. zu Herzen nehmen: ich
werde mir das a. 9. (Jägerspr) a) (eine Fährte) aufnehmen
u. ihr folgen: eine Fährte a.; b) (einen Wechsel) betreten:
einen Wechsel a.; c) (Futter) nicht verschmähen, fressen:
Futter a.; d) angreifen: jmdn., ein Tier a. 10. (Sport) den
zugespielten Ball in seinen Besitz, unter Kontrolle bringen:
den Ball a.; *das kannst du a. (ugs.; das ist sicher)', jmdn.
[hart] a. (ugs.; mit jmdm. grob umgehen)', annehmlich ['an-
ne:mli<;] <Adj.; o. Steig.) (veraltet): a) angenehm,
zufriedenstellend: eine -e Position; b) svw. t annehmbar (1); die
Bedingungen sind a.; Annehmlichkeit, die; -. -en (meist
PL): Bequemlichkeit. Vorteil: sich viele -en leisten können;
-en genießen; Ihr jungen Leute wollt immer nur die -en
des Lebens haben (die angenehmen Dinge: Geissler.
Wunschhütlein 174); auf eine A. verzichten müssen.
annektieren [anek'ti:ren] <sw. V.; hat) [frz. annexer;
relatinisiert nach lat. annectere = verknüpfen]: gewaltsam u.
widerrechtlich in seinen Besitz bringen, sich aneignen: ein
Gebiet a.; Man diskutierte, welche Länder und Kolonien
der Kaiser für das Vaterland a. würde (K. Mann.
Wendepunkt 46); Annektierung, die; -. -en; Annex [a'neks]. der;
•es. -e [lat. annexus. 2. Part, von: annectere, t annektieren]
(bildungsspr.): Anhängsel. Zubehör: Vereinbarungen mit
der DDR werden ... in -en. Protokollnotizen oder
Erklärungen gesondert festgehalten (MM 20.1.1972.2): <Zus.:>
Annexbau, der <P1.: -bauten): Anbau. Seitenbau: Annexion
[ane'ksio.n], die; -. -en [frz. annexion <lat. annexio =
Verknüpfung]: gewaltsame u. widerrechtliche Aneignung
fremden Gebiets: ein Land vergrößert sein Territorium
durch -en; Annexionismus [aneksio'msmus]. der; -:
Bestrebungen, die eine Annexion herbeiführen: Annexionist [...'nist]
der; -en. -en: Anhänger des Annexionismus: <Abl.:>
annexionistisch <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): Kräfte .... die durch
ihre -en Bestrebungen ... Europa nicht zur Ruhe kommen
lassen (Neues D. 19. 6. 64. 1).
^miesen <sw. V.; hat): 1. jmdm. ins Gesicht niesen: nimm
bitte ein Taschentuch, anstatt mich dauernd anzuniesen!
2. (salopp) anfahren: laß dich doch von ihm nicht so
a.
^mieten <sw. V.; hat): durch Nieten an etw. befestigen:
Blechteile, einen Kunststoflbelag a.
Anniversar [aniver'za:?]. das; -s. -e [mlat. anniversärium.
subst. Neutr. Sg. von lat. anniversärius = alljährlich]:
1. (bildungsspr.) Jahrestag. Jubiläum: sein SO. A. begehen,
feiern. 2. in der kath. Kirche jährlich wiederkehrende
Gedächtnisfeierfür einen Toten: -e und Seelenmessen;
Anniversarium [aniver'za:rium]. das; -s. ...ien [...jan]: svw. t
Anniversar.
anno, (häufiger:) Anno[ano; lat. anno. Ablativ von: annus
= Jahr] (veraltet): im Jahre: erbaut A. 1911; die Kinder
bekommen die Grippe und die Erwachsenen auch: wie
a. siebzehn (Grass. Hundejahre 243); * A. dazumal (früher,
in jener /alten, vergangenen] Zeit): A. d. war das Leben
noch viel leichter; die Melodie klingt nach A. d. (einer
längst] vergangenen Zeit): A. Domini [-'do:mini; lat.] (im
Jahre des Herrn): A. Domini 1584; Abk.: A. D.; A. dynne-
mab: vgl. dunnemals; A. Tobak [mit Bezug auf die Zeit,
in der das Tabakrauchen anfing, f Tobak] (ugs. scherzh.;
alte ' längst überholte I Zeit: in. aus alter ' längst überholter /
Zeit): dein Hut ist noch von A. Tobak.
Annonce [a'nö:s3], die; -, -n [frz. annonce. zu: annoncer.
tannoncieren]: Anzeige (2b), Zeitungsanzeige. Inserat: eine
A. aufgeben, in die Zeitung setzen; sich auf eine A. melden;
w
147
Annoncen-
Sie hatte auf seine A. geantwortet, in der er sich anpries
(Jaeger. Freudenhaus 9).
Annoncen-: ^bbtt, das: Zeitung* die vorwiegend od. nur aus
Annoncen besteht: das A. aufschlagen, durchlesen; -expedi-
tkxi, die: Anzeigenvermittlung; -teil, der: in sich
abgeschlossener Teil einer Zeitung, der nur Annoncen enthält: ein
ausführlicher A.; den A. überfliegen.
Annonceuse [anö's0:zah die; -. -n (Gastr.): Angestellte, die
die Bestellungen der Gäste an die Küche weitergibt;
annoncieren [anö'si:renl <sw. V.; hat) [frz. annoncer < lat. annüntiä-
re = an-, verkündigen]: a) eine Annonce aufgeben, in die
Zeitung bringen: [in der Zeitung] a.; b) ankündigen: neue
Modelle, das Erscheinen eines Buches a.; Winkler ...
annonciert seine neue Groteske süffisant als ..Fernsehen, das
niemand ... geistig überfordert" (Spiegel 26. 1974. 119).
Amone [a'no:nd]. die; -. -n [span. anona. aus einer In-
dianerspr. der Antillen]: tropische Baumfrucht mit
verschiedenen eßbaren Arten (z. B. Chirimoya. Zimtapfel).
annullieren [anoli.ren] <sw. V.; hat) [spatlat. annülläre]:
l amtlich / für ungültig, nichtig erklären: ein Gerichtsurteil,
einen Vertrag, die Ehe a.; <Abl.:> Annullierung, die; -. -en.
Anode [ano:dd]. die; -. -n [engl, anode < griech. änodos
= Aufweg. Eingang; von Faraday (vgl. Farad) 1834
eingeführt] (Physik): positive Elektrode (Ggs.: Kathode); <Abl.:>
anodisch <Adj.; o. Steig.).
fnfiden <sw. V.; hat): a) langweilen: das Leben, sein Gesicht
ödet mich an; Nach mehrmaligen Treffen ödete es die
Jugendlichen und uns an. ... auf der Bühne zu sitzen
(Ossowski. Bewährung 102); b) (ugs.) belästigen: die
Betrunkenen ödeten die Gäste an.
Anoden-: ^batterie, die: Batterie zur Erzeugung des
Anodenstroms für Elektronenröhren; ^Spannung, die: in
Elektronenröhren Spannung zwischen Anode u. Kathode;
strahlen <P1.): von einer glühenden Anode ausgehende
Ionenstrahlen; -«trom, der.
anomal fanoipa:l. auch: —'-] <AdJ.) [spätlat. anömalus
< griech. anomalos]: unregelmäßig, regelwidrig, nicht
regelrecht Ientwickelt J: -e Beziehungen. Verhältnisse; etw. für
a. ansehen; sich a. verhalten; Anomalie [anoma'li:]. die;
-. -n [...i:an; lat. anömalia < griech. anömalia]: a) Zustand
des Anomalen. Regelwidrigkeit: die A. dieses Zustandes;
eine A. aufweisen, zeigen; b) (Biol.) körperliche Mißbildung:
eine angeborene A.; -n des Gehirns.
anonym [anonym] <AdJ.; o. Steig.) [gek. aus: anonymisch,
zu t Anonymus] (bildungsspr.): ungenannt, namenlos, ohne
Verfasser: ein -er Verfasser, Brief; einfen]Traktat a.
herausgeben; Anonymität [anonymite:t]. die; -(bildungsspr.):
Unbekanntheit des Namens. Namenlosigkeit: die A. wahren,
aufgeben; Anonymus [a'no:nymus]. der; -, ...mi od. ...ny-
men [ano'nyman; spätlat. anönymos < griech. anönymos]
(bildungsspr.): namentlich nicht genannter Autor: der
Verfasser ist ein A. aus dem 17. Jh.; Ein A.. der als ..ein
gläubiger Katholik4' zeichnet, entrüstet sich (Kantorowicz.
Tagebuch 1.552).
Anopheles [a'no:feles], die; -. - [griech. anöpheles = nutzlos,
schädlich]: Vertreter einer tropischen u. südeuropäischen
Stechmückengattung, die die Malaria überträgt;
Fiebermücke; Gabelmücke.
Anorak [anorak],der; -s. -s [eskim. anorak]: 1. Kajakjacke
der Eskimos. 2. Windjacke mit Kapuze.
anordnen <sw. V.; hat): 1. in einer bestimmten Weise, nach
einem bestimmten Plan ordnen, aufstellen: die einzelnen
Kapitel eines Buches systematisch a.; das Verzeichnis ist
nach Sachgruppen angeordnet; einen ... Tisch .... auf dem
Eßgeräte. Gläser und Sandwiches angeordnet waren
(Jahnn. Nacht 34). 2. veranlassen, befehlen, verfügen: etw.
dienstlich a.; der Arzt ordnete strenge Bettruhe an; er
ordnete an. alle Gefangenen zu entlassen; <Abl.:> Anonl-
nung, die; -. -en: 1. das Anordnen (1). Gruppierung: eine
übersichtliche A. vornehmen. 2. Verfügung. Veranlassung:
eine polizeiliche A.; -en erlassen, treffen; Jmds. -en folgen,
nachkommen; das geschah auf meine A.
Anorganiker [an|3rga:nikB]. der; -s. -: Wissenschaftler auf
dem Gebiet der (morganischen Chemie; unorganisch <AdJ.;
o. Steig.; nur attr.) [aus griech. a(n) = nicht, un- u.
t organisch) (Ggs.: organisch): 1. a) zum unbelebten Teil
der Natur gehörend, ihn betreffend; b) nicht durch Lebewesen
entstanden. 2. nicht nach bestimmten [natürlichen]
Gesetzmäßigkeiten erfolgend; ungeordnet: -es Wachstum.
^normal <Adj.: o. Steig.) [mlat. anormalis. anormalus. vgl.
anomal u. normal]: nicht normal, von der Norm
abweichend, ungewöhnlich: einen -en Eindruck auf Jmdn. machen;
-e Zustände.
Anpaarung, die; -. -en (Tierzucht): gewollte Paarung von
Haus j deren mit verschiedenen Merhnalen.
anpacken <sw. V.; hat): 1. a) fest /mit den Händen] fassen:
jmdn. grob am Arm a.; er packte die Kiste mit beiden
Händen an; Ü Er ... wittert überall, wo er auch anpackt.
Geheimnis und unerhörtes Wunder (ansetzt; Jens. Mann
80); b) Jmdn. durch Zufassen angreifen: der Vogel packte
das Jungtier mit den Klauen an; pack an! (Aufforderung
an einen Hund: beiß zu!); c) mit zugreifen; mithelfen: wenn
alle mit a.. haben wir die Sachen schnell weggeschafft.
2. in Angriff nehmen; in einer bestimmten Weise handhaben:
ein Problem a.; das Leben richtig a. 3. (ugs.) in einer
bestimmten Art behandeln; mit jmdm. auf eine bestimmte
Weise umgehen: der Lehrer hat die Schüler hart angepackt;
etw. richtig anzupacken verstehen; Er weiß schon, wie
man es a. muß bei diesen Weibern (Fallada. Jeder 166).
^npaddebi <sw. V.): 1. sich paddelnd nähern, heranpaddeln
Ost; meist im 2. Part. + kommen): eben kommen sie
angepaddelt. 2,(Kanusport) zum erstenmal gemeinschaftlich
in der Saison paddeln <hat) (Ggs.: abpaddeln 1): ich padd[e]-
le morgen mit meinen Freunden an; <subst.:> in Feuden-
heim war das Anpaddeln trotz rauhen Wetters ein Festtag
(MM 2. 4. 69. 7).
fnpappen <sw. V.): 1. (ugs.) notdürftig od. behelfsmäßig
ankleben <hat): ich pappe einen Zettel an meiner Tür
an; ein angepapptes Bärtchen. 2. (landsch.) festkleben,
festsitzen <ist): der Schnee pappt an; der Honig ist am
Messer angepappt.
anpassen <sw. V.; hat): 1. jmdm. od. einer Sache anmessen;
für jmdn. od. etw. passend machen: jmdm. einen Anzug.
Kleider a.; ein Schuhgeschäft, wo ich mir ein Paar ...
Knöpfstiefel a. ließ (Th. Mann. Krull 190); Türrahmen
und Türen müssen einander angepaßt werden. 2. etw. einer
Sache angleichen; etw. auf etw. abstimmen: seine Kleidung
dem festlichen Anlaß a.; die Ausrüstung ist der Jahreszeit
angepaßt; die Sätze der Kriegsopferversorgung wurden
am 1. Januar 1967 angepaßt (den Lebenshaltungskosten
angeglichen). 3. <a + sich) sich jmdm. od. einer Sache
angleichen; sich nach jmdm. od. etw. richten: sich der/an
die Zeit. Umgebung. Wirklichkeit a.; sich in der Kleidung
den anderen a.; sich einander a. können; Hermine ließ
mich führen und paßte sich zart und leicht wie ein
Blumenblatt an (Hesse. Steppenwolf 138); der angepaßte Mensch
(Soziol.; der sich seiner Umgebung, der Zeit, den
Verhältnissen angepaßt hat); <Abl.:> Anpassung, die; -. -en (PI. selten):
das Sicheinstellen auf jmdn. od. etw.; das / Sich J einfügen.
Angleichen: A. der Löhne, Gehälter. Renten; A. an
veränderte räumliche Gegebenheiten; die A. an die Höhenluft
war so vollkommen gelungen, daß niemand über
Atembeschwerden klagte (Trenker. Helden 25); eine A. der Theorie
an die neuen empirischen Gegebenheiten (Fraenkel. Staat
254); A. (Med.; Adaptation 1) des Auges; der Begriff der
A. (Adaptation 2) wurde hauptsächlich in der
amerikanischen Psychologie und Soziologie entwickelt.
tnpassunB-, Anpassung!*-: ^flhig <AdJ.; nicht adv.): fähig,
sich anzupassen: ein -er Mensch; er ist sehr a.. dazu: ^Ahig-
keit, die <P1. selten): vgl. t-vermögen; -hitfe, die
(Wirtsch.): geldliche Unterstützung für die Zeit des
Eingewöhnens: einen bestimmten Betrag als A. bekommen;
Mnechanismug, der (Biol.. Verhaltensf.); Reaktion, die
(meist PI.) (Med.); Schwierigkeiten (PI.) (Soziol.):
[seelische! Schwierigkeiten bei der Umstellung auf andere
Umwelt-. Lebens- od. Arbeitsverhältnisse: bei der Eingliederung
der ausländischen Arbeitskräfte ist mit A. zu rechnen;
-vermögen, das <P1. selten) (Soziol.): Fähigkeit, sich
anzupassen: er hat keinerlei A. und findet sich im Leben nicht
zurecht; ^Vorgang, der.
tnpatzen <sw. V.; hat) (österr. ugs.): beschmutzen, beklek-
kern: er hat sich, seine neue Hose mit Soße angepatzt.
inpeikn <sw. V.; hat): a) (Schiffahrt. Flugw.) mittels Peilung
ansteuern: den Leuchtturm anpeilen; Ü die
vorübersehenden Mädchen a.; Von Anfang an hatte er zielstrebig die
Bühne angepeilt (angestrebt: Hörzu 4. 1973. 82); b)
(Rundf.) durch Peilung den Standort o. ä. von etw.
bestimmen: ein Flugzeug, einen feindlichen Agentensender a.;
(Abl.:> ^npeUung, die; -. -en.
fnpetechen <sw. V.; hat): brutal /mit Drohungen/ zu etw.
148
anquälen
antreiben: die Arbeiter ... werden von Funktionärsvögten
zu immer neuen Sonderschichten. Normenerhöhungen.
Überstunden angepeitscht (Kantorowicz. Tagebuch 1.19).
fnpdlen <sw. V.; hat) (landsch. salopp): Kleidung anziehen:
Peddersen bat seine Frau, sich kältegerecht anzupeilen
(MM 14. 12.74.43).
«npesen <sw. V.; ist) (nordd. salopp): eilig, hastig
herbeilaufen <meist in der Verbindung 2. Part. + kommen):
da kommt er angepest.
fnpfeifen <st. V.; hat): 1. (Sport) (vom Schiedsrichter) ein
Spiel od. einen Spielabschnitt durch ein Zeichen mit der
Pfeife beginnen lassen: ein Signal zum Anfang geben: das
Spiel a.; die zweite Halbzeit wurde angepfiffen; der
Schiedsrichter hat angepfiffen. 2. (salopp) in scharfem Ton
zurechtweisen: der Chef hat ihn angepfiffen; Noch .nie ist
vorgekommen, daß er mich angepfiffen hätte (DM Test 45.
1965. 51); Anpfiff, der; -[e]s. -e: 1. (Sport) Pfiff als Zeichen
für den Beginn eines Spieles od. Spielabschnittes: nach dem
A. des Schiedsrichters. 2. (salopp) scharfer Tadel eines
Chefs, Vorgesetzten: einen A. bekommen; jeder mußte
einen unvermuteten und unverdienten A. gewärtigen
(Feuchtwanger. Erfolg 409).
fnpflanzen <sw. V.; hat): a) auf eine bestimmte / vorbereitete]
Fläche pflanzen: Blumen. Sträucher. Obstbäume [im
Garten! a.; b) (einen Garten, ein Beet) bepflanzen: die Beete
sind frisch angepflanzt; c) (eine bestimmte Pflanzenart)
anbauen: Mais. Tabak, Kaffee a.; <Abl.:> Anpflanzung.
die; -. -en: 1. das Anpflanzen: dieser Boden ist zur A.
von Getreide nicht geeignet. 2. bepflanzte Fläche: auf dem
Kahlschlag wurde eine neue A. angelegt; die -en verwüsten.
fnpflaimen <sw. V.; hat) [urspr. = mit Pflaumen weifen]
(ugs.): necken: mit jmdm. seinen Scherz od. Spott treiben:
er machte sich einen Spaß daraus, alle Mädchen
anzupflaumen; einander, sich [gegenseitig] a.; <Abl.:> Anpflau-
merci. die; -. -en: (ugs.) Anpflaumen; Neckerei: laß doch
die ewige A.. deine -en!
fnpflocken <sw. V.; hat): a) an einem Pflock befestigen:
ein Boot, eine Ziege a.; angepflockte Tiere; b) mit Pflöcken
befestigen: die Zelte müssen angepflockt werden; fnpflök-
ken: seltener Tür t anpflocken.
'tnpfctan <sw. V.; hat): pickend anfressen, durch Picken
beschädigen: die Elstern picken die Maiskolben an.
*fnpicken <sw. V.) (österr.): a) festsitzen, angeklebt sein
<ist>: das Blatt pickt an; b) festkleben <hat): er hat den
Henkel wieder angepickt.
fnpMceln <sw. V.; hat) (salopp): mit Harn beschmutzen;
sein Wasser gegen etw. abschlagen: Am Tor pinkelte einer
den Hoheitsadler an (Kirst. 08/15. 883); Ü Wer Willy
Brandt anpinkelt oder Brundage verprellt, muß abtreten
(MM 30. 8. 72. 14).
fnpinnen <sw. V.; hat) (nordd.): anheften; (mit einer Reiß-
zwecke o. ä. / an etw. befestigen: ein Foto an die Schranktür
a.; er pinnte den Zettel an.
tnpbneln <sw. V.; hat) (ugs.): a) bemalen, anmalen,
anstreichen: Fenster, Wände [bunt] a.; du hast dich aber gewaltig
angepinselt (geschminkt)!; b) (Wörter, eine Inschrift) an
eine Wand o. ä. malen, schreiben: als sie mit Pinsel und
Teerfarbe „Villa Winterfrieden" angepinselt hatten (Plie-
vier, Stalingrad 65).
«npirschen <sw. V.; hat) (Jägerspr.): a) ein Wild anschleichen;
sich leise u. vorsichtig (gegen den Wind] einem Wild nähern:
Wild in der freien Steppe a.; Die Löwenkinder pirschen
kunstgerecht die schwarze Schwanzquaste von einem der
... Löwen an (Grzimek. Serengeti 84); b) <a. + sich)
steh heranschleichen [an etw.]: sich an das Wild a.; ich
pirschte mich mit schußbereiter Kamera an.
«■pissen <sw. V.; hat) (derb): svw. tanpinkeln: Einmal mit
dem Hund um den Dom, damit er ihn anpißt an allen
zweiunddreißig Ecken (Grass. Hundejahre 514).
Ildkiui <sw. V.; hat) (nordd.): jmdn. mit verschleiertem
Blick, blinzelnd u. etwas dümmlich ansehen: während so
die Fischfrau das unentschlossene Herrchen anplierte
(Lenz. Suleyken 34).
Anpfibetei.die:-.-enkugs.Y. das Anpöbeln. Schlußmitder A.!;
von denen haben wir nur -en zu erwarten; «npöbeln <sw.
V.; hat) (ugs.): durch freche, unflätige Worte beleidigen;
auf derbe Art belästigen: Rocker, die Leute auf der Straße
anpöbeln; und scheute sich nicht, trotz seiner königlichen
Würde Passanten anzupöbeln (MM 19./20. 8. 1967. 4);
<Abl.:> Anpöbehmg, (auch:) ^npöMung, die; -, -en.
fnpochen <sw. V.; hat) (landsch. od. geh.): /vorsichtig]
anklopfen; /bittend] an die Tür klopfen: er hat dreimal
angepocht, aber niemand hat aufgemacht; Ü ich werde
einmal bei meinem Vater a. (vorsichtig, bittend
nachfragen), ob er uns helfen kann.
fnpoHern <sw. V.; ist) meist in der Verbindung anoepoltert
kommen (polternd, mit polternden Schritten
herankommen): eben kommt er angepoltert.
fnpopeln <sw. V.; hat) (salopp): sich kritisch mitjmds. Person
beschäftigen: Selbstverständlich muß in einer Talk-Show
nach hartem... Kampf immer der Gastgeber der
Unterlegene sein ... A. darf man nur anerkannte Marken-Ekel wie
Klaus Kinski (Zeit 25. 4. 75. 49).
Anprall, der; -[eis: das Anprallen, heftiger Stoß gegen etwas
Hartes, /plötzliches] Aufschlagen: der A. der Wellen gegen
die Mauer; dem A. standhalten; Ü Sie waren benommen,
als sie... vom A. der sommerlichen Straße getroffen wurden
(Musil. Mann 1378); anprallen <sw. V.; ist): an od. gegen
jmdn., etw. prallen, heftig anstoßen: hart an. gegen die
Mauer a.; wir prallten gegeneinander an (Hauptmann.
Schuß 12).
anprangern ['anprai)Bn] <sw. V.; hat): öffentlich tadeln,
verurteilen, brandmarken, als Mißstand herausstellen, an die
Öffentlichkeit bringen: die Mißstände wurden angeprangert;
die Korruption der Verwaltung a.; Mit einem Seufzen
habe ich ... die allgemeine Unvernunft der Familie
allgemein angeprangert (Wohmann. Absicht 250); ich werde
ihn als Betrüger a.; das muß als Mißbrauch der Amtsgewalt
angeprangert wenden; <Abl.:> ^nprangerung, die; -. -en.
ynpreien <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): ein Schiff anrufen:
Von einem deutschen Dreimastschoner werden wir durch
das Sprachrohr angepreit (Kisch. Reporter 34).
anpreisen <st. V.; hat): wegen seiner besonderen Vorzüge
empfehlen, rühmen: eine Ware, ein Lokal, eine
Sehenswürdigkeit, einen Schlagersänger a.; das Hotel preist sich als
mit allem Komfort ausgestattet an; die Regierung pries
ihre beabsichtigten oder vollbrachten Taten an (Niekisch.
Leben 255); <Abl.:> ^npresung. die; -. -en.
anpreschen <sw. V.; ist) meist in der Verbindung angeprescht
kommen (ugs.; lim Laufschritt 1 eiligst herankommen):
atemlos angeprescht kommen; zwei Reiter kamen in vollem
Galopp angeprescht.
anpressen <sw. V.; hat): fest an etw. pressen: du mußt die
Marke fest a.. damit sie hält; er preßte das Ohr an die
Tür an und horchte; (auch a. + sich:) ich habe mich
an den Boden angepreßt; So lagen sie. ... angepreßt an
den Boden (Remarque. Funke 189).
Anprobe, die; -. -n: 1. das Anprobieren eines I in Arbeit
befindlichen] Kleidungsstückes: Anzug nach Maß ... Das
Ganze braucht fünf -n (Grass. Blechtrommel 556); zur
A. kommen; ich bin um 10 Uhr zur A.. zu einer A.
bestellt. 2. abgetrennter Raum, Kabine zum Anprobieren
in einem Kaufhaus od. einer Schneiderwerkstatt: bitte gehen
Sie in die A.!; anprobieren <sw. V.; hat): a) etw. anziehen,
um zu sehen, ob es paßt: einen Anzug. Kleider, Schuhe
a.; sie hat den schicken Mantel gleich anprobiert; ich
muß noch a.; morgen kannst du a. kommen (ugs.; zur
Anprobe kommen); b) jmdm. probeweise anziehen:
veranlassen, daßjmd. etw. zur Probe anzieht: der Schneider probierte
ihm den Anzug an; schickte er einen Ballen voll bunter
Garderobe ... vor sich her, um sie mir nach Tische nur
zum Vergnügen anzuprobieren (Th. Mann. Krull 30).
anpummebi ['anpomfn] <sw. V.; hat) (landsch.): dick, warm
anziehen: der hat sich aber angepummelt!; sie pummelt
ihre Kinder immer so dick an.
fnpumpen <sw. V.; hat) (salopp): jmdn. um Geld angehen;
Geld von jmdm. leihen: er hat midi um 50 Mark angepumpt;
Ich pump' dich doch auch manchmal an (Tucholsky.
Werke I. 394).
tnpusten <sw. V.; hat) (ugs.): [seinen Atem) gegen jmdn..
etw. blasen, pusten: draußen pustet uns ein starker Wind
an; eine Pusteblume (abgeblühten Löwenzahn) a.; er ist
so schwach, daß er umfällt, wenn man ihn anpustet.
Anputz,der; -es (landsch.): auffällige, [übertrieben] festliche
Kleidung): sie kam in einem stattlichen A.; anputzen <sw.
V.; hat) (landsch.): festlich anziehen, herausputzen, schmük-
ken: sie hat ihre Kinder/sich sonntäglich angeputzt.
fnqutten, sich <sw. V.; hat): nur mit Mühe und ein wenig
widerwillig Fröhlichkeit o.a. zeigen: da merkte sie doch
schon, daß er manchen Ton erzwang, und zuerst wollte
149
anquasseln
sie ihm nur helfen, die angequälte Lustigkeit fallenzulassen
(Kant, Impressum 206).
anquasseln <sw.V.: hat) (salopp): ungeniert ansprechen,
anquatschen: Los. gehen wir auf ihn zu und quasseln ihn
an (Lynen, Kentaurenfährte 28).
«nouatschen <sw. V.; hat) (salopp): plump-vertraulich in
ungehöriger Weise! ansprechen: ich habe keine Lust, mich
von Jedem Flegel a. zu lassen; „Und da habe ich sie
einfach angequatscht'4 (Berliner Morgenpost 17. 1. 1975.
14).
anquirlen <sw. V.; hat) (Kochk.): a) an etw. quirlen, mit
dem Quirl in etw. einrühren: du mußt noch ein Ei a.;
b) etw. anrühren, mit dem Quirl verquirlen: das
Puddingpulver wird mit einigen Eßlöffeln Milch angequirlt.
fnradeln <sw. V.; ist) meist in der Verbindung angeradeh
kommen (mit dem Fahrrad herankommen).
anrainen ['aniqinan] <sw. V.; hat) [zu TRain]: angrenzen
(meist im 1. Part): die anrainenden Siedlungen; Aminer
der; -s. - (Verwaltung): a) / Grundstücks nachbar: die
arabischen A. des Roten Meeres; darüber müssen Sie sich mit
Ihrem A. verständigen; b) (bes. österr.) Anlieger: einer
von denen, deren Gebiet gemeinsam an etw. (eine Straße,
ein Land, ein Gewässer) grenzt: Ausgenommen sind Pöst-
kraftwagen.Taxi-Fahrzeuge... und A. der Bödelestr.
(Vorarlberger Nachr. 22. 11. 68.4).
Anrainer-: Mirundstück, ^s; ^land. das <P1.: -länder):
angrenzendes Land: die Anrainerländer des Bodensees;
--macht, die: die Sowjetunion ist eine A. des Schwarzen
Meeres; -Staat, der <meist PL); -verkehr, der <o. PI.)
(bes. österr.): svw. t Anliegerverkehr.
Anrand,der; -s (landsch.): verstärkter Anlauf: einen A.
nehmen.
firaizen <sw. V.; hat) (salopp): scharf tadeln, in barschem
Ton zurechtweisen: seine Untergebenen a.; Mittags kommt
der Lazarettinspektor und ranzt uns an (Remarque.
Westen 177); <Abl.:> Anranzer, der; -s. - (salopp): scharfer
Tadel: barsche Zurechtweisung: einen A. bekommen.
fnrasen <sw. V.; ist) (ugs.): in rasendem Tempo heranlaufen,
-fahren: herbeirennen: er ist angerast und ins Haus gestürzt;
der Wagen ist gegen die Absperrung angerast; meist in
der Verbindung angerast kommen (sehr rasch u. ungestüm
herankommen).
inraasetn <sw. V.): 1. (ugs.) rasselnd heranfahren <ist): die
Feuerwehr rasselte an; meist in der Verbindung angerasselt
kommen (rasselndherankommen). 2. (salopp) grob
zurechtweisen, anschnauzen (hat): Exzellenz hat mich einige Male
eklig angerasselt (A. Zweig. Grischa 397).
anraten <st. V.; hat): jmdm. empfehlen: jmdm. raten, etw.
zu tun: jmdm. Vernunft a.; obgleich Pater Alban nicht
müde wird, mir Violinstunden anzuraten (Grass. Katz
125); hier ist nur die Zurückstellung vom Schulbesuch
anzuraten; das wollte ich dir auch angeraten haben! (das
war deine selbstverständliche Pflicht: wehe, wenn du nicht
so gehandelt hättest!): <subst.:> auf Anraten des Arztes.
fnrattem <sw. V.; ist) meist in der Verbindung angerattert
kommen (ugs.; unter Rattern, mit großem Lärm
herankommen): er kam in seinem alten Wägelchen angerattert.
anrauchen<sw. V.; hat) /vgl. angeraucht/: 1. (eine Zigarette,
Zigarre, Pfeife) anzünden u. die ersten Züge tun: rauch
mir bitte eine Zigarette an!; eine angerauchte (nicht fertig
gerauchte) Zigarre. 2. mit Rauch belästigen: jmdm. Rauch
ins Gesicht blasen: auch Nichtraucher erleiden
Gesundheitsschäden, wenn sie ständig angeraucht werden.
anräuchern <sw. V.; hat): leicht, kurz räuchern: Wurst a.;
mageres Schweinefleisch, leicht angeräuchert.
fnrauhen <sw. V.; hat): (Stoff, Leder o.a.) an der Oberfläche
ein wenig rauh machen: der Stoff ist auf der Unterseite
leicht angerauht; Ü Bierdunst und Zigarettenrauch hatten
seine Stimme angerauht.
Anraum, Anreim, der; -[eis [zu mhd.. ahd. räm = Schmutz]
(landsch.. bes. bayr.-österr.): Rauhreif.
anraunzen <sw. V.; hat) (salopp): anfahren: mit groben
Worten scharf zurechtweisen: einen Untergebenen a.; <Abl.:)
Anraunzer, der; -s. - (salopp): grober Tadel. Schelte: er
hat vom Chef einen A. bekommen.
^manschen <sw. V.; ist) meist in der Verbindung angerausdit
kommen (ugs.): 1. mit einem rauschenden Ton
herankommen): Da kommt der Autobus endlich angerauscht (Faller.
Frauen 81). 2. mit großer Gebärde, Aufmerksamkeit auf
sich lenkend herankommen.
anrechenbar [anre^nba:?] <AdJ.; o. Steig.) (Sozialvers.): von
etw., was angerechnet werden kann: anrechnungsfähig: diese
Beitragsmonate sind a.; anrechnen <sw. V.; hat): 1. a)
i gesondert! in Rechnung stellen, berechnen: die vielen
privaten Telefongespräche muß ich Ihnen a.; diese
Zusatzleistung hat er [uns] nicht [mit] angerechnet; b) bewerten:
der Schüler war so lange krank, daß ihm die schlechte
Arbeit nicht angerechnet werden konnte; c) gegenrechnen:
gegen etw. aufrechnen: den alten Fernseher a.; das Auto
wurde ihnen mit 500 Mark angerechnet; die
Untersuchungshaff wurde [auf die Strafe] angerechnet. 2. in einer
bestimmten Weise werten: i vergleichend] einschätzen:
(Jur.:) etwas als strafmildernd a.; Jmdm. etw. als Verfehlung
a.; Rechnen Sie es mir nicht als Bosheit an (Benrath.
Konstanze 127); (Abi.:) Anrechnung,die: -. -en <P1. selten):
das Anrechnen: Berechnung. Berücksichtigung: eine A. der
Transportkosten erfolgt nicht; unter A. der
Untersuchungshaft; *etw. in A. brmsen (Papierdt.. nachdrücklich:
anrechnen: mit berechnen), dazu firechnungsilhig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Sozialvers): so geartet, daß es
angerechnet werden kann: -e Versicherungszeiten; ^nredmunB»-
zeitraum, der (Sozialvers.).
Anrecht das; -[e]s. -e: 1. Recht auf etw., was einem zusteht:
Anspruch: er hat. besitzt ein altes A. auf diese Wohnung;
sein A. geltend machen; er ... tat. als käme er nicht von
London, sondern von der Front, ein Held mit A. auf
häusliche Pflege (Frisch. Stiller 322). 2. [Theater-,
Konzert Jabonnement: Wir bitten unsere Abonnenten, ihr A.
bis zum 1. September zu erneuern; <Abl.:> Anrechtler,
der; -s. -: Abonnent: <Zus.:> Anrechtskarte,die:
[Platzjausweis eines Abonnenten: Anrechtsschein, der (Wirtsch):
Zwischenschein, den ein Aktionär vor der Emission der
eigentlichen Aktien erhält.
Anrede, die; -. -n: 1 • Bezeichnung, mit der man jmdn. anredet:
eine höfliche, steife, vertrauliche A.; wie ist die A. eines
Kardinals, für einen Kardinal?; eine A. umgehen,
vermeiden; .Ach. Herr Vater", erwiderte sie mit der alten
feierlichen A. des Landes (Wiechert, Jeromin-Kinder 34). 2. a)
(selten) das Ansprechen eines anderen: an einen anderen
gerichtete Worte: er blieb auch stehen, als verlange ihn
nach einer A. oder als suche er selbst nach einer (Gaiser.
Jagd 63); b) (Schweiz.) Ansprache: eine A. halten.
Anrede- (Sprachw.): -fall, der: der Fall (Kasus), in dem
jmd. angesprochen wird (im Lateinischen der Vokativ, im
Deutschen der Nominativ): -fiirwort, das: zum Anreden
gebrauchte Form des Personalpronomens: du, ihr und Sie
sind Anredefürwörter; Miominativ, der.
fnreden <sw. V.; hat): 1. a) ansprechen: Worte an jmdn.
richten: der Nachbar redete mich an; So rede ich ihn
an und sage es ihm (Remarque. Westen 158); b) in einer
bestimmten Form, mit einer bestimmten Bezeichnung
ansprechen: Jmdn. mit ..du44, mit ..Sie", mit seinem Titel a.;
in bequemer Freundschaftlichkeit pflegte er auch meine
Mutter lediglich mit Nachnamen anzureden (Th. Mann,
Krull 82). 2. sich durch Reden gegen jmdn. od. etw.
durchzusetzen versuchen, redend gegen etw. angehen: gegen solchen
Lärm kann ich nicht mehr a.
ynregen <sw. V.; hat) /vgl. angeregt/: I. a) jmdn. zu etw.
veranlassen, ermuntern, inspirieren: das regte ihn zum
Nachdenken, zu einer Bemerkung an; b) etw. vorschlagen,
den Anstoß zu etw. geben: Prof. Müller hat diese
Dissertation angeregt; Ich möchte die Frage a., ob ...; Sie lernten
die Herzen zu rühren, zur Nachdenklichkeit anzuregen
(Brecht, Groschen 21). 2. (vonbestimmten Stoffen) beleben,
aufmuntern: Kaffee und Tee regen [die Lebensgeister] an;
sich vom Nikotin a. lassen; ein anregendes Mittel; die
Diskussion war sehr anregend; in angeregtem (eifrigem,
lebhaftem) Gespräch; angeregt vom Wein. 3. (Physik)
Atomfkemje od. Moleküle (im Quantensprung) aus dem
Grundzustand in einen höheren Energiezustand versetzen:
ein Atom kann nur sprunghaft angeregt werden; <Abl.:>
Anreger, der; -s, -: jmd., der Anregungen (1 b) gibt: Herder
war der große A. für seine Zeitgenossen; er ist einer der
A. dieser Arbeitsgemeinschaft; Anregung, die; -. -en: 1.
a) <o. Pl> das Anregen: die A. von Diskussionen, Debatten;
b) Impuls, [DenkJanstoß: [fruchtbare] -en geben,
empfangen; sich wertvolle -en holen; Piaton hat seine -en dazu
in den Welstümern des Orients geschöpft (Musil, Mann
1 337); c) Vorschlag: eint A. befolgen, aufgreifen; -en
unterbreiten. 2. <o. PI.) das Beleben: Belebung: ein Mittel zur
150
anrichten
A. des Appetits, der Verdauung, der Herztätigkeit; Ü das
Spielzeug dient der A. der Phantasie; zu 2: Anregungsmittel,
das: Aufputschmittel Stimulans: Drogen sind gefährliche
A.; der Arzt hat ihm ein A. verschrieben.
fnreiben <st. V.; hat): 1. (landsch.) (ein Streichholz) durch
Reiben entzünden: ein Streichholz a. 2. (Fachspr.) a) (Farbe
mit Wasser od. einem Bindemittel) mischen, anrühren: er
hat etwas Farbe angerieben; b) ein mit einem Klebemittel
beschichtetes Material auf der zu beklebenden Fläche durch
Reiben festdrücken: das Einbandgewebe wird mit dem
Handrücken auf dem Buchdeckel angerieben.
fnreichen <sw. V.; hat) (landsch.): helfend zureichen,
hinüberreichen: ich muß die Bücher dort oben einordnen, kannst
du sie mir mal anreichen?; Es gibt ... keinen Nachwuchs,
der sich das Ziel setzt, dem lieben Mitbürger die Waren
anzureichen (MM 18. 10. 68, 33).
anreichern ['anrqfcm] (hat): a) ansammeln, aufspeichern:
die giftigen Stoffe werden im Körpergewebe angereichert;
die Bank hat ihre Effektenbestände noch angereichert;
mit Rauch, Gas. Staub und Dämpfen angereicherte Luft;
<aucha. + sich) diese Stoffe können sich im Nervensystem
a.; b) verbessern, vermehren: gehaltvoller machen:
Lebensmittel mit Vitaminen a.; angereichertes Gemisch (Kfz.-T.;
Kraftstoff-Luft-Gemisch mit besonders hohem
Kraftstoffanteil, wie es beim Kaltstart u. im hohen Drehzahlbereich
gebraucht wird): c) <a. + sich) sich etw. zufuhren: in sich
aufhäufen: die Bäume ... mußten sich aus Luft und Boden
erst wieder neue Kraft a. (Jacob. Kaffee 249); <Abl.:)
Anreicherung, die; -. -en. dazu: Anrekherungssystem, das
(Kfz.-T.): Vorrichtung zum Anreichern des Kraftstoff-Luft-
Gemisches.
'fnreihen <sw. V.; hat): a) einer Reihe anfügen: Perlen a.;
U Zur Geschichte meiner persönlichen Liebeserziehung
aber sei folgender Bericht hier schicklich angereiht (Th.
Mann, Krull 130); b) <a. + sich) (geh.) sich einer Reihe
anschließen: die Kreml-Mauer war das Ziel vieler, sie
reihten sich hier auf. reihten sich an. reihten sich ein zu ...
kilometerlangen ... Schlangen (Koeppen. Rußland 94); Ü
das reiht sich seinen Taten würdig an; ein weiterer Bericht
reiht sich an: V^^en <reihte /(seltener:) rieh an, hat
angereiht/ angeriehen): mit großen Stichen annähen, lose
anheften: das Futter a.; sie hat den Rock zur Anprobe
erst einmal angeriehen.
'Amt"* der; -[eis: tAnraum.
24nreim, der; -[eis, -e [zu IReim): selten für tAlliteration;
fnreimen <sw. V.; hat): selten für falliterieren.
Anreise, die; -. -n: a) Hinfahrt, Fahrt (an ein bestimmtes
Ziel): die A. erfolgt über München, die Rückfahrt über
Ulm; die A. dauert 10 Stunden; b) [erwartetes] Eintreffen,
Ankunft: wir erwarten die A. einer größeren
Reisegesellschaft; QnreJsen <sw. V.; ist): a) an ein bestimmtes Ziel
reisen, fahren: sie reisen mit dem Auto an; b) eintreffen:
von weit (mit einem Verkehrsmittel) ankommen: Die
Journalisten reisten an. füllten den Saal mit Erregung und
Tabaksqualm (Fries. Weg 230); die Teilnehmer reisen aus
allen Himmelsrichtungen an; mit einem Sonderzug a.;
<auch 2. Part. + kommen) aus Hamburg angereist
kommen; <Zus. :>j^nretoetag,der: der Montag gilt als A.; Anreise»
termin, der.
fnreifien <st. V.; hat): 1. zu zerreißen beginnen, am Rande
einreißen: es ist eine grobe Unsitte, eine Seite im Buch
als Lesezeichen anzureißen; das Buch hat schon angerissene
Ecken. 2. (ugs.)anbrauchen, zu verbrauchen beginnen
(nachdem man die Verpackung aufgerissen hat): die Zigaretten
a.; Vorrätea.; Aschenschalen und angerissene
Keksschachteln standen auf dem Tisch (Gaiser. Jagd 82). 3. (landsch.)
(ein Streichholz o.a.) anzünden: Ich ... riß ein Streichholz
an und beugte mich über sie (Böll. Und sagte 125). 4.
einen Motor (mit Hilfe einer Leine) in Gang setzen,
anwerfen: er riß den Außenbordmotor an, und das Boot schoß
los. 5. (Technik) (auf einem zu bearbeitenden Werkstück,
bes. Metall) vorzeichnen: mit einem spitzen Gerät Linien
angeben: der Blechzuschneider reißt [das Material] an.
6. (Forstw.) (mit einem besonderen Werkzeug zur
Kennzeichnungfür die Holzfäller od. zur Harzentnahme) Bäume
einkerben. 7. zur Sprache bringen, gesprächsweise anrühren:
soziale Probleme, die Aufgaben der Kunst a. 8. (ugs.)
m aufdringlicher Weise als Kunden anlocken: er hatte sich
auf den Markt gestellt, um die Leute anzureißen; <Abl.
zu 5 u. 8:> Anreißer, der; -s. -: 1. (Technik) Vorzeichner
bei der Bearbeitung von Werkstücken. 2. (ugs.) a)
aufdringlicher Werber: ein A. stand vor der Tür, mit vielen sehr
fragwürdigen Gestalten (Fallada. Herr 251); b) Ware, die
als Kundenfang dient: Frau Fettiges A. war ein alter
Fotoapparat, den sie als möglichen Hauptgewinn aufgebaut hatte
(Schnurre. Bart 58); Anreißerei [anr^jso'r^JJ. die; -. -en
(ugs.): marktschreierische [unlautere] Werbung.
Kundenfang: anreißerisch <Adj.) (ugs.): marktschreierisch,
unseriös: ein -es Plakat; der -e Titel eines Buches; ^nreißer-
tum, das; -s (selten): aufdringliche Werbemethode: ein übles
A. macht sich breit; Anreiöwerkzeug. das (Technik):
Werkzeug zum Anreißen (5) von Metallen.
fnreften <st. V.): 1. reitend herankommen <ist>: Jmdn. a.
sehen; er ist angeritten; meist in der Verbindung angeritten
kommen: da kommen die ersten angeritten. 2. a) etw. reitend
anstreben: auf einen bestimmten Punkt (ein Ziel, ein
Hindernis) zureiten <hat): Reiten Sie also Jedes Hindernis
energisch an (Dwinger. Erde 163); b) (Milit.) gegen Jmdn. od.
etw. reiten: reitend kämpfen <ist>: die Reiterei reitet gegen
den Feind an; Ü auf das Vorschiff» gegen das die schwarzen
Wellen mit grau schimmernden Kämmen anritten (Jahnn.
Geschichten 157). 3. a) zu reiten beginnen: losreiten <ist>:
er ist gerade angeritten; <subst.:> das Anreiten im Schritt;
b) (meist subst.) Beginn der Reitsaison: am nächsten
Sonntag ist feierliches Anreiten. 4. ein Pferd abrichten, zureiten
(hat): er hat das Pferd gut angeritten.
Anreiz, der; -es, -e: Antrieb. [ Verjlockung: Impuls: ein
materieller A.; ein A. zum Sparen; etw. erhöht den A.. bietet
keinen A. mehr, anreizen <sw. V.; hat): a) [zu etw.] anregen,
verlocken, anspornen: die ausgesetzte Prämie hat ihn zu
besonderen Leistungen angereizt; Steuerermäßigungen
sollen zum Sparen a.; b) erregen, anregen, wecken: den Appetit
a.; der Unfall hat die Sensationslust der Leute angereizt.
tnrcmpeln <sw. V.; hat) (salopp): a) [absichtlich] im
Vorübergehen anstoßen: ich remp[e]le im Dunkeln so leicht
andere Leute an; von einem Betrunkenen angerempelt
werden; b) beschimpfen, beleidigen: Es ist sehr billig,
Sturmbannführer, mich immer wieder anzurempeln, weil
ich zur Kirche gehe (Hochhuth. Stellvertreter 221); <Abl.:>
Anranpetei die; -. -en: a) dauerndes Anrempeln (a): auf
dieser Straße ist man oft -en von Betrunkenen ausgesetzt;
b) Anrempeln (b): ich kann die dauernden -en nicht mehr
hören!; 4nranp[e]lung, die; -. -en.
«nremen <unr. V.): 1. in der Verbindung angerannt kommen
(rennend, laufend herankommen) <ist): da kommt er Ja
schon angerannt! 2. gegen jmdn.. etw. anlaufen <ist): er
ist die ganze Zeit gegen den Sturm angerannt. 3. <ist)
a) (ugs.) an od. gegen etw. rennen, rennend anstoßen [u.
sich dabei verletzen o.a.]: mit dem Ellbogen an. gegen
die Fensterecke a.; b) / in feindlicher Absicht] gegen Jmdn..
etw. laufen, anstürmen: gegen feindliche Stellungen a.; der
Feind versucht überall anzurennen, kommt aber nicht
durch; Ü gegen Konkurrenten, gegen die Zeit a.; diese
ganzen erbärmlichen Einrichtungen, gegen die man nicht
mehr a. kann, gegen die auch nie Jemand anrennt
(Bachmann. Erzählungen 120); Das blinde A. gegen eine im
ganzen doch erfolgreiche Wirtschaftspolitik (Augstein.
Spiegelungen 22). 4. <hat) a) (landsch.) anstoßen: er hat
mich [mit dem Knie] angerannt; b) <a. + sich) (ugs.)
sich einen Körperteil an etw. stoßen: an dieser Ecke renne
ich mir immer wieder das Knie an.
anrichte, die; -. -n: a) Geschirrschrank mit einer Fläche
zum Anrichten u. Bereitstellen der Speisen: Büfett: Ich ...
betastete die Schnitzereien der massigen A. (Johnson.
Mutmaßungen 52); das Essen steht auf der A.; die Teller
aus der A. nehmen; b) Raum mit Geschirrschränken u.
Flächen zum Anrichten (1): in der A. arbeiten.
anrichten <sw. V.; hat): 1. vorbereitete Speisen. Salate. Brote
u.a. auf Schüsseln u. Platten [garnieren u.] zum Verzehr
bereitstellen: Ragout im Reisrand a.; Er deckt den Tisch,
und sie richtet das Essen an (Fallada, Mann 131); es
ist angerichtet (geh.; das Essen steht auf dem Tisch); Ü
einer von denen, die den Krieg nicht so heiß auslöffeln,
wie er angerichtet wurde (Kirst. 08/15, 701). 2. (Übles.
Unheilvolles) [unbeabsichtigt] verursachen: Unfug, heillose
Verwirrung a.; was hast du wieder alles angerichtet); Sie
hatte Angst vor den ungenauen, unzutreffenden Wörtern.
Sie wußte, daß sie Unheil anrichten (Chr. Wolf,
Nachdenken 217); Besonders in Hamburg und Berlin richteten
randalierende Fans schwere Verwüstungen an (MM 18.
151
Anrichtetisch
9. 65. 31); Tür den angerichteten Schaden aufkommen;
<Zus. zu 1:) Anrichtetisch, der.
anriechen <st. V.; hat) (selten): a) beriechen, beschnüffeln:
der Hund riecht den Knochen an; b) Jmdm.. einer Sache
durch den Geruch anmerken: etw. bei jmdm.. einer Sache
riechen: man riecht der Wurst an. daß sie nicht mehr
frisch ist; den Alkohol riecht man ihm schon von weitem
an.
^nriemcn <sw. V.; hat) (landsch.): mit einem Riemen
befestigen: einen Fotoapparat, ein Fernglas a.; die Ledertasche,
die sie am Gürtel angeriemt trug (Fussenegger. Zeit 240).
Anriß, der; Anrisses, Anrisse: 1. kleiner Riß am Rand: Beginn
eines Risses: sich beim Bodenturnen einen A. der
Achillessehne zuziehen. 2. (Technik) Vorzeichnung: einen A. auf
einem Werkstück anfertigen. 3. (Ruder-. Kanusport)
kräftiges Durchziehen beim Eintauchen des Ruderblattes od.
Paddels: den A. verstärken.
anristen fannstn) <sw. V.; hat) [zu TRist] (Turnen): mit
einem od. beiden Fußrücken kurz das Gerät, die Hände
berühren.
Anritt, der; -[eis. -e: a) (veraltet) das Anreiten (1) an etw.:
beim A. auf die Kastanienallee; b) (veraltet) das Anreiten
(2 b) gegen etw.: der A. gegen die feindliche Batterie;
c) (selten) das Anreiten (3 a). Losreiten.
anritzen <sw. V.; hat): ein wenig ritzen: einen Baum a.;
zur Blutuntersuchung wurde dem Patienten das Ohr leicht
angeritzt; Ü Das Thema ist angeritzt (kurz angesprochen,
behandelt: Hörzu 5. 1973. 123).
anrollen <sw. V.): 1. Ost) a) zu rollen beginnen: losfahren:
der Zug rollte an; Als die... Kolonne langsam wieder
anrollte, setzte sich Asch ab (Kirst. 08/15.833); Ü Kurz bevor am
Sonntag eine zweite große Suchaktion anrollte (gestartet
wurde, begann: MM 20. 8. 68, 6); b) heranrollen: sich
auf RädernI rollend heranbewegen (Ggs.: abrollen): mit
Gütern beladene Waggons rollen an; <subst.:) die
Maschine war beim Anrollen zur Startbahn von der Piste
abgekommen; Schorsch Borkmann rollt einen Tag nach der
Kapitulation in der Frühe an (kommt angefahren: Fries.
Weg 275); häufig in der Verbindung anaerollt kommen:
ein Lastwagen kommt angerollt. 2. (in feindlicher Absicht)
aufjmdn.. etw. zufahren Ost): dann rollten Panzer gegen
die deutsche Artillerie an; Ü die Wellen rollten gegen den
Deich an. 3. rollend heranschaffen <hat> (Ggs.: abrollen):
er hat die Fässer angerollt.
fnrosten <sw. V.; ist): zu rosten beginnen, ein wenig rostig
werden: wenn die Speichen erst einmal anrosten, sieht
das Rad bald unansehnlich aus; ein angerostetes Messer;
der Wagen ist schon ziemlich angerostet.
firösten <sw. V.; hat): leicht rösten: die Weißbrotscheiben
dürfen nur angeröstet werden.
tnrotzen <sw. V.; hat) (vulg.): heftig anfahren, mit
Kraftausdrücken beschimpfen: ich lasse mich doch von so einem
Schnösel nicht a !
anrüchig ['annr^^l <Adj.; nicht adv.) [in Anlehnung an
..riechen. Geruch" aus mniederd. anrüchtig = von
schlechtem Leumund]: a) von sehr zweifelhaftem Ruf: in üblem
Ruf stehend; berüchtigt: ein -es Lokal; es handelt sich
um eine ziemlich -e Person; Andere erinnerten an Unrats
Sohn, der sich einst mit einem -en Frauenzimmer auf
offenem Markt hatte blicken lassen (H. Mann. Unrat
108); b) /leicht/ anstößig: -e Geschäfte. Witze. Filme.
Verse; Die Gesellschaft besucht gern ein der Gesellschaft -es
Stück (Koeppen. Rußland 166); das kommt mir sehr a.
vor; <subst.:> Herr Kruzowski war ... Privatgelehrter.
Nicht, als ob das etwas Anrüchiges wäre (Schnurre. Bart
135); <Abl.:> Aiwikh«kdt, die; -: Zweifelhaftigkeit.
Anstößigkeit.
fnrucken <sw. V.; hat): a) (von einem Fahrzeug) mit einem
Ruck anfahren: der Zug ruckte an; b) (selten) ruckartig
an etw. ziehen: die Leine ein paarmal kurz a.
tnrücken <sw. V.): 1. in einer Gruppe od. Imilitärischen!
Formation näher kommen, herankommen <ist): die
Feuerwehr rückte an; die anrückenden Truppen; Ü (scherzh.:)
morgen rücken meine Verwandten an; in fünf Minuten
ist Mittagspause, die Gulaschkanone wird jeden
Augenblick a. (A. Zweig. Grischa 17). 2. a) ein wenig, um einen
kleinen Ruck weiterschieben <hat): wir wollen den Tisch
noch etwas a.; b) an jmdn.. etwas heranrücken <hat): du
mußt das Regal fest [an die Wand] a.; c) näher heranrücken
<ist>: das Kind rückte aus Furcht an die Mutter an.
fnrudcrn <sw. V.): 1. sich rudernd nähern, heranrudern (ist):
sie sind ganz langsam angerudert; <im2. Part. + kommen)
er kam gemächlich angerudert. 2. (Rudern) zum erstenmal
gemeinschaftlich in der Saison rudern (hat) (Ggs.: abru-
dern): wir ruderten letzten Sonntag an; (subst.:> heute
ist Anrudern.
Anruf, der; -[eis. -e: 1. Zuruf; an eine bestimmte Person
gerichteter, auffordernder Ruf: auf einen A. reagieren; ohne
A. schießen; ein Nachtwandler, der .... von einem harten
A. plötzlich geweckt... in dieTiefe saust (St. Zweig. Fouchö
159); Ü der A. (innere Stimme) des Gewissens; dem A.
Gottes folgen. 2. telefonische Verbindung; Telefongespräch:
heute kamen sechs -e; einen A. erwarten, erhalten,
entgegennehmen; ich hatte ja nichts im Sinn als einen
telefonischen A. (Johnson. Achim 8).
Anruf-: -beantworte-, der; -s. - (Fernspr.): Gerät, das bei
Abwesenheit eines Fernsprechteilnehmers dem Anrufer eine
Mitteilung durchgibt lu. eine Nachricht des Anrufers
aufzeichnet]: dieser Anschluß ist mit einem automatischen
A. ausgerüstet; -faunpe. die (Fernspr.): an Handvermitt-
lungs- od. Nebenstellen bei Eintreffen eines Anrufs /farbig]
aufleuchtende Glühlampe; --schranke, die (meist PI.) (Ei-
senb.): Bahnschranke, die nur auf Anruf eines
Verkehrsteilnehmer s (von einer anderen Stelle her) geöffnet wird: -n
sind nur für wenig benutzte Wege vorgesehen.
fmufen <st. V.; hat): 1. {mit Namen] rufen; durch Zuruf
jmdn. auf sich aufmerksam machen: einen Schlafenden,
ein Schiff a.; der Wachtposten rief ihn an; Sie rufen euch
an. sie rufen dreimal, dann schießen sie (Seghers. Transit
237); Ü hinter dem Walde riefen die Kraniche das erste
Morgenrot an (Wiechert. Jeromin-Kinder 177). 2. a)
anflehen, bittend angehen; bei jmdm.. etw. Rat od. Hilfe suchen:
Gott a.; b) (geh.) um Vermittlung bitten, angehen: eine
Schiedsstelle a.; sie haben die Gerichte angerufen (sind
vor Gericht gegangen); und dennoch stehe geschrieben,
daß selig werden soll, wer da den Namen des Herrn anruft
(Schaper. T$g 9); c) um etw. anflehen, ersuchen; um etw.
bittend angehen: jmdn. um Gnade. Hilfe. Vermittlung a.;
d) erbitten, begehren: Jmds. Mitleid. Urteil. Vermittlung
a. 3. mit jmdm. telefonisch Verbindung aufnehmen, anläuten:
einen Bekannten, die Auskunft, die Polizei a.; er hat schon
dreimal angerufen; konnte ich der Versuchung ... nicht
widerstehen und rief irgendeine Nummer an (Koeppen.
Rußland 178 f.); (südwestdt. u. Schweiz, ugs. auch mit
Dativ:) rufen Sie mir bitte heute abend wieder an; bei
der Bank in München a.; (Abi. zu 3:) Anrufer, der; -s.
-: jmd.. der telefonisch Verbindung mit einem anderen
aufnimmt: ein anonymer A.; zu 2: Anrufung, die; -, -en: das
Anrufen. Beschwörung: eine A. aus einer Litanei.
anrühren <sw. V.; hat): 1. a) mit der Hand] berühren,
leicht anfassen: rühr mich nicht an!; bevor die Polizei
kommt, dürfen wir nichts a.; Er blieb nicht lang in der
Wohnung, hatte hier nichts zu bestellen, schien ihm. nichts
anzurühren (Frisch. Gantenbein 396); ihr Bett war nicht
angerührt (unbenutzt); Ü etwas Geheimnisvolles wurde
damit angerührt; b) von etw. essen, nehmen, verbrauchen
o.a. (nur verneint od. eingeschränkt): das Essen kaum
a.; keine Zigaretten a.; das Glas, die Reserven nicht a.;
er rührte seine Frau nicht mehr an (verhüllend; hatte keinen
Geschlechtsverkehr mehr mit ihr). 2. (geh.) jmdn. innerlich
berühren, seelisch ergreifen: das Leid der Flüchtlinge rührte
ihn an; Es ist mir nicht bekannt geworden .... ob mein
Jammer den Bruder anrührte (Jahnn. Geschichten 32);
angerührt von verzehrender Sorge. 3. / mit etw.] verrühren,
mischen: Farbe, Gips (mit Wasser] a.; einen Teig, die Soße
mit Mehl a.; Wenn wir abends ... kamen, hockte sie schon
am Feuer und rührte den Lehmbrei an (Schnurre. Bart
151).
forußen <sw. V.; hat): leicht verrußen, durch Ruß schwarz
machen: die vielen Kerzen haben die Zimmerdecke
angerußt; angerußte Häuserwände; eine Sonnenfinsternis soll
man durch ein angerußtes Glas beobachten.
ans [ans] (Präp. + Art.): an das: I. (meist auflösbar) a)
räumlich zur Angabe der Richtung (vgl. an 1. 1 a): ans
Meer reisen; ans Fenster treten; b) zur Angabe eines
Bereichs. Tätigkeitsfeldes u.a.: sich ans Steuer setzen; eine
Eingabe ans Sozialamt machen, ans Theater gehen
(Schauspieler. Regisseur o. ä. werden). 2. (nicht auflösbar) in festen
Verbindungen u. Wendungen: am ITages]licht kommen
(f Licht); Jmfkn. etw. ans Herz legen (THerz); JmdoL ans
152
ansäuseln
Leder wollen (t Leder). 3. (selten aufgelöst) <in Verbindung
mit einem Inf. zum Hinweis auf eine bevorstehende
Handlung): ans Aufstehen. Weggehen denken; sich ans
Aufräumen machen.
fnslbeln <sw. V.; hat) (ugs.): ungeschickt anschneiden: du
hast das frische Brot 90 angesäbelt, daß man keine
vernünftige Scheibe abschneiden kann.
tnsacken <sw. V.; hat) (landsch.. bes. sächs.): (etw.
Schweres) kräftig fassen u. anheben (um es fortzutragen): er
sackte den großen Koffer an und trug ihn zum Zug.
fnsfien <sw. V.; hat): auf ein Beet, eine Fläche säen: anbauen.
Ansage, die; -. -n: 1. (Rundf.. Fernsehen. Schaugeschäft
o. ä.) ankündigende Bemerkungen vor Beginn einer Sendung
od. einer Programmnummer (Ggs.: Absage 2): die A.
übernehmen; ich weiß nicht, von wem die Musik ist. ich habe
die A. nicht gehört. 2. (Sport) a) Durchsage von Ergebnissen,
Zwischenzeiten usw. (durch Lautsprecher J, Bekanntgabe:
auf die A. der Ergebnisse warten; b) taktische Anweisung,
Mitteilung an einen Sportler während eines Wettkampfs:
den Langläufern werden -n über ihre Zeiten und den
Abstand zu ihren Konkurrenten durchgegeben. 3.
(Kartenspiel; bes. Bridge. Whist) Gebot, Angabe des Kartenwerts
beim Bieten: als er eine knifflige A. von vier no trumps
zu entscheiden hatte (Baum, Paris 34). dazu: Ansagedienst
der: kurz Air tFernsprechansagedienst; ansagen <sw. V.;
hat): 1. ankündigen, bekanntgeben: die Zeit, das Programm
a.; So war Noah der Erzgescheite, dem der Herr die Flut
ansagte, damit er das Leben rette (Th. Mann, Joseph
11S); die Firma hat Bankrott angesagt (ihre
Zahlungsunfähigkeit erklärt): beim Skat: Schneider a. 2. <a. + sich)
seinen Besuch ankündigen: sich bei einem Freund, für
Dienstag abend, in Bonn, zum nächsten Wochenende
a.; ich bin morgen beim Arzt angesagt (angemeldet): Er
sagte sich niemals an, er stand einfach hinter der Tür
(Jens. Mann 123). 3. (Bürow.) diktieren: noch einige
wichtige Briefe a.; Telegramme telefonisch a.; der Chef ist grade
beim Ansagen. 4. (veraltet) sagen, mitteilen, melden: er
fürchtete sich, seiner Frau diese Nachricht anzusagen.
fnsigen <sw. V.; hat): zu sägen beginnen: ein wenig an
etw. sägen: einen Baum, ein Brett, einen Balken a.; er
sägte die Ampulle mit einer kleinen Feile an.
Ansager, der; -s. -: a) (veraltend) [Nachrichten]Sprecher
im Rundfunk. Fernsehen: die Stimme des -s; wir .Ansager'4
- übrigens ein Begriff, der schon seit langem durch den
des Sprechers ersetzt worden ist- begrüßen ... (Spiegel
5.1970.14); b) Conferencier; Unterhalter, der im Kabarett,
Variete usw. durch verbindende Texte u. witzige Pointen
Stimmung zu machen versucht: ein geschickter,
schlagfertiger A.; der A. wußte glänzend zu extemporieren.
ansamen ['anza:mdn]. sich <sw. V.; hat) (Forstw.): (von
Bäumen) sich durch herabfallenden Samen entwickeln: hier
haben sich junge Fichten angesamt; <Abl.:> Ansamung.
die; -. -en: natürlich entstandene (nicht angesäte) Gruppe
junger Bäume.
tnsammebi <sw. V.; hat): 1. anhäufen, zusammenbringen:
Reichtümer. Kunstschätze a.; atomares Potential a.; Ü
Er hatte eine so intensive Freude in sich angesammelt
(Baum. Paris 90). 2. <a. + sich) a) zusammenströmen,
sich versammeln: immer mehr Leute. Neugierige sammelten
sich an; Bei Hühnerküken beobachtete Brückner, daß sich
die Jungen bei Herannahen eines Feindes ... hinter der
Glucke ... ansammeln (Lorenz. Verhalten. 184); b) sich
anhäufen, zusammenkommen: viel Staub hat sich
angesammelt; in den Bindegewebsräumen sammelt sich Flüssigkeit
an; Ü Zorn. Mißmut und Empörung haben sich in ihnen
angesammelt (aufgestaut); <Abl.:> Ansammlung, die; -.
-en: I.Gesamtheit von verschiedenen Dingen. Erscheinungen
o.a., die nach u. nach zusammengekommen sind: eine A.
von Kunstschätzen; zur A. von Vermögen sparen; Ü eine
augenscheinlich unwiderstehliche A. zeugender und
mordender Kraft (Th. Mann. Krull 430). 2. größere Anzahl
von Menschen, die [ aus besthnmtem Anlaß] an einer bestimm-
ten Stelle zusammengekommen sind: eine A. aufgeregter,
neugieriger Menschen.
ansässig Tanzes«;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu frühnhd.
anseß = fester Wohnsitz] meist in der Verbindung
irgendwo a. sein ({für die Dauer] wohnhaft): in Berlin, Bonn a.
sein; (auch attr.:) eine lange in England -e französische
Familie; unterscheidet sich also ... von einer -en
Dohlenschar (Lorenz. Verhalten 33); <Abl.:> Ansässigkeit, die; -.
Ansatz, der; -es. Ansätze: 1. (Technik) das Angesetzte;
Verlängerungsstück: ein Rohr mit einem A. versehen. 2. erstes
sichtbares Zeichen; Sproß, Anflug von etw.: der A. von
Knospen; der Baum zeigte einen reichlichen A. von
Früchten; du hast schon ein ganz klein wenig A. zum Bauch.
3. a) das Ansetzen (5 c): dieses Mittel verhindert den A.
von Kalkstein; b) Schicht, die sich angesetzt hat: der A.
[von Kalkstein] läßt sich nur schwer entfernen. 4. (Anat.)
Stelle, wo ein Körperteil, Glied ansetzt, beginnt: der A.
der Oberarme, des Halses; er ... starrte auf den zarten
A. ihres Nackens (Zuckmayer. Herr 78). 5. Beginn; Anlauf
zu etw.; erster Anfang: der erste A. zu einer Besserung;
in den Ansätzen steckenbleiben; er kam nicht über die
ersten Ansätze hinaus; kann man an dieses Europa der
Harmonien glauben, obwohl es gar nicht oder nur in
kargen Ansätzen vorhanden ist? (Brod. Annerl 137);
Zumeist aber unterdrückten Ordner und Funktionäre jeden
Kaufhandel schon im A. (Spiegel 49.1966. 37). 6. (Musik)
(bei Bläsern u. Sängern) Ansetzen des Tons. Art der Tonbil-
düng: er hat keinen A. mehr, weil er lange nicht Trompete
geblasen hat; einen schönen A. haben. 7. (Wirtsch.)
Veranschlagung. Voranschlag, Kalkulation: der ursprüngliche A.
im Bundeshaushalt für die Verteidigung ist überschritten
worden; * in A. bringen (Papierdt.; ansetzen, veranschlagen):
für Wohnbauförderung und Wasserbau sind zusammen
187 Millionen Mark in A. gebracht worden; außer A.
bleiben (Papierdt.; nicht berechnet, nicht mit eingerechnet
werden): bei der Berechnung dieser
Jahresarbeitsverdienstgrenze bleiben Sonderausgaben und
Arbeitnehmerfreibeträge außer A. 8. (Math.) mathematische Form, in die
eine Textausgabe umgesetzt wird; Gleichung: der Schüler
konnte den A. nicht finden; er hat einen falschen A.
gemacht. 9. (Chemie) Zusammenstellung der Bestandteile für
eine chemische Reaktion.
Ansatz-: ^punkt, der: Ausgangspunkt; Punkt, an dem
angefangen, etw. angesetzt werden kann: ein methodischer
A.; ein A. zur Kritik; Dies sind ... positive -e. welche
man mit einer Bestrafung zerstören würde (Ossowski,
Bewährung 64); -rohr, das (Anat.): Teil des
Stimmbildungsapparates; Resonanzraum oberhalb des Kehlkopfes; ^stelle,
die: Stelle, an der etw. ansetzt od. angesetzt werden kann;
^Störung, die (Med.): Ernährungsstörung beim Säugling;
-stück, das.
tnsauen <sw. V.; hat) (derb): jmdn. grob beschimpfen: der
Feldwebel hat ihn wieder einmal angesaut.
fnsAucrn <sw. V.): 1. anfangen, sauer zu werden <ist>: die
Milch ist schon ein wenig angesäuert. 2. a) (einen Teig)
mit Sauerteig versetzen <hat>: den Brotteig a.; b) (Chemie)
mit einer Säure versetzen; zu etw. eine Säure hinzufügen
<hat>: eine Lösung a.
tnsaufen, sich <sw. V.; hat): sich durch Trinken in einen
bestimmten körperlichen od. seelischen Zustand bringen:
sich einen Rausch a.; du hast dir wohl erst Mut a. müssen ?;
sich einen Bauch a. (durch vieles Trinken, durch viel
Flüssigkeitsaufnahme einen Bauch bekommen); *sich einen a.
(derb; sich betrinken).
Ansaug- (meist Kfz.-T.): -druck, der <P1. ...drücke): Druck
eines Gases im Zylinder vor seinem Eintritt in den
Verdichter; -geräuschdämpfer, der: Vorrichtung zum Vermindern
des beim Ansaugen der Verbrennungsluft entstehenden
Zischgeräusches; -kanal, der: ein strömungsgünstig
ausgebildeter A.; Mweradmitt, der: Die meisten der heutigen
schnellen Sportwagen mit ihren vielen großen Vergasern
und -en (Frankenberg. Fahren 54); -röhr« das: die Gassäule
strömt im A. mit hoher Geschwindigkeit; stutzen, der:
an Stelle eines Luftfilters auf den Vergaser aufgesetztes,
trichterförmiges Rohrstück, durch das das Ansaugvolumen
vergrößert u. so die Motorleistung gesteigert wird; -takt,
der; -vohimen, das: das A. wird durch den Hubraum
bestimmt.
«nsaugen <sw.. geh. auch: st. V.; hat) l.a) durch Saugen
anziehen: Luft. Wasser a.; das Gebläse hat große
Luftmengen angesaugt; um zu sehen, ob der Motor von allein
das Benzin ansaugt (Grzimek. Serengeti 28); Ü daß ich
erneut von einem Wirbel der Qual und Trauer... angesogen
werde (Rinser. Mitte 170); b) an etw. saugen: er steckte
einen Schlauch in den Tank und saugte ihn an. bis das
Benzin herausfloß. 2. <a. + sich) sich saugend festsetzen:
ein Blutegel hat sich angesaugt.
ansäuseln, sich <sw. V.; hat) /vgl. angesäuselt/ in der Wen-
153
ansausen
düng sich einen a. (ugs.: sich leicht betrinken): heute säus[e]le
ich mir einen an.
«mausen <sw. V.: ist) meist in der Verbindung angesaust
kommen (ugs.: in sehr schnellem Tempo herankommen):
er kam mit dem Wagen angesaust.
Anschaffe ['anjafaj. die: -: das Anschaffen (2-4): 1. (bayr.)
Anordnung. Befehl. 2. (landsch.) Erwerbsmöglichkeit, Job:
er hat eine A. aufgetan, geht wieder auf A. 3. (salopp)
a) Männerfang, Prostitution: Aber vorerst gehe ich noch
zwei oder drei Jahre auf die A. (Jaeger. Freudenhaus
131): b) Partnersuche: weil die andern aus seiner Klasse
alle eine Freundin hatten, wollte er auch auf A. gehen.
4. (salopp) Diebstahl, Beutezug; anschaffen <sw. V.: hat):
1. etw. erwerben, kaufen, was länger Bestand hat, nicht
zum direkten Verbrauch bestimmt ist: ich habe mir einen
Fernsehapparat, ein Auto angeschafft: wir haben neue
Möbel angeschafft: Ü (ugs.) sich Kinder a.; du solltest
dir einen Liebhaber a.; Du sollst dir einen stillen sanften
Mut a. (Wohmann. Absicht 315): sich ein dickes Fell
a. (unempfindlich werden). 2. a) (landsch.) Geld verdienen:
ich muß a. (gehen], sonst komme ich nie auf einen grünen
Zweig: b) (salopp) sich (zum Gelderwerb) prostituieren:
als Prostituierte a. gehen: wir könnten zusammen a.. die
Freier so richtig ausnehmen (Rechy [Übers.l, Nacht 61):
c) (salopp) stehlen; durch Diebstahl Geld hereinbringen.
3. (südd.. österr.) a) befehlen, einen Auftrag erteilen: Wer
hat dem Elefanten alles angeschafft, was er tun muß?
(Hofmannsthal. Der Unbestechliche 147); sie schafft nur
den ganzen Tag an; Spr wer zahlt, schafft an (wer die
Kosten zu tragen hat, darfauch bestimmen); b) (in einer
Gaststätte) seine Bestellung machen; bestellen: Der Kellner
hielt die riesige Platte ... und sagte: ..Belieben's nur
anzuschaffen. Junger Herr!" (FUhmann. Judenauto 17): <Abl.
zu2c:> Ansduffer,der; ~s. - (salopp): Dieb; zu 3 a:
Anschaffet^, die; -. -en (südd.. österr.): herrschsüchtiges Anschaffen
(3 a): ist mir leichter gewesen ohne die permanente A.
(Doderer. Dämonen 578): zu 1: Anschaffung* die; -. -en:
a) das käufliche Erwerben eines Gegenstandes ( von längerem
Bestand): .X>as sind noch tausend Rubel für Jeden, für
kleinere -en" (Leonhard. Revolution 272); die Ersparnisse
reichen gerade zur A. einiger Möbel; *-en machen
(verschiedene wertvollere Dinge kaufen): sie haben zu viele
-en gemacht, nun können sie die Raten nicht mehr
bezahlen; b) das Angeschaffte: dies Gemälde ist eine sehr
wertvolle A.
Anschaffung»- (anschaffen 1): ^kosten <P1.): langlebige
Gebrauchsgüter mit hohen A.; -preis, der der A. war damals
rund tausend Mark; --wert, den Wert eines Gegenstandes
zur Zeit der Anschaffung: der heutige Wert dieses Gemäldes
liegt weit über dem A.
fnschftftcn <sw. V.; hat): 1. (Gartenbau) (durch Ansetzen
eines Reises Schnittfläche an Schnittfläche) einen jungen
Baum am Schaft veredeln. 2. (Holzverarb.) (ein Holz)
durch Ansetzen eines anderen von etwa gleichem Querschnitt
verlängern.
anschalten <sw. V.; hat): (Licht, Radio, eine Maschine)
durch Betätigen eines Hebels od. Schalters in Betrieb setzen,
anstellen, einschalten (Ggs.: abschalten): das Radio, den
Fernseher, das elektrische Licht a.; elektrische Geräte
sollen bei Gewitter nicht angeschaltet sein.
^nschaucn <sw. V.; hat) (landsch.. bes. südd.. österr..
Schweiz., sonst geh.): 1. auf eine bestimmte Weise ansehen;
jmdm. ins Gesicht blicken; seinen Blick auf jmdn. richten:
jmdn. nachdenklich, aufmerksam, prüfend a.; Er schaut
einen an. So durch und durch (Strittmatter. Wundertäter
77); einander, sich [gegenseitig] a. 2. betrachten; genießend,
prüfend ansehen: ich habe mir die Stadt angeschaut; Die
Zigarre zwischen den Zähnen schaute er ... sein Besitztum
behaglich an (R. Walser. Gehülfe 28); er hat den Paß
genau angeschaut (geprüft); Ü ich schau* solche Weiber
nicht an (will mit ihnen nichts zu tun haben; Ott. Haie
194); <Abl.:) anschaulich ['anj^lic] <Adj.): deutlich,
verständlich I dargestellt]; bildhaft, lebendig: eine -e
Darstellung. Erzählung: als sähe sie in dieser leeren und
beschädigten, unsagbar schäbigen Wohnung ... die -e Summe ihres
Lebens (Frisch. Stiller 343); die Personen des Dramas
sind ungewöhnlich a. dargestellt; a. erzählen; [jmdm.] etw..
durch etw. a. machen, dazu: Anschaulichkeit, die; -:
Deutlichkeit, Verständlichkeit; Gegenständlichkeit: die
Darstellung gewinnt auf diese Weise an A.; Anschauung, die;
-. -en: 1. Ansicht, Auffassung von etw.; Meinung über etw.;
Betrachtungsweise: moderne, veraltete politische, soziale
-en; eine weitverbreitete A.; Auf der ganzen Welt setzt
sich die A. vom Lebensstandard als dem Barometer
politischen Erfolgs immer mehr durch (Dönhoff. Ära 197);
das ist die herrschende A.; er hat rückständige -en darüber;
verschiedene -en vertreten; ich teile deine A. von der Sache;
zu der A. gelangen, daß ...; ich bin nicht dieser A. 2.
a) <o. PI.) das Anschauen, Betrachten; Meditation: in A.
versunken vor einem Bild stehen; in A. (angesichts) der
russischen Vorgänge (Niekisch. Leben 37); b) Vorstellung.
Eindruck: etw. aus unmittelbarer A. kennen; niemand also
konnte aus eigener A. wissen, ob wirklich ununterbrochen,
fehlerlos gehungert worden war (Kafka, Erzählungen 177).
Anschauung^-: -kraft, die <P1. selten): Vorstellungskraft;
Mnaterial, das: Anzahl von Gegenständen od. Beispielen,
an denen jemand eine Vorstellung gewinnen kann;
Lehrmittel: er hatte reichliches A. zusammengetragen; -mittel,
das; -oWekt. das; Mmterricht. der <o. PI.) (Päd.):
Unterricht. Belehrung mit Hilfe von Anschauungsmaterial; Ü Wir
haben allerlei erregenden A. bekommen darüber, was
geschieht. ... wenn man ... (Goes. Hagar 18); -vermögen.
das: Vorstellungsgabe, Fähigkeit, sich etw. bildhaft
vorzustellen; -weise, die: Denkweise, Art der Anschauung (1).
Ansehender; -lejs <o. PL): äußerer Schein, falscher/
Eindruck: dem äußeren A. zum Trotz; es hat den A.. als
ob ...; Die Wissenschaft, so hat es den A.. erleuchtet
nur den. der von ihr erleuchtet werden will (Hades. Stücke
125); einer Sache einen wissenschaftlichen A. geben; Alles
Gewohnte sah anders aus und zeigte sich in einem faden
A. (Nossack, Begegnung 329); mit dem/allem A. des
Rechts; * dem/allem A. nach (vermutlich; affenbar;
anscheinend); den A. erwecken (den Eindruck machen); sich den
A. geben (etw. vortäuschen, so tun, als ob): gib dir doch
nicht den A.. als ob du etwas davon verstündest!;
anscheinen <sw. V.; hat): bescheinen; Licht od. Wärme
auf jmdn., etw. ausstrahlen: ich lasse mich von der Sonne
a.; sein Gesicht wurde von der Tischlampe angeschienen;
anscheinend <Adv.) [1. Part, von frühnhd. anscheinen =
sich zeigen]: wie es scheint; dem Augenschein, Anschein
nach; offenbar: er ist a. ganz begabt; a. wußte er noch
nicht, was ihm bevorstand: Das Mädchen war arm und
hatte a. keine Verwandten (Remarque. Triomphe 19). Vgl.
aber: scheinbar.
anscheißen <st. V.; hat) (vulg.): 1. betrügen: mit diesem
Vehikel bist du aber gründlich angeschissen worden:
<subst. 2. Part.): Angestellter. Ich muß immer lachen.
Angeschissener sollte das heißen (Fallada. Mann 124).
2. jmdn. grob zurechtweisen, beschimpfen: ich lass' midi
doch von der Direktion nicht ständig a. 3. in der
Verbindung angeschissen kommen (zu jmdm. kommen u. dabei
lästig fallen; ungelegen kommen). 4. * scheiß die Wand
an! (soldatenspr. Fluch; laß mich in Ruhe damit!; mir
ist alles egal!).
«nschesen <sw. V.; ist) meist in der Verbindung anseschest
kommen (ugs.; eilig, hastig herankommen).
anschicken, sich <sw. V.; hat) (geh.): sich bereit machen
zu ...; im Begriff sein, etw. zu tun: sich zum Gehen a.;
ich schickte mich an wegzufahren; Während sein Geist
sich anschickte, sich zu verwundern, spürte er. daß er
unbekleidet... war (Jahnn. Nacht 5).
anschieben <st. V.; hat): 1. a) (ein Fahrzeug) durch Schieben
in Bewegung setzen: den Karren a.: der Motor springt
nicht an. könnt ihr mich, den Wagen mal a. (mich in
meinem Auto vorwärts schieben, bis der Motor in Gang
kommt)?; b) (Hallenhockey) zum Anspiel den Ball durch
Schieben mit dem Schläger ins Spiel bringen: den Ball
a. 2. etw. dicht an etw. schieben, heranrücken: das Sofa
an die Wand a.; angeschobenes Brot (von Brotlaiben, die
auf dem Backblech dicht aneinandergerückt gebacken
werden, so daß an den Seiten jeweils keine braune Kruste
entsteht). 3. in der Verbindung angeschoben kommen (salopp;
nachlässig herankommen): die Mütze schief auf dem Kopf,
die Hände in den Hosentaschen, so kamen sie angeschoben.
«nschielen <sw. V.; hat) (ugs.): schielend, von der Seite her,
aus den Augenwinkeln, nicht ganz offen ansehen: Jmdn.
ängstlich, mißtrauisch a.
fnschieBen <st. V.): 1. durch einen Schuß verletzen <hat):
sie haben wieder einen Flüchtling angeschossen; er raste
umher wie ein angeschossener Eber. 2. (Milit., Jagdw.)
154
anschlagen
Waffen auf ihre Genauigkeit u. Treffsicherheit prüfen; ein-
schießen <hat>: beim Anschießen schwerer Waffen ... wird
auch die Lafettierung geprüft (MEL 2. 210). 3. <hat> a)
mit Böllerschüssen o.a. begrüßen; das neue Jahr a.: b)
(Leichtathletik) den Beginn eines Rennens od. der letzten
Runde eines Rennens durch einen Schuß signalisieren: die
letzte Runde a. 4. (Bergbau) durch Lossprengen des Gesteins
bloßlegen <hat): eine Ader a. 5. (Fußball) den Ball gegen
einen Spieler schießen <hat>: den herauslaufenden Torwart
a. 6. (ugs.) [durch üble Nachrede! schädigen: kritisieren;
geschäftlich] in Verruf bringen <hat>: die Konkurrenz
in ganz häßlicher Weise a.; Der Kanzler hat ..sich selbst
angeschossen'1, und es ist fraglich, ob er je wieder der
alte sein wird (Dönhoff. Ära 22). 7. (selten) eilig
herankommen; sich in schnellem Tempo, geräuschvoll nähern <ist):
Über den Blickrand herauf ... schössen die Maschinen
brüllend an und fegten über das Hallendach (Gaiser. Jagd
189); meist in der Verbindung uvesdiossen kommen: dort
kommt schon der erste Rennwagen angeschossen; der
Damm war gebrochen, das Wasser kam angeschossen.
fosdiiffen <sw. V.; hat): svw. tanpinkeln.
«ndiiften <sw. V.; hat) (landsch.): svw. tanschäften (2).
fmchimmetn <sw. V.; ist): zu schimmeln beginnen: die Wurst
schimmelt an; angeschimmeltes Brot; die Marmelade
schmeckt etwas angeschimmelt.
fnchimpfen <sw. V.; hat): beschimpfen, mit lauten Worten
zurechtweisen: Wer noch kurz vorher so viel Eifer bewies.
.... den konnte man sicherlich nicht allzu wüst a. (R.
Walser. Gehülfe 52).
anschirren <sw. V.; hat): (ein Zugtier) anspannen; (einem
Zugtier) das Geschirr anlegen (Ggs.: abschirren): das Pferd
wurde angeschirrt; dem Pferd das Zaumzeug a.; Ü <a.
+ sich) Solange er sich mit hastigen Griffen anschirrte
{Fliegerhaube. Weste u. Gurte festschnallte; Gaiser. Jagd
189).
Anschiß, der; Anschisses. Anschisse [zu t anscheißen (2)]
(vulg.): Anschnauzer; grober Tadel. Verweis: Das war ein
zwar verhältnismäßig vornehm ausgedrückter, aber
unverkennbar kräftiger A. (Kirst. 08/15, 86); einem
Untergebenen einen saftigen A. verpassen.
Anschlag, der; -[eis. Anschläge: 1. das Angeschlagene;
Bekanntmachung, die am Schwarzen Brett, an einer Mauer.
Litfaßsäule o. ä. angeschlagen ist: die Anschläge der
gegnerischen Partei wurden heruntergerissen; am Schwarzen
Brett hängt ein neuer A.; einen A. machen; Ich stand
vor einer Plakatsäule, ich las die Anschläge ein dutzendmal
(Chr. Wolf. Nachdenken 111). 2. verbrecherisches
Vorhaben. Überfall. Attentat: ein verbrecherischer, gemeiner A.;
der A. ist mißglückt; ein A. auf das Staatsoberhaupt,
auf sein Leben; einen A. planen, verüben; Ü (scherzh.:)
Er wittert einen neuen A. auf seinen Weinkeller (Re-
marque. Obelisk 180). 3. das Auf treffen aufetw.: den
gleichmäßigen A. der Wellen an die Schiffswand hören; Auch
dieser Schlag wird von Schnee gedämpft, er ist wattig,
wollig, den A. hört man kaum (Hildeshelmer, Tynset 260).
4. (selten) kurzes, warnendes Bellen: der nächtliche A. der
Hunde. 5. <P1. selten) durch die Art des Anschlägern (5 b)
erzeugter Ton: der karge A.. die übertriebene Motorik
der sogenannten sachlichen Pianistenschule (Hildesheimer.
Legenden 72 f.); einen weichen, schönen A. haben (beim
Klavier-, Harfenspiel); er spielt mit zu hartem A. 6. <o.
PI.) (von einem Klavier od. einer Schreibmaschine) Art.
Möglichkeit, angeschlagen (5) zu werden; Bedienbarkeit:
diese Maschine hat einen ganz leichten A. 7. a) <P1.)
das einzelne Anschlagen (5 a). Niederdrücken einer Taste
auf der Schreib- od. Rechenmaschine): sie schreibt 300
.Anschläge in der Minute; b) (meist PI.) Raumbedarf. Maß
für einen Buchstaben, ein Zeichen od. einen Zwischenraum
auf der Schreibmaschine: die Zeilenlänge auf 50 Anschläge
einstellen; wieviele Anschläge etwa entsprechen einer Zeile
im Druck? 8. (beim Versteckspiel) a) verabredete Stelle,
an die der Spieler mit der Hand schlägt zum Zeichen, daß
er einen andern gesehen od. sich erlöst hat: diese Wand,
dieser Baum soll der A. sein; er ist ganz schnell zum
A. gelaufen; b) das (von einem Ausruf begleitete)
Anschlagen (3 b) mit der Handan der verabredeten Stelle: Anschlag
für Emil!; Anschlag für mich! 9. (Milit.. Jagdw.)
schußbereite Stellung: A. liegend, kniend, stehend freihändig; ein
Posten mit dem Karabiner im A.; die Gewehre gehen
m A. 10. (Kaufmannsspr.) Schätzung, vorläufige Angabe
der Kosten: der A. beläuft sich auf dreitausend Mark;
er läßt sich von verschiedenen Firmen Anschläge
(Kostenanschläge) machen; * in Anschlag bringen (Papierdt.; etw.
mit berechnen, einbeziehen, berücksichtigen): auch die
Vorteile von etw. in A. bringen müssen; Sie werden diese
Erleichterung bei Ihren Entschlüssen in A. bringen (Th.
Mann, Krull 283). 11. <P1. selten) (Technik) Stelle, bis
zu der sich etw. bewegen od. drehen läßt: die Tasten bis
zum A. niederdrücken; die Sauerstoffflasche bis zum A.
aufdrehen. 12. (Bergbau) Schachterweiterung, wo die
Fördergefäße gefüllt u. am Seil befestigt werden; Füllort: der
A. stand voller Wagen. 13. (Angeln) Drehbewegung mit
Hand od. Arm. durch die nach dem Anbiß der Angelhaken
fest in das Maul des Fisches getrieben werden soll: der
A. glückt nur. wenn er unmittelbar auf den Biß erfolgt;
die Forelle saß beim A. sofort fest. 14. (Handarb.) erste
Maschenreihe beim Häkeln u. Stricken: für den A. rechnet
man 30 Luftmaschen; 80 Maschen A.. dann jede zweite
Reihe 2 Maschen zunehmen. 15. (Sport. Radball. Radpolo)
Schlag, mit dem der Ball ins Spiel gebracht wird.
Anschlag-: -*rett, das: Schwarzes Brett: Tafel für Anschläge
(1); ^säule.die: svw. t Litfaßsäule; ^tafel, die: svw. -brett;
-wtnkel, der (Handw.): Winkelmaß aus Holz od. Metall
zur genauen Ausrichtung von rechten Winkeln.
fiKehbgen <st. V.) /vgl. angeschlagen/: 1. (als
Bekanntmachung. Ankündigung. Inserat o.a.) zur allgemeinen
Kenntnisnahme irgendwo anbringen <hat): das Programm am
Schwarzen Brett a.; ich habe diese Mitteilung irgendwo
angeschlagen gesehen. 2. a) an etw. stoßen, aufetw.
auftreffen Ost): mit dem Kopf [an die Wand] a.; Da gab es
Wagenfurchen auf der Landstraße, an die die Füße
anschlugen (R. Walser. Gehülfe 173); die Wellen schlugen
kaum hörbar [an das/an dem Ufer] an; b) <a. + sich)
sich einen Körperteil /an etw. / stoßen; sich an etw. verletzen
<hat): ich habe mir an einer scharfen Ecke den Kopf
angeschlagen. 3. (hat) a) (Schwimmen) fassen, mit der
Hand berühren: bei der Wende hatte er als erster [am
Beckenrand] angeschlagen; b) jmdn.. sich (beim
Versteckspiel) durch Berühren des vereinbarten Anschlags (8 a) als
Gefundenen od. Erlösten ausrufen: er schlug einen nach
dem andern an; ich habe mich schon angeschlagen;
<subst.:> wir spielen Verstecken mit Anschlagen. 4. (durch
Anstoßen) beschädigen <hat): beim Geschirrspülen einen
Teller a.; das Geschirr ist leider schon sehr angeschlagen;
angeschlagene Tassen. Biergläser. 5, <hat) a) die Tasten
(einer Maschine) bis zum Anschlag (11) niederdrücken:
auf dem alten Modell lassen sich die Tasten ziemlich schwer
a.; ich habe zwei Buchstaben zugleich angeschlagen, so
daß die Typen hängengeblieben sind; bei vier
Durchschlägen muß man viel kräftiger a.; b) (durch Tastendruck
od. Schlag gegen etw.) zum Tönen bringen: die Stimmgabel,
einzelne Tasten, ein Saiteninstrument a.; c) erklingen
lassen: den Kammerton, eine Terz a.; er hat die Melodie
auf dem Klavier angeschlagen; während der Studienrat
Petersen des Genies Klaviersonate Ton für Ton anschlägt
(Grass. Hundejahre 464); Ü eine gellende Lache a.; Mama
schlägt ihre kaschubischste Lache an (Grass. Blechtrommel
434); d) etw. anders weiterführen; in anderer Weise mit
etw. beginnen od. fortfahren: einen schnelleren Schritt, eine
schnellere Gangart a.; da schlug der Gaul ... scharfen
Galopp an (Winckler. Bomberg 175). 6. <hat> a) erklingen,
ertönen [u. dadurch etw. anzeigen/: die Glocke, der Wecker
hat angeschlagen; die Turmuhr schlägt [die Stunden] an;
er hörte, wie drinnen in der Wohnung die Klingel anschlug
(Lederer. Liebe 11); b) (von Tieren, bes. Hunden) Laut
geben: die Hunde schlagen an; irgendwo schlugen Vögel
an. 7. <hat> a) durch Hämmern. Nageln o. ä. an etw.
befestigen: ein Brett, eine Leiste. Beschläge a.; b) (Seemannsspr.)
mit etw. verbinden; fest [an etw.] anmachen: die Leine
a.; ein Segel am Baum a.; er hat den Anker an die Kette
angeschlagen; c) (Technik. Bergbau) (eine Last, ein
Fördergefäß) am Seil befestigen, um es hochzuziehen: der Steiger
schlug den Förderkorb an. 8. <hat) a) (mit einer Axt
o.a.) einkerben, zum Fällen vorbereiten: ein Dutzend
Bäume a.; b) (österr.) (ein Faß) anstechen, anzapfen: ich
habe gerade angeschlagen, das Bier ist frisch. 9, (hat)
(Milit., Jagdw. veraltend) a) eine Feuerwaffe in eine Lage
bringen, in der man auf ein Objekt schießen kann: ich lernte,
wie man eine Pistole anschlägt und wie man zielt; b) auf
imdn.. etw. mit einer angeschlagenen (a) Waffe zielen: auf
155
Anschläger
den Fuchs a.; Nun schlug er auf das Klavier an und
schoß in die Mitte der langen schwarzen Flanke (Musil.
Mann 1371). 10. (Radball. Radpolo) den Ball durch
Anschlag (IS) ins Spiel bringen. 11. (geh.) in bestimmter Weise
einschätzen, veranschlagen (hat): jmds. Verdienste hoch
a.; wenn man anschlägt (in Betracht zieht), daß ...; ich
mußte es ... hoch a.. daß er mir als Gegengabe einiges
aus seinem Besitze anbot (Kästner. Zeltbuch 22). 12. (hat)
a) einen bestimmten Erfolg haben; /steine Wirkung zeigen:
die Kur. das Mittel schlägt bei ihm an; der Garten schlägt
gut an; wir schickten uns an. ihm das Leben zu schenken,
um zu sehen, ob ihm angeschlagen die Züchtigung (Th.
Mann. Joseph 607); b) (verhüllend) dick machen: Kuchen
schlägt an; das gute Essen hat bei ihr gleich angeschlagen;
(Abi. zu 7 c:) Anschläger, der; -s. -: 1. (Bergbau) der
für die Güterbeförderung im Schacht Verantwortliche. 2,
(Faustball) die Angabe ausführender Spieler; anwhttgig
[anjle:gic] (Adj.) (landsch.): klug, einfallsreich: ein -er
Kopf; Senr a. ... soll er gewesen sein, Ihr Hermes (Th.
Mann. Krull 311); ^mchlfigigkeit. die; -.
fnschttmmen (sw. V.; hat) (selten): (Sand, Schlamm)
anspülen, anschwemmen.
anschleichen (st. V.): 1. heranschleichen, sich langsam
/heimlich 1 nähern (ist): ganz leise a.; meist in der Verbindung
angeschlichen kommen (a) leise, unbemerkt herankommen;
auf leisen Sohlen kam er angeschlichen; b) (ugs. abwertend)
zu ungelegener Zeit, als Störenfried kommen: kommst du
schon wieder angeschlichen?). 2. (hat) a) zum Ziel nehmen
u. sich ihm schleichend nähern: das Wild a.; Ich habe zur
Prüfung ... in dem Schrebergarten vom Kommissar einen
Kürbis angeschlichen und erobert (Keun. Mädchen 16);
b) (a. + sich) sich schleichend nähern: sich mit dem
Fotoapparat in der Hand [an das Wild] a.
'anschleifen (st. V.; hat): a) ein wenig schleifen; einen Stein
an einer Seite a.; b) durch Schleifen anschärfen. anspitzen:
Werkzeugstähle a.; c) einer Sache durch Schleifen eine
bestimmte Form geben: dem Messer eine Spitze a.
^schleifen <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): /schleifend]
heranbringen, herbeischaffen: einen schweren Sack a.; er
schleifte viele Bücher an.
tnscMendern (sw. V.; ist) (ugs.): nachlässig, gemütlich,
langsam herankommen, meist in der Verbindung ansesehlendert
kommen (schlendernden Schrittes herankommen): Ami in
Arm kamen sie angeschlendert.
anschleppen (sw. V.; hat): 1. mühsam heranbringen, mit
Eifer herbeiholen: Tische und Stühle a.; er schleppte viele
Bücher, einen ganzen Packen Fotos an; Die Bücher, die
er mir angeschleppt hat {mir hilfsbereit gebracht hat; Chr.
Wolf, Himmel 201): etw. angeschleppt bringen; Ü viele
Freunde a. (unerwartet, unerwünscht mitbringen). 2. ein
Fahrzeug ziehen, bis es aus eigener Kraft weiterfahren kann:
der Wagen mußte oft angeschleppt werden.
anschließen (st. V.; hat): 1. festmachen, (durch ein Schloß)
sichern: das Fahrrad lam/(seltener:) an den Gartenzaun]
a. 2. anbringen; verbinden: einen Schlauch an den/(auch.)
am Wasserhahn a.; ein elektrisches Gerät a.; das Haus
an die Fernheizung a.; Sie stellte das Grammophon ab
... und schloß den Tauchsieder an {steckte den Stecker
in die Steckdose; Bieler. Bonifaz 83); die angeschlossenen
(mit dem das Programm ausstrahlenden Sender verbünde-
nen) Sender; angeschlossen sind: der Hessische Rundfunk,
der Südwestfunk ... 3. folgen lassen, anfügen, hinzufügen:
ich möchte einer Frage/an eine Frage eine weitere a.;
einige Bemerkungen a.; Es gebe den Fortschritt, sagte
Kuckuck anschließend an seinen Scherz (Th. Mann. Krull
318). 4. räumlich od. zeitlich unmittelbar folgen, sich
anreihen: an das Haus schließen [sich] Stallungen an; dieser
Lehrgang schließt an den vorigen an; an den Vortrag
schließt [sich] eine Diskussion an; Besichtigungsreise mit
anschließendem Theaterbesuch. 5. (a. + sich) a) sich
beteiligen, sich zugesellen: sich einer Gruppe. Partei, einer
Reisegesellschaft a.; Gleichmütig schloß ich mich der Schlange
an. die vor der U-Bahn-Station ... stand (Leonhard.
Revolution 100); Auch Andreas schloß sich meinem
Hungerstreik an (Küpper. Simplicius 176); b) zustimmen,
beipflichten: sich einer Meinung, einer Theorie a.; ich schließe
mich an; c) sich zuwenden, sich hinwenden: sich einem
Menschen, großen Vorbildern a.; sich aneinander a.; sie
wolle probieren, in den nächsten Tagen, ob sie sich ihm
(= dem Kind) wieder ein wenig mit dem Herzen a. könne
{es wieder lieben könne; R. Walser. Gehülfe 147); sich
schnell, leicht, schwer a. [können] (Kontakt finden). 6.
(von Kleidungsstücken) anliegen: der Kragen schließt eng
[am Hals] an; fnedilieflend (Adv.): danach, hinterher: a.
verreisen wir; erst mit der Bahn und a. mit einem Schiff;
wobei ich seine Freundin kennenlernte, die ich a. nochmals
aufsuchte (Zwerenz. Kopf 201).
Anschliff, der; -[e]s. -e: a) (o. PI.) das 'Anschleifen: der
A. ist nicht ganz einfach; b) durch 'Anschleifen hergestellte
Form. Schnittfläche: ein Stichel mit elliptischem A.
Anschluß, der; Anschlusses. Anschlüsse: 1. a) Verbindung
zu einem Leitungsnetz: elektrischen A. haben, erhalten;
die Anschlüsse (Kabel) unter Putz [verllegen; A. an die
Kanalisation; b) Telefonanlage: einen A. beantragen;
keinen A. haben; der A. ist besetzt; c) gewünschte telefonische
Verbindung: keinen A. bekommen; auf den A. warten.
2. anschließende Verkehrsverbindung: sofort A. haben;
seinen A. (Anschlußzug) erreichen, verpassen; So kam
er erst nach Mitternacht an mit wechselnden Zügen, denn
er hatte nicht fragen mögen und verpaßte Anschlüsse
(Johnson. Ansichten 21); um 18.10 Uhr haben Sie A.
nach ...; der Zug hat A. an einen Eilzug nach ...; *den
A. verpaßt haben (ugs.): a) keinen Ehepartner gefunden
haben; b) im Beruf nicht vorwärts gekommen sein. 3. (o.
PI.) a) menschliche Verbindung, Kontakt. Bekanntschaften:
A. suchen, finden; keinen A. haben; eine innere Stimme
hatte mir früh verkündigt, daß A.. Freundschaft und
wärmende Gemeinschaft mein Teil nicht seien (Th. Mann.
Krull 128); Ausländem den A. erleichtern; b) Verbindung
(nach vorn): A. an die Spitzengruppe; A. halten; nicht
den A. verlieren; Ü Er fand keinen A. mehr an das Leben,
das er nie richtig gekannt hatte (Kirst. Aufruhr 36): *hn
A. an (1. unmittelbar nach; unter Bezugnahme auf: im A.
an den letzten Brief; zeigte er keine Bedenken, im A.
an unsere Unterredung mit mir zusammen ein Protokoll
zu entwerfen (Jens, Mann 154). 2. nach dem Vorbild von.
in Anlehnung an: im A. an Marx; eine Komposition im
A. an Schönberg); c) (Sport) Anschlußtreffer: den A.
herstellen, besorgen, schaffen; zum A. kommen. 4. Angliede-
rung. politische Vereinigung: der A. des Saargebiets.
fnsdüuB-, Anschluß-: --bahn« die; Mlose, die: Steckdose für
elektrische Anschlüsse; -fertig (Adj.; o. Steig.): so gefertigt,
daß es sofort [an ein Leitungsnetzj angeschlossen werden
kann: ein -er Verstärker; -gleis, das (Eisenb.); -Inhaber.
der: Besitzer eines Telefonanschlusses: -kabel, das; ^kon-
knrs, der (Wirtsch.): Konkurs im Anschluß an ein
Vergleichsverfahren: -Jinie, die: Straßenbahn- od. Omnibuslinie, mit
derjmd. Anschluß (2) hat; -röhr, das; -stelle, die; -strecke,
die; -stück, das; -stutzen, der; -tor. das; -treffer. der:
(Ballspiele) Tor od. Treffer, der eine zurückliegende
Mannschaft bis auf ein Tor an die Tor- od. Treffer zahl der anderen
heranbringt: den A. erzielen; -zug, der: den A. verpassen;
-zwang, der (o. PI.) (Verwaltung): Pflicht für alle
Hausbesitzer, ihr Grundstück gebührenpflichtig an vorhandene
Leitungsnetze u. an die Kanalisation anzuschließen.
^nachmachten (sw. V.; hat): schmachtend, schwärmerisch
ansehen: einen Filmstara.; sie schmachten sich [gegenseitig]
an.
»nschmeichetn. sich (sw. V.; hat) (selten): durch Schmeicheln
bei jmdm. etw. zu erreichen suchen: sich bei jmdm. a.
anschmeißen (st. V.; hat) (salopp): 1. anlassen, in Gang
setzen, anwerfen: den Motor, die Maschine a. 2. (a. +
sich) sich jmdm. aufdrängen, sich anbiedern: sich dem Chef
a.; Vom ersten Tage unserer Bekanntschaft hatte ich mich
dem Prinzen angeschlossen oder angeschmissen, wie man
bösartigerweise behaupten könnte (Habe. Namen 37).
anschmelzen (st. V.): 1. a) (durch Erwärmung) leicht zum
Schmelzen bringen (hat): Man kann annehmen, daß die
unterste Schicht (= von Gletschereis) angeschmolzen wird,
wenn sie sich über Wasser bewegt (MM 26. 11. 73. 3);
b) (durch Erwärmung) zu schmelzen beginnen (ist): die
Eisdecke ist angeschmolzen. 2. (Technik) in einem
Schmelzverfahren mit etw. anderem verbinden (hat).
anschmieden (sw. V.; hat): durch Schmieden an etw.
befestigen; Ü sich nicht a. lassen (ugs.; sich nicht irgendwo
festhalten, zum Bleiben, Ausharren zwingen lassen): an seinen
Arbeitsplatz angeschmiedet sein.
fnachmieoen (sw. V.; hat): zärtlich an jmdn.. etw. schmiegen-
das Kind schmiegte sich, sein Gesicht [an die Mutter]
an; U sie ... trat in dem eng den Körperformen sich an-
156
anschwärmen
schmiegenden Tailormade .... das sie trug, dicht vor mich
hin (Th. Mann. Kruü 199); <Abl.:) «nschmiegsam <Adj.):
sich zärtlich anschmiegend: anpassungsfähig: Tante Millie
hat mal gesagt, sie hätte ... die empfindsame, -e Natur
eines rankenden Efeus (Keun. Mädchen 141); a. sein, dazu:
Anschmiegsamkeit* die; -.
fmchmierai <sw. V.; hat): 1. a) versehentlich beschmutzen:
wo hast du dich denn so [mit Tinte] angeschmiert?; b)
(ugs. abwertend) achtlos, lieblos anmalen, anstreichen: Von
Bombenkisten waren sie zu Särgen hinabgesunken, elenden
Dingern aus billigstem, dünnstem Ausschußholz,
braunschwarz angeschmiert (Fallada. Jeder 230); sie hat sich
allzu sehr angeschmiert (zu stark geschminkt). 2, (salopp)
täuschen, betrügen: Jmdn. gründlich a.; mit diesem Teppich
ist er angeschmiert worden; Jenes Lächeln, das er ... immer
zeigt, wenn er Jemanden angeschmiert hat. der's bloß noch
nicht weiß (Baldwin [Übers.]. Welt 443). 3. <a. + sich)
(salopp abwertend) sich in aufdringlicher Weise beliebt
machen: du verstehst dich ganz schön beim Chef
anzuschmieren; weil er dann denkt, wir woll'n uns anschmiern bei
ihm (Schnurre. Bart IS).
fMchmoren <sw. V.; hat) (Kochk.): nur kurz schmoren:
das Fleisch a.
«mchnallcn <sw. V.; hat): festbinden: /mit Riemen od.
Schnallen] befestigen (Ggs.: abschnallen): Jmdm.. sich die
Schlittschuhe, den Rucksack a.; das Kind im Wagen a.;
sich a. (im Auto od. Flugzeug den Gurt anlegen): <Zus.:>
Anschnallgurt, der.
«Mdiraufen <sw. V.) in der Verbindung angeschnauft
kommen (stoßweise atmend, mit schnaufendem Geräusch
herankommen): der letzte Läufer, die Lokomotive kommt
angeschnauft.
fmchnauzen <sw. V.; hat) [wohl zu: anschnauen, zu mhd.
snäwen = schwer atmen; volksetymologisch an t Schnauze
angeglichen] (ugs.): mit groben Worten anfahren: die Kinder
a.; dauernd angeschnauzt werden; sie schnauzten sich
dauernd [gegenseitig] an; Der Zoodirektor ... schnauzte
den Oberwärter an. und der Oberwärter schnauzte den
Wärter an (Schnurre. Bart 21); <Abl.:> Anschnauzer, der;
-s, - (ugs.): Rüffel, grobe Zurechtweisung: einen A. kriegen.
anschneiden <unr. V.; hat): 1. durch Abschneiden des ersten
Stückes zu verbrauchen beginnen: das Brot, den Kuchen
a.; auf einem Ostertisch... ein hinreichend kolossaler
Schinken, frisch angeschnitten nach Möglichkeit (Lenz. Suley-
ken 35). 2. zur Sprache bringen: ein Thema. Problem a.;
Im Verlaufe des Gesprächs schnitt ich die Rapallofrage
an (Niekisch. Leben 275). 3. (Schneiderei) ein Teil mit
einem anderen in einem Stück zuschneiden: eine Kapuze
a.; angeschnittene Ärmel. 4. a) (Verkehrsw.. Motorsport)
eine Kurve von innen her anfahren, nicht voll ausfahren:
<subst.:) scharfes Anschneiden der Innenkante; b) (Ski)
ein Tor dicht an der Torstange durchfahren: beim Slalom
die Tore geschickt a. 5. (Ballspiele) dem Ball einen Drall
geben, daß er die Richtung ändert: ein geschickt
angeschnittener Ball. 6. (Fot.. Film) nur einen Teil von etw. auf
das Bild bringen: etw. nur in einem Ausschnitt auf den
Film bringen: Im Hintergrund, seitlich angeschnitten.
Rückfront eines Rokokoschlößchens (Kästner. Schule 37).
7. (Archäol.) bei einer Grabung auf etw. stoßen: bei den
Ausschachtungsarbeiten wurde ein römisches Haus
angeschnitten. & (Jägerspr.) (gefallenes Wild) anfressen:
Wildkatze. Luchs und Fuchs schneiden das Wild an; Bei
gefleckten Tieren schneiden die Vampire ... eher in den dunklen
Flecken ... an (Tier 10. 1973. 17); <Abl. zu 1:> Anschnitt,
der; -[e]s. -e: a) Schnittfläche: (Kohl) ... wird mit den
-en nach oben auf eine Platte gelegt (Hörn. Gäste 207);
b) das abgeschnittene Randstück: für den A. des Brotes
gibt es viele Bezeichnungen.
fnadmorren <sw. V.; hat) (landsch. salopp): anbetteln:
unverfroren, aufdringlich um etw. bitten: den Vater dauernd
um Geld a.; Der Mann zeigte ... Selbstbewußtsein. ...
schnorrte die Reisenden aus Amerika nicht an (Kantoro-
wicz. Tagebuch I. 219).
Anschovis, (fachspr.:) Anchovis [an'Jb:vis]. die; -. - [niederl.
ansjovis < span. anchoa < ital. mundartl. ancioa <
vbt. *apiu(v)a < griech. aphye = Sardelle]: gesalzene
Sardelle, auch Sprotte, kleiner Hering in Würztunke: mit
Eierscheiben und A. belegte Brötchen: <Zus.:> Anschovfe-
paste, die: sehr fein zerkleinerte, meist in Tuben verkaufte
Anschovis (pikanter Brotaufstrich).
anschrauben <sw. V.; hat): a) mit Schrauben befestigen (Ggs.:
abschrauben): ein Schild a.; b) locker Gewordenes wieder
festschrauben: die Scharniere wieder a.
4nachreibeboaen, der; -s, -. sildd., österr. auch: ...bögen
(Sport): offizielles Formular, in dem der Anschreiber über
das Spiel Bericht führt: anschreiben <st. V.; hat): 1. an
eine für andere sichtbare Stelle schreiben: Vokabeln [an
die Tafel] a.; an den Hauswänden/an die Hauswände
angeschriebene Parolen; der Name steht dort angeschrieben.
2. (eine Geldsumme, diejmd. schuldig bleibt) für die spätere
Bezahlung notieren: die Frau des Dorfkrämers, die
anschrieb, wenn Büchners Wochenlohn nicht reichte
(Strittmatter, Wundertäter 19); beim Kaufmann immer a. lassen;
man kennt dort mein Gesicht und meinen Namen und
wird a. (Fallada. Herr SO); "bei Jmdm. gut. schlecht
angeschrieben sein (ugs.; bei jmdm. in gutem/schlechtem Ansehen
stehen [u. dadurch leicht/schwer etw. erreichen können/):
er ist beim Chef gut angeschrieben. 3. (Amtsspr.. Papierdt.)
sich schriftlich an jmdn. wenden: eine Behörde.
Versicherung a.; vierzig Prozent der angeschriebenen Studenten
bejahten die Frage. 4. (von Schreibstiften o. ä.)
funktionstüchtig sein: der Füllfederhalter, die Mine schreibt sofort
an.5.a)<a. + sich) sich durch Schreiben in einen bestimmten
Zustand versetzen: Er schrieb sich Mut an und Gelassenheit
(Kuby. Sieg 116); b) schreibend gegen etw. ankämpfen:
gegen die Verzweiflung a. 6. (Schweiz.) mit einer Aufschrift
versehen: beschriften: Akten a.; Ich... ordnete meine letzten
Filme ...; ich schrieb die Spulen an. wie üblich (Frisch.
Homo 83); anschreiben, das; -s. - (Amtsspr.): [kurzes]
Begleitschreiben: die Unterlagen mit einem A. an die
zuständige Stelle schicken; anschreiber. der; -s. - (Sport):
Offizieller, der über die Vorkommnisse des Spiels Bericht
führt.
anschreien <st. V.; hat) (abwertend): laut ansprechen: mit
lauter Stimme zurechtweisen: jmdn.. einander aufgeregt,
wütend a.; ich lasse mich nicht dauernd a.!; Ü Hier ...
schrie ihn ein Widerspruch an (Thielicke. Ich glaube 177).
Anschrift, die; -. -en /postamtliche] Angabe der Wohnung;
Adresse: die ständige A. lautete ...; A. unbekannt; seine
A. angeben; Auf der Karte las Ulrich ..Generaldirektor44
... und eine vornehme A. (Musil. Mann 1 540); <Zus.:>
AnschriftcnBnderung, die; Ansdiriftenverzeichnis, das.
anschuldigenlanjüldign]<sw. V.; hat) [zu tschuldig] (geh.):
[öffentlich] bezichtigen, [vor Gericht/ anklagen: Jmdn. des
Diebstahls/wegen eines Diebstahls a.; Sie sind
angeschuldigt, den Mord begangen zu haben; <Abl.:> Anschuldigung.
die; -. -en: das Anschuldigen, Bezichtigung: eine schwere,
falsche A.; die -en zurückweisen; Es verschlug mir die
Sprache, wie stets, wenn ich durch eine widersinnige A.
überrumpelt werde (Kantorowicz. Tagebuch I. 294).
^nsdunmetn <sw. V.; hat) (salopp): betrügen: Jmdn. [mit
einer Warel a.
anschüren <sw. V.; hat): durch Schüren (neu] entfachen:
das Feuer, die Flammen a.; Er ... läßt ... den
Frühstückstisch decken und den kleinen eisernen Ofen a. (Fussen-
egger. Zeit 48); Ü Jmds. Zorn, den alten Streit a.
Anschuß, der; Anschusses. Anschüsse (Jägerspr.): 1. a)
Stelle, wo das Wild in dem Augenblick stand, als der Schuß
fiel: den A. verbrechen (mit abgebrochenem Holz
kennzeichnen); b) Einschußstelle am Körper des Wildes. 2. erster
Schuß.
anschütten <sw. V.; hat): künstlich erhöhen, aufschütten:
Gelände [auf eine bestimmte Höhe] a.; <Abl.:> Anschüttung.
die; -. -en: Die A. künstlicher Inseln in der Nordsee (MM
18.4.72. 19).
^nachwanken <sw. V.; ist): schwankend herankommen: (meist
im 2. Part. + kommen:) zwei Betrunkene kamen
angeschwankt.
anschwänzeln <sw. V.; ist): schwanzwedelnd herankommen;
<meist im 2. Part. + kommen:) der Hund kommt
angeschwänzelt.
fmdiwinzoi <sw. V.; hat) [wohl zu mhd. swenzen =
schwenken] (Brauerei. Weinbau): /durch Übergießen von
WasserJ die Würzstoffe ausfiltrieren: Maische. Treber a.
anschwärmen <sw. V.): 1. im Schwärmen herbeifliegen <ist>:
die Bienen schwärmen an; sie kommen [in Scharen]
angeschwärmt; das kamelzüchtende ... Gelichter der südlichen
Wüste .... das anschwärmte, um zu plündern (Th. Mann.
Joseph 396). 2. schwärmerisch verehren <hat): seinen
Lehrer, einen Schauspieler a.
157
anschwärzen
fmdiwftrzen <sw. V.; hat): 1. (selten) schwarz machen: Glas
a. (um [bei Beobachtung der Sonne] nicht geblendet zu
werden); sich das Kleid a. (an einer Stelle beschmutzen).
2. (ugs. abwertend) schlechtmachen, denunzieren, in
Mißkredit bringen: einen Kollegen [beim Chef) a.; In vielen
Wohnungen ... wurden polizeiliche Anzeigen formuliert;
aber niemand schwärzte ihn an (Grass. Hundejahre 293);
<Abl.:) Arachwftramg, die; -. -en.
fnschweben <sw. V.; ist): im Schwebeflug herankommen:
Die Transportmaschinen ... durchstießen die Nebelfetzen
und schwebten an (Plievier. Stalingrad 132); ein
anschwebendes (zur Landung ansetzendes) Flugzeug; <Zus.:) An-
schwebegesdiwindigkeit, die: ein Flugzeug zum Landen
auf die beste A. einstellen.
anschweigen <st. V.; hat) jmdm. mit Schweigen begegnen:
demonstrativ jedes Gespräch vermeiden: er hat ihn lange
angeschwiegen; einander, sich (gegenseitig] a.; Wir tranken
unseren Kaffee und schwiegen uns an (v. d. Grün. Glatteis
73).
'anschweißen <sw. V.; hat): (Technik): durch Schweißen befe-
stigen: ein Metallstück [an das/an dem Gerät] a.
2fnsdiweiBen <sw.*V.; hat) (Jägerspr.): ein Wild durch einen
Schuß verwunden, so daß es Blut verliert: er hat das Reh
angeschweißt.
'anschwellen <st. V.; ist): 1. (Ggs.: abschwellen) a) dicker
werden, (in einem krankhaften Prozeß) an Unifang
zunehmen: die Beine schwellen an: die Lymphdrüsen sind
angeschwollen; Ein Blick in den Spiegel zeigte ihr, daß Mund
und Nase stark angeschwollen waren (Musil. Mann 1485);
b) lauter werden: der Lärm, die Musik schwillt an; ..Sie",
rief Hochwürden Marcus, und seine Stimme schwoll
mächtig an. ..sollten schweigen" (Kirst. Aufruhr 223). 2.
[bedrohlich j wachsen, an Zahlu. Stärke zunehmen: das Wasser,
der Fluß schwillt an; Ü die Arbeit schwillt immer mehr
an; So aber schwillt ständischer Dünkel zum Größenwahn
an (Tucholsky. Werke 11. 77); die Bankkonten schwollen
an. die Konzentration in der Wirtschaft nahm zu (Dönhoff.
Ära 52). V^c^^len <sw. V.; hat): schwellen lassen: der
Wind hat die Segel angeschwellt; Ü eine kleine Verfehlung
zum Skandal a. (aufbauschen): (Abi. zu 'anschwellen
da):) Anschwellung, die; -. -en: Verdickung, leichte
Schwellung: eine A. am Knie.
anschwemmen <sw. V.; hat): ans Ufer spülen: die Flut
schwemmt Kleinholz an; angeschwemmtes Land; <Abl.:>
4nsdiwenanungv die; -, -en. dazu: Ansdroenraungsküste,
die: flache Küste aus Schwemmland.
anschwimmen <st. V.): 1. a) auf etw. zuschwimmen (hat):
eine Boje, einen Punkt am Ufer a.; b) sich schwimmend
nähern, heranschwimmen <ist): da schwimmt er an; (meist
im 2. Part. + kommen:) da kommt er angeschwommen.
2. sich schwimmend einer Kraft entgegenbewegen,
schwimmend gegen etw. angehen, ankämpfen <ist>: gegen die
Strömung a. 3. zum erstenmal gemeinsam schwimmen, die
Schwimmsaison eröffnen <hat>: wir haben gestern
angeschwommen; <subst.:> heute ist Anschwimmen.
anschwindeln <sw. V.; hat) (ugs.): anlügen, jmdm. ins Gesicht
schwindeln: Jmdn. [mit etw.] a.; du willst mich wohl a.?
anschwingen (st. V.; hat) (Sport): zum Beginn einer Übung
einen Schwung nehmen: am Reck a. zur Riesenwelle.
fnsdiwirren<sw. V.; ist) (Ggs.: abschwirren): a) (von Vögeln
od. Insekten) schwirrend heranfliegen: viele Mücken
schwirren an. kommen angeschwirrt; b) (salopp) unangemeldet,
störend herankommen: <meist im 2. Part. + kommen:)
da kommt er doch schon wieder angeschwirrt!
fnschwitzen <sw. V.; hat) (Kochk.): in heißem Fett leicht
gelb werden lassen: für eine helle Mehlschwitze wird das
Mehl nur leicht angeschwitzt.
Ansdiwung. der; -[eis. Anschwünge: das Schwungnehmen
vor einer Leichtathletik- od. Turnübung: ein geschickter
A. des Diskuswerfers.
ansegeln <sw. V.): 1. a) auf etw. zusegeln (hat): eine Insel
a.; b) segelnd oder im Gleitflug herankommen (ist); (meist
im 2. Part. + kommen:) eine Möwe kommt angesegelt.
2. die Saison mit gemeinsamem Segeln od. Segel/lug eröffnen
(hat; Ggs.: absegeln): wir haben gestern angesegelt;
(subst.:) auf dem Flugplatz ist heute Ansegeln.
ansehen (st. V.; hat) /vgl. angesehen/: 1. den Blick auf
jmdn., etw. richten: ins Gesicht blicken, betrachten: einen
Menschen ernst, tadelnd, freundlich lachend, von der Seite
a.; Nun rannten alle Wildschweine ans Gitter und hoben
die Rüssel ... und sahen uns heimtückisch an (Schnurre.
Bart 23); sieh mich [nicht so] an!; einander /sich
[gegenseitig] a.; jmdn. groß a. (erstaunt, mit großen Augen anblik-
ken): Ü jmdn. von oben [herab] a. (herablassend,
gönnerhaft behandeln): jmdn. nicht mehr a. [wollen] (nichts mehr
mit ihm zu tun haben / wollen!). 2. /aufmerksam, prüfend/
betrachten (um es kennenzulernen): [sich] Bilder, einen
Film, ein Theaterstück a.; eine Wohnung a. (besichtigen):
ich werde mir die Sache a. (mich damit beschäftigen):
Auch diese Frau Häberle würde man sich näher a. (Fallada.
Jeder 211); 'sieh bnaO [einer] an! (ugs.; wer hätte das
gedacht!): das sehe sich einer an! (ugs.; das ist doch nicht
zu glauben, ist ganz erstaunlich!). 3. a) (a. + sich) in
bestimmter Weise aussehen: das sieht sich ganz hübsch
an; es sah sich an (hatte den Anschein), als würde ein
Unglück geschehen; b) in der Verbindung anzusehen sein
(einen bestimmten Anblick bieten): sie ist in diesem Kleid
hübsch anzusehen; der Unfall war schrecklich anzusehen.
4. vom Gesicht ablesen können: an der äußeren Erscheinung
erkennen: jmdm. sein Alter [nicht] a.; Sie weiß genau,
was sie sagen wird, man sieht es ihr an (Bobrowski. Mühle
134). 5. a) einschätzen, beurteilen: etw. anders, mit anderen
Augen a.; wenn man die Dinge so ansieht, dann ...; b)
als etw. betrachten, auffassen: fürjtndn.. etw. Imlten: jmdn.
als seinen Freund, als Betrüger a.; Die Farmer nämlich
sahen die Zebras und die Gnus als Schädlinge an (Grzimek.
Serengeti 82); etw. als/für seine Pflicht a.; etw. als eilig
a.; sehen Sie denn überhaupt dieses Schreiben für echt
an? (Gaiser. Jagd 146); sich als Held, (veraltend.) als
Helden a.; * jmdn. nicht für voll a. (nicht für ganz
zurechnungsfähig halten, nicht ernst nehmen). 6. Zeuge sein: zusehen,
ohne etw. dagegen zu unternehmen (meist verneint): das
Elend nicht mehr [mit] a. können; ich kann mir das nicht
länger ruhig mit a.; Ansehen, das; -s: I.Achtung.
Wertschätzung, hohe Meinung: großes A. genießen; sein A. durch
etw. verlieren, erhöhen; sich [wieder] A. verschaffen; [bei
jmdm.] in hohem A. stehen; Hatte er nicht bei den
tapfersten Völkern vorzüglich in A. gestanden? (war sehr
geachtet. Th.Mann.Tod 51);zu A. kommen.2. (geh.) Aussehen:
ein Greis von ehrwürdigem A.; Eine gute Konstitution
geht nicht immer mit einem blühenden und
kraftstrotzenden A. einher (Medizin II. 147); die Sache gewinnt [durch
etw.] ein anderes A. (ist anders zu beurteilen): *[nur] von/
vom A. ( nur! van Sehen, nicht mit Namen): jmdn. nur
vom A. kennen; er ist mir vom A. bekannt; ohne A. der
Person (ganz gleich, tun wen es sich handelt): es müssen
alle ohne A. der Person gehört werden; ^sehenswert <Adj.;
nicht adv.): wert, betrachtet zu werden: eine -e Ausstellung;
ansehnlich ['anze:nh<;] <Adj.>: 1. bedeutend: so groß, daß
es Beachtung verdient: ein -er Betrag; -e Mengen; Neben
der Haustüre stapelte sich schon ein -er Haufen leerer
Obstkisten (Kuby. Sieg 234). 2. (veraltend) gut aussehend,
stattlich: eine < Person; die Dekoration ist recht a.; <Abl.:>
Ansehnlichkeit, die; -; Ansehung, nur in der Fügung in
A. (veraltend; unter Berücksichtigung: angesichts): in A.
der Tatsache, daß ...; in A. seiner Verdienste; Aber auch
mit dem Segen war. in A. der Art und Weise, wie er
gewonnen worden, etwas Fluch verbunden (Th. Mann,
Joseph 241).
anseilen <sw. V.; hat): (bes. im Bergsteigen zur Sicherung
gegen das Abstürzen) an ein Seil binden: jmdn.. sich a.;
(subst.:> Beispiele sollen zeigen, wie entscheidend das
richtige Anseilen ist (Eidenschink, Bergsteigen 51); <Zus.:>
Ansetlknoten. der.
fnefai <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) (ugs.): angeschaltet, angedreht, angezündet usw. sein
(Ggs.: aussein): der Motor, das Licht ist angewesen; sobald
der Ofen an ist.
fnsengen <sw. V.; hat): ein wenig versengen: ich habe mir
die Haare, das Kleid angesengt; Wäsche (beim Bügeln)
a.; es riecht angesengt (brenzlig).
fnsetzen <sw. V.; hat): 1. etw. für eine bestimmte Tätigkeit
in die entsprechende Ausgangsstellung bringen (Ggs.:
absetzen 3): den Bohrer, die Trompete, den Geigenbogen, das
Glas [zum Trinken] a.; Er zog sein eigenes Notizbuch
hervor und setzte den Bleistift an (Wiechert. Jerominkinder
65); den Wagenheber [unter dem Trittbrett] a.; Ü den
Hebel an der richtigen Stelle a. (etwas richtig anpacken).
2. anfügen u. befestigen: ein Verlängerungsstück [an ein/
einem Rohr] a.; einen Saum [am/an das Kleid] a.; tief
158
anspeien
angesetzte Taschen. 3. seinen Ausgang haben, beginnen:
die Haare setzen bei ihm sehr tief, über einer hohen Stirn
an. 4. a) mit etw. beginnen: zum Reden, zum Sprung a.;
Er setzte mehrmals zum Sprechen an. aber es schien, daß
er sich zwang zu warten (Musil. Mann 968); Wenn er
seinen Spurt früher angesetzt hätte - er wäre als Zweiter
durchs Ziel gegangen (Lenz, Brot 49); [mit der Arbeit,
den Überlegungen] an einer bestimmten Stelle a.; Die
Stadtbahn ist schon zu hören, wenn sie im Nachbarort
zur Fahrt ansetzt (Fries, Weg 301); b) beginnen, einsetzen:
hier muß die Kritik a. 5. a) hervorbringen, zu bilden
beginnen: die Bäume setzen Knospen an; Da und dort blühte
es noch, anderswo hatte massenhaft Frucht angesetzt (Gai-
ser. Jagd 104); die Erdbeeren haben gut angesetzt (Früchte
gebildet): b) hervorkommen, sich fallmählich/ ausbilden:
dieKnospen haben [neu] angesetzt; c) (etw. Unerwünschtes)
ausbilden: Patina a.; das Eisen setzt Rost an; Man muß
Fett a.. um auf andere Gedanken zu kommen (dick werden:
Bieter. Bonifaz 180); d) <a. + sich) sich festsetzen: dort
hat sich Kalk. Grünspan angesetzt. 6. a) (für einen bestimm-
ten Zeitpunkt) bestimmen, festsetzen: eine Besprechung
a.; die Auffuhrung ist für den/auf den 1. Mai angesetzt;
Das Fest des Beilagers war auf den Vollmond der
Sommersonnenwende angesetzt worden (Th. Mann, Joseph 287);
b) veranschlagen, vorausberechnen: die Kosten mit drei
Millionen, zu niedrig a.; für die Proben vier Monate a.;
Zur Durcharbeitung der angegebenen Literatur wurde eine
bestimmte Stundenzahl angesetzt (Leonhard, Revolution
164); c) (Math.) einen Ansatz (8) machen: eine Gleichung
a. 7. a) einsetzen, beauftragen mit etw.: Hunde [auf eine
Spur] a.; acht Mitarbeiter auf ein neues Projekt a.; b)
(Sport Jargon) einen Spieler zur besonderen Bewachung.
Abschirmung eines anderen einsetzen: Jmdn. auf jmdn. a.
8. a) mischen, anrühren o. ä. u. zur weiteren Verarbeitung
vorbereiten: eine Bowle. Kuchenteig a.; Leim. Gips a.;
b) (landsch.) zum Kochen auf den Herd setzen: Kartoffeln
a.; das Fleisch [mit wenig Wasser] a. 9. sich beim Erhitzen
am Boden des Topfes festsetzen: anbrennen: das Gemüse
setzt [sich] an; Milch setzt leicht an. 10. (landsch.) <a.
+ sich) an einer Stelle sitzend warten, bis man mit etw.
an der Reihe ist: ich setze mich im Wartezimmer an; (Jä-
gerspr.:) der Jäger setzt sich auf Sauen an. II. in der
Verbindung angesetzt kommen (sich mn gro/Jen Sprüngen
nähern): der Hund kommt angesetzt; <Abl. zu 6 a. b.
7:> Ansetzung. die; -.
inseufzen <sw. V.; hat): seufzend ansprechen, klagen: dann
seufzte Tante Betty meine Mutter an (Keun. Mädchen 134).
Ansicht, die; -. -en: 1. Meinung. Überzeugung: die richtige,
eine irrige A.; Ohne einen Hund, das war meines
Großonkels unumstößliche A.. sei ein allegorisches Gemälde ...
schlechterdings unvollkommen (Kusenberg. Mal 99);
altmodische, verschiedene -en haben; eine A. vertreten, teilen;
dner, anderer A. sein (/nicht/ übereinstimmen): nach
metner A./meiner A. nach; die -en von etw.. über Jmdn.
od. etw.; rings um ihn saßen auf gewohnten Plätzen
Männer in festen Stellungen, mit festen -en (Feuchtwanger.
Erfolg 12). 2. Bild. Abbildung: eine A. der Stadt, der
Landschaft; bunte -en von der alten Kirche. 3. sichtbarer Teil.
Seite. Front: die vordere, hintere A. des Schlosses; Haben
Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie es kommt,
daß der Mann im Mond uns immer die gleiche A. zukehrt
(Musil. Mann 314). 4. *iur A. (zum prüfenden Ansehen):
eine Ware, ein Buch zur A. bestellen; <Zus. zu 2:) Ansich-
tanpostkarte. die: selten für t Ansichtspostkarte; <Abl.:>
ansichtig ['anziftif] <AdJ.) nur in der Verbindung imdsM
einer Sache a. werden (geh.; Jmdn.. etw. sehen, erblicken):
des Freundes a. werden; er wurde des Unglücks erst a..
als nichts mehr zu retten war; Kolkraben. Elstern und
.. Krähen greifen aber Jedes behaarte oder gefiederte
Raubtier an. dessen sie überhaupt a. werden (Lorenz.
Verhalten 21).
Asfchts-: -karte. -Postkarte, die: Karte mit einer Ansicht
C); -sache. die; nur in der Wendung das/etw. ist A. (dar-
über kann man verschiedene Ansichten (1) haben): das Wie
ist [hier] A.; -seite, die: Schauseite eines Gebäudes: Seite,
die die Ansicht (3) bietet: -Sendung« die: Sendung \zur
Ansicht (4); -skizze, die: Bildentwurf. Skizze zu einer An-
udit (2).
Aficdclei [anzi:dd'l^j]. die; -. -en: kleine Ansiedlung: fnsie-
4dn <sw. V.; hat): a) <a. + sich) sich niederlassen, seßhaft
werden: sich [auf dem Land, in der Stadt] a.; Im
Theaterviertel ... siedelten die Cafös sich an (Jacob. Kaffee 95);
Ü diese Krankheitskeime siedeln sich auch in anderen
Organen an (befallen auch andere Organe): b) ansässig,
seßhaft machen: Flüchtlinge auf dem Land, eine Tierart
in Europa a.; Ein Kurort kann zwar ein Industriewerk
a.. doch wird er dann ... aufhören. Kurort zu sein (Kosmos
3,1965.194); Ü unmöglich .... die Philosophie im luftleeren
Raum... anzusiedeln (Natur 14); <Abl.:) Ansiedelung: t
Ansiedlung; Ansiedler, der; -s, -: jmd.. der sich ansiedelt.
Kolonist: die ersten A. kamen aus Holland; Ansiedlertn. die;
-. -nen: w. Form zu t Ansiedler; Anstedhmg. Ansiedelung,
die; -. -en: a) das Ansiedeln: b) Niederlassung, kleine
Siedlung. Einzelgehöft: dort entstanden die ersten -en; Eine
Holzbrücke war da. aber man sah keine menschliche A.
(Härtung. Piroschka 8); <Zus.:> Ansiedlelhjngsgenehmi-
gung, die: [sich] eine A. holen; die A. erteilen.
fiBBiooi <st. V.; hat): 1. a) sich mit einem Lied an jmdn..
etw. wenden: die Freundin, den Mond a.; b) das Kommen,
den Anfang von etw. besingen: den Frühling, den Advent
a.; c) das gemeinsame Singen eröffnen: dieser Chor singt
an. 2. vorher (zum Lernen) durchsingen: die neuen
Lieder erst a. lassen. 3. mit Gesang jmdn.. etw. zu über-
tönen versuchen: gegen das Orchester, gegen den Sturm a.
«nsimen <st. V.; hat) (geh.. selten): zumuten, von jmdm.
verlangen: so etwas hat man mir angesonnen!; Was sie
aus den Elternhäusern treibt, ist der Protest gegen alles,
was bürgerliche Wohlanständigkeit ihnen ansinnt (Spiegel
39. 1966. 72); Ansinnen, das; -s. -: Vorschlag. Zumutung:
ein freches, seltsames A.; jmds. A. ablehnen; Ich legte
meiner Tante dar. daß sie auf dies ohnehin etwas
eigentümliche A.... unter keinen Umständen eingehen dürfe (Hesse.
Steppenwolf 9).
Ansitz, der; -es. -e: 1. (Jagdw.) a) Platz, von dem aus das
Wild erwartet wird: Hochsitz: auf den A. gehen; b) das
Warten auf dem Ansitz (a): ein langer, vergeblicher A.
2. (österr.) großer, repräsentativer Wohnsitz: einen A. in
den Bergen haben; «mitzen <unr. V.; hat) (bes. Jagdw.):
das Erscheinen des Wildes erwartend auf dem Hochsitz
o. ä. sitzen.
«nsocken <sw. V.; ist) (salopp): eilig herbeikommen (Ggs.:
absocken); <meist im 2. Part. + kommen:) da kommt
er angesockt.
fnsohlen <sw. V.; hat): 1. (an Strümpfe. Strumpfhosen)
ein neues Fußteil anstricken: die Strümpfe a. 2. (landsch.)
betrügen: das brauchen Sie mir nicht zu erzählen, daß
mein Skatbruder mich ansohlt (Fallada. Mann 190).
ampist I. <Adv.): svw. f ansonsten. II. <KonJ.) (österr..
Schweiz.) andernfalls: dürfen diese... Verfallserscheinungen
nicht verallgemeinert werden, a. sie zu einer
Ungerechtigkeit ... führen (Nigg. Wiederkehr 152); ansonsten
[an'zonston] <Adv.) (fam.. ugs.): a) im übrigen, sonst: a.
nichts Neues; Eine Ziege, sagte das Männchen, brauchte
es nun nicht gerade zu sein, aber a. hätte Vater schon
recht (Schnurre. Bart 84); b) im anderen Falle, sonst: sollen
Steuererhöhungen, die a. zum Ausgleich ... notwendig
wären, vermieden werden (MM 2. 11. 66. 1).
anspannen <sw. V.; hat) /vgl. angespannt/: 1. (ein Zugtier.
Zugtiere) vor etw. spannen (Ggs.: 'abspannen): die Pferde
a.; den Wagen a. (ein Zugtier vor den Wagen spannen):
a. lassen; der Kutscher hat angespannt. 2. straffer spannen:
ein Seil, die Zügel a.; 3. a) anstrengen, zur Höchstleistung
zusammenfassen: die Muskeln. Nerven, a.; Bernadette
spannt alle ihre Kräfte an. um diesem Verhör gewachsen
zu sein (Werfel. Bernadette 444); b) <a. + sich) sich
spannen: alle Muskeln spannen sich an; <Abl. zu 3:)
Anspannung, die: -. -en: 1. <o. PI.) das Anspannen: unter A. aller
Kräfte. 2. Anstrengung. Konzentration: die A. war zu groß.
ansparen <sw. V.; hat): durch /regelmäßiges/ Sparen
zusammenbringen: 40% der Bausparsumme, das Geld für einen
neuen Wagen a.; Als die Ehe in die Brüche ging, vertrat
die Frau die Ansicht, daß das ganze angesparte Geld
ihr allein gehöre (MM 24. 9. 66. 46); <Zus.:> Ansparzeit,
die: ohne A. gibt es für den Bausparer keinen Kredit.
fnspazieren <sw. V.; ist) (ugs.): in gemütlichem Tempo
herankommen: <meist im 2. Part. + kommen:) da kommt er
endlich anspaziert.
fnspeien <st. V.; hat) (geh.): anspucken: sie haben ihn ange-
spie(e]n; Aber wenn ich höre, du bist schlapp mit ihr
gewesen, dann speie ich dich an (Fallada. Herr 208).
159
Anspiel
Anspiel, das; -(eis. -e: 1. (Sport. Kartenspiel. Schach)
Spielbeginn; erstes Schlagen od. Stoßen des Balles; erster
Kartenabwurf: das A. haben, ausführen. 2. (Sport)a)<&K Weiterleiten
des Balles an einen Mitspieler; b) an einen Mitspieler
weitergeleiteter Ball: das A. aufnehmen; fnspielbär <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Sport): freistehend; bereit, angespielt
zu werden: ein -er Außenstürmer; anspielen <sw. V.; hat):
1. (Sport) (den Ball, die Scheibe) jmdm. zuspielen: den
Linksaußen a.; Netzer spielte Beckenbauer mit einem
langen Paß an (MM 21. 11. 70.13). 2. a) (Sport. Kartenspiel.
Schach) das Spiel beginnen; die erste Karte ausspielen:
Trumpf. Herz a; der Spielführer hat angespielt; b)
(Ballsport) den Ball zur Eröffnung eines Spiel/ abschnitt Jes
spielen: die Engländer spielten in der Verlängerung an. 3.
versteckt hinweisen: auf die Vorgänge, auf sein Alter a.;
er spielte auf den Minister an; Wir meinen jenes
Zusammen treffen mit Esau selbst, auf das wir Jaakob
gesprächsweise haben a. hören (Th. Mann. Joseph 145); <Abl. zu
3:) Anspielung, die; -. -en: Andeutung, versteckter Hinweis:
eine persönliche, freche A.; Sie machen -en. die ich nicht
verstehe und die sie komisch finden (Wohmann. Absicht
16); die A. nicht verstehen, absichtlich überhören; Mit
der verächtlichen A. auf meinen Beruf hatte er eine alte
und nie geheilte Wunde berührt (Jünger. Bienen 67).
fnspieBcn <sw. V.; hat): auf einen spitzen Gegenstand spießen,
auf einer Spitze befestigen: Kartoffeln, den Braten a.;
angespießte Schmetterlinge.
anspinnen <st. V.; hat): a) behutsam beginnen, anbahnen,
anknüpfen: eine Unterhaltung, ein Liebesverhältnis [mit
Jmdm.] a.; b) <a. + sich) sich allmählich entwickeln,
anbahnen: ein Gespräch spinnt sich an; da hat sich etwas
angesponnen; Er fühlte, wie sich ein Netz von Beziehungen
anspann, zwischen dem Burschen in der Kirche und dem
Mädchen und ihm (Andersch. Sansibar 73).
fmpitzen <sw. V.; hat): 1. spitz machen: Bleistifte. Pfähle
a. 2. (ugs.) in Schwung. Trab bringen, [zu besonderen
Leistungen] antreiben: er hat den Lehrling tüchtig angespitzt;
<Abl.:> Anspitzer, der; -s. -: Gerät zum Anspitzen (1).
4nspornv der; -[eis: Antrieb. Anreiz: etw. ist ein A. für
jmdn.; einen A. erhalten; A. zu neuen Leistungen;
anspornen <sw. V.; hat): 1. (dem Pferd) die Sporen geben: der
Reiter spornt das Pferd an. 2. antreiben, anfeuern. Jmdm.
einen Ansporn geben: jmdn. zu höheren Leistungen a.;
angespornt durch die bisherigen Erfolge; Ich schwieg, ohne
daß er mich durch einen Blick zum Reden angespornt
hätte (ermuntert, aufgefordert; Th. Mann. Krull 250;
<Abl.:> Amporner, der; -s. -: jmd.. der anderen Ansporn,
Vorbild ist: Roux. eine der fesselndsten Persönlichkeiten
.... erhält die Funktion eines -s (Weiss. Marat 143); j^nspor«
nung. die; -. -en.
Ansprache, die: -. -n: 1. kurze Rede: eine zündende, witzige
A. halten. 2. (Milit.. Jagdw.) kennzeichnende Beschreibung:
die A. des Ziels. 3. a) (geh.. selten) Anrede: ihm steht
die A. Exzellenz zu; b) das Angesprochenwerden: der Kunde
schmökert in den Regalen, aber er fürchtet die A. des
Buchhändlers. 4. (bes. südd.. österr.) Gespräch. Aussprache,
Kontakt: er suchte die persönliche A. (Kirst. Aufruhr 33);
keine, viel A. (Umgang) haben;ansprechbar ['anjpre^ba:?]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. nicht mit etw. beschäftigt
u. daher bereit, eine Mitteilung o.a. entgegenzunehmen:
ich bin jetzt nicht a. 2. fähig, in der Lage, auf etw.
einzugehen, auf etw. zu reagieren: der Kranke ist noch nicht wieder
a.; Ü daß wohl wenige ... von Qualitativen Evidenzen -e
Leser unüberzeugt bleiben (Gehlen. Zeitalter 82); da er
nur auf das Materielle... a. war (Recherches Germaniques
5. 1975.101); <Abl.:) Anwreehbnrkeitdie; -; AnsprecMaih
er. die: svw. T —zeit; ansprechen <st. V.; hat) /vgl.
ansprechend/: 1. Worte an jmdn. richten; mit jmdm. ein Gespräch
beginnen: Der Arzt sprach ihn manchmal an. er tat aber,
als sei der Arzt nicht mehr vorhanden (Seghers. Transit
196); jmdn. auf der Straße a.; sie wird dauernd von
Männern angesprochen (zudringlich belästigt). 2. in einer
bestimmten Weise anreden: Jmdn. in der dritten Person, mit
Vornamen, mit seinem Titel a. 3. a) sich an eine Gruppe
wenden: die Bürger, die Betriebsangehörigen a.; die Massen
direkt a.; b) sich in einer bestimmten Angelegenheit an
jmdn. wenden: Jmdn. auf einen Vorfall a. (seine
Stellungnahme erbitten); Jmdn. um seine Hilfe, um Geld a. (bitten).
4. zur Sprache bringen, behandeln: das Thema, die
Schwierigkeiten a. 5. als etw. bezeichnen, ansehen: Jmdn. als
Nachfolger a.; das ist als günstig anzusprechen; Er zeigte uns
als Universität ein Haus, welches wir als unbedeutend
a. mußten (Bamm. Weltlaterne 137). 6. a) (Jagdw.) (ein
Wild) erkennen u. beurteilen: es widerspricht einer der
wichtigsten ... Regeln weidmännischen Verhaltens, wenn
jemand einen Schuß abgibt, bevor er das betreffende Tier
genau angesprochen hat (MM 12. 1. 1974. 44); b) (Milit.)
beschreiben, genau ausmachen: einen anfliegenden Verband
a. 7. einen bestimmten positiven Eindruck hinterlassen;
gefallen, anrühren: der Vortrag hat viele Menschen
angesprochen; das Stück sprach nicht besonders an; und gern
gestehe ich. daß ich in tiefster Seele angesprochen war von
der berauschenden Seltsamkeit des Vorkommnisses (Th.
Mann. Krull 136). 8. a) in positiver Form reagieren, eine
Reaktion zeigen: der Patient spricht auf das Mittel nicht
an; Glücklicherweise sprechen aber Junge Dohlen gut auf
Nachahmungen des Dohlenlockrufes an (Lorenz.
Verhalten 176); das Meßgerät spricht auf die kleinsten
Schwankungen an; gut ansprechende Bremsen; b) Wirkung haben,
wirken: das Mittel spricht [bei ihm] nicht an. 9. (Musik)
zum Klingen gebracht werden: diese Flöte spricht leicht
an. 10. (selten) beanspruchen: darf dieses Buch Bedeutung
Tür sich a. (Kisch, Reporter 9); ansprechend [anjpre<jnt]
<Adj.): gefällig, reizvoll: ein -es Wesen, eine -e Mode;
Was aber den ... Onkel anbeträfe. ... so sei er eine wenig
-e Persönlichkeit gewesen (Maass. Goufle 119); das ist
recht a. gestaltet; <Abl. zu 3 b:> Amprecher. der; -s. -
(Schweiz.): Bittsteller; <Zus. zu 8 a:> Ansprechzeit, die (Kfz-
T.): Zeitspanne vom Berühren des Bremspedals bis zum
Ansprechen der Bremse.
ansprengen <sw. V.; ist): im Galopp reitend herankommen;
(meist im 2. Part. + kommen:) da kommen sie
angesprengt.
fnsprin0ai <st. V.): I. a) sich mit einem Sprung auf jmdn.
od. ein Tier stürzen; anfallen <hat>: der Löwe springt ein
Zebra an; EckhofT... fiel zu Boden, als Viehmann ihn
von hinten ansprang (Degenhardt. Zündschnüre 10); Ü
(geh.) Furcht springt sie an (überkommt sie); Mit voller
Gewalt sprang die Wahrheit ihn an (Langgässer. Siegel
255); b) freudig an jmdm. hochspringen <hat): der Hund
springt seinen Herrn an; c) gegen etw. springen Ost): gegen
die Mauer a.; Ü die Flut springt gegen die Deiche an.
2. <hat/ist) (Turnen) a) nach kurzem Anlauf od. aus dem
Stand an das Gerät springen: den hohen Holm a.; in den
Stütz a.; b) aus einem Sprung heraus turnen: eine Rolle
a.; ein angesprungener Überschlag. 3. in großen Sprüngen
herankommen <ist>; <meist 2. Part. + kommen:) die Kinder
kommen angesprungen. 4. in Gang kommen <ist): der
Motor, der Wagen springt [gut. schwer, nicht] an. 5. (ugs.)
zustimmend auf etw. eingehen <ist>: auf ein Angebot [sofort,
nicht] a.
anspritzen <sw. V.): 1. <hat> a) mit etw. bespritzen: die
Kinder [mit dem Gartenschlauch] a.; das vorbeifahrende
Auto spritzte ihn an; b) auf jmdn. od. etw. spritzen: ich
habe ihr. mir Parfüm angespritzt. 2. (ugs.) schnell heran-
kommen <ist>: er spritzte sogleich an. <2. Part. + kommen:)
kam angespritzt.
Anspruch, der; -[e]s. Ansprüche: 1. Forderung: ein
berechtigter A.; bescheidene, persönliche Ansprüche; Ansprüche
an das Leben haben; seine Ansprüche anmelden,
befriedigen, durchsetzen; Er ... war ein Wesen voll Romantik.
Bosheit und persönlichen Ansprüchen (Musil. Mann 221):
* A. auf etw. erheben (etw. beanspruchen); [keine] Ansprüche
steilen (anspruchslos/anspruchsvoll sein): da ich nicht
unglücklich war und keine übertriebenen Ansprüche an das
Leben stellte, kam ich mit mir überein. ich sei glücklich
(Rinser. Mitte 22); Jmdn. od. etw. in Anspruch nehmen
(1. von etw. Gebrauch machen: er nahm seine Hilfe gern
in A.; Sie nahmen unwidersprochen ein gesetzlich nicht
vorgesehenes und umfassendes Verordnungsrecht in A.
(Fraenkel. Staat 327). 2. erfordern, beanspruchen: der Beruf
nimmt ihn ganz in A.; das nimmt alle meine Kräfte in
A.; das würde etliche Tage in A. nehmen (Spoerl, Maulkorb
101). 2. Recht. Anrecht: sein A. ist erloschen; A. auf
Ruhegeld: *[(k)elnen] A. auf etw. haben (etw. nicht I beanspruchen
können): ein Fahrer, der unter Alkoholeinfluß steht, hat
keinen A. auf Versicherungsleistungen.
Anspruchs-, Anspruchs-: ^k» <AdJ.): a) genügsam, ohne große
Ansprüche: ein -er Mensch; b) schlicht; bescheidenen
Ansprüchen genügend: ein -es Vergnügen; diese Musik ist
160
anstecken
sehr a.; sie sang mit einer kleinen, -en Stimme alle die
kleinen, -en Lieder (Salomon. Boche 46). dazu: ^losigkeit.
die; -; -*voll <Adj.>: a) mit großen / QualitätsJansprüchen:
wählerisch: ein -es Publikum: Man sah ihn ... beim
Champagner-Souper mit zwei -en Freudenmädchen (Th. Mann.
Krull 35); zu a. sein; b) (Werbespr.) hohen Ansprüchen
genügend: vornehm: ein -es Parfüm; a. gekleidet sein.
«nsprühen <sw. V.; hat): auf der Oberfläche besprühen:
Pflanzen a.
Ansprang* der; -[eis. Anspränge <P1. selten): 1. das
Anspringen (gegen jmdn. od. etwj: eine Raubkatze im A. 2.
(Turnen) a) nach kurzem Anlauf od. aus dem Stand erfolgender
Sprung an das Gerät: b) mit einem Bein ausgeführter Sprung,
der den beidbeinigen Absprung einleitet: der A. zum
Absprung vom Reutherbrett.
tnspudten <sw. V.; hat): gegen jmdn. od. etw. spucken:
einen Menschen a.; Sie ging zum Spiegel, spuckte ihr
Konterfei an (Dorpat, Ellenbogenspiele 148).
fnsptilen <sw. V.; hat): an das Ufer, an den Strand spülen:
Strandgut a.; die Strömung spülte einen Ertrunkenen an;
<Abl.:> Ampühmg.die; -, -en: 1. das Anspülen. 2. angespültes
Land.
fnspüren <sw. V.; hat) (geh.): anjmds. Verhalten, Reaktion
o. ä. spüren, merken: man kann ihm den Schrecken [kaum]
a.; man konnte es den Worten a.. daß sie sich getroffen
fühlte (Werfel. Himmel 194).
anstacheln <sw. V.; hat): anfeuern, anspornen: Jmds. Ehrgeiz,
Eifer [durch Lob] a ; der erste Erfolg hat ihn zu neuen
Anstrengungen angestachelt; Geschickte Einflüsterungen
genügen, um die stets sprungbereite Phantasie zu törichten
Behauptungen anzustacheln (Thieß. Reich 140).
«nstaksen <sw. V.; ist) (ugs.): steifbeinig herankommen:
(meist im 2. Part. + kommen:) da hinten kommt er
angestakst.
Anstalt Canjtalt]. die; -. -en: a) /öffentliche] einem
bestimmten Zweck dienende Einrichtung u. das sie beherbergende
Gebäude (z.B. Schule, Internat, Erziehungsheim u.a.):
..Pornographische Schriftstücke" gaben drei Oberschüler
an ihre Kameraden weiter. Strafe: .»Entlassung aus der
A." (Spiegel 22. 1967. 146); eine Schaubühne, die ... ihre
Mission als moralische A. erfüllen dürfte (K. Mann.
Wendepunkt 313); b) (oft verhüll.) Heilstätte für Nerven- u.
Geisteskranke, Trinker, Rauschgiftsüchtige u.a.: in eine
geschlossene A. eingewiesen werden; Sie hatte sich des
kleinen Krüppels angenommen, den man zuerst in
irgendeine A. geben wollte (Zuckmayer. Fastnachtsbeichte
203); c) Betrieb, Institut: eine kartographische A.; eine
Anstalt des öffentlichen Rechts (Jur.;
Verwaltungseinrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit u. einem bestimmten
Nutzungszweck) t Anstalten <P1.>: Vorbereitungen,
Vorkehrungen, meist in den Wendungen [keine] A. machen (etw.
nichtJ tun wollen, /keine/ Absichten zu etw. zeigen): er
machte A. (schickte sich an) wegzugehen; A. treffen
(vorbereitende Maßnahmen ergreifen): A. zu einer Reise treffen;
die A. waren getroffen, der Henker bestellt, das Publikum
wartete (Mostar. Unschuldig 40).
Ajstahs-: -arzt. der; Erziehung, die; -geistliche, der; -klei-
4mg« die; -kost, die; Leiter, der; -zögling. der.
1 Anstand, der; -[eis. Anstände: svw. t Ansitz (1).
2Anstand, der; -[eis. Anstände: 1. <o. PI.) gute Sitte,
schickliches Benehmen: A. haben; das erfordert der A.. ist gegen
allen A.; so hat man sich denn mit gutem -e (ehrenhaft)
wenngleich wenig Selbstrespekt durch die letzten dreißig
Jahre ... hindurchgewunden (Kantorqwicz. Tagebuch I.
121). 2. (südd.. österr.) Schwierigkeit. Ärger: es hat keinen
A. gegeben; Anstände bei der Zollkontrolle; * [keinen] A.
aa etw. nehmen ([keinen] Anstoß nehmen, sich [nicht]
m erw. stoßen): die Nachbarn haben an dem nächtlichen
Lärm A. genommen; keinen A. nehmen (nicht zögern, etw.
:* tun): Dieser Schüler besitzt nämlich eine Großmutter,
»eiche keinen A. nimmt, ihn mit Prügeln zu versehen (H.
Mann. Unrat 88); <Abl. zu 1:) «mtändig <Adj.): 1. a)
ältlich einwandfrei: den geltenden Moralbegriffen
entsprechend, gut. korrekt: ..Ein unschuldig Verurteilter ist die
Angelegenheit aller -en Menschen!" (Mostar. Unschuldig
5): -es Betragen; er hat a. gehandelt; Ist Ja a.. daß sie
a*cht entlassen wurde (v. d. Grün. Glatteis 211); b) rück-
ischtsvoll. anerkennenswert: ein Appell an den <n
Kraftfahrer, das war a. von dir! 2. (ugs.) zufriedenstellend, durchaus
temtsend: -es (ordentliches) Aussehen; die Leistung war
ganza.; Jmdn. a. bezahlen. 3. (ugs.) beträchtlich, ziemlich:
-e Schulden haben; es regnet ganz a. (ziemlich stark):
<Zus. zu 1:) fnstindigerwfibe <Adv.): aus Anstand (1).
Rücksicht: er hat a. geschwiegen; <Abl. zu 1:)
Anständigkeit, die; -: unständige Gesinnung: er lal es aus lauter A.
instand*-, ^nstands-: -besuch, der: einen A. machen; Miame,
die (veraltend): Begleiterin eines jungen Mädchens, die
dessen Umgang überwacht: -gefUhl, das <o. PL); ^halber
<Adv.>: um die Form zu wahren: nur aus Höflichkeit: a.
müssen wir ihn besuchen; Joseph ... stieg die Treppen
empor .... atmete sich a. aus ... und klingelte dann (R.
Walser. Gehülfe 83); -happen, der (ugs.): letztes Stück
(Brot. Fleisch u.a.) auf einer Platte (das zu verzehren
sich der einzelne Essensteilnehmer oft geniert): einen A.
übriglassen; ^k» <Adv.>: ohne weiteres: ohne Anstände
(2), ohne Schwierigkeiten zu machen: etw. a. bezahlen,
anerkennen, umtauschen; Bundesbürger und Ausländer
werden a. passieren können (MM 20. 3. 1974. 2); -resel.
die (meist PI.): Regel, die der Anstand (1) vorschreibt:
Mmtenricht, der <o. PI.); -wauwau, der (ugs. scherzh.):
svw. f^dame.
anstänkern <sw. V.; hat) (salopp abwertend): sich mit groben,
beleidigenden Worten gegen jmdn. od. etw. wenden: Jmdn..
einander, sich [gegenseitig] a.; wenn Leute wegen langer
Haare ewig angestänkert werden (Plenzdorf. Leiden 62).
anstapfen <sw. V.; ist) meist in der Verbindung angestapft
kommen (mit schweren, stapfenden Schritten
herankommen): die Männer kamen durch den Schnee angestapft.
unstarren <sw. V.; hat): den Blick starr auf jmdn., etw.
richten: Jmdn. [unverwandt] a.; die Wände a.; Gregor
wurde sich mit einem Male bewußt, daß er das Mädchen
ununterbrochen anstarrte (Andersch. Sansibar 136); sie
starren einander, sich [gegenseitig] an; hundert Augen
starren ihn an; Ü daß die geliebtesten Bäume ihn plötzlich
grau und gleichgültig anstarren (Werfel. Himmel 1S7).
anstatt [an'Jtat; zusger. aus mhd. an-stat. tStatt]: I. <KonJ.)
statt, an Stelle von: dunkelblau a. schwarz; ..Warum reden
Sie über das Leben, a. es zu flihlen?" (Remarque. Obelisk
135); er las. a. zu arbeiten / (veraltend:) a. daß er arbeitete
II. <Präp. mit Gen.) an Stelle: er übernahm die Aufgabe
a. seines Bruders.
fnstauben <sw. V.; ist)/vgl. angestaubt/: ein wenig staubig
werden: dies Material ist sehr empfindlich und staubt
schnell an; Wäsche, leicht angestaubt, billig abzugeben.
anstauen <sw. V.; hat): (eine Flüssigkeit, Wasser eines
Flusses o. ä.) stauend aufhalten u. sich ansammeln lassen: Wasser
a.; das Blut hat sich angestaut; Ü während des Erzählens
erst war mir bewußt, was sich im Verlauf eines Jahres
alles angestaut hatte (v. d. Grün. Glatteis 303); angestaute
Wut; <Abl.:> Anstauung, die; -. -en.
anstaunen <sw. V.; hat): staunend betrachten, bewundern:
Jmdn.. etw. neugierig, ängstlich a.; den Zauberer, das neue
Auto a.; Heiligen gleich, die zu zaubern verstehen, wurden
sie vom Volke angestaunt (Nigg. Wiederkehr 1S8).
anstechen <st. V.; hat): 1. a) in etw. ein wenig hineinstechen:
die Kartoffeln a. (prüfen, ob sie gar sind); ein Stück Fleisch
[mit der Gabel] a.; b) durch Hineinstechen beschädigen
od. verletzen: Autoreifen a.; ein angestochener (durch den
Stich eines Insekts madig gewordener) Apfel; er brüllt,
rennt umher wie ein angestochener Eber/ein angestochenes
Schwein/wie angestochen/wie ein Angestochener. 2. a)
durch Einstich öffnen, anzapfen: ein Faß Bier, den Wein
a.; wir haben eben angestochen; b) (Archäol.) durch eine
Grabung öffnen: den Hügel a.; die Mauern eines assyrischen
Palastes a. (beim Graben daraufstoßen).
Ansteckblume, die: künstliche Blume zum Anstecken: fnstek-
ken <sw. V.; hat): 1. a) [mit einer Nadel] befestigen: an
etw. stecken (Ggs.: abstecken 3): eine Blume, eine Nadel
[am/an den Rockaufschlag] a.; [sich] falsche Zöpfe a.;
Ein kleines Abzeichen der Feuerwehr ... nimmt er mit.
um es außerhalb des Dorfes anzustecken (Kafka. Schloß
216); b) (einen Ring) an den Finger stecken: er steckt
ihr einen Brillantring an. 2. a) (landsch.) anzünden: Gas.
Kerzen a.; b) anbrennen: ich steckte mir eine Zigarette
an; c) in Brand stecken: die Scheune ist mutwillig angesteckt
worden; Eine kleinere Einheit ... bekommt plötzlich den
Befehl. Häuser anzustecken (Leonhard. Revolution 198).
3. a) (eine Krankheit) auf jmdn. übertragen, sich selbst
zuziehen: er steckt uns alle [mit seiner Erkältung] an; ich
habe mich [bei ihm (mit Grippe)] angesteckt; Ü andere
•i GDW
161
Anstecknadel
mit seinem Lachen, seiner Angst, seinem Eifer a.; er gehörte
zu den Menschen, die sich von der Erregung anderer a.
lassen (Geissler. Wunschhütlein ISO); b) sich übertragen;
leicht auf andere übergehen: Grippe steckt an; von Masern
wird man nur einmal angesteckt; ansteckende Krankheiten
(Infektionskrankheiten); diese Entzündung ist nicht
ansteckend; Ü Lachen. Gähnen steckt an. wirkt ansteckend.
4.(landsch.):svw. fanstechen (2a); <Zus. zu 1
^Anstecknadel, die; <Abl. zu 3:) Ansteckung, die; -. -en <P1. selten):
A. durch Berührung; sich vor A. schützen.
fnsteckunes-, Ansteckumcs-: ^fihig <Adj.; nicht adv.) (Pa-
pierdt ): ansteckend: Fälle von offener, also -er
Lungentuberkulose (MM 10. 7. 69. 4); -gefahr. die; -herd. der:
svw. t-quelle; Möglichkeit, die; MiueUe* die:
Ausgangspunkt einer Welle von Erkrankungen: nach der A. suchen.
anstehen <unr. V.): 1. warten, bis man an die Reihe kommt,
Schlange stehen (hat. landsch.: ist): [stundenlang] bei einer
Behörde, nach Eintrittskarten, um Brot a. 2. (hat. landsch.:
ist)a) (Pavierdi.) auf Erledigung warten: diese Arbeit steht
schon lange an; eine kleine Druckerei ... lebt von
Lohndruckerei, was eben so ansteht. Hochzeitskarten.
Todesanzeigen (v. d. Grün. Glatteis 250); anstehende Probleme;
etw. a. lassen (etw., was dringend geändert o.a. werden
müßte, vor sich her schieben, hinausschieben; mit etw.
warten); b) (Rechtsspr.) festgelegt, angesetzt sein: ein Termin
steht noch nicht, steht auf Montag an. 3. a) (geh.) sich
ziemen; zu jmdm. od. einer Sache in bestimmter Weise
passen <hat. landsch.: ist): das steht ihm wohl. übel, nicht
an; b) * nicht a., etw. zu tun (geh.; etw. ohne weiteres,
ohne Bedenken tun <hat)): ich stehe nicht an. das zu tun.
4. (Geol.. Bergbau) hervortreten, zu Tage liegen <hat):
dort steht glänzende Fettkohle an; hoch anstehende Felsen.
5. (österr.) auf jmdn., etw. angewiesen sein <ist>: auf ihn.
auf sein Geld stehe ich nicht an.
ansteigen <st. V.: ist): 1. a) aufwärts führen: die Straße,
das Gelände steigt an; sanft ansteigende Wiesen; b) einen
steilen Weg gehen, fahren o. ä.; aufwärts steigen, aufsteigen:
wir stiegen steil, in Spitzkehren an. 2. a) höher werden:
das Wasser, die Flut, die Temperatur steigt an; b)
zunehmen, wachsen: die Besucherzahl steigt an; ansteigender
Finanzbedarf.
an Stelle, (auch:) anstelle <Präp. mit Gen.): statt,
stellvertretend für: a. seines Bruders; a. von Reden werden Taten
erwartet.
anstellen <sw. V.; hat)/vgl. Angestellte/: 1. a) etw. an etw.
stellen, lehnen: eine Leiter an den/(seltener:) am Baum
a.; b) sich anreihen, sich in eine Reihe von Wartenden stellen
(umabgefertigt zu werden od. etw. zu erhalten): sich hinten
a.; sich stundenlang nach Eintrittskarten a. 2. (Ggs.:
abstellen 4) a) zum Fließen, Strömen bringen: das Gas. das Wasser
a.; den Haupthahn a. (aufdrehen); b) einschalten, in Betrieb
setzen: die Maschine, das Radio a. 3. a) einstellen; in
eine Stelle einsetzen: Jmdn. als Sachbearbeiter a.; er ist
fest, staatlich, in der Versicherungsbranche, zur Probe
angestellt; b) (ugs.) mit einer Arbeit beauftragen,
beschäftigen: jmdn. zum Schuhputzen a.; du willst dauernd
Jemanden für dich a. (ugs.; einen anderen deine Arbeit machen
lassen). 4. <als Funktionsverb) vornehmen: mit Jmdm. ein
Verhör a. (jmdn. verhören); Vermutungen a. (vermuten);
Überlegungen über etw. a. (etw. überlegen); die Soziologie
der von uns angestellten (vorgenommenen) Experimente
(Hofstätter. Gruppendynamik 45). 5. (ugs.) a) versuchen,
tun: der Arzt hat alles mögliche (mit ihm] angestellt; Sie
konnten a.. was sie wollten, sie schafften es nicht (Schnurre.
Bart 148); b) anrichten; etw. Dummes, Übermütiges tun:
Unfug a.; was hast du da wieder angestellt!; c) (ugs.)
in einer bestimmten Weise anfangen: wie soll ich das a. ?:
er hat die Sache geschickt, dumm angestellt. 6. (ugs.)
sich in einer bestimmten Weise verhalten: sich geschickt,
dumm [bei etw.] anstellen; stell dich nicht so an! (sei
nicht so wehleidig!; zier dich nicht so!); <Abl. zu 6:> Anstel-
lerei. die; -, -en (abwertend): wehleidiges Getue, Ziererei;
zu 3. 5 c: anstellig <Adj.; nicht adv.): geschickt: ein -er
Mensch; er ist a. und flink, dazu: ^ratelligkeit, die; -;
zu 3: Anstellung, die; -. -en: a) das Anstellen, die Einstellung:
die A. weiterer Mitarbeiter; b) Stellung: eine [feste] A.
finden, haben.
^nstelhings-. AnsteUungs-: -betrug, der (Jur.): Erschleichen
einer Stellung durch gefälschte Unterlagen; -Ohig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): zur Anstellung (a) geeignet; -verWUt-
nis. das: Arbeitsverhältnis: in einem festen A. stehen;
-vertrag, der.
anstemmen <sw. V.; hat): gegen etw. stemmen: die Füße
a.; sich mit den Schultern [gegen die Tür] a.
ansteuern <sw. V.; hat): 1. auf etw. zusteuern, die Richtung
auf etw. einschlagen: eine Bucht, den Flugplatz a.; Ü (ugs..
oft scherzh.:) er steuerte die Theke an: ein Thema a.;
Kennedys Absicht einen ... Vertrag anzusteuern (Welt 14.
4. 1962.1). 2. (Elektronik) eine Spannung an ein bestimmtes
Schaltelement legen: einer Schaltung Zähler a.; <Abl.:)
Ansteuerung. die; -.
Anstich, der; -[e]s: 1. das Anstechen (2 a): der A. eines
Bierfasses. 2. erster Ausschank aus dem angestochenen Faß:
den frischen A. probieren.
anstiefeln: f angestiefelt.
Anstieg [anjti:k]. der; -[e]s. -e: 1. <o. PI.) Steigung; das
Ansteigen (1 a): der A. der Straße. 2. <o. PI.) Erhöhung,
Zunahme: der A. der Temperatur, der Kosten. 3. a) das
Hinaufsteigen, Aufstieg: ein steiler, mühsamer A.; b) Weg
zum Gipfel: der Berg hat drei -e; <Zus. zu 3:) Anstkgszeit,
die.
tnstierai <sw. V.; hat) (abwertend): starr ansehen: er stierte
mich unverwandt an; Vergebt, daß ich Euch anstiere. ...
wie einen Frosch im Talar (Hacks. Stücke 114).
anstiften <sw. V.; hat): a) (etw. Unheilvolles) ins Werk
setzen: Unheil. Verschwörungen a.; Wir werden dich schon
lehren. Heimlichkeiten gegen uns anzustiften (Musil. Tör-
leß 132); b) zu etw. Schlechtem. Bösem verleiten, überreden:
jmdn. zum Betrug, zu dummen Streichen a.; <Abl.:>
Anstifter, der; -s. -: jmd.. der andere zu etw. anstiftet; Ansttfterin.
die; -. -nen: w. Form zu t Anstifter; ^nstiftimg. die; -. -en.
fnstimnen <sw. V.; hat): a) zu singen, zu spielen beginnen:
ein Lied a.; das Orchester stimmte einen Marsch an;
Angestimmt wurde: ich half einen Kameraden (Grass. Hunde-
Jahre 284); b) in etw. ausbrechen: ein Gelächter. Geschrei a.
fnstinken <sw. V.; hat): 1. (derb) jmdn. anwidern: die Sache
stinkt mich allmählich an (wird mir zu dumm). 2. 'gegen
jmdn.. etw. nicht a. können (derb; machtlos sein; nichts
unternehmen können): was willst du denn ... gegen den
Betrieb ... kannst du allein nicht a. (v. d. Grün. Glatteis
144).
anstolzieren <sw. V.; ist) in der Verbindung anstolziert
kommen (mit gravitätischen Schritten herankommen).
Anstoß, der; -es. Anstöße: 1. das Anstoßen. Ruck: dies Glas
bricht schon beim leichtesten A. 2. (Fußball) erstes Stoßen
des Balles zum Spiebeginn od. nach einer Unterbrechung:
den A. haben, ausfuhren. 3. auslösende Wirkung: Impuls:
der erste A. zu dieser Tat; es bedurfte nur eines -es; *den
A. zu etw. geben (durch etw. indirekt bewirken, daß eine
Sache in Angriff genommen od. Entscheidendes getan wird):
die Ablehnung des Antrags gab den A. zum Aufstand.
4. * A. erregen (jmds. Unwillen hervorrufen): mit seinem
Benehmen hat er A. [bei ihm] erregt; an etw. A. nehmen
(Ärger, Unwillen über etw. empfinden): ich nehme an seiner
saloppen Kleidung keinen A.; anstoßen <st. V.): 1. <hat)
a) einen kleinen Stoß geben: das Pendel einer Uhr a.;
jmdn. laus Versehen] a.; jmdn. mit dem Fuß
[unter dem Tisch] a. (heimlich auf etw. aufmerksam ma-
clien); Ü eine Tat, jmdn. zu einer Tat a. (den Anstoß
dazu geben); b) (Fußball) den Anstoß (2) ausführen: die
deutsche Mannschaft hat angestoßen. 2. an etw. stoßen,
prallen Ost): mit dem Kopf an eine scharfe Ecke a.; er
ist mit dem Tablett angestoßen. 3. lispeln (hat): er stößt
beim Sprechen immer [mit der Zunge] an. 4. (beim
Ausbringen eines Toastes) die mit einem alkoholischen Getränk
gefüllten Gläser erheben u. leicht aneinanderstoßen, so daß
ein heller Klang hörbar wird <hat>: auf Jmds. Wohl, auf
die Zukunft a.; <subst.:) Sie hielten die Sektgläser in der
Hand .... ließen sie klingen im Anstoßen: .Auf das
Brautpaar ..." (Jaeger. Freudenhaus 197). 5. jmds. Unwillen
hervorrufen, Anstoß (4) erregen <ist>: mit dieser Bemerkung
ist er beim Chef angestoßen; Jmd. stößt überall an. 6.
(selten) angrenzen (hat): das Grundstück stößt an den
Wald an; die anstoßenden Räume; (Abi. zu 6:) Amtößer.
der; -s. - (schweiz.): / Grundstücks machbar, Anlieger;
anstößig <Adj.>: Anstoß (4) erregend: -e Witze; etw. a. finden;
sich a. benehmen, dazu: Anstößigkeit, die; -. -en.
anstrahlen <sw. V.; hat): 1. Licht [strahlen] auf jmdn., etw,
richten: das Schloß a.; der Schauspieler wurde hell
angestrahlt; eine... kahle Mauer mit einer Seifenreklame darauf.
162
Anteil
die angestrahlt wurde (Nossack. Begegnung 364); von der
Sonne angestrahlte Berggipfel. 2. strahlend anblicken: sie
strahlte ihn an; ihre Augen strahlten ihn an.
fnsträngen <sw. V.; hat): ein Zugtier mit Strängen an den
Wagen spannen, anschirren (Ggs.: absträngen): die Pferde a.
fnstreben <sw. V.; hat) (geh.): zu erreichen suchen: nach
erw. streben: das Glück, eine bessere Stellung, den Kauf
eines Hausesa.; Eine... Weltherrschaft, wie er sie anstrebte
(Thieß. Reich 115). dazu: fnstrebenswert <AdJ.; nicht adv.):
ein -es Ziel.
anstreichen <st. V.; hat): 1. Farbe auf etw. streichen:
Gartenmöbel [bunt] a.; das Haus frisch a. lassen. 2. durch
einen Strich kennzeichnen, hervorheben: die wichtigen
Stellen in einem Aufsatz. Buch o.a. a.; die Fehler [rot] a.;
die angestrichenen Stellen. 3. (ein Streichholz) anzünden:
Der Mann ... streicht ein Hölzchen an und leuchtet die
Hütte ab (Jens. Mann 141). 4. (landsch.) heimzahlen: das
werde ich ihm a. 5. (Jägerspr.) a) ( vom Federwild) anfliegen
(Ggs.: abstreichen 4): Feldhühner streichen an; b) (von
Wild) mit dem Körper an Gras. Zweige usw. streichen
(u. damit Witterung hinterlassen): an dieser Schonung hat
ein Reh angestrichen; <Abl. zu 1:) Anstreicher, der; -s.
- (landsch.): Tüncher. Maler: Möbelpacker. A.. Klempner
liefen umher (Leonhard. Revolution 48).
«nrtreifen <sw. V.; hat): 1. leicht berühren: der Wagen hat
ihn nur angestreift; gegen die Äste anstreifen. 2. schnell
überziehen: die Jacke, den Schuh a.
■«frtHBUi Canjtreodn] <sw. V.; hat) /vgl. angestrengt/ [wohl
zu veraltet strengen = einengen, straff anziehen]: 1. a)
<jl. + sich) sich mit allen Kräften einsetzen: sich große
Mühe geben, um etw. zu leisten: sich sehr, nicht sonderlich
a.; du mußt dich [in der Schule] mehr a.; dann strengte
sie sich an, ein Gähnen zu verstecken (gab sie sich große
Mühe: A. Zweig. Claudia 107); b) zu besonderer Leistung
steigern: seinen Geist. Verstand, seine Kräfte, sein Gehör
a. 2. stark beanspruchen, strapazieren: die kleine Schrift
strengt die Augen an; der Besuch, das Reden hat den
Kranken [zu sehr] angestrengt. 3. (Jur.) (ein gerichtliches
Verfahren) einleiten, veranlassen: eine Klage [gegen Jmdn.]
a ; strengte er ... mit Entschlossenheit den
Scheidungsprozeß an (Th. Mann, Buddenbrooks 160); <1. Part, zu 2:)
ytunguiil: ermüdend, strapaziös: ein -es Leben; -e Arbeit;
es ist sehr a.. diesem Vortrag zu folgen; Nichtstun ist
a , aber es muß nun mal sein (v. d. Grün. Glatteis 16S);
(Abi. zu 1 u. 2:) Anstrengung, die; -. -en: 1. Bemühung.
Kraftaufwand. Einsatz (für ein Ziel): vergebliche -en; seine
-en verstärken, verdoppeln; mit äußerster, letzter A.; *-cn
■geben, (geh.:) unternehmen (sich anstrengen, sich sehr
bemühen). 2. Über]beanspruchung. Strapaze: große
körperliche -en durchhalten müssen; sich von den -en der
Reise erholen.
Abstrich, der; -[eis. -e: 1. a) <o. PI.) das Anstreichen (1):
ein neuer A. wird 2000 Mark kosten; b) aufgetragene
Farbe: der helle A. gefällt mir. 2. <o. PI.) Aussehen. Note:
die Sache hat einen offiziellen, einen gelehrten A.; einen
A. von Vornehmheit; * einer Stehe einen bestimmten A.
•ton (etw. in bestimmter Weise motivieren, darstellen):
«fest ... Usurpatoren ... beeilen sich, die neue Ordnung
.als legitim zu bezeichnen oder ihr wenigstens einen
caeudo-legitimen A. zu geben (Fraenkel. Staat 180). 3.
(sehen) a) das Anstreichen (2): ein Buch mit -en versdien;
b> (Sdulftw.) Strich nach oben (vgl. Abstrich 3).
F—ikkin <sw. V.; hat): durch Stricken anfügen: Ärmel.
onen Rand an den Pullover a.; den Pullover a. (ugs.;
verlängern).
«■Ironien <sw. V.; ist): 1. strömend heranfließen (Ggs.:
abströmen): das Wasser strömt an; anströmende Kaltluft;
2. herbeikommen: es strömten von der Straße her noch
nmer neue Massen von Männern an (Plievier. Stalingrad
327): viele kamen [zum Fußballspiel] angeströmt.
«■Ückeffln <sw. V.; hat): durch Anfügen eines kleineren
Sdckes. kleinerer Stücke ausbessern od. verlängern: ein
Kabd [an die Leitung] a.; die Leitung, das Kleid a.; ein
amestück[el]tes Hemd.
MMb, der; -[e]s. Anstürme <P1. selten): a) das Heranstür-
mm. stürmisches Andrängen: der A. des Feindes; dem A.
de» Gegners trotzen, nicht gewachsen sein; Ü der A. der
Gedanken; b) großer Andrang: der A. von
Autogrammjägern; A. nach Karten, auf die Ware; anstürmen <sw. V.;
«t/: a) gegen etw. stürmend andrängen: angreifen: gegen
eine Festung a.; Wellen stürmen gegen die Küste an; Ü
gegen das Schicksal, gegen Vorurteile a.; anstürmende
Gedanken; b) <2. Part. + kommen) eilig herankommen:
auf seinen Ruf kamen die Jungen sofort angestürmt.
«nstürzen <sw. V.) in der Verbindung angestürzt kommen
(in großer Hast herbeikommen): im letzten Augenblick
kamen sie angestürzt.
ansuchen <sw. V.; hat) (österr.. sonst Papierdt. veraltend):
förmlich bitten, ersuchen: um Asyl, um einen Kredit a.;
Sie hat um Einreiseerlaubnis nach Deutschland angesucht
(Express 6.10.68,4); die angesuchte (beantragte)
Begnadigung; <subst.:) ^rauchen, das; -s. -: ein A. einreichen;
ein Erlebnis fürs Leben, und kaum hätte es des innigen
-s der Heldin bedurft, sie nie zu vergessen (Th. Mann.
Krull 21S); auf A. meines Mandanten; <Abl.:) Ansucher,
der; -s. - (österr.): Antragsteller.
Antagonismus [antago'nismus], der; -. ...men [zu griech.
antagonisma = Widerstand. Streit] (bildungsspr.):
Gegensatz. Widerstreit: gegeneinander gerichtete Wirkungsweise:
der A. der Kulturen. Geschlechter. Klassen; A. zwischen
Bürger und Künstler; nationalstaatliche Antagonismen;
Antagonist [...'mst].xder; -en. -en [spätlat. antagönista
< griech. antagönistes]: 1. Gegner. Gegenspieler,
Widersacher: die beiden sind -en; Ü Fluor ist ein A. des Jods.
2. (Med.): Muskel, der dem \Agonisten (2) entgegenwirkt:
antagonistisch <AdJ.): gegensätzlich, widersprüchlich,
widerstreitend: -e Gefühle; eine -e, a. geformte Gesellschaft.
antaillieren <sw. V.; hat) (Schneiderei): leicht in der Taille
einnehmen, auf Taille arbeiten: den Mantel a.; ein
antailliertes Modell. Hemd.
antanzen <sw. V.; ist) (salopp): lauf eine Einladung, ein
Kommando hin] herbeikommen, erscheinen, sich irgendwo
einstellen (Ggs.: abtanzen 1): die ersten Gäste tanzen an;
Auch die meisten Schreiber und Ordonnanzen ... dürfen
wieder einmal in hohen Stiefeln und mit ihrer Knarre
a. (A. Zweig. Grischa 125); Jeden Ersten wird (mit der
Miete) angetanzt. Junger Mann (Fallada, Mann 128); <oft
im 2. Part. + kommen:) kommst du schon wieder
angetanzt? (abwertend; störst du mich schon wieder?).
tntasten <sw. V.; hat): 1. mit den Händen tastend anfühlen,
berühren: einen ausgestellten Gegenstand [vorsichtig] a.;
habe ich dich mit Gedanken und Blicken so lange
angetastet (Langgässer. Siegel 415); Ü das Thema wurde nur
eben angetastet (nicht ausfuhrlich behandelt). 2. zu
verbrauchen beginnen (meist verneint): das Geld, die Vorräte, Jmds.
Ehre, die Traditionen [nicht] a. 3. etw. schmälern,
beeinträchtigen, verletzen: Jmds. Ehre. Würde a.
«ntauchen <sw. V.; hat) (österr. mundartl.): a) anschieben:
bitte hilf mir a.!; b) sich mehr anstrengen: Jetzt muß man
halt bißl a. (Kraus. Menschheit II. 117).
fntauen <sw. V.): 1. an der Oberfläche leicht zu tauen
beginnen <hat/ist): Der liegende Schnee taute oberflächlich an
(Th. Mann. Zauberberg 404). 2. a) etw. kurze Zeit tauen
lassen <hat): die gefrorenen Lebensmittel a.; b) ein wenig
auftauen Ost): das Fleisch aus der Kühltruhe ist angetaut.
fntihueben <sw. V.; hat) (Sport): so tun als liefe, schösse
man in eine bestimmte Richtung, u. dadurch den Gegner
täuschen: er täuschte links an und ging rechts vorbei.
Antazkkim [ant'a:tßidum]. das; -s. ...da [zu fAzid...]
(Med.): Magensäure bindendes Arzneimittel.
Ante ['ante], die; -. -n [lat. antae (PI.)] (Archlt.): /pfeilerarti-
ge] Stirn einer frei endenden Mauer in der griechischen
u. römischen Baukunst: <Zus.:) ^ntenkapitdl, das; ^nten-
tempel, der.
ante Christum [natum] ['ante 'kristum 'na:tum; lat]: vor
Christus, vor Christi Geburt: im Jahre 333 ante Christum
natum. Abk.: a. Chr. [n],
antedatkren <sw. V.; hat) [aus lat. ante = vor u. tdatieren]
(veraltet): (ein Schreiben): a) vor [aus] datieren, mit einem
zukünftigen Datum versehen: b) zurückdatieren, mit einem
früheren Datum versehen.
anteigen fant^jgn] <sw. V.; hat): einen Teig, eine Paste
herstellen: anrühren (3): den Kuchen a.; Farbpulver a.
Anteil, der; -[e]s. -e: l.a) Teil, derjmdm. gehört od. zukommt:
der A. des einzelnen am Sozialprodukt; sein A. am Erbe,
an der Beute; seinen A. fordern; auf seinen A. verzichten;
*A. an etw. haben (beteiligt sein): er hat [keinen] A. an
diesem Erfolg; b) Beteiligung am Kapital einer Firma: seine
-e bei der Gesellschaft betragen etwa 40 %; seine -e
verkaufen. 2. <o. PI.) das Beteiligtsein: [geistigeJ Teilnahme:
163
anteil-, Anteil-
voller A. (Interesse) für alles sein; * [tätigen] A. an etw.
nehmen (sich beteiligen, mitwirken): er nahm A. an der
Diskussion; A. an imdm., etw. nehmen/zeigen/(geh :) bekiat»
den (1. Interesse zeigen: er nahm regen A. an der Politik.
2. Mitgefühl zeigen: A. an Jmds. Ergehen. Geschick, an
seiner Freude, an dem schweren Verlust nehmen).
tnteil-. Anteil- (vgl. auch: anteils-. Anteils-): -lohn, der
(Landw.): Naturallohn: ^k*, (auch:) anteilslos <AdJ.; o.
Steig.): teilnahmslos: -es Dabeistehen; Mnftßig, (auch:)
anteilsmäßig <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) (Papierdt.): in
bezug auf die Anteile: a. ist das nicht viel; schein, der
(Wirtsch.): Wertpapier, das Ansprüche an eine Gesellschaft
od. das Anrecht auf eine Aktie nachweist: Mrlaub, der:
nach viermonatiger Arbeit steht ihm ein A. von einem
Drittel des Jahresurlaubs zu.
tnteilig <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): den Anteilen
entsprechend: der -e Urlaub; die Herstellungskosten ...
einschließlich der -en Kosten des Baulands (MM 24. 9. 66. 46);
den Gewinn a. verteilen; Anteilnahme [ant^jlnarma], die;
-: 1. Beteiligung: unter reger, starker A. der Bevölkerung.
2. innere Beteiligung: Interesse: Mitgefühl: menschliche
A.; seine A. aussprechen; mit A. zuhören; daß er sie mit
unvcrhüllter A. betrachtete und ihr ... Vertrauen einflößen
wollte (Musil. Mann 966).
*ntdb-, Anteils- (vgl. auch: anteil-. Anteil-): -eigner, der
(Wirtsch.): Inhaber eines t Investmentzertifikats od. eines
sonstigen Anteilscheins: den Gewinn an die A. ausschütten;
-k» <AdJ.): svw. T anteillos; Mnißig <AdJ.): svw. T
anteilmäßig.
^telefonieren <sw. V.; hat) (ugs.): anrufen (3): die Freundin,
bei der Firma a.
ante merkücm ['ante me'ri:di€m; lat. = vor Mittag] (bei
Uhrzeitangaben, bes. in England): vor Mittag, vormittags
(Abk.: a. m.): um 10 Uhr a. m.
Antenkaptteil: f Ante.
Antenne (an'tenol. die; -. -n [ital. antenna. eigtl. = (Se-
gel)stange < lat. antenna]: 1. [an einem erhöhten Punkt
angebrachte, hoch aufragende] Vorrichtung zum Empfang
od. zur Ausstrahlung elektromagnetischer Wellen: eine A.
[auf dem Dach] anbringen; die A. erden; * (kleine A. für
etw. haben (ugs.; [kein] Gefühl, Gespür für etw. haben;
etw. [nicht] vorausahnen, fühlen können): er hat eine
besondere A. für die Preisentwicklung und kauft immer das
Richtige zur rechten Zeit. 2. (Zool.) Fühler der Gliedertiere.
Antennen-: Mlraht. der; ^mast, der; -wakt der (ugs.):
Häufung von Antennen auf Hausdächern: ^widerstand, der.
Antentempd: t Ante.
Antepänultkna [antepe'nultima], die; -. ...mä u. ...men Hat.
antepaenultima] (Sprachw.): die vor der Pänultima stehende
drittletzte Silbe eines Wortes.
ante portas ['ante 'porta:s; lat. = vor den Toren] (bil-
dungsspr.): im Anmarsch, im Kommen.
i^ntestat das; -[e]s. -e (Hochschulw.): zu Beginn eines
Semesters vom Dozenten unterschriebene Bestätigung, daß eine
Vorlesung belegt wurde: sich ein A. geben lassen; gntestfcren
<sw. V.; hat): ein Antestat ausstellen.
Antezedens [ante't$e:d£ns]. das; -. ...zedenzien [...(^e'den-
$idn; lat. antecedens. 1. Part, von: antecedere =
vorausgehen] (Philos.): Grund. Ursache.
Anthemion [an'teanjan], das; -s. ...ien [...Jan; griech. anth6-
mion. eigtl. = Blüte] (Archit.): Schmuckfries mit
Lotosblüten u. Palmblättern in der altgriechischen Baukunst.
Anthologie [antolo'gi:]. die; -. -n [...i:an; griech. anthologia.
eigtl. = Blumensammeln. Blütenlese]: Sammlung von
ausgewählten literarischen Texten (Gedichten od. kürzeren
Prosastücken): eine A. moderner Lyrik; <Abl.:) anthologiadi
[...'lo:giJ] <Adj.; o. Steig.): in der Art einer Anthologie,
ausgewählt: eine -e Sammlung.
Anthracen, Anthrazen [antra'tpe.n], das; -s. -e [zu griech.
änthrax = Kohle]: aus Steinkohlenteer gewonnene
chemische Verbindung, die ab Ausgangsmaterial für viele
Farbstoffe dient: anthrazit [antra t$i:t. auch: ...'t$rt] (indekl.
AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): kurz für t anthrazitfarben;
Anthrazit [-]. der; -s. -e <P1. selten) [lat. anthracites <
griech. anthrakites = eine Art Kohle: Kohlenstein, zu:
änthrax = Kohle]: hochwertige, glänzende Steinkohle.
anthrazit-, Anthrazit-: ^färben, ^farbig, ~grau <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.): von der Farbe des Anthrazits;
schwarzgrau: ein -er Anzug; --kohle, die: svw. f Anthrazit; Mrfen,
der: Ofen, den man nur mit Anthrazit heizt.
anthropo...« Anthropo... [antropo...; griech. änthröpos]
(Best, in Zus. mit der Bed.): menschen.... Menschen...
(z.B. anthropologisch. Anthropologe); Anthropoide
[...'l:da]a der; -n, -n. (auch:) Anthropoid [...'i:t]v der; -en,
-en: Menschenaffe: Anthropologe [. ..'lo:g3]a der; -n. -n [T
^löge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der Anthropologie;
Anthropologie [.lo'gi:]. die; - [Mogie]: a) Wissenschaft vom
Menschen u. seiner Entwicklung in natur- u.
geisteswissenschaftlicher Hinsicht; b) Geschichte der Menschenrassen;
anthropologtadi [...lo:giX] <AdJ.; o. Steig.): die
Anthropologie betreffend, zu ihr gehörend: -e Forschungen; -e
Pädagogik; anthropomorph [...'morfl <AdJ.; o. Steig.) [griech. an-
thröpömorphos]: von menschlicher Gestalt,
menschenähnlich: ein -er Gott; anthruponiQrphbch <Adj.; o. Steig.):
die menschliche Gestalt betreffend, sich auf sie beziehend;
anthropomorphisieren [...morfizi.ron] <sw. V.; hat):
vermenschlichen: menschliche Eigenschaften auf
Nichtmenschliches übertragen: Tiere a.; eine -de Betrachtung Gottes;
<Abl.:> Anthropomorphiskrung^ die; -. -en; Anthropomor-
phfamu§ [...mor'fismus], der; -. ..jnen: 1. <o. PI.)
Übertragung menschlicher Eigenschaften auf Nichtmenschliches,
bes. in der Gottesvorstellung. 2. menschliche Eigenschaft
an nichtmenschlichen Wesen; Anthropoaoph [...'zo:f1. der;
-en, -en: Anhänger der Anthroposophie; Anthroposophie
[...zo'fl:]. die; - [griech. sophia » Weisheit]:
Weltanschauungslehre, nach der der Mensch höhere seelische
Fähigkeiten entwickeln u. dadurch übersinnliche Erkenntnisse
erlangen kann; anthropoaophfech [...zo.TiJ] <Adj.; o. Steig.):
auf der Anthroposophie beruhend, die Grundsätze der
Anthroposophie vertretend: eine -e Weltanschauung; An-
thropotechnik, die; -: Gebiet der Arbeitswissenschaft,
auf dem man sich mit dem Problem befaßt, wie
Arbeitsvorgänge, Arbeitsmittel u. Arbeitsplätze den Eigenarten
des menschlichen Organismus angepaßt werden können;
anthropozentrisch <Adj.; o. Steig.): den Menschen in den
Mittelpunkt stellend: ein -es Weltbild: a. denken.
anti.... Anti... [anti...]. (vor Vokalen u. gelegentlich vor h:)
ant.... Ant... [griech. anti] (produktives Präfix mit der
Bed.): gegen]über], entgegen, nicht (z. B. Antiheld.
antikonzeptionell. Antirakete).
Antialkoholiker [auch:' ],der; -s. -: Alkoholgegner,
Abstinenzler.
antiautorhir [auch:' ] <AdJ.; Steig, nur ugs.):
autoritäre Normen, [mißbrauchte] Autorität ablehnend; nicht
autoritär, unautoritär (Ggs.: autoritär): ein -er Kinderladen;
-es Denken; -e Erziehung; Den Unterricht übernahm eine
-e Lehrerin (Spiegel 3. 1972. 103); sein Kind a. (unter
weitgehender Vermeidung von Zwängen) erziehen.
Antibabypille« (auch:) Anti-Bafay-Pille, die; -. -n (ugs.):
empfängnisverhütendes Mittel in Pillenform, dessen
Wirkungsmechanismus in einer hormonal gesteuerten Unterdrückung
der Ovulation beruht.
antibaktericl! <Adj.; o. Steig.): gegen Bakterien wirkend:
-e Medikamente; a. bestrahlen.
Antibiont [... bpnt], der; -en. -en [griech. biön (Gen.: bioun-
tos). I. Part, von: bioün = leben] (Biol.): Kleinstlebewesen,
von dem die Antibiose ausgeht; Antibiose [...'bio:z3]v die;
-. -n [griech. bios = Leben] (Biol.): hemmende od. abtötende
Wirkung der Stoffwechselprodukte bestimmter
Mikroorganismen auf andere Mikroorganismen; Antibiotikum
[...'bio:tikum]. das; -s. ...ka [...ka; griech. biötikös = zum
Leben gehörig] (Med.): aus den Staffwechselprodukten von
Mikroorganismen gewonnener Wirkstoff gegen Krankheits-
erreger;antibiotisch <Adj.; o. Steig.) (Med.): dem Wachstum
von Mikroorganismen entgegenwirkend.
AntBwtschewfflnae [auch: ' 1. der. -: Gegnerschaft
gegen den Bolschewismus; antibotochewjstisdi [auch:'
—] <Adj.; o. Steig.): gegen den Bolschewismus gerichtet:
-e Propaganda.
antichambrieren [antijam'briiron] <sw. V.; hat) [zu veraltet
Antichambre = Vorzimmer < frz. antichambre < ital.
anticamera. aus: anti = vor (< lat. ante) u. camera =
Zimmer < lat. camera. vgl. Kammer]: 1. (veraltet) im
Vorzimmer warten: stundenlang a. müssen. 2. a) ein Gesuch,
ein Anliegen durch wiederholte Vorsprachen / bei einer
Behörde] durchzubringen versuchen: wegen seiner
Beförderung mußte er immer wieder bei seinen Vorgesetzten a.;
wie müßte ich in Deutschland wegen einer Abtreibung
a. (Andersch. Rote 250); b) (abwertend) katzbuckeln,
dienern, kriechen: im Ministerium, beim Präsidenten a.
164
antippen
Antichrist [mhd. Ami-. Ente-. Endekrist. ahd. Antikrist
< spätlat. antichristus < griech. antichristos]: 1. der;
•fs] der Widersacher Christi, der Teufel 2. der; -en. -en
Gegner des Christentums: er ist Überzeugter A ; als sich
in den Gemächern des Vatikans Christ und A. die Hand
reichten (Spiegel 7. 1967. 70); «ntichrbtlidi [auch: --'--)
<AdJ.; o. Steig.): gegen das Christentum eingestellt: ein
Mensch von -er Gesinnung.
antidemokratisch [auch:' KAdJ.;o. Steig.): 9l) gegen
die Demokratie gerichtet: -e Gesetze; b) die Demokratie
ablehnend: eine -e Partei; -e Literatur; -e Tendenzen; a.
eingestellt sein.
Antidepressiven [...deprE'sr.vum]. das; -s. ...va (meist PI.):
Medikament gegen T Depressionen.
Antidiabetikum [...diabe.tikum], das; -s. ...ka: Medikament
gegen t Diabetes.
Antidot [...do.t]. das; -s, <. (auch:) Antidoten [an'ti.doton].
das; -s. ...ta [...ta; lat. antidotum < griech. antidotonj
(Med.): Gegenmittel. Gegengift.
Antidumpinggesetz [...dampm-. auch: ' ]. das; -es.
«e: Gesetz zum Verbot des Dumpings: Antidumpingzoll
(...dampm-. auch: ' 1. der; -[eis. ...zolle: Zoll zur
Neutralisierung eines ausländischen Dumpings auf dem
Inlandsmarkt.
^ntifaktor, der; -s. -en (Med.): natürlicher Hemmstoff der
Blutgerinnung.
Antifaschismus [auch: ' ]. der; -: 1. alle Bewegungen
u. Ideologien, die sich gegen Faschismus u.
Nationalsozialismus richten. 2. Gegnerschaft gegen Faschismus u.
Nationalsozialismus: Antifaschist [auch:' 1. der; -en. -en:
Vertreter des Antifaschismus: antifaschistisch [auch: ' 1
<AdJ.; o. Steig.): a) den Antifaschismus betreffend: -e
Bücher. Filme; b) die Grundsätze des Antifaschismus
vertretend.
Antifouling ['acnti'fauliQ], das; -s [engl, antifouling. zu: fou-
ling = Beschmutzung. Bewuchs]: Anstrich für den unter
Wasser befindlichen Teil eines Schiffes, der die Anlagerung
von Pflanzen u. Tieren verhindert.
Antigen [...'ge.nl. das; -s. -e [t ~gen] (Med.. Biol.): artfremder
Eiweißstoff (z. B. aus Bakterien bestehend), der im Körper
die Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern) gegen sich
selbst bewirkt.
Antiheld, der; -en. -en: inaktive, negative od. passive
Hauptfigur in Drama u. Roman im Unterschied zum aktiv
handelnden Helden: Büchners Leonce ist ein typischer A.
antik [an'ti:k](Adj.;o. Steig.; nichtadv.) [frz. antique < lat.
antiquus = vorig, alt): 1. das klassische Altertum, die
Antike betreffend: aus dem klassischen Altertum stammend:
ein -es Bauwerk; das -e Griechenland; die -e Kultur.
Mythologie. 2. in altertümlichem Stil hergestellt: vergangene
Stilepochen (jedoch nicht die Antike) nachahmend: ein -er
Leuchter; ich brauche eine möglichst alte Flinte ... eine
-e Knallbüchse (Kant. Impressum 96); a. eingerichtet sein;
Antikaglien [...kalten] (PI.) [ital. anticaglia. zu: antico =
alt < lat. antiquus] (Kunstwiss.): kleine antike
Kunstgegenstände: A. sammeln.
Antikathode die; -. -n: die der Katfh Jode gegenüberstehende
positive Elektrode in einer Röntgenröhre.
Antflte [anti:kdl. die; -. -n [frz. antique. tantik]: 1. <o.
PI.) das klassische Altertum u. seine Kultur: die griechische,
römische A.; die Kunst der A.; Parlamente waren der
A. unbekannt (Fraenkel. Staat 232); 2. (meist PI.) aus
der Antike stammendes Kunstwerk: eine umfangreiche
Sammlung von -n; (Zus. zu 2:) Antfltensunnlung, die:
Sammlung antiker (1) Kunstgegenstände: antikisch [an-
ti.kiX] (Adj.; o. Steig.) [lat. antiquus = vorig, alt]: in
der Art der Antike (1). ihr nachstrebend: eine -e Statue;
das -e Gelock ihrer nassen Haare um den Nacken (Frisch.
Süller 204); a. stilisierte Figuren; antikisieren [antiki'zi:ran]
(sw. V.; hat): nach der Art der Antike (1) gestalten: die
Antike (1) nachahmen (meist im 1. Part.): -de Dichtung;
ein in -dem Stil errichtetes Gebäude.
antiklerikal [auch: ' 1 (Adj.; o. Steig.):
kirchenfeindlich: -e Strömungen; a. eingestellt sein; AntiklerDtaliamus
[auch: ' ]. der; -: kirchenfeindliche Einstellung:
Gegnerschaft gegen den Klerikalismus.
Antltljmax. die; - (Stilk.): Übergang vom stärkeren zum
schwächeren Ausdruck, vom Wichtigeren zum weniger
Wichtigen (Ggs.: Klimax).
«tiklinal [...kli'na.l] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
klinein = biegen, anlehnenl (von geologischen Falten)
sattelförmig.
Antltlppfinittel, das; -s. -: die Klopffestigkeit erhöhender
Zusatz zu Vergaserkraftstoffen.
antikommunistisch [auch:' 1 (Adj.; o. Steig.): gegen
den Kommunismus u. seine Vertreter gerichtet.
Antikonzeptignv die; - (Med.): Verhütung der Konzeption.
Empfängnisverhütung: antikonzeptionell (Adj.; o. Steig.)
(Med.): die Konzeption verhütend: -e Mittel; Antflconzepti-
vun [...kDntsep'thvum]. das; -s, ...va: die Konzeption
verhütendes Mittel.
Antikörper, der; -s. - (meist PI.) (Med.): im Blutserum als
Reaktion auf das Eindringen von Antigenen gebildeter
Abwehrstoff.
Antikritik [auch: ' 1, die; -. -en: Erwiderung auf eine
Kritik. Gegenkritik: Kritik und A.
Antilope [anti'lo.po]. die; -. -n [frz.-niederl. antilope < engl,
antelope < mlat. ant(h]alopus < mgriech. anthölöps =
Name eines Fabeltiers, eigtl. = Blumenauge; zu griech.
änthos = Blume und Öps = Auge]: zierliches, gehörntes
Huftier, das in Asien u. bes. in Afrika vorkommt.
AntimachiaveUjsmus. der; - [nach einer Schrift Friedrichs
des Großen gegen Machiavelli]: gegen den t Machiavellis-
mus gerichtete Anschauung.
Antimaterie, die; -: hypothetische, auf der Erde nicht
existierende Form der Materie, deren Atome aus den Antiteilchen
der Elektronen. Protonen u. Neutronen aufgebaut sind.
Antimilitarismus [auch:' 1. der; -: a) grundsätzliche
Ablehnung jeder Form von militärischer Rüstung: b) (DDR)
Bewegung gegen die Kriegspolitik des Imperialismus: Anti-
militarjst [auch: ' 1. der; -en. -en: Anhänger des
Antimilitarismus: antimilitaristisch [auch: ' 1
(Adj.; o. Steig.): den Antimilitarismus betreffend, auf ihm
beruhend: eine -e Politik betreiben.
Antimon [anti'mo:n. österr.: ' 1. das; -s [mlat. antimo-
nium. viell. zu arab. ilrnid = Antimon]: ehem. Grundstoff,
ein silberweiß glänzendes Halbmetall: Zeichen: Sb (vgl.
Stibium); (Zus.:) Antimonblüte, die (o. PI.): ein gelbliches
od. farbloses kristallines Mineral: Antimonglanz, der: ein
bleigraues kristallines Mineral.
antimonfrehfech [auch: ' 1 (Adj.; o. Steig.): gegen
die monarchische Staatsform gerichtet: -e Tendenzen; -es
Denken.
Antincuralgikum [...nqy'ralgikum]. das; -s. ...ka (Med.): a)
Medikament gegen t Neuralgie: b) (allg.) schmerzstillendes
Mittel.
Antinomie [...no'mi:]. die; -. -n [...i:an; lat. antinomia <
griech. antinomia] (Philos.. Rechtsspr.): Widerspruch eines
Satzes in sich od. zweier Sätze, von denen jeder Gültigkeit
beanspruchen kann: eine wahre Aussage und ihre Negation
bilden eine A.; antkmnhdi [...'no:miJ] (Adj.; o. Steig.):
widersprüchlich: die -e Struktur einer Aussage.
Antipathie [...pa'ti:]. die; -. -n [...Iran: lat. antipathla
< griech. antipätheia] (bildungsspr.): Abneigung.
Widerwille (Ggs.: Sympathie): eine unüberwindliche A. gegen
jmdn.. etw. haben; zwischen uns bestand von Anfang an
ein Verhältnis aufrichtiger A. (Niekisch. Leben 305).
Antiphon [...fo:n]. die; -. -en [vgl. mhd. antiffen < spätlat.
antiphöna < griech. antiphöna]: liturgischer
Wechselgesang: Antiphonar [...fo'na:?]. das; -s. -ien [...rpn; vgl. mhd.
an ti frier < mlat. antiphonarium. zu spätlat. antiphöna,
t Antiphon]: liturgisches Buch mit dem Text der Antiphonen
u. des Stundengebets.
Antiphrgse.die; -. -n [spätlat. antiphrasis < griech. antiphra-
sis] (Rhet.): Wortfigur, die das Gegenteil des Gesagten meint
(z. B.: Das ist ja eine schöne Bescherung!).
Antipode [...'po.dd]. der; -n. -n [< griech. antfpous. PI.
antfpodes. eigtl. = Gegenftißler]: 1. (Geogr.) an einem
diametral entgegengesetzten Punkt der Erde wohnender
Mensch: die Franzosen sind die -n Neuseelands. 2. Mensch
von entgegengesetzter Geisteshaltung. Eigenart: er ist in
jeder Hinsicht mein A.; von unserer gemeinsamen
politischen Überzeugung abgesehen, waren wir eigentlich in
allem -n (Jens. Mann 83); Antipodhu die; -. -nen: w. Form
zu t Antipode.
«ntippen (sw. V.; hat): 1. leicht berühren: er tippte mich
vorsichtig an; ich hatte nur leicht den Gashebel angetippt;
Ü eine schwierige Frage, ein heikles Thema a. (nur
andeuten, streifen). 2. (ugs.) vorsichtig anfragen: ich werde bei
ihm einmal [deswegen] a.
165
Antipyretikum
AntipyretOain [...py're.tikum]. das; -s. ...ka [...ka] (Med.):
fiebersenkendes Mittel (Ggs.: Pyretikum).
Antiqua [anti.kva]. die; - [lat. antiQua = die alte (Schrift)]
(Druck- u. Schriftw.): die heute allgemein gebräuchliche
Buch- u. Schreibschrift; Lateinschrift; Antiquar [anti'kva.g].
der; -s. -e (lat. antiQuärius = Kenner u. Anhänger des
Alten]: jmd.. der ein Antiquariat (b) od. einen Kunsthandel
betreibt: er ... verkaufte seine Bücher zu einem Preis von
einem halben Schilling ... an einen A. (Böll, Haus 96);
Antiquariat [...kva'ifrfl. das; -[e]s. -e: a) <o. PI.) Handel
mit [wertvollen] gebrauchten Büchern od. mit verlagsneuen
Büchern* für die der Ladenpreis aufgehoben ist: das moderne
A. hat sich umgestellt, b) Buchhandlung, in der antiquarische
Bücher verkauft werden: ein wissenschaftliches A.
betreiben; Antkmgrin, die; -. -nen: w. Form zu t Antiquar;
antiquarisch [...kva:nj] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): a) aus
dem. im Antiquariat: -e Bücher; eine Zeitschrift a. erwerben;
b) alt. gebraucht: ein Liebhaber -en Spielzeugs; Antjqua-
adirtft die: svw. t Antiqua; antiquiert [...'kvi.'gt] <AdJ.; -er.
-este) (abwertend): veraltet, nicht mehr zeitgemäß, nicht
mehr dem Zeitgeschmack entsprechend; altmodisch, über-
holt: eine -e Sprache; Die ... Ansichten des Mannes
stammen aus vergangenen Zeiten, sind geprägt von -em
Besitzdenken (Hörzu 37,1973.116); diese Verordnung ist völlig
a.; a. denken; <Abl.:> Antiqufertheit, die; -. -en: a) <o.
?l> Festhalten an Veraltetem; b) <o. PI.) altmodisches
Gebaren; c) altmodischer Ausspruch. Brauch. Übung; Antiquität
[...kvi't&U. die; -. -en <meist PI.) Hat. antiquitätes =
Altertümer, alte Sagen, alte Geschichten]: altertümlicher Gegen-
stand aus dem Kunsthandwerk: seine Sammlung von -en
besteht vorwiegend aus Kleinmöbeln. Teppichen und
Vasen.
Antkniititen-: ^handd, der: An- u. Verkauf von Antiquitäten;
Händler, der; Sammler, der; ^Sammlung, die: Sammlung
von Antiquitäten.
Antirakete, Antiraketenrakete, die; -, -n: Kampfrakete zur
Abwehr von Interkontinentalraketen.
Antirheunatikim [...rgr'ma:tikum]. das; -s. ...ka [...ka; zu
griech. rheumatikös = rheumatisch] (Med.): Medikament
gegen Rheumatismus.
Antisemit, der. -en. -en [um 1879 von dem dt. Publizisten
W. Marr gebildete Wortgruppe]: Gegner des Judentums.
Judenfeind; <Abl.:> antisemitisch <AdJ.; o. Steig.):
judenfeindlich: -e Äußerungen; seine Haltung war eindeutig
a.; er hat sich a. verhalten; Antisemitismus, der; -: a)
Abneigung od. Feindschaft gegenüber den Juden; b) [politische]
Bewegung mit ausgeprägt judenfeindlichen Tendenzen.
Antisepsis, die; - (Med.): Vernichtung von Krankheitskeimen
mit chemischen Mitteln, bes. in Wunden: Antiseptikim
[...'zeptikum]. das; -s. ...ka [...ka] (Med.): keimtötendes
Mittel, bes. zur Wundbehandlung; antfsjptisdi <AdJ.; o.
Steig.) (Med.): keimtötend. Wundinfektionen verhindernd:
ein -er Verband; a. wirkend.
Antiscnm, das; -s,.. .ren od... .ra (Med.): spezifische
Antikörper enthaltendes Heilserum.
Antispasmodflom [...spas'mo:dikum; tspasmodisch]. Anti-
spastikum [...'spastikum], das; -s. ...ka [T spastisch] (Med.):
spasmenlösendes Mittel.
antistatisch <AdJ.; o. Steig.) (Physik): elektrostatische
Aufladungen verhindernd od. aufhebend.
Antistos [an'üstes]. der; -. ...stites [...tite:s; mhd. antiste
< lat. antistes. eigtl. = Vorsteher]: 1. Priestertitel in der
Antike. 2. Ehrentitel für katholische Bischöfe u. Äbte.
Antistrwhe [auch:' ], die; -. -n Qat.-griech. antistrophe]
in der altgriechischen Tragödie die der Strophe folgende
Gegenwendung des Chors beim Tanz in der Orchestra u.
das dazu vorgetragene rhythmisch genau entsprechende
Chorlied.
Antiteilchen, das; -s. - (Kernphysik): Elementarteilchen,
dessen Eigenschaften zu denen eines anderen Elementarteilchens
in bestimmter Weise komplementär sind.
^ntitheater. das; -s: Sanvnelbez. für verschiedene Richtungen
des modernen experimentellen Theaters.
Antithese [auch: ' ]. die; -. -n [lat.-griech. antfthesis]:
1. einer These entgegengesetzte Behauptung. Gegenthese;
Gegensatz: Dialektik, deren Kern der ewige Umschlag
der These in die A. und der sichere Fortgang zur höheren
Synthese ist (Fraenkel. Staat 191). 2. (Stilk.)
Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe u. Gedanken (z.B. Freund
und Feind); Antfthetik [...'te:tik], die; - (Philos.): Lehre
166
von den Widersprüchen u. ihren Ursachen; antithetisch
[...te:tij] <Adj.; o. Steig.) [lat. antitheticus < griech. anti-
thetikösj: gegensätzlich. Gegensätze enthaltend: die -e
Struktur einer Aussage; die Begriffe verhalten sich a.
Antitoxin [auch: ' 1, das; -s, -e (Med.): vom Körper
gebildetes, zu den Immunstoffen gehörendes Gegengift gegen
von außen eingedrungene Gifte.
Antitranspfanant [...transpi'rant], das; -s. -e u. -s [T
transpirieren]: schweißhemmendes Mittel.
Antitmstbewegung [...trast.... auch: ' ]. die; -
(Wirtsch.): Bewegung gegen wirtschaftliche
Machtzusammenballung.
Antivftamjn [auch:' ]. das; -s. -e (Biol.. Med.): Stoff.
der die Wirkung eines Vitamins vermindert od. aufhebt.
Antizipation [...t$ipa'tßio:n]. die; -. -en [lat. antieipätio] (bil-
dungsspr.): Vorwegnahme. Vorgriff: die A. eines
Gedankens; Er versteht sich auf Ahnungen. Andeutungen und
-en (K. Mann. Wendepunkt 422); die A. von Tönen eines
folgenden Akkords; antizipieren [...gi'pi.-iim] <sw. V.; hat)
Dat. antieipäre]: 1. (bildungsspr.) vorwegnehmen: den Stil
späterer Epochen a. 2. (Kaufmannsspr.) vor dem
Fälligkeitstermin zahlen.
antizyklbch [auch: ...'t$vk.... ' ] <AdJ.; o. Steig.): 1.
in unregelmäßiger Folge wiederkehrend. 2. (Wirtsch.) einem
bestehenden Konjunkturzustand entgegenwirkend (Ggs.:
prozyklisch): -e Finanz- und Wirtschaftspolitik;
Antizyklone [auch: ' J. die; -. -n (Met.): Hochldruckgebiet].
Antlitz [antlig]. das; -es. -e <P1. selten) [mhd. antlitze.
ahd. antlizzi. eigtl. = das Entgegenblickende] (dichter.,
geh.): Gesicht. Angesicht: ein edles, schönes, durchgeistigtes
A.; sein A. verhüllen; Wellenförmig ... gingen die Jahre
über ihr A. (Jens. Mann 26); Ü das A. der Macht; dem
Tod ins A. blicken.
fntoben <sw. V.): 1. <hat) a) gegen jmdn.. etw. toben, wüten,
rasen: der Gefangene tobte gegen seine Wärter, seine
Fesseln an; Ein hohes, strenges ... Gesetz herrscht ... Wir
toben dagegen an (Molo. Frieden 17); b) wütend anschreien:
er hat mich furchtbar angetobt. 2. lärmend u. tollend
herankommen Ost; meist im 2. Part. + kommen:) die Kinder
kamen angetobt.
Anton [antom] in der Fügung Mauer A. (ugs.; blauer
Monteuranzug). Vgl. Blaumann.
fntfinen <sw. V.): 1. (geh.. selten) erklingen, anklingen <lst):
ein Thema, einen Akkord a. 2, (Osten*., Schweiz.) andeuten
<hat): Es werden die meisten wunden Punkte angetönt
und eine Menge ... Abänderungen und Zusätze formuliert
(Vorarlberger Nachr. 26. 11. 68. 5).
Antonym [antonym]. das; -s. -e [zu tanti... u. griech. önyma
= Name] (Sprachw.): Gegen/satz] wort. Oppositionswort
(z.B. schwarz-weiß, starten-landen; Ggs.: Synonym).
antraben <sw. V.): 1. zu traben beginnen <hat): Ruhnau
gab dem Gaul die Peitsche, und der trabte an (Kirst.08/15.
445). 2. trabend herankommen <ist> (Ggs.: abtraben); <meist
im 2. Part. + kommen:) sie kam auf einer Stute angetrabt;
Ü wenig später kam die zweite Gruppe angetrabt (ugs.;
anmarschiert).
Antrag [antra:k] der; -[e]s. Anträge: 1. a) Gesuch. Forderung:
bei einer Behörde einen A. auf Unterstützung stellen; (Pa-
pierdt.:) dem A. wurde [nicht] stattgegeben; Machen Sie
einen A. bei der Fürsorge (Böll. Haus 34); b)
Antragsformular: sich am Schalter einen A. besorgen. 2. zur Abstimmung
eingereichter Entwurf; Vorschlag: einen A. im Parlament
einbringen; über einen A. abstimmen; auf/(österr. auch:)
über A. von ... 3. a) (geh.. veraltend) Angebot: er machte
den A. zu vermitteln; Saßest du nicht eine Nacht lang
bei Ludmilla und machtest ihr womöglich unzüchtige
Anträge, heiße Angebote? (Strittmatter. Wundertäter 177);
b) Heiratsantrag: einem Mädchen einen A. machen;
antragen <st. V.; hat) (geh.): anbieten: man trug ihm den Vorsitz
an; er hat mir das Du. seine Freundschaft angetragen;
ich habe mich ihm als Begleiter angetragen; wie wenn
ein Mann einer Frau Geld für ihre Liebe anträgt (Musil.
Mann 327).
Antrags-. Antrags-: -deUkt. das (Jur.): Straftat, die nur auf
Antrag des in seinen Rechten Verletzten gerichtlich verfolgt
wird; ^formular, das: Formular für einen Antrag (1 a);
^gemftfi <Adj.): einem Antrag (1 a. 2) entsprechend: es
wurde a. beschlossen.
Antragsteller [-Jtel*]. der; -s. -: Jmd.. der einen Antrag (1
a) stellt.
Antwort-
antrainieren <sw. V.; hat): durch Training vermitteln: sich
durch Training aneignen: jmdm.. sich, einem Tier bestimmte
Verhaltensweisen a.; Sprungkraft läßt sich a.
Antramport. der: -[eis. -e: das Antransportieren, die Anfuhr
(Ggs.: Abtransport): der A. von Maschinen:
antransportieren <sw. V.; hat): an einen bestimmten Ort transportieren,
anfahren (Ggs.: abtransportieren): die Möbel sind gerade
antransportiert worden.
fntrauen <sw. V.; hat) /vgl. Angetraute/ (veraltend): mit
jmdm. verheiraten: ein Mädchen einem Mann a.; der [ihr]
angetraute Ehemann.
fntreffen <st. V.; hat): vorfinden: jmdn. bei der Arbeit,
bei guter Gesundheit, in großer Armut a.; er trifft mich
nie zu Hause an; ich habe eine völlig veränderte Situation
angetroffen; bei den Kommandeuren ... vom ganzen
Armeekorps ... einen reinen Kinderglauben ... anzutreffen,
das war ... erschütternd (Plievier, Stalingrad 146).
«oöneiben <st. V.): 1. <hat> a) vorwärts treiben: er trieb
die Pferde [mit der Peitsche] an; b) zu höherer Leistung
zwingen, anstacheln: der Chef trieb uns zur Eile an; c)
zu erw. bringen, veranlassen: die Neugier hat ihn
angetrieben, den Raum zu betreten. 2. in Bewegung setzen u.
halten <hat): früher hat der Wind die Mühle angetrieben.
3. a) anschwemmen <hat): die Wellen trieben das Boot
[ans Ufer/am Ufer] an; b) angeschwemmt werden (ist):
Eisschollen sind [ans Ufer/am Ufer] angetrieben; ein
Porter, der aus einer Schiffsversenkung stammte und ... in
Fässern... angetrieben war (Gaiser. Jagd 151)4.
(Gartenbau) künstlich zum Treiben bringen <hat>: die Pflanzen
im Gewächshaus a.; auch ... im Januar und noch im
Februar lassen sich diese Sträucher a. (MM 27. 11. 71. 43);
<Abl. zu 1:> Antreiber, der; -s. - (abwertend): jrnd., der
andere [zur Arbeitj antreibt, dazu: ^ntreibermethode, die;
Antreibersystem, das; zu 1. 2: Antreibung. die; -.
intreten <st. V.): 1. festtreten <hat): die Erde um die Pflanzen
herum a. 2. durch Treten auf den Anlasser in Gang bringen
<hat>: das Motorrad a. 3. (Sport) zu spurten beginnen
<ist): der Linksaußen der Argentinier kann unheimlich
schnell a. 4. <ist> a) sich in einer Formation aufstellen:
die Schüler sind / stehen der Größe nach angetreten; b)
(Sport) sich zum Wettkampf stellen: gegen den Weltmeister
a.; c) sich zu etw. an einem bestimmten Ort einfinden,
erscheinen: wir sind pünktlich zum Dienst angetreten;
Morgen ... habe ich ... anzutreten - als Soldat (K. Mann.
Wendepunkt 394). 5. (hat) a) mit etwas beginnen: eine
Reise, den Heimweg a.; er hat seinen Dienst, die Lehrzeit
angetreten; dann wollte ich... in Düsseldorf... eine Stellung
als Fotografin a. (Faller. Frauen 17); eine Strafe a.
(abzubüßen beginnen), b) übernehmen: Jmds. Nachfolge, ein Amt.
ein Erbe a. 6. (Sprachw.) zu etw. hinzutreten <ist>: die
Endung tritt an den Stamm an. 7. (geh.) sich jmdm. nähern
<hat>: unverhofft trat ihn der Tod an; Als ... die nackte
Sorge um das Brot den einsam gewordenen König antrat
(Jacob. Kaffee 155).
Antrieb, der; -[eis. -e: 1. Triebkraft, bewegende Kraft: ein
Motor mit elektrischem A.; den A. (Antriebsmotor)
drosseln. 2. Anreiz, Impuls, Beweggrund, innere Triebfeder: die
< seines Handelns; der Erfolg gab ihm neuen A.; aus
eigenem A. (von sich aus) handeln; was sich ereignete,
mochte kausal, notwendig, mechanisch, psychologisch
»n, aber es war außerdem noch von einem geheimen
A. bewegt (Musil. Mann 1526).
prtrfete-, Antriebs-: -aetat, die (Technik): Achse, an der
die Antriebsräder eines Fahrzeugs angebracht sind: -aggre-
9MU das (Technik): Aggregat, das einen Antrieb (1) erzeugt:
-am <AdJ.; nicht adv.) (Psych.): unter einem Mangel an
eigenem Antrieb (2) leidend: eine -e Persönlichkeit; -kraft
die (Technik): Kraft, die beim Umsetzen eines Antriebs
il) in Bewegung wirksam ist: -fad. das (Technik): Rad,
das von einem Motor [direkt] angetrieben wird: --Scheibe,
die (Technik): Scheibe, die einen Antrieb (1) überträgt:
schwach <Adj.; nicht adv.) (Psych.): mit nur schwachem
Antrieb (2) ausgestattet, zur Passivität neigend (Ggs.: an-
criebsstark); -stark <Adj.; nicht adv.) (Psych.): mit starkem
Antrieb (2) ausgestattet (Ggs.: antriebsschwach); System,
das; -welle, die (Technik): Welle, die einen Antrieb (1)
überträgt.
«■trinken <st. V.; hat) /vgl. angetrunken/: 1. nur wenig
nm etw. trinken, nicht austrinken: den Wein a.; (meist
■n 2. Part.:) angetrunkene Bierflaschen. 2. sich durch
Trinken in einen bestimmten körperlichen od. seelischen Zustand
bringen: sich einen Rausch. Schwips a.; du hast dir Mut
angetrunken; *sidi (Dativ) einen a. (ugs.; sich betrinken):
Bei den Katholischen ... trinkt sich der Pastor Jeden
Morgen einen an mit Wein (Degenhardt. Zündschnüre 68);
Antrinket ['antrmkdtl. der; -s (Schweiz.): I. gemeinsamer
Trunk vor einem [Kirchweih]fest. 2. Geschäftseröffnung
durch einen neuen Wirt.
antrippeln (sw. V.; hat) (Leichtathletik): den Anlauf mit
ganz kurzen Schritten einleiten: die ersten Meter des
Anlaufs beim Hochsprung a.
Antritt, der; -[e]s: 1. a) der Beginn, das Antreten (5): der
A. einer Reise, bei/vor A. der Fahrt; b) Übernahme: der
A. eines Amtes, einer Regierung, einer Erbschaft. 2. (Sport)
Fähigkeit, das Lauftempo /plötzlich] stark zu erhöhen:
Antrittsvermögen: er [= ein Läufer] hat einen schnelleren
A. als Hellström, und auf den letzten Metern wird er
eine Menge mitzureden haben (Lenz. Spiele 148).
Antritts-, Antritts-: -besuch, der: der Vorstellung dienender
Höflichkeitsbesuch: seinen A. abstatten, bei jmdm. machen;
-münze, die: zum Gedenken an einen Regierungsantritt
geprägte Münze: ^redet die: die erste Rede, die jrnd. nach
Übernahme eines /akademischen, politischen/ Amtes hält:
schnell (AdJ.) (Sport): einen schnellen Antritt (2) habend:
ein -er Läufer, dazu: Schnelligkeit, die; -vermögen, das
(Sport): svw. t Antritt (2); -Vorlesung, die: die erste
Vorlesung eines Hochschullehrers nach Übernahme eines neuen
Lehrstuhls.
antrocknen (sw. V.; ist): 1. an etw. trocken werden u.
festkleben: die Reste sind am Teller angetrocknet; im Auto
wurden angetrocknete Blutspuren festgestellt (MM 14. 1. 72.
12). 2, ein wenig trocknen: die Wäsche ist nur angetrocknet.
fntnekern (sw. V.; ist) (ugs.): langsam, tuckernd
herankommen: (meist im 2. Part. + kommen:) das Motorboot
kam angetuckert.
fiitun (unr. V.; hat) /vgl. angetan/: 1. a) etw. tun, zuteil
werden lassen, erweisen: Jmdm. Gutes, eine Wohltat a.;
sich etw. Gutes a. (sich etw. gönnen): tu mir die Liebe
an ... (sei so lieb ...); b) zufügen: Jmdm. Böses. Unrecht,
ein Leid a.; tu mir das Ja nicht an (ugs.; laß es bitte
sein): *sich (Dativ) etw. a. (ugs. verhüll.; Selbstmord
begehen). 2. jmdn. anziehen, bezaubern: sein Aussehen tat es
ihr an. hat es ihr angetan. 3. a) (landsch.) sich etw. anziehen:
ich tu mir nur die Jacke an; b) (geh.) /sich] in bestimmter
Weise kleiden: sie taten sich abends festlich an und
umdrängten neugierig den Roulette-Tisch (Salomon. Boche
103).
«ntupfen (sw. V.; hat): leicht berühren: Jmdn. mit dem Finger
a.
'fnturnen (sw. V.): 1. (ist) (ugs.) tollend, sich ausgelassen
bewegend herankommen: (meist im 2. Part. + kommen:)
die Kinder kamen fröhlich angeturnt. 2. (hat) (Turnen)
die Freiluftsaison durch ein Turnfest eröffnen: bei schönem
Wetter a.
^anturnen [anteernan] (sw. V.; hat) [für engl, to turn on.
eigtl. = aufdrehen] (ugs.): 1. in einen Drogenrausch
versetzen. 2. in Erregung, Rausch o. ä. versetzen: die Ische hatte
ihn voll angeturnt (das Mädchen hatte ihm vollends den
Kopf verdreht: Petra 10. 1974. 142); ein ... Rädelsführer
...angeturnt durch eine Mixtur aus Kaffee und Tabletten
(Spiegel. 1-2, 1972. 53).
Antwort ['antrat], die; -. -en (mhd. antwürte. ahd. antwurti]:
a) mündliche od. schriftliche Erwiderung, Entgegnung: eine
höfliche, bissige, freche, witzige, kluge A.; die A. blieb
aus; die A. lautet folgendermaßen; es sind viele -en
eingegangen; [kleine A. geben, [etw. zur] A. geben; nur eine
ausweichende A. [auf eine Frage] bekommen; Jmdm. eine
abschlägige A. erteilen; [Jmdm.] die A. schuldig bleiben
(nicht antworten): Jmdm. die A. in den Mund legen; sich
die passende A. zurechtlegen; eine A. bei sich behalten;
um keine A. verlegen sein; (geh.) jmdn. keiner A. würdigen;
Spr keine A. ist auch eine A.; wer viel fragt, bekommt
viel Antworten]; Abk.: Antw.; u. [od. U.] A. w. g. (um
i od. Um] Antwort wird gebeten: auf Einladungskarten);
b) Reaktion: als A. wies er stumm auf dieTür; sein
Fernbleiben ist die A. auf deine Beleidigung.
Antwort-: -brief. der; -karte, die: Karte, auf der eine
Rückantwort vorbereitet ist: Miote. die (Dipl.): offizielle
Antwort einer Regierung an eine andere: -postkarte. die
(Pöstw.): Postkarte mit anhängender Postkarte für die
167
antworten
Rückantwort; -schein.der: ein internationaler A.
(international gültiger Gutschein für die Gebühr eines
Antwortbriefs).
antworten ['antvartn] <sw. V.: hat) [mhd. antwürten. ahd.
antwurten]: a) mündlich od. schriftlich erwidern; Antwort.
Auskunft geben: auf eine Frage ausfuhrlich, ausweichend,
der Wahrheit gemäß a.; mit Ja oder Nein a.; er konnte
mir nicht ohne weiteres a.; wie/was soll ich ihm a.?; mir
wurde [darauf] etwas Unverständliches geantwortet; Ü
Kurzes.... bitteres Lachen antwortete mir vom
Sitzungstische her (Th. Mann. Krull 123); Worte, auf die man
nur mit den Fäusten antwortet (Remarque. Obelisk 234);
b) reagieren: sie antwortete darauf mit einem Achselzuk-
ken; auf diesen nächtlichen Überfall antwortete die
Gegenseite mit der Zerstörung der Ölleitung.
fntwortlidi <Präp. mit Gen.) (Papierdt.. Kaufmannsspr.
veraltet): in Beantwortung: a. Ihres Briefes.
fnulken <sw. V.; hat) (ugs.): jmdn. necken, mitjmdm. seinen
Spaß machen: die Kollegen ulken mit Vorliebe den neuen
Mitarbeiter an; er ist ein Spaßvogel, der Jeden anulkt.
Anus fa:nos]. der; -. Ani Ca.ni; lat. änus. eigtl. = Ring]
(Med.): After.
anvertrauen <sw. V.; hat): 1. a) vertrauensvoll übergeben,
überlassen: jmdm. ein Amt. eine Geldsumme a.; Ü sie
vertrauten seine sterbliche Hülle der Erde an (geh.
verhüllend: begruben ihn)\ b) in jmds. Schutz geben, anheimgeben:
er vertraut sein Schicksal Gott an; wir haben uns seiner
Führung, seiner Obhut anvertraut. 2. a) im Vertrauen
mitteilen: Jmdm. ein Geheimnis, seine Pläne a.; ich vertraue
dir meine Entdeckung an. (selten:) ich anvertraue dir ...;
Ü etw. dem Papier a. (geh.; niederschreiben): b) <a. +
sich) sich vertrauensvoll offenbaren: sich jmdm. rückhaltlos
a.; ich werde mich dem Pfarrer a.; dieser Frau, die ...
viel zu schamhaft gewesen wäre, um sich Drittpersonen
anzuvertrauen (Frisch, Stiller 129).
fnverwandebi <sw. V.; hat) (geh.): sich zu eigen machen:
du verwandelst dir gerne fremde Auffassungen an. (selten.)
du anverwandelst dir ...; Wo er auf die antike Mythologie
nicht verzichten will, hat er sie sich ... anverwandelt (FAZ
3. 6. 61. 54); (Abl.:> AnvcnvandhM. die; -. -en.
unverwandt <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (veraltet, geh.):
mitjmdm. verwandt: eine mir -e Dame; wir sind [einander]
a.; (Abl.:> Anverwandte.deru. die; -n. -n (Dekl.: t
Abgeordnete) (geh.): Verwandte)rj: seine Kinder und alle -n trugen
ihn zu Grabe.
anvettern ['anfeten] <sw. V.; hat) (salopp): sich anbiedern:
du hättest dich gern bei ihm angevettert.
anvisieren <sw. V.; hat): 1. ins Visier nehmen, als Zielpunkt
nehmen: einen feindlichen Panzer, einen Punkt im Gelände
a. 2. ins Auge fassen, anstreben: eine Aufgabe, ein Ziel,
den Bau eines Hauses a.; das anvisierte (ins Auge gefaßte,
angestrebte) Ergebnis wurde nicht erreicht; (subst.:) das
sorgfältige Anvisieren der Möglichkeiten einer
erfolgreichen ... Ostpolitik (Welt, Forum 30. 1. 65).
Anwachs [anvaks], der; -es: seltener für f Anwachsung; fn-
wactoen <sw. V.; ist): 1. a) festwachsen: die transplantierte
Haut ist angewachsen; angewachsene Ohrläppchen (nicht
normal ausgebildete Ohrläppchen); b) Wurzeln schlagen;
die verpflanzten Bäume sind gut angewachsen. 2. stetig
zunehmen: die Bevölkerung, der Verkehr wächst bedrohlich
an; er hat mit anwachsenden Schulden zu kämpfen; Anfang
April ist die Skizze bereits auf 21 Seiten angewachsen
(hat einen Umfang von 21 Seiten; Jens. Mann 14S); die
Fachliteratur ist zu einer unübersehbaren Flut
angewachsen; <Abl.:> 4mvadMung» die (Rechtsspr.): Vergrößerung
eines f Erbjanteils bei Ausscheiden eines Mitberechtigten.
fnwackefa <sw. V.; Ist) (ugs.): langsam [unbeholfen/
herankommen; (meist im 2. Part. + kommen:) eine Ente kam
angewackelt; Als Leopold ... den Motor anspringen ließ,
kam Teta keuchend angewackelt (Werfet. Himmel 81).
füwihlen <sw. V.; hat): a) durch Wählen der entsprechenden
Nummer eine Verbindung zu einem Ort bzw. einem [Fern-
sprechjteilnehmer herzustellen versuchen: London kann
direkt angewählt werden; b) durch ein [Funkjsignal rufen,
mit Jmdm. od. etw. in Verbindung treten; die
angeschlossenen Funkstellen wählt man durch Tastendruck an; Mit
dem Patientenwähler können bei insgesamt acht
angeschlossenen Patienten die Signale von einem Patienten
angewählt... werden (Elektronik 12. 1971. 431).
Anwalt [anvaltj. der; -[eis. Anwälte ['anveltd): 1. Berater
u. Vertreter in juristischen Angelegenheiten; Rechtsanwalt:
sich als A. niederlassen; ich habe mir einen A. [zur
Verteidigung] genommen; sich vor Gericht durch seinen A. / von
seinem A. vertreten lassen. 2. Verfechter einer Sache;
Fürsprecher: als A. einer guten Sache auftreten; er machte
sich zum A. der Armen; AnwÄWn ['anveltm], die; -. -nen:
w. Form zu t Anwalt.
Anwalts-: ^büro. das: 1. Geschäftsräume eines Anwalts (1).
2, aus mehreren Anwälten (1) bestehende Firma; Miebühr.
die: Gebühr, die ein Mandant an seinen Anwalt (1) zu zahlen
hat; ^kanraer. die (Jur.): 1. Berufsorganisation der
Rechtsanwälte. 2. (DDR) Zusammenschluß von Anwälten
(1); ^kanzlet, die (südd.): svw. t -büro; -prozeA, der (jur.):
gerichtliches Verfahren, in dem Anwaltszwang besteht;
^zwang. der <o. PI.) (Jur.): Notwendigkeit, sich in einem
gerichtlichen Verfahren durch einen zugelassenen
Rechtsanwalt vertreten zu lassen.
Anwaltschaft, die; -. -en (PI. selten): 1. Gesamtheit der
Anwälte (1): die A. unserer Stadt. 2. Amt des Anwalts (1):
das Prinzip der freien A. 3. Vertretung einer Sache als
Anwalt (1. 2): die A. in einem Prozeß Übernehmen; die
A. für jmdn. od. etw. übernehmen; <Abl :>fnwaltschaftlfch
<Adj.; o. Steig.).
piwalzen <sw. V.; ist) (salopp): behäbig herankommen;
(meist im 2. Part. + kommen:) die Nachbarin kommt
ja schon wieder angewalzt.
inwandetn <sw. V.; hat) (geh.): erfassen, befallen,
überkommen: eine Stimmung, ein Gefühl, eine Laune wandelte
ihn an; es wandelte mich die Lust an, mich wandelte
die Lust an. noch zu bleiben; (Abl.:> Anwandehmg,
(häufiger:) Anwandlung« die; -. -en: plötzlich auftretende
Stimmung. Laune: eine A. von Furcht überkam, befiel ihn;
sonderbare -en haben (sich merkwürdig benehmen); einer
plötzlichen A. folgend, aus einer A. heraus ...; in einer
A. von Großzügigkeit; Nicht umsonst hat ihn der Satan
achtundzwanzig Jahre so sorgsam vor jeder A. einer Sünde
bewahrt (Buber. Gog 138).
«nwanzen, sich <sw. V.; hat) (salopp): sich einschmeicheln,
aufdrängen: er wollte sich beim Chef a.
tnwirmen <sw. V.; hat): ein wenig wärmen: die Suppe,
das Bier a.; ich wärme mir die kalten Füße am Ofen
an; während ich mich, fortwährend die Schultern ...
ruckweise bewegend, langsam anwärmte (Molo. Frieden 176).
Anwärter, der; -s. - [zu frühnhd. anwarten = auf etw.
(mit Anspruch) warten): aussichtsreicher Bewerber.
Kandidat für etw.: A. auf einen Posten sein; er ist der sicherste
A. auf eine olympische Medaille; Anwartschaft, die; -.
-en <P1. selten): Anspruch, begründete Aussicht auf etw.:
die A. auf ein Amt besitzen; seine A. auf einen Posten
anmelden.
fnwatscheln<sw. V.; ist) (salopp): watschelnd herankommen;
(meist im 2. Part. + kommen.) eine Ente, eine dicke
alte Frau kam angewatschelt.
fnwehen (sw. V.): 1. (geh.) gegen jmdn. wehen (hat): ein
Luftzug wehte sie an; Heißer Junihauch weht sie an (A.
Zweig. Claudia 76); Ü ein Schauer, eine Todesahnung
weht mich an. 2. a) durch Wehen anhäufen (hat): der
Wind hat viel Schnee. Sand. Blatter angeweht; b) heran-,
zusammengeweht werden (ist): hier weht immer viel Sand
an.
anweisen (st. V.; hat) /vgl. angewiesen/: 1. zuweisen, zuteilen:
man wies mir meine Arbeit an; jmdm. ein Quartier a.;
Der Kellner wies mir auf englisch einen Platz an (Koeppen.
Rußland 80). 2. beauftragen, jmdm. etw. befehlen: ich habe
ihn angewiesen, die Sache sofort zu erledigen; er ist
angewiesen, uns sofort zu verständigen. 3. anleiten: den Lehrling
[bei der Arbeit] a. 4. a) als Postsendung o.a. überweisen:
ich habe [ihm] den Betrag durch die Post angewiesen;
b) die Auszahlung veranlassen: ein Honorar a.; den
Angestellten wurde ihr Gehalt angewiesen; (Abi.:) Anweisung,
die; -. -en: 1. Zuweisung y Zuteilung: auf die A. eines
Heimplatzes warten. 2. Anordnung. Befehl: eine A. befolgen;
die nötigen -en geben, erhalten; wir haben strikte A.
weiterzuarbeiten; auf ausdrückliche A. des/von ... 3. [gedruckte]
Anleitung: eine A. ist dem Gerät beigefügt. 4. a)
Überweisung: um A. des Geldes auf ein Konto bitten; b) Anordnung
zur Auszahlung: die A. des Gehalts erfolgt demnächst;
c) (Bankw.) Bankanweisung o. ä.. die zur Überweisung od.
Auszahlung eines Betrages ermächtigt: eine A. auf/über
einen Betrag ausstellen, ausschreiben; Hier haben Sie eine
168
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A. auf die Kasse. Lassen Sie sich das Geld geben (Fallada.
Blechnapf 180); Abk.: Anw.
anwendbar Canventba:;] <AdJ.; nicht adv.X zur Anwendung
geeignet: eine < Methode finden; die Theorie erwies sich
als nur bedingt auf die Praxis/ in der Praxis a.; <Abl.:)
Anwendbarkeit, die; -: das Mittel wind noch auf seine A.
geprüft; anwenden <unr. V.; wendete/wandte an. hat
angewendet/angewandt) /vgl. angewandt/: 1. gebrauchen,
verwenden; mit etw. arbeiten (um etw. zu erreichen): eine
Technik, ein [Heiljmittel richtig a.; ein vereinfachtes
Verfahren a.; Gewalt a.; sie wendeten/wandten eine List an;
wir haben viel Sorgfalt. Mühe auf die Sache
angewendet/angewandt; das von uns angewandte/angewendete
Verfahren. 2. auf etwas beziehen, übertragen: einen
Paragraphen a*uf einen Fall a.; das Zitat läßt sich nicht darauf
a.; eine Verfügung auf jmdn. a.; der Richter
wendete/wandte das neue Gesetz auf diesen Fall an; <Abl.:) Anwendung,
die; -. -en: 1. das Anwenden: die A. eines Verfahrens;
die A. einer Bestimmung auf einen Fall; *etw. in/zur A.
bringen (Papierdt.; anwenden): zur A. kommen, gelangen,
A- finden (Papierdt.; angewendet werden). 2. (Med.)
hydrotherapeutische Maßnahme, bes. im Rahmen der Kneippschen
Therapie.
tnwendungs-, Anwendung*-: -bercfch.der: den A. eines
Heilmittels erweitem; ^gebiet, das: das neue Verfahren ist
für ein breites A. geeignet; Möglichkeit, die; ^tedmik,
die: praktische Anwendung von theoretisch entwickelten Mit-
teln u. Verfahren: Erfahrungen in der A. sammeln, dazu:
^technisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): -e Verfahren;
ein Material a. erproben; -Vorschrift die: die A. für ein
Medikament durchlesen.
«■werben <st. V.; hat): durch Werben zu gewinnen suchen:
Soldaten. Arbeitskräfte. Freiwillige a.; Glauben Sie bitte
nicht, ich wollte die Welt verändern, indem ich mir
Gleichgesinnte anwerbe (Johnson. Mutmaßungen 113); sich [für
einen/zu einem Dienst] a. lassen; angeworbene Hilfskräfte;
<Abl.:) Anwerbung, die; -. -en.
»wwfen<st. V.; hat): 1. etw. an etw. werfen: zum Verputzen
wird Mörtel od. Kalk [an die Wand] angeworfen. 2. in
Gang setzen: den Motor, den Wagen, den Propeller a.;
Dann griff ich zum Mikro. warf den Recorder an (Plenz-
dorf. Leiden 29). 3. (bes. Hand-. Korbball) den Ball ins
Spiel bringen.
^prert.der; -[eis (bayr.. österr.): Wertschätzung: A. finden.
A. haben (geschätzt werden).
frwtstn, dias; -s. - /bebautes! größeres Grundstück: ein
einsames, ländliches A.; den Gastwirt, dessen hübsches
A. Haus und Laubengarten, der Fundstelle ... nahe ...
war (Maass. Gouffö 103); er verjagte die spielenden Kinder
von seinem A.
abwesend [anve:znt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus einem
bestimmten Anlaß an einem Ort befindlich, zugegen (Ggs.:
abwesend): alle -en Personen; bei einer Sitzung a. sein;
der Chef ist nicht a.; Ü nicht ganz a. sein (ugs. scherzh.;
teistesabwesend sein, nicht aufpassen); <subst.:)
Anwesende, der u. die; -n. -n <Dekl.: t Abgeordnete) (Ggs.:
Abwende): verehrte A.!; alle -n erhoben sich: A. ausgenommen
(ugs.; eine Aussage, bes. ein Tadel bezieht sich nicht auf
die Anwesenden): Anwesenheit, die - (Ggs.: Abwesenheit):
I. das Zugegensein: Jmds. A. feststellen, vermissen; Er
< = der Prinz)... schenkte dieser und jener Ortschaft des
Landes seine festliche A. (Th. Mann. Hoheit 163); bei.
wahrend meiner A.; in A. sämtlicher Mitglieder; jmdn.
mit seiner A. beglücken (meist iron.; stören, jmdm. lästig
fallen). 2. das Vorhandensein: die A. von Metall feststellen;
Zus.:) Anwesenheitsliste* die: Liste, in der die Anwesenheit
• I» nm Personen verzeichnet ist.
«■ulluii <sw. V.; hat) (selten): anherrschen, zornig
anfahren: er hat mich gehörig angewettert.
«■»«tan <sw. V.; ist) (salopp): eilig herankommen (Ggs.:
abwetzen); (meist im 2. Part. + kommen:) atemlos kam
er angewetzt.
gavüeni <sw. V.; hat) (abwertend): Jmdm. zuwider sein;
mds Ekel erregen: er. sein AnMick widert mich an; plötz-
fcdi widert mich alles hier an (Rcmarque, Obeti* 237);
•di von etw. angewidert fithkn; etw. mit angewiderter
Miene betrachten.
*viafcda <sw. V.; hat): em wenig winkeln, zu einem Winkel
kernten, biegen: die Beine in den Knien a.; leicht angewin-
fcche Ellbogen. Knie.
fnwinsebi <sw. V.; hat): winselnde Laute gegen jmdn.
ausstoßen: der Hund winselte seinen Herrn an; Ü er winselte
mich um Hilfe an (abwertend; er flehte mich unterwürfig
an. ihm zu helfen).
yiwohnen <sw. V.; hat) (geh.. selten): 1. in unmittelbarer
Nähe von etw. wohnen: einem Fluß a. 2. beiwohnen, an
etw. teilnehmen: er wohnte auf seiner ... Ehrentribüne den
Pferderennen ... an (Th. Mann. Hoheit 111); <Abl.:> i^n-
wohner. der; -s. -: Jmd.. der in unmittelbarer Nähe von
etw. wohnt; Anlieger: die A. eines Flusses, einer Straße;
viele A. kamen auf die Straße gelaufen, dazu: Anwohner-
schafl. die; -: Gesamtheit der Anwohner.
Anwuchs» der; -es: 1. (selten) das Festwachsen: die
Trockenheit verzögerte den A. der Bäume. 2. (Forstw.) junger
Waid.
i^nwurf. der; -[eis. Anwürfe: 1. <o. PI.) (bes. Hand-.
Korbball) Anspiel in der Mitte des Spielfeldes: den A. ausführen;
A. haben. 2. (veraltend) Verputz: die Mauer erhielt einen
weißen A. 3. Vorwurf, unbegründete Anschuldigung: scharfe
Anwürfe gegen jmdn. erheben; Sie (= die Regierung)
war Anwürfe wegen der Unvollkommenheit ihres
Justizapparats gewöhnt (Feuchtwanger. Erfolg 698).
tnwurzetn <sw. V.; ist): Wurzeln schlagen: der verpflanzte
Baum wurzelte nach kurzer Zeit wieder an; * wie
angewurzelt [dalstehen / stehenbleiben (dastehen, stehenbleiben, ohne
sich zu bewegen): in ihrer ersten Verwirrung standen beide
wie angewurzelt da.
Anzahl, die; -: a) eine gewisse Zahl, gewisse Menge von
Personen od. Sachen: eine unbedeutende, eine stattliche
A.: eine A. [guter] Freunde [kam[en] gratulieren; eine ganze
A. von Kindern kam/(seltener:) kamen uns entgegen; b)
/Gesamt/zahl: die A. der Teilnehmer war nicht
ausreichend; welche Bewunderung ... ein Physikprofessor wegen
seiner Fähigkeit genoß, im Handumdrehen die A. von
Zieseln einer unverputzten Mauer anzugeben (Menzel.
Herren 16); die Mannschaften waren in ungleicher A.
angetreten; anzahlen <sw. V.; hat): a) als ersten Teilbetrag
zahlen: die Hälfte des Preises a.; was. wieviel hat er
angezahlt?; b) den ersten Teilbetrag für etw. zahlen: die
Waschmaschine a.; «indHilen <sw. V.; hat) (Sport): einen Boxer
bei Kampfunfähigkeit auszuzählen beginnen: Stengel verlor
nach Punkten und wurde dabei in der dritten Runde kurz
angezählt (MM 29. 11. 67. 17); Anzahlung, die; -. -en:
Zahlung des ersten Teilbetrages einer Kauf summe: eine A.
leisten; etwas gegen eine kleine A.. ohne A. kaufen,
bekommen; <Zus.:) ^nzahlungKUiiifte, die.
anzapfen <sw. V.; hat): a) eine Flüssigkeit zapfend entnehmen:
ein Faß a.; Bäume zur Harzgewinnung a.; der Wirt hat
frisch angezapft (angestochen); b) (ugs.) sich durch
bestimmte technische Manipulationen die Möglichkeit zum
heimlichen Abhören einer Telefonverbindung o. ä.
verschaffen: eine Leitung, einen Draht a.; die Telefonnetze konnten
vom SD angezapft sein (Schnabel. Anne 64); c) (ugs.)
von jmdm. Geld leihen; jmdm. dreist um Geld angehen:
er hat mich wieder mal [um 50 Mark] angezapft; <Abl.:)
Anzapfung, die; -. -en.
fnaubern <sw. V.; hat): a) durch Zaubern verschaffen: das
kann ich dir nicht a.; Ja. wenn er die Geige hier hätte,
dem langweiligen Gesinge einen gewissen Pfiff
anzuzaubern (Bobrowski. Mühle 178); b) durch einen bösen Zauber
über jmdn. bringen: jmdm. eine Krankheit a.
Anzeichen, das; -s, -: a) Vorzeichen: A. eines Gewitters;
die drohenden A. eines Krieges; die A. für eine Krise
mehren sich; die ersten A. (Symptome) einer Krankheit;
wenn nicht alle A. trügen ...; b) Zeichen, das etw. erkennen
läßt; Merkmal: An allerhand A. konnte ich ... bemerken,
daß den Lehrern... das Geheimnis meiner Geburt bekannt
war (J. Roth. Beichte 23); A. von Reue erkennen lassen;
bei dem geringsten A. des Widerstandes sollten die
Ausgänge besetzt werden.
anzeichnen <sw. V.; hat): a) etw. an eine senkrechte Fläche
zeichnen: eine Figur, einen Plan [an die Wandtafel] a.;
b) durch ein Zeichen kenntlich machen, kennzeichnen: sich
eine Stelle in einem Buch, einen Fehler a.
anzeige, die; -. -n: 1. Meldung einer strafbaren Handlung
an eine Behörde: eine anonyme A.; bei der
Staatsanwaltschaft Ist eine A. eingegangen; eine A. verfolgen,
niederschlagen; A. wegen einer Sache machen (jmdn. anzeigen);
bei der Polizei A. gegen Jmdn. [wegen einer Sache] erstatten
(jmdn. anzeigen); jmdm. mit einer A. drohen; *Jmdn..
169
anzeige-, Anzeige-
etw. zur Anzeige bringen (Papierdt.; anzeigen). 2. a)
gedruckte Bekanntgabe eines privaten Ereignisses: jmdm. eine A.
schicken; wir haben die A. ihrer Vermählung erhalten;
b) in einer Zeitung. Zeitschrift o. ä. veröffentlichte private,
geschäftliche oder amtliche Mitteilung. Inserat. Annonce:
eine A. aufgeben, in die Zeitung setzen lassen; sich auf
eine A. [hin] melden. 3. a) das Anzeigen: ablesbarer Stand:
die A. eines Meßinstruments; auf die A. der Ergebnisse
warten; b) Anlage, die etw. anzeigt: die elektrische A. ist
ausgefallen.
anzeige-, Anzeige-: ^blatt,das: svw. f Anzeigenblatt; HKrit,
das; ^pflicht, die; - <o. PI.): Pflicht zur Meldung bestimmter
Sachverhalte an eine Behörde (z. B. Geburten. Sterbefälle:
Krankheiten. Verbrechen), dazu: ^pflkhtig <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): der Anzeigepflicht unterliegend: -e
Krankheiten; -tafel. die: auf der A. erschien das Ergebnis des
Wettkampfs.
«nzeigen<sw V.; hat) /vgl. angezeigt/: 1. Strafanzeige ersteh
ten: einen Dieb, einen Diebstahl [bei der Polizei] a.; er
wollte den rücksichtslosen Autofahrer a.; 2. a) durch eine
Anzeige bekanntgeben: seine Verlobung, die Geburt eines
Kindes a.; der Verlag hat die neuen Bücher angezeigt
(ihr Erscheinen angekündigt): b) wissen lassen, mitteilen,
ankündigen: Jmdm. durch ein Signal die Richtung a.; der
Trainer zeigte der Mannschaft an, daß noch fünf Minuten
zu spielen seien; er hat uns seinen Besuch angezeigt (geh.;
sich zu einem Besuch angemeldet). 3. den Stand von etw.
angeben, zeigen: die Uhr zeigt fünf Minuten nach neun
an; das Barometer hatte schönes Wetter angezeigt; der
Zähler zeigt den Stromverbrauch an; außerdem haben
wir Neumond, wie meine Armbanduhr und der Himmel
richtig anzeigen (Grzimek, Serengeti 1S6).
Anzeigen- (Anzeige 2 b): -Watt, das: überwiegend aus
Anzeigen bestehendes Mitteilungsblatt, kleine Zeitung: -expedi-
tkxi, die: Unternehmen, das Aufträge für Anzeigen annimmt
u. weiterleitet: -ring, der: Zusammenschluß lokaler
Zeitungen zur gemeinsamen Organisation des Anzeigengeschäfts:
^teil. der: Teil der Zeitung, der die Anzeigen enthält:
-Vermittlung, die: svw. t-expedition; -Werbung« die: Werbung
durch Anzeigen.
Anzeiger« der; -s. -: 1. Gerät, das etw. anzeigt: der A. für
den ölstand ist defekt. 2. Titel für kleinere Zeitungen u.
Mitteilungsblätter: im lokalen, im literarischen A. blättern;
Bergsträßer A.
tnzelten <sw. V.; hat) zum erstenmal in der Saison
gemeinschaftlich zelten, campen: (meist subst.:) morgen ist An-
zelten.
tnzettefo <sw. V.; hat) (zu t 'Zettel] (abwertend): etw. Böses
vorbereiten u. ins Werk setzen: eine Verschwörung, einen
Putsch, einen Krieg a.; diese Jagd nach dem Glück wird
gerade von den ... Wettanstalten ... immer wieder neu
angezettelt (Noack. Prozesse 178); <Abl.:> Anzettlejler. der.
-s. -: jmd.. der etw. anzettelt: ^nzettfelhing, die; -. -en.
«nziehen <unr. V.) /vgl. anziehend/: 1. <hat) a) an sich
ziehen, heranziehen: die Beine, die Knie a.; b) (bes. von
Lebensmitteln) etw. aus der Luft der Umgebung, in der
es sich befindet, aufnehmen: Salz zieht die Feuchtigkeit
an; Lebensmittel ziehen leicht an (nehmen den Geschmack,
den Geruch von etw. an): c) in seinen Bann ziehen, anlocken:
sich von Jmdm. angezogen fühlen; die Ausstellung zog
viele Besucher an; Dann geht er. angezogen von dem
Blick des Fremden, durch die Reihen der... Schüler (Thieß.
Legende 105). 2. <hat) a) straffer spannen: die Zügel a.;
b) festziehen: eine Schraube a.: er hatte vergessen, die
Handbremse anzuziehen; Ü der Staat hat die
Steuerschraube angezogen (höhere Steuern erhoben). 3. (landsch.) bis
auf einen Spalt schließen <hat): die Tür leise a.; sie hatte
das Gartentor nur angezogen; 4. a) sich in Bewegung setzen
<hat): die Pferde ziehen an; der Zug zog langsam an;
b) (veraltet) anrücken, heranziehen Ost): das feindliche Heer
zog an; c) (Brettspiel) den ersten Zug machen, das Spiel
eröffnen <hat): Weiß zieht an. 5. <hat> a) jmdm., sich
Kleidung anlegen: sie hat sich noch nicht angezogen, ist
noch nicht angezogen (ist noch im Neglige): er ist halb
angezogen und hat einen Schlafrock darüber (Musil. Mann
1430); sich warm, sportlich, sommerlich a.; ein Kind a.;
sauber, altmodisch, elegant angezogen (gekleidet) sein;
b) ein Kleidungsstück anlegen: den Mantel, die Hosen,
die Schuhe a.; die Mütze, den Hut a. (landsch.; aufsetzen):
nichts anzuziehen haben; dem Kind frische Wäsche a.
6. (Börsenw.. Kaufmannsspr.) im Preis] steigen (hat):
die Aktien ziehen an; Baumwolle hat angezogen. 7. das
Tempo] in bestimmter Weise beschleunigen <hat>: der
Wagen zieht gut an; der Sprinter zog vom Start weg energisch
an. 8. (veraltend) zitieren <hat): einen Autor, eine Stelle
a.; am angezogenen (angegebenen) Ort; <1. Part, zu lc:>
tariftend: reizvoll, gewinnend, sympathisch: attraktiv: ein
-es Äußeres; a. sein, wirken; <Abl.:) Anziehung, die; -.
-en: 1. <o. PI.) das Anziehen (1 c). die Anziehungskraft
(2): eine starke A. auf jmdn. ausüben; Die Landschaft
... ist ohne A. für einen Mann, der die Schweizer Alpenwelt
gesehen hat (Fries. Weg 115). 2. Verlockung. Reiz: den
-en der Großstadt erliegen, dazu: ^nzfchinpkraft, die:
1. (Physik) magnetische Kraft. Schwerkraft: die A. der
Erde. 2. <o. PI.) Vermögen, jmdn. in seinen Bann zu ziehen:
eine unwiderstehliche A. besitzen, auf Jmdn. ausüben.
«nziefen <sw. V.; hat): etw. zum Ziel haben, etw. anstreben:
man wird ... einen Sozialismus a.. der mit weniger Not
und Lüge... auskommt (Zwerenz. Kopf 151); das angezielte
Ergebnis wurde nicht erreicht; Ü das Medikament zielt
eine bestimmte Wirkung an.
anzischen <sw. V. >: 1. zischende Laute gegen jmdn. ausstoßen
<hat): der Schwan hat mich böse angezischt. 2. (ugs.)
jmdn. heftig, böse anfahren (hat): Heinrich von Gleichen
war empört; er zischte Ulimann an. als er diesen Beifall
klatschen sah (Niekisch. Leben 133). 3. (salopp) schnell
herankommen, sich schnell nähern (ist; meist im 2. Part.
+ kommen:) er kam sofort angezischt. 4. Sich <Dativ)
einen a. (salopp; sich betrinken (hat».
fnzittarn <sw. V.; ist) (salopp): herankommen: (meist im
2. Part. + kommen:) um vier Uhr kam er angezittert.
fnzockefai <sw. V.; ist) (ugs.): langsam herankommen, sich
nähern: (meist im 2. Part. + kommen:) ein Pferdegespann
kam angezockelt.
fiBDottein (sw. V.; ist) (ugs.): langsam herankommen, sich
nähern: (meist im 2. Part. + kommen:) eine Schar müder
Kinder kam angezottelt.
Anzucht, die; -. Anzüchte l-t^to]: 1. (Bergmannsspr.)
Abwassergraben. 2. <o. PI.) das Heranziehen von etw.: die
A. von Erdbeerpflanzen; (Zus.:> Anzuchtgarten, der:
Anlage, in der Pflanzen herangezogen werden.
Anzug« der; -[eis. Anzüge: 1. aus Hose u. Jacke bestehendes
Kleidungsstück (für Männer): ein eleganter, abgeschabter,
zweireihiger A.; der A. sitzt schlecht, paßt nicht; einen
A. von der Stange (einen Konfektionsanzug) kaufen;
mehrere Anzüge haben/besitzen; einen A. nach Maß anfertigen
lassen; im dunklen, in seinem guten A. erscheinen; Die
Vettern ... gingen im baren A.. da Mäntel lästig gewesen
wären (Th. Mann. Zauberberg 445); es wird ein festlicher
A. (geh.; festliche Kleidung) erwartet; * erster, zweiter A.
(Sport Jargon; aus einem bestimmten Kreis von Spielern
gebildete, stärkste bzw. nicht so starke Mannschaft): mit
dem zweiten A. spielen; imbt aus dem A. stoßen/boxen
(salopp; jmdn. verprügeln), aus dem A. fallen (salopp; stark
abgemagert sein); aus dem A. kippen (salopp; 1. zu Boden
fallen, 2. sehr überrascht sein). 2. Beschleunigungsvermögen:
das Auto hat einen kraftvollen A.. ist schlecht im A.
3. *taA. sein (sich nähern, herankommen): der Feind,
ein Gewitter. Fieber ist im A.; Gefahr ist im A. (droht).
4. erster Zug beim Brettspielen, bes. beim Schach: Weiß
hat A. 5. (Schweiz.) [Bettjbezug, Überzug. 6. (Schweiz.)
Antrag im Parlament.
anzüglich ['ant$y:khc] <Adj.) [zu spätmhd. anzuc = Stellung
von Zeugen. Beschuldigung]: 1. auf etw. Unangenehmes
anspielend: -e Bemerkungen; werde nur nicht a.!; er lächelte
a. 2. zweideutig, anstößig: -e Witze, -e Geschichten erzählen;
<Abl.:) Anzüglichkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.) anzügliche
Art: die A. seiner Bemerkungen stieß mich ab. 2. anzügliche
Bemerkung. Äußerung: seine Rede war voller -en;
Anzugskraft die: Kraft des Anzugs (2): die A. einer Maschine,
eines Motors; ^nzugstoff. der: Stoff für Anzüge (1);
Anzugsvennögen. das: svw. T Anzug (2): das Motorrad hat
ein gutes, ein rasches A.
jiwflnden <sw. V.; hat): a) zum Brennen bringen: ein
Streichholz, das Gas. ein Feuer im Ofen a.; b) anbrennen: ich
zündete mir eine Zigarette an; c) in Brand stecken: ein
Haus a.; Ich ... haßte ... meine Wohnung. Ich hätte sie
a. wollen! (Frisch. Homo 87); <Abl.:> Anzünder, der; -s,
-: Gerät, mit dem man etw. anzündet: das Gas mit einem
A. anzünden.
170
Apfel
«nzwecken <sw. V.; hat) (landsch.): mit Reißzwecken
befestigen: ein Plakat, einen Zettel [an die Wand] a.
«nzweifein <sw. V.; hat): nicht recht glauben, in Frage stellen:
jmds. Glaubwürdigkeit a.; ich zweifelte die Echtheit des
Bildes an; <Abl.:> ^nzweiflejlung, die; -. -en.
tnzwtnkem <sw. V.; hat): zwinkernd ansehen: er zwinkerte
mich verstohlen an.
anzwitschern <sw. V.) 1. (ugs.) lässig% ohne Eile an einen
Ort kommen, wo man erwartet wird <ist; meist im 2.
Part. + kommen:) um 9 Uhr endlich kamen sie
angezwitschert. 2. *sich (Dativ) einen a. (ugs.; sich einen Rausch
antrinken <hat».
Äolsharfe feiols-]. die; -. -n [nach dem griech. Windgott
Äolus]: 1. harfenähnliches Instrument, dessen meist
gleichgestimmte Saiten durch den Wind zum Erklingen gebracht
werden: Windharfe. 2. sehr zart klingendes Orgelregister.
Aon [e'o'.n. auch: 'e:a}]. der; -s. -en [e'oinan] (meist PI.)
(lat. aeön < griech. aion] (bildungsspr.): /unendlich] langer
Zeitraum: Weltalter, Ewigkeit: Wir sind in einer Zeit des
Umbruchs, ein Ä. geht zu Ende (Jaeger. Freudenhaus
2SS); das wird in -en nicht geschähen; <Zus.:> Aonenbng
<AdJ.; o. Steig.) (bildungsspr.): unendlich lang: ewig.
Aorist[aorist].der;-[eis,-e[lat.aoristos < griech.aöristos.
eigtl. = unbestimmte Zeitform)] (Sprachw.): erzählende
Zeitform der abgeschlossenen Vergangenheit, bes. im
Griechischen.
Aorta [a'arta]. die; -, \..ten [...tn; griech. aorte. eigtl. =
das Anbinden, (am Herzbeutel) angebundener
Gegenstand] (Med.): Hauptschlagader: Ü die sich ...
beknospenden Bäume hatten sich wie ein riesenhaftes Adernsystem
.. verschränkt, gewaltige Aorten, in denen das Leben pulste
(Fussenegger. Zeit 307).
Aorten- [a'Drtn-; zu t Aortal (Med); -bogen, der:
bogenförmiger Abschnitt der Aorta: Miruck. der: Blutdruck in der
Aorta: -klappe, die: eine der drei taschenförmigen Klappen
an der Ausmündung der Herzkammer in die Aorta, dazu:
^Uappeninsufflzienz, die: Schließunfähigkeit der Aorten-
klappen,
Apache [a'paxd]. der; -n. -n [frz. apache (nach den Apachen.
einem für besonders roh und wild gehaltenen
Indianerstamm im Südwesten der USA)] (veraltend): Groß-
stadtganove (bes. im Paris der Jahrhundertwende): <Zus.:)
Ajfchenhall, der (veraltend): Kostümfest, auf dem die
Teilnehmer als Ganoven o. ä. verkleidet erscheinen.
Ajanase [apa'na:3dl. die; -. -n [frz. apanage. zu altfrz. apaner
- ausstatten, zu lat. pänis = Brot]: a) Zuwendung in
Form von Geld od. Grundbesitz an nicht regierende
Mitglieder eines Fürstenhauses zur Sicherung des standesgemäßen
Unterhalts: eine A. beziehen, erhalten; b) regelmäßige
finanzielle Zuwendung größeren Stils: Flick .... der ... beiden
Söhnen ... eine steuerfreie A. von 250000 Mark Jährlich
Algestand (Spiegel 37. 1966. 50); Eine wöchentliche A.
von 2000 Dollar (Abendpost 26727. 3. 66. 16); <Zus.:>
Apanfgfherzogtum, das (bist.): aus einer Apanage
entstandenes, in den Herrschaftsbefugnissen meist eingeschränktes
Herzogtum: Apanggesystem, das (hist.): bestimmtes, vor
allem in Frankreich bis ins 18. Jh. praktiziertes System
der Verleihung von Apanagen.
apart (apart] <AdJ.; -er. -este) [frz. k part = beiseite,
besonders, eigenartig < lat. ad partem. aus: ad = zu u. Akk.
%on: pars = Teil. Seite]: 1. von eigenartigem Reiz: besonders
reizvoll, geschmackvoll: ein -es Kleid. Aussehen. Gesicht;
der Mantel ist a.; sie kleidet sich a. 2. (nur adv.)
(Buchhandel) einzeln, gesondert: feilende Einzelbände werden a.
nachgeliefert; <Zus. zu 2:) Apfrtbestellimg, die
(Buchhandel): Einzelbestellung (eines Heftes od. Bandes aus einer
Reihe): Apartheid[apa^th^jt],die;- [afrikaansapartheid.
eigtl. = Gesondertheit, zu: apart, t apart]: völlige Rassen-
wmnung zwischen Farbigen u. Weißen in der Republik Süd-
efrika: für die Opfer der südafrikanischen A. spenden,
dazu: Apartheidpolitik, die: Auf der Tagesordnung stehen
Probleme der Arbeit... und die Vorbereitung einer
Erklärung gegen die rassistische A. (Neues D. 18. 6. 64. 5);
Ajfrtbeit, die; -: das Apartsein: apartes Wesen: Apartment
b partmant. engl.: d'pa.tmdnt]. das; -s. -s [engl.-amerik.
igartment = Wohnung. Etage < frz. appartement. f
Appartement]: moderne Kleinwohnung (meist in einem
[komfortablen] Mietshaus), Appartement (a). dazu: Aparünent-
kBBK, das: 1. modernes Mietshaus mit einzelnen Kleinwoh-
mmen. 2. (verhüll.) eine Art Bordell.
Apathie [apa'ti:], die; -. -n [...i:an; (unter Einfluß von frz.
apathie) < lat. apathla < griech. apätheia = Schmerz-
losigkeit. Unempfindlichkeit]: a) Teilnahmslosigkeit:
Zustand der Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen und
der Umwelt: was du die Gleichgültigkeit der Natur nennst,
ist deine eigene A. (Weiss. Marat 38); seine A. überwinden;
aus seiner A. erwachen; in A. versinken; b) (Med.)
krankhaft verminderte Gefühlsansprechbarkeit: <Abl.:> apathisch
[a'pa:tül <Adj.): teilnahmslos: abgestumpft, gleichgültig:
ein -er Mensch; in -em Zustand; völlig a. sein, dasitzen.
Apatit [apa'ti:t. auch: ...tit]. der: -s. -e [zu griech. apäte
= Täuschung (weil bei der wissenschaftlichen Bestimmung
mehrmals Irrtümer vorgekommen waren)]: weißes, oft
grün, gelb od. rötlich gefärbtes, für die
Düngemittelherstellung wichtiges, auch als Schmuckstein verwendetes Mineral.
aper fa:pB] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. aber. ahd.
äbar. eigtl. = nicht (Schnee) tragend] (südd.. österr..
Schweiz.): schneefrei, offen: ein -er Südhang. Gletscher;
Die letzten Wochen waren trocken, die Straßen a.. die
Pässe frei (Vorarlberger Nachr. 18.11. 68); Ü die Skiflnan-
zen sind a.. Österreichs Skisport droht wieder einmal auf
-es Gelände zu geraten (Presse 16. 1. 69).
Aperpi [aper'sy:]. das; -s. -s [frz. aperpi = kurzer Überblick,
subst. 2. Part, von: apercevoir = wahrnehmen, erblicken,
bemerken, zu: percevoir = wahrnehmen < lat. percipere]
(bildungsspr.): geistreiche, prägnant formulierte
Bemerkung: Gewiß gibt es da allerlei dreiste -s und vibrierende
Finessen (Deschner. Talente 322); [geistreiche] -s in seine
Rede einstreuen.
Aperitif [aperi'thf. auch: ...tif), der; -s. -s. auch: -e [...i.va;
frz. aperitif. eigtl. etwa = Magenöflher < mlat. aperitlvus
= öffnend, zu lat. aperire = öffnen]: auf der Grundlage
von Kräuterauszügen hergestelltes, appetitanregendes
alkoholisches Getränk: einen A. nehmen; Aperitivtan
[...'ti:vum]. das; -s. ...va (Med.): 1. mildes Abführmittel.
2. appetitanregendes Arzneimittel.
apern ['a:pgn] <sw. V.; hat) [mhd. atbern = auftauen, zu:
aber, taper] (südd., österr., Schweiz.): a) schneefrei werden:
die Hänge aperten bereits; es apert (taut): b) (selten)
schneefrei machen.
Apertur [aper'tu:g]. die; -. -en [lat. apertüra = Öffnung,
zu aperire = öffnen] (Optik. Fot.): Maß für die Leistung
eines optischen Systems u. für die Bildhelligkeit: Maß für
die Fähigkeit eines optischen Gerätes od. fotografischen
Aufnahmematerials, sehr feine, nahe beieinanderliegende
Details eines Objekts getrennt, deutlich unterscheidbar
abzubilden.
Apenmg ['a.pdruol. die; -. -en (südd.. österr.. Schweiz.):
a) <o. PI.) das Apern, Tauen: b) schneefrei gewordenes
Gelände (meist Fels, Geröll o. ä., beim Gletscher das blanke
Eis): Aperwetter. das (südd.. österr.. Schweiz.): Tauwetter:
Aperwind, der (südd.. österr.. Schweiz.): Tauwind, milder
Wind.
Apex ['a:peks]v der; -. Apizes ['a:pit$e:s; lat. apex = Spitze]:
1. (Astron.) unendlich ferner Zielpunkt eines Gestirns, auf
den dieses in seiner Bewegung gerade zusteuert. 2.
(Sprachw.) Zeichen zur Kennzeichnung langer Vokale C
od. '). 3. (Sprachw.) Hilfszeichen zur Kennzeichnung einer
betonten Silbe, das über den Vokal gesetzt wird O.
Apfd CaQfl]. der; -s. Äpfel Cepf]; mhd. apfel. ahd. apful]:
1. <Vkl. t Apfelchen) rundliche, fest-fleischige, oft sehr
aromatisch schmeckende Frucht mit Kerngehäuse: Frucht des
Apfelbaums: ein grüner, saurer, unreifer, wurmstichiger,
rotbäckiger, gebratener A.; diese Äpfel schmecken
besonders gut; ihm ist der Erfolg wie ein reifer A. in den Schoß
gefallen; A. im Schlafrock (ein Gebäck): Äpfel pflücken,
[vom Baum] schütteln, schälen, reiben; Spr der A. fällt
nicht weit vom Stamm/(ugs. scherzh.:) nicht weit vom
Pferd (jmd. ist in seinen /negativen] Anlagen, in seinem
Verhalten den Eltern sehr ähnlich): *so voll sein, daß kein
A. an* Erde fallen kam ( von Räumen o. ä.J völlig überfüllt
sein): Äpfel und Birnen zusammenzählen/Äpfel mit Birnen
addieren (Unvereinbares zusanvnenbringen): für einen A.
und ein Ei (ugs.; sehr billig, für einen unbedeutenden Betrag):
das Fahrrad habe ich für einen A. und ein Ei gekauft;
in den sauren A. beißen (ugs.; etwas Unangenehmes
notgedrungen tun). 2. a) kurz für t Apfelbaum: ein rosa, weiß
blühender A.; die Äpfel tragen dieses Jahr gut; b) kurz
ftir tApfelsorte: dies ist ein früher A. 3.<P1.) (verhüll.)
Brüste.
171
apfel-, Apfel-
«pfd-, APfel- (Apfel 1):.-artig <Adj.; o. Steig.); -aufbuf.
der: Auflauf (2) mit Äpfeln: ^bftckchen, das (meist PI.)
(fam.): rundes Backchen von frischem, rosigem Aussehen;
^batan, der: rötlichweiß blühender Obstbaum mit Äpfeln
als Früchten; -Wüte, die: a) Blüte des Apfelbaumes; b)
Zeit, in der die Apfelbäume blühen; das Blühen der
Apfelbäume: die A. ist schon vorüber, war dieses Jahr besonders
schön, dazu: -Mütenstecher, der; -s. -: schwarzbrauner
Rüsselkäfer, der seine Eier in die Blütenknospen von Apfel
u. Birne leqt; -brei, der <o. Pl.>: heller, dicker Brei aus
gekochten Äpfeln; -frucht, die (Bot.): Frucht der
Apfelgewächse; Mtehäuse, das: Kerngehäuse des Apfels; ^oetee,
das. auch: der: Gelee aus Äpfeln; -aewfchs. das (Bot.):
Vertreter einer Unterfamilie der Rosengewächse: Quitte,
Mispel u. Weißdorn gehören zu den -en; ^grfet», der
(landsch.): svw. f^gehäuse; -grün <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): kräftig hellgrün; -gnitzoi, der (landsch.): svw. f -ge-
häuse; -borte, die: 'Latten]gesteil zur Aufbewahrung von
Äpfeln; -kern, der; -kompott. das; -kraut, das <o. PI.)
(landsch.): durch langes Kochen eingedickter Sirup aus
Äpfeln; -kuchen, der; Mnade, die: Larve des Apfelwicklers;
-most, der: a) aus Äpfeln hergestellter unvergorener.
alkoholfreier Saft. Apfelsaft; b) (landsch.. bes. südd.) leicht
alkoholisches Getränk aus vergorenem Apfelsaft; mdus, das:
svw. f-brei; * gerührt [sein] wie A. (ugs. scherzh.; sehr
gerührt [sein]): -Pfannkuchen, der: aus Apfelscheiben u.
gesüßtem Mehlteig hergestellter Pfannkuchen; -<|uitte. die:
apfelähnliche Quitte: -nmd <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
rund wie ein Apfel: -e Bäckchen; -saft, der: aus Äpfeln
hergestellter unvergorener. alkoholfreier Saft; -Are. die:
in unreifen Äpfeln. Stachelbeeren u. anderen Früchten
vorkommende Säure, die zum Konservieren von Lebensmitteln
gegen Schimmelpilze Verwendung findet; -schale, die;
-schimmel. der [nach den apfelförmigen Flecken]:
Schimmel, in dessen Fell die graue bis weiße Grundfärbung von
dunkleren Flecken durchsetzt ist; -schnitz, der (meist PI.)
(landsch.): Stück eines geschälten, vom Kerngehäuse
befreiten Apfels; -schorf, der: durch Pilze hervorgerufene
Schorfbildung auf Blättern u. Früchten des Apfelbaumes; -sorte,
die; -Strudel, der: mit einer Füllung aus Äpfeln u. anderen
Zutaten eingerolltes Gebäck aus Nudelteig; -tasche. die:
mit Äpfeln gefülltes Gebäck aus Mürbeteig (in Form einer
kleinen Tasche); ^tee, der: Tee aus getrockneten
Apfelschalen; -torte. die; -wein, der: durch alkoholische Gärung
aus dem Saft von Äpfeln erzeugtes, weinähnliches Getränk;
-wickkr.der: grauer Kleinschmetterling mit rötlichbraunem
Fleck an der Spitze der Vorderflügel, dessen Larve (Apfel-.
Obstmade) die Wurmstichigkeit der Äpfel verursacht.
Äpfekhen ['£Bfl<p>n]. das; -s. -: fApfel (1); apfelig [apfelic]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t Apfel (1)1 (landsch.):
gefleckt, tüpfelig: Ihre breiten, -en Gesichter sehen beinahe
ebenso zufrieden aus den Kissen (Bordiert. Geranien 45);
ftpfeln [e^fln] <sw. V.; hat) [nach der apfelrunden Form
des Pferdekotsl: (vom Pferd) Pferdeäpfel fallen lassen.
Apfelsine [apfl'zi.na], die; -, -n [niederd. Appelsina < älter
nieder), appelsina, eigtl. = Apfel aus China (woher die
Frucht zuerst eingeführt wurde)]: a) orangefarbene, runde
Zitrusfrucht mit saftreichem, wohlschmeckendem
Fruchtfleisch u. dicker Schale; Orange. Frucht des
Apfelsinenbaums; süße, saftige, kernlose -n; eine A. schälen,
auspressen; b) kurz für f Apfelsinenbaum.
Apfelsinen-: -bann, der: vorwiegend in den Subtropen
wachsender immergrüner Baum mit runder Krone, dunkelgrünen
Blättern, weißen Blüten und orangefarbenen, runden
Früchten; Orangenbaum; -kern, der; -saft, der; -schale, die;
-Scheibe, die.
ApMrese [afe'reiza], die; -. -n [lat. aphaeresis < griech.
aphafresis. eigtl. = das Wegnehmen] (Sprachw.): Abfall
eines Lautes od. einer Silbe am Wortanfang (z. B. *s ftir
es).
Aphasie [afa'zi:l. die; -. -n [...i:an; griech. aphasia =
Sprachlosigkeit]: 1.(Med.) Verlustdes Sprech vermögens od.
Sprachverständnisses infolge einer Erkrankung des Sprachzentrums
im Gehirn. 2. (Philos.) Urteilsenthaltung in bezug auf Dinge,
über die nichts Sicheres bekannt ist.
Aphd [a'fe.i], das; -s. -e u. Aphdhan [afejium], das; -s.
...ien [...ian; griech. apö = entfernt vonu. helios = Sonne]
(Astron.): Punkt der größten Entfernung eines Planeten
von der Sonne (Ggs.: Perihel).
Aphetendra [afel'andra]. die; -. ...dren [zu griech. apheles
= einfach u. aner (Gen.: andrös) = Mann (nach den
einfächerigen Staubbeuteln der Pflanze)]: Vertreter einer
Gattung der Akanthusgewächse. die in den wärmeren Teilen
Amerikas beheimatet ist u. z. T. als Zierpflanze mit
buntgeäderten Blättern u. gelben od. roten Blüten kultiviert wird.
Aphonaetriebe [a'fo:n-].xdas; -s. - [1. Bestandteil zu griech.
a- = nicht, un-u. phöne = Laut. Ton] (Technik):
geräuscharmes Schaltgetriebe.
Aphorismus [afo'nsmus], der; -. ...men [...man; lat. aphoris-
mus < griech. aphorismös, eigtl. = Abgrenzung.
Bestimmung] (bildungsspr.): prägnant-geistreicher, in sich
geschlossener Sinnspruch in Prosa, der durch effektvolle
Verwendung rhetorischer Stilmittel oft überraschend eine
Erkenntnis. Erfahrung. Lebensweisheit vermittelt; (auch
allgemeiner für:) geistreicher, schlagkräftig u. prägnant
formulierter Gedanke: geschliffene Aphorismen; Wenn er mit
schiefem Gesicht und ungekämmten Haaren böse
Aphorismen zum besten gab (Hasenclever. Die Rechtlosen 477);
Einen A. hebt man hoch und läßt ihn funkeln (Marek.
Notizen 9); Aphoristik [afonstik], die; -: Kunst. Fähigkeit.
Aphorismen zu formulieren, zu schreiben; Aphorjstiker, der;
-s. -: Verfasser von Aphorismen; aphoristisch <Adj.; o.
Steig.)[griech. aphoristikös = zum Begrenzen. Bezeichnen
gehörend, in kurzen Sätzen]: die Aphorismen betreffend;
in der Art eines Aphorismus; kurz u. treffend,
prägnantgeistreich {formuliert]: -er Stil; über etw. a. (kurz,
andeutungsweise) berichten.
AphrodtsiakiMn[afrodizi:akom].das; -s, ...ka [...ka; griech.
aphrodisiakös = zum Liebesgenuß gehörend, zu: aphrodf-
sia. t Aphrodisie] (Med.): Mittel zur Anregung u. Steigerung
des Geschlechtstriebs u. der Potenz; Aphrodisie [afrodi'zi:].
die; -. -n [,..l:an; griech. aphrodisia. subst. Neutr. PI. von:
aphrodfsios. f aphrodisisch] (Med.): krankhaft gesteigerte
geschlechtliche Erregbarkeit; aphrodisisch [afro'di.zij]
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [griech. aphrodfsios = die
griech. Liebesgöttin Aphrodite, den Liebesgenuß
betreffend] (bildungsspr.): a) die griech. Liebesgöttin Aphrodite,
die Liebe betreffend; b) den Geschlechtstrieb steigernd: -e
Mittel; ein Mittel flir a. halten.
Aphthe ['äffe], die; -. -n (meist PI.) [lat. aphtha < griech.
äphtha] (Med.): linsengroßes, rotumrandetes Geschwürchen
mit gelblichem Belag, das zu mehreren, aus grauen Bläschen
entstanden, als meist schmerzender Ausschlag bes. an Lippen
u. Mundschleimhaut auftritt: <Zus.:> Aphthenseuche, die:
svw. f Maul- und Klauenseuche.
a piacere [a pia'tjeiro; Mal., aus a (f a) u. piacere =
Vergnügen. Belieben. Subst. zu: piacere = gefallen < lat. piacere]
(Musik): nach Belieben, nach Gefallen (Vortragsanweisung
in der Notenschrift).
apikal [api'ka.i] <AdJ.; o. Steig.) [lat. apex (Gen.: apicis).
f Apex]: 1. (Bot.) an der Spitze gelegen, nach oben gerichtet
(z.B. vom Wachstum einer Pflanze). 2. (Sprachw.) (von
Lauten) mit der Zungenspitze artikuliert.
Apis ['a:pis], der; -, Apisstiere [griech. Apis < ägypt. Häpi]:
am Nil seit Beginn der ägyptischen Geschichte von den
alten Ägyptern verehrter Stier, der Orakel erteilte.
Apfauiat [apla'na:t], der; -en. -en. auch: das; -s, -e [rückgeb.
aus t aplanatisch] (Optik): Linsensystem, durch das die
Aberration korrigiert wird; apbuiatisch <AdJ.; o. Steig.) [engl,
aplanatic < griech. aplänetos = nicht umherirrend, ohne
Irrtum] (Optik): den Aplanaten betreffend, auf ihm
beruhend: -e Linsen.
Aplomb [a'plö:], der; -s [frz. aplomb. eigtl. = senkrechte
Stellung. Gleichgewicht, subst. aus: ä plomb = senkrecht,
aus: ä = zu, nach (< lat. tad) u. plomb = (Senk)bld
< lat. plumbum]: 1. (bildungsspr.) a) Sicherheit / im
Auftreten]. Nachdruck: der Weltmeister ließ... gute zehn Minuten
auf sich warten, wodurch allerdings sein Erscheinen dann
erhöhten A. erhielt (St. Zweig. Schachnovelle 28); b)
Forschheit. Dreistigkeit: etw. mit A. durchzusetzen
versuchen; Es war das erste ... Mal. daß ich eine ..Lady"
mit dem A. ... eines zornigen Müllkutschers spucken sah
(K. Mann. Wendepunkt 2S8). 2) (Ballett) Standfestigkeit;
Abfangen einer Bewegung in den unbewegten Stand.
APO.(auch:) Apo[a:po],die; - [Kurzwort für:
außerparlamentarische Opposition]: locker organisierte
Aktionsgemeinschaft von linksgerichteten Gruppen, vor allem
Studenten u. Jugendliche, die Ende der 60er Jahre mit der
bestehenden politischen u. sozialen Ordnung nicht zufrieden waren u.
ihre Ablehnung u. Kritik außerhalb der demokratischen Insti-
172
Apostat
tutionen, z. B. durch provokative Protestaktionen, zum
Ausdruck brachten.
Apochromat [apokro'ma:t]. der; -en. -en. auch: das; -s. -e
[rückgeb. aus fapochromatisch] (Optik): Linsensystem,
durch das Farbfehler korrigiert werden; apodirangtisdi
<AdJ.; o. Steig.) [griech. apö = von - weg u. tchromatisch
(2)] (Optik): den Apochromaten betreffend, auf ihm
beruhend: -e Konstruktion. Korrektion.
apodiktisch [apo'diktij] <Adj.) [lat. apodicticus < griech.
apodeiktikös = zum Beweis gehörend, beweiskräftig]: 1.
<o. Steig.) (Philos.) unwiderleglich, unumstößlich; unbedingt
sicher; unmittelbar evident: -e Beweise. Urteile. 2. (bil-
dungsspr.) keinen Widerspruch duldend: etwas in -er Form.
Weise, mit -er Bestimmtheit behaupten; etwas a.
formulieren, erklären; Stiller ... wiederholte mit -er Melancholie:
,JEs war ein Versagen.44 (Frisch. Stiller 318).
Apogäum [apo'ge:um]. das; -s. ...äen [...e:an; griech. apö-
geion] (Astron.. Raumf): von der Erde am weitesten
entfernter Punkt auf der Bahn eines Körpers um die Erde, Erdferne
(Ggs.: Perigäum); <Zus.:) Apogiumssatellit, der (Raumf.):
Satellit, der aus dem Apogäum einer Übergangsbahn in
die endgültige Umlaufbahn geschossen wird; Apogiumstrieb-
werk« das (Raumf.): Raketentriebwerk, das (zum Einschuß
eines Satelliten aus der Übergangsbahn in die endgültige
Umlaufbahn) im Apogäum der Übergangsbahn kurzzeitig
gezündet wird.
Apokalypse [apoka'lYpsa]. die; -. -n [kirchenlat. apocalypsis
< griech. apokälypsis. eigtl. = Enthüllung]: 1. (Rel.)
Schrift, die sich in Visionen, Träumen, Abschiedsreden,
Weissagungen mit dem kommenden Weitende befaßt: von
200 v. Chr. an entstanden zahlreiche -n; die Offenbarung
des Johannes im Neuen Testament wird auch A. genannt.
2. <o. PI.) (bildungsspr.) Untergang; Unheil; Grauen:
zerbrochene Dinge und Scherben, die an eine A. gemahnten
(Lynen. Kentaurenfährte 282); in dieser... der A.
verfallenen Welt (K. Mann. Wendepunkt 326); Apokalyptik
l.. lyptik], die; -: 1. (Rel.) Gesamtheit der Apokalypsen;
apokalyptisches Schrifttum. 2. Deutung von Ereignissen im
Hinblick auf ein nahendes Weltende; Apokatyptikcr. der;
-s, - (Rel.): Verfasser od. Ausleger einer Apokalypse;
apokalyptisch <Adj.): 1. <o. Steig.; nicht adv.) (Rel.) die
Apokalypse ides Johannes], die Apokalyptik betreffend, in ihr
vorkommend, auf ihr beruhend: -e Schriften; *die Apokalyp-
tiKhen Reifer (Sinnbilder für Pest, Krieg, Hunger. Tod:
nach den aus den ersten vier Siegeln des Buches mit sieben
Siegeln hervorgegangenen vier Reitern im 6. Kapitel der
Offenbarung des Johannes). 2. (bildungsspr.) a) auf das
Weltende hinweisend, unheilbringend; Chaotische Zeiten
und allerniedlichste -e Zustände (Zwerenz. Kopf 171); b)
dunkel, geheimnisvoll.
Apokoinu [apokoy'nu:]. das; -[s]. -s [griech. apö koinou.
eigtl. = vom Gemeinsamen] (Stilk): grammatische
Konstruktion, bei der sich ein Satzteil od. Wort zugleich auf
den vorhergehenden u. den folgenden Satzteil bezieht.
Apokope [a'po:kop£]. die. -. -n [apo'ko:pn; lat. apocope
< griech. apokope. eigtl. = das Abschlagen] (Sprachw.):
Abfall eines Auslauts oder einer auslautenden Silbe (z. B.
hau* Tür: hatte); <Abl.:> apokopieren [apoko'pi:ran] <sw.
V.; hat) (Sprachw.): ein Wort durch Apokope verkürzen.
apokryph [apo'kry:fl <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. apoery-
phus < griech. apökryphos = versteckt, heimlich, unecht):
1. (Rel.) zu den Apokryphen gehörend: -e Schriften. Evange-
ben. 2. (bildungsspr.) zweifelhaft; nicht zum Gültigen,
Anerkannten gehörend, unecht; Apokryph [-]. das; -s. -en. (auch.)
Apokryphon [a'po:kryfon]. das; -s. ...pha [...fa] u. ...phen
topokry:fn] <meist PI.) [mlat. apoeryphum. subst. Neutr.
Sc. von lat. apoeryphus. tapokryph] (Rel.): nicht vollwertig
et, nicht in den Kanon aufgenommene, doch den anerkannten
biblischen Büchern formal u. inhaltlich sehr ähnliche Schrift.
tPoNtisch [auch: —'—1 <Adj.) [griech. apolitikös = zu
Staatsgeschäften ungeschickt] (bildungsspr.): a)
unpolitisch: ein -es Theaterstück; b) gleichgültig, ohne Interesse
Gegenüber der Politik, politischen Ereignissen; unpolitisch:
tat -er Mensch; er ist völlig a.
Apoll [a'pDl], der: -s. -s <P1. ungebr.) (geh.): svw. t Apollo
U): ein bezaubernder A.; sein Schwiegersohn war alles
andere als ein A.; apollinisch [apo'li:niJ] <Adj.) [lat. Apolli-
neus. zu: Apollo, f Apollo] (bildungsspr.): 1. <o. Steig.;
nicht adv.) den Gott Apollo betreffend, in der Art Apollos.
2- (bes. Philos.) harmonisch, maßvoll, ausgeglichen (Ggs.:
dionysisch): Sollte die -e Sicherheit vom dionysischen
Rausch erschüttert werden? (Goldschmit. Genius 1S6);
Apollo [a'polo], der; -s. -s [nach dem ewig jugendlich
schönen griech.-röm. Gott der Weissagung. Dichtkunst.
Harmonie u. Ordnung Apöllö(n)]: 1. schöner ljunger/
Mann. 2. Vertreter einer Art der Gattung Apollofalter.
ApqIIo-: -falter. der [zu t Apollo (2)]: Vertreter einer Gattung
ziemlich großer Tagschmetterlinge der Familie Ritterfalter,
deren meist weißliche Flügel schwarze Flecken tragen;
^-Programm, das <o. PI.) [zu f Apollo]: amerik.
Raumfahrtprogramm, das die Landung bemannter Raumfahrzeuge auf
dem Mond zum Ziel hatte; ^Raumfahrzeug, das:
Raumfahrzeug, mit dem das t Apollo-Programm durchgeführt wurde;
^Raimschiff, das: svw. f -Raumfahrzeug.
Apotog [apo'lo:k]. der; -s. -e [lat. apologus < griech. apölo-
gos] (Literaturw.): beispielhafte humoristische] moralische
Erzählung, lehrreiche Fabel; Apologet [apolo'ge:t]. der; -en.
-en [rückgeb. aus tapologetisch]: a) (bildungsspr.) jmd.,
der eine bestimmte Anschauung o. ä. mit Nachdruck vertritt,
verteidigt, befürwortet, rechtfertigt; Verteidiger eines
literarischen Werkes; Verfechter einer Sache: Ich stehe ... nicht
im Verdacht, ein A. der Kirche oder der Keuschheit zu
sein (Deschner.Talente 361); b) (Rel.) Vertreter einer Reihe
griech. Schriftsteller aus dem 2. Jh., die für die christl.
Kirche in literarischen Verteidigungsreden eintraten u. das
Wesen des Christentums in Aufklärungsschriften deuteten;
Apologetik, die; -. -en [mlat. apologeticum. subst. Neutr.
Sg. von: apologeticus. tapologetisch]: 1. (bildungsspr.) a)
Gesamtheit aller apologetischen Äußerungen; b)
Verteidigung, wissenschaftliche Rechtfertigung von [ehristlichenI
Lehrsätzen o. ä. 2. <o. PI.) (Theol.) Teilgebiet der Theologie,
auf dem man sich mit der rationalen Rechtfertigung, der
wissenschaftlichen Absicherung des Glaubens befaßt;
apologetisch <Adj.; o. Steig.) [mlat. apologeticus < griech. apo-
logetikös] (bildungsspr.): eine Ansicht, Lehre o. ä.
verteidigend, rechtfertigend; Apologie [apolo'gi:]. die; -. -n [...i:an;
lat. apologia < griech. apologia] (bildungsspr.): a)
Verteidigung, Rechtfertigung (einer Lehre, Position o.a.): Die
von Hegel, zur A. von Bestehendem, immer wieder
gescholtene Insuffizienz des Subjekts (Adorno. Prismen 7); Im
Grunde betreibt er dabei Ja immer nur eine A. der eigenen
literarischen Position (Deschner. Talente 166); b)
Verteidigungsrede, ^schrift: eine A. halten, schreiben; apologisieren
[apologi'zhren] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): rechtfertigen,
verteidigen.
apophantisch[apo'fantUI <AdJ.)[griech. apophantikös]
(bildungsspr.): aussagend, behauptend, nachdrücklich: Jede
beweisende, -e Rede wurzele in einer nichtbeweisenden.
nichtlogischen semantischen Sprache (Sprache 4. 1962. 314).
Apophthegma [apo'ftegma]. das; -s. ...men u. -ta [griech.
apöphthegma] (bildungsspr.): witziger, prägnanter/
Ausspruch, Sinnspruch, Zitat, Sentenz.
Apoplektiker [apo'plektikB]. der; -s. - [mlat. apoplecticus.
Subst. von lat. apoplecticus. f apoplektisch] (Med.): a) jmd.,
der zu Schlaganfällen neigt: b) jmd., der an den Folgen
eines Schlaganfalles leidet; apoplektisch [apo* piektij] <Adj.;
o. Steig.)[lat. apoplecticus < griech. apoplektikös] (Med.):
a) zu einem Schlaganfall gehörend, davon zeugend, damit
zusammenhängend; durch einen Schlaganfall bedingt: ein
-er Anfall; ein -es Aussehen. Gesicht; ein -er Herd (durch
einen Schlaganfall hervorgerufene GewebszerStörung in
einem Organ, meist im Gehirn); b) zu Schlaganfallen neigend:
-e Männer; er ist stark a.; Apoplexie [apopte'ksi:]. die;
-. -n [...i.dn; lat. apoplexia < griech. apoplexia]: 1. (Med.)
Schlaganfall; Gehirnschlag. 2. (Bot.) plötzliches teilweises
od. gänzliches Absterben der Krone von Steinobstbäumen.
Aporie [apo'ri:]. die; -. -n [...i.an; lat. aporia < griech.
aporia = Ratlosigkeit. Verlegenheit]: a) (Philos.)
Unmöglichkeit, eine philosophische Frage zu lösen, zu einer
philosophischen Lösung zu kommen, da Widersprüche vorhanden
sind, die in der Sache selbst oder in den zu ihrer Klärung
gebrauchten Begriffen liegen; b) (bildungsspr.)
Unmöglichkeit, in einer bestimmten Situation die richtige Entscheidung
zu treffen od. eine passende Lösung zu finden;
Ausweglosigkeit: Die -n des Zusammenlebens (Wohmann, Absicht
27).
Apostasie [apostazi:]. die; -. -n [...i:an; lat. apostasia <
griech. apostasia]: a) (bildungsspr.) Abfall, Lossagung, bes.
vom christlichen Glauben; b) (kath. Rel.) Austritt eines
Klosterangehörigen unter Bruch des Gelübdes: Apostat [apo-
173
Apostel
sta:t], der; -en. -en Dat. apostata < griech. apostites]
(bildungsspr.): Abtrünniger, bes. jmd.. der sich vom
christlichen Glauben lossagt; Renegat.
Apostel [apost)]. der; -s. - [1: mhd. apostel. ahd. apostok)
< kirchenlat. apostolus < griech. apöstolos, eigtl. =
abgesandt. Botel: l.a) einer aus dem Kreis der zwölf
Jünger Jesu: die zwölf A.; b) urchristlicher Missionar:
der A. Paulus. 2. (bildungsspr. [iron.]) [allzu] eifriger
Befürworter. Vertreter einer ; neuenJ Lehre o.a.: ein A.
der Gewaltlosigkeit. der Enthaltsamkeit, der freien
Wirtschaft; A. der Humanität wollte er sein (Niekisch. Leben
98); Der Verfall des Trinkens ist nicht von den -n der
Mäßigkeit verursacht (Bamm. Weltlateme 182).
Apostel-: ^amt, das <o. PI.) (Theol.): das mit der
Verkündigung des Evangeliums verbundene, später bes. der
Reinerhaltung der Lehre dienende Amt der Apostel: abrief, der
(Theol.): eine der 21 als Briefe od. als briefähnliche, lehrhafte
Abhandlungen verfaßten Schriften im N.T.. die - zum
größten Teil fälschlich - den Aposteln zugeschrieben werden;
^oachidrte, die (Theol.): 1. eine der zu den neutestament-
lichen Apokryphen gehörenden Geschichten religiöser
Volksliteratur über das Wirken der Apostel, die im 2. bis 6.
Jh. entstanden sind. 2. <o. PI.) Buch im N. T.. das die
Ausbreitung des Evangeliums u. der christlichen Kirche
nach der Auferstehung Jesu u. bes. die Ausweitung von
der judenchristlichen zur heidenchristlichen Kirche
schildert: ^krug, der: meist braun glasierter, niedriger Tonkrug
mit farbiger Reliefdarstellung der zwölf Apostel; -KMTd,
der: Löffel, dessen Stielende mit der Figur eines Apostels
verziert ist: im 16. u. 17. Jh. waren die A. beliebte
Patengeschenke; --spiel, das (Literaturw.): geistliches Drama, in
dem Ereignisse aus dem Leben der Apostel od. die ganze
Geschichte der Apostel dargestellt wird.
a posteriori [a: paste'rio'.ri; lat. = vom Späteren her] (Ggs.:
a priori): a) (Philos.) aus der Erfahrung gewonnen, auf
Erfahrung gründend: eine Erkenntnis a p.; b) (bildungsspr.)
nachträglich, später: das läßt sich erst a p. feststellen;
Aposteriori [aposte'rio:ri], das; -. - (Philos.): Erfahrungssatz;
Inbegriff aposteriorischer Erkenntnisse (Ggs.: Apriori);
aposteriorisch <AdJ.; o. Steig.) (Philos.): auf Erfahrung
beruhend, gründend; erfahrungsgemäß (Ggs.: apriorisch).
Apostobt [apasto'la.t]. das. fachspr. auch: der; -[eis. -e
(kirchenlat. apostolätus. zu: apostolus. t Apostel] (Theol.): a)
Sendung. Amt der Apostel, im Katholizismus auch der
Bischöfe u. Priester; Apostelamt; b) Sendung. Auftrag der
Kirche, bes. auch der Laien in der kath. Kirche; vgl. Laien-
apostolat; ApostolBter [apos'to:likB]. der; -s. - [kirchenlat.
apostolicus. subst. Mask. von: apostolicus. tapostolisch]
(Rel.): Angehöriger verschiedener christlicher Gruppen u.
Sekten, die sich am Kirchenbild der apostolischen Zeit
orientieren, bes. Angehöriger der Neuapostolischen Gemeinde;
Apostolikum das; -s (Theol.): Apostolisches
Glaubensbekenntnis; apostolisch <Adj.; o. Steig.) [kirchenlat.
apostolicus < griech. apostolikös; in der Bed. ..päpstlich" schon
mhd.] (Theol.): a) von den Aposteln ausgehend, in der Art
der Apostel; die Apostel u. ihre Lehre betreffend:
Apostolisches Glaubensbekenntnis. Symbolum
(Glaubensbekenntnis der christlichen Kirchen; Apostolikum); b) (kath. Kirche)
päpstlich: Apostolischer Nuntius (ständiger diplomatischer
Vertreter des Papstes bei einer Staatsregierung);
Apostolischer Segen (vom Papst od. einem von ihm bevollmächtigten
Bischof od. Priester erteilter Segen, mit dem ein
vollkommener Ablaß verbunden ist); Apostolischer Stuhl (Heiliger
Stuhl; Bez. für das Amt des Papstes, für den Papst als
Träger des Amtes u. die päpstlichen Behörden).
Apostroph [apo'stro.'f. auch: apa...]. der; -s. -e [lat. apostro-
phos < griech. apöstrophos. eigtl. = abgewandt]
(Sprachw.): Häkchen, das den Ausfall eines Lautes od. einer
Silbe kennzeichnet; Auslassungszeichen (z. B. hatf. 'naus):
einen A. setzen; Apostrophe [a'postrofe. apo'stro.fo]. di$
-. -n [apo'stro:fn; lat. apostrophe < griech. apostrophe.
eigtl. = das Abwenden] (Rhet.): überraschende
Hinwendung des Redners zum Publikum od. zu abwesenden
Personen; apostrophieren [apostro*fi.-ran] <sw. V.; hat): 1.
(Sprachw. selten) mit einem Apostroph versehen, einen
Apostroph setzen. 2. (bildungsspr.) a) erwähnen, anführen; sich
aufjmdn.. etw. beziehen: Ich habe mir alle meine Freunde
vergrämt, indem ich sie in meinen Büchern apostrophierte
(Fussenegger. Zeit 349); Für Wennekers Anwälte ... war
der apostrophierte Gesetzeswortlaut nicht so eindeutig
(Spiegel 5. 1966. 42); b) als etwas bezeichnen, in einer
bestimmten Eigenschaft herausstellen: jmdn. als gutmütig,
intelligent, als Ignoranten a.; etwas als ein Mißgeschick
a.; Gerichtsvorsitzender und Verteidiger apostrophierten
ihn immer wieder als intellektuell (MM 26. 4. 66. 4);
c) (selten) gezielt ansprechen, sich / feierlich] an jmdn.
wenden: einen hohen Gast mit wohlgesetzten Worten a.;
<Abl.:) Apostrophienmg. die; -. -en.
Apotheke [apo'te.kd]. die; -.-n [I: mhd. apoteke < (m)lat.
apotheca < griech. apotheke = Aufbewahrungsort,
Vorratskammer]: 1. mit staatlicher Genehmigung eingerichtetes
Gewerbeunternehmen. Geschäft, in dem Arzneimittel
verkauft u. zum Teil auch hergestellt werden. 2. Schränkchen.
Tasche. Behälter für Arzneimittel; (oft kurz ftir:)
Hausapotheke. Reiseapotheke. Autoapotheke u.a. 3. (ugs.
abwertend) Geschäft, das für hohe Preise bekannt ist: in dem
Laden kaufe ich nicht mehr; das ist vielleicht eine A.
apotheken-, Apotheken- (vgl. auch: Apotheker-): ^helferinv
die: weibliche Fachkraft, die in Apotheken solche Arbeiten
ausfuhrt, die keine pharmazeutisch-fachliche Vorbildung
erfordern, wie Bedienung. Pflege u. Instandhaltung von
Apothekengerät o. ä. (Benifsbez.); -pflichtig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.): nur zum Verkauf in Apotheken zugelassen; ^schrink-
chen, das: Schränkchen für Arzneimittel o. ä.; ^sdmester,
die: Krankenschwester, die in einem Krankenhaus die
Arzneimittel verwaltet.
Apotheker [apo'te:ke]. der. -s. - [1: mhd. apoteker < (m)lat.
apothecärius. zu: apotheca. f Apotheke]: 1. jmd.. der auf
Grundseiner Berufsausbildung u. Approbation berechtigt ist.
eine Apotheke zu leiten, zu betreiben (Benifsbez.). 2. (ugs.
abwertend) Inhaber eines als teuer bekannten Geschäftes.
Apotheker- (vgl. auch: Apotheken-): ~-fauna, die (früher):
Gesamtheit der in chinesischen Apotheken als Heilmittel
geführten Fossilien; ^gewicht, das: früher vorgeschriebene
Gewichtseinheit für Arzneimittel iz. B. Gran. Unze);
Kammer, die <o. PL): Berufs- und Standesvertretung der
Apotheker; -preis* der <meist PI.) (ugs. abwertend):
unverhältnismäßig hoher Preis; ^waaae, die: gleicharmige, empfindliche
Präzisionswaage.
Apotheose [apote'o:zd]. die; -. -n [lat. apotheösis < griech.
apotheösis]: 1. (bildungsspr.) a) Erhebung eines Menschen
zum Gott; Vergöttlichung eines lebenden od. verstorbenen
Herrschers: eine A. Napoleons; Er würde ... auch
Abrahams A. in sich schließen, dessen Name fortan ein
Segenswort sein würde (Th. Mann. Joseph 434); b) Verherrlichung.
Verklärung: Der Sturm auf die Barrikaden. Die A. der
Fortschrittsgläubigkeit (Fries. Weg 74); Sie (= die
Atombombe) ist das eigentliche Telos. die A. des
Scherbenhaufens (Enzensberger. Einzelheiten 1.117); c) (Kunst)
Darstellung einer Apotheose (1 a). 2. (Theater) wirkungsvolles f
verherrlichendes j Schlußbild eines Bühnenstücks.
Apparat [apa'ra.t]. der; -[eis. -e [1: lat. apparätus =
Zubereitung. Einrichtung. Werkzeuge]: 1. aus mehreren
Bauelementen zusammengesetztes technisches Gerät, das bestimmte
Funktionen erfüllt: ein kleiner, komplizierter A.; der A.
funktioniert, muß repariert werden; < bauen, konstruieren,
entwickeln, auseinandernehmen; den A. einschalten,
ausschalten; im besonderen alltagsspr. kurz für: a)
Telefonapparat: Jmdn. am A. verlangen; b) Radioapparat; (seltener
auch für:) Fernsehapparat: den A. andrehen, auf
Zimmerlautstärke stellen; c) Rasierapparat; d) Fotoapparat: mit
diesem einfachen A. macht er die schönsten Bilder. 2.
<P1. selten) Gesamtheit der für eine bestimmte Aufgabe.
Tätigkeit. Institution benötigten Personen u. Hilfsmittel:
ein amtlicher, technischer, militärischer A.; der
schwerfällige A. der Verwaltung; der Führer, die Partei, dieser ganze
ungeheure A. mit all seiner Macht (Fallada. Jeder 105);
Die Oper Wagners erforderte einen umständlichen
szenischen A. (Feuchtwanger. Erfolg 596). 3. (Fachspr.) a)
Zusammenstellung von Büchern als Hilfsmittel für eine
wissenschaftliche Arbeit: ein wissenschaftlicher A.; der A. zu
diesem Kolloquium steht allen Teilnehmern zur
Verfügung: b) Zusammenstellung von Lesarten u. Verbesserungen
von Texten (häufig in der Fügung: kritischer A.): eine
Textausgabe mit [kritischem] A. 4. (Anat.) System von
Organen, die einer gemeinsamen Funktion dienen (meist
in Zusammensetzungen, z. B. Verdauungsapparat,
Genitalapparat). 5. (ugs.) etwas, was durch ungewöhnliche Größe,
durch seine Besonderheit. Ausgefallenheit Aufsehen od.
Staunen erregt: Wozu laufen Sie eigentlich mit diesem nahezu
174
appetit-, Appetit-
grotesken Brillengestell herum? ... Das ist ja ein ganz
toller A.. den Sie da auf der Nase haben (Bordiert.
Draußen 31); gelegentlich auch von Personen: A. von Frau,
wie? (Strittmatter. Wundertäter 418); <Zus. zu 1 :>
Apparatebau, der; -[e]s (Technik): Zweig der Industrie u. Technik,
der sich mit der Konstruktion, der Neu- u. Weiterentwicklung
sowie der Herstellung von Apparaten befaßt: chemischer
A.; <Abl.:> apparativ [apara'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (Technik):
a) den Apparat betreffend: -e Einrichtungen; b) den
Apparatebau betreffend: neuere < Entwicklungen: c) mit Apparaten
arbeitend: mit Hilfe von Apparaten: ein -es Verfahren; -e
Methoden; d) mit Hilfe von Apparaten feststellbar: -e
Diagnostik (Med.; Diagnostik mit Hilfe technischer Geräte.
z. B. Röntgen. EKG); etw. a. feststellen; Apparatschik [apa-
ratfik], der; -s. -s [russ: apparattschik. zu: apparat =
Verwaltungsbehörden < lat.apparätus.t Apparat]
(abwertend): Funktionär im Staats- u. Parteiapparat totalitärer
Staaten des Ostens, der Weisungen u. Maßnahmen
bürokratisch durchzusetzen sucht: daß ... Faschismus und Barbarei
hinter uns wieder auferstanden waren... in den Amtsstuben
der -s (Kantorowicz. Tagebuch I. 13); Apparatur [apara-
'tu>gl. die; -. -en: Gesamtanlage von Apparaten od.
Instrumenten, die einem gemeinsamen Zweck dienen: eine
komplizierte, einfache, automatische A.; Ü die Gesellschaft ....
organisiert und diszipliniert durch eine bürokratische A.
(Welt 7. 5. 66. 3).
Appartement [aparto'mä:. Schweiz, auch: ...'ment]. das; -s.
-s. Schweiz, auch: -e [...'menta; a: frz. appartement <
ital. appartamento = (größere) abgeteilte (u.
abgeschlossene) Wohnung, zu: appartare = abteilen, zu lat. ä parte
= zur Seite, abgetrennt]: a) Zimmerflucht in einem größeren
luxuriösen! Hotel: Mein Hotel ... war in -s aufgeteilt.
Jedes A. bestand aus einem Schlafzimmer, einem
Baderaum, einem Salon (Koeppen. Rußland 135); b) moderne
Kleinwohnung (meist in einem komfortablen] Mietshaus).
Apartment: <Zus. zu b:> Appartementhaus, das: modernes
Mietshaus mit einzelnen Kleinwohnungen: Appartementwoh-
■uns, die: svw. f Appartement (b).
appassionato [apasio'na:to; ital.. 2. Part, von: appasslonare
= in Leidenschaft versetzen, zu: passione = Leiden.
Leidenschaft < spätlat. passio. t Passion] (Musik):
leidenschaftlich, stürmisch, entfesselt.
Appeal [d'pi:l]. der; -s [engl, appeal < frz. appel. t Appell]:
a) (bildungsspr.) Anziehungskraft. Ausstrahlung. Reiz
(häufig als Grundwort von Zusammensetzungen): der
publikumswirksame A. eines Showmasters; um die schwächliche
Motorleistung dem sportlichen A. des Coupes
anzugleichen (Auto 7,1965, 24); b) (Werbespr.) Anreiz. Auffor-
derungscharakter: der lang andauernde A. einer Ware.
Appeaaement [a'pi:zmant]. das; -s [engl, appeasement <
frz. apaisement = Beschwichtigung, zu: apaiscr =
beruhigen, besänftigen, zu altfrz. pais = Friede < lat. päx
(Gen.: päcis)] (Politik, meist abwertend): Haltung der
Nachgiebigkeit. Politik ständigen Nachgebens gegenüber
expansiver od. subversiver Machtpolitik bes. totalitärer Staaten:
Beschwichtigungspolitik.
Appell [a'pel]. der; -s. -e [frz. appel. zu: appeler = (auOrufen
< lat. appelläre. f appellieren]: 1. a) auffordernde,
aufrüttelnde Mahnung: ein A. an das Gefühl, an die Vernunft;
einen dringenden A. an die Öffentlichkeit, an die
Verbraucher richten; b) Aufruf. Aufforderung: der A. zur
Zusammenarbeit (Welt 28. 5. 1966. 2): Beschwörender A. zum
Frieden (MM 24. 12.1965. 3); c) (selten) svw. f Appeal
(b): bei Th. Mann (Dr. Faustus): ..Ich konnte dem Mann
keinen A. fürdas andere Geschlecht zuschreiben" (Mutter-
spr. 1966. 109). 2. (Milit.) Aufstellung. Antreten zur
Überprüfung. Entgegennahme einer Nachricht, eines Befehls o. ä.:
der morgendliche, abendliche A.; einen A. abhalten,
überraschend ansetzen; zum A. antreten; Andreas erschien
noch drei Monate lang in Zivil zum A. (Küpper. Simplicius
31). 3. (Fechten) kurzes, scharfes Aufsetzen des vorgestellten
Fußes, ohne dabei vorwärts zu gehen: der A. dient unter
anderem dazu, sich vom guten Stand zu überzeugen oder
den Gegner zu tauschen, zu beunruhigen. 4. (Jagdw.)
Gehorsam (des Jagdhundes): der Hund hat guten, schlechten.
kernen A.; meist in der Verbindung: A. haben (gehorchen.
Gehorsam sein): Appellation [apela'&o.n]. die; -. -en [lat.
appellätio. eigtl. = das Ansprechen] (Jur. veraltet, noch
idiweiz.): Berufung (imZivil- u. Strafprozeß), dazu: Appel-
tartonsgerkht.das(Jur. veraltet): Berufungsgericht. Appdla-
tionsprivileg, das (Jur. hist.): Vorrecht eines Landesherrn,
die Appellationen der Untertanen an die Gerichte zu
untersagen: Appellativ [apela'ti.fl. das; -s. < [...va; gek. aus t Appel-
lativum] (Sprachw.): Substantiv, das eine ganze Gattung
gleichgearteter Dinge od. Lebewesen u. zugleich jedes
einzelne Wesen od. Ding dieser Gattung bezeichnet:
Gattungsbezeichnung, -name (z. B. Mensch. Blume. Tisch);
appellativisch <AdJ.; o. Steig.) (Sprachw.): als Appellativ
verwendet!: -e Substantive; der -e Gebrauch eines Substantivs;
ein Wort a. verwenden; Appellativname. der (Sprachw.):
Eigenname, der als Appellativ verwendet wird (z. B.
Zeppelin); Appellativuni [apela'ti-.vum], das; -s. ...va [...va; lat.
appellätivum. subst. Neutr. Sg. von lat. appellätlvus]: svw.
f Appellativ; appellieren [ape'li:ren] <sw. V.; hat) [1: mhd.
appellieren < lat. appelläre = (um Hilfe) ansprechen.
(auOrufen]: 1. (bildungsspr.) a) sich nachdrücklich mit einer
Mahnung, einer Aufforderung an jmdn. wenden; jmdn. zu
etwas aufrufen: an das Volk, an die Belegschaft.
Wählerschaft a.; b) mit Nachdruck etwas Bestimmtes in jmdm.
ansprechen, es wachzurufen, herauszufordern suchen: an
Jmds. Ehrgefühl. Kameradschaft. Humor. Einsicht.
Gebefreudigkeit a. 2. (jur. veraltet) Berufung einlegen: an ein
höheres Gericht, gegen ein Urteil a.; App^llplatz. der
(Milit.): Platz, auf dem Appelle (2) abgehalten werden.
Appendix [a'pendiks], der; -. ...dizes [...di($e:s] od. der; -es.
«e (vgl. Pkt. 3) [lat. appendix (Gen.: appendicis) = Anhang.
Anhängsel]: 1. (bildungsspr.) Anhängsel: Es (= das
Taschenbuch) macht die literarische Produktion endgültig
zu einem A. seiner (= des Verlagswesens) finanziellen
und technischen Apparatur (Enzensberger. Einzelheiten
I. 143). 2. (Fachspr.) Anhang eines Buches, der unechte
Schriften. Tafeln. Tabellen. Karten, den kritischen Apparat
o. ä. enthält: Als A. sind zwei... Begriffsanalysen...
beigegeben (Germanistik 2.1966,164). 3. (fachspr.: die; -. ...dizes.
sonst auch: der; -, ...dizes) (Med.) a) Wurmfortsatz des
Blinddarms: b) (Anat.) Anhangsgebilde an Organen. 4.
(selten) Ansatzstück zum Füllen (an Luftballons): Appendizitis
(apendi't$i:tis]. die; -. ...itiden [...t$i'ti:dn] (Med.):
Entzündung des Appendix (3a); Blinddarmentzündung.
Apperzeption [apert$£p'&io:n]. die; -. -en [frz. apereeption.
geb. von Leibniz zu: apercevoir = wahrnehmen, aus ä
= an. zu (< lat. tad) u. percevoir = wahrnehmen <
lat. pereipere] (Ggs.: Perzeption): 1. (Philos.) durch
Reflexion des unterscheidenden Verstandes bewirktes Erfassen
u. Einordnen in einen Bewußtseinszusammenhang. 2.
(Psych.) bewußte Wahrnehmung. Aneignung von Erlebnis-.
Wahrnehmungs- u. Denkinhalten, aktive Aufnahme von
sinnlich/ Gegebenem ins Bewußtsein: Mit Ihnen stimmt
etwas nicht. Castorp. das wird Ihrer werten A. Ja nicht
entgangen sein (Th. Mann. Zauberberg 869): apperzeptiv
[...'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (Psych.): durch Apperzeption (2)
bewirkt, durch Aufmerksamkeit zustande kommend: -e
Wahrnehmungen; etwas a. erfassen; apperzipieren [aper&i-
'pi:ran] <sw. V.: hat) [zu lat. ad- (tad) u. pereipere =
wahrnehmen] (Psych.): Erlebnis-. Wahrnehmungs- u.
Denkinhalte bewußt wahrnehmen, ins Bewußtsein aufnehmen,
eingliedern.
Appetenz[ape'tent$].die;-.-en[lat.appetentia = das
Begehren] (Verhaltens?.): Bedürfnis. Trieb. Triebgerichtetheit:
<Zus.:> Appet^nzverhalten. das (Verhaltensf.): sich in noch
ungerichteter Aktivität äußerndes Triebverhalten bei
Tieren]. das eine auslösende Reizsituation anstrebt, die zur
Befriedigung eines Triebes führt: das Umherschweifen
hungriger Tiere, bevor sie Beute jagen, ist ein A.; Appetit
[apeti:t. auch:...tit]. der; -[e]s. -e <P1. selten) [mlat.-lat.
appetitus (cibl) = Verlangen (nach Speise)]: Lust.
Verlangen, etwas Bestitnmtesj zu essen: Eßlust: der A. ist mir
vergangen: einen guten, gesegneten, unbändigen A. haben:
den A. wecken, anregen, reizen; jmdm. den A. verderben:
etw. verschlägt jmdm. den A.; A. auf etwas haben,
bekommen; das kann man mit A. essen (ist sauber, appetitlich,
gut zubereitet): R der A. kommt beim/mit dem Essen
(wenn man erst einmal mit etwas angefangen hat. kommt
auch die Lust dazu): Ü Sie hatte großen A. auf das Leben
(Kirst. 08/15. 175); * guten A.! (Wunschformel vor dem
Essen).
appetit-, Appetit-: -anresend <Adj.): a) appetitlich, lecker,
delikat: das sieht sehr a. aus; b) die Eßlust steigernd, den
Appetit fördernd: ein -es Mittel; -bissen, (auch:)
Appetitsbissen, der: svw. f-happen; -brötchen. (auch:)
175
appetitlich
Appetitsbrötchen, das: mit etw. Pikantem belegtes
Brötchen; -hippchen, das: svw. t-happen; Wappen, (auch:)
Appetitshappen, der: kleiner, pikanter Bissen Brotj;
^hcnmer [-hcnrre]. der: svw. f -zügler; -los <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.>: ohne Appetit, keinen Appetit habend, dazu:
-losigkeit. die; -: Mangel an Appetit; Eßunlust; -zügkr
Kßy:glB].der (Pharm.): den Appetit verminderndes
Medikament, das zur Gewichtsabnahme bei Übergewicht}
angewandt wird.
appetitlich [ape'ti:th<;, auch: ...'titliq] <Adj.>: a)
appetitanregend, zum Essen reizend; lecker: a. angerichtete Speisen;
a. aussehen, duften; b) sauber, hygienisch einwandfrei u.
dadurch ansprechend: etwas ist a. verpackt; c) adrett u.
frisch aussehend: ein -es junges Mädchen.
Appetits-: f Appetit-.
Appetizer ['spitaiza]. der; -s. - [engl, appetizer. zu Iat. appeti-
tus. f Appetit] (Pharm.): appetitanregendes Mittel.
applanieren [apla'ni:ren] <sw. V.; hat) [frz. apianir < mlat.
applänäre. zu Iat. planus = eben, flach]: a) planieren,
ein]ebnen; b) ausgleichen; <Abl.:> Apptankrung. die; -.
-en.
applaudieren [apl^y'dhran] <sw. V.; hat) [Iat. applaudere]
(bildungsspr.): a) Beifall klatschen: lebhaft, begeistert a.;
dem Solisten a.; b) (selten) beklatschen, mit Beifall bedenken
(meist im Passiv): Der Komponist, aber auch die
konzentriert musizierende Kapelle wurden herzlich applaudiert
(Vorarlberger Nachr. 28. 11. 68. 8): Applaus [a'pbuis].
der: -es. -e <PI. selten) [Iat. applausus] (bildungsspr.):
Beifallklatschen j: stürmischer, anhaltender A.; der A. setzt
ein. bricht los. verebbt, verrauscht; es gab viel A. für
die KUnstler.
applikabel [apli'ka:b|] <Adj.) [zu Iat. applicäre. t applizieren]
(bildungsspr.): anwendbar: ein applicables Modell, dazu:
Applikabilitit die; - (bildungsspr. selten): Anwendbarkeit;
Applikant lapli'kant], der; -en. -en [Iat. applicäns (Gen.:
applicantis). 1. Part, von: applicäre. f applizieren] (veraltet):
a) Bewerber. Anwärter; b) Bittsteller: Applikation [aplika-
t$|o:n]. die; -. -en [Iat. applicätio = das Sichanschließen]:
1. (bildungsspr.) a) Anwendung: Für Forschung und
Entwicklung, aber auch für -en in der Kältetechnik ist das
elektronische Thermometer ... bestimmt (Elektronik 12.
1971. 419); b) Anbringung. Befestigung. 2. (veraltet) a)
Bewerbung; b) Bittschrift. Gesuch. 3. (veraltet) Fleiß. Eifer.
4. (Med.) Verabreichung (von Medikamenten). Anwendung
(von Heilverfahren). 5. (kath. Rel.) das Feiern der Messe
für einen bestimmten Zweck. 6. (Textilw.. Schneiderei) auf
ein Gewebe aufgenähte Verzierung aus Stoff. Leder. Filz,
dünnem Metall o.a.; <Zus. zu 4:) Applikationsraum, der
(Med.): den Strahlenschutzbedingungen entsprechender
Behandlungsraum einer nuklearmedizinischen Abteilung; zu
6: AppUkationestickerei, die (Textilw.): mit Stickerei
verbundene Applikation. Aufnäharbeit; Applikator (aplika:tor,
auch: ...to:g]. der; -s. -en [aplika'to.-ran; zu Iat. applicätus.
2. Part, von: applicäre. f applizieren] (Med.): Gerät.
Gegenstand, mit dessen Hilfe bei bestimmten Therapien Substanzen
in od. auf den Körper des Patienten gebracht werden:
Applikator [aplika'tu:?]. die; -. -en [zu Iat. applicätus. 2. Part,
von: applicäre. fapplizieren] (veraltet): 1. (bildungsspr.)
f zweckmäßiger I Gebrauch: Wie schon gesagt, läßt sich
Gaisers ..demotisches" Deutsch auch nicht als A.
verschiedener ..Stimmen" Justifizieren (Deschner. Talente 58). 2.
(Musik) Fingersatz (beim Instrumentenspiel); applizieren
[apli't$i:rdn] <sw. V.; hat) [Iat. applicäre = anfügen,
anwenden, hinwenden]: 1. (bildungsspr.) anwenden; gebrauchen:
eine Terminologie a.; diese Denkmodelle lassen sich nicht
auf unsere Verhältnisse a. (übertragen). 2. (Med.) (ein
Medikament) verabreichen, (bei jmdm. ein Heilverfahren)
anwenden: der Arzt applizierte ihm zuerst eine Spritze
in den Unterarm. 3. a) (bildungsspr.) etwas irgendwo
anbringen, befestigen; b) (Textilw.. Schneiderei) eine
Verzierung aus Stoff Leder, Filz, dünnem Metall o. ä. auf ein
Gewebe aufnähen; c) (selten) (Farben) auftragen, auflegen;
<Abl.:> Applbfenmg« die; -. -en.
Appoggiatur [apocba'tu:?]. Appoggtatura [...tu:ra]. die; -.
...ren [ital. appoggiatura. eigü. = Stütze, zu: appodiäre.
zu Iat. tad u. podium. t Podium] (Musik): langer f
Vorschlag (2).
apport! [apart; frz. apporte. Imperativ Sg. von: apporter.
tapportieren] (Jägerspr.): bring fesj her! (Befehl an den
Hund): Apport [-]. der: -s, -e [frz. apport, eigtl. = das
Herbeibringen, rückgeb. aus: apporter. tapportieren]: 1.
(Wirtsch. veraltet) Sacheinlage (statt Bargeld) beider
Gründung einer Kapitalgesellschaft. 2. (Jägerspr.) das
Herbeibringen von Gegenständen öd. erlegtem kleinem Wild durch
den Hund. 3. (Parapsych.) von Geistern od. durch ein
Medium bewirkte Lage- oder Ortsveränderung von
Gegenständen; das Herbeischaffen. Erscheinenlassen von
Gegenständen; apportierai [apar'ti.ran] <sw. V.; hat) [(beeinflußt von
gleichbed. frz. rapporter) < frz. apporter = herbeibringen
< Iat. apportäre] (Jägerspr.): (vom Hund) (Gegenstände
od. erlegtes kleineres Wild) herbeibringen: der Hund appor-
tiert den Stock; der junge Schäferhund kann bereits a.;
<Zus.:> Apportkrhund. der: Hund, der zum Appor deren
abgerichtet ist od. sich dazu eignet.
Apposition [apozi'($io:n]. die; -. -en [mlat. appositio < Iat.
appositio = das Hinsetzen. Zusatz] (Sprachw.):
substantivische nähere Bestimmung (Attribut), die meist im gleichen
Fall steht wie das Substantiv od. Pronomen, zu dem es
gehört: Beisatz (z. B. Karl der Große, er als behandelnder
Arzt): <Abl.:) appositioneil Uio'nel] <AdJ.; o. Steig.)
(Sprachw.): die Apposition betreffend; als Apposition, in
der Art einer Apposition gebraucht, in der Apposition
stehend; appositiv [...'tlrfl <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): als
Apposition gebraucht, in der Apposition stehend.
apprabiv (aprE'ziif) <Adj.) [engl, appraisive. zu appraise
= schätzen, bewerten < frz. appröcier < Iat. appretiäre]
(Sprachw.): bewertend; nicht wertfrei: Die sozialistische
Agitation dagegen .»muß selbstverständlich den Jeweils
bedingten -en und präskriptiven Charakter der Wörter in
Rechnung stellen ..." (Deutsch als Fremdspr. 6. 1972.
377).
appretieren [apre'ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. appreter =
zubereiten < vlat. *apprestäre. zu Iat. praestus = gegenwärtig,
zur Hand] (Textilw.): Gewebe (auch Leder. Holz. Papier)
durch entsprechendes Bearbeiten ein besseres Aussehen.
Glätte. Glanz, größere Festigkeit geben; Appretur [apre-
'turgl. die; % -en (Textilw.): a) mechanischer u. chemischer
Bearbeitungsprozeß an Geweben (auch an Leder. Holz.
Papier) zur Erzielung von Glätte. Glanz. Festigkeit o. ä.;
Veredlung. Ausrüstung: die A. an Geweben umfaßt viele
Behandlungsarten; b) Appreturmittel, -masse: c) (fachspr. Jargon)
Maschinenraum, in dem die Appretur vorgenommen wird:
er arbeitet in der A.
Approadi b'prootj). der; -[e]s. -s [engl, approach. Subst.
zu: to approach = sich nähern < frz. approcher < Iat.
appropiäre]: 1. (Wissenschaftsspr.) Art der) Annäherung
an ein wissenschaftliches Problem; Sehweise eines Problems;
Zugang zu einer Frage. 2. (Werbespr.) I Annäherung des
Werbenden an den Konsumenten durch eine] besonders
wirkungsvolle Werbezeile, bes. der Anfang eines Werbetextes,
der die Aufmerksamkeit des Konsumenten erregen soll. 3.
(Flugw.) Landeanflug eines Flugzeugs. 4. (GolO
Annäherungsschlag.
Approbation [aproba'&io:n]. die; -. -en [Iat. approbätio]:
1. zur Ausübung des Berufs als Arzt od. Apotheker
erforderliche staatliche Bestätigung. Zulassung: dem Zahnarzt
wurde die A. erteilt. 2. (kath. Rel.) a) Anerkennung.
Bestätigung, Genehmigung (z.B. eines Buches, eines Klosters)
durch die zuständige kirchliche Autorität; b)
Bevollmächtigung zur Wortverkündigung u. zur Spendung des
Bußsakraments; approbieren [aprobiiren] <sw. V.; hat) Dat. approbä-
re] (veraltet): bestätigen, genehmigen, gutheißen; approbiert
[apro'bhgt] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): als Arzt od.
Apotheker zur Berufsausübung staatlich zugelassen, anerkannt: ein
-er Tierarzt.
Approvisatk» [aproviza'^Jto:n], die; -. -en (Osten*. Amtsspr.
veraltet): Versorgung mit Lebensmitteln: die A. der Armee
stockte; approvfeionieren [aproviqo'nLrdn] <sw. V.; hat)
[frz. approvisionner. zu Provision = Vorrat < Iat. prövlsio
= Vorsorge] (österr. Amtsspr. veraltet): mit Lebensmitteln
versorgen; <Abl.:> Approvfeioftkrung. die; -. -en: svw. t Ap-
provisation.
Approximation [apn>ksima't$io:n]. die; -. -en (mlat. approxi-
mätio, zu Iat. approximäre = sich nähern]: 1.
(bildungsspr.) Annäherung (an einen bestimmten Zielpunkt
o.a.). 2. (Math.) angenäherte Bestimmung od. Darstellung
einer unbekannten Größe od. Funktion; Näherungswert;
approximativ [...'ti.fl <Adj.) (bildungsspr.): angenähert;
annähernd, ungefähr: -e Werte. Angaben; die Preise lauten a.
wie folgt...
176
Aquarium
Apraxie [apraksl:].die; -. -n [...i.an; grlech. apraxia =
Untätigkeit] (Med.): Unfähigkeit (infolge krankhaft
geschädigter Nervenbahnen), richtige Bewegungen auszufuhren.
Apres-Ski [aprc'Ji:. frz.: apres'ki). das; - [frz. apres-ski =
nach dem Ski(laufen)]: a) sportlich-saloppe,
modisch-elegante Kleidung, die von Winterurlaubern im allgemeinen nach
dem Skilaufen getragen wird; b) Unterhaltung. Vergnügen.
Zerstreuung / nach dem Skiläufen/ im Winterurlaub; Apres-
Ski-Kleidung, die <o. PI.). Apres-Ski-Kostüm, das: vgl.
T Apres-Ski (a).
Aprikose [apri'ko:zd]. die; -. -n [niederl. abrikoos < frz.
abricot < span. albaricoque < arab. al-barQÜq = die
Pflaumen < spätgriech. praikökkion < vlat. (persica)prae-
cocia = frühreifer Pfirsich < lat. praecoquus = vorzeitig
Früchte tragend]: 1. a) rundliche, samtig behaarte, gelbe
bis orangefarbene, oft rotwangige Frucht des
Aprikosenbaums mit /saftigem/ wohlschmeckendem Fruchtfleisch u.
glattem, scharfkantigem Stein; b) kurz für Aprikosenbaum.
2. aus Japan stammender, mit dem Aprikosenbaum
verwandter Gartenzierbaum mit weißen bis dunkelrosa Blüten.
aprikosen-, Aprikosen-: -artig <AdJ.; o. Steig.); -baian, der:
aus Asien stammender Baum mit glänzenden, zugespitzten
Blättern, rötlicher Rinde, großen, weißen od. hellrosa Blüten
und Aprikosen (1 a) als Früchten; -Wüte, die; -haut, die
o. PL): svw. tPflrsichhaut (2); -likör. der. -marmelade.
die; -saft, der: aus Aprikosen hergestellter, unvergorener
Saft; -sorte, die; -spiraier, der: svw. T Schlehenspinner.
April [a'pnl], der; -ls). -e <P1. selten) (mhd. abereile, ahd.
abrello < lat. AprUis (mensis), H. u.]: vierter Monat des
Jahres; der launische, unbeständige A.; veränderlich wie
der A.; Anfang. Ende A.; im Laufe des April[s], des Monats
A.; im A. geboren sein; *imdn. in den A. schicken (jmdn.
am I. April mit etw.. mit einem scherzhaften Auftrag o.a.
zum Narren halten; H. u.); A., A,! (spottender Zuruf an
Jmdn.. den man in den April geschickt hat); Abk.: Apr.
Aprfl-: -schauer, der: plötzlicher, meist heftiger
Regenschauer, wie er im April häufig auftritt; -scherz, der: Spaß.
Ulk. mit dem man jmdn. in den April schickt; auf einen
A. hereinfallen; Ü das ist doch wohl ein A! (kann doch
nicht wahr sein, ist doch wohl nicht ernst zu nehmen);
-{slnarr, der: jmd.. der sich in den April schicken läßt
auch als Ruf. mit dem man jmdn. verspottet); -thesen
(PI.): von Lenin am 17. April 1917 in Petrograd verkündetes
Programm, das die Aktionen der bolschewistischen Partei
auf dem Weg von der Februar- in die Oktoberrevolution
bestimmte; -weiter,das <o. PI.): unbeständiges, meist kühles
Wetter mit raschem Wechsel zwischen starken Schauern
u. Aufheiterungen, wie es im April häufig ist.
a prima vista [a 'priima 'vista; ital. = auf den ersten Blick]:
a) ohne vorherige Kenntnis; unvorbereitet: a p. v. etwas
schwer beurteilen können; b) (Musik selten) ohne vorherige
Probe od. Kenntnis der Noten: a p. v. spielen, singen.
a priori [a: pri'o:ri; lat. = vom Früheren her] (Ggs.: a
posteriori): aMPhi los.) von der Erfahrung od. Wahrnehmung
unabhängig; aus der Vernunft durch logisches Schließen
gewonnen; aus Vernunftgründen: eine Erkenntnis, ein Urteil
a p; b) (bildungsspr.) von vornherein, grundsätzlich; ohne
wettere Beweise: etw. a p. rechtlich und moralisch
verurteilen; Arbeits- und Sozialwelt bedeuten a p. keinen
Widerspruch mehr (Welt 3. 7. 1965. Die geist. Welt 1); Apriori
(äpri'o:ri].das; -, - (Philos.): Vernunftsatz; Inbegriff apriori-
scher Erkenntnisse (Ggs.: Aposteriori); apriorisch <Adj.;
o. Steig.) (Philos.): aus der Vernunft gewonnen, durch
Denken erschlossen; erfahrungsunabhängig; aus
Vernunftgründen, vernunftgemäß (Ggs.: aposteriorisch): eine rein -e
Konstruktion des philosophischen Verstandes; a. bleiben.
Spot** [apro'po:] <Adv.) [frz. ä propos = der Sache
angemessen] (bildungsspr.): übrigens; nebenbei bemerkt; was
tch noch sagen wollte; da wir gerade davon sprechen: so
lange auf die Pointe zu lauern. A. Pointe: bei der letzten
Sendung ereignete sich etwas ... (Bild und Funk 7. 1966.
45).
Apride [a'psixb]. die; -. -n [spätlat. apsida. zu lat. apsis.
• Apsis]: 1. (Astron.) Punkt der kleinsten od. größten
Entfernung eines Planeten von dem Gestirn, das er umläuft. 2.
svw. tApsis; Apsis Papsis). die; -. ...iden [a'psi'.dn; lat.
apsis < griech. apsfs]: 1. (Archit.) über einem
halbkreisförmigen, oft auch vieleckigen Grundriß errichteter, mit einer
Halbkuppel überwölbter Raum, der einen Hauptraum, meist
etnen Kirchenraum, abschließt: die Basilika weist an Jeder
Schmalseite eine halbrunde A. auf. 2. [halbrunde] Nische
im Zelt zur Aufnahme von Gepäck u. ä.
Aqua destiltata [a:kva desti'la:tal. das; - - [lat. aqua =
Wasser u. destilläta. 2. Part, von: destilläre. tdestillieren]
(Chemie): destilliertes, färb-, geruch- u. geschmackloses,
klares, chemisch nahezu reines Wasser.
Aquädukt [akvE'dukt]. der. auch: das; -[eis. -e [lat. aquae
ductus = Leitung des Wassers]: in der röm. Baukunst
Wasserleitung, bei der das Wasser in offenen oder
abgedeckten Kanälen über eine oft mehrgeschossige Bogenbrücke
in natürlichem Gefälle dem Ziel zugeleitet wurde;
Aquakultur fa.kva -]. die; -. -en: 1. <o. PI.) a) systematische
Bewirtschaftung des Meeres (z. B. durch Anlegen von
Muschelkulturen); b) (in bestimmten Anlagen. Aquarien u. ä.
durchgeführtes) Verfahren zur Intensivierung der Fischzüchtung u.
Fischproduktion. 2. Anlage zur Aquakultur (1): -en anlegen;
Wassertiere in -en züchten; Aquamarin [akvama'ri:n]. der;
-s. -e Dat. aqua marlna = Meerwasser]: hellblauer bis
meergrüner Edelstein. Abart des Berylls; Aquanaut
[...n^yt],der; -en. -en [t-naut]: jmd.. der /in einer
Unterwasserstation o. ä. 1 die besonderen Lebens- u.
Umweltbedingungen in größeren Meerestiefen erforscht;
Unterwasserforscher; Aquanautik [...'n^itik]. die; -: Forschungsbereich der
Ozeanographie, der sich vor allem mit den Möglichkeiten
des Aufenthaltes von Menschen unter Wasser sowie mit
der Erkundung u. Ausnutzung von Meeresbodenschätzen
befaßt; Unterwasserforschung: Aquaplaning [...'pla:nm.
selten auch: -pleinml. das; -[s] [engl, aquaplaning. zu lat.
aqua = Wasser u. engl, plane = (Ober)fläche < lat.
planum unter Einfluß von to plane = gleiten]: das wegen
verminderter Reibung u. Bodenhaftung nicht mehr
kontrollierbare Gleiten. Aufschwimmen der Reifen eines
Kraftfahrzeugsauf einer aufgestauten Wasser Schicht, z. B. einer
regennassen Straße; Wasserglätte: Entwässerungskanäle, die als
Abwehrmaßnahme gegen das A. eingebaut wurden (Auto
22.1968. 24); Aquarell [...'rdl. das; -s. -e [ital. acquerello.
zuiacqua = Wasser < lat. aqua] (Malerei): mit
Wasserfarben auf meist weißem, saugfähigem Papier gemaltes Bild,
bei dem der Grund durchscheint, teilweise auch ausgespart
ist: farbige, leuchtende -e; *A. malen (mit Wasserfarben
malen); in A. (in Wasserfarben): eine Landschaft in A.
Aquarell-: -druck, der <P1.: -drucke): Reproduktion eines
Aquarells im Offset- od. Steindruck, oft unter Verwendung
rauher, harter Papiere, bei der die Eigenheiten der Aquarell-
maierei nachgeahmt werden; -färbe, die: Wasserfarbe;
-JiolzBchnitt, der: chinesischer od. japanischer Holzschnitt,
bei dessen Herstellung der Druckstock vor jedem Abzug
mit Aquarellfarben o. ä. eingefärbt wird; -maier, der: svw.
f Aquarellist; -maierei, die: 1. <o. PI.) das Malen, die Kunst
des Malens mit Wasserfarben. 2. mit Wasserfarben gemaltes
Bild. Aquarell; -technik, die: beim Malen von Aquarellen
angewandte sachgemäße Technik. Verfahrensweise.
aquarellieren [akvareli.ran] <sw. V.; hat) (Malerei): (ein
Bild) mit Wasserfarben malen; Aquarellist [...'list], der;
-en. -en: Künstler, der vorwiegend Aquarell malt; Aquardlj-
stin, die; -. -nen: w. Form zu t Aquarellist.
Aquarianer [...ria:np]. der; -s. -: jmd.. der sich mit der
sachgerechten Haltung u. Züchtung von Wassertieren u.
-pflanzen in Aquarien beschäftigt.
Aquarien- [a'kvaTian-] -: -fisch, der: a) Fisch, der in einem
Aquarium gehalten wird; b) Fisch, der sich zur Haltung
in einem Aquarium eignet: -freund, der: svw. t Liebhaber;
-glas, das: kleines Aquarium; -haus, das: Gebäude [in
einem zoologischen Garten J. in dem zur Besichtigung von
Wassertieren u. -pflanzen Aquarien untergebracht sind;
^kunde, die <o. PI.): Lehre vom sachgerechten Halten u.
Züchten von Wassertieren u. -pflanzen in Aquarien;
-liefahaber, der: jmd.. der das Halten fu. Züchten/ von
Wässertieren u. -pflanzen aus Liebhaberei betreibt;
Aquarienfreund; -pflanze, die: a) Wasser- od. Sumpfpflanze,
die in einem Aquarium gehalten wird; b) Wasser- od.
Sumpfpflanze, die sich zur Haltung in einem Aquarium eignet:
^tier, das: a) Wassertier, das in einem Aquarium gehalten
wird; b) Wassertier zur Haltung in einem Aquarium.
Aquarist [akva'nst], der; -en. -en: jmd.. der sich mit Aquari-
stik beschäftigt; Aquarienliebhaber. Aquarianer; Aquarjstik,
die; -: svw. f Aquarienkunde; aquarjstisdi <AdJ.; o. Steig.):
die Aquaristik. die Aquarienkunde betreffend, auf ihr
beruhend: der -e Fachhandel; in dieser Tierhandlung berät
man Sie in allen -en Fragen; Aquariian [a'kva:rlum], das;
•2 GDW
177
Aquatel
-s. ...ien [...idn; zu lat. aquärius = zum Wasser gehörend]:
1. meist viereckiger Glas- od. Plexiglasbehälter, der (mit
Süß- od. Seewasser gefüllt) zur Pflege. Zucht u.
Beobachtung von Wassertieren (in der Mehrzahl Fische) u. -pflanzen
dient: ein beleuchtetes A.; ein A. anlegen; das A. muß
gereinigt werden. 2. svw. t Aquarienhaus; Aquatel [akva-
'tell. das; -s, -s [zu lat. aqua = Wasser u. t Hotel] Hotel,
das an Stelle von Zimmern od. Appartements Hausboote
vermietet; Aquatinta [...'tintal. die; ...ten [ital.
aquatlnta < lat. aqua tlncta = gefärbtes Wasser, f
Tinktur] (bild. Kunst): a) <o. PI.) Kupferstichverfahren, bei
dem die Zeichnung aus einer mit Kolophoniumpulver u.
Asphaltlack präparierten Metallplatte herausgeätzt wird,
wobei die Wirkung einer Tuschzeichnung erzielt wird: diese
Radierung ist in A. ausgeführt; b) (selten) in Aquatinta
ausgeführte Arbeit: er arbeitet an einer A.; aquatfech
[a'kva:tij] <Adj.; o. Steig.) [lat. aquäticus] (Biol.): dem
Wasser angehörend; im Wasser od. Sumpf lebend* gedeihend:
die -e Hochmoorfauna.
Äquator [e'kva.tor. auch: ...to:?]. der; -s. -en [...'to:ren; lat.
aequätor = Gleichmacher]: 1. <o. PI.) größter Breitenkreis
auf der Erde, dessen Ebene auf der Erdachse senkrecht
steht u. durch den Erdmittelpunkt geht u. der die Erdkugel
in die nördliche u. südliche Halbkugel teilt; Erdäquator:
der Ä. ist ungefähr 40077 km lang; das Schiff hat den
Ä. passiert, überquert. 2. (Math.) Großkreis auf einer Kugel,
dessen Ebene senkrecht auf einem vorgegebenen
Kugeldurchmesser steht u: der die Kugel in zwei gleiche Hälften teilt;
<Zus. zu 1:) Äquatortaufe, die: seemänn. Brauch, bei dem
jeder, der zum ersten Maiden Äquator passiert, unter Wasser
getaucht wird; Linientaufe; äquatorial [ekvato'ria:l] <Adj.;
o. Steig.): a) zum Äquator gehörend; b) unter dem Äquator
od. in der Nähe des Äquators befindlich: -e Länder. Meere;
unter dem -cn Himmel.
Äquatorial- (Geogr.): ^regender: zweimal im Jahr
auftretende Regenzeit in äquatorialen Räumen; ~*stran, der: eine
der beiden durch die Passatwinde hervorgerufenen, westwärts
gerichteten warmen Meeresströmungen beiderseits des
Äquators.
i quatre mains [akatra'mg; frz. = für vier Hände] (Musik):
vierhändig: a quatre parties [...par'ti; frz. = für vier
Stimmen] (Musik selten): vierstimmig.
Aquavit (akva'vi.t. auch: ...Vit], der. -s. -e [lat. aqua vltae
= Lebenswasser]: meist wasserheller od. gelblicher,
vorwiegend mit Kümmel / u. anderen GewürzenJ aromatisierter
Branntwein.
flqukUstant [ekvidis'tant] <Adj.; o. Steig.) [lat. aequidistäns]
(Math.): gleichweit voneinander entfernt, gleiche Abstände
aufweisend iz. B. von Punkten od. Kurven), dazu: ÄquidJ-
stanz, die; -. -en (Math.): gleich großer Abstand: weil sonst
die gewünschte A. zu den Zahlimpulsen prinzipiell nicht
.einhaltbar ist (Elektronik 10. 1971. 337).
Äquilibrist [ek vi li'brist], (auch:) Equilibrist [ekvi...]. der; -en.
-en [frz. equilibriste. zu lat. aequilibrium = Gleichgewicht]
(bildungsspr.): Artist, der die Kunst des
Gleichgewichthaltens i von u. mit Gegenständen! beherrscht;
Gleichgewichtskünstler, bes. Seiltänzer; Äquilibristik, (auch:) EquilibrJ-
stik. die. - (bildungsspr.): Kunst des Gleichgewichtshaltens;
Äquilibristisch, (auch:) equilibr|stisch <AdJ.; o. Steig.): die
Äquilibristik betreffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend:
-e Vorführungen. Kunststücke.
iquinoktial [ekvinok'&a:l] <AdJ.; o. Steig., nicht adv.) [lat.
aequinoctiälis] (Astron.. Geogr.): das Äquinoktium
betreffend, zu ihm gehörend; <Zus.:> Äquinoktiglstüniie <P1.)
(Geogr.): regelmäßig zur Zeit der Äquinoktien bes. im
Bereich der subtropischen Meere auftretende Stürme, die häufig
von starken, oft gewittrigen Regengüssen begleitet sind;
Äquinoktium [...'nak&um]. das; -s. ...ien [...idn; lat. aequi-
noctium] (Geogr.): Zeitpunkt, in dem die Sonne auf ihrer
jährlichen, scheinbaren Bahn den Himmelsäquator schneidet
u. für alle Orte auf der Erde Tag u. Nacht gleich lang
sind; Tagundnachtgleiche: im Frühjahr liegt das Ä. um
den 2t. März, im Herbst um den 23. September.
Äquivalent [ekviva'lsnt] <Adj.; o. Steig.) [mlat. aequivalens
(Gen.: aequivalentis). zu lat. aequus = gleich u. valere
= wert sein] (bildungsspr.): vongleicher, wertmäßiger,
sachlicher, logischer o. ä. Geltung; gleichwertig: Auch
amerikanische Röhren sind aufgeführt, möglichst mit Hinweis
auf vorhandene -e deutsche Röhren (Funkschau 21. 1971.
2226); -e Mengen (Math.; Mengen, deren Elemente man
einander umkehrbar eindeutig zuordnen kann; Mengen
gleicher Mächtigkeit)'. Äquivalent [-]. das; -[e]s. -e
(bildungsspr.): gleicher Wert. Gegenwert; gleichwertiger
Ersatz, gleichwertige Entschädigung; Ausgleich.
Entsprechendes: ein Ä. für etwas fordern, erhalten; für eine solche
Leistung ist diese Bezahlung kein richtiges Ä.; Wir haben
im Deutschen kein Ä. dafür, am nächsten mag noch ein
figürlich aufgefaßtes .Abtasten'4 kommen (Wieser.
Organismen 113); Äquivalenz [...len^]. die; -. -en [mlat. aequiva-
lentia]: 1. (bildungsspr.) Gleichwertigkeit; Wertgleichheit:
die Ä. zweier Begriffe, verschiedener Tauschobjekte. 2«
(Logik) Gleichwertigkeit des Wahrheitsgehaltes, der
Bedeutung zweier Aussagen. 3. (Math.) Gleichwertigkeit zweier
Mengen, die dann besteht, wenn man deren Elemente
einander umkehrbar zuordnen kann, wenn es sich also um Mengen
gleicher Mächtigkeit handelt.
äquivok [ekvi'vo:k] <AdJ.; o. Steig.) [lat. aequivocus]: a)
(Sprachw.. Philos.) zwei-, mehrdeutig, von verschiedener
Bedeutung trotz gleicher Lautung (z. B. ..einsilbig" als
Eigenschaft von Wörtern u. von Menschen): -e Ausdrücke;
b) (bildungsspr.) doppelsinnig, verschieden deutbar: eine
-e Aussage. Auffassung.
Ar [a:$]. das. auch: der; -s. -e (aber: 10 -) [frz. are < lat.
ärea = freier Platz. Fläche]: Flächenmaß von 100 m2: Nach
ein paar Wochen stand der erstaunte Evans vor
Gebäuderesten, die acht Ar bedeckten (Ceram. Götter 77); Zeichen: a
Ära ['a:ra], der; -s. -s [von Tupi arara]: Vertreter einer
Gattung großer, lang schwänziger, sehr bunter Papageien
mit großem, kräftigem Schnabel, die vor allem in den
Wäldern Mittelamerikqs leben u. in Baumhöhlen nisten.
Ära ['e:ra]. die: -. Ären <P1. selten) [spätlat. aera]: 1. a)
(hist.) Zeitrechnung, Jahresreihe, der als zeitlicher
Ausgangspunkt ein wirkliches od. fiktives Ereignis zugrunde
liegt u. die durch fortlaufende Weiterzählung der einzelnen
Jahre zustande kommt: die christliche Ä. zählt die Jahre
nach und vor Christi Geburt; b) (bildungsspr.) in
bestimmter Weise durch eine Person od. Sache geprägtes Zeitalter,
gekennzeichnete Epoche; unter einem bestimmten Aspekt
gesehener Zeitabschnitt: eine neue Ä. begann; die techni-
die Ä. de Gaulle (die Amtszeit de Gaulies); Hemingways
die Ä. de Gaulle (die Amtszeit de Gaulles); Hemmingways
Dichtung zeugt von der Barbarisierung. die in der
technischen Ä. eingetreten ist (Bodamer. Mann 171). 2. (Geol.)
a) größte, mehrere Formationen umfassende Zeiteinheit der
Erdgeschichte; Erdzeitalter; b) Zeitraum, in dem eine Reihe
von zusammengehörenden Gebirgsfaltungen abläuft:
Faltungsära.
Araber ['a:rabe. auch: 'ar.... regional auch: a'ra.bB]. der;
-s. - [lat. Arabes < griech. Arabes (PI.) < arab. arab.
eigtl. = Wüstenbewohner]: Pferd, das zu der edelsten
Pferderasse des arabischen Vollbluts gehört: alle warmblütigen
Pferderassen stammen vom A. ab: Arabeske [ara'beskd].
die; -. -n [frz. arabesque < ital. arabesco. zu: arabo =
arabisch]: 1. (bild. Kunst) aus der Dekorationskunst der
römisch-hellenistischen Welt entwickeltes, stilisiertes
Rankenornament, das das vorherrschende Dekorationselement
in allen Gattungen der islamischen Kunst darstellt: -n aus
Gips; Ü Menninger stutzte die Komödie ... um einige
-n (Schnörkel, verzierendes, nebensächliches Beiwerk) ...
und bereitete sie modern zu (Welt 25. 1. 66. 7). 2. (Musik)
a) Verzierung einer Melodie, reiche Figuration; b) heiteres
Musikstück ifür Klavier]; Arabesque [ara'besk]. die; -. -s
[...'besk] (Ballett): (beim klassischen Tanz) Tanzpose.
Haltung des Körpers auf einem Bein, wobei das andere Bein
völlig gestreckt nach hinten angehoben ist. während ein Arm
nach vorne ausgestreckt wird; Arabist [ara'bist]. der; -en.
-en: Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ar abist ik; Ärabj-
stik. die; -: wissenschaftliche Erforschung der arabischen
Sprachen u. Literaturen; arabjstfedi <Adj.; o. Steig.; nur
attr.): die Arabistik betreffend; auf dem Gebiet der Arabi-
stik.
Aradmologe [araxno'lo:gd], der; -n, -n [aus griech. arächne
= Spinneu. T -löge] (Zool.): Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Arachnologie; Aradmologie [...lo'gi:]. die; - (Zool.):
wissenschaftliche Erforschung der Spinnentiere;
Spinnenkunde.
Anüie [a'ra.'Ud]. die; -. -n [H. u.]: a) Vertreter einer Gattung
der Araliengewächse. vor allem in Asien. Australien u.
Nordamerika mit kleinen weißlichen od. grünlichen Blüten u.
meist schwarzen Beerenfrüchten: b) svw. fZimmeraralie.
178
arbeiten
Arancini [aran'tfimi]. Aranzini [...'&i:ni] <P1.> [ital. arancini
= kleine Orangen, zu: arancia = Orange < arab. näranfc.
tOrange] (bes. österr.): überzuckerte od,
schokoladenüberzogene gekochte Orangenschalen.
Aräometer [areo-]. das; -s. - [zu griech. araiös = dünn
u. t-meter) (Physik): Gerät zur Bestimmung der Dichte
bzw. des spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten u. festen
„Stoffen.
Ärar [e'ra:^]. das; -s. -e [lat. aerärium] (österr. veraltend.
Jur.): a) Staatsvermögen, -kasse; b) der Fiskus als Verwalter
des Staatsvermögens; ärarisch [e'ra:nj] <Adj.; o. Steig.):
das Ärar betreffend, aus ihm stammend, zu ihm gehörend;
staatlich; Es waren -e Schimmel, jeder auf dem linken
Auge blind geworden (J. Roth. Kapuzinergruft 32).
Araukarie [ar^ika:rp], die; -, -n [nach der chilen. Provinz
Arauco): Vertreter einer der beiden auf der Südhalbkugel
vorkommenden Gattungen der Araukariengewächse mit zum
Teil bis kindskopfgroßen Zapfen; eine als Zierpflanze
bekannte Art der A. ist die Zimmertanne.
Arazzo[a'rat$o].der; -s, ...zzi [ital. arazzo. nach der nordfrz.
Stadt Arras): gewirkter Bildteppich.
Arbeit ['arbeit], die; -. -en [1 c: mhd. ar(e)beit, ahd. ar(a)beitj:
I. a) Tätigkeit mit einzelnen Verrichtungen. Ausführung
eines Auftrags; eine leichte, zeitraubende, dringende,
verantwortungsvolle, interessante A.; die -en ruhen, stok-
ken, können beginnen; die A. am Staudamm geht voran,
vorwärts; diese A. geht mir leicht von der Hand; diese
A. sagt ihm zu. fällt ihm schwer, wächst ihm über den
Kopf; die A. läuft uns nicht davon (scherzh.; wir brauchen
uns nicht damit zu beeilen); eine A. planen, überwachen,
organisieren, übernehmen, ausfuhren, verrichten,
erledigen, unterbrechen, abschließen; du mußt dir die A.
einteilen; jmdm. eine A. abnehmen: an die A. gehen; ich mache
mich jetzt an die A.; mit A. überhäuft sein; über einer
A. sitzen: 'ganze/gründliche A. leisten, tun. (ugs.:) machen
ieiwas so gründlich tun. daß nichts mehr zu tun übrigbleibt;
oft im negativen Sinn); b) <o. PI.) das Arbeiten. Schaffen.
Tätigsein; das Beschäftigtsein mit etwas; körperliche,
geistige A.; schöpferische A.; die demokratische A. der Parteien;
gute A. leisten; viel A. haben (viel arbeiten müssen); seine
A. tun. machen (so arbeiten, wie es sich gehört); Die
Arbeiter gingen wieder an die A.; mit der A. aufhören;
U die A. der Maschine geht fast lautlos vor sich; R der/die
hat die A. nicht erfunden (er/sie strengt sich nicht gerne
an); Spr nach getaner A. ist gut ruh[ejn; *etw. in A. geben
erw. anfertigen, machen lassen); einen Anzug [bei einem
Schneider] in A. geben; etw. in A. haben (an etwas zur
Zeit arbeiten; mit der Anfertigung von etwas gerade
beschäftigt sein); in A. sein (gerade hergestellt, gemacht werden);
c) <o. PI.) Mühe. Anstrengung; Beschwerlichkeit. Plage;
das war eine ziemliche, tüchtige A.; du hast dir [damit,
dadurch] unnötige A. gemacht; keine Mühe und A.
scheuen: das macht, verursacht, erfordert, kostet viel A.; d)
• o. PI.) Berufsausübung. Erwerbstätigkeit; eine erträgliche,
unterbezahlte A.; A. suchen, finden; seine A. verlieren;
A. haben (nicht arbeitslos sein); unsere Firma hat A.
hat Aufträge); er nahm A. bei ihm; einer [geregelten]
A. nachgehen (berufstätig sein); (ugs.:) auf A. gehen; er
geht in seiner A. ganz auf; ohne A. sein (arbeitslos sein);
von der A. kommen; zur A. gehen, fahren; Spr jede A.
tst ihres Lohnes wert; *[bei imdm.] in A. seinv stehen (bei
ßmht.J beschäftigt, angestellt sein); von seiner FUnde A.
hfcen (geh.; sich seinen Lebensunterhalt selbst mühsam
verdienen). 2. <o. PI.) (Sport) körperliche Vorbereitung auf
bestmimte Leistungen; Training; die A. am Sandsack, mit
der Hantel; er beaufsichtigte die A. an den Geräten.
1 <o. PI.) a) (Pferdesport) der Ausbildung eines Pferdes
Ar seinen jeweiligen Verwendungszweck dienende
Beschäftigung mit dem Pferd; die A. an der Longe, an der Hand;
Daß ein Vollblut durch die A. nun heftiger wird (Deringer.
Eide 17); b) (Jagdw.) Abrichtung u. Führung eines
Jagdhundes, dessen Einübung in der Suche nach Wild; die A. mit
emem Leithund auf der Schweißfährte. 4. a) als Ergebnis
einer Betätigung entstandenes Werk; Erzeugnis. Produkt;
emc fleißige, sorgfältige, bahnbrechende, grundlegende A.;
bandgefertigte -en; seine -en erregten Aufsehen; eine A.
abliefern, veröffentlichen; Junge Künstler stellten ihre -en
aus: Ü das ist bestellte Arbeit (dahinter steckt Absicht.
das war geplant); * nur halbe A. machen (etwas nur
unvollkommen ausführen); b) Klassenarbeit; der
Geographielehrer Balzer ließ überraschend eine A. schreiben; Klaus hat
die A. in Mathematik nicht mitgeschrieben; c) Werk in
seiner Beschaffenheit, in der Art seiner Ausführung;
Gestaltung: eine saubere, tadellose A.; getriebene -en; diese Vase
ist eine italienische A.; eine A. aus Silber, in Marmor;
Edle A.. Löwenfuße aus Bronze (Feuditwanger. Erfolg
236). 5. (Physik) (in der Mechanik) Produkt aus der an
einem Körper angreifenden Kraft u. dem unter ihrer
Einwirkung von dem Körper zurückgelegten Weg (wenn Kraft
u. Weg in ihrer Richtung übereinstimmen).
^rbeit-, Arbeit- (vgl. auch: arbeiter-. Arbeiter-; arbeits-.
Arbeits-): -erleichternd, (auch.) arbeitserleichternd <Adj.>:
eine -e Erfindung; ^erschwerend, (auch:)
arbeitserschwerend <Adj.); -ersparend, (auch:) arbeitsersparend <Adj.);
-geber, der: Person (Betrieb. Institution), die Arbeitskräfte
gegen regelmäßige Bezahlung beschäftigt u. dadurch
Gewinne erzielt (wird nicht auf die sozialistische Wirtschaft
angewandt; Ggs.: Arbeitnehmer): die soziale Verpflichtung der
A..dazu: -geberseite, die <o. PI.): die A. vertreten,
-geberverband, der: Die Arbeitgeberverbände in Deutschland
waren ursprünglich als Antistreikvereine ... gedacht (Fraen-
kel. Staat 275); -nehmer, der: jmd.. der in einem abhängigen
Arbeitsverhältnis steht, als nicht Selbständiger gegen
regelmäßige Bezahlung arbeitet (wird nicht auf die sozialistische
Wirtschaft angewandt; Ggs.: Arbeitgeber): der
Zusammenschluß der A. in Gewerkschaften, dazu: -nehmerorganisa-
tkm, die; -nehmerschaft. die; -: Gesamtheit der
Arbeitnehmer, -nehmerseite. die <o. PL): ein Vertreter der A.. -neh-
mervertretung.die: die A. blieb bei den Tarifverhandlungen
diesmal hart; -sparend, (auch:) arbeitssparend <Adj.): eine
-e Methode; -suche, die: t Arbeitssuche; -suchend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): eine Arbeit. Stellung, berufliche
Beschäftigung suchend; <subst.:) -suchende, der u. die <Dekl.:
t Abgeordnete).
arbeiten [arb^jtn] <sw. V.; hat) [mhd. ar(e)beiten. ahd.
ar(a)beiten): 1. a) Arbeit leisten, verrichten; tätig sein;
körperlich, geistig a.; gewissenhaft, unermüdlich, fleißig,
ehrenamtlich, den ganzen Tag a.; am Schreibtisch a.; an
einem Roman. Manuskript a. (mit dessen Herstellung
beschäftigt sein); der Schauspieler hat viel an sich gearbeitet
(hat sich viel mit der Ausbildung seiner künstlerischen
Fähigkeiten beschäftigt); für. gegen Geld (gegen Bezahlung)
a.; andere für sich a. lassen (andere die eigene] Arbeit
machen lassen); mit den Händen, mit dem Kopf a.; nach
einer Vorlage a.; unter schlechten Bedingungen a.; unter
Tarif (zu billig) a.; <subst.:> Jmdn. am Arbeiten hindern;
Ü Da arbeitet selbst die Börse nicht (ist selbst die Börse
geschlossen; Remarque. Obelisk 208); sein Geld a. lassen
(es gewinnbringend anlegen); b) beruflich tätig, beschäftigt
sein: nur halbtags a.; auf dem Bau. bei der Bahn, in
einer Fabrik a.; er arbeitet als Monteur, fürs Femsehen;
wir arbeiten in drei Schichten, im Akkord; die arbeitende
Bevölkerung; c) sich mit jmdm.. etw. befassen u. darüber
schreiben]: erarbeitet über Brecht, über den
Expressionismus; d) <a. + sich) sich in bestimmter Weise arbeiten
(lab) lassen: es arbeitet sich gut in diesem Betrieb,
mit diesem Gerät; es arbeitet sich ungestörter, wenn alle
Kollegen weg sind. 2. a) sich für etw. einsetzen; auf ein
bestimmtes Ziel. Ergebnis hinarbeiten: für eine bessere
Zukunft, für den Frieden a.; an der Lösung einer Aufgabe,
an der Durchsetzung einer Idee a.; b) jmdm.. einer Sache
zu schaden suchen; sich gegen jmdn.. erw. zur Wehr setzen:
an jmds. Vernichtung. Untergang a.; gegen das Regime,
einen Nebenbuhler a. 3. a) alle Kräfte aufbieten, gegen
etw. anzukommen suchen: Auf dem einzigen flachen Teil
der Strecke... arbeitete sie mächtig mit den Stöcken (Mae-
gerlein. Piste 81); Ü das Schiff arbeitet schwer in der
Dünung; b) <a. -I- sich) einen Weg zu einem Ziel hin] mühevoll
zurücklegen; sich durch das Gebüsch a.; dann arbeitest
du dich immer tiefer in den Schacht; Ü sich in die Höhe,
nach oben a. (sich wirtschaftlich, sozial hocharbeiten). 4.
<a. + sich) a) durch Arbeit, körperliche Anstrengung in
einen bestimmten Zustand gelangen: sich müde, krank a.;
du mußt dich erst warm a.; b) sich körperlich so sehr
betätigen, daß ein Körperteil in einen bestimmten Zustand
gerät: sich (Dativ) die Hände wund a.; ich habe mir
den Rücken lahm gearbeitet. 5. in Funktion. Bewegung.
Tätigkeit sein; in Betrieb, in Gang sein: das Herz des
Patienten arbeitet regelmäßig; die Anlage. Maschine arbeitet
vollautomatisch; in der Tiefe arbeitet bedächtig das Grund-
2*
179
Arbeiter
wasser (Kusenberg. Mal 69); Ü das Holz arbeitet (verzieht
sich); der Wein. Most arbeitet (gärt); der Teig arbeitet
(gehtauf); seine Backenknochen arbeiteten (Apitz, Wölfe
90). 6.jmdm. zu schaffen machen, jmdn. innerlich
beschäftigen; die Kränkung arbeitete in ihm. 7. (Sport) sich
körperlich auf bestimmte Leistungen vorbereiten; trainieren: mit
den Hanteln, am Sandsack a.; Spitzensportler müssen hart
a. 8. a) (Pferdesport) (ein Pferd für seinen jeweiligen
Verwendungszweck) ausbilden, zureiten, dressieren: bei der
Handarbeit wird das Pferd dressurmäßig vom Boden aus
gearbeitet; b) (Jagdw.) (einen Jagdhund) abrichten u.
führen, in der Suche nach Wild einüben: einen Schweißhund,
einen dressierten Vorstehhund a. 9. (bes. Handw.)
anfertigen, herstellen: ein Kostüm auf Maß. auf Taille a.; welcher
Schneider hat diesen Anzug gearbeitet?; wo. bei wem lassen
Sie a.?; eine Schale in Ton. in Silber a.; <Abl. zu 1:>
Arbeiter. der; -s. - [mhd. arbeiter = Tagelöhner.
Handwerker]: a) jmd.. der körperlich od. geistig in bestimmter
Weise I tätig ist: er ist ein langsamer, schneller, gewissenhafter
A.; b) Arbeitnehmer, der überwiegend körperliche Arbeit
leistet; Lohnarbeiter, (heute vorwiegend:) Industriearbeiter:
ein ungelernter, angelernter, gelernter A.;
[gewerkschaftlich] organisierte A.; die A. ausbeuten, am Gewinn
beteiligen; die Interessen der A. vertreten.
Arbeiter-, Arbeiter- (vgl. auch: arbeit-. Arbeit-, -arbeits-.
Arbeits-): -aktie. die: svw. t Belegschaftsaktie; -ameise.
die (Zool.): Arbeiterin (2) bei Ameisen; -aufstand, der;
-ausstand, der: svw. t Streik; -bauer, der: Landwirt, der
hauptberuflich in der Industrie u. nebenberuflich in der
Landwirtschaft tätig ist; -berufssdwle. die: Sonderberufsschule
fürberufspflichtigeHilfsarbeiter; -bevölkening.die <o. PL):
überwiegend] aus Arbeitern bestehende Bevölkerung; *4>e-
wegung. die <o. PI.) (Politik): im 19. Jh. sich entwickelnde,
gegen die besitzenden Klassen u. deren polit. Vertreter
gerichtete, auf Verbesserung der ökonomischen, sozialen u.
polit. Verhältnisse abzielende, organisierte Bestrebungen der
abhängigen Lohnarbeiter: das Ursprungsland der
modernen A. ist England; -biene. die (Zool.): Arbeiterin (2)
bei Bienen; -bildung, die <o. PI.): im Zusammenhang mit
der Arbeiterbewegung entstandene Bestrebungen, den
Arbeitern durch allgemeine, bes. polit. u. berufliche Weiterbildung
soziale Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen; -demonstratioa,
die; -denkmal, das (ugs. scherzh.): jmd.. der gerade auf
sein Arbeitsgerät gestützt untätig dasteht; --dichter, der:
dem Arbeitermilieu entstammender Dichter; Arbeiter, der
Dichtungen verfaßt, die vor allem die sozialen Probleme
u. politischen Kämpfe der Arbeiterschaft behandeln;
Züchtung, die: von Arbeiterdichtern verfaßte Dichtung; -fohrkar-
te, die: kurz für t Arbeiterrückfahrkarte; -familie. die: nur
wenige Studenten kommen aus -n; -feindlich <Adj.): -e
Maßnahmen; ^Testspiele <P1.) (DDR): jährlich
stattfindende Theater veranstaltungen, die im wesentlichen von
Laienensembles aus Betrieben bestritten werden; -forelle, die (früher
ugs. scherzh.): Hering; -frage, die <o. PI.): Problemkreis,
der die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft beinhaltet;
-freundlich <Adj.): seine Äußerungen klangen nicht gerade
a.; -fuhrer, der; -funktionär, der; -gewerkschaft, die:
Gewerkschaft, deren Mitglieder überwiegend Arbeiter sind;
-bochschule, die: Akademie, die berufserfahrene
Arbeitnehmer vorwiegend auf den Gebieten der Wirt Schafts- u.
Sozialwissenschaften u. des Rechts fortbildet; -Interessen <P1.);
-Jugend, die: meist organisierte, der Arbeiterschaft
entstammende od. ihr nahestehende Jugendliche, dazu:
-Jugendbewegung, die <o. PI.): nach 1900 in verschiedenen
Verbänden u. Vereinen organisierte Bewegung der Arbeiterjugend.
-Jugendorganisation, die: Organisation der Arbeiter
Jugendbewegung. -Jugendverband, der; -kind. das: Kind aus einer
Arbeiterfamilie; -klasse. die <o. PI.): gesellschaftliche
Schicht der Arbeiter: der Kampf der A. um Verbesserung
der sozialen Bedingungen; -kolonie, die: Heimstätte, in
der Menschen Aufnahme finden, die arbeitslos u. ohne festen
Wohnsitz, aber arbeitswillig sind; -kontrolie. die (DDR):
Organ, das zur Kontrolle der Produktionsbetriebe eingesetzt
ist; -kontrolleur. der (DDR): jmd.. der für die
Arbeiterkontrolle tätig ist; -lied, das: Kampflied der
Arbeiterklasse; -massen <P1.>: Vor 1848 ... begeisterte der
Sozialismus nur gelegentlich die A. zu sporadischen Aktionen
(Fraenkel. Staat 306); -milieu. das; -Organisation.
die: eine der im Zuge der Arbeiterbewegung entstandenen
Organisationen (wie Partei. Gewerkschaft, Verband)% in
denen sich die Arbeiter zusammenschlössen; -partei. die:
polit. Partei, die die Interessen der Arbeiter vertritt u. deren
Mitglieder überwiegend Arbeiter sind; -pfarrer, der: ev.
Pfarrer, der neben einem Gemeindepfarrer in einem
Industriebezirk tätig ist u. der sich durch zeitweilige Arbeit
in einer Fabrik. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft u. a.
um besondere Verbundenheit mit den Arbeitern bemüht;
-Priester, der: kath. Priester, der als gewerblicher Arbeiter
zusammen mit anderen Arbeitern unter deren
wirtschaftlichen, sozialen u. gewerkschaftlichen Bedingungen tätig ist;
^rat der: in einigen kommunist. Ländern Vertretungsorgan
der Belegschaftsmitglieder in Betrieben u. Unternehmen:
Arbeiterräte wurden 1950 in Jugoslawien geschaffen; -r$ft-
tenversichening, die <o. PI.) (Bundesrepublik
Deutschland): Zweig der gesetzlichen Sozialversicherung, mit
Pflichtversicherung aller Arbeiter sowie der ihnen durch
Gesetz gleichgestellten Personen; -rikfcfahrkarte, die (Ei-
senb.): früher für f Berufstätigenrückfahrkarte;
-Schriftsteller, der: dem Arbeitermilieu entstammender
Schriftsteller; Arbeiter, der Schriften verfaßt, die vor allem die sozialen
Probleme u. polit. Kämpfe der Arbeiterschaft behandeln;
-seelsorge, die (kath. Kirche); -Sekretär, der (früher):
Gewerkschaftsfunktionär im Arbeiter Sekretariat; -Sekretariat,
das (früher): von einer Arbeiterorganisation eingerichtete
Auskunftsstelle für Mitgliederberatung in Fragen des
Arbeits- und Sozialversicherungsrechts; -Selbstverwaltung, die:
Verwaltung von Betrieben u. Institutionen durch die darin
beschäftigten Arbeiter; -Siedlung, die; -söhn, der; -Stadt,
die: stadtähnliche od. städtische Industriesiedlung mit meist
geringen Umlandbeziehungen und nur schwach entwickeltem
Geschäftsleben; -stand, der: dem A. angehören; -Student.
der (DDR): Student, der Arbeiter war; -theater. das
(DDR); -turn- und -Sportbewegung, die (früher):
eigenständige, von den übrigen Turn- und Sportverbänden unabhängig
entstandene Turn- und Sportbewegung der deutschen
Arbeiterschaft: -Unfallversicherung, die <P1. selten); Minruhen
<P1>: A. brachen wiederholt aus; -verein, der:
/konfessionell od. polit. gebundener] Kultur-. Sport-. Geselligkeits-
od. Wohlfahrtsverein innerhalb der Arbeiterbewegung; ~ver-
sammhmg, die; -Vertretung, die; -veteran, der (DDR):
verdienter alter Arbeiter; -viertel, das: bes. von Arbeitern
bewohntes Stadtviertel; ^vorort, der: vgl. t ^viertel;
^Vorstadt die; -Wochenkarte, die (Eisenb.): ermäßigte Fahrkarte
für eine Woche; -Wohlfahrt, die <o. PI.): Verband der freien
Wohlfahrtspflege, der Heime. Kindergärten u.
Beratungsstellen unterhält; -wohngemeinde, die: Gemeinde, in der
die gewerblich orientierten Erwerbstätigen gegenüber
denjenigen der Land- u. Forstwirtschaft stark überwiegen;
-Wohnung, die; -zeit, die: nach der REFA-Lehre diejenige Zeit,
in der der arbeitende Mensch dem Betrieb auf Grund eines
Arbeitsvertrages zur Ausführung der vereinbarten Tätigkeit
zur Verfügung steht; -zeitimg, die; -zug, der (Eisenb.):
Zug. der bes. Arbeiter befördert.
Arbeiterin, die; -. -nen: 1. weiblicher Arbeiter. 2. (Zool.)
unfruchtbare weibi Biene. Ameise, Termite; Arbeiterschaft,
die; -. -en <P1. selten): Gesamtheit der Arbeiter: die
deutsche, die hessische A.; Er finanzierte Studien über Probleme
der italienischen -en (MM 18. 3. 72. 33); bei. in. unter
der A. breitete sich Unzufriedenheit aus.
Arbeiter-und-Bauen>- -Fakultft. die (DDR): einer
Hochschule zugehörende Bildungsanstalt, die jüngeren Arbeitern
u. Bauern eine fakultätsgebundene Hochschulreife
vermittelt; Abk.: ABF; ^Inspektion, die <o. PI.) (DDR): dem
ZK der SED u. dem Ministerrat der DDR
rechenschaftspflichtiges Organ der staatlichen u. wirtschaftlichen
Kontrolle; Abk.: ABI; -Macht, die <o.Pl.) (DDR): sozialistischer
Staat, dessen Macht auf dem marxistisch-leninistisch zu
verstehenden Bündnis der Arbeiter- u. Bauernklasse u. der
Diktatur des Proletariats beruht; -Regierung.die (DDR);
-Staat, der.
Arbeiter- und-SoJdgten-Rat, der* -[eis. -Räte: von Arbeitern
u. Soldaten zur revolutionären Übernahme der Staatsleitung
gewählte Vertretung (bes. in Rußland 1905 u. 1917 u. in
Deutschland während der Novemberrevolution 1918).
Arbeits-. Arbeits- (vgl. auch: arbeit-. Arbeit-; arbeiter-,
Arbeiter-): -ablauf. der (zu Arbeit 1): den A. regeln, stören,
unterbrechen; eine Unterbrechung im A.; -abschnitt, der;
-aktie, die: Aktie, die an Belegschaftsmitglieder einer AG
ausgegeben wird, um diese auf Grund ihrer Arbeitsleistung
am Gewinn des Unternehmens zu beteiligen; -ameise. die
180
arbeits-, Arbeits-
(Zool.): unfruchtbare weibliche Ameise, die Arbeiten
verrichtet; Munt, das: Behörde der Arbeitsverwaltung mit den
Aufgaben der Arbeits- u. Berufsberatung* -Vermittlung, -förde-
rung u, der Arbeitslosenhilfe; -anfall. der <o. PI.): das
Anfallen von Arbeit; anfallende Arbeit; -anfang. der <P1.
selten) (Ggs.: Arbeitsende. -Schluß); -Angebot, das: die
< im Anzeigenteil der Zeitung überfliegen; -anleftung,
die: der Lehrer gab [ihm] eine genaue, ausführliche A.;
sich an die A. halten; -anstatt, die: svw. t-haus; -antritt
der <P1. ungebr.X* Beginn einer beruflichen Tätigkeit; ^«n-
wehung, die: Vorschrift od. verbindliche Anleitung, die
angibt, wie eine Arbeit / im einzelnen J auszuführen ist; —anzug,
der, -atmosphftre,die <P1. selten): eine nüchterne,
anregende, gute A. bieten; die A. der Büros, in den Laboratorien;
^auflanung, die: innere Einstellung zu seiner Berufsarbeit
m bezug auf deren gewissenhafte Erledigung: eine
vorbildliche A.; -aufläge, die (Jugendstrafrecht): Auflage,
bestimmte Arbeiten durchzuführen; -auftrag, der; -aufwand,
der: etw. mit großem, geringem A. durchführen, erreichen;
der A. für etw.; -ausfell, der: ein A. von einigen Stunden;
den A. wieder wettmachen; Rückgang des
witterungsbedingten -s; -ausrüstung. die; -aussdiuß, der: arbeitsfähiger
Ausschuß, der sich mit einem begrenzten Sachbereich befaßt:
einen A. bilden; mit diesem Problem soll sich ein A. von
Parlamentariern befassen; -ausweb. der: Ausweis über
[behördlich genehmigte! berufliche Tätigkeit; -bedingungen
<P1.): gute, günstige A. antreffen; unter erschwerten A.
arbeiten müssen; -befreiung. die; -beginn, der (Ggs.:
Arbeitsende. -Schluß); -behörde. die: Einrichtung, in deren
Zuständigkeit Arbeitsgerichtsbarkeit. Arbeitsvermittlung.
Arbeitslosenversicherung u. a. fallen; -belastung, die: eine
übermaßige. geringe, erhöhte A.; -berekh. der. seltener:
das: 1. Gebiet, auf dem man arbeitet: diese Aufgabe fällt,
gehört in Ihren A. 2. Bereich, in dem jmd. od. etw. arbeitet:
der A. (Technik: Aktionsradius) eines Krans;
Deckenstrahler in der Lichtschiene werfen gerichtetes Licht auf die
< (Wohnfibel 34); -bericht. der: Bericht über geleistete
Arbeit: den monatlichen A. vorlegen; -beschaffüng, die:
öffentliche Bereitstellung od. Subventionierung von
Arbeitsplätzen, bes. bei allgemeiner Arbeitslosigkeit, dazu: ^be-
tchaffungsmaßnahme. die (meist PI.), -beschafÜHiespro-
gramm. das; -besdteinigung. die: Bescheinigung über
berufliche Tätigkeit; -besprechung. die: es finden regelmäßige
-en statt; zu einer A. zusammenkommen; -besuch, der
(Politik): / informeller] Besuch zur gemeinsamen Arbeit an
einer Aufgabe, Frage: der Minister flog zu einem A. nach
Paris; -bewußtsein* das: vgl. -auftassung: ein hohes,
vorbildliches A.; -biene. die (Zool.): unfruchtbare weibliche
Biene; Ü sie ist eine richtige A. (fleißige Arbeiterin; oft
abwertend: hat nur Sinn für ihre Arbeit); -brigade, die
(DDR): für eine bestimmte Arbeit zusammengestellte
Gruppe von Arbeitern: -n aufstellen; -buch, das (früher): eine
.Art Heft, in das alle Arbeitsverhältnisse eines Arbeiters
od. Angestellten durch das Arbeitsamt eingetragen wurden;
-bahne, die (Technik): Plattform (mit Geländer) zum
Ausführen von Arbeiten in größerer Höhe: eine fahrbare,
drehbare, schwenkbare A.; die Oberleitung von einer A. aus
reparieren; -dauer. die; -dienst, der: 1. nicht voll entlohnte,
freiwillige od. gesetzlich erzwungene körperliche Arbeit im
Dienst der Allgemeinheit: A. leisten; Jmdn. zum A.
heranziehen. 2. %) für den Arbeitsdienst (1) zuständige Organisation:
der Freiwillige A. der Regierung Brüning; b) kurz für
'Reichsarbeitsdienst.dazu:-dienstpflkht.die<o. PI.) (ns.);
Direktor, der: / in der Montan- u. in der eisen- u.
stahlerzeugenden Industrie 1 Direktor für Personalwesen u. Soziales,
der einerseits Vorstandsmitglied einer Gesellschaft ist.
andererseits im Rahmen der Mitbestimmung die Belange der
Arbeitnehmer zu wahren hat: Sozialdirektor; -disziplin. die:
eine vorbildliche, gute, schlechte A.; -etfer. der: mit viel
A. anfangen; verbissenen A. an den Tag legen; -einheit.
die: I. (DDR) Maßeinheit für Arbeitsleistung: die LPG
zahlte je A. ... 11.45 DM (Neues D. 10. 6. 64. 2). 2.
s\w. f Baueinheit. 3. Maßeinheit für physikalische Arbeit;
^«Mummen, das: Einkommen aus körperlicher od. geistiger
Arbeit; -einsparung, die: A. durch Automatisierung; -ein-
flfcfluBtdie: 1. Niederlegung der Arbeit, Streik:
demonstrative -en in den metallverarbeitenden Betrieben. 2. vgl.
-auflassung: eine vorbildliche A. zeigen; -einteilt*«, die:
durch gute A. hat er Zeit gespart; -elan, der; -elefant.
der: zu Arbeitsleistungen abgerichteter Elefant:
Arbeitsund Kriegselefanten; -ende, das (Ggs.: Arbeitsanfang,
-beginn); -entgelt. das; -enthusiasmus. der; -erfahrung.
die: ein Techniker mit großer A.; über seine -en berichten;
-ergebnte, das: -se vorlegen; -erbubnis, die: eine A.
erteilen; um A. nachsuchen; -erleichternd <AdJ.): seltener für
t arbeiterleichternd; -erlekhtenmg. die: diese Erfindung
bedeutet eine große A. für die Hausfrau; -erschwerend
<Adj.): seltener für t arbeiterschwerend; -ersparend <AdJ.):
seltener für f arbeitersparend; -ersparnis. die: eine große
A. durch Rationalisierung erzielen; -ertrag, der; -essen,
das (bes. Politik): mit Arbeitsgesprächen verbundenes
gemeinschaftliches Essen: den Auftakt der Konferenz bildete
ein A. der vier Außenminister; -ethos. das (bes. Philos..
Päd.): im Ethisch-Sittlichen gegründetes Verhälmis zur
beruflichen Arbeit: das A. des Lehrers, der Kalvinisten;
-exemplar, das: Exemplar, insbes. Buch, mit dem jmd.
arbeitet od. das jmd. bearbeitet: Jeder Redakteur hat ein
A. (des Dudens] zur Verfügung; Korrekturen in ein A.
eintragen; -extensiv <Adj.) (Wirtsch.): zum geringeren Teil
durch den Produktionsfaktor Arbeit bestimmt (Ggs.:
arbeitsintensiv): -e Bewirtschaftung; -fähig <Adj.; nicht adv.):
in der Lage zuarbeiten (Ggs.: arbeitsunfähig): eine -e
Regierung; vom Arzt a. geschrieben werden; <subst.:) die Zahl
der Arbeitsfähigen, dazu: -ffihigkeit. die <o. PI.) (Ggs..
Arbeitsunfähigkeit): der Arzt hat ihm seine volle A.
bestätigt; -fanatismus, der; -feld. das (geh.): Gebiet, auf dem
man arbeitet, das man bearbeitet; Arbeitsgebiet.
Aufgabenbereich: Jmdm. eröffnet sich ein neues, reiches, weites A.;
-fieber.das: fieberhafter Arbeitseifer: das A. packte, ergriff
ihn; -frei <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): von beruflicher
Arbeit frei: einen -en Tag haben; [einen Tag] a. haben,
bekommen; heute ist a.; -freude, die: etw. regt die A.
an. dazu: -freudig <AdJ.): eine -e Kollegin, dazu: -freudig-
kett. die; -frieden, der. (geh. auch.) -friede
(Bundesrepublik Deutschland): dem Arbeitsrecht gemäßer konfliktfreier
Zustand des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber u.
Arbeitnehmer: den Arbeitsfrieden wiederherstellen,
beeinträchtigen, für beendet erklären; -front, die; -: kurz für: Deutsche
Arbeitsfront (Abk.: DAF; ns.): der NSDAP
angeschlossener Verbandaller Berufstätigen (einschließlich der
Arbeitgeber); -frühstück, das: vgl. -essen; -gang, der: 1.
abgeschlossener Teil eines größeren Arbeitsvorgangs: die
einzelnen Arbeitsgänge bei der Herstellung von etw. überwachen:
Zählen und Sortieren in einem A. abwickeln. 2. <o. PI.)
(selten) Fort]gang einer Arbeit: jmdm. den A. erklären;
-gebiet, das: Gebiet, auf dem man arbeitet, das man
bearbeitet; Aufgabenbereich. Arbeitsfeld: jmdm. ein A. zuweisen,
übertragen; jmdm. erschließt, eröffnet sich ein neues A.;
-gemetochaft. die: 1. Gemeinschaft, Gruppe, die mit einer
bestimmten Arbeit. Aufgabe beschäftigt ist: die
naturwissenschaftlichen -en an den Schulen; eine A. von Architekten;
eine A. bilden, gründen: Abk.: Arge. 2. (seltener)
Gemeinsamkeit. Gedanken- u. Erfahrungsaustausch bei der Arbeit.
Aufgabenteilung bei gemeinsamer Arbeit: er hat das Werk
in ständiger A. mit anderen Fachgelehrten geschrieben;
-genehmig», die: die Behörde erteilte dem Ausländer
eine A.; eine A. für zwei Jahre erhalten; -genösse, der
(veraltend): svw. -kollege; -gerät, das: 1. zu Gerät (1): der
Geigerzähler, ein A. des Umweltschützers. 2. zu Gerät
(2): ein Schuppen mit A.; -gericht. das: Gericht, das für
arbeitsrechtliche Streitigkeiten zuständig ist. dazu:
-gerichtlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): zu solchen Fällen gibt
es zahlreiche -e Entscheidungen, -gerichtsprozeß. der; -ge-
staltung, die; -grundlage. die: Grundlage. Basis, auf der
man arbeitet, von der man bei der Arbeit ausgeht: ein
Unternehmen auf eine [vernünftige] A. stellen; -gruppe. die:
Personengruppe, die gemeinsam [u. arbeitsteilig] an etw.
arbeitet, etw. bearbeitet; -haus, das: Besserungs- u.
Strafanstalt mit Arbeitszwang: der Richter ordnete zwei Jahre
A. an; Das A.. bisher für arbeitsscheue Kleindelinquenten
wie Bettler. Dirnen und Landstreicher, wird abgeschafft
(MM 30./31. 8. 1969. 16); jmdn. in ein A. einweisen;
-hilfe. die: Hilfe bei der Arbeit: Bücher und andere -n
für den Schüler; -hose, die: eine A. aus blauem Drillich;
-hub, der: dritter Takt (Verbrennungs- u. Antriebsphase)
bei einem Viertaktmotor; Arbeitstakt (1); -hygiene. die.
dazu: -hygienisch <Adj.; o. Steig.); -hypothese, die:
vorläufige Hilfsannahme, die der weiteren Arbeit zugrunde gelegt
wird: diese vorläufig nur als A. aufgestellten
Behauptungen: -lnspektion« die: in Österreich u. in der Schweiz staat-
181
arbeits-, Arbeits-
liches Organ zur Durchführung der
Arbeitsschutzgesetzgebung: Gewerbeaufsicht: -Instruktion, die: Arbeitsanweisung,
-anleitung: der Chef gab den Männern -en; -intensiv <Adj.)
(Wirtsch.): zum größeren Teil durch den Produktionsfaktor
Arbeit bestimmt (Ggs.: arbeitsextensiv): das
Rübenverziehen ist eine -eTätigkeit; -Jacke.die; -jubiUum, das: Jahres-
tag des sehr langen Tätigseins bei ein u. demselben
Arbeitgeber: sein 40jähriges A. begehen (besser: das Jubiläum der
40jährigen Zugehörigkeit...); -kamerad, der; -kämpf, der:
Anwendung kollektiver > Kampf] maßnahmen (insbes.
Streik, Aussperrung. Boykott) der Arbeitnehmer gegen die
Arbeitgeber u. umgekehrt zur Durchsetzung von
Forderungen, die bes. die Lohn- u. Arbeitsbedingungen betreffen.
dazu: -kampftnaßnahme,die (meist PI.); -kfttd.der; -klei-
dung, die; -klkna. das <o. PI. >: durch ein bestimmtes
gemeinschaftliches Verhalten bei der Arbeit geprägte Stimmung.
Atmosphäre: in diesem Betrieb herrscht ein gutes A.; -khrft,
die (ugs.): Arbeitskleidung, -anzug; ^kollege, der;
-kollektiv, das (DDR): Arbeitsgruppe. Arbeitsgemeinschaft:
-kommando, das: abkommandierte Personengruppe, die
einebestimmte Arbeit ausführen soll: die -s rücken aus; -kon-
flikt, der: kollektiver Konflikt zwischen Arbeitnehmern u.
Arbeitgebern (vgl. -kämpf): der A. wurde beigelegt; -korb,
der. <Vkl.:> -körbchen, das (veraltet): Handarbeitskorb:
-kosten <P1.>: sämtliche Aufwendungen eines Betriebs für
den Produktionsfaktor Arbeit: -kraft, die: 1. Kraft zu
geistiger u./od. körperlicher Arbeit. Leistungskraft: eine
unverwüstliche A. besitzen: jmds. A. beanspruchen: die
menschliche A. durch die Maschine ersetzen. 2. Arbeit leistender
Mensch: er ist eine tüchtige A.; die [Neuleinstellung von
Arbeitskräften, dazu: -kräftelenkung, die <o. PI.) (DDR):
behördliche Lenkung der Ausbildung u. Verteilung der
Arbeitskräfte, -kräfteplan, der (DDR); -kreis, der:
Arbeitsgemeinschaft: einen A. bilden, gründen; A. deutscher
Bildungsstätten e. V.; -lager, das: Lager für Zwangsarbeiter:
im A. leben; er wurde zu 9 Jahren A. verurteilt; -ttrm,
der; -last, die: Last der geistigen u./od. körperlichen Arbeit:
eine erdrückende A. zu tragen haben; -leben, das <o.
PI.): ein erfülltes A.; -letstung, die: (in einer bestimmten
Zeit) erzieltes Arbeitsergebnis seiner Quantität [u.
Qualität! nach: geleistete Arbeit: Leistung. Aufwendung von
Arbeit: eine gewaltige A. vollbringen; das Medikament
steigert die A.; er steigerte seine A.; -lenkung, die: behördliche
Lenkung des Einsatzes u. der Verteilung der Arbeitskräfte;
-leute <P1. t-mann); -lied, das: 1. / GemeinschaftsJlied.
das körperliche Arbeit begleitet, einteilt, rhythmisch
gestaltet u. inhaltlich thematisiert. 2. Volkslied, volkstümliches
Lied, das körperliche Arbeit musikalisch u. inhaltlich
thematisiert: -lismer, der (Schweiz.): vgl. Lismer; -lohn, der:
(insbes. einmaliger, täglicher, wöchentlicher) Lohn für
Arbeits- u. Dienstleistungen: Jmdm. den. seinen A. [auslzahlen;
-los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. trotz Arbeitsfähigkeit
ohne berufliche Arbeit, beschäftigungslos, erwerbslos: er
war. wurde a. 2. meist in der Fügung -es Einkommen
(nicht an Arbeit gebundenes Einkommen):
Produktionsmittel, die ein auf Grund- oder Kapitalbesitz beruhendes
•es Einkommen garantieren (Fraenkel, Staat 303); <Subst.
zu 1:> Arbeitslose, der od. die; -n. -n <DekI. t Abgeordnete),
dazu: -losenfinorge« die: früher für f Arbeitslosenhilfe.
-losengeld, das <o. PI.): von der Arbeitslosenversicherung
(höchstens ein Jahr lang) an stellensuchende Arbeitslose
gezahltes Geld: die Arbeitslosenversicherung gewährt bei
unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ein A.; A. beziehen,
bekommen, beim Arbeitsamt beantragen, -losenheer, das: große
Zahl von Arbeitslosen, -losenhilfe. die <o. PI.): 1.
Organisation u. Durchfuhrung (insbes. öffentlicher) finanzieller Hilfe
zur Verhütung. Überbrückung. Beendigung von
Arbeitslosigkeit. 2. bedürftigen Arbeitslosen, die keinen Anspruch
[mehr] auf Arbeitslosengeld haben, von der Bundesanstalt
für Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenversicherung gewährte
finanzielle Hilfe, -tosenquote, die. -losenuntcrstützung,
die: früher Tür t Arbeitslosengeld, -losenversichenrng, die:
1. gesetzlich geregelte Pflichtversicherung gegen Nachteile
durch Arbeitslosigkeit. 2. staatliche Einrichtung. Anstalt
für Arbeitslosenversicherung (1). -losenzahl. die. -losenzif-
fer, die, -losigkeit. die; -: Erwerbslosigkeit: eine einjährige
ununterbrochene A.; die A. stieg; -lust, die <o. PI.): seine
A. steigt, nimmt zu. dazu: -lustig <AdJ.; nicht adv.): Lust.
Drang zur Arbeit verspürend; -maki, die <ns.): Mädchen
des untersten Dienstgrades im t Arbeitsdienst (2 b); -mangel.
der <o. PI.): Mangel an Arbeit: wir können nicht über
A. klagen; -mann,der: 1.<P1. ...männerod. ...leute)
(veraltet) Arbeiter(b). Handwerker. 2. <P1. ...männer) (ns.) Mann
des untersten Dienstgrades im f Arbeitsdienst (2 b); -mantel.
der: bei der Arbeit benutzter Mantel. Kittel; -mappe, die:
bei der Arbeit benutzte Sammelmappe: diese A. enthielt
einige Bleistiftskizzen. Aufsatzentwürfe; -markt, der:
Bereich der Wirtschaft, in dem sich Angebot von u. Nachfrage
nach Arbeit begegnen: die Lage auf dem A.; die Regulierung
des -es; -maschine, die: 1. Maschine, die Arbeit leistet
(Ggs.: Kraftmaschine) u. nicht dazu bestimmt ist. (insbes.
als Verkehrsmittel) Personen u. Güter zu befördern: Bagger.
Straßenwalzen und andere -n. 2. (abwertend) Mensch, der
seine Arbeit stur u. mechanisch verrichtet: am Fließband
wird der Mensch zur A.; -mäßig <AdJ.; o. Steig.; nicht
präd.): die Arbeit betreffend: die -en Voraussetzungen.
Belastungen; -material, das; -medizin, die: Sondergebiet
der Medizin, das sich mit dem Menschen beschäftigt, sofern
er den Einwirkungen des Arbeitsprozesses ausgesetzt ist.
dazu: -mediziner,der; -mensch, der: Mensch, der viel
arbeitet u. bei dem das Arbeiten im Mittelpunkt seines Lebens
steht; -methode, die: die -n der Germanistik. Technik;
-minister, der; -ministeriun. das; -mittel, das: Sand.
Zement als A. benutzen; die A. des Germanisten; -modeil.
das: Modell, das als Vorlage für die weitere Arbeit dient:
der Zahnarzt ließ ein A. des Kiefers anfertigen; eine
Autoparkanlage, die eine britische Firma ... vorerst als A.
vorstellt (Auto 6. 1965. 17); -mfiglichkeit, die: er hat eine
A. entdeckt, gefunden; -moral. die: Einstellung. Haltung
gegenüber der eigenen Arbeit: Jmds. hohe A. loben; eine
schlechte A. haben; die A. sinkt, steigt; -nadiweis, der:
1. Nachweis offener Arbeitsstellen. 2. behördliche
Arbeitsvermittlungsstelle; -neurose, die (Med.): durch Berufsarbeit
mitjbedingte Neurose; -niederlegung. die; -norm, die: 1.
für einen bestimmten Arbeitsvorgang (insbes. zur Ermittlung
des Akkords) festgesetzte Leistungseinheit. 2. (DDR)
vorgeschriebene Arbeitsleistung od. die für eine bestimmte
Leistung vorgeschriebene Zeit: die -en erhöhen; -normenver-
trag, der: Rechtsnormen setzender Teil eines Tarifvertrags;
-mnnung, die (DDR); -Ordnung, die: 1. (selten) Ordnung
bei der Arbeit; ordentliche Arbeit: Kinder zur A. erziehen.
2. Ordnung durch Ein- u. Verteilung der Arbeit: das
bürokratische System ist eine A. 3. durch Betriebsvereinbarung
zwischen Arbeitgeber u. Betriebsrat festgelegte Regelung
der Arbeitsbedingungen u. allgemeine Ordnung des
Betriebsablaufs; -Organisation, die: Organisation der Arbeit:
die A. verbessern; -ort, der: regelmäßige Fahrten zwischen
A. und Wohnort; -pAdagogik, die: 1. Erziehung durch
Arbeit u. zur Arbeit. 2. erziehungswissenschaftliche
Disziplin, die sich mit dem Problem der Erziehung unter dem
Aspekt der menschlichen Arbeit befaßt; -papier. das: 1.
(bes. Politik) Papier, dessen Inhalt der weiteren Arbeit
zugrundegelegt werden soll: der Minister hat ein A. vorgelegt.
2. <P1.) das bestehende u. die bisherigen Arbeitsverhältnisse
betreffende, vom Arbeitgeber verwahrte Papiere des
Arbeitnehmers: seine -e abgeben; sich seine -e geben lassen;
-pause.die; -pensum. das: mein tägliches A.; ein großes A.
bewältigen; -pferd. das: der Bauer spannt die -e an; Ü er.
sie ist ein A. (eine unermüdliche Arbeitskraft); -pflicht,
die: sittliche od. gesetzliche Verpflichtung zur Arbeit:
-Physiologie, die: Physiologie auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin;
-plan, der. -Planung, die; -platte, die: Platte zum
Verrichten von [Küchen]arbeiten; -platz, der: I.a) zum
Arbeiten bestimmter Platz: ein freundlicher A.; das Kind
braucht einen A.. an dem es seine Aufgaben macht; b)
Arbeitsstätte (2): sein letzter A. war das Deutsche Museum
in München. 2. Stellung, (berufliche) Beschäftigung: ein
gut bezahlter A.; freie Wahl des -es; Sicherung der
Arbeitsplätze; seinen A. verlieren, dazu: -pbtesicherung, die.
-platzstudie, die: Analyse der technischen Ausstattung eines
Arbeitsplatzes u. der damit verbundenen Beanspruchung der
menschlichen Arbeitskraft. -Platzvermittlung, die.
-Platzwechsel, der; -probe, die: Teil. Stück als Muster der
ganzen] Arbeit und ihrer Beschaffenheit: seiner Bewerbung
mehrere -n beifugen; -Produkt, das; -Produktivität, die
(Wirtsch.): Arbeitsertrag im Verhältnis zum Arbeitseinsatz:
die A. steigern; -Programm, das: ein A. aufstellen; das
A. der Regierung; -prozeß, der: Jmdn. in den A.
eingliedern; die zunehmende Differenzierung der
Arbeitsprozesse; -Psychiatrie, die: Psychiatrie des Arbeitslebens; -psy-
182
arbeits-, Arbeits-
chologie.die: Psychologie des Arbeitslebens; -pult, das
(veraltet): Pult zum Arbeiten (Lesen, Schreiben. Zeichnen);
-räum, der: (geschlossener) Raum, in dem gearbeitet wird;
-recht, das <o. Pl.>: Recht auf dem Gebiet der vertraglichen,
abhängigen Arbeit; Streitigkeiten auf dem Gebiet des -s.
dazu: -rech tler, der: Jurist auf dem Gebiet des Arbeitsrechts,
-rechtlich <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): dem Arbeitsrecht
entsprechend, darauf bezüglich, dazu gehörend; die -c
Literatur: ein -er Streitfall; -reich <Adj.; nicht adv.>: ein -es
Leben; die Woche war, verlief a.; -reserve, die (meist
Pl.>: Reserve an arbeitsfähigen Menschen; unerschöpfliche
-n; -rhythmus. der: aus dem A. geraten, kommen; der
A. einer Maschine; -rfchter, der: Richter für
arbeitsrechtliche Streitigkeiten; -richtlinie, die <meist Pl.>: Richtlinie
für die Arbeit; -richtung, die: Richtung u. zugehörige
Gesamtheit von Verfahrensweisen insbes. des wissenschaftlichen
Arbeitens; die Medizin spaltet sich in eine Vielfalt von
-en; -ruhe, die: das Ruhen der Arbeit aus besonderem Anlaß:
5 Minuten A.; -sache, die: 1. <PL> für die Arbeit gebrauchte
Sachen; seine -n vom Schreibtisch räumen. 2. <P1.> Arbeits-
kleidung; die -n anziehen. 3. (jur.) (Rechts)sache auf dem
Gebiet des Arbeitsrechts; -scheu <Adj.; nicht adv.>:
geregelter Arbeit abgeneigt, faul (Ggs.: arbeitswillig): -e Elemente.
Burschen; -scheu, die: Abneigung, Widerwille gegen das
Arbeiten; -Schicht, die: Schicht (3 a) der Industriearbeiter
u. Bergleute; -Schluß, der (Ggs.: Arbeitsanfang, -beginn);
-schule, die: 1. Schule, die vom Schüler aktives Lernen
durch selbständiges Erarbeitendes Stoffes fordert. 2. Schule,
die durch Handfertigkeitsunterricht zur Selbsttätigkeit u.
Selbständigkeit erzieht. 3. Schule, die auch Produktions-
aufgaben erfüllt; -schütz, der: gesetzlicher] Schutz des
Menschen gegen körperliche, seelische, geistige, sittliche
Gefahrdung durch berufliche Beschäftigung, dazu: -schutz-
kcstimmung. die. -Schutzbrille, die; -Schutzgesetzgebung,
die: ^-schwing, der <o. PL): -Sitzung, die (bes. Politik):
Sitzung, beider gemeinsam an einem Thema. Problem
gearbeitet wird; die erste A. der Kommission; -sklave, der
labwertend): wie ein Sklave körperlich arbeitender Mensch;
Eine Rechnung des Konzentrationslagers... über
vermietete -n (Neues D. 1.6. 1964. 2); -Soziologie, die: Soziologie
des Arbeitslebens; -sparend <Adj.>: seltener für
tarbeitsparend; -spitze, die (DDR): besondere Arbeitsbelastung; Eine
besondere A. ist bei uns die Rübenpflege (Neues D. 17.
6. 64. 3); -spräche, die: Sprache, in der ein Übersetzer.
Dolmetscher hauptsächlich arbeitet; -Stab, der: Stab, dessen
Mitglieder an einer bestimmten Aufgabe arbeiten; -Stätte,
die: 1. (geh.) zum Arbeiten bestimmte Stätte; dieses Zimmer
war Beethovens A. 2. Stätte. Stelle beruflicher Tätigkeit,
Arbeitsplatz (1 b). Arbeitsstelle (1 a): zwischen Wohnort
und A. hin- und herfahren; -stelle, die: 1. a) Stelle
beruflicher Tätigkeit. Arbeitsplatz (1 b). Arbeitsstätte (2): zu
«einer A. fahren; b) Stellung, (berufliche) Beschäftigung.
.Arbeitsplatz (2): eine A. Finden; seine A. aufgeben,
verlieren. 2. kleinere, mit einer bestimmten Arbeit. [ Sonder J-
mtfgabe beschäftigte Abteilung eines Instituts/; eine A.
gründen, leiten: eine A. des Instituts für deutsche Sprache;
<**■• der: Grotewohl tadelte ferner den „blutleeren A."
der Volkskammer (Dönhoff. Ära 91): ^Stimmung, die:
ich bin heute nicht in der richtigen A.; -streit, der (Jur.):
&bei tsrecht lieber Streit; -ström, der: 1. elektrischer Strom
zum Antrieb von Maschinen. 2. (Elektrot.) Strom, der erst
bei Betätigung einer Anlage fließt (Ggs.: Ruhestrom);
-Stube, die (veraltend): die A. des Schuhmachers. Dichters:
^Studie, die: wissenschaftliche Studie. Analyse, die die an
bestimmte Arbeitsplätze gebundene menschliche Arbeit
einschließlich der technischen, wirtschaftlichen
Zusammenhänge u. ihrer Bestgestaltung untersucht; -stufe, die: 1. relativ
geschlossener größerer Abschnitt eines Arbeitsvorgangs. 2.
<Pid.) eine der im allgemein gültigen formalen Aufbau des
Arbeitsunterrichts enthaltenen Stufen beim Erarbeiten u.
Lösen einer Aufgabe; -stuhl, der; -stunde, die: der Schlosser
hat vier -n berechnet; -suche, die: Suche nach einer Arbeit.
Stellung, beruflichenj Beschäftigung; bei der A. Erfolg
haben; auf A. sein; -suchend, -suchende: seltener für t
arbeitsuchend. Arbeitsuchende; -tag, der: Tag. sofern an
Am berufliche] Arbeit geleistet wird od. zu leisten ist:
em schwerer, harter A.; ein normaler A. von acht Stunden,
dazu: -täglich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): jeden
Arbeitstag, an jedem Arbeitstag /geschehend, wiederkehrend]; die
< Produktion; zunächst 160 Einheiten a. herstellen; -ta-
gung, die: zu gemeinsamer Arbeit bestimmte Tagung; im
Mittelpunkt dieser dreitägigen A. der Deutschlehrer
standen drei große Referate; -takt, der: 1. (Mech.) svw. f -hub.
2. (Mech.) dauernd wiederkehrende Phase bei der Arbeit
einer Maschine: mit dem Steuergerät lassen sich
unterschiedliche -e einstellen. 3. in einer bestimmten kürzeren
Zeitspanne (Takt zeit) wiederholter Abschnitt der
Fließbandarbeit; -titigkett, die; -team, das: ein A. bilden; -tedmik,
die: Technik. Methode des Arbeitens. technische
Verfahrensweise bei der Arbeit: eine spezielle A. anwenden; -teilig
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): auf Arbeitsteilung beruhend:
die -e Gesellschaft. Gruppenarbeit; etw. a. betreiben; -tei-
lung, die: Verteilung einer Arbeit. Aufgabe auf verschiedene
Personen [u. Gebiete]. Tiere. [Teile von] Organismen: die
gesellschaftliche, territoriale, internationale A.; Tierstöcke
mit A.; -temperatur, die (Technik): Temperatur, mit der
ein Gerät, eine Anlage. Maschine [ normalerweise] arbeitet;
-tempo, das; -theraple. die: Therapie. Heilbehandlung
durch kontrollierte körperliche Iu. geistige] Arbeit; -der,
das: zur Leistung von Arbeit gebrauchtes Tier: den Elefanten
als A. abrichten; Ü er ist ein A. (arbeitet unermüdlich;
oft abwertend: er ist ein immerfort stur, stumpfsinnig
weiterarbeitender Mensch, ein Mensch, der nur seine Arbeit
kennt); -tisch, der: der A. des Schneiders; -titel, der:
vorläufiger Titel einer geplanten od. entstehenden Arbeit:
der A. eines Films; .Julia und die Kinder dieser Welt"
heißt der A. der Reihe für junge Zuschauer (Hörzu 38.
1973, 163); -treffen, das (bes. Politik): [informelles]
Treffen zur gemeinsamen Arbeit an einer Aufgabe: ein A.
zwischen Präsident X und dem sowjetischen Regierungschef;
-Überlastung, die; -unfihig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
durch Krankheit, Körperschaden o.a. unfähig zur Arbeit
(Ggs.: arbeitsfähig): sich a. fühlen; vom Arzt a. geschrieben
werden; <subst.:> die wachsende Zahl der
Arbeitsunfähigen, dazu: -Unfähigkeit, die <o. PI.) (Ggs.:
Arbeitsfähigkeit): bei A. infolge Krankheit od. Mutterschaft; -uniall.
der: Unfall, der in ursächlichem Zusammenhang mit der
beruflichen Tätigkeit des Betroffenen steht:
Erwerbsminderung infolge -s; -unlust. die: seine A. steigt, nimmt zu.
dazu: -unlustig <Adj.; nicht adv.); -Unterbrechung, die;
-unterbruch, der (Schweiz.): svw. -Unterbrechung;
-unterläge, die (meist PI.): etw. als A. benutzen; -Unterricht
der: Unterricht[smethode] in der Arbeitsschule (2);
-unwillig <AdJ.; nicht adv.) (Ggs.: arbeitswillig); Mrlaub, der:
Urlaub vom Wehrdienst zur Ausübung beruflicher Tätigkeit;
-verdienst.der: Verdienstaus beruflicher Arbeit;
-Vereinbarung, die: das Arbeitsverhältnis betreffende Vereinbarung;
-Vereinfachung, die; -verfahren, das: ein neues A.
anwenden; -Verfassung, die: Gesamtheit der das Arbeitsleben
regelnden Normen u. Vereinbarungen; -vergäbe, die: Ganz
im Zeichen von -n für laufende Bauvorhaben...
(Vorarlberger Nachr. 9. 11. 68); -Vergütung, die: Vergütung für
geleistete Arbeit; -Verhältnis, das: 1. Rechtsverhältnis zwischen
Arbeitnehmer u. Arbeitgeber: das A. lösen: ein A. eingehen
f eine Stellung annehmen); in einem A. stehen
(Arbeitnehmer bei jmdm. sein).!. <P1.) dieberufliche Arbeit betreffende
Verhältnisse; -Verhinderung, die; -verlust. der: ein A. von
5 Stunden: -e durch Schlechtwetterperioden; -Vermittlung,
die: Vermittlung von Arbeitskräften u. Stellen: die
Bundesanstalt für A. und Arbeitslosenversicherung;
-Verpflichtung, die: svw. f Dienstverpflichtung; -Verrichtung, die
(meist PL); -versäumte, das; -Verteilung, die: Verteilung
von Arbeit an verschiedene Personen: eine zweckmäßige
A.; -vertrag, der: zwischen Arbeitgeber u. Arbeitnehmer
abgeschlossener Vertrag, der ein Arbeitsverhältnis
begründet: einen A. abschließen, verlängern, unterschreiben;
-Verweigerung, die; -verwendungsfähig <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.) (Milit. früher): auf Grund körperlicher Mängel
nicht für den Waffendienst, jedoch für den militärischen
Arbeitsdienst geeignet; Abk.: av. av.. a. v.. dazu: ^verwen-
dungsfähigkeit.die<o PI.): -Veteran.der: svw. f
Arbeiterveteran; -vorbereiter, der: auf dem Gebiet der
Arbeitsvorbereitungberuflich Tätiger;-Vorbereitung.die: 1. <meist PI.)
Vorbereitungfür die Arbeit; -en treffen. 2. <o. PL) (Wirtsch.)
[Lehre von der] Vorbereitung industrieller Arbeit durch
ökonomische, Verfahrens- u. termingerechte Gestaltung u.
durch planmäßige Bereitstellung von Arbeitskräften.
Hilfsmitteln u. Material; -Vorgang, der: den A. beschleunigen,
verlangsamen; -vorhaben, das: geplante, in Aussicht
genommene Arbeit: zu unseren A. gehören Forschungen auf dem
183
arbeitsam
Gebiet der Reaktortechnik; -vorläge, die: Vorlage, Muster,
Modell für die Arbeit: der Zeichner hat mehrere Skizzen
als A. benutzt; -wagen, der: Straßen- od. Eisenbahnwagen
für Arbeiten an den Bahnanlagen; -weise, die: 1. Art u.
Weise. Methode des Arbeitern: eine überholte A.; einen
Einblick in die Arbeitsweiseln] der medizinischen
Forschung gewinnen. 2. Art zu funktionieren fu. Arbeit
zu leisten/, technische Funktion/sweise]: die A. eines
Motors, einer Radaranlage; -weit, die: die industrielle
A.; -Werkzeug, das; -wille, der: mit nie erlahmendem
-n. dazu: -willig <Adj.; nicht adv.>: willig, bereit zu arbeiten
(Ggs.: arbeitsunwillig, -scheu): sich a. zeigen; <subst.:>
Streikposten hinderten die Arbeitswilligen am Betreten
der Werkanlagen; -Wissenschaft, die: Wissenschaft von der
menschlichen Arbeit, ihrem ökonomischen Einsatz, ihren
medizinischen, psychologischen, gesellschaftlichen u.
wirtschaftlichen Problemen; -woche, die: die Verkürzung der
A. auf 5 Tage: ^wut, die (leicht scherzh.): überjgroßer.
leidenschaftlicher Arbeitseifer: von einer wahren A.
besessen, gepackt sein: Sie haben über unseren Idealismus
gegrinst wie über die A. eines Irren (Kirst. 08/15. 930).
dazu: -wütig <Adj.; nicht adv.> (leicht scherzh.): von Ar-
beitswut erfüllt, beherrscht: ... wenn -e Redakteure nach
24 Uhr noch über DM-Geschichten brüten (DM 5. 1966.
3); -zeit, die: 1. für die Arbeit vorgesehene od. festgelegte
tägliche Zeitspanne: die ausfallende A.; verkürzte Arbeits-
zeitlen] in der Textilindustrie; gleitende A.
(Arbeitszeitregelung, bei der der Arbeitnehmer in einem bestimmten
Rahmen Beginn u. Ende der Arbeitszeit frei wählen kann).
2. Zeit, die für eine bestimmte Arbeit benötigt wird: ich
lasse mir die A. bezahlen; die -en einzeln anschreiben
und in Rechnung stellen, dazu: -zeitbesinn, der. -zeitord-
nung, die <o. Pl.>: gesetzliche Regelung der Arbeitszeit;
Abk.: AZO. -Zeitverkürzung, die, -zeitversäumnfc. das.
-zeitschutz, der: gesetzlicher Arbeitsschutz durch
Begrenzung der Arbeitszeit\ -Zeitstudie, die: zeitmessende
Arbeitsstudie; -zeug, das <o. PL) (ugs.): 1. Arbeitskleidung: ein
Mechaniker in seinem A. 2. Werkzeug für die Arbeit:
sein A. auspacken; -Zeugnis, das: dem Arbeitnehmer vom
Arbeitgeber über Art u. Dauer der Beschäftigung sowie
über Führung u. Leistungen] ausgestelltes schriftliches
Zeugnis; -ziel, das; -zimmer. das: Zimmer zum geistigen
Arbeiten: das A. des Buchhalters. Schriftstellers; -zug. der (Ei-
senb.): Materialtransportzug für Arbeiten an den
Bahnanlagen; -zwang, der; -zweig, der: Zweig eines Arbeitsgebiets.
arbeitsam [arbqjtzarm] <Adj.> (geh.. veraltend): 1. eifrig
u. viel arbeitend, fleißig: ein -er Mensch; dieses Volk ist
sehr a. 2. von Arbeit erfüllt: ein -es Leben; <Abl. zu 1:>
Arbeitsamkeit, die: -: sie (= die Menschheit) muß seither
die gewaltigsten Bewegungen ausfuhren, ohne dieses
lausige Gefühl von tierischer A. abschütteln zu können (Musil.
Mann 39).
Arbiter [arbiti?]. der; -s. - Dat. arbiter] (veraltet):
Schiedsrichter; - elegantianan [- elegan'^ia:rumj od. - elegantiae
[- ele'gan&je]; —. — Dat. elegantia =
geschmackvolle Wahl. Feinheit] (veraltet): [einflußreicher]
Sachverständiger in Sachen des guten Geschmacks, des Lebensstils.
arbitrir [arbi'tre:?] <AdJ.; o. Steig.) [frz. arbitraire < lat.
arbiträrius] (bildungsspr.): dem Ermessen überlassen,
beliebig; nach Ermessen, willkürlich: eine -e Entscheidung; eine
-eGröße (Math.; durch einen Buchstaben angedeutete,
beliebige konstante Größe): das sprachliche Zeichen ist [im
allgemeinen] a. (Sprachw.; die verbindliche Zuordnung zwischen
{Laut gestalt u. I Wort]Inhalt ist nicht naturgegeben,
sondern entspricht einer vorauszusetzenden Konvention); <Abl.:>
Arbitraritit [arbitrari'te:«. die; -.
Arboretum [arbo're.tum], das; -s. ...ten [lat. arboretum]
(Bot.): Baumschule; zu Studienzwecken angelegte
Sammelpflanzung verschiedener Bäume, die auf freiem Lande
wachsen.
Arbuse (arbu:z9), die: -. -n [russ. arbus < pers. barbüza.
eigtl. = Eselsgurke]: Wassermelone.
Archaik [ar'9a:ik]. die; - [griech. archaikös = altertümlich]
(bildungsspr.): / Kulturepoche J archaische/r] Art; Archai-
ker [ar'^aiiktf], der; -s. -: in archaischem Stil schaffender
Künstler: der Bühnenbildner M. war in seinem Schaffen
A. und Modernist zugleich; Archaikum [ar^ankum]. Ar-
dMUkum [ar\e:ikum]. das; -s (Geol.): ältester Abschnitt
der erdgeschichtlichen Frühzeit, Erdurzeit; vgl. Archäozoi-
kum; archaisch [ar'9a:ij] <Adj.>: 1. a) der Vor-, Frühzeit
angehörend od. aus ihr überkommen, vor-, frühzeitlich: der
< Mensch; die -e Pflanzenwelt; auf dieser Insel findet
sich noch eine -e Fauna; die Wandzeichnungen sind noch
ganz a.; b) (Psych.) entwicklungsgeschichtlich älteren
Schichten der Persönlichkeit angehörend: -es Denken. 2.
altertümlich, veraltet: -e Wortformen; sich a. ausdrücken.
3. der Frühstufe eines Stils, bes. der vorklassischen Epoche
der griechischen Kunst angehörend, entstammend: -e
Vasenmalereien]; die -e Plastik; -es Lächeln (einem Lächeln
ähnelnder Gesichtsausdruck in der frühgriechischen Kunst);
archäisch [ar'f&ij] <Adj.; o. Steig.): das Archaikum.
Archaikum betreffend, ihm angehörend, entstammend: eine -e For-
matiop; archaisieren [ar^ai'zrren] <sw. V.; hat) [griech.
archaizein]: archaische Sprach- od. Kunstformen verwenden:
eine Kunstepoche, in der man mit Vorliebe archaisierte:
<meist im 1. Part.) die -de (altertümelnde) Sprache einer
Dichtung; -d schreiben; Archaismus [ar^a'ismus], der; -.
...men [griech. archaismös] (Sprachw.. Stilk.. Kunstwiss.):
1. einzelnes archaisches Element (in Sprache od. Kunst):
unter seinen Plastiken finden sich Archaismen; die
Archaismen in Thomas Manns Romanen: ..weiland44 ist ein A.
(veralteter.altertümlicher.altertümelnder Ausdruck). 2. <o.
PI.) archaisierende sprachliche od. künstlerische Haltung,
Gestaltungsweise: der A. in der modernen Kunst. Dichtung;
Archakt [ar^'ist]. der; -en. -en (bildungsspr.): Vertreter
einer künstlerischen, geistigen Haltung, die sich an einer
frühzeitlichen Epoche orientiert: Neben die -en ... treten
die Futuristen (Gehlen. Zeitalter 84): archaistisch <AdJ.)
(bildungsspr.): die künstlerische u.lod. geistige Orientierung
an einer frühzeitlichen Epoche betreffend, ausdrückend,
gestaltend, vertretend^ Archanthropinen [art^ntro'pi.nan]
(PI.) [zu griech. arche = Anfang u. änthröpos = Mensch):
älteste Gruppe der Frühmenschen; Archäologe (ar^oloiga).
der; -n. -n [griech. archaiolögos]: Wissenschaftler auf dem
Gebiet der Archäologie, Altertumsforscher; Archäologie
[...lo'gi:], die; - [griech. archaiologfa = Erzählungen aus
der alten Geschichte]: Wissenschaft von den sichtbaren
Überresten alter Kulturen, die durch Ausgrabungen od. mit
Hilfe literarischer Überlieferung erschlossen werden können;
Archäologin, die; -. -nen: w. Form zu t Archäologe;
archäologisch <Adj.; o. Steig.): auf der Archäologie beruhend,
sie anwendend, betreffend, dazu gehörend: -e Interessen.
Fragen; die -e Wissenschaft (die Archäologie); ein Gelände
a. untersuchen; Archäopteryx [ar^'optenrks]. die. auch:
der; -. -e u. ...pteryges [ar^eap'taryge*; griech. pteryx
= Flügel]: Urvogel; AniiÄozoOarafar^co'tßOiikurn]. das;
-s [griech. zöe = Leben] (Geol.): erdgeschichtliche Frühzeit
mit den Abschnitten Archaikum u. Algonkium.
Arche Car^a]. die; -. -n [mhd. arche. arka. ahd. archa. arka
< lat. arca = Kasten]: 1. *die A. [Noah] (bibl.;
schiffähnlicher Kasten, in dem Noah mit seiner Familie u. zahlreichen
Tierpaaren die Sintflut überlebte)', Ü ... daß dieses Zimmer
die letzte A. ist (Zuflucht: Remarque. Triomphe 142).
2. (ugs.) geräumiges altes! Fahrzeug.
Archetyp [an^'ty:p. auch: ' 1. der; -s. -en. Archetypus
[ar^e'ty.pos]. der; -. ...pen [lat. archetypum < griech. arche-
typon]: 1. (Philos.) Urbild, Urform des Seienden: die
Platonischen ..Ideen44 sind [die] Archetypen des Seienden; Ü
die Pionierleistungen Byrons, der als Archetyp des
modernen Touristen gelten muß (als Prototyp; Enzensberger.
Einzelheiten 1.191). 2. (Psych.) eins der ererbten, im
kollektiven Unbewußten bereitliegenden urtümlichen Bilder, die
Gestaltungen f vor)menschlicher Grunderfahrungen sind u.
zusammen die genetische Grundlage der
Persönlichkeitsstruktur repräsentieren (nach C. G. Jung). 3. a) älteste
überlieferte od. erschließbare Fassung einer Handschrift,
eines Druckes; b) Original eines Kunst- od. Schriftwerks
im Gegensatz zu Nachbildungen od. Abschriften. 4. (Biol.)
rekonstruierte, die stammesgeschichtliche Verwandtschaft
von Lebewesen begründende Ausgangsform; <Abl.:>
archetypisch [ar$ety:pij. auch: ' ] <Adj.; o. Steig.): 1. einem
Archetyp entsprechend, zugehörend: -e Bilder. Symbole,
Formen. 2« vorbildlich, mustergültig; Archetypus: f
Archetyp.
Aithidiakon [ar^i-, südd. u. österr. auch: ...'di:a...]. der;
-su. -en. -ein] [lat. archidiaconus < griech. archidiäkonos]:
1. a) erster Diakon, Stellvertreter des Bischefs in der alten
u. frühmittelalterlichen Kirche; b) Stellvertreter eines
anglikanischen Bischofs. 2. Vorsteher eines Kirchensprengels
(bes. im MA J.3. Ehrentitel in der ev. Kirche; Träger dieses
184
areal-, Areal-
Titels. 4. zweiter Geistlicher an ev. Stadtkirchen: <Abl.:>
ArchkUakonat. das. auch: der. -[e]s. -e [spätlat. archidiaco-
natus]: 1. Amt des Archidiakons. 2. Wohnung des Archidia-
kons. 3. Kirchensprengel.
Archbnandrit [anjiman'drLt]. der; -en. -en [lat. archimandri-
tes < griech. archimandrites]: 1. Oberer eines ostkirchlichen
KlosterI verband]s. 2. Ehrentitel Tür verdiente Priester einer
Ostkirche: Träger dieses Titels.
archimedisch [ar^i'meriij] <AdJ.; o. Steig.): nach Art des
griech. Mathematikers Archimedes; nach Archimedes
benannt: -e Körper (Geom.; halbregelmäßige Körper): -e
Schraube (Gerät zur Be- od. Entwässerung, Wasserschnek-
ke): -es Axiom (Math.); -e Spirale (Geom.); Archimedisch
[-] <Adj.; o. Steig.): von Archimedes herrührend: -es Prinzip
(Physik; Prinzip, nach dem der statische Auftrieb eines Kör-
pers gleich dem Gewicht der von ihm verdrängten Flüssig-
keits- od. Gasmenge ist): -er Punkt (von Archimedes
geforderter fester Standpunkt außerhalb der Erde, von dem aus
er die Erde in Bewegung setzen könne): Ü der -e, ein -er
Punkt (fester Standpunkt, von dem aus etw. grundlegend
bestimmt, bewegt, verändert werden kann: Angelpunkt):
... Wahrheitserkenntnis .... das ist der Anker, der sie (=
die Menschen) hält, der -e Punkt, der ihrer Psyche
Sündhaftigkeit gewährt (Wolf. Menetekel 46).
Archipel [ar^ipeil]. der; -s. -e [ital. arc(h)ipelago < mgriech.
•archipelagos. aus griech. archi- = Haupt-. Ober- od.
AigaTon = ägäisch u. pelagos = Meer] (Geogr.): Inselmeer,
Inselgruppe: der Malaiische A.
Archipr^sbyter. der; -s. - Dat. archipresbyter. aus griech.
archi- = Haupt-. Ober- u. t Presbyter]: 1. (hist.) oberster
Priester einer f Bischofs jkirche. Erzpriester. 2. a) Vorsteher
eines ländlichen ev. Kirchenkreises: b) Ehrentitel für
verdiente ev. Geistliche: Träger dieses Titels.
Architekt [ar^i'tEkt]. der; -en. -en [lat. architectus < griech.
archit6ktön = Oberzimmermann. Baumeister]: 1. auf dem
Gebiet der Baukunst ausgebildeter Fachmann, der Bauwerke
entwirft u. gestaltet. Baupläne ausarbeitet u. deren
Ausführung einleitet u. überwacht. Baumeister: 2. jmd., der auf
politischer Ebene] ein bestimmtes Projekt entwirft u. dessen
Verwirklichung durchsetzt: Schöpfer: die -en eines neuen
Weltbildes; er hoffte. A. einer europäischen politischen
Union zu werden; der A. der pakistanisch-chinesischen
Zusammenarbeit; Das SPIEGEL-Gespräch mit Feisals Öl-
minister Jamani .... dem -en des ölboykotts (Spiegel 14.
1975. 3).
Architekten-: -büro. das; ^flattin, (österr.:) ~*agattinv die;
Kollektiv, das; -Wettbewerb, der.
Archit^ktenschaft. die; -. -en: Gesamtheit der Architekten
eines Gebietes. Landes]: Architektin, die; -. -nen: w. Form
zu t Architekt; Architektonik [arptektoinik], die; -. -en:
1. <o. PI.) Wissenschaft von der Baukunst. 2. a)
kunstgerechter] Aufbau eines Bauwerks: die A. der Loire-Schlösser;
b) strenger, gesetzmäßiger /künstlerischer od. geistigerJ
Aufbau: die A. des menschlichen Körpers, eines
Kunstwerks, einer Sinfonie, einer Dichtung; architektonisch
''Adj.; nicht präd.) [spätlat. architectonicus < griech. ar-
chitektonikös]: 1. <o. Steig.) die Architektonik (1. 2 a).
die Architektur betreffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend,
ihren Gesetzen gemäß: baukünstlerisch, baulich: die -e
Schönheit. Gestaltung eines Domes; das Schloß ist ein
-es Meisterstück; etw. a. [schön] gestalten, gliedern. 2.
die Architektonik (2 b) betreffend, zu ihr gehörend, auf
ihr beruhend, ihr gemäß: die -e Gliederung der Fabel; ein
Kunstwerk a. [gut] gliedern; Architektur [ar^itek'tu:?]. die;
-. -en [lat. archltectüra]: 1. <o. PI.) Baukunst 'als wissen-
schaffl. Disziplin]: A. studieren; Zeugnisse der maurischen
A.; Ü geistige A. (bildungsspr.; Kunst des strengen geistigen
Aufbaus). 2. a) /mehr od. weniger] kunstgerechter Aufbau
u. künstlerische Gestaltung von Bauwerken: die kühne A.
eines Bauwerks; Ü die A. eines Musikstücks.
(Kunstwerkes; b) Baustil: die gotische A. des Schlosses. 3. a) <o.
PI.) Gesamtheit von Erzeugnissen der Baukunst (insbes.
etnes Volkes. Bereichs. Stils, einer Zeit): von der A. dieses
Volkes ist nichts erhalten; b) (selten) architektonische Her-
forbringung: Die vier Fassaden, welche den Platz rings
anschließen ... sind strahlend erleuchtet, eine A. in Licht
(Bamm. Weltlaterne 134); Ü ein Nähtisch, dessen
Zweckmäßigkeit durch allerlei kühne -en getrübt ist (Werfet.
Tod 4).
Architektur-: -bild. das (Kunst): Bild, dessen
Hauptgegenstand zu den Werken der Architektur gehört: MiiodeU, das
(Archit.. Kunst): Modell /des Teiles] eines Bauwerks:
-Plastik, die: svw. t Bauplastik; -Zeichnung, die.
ardiitektural [...tu'ra:l] <AdJ.; o. Steig.) [frz. u. engl, archi-
tectural] (Schweiz.): svw. f architektonisch (1).
Ardiitrav [ar^traifl. der; -s. -e [...tra:va; ital. architrave.
zu griech. archi- = Haupt-. Ober- u. lat. trabs = Balken]:
auf Säulen ruhender tragender Querbalken /aus Stein od.
Holzj in der antiken u. späteren Baukunst: die -e eines
griechischen Tempels.
Archiv [ar'9:fl. das; -s. -e [ar'<;i:vd; spätlat. archivum <
griech. archelon = Regierungs-. Amtsgebäude]: 1. a)
Einrichtung zur systematischen Erfassung. Erhaltung u.
Betreuung von Schriftstücken. Dokumenten. Urkunden. Akten,
insbes. soweit sie historisch, rechtlich od. politisch von Belang
sind: das A. für Wohlfahrtspflege mit Sitz in Berlin; b)
geordnete Sammlung von /historisch, rechtlich, politisch
belangvollen! Schriftstücken. Dokumenten. Urkunden.
Akten: ein umfangreiches A.; ein A. anlegen; Ü Der General
und der Kanzler werden diese Erinnerung ins A. der
Geschichte verweisen (Welt 30. 7. 62. 3); c) Raum. Gebäude
für ein Archiv (1 a. b): im A. arbeiten; das A. ist renovie-
rungsbediirftig. 2. Titel wissenschaftlicher Zeitschriften: A.
für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen.
archiv-. Archiv-: -akten <P1.); Assessor. der: Assessor im
Archivdienst: -beamte. der; ^benutzer, der; ^benutzung,
die; ^bild, das: Bild. Foto aus einem Bildarchiv: Mlienst.
der: Dienst der beamteten od. öffentlich angestellten
Archivare: die Laufbahn des gehobenen -es; Mlirektor, der;
^exemplar, das: für das Archiv bestimmtes Exemplar: -*ae-
schkhte, die: Geschichte des Archivwesens: MRitv das <o.
PI.): in einem Archiv Gesammeltes; ^ künde, die. dazu:
^kundlich <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.); ^lehre. die; -mate-
rtal. das; -pfleae. die <o. PI.); -rat der: a) <o. PI.) Titel
von Beamten im Archivdienst: b) <P1. -rate) Träger dieses
Titels; -recht, das <o. PL); -referendar. der: Referendar
im Archivdienst; -schule, die; -Verwaltung, die; -wesen.
das <o. PI.): alles, was mit der Funktion. Einrichtung.
Organisation u. Verwaltung von Archiven (1) zusammenhängt;
-Wissenschaft, die <o. PI.).
Archivalien [arg'va.lian] <P1.>: Schriftstücke. Dokumente.
Urkunden: Akten in. aus einem Archiv, dazu: Archivglien-
kunde.die; -; archivalhch <Adj.; o. Steig.): 1. ein od. mehrere
Archive betreffend: -e Forschungen; eine -e Tätigkeit
ausüben. 2. zu einem od. mehreren Archiven gehörend, darin
enthalten, daraus stammend: -e Dokumente. Funde.
Quellen; -es Material; etw. a. beweisen (mit Hilfe eines Archivs,
durch archivalische Urkunden); Archivar [...'va.'cl. der; -s.
-e: fachlich ausgebildeter Betreuer eines Archivs; archivieren
[...'vi:ran] <sw. V.; hat): (Schriftstücke. Urkunden.
Dokumente. Akten) in ein Archiv aufnehmen; <Abl.:>
Archivierung, die; -. -en: die A. von Bildmaterial: Archivistik
[...'vistik]. die; -: Archivwissenschaft.
Archivoltef. .vdIu>], die; -. -n [ital. archivolto < mlat. archi-
voltum. zu lat. arcus = Bogen u. volütus. 2. Part, von:
volvere = drehen, winden] (Archit. hist.): 1. meist
bandartig abgesetzte Stirn- u. Innenseite eines Rundbogens. 2.
plastisch gestalteter Bogenlaufim romanischen und gotischen
Portal.
Archon far^n]. der; -s. -ten [ar'<pntn], Archont [ar'pnt].
der; -en. -en [lat. archön <griech. ärchbn]: einer der / neun/
höchsten Beamten in Athen u. anderen Städten der Antike.
Arcus: TArkus.
Anlabil [arda'bi:!]. Ardebil [arde'bi:!].der; -[s]. -s: vorwiegend
blaugrundiger handgeknüpfter Teppich aus der
gleichnamigen iran. Stadt od. den umliegenden Gebieten.
Are ['a:i?|. die; -. -n (Schweiz.]: svw. tAr; areal [are'a:l]
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [zu lat. ärea = Fläche]:
Verbreitungsgebiete betreffend: -e Linguistik;
Gruppensprachen .... die ... historisch, a. und sozial determiniert
sind (ZGL 1, 1973, 3); Areal [-]. das; -s, -e: 1. Bodenfläche:
der Park bedeckt ein A. von mehreren Quadratkilometern.
2. abgegrenztes Gebiet. Gelände. Stück Land. Grundstück:
das A. [des Schießplatzes] ist von Wald und einem
Maschendrahtzaun umschlossen; das Gebäude befindet sich
auf dem A. der Speditionsfirma L. 3. Verbreitungsgebiet
(insbes. von Tieren. Pflanzen, sprachlichen Erscheinungen).
areal-, Areal-: ^kunde, die: Wissenschaft von der räumlichen
Verbreitungder Pflanzen u. Tiere; -lingulstik. die: /neuerei
Sprachgeographie; Mnethode. die: Stichprobenverfahren der
185
Arekanuß
Meinungsforschung, bei dem Personen eines ausgewählten,
aber der soziologischen Struktur nach repräsentativen
Gebietes (Areals) befragt werden (Ggs.: Quotenmethode).
ArekanuB[a're.ka-].die; -. -nüsse: [port. areca < Malayalam
atecca]: Frucht der Arekapalme; Betelnuß; Arekapalme«
die; -. -n: Palme einer auf dem Malaiischen Archipel, in
Neuguinea u. Australien verbreiteten Gattung, insbes.
Betelnußpalme.
«religiös <Adj.; o. Steig.) [aus griech. a- = nicht, un- u.
f religiös]: nicht religiös, außerhalb der Religion ? stehend],
irreligiös: ein -er Mensch; seine Haltung ist durchaus a.;
ja. leben.
Ären: <P1. von tÄra.)
Arena [a're:na]. die; -. ...nen [tat. (h)arena. H. u.]: 1. a)
(hist.) Kampfbahn, sandbestreuterj Kampfplatz im
Amphitheater: die Gladiatoren stehen sich in der A. gegenüber;
in die A. hinabsteigen; Ü eine bedeutende Persönlichkeit
betrat mit ihm die A. (den Schauplatz) der Geschichte;
b) Sportplatz, Wettkampfstätte mit ringsum steigend
angeordneten Zuschauersitzen: Im Stadion jagt ein Turnlehrer
Knaben um die A. (Koeppen. Rußland 197); 2. a)
Vorführplatz für Stierkämpfe: Stierkämpfe in der A. von Badajoz;
b) Zirkusmanege: ein Clown stolpert durch die A. 3. (österr.
veraltend) Sommerbühne.
Arenen: <P1. von ! Arena.)
Areopag[areo'pa:k].der;-s[lat. Areopagus < griech. Areiö-
pagos]: höchster Gerichtshof im alten Athen.
Arete [are'te:]. die; - [griech. arete] (griech. Philos.): Tugend.
Tüchtigkeit; Tauglichkeit der Seele: Untersuchungen zur
Somatischen A.; Aretologie [aretolo'gi:]. die; - [t-logie]:
Lehre von der Arete.
arg [ark] <Adj.; ärger, ärgste) [mhd. arc. ahd. arg]: 1. a)
(nicht präd.) (veraltet geh.) von böser, niederträchtiger
Gesinnung erfüllt], niederträchtig, böse: die -e Welt; -e
Gedanken; a. denken, handeln; (üblicher subst.:) es ist
nichts Arges an ihm (er ist ohne Arg); nichts Arges im
Sinn haben; b) schlimm, übel; unangenehm: -es Wetter;
Dann kann ich Tort von Hause ... und begann eine
widerliche und -e Zeit (Rilke. Brigge 88): ..Es ist nie zu spät14,
sagte ich. fand es selbst eine -e Redensart (Frisch. Stiller
4%); das ist denn doch zu a.; ihr treibt es aber auch
gar zu a.: das Schicksal hat ihm a. mitgespielt; etw. noch
ärger machen, als es schon ist; sein ärgster Feind; <subst.:)
ich sehe nichts Arges darin, dabei: an nichts Arges denken
(völlig ahnungslos sein u. unangenehm überrascht werden);
das Ärgste befürchten; * es ist mir a.. daß ... (landsch.;
es tut mir sehr leid, geht mir nach, trifft mich sehr); etw.
liegt im argen (ist in Unordnung, in einer verworrenen,
ungeordneten Lage). 2. a) unangenehm / groß, stark, heftig:
eine -e Enttäuschung; ein -er Spötter. Säufer; Es war ein
•es Gedränge (Frisch. Stiller 367); (landsch. auch in bezug
auf Positives:) eine -e Freude; b) (intensivierend bei Verben
u. Adjektiven) (ugs.) sehr, überaus: es ist a. warm; sie
ist noch a. Jung; a. viel, wenig; a. schwitzen; sich a. freuen;
Ein Husten quälte ihn a. und ließ ihn ... keine Ruhe
finden (Trenker. Helden 282); Arg [-]. das; -s [mhd. arc.
ahd. arg] (veraltet geh.): Falschheit, Boshaft igkeit. Böses
(meist verneint in festen Verbindungen ohne Art.): es
ist kein A. an, in ihm. daran; kein A. an einer Sache
finden; er ist ohne A.; Arge ['argdl. der: -n (veraltet):
Teufel. Satan.
*TB-.4r8-: ^denkend (AdJ.) (veraltet geh.); ^gesinnt (Adj.)
(veraltetgeh.); -list,die(o. PI.)(geh.): Hinterlist. Heimtük-
ke: Jmds. A. kennen; voll A.; die Einrede der A. (jur.;
des böswilligen Verhaltens, insbes. der bewußten Täuschung
im Rechtsverkehr), dazu: -listig <AdJ. >: voll Arglist,
hinterlistig, heimtückisch, verschlagen: ein -er Mensch. Plan; ein
-es Lächeln; sie lockten ihn a. in den Tod; -e Täuschung
(Jur.; bewußte, böswillige Täuschung im Rechtsverkehr)'.
-es Verhalten (im Zivilprozeß); Listigkeit die; Los (Adj.;
-er. -este): 1. ohne Arg. nichts Böses vorhabend, unschuldig,
harmlos, ohne böse Absicht: eine -e Bemerkung. Frage;
a. lächeln. 2. nichts Böses ahnend, ohne Argwohn, ohne
jedes Mißtrauen, vertrauensselig: ein -es Kind; sie ging
a. auf das Angebot ein. dazu: ^losigkeit [...lo:zick^jt],
die; -: 1. Unschuldigkeit. Harmlosigkeit: die A. einer Frage.
2. Vertrauensseligkeit. Ahnungslosigkeit: jmds. A.
bezweifeln; politische A.
Argali fargali]. der od. das; - [s], -s [mongol.]: Wildschaf
in Zentralasien.
Argentit [argen'ti:t. auch: ...tit]. der; -s [zu lat. argentum
= Silber]: graues, metallisch glänzendes Mineral;
Silberglanz; Argentum [argentum], das; -[s] [lat. argentum]: lat.
Bez. für t Silber (ehem. Zeichen: Ag).
irger: targ; Ärger ferge). der; -s: 1. bewußtes, von starker
Unlust u. aggressiver/ innerer Auflehnung geprägtes
/erregtes j Erleben vermeintlicher j persönlicher
Beeinträchtigung, insbes. dadurch, daß etw. nicht ungeschehen zu machen,
jmd. od. etw. in Beziehung auf etw. unmittelbar nicht zu
ändern ist; Aufgebrachtsein, heftige Unzufriedenheit,
heftiger; Unmut. Unwille, heftige > Verstimmung.
Mißstimmung. Verdrossenheit, stgrkej Indignation: berechtigter,
ständiger, ohnmächtiger Ä.; der Ä. Über den
Schwiegersohn packte ihn wieder (Edschmid. Liebesengel 40); sein
Ä. ließ nach, verflog; etw. erregt jmds. Ä.; Ä. über jmds.
Bemerkungen empfinden; seinen Ä. an jmdm. od. etw.
auslassen; seinen Ä. unterdrücken; man „schluckte den
Ä. herunter*' (Tucholsky. Zwischen 12); seinem Ä. Luft
machen;.Ä. [bei jmdm.. mit etw.] erregen; etw. aus Ä.
tun; in Ä. geraten; sich von seinem Ä. hinreißen lassen;
du warst außer dir vor Ä.; (ugs.:) grün und gelb/schwarz
vor Ä. werden; zu meinem großen Ä. kam er nicht; Das
ist ja mein Ä.! (darüber ärgere ich mich ja stets; Th. Mann.
Krull 166). 2, ärgerliches Erlebnis od. Gesamtheit
ärgerlicher Erlebnisse. Verdruß. Unannehmlichkeit!'en!.
Scherereil enj; der häusliche., persönliche, berufliche,
geschäftliche A.; der tägliche Ä. im Beruf, mit den Kunden: viel
Ä. [mit jmdm.. etw. wegen einer Sache] haben, erleben:
laß das. sonst bekommst du Ä.! (Wartung); Du mußt
die Frau Pastorgrüßen.... anders gibt es A. (Kant.
Impressum 84); Da gibt er nach - und erspart sich Ä. (Sebastian,
Krankenhaus 53); „Komm her... Mach keinen Ä. (Müthel.
Baum 75); ärgerlich <Adj.>: 1. voller Ärger, verärgert,
sehr] verdrossen, verdrießlich, ungehalten, aufgebracht,
unwillig, unmutig, unwirsch, indigniert: ein -er Blick, Zuruf;
er war. wurde sehr ä.; sie ist ä. auf/über mich, über den
Mißerfolg; ä. antworten, reagieren. 2. Ärger erregend,
bereitend; mißlich, unerfreulich, unangenehm, unerquicklich,
leidig: ein -er Vorfall; das ist eine ganz -e Geschichte;
Mit zwei gespreizten Fingern maß ich es (= das Loch)
aus. fand es ä. groß (Grass. Blechtrommel 451); es ist
sehrä..daßwir uns verpaßt haben; <subst.:) das Ärgerliche
an. bei der Sache ist, daß ...; <Abl.:) £igerlidikeit, die;
-. -en: 1. <o. PI.) Ungehaltenheit, Verdrießlichkeit: die A.
seines Tons war nicht zu überhören. 2. <o. PI.)
Unerquicklichkeit: bei aller Ä. brachte die Situation auch Vorteile
mit sich. 3. ärgerlicher Umstand. Ärger bereitende
Angelegenheit: auf solche -en waren sie nicht gefaßt; ärgern <sw.
V.; hat) [mhd. ergern, argern. ahd. argerön. eigtl. = ärger,
schlechter machen]: 1. a) dauernd] ärgerlich machen, in
Ärger versetzen, heftig! verstimmen, aufbringen: er hat
mich mit seiner Bemerkung, mit seinem Verhalten sehr,
bis aufs Blut geärgert; das hat er bloß getan, um mich
zu ä.; seine Anwesenheit ärgerte mich; es ärgerte mich,
daß ...; ihn ärgert die Fliege an der Wand (jede
Kleinigkeit); die. Jungen ärgerten (neckten, reizten) den Hund;
b) durch Ärgern in einen bestimmten Zustand bringen: Jmdn.
krank, zu Tode ä.; Sie ... hat wohl ihren Mann ins Grab
geärgert (Thieß. Legende 28). 2. <ä. + sich) a) ärgerlich,
verstimmt, aufgebracht sein, werden; Ärger empfinden: ich
ärgere mich darüber, daß...; kann mich maßlos ä.. daß ...;
ich habe mich über ihn. über mich selbst, über den
Fehler furchtbar geärgert; sich über die Fliege an der
Wand (ugs.; über jede Kleinigkeit) ä.; Er ist halt sehr
geärgert über die allgemeine Staatsfeindlichkeit (Musil,
Mann 1233); Sie ... veränderte sich durch die Einzelhaft
so. daß alle sich an ihr ärgerten (Fallada. Jeder 384);
daß der ausgezeichnete Mann ... sich über alle Maßen
an dem jungen Mädchen geärgert hat (Maass. GoufK
297); R nicht ä.. nur wundern!; Mensch. ärger[e] dich
nicht (Würfelspiel); b) durch Sichärgern in einen
bestimmten Zustand geraten: sich krank, zu Tode ä. (meist Ü;
sich sehr ärgern): *sich schwarz / grün und blau / gelb und
grün ä. (ugs.; steh sehr ä.): Ich ärgere mich schwarz über
die Gedankenlosigkeit meiner Mitmenschen (Hörzu 48.
1972. 144); Ärgernis, das. -ses. -se: 1. <o. PL) Anstoß.
Verletzungdes religiösen od. sittlichen [Gefühls: Ä.
vermeiden; bei jmdm. Ä. erregen; jmdm. ein Ä. geben (veraltend;
jmdn. kränken); Ä. an etwas nehmen (veraltend; Anstoß
an etwas nehmen)', eine Anklage wegen Erregung öflent-
186
aristokratisch
liehen -ses (jur.: Verletzung des sittlichen Gefühls eines
durchschnittlichen Beobachters in geschlechtlicher Hinsicht.
z. B. durch öffentlich vorgenommenet sexuelle Handlungen);
zum Ä. aller Fußballfreunde. 2. Ärgerliches, Anstößiges,
Skandalöses: es ist Jedesmal ein Ä. für mich (es ärgert
mich), wenn ...; diese Kerle sind ein Ä.; ein öffentliches
Ä. (jur.: Sache, Handlung, die öffentliches Ärgernis erregt).
3. <meist Pl.> Ärger (2). Unannehmlichkeit: Widerwärtig-
keit: die kleinen -se des Alltags: häusliche, berufliche -se.
Arginin [argi'nirn], das: -s, -e [zu tArgentum] (Biol.): in
allen Eiweißkörpern enthaltene, lebenswichtige Aminosäure.
Argon fargan. auch: ar'go:n], das: -s [zu griech. argös =
untätig, träge]: zu den Edelgasen gehörender chemischer
Grundstoff: Zeichen Ar.
Argonaut [argo'nwt]. der:-en.-en [lat. Argonauta < griech.
Argonaütes]: 1. in der griech. Sage Mann der Besatzung
des Schiffes Argo. 2. (meist PI.) Tintenfisch einer bes.
Gattung.
Argot [argo:]. das od. der: -s. -s [frz. argot. H. u.]: 1.
<o. PI.) etwa dem Rotwelsch entsprechende Sondersprache
der französischen Gauner u. Bettler. 2. <o. PI.) etwa dem
Slang entsprechende nachlässige französische
Umgangssprache. 3. Sondersprache einer sozialen od. beruflichen Gruppe,
Jargon, Gruppensprache: der Ausdruck stammt
aus/entstammt dem A. des Militärs: Argotismus [argo'tismos],
der: -.... men: aus dem Argot stammender Ausdruck
(Ausdruck sweise, Redewendung) in der französischen! All-
gemeinsprache.
ärgste: farg.
Argument [argumenta das: -[eis. -e [lat. argumentum]: 1.
Grund für eine Behauptung, Rechtfertigungsgrund,
stichhaltiger, plausibler/ Beweisgrund, Punkt einer Beweisführung:
ein schwerwiegendes, [durchschlagendes, stichhaltiges A.;
handfeste, gewichtige, politische -e; dieses A. überzeugt
mich: das ist kein A. [gegen meine Behauptung] (keine
stichhaltige Entgegtmtig): -e für. gegen etw. vorbringen,
geltend machen: Jmds. -e gelten lassen: ich machte mir
seine -e zu eigen. 2. (Math.) unabhängige Variable einer
Funktion. 3. (Sprachwiss.) svw. t Leerstelle (2 a):
Argumentation [...menta't$io:n]. die: -. -en [lat.
argumenta tio]: Darlegung der Argumente, Beweisfülirung,
Begründung: seine A. [für. gegen den Beschluß] stutzt sich auf
die bisherigen Erfahrungen: er hat mit seiner A. recht:
argumentativ [...ta'ti.O <Adj.) [lat. argümentätlvus] (bil-
dungsspr.): I. <o. Steig.) die! Argumente betreffend: die
-e Verunsicherung der Richter. 2. mit Hilfe von Argumenten
durchgeführt;: der Wahlkampf soll a. geführt werden:
argumentatorisdi [...'to:nJ] <Adj.): seltener für
targumentativ (2): argumentieren [...'ti:ren] <sw. V.: hat) [lat.
argümentän]: seine Argumente für od. gegen etw.j
darlegen, seine Gründe auseinandersetzen, den Beweis führen:
sachlich, schlagend [für. gegen etw.] a.. gegen Jmds.
Behauptung, gegen jmdn.a.: [dahin gehend] a.. daß ...; <Abl.:>
Argumentknmg, die: -. -en: Argumentation.
Afgus fargos], der: -. -se [nach dem hundertäugigen Riesen
Argos (lat. Argus) der griech. Sage] (bildungsspr.): scharf
u. mißtrauisch beobachtender Wächter: als A. über etw.
wachen: sie war der/ein A.. der uns nicht aus den Augen
ließ.
frgus-. 4rgus-: -äuge, das (meist PI.) (bildungsspr.): scharf
beobachtender Blick, wachsames Auge: seinem A. entging
nichts: Jmdn.. etw. mit -n bewachen, beobachten, dazu:
^iugig <Adj.; nicht präd.): a. über etw. wachen: -Nick,
der (meist PI.) (bildungsspr.): svw. f-auge.
Argwohn ['arkwo.nj. der: -[e]s [mhd. arewän. ahd. argwän.
vgl. Wahn] (geh.): seelische Einstellung, Neigung, hinter
dem Tun oder dem Verhalten eines anderen eine gegen die
eigenen Interessen gerichtete, feindselige oder unredliche
Absicht zu vermuten: Mißtrauen, Verdacht, schlimme
Vermutung: A. steigt in im dm. auf: A. schöpfen: A. [gegen
jmdn.. etw.] hegen: Jmds. A. erregen, zerstreuen,
beschwichtigen: jmdn. mit A.. voller A. betrachten;
argwöhnen farkwoman] (sw. V.; hat) (geh.): mit Argwohn,
mißtrauisch vermuten, befürchten: er argwöhnte eine Falle:
man argwöhnte einen Verräter in ihm: Ich möchte a..
daß manche Heldentat ungetan bliebe (Hagelstange.
Spielball 35); «igwöhnisch <AdJ.) (geh.): voll Argwohn,
mißtrauisch: ein -er Blick. Mensch; das machte ihn a.; etw.
a. beobachten; jmdn. a. mustern.
Arhythmie usw.: t Arrhythmie usw.
Ari fa:ri]. die; -. -s: soldatensprachl. Kurzf. von: Artillerie:
Die russische A.... hatte ihm jedes weitere Kopfzerbrechen
erspart (Plievier. Stalingrad 244).
Ariadnefaden [a'riadna-, a'rjßtnd-]. der; -s [nach der griech.
Sagengestalt Ariadne. die Theseus ein Wollknäuel gibt,
das ihn aus dem Labyrinth wieder herausfuhrt): etw., was
jmdn. durch Wirrnis hindurchleitet, aus einer
unüberschaubaren Situation hilft.
Arianer [a'ija:ne]. der; -s, -: Anhänger des Arianismus:
arignisch (Adj.; o. Steig.): den Arianismus vertretend,
betreffend, auf ihm beruhend, zu ihm gehörend: Arignfech (Adj.;
0. Steig.): von Arius od. den Arianern herrührend, ihm
(ihnen) eigen] tümlichj: -e Schriften; der -e Streit
(Religionsstreit des Arius u. der Arianer mit den andersgläubigen
Christen): Arianionus [aria'nismus]. der; -: Lehre des Arius
(4. Jh.) u. seiner Anhänger, wonach Christus mit Gott nicht
wesensgleich, sondern nur wesensähnlich sei.
arid farr.t] (Adj.; -er. -este; nicht adv.) [lat. äridus] (Geogr.):
trocken, dürr, wüstenhaft: -e Böden; -e Klimate (Klimate
von Gebieten, in denen die Verdunstung durchschnittlich
stärker ist als der Niederschlag): Ü Natürlich steckt in
dieser peinlich unpersönlichen, -en Prosa ein ..Minimum
an ästhetischer Qualität" (Deschner. Talente 29); (Abl.:>
Ariditit [aridite:t]. die; -: Trockenheit (in bezug auf das
Klima).
Arie I'a:rp]. die; -. -n [ital. aria. urspr. = Weise (des
Auftretens) < lat. äera (Akk. von: äer). t2Air]: Sologesangsstück
mit Instrumental-, insbes. Orchesterbegleitung / in Oper od.
Oratorium/: eine A. singen, (salopp:) schmettern.
Arier ['a:iiej. der; -s. - [sanskr. ärya = Edler]: 1. (Völkerk..
Sprachw.) Angehöriger eines der frühgeschichtlichen Völker
mit indogermanischer Sprache in Indien u. Iran. 2. (ns.)
Angehöriger der sog. nordischen Rasse: NichtJude, Person
deutschen u. ,uirtverwandten"Blutes;<Zus.:>&rtemu&*/ek9
der (ns.): Nachweis der arischen (2) Abstammung:
Arierparagraph, der (ns.): gesetzliche Bestimmung, die Nichtarier
insbes. vom öffentlichen Dienst ausschloß.
Arietta [a'rieta]. Ariette [...te]. die; -. ...tten [(frz. ariette)
< ital. arietta. zu: aria. I Ariel (Musik): kleine Arie: arios
[ar|o:s] (Adj.; o. Steig.) [ital. arioso. zu: aria. t Arie]
(Musik): liedhaft, gesanglich, melodiös: -e Einschübe; arioso
[a'rio:zo; ital. arioso] (Musik): liedhaft /vorzutragen]:
(subst.:) Artgeo. das; -s. -s u. ...si [...zi]: 1. instrumental
begleitetes [gegen den Sprechgesang abgehobenes]
liedhaftausdrucksvolles od. arienähnliches Gesangsstück,
Zwischenstück l in einem größeren Vokalwerk]. 2.
liedhaft-ausdrucksvolles Instrumentalstück.
arisch [a:rtf] (Adj.; o. Steig.): 1. (Völkerk.. Sprachw.) die
Arier (1) od. ihre Sprachen betreffend, ihnen zugehörend,
eigentümlich, von ihnen stammend: die <n Völker.
Sprachen. 2. (ns.) die Arier (2) betreffend, ihnen zugehörend,
ihnen eigentümlich: von Ariern (2) stammend: nichtjüdisch:
-e Abstammung; -e Großeltern; arisieren [ari'zi'.ran] (sw.
V.; hat) (ns.): jüdischen Besitz in arischen ( = deutschen)
überfuhren: ein Grundstück. Unternehmen a.; Rosenthals
haben früher ein Wäschegeschäft an der Prenzlauer Allee
gehabt. Das ist dann arisiert worden (Fallada. Jeder 8).
dazu: Arisierung, die; -. -en.
Aristie [aris'ti:]. die; -. -n [...i:an; griech. aristeia]:
überragende Tat eines (antiken) Helden u. deren literarische
Verherrlichung.
Aristokrat [ansto'kra:t]. der; -en. -en [rückgebildet aus t
Aristokratie]: 1. Angehöriger der Aristokratie, Adliger. 2.
Mensch von vornehmer Gesinnung u. zurückhaltender
Lebensart: vornehmer, edler Mensch: Aristokratie [...kra'ti:].
die; -. -n [...i:an; lat. aristoeratia < griech. aristokratfaj:
1. (hist.) a) (o. PI.) Staatsform, in der die Herrschaft im
Besitz einer ständisch-privilegierten sozialen Gruppe (Adel,
Oberschicht) ist: Adelsherrschaft: b) Staat, Gemeinwesen,
in dem eine Aristokratie (a) besteht. 2. adlige Oberschicht,
Adel sstand}: A. und Bourgeoisie stritten sich um die
Macht; Huldvoll hat die Regentin die hohe A.... eingeladen
(Menzel. Herren 40); Ü die A. des Geldes. Geistes (durch
Besitz einflußreiche, durch Bildung hervorragende
Minderheit, IFührungs]Schicht, Elite). 3. (o. PI.) Würde,
Vornehmheit: die A. seiner Gesinnung, seines Wesens beeindruckte
die Anwesenden; aristokratisch [...kra:tij] (Adj.): 1. die
Aristokratie (1) betreffend, ihr zugehörend, entsprechend,
gemäß, von ihr stammend: eine -e Herrschaftsform; eine
aus -en und demokratischen Elementen zusammengesetzte
187
Aristophaneus
Verfassung. 2. <o. Steig.) adlig: die -e Gesellschaft; -e
Kreise. 3. edel, vornehm: er war von -er Geistigkeit; ein
-es Profil haben; <subst.:) seine Gestalt hatte nichts
Aristokratisches an sich.
Aristophaneus [aristofa'ne.us]. der; -. ...neen [...'ne:dn; lat.
Aristophaneus < griech. Aristophäneios = von (dem
altgriech. Lustspieldichter) Aristophanes] (Verslehre):
antiker Vers (von der Normalform: -WU-W-J; aristophanisch
[aristo*fa:mj] <AdJ.) (bildungsspr.): geistvoll, witzig, mit
beißendem Spott nach Art des altgriech. Lustspieldichters
Aristophanes: von -er Laune.
Aristoteliker [aristo'te:like]. der; -s. -: Schüler des Aristoteles:
Vertreter. Anhänger der Philosophie des Aristoteles:
aristotelisch <Adj>: Aristoteles u. seine Lehre betreffend, seiner
Lehre entsprechend, gemäß, auf seiner Lehre beruhend: nach
Art des Aristoteles, nach Aristoteles benannt: einen -en
Standpunkt vertreten; -e Dramatik (Lit.; gemäß der
Aristotelischen Wirkungsästhetik betont das persönliche Mitgefühl
des Zuschauers ansprechende Dramatik: geprägt von
Brecht); Aristotdismus [...te'lismus]. der; -: die von
Aristoteles ausgehende, über die Scholastik bis in die Gegenwart
reichende Philosophie.
Arithmetik [ant'me.Uk. seltener: antmeti.k]. die; -. -en [lat.
arithmetica < griech. arithmetike (techne) =
Rechenkunst) (Ggs.: Algebra): 1. <o. PI.) Teilgebiet der
Mathematik, auf dem man sich mit bestimmten u. allgemeinen Zahlen.
Reihentheorie. Kombinatorik u.
Wahrscheinlichkeitsrechnung befaßt: A. der natürlichen Zahlen; Ü die A.
(bildungsspr.. oft abwertend; ISystem] ausgeklügelte!r]
Berechnung) der Ämterverteilung. 2. Lehrbuch der Arithmetik
(1); ArMmetikcr [...'me:tikü). der; -s. -: Fachmann auf dem
Gebiet der Arithmetik: arithmetisch <AdJ.; o. Steig.): die
Arithmetik betreffend, zu ihr gehörend, ihr entsprechend,
gemäß: auf ihr beruhend: -e Formeln. Probleme. Verfahren;
-es Mittel (Quotient aus dem Zahlenwert einer Summe
u. der Anzahl der Summanden. Durchschnittswert): -e Folge.
Reihe (mit gleichbleibender Differenz zwischen je zwei
benachbarten Gliedern): Ü Aber wehe, wenn diese -e Reihe
steigender Wachstumsraten, Löhne und Gewinne einmal
abreißt (Dönhoff. Ära 49).
Arithmogriphlantmo'gri^.den-en.-en [zugriech, arithmös
= Zahl u. grfphos = Rätsel]: Zahlenrätsel
Arkade [ar'kaxb]. die; -. -n [frz. arcade < ital. arcata.
zu: arco = Bogen(gewölbe) < lat. arcus]: 1. Bogen auf
zwei Pfeilern od. Säulen. 2. <meist PI.) Bogenreihe:
(einseitig offener! Bogengang /an Gebäuden]: gedeckte -n; durch
die -n gehen. 3. (Graphologie) arkadenförmiger Bogen bei
Kleinbuchstaben einer Handschrift.
Arkadien [ar'ka:dpnj, das; -[s] [nach der altgriech.
Landschaft Arkadien] (dicht., bildungsspr.): Schauplatz
glückseligen, idyllischen [LandHebens: Glücksland: das A. der
Wissenschaft; Arkgdier, der; -s. -(bildungsspr.): Bewohner
von Arkadien: arkadisch <Adj.; o. Steig.) (dicht.,
bildungsspr.): in. aus Arkadien: auf Arkadien u./od. die Arka-
dier bezüglich. Arkadien u.lod. den Arkadiern zugehörend,
eigentümlich: in -en Gefilden; eine -e Landschaft (Lit..
Malerei; ideale, idyllische Landschaft): -e Dichtung, Poesie
(Lit.; idyllische Hirten- u. Schäferdichtung).
Arkebuse [arke'bu:zd]. die; -. -n [frz. arquebuse < nieder!,
hakebusse = Hakenbüchse]: Gewehr des 15.116.
Jahrhunderts. Hakenbüchse: Arkebusier [arkebu'zi:;]. der; -s. -e
[frz. arquebusier]: mit der Arkebuse ausgerüsteter Soldat.
arktisch Carktül <Adj.; o. Steig.) [lat. arcticus < griech.
arktikös = nördlich zu ärktos = Bär (nach den
Sternbildern des Großen u. Kleinen Bären am nördlichen Himmel)]
die Arktis betreffend: zur Arktis gehörend: die -e Fauna;
Ü -e Kälte (sehr strenge Kälte); -e (sehr niedrige)
Temperaturen.
Arkuballiste [arkuba1 liste], die; -. -n [lat. arcuballista]: wie
eine Armbrust funktionierendes römisches u.
mittelalterliches Belagerungsgeschütz: Bogenschleuder.
Arkus [arkos], auch: Arcus [-]. der. -. - [...u:s; lat. arcus]
(Math.): Kreisbogen.Bogenmaßeines Winkels: Zeichen: arc.
Arkus- (Math.): ^funktion, die: Umkehrfunktion einer
trigonometrischen Funktion: ^kosinus, der: Umkehrfunktion des
Kosinus: ^kotangens, der: Umkehrfunktion des Kotangens:
^sinus, der: Umkehrfunktion des Sinus: Tangens, der:
Umkehrfunktion des Tangens.
arm [aim] <Adj.; ärmer, ärmste; nicht adv.) [mhd., ahd.
arm. urspr. = verwaist]: l.a) (Ggs.: reich) ohne
[genügend] Geld zum Leben, wenig besitzend, bedürftig, mittellos:
ein -er Arbeiter; eine -e Familie; sie waren [bitter] a.;
ihre Verschwendungssucht hat ihn a. gemacht; (ugs.
scherzh.:) du ißt mich [noch] a.!; durch diesen Kauf. Verlust
bin ich um 100 Mark ärmer geworden (habe ich 100 Mark
verloren): <subst.:> der Gegensatz zwischen Armlen] und
Reichten) (taber: arm und reich); die Ärmsten der Armen;
*a. und reich (veraltet: alle Menschen, ohne Unterschied):
b) wenig habend, aufweisend od. hergebend, ohne Nutzgehalt,
ärmlich: -e (wenig ergiebige, wenig fruchtbare) Böden; -es
(Bergmannsspr.: geringhaltiges) Erz; Unsere -en
(armseligen, unzulänglichen) Versuche wirken stets nur auf einen
Teil der Menschheit, entweder auf die Jugend oder auf
die Frauen (B. Frank. Tage 7); um das auszudrücken,
ist unsere Sprache zu a.; geistig a. (abwertend; geistig
anspruchslos) sein; *a. an etwas sein (wenig von etwas
haben): das Leben ist a. an Freuden; diese Früchte sind
a. an Vitaminen (vitaminarm): um imdn., um etwas ärmer
werden (imdn.. etwas verlieren): der Sport ist um zwei
Meister ärmer geworden. 2. <nur attr.) unglücklich,
bedauernswert, beklagenswert: das -e Kind; (ugs.:) der -e
Kerl; er ist ein -es Schwein (derb; bedauernswerter Mensch):
(ugs. übertreibend:) ein -er Irrer; die -en Seelen [im
Fegefeuer]; meine -en Beine (ugs.; meine Beine tun mir nach einer
Wanderung o. ä. weh)\: <subst.:> du Arme[r]!; der Ärmste,
was hat er [alles] erdulden müssen!; *a. dran sein (ugs.;
zu bedauern sein).
Ann [-]. der; -[e]s. -e [mhd.. ahd. arm. urspr. = Fügung.
Gelenk, Glied]: 1. <Vkl. tÄrmchen) bes. als Greif- u.
Halteorgan dienendes, aus Ober- u. Unterarm /sowie Hand]
bestehendes Körperglied an der rechten bzw. linken Schulter
des Menschen (od. des Affen): kräftige, runde, fleischige,
behaarte, sehnige, muskulöse, dürre, knochige -e; sein linker
A. ist steif; die -e erlahmen [vom Tragen]; den A. beugen,
strecken; die -e aufstützen, [nach jmdm.] ausstrecken,
hochhalten, heben, recken, ausbreiten, [über der Brust] kreuzen;
sie stemmte die -e in die Hüften; Jmds. A. nehmen (imdn.
unterhaken): sie schlang ihre -e um seinen Hals; beide
-e voll hatten (bepackt sein u. daher nichts anderes mit
den Armen machen können): ich habe mir den A.
gebrochen; sie hing an seinem A.; er nahm, packte ihn am/beim
A.; ein Kind auf den A. nehmen; sie riß sich aus seinen
-en [los]; imdn. im A.. in den -en halten; sie lagen sich
gerührt in den -en; sie kam mit einem A. voll Holz herein
[Taber: Armvoll); den Mantel über den A. nehmen, über
dem A. tragen; er preßte die Mappe unter den A.; wir
können hier noch zwei starke -e (imdn.. der kräftig zupak-
ken. helfen kann) gebrauchen; Ü der Baum breitet seine
-e (dichter.; Äste) aus; der A. (die Macht) des Gesetzes;
• einen langen A. haben (weitreichenden Einfluß haben):
Imdn. am steifen A. verhungern lassen (ugs.; auf imdn..
der in irgendeiner Weise von einem abhängig ist. durch
Entzug von etw. Über längere Zeit Druck ausüben, um
dadurch zu erreichen, daß er sich einer Forderung o. ä. nicht
mehr widersetzt /meist als Drohung/); imdn. auf den A.
nehmen (ugs.; imdn. zum besten haben): Imdm. in den A.
fallen (imdn. an etw. hindern): imdm. in die -e laufen (ugs.;
zufällig begegnen): hndm.v einer Sache in die -e treiben
(verursachen, verschulden, daß sich jmd. zu seinem Schaden
imdm.. einer Sache zuwendet): der ewige Streit hat ihn
dem Alkohol in die -e getrieben; sich imdm., einer Sadie
in die -e werfen (oft abwertend; sich jmdm.. einer Sache
ganz verschreiben* hingeben): imdn. mit offenen -en
aufnehmen/empfangen (imdn. [wegen seiner Qualitäten,
irgendwelcher Vorzüge o. ä. J ohne Bedenken, als einen höchst
Willkommenen empfangen): imdm. [mit etw.] unter die -e greifen
(imdm. in einer Notlage [mit etw.] helfen). 2. armartiger,
armfarmiger {Körper)teil: schmaler, seitlich abstehender,
abzweigender Teil: die -e (Fangwerkzeuge) des Polypen;
ein Kronleuchter mit acht -en; der A. des Wegweisers
zeigt in die falsche Richtung; die beiden -e einer Waage,
eines Hebels; der Fluß teilt sich an der Mündung in drei
-e; ein loter (nicht weiterführender) A. des Rheins. 3.
Ärmel: ein Kleid mit kurzem, halbem, angeschnittenem
A. 4. (salopp verhüll.) a) für Arsch (1): setz dich auf
deinen A.!; b) für Arsch (2): du A.!
«nn% Arm-: ^amputiert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
amputiertem Arm: <subst.:> ein Armamputierter; ^arbeit
die <o. PI.) (Sport): Einsatz. Training der Arme: -bnd.
das (Med.): Teilbad. bei dem einer od. beide Arme bis
188
armen-, Armen-
zur Mitte des Oberarms in / kaltes] Wasser getaucht werden
(als Heilbehandlung): -badewame, die: -band, das: am
Arm über dem Handgelenk zu tragendes /kettenähnliches/
Schmuck/band, dazu: -banduhr, die: über dem
Handgelenk an einem Armband zu tragende Uhr; --beuge, die:
1. Innenseite des Ellbogengelenks. 2. <meist PL> (Turnen)
das Beugen der Arme im Liegestütz; -beugen, das (Turnen):
-bewegung, die: eine heftige A. machen: -binde, die: 1.
Binde, die als Kennzeichen o. ä. um den Arm getragen wird;
ein Blinder mit einer gelben A.; 2. Armtragetuch; -Watt
das: Schutzeinlage gegen Achselschweiß; -bruch. der: mit
einem A. ins Krankenhaus eingeliefert werden: -brüst, die:
-. -brüste, auch: -e [mhd. armbrust. umgebildet aus mlat.
arbalista < lat. arcuballista = Bogenschleuder] (bist.):
alte, aus dem Bogen entstandene Schußwaffe, mit der Bolzen.
Pfeile. Stein- u. Bleikugeln geschleudert wurden; -dick
<Adj.; o. Steig.): dick wie ein Arm; -flor. der: am Arm
getragener schwarzer Trauerflor; -flosser [-fbse]. der
(Zool.): Vertreter einer zu den Knochenfischen gehörenden
Ordnung langsam schwimmender Fische, die sich mit Hilfe
verlängerter Brustflossen auch kriechend od. schreitend auf
dem Meeresboden fortbewegen können; -förmig [-foermu;]
<Adj.; o. Steig.): -filBer [...fy:se]. -fiißter [-fy:sls]. der; -s.
- (Zool.): Vertreter einer zu den Tentakelträgern gehörenden
Klasse von Tieren mit Rücken- u. Bauchschale u. langen,
spiralig eingerollten Mundarmen; -geige, die (veraltet):
Bratsche; -geienk, das: Gelenk zwischen Ober- u. Unterarm;
-gufi. der: Begießung der Arme (bis zum Schulterblatt)
mit /kaltem/ Wasser (als Heilbehandlung); -haltung, die;
Giebel, der: das Ellbogengelenk des Gegners dehnender u.
verdrehender Judogriff; -krochen, der; -kreisen, das
(Turnen): -kugel, die: oberer, halbkugelartig gearbeiteter Teil
des Oberärmels bei der Oberbekleidung; -lang <AdJ.; o.
Steig.): lang wie ein Arm; -länge, die: Länge eines Arms;
die [durchschnittliche] A. beim Zuschnitt berücksichtigen;
Jmdn. auf A.. auf zwei -n herankommen lassen; vgl.
Armeslänge; -lehne, die: seitliche Lehne an Sitzmöbeln zum
Aufstützen des Armes; -leuchterv der: 1. Leuchter mit mehreren
Armen; ein bronzener, silberner A. 2, (salopp) Dummkopf.
Trottel; (verhüll.:) Arschloch (2): du A.!; -loch, das: 1.
für den Arm ausgeschnittene Öffnung an einem
Kleidungsstück. 2. (salopp verhüll, für: Arschloch) Dummkopf.
Trottel; -los <AdJ.; o. Steig.); -manschette. die (Med.): aus
einer Gummimanschette bestehender Geräteteil, der bei der
Blutdruckmessung um den Oberarm gelegt wird; -muskel.
der: Muskel des Oberarms. Bizeps; -pobter, das: gepolsterte
Armlehne; -prothese, die; -reif, -reifen, der: um den Arm
zu tragender Schmuckreif! enj; -ring, der: um den Arm
zu tragender Schmuckring; -schiene, die: 1. den Ober- od.
Unterarm bedeckender Teil der Rüstung. 2. Schiene für
einen gebrochenen Arm; -schlag, der (Kraul- u.
Rückenschwimmen): 1. einzelne vorwärtstreibende Armbewegung.
2. Rhythmus der vorwärtstreibenden Armbewegungen;
Schlagzahl od. -Schnelligkeit der Arme; -Schlüssel, der:
Ringergriff mit Armzug über den Rücken; -schütz, der:
Leder o. ä. zum Schutz des Unterarms vor der
zurückschnellenden Bogensehne; -Schützer, der: 1. svw. Armschutz.
2. Ärmelschoner; -schwinge, die (Zool.): eine der am
Unterarm entspringenden großen Schwungfedern des Vogelflügels;
-schwingen, das (Turnen); -scssel, der: Sessel mit
Armlehnen; -spange, die: den Arm umfassende Schmuckspange;
-spekhe, die: Unterarmknochen an der Innenseite des
Armes; Speiche. Radius (vgl. Elle): -stuhl, der: Stuhl mit
Armlehnen; -stunmel, der (salopp): Armstumpf;
verkümmerter Arm; -sümpf, der: am Körper verbliebener Rest
eines Armes; -stütze, die: Stütze. Lehne für den Arm; -trage-
tuch, das: um Nacken und Unterarm geschlungenes Tuch,
das den Unterarm bei Verletzung o.a. waagerecht hält;
-verband, der; -voll, der; -. -: Menge, die man im Arm
tragen kann; zwei A. Reisig; -zug, der: Griff, bei dem
der Ringer am Arm des Gegners zieht.
Armada [ar'ma.dal. die; -. ...den u. -s [span. armada
< lat. armäta = bewaffnete (Streitmacht)l (bildungsspr.):
mächtige Kriegs]flotte; Pulk. Schwärm. Heer; Eine A.
von Schiffen Jeder Größe hielt auf den Havaristen zu
IMM 8. 9. 1966. 8); ganze Armaden von riesigen
Tankwagen (MM 28. 11. 1973.3).
Annageddon [arma'gedon]. das: - [hebr.; nach Oflenb. Joh.
16. 16 der mythische Ort. an dem die bösen Geister die
Könige der gesamten Erde für einen großen Krieg
versammeln]: politische] Katastrophe; daß die große Hitze ein
nahes A. ankündigte (Tagesspiegel 8. 10. 1974. 2).
Armagnac [arman'jak]. der; -[s]. -s [nach der gleichnamigen
frz. Landschaft]: frz. Weinbrand von hoher Qualität.
Armarium [ar'ma:riom]. das; -s. ...ien [...pn; lat. armärium]
(kath. Kirche): Wandnische neben dem Altar zur
Aufbewahrung von Hostien. Reliquien u. Sakramentalien.
Armatur [arma'tu.g]. die: -. -en flat. armätüra =
Ausrüstung]: a) Ausrüstung von technischen Anlagen. Maschinen
od. Fahrzeugen; b) <meist PI.) Schalt-. Bedienungs-.
Anzeige- u. Meßgeräte an techn. Anlagen. Maschinen od.
Fahrzeugen; c) (meist PI.) Drossel- u. Absperrvorrichtung.
Wasserhahn u. ä. in Badezimmern, an Duschen u. a.
Armaturen-: -brett. das: Tafel. Leiste mit Schalt-.
Bedienungs-. Anzeige- u. Meßgeräten (z. B. in Kraftfahrzeugen
od. im Flugzeugcockpit); auf einen Knopf am A. drücken;
-tafel, die; ^werk, das.
Äimchen ferrn^n]. das; -s. -<Vkl. zu tArm (1)>.
Arme ['arma]. der u. die: -n. -n <Dekl.: t Abgeordnete):
tarm.
Armee [ar'me:]. die: -. -n [...e:an; frz. armee. zu: armer,
f armieren]: 1. a) gesamte Streitmacht eines Staates. Heer;
eine A. aufstellen; in der A. dienen; die Rote A. (früher;
Armee (1 a) der Sowjetunion): die Große A. (Napoleons);
•zur großen A. abberufen werden (veraltet verhüll.;
sterben); b) Heereseinheit, großer Truppenverband; auf einem
bestimmten Kriegsschauplatz eingesetzte große
Heeresabteilung; die erste, zweite A. 2. sehr große Anzahl: eine A.
von Arbeitslosen.
Armee-: -abteihing. die; -befehl. der; -Einheit1, die; -fahr-
zeug. das; -führer, der; -fUhrung. die; -general. der; -grup-
pe, die; -korps, das: Großverband des Heeres; Abk.: AK;
-Oberkommando,das; Abk.: AOK; -sanität. die (Schweiz.):
Sanität; -spiel, das (Schweiz.): Spielmannszug der Armee,
militärische Musikkapelle; -Stab, der; -zeitung, die.
Ärmel ['ermal]. der; -s. - [mhd. ermel; ahd. armilo =
Armring. Armfessel]: den Arm teilweise od. ganz bedeckender
Teil eines Kleidungsstückes; ein angeschnittener Ä.; die
Ä. hochstreifen, auf-, hochkrempeln; Jmdn. am Ä. zupfen;
Ich hielt ihn jedoch am Ä. zurück (Brecht. Geschichten
184); ein Kleid mit langen, kurzen -n. ohne Ä.; *sich
<Daüv> die Ä. hochkrempeln (ugs.; sich anschicken, bei
einer Arbeit tüchtig zuzupacken): [sich (Dativ)] etw. aus
dem Ä./aus den -n schütteln (ugs.; etw. mit Leichtigkeit
hervorbringen. / be] schaffen; wohl mit Bezug auf die weiten
Ärmel der alten Kleidung, die oft als Taschen dienten);
leck mich am Ä.! (derb verhüll.; leck mich am Arsch).
$rmel-. 4rmel-: -abzeichen, das; -aufschlag, der; -brett,
das: kleines Bügelbrett für Ärmel; -futtcr, das (vgl. Butter):
^halter, der: um den Oberarm zu tragendes Gummiband,
das den Ärmel eines Oberhemds hochhält; -kusine. die [weil
die beiden eingehängt gehen] (landsch. veraltend scherzh.):
Freundin eines jungen Mannes; -länge, die; -hsmer. der
(Schweiz.): svw. tLismer; -loch, das: Ausschnitt für Ärmel.
Arme; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ohne Ärmel; ein
-es Kleid: -schöner, ^Schützer, der: Art Manschette, die
bis zum Ellbogen über die Ärmel gestreift wird, um sie
zu schonen; -streifen, der: Streifen am Ärmel (bes. als
Rangabzeichen); -weste. die.
Armekute- (abwertend): -essen, das <P1. selten): sehr
kärgliches Mahl; -gemch. der <P1. selten); -söhn, der <P1.
selten); -viertel, das.
^rmen-. Armen-: -anwalt. der (jur.): Anwalt einer Partei,
der das Armenrecht gewährt wurde; -arzt, der (früher):
von der Gemeinde zur unentgeltlichen Behandlung mittelloser
Kranker angestellter Arzt; -fiirsorge. die; -genössig
l...ganoesN;] <Adj.; o. Steig.) (Schweiz.): /der Armenpflege/
bedürftig (u. daher berechtigt, staatliche Sozialleistungen
in Anspruch zu nehmen); -haus, das (veraltet): Unterkunft,
in der arme Leute betreut wurden, dazu: -hausier, der
(veraltet): im Armenhaus Wohnender; -kasse, die <o. PI.)
[zu 2: Armen- umgedeutet zu Arm = schlagendes
Körperglied]: 1. (veraltet) soziale Einrichtung. Kasse zur
Unterstützung der Armen. 2. in Wendungen wie etwas aus der A.
kriegen (landsch. verhüll, scherzh.; Schläge bekommen);
-pflege, die <o. PI.) (veraltet): Fürsorge für die Armen;
^pfleger, der (veraltet): berufsmäßig tätiger Betreuer von
1 mit Bindestrich.
189
Armensünder-
Armen: M*echt. das <o. PI.) (jur.): Recht einer streitenden
Partei, bei nachgewiesener Bedürftigkeit von den Gerichts-
u. Anwaltskosten befreit zu werden: jmdm. das A. gewähren,
erteilen, dazu: -rechtszeugnis. das (Jur.): amtliches Zeugnis
über das Unvermögen einer streitenden Partei, ohne
Beeinträchtigung ihres notwendigen Unterhalts die Kosten des
Prozesses aufzubringen: Armutszeugnis.
Mittellosigkeitszeugnis: -Verteidiger, der: vgl. -anwalt; -viertel, das:
Stadtviertel* in dem vor allem Arme wohnen.
Armensünder-: österr. Air t Armsünder-.
Inner: farm.
Armeslänge, die (geh.): Länge eines Armes (als Entfernungs-,
Maßangabe): sich Jmdm. auf A. nähern: er war ihm um
zwei -n voraus. Vgl. Armlänge.
Armesünder, der: Armensünders. Armensünder (veraltet):
zum Tode Verurteilter: er sitzt da wie ein Armersünder;
die beiden Armensünder.
Armesünder-: t Armsünder-.
-annig [-lärmig; zu: Arm I. 2] in Zusb.. z.B. einarmig
(mit nur einem Arm 1). achtarmig (mit acht Armen 2
/versehen/).
armieren [ar'mhran] <sw. V.; hat) [frz. armer < lat. armäre
= bewaffnen]: I. (Milit. veraltet) mit Waffen ausrüsten
od. bestücken: (Ggs. desarmieren 1): ein Heer a.; eine
Festung [mit Kanonen] a. 2. a) (Bauw.. Technik) mit einer
verstärkenden/ Ein-, Auflage, Umkleidung versehen:
armierter Beton (mit Eisen-. Stahleinlage): ein armiertes
Kabel (mit einer Schutzschicht aus gewickeltem Draht cd.
Metallband): b) (Technik) mit Armaturen versehen: <Abl.:>
Annkrung. die: -. -en: a) das Armieren: b) Stahleinlage
für Beton, dazu: Armknm&stahl. der (zu armieren 2 a).
ärmlich l'ermlicj) <Adj.) [mhd. ermelich, ahd. armalih, zu
f arm]: a) (selten) (nur attr.) recht arm. bedürftig: er stammte
aus einer -en Familie; b) auf Grund von materieller Armut
dürftig, kümmerlich: eine -e Wohnung; die Verhältnisse,
in denen sie lebte, waren geradezu ä.; ä. wohnen, gekleidet
sein; c) (selten) armselig, jämmerlich, unzulänglich: ein -er
Lichtschein; <Abl.:) Ärmlichkeit die; -.
Ärmling [ermliij], der; -s. -e [mhd. enmelinc): Ärmel zum
Überstreifen. Ärmelschoner.
armselig <Adj.) [zu mhd. armsal = Armut. Elend, zu tarm]:
a) sehr arm. auf Grund von materieller Armut kümmerlich,
dürftig: ein -er Bettler; eine -e Mahlzeit; in einer -en Hütte
leben; ..könnt Euch nicht vorstellen, wie
heruntergekommen hier alles ist. wie a. die Leute und die vielen Kinder..."
(Grass. Katz 133); a. leben; b) (gelegtl. abwertend) als
klein, wertlos, arm. unzureichend usw. empfunden,
unzulänglich, jämmerlich: ein -es Schifferklavier; ich war ein -er
Konsument-und sobald ich Kaffee trinken wollte, mußte
ich ihn - wie alle - bezahlen (Jacob. Kaffee 278); er ist
ein -er Stümper; für -e (für den wegen seiner Geringfügigkeit
für lächerlich erachteten Betrag von) fünf Mark; <Abl.:)
Armseligkeit, die; -: Ärmste: tarm.
Annstynder-, (auch:) Armesünder-, (österr.:) Armensünder-:
MZlocke. die (früher): bei Hinrichtungen geläutete Glocke.
<Vkl.:) Mdöckchen, das; ^hemd, das (früher): Hemd, in
dem ein zum Tode Verurteilter zur Hinrichtung geführt
wurde: Mniene. die (scherzh.): sehr schuldbewußte, [tief!
zerknirschte Miene.
Armut farmu.t]. die; - [mhd. armuot(e). ahd. armuoti. aus
farm u. Suffix -öti. schon ahd. fälschlich an Mut
angelehnt]: 1. (Ggs.: Reichtum) a) das Armsein. Mittellosigkeit.
Bedürftigkeit: es herrscht drückende A.; in A. leben; b)
Dürftigkeit. Kümmerlichkeit. Kargheit: geistige A.; diese
Schrift verrät A. des Ausdrucks; die A. eines Landes an
(der Mangel an) Bodenschätzen; Die A. an (der Mangel
an) Begeisterung, die allgemeine Unlust ... (Frisch. Stiller
290). 2. (veraltend) Gesamtheit der Armen: die Wohnungen
der städtischen A.; Annutei [armu'tai]. die; - (landsch.):
Zustand allgemeiner Armut u. daraus erwachsender
Verwahrlosung: Armutszeugnis, das [für lat. testimonium pau-
pertatis] (jur.): Armenrechtszeugnis: * etwas ist ein A. für
imdn. (etw. beweist jmds. Unfähigkeit): imdm., sieh, einer
Sache mit etw. ein A. ausstellen (jmdn.. sich. etw. als unfähig
in bezug auf etw. hinstellen. sein Unvermögen offenbaren
[als Vorwurf!).
Ami farni]. der; -s. -s [Hindi]: Vertreter eines Stammes
der Wasserbüffel. Mischer Großbüffel.
Arnika [arnika]. die; -. -s [mhd. am ich. H. u.]: 1. orange
blühender, krautiger, würzig riechender Korbblütler, der als
Heilpflanze verwendet wird. 2. <o. PI.) aus den Blüten u.
Wurzeln der Arnika hergestellter, heilwirksamer Extrakt:
sich mit A. einreiben; A. einnehmen; <Zus.:> Arnikatinktur.
die.
Arom [a'rorm], das; -s. -e: dichter, für f Aroma (1); Aroma
[a'ro:ma]. das; -s. ...men [...man], -s u. (älter:) -ta [-ta;
lat. aröma < griech. äröma = Gewürz]: I. stärker
ausgeprägter angenehmer Geschmack u.lod. würziger Duft,
kräftiger, intensiver Wohl/geruch; ausgeprägter
Eigengeschmack od. Eigengeruch bes. eines pflanzlichen
Genußmittels: ein starkes, [uniangenehmes A.; kein A. haben: die
Zigarette hat ein volles A.; das A. der Erdbeeren, des
Kaffees; es zieht allerlei durch meine Räume ... Zwischen
langen Brisen ländlicher Aromata. von Stall, von Wald
(Hildesheimer. Tynset 9). 2. künstlicher] Geschmacksstoff
für Lebensmittel, aromatisches Würzmittel, aromatische
Essenz: aromatisch [aro'ma.tij] <Adj.) [lat. arömaticus <
griech. arömatikös]: voller Aroma (1). würzig, wohlschmek-
kendu.lod. wohlriechend: ein -tfTee. Tabak; ein -er Duft.
Geschmack; -e Essenzen: a. duften; aromatisieren [aromati-
'zi:ran] <sw. V.; hat): mit Aroma versehen: Tabak a.; <Abl.:)
Aromatisjerung, die; -. -en.
Aron[s]stab [a:rDn(s)-l. der; -[eis. ...Stäbe [zu lat. aron <
griech. äron]: Giftpflanze schattiger Laubwälder mit
pfeilförmigen Blättern u. kolbenförmigem, rotbraunem
Blütenstand.
Arpeggiatur [arpedja'tu:^]. die; -. -en (Musik): Reihe arpeg-
gierter Akkorde: arpeggierai [arpe'c&i.ron] <sw. V.; hat)
[ital. arpeggiare, f Arpeggio] (Musik): arpeggio spielen:
arpeggio [ar'pec&o] <Adv.) (Musik): in Form von Akkorden,
deren einzelne Töne sehr schnell nacheinander erklingen:
Arpeggio [-]. das; -s. -s u. ...ggien [...c&dn; ital. arpeggio.
zu: arpeggiare = Harfe spielen, zu: arpa = Harfe <
spat lat. harpa < germ. +harpa. f Harfe] (Musik): arpeggio
gespieltes Musikstück, arpeggierte Passage.
Arrak ['arakl. der; -s. -e u. -s [frz. arak < arab. -araq,
eigtl. = Schweiß]: ostindischerj Branntwein aus Reis od.
Melasse.
Arrangement [arä&'mä:]. das; -s. -s [frz. arrangement]: 1.
(bildungsspr.) a) das Anordnen, künstlerische Anordnung:
organisierende Vorbereitung: das A. [einer Veranstaltung]
übernehmen; Was bezweckte sie eigentlich mit diesem A.
des Wartenlassens (Kirst. 08/15. 380); b) das künstlerisch
Angeordnete, Anordnung, geschmackvoll
zusammengestelltes Ganzes: jmdm. ein A. [aus Blumen] überreichen; ein
A. von Leckerbissen. 2. (Musik) a) das Einrichten, die
Bearbeitung eines Musikstückes für andere Instrumente:
ein A. für Klavier; b) Orchesterfassung eines Themas im
Jazz. 3. (bildungsspr.) das Sich arrangieren,
Übereinkommen, Abmachung, Vereinbarung: ein A. mit seinen
Gläubigern treffen; ein A. zwischen zwei Staaten; Wohin denn
... mit Ihren Konflikterlebnissen. Ihrer Sperrigkeit beim
A. mit dem Alltag (Wohmann, Absicht 205). 4. (Geldw.)
Abwicklung der Börsengeschäfte: Arrangeur [arä'se:?]. der;
-s. -e [frz. arrangeur]: 1. (bildungsspr.) jmd., der etwas
arrangiert, organisiert, in die Wege leitet. 2. (Musik) jmd.,
der ein Musikstück einrichtet od. einen Schlager
instrumentiert: arrangieren [ar§'3i:rsn] <sw. V.; hat) [frz. arranger]:
1. a) für die Durchführung u. den Ablauf einer Sache, für
die Gestaltung einer Veranstaltung o. ä. sorgen: einrichten,
in die Wege leiten, bewerkstelligen, zustande bringen: ein
Fest, eine Reise, ein Treffen a.; Heute arrangiert ihm
sein Reisebüro Büffeljagden in Afrika (Enzensberger.
Einzelheiten 1.197); die Sache läßt sich a.; b) gestalten,
künstlerisch anordnen, geschmackvoll, künstlerisch
zusammenstellen: eine Sitzgruppe a.; Wir reisten zwar erster Klasse,
aber die Unterhaltungsräume waren zu Schlafsälen
arrangiert, jeweils zwei Pritschen nebeneinander (Katia Mann.
Memoiren 120); eine effektvoll arrangierte Story; c)
(Musik) ein Musikstück für andere Instrumente einrichten,
bearbeiten: einen Schlager instrumentieren: eine Polka für eine
Big Band a.; die Schlager waren alle neu arrangiert. 2.
<a. + sich) trotz gegensätzlicher Standpunkte! eine
Übereinkunft treffen, sich verständigen u. eine Lösung für etw.
finden, sich einigen, aufeinander einstellen: sich [mit dem
politischen Gegner] a.; du mußt dich [mit den
Verhältnissen] a. (mußt dich mit den Verhältnissen abfinden u. darauf
einstellen): <Zus. zu 1 b:> Arrangierprobe, die: Stellprobe
im Theater.
Arrazzo: svw. f Arazzo.
190
arsenikhaltig
Arrest [a'restl. der; -[eis. -e [mlat. arrestum = Verhaftung,
zu vlat. *arrestäre. t arretieren]: 1. a) Haft, leichter Frei-
heitsentzug (bes. als Strafe innerhalb einer Gemeinschaft,
z. B. Militär, früher auch Schule): drei Tage leichten,
strengen, geschärften A. bekommen, absitzen; der Schiller
bekam eine Stunde A. (mußte eine Stunde nachsitzen): b)
Ort der Haft: in/im A. sitzen. 2. (Jur.) Beschlagnahme.
Sicherstellung: jmds. Vermögen unter A. stellen, mit A.
belegen; Arrestant [ares'tant]. der; -en. -en [mlat. arrestäns
(Gen.: arrestantis). zu vlat.* arrestäre. tarretieren]
(veraltend): jmd., der sich im Arrest befindet: Häftling: Anr$stk>-
kal. das; -[eis. -e(veraltend): behelfsmäßiger! Raum für
Arrestanten: Das A. war ein polnisches Vorstadthaus
(Strittmatter. Wundertäter 384); Arrestzelle, die; -. -n;
arretieren [are'ti.renKsw.V.; hat) [frz. arrdter < vlat.
♦arrestäre = dableiben (machen), zu lat. restäre = stillstehen]:
1. (\exd\im<\) festnehmen, verhaften: den Dieb a. 2. (beweg-
liehe Teile eines Geräts) feststellen, sperren, blockieren:
einen Hebel, die Waage, ein Gerät a.; ... während sie
(= die Halterung) die Duschglastür über dem Wannenrand
selbsttätig arretiert (Wohnfibel 174); <Abl.:> Arretierung.
die; -. -en: 1. das Arretieren (1. 2). 2. Vorrichtung zum
Arretieren (2); ArretstoB [a're(:)-l. der; -es, -stoße [zu frz.
arret = das Aufhalten, zu arreter. tarretieren] (Fechten):
Stoß in den Angriff des Gegners, um diesen zu sperren:
Sperrstoß.
Arrhythmie [anrt'mi:]. die; -. -n [...i:an; lat. arrhythmia <
griech. arrhythmia]: I. Unregelmäßigkeit, unregelmäßige
Bewegung im Ablaufeines rhythmischen Vorgangs. 2. (Med.)
unregelmäßige Herztätigkeit.
Airival [d'raivdl] <o. Art.) [engl, arrival. zu frz. arriver.
f arrivieren]: Ankunft (Hinweis auf Flughäfen).
arrivederci! [arive'dertji; ital.] (ugs. bes. Jugendspr.): auf
Wiedersehen!
arrivieren [ari'vi.ren] <sw. V.; ist) [frz. arriver. eigtl. =
ankommen < vlat. *arripäre = das Ufer erreichen, zu
lat. ripa = Ufer]: in der Karriere vorwärtskommen. Erfolg
haben: beruflich od. gesellschaftlich emporkommen: rasch
a.; Ü arrivierte er nun über Nacht zum nationalen Märtyrer
(K. Mann. Wendepunkt 425); <meist im 2. Part.:) arriviert:
a) erfolgreich u. öffentlich anerkannt: in diesem Restaurant
trafen sich die -en Bürger; ein erprobter, -er. hochgeehrter
Mann. Generaldirektor aller Museen (Ceram. Götter 92);
b) (abwertend) emporgekommen: Baumann sah sie an. hatte
die Arroganz der -en Hure nicht überhören können (Jaeger.
Freudenhaus 187); Arrivierte, der u. die; -n. -n <Dekl.
T Abgeordnete): 1. anerkannte rj Künstler inJ.
Schriftsteller in/. 2. (abwertend) Emporkömmling: Arrivist [ari'vist].
der. -en. -en [frz. arriviste. zu: arriver. tarrivieren]
(abwertend): Emporkömmling.
arrogant [aro'gant] <Adj.; -er. -este) [frz. arrogant < lat.
arrogäns (Gen.: arrogantis). 1. Part, von: arrogäre = sich
anmaßen] (abwertend): anmaßend, dünkelhaft, überheblich,
eingebildet: ein ganz -er Bursche; ein -es Wesen. Benehmen;
es war gemütlich, da zu sitzen, wenn auch die Kellner
a. waren (Koeppen. Rußland 49); a. lächeln, aussehen:
Arroganz [aro'gant^]. die; - [lat. arrogantta] (abwertend):
anmaßendes, herausforderndes Benehmen. Anmaßung.
Dünkel haftigkeitj. Überheblichkeit. Eingebildetheit: von
unglaublicher A. sein.
arrondieren [an>n'di:ren. älter: arö...] <sw. V.; hat) [frz.
arrondir. zu: rond = rund < lat. rotundus]: 1. abrunden,
zusammenlegen: seinen Besitz, sein Grundstück [mit. durch
etw.] a. 2. (Kanten) abrunden: Leisten a.; <Abl.:> Arrondk-
rang. die; -. -en; Arrondissement [arödisd'mä:]. das; -s. -s
(frz. arrondissement. eigtl. = Abrundung]: a) dem
Departement untergeordneter Verwaltungsbezirk in Frankreich: b)
Verwaltungseinheit. Stadtbezirk in französischen
Großstädten: das 4. Pariser A.
Airowroot ['eroru:t]a das; -s [engl, arrowroot. eigtl. =
Pfeilwurzel]: 1. svw. t Pfeilwurz. 2. Stärkemehl aus Wurzeln
u. Knollen bestimmter tropischer Pflanzen (Pfeilwurz.
Batate. Jamswurzel u.a.).
An (ars; lat. ars = Kunst. Wissenschaft. Lehrbuch] in
Fügungen wie A. antiqua [- an'ti:kva]. die; - - [lat. antiquus
= alt): erste Blütezeit der Mensuralmusik, bes. im Paris
des 13. u. 14. Jh.s (Ggs.: Ars nova); A. musica [- mu:zika].
die; - - [lat. müsicus = die Musik betreffend]: im MA.
Bez. für die Musik lehre I im Rahmen der Sieben Freien
Künste: A. nova [- no:va). die; - - [lat. novus = neu]:
die neue Strömung in der frz. Musik des 14. Jh.s (Ggs.:
Ars antiqua): A. poetica [- po'e:tika], die; - - [lat. poeticus
= dichterisch]: Dichtkunst: A. povera [- po:veraJ, die;
- - [ital. povero = arm < lat. pauper]: Kunst, die
unkonventionelle Materialien (Erde. Asche. Abfälle u.a.) verwendet
u. diese formlos u. bewußt unästhetisch darbietet.
Ars antiqua: t Ars.
Arsch [arj], der; -[e]s. Ärsche [erja; mhd.. ahd. ars. urspr.
wohl = Erhebung] (derb): 1. Gesäß: auf den A. fallen;
ich trete dir gleich mal in den A. (Drohung); dem bügle
ich die Kerbe aus dem A. (Klrst. 08/15. 80); Himmel.
A. und Zwirn (Fluch); Ü jene plastische Furche, die der
Reichsarbeitsdienstkopfbedeckung den Übernamen „A.
mit Griff' eingetragen hatte (Grass. Katz 127); sonst wird
er über den Hof gejagt, bis ihm das Wasser im A. kocht
(bis er nicht mehr kann: Bredel. Prüfung 74); *imdm. geht
der A. mit Grundeis (jmd. hat große Angst: Grundeis ist
die unterste Eisschicht auf dem Boden von Gewässern,
die bei Tauwetter polternd losbricht; jmdm.. der große
Angst hat. rumort es in den Eingeweiden wie in einem Fluß,
der mit Grundeis geht); den A. offen haben (nicht recht
bei Verstand sein: drückt Kritik an jmds. Verhalten aus);
den A. zukneifen (sterben): wenn jemand stirbt, dann heißt
es. daß er den A. zugekniffen hat (Remarque. Westen
102): einen kalten A. kriegen (sterben): einen kalten A.
haben (tot sein): als wir ihn dann rauftrugen, hatte er
schon 'nen kalten A. (Wolf. Menetekel 319); jmdm. den
A. aufreißen (jmdn. einen Soldaten! hart drillen, ihn
anstrengende körperliche Übungen machen lassen): imdn. am
A. haben (jmdn. zu etw. weniger Angenehmem heranziehen):
man könnte glauben, du bist bloß zum Spaß beim Barras.
Aber dich haben sie genauso am A. wie mich (Kuby.
Sieg 152); am A. der Welt (am Ende der Welt, sehr
abgelegen): wo sie den Winter verbringen würden? ... am A.
der Welt, das ist die Eifel (Kuby. Sieg 13): leck mich
am A.! (laß mich in Ruhe!): sich <Dativ> etw. am A.
abfingern können (sich etw. denken können,
selbstverständlich sein): imdm. in den A. kriechen (sich in würdeloser
Form unterwürfig-schmeichlerisch einem anderen gegenüber
zeigen): im A. sein (zerstört, vernichtet sein): Deutschland
ist im A. (FUhmann. Judenauto 139). 2. (Schimpfwort)
Trottel. Dummkopf: was glotzt du denn so. du A.?; du
A. mit Ohren (Kuby. Sieg 37).
«rsch-, Arsch-: -backe, die <meist PI.) (derb): svw. 2Backe:
die -n zusammenkneifen; -betrüger, der (derb scherzh.):
Kleidungsstück, das zu/ kurz ist u. nicht über das Gesäß
reicht: -ficker, der; -s. - (vulgär abwertend):
Homosexueller: -geige, die (derb abwertend): Schimpfwort; -klgr
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (derb): völlig klar,
selbstverständlich: -kriecher, der (derb abwertend): übertrieben
schmeichlerischer Mensch: -kder, das (Bergmannsspr.):
halbrund geschnittenes, über dem Gesäß hängendes, als Ar-
beitsschutz dienendes Leder der Bergleute: ^lecker, der
(derb): svw. t Arschkriecher; -loch, das (derb): 1. After.
2. Schimpfwort: dieses A.! -pauker, der (derb abwertend):
Lehrer: -ruhe, die (derb): sehr große, durch nichts zu
erschütternde Ruhe: --wisch, der (derb abwertend): wertloses
Schriftstück.
Arschin [ar'Jknl. der; -[sl. -en (aber: 3 -) [russ. arschin <
turkotatar. arSyn = Elle]: altruss. Längenmaß (71.1 cm).
Arsch-und-Tjtten-Presse, die; - (vulg.): Presseerzeugnisse,
die vor allein Bilder mit nackten Frauen enthalten.
Arsen [ar'ze.nl. das; -s [spätlat. arsenicum < griech. arseni-
kön. wohl oriental. LWJ: chemischer Grundstoff: Zeichen:
As
arsen-, Arsen-: -haltig <AdJ.; nicht adv.>; -kies, der:
undurchsichtiges graues Mineral: -oxyd, das: Verbindung des
Arsens mit Sauerstoff: -sulfid. das: Verbindung des Arsens
mit Schwefel: -Verbindung, die; -Vergiftung, die;
^Wasserstoff, der: giftiges, farbloses Gas.
Arsenal [arzena:!]. das; -s. -e [ital. arsenale < arab. dar
a§-§inä'a. eigtl. = Haus des Handwerks]: 1. Geräte- u.
Waffenlager: ein A. anlegen; die -e im Hinterland zerstören;
Ü wir müssen unsere geistigen und seelischen -e nutzen.
2. Sammlung. Anhäufung: ein A. von leeren Bierflaschen;
ein A. mehr oder weniger lustiger sprachlicher Erfindungen
(Bausinger. Dialekte 106).
arsenig [ar'ze.m^l in der Fügung -e Säure (in Wasser gelöstes
Arsenik): Arsenik [...ik]. das; -s: giftige Verbindung von
Arsen mit Sauerstoff, dazu: arsenikhaltig <Adj.; nicht adv.).
191
Ars musica
Ars musica, Ars nova. Ars poetica, Ars povera: t Ars.
Art [a:?t]. die; -. -en [mhd. art. H. uj: 1. <o. PI.) angeborene
Eigenart, Eigentümlichkeit; Wesen' sart], Natur, die jmdm.
innewohnt: das ist nun einmal meine A.; sie hat eine lebhafte
A.; es lag nicht in ihrer A.. voreilig Schlüsse zu ziehen;
das entspricht nicht seiner A.; der Junge war von stiller
A. 2. <o. PI.) Weise, Verhaltensweise, Verfahrensweise,
Gewohnheit im Handeln: eine höfliche, merkwürdige A.;
er hat eine ungenierte A. zu sprechen; das ist die beste,
billigste, einfachste A.. sein Ziel zu erreichen; auf
geheimnisvolle A. verschwinden; sie wollte auf natürliche A. leben;
etw. auf die richtige A. anfangen; häufig in intensivierender
Verbindung mit ..Weise": das ist die rechte A. und Weise;
auf die eine oder andere A. und Weise (so oder so);
Umstandsbestimmung der A. und Weise (Sprachw.;
Modalangabe): in der A. [von] (im Stil, wie); nach A. (jmdm.
entsprechend, wie es bei jmdm. üblich ist): Eintopf nach
A. des Hauses. 3. <o. PI.) (ugs.) gutes Benehmen: das
ist doch keine A.!; was ist denn das für eine A.? (was
soll das?); ist das vielleicht eine A.? (gehört sich das?);
*... daß es [nur so] eine A. hat (wie es kaum besser sein
könnte). 4. a) Sorte, Gattung: alle -en von Blumen; jede
A. von Gewalt ablehnen; Antiquitäten aller A.; er ist
ein Verbrecher übelster A.; einzig in seiner A. sein; Spr
A. läßt nicht von A. (besondere Charaktereigenschaften
der Eltern werden weitervererbt); b) (Biol.) Spezies: diese
A. ist ausgestorben; *eine A, [von] (etwas Ähnliches wie):
eine A. grober Schotter; eine A. kurzgefaßter Lehrgang;
eine A. glimmenden Hasses (Noack. Prozesse 32); Der
Wirt erscheint mit einer A. italienischem Salat (Remarque.
Obelisk 288); Ich dagegen bekam Jedesmal eine A. von
Lachkrampf (Andres. Liebesschaukel 60); aus der A.
schlagen (anders als die übrigen Familienangehörigen sein; urspr.
zu mhd. art = Geschlecht): in imds. A. schlagen (einem
seiner Verwandten ähneln).
art-. Art- (vgl. auch: arten-. Arten-): ^angäbe, die
(Sprachw.): Umstandsergänzung od. freie Umstandsangabe
der Art u. Weise; ^biMung, die (Biol.); zeigen <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Biol):einer bestimmten Art (4 b) eigen,
entsprechend {Ggs.: artfremd): -es Eiweiß; (ns.:) -e Werte;
-erhaltend <Adj.; o. Steig.) (Biol.. Verhaltensf.): die Art
(4 b) erhaltend: die -e Funktion der Triebhandlungen;
-fremd <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Biol.): der Art (4 b)
fremd: -es Eiweiß; (ns.:) -es Blut; -genösse, der: Mensch,
Tier der gleichen Art (4 b); -gleich <Adj.; o. Steig.): der
gleichen Art (4) angehörend, von gleicher Art; -unterschied,
der; -verschieden <Adj.; o. Steig.): von verschiedener Art
(4); -verwandt <Adj.; o. Steig.): in der Art (4 b) verwandt,
ähnlich: -e Tiere; (ns.:) deutsches u. -es Blut; -wort, das
<P1. -Wörter) (Sprachw.): Adjektiv.
Artdeco ['a:$t de:ko], die; - - [frz. art d6co(rati0]:
künstlerische Richtung (bes. Kunstgewerbe) in den Jahren von 1920
bis 1940.
Art-direction ['ü:t direkten], die; - [engl, art direction. aus:
art = Kunst (< frz. art < lat. ars) u. direction = Leitung
(< frz. direction < lat. directio. t Direktion)]: künstlerische
Leitung des Layouts in einer Werbeagenturl; Art-director
fa:t dl'rektal, der; -s. -s: künstlerischer Leiter des Layouts
in einer Werbeagentur.
Artefakt [arte'faktl.das; -[eis. -e [zu lat. arte = mit Geschick.
Ablativ von* ars. tArs. u. factum = das Gemachte]: 1.
das durch menschliches Können Geschaffene,
Kunsterzeugnis: er wußte nicht, aus welcher Epoche das A. stammte;
Er kannte dies dadaistische A.. es stand allenthalben
(Reinig. Schiffe 94). 2. (Archäol.) Werkzeug aus
vorgeschichtlicher Zeit, das menschliche Bearbeitung erkennen
läßt. 3. (Med.) (mit einer Täuschungsabsicht verbundene)
künstlich hervorgerufene körperliche Veränderung oder
Verletzung; Selbstverstümmelung. 4. (Elektronik) Störsignal.
Artei [ar'tel. auch: ar'tjel]. das; -s. -s [russ. artel < ital.
artieri. PI. von: artlere = Handwerker]: a) / Arbeiterj
Genossenschaft im zaristischen Rußland; b) in der UdSSR
landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft mit der Möglichkeit
privaten Eigentums u. privater Bewirtschaftung.
arten fa:stn] <sw. V.; ist) /vgl. geartet/ [mhd. arten, zu
f Art] (geh.): nach jmdm. geraten, jmdm. ähnlich werden;
das Kind artete mehr nach der Mutter.
grten-v Arten- (vgl. auch: art-. Art-); -reich <Adj.; nicht
adv.) (Biol.): reich an Arten (4 b): eine -e
Lebensgemeinschaft, Tierwelt; -rekhtum. der <o. PI.) (Biol.); -«atz.
der <o. PI.) (Druckw.): durch Namen, Ziffern, Zeichen
erschwerter, kostspieliger Satz.
Arterie [artend], die; -. -n [lat. arteria < griech. arteria.
vgl. Aorta] (Med.): Schlagader (Ggs.: Vene): die Aorta
ist die größte A.; an einer Verkalkung der -n leiden;
arteriell [arteriell <AdJ.; o. Steig.): a) die Arterien
betreffend, zu einer Arterie gehörend; b) sauerstoffhaltig (Ggs.:
venös): -es Blut; Arterienentzüratung. die;
Arterienverkalkung, die (ugs.): svw. t Arteriosklerose; Arteriosklerose [ar-
terjo-]. die [zu T Arterie u. t Sklerose] (Med.): krankhafte
Veränderung der Arterien vor allem als Folge von
Kalkablagerungen an der Innenhaut; Arterienverkalkung;
arteriosklerotisch <Adj.; o. Steig.): a) die Arteriosklerose betreffend;
b) durch Arteriosklerose hervorgerufen, darauf beruhend.
artesisch [ar'teiziß <Adj.> [nach frz. (puits) artesien =
(Brunnen) aus Artois. da im frz. Gebiet Artois solche
Brunnen zuerst gebohrt wurden] in der Fügung -er
Brunnen (natürlicher Brunnen, bei dem das Wasser durch
Überdruck des Grundwassers selbsttätig aufsteigt).
Artes liberales t'arte:s libe'ra:le:s] <P1.) [lat. artes liberales]:
die Sieben Freien Künste (Grammatik, Rhetorik, Dialektik,
Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik), die zum
Grundwissen der Antike u. des Mittelalters gehörten.
Arthritiker [ar'tri:tike]. der; -s. -: an Arthritis Leidender;
Gichtkranker; Arthritis [...tis]. die; -. ...itiden [...riti:dn;
lat. arthritis < griech. arthrftis] (Med.): Gelenkentzündung;
arthritisdi <Adj.; o. Steig.): -e Beine; Arthroplfstik [ar-
tro...]. die; -. -en [zu griech. ärthron = Glied. Gelenk
u. t Plastik] (Med.): künstliche Bildung eines neuen Gelenks
nach Resektion des alten: eine A. durchführen; sich eine
A. machen lassen; Arthrose [ar'tro.'za]. die; -. -n (Med.):
chronische Erkrankung eines Gelenks durch Abnutzung.
artirizieU[ailifi^iel]<Adj.)[frz.artificiel < lat. artifiöälis]:
a) künstlich: die -e Umwelt; b) gekünstelt: eine etwas a.
altertümliche Aura (Deschner. Talente 128).
artig ['a^ti?] <Adj.) [mhd. ertec = angestammte gute
Beschaffenheit habend, zu TArt]: 1. sich so verhaltend, wie
es die Erwachsenen erwarten; sich gut und folgsam
benehmend (Ggs.: unartig): -e Kinder; sei artig!; sich a. verhalten.
2. a) (geh.. veraltend) höflich, galant: mit einer -en
Verbeugung; Sie reichte ihre Hand einem Fürsten .... der sich
längere Zeit a. um sie bemüht... hatte (Th. Mann. Hoheit
90); b) (veraltet) anmutig, nett: ein -es Mädchen; die
Mädchen trugen weiße Schleifen in ihren a. gebundenen Zöpfen
(Koeppen. Rußland 113); das Figürchen sah recht a. aus.
-artig [-|a:?ti<j]: 1. (Suffix in Verbindung mit Substantiven)
ähnlich wie .... in der Art von! .... z.B. blitzartig. 2.
in Zusb.. z. B. fremdartig (von fremder Art).
Artigkeit die; -. -en: 1. <o. PI.) (geh.. veraltend) Höflichkeit.
Zuvorkommenheit: Solche A. der Haltung und Erscheinung
kann nicht umhin zu bestechen (K. Mann. Wendepunkt
187); mit ausgesuchter A. 2. (meist PI.) höfliche Redensart,
Schmeichelei: jmdm. -en sagen.
Artikel [arti.kl. auch: ...'tik}]. der; -s. - [lat. articulus =
kleines Gelenk. Glied. Abschnitt. Teilchen; 3: nach frz.
article]: 1. Aufsatz, Abhandlung; schriftl. Beitrag: ein A.
in der Zeitung, im Lexikon; wissenschaftliche A. über
Umweltschutz schreiben; der A. erscheint morgen. 2. a)
mit einer Nummer gekennzeichneter/ Abschnitt in einem
Gesetz, Vertrag o.a.: A. 1 der Verfassung besagt, daß
...; nach A. 4 des Grundgesetzes; Abk.: Art. b)
Glaubenssatz; Abschnitt eines Bekenntnisses od. Manifestes, These:
A. eins: Das Oben und das Unten werden abgeschafft
(Bieter. Bonifaz 45); Abk.: Art. 3. Handels /gegenständ,
Ware: preiswerte, gängige A.; ein beliebter A.; dieser A.
ist nicht am Lager, geht nicht; Abk.: Art. 4. (Sprachw.)
' der Genusbezeichnung von Substantiven dienende/ Wortart
mit identifizierender, individualisierender od.
generalisierender Funktion; Geschlechtswort: der bestimmte,
unbestimmte A.; ein Wort mit. ohne A. gebrauchen; Abk.: Art.
Artikel-: -reihe, die: Folge von Artikeln (1) zu einem
Hauptthema; -Schreiber, der; -serie. die: svw. T ^reihe.
ArtOüer [ar'ti:klB. auch: ...'tik...]. der; -s. -: Schreiber von
Artikeln (1): Der Herausgeber hat geschickte Blattmacher
und gute A. ... gewonnen (Börsenblatt 100. 1971. 29S6).
Artikulation [artikula't$io:n]. die; -. -en [spätlat. articulätio]:
1. a) deutliche Aussprache. Gliederung des Gesprochenen;
b) (Sprachw.) Lautbildung. 2. das Artikulieren (2): die A.
derGedanken. 3. (Zahnmed.) ( Abfolgeder ] Bißbewegungen.
4. (Musik) Binden od. Trennender Töne (t legato. f staccato).
192
asch-, Asch-
artikulations-, Artikubtions-: -art, die (Sprachw); -basts,
die (Sprachw.): Ruhestellung der Sprechwerkzeuge vor
Besinn u. nach Ende der Artikulation (1b); -fähig <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.>: fähig zur Artikulation, fähig, sich
auszudrücken; -organe <PI.> (Sprachw.. Anat.): Sprech-
Werkzeuge; -stelle, die (Sprachw., Anat.): Stelle, an der
ein Laut gebildet wird: -vermögen, das: Ausdrucksfähigkeit,
artikulatorisch [artikula'toTif] <Adj.; o. Steig.): die
Artikulation betreffend; artikulieren [...'Ihren] <sw. V.; hat) [lat.
articuläre]: 1. (Silben. Wörter. Sätze! deutlich, in
bestimmter Weise aussprechen: deutlich, klar, schlecht a.; jede Silbe
genau a; etw. scharf artikuliert vorbringen. 2. (bil-
dungsspr.) a) (seine Gedanken. Gefühle) in Worte fassen,
formuliert zum Ausdruck bringen: seinen Willen a.; b)
<a. -I- sich) sich seinen gemäßen Ausdruck verschaffen:
Deutsche Politik seit 1945 ist sprachlos. Sie kann sich
nicht a.. nicht verständlich machen (Spiegel 9. 1966. 18);
die Extremisten artikulierten sich durch Terrorakte; c)
<a. + sich) zum Ausdruck kommen: der
Meinungsumschwung artikuliert sich im Wahlergebnis; <Abl. zu 2:)
ArtikulkrtheK. die; -: Tatsache, daß etw. ausgedrückt, in
bestimmter Weisel ausgesprochen wird; Artikulkrung. die;
-. -en: svw. f Artikulation (1.2).
Artillerie [artib'ri:. auch: ' 1. die; % -n [...i:an] <P1.
selten) [frz. artillerie. zu afrz. artill(i)er = mit Kriegsgerät
bestücken, ausrüsten. H. u.l (Milit.): a) mit Geschützen
ausgerüstete Waffengattung des Heeres: bei der A. dienen;
zur A. gehören; b) schweres Geschütz. Geschütze: zuwenig
A. haben; die motorisierte A. blieb im Schlamm stecken.
Artillerie-: -abteilung. die; -angriff, der; -beschuß. der;
-feuer.das <o. PL): konzentrierter Beschuß durch Artillerie;
-offizier. der; -regknent. das; -Vorbereitung, die <PI.
selten): starker Beschuß des Gegners als Einleitung eines
Angriffs: nach mehrstündiger A. zum Angriff antreten.
Artillerist [artib'nst. auch: ' 1, der; -en. -en: Soldat
der Artillerie (a); artilleristisch <Adj.; o. Steig.): die
Artillerie betreffend; von der Artillerie ausgehend: nach
sorgfältiger -er Vorbereitung angreifen.
Artischocke [arti'Jbkd]. die: -. -n Inordital. articiocco. H.
u.l: 1. distelartige Gemüsepflanze. 2. wohlschmeckende
Blütenknospe von (1). Artischockenboden, der (meist PI.):
als Delikatesse geltender Blütenboden der Artischocke.
Artist [ar'tist], der; -en. -en [unter Einfluß von frz. artiste
< mlat. artista. zu lat. ars = Geschicklichkeit]: 1.
Geschicklichkeitsübungen vorführender/ Künstler in Zirkus u.
Variete: ihr Vater war A.; die -en bekamen viel Applaus;
Ü Sie war weder ein Partner für vulkanische Männer noch
für -en des Bettes (Kuby. Rosemarie 56). 2. (selten)
Darstellungsmittel u. -formen souverän beherrschender Künstler:
ein großer A.; er gehört zu den -en unter den
Filmemachern; Artistenfakultät, die; -. -en: Fakultät der Sieben
Freien Künste an ma. Universitäten; Artjstik, die; -: 1.
Variete- u. Zirkuskunst. 2. a) außerordentliche körperliche
Geschicklichkeit: die A. der Abfahrtsläufer bestaunen; b)
großes Maß an formaler Be/ierrschung: mit
bewundernswerter A.; das ist bloße A. (abwertend; reine Formkunst ohne
inneren Gehalt); Artjstin, die: -. -nen: w. Form zu t Artist;
artistisch <Adj.): 1. Zirkuskunst u. -künstler betreffend:
-e Kunststücke. Glanzleistungen; eine a. gut
durchgestaltete Nummer. 2. a) in der Art eines Artisten, überaus
geschickt: eine -e Ballbehandlung; b) große
formalkünstlerische Fertigkeiten zeigend: mit -er Technik; ein Instrument
a. beherrschen; a. gebaute Sätze: oft abwertend: die innere
Leere wird mit -er Raffinesse überdeckt.
Artothek [arto'te:kl. ,die; -. -en [zu lat. ars (Gen.: artis;
TArs) u. griech. theke = Behältnis]: Galerie. Museum,
das Bilder od. Plastiken an Privatpersonen ausleiht: Die
erste A.... ist vom Kunstverein Freiburg eröffnet worden
(MM 20. 2. 71. 24).
Artungl'a^tonl.die; -. -en <PI. ungebr.) (selten):
Beschaffenheit. Veranlagung. Wesensart: die A. eines Musikstücks;
der A. nach zueinander passen; Sie ( = die Mannschaften)
... schienen Wesen zu werden, von deren A. sie selbst
und niemand bisher etwas wußten (Kaiser, Villa 33).
Arve ['arval. die; -. -n [Schweiz.. H. u.l: im Hochgebirge
wachsender Nadelbaum mit eßbaren Samen u. wertvollem
Möbel- u. Schnitzholz; Zirbelkiefer.
Arznei [a:gt$'nqj]. die; -. -en [mhd. arzenie. aus: arzätie.
zu ahd. arzät. t Arzt] (veraltend): Heilmittel, Medikament.
flüssige/ Medizin: eine A. verordnen, verschreiben; seine
A. einnehmen; U (geh.:) etw. ist Tür jmdn. eine bittere,
heilsame A. (Erfahrung. Lehre).
Arznei-: ^buch. das: Deutsches A. (amtliches Verzeichnis
für die Zubereitung, Beschaffenheit usw. von Arzneien: Abk.:
DAB); -künde, die; -lehre, die; -löffel, der; -mittel, das
(fachspr.; als Oberbegriff): Heilmittel. Medikament: die
Preisbindung für A.. dazu: -mittelforsdwng. die <o. PI.).
-mittelgesetz. das. -mittelherstelkr, der. -mittellehre, die.
-mittetmißbrauch. der. -mittelversorgung, die; -pflanze,
die; -sdiränkchen, das.
arzneilich <Adj.; o. Steig.): die Arznei. Arzneimittel
betreffend: a. brauchbare Stoffe.
Arzt [a:gt$t], der; -es. Ärzte [c:?tjt5; mhd. arzet. arzät.
ahd. arzät < spätlat. archiäter < griech. archiatros =
Oberarzt]: jmd.. der nach Medizinstudium u. klinischer
Ausbildung die staatliche Zulassung (Approbation) erhalten
hat. Kranke zu behandeln (Berufsbez.): ein praktischer A.;
der behandelnde. leitende, diensthabende A.; er ist A.;
den A. fragen, konsultieren, holen; [nicht] auf den A.
hören; zum A. gehen.
Arzt-: -beruf, der; -frau. die: Ehefrau eines
praktizierendem Arztes; -belferin. die: Sprechstundenhilfe: -praxk.
die: a) Räumlichkeiten für die ärztliche Berufsausübung;
b) <o. PI.) Patientenkreis eines Arztes im Hinblick auf
deren Wohnbereich, eine ausgedehnte A. haben; -rechnung.
.die; -wähl, die <o. PL): freie A. haben.
Ärzte-: -besteck, das: die Instrumente eines Arztes; -kam-
mer, die: Berufs- u. Standesvertretung der Ärzte; -kolle-
gium, das: zur Beratung bei einem schwierigen Fall herange-
zogene Gruppe von Fachärzten; -kommission.die: vgl. -kol-
legium; -mangel. der <o. PI.); -tagung. die; -Vertreter.
der: Vertreter, der bei Ärzten für die Medikamente o. ä.
einer Firma wirbt: Rundbrief der Firma Hoechst an ihre
A.
Ärzteschaft, die; -: Gesamtheit der Ärzte; Ärztin ['e^tßtm].
die; -, -nen [mhd. arzätin(ne)]: w. Form zu t Arzt
(Berufsbez.); ärztlich <Adj.;o. Steig.; nicht präd.) [mhd. arzätlich]:
zum Arzt gehörend, sich auf den Arzt beziehend; vom Arzt
ausgehend/: -e Untersuchung. Verordnung; die -e
Schweigepflicht; ein -es Attest; alle -e Kunst war vergebens; unter
-er Aufsicht; sich ä. behandeln lassen; ein ä. empfohlenes
Medikament; ärztlicherseits <Adv.) (Papierdt.): von Seiten
des Arztes: ä. nichts einzuwenden haben; Arzttum. das;
-s: das Arztsein.
as,' As [as]. das; -. - (Musik): um einen halben Ton erniedrigtes
a. A (2).
2As, das; -ses. -se [frz. as < lat. as = das Ganze als
Einheit]: I. (im Kartenspiel) höchste Spielkarte. Eins: kein
A.. alle vier -se in der Hand haben. 2. (ugs.) a) eine
durch sportliche/ Leistung besonders hervorragende
Persönlichkeit:die-seder Mannschaft; ein A. in
Mathematik sein; * ein As auf der Baßgeige sein (salopp; überaus
gerissen und tüchtig/ sein; t Aas); b) (Werbespr.) besonders
beliebter Artikel: das A. unter den neuen Wagen. 3. (Sport)
a) (Tennis) für den Gegner unerreichbarer Aufschlagball:
jmdm. ein As servieren; mit einem A. beendete er das
Match; b) (Golf) mit einem Schlag vom Abschlag ins Loch
gespielter Ball.
A-Saite. die; -. -n: auf den Ton a. A (2) gestimmte Saite
eines Saiteninstruments.
Asbest las'best], der; -[e]s. -e [lat. asbestos < griech. äsbe-
stos. eigtl. = unzerstörbar]: ein mineralischer, feuerfester
Faserstoff
Asbest-: -anzug. der: feuerfeste Schutzkleidung; -beton, der;
-platte, die: wärmeisolierender Untersatz für heiße Töpfe.
Bügeleisen u.a.; -staub, der. dazu: -Staublunge, die: vgl.
Asbestose; -teller. der; -zement. der: ein Baustoff.
Asbestose [asbes'to:zd]. die; -. -n (Med.): durch das Einatmen
von Asbeststaub (beider Verarbeitung von Asbest)
hervorgerufene Lungenerkrankung.
Asch [all. der; -[e]s. Äsche fefe; mhd. asch. ahd. asc]
(ostmd.): Napf, tiefe! Schüssel.
«seh-, Asch- (gelegtl. mit Aschen- wechselnd): -becher: vgl.
Aschenbecher; -Mond <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von
stumpfer blonder Farbe: -es Haar; -eimer, (auch:) j^schenei-
mer. der; ^fghl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): / vor Erregung.
Schreck / sehr bleich: a. im Gesicht werden; -färben <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.); MPrau <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
von stumpfem Grau; * bis ins Aschgraue (ugs.; unendlich
lange, bis zum Überdruß so weiter; .Asche" hier zur Steige-
13 GDW
193
Aschanti
rung der Vorstellung von der „grauen", unendlichen
Ferne); -kästen, (auch:) Aschenkasten, der: herausnehmbarer
viereckiger Behälter für die Asche im Ofen.
Aschanti [a'Janti], die; -. -. AsdqntinuB« die; -. -niisse [nach
dem afrik. Stamm der Aschanti] (österr.): Erdnuß.
Asche['ajsl. -, (techn.:) -n Imhd. asche. ahd. asca]: 1. staubig-
pulveriger Rückstand verbrannter Materie: weißliche,
glühende, kalte A.; die A. glimmt, glüht unter dem Feuer;
A. streuen (bei Glatteis); die A. [von der Zigarre] abstreifen;
keine heiße A. einfüllen!; alle Windmühlen des Landes
lagen schon längst in A. (waren niedergebrannt); Ü
Langsam begann ich zu begreifen. Die Liebe war schon zu
A. geworden (Jahnn. Geschichten 208); *slch <Dativ> A.
aufs Haupt streuen (meist scherzh.; demütig bereuen; nach
1. Makkabäer 3. 47). 2. <o. Pl.> (ugs.) Kleingeld: blanke
A. (Silbermünzen); <Zus. zu 1:> Aschesehalt, der.
Äsche [eja]. die; -. -n Imhd. asche. ahd. asco]: ein
Süßwasserfisch (Lachsfisch) mit hoher Rückenflosse.
eschen-, ^schen- (gelegtl. mit Asch- wechselnd): -bahn, die
(Sport): mit einer Unterlage aus gemahlener Schlacke
befestigte Bahn für Laufwettbewerbe: auf der A. trainieren;
-becher, (auch:) Aschbecher, der: Schale u.a. zum
Abstreifen od. Ausklopfen von Tabakasche u. für Zigaretten-
u. Zigarrenreste; -brödel [...bro:d|]. das; -s. - [mhd.
aschenbrodele = Küchenjunge, eigtl. = jmd.. der in der
Asche wühlt]: weibl. Person* die [ niedere Arbeiten verrichten
muß u. i ein unscheinbares Dasein führt, ständig
zurückgesetzt wird: das A. der Familie, der Gesellschaft sein; Ü
Unter den... Filmfestspielen ist das Filmfestival von Locar-
no das A. (Well 4. 8. 62. Film), dazu: -brödeMasein.
das: ein A. führen; -eimer, (auch:) Ascheimer; -kästen:
svw. t Aschkasten; citrus, der: Urne; -platz, der (Tennis):
Hartplatz mit einer Unterlage aus gemahlener Schlacke;
-puttel [...pot|], das; -s. - [zu hess. Pud(d)el =
unordentliches, schmutziges Mädchen]: 1. vgl. -brödel. 2. <o. PI.)
Märchengestalt bei Grimm; -regen, der. Niederschlag von
(vulkanischer od. radioaktiver) Asche.
Ascher [ajc], der; -s. - (ugs.. landsch.): svw. t Aschenbecher;
Aschermjttwoch, der; -[eis. -e [mhd. aschtag. weil den
Büßenden ein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet wurde]:
erster Tag der Fastenzeit vor Ostern; aschig ['aji^l <Adj.;
o. Steig.): a) aus Asche bestehend; wie Asche: -er Staub;
b) aschfarben, aschblond: -es Haar; etw. sieht a. und grau
aus.
Ascorbinsiure [askor'biin-l. die; - [zu griech. a = nicht,
un- u. t Skorbut]: chemische Bez. für Vitamin C.
As-Dur fas-. auch: - '-]. das; -: (Musik): Tonart; Zeichen:
As (fas. 'As); <Zus.:> As-Dur-Etüde, die.
Ase ['a:zd]v der; -n. -n (meist PL) [anord. äss] (germ. Myth):
Vertreter des gewaltigsten Göttergeschlechtes.
aseoco[a'z£ko;ital. = „auf dem Trockenen"!: Wandmalerei
auf trockenem Putz (mittelalterl. Maltechnik).
äsen [e:zn] <sw. V.; hat) [mhd. «jen. zu: ä3 = Essen.
Futter] (Jägerspr.): (vom Wild mit Ausnahme des Schwarz-
u. Raubwildes) Nahrung aufnehmen: das Rotwild äst; <auch
ä. + sich:) der Bock äste sich auf der Lichtung.
Asepsis [a'zepsis]. die: - [aus griech. a- = nicht, un- u.
tSepsis] (Med.): (von Wunden. Instrumenten.
Verbandsstoffen u.a.) Keimfreiheit; AseptDt [a'zEptik]. die; - (Med.):
Keimfreimachung, keimfreie Wundbehandlung. Herstellung
eines aseptischen Zustands; aseptisch <Adj.; o. Steig.)
(Med.): a) nicht septisch, keimfrei: septische und -e Bereiche
eines Krankenhauses; eine Wunde a. behandeln; b) nicht
auf Infektion beruhend.
Äser, (auch:) Aaser [*a:ze]. der; -s. - [mhd. äser. zu: »
= Essen]: 1. (südd. Jägerspr.) Jagdtasche. 2. (Schweiz.
Jägerspr.) Mahlzeit im Freien; 'Äser ['e:ze]a der; -s. -
(Jägerspr.): (vomt Wild mit Ausnahme des Schwarz- u.
Raubwildes) Maul; 2Äser: PI. von tAas.
'Äser [*e:ze]. der; -s. - (Jägerspr.): ( vom Wild mit Ausnalime
des Schwarz- //. Raubwildes) Maul; 2Äser: PI. von tAas.
^sexual, «sexuell [auch: —'-] <Adj.: o. Steig.) [aus griech.
a- = nicht, un- u. T sexual, sexuell]: I. gefühllos in bezug
auf das Sexuelle. 2. ungeschlecht ig t geschlechtslos.
Asiatika [a'zja:tika] <P1.) (Buchw.): Werke über Asien.
Askari [as'ka:ri]. der; -s. -s [arab. askariy = Soldat]:
afrikanischer Soldat im ehemaligen Deutsch-Ostafrika.
Askese [as'ke:za]. die; - [griech. äskesis = Übung. Lebeiis-
weise]: a) streng enthaltsame u. entsagende Lebensweise
zur Verwirklichung sittlicher u. religiöser Ideale]: sexuelle
A. üben; in strenger A. leben; b) Bußübung zur Überwindung
von Lastern und Abtötung von Begierden; Asket [as'ke:tj.
der; -en. -en [mlat. asoeta < griech. asketes]: enthaltsam
in Askese; lebender Mensch; Asketik [as'ke:tik] die; -:
svw. t Aszetik; Asketiker [as'ke:tikB]: svw. f Aszetiker;
asketisch [as'ke:tij] <AdJ.): a) die Askese (a) betreffend;
entsagend, enthaltsam: ein -es Leben; b) Askese (b) übend; c)
wie ein Asket: ein -es Gesicht; eine -e Erscheinung.
Askorbinsäure: 1 Ascorbinsäure.
Äskulapstab [esku'la;p -]. der; -[eis. -Stäbe: von einer Schlange
umwundener Stab Äskulaps, des griechisch-römischen Gottes
der Heilkunde (Sinnbildder Heilkunst).
as-Moll ['asmol. auch:'-'-]. das; - (Musik): Tonart; Zeichen:
as (tas. 'As); <Zus.:> ^s-Moll-Etüde. die.
äsopisch [e'zo.'pij] <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr. veraltend):
in der Art des altgriechischen Fabeldichters Äsop: witzig.
^sozial [auch: —'-] <Adj.) [aus griech. a- = nicht, un-
u. T sozial]: a) die Gesellschaft schädigend: Die Beamten
sollten prüfen, ob es sich bei den Häftlingen um
..Unverbesserliche" handle, um ..-e Elemente", wie der schöne
Ausdruck hieß (Niekisch. Leben 332); sich a. verhalten; b)
unfähig zum Leben in der Gemeinschaft,
gemeinschaftsfremd, -unfähig: ein -er Charakter; a. veranlagt sein; <Abl.:>
Asozialität [azot§iali't£:th die; -.
Asparagin [aspara'gkn], das: -s [zu tAsparagus]: Derivat
der Asparaginsäure; Asparagtnsüure, die; -: eine der
wichtigsten, in vielen Eiweißstoffen (bes. in Spargeln) enthaltenen
Aminosäuren; Asparagus [as'pa:ragus. auch: ...'pa....
...*ra:gus]. der; - [lat. asparagus < griech. aspäragos]: a)
Spargel (Gemüsepflanze); b) Sammelbez. für Spargelarten,
deren Kraut in der Blumenbinderei verwendet wird.
Aspekt [as'pekt], der; -[eis. -e [lat. aspectus. eigtl. = das
Hinsehen]: 1. (bildungsspr.) Blickwinkel. Blickrichtung.
Betrachtungsweise. Blick-. Gesichtspunkt: den sozialen A.
eines Problems betonen; Neutralismus ist ein Begriff, der
je nach Zeit und Raum höchst verschiedene -e bietet
(Dönhoff. Ära 165); dadurch bekam, gewann die Sache einen
anderen A.; etw. unter einem bestimmten A. sehen,
betrachten. 2. (Astron.. Astrol.) bestimmte Stellung von
Sonne. Mondu. Planeten zueinander u. zur Erde. 3. (Sprachw.)
in den slawischen Sprachen bes. ausgeprägte/
grammatische Kategorie, mit der der Sprecher die Vollendung od.
Nichtvollendung eines Geschehens aus seiner Sicht
ausdrückt: perfektiver und imperfektiver A.
Aspergill [aspergil].das; -s. -e [lat. aspergillum] (kath.
Kirche): Weihwasserwedel; Asperskm [asperzio:n]. die; -. -en
[lat. aspersio]: Besprengung mit Weihlwasser.
Aspermatismus [asperma'tismus]. der; - [zu griech. a- =
nicht, un- u. t Sperma] (Med.): 1. das Fehlen der
Samenflüssigkeit bzw. das Ausbleiben des Samenergusses. 2. svw.
f Aspermie (1); Aspermie [asper'mi:]. die; - (Med.): 1. das
Fehlen von Samenzellen im Samenerguß. 2. svw. t
Aspermatismus (1).
Asphalt [as'falt. auch: - -1. der; -s. (techn.:) -e [frz. asphalte
< lat. asphaltus < griech. äsphaltos. eigtl. =
unzerstörbar]: Gemisch von Bitumen u. Mineralstoffen, das bes. als
Straßenbelag verwendet wird: regennasser, spiegelnder A.;
die Sonne weicht den A. auf.
Asphflt-: -bahn» die (Kegeln): Kegelbahn mit Asphaltbelag
oder asphaltartigem Belag; -decke, die: Straßenbelag aus
Asphalt; -lack, der: Lösung von Asphalt, bes. als Schutzlack
verwendet; -presse, die (ns. abwertend): (jüdische)
Sensationspresse; -strafle. die: mit Asphalt belegte Straße.
asphaltieren [asfaTti.ran] <sw. V.; hat): eine Straße mit einer
Asphaltdecke versehen: die Straße ist neu asphaltiert.
Aspik [as'pi:k. auch: aspik. '—]. der (österr. das. auch:
der); -s. -e [frz. aspic. H. uj: Gallert aus Gelatine od.
Kalbsknochen: Fleisch. Fisch in A.
Aspirant [aspi'rant], der; -en. -en [frz. aspirant. zu: aspirer.
f aspirieren]: 1. Bewerber. Beamtenjanwärter: ein A. flir
(seltener: auf) einen Posten. 2. (DDR) wissenschaftliche
Nachwuchskraft an der Hochschule; Aspirantur [...'Ui:b1.
die; -. -en (DDR): bes. Ausbildungsgang des
wissenschaftlichen Nachwuchses; Aspirata [aspi'ra:ta]. die; -. ...ten u.
...tä [...te; lat. aspiräta. Fem. Sg. des 2. Part, von: aspiräre.
T aspirieren] (Sprachw.): behauchter f VerschlußJlaut (z. B.
griech. 9 [ = th]); Aspiration [...ra't$io:n]. die; -. -en [lat.
aspirätio]: I. <meist PI.) (bildungsspr.) Bestrebung.
Hoffnung, ehrgeiziger Plan: -en auf. nach etw. haben; Über die
politischen Aktivitäten und -en des Papa dürftest Du ...
194
Assisen
unterrichtet sein (K. Mann. Wendepunkt 412). 2.
(Sprachw.) /Aussprache eines Verschlußlautes mit]
Behauchung: aspiratorisch [...to:nJ] <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.):
mit Behauchung gesprochen: aspirieren [...'ri:ranj <sw. V.;
hat) [frz. aspirer < lat. aspiräre]: l.a) (veraltet) erstreben,
erhoffen: b) (bes. österr.) sich um etw. bewerben: auf einen
Posten a. 2. (Sprachw.) mit Behauchung aussprechen: einen
(Verschlußllaut a.
Aspteviper ['aspis -]. die; -. -n [lat. aspis < griech, aspis
= Natter. Otter]: Giftschlange aus der Familie der Ottern.
aß [a:s]: T essen.
lAR [as). das; Asses. Asse (österr.): svw. t2As.
2AB [as]. das; Asses. Asse [mhd.. ahd. eis] (österr. ugs.):
Abszeß, Eitergeschwür.
Assagai [asa'gai], der; -s. -e [engl, assagai < port. azagaya
< arab. az-zagäya]: Wurfspieß der Kaffern.
assai [a'saj; ital. assai < vlat. ad satis = genug] (Musik;
in Verbindung mit einer Tempobezeichnung): sehr, genug,
ziemlich: allegro assai.
assanieren [asa'ni.ren] <sw. V.; hat) [frz. assainir, zu: sain
= gesund < lat. sänus] (österr.): gesundmachen, verbessern
(bes. im hygienischen Sinn): eine Stadt, ein Gelände a.;
Assanierung, die; -. -en (österr.): Verbesserung der Bebauung
von Liegenschaften aus hygienischen, sozialen od. Verkehrs-
bedingten Gründen.
Assassine [asa'siina], der; -n, -n [ital. assassino < arab.
fya&äsm. zu fya&a§ = Haschischgenießer]: 1. <meistPI.)
Angehöriger eines mohammedanischen Geheimbundes, der
seine Ziele auch mit Mordanschlägen durchzusetzen suchte.
2. (veraltet) Meuchelmörder.
Asaut [a'so:]. das; -s. -s [frz. assaut < vlat. * assaitus <
lat. assultus = das Anspringen]: Übungsform des Fechtens,
bei der die Fechter alle Kräfte u. alles Können einsetzen.
I6e ['e:saj: f essen.
Anekurant [aseku'rant]. der; -en, -en (veraltet): Versicherer,
Versicherungsträger: Assekuranz [...'rantj]. die; -. -en [ital.
assicuranza] (veraltet, noch fachspr.): Versicherung/sge-
Seilschaft j: kann man... das Angebot der A. prüfen (Capital
11.1967.97).
Assekuranz-: abrief, der (veraltet): Versicherungsschein,
Versicherungspolice: -police. die: svw. f abrief; -prfazip, das
<o. PI.): Theorie, nach der die Steuern Versicherungsprämien
für den vom Staat gewährten Personen- und Eigentumsschutz
sind.
Assekurat [...'ra.tl. der; -en. -en [ital. assicurato] (veraltet):
Versicherter, Versicherungsnehmer: assekurieren [...'ri:ren]
<sw. V.; hat) [ital. assicurare < vlat. assecüräre = sorglos
machen, versichern, zu lat. secürus = sorglos, sicher]
(veraltet): versichern.
Assd fas}]. die; -. -n [viell. aus lat. asellus = Eselchen
(nach der grauen Farbe)]: Vertreter einer Ordnung der
Krebse, kleines krebsartiges Tier, das sich vorwiegend an
dunklen, sumpfigen Stellen und in Tümpeln aufhält: <Zus.:>
Asselspinne, die: Vertreter einer Klasse im Meer lebender
kleiner Gliederfüßer.
Asscmblage [asä'bla:3(d)l. die: -. -n [frz. assemblage = das
Zusammenfugen, zu: assembler = zusammenfügen,
versammeln < vlat. *assimuläre. zu lat. simul = zugleich,
zusammen] (Kunst): Hochrelief od. dreidimensionaler
Gegenstand, der aus einer Kombination verschiedener Objekte
entstanden ist: ist er (= Dubuffet) dem Bild treu geblieben,
während ringsum in -n jegliches Material verarbeitet wurde
(MM 5. 10. 73. 72); Assembler fc'sembb). der; -s, - [engl,
assembler. zu frz. assembler. t Assemblage] (EDV): 1. <o.
PI.) maschinenorientierte Programmiersprache: das
Programmieren in A. 2. Übersetzungsprogramm zur
Umwandlung einer maschinenorientierten Programmiersprache in die
spezielle Maschinensprache: AssemMing te'semblu)]. das;
-s. -s [engl, assembling] (Wirtsch.): Vereinigung,
Zusammenschluß von Industriebetrieben zur Produktionssteigerung
u. zur Rationalisierung des Vertriebs.
aamtieren [asen'ti.ren] <sw. V.; hat) [lat. assentire]: 1.
(veraltet) bei-, zustimmen: er assentierte gerne, daß er sich
geirrt habe. 2. (österr. veraltend) auf
Militärdiensttauglichkeit hin untersuchen: <Abl. zu 2:> Assentierung, die; -.
-en (österr. veraltend): Musterung: Assentkomnteion
h'sent-]. die; -. -en (österr. veraltet): Musterungskommis-
tüm.
atrknn [ase'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. asserere] (Philos.):
behaupten, versichern: die Richtigkeit einer Theorie a.;
Assertion [aser'tjip:n]. die; -. -en [lat. assertio] (Philos.):
bestimmte, feststellende Behauptung, Versicherung:
assertorisch [...to:nJ] <AdJ.; o. Steig.) [lat. assertörius] (Philos.):
behauptend, versichernd: eine -e Aussage; -e Urteile (Logik;
Tatsachenbehauptungen, die ohne Beweis Gültigkeit
beanspruchen).
Asservat [aser'va.t]. das; -[e]s. -e [lat. asservätus. 2. Part,
von: asservare. tasservieren]: in amtliche Verwahrung
genommener, für eine Gerichtsverhandlung als Beweismittel
wichtiger Gegenstand: Die -en des Falles ... verwandeln
den Gerichtssaal... in eine Art Pariser Flohmarkt (Noack.
Prozesse 122); <Zus.:> Asservatenkaramer, die:
Aufbewahrungsort für Asservate (bei Gerichten od.
Polizeidienststellen): Asservatenkonto, das: Bankkonto, dessen Guthaben
bestimmten Zwecken vorbehalten ist: Asservatenratan, der:
svw. tAsservatenkammer; asservieren [...'vi:ran] <sw. V.;
hat) [lat. asservare] (veraltet): /amtlich I aufbewahren.
Assessor [a'sEsar. auch: ...so:g]. der; -s. -en [...'so.ren; lat.
assessor = Beisitzer. Gehilfe]: Anwärter der höheren
Beamtenlaufbahn nach der zweiten Staatsprüfung: Abk.: Ass.;
assessoral [aseso'ra:!] <Adj.; o. Steig.): den Assessor
betreffend: in der Art eines Assessors: Assessorin [ase'so:rm],
die; -. -nen: w. Form zu f Assessor; assessorisch [ass'soinjl:
svw. f assessoral.
Assibilation[asibila'$io:n]. die; -. -en (Phon.): a) Aussprache
eines Verschlußlauts in Verbindung mit einem Zischlaut
(z. B. t + s = z in ..Zahn'*); b) Verwandlung eines
Verschlußlauts in einen Zischlaut (z. B. niederd. ..Water" = hochd.
..Wasser"); assibilieren[...'li:ren] <sw. V.; hat) Dat. assibilä-
re = zischeln, flüstern] (Phon.): a) einem Verschlußlaut
einen Zischlaut folgen lassen: b) einen Verschlußlaut in
einen Zischlaut verwandeln, dazu: Assibilkrung, die; -. -en:
svw. f Assibilation.
Assiette [a'sjßtd]. die; -. -n [frz. assiette < vlat. *assedita.
zu lat. assidere = zur Seite sitzen, stehen]: 1. (veraltet)
Teller, flache Schüssel: Käse auf einer A. reichen. 2. (österr.
veraltet) kleines Vor- od. Zwischengericht: eine kalte A.
servieren. 3. (veraltet) Stellung, Lage: Fassung,
Gemütsstimmung: eine gute A. haben.
Assignant [asi'gnant]. der; -en. -en [lat. assignäns (Gen.:
assTgnantis), 1. Part, von: assignäre. f assignieren] (veraltet):
Anweisender: Aussteller einer Geldanweisung: Assignat
[...'gna.t], der; -en. -en [lat. asslgnätus. 2. Part, von:
assignäre. I assignieren] (veraltet): jmd., der auf eine Geldanweisung
hin zahlen muß: Assignatar [...gna'ta:ß] (veraltet):
Empfänger einer Geldanweisung: Assignaten [...'gna.tn] <P1.) [frz.
assignat < lat. asslgnätum. t Assignat]: Papiergeld der
ersten franz. Republik: Assignatkm [...gna'&io:n]. die; -. -en
[lat. assignätio] (veraltet): Geld- od. Zahlungsanweisung:
eine A. ausstellen; assignieren [...'gni:ren] <sw. V.; hat)
[lat. assignäre] (veraltet): Geld] anweisen: der
Rechnungsbetrag wurde ihm sofort assigniert.
Assknilat [asimi'la:t]. das; -[e]s. -e [lat. assimilätus. 2. Part,
von assimiläre. t assimilieren]: Produkt, das im Organismus
durch Umwandlung körperfremder in körpereigene Stoffe
entsteht (z.B. Stärke bei Pflanzen): Assimilation [...la-
't§io:n]. die; -. -en [lat. assimilätio]: l.a) (Biol.) das
Assimilieren (1); b) Angleichung, Anpassung: die A. an
bestehende Verhältnisse. 2. (Sprachw.) Angleichung eines
Konsonanten an einen anderen (z. B. das b in mhd. lamb zu m
in nhd. Lamm; Ggs.: Dissimilation 1). 3. (Soziol.)
Angleichung eines einzelnen od. einer Gruppe an eine andere Volks-
od. Gruppeneigenart. 4. (Psych.) Verschmelzung neuer
Vorstellungen mit bereits vorhandenen. 5. (Physiol.)
Bildung von Assimilaten (Ggs.: Dissimilation 2). 6. (Genetik)
erbliche Fixierung eines erworbenen Merkmals:
assimilatorisch [...'to:nJ] <Adj.; o. Steig.): a) die Assimilation
betreffend: b) durch Assimilation gewonnen, entstanden: -er
Lautwandel; assimilieren [...'Ihren] <sw. V.; hat) [lat.
assimiläre]: 1. (Biol.) aufgenommene Nahrungsstoffe in
körpereigene Stoffe umwandeln (Ggs.: dissimilieren): die Pflanzen
assimilieren Kohlensäure. 2. sichj angleichen, [sich]
anpassen: Bibi... verliebt sich in eine Schweizerin, was
wahrscheinlich die männliche Art ist. sich dem Gastland zu
a. (K. Mann, Wendepunkt 272); sich leicht an eine
Umgebung a.; der neue Schüler wurde von der Klasse rasch
assimiliert, dazu: Asshnilkrung, die; -. -en: svw. f Assimilation.
Assisen [asi:zn] <P1.) [frz. assises zu: asseoir = (sich) setzen,
zu lat. sedere = (zu Gericht) sitzen]: Schwurgericht u.
dessen Sitzungen in der Schweiz u. in Frankreich.
13*
195
Assistent
Assistent [asis'tent]. der; -en. -en [lat. assistens (Gen.: assi-
stentis). 1. Part, von: assistere. t assistieren]: a) Jmd.. der
einem anderen assistiert; Mitarbeiter. Gehilfe; b)
wissenschaftlich entsprechend ausgebildete Fachkraft innerhalb
einer bestimmten Laufbahnordnung, bes. in Forschung u.
Lehre: er ist A. bei Professor .... am Institut dir Phonetik;
Abk.: Ass.; Assistentin, die; -. -nen: w. Form zu t Assistent;
Assistenz [...'t£n($j. die; -. -en <P1. selten) bnlat. assistentia.
zu lat. assistere. f assistieren]: 1. das Assistieren; Beistand.
Mithilfe: Jmdm. A. leisten; Jmds. A. anfordern; Er tat
es unter A. einiger Herren aus dem Publikum (Kuby.
Rosemarie 17). 2. (passive) Beteiligung des katholischen
Pfarrers bei einer feierlichen kirchlichen Handlung (z. B.
Eheschließung); <Zus.:> Assistenzarzt, der: approbierter
Arzt, der einem Chefarzt unterstellt ist; Assistcraqprofessor,
der: wissenschaftliche Fachkraft an deutschen Universitäten;
assistieren [...'ti:ren] <sw. V.; hat) [lat. assistere]: Jmdm.
nach dessen Anweisungen zur Hand gehen, bei einer Arbeit
oder Tätigkeit behilflich sein: er assistierte [ihm] bei der
Operation; zwei Blondinen assistierten dem Quizmaster;
Ich habe ihm nur bei der Reise assistiert (Remarque. Funke
144).
Assoctt [aso'sle:]. der; -s, -s [frz. associe. zu: associer. t
assoziieren] (veraltet): Teilhaber. Gesellschafter; Kompagnon.
Assokita [aso'lu:ta]. die; -. -s [ital. assoluta = die
Vollkommene. Fem. von: assoluto < lat. absolütus, t absolut]:
weiblicher Spitzenstar in Ballett u. Oper.
Assonanz [aso'nan$], die; -. -en [zu lat. assonäre = tönend
beistimmen] (Metrik): Gleichklang zwischen zwei od.
mehreren Wörtern am Versende], der sich auf die Vokale
beschränkt; Halbreim (z. B. laben: klagen).
assortieren [asor'ti.ran] <sw. V.; hat) [frz. assortir. zu: sorte
= f Sorte] (Kaufmannsspr.): nach Warenarten ordnen u.
vervollständigen (meist im 2. Part.): ein gut assortiertes
(gut ausgestattetes) Lager; Assortiment [asarti'ment]. das;
-le]s, -e [frz. assortiment] (veraltet): Warenlager. Auswahl;
Sortiment (1).
Assoziation [aso^ia'l$io:n]. die; -. -en [frz. association]: 1.
(Psych.) ursächliche Verknüpfung von Vorstellungen: -en
erwecken; wenn sein Sohn... extemporierte, kam ein
albernes Grinsen auf sein Gesicht, denn seine -en vollzogen
sich auf niedriger Ebene (Böll. Haus 22). 2. (bes. Politik)
Zusammenschluß. Vereinigung: die A. afrikanischer
Staaten; <Zus. zu 2:) Assoziationsfreiheit. die <o. PI.):
Vereinsfreiheit; assoziativ [...'ti:fl <Adj.; o. Steig.) a) (Psych.) auf
Assoziationen (1) beruhend, durch Verknüpfung von
Vorstellungen entstehend: eine -e Gedankenkette; a. reagieren;
b) (bildungsspr.) verbindend, vereinigend: -e Bestrebungen;
assoziieren [...($i i:rcn] <sw. V.; hat) [frz. s'associer < lat.
associäre]: 1. (Psych.) Vorstellungen mit etw. verknüpfen:
ich assoziiere dabei/damit Unangenehmes; der Name
assoziiert in mir liebe Erinnerungen; Es assoziiert sich etwas
in einem (Benn. Stimme 13). 2« sich zusammenschließen,
vereinigen; sich anschließen: sich mit einer GemeinschaA/an
einer Gemeinschaft a.; die [mit] der EG assoziierten
Staaten; assoziierte Staaten (1. Staaten, die ohne formelle
Mitgliedschaft an einem Zusammenschluß teilnehmen. 2.
Bezeichnung für bestimmte Staaten der französischen Union
f 1946-1958J). dazu: Assazifcnmg* die; -. -en: vertraglicher
Zusammenschluß: die A. mit einer/an einer Gemeinschaft.
Assumptionist [asumpt$io'nist]. der; -en. -en: Angehöriger
einer katholischen Kongregation; Assumtkn [asum't3lo:n].
die; -. -en [lat. assümptio = das An-. Auf-, Zusichnehmen]:
1. <o. PI.) Maria Himmelfahrt. 2. (Kunstwiss.) bildliche
Darstellung der Himmelfahrt Mariens. Assunta; Assunta
[a'sonta], die; -. ...ten [ital. assunta < lat. assümptus.
2. Part, von: assümere = auf-, zu sich nehmen]: ital.
Bez. Air t Assumtion (2).
Assureelinien [asy're:-]: svw. t Azureelinien.
AssyrioloBe [asyrjp'lo:g3], der; -n. -n: Wissenschaftler auf
dem Gebiet der Assyriologie; Assyriologie [...lo'gi:]. die;
- [zu Assyrien u. t-logie]: Wissenschaft von der assyrisch-
babyl. Geschichte. Kultur u. Sprache; assyrMwfedi <AdJ.;
o. Steig.): die Assyriologie betreffend.
Ast [ast]. der; -[eis. Äste feste; mhd.. ahd. ast. eigtl. =
was am (Stamm) ansitzt]: 1. <Vkl. tÄstchen) stärkerer
Zweig eines Baumes [der unmittelbar aus dem Stamm
hervorgeht]: ein dicker, knorriger A.; der Vogel hüpft von
A. zu A.; die Bäume am Straßenrand greifen mit nackten
Ästen ins Licht der Scheinwerfer (Schnabel. Marmor 129);
Ü den A. absägen, auf dem man sitzt, (ugs.; sich selbst
seiner Lebensgrundlage berauben): die Äste einer Arterie;
(Math.:) die Äste einer Parabel; *auf dem absteigenden
A. sein (1. in seinen Fähigkeiten. Leistungen nachlassen.
2. in schlechtere Lebensverhältnisse geraten); einen A.
durchsägen (ugs. scherzh.; laut schnarchen). 2. Stelle im
bearbeiteten Holz, an der ein Ast abzweigte: er kam mit der Säge
auf einen A.; ein Brett mit vielen Ästen. 3. <o. PI.) (salopp)
a) Rücken: den Rucksack auf den A. nehmen; b) krummer,
verwachsener Rücken: vom vielen Sitzen einen A.
bekommen; einen A. haben; • sich (Dativ) einen A. lachen (salopp;
sehr lachen; vgl. sich schieflachen).
$st-, ^st-: ^frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw.
f^rein (1); ^«abel. die: Stelle, an der ein Ast abzweigt,
sich verzweigt; -loch, das: Loch im bearbeiteten Holz, wo
früher ein Ast abzweigte; -reta <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
1. frei von Ästen (2): ein -es Brett. 2. (ugs.) moralisch
einwandfrei: die Sache ist [nicht] ganz a. 3. (ugs.) echt,
ohne Fehl: Namen .... denen der Ruf. -e Nazi-Helden
gewesen zu sein, nicht ... anhaftet (Spiegel 35. 1967, 24);
-werk, das <o. PI.): Gesamtheit der Äste / eines Baumes J.
Geäst: der Fallschirm hat sich im A. des Baumes verfangen.
AStAI'asta], der. -[s].-[s]. auch: ASten: Allgemeiner
Studentenausschuß.
astasieren [asta'zi:rdn] <sw. V.; hat) [zu griech. a- = nicht,
un- u. stasis = das Stehen] (Physik): ein Meßinstrument
gegen Beeinflussung durch störende äußere Kräfte schützen;
Asiat [a'sta.t. as't...]. (international fachspr. auch:) Astatin
[asta'ti:n]. das; -s [zu griech. ästatos = unbeständig; wegen
des raschen radioaktiven Zerfalls des Elements]: chemischer
Grundstoff: radioaktives Nichtmetall; Zeichen: At; astatisch
[asta:Uj. ast...] <Adj.; o. Steig.) (Physik): gegen
Beeinflussung durch äußere elektrische od. magnetische Felder
geschützt: ein -er (staubabweisender) Werkstoff.
Ästdien Testen], das; -s. -: kleiner Ast (1); asten l'astn]
<sw. V.) [zu t Ast (3)] (ugs.): I. sich sehr anstrengen <hatl>:
er hat ganz schön a. müssen. 2. etwas Schweres irgendwohin
tragen, schleppen <hat): ein Klavier in den 4. Stock a.;
Sie ( = die Jungen) Helen ... der Polizei auf. als sie eine
Registrierkasse durch die Goethestraße... asteten (Berliner
Morgenpost 31.8.74.3). 3. mit Mühe eine Strecke
zurücklegen (ist): sie sind auf den Berg geastet. 4. (SchUlerspr.)
lernen, büffeln (hat); isten [estn] <sw. V.; hat) [mhd. esten]
(selten): Aste treiben: der junge Baum ästet schon, kräftig.
Aster ['aste], die; -. -n [lat. aster < griech. aster. eigtl.
= Stern]: in Gärten gezogene Zierpflanze, die von Sommer
bis Herbst weiß. rosa, violett od. blau blüht u. deren Blüte
die Form eines Sterns hat; Sternblume.
Äster: PI. von tAast.
Asteriskus laste'nskos). der; -. ...ken [lat. asteriscus <
griech. asterfskos] (Buch- u. Schriftw.): Sternchen
(Zeichen: *): a) als Hinweis auf eine Fußnote; b) (Sprachw.) als
Kennzeichnung von erschlossenen, nicht belegten
Wortformen; Asteroid [astero'i:t]. der; -en. -en [zu griech. aster =
Stern und -oeides = ähnlich]: kleiner Planet. Planetoid.
Asthenie [aste'ni:]. die; -.-n[...i:an. griech. astheneia] (Med.):
1. <o. PI.) Kraftlosigkeit. Schwächlichkeit. 2. 'durch
Krankheit bedingte] Entkräftung; Asthcniker [a'ste.nike. as't...].
der; -s. -: Mensch mit schmalem, schmächtigem,
muskelarmem Körperbau: vom Typ her A. sein; asthenisch [a'stemij.
as't...] <Adj.): dem Körperbau des Asthenikers entsprechend,
schlank-, schmalwüchsig: ein -er Typ; eine -e Erscheinung.
Ästhet [es'te.t]. der; -en. -en (griech. aisthetes = der
Wahrnehmende]: Mensch mit [übermäßig/ stark ausgeprägtem
Schönheitssinn; Ästhetik [es'te:tikj. die: -. -en [griech. aisthe-
tike (tfchne) = Wissenschaft vom sinnlich
Wahrnehmbaren]: 1. Wissenschaft vom Schönen: Hegels Ä. 2. <o. PI.)
das stilvoll Schöne. Schönheit: Und zwar ist diese Ä. des
Sports nichts Hinzugetanes wie in einem Roman (Reinig.
Schiffe 133); die Ä. darf nicht zu kurz kommen. 3. <o.
PI.) Schönheitssinn: es fehlt seiner Gestaltung Geschmack
und Ä. (MM 14. 2. 1974. 18); Ästhetiker [es'te:tiks]. der;
-s. -: Vertreter od. Lehrer der Ästhetik (1); ästhetisch
[es'te:tij] <Adj.>: 1. den Gesetzen der Ästhetik (1)
entsprechend, gemäß: -e Maßstäbe. Gesichtspunkte; die rein
künstlerische, die -e Betrachtung des Waldes (Mantel. Wald
107); die Darbietung war ein -er Genuß (befriedigte das
Stilempfinden). 2. stilvoll, schön, geschmackvoll,
ansprechend: ein -er Anblick; sein Aussehen war nicht gerade
ä. (verhüll.; war ekelerregend, unappetitlich o.a.). 3.
196
Aszendent
überfeinert: Im Sommer 1918 wurde die -c Stille ... prik-
kelnd unterbrochen (Tucholsky. Werke II. 396); Ssthetisie-
rcn [£Steti'zi:rdn] <sw. V.; hat): einseitig! nach den Gesetzen
der Ästhetik /bej urteilen od. gestalten: Er (= Spengler)
ästhetisiert das Bild der Geschichte (Adorno. Prismen 62);
ein ästhetisierender Literat; <Abl.:> Ästhetfekrung«. die; -.
-en; Ästhetizismus [...'t$ismus]v der; -: einseitig das
Ästhetische betonende Haltung: Ästhetizist [... t^ist], der; -en. -en:
Vertreter des Ästhetizismus: isthetizjstisch <AdJ.>: einseitig
das Ästhetische betonend: eine -e Effekthascherei.
Asthma ['astma]. das; -s [griech. ästhma = schweres, kurzes
Atemholen. Beklemmung]: anfallsweise auftretende
Atemnot, Kurzatmigkeit: A. haben, bekommen; <Zus.:> Asth-
maanfaJI. der; Asthmatiker [ast'ma:tik?]. der; -s. -: jmd..
der an Asthma leidet: asthmatisch <Adj.) [nach griech.
asthmatikös]: 1. <o. Steig.; nicht präd.) durch Asthma be-
dingt: -e Beschwerden. 2. an Asthma leidend, kurzatmig:
a. sein; Ü Nur ein Riesenautobus schnob urweltlich und
a. vorbei (Bordiert. Geranien 49).
astig Castle;] <Adj.>: reich an Ästen (2): -es Holz; istig [esti^]
<AdJ.>: 1. (selten) reich an Ästen (1). reichJ verzweigt,
verästelt: eine -e Baumkrone. 2. svw. fastig.
astigmatisch [asti'gma: tij] <Adj. >: (von Linsen od. vom Auge)
Punkte strichförmig verzerrend (Ggs.: anastigmatisch);
Astigmatismus [astigma'tismos]. der; - [zu griech. a- =
nicht, un- u. stigma (Gen.: stigmatos) = Punkt]: 1. (Physik)
Abbildungsfehler von Linsen: vgl. astigmatisch. 2. (Med.)
Sehstörung infolge krankhaft abnormer
Hornhautkrümmung.
Ästimation [estima't$ip:n]. die; -. ^en [frz. estimation <
lat. aestimätio] (veraltend): 1. das Ästimiertwerden,
Würdigung. 2. <o. PI.) Wertschätzung, ' Hoch /achtung,
Anerkennung; ästimieren [esti'mi.ren] <sw. V.; hat) [frz. estimer
< lat. aestimäre] (veraltend): jmdm. od. einer Sache seine
Anerkennung zuteil werden lassen, jmdn. od. etw. schätzen,
hoch/achten: jmdn.. jmds. Persönlichkeit. Leistung ä.;
Er will ästimiert werden; das Schartekenwort besagt: man
soll den Hut vor ihm ziehen und das Maul ehrfurchtsvoll
aufsperren (Tucholsky. Werke I. 287).
Astrachan [astraxa:n], der; -s. -s [nach der südruss. Stadt
Astrachan]: 1. Fell südrussischer Lämmer. 2. Plüschgewebe
mit fellartigem Aussehen.
Astragal [astra'ga:l]. der; -s. -e. Astragah» [as'tra:galus].
der. -. ...li [...li; lat. astragalus < griech. asträgalos. eigtl. =
Knöchel] (Archit.): Zierprojil von rundem Querschnitt, bes.
zwischen Schaft u. Kapitell einer Säule.
astral las'tra:l] <AdJ.; o. Steig.) [lat. asträlis zu: astrum
= Stem(bild) < griech. ästron]: die Gestirne betreffend,
zu ihnen gehörig, von ihnen stammend, Stern-: ein -es Wesen;
ein -er Mythos.
Astral-: -körper.der: svw. t-leib (3); -ldkder: I.
(Anthroposophie) ätherisch gedachter Träger des Lebens im Körper
des Menschen, (unsichtbarer) Leib der höchsten, geistigen
Stufe; Seelenleib. 2. (Okkultismus) den Tod überdauernder
unsichtbarer Leib des Menschen. 3. (ugs.. meist iron.)
schöner) menschlicher Körper; blicht, das <o. PL):
Sternschimmer der Milchstraße: Mnythologie, die: Lehre von
den Gestirnen als göttlichen Mächten in der Welt: -religion,
die: göttliche Verehrung der Gestirne.
Astralon<S>[astra'lo:n]. das; -s [Kunstwort]: ein
durchsichtiger Kunststoff.
as&TKAstro- [griech. ästron = Stern(bild)]: Gestirn-, Stern-,
Weltraum-: MZr&ph. der; -en. -en: 1. astronomisches
Fernrohr zur fot. Aufnahme von Gestirnen. 2. Vorrichtung zum
Zeichnen von Sternkarten: ^lablium] [...'la:p. ...'la:biom],
das; -s. ...bien [...la:bidn] (hist.): astronomisches Instrument
zur lagemäßigen Bestimmung von Gestirnen; -löge, der;
-n. -n [lat. astrologus < griech. astrolögos]: a) jmd., der
sich systematisch u./od. beruflich mit Astrologie beschäftigt;
Sterndeuter; b) (scherzh.)./W.. der die politischen
Verhältnisse u. Strömungen in einem best. Land sehr gut kennt u.
daher Voraussagen über wahrscheinlich zu erwartende
Reaktionen auf etw. von dieser Seite aus machen kann (in der
Regel in Verbindung mit einem geographischen Namen):
Für die DDR-Astrologen der Bundesregierung war die
Zurückweisung des Regierungsdirektors ... durch die
DDR-Grenzbehörden eine echte Überraschung (MM 31.
7. 1974,2); ^logk, die; - [lat. astrologia < griech. astrolo-
gia]: der Versuch, das Geschehen auf der Erde u. das
Schicksal des Menschen aus bestimmten Gestirnstellungen bei der
Geburt zu deuten u. vorherzusagen, Sterndeutung; Lehre,
die aus der mathematischen Erfassung der Orte u.
Bewegungen der Himmelskörper sowie von orts- u. zeitabhängigen
Koordinatenschnittpunkten Schlüsse zur Beurteilung von
irdischen Gegebenheiten u. deren Entwicklung zieht; ^logisch
<Adj.; o. Steig.) [lat. astrologicus < griech. astrologikös]:
a) die Astrologie betreffend, zur Astrologie gehörend; b)
mit den Mitteln der Astrologie erfolgend; Mneterv das; -s.
-: Gerät zur Messung der Helligkeit von Sternen; ^imiU
der; -en. -en [t-naut]: Teilnehmer an einem
Raumfahrtunternehmen, Weltraumfahrer: Nach allem ... ist das Meer der
Stürme ein günstiger Landeplatz für Kosmo- oder
Astronauten (Zeit 10. 6. 66. 28); Die sowjetische Zusicherung
wurde von A. Frank Borman ... bekanntgegeben (MM
19./20. 7. 69. 1); ^nautik. die: /Wissenschaft von der/
Welt jraumfahrt; M^utin.die; -. -nen: w. Form zu t ^naut;
Mmitisch <AdJ.; o. Steig.): die Raumfahrt betreffend; -nom
[...'no:m]a der; -en. -en [spätlat. astronomus < griech.
astronömos]: der Astronomie Kundiger, Stern-,
Himmelsforscher: -nomie [...no'mi:]. die; - [lat. astronomia <
griech. astronomia]: Stern-, Himmelskunde als exakte
Naturwissenschaft; Mwmin [...'no:mm]. die; -. -nen: w. Form
zu t-nom; Miomisch <Adj.) [lat. astronomicus < griech.
astronomikös]: 1. <o. Steig.) die Astronomie betreffend,
zu ihr gehörig, auf ihr beruhend: -e Einheit (mittlere
Entfernung Erde-Sonne als astronom. Längeneinheit; Abk.: AE);
-e Uhr (in der Astronomie, Geophysik u. a. gebrauchte
Präzisionsuhr); -e Zeichen (Zeichen für Wochentage,
Himmelskörper, Sternbilder des Tierkreises, Konstellationen,
Mondphasen). 2. (ugs.) (dem Betrag, der Menge nach) riesig,
unvorstellbar, ungeheuer, überaus groß: -e Zahlen. Preise;
^Physik, die: Teilgebiet der Astronomie, das den Aufbau
u. die physikalische Beschaffenheit der Gestirne u. des
Weltalls zum Gegenstand hat; ^physikalisch <AdJ.; o. Steig.):
die Astrophysik betreffend; ^Physiker, der: Wissenschaftler
auf dem Gebiet der Astrophysik.
«strophisch [auch: -'—] <Adj.; o. Steig.) [aus griech. a-
= nicht, un- u. tstrophisch]: (von Versen) nicht strophisch,
ohne Gliederung durch Strophen.
Ästuarliian] [es'tya:^. ...'tua:rjiom]. das; -s. ...rien [...rjpn:
#Jat. aestuärium]: trichterförmige Flußmündung.
Äsung ['e:zuQl. die; -. -en (Jäqerspr.): durch Äsen zu
gewinnende Nahrung; Wildweide: A. finden; Flächen mit
reichhaltiger Ä.
Asyl [a'zy:D. das; -s. -e Dat. asylum < griech. äsylon. eigtl.
= Unverletzliches]: 1. Heim, Unterkunft für Obdachlose:
Er kannte alle -e von den Alpen bis ans Meer (Lynen.
Kentaurenföhrte 188). 2. <P1. selten) Aufnahme u. Schutz
[für Verfolgte], Zuflucht'sort]: politisches A. .(Zuflucht
vor politischer Verfolgung); bei Jmdm. ein A. finden; Jmdm.
A. gewähren; um A. bitten, nachsuchen: <Abl.:> Asylant
[azy'lant],der; -en. -en: jmd., der um Asyl nachsucht; Asylie-
rung [azy'li:run]. die; -. -en: Unterbringung in einem Asyl;
<Zus.:> Asylrecht, das <o. PI.): 1. Recht politisch od. religiös
Verfolgter auf Asyl (2) im Zufluchtsstaat: A. genießen.
2. Recht souveräner Staaten, politisch od. religiös Verfolgten
Asyl (2) zu gewähren; Asylwerber, der (österr.): Asylant.
Asymmetrie,die; -. -n [...i:an; griech. asymmetria]: Ungleich-
mäßigkeit, Mangelan Symmetrie (Ggs.: Symmetrie);
^symmetrisch [auch: —'—] <AdJ.>: nicht symmetrisch, ohne
Symmetrie (Ggs.: symmetrisch): ein -es Gesicht; -e Figuren;
-e Gespräche (Soziol.; autoritativ, nicht partnerschaftlich
geführte Gespräche).
Asymptote [azYm'pto:td]. die; -. -n [griech. asymptötos. eigtl.
= nicht zusammenfallend] (Math.): Gerade, der sich eine
ins Unendliche verlaufende Kurve beliebig nähert, ohne sie
zu erreichen, dazu: asymptotisch <Adj.; o. Steig.): sich wie
eine Asymptote verhaltend.
«synchron [auch: —'-] <Adj.; o. Steig.) [aus griech. a- =
nicht, un- u. t synchron] (fachspr.): nicht synchron, nicht
gleichzeitig, nicht mit gleicher Geschwindigkeit lab 1 laufend
(Ggs.: synchron).
tsyndetisch [auch: —'--] <AdJ.>: 1. das Asyndeton
betreffend. 2. nicht durch eine Konjunktion verbunden (Ggs.:
syndetisch); Asyndeton [a'zYndeton] das; -s. ...ta Dat. asyndeton
< griech. asyndeton]: Wort- od. Satzreihe, deren Glieder
nicht durch Konjunktionen miteinander verbunden sind.
Aszendent [ast^en'dent]. der; -en. -en [lat. ascendens (Gen.:
ascendentis). 1. Part, von: ascendere, taszendieren]: 1.
(Genealogie) Vorfahr, Verwandter in auf steigender Linie (Gg&.\
197
Aszendenz
Deszendent 1). 2. (Ggs.: Deszendent 2) (Astrol.) a) das
im Augenblick der Geburt über den Osthorizont tretende
Tierkreiszeichen: sie hat den Jupiter im -en; b) (Astron.)
Gestirn im Aufgang; c) (Astron.) Aufgangspunkt eines
Gestirns; Aszendenz [...'dent§). die; -: 1. (Genealogie)
Verwandtschaft in aufsteigender Linie (Ggs.: Deszendenz
1). 2. (Astron.) Aufgang eines Gestirns (Ggs.: Deszendenz
2); aszendieren [...'di:ran] <sw. V.) [tat. ascendere]: 1.
(Astron.) (von Gestirnen) aufgehen <ist). 2. (veraltet)
befördert werden, im Rang aufsteigen <ist/hat>.
Aszese [as't$e:»] usw.: t Askese usw.; AszeHk [...e:tik], die;
- (kath. Kirche): Lehre vom Streben nach christlicher Voll-
kommenheit; Aszetiker, der -s, -: Vertreter der Aszetik.
ataktisch [a'taktill <AdJ.; o. Steig.) [griech. ätaktos] (Med.):
(von Bewegungen) unregelmäßig, ungleichmäßig, nicht
koordiniert.
ata ['ata] in der Verbindung a. [a.] sehen (Kinderspr.: aus
dem Haus gehen, Spazierengehen).
Ataman [ata'ma:nl. der; -s. -e [russ. ataman]: frei gewählter
Stammes- u. militärischer Führer der Kosaken; vgl. Hetman.
Atavismus [ata'vismus]. der; -, ...men [...man; zu lat. atavus
= Großvater des Urgroßvaters. Urahne] (Fachspr.): 1.
<o. PI.) (beiPflanzen, Tieren, Menschen) das
Wiederauftreten von Merkmalen od. Verhaltensweisen, die den
unmittelbar vorhergehenden Generationen fehlen. 2.
entwicklungsgeschichtlich als überholt geltendes, unvermittelt wieder
auftretendes körperliches od. geistig-seelisches Merkmal;
atavistisch <Adj.): a) (Fachspr.) den Atavismus betreffend, zu
ihm gehörig, auf ihm beruhend; b) (bildungsspr. abwertend)
in Gefühlen, Gedanken, Handlungen usw. einem früheren,
primitiven Menschheitsstadium entsprechend: die -e
Monstrosität des ... Massenkrieges (K. Mann. Wendepunkt
56).
Ataxie [ata'ksi:]. die; -, -n [...i:an; griech. ataxia =
Unordnung] (Med.): Störung im geordneten Ablauf u. in der
Koordination von Muskelbewegungen.
Atelier [ato'lie:]. das; -s. -s [frz. atelier, urspr. = Haufen
von Spänen, zu afrz. astele = Splitter. Span < spätlat.
astella]: a) Arbeitsraum, Arbeitsstätte eines Künstlers,
Maßschneiders. Fotografen; b) Raum, Gebäude'komplex/ für
Filmaufnahmen: die -s liegen außerhalb Münchens; Mitte
Mai soll der Fünfteiler ins A. gehen (verfilmt werden;
Hörzu 14. 1973, 147).
Atelier-: ^aufnähme, die: im Atelier gemachte fotografische
od. Filmaufnahme; -betrieb, der; -fenster. das; ^fest, das:
Künstlerfest; -kamera, die; -wohnung. die: Sie wohnte
in einer A.. hoch über den Dächern der Stadt (Simmel.
Aflare 111).
Atem fa:tam], der; -s [mhd. ätem. ahd. ätum]: 1. das Atmen,
Atmung: kurzer, schneller A.; sein A. rasselt, pfeift, geht
stoßweise, fliegt; ihm stockt der A.; * einen langen/den
längeren A. haben (es bei einer Auseinandersetzung o.a.
lange, länger als der Gegner aushalten); einen kurzen A.
haben (geh.; asthmatisch sein): imdn.. etw. In A. halten
(in Spannung halten, nicht zur Ruhe kommen lassen,
pausenlos beschäftigen); in einem /im selben/ im gleichen A. / fast
gleichzeitig): Er sprach ... bedrängt vom Reichtum der
Gefühle und Gesichte, die er allen ... in einem A.
mitzuteilen suchte (K. Mann. Wendepunkt 319). 2. ein- u.
ausgeatmete Luft: warmer, dampfender A.; sein A. streifte ihr
Haar; [tief) A. holen, schöpfen; [vor Schreck. Spannung]
den A. anhalten; das Tempo benimmt, verschlägt, raubt
ihr den A.; außer A. sein, kommen (atemlos sein, werden);
nach A. ringen; wieder zu A. kommen; Ü der [heiße]
A. (geh.; Hauch, Geist, Gedankenflug) der Revolution
wehte durch das Land; * A. holen/ (geh.:) schöpfen (eine Pause
machen u. sich zu weiterem Tun rüsten); jradm. den A.
verschlagen (jmdn. sprachlos machen); jmdm. geht der A,
aus (jmd. ist mit seiner Kraft, mit seinen Mitteln,
wirtschaftlich am Ende).
gtem-, Atem-: ^bekkmraung, die: Gefühl der Beklemmung
beim Atmen; -beraubend, (auch:) atemberaubend <Adj.>:
so erregend, daß es einem den Atem nimmt; ungewöhnlich
erregend: eine -e Spannung. Darbietung; die endlos sich
dehnende Steinwüste ist a. trostlos (Grzimek. Serengeti
36); der Trapezakt war geradezu a.; -beschwerden <P1.>:
Beschwerden beim Atmen; -frequenz, die (Med.): Frequenz
der Atemzüge pro Zeiteinheit (Minute); -führung, die <o.
PI.) (Musik): das richtige Atmen beim Singen!; -gymna-
stik, die: Übungen zur Normalisierung u. Vertiefung der
Atmung; ^holen, das; -s: Einziehen der Luft beim Atmen;
-Uhmung, die <o. PI.) (Med.): Lähmung der Atmung; -los
<Adj.; -er. -este): 1. <o. Steig.) außer Atem, keuchend,
abgehetzt: -e Geheimboten überbrachten furchtbare
Bulletins (K. Mann. Wendepunkt 31); a. ankommen, berichten.
2. schnell, ununterbrochen: -es Tempo; in -er Folge. 3.
voller Spannung. Erregung: -e Stille; a. lauschen, dazu:
^losigkeit, die: -: -hrft, die <o. PI.); ^maske, die (Med.):
dicht am Gesicht anliegende Maske zum Einatmen von
Sauerstoff. Narkosegemisch o.a.; ^not, die <o. PI.):
Zustand, in dem jmd. nicht durchatmen kann, nach Atem ringt;
-pause, die: kurze Unterbrechung, kurze Pause zur
Erholung; -raubend: svw. Tatemberaubend: Arnheim erzählte
zuweilen a. interessant (Musil, Mann 329); -schutzgerät,
das: Gerät, das den Aufenthalt in Räumen ermöglicht, deren
Luft nicht gefahrlos geatmet werden kann: Technik, die:
Technik des richtigen Atmens, z. B. beim Gesang, Vortrag;
-Übung, die: Übung zur Normalisierung u. Vertiefung der
Atmung; -wege <P1.): Bahnen der Atemluft im Körper;
-Zentrum, das (Med.): Nervenzentrum, das die Atmung
reguliert; -zug, der: einmaliges Einziehen /u. Ausstoßen!
des Atems: ein tiefer A.; ruhige Atemzüge; * bis zum letzten
A. (geh.. verhüll.; bis ans Lebensende)', im nächsten A.
(gleich danach); in einem /im selben/ im gleichen A. ( fast
gleichzeitig).
a tempo [a 'tempo; ital.. aus ta u. tempo = Zeit < lat.
tempus]: 1. (Musik) wieder im ursprünglichen Tempo. 2.
(ugs.) sofort, schnell: etw. at. besorgen.
Äthan [e'ta:nj. das; -s [zu tÄther] (Chemie): gasförmiger
Kohlenwasserstoff.
Athanasie [atana'zi:]. die; - [griech. athanasia] (Rel.):
Unsterblichkeit.
Äthanol [eta'no:!]. das. -s [Kurzwort aus Äthan u. Alkohol]:
chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole.
Atheismus [ate'ismus]. der; - [zu griech. ätheos = ohne
Gott, gottlos]: Weltanschauung % die die Existenz Gottes
leugnet; Atheist [ate'ist]. der; -en. -en: Anhänger des
Atheismus; atheistisch <Adj.; o. Steig.): a) dem Atheismus
anhängend: b) zum Atheismus gehörend, ihm entsprechend.
«thematisch [auch: —'—] <Adj.; o. Steig.) [aus griech.
a- = nicht, un- u. T thematisch] (Ggs.: thematisch): 1.
(Musik) ohne Thema, ohne Themaverarbeitung. 2.
(Sprachw.) (von Wortformen) ohne Themavokal gebildet:
§die -en Verben.
Äther l't.tJS), der; -s [lat. aether < griech. aither]: 1. a)
(geh.) die Weite des Himmels, Himmelsraum:m die Bläue
des -s; die Lerche erhebt sich in den lichten Ä. 2. (nach
einer aufgegebenen physikalischen Hypothese) unwägbares,
den Weltraum durchdringendes feines Medium, durch dessen
Schwingung sich die elektrischen Wellen ausbreiten: Er
drehte das Radio an. fischte sich die erste Sinfonie von Tschai-
kowski aus dem Ä. (Baum. Paris 88); eine [Radiojnachricht
durch den Ä. schicken; eine Rundfunksendung geht in
den Ä. [hinaus]. 3. (griech. Philos.) lebendiger, feiner Ur-
stoff, Weltseele. 4. a) (Chemie) Verbindung, bei der zwei
Kohlenwasser Stoffreste über ein Sauerstoffatom miteinander
verbunden sind; b) jarblose, brennbare, leicht flüchtige, als
Narkosemittel (auch FettlösemittelJ verwendete Flüssigkeit:
Erst Jahrzehnte später (1846) kam es aber zur planmäßigen
^Verwendung von Ä. und Chloroform (Medizin 11. 185).
Äther-: ^leib. der (Anthroposophie): ätherisch gedachter
Träger des Lebens im menschlichen Körper: MVirkose, die;
Mnusdi. der; ^Schwingung, die; -welle, die (meist PL).
ätherisch [Ete.nJ] <Adj.>: 1. a) (veraltet) himmlisch: -e
Sphären; b) hauch!zart, engelhaft zart u. vergeistigt: eine -e
Erscheinung; der Himmel so unendlich leicht und licht,
von -er Bläue (Seidel, Steme 25). 2. ätherartig, -haltig
daher flüchtig / u. angenehm riechend: ein -er Duft; -e
öle (Chemie): ätherisieren [£teri*zi:ren] <sw. V.; hat)
(Med.): mit Äther behandeln.
atherman lat£r'ma:n] <Adj.; o. Steig.) [Kurzwort aus griech.
a- = nicht, un- u. dmtherman] (Physik): Ar Wärmestrahlen
undurchlässig.
Ithern [*e:ten]: svw. f ätherisieren.
Athlet [at'le:t]. der; -en. -en [lat. athleta < griech. athletes]:
1. (ugs.) kräftig gebauter ^muskulöser Mann; Kraftmensch:
Nach dem Gesetz erotischer Dialektik ziehen die zwei
... einander an. der strahlend gesunde A. und der
introvertierte Intellektuelle (K. Mann. Wendepunkt 186). 2. (Sport)
Wettkämpfer; Athletik, die; - [lat. äthletica]: 1. a) Leicht-
198
atom-, Atom-
u. Schwerathletik; b) Wettkämpfe der Athleten (2) im
antiken Griechenland. 2. Wettkatnpflehre; Athletiker, der; -s.
- (Med.. Psych.): dem Körperbautyp nach starkknochiger',
muskulöser Mensch; athletisch <Adj.) [lat. äthleticus <
griech. athletikös]: 1. a) kräftig gebaut! und muskulös:
ein -er Typ; er hat einen -en Körperfbau]; a. gebaut sein:
b) kräftig u. sportlich durchtrainiert, gestählt. 2. <o. Steig.)
der Athletik zugehörig, eigentümlich: -e Übungen.
Äthyl [e'ty:l], das; -s [zu f Äther] (Chemie): in vielen
organischen Verbindungen enthaltenes, sehr reaktionsfähiges
Kohlenwasserstoffradikal; <Zus.:> Äthylalkohol, der <p. PI.):
gewöhnlicher Alkohol. Weingeist. Sprit; <Abl.:> Äthylen
[ety'le.n]. das; -s: einfachster ungesättigter
Kohlenwasserstoff (im Leuchtgas enthalten).
Ätiologie Ictiolo'gi:]. die: -. -n [...i.an; lat. aetiologia <
griech. aitiologia): 1. (bildungsspr.) <o. PI.) Lehre von
den Ursachen (bes. der Krankheiten). 2. zugrundeliegender
ursächlicher Zusammenhang (bes.t von Krankheiten):
Krankheiten der verschiedensten Ä.: ätiologisch [etjo-
lp:gij] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (bildungsspr.): die
Ätiologie betreffend, ursächlich, begründend: ä. orientierte
Untersuchungen: -e Sagen (Fachspr.: Sagen, die auffällige
Erscheinungen,'Bräuche u. Namen erklären wollen).
Atlant [at'lant], der; -en. -en [griech. Atlas (Gen.: Ätlantos).
nach dem altgriech. Gott, t 'Atlas] (Archit.): Gebälkträger
in Form einer männlichen Figur; Atlanten: PI. von f Atlant.
'Atlas; atlantisch [at'lantdl <Adj.; o. Steig, nur attr.) [lat.
atlanticus < griech. atlantikös. eigtl. = zum Gebirge Atlas
gehörend (nach dem altgriech. Gott Atlas)]: 1. den
Atlantischen Ozean betreffend, zu ihm gehörend, von ihm
ausgehend: -e Störungen; Ausläufer eines -en Tiefs. 2. den
Atlantikpakt betreffend, zu ihm gehörend, von ihm ausgehend:
die -e Gemeinschaft; 'Atlas ['atlasl. der; - od. -ses. Atlanten
(at'lantn). auch: -se [nach dem altgriech. Gott Atlas, der
die Erdkugel auf seinen Schultern trug]: 1. Sammlung
gleichartig bearbeiteter] geographischer Karten in
Buchform. 2. Sammlung von Bildtafeln aus einem Wissensgebiet
(z.B. der Anatomie u.a.) in Buchform; 2Atlas [-]. der;
- od. -ses [nach dem altgriech. Gott Atlas, t 'Atlasl (Med.):
erster Halswirbel; Halswirbel, der den Kopf trägt.
3Atlas H, der, - od. -ses. -se [arab. alias, eigtl. = glatt,
feinj: schweres, hochglänzendes Seidengewebe in
Atlasbindung. Satin: Er trug einen schwarzen, mit A.
ausgeschlagenen Pelerinenmantel (Th. Mann. Krull 34).
'Atlas- ('Atlas): -band, der <P1. -bände): Atlas (I) eines
vielbändigen Lexikons (meist als Schiuliband); -formal«
das: im Format eines Atlas (1): im A.
•tlas-. 2Atlas- (3Atlas): -artig <Adj.; o. Steig.): -band, das
<PI. -bänder); -bindung, die (Textilw.): eine Grundbindung
einseitiger Gewebe; -schleife, die; -schuh, der; -seide. die.
atlassen ['atlasnl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten): aus
Ullas.
Atroan |a:tman]. der. auch: das: -tsl [aind. ätmän. eigtl.
= Hauch]: in der indischen Philosophie das unvergängliche
Geistige im Menschen. Seele.
atmen faitman] <sw. V.; hat) [mhd. ätemen. ahd. ätamön]:
I. Luft einziehen u. ausstoßen: tief, schwer, mühsam a.;
durch den Mund a ; vor Angst kaum zu a. wagen; der
Verunglückte atmete noch; <subst.:> In dem Schlafsaal
hörte man das ruhige und gleichmäßige Atmen der
Zöglinge (Musil, Törleß 88); Ü frei a. [können] (nicht
unterdrückt werden); Durch die hohen Fächerpalmen atmete
ein warmer Wind, der die ... Kühle der Nacht ankündigte
(Thieß, Legende 180). 2. (geh.) einatmen: die feuchte
Nachtluft a. 3. (geh.) ausströmen, von etw. erfüllt sein: das Buch
atmet den Geist der Vergangenheit; Alles atmet
Verlassenheit und Einsamkeit (Sieburg. Robespierre 41).
-atmig [-|a:tmi(;] in Zusb.. z. B. kurzatmig.
Atmosphäre [atmo'sfe:ro], die; -. -n [zu griech. atmös =
Dunst u. sphaTra = (Erd)kugel]: 1. a) Lufthülle der Erde;
Luft: das Gewitter hat die A. gereinigt; der Satellit
verglühte beim Wiedereintritt in die A.; b) Gashülle eines Gestirns:
die A. der Venus. 2. a) eigenes Gepräge. Ausstrahlung.
Stimmung, Fluidum: auf der Sitzung herrschte eine frostige
A.; dem Fest fehlte Jede A.; es entstand eine A. von
Behaglichkeit; diese Stadt hat keine A.; die A. vergiften; A.
um sich verbreiten; eine behagliche A. schafTen; die Sitzung
fand in freundlicher, gespannter, feindseliger A. statt; b)
Umgebung, Umwelt, Milieu: die fremde A. ängstigte mich;
in die A. eines Mietshauses geraten; in der A. eines
Beamtenhauses aufwachsen. 3. (Physik) Einheit des Druckes:
physikalische A. (Zeichen: atm); technische A. (Zeichen:
at); der Kessel steht unter einem Druck von 40 -n; Ü
In den Reifen sind immer noch zwei -n Berlin (Bamm.
Weltlaterne 139); <Zus.:) Atmosphirendruck. der <P1.:
...drücke): in Atmosphären (3) gemessener Druck; Atmo-
sphfrenüberdruck, der <P1. ...drücke): in Atmosphären (3)
gemessener Druck über dem normalen Luftdruck; Zeichen:
atü; atmosphärisch <Adj.; o. Steig.): 1. a) (nicht präd.)
die Atmosphäre (1) betreffend: «e Beobachtungen; das -e
Geschehen; b) in der Atmosphäre (1) befindlich I: -e
Elektrizität; -e Störungen. Erscheinungen. 2. a) Atmosphäre (2)
schaffend: das Buch besitzt -e Dichte; Melancholie umgab
dieses Paar a. (Th. Mann. Zauberberg 589); b) nur in
sehr feiner Form vorhanden u. daher kaum feststellbar:
Aber eine kleine - wenn man will: -e - Nuance scheint
mir für das Wort Experte zu sprechen (Bausinger. Dialekte
90).
Atmung ('a:tmunl. die; -: das Atmen: künstliche A.; die
A. aufrechterhalten: die A. beschleunigt sich.
atmungs-. Atmungs-: -aktiv <Adj.; nicht adv.) (Werbespr.):
luftdurchlässig: der Stoff ist a.; -apparat. der (Med.): Gerät
zur Beatmung; -freundlich <Adj.; nicht adv.): vgl. -aktiv;
-geräusch. das (Med.); -organ. das (meist PI.) (Med..
Biol.): Organ bei Mensch u. Tier, durch das die Atmung
ermöglicht wird: Erkrankung der -e.
Atoll [a'tDl], das; -s. -e [engl, atoll < Malayalam ac}al =
verbindend]: aus einem ringförmigen Riff u. einer Lagune
bestehende Koralleninsel in tropischen Meeren.
Atom [a'to:m]. das; -s. -e [lat. atomus < griech. ätomos
= unteilbarter UrstofT)]: a) kleinste, mit chemischen Mitteln
nicht weiter zerlegbare EinJieit eines chemischen Elements,
die nix'h die für das Element charakteristischen
Eigenschaften besitzt; b) winziges Teilchen, kaum wahrnehmbares
Bruchstück: nicht ein A.; kein A. (gar nichts); drei Jahre
später sollte eine Sprengung dieses Heim in -e zerreißen
(Fallada. Jeder 59).
atom-. Atom: -abfall, der: radioaktiver Abfall: -angriff.
der: Angriff mit Atomwaffen; -antrieb, der: Antrieb durch
Kernreaktor en ; -basis. die: militärische Basis für den
Einsatz von Atomwaffen: -betrieben <Adj.; o. Steig.): mit
Atomenergie betrieben; -bombe, die: Sprengkörper, bei
dessen Explosion Atomkerne unter Freigabe größter
Energiemengen zerfallen; -bomber, der: Kampfflugzeug, das
Atombomben mit sich Wirt; -bunker, der: Bunker zum Schutz
gegen die Wirkung von Atom bomben jexplosionen; -busen,
der (ugs. scherzh.): attraktiver, überaus üppiger Busen; ^eu
das(ugs. scherzh.): svw. t Kernreaktor: das erste ..Atomei"
mit einer Leistung von rund 200 Megawatt (MM 31. 1.
75.14); -energie.die<o. PI.): bei Kernspaltung freiwerdende
Energie. Kernenergie; -explosion, die: Explosion einer
Atombombe; -forscher.der; -forschung. die; -gewicht, das:
Vergleichszahl, die angibt, wievielmal die Masse eines Atoms
größer ist als die eines Standardatoms; -gramm, das: svw.
tGrammatom; -kanone, die; -kern, der: aus Neutronen
u. Protonen bestehender Kern eines Atoms, der von der
Elektronenhülle umgeben ist; -klub, der (ugs.): Gesamtheit
der Großmächte, die Atomwaffen besitzen; -kraft, die <o.
PI.); -kraftwerk, das: Kraftwerk, das aus Atomenergie
elektrische Energie gewinnt; -krieg, der: Krieg, in dem
Atomwaffen eingesetzt werden; -macht, die: 1. Staat, der über
Atomwaffen verfügt. 2. <o. PI.) mit Atomwaffen ausgerüstete
Streitmacht. Streitkräfte; -meiler, der (selten): großer
Kernreaktor; -modell, das (Physik): hypothetisch
konstruiertes Bild eines Atoms, mit dessen Hilfe viele seiner
Eigenschaften u. Wirkungen gedeutet werden können; -müll,
der: radioaktiver Abfall: -physik. die: Physik der
Atome. Ionen u. Moleküle; -physikalisch <Adj.; o. Steig.);
-physiker, der: vgl. Kernphysiker; -pilz. der: bei einer
Atomexplosion entstehende, riesige pilzförmige Wolke; ^ra-
kete. die: Rakete mit Strahlantrieb, der durch die gerichtete
Abstrahlung der Zerfallsprodukte von Kernreaktionen
entsteht; -reaktion, die: svw. f Kernreaktion; -reaktor, der:
svw. TKernreaktor; -rüstung, die <o. PI.): -Spaltung, die:
svw. f Kernspaltung; -sperrvertrag, der <o. PL):
zwischenstaatlicher Vertrag über die Nichtweitergabe von Kernwaffen
u. der zu ihrer Herstellung erforderlichen Produktionsmittel;
-Sprengkopf, der; <PI. ...köpfe) (Milit.): nuklearer
Sprengkörper, der auf der Spitze einer Trägerrakete montiert
ist, -«topp,der: Einstellungder Atombombenversuche u. Ein-
199
atomar
schränkung der Herstellung spaltbaren Materials; ^strahlen
<P1.>: bei der Atomumwandlung entstehende Strahlen;
^Strahlung,die: ^Streitmacht, die: mit Atomwaffen
ausgerüstete Streitmacht; -ström, der: durch Kernreaktoren erzeug-
ter elektr. Strom; -technik, die <o. PI.); ^test. der:
Erprobung von atomaren Sprengkörpern, dazu: ^-teststopp« der.
dazu: ^teststoppabkommen, das; -theorie. die; -tod, der
<o. PL): Tod durch Atomwaffen. Atomstrahlen; -U-Boot,
das: Atomunterseeboot; Mihr, die: Uhr. deren hohe
Genauigkeit darauf beruht, daß die Schwingung bestinvnter Atome
od, Moleküle für die Zeitmessung benutzt wird;
-Umwandlung, die: Veränderung des Atom kern js durch natürlichen
Zerfall od. Beschuß mit Elementarteilchen; -taiterseeboot,
das: mit Atomkraft getriebenes Unterseeboot; vgl. Atom-U-
Boot; -versuch, der: svw. Tatest, dazu: ^versuchsstopp,
der; -volumen, das (Physik): Volumen eines Grammatoms;
-wafle,die (meist PI.): Waffe, deren Wirkung auf
Kernspaltung od. Kernverschmelzung beruht, dazu: ^waflenfrei
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von Atomwaffenfrei: -e Zone.
-wafTensperrvertrag, der <o. PI.): svw. f ^sperrvertrag;
-wärme, die (Physik): Wärmemenge, die notwendig ist.
um ein Grammatom eines Elements um 1°C zu erwärmen;
^Wissenschaft,die <o. PI.).dazu ^Wissenschaftler,der;
-zeichen, das: Abkürzungssymbol für ein chemisches Element;
-Zeitalter, das <o. PI.); -zerfall, der (Physik);
-Zertrümmerung, die <PI. selten) (physik. veraltet, noch allgemein-
sprachl.): Kernspaltung.
atomar [ato'ma:g] <Adj.; o. Steig.): 1. (nicht präd.) das
Atom! innere J. die Atome betreffend, darauf beruhend, dazu
gehörend; atom-. Atom-: -e Vorgänge; die -e Struktur der
Materie. 2. a) (selten präd.) die Kenmmwandlung u.
Kernenergie betreffend, dazu gehörend* darauf beruhend; atom-.
Atom-: das -e Zeitalter; -e Waffen; -er Antrieb: a.
angetrieben werden; ein -es (durch Atomenergie angetriebenes)
U-Boot; b) die Ausrüstung mit oder den Einsatz voni
Atomwaffen betreffend, dazu gehörend, darauf beruhend:
ein -er Krieg (mit Atomwaffen); die -e Bedrohung.
Rüstung. Überlegenheit; das -e Gleichgewicht; a. bewaffnet
sein. 3. (ugs. übertreibend) ausgezeichnet, unübertrefflich,
überwältigend; atomisch [a'to:miJ] (AdJ.; o. Steig.; nicht
präd.) (Schweiz.): svw. f atomar: das -e Potential; Atomiseur
[atomi'20:?]. der; -s. -e: Zerstäuber: atomisieren [...'ziiran)
(sw. V.; hat): 1. a) in kleinste Teilchen zertrümmern, völlig
zerstören: ganze Häuserblocks wurden bei der Explosion
atomisiert; sämtliche Fenster des Fabrikkomplexes wurden
im Bruchteil einer Sekunde atomisiert (MM 19. 1. 66.
8); b) (von Flüssigkeiten) zerstäuben; eine Flüssigkeit a.
2. (abwertend) etw. zerstückelnd, zersplitternd behandeln,
betrachten u. dabei seine geistig-begriffliche Einheit.
Ganzheit vernachlässigen, zerstören: eine atomisierende
Betrachtungsweise; (Abi.:) Atomisjtfung. die; -. -en; Atomismus
[ato'mismus]. der; -; Anschauung des griech. Philosophen
Demokrit,. daß die Welt u. alle Vorgänge in ihr auf Atome
u. ihre Bewegung zurückzuführen seien; Atomist [ato'mist].
der; -en. -en; Vertreter des Atomismus; Atomjstik, die:
svw. t Atomismus; atomjstisch l-\S) (Adj.): 1. die Atomistik
betreffend, auf ihr berulxend. zu ihr gehörend. 2.
(bildungsspr.) atomisierend (2): ein Ganzes a. behandeln,
zerlegen.
«tonal [auch: —'-1 (Adj.; o. Steig.) (aus griech. a- = nicht,
un- u. ttonaJ] (Musik): nicht tonal (Ggs.: tonal): -e Musik;
a. komponieren; Atonalist [atona'list]. der: -en. -en:
Vertreter der atonalen Musik; Atonalität [atonal! t£:t]. die; -
(Musik): Nichttonalität; Kompositionsweise der atonalen Musik.
Atout [a'tu:]. das. auch: der; -s. -s [frz. atout aus ä tout
= für alles (stehend), aus ä = zu. Air (< lat. ad) u.
tout = ganz, alles < lat. tötus]: Trumpf im Kartenspiel.
a tout prix [atu'pri:; frz. aus: ä tout = Tür alles (aus:
ä = zu. für < lat. ad u. tout = alles < lat. tötus)
u. prix. TPrixJ (bildungsspr.): um jeden Preis.
«toxisch [auch: ---1 (Adj.; o. Steig.) [aus griech. a- =
nicht, un- u. t toxisch] (fachspr.): nicht toxisch, ungiftig
(Ggs.: toxisch).
Atrium ['a:trium]. das; -s. ...ien [...ian; lat. ätrium]: I. offener
Hauptraum. Innenhof altrömischer od. moderner (insbes.
einstöckiger) Häuser. 2. Säulenvorhalle (Paradies)
altchristlicher u. ronutnischer Kirchen. 3. (Med.) Vorhof.
Vorkammer des Herzens; (Zus. zu 1:) Atriumbunsakm der;
Atriumhaus, das: Haus mit Atrium (1).
Atrophie [atroTi:]. die; -> -n [...i:an; lat. atrophia < griech.
atrophia = Auszehrung] (Med.): (bes. durch
Ernährungsstörungen bedingter) Schwund von Organen. Geweben. Zellen;
atrophieren [atro'fi:ren] (sw. V.; ist) (Med.): auf Grund
einer Atrophie schwinden, schrumpfen: ein Glied ... wird
dannganzdünn.esatrophiert (Forschungenund
Fortschritte 9. 1966. 262); der Muskel ist atrophiert.
Atropin [atro'pi:n]. das; -s [zu nlat. Atropa belladonna =
Tollkirsche, zu griech. Atropos = die Unerbittliche,
diejenige der drei Moiren. die den Lebensfaden abschneidet]:
bes. als krampflösendes Arzneimittel verwendetes starkes
Gift der Tollkirsche.
ätsch fe:tj] (Inten.) (Kinderspr.): Ausruf zum Ausdruck
des schadenfrohen Spotts (oft verbunden mit einer
besonderen Geste, bei der der rechte Zeigefinger einigemal quer
über den ausgestreckten linken Zeigefinger streicht): ä..
ich habe ein schöneres Kleid als du!; jetzt bist du
hingefallen, a.!
attacca [a'taka; ital.. Imperativ Sg. von: attaccare =
anhängen] (Musik): an das Ende des Satzes. Abschnitts ohne
Unterbrechung anzuschließen; Attache [ata'Je:], der; -s, -s
[frz. attache. subst. 2. Part, von: attacher = zuweisen,
zuordnen, also eigtl. = Zugeordneter]: 1. jmd.. der seine
diplomatische Laufbahn beginnt u. den niedrigsten Rang
eines Mitarbeiters einer diplomatischen Vertretung innehat.
2. diplomatischen Vertretungen zugeteilter Berater in Fragen
der Kultur, des Handels, des Militärs; Attachement [ataj-
mä:]. das; -s, -s [frz. attachement] (veraltet):
Anhänglichkeit. Zuneigung: sein A. an den verehrten Lehrer; attachie-
ren [ata'Ji.Ton] (veraltet): 1. zuteilen, zur Unterstützung
zuordnen: einem Sachbearbeiter einen Berater [lose] a.;
Als Napoleon diesen Mann wählte, um ihn einer seiner
Expeditionen als künstlerischen Mitarbeiter zu a. (Ceram.
Götter 89). 2. (a. + sich) sich jmdm. anschließen: sich
jmdm.. an jmdn. a.; jmdm.. an jmdn. attachiert (in
Zuneigung verbunden) sein; Attacke [a'taka]. die; -. -n [1: frz.
atlaque. zu: attaquer, f attackieren; 3: engl, attackj: 1. a)
(hist.) Reiterangriff: eine A. [auf. gegen den Feind] reiten;
zur A. blasen; zur A. [gegen den Feind] übergehen; *eine
A. gegen jmdn.. etw. reiten (sich scharf gegen jmdn.. etw.
wenden); b) Angriff: das ist eine A. auf die
Meinungsfreiheit, auf unsere Gesundheit; die Hintermannschaft konnte
die A. der gegnerischen Mannschaft abwehren; die beiden
Männer waren auf die A. des Stiers nicht vorbereitet;
c) scharfe Kritik. Feldzug gegen etwas: eine A. der
Opposition gegen die [Gesetzesvorlage der] Regierung; 2. (Med.)
Anfall: der Herzkranke hat die A. überstanden. 3. (Musik)
lautes, explosives Anspielen des Tones im Jazz: attackieren
[ata'ki:ran] (sw. V.; hat) [frz. attaquer = angreifen (mili-
tär.)]: a) (hist.) einen militärischen Gegner zu Pferde
angreifen: den Feind, die feindlichen Stellungen a.; b) angreifen:
plötzlich wurde er von den beiden Frauen von hinten
attackiert; An der Strafraumgrenze löste sich Horst Eckel
von Gottschalk .... um den Boß zu a. (Walter. Spiele
15); c) scharf kritisieren, gegen jmdn.. gegen etwas zu Felde
ziehen; jmdn. [wegen seines Verhaltens], jmds. Verhalten
a.: die Jusos attakierten die alten Genossen.
Attentat [atnta.t. auch aten'ta.t], das; -[eis. -e [beeinflußt
durch gleichbed. frz. attentat; älter in der Bed. ..versuchtes
Verbrechen" < lat. attentätum = Versuchtes, zu: attentä-
re. attemptäre = versuchen]: politisch od. ideologisch
motivierter l Mord/anschlag auf eine im öffentlichen Leben
stehende Persönlichkeit: ein A. [auf jmdn.] begehen, verüben;
planen; der Diktator fiel einem A. zum Opfer; Ü ein A.
auf die persönliche Freiheit (bildungsspr.; Versuch, sie
empfindlich einzuschränken); *eta A. [auf imdn.] vorhaben
(ugs. scherzh.; von jmdm. etwas Bestimmtes wollen); (Abi.:)
Attentäter ['atnt£:tB. auch: atcn'te:tB]. der; -s. - [angelehnt
an: Täter]: jmd.. der ein Attentat verübt hat].
Attentismus [atcn' tismus]. der; - [frz. attentisme. zu: attendre
= erwarten < lat. attendere] (bes. Politik abwertend):
abwartende, von Opportunismus bestimmte Haltung.
Attest [a'tEst]. das; -[eis. -e [wahrseh. Kurzf. von veraltet
Attestat < lat. attestätum. subst. 2. Part, von attestäri
= bezeugen, bestätigen; vgl. tTestament]: I. ärztliche
Bescheinigung (bes. über einen Krankheitszustand): [jmdm.]
ein A. ausstellen, [ausjschreiben; ein A. [über jmds.
Gesundheitszustand] beibringen, vorlegen. 2. (veraltet)
Gutachten. Zeugnis; Attestation [at€sta'tsj[o:n]. die; -. -en [lat.
attestätio = Bescheinigung] (DDR): a) Erteilung der
Lehrbefähigung unter Erlaß bestimmter Prüfungen; b) Titelverlei-
200
au
hungbzw. Bescheinigung einer Qualifikationsstufe ohne Prü-
fungsnachweis (als Berufsanerkennung für langjährige
Praxis) ; c) regelmäßige schriftliche Beurteilung der Fähigkeiten
eines Offiziers der Nationalen Volksarmee zur Förderung
seiner Entwicklung; attestieren [atcs'thren] <sw. V.; hat)
Hat. attestäri]: 1. bescheinigen, bestätigen, zusprechen,
zugestehen: jmdm. seine Leistungen, einer Sache ihre hohe
Qualität a.; Alle diese Tassen sind attestiert nach Herkunft
und Zeit durch Dokumente mit notarieller Unterschrift
(Fr. Wolf. Zwei 108); die amtlich attestierte
Unschädlichkeit des Medikaments. 2. (DDR) jmdm. eine Attestation
erteilen: als Lehrer der Oberstufe attestiert werden; <Abl.:>
.Attestierung, die; -. -en.
Atti ['etil, der; -s Imhd. atte. ahd. atto] (Schweiz.): 1. Vater.
2. Alter; Ältester.
Attika t'atika], die; -. ...ken [lat. Attica. Fem. von: Atticus
< griech. Attikös = aus Attika. einer altgriech.
Landschaft] (Archit.): halbgescholiartiger Aufsatz über dem
Hauptgesims eines Bauwerks, bes. als Träger von Skulpturen
u. Inschriften (z.B. an römischen Triumphbogen).
Attila [atila], die; -. -s [nach dem Hunnenkönig AttilaJ:
1. kurzer Rock der ungarischen Nationaltracht. 2. mit
Schnüren besetzte Husarenjacke.
attisch t'atij] <Adj.) [zu T Attika; die Bewohner von Attika.
bes. die Athener, galten als geistreich] bes. in den Fügungen
-er Witz, -es Salz (bildungsspr.; geistreicher Witz).
Attitüde [atfty:d], die; -.-s[...y:d]: svw. Attitüde (3); Attitüde
l...dd]. die; -. -n [frz. attitude < ital. attitudine < lat.
aptitüdo = Brauchbarkeit] (bildungsspr.): \. bewußt
eingenommene i gekünstelte 1 körperliche Haltung, affektiert
wirkende Geste: eine A. an-, einnehmen; seine Hand strich
mit eleganter A. über die weiße Gelehrtenstirne (Thieß,
Frühling 89). 2. zum Ausdruck gebrachte innere! Haltung,
Einstellung: mit. in der A. des Experten auftreten. 3.
(Ballett) waagerechte Körperhaltung mit senkrecht
abgewinkeltem Standbein.
Attizismus [ati'&ismus]. der; - [lat. atticismos < griech.
attikismös]: konservative, sich an der klassischen Sprache
orientierende Stilhaltung im antiken Griechenland; Nachalx-
mung und Pflege der attischen ^Klassiker; Attizist [ati'tjist],
der; -en. -en [griech. attikistes]: Anhänger, Vertreter des
Attizismus; attizjstfedi <Adj.; o. Steig.) den Attizismus
betreffend; auf dem Attizismus beruhend.
Attraktion [atrak't$io:n], die; -. -en [engl, attraction < frz.
attraction = Anziehung(skraft) < spätlat. attractio =
das An sichziehen, zu lat. attrahere = an sich ziehen,
anziehen; vgl. f trachten]: 1. <o. PI.) (bildungsspr.) die
Eigenschaft % anziehend zu wirken; Anziehung! skraft]: von jmdm..
etw. geht eine A. aus; etw. gewinnt an A.. verliert seine
A. 2. etw., was durch seine Außerordentlichkeit, sein
Hervorstechen große Anziehungskraft ausübt, staunendes u.
gespanntes Interesse erregt; Zugstück, Glanznummer: der
Aussichtsturm mit dem Drehrestaurant ist eine besondere
A. für die Besucher; Die wahre A. dieses ... Festes war
... die Frau des Bürgermeisters (Gegenstand der größten
Neugierde; Kirst. Aufruhr 145); der Zirkus wartet mit
neuen -en auf; <Zus.:> Attraktionskapeile, die; -. -n
(Schweiz): Stimmungskapelle; attraktiv [atrak'ti:fl <Adj.)
(frz. attractif < spätlat. attractivus. zu lat. attrahere. t
Attraktion]: 1. anziehend durch besondere, günstige
Voraussetzungen, Gegebenheiten: starken Anreiz bietend, verlockend,
begehrenswert, erstrebenswert: -e Löhne. [Arbeitslbedin-
gungen. Berufe; als Wahlkandidat nicht a. genug sein.
2. sehr J anziehend auf Grund eines ansprechenden Äußeren,
hübsch, reizvoll: eine -e Frau. Erscheinung; Er war wirklich
an -er Junge, mit breiten Schultern und schmalen Hüften
tSimmel. Affäre 42); das Kleid ist sehr a.; Eine Lösung,
mit der sich der Eßplatz in der Diele a. machen läßt
iWohnfibel 11). <AbI.:> Attraktivität [...tivi'te.t], die; -:
Eigenschaft, attraktiv zu sein; Anziehungskraft.
Attrappe [a'trapo], die; -. -n [frz. attrape. zu: attraper =
fangen, anfuhren, täuschen (also eigtl. = Falle, dann:
Scherz. Neckerei; Blickfang), zu: trappe = Falle. Schlinge
< afränk. •trappa. vgl. t trappen]: täuschend ähnliche
Sachbildung von etw. (bes. für Ausstellungszwecke, Blind-
Packung): leere -n; im Schaufenster liegen nur -n; die
A. eines atomaren Geschosses; Versuche mit -n oder mit
Ammenvögeln ... könnten über diese Frage Aufklärung
bringen (Lorenz. Verhalten I. 160): Ü diese Institution
ist eine reine A. (bildungsspr. abwertend; hat keine echte
Funktion); in diesem Staat waren die Parteien nur noch
-n (bildungsspr. abwertend; sie hatten keine eigenständige
Bedeutung, waren wirkungslos); (Zus.:> Attr^ppenversudi,
der (Verhaltensf.): Tierversuch mit Attrappen.
attribuieren [atribu'i.ren] <sw. V.; hat) [lat. attribuere]: I.
(bildungsspr.) a) als Attribut (1 b) beigeben: der Justitia
ist die Waage attribuiert; b) als Eigenschaft beilegen: Jmdm..
einer Sache eine Eigenschaft a. 2, (Sprachw.) a) ein
grammatisches Attribut beilegen: einem Substantiv ein Adjektiv
a.; b) (selten) mit einem grammatischen Attribut versehen:
ein Substantiv a.; <Abl.:> Attribukrung, die; -. -en; Attribut
[atri'bu.t], das; -[eis. -e [lat. attribütum. subst. 2. Part,
von: attribuere. tattribuieren]: 1. a) (bildungsspr.)
charakteristische Eigenschaft, Wesensmerkmal: die körperlichen,
seelischen -e der Weiblichkeit; jmdm. das A. der
Unfehlbarkeit zuschreiben; b) charakteristische Beigabe als
Kennzeichen!: modische, festliche -e; die Waage ist ein A. der
Justitia; in der Mitte der Rücksitze versenkbare Armlehne.
Klimaanlage ... und eine Fülle individueller -e (Auto 6.
1965. 57). 2. a) (Philos.) wesentliche Eigenschaft,
Wesensmerkmal einer Substanz; b) (Sprachw.) einem Substantiv,
Adjektiv od. Adverb beigefügte nähere Bestimmung;
Beifügung: das A. eines Substantivs; attributiv [. bu'ti:f] <AdJ.;
o. Steig.) (Sprachw.): als Attribut fungierend); beifügend;
Attributivum [...'thvomj. das; -s. ...va (Sprachw.): als
Attribut (2b) verwendetes Wort; Attributsatz« der; -es, ...sätze
(Sprachw.): Nebensatz in der Rolle eines Attributs.
atü [a'ty:]: Zeichen für t Atmosphärenüberdruck.
«typisch [auch: -'—] <Adj.; Steig, selten) [aus griech. a-
= nicht, un- u. t typisch]: nicht typisch, vom Typus
abweichend, untypisch (Ggs.: typisch): ein -er Krankheitsverlauf.
£tz-: -aJkalien <P1.) (Chemie): stark ätzende Alkalien
(Hydroxyde der Alkalimetalle); -bad, das (graph. Technik);
-druck, der (Textilw.); ^flüssigkeit, die; -kalk, der:
gelöschter Kalk; -kunst. die <o. PI.): Kunst des Ätzens
in Metall, Glas]; Radierkunst; clause, die; -nadel. die
(graph. Technik, Textilw.); -natron, das (Chemie):
Natriumhydroxyd; -stein, der: Höllenstein; -Stift, der;
^verfahren, das; -wasser. das (graph. Technik).
Atze ['at$d; wohl zu f atzen (Ü)] (berlin.): 1. die; -. -n, selten:
der; -n. -n a) Bruder; b) Freund. 2. die: -. -n: a) Schwester:
b) Freundin. 3. <o. Art.) vertrauliche Anrede.
Ätze ['£(§3], die (graph. Technik): Säurelösung zum Ätzen.
Atzd I'at$|]. die; -. -n [spätmhd. ackzel. ahd. *agazala]
(landsch.): Elster; <Abl.:> atzein [at$ln] <sw. V.; hat)
(landsch.. meist scherzh.): stehlen.
atzen fa^n] <sw. V.; hat) [mhd. atzen, ahd. äzlzjen =
speisen, füttern, nähren. Veranlassungswort zu t essen, also
eigtl. = essen machen. Nebenf. von f ätzen] (Jägerspr.):
a) Jungvögel mit Futter, Nalirung versorgen, füttern: der
Turmfalke atzt seine Jungen; Ü Jmdn. a. (scherzh.; ihm
zu essen geben); b) <a -l- sich) (selten) Nahrung, Futter
zu sich nehmen (von Jungvögeln): Die Vögel atzten sich
aus dem Pfeifenkopf auf bequeme Art (Strittmatter.
Wundertäter 45); ätzen I'etjn] <sw. V.; hat) [mhd. etzen. ahd.
ezzen = verzehren lassen, füttern; grasen lassen, weiden;
Veranlassungswort zu T essen; die Säure frißt sich gleichsam
in das Metall hinein]: 1. etw. mit Säure, Lauge o.a.
behandeln, um es aufzulösen od. zu entfernen: Wundränder mit
Höllenstein ä. 2. (von Säuren, Laugen o.a.) zerstörend,
zerfressend auf etw. wirken: die Säure ätzt; (meist im 1.
Part.:) ätzende Chemikalien; Ü ätzender (beißender,
scharfer) Rauch. Geruch; ätzend[st]er (beißender, bissiger,
scharfer, verletzender) Spott. 3. durch Gebrauch von Säuren,
Laugen o. ä. etw. auf der Oberfläche eines Materials
erzeugen, einätzen: ein Bild auf. in die Kupferplatte ä.; man
schätzt das geätzte (durch Einätzungen verzierte)...
Glasgeschirr heute mehr (Hörn. Gäste 33); <Abl. zu 3:> Ätzer
['eise], der; -s. -: jmd. (z, B. Klischeehersteller,
Glasveredler), der Metall, Glas o. ä. durch Ätzen bearbeitet (Berufs-
bez.); Atzung, die; -. -en [mhd. atzunge. zu Tatzen]: 1.
das Atzen, Fütterung: die A. der Vogelbrut; Ü (scherzh.)
die A. der Gäste. 2. zur Atzung (1) dienendes Futter: A.
für die Vogelbrut; Ü wo steht denn meine A.? (scherzh.;
Essen. Speise): Ätzung, die; -. -en (Subst. zu) tätzen.
au tey] (Interj.) [mhd. ou]: 1. als Ausdruck des körperlichen
Schmerzes: au. das tut weh! ..Au. au!11 schrie Sophie.
..die heiße Kirchenbank hat mich verbrannt!"
(Strittmatter. Wundertäter 82); Ü au! (bei schlechten Witzen,
gleichsam als ob die Pointe dem Hörer Schmerzen verursachte);
201
Au
2. als Ausdruck der Freude: au ja!; au [fein], das macht
Spaß!
Au typl. die; -. -en (südd.. österr.): svw. t Aue (1).
aua fajia] <InterJ.) (Kinderspr.; auch ugs.) als Ausdruck
des körperlichen Schmerzes: a.. du hast mich getreten!;
Ü aua! (bei schlechten Witzen; vgl. au 1).
aubergine [ober'ji.n] <indekl. Adj.: o. Steig.; nicht adv):
rötlichviolett: ein a. Kleid; Aubergine [...a]. die; -. -n [frz.
aubergine < katal. albergfnia < arab. al-bädingän]: a)
svw. t Eierpflanze; b) svw. t Eierfrucht; <Zus.:)~auberg|ne-
farben <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): svw. taubergine.
auch U^ix] <Adv.) [mhd. ouch. ahd. ouh. adv. erstarrter
Kasus (unter Einfluß einer Partikel mit der Bed. ..aber-
[malsD zu einem Substantiv mit der Bed. ..Zunahme.
[Verlmehrung'l: 1. ebenfalls, genauso: du bist a. [so] einer
von denen; ich bin a. nur ein Mensch (mehr kann ich
auch nicht tun); a. gut (damit bin ich ebenfalls
einverstanden); alle schwiegen, a. der Fahrer sprach kein Wort;
(in Wortpaaren:) sowohl... als auch; sowohl ... wie auch;
nicht nur .... sondern auch. 2. außerdem, zudem, überdies*
im übrigen: ich kann nicht, ich will a. nicht; ich hatte
a. [noch] die Kosten zu zahlen; häufig nur zur Bezeichnung
der gefühlsmäßigen Anteilnahme des Sprechers/Schreibers
u. zum Ausdruck von Empfindungen:) du bist aber a.
eigensinnig; a. das noch!; weshalb stehen Sie a. hier herum?
3. selbst, sogar: a. die kleinste Freude wind einem
verdorben; er arbeitete weiter, a. als er reich geworden war;
er gab mir a. nicht (nicht einmal) einen Pfennig. 4.
tatsächlich, wirklich, natürlich: sie sah krank aus. und sie war
es a.; er wartete auf einen Brief, der dann a. am Vormittag
eintraf. 5. a) (verallgemeinernd:) wer a. immer ... (jeder,
der); was a. [immer] geschieht ... (alles, was geschieht);
wo er a. (überall, wo er) hinkommt, wird er jubelnd
begrüßt; wie dem a. sei ... (ob es falsch od. richtig ist);
b) (einräumend; in Verbindung mit ..wenn". ..so" od.
..wie"): er hat Zeit, wenn er a. (obwohl er) das Gegenteil
behauptet; wenn a. nicht krank, so war sie doch völlig
abgespannt; es meldete sich niemand, sooft ich a. anrief;
wenn a.! (ugs.; das macht doch nichts!).
Audi- (in Verbindung mit Personenbezeichnungen, iron.;
nur ein unbedeutender.... ein sogenannter ...).z. B.: dichter,
der; -künstler, der.
au eontraire [okö'tre:r: frz.J (bildungsspr.): im Gegenteil:
..Sind Sie nun enttäuscht?" -..Keineswegs, a. c."
au courant [oku'rä; frz.] (bildungsspr.): auf dem laufenden:
über diese Dinge bin ich nicht mdir a. c.
audiatur et altera pars [aji'dla:tur et altera 'pars; lat. =
auch die andere Seite möge gehört werden] (bes. jur.):
man muß aber auch die Gegenseite hören.
Audienz [aji'djßn^]. die; -. -en [im Anschluß an Wendungen
wie: audientiam bitten bzw. geben < lat. audientia =
Gehör. Aufmerksamkeit, zu: audire = hören]: offizieller
Empfang bei und gleichzeitige Unterredung mitj einer
hochgestellten politischen od. kirchlichen Persönlichkeit: jmdm.
[eine] A. geben, gewähren; Im Anschluß an diese Sitzung
wurden die Teilnehmer vom Papst in A. empfangen
(Glaube 5. 1967. 3); jmdn. um eine A. bitten: Jemand wird
zur A. zugelassen beim Herrn Papa, unserm gnädigsten
Großherzog (Th. Mann. Hoheit 49); Audimax [ajidfmaks],
das; - (Studentenspr.): Kurzwort für t Auditorium maxi-
mum.
audio-. Audio- fapdjo-: zu lat. audire = hören]; -lingual
<Adj.; o.Steig.) [zu lat. lingua = Zunge. Rede, Sprache]:
f im Sprachunterricht] vom gesprochenen Wort ausgehend;
-tage, der; -n. -n [Möge] (Med.): Facharzt auf dem Gebiet
der Audiolog ie, ^logk, die; - [T-logie] (Med.): Tedgebiet
der Medizin, auf dem man sich mit den Funktionen u. den
Erkrankungen des menschlichen Gehörs befaßt; Muster, das
[T-meter]: (Med.): Gerät zum Messen der menschlichen
Hörleistung auf elektroakustischem Wege; ^metrk, die:
- [t-metrie] (Med.): Prüfung des Gehörs mit
Hörmeßgeräten; -metrisch <AdJ.; o.Steig.) (Med.): die Audiometrie
betreffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend:
^Video-Technik, die <o. PI.) (fachspr.): Gesamtheit der technischen
Verfahren u. Mittel, die es ermöglichen. Ton- u. Bildsignale
aufzunehmen, zu übertragen u. zu empfangen sowie
wiederzugeben bzw. zu speichern; '-vision. die; - (fachspr.): 1.
Technik des Aufnehmens, Speicherns und Wiedergebens von Ton
und Bild. 2. Information durch Ton und Bild: 2^vbion,
das; -s, -e (fachspr.): einem Fernseher ähnliches Gerät zum
Vorführen von Kassettenfilmen; Heimseher, Filmseher;
-visuell <Adj.: o. Steig.) (fachspr.): zugleich hörbar u. sichtbar;
das Hören u. Sehen ansprechend und dadurch den
Lernprozeß unterstützend : -er Unterricht [mit Hilfe technischer
Lehr- und Lernmittel].
Audkm C^pdiDn], das: -s. -s u. ...onen feji'dio:nan; zu lat.
audire = hören] (Elektrot.): Schaltung in Rundfunkgeräten
mit Elektronenröhren zum Trennen u. Verstärken der
hörbaren (niederfrequenten) Schwingungen von den
hochfrequenten Trägerwellen; <Zus.:> Alld tonrohre, die; Audiphon [ajidi-
To:n], das; -s. -e [zu lat. audire = hören u. T-phon]:
Hörapparat für Schwerhörige; Auditeur foydi'ta.B]. der; -s. -e
[frz. auditeur < lat. audltor. T Auditor] (früher): Richter
bei einem Militärgericht; Audition [...'tsio'.n], die; -. -en
[lat. auditio] (Theol.): das innere Hören von Worten u.
das damit verbundene Vernehmen von Botschaften einer
höheren Macht (z. B. bei den Propheten); auditiv fe}idi'ti:f)
<Adj.; o. Steig.) (fachspr.): 1. (Med.) a) das Hören, den
Gehörsinn betreffetid, darauf beruhend; b) fähig. Sprachlaute
wahrzunehmen u. zu analysieren (in bezug auf das
menschliche Gehör). 2. (Psychol.) vorwiegend mit Gehörsinn begabt;
Auditor [tfti'dr.tor. ...to:g], der; -s. -en [ajidi'tcr.ron; lat.
audltor]: 1. a) Richter an der Rota; b) Vernehmungsrichter
an kirchlichen Gerichten; c) Beamter der römischen Kurie.
2. (österr.. Schweiz.): svw. f Auditeur; Auditorium [^ydi'to:-
riom], das; -s. ...ien [...fcn; lat. auditörium, zu: audltörius
= Zuhörer, audire = hören]: 1. Hörsaal. 2. (bildungsspr.)
Zuhörerschaft; Auditorium maxbnum (-'maksimum]. das;
- - [lat. maximus = größter]: größter Hörsaal einer
Hochschule.
Aue ['qpa]. (südd.. österr. u. dichter.:) Au. die; -. Auen
[mhd. ouwe. ahd. ouw[i]a = Land im od. am Wasser,
Halbinsel. Insel; Wasser < germ. *a[3]wjö. eigtl. = die
zum Wasser Gehörende, subst. Adj. zu einem gemeingerm.
Wort für „Wasser. Gewässer", mhd. ahe. ahd. aha. verw.
mit lat aqua, t Aquamarin]: 1. (landsch.. dichter.) an einem
(fließenden) Gewässer gelegenes 1 flaches Gelände mit
saftigen Wiesen u. verstreuten Büschen od. Bäumenj. 2.
(landsch.) Insel (bes. in einem fließenden Gewässer); <Zus.
zu 1:) Auenhuvbchaft, die; AuIenJwaW. der.
Aiier- ['qjie-]: -hahn, der [mhd. ürhan, unter dem Einfluß
von ür[e] = t Auerochse umgebildet aus mhd. orhan.
verdeutlichende Zus. mit gleich bed. or-. ahd. orre-. urspr.
= männlichles Tier); wegen seiner Auffälligkeit u. seiner
Wichtigkeit für den Jäger wurde zuerst das männliche
Tier benannt]: größtes männliches Waldhuhn; -henne. die;
^buhn, das [ahd. omehuon = Auerhenne]; ^wild, das:
zusammenfassende Bez. für T ^hahn u. t ^henne.
Auerliditl-h das [nach dem österr. Chemiker C. Freiherr
von Auer von Welsbach (1858-1929)] (früher): Gaslicht
mit Glühstrumpf.
Auerochset-], der [mhd. ürohse. ahd. ürohso.
verdeutlichende Zus. für gleichbed. mhd. ür[e]. ahd. uro. urspr. Bed.
wahrscheinlich ..Befeuchter, [Samenlspritzer". verw. mit
t Urin]: ausgestorbenes wildes Großrind, Ur.
auf Uuif; mhd., ahd. üfl: I. <Präp. mit Dativ u. Akk.)
I. (räumlich) a) (mit Dativ) a) zur Angabe der Berührung
von oben, der Lage: a. einer Bank. a. dem Pferd sitzen;
die Vase steht a. dem Tisch; a. Deck. a. See sein; a.
dem Mond landen; die Vegetation a. den Inseln; ß) zur
Angabe des Aufenthalts in einem Raum, [öffentlichen]
Gebäude o. ä.; zur Angabe eines Seins-. Geschehens-.
Tätigkeitsbereichs: a. (in) seinem Zimmer bleiben: a. (in,
bei) der Post arbeiten, a. dem Rathaus etwas erledigen;
a. dem Bau arbeiten; sie ist noch a. der Schule (ist noch
Schülerin); y) zur Angabe der Teilnahme an etw.. des
Sichaufhaltens bei einer Tätigkeit (zeitlichem Gebrauch
nahestehend): a. einer Hochzeit; a. dem Winzerfest; sich
a. einem Spaziergang, a. der Jagd befinden; a.
Wanderschaft, a. Urlaub sein; a. (bei, währetid) der Rückreise
erkranken; b) (mit Akk.) zur Angabe der Richtung; a)
bezieht sich auf eine Stelle. Oberfläche, auf einen Erstrek-
kungsbereich, einen Zielpunkt o.a.: sich a. die Couch
setzen; die Vase a. den Schrank stellen; a. den Baum
klettern; aufs Land ziehen: die Fischer fahren a. das Meer
hinaus: er geht a. die Stadt zu; Ü er geht schon a. die
Achtzig zu (er wird bald achtzig); ß) bezeichnet den Gang
zu einem /in einen Raum, zu einem/ in ein [öffentliches]
Gebäude; gibt die Richtung in einem Seins-. Geschehens-,
Tätigkeitsbereich an: er geht a. sein Zimmer, jmdn. a.
202
aufbauen
die Post schicken; er geht a. die Universität (er ist Student):
y) gibt die Hinwendung zur Teilnahme an etw.. den Beginn
einer Handlung, den Antritt von etw. an: a. einen Ball
gehen: a. eine Tagung fahren: a. Urlaub gehen: c) (mit
Akk.) zur Angabe der Entfernung: a. 100 Meter (in einer
Entfernung von 100 Metern) herankommen; die Explosion
war a. zwei Kilometer [Entfernung] zu hören. 2. (zeitlich)
(mit Akk.) a) zur Angabe der Zeitspanne, für die Dauer
vonj: a. längere Zeit mit etw. beschäftigt sein; a. ein paar
Tage verreisen; b) (landsch.) zur Angabe des Zeitpunkts:
a. den Abend (am Abend) Gäste bekommen; a.
Weihnachten (Weihnachten) verreisen wir; das Taxi ist a. (für)
16 Uhr bestellt; *a. einmal (ugs. 1. plötzlich: a. einmal
hatte er keine Lust mehr. 2. zugleich: er hat alles a. einmal
gegessen; ohne etwas übrigzulassen); c) zur Angabe des
Übergangs, des Nacheinander, der Aufeinanderfolge: von
einem Tag a. den anderen (überraschend schnell) änderte
sich das Bild; in der Nacht vom 4. a. den (zum) 5.
September; a. (nach) Regen folgt Sonnenschein; d) in der
Zwillingsformel x auf x /zur Angabe der Wiederholung, der
direkten Aufeinanderfolge; emotional verstärkend/: Welle
a. Welle; es folgte Angriff a. Angriff. 3. <mit Akk.) zur
Angabe der Art u. Weise: a. höfliche Weise: a. elegante
Art; sich a. deutsch unterhalten; a. Tod u. Leben kämpfen;
<vor dem Superlativ:) Jmdn. a. das/(auch:) aufs herzlichste
(sehr herzlich) begrüßen. 4. zur Angabe des Zjels. des
Zwecks od. Wunsches (mit Akk.): a. Hasen Jagen; a.
Zeit spielen (Sport; verlangsamt spielen, um Zeit zu
gewinnen): a. Jmds. Wohl trinken. 5. zur Angabe des Grundes,
der Voraussetzung (mit Akk.): a. Veranlassung. Initiative
von ...; a. wiederholte Aufforderung [hin]; a. einen Brief
antworten. 6. zur Angabe der bei der Aufteilung einer
Menge zugrunde gelegten Einheit (mit Akk.): a. jeden
entfallen SO Mark; 2 Eßlöffel Waschpulver a. einen Liter.
7. in idiomatisch-phraseologischer Abhängigkeit von
anderen Wörtern <mit Akk.): a. Jmdn.. etw. achten; sich a.
jmdn.. etw. freuen; böse a. Jmdn. sein; das Recht a. Arbeit.
Vgl. bis (bis auf). II. <Adv.) 1. a) in die Höhe, nach oben
(bes. als Aufforderung, sich zu erheben): Sprung a.l
marsch, marsch! (milit. Kommando); *a. und davon (ugs.;
schnell! fort); vgl. aufsein; b) los. vorwärts (als
Aufforderung, mit etw. zu beginnen): a.. an die Arbeit! a. zum
nächsten Kaufhaus! 2. geöffnet, aufgemacht (Ggs.: zu):
a) (ugs. als Aufforderung) Fenstera.!. Augen a. im
Straßenverkehr!; vgl. aufsein; b) (salopp als adj. Attribut) das
aufe Fenster. 3. (in Wortpaaren) a. u. ab. a. u. nieder:
a) nach oben u. nach unten, hinauf u. hinab: die Schaukel
wippte a. u. ab; a. u. nieder schwankten die Boote; Ü
(subst.) das Auf und Ab des Lebens; b) hin u. her: sie
ging im Garten immer a. und ab. a. u. nieder. 4. in der
Verbindung mit ..von" in festen Wendungen (von ... an:
von Jugend a.. von klein a.; von Grund a.; ganz u. gar:
völlig).
auflchzen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz ächzen: leise, leicht,
schwer a.
■(addieren <sw. V.; hat) (ugs.): 1. zusammenzählen: er
addierte die Zahlenkolonnen noch einmal rasch auf. 2. <a.
+ sich) sich summieren: einen Zinsgewinn .... der sich
bei den zusammenkommenden Millionenbeträgen ganz
schön aufaddiert (ADAC-Motorwelt 9. 1970. 23).
m fait [o'fe; frz. au fait] (bildungsspr. veraltend): gut
unterrichtet, im Bilde: a. f. sein; * Jmdn. a. f. setzen (bildungsspr.
veraltend; jmdn. aufklären, belehren).
■Tapplizieren <sw. V.; hat): svw. tapplizieren.
■(arbeiten <sw. V.; hat): I. a) (Liegengebliebenes)
erledigen: die Posteingänge, die Rückstände a.; b) aufbrauchen,
völlig verarbeiten: das Leder, die Wolle a.; die Bestände
sind noch nicht aufgearbeitet. 2. zusammenfassend
betrachten: weitere Schlüsse aus etwas ziehen: er hat die jüngsten
Forschungsergebnisse [kritisch] aufgearbeitet. 3. (alt u.
unansehnlich Gewordenes) erneuern, überholen, auffrischen:
Polstermöbel, einen alten Schrank a. [lassen]. 4. (a. +
sich) sich aufraffen, sich unter Anstrengung langsam
erheben: der gestrauchelte Gegner konnte sich nur mühsam
a ; (Abi. zu 1-3:) Aufarbeitung, die; -. -en.
afatmen <sw. V.; hat): 1. einmal tief und hörbar/ atmen:
laut a.; Aage ... atmete ein paarmal erschrocken tief auf
(Seidel. Sterne 7). 2. erleichtert sein, sich befreit fühlen:
ich werde a.. wenn alles vorüber ist.
anbacken, bäckt (auch:) backt auf. backte/(veraltend:) buk
auf. hat aufgebacken: 1. (nicht mehr frisches Gebäck) durch
kurzes Erhitzen wieder knusprig machen: Brötchen a. 2.
(landsch.) in der Pfanne, im Topf aufwärmen: das
Mittagessen a.
aufbähen <sw. V.; hat) (südd.. österr.. Schweiz.): svw. f
aufbacken.
aufbahren <sw. V.; hat): einen Toten auf einer Bahre o.a.
liegend, den Sarg mit einem Toten an einem bestimmten
Ort aufstellen: man hatte die Opfer des Unglücks in der
Kirche feierlich aufgebahrt; Ulrich trat in das kleine
Zimmer, worin der Tote aufgebahrt lag (Musil. Mann 693);
(Abl.:> Aufbahrung. die; -. -en. dazu: Aufbahrungshalle.
die.
aufbammeln <sw. V.; hat): 1. (landsch.) etwas so aufhängen,
daß es hin u. her schaukeln kann: ein Spielzeug a. 2. (salopp)
svw. f aufhängen (2): man hatte ihn aufgebammelt: diese
Kränkung des Selbstgefühls verwinden manche nie.
bammeln sich auf (Fallada. Jeder 210).
aufbänken C^pfbenkn] (sw. V.; hat) [zu t 'Bank]
(Steinmetzerei): einen Stein zum Behauen auf zwei Haublöcke legen:
wir bänkten zu zweit die Travertinwand ... auf (Grass.
Blechtrommel 551).
Aufbau, der; - [e]s, -ten: 1. <o. PI.) a) (Ggs.: Abbau) das
Aufbauen (la). Errichtung: der A. der Tribünen, des
Zeltlagers; b) das Von-neuem-Aufbauen. Wiedererrichtung von
Zerstörten: der A. der durch Bomben zerstörten
Innenstadt. 2, <o. PL) die Errichtung. Schaffung. Organisation
von etw.: den wirtschaftlichen A. beschleunigen; der A.
des Sozialismus; der A. des Heeres soll stufenweise
erfolgen; das Geschäft ist noch im A. 3. <o. PI.) Gliederung.
[ AnjOrdnung. Art der Anlage. Komposition. Struktur: der
A. der Erzählung, des Dramas; eine Darstellung des -s
unserer Sprache; der A. der Gesellschaft; den A. einer
Zelle darstellen. 4. a) das Aufgebaute. Aufgesetzte: ein
Pyramiden-, kastenförmiger, bühnenartiger A.; die -ten
nach der Zirkusvorführung abräumen; der A. (der
aufgestockte Gebäudeteil) muß noch verputzt werden; b) (Kfz.-
T.) Karosserie: auf dem Schrottplatz lagen Autos mit
unbeschädigten -ten. Vgl. Aufbauten.
auffaau-. Aufbau- (Aufbau, aufbauen): -arbeit, die: Arbeit
des Wieder taufbaus: bei -en helfen; -darlehen* das:
Darlehenfür Geschädigte zum Aufbau einer neuen Existenz: ^er-
nfihrung, die: svw. t-kost; ^gesetz. das (meist PL): in
der Bundesrepublik Deutschland bis i960 gültiges Gesetz
zum Wiederaufbau der durch den 2. Weltkrieg geschädigten
Gemeinden u. Städte: -gymnasiian, das: Hauptform der
Aufbauschule: -helfer, der (DDR): jmd.. der durch seine
Arbeitsleistung auf einer Baustelle zum Wieder i aufbau
beiträgt: -kost, die: kräftigende Nahrung: A. für die Kranken:
-lehrgang. der: Lehrgang für Hauptschulabsolventen
während od. nach ihrer Lehrzeit: -lotterie, die (DDR): Lotterie,
deren Erlös zum Aufbau des Staates verwendet wird: -mittel,
das: Mittel, das aufbauende Substanzen für den Körper
enthält: -möbel, das <meist PL): Möbelstück (Kommode
o.a.). das in Material u. Form passend u. auf ein anderes
gesetzt, mit diesem zusammen ein Ganzes bildet: -nadel.
die (DDR): ansteckbare Nadel als Auszeichnung für
freiwillige Hilfe beim Aufbau: die goldene A. am Rockaufschlag
tragen; --ort. der <PI.: ^orte): Siedlung, die für neue od.
größere Aufgaben planmäßig entwickelt werden soll:
-Prinzip, das: Gliederungs-, Ordnungsprinzip: -prozeß. der:
Verlauf. Entwicklung des Aufbaus (1. 2); -salze <P1.>: svw.
t Nährsalze; -schiebt, die (DDR): freiwillige Arbeitsschicht
für den Aufbau: -schule, die: auf der 6. od. 7.
Grundschulklasse aufbauende u. zur Hochschulreife weiterführende
Schule: -spiel, das (Ballspiele): Spiel, das der
systematischen Vorbereitung im Hinblick auf schwierigere Spiele
dient: -Spieler, der (Ballspiele): Spieler, der das
Angriffsspiel planvoll einleitet u. in seiner Entwicklung geschickt
dirigiert: -stufe, die: svw. f-zug; -stunde, die (DDR):
vgl. t-Schicht; ^training. das (Sport); -wille. der. dazu:
^willig <AdJ.; nicht adv.): ^zug. der (Päd.): a) Sonderklasse
an Gymnasien, in der Realschulabsolventen zur
Hochschulreife geführt werden: b) den Lehrstoff der Realschule
vermittelte Einrichtung an Volks- u. Hauptschulen: c) svw.
t -lehrgang.
aufbauen <sw. V.: hat): 1. a) vorübergehendj aufstellen,
errichten: (aus Einzelteilen) zusammensetzen u. aufrichten
(Ggs.: abbauen): ein Haus aus Fertigteilen a.; Zelte.
Barakken wurden in Eile aufgebaut (aufgeschlagen): Kameras
203
aufbaumeln
für eine Fernsehübertragung a.; b) (Zerstörtes.
Niedergerissenes) von neuem errichten: die zerstörten Stadtteile wurden
wieder aufgebaut; c) an einer bestimmten Stelle aufstellen,
hinstellen, arrangieren: ein kaltes Büffet a.; die Geschenke
auf dem Tisch a. 2) schaffen, organisieren; gestalten: ein
Spionagenetz, die Wirtschaft a.; eine Partei zentralistisch
a.; ich baue mir eine neue Existenz auf. 3. a) an jmds.
Aufstieg arbeiten, bekannt machen, (auf eine Aufgabe) vor-
bereiten: einen Sänger a., Jmdn. als künftigen
Bundeskanzler aufzubauen suchen; (Fußball) eine neue Elf a. b) daran
arbeiten, daß sich etw. zu etw. Besonderem. Erfolgreichem
entwickelt: Wallenda baute die Glanznummer auf und
zeigte sie in Europa (Bild u. Funk 13. 1966. 33); der
Versicherungsagent baute den neuen Bezirk auf; (Sport)
einen Angriff a. 4. gliedern, an]ordnen, strukturieren: er
hat seinen Vortrag, seine wissenschaftliche Arbeit gut
aufgebaut; das Musikstück ist kunstvoll aufgebaut. 5. a) erw.
als Grundlage. Voraussetzung für etw. nehmen: eine Theorie
auf einer Annahme a.; Eine Weltanschauung ... auf der
Angst a. (Ott. Haie 153); die Anklage wurde auf diesem
Gutachten aufgebaut; b) auf etw. fußen, sich auf etw.
gründen: diese Lehre baut auf der Beobachtung auf. daß ...;
seine Darstellung der Epoche baut auf ganz neuen Quellen
auf; (auch a. + sich) mein Plan baut sich auf folgenden
Erwägungen auf. 6. (Chemie) sich/ zu einer Verbindung
zusammensetzen (Ggs.: abbauen): der Stoff baut sich aus
folgenden Elementen auf; diese Moleküle bauen die
Verbindung auf; Die aus Aminosäuren aufgebauten Eiweiße
(Medizin II. 74). 7. <a. + sich) a) entstehen, sich bilden:
ein neues Hochdruckgebiet baut sich auf; b) sich auftürmen:
schwere Gewitterwolken hatten sich aufgebaut. 8) <a. +
sich) a) (ugs.) sich in bestimmter Haltung an einer
bestimmten Stelle aufstellen: er baute sich an der Mauer, vor
ihm auf; Schwester Betty bewegte sich auf ihn zu. baute
sich auf. sah Krause fragend an (Kirst. 08/15. 408); b)
(Soldatenspr.) stramm stehen: Die Ordonnanz kam durch
die Tür. baute sich auf und meldete ... (Gaiser. Jagd 110).
aufbaumeln <sw. V.; hat) (salopp): a) durch Hängen töten:
die Soldaten baumelten die Partisanen auf; man hat ihn
am Ende doch geschnappt u. aufgebaumelt; b) <a. +
sich) sich erhängen: er hat sich aus Liebeskummer
aufgebaumelt; <subst.:) an Aufbaumeln denkt Anna Quangel
nicht (Fallada. Jeder 385).
aufbäumen<sw V ; hat/ist) (Jägerspr.): (vonRaub- u.
Federwild) vom Boden aus auf einen Baum fliegen, klettern u.
sich dort niederlassen (Ggs.: abbaumen): eine Wildkatze
hat/ist in der alten Eiche aufgebäumt; Bodenvögel .... die
nur zur Nachtzeit a. (Tier 10, 1971, 42).
aufbäumen, sich <sw. V.; hat): 1. sich ruckartig hoch, steil
aufrichten: bei dem plötzlichen Schrei bäumte sich das
Pferd jäh auf (stellte sich auf die Hinterbeine); das Wiesel
bäumte sich unter dem Griff des Jägers auf: Ü und sah
die Gleise scharf sich a. hinter unserer heulenden Fahrt
(Johnson. Mutmaßungen 108). 2. sich auflehnen, sich
empören: sich gegen sein Schicksal a.; du bäumst dich
vergebens gegen ihn auf; alles in ihr bäumte sich dagegen
auf: sein Stolz bäumte sich [dagegen] auf.
aufbauschen <sw. V.; hat): 1. a) prall machen, aufblähen,
aufschwellen: der Wind bauscht die Segel, die Vorhänge,
die Wäsche auf der Leine auf; b) <a. + sich) die Röcke
bauschten sich im Wind auf. 2. a) einer Sache mehr
Bedeutung beimessen, als i/ir zukommt; übertreiben: Kleinigkeiten
unnötig a.; Die Versuchung, seine paar Taten
aufzubauschen, im Guten wie im Bösen (Frisch, Gantenbein 89);
der Vorfall wurde zu einem Skandal aufgebauscht; b) <a.
+ sich) unvorhergesehene Ausmaße annehmen, sich zu etw.
(Unverhältnismäßigem j entwickeln, auswachsen: diese
Angelegenheit bauschte sich zu einer innenpolitischen Krise
auf.
Aufbauten <P1. > (Schiffbau); die über das Oberdeck des
Schiffes hinausragenden Teile und technischen Anlagen: Der
Zerstörer wirkte mit seinen hohen A. wie ein kleiner
Wolkenkratzer (Ott. Haie 261).
aufbeben <sw. V.; hat) (dichter.): plötzlich, kurz erjbeben:
die Erde bebte auf; von den Geschützen getroffen, bebte
der Rumpf des Schiffes mehrmals auf.
aufbegehren <sw. V.; hat) [eigtl. = aufstehen wollen] (geh.):
heftigen Widerspruch erheben; sich auflehnen, wehren,
empören: dumpf (gegen etwas] a.; er begehrte gegen sein
Schicksal auf; Die Reichswehr war das Gewaltinstrument.
das aufbegehrende Gelüste in Schranken hielt (Niekisch.
Leben 193).
aufbehalten <st. V.; hat): 1. (ugs.) (bes. eine Kopfbedeckung)
nicht abnehmen (Ggs.: absetzen, abnehmen): behalten Sie
ruhig Ihren Hut auf; sie behält die Sonnenbrille auch
am Abend noch auf. 2. (ugs.) geöffnet lassen: den Schirm
a. 3. (veraltet) aufheben, aufbewahren: Schonungen, die
von .. Kiefern überschattet wurden, welche man zum
Schutz Air den Nachwuchs aufbehalten hatte (Hauptmann.
Thiel 15).
aufteilten <st. V.; hat): 1. durch Beißen öffnen: eine Nuß
a. 2. (einen Körperteil) durch Beißen verletzen: ich habe
mir die Lippe aufgebissen; der Hund hätte ihm beinahe
die Schlagader aufgebissen.
ausbeizen <sw. V.; hat): (ein Möbelstück) mit Beize
auffrischen: die alte Kommode a.
aufbekommen (st. V.; hat) (ugs.): 1. (nur mit Mühe) öffnen
können (Ggs.: zubekommen): einen Koffer, eine
Konservenbüchse schwer a.; schließlich bekam er die schwere
Eisentür doch auf. 2. (eine , Haus aufgäbe) vom Lehrer
zur Erledigung bekommen: wir haben für morgen 10
Rechenaufgaben aufbekommen. 3. ganz aufessen können: ich
bekomme das Stück Torte schon noch auf. 4, nur mit
Mühe i richtig! aufsetzen [können]: ich bekomme die
Mütze nicht auf. sie ist zu klein für mich.
aufbellen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz bellen: der Hund
bellte im Schlaf mehrmals leise auf.
aufbereiten <sw. V.; hat): 1. bestimmte Rohstaffe zur
{weiteren] Verwendung vorbereiten, geeignet machen:
Trinkwasser a. (reinigen.klären); Erze. Kohlen. Salze a. (Hüttenw..
Bergbau; durch chemische od. mechanische Behandlung von
unerwünschten Bestandteilen scheiden). 2. etw.
Vorgesehenes bearbeiten u. dadurch erschließen: ein Philologenteam
hat den verderbten Urtext aufbereitet; Ü Schlamms These
von der... Unergiebigkeit literarisch aufbereiteter sexueller
Szenen (MM 26. 11. 66. 1). 3. statistisch erhobene Daten
o.a. auswerten: Statistiken. Zahlenmaterial. Fragebogen
a.; <Abl.:> Aufbereitung« die; -. -en.
Aufbereitung- (Hüttenw.. Bergbau. Wasserwirtschaff):
-»anläge, die; --gerät, das; --künde, die; -; -maschine, die;
-prozefl. der; -technik. die; -verfahren, das.
aufbersten <st. V.; ist) (geh.): mit Gewalt aufbrechen,
aufplatzen: Es hörte sich an. als berste der Himmel... mit
schartigen Rissen auf (Hausmann. Abel 112).
aufbessern <sw. V.; hat): in der Qualität od. Quantität
steigern; verbessern: das Gehalt, die Renten, die Verpflegung
a.; er besucht einen Englischkurs, um seine
Sprachkenntnisse aufzubessern; <Abl.:) Aufbesserung, die; -. -en.
aufbetten <sw. V.; hat): a) (landsch.) das Bett machen; b)
im Bett höher legen: der Kranke wurde aufgebettet; <Abl.:>
Aufbettung, die; -. -en.
aufbewahren <sw. V.; hat): in Verwahrung nehmen; sorgsam
hüten, aufheben: Dokumente gut. sorgfältig a.: die
Medikamente sind kühl aufzubewahren; Fotografien als. zum
Andenken a.; etwas für die Nachwelt a.; Ü wenn nicht gerade
der Pont Marie das Andenken jener Jungen Prophetin
aufbewahrt hätte (Langgässer. Siegel 476); <Abl.:)
Aufbewahrung, die; -: a) das Au/bewahren, das Verwahren: sein
Hang zur A. unbrauchbar gewordener Werkzeuge; er hat
die Bücher einem Freund zur A. gegeben; Seinen Koffer
hat er in A. (selten; zur Aufbewahrung) gegeben (Bredel.
Prüfung 10; b) (Verkehrsw.) Ort der Aufbewahrung: der
Beamte an der A. für Handgepäck.
Aufbewahrung^-: -gebühr, die: Gebühr für die Aufbewahrung
von Gepäck o. ä.; Mrt, der: Stelle. Platz, wo etwas
aufbewahrt wird; -pflkht. die (Wirtsch.): Pflicht der Kaufleute,
bestimmte Unterlagen (z.B. Handelsbücher. Bilanzen, im
Güterfernverkehr die Beförderungspapiere) für einen
rechtlich festgesetzten Zeitraum aufzubewahren; -räum. der.
-schein, der (Wirtsch., Verkehrsw.): Bescheinigung über
die zur Aufbewahrung übergebenen Werte; -stelle, die;
-zeit. die.
aufbiegen <st. V.; hat): a) auseinanderbiegen: den
Schlüsselring, den Draht a.; b) nach oben biegen: den Deckel der
Büchse a.; die gekrümmten Finger ließen sich nicht mehr
a.; die etwas aufgebogene Spitze der Nase (Musil. Mann
833).
aufbieten <st. V.; hat) [mhd. ufbieten = (zeigend) in die
Höhe heben, bekannt machen, (zur Heeresfolge)
auffordern): 1. einsetzen, zusammenraffen, aufwenden: alle Kräfte.
204
aufbrausen
seinen ganzen Verstand, seinen Einfluß a.; er mußte seine
ganze Überredungskunst a.. um ihn zu überzeugen. 2.
zur Erledigung einer Aufgabe aufrufen, für die Erledigung
einer Aufgabe einsetzen: Militär. Polizei a.; die Jugend
Europas war aufgeboten worden; Soldaten a. (veraltet;
zu den Waffen rufen): die aufgebotenen Streitkräfte; sie
konnten zur Verteidigung nicht mehr Geschütze a. 3. die
beabsichtigte Eheschließung eines Paares öffentlich
bekanntgeben, verkünden (um mögliche Ehehindernisse zu
ermitteln): sie wurden letzten Sonntag in der Kirche zum zweiten
Mal aufgeboten. 4. (bei Versteigerungen) den festgelegten
Ausgangspreis ausrufen: Das Bild war ... mit 400 Mark
aufgeboten worden (Börsenblatt DDR 51/52. 1965, 52);
<Abl.:> Aufbietung,die; -. -en: 1. das Aufbieten (I )♦
Aufwendung, Anspannung: unter, seltener: mit. bei A. aller Kräfte,
seiner ganzen Energie. 2. a) das Aufbieten (2). Aufruf:
die A. der Jugend; b) Einsatz: die A. des Polizeiapparates.
3. die öffentliche Bekanntgabe der beabsichtigten
Eheschließung, Aufgebot: die A. des Brautpaares.
aufbinden <st. V.; hat) [4: für lat. impönere = weismachen):
1. (Zu sammen igebundenes. Zugeschnürtes) lösen, öffnen
(Ggs.: (zulbinden): die Schnürsenkel, eine Schleife, die
Schürze a.; ich mußte mir die Krawattea. 2.
(Herunterhängendes) hochbinden: den Rosenstock a.; die Reben a.
(Weinbau; junge Triebe zusammenbinden, an den Pfahl
binden)', ein Mädchen mit aufgebundenem (hochgestecktem)
Haar. 3. a) auf etw. festbinden: das Kochgeschirr auf den
Rucksack a.; b) (ugs.) sich (Unangenehmes u.
Beschwerliches) aufbürden: mit dieser Einladung hast du dir ja
was aufgebunden! 4. (ugs.) jmdm. etw. Unwahres erzählen,
weismachen: wer hat dir diese Lüge aufgebunden?; du
läßt dir alles a. S. (Buchw.) ein Buch binden: indem noch
fast ladenfrische Bücher bereits neu aufgebunden werden
müssen (Börsenblatt 2. 1973. 21).
Aufbiß, der; Aufbisses. Aufbisse (Zahnmed.): Hilfsmittel
zur Behebung eitler Bißanomalie: dem Kind wurde ein seit*
lieber A. eingesetzt zur Entlastung der Frontzähne.
aufblähen <sw. V.; hat): 1. a) rund, prall machen, aufbauschen,
aufschwellen: die Nasenflügel a.; der Wind hat die Wäsche
auf der Leine aufgebläht; der Bauch der Kuh ist ganz
aufgebläht (aufgetrieben); Ü man sollte den
Verwaltungsapparat nicht noch mehr a. (in übertriebener,
unangemessener Weise vergrößern, ausdehnen): b) <a. + sich): die
Segel blähten sich im Wind auf; der Hals des Truthahns
blähte sich bedrohlich auf. 2. <a. + sich) (abwertend)
sich wichtig tun, sich großtun: bläh dich nicht so auf!;
dieser aufgeblähte alte Schauspieler!; <Abl.:> Aufblähung.
die; -. -en: 1. das Aufblähen. 2. (Med.) besonders hei
Wiederkäuern auftretende Krankheit mit starker Auftreibung des
Leibes infolge übermäßiger Gasbildung in Magen u. Darm
nach Aufnahme gärender od. Quellender Futtermittel;
Blähsucht, Trommelsucht.
aufblasbar <Adj,; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen, daß
es aufgeblasen werden kann: geeignet, aufgeblasen zu
werden: eine -e Schwimmweste; -e Luftkammern; aufblasen
(st. V.; hat): 1. a) (durch kräftiges Hineinblasen) rund,
prall machen, anschwellen lassen: eine Papiertüte, einen
Luftballon [mit dem Mund] a.; vor Anstrengung die Bak-
ken a.; <subst.:> Albert ließ sich Gummitiere zum
Aufblasen zeigen (Böll. Haus 152); Ü sie ... bliesen ihre kleinen
Gezanke ... zu wichtigen Angelegenheiten ... auf (Hesse.
Sonne 5); b) in die Höhe blasen: Haar, das der Wind
aufblies (Gaiser. Jagd). 2. <a. + sich) (ugs. abwertend)
steh wichtig tun: blas dich doch nicht so auf!; sich mit
seinen Erfahrungen a.; so ein aufgeblasener (eingebildeter,
überheblicher) Kerl!
aufblättern <sw. V.): 1. <hat) a) (die Seiten eines Buches,
einer Zeitung o.a.) aufschlagen um etw. zu suchen}: ein
Wörterbuch, den Anzeigenteil der Zeitung a.; Ü ein Lächeln
im Gesicht, das Poesiealben aufblättert (Fries. Weg 34);
b) die Seiten eines Buches o. ä. flüchtig u. schnell umschlagen:
gelangweilt die Illustrierten a. 2. <a. + sich) (geh.) sich
öffnend entfalten <hat/ist): die Rosen sind/haben sich schon
aufgeblättert.
■ifMeiben <st. V.; ist) (ugs.): 1. geöffnet bleiben, offenbleiben
(Ggs.: zubleiben): das Fenster ist die ganze Nacht über
aufgeblieben. 2. nicht zu Bett gehen: bis 23 Uhr a.; ..Willst
du die ganze Nacht a.?" fragte Barbara (Kirst. 08/15.
814).
Aufblende« die; - (Film): allmählicher Übergang von völliger
Schwärze zu normaler Belichtung (Ggs.: Abblende);
aufblenden <sw. V.; hat): 1. mit voller Lichtstärke scheinen:
die Scheinwerfer, die Lampen, die Lichter des Leuchtturms
blendeten plötzlich auf. 2. (Verkehrsw.) (die Scheinwerfer)
auf volle Lichtstärke, auf Fernlicht einstellen: der Fahrer
blendete die Scheinwerfer auf; mit aufgeblendeten
Scheinwerfern; der LKW blendete auf (schaltete das Fernlicht
ein). 3. (Fot.) durch Größerstellen der Blende den Einfall
des Lichtes vermehren: Man stellt die Kamera ... auf ein
stabiles Stativ, blendet voll auf und läßt das Licht ...
einwirken (Fotomagazin 8. 1967. 74). 4. (Film): a) eine
Filmaufnahme, eine Einstellung beginnen: Szene 1. bitte
a.!; b) (vom Film'ausschnitt!) abzulaufen heginnen: eine
Szene aus dem alten Film blendete auf; <Abl.:> Aufblen-
dung. die; -. -en.
Aufblick, der -[e]s. -e <P1. selten) (geh.): das Aufblicken,
der aufwärts gerichtete Blick: ein kurzer, erstaunter A.;
mit einem A. ihrer ... schwarzen Augen (Maass. Goufle
263); aufblicken <sw. V.; hat): 1. den Blick nach oben,
in die Höhe richten; hochschauen, aufsehen: kurz,
verwundert, freundlich a.; der Hund blickte treuherzig zu seinem
Herrn auf; ... sagte der magere, alte Schreiber, ohne von
seiner Arbeit aufzublicken (Geissler. Wunschhütlein 17).
2. jmdn. bewundernd verehren; ehrfürchtig, in Verehrung
zu jmdm. a.; er ist ein Mensch, zu dem man a. kann.
aufblinken <sw. V.; hat): plötzlich, kurz blinken; (plötzlich
vor jmds. Augen) schimmern: Lichter. Sterne blinken im
Dunkel auf; er sah das Wasser des Flusses vor sich a.;
Ü in seinen Augen blinkte Begierde auf.
aufblinzeln <sw. V.; hat): kurz blinzeln, blinzelnd aufschauen:
verstohlen, schelmisch a.; Augen, die unter der
vorgehaltenen Hand neugierig aufblinzelten.
aufblitzen <sw. V.): a) plötzlich (wie ein Blitz) aufleuchten
<hat): das Mündungsfeuer hatte noch einmal schwach
aufgeblitzt; eine Taschenlampe blitzte plötzlich auf; in
seinen Händen blitzte ein Messer auf; <subst.:) mit ...
einem Aufblitzen seiner hellblauen Augen (Menzel. Herren
116); b) plötzlich auftauchen <ist>: eine Idee, eine
Erinnerung blitzte in ihm auf.
aufblocken <sw. V.; hat) [zu tBlock] (Jägerspr.): (von
Raubvögeln) sich auf einem Baum od. Felsen niederlassen: der
Seeadler blockte auf der höchsten Klippe auf.
aufbkmden Cajifbbndn] <sw. V.; hat): (blondes Haar) noch
heller tönen: sie ließ sich beim Friseur die Haare a.
aufblühen <sw. V.; ist): 1. sich blühend entfalten, die
Blütenblätter öffnen: die Rosen fangen gerade an aufzublühen;
Ü (geh.) ihr blasses Gesicht war bei seinen Worten auf
einmal aufgeblüht (hatte eine rosige Farbe angenommen);
eine voll aufgeblühte Schönheit. 2. a) sich entfalten, sich
entwickeln, Aufschwung nehmen: Wissenschaft und Handel
blühten auf; eine aufblühende Branche; b) aufleben: er
blüht sichtbar auf. seit er den Arbeitsplatz gewechselt
hat; AufWüte. die; - (landsch.): das Aufblühen (1): ist trotz
des milden Winters mit ..einer etwas verspäteten A. der
Obstgehölze" zu rechnen (MM 6. 3. 73. 11).
aufbocken <sw. V.; hat) (Technik): ein Fahrzeug mit Hilfe
einer besonderen Vorrichtung auf ein Gestell, auf einen Bock
stellen: die Monteure bockten das Auto auf: er hatte sein
Motorrad am Straßenrand aufgebockt (auf den
Kippständer gestellt).
aufbohren <sw. V.; hat): durch Bohren eine Öffnung schaffen;
ein Loch in etwas machen: einen Backenzahn, die
Schädeldecke a.; den Tresor, die Straße a.
aufbranden <sw. V.; ist) (geh.): (von Wellen) tosend hoch-,
aufschlagen (an Felsen u.a.); Ü Beifall brandet im Saal
auf (setzt plötzlich u. geräuschvoll ein).
aufbrassen <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): die Rahen mit
Hilfe der 2Brassen so drehen, da/J sie quer zum Schiff stehen
(Ggs.: anbrassen): die Seeleute haben das Schiff
aufgebraßt.
aufbraten <st. V.; hat): (eine schon einmal gebratene j
erkaltete Speise) durch kurzes Braten aufwärmen: die
Frikadellen, Koteletts vom Mittag a.; Nudeln a.
Aufbrauche der; -s (Kaufmannsspr.): völliger Verbrauch: Die
Verkaufsdauer endet mit dem A. der Bestände (MM 27.
9. 68. 37); aufbrauchen <sw. V.; hat): ganz und gar, bis
auf den letzten Rest verbrauchen: alle Ersparnisse a.; seine
Barschaft war schon zur Hälfte aufgebraucht; seine
Energie, seine Geduld ist aufgebraucht.
aufbrausen <sw. V.; ist): 1. brausend, schäumend hochsteigen;
205
aufbrechen
zu wallen beginnen: das Natron braust im Wasser auf;
Ü Beifall. Jubel brauste auf (ertönte, setzte plötzlich ein
wie ein Brausen). 2. plötzlich in Zorn geraten u. seiner
Erregung Ausdruck geben: zornig auf-, hochfahren: schnell,
leicht a.; ..Verdammt!" brauste Beifontaine jähzornig auf
(Langgässer. Siegel 83); er ist immer gleich aufgebraust;
ein aufbrausendes (cholerisches) Temperament haben.
aufbrechen <st. V.) [3: eigtl. = das Lager aufbrechen,
abbrechen]: 1. <hat> a) (Verschlossenes) gewaltsam öffnen: ein
Schloß, eine Tür. ein Auto, ein Safe a.; er brach die Kiste
mit einem Stemmeisen auf; b) (eine geschlossene Fläche)
auseinanderbrechen: den Asphalt mit dem Bohrer a.; das
Schwarzwild hat die Erde aufgebrochen; Ü sie versuchten,
das System an manchen Stellen aufzubrechen; c) (geh.)
hastig, ohne Sorgfalt öffnen: einen Brief, ein Telegramm
a.; d) (Jägerspr.) (ein erlegtes Wild) ausweiden: einen
Hirsch a. 2. <ist> a) sich öffnen, aufgehen, aufspringen:
die Kastanienknospen sind aufgebrochen; b) (von einer
Oberfläche) aufreißen, aufplatzen, auseinanderbrechen: die
Eisdecke ist aufgebrochen; durch den Frost war der
Asphalt an manchen Stellen aufgebrochen; ein Geschwür,
eine Wunde bricht (wieder) auf; Ü alte Wunden brachen
in ihm auf; c) (geh.) plötzlich hervortreten, auf einmal
spürbar dasein: ein Gegensatz war zwischen ihnen
aufgebrochen; Es waren vor allem drei Punkte, an denen die
Kontroverse um das Grundsatzprogramm aufbrach (Stamokap
119). 3. einen Ort verlassen, fortgehen, sich auf den Weg
machen <ist>: in aller Frühe, pünktlich a; die Gäste brachen
nur zögernd auf; zu einer Orientreise a.; <subst.:> es ist
Zeit zum Aufbrechen.
aufbrennen <unr. V.>: I. (ein Weidetier) mit einem Brandmal
kennzeichnen <hat>: mit dem Brandeisen hantieren, um
den Kälbern das Zeichen der Ranch aufzubrennen (MM
29. 8. 69. 28); *bndm. eins a. (salopp; 1. einen kräftigen
Schlag versetzen: er hat dem Hund [mit der
Kohlenschaufel] eins aufgebrannt. 2. anschießen: dem Wilddieb eins
a.) 2. <ist> a) emporlodern: die Flamme war leuchtend
aufgebrannt; Ü wilder Haß brennt in ihm auf; b) in Flammen
aufgehen: paßt nur auf. daß euch die Hütte nicht aufbrennt
(Kuby. Sieg 38). 3. durch Brennen öffnen <hat>: einen
Verschluß mit der SauerstofTlanze a. 4. (Weinbau) (das Faß)
mit einem Schwefelspan ausräuchern <hat>.
aufbringen <unr. V.; hat): 1. (Geldmittel) beschaffen,
zusammenbringen, auftreiben: die notwendigen Mittel, eine
bestimmte Summe, eine Kaution von 10000 Mark a.; Geld
Air die Reparaturen a.: Ü Kraft. Energie. Geduld, den
Mut zu etw. a. (zusammennehmen, aufbieten). 2. (ugs.)
mit Mühe öffnen können I (Ggs.: zubringen): die Tür.
das Schloß kaum a.; Was war mit Jeannine geschehen,
konnte der Bursche nicht den Mund a.? (Lederer. Bring
118). 3. einfuhren, in Umlauf setzen: eine neue Mode, ein
Schlagwort a.; wer hat denn nur dieses Gerücht
aufgebracht? 4. a) in Wut bringen, erzürnen: der geringste Anlaß
bringt ihn auf; mit aufgebrachter Stimme; b) aufreizen,
aufwiegeln, erzürnt machen: er versucht, ihn gegen seine
Eltern aufzubringen. 5. (Seemannsspr.) a) beim Auftakeln
Stengen. Rahen u. a. montieren: b) (ein feindlichesj Schiff)
dazu zwingen, einen bestimmten Hafen anzulaufen: (ein
Schiff) kapern: der Tanker wurde auf hoher See
aufgebracht. 6. (selten) auf etw. anbringen, auftragen,
aufstreichen: eine Isolierschicht. Farben a.; Creme auf das Gesicht
a. 7. (veraltet) großziehen: er ist von Pflegeeltern
aufgebracht worden; wir haben den Jungvogel kaum a. können;
<Abl. zu 5 b:> Aufbringer. der; -s. - (Seemannsspr.):
Kaperschiff: zu 1. 5: Aufbringung, die; -.
aufbrisen[fyifbirzri] <sw. V.; hat) [zu TBrise]: (vom Wind)
etwas stärker wehen: am Morgen briste der Wind wieder
auf.
aufbröckeln <sw. V.): a) in kleine Brocken auseinanderfallen
Ost): das Gestein bröckelte auf; Ü die Stadt bröckelte
hier auf. verlor ihr Gesicht (Kreuder. Gesellschaft 136);
b) in Bröckelten brechen (hat): er bemerkte nicht, daß
er während des Sprechens ein Brötchen aufbröckelte.
aufbrodein <sw. V.; ist): brodelnd emporsteigen: Dampf,
glühende Lava brodelte auf; aus dem Tai brodelte Nebel
auf: Ü Unzufriedenheit war im Land aufgebrodelt; zweimal
hat die Volksseele gekocht, zweimal sind die Deutschen
aufgebrodelt wie Bromwasser (Tucholsky. Werke II. 126).
Aufbruch, der; -[eis. Aufbrüche: I. <P1. ungebr.) das
Aufbrechen (3): ein allgemeiner, überstürzter, verspäteter A.;
Lärmender A. schwemmte sie ins Foyer (Johnson. Achim
203); der A. zur Jagd; im A. begriffen sein; zum A. mahnen,
drängen. 2, aufgebrochene Stelle: die durch Frost
entstandenen Aufbrüche auf der Autobahn. 3. (Jägerspr.) das
Eingeweide des erlegten Wildes. 4. (geh.) das geistige
Erwachen. Sich-Erheben: der A. der jungen Völker Afrikas.
5. (Bergbau) von unten nach oben, aber nicht bis zur
Erdoberfläche geführter Grubenbau, senkrecht verlaufender
Blindschacht: einen A. ausbauen.
aufa-uchs-. Aufbruchs-: -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
gewillt u. bereit aufzubrechen: fertig zum Aufbruch (1):
a. dastehen; -Signal, das: Zeichen zum Aufbruch (1): das
A. ertönte; -spalte, die (Geol.): durch Dehnung des Daches
über einem magmatischen Gestein entstandene Spalte:
-Stimmung, die <o. PI.): allgemeine Unruhe, die das
bevorstehende Weggehen ankündigt: es herrschte A.; die Gäste
waren in A.
aufbrühen <sw. V.; hat): (ein Getränk) durch Übergießen
mit kochendem Wasser bereiten: Kaffee. Tee a.
aufbriillen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz brüllen: die Rinder
brüllten vor Durst auf; die Menge brüllte auf vor
Vergnügen; Ü die Geschütze brüllten auf; Kowalski ließ den Motor
a. (Kirst. 08/15. 321).
aufbrummen <sw. V.): 1. plötzlich, kurz brummen (hat):
das Nebelhorn brummte mehrmals auf. 2. (ugs.) als
Strafe; auferlegen <hat): der Feldwebel hat ihm drei Tage
Bau aufgebrummt; wir bekamen eine Strafarbeit
aufgebrummt; jmdm. die Kosten Tür etw. a. 3. Ost) a) (ugs.)
auffahren, mit etw. zusammenstoßen: er ist auf meinen
Wagen aufgebrummt; b) (Seemannsspr.) auf Grund geraten:
das Schiff brummte auf; Och. wir werden wohl noch öfter
a. (Hausmann. Abel 33).
aufbuckeln <sw. V.; hat) (ugs.): aufladen, aufbürden: ich
buckelte mir die Kiepe Holz auf; Ü ich buck[e]le mir
doch nicht die ganze Arbeit auf; man hatte ihm die
Verantwortung dafür aufgebuckelt.
Aufbüeebnuster, das; -s, -: auf Papier ausgeführtes, aus
gefärbtem Wachs bestehendes Stickmuster, das durch
Aufbügeln auf einen Stoff übertragen wird: aufbügeln <sw. V.;
hat): a) durch Bügeln wieder glätten, in die gehörige Form
bringen: ich büg[e]le den Rock noch schnell auf; <subst.:>
er gab seine Hosen zum Aufbügeln; Ü man hat die etwas
verstaubte Komödie neu aufgebügelt (ugs.; dramaturgisch
modernisiert: b) durch Bügeln auf einen Stoff übertragen:
ein Stickmuster auf den Kissenbezug a.
aufbumsen <sw. V.) (salopp): 1. mit einem dumpfdröhnenden
Laut aufsetzen <hat): den schweren Koffer auf die Diele
a.; bums doch bitte [mit den Schuhen] nicht so auf! 2.
mit einem dumpfen Ton fallen, auftreffen <ist>: der Ball
bumste auf das Pflaster auf; das Kind ist mit dem
Hinterkopf aufgebumst.
aufbürden [ ^jfbvrdn] <sw. V.; hat) (geh.): eine Bürde
aufladen: die Flüchtlinge hatten ihr Hab und Gut einem Esel
aufgebürdet; Ü jmdm. die Last des Beweises.
Verantwortung a.; das Schweigen des Papstes ... bürdet der Kirche
eine Schuld auf. die wir sühnen müssen (Hochhuth.
Stellvertreter 124); sich <Dativ> eine Arbeit a.; <Abl.:> Aufbür-
dung. die; -.
aufbürsten <sw. V.; hat): a) (Pelz. Samt o. ä.) durch Bürsten
wieder auffrischen: die Wildlederjacke, die Pelzkappe a.;
b) (die Haare) nach oben bürsten.
aufdämmern <sw. V.; ist) (geh.): 1. allmählich hell, sichtbar
werden: der Tag dämmerte im Osten auf; Ü ein
Hoffnungsschimmer dämmert auf. 2. a) jmdm. allmählich zu
Bewußtsein kommen eine Vermutung, ein Verdacht dämmert in
jmdm. auf; wenn in ... Menschenseelen die Ahnung ihrer
Vielspältigkeit aufdämmert (Hesse. Traktat 22); b) jmdm.
klarwerden, jmdm. endlich aufgehen: dämmert dir immer
noch nicht auf. warum er das gesagt hat?
aufdampfen <sw. V.): I. dampfend aufsteigen Ost): über
dem Fluß dampfte Nebel auf: aufdampfender Kaffee. 2.
(Technik) verdampfende Metalle o. ä. auf die Oberfläche
von etw. einwirken lassen, die dadurch mit einer
Schutzschicht überzogen wird <hai>: auf das Zink eine Goldschicht
a.
aufdampfen <sw. V.; hat): feucht aufbügeln, durch Dampf
auffrischen: einen Schlips, eine Hose a.; einen Hut a.
aufdecken <sw. V.; hat): 1. die Decke o. ä. von etw.. jmdm.
ab-, herunternehmen (Ggs.: zudecken): das Kind, den
Kranken, den zugedeckten Käfig a.; das Bett a. (die Bettdecke
206
Aufenthalt
zurückschlagen, das Bett aufschlagen); du hast dich im
Schlaf aufgedeckt (deine Bettdecke weggeschoben). 2.
' Spielkarten) mit der Bildseite nach oben hinlegen: willst
du deine Karten nicht endlich a.? 3. a) (eine Tischdecke)
auflegen: zum Abendessen ein neues Tischtuch a.; b) den
Tisch decken: die Kinder hatten schon aufgedeckt. 4. ( mit
Absicht/ Verborgenes) bloßlegen, enthüllen: Mißstände.
Schwächen schonungslos a.; Unterschlagungen, eine
Verschwörung a.; Wahrscheinlich stimmt es die Menschen
günstig, wenn einer etwas von sich aufdeckt, was sie
begreifen (Seghers. Transit 124); Ursachen. Zusammenhänge
a. (offenlegen^ bewußt machen); <Abl. zu 4:) Aufdeckung,
die: -. -en: die A. des Betrugs, dieses Geheimnisses.
aufdonnern, sich <sw. V.; hat) [H. u] (salopp abwertend):
sich geschmacklos u. übertrieben zurechtmachen, kleiden;
sich auftakeln: du donnerst dich immer fürchterlich auf;
eine aufgedonnerte Alte.
■rfdiMutu I'^ifdornan] <sw. V.; hat) (Technik): Bohrlöcher
od. Rohrenden mit Hilfe eines kegelförmigen Dorns
erweitern.
MMrfingeln <sw. V.; hat) (ugs.): svw. taufdrängen (1. 2).
«^dringen <sw. V.; hat): I. hartnäckig anbieten,
aufzunötigen versuchen: jmdm. eine Ware a.; jmdm. seine Ansichten
a. (aufoktroyieren); er hat mir seine Begleitung förmlich
aufgedrängt; laß dir nichts a. 2. <a. + sich) sich (seine
Dienste o.a.) jmdm. in aufdringlicher Weise anbieten, sich
ßndm. unaufgefordert u. in aufdringlicher Weise anschließen:
allen Leuten hast du dich [als Ratgeber] aufgedrängt; Na
dann zieh doch ab. denkt mein Großvater, ich dränge
mich ja nicht auf (Bobrowski, Mühle 289); ich will mich
nicht a. (lästig fallen). 3. <a. -I- sich) zwangsläufig in
jmdm. auftauchen, sich unwillkürlich bei Jmdm. einstellen:
cm Gedanke, eine Erinnerung drängt sich [mir] auf; wie
unbewußtes Material aus dem Es... sich dem Ich aufdrängt
«Freud. Abriß 31).
■rffahen <sw. V.; hat) /vgl. aufgedreht/: 1. a) durch Drehen
öffnen (Ggs.: zudrehen): den Verschluß, den Wasserhahn
a.; Auf den Gedanken, das Ventil weiter aufzudrehen,
kam er nicht (Ott. Haie 364); b) (ugs.) durch Öffnen eines
Ventils einer Schließvorrichtung zuströmen lassen: das Gas
a: Sie mußte, während sie das Wasser aufdrehte. ... ein
.. Tuch unter den Kran gehalten haben (Schröder,
Wanderer 141); c) durch Drehen lockern: eine Schraube a.; d)
(ugs.) durch Drehen lauter stellen: das Radio a.: e) (südd..
österr.) ein-, anschalten: die Zimmerbeleuchtung a.; f)
(landsch.) durch Drehen aufziehen, in Gang setzen: die
Spieldose, ein Spielzeugauto a. 2. a) (das Haar) auf
Lockenwickler aufwickeln: sie drehte sich <Dativ> nach dem Waschen
die Haare auf; b) nach oben drehen, aufzwirbeln: den
Schnurrbart a. 3. (ugs.) Gas geben, die Geschwindigkeit
beschleunigen: auf der Autobahn mächtig, ordentlich a.;
der Taxifahrer drehte wie wild auf; Ü in der zweiten
Halbzeit hatte die Mannschaft noch einmal aufgedreht (die
Leistung, das Tempo gesteigert). 4. (ugs.) a) sehr lustig
•erden, in Stimmung kommen: nach dem dritten Glas
drehte er mächtig auf; b) (südd., österr.) zu schimpfen anfangen,
mutend werden. 5. (Seemannsspr.) (das Schiff) gegen den
Wind od. gegen die Strömung drehen.
«ttrieseln ['^ifdri:zjn] (landsch.): svw. taufdröseln.
andringen <st. V.; hat) (veraltet): svw. taufdrängen (1.
2): Da kam eines Tages ein Agent und drang ihm ein
paar Lose auf (Fussenegger. Haus 33); <Abl.:> aufdringlich
'Adj.): sich aufdrängend, lästig fallend, durch Bitten. Fra-
t*n o.a.] andere belästigend: ein -er Vertreter; -e Musik;
ein -«r Geruch; das wiederum gibt diesem Möbel eine
*> -e Wichtigkeit, als stünde es in einem Museum (Frisch.
Stiller 424). dazu: Aufdriwlidikeit. die; -. -en: a) <o. PI.)
das Sichaufdrängen, aufdringliche Art: die freche A. dieses
Reporters; b) aufdringliche Äußerung. Annäherung: Der
Junge drängt sich noch näher zu ihm .... stieß mit flüchtiger
A. gegen den Schenkel des Älteren (Jahnn. Nacht 96).
^frfilmui <sw. V.; hat/ist): a) plötzlich dröhnend einsetzen:
Beifall ist aufgedröhnt; b) einen kurzen dröhnenden Laut
nm sich geben; die Motoren dröhnten auf.
■rfdriteeln <sw. V.; hat) (ugs.): (Zusammengedrehtes o.a.)
md etw. mühevolle u. Zeit beanspruchende Weise wieder
emm irren, aufdrehen, auftrennen: eine Kordel, verhedderte
Wolle a.; ich dröslejle gerade die ganze Strickarbeit auf:
J einen schwierigen Satz a. (in seine Einzelteile zerlegen,
mflösen); Wir kommen trotzdem nicht um den Versuch
herum, das Nicht-Trennbare aufzudröseln und zu zerlegen
(Augstein. SPD 5).
Aufdruck, der; -[eis. -e: 1. a) kurzer, auf etw. aufgedruckter
Text; b) (Philat.) svw. t Überdruck: eine Briefmarke der
alten Reichspost mit dem A. des veränderten Wertes. 2.
(Physik) der in einer Flüssigkeit nach oben wirkende Druck;
<Zus. zu 1 b:) AufdruckfiUschung. die; Aufdruckfehldruck.
der; aufdrucken <sw. V.; hat): auf etw. drucken: sie hatte
nichts anderes zu tun. als Postwertstempel auf
Drucksachen aufzudrucken; auf den Stoff sind geometrische Muster
aufgedruckt.
aufdrücken <sw. V.; hat): 1. a) durch Drücken, durch Druck
öffnen: die Tür. das Fenster a.; b) durch Knopfdruck von
innen die Haustür öffnen: drinnen wurde aufgedrückt (Böll.
Adam 65); c) (ugs.) durch Drücken öffnen, aufplatzen lassen
und auspressen i: [sich. Jmdm.] einen Pickel, ein Geschwür
a. 2. a) (ugs.) fest auf den Kopf setzen: jmdm.. sich einen
Hut. einen Kranz a.; b) (als Stempel) auf etwas drücken,
aufprägen: das Amtssiegel auf ein Schriftstück a.; *jmdm.
einen a. (salopp; einen Kuß geben)', c) fest auf etwas drücken,
mit starkem Druck aufsetzen: den Bleistift beim Schreiben
nicht zu sehr a.; wenn du etwas stärker aufdrückst, wird
der Tintenkuli schon schreiben; er drückt mit der Feder
zu hart auf.
aufeinander <Adv.): 1. eines auf dem andern, übereinander:
die Bücher sollen nicht a. liegen, sondern nebeneinander
stehen. 2. a) auf sich gegenseitig!; einer auf den anderen:
a. angewiesen sein; a. warten; sich a. einstellen; wir stimmen
unseren Urlaub a. ab (v. d. Grün. Glatteis 226); b) einer
gegen den anderen: a. losgehen.
aufeinander-. Aufeinander-: -beißen <st. V.; hat): die oberen
Zähne auf die unteren pressen: beiß die Zähne aufeinander,
wenn's weh tut!; -drücken <sw. V.; hat): auf. gegen etw.
drücken: die mit Klebstoff bestrichenen Seiten fest a.;
-folge, die; -: Reihenfolge. Abfolge: zeitliche A.; in rascher
A. (schnell nach-, hintereinander) schoß er vier Tore:
-folgen <sw. V.; ist): einer auf den anderen folgen, hintereinan-
derfolgen: es folgten Frage und Antwort geläufig
aufeinander (Musil. Mann 642); an mehreren aufeinanderfolgenden
Tagen; -hängen: a) <sw. V.; hat) auf. über etw. anderes
hängen: sie hatte die beiden Mäntel aufeinandergehängt;
b) <st. V.; hat) übereinanderhängen: die Anzüge hingen
aufeinander: -häufen <sw. V.; hat): auf etw. anderes häufen:
Bücher. Steine a.; -hetzen <sw. V.; hat): den einen auf
den anderen losgehen lassen: er hetzte die Hunde
aufeinander; -legen <sw. V.; hat): auf etw. anderes legen: zwei
Dreiecke a.; -liegen <st. V.; hat): so liegen, daß sich eines
auf dem anderen befindet: die Brotscheiben lagen
aufeinander; -passen <sw. V.; hat): beim Aufeinanderlegen o.a.
zusammenpassen: die Dreiecke paßten aufeinander;
-prallen <sw. V.; sind): gegeneinander-, zusammenprallen: die
beiden Autos prallten aufeinander; die Kampfverbände
waren aufeinandergeprallt; Ü Die Meinungen prallten hart
aufeinander (Penzoldt. Mombour 4); -pressen <sw. V.;
hat): eines auf das andere pressen: Gummi und Papier,
die Lippen a.; -reftien <sw. V.; hat): eines neben das andere
reihen: wie Perlen auf einer Schnur aneinandergereiht;
-schichten <sw. V.; hat): eines auf das andere schichten:
wir hatten die Holzscheite aufeinandergeschichtet;
-schlagen <st. V.; haben): heftig gegeneinanderstoßen: mir
schlugen die Zähne aufeinander (Schnurre. Bart 188); -setzen
<sw. V.; hat): eines auf das andere setzen: sie konnten
nur Steine auseinandersetzen zu Pfeilern (Th. Mann. Krull
354); -sitzen <unr. V.; hat) (ugs.): sehr gedrängt sitzen:
in den überfüllten Waggons saßen die Reisenden
aufeinander; -stapeln <sw. V.; hat): eines auf das andere stapeln:
Zeitungen a.; -stoßen <st. V.; sind): zusammen-,
gegeneinanderstoßen: die Autos stießen aufeinander; ich hörte
Puffer von Eisenbahnwaggons a. (v. d. Grün. Glatteis
142); Ü die Meinungen waren heftig aufeinandergestoßen;
wir sind gestern zufällig aufeinandergestoßen (sind uns
begegnet); ^treffen <st. V.; sind): zusammentreffen u. sich
im Wett kämpf messen: bei Jena sind die Heere
aufeinandergetroffen; am 21. Juni treffen die Sieger der Halbfinal-
spiele in Madrid aufeinander; -türmen <sw. V.; hat): eines
auf das andere türmen: sie türmte die Kissen aufeinander.
aufentern <sw. V.; ist): svw. t entern (2 a; Ggs.: niederentern).
Aufenthalt [ajifienthaltl, der; -[eis. -e [mhd. üfenthalt =
Aufrechthaltung. Beistand. Unterhalt. Bleibe]: 1. das
Sichaufhalten; zeitlich begrenzte Anwesenheit an einem Ort:
207
Aufenthalter
der A. im Depot ist verboten: sein zweiter, etwas längerer
A. in Florenz war sehr schön: bei meinem A.. während
meines -s in München. 2, a) Unterbrechung (einer Fahrt
o.a.): der Zug hat in Basel nur wenige Minuten A.; wie
lange hat der Zug hier A.?; ohne A. durchfahren; b) (geh..
selten) Verzögerung, Aufhaltung: Unten (= im Hotel) gab
es einen kleinen A.. Madame reichte ihm ein Telegramm
(Baum. Paris 96). 3. (geh.) Ort. an dem man sich aufhält:
Wohnort: sein jetziger A. ist Mannheim; Aber dies war
ein unwirtlicher A.. tief unter der Erde (Maass. Gouffe
78); * A. nehmen (geh.; eine gewisse Zeit an einem
bestimmten Ort verweilen): er hatte vorübergehend in Berlin A.
genommen; <Abl. zu l:> Aufenthalt«*, der; -s. - (Schweiz.):
jmd..der nur vorübergehend in einer Stadt o. ä. seinen
Wohnsitz hat.
Aufenthalts-: -beschrankung. die: behördliche Beschränkung
der Aufenthaltsdauer in einem Land für Ausländer /; ^be*
willigling, die: svw. t-erlaubnis; Miauer, die; Erlaubnis,
die: behördliche Erlaubnis für Ausländer/, sich
vorübergehend an einem Ort. in einem Land aufzuhalten: -genehmi-
gung. die: svw. T Erlaubnis; -ort, der: Ort. an dem sich
jmd. vorübergehend/ aufhält: Wohnort: -räum, der:
größerer Raum (eines nicht privaten Hauses), in dem man sich
aufhalten kann: moderne Schulbauten mit
Aufenthaltsräumen; -verbot, das: Verbot, sich an einem Ort. in einem
Land aufzuhallen: -Verlängerung, die: amtliche Erlaubnis,
sich für eine weitere befristete Zeit an einem Ort. in einem
Land aufzuhalten.
auferleaen (erlegte auf / (auch:) auferlegte, hat auferlegt)
(geh.): aufbürden, zur Pflicht machen, als Verpflichtung
auftragen: jmdm. eine Geldbuße. Beschränkungen a.; du
brauchst dir keinen Zwang aufzuerlegen (kannst dich
zwanglos geben): das Maß von Versagung .... das ... die
Gesellschaft auferlegt (Freud, Unbehagen 119); <Abl.:>
Auferlegung, die; -.
auferstehen ['qyfletftean. seltener: --'--] <(ungebr.:)
ersteht auf (aufersteht), (ungebr.:) erstand auf (auferstand),
ist auferstanden; meist im Inf. u. im 2. Part, gebr.) (Rel.):
wieder zum Leben erwachen, erweckt werden: wir werden
am Jüngsten Tage alle a.; <subst. 2. Part.) die Worte
des Auferstandenen (Jesu); Ü bist du wieder auferstanden?
(ugs. scherzh.; nach längerer Krankheit; wieder gesund?):
<Abl.:) Auferstehung, die: -. -en (Rel.): die A. des
Gekreuzigten; die A. der Toten zum ewigen Leben; Ü (geh.)
die alten Formen erlebten ihre A.; * [fröhliche] A. feiern
(scherzh. od. iron.; von längst Vergessenem. Abgetanem,
überholtem / plötzlich wieder dasein, wieder in Mode
kommen o.a.): plötzlich feiern die langen Röcke wieder A.
Auferstehung»-: -feler. die <o. PI.) (Rel.): Feier zur
Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi: ^fest, das <o. PI.)
(geh.): Ostern: ^gedanke, der <o. PI.) (Rel.):
Glaubensvorstellung der Auferstehung: ^glaube, der (Rel.): Glaube an
die Auferstehung: ^tag. der <o. PI.): Tag des
Auferstehungsfestes.
auferwecken ((selten:) auferweckt, (selten:) auferweckte, hat
auferweckt; meist im Inf. u. im 2. Part, gebr.): wieder
lebendig machen, vom Tode erwecken: als ob sie ihn durch
ihre Tränen a. könnte!; Ü dieser Anblick hatte ein
Kindheitserlebnis in ihm auferweckt (geh.; wachgerufen)'. <Abl.:)
Auferweckung, die; -. -en.
aufessen <unr. V.; hat): ganz verzehren: essen, bis nichts
mehr davon übrig ist: du brauchst nicht die ganze Portion
aufzuessen; sie aßen erst mal die Pralinen auf (Schnurre,
Bart 18); er hat den Teller nicht aufgegessen (ugs.; hat
noch etwas auf dem Teller gelassen): iß bitte rasch auf!
auffächern <sw. V.; hat): 1. fächerartig ausbreiten, anordnen:
die Spielkarten a. 2. klar gegliedert ausbreiten: so fächert
er ... die Historie ... auf (MM 3. 4. 70. 47); in einem
Buch den gesamten Bereich der literarischen Rhetorik
aufgefächert finden. 3. <a. + sich) von einem Punkt aus
fächerförmig auseinanderstreben: Straßen ... fächerten sich
vom Marktplatz aus auf (Kuby. Sieg 61); (Abi.:) AlrfHche»
rung, die: -. -en.
auffädeln <sw. V.; hat): auf einen Faden o.a. aufziehen:
aufreihen: Glasperlen a.; ich fäd[e]le Apfelkerne auf;
aufgefädelte Steinpilze; <Abl.:> Auffld[e]lung. die; -.
auflidmen ['^lfteidman] <sw. V.; hat) (landsch.): svw. f
auffädeln.
auffahren <st. V.): 1. <ist> a) während der Fahrt von hinten
aufetw. aufprallen: der Pkw fuhr auf den Lastwagen auf: b)
falirend auf ein Hindernis geraten: der Fischkutter
war auf das Riff aufgefahren. 2. näher an den Davorfah-
renden heranfahren <isl): der Fahrer des Pkw war
[zu] dicht aufgefahren. 3. a) an eine bestimmte Stelle
heranfahren: vorfahren <ist): die Busse fuhren in Reihen vor
dem Rathaus auf; b) (Milit.) a) an eine bestimmte Stelle
heranfahren u. in FeuerjStellung gehen <ist>: Panzer sind
aufgefahren; ß) an eine bestimmte Stelle fahren u. in
Feuer Stellung bringen <hat>: Er hat ... im Dunkel seine
Batterien aufgefahren ... und die rechte Stunde für den
Angriff gewählt (St. Zweig. Fouche 195). 4. (salopp)
(Speisen u.lod. Getränke) herbeischaffen, auftischen <hat): was
der Wirt Air wenig Geld a. ließ, war vortrefflich. 5. (selten)
heranfahren w. aufschütten <hat): Torf, Kies a. 6. durch
vieles Befahren beschädigen, aufreißen, aufwühlen <hat>:
der Traktor hat den Waldweg völlig aufgefahren. 7. (ist)
a) aus einem Ruhezustand! aufschrecken, hoclifahren:
plötzlich, verstört, unwillig a.; Ein Bummern an der Tür
ließ Stanislaus erschreckt a. (Strittmatter. Wundertäter
134); aus dem Schlaf, aus seinen Gedanken a.; b) auf
etw. zornig reagieren, aufbrausen: bei diesen Worten war
er verärgert aufgefahren; ein auffahrendes Naturell haben.
8. (selten) sich plötzlich u. heftig erheben, aufkommen <ist>:
ein Sturm fuhr auf, 9. (selten) sich plötzlich weit öffnen
<ist): der Wind ließ die Fensterläden a.; die Tür fuhr
quietschend auf. 10. (Bergbau) a) aufwärts fahren, aus
dem Schacht herausfahren <ist): die Kumpel sind [aus der
Grube] aufgefahren; b) einen Grubenbau durch Aushauen
des Gesteins herstellen od. erweitern <hat>: Sohlen. Stollen.
Schächte a. 11. (christl. Rel.) in den Himmel aufsteigen
<ist>: ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater
(Joh. 20. 17); <Zus. zu 1:> Auflahrschaden, der: Schaden,
der durch das Aufprallen eines Fahrzeugs auf die Rückseite
eines anderen Wagens entsteht: AuffahrunfalL der: durch
Auffahren (1) verursachter Unfall: Auffahrt, die; -, -en:
1. das Berganfahren. Hinauffahren: die A. zum Gipfel,
zum Aussichtsturm dauert eine Stunde. 2. a) die,
ansteigende/ Zufahrtsstraße zur Autobahn/: an der A. standen
zwei Pfadfinder, die mitgenommen werden wollten; b)
ansteigender/ Fahrweg zu einem größeren Gebäude: die breite,
kiesbedeckte A. zum Palais. 3. das geordnete/ Vorfafiren
vor einem Gebäude: die A. der Polizeiautos vor dem
Rathaus. 4. (veraltet) feierlicher Aufzug: indem er in großer
A. ... zum Bahnhof fuhr (Winckler. Bomberg 66). 5. <o.
PI.) (christl. Rel.) a) (sildwestd. veraltend. Schweiz.)
Himmelfahrt Christi: b) (Schweiz.) Himmelfahrtstag: an A. hat
es geregnet. 6. (Bergbau) das Auffahren (10 a): <Zus. zu
2 b:> Auffahrtrampe, die: schiefe Ebene, die einen
Höhenunterschied überbrückt u. dadurch die Auffahrt zu einem höher
gelegenen Punkt ermöglicht.
Auffahrt»-: -fest, das (Schweiz.): das Fest Christi
Himmelfahrt: -«traße. die: svw. t Auffahrt (2 a); ^tag, der: svw.
t Auffahrt (5 b).
auffallen <st. V.: ist) [eigtl. = auf jmdn. fallen!: 1. a) Aufsehen
erregen, die Aufmerksamkeit auf sich lenken, stark in
Erscheinung treten: sein Benehmen, ihre musikalische
Begabung fiel auf; nur deine Ruhe willst du haben und
bloß nicht a. (Fallada. Jeder 10); er ist in der Schule
nicht sonderlich aufgefallen; sie fiel durch ihr schrilles
Lachen unangenehm auf; es fällt allgemein auf. daß ...;
auf fällt, daß ...; b) ins Auge fallen, von jmdm. bemerkt
werden: er ist mir [wegen seines stechenden Blickes] sofort
aufgefallen; ist Ihnen nichts aufgefallen?; die Ähnlichkeit
zwischen beiden ist uns gleich aufgefallen; Allmählich fiel
sein verändertes Benehmen auch seinen Mitmenschen auf
(Nigg. Wiederkehr 36). 2. auftreffen, aufprallen: das Licht
Hei schräg [auf die Wasserfläche] auf; die auffallenden
Strahlen werden reflektiert; zu 1 a: auffallend <Adj.): eine
-e (eindrucksvolle) Erscheinung; eine Frau von, -er
(ungewöhnlicher, bemerkenswerter) Schönheit; die
Ähnlichkeit zwischen ihnen ist a. (fällt ins Auge): sie hat
sich zu a. (auffällig) gekleidet; [das] stimmt a.! (ugs.
scherzh.; da hast du wirklich recht f): (intensivierend bei
Adj.:> ein a. (sehr) ernstes Kind; <subst.:> das
Auffallendste an ihm waren die Hände; auffällig <Adj.): die
Aufmerksamkeit erregend, auf sich ziehend: ein -es Benehmen; <
(verdächtige) Spuren entdecken; -e (kräftige, grelle)
Farben lieben; sich [zu] a. kleiden; er ist a. (im-,
außergewöhnlich) oft bei ihr; <subst.:) sie vermeidet alles Auffällige;
<Abl.:) Auffälligkeit, die; -.
208
auffordern
auffalten<sw V.;hat>: l.a) (etw. Gefaltetes)
auseinanderfalten: einen Brief a.; b) <a. + sich) sich entfalten, sich
öffnen: der Fallschirm hatte sich nicht aufgefaltet. 2. <a.
-I- sich) (Geol.) Falten bilden, aufwerfen: viele Gebirge
sind dadurch entstanden, daß sich die Erdrinde aufgefaltet
hat; <Abl. zu 2:) Allffftltung. die; -. -en.
Auflang-: -becken, das: a) (selten) Sammelbecken zum
Auffangen von Regenwasser u. ä., Zisterne, Reservoir: b)
Sammelbecken, Tummelplatz: die Fremdenlegion war ein A.
für Landsknechtsnaturen; -behälter. der: svw. t-gefäß;
^gebiet, das: Gebiet, das für die Aufnahme Evakuierter
vorgesehen ist; ^aefBB, das: Gefäß zum Auffangen von
Flüssigkeit; ^kommando. das (Milit.): mit dem Auffinden u.
Sammeln von Versprengten beauftragte Truppenabteilung;
^lager, das: Sammellager, in dem Flüchtlinge, Heimkehrer
u.a. vorübergehend aufgenommen werden; ^linie, die
(Milit.): svw. t-Stellung; -stelle, die: Ort, an dem versprengte
Soldaten, Flüchtlinge, Verirrte u. a. gesammelt u. vorläufig
untergebracht werden; -Stellung, die (Milit.): Ersatzstellung
hinter der Front, die im Falle eines feindlichen Durchbruchs
bezogen wird; -Vorrichtung, die: vgl. -gefäß.
auffangen <st. V.; hat): 1. in einer Bewegung, im Fallen
fassen: den Ball geschickt a.; der Hund fängt den Bissen
auf; das stolpernde Kind gerade noch a. (vor dem Sturz
bewahren). 2. a) (ineinem Gefäßo. ä.) sammeln:
Regenwasser in einer Tonne a.; sie fingen das Blut des Opfertiers
in einer Schale auf; b) Flüchtlinge, Einwanderer u.a. an
einem Ort zusammenfassen u. vorläufig unterbringen: In
aller Eile wurde eine Zeltstadt aufgebaut, um die
Flüchtenden aufzufangen. 3. /durch ein flugtechnisches o.a.
Manöver] abfangen u. einen Absturz verhindern: der Pilot
konnte die abtrudelnde Maschine noch a. 4. a) (einen
Schlag, Stoß o.a.) in seiner Wucht abstoppen, abwehren:
einen Schlag. Stoß, Hieb [mit dem Arm] a.; die Polsterung
soll die Erschütterung a. (abschwächen; b) aufhalten, zum
Stehen bringen: die Panzerdivision sollte den feindlichen
Vorstoß a. 5. (in seinen negativen Auswirkungen) dämpfen,
mildern, ausgleichen: den Konjunkturrückgang.
Preissteigerungen a.; Die ... Landesverbände berichteten ... von
schweren Einbußen .... die ... jedoch aufgefangen werden
konnten (MM 10. 11. 67. 7). 6. jmdn. auf der Flucht o.a.
aufgreifen u. festnehmen: die entflohenen Häftlinge wurden
von einer Polizeistreife aufgefangen. 7. (Handarb.) eine
von der Stricknadel heruntergerutschte Masche wieder auf
die Nadel nehmen: eine gefallene Masche a. 8. durch Zufall
hören, bemerken, beobachten: ich fing Brocken ihrer
Unterhaltung auf; einen bösen Seitenblick a. 9. (Funktech.)
zufallig aufnehmen, abhören: einen Funkspruch a.
auffirben <sw. V.; hat): durch Färben wieder neu machen;
einer Sache durch Färben ein besseres Aussehen geben:
ein Kleid, einen Mantel a.
auffassen <sw. V.; hat): 1. etw. in einer bestimmten Weise
verstehen, auslegen, deuten: jmds. Worte als Vorwurf, als
Befehl a.; in manchen Ländern faßt man schon eine
Abstimmungsniederlage als RUcktrittsgrund auf (Fraenkel.
Staat 292); er hat meine Bemerkung persönlich aufgefaßt
(als persönliche Kränkung, als Angriff empfunden); er hat
meine Bemerkung falsch aufgefaßt (mißverstanden); wie
soll ich deine Worte a.? 2. mit dem Verstand aufnehmen,
erfassen, begreifen: auch schwierige Zusammenhänge
schnell a.; Schüler, die leicht auffassen; Es war nicht seine
Art. die Dinge blitzschnell aufzufassen (Hausmann. Abel
138); <Abl.:> Auffassung, die; -, -en: 1. Anschauung von
etw., Meinung, Ansicht: eine herkömmliche,
[weitverbreitete A.; eine strenge, hohe A. von der Ehe; unterschiedliche
-en haben; Es war nur natürlich, daß der General dieser
A. nicht beipflichten konnte (Musil. Mann 1 193); der
A. sein, daß ...; nach christlicher A.; zu der A. gelangen,
daß ... 2. <o. PI.) svw. f Auffassungsgabe: er hat eine
gute A.
Auffassung»-: -gäbe, die <o. PI.): Fähigkeit, Vermögen zu
begreifen: eine leichte und schnelle A. besitzen; -kraft,
die <o. PI.): svw. t-gabe: seine A. hat etwas nachgelassen;
^sache. die: nur in der Wendung das/etwas ist A. (ugs.;
darüber kann man verschiedener Meinung, Ansicht sein):
^vermögen, das <o. PI.): svw. t-gabe; -weise, die: die
' subjektive) Art u. Weise, etw. zu verstehen u. auszulegen;
Betrachtungsweise: Mentalität.
■fiesen <sw. V.; hat): 1. (regional, bes. nordd.) zusammen-
u. auf eine Schaufel fegen: den Schmutz, das verschüttete
Salz a.; ich muß noch a. 2. (dichter., selten) heftig in
die Höhe treiben: die vom Wind aufgefegten Wellen (Plie-
vier. Stalingrad 97).
auffeilen <sw. V.; hat): durch Feilen öffnen: eine Öse. das
verrostete Schloß a.
auffetten <sw. V.; hat) (Landw.): den Fettgehalt der Milch
erhöhen; <Abl.:> Auffettimg, die; -: mit Ausnahme der
A. auf 3,5 v. H. für normale Trinkmilch (MM 3. 4. 70.
26).
auffetzen <sw. V.; hat) (ugs.): (etw. aus Papier bestehendes)
hastig u. unachtsam öffnen, aufreißen: James ... fetzte mit
zwei kräftigen Handbewegungen den Umschlag auf (Kirst.
08/15.674).
auffeudeln <sw. V.; hat) (nordd.): aufwischen, mit einem
Scheuertuch aufnehmen: den Schmutz a.; (subst.:) Frau
Murks versprach. ... beim Auffeudeln achtzugeben (Be-
heim-Schwarzbach, Freuden 110).
auflfli I'^jifi] <Adv.) [austaufhinl (bayr.. österr.): svw. t
hinauf, nach oben.
auffieren <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): ein Tau lockern.
auffindbar <AdJ.; o. St.; nicht adv.): von etw., was man
(wieder] finden, was sich jwiederj auffinden läßt (meist
verneint): der Schlüssel ist nicht a.; Ü gegenüber der in
den Ideen -en (erkennbaren) Ordnung des Seins (Fraenkel.
Staat 262); auffinden <st. V.; hat): zufällig! finden; entdek-
ken: er wurde von der Rettungsmannschaft halb erfroren
aufgefunden; der Schmuck war nirgends aufzufinden;
<Abl.:) Auffindung, die; -.
auffbchen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) aus dem Wasser
herausholen, herausziehen: die Gekenterten wurden von einem
Dampfer aufgefischt; wir fischten nur leere
Konservenbüchsen auf. 2. (salopp) zufällig finden, treffen,
kennenlernen; aufgabeln: Ich weiß nicht, wo Jean sie aufgefischt
hatte, aber er liebte sie (Genet [Übers.]. Totenfest 7); wo
hast du denn diesen Schmöker aufgefischt?
auffitzen <sw. V.; hat) (landsch.): (Verwirrtes, Verknotetes)
Ihastig 1 entwirren: sie fitzte das verknäulte Nähgarn auf.
auflecken <sw. V.; ist) (mundartl.): svw. taufflackern: die
trübe Lampe... (lackte auf (Apitz. Wölfe 2S6); aufflackern
<sw. V.; ist): flackernd, zuckend aufleuchten: die Kerzen
flackerten gespenstisch auf; Ü in seinen Augen flackerte
Wahnsinn auf; in den Gehirnen dieser Beamten flackerten
die ersten Unsicherheiten auf (Schnabel. Anne 116); der
Widerstand war noch einmal kurz aufgeflackert (hatte
noch einmal eingesetzt).
aufflammen <sw. V.; ist): 1. plötzlich flammend aufleuchten:
ein Feuerzeug flammte kurz auf; es wurde allmählich
dunkel, und überall flammten Leuchtröhren in allen möglichen
Farben auf (Martin. Henker 9); Ü in seinen Augen flammte
Zorn. Leidenschaft auf; Unruhen flammten auf (brachen
los, setzten schlagartig ein). 2. (selten) zornig auf etw.
reagieren: er war empört aufgeflammt (Anderseh. Sansibar
123).
aufflattern <sw. V.; ist): flatternd auffliegen: eine Krähe
flatterte auf; die Buchseiten flatterten auf (wurden durch
einen Windzug aufgeschlagen); Ü (dichter.:) Ein Gelächter,
das ... aufflatterte (Plievier. Stalingrad 123).
aufflechten <st. V.; hat): a) auseinanderflechten, auflösen,
entwirren: flichtst du das Bastdeckchen schon wieder auf?;
ich flocht mir gerade die Zöpfe auf; b) (selten): svw. f
flechten: ihre Mutter flicht ihr Jeden Morgen die Haare auf.
aufflicken <sw. V.; hat) (landsch.): auf etw. einen Flicken
aufsetzen: eine Strickjacke mit aufgeflickten Ellbogen.
auffliegen <st. V.; ist): \,hoch- und wegfliegen; emporfliegen:
die Amsel flog erschreckt auf; Staubwolken, die aufflogen
(aufwirbelten); Ü Da flog das Herz des Mathias zu ihm
(= dem Nachthimmel) auf (A. Kolb. Schaukel 65). 2.
sich plötzlich u. schnell öffnen: das Fenster, das Gartentor
flog auf. 3. (ugs.) ein jähes Ende nehmen: die illegale
Organisation, der Rauschgiftschmuggel ist aufgeflogen (ist
entdeckt worden u. hat damit ein Ende gefunden); den Parteitag,
eine Konferenz a. lassen. 4. (veraltet) in die Luft gehen,
explodieren: das Pulverarsenal war aufgeflogen.
aufflimmern <sw. V.; ist): zu flimmern beginnen: über uns
flimmerten die ersten Sterne auf; Ü in den Kinostücken
... flimmert ... eine etwas realistischere
Gesellschaftsbetrachtung auf (wird sichtbar; Spiegel 47. 1965. 68).
auffordern <sw. V.; hat): a) ersuchen, etw. zu tun: dringend,
wiederholt forderte man ihn auf. sich zu melden; die Sieger
hatten die Stadt zur Übergabe aufgefordert; jeder Bürger
14 GDW
209
Aufforderung
ist aufgefordert, bei den Wahlen seine Stimme abzugeben;
b) bitten, einladen, etwas zu tun: er forderte ihn zum Sitzen,
zu einer Partie Schach auf; er nickte ihm auffordernd
(ermunternd) zu; c) zum Tanz bitten, engagieren: er forderte
an dem Abend mehrmals die Tochter seines Chefs auf;
<Abl.:) Aufforderung, die; -. -en: a) mit Nachdruck
vorgebrachte Bitte: eine energische, versteckte, freundliche A.;
wir können Ihrer A. zu sofortiger Zahlung leider nicht
nachkommen; auf wiederholte A. [hin] öffnete er; b)
Einladung: eine A. w einem Besuch; * das ist eine A. zum
Tanz (ugs.; eine Herausforderung): Ist die Einladung eine
.A. zum Tanz", also gefährlich? (Hörzu 7. 1972. 96).
Aufforderungs-; -Charakter, der (Psych.): von einer Sache
(xi. einem Geschehen ausgehender Reiz, der zu einem
bestimmten Verhalten auffordert, ein bestimmtes Verhalten
provoziert: der A. des Werkzeugs; -satz* der (Sprachw.):
Satz, der einen Wunsch od. Befehl ausdrückt (z. B. Wärst
du doch gekommen!; Folge ihm!); ^schreiben, das:
(offizieller) Brief, der zu etw. auffordert: wir haben vom
Finanzamt ein A. erhalten.
aufforsten f^pflbrstn] <sw. V.; hat) (Forstw.): ein
abgeholztes] Gelände mit Bäumen bepflanzen: einen Kahlschlag
mit verschiedenen Holzarten a.; man hat das Ödland
aufgeforstet und Industrien errichtet; <Abl.:) Aufforstung, die;
-. -en.
auffressen <st. V.; hat): 1. ganz fressen, fressen, bis nichts
mehr davon übrig ist: das Futter a.; das Fleisch hat unsere
Katze aufgefressen; (derb von Personen:) die Jungen fraßen
die Torte im Handumdrehen auf; Ü jmdn. vor Liebe a.
können (ugs.; überschwenglich lieben)', wenn die Sache
schiefgeht, frißt uns Thompson auf (ugs.; ist er sehr ärger-
lieh auf uns; Kirst. 08/15. 810). 2. (ugs.) völlig, bis zur
Erschöpfung beanspruchen: aushöhlen, ruinieren: die Arbeit
frißt mich auf: man wird aufgefressen von den Steuern
und Zinsen.
aifflrieren <st. V.): I. (landsch.) a) auftauen <ist): der Teich
ist [wieder] aufgefroren; b) auftauen (hat): wir haben die
Wasserleitung [wieder! aufgefroren. 2. (Landw.. Forstw.)
sich durch Einwirkung von Bodenfrost /mit den Wurzelnj
aus dem Erdreich lösen: das Getreide ist aufgefroren;
<subst.:) das Auffrieren der jungen Tannen.
auffrischen <sw. V.>: I. <hal> a) (Abgenutztes.
Verbrauchtes) wieder frisch machen, erneuern, wiederherstellen: die
Politur der Kommode a.; man hatte die verblichenen
Farben des alten Gobelins aufgefrischt; Sie frischt das Bett
auf und holt Wasser (Waggerl. Brot 105); Ü er hat seine
Englischkenntnisse, seine Erinnerungen, eine alte
Bekanntschaft [wieder] aufgefrischt (erneuert, aktiviert); b) (einen
Vorrat o. ä.) ergänzen: wir haben unseren Weinvorrat [wie-
derl aufgefrischt. 2. (vom Wind) stärker werden, heftiger
wehen <hat/ist>: der Wind hatte/war aufgefrischt; <AbI.:)
Auffrischung, die; -. -en.
auffrisieren <sw. V.; hat) (ugs.): 1. (einen Motor o. ä.) durch
technische Veränderungen leistungsstärker machen: sie
hatten das Motorrad auffrisiert; auffrisierte Maschinen. 2.
noch einmal frisieren (um der Frisur die vollkommene Form
zu geben): bevor ich ins Theater fuhr, ließ ich mir die
Haare a; die Damen noch einmal rasch a
aufführbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich auffü/iren
lassend; so beschaffen, daß man es aufführen kann; zur
Aufführung geeignet: eine kaum -e Oper; ist dieses Drama
überhaupt a.?; <Abl.:> Ausführbarkeit, die; -; aufführen <sw.
V.; hat) [1 a: urspr. = jmdn. auf die Bühne (hinauOführenJ:
1. a) (ein Theaterstück, einen Film, ein Werk der Musik.
Tanzkunst o. ä.) einem Publikum darbieten: Stücke
moderner Autoren, ein Ballett, einen historischen Film a.;
immerhin führt man wieder Majakowski auf (spielt man seine
Stücke; Koeppen. Rußland 99); b) vollführen, machen,
veranstalten: einen Ringkampf a.; Ü mußt du denn gleich
so ein Theater a. (ugs.; dich unnötig erregen)! 2. <a. +
sich) sich in bestimmter Weise benehmen, betragen: sich
gut. anständig, schlecht a.; er hat sich wie ein Verrückter
aufgeführt; er hat sich wieder einmal aufgeführt!
(unpassend, skandalös benommen). 3. nennen, aufführen,
aufzählen: jmdn. als Zeugen namentlich a.; er hatte noch weitere
Beispiele aufgeführt; die in der Rechnung aufgeführten
Posten. 4. (geh.) errichten, hochziehen, bauen: eine Mauer
a.; das Haus Ist aus grauen Quadersteinen aufgeführt;
<Abl.:> Allflühruns« die; -. -en: 1. das Spielen eines Stückes.
Vorführung. Vorstellung: eine gute, gelungene,
mittelmäßige A.; bei der A. von Schnitzlers .Aeigen14 kam es zu
einem Skandal; *etw. zur A. bringen (Papierdt.; aufführen).
2. <P1. ungebr.) (selten, geh.) Betragen. Verhalten: eine
wohlerzogene, sonderbare, unwürdige A.; Zouzou. die sich
für meine A. verantwortlich fühlte (Th. Mann. Krull 395).
3. das Auffuhren (3), Nennen: die A. der Ausgaben im
Jahresbericht. 4. (geh.) das Aufführen (4), Errichten: bei
der A. des Gerüstes stürzte ein Bauarbeiter ab.
auflührungs-. Auflührunos- (Aufführung 1); ^praxts. die <o.
PI.) (Musik): die zur akustischen Darbietung eines
Notentextes gehörigen Techniken, Regeln u.a.: von der A.
mittelalterlicher Gesänge wissen wir nur sehr wenig; --recht, das:
das Recht des Urhebers, sein Werk öffentlich aufzuführen:
das A. ist an die Erben des Komponisten übergegangen;
-reif <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): das Theaterstück ist
nicht a.
auffüllen <sw. V.; hat): 1. a) nachfüllen: öl a.; vor der
Grenze hatten wir noch schnell Benzin aufgefüllt; b) fast
Leergewordenes wieder füllen, mit einer Flüssigkeit bis zum
Rand vollfüllen: den Tank a.; die Kanister mit Petroleum
a. 2. ergänzen; zahlenmäßig wieder auf einen bestimmten
Stand bringen: wir haben unseren Vorrat, unsere Bestände
noch nicht wieder aufgefüllt; das Bataillon wurde aufgefüllt
(die Verluste wurden ersetzt). 3. (ugs.) auf einen Teller
o. ä. füllen: ihr könnt euch die Suppe selbst a.; ich ließ
mir zum zweiten Mal a. (noch einen Nachschlag geben).
4. (Gastr.) eine größere Menge Flüssigkeit an, zu etw. gießen:
sie füllte das angedünstete Gemüse mit einer Fleischbrühe
auf; weißen Rum mit ... Apricot zusammengeben und
mit Sekt aufTüllen (MM 28. 3. 69. 5). 5. (Tieferliegendes
durch Aufschütten) höher machen: man hatte das Ufer
an manchen Stellen aufgefüllt. 6. <a. + sich) (Met.) (von
einem Tief) schwächer werden, siclxj abflachen: das Tief
hat sich aufgefüllt; <Zus. zu 5:> Allffullmatertal. das: A.
für den Bau des Autobahnkreuzes; <Abl. zu 1. 2. 5:>
Auffüllung die; -. -en.
auffunkeln <sw. V.; hat): funkelnd aufleuchten: der Rubin
funkelte auf; seine Augen hatten bei diesen Worten kurz
aufgefunkelt.
auffufien <sw. V.; hat) (Reiten): (vom Pferd) den Huf auf
den Boden setzen; auftreten: beim Trab fußt das diagonale
Beinpaar auf; <subst.:) eine Gangart, bei der Sie ein
dreifaches AufTußen spüren (Dwinger. Erde 97).
auffuttern <sw. V.; hat) (ugs. scherzh.): mit großem Appetit
aufessen: ich futtere auch noch die übriggebliebenen
Brötchen auf.
'auffuttern <sw. V.; hat>:a)fc/n junges Tier) großziehen,
großfüttern: er hat den jungen Falken mit Hackfleisch
aufgefuttert; b) (faxn.) jmdn.. der ausgehungert, geschwächt
ist. durch reichliche Ernährung wieder kräftigen: Er erzählte,
wie er ins Moor geraten und endlich von Fischern gefunden
und aufgefüttert worden war (Rinser. Jan Lobel 39).
2&uffUttern <sw. V.; hat) (Bauw.): eine feste Unterlage mit
Brettern. Spänen o.a. belegen, bis eine bestimmte Höhe
erreicht ist.
Aufgabe, die; -. -n: 1. <P1. ungebr.) das Aufgeben (1).
Übergabe zur Weiterleitung, -bearbeitung: die A. eines
Telegramms, einer Annonce; hilfst du mir bei der A. des
Gepäcks? 2. a) etw.. was jmdm. zur Bewältigung aufgegeben
ist. wasjmd. tun muß; Auftrag. Verpflichtung. Obliegenheit:
eine vordringliche, schwere, verantwortungsvolle A; es
war eine reizvolle, dankbare, interessante A.; wichtige -n
stehen ihm bevor, warten auf ihn; das ist nicht meine
A. (Pflicht); es ist nicht die A. (Sinn. Zweck. Absicht)
dieser Darstellung. ...; sie sah es als ihre A. an. den Chef
zu unterrichten; eine A. übernehmen, bewältigen; er
bekam, erhielt die A.. Geld zu beschaffen; dieses Instrument
hat die A. (Funktion). ...; sich einer A. [nicht] gewachsen
fühlen; vor einer neuen A. stehen; er sah sich vor die
A. gestellt. ...; ich habe es mir zur A. gemacht (zum
Ziel gesetzt). ...; b) dem Denken aufgegebenes Problem:
eine schwierige, verwickelte, unlösbare A.; c) <meist PI.)
Hausarbeit für die Schule. Schularbeit: mündliche,
schriftliche -n; keine -n aufhaben, aufbekommen; die Kinder
müssen noch ihre -n machen, erledigen; d) etw.. was
ausgerechnet werden soll (im Rahmen des Unterrichts);
Rechenübung: in der letzten Mathematikarbeit hatte sie von fünf
-n zwei nicht lösen können. 3. <P1. ungebr.) a) das Aufgeben
(7a). das Nichtfortsetzen: die A. des Widerstandes; die
A. (Sport; der Abbruch; die vorzeitige Beendigung) des
210
aufgedunsen
Kampfes; der Betreuer warf zum Zeichen der A. (Boxen;
Abbruch des Kampfes) das Handtuch in den Ring; b) das
Aufgeben (7 b). das Sichtrennen von etwas. Verzicht: die
A. seiner Pläne. Forderungen. Gewohnheiten; die A.
(Niederlegung) seiner verschiedenen Ehrenämter; die Besitzer
haben sich zur A. (Auflösung. Schließung) ihres Geschäftes
entschlossen; sie wurden zur A. der Wohnung gezwungen.
4. (Sport, bes. Volleyball) das Hineinspielen des Balles
in das gegnerische Feld: die A. ausfuhren.
Antobe- (vgl. auch: Aufgaben-): ^bescheinigung, die (Post):
Quittung über die Aufgabe (1) eines Telegramms, einer
Wertsendung o. ä.; Mirt, der: Ort. wo eine Postsendung
aufgegeben wurde: -Stempel, der: Postst&npel. der Ort u. Zeit
einer Aufgabe (1) angibt: ^tag, der: Tag der Aufgabe (1)
einer Postsendung: -Vorrichtung, die (Technik):
Vorrichtung zur gleichmäßigen Übergabe von l Verarbeitungsjgut
an Öfen. Maschinen. Apparaturen u. ä.: -zeit, die: Zeitpunkt
der Aufgabe (1) einer Postsendung.
ntobebi <sw. V.; hat): 1. (salopp) zufällig treffen, kennen
lernen, auf tun [u. zu sich mitnehmen o.a.]: er hatte das
Mädchen in einem Lokal aufgegabelt; Wo in aller Welt
hat die Redaktion diesen Analphabeten aufgegabelt?
(Tucholsky. Werke II. 353); Ü ich gab[e]le mir nur ungern
dne Erkältung auf. 2. (Heu) mit der Heugabel aufnehmen,
um es zusammenzukaufen u. aufzuladen: ich gab[e]le mit
auf; <subst.:> er half beim Aufgabeln.
Antoben- (Aufgabe 2; vgl. auch: Aufgabe-): -bereich, der:
Bereich, in demjmds. Aufgaben. Pflichten liegen:
Arbeitsgebiet: Ressort: das fällt nicht in seinen A.; ^buch. das:
a) Buch, das Übungsaufgaben enthält: b) svw. t ^heft; -feM.
das (selten): svw. t^bereich; -gebiet, das: svw. t^bereich:
steh mit einem neuen A. vertraut machen; -heft. das:
kleines/ Heft, in dem Schul /aufgaben notiert werden:
^komplex, der: zusammenhängende Gruppe von Aufgaben.
Obliegenheiten: die Herauslösung Übersehbarer örtlicher
< aus der umfassenden staatlichen Bürokratie (Fraenkel.
Staat 160); -kreis, der: svw. t-bereich; -Sammlung, die:
Sammlung von Übungs-. Rechenaufgaben: -Stellung, die:
Art u. Weise der Aufgabe, die sich jmdm. stellt: eine neue
A.; unterschiedliche -en: -Verteilung, die: Zuteilung.
Zuweisung der Aufgaben. Pflichten.
arfgagen ['ayfgEgnl <sw. V.; hat): mit Gags versehen: er
hat die Abenteuer des Affenmenschen aufgegagt, benutzt
sie als Vehikel für aktuelle Schnoddrigkeiten (MM 4. 1.
71.21).
Mtohnen <sw. V.: hat): plötzlich, kurz hörbar] gähnen:
während der Unterhaltung gähnte er mehrmals ungeniert
auf.
Aulgalopp, der; -s. -s u. (selten:) -e: a) (Reiten) Probegalopp
der Pferde an den Schiedsrichtern vorbei zum Start: b)
(Sport) erstes Spiel. Beginn. Auftakt: Nach einem kleinen
A. in München-Grünwald flogen wir nach Wien (Walter.
Spiele 128).
Antone« der; -[eis. Aufgänge: 1. (von einem Gestirn) das
Aufgehen. Erscheinen über dem Horizont (Ggs.:
Untergang): den A. der Sonne beobachten; Ü die Erde vom
A. der Sonne bis zu ihrem Niedergang (dichter.; die ganze
Erde). 2. a) aufwärtsführende Treppe (zu einem Eingang
hin): dieses Haus hat mehrere Aufgänge: bitte den A.
an der anderen Seite des Bahnsteigs benutzen!; b) (selten)
aufwärtsführender Weg: wir benutzten den bequemeren
A. zum Gipfel. 3. (Geräteturnen) der Anfang, erste Teil
einer Geräteübung: er nahm den A. mit elegantem Schwung.
4. <o. PI.) (Jagdw.) Wiederaufnahme der Jagd nach
Beendigung der Schonzeit: im Herbst wird zum A. der Auerhahn-
jagd geblasen; <Zus. zu 1:) Aufgangspunkt, der (Astron.):
Stelle, an der ein Gestirn aufgeht: Aszendent: der A. der
Sonne im Osten verschiebt sich von Tag zu Tag.
atoren (gärte /(auch:) gor auf. Ost/hat) aufgegärt/ (auch:)
aufgegoren) (selten): gärend hochsteigen, wie in Gärung
aufbrodeln: Was Wunder, daß... das Menschliche aufgärte
und ... unzüchtig ausartete (Th. Mann. Joseph 54).
■^getauscht: taufbauschen (2).
■rfgeben <st. V.; hat): 1. zur Weiterleitung, -beförderung.
Bearbeitung übergeben: Pakete a.; ein Telegramm am
Schalter, bei/auf der Post a.; wir gaben die Koffer bei
der Bahn, am/auf dem Bahnhof auf; eine Annonce a.
in die Zeitung setzen); der Gast gab beim Ober seine
Bestellung auf. 2. a) eine Hausarbeit für die Schule
auftraten, geben: der Lehrer gab ihnen eine Nacherzählung.
ein Gedicht (zum Auswendiglernen) auf; er hat uns viel
aufgegeben; b) eine Aufgabe stellen, zur Auflösung vorlegen:
die Sphinx, die jedem Vorübergehenden ein Rätsel aufgab;
c) (geh.. veraltend) auferlegen, vorschreiben; auftragen, etw.
zu tun: zu Neujahr, so war uns ... aufgegeben worden,
hatten wir das Anwesen zu räumen (Th. Mann. Krull
82); sie glaubte, es sei ihr aufgegeben (vom Schicksal
bestimmt), schweigend zu dulden. 3. (landsch.) (Speise) auf
den Teller geben; auffüllen: wir ließen uns Riesenportionen
Bratkartoffeln a.; die Mutter mußte den Kindern zum
zweitenmal a. 4. (Technik) / Verarbeitungsjgut auf ein
Fördergerät geben / u. an eine Maschine o. ä. übergeben]:
Schotter a.; man hatte nicht genug Koks aufgegeben (in den
lHochjofen geschüttet). 5. (Kaufmannsspr.) mitteilen,
angeben: der Auftraggeber verpflichtet sich, richtige Maße.
Gewichte aufzugeben. 6. (Ballspiele) svw. taufschlagen.
7. a) nicht fortsetzen, einstellen, mit einer Sache aufhören:
das Rauchen a.; die Verfolgung, seinen Widerstand a.;
ich habe es aufgegeben, darüber nachzudenken; das
Studium a.; den Kampf, ein Rennen a. (Sport; abbrechen,
vorzeitig beenden): b) sich von etw. trennen; auf etw.
verzichten: wegen finanzieller Schwierigkeiten sein Geschäft, seine
Praxis a. (schließen); wir mußten unsere Wohnung,
unseren Haushalt a. (auflösen); seinetwegen hat sie ihren Beruf
als Schauspielerin aufgegeben; ein Amt a. (niederlegen);
Ansprüche. Pläne. Grundsätze. Gewohnheiten a.; alle
Hoffnung a.; die Träume und Ideale seiner Jugend hatte
er längst aufgegeben; c) als verloren od. tot ansehen, keine
Hoffnung mehr auf jmdn. setzen: die Ärzte hatten den
Patienten schon aufgegeben (hatten mit seinem Tod
gerechnet); sie hatten ihren mißratenen Sohn längst aufgegeben;
dich selbst darfst du niemals a.; d) nicht weitermachen,
aufhören: trotz aller Schwierigkeiten nicht a.; er gibt nicht
so leicht auf (läßt sich nicht entmutigen); gib's auf! (ugs.;
bemühe dich nicht, es ist doch zwecklos): e) (Sport) bei
einem Spiel, einem Wettkampf auf eine Weiterführung
verzichten, den Wettkampf vorzeitig abbrechen: der
Europameister mußte in der 7. Runde a.; der vorjährige
Schachjugendmeister gab auf; <Abl.): Aufgeber, der; -s. -: 1. svw.
f Aufgabevorrichtung. 2. (Sport, bes. Volleyball) Spieler,
der die Aufgabe (4) ausführt.
aufgebläht ['«ifgable*]: taufblähen; <Abl.:) Aufgebtththeit
die; -.
aufgeblasen['ayfg3bla:znj: taufblasen (2); <AbI.:)
Aufgeblasenheit, die; -: Wichtigtuerei; Dünkelhaftigkeit.
Aufgebot, das; -[eis. -e [zu f aufbieten]: 1. <P1. selten) eine
(zur Erledigung einer Aufgabe) eingesetzte, aufgebotene
Anzahl (von Menschen. Material u. ä.): ein starkes A. von
Polizeikräften; das deutsche A. wurde von den
Kunstturnern angeführt; mit einem gewaltigen A. an
Hubschraubern u. Sanitätswagen. 2. öffentliche Bekanntmachung der
beabsichtigten Eheschließung eines Paares Idurch Aushang]
(um mögliche Ehehindernisse zu ermitteln): der Pfarrer
verlas von der Kanzel das A. der Brautpaare: das
standesamtliche A. bestellen. 3. (jur.) öffentliche gerichtliche
Aufforderung zur Anmeldung von Ansprüchen, Rechten: auf
das A. der Erbberechtigten hin meldeten sich mehrere
im Ausland lebende Personen. 4. <o. PI.) (veraltend)
Anspannung, Aufbietung: auch das A. seiner ganzen
Verstandeskraft half ihm nicht; mit dem A.. unter A. seiner letzten
Kräfte. 5. (Milit.) a) (bist.) Aufruf zum Waffendienst;
Heranziehung der Wehrfähigen im Kriegsfall; das A. von
Landwehren in den Befreiungskriegen; Ü ihr seid das letzte
A. (die letzte Reserve; Kirst, 08/15. 809); b) (Schweiz.)
Befehl, zur Erfüllung der allgemeinen Dienstpflicht einzurük-
ken; <Zus. zu 2:) Aufgebotsschein, der: Bescheinigung über
das durchgeführte Aufgebot; zu 3: Aufgebotsverfahren« das:
Verfahren zur Ausschließung von Rechten, die nicht
innerhalb der im Aufgebot enthaltenen Frist angemeldet werden.
aufgebracht f^ifgabraxt]: taufbringen (4 a); <Abl.:>
Aufgebrachtheit, die; -.
aufgedonnert: f aufdonnern.
aufgedreht ['ajifgddre.t] <Adj.; -er. -este) [zu taufdrehen
(4 a)] (ugs.): überaus angeregt, animiert, in Stimmung: eine
-e Gesellschaft; er war heute sonderbar a. (bis zur
Überreiztheit angeregt, in Schwung): <Abl.:> Aufgedrehtheit.
die; -.
aufgedruckt: taufdrucken.
aufgedunsen ['^lfgddunzn] <Adj.) [2. Part, von veraltet auf-
dunsen = aufschwellen machen]: ungesund aufgequollen.
14*
211
A ufgedunsenheit
aufgeschwemmt: ein -er Leib; sein Gesicht war müde und
a.; Ü die oft recht -cn Einleitungen (Enzensberger.
Einzelheiten I. ISO); <Abl.:> Aufgedunsoteit. die; -.
aufgehen <unr. V.; ist): 1. aufsteigen, am Horizont erscheinen
(Ggs.: untergehen): der Mond, die Sonne ist aufgegangen;
das Land der -den Sonne (Japan); Ein neuer Morgen
geht auf über dem Donautal (bricht an; Bamm. Weltlaterne
19). 2. a) sich öffnen (Ggs.: zugehen): plötzlich ging die
Tür auf; das Fenster geht nur schwer auf (läßt sich kaum
öffnen); endlich ging der Vorhang auf. und die Vorstellung
begann; b) sich öffnen, so daß Blut. Eiter austreten kann;
aufplatzen: ihre Lippen waren aufgegangen; er drückte,
bis das Geschwür aufging; c) sich lauf-, los]lösen; nicht
halten: der Verband, der Reißverschluß, der Knoten geht
immer wieder auf; das Einmachglas ist aufgegangen (ist
nicht mehr dicht); d) sich entfalten, sich auseinanderfalten:
die Knospen gehen schon auf; die Tulpen gingen in der
Wärme sofort auf: der Fallschirm ging nicht auf. 3. a)
(von Gewachsenem) sichtbar werden; aufkeimen,
hervorkommen, emporwachsen: der Samen ging [nicht] auf; das
zarte Grün der aufgehenden Saat; die Pocken gehen auf
(die Pockenimpfung verläuft positiv): Ü diese Teufelssaat
wird eines Tages a.; b) (geh., selten) in jmdm. allmählich
entstehen, aufsteigen: in ihm ging eine Ahnung auf. 4.
(von Teig) durch ein Treibmittel aufgetrieben werden: der
Hefeteig geht auf; Hefestollen, die im Backofen prächtig
aufgingen. 5. jmdm. zum Bewußtsein kommen, klarwerden:
ihr geht die Bedeutung, der Sinn, die Tragweite dieses
Geschehens [nicht] auf; mir war noch nicht aufgegangen,
was er eigentlich von mir wollte. 6* (Math.) ohne Rest,
völlig auflösbar sein: alle geraden Zahlen gehen durch 2
geteilt auf; die Rechnung, die Division ist nicht glatt
aufgegangen; Ü es muß nur alles schön sauber a. wie im
Theater (Rinser. Mitte 88). 7. a) seine Erfüllung finden,
mit jmdm.. etw. eins werden: ganz in den eigenen Kindern,
in der Familie, in seinem Beruf a.; nicht in der Masse
a. wollen; b) übergehen; sich auflösen: in blauen Dunst
a. 8.) (Jagdw.) (von der Jagd) nach Beendigung der Schon-
zeit von neuem beginnen: wenn die Jagd auf den Rehbock
aufging (Löns. Haide 101). 9. (Jagdw.) (von Federwild)
aufsteigen, auffliegen. 10. (Bergmannsspr.) (von
Grubenwasser) in die Höhe steigen.
aufgehoben: f aufheben (2. 3 a).
aufgeien <sw. V.) (Seemannsspr.): mit Hilfe von Geitauen
das Rahsegel zusammenholen.
aufgeben <sw. V.; hat) (selten): mit der Geige (zum Tanz
o.a.) aufspielen; Ü Bei strömendem Regen ... geigte das
... Sportklubensemble stellenweise großartig auf (ugs.;
erbrachte großartige Leistungen; Express 6. 10. 68. 13).
aufseilen <sw. V.; hat) (derb): in geschlechtliche Erregung
bringen: sie schleppten den Alten in Pornofilme, die ihn
a. sollten: nachts geilt er sich an Bildern Junger Männer
auf (Rechy [Übers.]. Nacht 183); Ü wer so weit...
zurückliegt .... der kann sich nur an dem ethischen und
moralischen Aspekt einer Herzverpflanzung a. (Spiegel S. 1968.
8).
aufgeklärt [%ifgakle:?tl <AdJ.; -er. -este)://*/ von
Aberglauben u. Vorurteilen; freisinnig: ein -er Geist; die Menschen
sind heute -er als früher; er gibt sich sehr a.; <Abl.:>
Aufgeklärtheit die; -.
aufgeknöpft ['^lfgaknacpjtl <Adj.; -er. -este) [zu
taufknöpfen] (ugs.): zugänglich, ^geschlossen, mitteilsam
(Ggs.: zugeknöpft): er war an diesem Abend erstaunlich
a.
aufgekratzt ['qiifgakra&tl <AdJ.; -er. -este) (zu taufkratzen
(3)) (ugs.): sehr lustig, gutgelaunt u. lebhaft; aufgedreht:
je weiter der Abend vorrückte, desto aufgekratzter wurden
die Gäste; <Abl.:) Aufgekratztheit, die; -.
Aufseid« das; -[eis. -er: 1. (Geldw.): svw. t Agio. 2. (landsch.)
zusätzlich zu bezahlender od. bezahlter Betrag. Zuschlag:
eine geziemend private Tracht des Kutschers ... hatte ich
gegen ein leichtes A. zur Bedingung gemacht (Th. Mann.
Krull 404). 3. (landsch.. veraltend) Anzahlung bei Abschluß
eines Kaufes: der Bauer zahlte für die Stute das vereinbarte
A.
aufgelegt l ^ifgsie:kt] <AdJ.; o. Steig.): 1. in bestimmter
Weise gestimmt, gelaunt: der gut. schlecht -e Vater; ich
fühlte mich glänzend a.; er ist heute besser a. als gestern;
*zu etw. a. seh (in der Stimmung, bereit sein. etw. zu
tun): sie war zum Tanzen. Plaudern. Scherzen a.; die
Schüler sind mal wieder zu Streichen a.; ich bin heute
nicht [dazu] a.. Besuch zu empfangen; (auch attr.:) ein
zu Jedem Unfug -es Kind. 2. (nur attr.) (abwertend) klar,
offensichtlich, offenkundig: das ist ein -er Unsinn.
Schwindel; es ist ein -es Geschäft (landsch.; ein Geschäft, das
etwas einbringen wird; Fallada. Mann 159); <Abl. zu 1:>
Aubetegtheit. die; -.
aufgellen <sw. V.): plötzlich, kurz gellen: ein Schrei gellte
auf.
aufgelockert: tauflockern (1. 3b).
aufgeHst ['qiifgate.'st] <AdJ.; -er. -este; nicht adv.): a) außer
sich, aus der Fassung gebracht: er war vor Schmerz, Trauer.
Freude ganz a.; b) erschöpft, schwach und benommen: ich
bin ganz a. bei dieser Hitze; sie kam völlig durchnäßt
und a. bei uns an; <Abl.:) Aufgekfetheitv die; -.
aufgemacht: taufmachen (4).
aufgeputzt: taufputzen.
aufgeräumt [^yfeoymt] <Adj.; -er. -este; nicht adv.):
gutgelaunt, in gelöster, heiterer Stimmung, munter: Mahlke ...
spielte Jenen -en Onkel, der nach jahrelanger und
abenteuerlicher Abwesenheit auf Besuch kommt (Grass. Katz
171); er war heute besonders a. <Abl.:> Aufgeräumtheit
die;-.
aufgeregt ['qpfgarckt]: taufregen (1 a); <Abl.:)
Aufgeregtheit, die; -.
Allfgeaang, der; -[eis. Aufgesänge (Verslehre): der meist aus
zwei gleichgebauten Stollen bestehende erste Teil der
Meistersangstrophe (Ggs.: Abgesang).
aufgeschlossen fq^ifgajbsn] (Adj.X offen, zugänglich,
empfänglich, interessiert: ein -er junger Mann; sie macht einen
-en Eindruck; er war an diesem Abend heiter und a.;
eine Generation, die dem Problem der Minderheit -er
gegenübersteht/die -er ist gegenüber dem Problem; a. für
religiöse, politische Fragen; <Abl.:> Aufgeschlossenheit, die;
-: erwartet wird A. für die Probleme Junger Menschen;
seine A. gegenüber neuen Strömungen in der Kunst; ein
Buch mit A. lesen.
gufgesdmissen [2. Part, von: aufschmeißen = stranden
(vom Schiff)] nur in der Verbindung a. sein (salopp; sich
in einer schwierigen Lage befinden u. nicht mehr
weiterwissen): wenn er uns nicht hilft, sind wir a.; ohne unseren
Wagen wären wir hier restlos a.
aufgeschossen: taufschießen (1 b).
aufgeschwemmt ['^lfgaJvEmt]: taufschwemmen; <Abl.:)
Aufcschwemmtheit, die: -•
aufgesprungen: t aufspringen (5).
aufgetakelt: tauftakeln (2).
aufgeweckt f^ifgavekt] <AdJ.; -er. -este; nicht adv.): von
rascher Auffassungsgabe, geistig wach u. lebhaft, klug: ein
-es Kind; eine -e Klasse; ich war a. und ehrgeizig genug,
mich für diese Dinge zu interessieren (K. Mann.
Wendepunkt 61); <Abl.:> Aufgewecktheit, die; -.
aufgeworfen: taufwerfen (1 c. 3. 5).
aufgezogen: taufziehen (4 b).
aufgießen <st. V.; hat): a) (ein Getränk) aufbrühen: Tee.
Kaffee a.; b) (Wasser o. ä.) auf. über etw. gießen: während
sie langsam das kochende Wasser aufgoß (Rinser. Mitte
121); c)Gastr. /mit etw.) auffüllen (4): eine Mehlschwitze
a.; zieht den Topf vom Feuer und gießt ... mit kaltem
Wasser auf (Lux-Kochlexikon o. J.. 73).
aufglänzen <sw. V.; hat): plötzlich zu glänzen beginnen,
aufleuchten: der Mond glänzte hinter den Tannen auf;
Manchmal glänzte ein Punkt auf wie Staub ... im Licht (Gaiser.
Jagd 89); Ü ihr Gesicht hatte bei seinen Worten aufgeglänzt
(zeigte einen Ausdruck der Freude, des Glücks).
aufgleisen <sw. V.; hat) (Technik): etw. auf Gleise setzen:
einen neuen Güterwagen a.; die Arbeiter gleisten die
Straßenbahn wieder auf; <Abl.:> Aufgleisung« die; -. -en. dazu:
Allfgleisungsgerät, das: Gerät, mit dessen Hilfe entgleiste
Fahrzeuge wieder auf die Schienen gesetzt werden können:
Mit Hilfe eines hydraulischen -es wurde der schwere
Straßenbahnwagen angehoben (MM 4. 12. 70.4); <Zus.:> Auf-
gletsvorrkhtung, die: svw. t Aufgleisungsgerät.
Aufgleit- (Met.); ^fliehe, die: Trennfläche zwischen kalten
u. warmen Luftmassen, bei denen das Aufgleiten eintritt;
^front, die: Schnittlinie der Aufgleitfläche mit dem
Erdboden; ^zone, die: Bereich, in dem das Aufgleiten eintritt.
aufgleiten <st. V.; ist) (Met.): (von Luftmassen) sich
fgleitend J über etw. schieben: jene Wetterlagen, bei denen aus
südwestlicher bis südöstlicher Richtung in der Höhe
212
Aufhärtung
Warmluft über Kaltluft aufgleitet (MM 21. 12. 70. 3);
(meist subst.:) das Aufgleiten wärmerer Luftmassen.
ausgliedern <sw. V.; hat): (ein Ganzes) nach bestimmten
Gesichtspunkten aufteilen, unterteilen u. einordnen: die
Gesellschaft soziologisch, in Klassen a.; in der letzten Stunde
haben wir die Zeitwörter aufgegliedert in starke, schwache
und unregelmäßige; <Abl.:> Aufgliederung, die; -. -en.
aufglimmen <glomm/(selten:) glimmte auf. ist aufgeglom-
men/(selten:) aufgeglimmt) (geh.): zu glimmen beginnen.
Klimmend aufleuchten: ein einzelner Stern glomm auf; die
Scheite glommen im Windzug noch einmal auf; Ü
(dichter.:) es glomm ein Plan in mir auf (Jahnn. Geschichten
26); die in ihm aufglimmende Hoffnung.
aufglitzern <sw. V.; ist/hat): glitzernd aufscheinen: die
Tautropfen glitzerten in der Sonne auf; Ü in ihren Augen
hatte für einen Moment Spott aufgeglitzert.
aufglühen <sw. V.; ist/hat): zu glühen beginnen, glühend
aufleuchten: die Zigarette glühte im Dunkeln auf; unter der
Asche glühte das Feuer noch einmal auf; U ihr Gesicht
glühte auf (wurde rot) vor Empörung. Scham; Der Spieß
glühte vor Freude auf wie ein Stoppsignal (Kirst. 08/15.
1S9); die plötzlich in ihm aufglühende Leidenschaft.
aufgraben <st. V.; hat): a) (Erde) umgraben, durch Graben
auflockern: die Weinbauern gruben den trockenen
Lehmboden auf; b) durch Graben öffnen, freilegen: eine
Wasserader a.; sie hatten die Hoffnung, eines Tages den Schatz
aufzugraben; <Abl.:) Allfgrabung. die; -. -en.
aufgrätschen <sw. V.; hat/ist) (Turnen): sich so auf ein Gerät
schwingen, daß man mit gegrätschten Beinen bzw. Füßen
darauf aufkommt: er ist auf den Barren aufgegrätscht;
du hast prima aufgegrätscht.
aufgreifen <st. V.; hat): 1. (jmd.. der sich herumtreibt, bes.
einen Jugendlichen, einen Verdächtigen o.a.) ergreifen,
festnehmen: den entsprungenen Häftling, einen Jugendlichen
Ausreißer bei einer Razzia a.; wird ... eine halb verhungerte
Landstreicherin aufgegriffen (Mostar. Unschuldig 90). 2.
a) als Anregung] aufnehmen u. weiter verfolgen, sich wieder
mit etw. befassen: ein Thema, einen Gedanken a.; die
Presse griff den Fall auf; b) an etw. anknüpfen, etw.
fortsetzen, wieder aufnehmen: das frühere Gespräch a. 3. (selten)
aufheben, aufnehmen: er... griff... den Degen vom Boden
auf (Th. Mann. Krull 435).
auf Grynd, (auch:) aufgrund: t Grund (5).
aufgrünen <sw. V.; hat): (ein Gebiet) mit / mehr] Grünflächen
versehen: die Stadtverwaltung hat sich endlich dazu
entschlossen, das Neubaugebiet aufzugrünen; <Abl.:>
Aufgrünung, die; -. -en.
aufgrunzen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz grunzen.
aufgucken <sw. V.; hat) (ugs.): nach oben, indie Höhe blicken:
aus der Versunkenheit herausgerissen] aufsehen,
hochschauen: Die Frau guckt etwas rot und verlegen auf (Re-
marque. Westen 186); er guckt kaum von der Arbeit auf.
aufgurten <sw. V.; hat): (einem Pferd) den Bauchgurt lösen:
das Pferd a.
Aufguß, der; Aufgusses. Aufgüsse: aufgegossene Flüssigkeit:
Lösung aus mit siedendem] Wasser übergossenen Pflanzen^
teilen: einen A. aus Sennesblättern machen, bereiten; Ü
was er später schrieb, war nur noch ein zweiter, ein
schwacher A. (abwertend; Nachbildung, Abklatsch) seiner ersten
Gedichte; <Zus.:) Aufgußtierchen, das (meist PI.) (Biol.):
mikroskopisch kleines einzelliges Lebewesen, das in
faulenden Pflanzenaufgüssen in großer Menge auftritt,
Infusionstierchen, Infusorium.
aufhaben <unr. V.; hat) (ugs.): 1. aufgesetzt haben: einen
Hut a.; sie hat ihre Brille nicht aufgehabt. 2.
(Hausaufgaben) aufgetragen bekommen, zu erledigen haben: viel,
wenig a.; haben wir für morgen etwas in Englisch auf?
3. a) geöffnet haben: wir hatten die Tür auf (offenstehen):
das Kind hatte die Augen schon auf; b) nur mit Mühe)
aufbekommen haben: endlich einen Knoten a.; hast du
den Koffer noch nicht auf?; c) (von Geschäften. Behörden
o.a.) geöffnet haben, noch bedienen: der Bäcker an der
Ecke hat noch bis 19* auf; die Hauptpost hat auch abends
auf; wir haben unser Geschäft samstags nicht auf. 4.
aufgegessen haben: er hat sein Brot noch nicht auf. 5. (Jägerspr.)
Geweih od. Gehörn tragen: der Hirsch hat kapital auf.
aufhacken <sw. V.; hat): a) mit der Hacke öffnen, aufbrechen:
den gefrorenen Boden, die Eisfläche a.; die Männer hackten
das Pflaster auf; b) (von Vögeln) mit dem Schnabel öffnen:
dne Nuß a.
aufhaken <sw. V.; hat): 1. einen Hakenverschluß lösen.
(Zugehaktes) öffnen (Ggs.: zuhaken): die Gartentür, die
Fensterläden, den Kragenverschluß a. 2, (Jägerspr.) svw.
taufblocken.
aufhakten ['^yfhaidn] <sw. V.; hat): (nicht verkäufliche Kohle
o.a.) auf Halden legen: Abi.: Auftaklung, die; -. -en.
aufhallen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz hallen: Im gleichen
Moment hallte ein Schuß auf (Plievier. Stalingrad 61).
aufhaben <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): aufbürden: jmdn..
sich mit etw. od. jmdm. belasten: jmdm. zuviel Arbeit a.;
vielleicht haben wir ihm zuviel Verantwortung aufgehalst;
sie hat ihrer Mutter auch noch das dritte Kind aufgehalst;
Hat der Mann wirklich gedacht, sich zwei Weiber auf
einmal aufzuhalsen (Döblin. Alexanderplatz 1S9).
Aufhalt, der; -[eis. -e (landsch.): Verzug. Unterbrechung:
Das Volk tanzte ohne A. (Reinig. Schiffe 25); aufhalten
<st. V.; hat): 1. a), für eine Weile j daran hindern, weiterzu-
gelangen. voranzukommen: zurückhalten: einen Fliehenden,
scheuende Pferde a.; den Vormarsch der feindlichen
Truppen a.; auf der Heimfahrt hat uns eine Kuhherde
aufgehalten; eine Entwicklung, die Katastrophe nicht a.
(verhindern, abwenden) können; der Kerl hält doch bloß den
ganzen Betrieb auf (wirkt hemmend): b) /für eine Weile]
von einer anderen wichtigeren] Tätigkeit abhalten: stören:
sie wollte ihn mit ihren Fragen nicht unnötig a.; lassen
Sie sich durch mich nicht a.!; c) <a. + sich) sich mit
jmdm.. etw. zu eingehend befassen: er kann sich nicht mit
jedem schwachen Schüler a.; wir wollen uns nicht länger
bei diesen Fragen, mit solchen Nebensächlichkeiten a.
2. <a. -l- sich) bei jmdm.. irgendwo vorübergehend leben,
verweilen, sein: sich zu Hause, bei Freunden a.; tagsüber
hielt er sich in Museen auf. 3. (ugs.) /für einen anderen]
geöffnet halten, offenhalten: jmdm. die Tür a.; halten Sie
bitte das Netz auf. damit ich die Kartoffeln hineinschütten
kann. 4. <a. + sich) sich aufregen, sich abfällig äußern:
sich über jmds. Benehmen. Aussehen a.; du hältst dich
darüber auf. daß ... 5. (nordd. ugs.) aufhören: kannst du
nicht endlich mit dem Quatsch a.?; (Abi. zu 2:) aufhältlich
['^ifheltli^J <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Schweiz.): sich
vorübergehend! irgendwo aufhaltend, befindend: wohnhaft:
der Geschäftsherr ist in Bern a.; <Zus. zu 1 a:> Aufhaltstoß,
der (Fechten): gerader Verteidigungsstoß in den
gegnerischen Angriff hinein, wodurch dieser zurückgehalten wird:
Aufhaltung, die; -. -en (selten): Verzögerung.
Unterbrechung: wegen mehrfacher -en konnte er nicht rechtzeitig
kommen.
aufhängen <sw. V.; hat): 1. a) auf eine entsprechende
Vorrichtung hängen: den Mantel a.; das Bild [an einem Nagel]
a.; Wäsche zum Trocknen. Gardinen a.; (ugs. scherzh.:)
auf welchem Bügel darf ich mich ( = meinen Mantel o.a.)
a.?; Einzeln aufgehängte (angebrachte) Räder ... sorgen
für guten Kontakt zur Straße (Hörzu 40, 1971, 555); b)
nach beendetem Telefongespräch den Hörer an den Haken
am Telefonapparat hängen: der Teilnehmer hatte [den
Hörer] schon aufgehängt. 2. (ugs.) a) durch Hängen töten:
den Mörder [an einem Baum] a.; als scherzhafte Drohung:
ich häng* dich auf. wenn du nicht pünktlich bist; b) <a.
+ sich) sich erhängen: er hat sich an seinen Hosenträgern,
mit einer Wäscheleine aufgehängt. 3. (ugs. abwertend)
a) jmdn. dazu bringen, etw. Minderwertiges] zu kaufen,
jmdm. etw. andrehen, aufschwatzen: du hast dir einen viel
zu teuren Teppich a. lassen; b) jmdm. etw. (Unwahres)
erzählen, aufbinden: wer hat dir denn dieses Märchen
aufgehängt?; c)jmdm. etw. (Unangenehmes. Mühevolles)
aufbürden, zuschieben: warum hast du dir diese langweilige Arbeit
a. lassen?; er hat ihr ein Kind aufgehängt (sie schwanger
gemacht). 4. (etw. Umfassenderes von einem bestimmten
Geschehen. Problem o.a. ausgehend) entwickeln: er hat
seine Darstellung des Rassenproblems an einem
bestimmten Fall aufgehängt; <Abl.:) Aufhänger, der; -s. -: 1. kleine
Schlaufe an Kleidungsstücken o. ä. zum Aufhängen: an den
Handtüchern müssen noch A. angenäht werden. 2. i
aktuelles] Ereignis o. ä.. das als Anlaß dient für die
'journalistische! Behandlung eines Themas: der Bestechungsskandal
erwies sich als geeigneter A. für eine breit angelegte Kritik
an der Regierung; <Abl. zu 1 a:> Aufhängung, die; -
(Technik): Art und Weise, wie etw. aufgehängt, angebracht ist:
die A. der Räder ist bei den Automodellen unterschiedlich.
Aufhärtung, die; - (Technik): die beim Schweißen von
Werkstücken erreichte höchste Härte: die A. von Stählen.
213
aufhaschen
aufhaschen <sw. V.; hat) (landsch.): etw. mit einer raschen
Bewegung fangen, erhaschen: er hatte einen prächtigen
Schmetterling aufgehascht; Ü ich konnte seinen Blick a.
aufhauen <hieb/(ugs.:) haute auf. hat/ist aufgehauen (vgl.
3)): 1. gewaltsam öffnen, aufschlagen (hat): die Kokosnuß
mit einem Hammer a. 2. (ugs.) a) mit einem Körperteil
auf etw. hart auftreffen, aufschlagen <ist>: er ist mit dem
Hinterkopf auf dieAauch:) auf den Fliesen aufgehauen;
b) sich (durch einen harten Aufprall) einen Körperteil
verletzen (hat): ich habe mir bei dem Sturz das Knie aufgehauen.
3. (Perf.: hat aufgehaut) (österr. ugs.) schlemmen, prassen:
arme Leute, die es sich nur bei besonderen Gelegenheiten
leisten könnten, „aufzuhauen*1 (A. Drach.
Zwetschkenbaum 213). 4. (Bergmannsspr.) (bei schrägem Grubenbau)
die Strecke einer Lagerstätte von unten nach oben vortreiben
(hat) (Ggs.: abhauen 4).
aufhäufeln (sw. V.; hat): a) (eine junge Pflanze) mit
aufgehäufter Erde umgeben: die Bohnen a.; die Erde mit einer
Hacke a. (zu einem Haufen aufwerfen): b) (Heu o.a.)
zukleinen Haufen aufschichten: (Abi.:) Aufhäuflellung. die;
-. -en; aufhäufen (sw. V.; hat): a) zu /einem] Haufen auf-
einanderlegen, aufschichten: Erde. Kartoffeln a.; Ü er hat
Reichtümer aufgehäuft (angesammelt): b) (a. + sich)
sich zu einem Haufen auftürmen, zu einem Haufen
anwachsen: in der Abfallgrube häuft sich der Müll auf; auf dem
Schrank liegen alte Zeitungen aufgehäuft; Ü seine Schulden
hatten sich so aufgehäuft (angesammelt), daß er Konkurs
anmelden mußte; (Abi.:) Aufhäufung, die: -. -en.
aufheben (st. V.; hat): 1. a) / vom Boden) aufnehmen,
hochheben: einen Stein a.; etw. Heruntergefallenes wieder a.;
Er hob mich vom Stuhl auf. als wäre ich eine Puppe
(Jahnn. Geschichten 218); wir versuchten, den hilflos
Daliegenden aufzuheben (wieder aufzurichten) ;b)(a. + sich)
(geh., veraltend) sich erheben, aufstehen: ich hob mich
mühsam vom Sessel auf; Und erst, als ... die Sterne ...
blinkten. ... hoben sie sich wieder auf und wanderten
weiter (Plievier. Stalingrad 285); Ü Die menschliche Klage,
die sich zu Gott aufhob (Wiechert. Jeromin-Kinder 176);
c) in die Höhe heben, erheben, hochstrecken: die Hand
zum Schwur a.; Es sind nicht die besten Schüler, die
immerzu den Zeigefinger aufheben (Wiechert. Jeromin-Kinder
323); die Schüler wagten nicht, den Kopf aufzuheben;
sie hob den Blick, die Augen fragend zu ihm auf (geh.;
blickte zu ihm auf)', d) an-, hochheben: er hob den Deckel
des Suppentopfes auf. 2. aufbewahren: etw. gut. sorgfältig
a.; Briefe zur Erinnerung a.; Den Untergang dieser Stadt
schien sich der Satan ... bis zum Schlüsse aufgehoben
zu haben (Erh. Kästner. Zeltbuch 86); sie hebt alles auf
(wirft nichts weg): du hebst dir das Beste immer bis zum
Schluß auf; gut/schlecht o. ä. aufgehoben sein (bei jmdm..
irgendwo in guter Obhut sein, gut versorgt sein): das Kind
war bei seinen Pflegeeltern gut aufgehoben; Geheimnisse
sind bei ihm schlecht aufgehoben (nicht am richtigen Ort).
3. a) nicht länger bestehen lassen, beseitigen, abschaffen:
die Todesstrafe a.; der Jesuitenorden wurde in manchen
Ländern aufgehoben; Ich sah die schwerfällige Ordnung
und Gesetzlichkeit des Alltages aufgehoben (Th. Mann.
Krull 56); einen Haftbefehl a. (rückgängig machen): die
Schwerkraft a. (außer Kraft setzen): R aufgeschoben ist
nicht aufgehoben; b) (von einander Entgegengesetztem)
den gleichen Wert, die gleiche Wirkung liaben u. sich dadurch
ausgleichen: der Verlust hebt den Gewinn wieder auf;
Vielleicht ist dieser Unterschied so wichtig, daß er das
Gemeinsame a. kann? (Musil. Mann 572); <a. + sich:) + 2
und - 2 heben sich gegenseitig auf; c) etw. offiziell beenden:
die feindlichen Truppen hoben die Belagerung auf und
zogen ab; der Vorsitzende hob gegen 22h die Versammlung
auf. 4. (veraltet) festnehmen, verhaften: die Bande wurde
in der Nacht aufgehoben; Aufheben,das; -s [von den
prahlerischen Reden der Fechter beim Aufheben der WafTenl
meist in den Wendungen viel Aufheben(s], kein A. von
etw.. imdm. machen (geh.; einer Sache, jmdm. > große, keine]
Bedeutung beimessen: viel Wesens, kein Wesen von etw.,
jmdm. machen): ohne [jedes, großes o.a.] A. (geh.; ohne
Aufsehen zu erregen, unbemerkt, ohne große Umstände)',
Aufhebung, die; -. -en: 1. a) Abschaffung:
Außerkraftsetzung: Auflösung: die A. der Zölle; die A. (Schließung)
der Klöster; die A. der ehelichen Gemeinschaft (Jur.; das
Getrennt leben): b) offizielle Beendigung: die A. der Sitzung
wurde durch immer neue Wortmeldungen verzögert. 2.
(veraltet) Verhaftung, Festsetzung: er wurde für die A.
der Rädelsführer belobigt; <Zus. zu 1 a:> Aufhetoungsklage.
die Our.): auf gerichtliche Beseitigung eines
Rechtsverhältnisses gerichtete Klage: AuOiebunesvertrag, der (Jur..
Wirtsch.): Vertrag, durch den ein bestehendes
Rechtsverhältnis aufgehoben wird.
Aufheften <sw. V.; hat): 1. mit Heftstichen auf etw. aufnähen:
eine Papierrose auf ein Kostüm a. 2. (veraltet) weismachen:
die Männer ließen sich das Märchen nicht a.
aufheißen <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): svw. t2heißen.
aufheitern ['apfhqiten] <sw. V.; hat): a) jmdn.. der bedrückt
ist. froher, heiterer stimmen, aufmuntern: vielleicht heitert
ihn ein Spaziergang etwas auf; um ihn etwas aufzuheitern,
erzähle ich ihm einige Geschichten (Remarque. Westen
140); Ich denke nicht daran. Ihnen als Hofnarr die Stunden
aufzuheitern (Hochhuth. Stellvertreter 200); b)<a. + sich)
sich aufhellen, heiter werden: der Himmel hat sich
aufgeheitert (ist klarer, nicht mehr so bedeckt): gegen Nachmittag
örtlich aufheiternd ([vom Wetter] freundlicher,
aufklarend): <Abl.:) Aufheiterung, die; -. -en.
aufheizen <sw. V.; hat): a) (Physik. Technik) allmählich
erwärmen, erhitzen: Wasser. Luft a.; Bei dem neuen
Verfahren wird Heliumgas so hoch aufgeheizt, daß ... (Kosmos
3.1965,75); Ü das oppositionelle Mißtrauen a. (verstärken,
verschärfen): b) <a. + sich) (Physik. Technik) sich
allmählich erhitzen: das Wasser heizt sich auf.
aufhelfen <st. V.; hat): a) beim Aufstehen behilflich sein:
helfen, sich i wieder] aufzurichten: dem gestürzten
Radfahrer a.; sie half der alten Dame [vom Sessel] auf; Ü Freunde
hatten beschlossen, dem in finanzielle Schwierigkeiten
geratenen Schriftsteller aufzuhelfen; b) etw. aufbessern.
Besserung verschaffen: sie ... verrichteten ... Arbeiten, um ihrer
Löhnung aufzuhelfen (Bergengruen. Rittmeisterin 222);
dieser Erfolg half seinem lädierten Selbstbewußtsein auf
(stärkte es): <Abl. zu a:> Aufhelfer, der; -s. - (veraltet):
ein / geflochtenes J festes Band mit Quaste, mit dessen Hilfe
sich alte od. kranke Menschen im Bett aufrichten.
aufhellen <sw. V.; hat): 1. a) hellIer] machen: ein altes
Gemälde a.; ein Schampun, das die Haare aufhellt; Ü
diese Reise hatte sein Gemüt etwas aufgehellt
(aufgeheitert): b) Klarheit in etw. (Ungeklärtes) bringen, etw. klären:
die Motive eines Verbrechens a.; ein Geheimnis des
Glaubens, das ich mit meiner Vernunft nicht a. kann (Thielicke.
Ich glaube 151). 2. <a. + sich) a) bellierj werden: der
Himmel hatte sich am Horizont etwas aufgehellt; Ü seine
Miene hellte sich auf (wurde heiter, freundlich): b) <a.
+ sich) durchschaubar werden, sich klären: erst nach
mehrmaligem Lesen hellte sich mir der Sinn des Gedichtes
auf; <Abl. zu 1 a:> Aufheller, der; -s. -: 1. (Fot.)
Beleuchtungsgerät zur Aufhellung mit stark lichtstreuender
Wirkung. 2. (Textilw.) Substanz, die vergilbte od. grau
gewordene Textilien aufhellt: einen [optischen] A. benutzen: zu
1. 2: Aufhellung, die; -. -en.
aufhenken <sw. V.; hat) (veraltet): svw. taufhängen (2).
aufheizen <sw. V.; hat) [eigtl. = Wild durch Hetzhunde
aufjagen]: a) au/bringen, aufwiegeln: das Volk a.; er... hat
sich nicht von der HJ gegen seine Eltern a. lassen (Fallada.
Jeder 23); die studentische Jugend wurde gegen ihn
aufgehetzt (Niekisch. Leben 50); b) durch Hetze zu etw.
veranlassen, aufstacheln: er hetzte die Masse zu Gewalttaten auf;
<Abl.:) Aufhetzer, der; -s. -: jmd., der andere aufhetzt:
Aufhetzerei« die; -. -en; Aufhetzung, die: -. -en.
aufheulen <sw. V.; hat): a) plötzlich, kurz heulen, einen
heulenden Laut von sich geben, einen heulenden Ton
hervorbringen: der Motor heulte auf; in der Ferne heulte ein Hund
auf; die Menge heulte auf vor Enttäuschung (brach in
ein Geheul der Enttäuschung aus): b) (ugs.) plötzlich laut
aufweinen: die Kleine schneuzte sich u. heulte dann von
neuem auf.
aufhieven <sw. V.; hat): svw. thieven.
aufhin <Adv.) (österr.. bayr.): svw. thinauf.
aufhirten <sw. V.; hat) (Schweiz.): Heu auf die 2Alp bringen.
aufhissen <sw. V.; hat): hochziehen, hissen: die Segel a.;
im Jugendlager wurden als erstes die Wimpel aufgehißt.
'aufhocken <sw. V.; hat/ist): 1. (Turnen) so auf ein Gerät
springen, daß man in Hockstellung darauf aufkommt: hast
du/bist du noch einmal [auf das Pferd, auf den Barren]
aufgehockt? 2. (landsch.) auf ein Fahrzeug o.a. aufsitzen
u. mitfahren: da er uns oft auf seinem Dreiräderwagen
a. ließ (Frisch. Gantenbein 75); <a. + sich:) ich hatte
214
aufklagen
mich auf den Karren hinten aufgehockt; 2aufhocken <sw.
V.; hat): 1. (landsch.) svw. f aufhucken. 2. (Landw.) (Heu.
Getreide) in Hocken aufstellen; <Abl. zu 1:> Allfhocker,
der; -s (Volksk.): ein Geist, der dem einsamen Wanderer
von hinten auf die Schulter springt, ihn würgt u. niederdrückt.
aufhöhen <sw. V.; hat) (geh.): a) höher machen: die...
Schneedecke... die den Bürgersteig aufhöhte (Th. Mann.
Zauberberg 628); b) auf etw. hellere Farbe auftragen u. es dadurch
herausheben: er war dabei, einzelne Stellen seines Bildes
mit Deckweiß aufzuhöhen; c) zurechtmachen, vorteilhafter
machen: sie hat ihr Aussehen mit Make-up aufgehöht;
Sie hatte ein dunkles Frätzchen.... eine breitnüstrige Nase.
... einen breiten, rot aufgehöhten ... Mund (Th. Mann.
Joseph 168); <Abl.:> Aufhöhung. die; -. -en.
aufholen <sw. V.; hat): 1. a) (den Vorsprung eines anderen,
den eigenen Rückstand) wieder ausgleichen, gut-,
wettmachen: der Zug holte [die Verspätung] auf; sie hatte den
versäumten Lernstoff rasch aufgeholt; die zwei Tore der
gegnerischen Mannschaft können noch aufgeholt werden;
Wir haben zwei Stunden aufzuholen (Fallada. Blechnapf
181); b) den Unterschied zwischen dem eigenen Rückstand
u. dem Vorsprung des anderen ium ein bestimmtes Maß!
verringern: besser werden; nachziehen: der deutsche Läufer
holte in der letzten Runde noch [ein paar Meter] auf;
Bremer Jute holt auf (Börsenw.; steigt im Kurs an; Grass.
Hundejahre 501). 2. (Seemannsspr.) nach oben holen, in
die Höhe ziehen: die Segel a.; holt den Anker auf!; <Abl.
zu 2:> Aufholer, der; -s. -: dünnes Tau zum Heraufholen
leichter Gegenstände.
aufholzen <sw. V.; hat): a) (Forstw.) svw. f aufTorsten; b)
(Jägerspr.) svw. taufbäumen; c) (landsch.) svw.
taufbürden; <Abl. zu a:> Aufholzt»;, die; -. -en.
aufhopsen <sw. V.; ist) (landsch.): svw. taufhüpfen.
aufhorchen <sw. V.; hat): plötzlich etw. hören, was die
Aufmerksamkeit erregt u. (aufschauend) interessiert, gespannt
hinzuhören beginnen: als sie ihren Namen hörte, horchte
sie auf; mißtrauisch a; Ü in den fünfziger Jahren erschienen
von ihr Gedichte, die a. ließen (Aufmerksamkeit erregten).
aufhören <sw. V.; hat) [eigtl. wohl = aufhorchend von
etw. ablassen]: a) nicht länger andauern, ein Ende nehmen,
enden: der Regen hatte aufgehört; Der Wind hatte völlig
aufgehört (Seghers. Transit 110); das Schwindelgefühl
hörte plötzlich auf; an dieser Stelle hört der Weg auf (führt
er nicht weiter); unsere Freundschaft hörte später nicht
auf; das muß a.! (ugs.; so kann es nicht weitergehen!)'.
da hört der Spaß auf (ugs.; da kann man nicht mehr einfach
zuschauen, ohne einzugreifen): *da hört [sich] doch alles auf!
(ugs.; nun ist es aber genug, das ist ja unerhörtf): b) mit
etw. nicht fortfahren. Schluß machen; (eine Tätigkeit)
einstellen, beenden (Ggs.: anfangen): sie hörte nicht auf zu
schimpfen; endlich hat es aufgehört zu schneien; hör
endlich auf! (schweig!; laß das sein!); wir haben heute abend
früher aufgehört (mit der Arbeit o.a. Schluß gemacht);
er hört am nächsten Ersten auf (scheidet aus. gibt das
Arbeitsverhältnis auf).
aufhiibsehen [^lfhvpjn] <sw. V.; hat) (selten): hübscher,
anziehender machen: du hast dich aufgehübscht; die aufge-
hUbschte Zwangsjacke der militaristischen Diktatur
(Neues D. 21.6.64.2).
aufrücken <sw. V.; hat) [zu T Hucke] (ugs.): a) (eine Last)
auf den Rücken, auf die Schulter nehmen: den Sack
Kartoffeln a.; Jetzt ... zerrt sie ihre Traglast hervor, sie will
sie a. (Fussenegger. Haus 368); b) aufladen, aufbürden:
er huckte ihm den schweren Rucksack auf; Ü hatten sie
ihm in der Fabrik ein Ämtchen aufgehuckt (Fallada. Jeder
15).
aufhüpfen <sw. V.; ist): plötzlich, kurz in die Höhe hüpfen:
der verletzte Jungvogel versuchte ein paarmal aufzuhüpfen;
die Kinder hüpften auf vor Freude.
aufhussen fajifhosn] <sw. V.; hat) [thussen] (österr. ugs.):
aufhetzen, aufwiegeln; <Abl.:> Aufhusser, der; -s. -: diese
A. und ... Weiterverbreiter (Klsch. Reporter 274).
auflagen <sw. V.; hat): (ein Tier) aufstöbern u. hochjagen,
aufscheuchen: Rebhühner. Feldhasen a.; Ü das Klingeln
jagte sie aus dem Schlaf auf; Durch das aufgejagte Gehirn
schoß es Pröll: Sie haben mich! (Apitz. Wölfe 322).
auflammern <sw. V.; hat): plötzlich, kurz jammern;
jammernde Laute. Worte von sich geben: mit Jedem Schlag jammerte
der Gepeinigte lauter auf; .»Alles verloren!" jammerte sie
auf.
aufiaudizen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz jauchzen: vor
freudiger Überraschung laut a.; die Kleine patschte
aufjauchzend in ihre Händchen.
auflaufen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz jaulen: der Hund
jaulte vor Schmerz auf; Ü vor dem Haus jaulte jäh ein
Motor auf (Kirst. 08/15. 714).
auflubein <sw. V.; hat): einen kurzen Jubelruf ausstoßen:
er wird a.. wenn er vom Sieg seiner Mannschaft hört;
als es hieß: ..Hitzefrei!", jubelte die Klasse laut auf.
aufiuchzen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz juchzen: sie tanzte
immer wilder u. juchzte auf vor Vergnügen.
aufkaden ['4jifka:dnJ <sw. V.; hat) [zu TKadel (Wasserbau):
den Deich bei steigendem Wasser mit Brettern. Pfählen
o.a. vorübergehend aufholten: <Abl.:> Aufkadung.die;-. -en.
aufkämmen <sw. V.; hat): 1. a) (das Haar) zu einer Hochfrisur
kämmen: willst du dein Haar nicht einmal a.?; b) durch
Kämmen auffrisieren: das Lehrmädchen hat die Perücken
aufgekämmt. 2. (Zimmerei) Holzteile so ineinanderpassen,
daß sie sich nicht gegeneinander verschieben können.
aufkanten <sw. V.; hat): 1. hochkant stellen: Ich stemmte
die Knie gegen den Klotz und versuchte, ihn aufzukanten
(Roehler. Würde 137). 2. (Ski) das Körpergewicht von der
Lauffläche auf die Innen- od. Außenseite der Skier verlegen
'um die Geschwindigkeit zu verlangsamen .
aufkantern <sw. V.; hat) (Rennen): den Aufgalopp laufen;
<subst.:) den Pferden beim Aufkantern zuschauen.
aufkaschieren <sw. V.; hat) (österr.): auf etwas aufkleben:
eine Fotografie auf einen Karton a.
aufkauen <sw. V.; hat) (selten): völlig zerkauen: Er ließ
den Lehm im Mund weich werden und kaute ihn auf
(Strittmatter. Wundertäter 384).
Aufkauf, der; - [eis, Aufkäufe: das Aufkaufen; aufkaufen
<sw. V.; hat): (einen Gesamtbestand von Waren, ein größeres
Objekt, einen ganzen Besitz) kaufen: in Erwartung von
Mißernten Getreide a.; ausländische Unternehmen kauften
die gesamte Kaflee-Ernte auf; er hat die Aktien der Firma
aufgekauft; <Abl.:> Aufkäufer, der; -s. -: jmd.. der etw.
aufkauft (auch Berufsbez.): dieser Antiquar ist A. von
Erstausgaben; <Zus.:> Aufkaufhandel, der; -s (Wirtsch.):
Zweig des Handels, dessen Tätigkeit im Aufkauf von Gütern
besteht, z. B. von Altmaterialien. Kleinprodukten wie Eiern
(zur Steigerung des Absatzes) od. ganzer Ernten (zum
Zweck der Spekulation).
aufkehren <sw. V.; hat) (regional, bes. südd):
zusammenkehren und aufnehmen, auffegen (1).
aufkeilen <sw. V.; hat) (Bergmannsspr.): die zu gewinnende
Gesteinsmasse durch Eintreiben von Keilen od. auch durch
Bohren o. ä. in größeren Stücken loslösen.
aufkeimen <sw. V.; ist): zu keimen, laus der Erde! zu sprießen
beginnen, aufgehen: der Weizen ist schon aufgekeimt;
<subst.:> das Aufkeimen der Pflänzchen; Ü Zweifel.
Widerwille, Zuneigung keimt in jmdm. auf (entsteht langsam,
erwacht in jmdm.); Gleichzeitig fühlte ich Sympathie für
Zapparoni a. (Junger, Bienen 21); er versuchte, die
aufkeimende Leidenschaft zu ersticken.
aufkellen [^lfkftan] <sw. V.; hat): mit der Kelle in ein
Gefäß, auf seinen Teller o. ä. schöpfen: Ü Was sich einer
aufkellt, soll er auch essen (für das. was einer tut. muß
er auch geradestehen; Nachbar. Mond 276).
aufkichern <sw. V.; hat) (selten): plötzlich, kurz kichern:
mitten im Erzählen kicherte sie leise auf.
AufkhnmunB« die; -. -en [zu tKimm] (Seemannsspr.): das
seitliche Ansteigen des Schiffsbodens.
aufkippen <sw. V.; ist): 1. umfallen u. mit der Kante auf
etw. auf treffen: der Umstand .... daß der Würfel meist
aufkippte (Lorenz. Verhalten 368). 2. (Schülerspr.) svw.
tauffliegen (3): unser Plan, heimlich nach Frankreich zu
trampen, ist leider aufgekippt; er ist beim Abspicken
aufgekippt (entdeckt worden).
aufklaffen <sw. V.; hat/ist): (von etw.. was sonst aufeinander-
steht u. schließt) auseinanderklaffen, weit offenstehen, einen
breiten/ Spalt bilden: die Wunde des Verletzten hatte
gräßlich aufgeklafft; Der Mund klaffte ihm auf. und die
Zunge hing an der Unterlippe (Apitz. Wölfe 284); weit
aufklaffende Querspalten im Fels; Ü die Gegensätze
zwischen den Siegermächten waren nach dem Krieg erneut
aufgeklafft (wieder aufgebrochen).
aufklagen <sw. V.; hat) (selten): plötzlich, kurz klagen;
klagende Laute. Worte von sich geben: die Kranke klagte
nur manchmal leise auf.
215
aufklammern
aufkbunmern <sw. V.; hat) (Med.): mit Klammern geöffnet
halten: eine Wunde a.
Aufklang, der; -[eis. Aufklänge <PI. ungebr.) (geh., selten):
Eröffnung* Beginn, Auftakt: zum A. des festlichen Abends
spielte ein bekanntes Quartett.
aufklappbar ['^yfklapba:?) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von
etw.. was aufgeklappt werden kann; so beschaffen, daß man
es aufklappen kann: ein -es Fenster. Verdeck; Der hölzerne
-e Waschtisch war geöffnet (Doderer. Wasserfälle HO);
aufklappen <sw. V.): 1. (Ggs.: zuklappen) a) etw.. was
aufeinander liegt, an einer Seite befestigt od. geschlossen
ist, durch Bewegen, Anheben eines od. mehrerer Teile öffnen
<hat): die Falltür, den Koffer, den Kofferraum des Pkws
a.; das Butterbrot a.; er hatte das Messer blitzschnell
aufgeklappt; Veiteis Mutter klappte die Lampions auf und
hängte sie an die Stöcke (Schnurre. Bart 19); das Buch a.
(aufschlagen); b) sich öffnen, aufgehen, aufschlagen <ist>:
das Fenster ist aufgeklappt. 2. hochschlagen, nach oben
wenden <hat) (Ggs.: herunterklappen): er klappte den
Uniformkragen auf.
aufklaren fayfkla.ran] <sw. V.; hat): 1. (Met.) klar, wölken-
los werden, sich aufhellen: das Wetter, der Himmel klarte
am Nachmittag wieder auf; örtlich aufklarend; <subst.:)
nachts bei Aufklaren Frostgefahr; Ü Die Mienen der
Sportler ... klarten auf (MM 6. 9. 68. 10). 2. (Seemannsspr.)
aufräumen, in Ordnung bringen: der Schiffsjunge mußte
die Kombüse, das Deck a.
aufklären <sw. V.: hat) /vgl. aufgeklärt/: 1. a) Klarheit in
etw. Ungeklärtes bringen; Unklarheiten, das Rätselhafte
an einer Sache auflösen, beseitigen; entwirren: ein
Verbrechen a.; der Kommissar hat den Mordfall nicht a. können;
Vorkommnisse, die niemals aufgeklärt wurden; einen
Irrtum. Widersprüche a.; Der Vorgang ... wurde mit Hilfe
der Quantentheorie aufgeklärt (Kosmos 3. 1963. 103); b)
<a. + sich) klarwerden, nicht mehr rätselhaft sein, sich
auflösen: die Mißverständnisse haben sich längst
aufgeklärt; auch dieses Geheimnis wird sich eines Tages a.;
Jetzt wird sich ja alles befriedigend a. (Fallada. Herr 146).
2. a) jmds. Unwissenheit, ungenügende Kenntnis über etw.
od. jmdn. 1 beseitigen; über etw. [od. jmdn.J genau
unterrichten, informieren (damit er sich in Zukunft entsprechend
verhalten kann): er klärte mich über den wahren
Sachverhalt auf: die Bevölkerung muß über die Suchtgefahren
aufgeklärt werden; Das junge Ehepaar ... ließ sich von
ihm (dem Pfarrer) über den Segen der Mutter Kirche
a. (Kirst. 08/15. 815); können Sie mich [darüber] a. (mir
erklären), was dieser Ausdruck bedeutet?; b) (ein Kind,
einen Jugendlichen) über geschlechtliche Vorgänge
unterrichten: es ist die Aufgabe der Schule, die Kinder
aufzuklären; [sexuell] nicht genügend aufgeklärt sein; c) (DDR)
jmdm. in politischer Hinsicht etw. klarzumachen, jmdn. zu
überzeugen versuchen; agitieren. 3. <a. + sich) (vom
Wetter) sich aufhellen; wolkenlos, klar werden: der Himmel
hatte sich nach dem Gewitter wieder aufgeklärt; (ugs.
scherzh.:) es (= das Wetter) klärt sich auf zum
Wolkenbruch; Ü seine finstere Miene, sein Gesicht klärte sich
auf (wurde heiterer). 4. (Milit.) (die Verhältnisse auf der
feindlichen Seite) erkunden, auskundschaften: die genaue
Stellung des Feindes aufzuklären versuchen; <Abl.:> Auf-
klarer, der; -s. -: 1. Vertreter der Aufklärung (3). 2. (Milit.)
a) svw. t Aufklärungsflugzeug; b)jmd.. der die Verhältnisse
beim Gegner erkundet. 3. (DDR) Agitator; <AbI. zu 1:>
aufklärerisch <Adj.): a) in der Art der Aufklärer (1);
freigeistig: -c Schriften; Bertrand Russell, einer der -sten Geister
des20. Jahrhunderts; b) <o. Steig.) Unwissenheit. Vorurteile
durch Belehrung beseitigend: die -e Absicht seiner Romane;
a. tätig sein; Aufklärung, die; -. -en: 1. <PI. selten) völlige
Klärung, Klarstellung. Auflösung: dieses Verbrechen harrt
noch der restlosen A.; das trägt nicht gerade zur A. des
Mißverständnisses bei. 2. a) <PI. selten) Darlegung, die
bisher unbekannte Zusammenhänge klärt, über etw. 'od.
jmdn. I den gewünschten Aufschluß gibt: um A. bitten; von
jmdm. die gewünschte A. erhalten; seine Frau ... schien
bereit, mir die ersehnte A. zu geben (Härtung. Piroschka
133); b) <o. PI.) Belehrung über geschlechtliche Vorgänge:
Die Berichte an Arlecq waren exakt, farblos .... wie aus
einem Handbuch der staatlichen subventionierten
sexuellen A. (Fries. Weg 150); c) Belehrung. Information über
politische o. ä. Fragen: die A. der Bevölkerung über
Möglichkeiten der Geburtenregelung; A. durch Presse und
Rundfunk; d) (DDR) Agitation. 3. <o. PI.) von
Rationalismus u. Fortschrittsglauben bestimmte europäische geistige
Strömung des 17. u. vor allem 18. Jahrhunderts, die sich
gegen Aberglauben. Vorurteile u. Autoritätsdenken wendet:
das Zeitalter der A.; die A. als Wegbereiterin der
Französischen Revolution. 4. (Milit.) Erkundung der militärischen
Situation des Feindes: taktische A.
Alffklärungs-: ^arbeit die: das tätige Bemühen um
Aufklärung (2 c. d); -bataillon, das (Milit.); -besdihiß, der (jur.):
Entscheidung des Gerichts, durch die es seiner
Aufklärungspflicht genügt; -broachüre. die: das
Gesundheitsministerium hat eine A. über Suchtgefahren herausgegeben;
^buch, das: Buch, das über geschlechtliche Vorgänge
unterrichtet; ^fihn, der: Film, der das Ziel hat. über
geschlechtliche Vorgänge zu informieren; ^flug. der (Milit.); ^flug-
zeug* das (Milit.): mit automatischen Kameras ausgerüstetes
Flugzeug zur Erkundung der Verhältnisse (z.B. der
Stellungen) beim Feind; ^kampagne. die: Propagandaaktion
zur Aufklärung über bestimmte Fragen: die
Verbraucherorganisation startete eine A.; ^Iheratir. die: 1. Literatur,
die über etw. umfassend informiert. 2. Literatur der f
Aufklärungszeit; ^lokal. das (DDR): öffentlicher Raum für Zwek-
ke der Agitation; Mnaterbü. das: Unterlagensammlung für
eine Aufklärung über bestimmte Fragen; --mittel <P1.)
(Milit.): Truppenteile o. ä„ die mit der Erkundung der
Verhältnisse beim Feind betraut sind; --pflicht, die <o. PI.) (jur.):
die A. des Arztes (Pflicht des Arztes, den Patienten über
mögliche Gefahren einer geplanten Operation aufzuklären);
A. des Richters (Pflicht des Richters, von den am Prozeß
Beteiligten eine vollständige sachdienliche Aufklärung zu
erwirken); ^schritt, die: Abhandlung, die über etw.
umfassend informiert: ^titigkeit, die: die A. des Presseamtes;
-troppe. die (Milit.): eine für die Aufklärung mit Späh-
u. Kampfpanzern ausgestattete Truppe: -zieh, die <o. PI.):
Zeitalter der Aufklärung (3); -Zeitalter, das: svw. t^zeit;
-ziel, das (Milit.): die Verhältnisse beim Feind, die erkundet
werden sollen: A. sind die Munitionslager bei X.
aufklatschen <sw. V.; ist): im Fall klatschend auf etw.
auftreffen: der flache Stein war auf das Wasser aufgeklatscht.
aufklauben <sw. V.; hat) (landsch.): (verstreut
Umherliegendes) auflesen, aufsammeln: Kartoffeln a.; die
heruntergefallenen Briefmarken wieder a.
Aufklebte]-: ^adre»etdie(Postw.): Zettel zum Aufkleben (vor
allem auf Paketen), auf den die Adresse geschrieben wird:
Etikett, das: beschrifteter Zettel, der (zur Auszeichnung
von Waren o.a.) auf etw. aufgeklebt wird; ^zettd. der:
svw. t Aufkleber.
aufkleben <sw. V.; hat): auf etw. kleben: die Adresse [auf
ein Paket] a.; die Mutter klebte ihm ein Pflaster auf;
säuberlich aufgeklebte Scherenschnitte; Eine ganze Reihe großer
braunerund goldener Rahmen, in denen
Mädchenbrustbilder aufgeklebt waren (Böll. Adam 66); <Abl.:> Aufkleber,
der; -s, -: (für einen bestimmten Zweck vorgefertigter)
aufklebbarer Zettel.
aufkleistern <sw. V.; hat) (ugs.): (mit Kleister. Leim o.a.)
ohne besondere Sorgfalt aufkleben: ich kleistere den Zettel
[auf das Paket] auf.
aufklingen <st. V.; ist): plötzlich für kurze Zeit erklingen,
zu klingen beginnen: Melodien. Stimmen klangen auf
einmal neben ihm im Dunkel auf; Wendungen, in denen
noch etwas von der uralten Heiligkeit der Magna Mater
aufklingt (Bergengruen. Rittmeisterin 277).
aufklinken <sw. V.; hat): durch Druck auf die Klinke öffnen
(Ggs.: zuklinken): sie versuchte die Tür mit dem
Ellenbogen aufzuklinken.
aufklopfen <sw. V.; hat): 1. auf etw. klopfen: vor Jedem
Bildwechsel klopfte der Vortragende [mit dem Zeigestock]
auf. 2. (eine harte Schale) durch Klopfen zerstören, öffnen:
wir klopften die Nüsse [mit einem Hammer] auf; er klopfte
die Eierschale [mit dem Löffel] auf. 3. (die Federfüllung
eines Kissens o.a.) durch Klopfen aufschütteln: Plumeaus.
die sie ... aufgeklopft hatte (Langgässer. Siegel 116).
aufknabbern <sw. V.; hat) (fam.): (Festes) mit kleinen Bissen,
knabbernd aufessen: eine Tüte Erdnüsse a.; er hat das
ganze Gebäck aufgeknabbert.
aufknacken <sw. V.; hat): a) knackend aufbrechen: Nüsse.
Mandeln [mit den Zähnen, mit dem Nußknacker] a.; b)
(ugs.) (unerlaubt) gewaltsam aufbrechen, um Zugang zu
etw. zu erhalten: ein Auto, einen Tresor a.
aufknallen <sw. V.) (salopp): 1. heftig auf etw. aufprallen
216
aufladen
<ist): mit dem Kopf [auf den Asphalt] a.; das Auto ist
auf einen Lastwagen aufgeknallt. 2. (Unangenehmes) /als
StrafeJ auferlegen <hat): der Lehrer hat uns zwei Stunden
Arrest aufgeknallt. 3. (selten) (die Tür o.a.) so heftig
aufreißen, daß sie mit einem Knall anschlägt <hat) (Ggs.:
zuknallen): der Matrose knallt die Bordluke auf.
aufluden <sw. V.; hat): a) mit den Knien lauf etw.] auf ruhen:
beim Kniestand kniet der Turner mit beiden Beinen [auf
dem Pferdl auf: b) <a. + sich) sich mit den Knien lauf
etw. ] aufstützen: er kniete sich [auf die Bank] auf.
aufluiipsen <sw. V.; hat) (ugs.): (Druckknöpfe o.a.)
aufmachen, wobei ein kurzer heller / metallener ] Ton erzeugt wird.
aufknöpfen <sw. V.; hat) /vgl. aufgeknöpft/: 1.
(Zugeknöpftes) öffnen (Ggs.: zuknöpfen): den Kissenbezug a.; ich
knöpfte mir den Mantel auf; Ü knöpf [dir] die Ohren
auf! (ugs. scherzh.; hör gut. besser zu!). 2. auf etw. knöpfen:
einen weißen Kragen auf das Hemd a.
aufknoten <sw. V.; hat): a) den. die Knoten in etw. lösen,
aufmachen: er knotete die Schnur, seine Schuhriemen auf;
b) (Zugeknotetes) öffnen (Ggs.: zuknoten): ein Paket, ein
Aktenbündel a.
aufknüpfen <sw. V.; hat): 1. a) durch Hängen töten: Jmdn.
an einem Laternenpfahl a.; b) <a. + sich) sich erhängen:
sie hat sich in einem Anfall von Schwermut aufgeknüpft;
Selbstmörder auf Schiffen fürchten den grünen Abgrund
und knüpfen sich an ihren Hosenträgern in der Kabine
auf (Kaschnitz. Wohin 212). 2. a) (zu einem dicken Knoten
Geschlungenes) lösen: das zu einem Säckchen
zusammengeknotete Tuch wieder a.; b) svw. Taufknoten (b): den
Schifferknoten im Handumdrehen wieder a.
aufkochen <sw. V.; hat): 1. a) etw. so lange erhitzen, bis
es zum Kochen kommt, kurz aufwallen, sieden lassen: die
Suppe unter Umrühren a.; b) zu kochen, sieden beginnen:
warte, bis das Wasser aufkocht; Puddingpulver in die
aufkochende Milch schütten; Ü Auch mir kocht mitunter
die Wut auf (Niekisch. Leben 99). 2. (schon einmal
Gekochtes) erneut kurz kochen lassen: jmdm. aufgekochten Kaffee
vorsetzen; Ü Koch noch einmal allen Kummer auf. den
du ... im Büro gehabt hast (Tucholsky. Werke 1. 477).
3. (südd.. österr.) bei besonderen Anlässen gut u. in großer
Menge kochen: für das Fest wurde groß aufgekocht.
aufkohlen <sw. V.; hat) (Technik): kohlenstoffarme Stähle
zur OberflächenhärtungJ in einem kohlenstoffabgebenden
Mittel glühen: <subst.:> das A. des Eisens in Schmelzöfen;
<Abl.:) Aufkohlung, die; -. -en.
aufkommen <st. V.; ist): 1. entstehen, sich (her)ausJbilden,
entwickeln: Wind. Nebel kommt auf; tagsüber stark
bewölkt.... aufkommende Niederschläge; Ende März
kamen Gerüchte auf. das Parlament wolle... doch
zusammentreten (Niekisch. Leben 53); Mißtrauen kam auf (regte
sich, wurde wach): um keinerlei Zweifel a. zu lassen; es
wollte keine rechte Stimmung a.; im 18. Jahrhundert kam
der Frack auf. 2. a) die Kosten tragen, übernehmen. Ersatz
leisten: für die Kinder, für den Unterhalt der Kinder a.;
für die Schulden meiner Frau komme ich nicht auf; für
den entstandenen Sachschaden a.; ..Für die Kosten kommt
Ihr Herr Papa auf?44 (Th. Mann. Krull 286); b) für etw.
tätige Verantwortung tragen, einstehen: für die Sicherheit
Berlins a. 3. a) sich durchsetzen können], jmdm. od. einer
Sache gewachsen sein. etw. gegen jmdn. od. etw. tun
[können] (meist verneint): gegen einen mächtigen Mann nicht
a. können; gegendie berechtigten Ansprüche... war schwer
aufzukommen (Feuchtwanger. Herzogin 47); b) jmdm.
gleichkommen: an jmdn. heranreichen (meist verneint): du
wolltest niemanden neben dir a. lassen. 4. (veraltend) a)
sich erheben, wieder aufstehen: er kam nur mit Mühe vom
Boden auf; b) wieder gesund werden: er hat einen so
schlimmen Rückfall erlitten, daß er wohl nicht mehr a. wird.
5. (landsch.) entdeckt werden, bekanntwerden,
herauskommen: der Schwindel kam auf; Dann kommt nicht auf.
daß vorher schon etwas gefehlt hat (Hörzu 21. 1973. 143).
6. beim Sprung od. Fall auf etw. auftreffen, aufsetzen: der
Akrobat kam auf das/auf dem Netz auf; Er springt nicht
so elegant .... er kommt nicht so mühelos auf (Olymp.
Spiele 1964. 70). 7. (Sport) (einen Rückstand) aufholen:
besser, überlegen werden: Hellström kommt jetzt auf ...
und übernimmt die Spitze des Feldes (Lenz. Brot 20);
dann aber kam die Borussia auf und beherrschte das
Geschehen bis zur Pause. 8. (Seemannsspr.) (von Schiffen)
in Sicht kommen, herankommen: Ein Hansadampfer, der
lautlos aufgekommen war. überholte die ..Scharhörn"
(Hausmann. Abel 13); Aufkommen, das; -s: 1. (Wirtsch.)
a) Summe der Einnahmen (aus Steuerabgaben u. a.) in einem
bestimmten Zeitraum: das A. [aus] der Körperschaftssteuer;
b) (DDR) in der Höhe festgelegte Abgabe:
Pflichtablieferung landwirtschaftlicher Güter. Soll: hatte die LPG ...
das staatliche A. an Eiern ... erfüllt (Neues D. 20. 6.
64. Beilage. 3). 2. Genesung: wir dürfen wohl nicht mehr
mit seinem A. rechnen.
aufkorken <sw. V.; hat): durch Entkorken öffnen (Ggs.:
zukorken): unsere Gläser sind leer, korkst du bitte noch
eine Flasche auf?
mflüradien <sw. V.; ist) (ugs.): 1. (von etw.. was genäht
ist) aufplatzen, aufreißen: der Rock, die Naht ist
aufgekracht. 2. mit einem krachenden Geräusch auf etw. auffallen,
aufschlagen: der schwere Ast ist auf das/auf dem
Wagendach aufgekracht. 3. sich plötzlich mit einem krachenden
Geräusch öffnen: da krachte die Tür auf. und der Wind
fegte in die Hütte.
aufkratzen <sw. V.; hat) /vgl. aufgekratzt/: 1. a) (eine
abgeheilte Wunde o. ä.) durch Kratzen wieder öffnen: du kratzt
dir die Wunde am Knie immer wieder auf; b) durch Kratzen
verletzen: die Domen kratzten ihm das Gesicht auf. 2.
rauh, wund machen: der saure Wein kratzt mir ja die Kehle
auf! 3. (ugs.) aufheitern: lustig, gutgelaunt stimmen: Frau
Pinneberg ... hat die Jungen Leute wieder ein bißchen
aufgekratzt (Fallada. Mann 122).
aufkreischen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz kreischen: vor
Entsetzen, voller Schrecken schrill a.; der andere... kreischt
voll Grauen auf... und rennt davon (Remarque. Obelisk
331); Ü aufkreischende Bremsen: die Sagemaschine
kreischte in Abständen auf.
aufkrempeln <sw. V.; hat): (den unteren Teil eines
Kleidungsstückes) mehrmals umschlagen, hochkrempeln: ich krem-
p[e]le [mir] die Hemdsärmel bis zum Ellbogen auf; mit
aufgekrempelten Hosen im Wasser waten.
aufkreuzen <sw. V.): 1. (salopp) bei jmdm.. irgendwo
auftauchen, unvermutet erscheinen <ist>: er ist gestern schon wieder
bei uns aufgekreuzt (hat uns besucht): dann ist er auf
einmal wieder in seiner Heimatstadt aufgekreuzt; hatte
ich einen Grund, am nächsten Nachmittag wieder bei
Charlie aufzukreuzen (Plenzdorf. Leiden 122); Ü während
tausend Gedanken ... gleichzeitig in ihm aufkreuzten
(Zuckmayer. Fastnachtsbeichte 11). 2. (Seemannsspr.) in
Zickzacklinie gegen den Wind segeln <ist/hat): der Schoner
kreuzte gegen den starken Ostwind auf; Ü er wollte unter
dem Winde der ... Weltrevolution gegen den Westen a.
(Niekisch. Leben 172).
aufkriegen <sw. V.; hat) (ugs.): svw. Taufbekommen.
aufkünden <sw. V.; hat) (geh.. Schweiz.): svw. taufkündigen;
aufkündigen <sw. V.; hat): a) intensivierend für f kündigen.
(eine I vertragliche] Verpflichtung) durch Kündigung für
beendet, für aufgehoben erklären: das Miets-. das
Arbeitsverhältnis a.; er hatte seinem Meister den Dienst
aufgekündigt; b) (geh.) (eine Beziehung zu jmdm.) lösen, beenden,
jmdm. etw. aufsagen: er hat ihm die Freundschaft
aufgekündigt; den Gehorsam a.; <Abl.:) Aufkündigung, die; -. -en.
aufkupfern f ^yfkop/Bn] <sw. V.; hat) (Druckw.): eine
Kupferschicht auf einen Tiefdruckzylinder aufbringen.
aufkurbeln <sw. V.; hat): 1. durch Drehen einer Kurbel öffnen:
ich kurb[e]le das Wagenfenster auf. 2. (Schneiderei) (mit
der Nähmaschine) applizieren: sie hatte auf die Bluse eine
farbige Borte aufgekurbelt.
auflachen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz lachen: schallend,
herzlich, höhnisch a.; er ... springt seiner jungen Frau
entgegen und kneift sie irgendwohin, daß sie kollernd
auflacht (Faller. Frauen 58); er antwortete hell auflachend.
auflackieren <sw. V.; hat): den Lackanstrich von etw.
erneuern, mit Lack auffrischen: wir müssen die alte
chinesische Tabakdose einmal a. lassen; da stand sein Wagen,
frisch auflackiert u. glänzend.
aufladen <st. V.; hat): 1. a) (Ladegut) auf ein Transportmittel
laden (Ggs.: abladen): Kartoffelsäcke. Rüben [auf den
Lastwagen] a.; lade doch das Gepäck [auf das Wagendach]
auf; wir müssen noch a.; <subst.:> die Kinder halfen beim
Aufladen; b) (ugs.) eine Last auf den Rücken o.a. packen:
aufbürden: lädst du dir auch noch den schweren Seesack
auf?; Ü er lädt sich zu viel Arbeit auf; er lud seiner Frau
die Verantwortung, die Sorge für die Kinder auf. 2.
(Physik) a) a) elektrisch laden (Ggs.: entladen 2 a): eine Batterie
217
Aufladeplatz
a.; Ü eine emotional aufgeladene Diskussion; ß) <a. +
sich) sich elektrisch laden (Ggs.: entladen 2 b): manche
Textilien laden sich elektrostatisch auf; b) die Leistung
eines Motors durch Einbringen verdichteter Luft erhöhen:
einen Dieselmotor a.; <Zus. zu 1 a:> Aufl&depbtz, der:
Ort. an dem Fracht aufgeladen wird; <Abl. zu 1 a:> Auflader.
der; -s, -: jmd.. der Ladegut auf Transportmittel lädt (Berufs-
bez.); zu 2: Aufladung, die; -. -en.
Auflage, die: -. -n: 1. a) (Buchw.) Gesamtzahl der auf einmal
gedruckten Exemplare: die erste A. dieses Werkes erschien
1923; Vorwort zur dritten A.; sechste, neubearbeitete u.
erweiterte A.; Diese Bücher ... erreichten hohe -n und
wurden in viele Sprachen übersetzt (Musil. Mann 191);
Abk.: Aufl.; b) (Wirtsch.) Fertigungsmenge. Anzahl der
Serie in einem bestimmten Zeitraum: Die A. des VW ist
immer noch im Steigen begriffen (Auto 6. 1965, 33). 2.
(Amtsspr.) a) mit etw. feiner Schenkung o. ä.) verbundene,
auferlegte Verpflichtung: er übermachte sein ganzes
Vermögen der Kirche mit der A.. es für Missionszwecke zu
verwenden; die Strafaussetzung wird mit -n verbunden;
Er durfte mit seinem Team ohne irgendwelche -n in der
Nervenklinik filmen (Hörzu 42. 1972, 85); jmdm. etw.
zur A. machen; b) (DDR Wirtsch.) vom Staat
vorgeschriebene Pflichtleistung. Planaufgabe. Plan soll. 3. a) etw..
was man auf etw. legt: die Matratze hat eine A. aus
Schaumgummi; b) aufgelegte I Metall iSchicht. Überzug: die
Bestekke haben eine A. aus Silber. 4. Unterlage. Stütze, auf
der etw. aufliegt od. auf die etw. aufgelegt werden kann:
ohne A. schießen. 5. (Holzverarb.) die bei Doppelschnitt
(von Rundholz o. ä.) im ersten Arbeitsgang am Sägegatter
erzeugte Fläche.
Auflage- (gelegt 1. mit Auflagen- wechselnd): Münck, (auch:)
Ayflagendruck. der <PI. ...drucke) (Buchw.); -fläche, die:
Stützfläche, auf der etw. aufliegt od. auf die etw. aufgelegt
werden kann; ^hähe, (auch:) Auflagenhöhe, die (Buchw.):
diese Illustrierte hat eine A. von über einer Million
Exemplaren: ^zHTer, (auch:) Auflagenzifler. die (Buchw.): Zahl
der Exemplare einer Auflage.
Allflager, das; -s. - (Bauw.): Stützkörper. Fläche (aiis Holz.
Stein o.ä) zum Tragen von Bauteilen.
auflagern <sw. V.; hat): a) (zur Abstützung o.ä.) auf etw.
legen: er hatte die schweren Bretter auf zwei Stützböcke
aufgelagert; b) über etw. liegen, einer Sache aufliegen: eine
jüngere Gesteinsschicht, die den Granitmassen auflagert;
<Abl.:> Auflagerung, die; -. -en.
auflandig['ajiflandu;] <Adj.; o. Steig.) (Seemannsspr.): (von
der See weg) landwärts gerichtet (Ggs.: ablandig): an der
Küste -er Wind; die Strömung ist a.; Auflandung, die;
-. -en: a) (Wasserbau. Landw.) künstliche Geländeerhöhung
durch Überschwemmung mit sinkstoffhaltigem Wasser; b)
(Wasserbau) natürliche Verschickung od. Versandung von
Gewässerzonen: die allmähliche A. des Hafenbeckens;
<Zus.:> Auflandungsteieh, der (Wasserbau): künstliches
Erdbecken, das den Schlamm gewerblicher Abwässer
aufnimmt.
auflassen <st. V.; hat): 1. (ugs.) geöffnet lassen, offenlassen:
laß doch das Fenster auf!; sie hatte die Tür versehentlich
aufgelassen; den Mantel a. 2. (ugs.) aufbehalten: sie ließ
während ihres Besuches den Hut auf. 3. (ugs.) aufbleiben
lassen: sie lassen ihre Kinder abends zu lange auf. 4.
in die Höhe steigen lassen: ganze Bündel von Luftballons
wurden aufgelassen. 5. a) (landsch.. bes. südd.. österr.)
(einen Betrieb o.ä.) aufgeben, auflösen, schließen: Jetzt
hatte er das Geschäft verkauft und die Werkstätte
aufgelassen (Fussenegger. Zeit 14); die Straße zum aufgelassenen
Bahnhof (Vorarlberger Nachr. 26. 11. 68,4); b) (Bergbau)
stillegen: Stollen a.; eine aufgelassene Grube. 6. (jur.) (ein
Grundstück o. ä.) abtreten, übertragen, übereignen: er hat
mehrere Hektar Wald aufgelassen; die Erbengemeinschaft
hat den Bauplatz aufgelassen; <Abl. zu 5 b:> auflässig
<Adj.; o. Steig.) (Bergbau): nicht mehr genutzt, aufgegeben,
stillgelegt: -e Bergwerke; Auflassung, die; -. -en <PI. selten):
1. a) (landsch.. bes. südd.. österr.) Schließung. Aufgabe;
b) (Bergbau) Stillegung. 2. (jur.) Übereignung eines
Grundstücks vor dem Grundbuchamt od. vor einem Notar in
Anwesenheit von Veräußerer u. Erwerber. 3. *die A. geben
(landsch. scherzh.; als Gastgeber (bei einer Festlichkeit)
das Zeichen zum Beginnen geben: der Jubilar hob sein
Glas und gab die A.
auflasten <sw. V.; hat) (selten): aufbürden, aufladen: mußt
du dir den schweren Sack Kartoffeln a.?; meisi U ihm
wurde alle unangenehme Arbeit aufgelastet.
auflauern <sw. V.; hat): auf jmdn. in böser Absicht; im
Hinterhalt warten, jmdn. in böser Absicht 1 abpassen: er
lauerte ihm an einer dunklen Straßenecke auf: Gelegentlich
schoß er ein Schaf, weil er zu faul war. anderem Wild
aufzulauern (Jahnn. Geschichten 230): Ü er hatte das
Gefühl, als würden Tod oder Wahnsinn ihm auflauern;
(landsch. ugs. auch mit dem Akk.:) Sie hatten den Konvoi
in einer engen Straße aufgelauert (MM 2S./26. 9. 65. 28).
Aulhuf, der; -[eis. Aufläufe [2: zu tauflaufen (2 a)]: 1.
das spontane Zusammenströmen. Zusammenlaufen vieler
erregter Menschen u. die auf solche Weise entstandene
Ansammlung auf Straßen od. Plätzen: vor dem Rathaus gab
es einen A. empörter Bürger; es bildete sich ein A. 2.
im Herd (in einer feuerfesten Form) überbackene [Mehl/-
speise: ein A. mit Käse u. Schinken.
Auflauf-: -bremse, die (Kfz-T.): bei Verlangsamung des
Zugfahrzeugs selbsttätig wirkende Bremse für Kfz-Anhänger:
die Wohnwagen mit A.; -form, die: Backform für Aufläufe
(2): eine A. aus feuerfestem Glas; -krankheft. die (Landw.):
bei Keimpflanzen auftretende u. a. von niederen Pilzen
verursachte Krankheit.
auflaufen <st. V.): 1. (ist) a) (Seemannsspr.) von oben her
auf etw. auffahren, auf Grund laufen, sich festfahren: der
Dampfer lief auf einen Eisberg auf; auf einer Sandbank
a.; Ü wir laufen irgendwann haltt auf in der Bundesrepublik
(Welt 11. 5. 63. 2); b) im Lauf gegen, auf jmdn.. etw.
prallen; gegen etw. fahren: auf etw. auffahren: ich wäre
beinahe auf dich aufgelaufen; der Wagen lief auf die
Fahrbahnbegrenzung auf; der Verteidiger ließ seinen
Gegenspieler a. (Fußball; veranlafite einen Zusammenstoß mit
dem Gegner um ihn vom Ball zu trennenj). 2. <ist) a)
(selten, landsch.) anschwellen: dem liefen die Adern dick
auf über den Schläfen (H. Kolb. Wilzenbach 132): b)
anwachsen, zunehmen; sich anhäufen: die Zinsen auf
meinem Sparkonto sind auf 60 DM aufgelaufen; die
eingegangene Post ist während seiner Abwesenheit ziemlich
aufgelaufen: Ü es war höchste Zeit, daß die aufgelaufene
Verärgerung ... beseitigt wurde (Dönhoff. Ära 191). 3.
(Wasserbau) (vom Wasser) mit der Flut ansteigen <ist>:
Das Wasser lief so schnell auf. daß die Schafe auf den
Halligen nur mit Mühe gerettet werden konnten (FA2
4.11.61.17); auflaufendes Wasser (die landwärts gerichtete
Tideströmung). 4. (Landw.) (von Gesätem o.ä.) aufgehen
<ist): die Keimlinge, die Frühkartoffeln sind aufgelaufen.
5. (Rennen) an jmdn.] Anschluß gewinnen, aufrücken Ost):
im Endspurt lief er zur Spitzengruppe auf. 6. <a. + sich)
(ugs.) sich etw. wund laufen <hat): bei der langen
Wanderung habe ich mir die Füße aufgelaufen.
aufleben <sw. V.; ist): a) neue Lebenskraft bekommen (u.
dadurch wieder frisch u. regsatn werden): sie lebt sichtbar
auf. seit sie wieder für jemanden sorgen kann: die
Regenfälle nach der langen Trockenzeit ließen die Natur wieder
a.; Ü beim Anblick der Flasche Korn lebte er plötzlich
auf (wurde er munter); b) von neuem beginnen, zu neuem
Leben erwachen: als ein neuer Gast kam. lebte das
Gespräch wieder auf; ich ließ dieses Kapitel meines Lebens
noch einmal in meiner Phantasie a.
auflecken <sw. V.; hat): mit der Zunge durch Lecken
aufnehmen; von etw. weglecken: die Katze hat die Milchlache
vom Boden aufgeleckt; das Rotwild leckt das ausgelegte
Salz auf.
Auflegematratze, die; -. -n: Matratze, die auf den
Sprungfederrahmen eines Bettes aufgelegt wird; auflegen <sw. V.;
hat) /vgl. aufgelegt/: 1. a) auf etw. legen: eine neue
Tischdecke a.: ein Gedeck a. (beim Tischdecken hinlegen); eine
[Schalljplatte a. (zum Abspielen auf den Teller des
Plattenspielers legen); wir müssen noch mehr [Briketts] a. (auf
das Feuer legen, nachlegen); Make-up a. (auf das Gesicht
auftragen): Wenn sie lächelte, bemerkte man. daß sie zuviel
Puder aufgelegt hatte (Simmel. Affäre 166); er legte den
Hörer auf (legte nach beendetem Telefongespräch den Hörer
auf die Gabel des Telefonapparates); man legte dem
Kranken kalte Kompressen auf; dem Pferd den Sattel a.; mit
aufgelegten (aufgestützten) Ellbogen; b) durch das Auflegen
des Hörers das Telefongespräch beenden: der Teilnehmer
hat aufgelegt; er wollte noch etwas sagen, aber sie hatte
schon aufgelegt. 2. (selten) auferlegen: und so legten wir
uns freiwillig Entbehrungen auf (Böll. Erzählungen 374)
218
auflösen
3. zur Einsichtnahme auslegen: die Liste für die
Gemeinderatswahl wird erst morgen aufgelegt. 4. <a. + sich)
(landsch.) Streit anfangen: du legst dich ständig mit deinen
Nachbarn auf. 5. a) (Buchw.) ein Werk ! in einer
Neuauflage] drucken, herausgeben: einen Gedichtband neu a.; seine
Romane sind spater nicht wieder aufgelegt worden: b)
(Wirtsch.) mit der Herstellung eines Fabrikats in großer
Stückzahl beginnen: eine neue Serie von etw. auflegen.
6. (Geldw.. Finanzw.) (ein Wertpapier) ausschreiben, an-
bieten: an der Börse waren neue Aktien aufgelegt worden.
7. (Seemannsspr.) (ein Schiff) für eine bestimmte Zeit still-
legen, außer Dienst setzen: Das Segelschulschiff ... bleibt
vorläufig aufgelegt (FAZ 66.19S8.6): <Abl. zu 1:) Aufleger.
der; -s. -: 1. svw. f Auflegematratze. 2. jmd.. der etw. auflegt.
3. Anhänger, der auf eine Zugmaschine aufgelegt wird (vgl.
aufsatteln 2): zu 1. 2. 5 b. 6: Auflegung, die; -. -en <PI.
ungebr.X
wflehnen <sw. V.; hat) [1: mhd. ufleinen. eigtl. = sich
aufrichten]: 1. <a. + sich) sich empören, aufbegehren,
rebellieren, revoltieren: sich gegen den Vater, gegen die
bestehende Ordnung a.; sein Stolz lehnt sich dagegen auf.
bevormundet zu werden; Gegen das Unabänderliche lehnte sie
sich nicht auf (Kirst. Aufruhr 89). 2. (landsch.) (die Arme)
auf etw. lehnen: aufstützen: die Arme [auf das/auf dem
Fenstersims] a.; <Abl. zu 1:) Auflehnung, die; -. -en; das
Aufbegehren. Empörung. Widersetzlichkeit. Rebellion: die
A. der Flüchtlinge gegen ihr Schicksal; Ihre A. hatte jedoch
alle Kraft verloren (Musil. Mann 315); sein Geisteszustand
wechselte von erbitterter A. zu stumpfsinniger Resignation.
aufleimen <sw. V.; hat): mit Leim auf etw. befestigen,
festkleben: die abgebrochenen Figürchen wieder auf die/auf der
Unterlage a.; ein Schrank mit aufgeleimten Leisten.
auflebten <sw. V.; hat): 1. (Schuhe) auf Leisten spannen.
2. (eine Fläche) mit Leisten versehen: der Kunstschreiner
leistete den schmucklos glatten Schrank auf; <Abl. zu 2:)
Aufleistung.die; -. -en: Stilschlafzimmer ... mit
beschwingten -en (MM 7. 5. 73. 16).
auflesen <st. V.; hat): 1. a) (verstreut Umherliegendes) mit
der Hand vom Erdboden aufheben, aufsammeln, aufklauben:
Fallobst. Scherben a.; die heruntergefallenen Glasperlen
wieder a.; b) (ugs.) (zufällig Gefundenes) /aufheben u.J
mitnehmen: seine Hosentaschen waren voll von Dingen,
die er irgendwo aufgelesen hatte; Ü er hatte ein paar
spanische Redensarten aufgelesen, die er überall anbrachte;
c) (ugs. scherzh.) sich irgendwo (etw. Unangenehmes) holen,
aufschnappen: ich hatte in den Tropen eine Viruskrankheit
aufgelesen; ich muß mir in dem Hotel Flöhe aufgelesen
haben. 2. (ugs. abwertend) irgendwo auffinden u. mit sich
nehmen: wo hast du den Kerl bloß aufgelesen?; ein
Mädchen aus der Gosse a.; hat dieser Kerl ... ein' ganzen
Sack voll Katholiken bei der Razzia aus Dummheit mit
aufgelesen (Hochhuth. Stellvertreter 145).
aufleuchten <sw. V.; hat/ist): plötzlich, für kurze Zeit
leuchten: zu leuchten beginnen: eine Lampe leuchtete auf; wie
ein plötzlicher Sonnenstrahl eine Herbstlandschaft a. läßt
(Ott. Haie 101); Ü seine Augen hatten freudig
aufgeleuchtet; hier ist zum ersten Mal die Ahnung eines Wissens
aufgeleuchtet.
Auflicht.das; -[e]s (Optik. Fot.): auf einen Gegenstand
auffallendes /künstliches/ Licht: auflichten <sw. V.; hat) (geh.):
a) die Dichte von etw. (einem Baumbestando. ä.) auflockern.
Zwischenraum schaffen (in den Licht einfallen kann): licht
machen: man müßte den Wald etwas a.; von Gärten
aufgelichtete Stadtbezirke; Ü die Pest... hat... das ganze Reich
grauenvoll aufgelichtet (Thieß. Reich 355); b) heller
machen: man könnte die Räume durch hellere Tapeten etwas
a.; er hat die dunklen Partien des Bildes mit Deckweiß
aufgelichtet; c) aufhellen, aufklären: das Geheimnis wird
wohl nie aufgelichtet werden; d) <a. + sich) a) heller
werden: der Himmel lichtete sich gegen Nachmittag etwas
auf; ß) durchschaubar werden, sich aufklären: die
Zusammenhänge, die bisher im Dunkel lagen, haben sich
aufgelichtet; <Abl.:> Auflichtimg. die; -. -en; Auflichtmikroskop,
das; -s, -e (Optik): Mikroskop zur Untersuchung
undurchsichtiger Objekte, bei dem das Licht schräg auf das Objekt
auffällt u. von ihm in das Objekt reflektiert wird.
Auflieferer, der; -s. -: jmd.. der etw. zur Beförderung aufgibt.
Absender einer Auflieferung: die Paketsendungen sind an
den A. zurückgeschickt worden; aufliefern <sw. V.; hat):
zur Weiterbeförderung aufgeben: Eilpakete am
Nachtschalter a.; ich liefere mein Reisegepäck morgen auf; <Abl.:)
Auflieferung, die; -. -en.
Aufliegen <st. V.; hat): 1. a) auf etw. liegen: die Bretter
liegen auf Querbalken auf; der Deckel liegt nicht richtig
auf; Der Tisch war festlich gedeckt, ein prachtvolles
Damasttischtuch lag auf (Katia Mann. Memoiren 64); b)
(veraltet, noch landsch.) aufjmdm. lasten: die
Verantwortung lag ihm schwer auf. 2. zur Einsichtnahme. Ansicht
od. Benutzung offen daliegen, ausliegen: von morgen an
liegen die Unterschriftslisten. Wahlverzeichnisse auf; Der
Graf las meistens im Kirchenblatt, das hier als einzige
Zeitung auflag (Habe. Im Namen 121). 3. <a. + sich)
a) (ugs.) durch lange Bettlägerigkeit an bestimmten
Körperstellen wund werden, sich etw. wundliegen: ich habe mir
den Rücken aufgelegen; b) sich wundliegen: ich habe mich
aufgelegen. 4. (Seemannsspr.) (von Schiffen) für eine
bestimmte Zeit stillgelegt, außer Dienst gesetzt sein: das
Schulschiff liegt bis auf weiteres im Hafen auf; <Zus. zu 4:)
Aufliegezeit, die.
auflisten <sw. V.; hat): zu einer Liste zusammenstellen: mit
Hilfe einer elektronischen Anlage/ eine Liste von etw.
herstellen: man liste alle Einzelveränderungen auf (Steinbuch.
Falsch 137); <subst.) das Sammeln u. Auflisten von
Wortmaterial; <Abl.:> Auflistung, die; -. -en.
auflockern <sw. V.; hat): 1. locker machen: ich lockere
die Erde mit der Hacke auf; aufgelockerte (nicht
geschlossene, nur vereinzelte, leichte) Bewölkung. 2. <a. + sich)
sich (seine Muskeln) entspannen, entkrampfen: ich
schlenkere mit Armen u. Beinen, um mich aufzulockern. 3.
a) abwechslungsreicher machen: ein Wohngebiet durch
Grünanlagen, den Unterricht durch Gruppenarbeit a.; b)
gelöster, unbeschwerter machen: der Alkohol trug dazu
bei. die Atmosphäre aufzulockern (zu entspannen,
zwangloser zu machen): an diesem Abend war er freier, aufgelok-
kerter als sonst; <Abl.:> Auflockerung, die: -. -en.
auflodern <sw. V.; ist): zu lodern beginnen, plötzlich lodernd
emporflammen, lodernd aufbrennen: er goß Benzin in die
Flammen, so daß sie hoch aufloderten; die alten Briefe
waren im Ofen aufgelodert (in Flammen aufgegangen):
Abgestorbene Baumstämme lodern wie Fackeln auf (Grzi-
mek. Serengeti 304); Ü in Irland loderten die
Straßenkämpfe wieder auf; in seinen Augen loderte Haß auf.
auflohen <sw. V.; ist) (geh.): svw. tauflodern: das Feuer
lohte zum Himmel auf; das Papier lohte hell auf
(verbrannte lodernd): Ü die Flamme der Begeisterung lohte in ihnen
auf.
auflösbar ['qyfle.sbaig] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
auflösen lassend: so beschaffen, daß man es auflösen kann:
ein -er Vertrag; (Math.:) die Gleichung ist nicht weiter
a.; <Abl.:> Auflösbarkeit, die; -; auflösen <sw. V.; hat)
/vgl. aufgelöst/: 1. a) (in einer Flüssigkeit) zerfallen,
zergehen lassen: Tabletten in einem Glas Wasser a.; eine
angeschlagene Tasse, in der sie immer Kernseife auflöste, um
Seifenblasen zu machen (Böll. Haus 101); b) <a. + sich)
sich zerteilen, sich zersetzen, zergehen: der Zucker hat sich
aufgelöst; die Wolke löste sich auf; Ü das Traumbild löste
sich auf; Zeichen des sich auflösenden (zerfallenden)
Reiches; c) <a. + sich) in etw. übergehen, sich in etw.
verwandeln: während sie (= die Schwärze) sich in graue
Regengardinen auflöste (Hausmann. Abel 112); alles wird sich in
eitel Freude a.; allmählich lösten die ... Glühbirnen sich
in Strahlenbündel auf (Jahnn, Geschichten 87). 2. a) (geh.)
(Gebundenes. Geflochtenes o.a.) öffnen, aufmachen,
-binden, -knüpfen: eine kunstvoll geschlungene Schleife, eine
Verschnürung a.; ich löste mir das Haar auf; mit
aufgelösten Haaren; Ü in einer die ältere Einheit von Politik
und Ethik auflösenden Machtlehre des Politischen (Fraen-
kel. Staat 265); b) <a. + sich) (geh.) sich nicht in der
bestehenden Form halten: aufgehen: die Schleife, ihr Haar
löst sich immer wieder auf. 3. a) nicht länger bestehen
lassen: wir haben unseren Haushalt aufgelöst; die
Regierung hat das Parlament aufgelöst; er wollte den Vertrag
mit der Firma a.; ..Ich habe daran gedacht. ... die ganze
Einkaufsgesellschaft aufzulösen" (Brecht. Groschen 23S);
die Verlobung a. (rückgängig machen): die Ehe wurde
aufgelöst (geschieden): du mußt die Klammern a. (Math.;
durch Rechenoperationen entfernen): b) <a. -I- sich) nicht
länger bestehen: die alten Ordnungen lösten sich auf; der
Verein löste sich bald wieder auf; die Menschenmassen
hatten sich aufgelöst (zerstreut, verteilt). 4. a) klären, ent-
219
Auflösung
wirren u. dadurch beheben: wie kann man diese
Schwierigkeiten, diesen Widerspruch a.?: b) die Lösung von erw.
finden: es ist gar nicht leicht, dieses Rätsel aufzulösen:
c) <a. + sich) sich au/klären (1 b): das Mißverständnis
wird sich a. 5. (Musik) a) ein Versetzungszeichen auflieben
u. dadurch den ursprünglichen Ton 'wiederherstellen: das
Kreuz ist im nächsten Takt wieder aufgelöst: b) melodisch
umwandeln: eine Dissonanz zur Konsonanz fortführen. 6.
(Optik. Fot.) nahe beieinanderliegende Details eines Objekts
deutlich unterscheidbar abbilden: Bei größerem Abstand
der Kamera... werden die Farbpunkte nicht mehr aufgelöst
(Fotomagazin 8. 1967. 37): <Abl.:> Auflösung, die: -. -en
<P1. selten): 1. a) das Sichauflösen: die Zersetzung: die
A. der Nebelfelder: Er ... hielt ihm die sittliche A. vor,
der seine Klasse sichtlich entgegengehe (H. Mann. Unrat
97): der Körper des Toten ist schon in A. begriffen: so
führte diese Gewohnheit zu einer A. Jeder wirklichen
Tradition (Thieß. Reich 237): b) Verwirrung. Verstörtheit. Verlust
der Fassung: Sie erreichte das Bridgezimmer in einem
Zustand völliger A. (Baum. Paris 17): sie war der A. nahe
und kämpfte mit den Tränen. 2. Aufhebung: die A. einer
Institution, eines Verhältnisses: Die afrikanischen
Bildhauer haben eine größere Tendenz zur A. der Form (Bild.
Kunst I. 15). 3. das Bewältigen u. die fertige Lösung einer
Denkaufgabe: Aufklärung (1): die A. der Gleichung macht
mir große Mühe: die A. des Rätsels finden Sie auf Seite
27: wir sind der A. dieses Geheimnisses schon recht nahe.
4. (Musik) a) Aufhebung eines Versetzungszeichens: b) Fort-
führung einer Dissonanz zur Konsonanz. 5. (Optik. Fot.)
deutlich unterscheidbare Abbildung nahe
beieinanderliegender Details eines Objekts: Diese Aufnahmen zeigten eine
... bessere A. von Einzelheiten (Kosmos 3. 1965. 118).
Auflösung»-: Erscheinung, die: Zeichen des Zerfalls: Dem
vollständigen Schwund (= des Zellkerns) können sichtbare
-en ... vorausgehen (Medizin II. 162): ^prozeß. der:
Zerfallsprozeß: kurze Zeit nach dem Eintritt des Todes beginnt
der A.; ^tendenz, die: Tendenz zum Zerfall: -vermögen,
das (Optik): -zeichen, das (Musik): Zeichen, mit dem die
Geltung eines vorher angegebenen Versetzungszeichens
aufgehoben wird; Zeichen: if
auflöten <sw. V.: hat): auf etw. löten, durch Löten auf etw.
fest anbringen: der Juwelier hatte Goldpailletten auf das
Schmuckstück aufgelötet.
auflüpftedi ftüiflYpfiJl <Adj.) [zu lupfen = in die Höhe
heben, anregen, hinreißen! (Schweiz.): aufrührerisch,
rebellisch: -e Reden führen: die Schüler sind heutzutage -er
als früher.
auflutsdien <sw. V.: hat) (ugs.): lutschen, bis nichts mehr
davon übrig ist: hast du die Bonbons schon alle
aufgelutscht?
aufluven <sw. V.: hat) (Seemannsspr.): den Winkel zwischen
Kurs u. Windrichtung verkleinern.
aufm f^ifm]: ugs. für: auf dem.
Aufmache, die; - (berlin.. ugs.): äußere Aufmachung:
aufmachen <sw. V.: hat): I. (ugs.) a) öffnen (Ggs.: zumachen):
die Tür. das Fenster, den KofTer, den Mund, den obersten
Knopf, den Gürtel, den Mantel a.; er hat mir nicht
aufgemacht (hat mir die Tür nicht geöffnet, mich nicht
eingelassen); b) den Verschluß o.a. von etwas entfernen, öffnen
! um an den Inhalt zu gelangen /: ein Päckchen, einen Brief,
eine Flasche a.: einen Tresor a. (Gaunerspr.: aufbrechen);
jmdn. a. (ugs.: jmds. Leib durch Operation öffnen); das
Haar a. (lösen); c) durch öffnen der Ladentür seine
Geschäftszeit beginnen: die Geschäfte, wir machen um 8 Uhr
auf. 2. (ugs.) a) eröffnen, gründen: ein Geschäft, eine Filiale,
ein Transportunternehmen a.; das brachte mich auf den
Gedanken. ... so was wie einen Meerschweinchenzirkus
aufzumachen (Schnurre. Bart 150): b) eröffnet, gegründet
werden: hier haben viele neue Geschäfte aufgemacht. 3.
(ugs.: Zeitungsw.) mit einem Aufmacher versehen: in der
vorigen Woche war diese Zeitung mit folgenden
Schlagzeilen aufgemacht: ... 4. effektvoll gestalten: Auslagen, ein
Buch hübsch a.; der Prozeß wurde von der Parteipresse
groß aufgemacht: sie hatte sich auf Jung aufgemacht (ugs.:
zurechtgemacht). 5. sidi auf den Weg machen, aufbrechen:
sich in aller Frühe zu einem Spaziergang a.; sie machten
sich endlich auf (schickten sich an), uns zu besuchen:
Ü ein Wind hatte sich aufgemacht (dichter.: erhoben, zu
wehen begonnen). 6. (Skispringen) den Aufsprung einleiten,
indem man die Arme vom Körper weg nach vorne bewegt:
der österreichische Springer hat zu früh aufgemacht. 7.
(landsch.) anbringen, aufhängen: ein Plakat im Fenster
a.: die Mutter macht die Gardinen auf: <Abl.:) Ayfmacher.
der: -s. - (Zeitungsw.): wirkungsvoller Titel, eingängige
Schlagzeile für einen Zeitungs- od. Illustriertenartikel; als
Blickfang gestalteter i Anfang. Titeleines/ Hauptartikel/'s].
Aufmacher-: -foto, das: -aeite, die: -atory. die.
Aufmachung, die; -. -en: 1. äußere [Aus/gestaltung.
Ausstattung. Darstellung; Art. Form, in der jmd., etw.
zurechtgemacht ist: eine geschmackvolle A.; sie erschien in eleganter
A.; die Blätter berichteten darüber in großer A.; Sie hatte
als Besucherin der bayrischen Hochebene Neigung zu
theatralischer A. (Feuchtwanger. Erfolg 4SI). 2. (Zeitungsw.)
auf der Titel- od. ersten Seite einer Zeitung od. Illustrierten
effektvoll dargebotener Inhalt u.lod. seine Schlagzeile u./od.
seine Stelle: A. heißt, was die Zeitung ihren Lesern
zuvörderst anbietet (Enzensberger. Einzelheiten I. 25); die
Zeitung setzte folgende Schlagzeile in die A.: ...
aufmalen <sw. V.: hat): a) auf etw. malen, zeichnen: ein
großes Schild, auf das/auf dem eine schwarze Hand
aufgemalt war; b) (ugs.) umständlich groß, unbeholfen schreiben:
ein Zettel, auf den/auf dem das Kind einige Wörter
aufgemalt hatte.
Aufmarsch, der; -[eis. Aufmärsche: das Aufmarschieren: der
A. der Truppe; eine Veranstaltung, die einen großen A.
(Schweiz.; zahlreichen Besuch) verdient; (Zus.:) Aufmarsch-
gebiet, das: aufmarschieren <sw. V.; ist): in größerer Zahl
heranmarschieren u. sich aufstellen u./od.
vorbeimarschieren: die aufmarschierten Truppen; Ü (scherzh.:) er ließ
seine sieben Kinder a.; Zeugen a. (ugs.; auftreten) lassen.
Aufmaß« das; -es. -e (Bauw.): a) das Aufmessen; b) die durch
Aufmessen ermittelten Maße von etw.
aufmeißeln <sw. V.; hat): durch Meißeln öffnen: den Kiefer.
Schädel a.
auftnerken <sw. V.; hat): 1. (geh.) aufpassen, aufmerksam
sein, achtgeben: [auf alles] gut a. 2. plötzlich aufmerksam
werden, aufhorchen: bei diesem Namen merkte er auf;
<Abl.:>aufmerksam[%ifmerkza:m] <Adj.): 1. mit wachen
Sinnen, mit Interesse /folgend], geistig wach/sam], scharf
aufnehmend, gespannt aufmerkend, voller Konzentration;
-e Zuhörer. Beobachter. Blicke; einer Darbietung a. folgen;
Mein Onkel hörte sich das alles a. an (Fallada. Herr
71);* Jmdn. auf irodn.. etw. a. machen (hinweisen): er
machte ihn darauf a.. daß ...; [auf imdn«, etw.] a. werden (jmdn..
etw. wahrnehmen, weil er, es sich auf bestimmte Weise
bemerkbar macht, auffällig verhält o. ä.): Nimm den Kopf
hoch. Rosamund, die Leute werden schon a. (Gaiser.
Schlußball 145); Ich bin auf ihn a. geworden, als er so
provozierend zu husten begann. 2. höflich, zuvorkommend:
ein [mir gegenüber] sehr -er Mann; das ist sehr a. von
Ihnen; <AbI.:) Aufmerksamkeit, die: -. -en: 1. <o. PI.)
das Aufmerksamsein,•Achten auf etw., Beachtung, Interesse,
geistige Sammlung: die A. der Zuhörer läßt nach; die
dauernde A. der ganzen Welt darf man nicht dafür
verlangen (Kafka. Erzählungen 260); A. für etw. zeigen,
bekunden; der Vorfall erregte meine A.; seine A. auf etw. richten:
es scheint ihrer A. entgangen zu sein, daß ... (Sie haben
noch nicht.. J. 2. Höflichkeit, Zuvorkommenheit: er umgab
sie mit großer A ; ein gewisses Talent ... zum eleganten
Servieren und allen feineren -en. die dazu gehören? (Th.
Mann. Krull 233). 3. kleines Geschenk: im dm. eine kleine
A. mitbringen.
aufmessen <st. V.; hat) (Bauw.): die Maße von etw. im
einzelnen feststellen: ein Gebäude a.
aufmöbeln ['^lfmoiblnj <sw. V.; hat) [urspr. wohl = alte
Möbelstücke aufarbeiten] (ugs.): 1. einer Sache [wieder
besseres Aussehen geben, etw. [wieder] in einen besseren
Zustand bringen, etw. modernisieren: einen alten Kahn a.;
das von vielen Transporten zerschrammte Gehäuse war
nicht mehr aufzumöbeln (Hörzu 40.1974.29): Ü die
Mannschaft muß ihren Ruf a.; Der junge Goethe zog nach
Leipzig nicht zuletzt deshalb, um sein Frankfurterisch mit
dem vorbildlich reinen Deutsch der Sachsen aufzumöbeln
(Bausinger. Dialekte 21). 2. beleben, munter machen,
aufpulvern: der Kaffee hat ihn aufgemöbelt. 3. jmdm. aus einer
gedrückten Stimmung o. ä. heraushelfen, jmdn. aufmuntern:
der Besuch, die Reise, die Ablenkung hatte sie wieder
aufgemöbelt: <Abl.:> AufinöWelhmg. die: -. -en <P1. selten;.
aufmontieren <sw. V.; hat): auf etw. montieren: ein Schild
auf die Tür a.
220
aufnorden
aufmotzen ['^jifmotsn] <sw. V.; hat) [taufmutzen] (ugs.):
aufbessernd zurechtmachen, zurechtstutzen. / in Aussehen
od. Leistung 1 effektvoller gestalten, auf höhere Leistung
od. Wirkung trimmen: die Masche. Politik mit Show und
Show mit Politik aufzumotzen (Hörzu 46. 1972. 18); so
richtig schön mit progressivem Schick aufgemotzt,
aufgeputzt (MM 18.4. 1974.34).
aufmuck[s]en <sw. V.; hat) (ugs.): weil man mit etwas nicht
einverstanden ist. einen leichten Versuch machen, dagegen
Stellung zu nehmen, leicht aufzubegehren: Wagte es Jemand,
gegen solche Willkür aufzumucken, endete er grausam
(Hörzu SO. 1972. 104); keiner wagte aufzumucklslen.
aufmuntern ['^lfmontHnJ <sw. V.; hat): I. a) heiter stimmen,
aufheitern: er versuchte, die anderen mit lustigen
Geschichten aufzumuntern; b) beleben, leicht aufputschen: der
Alkohol munterte sie auf; ob Sie der Kaffee nicht etwas
aufgemuntert hat (Th. Mann. Krull 164). 2. ermutigen, zu etw.
Mut machen: jmdn. [mit Zurufen] zum Weitermachen a.;
Jmdn. aufmunternd ansehen; <Abl.:> Aufmunterung, die;
-. -en.
aufmüpfig ['qiifmYQficl <Adj.) [zu müpfig = schmollend,
mürrisch, widersprechend. Schweiz. Form von t Muffig]
(ugs.): aufsässig, widersetzlich, widerspenstig, renitent: Aus
dem früher so lieben Jungen war ein -er Bursche geworden
(Hörzu 40. 1972. 152); a. [gegen jmdn. od. etw.] sein;
<Abl.:) Allfinüpfigkeit, die; -. -en (ugs.): 1. <o. PI.)
Aufsässigkeit, Widersetzlichkeit. Widerspenstigkeit. Renitenz. 2.
aufmüpfiges Verhalten.
aufmutzen [ayfmulßn) <sw. V.; hat) [mhd. ufmutzen =
herausputzen]: 1. (landsch.) vorwerfen: Jmdm. seine Fehler
a. L (seltener): svw. f aufmotzen: Oft wird das Wort ...
gebraucht, um eine Reportage modern aufzumutzen
(Sprachpflege 1. 1974.22).
auTn ['qjjfp]: ugs. für: auf den.
Aufnäharbeit, die; -. -en (Schneiderei): aufgenähtes Muster.
Applikation: aufnähen <sw. V.; hat): auf etw. nähen: eine
Tasche, eine Applikation [auf das Kleid] a.
Aufnahme ['^ifna:m9]. die; -. -n: 1. Beginn, Einleitung. Eröff
nung: die A. von Verhandlungen, von diplomatischen
Beziehungen; nach A. des Fernsprechverkehrs. 2. a) Unter-
bringung. Beherbergung: Jmds. A. in ein Krankenhaus
einleiten; b) das Aufgenommen-. Empfangenwerden von
anderen: die A. [in der Familie] war überaus herzlich; die
Vertriebenen fanden ... in anderen Ländern bereitwillige
A. (Friedeil. Aufklärung SD; c) Raum, in dem die neu
Aufzunehmenden ihre Personalien angeben müssen:
EmpfangIsraumJ: in der A. [des Krankenhauses] warten.
3. das Aufgenommenwerden (4 a); Erteilung der
Mitgliedschaft: die A. in einen Verein beantragen; Jmds. A. in
einen Orden. 4. das Aufnehmen (8). Leihen.
Inanspruchnahme: Während der gleichen Zeit ist die A. von fremden
Geldern so teuer geworden wie nie zuvor (Zeit 6. 6. 75.
1); die A. einer Anleihe beschließen. 5. a) Übernahme,
das Gebräuchlich-. Üblichwerden: die A. eines Wortes in
eine Sprache; b) das Registriert-. Verzeichnetwerden in etw.:
die A. eines Wortes ins Lexikon. 6. Aufzeichnung.
Niederschrift über etw.: die A. eines Protokolls. Diktats.
Telegramms; zwei Polizisten waren mit der A.
(Protokollierung) des Unfalls beschäftigt; die A. (kartographische
Vermessung) eines Geländes. 7. a) das Fotografieren. Filmen:
Achtung. A.!; bei der A. [der Szene] mit dem Apparat
wackeln; b) Fotografie. Bild: eine [unischarfe, verwackelte
A.; Es ist eine sehr dunkle A. geworden, leider ...
unterbelichtet (Frisch. Homo 265); der Fotograf machte eine A.
von dem Paar. 8. a) das Übertragen. Aufnehmen (10 c)
auf Tonband, auf Schallplatte: die -n dauerten lange; bei
der A. [auf Tonband] muß absolute Ruhe herrschen; b)
Ton-. Musikaufzeichnung: der Hörbericht wurde als A.
gesendet; sich die A. eines Konzerts noch einmal anhören.
9. Reaktion: wie war die A. beim Publikum?; die Sendung
fand [eine] begeisterte A. (wurde begeistert aufgenommen).
10. <o. PI.) das Zusichnehmen: die A. der Nahrung.
ttfaahme-. Aufnahme-: ^bedinsung, die (meist PI.):
Bedingung für die Aufnahme in eine Vereinigung o. ä.: -bereit
<Adj.>: bereit, etwas [in sich] aufzunehmen: ein -er Boden;
eine -e Kamera; für geistige Anregung a. sein, dazu: -be-
rtitochaft, die <o. PI.): Jmds. A. für etw.: -fähig <Adj.;
nicht adv.): in der Lage. etw. [in großer Menge]
aufzunehmen: -e Märkte: abends ist er nicht mehr a. Tür Musik,
dazu: ~4Bhigkeit, die <o. PL): jmds. A. Tür etw.; Leona
stellte durch schwarzen Kaffee... ihre A. wieder her (Musil.
Mann 24); -gebühr, die: Gebühr, die für die Aufnahme
als Mitglied od. Teilnehmer zu zahlen ist: -lelter, der;
-Prüfung, die: für die Aufnahme in eine Ausbildungsstätte
erforderliche Prüfung: Sie können in etwa zwei Wochen
ihre A. ablegen (Leonhard. Revolution 71); -vermögen,
das <o. PI.): 1. Aufnahmefähigkeit. 2. Fassungsvermögen:
-wagen, der: Auto mit Anlagen für Aufnahmen des Hörfunks
od. des Fernsehens.
aufnahm^ Aufnahm»-: österr. für f aufnähme-. Aufnahme-.
aufnehmen <st. V.; hat): 1. a) in die Höhe nehmen, aufheben:
den Handschuh [vom Boden] a.; den Rucksack a. (auf
den Rücken nehmen): die Mutter nahm das Kind a. (auf
den Arm): b) (Mannschaftssport, bes. Fußball) den Ball
an sich nehmen, in seinen Besitz bringen: eine Flanke von
links direkt a.; der Torwart konnte die Rückgabe
ungehindert a.; c) (nordd.) (vom Boden o. ä.) aufwischen: das
Wasser mit dem Lappen a.; *es mit imdm.. etw. a. [können]
(die Auseinandersetzung, den Wettstreit nicht scheuen: sich
messen, konkurrieren [können 1: eigtl. = die Waffen [älter.
z. B. bei Luther, das wafen] aufnehmen; vgl. Aufhebens):
mit dem nehme ich es [im Trinken] noch allemal auf;
2. beginnen, einleiten, eröffnen: den Kampf, die Verfolgung
a.; Verhandlungen [mit Jmdm.] a.; diplomatische
Beziehungen mit einem Land, zu einem Staat a.; mit Jmdm. Kontakt.
Fühlung a.; der Fernsprechverkehr ist heute aufgenommen
worden; die Arbeit, das Studium, einen Prozeß. Gespräche
wieder a. (fortsetzen): ein Thema (eines Musikstücks),
einen Gedanken, eine Anregung a. (aufgreifen u.
weiterführen). 3. empfangen: bei sich unterbringen, beherbergen:
Jmdn. freundlich, kühl a.; Flüchtlinge [bei sich, in seinem
Haus] a.; in ein/einem Krankenhaus aufgenommen
werden; Die Bauern waren verpflichtet, die Neuankömmlinge
aufzunehmen (Leonhard. Revolution 117); Ü die Nacht.
Dunkelheit nahm uns auf (dichter.; umschloß, umhüllte
uns). 4. a) die Mitgliedschaft gewähren, ein-, beitreten
lassen: Jmdn. als Teilhaber in sein Geschäft a.; sein Sohn
wurde in die Schule, in den Sportverein aufgenommen;
b) (österr.) an-, einstellen: einen Knecht a.; c) in etw. mit
hineinnehmen, [mit[einbeziehen: ein Stück in den Spielplan
a.; einen Punkt in die Tagesordnung a. 5. Platz für jmdn..
etw. bieten, fassen: eine Gondel der Seilbahn nimmt 40
Personen auf; Ü der Arbeitsmarkt nimmt noch
Arbeitskräfte auf. 6. in sein Bewußtsein dringen lassen, erfassen: ich
wollte neue Eindrücke, die Atmosphäre [in mich/in mir]
a.; das Gedächtnis kann das nicht alles a.; der Schüler
nimmt leicht, schnell auf. 7. in sich hineinnehmen, aufgehen
lassen: Aus der Gewebsflüssigkeit nehmen die Zellen
Sauerstoff ... auf (Medizin II. 142); der Rasen hat das
Wasser aufgenommen; der Kranke nimmt wieder Nahrung
auf (nimmt sie wieder zu sich). 8. leihen. Geld in Anspruch
nehmen: Geld, eine Anleihe a.; Sie war gezwungen, eine
zweite Hypothek aufzunehmen (Jaeger. Freudenhaus 28).
9. in bestimmter Weise Stellung nehmen, reagieren: einen
Vorschlag freundlich, kühl, beifällig a.; Mein Wunsch,
mich anzuschließen, wurde gut aufgenommen (Seghers.
Transit 34). 10. a) aufzeichnen, niederschreiben, schriftlich,
in einem Protokoll o. ä. festhalten: ein Diktat. Telegramm
a.; der Polizist nahm seine Personalien, ein Protokoll auf;
ein Gelände [in einer genauen Karte] a. (kartographisch
festhalten): b) fotografieren, filmen: das junge Paar, die
siegreiche Mannschaft [für die Zeitung] a.; eine Szene,
mehrere Bilder a.; c) auf einer Schallplatte, auf Tonband
festhalten: ein Konzert a.; ein Gespräch auf Band a. 11.
(Reiten) (ein Pferd) zu gespannter Aufmerksamkeit
zwingen, versammeln: das Pferd vor Jedem Hindernis [neu]
a. 12. (Handarb.) (von Maschen) beim Stricken zusätzlich
auf die Nadel nehmen: 10 Maschen a.; <Abl.:> Aufnehmer,
der; -s. -: 1. (nordd.) Tuch, mit dem Feuchtigkeit
aufgenommen, aufgewischt wird. 2. (landsch.) Kehrschaufel.
Müllschippe.
äufnen ['gyfnan] <sw. V.; hat) [mhd. ufenen = erhöhen]
(Schweiz.): [ver]mehren: (Kapital. Geld) ansammeln: eine
Sammlung, ein Kapital ä.
aufnesteln <sw. V.: hat): (durch Schnur, Haken, Knöpfe,
Knoten o.a. Verschlossenes) nestelnd öffnen: die
Verschnürung, einen Knoten, das Mieder, die Haare, die
Schuhe a.
aufnorden ['qpfnardn] <sw. V.; hat) [nach der Rassentheorie
des Nationalsozialismus, bei der die ..nordische Rasse1'
221
aufnötigen
als wertvollste eingeschätzt wurde] (veraltend iron.): durch
Zusätze aufbessern, veredeln: Malzkaffee mit Bohnenkaffee
a.; aufgenordete (gebleichte) Haare; Das Image muß ein
bißchen aufgenordet werden (Spiegel 23.1969.66).
aufnötigen <sw. V.; hat): jmdn. nötigen, etw.Jmdn.
anzunehmen, zu übernehmen: jmdm. etw.Jmdn. aufdrängen: Jmdm.
ein zweites Stück Kuchen a.; so hat er niemand eine
Entscheidung über diese Dinge a. wollen (Johnson.
Mutmaßungen 102); die Lage nötigt uns Zurückhaltung auf
(zwingt uns zur Zurückhaltung).
Auf nunc, die; -. -en: Subst. zu täufnen.
aufoktroyieren <sw. V.; hat) (bildungsspr.): aufzwingen:
Jmdm. seine Meinung, dem Staat eine Verfassung a.; eine
aufoktroyierte Regierungsform.
aufopfern <sw. V.; hat): 1. (geh.) einem höheren Zweck
opfern, hingeben: sein Leben für jmdn.. etw. a.; seine
Existenz einer Idee a.; Jenen Weibern, die ihre natürlichsten
... Instinkte der Staatsraison aufopfern (Hagelstange.
Spielball 13). 2. <a. + sich) sich ohne Rücksicht auf die eigene
Person einsetzen: sich für die Familie, für eine Sache a.;
<1. Part.:) aufopfernd (selten präd.): entsagungsvoll,
hingebungsvoll, selbstlos /tätig]: -e Liebe. Arbeit;
uneigennützige, sich -e Mütter (Remarque. Obelisk 66); sich a. einer
Sache widmen; Aufopferung, die; -. -en <P1. selten): die
A. [des Lebens] Tür jmdn.. etwas; für jmdn. mit A.
(aufopfernd) sorgen; <Zus.:) aufopferungsbereit <Adj.; Steig,
selten), dazu: Aufonferunaghereitschaft. die <o. PI.).
au four [o'fux; frz. au four] (Gastr.): im Ofen gebacken
od. gebraten.
aufpacken <sw. V.; hat): 1. a) aufladen, aufbürden, auf etw.
packen: dem Lasttier, jmdm.. sich etw. a.. [sich] den
Tornister a.; Koffer [auf den Wagen] a.; Ü Jmdm. alle
Verantwortung. Arbeit a.; du hast dir zuviel [Arbeit] aufgepackt;
b) ihoch] vollpacken: den Wagen a. 2. (landsch.) seine
Sachen packen, um aufzubrechen: laßt uns a.! 3. (ugs.)
(Gepacktes) öffnen, von seiner Verpackung befreien: ein
Paketa.
aufpäppeln <sw. V.; hat) (fam.): (einen Kranken, ein Kind,
ein Tier) mit sorgfältiger Ernährung u. Pflege wieder]
zu Kräften bringen, aufziehen, auffüttern: ein Kind a.; einen
Kranken [mit Diätkost] [wieder] a.; Mit der Flasche würde
ich ihn a.. in Mull ihn packen (Hacks. Stücke 379).
aufpappen <sw. V.; hat) (landsch.): [flüchtig, schnell, leichtI
aufkleben: einen Zettel [auf den Koffer] a.
aufpassen <sw. V.; hat) [zu passen = aufmerksam auf etw.
harren]: 1. a) aufmerksam sein, achtgeben: beim Unterricht
in der Schule, im Straßenverkehr a.; auf die
Verkehrszeichen a. (auf sie achten); der Schüler paßt nicht auf (ist
unkonzentriert im Unterricht): gut. höllisch a.. daß nichts
passiert; er paßt auf wie ein Schießhund, wie ein Luchs
(paßt scharf auf): aufgepaßt (Achtung, Vorsicht)!; paß
auf (ugs.; hör zu; du wirst sehen), das ändert sich; b)
auf jmdn., etw. achthaben, damit er, es keinen Schaden
erleidet od. anrichtet; beaufsichtigen; auf die Kinder a.;
Lorchen, die auf die Gans im Ofen a. sollte, war nicht
in der Küche (Grass. Hundejahre 25). 2. (landsch.) jmdm.
auflauern: er paßte ihm an der Ecke auf; Ü wenn man
ihr aufpaßt, der Zeit, dann vergeht sie sehr langsam (Th.
Mann. Zauberberg 95). 3. Gandsch.) aufprobieren: [jmdm.,
sich] einen Hut a.; <AbI.:> Aufpasser, der; -s, -: 1.
(abwertend) jmd.. der die Aufgabe hat, auf andere Iheimlich]
aufzupassen, ihr Tun zu beobachten, zu kontrollieren;
Aufseher; Schnüffler, Spitzel: jmdn. als A. verdächtigen. 2.
Wächter, Beobachter: auf dem Hügel war ein A. postiert.
aufpeitschen <sw. V.; hat): 1. aufwühlen: der Sturm peitscht
das Meer, die Wellen auf. 2. in heftige Erregung versetzen,
stark erregen: die Musik peitscht die Sinne auf; die
Marktredner peitschen das Volk auf. und das Volk läßt seine
Retter hinrichten (Thieß. Reich 141); sich mit. durch
Bohnenkaffee a.; aufpeitschende Reden; <Abl:> Aufpeitschung,
die; -. -en <PI. selten).
aufpelzen [%ifpclt§n] <sw. V.; hat) Gandsch., bes. österr.):
aufbürden, auferlegen, aufhalsen: Jmdm. eine Arbeit a.;
jmdm. eine Strafe a. (au/brummen); einer Mannschaft
4 Tore a. (Sport: verpassen).
aufpeppen <sw. V.; hat): durch entsprechende Beigaben einer
Sache Forschheit. Schwung, Pep geben: zumal seine Sprache
künstlich aufgepeppt ist (MM 8. 1. 74. 24).
aufpflanzen <sw. V.; hat): 1. a) aufstellen, aufrichten: eine
Fahnea.; b) aufstecken, auf das Gewehr stecken: das Seiten-
gewehra.; mit aufgepflanztem Bajonett vorrücken. 2. (ugs.)
sich provozierend hinstellen: sich vor jmdm.. vor dem
Eingang a.
aufpflügen <sw. V.; hat): durch Pflügen aufreißen, auf-,
umbrechen: den Boden a.; Ü das Schiff pflügt das Meer auf
(dichter.; wühlt das Wasser auf).
aufpfropfen <sw. V.; hat): durch Pfropfen auf etw. übertragen,
auf etw. pfropfen: ein Reis [auf einen Stamm] a.; Ü einem
Volk eine fremde Kultur, einem Roman eine Tendenz
a. (als etwas Wesensfremdes, Unorganisches aufzwingen,
hinzutun); <AbI.:> Allfpfropfung. die; -. -en.
'aufpicken <sw. V.; hat): 1. mit dem Schnabel pickend
aufnehmen: der Vogel pickt Körner [vom Boden] auf; Ü
aufgepickte (ugs.; durch Lesen zufallig gefundene) Klassikerzitate.
2. durch Picken öffnen: die Elster pickt Eier auf.
2ailfpfcken <sw. V.; hat) [t picken] (österr. ugs.) aufkleben:
ein Plakat a.
aufplätten <sw. V.) (nordd.): svw. Taufbügeln.
aufplatzen <sw. V.; ist): platzend aufgehen, aufspringen, sich
platzend öffnen, auseinanderplatzen: die Knospen platzen
auf; die Naht, die Wunde ist aufgeplatzt.
aufplustern <sw. V.; hat): 1. (das Gefieder) aufstellen,
aufrichten, sträuben: der Vogel plustert seine Federn auf;
Ü ein Ereignis a. (ugs. abwertend; aufbauschen). 2. <a.
+ sich) a) sich durch Aufrichten des Gefieders aufblähen:
der Vogel plustert sich auf; b) (ugs. abwertend) sich
aufblasen, sich wichtig tun, großtun: sich [mit seinem Können]
gewaltig a.; Er sollte sich nicht so a. (Degenhardt.
Zündschnüre 141).
aufpolieren <sw. V.; hat): durch Polieren wieder glänzend
machen: Möbel a.; Ü einen Text [durch Bearbeitung], seine
Kenntnisse, jmds. Ansehen a. (ugs.; auffrischen,
aufbessern); Daß man Moliere zeitgemäß a. kann, hat in Stuttgart
Peter Zadek ... bewiesen (MM 19. 6. 69. 28).
aufpolstern <sw. V.; hat): die Polsterung von etw. auffüllen,
aufarbeiten, erneuern: ein Sofa a. [lassen].
aufpoppen ['^lfpopn] <sw. V.; hat): poppig, nach Art der
Popkunst aufmachen, zurechtmachen, gestalten:... die
Schillerbühne progressiv aufgepoppt ... (MM 14. 10. 70. 33).
aufarten <sw. V.; hat): auf etw. prägen, durch Prägung
aufbringen: auf die Vorderseite ließ er sein Wappen a.;
Ü jmdm.. einer Sache etw. a.; einer Zeit den Stempel
[seines Geistes] a.
Aufprall, der; -[eis. -e <P1. selten): das Aufprallen; heftiger
Aufschlag: der A. des Fahrzeugs auf die Mauer; das
Kreischen der Leute hat den A. verschluckt (das Geräusch
des Aufschiagens übertönt; Imog. Wurliblume 299);
aufprallen <sw. V.; ist): auf etw. prallen, heftig auftreffen: das
Auto prallte auf den Mast auf; das Flugzeug war auf
das/(seltener:) auf dem Wasser aufgeprallt.
Aufpreis, der; -es. -e: Aufschlag auf den regulären Preis,
Mehrpreis: der Wagen wird gegen einen A. auch mit
Automatik geliefert.
aufprobieren <sw. V.; hat): probeweise aufsetzen: einen Hut.
eine neue Brille a.
aufprotzen <sw. V.; hat) (Milit.): mit dem Vorderwagen
verbinden u. zum Abfahren bereitmachen (Ggs.: abprotzen
1): ein Geschütz a.
aufpulvern <sw. V.; hat) (ugs.): jmdm., sich, einer Sache
in einem Zustand der Erschöpfung, der Erlahmung durch
geeignete Mittel künstlich gesteigerte Leistungsfähigkeit od.
Kraft geben: jmdn.. sich mit Kaflee a.; er wollte die Moral
der Truppe a.; Bohnenkaffee pulvert [dich] auf; <Abl.:)
Aufpuhenmg. die; -. -en (PI. selten) dazu: Aufpulverum»-
mittel,das (ugs.): Mittel, das der Aufpulverung dient;
Stimulans.
aufpumpen <sw. V.; hat): 1. a) durch Pumpen mit Luft füllen:
einen Reifen, eine Luftmatratze a.; b) die Reifen von etw.
durch Pumpen mit Luft füllen: ein Fahrrad a. 2. <a. +
sich) (ugs.) a) sich aufblasen; b) sich ereifern, zornig werden.
aufpustcn <sw. V.; hat) (landsch.): svw. f aufblasen.
aufputschen <sw. V.; hat) (abwertend): 1. aufhetzen,
aufwiegeln: die Bevölkerung [zu Gewalttaten] a.; die öffentliche
Meinung gegen jmdn.. etw. a. 2. durch starke Reize. Drogen
o. ä. in einen Zustand unnatürlicher, künstlich übersteigerter
Erregung [u. Leistungsfähigkeit] versetzen: den
Kampftrieb, die Leidenschaften a.; die Athleten wurden durch
frenetischen Beifall [zu einmaligen Leistungen]
aufgeputscht; jmdn.. sich, seine Nerven durch Kaflee. Tabletten
a.; aufputschende Mittel; das gewissenlos aufgeputschte
222
aufrichten
öffentliche Interesse (Maass. Goufle 43); (Zus.:)
Aufputschmittel, das; <Abl.): Aufputsdnmg, die; -. -en <P1.
selten), dazu: Aufputschungsmittd, das.
Aufputz, der; -es: auffallender Putz; betont, übertrieben
schmückende Aufmachung: in festlichem, lächerlichem A.
erscheinen; Prinz und Prinzessin Karneval in ihrem barok-
ken A. (Zuckmayer. Fastnachtsbeichte 5); aufputzen <sw.
V.; hat): 1. auffallend putzen. ]über]reichlich schmücken:
jmdn.. sich. etw. [mit Bändern. Blumen] festlich] a. 2.
(ugs.. meist abwertend) jmdm., sich, einer Sache durch
künstliche Mittel [scheinbar/ ein besseres Aussehen.
Ansehen, eine bessere Wirkung verleihen: um sein Image als
Finanzexperte aufzuputzen, reiste er im Lande umher
(Spiegel 51,1966.43); er will sich nicht a. (groß
herausstellen); eine Bilanz a. (frisieren); ein Märchen durch Zutaten
phantastisch a. (aufmachen).
aufaudkn <st. V.; ist): 1. quellend größer, umfänglicher
werden: der Teig quillt auf; Erbsen a. lassen; aufgequollene
Augen. Wangen. 2. (geh.) quellend aufsteigen,
empordringen: Rauch quoll aus den Hütten auf; aufquellendes Blut;
U Sehnsucht quillt in ihr (steigt in ihrem Gemüt) auf;
Eine milde Woge von Tierliebe quillt in einem auf
(Tucholsky. Zwischen 179); aufquellender Zorn.
aufraffen <sw. V.; hat): 1. raffend aufnehmen, aufheben:
Steine a. und damit werfen; den Rock a. (raffend ein
wenig hochnehmen) .2. <a. + sich)a) mühsam, mit
Überwindung aufstehen, sich erheben: sich [vom Boden, vom Sitz]
a. und weitertaumeln; b) sich zu etw. überwinden: sich
zu einer Arbeit. Entscheidung a.; sich dazu a.. etwas zu
tun; Verzweifelt kämpfte sie gegen die Müdigkeit, raffte
sich auf und hörte Schurbigel zu (Böll, Haus 20); Ich
brauchte einige Zeit, um mich zu einer Erwiderung ...
aufzuraffen (Thorwald. Chirurgen 259); sich aus seinen
Träumen a. (mit Anstrengung in die Realität zurückkehren).
Hfragen <sw. V.; hat): in die Höhe ragen: die Türme cter
Stadt ragten [hoch] [in den. zum Himmel] auf; An dem
Stumpf, der noch gut einen Meter hoch aufragte, hing
die Laterne (Hausmann. Abel 49).
afranken, sich <sw. V.; hat) (geh.): sich an etw. hochranken:
der Efeu rankt sich an der Wand auf.
«rfrappeln. sich <sw. V.; hat) (ugs.): a) sich aus liegender,
sitzender o. ä. Haltung mühsam aufrichten; aufstehen: sich
aus dem Bett a.; b) einen Zustand von Schwäche. Krankheit
mit Anstrengung. Energie überwinden: es ging ihm eine
Zeitlang sehr schlecht, aber jetzt hat er sich wieder
aufgerappelt; c) sich unter Anstrengung zu etw. entschließen,
mit etw. beginnen; endlich habe ich mich aufgerappelt
und die unangenehme Arbeit in Angriff genommen.
aufrauchen <sw. V.; hat): 1. zu Ende rauchen: wenn ich
(die Zigarre] aufgeraucht habe, gehe ich. 2. durch Rauchen
verbrauchen: er hat die Kiste Zigarren [halb] aufgeraucht.
aufräufeln ['^lfnjyfln] <sw. V.; hat) [zu niederd.. ostmd.
räufeln = auffädeln]: svw. tauftrennen (2): einen alten
Pullover a.
nfrauhen <sw. V.; hat): durch Bearbeitung an der Oberfläche
rauh machen: Leder mit Sandpapier a.
■frfamen <sw. V.; hat) /vgl. aufgeräumt/: 1. a) / wieder]
Ordnung in etw. bringen: das Zimmer, die Schublade a.;
ich muß noch a. (Ordnung machen); Du mußt das alles
mal richtig verstehen ...Du mußt mal in deinem Kopf
a. (Wohmann. Absicht 270); b) wegräumen, an seinen Platz
stellen, legen: die Spielsachen a.; hast du auch aufgeräumt?
2. (in inhumaner Sprechweise) wüten. Opfer fordern: die
Seuche. Epidemie hat unter der Bevölkerung furchtbar
aufgeräumt. 3. mit etw. Schluß machen; nicht länger
bestehen lassen: mit Vorurteilen. Mißständen a.; <Abl. zu 1:>
Aufrfiumune, die; -; <Zus.:> £ufr!umungsarbeiten <P1.X
aufrauschen <sw. V.): 1. sich rauschend in die Luft erheben,
auffliegen Ost): eine Schar Wildenten rauschte auf. 2.
plötzlich rauschend laut werden, zu rauschen beginnen <hat/ist):
in einem Windstoß rauschten die Bäume auf; die
Wasserspülung hatte plötzlich aufgerauscht; Ü Musik war
aufgerauscht.
aufrechnen <sw. V.; hat): 1. in Rechnung stellen, anrechnen:
dem Hausbesitzer die Reparaturkosten a.; Ü Der Komfort,
den man selber ohne weiteres in Anspruch nimmt, wird
Jenem Pöbel wie eine Sünde aufgeredinet (vorgeworfen;
Enzensberger. Einzelheiten 1,184). 2. miteinander
verrechnen: Forderungen [gegeneinander] a.; <Abl.:) Aufrechnung,
die; -, -en.
aufrecht <AdJ.; -er. -este): 1. <o. Steig.) gerade, aufgerichtet:
eine -e Haltung; sein Gang war a.; etw. a. hinstellen;
* sich nicht mehr/kaum noch a. halten können (so müde,
erschöpft sein, daß man sich hinsetzen od. hinlegen möchte).
2. <nicht adv.) rechtschaffen, redlich: ein -er Mann; eine
•e Gesinnung; <Zus.:> aufrechterhalten <st. V.; hat):
bestehen lassen; an etw. festhalten: den Kontakt [mit Jmdm.].
eine Behauptung a.; Ü allein sein Glaube hatte ihn nach
diesem Schicksalsschlag a. gehalten/erhalten (hatte ihn
durchhalten lassen); <Abl.:) Aufrechterhaltung, die; -.
aufrecken <sw. V.; hat): a) in die Höhe recken, hochstrecken:
die Arme, den Kopf a.; b) <a. + sich) sich in die Höhe
recken, sich / aus gebückter Haltung] aufrichten: der Gorilla
hatte sich drohend [vor seinem Rivalen] aufgereckt; Ü
ein Hochhaus reckt sich riesenhaft vor den Betrachtern
auf.
aufreden <sw. V.; hat): svw. taufschwatzen.
aufregen <sw. V.; hat): 1. a) in Erregung versetzen,
beunruhigen: die Nachricht regte sie sehr auf; er war sehr aufgeregt;
ein aufregendes Ereignis; eine aufgeregte Menschenmenge;
b) <a. -I- sich) in Erregung geraten: sich über jmdn.. etw.
a.; du darfst dich nicht so sehr a. 2. <a. + sich) (ugs.)
sich über jmdn., etw. entrüsten, abfällig äußern: die Nachbarn
regen sich über ihren Lebenswandel auf; <Abl. zu 1:)
Aufregung.die; -. -en: a) heftige Gefühlsbewegung, Erregung:
in A. geraten; wir müssen alle -en von dem Kranken
fernhalten; in der A. hatte ich alles vergessen; er schwitzte
vor A.; b) Verwirrung, Durcheinander: alles war in heller A.
aufreiben <st. V.; hat): 1. <a. -I- sich) wund reiben: ich habe
mir [beim Waschen] die Hände aufgerieben. 2. a) <a. +
sich) seine Kräfte völlig verbrauchen: du reibst dich bei
dieser Arbeit, in deinem Beruf auf; b) jmds. Kräfte völlig
aufzehren, zermürben: die Sorge [um ihre Familie] hat
sie vorzeitig aufgerieben; eine aufreibende Tätigkeit. 3.
völlig vernichten: die Kompanie wurde in dieser Schlacht
fast ganz aufgerieben; <Abl. zu 3:) Ailfreibung, die; -.
aufreihen <sw. V.; hat): a) hintereinander auf einen Faden
aufziehen: Perlen [auf eine Schnur] a.; b) in einer Reihe
aufstellen: Bücher im Regal a.; <a. + sich) die Polizisten
reihten sich längs der Straße auf; <Abl.:> Aufteilung, die; -.
aufreißen <st. V.): I. durch /Zerjreißen ]der Umhüllung/
öffnen <hat): einen Brief, eine Zigarettenpackung a. 2.
schnell, ruckartig öffnen <hat): die Tür, das Fenster a.;
den Mund, die Augen a. (ugs.; vor Schreck. Staunen o.a.
weit aufmachen). 3. aufbrechen <hat): die Straße, das
Pflaster a. 4. a) auseinanderreißen Ost): eine Naht, die Hose
ist an der Seite aufgerissen; b) durch Reißen beschädigen,
verletzen, zerstören; ein Loch in etw. reißen <hat>: ich habe
[mir] den Rocksaum aufgerissen; der SchifTsrumpf wurde
aufgerissen; c) (Sport Jargon) die gegnerische Deckung
durch geschicktes Spiel auseinanderziehen u. so Platz für
einen Durchbruch schaffen <hat>: die Stürmer rissen mit
direkten Pässen die Abwehr auf. 5. (Technik) einen Aufriß
machen <hat>: einen Konstruktionsteil a. 6. in großen Zügen
darstellen <hat>: ein Thema, ein Problem a. 7. <hat>
(salopp) a) sich erfolgreich um schnellen Kontakt u. nähere
Bekanntschaft /eines Mädchens] bemühen: ein Mädchen
a.; b) sich etw. verschaffen: einen Job a.; Aufreifler. der;
-s, - (Sport): 1. (Ringen) ein Griff, mit dem der bäuchlings
liegende Gegner hochgehoben wird. 2. (Jargon) Spieler, der
sich bes. gut auf das Aufreißen (4 c) versteht.
aufreiten <st. V.): 1. <a. + sich) sich etw. durch Reiten
aufscheuern; sich wund reiten <hat): ich habe mich
aufgeritten. 2. zu Pferd Aufstellung nehmen <ist>: die Wache ist
auf dem Hof aufgeritten. 3. (Zool.) (von bestimmten
Säugetieren) begatten <ist>.
aufreizen <sw. V.; hat): I. au/hetzen, aufwiegeln: jmdn. zum
Widerstand, zur Opposition a. 2. in Erregung versetzen,
herausfordern: etw. reizt [die Leidenschaften, die Sinne]
auf; sie hat einen aufreizenden Gang; <Abl.:> Aufreizung.
die; -. -en.
aufribbeln <sw. V.; hat) (landsch.): svw. f auftrennen (2).
Aufrichte, die; -. -n (Schweiz.): Richtfest.
aufrichten <sw. V.; hat): 1. aus liegender od. gebeugter
Haltung in die Höhe richten, gerade -, hochrichten: einen
Kranken, sich im Bett a.; den Oberkörper a.; den Gestürzten
wieder a. (auf die Beine stellen). 2, errichten, aufbauen:
ein Baugerüst, eine Straßensperre a.; Ü ein Reich a. 3.
a) trösten, jmdm. Mut zusprechen: einen Verzweifelten
[durch Zuspruch] a.; b) <a. + sich) wieder Mut schöpfen:
223
aufrichtig
ich habe mich an ihm. seinem Zuspruch wieder
aufgerichtet. 4. (landsch.) aufarbeiten: Polstermöbel a.; aufrichtig
<Adj.): dem innersten Gefühl, der eigenen Überzeugung
entsprechend: ehrlich, offen (Ggs.: unaufrichtig): ein -er
Mensch; -e Teilnahme; ... in allem, was man mit -em
Bemühen tut. kann ein Stück Ehre liegen (R. Walser.
Gehülfe 113); a. sein; (verblaßt:) etw. a. bedauern; <Abl.:)
Aufrichtigkeit, die; -; Aufrichtung, die; - (zu f aufrichten).
aufriegeln <sw. V.; hat): durch Zurückschieben des Riegels
öffnen (Ggs.: zuriegeln): das Tor. die Tür a.; <Abl.:> Alrfne-
g(e]lung. die; -. -en.
aufriggen <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): svw. tauftakeln.
Alrfrifi* der; Aufrisses. Aufrisse [zu f aufreißen (5)]: 1.
(Bautechnik) Zeichnung der Vorder- od. Seitenansicht eines
Körpers: ein Gebäude im A. darstellen. 2. kurzgefaßte
Darstellung eines Stoffes, Abriß: ein A. der Literaturgeschichte;
<Zus. zu 1:) ÄufrffizeichiMg, die.
aufritzen <sw. V.; hat): a) durch Ritzen öffnen: die Verpak-
kung an der dafür vorgesehenen Stelle a.; b) durch Ritzen
verletzen: ich habe mir die Haut an der Kante aufgeritzt.
aufrollen <sw. V.; hat): 1. a) auf eine Rolle, zu einer Rolle
wickeln, zusammenrollen: ein Kabel, den Teppich a.; <a.
+ sich) das Papier rollt sich immer wieder auf; b) (ugs.)
auf Lockenwickler aufdrehen: ich habe mir die Haare
aufgerollt; c) aufkrempeln: die Ärmel. Hosenbeine a. 2, a)
auseinanderrollen, entrollen, ausrollen: eine Landkarte. Fahne
a.; b) durch Rollen öffnen: eine Schiebetüre a. 3.
anschneiden, eingehend behandeln u. zu klären suchen: eine Frage,
ein Problem a.; einen Prozeß noch einmal a. 4. (Milit..
Sport) / von der Seite her] angreifen u. überwinden: eine
feindliche Stellung a.; auf der Zielgeraden das
Teilnehmerfeld a.; <Abl.:> Aufrollung, die; -. -en.
auf nicken <sw. V.; ist): 1. vorrücken, indem man eine
entstandene Lücke in einer Reihe schließt: nachrücken, aufschließen:
bitte a.!; können Sie etwas näher a. (zusammenrücken).
2. befördert werden, in einen höheren / Dienst Jrang
aufsteigen: in eine leitende Stellung, zum Abteilungsleiter a.;
Werden sie nicht größenwahnsinnig werden, wenn sie
erfahren, zu welcher Würde sie aufgerückt sind ... (Döblin.
Märchen 27); <Abl.:) AufrikkuK, die; -.
Aufruf, der; -[e]s. -e: 1. das Aufgerufenwerden: Eintritt nur
nach A. 2. öffentlicher Appell: einen A. [an die Bevölkerung]
erlassen; -e an die Hauswände kleben. 3. (Datenverarb.)
Rufbefehl, durch den eine Folge von Operationen veranlaßt
wird: einen A. geben. 4. (Bankw.) Ungültigkeitserklärung
u. Einziehung: der A. von Banknoten; aufrufen <st. V.;
hat): 1. durch Rufen des Namens o.a. laut nennen fu.
aus einer Menge herausrufen]: einen Schüler, einen
Patienten. Jmds. Namen a. 2. a) öffentlich zu einem bestimmten
Handeln od. Verhalten auffordern: die Bevölkerung zu
Spenden, zum Widerstand a.; b) (geh.) wachrufen,
mobilisieren: Jmds. Rechtsempfinden. Hilfsbereitschaft a. 3. (Jur.)
öffentlich auffordern, sich zu melden: einen Zeugen, Erben
a. 4, (Datenverarb.) abrufen, in Gang setzen: ein Programm
a. 5. (Bankw.) für ungültig erklären u. einziehen: Banknoten
a.; <Abl.:> Aufrufung. die; -.
aufruhen <sw. V.; hat) (geh.): mit seiner eigenen Schwere,
seinem eigenen Gewicht auf einer tragenden Fläche obenauf
liegen, ruhen: die Figuren ruhen auf einem Sockel auf.
Aufruhr l^yfru:?]. der; -s [zu tRuhr]: 1. Auflehnung,
Empörung gegen Staat od. militärische Führung: das Land,
das Militär ist in offenem A.; Unfähig zu organisiertem
A.. setzten sie Plünderung gegen Plünderung (Ceram.
Götter 264). 2. a) heftige Erregung: Jmds. Gefühle. Sinne.
Leidenschaften in A. bringen, versetzen; Ü ein A. der
Elemente (geh.; Unwetter); b) wildes Durcheinander,
Tumult: die Menschenmenge geriet in A.; aufrühren <sw. V.;
hat): 1. durch Rühren o.a. an die Oberfläche bringen, in
die Höhe wirbeln: den Bodensatz. Schlamm a. 2. a) (geh.)
hervorrufen, wecken: Gefühle, die Leidenschaften a.;
Persönliches rührten sie (= bestimmte Details eines Falles)
in ihm nicht auf. nichts focht ihn an (Maass. Gouflfö
343); b) wieder in Erinnerung rufen, zur Sprache bringen:
eine längst vergessene, unangenehme Geschichte wieder
a. 3. (geh.) in heftige Erregung versetzen, innerlich
aufwühlen: etw. rührt jmdn. im Innersten auf. 4. (selten) in Aufruhr
(1) versetzen, aufwiegeln: die Massen a.; Sobald die
Anhängerschaft stark genug geworden, das ganze Volk aufgerührt
sei (Schneider, Erdbeben 63); Aufruhrer der. -s. -: [zu
Aufruhr (1)] jmd., der sich gegen die Staatsgewalt o. ä. auflehnt.
empört: die A. verhaften, vor Gericht stellen; aufrührerisch
<Adj.>: a) zum Aufruhr (1) anstachelnd, aufwiegelnd: <
Ideen; seine Reden waren a.; b) (nur attr.) in Aufruhr
(1) befindlich: aufgewiegelt: eine -e Volksmenge.
auffinden <sw. V.; hat): nach oben abrunden (Ggs.: abrunden
3): die Summe, den Geldbetrag [von 9.60 Mark auf 10
Mark] a.; <Abl.:) Aufrundung, die; -. -en.
aufrüsten <sw. V.; hat) (Ggs.: abrüsten 1): a) die Rüstung
eines Landes aufbauen, verstärken: von vielen Ländern
wird [wieder] aufgerüstet; Jahrelang haben also beide
Seiten zur Aufrechterhaltung des Status quo verbissen
aufgerüstet (Dönhoff. Ära 188); b) mit einer Streitmacht, mit
bestimmten Waffen versehen: ein Land [atomar] a.; <Abl.:)
Aufrüstung« die; -. -en (Ggs.: Abrüstung).
aufrütteln <sw. V.; hat): einen Schlafenden durch Rütteln
aufwecken, wach rütteln: jmdn. [aus dem Schlaft a.; Ü
das Gewissen der Menschen a.; Wissen Sie noch, wie
Sie mich oft ... aus all meinen üblen Gewohnheiten haben
a. müssen? (R. Walser. Gehülfe 12); aufrüttelnde Worte
finden; <Abl.:> Aufrütt[e]hng, die; -. -en.
aufs ftjifs] <Präp. + Art.): auf das: häufig unauflösbar
in festen Fügungen: a. neue; a. äußerste; jmdn. bis a.
Blut peinigen.
aufsacken <sw. V.; hat): 1. in Säcke abfüllen: Getreide a.
2. (salopp) aufbürden, aufladen: du hast dir ja viel Arbeit
aufgesackt.
aufsagen <sw. V.; hat): 1. auswendig vortragen: ein Gedicht
a.; Es schien Agathe unbändiges Vergnügen zu bereiten,
diese Schulmeistersätze ... von sich zu geben und tadellos
aufzusagen (Musil. Mann 703). 2. (geh.) als beendet
erklären: aufkündigen: seinen Dienst a.; jmdm. die Freundschaft,
den Gehorsam a.; <Abl. zu 2:) Aufsagung, die; -.
aufsammeln<sw. V.; hat): 1. (verstreut Liegendes) aufheben
;u. zusammentragen]: die Scherben [vom Boden] a. 2.
(ugs.) aufgreifen u. mitnehmen: die Polizei hat einige
Betrunkene [auf der Straße] aufgesammelt. 3. (selten) [an]-
sammeln, aufhäufen: Vorräte a.; Ü der Groll hat sich in
ihm aufgesammelt.
aufsanden <sw. V.; hat) (Geogr.): Sand anschwemmen: der
Fluß sandet auf; <Abl.:> Aufsandung, die: -. -en: 1. das
Aufsanden. 2. Schwemmland.
aufstoig [^ufzssKj] <Adj.) [zu t sitzen]: a) widersetzlich,
trotzig: ein -es Kind; a. sein; sich a. gegen jmdn. verhalten;
b) rebellisch, sich auflehnend: -e Reden fuhren; das Volk
ist a.; Man sah hilflose Bauerntölpel und a. gestimmte
junge Vertreter des städtischen Proletariats (Th. Mann.
Krull 107); <Abl.:) Aufsässigkeit, die; -. -en: 1. <o, PI.)
aufsässiges Wesen. 2. aufsässige Handlung, trotzige
Äußerung.
aufsatteln <sw. V.; hat): 1. (einem Reittier) den Sattel
auflegen: ein Pferd a. 2* (Technik) einen einachsigen
Fahrzeuganhänger mit dem Zugfahrzeug so verbinden, daß er mit einem
wesentlichen Teil seiner Last auf dem Zugfahrzeug aufruht:
einen Anhänger a.
Aufsatz, der; -es. Aufsätze [mhd. üfsaz]: 1. a) (bes. im
Deutschunterricht) über ein bestimmtes Thema angefertigte
schriftliche Schularbeit: Schulaufsatz: einen A. schreiben;
im A. ist er gut; b) kürzere /wissenschaftliche] Abhandlung
über ein bestimmtes Thema: einen A. über die neuesten
Forschungsergebnisse veröffentlichen; Zwischen diesen
Werken verfertigte Hardemuth von Zeit zu Zeit kleine
Aufsätze für Wochenzeitschriften (Hildesheimer.
Legenden 37). 2. a) Aufbau, aufgesetzter Teil bei einem
Möbelstück o. ä.: der A. des Büfetts; b) (Orgelbau) auf die Pfeifen
aufgesetzter Teil, der Klangfarbe u. Tonqualität beeinflußt:
c) Tafelaufsatz: einen A. mit Konfekt auf den Tisch stellen.
3. die Ansatzstelle des Halses an Brust u. Schulter des
Pferdes: <Zus. zu 1 a:> Aufsatzheft, das; Aufsatzthema,
das.
aufsaugen, saugte/sog auf. hat aufgesaugt/aufgesogen: 1.
saugend in sich aufnehmen: die Erde, der Schwamm saugte
sog die Feuchtigkeit auf; Ü den Wissensstoff begierig in
sich a. (aufnehmen): Er wirft sich rücklings vor die Reihen
der Marschierenden. Er will sie zurückdrängen, wird aber
von ihnen aufgesogen (verschwindet in der Menge: Weiss.
Marat 136). 2. beanspruchen, völlig absorbieren: die Arbeit
hatte ihn völlig aufgesaugt/aufgesogen; <Abl. zu 1:) Arf-
saugung, die; -.
aufrihgfn <sw. V.; hat): säugend aufziehen: ein Kind, ein
Jungtier a.; <Abl.:> Aufsäugung, die; -. -en.
224
aufschließen
aufschalten <sw. V.; hat) (Fernspr.): eine kurze Verbindung
zu einem besetzten Anschluß herstellen durch Eingreifen
in das stattfindende Gespräch: [sich] auf einen besetzten
Anschluß a.; <Abl.:> Aufschüttung, die; -, -en.
aufscMrfen <sw. V.; hat) (Jägerspr.): aufschneiden: Decke,
Schwarte oder Balg des erlegten Tiers a.; <Abl.:>
Aufschürfung, die; -. -en.
aufscharren <sw. V.; hat): a) durch Scharren aufreißen: die
Erde [mit den Hufen] a.; b) durch Scharren freilegen (Ggs.:
zuscharren): das Wild hat die Saat aufgescharrt.
aufschauen <sw. V.; hat): 1. (landsch.. bes. südd.. österr..
Schweiz.) den Kopf heben u. jmdn.. etw. ansehen: aufblicken:
verwundert [von seiner Arbeit] a.; zum Himmel a. 2. (geh.)
jmdn. verehren: voll Bewunderung zu jmdm. a.; Wir schauen
auf zu jenem großen Mann, der unser aller Meister ist
(Jens. Mann 96).
aufschaufein <sw. V.; hat): a) mit der Schaufel aufhäufen:
Erde. Schnee [mit einer Schaufel] a.; b) mit der Schaufel
aufgraben, freilegen (Ggs.: zuschaufeln): ein Grab a.
aufschaukeln, sich <sw. V.; hat): 1. zunehmend in Schwingung
geraten: beim schnellen Fahren auf der kurvenreichen
Strecke schaukelt sich der Wagen auf. 2. (ugs.) sich [in
der Wirkung J steigern, zunehmen: die Erregung der Massen
schaukelte sich Je mehr auf, je länger das Spiel dauerte;
wie sich ein Roman und der nach ihm gedrehte Film
im Erfolg a. können (Börsenblatt 37. 1973. 689).
aufschaunbar ['apfTqymba:^] <AdJ.; o. Steig.) (Technik):
in Form von Schaum aufzusprühen: -e Skistiefel;
aufschäumen <sw. V.): 1. unter Schaumentwicklung in die Höhe
steigen (ist. auch: hat): der Sekt schäumt [im Glas] auf;
das Wasser, das Meer schäumte auf; Als schäumte alle
Jugendkraft noch einmal auf in Herrn Ruy (Doderer,
Abenteuer 117). 2. [schäumendJ aufquellen lassen: Styro-
por a. 3. (selten) zornig aufbrausen <hat>: vor Wut a.
aufscheinen <st. V.; ist): 1. (geh.) aufleuchten: in der Ferne
schienen Lichter auf; das Aufflackern eines zerberstenden
Geschosses war ihm wie ein im Dunst aufscheinendes
gelbes Feuer erschienen (Plievier. Stalingrad 227). 2.
(landsch., bes. österr.) in Erscheinung treten, auftauchen:
sein Name schien in den Spalten der Zeitungen auf.
aufscheuchen <sw. V.; hat): 1. hochschrecken u. dadurch
eine Fluchtreaktion hervorrufen: Tiere durch ein lautes
Geräusch a.; die aufgescheuchten Vögel flatterten über uns.
2* (ugs.) stören, aus einer Tätigkeit o. ä. herausreißen: jmdn.
aus seiner Kontemplation. Ruhe a.; was hätte es schon
für einen Zweck, dauernd mit großaufgemachten
Schlagzeilen die offentlichkeit aufzuscheuchen (v. d. Grün.
Glatteis 223).
aufscheuem <sw. V.; hat): a) durch Scheuern verletzen: ich
habe mir. ihm die Haut aufgescheuert; aufgescheuerte
(wundgescheuerte) Gelenke;b)<a. + sich)durch Scheuern
verletzt werden: seine Knie haben sich bei dem Sturz
aufgescheuert.
aufschichten <sw. V.; hat): a) zu einem Stapel o. ä. schichten:
Holzscheite [an der Hauswand] a.; Er hatte Stroh Pur
sie a. lassen neben seinem Bett (Jahnn. Geschichten 97);
b) durch Ubereinanderschichten herstellen: einen Holzstoß
a.; <Abl.:> Aufschichtung, die; -. -en.
aufschieben <st. V.; hat): 1. a) durch Schieben öffnen (Ggs.:
zuschieben): ein Schiebefenster, eine Tür a.; b)
zurückschieben: den Riegel a. 2. auf einen späteren Zeitpunkt
verschieben, hinausschieben, zurückstellen, hinauszögern: die
Abreise, die Entscheidung [auf den. bis zum nächsten Tag]
a.; R aufgeschoben ist nicht aufgehoben; <Abl. zu 2:)
Aufschiebung, die; -. -en.
aufschießen <st. V.): 1. <ist) a) sich rasch nach oben bewegen,
in die Höhe schießen: ein Wasserstrahl, eine Stichflamme
schießt auf; b) schnell in die Höhe wachsen: nach dem
Regen ist die Saat aufgeschossen; ein lang aufgeschossener
Junge; c) hochfahren, sich rasch erheben: wütend schoß
er von seinem Stuhl auf. 2. (geh.) plötzlich in jmdm.
aufkommen, entstehen Ost): Angst schoß in ihm auf. 3. <hat)
(Seemannsspr.) a) aufrollen, zusammenlegen: ein Tau a.;
b) ein Segelfahrzeug durch In-den-Wind-Drehen abstoppen.
aufschimmern <sw. V.; hat/ist) (geh.): plötzlich, für einen
kurzen Augenblick schimmern, schimmernd aufleuchten:
Lichter schimmern in der Ferne auf; die glatte, leicht
goldige Höhlung, die aufschimmerte von dem einfallenden
Oberlicht (Th. Mann. Zauberberg 37); Ü in seinen Augen
schimmerte Hoffnung auf.
aufschinden <st. V.; hat): svw. t aufschürfen: ich habe mir
bei dem Sturz die Knie aufgeschunden.
aufschirren <sw. V.; hat): einem Zugtier das Geschirr anlegen
(Ggs.: abschirren): ein Pferd a.
Aufschlag, der; -[eis. Aufschläge: 1. das Aufschlagen (1);
heftiger Aufprall auf einer Fläche: ein dumpfer, harter
A.; beim A. zerschellen; die Eiskörner prasselten, prallten
in schrägem A. gegen die Wände (Langgässer, Siegel S78).
2. (bes. Badminton, (Tisch]tennis) das Spiel eröffnender
Schlag: ein harter A.; A. haben. 3. Verteuerung eines Preises
(Ggs.: Abschlag 2 a): einen A. von 20% erheben. 4. auf-
od. umgeschlagener Teil an Kleidungsstücken (an Ärmel.
Mantel. Hose): eine Uniform mit roten Aufschlägen;
Hosen ohne A. 5. (Forstw.) aus herabgefallenem ungeflügeltem
Samen gewachsener Baum/bestand] (Ggs.: Anflug 3 b).
Aufschlag-: -ball, der (Sport): -fehler, der (Sport); -feki,
das (Sport); -linie, die (Sport); -spiel, das (Sport); -zünder,
der: Zünder, der eine Granate o. ä. unmittelbar beim
Aufschlag zur Explosion bringt (Ggs.: Zeitzünder).
aufschlagen <st. V.): 1. im Fall hart auf treffen, aufprallen
Ost): bei dem Sturz [mit dem Kopf auf der/die Straße]
a.; er wurde umgeworfen und fühlte, wie sein Hinterkopf
hart aufschlug (Ott. Haie 29). 2. durch einen Schlag od.
Sturz verletzen <hat): ich habe mir bei dem Sturz das
Knie aufgeschlagen. 3. durch Schlagen öffnen <hat): eine
Nuß. ein Ei [am Tellerrand] a.; Mit handlichem Beilchen
versuchte er. das Eis ... aufzuschlagen (ein Loch in die
Eisdecke zu schlagen: Grass. Katz 51). 4. (Badminton.
[Tischltennis. Volleyball) den Ball zur Eröffnung des Spiels
über das Netz schlagen <hat>. 5. sich mit einer heftigen
Bewegung bis zum Anschlag öffnen Ost) (Ggs.: zuschlagen):
durch den Wind schlug die Tür, der Fensterladen auf.
6. aufblättern <hat): die Zeitung, ein Buch a.; er
überflog die aufgeschlagene Seite. 7. durch Aufheben der Lider
öffnen <hat): die Augen a. 8. hoch-, umschlagen <hat>:
den Kragen, die Ärmel a. 9. durch Zusammenfügen der
Teile aufstellen, aufbauen <hat> (Ggs.: abschlagen 2): ein
Bett, einen Schrank, ein Zelt. Gerüst a.; Zum 17. Mai
war... in Oslo eine lustige Zeltstadt aufgeschlagen worden
(Jahnn, Geschichten 78). 10. (Wohnsitz) nehmen, sich nie-
derlassen. einrichten <hat>: seinen ständigen Wohnsitz in
München a.; sie haben ihr Quartier in einer sehr alten
Villa aufgeschlagen. 11. auflodern: in die Höhe schlagen
<ist): die Flammen schlugen hoch auf. 12. <hat) (Ggs.:
abschlagen) a) (den Preis) erhöhen, heraufsetzen: die
Händler haben [die Preise, mit den Preisen] aufgeschlagen; b)
als Aufschlag hinzurechnen: die Schreibgebühren werden
auf diese Summe aufgeschlagen; c) sich erhöhen, teurer
werden: die Preise. Mieten schlagen auf; das Obst hat
um 10% [im Preis] aufgeschlagen; Die Steuern waren
drückend, und das Brot hatte erst kürzlich wieder
aufgeschlagen (Brecht. Geschichten 102). 13. (Handarb.) eine
bestimmte Anzahl Randmaschen auf die Nadel nehmen
<hat): 25 Maschen a.; <Abl. zu 4:) Aufschläger, der; -s.
- (Badminton, fTischltennls): Spieler, der den Aufschlag
(2) ausführt: <zu 9:) Aufschlagung, die; -.
aufschlämmen <sw. V.; ist): durch Ablagerung von
Sinkstoffen entstehen: eine Bodenschicht ist aufgeschlämmt; <Abl.:>
Aufschlämmung, die; -. -en.
Aufschleppe, die; -. -n: 1. (Seew.) Anlage zum Anlandziehen
von Schiffen. 2. (Fischereiw.) Vorrichtung im Heck eines
Fangschiffes, über die ein erlegter Wal an Bord gezogen
werden kann: Aufschleppen <sw. V.; hat): 1. (Seew.) ein
Schiff über die Aufschleppe an Land ziehen. 2. (landsch.)
auftragen: kann ich das schwarze Kleid wieder für alle
Tage a. (Nachbar. Mond 53); <Abl. zu 1:) Aufschleppung,
die; -. -en.
aufschleudem <sw. V.; hat): in die Höhe schleudern: die
Räder schleuderten Erde u. Steine auf; die
Windschutzscheibe ist blind von aufgeschleudertem Schnee (Plievier.
Stalingrad 267); <Abl.:> Aufschfteuderung, die: -. -en.
aufschlicken <sw. V.; hat) (Geogr.): durch Schlick od.
Schlamm erhöhen: das Wasser hat die Ufer des Watts
aufgeschlickt; <Abl.:> Allfsdilickung. die;'-, -en.
aufschlieBen <st. V.; hat) /vgl. aufgeschlossen/: 1. durch
Betätigen eines Schlosses öffnen, zugänglich machen (Ggs.:
zuschließen): den Schrank, die Haustür [mit einem
Nachschlüssel] a.; er hat mir [das Zimmer] aufgeschlossen; Ü
der Lehrer hat den Schülern den Sinn des Gedichtes
aufgeschlossen (geh.; erklärt). 2. (geh.) offenbaren: mitteilen:
15 GDW
225
Auf Schließung
jmdm. sein Herz, sein Inneres a.; in der stillen Stunde
war es gewesen, als säßen sie verzaubert am Rande der
Erde und trügen den Wunschring am Finger, der nun
einem von ihnen ein unbekanntes Reich a. sollte (Wiechert.
Jeromin-Kinder 43); auch <a. + sich): ich habe mich
ihm aufgeschlossen; eine neue Welt schloß sich ihm auf
(wurde ihm zugänglich). 3. (Bergbau) für den Abbau
erschließen, abbaureif machen: Uranvorkommen a. 4. (Hüt-
tenw.) durch Zerkleinern aufbereiten: Erze a. 5. (Chemie.
Biol.) löslich machen: auflösen: Eiweiß a.; die Nahrung
wird im Magen aufgeschlossen. 6. (Amtsspr.) an die
öffentlichen Versorgungsanlagen anschließen: einen Distrikt [für
die Bebauung] a. 7. a) aufrücken: eine Lücke in einer Reihe
schließen: bitte a.!; b) (Sport) einen führenden Spieler, eine
fuhrende Mannschaft einholen, erreichen: mit diesem Sieg
schloß die Mannschaft zur Spitzengruppe auf; <Abl. zu
2-7.) AufschlieBunB. die; -.
aufschlingen <st. V.; hat): 1. Schlingen lösen, auflösen (Ggs.:
zuschlingen): einen Knoten a. 2. (selten) gierig, hastig
aufessen, -fressen.
aufschlitzen <sw. V.; hat): durch einen Einschnitt, durch
Aufreißen mit einem scharfen Gegenstand öffnen, zerstören:
einen Brieftumschlag]. einen Sack a.; einem Tier den Bauch
a.; Der Anhänger schlitzte die Vorderfront des Busses
regelrecht auf (MM 11. 8. 1967.8); mit wippendem Schritt,
den Rock aufgeschlitzt (mit einem Schlitz versehen: Jens.
Mann 161).
aufschluchzen <sw. V.; hat): plötzlich, kurz, stoßweise
schluchzen: -d die Hände vor das Gesicht schlagen.
aufschlucken <sw. V.; hat): stark dämpfen, abschwächen:
Wände. Teppiche schlucken den Schall auf; die
Dämmerung hat alle Farben aufgeschluckt.
aufschlürfen <sw. V.; hat): schlürfend zu Ende! trinken:
den Tee a.; es habe sich unserer Welt von außen her
ein riesenhaftes Wesen ... genähert und schlürfe das Meer
auf (Nossack. Begegnung 320).
Aufschluß, der: Aufschlusses. Aufschlüsse: 1. Auflklärung,
Auskunft, Unterricht, Belehrung: A. geben, bekommen über
Jmdn.. etw.; sich A. über etw. verschaffen; seine Sprüche
und Predigten ... enttäuschen, falls man in ihnen den
letztgültigen A. über das Leben sucht (Thieß. Reich 189 f.).
2. (Bergbau) Erschließung von Bodenschätzen: der A. neuer
Kohlevorkommen. 3. (Hüttenw.) Aufbereitung* 4. (Chemie.
Biol.) das Löslichmachen. Auflösen von Stoffen. 5. (Geol.)
Stelle im Gelände, die Einblick in die Lagerung der Gesteine
u. ä. zuläßt: Felswände sind natürliche. Steinbrüche
künstliche Aufschlüsse. 6. das Aufschließen der Zellentür im
Gefängnis:Glockenzeichen. Aufstehn ... 6 Uhr A. (Döblin.
Berlin 28); (Zus. zu 2:) Alffschlufiarbeiten (PI.);
aufschlüsseln <sw. V.; hat): nach einem bestimmten Schlüssel
aufteilen, aufgliedern: die Kosten a.; etw. nach Typen a.; Er
hatte die ... Gefangenen aufgeschlüsselt nach Alter. Beruf.
Religion (Kirst. 08/15. 946); <Abl.:) Aufschlüsse!««. Alrf-
schlüßhing. die; -. -en; aufschlußreich <AdJ.; nicht adv.):
Aufschlüsse (1) gebend: lehrreich, informativ: eine -e
Äußerung; die Vergleichszahlen sind sehr a.
aufschmelzen (st. V.): 1. (selten) a) sich durch Schmelzen
verflüssigen, auflösen <ist): das Eis ist aufgeschmolzen;
b) durch Erwärmen zum Schmelzen, zur Auflösung bringen
(hat): die Sonne hat die Eisdecke des Sees aufgeschmolzen.
2. (Technik) einen Stoff in geschmolzener Form auf einen
anderen aufbringen (hat): einen Überzug auf ein
Metallgefäß a.; (Abl.:> Aufschmetzung. die; -. -en.
aufschmieren <sw. V.; hat) (ugs.): dick, ungeschickt] auf
etw. schmieren: du darfst nicht soviel Farbe a.
aufschminken <sw. V.; hat) (selten): durch Schminke ein
besseres Aussehen geben: Sie schienen tagsüber ... hell
aufgeschminkte Mumien zu sein (Werfel. Himmel 217).
aufschnallen <sw. V.; hat): 1. die Schnalle/nl von etw. lösen
u. öffnen] (Ggs.: zuschnallen): den Rucksack, die Schuhe
a. 2. mit Riemen auf erw. befestigen (Ggs.: abschnallen):
das Gepäck auf das Autodach a.; ich habe mir den
Rucksack aufgeschnallt (auf den Rücken geschnallt).
aufschnappen <sw. V.): I. aufspringen, aus dem Schloß
springen u. sich öffnen <ist> (Ggs.: zuschnappen): die Tür. das
Schloß schnappt auf. 2. schnappend mit dem Maul auffangen
<hat>: der Hund schnappt das Stück Wurst auf. 3. (ugs.)
zufällig hören, erfahren, mitbekommen (hat): im
Vorbeigehen jmds. Worte a.; die Kinder haben etw. aufgeschnappt,
was sie nicht hören sollten; Wer konnte es sich verkneifen.
aufgeschnappte Intelligenzproben in seine Telefonate
anzuflechten (Böll. Haus 125).
aufschnaufen (sw. V.; hat) (südd.. österr. ugs.): erleichtert
aufatmen: er hat richtig aufgeschnauft, als er draußen
war; Sie schnaufte wohlig auf (Jaeger. Freudenhaus 63).
aufschneiden (unr. V.; hat): 1. durch Schneiden, durch einen
Schnitt öffnen: die Verpackung, die Kordel a.; ein Buch,
die Seiten eines Buchs a. (die gefalzten Seiten durch
Abschlagen der Ränder öffnen): Umdm.] ein Geschwür a.;
ich habe mir an dem Grashalm den Finger aufgeschnitten;
jmdm. den Bauch a. (scherzh.; jmdn. operieren). 2. in
Scheiben od. Stücke schneiden: den Braten, die Wurst a. 3.
(ugs. abwertend) prahlen, übertreiben: wenn er von seinen
Erlebnissen berichtet, schneidet er immer fürchterlich auf;
Er schnitt daher unbedenklich auf und ließ sich pikante
Geschichten einfallen (Kirst. 08/15. 18); (Abi. zu 3:>
Aufschneider, der; -s. - (ugs. abwertend): Prahler. Großsprecher,
dazu: Aufschneiderei, die; -, -en (ugs. abwertend): Prahlerei:
aufschneiderisch (Adj.): prahlerisch, übertreibend: -e Reden
fuhren.
aufschnellen (sw. V.; ist): a) plötzlich in die Höhe schnellen,
aufspringen: er schnellte erschrocken, wütend von seinem
Sitz auf; Ein Tiger duckt so - und dann schnellt er auf
(Kaiser. Villa 196); b) (selten) sich plötzlich öffnen,
aufspringen: die Tür schnellte auf.
Aufschnitt,der; -[e]s: verschiedene Sorten von] Wurst,
Braten od. Käse in Scheiben geschnitten: eine Platte mit kaltem
A ; (Zus.:) Ayfschnittpbtte. die.
gufschnulzen (sw. V.; hat): (durch die Art der Interpretation)
zur Schnulze machen: ein Theaterstück, ein Volkslied a.
aufschnüren (sw. V.; hat): I. a) (Verschnürtes) aufbinden,
die Verschnürung von etw. lösen (Ggs.: verschnüren): ein
Päckchen a.; b) (Zugeschnürtes) öffnen (Ggs.: zuschnüren):
Umdm.. sich] die Schuhe a.; eine Hofdame schnürt ihr
das Korsett auf (Hacks. Stücke 128). 2. (selten) mit
Schnüren o. ä. auf etw. befestigen: einen Koffer auf den
Gepäckträger a.
aufscheinen (sw. V.; hat) (selten): verschönern: einen Raum
durch neue Gardinen a.
aufschottern (sw. V.; hat) (Geogr.): ablagern: der Fluß
schottert Geröll auf; (Abi.:) Aufschotterung, die; -. -en.
aufschrammen (sw. V.; hat): durch Schrammen verletzen:
ich habe mir den Arm. die Haut [am Arm] aufgeschrammt.
aufschrauben (sw. V.; hat): 1. (Ggs.: zuschrauben) a) durch
Abjschrauben /des Schraubenverschlusses/ öffnen: ein
Marmeladenglas, einen Füllfederhalter a.; Ich schraubte
sofort ein Bullauge auf. um mehr Luft zu verschaffen
(Frisch. Homo 114); b)durch Ab schrauben lösen, lockern:
den Deckel a. 2. (Ggs.: abschrauben) a) schraubend auf
erw. befestigen: einen Verschluß, den Deckel [auf etw.]
a.; b) mit Hilfe von Schrauben anbringen, auf etw. befestigen:
ein Namensschild [auf die Tür] a.
'aufschrecken (sw. V.; hat): jmdn. so erschrecken, daß er
darauf mit einer plötzlichen heftigen Bewegung o. ä. reagiert:
mit seinem Geschrei jmdn. aus dem Schlaf, aus seinen
Träumen a.; das Wild durch Schüsse a. (aufscheuchen):
Ü die Ereignisse hatten die Menschen [aus ihrer
Gleichgültigkeit] aufgeschreckt (beunruhigt): aufschrecken
(schreckt/(veraltend:) schrickt auf. schreckte/schrak auf.
ist aufgeschreckt): vor Schreck hochfahren: er schreckte/
schrak aus dem Schlaf auf; aus seinen Gedanken a.
Aufschrei, der; -[eis. -e: plötzlicher kurzer/ Schrei: einen
A. der Freude, des Entsetzens ausstoßen, unterdrücken;
Ein Geschoß krepierte mitten im Pulk. Ein vielstimmiger
A. folgte (Plievier. Stalingrad 161); Ü (geh.:) ein A. der
Empörung ging durch das Land.
aufschreiben (st. V.; hat): a) schriftlich festhalten,
niederschreiben: einen Gedanken, seine Beobachtungen a.; du
... schreibst mir bis übermorgen zwanzigmal auf: Der
Lehrer Seiner Majestät des Kaisers hieß Doktor Hinzpeter
(Nachbar. Mond 307); b) notieren: ich habe [mir. dir]
die Telefonnummer aufgeschrieben; ich schrieb [mir] die
Adresse auf einen/einem Zettel auf; der Polizist hat den
Verkehrssünder aufgeschrieben (ugs.; seine Personalien fio-
tiert); c) (ugs.) auf einen Rezeptzettel schreiben: der Arzl
hat mir ein Kopfschmerzmittel aufgeschrieben; d)
(landsch.) als nicht bezahlt notieren, anschreiben: sie läßt
häufig [beim Kaufmann] a.
aufschreien (st. V.; hat): plötzlich, kurz schreien: entsetzt
vor Schmerz a.; die Zuschauer schrie(e]n laut auf; Ü die
226
Aufsetzer
Reifen der Räder schrien auf. als der Wagen die Kurve
... nahm (sie quietschten laut: Sebastian. Krankenhaus 8).
Aufschrift, die; -. -en: a) Beschriftung, dieaufetw. angebracht
ist: das Schild, der Ordner, die Flasche trägt die A. ...;
etw. mit einer A. versehen; Ein Seidenband mit
goldgewirkter A. faßt seine Matrosenmütze ein (Grass. Hundejahre
158); b) (selten) Anschrift, Adresse: die A. des Briefes.
Paketes war unleserlich.
aufschrumpfen <sw. V.; hat) (Technik): ein erhitztes Werk-
stoffteil auf ein anderes aufziehen, wobei durch
Zusammenziehen beim Erkalten ein fester Verbund entsteht: <Abl.:)
Aufschrumpfung, die; -. -en.
Aufschub, der; -[e]s. Aufschübe: das Aufschieben, Hinaus-
schieben: Verschiebung, Zurückstellung: um A. bitten;
etwas duldet keinen A.; etw. ohne A. (unverzüglich) tun;
einem Schuldner A. (Fristverlängerung) geben, gewähren.
aufschürfen <sw. V.; hat): durch Schürfen verletzen: ich habe
mir das Knie, die Haut [am Knie] aufgeschürft; <Abl.:>
Aufschürfung, die; -. -en: 1. das Aufschürfen. 2.
Schürfwunde.
aufschürzen <sw. V.; hat): hochraffen: einen langen Rock
beim Treppensteigen a.; Ü die Lippen a. (geh.. veraltend;
aufwerfen).
aufschütteln <sw. V.; hat): durch Schütteln auflockern: die
Kissen, das Bett a.; <Abl.:) Aufschütt[e]lung. die; -. -en;
aufschütten <sw. V.; hat): 1. auf etw. schütten, gießen:
Wasser [auf die TeeblätterJ a.; Koks a. (nachfüllen). 2.
a) schüttend auflxäufen: Abraum. Steine. Stroh a.; b) durch
Aufhäufung von Erdmassen o.a. bauen, errichten: einen
Damm. Deich a.; c) durch Aufbringung bestimmter
Materialien erhöhen, verbreitern: eine Straße a. 3. (Geogr.) durch
Ablagerung entstehen lassen: der Fluß schüttet einen
Schwemmkegel auf; <Abl.:> Aufschüttung, die; -. -en: 1.
das Aufschütten (1-3). 2. a) durch Aufschütten, Aufhäufen
bestimmter Materialien entstandene Erhöhung: b) (Geogr.)
durch Ablagerung entstandene Erhebung.
aufschwatzen, (landsch.:) aufschwitzen <sw. V.; hat): jmdn.
zum Kauf, zum Annehmen o. ä. von etw. überreden: jmdm.
etw., jmdn. aufreden: ich habe mir [an der Haustür, von
einem Vertreter] ein Zeitschriftenabonnement a. lassen;
Soll ich sie ... diesem Affen überlassen, den ihre Familie
... ihr a. will? (Zuckmayer, Fastnachtsbeichte 147).
ausschweben <sw. V.; ist): in die Höhe schweben: ein
Luftballon schwebte auf.
aufschweißen <sw. V.; hat) (Technik): I. durch Schweißen
auf etw. befestigen, mit etw. verbbuien. 2. mit Hilfe des
Schweißbrenners öffnen: ein Wrack a.; <Abl.:) Aufsdiwei-
fiung, die; -. -en.
Wsdiwdkn <st. V.; ist) (Ggs.: abschwellen): 1. stark
anschwellen, an Umfang zunehmen: der Fuß schwoll auf;
sein Leib war aufgeschwollen; Ü Die Sprache schwillt auf
der Wortschatz vergrößert sich) wie ein krankes Organ
(Wiechert. Jeromin-Kinder822). 2. lauter werden, an
Intensität zunehmen: Lärm. Beifall schwillt auf; <Abl.:) Altf-
schweilung. die; -. -en; 2aufschwellen <sw. V.; hat): stark
anschwellen lassen: aufblähen: der Wind schwellt die Segel
auf; Ü die vielen Nachträge haben das Buch unnötig
aufgeschwellt; <Abl.:> Aufschwellung, die; -. -en.
aufschwemmen <sw. V.; hat): durch Ansatnmlung von
Flüssigkeit im Gewebe dick, schwammig werden lassen:
übermäßiger Biergenuß hatte seinen Körper aufgeschwemmt; Ich
eß keinen Kuchen ... Kuchen schwemmt auf (macht dick:
Striltmatter. Wundertäter 269); ein aufgeschwemmtes
Gesicht; <Abl.:> Aufschwemmung, die; -. -en.
aufschwimmen <st. V.; ist): a) infolge des Auftriebs an die
Wasseroberfläche kommen: die luftgefüllten Behälter
schwimmen auf; b) (Schiffbau) (beim Stapellauf von dem
Teil des Schiffes, das zuerst auf das Wasser aufgleitet)
zu schwimmen beginnen: Das ... Schiff glitt ohne Stocken
über eine Startrampe ins Wasser und schwamm auf (MM
19. 5. 69. 3); c) (Verkehrsw.) (von Kfz.-Reifen beim
Aquaplaning) auf dem Wasser der regennassen Straße
gleiten: die Reifen schwimmen auf.
aufschwindeln <sw. V.; hat) (ugs.): durch Schwindeln
aufreden, aufschwatzen, jmdn. zum Kauf von etw. veranlassen:
der Verkäufer hat ihr den Schund aufgeschwindelt.
aufschwingen <st. V.; hat): 1. a) <a. + sich) sich in die
Höhe schwingen, emporfliegen: der Bussard schwingt sich
[in die Luft] auf; b) (Jägerspr.) sich auf einem Baum
niederlassen (Ggs.: abschwingen): der Greifvogel schwingt auf.
2. (Turnen) einen Aufschwung machen (Ggs.: abschwingen):
am Beginn der Übung schwingt der Turner auf. 3. <a.
+ sich) a) sich hocharbeiten: er hat sich zum Klassenbesten
aufgeschwungen; b) sich eigenmächtig zu etw. machen: sich
zu etw. aufwerfen: er schwingt sich zum Richter über andere
auf; In Spanien hatte sich ein General ... zum Diktator
aufgeschwungen (Feuditwanger. Erfolg 781); c) sich
aufraffen: endlich hast du dich zum Briefeschreiben
aufgeschwungen. 4. sich schwingend öffnen (Ggs.: zuschwingen):
die Flügeltüren schwangen auf; Aufschwung, der; -[eis.
Aufschwünge: 1. (Turnen) das Aufwärtsschwingen am
Turngerät (Ggs.: Abschwung 1): einen A. [am Barren] machen.
2. (geh.) innerer, seelischer Auftrieb, Schwung: Ein
wunderbarer und großer A. hatte ihr Herz ergriffen (Musil. Mann
1411); etw. gibt Jmdm. [einen] neuen A. 3. lebhafte
Aufwärtsentwicklung (Ggs.: Abschwung 4): der A. der
Naturwissenschaften, der Künste; die Wirtschaft erlebte, nahm,
erfuhr einen stürmischen A.; Dies verschaffte Peachums
Unternehmen erst den eigentlichen A. (Brecht. Groschen
20).
aufsehen <st. V.; hat): I. den Blick aufwärtsrichten, aufblik-
ken, hochschauen: fragend, erstaunt [von der Arbeit] a.;
zu jmdm.. zu etw./i. 2. jmdn. verehren, bewundern:
ehrfürchtig, voll Dankbarkeit zu jmdm. a.; Aufsehen, das; -s: 1.
das Aufblicken. 2. allgemeine Beachtung. Aufmerksamkeit,
Neugierde o.a., die durch jmdn., etw. hervorgerufen wird:
das Buch erregte, verursachte großes Aufsehen; Kaum
hat ein Spektakel sich gelegt, macht schlimmerer Klamauk
unliebsames A. (Windeier, Bomberg 232); der Prozeß ging
ohne-A. über die Bühne; aufsehenerregend <Adj.; nicht
adv.): allgemeine Aufmerksamkeit erregend, sensationell:
ein -es Ereignis; seine wissenschaftlichen Arbeiten waren
a.; Aufseher, der; -s. -: jmd., der Aufsicht zu führen hat
(Berufsbez.): er ist A. in einem Museum. Gefängnis;
Aufseherin die; -. -nen: w. Form zu t Aufseher.
aufseilen <sw. V.; hat): an einem Seil hochziehen (Ggs.:
abseilen): jmdn., sich. etw. a.; <Abl.:> Aufseihing. die; -.
-en.
aufsein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) (ugs.): 1. (Ggs.: zusein) a) geöffnet sein, nicht
geschlossen sein: das Fenster ist auf. ist aufgewesen; b) nicht
verschlossen sein: die Tür. der Koffer ist auf; Utas Haus sieht
aus wie zugeschlossen, aber es ist auf (Bobrowski. Mühle
8); c) geöffnet lutben: ich weiß nicht, ob die Läden bis
19 Uhr auf sind. 2. a) wach sein: ob die Kinder schon
aufsind?; b) aufgestanden sein, nicht 'mehr/ im tiett liegen:
früh a.; um 7 Uhr ist er noch nicht auf; seit heute ist
der Patient wieder auf.
aufsetzen <sw. V.; hat): 1. auf den Kopf, die Nase setzen
(Ggs.: absetzen 1): sich, dem Kind eine Mütze a.; die
Brille.eine Maskea.; Deine freundliche Miene, ein Lächeln
a. (bewußt zeigen, zur Schau tragen): warum hast du denn
solch ein Samt- und Seidegesicht aufgesetzt (Bobrowski.
Mühle 280). 2. Lin einem Gefäß] zum Kochen auf den
Herd stellen: Kaffeewasser, das Essen, einen Topf mit
Kartoffeln a. 3. a) schriftlich niederlegen, abfassen: ein
Protokoll, einen Vertrag a.; b) in eine vorläufige schriftliche
Form bringen, entwerfen: eine Anzeige a.; (Jmdm.. für
jmdn.] einen Brief a.; Gustav hilft mir die Diskussionsrede
a. (Hacks. Stücke 366). 4. (landsch.) aufschichten: Holz
a. 5. aufstellen: Kegel a. 6. auf etw. bereits Vorhandenes
daraufbauen, auf etw. errichten: ein weiteres Stockwerk,
einen Dachreiter a. 7. aufnähen: Taschen auf das Kleid
a.; Flicken a. 8. auf etw. niedersetzen: den Tonarm [auf
die Schallplatte] a.; die Füße auf den Boden a. 9. landen,
den Boden berühren: das Flugzeug setzte hart, weich auf
der, auf die Piste auf. 10. aufrichten u. aufrecht hinsetzen:
sich, das Kind [im Bett] a. 11. (Seemannsspr.) an Land
bringen, auf Grund setzen: die Boote werden zum
Überholen aufgesetzt. 12. (Jägerspr.) (das Geweih) neu bilden:
das Rotwild setzt jedes Jahr [ein neues Geweih] auf. 13.
(Bergmannsspr.) (von Lagerstätten) vorkommen,
vorhanden sein: ein erzführender Gang setzt auf. 14. a) (Fußball.
Handball) den Ball auf dem Boden aufprallen lassen: b)
(Rugby) den Ball zu einem Platztritt auf den Boden legen:
<Abl. zu 14:) Ailfsetzer. der; -s. -: a) (Fußball. Handball)
Ball, der einmal auf dem Boden aufprallt, kurz bevor er
das Tor od. beim Zuspiel den Mitspieler erreicht: b) (Rugby)
Spieler, der bei einem Platztritt den Ball auf den Boden
aufsetzt.
15#
227
aufseufzen
aufseufzen <sw. V.; hat): unvermittelt, kurz seufzen:
erleichtert a.; Lore Schulz hörte nicht ohne Anteilnahme zu
und seufzte gelegentlich gefühlvoll auf (Kirst. 08/15. 815).
Aulsicht, die; -. -en: 1. <o. PI.) Kontrolle. Überwachung.
Beaufsichtigung: die A. fuhren, haben [über Jmdn.. etw.];
die Kinder können nicht ohne A. sein: unter ärztlicher,
polizeilicher A. stehen. 2. <P1. selten) aufsichtführende
Person. Stelle: die A. um Auskunft bitten. 3. die Sicht von
oben auf etw.: einen Körper in [der] A. zeichnen: Aufsichter,
der (DDR veraltet): Aufsichtführender bei der Eisenbahn;
<Zus. zu 1:) aufsichtführend <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
der -e Lehren <subst.:> Aufsichtführende, der u. die: -n.
-n <Dekl.: t Abgeordnete).
Aufskhts-: -beamte. der: -behörde. die; -personal, das;
-Pflicht,die; - <o. PI.) (Rechtsspr.): vom Gesetz
vorgeschriebene Pflicht, bestimmte Personen od. Sachen zu
beaufsichtigen, insbes. Pflicht, zur Beaufsichtigung Minderjähriger:
M*t. der (Wirtsch.): a) bei bestimmten
Unternehmensformen gesetzlich vorgeschriebenes Überwachungsorgan: b)
Mitglied des Aufsichtsrats (a).
aufsichtslos <AdJ.; o. Steig., nicht adv.): unbeaufsichtigt:
die Kinder waren a.
aufsiedetai <sw. V.; hat) (Geogr.): (von bereits kultiviertem
Land) neu besiedeln: nach der Bodenreform einen
Gutsbetrieb in Kleinbauernstellen a.; (Abl.:> Allfsied[e]lung, die;
-. -en.
aufsingen <st. V.; hat) (Seemannsspr.): taktmäßiges Singen
zu bestimmten gemeinsamen Arbeiten.
aufsitzen <unr. V.): I. a) sich auf ein Reittier setzen <ist)
(Ggs.: absitzen): die Reiter saßen auf und ritten davon;
aufgesessen! (Reiterkommando); b) als Mitfahrer auf ein
Fahrzeug aufsteigen <ist>: [auf dem Rücksitz des
Motorrads! a.; ich ließ meinen Bruder hinter mir a.; c) (Turnen)
auf dem Gerät in den Sitz springen od. schwingen (ist):
auf einen Holm a. 2. (ugs.) a) (im Bett) aufgerichtet sitzen
<hat): der Kranke hat [im Bett] aufgesessen; b) während
der Nacht aufbleiben, nicht zu Bett gehen (hat): über seiner
Arbeit nächtelang a. 3. auf etw. ausruhen, fest auf etw.
sitzen (hat): das Gebälk sitzt [aufl den tragenden Wänden
auf; Er hatte kleine nervöse Augen, und der Kopf saß
haltlos den Schultern auf (Bieter. Bonifaz 110). 4.
(Seemannsspr.) auf Grund geraten sein, festsitzen (hat): das
Schiff saß [auf der Sandbank] auf. 5. (landsch.) bedrängen,
lästig werden (hat): sie sitzen ihren Nachbarn auf; ich
weiß, wie ... einem Erinnerungen a.. wie man unbewußt
plagiieren kann (Tucholsky. Werke II. 372). 6. sich
täuschen lassen; auf jmdn.. etw. hereinfallen (ist): einem
Betrüger, einem Gerücht a.; Die Käufer dürften sich ...
nicht beklagen, wenn sie solchen Verkaufsmethoden a.
(MM 25. 1. 66. 9). 7. (ugs.) im Stich gelassen werden
(ist): ich bin ganz schön aufgesessen; der Handwerker
hat uns a. lassen (im Stich gelassen; ist nicht, wie vereinbart,
gekommen o. äj; (Abi. zu 6:> Aufsitzer, der; -s. - (Osten*.):
Reinfall: dieser A. 90II mir eine Lehre sein.
aufspalten, spaltete auf. hat aufgespaltet/aufgespalten: a)
durch Spalten zerlegen, teilen, trennen: das Stück Holz
wird aufgespaltet; Eiweiß wird durch Enzyme aufgespalten
(Chemie; in einfachere Bestandteile zerlegt): b) (a. + sich)
sich spalten, trennen: die Partei hat sich in zwei Lager
aufgespalten; (Abi.:) Aufspaltung, die; -, -en.
aufspannen (sw. V.; hat): a) öffnen, ausbreiten u. spannen:
ein Sprungtuch, den Schirm a.; Er sah die Gefechtsbaracke
im Schatten liegen, daneben ein Sonnensegel aufgespannt
(Gaiser. Jagd 45); b) auf etw. festspannen, einspannen:
Leinwand [auf einen Rahmen] a.; Papier auf das Zeichenbrett
a.; (Abi.:) Aufspannung, die; -.
aufsparen (sw. V.; hat): für einen späteren Zeitpunkt, für
eine andere Verwendung o.a. aufheben, bewahren: einen
Vorrat für Notzeiten a.; ich habe mir ein Stück Kuchen
aufgespart; Ü er hat sich die Pointe bis zum Schluß
aufgespart; das Schicksal hatte ihn für diese Aufgabe aufgespart
(geh.; ihn dazu ausersehen): (Abi.:) Aufspürung, die; -.
aufspeichern (sw. V.; hat): a) als Vorrat speichern; horten,
ansammeln: Lebensmittel. Getreide a.; er lümmelte sich
weiter gegen den Balken und schien in seinem Mund Spuk-
ke aufzuspeichern (Kirst. 08/15. 287); Ü Ärger in sich
a.: die aufgespeicherte Wut entlud sich in aggressiven
Handlungen; b) (a. + sich) sich in jmdm. ansammeln:
der Zorn hatte sich in ihm aufgespeichert; (Abi. zu a:>
Aufspeicherung, die: -. -en.
aufsperren (sw. V.; hat): a) weit aufmachen, aufreißen: den
Schnabel, den Rachen a.; b) (ugs.) (Geschlossenes) offnen:
alle Fenster a.; c) (landsch.. bes. südd.. österr.)
(Verschlossenes) aufschließen: die Wohnung [mit einem
Nachschlüssel] a.
aufspielen (sw. V.; hat): 1. zum Tanz, zur Unterhaltung
Musik machen: eine Musikkapelle spielte [zum Tanz) auf.
2. (Sport) in bestimmter Weise spielen: die Mannschaft
spielte glänzend auf; Die bis zur 55. Minute groß
aufspielende Münchener Elf (Welt 28. 4. 65. 8). 3. (a. + sich)
(abwertend) a) sich wichtig tun. angeben: du spielst dich
[vor Fremden] immer furchtbar auf; b) sich als etw.
Bestimmtes hinstellen: du spielst dich gerne als Held,
(veraltet:) als Helden auf; bringen Sie aus Zelle eins alles herauf,
was sich von dem Gesindel da als Katholik aufspielt (Hoch-
huth. Stellvertreter 135).
aufspießen (sw. V.; hat): 1. a) mit einem spitzen Gegenstand
aufnehmen: einen Bissen, ein Stück Fleisch [mit der Gabel]
a.; b) auf eine Nadel o.a. stecken u. auf etw. befestigen:
Insekten. Schmetterlinge a. 2. öffentlich kritisieren,
anprangern: er hat in einem Zeitungsartikel die Mißstände [mit
spitzer Feder] aufgespießt.
aufsplittern (sw. V.): 1. sich in Splitter auflösen (ist): der
Balken, das Holz splittert durch den Druck auf. 2. in
einzelne Teile. Gruppierungen auflösen; die Einheit von etw.
zerstören (hat): der Konflikt hat die Partei aufgesplittert;
Die Unterbrechung der meisten Verkehrswege hat das
Land in unzählige Enklaven aufgesplittert (Spiegel 8.1966.
82); (a. 4- sich) die Gruppe wird sich a.; (Abl.:> Allfsplitte-
rung, die; -. -en.
aufsprayen (sw. V.; hat) (ugs.): in Form von Spray auftragen,
aufsprühen: ein Haarspray. Schuhpflegemittel a.
aufsprengen (sw. V.; hat): 1. a) (Verschlossenes) mit Gewalt
öffnen: eine Tür. ein Schloß, einen Geldschrank a.; da
die Pöbelmasse mit Beilhieben die Türen zu den
Gemächern ... aufsprengte (St. Zweig. FouchS 215); b) durch
Sprengen zerstören u. dabei eine Öffnung herstellen: die
Eisdecke wurde aufgesprengt. 2. (Jägerspr.) hochjagen,
aufscheuchen: Rebhühner a.; (Abi.:) Aufsprengung, die; -.
-en.
aufsprießen (st. V.: ist) (geh.): aus der Erde sprießen,
wachsen: Blumen. Gräser sprossen nach dem warmen Regen
auf; Ü der schwarze Schrein, aus dem das Verbrechen
hundertfältig ... wieder aufsprösse (Plievier. Stalingrad
264).
aufspringen (st. V.; ist): 1. in die Höhe springen,
hochspringen: vor Freude, erregt vom Stuhl a. 2. auf ein /fahrendes]
Fahrzeug springen (Ggs.: abspringen 16): er versuchte [auf
die anfahrende Straßenbahn] aufzuspringen und wurde
zu Boden geschleudert. 3. a) sich plötzlich lohne äußere
Einwirkung] öffnen: die Tür. das Schloß, der Deckel ist
aufgesprungen; die Knöpfe an der Bluse sprangen auf:
die Samenkapseln werden bald a. (reif sein u. sich durch
ein Zerspringen der Hülle öffnen); aufspringende Falten
(Schneiderei; Falten, die so gelegt sind, daß sie leicht
aufklaffen): b)aufbrechen fu. sich entfalten]: die Knospen springen
auf. 4. auf dem Boden auf treffen u. zurückprallen: der Ball
sprang hinter der Torlinie auf. 5. durch Witterungseinflüsse
o. ä. rissig werden, aufplatzen: die Hände sind
aufgesprungen; aufgesprungene Lippen. 6. (von Luftbewegungen in
der Atmosphäre) plötzlich aufkommen: In der Nacht war
ein scharfer Wind aufgesprungen (rasch aufgekommen;
Plievier. Stalingrad 208).
aufspritzen (sw. V.): 1. in die Höhe spritzen (ist): Schmutz.
Wasser spritzte auf. 2. (ugs.) aus sitzender Haltung o.a.
rasch aufspringen, hochspringen (ist): plötzlich spritzte der
Kerl auf u. lief davon. 3. mit einer Spritze aufbringen
(hat): Farbe. Lack a.; Der... Staubeflekt wurde mit
Paraffin aufgespritzt (Hörzu 27. 1975. 8).
aufsprossen (sw. V.; ist) (geh.. veraltend): svw. f aufsprießen.
aufsprudeln (sw. V.; ist): sprudelnd in die Höhe steigen,
aufwallen: der Quell, der Geysir sprudelte auf; beim offnen
der Flasche ist die Limonade aufgesprudelt; Die glühende
Lava... sprudelte zähflüssig zu Vulkanriesen auf (Grzimek.
Serengeti 58).
aufsprühen (sw. V.): 1. sprühend in die Höhe fliegen (ist):
Gischt. Schaum. Funken sprühen auf; Ü In der Höhe
sprühte ein Chor energischer Knabenstimmen auf (erklang
vielstimmig; Werfel. Himmel 185). 2, sprühend auf erw.
aufbringen (hat): Lack. Farbe a.
228
aufstellen
Aufsprang, der; -[eis. Aufsprünge: 1. a) das Auf treffen auf
dem Boden nach dem Sprung: mit einem weichen A. auf
der Erde, auf der Aufsprungbahn aufsetzen; b)
(Schwimmen) das Aufspringen auf dem Sprungbrett vor dem
Absprung. 2. (Turnen) a) Sprung an od. auf das Gerät: der
A. am Barren; b) Sprung nach oben: ein A. am Trampolin.
aufspulen <sw. V.; hat): auf eine Spule aufwickeln (Ggs.:
abspulen 1): einen Film. Garn [auf eine Spule] a.; Ü einer
Straße, die ... von den Russen immer weiter aufgespult
wird (Zug um Zug erobert: Plievier. Stalingrad 91).
aufspülen <sw. V.; hat): I. anspülen u. ablagern: der Fluß,
das Meer hat Sand aufgespult. 2. (Seew.) mit Baggersand,
Schlick erhöhen: einen Deich, das Ufer zur Befestigung
mit Baggersand a.: <Abl.:) Alffspüking. die; -. -en.
aufspüren <sw. V.; hat): durch intensives Nachforschen.
Verfolgen einer Spur entdecken, ausfindig machen, finden: einen
Verbrecher, eine Fährte a.; die Hunde haben das Wild
aufgespürt; Ü ein Geheimnis a.; Doch war Mclntosh
unfähig, das Besondere dieser Erzählung aufzuspüren (Fries.
Weg 192); Aufspürung, die; -. -en.
aufstacheln <sw. V.; hat): I. durch aufhetzende Reden o.a.
zu bestimmtem Tun veranlassen: aufwiegeln: das Volk [zum
Widerstand] a. 2. anspornen: jmds. Ehrgeiz a.; die Schüler
zu größerem Eifer a.; <Abl.:> Alffstachlellung, die; -. -en.
aufstampfen <sw. V.; hat): fest, stampfend auftreten: fest
a.. um den Schnee von den Schuhen zu entfernen; zornig,
vor Wut [mit dem Fuß. den Füßen] a.
Aufstand, der; -[eis. Aufstände: Empörung, Aufruhr,
Erhebung: ein bewaffneter A. des Volkes; einen A. gegen den
König niederschlagen; Heiander erkannte, daß er sich im
A. gegen Gott befand (Andersch. Sansibar 165); das Signal
zum A. geben.
aufstindern [^fttendtm] <sw. V.; hat) (Tiefbau): auf
Pfeilern, Ständern über einen tieferliegenden Bereich
hinwegführen, über einem tieferliegenden Niveau verlaufen lassen:
eine Hochstraße a.; <Abl.:> Aiifstflndenmg. die; -. -en.
aufständisch <Adj.; o. Steig.): in einem Aufstand begriffen:
rebellisch,aufrührerisch: -e Bauern. Arbeiter; <subst.:> Auf-
ständische, der u. die: -n. -n <Dekl.: t Abgeordnete): jmd..
der an einem Aufstand beteiligt ist.
aufstapein <sw. V.; hat): zu einem Stapel schichten,
aufeinander schichten: Kisten. Bretter, alte Zeitungen a.; Ü
Kindertage, in denen die ersten Erinnerungen aufgestapelt werden
(Broch. Versucher 188); <Abl.:> Aufstapelung, die; -. -en.
aufstarren <sw. V.; hat) (selten, geh.): 1. nach oben starren:
zum Himmel a. 2, starr, unbewegt in die Höhe ragen:
plötzlich starrten spitze Felsen [in den Himmel] auf.
Aufstau, der; -s: 1. (Technik) künstliche Abbremsung,
Verzögerung eines Luftstroms. 2. (Wasserbau) künstliche
Erhöhung des Wasserspiegels durch Dämmung des Wassers.
aufstäuben <sw. V.; ist): als, wie Staub aufwirbeln: der Sand.
Schnee stäubte auf: wo es gelb aufstäubte, begann die
Wüste (Plievier, Stalingrad 49).
aufstauen <sw. V.; hat): a) durch Stauen (in einem Stausee
o.a.) sammeln, anstauen: einen Fluß, zu Tal fließende
Wassermassen [zu einem See] a.; b) <a. + sich) sich
anstauen, sammeln: das Wasser staut sich an den Brückenpfeilern
auf; Ü Wut. Ärger. Aggressionen stauen sich in Jmdm.
auf; Man weiß... aus Umfragen, daß es einen aufgestauten
Nachholbedarf an langlebigen Gebrauchsgütern gibt (Zeit
6. 6. 75. 1); <Abl.:) Aufstauung, die; -. -en.
aufstechen <st. V.; hat): 1. durch einen Einstich öffnen:
(Jmdm.. sich] eine Blase, ein Geschwür a. 2. (landsch.)
bemerken, finden, aufdecken: Fehler. Nachlässigkeiten a.
3. eine abgenutzte Kupferstichplatte durch Nachfahren der
Linien mit dem Stichel aufarbeiten. 4. (Jägerspr.) aus seinem
Versteck aufscheuchen: einen Hasen a.
aufstecken <sw. V.; hat): 1. in die Höhe stecken, hochstecken:
(Jmdm.. sich] das Haar a. 2. aufetw. stecken: eine Fahne
a.; [Jmdm., sich] einen Ring a.; Kerzen [auf den Leuchter]
a. 3. durch seine Mimik erkennen lassen, bewußt zeigen:
eine Amtsmiene a.; Er hatte ein mokantes Lächeln
aufgesteckt und zog die Brauen hoch (Apitz. Wölfe 123). 4.
(ugs.) aufgeben, nicht weiter tun, nicht weiter verfolgen:
ein Vorhaben, das Studium a.; der Sportler mußte wegen
einer Verletzung a. 5. (landsch.) an der entsprechenden
Vorrichtung befestigen, aufhängen: Gardinen a. 6.
(landsch.) in die Futterraufe füllen: [den Tieren] Heu. Futter
a. 7. (landsch.) Eindruck machen, etw. erreichen: mit seinem
Verhalten wird er nicht viel a.
aufstehen <unr. V.): 1. Ost) a) sich [von seinem Sitzplatz]
erheben: mühsam [von seinem Platz], vom Stuhl a.: zur
Begrüßung stand er [vor der alten Dame] auf; vom Tisch
a. (die Mahlzeit beenden): Ü So sinkt mir der Mut. vor
meinen Mitmenschen als Prophet aufzustehen
(aufzutreten: Freud. Unbehagen 190); b) sich aus liegender Stellung
aufrichten, auf die Füße stellen: der Gestürzte stand
mühsam auf; * nicht mehr/nicht wieder a. (verhüll.; sterben);
c) (nach dem Schlaf, nach einem Krankenlager) das Bett
verlassen: in aller Herrgottsfrühe, spät a.; der Kranke
darf noch nicht a.; aus dem Bett a.; <subst.:) das frühe
A. fällt ihm schwer; *da mußt du früher, eher a. (salopp;
da mußt du dir schon etw. Besseres einfallen lassen, um
zu erreichen, was du im Sinne hast). 2. sich auflehnen,
Widerstand leisten, rebellieren <ist): das Volk war [wie
ein Mann, gegen die Unterdrücker, gegen die Unterdrük-
kung] aufgestanden. 3. (geh.) in jmdm. wach werden,
aufleben, entstehen <ist): Haß stand in den Gepeinigten auf;
Sein Trotz stand auf und wollte es leugnen (Jahnn.
Geschichten 97); eine Frage, eine Erinnerung war in ihm
aufgestanden. 4. aufetw. stehen: auf ruhen <hat): der Tisch
steht nicht fest, nur mit drei Beinen [auf dem Boden]
auf. 5. offenstehen, geöffnet sein <hat>: der Schrank, die
Tür. das Fenster steht auf. 6. (Jägerspr.) auffliegen <ist>:
Feldhühner standen plötzlich auf.
aufsteigen <st. V.; ist): 1. auf ein Fahrzeug steigen, ein
Fahrzeug, ein Reittier besteigen (Ggs.: absteigen 1 a): auf das
Fahrrad, den Traktor a.; er ist von rechts auf das Pferd
aufgestiegen; Jmdn. a. lassen (auf dem Rücksitz o.a. eines
f MotorJrades mitnehmen). 2. bergan, auf einen Berg
steigen: hinaufsteigen (Ggs.: absteigen 1 b): auf einen Berg,
zum Gipfel a. 3. a) in die Höhe, aufwärts steigen,
hochsteigen: Rauch, die warme Luft steigt auf; Nebel steigt [aus
den Wiesen] auf; der Saft steigt [in den Bäumen] auf;
b) sich fliegend in die Höhe bewegen: ein Hubschrauber,
eine Rakete steigt auf; sie waren mit/in einem Ballon
aufgestiegen; die Sonne steigt am Horizont auf (erhebt sich
über den Horizont): Jeden Morgen steigen Lerchen
zwischen den Fronten auf (Remarque. Westen 94); c) an
die Oberfläche steigen: aus dem Meer a.; Blasen steigen
[vom Grund des Sees] auf. 4. (geh.) aufragen, sich in große
Höhe erheben: vor ihren Augen stieg ein Bergmassiv auf.
5. (geh.) in jmdm. aufkommen: wach werden: Angst. Zweifel,
ein Verdacht, ein Gedanke steigt. Tränen steigen in jmdm.
auf; Erinnerungsbilder waren in ihm aufgestiegen. 6. a)
beruflich, gesellschaftlich einen höheren Rang einnehmen,
eine höhere Stellung erreichen (Ggs.: absteigen 16):
beruflich a.; er gehörte zu jenen Selfmademen, die so häufig
aus der Arbeiterklasse a. (Niekisch. Leben 358); zum
Direktor der Firma a.; er ist zu Macht u. Einfluß aufgestiegen;
erst das aufsteigende und schließlich siegreiche Bürgertum
(Enzensberger. Einzelheiten I. 19); b) (Sport) in die
nächsthöhere Spielklasse eingestuft werden, sich für sie
qualifizieren (Ggs.: absteigen 3): die Mannschaft ist [in die
Bundesliga] aufgestiegen; <Abl. zu 6:) Aufsteiger, der; -s.
- (Ggs.: Absteiger): 1. (ugs.) jmd., der in eine höhere Position
u. damit in eine angesehenere gesellschaftliche Stellung
aufgerückt ist: ein sozialer A. 2« (Sport) Mannschaft, die in
die nächsthöhere Spielklasse eingestuft wurde: Der Ingol-
städter A. löste auch seine zweite Heimaufgabe zur vollen
Zufriedenheit (MM 9.9.68.12).
aufstellen <sw. V.; hat): 1. a) in einer bestimmten Ordnung
o.a., an einen vorgesehenen Platz stellen, hinstellen: Tische
u. Stühle [auf der Terrasse] a.; eine Falle [im Keller] a.;
Um die Zwiebackkiste, auf der ich saß. hatte ich fünf
Flaschen aufgestellt (Bieler. Bonifaz 70); b) Aufstellung
nehmen (lassen/: postieren: einen Posten [an der Tür] a.;
Ein Mann mit einer Violine stellte sich am Rande des
Bürgersteiges auf und begann ... zu spielen (Remarque.
Triomphe 156); wir haben uns in Reih u. Glied aufgestellt;
c) errichten, aufbauen: ein Gerüst, eine Baracke, ein
Denkmal a.; d) (Umgestürztes) wieder aufrecht hinstellen: die
Kegel a. 2. a) aufrichten, aufwärts stellen, hochstellen: den
Kragen a.: der Hund stellt die Ohren auf: b) <a. + sich)
(von Fell. Haarenj sich aufrichten: die Borsten, Haare
haben sich aufgestellt. 3. zu einem bestimmten Zweck
zusammenstellen, formieren: eine Mannschaft, eine Truppe
a. 4. für eine Wahl, einen Wettkampf o. ä. vorschlagen,
benennen: einen Kandidaten. Jmdn. als Kandidaten a.;
sich [als Kandidat(en)] a. lassen; für das diesjährige große
229
Auf stell er
Rennen.... zu dem Achim aufgestellt war (Johnson. Achim
38). 5. a) ausarbeiten, niederschreiben: einen Plan, eine
Liste, eine Bilanz a.; b) erarbeiten: eine Theorie. Regeln.
Normen a.; seine Menschenkenntnis und sein Rechtsemp-
finden waren bedeutend genug, um ein Gesetzeswerk
aufzustellen, das... den größten Geistestaten zugerechnet
werden darf (Thieß. Reich 638): c) erringen, erzielen: einen
Rekord a.; d) <als Funktionsverb) aussprechen: eine
Forderung. Vermutung. Behauptung a. (etw. fordern, vermuten,
behaupten). 6. (landsch.) zum Kochen aufs Feuer setzen:
die Suppe, die Kartoffeln a. 7. (nordd.) etw. anstellen.
Dummheiten. Übles anrichten: was habt ihr denn da wieder
aufgestellt?; <Abl. zu 1 a:> Allfstefller. der; -s. -: aufstellbares
Werbeelement: <zu 1. 3-5.) Aufstellung, die; -. -en;
♦Aufstellung nehmen (sich aufstellen 1 b): Vor dem
zweistöckigen Ziegelbau ... nahmen die Zigeuner A. (Härtung. Pi-
roschka 62).
aufstemmen <sw. V.; hat): 1. gewaltsam, mit dem Stemmeisen
öffnen: eine Tür a. 2. aufstützen: seinen Fuß. sich [mit
seinem Fuß auf etw.] a. 3. (Turnen) seinen Körper ruckartig
in den Stütz bringen: <Abl. zu 1:) Aufstemmung, die; -.
-en.
aufstempeln <sw. V.; hat): mit einem Stempel aufprägen:
seinen Namen [auf den Briefkopf! a.
aufsteppen <sw. V.; hat): a) mit Steppstichen aufnähen, auf
etw. steppen: Taschen [auf den Mantel] a.: b) mit
Steppereien versehen: Muster. Verzierungen auf etw. a.; aufgesteppte
Blumen.
aufsticken <sw. V.; hat): 1. auf etw. sticken: ein Monogramm
[auf ein Wäschestück] a. 2. (Technik) Stahl durch Glühen
bei 500 bis 550°C in stickstoffabgebenden Nitriermitteln
härten: (Abi. zu 2:) Aufstickung, die; -. -en.
aufstieben <st. V.; ist): 1. stiebend in die Höhe fliegen: Federn.
Funken. Schneeflocken stieben auf. 2. (Jägerspr.) er-
schreckt, schnell auffliegen: aufgeschrecktes Federwild stob
auf.
Aufstieg ['2UifTti:k]. der; -[e]s. -e (Ggs.: Abstieg): 1. a) das
Aufwärtssteigen. Hinaufsteigen: ein gefährlicher,
beschwerlicher A. [zum Gipfel]; einen A. unternehmen; b)
aufwärtsführender Weg: es gibt einen steilen u. einen
bequemen A. auf den Berg; c) <P1. selten) das Hochfliegen.
In-die-Höhe-Fliegen: den A. des Ballons, der Rakete
beobachten. 2, a) Aufwärtsentwicklung: der A. eines Landes
zur Weltmacht; ein konjunktureller, beruflicher, sozialer
A.; das Land erlebte einen wirtschaftlichen A.
(Aufschwung): ist Portugal in einem grandiosen A. begriffen
(Schneider. Leiden 79); b) (Sport) das Eingestuftwerden
in eine höhere Leistungsklasse: der A. des Vereins in die
Bundesliga.
Aufstiegs-: ^bahn, die (Raumf): Flugbahn, die ein künstlicher
Erdsatellit durchläuft bis zum Erreichen der Umlaufbahn;
~»chancev die: Möglichkeit zu beruflichem Vorwärtskommen;
Möglichkeit, die; -runde, die (Sport): Runde, in der der
Aufstieg (2 b) ausgespielt wird; -spiel, das (Sport):
Ausscheidungsspiel um den Aufstieg einer Mannschaft in die
nächsthöhere Leistungsklasse.
aufstöbern <sw. V.; hat): 1. ein Tier aus seinem Versteck
aufjagen: die Hunde stöbern das Wild auf. 2. nach
längerem Suchen I finden, aufspüren, entdecken: ein lange
gesuchtes Buch endlich in einem Antiquariat a.; Den Autobesitzer
... stöberte die Polizei in einem Lokal in Spandau auf
(Welt 9. 11. 65. 11); <Abl.:> Aufetöbcnng. die; -. -en.
aufstocken <sw. V.; hat): 1. um ein od. mehrere Stockwerke
erhöhen: ein Gebäude a.; wir haben aufgestockt. 2. etw.
um eine bestimmte größere Menge. Anzahl o. ä. vermehren,
erweitern: einen Etat, einen Kredit [um 10 Millionen auf
30 Millionen] a.; Die Bundeswehr sollte um etwa 100000
Mann aufgestockt werden (Spiegel 32.1965.24); die
Gesellschaft stockt auf (erhöht ihr Kapital); <Abl.:> Aufstockung,
die; -. -en.
aufstöhnen <sw. V.; hat): plötzlich, unvermittelt laut stöhnen:
vor Schmerz, erleichtert a.
aufstöpseln <sw. V.; hat) (ugs.): (ein Gefäß) durch Entfernen
des Stöpsels öffnen (Ggs.: zustöpseln): eine Flasche a.
aufstören <sw. V.; hat) (selten): a) aufschrecken: das Wild.
Rebhühner durch Schüsse a.; b) jmdn. durch eine Störung
aus etw. herausreißen: jmdn. [durch lautes Reden aus seinen
Betrachtungen] a.; Ich erfuhr, wie wenig es der Mensch
erträgt, aus seinen Wünschen und Träumen ... aufgestört
zu werden (Niekisch. Leben 306).
aufstoßen <st. V.): 1. durch einen Stoß öffnen <hat): die
Tür. die Fensterläden a. 2. a) durch einen Stoß verletzen
(hat): Hast du dir das Knie aufgestoßen?; b) mit etw.
hart auf etw. auftreffen <ist>: er ist mit der Stirn auf die
Tischkante aufgestoßen. 3. fest auf etw. aufsetzen <hat>:
beim Gehen stößt er den Stock [auf den Boden] auf. 4.
a) Luft, die aus dem Magen aufgestiegen ist. hörbar durch
den Mund entweichen lassen <hat): das Baby muß noch
a.; Herbert stößt geräuschvoll auf. Eine scharfe Wolke
treibt mir fast die Tränen in die Augen (Remarque. Obelisk
212); <subst.:) er leidet unter Aufstoßen: b) ein hörbares;
Entweichen od. Ausstoßen von Luft u.lod. Mageninhalt aus
dem Magen verursachen Ost/hat): das Essen ist/hat ihm
aufgestoßen. 5. (ugs.) jmdm. auffallen, begegnen Ost): bei
seinen Beobachtungen ist ihm einiges Verdächtige
aufgestoßen: Da sehe man .... was einem auf Reisen nicht alles
vorkommt und aufstößt (Th. Mann. Joseph 590).
aufstrahlen <sw. V.; hat): 1. hell strahlend aufleuchten:
Scheinwerfer strahlen auf. 2. einen Ausdruck von Freude.
Glück o. ä. bekommen, widerspiegeln: ihre Augen strahlten
auf; daß ihr Gesicht aufstrahlte, als sie mich auf der Straße
erkannte (Seghers. Transit 194).
aufsträuben <sw. V.; hat): (von Fell. Haaren) sich sträuben,
aufrichten: das Fell des Hundes hatte sich aufgesträubt.
aufstreben <sw. V.; hat): 1. (geh.) in die Höhe streben, sich
erheben: Bauten. Hochhäuser streben auf; hoch
aufstrebende Türme. Berge. 2. (gesellschaftlich, politisch,
ökonomisch) aufwärtsstreben, sich aufwärts entwickeln: dieses
Entwicklungsland strebt mit Macht auf; eine aufstrebende
Industriestadt; die aufstrebenden Völker Asiens (Fraenkel.
Staat 300).
aufstreichen <st. V.): 1. streichend auftragen, auf etw.
streichen <hat>: Farbe [auf die Wand]. Salbe [auf die Wunde]
a.; du streichst [dir] die Butter zu dick auf. 2. (Jägerspr.)
vom Boden auffliegen Ost): Federwild streicht auf.
aufstreifen <sw. V.; hat): zurückstreifen, hochschieben: für
die Arbeit mußt du [dir] die Ärmel a.
aufstreuen <sw. V.; hat): a) etw. auf etw. streuen: Puderzuk-
ker [auf den Kuchen] a.; Viehsalz [auf die Straße] a.;
b) (als Streu) aufschütten: den Tieren im Stall Stroh a.;
<Abl.:> Aufstreuung, die; -. -en.
Aufstrieb, der; -[eis. -e: 1. (selten) svw. f Brotaufstrich. 2.
aufwärts geführter Strich in der Handschrift (Ggs.: Abstrich
3). 3. (bei Streichinstrumenten) aufwärts geführter
Bogenstrich (Ggs.: Abstrich 4): mit A. spielen.
aufstufen <sw. V.; hal) (Amtsspr.): höher einstufen,
aufwerten: eine Bundesstraße zu einer Stadtautobahn a.; Indien
will DDR-Missionen a. (MM 25. 3. 1969. 1); <Abl.:>
Abstufung, die; -. -en.
aufstuhlen ['^iiTtu:tan] <sw. V.; hat): (zum Zweck des Sau-
bermachens od. auch in der Absicht, den Gästen das
Heranrücken der Polizeistunde anzudeuten, in einem Lokal) die
Stühle umgekehrt auf die Tische stellen: vor der
Polizeistunde besannen die Lokale aufzustuhlen.
aufstülpen <sw. V.; hat): 1. a) auf od. über etw. stülpen;
auf den Kopf setzen: einen Schirm auf die Lampe a.; b)
ohne große Sorgfalt auf den Kopf setzen, aufsetzen: sie
hatte sich, dem Kind rasch eine Mütze aufgestülpt. 2.
hochschlagen: den Mantelkragen, die Hutkrempe a.; Ü
die Lippena. (schürzen, aufwerfen); eine aufgestülpte
(aufwärts gerichtete) Nase.
aufstützen <sw. V.; hat): 1. etw.. sich auf etw. stützen: die
Ellbogen, die Arme [auf den. seltener: auf dem Tisch]
a.; ich habe mich [mit den Armen] aufgestützt; mit
aufgestütztem Kopf dasitzen. 2, stützend aufrichten: sich, den
Kranken [auf seinem Lager] a.; Rodenbeck erwachte früh,
stützte sich auf und blickte durchs Fenster (Gaiser. Jagd
119).
aufsuchen <sw. V.; hat): 1. sich zu jmdm.. an eitlen bestimmten
Ort begeben: Bekannte. Freunde [in ihrer Wohnung] a.;
er muß einen Arzt a. (konsultieren); ein Cafe, die Toilette
a.; Die Mehrheit des Gefolges hatte sich endlich
entschlossen, den Sdiutz einer Hütte aufzusuchen (B. Frank. Tage
96); wir haben früh das Bett aufgesucht (geh.; sind früh
zu Bett gegangen). 2. a) (selten) am Boden Befindliches
aufsammeln: Geldstücke. Perlen [vom Boden] a.; b) (in
einem Buch blätternd) eine bestimmte Textstelle o. ä.
suchen: eine Adresse im Telefonbuch, eine Textstelle in einem
Buch a.
aufsuramen, aufsummieren <sw. V.; hat): a) (Datenverarb.)
230
auftreten
Werte addieren od. subtra/iieren: die Digitalwerte [werden!
aufsummiert und das Mittel aus der Summe ... gebildet
(Elektronik 11, 1971, 377); b) <a. + sich) eine bestimmte
Summe erreichen, sich zu einer bestimmten Summe addieren,
sich summieren: die Spenden haben sich zu einem hohen
Betrag aufsummiert; gewaltig kann ja wohl nicht der Betrag
genannt werden, der sich ... im Lauf einer langen Zeit
aufsummen wird (MM 24. 1. 1974. 2); <Abl.:) Aufsummie»
rang, die; -. -en.
lllfsUßen <sw. V.; hat): durch Zusetzen von Zucker o.a.
(dem Wein) einen süßeren Geschmack geben: ... daß
deutsche Ausleseweine mit Zuckerwasser und Traubensaft
aufgesüßt würden (Spiegel 39. 1974. 7).
Mlftabellieren <sw. V.: hat): zu einer Tabelle
zusammenstellen, eine Tabelle von etw. herstellen: die zu versteigernden
Gegenstände a.; <Abl.:) Auftabdlierung. die; -. -en.
aiftakeln <sw. V.; hat): 1. (Seemannsspr.) mit Takelwerk
versehen: Segel setzen (Ggs.: abtakeln): die Segelboote
a. 2. (ugs. abwertend) sich in übertriebener Weise auffallig
kleiden, zurechtmachen: die hat sich scheußlich aufgetakelt;
eine aufgetakelte alternde Diva; <Abl. zu 1:) Auftakelung,
die; -. -en.
Auftakt, der; -[eis. -e: 1. <PI. selten) Beginn. Eröffnung
(einer Veranstaltung o.a.): ein vielversprechender,
festlicher A. der Tagung; die Demonstration bildete den A.
zu einer Reihe von Krawallen; Die Suppe soll bei
Einladungen ... einen pikanten A. bilden (Hörn. Gäste 16S). 2.
(Musik) der ein Musikstück o. ä. eröffnende unvollständige
Takt: das Lied beginnt mit einem A. 3. (Verslehre) eine
od. mehrere Silben vor der ersten tontragenden Silbe eines
Verses.
auftanken <sw. V.; hat): a) durch Tanken den Treibstoff
auffüllen, den Treibstoffvorrat ergänzen: die Maschine tankt
hier auf; wir müssen noch [Benzin] a.; Ü wir müssen im
Urlaub neue Kräfte a. (sammeln); b) ein Fahrzeug mit
Treibstoff volltanken: das Flugzeug, das Auto a.; Haben
Sie eine Werft hier... Können sie mich ( = meine Maschine)
auftanken (Gaiser. Jagd 103).
ftjftaudien<sw. V.; ist): 1. an die Wasseroberfläche kommen,
emportauchen: das U-Boot ist wieder aufgetaucht; die
Froschmänner tauchten nach einer Weile wieder [aus der
Tiefe] auf; Ü er tauchte aus seinen Träumen auf (hing
nicht länger seinen Träumen nach); Erinnerungsbilder
tauchten in ihm auf (traten in sein Bewußtsein). 2. a)
unerwartet, plötzlich in Erscheinung treten, sichtbar werden:
am Horizont, aus dem Dunkel, in der Ferne, vor ihren
Augen tauchten die Berge auf; Der Zonengrenzpunkt Drei-
linden tauchte unvermittelt hinter einer Kurve auf (Simmel.
Aflare 64); b) unerwartet, plötzlich auftreten, dasein: ein
Unbekannter tauchte plötzlich in der Gesellschaft auf;
nachdem er lange verschollen war. ist er auf einmal wieder
[bei seiner Familie] aufgetaucht; die Akten tauchten erst
nach vielen Jahren wieder auf (wurden wieder gefunden);
Ü Fragen. Zweifel. Probleme tauchen auf (stellen sich,
erheben sich); ein Verdacht tauchte auf (kam auf).
auftauen <sw. V.): 1. a) (Gefrorenes) zum Tauen bringen
<hat): die Sonne taut das Eis. den Schnee auf; Tiefkühlkost
a.; b) von Eis befreien <hat>: die Wärme hat die
Fensterscheiben aufgetaut. 2. a) sich tauend auflösen <ist>: das
Eis. der Schnee taut auf; b) von Eis frei werden <ist>:
der See ist wieder aufgetaut; Ü Höfel wurde aufmerksam.
Die vereiste Starre löste sich, die Gedanken tauten auf
(er konnte wieder denken; Apitz. Wölfe 139). 3. die
Befangenheit verlieren, gesprächig werden Ost): er taut in
Gesellschaft nur ganz langsam auf; <Abl. zu 1:) Auftauung,
die; -. -en.
Wfteen [...ti:n] <sw. V.; hat) (Golf): den Ball zum Abschlag
auf das t Tee aufsetzen.
aufteilen <sw. V.; hat): 1. ein größeres Ganzes in Teile
zerlegen u. verteilen: das Land [an die Bauern] a.; die Schokolade
unter die Kinder a.; sie haben den Gewinn [untereinander,
unter sich] aufgeteilt. 2. a) aufgliedern: einen Raum a.;
das Gelände in mehrere Parzellen a.; Wir haben daran
gedacht, das gesamte Archiv nach Ländern aufzuteilen
(Leonhard. Revolution 219); b) in Gruppen o.a. einteilen:
die Teilnehmer an der Exkursion in mehrere Gruppen
a.: etw. in gleiche Teile a.; <Abl.:> Aufteilung, die; -. -en.
auftippen <sw. V.; ist): (von einem Ball) leicht auf den
Boden auftreffen u. zurückprallen: den Ball kurz a. lassen;
der Ball tippte mehrmals auf und rollte dann ins Aus.
auftischen <sw. V.; hat): 1. zum Essen auf den Tisch bringen;
zum Verzehr anbieten: man hatte ihnen das Beste aus
Küche u. Keller aufgetischt; Umdm.] reichlich a. (ihn gut
bewirten).!, (ugs. abwertend)etw. erzählen.berichten was
nicht der Wahrheit entspricht/: ümdm.] Lügen a.; er tischt
immer wieder die alten Geschichten auf; was vergeben
ist. das ... darf niemals wieder aufgetischt werden (zum
Vorwurf gemacht werden. Hörzu 37. 1973. 116).
Auftrag ['ayftra:k]. der; -[e]s. Aufträge: 1. Weisung; zur
Erledigung übertragene Aufgabe: ein wichtiger, schwieriger,
ehrenvoller A.; sich eines -es entledigen; er kam im A.
(beauftragt von; Abk. in Briefunterschriften: i. A. od. I.
A.) seiner Firma. 2. Bestellung (einer Ware od. Leistung):
ein A. in Höhe von 2 Millionen; ein A. über/(seltener:)
auf die Lieferung von Schreibtischen; Aufträge vergeben;
* etw. in A. geben (Kaufmannsspr.; bestellen). 3. <P1. selten)
Verpflichtung. Mission: der gesellschaftliche, geschichtliche
A. der Partei; Der politische A. der Stunde mag begriffen
werden (Schnabel. Marmor 141). 4. <PI. selten) das
Auftragen. Aufbringen von etw. auf etw.: der Pinsel ermöglicht
einen gleichmäßigen A. der Farbe; auftragen <st. V.; hat):
1. (geh.) zum Essen auf den Tisch bringen, servieren: es.
das Essen ist aufgetragen! 2. auf etw. streichen, applizieren;
über etw. verteilen: Salbe. Farbe a.; das Make-up [leicht
auf das/( seltener:) auf dem Gesicht] a. 3Jmdm. den Auftrag
geben, etw. Bestimmtes zu tun: er hat mir ausdrücklich
aufgetragen, über die Angelegenheit zu schweigen; er hat
mir einen Gruß an dich aufgetragen. 4. ein Kleidungsstück
so lange tragen, bis es völlig abgetragen, zerschlissen ist:
ein Kleid im Haus a.; die Jüngeren Geschwister müssen
die Sachen der älteren a. 5. dicker erscheinen lassen: dieser
Stoff, dieses Unterhemd trägt kaum, zu sehr auf;
Auftraggeber, der; -s. -: jmd.. der einen Auftrag erteilt; Auftragung*
die; -: das Auftragen (2).
auftrage. Auftrags-: -bestättgung, die; -buch, das; -gemäß
<Adj.; o. Steig., nicht präd.); -läge, die: die A. ist schlecht
(es gehen nicht viel Aufträge ein); -pokter. das (Wirtsch.):
größerer Bestand an Aufträgen, die eine Firma noch in
der Zukunft auszuführen hat. so daß sie in nächster Zeit
keine wirtschaftliche Flaute fürchten muß; ^werk, das:
Kunstwerk, das im Auftrag (2) entstanden ist.
auftreflen <st. V.; ist): bei einem Sturz o. ä. J auf eine Fläche
treffen, aufprallen, aufschlagen: er traf bei seinem Sturz
auf eine scharfe Kante auf: die Rakete ist auf der
Mondoberfläche aufgetroflen; die -den Strahlen werden
gebrochen.
auftreiben <st. V.): I. <hat) a)aufwirbeln, in die Höhe
treibender Wind treibt die Blätter, den Staub auf; b) aus seiner
Ruhe aufscheuchen, aufjagen: die Sorge treibt ihn [früh
aus dem Bett] auf. 2. a) (durch Druck. Gasbildung o.a.)
in die Höhe od. auseinandertreiben, aufblähen (hat): die
Hefe treibt den Teig auf; die Krankheit hat seinen Körper
aufgetrieben; b) in die Höhe getrieben, aufgebläht werden
<ist): der Teig treibt auf; der Kadaver ist aufgetrieben;
Ü Ihr Kopf ist aufgetrieben vor Schmerz (Werfet. Himmel
136). 3. (ugs.) etw.. nach dem man einige Zeit herumgefragt,
gesucht hat. finden; ausfindig machen, beschaffen <hat>:
einen Handwerker, einen Zeugen a.; wir müssen ein Taxi,
etw. zu essen, das nötige Geld a.; sogar Nußbutter hat
er a. können (Grass. Hundejahre 459). 4. <hat> a) zum
Verkauf auf den Markt bringen: Kälber a.; Schweine
wurden [zum Verkauf] aufgetrieben; b) Vieh auf die Bergweiden
treiben.
auftrennen <sw. V.; hat): l.die Fäden einer Naht zerschneiden
[u. damit etwas wieder zertrennen I. auseinandertrennen:
einen Abnäher, eine Naht, den Saum a.; sie mußte das
Genähte wieder a. 2. (landsch.) (etw. Gestricktes od.
Gehäkeltes) aufziehen, aufräufeln: den Pullover a.; <Abl.:> Auf-
trennung, die; -. -en.
auftreten <st. V.): 1. die Füße in bestimmter Weise aufsetzen
<ist): kräftig, fest, leise a.; er kann mit dem verletzten
Fuß nicht a.; Wir traten vorsichtig auf. um nicht in den
Netzen hängenzubleiben (Seghers. Transit 266). 2. durch
einen Tritt gewaltsam öffnen <hat): er hat die Tür
aufgetreten. 3. <ist> a) ein bestimmtes Verhalten zeigen; sich in
bestimmter Art benehmen: selbstbewußt, bescheiden, forsch
a.; Ü Großbanken treten im Stile griechischer Tempel
auf (Bamm. Weltlaterne 34); b) in einer besonderen
Eigenschaft od. mit einer bestimmten Absicht öffentlich j in
Erscheinung treten, hervortreten: als Sachverständiger. Zeuse,
231
Auftreten
Käufer. Vermittler a.; er trat [in der Versammlung, vor
einem großen Publikum] als Redner auf; Er hatte sich
seines Hoheitsscheines begeben, trat ganz als Privatmann
auf (Th. Mann. Hoheit 28); gegen etw.. mit Forderungen
a.; c) (als Schauspieler o.a.) spielen, auf die Bühne treten:
heute wird ein bekannter Künstler a.; er ist als Hamlet,
auf einer der größten Bühnen aufgetreten. 4. Ost) a) sich
plötzlich] ergeben, eintreten, auftauchen: Schwierigkeiten.
Probleme. Meinungsverschiedenheiten traten auf; bei der
Erschließung und Beraubung von Ländern mit alter Kultur
... traten infla torische Tendenzen auf (Fraenkel. Staat 362);
b) plötzlich dasein, vorkommen: Krankheiten. Seuchen
waren aufgetreten; in diesem Sommer traten Schädlinge in
großen Massen auf; <subst. zu 3:) Auftreten, das; -s.
Auftrieb, der; -[eis, -e: 1. <o. PI.) (Physik) der Schwerkraft
entgegengesetzte Kraft, der ein in eine Flüssigkeit od. in
ein Gas eingetauchter od. untergetauchter Körper
unterworfen ist: Aufwärtsdruck: aerodynamischer, statischer A.;
ein Körper erfährt im Wasser einen A. 2. <o. PI.) Schwung.
Elan. Schaffenskraft: etw. gibt jmdm. A.; durch seinen
Erfolg bekam er neuen, ungeheuren A. 3. a) Menge der
zum Verkauf auf den Markt gebrachten Schlachttiere: der
A. an/von Kälbern; es kamen wenig Tiere zum A.; b)
das Hinauftreiben des Viehs auf die Bergweide (Ggs.:
Abtrieb 1): der A. findet im Frühjahr statt; <Zus. zu 1:>
Auftriebskraft, die.
Auftritt, der; -[eis. -e: 1. (Theater) das Auftreten des Schau-
Spielers auf der Bühne (Ggs.: Abtritt 1): vor seinem A.
Lampenfieber haben; auf seinen A. warten; seinen A.
verpassen; Ü der Minister hatte einen großen A. 2.
(Theater) Teil eines Aufzugs, Szene: der fünfte Akt hat nur
zwei -e. 3. heftige Auseinandersetzung, Streit: ein häßlicher,
peinlicher A.; einen A. mit Jmdm. provozieren, haben,
vermeiden. 4. Vorfall, Szene: ein rührender A.; <Zus. zu
1:) Auftrittsverbot, das: 1938 erhielt der Sänger A.
auftrocknen <sw. V.; hat): a) mit einem Tuch, vergossene
Flüssigkeit aufwischen, von einer Stelle entfernen: sie hat
das verschüttete Wasser aufgetrocknet; b) (von Flüssigkeit,
Farbe o. äj an der Luft. Sonne o. ä. trocken werden,
trocknen: das Wasser trocknet in der Sonne schnell auf.
auftrumpfen <sw. V.; hat) [eigtl. = im Spiel die höchsten
Karten einsetzen]: 1. seine Überlegenheit deutlich zeigen,
unter Beweis stellen: Amerikas Leichtathleten trumpfen
schon zu Beginn der Wettkämpfe [mit zwei neuen
Rekorden] auf. 2. seine Meinung, seinen Willen od. eine Forderung
I auf Grund seiner Überlegenheit ] durchzusetzen versuchen:
er trumpfte auf u. forderte bessere Behandlung; Paul ...
glaubte... gegen seine Mutter einen rüden Ton anschlagen
zu dürfen; er trumpfte auf, er forderte (Bredel. Väter 75).
auftun <unr. V.; hat): 1. (geh. veraltend) aufmachen, öffnen:
die Tür. die Augen a.; den Mund a. (sprechen). 2. (geh.)
<a. + sich) a) sich öffnen: die Pforte tat sich auf; Ü
eine breite Straße tat sich [vor ihm] auf; ein Abgrund
hatte sich vor ihm aufgetan; b) sich jmdm. erschließen,
darbieten: eine neue Welt, ein neuer Horizont tat sich
ihm auf. 3. (landsch.) <a. 4- sich) gegründet, eröffnet
werden: neue Läden. Vereine haben sich aufgetan. 4. (ugs.)
durch Zufall entdecken, ausfindig machen: ein gutes Lokal,
einen Mitspieler a. 5. (ugs.) zum Essen auf den Teller
legen: sich. Jmdm. zuerst [eine Portion Kartoffeln] a. 6.
(landsch.) auf den Kopf, auf die Nase setzen: den Hut.
die Brille a.
auftunken <sw. V.; hat): durch Tunken bewirken, da/i am
Ende nichts mehr übrig ist von etw.: die Soße mit Brot
a.
auftupfen <sw. V.; hat): durch Tupfen entfernen, aufsaugen:
Blutstropfen. Tränen. Wasserflecke [mit einem Tuch] a.
auftürmen <sw. V.; hat): a) hoch aufschichten, stapeln:
Schachteln [zu einem Berg] a.; b) <a. + sich) sich übereinan-
derstapeln, zu einem großen Berg anwachsen: Aktenberge
türmen sich auf.
aufwachen <sw. V.; ist): wach werden, erwachen: spät,
plötzlich, aus einem Traum, durch ein Geräusch, mitten in
der Nacht, mit schwerem Kopf a.; aus der Narkose a.
(wieder zum Bewußtsein kommen).
aufwachen <st. V.; ist): 1. groß werden, heranwachsen: auf
dem Lande, in kleinbürgerlichen Verhältnissen, als ältestes
von vier Kindern a.; wir sind zusammen aufgewachsen;
Er war in einem Friseursalon der Vorstadt aufgewachsen
(Böll, Haus 22). 2, (geh.) auftauchen, immer größer werdend
hervortreten: Bäume. Türme wachsen aus dem Dunkd
auf.
aufwallen <sw. V.; ist): a) wallend hochsteigen: die Soße
kurz, einmal a. lassen; die Suppe, die Milch wallt [im
Topfl auf; Ü mit aufwallendem Blut (mit heftiger
Erregung): b) in dichten Schwaden aufsteigen: Nebel. Dunst
wallt [aus einer Niederung] auf; c) (geh.) plötzlich in jmdm.
als heftige innere Bewegung hochsteigen: Haß. Dankbarkeit
wallte in ihr auf; in -der Leidenschaft etw. tun. sagen;
<AbI. zu c:> Aufwalhmg. die; -. -en.
aufwUttoen [ajifvEltign] <sw. V.; hat) [vgl. gewältigen]
(Bergmannsspr.): zusammengebrochene Grubenbaue wieder
herrichten: <Abl.:) Aufwiltigung, die; -. -en.
aufwalzen <sw. V.; hat) (Bauw.): durch Walzen dünn
auftragen: eine neue Teerschicht a.
Aufwand f^ifvant]. der; -[e]s: 1. a) das Aufwenden: Einsatz:
ein großer A. an Energie. Geld; das fordert einen A.
von zwei Millionen Mark; b) aufgewendete Mittel. Kosten:
der A. hat sich [nicht] gelohnt; c) übertriebener Prunk.
Luxus. Verschwendung: einen hohen, unnötigen A. [mit
etw.] treiben; AufwandsentocMfaUgira, die; -. -en:
Ausgleichszahlungfür besondere im Dienst entstandene Kosten:
eine monatliche A. von 300 DM erhalten; AufWandfsteteuer.
die; -. -n: Steuer, die auf bestimmte
Einkommensverwendungen erhoben wird (z. B. Kfz-Steuer. Hundesteuer).
aufwärmen <sw. V.; hat): 1. (etw. Gekochtes) noch einmal,
wieder warm machen: das Essen vom Mittag a.; Ü alte
Geschichten, einen alten Streit wieder a. (ugs. abwertend;
erneut zur Sprache bringen, aufleben lassen). 2. <a. +
sich) einen warmen Raum o.a. aufsuchen, ein warmes od.
ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen, um einen Zustand
des Frierens zu überwinden: er hat sich am Ofen, mit einem
Grog wieder aufgewärmt. 3. (Sport) durch leichte Übungen
die Muskulatur lockern, den Körper warm werden lassen
(als Vorbereitung auf eine sportliche Leistung): der Sprinter
wärmt sich vor dem Start auf; <Abl.:> Aufwärmerv der,
-s. - (Sport. Jargon): leichtes Spiel zur Vorbereitung auf
ein schwereres: Testspiel: Alrfwinnung, die; -. -en.
Aufwartefrau, die; -. -en (landsch): Putzfrau. Zugehfrau:
aufwarten <sw. V.; hat): 1. a) (geh.) anbieten, vorsetzen:
den Gästen mit einem großen Menü, mit einer Flasche
echtem Champagner a.; b) zu bieten haben: mit großen
Neuigkeiten. Verbesserungen, einem Sonderangebot, einer
Überraschunga. [können). 2. (veraltend) (Gäste) bedienen:
den Gästen a. 3. (geh.. veraltet) jmdm. einen
Höflichkeitsbesuch machen, seine Aufwartung machen: gleich nach seiner
Ankunft wartete er dem Bürgermeister auf; Aufwärter.
der; -s. -: Aushilfskellner. Diener: Aufwar üüüi. die; -. -nen:
w. Form zu t Aufwärter; Aufwartestelle, die; -. -n: eine
A. antreten, suchen.
aufwärts <Adv.) [mhd. üfwert(es); T-wärts]: nach oben (Ggs.:
abwärts): hier führt der Weg a.; den Fluß a. gehen; Ü
von 100 Mark a.; vom General a.
aufwärts-. Aufwärts-: -bewesung, die: svw. t -Entwicklung;
-drall, der (Sport): Drehschwung nach oben: -entwicklung,
die: günstig verlaufende Entwicklung: -gehen <st. V.; ist):
besser werden. Fortschritte machen (Ggs.: abwärtsgehen):
mit seiner Gesundheit, unserem Geschäft geht es aufwärts;
-haken, der (Boxen): mit der Faust bei abgewinkeltem Arm
nach oben geführter Stoß: -streben, das: Sireben nach
wirtschaftlichem, sozialem Aufstieg: -trend, der: svw. T^ent-
wicklung.
Aufwartung, die; -. -en: 1. a) (veraltet) das Bedienen: einen
Lakai zur A. haben; b) (landsch.) das Saubermachen.
Reinigen: sie macht schon seit Jahren die A. im Hause. 2.
(landsch.) Aufwartefrau: ich habe noch keine A. gefunden.
3. (veraltend) Höflichkeitsbesuch: mit Jmds. A. rechnen;
*|mdm. seine A. machen (jmdm. einen Höflichkeitsbesuch
abstatten).
Aufwasch ['qufvaj]. der; -[eis (landsch.): 1. das Aufwaschen:
den A. besorgen, machen. 2. abzuwaschendes Geschirr:
in der KUdie steht noch der ganze A.; *das ist ein A.;
das gebt/das machen wir in einem A. (ugs.; das läßt sich
alles zusammen erledigen).
Aufwasd)-: checken, das: Spülbecken: -läppen, der:
Spültuch; -wasser. das <o. PI.): Spülwasser.
auftauchen <st. V.; hat) (landsch.): spülen, abwaschen:
Geschirr a.; Nachdem .... sitzen Pat und Ann noch in der
Küche, während Mom Rose in der Küche aufwäscht (Wolf.
Menetekel 521); *das ist ein Aufwaschen; das geht/das ma-
232
aufzerren
dien wir in einem Aufwaschen (ugs.; das läßt sich alles
zusammen erledigen).
aufdecken <sw. V.; hat) /vgl. aufgeweckt/: wach machen,
aus dem Schlaf wecken: die Kinder nicht a.; das ist Ja
ein Lärm, um Tote aufzuwecken.
aufwehen <sw. V.; hat): 1. a) in die Höhe wehen: der Wind
hat Sand aufgeweht; b) wehend auftürmen: der Wind hat
Schneeberge aufgeweht; c) aufgewirbelt werden: der
Straßenstaub weht auf. 2. (geh.) wehend öffnen: der Sturm
hat Fenster und Türen aufgeweht.
aufweichen <sw. V.): 1. durch Feuchtigkeit weich machen
<hat): ein Brötchen in Wasser a.; der Regen hat den Boden
aufgeweicht; Ü ein System a. (von innen her allmählich
zerstören). 2. weich werden <ist>: der Boden weicht auf; Ü
die Fronten weichen auf; <Abl.:) Aufweichung, die; -. -en.
aufweinen <sw. V.; hat): plötzlich für einen Augenblick laut
weinen: die Frau weinte laut auf.
Aufweis [ajifvais], der; -es. -e: das Aufzeigen. Darlegen:
der A. großer Irrtümer ist ihm nicht gelungen; aufweisen
<st. V.; hat): a) auf erw. hinweisen, etw. zeigen: die
Bedeutung. Wichtigkeit von etw. a.; b) durch etw. Bestimmtes
gekennzeichnet sein u. dies zeigen, erkennen lassen:
Parallelen zu etw.. einen Mangel. Vorzüge a.; *etw. aufzuweisen
haben (etw. haben, über etw. verfügen): gute Zeugnisse
aufzuweisen haben; <Abl.:> Ausweisung, die; -. -en.
aufwenden <unr. V.; hat): (für einen bestimmten Zweck,
ein erstrebtes Ziel) aufbringen: für etw. verwenden,
einsetzen: viel Kraft. Zeit. Kosten [für einen Plan] a.; er
wendete/wandte alles auf. ihn zu überreden; aufwendig <AdJ.):
mit großem Aufwand verbunden: kostspielig: einen -en Film
drehen; Die Optik einer modernen Filmkamera ... ist
ungewöhnlich a. (Fotomagazin 8, 1968. 73); a. leben;
Aufwendung, die; -. -en: a) das Aufwenden: unter A. seiner ganzen
Beredsamkeit etw. durchsetzen; b) <nur PI.) Ausgabel nj.
Kosten: für etw. Bestimmtes aufzuwendender,
aufzubringender Betrag: die -en waren zu hoch.
aufweifen <st. V.; hat): 1. a) nach oben, in die Höhe werfen:
die Schiffsschrauben warfen das Wasser auf; den Kopf
a. (ruckartig heben): b) auf etw. werfen: Kohlen.
Holzscheite a. (auf das Feuer werfen): die Karten a. (auf den
Tisch werfen): c) aufhäufen, aufschütten: einen Damm,
ein Grab a.; Schnee zu Wällen a.; aufgeworfene Erdmassen.
2. mit Wucht öffnen: mit einem Schwung die Tür a. 3.
zur Sprache bringen, zur Diskussion stellen: Probleme a.;
man warf die Frage auf. ob... 4. <a. + sich) sich
eigenmächtig zu etw. machen, sich erheben: sich zum Richter.
Beschützer a.; daß der Trieb... mehr den Zweck hat. zu verhindern,
daß sich ein Vogel zum Tyrannen aufwirft (Lorenz.
Verhalten 42). 5. (selten) (die Lippen) schürzen: die Lippen
a.; ein Zigarillo zwischen den leicht aufgeworfenen Lippen
(Th. Mann. Krull 322).
aufwerten <sw. V.; hat): dem Wert nach verbessern, den
Wert von etw. erhöhen: die Renten, die Währung a.; Ü
sein Ansehen, seine Stellung in der Gesellschaft wurde
aufgewertet (nahm zu); <Abl.:) Aufwertung« die; -. -en.
aufwickein <sw. V.; hat): 1. a) wickelnd zusammenrollen:
ein Bindfaden [auf eine Spule]. Stoff [zu einem Ballen]
a.;b) (ugs.) auf Wickler aufdrehen: sich. Jmdm. die Haare
a.. die Ärmel a. (aufkrempeln). 2. etw. Verpacktes durch
Auseinanderwickeln der Hülle öffnen: ein Paket vorsichtig
a.; <Abl.:) AllfcrickleUung. die; -. -en; <Zus.:> Aufwickehpt-
le, die (Film): Spule am Projektor zum Aufwickeln des
Filmbands.
Aufwieseid [%ifvi:gd'l^]. die: -. -en (abwertend): das
Aufhetzen zur Auflehnung: Jmdn. wegen A. anklagen; aufwiegeln
r%ifvi:g(n] <sw. V.; hat): feine Menschengruppe] zur
Auflehnung aufhetzen (Ggs.: abwiegeln 1 a): die Kollegen
[gegen eine Maßnahme von oben] a.; das Volk [zum
Widerstand] a.; <Abl.:) Aufwiegfelhng, die; -. -en.
aufwiesen <st. V.; hat): ausgleichen. Ersatz für etw. bieten:
die Vorteile wiegen die Nachteile auf; der Erfolg hat den
Einsatz nicht aufgewogen.
AufWicsler ['ajifvi:gto], der; -s. -: jmd.. der andere aufwiegelt;
<Abl.:) aufwieglerisch <Adj.): -e Reden führen; a. reden.
aufwtamem <sw. V.; hat): plötzlich, für einen Augenblick
laut wimmern: vor Schmerzen a.
Aufwind, der; -[eis. -e (Met.): vom Boden aufsteigende
Luftbewegung (Ggs.: Abwind): das Segelflugzeug hat guten
A.; Ü durch etw. [neuen] A. (Schwung. Auftrieb)
bekommen.
aufwinden <st. V.; hat): 1. durch Winden in die Höhe ziehen
od. heben: den Anker a. 2. (selten) aufwickeln: ein Kabel
[auf eine Rolle] a.
aufwirbeln <sw. V.): a) etw.. was locker irgendwo liegt,
hochwirbeln, in die Luft wirbeln <hat>: das Auto wirbelte Staub,
altes Laub auf; b) in die Höhe wirbeln, auf stieben <ist):
Schnee wirbelte hoch auf; Mückenschwärme wirbelten auf
und summten Quälend um ihn (Gaiser. Jagd 193).
aufwischen <sw. V.; hat): a) wischend aufnehmen, entfernen:
verschüttetes Wasser. Bier a.; b) mit einem feuchten Lappen
reinigen: den Boden, die Diele [feucht] a.; <Zus.:> AufWfach-
läppen« der: Lappen zum Aufwischen.
aufwogen <sw. V.; hat): in die Höhe wogen, heftig wogen:
das Meer, die See wogt wild auf; Ü mit -der Freude etw.
vernehmen.
aufwölben« sich <sw. V.; hat): eine Wölbung bilden: an einer
Stelle hat sich das Blech aufgewölbt.
aufwölken <sw. V.; ist) (dichter.): wie eine Wolke in die
Höhe fliegen: Hunderte von Sperlingen .... die ...
aufwölkten (Grass. Blechtrommel 668).
Aufwuchs, der; -es. Aufwüchse: 1. <o. PI.) das Hochwachsen.
Heranwachsen: der A. der Pflanze ist von der
Sonnenbestrahlung abhängig. 2. (Forstw.) junge Baumpflanzung: den
A. mit einem Zaun umgeben. 3. (Biol.) an Feuchtigkeit
gebundene Mikroorganismen (bes. Algen). die sich auf
anderen Organismen od. Gegenständen ansiedeln.
aufwühlen <sw. V.; hat): 1. a) wühlend an die Oberfläche
bringen: Steine. Knochen a.; b) wühlend aufreißen: die
Panzer hatten den Boden aufgewühlt. 2. Wassermassen
o. ä. aufrühren, in stürmische Bewegung bringen: der Sturm
wühlte die See auf; aufgewühlter Schlamm verdunkelt das
Wasser; Ü das Ereignis wühlte den Grund seiner Seele
auf; die Nachricht wühlte ihn bis ins Innerste auf (erregte
ihn heftig); ein -des Erlebnis; aufgewühlt (innerlich stark
erregt) verließ er das Theater.
Aufwurf, der; -[e]s. Aufwürfe (selten): 1. a) das Aufwerfen.
Aufschütten: sich an den A. eines Erdhügels machen; b)
kleiner aufgeworfener Hügel: dort liegt seit kurzem ein
A. aus Erde und Steinen. 2. (südd.) Auktion: zwei Gemälde
von Bracht kamen zum A.
aufzahlen <sw. V.; hat) (südd.. österr.): einen Mehrwert
für etw. zusätzlich zahlen: [einen Mehrpreis] a. müssen;
<Abl.:> Aufzahlung* die; -. -en.
aufzählen <sw. V.; hat): a) (selten) zählend Stück für Stück
vorlegen: jmdm. das Geld einzeln, genau a.; b) einzeln
angeben, nacheinander aufführen, nennen: seine Verdienste,
bestimmte Namen. Daten a.; Jmdm. seine Versäumnisse
a.; *|mdm. welche/ein paar/zwanzig a. (ugs.; jmdm. feine
bestimmte Anzahl/ Schläge geben; jmdm. Prügel
verabreichen); <Abl.:) Aufzählung, die; -. -en.
aufzäumen <sw. V.; hat): den Zaum anlegen (Ggs.:
abzäumen): die Pferde a.; Ü er hat seinen Plan verkehrt
aufgezäumt (ugs.; falsch angepackt, in Angriff genommen).
aufzehren <sw. V.; hat) (geh.): a) völlig aufbrauchen: seine
ganzen Vorräte. Ersparnisse a.; Der indische Begleiter
erkrankte, der Proviant war aufgezehrt (Trenker. Helden
230); Ü Diese gemeinsame Gegnerschaft zehrte allmählich
die innere Autorität des Parlamentarismus auf (Niekisch.
Leben 199); b) <a. + sich) sich verbrauchen, verzehren
über etw.: du hast dich die Jahre hindurch [innerlich]
aufgezehrt; <Abl.:> Aufzehrung, die; -. -en.
aufzeichnen <sw. V.; hat): 1. auf etw. zeichnen: ein Muster,
einen Grundriß genau a. 2. zur Dokumentation schriftlich,
mit Film od. Magnetband festhalten: seine Erinnerungen,
die Vorfälle wahrheitsgetreu, eine Rede wortwörtlich a.;
eine Sendung a.; <AbI.:) Aufzeichnung, die; -. -en: 1. das
Zeichnen auf etw.: eine genaue A. des Entwurfs. 2. a)
das Festhalten von etw. durch Schrift. Bild od. Ton:
stenographische A.; seine -en von einem bestimmten Ereignis, einer
Zeit veröffentlichen; -en mit der Kamera, mit dem
Tonbandgerät machen; b) (Funkw.. Ferns.) das in Bild od.
Ton Festgehaltene (Ggs.: Direktsendung.
Direktübertragung. Live-Sendung): das war eine A. und keine Live-Sen-
dung.
aufzeigen <sw. V.; hat) (geh.): deutlich zeigen, darlegen,
nachweisen, demonstrieren: Fehler. Schwächen a.; er zeigte
auf. wie groß die Umweltschäden sein würden.
aufzerren <sw. V.; hat): 1. durch Zerren aufmachen, öffnen,
lösen: die Krawatte, ein Paket ungeduldig a. 2. durch Zerren
hochheben: jmdn. mit Gewalt vom Boden a.
233
aufziehen
aufziehen <unr. V): 1. nach oben ziehen <hat): den
Schlagbaum a.; eine Fahne. Segel a. (hissen), 2. (hat) a) ziehend
öffnen: den Vorhang, einen Reißverschluß a.; b) durch
Herausziehen öffnen: die Schublade a.; c) den Korken
herausziehen u. dadurch öffnen: entkorken: Flaschen a.; 3.
auf etw. spannen <hat>: eine Landkarte, neue Saiten [auf
ein Instrument) a.; die Leinwand mußte auf Pappe
aufgezogen werden (aufgeklebt, befestigt werden): eine Stickerei
a. (auf den Rahnxen spatinen). 4. <hat) a) spannen: die
Feder einer Spieluhr a.; b) durch Spannen der Feder o.a.
bereitmachen: die Armbanduhr, das Spielzeugauto a.; Ü
er war heute sehr aufgezogen (angeregt, animiert): 5.
großziehen <hat): ein fremdes Kind wie sein eigenes a.; ein
Kind im christlichen Glauben, nach bestimmten
Grundsätzen a.; sie war von ihren Großeltern aufgezogen worden;
ein Tier mit der Flasche a. 6. (ugs.) ins Werk setzen,
arrangieren (hat): ein Fest, eine Unternehmung a.; die
Sache war falsch, richtig, zu einseitig aufgezogen; der
Prozeß sollte politisch aufgezogen werden; 7. (ugs.) necken,
verspotten (hat): Jmdn. wegen seiner, mit seinen zu kurzen
Hosen a. 8. (ist) a) aufmarschieren: die Wache, der Posten
ist aufgezogen; b) näherkommen, aufkommen: ein Gewitter,
eine schwarze Wolke zieht auf. 9. etw. Gestricktes,
Gehäkeltes auftrennen (hat): du mußt den Ärmel noch einmal
a. 10. bei der Schaufensterdekoration Kleiderpuppen
anziehen (hat): Figuren a. 11. (landsch): svw. taufwischen.
12. (hat) (Med.) a) eine zur Injektion bestimmte Flüssigkeit
in die Spritze einsaugen: eine Traubenzuckerlösung a.; b)
eine Spritze durch Einsaugen des flüssigen Präparates für
eine Injektion vorbereiten: eine Spritze a.
Aufzucht, die. -. <n: 1. (o. PI.) das Aufziehen. Großziehen:
die A. von Fohlen, Hühnern. 2. Nachwuchs,
Nachkommenschaft: eine A. Fasanen, junger Schweine; aufzüchten (sw.
V.; hat): zu Zuchtzwecken großziehen: Milchkühe.
Tannensämlinge a.
aufzucken (sw. V.): I. (geh.) wie ein Blitz aufleuchten (hat/
ist): eine Flamme, ein Lichtschein zuckte auf; Ü Ein solches
Wort zuckte ... in seinem Kopf auf (Plievier. Stalingrad
85). 2. (selten) ruckartig auffahren, zusammenzucken (hat):
plötzlich zuckte er auf.
Aufzug,der; -[eis. Autzüge, l.a) das Aufziehen
(8a).Aufmarschieren, Atirücken: den A. der Wache beobachten;
Aufzüge veranstalten; der feierliche A. der Professoren; b) das
Aufziehen (8b). Herankommen: der A. größerer
Wolkenfelder. 2. mechanische Vorrichtung mit dem Zweck. Personen
oder Lasten auf- od. abwärts zu transportieren: Fahrstuhl:
den A. benützen; etw. mit dem A. in ein höheres Stockwerk
bringen; der A. fährt ins Erdgeschoß. 3. (abwertend)
Aufmachung, Ausstaffierung: ein komischer, lächerlicher
unmöglicher A.; in diesem A. kann ich mich nirgends
blicken lassen. 4. größerer, in sich geschlossener Abschnitt
einer Theateraufführung: Akt: das Drama hat fünf Aufzüge.
5. (Geräteturnen) Übung, bei der man sich mit einer Drehung
in den Stütz hochzieht: einen A. am Reck turnen.
Aufzug- (Aufzug 2): Führer, der: jmd.. der einen Aufzug
bedient: ^Schacht, der; -seil, das; -tür. die.
aufzüngebi (sw. V.; ist) (geh.): in die Höhe züngeln: die
Flammen züngelten im Wind auf; Ü (geh.:) an vielen Orten
im Land züngelte der Aufruhr auf.
aufzupfen (sw. V.; hat): 1. zupf end auftrennen: eine Stickerei
a. 2. durch Zupfen voneinander lösen, entwirren: einen
Knoten a.
aufzwingen (st. V.; hat): 1. gewaltsam auferlegen: zwingen,
etw. anzunehmen, einem Volk eine neue Staatsform a.;
Sie sind es gewohnt. Ihrer Umgebung Ihren Willen
aufzuzwingen (Brecht. Groschen 195). 2. (a. + sich) sich
gewaltsam aufdrängen, zwingend bewußt werden: ein Gedanke,
eine Melodie zwang sich ihm auf.
aufzwirbeln (sw. V.; hat): (einen Schnauzbart) mit den
Fingerspitzen nach oben drehen: die Bartenden a.; ein stolz
aufgezwirbelter Schnurrbart.
Augapfel fajik-] der; -s. ...äpfel [mhd. ougapfel. ahd. oug-
apful]: teilweise sichtbarer, gewölbter, in der Augenhöhle
liegender Teil des Auges: hervorquellende, bläulich
schimmernde Augäpfel; mit den Augäpfeln/die Augäpfel rollen;
* jmdn., etw. wie seinen A. hüten (besonders sorgsam
behüten): sie hütete ihren Jüngsten wie ihren A.
Aupe I'^ga]. das; -s, -n [mhd. ouge, ahd. ougaj: 1. (Vkl.:
TÄugelchen. Äugtellein) (meist paarweise auftretendes)
Sehorgan des Menschen u. vieler Tiere: blaue,
mandelförmige, vorstehende, große, eng beieinanderliegende,
tiefliegende -n; kurzsichtige, verweinte, verquollene,
blutunterlaufene, glasige, umflorte -n; das rechte, linke A.; zornige,
sanfte, gutmütige, lustige -n; ihre -n waren voller
Schwermut; die -n strahlen, glänzen,leuchten, schmerzen, tränen;
seine -n weiteten sich vor Entsetzen, blickten vorwurfsvoll;
ihre -n verdunkelten sich, verklärten sich, fielen ihr vor
Müdigkeit zu; die -n öffnen, aufschlagen, auf jmdn. richten;
er hat ein A. verloren (eingebüßt): Jmdm. die -n verbinden;
einem Toten die -n zudrücken; sich die -n reiben, verderben;
gute, schlechte -n haben (gut. schlecht sehen können):
etw. an jmds. -n ablesen können; auf einem A. blind
sein; jmdn. aus großen -n ansehen; jmdm. nicht in die
-n sehen können (jmdm. gegenüber ein schlechtes Gewissen
haben): jmdm. stehen die Tränen in den -n (er ist dem
Weinen nahe): etw. mit eigenen -n gesehen haben; dunkle
Ringe um die -n haben; ein blaues A. haben (durch eine
Verletzung o.a. um das Auge einen Bluterguß haben):
das Kind verunglückt vor den -n seiner Mutter; die -n
(den Blick) zu Boden senken, erheben, abwenden; der sieht
mit dem linken A. in die rechte Westentasche (bes. berlin.;
er schielt); er macht -n wie ein gestochenes Kalb (ugs.;
er starrt töricht, stumpfsinnig vor sich hin); R die -n sind
größer als der Magen (sich zuviel Essen auf den Teller
tun): Spr aus den -n. aus dem Sinn (wer abwesend ist.
wird leicht vergessen): * magisches A. (elektronische Röhre
am Rundfunkempfänger% die die Stärke des Empfangs
abstimmt): das A. des Gesetzes (scherzh.; Polizei); so weit
das A. reicht (so weit man sehen kann): Jmdm. gehen die
-nwrifjmd. durchschaut plötzlich einen Sachverhalt, erkennt
Zusammenhänge, die er vorher nicht gesehen hatte): auf
einmal gingen ihm die -n auf, und er erkannte, daß die
ganze Sache ein Betrug war; jmdm. gehen die -n noch
auf (ugs.; jmd. wird früher od. später die bittere Erfahrung
machen, daß etw. sich anders verhält, als er glaubte); imdm.
gehen die -n über (1. jmd. ist durch einen Anblick überwältigt:
beim Anblick dieser Schätze gingen ihm die -n über. 2.
(geh.) jmd. beginnt zu weinen: nach Joh. 11. 35: bei der
Erinnerung an die schöne Zeit gingen ihr manchmal die
-n über); das A. beleidigen (von einem ästhetischen
Gesichtspunkt aus betrachtet sehr unschön, unharmonisch sein): diese
Farbenzusammenstellung beleidigt das A.; ein A. voll
Schlaf nehmen (ein wenig, für ganz kurze Zeit schlafen):
da bleibt kein A. trocken (ugs. 1. alle weinen vor Rührung.
2. alle lachen Tränen. 3. keiner bleibt verschont); frnds.
-n brechen (geh.; jmd. stirbt); seinen [eigenen] -n nicht trauen
(ugs.; vor Überraschung etw. nicht fassen können); -n wie
ein Luchs haben (sehr scharf sehen u. alles bemerken).
hinten keine -n haben (ugs.; nicht sehen können, was hinter
einem vor sich geht: meist in ärgerlichem Ton gesagt);
seine -n überall haben (auf alles aufpassen, sich nichts
entgehen lassen): [grade] -n machen (ugs.; staunen, sich wundern);
imdm. [schöne] -n machen (ugs.; mit jmdm. einen Flirt
anfangen); die -n offen haben/offenhalten (achtgeben, aufpassen):
die -n schließen/zumachen (verhüll.; sterben); die -n vor
etw. verschließen (etw. nicht zur Kenntnis nehmen, nicht
wahrhaben wollen): sich [nach imdm.« etw.] die -n aus dem
Kopf sehen/schauen (ugs.; intensiv vergeblich! suchen od.
erwartend Ausschau halten); imdm. am liebsten die -n
auskratzen mögen (ugs.; so wütend sein auf jmdn., daß man
ihm am liebsten etw. Böses antäte); ein A./bekJe -n zudrücken
(ugs.; etw. nachsichtig, wohlwollend übersehen); ein A.
riskieren (ugs.; einen verstohlenen Blick auf jmdn., etw. werfen);
ein A. auf imdn., etw. werfen (ugs.; sich für jmdn., etw.
zu interessieren beginnen); ein A. auf imdn., etw. haben
(1. auf jmdn., etw. achtgeben. 2. an jmdm., etw. Gefallen
finden); die -n auf Null gestellt haben (Gaunerspr.; tot
sein): Oswald... schleifte das blutende Opfer aufs Trottoir.
merkt jedoch schnell: .Der hat die -n auf Null gestellt*'
(Spiegel 4. 1976. 58); ein A. für etw. haben (das richtige
Verständnis, ein Urteilsvermögen für etw. haben): kein A-
aitun (ugs.; nicht schlafen können). -n im Kopf haben (ugs.;
etw. durchschauen, beurteilen können); keine -n im Kopf
haben (ugs.; nicht aufpassen); imdm. die -n öffnen jmdn.
darüber aufklären, wie unerfreulich etw. in Wirklichkeit
ist): sich die -n ausweinen/aus dem Kopf weinen (sehr weinen.
aus dem Klagelied Jeremias 2. 11); imdm. etw. an den
-n ablesen (die unausgesprochenen Wünsche des anderen
von allein erkennen): imdn., etw. nicht aus den -n lassen
(scharf beobachten): imdn.. etw. aus dem A./aus den -a
234
äugen-, Augen -
verlieren (die Verbituiung mit jmdm. verlieren, etw. nicht
weiter verfolgen); [vor Arbeit, Schwäche o.a.] nicht mehr
aus den -n sehen können (so sehr beansprucht sein, daß
man nicht melir richtig sehen kann, keinen Überblick mehr
hat); seh mir aus den -n! (geh weg. laß dich hier nicht
mehr blicken!); jmdm., einander A. in A. gegenüberstehen
(jmdm.. einander ganz nahe gegenüberstehen); etw. im A.
haben (etw. im Sinn haben, vorhaben); Jmdn., etw. im A.
behalten (jmdn. beobachten, etw. verfolgen); in den -n von
... (nach Ansicht von ...): in den -n der Gesellschaft ist
er ein Verbrecher; etw. fällt/springt [imdm.] ins A./in die
-n (etw. fällt auf); etw. sticht imdm. ins A./in die -n (ugs.;
etw. weckt jmds. Wunsch, es zu besitzen)', imdm. zu tief
in die -n gesehen haben (sich in jmdn. verliebt haben);
etw. ins A. fassen (sich etw. vornehmen); einer Gefahr
ins A. sehen (mutig entgegentreten); etw. geht ins A. (ugs.;
etw. endet schlecht, hat üble Folgen)', in Jmds. -n
steigen/sinken (bei jmdm. an Ansehen. Achtung gewinnen, verlieren);
mit bloßem/unbewaffnetem A. (ohne optisches Hilfsmittel);
mit einem lachenden und einem weinenden A. (teils erfreut,
teils betrübt; wohl aus Shakespeare. Hamlet 1. 2); mit
offenen -n schlafen (ugs.: I. nicht aufpassen u. daher etw.
nicht wissen od. wahrnehmen, was unangenehme od.
nachteilige Auswirkungen hat; oft als Vorwurf an jmdn. gerichtet.
2. dösen); mit einem blauen A. davonkommen (ugs.; ohne
großen Schaden, glimpflich davonkommen); etw., Jmdn. mit
anderen/neuen -n [anlsehen/betnichten (mit einem neuen
Verständnis betrachten); jmdn., etw. mit den -n verfolgen
(genau zusehen, scharf hinterherblicken); jmdn., etw. mit
den -n verschlingen (ugs.; mit begehrlichen B icken ansehen);
etw. nicht nur um jmds. schöner blauer -n willen tun (nicht
aus reiner Gefälligkeit tun); A. im A., Zahn um Zahn
(Gleiches wird mit Gleichem vergolten: nach 2. Moses 21,
24); unter vier -n (ohne Zeugen); unter jmds. -n (in
Anwesenheit von jmdm., der das eigentlich nicht hätte hören od.
sehen sollen); jmdm. nicht [wieder] unter die -n
kommen/treten dürfen (bei jmdm. unerwünscht sein, nicht wieder
erscheinen dürfen); jmdm. wird es schwarz vor den -n (jmd. wird
ohnmächtig); vor aller-n (in der Öffentlichkeit; öffentlich):
jmdm. etw. vor -n fiihren/halten/stellen (deutlich zeigen,
klarmachen); etw. schwebt jmdm. vor -n (etw. tritt jmdm.
deutlich ins Bewußtsein). 2. (bei Pflanzen, bes. bei Kartoffel.
Rebe. Obstbaum) Keim. Knospenansatz: die -n aus der
Kartoffel ausschneiden. 3. a) Punkt auf dem Spielwürfel:
er hat sieben -n geworfen; b) Zählwert bei bestimmten
Spielen: beim Skat zählt die Dame drei -n. der König
vier. 4. auf einer Flüssigkeit, meist auf der Suppe
schwimmender Fetttropfen: auf der Suppe schwimmen viele -n;
R in diese Suppe schauen mehr -n hinein als heraus (ugs.
scherzh.: sie ist sehr dünn, nicht sehr gehaltvoll). 5.
(Seemannsspr.) a) gelegte Schlinge am Ende eines Taus;
b) eingespleißtes augenförmiges Metallstück, große Öse in
einem Tampen. 6. Uxh für den Stiel (bei Hammer od. Axt) :
Äugelchen ['oygkpn], Äug[e]lein ['aygal^jn. gykl^jn]. das;
-s. -: t Auge (1); Augelei [Qyga'l^j]. die; -. -en (abwertend):
fortgesetztes Äugelnd); äugeln [Qygjn] <sw. V.: hat) [mhd.
öugeln]: 1. heimliche, verstohlene Blicke werfen: nach jmdm.
ä. 2. (Gartenbau) veredeln, okulieren: Obstbäume. Rosen
ä.; äugen [caygn] <sw. V.; hat) [mhd. öugen]: [suchend]
blicken: das Tier äugte in unsere Richtung.
aygen-, Augen-: -abstand, der (Med.): Entfernung zwischen
beiden Pupillen; -arzt, der: Facharzt für Augenkrankheiten.
Ophthalmologe, dazu: -ärztlich <Adj.; o. Steig.; nur präd.):
ein -es Gutachten; -aufschbg, der: das Heben der
Augenlider: ein wirkungsvoller A.; -ausdruck, der; -auswischerei,
die (ugs.): Betrug. Schwindel: diese Maßnahme ist reine
A.; -bad. das: Spülung des Auges zur Heilung od.
Erfrischung: -badewanne. die; -bank. die (Med.): Institution,
die menschliche Augen zum Transplantieren zur Verfügung
stellt; "-binde, die: meist dunkle Binde zur Schonung des
kranken Auges: eine A. tragen; die A. abnehmen; -blick.
(auch: --'-] der: a) Zeitraum von sehr kurzer Dauer.
Moment: keinen A. warten; einen A. bitte!; ein
geschichtlicher A.; b) Zeitpunkt: im entscheidenden A. etw. tun; den
Zug im letzten A. erreichen; *alle -e (ugs.; immer wieder);
jeden A. (schon im nächsten Augenblick, sofort); m A.
(jetzt, momentan); einen lichten A. haben (1. vorübergehend
bei klarem Verstand sein. 2. scherzh. eine gute Idee haben).
dazu: -blicklich [auch: —'—] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
I. unverzüglich, ohne Verzug, sofort: a. einschlafen,
beginnen; auf -e Hilfe hoffen. 2. derzeitig, momentan: wo ist
er a. beschäftigt? seine -en Bedürfnisse. -Micks <Adv.>:
sogleich, sofort: etw. a. vergessen; a. verläßt du das
Zimmer !; -blickserfolg, der: vorübergehender Erfolg. -Micks-
Idee, die: nur für den Augenblick (a) gültige Idee. -Wickssa-
che. die: Sache, die nur einen Augenblick (a) dauert;
-blinzeln, das; -s: durch Blinzeln gegebenes Zeichen der
Verständigung; -braue, die: Haarbogen über dem Auge: buschige,
rötliche -n; sich die -n ausrasieren, auszupfen, dazu:
-brauenbogen, der; -brauenstift, der: Farbstift zum
Nachziehen der Augenbrauen; -butter, die: gelb-weißliche
Absonderung des Auges; -deckel. der: svw. T —lid: mit den -n
klappern; -diagnose, die: wissenschaftlich umstrittene
Methode. Krankheiten aus der Veränderung der
Regenbogenhaut des Auges zu erkennen; -diagnostiker, der: Arzt.
Heilkundiger, der die Methode der Augendiagnose anwendet;
-Entzündung, die; -fällig <Adj.; nicht adv.): in die Augen
fallend, auffällig, nicht zu übersehen: ein -er
Zusammenhang; -fiUtchen <P1.): kleine Falten um die Augen: beim
Lachen werden ihre A. sichtbar; -färbe, die: eine helle
A. haben; A.: graugrün; -fehler, der: Mangel in bezug
auf die Sehfäftigkeit des Auges; -flstel, die (Med.); -(leck,
der (Biol.): Sehorgan der Einzeller; -flimmern, das; -s:
nervöse Sehstörung durch scheinbares Flimmern vor den
Augen; -glas, das <P1.: -gläser) (veraltet, noch österr.):
Sammelbezeichnung für Brille. Zwicker. Monokel u.a.: ein
A.. Augengläser tragen; -gymnastik. die: A. treiben; -heil-
kunde. die: Facharzt für A.; -höhe, die: nur in der Fügung
in A. (in Höhe der Augen): das Warnschild ist in A.
angebracht; -höhle, die: Vertiefung im Schädel, in der
der Augapfel mit Muskeln. Nerven usw. liegt; -klappe, die:
vgl. -binde; -klinik. die; -krankheit, die; -leiden, das;
-licht, das <o. PI.) (geh.): Sehkraft. Sehfähigkeit: das A.
verlieren, zurückgewinnen; -lid, das: verschiebbare Haut
zum Schutz des Augapfels; mit geschlossenen -ern; gerötete
-er; -maß, das <o. PI.): Fähigkeit, mit den Augen
Entfernungen abzuschätzen: ein gutes, schlechtes A. haben; Ü Politik
mit A.; -mensch, der (ugs.): jmd.. der Eindrücke am
leichtesten visuell gewinnt; -merk, das: in den Wendungen sein
A. auf jmdn., etw. richten, lenken; jmdm., einer Sache sein
A. zuwenden (Aufmerksamkeit schenken): -muskd, der;
-nerv, der; -Optiker, der: Optiker, der sich mit Prüfung
u. Korrektur der menschlichen Sehkraft befaßt (Berufsbez.);
-paar, das (geh.): ein Paar Augen: er sah erstaunte -e
auf sich gerichtet; -pflege, die (Kosmetik): Pflege des Auges
u. der Augenumgebung; A. machen (ugs. scherzh.;
schlafen); -prothese, die: seit dem Krieg trägt er links eine
A.; -pulver, das (ugs. scherzh.): kleine, schwer leserliche
Schrift: das ist ja das reinste A.!; -runder <P1.): gerötete
A. haben; -ringe, <P1.>: svw. t-schatten; -salbe, die:
Heilsalbefür ein erkranktes Auge; -schatten <P1.>:
halbkreisförmige Schatten unter den Augen: große, dunkle A. haben;
-schein, der (geh.): das Anschauen, die unmittelbare
Wahrnehmung durch das Auge: wie dec A. zeigt, lehrt; sich
durch A. von etw. überzeugen; *jmdn., etw. in A. nehmen
(genau u. kritisch betrachten), dazu: -scheinlich [auch:
—'—] <Adj.; o. Steig.) (geh.): offenbar, offensichtlich:
ein -er Mangel; a. ist er heute weggefahren; -schirm, der:
auf dem Kopf zu tragender Schutzschirm für die Augen:
-schmaus, der (scherzh.): besonders erfreulicher Anblick:
das bunte Bild der Trachten war ein rechter A.;
-schondienst nur in der Verbindung A. haben/machen (Solda-
tenspr.; schlafen); -schwäche, die: Schwäche der Sehkraft;
-spalte, die: (in den frühen Entwicklungsstadien des
Embryos) Falte, die den späteren Sitz des Auges markiert;
-Spiegel, der (Med.): besonderer Spiegel für die
Untersuchung des Auges. Ophthalmoskop; <Abl.:) -Spiegelung, die
(Med.): Untersuchung mit dem Augenspiegel; -spräche, die:
Zeichensprache mit Hilfe der Augen; -stein, der (Med.):
in den Tränendrüsen auftretende Ablagerung; -Stern, der
(dichter.): Pupille: leuchtende -e; Ü das Kind war ihr
[ganzer] A. (fam.; war ihr Liebstes. Wertvollstes); -tfiuschung,
die: optische Täuschung; -tierdien, das: Geißeltierchen;
-tripper, der (Med.): Infektion der Augenbindehaut mit
Trippererregern; -tropfen <P1.): tropfenweise anzuwendende
Flüssigkeit zur Heilung erkrankter Augen; -trost, der: a)
(Bot.) Vertreter einer krautartigen Gattung der
Rachenblütler (Halbparasit); b) (dichter.) das Liebste. Wertvollste:
das Mädchen war sein [ganzer] A.; -weide, die <o. PI.)
[mhd. ougenweide; eigtl. = Speise. Labsal für die Augen]:
235
Augiasstall
sehr schöner, ästhetischer Anblick, den etw. od. jmd. bietet:
es war eine A. zu sehen, wie der (= Hektor) den Wurf
geschmeidig abfing (Hagelstange. Spielball 189); dieser
Anblick ist eine [wahre] A.; -wimper. die: lange, dunkle
-n; --wlnkel. der: rechts oder links das Auge begrenzender
Winkel: jmdn. aus den -n betrachten; ^wbchersi, die: svw.
t ^auswischerei; -zahl, die: beim Spiel Anzahl der erreichten
Augen (3 b): eine niedrige A.; seine A. zu erhöhen
versuchen; -zeuge, der: Zeuge, der ein Geschehen mit eigenen
Augen verfolgt hat: -zeugin, die: w. Form zu t-zeuge,
dazu: -zeuaenberfcht. der; -zittern, das: zitternde
Bewegung der Augäpfel: -zwinkern, das; -s: kurzes
Zusammenziehen eines Auges, der Augen als Zeichen der Verständigung:
sich durch A. verständigen; -zwinkernd <AdJ.; o. Steig.;
nicht präd.>: mit Augenzwinkern: er lächelte a.
Augiasstall [qp'gi:as-.auch: '^igias-l.der; -[eis <o. PI.) [nach
dem 30 Jahre lang nicht ausgemisteten Rinderstall des
altgriech. Königs Augias. Herkules reinigte ihn an einem
Tag]: a) Raum, der sich in einem besonders verschmutzten
oder vernachlässigten Zustand befindet: b) korrupte Verhält-
nisse. Zustände: * den A. aumisten/reMaen (geh.; eine durch
Schlamperei. Nachlässigkeit entstandene große Unordnung
mit Mühe beseitigen: Ordnung wiederherstellen).
-äugig J-loygK;]. in Zusb.. z.B. blauäugig, einäugig; Äuglein
C&klajnl. das: svw.!Äugelchen.
Augit [ap'gi:t. auch: qp'git]. der; -s. -e [zu griech. äuge
= Licht] (Geol.): ein zu einer größeren gleichnamigen
Gruppe gehörendes gesteinsbildendes Mineral.
Augment [qy'gm&U]. das; -s. -e Dat. augmentum =
Vermehrung. Zunahme] (Sprachw.): dem Verbstamm vorgesetzte
Partikel zur Tempusbildung, bes. im Sanskrit u. im
Griechischen: Augmentation [qygm£nta'&io:n], die; -. -en [lat. aug-
mentätio = Vermehrung] (Musik): a) Wertverlängerung
einer Note in der Mensuralnotation: b) Wiederaufnahme
des Themas einer Komposition in größeren rhythmischen
Werten (Ggs.: Diminution); Augmentativ [%igmentati:0.
das; -s. -e (Sprachw.): durch ein Suffix gekennzeichnete
Vergrößerungsform. Zus.: Aupnentativstiffix, das: Suffix,
das eine Form als groß oder grob empfunden wiedergibt
(z.B. ital. -one); Augmentatinm [...'ti:vum]. das; -s. ...va
[...va]: svw. T Augmentativ; augmentkren <sw. V.; hat) [lat.
augmentäre = vermehren]: mit einem T Augment versehen.
au gratin [ogra't£; frz. au gratin = mit Kruste, zu: gratler.
f gratinieren] (Gastr.): mit Kruste überbacken.
Augsproö ['^ik-1. der. ...osses. ...ossen (Jägerspr.): der
unterste, nach vorn weisende, kleinere Sproß des Hirschgeweihs.
Augur ['«iigur], der; -s u. -en. -en (meist PI.) [...'gu:ren;
lat. augur = Vogelschauer u. Priester im antiken Rom] (bil-
dungsspr. spött.): jmd.. der als Eingeweihter Urteile.
Interpretationen von sich anbahnenden, bes. politischen
Entwicklungen ausspricht: Unterdessen waren die -en dabei, aus
dem Kaffeesatz spärlicher Informationen den Tatbestand
herauszufiltem (MM 9. 2. 70. 2); AugurenUchebi, das; -s
(geh. abwertend): überheblich-wissendes Lächeln [des
Einverständnisses unter Eingeweihten]: mit A.
'August [qx gost]. der; -(e]s u. -. -e <PI. selten) (lat. (mtnsis)
Augustus. zu Ehren des Kaisers Octavian nach dessen
Beinamen Augustus = der Erhabene]: achter Monat des
Jahres: Abk.: Aug.; vgl. April.
2August ['qiigust; lat. Augustus. t 'August] in der Fügung
der dumme A. (Zirkusclown. Spaßmacher).
august-. Auggst-: -apfel. der: Klarapfel: -feier. die: in der
Schweiz Nationalfeiertag zum Gedenken an den Bund der
Urkantone im August 1291.
augusteisch [qpgus'te:iJ1 <Adj.; o. Steig., nur attr.) [nach
dem römischen Kaiser Augustus] in der Fügung ein -es
Zeitalter (bildungsspr.; eine Epoche, in der Kunst und
Literatur besonders gefördert werden).
Augustiner [%igusti:nB],der; -s.- [nachdem Kirchenlehrer
Augustinus (354-430)]: Angehöriger der auf der
Augustinerregel aufgebauten Ordensgemeinschaften.
Augustiner-: -Chorherr, der: Angehöriger einer nach der
Augustinerregel lebenden kath. Ordensgemeinschaft, dazu:
Mtorherrenstift, das; -eremit. der: Angehöriger einer kath.
Ordensgemeinschaft: -regel. die: angeblich von Augustinus
stammende, um 1200 aufgestellte Regeln für das
Zusammenleben und -wirken in einer Ordensgemeinschaft.
Auktion tayk'^io:n], die; -, -en [lat. auctio, eigtl. =
Vermehrung]: Versteigerung: sich etw. auf einer A. ersteigern;
Auktionator fapktßlo'na:t3r. ...ton?], der: -s. ...oren [...na-
to:ren; spätlat. auctiönätor]: Versteigerer: auktionieren
<sw. V.; hat) [lat. auctiönäri]: versteigern.
Aul tapl]. der; -s. -e [tatar. u. kirgis. aul]: Zeltlager.
Dorfsiedlung der Turkvölker.
Aula ['qiila]. die; -. ...len u. -s [lat. aula < griech. aule]:
I. größerer Raum für Veranstaltungen u. Versammlungen,
besonders in Schulen und Universitäten: in der A. fand
ein Elternabend statt. 2, in der Antike Hof des griechischen
und römischen Hauses. 3. Palast in der römischen Kaiserzeit.
4. Vorhof in einer christlichen Basilika.
Aule ['%ib]. die; -. -n (landsch. derb): ausgespiener Speichel.
Auswurf.
Aulos ['cuihs]. der; -. ...oi [...lqy; griech. aulös]: antikes
griechisches Musikinstrument in der Art einer Schalmei:
den A. blasen.
au naturel [onaty'rel; frz. au naturel = nach der Natur.
TNaturell] (Gastr.): (von Speisen und Getränken) ohne
künstlichen Zusatz.
au pair [o'pe:r; frz. au pair. eigtl. = zum gleichen Wert,
zu: pair = gleich < lat. pär]: (in bezug auf einen
Arbeitsplatz im allg. in einem Haushalt im Ausland) ohne
Bezahlung: nur gegen Unterkunft. Verpflegung u. Taschengeld
au p. arbeiten; <Zus.:> Au-pair-Midchen, das: Mädchen,
meist Schülerin od. Studentin, die in einem Haushalt im
Ausland au pair arbeitet, um die Sprache des Landes zu
erlernen: Au-palr-Girl. das; Au-pair-Stdle, die: Da ist eine
Mutter, die für ihre Tochter eine A. in England sucht
(MM 3. 8. 68. 49).
Aura fayra], die; - Dat. aura < griech. aüra]: 1. (geh.)
Wirkungskraft, besondere ; geheimnisvolleJ Ausstrahlung
einer Person]: von der A. eines Geheimnisses umgeben
sein; Eine furchtbare A. von Einsamkeit umgibt sie alle,
die versteinten Alten im „Grauen Haus" (K. Mann.
Wendepunkt 99); Der Herr mit der lieblichen A. lächelte (Dorpat.
Ellenbogenspiele 111); 2. (Med.) Erweiterung des
Bewußtseins, bes. Unbehagen, das einem epileptischen Anfall
vorausgeht.
Aurar: PI. von tEyrir.
Aureole [^ire'o:b], die; -. -n [mlat. aureola. subst. Fem.
von lat.aureolus = schön, golden, goldfarbig]: 1.
(bildungsspr.) Strahlenkranz. Heiligenschein, der eine Gestalt umgibt:
das Christusbild mit der goldenen A. 2. (Bergmannsspr.)
bläulicher. Grubengas anzeigender Lichtschein am Brenner
der Bergmannslampe. 3. (Meteor.) durch Wolkendunst
hervorgerufener optischer Eindruck eines Scheins oder Hofs
um Sonne und Mond. 4. (Elektrot.) äußere Leuchterscheinung
eines Lichtbogens od. Glimmstromes.
Aurignaden [ormJa'siE:]. das; -[s] [nach der frz. Stadt Auri-
gnac. in deren Nähe sich Höhlen mit Überresten aus dieser
Kulturstufe befinden] (Anthrop.): Kulturstufe der jüngeren
Altsteinzeit: Airignaönensch [orm1 jak...].der; -en: Vertreter
der T Aurignacrasse: Aurignacrasse, die; -: Menschenrasse
des Aurignacien.
Aurikel [%i'ri:kl]. die; -. -n [lat. auricula = öhrchen (nach
der Form der Blätter)]: Primelart mit glatten Blättern u.
rötlichbraunen od. leuchtend gelben Blüten.
Aurora [qp'ro:ra]. die; - (meist ohne Artikel) [lat. auröra
= röm. Göttin der Morgenröte] (dichter.): Morgenröte.
Tagesbeginn: <Zus.:> Aurorafalter, der (Zool.): Tagfalter
aus der Familie der Weißlinge, mit weißlichen Flügeln, von
denen die Vorderflügel zur Hälfte leuchtend orangerot od
gelb gefärbt sind.
Aurum f^prum]. das; -[s]: lateinische Bezeichnung für
tGold; ehem. Zeichen: Au
aus taps; mhd.. ahd. üs): I. <Präp. mit Dativ) 1. a) zur
Angabe der Richtung von innen nach außen (Ggs.: in):
a. der Badewanne steigen; a. dem Haus gehen; ein Buch
a. dem Schrank nehmen; b) zur Angabe der räumlichen
od. zeitlichen Herkunft, des Ursprungs, des Bereichs, aus
dem jmd. herkommt, etw. her- od. weggenommen wird:
er kommt, stammt, ist gebürtig a. Hamburg; ein Werk
a. dem Jahr 1750; a. der Nähe; a. 100 m Entfernung;
er liest a. seinem Roman; c) zur Angabe der Veränderung
eines Zustandes: Jmdn. a. seinen Träumen herausreißen,
die Waage a. dem Gleichgewicht bringen; a. tiefem Schlaf
erwachen. 2. zur Angabe des Grundes, der Ursache für
etw.: a. Angst. Überzeugung. Hunger; verstärkt durch
das Adv. ..heraus": er handelte a. einer Laune, a. einer
Notlage heraus; *a. sich heraus (unaufgefordert). 3. a)
zur Angabe des Materials, aus dem etw. besteht, des Aus-
236
ausbauen
gangsstofFes, aus dem etw. hergestellt wird od. entsteht:
eine Bank a. Holz. a. Stein; sie bauen das Haus a.
Fertigteilen; b) zur Angabe eines früheren Entwicklungsstadiums
in Verbindung mit Verben, die ein Werden bezeichnen;
a. den Raupen entwickeln sich Schmetterlinge; a. seinem
Sohn wurde ein tüchtiger Arzt. 4. (Osten*.) in: eine Eins
a. Mathematik; er hat die Prüfung a. Latein abgelegt.
II. <Adv.) 1. häufig Imperativisch od. elliptisch a) (ugs.)
vorbei. Schluß, zu Ende: Er ... blieb mit abgestorbenem
Motor stehen. A. (Frankenberg. Fahrer 136); a. der Traum
von einem Sieg (Olympische Spiele 1964. 14); (Boxen):
sieben, acht, neun - a.!; vgl. aussein; b) (als Aufforderung)
ausschalten (Ggs.: an): Licht a.!; (selten in salopper
Umgangssprache als adj. Attribut): eine ause Straßenlaterne.
2. in dem Wortpaar von - aus: a) von - her: vom Fenster
a.; von Mannheim a. (ausgehend von Mannheim) sind
es zwei Stunden; Ü von seinem Standpunkt a. betrachtet,
stellt sich die Sache anders dar; *von mir a. (ugs.;
meinetwegen): b) von - an: von Hamburg a. fuhren sie
mit dem SchifT. 3. *bei hndm. ein und a./a. und ein gehen
(bei jmdm. häufig zu Gast sein: bei jmdm. verkehren):
nicht a. noch ein/nicht ein noch a./nicht a. und ein/nicht
ein und a./weder a. noch ein/weder ein noch a. wissen (völlig
ratlos sein): <subst.:) Aus, das; -. - [LÜ von engl, out):
1. <o. PI.) (Ballspiele) Raum außerhalb der Spielfeldgrenzen:
der Ball rollte ins A. 2. <o. PI.) (Ballspiele) das Ausscheiden
eines Spielers od. einer Mannschaft. 3. (Baseball) Verlust
der Spielberechtigung eines Spielers.
ausagieren <sw. V.; hat) (Psych.): eine Emotion /ungehemmt/
in Handlung umsetzen u. dadurch eine innere Spannung
abreagieren: es mag sein, daß frühere Epochen
Grausamkeit. Haß. Sadismus schamloser ausagiert haben (H. Mar-
cuse. Aggression 97).
aosapem <sw. V.) (südd.. österr.. Schweiz.): a) schneefrei
werden Ost): die Hänge. Wege apern aus. sind ausgeapert;
eine ausgeaperte Skipiste; b) schneefrei machen <hat): die
Sonne hat die Felder ausgeapert; <Abl.:> Ausapenmg. die;
-. -en: a) das Ausapern. Aperwerden: b) ausgeaperte. von
Schneefrei gewordene Stelle.
ausarbeiten <sw. V.; hat): 1. a) erarbeiten, erstellen: einen
Entwurf. Richtlinien, einen Plan a.; Einmal machte er
mir den Vorschlag, ein Flugblatt auszuarbeiten (Niekisch.
Leben 248); b) (etw.% was im Entwurf vorliegt) vollständig,
bis ins einzelne ausführen: etw. sorgfältig, in allen
Einzelheiten, im Detail a.; Beine. Arme und Köpfe der Figur sind
plastisch ausgearbeitet. 2. <a. + sich) sich durch körperliche
Arbeit einen Ausgleich zu anderer Tätigkeit verschaffen:
an den Wochenenden arbeite ich mich durch Gartenarbeit,
im Garten aus; <Abl.:> Ausarbeitung, die; -. -en.
ausarten <sw. V.; ist) [LU von lat. degeneräre]: 1. a) sich
ins Negative entwickeln, steigern: der Streit artete in eine
Schlägerei aus; Mut darf nicht zum Leichtsinn a.; ich
muß gestehen, daß so viel Lob und Preis, in Verse -d
zuletzt sogar, mich stark erregt hatte (Th. Mann. Km 11
208); b) sich ungehörig benehmen: wenn er Alkohol
getrunken hat. artet er leicht aus. 2. (Biol.. Zool.)
Degenerationserscheinungen zeigen, entarten: diese Getreidesorte ist
ausgeartet; <Abl.:) Ausartung, die; -. -en.
ausästen l'^pslestn) <sw. V.; hat) [zu tAst]: a) (Bäume)
von überflüssigen od. dürren Ästen durch Ausschneiden frei
machen: die Obstbäume müssen ausgeästet werden; b)
(gefällte Bäume) vom Astwerk befreien.
ausatmen <sw. V.;hat): 1. (den Atem) aus der Lunge
ausströmen lassen (Ggs.: einatmen): kräAig. langsam a.; atmen
Sie ruhig ein und aus; die eingeatmete Luft [durch die
Nase, den Mund] a.; Tief -d ließ er den Kopf ... sinken
(Hausmann. Abel 164). 2. <nur im Perf.) (geh.. selten)
gestorben sein: er hat ausgeatmet; <Abl.:> Ausatmung, die;
-, -en. dazu: Ausatmungsiuft. die <o. PI.).
auftischen ['ajis|e:tjn] <sw. V.; hat) (landsch.): durch Ätsch-
rufen verspotten: die Kinder haben ihn ausgeätscht.
ausätzen <sw. V.; hat): mit einem ätzenden Mittel aus etw.
entfernen, wegätzen: Farbe a.
ausbacken <bäckt/(auch:) backt aus. backte/(veraltend:)
buk aus. hat/ist ausgebacken) (Kochk.): 1. in /
schwimmendem] Fett backen, garen: sie hat die Pfannkuchen [in Ol]
ausgebacken; Marie stand am Herd und buk Omeletten
aus (Fussenegger. Haus 169). 2. a) zu Ende backen,
fertigbacken (meist im 2. Part.): der Kuchen ist noch nicht
ganz ausgebacken; das Brot muß gut ausgebacken sein;
b) etw. so lange backen lassen, bis es gar ist: du hast
den Kuchen nicht ausgebacken; Der Auflauf wird ... oflen
in der Röhre ausgebacken (Hörn, Gäste 176).
ausbaden <sw. V.; hat) [nach der alten Baderegel, daß der
letzte Badegast das von mehreren Badenden nacheinander
benutzte Badewasser auszugießen u. das Bad zu säubern
hatte] (ugs.): die Folgen tragen für etw.. was man selbst
od. (häufiger) ein anderer verschuldet hat (meist in
Verbindung mit einem Modalverb, bes. mit ..müssen"): seinen
Leichtsinn mußte ich a.; auch er ließ seinen Staatssekretär
die Sache a. (Dönhoff. Ära 57).
ausbaggern <sw. V.; hat): a) mit dem Bagger (eine
Vertiefung) herstellen: eine Baugrube a.; am darauffolgenden
Tag waren die Fundamente für die ... Baracken schon
ausgebaggert (v. d. Grün. Glatteis 133); b) mit Hilfe des
Baggers säubern, von etw. befreien: das Flußbett, die
Kiesgrube a.; c) aus etw. herausbaggern, mit Hilfe des Baggers
herausheben: Schlamm. Geröll [aus der Fahrrinne, aus
dem Flußbett] a.; <Abl.:> Ausbaggerung. die; -. -en.
aushaken f^ysbaikn] <sw. V.; hat) [zu f Bake] (Seew.): mit
Baken versehen, durch Baken kenntlich machen, abhaken:
die Fahrrinne ist ausgehakt [worden].
ausbalancieren <sw. V.; hat): a) ins Gleichgewicht bringen,
im Zustand des Gleichgewichts halten: etw. richtig, genau
a.; Ü Kräfte. Interessen a.; dieses kunstvoll ausbalancierte
innenpolitische Gebäude (Niekisch. Leben 199); b) <a.
+ sich) sich ausgleichen, ins Gleichgewicht kommen: die
Gewichte müssen sich exakt a.; Ü die verschiedenen
Standpunkte haben sich [nicht] ausbalanciert; <Abl.:>
Ausbalancierung, die; -. -en.
ausbaldowern <sw. V.; hat) [zu f baldowern] (salopp):
auskundschaften, mit Geschick ausfindig machen: ein Versteck,
eine geheime Zusammenkunft a.; eine gewisse Villa in
Neuilly .... die er ausbaldowert hatte (Th. Mann. Krull
230).
ausbälgen, ausbälgen <sw. V.; hat) [zu t'Balg] (landsch.):
a) (Jägerspr.) einem Tier den Balg abziehen, ein Tier
abhalten: einen Hasen a.; b) einen Tierbalg ausstopfen,
präparieren.
Ausball, der; -[e]s. Ausbälle <P1. selten) (Ballspiele): über
die (seitliche) Außenlinie od. die Torauslinie des Spielfeldes
geratener Ball: Es gab einen A. (Walter. Spiele 145).
Ausbau, der; -[e]s. Ausbauten: 1. <o. PI.) das Ausbauen.
Herausmontieren (Ggs.: Einbau): ein A. des Motors war
unumgänglich. 2. <o. PI)das Ausbauen. Vergrößern.
Erweitern von etwas Vorhandenem: ein zügiger A. des
Straßennetzes; sie planen einen A. ihres Hauses; Ü der A. des
Schulwesens; Durch die Errichtung und den A. des Rechtsstaats
wurde das Prinzip der formalen Rationalität in die
politische Sphäre vorgeschoben (Fraenkel. Staat 286); (Sport)
der A. seines Vorsprungs [an Punkten]. 3. <o. PI.) das
Umbauen. IAus!gestalten von etw. zu etw. anderem: der
A. einer Scheune zu einem Wohngebäude. 4. (Bergbau)
svw. (Grubenausbau. 5. abseits liegendes Anwesen:
Einzelgehöft, das zu einer größeren Siedlung gehört:
Aussiedlerhof. 6. (landsch. veraltet) Vorbau am Haus. Erker.
ausbau-, Ausbau-: -fähig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
ausbauen lassend: geeignet, vergrößert oder erweitert zu
werden: -gebiet, das: struktur schwaches Gebiet, das im
Rahmen eines regionalen Förderungsprogramms entwickelt
werden soll: -gesdiwindigkeit, die (Verkehrsw.): höchste
gleichbleibende Geschwindigkeit, mit der ein Straßenabschnitt
gefahrlos befahren werden kann: Miewerbe, das: diejenigen
Handwerksbetriebe, die am Ausbau eines Gebäudes
mitwirken (z. B. Installations- und Malerbetriebe); Mnasdiine,
die: Maschine, die beim Grubenausbau gebraucht wird:
-würdig <Adj.; nicht adv.): wert, ausgebaut zu werden.
ausbauchen <sw. V.; hat) [zu f bauchen]: a) in eine bauchige,
gewölbte Form bringen: ein Tongefäß, einen Kupferkessel
a.; die Bleche werden in einem Kaltformungsverfahren
in eine ausgebauchte Form gebracht; der Wind baucht
die Segel aus; b) <a. + sich) sich wölben: die Vorhänge,
die Segel bauchen sich im Wind aus; <Abl.:> Ausbauchung,
die; -. -en.
ausbauen <sw. V.; hat): 1. (ein Teil) aus etw. herausmontieren
(Ggs.: einbauen): den Motor, die Batterie aus dem Auto
a.; das Türschloß muß ausgebaut werden; ausgebaute
Maschineriteile. 2. erweitern, vergrößern. / weiter] ausgestalten:
das Straßennetza.; das Land verfügt über ein gut
ausgebautes Verkehrssystem; die Fachhochschule wird zu einer Uni-
237
ausbedingen
versität ausgebaut; Die Straße ist nicht ausgebaut (nicht
mit einem festen Belog versehen; Jägersberg. Leute 34);
Ü eine Position. Handelsbeziehungen a.; all das setzte
sich in ihm um in den Gedanken, sein Bettelgeschäft
auszubauen (Brecht. Groschen 159); (Sport:) einen Vorsprung
a.; 3. zu etw. umbauen, umgestalten: das Dachgeschoß
zu einer Wohnung a.; man hat die Scheune [zu Wohnungen]
ausgebaut. 4. (Weinbau) (Wein) durch entsprechende
Behandlung zur vollen Entwicklung und Ausreifung bringen:
Naturweine, die im Keller des Erzeugers ausgebaut und
abgefüllt sind (Hörn. Gäste 90). 5. (Bergbau) einen
Grubenbau betriebsfertig u. sicher machen: einen Schacht [in Stahl-
(beton)] a. 6. (veraltet) vorspringend bauen: Da war ein
Balkon ausgebaut, der ... mickrige Miethauskarrees
überragte (Johnson. Ansichten 91).
ausbedingen« sich <st. V.; hat): sich etw. vorbehalten, zur
Bedingung machen: ich habe mir bestimmte Freiheiten.
Rechte. Verfügungsgewalt ausbedungen.
alisbehalten* sich <st. V.; hat) (veraltet, noch landsch.):
svw. tsich vorbehalten, sich ausbedingen.
ausbeineln ['^lsb^inln] <sw. V.; hat) [zu f Bein (5)] (Osten,
mundartl.): a) (Fleisch) von Knochen frei machen: einen
Schinken a.; b) (scherzh.) aus etw. herausmontieren,
zerlegen: den Motor, das Uhrwerk a.; ausbeuten ['^isbajndnl
<sw. V.; hat) (landsch.): svw. f ausbeineln (a); <Zus.:> Alis-
beinmesser. das; -s. -.
ausbeffien <st. V.; hat): 1. <a. + sich) einen Zahn beim
Zubeißen* Kauen ab-, herausbrechen: hast du dir [an dem
Kirschkern] einen Zahn ausgebissen?. 2. (landsch.)
ausstechen, verdrängen: er versuchte seinen Bruder auszubeißen.
3. (Geol.) (von einer geologischen Schicht) an die
Erdoberfläche treten: hier beißt an mehreren Stellen das Gestein
aus.
gusbeizen <sw. V.; hat): a) mit einem ätzenden Mittel
entfernen: das wilde Fleisch an den Wundrändern a.; b) mit
einem ätzenden Mittel reinigen, desinfizieren: die Wunde
muß ausgebeizt werden.
ausbekommen <st. V.; hat) (ugs.): 1. (nur mit Mühe)
ausziehen können (häufig verneint; Ggs.: anbekommen): ich habe
die Schuhe, die Handschuhe, den Ring nicht
ausbekommen. 2. (landsch.) leer essen, leer trinken können (häufig
verneint): es war so viel, daß sie die Schüssel nicht
ausbekam. 3. (landsch.) fertig lesen können (häufig verneint):
ich habe das Buch in einem Tag ausbekommen.
ausbessern <sw. V.; hat): a) (schadhaft Gewordenes)
reparieren, instand setzen, wiederherstellen: das Dach, das Polster,
den Zaun a.; die Wäsche muß ausgebessert (geflickt)
werden; Ü wenn Sie Ihr Nervenkostüm a. möchten. ... lassen
Sie sich einen Tip geben (Spiegel 18. 1966, 59); b) (eine
schadhaft gewordene Stelle an etw.) beseitigen: einen
Schaden [an der Tapete] a.; <Abl.:> Ausbesserung, die; -. -en.
ausbesserungs-. Ausbessern»-: ^arbeit, die; -. -en (meist
PI.); -bedürftig <Adj.): einer Reparatur. Ausbesserung
bedürfend, sie nötig habend: -werk, das (Eisenb.): Werk,
in dem Lokomotiven u. a. repariert, überholt werden.
ausbetonieren <sw. V.; hat): vollständig mit einer
Betonschicht versehen: den Boden a.; ein ausbetonierter Raum;
<Abl.:> Ausbetonierung, die; -. -en.
ausbetten <sw. V.; hat): 1. (einen Kranken in der Absicht,
sein Lager herzurichten) aus dem Bett heben: jeden Morgen
werden die Kranken ausgebettet. 2. (einen Toten)
ausgraben, exhumieren: <Abl.:> Ausbettung, die; -. -en.
ausbeulen <sw. V.; hat): 1. a) durch längeres; Tragen ein
Kleidungsstück an einer Stelle so dehnen, daß es die richtige
Form verliert u. sich nach außen wölbt: er hat seine Hose,
die Ärmel seiner Jacke ausgebeult; das Manchesterzeug
krumpelt um seine Beine, die Jacke weit ausgebeult und
fleckig (Johnson. Mutmaßungen 8); b) <a. + sich) (von
einem Kleidungsstück) sich an einer Stelle/ so dehnen,
daß es die Form verliert u. sich nach außen wölbt: der
Rock hat sich schnell ausgebeult; Ü In unserem Abschnitt
beult sich die Front aus (Kirst. 08/15. 385). 2. eine
eingedrückte Stelle, eine Beule aus etw. entfernen, herausschlagen:
den Kotflügel, den zerdrückten Hut a.; <Abl.:> Ausbeulung.
die; -. -en.
Ausbeute, die; -. -n <P1. selten) [zu f ausbeuten]: Ertrag.
Gewinn aus einer bestimmten Arbeit: die wissenschaftliche
A. dieser Arbeit ist bescheiden; eine reiche, spärliche A.
[an Erzen. Kohle].
ausbeuteln <sw. V.; hat) (landsch.): 1. (bes. österr.)
ausschütteln: das Staubtuch, die Tischdecke a. 2. (ein
Kleidungsstück) ausbeulen (1 a): Oskar verstand es. zu sitzen und
mit den Knien seine Hosenbeine gleichmäßig auszubeutein
(Grass. Blechtrommel 572). 3. jmdm. beim Spiel alles Geld
abgewinnen: beim Kartenspiel haben sie ihn völlig
ausgebeutelt; ich bin ganz ausgebeutelt (ohne Geld). 4.
aushorchen, ausfragen: sie haben ihn beim Abendschoppen tüchtig
ausgebeutelt.
ausbeuten l'^jisbqytn] <sw. V.; hat) [zu mhd. biuten =
Kriegsbeute machen, rauben (mniederd. büten =
Tauschhandel treiben, wegnehmen, verteilen): 1. a) wirtschaftlich
nutzen, abbauen: eine Grube, ein Erzvorkommen a.; b)
systematisch nutzen, ausschöpfen: alle historischen Quellen
a.; daß mein Sinn für philosophische Feinheiten zwar
vorhanden, doch offensichtlich nicht auszubeuten gewesen
ist (Zwerenz. Kopf 114); er hat die Arbeiten anderer
Wissenschaftler schamlos ausgebeutet (ohne Nennung der
Quellefür seine Arbeit verwendet). 2. a) (abwertend)
[skrupellos] für sich ausnutzen: Jmds. Arbeitskraft a.; b) (marx.)
sich als Eigentümer von Produktionsmitteln das von den
Arbeitern erzeugte Arbeitsprodukt aneignen: c) (abwertend)
sich skrupellos zunutze machen: Jmds. Unkenntnis.
Gutmütigkeit a.; Hier griff eine Häuserspekulation ein. die ...
die Not der Obdachlosen rücksichtslos ausbeutete (Thieß.
Reich 352); <Abl. zu 2:) Ausbeuter, der; -s. -: a) (abwertend)
jmd.. der andere Menschen ausbeutet, ausnutzt: b) (marx.)
Privateigentümer von Produktionsmitteln: Das Schema von
den -n und den Ausgebeuteten ist Havemann zu grob
(Zeit 21. 2. 64. 3); Ausbeuterei [qysbqytd'r^i]. die; - (ugs.
abwertend): das Ausbeuten (2); ausbeuterisch <Adj.; gew.
nicht präd.): in der Weise eines Ausbeuters; Ausbeutung.
die; -. -en <P1. selten), dazu: Ausbeutungstheorie. die:
ökonomische Theorie, die auf der Ausbeutung der Arbeiter im
Kapitalismus basiert.
ausbezahlen <sw. V.; hat): a) jmdm. eine Geldsumme die
ihm zusteht / auszahlen: den Firmenangehörigen das Gehalt
a.; Pohlmann habe... 136.- DM bar ausbezahlt bekommen
(Noack. Prozesse 37); das Darlehen wird sofort ausbezahlt
(zur Verfügung gestellt); b) (landsch.) /bei Beendigung
einer Tätigkeit/ entlohnen, bezahlen: die Tagelöhner, die
Hilfskräfte a.; Es waren Kumpels der Mittagsschicht, die
heute, am Lohntag. ... ausbezahlt worden waren (March-
witza. Kumiaks 160); c) (jmdn.. dem ein Teil von einem
Vermögen zusteht, gehört) mit Bargeld abfinden: die Erben,
den Teilhaber a.; er hat seine Geschwister nach dem
Tod des Vaters ausbezahlt; <Abl.:> Ausbezahlung, die;
-.-en.
ausbiegen <st. V.): 1. ( Verbogenes) geradebiegen, durch
Biegen wieder in die ursprüngliche Form bringen <hat>: einen
Draht a.; er hat die verbogenen Metallstäbe wieder
ausgebogen. 2. (landsch.) ausweichen, aus dem Wege gehen <ist>:
er ist dem Radfahrer ausgebogen; in letzter Zeit biegt
er immer aus (sucht er ein Zusammentreffen zu vermeiden)'.
Ü er ... bog mürrisch jedem vertraulichen Wort aus
(Feuchtwanger. Herzogin 43).
ausbieten <st. V.; hat) (selten): a) zum Kauf anbieten,
feilbieten: die Bauern bieten ihre Erzeugnisse auf dem Markt
aus; b) bei einer Versteigerung zum Kauf anbieten,
versteigern: die Vitrinen ... werden zum ersten, zweiten, dritten
ausgeboten, verkauft (Feuchtwanger. Erfolg 762); <Abl.
zu b:> Ausbietung, die; -. -en: (bei der Versteigerung)
Aufforderung zur Abgabe von Geboten, dazu:
Ausbietungsgarantie, die; -: vertraglich festgelegte Verpflichtung eines
Partners bei einer Zwangsversteigerung bis zur Höhe der
Hypothek mitzubieten, damit der andere Partner keinen Verlust
durch Ausfall seiner Forderung erfährt.
ausbilden <sw. V.; hat): 1. a) durch Vermittlung von
Kenntnissen. Fertigkeiten auf einen bestimmten Beruf vorbereiten
Nachwuchs. Lehrlinge a.; es müssen in Zukunft mehr
Techniker. Ärzte ausgebildet (herangebildet) werden;
jmdn. an einer Maschine, im Zeichnen, zum Facharzt
a.; Ich habe hier keine Schreibschule. Ausgebildete Kräfte
brauche ich (Fallada. Blechnapf 129); b) <a. + sich) sich
einer bestimmten Ausbildung unterziehen: sich als Pianist,
zum Pianisten a.; nebenher besuchte er Abendkurse ....
um sich im Modellieren ... auszubilden (Welt 14. 7. 65.
S); c) durch Schulung bilden, zur Entfaltung bringen: seinen
Geist. Verstand, seine Anlagen a.; Wir hier bilden die
Stimmen aus. wir entdecken sie (Thieß. Legende 98). 2.
a) aus sich entwickeln, hervorbringen: eine bestimmte Eigen-
238
ausbohren
schaft. ein Verhalten a.; Die Pflanzen ... bildeten ... immer
breitere Blätter aus (Döblin. Märchen 5); Hier bildet der
Mann alle die Fehler und Untugenden aus (Bamm.
Weltlaterne 44); b) (in bestimmter Weise) gestalten, formen,
herstellen: Zu diesem Zweck hat man die Kolbenstange hohl
ausgebildet (Auto 8.1965.43); heutzutage werden...
Stahlbrücken ... mit orthotropen Fahrbahnplatten ausgebildet
(MM 18. 5. 73. 17); c) <a. + sich) in bestimmter Weise
entstehen, sich entwickeln: die Blüten bilden sich sehr
langsam aus; <subst. 1. Part.:) Ausbildende, der u. die; -n.
-n <Dekl. f Abgeordnete): jmd.. der die Aufgabe hat. andere
auszubilden: Lehrherr: <Abl. zu 1 a:> Ausbilder, der; -s.
-: Ausbildender, bes. beim Militär: Instruktor; Ausbildner,
der; -s. - (österr.): Ausbilder beim Militär: zu 1. 2:
Ausbildung, die; -. -en.
AusbiMunBS-: ^beihiMe, die: finanzielle staatliche Zuwendung
für einen in der Ausbildung befindlichen Jugendlichen: ^be-
ruf.der: Lehr- oder Anlernberuf, für den es eine
Ausbildungsordnung im Sinne einer Rechtsverordnung gibt: Mlauer. die;
-film, der: Film, der Lehrzwecken dient: -ßrdenmg, die:
finanzielle staatliche Zuwendung aus Mitteln des Bundes
u. der Länder für in der Ausbildung befindliche Jugendliche.
dazu: -fbrderungS8esetz. das; mpmb, der: geregelter
Verlauf der Ausbildung: -kompanie. die (Milit.): Einheit, in
der die Wehrpflichtigen die Grundausbildung erhalten:
-kurs. ^kursus, der; ^lehrgang, der; -methode. die; Mnuni-
tkm, die (Milit.): Munition, die bei der Ausbildung der
Wehrpflichtigen verwendet wird: -Offizier, der (Milit.);
MMxlnung. die: Rechtsverordtmng. die den Ausbildungsgang
staatlich anerkannter Berufe festlegt: -personal, das:
Personen, die mit der Ausbildung betraut sind: -pflidit, die:
Pflicht des Ausbildenden, dem Auszubildenden die
Kenntnisse u. Fertigkeiten, die zur Erreichung seines Berufsziels
nötig sind, in zureichendem Maß zu vermitteln: -platz, der:
... daß zehn Prozent... der weiblichen Bewerberinnen einen
A. erhalten (MM 13./14. 9. 75. 35); Richtlinie, die <meist
PI.); -stand, der; -[e]s: zu einer bestimmten Zeit erreichte
Höhe einer Ausbildung; -statte, die: Gebäude, in dem
Ausbildung. Unterricht stattfindet; -Versicherung, die: eine
Versicherung, die Eltern für die spätere Finanzierung der
Ausbildung ihrer Kinder abschließen; -vertrag, der; -wesen. das
<o. PI.): Gesamtheit der Ausbildungseinrichtungen. Schulen
u.a.: ^zeit, die; ^ziel, das: formuliertes Ziel, zu dem eine
Ausbildung hinführen soll.
lusbimmeln <sw. V.; hat) (ugs.): zu Ende bimmeln:
Endlich ... hat das Münster ausgebimmelt (Frisch. Stiller 434).
ausbinden <st. V.; hat): 1. (Druckerspr.) den Satz mit einer
Schnur zusammenbinden (um das Auseinanderfallen zu
verhindern): Satzkolumnen a. 2. (Bauw.) Bauteile mitJBändern
(12k) u. Riegeln in sich verbinden: ein Dach a. 3.
(Pferdesport) die Haltung von Kopf u. Hals des Pferdes mit Hilfe
von Ausbindezügeln festlegen; <Zus. zu 2:) Ausbindeholz,
das; zu 3: Alisbindezüsel, der (meist PI.).
Ausbiß« der; Ausbisses. Ausbisse: svw. f Ausstrich (2): die
Umgebung war von den „Ausbissen" der Tagbaustätten
durchlöchert (ADAC Motorwelt 8. 1973. 44).
ausbitten, sich <st. V.; hat): 1. a) (geh.) sich etw. erbitten,
jmdn. um etw. bitten: ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten;
er bat sich ein Buch als Andenken aus; Als
Hochzeitsgeschenk bat er sich einen Papagei aus (Winckler, Bomberg
29); die Nachbarin hat sich den Staubsauger ausgebeten
(geliehen); b) verlangen, mit Nachdruck fordern: ich bitte
mir Ruhe. etw. mehr Höflichkeit aus; das möchte ich
mir ausgebeten haben (das erwarte ich als
selbstverständlich )\ 2. (veraltet) zum Ausgehen einladen: wir wurden
zum Abendessen ausgebeten.
ausblasen <st. V.; hat): I. (etw. mit offener Flamme
Brennendes) durch Blasen auslöschen: das Licht, das Streichholz,
die Kerze a.; Er öffnete das Fensterchen der Kompaßhaube
und blies das Lämpchen aus (Hausmann. Abel 69). 2.
(Hüttenw.) (den Hochofen) außer Betrieb setzen, indem
man den Ofenraum völlig entleert (Ggs.: anblasen 4): den
Hochofen a. 3. a) durch Blasen entfernen: den Dotter aus
dem Ei a.; b) von etw. leer blasen, durch Blasen säubern:
Eier a.; den Kamm, den Hobel a. 4. blasend ausatmen,
ausstoßen: den Rauch a.; Er öffnete den Mund und blies
... den Atem aus (Thieß. Legende 47). 5. aufhören zu
blasen, zu wehen: der Mistral hatte ausgeblasen (Seghers.
Transit 102); Ausbläser, der; -s. - (Milit.): Artdieriegeschoß,
das beim Aufschlagen ausbrennt u. nicht explodiert.
ausblassen <sw. V.; ist) (selten): völlig verblassen, die Farbe
fast ganz verlieren: die Tapete ist ganz ausgeblaßt;
ausgeblaßte Vorhänge; eine Schäferszene mit ausgeblaßten
Rokoko-Figuren (Werfel. Himmel 20).
AusMasung. die; -. -en (Geol.): 1. <o. PI.) svw. f Deflation
(2). 2. durch Deflation entstandene Hohlform im Felsgestein.
ausbleiben <st. V.; ist): a) (von etw. Erwartetem) nicht
eintreten: der Erfolg, die erhoffte Wirkung, das befürchtete
Chaos blieb aus; die Folgen deines Leichtsinns werden
nicht a. (werden zwangsläufig eintreten); es konnte Ja nicht
a. (mußte so kommen), daß er sich erkältete; b) nicht
mehr] kommen, fernbleiben: die Kunden. Besucher. Gäste
bleiben aus; eines Jahres bricht plötzlich die Katastrophe
... herein: Die Fische bleiben aus (Jens. Mann 102);
<subst.:> das Ausbleiben einer Nachricht beunruhigte sie;
c) fortbleiben, nicht zurückkommen, heimkommen: tagelang,
bis zum nächsten Tag. über Nacht a.; er ging
wiederum länger auszubleiben als das vorige Mal (Th. Mann.
Krull 283); d) stocken, aussetzen: der Puls, die Atmung
blieb aus; Jetzt aber blieb aller Ton ihm aus. versagte
krampfartig und abgeschnürt (Th. Mann. Joseph 67).
'ausbleichen (blich aus. ist ausgeblichen/(auch:)
ausgebleicht): die Farbe, an Farbintensität verlieren; völlig
verblassen, abblassen: der Stoff, das Material bleicht aus;
ausgeblichene Farben; ausgebleichte Gebeine; unter dem
Rock des ausgebleichten Anstaltsanzugs (Zuckmayer.
Fastnachtsbeichte65); ausbleichen <sw. V.; hat): bewirken,
daß etw. seine Farbe verliert, ganz blaß wird: die Sonne
hat den Stoff, die Vorhänge, das Gerippe ausgebleicht;
ein vom Licht ausgebleichter Gobelin.
ausblenden <sw. V.; hat): a) (Rundf.. Ferns.. Film) Ton
u./od. Bild durch Ausschalten aus einer Sendung, einem
Film herausnehmen (Ggs.: einblenden a): während einer
Livesendung den Ton a.; b) <a. + sich) (Rundf.. Ferns.)
(von einem Sender o. ä.) sich aus einer Sendung ausschalten
(Ggs.: einblenden b): der Bayerische Rundfunk ... wollte
sich ... a. und seinem Publikum verdaulichere Kost bieten
(Hörzu 49. 1972. 16S); <Abl.:> Ausblendling, die; -. -en.
Ausblick, der; -[e]s. -e: a) weiter Blick. Aussicht: ein
herrlicher, wunderschöner A.; jmdm. den A. versperren; auf
einer Bank .... von wo man einen weiten und heiteren
A. über das Rheintal genoß (Th. Mann. Zauberberg 612);
b) Vorausschau. Zukunftsperspektive: ein kurzer A. auf
die bevorstehende Entwicklung; Den Technikern
eröffneten sich schwindelerregende -e (Menzel. Herren 93);
ausblicken <sw. V.; hat) (geh.): wartend od. suchendJ
ausschauen. Ausschau halten: sehnsüchtig, verstohlen,
ängstlich nach Jmdm. a.; er blickt um Hilfe nach seinem Meister
aus (Remarque. Obelisk 121).
ausblitzen <sw. V.; hat): au/hören zu blitzen (meist in einer
zusammengesetzten Zeitform): die Wanderer warteten in
der Schutzhütte, bis es ausgeblitzt hatte.
ausblühen <sw. V.): 1. aufhören zu blühen, verblühen <hat):
Das Gras steht hoch, es blüht schon aus (Waggerl. Brot
42); die Tulpen haben für dieses Frühjahr ausgeblüht.
2. <ist> a) (Geol.. Min.) (von bestimmten wasserlöslichen
Salzen) durch Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit an die
Oberfläche treten und eine Verkrustung entstehen lassen,
auskristallisieren: an vielen Stellen des Bodens blüht
Salpeter aus; b) sich mit einer an die Oberfläche getretenen
Salzkruste bedecken: das Gestein. Mauerwerk blüht aus;
<Abl. zu 2:) Ausblühung. die; -. -en: 1. das Ausblühen
(2 a, b). 2. durch Ausblühen (2 a) entstandene Salzkruste.
ausbluten <sw. V.): a) leerbluten Ost): ein geschlachtetes
Tier a. lassen; das Schaf ist ausgeblutet; wie er nach dem
Abschuß ausgeblutet in einem Wald der Ardennen lag
(Fr. Wolf. Menetekel 35); Ü daß bestimmte Teile ... des
Landes ausbluten (durch Abwanderung größerer Teile der
Bevölkerung an der Entwicklung nicht mehr teilhaben:
Bausinger. Dialekte 103); ein ausgeblutetes (erschöpftes,
kriegsmüdes) Land; b) aufhören zu bluten <hat): die Wunde
hat endlich ausgeblutet; c) <a. + sich) sich finanziell ganz
verausgaben <hat): sie haben sich bei dem Hausbau völlig
ausgeblutet.
ausbogen ['qysbo:gn] <sw. V.; hat) (Schneiderei):
bogenförmig schneiden, nähen: den Stoff, den Saum des Kleides
a.; ausgebogte Ränder.
ausbohlen [*4Msbo:ton] <sw. V.; hat): vollständig mit Bohlen
auslegen: den Fußboden a.
ausbohren <sw. V.; hat): a) (ein Loch o.a.) durch Bohren
239
ausbojen
herstellen od, erweitern: ein Bohrloch, einen Brunnen a.;
b) durch Bohren aus etw. entfernen, herausbohren: Äste
a.; die Kerngehäuse aus den Äpfeln a.
ausboien ['^isbo:jdn] <sw. V.; hat) (Seew.): eine Fahrrinne
durch Bojen kenntlich machen: das Fahrwasser a.
ausbomben <sw. V.; hat; meist im Passiv u. im 2. Part.):
a) jmdn. durch einen Bombenangriff um Wohnung u. Habe
bringen: die Familie wurde im Krieg zweimal ausgebombt;
er ist zweimal ausgebombt worden; b) durch einen
Bombenangriff zerstören: sein Geschäft ist ausgebombt worden;
ausgebombte Häuser; Ü Wer den Krieg in einem Landhaus
überstanden hat. kann nicht wissen, daß es möglich ist.
auch die Moral auszubomben (Kirst. 08/15. 946); <Abl.:>
Ausborabung. die: -. -en.
ausbooten ['qpsbo:tn] <sw. V.; hat): I. (Seew.) a) vom Schiff
mit einem Boot an Land bringen, ausschiffen: die Passagiere.
Fahrgäste werden ausgebootet; b) aus einem Boot
herausschaffen: Sie booten die Heringe aus und breiten sie ...
auf die Düne (Kisch. Reporter 237); c) mit einem Boot
das Schiff verlassen, um an Land zu gehen: vor der Insel
mußten sie a. 2. (ugs.) als nicht mehr genehmJ aus seiner
Stellung entfernen; aus einer Position verdrängen: einen
Rivalen a.; einige Dozenten sollen öffentlich verleumdet
und dann ausgebootet werden (MUthel. Baum 38); <Abl.:>
Ausbootung, die; -. -en: die A. von zwei als zu liberal
Qualifizierten Redakteuren (MM 21. 8. 68. 2).
ausborgen <sw. V.; hat) (landsch.): a) sich ausleihen: [sich]
Geld von jmdm. a.; (selten von Personen): Zu Ihrer Taufe
hat mich Ihre Mama von dem gnädigen Herrn ausgeborgt
(Fallada. Herr 137); ich habe [mir] das Porzellan für die
Feier bei Freunden ausgeborgt; b), ver]leihen: die
Nachbarin hat mir ihre Leiter ausgeborgt; er wollte seine Bücher
nicht an einen Fremden a.
ausboxen <sw. V.; hat): (den Gegner) im Boxkampf besiegen:
er hat alle seine Gegner ausgeboxt.
austraten <st. V.): a) (von Fett) sich beim Braten absondern
<ist): aus dem Speck ist viel Fett ausgebraten;
ausgebratenes Fett; b) durch Braten das Fett aus etw. auslassen (hat):
sie hat Speck ausgebraten; c) zu Ende braten (hat): das
Fleisch muß gut ausgebraten sein.
ausbrauchen (sw. V.; hat) (salopp): so lange brauchen, bis
man es nicht mehr verwenden will od. kann: die Schulbücher
sind endgültig ausgebraucht; ich habe die Werkzeuge
ausgebraucht (brauche sie nicht länger); Ü Jetzt braucht er
dich, und wenn er dich ausgebraucht hat. wirft er dich
weg (Fallada. Herr 216).
ausbreusen (sw. V.; hat) (selten): ausgären, fertiggären: der
Most hat ausgebraust.
ausbrechen (st. V.): 1. a) aus etw. herausbrechen (hat):
Steine [aus der Mauer, aus der Wand] a.; sie haben eine
Wand ausgebrochen; mit der Nebenvorstellung des
Unabsichtlichen u./od. mit Bezug auf die eigene Person: ich
habe mir bei dem Sturz einen Zahn ausgebrochen; b)
aus einer Verankerung herausbrechen, sich aus etw. lösen
(ist): wenn der Haken ausbricht, wird trotzdem die Wucht
des Sturzes ... verringert (Eidenschink. Fels 63); c) durch
Herausbrechen von Mauerwerk herstellen (hat): eine
zusätzliche Tür. ein Fenster a. 2. (hat) (Gartenbau. Weinbau)
a) unfruchtbare, überzählige Triebe ausschneiden, entfernen:
er hat die Geize ausgebrochen; b) von überzähligen Trieben
befreien: die Reben. Tomaten a.; c) (landsch.) durch
Ablösen von der Pflanze ernten: Bohnen a. 3. (etw.. was
man gegessen hat) wieder von sich geben, erbrechen (hat):
der Kranke brach das Essen [wieder] aus; Fänä lief aufs
Klo und brach alles aus (Degenhardt. Zündschnüre 14).
4. (ist) a) sich / mit GewaltJ befreien u. aus einem
Gewahrsam entkommen: ein Gefangener. Verbrecher ist [aus dem
Gefängnis] ausgebrochen; die Raubtiere brachen [aus den
Käfigen] aus; b) (Milit.) eine Einkreisung durch feindliche
Truppen durchbrechen: die Truppe brach aus dem Kessel
aus; c) sich aus einer Bindung lösen, eine Gemeinschaft
verlassen: aus seiner Ehe. aus der bürgerlichen Gesellschaft
a.; ein Mensch, der zu seinem Kreis gehörte, aus dem
er nicht a. durfte (Kirst. 08/15. 179). 5. (ist) a) (Reiten)
vor einem Hindernis verweigern u. sich seitwärts aus der
vorgesehenen Richtung wegdrehen, wegbewegen: das Pferd
ist vorder Hürde ausgebrochen; b) die eingeschlagene
Richtung, Bahn verlassen: bei einer Bremsprobe war [ihm] der
Wagen seitlich ausgebrochen (schleudernd aus der Spur
geraten); der Wagen wollte in der Kurve mit dem Heck
a. 6. (ist) a) (vom Schweiß) aus den Poren austreten,
mir. dem Kranken brach der Schweiß aus; b) mit Heftigkeit
einsetzen; plötzlich beginnen: Jubel. Streit, eine Meuterei,
ein Aufstand, eine Panik, eine Feuersbrunst bricht aus;
und plötzlich bricht draußen die Angst vor dem Sonntag
aus (Böll. Und sagte 22); das Jahr, in dem der Krieg
ausgebrochen war; c) (von Krankheiten o. ä.) zum Ausbruch
kommen; mit Heftigkeit auftreten: eine Epidemie. Seuche,
Krankheit bricht aus; Ü Damals war der Wohlstand noch
nicht ausgebrochen (allgemein verbreitet; Gaiser.
Schlußball 33). 7. (von einem Vulkan) in Tätigkeit treten (ist):
der Vulkan brach einige Male mit großer Heftigkeit aus.
8. (in bezug auf Gefühlsäußerungen) plötzlich u. heftig in
etw. verfallen, mit etw. beginnen (ist): in Gelächter. Weinen.
Klagen. Tränen. Schluchzen. Zorn a.; die Menge war in
Jubel ausgebrochen; Als man das Tuch fortnimmt, bricht
das Mädchen in einen gellenden Schrei aus (Werfet. Berna-
dette 367); Ausbrecher, der; -s. -: 1. (ugs.) Gefangener,
der aus dem Gewahrsam ausgebrochen ist: der A. wurde
wieder gefaßt. 2. (Reiten) Pferd, das die Neigung hat, vor
einem Hindernis auszubrechen: dieses Tier ist ein A.; (Zus.:)
Alisbrecherkrebs, der (Med.): a) bösartiger Tumor, der auf
Nachbarorgane übergreift; b) (o. PI.) das umgebende
Knochen- u. Weichteilgewebe in Mitleidenschaft ziehender
expansiver Krebs der Lunge od. der Bronchien im Bereich
der Lungenspitze.
ausbreiten (sw. V.; hat): I. a) (Zusammengefaltetes)
auseinanderbreiten, entfalten: eine Decke, die Zeitung a.; sie
breitete ein Tuch über den (auch: dem) Käfig aus; Ü seine
Gedanken. Ansichten. Probleme, sein Leben [vor Jmdm]
a. (darlegen); Manchmal hätte er gern sein Glück und
seine Pläne vor Johanna ausgebreitet (Feuchtwanger.
Erfolg 623); b) (aus Einzelteilen Bestehendes) nebeneinander
hinlegen, auf einer Fläche verteilen: seine Bücher, den Inhalt
eines Paketes auf dem Tisch a.; die Händler breiten ihre
Waren [auf dem Markt, vor den Käufern] aus. 2.
[paarweise Angeordnetes] nach den Seiten hin ausstrecken: die
Flügel. Schwingen. Fittiche a.; mit ausgebreiteten Armen auf
jmdn. zukommen; die Bäume breiten ihre Äste. Zweige
aus; Auf einem Eisblock breitete ein Hummer seine Scheren
aus (Th. Mann. Krull 55). 3. (a. + sich) a) sich verbreiten;
Raum, Boden gewinnen: das Unkraut breitet sich aus;
Rauchschwaden breiteten sich über der (auch: die) Stadt
aus; Ü den Staat, darin sich Luxus und Wohlleben
ausbreiten (Thieß. Reich 59); Stille breitet sich aus. die
Zeitungsprüfer schweigen (Sieburg. Robespierre 181); b) um sich
greifen: das Feuer breitete sich mit Windeseile aus;
Seuchen. Krankheiten breiten sich aus; c) sich über eine
bestimmte Fläche ausdehnen, erstrecken: Wiesen und Felder
breiteten sich vor seinen Augen aus; Die Stadt breitet
sich nun landwärts wie ein Fächer vor dem Reisenden
aus (Koeppen. Rußland 590. 4. (a. + sich) (abwertend)
sich über etw. verbreiten, weitschweifig erörtern: er konnte
sich stundenlang über sein Lieblingsthema a. 5. (a. +
sich) (ugs.) es sich an einem Platz bequem machen /und
dabei viel Raum für sich beanspruchen]: breite dich nicht
so sehr aus!; sie hat sich auf dem Sofa ausgebreitet; (Abi.
zu 3:) Ausbreitung, die; -.
Ausbreitung»-: -»drang, der: ein Bedürfnis nach Ausbreitung;
^oebiet, das; HKschwindigkeit, die; Möglichkeit, die: die
Möglichkeit, sich auszubreiten: sie haben in dieser
Wohnung zu wenig A.; ~~reaktion, die (Physiol.): Reaktion eines
nicht betroffenen Sinnesorganes, hervorgerufen durch
Reizausbreitung (z. B. Lidschlag durch Schallreiz).
aurtmmsen (sw. V.; hat) (Rennsport): (einen Fahrer, ein
Fahrzeug) beim Einfahren in eine Kurve durch absichtlich
spätes Bremsen überholen: Zehn Runden später bremste
er ... Cevert in einer gefährlichen Kurve aus (MM 30.
1.73.8).
ausbrennen (unr. V.): 1. (von etw. mit offener Flamme
Brennendem) zu Ende brennen, völlig herunterbrennen (ist): die
Kerze, das Feuer brennt aus; eine Birne, halb ausgebrannt,
trübe flackernd, lose im Kontakt (schwach geworden; Re-
marque. Triomphe 365); ein ausgebrannter (erloschener)
Krater. 2. (ist) a) im Innern durch Feuer völlig zerstört
werden: die Wohnung, das Gebäude, das Schiff brannte
völlig aus; Baracken brannten aus. Nissenhütten
entstanden (Grass. Hundejahre 431); b) (ugs.) durch Brand all
seine Habe verlieren: sie waren im Krieg zweimal
ausgebrannt. 3. (landsch.) durch Feuer vernichten; ausräuchern
240
ausbürsten
<hat>: ein Wespennest a. 4. <hat) a) durch Ätzen reinigen:
der Arzt brannte die Wunde aus; Weinfässer werden
ausgebrannt (landsch.; ausgeschwefelt); b) durch Ätzen entfernen:
der Arzt brannte das Geschwür aus. 5. (Textilw.) (ein
Gewebe) mit einer ätzenden Paste bedrucken, die eine Faser-
ort des aus verschiedenen Fasern bestehenden Gewebes
zerstört u. dadurch ein Muster entstehen läßt <hat>. 6.
(selten) völlig ausdörren, versengen <hat>: die Sonne hatte
die Wiesen ausgebrannt; Ü die Kehle war ihm [wie]
ausgebrannt. 7. (meist im 2. Part, ausgebrannt) a) seelisch und
körperlich völlig erschöpft: Wenn wir ... zurückkehren,
sind wir a.. wurzellos und ohne Hoffnung (Remaroue.
Westen 203); b) (Sport) physisch nicht mehr in der Lage,
eine sportliche Hochleistung zu erbringen: dieser Läufer
ist a.; <Abl. zu 5:) Ausbrenner, der; -s. - (Textilw.):
spitzenähnlicher Stoff dessen Muster durch Ausbrennen
entstanden ist.
ausbringen <unr. V.; hat): 1. (mit erhobenem Glas einen
Trinkspruch o.a.) sprechen, darbringen: ein [Lebelhoch,
einen Trinkspruch. Toast auf jmdn.. etw. a.; Auf die drei
abwesenden Kinder ... möge immerhin ein wehmütiger
Champagner-Toast ausgebracht werden (K. Mann,
Wendepunkt 408); jmds. Gesundheit a. (geh.. selten; auf jmds.
Gesundheit trinken). 2. (Seemannsspr.) (vom Schiff) ins
Wasser bringen, zu Wasser lassen, nach außenbords bringen:
die Netze, den Anker a.; Der Kommandant ließ das
Schlauchboot a. (Ott. Haie 237). 3. (ugs.) (nur mit Mühe)
ausziehen können (Ggs.: anbringen 6): ich bringe die Schuhe
nicht aus. 4. (Druckw.) beim Schriftsatz durch
nachträgliches Vergrößern der Wortzwischenräume die Anzahl der
gesetzten Zeilen erhöhen (Ggs.: einbringen 6 b): eine Zeile
a. 5. (Jägerspr.) (von Federwild: landsch. auch von Geflügel)
ausbrüten: die Enten bringen ihre Jungen aus; die Eier
werden ausgebracht. 6. (veraltet) ausplaudern, unter die
Leute bringen: ein Geheimnis, ein Gerücht a. 7. a)
(Bergbau) fördern: in dieser Grube wird Eisenerz ausgebracht;
b) (Hüttenw.) (aus Erzen) durch Aufbereitung gewinnen:
aus diesen Erzen wird Zink. Uran ausgebracht. 8. (Landw.)
(auf dem Acker o.a.) verteilen: flüssigen Stickstoff a.;
<Abl. zu 7. 8:) Ausbringung, die; -. -en.
ausbröckeln <sw. V.; ist): a) sich (in Brocken) von etw.
lösen u. abfallen: daß ... Betonbrocken locker geworden
und herabgefallen waren oder auszubröckeln drohten
(MM 21. 3. 70, 6); b) durch brockenweises Sichlösen
einzelner Teile schadhaft werden: die Mauer bröckelt aus; in
der Stufe ist eine ausgebröckelte Stelle.
Ausbruch,der; -[eis. Ausbrüche: l.*)das gewaltsame
Ausbrechen aus einefn Gewahrsam: Flucht: der A. der Gefangenen,
der Häftlinge gelang, mißlang, wurde zu spät bemerkt;
b) (Milit.) das Durchbrechen der feindlichen Linie bei dem
Bemühen, aus einer Einkesselung durch feindliche Truppen
herauszukommen: einen A. wagen ; c) das Sichlösen aus
einer Bindung, das Verlassen einer Gemeinschaft: der A.
aus der bürgerlichen Gesellschaft. 2. a) plötzlicher Beginn:
der A. des Krieges, der Meuterei. des Streites; b) plötzliches,
heftiges Einsetzen: der A. einer Krankheit. Seuche. Krise;
der A. (die mit Heftigkeit einsetzende Tätigkeit) des
Vulkans; Wer konnte wissen, ob es die Schrulle eines
absonderlichen Gelehrten oder ... der A. geistiger Umnachtung
war? (Menzel. Herren 53); * zum A. kommen
(nachdrücklich; mit Heftigkeit einsetzen): die Krankheit kam ganz
plötzlich zum A. 3. plötzliche Affektentladung: sich mit
Heftigkeit äußernde Gemütsbewegung. Gefühlsentladung:
sich vor jmds. unbeherrschten Ausbrüchen fürchten; Es
war bemerkenswert, daß es nirgends zu elementaren
Ausbrüchen kam (Niekisch. Leben 41). 4. (Bergbau) durch
Sprengen entstandener Hohlraum unter Tage: ein A. wird
durch den Ausbau gesichert. 5. (Weinbau) a) Wein, der
aus bes. ausgelesenen, überreifen Trauben hergestellt wird;
Auslese: b) das Auslesen überreifer Beeren für die
Herstellung bestitnmter Weine, bes. in Ungarn des Tokaiers.
Ausbruchs-: ^beben. das (Geol.): mit einem Vulkanausbruch
ursächlich zusammenhängendes Erdbeben; ^herd, der
(Geol.): Stelle, an der die Lava aus dem Erdinnern
hervorbricht; ^versuch, der: a) Versuch, gewaltsam aus einem
Gewahrsam auszubrechen; b) Versuch, sich aus einer
Bindung, einer Gemeinschaft zu lösen; c) (Milit.) Versuch, aus
einer feindlichen Einkreisung auszubrechen.
Ausbruchwein, der; -[eis. -e (Weinbau): svw. f Ausbruch
(5 a).
ausbrühen <sw. V.; hat) (selten): a) (eitrGefäß) mit
kochendem Wasser ausspülen, um es zu erwärmen: die Kaffeekanne
a.; b) durch Brühen in heißem Wasser reinigen: neue
Wäschestücke a.
ausbrüllen <sw. V.; hat) (ugs.): aufhören zu brüllen <im
allg. im Perf.): hast du bald ausgebrüllt?
ausbrüten <sw. V.; hat): 1. a) (junge Vögel) durch Bebrüten
der Eier zum Ausschlüpfen bringen: kleine Hühnchen. Enten
a.; b) (Eier) bis zum Ausschlüpfen der Jungen bebrüten:
die Henne brütete die Eier aus; Das Tsetseweibchen brütet
das einzige Ei... im Körper selbst aus (Grzimek. Serengeti
295). 2. a) (ugs.) Übles/ ersinnen, sich ausdenken: einen
Racheplan, finstere Gedanken a.; Was diese sogenannten
fähigen Köpfe ausgebrütet haben, ist ... eher ein starkes
Stück Dilettantismus (Kirst. 08/15. 565); b) (ugs. scherzh.)
auf dem Wege sein, krank zu werden: die Kinder brüten
etwas, eine Erkältung aus; <Abl.:> Ausbrütung, die; -.
ausbuchen <sw. V.; hat): 1. bis zum letzten Platz belegen,
ausverkaufen <im allg. im 2. Part.): Flugzeuge. Busse und
Fähren waren wochenlang ausgebucht; Ü Das singende
Quartett ( = die Jacob Sisters) ist bis Ende des Jahres
ausgebucht! (ugs.; hat keinen freien Termin mehr; Bild
u. Funk 31. 1966. 12). 2. (Kaufmannsspr.. Bankw.) eine
Buchung austragen, abschreiben, streichen: eine Forderung,
einen Posten aus dem Konto a.; <Abl.:> Ausbuchung, die;
-. -en.
ausbuchstabieren <sw. V.; hat): bis zu Ende buchstabieren:
das Alphabet, ein Wort a.; Ü Ein Abend, der das Alphabet
der Ehe am Abgrund bis zum Ende ausbuchstabiert (in
allen Phasen sichtbar werden läßt; MM 2. 2. 72. 32).
ausbuchtenf^isbuxtn] <sw.V.; hat) [zu f Bucht]:
X.sichbuchtähnlich ausweiten: die Front... buchtete... an dieser Stelle
ziemlich tief nach Westen aus (A. Zweig, Grischa 51).
1. mit einer Ausbuchtung versehen: wir werden die Straße
an dieser Stelle a.; die Wände des Gewölbes sind
ausgebuchtet (nach außen gewölbt) (meist im 2. Part.:) ein
stark ausgebuchtetes (viele Buchten aufweisendes) Ufer,
vgl. eingebuchtet; <Abl.:> Ausbuchtung« die; -. -en (Ggs.:
Einbuchtung): a) buchtähnlich nach außen gewölbte Form:
-en der Küste; b) ausgebuchtete Stelle: moosfarbene Flek-
ken an Stellen, wo der Regen sich in -en sammelt (Böll.
Haus 206).
ausbuddeln <sw. V.; hat) (ugs.): ausgraben, aus der Erde
herausholen (Ggs.: einbuddeln): eine vergrabene Kiste [aus
der Erde] a.; Kartoffeln a. (ausmachen); Bereit. ... in
einer Strafkompanie Leichen zu vergraben und Minen
auszubuddeln (Kirst. 08/15.620); Ü alte Briefschaften aus
der Schublade a. (hervorziehen, hervorholen).
ausbiigeln <sw. V.; hat): 1. a) durch Bügeln glätten: den
Anzug, eine Hose a.; die Nähte müssen noch ausgebügelt
werden; b) durch Bügeln aus etw. entfernen: Falten. Knitter
[aus einem Kleidungsstück] a. 2. (salopp) etw. bereinigen,
wieder in Ordnung bringen: die Angelegenheit muß
unbedingt wieder ausgebügelt werden; die Fehler der
Vergangenheit. Mängel auszubügeln suchen; Die anfänglichen
Einbußen wurden schnell wieder ausgebügelt
(wettgemacht; FAZ 15. 11.61.22).
ausbuhen <sw. V.; hat) (ugs.): durch Buhrufe sein Mißfallen
über imdn.. etw. bekunden: Als ... der Bürgermeister ...
erschien, buhlen ihn an die tausend Studenten aus (Spiegel
7. 1967. 39); die TheaterauftUhrung. der Künstler wurde
ausgebuht.
Ausbund, der; -(eis [urspr. Kaufmannsspr.. eigtl. = das
an einer Ware nach außen Gebundene, d. h. das beste
Stück als Schaustück] (oft abwertend od. iron): Muster.
Inbegriff: er ist ein A. an/von Klugheit. Tugend. Bosheit;
sie ... stieg, ein A. von Großmutter, in Filzschuhen die
Stiege zur Küche hinab (Grass. Hundejahre 27); <Abl.:>
ausbündig <Adj.; meist attr.) (veraltet): außerordentlich,
ungewöhnlicli. seltr groß: die gähnende, unausstehliche, -e
Langeweile (Maass. Goufle 312); das war a. dumm von
ihm.
ausbürgern CajisbYrgen] <sw. V.; hat) [für frz. expatrier]:
jmdm. [gegen seinen Willen] die Staatsangehörigkeit
aberkennen, entziehen (Ggs.: einbürgern 1): er wurde während
des Dritten Reiches ausgebürgert; war New York ... das
wichtigste Zentrum der ausgebürgerten deutschen ..intelli-
gentsia" (K. Mann. Wendepunkt 339); <Abl.:>
Ausbürgerung, die; -. -en.
ausbürsten <sw. V.; hat): a) mit einer Bürste aus etw. heraus-
16 GDW
241
ausbüßen
bürsten, entfernen: den Staub [aus dem Mantel] a.; der
Spray muß wieder aus dem Haar ausgebürstet werden;
b) mit einer Bürste reinigen: die Kleider a.: c) (von Haaren)
kräftig bürsten, durchbürsten: die Haare sollen häufiger
ausgebürstet werden.
ausbüßen <sw. V.; hat) (veraltet, noch landsch.): die Folgen
von etw. tragen, ausbaden: ich habe die Sache [für dich]
ausgebüßt.
ausbiixen ['^lsbvksn] (ist) [niederd. utbücksen. H. u.) (ugs.
scherzh.): weglaufen, ausreißen: die Kinder waren ausge-
büxt, nachdem sie die Fensterscheibe eingeworfen hatten;
"Ich bin meinem Mann ausgebüxt... Er sucht midi sicher."
(Zeit 24. 4. 64. 59).
ausdampfen <sw. V.): a) in Form von Dampf
abgeschieden werden Ost): die Feuchtigkeit. Nässe ist aus den
Wäldern und Wiesen ausgedampft; b) bis zur Abkühlung Dampf
abgeben <hat): die heiße Flüssigkeit dampft aus; c) zu
Ende dampfen: aufhören zu dampfen (hat): die Kartoffeln
haben noch nicht ausgedampft.
Ausdauer, die; - (rückgeb. aus veraltet f ausdauern =
ertragen, aushalten]: Durchhalte*. Beharrungsvermögen: Geduld:
er hat keine A. bei der Arbeit; hatte K. also wenigstens
die A. des einen gebrochen? (Kafka. Schloß 162); nur
mit großer A. wird er sein Ziel erreichen.
Ausdauer- (Sportmed.): Mffenze, die: (bei einer dynamischen
Belastung) oberste Grenze der Belastungsfähigkeit: mhio-
tient* der: mathematische Formel zur Messung der
körperlichen Belastungsfahigkeit; ^training. das: Training, das
eine Steigerung der Leistung bes. von Herz. Lunge u.
Kreislauf für bestimmte sportliche Belastungen bewirken soll.
ausdauern <sw. V.; hat) (geh.. veraltend]: überdauern: Dauer.
Bestand haben: Holzhäuser .... von denen nur noch die
gemauerten Herdstellen ausdauerten (A. Zweig. Grischa
322); ausdauernd <Adj.): 1. beharrlich: unermüdlich: von
großer Ausdauer: Der Strauß ist der -ste Läufer von allen
Steppentieren (Grzimek. Serengeti 138); A. verfolgten sie
Berts Läufe, die Arbeit der Filmleute (Lenz, Brot 113).
2, (Bot.) (von Stauden. Halbsträuchern u. Holzgewächsen)
alljährlich u. zeitlich unbegrenzt austreibend (Ggs.: einjährig
2. mehrjährig): Sträucher gehören zu den -en Pflanzen,
sind a.
ausdehnbar f^isde:nba:s) <Adj.; nicht adv.): a) (von
elastischem Material) so beschaffen, daß es ausgedehnt werden
kann, sich dehnen lassend: -es Material; das Gewebe ist
wenig a.; b) die Möglichkeit zur Erweiterung bietend: die
Handelsbeziehungen sind noch erheblich a.; <Abl.:>
Ausdehnbarkeit, die; -; ausdehnen <sw. V.; hat): 1. a) den
Umfang, das Volumen von etw. vergrößern, ausweiten: die
Hitze hatte die Eisenbahnschienen ausgedehnt; b) <a. +
sich) sich dehnen: an Umfang. Volumen zunehmen: Metall.
Wasser. Gas dehnt sich bei Erwärmung aus; c) über einen
bestimmten Bereich hinaus erweitern: die Grenzen eines
Staates a.; hatte China seine Herrschaft bis über den Amur
hinaus ausgedehnt (Thieß. Reich 152); d) Jmdn.. etw. in
etw. einbeziehen: Ich ging herum und dehnte meinen Haß
aus auf alles, was von den Menschen kam (Bachmann.
Erzählungen 120). 2. <a. + sich) sich ausbreiten, verbreiten:
räumliche Ausdehnung gewinnen: das Schlechtwettergebiet,
der Nebel dehnt sich [rasch über das Land] aus; der Handel
dehnte sich bis nach Indien aus. 3. a) verlängern, zeitlich
in die Länge ziehen: seinen Besuch. Aufenthalt bis zum
folgenden Tag. über mehrere Wochen a.; Er ... dehnt
... gern die Unterhaltung noch etwas aus (Gaiser. Jagd
42); klugerweise wird das Frühstück sogar so ausgedehnt,
daß es zugleich Mittagessen ... ist (Hörn. Gäste 14S);
ausgedehnte (lange) Morgenspaziergänge; b) <a. + sich)
sehr lange dauern: sich über einen längeren Zeitraum erstrek-
ken als erwartet: die Besprechung. Sitzung dehnte sich
bis nach Mitternacht, über viele Stunden, über Gebühr
lange aus. 4. <a. + sich) sich räumlich erstrecken, über
einen größeren Bereich ausbreiten: weites Land dehnt sich
vor seinen Augen aus; Wo wir jetzt durch Grasbüschel
stolpern, hat sich einmal ... ein großer See ausgedehnt
(Grzimek. Serengeti 323); er besaß ausgedehnte (große)
Ländereien; <Abl.:> Ausdehnung* die; -. -en.
ausdehnungs-, Ausdehnung^-: -drang, der: das Bedürfnis, sich
auszudehnen, mehr Raum einzunehmen: Expansionsdrang:
-fähig <Adj.; nicht adv.). dazu: -ffihigkdt, die; -geftß,
das (Technik): Gefäß, das eine Flüssigkeitsmenge aufnimmt,
die durch Zunahme des Volumens bei Erwärmung aus einem
Behälter od. einem Flüssigkeitskreislauf austritt: ^koeflfi-
zient, der (Physik): Zahl, die das Ausdehnungsvermögeti
eines Stoffes ausdrückt: -kraft, die: svw. f Expansionskraft;
-Politik, die: svw. t Expansionspolitik; -regier, der
(Technik): elektrische Temperatursteuervorrichtung, deren
Wirkungsweise auf der unterschiedlichen Wärmeausdehnung
zweier verschiedener Werkstoffe auf Kontakthebeln beruht:
-thennometer, das (Technik): Thermometer, dessen
Temperaturanzeige auf den durch die Temperaturänderungen
bewirkten Volumen- od. Längenänderungen fester, flüssiger
od. gasförmiger Stoffe beruht: -vermögen, das: svw.
t Expansionsvermögen.
auedekhen ['ajisdaUjn) <sw. V.; hat): (Landflächen) durch
Zurückverlegen des Deichs aus dem geschützten Bereich
herausnehmen, preisgeben (Ggs.: eindeichen): große
Flächen wurden ausgedeicht; <Abl.:> AlPdeichung, die; -. -en.
ausdenken <unr. V.; hat): 1. <a. + sich) a) ersinnen, sich
in Gedanken, in seiner Vorstellung zurechtlegen: sich eine
Überraschung, einen Trick, etwas Lustiges a.; ich hatte
mir den Plan in allen Einzelheiten ausgedacht; Morgen
würde sie sich allerlei Entschuldigungen a. (Chr. Wolf.
Nachdenken 73); er hat eine neue Methode ausgedacht;
♦da mußt du dir schon etwas anderes a.! (ugs.; damit kannst
du mich nicht überzeugen: das. was du sagst, glaube ich
dir nicht): b) sich etw. ausmalen, vorstellen: ich hatte mir
die Sache so schön ausgedacht; das ist eine ausgedachte
(erfundene) Geschichte. 2. zu Ende denken: durchdenken:
Ihrer ... Art gemäß hat sie den Gedanken ... schärfer
ausgedacht (Werfel. Bernadette 100); * nicht auszudenken
sein (unvorstellbar sein): die Folgen dieses Leichtsinns
sind gar nicht auszudenken; nicht auszudenken, was
passiert wäre, wenn ...!
ausdeuten <sw. V.; hat): einer Sache eine bestimmte Deutung
geben: etw. ^bestimmter Weise auslegen, interpretieren:
jmds. Worte. Äußerungen [richtig, falsch] a.; Der
Zentralrat deutete seine Bekanntmachung ... dahin aus. daß ...
(Niekisch. Leben 56).
ausdeutschen ['ajisdoytin] <sw. V.; hat) [zu tdeutsch]
(veraltet, noch österr. ugs.): jmdm. etw. erklären, so daß er
es versteht: man muß ihm alles erst umständlich a.
Ausdeutung, die; -, -en: 1. <o. PI.) das Ausdeuten. 2.
ausdeutende Auslegung. Interpretation: Das ... Kapitel enthält
die theologische A. einer... Geschichte Kafkas (Tucholsky.
Werke II. 380).
ausdiekn <sw. V.; hat) (den Fußboden eines Raumes) mit
Dielen. Fußbodenbrettern belegen: die Zimmer, den Boden
a.
ausdienen <sw. V.; hat; nur im 2. Part. u. in den mit ..haben"
gebildeten Zeitformen): 1. (veraltend) seine Militärzeit
beenden: im Juli hat er ausgedient; ein ausgedienter
Offizier. 2. (ugs.) unbrauchbar werden: diese Schuhe haben
ausgedient; in einer Schuhschachtel fanden sich einige
ausgediente ... Glühbirnen (Grass. Blechtrommel 445).
ausdifferenzieren, sich <sw. V.; hat): sich in einem
Differenzierungsprozeß von etw. ablösen u. verselbständigen: wie
sich Rollen in einer Situation erst ausdifferenzieren
(Bausinger. Dialekte 53); <Abl.:) Aupdifleraizierung, die;
-. -en: 1. <o. PI.) das Ausdifferenzieren. 2. etw.. was sich
aus etw. ausdifferenziert hat: Während sich die...
Fachsprachen ... als ... selbständige ... -en aus der Gemeinsprache
darstellen (Bausinger. Dialekte 72).
Ausding,das; -(eis. -e (veraltet): svw. t Ausgedinge; ausdingen
(veraltet): svw. f ausbedingen.
ausdiskutieren <sw. V.; hat): (eine Frage, ein Problem) so
lange diskutieren, bis man in allen strittigen od. unklaren
Punkten zur Übereinstimmung gekommen ist: Probleme
muß man a. Das bessere Argument muß siegen (Hörzu
26. 1975. 24); ein noch nicht ausdiskutierter Punkt.
ausdocken <sw. V.; hat) (Schiffbau): (ein Schiff) aus dem
Dock holen (Ggs.: eindocken): In den ersten Wochen des
neuen Jahres soll das „schwimmende Hotel" ausgedockt
werden (MM 31. 12.68.24).
ausdörren <sw. V.; ist): völlig trocken werden: der Erdboden
ist durch die Hitze völlig ausgedorrt.
ausdörren <sw. V.): a) svw. f ausdörren <ist): Wiesen und
Felder sind ausgedörrt; Mein Hals ist so ausgedörrt, daß
ich kaum reden kann (Imog. Wurliblume 272); b) etw.
völlig austrocknen, trocken werden lassen <hat>: die Hitze
hat das Land ausgedörrt; Hatte die Sonne seinen
Gehirnkasten bereits völlig ausgedörrt? (Cotton. Silver-Jet 53); <häu-
242
ausdruckst Ausdrucks-
fig im 2. Part.): ausgedörrtes Holz; Das Cafe negro labt
die vom Staub der Geschichte ausgedörrten Kehlen
(Bamm. Weltlaterne 134).
ausdrehen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) a) ausschalten, abstellen
(Ggs.: andrehen 1): das Radio a.; b) durch Drehen eines
Schalters o. ä. die Zufuhr von etw. unterbinden (Ggs.:
andrehen 1): ... daß plötzlich das Gas ausgedreht wurde (Th.
Mann, Krull 24). 2. (selten) aus etw. herausdrehen (Ggs.:
eindrehen 1 a): die Sicherung a. 3. (Rennsport) (den Motor
eines Wagens bis zur höchstzulässigen Drehzahl) belasten,
ausfahren: war die Maschine bereits nach 600 m voll
ausgedreht (Auto 7. 1965. 38). 4. (Technik) (eine Bohrung)
durch Bearbeiten des Werkstücks auf der Drehbank
herstellen: ein Bohrloch a. 5. (landsch.) auswringen u. dadurch
von Wasser befreien: die Wäsche, den Badeanzug a. 6.
(landsch.) ausrenken: auskugeln: Meine Arme! ... Sie hat
sie mir ausgedreht! (Remarque. Obelisk 166).
au§dreschen <st. V.; hat) 1. a) (Getreide u.a.) dreschen,
bis alle Körner. Samen herausgelöst sind: Korn. Weizen
a.; die Garben a.; b) durch Dreschen (den Samen) aus
etw. gewinnen: die Körner, den Samen a. 2. das Dreschen
beenden: die Bauern haben Air dieses Jahr ausgedroschen.
ausdribbebi <sw. V.; hat) (Fußball): einen Spieler der
gegnerischen Mannschaft) durch Dribbeln daran hindern, den Ball
zu erreichen; durch Dribbeln ausspielen: es gelang ihm.
den Gegenspieler auszudribbeln.
ausdrillen <sw. V.; hat) (Landw.): Saatgut mit der
Drillmaschine aussäen: Getreide a.
'Ausdruck, der; -[e]s. Ausdrücke [nach frz. expression für
älteres Ausdruckung. aber schon mhd. (Mystik) Ü3druc]:
1. Wort. Bezeichnung. Terminus. Wendung: ein gewählter,
umgangssprachlicher, fachsprachlicher, mundartlicher,
ordinärer A.; Im übrigen ist der A. Pluralismus ... nicht
besonders glücklich (Fraenkel. Staat 256); Dieser...
Salongoethe freilich hätte nie einen krassen, einen echten,
unmittelbaren A. gebraucht (Hesse. Steppenwolf 79); * das ist
gar kein A, (das ist viel zu schwach ausgedrückt, zu
zurückhaltend formuliert: Bist du noch ärgerlich? Das ist gar
kein A.. sagte Benhard (Kuby. Sieg 320); Ausdrücke
gebrauehen/(geh.:) im Munde fiihren/(ugs.:) an sich
haben (derbe Wörter. Schimpfwörter gebrauchen); sich im A,
vergreifen (in unangemessenem Ton sprechen). 2. <o.
PI.) a) sprachlicher Stil. Ausdrucksweise: Welche Gunst
ist es doch, über einen polierten und gefälligen A. zu
verfügen (Th. Mann. Krull 334); er besitzt große
Gewandtheit im A.; b) Aussagekraft, künstlerische Gestaltung: ein
Gedicht mit viel A. vortragen; sein Gesang, sein Spiel
ist ohne A.; ohne Betonung, ohne Stimmung, ohne
schauspielerischen A. (Frisch. Stiller 379). 3. <o. PI.) äußeres,
sichtbares Zeichen, in dem sich eine innere Beschaffenheit
od. Struktur widerspiegelt: Kennzeichen: A. solcher
ideologisch überhöhten Sozialreaktion war der Antisemitismus
(Fraenkel. Staat 204); Monumentalität ist der A. dieser
Epoche; ich nehme meine Äußerung mit dem A. (mit
der Bekundung) tiefen Bedauerns zurück; * einer Sache
A. geben/verleihen (geh.; etw. zu erkennen geben, äußern):
wir haben diesem Standpunkt hier oft genug A. gegeben
(Dönhoff. Ära 151); etw. zum A. bringen (etw. erkennen
lassen, ausdrücken): Wie sollte ich ihr gegenüber meine
Zuneigung und Dankbarkelt zum A. bringen (Kessel
[Übers.]. Patricia 95); etw. kommt in etw. zum A. (etw.
drückt sich in etw. aus. wird in etw. deutlich): in seinen
Worten kam seine Verbitterung zum A. 4. <P1. selten)
Miene. [Gesichts 1 zug o. ä.. der Widerspiegelung einer
psychischen Verfassung, einer Gemütsbewegung. Einstellung
u. a. ist: sein Gesicht bekam einen ärgerlichen A. 5. (Math.)
durch eine spezielle Zeichenreihe dargestellte Aussage. 6.
(Da tenverarb.) Symbol od. Gruppe von Symbolen einer
Programmiersprache.
2Ausdruck, der; -[eis. -e: 1. a) (Nachrichtent.) der vom
Fernschreiber gelieferte ausgedruckte Text: falls der A. der
Fernschreibmaschinen zur Dokumentation erforderlich
sein sollte (Elektronik 12. 1971. 411); b) (Datenverarb.)
von einem Computer geliefertes Arbeitsergebnis;
Druckausgabe. Output. 2. (Druckerspr.) Beendigung des Druckes:
Termin ftir den A. des Lexikons ist der 1. Dezember;
ausdrucken <sw. V.; hat): 1. (Druckerspr.) a) fertig drucken,
zu Ende drucken: ein Buch a.; die erste Auflage des
Lexikons ist ausgedruckt; das Politbüro ... ließ 20000 bereits
ausgedruckte Exemplare einstampfen (Spiegel 6.1966.39);
b) (von Buchstaben u.a.) in bestimmter Weise im Druck
erscheinen: einige Buchstaben haben schlecht ausgedruckt;
c) unabgekürzt, im vollen Wortlaut drucken: der Name,
der Titel des Buches, der Text ist ganz auszudrucken.
2. (Datenverarb.. Nachrichtent.) gedruckt wiedergeben,
ausgeben: der Fernschreiber. Computer druckt einen Text
aus. 3. (in einem Katalog o.a.) aufführen, angeben: eine
... Redevorbereitung des „Führers", die mit 400 Mark
im Katalog ausgedruckt war (MM 5. 4. 71. 12).
ausdrücken <sw. V.; hat): 1. a) (Flüssigkeit) aus etw.
herauspressen: den Saft [aus den Apfelsinen] a.; b) durch Drücken.
Pressen Flüssigkeit aus etw. herausbringen; auspressen: eine
Zitrone, den Schwamm a. 2. (Brennendes od. Glimmendes)
durch Zerdrücken zum Erlöschen bringen: die Zigarette,
die Glut [im Aschenbecher! a. 3. a) in bestimmter Weise
formulieren: etw. klar, verständlich, präzise a.; Wie soll
ich bloß a.. was in mir vorging? (Bachmann. Erzählungen
112); etw. kaum mit Worten a. können (in Worte fassen,
aussprechen können); etw. in Prozenten a. (angeben); ein
zwar verhältnismäßig vornehm ausgedrückter, aber
unverkennbar kräftiger Anschiß (Kirst. 08/15. 86); b) <a. +
sich) in bestimmter Weise sprechen, sich äußern: sich klar,
gewählt, verständlich a.; sie hatte manchmal Mühe, sich
in der fremden Sprache auszudrücken; c) mit Worten zum
Ausdruck bringen, aussprechen: Umdm.j sein Mitgefühl.
Bedauern, seine Dankbarkeit a. 4. a) erkennen lassen,
zeigen, widerspiegeln: seine Haltung drückte Trauer und
Müdigkeit aus; mit einem Blicke .... der weder Zustimmung
noch Ablehnung auszudrücken schien (Maass. Goufle
124); Die ... Formel des .Xaisser faire - laisser aller44
drückt am anschaulichsten das Anliegen der Zeit aus
(Fraenkel. Staat 183); b) <a. + sich) in etw. sichtbar,
offenbar werden, in Erscheinung treten: in seinen Worten
drückte sich seine Freude, seine Dankbarkeit aus; Was
sie empfinden mochten, drückte sich in ihrem Schweigen
aus (Apitz. Wölfe 288).
ausdrücklich [auch: -'—] <Adj.; nicht präd.): mit Nachdruck,
entschieden, unmißverständlich ' vorgebrachtj': auf -en
Wunsch; mit -er Genehmigung; etw. a. (extra, besonders)
betonen; <Abl.:> Ausdrikklkhkeit, die; -.
aipdrucks-. Ausdrucks- ('Ausdruck): -bedürfnis. das <o.
PI.): Alles Kunstschaffen entsprang dem A.. das dem
Menschen eingeboren war (Feuchtwanger. Erfolg 484); -bewe-
gung. die (Psych.): Bewegung (Geste. Mimik u.a.). die
unwillkürlicher Ausdruck (4) eines psychischen Vorganges
ist; -erschetnung. die: svw. t-bewegung; -fähig <Adj.;
nicht adv.X dazu: -filhigkeit. die <o. PL): Fähigkeit. Gabe,
etw. durch Sprache od. durch außersprachliche Mittel
auszudrücken; -form, die: Form. Weise, in der etw. Ausdruck
(3) findet: Der Pluralismus ist die spezifische A. einer
freiheitlichen Gesellschaft (Fraenkel. Staat 2S6); -fülle,
die: Fülle. Reichtum des sprachlichenJ Ausdrucks (2);
-gebärde, die: Gebärde, durch die etw. (ohne Zuhilfenahme
der Sprache) ausgedrückt wird; -gehalt. der; -häufung.
die: svw. tPleonasmus; -kraft, die <o. PL): Kraft des
künstlerischen/ Ausdrucks (2); -künde, die <o. PI.): svw.
t ^Psychologie; -kunst, die <o. PI.) (selten): svw. f
Expressionismus; -laut, der (Verhaltensf., Psych.): (bei Menschen
u. höheren Wirbeltieren) Lautäußerung, die Kundgabe.
Begleiterscheinung eines inneren Zustandes od. Vorganges ist:
Soweit es sich um ... die Außenwelt betreffende -e, wie
z. B. den Warnlaut, handelt (Lorenz. Verhalten 241); ^leer
<Adj.): svw. Mos (a); ^los <AdJ.>: a) ohne Ausdruck (4):
sein Gesicht war sehr ernst und doch fast a.; b) ohne
Emphase, ohne Ausdruck (2): ..Der Berg ruft mich",
verkündete er beinahe a. (Broch. Versucher 43). dazu: -losigkeit,
die; -; -mittel, das <meist PL): etw.. was geeignet ist. einen
! künstlerischen] Gedanken od. eine Empfindung auszudrük-
ken: sprachliche A.; nach neuen künstlerischen -n suchen;
Möglichkeit, die (meist PL): die Möglichkeit, etw.
auszudrücken, zu gestalten; -Psychologie, die: Teilgebiet der
Psychologie, auf dem man sich mit der Erforschung des
menschlichen Ausdrucksverhaltens befaßt; Ausdruckskunde;
-schwach <Adj.>: schwach im Ausdruck (2); ^selte, die
(Sprachw.): die äußere, d. h. auditiv od. visuell
wahrnehmbare Substanz u. Form eines sprachlichen Zeichens, der
Lautkörper im Unterschied zu dem damit verbundenen Inhalt
(Ggs.: Inhaltsseite); -stark <Adj.): stark im Ausdruck (2).
expressiv: ein Könner .... der... so a. auf der
Mundharmonika bläst, daß er ... das Klangvolumen eines Saxophons
16#
243
Ausdrusch
erreicht zu haben scheint (MM 3. 9. 74, 20); -Stellung,
die (Sprachw.): Stellung eines Wortes am Satzanfang (in
Abweichung von der normalen Wortstellung);
Spitzenstellung; -tanz, der <o. PI.): künstlerischer Tanz, der seelische
Empfindungen durch Bewegung ausdrücken will; -test. der:
psychologischer Test, bei dem der Ausdrucksgehalt einer
gestellten Aufgabe ausgewertet wird; -Verarmung, die <o.
PI.) (Psych.): Verminderung der Fähigkeit, seelische Vor-
gänge. Empfindungen (bes. durch Mimik. Gestik u.a.)
auszudrücken; -verhalten, das <o. PI.) (Verhaltensf.): für einen
Partner derselben od. einer anderen Art bestimmte
Ausdrucksbewegung, durch die etw. Bestimmtes signalisiert
wird; -vermögen, das <o. PL): Fähigkeit. Gabe, sich mit
sprachlichen Mitteln auszudrücken; -voll <Adj.) [nach frz.
expressif): a) voll Ausdruck (4): sie hat -e Augen; b) mit
Emphase, mit viel Ausdruck (2): er singt sehr a.; -weise.
die: Art des mündlichen od. schriftlichen Ausdrucks (2):
eine gewählte A.; -wort, das [geb. von dem schweizer.
Sprachwissenschaftler H. Glinzl (Sprachw.): Interjektion.
Ausdrusch der; -[eis. -e (Landw.): a) <o. PL) das Ausdreschen:
beim A. sein; b) <P1. selten) Ertrag des Dreschens: die
Ernte brachte einen zufriedenstellenden A.
ausbilden <hat):a) (veraltet): svw. T erdulden, ertragen: sein
Leiden a.; b) (geh.. selten) zu Ende dulden, sterben (meist
in einer zusammengesetzten Zeitform): er wird bald
ausgeduldet haben.
ausdünnen I'^sdYnanl (hat) [zu f dünn): 1. a) (Gartenbau)
(an Obstbäumen) zu dicht stehende Blüten od. Fruchtansätze
entfernen, um dadurch größere u. besser entwickelte Früchte
zu erzielen: Pflaumensorten können genau wie Apfel- und
Birnbäume ausgedünnt werden (MM 15. 6. 68. 44); b)
(Landw.) (zu dicht stehende Pflanzen) vereinzeln; Saat
lichten: Rüben werden (maschinell] ausgedünnt. 2. (zu
dichten Haarwuchs) durch Herausschneiden von Haar
reduzieren: der Friseur hat mein Haar, hat mir das Haar
ausgedünnt; (Abi.: zu 1 b:> Au9dünner, der; -s. - (Landw.):
im Rübenanbau verwendete Maschine zum Lichten eines
zu starken Pflanzenbestandes; Pflanzenausdünner.
Rübenlichter; (zu 1. 2:) Ausdünnung, die; -. -en.
ausdunsten,(häufiger:)ausdünsten <sw. V.; hat): a)
Feuchtigkeit u. a. flüchtige Substanzen in Form von Dunst o. ä.
abgeben, absondern: der Boden, die Wiese dünstet aus; bei
der hohen Temperatur dünstet der Körper aus; b) (einen
Geruch u.a.) ausströmen: der Sumpf hat einen fauligen
Geruch ausgedünstet; Die Reisenden dünsteten den Bro-
dem unsauberer Wäsche... aus (Miethe. Rang 51); <Abl.:)
Ausdunstung, (häufiger:) Ausdünstung, die: -. -en. 1. das
Ausdünsten. 2. häufig unangetiehmer , Körper Jgeruch. der
von etw. ausgeschieden wurde: an den Tagen, an denen
die ozeanischen Winde wehten, roch ich nicht die
Ausdünstungen des Industrieviertels (Kaschnitz. Wohin 189).
auseggen <sw. V.; hat) (Landw.): mit Hilfe der Egge aus
dem Boden herausholen, entfernen: Kartoffeln a.; das
Unkraut wird ausgeeggt.
auseinander <Adv.): I. voneinander entfernt, eines vom
anderen weg; räumlich od. zeitlich voneinander getrennt (Ggs.:
zusammen): die beiden Familien wohnen weit a.; die
Kinder a. setzen (faber: auseinandersetzen); das Wort muß
a. geschrieben werden; ich glaube, daß die beiden Orte
nicht weit a. liegen; ich sah. daß die beiden weit a. saßen;
er bemerkte, daß ihre Zähne weit a. standen; Obwohl
die Stämme weit a. stehen, ist doch ständig wieder einer
im Wege (Grzimek. Serengeti 148); wir müssen die Betten
a. stellen; die Vorgänge liegen zeitlich weit a.; die Kinder
sind im Aller nicht weit a. (ugs.; sind fast gleich all):
*a. sein (1. ugs.; nicht mehr zusammen sein, sich getrennt
haben: übrigens. Tery und Marthe sind wieder a.;
Remarque. Triomphe 170. 2. ugs.; nicht mehr bestehen, aufgelöst
sein: die Verlobung ist a. 3. landsch.; aufgeregt, verstört,
außer Fassung sein: er war ganz a.). 2. eines aus dem
anderen heraus: etw. a. entwickeln; Formeln a. ableiten.
auseinander-. Auseinander-: -bekommen (st. V.; hat):
(Zusammenhängendes, aus einem Stück Bestehendes) zerteilen,
zertrennen, voneinander lösen: er hat das zähe Fleisch nicht
auseinanderbekommen: -biegen (st. V.; hat): etw. so
biegen, daß es nicht mehr dicht zusammen steht: die Drähte
einer Leitung. Äste. Zweige a.; -brechen (st. V.): a) in
zwei od. mehr Teile brechen <hat>: einen Stock a.; b) in
Teile auseinanderfallen, den Zusammenhalt verlieren (ist):
der Stuhl, der Tisch ist auseinandergebrochen; auf den
Kacheln der Vorhalle brach der Sarg auseinander (Bieter.
Bonifaz 104); Ü wegen der grundsätzlichen
Meinungsverschiedenheiten brach die Koalition auseinander (löste sie
sich auf. konnte sie nicht länger fortbestehen): -breiten
<sw. V.; hat): (Zusammengelegtes. Zusammengefaltetes)
entfalten, in seiner ganzen Größe ausbreiten (Ggs.:
zusammenlegen, zusammenfalten): eine Decke, die Zeitung, den
Stadtplan a.; -bringen <unr. V.; hat) (ugs.): 1. (miteinander
Verbundenes) voneinander lösen, trennen: er brachte die
verklebten Seiten nicht auseinander; Ü er versuchte
vergebens, die beiden Streithähne auseinanderzubringen. 2.
(Menschen, die einander nahestehen) entzweien: er hat die
beiden Freunde, die Verlobten durch sein Gerede
auseinandergebracht; -dividieren <sw. V.; hat): in einzelne Gruppen.
Faktoren zerlegen, trennen, aufspalten, was eigentlich
zusammengehört: Auch das ist ein gemeinsames Werk,
das kann man auch nicht a. (Bundestag 189,1968. 10233);
ob die östliche Seite auch diesmal versuchen wird, beide
( = Westdeutsche u. Westberliner) auseinanderzudividie-
ren (MM 13.7.73.2); <subst.:> ob das
Auseinanderdividieren von Hochschulbereich und allgemeinem
Bildungsbereich zulässig ist (MM 27. 8. 71. 27); -entwickeln, sich
<sw. V.; hat): sich im Laufe einer Entwicklung voneinander
entfernen, trennende Unterschiede entwickeln: die beiden
Partner haben sich im Laufe der Jahre zu sehr
auseinanderentwickelt, dazu: Entwicklung, die; --fächern, sich <sw.
V.; hat): sich in einzelne Fächer. Bereiche aufgliedern: (die)
Schule, die sich in ihrem künstlerischen Programm ... sehr
auseinandergefachert hat (MM 25.8. 69.22). dazu: -Hdie»
nmg, die; -fahren (st. V.; ist): mit einer raschen Bewegung
auseinanderstreben, sich in entgegengesetzte Richtung
bewegen: Wie Jedes beliebige Liebespaar haben wir uns
auf jener Tiergartenbank geküßt und sind ...
auseinandergefahren, wenn jemand vorüberging (Fallada. Herr 252);
Mit betäubendem Donner fuhr die See auseinander (Ott.
Haie 123); -fallen (st. V.; ist): den Zusammenhalt verlieren;
in einzelne Teile zerfallen, sich auflösen: dein Auto fällt
ja bald auseinander; So rutschte die Schnur ab und die
Hälften (des Kürbis) fielen auseinander (Bergengruen.
Rittmeisterin 268); Ü Alsdann fällt der ..Einheitsblock"
... wiederum in seine Sonderbestandteile auseinander (Nie-
klsch. Leben 147); der Widerstand der Mannschaft war
nach diesem Tor gebrochen, und sie fiel völlig auseinander
(Sport Jargon; sie verlor völlig den Zusammenhalt, war
den gegnerischen Angriffen in keiner Weise mehr
gewachsen): -falten <sw. V.; hat): 1. (Zusammengelegtes,
-gefaltetes) entfalten (Ggs.: zusammenfalten): ein Tuch, einen
Stadtplan a. 2. <a. + sich) sich entfalten, aufgliedern:
die Menschheit, die sich in Rassen und Typen
auseinanderfaltet (Natur 23); -fitzen<sw.V.; hat)(ugs.): (in Unordnung
Geratenes) entwirren: Garn. Wollfäden a.; -fliegen <st.
V.; ist): 1. nach allen Richtungen hin wegfliegen: durch
einen Windstoß aufgewirbelt, flogen die Blätter
auseinander. 2. durch eine Explosion, durch einen heftigen Stoß.
Aufprall o. ä. in einzelne Stücke zerfallen, zerrissen werden:
das Auto war durch die Explosion einer Zeitbombe
auseinandergeflogen; -fliehen <st. V.; ist): sich (von einer
Stelle aus) fluchtartig in verschiedene Richtungen bewegen,
davoneilen: die Menge floh auseinander; Gespenstisch und
schauerlich floh alles auseinander (Hesse. Steppenwolf
202); -fließen <st. V.; ist): a) (von einem flüssigen Stoff)
sich fließend über eine Fläche verteilen: die Lava floß rasch
auseinander (Grzimek. Serengeti 59); b) sich verflüssigen,
auflösen: die Schokolade, die Butter ist in der Sonne
auseinandergeflossen; c) verlaufen, auseinanderlaufen: die
Farben sind indem nassen Stoff auseinandergeflossen; -flitzen
<sw. V.; ist) (ugs.): schnell (von einer Stelle) in verschiedene
Richtungen weglaufen: die Jungen flitzten nach allen
Richtungen auseinander; -gehen <unr. V.; ist): 1. a) sich (in
verschiedenen Richtungen) voneinander fortbewegen: an der
Ecke gingen sie auseinander; ..Gehen Sie auseinander!'1
kommandiert eine markige Stimme (Remarque. Obelisk
345); b) sich in bestinunter Weise voneinander trennen:
grußlos a.; wir gingen im besten Einvernehmen auseinander;
Er überschüttete ihn mit dem Spotte der Vernünftigen
.... und sie gingen im Zorn auseinander (Musil. Törleß
12). 2. (ugs.) (von menschlichen Bindungen) sich wieder
auf ilösen: ihre Verlobung ging auseinander; die Ehe ist
wieder auseinandergegangen. 3. a) sich verzweigen: die
Fahrbahnen. Straßen gehen an dieser Stelle auseinander;
244
auseinander^ Auseinander-
b) sich teilen u. nach den Seiten hin zurückbewegen: der
Vorhang ging auseinander; Ich ... sah das Rote Meer
a. und eine Straße freigeben (Hesse. Steppenwolf 187).
4. (ugs.) entzweigehen, in einzelne Teile auseinanderfallen:
der Stuhl, das Spielzeug ist auseinandergegangen. 5.
verschieden sein, nicht übereinstimmen, divergieren: Urteile.
Ansichten gehen auseinander; wie das zu bewältigen sei,
darüber gingen die Meinungen auseinander. 6. (ugs.) dick
werden, an KörperJfülle zunehmen: in letzter Zeit ist sie
sehr auseinandergegangen; -halten <st. V.; hat): (Personen.
Sachen) voneinander unterscheiden, nicht verwechseln: er
konnte die Zwillinge nicht a.; die beiden Erscheinungen
müssen streng auseinandergehalten werden; Ursache und
Wirkung auseinanderzuhalten, ist oft nicht leicht
(Dönhoff. Ära 151); -iagen <sw. V.; hat): (Menschen. Tiere
auseinandertreiben: -kennen <unr. V.; hat) (ugs.): unter-
scheiden, auseinanderhalten können: Zwillinge nicht a.;
-klaffen <sw. V.; hat): 1. klaffend offenstehen: die Wunde
klaffte auseinander. 2. nicht übereinstimmen, in
unüberbrückbarer Weise verschieden sein: Waren wir uns ... über
das Menschenbild einig, so klaffte unser Geschichtsbild
desto weiter auseinander (Küpper. Simplicius 46);
-klamüsern <sw. V.; hat) (landsch.): a) eine verworrene Sache
mit Mühe entwirren, ordnen: es war schwierig, die Sache
auseinanderzuklamüsern; b) erklären: kannst du mir das
mal a.?; -klauben <sw. V.; hat) (südd.. österr.. Schweiz.):
(nicht Zusammengehörendes) voneinander trennen, sondern:
es bleibt uns nichts anderes übrig, als alle Stecknadeln.
Reißzwecken und Nägel auseinanderzuklauben; Ü Wer
kann im Einzelfall Schuld und Verstrickung a. (Kantoro-
wicz. Tagebuch I. 33S); -kommen <st. V.; ist) (ugs.): a)
einander fremd werden: die Geschwister waren im Laufe
der Jahre auseinandergekommen; b) einander aus den
Augen verlieren: Von dem mittleren Bruder wußte sie durch
Hörensagen ... Mit dem ältesten kam sie auseinander
(Johnson. Ansichten 124); -kriegen (sw. V.; hat) (ugs.):
svw. t-bekommen; -laufen <st. V.; ist): 1. a) über einen
eingegrenzten Bereich hinausdringen, verlaufen: die Farbe
ist auseinandergelaufen; b) weich werden od. sich
verflüssigen u. sich dabei über eine Fläche verteilen: das Eis. der
Teig, der Käse ist auseinandergelaufen. 2. (ugs.) sich wieder
trennen, nicht zusammenbleiben: sie waren nur zwei Jahre
verheiratet u. sind dann auseinandergelaufen. 3. in
auseinanderstrebenden Richtungen verlaufen, weiterführen: die
Wege laufen an dieser Stelle auseinander; -leben, sich
<sw. V.; hat): sich nach einer Zeit der Verbundenheit
innerlich fremd werden, sich entfremden: sich mit Jmdm. a.;
wir haben uns doch nicht auseinandergelebt, wir haben
... nur zu viel gearbeitet (v. d. Grün. Glatteis 60); -inachen
<sw. V.; hat): 1. (ugs.) in Einzetteile zerlegen: er hat den
Apparat ganz auseinandergemacht, um nach dem Fehler
zu suchen. 2. (ugs.) auseinanderfalten: kannst du mal den
Stadtplan a. ? 3. (ugs.) ausbreiten, zu den Seiten hin ausstrek-
ken% spreizen: die Arme. Beine a. 4. (landsch.) (Ererbtes)
teilen, aufteilen: die Geschwister haben das Erbe
auseinandergemacht; -nehmen <st. V.; hat): 1. in Einzelteile zerlegen
(Ggs.: zusammensetzen): den Motor a.; hockt auf seinem
Bett... und murkst an seinem Wecker rum, den er
auseinandergenommen hat (Döblin. Berlin 100); ein Schema des
menschlichen Körpers .... das man a. konnte (Seghers.
Transit 88): 2. (salopp) vollständig besiegen, fertigmachen:
in Südamerika nahm Brasilien Englands
Fußball-Nationalelf ... regelrecht auseinander (Bild 1. 6. 64. 5); Jetzt
bist du unter die Pilger geraten ... Du mußtest auf die
Knie ... Wenn ich aufrecht geblieben wäre .... da hätten
die mich auseinandergenommen (Kant. Impressum 239);
-pflücken <sw. V.; hat): zerpflücken, auseinanderzupfen:
Salat a.; Ü ein Kritiker hat in der Zeitung das Theaterstück
ganz auseinandergepflückt (sehr kritisch analysiert):
-platzen <sw. V.; ist): bei einem Aufprall, durch Überdruck
o. ä. platzen u. in einzelne Teile zerfallen od. zerspringen:
der Glasbehälter, die Glühbirne ist auseinandergeplatzt;
-posamentieren <sw. V.; hat) (landsch.): jmdm. (eine
verwickelte Sache) gründlich ju. zugleich umständlich 1 erklär
ren: hast du ihm auseinanderposamentiert. welchen Weg
er fahren muß?; -reißen <st. V.; hat): 1. a)
(Zusammenhängendes) in Stücke reißen, zerreißen: den Briefumschlag,
das Einwickelpapier a.; sie versuchte die Kordel auseinan-
derzureißen (durch Reißen zu zertrennen): Ü man kann,
man darf diese Einheit nicht a. (Thieß. Reich 446); b)
zerfetzen: die Sprengladung hat das Auto
auseinandergerissen. 2. (Menschen 'gewaltsam/ gegen ihren Willen)
voneinander trennen: durch die Scheidung der Eltefti wurden
die Geschwister auseinandergerissen; -rollen <sw. V.; hat):
1. (Gegenstände) voneinander wegrollen: sie versuchten,
die Fässer auseinanderzurollen. 2. (Zusammengerolltes)
entrollen, aufrollen (Ggs.: zusammenrollen): den Teppich,
ein Meßtischblatt a. 3. <a. + sich) sich strecken, eine
gekrümmte Körperhaltung aufgeben (Ggs.: sich
zusammenrollen): der Igel rollte sich auseinander; -rücken <sw. V.):
a) (Gegenstände) voneinander wegrücken <hat): die Tische.
Stühle a.; wir haben die beiden Schränke
auseinandergerückt; b) (von Personen) voneinander wegrücken, den
Abstand zwischen sich vergrößern (ist): sie waren mit ihren
Stühlen auseinandergerückt; eine unvermutete
Geborgenheit, ein Tisch, an dem man für dich auseinanderrückt,
das ist es. was einen hält (Seghers, Transit 61); -rupfen
<sw. V.; hat) durch Rupfen in einzelne Teile zerpflücken:
eine Blüte a.; -säbeln <sw. V.; hat) (ugs.): svw. t
^schneiden; -scharren <sw. V.; hat): durch Scharren von einer
Stelle wegschaffen u. auf einer Fläche verteilen: die Hühner
haben die Körner auseinandergescharrt; -scheuchen <sw.
V.; hat): (Menschen. Tiere) durch Scheuchen
auseinandertreiben: mit Steinwürfen versuchten sie die Vögel auseinan-
derzuscheuchen; -schieben <st. V.; hat): (Gegenstände)
voneinander wegschieben (Ggs.: zusammenschieben): die
zwei Flügel einer Schiebetür a.; -schlagen <st. V.; hat):
1. durch Schläge mit einer Axt o.a.] in einzelne Teile
zerschlagen, entzweischlagen: einen alten Stuhl a. 2. mit
einer Armbewegung zerteilen, öffnen: den Mantel, den
Umhang a.; er ... schlug mit entschlossener Bewegung den
gewirkten Vorhang auseinander und stieg die Stufen hinab
(Th. Mann. Hoheit 167); -schneiden <unr. V.; hat): in
einzelne Teile zerschneiden, zerlegen: den Stoff, die Kordel
a.; -schrauben <sw. V.; hat): durch Lösen der Schrauben
in seine Bestandteile zerlegen: ein Möbelstück a.; -setzen
<sw. V.; hat): 1. etw. erklären, erläutern, darlegen: Jmdm.
seine Pläne. Absichten [umständlich] a.; Er fühlte eine
peinliche Beschämung, da er nun die Gründe seiner
plötzlichen Flucht a. sollte (Seidel. Sterne 78). 2. <a. + sich)
a) sich eingehend mit etw. beschäftigen, etw. kritisch
durchdenken: sich mit einem Problem, einer Frage a.; ich habe
mich lange mit diesem Philosophen (= seinem Werk)
auseinandergesetzt; ein Bibelvers, mit dem sich auch Bu-
nyan auseinandersetzte (Nigg. Wiederkehr 64); b) mit
jmdm. strittige Fragen, unterschiedliche Standpunkte im
Gespräch klären: Kameradschaftlich setzen wir uns
auseinander (Hacks. Stücke 377). 3. (Jur.) auf dem Rechtswege
gemeinschaftlichen Besitz aufteilen: eine ... bürgerlich-
rechtliche Gesellschaft.... die mit dem Tode des Mannes
auseinanderzusetzen sei (MM 30. 10. 65. 57); (auch a.
+ sich) die Erben haben sich auseinandergesetzt, dazu:
-Setzung, die: 1. eingehende Beschäftigung mit etw.: die
politische und ideologische A. mit dem Nazismus (Leon-
hard. Revolution 165). 2. a) Diskussion. Streit Ige sprach
scharfe, erbitterte -en; Die Plenardebatten dienen der
politischen A. über das Regierungsprogramm (Fraenkel. Staat
92); b) [mit Worten ausgetragener7 heftiger Streit: es kam
häufig zu erregten, heftigen -en zwischen den Eheleuten;
es war schon zu heftigen und sogar tätlichen -en gekommen
(Mostar. Unschuldig 55); c) (zwischen Völkern) mit
militärischen Mitteln ausgetragener Streit. Kampfhandlung: es
kam zu [kleiner militärischen A.; die Beziehungen zwischen
den Völkern wurden seit der letzten kriegerischen A.
zusehends milder und vertrauensvoller (Musil. Mann 1 301).
3. (Jur.) auf dem Rechtswege vorgenommene Aufteilung von
gemeinschaftlichem Eigentum: die Erben beantragten die
A.; eine gerichtliche A. herbeiführen; -spreiten <sw. V.;
hat) (geh.): svw. t ^breiten; -spreizen <sw. V.; hat): nach
den Seiten hin spreizen: die Beine a.; -sprengen <sw. V.;
hat): 1. a) durch Sprengen zerstören: einen alten Bunker
a.; b) zerbersten lassen: die Wucht des Aufpralls sprengte
das Gefäß auseinander. 2. (eine Ansammlung von
Menschen, eine militärische Einheit) auseinandertreiben,
zersprengen: Weiter stellten sich Auftangkommandos
auseinandergesprengten Truppen (Plievier. Stalingrad 221).
3. ( von Tieren, bes. von Wild) fluchtartig auseinanderlaufen,
davonlaufen: durch Geräusche aufgeschreckt, sprengte das
Rudel auseinander; -springen <st. V.; ist): zerspringen,
in Stücke springen: das Glas fiel auf den Boden u. sprang
245
auseisen
auseinander; ^spritzen <sw. V.; ist) (ugs.): sich schnell
voneinander wegbewegen, in verschiedene Richtungen
davonlaufen: Die Eingeteilten spritzten nach den angegebenen
Richtungen auseinander (Apitz. Wölfe 80); blieben, stob/
(auch:) stiebte auseinander, ist auseinandergestoben/
(auch:) auseinandergestiebt: schnell 'fluchtartig]
auseinanderstreben, sich von einer Stelle wegbewegen: die Kinder,
die Vögel sind auseinandergestoben; Die ... Amerikaner
... stoben pfeilschnell nach allen Richtungen auseinander
(Kirst. 08/15. 677); -streben <sw. V.): 1. sich voneinander
wegbewegen, sich in verschiedene Richtungen voneinander
entfernen <ist) (Ggs.: zueinanderstreben): nach dem Ende
des Vortrages sind sie schnell auseinandergestrebt; die
Längengrade streben zum Äquator hin auseinander. 2. <hat)
a) voneinander wegstreben: eine Verbindung lösen, sich
voneinander trennen wollen: die beiden Partner haben schon
seit längerer Zeit auseinandergestrebt; b) steh in
verschiedene Richtungen entwickeln, auseinandergehen, divergieren:
Kräfte. Tendenzen streben auseinander;
auseinanderstrebende Meinungen; Strumen <sw. V.; ist) (Ggs.:
zusammenströmen): 1. strömend auseinander/ließen: die
Wassermassen strömten auseinander. 2. svw. t-gehen (1
a); -treiben <st. V.) (Ggs.: zusammentreiben): 1.
(Menschen. Tiere. Dinge) voneinander wegtreiben <hat):
Demonstranten, die Herde a.; der Wind hat die Wolken
auseinandergetrieben; Hoffnung fuhrt sie zusammen.
Angst treibt sie auseinander (Koeppen. Rußland 65). 2.
sich I im Wind, im Wasser treibend] voneinander entfernen
Ost): die Wolken, die Boote sind auseinandergetrieben;
-trennen <sw. V.; hat): svw. tzertrennen; -treten <st. V.):
1. (selten) durch Darauftreten zerbrechen <hat>: er hat den
Karton, die Kiste auseinandergetreten. 2. (geh.. selten)
(von einer Stelle aus) nach verschiedenen Seiten hin
zurücktreten, zur Seite treten, auseinanderweichen <ist): die
Menschenmenge war auseinandergetreten, um dem
prominenten Gast Platz zu machen: -wehen <sw. V.): 1. (Dinge)
in verschiedene Richtungen voneinander wegwehen <hat>
(Ggs.: zusammenwehen): der Wind wehte den Sand, das
Laub auseinander. 2. (durch eine Luftbewegung) in
verschiedene Richtungen auseinanderfliegen <ist>: die
Manuskriptblätter waren auseinandergeweht; -welchen <st. V.;
ist) (geh.): (von einer Stelle aus) nach verschiedenen Seiten
zurückweichen, zur Seite treten lumjmdm. od. einer Sache
Platz zu machen]: die Menge wich respektvoll auseinander;
-wickeln <sw. V.; hat): (Zusammengewickeltes) durch
Wickeln auseinanderbreiten (Ggs.: zusammenwickeln): ein
Segel, das Papier a.; -zerren <sw. V.; hat):
(Zusammenhängendes) zerrend mit Gewalt auseinander trennen, in Stücke
reißen: die Löwen zerrten die Beute auseinander; -ziehen
<unr. V.): 1. <hat) a) (Elastisches) durch Ziehen dehnen
od. strecken: sie zog das Gewebe, das Gummiband
auseinander; b) (Zusammenhängendes) durchziehen trennen,
teilen, in Teile zerlegen: zwei Kabel a.; Ü Wir zogen unsere
Blicke auseinander (Seghers. Transit 59). 2. durch Zur-Sei-
te-Ziehen von Teilen öffnen, aufziehen <hat>: sie zog die
Portiere, die Vorhänge auseinander. 3. <a. + sich) (von
einer in Bewegung befindlichen Gruppe. Kolonne o.a.) sich
auflockern, in Abständen voneinander gehen, fahren o.a.
(hat): die marschierende Gruppe hat sich
auseinandergezogen; Zwanzig Meter liegt er vor Hellström, hinter dem
sich das Feld auseinanderzuziehen beginnt (Lenz. Brot
47). 4. eine gemeinsame Wohnung aufgeben (sind) (Ggs.:
zusammenziehen): die beiden haben nur kurze Zeit
zusammengewohnt, dann sind sie auseinandergezogen; -zupfen
<sw. V.; hat): (Zusammenhängendes) durch Zupfen
zerteilen, in kleine Stücke zupfen: Watte, Wolle a.; sie hat die
Blüte auseinandergezupft.
guseben <sw. V.; hat)/ (Fest- od. Eingefrorenes) aus dem
Eis herauslösen: einen festgefrorenen Eimer a.; Ü er
versuchte seinen Freund auszueisen (selten; ihn aus einer
unangenehmen Lage zu befreien).
ameitern <sw. V.; hat): so lange eitern, bis der Heilungsprozeß
eintritt: die Wunde muß a.. hat ausgeeitert.
ausentwickdn (hat): 1. <a. + sich) sich vollständig, bis
zu seiner Vollendung entwickeln: der Keim, der Embryo
konnte sich [nicht] a. 2. (Fot.) (ein Positiv) durch lange
Entwicklungsdauer vollständig entwickeln: Positiv ... bei
hellem Licht ausentwickelt (Fotomagazin 8. 1968. 36);
<Abl.:) AlVMitwicklunB. die; -. -en.
auserkiesen <st. V.; hat) (geh.): auserwählen, erwählen <im
Inf. u. im Präs. Aktiv ungebr.): die Vorsehung erkor ihn
dazu aus ...; (scherzh.:) ich habe mir dieses Auto
auserkoren; (meist im 2. Part.:) auserkoren [...|e$ko:ren] (geh.):
auserwählt: er war a.. dieses Amt zu übernehmen; Niemand
sei von der Vorsehung so deutlich a. wie Madame Millet.
diese Kundgebung zu veranstalten (Werfet. Bernadette
363); <subst.:> Auserkorene, der u. die (Dekl. I
Abgeordnete) (scherzh.): Freund/in]. Verlobte!r].
auserlesen <st. V.; hat) (geh.. selten): auswählen, erwählen:
man erlas ihn aus. den Preis zu überreichen; „Wenn ich
erkoren bin und bin auserlesen unter den Sterblichen,
so sei es darum" (Th. Mann. Joseph 463); <meist im 2.
Part.:) auserlesen: a) (nicht adv.) (geh.) erlesen, fein, von
besonderer Güte: -e Speisen. Genüsse; einen ...
spinnenzarten Mönch.... dessen -e Artigkeit jeden normalen
Menschen aufs tiefste beschämt (Hochhuth. Stellvertreter 170);
die Weine sind a.; b) <o. Steig., verstärkend bei Adj.)
sehr, überaus, ausgesucht: a. schöne Stücke; <Abl.:> Auser-
lesenheit, die; -.
ausersehen <st. V.; hat) (geh.): zujmdm. od. etw. bestimmen,
auswählen, für etw. vorsehen: man hatte ihn als Leiter
ausersehen; zu Großem a. sein; der Mann, den sich das
Schicksal dazu ausersah ...; Wer zu diesem Beruf
ausersehen wurde, muß alles andere hintanstellen (Menzel. Herren
116).
auserwihlen <sw. V.; hat) (geh.): a) auswählen, aussuchen:
jener Mann hatte nicht bloß zufällig Clarissens Fenster
auserwählt, um sich darunterzustellen (Musil. Mann 789);
ich habe mir ihn auserwählt, weil...; b) erwählen, zu
Besonderem bestimmen: Und mögen wir alle dazu berufen sein,
auserwählt sind nur wenige (Jahnn, Geschichten 215);
<subst. 2. Part :> Auserwählte, der u. die (Dekl. T
Abgeordnete): a) (geh.)>mrf., der zu etw. Bestimmtem, zu Besonderem
ausersehen ist: ein Mann, der mit der Unantastbarkeit
des -n seiner Bestimmung folgt (Hochhuth. Stellvertreter
65); b) (scherzh.) Freund, in/, Verlobte rj: AlfserwähJung,
die; -. -en <P1. ungebr.): das Auserwählen: obgleich diese
Neigung zu A. und zügelloser Vorliebe ... sich auf ein
höheres Vorbild berufen konnte (Th. Mann. Joseph 318).
auserzählen <sw. V.; hat): zu Ende erzählen: laß ihn [die
Geschichte] a.!
ausrasen <unr. V.; hat): 1. a) leer essen: du sollst den Teller
a.; er hat die Pampelmuse. Melone ausgegessen
(ausgelöffelt, mit einem Löffel leer gegessen): b) ganz aufessen:
hast du die Suppe ausgegessen? 2. (meist in einer
zusammengesetzten Zeitform) (ugs.) zu Ende essen, das Essen
beenden: die Kinder haben noch nicht ausgegessen.
auslachen [ajisfaxn] <sw. V.; hat): I. (Tischlerei) (ein
Möbelstück) mit Fächern versehen: einen Schrank a. 2. (Bauw.)
die Fache in Fachwerkwänden ausmauern: Wände a.; < Abi. :>
Ausfachune. die; -. -en.
aupfBchern <sw. V.; hat): 1. svw. tausfachen (1). 2. a)
fächerförmig auseinandergehen, -streben: wie weit seine
Truppe ... über das Gelände hinweg ... auszufächern
vermöchte (Plievier, Stalingrad 125); unterm Unterholz
der ausfächernden Zweige (Fries. Weg 157); b) <a. +
sich) sich fächerförmig verteilen, auseinander streben: vier
Strahlen streben, sich ausfächernd, vom Rheinauer
Wasserwerk in die Stadt (MM 29. 4. 69. 4); <Abl.:> Ausfäche-
rang, die; -. -en.
aurfMrin <sw. V.; hat): 1. a) (einen Faden o.a.) aus dem
Nadelöhr herausziehen (Ggs.: einfädeln): das Nähgarn a.;
b) <a. + sich) sich in bestimmter Weise aus dem Nadelöhr
herausziehen lassen: das Garn fädelt sich leicht aus. 2.
<a. + sich) (Verkehrsw.) im fließenden Verkehr aus einer
Fahrspur, einer Wagenkolonne ausscheren (Ggs.: sich
einfädeln): du mußt versuchen, dich jetzt auszufädeln; <Abl.:>
Ausfftd[e]lung. die; -. -en. dazu: AusAdfelhmgsspur. die
(Verkehrsw.): Fahrspur, die für den sich ausfädelnden
Verkehr vorgesehen ist: Aus Richtung Weinheim anrollende
Autos... lenken in eine eigene Ausfädelungsspur. um nach
Viernheim zu kommen (MM 29. 1. 72. 10).
Ausfahr-: -anschlage der (Technik): Vorrichtung an
ausfahrbaren Teilen eines Fahrzeugs, die den Ausfahrweg
begrenzt: Mdeb. das (Eisenb.): Gleis, auf dem Züge aus
dem Bahnhof ausfahren können (Ggs.: Einfahrgleis); -grup-
pe. die (Eisenb.): (auf einem Rangierbahnhof) Gruppe von
Gleisen, auf denen die zusammengestellten Züge zur Ausfahrt
bereitgehalten werden (Ggs.: Einfahrgruppe); -signal. das
(Eisenb.): Signal, das die Ausfahrt freigibt (Ggs.: Einfahrsi-
246
ausfallen
gnal); -verriefilejhing, die (Technik): Vorrichtung, die
ausgefahrene Teile an Fahrzeugen in ihrer Position hält: -weg,
der (Technik): (bei einem ausfahrbaren Teil)
Ausfahrmöglichkeit bis zum Anschlag.
ausfahrbar ['^psfa:?ba:?l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: so
beschaffen* konstruiert, daß man es ausfahren (4 a) kann:
eine -e Antenne; ausfahren <st. V.) 1. <ist>: a) hinausfahren,
um in der Ferne / ein Ziel zu erreichen: am frühen Morgen
fahren die Fischerboote zum Heringsfang aus; b) aus etw.
herausfahren, fahrend einen Ort verlassen (Ggs.: einfahren
1): das Schiff fuhr aus dem Hafen aus; aus einem
Grundstück a.; als der Zug ausfuhr, ließ sie schnell die Scheibe
herab (A. Kolb. Schaukel 79); die Bergleute fahren bei
Schichtende aus (Bergmann sspr.; verlassen den Schacht).
2. a) eine Ausfahrt machen, spazierenfahren <ist>: mit der
Familie a.; b) (bes. ein Kind) in einem Wägern
spazierenfähren <hat>: die Mutter fährt das Baby aus. 3. (Waren u. a.)
mit einem Fahrzeug ausliefern, verteilen <hat>: Kohlen.
Pakete a. 4. a) (Technik) (den ausfahrbaren Teil eines
Apparates u. ä.) mit Hilfe einer Mechanik nach außen
bringen <hat> (Ggs.: einfahren 6): die Landeklappen, das
Fahrwerk, die Antenne a.;b) (Technik) (von etw. Ausfahrbarem)
hervorkommen <ist>: die Gangway fährt aus; Dann wird
durch Funkbefehl eine kaum fünf Zentimeter breite
Schaufel... ausgefahren (MM. 15.4.67. 29). 5. <hat> (See-
mannsspr.) a) svw. tausbringen (2): die Matrosen haben
den Anker ausgefahren; b) (eine Trosse o.a.) mit dem
Beiboot zu der Stelle bringen, wo das Schiff festmacht:
sie haben die Leine ausgefahren. 6. (eine Pontonbrücke
u.a.) für die Durchfahrt öffnen <hat>: die Schiffbrücke
a. 7. (Straßen. Wege) durch vieles Befahren stark
beschädigen (hat; meist im 2. Part.): die Panzer haben die Wege
völlig ausgefahren; Inzwischen war die Piste doch schon
zu ausgefahren (Olymp. Spiele 1964. 19); ausgefahrene
Feldwege. 8. a) (eine Strecke) in ihrer ganzen Länge
durchfahren <ist>: ich bin mal die ganze Ciroolazione ausgefahren
(Andersch. Rote 38); b) (eine Kurve) auf der äußeren Seite
der Fahrbahn durchfahren <hat>: der Fahrer fuhr alle
Kurven aus. 9. (Rennen) (ein Rennen o.a.) austragen <hat>:
ein Rennen, eine Meisterschaft, den Großen Preis von
Europa a; Es werden auch Trostpreise ausgefahren (bei
einem Modellauto-Rennen; MM 29. 8. 69. 8). 10. <hat>
a) (ein Fahrzeug) so fahren, daß die Leistungsfähigkeit
des Motors voll ausgenutzt wird: er hat seinen Wagen
niemals voll ausgefahren; ein ... Auto .... das sich auf freier
Autobahn mühelos a. läßt (Herrenjournal 2. 1966. 123);
b) (eine technische Anlage o.a. in ihrer Kapazität) voll
ausnutzen: im Anfang haben sie die Anlage nur zum Teil
ausgefahren; Jetzt kann sie (= die Anlage des ZellstofT-
werks) in der Hochkonjunktur voll ausgefahren werden
(MM 28.6. 69.6). 11. (veraltet, noch landsch.) ausrutschen,
von der vorgesehenen Richtung abkommen <ist>: das Messer
war ausgefahren u. ihm in die Hand eingedrungen; die
Schere war ihm ausgefahren. 12. eine heftige Bewegung
machen <ist>: sein Arm fuhr aus. war ausgefahren;
ausfahrende Bewegungen machen; <subst.> wenn er auf die
Wandtafel deutete, blieb seine Hand in halbem Ausfahren
stekken (Johnson. Mutmaßungen 68). 13. den Körper eines
Besessenen verlassen Ost): daß der Dämon wirklich
ausgefahren ist (Thieß. Reich 192). 14. (Jägerspr.) a) (bes. von
Fuchs, Dachs. Kaninchen) aus dem Bau herauskommen <ist>
(Ggs.: einfahren 7): der Fuchs war ausgefahren; b) (in
bezug auf bestimmte erlegte Tiere, bes. auf Federwild) das
Gescheide herausnehmen <hat>: einen Hasen, einen Auer-
hahn a.; (Abi. zu 3:> Alisfahrer. der; -s. - (landsch.): jmd..
der berufsmäßig Ware ausfährt: Ausfahrt, die; -. -en: 1.
a) das Hinausfahren, um in der Ferne/ ein Ziel zu erreichen:
die A. zum Heringsfang; b) das Hinausfahren eines
Fahrzeugs aus einem bestimmten umgrenzten Raum (Ggs.:
Einfahrt 1): Er trat näher ans Fenster, um die A. beobachten
zu können (Böll. Adam 32); die A. aus dem Schacht dauert
wenige Minuten; der Zug hat noch keine A. (darf noch
nicht aus dem Bahn/iof fahren). 2. a) Stelle, an der ein
Fahrzeug aus einem bestimmten umgrenzten Raum hinaus-
fährt (Ggs.: Einfahrt): die A. des Hofes, des Hafens: bitte
die A. freihalten; b) Autobahnausfahrt: Abzweigung, die
von der Autobahn wegführt: die A. Mannheim-Süd. 3.
Spazierfahrt: eine kleine A. machen.
Ausfahrt- (Ausfahrt 1): -Isjerlaubnis. die: Erlaubnis zum
Ausfahren (1) (Ggs.: Einfahrt[s]erlaubnis): -[sjgeleise.
-[slgleis. das: svw. T Ausfahrgleis (Ggs.: Ein fahrt Isjgeleise,
-Islgleis); -S9child, das: Schild, das auf eine Ausfahrt auf-
merksammacht, -[sjsignal. das: svw. t Ausfahrsignal (Ggs.:
Einfahrtssignal); -«trafle. die: Straße, die aus einen Ort
herausführt: Die Jeflerson Street... mündet erst im Süden
der Stadt ... in die A. nach New York (Handke. Brief
9).
Ausfall, der; -[eis. Ausfälle: 1. <o. PI.) a) das Ausfallen
(1 a). Herausfallen von etw.; Verlust: der A. der Zähne,
der Haare; b) (Sprachw.) Synkope: der A. des ..e". 2.
a) das Ausfallen (3 a). Nichtstattfinden: der A. des
Unterrichts; b) das Ausfallen (3 b). Wegfall. Einbuße. Verlust.
Minderung: ein A. des Verdienstes, der Einnahmen; wegen
des schlechten Wetters hatte die Hotelbranche einen
großen A.; es gab Ausfälle in der Produktion; c) das Ausfallen
(3 c). Ausbleiben. Nichteintreten: die ... zum A. neigenden
Handlungen des Fortpflanzungsgeschäftes (Lorenz.
Verhalten 107); d) <o. PI.) das Fehlen. Nichtanwesendsein:
mit einem mehrwöchigen A. des Erkrankten muß gerechnet
werden; e) <o. PI.) das Nichtmehrfunktionieren: der A.
der Maschine, eines Triebwerks; f) <meist PI.) ein Fall
von Ausscheiden, von Versagen: es gab Ausfälle durch
Krankheit; wie rapid die Ausfälle in den besten
Lebensjahren gestiegen sind (Kosmos 3. 1965, 93); dieser Spieler
ist ein glatter A. (Sport; ein Versager). 3. Ergebnis.
Beschaffenheit von etw.: der A. der Ernte; hatte Klaus Heinrich
sich nach dem A. des Experimentes erkundigt (Th. Mann.
Hoheit 80). 4. a) (Fechterspr.) Angriffsbewegung, bei der
sich der bewaffnete Arm u. das ihm entsprechende Bein
nach vorn bewegen: einen A. parieren; b) (Gewichtheben)
Vor- bzw. Rückwärtsschritt mit einem Bein beim Umsetzen
der Hantel: er setzt ein Bein mit weitem A. nach hinten;
c) (Turnen) das Vor- od. Seitspreizen eines Beines als
Grundübung. 5. (Milit.) Ausbruch aus einer feindlichen
Umklammerung od. Einschließung: einen A. versuchen, wagen;
Sie schrien dem Grafen ... zu. er möge einen A. machen
(Jacob. Kaffee 40). 6. beleidigende Äußerung: seine bissigen
Ausfälle ließen den Minister kalt; .... was Voltaire ... zu
seinem A. gegen die Etymologen veranlaßte (Ceram.
Götter 118).
ausfall-. Ausfall-; -bein, das (Fechterspr.): das Bein, das
zugleich mit dem bewaffneten Arm nach vorn bewegt wird:
-büraschaft. die (Jur.): Form der Bürgschaft* bei der der
Bürge erst eintreten muß. wenn der Gläubiger eine völlig
od. teilweise erfolglose Zwangsvollstreckung gegen den
Schuldner nachweisen kann: -[sjerscheinung, die (Med.):
Symptom, das durch den vorübergehenden od. dauernden
Ausfall einer Organfunktion od. durch Gewebsschädigung
hervorgerufen wird: -muster. das (Kaufmannsspr.):
Warenmuster, das beim Handelskauf nach Abschluß des
Kaufvertrages dem Käufer ausgehändigt wird u. an dem dieser
erkennen kann, wie die Ware ausfallen wird: ~probe. die: svw.
t Minister; -schritt, der (Sport): Schritt zur Seite, nach
vorn od. hinten: -schwung,der (selten Ski): svw. TTelemark-
schwung; -sicher <Adj.) (Technik): (von einem Gerät)
so beschaffen, daß sein Ausfallen (3 e) innerhalb eines
größeren Systems die Funktion des Ganzen nicht in entscheidender
Weise beeinträchtigt, dazu: -Sicherheit, die <o. PL); ~std-
lung. die (Fechterspr.): Körperhaltung, die beim Ausfall
(4 a) eingenommen wird: ^Straße, die (Verkehrsw.): Straße,
die aus einem Ortsbereich hinausführt (Ggs.: Einfallstraße);
-[sjtor, das (hist.): Stelle in einer Befestigungsanlage, von
der aus ein Ausfall (5) unternommen werden kann:
-Wahrscheinlichkeit, die <o. PI.) (Technik): Wahrscheinlichkeit
des Ausfallens technischer Entrichtungen durch auftretende
Fehler: die A. steigt rasch mit der Anzahl der verwendeten
Bauteile; -Warnzeichen, das (Technik): (bei Instrumenten.
Anzeigegeräten u. a.) warnendes Signal o. ä.. das bei Ausfall
der Stromversorgung od. bei bestimmten Störungen in
Funktion tritt: -swinkel, der: svw. f Reflexionswinkel; ^aeit,
die: 1. (jur.) Zeit, in der es dem kaufmännischen Angestellten
vertraglich untersagt ist. eine dem beendigten
Arbeitsverhältnis entsprechende Tätigkeit aufzunehmen. 2.
(Rentenversicherung) Zeit, in der eine versicherungspflichtige
Beschäftigung durch eine infolge Krankheit od. Unfall bedingte
Arbeitsunfähigkeit o. ä. unterbrochen wird.
ausflllbar fajisfelba:?] <Adj.; o. Steig., nicht adv.) (Chemie):
in Form von Kristallen. Flocken od. Tröpfchen ausscheidbar:
<Abl.:) Ausflllbarkeit. die: - (Chemie): ausfallen <st. V.)
/vgl. ausfallend, ausgefallen/: 1. <ist) a) sich aus einem
247
ausfällen
organischen Zusammenhalt lösen: herausfallen, ausgehen:
die Zähne fallen Umdm.] aus; die Federn sind ausgefallen;
das Korn fällt schon aus (die reifen Körner fallen heraus):
ausgefallene Haare; b) (Chemie) sich abscheiden,
niederschlagen: aus der Lösung fällt Eiweiß aus; c) (Sprachw.)
synkopiert werden: das ..e" ist in diesem Wort ausgefallen.
2. <a. + sich) (ugs. landsch.) sich durch einen Sturz erw.
ausbrechen <hat): ich habe mir bei dem Sturz einen Zahn
ausgefallen. 3. <ist) a) aus einem widrigen Umstand nicht
stattfinden: die Veranstaltung, das Spiel fallt aus; der
Unterricht, die Schule ist ausgefallen; wir müssen diesen
Vortrag a. lassen; Das (= ein Fest) ist Ja heute! ... Na. ohne
mich! Fällt aus wegen Nebels! (Lederer. Liebe 9); b)
wegfallen: sein Verdienst ist durch seine längere Krankheit
ausgefallen; c) ausbleiben, nicht eintreten: So fällt bei Dohlen
die Triebhandlung zum Erweichen harter Nahrungsbrok-
ken im Wasser ... leicht aus (Lorenz, Verhalten 99); d)
fehlen, nicht anwesend, nicht verfügbar sein: er ist wegen
Krankheit eine Woche lang ausgefallen; Arbeiter, die ...
für die Produktion ausfallen (Klein. Bildung 78); e)
plötzlich nicht mehr funktionieren, aussetzen: die Maschine, ein
Triebwerk ist ausgefallen; daß dann die
Bodenverständigung für eine Weile ausgefallen war (Gaiser. Jagd 96).
4. in bestimmter Weise geartet, beschaffen sein: ein
bestimmtes Ergebnis zeigen Ost): die Ernte ist gut ausgefallen;
die Niederlage in diesem Spiel fiel sehr deutlich aus; daß
... meine Stimme gemein, mein Auge stumpf, meine Beine
krumm hätten a. können (Th. Mann. Krull 81); selbst
wenn die endgültige Entscheidung ungünstig a. sollte
(Kafka. Schloß 95). 5. (Milit. veraltet) aus einer feindlichen
Umklammerung od. Einschließung ausbrechen, einen Ausfall
(5) machen <ist): die eingeschlossenen Soldaten waren
ausgefallen.
auffüllen <sw. V.; hat) 1. (Chemie) gelöste Stoffe in Form
von Kristallen. Flocken. Tröpfchen ausscheiden: aus einer
gesättigten Lösung Kochsalz a.; Ihr Mundspeichel fällt
besonders viele Kalksalze aus. sagte sie (Wohmann.
Absicht 234). 2. (Schweiz, jur.) (eine Strafe) verhängen: eine
Haftstrafe a.; ausfallend [ausfabnt] <Adj.): 1. in grober
Weise beleidigend, frech: eine -e Bemerkung; er wird leicht
a. (gegen andere]. 2. svw. tausfahrend: Cresspahls
Stampfschritt und seine -en Armbewegungen (Johnson.
Mutmaßungen 116); auriUlig <Adj.): svw. Tausfallend (1): eine
-e Äußerung; er wird leicht a.; Die Augen blitzten a..
die Münder verbogen sich leidenschaftlich (Th. Mann.
Zauberberg 948). dazu: AlfAIhgkeit, die; -. -en; AusOllung,
die; -. -en: Subst. zu t ausfällen.
ausbltbar [^isfaltba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
ausfalten (1) lassend: der Reiseführer enthält mehrere -e
Karten; <Abl.:) Ausfaltfaarkeit, die; -; ausfalten <sw. V.;
hat): 1. (Zusammengefaltetes) auseinanderfalten, aus etw.
herausfalten, ausklappen: einen eingehefteten Stadtplan a.
2. <a. + sich) (selten) sich entfalten, entwickeln,
differenzieren: geistige Anlagen falten sich aus; <Abl.:> Alfsfaltung*
die; -. -en (selten): Dieser Reifungsprozeß umfaßt ... -en
des Temperaments und des Körperbaus (Studium 5. 1966.
310).
ausfirben <sw. V.; hat): 1. vollständig färben <hat): man
hat die Wolle blau ausgefärbt. 2. die Farbe verlieren,
ausgehen <ist): die Farbe war völlig ausgefärbt; das Wasser
... hielt die Kolonie der ... immer heftiger ausfärbenden
Tabakflusen von sich ab (Böll. Haus 75); <Abl.:>
Ausübung, die; -. -en: 1. durch etw. entstehende] Färbung:
weil eine gute Düngung Air die A. der Blätter wesentlich
ist (MM 5. 1. 68. 40). 2. das Farbeverlieren. Ausgehen
der Farbe.
ausfasern <sw. V.; ist / (auch:) hat): sich (am Rand o.a.)
in einzelne Fasern. Fäden auflösen: die Decke, der Teppich
ist ausgefasert.
aupfa"8*" <sw. V.; hat) (österr.): bekommen, empfangen:
Im übrigen hat Pramstaller schon einschlägige Vorstrafen
ausgefaßt (Sonntagspost 3. 12. 67. 2).
aurfaulen <sw. V.; ist): 1. faul werden, faulen: da ... das
absinkende Plankton ... ausgefault ... am Seeboden
ankommt (Thienemann. Umwelt 64); die Wintersaat ist
ausgefault (ausgewintert). 2. ( von Zähnen) von Fäulnis befallen
sein u. ausgehen: zwei Backenzähne sind [ihm] ausgefault.
ausfediten <st. V.; hat): bis zu einer Entscheidung
durchfechten, durchkämpfen: einen Streit, Prozeß a.; er hatte
manchen Strauß auszufechten; immer war er ein Konservativer
gewesen, den es trieb, mit der linksstehenden Intelligenz
seine Fehden auszufechten (Niekisch. Leben 131).
ausfedern <sw. V.; hat): 1. (einen Stoß, eine Erschütterung
o.a.) federnd auffangen: als glitten Sie auf Skiern über
kurze Hügel, genauso federn Sie jetzt die Stöße aus (Dwin-
ger. Erde 132). 2. (Technik) mit einer Federung versehen,
ausstatten: das Polster, die Achse ist schlecht ausgefedert;
<Abl.:) Ausfederung, die; -. -en.
ausfegen <sw. V.; hat): 1. (regional) a) durch Herausfegen
entfernen: den Schmutz (aus dem Raum) a.; b) (einen
Raum o.a.) durch Fegen reinigen: das Zimmer a. 2.
(landsch.) einen Baum ausästen, beschneiden: die
Apfelbäume a.; <Abl.:) Ausfeger. der; -s. - (regional): 1.
Kehrbesen. 2. Kehraus, letzter Tanz: Ausfegsei [*^isfe:ks|]. das;
-s (regional): Kehricht.
ausfeilen <sw. V.; hat): 1. a) zurechtfeilen: einen Schlüssel
a.; b) durch Feilen herstellen: ein Loch a. 2. bis ins einzelne
ausformen, ausarbeiten: eine Rede, einen Aufsatz a.; eine
ausgefeilte Skizze; <Abl.:) Ausfeilung. die: -. -en.
ausfenstern <sw. V.; hat) [urspr = den Fensternden
(= vom Fenster aus Schimpfenden) schmähend
zurückweisen] (veraltet): ausschelten.
ausfertigen <sw. V.; hat) (Amtsspr.): a) in amtlicher Funktion
schreiben, ausstellen: einen Paß. ein Zeugnis. Attest a..
b) in schriftlicher Form erstellen, ausarbeiten: einen Vertrag
a.; c) in amtlicher Funktion unterzeichnen: 127 Gesetze
hat er ausgefertigt (Spiegel 21.1975. 24); <Abl.:) Allrferti-
ger. der; -s. -: jmd.. der etw. ausfertigt: Ausfertigung, die;
-, -en: a) das Ausfertigen: kommt es ... zur A. eines Ehe-
und Erbvertrages (Benrath. Konstanze 18); b) das
ausgefertigte Schriftstück o.a.: müssen wir erst einen Lebenslauf
in vier -en einreichen? (in vier Exemplaren, vierfach
geschrieben, ausgefertigt: Remarque. Obelisk 119); c) (öffentl.
Recht) die zum Ersatz der Urschrift in gesetzlich
vorgeschriebener Form gefertigte Abschrift eines amtlichen
Schriftstücks (z.B. Urteil, notarielle Urkunde): die A. hat
die Kraft des Originals: d) (im Gesetzgebungsverfahren
der BRD) Leistung der Unterschrift unter einen Gesetzestext
durch den Bundespräsidenten vor dessen Verkündigung.
Ausfertigung»-: ^datun, das: Datum, an dem etw.
ausgefertigt wurde: Miebühr. die: Gebühr, die für die Ausfertigung
eines Schriftstückes o.a. erhoben wird: ^tag. der: Tag.
an dem ein Schriftstück o. ä. ausgefertigt wurde.
ausfetten <sw. V.; hat) (landsch.): (eine Backform o.a.)
innen ganz mit Fett bestreichen: vor dem Einfüllen des
Teiges muß die Backform ausgefettet werden.
ausfeuern <sw. V.; hat) (landsch.): (von Pferden)
ausschlagen.
ausfieren <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): die Segelleine
(Schot) nachlassen, um das Segel in die richtige Stellung
zum Wind zu bringen: daß der Bootsmann Fock- und
Großsegelschot weit a. muß (Nachbar. Mond 29).
ausfiltern <sw. V.; hat) (bes. Technik): mittels Filter
abtrennen od. ausschalten: Aus der Musik werden bestimmte
Frequenzen ausgefiltert (Funkschau 21. 1971. 2224);
<Abl.:> Ausfiltenmg, die; -. -en: die A. von Feinstäuben,
die sich nur langsam ablagern (MM 8. 9. 73. 3).
ausfilzen <sw. V.; hat): 1. (Sattlerei) mit Roßhaar o.a.
ausstopfen, auspolstern: ein Polster a. 2. (veraltet, noch mund-
artl.) heftig tadeln.
ausflnden <st. V.; hat) (selten): 1. svw. t herausfinden: sie
... machte es mir zur Auflage, eine Möglichkeit zu seiner
(= des Begehrens) Erfüllung auszufinden (Th. Mann.
Krull 245). 2. <a. + sich) sich zurechtfinden: ich finde
mich noch nicht gut aus in dem neuen System; ausfindig
<Adv.) nur in der Verbindung imdn.. etw. a. machen (jmdn..
etw. [lange, mühsam/ suchen u. schließlich finden): eine
Adresse. Jmds. Aufenthaltsort, ein Urlaubsquartier, eine
Möglichkeit a. machen; das ist nun einmal mein Weg.
das Recht und die Wahrheit a. zu machen (Baum. Paris
117); <Zusb.:) Ausflodigmadung. die; -: das schnellste ...
Mittel zur A. des anderen Unfallbeteiligten (FAZ 14. 10.
61. 11).
ausfirniasen <sw. V.; hat): inwendig vollständig mit Firnis
streichen: ein Schrankfach a.
ausfischen <sw.V.; hat): l.a) aus etw. herausfischen: Karpfen
[aus dem Teich] a.; b) (ein /stehendes] Gewässer o.a.)
leer fischen: sie haben den See völlig ausgefischt. 2. (meist
in einer zusammengesetzten Zeitform] aufhören zu fischen
sie haben für dieses Jahr ausgefischt.
248
ausformen
ausfitteii [^ysfitn] <sw. V.; hat) [zu tfit] (Seemannsspr.):
(ein Schiff) mit dem seemännischen Zubehör ausrüsten.
aipflackern <sw. V.): a) flackernd verlöschen <ist>: die
Glühbirne, die Kerze ist ausgeflackert; Ü ... daß Maria starb.
Sie flackerte nur so aus (Küpper. Simplicius 208); b)
aufhören zu flackern <hat): die Petroleumlampe hat ausgeflak-
kert.
ausflaggen <sw. V.; hat): 1. (Seemannsspr.) bei festlichen
Anlässen ein Schiff über die Toppen flaggen, die Takelage
des Schiffs mit aneinandergereihten Flaggen ausschmücken:
bei der Ausfahrt aus dem Hafen war das Schiff ausgeflaggt.
2, (Seemannsspr.) (ein Schiff) unter einer anderen
nationalen Flagge fahren /lassen/: Es wurden zu viele Schiffe
ausgeflaggt oder ins Ausland verkauft (MM 4. 1. 74, 12).
3. durch Flaggen od. Fähnchen markieren, kennzeichnen:
Die... ausgeflaggte Strecke für den Riesenslalom (Olymp.
Spiele 1964. 14); <Abl.:) Aurfbuung. die; -. -en.
ausflanken <sw. V.; ist / (selten:) hat) (Geräteturnen): (mit
einem Beinschwung) das Gerät rückwärts überqueren od.
rückwärts vom Gerät abgehen: er ist am Barren exakt
ausgeflankt.
ausflan§chen <sw. V.; hat) (Technik): einen Teil des Flansches
an beliebiger Stelle des Trägers aus diesem heraustrennen.
ausflechten <st. V.; hat) (veraltet, noch mundartl.): mit
Flechtwerk ausfüllen: Wände mit Reisig a.
Uffflecken <sw. V.; hat) [zu TFleck(en)] (graph. Technik):
fehlerhafte Stellen mit spitzem Bleistift od. Pinsel beseitigen,
retuschieren: einen Fehler aus einem Negativ a.
ausfleiachen ['^lsfl^jjnl <sw. V.; hat) (Gerberei): (ein Fell)
mit dem Ausfleischmesser von Fleischresten befreien,
reinigen: Felle a.; ausgefleischte Felle; <Zus.:> Ausflebchmesser,
das: Messer, mit dem der Gerber die Felle ausfleischt:
<Abl.:) Ausflebchung. die; -.
ausflennen <sw. V.; hat) (ugs.): a) aufhören zu weinen (meist
in einer zusammengesetzten Zeitform): hast du bald
ausgeflennt?; b) <a. + sich) sich ausweinen: das Kind hat sich
bei der Mutter ausgeflennt.
aurflfcken<sw. V.; hat) (ugs.): notdürftig flicken, ausbessern:
ein Dach, einen Zaun, ein Kleidungsstück a.; Sie liefen
... an einem Häuserblock vorbei, dessen Fassade mit
häßlichen Putzstellen ausgeflickt war (Böll. Und sagte 24).
ausfliegend. V.): 1. <ist)a) (von Vögeln. Insekten)
hinausfliegen, ausschwärmen (Ggs.: einfliegen 1): die beiden
Störche sind ausgeflogen, um Futter zu suchen; als sei die
Taube erst gestern aus der Arche ausgeflogen (Wiechert.
Jerom in-Kinder 960); Ü die ganze Familie war ausgeflogen
(ugs.; war nicht zu Hause): die betagten Pensionärinnen
des Jungfernheims waren ausgeflogen (hatten zu einem
Ausflug das Haus verlassen: Werfel. Himmel 154); b) (von
Jungvögeln) flügge geworden sein u. das Nest verlassen:
die Jungen Vögel fliegen bald aus. 2. a) einen /
eingeschlossenen/ Ort. einen gefährdeten Bereich mit dem Flugzeug o. ä.
verlassen <ist): Der ist... ausgeflogen, um die Versorgung
zu organisieren (Pllevier. Stalingrad 220); den vor Tagen
ausgeflogenen und soeben wieder eingeflogenen Obersten
Carras (Plievier. Stalingrad 197); b) (von Flugzeugen o.a.)
einen bestimmten Luftraum verlassen Ost): die unbekannten
Flugzeuge sind wieder ausgeflogen; c) mit dem Flugzeug
o. ä. von einem I gefährdeten ] Ort wegbringen,
abtransportieren (hat): man hatte Frauen u. Kinder ausgeflogen; die
Schwerverwundeten ... waren in Marsch gesetzt worden
... um aus dem Stalingrader Kessel ausgeflogen zu werden
(Plievier. Stalingrad 100). 3. (ein Flugzeug) so schnell
fliegen, daß die Leistungsfähigkeit voll ausgenutzt wird <hat>:
die ..Concorde" konnte auf dem Flug nach Berlin ihre
volle Geschwindigkeit nicht a.
ausfliesen <sw. V.; hat): (einen Raum o.a.) mit Fliesen
auslegen, auskleiden: das Bad wird neu ausgefliest.
Hjsfliefien <st. V.; ist): 1. a) (aus einem Behälter. Gefäß
o. ä.) herausfließen: durch ein Leck im Faß floß das Benzin
aus; ausfließendes öl; b) /durch ein Leck, eine undichte
Stelle] Flüssigkeit austreten lassen, auslaufen: ein
Wasserbehälter, ein Faß fließt aus; c) (von einem fließenden
Gewässer) seine Austrittsstelle haben: bei Stein fließt der Rhein
(aus dem Bodensee] aus. 2. (von Farbe o.a.)
auseinanderlaufen, -fließen: Er (= ein Rauchpilz) floß in die Luft
skurril aus wie Tusche (Gaiser. Jagd 89).
ausflippen [ ^ysflrpn] <sw. V.; ist) /vgl. Ausgeflippte/ [U
von engl, to flip out = verrückt werden]: a) sich einer
als bedrückend empfundenen äußeren od. inneren Situation
durch den gewohnheitsmäßigen Genuß von Drogen entziehen:
manche Jugendliche, die mit ihrer Situation nicht fertig
wurden, flippten aus; b) unter akuter Drogenwirkung stehen:
er ist seit Tagen ausgeflippt; c) sich bewußt/ außerhalb
der gesellschaftlichen Norm stellen, die Gesellschaft
verlassen weil man ihre Wertmaßstäbe nicht akzeptiert!:
<subst.:) Gitties Gründe zum Ausflippen ... Die Eltern,
die sie ..Greise" nennt .... haben den Kopf voll Karriere
(Spiegel 28. 1974. 92); die Suche nach BM (= Baader-
Meinhof) und Nachfolgern, nach ausgeflippten Töchtern
im Untergrund (Spiegel 21.1975.39); d) (salopp) die Nerven
verlieren, durchdrehen: Wenn die Potenz ... gestört ist.
flippen sie (= die Männer) aus (Spiegel 36. 1974. 66).
ausflocken <sw. V.) (Chemie): a) einen kolloiden Stoff aus
einer Lösung ausscheiden, ausfällen (1) (hat): Kasein a.;
b) sich in Form von Flocken aus einer Flüssigkeit abscheiden,
ausfallen (1 b) <ist): der Käsestoff ist bei der Gerinnung
ausgeflockt; Plankton, das sich von den ausgedockten
Humusstoffen nährt (Thienemann. Umwelt 66); <Abl.:)
Ausflockung, die; -. -en.
Ausflucht die; -. Ausflüchte [...fly^te]: I. (meist PI.)
Ausrede. Vorwand: Meine Erklärungen ... klingen wie
Ausflüchte (Frisch. Stiller 282); Aus allen Winkeln seines
Hirns ... raffle er Ausflüchte zusammen. Schönfärbereien
(Feuchtwanger. Erfolg 759); Ausflüchte machen (Ausreden
vorbringen). 2. das Ausweichen, Flucht: es gibt keine A.
in den Gehorsam (Frisch. Nun singen 126).
Ausflug« der; -[eis. Ausflüge: 1. Wanderung. Spazierfahrt:
einen A. machen; Ausflüge unternehmen; Ü der ungarische
Torhüter liebt weite Ausflüge (Sport Jargon; dringt weit
über die ihm vorgeschriebene Position im Spielfeld vor)'.
Der Professor machte nach diesem A. ins Philosophische
eine kurze Pause (Menzel. Herren 95). 2. a) (von Bienen.
Vögeln u.a.) das Ausfliegen. Ausschwärmen: der A. der
Bienen; Abendfalter beim A. mit den Blicken zu verfolgen
(A. Zweig. Grischa 246); b) (Imkerei) Flugloch des
Bienenstocks: <Abl. zu 1:) Ausflügler, der; -s. -: jmd.. der einen
Ausflug macht: A. kehrten heim, die das warme Wetter
ins Freie gelockt hatte (Musil. Mann 786).
Ausflugs- (Ausflug 1): Mate, das: Cafe, das besonders von
Ausflüglern besucht wird: -dampfer, der; -fahrt, die;
-lokal, das; -ort, der <P1. ...orte); -restaurant. das; -schiff,
das; -verkehr, der; -ziel, das.
Ausflugsdinebe, die; -. -n (Flugw.): Flugschneise für die
ausfliegenden Flugzeuge eines Flughafens (Ggs.:
Einflugschneise).
Ausfluß,der; Ausflusses. Ausflüsse: 1. a) <o. PI.) (von
Flüssigkeiten. Gas u.a.) das Ausfließen. Ausströmen: den A.
des Öls einzudämmen suchen; b) (Technik) die in einer
bestimmten Zeiteinheit aus einer Öffnung ausströmende
Flüssigkeits- od. Gasmenge: der A. wurde auf 100 Liter
pro Minute verringert. 2. a) Stelle, an der etw. ausfließen
kann: Abfluß: der A. des Beckens, der Wanne ist verstopft;
b) Austrittsstelle (eines Flusses o.a. aus einem größeren
Gewässer): der A. des Rheines aus dem Bodensee. 3. (Med.)
a) Absonderung: ein übelriechender A. von Eiter; b)
vermehrte Absonderung aus den weiblichen Geschlechtsorganen:
Fluor: an A. leiden. 4. (geh.) Auswirkung. Folge:
Hervorbringung: alles, was mir am öffentlichen Leben mißfiel,
betrachtete ich als A. bürgerlichen Geistes (Niekisch. Leben
34); Bei Tag besehen, erscheint alles nicht so schlimm
und nur als A. von Stimmungen (Joho. Peyrouton 170).
Ausfluß-: -gesdiwindigkeit.die (Technik); -hahn der; -loch,
das; -menge, die (Technik); -Öffnung, die; -röhr, das.
ausfolgen <sw. V.; hat) [zu veraltet folgen = folgen lassen,
zuteilen] (bes. Osten*. Amtsspr.): aushändigen, übergeben:
Zeschke ... erklärte, ohne Zustimmung des
Hauptfeldwebels das Schriftstück nicht a. zu dürfen (Kuby. Sieg 361);
eine Musterverordnung ....die... an Interessierte ausgefolgt
wird (Vorarlberger Nachr. 25. 11. 1968.4); <Abl.:>
Ausfolgung, die; -. -en.
ausformen <sw. V.; hat): 1. a) (eine weiche, formbare Masse)
formen: Wachs. Teig zu Klößen a.; b) aus einer weichen,
formbaren Masse formen: Klöße, ein Tongefäß a. 2. a)
einer Sache endgültige Form. Gestalt geben: einen Text,
ein Kunstwerk a.; b) <a. + sich) bestimmte Form, Gestalt
gewinnen, zu etw. Bestimmtem werden: Der Marxsche
Ideologiebegriff wurde in sich selbst ideologisch, indem er
sich zum Instrument der Selbstverständigung einer
revolutionären Gruppe ausformte (Fraenkel. Staat 139).
249
ausformulieren
ausforraulieren <sw. V.; hat): (Gedankliches) bis ins einzelne
formulieren: sprachlich ausarbeiten, in eine sprachliche Form
bringen: seine Gedanken. Auflassungen a.; ein Referat
auf Grund von Stichworten a.; ohnehin schon im Vorteil
durch seinen ausformulierten Fragenkatalog (Sprache 35,
1970. 1%); <Abl.:) Ausformulierung, die; -. -en.
Ausformung, die; -, -en: 1. das Ausformen. 2. Form. Gestalt:
In beiden -en verliert der IdeologiebegrifT sein rationales,
kritisches Element (Fraenkel. Staat 140).
ausforschen <sw. V.; hat): I. eingehend über jmdn. od. über
etw.. was man unbedingt wissen möchte, befragen: ausfragen:
er würde ... den Verbindungsmann ... über die Hafen-
und Transport Verhältnisse a. (Andersch. Sansibar 25). 2.
durch eifriges Nachforschen herausfinden, erkunden:
erforschen: jmds. Versteck a.; Es geht... darum, die allgemeine-
nen Grundlagen auszuforschen (Sprache 25. 1968. 43).
3. (österr. Amtsspr.) ausfindig machen: die Wilderer wurden
auf Grund ihres Autokennzeichens ausgeforscht
(Sonntagspost 3. 12. 67. 10); <Abl.:) Ausforschung, die: -. -en.
gusfrachten (sw. V.; hat) (Seew.): (Frachtgut) ausladen:
Container a.; <Abl.:) Alisfrachtung, die; -. -en.
ausfragen <sw. V.; hat): a) durch gezieltes Fragen von jmdm.
zu erfahren suchen, aushorchen: laß dich nicht von ihm
a.!; jmdn. nach einem Sachverhalt, über eine Person, wegen
einer Angelegenheit a.; Er stutzte und fragte ihn
argwöhnisch aus (Langgässer. Siegel 198); R so fragt man die
Leute aus (ich lasse mich nicht ausfragen [Antwort auf
Jmds. als zu dreist empfundenes Fragen]); b) <im allg.
im Perf.): aufhören zu fragen: hast du bald ausgefragt?;
<Abl. zu a:> Ausfrager. der; -s. -: jmd.. der einen anderen
ausfragt: Ausfragerei ftjisfra:od'raj]. die; -. -en (ugs.
abwertend): beständiges, als lästig empfundenes Ausfragen: So
hat sie den Verhören standgehalten ... und den törichten
-en des Neugierigen (Werfel. Bernadette 434).
ausfransen <sw. V.): a) (von Textilien, bes. Kleidungsstük-
ken) sich an den Rändern in Fasern auflösen, ausfasern
Ost): die Ärmel fransen aus; in ausgefransten Hosen
herumlaufen; (auch a. + sich:) der Teppich hat sich
ausgefranst; b) (ein Gewebe) am Rand durch Ausziehen der
Schußfäden mit Fransen versehen (hat): eine Tischdecke rundum
a.; Ü Die roten Flecken ... fransten den Himmel aus
(Flammen schlugen zum Himmel, lösten für das Auge den Horizont
auf: Plievier. Stalingrad 16).
ausfrftsen (sw. V.; hat) (Technik): a) mit der Fräse beseitigen,
herausfräsen: Unebenheiten an einem Werkstück a.; b)
durch Fräsen glätten: ein Werkstück a.; (Abl.:> Allrfrisung,
die; -. -en.
ausfratscheln ['apsfra:tjlnl (sw. V.; hat) (österr. ugs.):
indiskret ausfragen: laß dien nicht a.!
gusfreseen (st. V.; hat): 1. a) (Futter) aus etw. fressend
herausholen: die Vögel haben die Körner [aus dem Futter-
napfl ausgefressen; b) (ein Gefäß, eine Frucht u.a.) leer
fressen: den Trog a.; trug das Ei ... an eine sichere Stelle
... und fraß es vorsichtig aus (Lorenz. Verhalten 49); derb
von Menschen: er hat die ganze Schüssel [Pudding]
ausgefressen; c) zu Ende fressen (meist im Perf.): die Pferde
haben noch nicht ausgefressen. 2. (von Wasser)
auswaschen, durch Unterspülen zerstören: das Wasser hat die
Ufer über weite Strecken ausgefressen. 3. (salopp) die
Folgen tragen müssen für etw.% was man selbst od. häufiger
ein anderer verschuldet hat: ausbaden müssen: was der
Junker versaut, muß der Jude a. (Tucholsky. Werke I. 423).
4. (ugs.) (Strafbares) tun (meist im Perf.): hat er was
ausgefressen?; Noch niemals hat sich ein Täter durch
angedrohte Strafen abhalten lassen, etwas auszufressen
(Tucholsky. Werke 1. 406).
ausfrieren (st. V.): 1. (Landw.) durch Frost zugrunde gehen,
erfrieren, auswintern (ist): die Saat ist in dem kalten Winter
fast ganz ausgefroren. 2. (von Gewässern) bis zum Grunde
frieren (ist): der See ist bei der Kälte ausgefroren. 3.
(im 2. Part, häufig in Verbindung mit ..sein") durch u.
durch frieren: sie waren ganz ausgefroren, kamen ganz
ausgefroren (durchgefroren) nach Hause. 4. (Technik)
einen Stoff durch Kälteeinwirkung in einen festen Aggregat
zustand überführen, um ihn so von Stoffen mit anderem
Gefrierpunkt zu trennen (hat): werden Wachs und weitere Neben-
stofle bei minus 30 Grad ausgefroren (MM 29. 1. 66.
6).
ausfugen (sw. V.; hat) (Bauw.): (bei einer Ziegelmauer o. ä.)
die Fugen ausfüllen, verfugen: die Mauer muß noch
ausgefugt werden; Steine mit Lehm a.; (Abi.:) Ausfugung, die;
-. -en.
Ausfuhr [*^isfu:pl. die; -. -en (Ggs.: Einfuhr): a) (o. PI.)
das Ausführen (2). Exportieren. Export (1): die A. von
Weizen wurde verboten; b) das Ausgeführte, ausgeführte
Waren: Export (2): das Land muß seine A. steigern, ist
von seiner A. abhängig; die -en nach Übersee.
Ausfuhr- (Wirtsch.): -arttkel, der; ^beschränkung, die; -be-
stonmung. die (meist PL); ^bewilligung, die; -bürgschaft.
die; -erlaubnis, die; ^finanzienmg, die; Affinierung, die;
-garantie. die; -genehmigung. die; -gut. das (meist PI.):
-hafen. der; Händler, der; -kredit. der; -land. das (PI.
-länder); -liste, die; -lizenz, die; -monopol. das; -prämie,
die; Mjuote. die; -sperre, die; -Subvention, die; -Überschuß,
der; -verbot,das; -volumen. das; -wert,der (o. PL); -zoll.
der.
ausführbar ['^jsfy:?ba:?] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.X I.
durchführbar: geeignet, verwirklicht zu werden: er hält den
Plan nicht für a. 2. für die Ausfuhr, den Export geeignet:
diese leicht verderblichen Produkte sind nicht a.; (Abi.:)
Ausführbarkeit, die.
ausführen (sw. V.; hat): 1. a) ins Freie führen,
spazierenführen: einen Kranken. Blinden a.; sie fuhrt morgens und
abends ihren Hund aus; die Gefangenen werden ausgeführt
(in den Gefängnishof); b) (meist eine weibliche Person)
zum Ausgehen (1 b) einladen: mit jmdm. ausgehen (1 b):
Lerne erst einmal genug Geld zu verdienen, damit du
eine Dame standesgemäß a. kannst (Remarque, Obelisk
57); du läßt dich gerne a.; c) mit jmdm. ausgehen, um
ihn mit anderen Menschen zusammenzuführen: die Eltern
führen ihre Töchter aus; d) (ugs. scherzh.) ein neues
Kleidungsstück in der Öffentlichkeit tragen, sich damit sehen
lassen: sie wollte sofort das neue Kleid a. 2. Waren ins
Ausland verkaufen: exportieren (Ggs.: einführen 2):
Getreide. Südfrüchte a. 3. a) verwirklichen, realisieren: ein
Vorhaben a.; ein Plan, der leider nur teilweise ausgeführt wurde;
Damals wurde eine Aggression nicht unterdrückt, sondern
ausgeführt (Freud. Unbehagen 172); b) einem Auftrag
gemäßtun, vollziehen: einen Befehl, eine Order, eine
übertragene Aufgabe a.; seine Dekrete werden buchstäblich
ausgeführt werden (St. Zweig. Fouche 37); die ausführende
Gewalt (Exekutive): c) (eine bestimmte Arbeit) machen,
erledigen: eine Reparatur a.; alle Arbeiten zur vollen
Zufriedenheit a. 4. a) in Einzelheiten ausarbeiten u. vollenden:
der Schluß des vierten Aktes ist von dem Dichter nicht
ausgeführt worden; b) in bestimmter Weise mit bestimmtem
Material herstellen, gestalten: ein Bild in öl. in
Wasserfarben a. 5. a) (eine bestimmte Bewegung) machen: die
( = Pferde) um ihn herum ... ihre Pas. Kniebeugen und
Drehungen ausführten (Th.Mann.Krull 225); b) (Fußball.
Eishockey) machen, vollführen: einen Freistoß. Strafstoß.
Eckball a. 6. mündlich od. schriftlich ausführlich erläutern,
darlegen: etw. umständlich, an zahlreichen Beispielen a.:
der Redner führte aus. daß ...; Weitschweifig führte sie
aus. wie der Pfarrer getötet wurde (Langgässer. Siegel
86). 7. (landsch. scherzh.) wegnehmen: (was einem anderen
gehört) an sich bringen: sie wollte mir meinen neuen Hut
a.; (subst. 2. Part.): Ausführende, der u. die; -n. -n (meist
PI.; Dekl.t Abgeordnete): (bei künstlerischen
Veranstaltungen) der od. die Vortragende. Mitwirkende: A.: das Amati
Ensemble; (Abi. zu 2:) Ausführer. der; -s. -: svw.
tExporteur (Ggs.: Einführer); ausführlich ['^lsfy:?^. auch: - -1
(Adj.): eingehend, in allen Einzelheiten: eine -e Darstellung.
Beschreibung; die Zeit für -e Gespräche ... sei gekommen
(Dönhoff. Ära 113); a. über etw. berichten; sie ... wuschen
sich a. die Hände {umständlich: Frisch. Gantenbein 393);
(Abi.:) Ausführlichkeit [auch: ^ ]. die; -; Ausführung.
die; -. -en: 1. (o. PI.) a) das Ausführen. Verwirklichen.
Realisieren: Schwierigkeiten, die sich uns bei der A. des
Planes entgegenstellten (Th. Mann. Krull 284); *etw. ar
A. bringen (nachdrücklich; etw. ausführen)', zur A. gelangen,
kommen (nachdrücklich; ausgeführt werden)', b) das
weisungsgemäße Ausführen: Vollzug: die A. eines Befehls, eines
Auftrags; c) das Ausführen (einer Arbeit). Erledigung: die
A. der Reparatur nimmt mehrere Wochen in Anspruch.
2. a) (o. PI.) Ausarbeitung. Vollendung: die A. [der Skizzen]
vornehmen; b) Herstellungsart. Qualität. Ausstattung: eine
einfache, elegante A.; Ledertaschen in verschiedenen -en.
3. (o. PI.) a) das Ausführen einer bestimmten Bewegung:
die exakte A. der Tanzschritte ist wichtig; b) (Fußball.
250
Ausgangs-
Eishockey) das Ausführen* Vollführen: die A. eines
Freistoßes. 4. <P1.) Darlegung: seine -en waren langweilig, nicht
sehr überzeugend; Schließlich kam er zum Höhepunkt
seiner -en (Kirst. 08/15. 169).
Ausführung*-: -art, die; ^bestimmung, die (meist PI.):
Gesetz. Rechtsverordnung od. Verwaltungsvorschrift, die
Einzelheiten zu einer im allgemeinen höherrangigen Rechtsnorm
enthält: -gesetz. das: Gesetz, das Einzelheiten zu einem
anderen Gesetz enthält: Durchführungsgesetz; ^kontrolle,
die; Mjrgan. das: diese Instanzen sind zu bloßen -en von
Regierungsentscheidungen geworden; ^Verordnung, die:
Rechtsverordnung, die Einzelheiten zu einem Gesetz enthält;
-webe, die; -Zeichnung, die (Archit.): die in Einzelheiten
ausgearbeitete Zeichnung, nach der ein Bau ausgeführt wer-
den kann; -zeit, die: (nach REFA) die für die Ausführung
einer bestimmten Arbeit ermittelte Zeit.
ausflillen <sw. V.; hat): 1. a) (einen Hohlraum) mit etw.
ganz] füllen, zuschütten: einen Graben, ein Loch [mit
Steinen] a.; Die Augen waren nicht mehr da. sie waren
ausgefüllt mit Kalkstaub (Remarque. Funke 1S7); Ü LUk-
ken in der Gesetzgebung a.; b) (einen bestimmten
begrenzten Raum) völlig einnehmen, beanspruchen: die Tür füllte
fast die Breite der Zelle aus; sie füllte den Stuhl mit ihrem
gelblichen fetten Körper aus (Rinser. Mitte 99); wenn
jemand seine Kleidungsstücke nicht richtig ausfüllt
(scherzh.; wenn sie ihm zu weit sind; Wohmann. Absicht
73); Ü Ein Mensch kann dieses Schema nicht a. (Lorenz.
Verhalten I. 153). 2. (ein Formular, einen Vordruck o.a.)
mit bestimmten erforderlichen Eintragungen versehen: ein
Formular, einen Scheck a.; füllen Sie bitte diesen
Fragebogen aus!; und wäre es auch nur zur Unterhaltung, so
wie man etwa Kreuzworträtsel ausfüllt (Frisch. Stiller 126).
3, a) (eine Zeitspanne) mit etw. zubringen, hinbringen, über-
brücken: eine Pause. Wartezeit, seine freie Zeit mit etw.
a.; b) (einen bestimmten Zeitraum) ganz beanspruchen,
einnehmen: Dies (= ein Gespräch) füllte ... die Zeit bis
zu Frau Grünlichs Erscheinen aus (Th. Mann.
Buddenbrooks 223). 4. (ein Amt o.a.) in bestimmter Weise
versehen: seinen Posten ... füllte Willi nur sehr unzureichend
aus (Schnurre. Bart 76). 5. a) (von einer Tätigkeit. Aufgabe
o.a.) innerlich befriedigen, ganz in Anspruch nehmen: die
Hausarbeit füllt sie nicht aus; sie hatte ein ausgefülltes
Leben; Redseligen Senatorentöchtern muß man beizeiten
einen Beruf verschaffen, der sie anderweitig ausfüllt (Erich
Kästner. Schule 42); b) (von Vorstellungen. Gedanken u. ä.)
jmdn. völlig beherrschen: der Gedanke an eine baldige
Heimkehr füllte sie ganz aus; ganz ausgefüllt war sie von
wirbelnder Verstörung (A. Zweig. Claudia 129); <Abl.:>
Ausfüllung, die; -.
aurfuttem: svw. T 'ausfüttern (2).
'wrfUttern <sw. V.; hat): 1. a) (ein Kleidungsstück o.a.)
mit einem Innenfutter versehen: der Mantel war mit Pelz
ausgefüttert; b) auskleiden, ausschlagen: der Koffer ist [mit
Stoff) ausgefüttert. 2. (Bauw.) Hohl- od. Zwischenräume
bei zusammengehörenden Teilen eines Bauwerks ausfüllen:
die Hohlräume müssen noch ausgefüttert werden; <Abl.:>
AusfUtterung, die; -. -en.
^■pfiittern <sw. V.; hat): ein Tier reichlich mit Futter
versorgen: das Vieh a.; er hat seine Tiere gut ausgefüttert; Ü
(scherzh.:) in den Ferien sind die Kinder bei den Großeltern
(ordentlich] ausgefüttert worden; <Abl.:) Ausfiittenmg,
die;-.
AflKabe. die; -. -n: 1. <o. PI.) a) das Ausgeben. Verteilen.
Austeilen von erw.: die A. des Essens, des Proviants; b)
das Aushändigen von etw.: die A. der Bücher, der Post;
cUBankw.) das Ausgeben (Verkauf. Emission) von
Wertpapieren. Aktien: Durch A. von Volksaktien ... sollen weite
Kreise der Bevölkerung ... Gelegenheit zur Bildung von
Eigentum erhalten (Fraenkel. Staat 311); d) (Bankw.) (von
Banknoten o.a.) das Ausgeben. ln-Umlauf-Bringen: die A.
neuer Fünfmarkstücke; e) das Bekanntgeben. Verkünden
•ofi etw.: die A. eines Befehls, einer Losung. 2. Ort. Stelle,
wo etw. ausgegeben, ausgehändigt wird. Ausgabeschalter:
die A. ist heute geschlossen. 3. (meist PI.) Geldausgabe,
aufzuwendende Geldsumme (Ggs.: Einnahme 1):
abzugsfähige, laufende, ungewöhnliche -n; Ich nehme an. daß er
.. gezwungen war. seine -n genau zu berechnen (Nossack.
Begegnung 65). 4. a) (von einem Druckwerk o.a.) Form
der Veröffentlichung; Edition: eine gebundene, broschierte,
kommentierte A.; eine A. erster, letzter Hand (die erste.
letzte vom Autor selbst betreute Ausgabe eines Werkes);
b) (selten) svw. t Auflage (1 a): die neueste A. des
Wörterbuchs ist viel umfangreicher als alle früheren. 5. a) die
zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinende Nummer od.
Folge einer Zeitung od. Zeitschrift: Die veralteten,
nachgesandten -n des ..Beobachters" (= eine Zeitung) hatten
recht gehabt (Klepper, Kahn 61); b) (bei Rundfunk u.
Fernsehen) eine zu einem bestimmten Zeitpunkt gesendete
od. ausgestrahlte Sendung: die letzte A. der Tagesschau
um 23 Uhr. 6. Ausführung; Form, in der etw. hergestellt
wird: Nur 7,5 Prozent der 17M-Käufer entschieden sich
... fürdieviertürigeA. (Auto 8.1965.33); Ü
kohlmeisengroße -n unserer Nonnenmeise (Kosmos 3. 1965. 122). 7.
(Datenverarb.) Arbeitsergebnis des Rechners. Output (Ggs.:
Eingabe 3 b).
'ausgäbe-. Ausgabe- (Ausgabe 3): -[nlbeleg. der: Beleg über
einen ausgegebenen Geldbetrag; Mnlbuch, das: Buch, in
dem Geldausgaben eingetragen werden; -nflut. die <o. PI.):
Häufung von Geldausgaben; -freudig <Adj.; nicht adv.):
Gefahren, die von den Kreditbedürfnissen eines -en Staates
ausgehen können (Fraenkel. Staat 365); ^npolitik, die:
die Zurückhaltung der staatlichen A. (ebd. 96); -[njwirk-
sam <AdJ.; nicht adv.): die Ausgaben des Staates 1
beeinflussend: Bevor ausgabewirksame oder einnahmehindernde
Beschlüsse gefaßt werden (Bundestag 190. 1968. 10315);
ausgabenwirksame Programme (Stamokap 39).
2Ausgabe- (Ausgabe 1): ^kurs, der (Bankw.): Kurs, zu dem
ein Wertpapier angeboten, ausgegeben wird; -preis, der:
svw. t -wkurs; ^Schalter, der: Schalter, an dem etw.
ausgegeben wird: -«teile, die: Stelle. Ort. wo etw. ausgegeben wird;
^termin. der: Termin, an dem etw. ausgegeben wird; ^wert,
der <o. PI.) (Bankw.): der durch den Ausgabekurs bestimmte
Wert eines Wertpapiers (Ggs.: Nennwert).
Ausgang, der; -[eis. Ausgänge: 1. a) das Hinausgehen.
Verlassen des Hauses. Spaziergang: es war der erste A. für den
Rekonvaleszenten; Wenn wir unsere Ausgänge in die Stadt
unternahmen (Musil. Mann 1242); b) (von
Hausangestellten u. Soldaten) freier Tag; Erlaubnis zum Ausgehen: Seine
Uhr zeigte eins, und er hatte bis sechs A. (Böll, Adam
54). 2. (Ggs.: Eingang 1) a) Tür. Öffnung, durch die man
hinausgehen, ein Gebäude, einen Raum verlassen kann: den
A. suchen; das Gebäude hat mehrere Ausgänge; am A.
warten; die Leute keilten ihn beiseite ... und gingen auf
den A. zu (Bieler. Bonifaz 107); b) Stelle, wo etwas,
was man durchqueren kann, aufhört: sie wohnen am
A. des Dorfes, des Waldes; c) Öffnung an einem Organ,
durch die etw. austreten kann: ein Abszeß am A. des
Magens, des Darmes; bei der Operation wurde ein künstlicher
A. (Darmausgang) geschaffen. 3. a) <o. PI.) (von einem
größeren Zeitraum, einer Epoche) Ende: die Askese des
Mittelalters wurde ... nie ernster erlebt als hier am A.
der Renaissance (Schneider, Leiden 51); b) Ende. Ergebnis
eines Vorgangs: der A. des Krieges, des Prozesses war
ungewiß; ein glücklicher, unerwarteter A. des
Unternehmens; nur zwei Unfälle .... davon nur einer mit tödlichem
A. (Feuchtwanger. Erfolg 300); c) (von einer Zeile, einem
Vers u.a.) Ende. Schluß: der A. der Zeile, des Wortes
(Wortauslaut). 4. <o. PI. > Anfang. Ausgangspunkt: sie
kehrten an den A. ihres Gesprächs zurück; * seinen A. von
etw. nehmen (von erw. ausgehen): die Fleischergasse, von
der einst der Bau der Judenstadt seinen A. genommen
hatte (Buber. Gog 104). 5. Bürow. (Ggs.: Eingang 4) a)
<o. PI.) (von Post o.a.) das Abschicken: einen Stoß Briefe,
die ich ... fertiggemacht hatte zum A. (Gaiser. Schlußball
51); b) <meist PI.) die zum Abschicken vorbereitete Post
o. ä.: die Ausgänge fertigmachen, erledigen; ausgangs [*^is-
gans]: I. <Adv.) am Ausgang, am Rand: A. von Hohenstein
hatte seine Maschine einen Pleuelbruch (MM 14. 7. 69.
14). II. <Präp. mit Gen.) (Ggs.: eingangs II) a) (räumlich)
am Ausgang: a. der Kurve; als Bandini mit dem zweiten
Ferrari ihn a. einer Spitzkehre berührte (Frankenberg,
Fahrer 138); b) (zeitlich) am Ende: ein ... Mann a. der
Fünfziger (Ende Fünfzig; Fallada. Jeder 267).
Ausgangs-: ^basis, die: Grundlage, von der etw. ausgeht,
auf der etw. aufbaut: Wir haben jetzt wieder eine bereinigte
A. gewonnen (Bundestag 188. 1968. 10166); -besdrän-
kung. die <o. PL) (Milit.): Disziplinarstrafe, bei der zu
bestimmter Zeit die Unterkunft nicht verlassen werden darf;
^frage, die: Frage, an die sich eine weitläufigere Erörterung
angeschlossen hat: Unsere A.... führte zu einer Einzelarbeit
251
ausgaren
(Meyer. Unterrichtsvorbereitung 87); ^geschwind igkeft.
die: Anfangsgeschwindigkeit; ^gestern, das (Geol): Gestein,
aus dem ein Boden entstanden ist; -läge, die: Lage.
Situation, die am Beginn von etw. besteht: Sie sind in einer
günstigeren A., Herr Leutnant (Kuby. Sieg 293); Miiaterial,
das; -Position, die: Situation. Position am Beginn von etw.:
Die Partei hatte ... eine glänzende A. (Augstein.
Spiegelungen 26); -punkt, der: Stelle. Ort. von wo aus etw. seinen
Ausgang nimmt, wo etw. beginnt: München war der A.
ihrer Reise; wieder zu einem A. zurückkehren; ist der
Begriff der Nation zum A. einer geschichtlich-politischen
Entwicklung geworden (Fraenkel. Staat 210); -sperre, die
(bes. Milit.): Verbot, zu bestimmten Zeiten auszugehen,
das Haus, die Kaserne zu verlassen; -spräche, die
(Sprachw.): Sprache, aus der übersetzt wird (Ggs.:
Zielsprache); -stelle, die: Stelle. Ort. von wo etw. ausgeht: eine
Leistung, die ... mit der Lokalisation dieser Reize an eine
gemeinsame A. im Räume zusammenhängt (Lorenz.
Verhalten 116); -Stellung, die: 1. (Sport) svw. f Grundstellung:
in A. gehen. 2. (Milit.) Stellung, von der aus ein Angriff
geführt wird; -Stoff, der: Stoff. Material, das Grundlage
für ein bestimmtes Produkt ist; -für. die: Tür. die als
Ausgangdient (Ggs.: Eingangstür); -verbot,das: svw. t -sperre;
-wert, der (Steuerw.): Wert, von dem man bei der Ermittlung
eines Grundstückswertes ausgeht; '-seile, die (Druckw.):
die letzte, nicht bis zum Ende gefüllte Zeile eines Absatzes;
-zustand, der: Zustand, in dem etw. zu Beginn einer
Entwicklung ist: daß nach Möglichkeit der A. durch
Heilungsprozesse wieder hergestellt werden kann (Medizin II. 170).
ausgfiren (gärte /(auch:) gor aus, hat/ist ausgegärt/ (auch.)
ausgegoren): zu Ende gären, aufhören zu gären: der Wein
hat/ist ausgegärt, ausgegoren; noch nicht ausgegorener
Most; Ü meine inzwischen zur vollen Reife ausgegorenen
(ausgereiften) Pläne (Habe. Namen 214); <Abl.:> Alisga-
rung, die; -, -en.
ausgasen <sw. V.): 1. (einen Raum) mit Hilfe von Gas
desinfizieren od. von Ungeziefer befreien <hat>: man hat die
Stallungen. Krankenzimmer ausgegast. 2. (Bergbau) (von
Kohle im Bergwerk) Grubengas austreten lassen <ist>: die Kohle
ist ausgegast; <Abl.:> Ausgasung, die; -. -en.
ausgeapert: tausapern.
ausgearbeitet: t ausarbeiten (1 b).
ausgeartet: t ausarten.
aufgebacken: t ausbacken (2 a).
ausgebaut: f ausbauen (1-3).
ausgeben <st. V.; hat): 1. a) (in offizieller Funktion) verteilen,
austeilen: Verpflegung. Proviant a.; das Stroh wird nur
alle vier Wochen gewechselt.... Decken werden nicht
ausgegeben (Mostar. Unschuldig 37); b) aushändigen: die
Fahrkarten, die Bücher werden am Schalter ausgegeben;
c) (Bankw.) (Aktien o.a.) zum Kauf anbieten: die
Gesellschaft gibt neue Aktien aus; d) (Bankw.) neue Banknoten.
Geldstücke in Umlauf bringen: neue Fünfmarkstücke a.;
e) (bes. Milit.) (in offizieller Funktion) bekanntgeben,
verkünden, erlassen: einen Befehl a.; vielleicht hatte General
a. D. Heyne diese Parole ausgegeben (Ott. Haie 143);
0 (Datenverarb.) (einen Output) ausdrucken, gedruckt
wiedergeben: der Computer gibt einen Text aus. 2. a) für
etw. (Geld) verbrauchen, aufwenden: er hat sein ganzes
Geld ausgegeben; Die Kaiserin selbst hat ein Vermögen
dafür ausgegeben (Thieß. Reich 641); sie gibt gerne Geld
aus (ist verschwenderisch); wieviel hast du für die
Ausrüstung ausgegeben (bezahlen müssen) ?; b) (ugs.) (jmdm..
einer Gruppe von Personen) spendieren: [für die Kollegen]
eine Runde, eine Lage Bier a.; Natürlich muß ich in der
Kantine einen a. (Remarque. Westen 110). 3. <a. + sich)
sich kräftemäßig verausgaben, seine Kräfte völlig
verbrauchen: du hast dich bei dieser Arbeit völlig ausgegeben;
Er (= ein Läufer) gab sich ... nicht voll aus, wenn er
merkte, daß sein ... Gegner ... hinter ihm lag (Lenz. Brot
110). 4. <a. + sich} fälschlich als jmdn.. etw. bezeichnen;
behaupten, jmd. od. etw. Bestimmtes zu sein: du gibst dich
für seinen Bruder aus; eine Weibsperson .... die sich für
die Frau meines Sohnes ausgibt (Fallada. Herr 198);
Erfindungen seiner Phantasie gab er als Tatsachen aus (Nie-
kisch. Leben 295). 5. (landsch.) a) ergiebig sein, viel ergeben:
derTeig. die Wolle, gibt viel, wenig aus; b) einen bestimmten
Ertrag geben, bringen: der Acker hat wenig ausgegeben.
6. zur Bearbeitung weggeben, außer Hause arbeiten, fertigen
lassen: die Wäsche a.; sie gibt viele Arbeiten aus.
ausgebessert: f ausbessern.
ausgeheult: f ausbeulen.
Ausgebeutete fspsgslxjyuta], der u. die; -n. -n <Dekl.
tAbgeordnete): Jmd.. der von einem anderen ausgebeutet wird
ausgebildet: t ausbilden.
ausgeblasen: f ausbeißen.
ausgeblaßt: f ausblassen.
ausgebleicht: ^ausbleichen.
ausgeblieben: f 'ausbleichen.
ausgeblutet: t ausbluten.
ausgefegt: t ausbogen.
ausgebombt ['^psgabompt]: f ausbomben; Ausgebombte, der
u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der bei einem
Bombenangriff, seine Wohnung / u. Habe! verloren hat; -r
sein; wir sprechen mit... -n ... Alle behaupten: ..Wir
werden siegen ..." (K. Mann. Wendepunkt 344).
ausgebootet: f ausbooten.
ausgeborgt: f ausborgen.
Ausgebot, das; -{eis. -e: svw. f Ausbietung.
ausgebrannt: f ausbrennen.
ausgefaraten: f ausbraten.
ausgebreitet: f ausbreiten.
ausgebrtfeelt ['qpsgdbr0:zlt] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv./.
mit Bröseln ausgestreut: eine -e Kuchenform.
ausgebucht: f ausbuchen.
ausgebuchtet: t ausbuchten (2).
ausgebufft ['^isgabuft] <AdJ.; nicht adv.) (salopp, häufig
abwertend): 1. (in einem bestimmten Bereich) erfahren u.
trickreich, mit Raffinesse vorgehend, clever: ein -er
Geschäftsmann; das Durchschnittsalter liegt bei 23". aber
es sind „auch ein paar -e Jungs" dabei (Spiegel 47, 1965.
74). 2. erledigt, abgetan: Pornowelle in ihren letzten Zuk-
kungen .... abgeschlafft und a. (MM 13. 3. 71. 5); <AM.
zu 1:) AusgebufTte, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete/
das ist ein ganz -r.
ausgebuht: t ausbuhen.
Ausgeburt,die;-.-en(geh. abwertend): a) üble/
Hervorbringung. Auswuchs: die -en des menschlichen Geistes sind:
Haß. Neid. Machtstreben (Dönhoff*, Ära 87); b) jmd..
der etw. Negatives, eine negative Eigenschaft in bes.
ausgeprägter Form verkörpert; Ausbund: Seine Lore, diese A.
von Faulheit und Borniertheit (Kirst. 08/15. S62).
ausgedacht: t ausdenken.
ausgedehnt: t ausdehnen.
ausgedient: T ausdienen.
Ausgedinge« das; -s. -. (seltener:) Ausgeding ['^lsgddiQbM.
das; -[eis. < [zu f Gedinge) (landsch.): svw. f Altenteil (bes.
eines Bauern): er hat sich auf sein, ins A. zurückgezogen;
<Abl.): Ausgedinger, der; -s. - (landsch.): jmd.. der auf
dem Ausgedinge lebt; Ausgedtagerki* die; -. -nen: w. Form
zu t Ausgedingen er ... hat sechs Raubmorde verübt, alk
an alten Frauen, -nen (Kisch. Reporter 284).
ausgedörrt: f ausdorren.
ausgedörrt: t ausdörren.
ausgedruckt: t ausdrucken.
ausgefahren: t ausfahren (7).
ausgefallen <AdJ.; nicht adv.) [eigtl. = aus dem Üblichen
herausgefallen]: ungewöhnlich, nicht alltäglich: ein -es
Muster; Kätta wollte mit diesem -cn Geschenk auf meinen
Geschmack... erzieherisch wirken (Andres. Liebesschaukd
80); ihr Geschmack ist etwas a.; Ü Ist es nicht zum
Verrücktwerden, wenn man die Verteilung von Leidenschaft und
Schläfrigkeit in dieser -en Welt beobachtet (Thielicke. Ich
glaube 142).
ausgefasert: T ausfasern.
ausgefedert: t ausfedern.
ausgefeilt: tausfeilen.
auGgefekmt [ajisgsf^jmt] <Adj.; nicht adv.): svw. t abgefeimt
ausgeflaggt: t ausflaggen.
ausgeflippt [ajisgaflrpt]: f ausflippen; <subst.:) Ausgeflippte.
der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): Pire Christian.
69, der in seiner Barackensiedlung ... Obdachlosen und
-n Zuflucht bietet (Spiegel 14. 1974, 176).
ausgefranst: f ausfransen.
ausgefuchst [%isgdfukst] <Adj.; nicht adv.) [zu Fuchs =
angehender Student] (ugs.): (in einem bestimmten Bereich
sehr erfahren u. trickreich: Der ... Trick -er Autofahrer
besteht darin, Regenwasser ... einzufüllen (Auto 8, 1961
19); Ü mit -er (letzte technische Feinheiten aufweisend*
Bektronik (MM 225.1974. 35).
252
ausgepicht
USBeflillt: t ausfüllen (5 a).
meglkhen <Adj.> (Ggs.: unausgeglichen): a) harmonisch,
in sich ruhend, gelassen: ein -er Mensch; jetzt kommst
Du mir viel -er vor (Grass. Hundejahre 539); b)
gleichmäßig, frei von Schwankungen: Der Strauch ist ... an ein
-es Klima gebunden (Kosmos 3.1965.108); Ü Die
Handelsbilanz ist ... relativ a. geblieben (Bundestag 189. 1968.
10 239); die Mannschaft ist ein -es (Sport; auf allen
Positionen gleich gut besetztes) Team; c) (Sport) (von Spielen.
Wettkämpfen) ohne Vorteil für die eine od. andere
Mannschaft, den einen od. anderen Spieler ausgehend: Nach einer
-en ersten Runde geriet Koschemann ins Hintertreffen
(Welt 26. 5. 65. 22); <Abl.:> AlMttlidienheit. die; -.
■WPgoren: t ausgären.
■gngirglüht: t ausglühen.
ausgeh-. Ausgeh- (ausgehen 1): Minzug. der (bes. Milit.):
Anzug der Soldaten, der für den Ausgang u. den Urlaub
bestimmt ist: ^bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: bereit,
fertig zum Ausgehen: Erlaubnis, die: Erlaubnis, das Haus.
Heim od. die Kaserne zu verlassen: vgl. Auße; ^fertig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): fertig zum Ausgehen: Mmiform. die
(Milit.): svw. t-anzug; -verbot, das (bes. Milit.): Verbot,
das Haus. Heim od. die Kaserne zu verlassen.
Ausgangssperre.
ausgehen <unr. V.; ist): 1. a) (zu einem bestimmten Zweck,
mit einer bestimmten Absicht) die Wohnung verlassen, aus
dem Haus gehen: sie war ausgegangen, um einen Besuch,
um Einkäufe zu machen; b) (zum Vergnügen, zum Essen.
Tanzen u. ä.) ein Lokal o. ä. aufsuchen: häufig, selten,
sonntags a.; wir gehen ganz groß aus; <subst.:> sich zum
Ausgehen anziehen. 2. von einer bestimmten Stelle seinen Ausgang
nehmen, abgehen, abzweigen: von diesem Knotenpunkt
gehen mehrere Fernstraßen aus. 3. (von Postsendungen)
abschicken: die aus- und eingehende Post; Herr von Balk
hatte die Einladungen a. lassen (Wiechert. Jeromin-Kinder
710). 4. a) von jmdm. herrühren, vorgebracht, geäußert,
vorgeschlagen werden: ich weiß nicht, ob der Wunsch von
ihm ausging; die Anregung geht vom Minister aus; b)
ausgestrahlt, hervorgebracht werden: Ruhe. Sicherheit, ein
bestimmtes Fluidum geht von jmdm. aus; geht von seiner
Person ein wahrnehmbarer Glanz aus (Nigg. Wiederkehr
196). 5. zum Ausgangspunkt nehmen, etw. zugrunde legen:
du gehst von falschen Voraussetzungen aus; gehen wir
einmal davon aus. daß ... 6. sich etw. zum Ziel setzen.
es auf etw. absehen: auf Gewinn. Betrug a.; Drahtzieher
... die geflissentlich darauf ausgehen, das Verhältnis ...
ai verschlechtern (Dönhoff. Ära 134); Unter dem Mantel
von Treue und Tugend wird ... auf Eroberungen
ausgegangen (Hörzu 18. 1973. 61). 7. a) in bestimmter Weise enden:
das kann nicht gut a.; der Autounfall hätte schlimmer
a. können; das Unternehmen ist ausgegangen wie das
Hornberger Schießen (erfolglos, ergebnislos): b) (landsch.)
aufhören, zu Ende gehen (Ggs.: angehen 1): die Schule
geht um 12 Uhr aus; das Theater war spat ausgegangen;
c) (Sprachw.) (auf einen bestimmten Buchstaben, eine
bestimmte Silbe o.a.) enden: auf einen Vokal a.; Namen,
die alle auf .hippos%. .Pferd4, ausgehen (Th. Mann. Krull
306); d) (selten) in etw. übergehen, auslaufen: das Muster
geht am Rand in Bogen aus. 8. (von etw., was in best inunter
Menge vorhanden ist) sich erschöpfen, zu Ende gehen,
schwinden: die Vorräte sind ausgegangen; das Geld ging
uns aus; Ü allmählich geht mir die Geduld aus. 9. sich
aus einem organischen Zusammenhalt lösen, [her lausfallen:
Zähne. Federn. Haare gehen aus; die Haare gehen ihm
aus (fallen ihm stark aus). 10. (ugs.) sich in bestimmter
Weise ausziehen lassen: die nassen Handschuhe gingen
schwer aus. II. aufhören zu brennen od. zu leuchten:
vierlöschen (Ggs.: angehen 2): das Licht, die Lampe ging
aus; Michael ließ die trübe Funzel a. (Grzimek. Serengeti
128); die Pfeife war ihm ausgegangen. 12. (landsch.) a)
* von Farbe) beim Waschen aus einem Gewebe o. ä.
schwinden od. auslaufen: die Farbe, das Rot in diesem Stoff
ist beim Waschen ausgegangen; b) (von Gewebe o. ä.) beim
Waschen die Farbe verlieren. Farbe abgeben: der Stoff geht
beim Waschen [nicht] aus. 13. (landsch.) (ein Gelände,
eine Strecke o. ä.) gehend durchmessen: auf
gleichbleibender Höhedie Muldea.. auch wenn der Weg weiter erscheint
(Eidenschink. Fels 109); * es geht sich aus (österr.; es reicht):
du brauchst mir kein Geld zu borgen, es geht sich aus;
angehend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): (von einem größeren
Zeitraum, einer Epoche) sich dem Ende zuneigend, zu Ende
gehend: im -en Mittelalter; die Leitbegriffe der
Sozialpsychologie des -en 19. Jahrhunderts (Hofstatter.
Gruppendynamik 49); Ausgehende, das; -n: svw. f Ausstrich (2);
Ausgeher, der; -s. - (landsch.. bes. südd.): Bote. Laufbursche.
ausgehöhlt: f aushöhlen.
ausgehungert ['ajisgahunet] <Adj.; nicht adv.>: a) sehr
hungrig: großen Hunger leidend: nach dem langen Marsch waren
sie ganz a.; Ü Fräulein Oldenburg ... ist Jetzt ganz a.
nach Wind und frischer Luft (Faller. Frauen 128); b) durch
langes Hungern entkräftet: die Flüchtlinge waren
vollständig a.
aussetzen <sw. V.; hat) (Landw.. Weinbau): Nebentriebe
(Geize), die die Entwicklung des Haupttriebes
beeinträchtigen, entfernen: <subst.:> Das Ausgeizen muß durch
Ausbrechen ohne Messer erfolgen (MM 29. 5. 69. 9).
ausgekämmt: t auskämmen (1 b).
ausgekämpft: f auskämpfen (3).
ausgeklügelt: T ausklügeln.
ausgekocht I'ajisgdkoxt] <Adj.; -er. -este; nur attr.) (ugs.
abwertend): raffiniert, durchtrieben: ein -er Bursche.
Gauner. Betrüger: wenn Sie es gewesen sind, sind Sie ein
ganz -er Hund (Fallada. Blechnapf 289).
ausgekühlt: f auskühlen.
ausgelassen <Adj.) [2. Part, von: auslassen = los-,
freilassen]: in übermütiger, unbeschwerter Weise fröhlich: eine
-e Gesellschaft; in -er Stimmung sein; ein -es Fest. Damen
in Abendkleidern lagern sich auf dem Parkett (Frisch.
Gantenbein 242); sie tanzten a. (wild): <Abi. :>
Ausgelassenheit, die; -, -en <P1. selten): a) <o. PI.) das Ausgelassensein:
unbekümmerte, überschäumende Fröhlichkeit: hatte die
Schulleitung erkannt, daß ein wenig Fröhlichkeit und A.
notwendig seien (Leonhard. Revolution 178); b)
ausgelassene Handlung.
ausgelastet: f auslasten.
ausgelatscht: tauslatschen.
ausgelaugt: f auslaugen.
ausgeleiert: f ausleiern.
ausgelernt ['apsgslerntl: t auslernen; <subst.:> Ausgelernte,
der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der seine
Lehrzeit beendet hat.
ausgelesen: t 'auslesen (2).
ausgeliefert [apsgdli:fm]: tausliefern; <Zus.:> Ausgdiefert-
sein, das; -s: der Mensch mit seiner ... Gier nach dem
Leben und seinem A. an den Tod (Thielicke. Ich glaube
261).
ausgelitten nur in der Verbindung a. haben (geh.; nach
schwerem Leiden gestorben sein).
ausgemacht ['^ysgdmaxt] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [zu
veraltet ausmachen = bis zu Ende machen!: 1. <o. Steig.)
sicher, gewiß feststehend, beschlossen: zwischen den Jungs
... ist -e Sache, es geht ein Gespenst um (A. Zweig. Grischa
81); etw. als a. voraussetzen; als a. gelten; Ich kann nicht
genesen, es ist a. (es steht fest: Th. Mann. Zauberberg
4%). 2. a) <nur attr. > sehr groß, ausgesprochen, vollkommen:
eine -e Dummheit. Schurkerei; er ist ein -er Snob; b)
(intensivierend bei Adjektiven) sehr, überaus,
ausgesprochen: das war ein a. schäbiges Verhalten.
ausgemauert: T ausmauern.
ausgemergelt: f ausmergeln.
ausgemittelt: tausmitteln.
ausgemugelt['wsg9mu:glt.auch: ...mog)t]<Adj.; nicht adv.)
[zu tMugel] (österr.): (von Skipisten) so stark befaixren,
daß durch das Abschwingen an den gleichen Stellen die
Piste uneben geworden ist.
ausgemustert: t ausmustern.
ausgenommen <Konj>: außer /wenn/ (mit nachgestelltem
Bezugswort od. mit Gliedsatz): er widerspricht allen, a.
dem Vater; wir werden kommen, a. es regnet; (steht das
Bezugswort im Nom.. so kann es voran- od. nachgestellt
sein:) alle waren gekommen, a. sein Bruder/sein Bruder
a. Vgl. aber: ausnehmen (4).
ausgenutzt: tausnutzen.
ausgepicht ['ajisgapift] (Adj.: -er. -este; nicht adv.) [2. Part,
von veraltet auspichen = inwendig mit Pech verschmieren]
(ugs.): 1. (in einem bestimmten Bereich) sehr erfahren / u.
zugleich durchtrieben, raffiniert/: ein -er Kerl; der ist ganz
schön a. 2. bis ins Letzte verfeinert: weil sie sich mehr
und mehr einer -en und gefräßigen Feinschmeckern ergab
(Fussenegger. Haus 197).
253
ausgeplatzt
ausgeplatzt: t ausplatzen.
ausgeplündert: t ausplündern.
ausgepolstert: f auspolstern.
ausgepowert: t auspowern.
ausgeprägt ['apsgaprakt]: tausprägen; <Abl.:>
Ausgeprägtheit, die; -.
ausgepumpt C^psgapumpt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(salopp): nach einer großen körperlichen Anstrengung o.a.
völlig erschöpft: nach dem anstrengenden Training war
die Mannschaft völlig a.; Ich fühle mich a.. erschöpft,
unfähig zu meiner Arbeit (K. Mann. Wendepunkt 391);
so ein richtiger alter Arbeiter, ausgemergelt, a. (Fallada.
Jeder 51).
ausgerben <sw. V.; hat) (Gerberei): vollständig gerben:
vorwiegend mit Eichen- und Fichtenrinde in der Grube
ausgegerbtes Leder (MM 23. 9. 69. 24).
ausgerechnet ['ajisgareipiat, auch: '—'—1 <Adv.) [zu taus-
rechnen] (ugs.): gerade (drückt in emotionaler
Ausdrucksweise Verärgerung. Unwillen. Verwunderung o.a. aus):
a. heute, wo ich keine Zeit habe; das muß a. mir passieren!;
unter den vierzig Bewerbern war a. Walter ausgewählt
worden.
ausgereckt: t ausrecken.
ausgereift: tausreifen; <Abl.:> Ausgereiftheit. die; -.
ausgerenkt: t ausrenken.
ausgerichtet: f ausrichten.
ausgerissen: t ausreißen.
ausgeruht: T ausruhen.
ausgerüstet: t ausrüsten.
ausgeschaltet: t ausschalten.
ausgeschämt, ausgschamt ['ausgaja:mt. ...skja:mt] <Adj.;
-er. -leiste) [eigtl. = aufgehört habend, sich zu schämen]
(landsch): unverschämt, frech: er ist ein -er Kerl.
ausgeschieden: f ausscheiden.
ausgeschildert: Tausschildern.
ausgesdiissen: Tausscheißen.
ausgeschlagen: T ausschlagen.
ausgeschlossen [auch: '--'—] <Adj.; nur präd.) [zu
Tausschließen (4)]: unmöglich, undenkbar: es ist nicht [ganz]
a., daß ...; a.! (das kommt nicht in Frage!), ich mache
das nicht!; etw. Tür a. halten. Tür a. erklären; ..A.. daß
Sie das rausfinden', sage ich (Remarque, Obelisk 344);
<subst.:) Ein Ausgeschlossen ... gibt es für uns Ärzte nicht
(Noack. Prozesse 215).
ausgeschmückt: f ausschmücken.
ausgeschnitten <AdJ.): (von einem Kleid, einer Bluse o.a.)
am Hals mit einem größeren Ausschnitt versehen: Sie trug
ein ... Sommerkleid .... es war ... gerafft und oben weit
a. (Kirst, 08/15. 103); sie trägt gerne tief a. (ugs.; Kleider
mit tiefem Ausschnitt, mit Dekollete).
alisgeschossen: Tausschießen.
ausgeschrägt: Tausschrägen.
ausgeschrieben <Adj.; nicht adv.): (von der Schrift)
ausgeprägt: er hat eine -e Handschrift.
ausgesessen: Taussitzen.
ausgesetzt ['qjisgazetjt]: Taussetzen; <Abl.:> Ausgesetztheit.
die; -: Sie hat die A. erfahren und damit die Unschuld
der Kindschaft verloren (FAZ 8. 8. 61. 14).
ausgesorgt: Taussorgen.
ausgesperrt[qpsgdjpert]:Taussperren; (subst.:)
Ausgesperrte, der u. die; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete): (im Verlauf
eines Streiks od. einer Streikdrohung) vom Arbeitgeber
durch vorübergehende Schließung des Betriebes an der
Aufnahme seiner Arbeit gehinderter Arbeitnehmer.
ausgespielt [aysgdjpi.lt] <Adj.) in der Verbindung a. haben
(nichtsmehr gehen, keine Macht. Bedeutung, keinen Einfluß
mehr haben): dieser Politiker hat a.; die Sittenstrenge hat
a. (Th. Mann. Zauberberg 320); er hat bei mir a. (ugs.;
ich will nichts mehr von ihm wissen).
ausgesprochen <Adj.) [2. Part, von Taussprechen]: a) <attr..
seltener präd. u. adv.) ausgeprägt: besonder..., speziell:
eine -e Vorliebe für etw. haben; Sie ist ... vornehmen
Aussehens, obwohl ohne -e Schönheit (Benrath. Konstanze
18); die Festlaune war von Anfang an sehr a. (Th. Mann.
Zauberberg 451); Noch -er war dies der Fall bei dem
... Umsturz in Italien (Fraenkel, Staat 299); b)
(intensivierend bei Adj.) sehr, besonders: weil Gouffö aller Welt
als ein ... a. freundlicher Mann bekannt wäre (Maass.
Gouffö 16); ausgesprochenermafien <Adv.): in
ausgesprochenem Maße, in unverkennbarer Weise. Form: In sozialen
... Fragen jedoch gehörten sie a. zum radikalen Flügd
(Rothfels. Opposition 103).
ausgestalten <sw. V.; hat): 1. a) (in seinem Ablauf o.a.)
planend gestalten, arrangieren: ein Fest, eine Feier a.; b)
einer Sache eine bestimmte Gestalt od. Form geben: in
bestimmter Weise ausformen: einen Raum geschmackvoll
a.; die Schilder über den Türen .... die ... künstlerisch
ausgestaltet worden waren (Kuby, Sieg 362). 2.
umgestaltend} zu etw. erweitern, ausbauen: den Versuch .... den
IdeologiebegrifT zum Grundbegriff einer
einzelwissenschaftlichen Methode auszugestalten (Fraenkel. Staat 140);
sehr weit ausgestaltet wurde die Ganzheitslehre
(Hofstätter. Gruppendynamik 178); <Abl.:) Ausgestaltung, die; -.
-en: a) <o. PI.) das Ausgestalten: b) Gestalt, Form: der
Rechtsstaat ... in der spezifischen A.. die er im 19. Jh.
erlangt hatte (Fraenkel. Staat 290).
ausgestellt: f ausstellen.
ausgesternt: svw. f ausgestirnt.
ausgesteuert Cqpsgajtgret]: t aussteuern; (subst.:>
Ausgesteuerte, der u. die; -n. -n <Dekl. f Abgeordnete): jmd..
der von der Arbeitslosen- od. Krankenversicherung
ausgesteuert wurde, d. h. keine Zahlungen mehr aus der
Versicherung erhält.
ausgestirnt [apsgajtimt] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [zu
TGestirn] (dichter.): ganz mit Sternen bedeckt: Vor den
Fenstern, weit offen, steht a. ... der Augusthimmel (A.
Zweig. Grischa 255).
ausgestochen: f ausstechen; <subst.:) Ausgestochene, das; -n.
-n (landsch.): a) Plätzchen, bes. Weihnachtsplätzchen, das
mit einem Förmchen ausgestochen wird: b) <o. PI.)
ausgestochenes Gebäck, bes. Weihnachtsgebäck: die Kinder essen
am liebsten das A.
ausgestopft: t ausstopfen.
ausgestorben ['ajisgaltorbn] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
unbelebt, menschenleer: abends ist die Innenstadt völlig
a.
ausgestoßen: f ausstoßen.
ausgestreckt: f ausstrecken.
ausgesucht [apsgdzu:xt] (Adj.; -er. -este): 1. (nur attr.
besonder.... erlesen, hervorragend: -e Weine; eine -e Gesell-
schaft; Sie ... beschimpfte ihn ... mit -en Schmähungen
(iron.; Jaeger. Freudenhaus 173). 2. a) sehr groß,
ausgesprochen: Dann fragte ich sie mit -er Freundlichkeit (Niekisch.
Leben 237); b) (intensivierend bei Adj) sehr, überaus
a. höflich; a. schöne Früchte. 3. übriggeblieben (nachdem
das Gute herausgesucht wurde), wenig Auswahl bietend:
-e Ware; die Stoffe sind schon sehr a.; <Abl. zu 1 a:>
Ausgesuchdielt, die; -: Er schließt... von der Großartigkeit
oder A. gesellschaftlicher Veranstaltungen auf die soziale
Stellung seines Brotherrn (Jahnn. Geschichten 167).
ausgetäfelt: t austäfeln.
ausgetauscht: t austauschen.
ausgeteert: Tausteeren.
ausgetreten: (austreten.
ausgetrocknet: f austrocknen.
ausgewachsen (Adj.: o. Steig.; nicht adv.): 1. zur vollen
Größe herangewachsen: ein -er Bursche; Ü ein -er (großer,
Skandal; ein -er (ugs.; ausgesprochener) Blödsinn. 2. schief,
bucklig gewachsen* verwachsen: der arme Kerl ist a.; <Zus.
zu 1:) Ausgewachsensein, das; -s: Dieser Zeitpunkt fölh
zusammen mit ... A. des Jungvogels (Lorenz. Verhalten
62).
ausgewählt: Tauswählen; (Abl.:> Alisgewähltheit, die; -.
ausgewalzt: f auswalzen.
ausgewandert [a^isgdvandet]: tauswandern; (subst.:)
Ausgewanderte, der u. die; -n. -n (Dekl. t Abgeordnete): jmd.,
der ausgewandert ist. seine Heimat verlassen hat. um m
einem anderen Land zu leben.
ausgewaschen: tauswaschen.
ausgewechselt: f auswechseln.
ausgeweidet: t ausweiden.
ausgeweitet: tausweiten.
ausgewertet: f auswerten.
ausgewetzt: t auswetzen.
ausgewiesen: f ausweisen; (subst.:) Ausgewiesene, der u. die;
-n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der aus einem Land
o. ä. ausgewiesen wurde.
ausgewintert: f auswintern.
ausgewittert: t auswittern.
ausgewogen (Adj.; nicht adv.) [2. Part, von fauswägent
254
ausgliedern
genau, sorgfältig abgestimmt, harmonisch; sich in einem
bestimmten Gleichgewicht befindend: ein -es Programm
aufstellen; Er stieß mit mir an in seiner ernsten, -en Art
(Seghers. Transit 63); Der Rhythmus ist sehr a.. ruhig
(Seidler. Stilistik 250); <Abl.:> Ausgewogenheit, die; -: daß
diese ... Figuren, bei aller ästhetischen A weniger
eindringlich gelangen (Grass. Hundejahre 223).
ausgewöhnen <sw. V.; hat): (einen Menschen, ein Tier) auf
das Verlassen der gewohnten Umgebung vorbereiten;
<subst.:> eine Zuchtanlage für Uhus und Adler, aus der
die Jungvögel durch Ausgewöhnen ... der freien Natur
zugeführt werden (MM 3.5.71.12); <Abl.:> Ausgewöhnung,
die; -. -en.
ausgezackt: f auszacken.
ausgezahnt: f auszahnen.
ausgezehrt fajisgatje.gt]: tauszehren; <Abl.:> Ausgezehrt-
heit, die; -.
ausgezeichnet['ajisgatsajifnat,auch:'--'—] <Adj.> [zu
{auszeichnen (3 a)]: sehr gut, hervorragend, vortrefflich: -e
Weine; Der Chef war ... ein -er Reiter (Böll. Adam 34);
das Essen war a.; a. Deutsch sprechen.
ausgezipfelt: tauszipfeln.
ausgiebig [aysgi.bi?] <Adj.>: 1. reichlich, in reichem Maße:
die ... ehrgeizig geplante und a. dekorierte Enzyklopädie
(Enzensberger. Einzelheiten 1.152); einen -en
(ausgedehnten) Mittagsschlaf halten; sie hatten a. gefrühstückt; bis
zu 13. 14 Jahren braucht es sie ( = das Kind die Mutter)
auch noch ziemlich a. {nimmt sie noch sehr in Anspruch;
Petra 10. 1966. 6). 2. (nicht adv.> (veraltend) ergiebig,
viel ausgebend: -es Mehl; eine < Sorte; <Abl.:>
Ausgiebigkeit, die; -.
ausgießen <st. V.; hat): 1. a) eine Flüssigkeit aus einem
Gefäß gießen, weggießen: das Wasser, den restlichen Kaffee
(in den Spülstein] a.; b) ein Gefäß durch Ausgießen der
Flüssigkeit leeren: eine Flasche [mit abgestandenem Bier]
a.; sie goß ihr Glas aus. 2. überjmdn.. etw. gießen, gießend
über jmdn.. etw. verteilen: Unsinnig viel Salböl war über
sie ( = die Mumie) ausgegossen worden (Ceram. Götter
217); Ü während wir... unseren Hohn über den Erfolglosen
ausgössen (ihn verhöhnten; Thorwald. Chirurgen 90). 3.
(Technik) (einen Hohlraum o. ä.) mit einer zunächst
flüssigen, später erstarrenden Masse füllen: Fugen. Risse. Löcher
[mit Teer] a.; die Glockenform wird mit dem flüssigen
Metall ausgegossen. 4. (etw. Brennendes. Schwelendes)
durch Darübergießen einer Flüssigkeit löschen: sie
versuchten das schwelende Feuer auszugießen; <Abl. zu 1: > Aftisgie-
Bert der; -s, -: Schnabel an einer Kanne od. einem Krug;
Tülle; AusgieBuig, die; -. -en: 1. das Ausgießen von
Hohlräumen mit einer flüssigen, später erstarrenden Masse: die
A. der Fugen soll mit Zement vorgenommen werden. 2.
•die A. des Heiligen Geistes (christl. Rel.; das Erfülltwerden
der Apostel mit dem Heiligen Geist).
ausgipsen <sw. V.; hat): mit Gips ausfüllen, ausschmieren:
Löcher. Risse [in der Wand] a.
Ausgleich [ajisglaj<jl. der; -[eis. -e <PI. selten): 1. a) das
Ausgleichen von Ungleichheiten. Gegensätzlichkeiten.
Verschiedenheiten; Herstellung eines Gleichgewichts, einer
Übereinstimmung: auf [einen] A. bedacht sein; b) etw..
was ein Gleichgewicht wieder herstellt; Entschädigung.
Ersatz: Mit dem Bundesversorgungsgesetz ... wird versucht.
A. für Schäden ... zu erreichen (Fraenkel. Staat 317);
als A.. zum A. für seine sitzende Lebensweise treibt er
Sport. 2. (Bankw.) kurz Tür t Kontoausgleich. 3. <o. PI.)
(Ballspiele) Gleichstand des Torverhältnisses: Er ... erzielte
mit einem Linksschuß aus der Drehung heraus den A.
(Walter. Spiele 14). 4, (Reiten) a) das Bemühen, die nach
Alter. Leistung u.a. verschiedenen Voraussetzungen von
Rennpferden bei Rennen durch Auflegen von Gewichten
auszugleichen (bei Trabrennen durch Zulagen zu der zu
durchlaufenden Strecke); b) svw. t Ausgleichsrennen (a).
Ausgleich-: -becken.das (Wasserwirtsch.): (bes. bei
Spitzenkraftwerken) Speicherbecken, das die Abflußmenge des vom
Kraftwerk abgegebenen Wassers reguliert; ^behalten der:
svw. f -becken; -getrtebe, das: f svw. -sgetriebe; -Steuer,
die: in Österreich Steuer, die an Stelle der Umsatzsteuer
auf importierte Waren erhoben wird; ^schiebt, die (Bauw.):
Estrichschicht zum Ausgleich von größeren Unebenheiten
der Oberfläche, von Höhendifferenzen der tragenden
Unterlage; -weiher. der: svw. Nbecken.
ausgleichen <st. V.; hat) /vgl. ausgeglichen/: 1. a)
(Unterschiede o. ä.) durch Angleichung beseitigen, aufheben:
Höhenunterschiede. Niveauunterschiede a.; b) <a. + sich)
(von Unterschieden) sich gegenseitig aufheben: die
Unterschiede zwischen den beiden Gruppen glichen sich wieder
aus; B war beliebter und A tüchtiger- im Durchschnitt
glich sich das aus (Hofstätter. Gruppendynamik 129). 2.
a) (Gegensätze o. ä.) durch Vermitteln mildern od. aufheben:
Spannungen. Differenzen. Konfliktea.; Krone... diskutiert
... nicht, er gleicht aus. räumt Widerstände aus dem Wege,
vermittelt (Dönhoff. Ära 55); seine ruhige Art wirkte
ausgleichend; b) <a. -I- sich) (von Gegensätzen o.a.) sich
mildern, nivellieren: Erscheinungen, anläßlich deren sich
massenpsychische Spannungen ausglichen (Niekisch.
Leben 197). 3. (Fehlendes, einen Mangel o. ä. durch anderes)
wettmachen: er versucht seinen Mangel an Bewegung durch
sportliche Betätigung auszugleichen. 4. a) (Kaufmannsspr.)
(eine Rechnung o. ä.) bezahlen, begleichen: eine Rechnung.
Schulden, Verbindlichkeiten a.; b) (Bankw.) (bei einem
Konto o.a.) Soll- u. Habenseite einander angleichen: das
Kontoa.;c)<a. + sich) (Bankw.) (von einem Kontoo.ä.)
auf einen Gleichstand kommen: das Konto eines Gläubigers
gleicht sich aus. wenn seine Forderung in voller Höhe
geleistet worden ist (K. Bott. Lexikon des kaufmännischen
Rechnungswesens I. Sp. 181). 5. (Ballspiele) den Ausgleich
erzielen: Preußen-Münster war nach der Pause in Führung
gegangen, wir hatten ausgeglichen (Walter. Spiele 39);
Ausgleicher, der; -s. -: 1. (Segeln) eine Jacht, die in
Ausgleichsrennen mitsegelt. 2. (Segeln. Rennen) jmd.. der dazu bestellt
ist. den Ausgleich bei den Ausgleichsrennen festzusetzen;
Handikapper.
Ausgleichs-: ^abgäbe, die (Finanzw.): 1. Abgabe zugunsten
der Schwerbeschädigtenfürsorge, die von Betrieben zu leisten
ist, die keine od. nicht die vorgesehene Anzahl von
Schwerbeschädigten beschäftigen können. 2. im Rahmen des
Lastenausgleichs zu leistende, einmalige Abgabe zum Ausgleich
von Vermögensschäden, die durch Kriegs- u.
Nachkriegseinwirkungen entstanden sindu. die von denjenigen aufzubringen
sind, die nicht geschädigt wurden. 3. innerhalb der EG unter
bestimmten Voraussetzungen erhobene Abgabe für
landwirtschaftliche Veredelungserzeugnisse ohne Marktordnung;
^amt, das: Behörde, die mit der Durchführung des
Lastenausgleichs befaßt ist; -fonds, der (Finanzw.): Fonds des
Bundes, dem die Ausgleichsabgaben u. a. zufließen u. aus
dem Ausgleichsleistungen gezahlt werden; ^gefäß, das
(Technik): an bestimmten Instrumenten angebrachtes Gefäß,
das temperaturbedingte Volumenänderungen von
Flüssigkeiten ausgleicht; Niveaugefäß; Mgetriebe. das (Technik): svw.
t Differential; -«ymnastik. die: Gymnastik, die einen
Ausgleich bei einseitiger Körperbeanspruchung im BerufI
schaffen soll; -klasse. die (Segelsport): Klasse von Jachten
verschiedener Größe, die an Ausgleichsrennen (b)
teilnehmen; ^küste. die (Geol.): gerade Küstenform mit einem
Wechsel von Steil- u. Flachküstenstrecken; ^leistung* die
(Finanzw.): Leistung an Vertriebene u. Kriegsgeschädigte
nach dem Lastenausgleichsgesetz; MRjittimg, die: Quittung,
durch die ein Arbeitnehmer bei Beendigung seines
Arbeitsverhältnisses bestätigt, daß er keine Ansprüche mehr an den
Arbeitgeber hat; -rennen, das: a) (Pferdesport) Rennen,
bei dem einzelnen Pferden Gewichte aufgelegt werden, womit
ein möglicher Ausgleich der Gewinnchancen herzustellen
versucht wird; b) (Segelsport) Rennen, an dem Jachten unter-
schiedlicher Größe teilnehmen; -rente. die: (in der
Kriegsopferversorgung) einkommensabhängiger
Rentenbestandteil; --sport, der: Sport, den jmd. betreibt, um die einseitige
Körperbeanspruchung im Beruf! auszugleichen; ~lor, das
(Ballspiele): Tor. das den Gleichstand des Torverhältnisses
herstellt; -treffer. der: svw. f^tor; -turnen, das: svw.
f^gymnastik.
ausgleiten <st. V.; ist): 1. lauf glattem Boden. Untergrund!
ausrutschen: meine Füße glitten auf den feuchten Blättern
aus; er ist auf der gebohnerten Treppe ausgeglitten; Ü
<subst.:> schalt ich mich wegen des Ausgleitens meiner
Zunge (einer bösen Bemerkung; Th. Mann. Krull 343).
2. aus der Hand gleiten, wegrutschen: das Messer war ihm
ausgeglitten. 3. bis zum Stillstehen gleiten: Bert ruderte
so. daß das Boot in kurzem, gleichbleibendem Abstand
zum Schilf durch das Wasser glitt ... In einer Bucht Heß
er das Boot a. (Lenz. Brot 117).
ausgliedern <sw. V.; hat): (aus einem größeren Ganzen)
herauslösen, von etw. abtrennen (Ggs.: eingliedern): einzelne
255
Ausgliederung
Gebiete wurden aus dem Verwaltungsbereich
ausgegliedert; Ü ein besonders heikles Problem wurde bei den
Verhandlungen ausgegliedert (ausgeklammert, nicht
behandelt): <Abl.:> Auagliederung, die; -. -en.
auaglknmen <glomm/(auch:) glimmte aus. hat/ist
ausgeglommen/(auch:) ausgeglimmt) (veraltet, geh.): a)
Klimmend verlöschen Ost): das Holz im Kamin glomm aus;
b) aufhören zu glimmen (hat): die verbrannten Balken haben
noch nicht ausgeglimmt.
aimlitschen <sw. V.; ist) (landsch.): auf glattem,
schlüpfrigem Boden o. ä. ausrutschen: er war auf den Holzplanken
ausgeglitscht und gestürzt; Labans späte Söhne liefen
jauchzend im Hemdchen durchs Getriebe, glitschten aus
im vergossenen Schlachtblut und besudelten sich (Th.
Mann. Joseph 296).
auttUhen <sw. V.): 1. (hat) a) [zum Zweck der Reinigung,
der Weiterverarbeitung] großer Hitze aussetzen: Draht a.;
Instrumente, Nadeln a.; b) vollständig ausdörren: die Hitze
hatte das Land ausgeglüht; Sobald die Sonne erst die
Beeren trockengedörrt und ausgeglüht hatte (Jacob. Kaffee
245). 2. aufhören zu glühen <hat): die Drähte der Lampe
glühten aus. 3. im Innern völlig ausbrennen Ost): das
Fahrzeug war völlig ausgeglüht; ein ausgeglühtes Autowrack.
4. (Technik) (zum Zweck der Änderung des Materialgefüges
Metall) erhitzen u. langsam abkühlen lassen (hat): (Abi.
zu 1.4:) Ausglühung, die; -.
ausgraben (st. V.: hat): 1. a) durch Graben wieder aus der
Erde o. ä. hervor-, herausholen (Ggs.: eingraben 1 a): einige
Kisten mit Wertsachen a.; die während der letzten Tage
... eingegrabenen Toten, die jetzt wieder ausgegraben
wurden (Plievier. Stalingrad 8); (auch a. + sich:) wir sind
zugeschüttet und müssen uns a. {freischaufeln: Remarque.
Westen 80); b) (unter der Erdoberfläche Liegendes /
Verschüttetest) freilegen: Tontafeln, eine Amphore, einen
Tempel a.; c) (Pflanzen. Bäume) grabend aus dem Erdreich,
in dem sie verwurzelt sind, herausnehmen (Ggs.: eingraben
1 b): Sträucher [mit den Wurzeln] a.; d) (selten) (Kartoffeln
u.a.) durch Graben aus der Erde herausholen, ernten: die
Bauern graben schon [die] Kartoffeln aus; e) (Altes.
Vergessenes) wieder hervorholen, wieder ans Licht ziehen;
(Abgetanes) wieder aufleben lassen: ein altes Theaterstück
wieder a.; alte Familiengeschichten wurden ausgegraben. 2.
(selten) (eine Vertiefung o.a.) durch Graben herstellen;
ausheben: eine Grube, ein Loch a.; <Abl. zu 1 b:>
Ausgräber, der; -s. -: Archäologe, der Ausgrabungen durchführt;
Ausgrabung, die; -. -en: a) (PI. selten) das systematische,
wissenschaftliche Ausgraben u. Freilegen von Gebäuden.
Gegenständen u. a. aus der vor- u. frühgeschichtlichen Zeit:
die A. einer vorgeschichtlichen Siedlung; b) archäologischer
Fund: das Museum zeigt -en aus dem mittelrheinischen
Raum.
Ausgrabung»-: -arbeit, die (meist PI.); -fund, der; -ort.
der (PI. ...orte); -statte, die (geh.): Stätte, an der
Ausgrabungen vorgenommen werden.
ausgrasen (sw. V.; hat): von Gras befreien, ausjäten: ein
Beet a.; <subst.:> beim .Ausgrasen" meines Blumenfensters
fiel mir eine ... Philodendron-Luftwurzel auf (MM 10.
12. 71. 50).
ausgräten ['apsgrc.tn]: svw. tentgräten.
aiisgrätschen (sw. V.; hat): a) die Beine seitwärts spreizen:
saß Weisangk... mit ausgegrätschten Beinen (Apitz, Wölfe
36); b) (Turnen) aus dem Stand. Sitz. Stütz od. Hang einen
Schwung mit den Beinen ausführen, bei dem die Beine
seitwärts gespreizt werden: (subst.:) zu dieser Übung gehört
das Ausgrätschen.
ausgreifen <st. V.; hat): a) (von Pferden) die Vorderbeine
vorsetzen zur Vorwärtsbewegung: die Pferde tüchtig zu
einem munteren Trabe a. lassen; b) ausholen (1 b) (meist im
1. Part.): er ging mit ausgreifenden Schritten; eine
ausgreifende Bewegung machen; Ü ist der Vater nicht doch
vielleicht zu kühn gewesen, allzu weit ausgreifend mit seinen
Plänen? (Waggerl. Brot 192).
ausgrenzen (sw. V.; hat): aus einem größeren Ganzen
herausnehmen, ausklammern: wenn der Wissenschaftler ... einen
bestimmten Wellenbereich ausgrenzt (Mitteilungen 1.
1965, 20); daß Lernschritte nie in ausgegrenzte Zeiträume
zu pressen sind (Meyer, Unterrichtsvorbereitung 51);
<Abl.:> Ausgrenzung, die; -: eine Isolierung und A. der
gesamten Parteilinken (Stamokap 127).
AusgrtfT.der; -[eis, -e: das Vordringen in ein anderes /neues/
Gebiet: jede pädagogische Reflexion bedarf des -s auf die
erzieherische Wirklichkeit (Rohrs [Hrsg.].
Erziehungswissenschaft und Erziehungswirklichkeit. 1964. 6).
auwiibein (sw. V.; hat): 1. durch langes Nachdenken.
Grübeln herausfinden, ersinnen: er grübelte einen Plan aus.
2. aufhören zu grübeln (meist in einer zusammengesetzten
Zeitform): hast du bald ausgegrübelt?
ausgründen (sw. V.; hat) (Wirtsch.): ein Unternehmen
gründen durch Herausnahme u. Verselbständigung eines Teiles
einer bereits bestehenden größeren Firma: eine
Tochtergesellschaft a.; (Abi.:) Aimründung, die; -. -en: 1. (o. PI.)
das Ausgründen: Notfalls könnte an die A. besonderer
Stromfernleitungsunternehmen gedacht werden (FAZ 4.
11. 61. S). 2. eine ausgegründete Gesellschaft.
ausgschaint: tausgeschämt.
AiBguck I'^isgokj. der; -s. -e [für niederd. ütkik < niederl.
uitkük]: 1. (ugs.) Stelle, von der aus man ausgucken.
Ausschau halten kann; Beobachtungsplatz: einen A. beziehen;
seinen A. nicht verlassen; A. halten (ausgucken). 2. (See-
mannsspr.) a) Beobachtungsplatz auf einem Schiff: Alle
Mann an Deck. A. besetzen (Hacks. Stücke 160); b)
Matrose, der auf dem Beobachtungsplatz Wache hält: Der fehlende
A. war nicht im Boot (Ott. Haie 281).
Ausguck-: -lodu das: svw. t Ausguck (1); Mnanu der: svw.
T Ausguck (2 b); -posten. der: svw. f Ausguck (2 b).
ausgucken (sw. V.; hat) (ugs.): 1. ausschauen, Ausschau
halten: die Mutter guckte ungeduldig nach den Kindern
aus. 2. sich genau ansehen, auskundschaften: ich habe mir
genau ausgeguckt, wie der Weg verläuft.
AusouB, der; Ausgusses. Ausgüsse: I. a) an die
AbwasserLeitung angeschlossenes Becken zum Ausgießen von
Flüssigkeiten: das Waschwasser, den Kaflee in den A. schütten;
nach der Suppe befahl er mir. zum A. zu gehen und
Teller abzuwaschen (Genet [Übers.]. Miracle 232); b)
Abfluß eines Ausgußbeckens: ein verstopfter A. 2. (landsch.)
durch den Ausgußi ausgegossenes Wasser: in dieser Gasse
.... wo die Ausgüsse über die Mauern rinnen (Frisch. Stiller
244). 3. (landsch.) Schnabel an einer Kanne, einem Krug;
Tülle: der A. der Kaffeekanne ist abgebrochen. 4. (Hüt-
tenw.) im Boden von stählernen Gießpfannen eingelassener
Auslaufstein.
Ausguß-: -becken, das: svw. t Ausguß (1 a); -röhr, das:
Abflußrohr: ^wasser, das: schmutziges Wasser, das durch
den Ausguß (1 b) abfließt.
aushaaren (sw. V.; hat): (von Fell) Haare verlieren: der
Pelz haart aus.
aushabendinr. V.;hat): 1. (ugs.) (ein Kleidungsstück)
ausgezogen, abgelegt haben (6gs.: anhaben 1): die Schuhe, den
Mantel a. 2. (ugs.) zu Ende, ausgelesen haben: er hat das
Buch schon aus. 3. (landsch.) a) leer gegessen, leer
getrunken haben: den Teller, die Flasche a.;b) zu Ende gegessen,
zu Ende getrunken haben: hast du die Suppe, die Milch
bald aus?4. (ugs.) (von der Schule, vom Unterricht)
schließen: wann habt ihr heute aus?
aushacken (sw. V.; hat): 1. a) mit der Hacke aus der Erde
herausholen, ernten: Kartoffeln. Rüben a.; b) durch Hacken
entfernen: Unkraut a. 2. mit dem Schnabel hackend
herauspicken: Möwen hatten dem Toten die Augen ausgehackt;
die Vögel hackten einander (geh.). sich (gegenseitig] die
Federn aus. 3. (österr.) ein geschlachtetes Tier zerlegen:
ein Schwein a.
aushagern [3psha:g£n] (sw. V.; ist) [zu thager) (Bodenk.):
(von Böden bei Vernichtung der Vegetationsdecke)
austrocknen u. dadurch an Qualität verlieren: der Boden der
Kahlflächen ist völlig ausgehagert; (Abi.:) Auslagerung,
die; -. -en.
aushakbar ['^isha:kba:?] (Adj.; o. Steig.; nicht adv>: so
beschaffen, daß es ausgehakt werden kann; auszuhaken:
Ein ... Mantel mit langem -em Reißverschluß (Petra 8.
1967. 27).
au§haketn ['ajisha:k|n) (sw. V.; hat): svw. f aushaken (2);
aushaken (sw. V.; hat): 1. a) loshaken, indem man die
Befestigung durch einen Haken löst (Ggs.: einhaken 1):
eine Kette, den Fensterladen a.; b) <a. + sich) sich aus
der Verhakung lösen: der Verschluß hatte sich ausgehakt;
*es hakt bei imdm* aus (ugs.: 1. jtnd. versteht, begreift
die Handlungsweise eines anderen nicht: wenn ich so etwas
höre, dann hakt's bei mir aus. 2. (bei einer Darlegung
o.a.) jmd. verliert den Faden, weiß plötzlich nicht mehr
weiter: während er sprach, hakte es plötzlich bei ihm aus.
256
ausheben
u. er kam völlig aus dem Konzept. 3. Jmds. Geduld ist
zu Ende. jmd. verliert die Nerven: .X>a hakte es bei mir
aus!" erklärte Cryns vor Gericht. Zweimal schoß er auf
Wehmer [Bild 8. 5. 64. 2]). 2. (Jägerspr.) (vom Federwild,
ausgenommen Auerhahn u. Trappe) das Gescheide mit Hilfe
eines dazu bestimmten Hakens aus dem Weidloch
herausziehen.
iushallen <sw. V.; hat) (selten): aufhören zu hallen: der
Donner hat ausgehallt.
Aushalt, der; -[eis. -e (landsch.): svw. T Altenteil; aushalten
<st. V.; hat): 1. (Unangenehmes) ertragen.
(Unangenehmem, bestimmten Belastungen) ausgesetzt sein: sie hatten
Hunger. Schmerzen. Strapazen auszuhalten; seine Nerven
hielten nicht viel aus (waren nicht sehr belastbar: Thieß.
Legende 39); ein Junge, der es zu Hause nicht mehr a.
konnte (Andersch. Sansibar 76); es ist kaum [nochl zum
Aushalten; es läßt sich a.; hier läßt es sich a. (hier ist
gut sein). 2. standhalten, nicht ausweichen: Jmds. Blick
a.; Ü dieser Apparat hält jeden Vergleich mit der
ausländischen Konkurrenz aus (ist von gleich guter, vergleichbarer
Qualität). 3. irgendwo unter bestimmten, schwierigen
Umständen bleiben, ausharren, durchhalten: sie hatten ...
ausgehalten bis zum Ende (Plievier, Stalingrad 69); sie hatte
bei ihm ausgehalten, bis zu seinem Tod. 4. (Musik) einen
Ton eine durch bestimmte Zeichen in der Notenschrift
angegebene Zeit anhalten, erklingen lassen: eine Note, einen
Dreiklang, eine Terz a. 5. (ugs. abwertend) den
Lebensunterhalt für jmdn. bezahlen, den man damit von sich abhängig
macht: die Frauen, die von den Bankiers ausgehalten
werden (Baum. Paris 48); wer sich a. läßt, muß sich
unterordnen (Frisch. Gantenbein 139). 6. <a. + sich) (landsch.)
sich etw. vorbehalten: er hat sich das Wohnrecht im Haus
ausgehalten. 7. (Forstw.) gefälltes Holz ablängen u. einteilen
nach den Vorschriften der Holzmeßanweisung: <Abl. zu
7:) Aufhaltung, die; -.
ausMmmern <sw. V.; hat): a) eine Beule in einem Gegenstand
aus Metall durch Hämmern entfernen, ausbeulen: eine Beule
aus dem Kotflügel a.; b) einen Gegenstand aus Metall
durch Hämmern formen: einen Teller, ein Gefäß a.
aushandeln <sw. V.; hat): in Abwägung der Interessen
vereinbaren: einen Kompromiß. Vertrag, neue Tarife a.; die
zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden
zentral ausgehandelten Löhne (Rittershausen. Wirtschaft 12);
<Abl.:)Anrinndlm.die;-.
aushändigen [qjishendign] <sw. V.; hat): (jmdm.. der zu
dem Empfang berechtigt ist) etw. übergeben, in die Hand
geben, ausfolgen: Jmdm. Dokumente. Geld, seine Papiere
aushändigen; bei seiner Entlassung bekam er nur 55.80
Mark ausgehändigt (MM 22.8.69.4); Morgen früh werden
ihre Entlassungspapiere ausgehändigt (Grass. Hundejahre
435); sie war ... in der leeren Wohnung, um die Schlüssel
an den Hausverwalter auszuhändigen (Frisch. Homo 285);
<AbI.:> AiuUndtoer ['apstendigel. der; -s. -: Person, die
einer anderen etw. aushändigt: Aushändigung, die; -.
Aushang, der; -[eis. Aushänge: öffentlich ausgehängte
Bekanntmachung. Anschlag: einen A. machen, lesen; etw.
durch A. bekanntmachen.
Aushänge-: -bogen, der (Druckw.): einzelner Bogen eines
Druckwerks, der während des Ausdrucken dem Verfasser
od. Verleger zur Beurteilung der Qualität des Druckes
vorgelegt wird: Aushänger: ^kästen, der: Kasten, in dem
öffentliche Bekanntmachungen ausgehängt werden: ~sige, die:
Schweif säge mit auswechselbarem Blatt: ^schikU das: 1.
Reklameschild. 2. jmd.. etw.. mit dem man für sich, für
eine Sache Reklame macht, um Vertrauen wirbt: er diente
mit seinem bekannten Namen nur als A. für die Firma;
A. du-Pontscher Toleranz war die Sozialistin Zava du
Pont (Spiegel 6. 1966. 82).
aushangen (älter, mundartl.. Schweiz, auch): svw. f
'aushängen; 'aushängen <st. V.; hat): zur allgemeinen
Kenntnisnahme öffentlich angeschlagen, an dafür vorgesehener Stelle
aufgehängt sein: ein Anschlag, eine Bekanntmachung hängt
[am Schwarzen Brett] aus; (ugs.:) die Teilnehmer (=die
Namen od. Bilder der Teilnehmer) haben am Schwarzen
Brett ausgehangen; die Brautleute hängen [im
Bürgermeisteramt] aus (ugs.; ihr Aufgebot ist dort im Aushängekasten
öffentlich bekanntgemacht worden)', ^aushängen <sw. V.;
hat): 1. zur allgemeinen Kenntnisnahme öffentlich, an dafür
vorgesehener Stelle aufhängen, anschlagen: eine
Bekanntmachung, einen Fahrplan, eine Zeitung a.; die Kinder
sind im Schaufenster des Fotografen ausgehängt (ugs.;
ihre Fotografie ist dort ausgestellt). 2. a) aus der
Haltevorrichtung herausheben (Ggs.: einhängen 1 a): eine Tür. einen
Fensterflügel a.;b)<a. + sich) sich aus der Haltevorrichtung
lösen: der Fensterladen, die Kette hat sich ausgehängt.
3. <a. + sich) (ugs.) den Arm. den man bei jmdm. eingehängt
hat. wieder zurückziehen (Ggs.: einhängen 2): plötzlich
hängte sie sich bei ihm aus und kam auf mich zu (Küpper.
Simplicius 61). 4. <a. + sich) (ugs.) svw. f ausrenken:
ich habe mir den Arm. das Kreuz ausgehängt. 5. <a. +
sich) (vonKleidungsstücken u. ä.) sich durch Hängen wieder
glätten: die Hose beult am Knie, hängt sich aber wieder
aus (DM 49. 1965. 27): <Abl. zu 1:) AlPhinger, der; -s.
-: svw. f Aushängebogen.
Aushangfahrplan, der; -[e]s. ...plane: zum 2Aushängen (1)
bestimmter amtlicher Fahrplan.
ausharken <sw. V.; hat) (nordd.): a) mit der Harke aus
einem Bereich entfernen: das Unkraut zwischen den
Bäumen a.; Nicht zersetzte ältere Mährückstände ... werden
dabei nicht ausgeharkt (Bergsträßer Anzeiger 14. 10. 74.
11); b) mit der Harke von etw. frei machen: ein Beet a.
ausharren <sw. V.; hat) (geh.): an einem bestimmten Ort
/trotz widriger Umstände/ geduldig weiter, bis zum Ende
warten, aushalten: daß es ratsam schien, noch eine Weile
hinter den dicken Mauern auszuharren (Plievier.
Stalingrad 247).
aushärten <sw. V.) (Technik): 1. a) (in bezug auf
Metallegierungen u. bestimmte Kunststoffe) durch bestimmte
Verfahren bessere Festigkeitseigenschaften erzielen <hat>: eine
Aluminiumlegierung a.; b) durch bestimmte Verfahren
bessere Festigkeitseigenschaften erlangen <ist>: die Legierung
härtet aus. 2. (von Leimen o. ä.) vom löslichen in den
unlöslichen Zustand übergehen Ost): dieser Leim ist sehr rasch
ausgehärtet; <Abl.:> Aushärtung.die; -. -en: In der Industrie
dienen Strahlenquellen zur schnellen A. von Lacken (MM
23.8.71.3).
Aushauch, der; -[eis. -e <P1. ungebr.) (selten): das Ausatmen:
Sturm .... der ... das Aufnehmen von Luft wie den A.
verhinderte (Th. Mann. Zauberberg 667); aushauchen <sw.
V.; hat) (geh.): a) hauchend ausatmen: er ... atmete die
Luft, die nach Acker schmeckte, dann hauchte er sie aus
(Fühmann. Judenauto 126); b) ausströmen: Duft, einen
üblen Geruch a.; der Steinboden hauchte eisige Kälte aus;
c) leise, hauchend aussprechen, hören lassen: leise Worte,
einen Seufzer a.; <Abl.:> Aushauchung, die; -. -en.
aushauen <unr. V.; haute/hieb aus. hat ausgehauen/Oandsch.
auch:) ausgebaut): 1. a) mit einem Werkzeug eine
Vertiefung* ein Loch in etw. schlagen: ein Loch im Eis. Stufen
im Felsa.; b) mit Schlagwerkzeugen einen Durchbruch durch
etw. schaffen: einen Weg durch den Fels, eine Schneise
a.; c) durch Behauen herstellen, gestalten: ein Standbild
in Marmor a.; ein Steinmetz hat die Inschrift auf dem
Grabstein ausgehauen (ausgemeißelt). 2. a) einzelne Bäume
u. ä. aus einem Baumbestand herausschlagen u. diesen
dadurch lichten: Fichten a.; b) einen Wald, einen Weinberg
roden: die alten Weinberge müssen ausgehauen werden;
c) einen Baum auslichten, dürre Zweige. Äste
herausschneiden: die Obstbäume werden ausgehauen. 3. (Bergmanns-
spr.) svw. tabbauen: man haute hier Eisenerz aus. 4.
(landsch.) ein Schlachttier zerlegen: er haute das Schwein
aus. 5. (landsch.) jmdn. verprügeln: er haute den Jungen
fürchterlich aus.
aushftuslg[ ^lshoyzi^] <Adj.; Steig, selten; nicht adv.): außer
Haus l sich aufhaltend, stattfindend o. äj: Von seiner Frau
... zurückgewiesen, suchte der angelernte Fabrikarbeiter
-e Abwechslung (Spiegel 47.1966.148); er ist oft a.
(unterwegs, nicht zu Hause): Oliver ... bleibt hin und wieder
... länger a.. als nötig wäre (Hörzu 27. 1971. 20); <Abl.:)
Aushftusigkeit, die; -: bei ... der umfangreichen A. der
Professoren ftir außeruniversitäre Vorträge (FAZ 14. 10.
61.49).
ausheben <st. V.; hat): 1. a) Erde u.a. ausschaufeln: für
das Fundament, den Graben mußte viel Erde
ausgeschaufelt werden; b) durch Ausschaufeln von Erde o. ä. herstellen,
ausschachten: eine Baugrube, einen Graben a.; unter
diesem Führer wurden die Gräber ftir die noch Lebenden
ausgehoben (Plievier, Stalingrad 236). 2. aus seiner
Haltevorrichtung herausheben, aushängen (Ggs.: einheben 1):
einen Fensterflügel a. 3. a) (in zerstörerischer od. räuberischer
Absicht) aus dem Nest herausnehmen, wegnehmen: sie haben
17 GDW
257
Ausheber
heimlich die Eier, die Jungen Vögel ausgehoben; b) ein
Nest durch Herausnehmen der Eier od. der jungen Vögel
leeren: die Bäuerin hebt abends die Nester aus (sammelt
die Eier ein): die Jungen haben ein Krähennest ausgehoben
(die Eier, die Jungvögel herausgeholt u. sie vernichtet!):
c) (landsch.) (einen Briefkasten) leeren: dieser Briefkasten
wird dreimal am Tag ausgehoben. 4. eine Gruppe von
Personen, die gesucht werden, in ihrem Versteck auffinden
u. verhaften: ein Verbrechernest, eine Bande a. 5. (veraltet)
Soldaten zum Wehrdienst einberufen, einziehen: Truppen,
ein Heer a.; ausgehobene Regimenter. 6. (Ringen) den
Gegner durch Hochheben zu Fall zu bringen suchen. 7.
<a. + sich) (ugs.) svw. t ausrenken: ich habe mir den
Arm. die Schulter ausgehoben. 8. (ugs.) svw. f aushebern:
bei der Untersuchung wurde ihm der Magen ausgehoben.
9. (Druckw.) a) Handsatzzeilen aus dem gefüllten
Winkelhaken nehmen: b) die Druckform nach dem Druck aus der
Druckmaschine nehmen: <Abl.:> Ausheber, der; -s, -: 1.
(Ringen) Griff, mit dem man den Gegner aushebt. 2.
(Gerberei) Fehler im Leder, der durch eine Verletzung der Haut
beider Bearbeitung der Fleischseite entstanden ist: aushebern
[apshe:bHn] <sw. V.; hat) [zu fHebert (Med.): Magensaft
od. Mageninhalt durch Ansaugen über einen durch Mund
u. Speiseröhre in den Magen eingeführten Schlauch
entnehmen, dazu: Ausheberung, die; -. -en; Aushebung« die; -.
-en: das Ausheben (1. 3 c. 4. 5. 8).
aushechein <sw. V.; hat): Flachs mit der Hechel reinigen.
W****** <sw. V.; hat) [zu f hecken] (ugs.): mit List ersinnen,
sich ausdenken, planen: einen Plan a.; die Kinder hecken
immer neue Streiche aus; Es (= das Attentat) war im
Münchener Polizeipräsidium ausgeheckt worden (Nie-
kisch. Leben 105).
ausheilen <sw. V.): 1. (selten) vollständig heilen: wieder
gesundwerden lassen (hat): der Arzt hat den Patienten
ausgeheilt; (auch a. + sich:) du mußt dich erst a.. bevor du
wieder anfängst zu arbeiten (mußt erst wieder gesund
werden A'die... in den Süden fahren können, um ihre kranken
Lungen auszuheilen (Bergengruen. Rittmeisterin 161). 2.
<ist> a) (von Krankheiten) in einem Heilungsprozeß wieder
verschwinden: eine frühe Tuberkulose ist ausgeheilt; b)
(von Organen. Körperteilen o.a.) wiederhergestellt werden,
gesunden: seine Lunge ist ausgeheilt; der verstauchte Fuß
kann bei der Beanspruchung nicht ordentlich a.; (Abl.:>
Ausheilung, die; -. -en (PI. selten).
ausheimisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (landsch.. sonst
veraltet): fremdländisch (Ggs.: einheimisch b): -e Produkte.
gusheizen <sw. V.; hat) (selten): einen Raum durch Heizen
vollständig erwärmen: So ein Haus auf Rädern läßt sich
gegen die dickste Kälte a. (ADAC-Motorwelt 9. 1971.
81).
aushelfen (st. V.; hat): a) jmdm. etw. geben od. leihen u.
ihm damit in einer vorübergehenden Notlage, aus einer
Verlegenheit helfen: die Nachbarin hat mir [mit Zucker]
ausgeholfen; Ich kann Ihnen leicht a.. wenn sie in Verlegenheit
sind (Remarque. Triomphe 28); b) vorübergehend helfen.
Beistand leisten: für jmdn. einspringen: er mußte
vorübergehend in einer anderen Abteilung seines Betriebes a.; in
der Erntezeit beim Bauern a.; einander (geh.). sich
[gegenseitig] a.; (Abl.:> Aushelfer, der; -s. - (selten): jmd.. der
vorübergehend irgendwo aushilft. Aushilfe: für die Saison
werden mehrere A. gesucht; Aushelferin, die; -, -nen: w.
Form zu T Aushelfer.
aushetzen <sw. V.; hat) (Jägerspr.): einen Fuchs od. Dachs
mit Hilfe eines Hundes aus dem Bau treiben: einen Fuchs
a.
ausheulen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) a) aufhören zu weinen
(meist in einer zusammengesetzten Zeitform): hast du bald
ausgeheult?; b) <a. + sich) sich ausweinen: das Kind hat
sich bei der Mutter ausgeheult. 2. zu Ende heulen: aufhören,
einen Heulton hervorzubringen: die Sirene hat ausgeheult.
Aushilfe, die; -. -n: 1. das Aushelfen: Hilfe in einer bedrängten
Situation: Freunde um A. bitten; jmdn. zur A. einstellen.
2. jmd.. der Aushilfsarbeiten macht: Aushilfskraft: wir
suchen für vier Wochen eine A.
aushilfs-. Aushilfe-: MU-beit, die (meist PI.): Arbeit, die nur
vorübergehend, aushilfsweise gemacht wird: ^ausgäbet die
(Philat.): a) durch Aufdruck veränderte Briefmarken, die
für ihren ursprünglichen Verwendungszweck nicht geeignet
waren: Provisorium: b) behelfsmäßig gedruckte
Briefmarken: Provisorium: -kellner. der; -koch, der; -kraft die:
nur vorübergehend beschäftigte Arbeitskraft: -lehrer, der.
-personal, das; -weise <Adv.): zur Aushilfe: er arbeitet
a. in einer Buchhandlung; (auch attr. vor
Verbalsubstantiven:) eine a. Beschäftigung. Tätigkeit.
aushobeln <sw. V.; hat): (Holz) mit dem Hobel bearbeiten,
bis es die gewünschte Form hat: Bretter a.
aushöhlen <sw. V.; hat): inwendig hohl, leer machen, eine
Höhlung in etw. schaffen: Kürbisse a.; ein Brötchen mit
dem Finger a.; ein ausgehöhlter Baumstamm; Ü jmds.
Kompetenzen Stück ftir Stück a. (schwächen,
untergraben) : die durch die Strapazen wochenlanger Märsche
ausgehöhlten (erschöpften, zermürbten) Menschen; <Abl.:)
Aushöhlung* die; -. -en: 1. <o. PI.) das Aushöhlen: Ü die
A. des Gesetzesbegriflfs (seine Entleerung. Untergrabung)-
2. ausgehöhlte Stelle. Vertiefung: das Wasser hatte in dem
Gestein eine A. hervorgerufen.
aushöhnen <sw. V.; hat) (selten): verhöhnen, verspotten:
jmdn. a.
ausholen <sw. V.; hat): 1. a) den Arm mit SchwungJ nach
rückwärts bewegen u. zugleich zu einer heftigen
Gegenbewegung ansetzen: er holte aus und versetzte seinem Gegner
einen Schlag; mit dem Arm. der Hand a.; zum Wurf
a.; die Stutzuhr holte zum Schlag aus; Ü Ich antworte
nicht. Der Kirchenmann hält das ftir Schwäche und holt
sofort zur Attacke aus (attackiert mich mit Worten: Re-
marque, Obelisk 217); b) sich mit großen, aus-,
raumgreifenden Schritten fortbewegen: die Pferde holten aus; er ging
mit [weit] ausholenden Schritten. 2. beim Erzählen.
Berichten auf weit Zurückliegendes zurückgreifen: umständlich
erzählen: Ich habe Ihnen eine kurze Geschichte
versprochen .... aber ich sehe, daß ich wenigstens am Anfang
weit a. muß (J. Roth. Beichte 16). 3. (ugs.) jmdn. ausfragen,
aushorchen: Sie unterließ es. mich über meine Person und
mein Vorhaben auszuholen (Habe. Namen 117). 4. (See-
mannsspr.) das Segel mit Hilfe des Ausholers fest zurren:
das Segel a.; (Abi. zu 4:) Ausholer, der; -s. - (Seemannsspr.):
Leine, die zum Ausholen des Segels dient.
ausholzen (sw. V.; hat): 1. (einen Baumbestand o.a.) lichten:
die Fichten müssen ausgeholzt werden. 2. (eine
baumbestandene Fläche) abholzen, kahlschlagen: eine breite
Schneise ... ist im Glütschbachtal ausgeholzt worden (St.
Galler Tagblatt 568. 1968. 3); (Abl.:> AltfholasK, die;
-. -en.
aushorchen, <sw. V.; hat): unauffällig, aber gezielt fragen,
um etw. Bestimmtes in Erfahrung zu bringen: ausfragen:
er kommt nur. um mich auszuhorchen; (Abl.:> Alishorcher,
der; -s. -: jmd.. der einen anderen aushorcht: Aushorchung,
die; -. -en <P1. ungebr.X
aushonten <sw. V.; hat) (Jägerspr.): (einen jungen
Greifvogel) aus dem Horst herausholen um ihn zum Zwecke der
Beizjagd abzurichten J: Die Einheimischen bestätigen, daß
früher alljährlich die Jungen (= Junge Falken) ausgehorstet
wurden (Tier 10. 1971. 31); <Abl.:> Aushorstung, die: -.
-en.
Alishuh, der; -[eis (Tiefbau): 1. das Ausheben von Erdmassen
beim Herstellen von Gräben. Einschnitten od. Baugruben:
mit dem A. beginnen. 2. ausgehobene Erdmassen: den A.
abtransportieren.
aushüben <sw. V.; hat): (Hülsenfrüchte) von den Hülsen
befreien: Erbsen. Bohnen a.
aushungern <sw. V.; hat) /vgl. ausgehungert/: a) bis zur
völligen EntkräftungI hungern lassen: unsere Leute werden
vor unseren Augen ausgehungert; Ü Es hat allen Anschein,
daß die EWG ... politisch ausgehungert wird (Bundestag
189. 1968. 10259); b) (eine Gruppe von Eingeschlossenen.
Belagerten, eine Stadt o. ä.) durch Hungernlassen zur
Kapitulation o. ä. zwingen: die Stadt, die Belagerten, die
Eingeschlossenen a.; c) (Schlagball) den Ball in das leere
Schlagmal werfen oder tragen: (Abl.:> Aushungerung, die; -.
aushusten <sw. V.; hat): 1. durch Husten aus den Luftwegen
entfernen: Schleim a.; bitte husten Sie einmal aus! 2. zu
Ende husten: Sie müssen richtig a.; (auch a. + sich) du
hast dich nicht richtig ausgehustet.
ausixen f^MsliksnKsw.V.; hat): 1. (Bürow.) (aufder
Schreibmaschine Geschriebenes) durch Übertippen mit dem
Buchstaben x unlesbar machen, tilgen:... eines KP-Journalisten
.... der stundenlang über seiner Maschine hockt und Zeilen
ausixt (MM 22. 5. 69. 29). 2- (landsch.) svw. t austüfteln:
er wird die Sache schon a.
aufdämmern <sw. V.; hat): a) aufhören zu jammern: zu Ende
258
auskleiden
jammern (meist in einer zusammengesetzten Zeitform):
hast du bald ausgejammert?; b) <a. + sich) sich durch
Klagen in seinem Schmerz Erleichterung verschaffen: sie
hat sich bei der Nachbarin ausgejammert.
ausjäten <sw. V.; hat): a) (Unkraut) jätend entfernen:
Unkraut [aus den Beeten] a.; b) (ein Beet o.a.) von Unkraut
befreien, säubern: die Blumenbeete a.
auskalken <sw. V.; hat): (einen Raum bes. einen Stall zum
Zweck der Desinfizierung]) an Decke u. Wänden mit
Kalkmilch bestreichen: der Hühnerstall muß ausgekalkt werden.
auskalkulieren <sw. V.; hat): genau berechnen, vollständig
veranschlagen, kalkulieren: die Kosten müssen genau
auskalkuliert werden; Diese stets aufs Haar genau
auszukalkulierende Knappheit der Bedingungen ließ erbeben (Th.
Mann. Krull 224); <Abl.:> AuskalkulieninB, die; -. -en.
Biskälten <sw. V.; ist) (veraltet, noch landsch.): kalt werden,
auskühlen: nach dem Marsch waren sie ganz ausgekältet;
<Abl.:> Auskflltung, die; -: es begann ... mit Herzgeflatter
und einer A. aller Glieder (Werfel. Himmel 20).
auskämmen <sw. V.; hat): 1. a) mit dem Kamm aus dem
Haar entfernen: den Staub. Schmutz [aus den Haaren]
a.; Jmdm.. sich etw. [aus dem Haar] a.; b) Haare durch
Känunen zum Ausgehen bringen: [sich] beim Frisieren eine
Menge Haare a.; ausgekämmte Haare. 2. a) kämmen,
frisieren: sie sieht nicht, daß ich filme .... während sie sich
auskämmt (Frisch. Homo 271); b) (das Haar) mit dem
Kamm ordnen, glätten, in 'bestimmte Form bringen: ihr
Gesicht im Spiegel, während sie das Haar auskämmt
(Frisch. Gantenbein 446); Jmdm.. sich das Haar, die Frisur
a. 3. a) (eine Anzahl von Personen aus einer größeren Gruppe
in bestimmter Absicht) heraussuchen, auswählen: Aus den
in Europa stationierten US-Einheiten sollen 15 000
Spezialisten ausgekämmt ... werden (Spiegel 17. 1966, 30); b)
fein Gebiet. Gelände) systematisch nach jmdm.. etw.
durchsuchen: die Wälder mit Spürhunden a.; <Abl. zu 3:) Aus-
Umraung. die; -. -en.
ariübnpfen <sw. V.; hat): 1. (selten) (einen Kampf) zu
Ende kämpfen: Es (= das Land) braucht nicht den Krieg
auszukämpfen, weil es ihn nicht mehr a. kann (Kuby.
Sieg 408). 2. bis zu seinem Ende od. bis zu einer Entscheidung
durchfechten, ausfechten: einen Rechtsstreit a.;
Interessengegensätze im Parlament a.; er mußte einen schweren
Kampf mit sich a. 3. <nur im Perf.) (geh. verhüll.) (nach
schwerem LeidenJ gestorben sein: er hat ausgekämpft.
auskapiteln: fabkapiteln.
■rt mim n <sw. V.; hat): 1. so lange auf etw. kauen, bis
das darin Enthaltene aufgezehrt ist: eine Zitronenscheibe,
einen Kaugummi a. 2. a) au/hören zu kauen (meist in
einer zusammengesetzten Zeitform): hast du bald
ausgekaut?: b) zu Ende kauen, fertigkauen: du mußt erst a..
bevor du sprichst.
auskaufen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) leer kaufen: die Touristen
haben den ganzen Laden ausgekauft. 2. (geh.. selten)
nutzen: die Zeit, die Tage a.; sie haben Jede Gelegenheit
ausgekauft, sich in der fremden Stadt umzusehen.
»kfgrln<sw. V.; hat) (2: zu landsch. Kegel = GelenkOcno-
chen)]: 1. beim Kegelspiel als Gewinn aussetzen: um einen
bestimmten Preis kegeln: morgen werden sie den Pokal
a. 2. <a. + sich) (landsch.) svw. tausrenken: ich habe
mir den Arm ausgekegelt; der Arm ist ausgekegelt.
Oritehlen <sw. V.; hat) (Tischlerei): flach- od. halbrunde,
rinnenförmige Vertiefungen. Hohlkehlen herstellen: Bretter
a.; ausgekehlte Balken; <Abl.:> Auskehlung, die; -. -en:
1. <o. PI.) das Auskehlen. 2. Hohlkehle.
lauskehren <sw. V.; hat) (regional, bes. südd.): a) durch
2Kehren aus etw. entfernen: mit dem Besen den Schmutz
laus dem Raum] a.; kannst du mal a.?; b) (einen Raum
o. ä.) durch 2Kehren reinigen: samstags, wenn der Lehrling
die Werkstatt auskehrte (Böll. Haus 64); er muß noch a.
^kehren <sw. V.; hat) [zu f 'kehren] (Finanzw.) an jmdn.
eine Summe, auf die er Anspruch hat. auszahlen: daß er
... die Summe von achtzehntausend Francs in bar an Gouf-
fe a. müsse (Maass. Goufö 266).
'üpfcfhrlrht der; -s (veraltet, noch landsch.): svw. t
Kehricht.
flpkeikn <sw. V.; hat): 1. (von einer geologischen Schicht,
einem Flöz od. Gang) nach einer Seite hin keilförmig
auslaufen: eine Gesteinsschicht keilt aus; (auch a. + sich:)
der Gang hat sich an dieser Stelle ausgekeilt. 2. (von
Huftieren) ausschlagen: das Pferd keilt aus.
auskeimen <sw. V.): a) Keime bekommen, keimen: sich
keimend entwickeln <ist): die Kartoffeln im Keller keimen
aus; der Weizen ist ausgekeimt; b) aufhören zu keimen
(hat): das Getreide hat ausgekeimt; <Abl.:> Auskeimung.
die; -.
auskeltern <sw. V.; hat) (Weinbau): svw. f keltern: die
Trauben werden ausgekeltert; (Abi.:) Auskelterung. die. -. -en.
auskennen, sich (unr. V.; hat): mit etw. vertraut sein, mit
etw. umzugehen wissen: etw. gut kennen, in einem
bestimmten Bereich genau Bescheid wissen: ich kenne mich gut.
nicht aus hier (kenne die Stadt gut. kenne sie nicht): er
kennt sich bei uns aus; in dieser Materie kenne ich mich
aus (ich bin darin bewandert): er kannte sich aus mit
den Gesetzen (Bieler. Bonifaz 189); ü Aus seinen ver-
schwollenen Schlitzaugen, in denen man sich nicht
auskennt, blickt er schmerzlich auf sie herab (Werfel. Himmel
137).
guskerben (sw. V.; hat): mit Kerben versehen. Kerben in
etw. schneiden: einen Haselstock a.; (Abi.:) Auskerbung,
die; -. -en: 1. (o. PI.) das Auskerben. 2. ausgekerbte Stelle:
der Balken trägt mehrere -en.
auskernen (sw. V.; hat): a) (Steinobst) von Kernen befreien,
entkernen: Kirschen. Zwetschen. Mirabellen a.; b)
(landsch.) Hülsenfrüchte ausschoten: Erbsen a.; (Abl.:>
Auskernung, die; -.
auskiesen (sw. V.; hat): Kies aus dem Boden eines Gewässers,
einer Grube o.a. entnehmen: (Abi.:) Auskiesung, die; -:
wird die Firma verpflichtet, etwa zwei Drittel der ...
Wasserfläche nach der A. ... der Gemeinde zu übereignen
(MM 3. 11.70.9).
auskippen (sw. V.; hat): a) (aus einem Gefäß o.a.) durch
Kippen ausschütten: Zigarettenasche a.; b) (ein Gefäß o.a.)
durch Kippen leeren: ein Glas Wasser, einen Eimer.
Papierkorb a.
auskitten (sw. V.; hat): mit Kitt ausstreichen u. dadurch
schließen: Löcher. Risse in der Wand a.
ausklagen (sw. V.; hat): 1. (geh.) a) klagend vorbringen,
äußern: sein Leid a.; Er... klagt aus. was sein empfindsames
Gemüt verletzt (Chr. Wolf. Nachdenken 123); b) (a. +
sich) sein Leid klagen, sich klagend aussprechen: sie hatte
das Bedürfnis, sich auszuklagen; c) (meist in einer
zusammengesetzten Zeitform) aufhören zu klagen: es dauerte
lange, bis sie ausgeklagt hatte. 2. (Jur.) a) durch gerichtliche
Klage eintreiben, einklagen: die Miete. Schulden, eine
Forderung a.; b) durch gerichtliche Klage zwingen, etw.
aufzugeben, zu verlassen: sie wurden aus ihrer Wohnung
ausgeklagt; (Abi. zu 2:) Ausklagwg, die; -. -en.
ausklammern (sw. V.; hat): 1. (Math.) vor od. hinter die
eingeklammerte algebraische Summe stellen: x. eine Zahl
a. 2. (Sprachw.) einen Satzteil od. Gliedsatz, der
üblicherweise vor dem schließenden Prädikat od. Prädikatsteil steht,
hinter diesen stellen: einen Gliedsatz a. 3. in einem
bestimmten Zusammenhang unberücksichtigt, beiseite lassen,
ausschließen: eine heikle Frage, ein Thema a.; man kann
Frankreich aus den Bemühungen um die europäische
Einigung nicht a.; (Abi.:) Ausklammern«, die; -. -en.
ausklamüsern (sw. V.; hat) (ugs.): durch langes Nachdenken
od. Probieren herausfinden: eine neue Methode a.
Ausklang, der; -[e]s. Ausklänge (PI. ungebr.): 1. (selten)
Schluß eines Musikstücks o. ä.: die Sinfonie hat einen
heiteren A. 2. (geh.) Ende. Abschluß von etw.: Der Anlaß zu
Heinzens eigentümlicher Lektüre lag in dem häßlichen
A. jenes Grinzinger Abends (Brod. Annerl 115).
ausklappbar Cqpsklapba:?]: so beschaffen, konstruiert, daß
man es ausklappen kann: -e Bildtafeln; ausklappen (sw.
V.; hat): heraus-, nach außen klappen (Ggs.: einklappen):
eine Schreibplatte a.
ausklarieren (sw. V.; hat) (Zollw.. Seew.): Schiff u. Güter
vor dem Auslaufen verzollen (Ggs.: einklarieren); (Abl.:>
Auskhurfenng, die; -. -en.
ausklauben (sw. V.; hat) (landsch.): mit den Fingern
/mühsam J auslesen: Erbsen. Linsen a.
auskleben (sw. V.; hat): inwendig, auf den Innenflächen mit
etw. bekleben: eine Schublade, ein Schrankfach a.
auskleiden (sw. V.; hat): 1. (geh.) ausziehen, entkleiden:
einen Kranken a.; ich hatte mich bereits ausgekleidet. 2.
im Innern, die Innenflächen von etw. mit etw. überziehen,
bedecken: ausschlagen: einen Raum mit einer Vertäfelung.
einer Seidentapete a.; der Ofen ist mit feuerfesten Steinen
ausgekleidet; die mit Schleimhaut ausgekleideten Organe
17*
259
Auskleidung
(Natur 94): <Abl. zu 2:> AwUekkmg. die; -. -en: I. a)
das Auskleiden; b) etw.. womit die Innenflächen von etw.
bedeckt, ausgekleidet sind; Futter; daß der fertige Bau
... nicht die geringste innere A. aus feineren Stoffen besaß
(Lorenz. Verhalten 77). 2. <o. PI.) (Milit.) Rücknahme
der Bekleidung u. persönlichen Ausrüstung, die dem Soldaten
für die Dauer der Dienstzeit zugeteilt worden war.
Hjskleistern <sw. V.; hat) (ugs.): svw. lauskleben.
ausklenoen <sw. V.; hat) [zu f klengen] (Forstw.): den
Nadelholzsamen durch Einwirkenlassen von Wärme od. durch
mechanische Hilfsmittel aus den Zapfen herauslösen;
Fichtensamen a.
ausklicken <sw. V.; ist): mit einem klickenden Laut ausrasten
(Ggs.: einklicken): Dann kratzte die Nadel eine Sekunde
lang ziellos im Kreis, und der Plattenspieler klickte aus
(Baldwin [Übers.J. Welt 254).
ausklingen <st. V.): 1. a) aufhören zu klingen (hat): die
Glocken hatten ausgeklungen; b) verklingen <ist): als das
letzte Lied ausgeklungen war. gingen sie nach Hause. 2.
Ost) a) in bestimmter Weise enden, ausgehen; der Tag
war harmonisch, festlich ausgeklungen: die Feier klang
mit einer Musikdarbietung aus; b) an seinem Ende. Ausgang
in etw. Bestimmtes übergehen; der Streit ist bald in eine
Versöhnung ausgeklungen; Auf Ablenkungen zielt
Voltaire, wenn er seinen ..Candide" in den Rat a. läßt, seinen
Garten zu bearbeiten (Freud. Unbehagen 103).
ausklinken <sw. V.) (Ggs.: einklinken): a) (bes. das
Schleppseileines Segelflugzeugs) durch Betätigen eines Hebels o. ä.
aus einer Haltevorrichtung lösen, aushaken {und fallen
lassen] <hat): Die HL- 10 ... ist ... auf 13.5 km Höhe
ausgeklinkt worden (MM 26. 4. 69. 3); die Flugzeuge
hatten ihre Bombenladung über der Stadt ausgeklinkt;
Die beiden Segelflieger konnten noch rechtzeitig a. und
notlanden (Bild 6. 4. 64. 1); b) sich aus einer
Haltevorrichtung lösen (ist): das Seil muß automatisch a.; (subst.:)
Eine Sicherheitsbindung soll durch Ausklinken der Backen
den Fuß bei schweren Drehstürzen freigeben (Eidenschink.
Fels 97); (auch a. + sich) das Halteseil darf sich nicht
von selbst a.; Ü (scherzh.:) ich kann wegen des Zahnarztes
nicht bis zum Ende der Sitzung bleiben und klinke mich
um 12 Uhr aus.
ausklopfen <sw. V.; hat): a) durch Klopfen aus etw. entfernen;
aus erw. herausklopfen; den Schmutz [aus der Fußmatte]
a.; die Asche [aus der Pfeife] a.; b) durch Klopfen von
etw. befreien, reinigen, säubern; einen Teppich.
Kleidungsstücke a.; Schließlich klopfte Abel seine Mundharmonika
aus (Hausmann. Abel 41); Huhl klopfte die Pfeife an
der Tischkante aus (Andres, Liebesschaukel 194); <Abl.:>
Ausklopfer, der; -s. -: svw. fTeppichklopfer.
ausklügeln <sw. V.; hat): mit Scharfsinn ausdenken, ersinnen,
austüfteln; eine Methode a.; du hast dir das aber fein
ausgeklügelt; ein ausgeklügeltes System; <Abl.:) Aiiskiü-
g[e]hmg, die; -.
auskneifen <st. V.; ist) [für niederd. ütknipen, zu: knipen.
t 'kneipen] (ugs.): [aus Feigheit] heimlich weglaufen, sich
davonmachen, ausreißen; sie wollten vor der letzten
Unterrichtsstunde a.; Ü unzulängliche Versuche, einem
drohenden Wahnsinn auszukneifen (Becher. Prosa SS).
ausknipsen <sw. V.; hat): 1. (ugs.) durch Betätigen eines
Schalters o. ä. ein elektrisches Gerät od. Licht ausschalten
(Ggs.: anknipsen): das Licht, die Taschenlampe a. 2. (eine
Zigarette o.a.) ausdrücken; Ich ... knipste meine Zigarette
aus und suchte einen Platz (Böll. Und sagte 31).
ausknobeln <sw. V.; hat) (ugs.): 1. durch Knobeln ermitteln;
durch Knobeln entscheiden; auswürfeln; wir knobelten aus.
wer beginnen, wer die Sache bezahlen sollte. 2. durch
intensives Nachdenken. Überlegen herausfinden, ersinnen;
ausklügeln; einen Plan, ein Verfahren, eine Methode a.;
kann Programmierer ... werden, wer ... einen in Amerika
ausgeknobelten Test... besteht (Spiegel 6.1966.42): <Abl.:)
AuricnobtellunB, die; -. -en.
ausknocken [ ^psnokn] <sw. V.; hat) [für engl, to knock
out. T knockout] (Boxen): den Gegner durch einen
Niederschlag, durch K.o. besiegen: bereits in der dritten Runde
knockte er seinen Gegner aus; Ü er hat seinen
Konkurrenten. Mitbewerber ausgeknockt (ihn ausgestochen; ihm eine
Niederlage beigebracht).
auBknflpfbar f^isknoepfbaii?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
so beschaffen, daß es ausgeknöpft werden kann (Ggs.:
einknöpfbar): ein Mantel mit -em Pelzfutter; ausknöpfetn
[^isknoeqfln] <sw. V.; hat) (selten): svw. fausknöpfen:
wie er ... seine Manschettenknöpfe ... ausgeknöpfelt und
in eine Aschenschale gelegt hatte (Zuckmayer. Magdalena
11S): ausknöpfen <sw. V.; hat): in etw. anderes
Eingeknöpftes losknöpfen u.J herausnehmen (Ggs.: einknöpfen): das
Futter [aus dem Mantel] a.
auskochen <sw. V.) /vgl. ausgekocht/: 1. (Suppenfleisch.
Knochen o.a.) längere Zeit kochen lassen, um eine Brühe
daraus zu gewinnen <hat): sie hat Knochen, ein Stück
Rindfleisch ausgekocht. 2. (landsch.) (Fett o.a.) auslassen
<hat): Gänsefett a. 3. a) (selten) (Wäsche) durch gründliches
Kochenlassen säubern <hat): Meist... genügt es, die Wäsche
auszukochen ( = um Flecken zum Verschwinden zu
bringen; Hörn. Gäste 157); b) in kochendem Wasser steril,
keimfreimachen <hat): die Arzthelferin hat die Instrumente
ausgekocht. 4. (selten) aus einem Gefäß herauskochen;
überkochen Ost): die Milch ist aus dem Topf ausgekocht. 5.
(österr.) für jmdn. kochen, jmdn. voll verpflegen <hat): sie
kocht für ihren Untermieter aus. 6. (salopp abwertend)
Übles/ ersinnen, planen; sich ausdenken <hat): ich möchte
nur wissen, wer das wieder ausgekocht hat; Jene ...
Mischung von Scharlatanerie... und gemeinplätzigen
Philosoph emen. die von diesem brillanten Geist ... ausgekocht
und einer staunenden ... Mitwelt ... serviert worden war
(Enzensberger. Einzelheiten 1.98). 7. (salopp) durchdenken,
entscheiden <ist): Ausgekocht ist die Frage noch lange
nicht (Sprachspiegel 3. 1965. 72). 8. (Sprengt.) (von einer
Sprengladung) ohne Detonation abbrennen Ost); <Abl. zu
5:>Auskocherin[«uiskaxann).die;-.-nen(österr. veraltet):
Köchin.
auskoffern Cajiskofen] <sw. V.; hat) [zu TKoffer]
(Straßenbau): durch Ausheben von Erdreich o. ä. in dem geplanten
Verlauf einer Straße eine Vertiefung herstellen, in die der
Straßenunterbau eingebettet wird; einen Straßenabschnitt
a.; <Abl.:> Auskoflerung. die; -. -en.
auskolken ['ajiskolkn] <sw. V.; hat) [zu tKolk] (Geol.): (von
fließendem Wasser) Vertiefungen. Löcher in felsigem
Untergrund verursachen; auswaschen; Das Wasser ... kolkt ...
Löcher aus (Duden-Lexikon. 5. Aufl.. 899); <Abl.:>
Auskolkung, die; -. -en: 1. <o. H.) das Auskolken. 2.
durchfließendes Wasser hervorgerufene Vertiefung in felsigem
Untergrund; Auswaschung.
auskommen <st. V.; ist) [eigtl. = aus etw. heraus od. bis
zum Ende kommen]: 1. von etw. so viel zur Verfügung
haben od. etw. so einteilen, daß es für einen bestimmten
Zweck reicht (meist mit Präp.-Obj. u./od.
Umstandsangabe): mit dem Haushaltsgeld auszukommen
versuchen; ich komme einigermaßen aus (ich schaffe es
mit dem. was ich habe); Ü Da der Motor gut mit sechs
Litern auskommt ... (Grzimek. Serengeti 159). 2. nicht
brauchen; von jmdm.. einer Sache unabhängig sein <mit
der Präp. ..ohne'*): früher ist man auch ohne Barometer
ausgekommen (Schnurre. Bart ISO); er kommt nicht ohne
seine Frau aus; die beiden kommen nicht ohne einander
aus. 3. sich mit jmdm. vertragen, verstehen <mit der Präp.
.mit44 u. häufig mit Umstandsangabe): Er hatte seine
Mucken, aber ich bin immer gut mit ihm ausgekommen
(Ott. Haie 305); Außerdem bin ich überzeugt, daß wir
beide glänzend miteinander auskämen (E. Kästner. Fabian
122). 4. (südd.. österr.) entkommen, entfliehen, entwischen;
ein Gefangener ist [aus der Haftanstalt] ausgekommen.
5. (landsch.) ausschlüpfen; die Küken sind ausgekommen;
die Eier werden bald a. (die Küken werden ausschlüpfen).
6. (landsch.) entstehen, ausbrechen; ein Feuer, ein Brand
ist ausgekommen. 7. (landsch.) bekanntwerden,
herauskommen; es ist ausgekommen, daß ...; Auskommen, das; -s:
1. ausreichender Lebensunterhalt; für jmds. Lebensunterhalt
ausreichendes Einkommen; der Zustand des gesicherten
-s für alle, den wir bald erreicht haben werden (Nossack.
Begegnung 122); ein. sein [gutes, bescheidenes] A. haben,
finden; ein Mensch ist dort zu Hause, wo er seine Arbeit
und sein A. hat (v. d. Grün. Glatteis 25). 2. *mit Jmdm.
ist kein A. Unul. ist unverträglich, mit jmdm. ist nicht
auszukommen [3]); auskömmlich [^iskceml^] <AdJ.):
ausreichend (für den Lebensunterhalt); -e Verhältnisse; der
... nach Paris gezogen sei. wo er mit seiner Frau und
seinen drei Kindern a. leben könne (Mostar. Unschuldig
24).
Ojskomponieren <sw. V.; hat): (eine Komposition) bis in
alle Einzelheiten ausfuhren, ihr die endgültige Gestalt geben:
260
Auskunfts-
vor allem die Beleuchtungs-Melodien und -Polyphonien
sind aufs penibelste auskomponiert (MM 21. 1. 69. 18).
auskopieren <sw. V.; hat) (Fot.): (von Auskopierpapier im
Kontakt mit dem Negativ) sich unter Einwirkung von
Tageslicht unmittelbar schwärzen, das Bild hervortreten lassen:
Belichtet wird es (= das Fotopapier) unter einem
großformatigen, möglichst harten Negativ im Sonnenschein; das
Bild kopiert dabei aus (Solf. Fotografie. 1971.347); <Zus.:)
Allskopierpapier, das: Fotopapier, das sich unter Einwirkung
von Tageslicht schwärzt; Auskopierprozeß, der: heute
veraltetes Verfahren, bei dem das Fotopapier vom Tageslicht
unmittelbar geschwärzt wird.
auskoppeln <sw. V.; hat): 1. (ein Tier. bes. einen Hund)
aus der Koppel nehmen: ich kopp[e]le die Hunde aus. 2.
ein Lied, einen Song o. ä.. der bereits auf einer
Langspielplatte aufgenommen wurde, als Single herausgeben; <Abl.:)
Auskopp[e]lune, die; -. -en.
auskorrigieren <sw. V.; hat): (einen Fehler o. ä.) durch Kor-
rektur beseitigen, ausgleichen: Es (= ein Fehlersignal) wird
im Regelverstärker verstärkt und korrigiert die
Schwankungen ... aus (Elektronik 11. 1971. 387).
auskosten <sw. V.; hat) (geh.): a) ausgiebig bis zum Ende
genießen, ganz ausschöpfen: die Urlaubstage a.; er hat die
Freuden des Lebens ausgekostet; Nun kann ich gelassen
... meinen gegenwärtigen Lebensaugenblick a. (Thielicke.
Ich glaube 182); daß es ein recht billiger Triumph war.
den er auskostete (daß er auf sehr wenig schöne Weise
triumphierte; Sebastian. Krankenhaus 160); <subst.:> die
Schwärmerei .... als sentimentales Auskosten der eigenen
Gefühle (Lüthi. Es 119); b) erleiden, durchleiden: die
Wiederholung eines Prozesses .... dessen bittere
Schmerzlichkeit ich ... tief genug hatte a. müssen (Hesse. Steppenwolf
61); es läge im Willen Gottes, daß tiefster Schmerz bis
zur Neige ausgekostet werde (Thieß. Reich 475).
auskotzen <sw. V.; hat) (derb): a) etw.. was man zu sich
genommen hat. wieder erbrechen, ausbrechen: Mein ganzes
Abendessen hab' ich heute wieder ausgekotzt (Andersch.
Rote 36); Ü Man hat sie ( = die Vergangenheit) nicht
bewältigt. Man hat sie ausgekotzt (Spiegel 1/2. 67. 35);
b) <a. + sich) sich heftig übergeben, erbrechen: Plötzlich
rebellierte sein Magen. Und der Major kotzte sich aus
(Kirst. 08/15.692); Ü ich habe mich bei einem Kameraden
ausgekotzt (mich ausgesprochen, ihm mein Leid geklagt,
meinem Groll Luft gemacht).
auskragen [ayskra.gn] <sw. V.; hat) [zu fKrage) (Archit.):
a) (von Trägern od. Bauteilen an Bauwerken) überstehen,
hinausragen: ein Erker, ein Geschoß kragt aus; Unter einem
etwa zweieinhalb Meter auskragenden Vordach können
sich Passanten auch bei Regenwetter genüßlich an den
Auslagen erfreuen (MM 6. 9. 68. 36); b) einen Bauteil
hervorspringen, hervorragen lassen: einen Sims a.; <Abl.:>
Auskragung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Auskragen. 2. aus
der Fluchtlinie eines Baus vorspringender od. die Unterstütz
zung überragender Bauteil (z. B. Balkon. Sims o.a.).
auskramen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. a) irgendwo hervorsuchen,
hervorkramen: alte Fotografien, Briefe [aus der Schublade]
a.; Ü alte Schulkenntnisse. Erinnerungen a. (wieder ins
Gedächtnis rufen); b) kramend leeren: er hat die ganze
Kiste ausgekramt, ohne das Gesuchte zu finden. 2.
Geheimnisse j ausplaudern: er hat [alles, die ganze Geschichte]
ausgekramt; wie darauf und dran er gewesen war. sein
Ungeschick mit der D. auszukramen (Johnson, Ansichten
131); <Abl.:) Auskramung. die; -.
auskratzen <sw. V.): 1. durch Kratzen mit einem scharfen
Gegenständ tilgen, beseitigen; wegkratzen <hat): einen Flek-
ken a.; dann kam der Tischlermeister, der ... die kleine
Werkstatt betrieb, und kratzte das Wort mit einem Nagel
aus (Böll. Haus 64). 2. <hat) a) durch Kratzen aus etw.
entfernen, aus einem Gefäß o. ä. herauskratzen: sie hat den
Rest [aus der Schüssel] ausgekratzt; b) (ein Gefäß o.a.)
durch Herauskratzen von Anhaftendem reinigen: sie hat
die Teigschüssel ausgekratzt. 3. (Med.) (die Gebärmutter)
ausschaben <hat): man hat [bei ihr] die Gebärmutter
ausgekratzt; die Patientin wurde ausgekratzt (ihre Gebärmutter
wurde ausgeschabt). 4. (salopp) ausreißen, sich davon
machen Ost): er ist [vor dem Lehrer] ausgekratzt; <Abl. zu
3:) Auskratzung, die; -. -en (Med.).
auskrauten <sw. V.; hat) (landsch.): a) Unkraut ausjäten:
die Quecken [aus den Beeten] a.; b) von Unkraut befreien,
säubern: ein Beet, einen Acker a.
auskriechen <st. V.; ist): (von Vögeln. Insekten) aus dem
Ei kriechen; ausschlüpfen: Sie (= die Eier) waren
unbefruchtet, jedenfalls krochen keine Jungen aus (Lorenz*
Verhalten I. 223).
auskriegen <sw. V.; hat) (ugs.): svw. tausbekommen.
Auskristallisation, die; -. -en: Kristallbildung; auskristallisie-
ren <sw. V.): X.aus etw. herauskristallisieren; durch
Kristallisation gewinnen <hat>: durch Verdunstenlassen der
Lösung Kochsalz a. 2. sich als Kristall niederschlagen Ost):
das Salz ist auskristallisiert; die Masse wallt als
feuerflüssiges Rinnsal in schmale Behälter, wo sie zu weißen Barren
auskristallisiert (MM 3. 7. 69. 13); <auch a. + sich:)
wurde das Holz unter den Siedpfannen ... geschürt, bis
die... Sole verdampfte und sich richtiges Salz
auskristallisierte (MM 28. 5. 69. 13); <Abl.:) Alpkristallisierung, die;
-. -en.
Auskuck [ajiskuk], der (nordd.): svw. f Ausguck; auskucken
(nordd.): svw. t ausgucken.
auskugeln <sw. V.; hat) [volksetymologisch umgedeutet aus
f auskegeln]: svw. tausrenken: bei dem Sturz hat er sich
den Arm ausgekugelt; Willy kugelt ihm (= einem
Angreifer) den Arm aus (RemarQue. Obelisk 329); <Abl.:> Ausku-
gelung. (seltener:) Auskughmg. die; -, -en.
auskühlen <sw. V.): 1. durch u. durch kühl werden lassen;
die Temperatur /eines Körpers/ stark herabsetzen <hat>:
der Aufenthalt in der Kälte hatte sie völlig ausgekühlt;
dereisige Wind kühlte den Körper aus. 2. stark an
Temperatur verlieren, abkühlen <ist>: der Raum kühlt schnell
aus; leise knackend, mit feinem Stöhnen kühlte das
Flugzeug aus (Gaiser. Jagd 85); Die Tasse (= mit Kaffee)
war ausgekühlt (Dorpat. Ellenbogenspiele 9); wir saßen
in ausgekühlten Hörsälen (Augustin. Kopf 49); <Abl.:>
Auskühhmg, die; -.
Auskultant [ajiskul'tant]. der; -en. -en [lat. auscultäns (Gen.:
auscultantis). 1. Part, von: auscultäre = zuhören, also
eigtl. = Zuhörer, t auskultieren] (Jur. veraltet): 1. Beisitzer
ohne Stimmrecht. 2. (österr.) Anwärter auf das Richteramt;
Auskultation [...ta'tsio:n], die; -. -en [lat. auscultätiol
(Med.): das Auskultieren; Auskultator [...'tnior, auch:
...to:?].der; -s. -en [...ta'to:ren; lat. auscultätor = Zuhörer;
vgl. Auskultant] (Jur. veraltet): Gerichtsreferendar;
auskultatorisch [...ta'to:nH <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Med.):
durch Auskultieren feststellend od. feststellbar; auskultieren
[...thron] <sw. V.; hat) [lat. auscultäre = mit
Aufmerksamkeit zuhören, lauschen] (Med.): ein Organ auf Geräusche
hin abhorchen: das Herz, die Lunge a.
auskundschaften <sw. V.; hat): heimlich/ durch
Nachforschen herausfinden, erkunden, ausmachen: ein Versteck a.;
jmds. Vermögensverhältnisse a.; Ich kundschafte erst
einmal aus. wie der Weg ist (Grzimek. Serengeti 328); <Abl.:)
Auskundschafter« der; -s. -: jmd.. der etw. auskundschaftet;
Kundschafter; Auskundschaftung. die: -.
Auskunft ['qiiskunft]. die; -. Auskünfte [...kYnfto; früher
= Weg od. Mittel, um aus etw. herauszukommen; zu t
auskommen]: I. Mitteilung über jmdn.. etw.. die man auf
eine Frage hin erhält: eine A. erteilen, geben,
einholen, verweigern; detaillierte Auskünfte. 2. <o.
PI.) Stelle, die bestimmte Auskünfte (1) erteilt; bes.
Fernsprechauskunft. Bundesbahnauskunft: die A. [im Haupt-
bahnhofl anrufen. 3. (veraltet, noch landsch.) Hilfsmittel.
Ausweg: eine A. suchen, finden; <Abl.:) Auskunftei [ays-
kunft^il. die; -. -en [1889 gepr. von dem Germanisten
v. Pfister]: Unternehmen, das gewerbsmäßig Auskünfte über
private od. geschäftliche Verhältnisse anderer, bes. über
deren Kreditwürdigkeit erteilt: sich an eine A. wenden.
Auskunft»-: ^beamte, der: Beamter, bes. der Bundesbahn,
der Zugverbindungen betreffende Auskünfte erteilt: -büro,
das: vom Fremden verkehrsverband od. einer ihm
angeschlossenen Organisation eingerichtetes Informationsbüro, in dem
Touristen Auskünfte bekommen können; -dienst, der: kurz
für f Fernsprechauskunftsdienst; -person. die: Person, die
(bei einer Umfrage, einer Befragung o.a.) Auskünfte über
bestimmte Sachverhalte o.a. gibt: Der Forscher, der die
erste ... Umfrage durchrührte, hat ... nicht die richtige
... Auswahl der -en getroffen (Noelle. Umfragen 37);
-Pflicht, die <o. PI.) (jur.): die einer Person auferlegte
Verpflichtung, einer anderen Person Auskünfte über
bestimmte Sachverhalte zu geben, dazu: -pflfchtig <Adj.: o.
Steig.; nicht adv.); -recht, das <o. PI.) (Jur.): das Recht
einer Person, von einer anderen Person Auskunft über be-
261
auskuppeln
stimmte Sachverhalte zu verlangen: Schalter, der: Schalter,
bes. bei der Bundesbahn, an dem Zugauskünfte erteilt
werden: --stelle, die: amtliche] Stelle, die bestimmte Auskünfte
erteilt: -verweigerungsrecht, das; -[e]s (jur.): das Recht des
Zeugen, auf bestimmte Fragen die Auskunft zu verweigern.
auskuppeln <sw. V.; hat) (Kfz-T.): durch Bedienen der
Kupplung die Verbindung von Motor u. Getriebe aufheben (Ggs.:
einkuppeln): ich kuppfejle aus; vor dem Schalten muß
ausgekuppelt werden; <AbI.:> Auskupptelkme. die: -, -en.
auskurieren <sw. V.; hat) (ugs.): vollständig heilen, ausheilen
(1). wieder gesund werden lassen: der Arzt wird dich, deine
Lungenentzündung wieder a.;<aucha. + sich:) es dauerte
lange, bis ich mich wieder auskuriert hatte (bis ich wieder
gesund war): <Abl.:) Auskurierung« die; -. -en.
auslachen <sw. V.; hat): 1. sich mit Lachen überjmdn. lustig
machen, jmdn. wegen eines Verhaltens o. ä. verspotten: Da
hatte er den einen Hut in der Hand gehabt und einen
auf dem Kopf, wofür er tüchtig ausgelacht wurde
(Schröder. Wanderer 59); laß dich nicht a.! (mache dich
nicht lächerlich!). 2. <a. + sich) so lange lachen, bis man
sich wieder gefangen hat: Sie muß wirklich lachen, sie
lacht sich mal aus. hat lang nicht mehr so gelacht (Woh-
mann. Absicht 12). 3. aufhören zu lachen (meist in einer
zusammengesetzten Zeitform): endlich hatten sie
ausgelacht.
Auslad ['3psla:t]. der; -s (Schweiz.): das lAusladen (l)(Ggs.:
Einlad).
Auslade- ('ausladen 1): -bahnhof. der; -platz, der; -rampe,
die; -stelle, die.
'ausladen <st. V.; hat): 1. a) (eine Ladung. Fracht o.a.)
aus dem Transportfahrzeug herausnehmen, -holen (Ggs.:
'einladen): die Fracht [aus dem Waggon] a.; Kartoffeln.
Kisten. Mehlsäcke a.; einen Verletzten [aus dem
Krankenwagen] a.; b) ein Transportfahrzeug entladen: den
Lastwagen, das Schiff a. 2. a) svw. t auskragen: der Erker, das
Vordach lädt [weit] aus: b) sich ausdehnen, ausbreiten:
Der Friedhof... erstreckte sich ... als schmales Rechteck
gegen Süden und lud dann ebenfalls rechteckig nach beiden
Seiten aus (Th. Mann. Zauberberg 447); -de Bäume; c)
(meist im 1. Part.) weit ausgreifen, ausholen: Bogorski
machte mit den Armen eine -de Bewegung (Apltz, Wölfe
177).
Ausladen <st. V.; hat) [Gegenbildung zu fEinladen]:
eine Einladung, die man jmdm. gegenüber bereits
ausgesprochen hatte, wieder rückgängig machen: einen Gast
wieder a.; Der Chor .... der ... zu einem ... Gastspiel nach
Großbritannien kommen sollte, ist wieder ..ausgeladen"
worden (MM 29. 8. 68. 9).
Auslader, der; -s. - (Seew.): Hafenarbeiter, der zum Ausladen
von Schiffsfracht bestellt ist: Überall ... torkeln bezechte
Matrosen, breitschultrige A. (Kisch. Reporter 243).
'Ausladung, die; -. -en: 1. das ^Ausladen (1). 2. svw. f
Auskragung.
2Ausladung, die; -. -en: a) das Ausladen, das
Rückgängigmachen einer Einladung: die A. unserer Gäste wäre unmöglich;
b) das Ausgeladenwerden, -sein: Als Adamzyk ... von seiner
A. berichtete. Übten die Genossen ... Solidarität (Spiegel
3. 1970. 142).
Auslage, die; -. -n: 1. a) (häufig PI.) im Schaufenster o.a.
ausgestellte Ware: die Auslageln] eines Juweliers
bewundern; b) Schaufensterkasten: ein Kleid, ein Buch aus der
A. herausnehmen, in die A. legen. 2. <Sg. ungebr.)
Geldbetrag, den man ausgelegt hat u. der erstattet wird]:
Unkosten. Ausgaben: hohe -n haben; jmdm. seine -n erstatten.
3. (Sport) a) (Fechten) / Haltung der Waffe in der)
Ausgangsstellung hinter der Startlinie: in [die] A. gehen; b)
(Boxen) Körperhaltung des Boxers in der Grund- od.
Ausgangsstellung vor. zwischen u. nach den einzelnen Aktionen:
c) (Rudern) Körperhaltung des Ruderers in der ersten Phase
eines Ruderschlags: d) (Leichtathletik; bes. Kugelstoßen)
Grundstellung. Ausgangsstellung. 4. (Jägerspr.) das
Auseinanderstehen der Stangen eines Geweihs.
Auslageln]-: -fenster.das: Schaufenster: -matcrial, das:
Material für die Ausgestaltung eines Schaufensters: -tisch,
der: Tisch, auf dem Waren ausgestellt, ausgelegt werden.
auslasen! <sw. V.; hat): 1. (Wert-. Kunstgegenstände) zum
Schutz vor möglicher Zerstörung an einen sicheren Ort
bringen: während des Krieges waren die Gemälde des Museums
ausgelagert. 2. (eingelagerte Bestände) aus dem Lager
herausnehmen u. zum Verkauf bringen (Ggs.: einlagern 1):
Bisher wurden etwa 21000 t (= Butterbestände) im
Rahmen der laufenden Aktion ausgelagert (Welt 2. 8. 65.
10; <Abl.:) Auslagerung, die; -. -en.
Ausland, das; -[eis [rückgeb. aus t Ausländer, ausländisch]:
1. ein fremdes Land: ein anderes Land als dasjenige, dessen
Staatsangehörigkeit man besitzt: das von einem Staat aus
gesehen nicht zu seinem Hoheitsbereich gehörende
Territorium einschließlich der hohen See (Ggs.: Inland): im A.
leben; ins A. reisen; sein Bruder ist ins A. gegangen (hat
sich in einem fremden Land angesiedelt, ist ausgewandert).
2. fremde Länder (im Hinblick auf ihre Regierungen, ihre
Bewohner): das feindliche, neutrale A.; Der Kanzler hat
dem A. seine ... Meinung vor Augen geführt (Dönhoff.
Ära 21): Erich Mühsam ... wies auf den guten Namen
hin. den er im A. genieße (Niekisch. Leben 67); Auslander
[%pslendB]. den -s. - [mhd. ästender]: Angehöriger eines
fremden Staates: ausländischer Staatsangehöriger od.
Staatenloser: er ist ein A.; einem A. helfen, eine Arbeltserlaubnis
erteilen; Flora ... begrüßte ihn mit Antipathie. Hier hieli
man nichts von -n (Baum. Paris 44).
Engländer., Ayqiftnripr. ^feindlich <AdJ.; nicht adv.):
Ausländern gegenüber feindlich eingestellt: -kolonie, die:
Wohngegendeiner Stadt, in der bes. Ausländer wohnen, die in
offizieller Mission in dem betreffenden Land leben; -konto, das:
Konto bei einem deutschen Geldinstitut für natürliche od.
juristische Personen mit ständigem Wohnsitz bzw. Sitz im
Ausland: -recht, das <o. PL): alle Rechtsvorschriften, die
Ausländer einem nur für sie geltenden Sonderrecht
unterwerfen.
Ausländerin, die; -. -nen: w. Form zu f Ausländer; ausländisch
['qiislendij] <AdJ.; o. Steig.) [mhd. Ü3lendic]: a) (nur attr.)
aus dem Ausland konvnend. stammend, ihm angehörend:
-e Waren. Zeitungen. Sender; ein -er Geheimdienst; -e
Arbeitnehmer; er hat viele -e Freunde; <subst.:> Vielleicht
kann man die Vorliebe für alles Ausländische damit
erklären, daß ... immer mehr Leute ins Ausland reisen (Dariaux
[Übers.]. Eleganz 98); b) (selten) fremdländisch, exotisch:
er hat ein -es Aussehen.
auslands-. Apsfauxfc-: Absatz.der <o. PI.) (Wirtsch.): Absatz
von Waren im Ausland: -abteihmg, die: Abteilung eines
Unternehmens, die den Handelsverkehr mit dem Ausland
abwickelt: -anletie. die (Bankw.): im Ausland aufgelegte,
auf ausländische Währung laufende festverzinsliche
Schuldverschreibung: -Aufenthalt, der; -bank. die: 2Bank (1 a).
deren Arbeitsgebiet im Ausland liegt: -beziehungen, die
<P1.>: Kontakte zum Ausland: abrief, der.1 Brief, der ins
Ausland geht: --deutsche, der u. die (veraltet): im Ausland
lebende rj Deutsche r]: -Tracht, die: Frachtgut, das ins
Ausland geht: -geschäft. das: Geschäft, das mit dem Ausland
abgewickelt wird: geschäftliche Beziehungen zum Ausland:
-besprich, das: Telefongespräch mit einem Teilnehmer im
Ausland: -hilfe. die <o. PI.): wirtschaftliche o.a. Hilfe,
die einem ausländischen Staat gewährt wird: ^Investition,
die (Wirtsch.): langfristige Anlage inländischen Kapitals
im Ausland: -kapital, das <o. PI.) (Wirtsch.): ausländisches
Kapital, das in der inländischen Wirtschaft eingesetzt wird:
-konto. das: Konto, das jmd. bei einer ausländischen Bank
unterhält: -korrespondent, der: im Ausland tätiger
Korrespondent (von Zeitung. Rundfunk od. Fernsehen): -kredit.
der: im Ausland aufgenommener Kredit: -künde, die: die
Lehre u. das Wissen von den besonderen geographischen,
ethnologischen, politischen, sozialen, wirtschaftlichen u.
kulturellen Verhältnissen ausländischer Staaten: -markt, der
(Wirtsch.): Markt für wirtschaftliche Erzeugnisse, der sich
im Ausland bietet: -niederlassung, die: Niederlassung eines
inländischen Unternehmens im Ausland: -presse, die; -reise,
die; -schule, die: Schule, die ein Land in einem anderen
Land einrichtet od. unterstützt: -schutzbrief. der:
Sammelheft von Kredit- u. Gutscheinen, die die Automobilklubs
zur Risikoabsicherung bei Auslandsreisen ihren Mitgliedern
ausstellen: -sender. der (Rundf.); -Sendung, die: 1.
Postsendung ins Ausland od. aus dem Ausland. 2. Rundfunksendung,
die ins Ausland ausgestrahlt od. aus einem anderen Land
übernommen wird: -spld, das (Sport): im Ausland
ausgetragenes Mannschaftsspiel: -tournee, die: Gastspielreise eines
Künstlers od. einer Gruppe von Künstlern im Ausland:
-Verbindungen <P1.>: svw. i -bezlehungen; -vermögen, das: im
Ausland befindliches Vermögen einer Privatperson, eines
Unternehmens od. Staates: ^Vertretung, die: Vertretung
eines Unternehmens im Ausland.
262
auslegen
auslangen <sw. V.; hat) (landsch.): 1. mit dem Arm (greifend
od. zum Schlag) ausholen, eine ausholende Bewegung
machen: er langte mit dem Arm [zum Schlag] aus. 2. für
einen bestimmten Zweck reichen, ausreichen: das Geld langt
nicht aus; <subst.:> (bes. österr.) in der Fügung: das/sein
Auslangen finden, haben: Beide Frauen hatten es dahin
gebracht, ohne Zuhälter das Auslangen zu finden (genug
zum Lebensunterhalt zu erwerben: Doderer. Wasserfälle
29).
auslangen <sw. V.; hat) (Forstw.): (bei Rundholz) die
Schnittstellen für das Zerteilen des Stammes (der Länge
nach) festlegen: Rundholz ist so auszulangen, daß es
möglichst gut ausgenutzt wird; <Abl.:) Auslingung, die; -. -en.
Auslaß ['cuislasj.der; Auslasses. Auslässe [...lesa] (Technik):
Öffnung, durch die etw. austreten, entweichen kann:
auslassen <st. V.; hat) /vgl. ausgelassen/: 1. (selten) aus etw,
austreten, entweichen, herausfließen lassen: Dampf a.; das
Wasser [aus dem Kessel] a. 2. (landsch.. bes. österr.)
a) freilassen, loslassen, nicht länger eingeschlossen halten
o. ä. Noch längere Zeit, nachdem ich den Jungvogel
ausgelassen hatte, waren sämtliche Dohlen sehr erregt (Lorenz.
Verhalten 18); b) in Ruhe lassen, nicht weiter belästigen:
das ... mußt du mir unbedingt noch erklären, ich laß
dich nicht aus (Musil, Mann 1022). 3. a) / versehentlich]
weglassen, wegfallen lassen, beim Schreiben. Lesen o.a.
vergessen: ein Wort, einen Satz [beim Schreiben
versehentlich] a.; b) nicht mitteilen, absichtlich] aussparen,
verschweigen o.a.: Ich erzählte ihm sofort alles ... Nur eins
ließ ich völlig aus: die Angelegenheit Weidel (Seghers.
Transi 160); c) in einer Reihenfolge überspringen, übergehen
(häufig verneint): Der Oberst ... ging langsam und fest,
ließ kein Augenpaar aus (Böll. Adam 8); d) versäumen,
verpassen: sich etw. entgehen lassen (meist verneint): kein
Geschäft, keine Chance a.; keine Gelegenheit zum Sticheln
a. 4. (Ärger. Zorn o.a.) an einem Unschuldigen abreagieren:
einen Unschuldigen etw. entgelten lassen: seinen Ärger an
den Untergebenen a. 5. <a. + sich) (abwertend) sich in
bestimmter Weise äußern: sich i urteilend] über jmdn.. etw.
verbreiten: warum hast du dich so negativ über den
Fremden ausgelassen? 6. (Kochk.) durch längeres Erhitzen zum
Schmelzen bringen u. dadurch den reinen Fettanteil
herauslösen: ausschmelzen: Butter, Nierenfett a.;
ausgelassener Speck. 7. (Schneiderei) durch Auftrennen einer Naht
länger, weiter machen: den [Rock]saum. die Ärmel a. 8.
(ugs.) (ein Kleidungsstück) nicht anziehen, weglassen, dar-
auf verzichten können: es ist so warm, du kannst den
Mantel a. 9. (ugs.) a) (einen elektrischen Apparat, eine
Lampe o.a.) nicht einschalten: das Radio, das Licht a.;
b) (einen Ofen o. ä.) nicht anzünden, nicht in Gang setzen:
wir können heute die Heizung a.; <Abl. zu 3 u. 5:>
Auslassung, die; -. -en: a) Weglassung. Wegfall: die A. eines
Wortes. Satzes; b) <P1.) (leicht abwertend) Äußerungen:
seine -en über dich waren nicht sehr freundlich.
Auslassung»-: --punkte <P1.): 1. drei Punkte, die gesetzt wer-
den. um eine Auslassung im Text zu kennzeichnen. 2. (in
math. Formeln) drei Punkte, die für Größen u. Zeichen
stehen, die aus dem Vorhergehenden od. Nachfolgenden
eindeutig zu erschließen sind: -satz, der (Sprachw.): svw. t
Ellipse (2b); -zeichen, das (Sprachw.): svw. f Apostroph.
auslasten <sw. V.; hat): 1. a) (ein Fahrzeug o.a.) bis zur
Grenze der Tragfähigkeit belasten: ein Fahrzeug a.; b) bis
zur Grenze der Leistungsfähigkeit aus Inutzen: die
Kapazität einer Maschine, eines Betriebes a.; die Bauunternehmen
sind ausgelastet. 2. (von einer Arbeit. Tätigkeit) jmdn.
ausfüllen, befriedigen: jmds. Kräfte voll beanspruchen: die
Hausarbeit lastete sie nicht aus; sie war durch ihre Kinder
voll ausgelastet: <Abl.:> Auslastung, die. -.
auslatschen <sw. V.; hat) (ugs.): (von Schuhwerk) durch
häufiges, langes Tragen austreten, ausweiten: seine Schuhe
a.; er trägt völlig ausgelatschte Stiefel. Pantoffeln.
Auslauf, der; -[eis. Ausläufe: 1. a) <o. PI.) das Herauslaufen.
Abfließen: der A. des Kühlwassers; b) Stelle, an der etw.
heraus-, abfließen kann: das Wasser sucht sich einen A.
2* a) <o. PI.) Möglichkeit, sich im Freien zu bewegen,
zu spielen: Bewegungsfreiheit: die Kinder haben zu wenig
A.; b) Raum zum Umherlaufen: den A. für die Hühner
einfrieden. 3. (Sport) a) (Leichtathletik) a) Laufstrecke
von der letzten Hürde bis zum Ziel: ß) Strecke zum Auslaufen
(4) hinter dem Ziel: b) (Skispringen) Strecke, die dem
Skispringer nach dem Aufsprung zum Abbremsen zur Verfügung
steht: c) (Fechten) hinter der eigentlichen Fechtbahn
gelegene Fläche: auslaufen <st. V.): 1. <ist> a) aus einem Gefäß
o. ä. herausfließen: das Benzin ist [aus dem Tank]
ausgelaufen; b) durch Herauslaufen der Flüssigkeit leer werden:
das Faß ist ausgelaufen. 2. den Hafen verlassen, in See
stechen <ist) (Ggs.: einlaufen 2 b): das SchifTwird morgen
a.; die Trawler sind zum Fang ausgelaufen. 3. aufhören,
in Tätigkeit, in Bewegung zu sein: allmählich zum Stillstand
kommen Ost): die Schwungräder, die Motoren laufen
langsam aus. 4. (Sport) den Lauf hinter dem Ziel bis zum
Stillstehen abbremsen <ist): die Sprinter laufen locker aus.
5. nicht weiterführen: enden, aufhören <ist): der Weg läuft
am Waldrand aus. 6. nicht fortgesetzt, weitergeführt werden
<ist): eine Serie, ein Modell läuft aus; daß man von Seiten
des Wohnungsbauministeriums beabsichtigt, diese Aktion
a. zu lassen (MM 13. 8. 66, 38). 7. in etw. einmünden,
übergehen <ist): das Tal läuft in eine ausgedehnte Ebene
aus. 8. aufhören zu bestehen <ist): der Mietvertrag, die
Amtszeit des Präsidenten läuft bald aus. 9. einen
bestimmten Ausgang nehmen <ist): der Streit, die Angelegenheit
wird böse für ihn a. 10. (von Farben. Mustern u.a.) ver-.
auseinanderlaufen, ausgehen, sich verwischen <ist>: die
Farben sind beim Waschen ausgelaufen. 11. <a. + sich) sich
durch Laufen. Spazierengehen Bewegung verschaffen <hat):
wir haben uns wieder einmal ordentlich ausgelaufen;
Ausläufer, der; -s. -: 1. etw.. worin etw. ausläuft (7), endet:
die A. des Schwarzwaldes; links A. von Nadelwäldern
(Kirst. 08/15. 648); Was ist Europa? Ein unbedeutender
A. der asiatischen Landmasse (K. Mann, Wendepunkt
183); (Met.:) die A. einer Randstörung, eines
Hochdruckgebietes streifen das Vorhersagegebiet. 1 (Bot.)
Seitensproß, -trieb. 3. (österr., Schweiz.) Bote: einen A. suchen.
auslaugen <sw. V.; hat) [zu tLauge]: a) (lösliche
Bestandteile) aus etw. herauswaschen, herausziehen: Salze [aus der
Asche] a.; b) (von Wasser. Lauge o. ä.) einem Stoff
bestimmte Bestandteile entziehen: das Wasser laugt die Böden aus;
die verwitterten und vom Regenwasser ausgelaugten
Mergelschichten (Grass. Hundejahre 144); Ü die Arbeit hatte
sie ausgelaugt (erschöpft, verbraucht): ein ausgelaugter
(entkräfteter) Körper; <Abl.:> Austaugung, die; -. -en.
Auslaut, der; -[e]s. -e (Sprachw.): Laut, auf den ein Wort,
eine Silbe endet (Ggs.: Anlaut); auslauten <sw. V.; hat)
(Sprachw.): (auf einen bestimmten Buchstaben) enden,
ausgehen (Ggs.: anlauten): das Wort, die Silbe lautet auf
e aus; ein auslautender (im Auslaut stehender) Konsonant.
ausläuten <sw. V.; hat): 1. das Ende von etw. mit
Glockengeläut ankündigen, begleiten (Ggs.: einläuten): den
Gottesdienst, das alte Jahr a. 2. (veraltet) bekanntmachen,
ausrufen: der Gemeindediener läutet eine Nachricht aus. 3.
aufhören zu läuten: die Glocken haben ausgeläutet.
Auslautverhftrtung, die; - (Sprachw.): Verwandlung eines
stimmhaften auslautenden Konsonanten in einen stimmlosen.
ausleben <sw. V.; hat): 1. <a. + sich) das Leben (bes.
in sexueller Hinsicht) ohne Einschränkung genießen: du
willst dich ungehemmt a. 2. (geh.)/ in seinem Leben.
Schaffen o.a.] voll zur Entfaltung bringen, verwirklichen: seine
Begabung a.; Die meisten Zivilisationsmenschen leiden
unter verdrängten Aggressionen, die sie ... nicht a. können
(nicht abreagieren können: Spiegel 4. 1966. 50). 3. <a.
+ sich) (geh.) Gestalt gewinnen: seine Phantasie lebt sich
in seinen Bildern aus.
auslecken <sw. V.; hat): a) aus einem Gefäß herauslecken:
den Pudding a.; b) durch Lecken leer machen: die Schüssel
a.
ausleeren <sw. V.; hat): a) (aus einem Gefäß) herausschütten:
wegschütten: das Abwaschwasser a.; b) (durch Ausschütten
des Inhalts) völlig leer machen, leeren: einen Eimer a.:
sein Glas in einem Zug a. (austrinken).
auslegen <sw. V.; hat): 1. a) zur Ansicht. Einsichtnahme
o. ä. hinlegen, ausbreiten: ausstellen: Waren [im
Schaufenster] a.; eine Liste a.; b) (als Köder. Fangvorrichtung o. ä.)
versteckt hinlegen: Köder. Rattengift, Schlingen, eine
Aalreuse a.; c) in die Erde bringen: setzen: Saatgut. Kartoffeln
a.; d) (Technik) in die für die Funktion erforderliche Lage
bringen: Leitungen. Kabel a. 2. a) mit etw. bedecken,
auskleiden: einen Raum mit Teppichboden, einen Schrank
[mit Papier] a.; b) mit einer Einlegearbeit auszieren: eine
Tischplatte mit Elfenbein a. 3. (eine Geldsumme) vorlegen,
jmdm. vorübergehend zur Verfügung stellen: Geld [für
Jmdn.] a.; Jmdm. eine bestimmte Summe a. 4. interpretieren.
263
Ausleger
/ aus /deuten: ein Gesetz, eine Vorschrift, ein Gleichnis
a.; etw. als Furcht a.; etw. zu jmds. Gunsten a.; dieser
Grundsatz ist nicht radikal auszulegen (Noelle. Umfragen
168); jmds. Worte falsch a. 5. (Technik) auf eine bestimmte
Leistung o. ä. hin anlegen, einrichten, konstruieren: der
Motor ist Tür 180 km/h Höchstgeschwindigkeit ausgelegt. 6.
(landsch.) an Gewicht zunehmen, dick'er/ werden: er hat
zu sehr ausgelegt; Ausleser, der; -s, -: 1. jmd.. der etw.
auslegt (4). interpretiert. 2. (Technik) über die tragende
Konstruktion hinausragender Teil: der A. eines Baggers.
3. (Rudern) a) Metallgestell, auf dem das Ruder liegt:
b) seitlich am Boot angebrachte Kufe, die das Kentern
verhindern soll: Auslegeware, die; -: Teppichstoff el zum Auslegen
von Fußböden: Auslegung, die; -. -en: das Auslegen (1.
4); <Zus. zu 4:) Auslegungsfrage, die; Auslegunesmethode.
die.
ausleiern <sw. V.; hat) (ugs.): a) etw. durch vieles Drehen,
häufigen Gebrauch so abnutzen, daß es sich nicht mehr fest
ineinanderfügt: ein Gewinde a.; b) seine Festigkeit.
Elastizität verlieren, locker werden: der Mechanismus leiert mit
der Zeit aus. hat sich ausgeleiert; ausgeleiertes
Gummiband.
Ausleihe, die; -, -n: 1. <o. PI.) das Ausleihen von etw.: die
A. der Bücher ist kostenlos. 2. Raum in einer öffentlichen
Bibliothek, in dem die Bücher ausgegeben werden: die A.
hat geschlossen; ausleihen <st. V.; hat): 1. sich etw. bei
jmdm. leihen: [sich] ein Buch [bei. von seinem Freund]
a.: sie hat sich unsere Putzhilfe ausgeliehen. 2. jmdm..
etw. leihen, borgen; etw. verleihen: ich habe ihm meinen
Plattenspieler ausgeliehen; etw. an Jmdn. a.; sie leiht ihre
Sachen nicht gerne aus; der Verein hat einen Spieler
ausgeliehen; <Abl.:> AusleBicr, der; -s. -: jmd.. der etw. ausleiht:
Ausleihung, die; -. -en.
auslernen <sw. V.; hat) /vgl. Ausgelernte/: die Lehrzeit
abschließen: er lernt in diesem Jahr aus; ein Lehrling hat
nach drei Jahren ausgelernt; ein ausgelernter Schreiner;
R man lernt nie aus [im Leben] (hört nie auf* neue
Erfahrungen zu machen).
Auslese, die; -. -n: 1. <o. PI.) das Aussuchen; Auswahl:
eine strenge A. treffen. 2. die Besten aus einer Gruppe:
Elite: die A. der Jugend. 3. Wein aus ausgelesenen Trauben;
'auslesen <st. V.; hat): 1. a) (Minderwertiges) aussondern:
die faulen Äpfel a.; b) von unbrauchbaren, verdorbenen
Teilen befreien: die Erbsen a. 2. (geh.) auswählen: die besten
Schüler, die schönsten Früchte a.; ^auslesen <st. V.; hat):
a) zu Ende lesen: ein Buch [in einem Zug] a.; b) aufhören
zu lesen: hast du bald ausgelesen?
ausleuchten <sw. V.; hat): zu einem bestimmten Zweck
vollständig u. gleichmäßig/ beleuchten: einen Raum, eine
Strecke a.; die Vollzugsanstalt... in der Nacht
ausgeleuchtet von 54Tiefstrahlern (Spiegel 21.1975.46); Ü die
Hintergründe eines Vorgangs a. (einen Vorgang zu durchschauen,
aufzuklären suchen); <Abl.:> Ausleuditung, die; -. -en.
auslichten <sw. V.; hat): zu dicht stehende Äste. Zweige
entfernen: Obstbäume a.; Blütensträucher a., sofern sie
... zuviel Holz haben (MM 8.2.69.67); <Abl.:> AlPlfchtin«,
die; -. -en.
ausliefern <sw. V.; hat): 1. auf eine Forderung hin
übergeben, überantworten: einen politischen Flüchtling [an seinen
Heimatstaat] a.; einen Verbrecher der Justiz a.; sich selbst
der Polizei a. (stellen); Ü hilflos seinen Feinden, seinem
Schicksal ausgeliefert (preisgegeben) sein. 2. (Kaufmanns-
spr.) zum Weiterverkauf an den Handel liefern: Waren
a.; wir liefern am 1. Dezember aus; <AbI.:> Auslieferung,
die; -. -en: 1. das Ausliefern (1) eines Menschen: die A.
eines Flüchtlings. Verbrechers [an die Gerichte]; jmds.
A. fordern, verweigern; er rechnete mit der A. an die
Deutschen (rechnetedamit, ausgeliefert zu werden; Seghers.
Transit 255). 2. das Ausliefern (2) von Waren: die A. [des
Buchs] erfolgt Anfang Dezember.
Auslieferunss-: ^antrag«der (Rechtsspr.): Antrag auf
Auslieferung eines Flüchtlings. Rechtsbrechers; ^lager. das
(Wirtsch.): Lager, von dem aus Waren an Handel od.
Verbraucher ausgeliefert werden: ^vertrag« der (Rechtsspr.):
Vertrag zwischen Staaten über die Auslieferung flüchtiger
Verbrecher.
ausliegen <st. V.; hat): I. zur Ansicht. Einsichtnahme hinge-
legt, ausgestellt sein: Waren liegen im Schaufenster aus;
Zeitschriften liegen [in der Bibliothek] aus; eine Liste der
Teilnehmer hat ausgelegen; wenn auf der Freibank kein
Fleisch auslag. füllten Innereien den Topf (wenn kein
Fleisch zum Verkauf angeboten wurde; Grass. Hundejahre
171). 2. (als Fangvorrichtung o.a.) daliegen, aufgestellt
sein: Schlingen. Netze liegen aus; Ausliegcr ['^isli:gB]a der;
-s. - (Geogr.): Einzelberg, der Rest einer Geländestufe ist.
Auslinie, die; -. -n (Ballspiele): Grenzlinie an der Längsseite
des Spielfelds: der Ball hatte die A. überschritten.
ausliternC^islKten.auch: ^psliten] <sw. V.; hat) (Technik):
den Rauminhalt von Gefäßen o. ä. mit Hilfe einer
einzufüllenden Masse bestimmen.
ausloben <sw. V.; hat) (Rechtsspr.): als Belohnung aussetzen:
Tür die Aufklärung eines Verbrechens, die Lösung eines
Preisrätsels einen Geldbetrag a.; <Abl.:> Auslobung, die;
-. -en.
auslöffeln <sw. V.; hat): a) mit dem Löffel herausnehmen
u. vollständig essen: die Suppe, den Honig a.; *a. müssen,
was man sich eingebrockt hat (f Suppe); b) mit Hilfe eines
Löffels leer essen: das Honigglas a.
auslogieren <sw. V.; hat) (veraltet): svw. tausquartieren.
auslohnen <sw. V.; hat): (bei der Entlassung) den Lohn
auszahlen: die Arbeiter a.; <Abl.:> Auslohnung, die; -. -en.
ausHSmen <sw. V.; hat): svw. f auslohnen; <Abl.:) AusWb-
nung, die; -. -en.
'auslösdien <sw. V.; hat) (geh.): 1. a) vollständig löschen:
das Feuer im Herd, die Glut a.; b) zum Verlöschen bringen:
die Kerzen, die Fackel a.; c) (geh.) ausmachen, ausschalten:
das Licht a. 2. wegwischen, tilgen: die Schrift an der Tafel.
Spuren a.: Ü die Erinnerung an jmdn.. etw. a. (aus dem
Bewußtsein verdrängen);ein Menschenleben a. (einen
Menschen töten); 2ausloschen (lischt aus. losch/(auch:) löschte
aus. ist ausgelöscht/(auch:) ausgeloschen) (geh.. veraltet):
völlig verlöschen: das Feuer, die Kerze losch aus; Ü Die
winzige Hoffnung losch aus wie der letzte Funke im
Aschenhaufen (Lederer. Liebe 70); 'Ayslöschung. die; -:
das !Auslöschen; 2AllslÖ9chung, die; -: das 'Auslöschen.
Auslöse- (zu: auslösen 1. 2): -funktton. die (Verhaltensf.);
^handlung, die (Verhaltensf.): daß Junge Sperlingsvögel
... keine A. besitzen, die den Elternvogel zum Erwärmen
anregt (Lorenz. Verhalten I. 157); -hebd. der (Technik);
^knopf. der (Technik); MnechantamuB, der (Technik);
^Schema, das (Verhaltensf.); -Vorrichtung, die.
auslosen <sw. V.; hat): durch das Los ermitteln: Teilnehmer.
Gewinner, eine Reihenfolge a.; es wurde ausgelost, wer
beginnt.
auslösen <sw. V.; hat): 1. a) in Gang setzen: einen
Mechanismus [durch Knopfdruck], den Verschluß des
Fotoapparates a. (betätigen); b) <a. + sich) in Gang kommen: die
Alarmanlage löst sich automatisch aus. 2. hervorrufen,
bewirken: eine bestimmte Reaktion. Handlung. Freude.
Überraschung a.; Ü eine Madonna .... der es zwar nicht
an Blattgold mangelte, die aber weder nennenswerte
Pilgerfahrten auslöste, noch Wunder wirkte (Grass. Hundejahre
20). 3. (landsch.) herauslösen, herausschälen: die Knochen
[aus dem Fleisch] a. 4. (veraltend) a) einlösen, durch Zahlung
zurückgewinnen: ein Pfand a.; b) loskaufen, freikaufen:
einen Gefangenen a.; <Abl. zu 1.2:) Auslöser, der; -s.
-: 1. (Technik) Mechanismus, durch den etw. ausgelöst,
in Gang gesetzt wird: der A. des Fotoapparates; auf den
A. drücken; Ü dieser Vorwurf war A. des Streits. 2. (Psych..
Verhaltensf.) Reiz, der bestimmte instinktmäßige
Verhaltensweisen auslöst: zwischen den unbestimmten Drang und
den Vollzug einer Instinkthandlung hat die Natur eine
Art Ausklink-Mechanismus eingebaut, die sogenannten
A. (Spiegel 53. 1965. 68).
Auslosung, die; -. -en: das Auslosen.
Auslösung« die; -. -en: 1. das Auslösen. 2. a) pauschale
Entschädigung für Reisekosten, die Arbeitnehmern zur
Abgeltung des Mehraufwands bei auswärtigen Arbeiten vom
Arbeitgeber gewährt wird; b) Abgeltung des Mehraufwands,
der dem Arbeitnehmer entsteht, dessen Wohnsitz in
erheblicher Entfernung von seinem Arbeitsort liegt: A. erhalten;
Jmdm. A. zahlen müssen.
ausloten <sw. V.: hat): 1. (Seew.) mit dem Lot die Wassertiefe
bestimmen: das Fahrwasser a.; Ü Jmds. Wesen auszuloten
suchen (geh.; ihn in seinem innersten Wesen zu erkennen,
zu erfassen suchen). 2. (Technik) mit dem Lot die Senkrechte
bestimmen: Wände. Mauern a.; <Abl.:) AlPkrting, die;
-. -en.
Auslucht ['^isluxlj. die; -. -e [für niederd. uüuchl. zu: lucht
= Lichtöflnung. Fenster] (Archit.): 1. vom Erdboden auf-
264
ausmugeln
steigender, ein- od. mehrgeschossiger, meist reichverzierter
Vorbau an Häusern, bes. der Weserrenaissance. 2.
Quergiebel über dem Seitenjoch eines Kirchenbaus.
auslüften <sw. V.; hat): 1. a) gründlich lüften: frischer Luft
aussetzen: einen Raum, die Kleider a.; Ü (ugs.:) Mensch.
Rahner. lüfte doch mal dein Gehirn aus (v. d. Grün.
Glatteis 164); b) frischer Luft ausgesetzt sein: die
Wintersachen müssen erst a. 2. (ugs. scherzh.) sich in frischer Luft
bewegen. Spazierengehen: Wir vertreten uns die Füße, damit
mein Schwager sich a. kann (Nossack. Begegnung 418);
(Abi.:) Auslüftung, die: -. -en.
Auslug [ajislu.kl. der: -[eis. -e (veraltend): svw. f Ausguck:
auslugen <sw. V.; hat) (veraltend, aber noch landsch.):
Ausschau halten, ausspähen: [nach jmdm.. etw.] a.; einen
flachen Trichter, in den ich mich hineingleiten lasse. Von
hier luge ich aus (Remarque, Westen 148).
aushitsdien <sw. V.: hat) (ugs.): a) aus etw. herauslutschen,
-saugen: den Saft [aus einer Zitrone] a.; b) den Saft aus
etw. lutschen: durch Lutschen bewirken, daß kein Saft o. ä.
mehr in etw. ist: eine Zitronenscheibe a.
ausmachen <sw. V.; hat) /vgl. ausgemacht/: I. (ugs.) a)
durch Bedienen eines Schalters o. ä. abschalten, ausschalten
(Ggs.: anmachen 2): das Radio, das Licht a.; b) nicht
weiter brennen lassen: auslöschen (Ggs.: anzünden,
landsch.: anstecken): das Gas. Feuer, die Kerze, die
Zigarette a. 2. (landsch.) bei der Ernte) aus der Erde
herausholen, ausgraben: Kartoffeln, einen Baumstumpf a. 3.
vereinbaren: einen Termin. Treffpunkt a.; etw. mit Jmdm..
miteinander a.; vor dem Ball hatten wir allerhand auszumachen
(zu besprechen: Gaiser. Schlußball 80); zeitig am
Vormittag, wie ausgemacht, fand ich mich ... ein (Th. Mann.
Krull 392). 4. durch scharfes Beobachten (z.B. mit dem
Fernglas) in der Ferne erkennen, entdecken, ermitteln: ein
Flugzeug in großer Höhe a.; den Standort eines Schiffes,
ein Versteck a.; etw. ist schwer auszumachen. 5. austragen,
abmachen: einen Rechtsstreit vor Gericht a.; etw. mit sich
selbst, mit sich alleinea.; ..Das mache mit dir aus44,
antwortete Barbara (Bergengruen. Feuerprobe 8); sie haben die
Angelegenheit untereinander ausgemacht. 6. betragen: als
Preis. Menge o. ä. haben, ergeben: die Gesamtsumme macht
100 Mark aus; der Unterschied in der Entfernung hat
5 km ausgemacht. 7. a) (das Wesentliche an etw.) sein,
darstellen, bilden: die Farben machen den Reiz seiner Bilder
aus; ihm fehlt alles, was einen großen Künstler ausmacht;
das Drum und Dran, das neun Zehntel unseres Lebens
ausmacht (Frisch. Stiller 370); b) (ugs.) sich in bestimmter
Weise positiv od. negativ auswirken: die neue Tapete macht
sehr viel aus. 8. zum Inhalt haben: die Sorge für ihre
Familie macht ihr Leben aus. 9. a) in bestimmter Weise
ins Gewicht fallen: ein Prozent mehr macht nicht viel aus;
b) jmdn. stören: Mühe. Unbequemlichkeiten o. ä. bereiten:
macht es Ihnen etwas aus. wenn das Fenster geöffnet
wird?; würde es Ihnen etwas a.. den Platz zu wechseln?
10. <a. + sich) (derb) seine Notdurft verrichten: wer hat
sich denn da ausgemacht?
auanahlen <sw. V.; hat): vollständig mahlen, zu Mehl
verarbeiten: Korn. Weizen a.; fein ausgemahlenes Weizenmehl;
<Abl.:> Ausmahlung, die: -. -en.
ausmalen <sw. V.; hat): 1. a) mit Farbe ausfüllen: die Figuren
im Malbuch a.; einen Holzschnitt a. (kolorieren): b) die
Flächen eines Innenraumes bemalen, mit Malereien
ausschmücken: einen Kirchenraum a.; c) (landsch.) etw. in
seiner ganzen Fläche, vollständig streichen: den Flur, die
Küche [mit Ölfarbe] a. 2. a) anschaulich darstellen,
schildern: ein Erlebnis, die Folgen einer Handlung [in grellen
Farben! a.; b) sich etw. in allen Einzelheiten vorstellen:
ich hatte mir die Reise, das Wiedersehen [in Gedanken]
so schön ausgemalt; es war sinnlos, sich auszumalen, was
gekommen wäre, wenn Rai den Krieg überlebt hätte (Böll.
Haus 147); <Abl.:) Ausmalung, die; -. -en.
ausmanövrieren <sw. V.; hat): durch geschickte Manöver
als Konkurrenten o. ä. ausschalten, herausdrängen: daß Ate-
nagoras ... vom Moskauer Patriarchen Alexius bewußt
ausmanövriert worden ist (Welt 13. 10. 62. 4).
■umwehen ['^ysmanpi] <sw. V.; hat) (Schweiz.): (Rechte.
Interessen) abgrenzen, durch Auseinandersetzung festlegen:
<Abl.:> Ausmardmmg, die: -. -en.
ausmären, sich <sw. V.; hat) (landsch.): 1. langsam arbeiten,
trödeln, sich bei seiner Arbeit o. ä. nicht beeilen: der märt
sich heute wieder aus und wird den Zug verpassen. 2.
aufhören zu trödeln, fertig werden: mär dich endlich aus!
3. mit Erzählen nicht fertig werden: sehr viel erzählen:
unsre Nachbarin hat sich wieder [eine Stunde] ausgemärt.
Alismarsch, der; -[eis. Ausmärsche: das Ausmarschieren.
Hinausmarschieren (Ggs.: Einmarsch); ausmarschieren <sw.
V.; ist): aus einem umgrenzten Bereich o. ä.
hinausmarschieren, ausrücken (Ggs.: einmarschieren a): die Kompanie
ist ausmarschiert.
Ausmaß, das; -es. -e: 1. <P1. selten) Größe. Ausdehnung:
ein Bergmassiv von gewaltigen -en. 2. Umfang. Grad. Maß:
Man hat 1918 nicht in vollem Umfang das A. des deutschen
Zusammenbruchs überblickt (Niekisch. Leben 234);
erschreckende -e annehmen; das A. der Zerstörung war
furchtbar; ein Betrug größten -es. von größtem A.; bis
zu einem gewissen A.
ausmauern <sw. V.; hat): die Innenfläche von etw. mit
Mauerwerk auskleiden: ein Gewölbe, einen Ofen a.; einen alten
Baum a. (eine entstandene Höhlung mit einer Zementmasse
ausfüllen): Matthieu erkannte eine längliche, ausgemauerte
Grube (Jahnn. Nacht 136); <Abl.:> Ausmauerung, die; -.
-en.
ausmeißeln <sw. V.; hat): a) mit dem Meißel aus einem
harten Material herausarbeiten: eine Inschrift aus dem
Marmorblock a.; b) aus etw. herausmeißeln, mit dem Meißel
herauslösen: einen Zahn a.; <Abl.:> Ausmeißlelhmg. die;
-. -en.
ausmelken <st. V.; hat): a) leer melken: die Euter ganz
a.; Ü Er fühlt sich wie ausgemolken (wie völlig ausgeleert:
Fr. Wolf. Menetekel 546); b) herausmelken: die Milch
vollständig a.
ausmergeln ['ajismErg|n] <sw. V.; hat) [zu f 3Mark]:
entkräften, auszehren: die Krankheit hatte sie völlig ausgemergelt;
ein ausgemergeltes Gesicht; ein ausgemergelter Körper;
Ü das festliche Menü bestand nun meist aus einem
ausgemergelten Vogel ... und einem scheußlichen rosa
Ersatzpudding (K. Mann. Wendepunkt 52); <AbI.:> Ausmergle]-
hing, die; -.
ausmerzen ['ajismert^n] <sw. V.; hat) [H. u.; viell. zu März,
weil um diese Zeit schwache u. zur Zucht nicht taugliche
Schafe aus den Herden ausgesondert wurden]: 1. a)
ausrotten, vertilgen: Ungeziefer a.; b) als zur Zucht ungeeignet
aussondern: die zur Zucht ungeeigneten Tiere a.; Ü jene
Unternehmer sollten aus dem Geschäftsleben ausgemerzt
werden, die ... sich zu ... Befehlsempfängern ... entwürdigt
hätten (sollten ausgeschaltet werden: Rothfels, Opposition
117). 2. (als fehlerhaft o. ä.) tilgen, beseitigen: die
stehengebliebenen Fehler im Manuskript a.; Keine stilistische
Nachlässigkeit ließ er durchgehen, er merzte sie mit eigener
Hand aus (Niekisch. Leben 117); Ü etw. aus der Erinnerung
a.; <Abl.:> Ausmerzung, die; -. -en.
ausmessen <st. V.; hat): die Größenverhältnisse von etw.
durch Messen genau bestimmen: ein Grundstück, einen
Raum a.; Ü die Ebene, soweit das Auge sie a. kann (erfassen
kann: Plievier. Stalingrad 160); <Abl.:> Ausmessung, die;
-. -en.
'ausmieten<sw.V.;hat)(Schweiz.): gelegentlich] vermieten:
ein Zimmer [an jmdn.] a.; 'Anmietung, die: -. -en.
2auvnieten <sw. V.; hat) (Landw.): aus der 2Miete
herausnehmen (Ggs.: einmieten): KartofTein. Rüben a.; <Abl.:) 2Aus-
mietung, die; -. -en.
ausmisten <sw. V.; hat): 1. von Mist säubern, reinigen: einen
Stall a.; A. will ich gern .... schlachten kann ich nicht
(Zwerenz. Kopf 21). 2. (ugs.) a) nicht mehr Gebrauchtes
aus etw. entfernen, wegwerfen u. dadurch Ordnung
schaffen '; eine Schublade, den Kleiderschrank a.; b) als
unbrauchbar aussortieren u. wegwerfen: das Werk des Karl
M. darf im ... Bücherkasten bleiben, auch der ..Hessische
Landbote" wird nicht ausgemistet (Fischer. Wohnungen
55).
ausmittein ['^ysmitln] <sw. V.; hat) (selten): ermitteln, in
Erfahrung bringen: jmds. Adresse a.; <Abl.:> Ausmitttel-
hmg, die; -. -en.
ausmöblieren <sw. V.; hat): vollständig mit Möbeln
ausstatten, möblieren: einen Raum a.; Ausmöblienmg. die; -. -en.
ausmontieren <sw. V.; hat): ein Teil aus etw. ausbauen (Ggs.:
einmontieren): den Motor [aus dem Auto], ein
Maschinenteil a.; <Abl.:> Ausmontierung. die; -. -en.
ausmugeln ['^ysmu.gln. auch: ...mugln] <sw. V.; hat) [zu
f Mugel] (österr.): (einen Weg. ein Geländestück) ausfahren,
uneben machen: die Skipiste war ausgemugelt.
265
ausmünden
ausmünden <sw. V.; hat/ist) (selten): in etw. enden, auslaufen;
in etw. übergehen: die Straßen des Ortes münden alle in
einen/in einem weiten Platz aus; dorthin, wo die Küche
sich befand, die ... in eine Veranda ausmündete (Bergen-
gruen. Rittmeisterin 263); <Abl.:> Allsmündung, die; -. -en.
ausmünzen <sw. V.; hat): 1. (Metall) zu Münzen prägen:
Silber [zu Geldstücken] a. 2. verwerten, zu seinem eigenen
Vorteil auswerten, verwenden: Jmds. Abhängigkeit für seine
Zwecke a.; Hier münzt der Story-Schreiber ein...
Ressentiment für sich aus (Enzensberger 1,98); <Abl. zu 1 :>
Ausmünzung, die; -. -en.
ausmustern <sw. V.; hat): 1. (Millt.) bei der Musterung
als für den Militärdienst untauglich erklären: er wurde
[wegen seiner Krankheit] ausgemustert. 2. unbrauchbar
Gewordenes aussondern, ausscheiden: alte Modelle. Fahrzeuge
a.; der alte, vor dem Krieg zweifellos schon ausgemusterte
Wagen setzte sich hüstelnd in Bewegung (Habe. Namen
128). 3. (Textilind.) Muster anfertigen: neue Stoffe. Modelle
a.; <Abl.:> Ausmusterung, die; -, -en.
Ausnahme ['qpsnaimd). die; -. -n: Abweichung von der gelten-
den Regel; Sonderfall: eine A. machen; etw. bildet eine
A.. gilt als große A.; es beteiligten sich alle mit A. der
Kinder; alle ohne A.; von wenigen -n abgesehen, waren
alle einverstanden; R keine Regel ohne A.; -n bestätigen
die Regel.
Ausnahme-: ^befugnis, die; --bestfenmung, die; ^eradieinung,
die; ^fiül. der; -aericht, das (jur.): in willkürlicher
Abweichung von der gesetzlichen Zuständigkeit der ordentlichen
Gerichte mit der Erledigimg einzelner konkreter od.
individuell bestimmter Fälle betrautes Gremium, z. B.
Standgericht; Mnensch. der: ein Mensch, der in seiner Besonderheit
unter vielen eine Ausnahme bildet; ^Situation, die; «»Stellung,
die; -zustand, der.
ausnahm-, Ausnahme: -fall, der (österr.): svw. f
Ausnahmefall; -k» <Adj.; o. Steig., nicht präd.): ohne Ausnahme;
-losigkeit, die; -weise <Adv.>: als Ausnahme: er hat es
a. erlaubt; (selten auch adj.): eine a. Zustimmung.
ausnehmen <st. V.; hat) /vgl. ausnehmend, ausgenommen/:
1. a) aus einem Nest o.a. herausnehmen, wegnehmen: die
Eier. Junge Vögel (aus dem Nest] a.; b) ein Nest o.a.
durch Herausnehmen des Inhalts leeren: die Nester im
Hühnerstall a.; wenn man Michael wäre, der die Habichtshorste
ausnahm {plünderte; Wiechert. Jeromin-Kinder 20); Ü ein
Verbrechernest, eine feindliche Stellung a. (ausheben). 2.
a) die Eingeweide aus einem geschlachteten od. erlegten
Tier entfernen; die Eingeweide, Herz. Leber a.; b) ein
geschlachtetes od, erlegtes Tier von den Eingeweiden befreien:
ein Huhn, einen Hasen a. 3. (salopp abwertend) a) jnutm.
auf listige od. hinterhältige Weise Geld abnehmen, jmdn.
schröpfen: jmdn. beim Spiel a.; er ist von seiner Geliebten
tüchtig ausgenommen worden; sie fristen ihr Leben
irgendwie ... und werden von den Strichern ausgenommen (Rechy
[Übers.]. Nacht 123); b) jmdn. auf dreiste Art aushorchen,
ausfragen: er versuchte mich auszunehmen; Bert nahm
ihn nicht aus. fragte nicht, warum er geflohen war (Lenz,
Brot 57). 4. von etw. ausschließen; jmdn.. etw. gesondert
behandeln; nicht mitzählen: du kannst dich, ihn bei der
Schuldfrage nicht a.; er vertraute allen, einen einzigen
ausgenommen; mich müßt ihr a. Ich weiß vor Arbeit nicht
ein noch aus (Bredel. Väter 84). 5. (geh.) <a. + sich)
in bestimmter Weise erscheinen, wirken: das Bild nimmt
sich in diesem Raum sehr gut, unpassend aus; Die ...
Verleumdungen nahmen sich im Munde des feinen,
geschulten Geistes wunderlich, ja geschmack- und stillos
aus (Niekisch. Leben 244). 6. (österr.) erkennen,
unterscheiden, wahrnehmen: man konnte den Fußgänger auf der
unbeleuchteten Straße kaum a.; ausnehmend ['^ysnermant)
<Adj.; o. Steig.) (geh.): a) <nur attr.) sehr groß,
außergewöhnlich, außerordentlich: er sprach mit -er Höflichkeit;
b) (verstärkend bei Adj. u. Verben) sehr, ungewöhnlich:
sie ist a. hübsch.
ausnüchtern <sw. V.; hat): nach übermäßigem Alkoholgenuß
wieder nüchtern werden: die Polizei hatte ihn in eine
Arrestzelle gebracht, wo er a. sollte; <Abl.:> Ausnüchterung, die;
-. -en; <Zus.:) Ausnüchterungszelle, die: Polizisten steckten
den Betrunkenen in eine A.
ausnutzen« (regional:) ausnützen <sw. V.; hat): 1. a) ganz
nutzen, von einer bestehenden Möglichkeit vollen Gebrauch
machen: eine Gelegenheit, eine Situation a.; die zur
Verfügung stehenden Mittel, den Raum, seine Zeit [gut, für
etw.]a.; Der Schutz, den Wände... und wucherndes
Buschwerk gewährten, war geschickt ausgenützt (in die Planung
einbezogen; Gaiser, Jagd 44); b) aus seiner vorteilhaften
Situation für sich bedenkenlos Nutzen. Vorteil ziehen: seine
Stellung, seine Bekanntheit in der Öffentlichkeit a.; Die
Putzfrauen ... nützten ihr Monopol schamlos aus und
waren sehr teuer (Ott. Haie 207). 2. jmdn.. etw. in
rücksichtsloser, egoistischer Weise für seine Zwecke in Anspruch
nehmen: jmds. Schwäche. Notlage. Gutmütigkeit schamlos
a.; er hat seine Freunde, seine Angestellten immer
ausgenützt; <Abl.:> Alisnutzwg, (regional:) Ausnützt*«, die; -.
auspacken <sw. V.; hat): 1. a) (Eingepacktes) aus der
Verpackung auswickeln; aus dem Behältnis, in das etw.
eingepackt ist. herausnehmen (Ggs.: einpacken 1): die Geschenke
a.; die Kleider [aus dem Koffer] a.; b) ein Behältnis, in
das etw. eingepackt ist. durch Herausnehmen des Inhalts
leeren (Ggs.: packen): den Koffer, das Päckchen a.; Er
packt die gestickte Tasche aus. es kommen ein paar gute
Würste zum Vorschein (Remarque. Westen 187); hast du
schon ausgepackt? 2. a) (ugs.) was man lange für sich
behalten hatte] anderen mitteilen, in aller Breite berichten:
seine Erlebnisse, seine Sorgen a.; b) (salopp) Geheimnisse
verraten [u. damit andere belasten]: wenn er in Gefahr
gerät, wird er a.; weil es einen zu großen Skandal gäbe,
wenn ich a. würde (Andersch. Rote 227); c) (ugs.) seinem
Ärger Luft machen, indem man unmißverständlich seine
Meinung sagt. Dinge beim Namen nennt: in der
Auseinandersetzung mit dem Vorgesetzten hat er furchtbar
ausgepackt; jetzt werde ich a.!
ausparken <sw. V.; hat): aus der Parklücke herausfahren
(Ggs.: einparken): ich kann nicht a.; <subst.:) er hat beim
Ausparken die Stoßstange eines anderen parkenden
Fahrzeugs eingedrückt.
auspeitschen <sw. V.; hat): mit der Peitsche brutal schlagen,
durch Peitschenhiebe bestrafen: die Gefangenen wurden
ausgepeitscht; Parlamentäre wurden gefangengenommen.
Frauen öffentlich ausgepeitscht (Augstein. Spiegelungen
93); <Abl.:) Auspeitschung. die: -. -en.
auspendeln <sw. V.; ist): 1. bis zum Stillstand hin u. her
pendeln: die Schaukel, die Waage pendelt aus; als ich die
Treppe hinaufstieg, hörte ich durch die auspendelnde Tür
eine Stimme (Böll, Und sagte 90). 2. (Boxen) einem
gegnerischen Schlag dadurch ausweichen, daß Kopf u. Oberkörper
seitlich od. nach hinten aus der Schlagrichtung wegbewegt
werden: er pendelte die meisten Schläge geschickt aus;
Auspendler, der; -s. -: Pendler, der sich vom Arbeitsort
zurückbegibt an seinen Wohnort (Ggs.: Einpendler).
auspennen <sw. V.; hat) (salopp): svw. f ausschlafen: Zur
Armee gehen wir morgen, erst mal a.! (Plievier, Stalingrad
251).
auspfeifen <sw. V.; hat): durch wiederholte Pfiffe zum
Ausdruck bringen, daß einem etw. sehr mißfällt, daß man jmdn..
jmds. Leistung nicht akzeptiert, nicht gut. empörend findet:
der Schauspieler, das Stück wurde ausgepfiffen; Wir
wurden in den Berliner Kammerspielen ausgepfiffen .... in
München beschimpft, in Hamburg beklatscht (K. Mann.
Wendepunkt 154).
auspflanzen <sw. V.; hat): 1. junge Pflanzen ins Freiland
setzen: Salat, Gemüsepflanzen] a. 2. (Med.) ein Organ
od. ein Gewebestück entnehmen, explantieren (Ggs.:
einpflanzen 2): für eine Transplantation ein Stück Haut a.;
<Abl.:> Auspflanzung, die; -. -en.
auspflücken <sw. V.; hat): a) aus etw. herauspflücken: welke
Blätter, überzählige Triebe a.; b) (landsch.) Hülsenfrüchte
aus den Hülsen herauslösen: Erbsen. Bohnen a.
Auspizura taiis'pi:$ium], das; -s, ...ien [...jpn; lat. auspicium.
eigtl. = Vogelschau] (geh.) (meist PI.): Vorbedeutung,
Aussichtenfür etw.: die Sache begann unter guten, schlechten
Auspizien; * unter Jmds., einer Sache Auspizien (geh.; unter
der Schirmherrschaft. Oberhoheit o. ä. einer Person od.
Institution o. ä.): im Jahre 1965 .... als unter russischen
Auspizien das Abkommen mit Indien ... geschlossen wurde (St.
Galler Tagblatt 559. 1968. 1).
ausplaudern <sw. V.; hat): 1. (etw., was geheim bleiben
sollte) weitererzählen, verraten: Umdm.] Geheimnisse a.;
Der ... unerbittlichste Zweifler. Lessing, hat hier unsere
innersten Bedenken tapfer ausgeplaudert (ausgesprochen,
einbekannt; Thielicke. Ich glaube 78). 2. (landsch.) <a.
+ sich) ausgiebig plaudern: habt ihr euch wieder einmal
ausgeplaudert?
266
ausräubern
ausplauschen <sw. V.; hat) (österr.): 1. svw. t ausplaudern
(a) 2. <a. + sich) sich etw. von der Seele reden, sich
aussprechen.
ausplündern <sw. V.; hat): a) jmdm. alles, was er besitzt
od. bei sich trägt, mit Gewalt wegnehmen; jmdn. ausrauben:
die Reisenden, die Karawanen wurden ausgeplündert; Wir
sind überfallen worden. Ihr habt uns ausgeplündert.
Menschen erschossen oder verschleppt (Kirst. 08/15. 605); b)
(ein Gebiet, einen Raum o. ä.) durch Plünderung ganz
ausrauben: das Land, die Wohnung, einen Laden a.; den
Kühlschrank a. (sehen*.; alles Eßbare herausholen, um
es aufzuessen); Ü sie plündern ihre Wälder, ihre
Energievorkommen aus (beuten sie rücksichtslos aus bis zur völligen
Erschöpfung); <Abl.:> Ausplünderung, die; -. -en.
auspolstern <sw. V.; hat): die Innenflächen von etw.
vollständig mit einer Polsterung versehen: eine Porzellankiste [mit
Holzwolle] a.; einen Mantel a. (wattieren); Ü (scherzh.:)
Der Feldwebel war gut ausgepolstert, unter dem
Uniformrock ein richtiger Bauch, in solchen Zeiten (Plievier.
Stalingrad 252); <Abl.:) Auspokterung. die;-, -en.
ausposaunen <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): /etw.. was nicht
bekannt werden sollte] überall herumerzählen: statt zu
schweigen, haben sie das Vorkommnis sofort ausposaunt;
Seine Jugend will jeder wahrhaben, aber sein Alter keiner,
weshalb man denn auch die Großartigkeiten dieses Zustan-
des lieber verschweigt als ausposaunt (Kaschnitz. Wohin
135).
auspowern rqpspo:ven] <sw. V.; hat) [zu f power] (ugs.
abwertend): bis zur Verelendung ausbeuten: ein Land, ein
Volk a.; Üein ausgepowerter (ausgelaugter) Acker; <Abl.:)
Auspowerung« die; -.
ausprägen <sw. V.; hat): 1. (Metall) zu Münzen o. ä. prägen:
Silber (zu Münzen. Medaillen] a. 2. <a. + sich) a) sich
in etw. ausdrücken, zeigen, offenbar werden: sein
Pessimismus hat sich in seinem Gesicht, in seiner Haltung
ausgeprägt; b) sich herausbilden: seine Eigenheiten prägen sich
immer mehr aus; er hat einen ausgeprägten Familiensinn;
<Abl.:> Ausprtang, die; -. -en.
auspreisen <sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): (Waren) mit
Preisschildern versehen: die Kleider in der Auslage sind
noch nicht ausgepreist.
auspressen <sw. V.; hat): a) (Saft o. ä.) aus etw.
herauspressen: den Saft [aus der Zitrone] a.; b) durch Pressen den
Saft aus etw. gewinnen: eine Apfelsine a.; Ü Jmdn. a. [wie
eine Zitrone] (bis zum Überdruß ausfragen); Wir waren
... wie Zugtiere, wurden ausgewertet, ausgepreßt,
ausgenutzt (Kirst. 08/15,930); (Abi.:) Auspressung. die; -, -en.
ausproben <sw. V.; hat) (selten): svw. Terproben.
ausprobieren <sw. V.; hat): [Neues] benutzen, um seine
Brauchbarkeit festzustellen: ein Rezept, ein Waschmittel
a.; eine Methode a. (erproben); -ein neues Medikament
[an Jmdm.] a.; hast du schon einmal ausprobiert, ob ...?;
versuchten wir nicht, neue Wege auszuprobieren, sondern
hielten starr an den alten Vorstellungen ... fest (Dönhoff,
Ära 105).
Auspuff, der; -[e]s. -e (Technik): Gesamtheit der Bauteile,
bes. Rohre, durch die die Abgase von Verbrennungsmotoren
abgeleitet werden: der A. ist verrostet; Mit röhrendem
A. stieß ich ... zurück .... und brauste mit so viel Krach
davon, wie meine Kiste ... hergab (Martin. Henker 86).
Auspuff-: ^flamme* die: bei Fehlzündung aus dem Auspuff
austretende Stichflamme; -gase <P1.); -röhr, das; -topf.
der: Teil des Auspuffs, der schalldämpfende Funktion hat.
auspuffen <sw. V.; hat): durch den Auspuff ausstoßen: Abgase
[durch den AuspufT. durch ein Ventil] a.; die Bleimenge,
die ... von den Automotoren in die Umwelt ausgepufft
wirf (MM 4. 8. 72. 3).
auspumpen <sw. V.; hat) /vgl. ausgepumpt/: a) aus etw.
herauspumpen (Ggs.: einpumpen): Wasser [aus der
Baugrube] a.; b) durch Pumpen leeren: die Baugrube, den Keller
a.; [jmdm.] den Magen a. (Med.; den Mageninhalt
herauspumpen).
auspunkten <sw. V.; hat) (bes. Boxen): (den Gegner) nach
Punkten besiegen: den Gegner a.; Ü du hast mich
ausgepunktet (hast mich übertroffen).
auspusten <sw. V.; hat) (landsch.): 1. svw. tausblasen (1):
eine Kerze, ein Streichholz a.; Er schaltete eine
Taschenlampe ein und pustete die Petroleumlampe aus (Kirst.
08/15. 359). 2. svw. t ausblasen (4): die Luft a. 3. svw.
f ausblasen (3): rohe Eier a.
ausputzen <sw. V.; hat): 1. (landsch.) a) von überflüssigen
od. dürren Ästen od. Trieben befreien: Bäume a.; b)
säuberlich (bes. an den Innenflächen) reinigen: den Ofen a.; er
putzte sich die Ohren aus; den Kindern ... den Hintern
a. (v. d. Grün. Glatteis 239). 2. (landsch.) jmdn. ausnutzen:
du läßt dich von ihm a. 3. (veraltend) a) mit etw./
ausschmücken: das Zimmer festlich mit Blumen a.; b) festlich
kleiden, herausputzen: sie hatte die Kinder ausgeputzt. 4.
(Fußball) als Ausputzer (1) spielen: er putzte souverän
aus; Ausputzer, der; -s. -: 1. (Fußball) Abwehrspieler, der
hinter der eigenen Abwehr steht, um den vor dem Tor
gelegenen Raum zu sichern. 2. (landsch.)jmd.. der andere ausputzt
(2).
ausquartieren <sw. V.: hat): jmdn. dazu veranlassen /
vorübergehend] sein Quartier zu räumen, mit einem anderen
Quartier vorliebzunehmen: wir mußten eines der Kinder wegen
des Besuches a.; <Abl.:) Ausouartierung, die; -. -en.
ausquatschen <sw. V.; hat) (salopp): 1. ausplaudern (1).
verraten: ein Geheimnis a. 2. <a. + sich) sich aussprechen,
alles erzählen, was man auf dem Herzen hat: ich hatte
mir's... so schön ausgemalt,mitdir... zusammenzuhocken:
wir hätten uns mal richtig a. können (Baldwin [Übers.].
Welt 283).
ausquellen <st. V.; hat): quellen lassen, zum Quellen bringen:
den Reis noch eine halbe Stunde lang a. [lassen].
ausquetschen <sw. V.; hat): 1. (seltener) a) svw. t auspressen
(a): den Saft [aus den Früchten] a.; b) svw. Tauspressen
(b): Früchte. Beeren. Zitronen a.; Ü sie haben mich nach
allen sie interessierenden Dingen, über vieles ausgequetscht
(ugs.; bis zum Überdruß ausgefragt): jmdn. wie eine Zitrone
a. (ausfragen).
ausradeln, ausrädeln <sw. V.: hat): 1. (Teig) mit einem
Rädchen ausschneiden: Teigstreifen, Plätzchen a. 2. (ein
Schnittmuster vom Schnittmusterbogen) übertragen: die
Teile eines Kleiderschnitts a.
ausradieren <sw. V.; hat): 1. (Geschriebenes) durch Radieren
tilgen: den Preis, ein Wort [mit dem Radiergummi] a.;
Ü etw. aus seinem Gedächtnis a. (die Erinnerung an etw.
tilgen). 2. (in inhumaner Sprechweise) a) völlig zerstören,
dem Erdboden gleichmachen: die Stadt wurde [im Krieg
durch Bomben] fast völlig ausradiert; b) jmdn. töten,
vernichten: Die Volksfeinde müssen von der Erdoberfläche
ausradiert werden (Leonhard. Revolution 23); <Abl.:) Aus-
radierung. die; -.
ausrangieren <sw. V.; hat) (ugs.): (unbrauchbar Gewordenes)
aussondern, nicht weiter verwenden: einen alten Mantel,
die Küchenmöbel a.; ausrangierte Sachen auf den
Müllplatz bringen; <Abl.:> Ausrangierung. die; -.
ausrasen <sw. V.; hat; auch: a. + sich): zu Ende rasen,
toben: der Orkan hat [sich] ausgerast; Ü seine Wut.
Leidenschaft hat [sich] ausgerast.
ausrasieren <sw. V.; hat): a) (Haare) durch Rasieren
entfernen: [jmdm.. sich] die Haare [im Nacken] a.; b) durch
Rasieren von Haaren befreien: [jmdm.. sich] den Nacken
a.; c) (eine Haartracht o.a.) durch Rasieren herstellen,
in eine bestimmte Form bringen: einen Kinnbart, eine
Tonsur a.; Sein kleines Bärtchen lag sauber ausrasiert über
den Lippen (Thieß. Frühling 9).
'ausrasten <sw. V.; ist) (Technik): sich aus einer
ineinandergreifenden Befestigung lösen, herausspringen (Ggs.:
einrasten 1): aus einer Halterung a.
ausrasten <sw. V.; hat) (südd.. österr.): sich/ ausruhen:
schon wagte er es nicht mehr, auszurasten, wenn seine
Füße ihn vom Stehen schmerzten (Fussenegger. Haus 273);
(auch a. + sich:) er muß sich von Zeit zu Zeit a.
ausratschen <sw. V.; hat) (österr. ugs.): 1. ausplaudern (1):
sie hat die ganze Geschichte ausgeratscht. 2. <a. + sich)
sich ausgiebig unterhalten, plaudern: sie haben sich einen
ganzen Nachmittag lang ausgeratscht.
ausrauben <sw. V.; hat): 1. durch Raub völlig leeren;
ausplündern: ein Geschäft, eine Wohnung, die Kasse a. 2. jmdm.
unter Gewaltanwendung alles wegnehmen, was er besitzt
od. bei sich trägt: er wurde unterwegs ausgeraubt; Einem
Engländer, den er auf Rentierjagd begleitete, nahm er
das Gewehr ab, raubte ihn aus und verschwand (Jahnn,
Geschichten 232); <Abl.:> Ausreubung, die; -. -en;
ausräubern <sw. V.; hat): 1. in einen Raum o.a. eindringen u.
darin Befindliches an sich bringen u. mitnehmen; plündern:
die Jugendlichen haben einen Kiosk ausgeräubert;
ausgeräuberte Pharaonengräber; Ü sie haben gestern abend den
267
Ausräuberung
Kühlschrank ausgeräubert (scherzh.; alles Eßbare
herausgeholt u. aufgegessen). 2. jmdn. angreifen, überfallen u.
ihm alles, was er bei sich trägt, abnehmen: man hat ihn
niedergeschlagen u. ausgeräubert; Ü wir haben ihn beim
Skat ganz schön ausgeräubert (ihm beim Spiel viel Geld
abgenommen); <Abl.:) Ausrfiubenmg. die; -.
ausräuchern <sw. V.: hat): 1. a) (Schädlinge o.a.) mit Hilfe
von Rauch od. Gas vertreiben od. vernichten: Ungeziefer
a.: b) (Jägerspr.) durch Rauch. Gas aus dem Bau
heraustreiben: einen Fuchs. Dachs [aus dem Baul a. 2. einen
Raum o. ä. durch Räuchern von Ungeziefer befreien: einen
verwanzten Raum, ein Wespennest a.; Ü ein Diebesnest
a. (die Diebe in ihrem Schlupfwinkel ergreifen); <Abl.:>
Ausräucherung, die; -. -en.
ausraufen <sw. V.; hat) (selten): in großer Menge
her/ausreißen, ausrupfen: Gras. Blumen. Unkraut a.; ich könnte
mir die Haare a.! (Ausruf der Verärgerung. Verzweiflung).
ausräumen <sw. V.; hat): 1. a) aus einem Raum
herausschaffen, aus einem Behältnis o.a. herausnehmen (Ggs.:
einräumen 1 a): die Möbel. Tische. Stühle [aus dem Zimmer]
a.; die Bücher aus dem Regal a.; b) einen Raum, ein
Behältnis o. ä. durch Herausräumen des Inhaltes leer machen (Ggs.:
einräumen 1 b): die Schränke, die Wohnung a.; c)
ausrauben, stehlen: Diebe haben die Kasse ausgeräumt. 2. (Med.)
nach einer Fehlgeburt Gewebsreste aus der Gebärmutter
entfernen: einen Abort a. 3. (etw.% was einer Sache hindernd
im Wege steht) beseitigen, aus dem Wege räumen:
Mißverständnisse. Bedenken, einen Verdacht a.; wenn auch nur
die geringste Chance bestünde, den Konflikt ...
auszuräumen (v.d.Grün. Glatteis 201): <Abl.:> Ausrätmung.
die; -.
ausrechen <sw. V.; hat) (bes. md.. südd ): a) mit dem Rechen
aus einem Bereich entfernen: das Unkraut auf den Wegen
a.; b) mit dem Rechen von etw. frei machen: ein Beet a.
ausrechnen <sw. V; hat) /vgl. ausgerechnet/: 1. a) durch
Rechnen lösen: eine [Rechenlaufgabe a.; b) durch Rechnen
ermitteln, errechnen: das Gewicht, die Höhe, den Umfang,
den Preis [von etw.]. die Entfernung a.; es läßt sich leicht
a., daß die Sache teuer wird; * sieh < Dativ) etw. a. können
(sich den Ausgang, die Folgen o. ä. von etw. denken können):
du kannst dir [leicht] a.. wie diese Affäre ausgehen wird.
2. <a. + sich) mit etw. rechnen; erwarten: du hattest dir
Vorteile. Chancen [bei der Sache] ausgerechnet; <Abl. zu
1:) Ausrechnung, die; -. -en <P1. selten).
ausrecken <sw. V.; hat): a) ausstrecken: die Arme a.; b)
<a. + sich) sich recken, strecken, um etw. zu erreichen,
ergreifen zu können: sie mußte sich sehr a.. um die Wäsche
im obersten Schrankfach zu erreichen.
Ausrede, die; -. -n (abwertend): nicht wirklich zutreffender
Grund, der als Entschuldigung für etw. vorgebracht wird:
so eine faule A.!; er hat immer eine passende A.; er ist
um -n niemals verlegen; ausreden <sw. V.; hat): 1. a) zu
Ende sprechen: darf ich erst a.?; jmdn. [nicht] a. lassen;
b) seine Rede beenden: hoffentlich hat er bald ausgeredet.
2. jmdn. durch Worte von etw.. jmdm. abbringen; jmdn.
in einer bestimmten Sache umstimmen: jmdm. ein
Vorhaben, eine Idee a.; ich lasse mir nicht a. (ich bin überzeugt).
daß die Sache abgekartet war; die Eltern versuchten, ihm
das Mädchen auszureden. 3. <a. + sich) (landsch.) sich
aussprechen, sein Leid klagen: er mußte sich einmal [bei
seinem Freund] a. 4. <a. + sich) (landsch.) sich
herausreden; Ausflüchte gebrauchen; etw. als Ausrede.
Entschuldigung anführen: er redete sich damit aus. daß er nichts
von der Angelegenheit gewußt habe; ich habe mich auf
das schlechte Wetter ausgeredet!
ausregnen <sw. V.; hat): a) aufhören zu regnen: es hat
ausgeregnet; b) <a. + sich) so lange regnen, bis die Wolken
sich vollständig abgeregnet haben: es hat sich ausgeregnet.
ausreiben <st. V.; hat): 1. a) durch Reiben aus etw. entfernen:
einen Flecken a.; b) die Innenflächen von etw. durch Reiben
säubern: Töpfe (mit Sand]. Gläser mit einem Tuch a. 2.
(österr.) eine Fläche mit einer Bürste scheuern: den
Fußboden, die Küche a.; <Zus. zu 2:) Ausreibtuch, das (österr.):
Scheuertuch.
ausreichen <sw. V.; hat): 1. in einem Maß od. einer Menge
vorhanden sein, die für etw. reicht, genügt: der Platz, der
Vorrat, das Geld reicht [für den vorgesehenen Zweck,
zu dem Vorhaben] aus; er hatte keine ausreichenden
Rücklagen; etw. ist in ausreichendem Maße vorhanden; er war
nicht ausreichend unterrichtet; er bekam für die
Klassenarbeit die Note ..ausreichend". 2. (ugs.) mit einer vorhandenen
Menge o.a. auskommen: die Schneiderin wird mit dem
Stoff nicht a.
ausreifen <sw. V.; ist): I. a) (von Früchten o.a.) völlig
reif werden: die Bananen reifen hier am Strauch aus; das
Obst. Getreide a. lassen; b) sich voll, zur Reife entwickeln:
Käse reift aus; der Wein in diesen Fässern muß noch
a.; Ü noch nicht ausgereifte Jugendliche. 2. sich bis zu
einer möglichen Vollkommenheit entwickeln: einen Plan,
eine Methode a. lassen; die Konstruktion ist noch nicht
ausgereift; <Abl.:) AusreHung*die; -: Pausenlose
Regengüsse drückten das Getreide nieder.... hemmten das
Wachstum und die A. (Welt 19. 8. 65. 9).
Ausreise, die; -, -n: das Verlassen eines Landes mit einem
Verkehrsmittel (Ggs.: Einreise): bei der A. (beim
Grenzübertritt) findet eine Zollkontrolle statt; [jmdm.] die
Ausreise (Ausreiseerlaubnis) verweigern; <Zus.:>
Ausreiseerlaubnis« die; Ausreisevisa), das; ausreisen <sw. V.; ist): ins
Ausland reisen, die Landesgrenze überschreiten (Ggs.:
einreisen): die Regierung gab ihm nicht die Erlaubnis
auszureisen; nach Israel a. dürfen.
ausreißen <st. V.): 1. aus etw. herausreißen, durch
Herausreißen entfernen (hat): Blumen. Unkraut a.; Jmdm.. sich die
ersten grauen Haare a. 2. a) aus dem Stoff reißen u. sich
lösen, abreißen <ist): der Ärmel, der Henkel ist ausgerissen;
b) einreißen, sich durch einen Riß vergrößern Ost): die
Knopflöcher sind ausgerissen. 2. (ugs.) weglaufen ium sich
einer unangenehmen Situation. Jmds. Zugriff o. ä. zu
entziehen] Ost): aus der Haftanstalt, von zu Hause a.; seine
Frau ist ihm ausgerissen (hat ihn verlassen). 3. (Radsport.
Leichtathletik) sich durch plötzliches Erhöhen der
Geschwindigkeit einen Vorsprung gegenüber dem Feld der übrigen
Radfahrer od. Läufer verschaffen Ost): er ist seinen
Konkurrenten ausgerissen; <Abl.:) Ausreißer, der; -s. -: 1. (ugs.)
jmd.. der aus dem Haus weggelaufen ist. bes. ein Kind:
die beiden A. wurden von der Polizei aufgegriffen und
wieder nach Hause gebracht. 2. (Technik Jargon) einzelner
Meßwert einer Reihe, der von den übrigen Werten in
auffälliger Weise abweicht. 3. (Radsport. Leichtathletik)
Radfahrer. Läufer, der sich durch plötzliches Erhöhen der
Geschwindigkeit einen Vorsprung gegenüber dem Feld der anderen
verschafft. 4. (Schießsport) Schuß, der ungewöhnlich weit
vom Ziel abweicht; <Zus.:> Ausreißversuch, der (Radsport,
Leichtathletik) Versuch, durch Ausreißen (3) einen
Vorsprung zu gewinnen.
ausreifen <st. V.): 1. a) (die Pferdeunterkünfte, einen Ort
o.a.) reitend verlassen (ist): die Kompanie ist [aus der
Kaserne! ausgeritten; b) einen Ausritt machen Ost): wir
reiten morgen zum erstenmal aus; er reitet jeden Morgen
aus. 2. (Reitsport) a) (in einem Rennen) einem Pferd eine
bestimmte, die äußerste Leistung abfordern <hat): ein Pferd
[nicht voll] a.; b) (ein Rennen) austragen (hat): das Rennen
wird nicht in X. sondern in Y ausgeritten; c) eine gekrümmte
Strecke völlig abreiten <hat>: die Ecken der Reitbahn a.
ausreizen <sw. V.; hat) (Kartenspiel): bis zur höchsten Zahl
reizen: seine Karten a.; Ü Das Thema ist ausgereizt (Hörzu
40. 1974, 38).
ausrenken ['ajisrEnknl <sw. V.; hat) [vgl. verrenken]: aus
dem Gelenk drehen (Ggs.: einrenken 1): Jmdm.. sich den
Arm a.; ich habe mir fast den Hals a. müssen, um etw.
zu sehen; der einzige Blessierte war der Pastor; er hatte
sich beim Fall die Kinnlade ausgerenkt (Kant. Impressum
182): <Abl.:> Ausrenkung« die; -. -en.
ausrichten <sw. V.; hat): 1. im Auftrag eines anderen
mitteilen, bestellen, übermitteln: jmdm. Grüße [von Jmdm.] a.;
richte ihm aus. daß er heute nicht zu kommen braucht.
2. bei etw. Erfolg haben; erreichen, tun können, erwirken;
[bei jmdm.; gegen Jmdn.. etw.] etw.. nichts, viel a. [können!;
mit einem Appell an die Vernunft ist in dieser Situation
wenig auszurichten. 3. in eine bestimmte einheitliche
Richtung bringen; sich in bestimmter Weise aufstellen: etw..
sich in einer Linie, (schnurlgerade a. 4. a) auf etw.. jmdn.
einstellen, einrichten, abstellen: das Warenangebot auf die
Bedürfnisse/nach den Bedürfnissen der Käufer a.; b) in
bestimmter Weise, an einer bestimmten Ideologie o. ä.
orientieren: die Arbeit der Verbände einheitlich a.; diese Gruppe
ist kommunistisch ausgerichtet; eine ganz bestimmte
Konzeption, auf die seit Jahren sein ... Handeln ausgerichtet
ist (Dönhoff. Ära 128). 5. (für jmdn.) gestalten,
arrangieren: sie haben für ihre Tochter die Hochzeit ausgerichtet;
268
aussagen
eine Tagung. Meisterschaften a. (veranstalten); Noch war
die Leichenfeier für Eisner auszurichten (Niekisch. Leben
52). 6. (Bergbau) a) eine Lagerstätte finden, entdecken:
ein Braunkohlevorkommen a.; b) eine Lagerstätte
erschließen: ein Eisenerzlager a. 7. (südd.. österr. ugs.) jmdn.
herabsetzen, schlechtmachen: sie richten gerne andere Menschen
aus; <Abl.:) Ausrichter, der; -s. - (Sport): jmd.. Verein
o.a.. der eine sportliche Veranstaltung ausrichtet (5);
Veranstalter: die A. des Länderkampfes waren von dem
schwachen Besuch enttäuscht; zu 3-6: Ausrichtung, die; -.
ausringen <st. V.; hat): 1. (landsch.) svw. f auswringen. 2.
<nur im Perfekt) (geh. verhüll.) nach langem Leiden]
gestorben sein: er hat ausgerungen.
ausrimen <st. V.; ist) (südd.. österr.): a) langsam aus etw.
rinnen, herauslaufen: das Benzin rinnt [aus dem Faß] aus;
b) durch Herausrinnen leer werden: das Faß rinnt aus.
ausrippen <sw. V.; hat): von den Blattrippen befreien:
Tabakblätter a.
Ausritt, der; -[eis. -e: a) das Hinausreiten aus einem Raum:
der A. der Reiter aus dem Stadion; b) das Ausreiten;
Spazierritt: einen A. machen.
ausroden <sw. V.; hat): mit den Wurzeln ausgraben,
vollständig roden: Bäume. Buschwerk a.; den Wald a.; <Abl.:>
Ausrodung, die; -. -en.
ausrollen <sw. V.): 1. (von Fahrzeugen) sich verlangsamend
bis zum Stehenbleiben rollen Ost): das Flugzeug rollt [auf
der Landebahn] aus; das Auto langsam a. lassen; Ü die
Wellen rollen auf dem flachen Strand aus. 2. a)
(Zusammengerolltes) auf einer Fläche auseinanderrollen <hat>:
einen Teppich. Läufer a.; er rollt die Skizze auf dem Tisch
aus; b) (Teig) mit einem Nudelholz rollen, bis er gleichmäßig
flach ist <hat): den Teig a.
ausrotten <sw. V.; hat) [zu veraltet rotten = völlig
vernichten]: (in blindem Haß. sinnloser Wut o.a.) vollständig,
bis zum letzten Exemplar vernichten, vertilgen: Ungeziefer.
Unkraut [mit Stumpf u. Stiel] a.; ganze Tierarten a.; sie
wollten alle ihre Feinde a.; in Deutschland wird meine
Familie ausgerottet (Hochhuth. Stellvertreter 69); Ü ein
Übel, eine Unsitte a.: Trotzdem ist der Glaube nicht
auszurotten, daß man Schlangen mit Musik betören könne (Grzi-
mek. Serengeti 186); <Abl.:) Ausrottung, die; -. -en.
ausrücken <sw. V.): I. (Milit. o.a.) sich (in Formation)
von einem Standort aus irgendwohin begeben,
ausmarschieren <ist) (Ggs.: einrücken 1 a): die Kompanie, die
Feuerwehr rückt [zu einer Übung] aus. 2. (ugs.) weglaufen, sich
heimlich davonmachen <ist>: er ist [seinen Bewachern. aus
Angst vor Strafe, von daheim] ausgerückt. 3. (Druckw.)
(im fortlaufenden Text) vor den Zeilenbeginn od. hinter
den rechten Zeilenrand rücken <hat>: ein Wort, eine Zahl
a. 4. (Technik) durch Verschieben die Übertragung des
Antriebs aufheben, auskuppeln <hat) (Ggs.: einrücken 2): die
Kupplung, einen Treibriemen a.; <Abl. zu 4:) Ausrücker,
der; -s. - (Technik): Hebel zum Ausrücken; Ausrückung.
die; -, -en: das Ausrücken (3, 4).
Ausruf, der; -[eis. -e: I. kurze, laute Äußerung als Ausdruck
einer Gemütsbewegung: persönliche Erfahrungen. ... die
ihm in gewissen Augenblickenden A. ..Mein Gott!4'
abpreßten (Th. Mann. Zauberberg 332); ein A. des Entsetzens,
der Überraschung; jmdn. mit einem freudigen A. begrüßen.
2. (selten) öffentliche Ankündigung. Bekanntmachung durch
Ausrufen: etw. durch A. bekanntmachen.
Aunrufe-: -satz* der (Sprachw.): Satz, der einen Sachverhalt
mit starker innerer Anteilnahme des Sprechers ausdrückt
(z.B. Wie schön bist du!); ^wort. das <P1. ...Wörter)
(Sprachw.): svw. f Interjektion; -zeichen, das (Sprachw.):
Satzzeichen, das nach Ausrufe-. Wunsch- u.
Aufforderungssätzen sowie nach Ausrufewörtern steht.
ausrufen <st. V.; hat): 1. spontan, in einem Ausruf äußern:
..Wie schön!4' rief er begeistert aus. 2. a) laut [rufend!
nennen, mitteilen, bekanntgeben: die Stationen, die
Schlagzeilen einer Zeitung, eine Bekanntmachung a.; Aus der
Kuckucksuhr an der Wand schießt der Vogel und ruft
die Stunde aus (Remarque. Obelisk 342); man hat ihn
auf dem Bahnsteig ausgerufen; b) öffentlich, offiziell
verkünden, proklamieren: die Republik, die Revolution, einen
Streik, den Notstand a.; jmdn. als Sieger a.; er wurde
zum Kaiser ausgerufen; c) rufend zum Kauf anbieten,
feilbieten: die Abendzeitung a.; das Gemälde wurde bei der
Versteigerung mit 200000 Mark ausgerufen; <Abl. zu 2 a:)
Ausrufer, der; -s, -: jmd.. der öffentliche Bekanntmachungen
ausruft; zu 2b: Ausrufung, die; -. -en; <Zus.:> Ausrufungs-
zeichen. das (österr., Schweiz.): svw. f Ausrufezeichen.
ausruhen <sw. V.; hat): a) (meist a. + sich) ruhen, um
neue Kräfte zu sammeln, sich zu erholen: du mußt [dich]
ein wenig a.; sich auf einer Bank, nach der Arbeit, von
den Strapazen a.; die wundersame und träumerische
Zufriedenheit, mit der ich ... von meiner Schöpfung ausruhte
(Th. Mann. Krull 48); ausgeruht sein; sie kamen ausgeruht
(erholt) aus den Ferien zurück; b) vorübergehend in
Ruhelage bringen, nicht beanspruchen: seine Augen. Beine a.
ausrupfen <sw. V.; hat): / mutwillig] ausreißen: Gras.
Unkraut. Blumen a.; Man rupft den Hähnen die Federn
nicht aus (Grzimek. Serengeti 14S).
ausrüsten <sw. V.; hat): 1. mit etw. versehen, ausstatten
(was zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe notwendig
od. nützlich ist): jmdn.. sich. etw. [für etw.] a.; eine
Expedition, ein Schiita.; das Heer mit Atomwaffen a.;
Wagentypen, die wahlweise mit zwei oder mit vier Türen ausgerüstet
werden können (Auto 8, 1965. 33); sie waren für ihre
schwierige Aufgabe gut. unzureichend ausgerüstet. 2. (Tex-
tilind.) Stoffe durch Nachbehandlung veredeln: einen Stoff
bügelfrei, waschmaschinenfest a.; <Abl. zu 1:) Ausrüster,
der.-s. - (Schiffahrt): \Jmd.. der ein ihm nicht selbst
gehörendes Seeschiff für seine Rechnung verwendet, indem er es
selbst führt bzw. einem anderen die Führung überträgt. 2.
Eigentümer eines Binnenschiffes; Ausrüstung, die; -. -en:
1. (o. PI.) das Ausrüsten (1. 2). 2. a) Gesamtheit der
Gegenstände. Vorrichtungen o.a.. mit denen jmd.. etw. für einen
bestimmten Zweck ausgestattet ist: eine neue A. für den
Wintersport; das große schwarze Tuch, das damals noch
zur A. der Photographenzunft gehörte (Bergengruen.
Rittmeisterin 317); b) bestimmte technische Anlage: der Export
elektrotechnischer -en; <Zus.:> Ausnistungsgegenstand, der
(meist PI.): einzelner zur Ausrüstung (2a) gehörender
Gegenstand.
ausrutschen <sw. V.; ist): 1. durch Rutschen auf einer glatten
Fläche o. ä. das Gleichgewicht verlieren /und zu Fall
kommen/; ausgleiten: bei Glatteis, auf einer Bananenschale
a. [und hinfallen]; Opa Thiel versuchte ein Tänzchen ....
rutschte aus und fiel in den Kohlenkasten (Degenhardt.
Zündschnüre 86); Ü er rutscht manchmal aus (ugs.;
benimmt sich schlecht, unpassend). 2. aus der Hand rutschen,
wegrutschen: beim Brotschneiden ist [ihm] das Messer
ausgerutscht; <Abl. zu 1:) Ausnitacher, der; -s. -: 1. (ugs.)
einmaliges Ausrutschen auf einer glatten Fläche. 2. (ugs.)
Fauxpas: seine Bemerkung war ein peinlicher A. 3. (Sport)
unerwartete Niederlage einer favorisierten Mannschaft,
eines favorisierten Spielers.
Aussaat, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Aussäen: die A. verzögert
sich; mit der A. beginnen. 2. <P1. selten) Saatgut. Pflanzgut:
es mangelt an -en; auasien <sw. V.; hat): Samen. Saatgut
in die Erde bringen: Getreide. Blumensamen a.;-Ü Haß
und Zwietracht a.; Er ... säte Prophezeiungen aus
(Schneider. Erdbeben 61).
Aussage, die; -. -n: 1. geäußerte Meinung. Feststellung. Urteil:
die -n der Fachleute sind widersprüchlich. 2. / vor Gericht,
vorder Polizei/ abgegebene Erklärung zu einem Tatbestand;
Zeugenaussage: eine belastende, eidliche A.; eine A.
machen, entkräften; die A. verweigern; bei seiner A. bleiben;
in dem Streitfall steht A. gegen A. 3. das. was ein / Kunst/-
werk in geistiger Hinsicht ausdrückt, aussagt: die
künstlerische, dichterische A. des Romans zu erfassen suchen.
aussage-. Aussage-: -kraft, die <o. PI.), dazu: -kräftig
<Adj.): Der Jahresbericht ... enthält keine -en
Zahlenangaben über Ertrag und Investitionen (FAZ 1. 7. 61.
9); ~satz* der (Sprachw.): Satz, der einen Sachverhalt
einfach berichtend wiedergibt (z. B. Die Sonne scheint);
^Verweigerung, die (Jur.); -weise, die (Sprachw.): Modus (2);
-wert, der (zu: Aussage 1).
aussagen <sw. V.; hat) /vgl. aussagend/: 1. zum Ausdruck
bringen* ausdrückenx erkennen lassen, sagen; als Meinung
o. ä. kundtun: diese Äußerung sagt einiges über seine
Einstellung aus. 2. /vor Gericht, vor der PolizeiJ eine Aussage
(2) machen: als Zeuge, gegen Jmdn.. vor Gericht a.;
zugunsten des Angeklagten a.; über das Verbrechen ... konnte
sie nichts a.. sie hatte erst durch die Zeitungen davon
erfahren (Maass. Goufti 262). 3. [in künstlerischer Form]
ausdrücken; eine bestimmte Ausdruckskraft besitzen: die
frühen Bilder des Malers sagen wenig aus.
ailfflftgir <sw. V.; hat): a) mit einer Säge aus etw. heraus-
269
aussagend
schneiden: ein Herz [aus der Holztür] a.; b) mit einer Säge
aus Holz o. ä. herstellen: Tierfiguren a.
aussagend <AdJ.; o. Steig.) (Sprachw.): svw. Tprädikativ.
aussalzen <sw. V.; hat) (Chemie): einen in Lösung
befindlichen Stoff durch Zugabe von Salz ausfällen: <Zus.:) Au§-
salzeflekt, der.
aussamen [ ^ysza:m^n), sich <sw. V.; hat): sich durch Samen
verbreiten: die Gräser samen sich selber aus.
Aussatz, der; -es [Rückbildung aus f aussätzig] (Med.): in
den Tropen u. Subtropen verbreitete Infektionskrankheit,
die bes. zu entstellenden Veränderungen der Haut führt:
Lepra: Ü Ihn. der behaftet ist mit dem entsetzlichen A.
der Geduld, ausgehöhlt von der unheilbaren Krankheit
der Unempfindlichkeit (Brecht. Geschichten 65); aussfttzig
[•aysz£t$i9]<Adj.;o. Steig.; nicht adv.) [eigtl. = ausgesetzt,
abgesondert]: von Aussatz befallen: <subst.:) Aussätzige,
der u. die <Dekl. tAbgeordnete): Kranke■/>/". der (die)
von Aussatz befallen ist: Man behandelt uns wie Aussätzige.
Wir können nirgends landen (Kirst. 08/15. 833).
aussaufen <st. V.; hat): a) (von Säugetieren) von etw. saufen,
bis nichts mehr übrig ist: die Tiere haben alles Wasser
[aus dem Trog] ausgesoffen; derb von Menschen: hast
du den ganzen Wein ausgesoffen?; b) leer saufen: den
Trog, den Eimer a.; derb von Menschen: jemand hatte
[ihm] die ganze Flasche [Schnaps] ausgesoffen.
aussaugen <saugte/(geh.:) sog aus. hat ausgesaugt/(geh.:)
ausgesogen): 1. a) aus etw. saugen: den Saft [aus der
Zitrone] a.; Blut [aus der Wunde] a.; Er starrte in den Mond,
der der Welt die Farben aussaugte mit seinem geborgten
Licht (Remarque. Triomphe 199). b) durch Saugen von
etw. befreien, leer saugen: die Wunde a. 2. ausbeuten, das
Letzte herausholen: die Herrscher haben das Land, die
Menschen ausgesaugt; weil ... Grundbesitzer die
Arbeitskraft des Volkes bis auf den letzten Tropfen aussaugen
(Thieß. Reich 52).
ausschaben <sw. V.; hat): a) durch Schaben entfernen, aus
etw. herausschaben: das Fleisch [aus einer Frucht] a.; b)
durch Herausschaben des Inhalts leer machen, aushöhlen,
von seinem Inhalt befreien: Gurken a.; c) (Med.) (in bezog
auf die Gebärmutter) Gewebsreste entfernen: die
Gebärmutter a.; <Abl.:) Ausschabung, die; -. -en (bes. Med.); vgl.
Abrasion (3). Kürettage.
aussehachten <sw. V.; hat) (Bauw.): a) zur Herstellung einer
Baugrube ausheben, ausschaufeln: Erde a.; b) durch
Ausheben von Erde herstellen: eine Baugrube a.; <Abl.:>
Ausschachtung, die; -. -en. dazu: Ausschachtunonrbeiten <P1.)
ausschalen <sw. V.; hat) (Bauw.): a) die Schalung von einer
Konstruktion entfernen (Ggs.: einschalen): das Gewölbe
a.; b) eine zu errichtende Baukonstruktion verschalen,
einschalen: eine Wand, die Decke a.
ausschilen <sw. V.; hat): 1. (selten) (bestimmte Früchte.
Samen) aus der äußeren harten] Schale od. aus der Hülse.
Schote herauslösen: Hülsenfrüchte. Nüsse. Mandeln a. 2.
aus dem Fleisch (eines Schlachttiers) herauslösen,
herausschneiden: den Knochen aus dem Schinken a. 3. (Med.)
durch Herausschneiden. Herausschälen aus dem Gewebe o. ä.
entfernen: eine Niere, einen Augapfel, die Mandeln, einen
Abszeß a.: <Abl.:> Ausschälung. die; -. -en.
aimchalmen <sw. V.; hat) (Forstw.): durch Schalmen zum
Fällen anweisen, kennzeichnen: Bäume a.
ausschalten <sw. V.; hat): 1. (Ggs.: einschalten 1) a) durch
Bedienen eines Schalters o.a. abstellen: den Motor, das
Licht, das Radio, den Strom a.; Wir nehmen das Gas
weg und schalten die Zündung aus (Grzfmek. Serenseti
163); b) <a. + sich) durch die Betätigung eines Schalters
außer Betrieb gesetzt werden: die Automatik schaltet sich
von selbst aus. 2. ausschließen, an einer [ weiteren J
Einflußnahmehindern: das Gefühl bei etw. ganz a.; eine
Fehlerquelle, die Konkurrenz a.; jmdn. bei der Mitwirkung an etw.
a.; einen Gegner im Wettkampf a. (in seiner Leistung
übertreffen u. dadurch bewirken, daß der Konkurrent
ausscheiden muß): vor dem Machtantritt Hitlers hatte der
Reichstag sich selbst ausgeschaltet (Fraenkel. Staat 233);
<Abl.:> Ausschaltung, die; -. -en.
Ausschalung, die; -. -en: Subst. zu tausschalen.
1 Ausschank, der; -(eis. Ausschänke [zu f'Sdiank]: 1. <o.
Pl> das Ausschenken von Getränken: der A. alkoholischer
Getränke. 2. a) Gastwirtschaft. Raum in dem [ alkoholische]
Getränke ausgeschenkt werden: einen A. aufsuchen: b)
Schanktisch: am A. stehen; 2Ausschank. die; -. Ausschänke
(österr.): svw. T1 Ausschank (2); <Zus. zu 'Ausschank (1):>
Ausschankerlaubnis, die.
ausscharren <sw. V.; hat): 1. a) durch Scharren aus der
Erde herausholen: die Vögel haben den Samen [aus den
Beeten] ausgescharrt; b) durch Scharren herstellen: eine
Vertiefung. Mulde, ein Loch a.; Nach der... Durchsteigung
der Großhorn-Nordwand ... biwakierten wir ... in einer
notdürftig ausgescharrten Schneehöhle (Eidenschink. Eis
155). 2. (selten) (einem akademischen Lehrer od.
Vortragenden) durch Scharren mit den Füßen sein Mißfallen ausdrük-
ken: den Professor a.
AlF***" nur in der Wendung nach hndnu etw. A. halten
(nach jmdm. od. etw.. was man erwartet od. sucht,
ausschauen): man konnte sehen, daß sie A. hielt nach jemand,
den sie nicht gleich fand (Gaiser. Schlußball 187);
ausschauen <sw. V.; hat): 1. einer Sache, jmdm.. auf dessen Erscheinen
man wartet, erwartungsvoll entgegensehen: ausblicken:
sehnsüchtig, ungeduldig nach jmdm.. nach dem Schiff a.;
2. (landsch.) sich nach etw. umsehen: etw. zu erlangen,
zu bekommen suchen: Ü nach einer guten Gelegenheit,
einer neuen Arbeit a. 3. (südd.. österr.) in bestimmter
Weise aussehen: er schaut fröhlich, gut. krank aus; alles
schaut hier so verändert aus; Leer, der sich einen Vollbart
stehenläßt und ausschaut wie vierzig (Remarque. Westen
111); *wie schaut's aus? (ugs.; wie geht es dir. Ihnen?;
wie steht es mit einer bestimmten Angelegenheit!?).
ausschaufeln <sw. V.; hat): a) schaufelnd aus erw.
herausholen: Erde [aus dem Graben] a.; b) schaufelnd herstellen:
ein Loch, einen Abzugsgraben für das Wasser a.; c)
ausgraben, durch Schaufeln freilegen: einen Verschütteten a.;
<Abl.:> AlI9schauf[e]>ung, die; -.
Ausscheid ['qpsjqitl. der; -[e]s. -e (bes. DDR):
Ausscheidungswettkampf: an einem A. teilnehmen; ausscheiden <st.
V.): 1. <ist> a) eine Tätigkeit aufgeben, u. damit zugleich]
eine Gemeinschaft. Gruppe verlassen: aus der Firma, aus
einem Verein, aus dem Dienst a.; er ist im vergangenen
Jahr bei uns als Mitarbeiter ausgeschieden; b) die Teilnahme
an einem Spiel od. Wettkampf aufgeben müssen: in. nach
der ersten Runde, nach einem Sturz [aus dem Rennen]
a. 2. nicht in Frage, nicht in Betracht kommen <ist): dieser
Bewerber, diese Möglichkeit scheidet aus. 3. als untauglich
o.a. aussondern, entfernen <hat): fehlerhafte Stücke aus
einer Produktionsserie a.; Sie zählten, wogen und sortierten
Edelsteine oder Banknoten, wobei sie die Fälschungen
ausschieden (Jünger. Bienen 9); Ü Das Schicksal hatte
diese acht Menschen aus der Welt und Freiheit
ausgeschieden (Schnabel. Anne 71). 4. von sich geben, absondern
(hat): der Körper hat die Giftstoffe [mit dem Stuhl, über
die Haut] ausgeschieden; <Abl.:) Ausscheidung, die; -. -en:
1. <o. PI.) das Ausscheidend b. 2-4). 2. <meist PI.)
abgesondertes, ausgeschiedenes Stoffwechselprodukt, bes.
Darmausscheidung. 3. (Sport) svw. TAusscheidungs[wett]kampf.
-runde, -spiel: die Mannschaft scheiterte in der A.
Ausscheidunss- ^kampf. der: [sportlicher] Wettkampf, bei
dem die schwächeren Bewerber ausgeschieden werden bzw.
sich die besseren für den weiteren Wettbewerb Qualifizieren;
^lauf. der (Sport); mtbui, das: Körperorgan, das der
Ausscheidung bes. von Stoffwechselprodukten dient; ^Produkt.
das: der Schweiß ist ein A.; -nnde, die (Sport); -spiel.
das (Sport); -springen, das (Sport); -wettkampf. der
(Sport).
ausscheren <st. V.; hat) (derb): 1. a) etw. als od. mit der
Verdauung ausscheiden; alles, was er gegessen hat. hat
er fast unverdaut wieder ausgeschissen; wie ausgeschissen
aussehen (derb; sehr blaß sein, aussehen): b) <nur in einer
zusammengesetzten Zeitform) aufhören. Kot zu entleeren:
hast du bald ausgeschissen?; *[bei kutan.] ausgeschissen
haben (derb; jmds. Achtung verloren haben): nach diesem
Vorfall hat er bei mir ausgeschissen. 2. <a. + sich) den
Darm völlig entleeren: wenn du das Zeug trinkst, kannst
du dich a.; Ü er hat sich bei seinem Kameraden einmal
ausgeschissen (derb; sich bei ihm klagend, schimpfend
ausgesprochen, seinem Ärger Luft gemacht).
ausschelten <st. V.; hat): jmdn. eines bestimmten Verhaltens
wegen heftig schelten: er schalt die Kinder aus wegen ihres
Ungehorsams; wie ein ausgescholtener Schuljunge
dastehen.
ausschenken <sw. V.; hat): a) Getränke (im Lokal)
verkaufen: Alkohol darf an Kinder nicht ausgeschenkt
werden; b) in ein Trinkgefäß gießen, ausgießen: den Kaffee
270
ausschließlich
a.; würdest du bitte [den Wein] a.?; in der schlechten
Zeit, als es noch die Schulspeisung gab und in der Pause
Kakao ausgeschenkt wurde (Gaiser. Schlußball 24).
ausscheren <sw. V.; ist) [wohl zu t2scheren]: a) die Linie.
Spur. Reihe. Gruppe !seitlich ausbiegendI verlassen (Ggs.:
einscheren 1): drei Boote. Flugzeuge. Läufer scherten aus:
aus einer Fahrzeugkolonne [nach links] a. und zum
Überholen ansetzen; Ü die jüngeren Politiker möchten gern
a.; Wer ausscherte, wer nicht mehr mitmachte. ... der
ging Über Bord (Nachbar. Mond 165); b) rutschend aus
der Spur geraten: bei Wasserglätte schert das Fahrzeug
leicht aus.
ausscheuern <sw. V.; hat): innen durch Scheuern reinigen:
Töpfe [mit Sand] a.
ausschicken <sw. V. hat): zur Erfüllung eines Auftrags
wegschicken: Jmdn. auf Kundschaft a.; jmdn. nach Brot a.;
ein Rettungsboot a.
ausschieden <st. V.): 1. aus etw. herausschießen, durch einen
Schuß. Schüsse zerstören <hat): jmdm. ein Auge a. 2. <hat)
(Jägerspr.) a) durch Abschießen vernichten, ausrotten: hat
man ... die Nashörner ganz ausgeschossen (Tier 10. 1971.
14); b) durch Abschießen den Wildbestand eines Gebietes
verringern od. ganz vernichten: ein Revier a. 3. (landsch.)
(Brot) schiebend aus dem Ofen herausholen <hat) (Ggs.:
einschießen 6): Brot a. 4. (veraltet) aussondern <hat):
fehlerhafte StUcke einer Ware a. 5. (Druckw.) die Druckstöcke
der Seiten eines Druckwerks so anordnen, daß die Seiten
nach dem Falzen der bedruckten Bogen in der richtigen
Reihenfolge liegen (hat): Seiten a. 6. <hat> (Schießsport):
einen Preis a. (im Schießwettkampf dem Besten zuerteilen);
den besten Schützen a. (durch Wettschießen ermitteln);
eine Meisterschaft a. (im Wettschießen austragen). 7. (See-
mannsspr.) (vom Wind) plötzlich nach rechts drehen <ist/
hat). 8. (von Pflanzen) aus der Erde sprießend heraus-,
hervorkommen <ist): das Dillkraut schoß aus (Grass.
Hundejahre 318). 9. (südd.. österr.) bleichen, verschießen <ist>:
die Vorhänge sind ausgeschossen.
aanchifien <sw. V.; hat): vom Schiff ans Land bringen (Ggs.:
einschiffen 1): Passagiere, Waren a.; sich a. (an Land
gehen); in Bari haben wir uns ausgeschifft; < Abi.:) Aliachif-
fong, die: -. -en <P1. selten).
abschildern <sw. V.; hat): a) mit allen erforderlichen
Verkehrsschildern ausstatten: eine vorschriftsgemäß
ausgeschilderte Straße; b) (den Verlauf einer Strecke) durch
Hinweisschilder kenntlich machen, markieren: die
Umleitung ist ausgeschildert; <Abl.:> Ausschilderung, die; -, -en.
aVKhhnpfen <sw. V.; hat): durch Schimpfen zurechtweisen,
ausschelten: Kinder wegen etw. a.
anschirren <sw. V.; hat): (einem Pferd) das Geschirr
abnehmen (Ggs.: einschirren): ein Pferd a.
aBKchlaehten <sw. V.; hat): 1. die Eingeweide von
geschlachtetem Vieh herausnehmen: ein Schwein a. 2. die noch
brauchbaren Teile aus etw. ausbauen: alte Autos a.; Niemand
würde hier ... einem verlassenen Haus Holz ... entnehmen
(bei uns nennt man das ausschlachten; hier schlachtet
niemand aus) (Böll. Tagebuch 41). 3. (ugs. abwertend)
bedenkenlos für seine Zwecke ausnutzen: einen Fall [politisch,
weidlich] a.; einen Roman zu einem Film a.; Die an sich
recht nüchternen Begebenheiten wurden von der Presse
... ausgeschlachtet (Tier 10. 1971, 56); jmdn. a. (derb;
schröpfen); <Abl.:> Aussdilachtung, die; -. -en <P1. selten).
aoHdilaeken <sw. V.; hat) (Technik): innen von Schlacke
befreien: einen Schmelzofen a.
a—chlnfen <st. V.; hat): 1. schlafen, bis man nicht mehr
müde ist: [sich] ordentlich, gründlich a.; er hat [sich]
ausgeschlafen; ausgeschlafen haben, sein. 2. durch Schlafen
überwinden: seinen Rausch a.
Iiwlilny der; -[eis. Ausschläge <PI. selten): Lander Kör-
perhaut auftretende krankhafte Veränderung; Erkrankung
der Haut: A. bekommen, haben; er leidet an einem A.
im Gesicht, an den Händen; Seine Haut ist flammig und
adb ... weil von einem A. entstellt (Weiss, Marat 14).
2. a) das Abweichen von od. Verlassen der Ruhe- od.
Gleichgewichtsstellung: der A. des Pendels, der Magnetnadel,
der Waage; Flügelbewegungen von sehr kleinem A.; b)
<o. PI.) (Kaufmannsspr.) Über-. Gutgewicht (des
Gewogenen): die Waage hat A. (zeigt Über-. Gutgewicht an);
c) *den Ausschlag geben (entscheidend für etw. sein: die
Entscheidung herbeiführen): seine gute Kondition gab den
A. (für den Sieg der Mannschaft]; Aber du hast auch
dafür gesprochen, heißt es. und vielleicht den A. gegeben
(Hacks. Stücke 382); ausschlagen <st. V.) [7: viell. aus
der Fechtersprache: einen Streich a. = durch einen
Gegenschlag parieren]: 1. (gewöhnlich von Pferden) nach jmdm.
schlagen, stoßen <hat): das Pferd hat vorn und hinten
ausgeschlagen. 2. herausschlagen, durch Schlagen zerstören
<hat): ein Stück aus einer Platte a.; er hat ihm einen
Zahn ausgeschlagen. 3. (landsch.) durch eine schlagende
Handbewegung von etw. befreien <hat): ein Staubtuch a.
4. durch Schlagen ersticken <hat): ein Feuer mit nassen
Decken a. 5. svw. t auskleiden (hat): ein Zimmer, die
Wände eines Zimmers schwarz, mit schwarzem Samt a.;
Es gab nur Schlafabteile in diesem schönen Zug. sie waren
... mit blauer Seide ausgeschlagen (Koeppen. Rußland
142). 6. (Handw.) breit schlagen, aushämmern <hat): Gold
zu dünnen Blättchen a. 7. ablehnen, zurückweisen (hat):
ein Geschenk, eine Erbschaft, ein Angebot, eine Stellung,
eine Einladung a.; sie hat Jeden Bewerber ausgeschlagen.
8. (hat/ist) a) aus der Ruhe-. Gleichgewichtsstellung geraten:
das Pendel, die Wünschelrute schlägt aus; die Magnetnadel
ist/hat nach links, um zwei Striche ausgeschlagen; b) einen
Ausschlag (2 a) anzeigen: der Geigerzähler hat/ist
ausgeschlagen. 9. zu sprießen beginnen (hat/ist): die Sträucher
schlagen aus; die Birken haben/sind schon ausgeschlagen.
10. (selten) a) austreten (ist): Salpeter schlägt aus; b) etw.
austreten lassen, ausschwitzen (hat): die Wände haben
[Salpeter] ausgeschlagen. 11. sich entwickeln, zu etw. werden
(ist): die Sache ist gut, günstig, zu seinem Nachteil
ausgeschlagen; Starken Naturen schlägt selbst die Zweifelsucht,
die andere untergräbt, zum Fruchtbaren aus (Maass. Gouf-
(6 73). 12. (nur in einer zusammengesetzten Zeitform)
aufhören zu schlagen (hat): die Turmuhr hatte
ausgeschlagen; Ü (geh.:) sein müdes Herz hat ausgeschlagen;
ausschlaggebend (AdJ.; nicht adv.): entscheidend, bestimmend:
die Wahl war von -er Bedeutung; das ist dabei, dafür
nicht a.; Begebnisse .... die für das ganze Leben a. sind
(Broch. Versucher 9); Ausschlagwinkel, der (Technik).
ausachUmmen (sw. V.; hat): innen von Schlamm befreien;
(Abi.:) Aussdilimmung, die; -, -en.
aussddecken (sw. V.; hat): svw. tauslecken.
ausschleichen (st. V.; hat): (bes. Med.): die Dosis eines
Medikaments o. ä. langsam, aber planmäßig reduzieren u.
damit den Körper langsam auf das Auskommen ohne ein
bestimmtes Medikament o. ä. umstellen (Ggs.: einschleichen
2): ein Medikament, ein Suchtgift a.; die sogenannte
..ausschleichende Therapie" ... Jene Behandlung der langsamen
Entziehung (MM 9. 6. 72. 14).
ausschleifen (st. V.; hat): durch Schleifen /innen] glätten:
eine Bruchstelle a.; (Abi.:) Allsschleifung, die; -. -en.
ausschlehnen, sich (sw. V.; hat): 1. (salopp) sich aussprechen:
nun. schleimen Sie sich schon aus! 2. (vulg.) sich durch
Geschlechtsverkehr seines Samens entledigen.
ausschleusen (sw. V.): 1. (hat) a) aus der Schleuse
herausfahren lassen: ein Schiff. Personen a.; b) durch geschicktes
Verfahren heimlich] aus einem geschlossenen Bereich
herausbringen: Flüchtlinge a.; Kraftfahrzeuge .... mit denen
... DDR-Bürger ausgeschleust'4 wurden (MM 31. 10.
73. 2). 2. aus der Schleuse herausfahren (ist): das Schiff
schleust aus; (Abi.:) Ausschleusung, die; -. -en.
ausschließen (st. V.; haO/vgl. ausgeschlossen/: 1. durch
Verschließen der Tür jmdm. den Zutritt unmöglich machen:
er konnte nicht ins Haus, man hatte ihn ausgeschlossen.
2. aus einer Gemeinschaft entfernen: sie schlössen ihn aus
der Partei aus; Er wird zwar nicht formell ausgeschlossen,
aber er ist bald ..Luft'4 Tür die übrigen Gesprächsteilnehmer
(Hofstätter. Gruppendynamik 75). 3. a) nicht teilhaben
lassen: Arbeiter nicht von der Vermögensbildung a.; jmdn.
von einer Feiera.; vonderGnade. vom Heil ausgeschlossen
sein; ich fing damals schon an, ... Hanna ... immer mehr
auszuschließen und fernzuhalten von meinen wahren
Gedanken (Bachmann. Erzählungen 116); b) ausnehmen: er
lobte alle, ohne einen auszuschließen; wir haben diese
Möglichkeit ausgeschlossen; Hüte sind vom Umtausch
ausgeschlossen (dürfen nicht umgetauscht werden). 4.
unmöglich machen: Jeden Zweifel. Irrtum a.; der Glaube
schließt eine solche Haltung nicht aus; Dadurch wird ...
ein Zufall mit Sicherheit ausgeschlossen (Lorenz, Verhalten
76). 5. (Druckw.) durch Füllen mit Ausschluß (2) die genaue
Zeilenlänge herstellen: Zeilen a.; (Abi.:) ailHchlieBlich
[auch:'-'—. -'—1:1. (Adj.; o. Steig.; nicht präd.): alleinig.
271
A usschließlichkeit
uneingeschränkt: das -e Recht auf etw. haben; er dominiert,
wenn auch nicht mehr so a. wie früher. II. <Adv.) nur:
das ist a. sein Verdienst; er lebt a. für seine Familie;
Er benutzte a. weiße Krawatten, was seiner Erscheinung
etwas Festliches verlieh (Th. Mann. Hoheit 54); er ist
a. (besser: nichts als) Gelehrter. III. <Präp. mit Gen.)
ohne, außer (Ggs.: einschließlich I): die Kosten a. des
genannten Betrages; (ein stark dekliniertes Subst. im Sg.
bleibt ungebeugt, wenn es ohne Art. od. Attr. steht:) die
Kosten a. Porto; <im PI. mit dem Dativ, wenn der Gen.
nicht erkennbar ist:) der Preis für die Mahlzeiten a.
Getränken; <Abl. zu I: Ausschießlichkeit [auch: '-' . -' 1.
die;-: er widmet sich seinem Beruf mit einer A.. die
ihresgleichen sucht; <Abl. zu ausschließen (1-4):) AusschlieBung,
die; -. -en.
aussdilipfen <sw. V.; ist) (Schweiz): ausgleiten, ausrutschen.
AussdihipT, der; -[e]s. -e u. Ausschlüpfe: Öffnung, Stelle
zum Herausschlüpfen, Entwischen (Ggs.: EinschlupO: ein
A. für die Hühner; einen A. finden; ausschlüpfen <sw.
V.; ist): aus dem Ei, aus der Puppe schlüpfen,
ausschlürfen <sw. V.; hat): schlürfend austrinken, ausleeren:
a) ein Glas a.; b) schlürfend aus etw. trinken: seinen Tee
a.
Ausschluß, der; ...Schlusses. ...Schlüsse: 1. das Ausschließen
(2-4). Ausgeschlossenwerden: den A. [aus der Parteil
beantragen; das Verfahren fand unter A. (Fernhaltung) der
Öffentlichkeit statt; mit A. (veraltend; mit Ausnahme) einer
Person, einer Sache. 2. (Druckw.) nichtdruckende,
niedrigere Typen für die Zwischenräume.
aufschmelzen <st. (veraltet: sw.) V.; hat): auslassen (6):
Butter. Speck a.
ausschmieren <sw. V.; hat): 1. a) durch Bei schmieren innen
gänzlich mit etw. bedecken: eine Backform [mit Fett] a.;
b) durch Hineinschmieren mit etw. ausfüllen: Fugen [mit
Gipsl a. 2. durch Schmieren löschen, unkenntlich machen:
ein Wort ist ausgeschmiert. 3. (ugs.) betrügen, übers Ohr
hauen, hereinlegen, prellen. 4. (ugs.) verraten, anschwärzen:
<subst.:) das... Ausschmieren von Radarkontrollen unter
Strafe...stellen (Spiegel 42.1974.55). 5. (landsch.) schelten,
die Meinung sagen: Jmdn. a.
ausschmücken <sw. V.; hat): (einen Raum) innen vollständig
schmücken: einen Saal, eine Kirche [mit Blumen] a.; Ü
einen Bericht a. (mit zusätzlichen erfundenen! Einzelheiten
vorteilhafter erscheinen lassen): Der Inhalt dessen, was
ich ... gesagt haben sollte. ... war verdreht, schief und
phantastisch ausgeschmückt (Niekisch. Leben 319);
ausschmückende Zusätze; <Abl.:) Ausschmückung, die; -. -en:
1. das Ausschmücken: die A. eines Saals; Ü die A. eines
Berichts. 2. Innenschmuck: die A. einer Halle
vervollständigen; Ü eine Geschichte durch -en (zusätzliche t erfundene!
Einzelheiten) bereichern.
ausschnappen <sw. V.; ist): (von einem Schloß o.ä.)
herausspringen, aufgehen, sich öffnen (Ggs.: einschnappen 1): der
Riegel, das Schloß schnappt aus; die Tür ist ausgeschnappt
(aus dem Schloß gesprungen).
ausschnauben <sw. (veraltet: st.) V.; hat): 1. (landsch.) sich
die Nase gründlich putzen: [sich] kräftig a. 2. (seltener,
geh.) den Atem schnaubend durch die Nase ausstoßen: der
Drache schnaubte [giftige Dämpfe] aus.
ausschnaufen <sw. V.; hat) (südd.. Osten*, ugs.): kurz
stehenbleiben, um zu rasten, isichj kurz ausruhen um wieder
zu Atem zu koinmenl: Ü ein paar Tage a. (ausspannen).
ausschneiden <unr. V.; hat) /vgl. ausgeschnitten/: a) durch
Schneiden herauslösen, heraustrennen: eine Annonce aus
der Zeitung a.; faulige, schwarze Stellen a.; Ü Die
Gesellschaft, der ich mich widersetze, sondert mich ab. schneidet
mich aus (Genet [Übers.]. Tagebuch 225); b) durch
Herausschneiden mit der Schere] herstellen: Figuren. Sterne [aus
Buntpapier] a.; c) durch Herausschneiden von etw. befreien:
einen angefaulten Apfel a.; Bäume a. (die überflüssigen
Äste herausschneiden): d) mit einem Ausschnitt für den
Hals versehen, dekolletieren: ein Kleid tief a.; <Zus.:> Aus-
schneidebild, das: Bild zum Ausschneiden:
Ausschneidebogen« der: Bogen mit Ausschneidebildern: <Abl.:)
Ausschneidung* die; -. -en (bes. Med.): operative Entfernung durch
Herausschneiden.
ausschneuzen <sw. V.; hat): sich* seine Nase gründlich
schneuzen: ich muß mich a.; du schneuzt [dir] die Nase aus.
Ausschnitt« der; -[eis. -e: 1. a) das l Her)ausgeschnittene:
ein A. aus einer Zeitung; b) Stück, das eine bestimmte
Teilkenntnis des Ganzen vermittelt, zu dem es gehört: ein
A. aus einem Brief. Bild; einen A. aus einem Film zeigen;
sie kannte nur einen A. des englischen Lebens; etw. in
-en zeigen, lesen, kennenlernen. 2. durch Her lausschneiden
hergestellte Öffnung: die herzförmigen -e der Fensterläden;
ein Kleid mit tiefem A. (Öffnung für den Hals, Dekollete):
<Zus.:) Ausschnittbüro, das: Büro, das auf Bestellung
Zeitungsausschnitte sammelt, die sich auf bestimmte Personen,
Gegenstände. Themen beziehen: ausschnittweise <Adv.) im
Ausschnitt, in Ausschnitten erfolgend]: einen Vortrag a.
abdrucken; (auch attr.:) die a. Wiedergabe einer Rede;
-s Zitieren.
ausschnitzen <sw. V.; hat): durch Schnitzen herausarbeiten.
ausschnüffeln <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): durch
Schnüffeln, Spionieren herausbekommen, ausspionieren: etw. a.;
Reisende sind Forscher und neugierig ihrer Natur nach.
Alles müssen sie a. (Th. Mann. Joseph 588); jmdn. a.
(aushorchen).
ausschnüren <sw. V.; hat) (selten): von der Verschnürung
befreien.
ausschöpfen <sw. V.; hat): 1. a) durch Schöpfen herausholen,
herausschöpfen: das Wasser [aus der Tonne] a.; b) leer
schöpfen: eine Tonne, einen Kahn a. 2. sich etw. bis ins
letzte zunutze machen, ganz ausnutzen: alle Möglichkeiten.
Reserven a.; wir haben den Geist des Werks, das Werk
nicht voll ausgeschöpft; Die besondere... Eigenart Fischers
war. schlagkräftige Zitate auszuwählen und den Gehalt
solcher Zitate bis ins letzte auszuschöpfen (Niekisch. Leben
193); <Abl.:) Ausschöpft!!«, die; -.
ausschoppen <sw. V.; hat) (österr. ugs.): ausstopfen.
ausschoten <sw. V.; hat) (landsch.): aus den Schoten
heraus]lösen, enthülsen.
ausschrauben <sw. V.; hat): herausschrauben (Ggs.:
einschrauben): eine Birne [aus der Fassung] a.
ausschreiben <st. V.; hat) /vgl. ausgeschrieben/: 1. nicht
abgekürzt schreiben: seinen Vornamen, ein Wort a. 2. a)
(aus einem gegebenen Text o. ä.) herausschreiben: eine
Stelle [aus einem Buch] a.; die Rollen eines Theaterstücks,
die Stimmen [für die einzelnen Instrumente] aus einer
Partitur a.; b) für seine Zwecke ausschöpfen, ausbeuten: eine
wissenschaftliche Arbeit, einen Autor a. 3. ausfüllen,
ausfertigen, ausstellen: einen Scheck, eine Rechnung, ein Rezept,
ein Attest a.; jmdm. eine Quittung a. 4. öffentlich u.
schriftlich zur Kenntnis bringen, bekanntgeben: einen Wettbewerb,
eine Meisterschaft a. (um zur Teilnahme aufzufordern);
Wahlen a. (ansetzen): eine Wohnung [zum Vermieten],
eine Stelle a. (damit sich Interessenten, Bewerber melden):
Lieferungen a. (damit Angebote gemacht werden): Jmdn.
polizeilich a. (damit er gefunden u. festgenommen werden
kann): Steuern a. (festsetzen); Er sah darauf, daß die
ausgeschriebenen Steuern auch unnachsichtig eingetrieben
wurden (Thieß. Reich Sil); <Abl. zu 4:) Ausschreibung,
die; -, -en: 1. das Ausschreiben. Ausgeschriebenwerden. 2.
Text, mit Hilfe dessen etwas ausgeschrieben wird: die
Wettkampfbedingungen, die Lieferbedingungen stehen in der
A.
ausschreien <st. V.; hat): 1. (abwertend) schreiend, rufend
zum Verkauf anbieten, ausrufen: Zeitungen, Lose. Waren
a.; das heißt, daß letzten Endes auch das groß ist. was
durch tüchtige Reklame dafür ausgeschrien wird (Musil.
Mann 433). 2. a) durch Ausrufen bekanntmachen: eine
Nachricht a.; b) (abwertend) aufdringlich bekanntmachen:
eine Neuigkeit [als Sensation] a. 3. <a. + sich) a) schreien,
bis man genug geschrien hat: das Kind hat sich ausgeschrien;
b) schreien, so laut man kann: ich habe mir beinahe die
Lunge, die Kehle ausgeschrien; <Abl. zu 1 u. 2:>
Ausschreier, der; -s, -: Jmd.. der etw. ausschreit.
ausschreiten <st. V.) (geh.): 1. mit Schritten ausmessen (hat):
eine Strecke, den Weg bis zum Tor a.; Ü den Kreis der
Möglichkeiten a. (in Gedanken durchgehen). 2. sich mit
raumgreifenden Schritten vorwärts bewegen <ist>: eilig,
forsch, rüstig, rascher a.; <Abl.:> Ausschreitung, die; -,
-en (Sg. selten) [zu veraltet ausschreiten = vom Weg
abgehen]: 1. Übergriff, Gewalttätigkeit: es kam zu schweren
-en [des Pöbels]. 2. (veraltend, geh.) Ausschweifung.
ausschroten <sw. V.; hat) (österr.): 1. (Fleisch) fachgerecht
für den Verkauf zerlegen, aushacken. 2. publizistisch,
propagandistisch ausschlachten: ein Ereignis reichlich a.
ausschulen <sw. V.; hat): 1. (einen Schüler) aus der Schule
nehmen: er wird ausgeschult. 2. (österr.) (einen Schulen
272
aussehen
aus einer Schule in eine andere versetzen: <Abl.:> Ausschu-
lung, die; -. -en.
Ausschuß, der; ...usses. ...üsse [2. 3: zu t ausschießen (4)]:
1. Austrittsstelle eines Geschosses (Ggs.: Einschuß 1 b):
der A. war sehr groß. 2. für besondere Aufgaben aus einer
größeren Gemeinschaft. Körperschaft ausgewählte Perso-
nengruppe: ein engerer, erweiterter, vorbereitender,
ständiger A.; ein A. von Wissenschaftlern; ein A. konstituiert
sich. tagt, tritt zusammen; einen A. bilden, gründen,
wählen; in einen A. gewählt werden; in jedem A. saß schon
ein Vertreter des entsprechenden Ministeriums (Musil.
Mann 224). 3. <o. PI.) minderwertige Ware; Aussortiertes:
das ist alles A.
Ausschuß-: -beratung, die (zu: Ausschuß 2); Mnitglied, das
(zu: Ausschuß 2); -Öffnung, die (zu: Ausschuß 1); Miuote,
die (zu: Ausschuß 3); -Sitzung, die (zu: Ausschuß 2);
-Vorsitzende, der (zu: Ausschuß 2); -wäre, die (zu: Ausschuß
3).
ausschüttein <sw. V.; hat): 1. aus etw. herausschütteln: den
Staub [aus einem Tuch] a. 2. durch Schütteln von etwas
befreien: ein Staubtuch a.
ausschütten <sw. V.; hat): 1. a) aus erw. schütten;
wegschütten: Sand, schmutziges Wasser a.; das Kind hat die Milch,
den Zucker ausgeschüttet (verschüttet); Ü Geschenke über
jmdn. a. (geh.; ihn reichlich beschenken): Jmdm. seinen
Kummer a. (erzählen, um sich zu erleichtern); *sich a.
vor Lachen (ugs.; sehr heftig u. anhaltend lachen): b) durch
Ausschütten des Inhalts leer machen: den Eimer, den Sack,
den Aschenbecher a.; er schüttete den Kübel in den. im
Rinnstein aus. 2. auszahlen, verteilen: Dividende. Prämien
a.; Sie sind als gemeinnützige Unternehmen organisiert,
die keine Gewinne ausschütten (Enzensberger.
Einzelheiten 1.1 28); im ersten Rang sind 400000 Mark ausgeschüttet
worden; Vater hat 100 Mark ausgeschüttet (ugs. scherzh.;
geschenkt, gespendet): <Abl.:> Ausschüttung* die; -. -en:
1. das Ausschütten (2): die A. der Dividende. 2.
ausgeschütteter Geldbetrag: die A. beläuft sich auf... 3. radioaktiver
Niederschlag. Fallout: eine radioaktive A.
ausschwärmen <sw. V.; ist): schwärmend, in Schwärmen aus-,
wegfliegen: die Bienen schwärmen aus; Ü die Touristen
schwärmten aus (zogen, fuhren massenweise i in die
Umgebung} hinaus); die Soldaten. Pfadfinder schwärmten aus
(verteilten sich im Gelände).
ausschwatzen <sw. V.; hat) (abwertend): etw.. worüber man
noch/ hätte schweigen sollen, aus einem unbeherrschten
Redebedürfnis heraus weiter/erzählen: ein Geheimnis a.;
es seien ... Vorgefühle künftiger Größe gewesen, die das
Kind ... ausgeschwatzt hatte (Th. Mann. Joseph S21);
ausschwitzen <sw. V.; hat) (bes. landsch.): svw.
lausschwatzen.
ausschwefeln <sw. V.; hat): 1. mit Schwefeloxyd od.
schwefliger Säure innen desinfizieren, ausräuchern: ein Faß. eine
Kammer a. 2. (kleine, lästigfallende Tiere) durch
Schwefeldämpfe aus etw. entfernen: Insekten. Ungeziefer a.
ausschweifen <sw. V. >: 1. das normale Maß des
Lebensgenusses o.a.! stark überschreiten <ist>: in seinen Vorstellungen.
Gefühlen. Leidenschaften a.; seine Phantasie schweift aus;
Oft bin ich ausgeschweift, denn mein Fleisch war schwach
(Th. Mann. Krull 63). 2. (bes. Tischlerei) a) nach außen
schweifen <hat): ausgeschweifte Stuhlbeine.
Biedermeierstühle; b) (selten) eine Schweifung nach außen aufweisen
<hat): die Beine des Sessels schweifen leicht aus; <1. Part,
von 1 :> ausschweifend <Adj.): -e Gefühle. Gedanken; eine
-e Darstellung. Phantasie; ein -es (zügelloses, sittenloses)
Leben führen; ein -er Mensch; a. leben; Ausschweifung,
die; -. -en: Maßlosigkeit. Übertreibung, bes. im
Lebensgenuß; Zügellosigkeit. Sittenlosigkeit: nächtliche -en; -en der
Phantasie: ich habe niemals das so allgemeine Vergnügen
an der Zote verstanden, sondern die A. des Mundes stets
für die abstoßendste erachtet (Th. Mann. Krull 59).
ausschweben, sich <st. V.; hat): beharrlich über etw.
schweigen, sich nicht äußern, zu etw. nicht Stellung nehmen: sich
[über einen Vorfall] a.; der Minister hat sich
ausgeschwiegen; Die D. pflichtete solchen Reden gelegentlich bei.
... meist jedoch schwieg sie sich aus (Johnson. Ansichten
123).
ausschweißen <sw. V.; hat) (Jägerspr.): ausbluten (a).
ausschwemmen <sw. V.; hat): 1. herausschwemmen,
herausspülen, /her Jauswaschen: das Meer schwemmt Seetiere aus;
die Lösung schwemmt den StofT [aus dem Gemisch] aus;
Stoffwechselschlacken werden ausgeschwemmt. 2,
ausspülen, durch Fließen aushöhlen, auswaschen: das Ufer wurde
stark ausgeschwemmt; ausgeschwemmte (durch
Ausschwemmen entstandene) Stellen. 3. durch Schwemmen.
Spülen reinigen, von etwas befreien: eine Wunde a.; Sand
a.. um Gold zu gewinnen; <Abl.:> Ausschweramung, die;
-. -en: 1. das Ausschwemmen. 2. ausgeschwemmte Stelle.
ausschwenken <sw. V.): 1. durch Schwenken in od. mit
Flüssigkeit reinigen, mit Wasser] ausspülen <hat): einen Topf
[mit Wasser] a.; Wäsche a.; Die Wirtin ... betrachtete
den Fremden, während sie Gläser ausschwenkte (Johnson.
Ansichten 33); Ü sich die Kehle a. (ugs.; einen trinken).
2. durch Schwenken vollständig leeren, von etwas befreien
<hat): eine Flasche a.; ein Staubtuch a. 3. nach außen
schwenken, herausschwenken (hat): einen Drehkran a.
(Bauw.); ein Beiboot a. (Seemannsspr.; ausbringen). 4. zur
Seite schwenkend die Richtung ändern (ist): die Nachhut
ist [nach] rechts ausgeschwenkt.
ausschwineen (st. V.): 1. a) allmählich aufhören zu schwingen
(hat): die Glocken schwingen aus; Ü Ich ... liebte den
Duft und Schimmer des Christbaumes, die warme
Dunkelheit des ausschwingenden Jahres (Rinser. Jan Lobel 3);
b) (geh.) auslaufen (ist): eine allmählich ausschwingende
Kurve; c) (a. + sich) (Turnen) zu Ende schwingen (hat):
sich a. 2. (Schweiz. Sport) den Endkampf im Schwingen
kämpfen (hat). 3. (Turnen) a) weit heraus-, hin- u.
herschwingen lassen (hat): die Arme. Beine a.; b) weit heraus-,
hin- u. herschwingen (hat): der Körper schwingt am Barren
weit aus. 4. (Ski) schwingend, schwenkend eine andere
Richtung nehmen (hat/ist): beim Wedeln schwingt der Skiläufer
nach links und rechts aus. 5. (Seemannsspr.) a) ein Boot
o.a. zu Wasser lassen (hat): ein Rettungsboot a.; b) sich
nach außen schwingen, drehen (ist): der Schiffskran
schwingt aus. 6. (geh.) mit weitem Schwung, in weitem
Bogen verlaufen (ist): eine weit ausschwingende Kurve;
Ausschwinget, der; -s (Schweiz.): 1. das Ausschwingen (2).
2. Entscheidungskampf; Ausachwingmasdiine. die
(Schweiz.): Wäscheschleuder.
ausschwitzen (sw. V.): 1. mit dem Schweiß ausscheiden (hat):
eine Flüssigkeit a.; Nikotin wird im Schlaf weitgehend
ausgeschwitzt; Ü eine Erkältung a. (durch Schwitzen
heraustreiben). 2. a) austreten, sich absondern (ist): aus den
Wänden schwitzt Salpeter aus; b) (aus dem Mauerwerk)
austreten lassen, absondern (hat): die Wände schwitzten
Feuchtigkeit aus. 3. (Kochk.) durch Erhitzen von
Feuchtigkeit befreien (hat): Mehl a.; (Abi.:) Ausschwitzung, die;
-. -en: 1. (o. PI.) das Ausschwitzen (1. 2). 2. das
Ausgeschwitzte (2).
Auße [%isd]. die; - (Jugendspr.): Ausgeherlaubnis.
aussegnen (sw. V.; hat) (ev. Rel.): einem Verstorbenen den
letzten Segen erteilen: einen Verstorbenen a.; (Abl.:> Aus-
segnung, die; -. -en.
aussehen (st. V.; hat): 1. a) einen bestimmten Anblick bieten;
einen bestimmten Eindruck machen; wirken: hübsch, gut.
krank, bleich, wie das blühende Leben a.; Seitdem sie
Alleinerbin war. sah sie zwanzig Jahre jünger aus (Bieler.
Bonifaz 131); er sah traurig, schuldbewußt aus; er sieht
aus. als wäre er krank, als ob er krank wäre; der Fremde
sah zum Fürchten aus; die Verletzung sieht böse, gefährlich
aus; im Zimmer sah es wüst aus; Kanonen sehen im Frieden
immer ein bißchen plump aus (Tucholsky. Werke II. 259);
das Kleid sieht nach etwas, nach nichts aus (ugs.; macht
kleinen besonderen Eindruck): ich kann mir denken, wie
eine solche Maschine aussieht (beschaffen ist); die Sache
sieht gut. günstig aus (scheint so zu sein); das sieht wie
Verrat, nach Verrat aus (scheint Verrat zu sein);
Einsilbigkeit sieht nach Einverständnis aus (Wohmann. Absicht
121); seine Reise sah nach Flucht aus (deutete darauf
hin); Es sah nach Schnee aus.... nach einem ordentlichen
Gestöber (Th. Mann. Zauberberg 662); schlecht a. (Sport;
eine schlechte Figur machen): gegen jmdn. gut a. (Sport;
ein gutes Spiel gegen jmdn. liefern): *so siehst du aus!
(ugs.; das stellst du dir so vor. da irrst du dich aber; eigtl.
= nach deinem Aussehen. Gesichtsausdruck zu urteilen,
meinst du das. aber es stimmt nicht); sehe ich danach
aus (ugs.; kann man das von mir glauben)!: wie siehst du
dem [bloß] aus? (Ausruf des Erstaunens über auffallendes,
meist unordentliches u. schmutziges Aussehen, meist bei
Kindern); b) in einer bestimmten Weise um jmdn.. um etw.
bestellt sein: es sieht mit unseren Vorräten noch gut aus;
18 GDW
273
Aussehen
mit ihm sah es schlimm aus. 2. ausschauen. Ausschau halten:
er sah nach den Gästen aus; <subst.:> Aussehen« das; -s:
äußere Erscheinung. Beschaffenheit; Erscheinungsbild.
Gesicht sausdruckj: ein gesundes, blühendes, kränkliches,
vertrauenswürdiges A.; einer Sache ein harmloses A. geben;
mit seinem ehrlichen A.; ein Hund von drolligem A.;
*dem A. nach (veraltend; dem Anschein nach): es hat das
A. (veraltend; den Anschein): es hat das A.. wie wenn/als
ob er sich bei uns nicht wohl fühlte.
aussein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) (ugs.): 1. a) zu Ende sein: die Schule, das Kino ist
aus; b) ein Ende gefunden haben, nicht mehr weitergeführt
werden: der Krieg ist aus; c) (von einer Beziehung.
Freundschaft) nicht mehr bestehen, zerbrochen sein: zwischen uns
ist es aus. 2. erloschen sein, nicht mehr brennen: das Feuer,
die Kerze ist aus; der Ofen ist schon ausgewesen. 3. ab-,
ausgeschaltet sein (Ggs.: ansein): die Lampe, das Radio
ist aus. 4. * es ist aus mit imdm., etw. (es ist mit jmdm..
etw. vorbei): es ist aus mit dem schönen Leben; mit ihm
ist es aus (1. es ist kein Leben mehr in ihm. er ist gestorben.
2. er ist am Ende seiner Kraft, seiner Möglichkeiten j.
er ist ruiniert, seine Existenz ist vernichtet). 5. etw. sehr
gern haben, erreichen wollen, suchen u. sich eifrig darum
bemühen, auf etw. versessen sein: auf Abenteuer a.; er
war auf diesen Posten aus; ich weiß nicht, ob er auf eine
Belohnung aus ist. 6. ausgegangen sein: wir sind gestern
ausgewesen. 7. (Sport) außerhalb der Spielfeldgrenzen sein
(vom Ball): der Ball ist aus! 8. (Baseball) aus dem Spiel
abschnitt] ausgeschieden sein (von einem Spieler): nachdem
er den Ball dreimal verfehlt hatte, war er aus.
außen ['^ysn] <Adv.) [mhd. Ü3en. ahd. usania]. zu taus]
(Ggs.: innen): I. auf der Außenseite: der Becher ist a.
und innen vergoldet; a. (Sport; auf der Außenbahn, äußeren
Bahn) laufen; die Tür geht nach a. auf; die Füße beim
Gehen nach a. setzen; Gewöhnliche Fliegen ... legen ihre
Flügel ... so auf den Rücken, daß sie schräg nach a.
zeigen (Grzimek. Serengeti 293); wir haben die Kirche
nur von a. gesehen; R a. hui und innen pfui (die inneren
Qualitäten entsprechen nicht der schönen Fassade); Ü er
ist nur auf Wirkung nach a. [hin] bedacht (auf äußerliche
Wirkung. Wirkung durch den äußeren Anschein. Wirkung
auf die Öffentlichkeit, anderen gegenüber); Hilfe von a.
(aus dem Ausland; von anderen, außenstehenden Menschen)
brauchen. 2. (österr.) a) (hier) draußen; b) (veraltend)
(von drinnen gesehen:) draußen; (Subst. zu 1:> 'Außen
[-1. der; -. - (Sport) Außenspieler: er spielt A. (als
Außenspieler); 2Außen [-]. das; - (Ggs.: Innen): Innen und A. sind
Gegensätze.
außen-, Außen-: -anstrich, der; -antenne, die; -arbeiten
<P1.>: Arbeiten, die außen an einem Bau ausgeführt werden;
-aufrahme, die (meist PI.) (Film): Aufnahme außerhalb
des Ateliers; -bahn, die (Leichtathletik. Schwimmen): die
an der äußeren Krümmung des Stadions bzw. die am
Beckenrand gelegene Bahn (Ggs.: Innenbahn): A. losen; auf der
A. starten; -beleuchtung, die; -bezirk, der. binder, der
(zu tBinder 4]; -border [-borde], der: -s. - (ugs.): 1.
Außenbordmotor. 2. Boot mit Außenbordmotor; -bordmo-
tor, der: kleiner Motor, der außen am Heck eines Bootes
befestigt ist; -bords <Adv.) (Seemannsspr.): außerhalb der
Schiffswände; außen an der Schiffswand; vom Schiff aus
nach] außen (Ggs.: binnenbords); -deich, der: 1. äußerer
Deich (Ggs.: Binnendeich). 2. Deichvorland; -dienst, der:
Dienst außerhalb der eigentlichen Dienststelle: im A.
arbeiten, dazu: -dienstkr, der; -s. -: Person, die im Außendienst
arbeitet, -dienstlich <Adj.; o. Steig.): den Außendienst
betreffend, im od. vom Außendienst; -fläche, die; -hafen;
-handel.der; -s <o. PI.): Handel mit dem Ausland;
zwischenstaatlicher Handel (Ggs.: Binnenhandel), dazu:
-Handelsbank, die. -handelsbeziehuneen <PI.). -handeisbibuiz, die:
Gegenüberstellung der Warenein- u. -ausfuhrwerte eines
Landes, ^handetskauftnann, der. -handelsminister, der.
-Handelspolitik, die; -haut, die: glatte äußere Verkleidung.
Verschalung. Bespannung (bes. eines Schiffes. Flugzeugs);
-kante, die (Ggs.: Innenkante): die A. des Schuhs;
-konanando das: zu einem Betrieb, einer Strafanstalt
gehörende Gruppe, die außerhalb arbeitet: in einem A. arbeiten;
auf A. kommen (ugs.; einem Außenkommando zugeteilt
werden): -kurve, die: Kurve der äußeren /FahrJbahn (Ggs.:
Innenkurve); -bmdung, die: Landung eines Flugzeugs
außerhalb eines bestimmten Flugplatzes; -läufer, der (Ballspiele):
rechter od. linker Läufer. Mittelfeldspieler; -liegend <Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (Ggs.: innenliegend); -linie. die
(Ballspiele): Linie, die das Spielfeld nach außen abgrenzt: -luft,
die <o. PI.); -mauer. die; -minister, der: Minister für
auswärtige Angelegenheiten; -ministerhm, das: Ministerium
für auswärtige Angelegenheiten; -tninisterkonferenz. die;
-netz, das (Ballspiele): seitliches Tornetz von außen;
-Politik, die: politisches Verhalten eines Staates gegenüber
anderen Staaten (Ggs.: Innenpolitik), dazu -Politiker, der;
-politisch <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): die Außenpolitik
betreffend, zu ihr gehörend (Ggs.: innenpolitisch): Die
ersten Jahre der Bundesrepublik ... waren auch a.
schwierige Jahre (Dönhoff, Ära 104); -putz, der: Mörtelüberzug
an Außenwänden; -rist. der (Fußball): äußere Seite des
Fußrückens (Ggs.: Innenrist): den Ball mit dem A. schießen;
-schiebt, die; -Seite, die: äußere Seite (Ggs.: Innenseite):
die A. eines Stoffes; Ü die glänzende, blendende, rauhe
A. einer Sache. Person ( trügendes] Äußeres, äußerer
Anschein); -seiter, der; -s. - [für engl, outsiderj: 1. (Sport)
Weit /kämpf Teilnehmer, dessen Gewinnchancen gering zu
veranschlagen sind: ein krasser A. 2. abseits der Gesellschaft,
einer Gruppe von Fachleuten! Stehender, jmd.. der seine
eigenen Wege geht: er ist immer ein A. [der Gesellschaft]
gewesen, dazu: -seiterhaft, -seiterisch <Adj.). -seiterrolle,
die. -seitertum, das; -s; -ski. der: der beim Fahren von
Bogen u. Schwüngen jeweils auf der Außenseite des Bogens
befindliche Ski (Ggs.: Innenski); -Spiegel, der: außen
atigebrachter Spiegel (bes. beim Auto; Ggs.: Innenspiegel);
-stände <P1.): Gesamtheit ausstehender Forderungen: gute,
unsichere A.; A. haben, einziehen, einkassieren, eintreiben;
-stehende, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd..
der außerhalb einer Gruppe. Gemeinschaft steht, nicht
eingeweiht ist u. etwas nur von außen beurteilen kann: A. mußten
ihre Ehe ... für solide und normal halten (Bredel. Väter
370); für einen -n ist das unbegreiflich; -stelle, die:
außerhalb einer Zentralstelle eingerichtete Zweigstelle: die A.
eines Instituts; -Stürmer, der (Ballspiele): Links- od.
Rechtsaußen (Ggs.: Innenstürmer); -tasche, die: äußere Tasche
(Ggs.: Innentasche); ^temperatur, die: im Freien
herrschende Temperatur (Ggs.: Innentemperatur); -toilette. die:
Toilette außerhalb der Wohnung (Ggs.: Innentoilette); -treppe,
die: Treppe, die außen an einem Gebäude hochführt; -tür,
die: äußere Tür (Ggs.: Innentür); -viertel, das: Vor
Stadtviertel; -wand, die: äußere Wand (Ggs.: Innenwand); -weit.
die: 1. äußere Welt. Welt außerhalb des Ichs, außerhalb
des Menschen, des eigenen Körpers (Ggs.: Innenwelt): die
uns umgebende reale A. 2. Welt, menschlicheJ Gesellschaft
außerhalb des eigenen Bereichs; Umwelt: von der A.
abgeschnitten sein; -winke), der (Math.): außen an einer
geometrischen Figur durch Verlängerung einer Seite gebildeter
Winkel; -Wirtschaft, die: Gesamtheit der wirtschaftlichen
Beziehungen zum Ausland; internationale Wirtschaft, dazu:
-wirtschaftlich <Adj.; o. Steig.): die Außenwirtschaft
betreffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend: -e Probleme; ^zoll.
der: Zoll im Verkehr mit dem Ausland (Ggs.: Binnenzoll).
aussenden <unr. V.; sandte/sendete aus. hat
ausgesandt/ausgesendet): 1. zur Erledigung eines Auftrags wegschicken:
eine Patrouille zur Erkundung a.; sie sendeten/sandten
eine Expedition aus; Missionare wurden zu den Heiden
ausgesendet/ausgesandt; Boten nach Jmdm. a.; jmdn. nach
etw. a. (damit er es holt). 2. in den Äther ausstrahlen:
Radium sendet Strahlen aus; der Rundfunk sendete
Nachrichten aus; Die Sonne stand Jetzt schon niedrig und sandte
das flüssige honigfarbene Licht aus (Gaiser, Jagd 169);
<Abl.:> Allssendung, die: -. -en: 1. das Aussenden. 2. a)
(österr. Amtsspr.) Rundschreiben. Verlautbarung.
Verfügung; b) (selten) Päckchen. Postsendung: unsere A. wird
in Kürze bei Ihnen eintreffen.
außer ['^isb; mhd. Ü3er. ahd. Ü3ar = außerhalb, heraus,
zu taus]: I. <Präp.) 1. (mit dem Dativ) ausgenommen,
abgesehen von: a. dir habe ich keinen Freund; Nichts
verbindet sie a. dem gemeinsamen Haß und der gemeinsamen
Furcht, nichts haben sie gemeinsam a. dem Gegner
(Sieburg. Robespierre 254); man hörte nichts a. dem Ticken
der Uhr; wir hatten nichts mitgenommen a. dem. was
man Air eine dreiwöchige Reise braucht (Katia Mann.
Memoiren 101). 2. außerhalb, nicht mehr] in a) (mit dem
Dativ): a. Hauste] sein, essen; er ist wieder a. Bett
(veraltend; ist krank gewesen u. steht wieder auf): a. Sicht.
Hörweite, [aller] Gefahr sein; der Arzt nimmt keinen a. der
274
äußerst
Reihe (gesondert) dran; du kannst auch a. der Zeit
kommen; a. Konkurrenz starten; a. Dienst sein; er ist
Hauptmann außer Dienst (Abk.: a. D.); die Fabrik ist Jetzt
a. Betrieb (arbeitet nicht mehr): ich bin a. Atem (bekomme
nur keuchend Luft, bin atemlos): etw. ist a. Kurs (ist
nicht mehr gültig): die Verfügung ist a. Kraft (nicht mehr
gültig, nicht mehr wirksam): das steht a. Frage, a. [jedem]
Zweifel (gilt als sicher, steht fest): * außer sich sein (sich
nicht zufassen wissen): ich bin ganz a. mir [vor Freudel;
b) <mit dem Akk.) etw. a. [jeden] Zweifel stellen; ein
Schiff a. Dienst stellen; a. Kurs setzen (für ungültig
erklären): a. Gefecht setzen (kampfunfähig machen): * außer
sich geraten (die Selbstbeherrschung verlieren): ich geriet
a. mich (auch: mir) vor Wut; c) (veraltend mit dem Gen.)
a. Hauses sein; a. Landes leben, gehen. II. <Konj.)
ausgenommen, es sei denn: wir gehen jeden Tag spazieren, a.
wenn es neblig ist; ich habe nichts erfahren können, a.
daß er abgereist ist; ich komme, a. es regnet; er ist immer
zu Hause, a. am Nachmittag; das tut keiner a. ich selbst.
außer-. Außer-: ^dttlassen. das; -s: das Nichtbeachten von
etw., dazu: ^chtiassung. die; -; -amtlich <Adj.; o. Steig.):
nicht amtlich: -beruflich <Adj.; o. Steig.): nicht beruflich,
außerhalb des Berufs: -dem [auch: —'-] <Adv.): darüber
hinaus, überdies: der Angeklagte ist a. vorbestraft; .... und
a. ist es gesünder; es gab Bier und a. [noch] Sekt; -deutsch
<Adj.; o. Steig.): nicht deutsch: außerhalb Deutschlands,
des deutschen Sprachgebiets befindlich ]; -dienstlich < Adj.;
o. Steig.): nicht dienstlich, außerhalb des Dienstes: a. nicht
mit jmdm. verkehren; -ehelich <Adj.; o. Steig.): nicht ehe-
lieh, außerhalb der Ehe: -e Geschlechtsbeziehungen; das
Kind ist a. [geboren]; -europäisch <Adj.; o. Steig.);
-fahrplanmäßig <Adj.; o. Steig.): nicht fahrplanmäßig, über
den Fahrplan hinaus / verkehrend/: -e Züge; a. verkehren;
-familiär <Adj.; o. Steig.): lassen sich diese Aufgaben
nicht vollständig an -e Einrichtungen übertragen (Brigitte
5. 1974. 113); -gataktisch <Adj.; o. Steig.): außerhalb der
Milchstraße: -gerichtlich <Adj.; o. Steig.) (jur.): ohne Mit-
Wirkung eines Gerichts; nicht auf der Tätigkeit des Gerichts
beruhend: ein -er Vergleich; -e [Prozeßlkosten; -gesetzlich
<Adj.; o. Steig.): -e Maßnahmen; -gewöhnlich <Adj.): a)
nicht in, von der gewöhnlichen, üblichen Art; vom Üblichen,
Gewohnten abweichend; ungewöhnlich: ein -er Umstand;
er ist ein -er Mensch; dieser Fall ist ganz a.; b) über
das gewohnte Maß hinausgehend; sehr groß: eine -e
Begabung: er war von einer -en Größe; c) (verstärkend
bei Adj.) sehr, überaus: es war a. heiß; -häu§lidi (Adj.;
o. Steig.): außerhalb des Hauses: -e Arbeiten; läßt sich
das gleiche Ziel durch Verbesserung der -en
Betreuungseinrichtungen erreichen (Brigitte 5,1974.113); -irdisch <Adj.;
o. Steig.): I. außerhalb der Erde befindlich]: eine -e
Station. 2. nicht der Erde angehörend, nicht aus dem Bereich
des Planeten Erde stammend: Ufos ... gleichbedeutend mit
Raumfahrzeugen -er Wesen (Hörzu 36. 1974. 41);
-kirchlich <AdJ.; o. Steig.): nicht kirchlich, außerhalb der
kirchlichen Ordnung, Organisation; ^kr^ftsetamg. die; -. -en
(Ggs.: Inkraftsetzung): die A. eines Erlasses; -k^rssetzung.
die: -. -en; -ordentlich <Adj.>: a) vom Gewohnten
abweichend, ungewöhnlich: eine -e Situation. Begebenheit; Ein
-esGeschöpf. Wie a.. wie ganz persönlich aus dem Rahmen
des Akzeptierten ... fallend, das sollte mir erst später
klarwerden (Th. Mann. Krull 338); b) außerhalb der
gewöhnlichen Ordnung stehend, stattfindend o.a.: eine -e Sitzung
einberufen; ein -es Gericht (Sonder-, Ausnahmegericht);
er ist -er Professor (Amtsbezeichnung; Hochschulprofessor,
der kein Institut leitet; Abk.: ao.. a.o. Prof.); c) über das
Gewöhnliche hinausgehend; hervorstechend, bemerkenswert,
überdurchschnittlich: eine -e Begabung; Sie verrät ... viel
frühe Reife neben -er Kindlichkeit (Schnabel. Anne 8);
<subst.:> Außerordentliches leisten; d) (verstärkend bei
Adj. u. Verben) sehr, überaus: eine a. wichtige Sache;
Ein Portier mit einem sehr langen, mit einem a. gepflegten
Bart begrüßte uns (Koeppen. Rußland 121); etw. a.
schätzen; iorte <Adv.) (schweiz.. österr. [Vorarlberg!):
außerhalb des Ortes, auswärts: a. wohnen; von a. kommen;
-ortsstraße. die (Amtsspr.): die ... Tempo- 100-Regetung
auf ..elnbahnlgen -en" ... (MM 23.11. 73,12);
^parlamentarisch <Adj.; o. Steig.): nicht parlamentarisch: die -e
Opposition (Abk.: tAPO. Apo); -parteilich <Adj.; o. Steig.)
«Ggs.: innerparteilich); -planmäßig <Adj.; o. Steig.): 1.
nicht planmäßig, außerhalb eines Plans, über den Plan
hinaus: -e Staatsausgaben; er ist -er Professor
(Amtsbezeichnung; Hochschulprofessor ohne bindende Anwartschaft auf
einen Lehrstuhl; Abk.: apl. Prof.). 2. kurz für
taußerfahrplanmäßig; -schulisch <Adj.; o. Steig.); -sinnlich
<Adj.; o. Steig.) (Parapsych.): außerhalb des sinnlich
Wahrnehmbaren liegend; -sprachlich <Adj.; o. Steig.) (Ggs.:
innersprachlich); -stunde, (seltener.) -stynd <in
Verbindung mit bestimmten Verben): nicht in der Lage, nicht
fähig: a. sein. etw. zu tun; sich a. sehen, fühlen, erklären;
a. zu helfen, lief er weg; Hatte seine Anerkennung ...
bewirkt. ..die Staatsgewalt ... außerstande zu setzen ..."
(Fraenkel. Staat 123); -zeitlich <Adj.; o. Steig.).
äußer... foysE...] <Adj.; o. Steig.. Sup.: fäußerst, äußerst...;
nur attr.) [unter Einfluß des Umlauts von ..äußerst" <
mhd. Ü3er. ahd. üjaro, zu taußer] (Ggs.: inner...): a) sich
außen befindend: die -e Schicht ablösen; es ist nur eine
-e Verletzung; b) von außen kommend: ein -er Anlaß; das
Volk gegen einen -en Überfall ... verteidigen (Leonhard.
Revolution 65); c) von außen wahrnehmbar, unmittelbar
in Erscheinung tretend: der -e Rahmen; die -e Ähnlichkeit
täuscht; d) auswärtig: die -en Angelegenheiten; <subst.:>
er ist Minister des Äußeren; (subst. zu c:> Äußere, das;
-n: äußere Erscheinung: ein gepflegtes, angenehmes -s; auf
sein -s achten; auf das Ä. Wert legen; nach dem -n zu
urteilen; ein Herr von jugendlichem -m /(seltener:) -n;
außerhalb [mhd. üserhalp. ahd. Ü3erhalb. eigtl. = (auf
der) äußere(n) Seite): I. <Präp. mit Gen.) (Ggs.: in[ner-
halb]): a) nicht in einem bestimmten, umgrenzten Raum:
a. der Stadt, der Landesgrenzen; dann erhielt er die
Erlaubnis, a. der Kaserne in einem eigenen Zimmer zu wohnen
(Niekisch. Leben 23); a. Bayerns; Ü a. der Gemeinschaft;
das ist a. (nicht im Rahmen) der Legalität; b) nicht in
einem bestimmten Zeitraum, nicht während eines bestimmten
Zeitraums: a. der Geschäftszeit, der Sprechstunden. II.
<Adv.) nicht am Ort, nicht in der Stadt; draußen, in der
näheren Umgebung: er hat sein Geschäft in der Stadt,
wohnt aber a.; der Flugplatz liegt a.; er kommt von a.
(von auswärts); Ü er steht immer a. (außerhalb der
Gemeinschaft, beteiligt sich nicht); äußerlich <Adj.) [mhd. üserlich.
zu täußer...]: 1. <o. Steig.) (Ggs.: innerlich): a) an der
Außenseite: außen wahrnehmbar, anwendbar o.a.: eine -e
Verletzung; eine Arznei für den -en Gebrauch (nicht zum
Einnehmen); b) nach außen hin, dem äußeren Verhalten
nach: ä. blieb er ganz ruhig, aber innerlich kochte er
vor Wut. 2. a) von außen gesehen, oberflächlich betrachtet/,
dem äußeren Anschein nach, scheinbar, nur/ das Äußere
betreffend, darauf beruhend: die beiden Gegenstände haben
eine -e Ähnlichkeit, sind ä. [betrachtet] gleich; Ä. gesehen
schien der Unterschied ... nicht allzu groß zu sein
(Leonhard. Revolution 48); b) oberflächlich, nicht wesentlich:
das sind [nur] -e Einzelheiten; diese Eigenschaften sind
der Sache ä. (veraltend; nicht wesentlich für sie). 3. <meist
attr.) (selten) oberflächlich eingestellt/: ein sehr -er
Mensch; <Abl.:) Äußerlichkeit, die; -. -en: a) nur
äußerlich Je Form (bes. des Umgangs, Verhaltens, Auftretens):
jede Ä. verachten; meine Eltern legen Wert auf -en; so
näherte ich mich dem Zustand eines Pennbruders, der
fast alles für -en hält (Genet [Übers.]. Miracle 79); b)
äußerliche, oberflächliche, unwesentliche Einzelheit: das
sind lächerliche, den Kern der Sache nicht berührende
-en; iußerln [^yseln] in der Wendung (einen Hund) i.
[führen] (österr. ugs.; seinen Hund auf die Straße fuhren):
sei er ... durch die Gassen gebummelt, in denen um diese
Zeit meist Dutzende von Hunden, wie man so sagt.
..äußerin" geführt wurden (Menzel. Herren 77); äußern [cjysHn]
<sw. V.; hat) [mhd. Ü3ern (refl.) = aus der Hand, aus
dem Besitz geben, verzichten, zu f äußer...]: 1. aussprechen,
kundtun: seine Meinung, seinen Wunsch, [seine] Bedenken
ä.; Zweifel [an etw.]. sein Befremden [über etw.] ä.; es
hieß, der Regent habe großen Ärger und Verdruß ...
geäußert (A. Kolb. Daphne 176); die Ansicht ä.. daß ...;
..Frieden gibt's nicht!" äußert Albert kurz (RemarQue. Westen
60). 2. <ä. + sich) seine Meinung sagen. Stellung nehmen:
sich freimütig, anerkennend ä.; sich dahin [gehend] ä..
daß ...; sich über Jmdn. abfällig ä.; sich über etw.. zu
etw. ä. 3. <ä. -I- sich) in bestimmter Weise in Erscheinung
treten: die Krankheit äußert sich in. durch Schüttelfrost;
Eine gewisse Nervenüberreizung äußerte sich zuweilen in
sonderbaren inneren Erlebnissen (Niekisch. Leben 292);
äußerst foysest] <Adv.): im höchsten Maße, überaus, sehr:
^S^
275
äußerst...
ein ä. schwieriger Fall; ä. erschrocken, nervös sein; das
ist ä. gefährlich; iuBerst... <Adj.; Sup.; nicht präd.) [mhd.
U3erest.... ahd. üsarost...]: 1. ani weitesten entfernt: am
-en Ende; im -en Norden. 2. stärkst.... größt...: mit -er
Konzentration; von -er Wichtigkeit; aufs -e (im stärksten
Maße) angestrengt, erschrocken sein. 3. letzt möglich]...:
der -e Termin., Preis; <subst.:> das Äußerste wagen; er
geht bis zum Äußersten. 4. schlimmst ...: im -en Fall;
<subst.:> auf das Äußerste gefaßt sein; äußerstenfalls
<Adv.>: im äußersten Falle; schlimmstenfalls: das kostet
ä. fünfzig Mark.
auBertourlidi ['^iistttu.glu;] <Adj.> (österr.): außerhalb der
Reihenfolge; zusätzlich eingesetzt/: ein -er Bus; -e
Veranstaltungen; Er würde bestimmt die Prüfungen machen und
sogar a. General werden (Roth. Radetzkymarsch 1S2).
Äußerung [' gysaronl. die; -. -en [mhd. üserunge; zu f äußern]:
1. ausgesprochene Worte; Bemerkung; Stellungnahme: eine
freimütige, unvorsichtige, befremdliche Ä.; Er war... nicht
gewohnt. Dinge zu lesen .... die sich so weit von den
amtlichen -en der ..Prawda" unterschieden (Leonhard.
Revolution 240); politische -en; eine Ä. tun; sich Jeder Ä.
enthalten. 2. sichtbares Zeichen. Ausdruck (von etw.); sein
genehmen war eine Ä. des Trotzes; Was er sah. war die
Ä. einer Seelenstimmung (Plievier, Stalingrad 308); <Zus.:>
ÄuBennesfonn, die (meist Pl.>: verschiedene -en der
Unzufriedenheit; Sie ( = die Grundrechte) binden die
Staatsgewalt in allen -en. also ... auch den Gesetzgeber (Fraenkel.
Staat 127).
gussetzen <sw. V.; hat) [6: eigtl. = bei der Warenprüfung
als fehlerhaft aus der Reihe setzen]: 1. a) an einen Ort
bringen . u. dort sich selbst überlassenj: ein Kind a.; Tiere
in einem bestimmten Gebiet a. (heimisch machen); ein
Schiff setzt Boote aus (bringt sie zu Wasser); Passagiere
werden ausgesetzt (an Land gebracht); b) (kath. Rel.)
zur Anbetung auf den Altar stellen: das Allerheiligste a.;
c) (Kaufmannsspr.) zur Verpackung vorbereiten: eine
Sendung a.; ausgesetzt von .... gepackt von ...; d) (Billard)
zum Spielen hinsetzen: die Kugel a. 2. der Einwirkung
von] jmdm. od. etw. preisgeben: seinen Körper der Sonne
a.; sich Vorwürfen, einer Gefahr, dem Verdacht a.; hohen
Beanspruchungen ausgesetzt sein; Ich bedaure. daß Eure
Heiligkeit sich schädlichen Erregungen a. (Benrath.
Konstanze 85); Heute zwingt das Geschäftsleben sie ....
ihre Waden den Blicken der Männerwelt auszusetzen
(Brecht. Groschen 318); Kein Begriff ist jemals so
tiefgreifenden Mißdeutungen ausgesetzt gewesen wie der der
Freiheit (Thieß. Reich 458). 3. in Aussicht stellen, versprechen:
eine Belohnung von 1000 DM a; für Neuanschaffungen
wurde eine große Summe ausgesetzt; jmdm. ein Erbteil
a. 4. a) mitten in einer Tätigkeit o.a. plötzlich für eine
gewisse Zeit] abbrechen, aufhören: der Motor, der Atem,
das Herz setzt aus; die Musik hat plötzlich ausgesetzt;
b) eine Pause machen; ich muß eine Weile [wegen
Krankheit] a.; beim Spiel einmal a. (übergangen werden); die
vier Männer spielten Karten zu dritt. so daß immer einer
aussetzte (Musil. Mann 1 392); mit der Ratenzahlung a.
5.a) unterbrechen: die Kur auf einige Zeit a.; b) (jur.)
auf-, hinausschieben: den Prozeß a.; das Urteil zur
Bewährung a. 6. <im Inf. mit „zu" in Verbindung mit bestimmten
Verben) beanstanden, kritisieren: etw. [an jmdm.]
auszusetzen haben; es gibt wenig [daran] auszusetzen; < Abi. :>
Aussetzer, der. -s. -: 1. jmd.% der aussetzt (1 c) (Berufsbez.). 2.
(Schweiz.) das Aussetzen (4 a): ein A. des Motors; zu 1.
3. 5. 6: Aussetzung, die; -. -en; <Zus.:> aussetzungsfShig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Jur.): zum Aussetzen (5 b)
geeignet: Strafen bis zu einem Jahr Haft sind a.
Aussaht, die; -, -en [zuerst um 1700 in der Gartenkunst
gebraucht]: 1. <P1. ungebr.) Blick in die Ferne: jmdm.
die A. verbauen, versperren; in einer Zelle.... deren kleines
Fenster, allzu hoch oben in der Wand angebracht, ihm
A. nicht verstattet (A. Zweig. Grischa 125); ein Zimmer
mit A. (Blick) aufs Meer; eine schöne A. betrachten.
2. Zukunftsmöglichkeit. Erwartung. Hoffnung: eine
erfreuliche A.; seine -en. den Posten zu bekommen, sind gering;
..Nette -en". sagte ein Junger Student (Leonhard.
Revolution 114); ein braver Bankbeamter ohne große -en (ohne
die Erwartung od. Möglichkeit zu einer Karriere; Musil.
Mann 1459); *A. auf etw. haben (auf etw. begründete
Hoffnung haben, mit etw. rechnen können): Nur der Betrug
hat A. auf Erfolg und lebensvolle Wirkung unter den
Menschen (Th. Mann. Krull 44); etw. in A. haben (etw.
Positives erwarten, damit rechnen können): wir haben
endlich eine Wohnung in A.; in A. nehmen (vorsehen): man
hat ihn für diesen Posten in A. genommen; in A. stehen
(zu erwarten sein); in A. stellen (versprechen).
aussichts-, Ausskhts-: ^k» <Adj.; -er, -este: nicht adv.):
ohne Aussicht (2) auf Erfolg, hoffnungslos: eine -e Lage,
dazu:Aussichtslosigkeit,die; -; -punkt.der: hochgelegene/
Stelle mit schöner Aussicht (1): an einem A. stehenbleiben;
-reich <Adj.; nicht adv.): mit Aussicht (2) auf Erfolg;
erfolgversprechend: ein -er Kanzlerkandidat; eine -e
Beteiligung; -tunm, der; ^voll <Adj.; nicht adv.): svw. Nreich;
-wagen, der: zweistöckiger Eisenbahn wagen mit großen
Fenstern.
aussickern <sw. V.; ist): aus etw. sickern, tropfenweise aus
etw. rinnen: aus dem Tank sickert öl aus.
aussieben <sw. V.; hat): 1. durch Sieben aus etw. aussondern:
Steine [aus dem Sand] a.; bestimmte Wellen a. (Elektronik;
ausschalten). 2. a) (aus einer größeren Gruppe) als geeignet
o. ä. auswählen: aus den Bewerbern wurden zwei ausgesiebt
und angenommen; b) aus einer größeren Gruppe als nicht
geeignet o.a. aussondern: beim Übergang in die höhere
Schule wurden die schwachen Schüler ausgesiebt; <Abl.:>
Aussiebung, die; -. -en: 1. das Aussieben. 2. (Fachspr.)
Ausschaltung: die A. der zur Grundwelle benachbarten
Oberwellen (Elektronik 12. 1971. 413).
aussiedeln <sw. V.; hat): durch amtliche Aufforderung zum
Verlassendes ursprünglichen Wohngebietes u. zum Ansiedeln
in einem anderen Gebiet veranlassen: die Fremden wurden
ausgesiedelt; ausgesiedelte Bauern auf neuen Höfen
ansetzen; <Abl.:> Aussiedlelhmg. die; -. -en; Aussiedler, der:
-s. -: ein Transport von -n aus der Sowjetunion, dazu:
Aussiedlerhof, der: aus dem Dorf verband in die Flur verlegter
Bauernhof
aussfaroen <sw. V.; hat): 1. zu Ende singen: das Lied a.:
den Sänger erst a. lassen. 2. singend ausformen: das Lied
in seinem ganzen Stimmungsgehalt a.; seine Freude a.
(ihr im Gesang Ausdruck geben). 3. (Seemannsspr.) mit
tönender Stimme ausrufen: die gelotete Wassertiefe a.
ausstmesi <st. V.; hat) (geh.): sich ausdenken; sinnend
erfinden: einen Plan a.; das hat er klug ausgesonnen; Asch
... kam gar nicht dazu,... Heimkehrgedanken auszusinnen
(Kirst. 08/15. 833).
aussöhnen <sw. V.; hat) [spätmhd. üssüenen. zu f sühnen]:
a) durch entsprechende, über einige Zeit hin sich erstreckende
Bemühungen eine Feindschaft, einen Streit vergessen lassen
u. ein besseres gegenseitiges Verhältnis bewirken: man will
die streitenden Parteien a.; die beiden haben sich wieder
ausgesöhnt (miteinander versöhnt); er söhnt sich mit seinen
Eltern aus; b) etw. nicht mehr länger ablehnen, weil man
eine positivere Einstellung dazu gewonnen hat: man muß
sich mit seinem Schicksal a.; <Abl.:> Aussöhnung, die; -.
-en.
aussondern <sw. V.; hat): aus einer Menge her Jaussuchen
u. entfernen]: geeignete Leute Tür eine Aufgabe a.; die
besten Stücke a.; die schlechten Kartoffeln a.; Schon bei
der Prozession war er mir aufgefallen, denn das Schöne
und Elegante sondert mein Auge sogleich aus dem
Gewöhnlichen aus (Th. Mann. Krull 433); <Abl.:> Aus-
sonderung. die; -. -en.
aussorgen in der Verbindung ausa&orgt haben (sich nicht
mehr um seinen Lebensunterhalt sorgen müssen): wer diese
Stellung bekommt, hat [für sein Leben] ausgesorgt; er
hat zwei Häuser und eine Lebensversicherung, damit hat
er ausgesorgt.
aussortieren <sw. V.; hat): a) (nicht mehr Brauchbares o. ä.)
durch Sortieren ausscheiden: alte, ausgewachsene
Kleidungsstücke a.; Ausschuß wird von dieser Maschine
selbsttätig aussortiert; b) sortierend aus einer größeren Menge
auswählen: die in Frage kommenden Sachen, die besten
Stücke a.; <Abl.:) Aussortienmg, die; -. -en <P1. selten).
ausspähen <sw. V.; hat): a) spähend, forschend Ausschau
halten: nach Nahrung, nach Hilfe a.; b) auskundschaften,
ausspionieren: Geheimnisse a.; jmdn. a. (ugs.; heimlich
beobachten): Von allem Anfang habe es ... zum Auftrag
... gehört, die SPD und ihre Organisationen auszuspähen
(Welt 16. 7. 75. 1); <Abl.:) Ausspäht«, die; -. -en <P1.
selten).
Ausspann, der; -(e]s. -e: 1. (früher) Wirtshaus mit Stall zum
Ausspannen (2). 2. (selten) Kneipe: In Jeder Metropole
276
Ausspülung
kennen sie einen A.. wo sich ihre Wege kreuzen (Spiegel
39. 1966. 72); ausspannen <sw. V.; hat): 1. ausbreiten, aus-
einander spannen: ein Netz, ein Tuch, die Flügel a.; die
Leine straff [zwischen zwei Pfählen) a.; Ü über dem Dorf
spannte sich ein strahlend blauer Himmel aus; Die
Forscher ... haben die Herrschaft ihres Wissens über die ganze
Erde ausgespannt (Bamm. Weltlaterne 121). 2. (Ggs.:
einspannen 1) a) losschirren, abspannen: die Pferde a.; b)
etw. Eingespanntes lösen: den Wagen, den Pflug a.; einen
Bogen aus der Schreibmaschine a. 3. (ugs.) a) mit sanfter
Gewalt wegnehmen, von jmdm. entleihen: der Mutter den
Schmuck für einen Abend a.; b) abspenstig machen: er
hat mir meine Freundin ausgespannt. 4. eine Zeitlang mit
der Arbeit aufhören, um sich zu erholen: von der Arbeit
a.; er will vier Wochen an der See a.: <Abl. zu 4:) Ausspan-
Hing, die; -: Erholung. Ruhe: er braucht dringend A.
aussparen <sw. V.; hat): 1. (in einem Raum, von einer Fläche)
einen Teil für etw. frei lassen: nicht mit einbeziehen in
etw.: Platz lassen für etw.: einen Raum für die Zuhörer
a.;die... Ärzte... bedeckten seinen Körper mit ...Tüchern,
nur den Fleck aussparend, wo Solnemanns Messer
ansetzen sollte (Sebastian. Krankenhaus 124); eine ausgesparte
Lücke in der Mauer. 2. ausnehmen, für später] beiseite
lassen: eine Frage a.; das heikle Thema blieb ausgespart;
<Abl.:> Aussparung, die; -. -en: a) das Aussparen: b) der
ausgesparte Raum: eine A. für den Wandschrank.
ausspeien <st. V.; hat) (geh.): a) ausspucken: verächtlich,
zornig [vor Jmdm.] ausspeien; Ü Fabriken, die ihren
Menscheninhalt ausspien (Tucholsky. Werke II. 12); <subst.:)
das Ausspeien von Meßwerten durch den Computer; b)
erbrechen: er spie das Essen wieder aus.
ausspeisen <sw. V.; hat) (österr.): Notleidende. Kinder
verpflegen: Flüchtlinge a.; <Abl.:> Ausspeisung, die; -. -en:
-en von Schulkindern durchführen.
aussperren <sw. V.; hat) /vgl. Ausgesperrte/ [2: rückgebildet
aus t Aussperrung]: 1. durch Verschließen der Tür jmdm.
den Eintritt verwehren, ihn ausschließen: sie hat ihn einfach
ausgesperrt; die Tür schlug zu. und ich war ausgesperrt
ikonnte nicht mehr in die Wohnung). 2. (Wirtsch.) die
streikenden! Arbeitnehmer von der Arbeit ausschließen (als
Maßnahme des Arbeitgebers im Arbeitskampf): Tausende
von Arbeitern wurden ausgesperrt; <Subst. zu 2:)
Aussperrung, die; -. -en [nach engl, lock-out]: Die Direktion droht
mit A.. rief Kollmann (v. d. Grün. Glatteis 168).
auwpielen <sw. V.; hat) /vgl. ausgespielt/: 1. (Kartenspiel)
a) (durch Hinlegen der ersten Karte) zu spielen beginnen:
geschickt, überlegt a.; wer spielt aus?; b) (eine Karte)
zum Spielbeginn auf den Tisch legen: Herzas. Trumpf a.;
U seine Erfahrung, seine künstlerischen Mittel a. (zu seinen
eigenen Gunsten ins Spiel bringen, einsetzen). 2. a) (Sport)
um einen Titel. Pokal o. ä. spielen: einen Wanderpreis a.;
die Meisterschaft wurde jedes Jahr ausgespielt; b) (in der
Lotterie o. ä.) als Preise aussetzen: es werden rund zwanzig
Millionen ausgespielt. 3. (Sport) nicht zur Entfaltung, nicht
an den Ball kommen lassen: den gegnerischen Torwart
a.; im Schach hat er seine Gegner souverän ausgespielt
besiegt). 4. (Theater) in allen Einzelheiten spielen: eine
Rolle durchgestalten: eine Szene a.; die Rolle breit a. 5.
wechselseitig I eine Person gegen eine andere (zum eigenen
Vorteil) einsetzen: sie hat den Freund gegen den Bruder
ausgespielt; Es war die alte und so bewährte Methode,
uns gegeneinander auszuspielen (v. d. Grün. Glatteis 143);
'Abi.zu2b:>Ausspielung.die: -. -en: Verlosung. Spielrunde
in der Lotterie.
ausspinnen <st. V.; hat): Worte. Gedanken, eine Erzählung
weiter ausbreiten, fortführen, ausmalen: einen Gedanken
weiter a.; er hat die Geschichte phantasievoll
ausgesponnen.
ausspionieren <sw. V.; hat): a) entdecken, herausbekommen:
jmdn.. jmds. Versteck a.; b) aushorchen: durch Spionieren
zu erfahren suchen: einen Politiker von einem Spitzel a.
lassen.
ausspotten <sw. V.; hat) (bes. österr.. Schweiz.): verspotten:
indn. a.
Aussprache, die; -. -n: 1. <o. PI.) a) das richtige Aussprechen.
Artikulation eines Wortes: die A. ist in Lautschrift
angegeben; die A. eines englischen Wortes kann oft nicht aus
dem Schriftbild entnommen werden; b) Art des
Aussprechens. Artikulierens: eine gute, schlechte, deutliche, klare
A. haben; aus der A. jmds. Herkunft erkennen; Mit der
Genauigkeit und scharfen A. eines Schauspielers schrie
er in den Apparat (A. Zweig. Grischa 152); 'eine feuchte
A. haben (ugs. scherzh.; beim Sprechen ungewollt spucken).
2. Unterredung, klärendes Gespräch: eine geheime,
vertrauliche A.; Die Diskussion war lebendig, persönliche -en
danach verrieten, daß ich Eindruck gemacht hatte (Nie-
kisch, Leben 209); eine offene A. wünschen, herbeifuhren;
Jmdn. um eine A. bitten; eine A. mit jmdm. haben; es
kam zu einer heftigen A. (Auseinandersetzung).
Aussprache-: -abend, der: Diskussionsabend: -angäbe, -be-
zeichnung» die: Angabe über die Aussprache (1 a);
-Wörterbuch, das.
aussprechbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (in bestimmter
Weise) zum Aussprechen (1.3) geeignet: ein schwer -es
Wort; seine Gefühle sind nicht a.; aussprechen <st. V.;
hat) /vgl. ausgesprochen/: 1. a) in Lauten wiedergeben,
artikulieren: ein Wort deutlich, richtig, falsch, mit Akzent
a.; dieser Laut ist schwer auszusprechen; Ich hörte das
Wort Dollar auf allen Wegen. ... es wurde immer mit
Andacht ausgesprochen (Koeppen. New York 24); b) <a.
+ sich) sich in bestimmter Weise sprechen, artikulieren
lassen: sein Name läßt sich schwer a.. spricht sich schwer
aus. 2. zu Ende sprechen: er hatte kaum ausgesprochen,
als ...; man soll den anderen immer a. lassen! 3. a) äußern,
ausdrücken, zur Kenntnis geben: einen Gedanken.
Wünsche, seine Meinung, sein Beileid a.; jmdm. sein Bedauern
a.; der Regierung das Vertrauen a.; ein Urteil, eine Strafe
a. (verkünden): b) <a. + sich) (in bestimmter Weise)
über jmdn.. etw. sprechen: sich lobend, tadelnd,
anerkennend über jmdn. a.; er hat sich nicht näher darüber
ausgesprochen; c) <a. + sich) sich zeigen, zum Ausdruck kommen:
in ihren Gesichtern spricht sich Angst aus; In dem Manne
... sprach sich eine gewaltige Kraft aus (Bergengruen.
Rittmeisterin 169). 4. <a. + sich) a) (für jmdn. od. etw.)
Stellung nehmen, etw. befürworten: sich für den Bewerber,
für Reformen a.; b) (gegen jmdn. od. etw.) Stellung nehmen:
ablehnen: sich gegen den Bewerber, gegen eine Maßnahme,
gegen Atomwaffen a. 5. <a. + sich) a) sagen, was einen
bewegt: sich etw. von der Seele reden: sich offen a.; sie
hat sich bei ihrer Mutter [darüber] ausgesprochen; b) zur
Klärung einer Meinungsverschiedenheit o. ä.. in dem Wunsch
nach Verständigung miteinander reden: wir müssen uns
einmal in Ruhe a.
aussprengen <sw. V.; hat) 1. a) versprühen: Wasser a.; Ü
Lügen über jmdn.. ein Gerücht a. (geh.; verbreiten): b)
ganz u. gar mit etw. besprengen: das Zimmer mit Wasser
a. 2. a) durch Sprengung wegschaffen, beseitigen: Fels,
Mauerrestea.; b) durch Sprengung herstellen: sechs Wochen
nach dem ersten Sprengschuß sind 17 Meter des
Richtstollens ausgesprengt (MM 12. 11. 74. 14).
ausspringen <st. V.): 1. herausspringen, sich lösen Ost): die
Feder ist ausgesprungen. 2. (Ski) die größtmögliche Weite
erreichen <hat>: mit 79 Metern hat er die Schanze voll
ausgesprungen.
ausspritzen <sw. V.; hat): 1. a) spritzend leeren: ein Glas,
den Schlauch a. (das letzte Wasser herauslaufen lassen):
b) spritzend herausschleudern: Ameisen spritzen Säure aus;
Ü sein Gift gegen Jmdn. ausspritzen (jmdn. mit
Gehässigkeiten überschütten). 2. durch Spritzen reinigen: das Becken
im Schwimmbad a.; der Arzt hat das Ohr ausgespritzt;
<Abl.:> Ausspritzung, die; -. -en.
Ausspruch, der; -[eis. Aussprüche: von einer bekannten
Persönlichkeit geprägter) Satz, in dem eine Ansicht. Weisheit
ausgesprochen ist: einen A. von Goethe zitieren; diese
Aussprüche (Meinungsäußerungen) haben mich verstimmt.
ausspucken <sw. V ; hat): a) Speichel aus dem Mund
herausspucken: er spuckte aus; (als Zeichen der Verachtung,
des Abscheus:) verächtlich a.; der Gefangene spuckte vor
ihm aus; b) spuckend von sich geben: Kirschkerne a.; Ü
der Computer spuckt (wirft) seine Informationen in
Sekundenschnelle aus; dafür mußte er viel Geld a. (ugs.;
bezahlen, ausgeben): ..Haben Sie euch gleich behalten?
Spuck schon aus!" (ugs.; sag es schon!: Kühn. Zeit 422);
c) (ugs.) erbrechen: er hat das Essen wieder ausgespuckt.
ausspülen <sw. V.; hat): 1. a) aus etw. herausspülen, durch
Spülen entfernen: die Rückstände ausspülen; b) durch
Spülen reinigen: ein Glas, die Spritze a.; ich muß mir den
Mund a. 2. (von rasch fließendem Wasser o. ä.) wegspülen,
wegreißen: das Hochwasser hatte das Erdreich ausgespült;
<Abl.:> Ausspülung, die; -. -en: eine A. machen (Med.).
277
ausspüren
ausspüren <sw. V.; hat) (veraltet): ausfindig machen,
aufspüren: Jmdn.. ein Wild a.; Ü sensibel ausgespürte
zwischenmenschliche Bereiche (MM 1.12. 73. 64).
ausstaffieren <sw. V.; hat): ausstatten, kleiden, mit etw.
versehen: sich völlig neu a.; er hat sein Zimmer mit allerlei
Trödel ausstaffiert; Das Matratzenlager, mit Kissen und
Decken reichlich ausstaffiert, wirkte recht komfortabel
(K. Mann. Wendepunkt 433); er wurde als Indianer
ausstaffiert (verkleidet); du hast dich aber mächtig ausstaffiert
(iron.; herausgeputzt)^ <Abl.:> Ausstaffierung, die: -. -en.
Ausstand, der; -[eis. Ausstände [1: Ende 19. Jh. aus den
oberdeutschen Mundarten; 2: spätmhd. Ü3Stant =
ausstehendes Geld (heute meist PI.)]: 1. <P1. selten) Streik: in
den A. treten; sich im A. befinden. 2. (meist PI.)
ausstehende Geldforderung: Ausstände in Höhe von...; viele
Ausstände haben; vgl. Außenstände. 3. (bes. südd.. österr.)
Ausscheiden aus der Schule od. aus einer Stellung (Ggs.:
Einstand 1 ä); <Abl.:> ausständig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(südd.. österr.): noch] ausstehend, fehlend: nicht erledigt:
-e Gebühren; der Angeklagte hat noch drei Jahre Haft
a.; Ausständige« der. -n. -n. Ausständler ['«psjtenth], der;
-s, -: jmd.. der sich im Ausstand (1) befindet.
ausstanzen <sw. V.; hat): durch Stanzen hervorbringen,
hervorrufen: Löcher a.; ausgestanzte Metallteile.
ausstatten [ ^ysjtatn] <sw. V.; hat) [veraltet statten, mhd.
staten = wozu verhelfen, zufügen]: a) versehen, ausrüsten:
jmdn. mit Geldmitteln, mit Vollmachten a.; das Zimmer
ist mit Stilmöbeln ausgestattet; Das Titelblatt der
Erstausgabe zeigt eine mit Zepter und Schwert ausgestattete
Riesenfigur (Hofstätter. Gruppendynamik 178); b) (in
bestimmter Weise) einrichten, zurechtmachen: ein Hotel neu.
modern a.; ein prächtig ausgestatteter Bildband; <Abl.:>
Ausstattung, die; -. -en: 1. das Ausstatten: Firma N.
übernimmt die A. der Räume. 2. a) Ausrüstung: die A. der
Expedition; die technische A. eines Autos; b) Innen lein-
richtung: die Räume zeigen eine moderne, praktische A.;
c) Aufmachung, äußere Gestaltung: Bücher in gediegener
A.; die Revue wurde zum großen Erfolg durch ihre A.
(Bühnenbild. Kostüme usw.): d)(iur)das einem Kind zur
Berufsausbildung, Geschäftsgründung od. Heirat
Mitgegebene: Aussteuer.
Ausstattung»-: -fihn. der: Spielfilm mit besonders
aufwendiger Ausstattung (z. B. hist. Film mit entsprechenden
Kostümen, Massenszenen usw.); ^gegenständ, der; ^revue, die;
-schütz, der (jur.): Schutz der Eigenart einer Verpackung
u. Aufmachung, auch der besonderen Werbung für eine Ware
gegen Nachahmungen: --stück, das: Theaterstück, dessen
Wirkung auf der Ausstattung beruht.
ausstauben, (landsch. auch:) ausstäuben <sw. V.; hat):
ausschütteln, vom Staub reinigen: das Staubtuch, den Mop
a.
ausstechen <st. V.; hat) /vgl. Ausgestochene/ (3: urspr. =
beim Turnier aus dem Sattel stechen]: 1. durch einen Stich
zerstören: jmdm. ein Auge a. 2. a) herausstechen: Unkraut
a.; b) durch Herausstechen von Grasnarbe. Ausheben von
Erde o.a. herstellen: einen Graben a.; c) Plätzchen mit
Hilfe von Ausstechformen aus ausgerolltem Teig herstellen:
Plätzchen a. 3. eindeutig übertreffen u. verdrängen/: einen
Konkurrenten a.; jmdn. bei seiner Freundin, im Beruf
a.; einer glaubte den anderen dadurch a. zu müssen, daß
er die dreistesten Witze erzählte (Sebastian. Krankenhaus
132). 4. (Eishockey) durch einen schnellen Schlag vom
Gegner trennen: die Scheibe mit dem Schläger a.; <Abl.:) Aus-
stecherle [...Jte^b]. das; -s. - (meist PI.) (landsch.): / Weih-
nachts]plätzchen: A. backen; <Zus.:) Ausstechform, die.
Ausstechfönndien, das: Umrißfigur aus Metall od. Plastik
zum Ausstechen von Plätzchen.
ausstecken <sw. V.; hat) 1. (bes. Ski) eine Strecke durch
Fähnchen markieren: den Weg. eine Slalomstrecke a. 2.
(österr.) zum Zeichen, daß neuer Wein ausgeschenkt wird,
einen Buschen o.a. über die Eingangstür des Gasthauses
hängen: der Wirt hat ausgesteckt.
ausstehen <unr. V.) [spätmhd. üjsten = ausbleiben]: 1.
zum Verkauf! ausgestellt sein <hat>: die neuen Modelle
stehen im Schaufenster aus. 2. noch zu erwarten, noch
nicht eingetroffen sein <hat): die Antwort, die Lösung steht
noch aus; ausstehende Gelder (Außenstände). 3. ertragen,
aushalten (hat): Angst. Schmerz. Qualen a.; [bei Jmdm.]
nichts auszustehen haben; sie hat um ihn viel ausgestanden;
Ich stand minutenlang Todesängste aus (Normann.
Tagebuch 127); * es/eine Sache ist ausgestanden (ist /endlich!
vorbei, durchgestanden): irodn. od. etw. nicht a. können
(nicht leiden können, unsympathisch finden): ich kann
diesen Menschen, diesen furchtbaren Lärm nicht a.; sie sah
ihm beim Schreiben über die Schulter, was er nicht a.
konnte (Baldwin [Übers.]. Welt 338). 4. (südd.. österr.)
aus einer Stellung ausscheiden: die Schule verlassen (ist):
er ist schon letztes Jahr ausgestanden.
aussteifen <sw. V.; hat) (Bauw.): steif machen, gegen Einknik-
ken. Durchhängen o. ä. absichern, abstützen: ein Gewölbe
a.; ausgesteifte Brückenteile; <Abl.:> Aussteifung, die; -.
-en.
aussteigen <st. V.; ist): 1. a) ein Fahrzeug. Beförderungsmittel
verlassen (Ggs.: einsteigen 1): nicht a.. bevor der Zug
hält!; aus dem Auto a.; b) (Fliegerspr. Jargon) sich aus
einem abstürzenden Flugzeug durch Fallschirmabsprung
retten: der Pilot mußte a. 2. a) (ugs.) sich nicht mehr beteiligen
(Ggs.: einsteigen 3 a): aus einem Geschäft, einer Filmrolle
a.; b) (Sport) etw. aufgeben, bei etw. nicht mehr mitmachen:
aus einem Rennen a.; Ü Es war vielleicht einer meiner
größten Fehler, gleich auszusteigen, wenn ich was nicht
konnte (Plenzdorf. Leiden 134); * einen Gegner a. lassen
(Fußball Jargon; ausspielen, umspielen).
aussteinen <sw. V.; hat): Steine (aus Früchten) entfernen:
Kirschen. Pflaumen a.
aussteilbar [aysltelba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Technik): zum Ausstellen (5 a) geeignet: ausstellen <sw. V.;
hat): I. zur Ansicht, zum Verkauf ins Schaufenster o.a.
stellen: Waren, neue Modelle [im Schaufenster] a.;
bekannte Künstler stellen aus (zeigen ihre Bilder in einer Galerie
o.a.). 2. aus bestimmten Gründen an einem Platz sichtbar
aufstellen: Warnschilder. Posten a. 3. ausschreiben,
ausfertigen: ein Visum. Attest a.; [jmdm.] ein Zeugnis, eine
Bescheinigung a.; eine Rechnung auf den Namen X a.;
..Selbstverständlich lasse ich Ihnen sofort ein neues Dokument a."
(Leonhard. Revolution 109). 4. (ugs.) ausschalten: den
Motor, das Radio, die Heizung a. 5. a) schräg, nach außen
stellen: den Rolladen, das Fenster a.; b) (fast nur im
2. Part.) (Mode) (einen Rock, eine Hose) so zuschneiden,
daß er (sie) sich nach unten erweitert: ein leicht ausgestellter
Rock; hautenge Hosen, unten ausgestellt. 6. (veraltend)
svw. faussetzen (6); <Abl. zu 1:) Aussteller, der; -s. -:
jmd.. der etw. ausstellt: (Zus. zu 5 a:> Ausstellfenster, das
(Technik): ausstellbares Fenster, bes. im Auto: das vordere
A. öffnen; <Abl.:) Ausstellung, die; -. -en: 1. (PL ungebr.)
das Ausstellen (1. 2. 3, 5): die A. der Bilder ablehnen;
um die A. eines Visums bitten. 2. einmalige od. in
bestimmtem Turnus wiederholte Veranstaltung, bei der im Freien,
in einem Gebäude od. auf einem großen Gelände in Hallen
bestimmte wirtschaftliche od. künstlerische Erzeugnisse zur
Schau gestellt werden: Schau: eine landwirtschaftliche A.;
eine A. moderner Kunst; eine A. eröffnen; in eine A.
gehen. 3. <meist PI.) (veraltend) kritische Anmerkung.
Einwand: ein trotz gewisser -en gutes Buch; *-en machen
(Papierdt.; etw. auszusetzen haben).
Ausstellungs-: -flÄche. die: große -n stehen zur Verfügung;
MKÜnde, das; ^halle, die; ^katalog, der: numeriertes
Verzeichnis der ausgestellten Gegenstände od. Werke [mit
Abbildungen]: ^leitung, die (PI. ungebräuchlich):
Organisationsbüro für eine Ausstellung: -räum, der; -stand, der:
abgegrenzter Raum für jeweils einen Aussteller, eine Firma
innerhalb einer Ausstellungshalle o. ä. ^stück, das: auf einer
Ausstellung gezeigtes unverkäufliches] Einzelstück.
Muster: dies ist nur ein A.. die Serienfertigung beginnt erst;
Ü das ist kein A. (damit kann man sich nicht sehen lassen,
damit kann man keine Ehre einlegen): ^pavillon, der.
ausstemmen <sw. V.; hat) (Technik): mit Hilfe eines
Stemmeisens herstellen: ein Loch, eine Nut [aus einem
Werkstück] a.
Aussterbeetat, der [eigtl. = Posten im Etat, der mit dem
Tod des Inhabers erlischt] in den Wendungen auf dem
A. sein/stehen/sich befinden (ugs.. meist scherzh.; langsam
zu Ende gehen: keine Bedeutung mehr haben): diese Sportart
stand schon auf dem A.. aber jetzt ist sie wieder groß
im Kommen; imdn., etw. auf den A. setzen (ugs.. meist
scherzh.; langsam ausschalten, kaltstellen: eingehen lassen):
aussterben (st. V.; ist) /vgl. ausgestorben/: sich nicht
fortpflanzen: zu bestehen aufhören: eine Familie. Pflanze.
Tierart stirbt aus; Mammuts sind ausgestorben; seine Haare
wachsen ihm über den Kragen hinab, als wären die Haar-
278
austarieren
Schneider ausgestorben (Frisch, Cruz 30); <subst.:> in
diesem Fluß sind die Fische wegen der Abwässer vom
Aussterben bedroht; Ü diese Mundart. Sitte stirbt aus (es gibt
bald keinen mehr, der noch diese Mundart spricht bzw.
der die Sitte weiter pflegt); ein aussterbendes Handwerk.
Aussteuer, die; -, -n <P1. selten) [rückgeb. aus t aussteuern]:
vor allem aus Tisch- u. Bettwäsche bestehende
Brautausstattung. Heiratsgut: eine komplette, wertvolle A.; eine A.
Tür die Tochter anschaffen; sie näht an ihrer A.
aussteuerbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen,
daß es ^ausgesteuert (2) werden kann: ein gut -er
Lautsprecher; Aussteuerbereich, der (Elektrot.): Bereich der
Stromspannung, innerhalb dessen keine Verzerrungen
auftreten: der A. ist mit ± 10 V angegeben; 'aussteuern <sw.
V.; hat): 1. durch geschicktes Steuern unter Kontrolle
bringen: wenn ein Reifen platzt, darf man nicht bremsen,
sondern muß den Wagen a. 2. (Elektronik) so einstellen,
doli unerwünschte Verzerrungen vermieden werden: einen
Verstärker, ein Tonbandgerät a.; <Abl.:> 'Aussteuerung,
die; -. -en: das magische Auge dient als Anzeiger für die
A.; 2aussteuern <sw. V.; hat) /vgl. Ausgesteuerte/: [zu
f Steuer]: l.jmdm.. bes. der Tochter, eine Aussteuer geben:
er mußte drei Töchter a. 2. (Versicherungsw.) die
Versicherungsleistungen an einen Versicherten beenden: die
Krankenkasse will ihn a.; <Abl. zu 2:) ^Aussteuerung, die; -.
-en: diese Versicherung verspricht unbegrenzte
Leistungsdauer ohne A.; <Zus. zu 1:) Aussteuerversicherung, die:
eine Form der Lebensversicherung* die die
Anschaffungskosten für eine Aussteuer decken soll.
Ausstich, der; -s. -e [zu t ausstechen (3)]: a) (Schweiz.)
Entscheidungskampf; zu einem A. antreten; b) (bes. Schweiz.)
der. die od. das Beste. Schönste seiner Art; das. was alles
andere aussticht: dieser Wein ist der A.
aussticken <sw. V.; hat) (Handarb.): a) durch Sticken nach
einem vorgezeichneten Muster] verzieren: eine Decke bunt
a.; b) ein vorgezeichnetes Muster mit Zier Stichen ausfüllen:
ein Muster a.
Ausstieg [ 2U4sJti:k], der; -[eis. -e (Ggs.: Einstieg): a) das
Heraussteigen aus etw.: der A. aus der Höhle erfolgt über
eine Leiter; b) Öffnung. Stelle zum Her Jaussteigen: [der]
A. [ist] nur hinten!; <Zus.:) Ausstiegluke, die.
ausstopfen <sw. V.; hat): a) ganz u. gar stopfend Imit etw.l
füllen: ein Kissen a.; die Ritzen [mit Stroh]. Schuhe [mit
Zeitungspapier] a.; b) (den Balg eines Tieres) füllen u.
ihm damit die natürliche Form geben: einen Adler. Fuchs
a.; ich verdiente mir mein Brot, indem ich ...
Kanarienvögel. Papageien und Katzen ausstopfte (Th.
Mann.Krull 340); ausgestopfte Tiere; <Abl.:> Ausstopfung.
die; -. -en.
Ausstoß, der; -es. Ausstöße <PI. selten) (Wirtsch.):
Produktionsmenge einer Maschine, eines Industriebetriebes in einer
bestimmten Zeiteinheit: ein A. von 10000 Stück am Tag;
ausstoßen <st. V.; hat): 1. a) durch Druck nach außen
pressen: den Atem [durch die Nase] a.; der Vulkan stößt
Rauchwolken aus; Sein Vater stößt lachend den Rauch seiner
... Zigarette aus (Fries. Weg 78); b) durch einen Stoß
verletzen, zerstören: er hat ihm [mit der Stange] fast das Auge
ausgestoßen. 2. von sich geben; laut hervorbringen, äußern:
einen Seufzer. Schrei a.; Wenn er sich herausgefordert
fühlte, stieß er schneidende Befehle aus (Kirst. 08/15. 587);
Er stieß einen schluchzenden Laut aus und wandte sich
ab (Thieß. Legende 103). 3. aus einer Gemeinschaft
ausschließen: Jmdn. aus dem Verein a.; sich ausgestoßen
fühlen. 4. (Wirtsch.) in einer bestimmten Zeiteinheit ]
produzieren: das Werk stößt täglich 400 Autos aus; <Zus. zu 4:)
AusstoOrate, die: das Werk legte eine monatliche A. von
5000 Stück fest; zu 1 a: Ausstoßrohr, das (Milit.): Rohr
für ein Torpedo od. eine Mine; <Abl. zu 3:) Ausstoßung^
die; -. -en.
auntrahlen <sw. V.; hat): 1. a) nach allen Seiten, wie in
Strahlen aussenden, verbreiten: der Ofen strahlt Wärme
aus; die Lampe strahlt ein mildes Licht aus; Ü sein Gesicht
strahlt Zufriedenheit aus; sie strahlte so viel Würde aus.
daß man ganz andächtig wurde in ihrer Nähe (Schnurre.
Bart 151); b) strahlenähnlich von einer Stelle ausgehen:
ein Licht strahlt von dem Turm aus; Ü die Schmerzen
strahlten vom Kopf in den Arm aus. 2. vollständig mit
Licht erfüllen; ausleuchten: die Straße, die Bühne voll a.
3. auf jmdn.. etw. wirken: seine Ruhe strahlt auf die
Umgebung aus. 4. (Rundfunkt.) über den Sender verbreiten,
senden: Nachrichten a.; das Programm wird von allen Sendern
ausgestrahlt; Es war eine Probesendung. Ob und wann
sie ausgestrahlt wird, weiß man nicht (Hörzu 51. 1972.
118); <Abl.:> Ausstrahlung, die; -, -en: a) das Ausstrahlen
(4): von der Fußballübertragung wurden auch -en nach
Übersee vorgenommen; b) Wirkung. Charisma: A. haben;
von ihm ging eine große A. aus; weit hinaus ins Land
reichen die -en dieses Vorpostens (= Berlins; Dönhoff.
Ära 72); <Zus.:) Ausstrahlungskraft, die: vgl. Ausstrahlung
(b).
ausstrecken <sw. V.; hat): 1. (ein Glied des Körpers) in
ganzer Länge von sich strecken: die Beine [unter dem Tisch],
den Arm a.; die Schnecke streckt ihre Fühler aus; mit
ausgestrecktem Zeigefinger. 2. sich der Länge nach lauf
etw.] hinlegen; sich hinstrecken: sie streckte sich behaglich
[auf dem Sofa] aus; Der Bär hatte sich ausgestreckt und
schlief (Bieler. Bonifaz 149); [auf dem Bauch] ausgestreckt
daliegen.
ausstreichen <st. V.; hat): 1. a) streichend verteilen: Farbe
a.; einen Blutstropfen auf einer Glasplatte (zum
Mikroskopieren) a.; b) mit einer festwerdenden Masse ausfüllen: die
Fugen [mit Lehm] a.; c) auf den Innenflächen ganz mit
etw. bestreichen; ausfetten: eine Backform [mit Butter] a.;
d) durch Darüberstreichen glätten: Knitterfalten a. 2, durch
einen Strich Geschriebenes o. ä. ungültig machen,
durchstreichen: ein Wort, das Geschriebene wieder a.; Ü diese Tat
möchte er aus seinem Leben a.
ausstreuen <sw. V.; hat): 1. durch Streuen verbreiten, (auf
dem Boden) verstreuen: [den Vögeln, für die Vögel] Futter
a.; die ... Wogenkämme glitzerten wie weißer Kristallzuk-
ker. ausgestreut über ein ... schwarzgrünes Gebirge (Ott.
Haie 280); Ü ein Gerücht a.; er ließ a. (die Nachricht
verbreiten), er sei verreist. 2. gänzlich bestreuen: den Stall
mit Häcksel, das Kuchenblech mit Semmelbröseln a.
Ausstrich, der; -[eis. -e: 1. (Med.. Biol.) auf ein Glasplättchen
aufgebrachte organische Flüssigkeit, die zur
mikroskopischen Untersuchung bestimmt ist: einen A. färben,
untersuchen. 2. (Geol.) Stelle ander Erdoberfläche, wo eine Schicht,
ein Flöz od. ein Gang angeschnitten wird; Ausbiß.
Ausgehendes.
ausströmen <sw. V.): a) als Ausdünstung o.a. abgeben,
verbreiten <hat>: Wärme a.; die Blumen strömen betörenden
Duft aus; Durch die Fensterritzen pfifT der Wind, und
der spiegelnde Marmorfußboden strömte eine eisige Kälte
aus (Lederer. Bring 101); Ü dieser Mann strömt Vertrauen
aus; der Raum strömt Behaglichkeit aus; b) herausströmen,
in großer Menge austreten Ost) (Ggs.: einströmen 1):
Wasser. Gas. Dampf strömt aus; Ü von ihm strömt Ruhe.
Sicherheit aus; <Abl.:> Ausströmung, die; -. -en.
ausstudieren <sw. V.; hat) (ugs.): <im allg. in einer
zusammengesetzten Zeitform) fertig, zu Ende studieren: bis er
ausstudiert hat. ist er 25 [Jahre alt].
ausstülpen <sw. V.; hat): nach außen stülpen, kehren (Ggs.:
einstülpen); <Abl.:> Ausstülpung, die; -. -en: durch den
defekten Fahrradmantel entstand eine A. am Schlauch.
aussuchen <sw. V.; hat) /vgl. ausgesucht/: 1. heraussuchen,
auswählen: ein Kleid. Bilder a.; drei Leute für eine Arbeit
a.: ich werde dir/für dich etw. Passendes a. 2. (veraltend)
durchsuchen: die Taschen, die ganze Wohnung a.
aussülzen, sich <sw. V.; hat) (salopp): etwas, was einen
bewegt oder bedrückt] anderen mitteilen, sehr ausführlich
berichten: Herrgott, sülzt der sich wieder aus!
aussüßen <sw. V.; hat/ist) (Fachspr.): zu Süßwasser werden:
ohne Verbindung mit dem offenen Meer süßt das Wasser
allmählich aus; ein ausgesüßtes Binnenmeer.
Aust fapst]. die; -. -e <P1. selten) [aus t'August) (niederd.):
Ernte; <Abl.:) allsten <sw. V.; hat) (niederd.): ernten.
austäfeln <sw. V.; hat): (einen Raum) vollständig täfeln.
austanzen, sich <sw. V.; hat): sich tanzend entfalten: er
konnte sich/seine Fähigkeiten in der Rolle voll a.; Am
ehesten kann sich ... Jan Hal'ama als Schamane a. (MM
27.5. 1969.24).
austapezieren <sw. V.; hat): (einen Raum) vollständig
tapezieren; einen Raum a.; daß sein Bunker mit Bildern aus
illustrierten Zeitungen austapeziert war (beklebt,
ausgeziert war; Plievier. Stalingrad 141).
austarieren <sw. V.; hat): a) ins Gleichgewicht bringen: eine
Waage a.; Ü Rechte und Pflichten a. (gegeneinander
abwägen); b) (österr.) auf einer Waage das Leergewicht (Tara)
feststellen.
279
Austausch
Austausch, der; -{eis: a) das gegenseitige Austauschen (a):
Warum haben wir... ihnen nicht längst den A.
diplomatischer Vertretungen angeboten? (Dönhoff, Ära 153); etw.
im A. [gegen etw. anderes] erhalten; Ü ein A. von
Erfahrungen. Erinnerungen; es verlangte mich nach Ausweitung
meines Daseins, nach reicheren Möglichkeiten des -es mit
der Welt (Th. Mann, Krull 232); b) das Auswechseln.
Ersetzen: ein A. der Ventile ist nötig geworden.
austausche Austausch-: Mlienst. der; mdoCot, der (Kfz.-W.):
vom Werk überholter, aus teilweise neuen Teilen bestehender
und als neuwertig geltender Ersatzmotor: Abk.: AT-Motor;
^Professor, der: Hochschullehrer, der im Austausch gegen
einen anderen Wissenschaftler eine Zeitlang in dessen Land
Vorlesungen hält: M-eaktkm. die (Chemie): Reaktion, bei
der Kernteile. Atome. Atomgruppen od. Ionen ausgetauscht
werden: ^schüler, der: vgl. ^Professor; -«toff, der (Technik.
Wirtsch.): Kunststoff, der an die Stelle eines Roh- od.
Werkstoffes tritt: ^student, der: vgl. ^Professor: ^transfusion,
die (Med.): Transfusion, bei der körpereigenes Blut
weitgehend od. völlig durch das Blut eines Blutspenders ersetzt
wird: ^ware« die: Ware, die man im Austausch gegen andere
Ware erhält: ^weise <Adv.): im Austausch: er wird a.
für ein Jahr nach Amerika gehen.
austauschbar f^jistajijba:?! <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
zum Austauschen geeignet: -e Teile; <Abl.:)
Austauschbarkeit, die; -; austauschen <sw. V.; hat): a) wechselseitig
(Gleichartiges) geben: Botschafter. Gefangene a.; Ü
Höflichkeiten, Erinnerungen. Gedanken a.; Die beiden Damen
kannten den Namen und tauschten Mutmaßungen aus
über die Person (Brecht. Groschen 28); sie tauschten sich
über ihre Eindrücke aus (teilten sich mit. sprachen
darüber); b) durch Entsprechendes ersetzen: den Motor a.;
ein Wort gegen ein anderes a.; einen verletzten Spieler
gegen einen anderen a.
austeilen <sw. V.; hat): an einen bestimmten Personenkreis
verteilen: Post, die Suppe a.; den Schülern die Hefte/die
Hefte an die Schüler a.; Lebensmittel unter die Flüchtlinge/
(selten:) unter den Flüchtlingen a.; das Abendmahl,
die Sakramente a. (Rel.); Ü den Segen. Prügel a.; <Abl.:)
Austeilung, die; -. -cn.
Austenit [%pste'ni:t. auch: ...mtl. der. -s. -e [nach dem engl.
Metallurgen Sir W. Ch. Roberts-Austen (1843-1902)1:
nicht magnetischer, chemisch sehr widerstandsfähiger Stahl.
Auster ['miste], die; -. -n [frühnhd. Uster < niederd. üster
< (m)niederl. oester < roman. ostrea < lat. ostreum
< griech. östreon. zu: osteon = Knochen. Bein; die A.
ist also nach ihrer harten Schale benannt]: eßbare
Meeresmuschel, die sich am Untergrund mit ihrer Schale festsetzt:
eine A. aufbrechen, ausschlürfen; -n essen.
Austerity [as'tenti]. die; - [engl, austerity < frz. aust6rit£
= Strenge. Härte < lat. austeritäs] (bildungsspr.):
wirtschaftliche Einschränkung; energische Sparpolitik: die
englische Regierung hatte A. verordnet.
Austern-: -bank. die <P1. ...bänke): Ansiedlung von Austern
auf flachem Meeresgrund; -fisch; der: svw. t Seewolf; ^fi-
scher, der: an Meeresküsten beheimateter Watvogel mit
schwarzer Oberseite. weilSer Unterseite, roten Beinen und
rotem, spießartig verlängertem Schnabel; -gabel. die: kleine
Gabel mit verstärkten Zinken zum Öffnen von Austern:
M>ark, der: künstliche Anlage zur Austernzucht: -pilz, der:
svw. f^seitling; ^schale, die; ^seitlina, der: in Büscheln
wachsender, schmackhafter Ständerpilz; -zudit. die.
austesten <sw. V.; hat): ganz u. gar durch Tests erforschen,
ausprobieren: krebserzeugende Verbindungen a.; Ü die
Verhandlungsbereitschaft der andern Seite voll a.; <Abl.:)
Austestung, die; -. -en.
austifteln: svw. I austüfteln.
austilgen <sw. V.; hat): a) vernichten, ganz u. gar beseitigen:
Unkraut, Ungeziefer, eine Krankheit a.; b) tilgen,
auslöschen, streichen: die Schrift a.; Ü einen Schandfleck
a.; das Geschehene aus dem Gedächtnis a.; <Abl.:>
Austilgung, die; -. -en.
Austkfat ['qpsttost], die; -. -en [aus t Aust u. niederd. Kost
= Beköstigung. Fest) (niederd.): Erntefest.
austoben <sw. V.; hat): 1. <a. + sich) a) ungezügelt toben,
wild spielen: Kinder müssen sich a. [können]; b) seine
überschüssige Kraft ungezügelt verausgaben: die Jugend
will sich a.; er hat sich vor der Ehe ausgetobt; sich beim
Tanzen a.; c) mit großer Vehemenz wüten: draußen tobt
sich ein Unwetter, ein Sturm aus; Ü Ganz frei ist nur
der Kritiker in nichts als ästhetischen Dingen - da darf
sich alles a.. was sonst schwer gebändigt kuscht (Tucholsky.
Werke II. 226). 2. etw. ungezügelt abreagieren: seinen Zorn,
seine Wut [an jmdm.) a. 3. zu Ende toben; (aus
Er schöpfumg) allmählich aufhören zu toben: der Kranke
hat ausgetobt; Jmdn. a. lassen; Ü der Sturm, das Fieber
hat [sichl ausgetobt (seine Kraft erschöpft).
austollen, sich <sw. V.; hat) (ugs.): ausgelassen sein, sich
vergnügt austoben (1 a). herumtollen: hier können die
Kinder sich nach Herzenslust a.
austönen <sw. V.; hat): verklingen, aufhören zu tönen: die
letzten Glockenschläge tönen aus; das Thema auf der Geige
sich a. lassen; Ü hoffentlich hat er bald ausgetönt
(abwertend; aufgehört mit sinnlosem u. lautstarkem] Reden)!
austonnen ['^lstonan] <sw. V.; hat) (Seew.): durch Tonnen
kennzeichnen: die Fahrrinne a.
Austrag [ ^istra:k). der; -[eis: l.das Austragen (3).
Entscheidung: der A. von Streitigkeiten; * zun A. kommen/gelangen
(Papierdt.; ausgetragen, entschieden werden). 2. (Sport)
Durchfuhrung: der A. der Wettkämpfe wird verschoben.
3. (südd.. österr.) Altenteil: im A. leben; in den A. gehen;
austragen <st. V.; hat): XJmdm. ins Haus bringen, zustellen:
Brötchen. Zeitungen, die Post a.; In Mexiko hatte er sich
als Lastwagenfahrer durchgebracht; jetzt trug er in New
York Blumen aus (K. Mann, Wendepunkt 161). 2. eine
Schwangerschaft trotz bestimmter erschwerender. Bedenken
verursachender o. ä. Umstände nicht abbrechen: sie wollte
das Kind a.. obwohl ihr Gesundheitszustand sehr schlecht
war; ein Kind nicht a. können. 3. a) klärend abschließen,
entscheiden, ausfechten: einen Streit, einen Konflikt, einen
Kampf a.; Man ... hatte sich daran gewöhnt, religiöse
Fragen nicht anders auszutragen, als wären es
Meinungsverschiedenheiten in der Schenke (Thieß. Reich 336); b)
(Sport) durchführen: ein Rennen a. 4. eine Eintragung
löschen (Ggs.: eintragen 1 a): Daten. Zahlen a.; sich aus
der Anwesenheitsliste a. 5. (österr.) ausbedingen: ich muß
mir strengste Verschwiegenheit a.; <Abl. zu 1:) Austräger,
der; -s. -: jmd.. der etw. austrägt; Bote; Austrägerin« die;
-. -nen: w. Form zu tAusträger; Alisträgter [^pstre:kle).
der; -s. - (südd.. österr.): jmd.. der im Austrag (3) lebt.
Altenteiler; Austragung, die; -. -en <P1. selten): der Austrag
(1.2): die A. einer Meisterschaft; zur A. kommen, gelangen
(Papierdt.); <Zus.:) Austragunoanodus, der: Art u. Weise
einer Austragung: den A. von Wettkämpfen festlegen;
Austragungsort, der: die -e der nächsten Spiele stehen nun
fest.
austrainiert <Adj.; -er, -este) (Sport): durch ausgewogenes
Training in Hochform befindlich: einen voll -en Eindruck
machen; a. wirken.
australid [qjistra'li:t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
Australien]: Rassenmerkmale der Austratiden aufweisend; Australi-
de [...lixbj, der u. die; -n. -n <Dckl. t Abgeordnete):
Angehörige rj einer überwiegend in Australien vorkommenden
Rassengruppe: australoid [^istralo'i:t] <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.): den Australiden zugehörige Rassenmerkmale
aufweisend; Australoide (...lo'i.dd]. der u. die; -n. -n <Dekl.
f Abgeordnete): Mensch von australoidem Typus.
austräumen <sw. V.; hat): aufhören zu träumen: als ich
geweckt wurde, hatte ich gerade ausgeträumt; Ü ich habe
endgültig ausgeträumt (meine falschen Vorstellungen u.
Einschätzungen aufgegeben); der Traum vom Glück ist
ausgeträumt.
austreiben <st. V.; hat): 1. (Vieh) auf die Weide treiben
(Ggs.: eintreiben 1): die Kühe a. 2. a) (geh.) vertreiben,
verstoßen: die Bewohner wurden aus ihren Häusern
ausgetrieben; Ü der Frühling treibt den Winter aus; b) durch
Beschwörung verbannen: exorzieren: den Teufel, Dämonen
a.; Felicity war dafür, den Pfarrer zu rufen, damit er
den Geist austriebe (Brand. Gangster 65); c) (aus den
Poren) austreten lassen: das trieb mir den Schweiß aus.
3. jmdn. dazu bringen, von etw. abzulassen; abgewöhnen:
ich habe ihr ihre Launen, ihren Hochmut ausgetrieben;
Gefühle von Herzlichkeit... ich spürte, daß sie mir meine
Anlage zu Schrecken und Panik für immer a. mußten
(Handke. Brief 18). 4. a) zu sprießen beginnen, ausschlagen:
die Birken treiben aus; die Pflanze treibt immer wieder
neu aus; b) sprießend hervorkommen: Knospen. Blätter
treiben aus; c) hervorbringen: die Sträucher treiben Blüten
aus. 5. (österr.) Teig ausrollen: den Teig a.; <Abl. zu 2:>
Austreibung, die; -. -en; <Zus.:> Austreibungsperiode. Aus-
280
Auswäg ung
treibungsxeit, die (Med.): Phase der Geburt, in der die
Leibesfrucht ausgestoßen wird.
austrennen <sw. V.; hat): durch Trennen entfernen: den
Futterstoff eines Mantels a.
austreten <st. V.): 1. (Brennendes. Glühendes) durch
Darauftreten ersticken <hat>: die Glut, ein Feuer, eine
Zigarettenkippe a. 2. a) durch häufiges Treten bahnen, festtreten
(hat): eine Spur im Schnee a.; ausgetretene Pfade; b) durch
häufiges Darauftreten abnutzen <hat): ausgetretene Stufen.
Dielen; c) durch Tragen ausweiten <hat): neue Schuhe a.;
ausgetretene (durch langes Tragen übermäßig I
ausgeweitete) Schuhe. 3. (Jägerspr.) ins Freie treten <ist>: das Rudel
tritt aus dem Wald aus. 4. (ugs.) einen Raum verlassen,
um seine Notdurft zu verrichten <ist>: ich muß [mal] a.
5. freiwillig ausscheiden Ost) (Ggs.: eintreten 5): aus einer
Partei, aus der Kirche a. 6. nach außen, ins Freie gelangen,
herauskommen, hervorquellen Ost): die Stadt liegt an der
Stelle, wo der Isonzo in die Ebene austritt; hier tritt öl
aus; in die oberen Räume war Gas ausgetreten, das die
Explosion auslöste; So tritt das Blut ins Gewebe aus (Grzi-
mek. Serengeti 187).
Austriazismus faystria'teismus]. der; -. ...men [zu Austria.
dem lat. Namen für Österreich]: österreichische
Spracheigentümlichkeit (z. B. „Paradeiser" für Tomate).
austricksen <sw. V.; hat): a) (Sportspr.. bes. Ballspiele
Jargon) einen Gegner mit einem Trick geschickt aus-,
umspielen: er trickste den Verteidiger aus; b) geschickt, durch
List /als Konkurrenten/ ausschalten: Wenn man ...
versucht, unbequeme Frager einfach auszutricksen (MM 21.
5. 70. 22).
Austrieb, der -[eis, -e <P1. selten): das Austreiben (1.4;
Ggs. zu 1: Eintrieb).
austrimmen <sw. V.; hat) (Seemannsspr., Fliegerspr.):
wieder/ völlig in die richtige Lage bringen: durch Verschieben
der Ladung trimmte er das Boot aus.
austrinken <st. V.; hat): a) restlos, bis zum letzten Tropfen
trinken: zu Ende trinken: den Kaffee, das Bier a.; die
Milch ist ausgetrunken; b) leer trinken: ein Glas, die
Flasche a.; Er ... trank mit geschlossenen Augen ein Hühnerei
aus (Schnurre. Bart 13S); trinkt aus!: Austrinket (aus-
tnnkat]. der. -s (Schweiz.): 1. gemeinsamer Trunk nach
einem [Kirchweih]fest. 2. Abschied eines Wirts von seinen
Gästen bei der Geschäftsaufgabe.
Austritt, der; -[eis. -e: 1. <PI. selten) das Hinaustreten (Ggs.:
Eintritt): beim A. aus dem Zimmer, ins Freie. 2. das
freiwillige Ausscheiden* der Verzicht auf weitere Zugehörigkeit
(Ggs.: Eintritt): seinen A. [aus einer Partei] erklären; die
Synode befaßte sich mit den zahlreichen -en. 3. das
Austreten (6). das Herauskommen. Hervorquellen: den A. von
Gas bemerken. 4. (veraltend) kleiner Balkon: vom A. aus
die Straße beobachten; <Zus. zu 2:) Austrittserklfirung,
die: Kündigung der Mitgliedschaft in einer Partei, einem
Verein o. ä.
austrocknen <sw. V.): 1. a) alte Feuchtigkeit aus etw.
herausziehen, ausdörren <hat): die Sonne trocknet den Boden
aus; b) (selten) trockenlegen (hat): den Sumpf, das Moor
a. 2. mit einem trockenen Tuch o. ä. im Innern von
anhaftender Feuchtigkeit befreien: trocken machen <hat>: ich habe
die Gläser innen ausgetrocknet. 3. völlig trocken werden
Ost): der Fluß, das Brot, die Haut trocknet aus; meine
Kehle war wie ausgetrocknet; <Abl.:> Austrocknunu« die;
-: die A. einer Wunde, eines Sumpfes.
Austromarxjsmus [suistro-. auch:' :-1. der; - [zu Austria.
dem lat. Namen für Österreich]: in Österreich entwickelte
Sonderform des Marxismus: Austromarxjst [auch: ' 1.
der; -en. -en: Vertreter des Austromarxismus: austromarx|-
stisdi [auch: ' ) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) den
Austromarxismus betreffend: b) die Theorie des
Austromarxismus vertretend.
austrommeln <sw. V.; hat) (veraltet): nach Ankündigung
durch einen Trommelwirbel öffentlich bekanntgeben: die
Nachricht wurde ausgetrommelt; Ü sie muß jede Neuigkeit
gleich a. (ugs. veraltend; überall erzählen).
austrompeten <sw. V.; hat) (ugs.): überall laut verkünden,
ausposaunen: eine Neuigkeit, ein Geheimnis a.; er hat alles
austrompetet.
austrudeln<sw. V.;hat): l.(ugs. landsch.): svw. tauswürfeln:
eine Lage a.; Ü Bisher konnte der leitende Arzt ... nur
a.. welche Therapieabteilung er schließen wollte (Welt 6.
12. 65. 9). 2. * etwas a. lassen (ugs.; langsam zu Ende
gehen lassen): er ließ die Arbeit, seine Karriere als
Rennläufer a.
austüfteln <sw. V.; hat) (ugs.): durch sorgfältiges Nachdenken
ausarbeiten, ersinnen, ausdenken: [sich] einen Plan,
schwierige PrUfungsfragen a.; <Abl.:> Austiift[e]lunB. die; -.
austun <unr. V.; hat): 1. (landsch.) ausziehen: die Schuhe,
das Kleid a.; ich muß mich noch a. 2. (landsch.) auslöschen:
die Lampe, das Feuer a. 3. *sidi a. können (ugs.; sich
ungehemmt betätigen können).
austunken <sw. V.; hat): 1. durch Auftunken völlig entfernen:
die Brühe, die Soße mit Brot a. 2. durch Auftunken leeren:
die Schüssel a.; Ü etw. a. müssen (landsch.; etw. ausbaden
müssen, die schlimmen Folgen von etw. tragen müssen).
austupfen <sw. V.; hat): an den Innenseiten durch Tupfen
trocknen, säubern: ein Gefäß a.; eine Wunde a. (mit einem
Tupfer von angesammelter Flüssigkeit o. ä. befreien).
austurnen <sw. V.; hat) (Sport): eine Übung so durchführen,
daß alle ihre Möglichkeiten ausgeschöpft sind: er hat den
Salto voll ausgeturnt.
austU9dien <sw. V.; hat): mit Tusche ausfüllen: die Umrisse
von Figuren a.
ausüben <sw.V.; hat): 1. eine Tätigkeit regelmäßig od. längere
Zeit berufsmäßig] ausführen: ein Gewerbe. Handwerk,
einen Beruf a.; eine Kunst a.; eine Praxis a. (praktizieren).
2. innehaben u. anwenden: die Macht, die Herrschaft a.;
Sie gebrauchten rücksichtslos die Ellbogen ... und übten
ein wahres Schreckensregiment aus (Brecht. Groschen
237); sein Wahlrecht a. (davon Gebrauch machen). 3.
wirksam werden lassen: Zwang. Einfluß. Druck auf jmdn. a.;
sein Name übt eine magische Wirkung aus; Unendlichen
Reiz übt auf die Jugend das Neue aus (Th. Mann. Krull
89); <Abl.:) Ausübung, die; -.
ausufern <sw. V.; ist) (selten): (von Gewässern) über di4
Ufer treten: der Strom ist ausgeufert; Ü Statt die Städte
für teures Geld a. zu lassen ... (MM 30. 4. 1969. 21);
die Diskussion uferte in Handgreiflichkeiten aus (artete
aus): ausufernder (das erträgliche Maß überschreitender)
Wettbewerb; <Abl.:> Ausufaimg. die; -. -en.
Ausverkauf.der; -[e]s. ...kaufe: /jeweils am Ende einer Saison
stattfindender] vollständiger ,< verbilligter] Verkauf von
Waren zur Räumung des Lagers: A. wegen Geschäftsaufgabe;
etw. im A. billig erstehen; Ü der A. (das unrühmliche
Ende) der weißen Rasse; ausverkaufen <sw. V.; hat): a)
restlos verkaufen: alle Waren a.; <meist im 2. Part.:)
ausverkauft: restlos verkauft: die Karten sind a.; das Kino, die
Vorstellung ist a. (die Eintrittskarten dafür sind restlos
verkauft): wir haben nie genug Gulasch und sind immer
vorzeitig a. (Remarque. Obelisk 20); vor -em (voll
besetztem) Haus spielen; b) durch restlosen Verkauf räumen:
wir müssen das Lager diesmal a.
ausverschämt <Adj.; -er. -este) [niederd. ütverschämt =
von einem, der sich nicht mehr schämt] (landsch.): dreist,
unverschämt: eine -e Lüge; eine -e Antwort geben; Auf
Ihr gfl.. wenn auch -es Schreiben .... erlauben wir uns.
Ihnen mitzuteilen... (Tucholsky. Werke 1.84); a. auftreten.
auswachsen <sw. V.) /vgl. ausgewachsen/: 1. (von Getreide
o.a.) infolge beständig feuchtwarmer Witterung auf dem
Halm keimen <ist): das Getreide. Korn wächst aus. 2.
(selten) (von Kindern) ein Kleidungsstück verwachsen <hat;
meist im 2. Part.): er wird die Sachen bald a.; Die bestickten
Kittel.... die man uns im Jahre 1914 gekauft hatte, waren
um 1917 längst... ausgewachsen (K. Mann. Wendepunkt
52); ein ausgewachsenes Hemd. 3. <a. + sich) a) (selten)
sich beim Wachstum normalisieren <hat): die Mißbildung
in der Zahnstellung wird sich noch a.; b) (geh.) sich
vergrößern, sich weiterentwickeln <hat>: die Unruhe im Volk
wächst sich aus; Schon waren die Parteien in Gefahr,
sich zu staatlich ausgehaltenen Agenturen ... auszuwachsen
(Spiegel 31.1966.18); c) sich zu etw. Bestimmtem entwickeln
<hat>: die Unruhen haben sich zur Rebellion
ausgewachsen. 4. (ugs.) vor Langeweile verzweifeln <ist>: ich bin bei
dem stundenlangen Warten fast ausgewachsen; * das/es
ist zum Auswachsen (ugs.; dasIes ist zum Verzweifeln): das
ist Ja zum Auswachsen mit dir.
auswigen <wog / (selten:) wägte aus. hat ausgewogen) /vgl.
ausgewogen/: 1. (Physik. Chemie) das Gewicht von etw.
genau feststellen: eine Lösung a.; Ü Ein Meister konnte
esa.. Verstand und Herz (Wiechert. Jeromin-Kinder 655).
2. (Physik) eichen: Gewichte a.; <Abl.:) Alfswägung. die:
-. -en.
281
Auswahl
Auswahl, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Auswählen: die A.
der Speisen vornehmen; unter verschiedenen Angeboten
die [freie) A. haben (wählen können); *eine A. treffen
(auswählen): Im großen und ganzen war ... die A.. die
er unter seinen Leuten getroffen hatte, eine vortreffliche
gewesen (Brecht, Groschen 87). 2. a) Zusammenstellung
ausgewählter Dinge. Auslese: eine A. von Goethes Werken;
sind ... bei vielen ... Autoren doch Werke angegeben,
wenigstens in -en (Börsenblatt 43.1965. Zusatzblatt J 95);
b) (Sport) Mannschaft von ausgewählten Spielern: in der
A. spielen. 3. / Waren jangebot. Sortiment, das die Möglich-
keitder Wahl bietet: eine große A. an/von Gardinen haben;
wenig A. (Wahlmöglichkeit) bieten; in reicher A.
vorhanden sein.
Auswahl-: ^antwort, die: zur Auswahl stehende vorgegebene
Antwort: eine A. auf einem Fragebogen ankreuzen; --band,
der: 2Bandmit ausgewählten Werken eines Dichters.
Schriftstellers; Mnamdiaft, die: svw. t Auswahl (2 b); ^mägjich-
keft. die: Möglichkeit zur Auswahl (1); Sendung, die (Kauf-
mannsspr.): Warensendung, die verschiedene Waren zur
Auswahl enthält; ^spieler, der (Sport): einer Auswahl (2
b) angehörender Spieler; -wette, die: Wettsystem des
Fußballtotos, bei dem aus 45 Spielen 6 mit unentschiedenem
Ausgang vorausgesagt werden müssen (ersatzweise treten
andere Regelungen in Kraft).
auswählen <sw. V.; hat): prüfend aussuchen fu.
zusammenstellen J: Kleidung. Geschenke a.; unter mehreren
Bewerbern einen a.; Lisa erzählt von ihrer Kindheit, während
ich meine Zigarre auswähle (Frisch. Gantenbein 136); ich
habe mir/für mich das Beste ausgewählt; ausgewählte (in
Auswahl zusammengestellte) Werke.
auswalken <sw. V.; hat) (österr.): (Teig) ausrollen: die
Köchin walkte Teigfladen aus.
auswallen <sw. V.; hat) (Schweiz., bayr.): (Teig) ausrollen,
auswalzen.
auswalzen <sw. V.; hat): (einen halbfesten Stoff) in Länge
u. Breite auseinanderwalzen: Stahl a.; Aluminium zu Folien
a.; Ü die Geschichte wurde lang und breit, zu einem ganzen
Roman ausgewalzt (ugs. abwertend; übermäßig
ausgeweitet).
Auswanderer, der; -s. -: jmd.. der auswandert od.
ausgewandert ist; Emigrant (Ggs.: Einwanderer).
Auswanderer- (vgl. auch: Auswanderungs-); ~~berater, der;
^beratung. die; ^betreuung. die; ^Information, die; -schiff.
das; -visum. das.
auswandern <sw. V.; ist) /vgl. Ausgewanderte/ [für lat. emi-
grare]: seine Heimat für immer verlassen / u. in einem andern
Land eine neue Heimat suchen]; emigrieren (Ggs.:
einwandern): er ist [vor zwanzig Jahren, aus Deutschland]
ausgewandert; nach Australien, in die USA a.; <Abl.:)
Auswanderung, die; -. -en <P1. selten): das Auswandern; Emigration
(Ggs.: Einwanderung).
auswanderungs-, Auswanderung»- (vgl. auch: Auswanderer-):
MHent, der; Erlaubnis, die; -freiieit, die <o. PL); -geaeto-
gebung, die; Mmternehmer, der; ^verbot, das; --willig <Adj.;
nicht adv.X
auswärmen <sw. V.; hat) (landsch.): a) (einen Raum) gut
heizen, so daß es überall warm ist: die Stube ist gut
ausgewärmt; b) <a. + sich) völlig warm werden: ich muß midi
erst a.
auswärtig <AdJ.; o. Steig.; nur attr.): 1. a) an einem anderen
Ort befindlich: unsere -en Geschäftsstellen; ein -es
Unternehmen; b) von auswärts kommend, stammend: -e Gäste.
Kunden. Schüler. 2. das Ausland, die Beziehungen zum
Ausland betreffend: -e Angelegenheiten; unsere -e Politik;
im -en Dienst tätig sein; Die Sicherheit jedes Landes ...
hängt nicht nur von seinen -en Gegebenheiten, sondern
auch von seiner inneren Stabilität ... ab (Bundestag 188.
1966.10164); <subst.:> Auswärtige,der u. die; -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete): jmd.. der von auswärts kommt: er hat eine
A. geheiratet; auswärts <Adv.) (t-wärts): 1. nach außen
(Ggs.: einwärts): die Stäbe sind stark (nach] a. gebogen.
2. a) nicht zu Hause: a. essen; b) nicht am Ort: a. arbeiten;
viele SchUler wohnen a.; kommen von a. (von einem
anderen Ort); a. spielen, antreten müssen (Sport; auf fremdem
Platz); *a. reden, sprechen (ugs. scherzh.; nicht die
heimische Mundart, eine andere Sprache sprechen): der spricht
perfekt a.
auswärts-. Auswärt»-: ^gebogen <Adj.; o. Steig.; nur attr.);
Mtehen <st. V.; ist): mit auswärts gerichteten Füßen gehen;
^laufen <st. V.; ist) (ugs.): mit auswärts gerichteten Füßen
gehen; -spiel, das (Sport): auf fremdem Platz ausgetragenes
Spiel: das schwere A. beendete die Siegesserie unserer
Mannschaff.
auswaschen <st. V.: hat): 1. a) durch Waschen aus etw.
entfernen: den Schmutz [aus dem Kleid] a.; b) durch
Ausspülen o. ä. von etw. säubern: den Pinsel. Gläser, eine Wunde
a.; ich habe mir die Wunde ausgewaschen; Kohlendioxyd
[aus dem Koksofengas]. Niederschläge a. (Chemie; durch
Lösungsmittel von Verunreinigungen befreien): c) ein
Wäschestück o. ä. kurz durchwaschen, waschen; die
Unterwäsche a.; ich muß noch schnell die Socken auswaschen.
2. durch Wassereinwirkung aushöhlen: das Wasser wäscht
das Ufer aus; vom Regen ausgewaschenes Gestein; <Abl.
zu 2:) Auswaschung, die; -. -en: durch Wassereinwirkung
entstandene Aushöhlung.
auswässern <sw. V.; hat): längere Zeit in Wasser legen,
um bestimmte Stoffe auszuschwemmen; wässern: Heringe
a.; ausgewässerte. ... aufgeschnittene ... Schweineniere
(Hörn. Gäste 177).
auswattieren <sw. V.; hat): vollständig mit Watte unterlegen:
eine Jacke a.; er trug einen auswattierten Anorak.
Auswechsel-: -Watt, das; -bank. die (Sport): Bank, auf der
während des Spieles die Auswechselspieler sitzen; -Spieler,
der (Sport): zum Auswechseln vorgesehener Spieler.
Ersatzspieler; auswechselbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.X* zum
Auswechseln geeignet: leicht -e Ersatzteile; auswechseln <sw.
V.; hat): durch einen anderen, durch etw..anderes ersetzen:
die durchgebrannte Sicherung, alte Zündkerzen gegen neue
a.; der Torwart mußte ausgewechselt werden; er war wie
ausgewechselt (in Stimmung u. Benehmen umgewandelt,
völlig verändert): <Abl.:> Auswechselung, die; -. -en.
Ausweg, der; -[e]s. -e: Hilfe, rettende Lösung in einer
schwierigen Situation: das ist kein A.; sich einen A. offenhalten;
ich sehe keinen anderen A., als zu fliehen; etw. erscheint
als letzter A.; Unruhig begann er umherzuwandern, er
schien nach einem A.. zu suchen (Apitz. Wölfe 92); <Abl.:>
ausweglos <Adj.; -er. -este): ohne Ausweg; hoffnungslos:
sich in einer -en Lage befinden; die Situation scheint a.;
Da habt ihr jahrelang geklagt, es gebe keine Hoffnung
in dieser a. festgefahrenen Welt (Dönhoff. Ära 206). dazu:
Ausweglosigkeit, die; -: das Ausweglose. Hoffnungslosigkeit:
von einem Gefühl der A. erfüllt sein; die völlige A. seiner
Lage ließ ihn verzweifeln; sein Schaffen war Ausdrude
einer inneren A.. nicht ein Gleichnis der Wirklichkeit
(Dürrenmatt. Meteor 41).
Ausweich-: -Bewegung, die: eine A. ausführen; ^flughafen,
der: Flughafen, auf den im Bedarfsfall ausgewichen werden
kann; ^lager.das: zusätzliches Lager. Behelfs-. Ersatzlager;
Mnanöver, das: Manipulation, durch die man mit seinem
Fahrzeug einem Hindernis ausweicht: bei einem A. wurde
das Auto beschädigt; Ü das sind nur A. (Ausflüchte);
--stelle, die: svw. f Ausweiche.
Ausweiche, die; -. -n: Verbreiterung eines Verkehrsweges,
die Platz zum Ausweichen bietet; gusweichen <st. V.; ist):
1. a) aus der Bahn eines anderen gehen ! und Platz machen]:
der Fahrer wich [dem Auto, dem Fußgänger] geschickt,
in letzter Sekunde aus; [nach] rechts, nach der/zur Seite
a.; b) vor etw. zur Seite weichen, zu entgehen versuchen:
einem Schlag, einem Angriff blitzschnell a.; er konnte
dem Stein nicht mehr a.; c) aus dem Weg gehen; jmdn..
etw. meiden: jmdm. [auf der Straße] a.; einer Frage, jmds.
Blicken a.; Die Rücksicht auf das bürgerliche Interesse
gebot, allen Entscheidungen diplomatisch auszuweichen
(Niekisch. Leben 45); Das Ich strebt nach Lust, will der
Unlust a. (Freud. Abriß 8); er wich [höflich] aus (ging
auf Fragen nicht ein); -de Antworten geben. 2. a)
gezwungenermaßen etw. anderes wählen: auf das 3. Programm, auf
eine andere Möglichkeit a.; b) (Sport) eine andere als in
der Spielanlage vorgesehene Position einnehmen: der
Mittelstürmer muß immer wieder auf die Flügel a.; <Abl.:>
Ausweichung, die; -. -en (Musik): vorübergehendes Verlassen
der Haupttonart.
ausweiden <sw. V.; hat): die Eingeweide aus einem erlegten
Tier] herausnehmen, entfernen: ein Stück Wild a.; Er
räumte Schränke aus. wie ein Jäger ein Tier ausweidet (Musil.
Mann 8%); Ü auf dem Schrottplatz stehen ein paar
ausgeweidete (ausgeschlachtete) Autos.
ausweinen <sw. V.; hat): 1. a) <a. + sich) sich durch Weinen
erleichtern: sie weinte sich in einer Ecke, an seiner Brust
282
auswnngen
aus; b) (geh.) durch Weinen zu lindern versuchen: seinen
Kummer a. 2. zu Ende weinen: laß sie a.!
Ausweis, der; -es. -e: 1. (amtliches] Dokument, das als
Bestätigung. Legitimation für erw. ausgestellt worden ist. Angaben
zur Person enthält /u. zu etw. berechtigt]: ein gültiger
A.; mein A. verfällt; einen A. beantragen, ausstellen; Er
war umstanden von Leuten, die alle schon ihre -e zu
oft hatten zeigen müssen (Johnson. Ansichten 21). 2.
(Bankw.) von einer Notenbank periodisch veröffentlichte
Übersicht über ihren Geschäftsstand. Bankausweis. 3.
(österr. veraltend) Zeugnis. 4. *nadi A. (Papierdt.; wie
aus ... zu erkennen ist): nach A. der Statistik.
Ausweis-: ^fahrer. der (Motorsport): Fahrer, der einen Aus-
weis für die Teilnahme an nationalen Wettbewerben im
Motorsportbesitzt: nur wenige der gestarteten A. und
Lizenzfahrer erreichten das Ziel; --karte, die: svw. t Ausweis (1);
-kontrolle, die; -papiere, die <P1.): amtliche Papiere:
Papiere, die jmdn. od. etw. legitimieren: ^pflicht, die:
Pflicht, einen Ausweis (1) zu besitzen u. ihn auf Verlangen
vorzuzeigen.
ausweisen <st. V.; hat) /vgl. Ausgewiesene/: 1. des Landes
verweisen, jmdm. nicht länger den Aufenthalt in einem
bestimmten Land gestatten: einen Staatenlosen a.; Jmdn. als
unerwünschte Person a. 2. [mit Hilfe eines Ausweises (DJ
seine Identität nachweisen: bitte weisen Sie sich aus!; die
Dokumente haben ihn als Unterhändler ausgewiesen. 3.
a) sich als etw. Bestimmtes erweisen: sich als guter
Geschäftsmann, als großer Künstler a.; b) zeigen, erweisen,
unter Beweis stellen: sein Talent a. 4. rechnerisch
nachweisen, zeigen: wie die Statistik ausweist; ausgewiesene
Überschüsse; ausweislich <Präp. mit Gen.) (Papierdt.. selten):
wie die entsprechenden Unterlagen ausweisen, wie aus ...
ersichtlich ist: a. der Akten; a. des Protokolls.
ausweißen <sw. V.; hat): einen Raum vollständig weißen,
tünchen: wir haben den Keller ausgeweißt; <Abl.:> Auswel-
ßung. die; -. -en.
Ausweisung, die; -. -en: das Ausweisen (1): seine A. war
aus politischen Gründen erfolgt.
ausweiten <sw. V.; hat): 1. a) (im Gebrauch) ausdehnen,
so daß es zu weit wird: du darfst meine Schuhe nicht
anziehen, sonst weitest du sie aus; b) <a. + sich) ein
wenig zu weit werden, sich zu sehr dehnen: das Gummiband
weitet sich zu schnell aus; ein ausgeweiteter Pullover. 2.
a) erweitern, vergrößern: den Handel mit dem Ausland
a.; ein Werk zu einer Weltfirma a.; Die Zuständigkeit
des Entwicklungsministeriums soll ausgeweitet werden
(Welt 27. 10. 65. 2); b) <a. + sich) sich erweitern, sich
vergrößern: der Kreis der Teilnehmer hat sich ausgeweitet;
die Unruhen weiten sich zum Bürgerkrieg aus; <Abl.:>
Ausweitung, die; -. -en <P1. selten): die A. des Handels;
eine A. des Krieges ist nicht zu erwarten.
auswellen <sw. V.; hat) [zu veraltet wellen = rollen, wälzen]:
(Teig) ausrollen: Mürbeteig dünn a.
auswendig <Adv.): [eigtl. = von außen, ohne in das Buch
zu sehen]: ohne Vorlage, aus dem Gedächtnis: ein Gedicht
a. können; er konnte nach Noten und a. spielen; Sie
kannten die Klassiker a. und die Modernen inwendig (Salomon.
Boche 19); etw. a. lernen (etw. so lernen, daß man es
aus dem Gedächtnis wiedergeben kann): Ü etw. schon a.
können (ugs. abwertend; etw. bis zum Überdruß gehört
od. gesehen haben)'. <Zus.:> Auswendiglernen, das; -s.
auswerfen <st. V.; hat): 1. durch Werfen zu einem bestimmten
Zweck an eine vorgesehene entferntere Stelle bringen: eine
Angel. Netze a.; das Schiff wirft die Anker aus. 2. a)
nach außen schleudern: der Vulkan wirft Asche aus; b)
(geh.) ausspucken: der Kranke warf blutigen Schleim aus.
3. a) herausschaufeln: Erde a.; b) durch Herausschaufeln
von Erde anlegen: einen Graben a. 4. zur Ausgabe festsetzen,
bestimmen: hohe Prämien a.; hohe Beträge für ein Projekt
a.; die außerordentlichen Summen, die von ...
wissenschaftlichen Instituten für archäologische Forschungen
ausgeworfen werden (Ceram.Götter 367). 5. in einem bestimmten
Zeitraum produzieren: wieviel Tabletten wirft die Maschine
täglich aus? 6. (Bürow.) ausrücken, gesondert ausführen:
einen Posten rechts a.; <Abl. zu 2 a:> Aliswerfer, der;
-s. - (Technik): Vorrichtung zum Auswerfen: der A. der
Presse wird mechanisch betätigt; ein A. für
Patronenhülsen.
auswerkeln <sw. V.; hat) (österr. ugs.): ausleiern, stark
abnutzen: das Türschloß ist ganz ausgewerkelt.
auswertbar (Adj.): zum Auswerten geeignet: die Antworten
sind kaum a.; <Abl.:) Auswertbarkeit« die; -: die A. von
Zahlenmaterial untersuchen; auswerten <sw. V.; hat): im
Hinblick auf seine Aussagekraft prüfen [u. aufbereiten],
nutzbar machen: Erfahrungen, eine Statistik.
Filmaufnahmen a.; Bedauerlicherweise ist nämlich das reichlich
vorhandene Material noch gar nicht ausgewertet (Hofstätter.
Gruppendynamik IM): <Abl.:> Auswertung, die; -. -en:
die A. der Umfrageergebnisse hat begonnen; die Brücke
zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und
praktischer A. ist ... vielfach noch nicht geschlagen (Mantel.
Wald 27).
auswetzen <sw. V.; hat) meist in der Verbindung eine Seharte
a. (ein Versagen ausgleichen, einen Fehler wiedergutmachen:
nach dem Ausschleifen der Scharten in der Sense mit
dem Wetzstein): Greifer ... dachte verbissen nach, fest
entschlossen, die Scharte wieder auszuwetzen (Kirst. 08/15,
766).
auswichsen <sw. V.; ist) (landsch.. salopp): davonlaufen.
Iheimlich] weglaufen: aus Angst vor Schlägen ist [mir]
der Junge ausgewichst.
auswickeln <sw. V.; hat) (Ggs.: einwickeln 1): a) die
Umhüllung von etw. entfernen: ein Bonbon, ein Päckchen, ein
Geschenk a.; b) etw.. worin man jmdn.. sich eingehüllt
hatte, wieder entfernen: sie wickelte das Kind aus seinen
Windeln aus; er hatte sich [aus den Decken] wieder
ausgewickelt.
auswiesen <st. V.; hat) /vgl. ausgewogen/: 1. das Gewicht
von etw. genau feststellen: wir haben die Ware noch nicht
ausgewogen; soll ich Ihnen das Stück Fleisch a? (Frage
des Verkäufers, wenn das auf der Waage liegende Stück
mehr wiegt, als ursprünglich verlangt worden ist). 2. kleine
Mengen von etw. abwiegen: die Butter wurde zu Portionen
ausgewogen.
auswinden <st. V.; hat) (landsch.. bes. südd. u. Schweiz.):
auswringen: sie wand die Wäsche aus.
auswintern <sw. V.; ist) (Landw): (von Kulturpflanzen)
durch Frost Schaden leiden, ausfrieren: durch den Frost
ist das Getreide ausgewintert; <Abl.:> Auswinterung, die; -.
auswirken <sw. V.; hat): 1. <a. + sich) eine Wirkung ausüben,
sich geltend machen: der Streik wirkte sich verhängnisvoll
auf die Wirtsdhaft aus; die Skandale wirken sich in den
Wahlergebnissen aus; In den angelsächsischen Ländern
wirkte sich der militante Calvinismus... in strengen
Moralforderungen aus (Fraenkel. Staat 154). 2. (veraltet)
erwirken, verschaffen: er hat ihm eine Vergünstigung ausgewirkt.
3. (Bäckerei) (Teig) kneten, durcharbeiten: den Brotteig
a.; <Abl. zu 1:) Auswirkung, die; -. -en: unerwartete -en
haben; die -en der Entdeckung sind noch nicht abzusehen;
daß allgemeine... Lehren ... erst spät zur A. kamen
(Mantel. Wald 129).
auswischen <sw. V.): 1. a) herauswischen (hat): den Staub
[aus dem Regal] a.; b) durch Wischen [an den Innenseiten]
säubern (hat): das Glas a.; den Schrank feucht a.; ich
habe mir die Augen ausgewischt; die Mutter mußte dem
Kind den Hintern a.; c) durch Wischen entfernen <hat):
Kreidestriche, eine Zeichnung a. 2. (ugs.. landsch.)
entwischen (ist): die Jungen sind uns ausgewischt. 3. *Jmdm*
eins a. (ugs.; jmdm. [aus Rache] übel mitspielen: wohl
gek. aus der älteren Wendung ..einem (im Nahkampf)
ein Auge auswischen44): sie haben ihrem Lehrer kräftig
eins ausgewischt; Wenn wir der herrschenden Autorität
eins a. können, sind uns alle Mittel gut genug (Werfet.
Bernadette 130).
auswittern <sw. V.): 1. (Geol.) a) sich unter dem Einfluß
äußerer I Witterungs]einflüsse zersetzen, verwittern (ist):
das Gestein ist stark ausgewittert; b) verwittern lassen (hat):
Hitze und Kälte wittern das Gestein aus. 2. a) (von in
einem porösen Stoff gelösten Substanzen) an die Oberfläche
dringen u. einen Überzug bilden] (ist): das Salz wittert
aus und verkrustet den Boden; b) an die Oberfläche treten
lassen (hat): Salpeter a.; Ü ähnlich wie die alternden
Kreuzberger Fassaden noch im Verfall ein bißchen spröden
Charme und melancholische Poesie auswittern (MM 11.8.
J969.20). 3. (veraltend) aufspüren, ausfindig machen (hat):
sie hatten einander ausgewittert; (Abi.:) Auswitterung, die;
-. -en.
auswringen (st. V.; hat) [(m)niederd. ütwringen] (landsch.):
die Feuchtigkeit durch Zusammendrehen u. Drücken aus
etw. herauspressen: die Wäsche, die Badehose a.
283
Auswuchs
Auswuchs,der; -es, Auswüchse: 1. /krankhafte] Wucherung:
krankhafte Auswüchse an Obstbäumen; einen A. am Hals
operativ entfernen. 2. (Landw.) das vorzeitige Keimen der
Getreidekörner auf dem Halm. 3. (meist PI.) ungesunde
Entwicklung. Übersteigerung: Auswüchse der Phantasie;
die Auswüchse, die die Konjunktur zeitigt; gegen die
Auswüchse in der Verwaltung vorgehen; Judenverfolgung.
Massenhinrichtung ... Mord .... alles Ausnahmen,
Auswüchse. Entgleisungen (Kirst. 08/15. 930).
auswuchten <sw. V.; hat) [zu t Wucht) (Technik): sich
drehende Teile von Maschinen. Fahrzeugen so ausbalancieren, daß
sie sich einwandfrei um ihre Achse drehen: die Werkstatt
hat alle vier Räder ausgewuchtet; <Abl.:> Auswuchtung,
die; -. -en.
Auswurf, der; -Ie]s. Auswürfe: 1. <o. PI.) das Auswerfen:
der A. von Asche aus dem Krater. 2. <PI. selten) (Med.)
in den Mund gelangte schleimige Absonderung aus den
Luftwegen: zäher, blutiger A.; starken A. haben. 3. <o.
PI.) (abwertend) das Minderwertigste: Abschaum: der A.
der Gesellschaft, der Menschheit; und für den Rest seiner
Tage stände Hitler da vor allen Menschen als der
Widersacher der Schöpfung, der er ist. ihr verruchtester A. (Hoch-
huth. Stellvertreter 131).
auswürfeln <sw. V.; hat): durch Würfeln entscheiden, um
etwas würfeln: es wurde ausgewürfelt, wer bezahlen sollte:
sie würfelten eine Runde Bier aus.
Auswürfling, der; -s. -e (Geol.): von einem Vulkan
ausgeworfenes Magma- od. Gesteinsbruchstück: Auswurftslmasse,
die; -, -n (Geol.): von einem Vulkan ausgeworfene Masse.
auswürgen <sw. V.; hat): durch Würgen von sich geben:
die Möwe würgte die Nahrungsbrocken vor ihren Jungen
aus.
auswüten <sw. V.; hat): sich austoben, zu Ende toben:
er hat [sich] ausgewütet; der Sturm hat [sich] ausgewütet.
auszacken <sw. V.; hat; meist im 2. Part.): mit Zacken
versehen: ein ausgezackter Rand.
auszahlen <sw. V.: hat): 1. einen Geldbetrag, der jmdm.
zukommt, zahlen, aushändigen: Gehälter. Prämien a.; er
ließ sich von ihm sein Erbteil a.; er zahlte ihm den Scheck
anstandslos aus. 2. entlohnen: die Landarbeiter a. und
entlassen; er hat seine Teilhaber ausgezahlt (abgefunden).
3. <a. + sich) einbringen, sich lohnen: Verbrechen zahlen
sich nicht aus; Jetzt zahlt es sich aus. daß wir damals
Nachwuchskräfte eingestellt haben; Investieren,
investieren und nochmals investieren, das zahlt sich aus in drei
Jahren spätestens (Grass. Hundejahre 485).
auszählen <sw. V.; hat): 1. durch Zählen die genaue Zahl
feststellen: nach der Wahl die Stimmen a. 2. (Boxen) die
Niederlage eines kampfunfähigen Boxers durch Zählen (bis
zum Aus) feststellen: der Meister wurde in der achten
Runde ausgezählt; Nach einer nur vorgetäuschten Rechten
ließ er sich a. (MM 4. 1. 71. 15). 3. (landsch.) durch
Abzählen aussondern u. zu etw. bestimmen: jeder Zehnte
wurde zum Heraustreten ausgezählt; für das nächste Spiel
haben die Kinder schon ausgezählt.
Auszahlung, die; -. -en: 1. das Auszahlen (1): die A. der
Gehälter wurde bereits veranlaßt; *air A. können,
gelangen (Papierdt.; ausgezahlt werden). 2, das Auszahlen (2).
die Entlohnung. Abfindung: die A. der Arbeiter; die A.
des Teilhabers. 3. (Bankw.) a) Bez. für eine Devise: die
A. London (das englische Pfund); b) Bankatiweisung: eine
telegrafische A.
Auszählung, die; -. -en: das Auszählen (1): mit der A. der
Stimmen wurde bereits begonnen.
auszanken <sw. V.; hat) (landsch.): ausschelten,
ausschimpfen: sie hat das Kind gehörig ausgezankt; Sie zankten
einander aus. so daß man glauben konnte, sie möchten
einander nicht (Musil. Mann 310).
auszehren <sw. V.; hat) (geh.): körperlich sehr schwächen,
entkräften: die Anstrengungen zehrten ihn völlig aus; eine
ausgezehrte Gestalt; ein ausgezehrtes (abgezehrtes,
eingefallenes) Gesicht; <Abl.:> Auszehrung, die; -: I.
Kräfteverfall: eine allmähliche A. des Körpers; 2. (veraltet)
Schwindsucht: sie war an der A. gestorben.
auszeichnen <sw. V.; hat) /vgl. ausgezeichnet/: 1. (Waren)
mit einem Preisschild versehen: die ausgestellten Stücke
müssen noch ausgezeichnet werden. 2. a) mit Vorzug
behandeln, ehren: der Minister zeichnete ihn durch sein
Vertrauen/mit seinem Vertrauen aus; er zeichnete ihn dadurch
aus. daß ...; b) durch die Verleihung einer Auszeichnung
ehren: einen Forscher mit dem Nobelpreis a.; der Film
wurde mit drei Preisen ausgezeichnet; Nach seinen eigenen
Worten hatten die Professoren seine Gedankengänge nicht
verstanden und ihn deshalb mit dem Prädikat Summa
cum laude ausgezeichnet (Niekisch. Leben 126). 3. a) aus
einer Menge positiv herausheben, kennzeichnen: gute
Fahreigenschaften zeichnen diesen Wagen aus; Klugheit und
Fleiß zeichneten ihn aus; b) <a. + sich) sich hervortun
sich durch Ausdauer a.; er hat sich als Politiker
ausgezeichnet; Sie hatte sich immer durch ungewöhnliche
Selbstbeherrschung ausgezeichnet (Thorwald. Chirurgen 240); der
Kunststoff zeichnet sich durch große Härte aus
(unterscheidet sich von allen übrigen durch seine Härte). 4. (Druckw.)
a) durch eine besondere Schriftart hervorheben: ein Zitat
durch Sperrung a.; b) ein Manuskript durch Angeben der
Schriftarten u. a. zum Satz fertigmachen: er hat das
Manuskript ausgezeichnet; <Abl.:> Auszeichnung, die; -. -en: 1.
<o. PI.) das Auszeichnen (1): mit der A. der Waren
beschäftigt sein. 2. a) Gunstbeweis. Ehrung: er empfand diese
Bemerkung als A.; Onkel Bertram durfte dem Urgroßvater
die Hand geben, eine hohe A.. die mit Staunen und
Rührung vermerkt wurde (Kusenberg. Mal 124); b) Ehrung
durch einen Orden. Preis o. ä.: einige Soldaten zur A.
vorschlagen. 3. Orden. Medaille. Preis: eine hohe A. erringen.
4. (Druckw.) a) Hervorhebung durch eine besondere
Schriftart: das Manuskript hat wenig -en; b) Bearbeitung des
Manuskriptes für den Satz. 5. *mit A. (mit dem Prädikat
.^ausgezeichnet"): er hat die Prüfung mit A. bestanden;
<Zus. zu 1:) Auszeichnungspflicht, die <o. PL): die Pflicht,
zum Verkauf ausgestellte Waren mit ihrem Preis
auszuzeichnen; zu 4: Auszekhnmeachrtft. die (Druckw.): von der
Grundschrift abweichende Schriftart, die der Hervorhebung
dient.
Auszeit, die; -. -en (Basketball. Volleyball): Pause.
Spielunterbrechung, die einer Mannschaft nach bestimmten Regeln
zusteht.
auszementieren <sw. V.; hat): die Innenseiten von etw. mit
einer Zementschicht versehen: einen Schacht, einen Keller
a.
Auszieh-: ^feder.die: Zeichenfeder zum Ausziehen von Linien
mit Tusche; ^tisdh der: Tisch, den man durch das Ausziehen
von Platten vergrößern kann; -tusche, die: Zeichentusche
zum Ausziehen von Linien.
ausziehbar [ ^yst^i:ba^) <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): sich
ausziehen (1 d) lassend: ein -er Tisch; ausziehen <unr. V.):
1. <hat) a) aus etw. herausziehen: den Nagel mit der Zange
a.; sich. Jmdm. einen Splitter a.; ein paar Möhren a.;
b) (Farben) durch Bleichen entfernen: das Chlor hat die
Farben ausgezogen (ausgebleicht); c) einen Extrakt aus
etw. herstellen: Pflanzenstoffe a.; d) durch Herausziehen
von ineinandergeschobenen Teilen verlängern, vergrößern:
ein Stativ, den Tisch a. 2. (hat) (Ggs.: anziehen) a) (ein
Kleidungsstück) von sich tun. ablegen: die Hose, den
Mantel. Schuhe und Strümpfe a.; [sich] das Hemd a.; b) die
Kleidung vom Körper nehmen; jmdn.. sich entkleiden: die
Mutter zieht die Kleinen aus; sich a.; ganz ausgezogen
sein; Und diese Kerle, die mich mit den Augen ausziehen,
widern mich an (Kirst. 08/15. 542); c) (bes. süd[west]d.]
ablegen (1 a. b): *Jmdn. a. (ugs.; jtndm.
überdurchschnittlich viel Geld abverlangen). 3. ins Freie ziehen, ausrücken
<ist): zur Jagd a.; So zogen 4857 die Engländer Richard
Burton und John Speke aus und entdeckten den Tanganji-
kasee (Grzimek. Serengeti 95); auf Raub, auf Abenteuer
a. (ausgehen). 4. eine Wohnung, einen Arbeitsraum aufgeben
u. verlassen <ist) (Ggs.: einziehen 7): am Ersten müssen
wir a.; Eigentlich hätten wir längst schon a. müssen aus
unserem Zimmer (Schnurre. Bart 33). 5. aus etw.
herausziehen, schwinden, verlorengehen <ist>: das Aroma ist [aus
dem Kaffee] ausgezogen. 6. herausschreiben, exzerpieren
<hat): bestimmte Wörter aus einem Text a.; einen Roman,
einen Schriftsteller (einzelne Passagen aus dem Werk eines
Schriftstellers) a. 7. zu einer Linie vervollständigen,
nachzeichnen <hat): eine punktierte Linie a.; Umrisse mit
Tusche a.
auszieren <sw. V.; hat) (geh.): verzieren, ausschmücken: einen
Saal mit Blumenschmuck a.; ein ausgeziertes Samtband;
<Abl.:> Auszienmg, die: -. -en: die -en eines Bauwerks
bewundern.
auszirkein <sw. V.; hat): genau aus-, abmessen: einen Kurs.
eine Entfernung mathematisch genau a.; Ü genau ausgezir-
284
auto-, Auto-
kelte (genau überlegte, abgewogene) Antworten; <Abl.:>
Auszirk[e]hmg, die; -. -en: die genaue A. des Zeitpunktes.
auszischen <sw. V.>: 1. durch Zischen sein Mißfallen über
jmdn.. etw. kundgeben <hat>: der Redner, das Stück wurde
ausgezischt. 2. zischend verlöschen <ist>: eine große ...
Lache, meine Zigarette zischte darin aus (Böll. Und sagte
91).
Auszubildende, der u. die; -n. -n <Dekl. f Abgeordnete)
(Amtsspr.): svw. t Lehrling u. f Anlernling.
Auszug, der; -[eis. Auszüge: 1. das Hinausziehen, geordnete
Verlassen eines Raumes o. ä. (Ggs.: Einzug): ein
überstürzter A.; der feierliche A. des Lehrkörpers aus der Aula;
Mussolini benutzte den ... A. der Opposition aus dem
Parlament dazu, schließlich ihre Mandate Tür ungültig
zu erklären (Fraenkel. Staat 83); der A. (die
Auswanderung) der Kinder Israel aus Ägypten. 2. das Aufgeben
u. Verlassen einer Wohnung, eines Arbeitsraumes: der A.
muß bis zum Ersten nächsten Monats erfolgen. 3. Extrakt:
einen A. aus Heilkräutern bereiten. 4. a)
herausgeschriebener Ausschnitt. Teilabschrift: ein beglaubigter A. aus dem
Grundbuch; die Bank schickt die Auszüge (Mitteilungen
über den Kontostand): b) ausgewählte wichtige] Stelle
aus etw.. bes. aus einem Schriftwerk: Auszüge aus einer
Rede hören; Der zweite Genosse begann einen A. aus
einem Buch vorzulesen (Leonhard, Revolution 194); c)
(Musik) Bearbeitung eines Orchesterwerks für Klavier:
einen A. [aus einer Oper] anfertigen. 5. ausziehbarer Teil:
der A. am Fotoapparat. 6. (südd.) Altenteil: im A. leben.
7. (Schweiz.) erste Altersklasse der Wehrpflichtigen:
Soldaten des -es; (Abi.: zu 7:> Auszüger [qystjy.ge]. 'Auszügler
['qiist$y:kle].der; -s. - (Schweiz.): Wehrpflichtiger der ersten
Altersklasse: (zu 6:> 2Auszügkr{-]. der; -s. - (landsch.):
Altenteiler: (Zus. zu 3:> Auszug[s]mehl, das; -[e]s. -e:
besonders feines, kleiefreies Weizenmehl.
auszuss-, Auszugs-: -bauet*, der (österr.): Altenteiler: -hieb.
der (Forstw.): Entfernen alter Bäume aus einem jungen
Bestand: Aushieb: -mehl. das: f Auszug[s]mehl; -weise
<Adv.>: in Auszügen. Teilen: teilweise: eine Rede a.
wiedergeben; einen Roman a. veröffentlichen; (seltener auch
attr.:> der a. Abdruck ist nicht gestattet.
auszupfen <sw. V.; hat): zupfend herausziehen: Unkraut a.;
sie zupft sich graue Härchen aus.
autark fcy'tark] (Adj.; nicht adv.) [griech. autarkes]: a)
/vom Ausland/ wirtschaftlich unabhängig: ein -er Staat;
die Wirtschaft dieses Landes ist a.; b) (bildungsspr.) sich
selbst genügend, auf niemanden angewiesen: -es Denken;
geistig a. sein; Autarkie [gjitar'ki:]. die: -. -n [...i:dn; griech.
autärkeia]: a) wirtschaftliche Unabhängigkeit eines Landes
1 vom Ausland]: dieses Land strebt nach völliger A.; man
kann die A. so organisieren, daß den privaten
Monopolisten das Geld scheffelweise zuströmt (Niekisch. Leben
137); b) (bildungsspr.) Selbstgenügsamkeit. Unabhängig-
keit: religiöse, innere A. besitzen; autarktsch [ap'tarkiH
<Adj.>: die Autarkie betreffend.
auteln fajitln] (sw. V.; ist) [zu tAuto] (veraltet, noch
Schweiz.): Autofahren (als Liebhaberei).
Authentie ftpten'ti:]. die; -: svw. t Authentizität;
authentifizieren [3}it£ntifi't$i:r9n] (sw. V.; hat) [zu fauthentisch u.
lat. facere = machen, tun] (bildungsspr.): beglaubigen,
die Echtheit von etw. bezeugen: authentisch faji'tentij] <Adj.;
o. Steig.) (spätlat. authenticus < griech. authentikös]
(bildungsspr.): echt: zuverlässig, glaubwürdig: ein -er Text;
eine -e Darstellung; -en Berichten zufolge; Es waren zwar
auch -e Jeans, aber es war nicht die echte Sorte (Plenzdorf,
Leiden 10S); Unzählige ... Details vermitteln die -e
Atmosphäre der Zeit (Herrenjournal 2.1966.120); die Meldung
ist nicht a.; authentisieren [aytenü'ziiron] (sw. V.; hat)
[mlat. authenticäre] (jur.): glaubwürdig, rechtsgültig
machen: Authentizität [^tentit$i't£:t]. die; - (bildungsspr.):
Echtheit. Zuverlässigkeit. Glaubwürdigkeit.
Auttamus taii'tismus]. der; - [zu griech. autös = selbst]
(Med.): krankhaftej Selbst- od. Ichbezogenheit.
Kontaktunfähigkeit: mitfrisch <Adj.): a) <o. Steig.) den Autismus
betreffend: b) an Autismus leidend: ein -es Kind; sich a.
von der Gesellschaft abschließen.
Autler f^jitte]. der; -s. - [zu tauteln) (veraltet, noch Schweiz.):
Autofahrer (aus Liebhaberei).
Auto [^ito], das; -s. -s [Kurzf. von t Automobil]: durch
einen Motor angetriebenes Straßenfahrzeug mit
gummibereiften Rädern u. offener od. geschlossener Karosserie zum
Transport von Personen od. Gütern: Kraftwagen.
Kraftfahrzeug. Automobil: ein neues, altes, gebrauchtes A.; das A.
parkt vorschriftsmäßig, gerät ins Schleudern; ein A. haben,
besitzen, fahren; gebrauchte -s verkaufen; A. fahren
können; er fährt gut A.; mit dem A. unterwegs sein; *wie
ein A. gucken (ugs.; sehr erstaunt blicken).
Wo-, Auto- (Auto): -apotheke, die: t Apotheke (2); -atbs.
der: Atlas für den Autofahrer mit eingezeichneten
Straßenverbindungen: -bahn, die: durch Mittelstreifen in zwei
Fahrbahnen getrennte, mehrspurige, kreuzungsfreie
Schnellstraße, die nur für Kraftfahrzeuge von einer bestimmten
Mindestgeschwindigkeit an zugelassen ist. dazu: -bahnabzweig. der:
svw. 1-dreieck. -bahnanschlußstelle, die: Straßenführung,
bei der man von einer nachgeordneten Straße auf die
Autobahn gelangt, -bahnartig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
-bahnausfahrt, die: Straße, auf der man die Autobahn
verläßt, -bahnbrücke. die. -bahndreieck. das: ein Dreieck
bildende kreuzungsfreie Straßenführung, in der eine Autobahn
mit einer anderen zusammentrifft, -bahnkleeblatt. das
(Jargon): svw. f -bahnkreuz, -bahnkreuz, das: Kreuzung zweier
Autobahnen auf verschiedenen Ebenen (mit einer
kleeblattförmigen Anlage), die den kreuzungsfreien Anschluß
nach allen Richtungen erlaubt, -meister. der: Vorsteher
einer Autobahnmeisterei, -metsterei. die; -. -en:
bautechnische Dienststelle, die für die Erhaltung eines
bestimmten Autobahnabschnitts zuständig ist. -bahnrasthof. der:
an einer Autobahn gelegener Restaurationsbetrieb mit
Übernachtungsmöglichkeit, -bahnraststätte. die: an einer
Autobahn gelegener Restaurationsbetrieb, -bahnzubringer.
der: Straße, die direkt auf die Autobahn führt: -batterie.
die; -besitzer. der; -bus. der: svw. f Omnibus, dazu: -bus-
hahestelle, die. -buslinie, die. -busfahrt, die; -camion. der
(schweiz.): svw. t Lastkraftwagen; -camp, das; -camping,
das; -car. der [frz. autocar. zu: auto(mobile) u. engl, car =
(Krafthvagen] (Schweiz.): Omnibus für Gesellschaftsfahrten:
-coat, der: kurzer Mantel, der für Autofahrer bes.
geeignet ist: einen A. tragen; -Gross, das; -. -e [TCross-Coun-
try]: Gelände-. Vielseitigkeitsprüfung für Autofahrer: -dieb-
stahl, der; -droschke, die (österr. veraltend): Taxi: eine
A. nehmen; -elektrik, die: elektrische Ausstattung
moderner Kraftfahrzeuge: die A. dieses Wagentyps hat einige
Mängel; -fähre, die: Fähre, auf die Autos verladen werden
können: -fahrer, der: Fahrer eines Automobils, dazu: -fah-
rergruB.der: Kritik am! vermeintlich] unverständlichen
Verhalten eines Verkehrsteilnehmers durch Tippen an die Stirn:
den A. zelebrieren (an die Stirn tippen): -fahrerin, die:
w. Form zu tAutofahrer; -fahrt, die; -falle, die (ugs.):
1. an übersichtlicher Stelle o.a. aufgebautes Hindernis auf
einer Straße, durch das Autos von Gangstern zum Halten
gezwungen u. überfallen werden. 2. unsichtbar aufgebaute
Radarkontrolle, die die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden
Autos feststellt: -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ohne
Autoverkehr: -e Zone; -Friedhof, der (ugs.): Sammelstelle
von! aufeinandergeschichteten. verschrotteten J Autowracks:
-Industrie, die; -karte, die: Landkarte mit eingezeichneten
Straßenverbindungen: -kino. das: Freilichtkino, in dem der
Film vom Auto aus angesehen wird: -knacker, der (ugs.):
jmd.. der Autos aufbricht, um daraus Gegenstände zu stehlen:
-kolome. die; -künde, der: Kunde, der mit dem Auto
kommt: Großselbstbedienungsgeschäft... bequem
erreichbar nur für -n (Welt 11. 11. 1974. 14); -lackiererei, die;
-lenker. der (Schweiz.): svw. f-fahrer; -lenkerin, die: w.
Form zu t Zenker; -lift. der; -marke, die: Fabrikat einer
Firma, die Autos herstellt: er fährt immer dieselbe A.
(Wagen des gleichen Fabrikats): -mechaniker. der: Mechaniker
in einer Kfz-Werkstatt: -minute, die: Strecke, die ein Auto
mit durchschnittlicher Gesdiwindigkeit in einer Minute
zurücklegt: das Ausflugslokal ist zwanzig -n entfernt; -num-
mer, die: polizeiliches Kennzeichen eines Autos, das aus
Buchstaben u. ] mehreren Zahlen besteht: -radfo. das; -rei-
fen. der; -reisezug, der: Zug. der gleichzeitig Personen
u. ihre Autos transportiert: -rennen, das. dazu: -remsport,
der; -reparatur. die; -salon. der: svw. T Automobilsalon;
-Schalter, der: Schalter einer Bank], an dem der Kunde
bedient wird, ohne daß er das Auto verlassen muß: --schlänge.
die: mehr od. weniger lange Reihe dicht
aufeinanderfolgender, im Schrittempo fahrender Autos bei sich stauendem
Verkehr: -Schlosser, der; -Schlüssel, der: a) Schlüssel für
Autotür. Kofferraum o. ä.: b) <P1.) Autoschlüssel(a) u.
Zündschlüssel: -Service, der: an einer Tankstelle, außer dem
285
auto-, Auto-
Tanken angebotene Dienstleistungen: -skooter. der: t
Skooter; -slakm. der (Motorsport): Geschicklichkeit
Wettbewerb in der Art eines Slaloms: A. mit 120 Pollern; -stopp,
(auch:) --«top, der: das Anhalten von Autos zu dem Zweck,
sich mitnehmen zu lassen: A. machen; per/mit A. fahren;
daß Sie nicht mit A. nach Rom fahren (Frisch. Homo
127); -Straße, die: Straße, die nur für Kraftfahrzeuge von
einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit an zugelassen ist:
-strich, der (ugs.): a) Straße. Gegend, in der sich Prostituier-
te aufhalten, um sich Autofahrern anzubieten: b) Form der
Prostitution, bei der sich Prostituierte an Autostraßen
aufhalten, um sich Autofahrern anzubieten: -stunde, die: vgl.
t-minute; -telefon, das; -tour. die; -tourismus, der:
Urlaubsverkehr mit Privatautos: -touristik. die: svw. f
^Onirismus; -tii\ die; Minfall, der; -verkehr, der: der von den
Autos bestrittene Teil des gesamten Verkehrs: -verteil.
der: Unternehmen, das gegen Entgelt Autos vermietet:
-Werkstatt, die; -wrack, das: Auto, das endgültig
funktionsunfähig ist: -zubehär. das: Ausstattungsteile, die die
Grundausstattung eines Autos ergänzen od. verbessern:
-Zusammenstoß der.
2auto-, Auto- teyto: griech. autös = eigen, selbst]: -bio-
graph, der: Verfasser einer Autobiographie, -biographk,
die: literarische Darstellung des eigenen Lebens:
-biographisch <Adj.; od. Steig.): a) das eigene Leben beschreibend:
sein Werk hat starke -e Züge; b) in Form einer
Autobiographie verfaßt: -e Romane; -dithon [...ax'to:n) <Adj.; o.
Steig.; nichtadv.) [griech. autöchthön] (bildungsspr.): (von
Völkern od. Stämmen) alteingesessen, eingeboren,
bodenständig: die -e Bevölkerung dieses Gebietes; Ü Auf dem
deutschen Kasernenhof herrscht nun wieder der -e
Unteroffizier (Kantorowicz. Tagebuch I. 656); <subst.:> -chtho-
ne, der u. die; -n, -n: Ureinwohner inj. Eingeborene;rj:
-didakt [-di'dakt], der; -en. -en [griech. autodfdaktos =
selbstgelehrt) (bildungsspr.): Jmd.. der sich ein bestimmtes
Wissen ausschließlich durch Selbstunterricht angeeignet hat.
dazu: -dkl^ktenüm. das: Art u. Weise. Verhalten eines
Autodidakten: sein A. nicht verleugnen; -didaktisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): a) den Selbstunterricht betreffend:
b) durch Selbstunterricht erworben: -dynamisch <Adj.; o.
Steig.) (Fachspr.): selbstwirkend, selbsttätig: -«rotlk. die
(Psych.): Erotik ohne Partnerbezug (Masturbation.
Narzißmus): -erotjsmus,der (Psych.): Befriedigung sexueller
Triebe am eigenen Körper, bes. im Kiiflesalter; mwi I-'ge:n]
<Adj.; o. Steig.) [griech. autogenes]: 1. (Technik) (von
Schweißen u. Brennschneiden) mit Stichflamme! ohne
Zuhilfenahme eines Bindematerials]: a. schweißen, schneiden;
-e Metallbearbeitung. 2. (Psych.) aus eigenen Kräften, von
innen heraus: -es Training (Med.; Entspannung durch
Selbsthypnose nach dem dt. Nervenarzt J. H. Schultz): ob er
sich in Gastein „verjüngt" %oder in Driburg a. trainiert
(Welt 28. 7. 62,Die Frau); nriro[-3i:rol.das; -s, -s [span.
autogiro. zu griech. gyros = Kreis]: Flugzeug mit sich
drehenden Flügeln, die durch den Fahrtwind angetrieben
werden: -gr^mm, das [t-grammj: eigenhändig
geschriebener Namenszug einer bekannten Persönlichkeit!: -e
sammeln, dazu: -gr^mmadresse. die: Adresse, unter der das
Autogramm einer bekannten Persönlichkeit zu erhalten ist:
der Künstler gab seine A. an; -grpmnifiger, der (ugs.
abwertend): leidenschaftlicher Sammler von Autogrammen:
-graph. das; -s. -e[n] [lat. autographum. subst. Neutr.
von: autographus = mit eigener Hand geschrieben <
griech. autögraphos] (Buchw.): von einer bekannten
Persönlichkeit eigenhändig geschriebenes Schriftstück: Der
Geheimrat besaß -en von Bach. Haydn ... und Beethoven
(Hauptmann. Schuß 42). dazu: -orapheiisammlung, die;
-hypnose, die: hypnotischer Zustand, in den sich jmd. selbst
versetzt. Selbsthypnose: -kephal [-kefa.l] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): (von bestimmten orthodoxen Nationalkirchen)
mit eigenem Oberhaupt, unabhängig: -Itephalie [-kefa'li:].
die; -: kirchliche Unabhängigkeit der orthodoxen
Nationalkirchen: ^ktov [-'kla:fl.der; -s. -en [-'kla:vn; frz. autoclave.
zu lat. clävis = Schlüssel] (fachspr.): 1. Druckapparat in
der chemischen Technik. 2. Apparat zum Sterilisieren von
Lebensmitteln. 3. Rührapparat bei der Härtung von
Speiseölen: -klavieren [-kla'vkran] <sw. V.; hat): mit dem
Autoklav (2) erhitzen: ~krat [-kra:t], der; -en. -en [griech.
autokrates = selbstherrschend, eigenmächtig]
(bildungsspr.): 1. Alleinherrscher, der die unumschränkte
Staatsgewalt für sich beansprucht. 2, selbstherrlicher
Mensch: -kratie [-kra'ti:]. die; -. -n [...i:an; griech. autokrä-
teia] (bildungsspr.): unumschränkte Staatsgewalt in der
Handeines einzelnen Herrschers: Caesars System war eine
ausgesprochen persönliche A.. nicht eine organische
StaatsTührung (Goldschmit. Genius 37); -kratisdi <Adj.;
o. Steig.): 1. unumschränkt: -e Gewalt ausüben. 2.
selbstherrlich: -lyse [-*ly:za]. die; -: 1. (Med.) Abbau von
Körpereiweiß ohne Mitwirkung von Bakterien. 2. (Biol.)
Selbstauflösung des Larvengewebes im Verlauf der
Metamorphose bei Insekten: -lyttach [-'ly:tij] <Adj.; o. Steig.)
(Med.): (von Körpereiweiß) sich selbst auflösend: -mobil
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): a) das Auto betreffend, in bezug
auf das Auto: der -e Laie; b) vom Auto bestimmt: Die
Legende vom menschlichen Versagen in der -en
Gesellschaft (Hörzu 14. 1973. 84); -mobil, das; -s. -e [zu lat.
mobilis = beweglich] (veraltend): svw. t Auto, dazu: mik>-
ttflauastellung. die. -mobilindustrie. die. MDoWIklub. der:
Vereinigung von Autofahrern zur Durchsetzung
gemeinsamer Interessen, -mobilsalon. der: Ausstellung, auf der die
neuesten Automobile vorgestellt werden: -mobilismus
[-mobil ismus], der; - [frz. automobilisme]: Kraftfahrwesen:
-mobilst, der; -en. -en [frz. automobiliste] (bes. Schweiz.):
svw. f Autofahrer; -nom [-'norm] <Adj.; o. Steig.) [griech.
autönomos] (bildungsspr.): verwaltungsmäßig]
selbständig, unabhängig: ein -er Staat; Monopole können auf die
Einführung neuer Verfahrenstechniken durchaus
verzichten, da sie hinsichtlich der Preisfestsetzung weitgehend
a. sind (Stamokap 29); -nomie [-no'mi:]. die; -. -n [...i:on;
griech. autonomia. f-nomie]: 1. (bildungsspr.)
'verwaltungsmäßige] Unabhängigkeit. Selbständigkeit: die A.
dieses Landes ist gefährdet; Die A. der Fraktionen stellt
das politisch bedeutsamste Gegengewicht gegen
autokratische Tendenzen dar (Fraenkel. Staat 103); A. fordern.
2. (Philos.) Willensfreiheit: -philie 1-fVli:]. die; - [griech.
philia = Liebe] (Psych.): Selbst-. Eigenliebe: -püot. der;
-en, -en: automatische Steuerungsanlage in Flugzeugen.
Raketen o. ä.: -ptystik, die (Med.): Übertragung körpereigenen
Gewebes (Ggs.: Alloplastik); -sexual|smus, der (Psych.):
Verliebtheit in die eigene Person, verbunden mit der
Unfähigkeit, mit anderen sexuell zu verkehren: -sexual <Adj.; o.
Steig.): den Autosexualismus betreffend: -som [-'zo:m], das;
-s. -en [Kurzw. aus Auto- u. Chromosom] (Genetik):
nicht geschlechtsgebundenes Chromosom: -Suggestion, die:
Fähigkeit, sich selbst zu beeinflussen: Selbstsuggestion: *»U>
xin [-U>'ksi:n], das; -s (Med.): im eigenen Körper entstände-
nesGift: ^typiel-typi:], die; -, -n [...Iran: IType] (Druckw.):
Rasterätzung für Buchdruck: -zoom [-'zum], das; -[s], -s
[engl, zoom = Summen, schnelles steiles Hochziehen]
(Fot.): Einrichtung an einer Amateurfilmkamera mit einem
Objektiv, das zusammen mit der Brennweitenveränderung
die Entfernungseinstellung derart verändert\ daß das
Objektiv immer auf den für die eingestellte Brennweite u. Blende]
gültigen Nah-Unendlich keits/-Punkt eingestellt u. somit
automatisch eine maximale Schärfentiefe gewährleistet ist:
Servofokus: Die Brennweitenverstellung geschieht manuell
und automatisch (Autozoom) (MM 24./2S. 5. 75. 44).
Autodafe [suitoda'fe:]. das; -s. -s [port. autodafg. eigtl. =
Urteil über den Glauben Tür lat. actus fideil: 1. (hist.)
feierliche Bekanntgabe der Urteile des Glaubensgerichtes
u. Ketzerverbrennung. 2. (bildungsspr.) öffentliche
Verbrennung verbotener Bücher u. Schriften: Don Juan de Zumärra-
ga... vernichtete in einem gigantischen A. jedes erreichbare
Schriftstück (Ceram. Götter 389).
Autodrom [ayto'drorm], das; -s. -e: 1. svw. Motodrom. 2.
(österr.) Fahrbahn für Skooter.
Automat fapto'ma:t]. der; -en. -en [unter Einfluß von frz.
automate < griech. autömatos = sich selbst bewegend,
aus eigenem Antrieb]: 1. a) Apparat, der nach Münzeinwurf
selbsttätig Waren abgibt od. eine Dienst- od.
Bearbeitungsleistung erbringt: b) Werkzeugmaschine, die
Arbeitsvorgänge nach Programm selbsttätig ausführt: c) automatische
Sicherung zur Verhinderung von Überlastungsschäden in
elektrischen Anlagen. 2. (Math.. Datenverarb.) jedes
kybernetische System, das Informationen an einem Eingang
aufnimmt, selbständig verarbeitet u. an einem Ausgang abgibt.
3. (abwertend) abgestumpfter Mensch, der ein
Arbeitspensum mit monotoner Genauigkeit erfüllt: Professor Swoboda
... sah. was los war. Ein todmüder A. arbeitete da
mechanisch weiter (Remarque. Funke 241); <Zus.:>
Automatenknacker, der; -s. - (ugs.): jmd.. der Verkaufsautomaten
286
Ave-Maria-Läuten
aufbricht u. ausraubt: eine Bande von -n;
Automatenrestaurant, das; -s, -s: Restaurant, in dem man sich über Automaten
selbst bedienen kann: Automatte fcytoma'ti:]. die; -: svw.
T Automatismus; Automatik [%ito'ma:tik].die; -, -en
(Technik): a) Vorrichtung, die einen eingeleiteten technischen Vor-
gang ohne weiteres menschliches Zutun steuert u. regelt:
ein Auto, eine Armbanduhr mit A.; b) Vorgang der
Selbststeuerung: die A. der Entlüftung setzt ein; Ü die tödliche
A. des Verbrechens wird dargestellt; Automation faptoma-
' &Jp:n]. die; - [engl, automation. zu griech. autömatos. f
Automat]: durch Automatisierung erreichter Zustand der
modernen technischen Entwicklung, der durch den Einsatz weit-
gehend bedienungsfreier Arbeitssysteme gekennzeichnet ist:
Automatisatioo [^tomatiza't&om], die; -. -en: svw. t
Automatisierung; automatisch <Adj.; o. Steig.) [nach frz. auto
matique]: l.a) (von technischen Geräten) mit einer
Automatik ausgestattet: ein -er Temperaturregler; b) durch
Selbststeuerung od. -regelung erfolgend: ein -es Glockenzeichen.
2. a) unwillkürlich, zwangsläufig: der Prozeß läuft a. ab;
b) von selbst erfolgend: eine -e Reaktion; automatisieren
t^itomati'zi.ran) <sw. V.; hat) [nach frz. automatiser): auf
vollautomatische Fabrikation. Steuerung o. ä. einstellen: der
Betrieb war völlig automatisiert, kein Mensch war zu
sehen (Koeppen. Rußland 112), dazu: Automatiskning.
die; -. -en: das Automatisieren: Automatismus [auto-
ma'tismus]. der; -, ...men [griech. automatismös = was
von selbst geschieht]: 1. (Technik) programmgesteuerter
od. selbsttätig geregelter Mechanismus. 2. (Med.. Biol.)
spontan ablaufender Vorgang oder Bewegungsablauf* der
nicht vom Bewußtsein oder Willen beeinflußt wird. 3. (Psych.)
vom Bewußtsein nicht kontrolliert ablaufende Tätigkeit.
Autopsie [ayto'psi:]. die; -, -n [...i:an; griech. autopsia]: 1.
(Med.) Leichenöffnung: Untersuchung des [menschlichen]
Körpers nach dem Tod zur Feststellung der Todesursache:
eine A. vornehmen, machen. 2. (fachspr.) Prüfung durch
persönliche Inaugenscheinnahme: autgpttadi <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): die Autopsie (1.2) betreffend, mit ihrer Hilfe
erfolgend.
Autor ['aiitar, auch: ...to:g]. der; -s. ...Qren [lat. auctor):
Verfassereines Werks der Literatur. Musik. Kunst.
Fotografie od. Filmkunst: ein begabter, gefragter A.; wer ist der
A. dieses Films?; neue -en gewinnen; Ü der A. (das Werk
des Autors) ist vergriffen; ein viel gelesener A.; <Zus.:)
Alltorkorrektur, die; -. -en (Buchw.): 1. a) vom Verfasser
selbst gelesene Korrektur: b) die an den Autor übersandte
Korrekturfahne. 2. vom Verfasser gewünschte nachträgliche
Satzänderung: Autorreferat, das; -[eis. -e: vom Autor selbst
verfaßte Zusammenstellung der Ergebnisse seiner
Untersuchung: Autorschaft, die; -: Urheberschaft: seine A. bestreiten.
Autoren-: -kollektiv, das (bes. DDR): Autorengruppe, die
ein Werk in Zusammenarbeit herausgibt: *»lesung. die;
^realster, das: am Ende eines Buches aufgeführte alphabetische
Namensliste der zitierten Autoren.
Autorisation [ajitoriza'^io:nl. die; -. -en (bildungsspr.):
Ermächtigung. Vollmacht: die A. erteilen; autorisieren
[...'zi:ran] <sw. V.; hat) [nach mlat. auctörizäre]
(bildungsspr.): l.jmdn. bevollmächtigen, 'als einzigenI zu etw.
ermächtigen: sie hat einen Verleger zur Veröffentlichung
ihrer Werke autorisiert; er war vom Parteivorstand
autorisiert worden, die Gespräche zu führen. 2. genehmigen:
autorisierte Übersetzungen; autoritär [^ytoritc:?] <Adj.;
o. Steig.) [frz. autoritaire]: 1. (bildungsspr. abwertend)
a) totalitär, diktatorisch: ein -es Regime; b) unbedingten
Gehorsam fordernd (Ggs.: antiautoritär, unautoritär): eine
-e Erziehung; sein Vater war. wirkte, verhielt sich sehr
a. 2. (veraltend) a) auf Autorität beruhend: -e Gewalt;
b)mit Autorität ausgestattet: ein -er Herrscher; Autoritarb-
mus [qiitorita'nsmus]. der; - [frz. autoritarisme]
(bildungsspr.): absoluter Autoritätsanspruch: Autorität [ayto-
ri'te:t], die; -. -en [lat. auctöritäs]: 1. <o. PI.) auf Leistung
od. Tradition beruhender Einfluß einer Person od. Institution
u. das daraus erwachsende Ansehen: kirchliche, staatliche,
elterliche A.; die A. des Staates; A. haben, besitzen; der
Lehrer genießt in seiner Klasse keine A.; sich A.
verschaffen; ein A. verleihendes Amt. 2. Persönlichkeit mit
maßgeblichem Einflußu. hohem, fachlichem J Ansehen: eine
medizinische A.; er ist eine A.. gilt als A. auf seinem Gebiet;
er ist Tür mich keine A.; autoritativ <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (bildungsspr.): auf Autorität. Ansehen beruhend:
maßgebend: auf Grund, mit Hilfe seiner Autorität. Stellung.
autorititsgüubig <Adj.; o. Steig.) (abwertend): eine
Autorität (2) für unfehlbar haltend: es gibt viele -e Menschen,
dazu: AutorltftsgWubigkeit. die; -.
Autosemantikon [^toze'mantikon], das; -s. ...ka [zu griech.
autös = selbst u. semantikös. t Semantik] (Sprachw.):
Wort, größere sprachliche Einheit mit eigener Bedeutung:
autosemantisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Sprachw,):
eine eigene Bedeutung habend.
autotroph [qpto'tro:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
trophi = Nahrung] (Biol.): sich nur von anorganischen
Stoffen ernährend (Ggs.: heterotroph); Autotrophie [...tro-
* fi:]. die; - (Biol.): Ernährung durch Aufnahme anorganischer
Nahrung (Ggs.: Heterotrophie).
autsch! fciitj] <lnterj.>: Ausruf bei unvermutetem
körperlichem Schmerz: a., ich habe mir den Finger verbrannt!
autumnal faptomna:!] <Adj.; o. Steig.;, nur attr.) [lat. au-
tumnälis] (fachspr.): herbstlich. Herbst...
auweh! [ay've:] <Interj.): Ausruf des Schmerzes und des
Bedauerns.
auweibü! [ay'vai(a)] <Interj.) (salopp): Ausruf, durch den
Jmd. Überraschung od. Beklommenheit in bezug auf etw.
ausdrückt: a.. ich habe meine Schlüssel vergessen!
auxiliar [^lksi'Ua:?] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [lat. auxiliä-
ris] (fachspr.): helfend, zur Hilfe dienend: <Zus.:> Auxiltar-
kraft. die; -. -kräfte (veraltet): Hilfskraft: Auxiligrverb.
das; -s. -en (Sprachw.): Hilfsverb (Ggs.: Vollverb).
Auxin [%i'ksi:n]. das; -s. -e [zu griech. aüxö = ich mache
wachsen]: organische Verbindung, die das Pfhnzenwachs-
tum fördert.
Aval [a'val]. der. seltener: das; -s. -e [frz. aval < ital. avallo
< arab. hawäla = Geldanweisung. Wechsel] (Bankw.):
Bürgschaft, bes. für einen Wechsel: avalkren <sw. V.; hat)
[frz. avaler]: als Bürge einen Wechsel unterschreiben: Avalist
[a va* list]. der; -en. -en [frz. avaliste]: Bürge für einen Wechsel:
<Zus.:> Avflkredit. der; -s. -e: Kreditgewährung einer Bank
auf Grund einer Bürgschaft.
Avance [a'vä:sa], die; -. -n [frz. avance]: 1. (veraltet) a)
Vorteil. Gewinn: b) Geldvorschuß. 2. Beschleunigung an
Uhrwerken: Zeichen: A. 3. imdm. -n machen (1. geh.; einem
möglichen Partner zu erkennen geben, daß man sich für
ihn interessiert, ihm näherkommen möchte: er machte ihr
-n. aber sie wollte nichts von ihm wissen. 2. imdm.. der
für einen wichtig, nützlich o.a. ist. in bestimmter Weise
entgegenkommen, um ihn für sich zu gewinnen: Sogar
Moskau ließ sich dazu herbei. Jerusalem -n zu machen; Zeit
6. 6. 1975. 1); Avancement [aväsa'mä:]. das; -s. -s [frz.
avancement] (geh. veraltend): Beförderung. Aufrücken in
eine höhere Stelle: Da Sie Laufjunge und Bürodirektor
in einem sind, brauchen Sie sich ja nicht ums A. zu
kümmern (Remarque. Obelisk 241); avancieren [avä'si:ren] <sw.
V.; ist) [frz. avancer < vlat. *abantiäre = vorwärts
bringen, zu spätlat. abante = vor-weg]: 1. (veraltend) befördert
werden, in einen höheren Dienstrang aufrücken: er
avancierte zum Direktor. 2. zu etw. werden, aufsteigen, aufrücken:
er ist zum besten Spieler der Mannschaft avanciert; (häufig
iron.:) In den nächsten ... Jahren avanciert München zur
Stadt der Erdbewegung (Spiegel 19. 1966. 37). 3. (veraltet)
vorwärts gehen, vorrücken: Avantage [avä'ta:3dl. die; -. -n
[frz. avantage. zu: avant. T Avantgarde] (veraltet): Vorteil.
Gewinn: Avantageur [aväta*30:?l. der; -s. -e [zu t Avantage]
(veraltet): Fahnenjunker. Offiziersanwärter: Avantgarde
[avä'gardo]. die; -. -n [frz. avantgarde. aus: avant = vorn
(< spätlat. abante) u. garde = Wache. TGarde]: 1. die
Vorkämpfer einer geistigen Entwicklung: er gehört zur A.
2. (veraltet) Vorhut einer Armee: <Abl.:> Avantgardjsmus,
der; -: Fortschrittlichkeit, für neue Ideen eintretende
kämpferische Richtung auf einem bestimmten Gebiet (bes. in der
Kunst): Avantgardist, der. -en. -en: Vorkämpfer. Neuerer
(bes. auf dem Gebiet der Kunst u. Literatur):
avantgardistisch <Adj.>: vorkämpferisch: -e Literatur. Malerei; avanti!
[a'vanti]<Interj.)[ital. avanti < spätlat.
abante.favancieren]: vorwärts!, los!, weiter!
Ave [a:ve]. das; -[s], -[s]: kurz für t Ave-Maria: ein A. beten.
Avec [a'vEk; frz. avec = mit < lat. apud = bei] nur
in der Wendung mit [einem] A. (ugs. veraltend; mit
Schwung. Leichtigkeit): Marie packt mit einem A. ihren
Stoß Wäsche auf den ... Tisch (Fallada. Mann 66).
Ave-Maria fa.vema'rr.a]. das; -fei. -[s] [nach Lukas 1. 28:
Ave. gratia plena! = Gegrüßet seist du. Holdselige!. Gruß
des Erzengels Gabriel an Maria]: 1. Bezeichnung eines
287
Avenida
katholischen Mariengebets nach seinen Anfangsworten;
Englischer Gruß: drei A. beten. 2. kurz für t Ave-Maria-Läuten;
<Zus.:> Ave-Marja-Ukiten, das: svw. t Angelusläuten.
Avenida[ave'ni.dal.die;-....denu. -s[span.u. port.avenida.
zu lat. advenTre = herankommen, hereinbrechen]: 1. breite
Prachtstraße spanischer, portugiesischer u.
lateinamerikanischer Städte. 2. spanische u. portugiesische Bezeichnung
für eine Sturzflut nach heftigen Regengüssen; Aventiure
[aven'ty-.fd], die; -. -n [mhd. aventiure. f Abenteuer]: 1.
in der mittelhochdeutschen Literatur, bes. in der
Artusdichtung gebrauchte Bezeichnung für die ritterliche
Bewährungsprobe, die der Held bestehen muß. 2. Abschnitt in einem
mittelhochdeutschen Epos, das nach einzelnen ritterlichen
Bewährungsproben gegliedert ist; A venture [aven'ty:rd], die;
-. -n (bildungsspr. veraltet): Abenteuer, seltsamer Vorfall;
Aventurier [aväty'rie:]. der; -s. -s [frz. aventurier] (veraltet):
Abenteurer. Glücksritter.
Aventurin [aventu'ri:n]. der; -s. -e [frz. aventurine < ital.
awenturino. zu: awentura = Abenteuer. Glück < vlat.
* ad Ventura, t Abenteuer (da die Einlagerungen wie zufällig
hineingestreut erscheinen)] (Bergbau): gelber, roter od.
golden flimmernder Quarz mit metallisch glänzenden
Einlagerungen; <Zus.:> Aventurinalas.das; -es. -glasen dem
Aventurin ähnliches Glas mit glänzenden Einlagerungen.
Avenue [ava'ny:]. die; -. -n [...'ny:an; frz. avenue. zu lat.
ad venire = herankommen]: mit Bäumen bepflanzte
Prachtstraße in einer Stadt.
Averbo [a'vErbo]. das; -s. -s [lat. ä verbo = vom Verb]
(Sprachw.): Stammform des Verbs.
Avers [a'vsrs]. der; -es, -e [frz. avers < lat. adversus =
mit der Vorderseite zugewendet] (Münzk): Vorderseite
einer Münze od. einer Medaille (Ggs.: 3Revers): ein
Zweimarkstück .... dessen A. den asketischen Kopf von Max
Planck ... trägt (MM 12. 9. 68. 22): Aversion [av£r'zio:n].
die:-,-en [frz. aversion < lat. äversio. eigtl. = das
(Sichtabwenden]: Abneigung. Widerwille: gegen jmdn.. etw. eine
A. haben, -en hegen.
Aviarium [a'via:rium]. das; -s. ...icn [...pn; lat. aviärium):
großes Vogelhaus (in zoologischen Gärten).
Aviatik [a'via:tik], die: - [zu lat. avis = Vogel] (veraltet):
Flugtechnik. Flugwesen: <Abl.:> Avigtiker, der; -s. -
(veraltet): Flugtechniker.
avirulent ['avirulent] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus griech.
a- = nicht, un- u. t virulent] (Med.): nicht ansteckend,
nicht krankmachend (Ggs.: virulent).
Avis [avi:]. der od. das; -. - od. [a'vhs]. der od. das; -es.
-e [frz. avis. ital. awiso. aus afrz. 90 m'est a vis = das
ist meine Ansicht < lat. mihi Visum est = es scheint
mir. zu lat. videri]: 1. (Kaufmannsspr.) Anzeige.
Ankündigung einer Sendung an den Empfänger!. 2. (Bankw.)
Mitteilung des Ausstellers eines Wechsels an den Schuldner
über die Deckung der Wechselsumme; avisieren [avi*zi:ren]
<sw. V.; hat): das Bevorstehen von etw.. die Ankunft, das
Eintreffen von jmdm. od. etw. schriftlich o. ä. ankündigen:
eine Warenlieferung a.; Meine Ankunft mußte avisiert
worden sein, denn Mutter Märta ... wachte noch, um
mich zu empfangen (Habe, Namen 116); 'Aviso [avi:zo].
der; -s. -s [frz. aviso. aus span. barca de aviso =
Nachrichtenschiff, zu frz. avis. JAvis] (veraltet): leichtes, schnelles,
wenig bewaffnetes Kriegsschiff; 2Avbo [-]. das; -s. -s [ital.
awiso. TAvis] (österr.): svw. tAvis (1).
a vista [a 'vista; ital. a vista = bei Sicht, aus ital. a (fa)
u. t Vista] (Bankw.): bei Vorlage fällig; <Zus.:> Avjstawech-
sel. der: Wechsel, der bei Vorlage fällig ist. Sichtwechsel.
Avitaminose [avitami'no:za]. die; -. -n [zu griech. a- = nicht,
un- u. f Vitamin] (Med.): Krankheit, die durch
Vitaminmangel entstanden ist (z. B. Beriberi).
Avivage [avi'va:^]. die; -. -n [frz. avivage] (Textilind.):
Behandlung von Geweben u. Garnen aus Chemiefasern mit
fetthaltigen Stoffen zur Verbesserung der Weichheit u.
Geschmeidigkeit: avivieren [avi'viiran] <sw. V.; hat) [frz. avi-
ver. zu: vif = lebendig < lat. vivus] (Textilind.): Glanz
u. Geschmeidigkeit von Geweben o.a. aus Chemiefasern
durch Nachbehandlung mit fetthaltigen Stoffen erhöhen.
Avocato [avo'ka:to]. (auch:) Avokado [...a:do]. die; -. -s
[span.aguacate < Nahuatiahuacatl): birnenförmige, eßbare
Frucht eines südamerikanischen Baumes.
AvoMupois [avQardypQa. auch evedd'pgys]. das; - [engl.-
amerikan. avoirdupos < afrz. aveir de pois = Ware von
Gewicht, aus: aveir. subst. Inf. von: aveir = haben (<
lat. habere), de = von (< lat. de) u. pois = Gewicht
(< lat. pensum)]: englisches u. nordamerikanisches
Handelsgewicht (16 Ounces): Zeichen: av dp.
Avokado: t Avocato.
Avunkulat [avunku'la.t]. das; -[eis. -e [zu lat. avunculus
= Onkel] (Völkerk.): Vorrecht des Bruders der Mutter
eines Kindes gegenüber dessen Vater in mutterrechtlichen
Kulturen.
Aw$ck: tAvec.
Axel faksll. der; -s. - [nach dem norw. Eiskunstläufer Axel
Paulsen (1855-1938)] (Eiskunstlauf. RollkunstlauO:
Kurzwort für Axel-Paulsen-Sprung; Sprung mit einer
Umdrehung: einen A. ausführen.
axial [aksja:l] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. axis = Achse.
Erdachse. Pol] (Technik): in der Achsenrichtung, längs der
Achse: -e Verschiebung; -e Belastung; <Abl.:> Axiali-
tflt [aksialit£:t]. die; -. -en: das Verlaufen von Strahlen
eines optischen Systems in unmittelbarer Nähe der optischen
Achse; Achsigkeit; <Zus.:> Axiglverschiefaung, die:
Verschiebung in Richtung der Längsachse; axillar [aksi'la.g]
<Adj.; o. Steig.) [zu lat. axilla = Achselhöhle]: 1. (Med.)
zur Achselhöhle gehörend, in ihr gelegen. 2. (Bot.)
unmittelbar über einer Blattansatzstelle hervorbrechend od.
gewachsen; <Zus. zu 2:) Axill*rkno6pe. die.
Axiologie [aksiolo'gi:]. die; -. -n [...i:dn; zu griech. äxios
= wert u. f-logie] (Philos.): Wertlehre; <Abl.:)axk>logisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die Wertlehre betreffend.
Axiom [aksio:m], das; -s. -e [lat. axiöma < griech. axlöma]:
1. als absolut richtig erkannter Grundsatz; gültige Wahrheit,
die keines Beweises bedarf 2. nicht abgeleitete Aussage
eines Wissenschaftsbereichs, aus der andere Aussagen
deduziert werden; Axkmatik [aksjtom'a:tik]. die; -: 1. Lehre
vom Definieren u. Beweisen mit Hilfe von Axiomen. 2.
das Zugrundelegen von Axiomen; axiomatisches Verfahren.
Vorgehen: eine A. wird ausgeschlossen; axkxnatfach [aksio-
ma:tij] <AdJ.; o. Steig.) [griech. axiömatikös]: 1. auf
Axiomen beruhend. 2. unanzweifelbar, gewiß; axiomatbieren [ak-
siomati'siiron] <sw. V.; hat): 1. zum Axiom erklären. 2.
axiomatisch festlegen; Axkmeter [aksio'me:tB]. das; -s. -
[t-meter] (Schiffbau): Richtungsweiser für das Steuerruder
von Schiffen.
Axminsterteppidi ['eksminste-], der; -s. -e [nach der engl.
Stadt Axminster in Devonshire]: gewebter Florteppich.
Axolotl [akso'bt|]. der; -s. - [aztekisch]: mexikanischer
Schwanzlurch. der sich schon im Larvenstadium fortpflanzen
kann.
Axonometrie [aksonome'tri:]. die; -. -n [...i:an; zu griech.
äxön = Achse u. t-metrie] (Math.): geometrisches
Verfahren, räumliche Gebilde durch Parallelprojektion auf eine
Ebene darzustellen; axonometrfech [aksono'me:triJ] <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): auf dem Verfahren der Axonometrie
beruhend.
Axt [akstl. die; -. Äxte (eksto; mhd. ackes. ax(t). ahd.
ackus]: Werkzeug mit schmaler Schneide u. langem
Stiel, bes. zum Fällen von Bäumen; die A. schwingen;
R die A. im Haus erspart den Zimmermann (jemand,
der geschickt ist im Umgang mit Handwerkszeug, braucht
für vieles nicht die Hilfe eines Fachmanns; Schiller. Wilhelm
Teil III. I); (ugs.. scherzh.:) die A. im Haus ersetzt die
Ehescheidung; * wie eine/die A. im Walde (ugs.; ungehobelt,
rüpelhaft in seinem Benehmen): er benimmt sich wie die
A. im Walde: die A. an etw. lesen (sich anschicken, einen
Mißstand o. ä. zu beseitigen): <Zus.:) Axthieb, der.
Azalee [a$a'le:d]. auch Azalie [a't$a:lid]. die; -. -n [griech.
azalea. Fem. Sg. von: azaleos = trocken, dürr]: Zierpflanze
aus der Familie der Heidekrautgewächse mit zahlreichen
großen weißen, rosa od. roten Blüten u. kleinen dunkelgrünen
Blättern.
Azarotapfel, der; -s. ...äpfel. Azarole [at$a'ro:ta], die; -. -n
[span. acerola < arab. az-za'rür = Mispel]: kleine,
mispelartige Frucht der mittelmeerischen italienischen Mispel.
«zentrfech [auch: -'—] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus
griech. a- = nicht, un- u. tzentrisch] (fachspr.): keinen
Mittelpunkt, kein Zentrum aufweisend: ein -es Weltbild.
Azetat usw.: t Acetat usw.
Azid [a't$i:t].das; -s. -e [zu frz. azote = Stickstoff) (Chemie):
Salz der Stickstoffwasserstoffsäure.
Azid... [a't$i:t...; lat. acidus = scharf, sauer] (ehem. fach-
sprachl): nicht mehr übliche Schreibung für Acid... in
Zusammensetzungen, die sich auf eine Säure beziehen.
288
Bächelchen
Azimut [at$imu:t]. das. auch: der: -s. -e [arab. as-sumut
= die Wege]: Winkel zwischen der Vertikalebene eines
Gestirns u. der Südhälfte der Meridianebene, gemessen von
Süden über Westen. Norden u. Osten; <Abl.:> azimutal
[...mu'ta:l] <Adj.; o. Steig.): das Azimut betreffend.
AzofarbstofT[>at$o-]. der: -[e]s. -e [zu frz. azote = StickstofD
(Chemie): Farbstoff der wichtigsten Gruppe der
Teerfarbstoffe; Azogruppe, die: -. -n (Chemie): chemische Gruppe aus
zwei Stickstoffatomen.
Azoikum [a't$o:ikom]. das: -s [zu griech. äzöos = ohne
Leben] (Geol.): Erdzeitalter ohne Spuren organischen
Lebens; azoisch <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) (Geol.): 1. zum
Azoikum gehörend. 2. ohne Spuren organischen Lebens.
Azulek* [atjulexos. asu...] <P1.) [span. azulejos. vielleicht
aus dem Arab.]: blaue Wandkacheln aus Spanien.
Azur [a'tju:^]. der; -s [frz. azur < mlat. azzurum < arab.
läzaward (< pers. lägwärd) = Lasurstein, lasurfarben]
(dichter.): 1. die blaue Farbe des Himmels. 2. der blaue
Himmel; Glorreich und lieblich, mit vergoldeten Wölkchen
im reinen A.. kam der Tag herauf (Th. Mann. Hoheit
b, B [be:. Ta. A]. das; -. - [1: mhd.. ahd. b; 2: seit dem
12. Jh. Unterscheidung von B durum ( = H. vgl. engl.
B) und B molle (= B. vgl. engl. B-flat). das vom 16.
Jh. an als B gilt (neben H. für urspr. B durum)]: 1. zweiter
Buchstabe des Alphabets, ein Konsonant; ein kleines b,
ein großes B schreiben. 2. (Musik) um einen halben Ton
erniedrigtes h. 3. (Musik) Erniedrigungszeichen (b).
ß. B; Beta.
Baas [ba:s], der; -es. -e [vgl. nieder), baas < mniederl.
baes. H. u.] (nordd., bes. Seemannsspr.): Herr. Meister.
Aufseher. Vermittler.
baba [ba'ba], bfibfi [be'be] (Kinderspr.): weist auf etwas
Schmutziges. Ekelhaftes hin. was man nicht anfassen soll:
nicht anfassen, das ist b..
babbeln 1'babln) <sw. V.; hat) [lautm. nach den ersten
kindlichen Sprechversuchen ba-ba] (regional): 1. (von
Kleinkindern, bevor sie rieht ig sprechen können) noch unverständlich,
einzelne Laute. Silben sprechen; das Baby babbelt schon
ein bißchen. 2, andauernd törichtJ reden, schwatzen; sich
unterhalten; sie haben stundenlang [lauter dummes Zeug]
gebabbelt; ....daß... in den Muslksendungen zuviel
..gebabbelt" würde (Hörzu 44.1974. 59).
Babel [ba:bl]. das; -s. - [hebr. Babel für gr.-Uj. Babylon
< babyl. bäbiläni = Pforte der Götter] (selten): 1.
verworfener Ort. Sündenbabel; dieses B. ist dem Untergang
geweiht. 2. Weltstadt, in der viele fremde Sprachen gesprochen
werden; New York ist ein B.; Ü Bedeutet ihr (= der
Religionen) Nebeneinander ein B. an Mißverständnis ...?
(Universitas 2. 1974. 160).
Babusdie [ba'bojd. auch: ba'bu:Ja]. die; -. -n (meist PI.)
(frz. babouche < pers. päpüs = Fußbekleidung] (landsch..
bes. ostmd.): bequemer\ warmer, aus Stoff hergestellter
Hausschuh. Vgl. Pampusche.
Baby [*be:bi. engl.: beibi). das; -s. -s. selten: ...bies [engl,
baby. kinderspr. Lallw.]: I. Säugling. Kleinkind im ersten
Lebensiatw. 2. (ugs.) a) unselbständige, hilflose Person; b)
(Kosew.) Schätzchen. Liebling; ..B.%\ sagte ich - es klang
abgeschmackt (Habe. Namen 190); 'Baby- Best, in subst.
Zus.. mit dem das im Grundwort Genannte als [noch]
sehr klein, noch im Wachsen begriffen gekennzeichnet
wird, z.B. Babypute. Babyzelle (sehr kleine Monozelle).
baby-, *Baby-: ^alter. das: ein Kind im B.; ^ausstattung,
die: Kleidung für das Baby (1) [u. Gegenstände für die
Säuglingspflege/; mIoII [-dal], das; -[s]. -s [nach der Titelfigur
des gleichnamigen amerik. Films]: Damenschlafanzug mit
kurzem Höschen u. weitem Oberteil; -Jahr, das: (geplante)
anrechenbare Rentenversicherungszeit bei Frauen, die ein
Baby(\) gehabt haben; ^nahning, die (ugs.):
Säuglingsnahrung; -rassei. die: svw. tKlapper (b); bitten [-sitn.
-zitn] <V.; nur im Inf.) [entw. < engl, to babysit od. Abi.
von: Babysitter] (ugs.): sich als Babysitter betätigen; Da
gehen Meyers in die Oper, da muß ich b. (Bild 7. 7. 64,
250); <Zus.:> azurblau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
himmelblau, leuchtend blau; ein -er Himmel; Azureeünien [at$u're:-
li:npn]. <P1.> [frz. azuree. 2. Part, von: azurer = lasurblau
färben]: waagerechtes, meist wellenförmiges Linienband auf
Vordrucken, z. B. Schecks, zur Erschwerung von Änderungen
od. Fälschungen; azuriert [a&u'ri.gt] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: mit Azureelinien versehen; azurn [at^u.gn] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): himmelblau; ein -er Himmel.
azyklisch [*at$y:kltj. 'at$Yk ...] <Adj.; o. Steig.) [aus griech.
a- = nicht, un- u. T zyklisch]: 1. (Chemie) nicht kreisförmig;
-e Verbindungen. 2. zeitlich unregelmäßig. 3. (Bot.) (von
Blütenblättern) spiralig angeordnet. 4. (Med.) nicht
zyklisch, nicht normal; eine -e Menstruation.
Azyma [*a:t$yma. 'atj...] <P1.) [aus gleichbed. griech.-Iat.
äzyma zu äzymos = ungesäuert]: 1. ungesäuertes Brot.
Matze. 2. umschreibende Bez. für das Passahfest.
Azzurri, (meist:) Azzurris [a*t$uri(:s). ital. ad'dzurri] <P1.)
[aus ital. azzurri = die Blauen; vgl. Azur]: Bez. für
italienische Sportmannschaften; zur Halbzeit führten die A.
bereits 3:0.
4); -sitter [-site. -zite]. der; -s. - [engl, babysitter]: Person,
die kleine Kinder bei gelegentlicher Abwesenheit der Eltern
gegen Entgelt I beaufsichtigt; -sitterin [-sitann. -zitorin].
die; -. -nen: w. Form zu f Babysitter; -sittern [-siten. -ziten]:
svw. t baby Sitten; -sitting [-situ), -zitu)]. das; -[s]. -s: das
Babysitten; Studentin übernimmt B.; -speck, der (ugs.
scherzh.): a) die rundlichen Formen, die der Körper eines
Säuglings od. Kleinkindes aufweist; b) die meist
unerwünschten rundlichen Körperformen eines Teenagers, der sich
zu dick vorkommt; -wasche, die.
Babylon [ba:bylon; tBabel] (selten): svw. fBabel; <Abl.:>
babylonisch [baby'lo:niJ; lat. Babylönicus] in den Fügungen
eine -e Sprachverwirrung, ein -es Sprachengewirr .(bil-
dungsspr.; Vielfalt von Sprachen, die an einem Ort. meist
in einer Weltstadt, gesprochen werden; nach 1. Moses 11.
9); Babylonisnais [babylonismus]. der; -: Durcheinander.
Wirrwarr; Vielerlei; der architektonische B. unserer Zeit
(MM 23. 1.69.3).
Bacchanal [baxana.i]. das; -s. -e [lat. Bacchanal, zu:
tBacchus] (geh.): ungezügeltes, ausschweifendes Fest.
Trinkgelage; die -e. die ihr Mann veranstaltete, waren ihr zuwider;
Ü ein B. der Hysterie hebt an (Welt 22. 6. 65.7); Bacchant
[ba'xant]. der; -en. -en [mlat. bacchäns (Gen.: bacchantis).
subst. I. Part, zu lat. bacchäri = wild umherschweifen,
urspr. = das Bacchusfest feiern] (geh.): weinseliger Trinker;
trunkene, schwärmerische -en: Bacchantin, die; -. -nen:
Monade; bacchantisch <Adj.) (bildungsspr.): ausgelassen,
trunken, überschäumend; ein -es Fest, Gelage; Ein -er Zug
wälzte sich an mir vorbei (Hildesheimer. Legenden 123);
Bacditos[ba'xi:osJ.der; -. ...ien [lat. bacchiuspes < griech.
bakcheTospoQs = bacchischerVerefuß]:rfrm/7i!>/^ran///c^r
Versfuß aus einer Kürze u. zwei Längen (KJ- -); Bacchus
['baxos. österr. auch: 'bakus; ahd. Bacchus < lat. Bacchus
< gr. Bäkchos = gr.-röm. Gott des Weines] in der
Wendung [dem] B. huldigen (geh. verhüll.; Wein trinken).
Bach [bax]. der; -[eis. Bäche [*be<p; mhd. bach. ahd. bah]
<Vkl. tBächelchen. Bächlein): 1. kleiner natürlicher Was-
serlauf von geringer Tiefe u. Breite; der B. rauscht, windet
sich durch das Tal. 2. Rinnsal, das sich aus abfließendem
Regenwasser. Schmutzwasser o. ä. gebildet hat; schoß der
Regen in Güssen zur Erde ... an den Bürgersteigkanten
gurgelten Bäche den Siphons zu (v. d. Grün. Irrlicht 19);
Ü Bäche von Schweiß flössen an ihm herunter; * [einen]
B., [ein] Bächlein machen (Kinderspr.; urinieren). 3.
(Seemanns-. Fliegerspr. Jargon) Meer. Gewässer; laß mich
nicht in'n B. fallen (Ott. Haie 10); <Zus. zu 1:) bachab
<Adv.) (Schweiz.): den Bach hinab; das Boot fuhr b.; *etw.
b. schicken (aufgeben).
Bache [baxa]. die; -. -n [im 16. Jh.: Eber od. Sau; mhd.
bache. ahd. bacho (Mask.) = Speckseite. Schinken]:
weibliches Wildschwein vom 3. Lebensjahr an.
Bftchekhen ['beffcan]. das; -s. -: TBach.
B
19 GDW
289
Bachelor
Bachelor ['belfalv]. der: -[s], -s [engl, bachelor < afrz.
bacheler < mlat. baccalaris. f Bakkalaureus]: niedrigster
akademischer Grad in England, den USA u. anderen
englischsprachigen Ländern: Abk.: B.
Bachforelle, die: -. -n: Forelle von geringer Größe, die in
klaren, kühlen Bächen lebt u. wegen ihres wohlschmeckenden
Fleisches auch in Teichen gezüchtet wird.
Bächlein [be^hin]. das: -s. -: fBach.
Bachstelze, die: -. -n [mhd. bachstelz, volksetym. nach dem
stelzenden Gang des wasserliebenden Vogels, aber urspr.
ahd. +wagistarz = Vogel, der seinen Sterz ( = Schwanz)
ständig auf und ab bewegt]: schwarzweiß gefiederter,
heimischer Singvogel von zierlichem Wuchs u. auffallend langem,
wippendem Schwanz.
back (bakj <Adv.) [engl. back, urspr. = Rücken, vgl. dt.
Backbord. 2Backe u. Bache] (Seemannsspr.): entgegen,
zurück, rückwärts: das Segel schlägt, steht b. (bekommt den
Wind von der falschen Seite, hängt schlaff).
'Back [-]. die: -. -en [1 a: (m)niederd. bak. wohl < spätlat.
•bacca = Wassergefäß: 1 b: urspr. = Gruppe von
Seeleuten, die aus einer Schüssel essen: 2: nach dem Raum für
die Back (1 b)]: 1. a) hölzerne Schüssel, in der das Essen
für die Schiffsmannschaft aufgetragen wird: b)
Tischgemeinschaft der Schiffsmannschaft; c) zusammenklappbarer
Eßtisch der Schiffsmannschaft auf einem Schiff: an der B.
sitzen, essen. 2. Decksaufbau auf dem Vorschiff: Betreten
der B. für Passagiere verboten.
*Back [bek, engl.: baek], der: -s, -s [engl. back. Tbadc]
(schweiz.. österr.. sonst veraltet: Ballspiele, bes. Fußball):
Verteidiger.
'bQck-, Bock- ('backen): -aroma. das: beim Backen
verwendetes künstliches I Aroma: ^Wedi, das: '^eritae. die
(österr.): Suppeneinlage aus Mehlteig in Form von kleinen
Kügelchen: -fertig <Adj.: o. Steig.: nicht adv>: zum Backen
fertig vorbereitet: -er Teig: -fisch, der [1: eigtl. = Junger
Fisch, der zum Kochen noch zu klein ist. sich aber zum
Backen eignet: 2: Ü zu 1. urspr. = unreifer Student (wegen
des Anklangs an f Bakkalaureus)]: 1. (junger) Fisch zum
Backen. 2. (veraltend) junges Mädchen zwischen 14 u. 17
Jahren: war sie der albern verschwärmte B.. der vor
kicherndem Getue kaum ein Wort hervorzubringen vermag
(K. Mann. Wendepunkt 87). dazu: ^fbcMiaft <Adj.>: in
der Art eines Backfischs (2). -fischalter, das. -fisdwehwir-
merei. die: -form, die: Kuchenform, in die der zum Backen
bestimmte Teig gefüllt wird: -hähnchen, das: svw. t ^hendl:
-haube. die: geschlossene Backform mit Elektroanschluß.
urspr. zum Backen auf der Gasflamme: -haus, das:
besonderes Gebäude in einem Dorf, in dem die Bauern ihr Brot
backen: ~hefe, die: Hefe, die zum Herstellen von Hefeteig
gebraucht wird: -hendl, das (österr.): paniertes Hähnchen.
dazu: -hendbtatfon, die (österr.): Restaurant, in dem bes.
Backhendl angeboten werden: -huha, das: vgl. t-hendl;
-milde, die: svw. t -trog; -obst, das: getrocknetes Obst.
Dörrobst: B. einweichen: * danke für B, (ugs.: [als Ausdruck
der Abwehr) unter keinen Umständen): -ofen. der: a) Ofen
des Bäckers zum Backen von Brot. Kuchen u.a.: Brot in
den B. schieben: hier ist es warm wie in einem B.: b)
Teil des Herdes, in dem Kuchen u. a. auf dem Backblech,
in der Backform gebacken werden kann, dazu: -ofenghit,
die: Gluthitze} in einem Backofen: Ü Nach und nach
überkam ihn eine seltsame Unruhe. Er schob es auf die
B.. welche das Stübchen erfüllte (die übermäßige Wärme:
Hauptmann. Thiel 23). -ofenhtoe, die: svw. I-ofenglut;
-pflaime, die: svw. t Dörrpflaume; -pulver, das:
Treibmittel für den Kuchenteig, dazu: -puherteig* der: -rezept,
das: -röhr, das (österr.): svw. t-ofen (b): -röhre, die:
svw. t^rohr; -schüssel.die; -stein, der: svw. f Ziegelstein,
dazu: -steinbau. der. -steindom. der. -Steinfußboden, der.
-steinsotik, die (Kunstwiss.): Sonderform der Gotik in
Norddeutschland, die sich durch die Verwendung von
Backsteinen als Baumaterial auszeichnet, -steink&se, der
(landsch.): Limburger Käse (in Backsteinform): -Stube,
die: Arbeitsraum des Bäckers: -trog, der: langer Holztrog,
in dem der Brotteig zubereitet wird: Backmulde: -wäre.
die (meist Pl.>: vom Bäcker hergestellte Ware (Brot.
Brötchen u. Kleingebäck): ^werk. das <o. Pl.>: Kleingebäck:
-zeit, die.
fyck-, Bfck- ('Backe): -pfeife, die [gedeutet als ..Schlag,
der um die Backen pfeift", aber vi eil. Umbildung von:
Backfeige = Ohrfeige] (landsch.): Schlag mit der Hand
an jmds. Backe: Er schien Sterne pflücken zu wollen, so
holte seine Rechte aus zu einer B. (Remarque. Westen
40). dazu: -pfeifen <sw. V.: hat) (salopp): eine Backpfeife
geben: ich könnte mich [dafür) heute noch b..
-pfeifengesteht, das (salopp abwertend): unsympathisch-freches
Gesicht, das Backpfeifen herauszufordern scheint: -zahn, der:
svw. f Backenzahn.
Backbord ['bak-].das. österr. auch: der: -[eis. -e <P1. ungebr.)
[aus dem Niederd. < mniederd. ba(c)kbort. aus: bak =
Rücken (tback) u. f2Bord; nach dem früheren Standort
des Steuermanns an dem sich auf der rechten hinteren
SchifTsseite befindenden Steuerruder, wobei ihm die linke
SchifTsseite im Rücken lag] (Ggs.: Steuerbord) (Seew..
Luft f.): linke Seite des Schiffes (in Fahrtrichtung gesehen)
od. linke Seite eines Luftfahrzeugs (in Flugrichtung
gesehen): das Ruder nach B. legen: bfckbord[s] <Adv.> (Seew..
Luftf.): links, auf der linken Schiffs- od. Flugzeugseite (Ggs.:
steuerbord(sl).
Backbord-: -fWgel.der: linker Flügel eines Flugzeugs: -later-
ne. die: an Backbord befestigte Seitenlaterne eines Schiffes:
-licht, das: rotes Licht an der linken Rumpf seite eines
Flugzeugs: -motor, der: linker Motor eines Flugzeugs: -seite,
die: linker Schiffsteil (in Fahrtrichtung gesehen): -wand.
die: linke Seitenwand eines Schiffes.
Bickchen ['bek<pnl. das: -s. -: T1 Backe (1).
'Backe fbakd], die: -. -n [urspr. niederd. Nebenf. von t Bak-
ken]: I. <Vkl. tBäckchen) Teil des Gesichts links bzw.
rechts von der Nase: Wange: runde, gerötete -n: sie hat
rote -n (sieht frisch aus): sie hatte eine dicke, geschwollene
B. (durch eine Entzündung an einem Zahn hervorgerufene
Schwellung der Backe): Jmdn. auf beide -n küssen: der
Bub hat -n wie ein Hamster (dicke Backen): er kaut
mit vollen -n; der Junge strahlte über beide -n (strahlte
vor Freude. Glück): Tränen liefen ihr über die -n: Ü die
roten -n eines Apfels: *au B. [. mein Zahn]! (salopper
Ausruf der Verwunderung, der [unangenehmen]
Überraschung [wobei man die rechte Hand an die Backe legt]):
.Au B!" sagteer. ..da kommt der Chef wieder*'. 2.
(paarweise angeordneter) beweglicher Seitenteil od. Seitenfläche
eines Gegenstandes aus Metall. Holz od. ähnlichem festem
Material zum Festklammern. Anpressen od. Zerkleinern
von etw.: die -n eines Schraubstocks, einer Bremse.
2Backe[-],die:-.-n [mhd. (ars)backe. urspr. = Rückenstück.
f Bache. Back] (ugs.): Gesäßhälfte: die -n zusammenkneifen:
*etw. (eine Gefängnisstrafe) auf einer B. absitzen (salopp:
ohne [größere! Schwierigkeiten hinter sich bringen).
'backen [baknj (bäckt /(auch:) backt, backte/ (veraltend:)
buk. hat gebacken) [mhd. backen, ahd. backan. urspr.
= erwärmen, vgl. bähen]: 1. a) aus verschiedenen Zutaten
einen Teig bereiten u. diesen unter Hitzeeinwirkung im
Backofen gar u. genießbar machen: sie bäckt gerne, gut: b)
durch Backen (1 a) herstellen: Kuchen. Plätzchen b.; meine
Großmutter backte... zu Weihnachten ... riesige
Mohnkuchen (MM 7. 1. 1967.40): Alberts Mutter buk alles selbst
(Böll. Haus 11): Ü (ugs. scherzh.:) Piloten kann man eben
nicht so schnell b. (Spiegel 7. 1966. 32): wenn dir alles
nicht gefällt, mußt du dir einen Anzug b. lassen (drückt
Kritik aus an jmdm.. der unerfüllbare Ansprüche hat):
ein frisch gebackener Ehemann (ugs.: scherzh.: Mann, der
vor kurzem geheiratet hat): c) (landsch.) in der Pfanne,
im Topf auf dem Herd od. im Ofen in i schwimmendem j Fett
unter starker Hitzeeinwirkung garen u. knusprig braun
werden lassen}: Krapfen in einem kleinen Topf b.; Ich
habe mir drei Eier gebacken: gebackene t Bohnen: d) in
den Teig mischen u. damit einem Gebäck o.a. zusetzen:
Der Bäcker ... wurde verurteilt, weil er ... Kleie ins Brot
gebacken hatte (Bieter. Bonifaz 193). 2. in der Ofenhitze
garen: der Kuchen muß eine Stunde bei mittlerer
Unterhitze b. 3. (ugs.) die zum Backen notwendigen Eigenschaften
besitzen: unser Herd bäckt ganz gleichmäßig. 4. (landsch.)
durch Hitzeeinwirkung dörren, trocknen: Pflaumen. Birnen.
Pfifferlinge b.; Backsteine werden im Ofen gebacken (in
einem Spezialofen gebrannt).
*backen [-] <sw. V.: hat) [Ü zu 'backen, da sich der Teig
während des Backens fest anhängt] (landsch.): 1. an
[kleben, sich zusammenballen, sich fest anhängen: der Schnee.
Lehm backt an den Stiefeln: Ü b. bleiben (landsch.: die
Klasse wiederholen, sitzenbleiben). 2. festkleben, ankleben:
dann macht man sie ( = die Abziehbildchen) naß. backt
sie an Papier, zieht ab (Keun, Mädchen 33).
290
baden
''backen [-] nur in der Wendung b. und banken!
(Seemannsspr.; Platz nehmen zum Essen; eigtl. = Tisch u.
Bänke herunterklappen. T'Back 1 c u. 'Bank).
Backen [-]. der; -s. - [1: mhd. backe, ahd. backo. urspr.
= EsserJ (südd.): 1. svw. t'Backe (1). 2, svw. f'Backe
(2).
Backen- ('Backe): -bart.der: seitlich an beiden Backen
wachsender Bart, dazu: -bartig <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
einen Backenbart tragend; -bremse, die: 1. Bremse, bei
der Backen gegen die Bremstrommel gedrückt werden. 2.
[zu 2Backe] (salopp scherzh.) in bestimmten Verbindungen.
z. B. die B. ziehen (bremsen, indem man sich aufsein Gesäß
setzt, z. B. beim Ski laufen, wenn einem wenig Geübten die
Abfahrtsgeschwindigkeit zu groß wird); -fiitter, das:
Spannvorrichtung zum Befestigen des Werkstücks in
Werkzeugmaschinen; -krochen, der (meist PL): seine B. traten stark
hervor; -muskel, der (meist Pl.>; -streich, der: 1. (veraltet)
svw. t Ohrfeige: Es ist ... wie ein B. in mein Antlitz (Th.
Mann. Joseph 335). 2. (kath. Rel.) bei der Firmung ein
leichter Schlag, den der Bischof dem Firmling mit zwei
Fingernauf die Backe gibt; -tasche,die <meist Pl.>:
Ausstülpung rechts bzw. links neben der Mundhöhle bei Säugetieren;
-zahn, (landsch.:) Backzahn, der: svw. f Mahlzahn.
Bäcker ['beke].der; -s. - [mhd. becker.zuf 'backen]: Hand
werker. der Backwaren für den Verkauf herstellt (Berufs-
bez.).
Becker-: -brot, das (Ggs.: Bauernbrot); -bursche, der
(südd.): svw. -geselle; -geselle, der: Geselle (1) im Bäk-
kerhandwerk; -handwerk. das <o. PI.); -imune, die;
-Junge, der (ugs.): svw. -lehrling; -laden, der; -lehrling, der;
-meister, der: Meister (1) im Bäckerhandwerk; -zunft,
die.
Backerei [baka'raij.die; - [zu t 'backen (1)] (ugs. abwertend):
allzu häufiges od. allzu langes, als lästig empfundenes Bak-
ken; ich habe genug von dieser ewigen B. vor Weihnachten;
Bäckerei [beka'r^ij, die; -. -en [spätmhd.]: 1. Betrieb mit
Laden/, der Backwaren aller Art für den Verkauf herstellt;
eine B. übernehmen. 2. <o. PI.) a) das Herstellen von
Backwaren, das Backen; b) Bäckerhandwerk; die B.
erlernen. 3. (südd.. österr.) <meist PI.) svw. f Backwerk: rosig
diskretes Licht, gedämpfte Musik, gehäufte -en (K. Mann.
Wendepunkt 229); Bäckersfrau, die; -. -en.
Background [bekgr^int. engl.: 'baekgraond].der; -s. -s [engl,
background. aus: back (fback) u. ground. verw. mit dt.
f Grund]: 1. (bildungsspr.) geistige Herkunft. Milieu, aus
dem etw. erwachsen ist; geistiger, materieller, historischer
Hintergrund von etw.. jmdm.; eine soziologische Studie
.... die Einblick in den gesellschaftlichen B. des Adels
vermittelt (Spiegel 30.1974.71). 2. Berufserfahrung. Kennt-
nisse; Exportkaufmann mit erstem B. übernimmt ...
Verhandlungsaufträge (FAZ 10. 5. 1958. 22). 3. (Film)
Filmprojektion od. stark vergrößertes Foto als Hintergrund
einer Filmhandlung. 4. (Musik) vom Ensemble gebildeter
harmonischer Klanghintergrund bei den Soli im Jazz.
Backhand ['bekhent. engl.: 'baekhamd]. die; -. -s. auch: der;
-IsJ, -s [engl, backhand. aus: back (fback) u. hand. verw.
mit dt. tHand] (Sport): Rückhand schlag/ im Tischj ten-
nis. Badminton. Eisjhockey u. Polo (Ggs.: Forehand).
-backig [-baki(;].-backte [-bekic;]: Zusb.. z.B. rotbackig,
rotbäckig.
Backschaft [bak-Jaft]. die; -,-en (Seemannsspr.): svw. f 'Back
(1 b); *B. machen (die Speisegeräte usw. der lBack (1
b) reinigen u. an ihren Platz stellen od. legen); <Abl.:)
Bfdtschafter, der; -s. -: Person, die das Essen für die
Schiffsmannschaft aufträgt u. den Tisch nach der Mahlzeit wieder
abräumt; B.. Proviant empfangen! (FAZ 15. 7. 61. 51).
bietet [bekst]. bäckt [bekt]: t 'backen.
Bacon [*be:kn. engl.: beikan]. der; -s [engl, bacon < afrz.
bacon < afränk. bako. f Bache]: durchwachsener, leicht
gesalzener u. angeräucherter Speck, der Bestandteil des
englischen Frühstücks ist.
Bad [ba:t]. das; -[eis. Bäder ['be:de; mhd. bat, ahd. bad.
zu f bähen, urspr. nur das heiße Bad]: 1. a) größere Menge
temperiertes Wasser in einer Wanne zur Reinigung.
Erfrischung des Körpers od. zu Heilzwecken; ein kaltes, warmes
B.; medizinische Bäder verabreichen; Jmdm.. sich ein B.
richten; ein B. einlaufen lassen; In der Frühe, als ich
im -e lag. setzte ein ... Fliegerangriff ... ein (Niekisch.
Leben 367); ich mache mir ein heißes B.; ins B. steigen;
b) das Baden in einer mit Wasser o.a. gefüllten Wanne
(zum Zwecke der Erfrischung. Reinigung od. zu Heilzwek-
ken); das tägliche B. vermissen; der Arzt hat mir Bäder
verordnet; Ü ein B. in heilkräftiger Moorerde, in heißem
Sand, in warmer Luft, in praller Sonne; *ein B. nehmen
(geh.; baden): c) das Baden. Schwimmen in einem
Schwimmbad. See. im Meer o.a.; ein erfrischendes B. im Meer;
sich nach dem B. sofort umziehen. 2. a) Badeanlage als
geschlossener Raum. Badezimmer; ein weißgekacheltes B.;
b) Badeanlage im freien Gelände. Schwimmbad, Strandbad;
die öffentlichen Bäder sind ab 1. Mai geöffnet. 3. Ort
mit Heilquellen, Kurort; in ein B. fahren, reisen. 4. (Technik,
Chemie) bestimmte Lösung, Flüssigkeit, die bei
eingetauchten Gegenständen eine Reaktion hervorruft; ein B. zum
Entwickeln eines Films, zum Galvanisieren von Metall.
bad-, Bad- (südd.. bes. Schweiz.:) auch Tür tbade-. Bade-,
bade-, Bade- (baden, Bad): -anläge, die; -anstatt, die:
öffentliches Schwimmbad / im FreienJ; -anzug, der: meist von
Frauen im Schwimmbad od. am Strand getragene
Schwimmbekleidung; -arzt, der: Arzt in einem Bad (3). der die
Kurgäste betreut; Kurarzt; -bekamtschaft, die: Person, mit der
man beim Baden bekannt wird; -betrieb, der <o. Pl.>; -ein-
riditungen <P1.>; -frau. die (veraltet): Wärterin in einem
Schwimmbad; -gast, der: 1. a) Kur]gast in einem Badeort;
b) Besucher eines Schwimmbads. 2. (Seemannsspr. scherzh.)
Passagier auf einem Frachtschiff; -gelegenheit, die; -haube.
die (österr.. sonst veraltet): svw. tMnütze; -haus, das:
Gebäude mit Badeeinrichtungen in einem Bad (3); -hose.
die: Kleidungsstück, das von Männern beim öffentlichen
Baden. Schwimmen getragen wird; -hosteB, die: Sauna ...
charmante Badehostessen (Abendpost 11. 10. 74. 12);
-kabine.die: Kabine zum Umkleiden in einem Schwimmbad;
-kappe, die: svw. f-mutze; -kostüm, das: vgl. t-anzug;
-kur, die: mit Bädern (1 b) verbundene Kur in einem Bad
(3): offene B. (svw. offene f Kur); -lustig <Adj.; o. Steig.);
<subst.:> -lustige, der (meist PI.); -mantel, der:
Mantel od. Umhang aus saugfähigem Stoff zum Abtrocknen
u. Aufwärmen nach dem Baden; -matte, die: Fußmatte.
Vorleger im Badezimmer; -meister, der: Aufsichtsperson
in einem Schwimmbad. Badewärter; -möglichkeit. die;
-mutze* die: Kopfbedeckung, die man beim Baden,
Schwimmen trägt; -nixe, die (ugs. scherzh.): junge weibliche Person
im Badeanzug; -ofen, der: Ofen zum Erhitzen des
Badewassers; -ort. der: 1. Fremdenverkehrsort an der Küste od.
an einem See mit Bademöglichkeiten. 2. Ort mit Heilquellen,
Kurort, Bad (3); -platz, der: Stelle mit Bademöglichkeit
an einem Fluß od. See; -räum, der; -reise, die: Reise
in ein Bad (3); -Sachen <P1.>: sämtliche Dinge, die zum
Baden benötigt werden; -saison, die: Zeitraum während
des Sommers I mit Hochbetrieb in den Badeorten; -«alz,
das: wohlriechender Zusatz für das Badewasser; -schuh,
der; -schwamm, der; -Strand, der; -stube. die (nordd):
svw. t-zimmer; -thermometer, das; -trikot. das; -tuch.
das: Tuch aus saugfähigem Stoff zum Abtrocknen nach
dem Baden; -Utensilien <PL>: vgl. -Sachen; -verbot, das;
-Vorleser, der: svw. T-matte; -wanne, die: Wanne zum
Baden; stundenlang in der B. sitzen; Ü eine B. bauen
(scherzh.; beim Skilaufen so stürzen, daß eine
badewannenförmige Vertiefung im Schnee entsteht): -warm
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (vom Wasser) warm genug
zum Baden; -wirter, der: vgl. -meister; -wasser, das;
-weiter, das; -zeit, die: 1. die vorgeschriebene Dauer eines
Bades (1 b): die B. darf nicht Überschritten werden. 2.
<P1.) Öffnungszeiten einer Badeanstalt. 3. Jahreszeit, in
der man im Freien baden kann; -zelle, die: 1. svw. t -kabine.
2. Einzelkabine, in der Heilbäder genommen werden; -zeug,
das (ugs.): svw. f -sachen; -zimmer, das: zum Baden
eingerichteter Raum der Wohnung; -zutat, die <meist PL):
wohlriechender Zusatz zum Badewasser.
baden ['ba:dn] <sw. V.; hat) [mhd. baden, ahd. badön]:
1. durch ein Bad (1) säubern, erfrischen, heilen; das Baby
b.; der Patient muß vor der Operation gebadet werden;
ich badete mich täglich; die Wunde b.; Ü in Schweiß
gebadet (schweißüberströmt) aufwachen; Schulz badete
sich ... in seiner haushohen Überlegenheit (Kirst. 08/15.
123). 2. a) ein Bad (1 a) in der Badewanne nehmen; warm,
heiß b.; er badet jeden Morgen [in kaltem Wasser]; b)
sich in einem Schwimmbecken, im Wasser eines Sees,
Flusses, des Meeres bewegen, schwimmen; im Meer b.; b. gehen;
<subst.:) er ist beim Baden ertrunken: Ü in Eitelkeit b.;
* [bei, mit etw.] b. gehen (salopp; bei, mit einer Sache keinen
19*
291
Bader
Erfolg haben; mit etw. hereinfallen; scheitern): Unsere
Gewerkschaft ist jetzt Unternehmer geworden, und da muß
sie sich nach den Methoden der Unternehmer richten,
wenn sie nicht b. gehen will (v. d. Grün. Glatteis 278).
Bader l'ba:de], der; -s. - [mhd. badaere = Inhaber einer
Badestube, der auch zur Ader ließ. Schröpfköpfe setzte
u. Haare schnitt]: 1. (veraltet) Barbier. Heilgehilfe. 2.
(landsch.. veraltend) schlechter Arzt. Kurpfuscher.
Bader: PI. von T Bad.
Badinage [badi'na.'üs]. die; -. -n u. Badinerie [badina'ri:].
die; -. ...ien [...i:an; frz. badinage. badinerie = Scherz.
Tändelei, zu badin = Narr. Spaßvogel]: (Mus.) scherzhaft
tändelndes Musikstück. Teil der Suite im 18. Jh.
Badminton fbetminton. engl.: baedmmton]. das; - [engl.
badmLnton. nach dem Ort Badminton (Gloucestershire).
wo das urspr. indische Spiel zuerst nach festen Regeln
gespielt wurde]: sportmäßig betriebenes Federballspiel.
Bad Trip ['bxd 'tnpl. der; - -s. - -s [engl. ugs. bad trip.
eigtl. = schlechte Reise]: svw. f Horrortrip.
Baedeker <S> [be:ddk&]. der; -s. - [nach dem Begründer,
dem Verleger u. Buchhändler Karl Baedeker (1827)]:
Reisehandbuch: dieses Hotel ist im B. zu finden.
Bafel fba:f]l. der; -s. - [wohl jidd. (talmud.) babel. bafel
= alte, minderwertige Ware] (landsch.): 1. schlechte Ware.
Ladenhüter; Wertloses. 2. <o. PI.) Gerede. Geschwätz; <Abl.
zu 2:> bafeln [*ba:f|n] <sw. V.; hat): schwatzen; der humorig
bafelndeStil in diesem Buch (Börsenblatt 26. 1968. 1879).
baff [baf; lautm.. eigtl. = verdutzt wie nach einem
plötzlichen Schuß, vgl. paff) nur in der Verbindung b. sein
(salopp; verblüfft, verdutzt, erstaunt sein über etw., was
man nicht erwartet, vermutet hat): da bist du b.. was?
Bagage [ba'ga.sd. österr.: ...a:3l. die; -. -n <P1. ungebr.)
[1: zuerst milit. = Troß < frz. bagage. zu gleichbed.
bagues. H. u.. vi eil. verw. mit dt. Pack(en); 2: durch Ü
von dem übelbeleumdeten Heerestroß]: 1. (veraltet)
Reisegepäck; Alle Herren kümmern sich bloß um ihre eigene
B. (Frisch. Gantenbein 127). 2. (abwertend) Sippschaft.
Pack. Gesindel; er hätte am liebsten die ganze B.
rausgeschmissen; .Jhlaut's ab, B.!" schrie ein Gast (Fühmann.
Judenauto 42).
Bagat«ll- (Bagatelle 1): MÄdkt. das (Jur.): Ordnungswidrig-
keit; ^fall, der (Jur.): svw. T^delikt: die Sache wäre
ohnedies als eher humoristischer B. nie wieder zur Sprache
gekommen (Kant. Impressum 61); -mäßig <Adj.) meist
in der Verbindung b. behandein (österr.; geringschätzig
behandeln): ^sadie, die: unbedeutende, geringfügige
! Rechts]sache; ^schaden, der: verhältnismäßig
unbedeutender, geringfügiger Schaden bei einem Unfall].
Bagatelle [baga'tetoj. die; -. -n [1: frz. bagatelle < ital.
bagatella = kleine, unnütze Sache. Viel, zu baga < lat.
bäca = Beere: 2: zuerst 1717 bei dem frz. Komponisten
Fr. Couperin als ..Les Bagatelles" (Sammlung kleiner Cla-
vecinstücke)]: 1. unbedeutende, geringfügige Angelegenheit;
Kleinigkeit; Stiller ... kam noch mit einer ganzen Reihe
von Vorwürfen dieser Art. lauter -n (Frisch. Stiller 175);
etw. alsB. betrachten, behandeln. 2. (Musik) kurzes,
zweiteiliges Instrumentalstück; bagatellisieren [bagatEli'ziTan]
<sw. V.; hat): als Bagatelle (1) ansehen, als unwichtig,
unbedeutend, geringfügig darstellen; man darf dieses
Problem nicht b.; er bagatellisiert immer alles.
Bagger fbage].der; -s. - [zu t baggern]: 1. große Baumaschine
zum Abtragen von Erdreich o.a.; B. fressen sich in die
Erde; etw. mit einem B. ab-, wegräumen. 2. (Volleyball)
Zuspiel von unten, wobei der Ball mit den dicht
aneinandergelegten Unterarmen geschlagen wird.
Bagger-: -fiihrcr. der: den Bagger bedienender Arbeiter;
Mnaschbie. die; ^schlag, der (Volleyball); -see, der:
ausgebaggerte Kiesgrube (die wie ein kleiner See aussieht) u.
oft zum Baden benutzt wird.
Baggerer ['bagarel. der; -s. -: svw. t Baggerführer: baggern
['bagmKsw. V.;hat)[ausdemNiederd. < niederl.
baggeren = (ein Wasserbett) ausschlämmen, zu mniederl. bag-
gher = Schlamm]: 1. a) mit einem Bagger arbeiten; er
hat heute vormittag gebaggert; b) mit dem Bagger
herstellen; eine Fahrinne b. 2. (Volleyball) den geschmetterten
tiefen Ball durch Abprallenlassen von der Hand od. dem
Arm hochspielen; <Abl. zu 1.) Bfggerung. die; -. -en.
Bagno ['banjo). das; -s. -s. auch: ...ni [ital. bagno = Bad
< lat.balneum < griech. balanelon; nach einem Gefängnis
für Galeerensklaven in Konstantinopel, das sich in einem
alten Bad befand] (früher): Kerker für Schwerverbrecher
in Italien u. Frankreich; Mein Talent ist meine Liebe für
das. woraus sich die Welt der Gefängnisse und -s
zusammensetzt (Genet [Übers.]. Tagebuch 122).
Baguette [ba'getj. die; -. -n [frz. baguette < ital. bacchetta.
Vkl. von: bacchio < lat. baculum = Stab]: frz.
Stangenweißbrot.
bah (ba.) (Inten.>: svw. fbäh (1); bäh [be:] Onterj.): 1.
Ausruf des Ekels, der Verachtung, der Schadenfreude:
b.. da vergeht mir der Appetit!. b.. dieser widerliche Kerl!;
b.. reingefallen! 2. lautmalend für das Blöken des Schafes.
Bahai [bahai:!, der; -. -[s]: Anhänger des Bahaismus; Bahafe-
mu§ [baha'ismus]. der; - [zu pers. Baha Ullah = Glanz
Gottes, dem Ehrennamen des Gründers Mirsa Husain
Ali (1817-1892)]: aus dem Islam hervorgegangene universale
Religion.
BiMamn, das (Kinderspr.): svw. tLamm; Bihediaf, das
(Kinderspr.): svw. t Schaf.
Bahri [ba'h^ij. der; -s (rhein.): svw. tBuhei.
'bähen [be:dn] <sw. V.; hat) [mhd. taehen. baen. ahd. bäen
= wärmen, mit erweichenden Umschlägen heilen; verw.
mit t backen, f Bad] (südd.. österr.. Schweiz.): (in Scheiben
geschnittenes Brot od. Gebäck) leicht rösten.
2bihen [-] <sw. V.; hat) [zu bäh (2)] (veraltet, selten): svw.
T blöken.
Bahn [ba:n]. die; -. -en [1. 2: mhd. ban(e). viell. verw.
mitgot.banja = Schlag, Wunde, eigtl. = Schneise.
Durchhau im Walde; 3: vgl. mhd. ban(e) = Turnierplatz]: 1.
Weg. den sich jmd.. etw. (durch unwegsames Gelände o. ä.)
bahnt; Jmdm.. sich eine B. durch das Dickicht, das
Unterholz, den Schnee schaffen: einmal diesen, einmal den
anderen Arm vorstreckend schafft er sich B. durch die Menge
(Kafka. Erzählungen 143); sich eine B. schlagen; das
Wasser hat sich eine B. gebrochen, eine neue B. gesucht; * sich
(Dativ) B. brechen (sich durchsetzen); die neuen Ideen
haben sich B. gebrochen; einer Sache B. brechen (einer
Sache zum Durchbruch verhelfen); jmdnL. einer Sache die
B. ebnen (geh.; den Weg für jmdn.. eine Sache freimachen,
ihm Schwierigkeiten aus dem Weg räumen); freie B. haben
(alle Schwierigkeiten beseitigt haben); auf die schiefe B.
geraten/kommen (ein unordentliches, unmoralisches Leben
beginnen); auf der rechten B. sein (auf dem richtigen Wege
sein; das Richtige tun); jmdn. aus der B. brtagen/werfen/
schleudern (jmdn. von seinem bisherigen Lebensweg, seinen
Berufs]zielen u.a. abbringen). 2. Strecke, die ein Körper
in einer vorgeschriebenen Richtung durchmißt; Linie, die
ein Körper im Raum durchlaufen hat (Flugbahn.
Umlaufbahn o. ä.); die B. des Satelliten berechnen; eine
kreisförmige B. beschreiben; der Mond zieht seine B.. steht am
Anfang seiner B.: Ü Immer entschiedener hatte ich eigene
politische -en beschritten (Niekisch. Leben 113); sein Leben
verläuft in geregelten -en; in die gewohnten -en
zurückkehren (wieder seinen ursprünglichen Verlauf nehmen); sich
in neuen -en bewegen (ganz anders vorgehen; neuartige
Mittel anwenden); etw. in die richtige B. lenken (dafür
sorgen, daß eine Sache sich nach Plan entwickelt). 3. a)
in einer bestimmten Breite und Länge abgesteckte oder
abgeteilte Strecke für sportliche Wettkampfe. Rennstrecke; die
B. (Anlage für die Läufer) im Olympiastadion besteht
aus Tartan; die B. ist sehr schnell (man kann auf ihr
schnelle Zeiten laufen); eine schwere B. (vom Regen nasse
Rennstrecke, die keine schnellen Zeiten gestattet); der
amerikanische Sprinter hat B. 3; die deutsche Staffel läuft,
schwimmt auf B. 6; der Wagen des Neuseeländers wurde
in der Kurve aus der B. getragen; der Bob des
Europameisters kam von der B. ab; vor dem Rennen muß der Schnee
von der B. gekehrt werden; b) Kegel-. Bowlingbahn; eine
Anlage mit zwölf -en; c) abgeteilte Spur. Fahrbahn; die
neue Schnellverkehrsstraße hat drei -en; die Straße auf
vier -en erweitem. 4. breiterer Streifen, zugeschnittenes
Teilstück o. ä. aus einem bestimmten Material; die -en eines
Rockes; die einzelnen -en der Tapete. 5. (Handw.) glatter,
flächiger Teileines Werkzeugs, der der unmittelbaren
Berührung mit etw. u. der Einwirkung von etw. ausgesetzt ist;
die B. eines Hammers, des Ambosses. 6. <Vkl. f Bähnchen)
a) kurz für t Eisenbahn: ich setzte mich kurzerhand auf
die B. (stieg in einen Zug) und fuhr nach Köln; Gepäck
per B. schicken; einen Ort nicht mit der B. erreichen
können; mit der B. fahren, reisen; b) kurz für 1 Straßenbahn:
die B. war überfüllt; die B. verpassen; ich nehme die nächste
292
Bake
B. 7. a) Bahnhof: er wollte seinen Freund von der B.
abholen; jmdn. zur B. bringen, begleiten; b) (ugs.)
Verwaltung einer Eisenbahn, die Eisenbahn als Institution (Bundes-.
Reichsbahn): die B. hat die Fahrpreise erhöht, ist teurer
geworden; bei der B. arbeiten.
'bahn-. Bahn- (vgl. auch: Eisenbahn-): -amtlich <Adj.; o.
Steig.): von der Eisenbahnverwaltung festgesetzt: -anläge.
die: Gleisanlage: -anschhiß. der: 1. Lage eines Ortes an
einer Bahnlinie: ein abgelegener Ort ohne B. 2. Möglichkeit
zur Weiterfahrt mit einer Bahn (6 a); -arbeiter. der:
Arbeiter, der bei der Eisenbahn beschäftigt ist, -aufsieht, die:
svw. t Eisenbahnaufsicht; -bau. der <PI. -bauten); -beam-
ten.der; -beförderung,die; -betriebswerk. das: Werkstätte
der Deutschen Bundesbahn: -brücke, die; ^bus. der:
Autobus, der der Eisenbahn untersteht: -camionnage, die
(Schweiz.): svw. fCamionnage. dazu: -camionnair. der
(schweiz.): svw. tCamionneur; -dämm, der; -fahrt, die;
^frel <Adj.; o. Steig.) (Kaufmannsspr.): ohne
Beförderungskosten: ^frevd.der: böswillige Beschädigung von
Bahnanlagen: B. begehen; -gelände. das; -hof. der: 1.
Gesamtkomplex einer Bahnstation mit Gleisanlagen u. zugehörigen
Gebäuden: der Zug hält nicht an diesem B.; Jmdn. am B.
abholen; der Zug rollt aus dem B.; zum B. gehen. 2.
zum Bahnhof (1) gehörendes Gebäude mit großer/ Halle,
in der sich die Schalter für Fahrkarten u. Gepäck. Wartesäle.
Geschäfte für bestimmten Reisebedarf o. ä. befinden: im
B. gibt es einen Friseur; R ich verstehe nur B. (ich kann
od. will nichts verstehen: urspr. von Soldaten zu Ende
des 1. Weltkriegs gesagt, die nur noch ..Bahnhof, d.h.
Entlassung u. Heimfahrt, hören wollten): *[eki] groBer
B. (ugs.; festlicher Empfang für eine Persönlichkeit des
öffentlichen Lebens], bei dem viele Personen zur Begrüßung
auf dem Bahnsteig od. Flugplatz anwesend sind): der
Staatsmann bekam einen großen B.. dazu: -hofbuffet. das
(Schweiz.): svw. t-hofsgaststätte. -hofsbuchhandlung. die.
-hofseaststitte. die. -hofsgebftude, das. -hofshaJIe. die.
-hofshotel. das. -bofsmisslon, die: Einrichtung
konfessioneller Art zur Betreuung von Bahnreisenden, -hofsrestau-
rant. das. -hofsuhr. die. -hofsvorplatz, der. -hofsvorstand,
der. -hofsvorsteher. der. -hofswirtsdiaft. die; -knoten-
punkt. der: svw. f Eisenbahnknotenpunkt; -körper. der:
Gleisanlage: -lagernd <Adj.; o. Steig.): (von Frachtgut)
auf dem Bahnhof lagernd, bis es abgeholt wird: -Knie, die:
Strecke, auf der eine Eisenbahn verkehrt: -meister. der:
Vorsteher einer Bahnmeisterei: -meisteret, die:
bautechnische Dienststelle der Bundesbahn, die für die Erhaltung
u. Erneuerung der Bahnanlage verantwortlich ist: -netz,
das: svw. f Eisenbahnnetz; -polizei. die: Polizei- u.
Bahnbeamte, die für Sicherheit u. Ordnung innerhalb des
Bahngeländes sorgen: -post, die: Postdienststelle im Zug. dazu:
-Postwagen, der; -reise, die: durch ein Reisebüro od. einen
Reiseveranstalter vermittelte od. organisierte Ferienreise mit
der Eisenbahn: -schranke, die: Schranke auf Straßen u.
Wegen, die die Bahn kreuzen: -schwelle, die: Schwelle aus
Holz od. Beton, auf der die Schiene auf dem Bahnkörper
befestigt ist: -Station, die: Halteplatz an einer Bahnlinie:
-steig, der: neben den Schienen verlaufende Plattform auf
einem Bahnhof, die den Fahrgästen das Ein- u. Aussteigen
ermöglicht, dazu: -steigkante, die: zurücktreten von
der B.!. -steigkarte, die: heute nicht mehr übliche Karte,
die zum einmaligen Betreten des Bahnsteigs berechtigte.
-steigwaaen, der: auf dem Bahnsteig eingesetzter Wagen
zur Aufnahme von Gepäck u. Fracht aus dem
Gepäckwagen eines Zuges: -strecke, die; -Überführung, die: Anlage
zur Überführung einer Eisenbahnlinie über andere
Verkehrswege hinweg: -Übergang, der: Stelle. an der eine
Straße, ein Weg über die Gleise der Bahn führt: unbeschrankte
Bahnübergänge; -Unterführung, die: vgl. -Überführung;
-Verbindung, die: svw. t Zugverbindung; -Verwaltung, die;
^Wärter, der: Angestellter der Eisenbahn, der die Schranken
betätigt u. die Gleisanlagen überwacht, dazu: -wärterhäus-
chen.das.
2bohn-, Bahn-: -brechend <Adj.; o. Steig.): eine neue
Entwicklung einleitend: umwälzend, revolutionierend: -e
wissenschaftliche Leistungen; -breche*, der: Person, die sich für
etw. Neues mit ganzer Kraft einsetzt, neue Wege beschreitet:
B. einer neuen Idee; Anton Weber als B. für die Musik
des zwanzigsten Jahrhunderts (Welt 9. 9. 68. 9); -daten
<P1.) (Raumf.): Daten einer Umlaufbahn: die Umlaufbahn
weicht nicht von den vorausberechneten B. ab; -gehen,
das; -s (Leichtathletik): Gehwettbewerb, der auf der
Laufbahn des Stadions ausgetragen wird: -4*öhe. die (Raumf.):
Höhe, in der eine Umlaufbahn verläuft: in eine B. bis zu
900 Kilometer hinaufführen; -rennen, das: 1. (Rad- u.
Automobilrennsport) auf einer Rennbahn gefahrenes
Rennen (Ggs.: Straßenrennen). 2- (Leichtathletik)
Laufwettbewerb, der auf der Lau/bahn des Stadions ausgetragen wird.
BAhnchen fbein^n], das; -s. -: tBahn (6).
bahnen fbainan] <sw. V.; hat) [mhd. banen. zu tBahn]:
(einen Weg) schaffen, gangbar machen: ich bahnte mir.
dem Kind einen Weg durch den Schnee, durch die Menge;
Ü Die Nationalversammlung bahne der Wiederkehr einer
bürgerlichen Herrschaft den Weg (Nieklsch. Leben 44);
wenn man einigen Wahrheiten die Gasse durch diesen
Urwald bahnte (durch ein Gestrüpp von Vorurteilen: Ber-
gengruen. Rittmeisterin 408).
bahnen-, Bahnen-: -gotf, das: svw. f Minigolf; -rock, der:
Damenrock, der aus mehreren Stoffbahnen zusammengesetzt
ist: ^weise <Adv.>: in einzelnen Bahnen (4).
Bahner ['ba:m?]. der; -s, - (ugs.): svw. f Eisenbahner.
Bghnung, die; -. -en: das Bahnen.
Bahöl [ba'h0:l]. der; -s [zu mhd. behellen = über etw.
hinaus tönen, zu: hellen, ahd. hellan = tönen, verw. mit
hell) (österr. ugs.): übertriebenes Getue, lautes Aufheben:
die Weiber ... machten großen B. (Fussenegger. Zeit 72).
Bahre ['baTal. die; -. -n [mhd. bare. ahd. bara. zu: beran
= tragen]: a) svw. tTragbahre: den Verwundeten auf eine
B. legen; b) svw. tTotenbahre: der Leichnam lag auf einer
B.; <Zus.:>Bahrtudi.das<Pl. ...tücher): Tuch zum Bedecken
der Totenbahre.
Bähung ['be:ong]. die; -. -en [zu t'bähen]: Heilbehandlung
durch äußerliche Anwendung warmer Dämpfe od.
feuchtwarmer od. trockener, heißer Umschläge.
Bai [baj], die; -. -en [niederl. baai < franz. baie < span.
bahia < spätlat. baia. vi eil. aus bask. baia = Hafen]:
Meeresbucht. Meerbusen.
Baiser [be'ze:]. das; -s. -s [nach frz. baiser = Kuß. küssen
<lat. bäsiäre]: Schaumgebäck aus Eischnee u. Zucker.
Baisse ['be:sdl. die; -. -n [frz. baisse. zu: baisser = senken
< vlat. bassiare = herabsetzen] (Börsenw.): Fallen der
Börsenkurse od. Preise (Ggs.: Hausse): auf B. spekulieren;
Ü was kann ... jene unsachgemäße Frage nach Hausse
oder B. des Christentums schon bedeuten? (Thielicke. Ich
glaube 10); <Zus.:) Baisseklausei, die (Börsenw.):
Vereinbarung zwischen Käufer u. Verkäufer, daß der Käufer von
einem Vertrag zurücktreten darf, wenn er von anderer Seite
billiger beziehen kann: Baissespekulant, der: svw. f Baissier;
Baissier [besie:]. der; -s. -s [frz. baissier] (Börsenw.) jmd..
der auf Baisse spekuliert (Ggs.: Haussier).
Bajadere [baja'de.Ta], die; -. -n [frz. bayadöre < port.
bailade ira, zu: bailar = tanzen < spätlat. balläre = tanzen]:
indische Tempeltänzerin.
Bajazzo [ba'jatjo], der; -s. -s [venez. pajazzo. zu: paja (ital.
paglia) = Stroh (wegen seines strohsackähnlichen. grauen
Wollkleids) < lat. palea = Spreu]: Possenreißer.
Spaßmacher, komische Figur (im italienischen Theater).
Bajonett [bajonet], das; -[eis, -e [frz. baionette, urspr. bayon-
nette. da (im 16. Jh.) in Bayonne erfunden]: auf das Gewehr
aufsetzbare Hieb-. Stoß- u. Stichwaffe mit Stahlklinge:
Seitengewehr: mit gefälltem B. auf den Gegner losgehen; Ü
den zeitlichen Ablauf der Wahl und der Regierungsbildung
unter den -en der Sowjets (Dönhoff. Ära 208).
Bajonett-: -angriff, der: Angriff im Nahkampf mit
aufgepflanztem Bajonett: -fassuig. die (Technik): Fassung mit
Bajonettverschluß für elektrische Glühbirnen: -stich, der:
durch das Bajonett beigebrachter Stich: -Verschluß, der
(Technik): leicht lösbare Verbindung von rohrförmigen
Teilen (nach der Art. wie das Bajonett auf das Gewehr gesteckt
wird).
bajonettieren [bajone'ti:ran] <sw. V.; hat) [zu t Bajonett]:
mit dem Bajonett fechten.
Bake [*ba:kd]. die; -. -n [< (m)niederd. bake < afries.
baken = Wahrzeichen. (Feuer)signal]: 1. (Verkehrsw.) a)
Orientierungs- u. Signalzeichen für Schiffe u. Flugzeuge:
b) (dreifaches) Ankündigungszeichen vor
Eisenbahnübergängen (240.160 u. 80 m); c) (dreifaches)
Ankündigungszeichen vor Autobahnabfahrten (300.200 u. 100 m); d) rechtek-
kiges. tragbares Absperrbrett an Stellen, die
Fahrbahnwechsel u. -Verengung notwendig machen. 2. (Vermessungsw.)
Absteckpfahl für Vermessungen.
293
Bakel
Bakel [ba.ld], der: -s. - [lat. baculus = Stock] (veraltet):
Stock des Schulmeisters.
Bakelit <S> [baka'lkt. auch: ...lit]. das; -s [1909 von dem
Belgier L. H. Baekeland erfunden]: aus Kunstharzen
hergestellter, fester, spröder Kunststoff.
Bakkalaureat [bakala^ireart], das; -[eis. -e [zu
tBakkalaureus]: unterster akademischer Grad (in England. Frankreich.
Nordamerika); Bakkalaureus [baka'lajireos], der; -. ...rei
[...ei; in Anlehnung an mlat. laureus = Lorbeer umgedeutet
aus mlat. baccalaris (= Ritter, der einem anderen
untergeordnet ist. Knappe) zu der Bed. ..Inhaber der dem
Doktorgrad untergeordneten akademischen Würde", vgl.
Bachelor]: Inhaber des Bakkalaureats.
Bakkarat ['bakara(t). ...ra]. das; -s [frz. baccara. H. u.]:
Glücksspiel mit I04französ. Karten, an dem ein Bankhalter
und zwei Mitspieler (mit beliebig vielen Partnern) beteiligt
sind.
Bakken ['baknl. der; -s. - [norw. bakke < anord. bakki
= Hügel. Hußufer] (Skisport): svw. f Sprunghügel.
Sprungschanze: die Oberhofer ..Thüringerschanze", über
deren B. zu gehen aller jungen Springer Wunschtraum
ist (Gast. Bretter 249).
Bakschisdi fbakjij]. das. selten: der; -[e]s. -e [pers.
babSIS = Geschenk] (scherzh.): 1. Trinkgeld. 2. Beste-
chungsgeld.
Bakteriämie[bakterie'mi:].die;-.-n[...i:an; -ämiezugriech.
halma = Blut] (Med.): Überschwemmung des Blutes mit
Bakterien (nach Verletzungen. Operationen, im Verlauf von
Infektionskrankheiten).
Bakterie [bakte:rp], die; -. -n (meist PI.) [eingedeutscht
aus t Bakterium] (Biol.. Med.): einzelliges Kleinstlebewesen.
Spaltpilz: sich mit -n infizieren; die Furcht vor -n; <Abl.:>
bakteriell [bakte'rjEl] <Adj.; o. Steig.) (Biol.. Med.):
Bakterien betreffend, durch Bakterien hervorgerufen: die -e
Zersetzung organischer Substanzen; -e Erkrankungen; bakterizid
[...ri't$i:t; -zid zu lat. caedere = erschlagen, töten] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Med.): bakterientötend; Bakterizid
[-], das; -[e]s, -e (Med.): bakterientötendes Mittel.
bakterien-, Bakterien-: -art, die; -beständig <Adj.; nicht
adv.): widerstandsfähig gegenüber Bakterien; -färbung* die:
die Einführung von -en durch Robert Koch (Medizin II.
119); -filter, der od. das: Filter, der Bakterien von
Flüssigkeiten u. Gasen trennt; -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
frei von Bakterien; -krieg, der: Krieg, bei dem Bakterien
durch Bomben verbreitet werden; -kultur, die (Biol.): auf
künstlichem Nährboden gezüchtete Bakterien: ^stamm, der;
-Symbiose, die: Symbiose mit Bakterien; -tötend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.); -träger, der (Med.); -taxin, das
(Med.): von Bakterien ausgeschiedener Giftstoff; -zelle,
die; -Züchtung, die.
Bakteriologe [bakterjp'lo.ga]. der; -n. -n [f-loge]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Bakteriologie; Bakteriologie
[...lo'gi.l, die; - [t -logie]: Lehre von den Bakterien;
bakteriologisch [...lo:gif] <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): die
Bakteriologie, den Bakteriologen betreffend; Bakteriophage
[...Ta:g3]. der; -n. -n [-phage zu griech. phageln = essen,
also eigtl. = Bakterienfresser) (Biol.): virenähnliches
Kleinstlebewesen, das Bakterien vernichtet; Bakteriose
[...rio:z3], die; -. -n: durch Bakterien verursachte
Pflanzenkrankheit; Bakterien [bak'te.rium]. das; -s. ...ien [...ian;
geb. 1838 von dop dt. Naturforscher Chr. G. Ehrenberg
nach griech. bakterion. bakteria = Stäbchen. Stöckchen,
nach dem stäbchenförmigen Aussehen] (veraltet): svw.
f Bakterie.
Balalaika [balal^jka], die; -. -s u. ...ken [russ. balalaika.
H. u.J: dreisaitiges russisches Volksinstrument mit meist
dreieckigem Klangkörper und langem Hals: die B. wird
gezupft od. gerissen.
Balance [ba'lansd. auch: balä.sto)]. die; -. -n [frz. balance
< lat. bilanx (Gen.: bilancis) = zwei Waagschalen
habend]: Gleichgewicht: die B. verlieren, halten; aus der
B. kommen; sich in [der] B. halten; Ü Mehrere Anzeichen
deuteten schon vor der Tat darauf hin. daß der Groth
aus der B. war (daß er sein inneres Gleichgewicht verloren
hatte; Kant. Impressum 83); Im zweiten Anlauf versuchte
der Magistrat selber, den Stadthaushalt in B. zu bringen
(auszugleichen; Spiegel 48. 1965. 62); <Zus.:) Balanceakt,
der: Vorführung eines Balancierkünstlers: einen B.
ausführen; Ü selbst in totalitären Staaten ist das Regieren ein
B. (Dönhoff. Ära 210); Balance [balä'se:]. das; -s. -s [frz.
balancä]: Schwebeschritt beim Ballett; Batamcement [ba-
läs(d)mä:]. das; -s [frz. balancement = Schwanken.
Wiegen. Schaukeln] (Musik): svw. f Bebung; Balancier [balä-
sie:]. der; -s. -s [frz. balancier]: 1. zweiarmige Schwinge
als Hebelan Dampfmaschinen. 2. Gangregler an alten Uhren.
Unruh; balancieren [balan'sr.ran. auch: balä'skran] <sw.
V.) [frz. balanoer]: a) bei gleichseitiger Bewegung] im
Gleichgewicht szustand] halten <hal): er hat einen Korb
[auf dem Kopf) balanciert; b) beim Gehen auf einer sehr
schmalen Lauffläche das Gleichgewicht [zu] wahren
/suchen/ <ist): er ist Über das Brett, den Stamm balanciert;
c) über etw. klettern, steigen, was so uneben ist. daß man
nur mühsam das Gleichgewicht halten kann: er balanciert
über die Trümmer; Die ... Leichen träger kletterten auf
die Wagen, balancierten über die Toten (Apitz. Wölfe
334); <Zus.:) BaJancteldkistler. der: Artist, der Balanceakte
ausführt; Balancierstange, die: Stange, mit der man auf
Seilen. Balken o.a. das Gleichgewicht besser/ hält: seine
Arme als -n benützen.
Balanitis [bala'ni:üs], die; -. ...itiden [...ni'tkdn; zu griech.
bälanos = Eichel. Eichel des männl. Gliedes] (Med.):
Entzündung der Eichel des männl. Gliedes; Eicheltripper.
Balata [balata. bala:ta]. die; - [span. balata. aus einer
Indianerspr.. urspr. = Baum in Guayana u. Venezuela,
dessen Rinde B. enthält]: 1. kautschukähnliches
Naturerzeugnis: mit B. imprägnierte Baumwollgewebe. 2.
(^Treibriemen; Balatum <S> ['balatum. ba'la:tum]. das; -s: ein
Fußbodenbelag.
Baibier [bal'bi:?]. der; -s, -e (landsch.): Nebenf. von f
Barbier; halbieren [bal'bhran] (landsch.): Nebenf. von f
barbieren.
bald [balt; mhd. balde = sogleich, schnell, mutig, dreist,
ahd. bald = kühn, mutig, eigtl. = aufgeschwellt,
hochfahrend; verw. mit TBall] <Adv.): 1. a) (landsch.. bes.
ostmd. auch: balde; Steig.: eher, am ehesten, landsch..
ugs.: bälder. am bäldesten) in nerhalb] kurzer Zeit, nach
einem relativ kurzen Zeitraum: ich komme b. wieder; b.
danach; b. ist Ostern; so b. als/wie möglich; möglichst/(sel-
tener:) tunlichst b.; als drohende Frage od. Aufforderung:
hast du Jetzt b. genug? (ugs.. landsch.; hast du endlich
genug?); bist du b. still? (ugs.. landsch.; bist du endlich
still?): bis b.!; auf b.! (ugs.; Abschiedsformel); b) leicht,
schnell, rasch: etw. sehr b. begriffen haben; nicht so b.
einschlafen können. 2. (ugs.) fast, nahezu: das hätte ich
b. vergessen; wir warten schon b. drei Stunden; Ich ...
drückte auf die Hupe, daß mir b. das Trommelfell platzte
(Bieler, Bonifaz 232). 3. <nur im Wortpaar) bald -
bald (zur Bezeichnung einer raschen Aufeinanderfolge,
eines Wechsels von zwei Situationen): einmal - ein
andermal, teils - teils: b. ist er in Flandern, b. in der Pfalz,
b. in Belgien, b. am Rhein (Sieburg. Robespierre 1SS).
Baldachin[baldaxi:n],der; -s.-e[ital. baldacchino.zu: Bal-
daeco. der älteren ital. Form von: Bagdad, eine durch
prachtvolle Seidenstoffe berühmte Stadt]: 1. mit Stoff
bespanntes, prunk volles Schutzdach; Betthimmel.
Thronhimmel: Über dem Kopfende (= des Bettes) schwebte ein
geraffter B. aus kastanienbraunem Samt (Kuby. Sieg 379).
2. Traghimmel, der bes. bei Prozessionen u. Umzügen über
dem Sakrament od. dem Bischof getragen wird. 3. (Kunst-
wiss.) a) steinerner Überbau über einem Altar od. Grabmal;
b) Schirmdach über einer Statue u. über der Kanzel.
Bilde ['beldd; zu f bald] nur in der Fügung in B. (Papierdt.;
bald, sehr schnell, in nerhalb] kurzer Zeit): Er sagte ....
... daß er in B. wieder einmal vorsprechen werde (Fallada.
Herr 71); baldig ['baldig <Adj.; o. Steig.; nur attr.): in
kurzer Zeit erfolgend, kurz bevorstehend: wir bitten um
-e Antwort; * auf -es Wiedersehen! (Abschiedsformel);
baldigst <Adv.>: so bald wie möglich, schnellstens: ich werde
das b. nachholen.
baldmöglichst <Adj.; nicht präd.) (Papierdt.): so bald wie
möglich, möglichst bald: ich werde die Post b. nachschicken;
-e Erledigung versprechen.
baldowern [bal'do.vBn] <sw. V.; hat) [zu gaunerspr. Baldo-
wer = Auskundschafter, zu hebr. ba'al = Herr u. dqvar
= sprechen, eigtl. = Herr der Erkundigung] (landsch..
bes. berlin.): auskundschaften, nachforschen: Da muß einer
mindestens zwei Wochen lang baldowert haben (Fallada.
Blechnapf 351).
Baldrian [baldria:n], der; -s. -e [mlat. Valeriana. H. u.]:
I. weitverbreitete HeilJpflanze, deren Wurzeln ein stark
294
Ball-
riechendes, nervenberuhigendes öl enthalten. 2. <o. PI.)
Extrakt aus dem Öl der Baldrianwurzeln.
Bf MriaiK -säure, die: Säure in den Baldrian- u.
Angelikawurzeln; -tee. der; -tinktur, die; -tropfen <P1.):
Beruhigungsmittel aus Baldrian (2); -würze!. die.
bfMtunlichst <Adj.) (veraltet): svw. t baldmöglichst.
Baiester [ba*teste], der; -s. - [mhd. nicht belegt, ahd. balaster
< mlat. balestrum = Wurfmaschine, zu griech. bällein
= werfen, treffen] (früher): Kugelarmbrust.
'Balg [balk], der; -[eis. Bälge ['belga; mhd. balc. ahd. balg
= Haut. Leib. Schwertscheide, verw. mit: belgan = zornig
sein, erregen, eigtl. = (auOschwellenl: \.z)Fell. Tierhaut:
der B. eines Hasen. Fuchses; einem Tier den B. abziehen;
einen B. ausstopfen; Spr stirbt der Fuchs, so gilt der B.
(stirbt ein Mensch, steht das Erbe im Vordergrund: eigtl.
ein alter Rechtsspruch: beim Tode ausgeliehener Tiere
mußte der Wert des Balgs erstattet werden); Ü der
leergewordene B. eines großen Worts wird nach der Mode des
Tages ausgestopft (leere Hülle, sinnentleerte Form: Musil.
Mann 458); b) (salopp) (vom Menschen) Haut od. Leib:
seinen B. in acht nehmen; * imdm. auf den B. rücken (sich
jmdm. in aufdringlicher Weise nähern; jmdn. mit einemmal
bedrängen); jmchn. den B. abziehen (jmdn. betrügen,
ausnützen, ausbeuten). 2. (landsch.; Biol.) umschließende Hülle.
Haut /einer Frucht/: der aufgesprungene B. von Erbsen;
die sauren Bälge der Stachelbeeren. 3. ausgestopfter Rumpf
einer Puppe: ein mit Sägemehl gefüllter B. 4. Gerät/teilJ.
das beim Zusammenpressen einen Luftstrom erzeugt: die
Bälge [der Orgel] treten; den B. des Akkordeons weit
ausziehen. 5. a) harmonikaartig ausziehbare Hülle (als
Verbindungsteil): der B. einer Kamera; vgl. Balgen; b) (Eisenb.)
balgähnliches Verbindungsteil zwischen zwei
Eisenbahnwagen; 2Balg [-]. das. auch: der; -[eis. Bälger [belgB] (bes.
nordd.) u. Bälge [belga] (bes. südd.) [urspr. = 'Balg (1
b)] (ugs.. meist abwertend): unartiges, schlecht erzogenes!
Kind: ein freches B.; fünf hungrige Bälger; ein süßes B
Balge ['bälgst, die; -. -n [mniederd. balge < frz. baille
= Kufe < ital. baglia < mlat.bacula](nordd.): I.Bottich.
Faß. 2. Fahrrinne im Wattenmeer bei Ebbe.
balgen l'balgn], sich <sw. V.; hat) [zu veraltet Balg =
Balgerei. Lärm. Streit, zu mhd. beigen, ahd. belgan. t'Balg]:
sich lim Spiel, aus Übermut um etwas] raufen, sich um
etw. 1 ringend mit jmdm. auf dem Boden wälzen: warum
mußt du dich mit den Kindern dauernd b.?; die Hunde
balgten sich [um die Beutel: Ü die Erben balgten sich
(abwertend; stritten) um ihren Anteil.
Balgen [-]. der; -s. - [Neubildung nach dem alten schwachen
PI. von Balg (5)] (Fot.): harmonikaartig ausziehbarer
Verbindungsteil zwischen Objektiv u. Filmgehäuse beim
Fotoapparat; <Zus.:) B^lgengerät. das; Balgenkamera, die.
Balgerei [balgd'rqj]. die; -. -en: / dauerndes] Balgen;
Rauferei: eine B. mit jmdm.. zwischen Jungen.
Bflggesdiwulst, die [zu 'Balg (1 b)): durch Verstopfung einer
Talgdrüse hervorgerufene, gutartige Geschwulst.
Grützbeutel; B^Jgtreter. (auch:) Bflgetretar, der; -s. - [zu t'Balg
(4)] (friiher): jmd.. der einer Orgel durch Treten der Bälge
Luft zuführt.
Balle l'baljd]. die; -. -n: Nebenf. von f Balge.
balkanisieren [balkani'zi:ran] <sw. V.; hat) [zu Balkan =
südosteurop. Gebirge, zu alttürk. balak = groß. hoch,
eigtl. = große, hohe Gebirgskette]: staatlich zersplittern
u. in verworrene polit. Verhältnisse bringen (wie den Balkan
durch den Balkankrieg 1912113): <Abl.:) Balkaifefenmg.
die; -. -en; BaBtanologe [balkano'kxga). der. -n. -n [f-löge]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Balkanologie; Balkano-
logie [...lo'gi:]. die; - [T-logie]: Wissenschaft von den
Sprachen u. Literaturen der Balkanhalbinsel.
Bälkdien fbelk^n]. das; -s. -: t Balken; Balken ['balknl.
der; -s. - [mhd. balke. ahd. balko): 1. <Vkl. TBälkchen)
vierkantiges, massives, langes Stück Bauholz (bes. zum
Stützen od. Tragen): ein morscher, tragender B.; B. aus
Eichenholz; neue B. einziehen; R den Splitter im fremden Auge,
aber nicht den B. im eigenen sehen (kleine Fehler bei
anderen kritisieren, die eigenen Fehler aber übersehen; nach
Matth. 7. 3); Spr Wasser hat keine B. (Ausspruch, wenn
man auf die Gefährlichkeit des Wassers u. auf die
Schwierigkeit, sich im Notfall zu retten, hinweisen will): ich mache
keine Seereise, denn Wasser hat keine B.; * lügen o.a..
daß sich die B. Wegen (ugs.; maßlos lügen). 2.
Balkenähnliches: a) (Bauw.. Archit.) massiver Träger, z. B. aus Stein.
Beton. Stahl; b) (Sport Jargon) Schwebebalken; am B.
turnen; c) svw. tWaagebalken; d) (bes. Her.) schmaler
Trennungsjstreifen von eigener Farbe: das Wappen zeigt
einen roten B. in weißem Feld; e) (Musik) im Notetxsatz
der zwei od. mehrere Notenhälse verbindende dicke Strich;
0 (Med.) kräftig ausgebildeter Teil des Gehirns, der die
beiden Großhirnhälften verbindet.
Bglken-: -decke, die: von freiliegenden Balken durchzogene
Zimmerdecke; -konstruktfon, die; -köpf, der: (beim
Fachwerkbau) herausragendes Balkenende [das durch
Schnitzerei od. Malerei verziert ist]; -kreuz, das (Her.): Kreuz
aus Pfahl u. Balken; -läge, die; -Überschrift, die: in großen,
dicken Lettern gedruckte Schlagzeile in Zeitungen; -waage,
die: zweiarmige Waage mit je einer Schale für Gewichte
u. für zu wiegende Dinge; ^werk. das <o, PI.): sämtliche
Balken (1) einer Balkenkonstruktion; Gebälk.
Balkon [bal'koQ. südd., österr.. Schweiz.: bal'ko.n]. der; -s.
-s u. -e [baTko.'na; frz. balcon < ital. balcone. zu langob.
* balko = Balken, eigtl. = Balkengerüst]: 1. a) <Vkl.
fBalkönchen) vom Wohnungsinnern betretbarer offener
Vorbau, der aus dem Stockwerk eines Gebäudes herausragt:
ein sonniger B.; auf den B. [hinausjtreten; b) (salopp)
üppiger Busen: die Kellnerin hat einen hübschen B. 2.
stark erhöhter Teil des Zuschauerraums im Theater od.
Kino: ich habe B.gesessen; B. (einen Balkonplatz) nehmen.
Balkon-: -blume. die: zur Bepflanzung von Balkonkästen
geeignete Blume (z. B. Begonie. Geranie); Abrüstung, die;
-kästen, der: auf od. an einer Balkonbrüstung angebrachter
Blumenkasten; -löge, die [zu: Balkon (2)]; -platz, der;
^türf die: Tür. die [von einem Zimmer] auf den Balkon
(1) führt; -zimmer. das: Zimmer mit einem Balkon (1):
B. sind in Hotels meist teurer.
Balkönchen [bal'l^n^]. das: -s. -: t Balkon (1).
'Ball [ball, der; -[eis. Bälle [beb; mhd.. ahd. bat = Ball.
Kugel, eigtl. = geschwollener, aufgeblasener Körper]: 1.
<Vkl. t Bällchen) kugelförmiger, gewöhnlich mit Luft
gefüllter t elastischer / Gegenstand, der als Spielzeug od.
Sportgerät verwendet wird: der B. springt auf. trifft auf. prallt
gegen den Torpfosten; den B. werfen, schleudern,
abschlagen, treiben, schießen, ins Tor köpfen, anschneiden, [am
Fuß] Aihren. nach vorn tragen, stoppen, fangen,
annehmen, abgeben; den B. spielen, [wieder] ins Spiel bringen;
Jmdm. den B. zuwerfen, zuspielen; sich <Dat.) den B.
vorlegen; (mit dem] B. spielen; nach dem B. laufen; sich
nicht vom B. trennen lassen; am B. sein, bleiben; *am
Ball sein/bleiben (ugs.; sich von etw. nicht abbringen lassen;
etw. mit Eifer [weiter]verfolgen); jmdm./einander/sich
[gegenseitig] die Bälle zuspielen/zuwerfen (jmdn.. einander [im
Gespräch] geschickt begünstigen, unterstützen). 2.
(Ballspiele) Art. wie ein Ball gespielt wird; Schlag. Wurf. Schuß
u. ä. [aufs Tor]: Jahn hielt die unwahrscheinlichsten Bälle
(Walter. Spiele 77). 3. (Tennis. Baseball) Punkt: einen
B. machen. 4. <Vkl. f Bällchen) [Gegenstand in Form eines
Balles, einer] Kugel: ein B. aus Papier. Wolle; (geh.:) der
glühende B. der Sonne; einen schwarzen B. setzen (Seew.;
mit einem kugelförmigen Signal vor Sturm warnen).
'Ball [-]. der; - [e]s. Bälle [beb; frz. bal. zu veraltet baller
= tanzen < spätlat. balläre < griech. ballizein]: größere
[festliche] Tanzveranstaltung: ein festlicher, glanzvoller B.;
einen B. geben, veranstalten, besuchen.
'Btll- ('Ball 1. 2; Ballspiele): -abgäbe, die: Weitergabe des
Bialles; -annähme, die: das Annehmen u. Unter-Kontrolle-
Bringen eines zugespielten Balles; -artist. der (Fußball
Jargon): Fußballspieler mit hervorragender Technik; -behand-
kmg, die <P1. ungebr.); -fUhnmg. die: eine exakte B.
trainieren; -gefühl. das; -haus, das (früher): Haus für
Ballspiele: das B. von Versailles; -hinge, der (Tennis):
Junge, der die Bälle aufsammelt; -netz, das: 1. Tennisnetz.
2. Netz als Behälter für Bälle; -pendel. das (Fußball):
Gerät, mit einem frei an einer Schnur herabhängenden Ball,
an dem Schüsse u. Kopfbälle trainiert werden können;
-«chlepper. der (Fußball Jargon): Spieler mit der Aufgabe,
den Ball am Fuß von der Abwehr über das Mittelfeld in
den eigenen Angriff zu tragen; -spiel, das: / im Sport als
Wettkampf zwischen Mannschaften ausgetragenes / Spiel
mit einem Ball; spielen, das; -s: das Spielen mit einem
Ball; -Spieler, der; -Stafette, die: Folge von Pässen (3);
-technik, die: Technik beim Ballspiel; -treiber, der
(Fußball): Spieler, der den Ball nach vorn treibt, ihn immer
wieder von der Abwehr in den eigenen Angriff trägt; -treter.
295
Ball-
der (Fußball Jargon): Fußballspieler: ^wechsd.der (Tennis.
Badminton. Tischtennis): das ständige Hin u. Her des von
den Spielern über das Netz geschlagenen Balles: ^wurftna-
schine.die: svw. tTennismaschine.
^Il- (-Ball): -gast, der; MKflüstcr, das; ^geseilschaft, die;
^kleid, das; ^königin. die: die schönste Ballbesucherin;
-lokal (nicht getrennt: Bailokal), das: Gebäude, in dem ein
2Ball stattfindet: -nacht, die; -robe, die (geh.): Ballkleid:
-saal. der: ^sabon, die: -schuh, der (meist PL); ^toilette,
die (geh.): svw. -kleid.
Balte f'bala]. der; -s. -s [zu t'Ball] (Kinderspr.): lBall;
[balbjbtlla <Adj.; o. Steig.: nur präd.) [zu t Balla. in
Anspielung auf die Kindertümlichkeit dieses Wortes; also eigtl.
= kindlich, einfältig) (salopp, bes. Jugpndspr.): nicht recht
bei Verstand: der ist ja b.
Ballade [ba'la:da]. die: -. -n [engl, bailad < afrz. balade
= Tanzlied < provenz. ballada. zu: balar = tanzen <
spätlat. balläre. T2Ball]: episch-dramatisches Gedicht, das
ein handlungsreiches, schicksalvolles Geschehen wiedergibt;
<Abl.:> balladenhaft <AdJ.; o. Steig.): Inder Art einer Balla-
de: <Zus.:> Balladenstoff, der: für Balladen bes. geeigneter
Stoff: halbdesk [bala'desk] <Adj.>: svw. tballadenhaft.
Ballast [balast (österr. nur so), auch: 'balast]. der; -[e]s. -e
<Pl.ungebr.)[ausdemNiederd. < mniederd. bailast =
Sandlast, die zum Gewichtsausgleich in den untersten Raum
des Schiffes geladen wurde; 1. Bestandteil: H. u.: 2,
Bestandteil: tLast): 1. schwere Last, die 'als Fracht von
geringem Wert] zum Gewichtsausgleich mitgeführt wird:
[Sand, Wasser. Steine als] B. aufnehmen; B. über Bord
werfen, abwerfen. 2. unnütze Last, Belastung, überflüssige
Bürde: der dritte Koffer war nur überflüssiger B.;
historischen B. abwerfen; <Zus. zu 2:> Ballaststoffe <P1.) (Med):
infolge fehlender Enzyme nicht od. nur teilweise verwertbare
Bestandteile der aufgenommenen Nahrung: <zu 1:> Ball^st-
wasser, das <o. Pl.:> in Schiffen als Ballast (1) verwendetes
Wasser.
Ballawatsch: t Pallawatsch.
Bällchen ['belfsn]. das; -s. -: t'Ball (1.4).
Bailei [ba'laj]. die; -. -en [mhd. balle < mlat. ballia =
Bezirk eines ballivus = Person, der die Rechtspflege u.
Verwaltung eines Bezirks od. einer Stadt übertragen ist.
zu: balius = Geschäftsträger. Vorsteher] (hist.): Ritter jor-
densbezirk.
Beleben: t Balleneisen.
ballen ['baten] <sw. V.; hat) [mhd. ballen, zu t'Ball]: I.
a) ! zusammenpressend] in ballähnliche Form bringen: die
Hand zur Faust, die Faust, ein Papierblatt b.; mit geballten
Fäusten; eine geballte Ladung (Milit.; Sprengladung aus
zusammengebundenen Handgranaten)'. * die Faust/die
Fäuste in der Tasche b. (heimlich drohen, seinen Zorn
verbergen); b) <b. + sich) / durch Zusammenpressen j eine
ballähnliche Form annehmen: der Schnee ballt sich zu Klumpen:
am Himmel ballten sich Wolkenberge (drängten sich zu
einer dichten Masse zusammen); eine geballte (dicht
zusammengedrängte) [Menschenjmasse; Ü die Schwierigkeiten
ballen (häufen) sich; geballte (konzentrierte) Kraft.
Energie; gegen ihn ballt sich aller Haß (sammelt u. richtet
sich; St. Zweig. Fouche 34). 2. (landsch.) mit dem Ball
spielen, werfen: die Kinder haben auf dem Spielplatz
geballt.
Ballen H. der; -s. - [mhd. balle, ahd. ballo. Nebenf. zu
t 'Ball]: l.a) rundlicher Packen: einige B. Stroh; b) Zählmaß
bestimmter Waren: zwei B. Leder; c) auf-, zusammengerollte
Stoffbahn \ von bestimmter LängeJ: ein B. Stoff. 2. a)
Muskelpolster an der Innenseite der Hand- u. Fußflächen bei
Menschen u. Säugetieren: er trat mit weichen B. auf (Brecht.
Geschichten 27); auf den B. gehen; b) krankhafte Verdik-
kung an der Innenseite des Mittelfußknochens: B. haben;
die B. sind operativ entfernt worden. 3. svw. t Wurzelballen.
bfllen-. Bellen-: ^binder, der: Person, die Waren in Ballen
verpackt (Berufsbez.); weisen, (auch:) Balleisen, das: Art
Stemmeisen mit schräger Schneide; bricht, die: Gicht an
den Ballen (2 a): -presse, die: Presse zum Packen von
Ballen (1); -weise <Adv.>: in Ballen (1): etw. b. liefern,
[verlkaufen.
Baller- [bäte-]: -büdwe. die (ugs. scherzh.): Gewehr; -büx.
-buxe. die [zu ballern = Darmwinde entweichen lassen]
(nordd. scherzh.): innen verschmutzte 'Kinder! hose;
-mann.der <P1...männer) (ugs. scherzh.): Pistole:
Niedersachsens Ordnungshüter tragen ihre Ballermänner
zwanglos in der ... rechten Hosentasche (Spiegel 12. 1967. 90);
... und immer sofort mit'n B. in der Hand (Degenhardt.
Zündschnüre 73).
Ballerina [bab'rhna]. (selten:) Ballerine [...na], die: -. ...nen
[ital. ballerina. zu: ballare = tanzen < spätlat. balläre.
t2Ball]: Ballettänzerin.
ballern fbalen) <sw. V.; hat) [lautm.l (ugs.): 1. a) anhaltend
laut schießen, knallen: mit Platzpatronen b.; jetzt fing die
Flak wieder an zu b.: in die Gegend b.; der 15jährige
Schüler hatte nach Tauben geballert; b) (Sport Jargon)
den Ball wuchtig/ irgendwohin schießen: den Ball gegen
den Pfosten, ins Tor b. 2. a) mit Wucht gegen etw. schlagen,
klopfen, so daß ein lautes Geräusch entsteht: an die Tür
b.; * jmdm. eine b. (ugs.; jmdm. eine kräftige Ohrfeige
geben): Mein Onkel leckt dem Kollegen ins Ohr. Der ballert
ihm eine (Imog. Wurliblume 165); b) mit Wucht auf, gegen
etw. prallen, so daß ein lautes Geräusch entsteht: Steine
ballerten gegen dieTünc) mit Wucht irgendwohin! werfen,
schleudern, so daß ein lautes Geräusch entsteht: etw. vor
Wut in die Ecke b.; die Tür ins Schloß b. 3. knallende,
krachende Geräusche machen: Schüsse. Donnerschläge
ballerten; 'einen b. (ugs.; ein Glas] Schnaps trinken): komm,
wir ballern noch einen.
Ballesterer [ba'lestare]. der; -s. - (österr.. bes. wiener,
salopp): Fußballspieler; ballestern [...tun] <sw. V,; hat) [zu
t Baiester] (österr.. bes. wiener, salopp): Fußball spielen.
Ballett [ba'lEt], das; -[e]s. -e [ital. balletto. Vkl. zu: ballo
= Tanz, t2Ball]: 1. a) <o. PI.) künstlerischer Tanz auf
einer Bühne u. die dazugehörige Musik: das klassische B.;
b) Einzelwerk des Balletts (1 a): ein B. aufführen, tanzen.
2. Tanzgruppe für Bühnentanz: das B. ist auf Tournee;
die Damen vom B.: beim B. sein (ugs.; Ballettänzer> inj
sein).
Ballett-: -abend, der: abendliche Aufführung eines Balletts
(1 b); ^korps,das: Gruppe der nicht solistischen Ballettänzer,
die auf der Bühne den Rahmen u. Hintergrund für die Solisten
bilden; -meister, der: Ausbilder eines Balletts (2); Mnusik,
die <P1. -en): für ein Ballett (1 b) komponierte Musik;
-ratte. die (ugs. scherzh.): in der Ausbildung befindliche
junge Ballettänzerin: -schule, die; -tänzer (nicht getrennt:
Ballettänzer), der; -tinzerin (nicht getrennt:
Ballettänzerin), die: w. Form zu t^tänzer; -theater (nicht getrennt:
Ballettheater). das; -tnippe, die: Theatertanzgruppe.
Balletteuse [bale,t0:zd]. die; -. -n [französierend zu tBallett]
(geh.): svw. Ballettänzerin; Ballettomane [baleto'maina],
der: -n. -n: Ballettbesessener: Kunstkritiker und -n aus
aller Welt (MM 3. 3.71.32).
balhombieren [balhorni'zhran] <sw. V.; hat) /selten für/:
T verballhornen: er hat das Drehbuch ballhornisiert.
ballig ['balif] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t'Ball od.
Ballen] (selten): ball en!förmig, gerundet: -e Wolken.
Gebilde; (Mech.:) etw. b. drehen.
Balllste [ba'listo]. die; -. -n [lat. ballista, zu ghech. bällein
= werfen, schleudern: vgl. Baiester]: antikes Wurfgeschütz;
<Abl.:) Balljstik. die: - [vgl. engl, ballistics. frz. balistique]:
Lehre von der Bewegung geschleuderter od. geschossener
Körper: die innere B. untersucht das Verhalten des
Geschosses in der Waffe, die äußere B. das Verhalten während
des Fluges, dazu: Balljstiker, der; -s. -: Forscher auf dem
Gebiet der Ballistik; ballistisch <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.):
a) die Ballistik betreffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend:
-e Berechnungen; b) die Flugbahn eines Körpers bzw.
Geschosses betreffend, aufweisend: die -e Kurve (Flugbahn);
eine -e Rakete (Rakete, die sich in einer Geschoßbahn
bewegt).
Ballon [ba'bn. südd.. österr.. Schweiz.: ba'lo.n]. der; -s.
-s u. -e [ba'lo:na; frz. ballon < ital. pallone = großer
Ball. Vgr. zu: palla = Kugel. Ball < langob. *palla.
f 'Ball): 1. a) großer, ballförmiger Gegenstand, der aus einer
Hülle mit Luft- bz*'. Gasfüllung besteht; b) kugelförmiges,
von einer gasgefüllten Hülle getragenes, [un]bemanntes
Luftfahrzeug: im B. aufsteigen, fliegen, (fachspr.:)
fahren; c) ballförmiges, mit Luft oder Gas gefülltes
Kinderspielzeug: einen B. aufblasen; Neben ihm plärrte ein
Kind seinem in die Luft entkommenen blauen B. nach
(Feuchtwanger. Erfolg 777). 2. a) große, bauchige / Korbh
flasche: den Wein in -s abfüllen; b) (Chemie) Glaskolben:
ein B. Schwefelsäure; Säuren und Gase in -s transportieren.
3. (Segelsport) leichtes, großes Vorsegel auf Jachten, das
im Wind ballonartig aufgebläht wird. 4. (derb) großer
296
banal
Kopf: tu mal deinen B. weg!; du kriegst gleich ein paar
an/vor den B.; * [so] einen B. bekommen/kriegen (salopp;
aus Verlegenheit einen roten Kopf bekommen).
ballon-, Ballon-: -fahrer. der; -flasche. die: svw. f Ballon
(2 a); -förmig [-foermiij] <Adj.; o. Steig.): von der Form
eines Ballons (1); -führer, der: Pilot eines Ballons (1 b);
-hülle, die; -mutze, die: hohe, runde Mütze mit Schirm /.
^reifen, der: Niederdruckreifen mit großem Querschnitt für
Kraftfahrzeuge u. Fahrräder: -Satellit, der: ballonförmiger
Satellit: Der amerikanische B. „Echo I" kann morgen
... beobachtet werden (Tagesspiegel 30. 6. 63. 13); -sesel,
das: svw. f Ballon (3); -seWe, die: fester, wasserdichter
Stoff für Ballons (1 b). Sportmäntel u. dgl.; -sperre, die
(Milit.): durch aufgelassene Ballons gebildete Sperre gegen
feindliche Fliegerangriffe.
Ballotage[balota:»].die; -. -n [frz. ballottage, zu: ballotte
= Kugel zum Abstimmen, zu; balle = Kugel. Ballen;
vgl. t 'Ball]: geheime Abstimmung durch Abgabe von weißen
od. schwarzen Kugeln: ballotieren [...'thron] <sw. V.; hat)
[frz. ballotter. zu: ballotte. t Ballotage]: durch Ballotage
abstimmen.
Ballung [baloi)]. die; -. -en [zu Tballen]: 1. das Ballen,
Geballtwerden: Zusammendrückung, Verdichtung. 2. das
Sichballen, das geballte Auftreten von etw.
Bflhmgs-: -gebiet, das: Gebiet, in dem sich Menschen u.
Industrien zusammendrängen: das B. an der Ruhr; -räum,
der: svw. f -gebiet; -Zentrum, das: Gebiet mit bes. großer
Bevölkerungsdichte innerhalb eines Ballungsraumes.
Ballyhoo ['baelihu:. --'-]. das; - [engl, ballyhoo. H. u.]:
marktschreierische Propaganda, Reklamerummel: Der
Kampfverlauf entlarvte auch das B. und die Tiefstapelei.
mit der Clay vorher angebliche Schwächen ... bei sich
selbst andeutete (MM 28. 7. 71, 17).
Balneo- [balneo-; lat. balneum. balineum <griech. balaneTon
= Bad. Badeort]: -graphk, die; -. -n [t-graphie]: Bäderbe*
Schreibung: -logk,die; - [t-logie]: Heilquellen',
Bäderkunde, dazu: -logisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.); -therapk,
die <o. PI.) (Med.): Heilbehandlung durch Bäder.
Bai pare ['bal pare:]. der; - -, -s -s ['bal pare:; frz. bal
par6 = Ball im Galaanzug, eigtl. = Ball ohne Masken,
bei dem Jeder reich geschmückt erscheint, aus: bal (t2Ball)
u. parö, part. Adj. zu: parer = schmücken, zieren <
lat. paräre = zubereiten, sich zu etw. rüsten] (geh..
veraltet): festlicher Ball, Prunkball.
'Baka l'balza], die; -. -s [span. balsa = Floß. H. u.]:
floßartiges Fahrzeug aus Binsenbündeln (urspr. aus Balsaholz) bei
den Indianern Südamerikas: 1BsAsä [-], das; -: svw. t
Balsaholz, dazu: Bglsabaum, der: mittel- u. südamerikan. Baum,
der ein sehr leichtes Nutzholz liefert, Bglsaholz, das: (u. a.
im Floßbau verwendetes) Holz des Balsabaums.
Balsam [balza:m], der; -s. -e <PI. ungebr.) [mhd. baisame,
ahd. balsamo < lat. balsamum = Balsamstrauch u. der
aus ihm gewonnene heilkräftige, harzige Saft < griech.
bälsamon < hebr. b?s§m = Balsamstaude. Wohlgeruch]:
1. dickflüssiges Gemisch aus Harzen u. ätherischen Ölen,
bes. in der Parfümerie u. [als Linderungsmittel] in der
Medizin verwendet. 2, (geh.) Linderung. Wohltat. Labsal:
etw. ist B. für jmds. Seele, seelische Wunden; Diese Worte
waren B. in seinen Ohren (Fallada. Jeder 163).
Bf kam-: -apfel, der: Gewächs mit eiförmigen,
orangefarbigen Früchten: -bäum, der: Holzgewächs, das Balsam (1)
liefert: -duft. der; -gurke. die: svw. t^apfel; -harz, das:
balsamhaltiges Harz der Balsambäume: -kraut, das:
wohlriechendes Kraut, bes. die wohlriechende Wucherblume aus
dem Orient od. die Krauseminze: ^pflanze, die: Pflanze,
die Balsam, Harz od. Öl enthält: -tanne.die:
nordamerikanische Tanne mit stark verharzten Knospen, aus denen
Kanadabalsam gewonnen wird: -tropfen <P1.)
balsamieren [balza'mhron] <sw. V.; hat) [mhd. balsemen]:
1. (einen Leichnam) durch Behandlung mit konservierenden
Mitteln vor Verwesung schützen: Leichen b. 2. (geh.) mit
Balsam od. anderen heilkräftigen od. wohlriechenden Mitteln
einreiben: <Abl.:) Babamkrer, der; -s. - (früher): Person,
die berufsmäßig balsamierte (1); Baftsamiennu die; -. -en;
Balsamine [balza'mhnd], die; -. -n [frz. balsamine (griech.
balsamine. zu: bälsamon. t Balsam]: eine Topf- u.
Zierpflanze (Springkraut): vgl. Impatiens; balsamisch [bal'zamij]
<Adj.>: 1. (geh.) wohlriechend !u. lindernd] wie Balsam:
ein -er Duft; b. duften. 2. (nur attr.) Balsam enthaltend:
-eöle.
Baltistik [baltistik], die; -: svw. f Baltologie; Baltologe [bal-
to'lo:ga], der; -n. -n [t^loge]: Wissenschaftler auf dem
Gebiet der Baltologie: Baltoloek, die; - [t-logie]: Wissenschaft
von den baltischen Sprachen u. Literaturen.
Baluster [ba* loste], der; -s. - [frz. balustre < ital. balaustro
< mlat. balaustium = Blüte des wilden Granatbaums
(der die länglichrunden Geländersäulen gleichen) < griech.
balaüstion): kleine Säule als Geländerstütze: (Zus.:> Baly-
stersäule, die: Isvw. I Baluster; Balustrade [balus'tra:ddl.
die; -. -n [frz. balustrade < ital. balaustrata. zu: balaustro,
t Baluster]: Brüstung od. Geländer mit Balustern.
Balz (halt?], die; -, -en <PI. ungebr.) [mhd. balz, (südd.:)
valz; H. u.]: 1. Liebesspiel bestimmter größerer Wald- u.
Feldvögel. z.B. der Wildtauben. Waldhühner\ Fasanen.
Schnepfen (währendder Paarungszeit): mit der B.
beginnen. 2. Paarungszeit bestimmter größerer Wald- u.
Feldvögel: die B. des Auerhahns endet Mitte Mai; in die
B. treten. 3. *auf dieB. gehen (Jägerspr.; Jagd auf balzende
Vögel machen).
B^lz-:^arie,die: vom balzenden Vogel hervorgebrachte Folge
von (Balzflauten: -bewesung. die; -laut, der; -platz, der;
-Stellung, die; -zeit, die: svw. t Balz (2).
balzen [halten] (sw. V.; hat) [mhd. balzen]: (von bestimmten
Wald- u. Feldvögeln) während der Balz (2) durch Lockrufe
u. auffällige Bewegungen um das Weibchen werben: der
Auerhahn balzt am frühen Morgen.
bam [bam] (InterJ.) lautm. Tür das Glockengeläut: bim.
b.. bum!
'Bambi ['bambi]. dag -s. -s [nach Walt Disneys 1941
entstandenem Zeichentrickfilm ..Bambi" mit einem kleinen Reh
als gleichnamiger Titelfigur u. der Tiererzählung ..Bambi"
von Felix Saiten (1923)] (Kinderspr.): kleines Reh: 2Bambi
[-]. der; -s. -s [nach f ■ Bambi]: jährlicher deutscher Filmpreis,
dessen Träger durch Publikumsbefragung in -einer
Fernsehzeitschrift ermittelt werden: die -s verleihen; Bambino
[bambi :no), der; -s, ...ni. ugs.: -s [ital. bambino, Vkl. zu veraltet
bambo. Lallwort]: 1. (bild. Kunst) das Jesuskind u. seine
Darstellung in der ital. Malerei u. Bildhauerei. 2. (ugs.
scherzh.)/c/«w.y italienisches/ Kind.kleiner italienischer/
Junge. Knabe.
Bambule [bam'bu:te], die; -. -n (meist o. Art.) [frz. bamboula
= Negertrommel. Negertanz, aus einer Bantuspr.] (Gau-
nerspr.): zerstörerische Protesthandlungen aufgebrachter
Häftlinge od. Heiminsassen: B. machen.
Bambus [bambos], der; - u. -ses. -se [niederl. bamboe(s)
< malai. bambu]: schnellwüchsige tropisch-subtropische
Riesengraspflanze. deren leichter, hohler Stengel stark
verholzt: eine Wand. Hütte aus B.
Bambus-: ^bir. der: scheuer Kleinbär. weiß mit schwarzem
Gürtel, schwarzen Ohren u. Augenringen, der von Bambus
lebt: ^faser, die; -hütte. die; -papier, das: aus
Bambusfasern hergestelltes Papier: -röhr, das: Stamm des Bambus:
-Stab, der; -stock, der: Spazier/stock aus Bambusrohr:
-Vorhang, der [in Analogie zum Eisernen t Vorhang]:
Grenzlinie zwischen dem kommunistischen u.
nichtkommunistischen Machtbereich in Südostasien.
Bammel ['bam}]. der; -s [rückgeb. aus t bammeln] (salopp):
Angst. Furcht: B. vor Jmdm., etw. haben; Weil viele doch
an Standgerichten beteiligt waren in den letzten
Kriegstagen und nun B. hatten vor den Alliierten (Molsner,
Harakiri 90); bammeln [bamjn] (sw. V.: hat) [lautm.. vgl. tbam;
Ü auf das Hinundherschwingen der Glocke] (landsch.):
a) baumeln (1 b). sich schaukelnd hin u. her bewegen: ich
bamm[e]le am Seil: an. von der Decke b.; b) baumeln
(2): .Am Galgen sollst du Hund mir b. müssen!" (Fallada.
Herr 140).
Barns [bams], der; -. -e [eigtl. = Wanst < afrz. pance
< lat. pantex. tPanzen] (bayr.. österr. salopp): Kind:
<Abl.:) bamstig [-ti<;] <Adj.): aufwendig, protzig.
'Ban [ba:n], der; -s. -e [serbokroat. ban < türk. bay =
reicher Mann. TBeg] (hist.): Statthalter, Gebietsvorsteher:
oberster Amtsträger (bes. in Kroatien u. Südungarn).
2Ban [-]. der; -[s], Bani [rumän. ban. eigtl. = Geld(stück)]:
Währungseinheit in Rumänien (100 Bani = 1 Leu).
banal [ba*na:l] (Adj.) [frz. banal, zu afrz. ban = Bann
< afränk. •ban. verw. mit t Bann; urspr. = gemeinnützig
(von Sachen, die in einem Gerichtsbezirk allen gehören)]
(bildungsspr.): a) (abwertend) abgedroschen, nichtssagend,
fade, platt, geistlos: ein -er Witz; sein Vortrag war b.;
das leicht zufriedengestellte, aber nie gesättigte Bedürfnis
297
banalisieren
nach -er Zerstreuung (Gehlen. Zeitalter 66); b) einfach,
alltäglich, gewöhnlich: eine -e Geschichte; etw. ganz b.
(nüchtern) betrachten; nichts soll blaß und zufällig und
b. sein wie in Wirklichkeit (Chr. Wolf. Nachdenken 181);
banalisieren [banali'zitron] <sw. V.; hat) [frz. banaliser]:
ins Banale ziehen: ein Geschehen b.; Banalität (banal lt£:t],
die; -. -en [latinis. nach frz. banalit6]: 1. <o. PI.) a)
(abwertend) Abgedroschenheit. Fadheit. Plattheit. Geistlosigkeit:
die B. seiner Ausführungen; b) banales (b) Wesen.
Gewöhnlichkeit. Alltäglichkeit: die B. dieser Schicksale. 2. a)
(abwertend) banale (a) Äußerung. Aussage; b) banaler (b) Satz;
Gemeinplatz: -en sagen.
Banane [ba'nama]. die; -. -n [1: port. banana. aus einer
afrik. Eingeborenenspr. Guineas; 2: nach der Form]: 1.
wohlschmeckende, längliche, gelbe Frucht einer
baumähnlichen tropischen Staude: R ausgerechnet -n! (Ausruf, des
Unmuts, wenn etwas Unerwartetes eintritt; Kehrreim eines
nach dem 1. Weltkrieg entstandenen Schlagers:
ausgerechnet -n. -n verlangt sie von mir!); dich haben sie wohl
mit der B / Bananenschale aus dem Urwald gelockt (ugs.;
du bist, benimmst dich reichlich naiv). 2. (ugs. scherzh.)
Hubschrauber mit zwei Drehflügelvorrichtungen: eine
fliegende B.
Bananen-: -dampfer, der; -republik, die [amerlk. banana
republic] (oft abwertend): kleines Land in den tropischen
Gebieten Amerikas, das fast nur vom Südfrüchteexport lebt
u. von fremdem, meist US-amerikanischem Kapital abhängig
ist; -schale, die; -schifT, das; -Staude, die; -Stecker, der
[nach der Form] (Elektrot.): schmaler, einpoliger Stecker.
Banause [banajiza]. der; -n. -n [älter = Person, die
handwerksmäßig Kunst od. Wissenschaft betreibt, bes. von
eigennützigen, geldgierigen Ärzten gesagt < griech. banau-
sos = Handwerker] (abwertend): Mensch mit
unzulänglichen, flachen, spießigen Ansichten in geistigen od.
künstlerischen Dingen; Mensch ohne Kunstverständnis u. ohne
feineren Lebensstil, der Dinge unangemessen behandelt od.
verwendet, die von Kennern geschätzt werden; ihr Mann ist
ein entsetzlicher B ; <Abl.:> BanaifKntunu das; -s
(abwertend): Art. Wesen, typisches Verhalten eines Banausen;
banausisch <AdJ): in der Art eines Banausen, ohne Verständnis
für geistige u. künstlerische Dinge, ungeistig, spießig: Ihre
Romane ... handelten meist von unverstandenen Frauen,
die unter ihren -en Gatten litten (K. Mann. Wendepunkt
13).
band [bant]: f binden.
!Band [-]. das; -[eis. Bänder fbende] u. -e [mhd. bant. ahd.
band = Band. Fessel; zu t binden]: I. <P1. Bänder) 1.
<Vkl. t Bändchen. Bändel) längerer, schmaler / GewebeJ-
streifen zum Schmuck, zur Verstärkung, zum
Zusammenhalten u.a.: ein B. im Haar tragen; 5 Meter B. kaufen; eine
Matrosenmütze mit langen, blauen Bändern; das Blaue
B. (Auszeichnung für das schnellste Passagierschiff zw.
Europa u. Amerika); das B. der Ehrenlegion (bedeutendster
frz. Orden); Ü ein langes B. marschierender Truppen (sich
lang hinziehende streifenähnliche [Erscheinungs fform; Plie-
vier. Stalingrad 148). 2. a) kurz fUr f Meßband; b) kurz
für t Farbband; c) kurz für T Zielband; d) svw. f Tonband:
das B. bespielen, abhören, [zurückjlaufen lassen, löschen;
etw. auf B. [aufnehmen, sprechen, diktieren; e) kurz für
TFörderband; 0 kurz Air f Fließband: am B. stehen,
arbeiten; ein neues Automodell auf B. legen (Industrie; anfangen,
es serienmäßig zu produzieren): *am laufenden B. (ugs.;
unablässig, immer wieder, in einem fort)\ g) (meist PI.)
dehnbarer, sehnenähnlicher Bindegewebsstrang zur
Verbindung beweglicher Teile des Knochensystems: die Bewegung
kräftigt Muskeln und Bänder; ich habe mir ein B.
angerissen, die Bänder gezerrt; h) (Technik) endloses Sägeband
einer Bandsäge; i) (Handw.) Metallbeschlag, eingefügter
Metallstreifen [mit dem die Tür-. Fensterangel od. ein
Scharnier verbunden ist:: die Tür ist aus den Bändern gerissen;
i) (Technik) befestigender u. zusammenhaltender
Metallstreifen (z.B. um Baumwollballen. Balken); k) (Bauw.)
kürzerer Verbindungsbalken. Verstrebung; I) (Böttcherei)
Faßreifen: die Bänder halten die Faßdauben zusammen;
m) (Bergsteigen) Felsstreifen, über den eine Kletterroute
führt; n) (Nachrichtent.) abgegrenzter schmaler
Frequenzbereich. II. <P1. Bande) I. <Sg. ungebr.) (dichter., veraltet):
a) Fessel: in -en liegen (gefesselt, gefangen sein); in -e
schlagen (veraltet; fesseln* in Ketten legen)', b) durch Zwang.
Gewalt bewirkte Unfreiheit; Fessel: die -e der Knechtschaft
und Furcht (Th. Mann. Krull 42); alle drückenden <
lösen, abschütteln, zerreißen; er war endlich frei von allen
-en. 2. Bindung, enge Beziehung: verwandtschaftliche -e;
die -e des Bluts; * zarte -e knüpfen (oft scherzh.;
Liebesbeziehungen anfangen).
2Band [-]. der; -[eis. Bände ['bencb] <Vkl. t Bändchen) Im.
Nebenf. zu f 'Band]: einzelnes Buch /als Teil eines größeren
Druckwerkes, einer Bibliothek/: ein schmaler B. Gedichte;
der zweite B. erscheint im Frühjahr; das Werk hat. umfaßt
mehrere Bände; eine Ausgabe in zehn Bänden; R darüber
könnte man Bände (sehr viel) schreiben, erzählen; * etwas
spricht Bände (ugs.; etwas ist sehr aufschlußreich, sagt alles) ;
Abk.: Bd.. PI.: Bde.
3Band [bent. engl.: baend). die; -. -s [engl. band, eigtl. =
Verbindung. Vereinigung (von Personen, die miteinander
musizieren) < mfrz. bände, t1 Bande]: Gruppe von
Musikern, die vorzugsweise moderne Musik wie Jazz. Beat. Rock
usw. spielt: zum Tanz spielte eine achtköpfige B. auf.
Bfnd- ('Band I; vgl. auch: Bänder-): -ahpe, die: einzellige
Alge, die in (Scheiben-, stern- od.) bandförmigen Kolonien
auftritt: -aufnähme, die: elektroakustische Tonaufnahme
auf ein (Ton) band, dazu: -aufnahmegerät, das: svw. f
Tonbandgerät; -breite, die: 1. Breite eines Bandes. 2.
(Nachrichtent.) Breite des Frequenzbandes bei einer bestimmten
Einstellung des Rundfunkgeräts]; (Fachspr.) Breite des
Frequenzbereichs unterschiedlicher Schwingungen; Ü Geradezu
erstaunlich sei die geistige B. (Spannweite) in der Armee
(MM 5. 5. 70. 18). 3. (Geldw.) Spielraum innerhalb der
Ober- u. Untergrenze, zwischen denen die Kurse schwanken
können: eine Erweiterung der -n ablehnen; die obere, untere
(Ober-. Untergrenze der) B.; -eisen* das: dünn
ausgewalztes, bandförmiges Eisen für Faßreifen. Beschläge u. ä.;
^Alter, der od. das (Nachrichtent.): Bauelement der
Hochfrequenztechnik, das aus einem größeren Frequenzbereich ein
relativ schmales Frequenzband ausblendet; -förderer, der
(Technik): Transportgerät für waagrechte od. geneigte
Förderung von Schutt- od. Stückgut auf einem über Stütz-
od. Tragrollen laufenden motorgetriebenen endlosen
Förderband: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in der Form
eines Bandes; -gesdiwindigkeft.die: Aufnahme- od.
Wiedergabegeschwindigkeit des Magnetbandes bei Ton- od.
Bildaufzeichnungen; -holz, das (Böttcherei): langer, dünner,
biegsamer Span, der kleinere Holzgebinde zusanunenhält;
^keramik, die (Archäol.): 1. mit Ornamenten. Mäander-
u. Spiralmustern verzierte Keramik der Jungsteinzeit in
Mitteleuropa. 2. <o. PI.) Kultur der früheren Jungsteinzeit in
Mitteleuropa (für die die Bandkeramik 1 typisch ist); -maß,
das: Meßband mit fester Maßeinteilung, das sich aufrollen
läßt; -nudd, die <meist PI.): bandförmige Nudel; -säge,
die: Motorsäge mit endlosem Sägeband: -acheibe. die
(Med.): knorpelige, zwischen je zwei Wirbelkörpern der
Wirbelsäule liegende Scheibe mit weichem, gallertartigem
Kern, dazu: -scheibenschaden. der. -schribenvorfall. der
(Med.): Vorfall des inneren Gallertkerns einer
Zwischenwirbelscheibe; -stahl, der: dünn ausgewalzter, bandförmiger
Stahl; -*weber. der: Person, die Bänder. Borten u. ä. webt
(Berufsbez.). dazu: ^weberei, die. -Webstuhl, der; -wirken
der. dazu: -Wirkerei, die; -wurm, der: 1. langer Plattwurm,
der als Schmarotzer im Darm von Menschen u. Wirbeltieren
vorkommt: Bandwürmer können eine Länge von 10 Metern
erreichen; ein Mittel zur Abtreibung von Bandwürmern.
2. (ugs. abwertend) etwas sehr, allzu Langes: dieser Satz
ist ein [richtiger] B. 3. <P1.) (ugs. scherzh.) Band-.
Fadennudeln, dazu: -wunnbefidl. der, -wurmsatz. der (abwertend,
scherzh.): überaus langer, verschachtelter Satz.
Bandage [banda:^]. die; -. -n [frz. bandage. zu: bände
= Binde. Band < afränk. *banda = dt. t'Band]: a)
fester Verband od. Wickel zum Stützen od. Schützen eines
verletzten Körperteils, einer Wunde: jmdm. eine B. machen,
anlegen; das Knie mußte, kam in eine B.; b) (Boxen)
schützende [Mull]binde, mit der die Hand umwickelt wird:
die -n anlegen, abnehmen, abwickeln; * mit harten -n
kämpfen (hart, erbittert kämpfen); <Abl.:> bandagieren [ban-
da'3i:ran] <sw. V.; hat): a) mit einer Bandage (a) versehen:
Jmds. Knöchel. Knie b.; b) (Boxen) durch eine Bandage
(b) stützen od. schützen: die Hände der Boxer waren noch
bandagiert; Bandaght [banda'jist], der; -en. -en: jmd. der
Bandagen u. Heilbinden herstellt od. verkauft (Berufsbez.).
'BAndchcn fbenUpn]. das; -s. - u. Bänderchen: f'Band
(II).
298
Bangnis
'Bänddien [-]. das; -s. -: f 2Band.
'Bande ['bandal. die; -. -n [frz. bände = Truppe. Schar
(von Soldaten) < provenz. banda. H. u.. vielleicht verw.
mit got. bandwa = Feldzeichen, also urspr. = Personen,
die dem gleichen Feldzeichen folgen]: 1. organisierte
Verbrechergruppe: eine verbrecherische B.; eine B. von
Autodieben, von Politrockern; eine B. macht die Gegend
unsicher, hatte sich gebildet; eine B. ausheben, unschädlich
machen; er gehörte einer B. an. 2. (abwertend, oft scherzh.)
Gruppe gleichgesinnter Menschen (häufig Jugendliche), die
gemeinsam etw. unternehmen: so eine B.; ihr seid eine
ganz gemeine B.; die ausgelassene B. zog in die nächste
Kneipe.
'Bande [-]. die; -. -n [frz. bände, f Bandage]: 1. (Sport) fester
Rand, feste Einfassung einer Spielfläche (z. B. Billardtisch.
Kegelbahn), eines Spielfeldes (z.B. beim Eishockey) od.
einer Bahn (z.B. Reitbahn): die Kugel prallte an/von der
B. ab; wie sie die Stamm-Reklame an den -n mit anderer,
eigens für die Fernsehzeit gedachter Werbung Überklebten
(Spiegel 37.1974.115). 2. (Physik) Vielzahl eng
benachbarter Spektrallinien.
binde ebenda]: tbinden.
Bandeau [bä'do:]. das; -s, -s [frz. bandeau. zu: bände =
Band, t Bandage] (veraltet): Stirnband: breite -s und
Turbane (FAZ 15.7.61.54).
Bändel fbandj]. das; -s. - (bayr.. österr. ugs.). Bindet Cbendl].
der; -s. - (Schweiz, ugs.): svw. t Bendel; *Jmdn. am B.
haben (ugs.; jmdn. leiten können, wie man will): seine Frau
hat ihn (ganz fest) am B.
Bandeiier [banda'li:?]. das; -s. -e [mfrz. bandouliere. älter:
bandrouliere. zu: banderole = Gewehrriemen, zu frz.
bände, t Bandage] (veraltet): Schulterriemen. Wehrgehänge.
Bünden- (zu 'Bande 1): ^bekAmpfung. die; ^biklung, die;
^fiihrer, der; Mnitglied. das; -[unjwesen. das <o. PL).
Btndempektrum, das; -s. ...ren. älter: ...ra [zu f 2Bande (2)]
(Physik): Spektrum, das sich aus Streifen eng benachbarter
Spektrallinien zusammensetzt.
B^ndenwerbung« die; -. -en [zu 12Bande (I)]: Werbung (durch
Plakate o. ä.) auf der *Bande (1) bei sportlichen
Veranstaltungen.
Binder: PI. von T 'Band.
Bender- (rBand I; vgl. auch: Band-): -lehre, die (Med.):
Lehre von den ^Bändern (I 2 g); M-iß. der (Med.): ein
Ri/i in den lBändern (I 2 g); -tanz, der: Volkstanz, bei
dem die Tanzenden von einem Mast herabhängende Bänder
ineinander- u. wieder auseinanderschlingen: ^ton, def
(Geol.): tonige Sedimente aus Gletscherabflüssen mit
Wechsel von bandförmigen hellen u. dunklen Schichten: -Zerrung.
die (Med.): schmerzhafte Verletzung durch Überdehnung
der 'Bänder (I 2 g).
Binderchen [bendün]: PI. von f 'Bändchen.
Banderilla [banda*rdja], die; -. -s [span. banderilla. Vkl.
zu: bandera = Banner, zu got. bandwa = Feldzeichen.
t 'Bande]: mit Fähnchen geschmückter, kleiner Spieß, den
der Banderillero dem Stier in den Nacken stößt: Banderillero
[banddril* je:ro]. der; -s. -s [span. banderillero. zu t
Banderilla]: Stierkämpfer, der den Stier mit den Banderillas reizt.
bindern ['bendün] <sw. V.; hat) [zu t'Band (I 1)]: 1. mit
Bändern od. bandförmigen Streifen versehen. 2. (Fachspr.)
aus etw. Bänder od. Bandförmiges herstellen, verfertigen.
Banderole [banda' ro:b], die; -. -n [frz. banderole <ital. bande-
ruola. Vkl. zu: bandiera = Fahne, zu mlat. bandum <
got. bandwa = (FekDzeichen]: 1. (Kunstwiss.) erklärendes
Spruchband auf Gemälden. Stichen u. ä. 2. / papierenes J
Klebe- od. Verschlußband an abgabepflichtigen Waren, das
ein Steuerzeichen trägt: die B. ist beschädigt, noch
unverletzt; die B. von der Zigarettenschachtel lösen; <Zus. zu
2:> Banderolensteuer, die: Verbrauchssteuer auf verpackte
Konsumgüter: banderolieren [barabro'liiran] <sw. V.; hat):
mit Banderolei nj versehen: Zeitungen für den Versand.
Zigarettenschachteln (als Zeichen der Versteuerung) b.;
<Abl.:) Banderolierung, die: -. -en.
Bindenmg ftendaronl. die; -. -en [zu T bandern (I)]: Muster
in Form von Bändern. Streifenmuster: die B. von
Schneckenhäusern.
-bindig [-bendu;; zu 12Band] in Zusb.. z. B. dreibändig,
mehrbändig (in drei, in mehreren Bänden), vielbändig (in. mit
vielen Bänden).
bändigen ['bendign] <sw. V.; hat) [zu veraltet bändig =
(am Bande) festgebunden, leitbar (mhd. bendec). zu
t 'Band]: : trotz starken Widerstandes/ unter seinen Willen
zwingen: /bej zähmen, beherrschen, zum Gehorsam bringen:
Raubtiere b.; es gelang ihm nicht, das Pferd zu b.; einen
randalierenden Betrunkenen b.; Ü Naturgewalten, seine
Triebe b.; sie hatte ihr Haar in einem Knoten gebändigt;
Scheuermann hatte Mühe, seine Gedanken zu b. (Kirst.
Aufruhr 108); <Abl.:> Bündiger, der; -s. -: Person, die Tiere
bändigt, zähmt: Bändigung, die; -. -en.
Bandit [ban'diü. auch: ... *dit]. der; -en. -en [ital. bandito
= Straßenräuber. 2. Part, zu: bandire = verbannen, aus
dem Germ.; Vermischung von urgerm. * banjan =
verbannen u. * banda = Feldzeichen]: Verbrecher. Straßen]räu-
ber: von zwei bewaffneten -en überfallen werden; wie dem
auch sei: die Staatsraison verbietet. Herrn Hitler als -en
anzuprangern (Hochhuth. Stellvertreter 165); (fam.
scherzh. übertreibend:) wo hast du dich herumgetrieben,
du B.; * einarmiger B. (ugs. scherzh.: Spielautomat: ftir
amerik. onearmed bandit); <Zus.:) Bandjtenstück. das
(abwertend): Tat von Banditen: Banditen[un]wesen, das <o.
PI.).
Bandleader ['bentli.dB, engl.: 'baendlhda]. der; -s. - [engl,
bandleader, aus: 3Band u. leader = Leiter. Anfuhrer. zu:
to lead = leiten, fuhren]: 1. (im traditionellen Jazz) der
die Führungsstimme im Jazzensemble übernehmende /
Kornett- od. Trompeten Jbläser. 2. Leiter einer Jazzband: der
B. der tschechischen Beatgruppe.
Bandoneon [bando:neon], (auch:) Bandonion [...njpn], das;
-s. -su. ...ien [...i»n; um 1840 von dem Deutschen Heinrich
Band entwickelt, nach dem es auch benannt wurde]:
Handharmonika mit Spielknöpfen: <Zus.:> Bandoneonorchester,
das.
Bfndsel ['ben^|]. das; -s. - [aus dem Nlederd.. unter Einfluß
von 'Band für älteres Bindsei < mniederd. bintsel. bintseil
= Seil, mit dem Taue zusammengebunden werden, aus
t binden u. tSeil): 1. (Seemannsspr.) dünnes Tau. Leine.
2. (landsch.) kleines Band.
Bandum [ban'du:ra],die; -. -s [russ. bandura < poln. ban-
dura < ital. pandora < lat. pandüra < griech, pandoü-
ra): lauten- od. gitarrenähnliches ukrainisches
Saiteninstrument.
bang«bange [bao(d)] <Adj.; banger, bangste; auch: bänger,
bängste) [aus dem Niederd. u. Md.. urspr. Adv.: mhd..
mniederd. bange, zusgez. aus: be-ange. aus: be- u. mhd.
ange. ahd. ango. zu mhd. enge. ahd. engl = feng. also
eigtl. = beengt]: von ängstlicher Beklommenheit erfüllt:
voll Angst. Furcht. Sorge: angstvoll, angsterfüllt: bange
Minuten; banges Schweigen; in banger Erwartung. Sorge;
jmdm. ist. wird b. [zumute, ums Herz]; jmdm./(seltener:)
Jmdn. b. machen; (meist scherzh.:) jmdm. wird b. und
bänger; b. sein (landsch.; ängstlich sein. Angst. Bedenken
haben) [. etw. zu tun]; b. um jmdn. sein (landsch.; Angst
um jmdn. haben, sich um jmdn. sorgen): b. vor jmdm..
vor etw. sein (landsch.; Angst vor jmdm.. vor etw. haben):
b. lauschen, auf etw. warten; R bange machen (auch:
Bangemachen) gilt nicht (fam.; nur keine Angst haben, sich nur
nicht einschüchtern lassen)!: *auf jmdn.. auf etw. b. sein
(landsch.; ängstlich gespannt sein): b. nach jmdm.. nach
etw. sein (sich nach jmdm.. nach etw. ängstlich-sorgenvoll
sehnen): <Zus.:> B^ngbüx. B^ngbüxe. (auch:) Bfngbuxe,
die (nordd. scherzh.): besonders furchtsamer Mensch:
Angsthase.dazu: B^ngbüxigkeh.die; -: Bange [band], die;
- (mhd.. mniederd. bange (Mask.). zu tbang(e)] (landsch.):
Angst. Furcht: nur keine B.!; ohne [jede] B.; [große, keine]
B. haben; bangen [baipn] <sw. V.; hat) [mhd.. mniederd.
bangen = bange werden, beängstigen, in die Enge treiben]
(geh.): 1. sich ängstigen, sorgen: Angst haben, in Sorge
sein: die Mutter bangt um ihr Kind; (landsch. auch: b.
+ sich:) sie hatte sich immer um ihren Mann an der
Front gebangt; 2. (auch: b. + sich) (landsch.) sich nach
jmdm.. etw. sehnen: die Kinder bangten [sich] nach der
Mutter. 3. sich fürchten: mir bangt [es] vor der Zukunft;
Bangigkeit, die; -: Ängstlichkeit. Furcht. Beklemmung: sie
war erfüllt von B.; das Herz zusammengezogen von
jammervoller B. (Hesse. Steppenwolf 260); bänglich [benlu;]
<Adj.>: Ängstlichkeit, heimliche Angst enthaltend, erkennen
lassend: eine -e Antwort; ein wenig b. von etw. berichten;
Bangnis ['barjnis]. die; -. -se (geh.): Angst. Besorgnis.
Beklommenheit: doch er klammert sich in B. an den Traum
vomeschatologischen Reich der Humanität (Kantorowicz.
Tagebuch I. 562).
299
Banz
Bani: PI. von l2Ban
Banio ['banjo. 'benc^o]. das; -s. -s [engl.-amerik. banjo.
nach der Aussprache von engl, bandore = T Bandura durch
die Negersklaven]: fünf- bis neunsaitige Gitarre mit langem
Hals u. rundem, trommelartigem Resonanzkörper.
'Bank [bankl. die; -. Bänke ['benka; mhd.. ahd. banc =
Bank. Tisch, urspr. = Erhöhung, verw. mit TBakken]:
1. <Vkl. f Bänkchen) Sitzgelegenheit aus Holz. Stein o.a.
Material, die mehreren Personen nebeneinander Platz bietet:
da steht eine B.; sich auf eine B. setzen; von einer B.
aufstehen; wir saßen in der Sexta oder später ... eine
Zeitlang in einer B. (Grass. Katz 32); Der Mann ... schob
sich in der B. (Anklagebank) hin und her (Baum. Paris
124); * etwas auf die lange B. schieben (ugs.; etwas
Unangenehmes aufschieben, hinauszögern: eigtl. = bis zur
Bearbeitung in den langen Aktentruhen der Gerichte aufbewahren
lassen); durch die B. (ugs.; durchweg, ohne Ausnahme, ohne
Unterschied: urspr. Anklagebank, auf der früher jeweils
nur sozial Gleichgestellte saßen, eigtl. = nach der Reihe,
wie die Leute auf einer B. sitzen); vor leeren Bänken (vor
wenigen Zuhörern. Zuschauern): sie spielten vor leeren
Bänken; vor leeren Bänken predigen (Ratschläge erteilen,
auf die keiner hört). 2. a) kurz für verschiedene
Handwerkstische wie Drehbank. Hobelbank. Werkbank usw.: an
der B. arbeiten; b) bankförmiges Turngerät. 3. a) kurz
für t Sandbank: lange Bänke und Kieszungen; mit dem
Schiff auf eine B. geraten; nicht von einer B. loskommen;
b) Anhäufung von Meereslebewesen, die eine Erhöhung über
dem Meeresgrund hervorruft: hohe Bänke von Austern.
Korallen; c) lange Wolken- od. Dunstschicht: d) (Geol.)
vom umliegenden Gestein gesonderte, fest
zusammenhängende Gesteinsschicht. 4. (Ringen) Ausgangsstellung beim
Bodenkampf, bei der sich der Ringer auf die Knie u. Arme
stützt. 5. unverändert beibehaltener Spielansatz auf
Tippscheinen.
2Bank [-]. die; -. -en [unter Einfluß von frz. banque <
ital. banco, eigtl. = Tisch des Geldwechslers < germ.
•bank. t 'Bank; 2: unter Einfluß von frz. banque =
Spielbank]: 1. a) Unternehmen, das Geld- u. Kreditgeschäfte
betreibt u. den Zahlungsverkehr vermittelt: ein Konto bei
der B. haben; Geld auf der B. [liegen] haben, von der
B. holen; b) Gebämle. in dem eine 2Bank (1 a) untergebracht
ist: die B. ist 1910 gebaut worden. 2. (Glücksspiel)
Geldeinsatz eines einzelnen Bankhalters, der gegen alle anderen
Spieler spielt od. den Einsatz verwaltet: die B. halten,
sprengen; gegen die B. spielen.
'Bank- ('Bank 1): -lehne, die; Machbar, der: Nachbar auf
der Schulbank: --reihe» die: Reihe von ' Schul j bänken. die
nebeneinander auf gleicher Höhe stehen od. hintereinander
angeordnet sind.
b*nk-. 2B*nk- (2Bank): -angestellte, der u. die; -aiwetsung«
die: Geldanweisung auf eine 2Bank (1 a); ^auftragt der:
Auftrag an eine2Bank (1 a). ein Geldgeschäft durchzuführen:
-ausweb, der: regelmäßig, meist wöchentlich
veröffentlichter Stand einer Notenbank zur Beurteilung der Währungs-
u. Geldmarktlage: -beamte. der (veraltend):
Bankangestellter: -betrtebslehre. die <o. Pl.>: spezielle
Betriebswirtschaftslehre für das Bankwesen (an Hochschulen): -vbnidh
der [für ital. banca rotta. T Bankrott] (veraltet):
Bankrott: so drohte der B. ... (Th. Mann. Krull 90); -bürg-
schaft.die; -Direktor, der; -einbrach, der: einen B.
verhindern; -fach,das: 1. <o. Pl.> Spezialgebiet des Bankbeamten:
im B. ausgebildet sein. 2. Tresor in einer Bank: jmds.
B. öffnen; -fachmam. der; -fadwirt, der (Berufsbez.);
-fttiig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: ein -er Wechsel; -feier-
tag, der [für engl, bankholiday]: Werktag, an dem die
2Banken (1 b) geschlossen sind: -gebaute, das: svw. f 2Bank
(1 b); -gehetmnte. das: Recht u. Pflicht einer 2Bank (1
a). Bankbeziehungen. Verhältnisse u. Konten ihrer Kunden
geheimzuhalten: -geschift. das: Geschäft, das an 2Banken
(1 a) abgeschlossen, erledigt wird: -gewerbe. das <o. Pl.>;
-guthaben, das; -halter, der (Glücksspiel): Person, die das
Spiel leitet, die Einsätze verwaltet u. gegen den die übrigen
Spieler spielen: -haus, das: svw. t2Bank (1 b); -bwttait,
das: svw. f 2Bank (1 a); -kaufimm, der: Bankangestellter
mit abgeschlossener Banklehre od. gleichwertiger
Ausbildung: -konto, das: Konto bei einer 2Bank (1 a); -krach,
der (Wirtsch. Jargon): finanzieller Zusammenbruch von
1 Banken (1 a); -kredh, der: von einer 2Bank (1 a) gewährter
Kredit: -lehre, die <o. PI.): Ausbildung des
Bankangestellten: -leitzahl, die: achtstellige Schlüsselzahl zur
numerischen Kennzeichnung von2Banken (1 a) u. Sparkassen. Abk.:
BLZ; -note, die [engl, bank-note; vorher: Bankzettel.
Bankbillet]: Geldschein aus Papier, der als Zahlungsschein
verwendet wird: --rate, die: Diskontsatz der Notenbank:
-raub, der; -riUiber. der; -safe. der. auch: das; -«check,
der: schriftliche Anweisung des Ausstellers an seine 2Bank
(1 a). die angegebene Geldsumme zu zahlen: -tresen, der:
der Räuber sprang über den B.; -Überfall, der;
-überweise«, die: Geldüberweisung durch eine 2Bank (1 a); MiMich
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: allgemein bei 2Banken (1 a)
üblich: die -en Zinsen verlangen; -verkehr, der:
geschäftlicher Verkehr mit 2Banken (1 a); -wesen. das <o. Pl.>;
-zins, der.
Binkchen ['henkln], das; -s. -: t'Bank (1).
bftnkd-. Binkd- [ benk!]: -lied. das [nach t Bänkelsänger]:
in einförmiger Weise von einem Bänkelsänger (1)
vorgetragenes Lied, das von einem aufsehenerregenden Ereignis
berichtet: -sang, der; -[eis [nach f Bänkelsänger]: das Singen von
Bänkelliedern als Kunstform. Darbietungsform j: -sfinger,
der [wohl nach ital. cantambanco (eigtl.: canta in banco
= sing auf der Bank!), zu: Bänkel. mundartl. Vkl. zu
t'Bank (1 a). da die wandernden Sänger von einer kleinen
Bank (einem ..Bänkel") herab ihre Geschichten u. Lieder
vortrugen]: 1. (im 17.119. Jh.) fahrender Straßensänger,
der auf Jahrmärkten u. ä. auftrat, wo er. auf einer kleinen
Bank stehend, in einförmigen Liedern seltsame u. aufregende
Ereignisse vortrug, die er an sehr realistischen Bildtafeln
verdeutlichte.!, jmd.. der in der Art alter Bänkelsänger
dichtet u. seine Dichtungen vorträgt, dazu: -«ängertedi <AdJ.;
o. Steig.); -weise, die (geh.): svw. Mied: all die schaurig-
grotesken Balladen und zärtlichen -n (K. Mann.
Wendepunkt 122).
bänken ['bankn] nur in der Wendung backen und b. (t3bak-
ken).
Banker ['banku]. der; -s. - [zu T2Bank (1 a)] (ugs.): Bankier.
Bankfachmann: Junge B. drängen vor (MM 24. 10. 68.
22).
bankerott [bankd'rot]: selten für tbankrott.
Bankert ['bankm]. der; -s -e [mhd. banchart. eigtl. = das
auf der Schlafbank der Magd (zu f 'Bank), nicht im Ehebett
des Hausherrn gezeugte Kind; 2. Wortteil: die in Eigenn.
wie Eberhard. Reinhard usw. übliche Nachsilbe -hard (zu
f hart)] (veraltend, stark abwertend): nichtehelichesI Kind.
1Bankett [ban'ket]. das; -[e]s. -e [ital. banchetto. urspr. =
kleiner Beisetztisch bei der festlichen Tafel. Vkl. zu: banco.
12Bank] (geh.): Festessen. Festmahl: ein großes B.
veranstalten; [für jmdn.lein B. geben; auf/bei einem B. die Tischrede
halten.
2Bankett [-]. das; -[e]s. -e. (auch:) Bankette 1-9]. die; -. -n
[frz. banquette = Fußsteig. Vkl. zu: banc = Bank <
altfränk. *bank = dt. T 'Bank.eigtl. = bankartiger
Erdaufwurftals Einfassung)]: 1. etwas erhöhter befestigter J
Randstreifen einer Auto straße: -e nicht befahrbar!; ein nicht
befestigtes B. 2. (Bauw.) unterster Teil eines
Gebäudefundaments.
bankettieren [bankEthran] <sw. V.; hat) [ital. banchettare.
f'Bankett] (veraltet): an einem lBankett teilnehmen, festlich
tafeln.
Bankier [ban'kie:]. der; -s. -s [ital. banchiere. zu: banco.
f2Bank; die heutige Aussprache unter Einfluß von frz.
banquier]: Inhaber od. Vorstandsmitglied einer 2Bank.
bankrott [bankrott <Adj.; o. Steig.) [zu f Bankrott]: 1. (von
Unternehmern) zahlungsunfähig: ein -er Unternehmer; der
Betrieb ist b.: Jmdn.. ein Unternehmen b. machen; [sich]
[Air] b. erklären; *b. gehen (zahlungsunfähig werden). 2.
(ugs. scherzh.) kein Geld mehr besitzend: ich bin [bald]
b.; du machst mich noch b. (arm). 3. zusammengebrochen,
vernichtet, geschlagen: er war innerlich b.; wir mußten
uns in dieser Frage b. erklären (mußten zugeben, daß wir
nicht weiterwußten): Bankrott [-]. der; -[e]s. -e [ital. banco
rotto. eigtl. = zerbrochener Tisch (des Geldwechslers),
aus: banco (t2Bank) u. rotto = zerbrochen < lat. ruptus.
2. Part, zu: rumpere = (zer)brechen]: 1.
Zahlungsunfähigkeit. Einstellung aller Zahlungen [eines Schuldners
gegenüber seinen Gläubigern]: den B. erklären, anmelden,
ansagen; [kurz] vor dem B. stehen; betrügerischer B. (Jur.;
Bankrott, bei dem der Schuldner seine Gläubiger durch
betrügerisches Verheimlichen bzw. Beiseiteschaffen von
Vermögenswerten benachteiligt). 2. *B. machen: a) zah-
300
bar-, Bar-
lungsunföhig werden: b) scheitern: er hat mit seiner Politik
B. gemacht. 3. Zusammenbruch, Scheitern: politischer,
geistiger, gesundheitlicher B.; hier wird der ganze B. unserer
Zivilisation offenbar; <Zus.:> Bankrptterklirung, die: 1.
öffentliche Erklärung des Bankrotts (1). 2. Erklärung des
(eigenen) Zusammenbruchs, Scheiterns: seine
Ausführungen kommen einer B. gleich; Untätigkeit in solcher Lage
würde eine B. bedeuten; Bankrotteur [bankre'to.'g]. der;
-s, -e [mit französierender Endung Tür älteres Bankrottie-
rerYJmd.. der bankrott (1) ist: bankrottieren [...'ti:rm] <sw.
V.; hat) (veraltet): Bankrott (2 a) machen.
Bann [ban]. der; -[eis [mhd.. ahd. ban. zu t bannen]: 1.
(MA.) Ausschluß od. Ausweisung aus einer kirchlichen!
Gemeinschaft: den B. über jmdn. aussprechen, verhängen;
den B. [auf)lösen, aufheben, von jmdm. nehmen; Luther
wurde mit dem B. belegt; vom B. gelöst werden.2. (geh.)
beherrschender Einfluß, magische Kraft, Wirkung, die jmd.
od. etw. auf andere ausübt, so daß diese nicht mehr frei
in ihren Entscheidungen i sondern willenlos u. völlig
ausgeliefert/ sind: Zauber: der Bann wich nicht von ihr; den B.
[des Schweigens] brechen; sich aus dem B. einer Musik
lösen; ganz im Bannte] des Geschehens sein; das Spiel
hielt ihn in B.. in seinem B.; in jmds. B. geraten; die
Welt stand unter dem B. der Ereignisse; * jmdn. in seinen
B. schlagen/ziehen (ganz gefangennehmen, fesseln). 3. (ns.)
Gliederungsbereich innerhalb der Hitlerjugend.
Bipin-: -buch, der: 1. (Jur.) St euer Straftat desjenigen, der
verbotswidrig ohne Verzollung Gegenstände ein- od.
ausführt. 2. (bist.) Bruch des Batmeides; -bulle, die (hist.):
päpstliche Urkunde über die Verhängung des
Kirchenbannes; -cid, der (hist.): Eid, den der Verbannte leisten mußte,
nicht vor Ablauf des Bannes zurückzukehren: -fluch, der
(hist.): Kirchenbann, der mit einer Verfluchung verbunden
ist: einen B. schleudern; -gut, das: svw. f -wäre; -herr.
der (hist.): Herr, der innerhalb eines Bezirks die
Gerichtsbarkeit ausübte: -kreis, der (geh.): Einflußbereich: sich jmds.
B. nicht entziehen können; -meile, die: 1. Weichbild od.
nähere Umgebung eines Ortes 'für die bestimmte
Vorschriften geltenj: innerhalb der städtischen B. 2. nähere
Umgebung von Parlaments- u. Regierungsgebäuden, wo das
Versammlungsverbot gilt: die B. um das Bonner Bundeshaus
aufheben; -recht, das: (bis ins 19. Jh.) Recht eines
Gewerbetreibenden, innerhalb eines Bezirks seine Waren herzustellen
u. zu verkaufen: -strahl, der: svw. f -fluch; -waM, der:
Schutz jwald I gegen Lawinen j, der aus der forstlichen
Bewirtschaftung herausgenommen ist u. in dem kein Holz
geschlagen werden darf: -wäre, die (Wirtsch.): Ware, die
unter Umgehung der Zollgesetze ein- oder ausgeführt wird:
-wart der (Schweiz.): Flur- u. Waldhüter.
bannen l'banan] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. bannen, eigtl.
= (unter Strafandrohung) ge- od. verbieten, urspr. =
sprechen]: 1. über jmdn. den Bann (1) aussprechen: der
Papst bannte den Kaiser. 2. (geh.) a) durch Bann (2)
an eine bestimmte Stelle od. in einen eigentümlichen Zustand
bringen u. festhalten: das Ereignis bannte die Zuschauer
[auf ihre Plätze]; jmdn.. etw. [wie] gebannt anstarren; Ü
ein historisches Geschehen auf die Leinwand b. (es malen
od. filmen); b) über jmdn., etw. magische Gewall ausüben
u. ihn (es) vertreiben: der Zauberer versuchte den bösen
Geist zu b.; Ü die Gefahr ist gebannt (abgewendet).
Banner [bang], das; -s. - [mhd. ban(i)er(e) < (a)frz. bannie-
re. Vermischung von roman. *bandire = Ort, wo die
Fahne aufgestellt wird (< germ. *banda = [Feldlzeichen.
vgl. got. bandwa) mit afrz. banir = öffentlich ankündigen
(< afränk. *bannjan = dt. f bannen)]: Fahne mit Feld-.
Hoheitszeichen, Wappen j, die durch eine waagerecht
hängende Querstange mit dem Fahnenscliaft verbunden ist: ein
B. tragen: U das B. (geh.; Feldkampfzeichen) der Hoffnung.
der Freiheit erheben, vorantragen; *B. der Arbeit (DDR;
ein Orden) <Zus.:> Bannerträger, der: vor dem Allerheilig-
sten schritten B.; Ü er ist B. (geh.; Vorkämpfer) der neuen
Idee.
bannig (banic) <Adv.) [Ü zu t Bann] (nordd): ungewöhnlich,
außerordentlich, sehr: Der Schietkram hört auf. sonst werde
ich mal b. ungemütlich (Fallada. Herr 63); ich habe mich
b. gefreut.
Banse Cbanza]. die: -. -n (md.. niederd.): Lagerplatz, insbes.
für Garben in einer Scheune od. für Kohlen auf einem
Bahnhof: bansen [banzn] <sw. V.; hat) (md.. niederd.): / Garben
in der Scheune] aufschichten.
Bantam- ['ban tarn-; nach Ban tarn. Hafenstadt an der
Nordwestküste Javas, woher vermutlich das Bantam-(Zwerg-)
Huhn importiert wurde: daher Bantam- übertragen
gebraucht für kleines Format u.a.; vgl. Bantamgewicht]:
-gewicht, das <P1. ungebr.) [für engl, bantamweight]
(Schwerathletik): 1. <o. PI.) niedrige Körpergewichtsklasse.
2. svw. f Bantamgewichtler; zu 1: -gewiditler [...gdvictlg],
der; -s. -: Sportler der Körpergewichtsklasse Bantamgewicht
(1). -huhn, das: Zwerghuhn einer farbenprächtigen Rasse.
Banus [ba:nus] der; -. -: Nebenf. von t'Ban.
Baobab [ba:obap], der; -s. -s [aus einer zentralafrik. Ne-
gerspr.]: Affenbrotbaum.
Baon [ba'o.n]. das; -s. -e (österr.): Kurzwort für Bataillon.
Baptismus [bap'tismus]. der; - [engl, baptism < griech.
baptismös = Taufe]: Lehre envangelischer Freikirchen, die
nur die Erwachsenentaufe zuläßt: Baptist [bap'tist], der;
-en. -en [engl, baptist < griech. baptistes = Täufer]:
Anhänger des Baptismus: <Zus.:) Baptjstengemeinde, die; Baptiste-
rium [baptiste.rium] das; -s. ...ien [..pn; kirchenlat. bapti-
steriurn < lat. baptisterium = Schwimmbecken < griech.
baptisterion = Badestube] (christl. Rel.. Kunstwiss.): 1.
Taufbecken. 2. Taufkirche: baptistisch [bap'tistdl <Adj.;
o. Steig.): die Baptisten, den Baptismus betreffend: zu den
Baptisten, zum Baptismus gehörend.
bar [ba:g] <Adj.; o. Steig.) [mhd.. ahd. bar]: 1. (nicht präd.)
in Geldscheinen od. Münzen: nicht im bargeldlosen
Geldverkehr (Ggs.: unbar): -es Geld; jmdm. nur die -en Auslagen
ersetzen; -e Bezahlung; wenn Sie b. bezahlen, bekommen
Sie 3% Skonto; *in b. (mit Geldscheinen, Münzen): etw.
in b. bezahlen; gegen b. (gegen Geldscheine od. Münzen):
etw. nur gegen b. verkaufen. 2. <nur attr.) (geh.) rein,
pur: das ist -er Unsinn; etw. als -e Realität betrachten.
3. <nicht adv.) (veraltet) nackt, bloß, unbedeckt: mit -em
Haupt[e]; seine Füße waren b.; * einer Sache b. sein (geh.;
von etwas entblößt sein, etwas nicht haben): Ihre Räume
waren schon leer, der kitschigen Möbel. Teppiche und
Portieren b. (A. Kolb. Daphne 176); sie war b. jeglichen
Mitgefühls; b. aller Vernunft, jeglichen Gefühls.
'Bar [-]. die; -.-s [engl. bar. urspr. = Schranke, die Gastraum
u. Schankraum trennt <afrz. barre = Stange. H. u.]: 1.
a) intimes Nacht ilokal, für das der erhöhte Schanktisch
mit den dazugehörenden hohen Hockern charakteristisch
ist: eine B. aufsuchen, besuchen; in einer B. sitzen; b)
barähnliche Räumlichkeit in einem Hotel o.a. 2. hoher
Schanktisch mit Barhockern: an der B. sitzen.
*Bar [-],das;-s.-s<aber: 3 Bar) [zu griech. bäros = Schwere.
Gewicht]: Maßeinheit des [Luft]drucks: Zeichen: bar. b
(nur in der Met.).
3Bar [-]. der; -[eis, -e [H. u.]: regelmäßig gebautes, mehrstro-
phiges Lied des Meistergesangs.
bar-, 'Bar- (bar 1. 3): -bestand, der: Bestand an Bargeld:
-betrag.der; -brüstig [-brvstu;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
mit entblößter Brust: -busig [-bu:zi(j] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): mit entblößtem Busen: -freimachung, die: Barzahlung
von größeren Postsendungen, wenn die Freimachung durch
eine Stempelmaschine erfolgt: -frost, der: Frost ohne
Schnee: -fuß <indekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.):
mit bloßen Füßen: ohne Schuhe u. Strümpfe: b. gehen,
laufen; -fuß, der (ugs. scherzh.): entblößter Fuß: Er
war ... oft mit einem B. in die Vorlesung gegangen
(Strittmatter. Wundertäter 345). dazu: -fußarzt. der: (in
der Volksrepublik China) jmd., der im Rahmen der
staatlichen Gesutidheitspolitik medizinische Grundkenntnisse
erworben hat u. bes. auf dem Land einfachere
Krankheiten behandeln kann: -füßer, der; -s. -: Angehöriger
eines katholischen Ordens, dessen Mitglieder ursprünglich
barfuß gingen (z. B. Franziskaner, unbeschuhte Karmeli-
ten); -fUßig [-fy.sic] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw.
?-fuß<Adv.>; -fiißler [-fy:sl*]. der; -s. -: svw. f-füßer;
-geki. das: sofort verfügbares Geld in Münzen, Scheinen
(im Gegensatz zu einem Scheck), dazu: -geldlos <Adj.;
o. Steig.): -er Zahlungsverkehr; -gesdiäft. das
(Kaufmannsspr.) Geschäft, bei dem sofort alles bar bezahlt wird:
-haupt <Adv.) (geh.): mit entblößtem Kopf, ohne
Kopfbedeckung: er betritt b. die Kirche, dazu: -häuptig I-hgypt^]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): svw. t-haupt; -kauf.
der (Kaufmannsspr.): Kauf gegen sofortige od. fristgerechte
Zahlung: -lohn, der: Entlohnung, bei der das Arbeitsentgelt
in Bargeld ausgezahlt wird: -mittel <P1.>: das sofort
verfügbare Bargeld einschließlich Bank- u. Postscheckguthaben:
301
Bar-
Scheck, der: Scheck, der bei Vorlage bar ausgezahlt werden
kann; -Sortiment, das: Buchhandelsbetrieb zwischen Verlag
u. Buchhandlung; -vermögen, das: svw. f Mnittd; -Zahlung,
die: sofortige od. fristgerechte Begleichung des Kaufpreises.
2Bgr- ('Bar): -dame. die: Angestellte in einer Bar (1). die
Getränke verkauft u. die Gäste unterhält: -frau. die (ugs.):
svw. t ^dame; -hocker, der: hoher, in einer Bar (2) verwende-
ter Hocker; -keeper [-ki:pB], der: -s. - [engl, barkeeper.
zu to keep: halten, besitzen!: 1. svw. T^mixer. 2. (selten)
Inhaber einer Bar; Miiäddien, das: vgl. ^frau; Mnann. der
svw. Nkeeper (1); -mixer. der [nach engl, to mix =
mischen]: jmd., der in einer Bar [alkoholische] Getränke,
bes. Cocktails mischt; -musik.die: leichte
Unterhaltungsmusik (wie man sie häufig in einer Bar hören kann).
'Bär [be:i?]. der; -en. -en <Vkl. f Bärchen) [mhd. ber. ahd.
bero. eigtl. = der Braune]: großes Raubtier mit dickem
braunem Pelz, -gedrungener Gestalt u. kurzem Schwanz:
der B. brummt; -en Jagen, erlegen; Ü er ist ein richtiger
B. (ugs.; ein plumper, vierschrötiger Mensch); *der Große
B.. der Kleine B. (Sternbilder des nördlichen Himmels;
nach lat. Ursa Major u. Ursa Minor); wie ein B. (ugs.;
sehr): hungrig sein, stark sein wie ein B.; schwitzen wie
ein B.; schlafen wie ein B. (ugs.; sehr fest schlafen; gemeint
ist der Winterschlaf des Bären); imdm. einen -en aufbinden
(ugs.; jmdm. etw. Unwahres so erzählen, daß er es glaubt;
H. u.); 2B4r [-]. der; -s. -en. fachspr.: -e [vgl. I 'Bär] (Bauw.):
Rammklotz, großer Hammer (zum Bearbeiten von
Werkstücken od. Einrammen von Pfählen).
bir-, Bir- (vgl. auch: baren-. Bären-); --beißig [-bajsif] <Adj.)
[eigtl. = bissig wie der t Bärenbeißer]:
brummig-unfreundlich: sein Gesicht nahm einen -en Ausdruck an; Viele
Zuschauer glauben, der ruppig und b. wirkende Wehner
wäre unser Angstgegner" (Hörzu 43. 1972. 133), dazu:
-beißigkeit. die; -; -läpp Map) den -s. -e [zu mhd. läppe
= Lappen, ahd. lappo = flache Hand. Tatze, eigtl. =
Bärentatze]: Vertreter einer Klasse der Farnpflanzen; ^tier-
chen, das (Zool.): mikroskopisch kleines, einem winzigen
Bären gleichendes Würmchen.
Baraber [ba'ra:be). der; -s. - [entstellt aus ital. parlare =
sprechen, eigtl. = die Leute, die statt .sprechen** parlare
sagen, urspr. nur ftir italienische Arbeiter] (österr.
abwertend): Bauarbeiter: die B. schwitzen unter ihren Lasten
(Fussenegger. Zeit 191); <Abl.:> barabern [ba'ra:bBn] <sw.
V.; hat) (österr. ugs.): 1. als Hilfsarbeiter im Straßenbau,
auf dem Bau arbeiten. 2. hart arbeiten.
Baracke [barakd], die; -. -n [frz. baraque <span. barraca.
zu: barro = Lehm, urspr. = Lehmhütte]: nicht
unterkellerter, einstöckiger ; Holz Ibau für eine behelfsmäßige
Unterbringung: -n aufbauen, aufstellen, abreißen; in einer B.
hausen; <Zus.:> Barackenlager, das: aus Baracken
bestehendes Lager, in dem Menschen behelfsmäßig untergebracht
werden; Bar*ckensiedlung. die; <Abl.:> Barackler [ba-
raklp], der; -s. - (ugs.): Bewohner einer Barackensiedlung:
ein B. hätte eine Amifrau vergewaltigt (Ossowski.
Bewährung 31).
Baratt[barat],der; -[e)s[ital.baratto,zu barattare = (ver>-
tauschen] (Kaufmannsspr.): Austausch von Waren;
Baratterie [...td'ri:]. die; -. -n [...i:an; ital. baratteria = Betrug]
(Seew.): unrechtmäßige Handlungsweise von Kapitän od.
Mannschaft, durch die dem Schiff od. der Ladung Schaden
zugefugt wird; Barftthandel, der, -s: svw. fTauschhandel;
barattieren [bara'thron] <sw. V.; hat): (Ware) gegen Ware
tauschen.
Barbar [bar'ba:g]. der; -en. -en [lat. barbarus < griech.
bärbaros = Jmd.. der die Sprache u. die heimischen Sitten
nicht kennt, Nichtgrieche.spätmhd. = Fremdling.
Ausländer] (abwertend): 1. roher, empfindungsloser Mensch ohne
Kultur: -en haben den Friedhof verwüstet. 2. [auf einem
bestimmten Gebiet I völlig ungebildeter Mensch: Was wissen
Sie schon von der exquisiten Geistigkeit unserer
Kirchenväter. Sie Junger B.? (Remarque. Obelisk 217). 3. (bist.)
Nichtgrieche: die Griechen nannten die Angehörigen
anderer Völker -en.
Barbarazweig Cbarbara-]. der; -[e]s. -e <meist PI.): (bes.
Kirschbaum- od. Forsythien)zweig, der am Barbaratag (4.
Dezember) in die Vase gestellt wird, damit er zu
Weihnachten blüht.
Barbarei [barba'rqj], die; -. -en [lat. barbaria. zu: barbarus.
t Barbar; spätmhd. = Ausland]: 1. Roheit,
Unmenschlichkeit, Grausamkeit: weil... Mißachtung der Menschenrechte
zu Akten der B. führten (DönhofT. Ära 117). 2. <P1. selten)
Kulturlosigkeit. völlige Ungebildetheit, Unzivilisiertheit: in
die B. zurücksinken; es ist eine B.. die Alpen mit diesen
Hochhäusern zu verschandeln; Barbarin (bar'ba:rm], die;
-. -nen: w. Form zu f Barbar (3); barbarisch [bar'ba:nf]
<AdJ.) [mhd. barbarisch = fremd(ländisch). zu TBarbar]:
1. unmenschlich, roh. grausam: -e Maßnahmen. Strafen;
das -e Fangen und Töten von Singvögeln; er wurde b.
gefoltert. 2. ungebildet, unkultiviert, unzivilisiert: zu einer
Zeit, als das nördliche Europa noch -es Land war. 3.
(abwertend) unschön, nicht von Kultiviertheit, von gutem
Geschmack zeugend: die Neubauten sehen b. aus. 4. a)
über das normale od. erlaubte Maß hinausgehend, sehr groß,
furchtbar: eine -e Hitze; das war ja eine -e Hetze; b) <intensi-
vierend bei AdJ. u. Verben) sehr: wir haben b. gefroren.
5. (hist.) die Barbaren (3) betreffend; Barbarismus [bar-
ba'nsmos],der; -...men Dat. barbarismus < griech. barba-
rismös. zu: barbarizein = unverständlich, schlecht
sprechen]: 1. (Sprachw.) a) ein in das klassische Latein od.
Griechisch übernommener fremder Ausdruck; b) grober
sprachlicher Fehler. 2. (Kunstwiss.. Musik) Anwendung von
Ausdrucksformen der Primitiven in der modernen Kunst
od. Musik.
'Barbe Chart»], die; -. -n [mhd. barbe. ahd. barbo < lat.
barbus. zu: barba = Bart, nach den vier Bartfäden]: zur
Familie der Karpfen gehörender großer Fisch, der in Bächen
u. Flüssen lebt u. als wohlschmeckend gilt; 2Barbe [-]. die;
-. -n [frz. barbe. eigtl. = Bart < lat. barba = Bart,
weil dadurch das Kinn wie von einem Bart umgeben wurde]
(früher): Spitzenbesatz an einer weiblichen Kopfbedeckung.
BarbecueCba.bikJu:]. das; -[s]. -s [amerik. barbecue < span.
barbacoa; aus der indian. Mundart der Taino. urspr. =
Holzrost]: 1. Gartenfest, bei dem ganze Tiere (Rinder.
Schweine) auf dem Rost od. am Spieß gebraten werden:
trafen sich Kennedy und seine Gäste zu einem B. (Spiegel
35. 1974. 65). 2. a) Bratrost, der bei einem Barbecue (1)
verwendet wird; b) auf dem Bratrost gebratenes Fleisch.
Barbier [bar'bi:?]. der; -s. -e [mhd. barbier < frz. barbier
< mlat. barbarius = Bartscherer. zu lat. barba = Bart]
(veraltet, aber noch scherzh.): Herrenfriseur: die Arbeiter
in den Fabriken und Mühlen, die Fischer, -e und Pizzabäk-
ker (Seghers. Transit 262); barbieren [bar'bi:ren] <sw. V.;
hat) (veraltet, aber noch scherzh.): rasieren: er ließ sich
genußvoll b.
Barbiturat [barbitura:t], das; -s. -e (Pharm.): Medikament
auf der Basis von Barbitursäure, das als Schlaf- u.
Beruhigungsmittel verwendet wird; Barbitursture [barbi'tu:?-]. die;
- [H. u.] (Pharm.): Grundstoff der meisten Schlafmittel.
Birchen Cbe:s<pn]. das; -s, -: T 'Bär.
Barchent Cbarcnt], der; -s, -e [mhd. barchant < mlat.
barchanus < frz. barracan. span. barragän < arab. barra-
kän]: auf der Unken Seite aufgerauhter Baumwollflanell:
ein Nachthemd aus B.
bardauz [bar'dajit^]: f pardauz.
'Barde [bardd], die; -. -n [frz. barde = Speckschnitte zum
Braten der Vögel. Reitkissen < span. albarda =
Saumsattel < arab. (al) bärda'a = (die) Sattelunterlage, (der)
Packsattel] (Kochk.): Speckscheibe, mit der das Geflügel
beim Braten belegt wird.
2Barde [-], der; -n. -n [frz. barde < lat. bardus < kelt.
•bardo = Sänger]: 1. (hist.) (bes. keltischer) Sänger u.
Dichter von Heldenliedern. 2. a) (oft iron.) Dichter; b)
Verfasser von zeit- u. gesellschaftskritischen Liedern u.
Balladen, der seine Lieder selbst zur Gitarre vorträgt; <Abl.:)
Bfrdentum, das; -s.
hantieren [bar'di:ren] <sw. V.; hat) [zu f 'Barde] (Kochk.):
(Geflügel) mit Speckscheiben belegen, umwickeln.
Bardiet [bardi:t], das; -[e]s. -e [zu lat. barditus ( = Gesang
der Germanen bei Kampfbeginn), von Klopstock fälschlich
auf ^arde bezogen u. als ..Bardengesang'fc aufgefaßt]:
Schlachtgeschrei der Germanen vor dem Kampf; Barditus
[bar'di:tos], der; -. - [...u:s]: lat. Form von f Bardiet.
'bäreiK B&ren- Cbe:ran-] (vgl. auch: bär-. Bär-); -beißer,
der: Hund mit kurzhaarigem Fell, großem Kopfu. schwarzer
Schnauze, der zur Bärenjagd verwendet wurde; MÜenst. der:
in der Wendung imdm. einen B. erweisen/leisten (in guter
Absicht etw. tun, was einem anderen, zu dessen Nutzen
es gedacht war. schadet; viell. nach der Fabel ..Der Bär
und der Gartenliebhaber4' von La Fontaine, in der der
Bär diensteifrig eine Fliege von der Nase des Gärtners
302
Baron
verscheucht, ihn dabei aber tötet): -dreck, der (südd..
österr. ugs.): Lakritze; -fang, der: Likör aus Bienenhonig:
^fell. das. dazu: -fellmütze. die: hohe Pelzmütze, die
zur Uniform einiger Garderegimenter (bes. in
Großbritannien) gehört; -fiihrer. der: 1. (früher) jmd.. der mit einem
Tanzbären umherzieht. 2. (ugs. scherzh.) Fremdenführer:
den B. für Jmdn. abgeben, spielen; -hatz. die: svw. -Jagd:
-haut, die: svw. -feil: *auf der B. liegen (ugs. abwertend;
faulenzen, faul sein), dazu: -häuter [...hqyt*]. der [zuerst
Soldatenschimpfwort, urspr. = einer, der nicht kämpft,
sondern auf der Bärenhaut liegt]: 1. <o. PI.) Name einer
Märchengestalt. 2. (veraltet) Faulpelz; -iagd. die: -klau
[...klap]. die; -. - od. der; -s. -: 1. Kraut od. Strauch mit
großen, gespaltenen Blättern, Dornen in den Blattachseln
u. weißen, blaßvioletten od. bläulichen Blüten (meist
Steppen- u. Wüstenpflanze). 2. in vielen Arten auf Wiesen u.
an Rainen vorkommendes kräftiges, staudenbildendes
Doldengewächs; -lauch. der: weißblühendes, stark nach
Knoblauch riechendes Liliengewächs in Auwäldern; —tatze. die:
1. Tatze des Bären. 2. svw. t ^klau (2); -traube, die: Heide-
krautgewächs.dßLza: -traubenblittertee.der; -zwinger. der.
2bfiren-. Bären- (ugs.): sehr (groß, stark]: -gesyndheit. die;
-hynger. der; -Idjhe, die; -kr^ft, die (meist PI.); -natur.
die (ugs.): überaus starke IkörperlicheJ Widerstandskraft;
-ruhe, die: Bundestrainer Schön besitzt eine B. (Hörzu
18. 1973. 18); -njhig <Adj.; o. Steig.): Was sollte dem
-en Pfälzer mit 56.15 Punkten ... schon passieren? (Bild
12. 4. 64. 41); -st%rk <Adj.; o. Steig.; nicht adv.X
bärenhaft <AdJ.; o. Steig.): stark; plump, ungeschickt (wie
ein Bär): Ich konnte sie mir nicht als die Frau des -en
Karl Olenski vorstellen (Rinser. Jan Lobel 16).
Barett [ba'retl. das; -[eis. -e. selten: -s [mlat. barrettum.
birretum. zu lat. birrus = Überwurf mit Kapuze]: an
den Seiten versteifte, flache, randlose Kopfbedeckung (auch
Teil einer Amtstracht von Professoren. Richtern u. a. j: war
sie wieder da. in einer ... Nerzjacke diesmal und einem
B. aus dem gleichen Pelzwerk (Th. Mann. Krull 197).
barg [bark]. bärge ['bergal: f bergen.
Baribal [ba:ribal]. der; -s. -s [H. u.l: Schwarzbär (bes. in
Nordamerika).
birig rbe:ri<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t'Bär]: 1.
(landsch.) bärenhaft, stark, robust. 2. (tirol.)
außergewöhnlich, gewaltig; Bärin i'bexm]. die; -. -nen [mhd. berin):
w. Form zu f'Bär.
barfedi ['ba:nj) <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Met.): den
Luftdruck betreffend, auf den Luftdruck bezüglich: das -e
Windgesetz.
Bariton ['baOritanl, der; -s. -e [...o:m; ital. baritono. zu
griech. barytonos = volltönend] (Musik): 1.
Männerstimme in der mittleren Lage zwischen Tenor u. Baß: er hat
einen kräftigen B. 2. <o. PI.) solistische Baritonpartie in
einem Musikstück: in einem Oratorium den B. singen.
3. Sänger mit Baritonstimme: ein gefeierter B.
Bariton-: -partie. die: für die Baritonstimme geschriebener
Teil eines Musikwerkes; -sdiKisseJ. der: auf der Mittellinie
des Notensystems liegender F-Schlüssel; -stimme« die: svw.
t Bariton (1).
baritonal [barito'na.l] <Adj.; o. Steig.): in der Art. Klangfarbe
des Baritons (1): seine Stimme, die b. und recht angenehm
klang (Zuckmayer. Magdalena 64); Baritonist. der; -en.
-en (selten): Sänger mit Baritonstimme.
Barium [*ba:rium]. das; -s [zu f Baryt (weil es daraus
gewonnen wurde)]: chemischer Grundstoff, ein silberweißes
Leichtmetall (aus der Gruppe der Erdalkalimetalle), das sich an
der Luft rasch mit einer schwärzlichen Oxydschicht
überzieht; Zeichen: Ba; <Zus.:> Bgritmsulfat, das <o. PI.):
schwefelsaures Barium.
Bark [bark]. die; -. -en [niederl. od. engl. bark. afrz. barque
< aprovenz. od. ital. barca < spätlat. barca. wohl zu
griech. bäris = Nachen]: in der älteren Schiffahrt übliches,
großes Segelschiff mit drei od. vier Masten, von denen nur
zwei die volle Segelausrüstung hatten;' Barkarole [barka-
'ro:te].die; -. -n [ital. barcarola = Schifterlied. zu: barcaro-
lo = Gondoliere, zu: barca. tBark]: 1. Gondellied im V
od. l2/8-Takt; gondelliedätmliches Instrumentalstück. 2.
früher auf dem Mittelmeer verwendetes Ruderboot; 2Barkarole
[-]. der; -n. -n (selten): Barkarolenschiffer: Es war der
frühere B. Mamolo aus Venedig (Kesten. Casanova 263);
Barkasse [bar'kasd]. die; -. -n [niederl. barkas. frz. barcasse
< span. barcaza < ital. barcaccia. eigtl. = Großboot.
Vgr. zu: barca. t Bark]: 1. größtes Beiboot auf Kriegsschiffen.
2. größeres Motorboot; Barke ['barkal. die; -. -n [mhd.
barke < mniederl. barke < afrz. barque. tBark]: kleines
Boot ohne Mast; Boot. Nachen: wir ankern in der Bucht
... umwimmelt von schaukelnden -n (Frisch. Gantenbein
438); Barkerole [barkd'ro:ld]. die; -. -n (selten): svw.
Barkarole.
Bärlapp: fbär-. Bär-.
Bärme ['terms), die: - [mniederd. berme] (nordd.): Hefe.
bannen [barmen] <sw. V.; hat) [mhd. barmen, ahd. (ir)bar-
men. f erbarmen]: 1. (landsch.. veraltet) mit Mitgefühl
erfüllen: die frierenden Kinder barmten ihn. 2. (nordd.
abwertend) jammern, lamentieren: die Frau barmte um das
Kind/wegen des Kindes; sie stöhnt und barmt: .Jetzt hilft
es ja nichts mehr ..." (Fallada. Mann 43); barmherzig
[barm'hertsic] <Adj.) [mhd. barmherze(c). ahd. barmherzi.
durch Einfluß von ir-barmen (t erbarmen) aus älterem arm-
herz(ig). nach kirchenlat. misericors = mitleidig, eigtl.
= ein Herz für die Armen habend] (geh.): mitfühlend,
mildtätig gegenüber Notleidenden; Verständnis gegenüber
der Not anderer offenbarend: eine -e Lüge; er war b. und
half ihm; die Barmherzigen Brüder, Schwestern
(Angehörige katholischer Krankenpflegeorden); Ausruf in plötzlicher
Angst: -er Gott!, -er Himmel!; <subst.:) Selig sind die
Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen
(Matth. 5.7); Ü die -e Schwärze der Nacht (Roehler. Würde
1S3); <Abl.:) Barmherzigkeit, die; - [mhd. barmherzekeit.
barmherze, ahd. armherzi. nach kirchenlat. misericordia]
(geh.): barmherziges.mitfühlendes Verhalten. Mildtätigkeit:
die B. Gottes; B. üben.
Barnabit [bama'bht. auch: ...'bitj. der; -en. -en [nach dem
Mutterhaus St. Barnabas in Mailand, das dem heiligen
Barnabas. Begleiter des Apostels Paulus, geweiht ist]:
Angehöriger eines 1530 gegründeten kath. Männerordens.
baro», Baro- [baro-; zu griech. bäros = Schwere]: -gr^mm,
das [f-gramm] (Met.): Aufzeichnung des Barographen;
-graph. der [t-graph] (Met.): selbstaufzeichnender
Luftdruckmesser; -meter. das [engl, barometer. 1665 geb. von
dem engl. Physiker R. Boyle (zur Bezeichnung des 1643
von Torricelli erfundenen Geräts); t-meter]:
Luftdruckmesser: das B. steigt, fällt; das B. zeigt eine Wetterbesserung
an; Ü Seit Jahren schon ist der Geschäftsverlauf der
Berliner Industriebank ein B. für die wirtschaftliche
Entwicklung in Berlin (Welt 23. 6. 62. 10); *das B. steht auf
Sturm (es herrscht ein Zustand der Spannung u.
Gereiztheit; jeden Augenblick können Zank u. Streit beginnen).
dazu: -meterstand, der; -metrk. die: - [t-metrie]:
Luftdruckmessung, dazu: -metrisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
die Luftdruckmessung betreffend: -es Maximum (Stelle des
höchsten Luftdrucks, höchster Barometerstand); (Ggs.:) -es
Minimum.
barock Iba'rok] <Adj.) [frz. baroque = sonderbar (eigtl.
= schief, unregelmäßig), das Barock betreffend (dies nach
gleichbed. ital. baroeco. das der neuen Kunstrichtung
wegen ihres „unregelmäßigen, sonderbaren" Stils zunächst
einen abwertenden Beigeschmack gab < port. baroeco
= schief, unregelmäßig, urspr. von der Perlenoberfläche
gesagt; H. uj: 1. a) <o. Steig.) im Stil des Barocks gestaltet,
aus der Zeit des Barocks stammend, in der Zeit des Barocks
üblich: ein -er Bau; -e Figuren; Das ganze Werk ist b.
empfunden (Bildende Kunst I. 11); b) von
verschwenderischer Formenfülle, überladen, verschnörkelt; schwülstig; im
Sinne der Lebenshaltung des Barockzeitalters: eine -e
Ausdrucksweise. 2. sonderbar, seltsam, eigenartig, grotesk: -e
Sprünge vollführen; Barock [-]. das od. der; -[s] [gekürzt
aus älterem ..Barockstil"]: a) durch kraftvolle,
verschwenderisch gestaltete Formen u. pathetischen Ausdruck
gekennzeichneter Stil in der europäischen Kunst. Dichtung u. Musik
von etwa 1600 bis 1750: das Zeitalter, die Kirchen, die
Musik, die Sprache des -[s]; b) Barockzeit!alter/: die
Literatur im B.
Barock-: -altar. der; --hau. der <PI.-bauten); -dichtung,
die; -kirche.die; -kunst.die <o. PI.); -literatur.die; -male-
rei, die; -musik. die; -perle, die (meist PL): unregelmäßig
geformte Perle; ^stil. der: [Bau]stil des Barocks; -theater,
das: a) Bühnenkunst der Barockzeit; b) Theaterraum aus
der Barockzeit; ^zeit, die <o. PL); -Zeitalter, das <o. PL).
Baron [ba*ro:n]. der; -s. -e [mhd. barun < afrz. baron
< afränk. baro = Lehnsmann, streitbarer Mann]: 1. <o.
PL) frz. Adelstitel, der dem dt. .freiherr" entspricht. 2.
303
Baronat
<o. Art.) Anrede für einen Freiherrn. 3. Träger des Titels;
<Abl.:> Baronat [barona.t]. das; -[eis. -e [mit latinis.
Endung]: svw. fBaronie; Baronefi, Baronesse [baro'nesfo)].
die: -. ...essen [veraltet frz. baronnesse. barnesse]: a) Tochter
eines Barons; Freifräulein; b) <o. Art.) Anrede für die
Tochter eines Barons; BaroneC [baronst. beronet, engl.:
bsranit]. der; -s. -s [engl, baronet. französierende Vkl.
zu baron]: 1. <o. PI.) engl. Adelstitei zwischen Baron u.
Ritter (Knight) stehend. 2. Träger des Titels; Baronie [baro
'nl:l, die; -. -n [...i:an; frz. baronnie]: 1. Freiherrnwürde.
2. Besitz eines Barons; Baronin [baro:nm]. die; -, -nen:
w. Form zu f Baron; baronisieren [baroni'zi:ran] <sw. Verb;
hat): in den Freiherrnstand erheben: Wir wurden baronisiert
von Karl dem Großen (BemdorfT. Himmelbett 29).
Barrakuda [bara'ku:da]. der; -s. -s [span. barracuda]: ein
langer, pfeilartig dahinschieliender\ räuberischer Knochen-
fisch, der auch als guter Speisefisch gilt; Pfeilhecht.
Barras [baras]. der; - [urspr. (während der Napoleonischen
Kriege) = Kommißbrot, viell. nach Graf Barras, dem
Heereslieferanten Napoleons, od. zu jidd. baras =
Fladenbrot]: Militär: Beim Kommiß, auch B. genannt ... (Kirst.
08/15.18).
Barre [bare], die; -. -n [mhd. barre < (a)frz. barre <
galloroman. • barra. H. u.]: 1. (veraltet) Schranke aus
waagrechten Stangen. Querriegel: daß hinter der B. Angestellte
wie er sitzen (Fallada. Mann 174); Ü die hochgetürmte
B. des Eises. 2. Sandbank. Untiefe bes. an der Mündung
eines Flusses od. an der Einfahrt eines Hafens.
Barrel fberel. engl.: 'bseral], das; -s. -s [engl, barrel =
Hohlmaß. Holzgefäß < afrz. baril. aprovenz. barril. H.
u.]: engl. Hohlmaß (163. 656 1); Faß. Tonne: die Einkünfte
der ölgesellschaften auf 50 Cent pro B. zu beschränken
(Welt 11. 11.74.7).
'Barren fbaran]. der; -s. - [1: m. Nebenf. zu f Barre; 2:
1812 gepr. von F. L. Jahn]: 1. Handelsform der
unbearbeiteten Edelmetalle (urspr. in Stangen): ein B. Gold. Silber.
2. (Sport) Turngerät mit zwei durch Stützen gehaltenen,
parallel verlaufenden Holmen; <Zus. zu I:) Barrengold,
das: in Barren genormtes Gold mit Prägestempel, der
Reinheit u. Gewicht garantiert; Bfrrensilber, das: <Zus. zu 2:>
BfiTenturnen, das; B^rrenübung. die.
2Barren [-]. der; -s. - [mhd. barn. barne = Krippe, Raufe,
ahd. parno] (süddl.. österr.): Futtertrog der Rinder.
Barriere [ba'rie:rd]. die; -. -n [frz. barriere. zu: barre. f Barre]:
Schranke. Sperre. Schlagbaum: eine B. errichten,
durchbrechen; Ü daß es der SPD gelänge, die -n zwischen den
..Proletariern" und den ..Bürgern" niederzureißen
(Augstein. Spiegelungen 27).
Barrikade [bari'kaxte], die; -. -n [frz. barricade. zu barrique
= Faß (Barrikaden werden oft aus Fässern errichtet)]:
Straßen /sperre zur Verteidigung, bes. bei Straßenkämpfen:
eine B. aus Sandsäcken und Stacheldraht; -n errichten,
bauen; sie starben auf den -n; *auf die -n gehen/
steigen (ugs.; heftig gegen etw. angehen, protestieren, sich
heftig empören; durch Protestaktionen etwas durchzusetzen
versuchen), für die Gleichberechtigung der Frauen auf
die -n steigen; <Zus.:> Barrikadenkampf« der.
Barrister [benste. engl.: 'hacnstal. der; -s. - [engl, barrister.
zu: bar = hölzerne Sperre. Schranke, die den Richter
von den Angeklagten trennt < (a)frz. barre. T Barre]:
Rechtsanwalt bei den engl. Obergerichten.
barsch [barf] <Adj.; -er. -[eiste) [Ü von barsch = scharf,
streng, ranzig (von Geschmack), aus dem Niederd. <
mniederd. barsch, urspr. = scharf, spitz, t Barsch]: sich
mit heftiger oder unfreundlicher Stimme kurz und knapp
an jmdn. wendend; unfreundlich, grob, kurz angebunden:
-e Worte; ein Schutzmann, der ... den Freunden mit -er
Stimme gebot, das Trompetenspiel zu lassen (Kusenberg.
Mal 132); sich b. und abweisend verhalten.
Barsch [ba:&f]. der; -[eis. -e [mhd.. ahd. bars. eigtl. = der
Stachelige, nach den auffallend stacheligen Flossen]: a)
Vertreter einer Familie der Knochenfische, im Süßwasser
lebender Raubfisch mit stacheligen Kiemendeckeln, großem
Kopf u. tief gespaltener Mundöffnung, der als Speisefisch
geschätzt wird; b) kurz für t Flußbarsch.
Barschaft ['ba:&faft].die;-.-en <PI. selten) [mhd. barschaft.
zu tbar (1)]: Gesamtheit des in jmds. Besitz befindlichen
Bargeldes: ihre ganze B. bestand aus zehn Mark: Wenn
auch keine -en zu entwenden seien (R. Walser. Gehülfe
110); es auf jmds. B. abgesehen haben.
Barschheit,die; -. -en (Subst. zu f barsch]: a) <o. PI.) barsches
Wesen. Unfreundlichkeit; b) barsche Worte.
Barsoi [bar'zDy], der; -s. -s [russ. borsoi = Windhund,
eigtl. = der Schnelle. Rasche]: russischer Windhund.
barst [barst], bärste [berste]: fbersten.
Bart [ba.gt], der; -[e]s. Barte [be.gta; mhd.. ahd. bart]:
1. <Vkl. f Bärtchen) a) die steifen] Haare auf der unteren
Gesichtspartie der Männer: ein langer, dünner, schwarzer
B.; der B. sticht, kratzt; einen starken B. (Bartwuchs)
haben; einen B. bekommen; ich lasse mir einen B. wachsen,
stehen; Jmdm. den B. stutzen, schneiden, scheren; ich lasse
mir den B. abrasieren, abnehmen; er raufte sich vor Wut
den B.; *(ugs.) der B. ist ab (jetzt ist es zu Ende; nun
ist es aber genug!); sich den B. streichen (seiner
Zufriedenheit mit der Geste des Bart Streichens Ausdruck geben);
etwas hat [so] einen B. (abwertend; ist längst bekannt);
bem -e des Propheten (scherzh.; Ausruf der Beteuerung);
bei seinem -e/bekn -e des Propheten schwören (scherzh.:
feierlich beteuern): etw. in seinen B. [hinein]
brummen/murmeln (etw. unzufrieden od. unwillig] unverständlich vor
sich hin sagen); jmdm. um den B. gehen (schmeicheln);
b) als Tastorgan dienende] Behaarung an der Schnauze
vieler Säugetiere; Schnurrhaare; auch Haarbüschel am
Schnabel mancher Vögel: der B. der Katze; Ü wie
Landschaften eines Meeresgrunds: Hügel und Flügel starre
Gerippe. Barte von Algen (Gaiser. Jagd 117); c)
Bartähnliches: der B. eines Kometen; Muscheln im Wasser gut
abbürsten, den B. entfernen (Petra 8, 1967, Rezepte 2).
2. unterer, geschweifter Teil des Schlüssels, mit dem durch
Drehen im Türschloß das Zu- u. Aufschließen bewirkt wird:
der B. ist abgebrochen.
hart-, Bgrt-: -äffe, der: Vertreter einer in Vorderindien
beheimateten Affengattung mit glänzendem schwarzem Fell u.
Bartkragen; -anflug, der <o. Pl.>: erste Anzeichen eines
werdenden Bartes; beginnender Bartwuchs: ein leichter B.;
-aufWickefcnasdiine,die: [scherzhaftes Bild im
Zusammenhang mit Witzen, die schon sehr alt sind u. daher einen
so langen Bart haben, daß er aufgewickelt werden muß]:
Wenn auch ein paar Witze der prominenten Senioren der
B. bedurft hätten ... (Hörzu 41. 1974. 119); -binde, die
(früher): Binde, durch die der Schnurrbart rechtwinklig
hochgerichtet wurde; -fäden <P1.>: svw. f Barteln; pflaum, der;
-flechte, die: 1. in Bergwäldern an den Ästen der
Nadelbäume vorkommende Flechtengattung. 2. durch Pilze od.
Eitererreger verursachte Entzündung der Haarwurzeln;
^geier. der: svw. t Lämmergeier; -gras, das: auf sandigen
Orten vorkommende Grasgattung; -gründe!, die: svw.
tSchmerle; ^haar. das; -Jos <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
ohne Bart, dazu: -taigkeit. die; -; -mensch, der (scherzh.):
Bärtiger; -nelke, die [nach den bartähnlichen Blättern];
-schaber. der (salopp): svw. tBarbier: -scherer, der
(salopp): svw. t Barbier, -Stoppel, die <meist Pl.> (ugs.): kurzes
Barthaar, wie es durch die tägliche Rasur entfernt wird;
-tracht, die: die B. des späten 19. Jahrhunderts; -träger,
der, ^wichse, die (früher): Pomade zum Glätten des Bartes;
-wisch, der (bayr.. österr.): Handbesen; -wuchs, der; ^zot-
tel, die (meist PL): sein großes verwüstetes, trauriges Gesicht
mit den weißen -n (Fallada. Herr 208).
Bärtchen [be:?tcan]. das; -s. -: tBart (1).
'Barte[barto].die; -. -n [mhd. harte, ahd. barta. zu tBart.
weil das Eisen vom Stiel wie ein Bart herabhängt] (veraltet):
breites Beil. Axt , als Waffe j.
2BarteH, die: -. -n [viell. nach dem PI. baarden von niederl.
baard. eigtl. = Bart, wegen der Ähnlichkeit mit
herabhängenden Barthaaren]: Hornplatte im Oberkiefer der
Bartenwale. Fischbein.
Barteln [bartjn] <PI.> [Vkl. zu t Bart (1)]: lange, fadenförmige
Hautbildungen mit Sinnesorganen, die von den Mäulern
mancher Fische herabliängen; Bartfäden.
Bartenwal fbartn-]. der; -[e]s. -e: riesiges Meeressäugetier,
das statt Zähnen zwei Reihen Quergestellter 2Barten hat.
Barterl [bartel]. das; -s. [n] [Vkl. zu tBart (1). wegen der
Ähnlichkeit mit einem Vollbart] (bayr.. österr. ugs.): Kin-
derlätzchen.
Barthd [bartj] in der Wendung wissen, wo B. [den] Most
holt (ugs.; alle Kniffe kennen; im schwäbischen Raum wird
abweichend davon .Jmdm. sagen/zeigen, wo Barthel den
Most holt" als Drohung gebraucht, um jmdm.
klarzumachen, wer Herr im Hause ist; viell. aus der Gaunerspr..
entstellt aus rotwelsch barsei = Brecheisen u. Moos =
304
Basizität
Geld, also eigtl. = wissen, wo man mit dem Brecheisen
an Geld herankommt).
bärtig ['beigtif ] <AdJ.; nicht adv.) [für älteres bärticht. mhd.
bartoht]; einen Bart tragend: unrasiert: -e Jünglinge.
Gesichter; Ü von -en Algen behangen (Gaiser. Schlußball
210); <Abl.:> Birtigkeit. die; -.
Barutsche [ba'rutja]. die; -. -n [ital. baroccio. biroccio <
lat. birota] (früher): zweirädrige Kutsche, zweirädriger
Wagen.
bary-. Bary- [bary-; griech. barys = schwer, voll; tief):
^sphire, die (Geol.): innerster Teil der Erde: -z^ntrisdi
<Adj. zu f Baryzentrum; o. Steig.; nur attr.); ^zpitrum,
das (Physik): Schwerpunkt.
Baryt [ba'ry:t. auch: ...rvtl. der; -[eis. -e [zu griech. barys
= schwer): ein farbloses Mineral: Schwerspat: Bary ton
['ba.rytonj. das; -s. -e [frz. baryton. zu griech. barytonos
= volltönend]: Streichinstrument des 18.Jh.s in der Art
der Viola d'amore; Barytonese [baryto'ne.zd]. die; -. -n
[griech. barytönesis = das Setzen desGravis]: Verschiebung
des Akzents vom Wortende weg (z. B. lat. Themistocles
gegenüber griech. Themistokles).
basal [ba'za:l] <AdJ.; o. Steig.) [zu T Basis]: 1. (allg.) die
Basis bildend, auf der Basis befindlich, zur Basis gehörend.
2. a) Med.) an der Grundfläche eines Organs oder Körperteils
liegend: b) (Geol.) die Basis einer geologischen
Schichtenfolge betreffend: <Zus. zu 2 a:> Basaltemperatur, die (Med.):
die am Morgen vor dem Aufstehen in Mund od. After
gemessene Körpertemperatur der Frau (zur Feststellung des Folli-
kelsprungs).
Basalt [ba'zalt] der; -[eis. -e [älter.: Basaltes (16. Jh.) <
lat. basaltes. eigtl. durch Verschreibung entstelltes: basa-
nites < griech. basanites = (harter) Probierstein, zu gleich-
bed. bäsanos, viell. aus dem Ägypt.. wo das Wort ein
sehr hartes u. deshalb zur Goldprüfung verwendetes
Schiefergestein bezeichnete]: dunkles Ergußgestein (bes. im
Straßen- u. Molenbau verwendet).
bas«lt-. Bas«lt-: -block, der <P1. -blocke); -haltig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.); -stele, die: Stele aus Basalt: -tuff,
der: Basalt enthaltender Tuff
basalten [bazalüj] <Adj.; o. Steig.; nur attr.); aus Basalt
hergestellt: eine -e Stele; basaltig [bazaltu;]. basaltisch [ba-
zaltij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus Basalt bestehend:
basaltische Gebirgsmassen.
Basar, Bazar [ba'za:g]. der; -s. -e [frz. bazar < pers. bäzär
= Marktplatz]: 1. Händlerviertel in orientalischen Städten:
der schwüle Zauber orientalischer Paläste und -e (K. Mann.
Wendepunkt 72). 2. a) Warenverkauf zu
Wohltätigkeitszwecken: zu Gunsten des Ausbaus der Gebäude fand ein
B. statt; b) (DDR) Warenhaus. Verkaufsstätte.
Bfisdien ['be.s^an]. das; -s, -: t'Base.
Baschlik [bajhk]. der; -s. -s [russ. baschlyk < tat. baSlyk
= Kopfbedeckung, zu: ba§ = Kopfl: kaukasische
Wollkapuze.
'Base [ba:z3]. die; -. -n <Vkl. fBäschen) [mhd. base =
Vaterschwester, ahd. basa. vermutlich Lalhv.]: 1. (veraltet,
noch südd.) Kusine. 2. (Schweiz.) Tante.
2Base [-]. die; -. -n [rückgeb. aus dem PI. Basen von t Basis]
(Chemie): Metallhydroxyd, das die Grundlage für
verschiedene chemische Prozesse darstellt u. das mit Säuren Salze
bildet.
3Base [beis]. das; -. -s ['beiziz; engl.-amerik. base. eigtl.
= Ausgangspunkt. Grundlage. Basis < afrz. base < lat.
basis. f Basis]: Eckpunkt des Malquadrats im Spielfeld des
Baseballspiels: an den sogenannten ..-s". die man als Jene
Punkte bezeichnen könnte, an denen die entscheidenden
Spielphasen zu erwarten sind (FAZ 85. 1958. 10); <Zus.:>
Baseball ['-to:l]. der; -s [engl.-amerik. baseball. zu: ball
= dt. f 'Ball]; amerik. Schlagballspiel: Baseballer, der; -s.
-: Baseballspieler.
Basedow [ba:zado]. der; -s. (kurz für:) Basedow-Krankheit,
die; -. Basedowsche Krankheil [-Ja -]. die; -n - [für älteres
..Glotzkrankheit", nach K. von Basedow (1799-1854).
von dem die erste ausführliche Beschreibung der
Hauptsymptome stammt]: Krankheit, die auf einer Überfunktion
der Schildrüse beruht u. deren Kennzeichen das Hervortreten
der Augäpfel. Kropfbildung u. schneller Herzschlag sind.
Basen: PI. von f Basis, 'Base. 2Base.
basieren [bazi'.ren] <sw. V.; hat) [frz. baser. zu: base =
Grundlage < lat. basis. t Basis] (bildungsspr.): 1. fußen,
beruhen: sich gründen, sich stützen: der Text basiert auf
dem Vergleich einer großen Anzahl von Abschriften. 2.
gründen: wir haben unsere Pläne auf die (auch: der)
Tatsache basiert, daß ...; sie ( = die bürgerliche Ehe) ist auf
individuelle Liebe basiert (Lukäcs. Goethe 37).
Basilianer [bazTlja:m]t der; -s. - [nach dem griech.
Kirchenlehrer Basiliusdem Großen (330-379). Begründer des
Klosterwesens der Ostkirche, der als erster das Mönchsleben
nach gesetzlichen Bestimmungen ordnete]: Mönch der
griech.-orthodoxen od. griech.-unierten Kirche, der nach den
Regeln des hl. Basilius lebt.
Basilie [ba'zi:lp]. die; -. -n [mhd. basilie < mlat. basilia.
zu griech. basfleia = Königin, vgl. Basilikum]: selten für
f Basilikum, dazu: Basilienkraut, das: svw. f Basilikum;
Basilika [ba*zi:lika]. die; -. ...ken [mlat.. kirchenlat. basilica
= Kathedrale, urspr. = Gotteshaus der Christen, nach
lat. basilica = Gebäude, das als Markt- u. Gerichtshalle
diente < griech. basilike (stoä) = königliche Halle, zu:
basilikös = königlich] (Kunstwiss.): 1. Kirche der
frühchristlichen Zeit. 2. Kirchenbau mit erhöhtem Mittelschiff
in der Art der Basilika (1): eine romanische, gotische B.;
<Abl.:> basilikal [bazilika:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
Basilikum[ba'zi.likum].das;-s.-su. ...ken [mlat. basillcum.
zu lat. basilicus = königlich < griech. basilikös. wegen
des edlen, würzigen Duftes]: krautige oder strauchartige
Pflanze (aus der Gattung der Lippenblütler) mit weißen
oder lila Blüten, die als Gewürz- u. Heilpflanze angepflanzt
wird: Basilisk [bazi'lisk]. der; -en. -en [1: mhd. basiliske
< lat. basiliscus < griech. basilfskos = Schlangenart,
viell. die ägypt. Kobra. Vkl. zu: basileus = König]: 1.
auf orientalische Vorstellungen zurückgehendes antikes u.
ma. Fabelwesen mit tödlichem Blick, das von einer Schlange
od. Kröte aus einem Hühnerei ausgebrütet worden sein sollte
u. meist als Hahn mit einem Schlangenschwanz dargestellt
wurde. 2. Vertreter einer Gattung der Leguane im tropischen
Amerika mit Hautkämmen über Schwanz u. Rücken u.
Hautlappen am Kopf: <Zus. zu 1:) Basiliskenblick, der:
stechender, böser Blick: Basilj&kenei. das: Geschenk, das in böser
Absicht gegeben wird.
Basis fba:zis], die; -. Basen [lat. basis < griech. bäsis.
urspr. ein Wort der Baukunst, zu: bainein = gehen, treten,
also eigtl. = Gegenstand, auf den jmd. treten kann]: 1.
(bildungsspr.) Grundlage, auf der man aufbauen, auf die
man sich stützen kann: eine solide B. bilden; wir suchen
immer noch eine gemeinsame B.; auf einer festen B. ruhen;
auf der B. gegenseitigen Vertrauens. 2. (Archit., Technik)
/Säulen- od. Pfeiler/sockel. Unterbau: die Säule hat eine
große B. 3. (Math.) a) Grundlinie einer geometrischen Figur:
b) Grundfläche eines Körpers: c) Grundzahl einer Potenz
od. eines Logarithmus. 4. (Bot.) Pflanzenteil nahe der
Wurzel. 5. (Milit.) Ort od. Gelände als Stützpunkt militärischer
Operationen: neue Basen für Bomber schaffen. 6. (marx.)
a) die ökonomische Struktur einer Gesellschaft u. die
gesellschaftlichen Verhältnisse als Grundlage der Existenz des
Menschen: B. und Überbau; b) die breiten Volksmassen
als Ziel politischer Aktivität von unteren Parteiinstanzen.
Basisgruppen u. a.: an der B. arbeiten.
Basis-: -aktton. die (marx.): gezielte Aktion, die auf die
Basis (6) einwirken soll: müsse den Betroffenen in -en
die Veränderbarkeit der gesellschaftlichen Bereiche
erfahrbar gemacht werden (Stamokap 186); -arbeit, die <o. PI.):
Arbeit an der Basis (6 b); -fraktur. die (Med.): Bruch der
ist B. auf Betriebs- und Sektionsebene zu verstehen
(Börsenblatt 28. 1970, 837); -fraktur. die (Med.): Bruch der
Schädelbasis: -gruppe. die: I linksorientierter I politisch
aktiver Arbeitskreis von Studenten 1. der auf einem
bestimmten Fach]gebiet an der Basis (6 b) progressive Ideen
durchzusetzen versucht: Pollinger schlug eine engere
Zusammenarbeit zwischen Handwerkern und Studenten etwa in der
Forni einer B. vor (MM 18.6.68.4); -kurs. der (Börsenw.):
(im Prämiengeschäft) Tageskurseines Wertpapiers: -lauer,
das: Versorgungslager, bes. bei Hochgebirgsexpeditionen:
-stein, der: Steinsockel als Basis (2): die -e der Figuren;
-winkel. der (Math.): auf der Basis eines gleichschenkligen
Dreiecks liegender (paarweise auftretender) Winkel: -wort.
das <P1. -Wörter) (Sprachw.): Wort, das einem abgeleiteten
Wort zugrunde liegt (z. B. ..Mensch" in ..unmenschlich").
basisch ['ba:ztf] <Adj. zu f 2Base; o. Steig.): -e Anilinfarben;
b. reagieren; Basizität [bazit$it£:t]. die; - [engl, basicity.
geb. von dem engl. Chemiker Th. Graham (1805-1869).
zu: base = 2Base (t3Base)] (Chemie): 1. Fähigkeit.3Basen
20 GDW
305
Baskenmütze
zu bilden. 2. Zahl der Wasserstoffatome im Molekül einer
Säure, die bei Salzbildung durch Metall ersetzt werden
können.
Baskenmütze ['baskn-1. die; -. -n [nach den Basken (frz.
basque < spätlat. Vasco). einem Volksstamm um den
Golf von Biscaya. woher diese Kopfbedeckung stammt]:
flache schirmlose Mütze aus Wolle od. Haarfilz: das
Mädchen hatte eine blaue B. auf.
Basketball [ba(:)skatbal; engl.-amerik. basketball. aus: bas-
ket = Korb (H. u.) u. ball = dt. tBall. weil dabei der
Ball in einen Korb geworfen werden muß] (Ballspiele):
1. der. -[eis <o. PL; meist o. Art.) (von Frauen u. Männern)
zwischen zwei Mannschaften ausgetragenes Ballspiel, bei
dem der Ball nach bestimmten Regeln in den gegnerischen
Korb (3 a) geworfen werden muß. 2. der. -[e]s. ...balle: beim
Basketball (1) verwendeter Ball: <Abl.:> Baskethaller
[...bäte], der. -s. -: jmd.. der Basketball (1) spielt.
Basküle [bas'ky:b]. die; -. -n [frz. bascule = Schaukelstuhl.
Schaukelbrett. Schlagbalken, urspr. = das, was sich senkt,
zu: basculer = schaukeln, urspr. = auf das Gesäß
schlagen, zu: battre = schlagen (vlat. battere) u. cul = Gesäß
(lat. cülus); durch den Einfluß von bas (=niedrig)
umgedeutet zu: das Gesäß senken]: 1. nach oben gewölbte Rük-
kenlinie des Pferdes beim Springen. 2. Treibriegelverschluß
für Fenster u. Türen, der zugleich seitlich, oben u. unten
schließt: <Zus. zu 2:> BaskttleversdiluB. der.
Basrelief fba-L das; -s. -s u. -e [frz. bas-relief aus: bas
= niedrig (f Baß) u. relief. t Relief]: über eine Fläche erhaben
hervortretendes Bildwerk. Flachrelief.
baß [bas; mhd. bas = besser, urspr. unregelmäßiger Komp.
zu dem Adj. wohl] in den Wendungen b.
erstaunt/verwundert sein/sich b. [verjwundern (altertümelnd; sehr, äußerst
erstaunt/verwundert sein): (selten noch attr.:> zum bassen
Erstaunen der Polizisten (Habe. Namen 20).
Baß [-]. der; Basses. Bässe ['besä; 1. 2: ital. basso = tief
< vlat. bassus = niedrig. H. u.; 4: kurz für: Baßgeige]
(Musik): 1. a) tiefe Männer/ singJstimme. Baßstimme: im
tiefsten B. antworten; mit vollem B. singen; b) <o. PL>
Gesamtheit der tiefen Männerstimmen in einem Chor: der
Chorleiter mußte vorerst die schwierigsten Stellen mit dem
B. einüben. 2. <o. PL> a) /solistischej Baßpartie in einem
Musikstück: in einem Oratorium den B. singen; b)
Baßstimme in einem Chorsatz: den B. einüben. 3. Sänger mit
Baßstimme. Bassist: die Oper hat einen ausgezeichneten B.
4. a) tiefstes u. größtes Streichinstrument, Kontrabaß: den
B. streichen; b) <meist PL> Gesamtheit. Klang der tiefsten
Orgel- od. Orchesterstimmen: die Bässe erdröhnten.
BfA-: -bariton.der: Sänger mit Baritonstimme in Baßtönung:
-bUber. der: Bläser, der auf einem tiefen Blasinstrument
den Baß (2) bläst: -buflfo. der: Opernsänger mit einer
Stimme, die sich besonders für komische Baßrollen eignet: -flöte,
die: -geige, die: svw. t Kontrabaß: -geiger, der: svw.
t Kontrabassist; -gitarre, die; -hörn, das; -instnment. das;
-klarinette, die; -läge, die: Stimmlage des Basses (1 a);
flaute, die; -partie, die: für den Baß (1 a) geschriebener
Teil eines Musikwerkes: -posaune, die; -saite, die: Saite
mit Baßlage auf Streichinstrumenten: -stager. der: svw.
t Bassist; -schHimeJ, der: auf der 4. Linie des Notensystems
liegender F-Schlüssel: -stimme, die: 1. tiefe Männer sing;-
stimme. 2. Noten für die Baßsänger, gedruckte Chorstimme
für den Baß: -tönung, die; -tuba, die.
Basse['bas3Lder;-n.-n[mniederd.basse = EberKnordd.Jä-
gerspr.): [älterer] starker Keiler.
Basseüssel'basfoMisfo).baste)'lis(d)].die; -. -n [frz. basselice
= Schaft mit waagerecht aufgezogener Kette, aus: bas
= niedrig (f Baß) u. lice = Weberaufzug < galloroman.
*licia, zu lat. Ilcium]: gewirkter Teppich mit waagerecht
geführter Kette: <Zus.:> Basselissestuhl. der: Flachwebstuhl
mit horizontaler Kettenführung: Bassdissewebefei, die:
Weberei, die mit Basselissestühlen arbeitet.
Basset [frz.: ba'se:. engl.: 'toesit]. der; -s. -s [frz. basset
= Dachshund, subst. Vkl. zu: bas < vlat. bassus =
untersetzt, niedrig]: Vertreter einer kurzbeinigen
Hunderasse mit kräftigem Körper u. jagdhundähnlichem Kopf: Bassett
[ba'set]. der; -s. -e u. -s [ital. bassetto. Vkl. zu: basso.
tBaß] (Musik): bes. im 18. Jh. gebr. kleiner Kontrabaß:
<Zus.: > Bassftthorn, das: eine Altklarinette, meist mit
aufgebogenem Schalltrichter.
Bassin [basso. auch: ba's£:]. das; -s. -s [frz. bassin. afrz.
bacin < vlat. *baccinum. zu gall. bacca = Wassergefäß]:
künstlich erbauter Wasserbehälter, angelegtes
Wasserbdiken: das Wasser im B. erneuern.
Bassist [ba'sist]. der; -en. -en [zu tBaß] (Musik): 1. Sänger
mit Baßstimme. 2. jmd.. der /berufsmäßig] Baß (4 a) spielt:
Baßgeiger: Basso [baso]. der; -. Bassi [aus ital. basso =
tief] in den mus. Fügungen: B. continuo (einem Musikstück
durchlaufend zugrundeliegende Baßstimme. Generalbaß: zu
ital. continuo = ununterbrochen < lat. continuus); B.
ostinato (sich oft wiederholendes Baßthema: zu ital. ostina-
to = hartnäckig < lat. obstinätus, 2. Part, von: obstinäre
= mit Beharrlichkeit vornehmen); B. seguente (Orgelbaß.
der die tiefste Vokalstimme begleitet: zu ital. seguente.
1. Part, von: seguire = folgen < lat. sequi).
Bast [bast], der; -[e]s. -e [1: mhd.. ahd. bast; 2: weil sich
die Haut später bastartig löst]: 1. pflanzlicher Faserstoff
zum Binden u. Flechten: die Blumenstiele mit B. umwickeln.
2. (Jägerspr.) behaarte, filzige Haut auf einem neugebildeten
Geweih: der Hirsch fegt den B. ab: das Gehörn ist noch
nicht vom B. frei.
b^st-, Bfst- (Bast 1): -artig <AdJ.; o. Steig.): wie Bast:
^färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv>; -faser. die; -matte.
die: aus Bast geflochtene Matte: -seide. die: Rohseide,
die im Gewebe ungleiche Verdickungen zeigt: ^seil, das;
-tasche, die: aus Bast geflochtene Tasche.
basta [basta] <InterJ.) [ital. basta. 3. Pers. Sg. Ind. Präs.
zu: bastare = genug sein, hinreichen < mlat. bastare,
H. u] (ugs.. zum Ausdruck, daß man über die betreffende
Sache nicht mehr weiter zu sprechen wünscht): Schluß!:
Wir wollten unsere Ruhe .... wir wollten wie Menschen
leben. B.! (Kuby. Sieg 364); und damit b.!
Bastard[bastartl.der;-s.-e[mhd.bast(h]art < afrz.bastard
= anerkannter Sohn eines Adligen, der nicht von der
rechtmäßigen Frau stammt, germ. Ursprungs, zu got. bansts
= Scheune, eigtl. = der in der Scheune Gezeugte]: 1.
a) (früher) uneheliches Kind eines Adligen u. einer nicht
standesgemäßen Frau: Ü (abwertend:) Schon bevor ich Jean
kennenlernte, den B. einer unverheirateten Mutter (Genet
[Übers.]. Totenfest 8); b) (Schimpfwort) minderwertiger
Mensch: du B.! 2. (Biol.) durch Rassen- od. Artenkreuzung
entstandenes Tier od. Pflanze: Maulesel sind -e aus Pferd
und Esel.
Bastard-: -pflanze,die; ^schritt, die: Druckschrift, die
Merkmale zweier reiner Schriftarten vermischt: -Sterilität, die:
Unfruchtbarkeit infolge einer Bastardierung: -teppkh, der:
Orientteppich, der Muster aus fremden Gebieten
übernommen hat.
bastanlierenlbastar'dhran] <sw. V.; hat):
(verschiedeneRassen od. Arten) kreuzen: <Abl.:> Bastardierung, die; -. -en:
Artenkreuzung. Rassenmischung: die B. gelb- und grünsa-
miger Erbsenrassen; bastardisieren [bastaidizLran] <sw.
V.; ist): sich mit etw. kreuzen, zu einem Bastard (2) werden:
die einzelnen Rassen bastardisieren.
Baste ['basta]. die; -. -n [frz. baste < span. bastos = TrefT.
zu: bastön = Stab, da diese Spielkarte früher mit
Darstellungen von Stöcken bemalt wurde]: Trumpfkarte. Treffas
in verschiedenen Kartenspielen.
Bastei [bas1 uy]. die; -. -en [ital. bastia. afrz. bastie. zu pro-
venz. bastida, 2. Part, zu: bastir = bauen. H. u.]:
vorspringender Teil an alten Festungsbauten. Bollwerk.
Bastei- (basteln): -arbeit, die: 1. <o. PL) das Basteln. 2.
Gegenstand, den man bastelt od. gebastelt hat: -buch, das:
Buch mit Anleitungen u. Vorlagen zum Basteln: -ecke,
die: 1. in regelmäßigen Abständen erscheinende] Sparte
mit Vor schlagen für Bastler in einer Zeitung. 2. a) Abteilung
mit Bastelmaterial in einem Kaufhaus: b) Ecke in einem
Kinderzimmer od. Gemeinschaftsraum, in der gebastelt wird:
-räum, der; -vorläge, die: Vorlage, nach der man etw.
bastelt.
Bastelei [baste'laj], die; -. -en: 1. Gegenstand, an dem man
bastelt. 2. (ugs. abwertend) allzu mühsames od. allzu langes,
als lästig empfundenes Basteln: er hat genug von der ewigen
B. an seinem alten Auto; basteln ['bastln] <sw. V.; hat)
[1. 2: spätmhd. pästlen = kleine Handarbeiten machen,
ohne Handwerker zu sein, zu t Bast (vgl. mhd.. ahd. besten
= binden, schnüren)]: 1. a) sich , in der Freizeit] aus
Liebhaberei mit der handwerksmäßigen Anfertigung
verschiedener kleiner Dinge beschäftigen: er bastelt gern;
(subst. :> viel Geschick im Basteln haben; b) durch kleinere
Handwerksarbeiten als Hobby] herstellen, nach eigenen
Ideen] anfertigen: sie bastelt an einem neuen Lampen-
306
bau-, Bau-
schirm; Tür die Kinder eine Puppenstube b.; Er hat sich
eine Unterwasserbrille gebastelt (Imog. Wurliblume 122).
2. sich an etw.. was man verbessern, um- od. ausbauen
will, handwerklich od. technisch betätigen, (mehr od. weniger
geschickt) herumprobieren: an seinem Auto b.; die Kinder
basteln an ihrer [Eisenbahnjanlage; Ü der Außenminister
bastelte an den Modalitäten des Vertrages.
hasten fbastn] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Bast
hergestellt: ein -er Wandbehang.
Bastille (bas'thja. ...tdjd]. die; - [frz. Bastille = die seit
dem 15. Jh. als Staatsgefängnis dienende Festung in Paris,
eigtl. = Bastei. Befestigungsbau. Nebenf. zu provenz. ba-
stida. f Bastei] (selten): Festung. Gefängnis: Bastion (bas-
tio:n]. die; -. -en [frz. bastion < ital. bastione. Vgr. zu:
bastia. t Bastei]: svw. t Bastei: die Stadt wurde von den
Feinden bis zur letzten B. erobert; Ü Das Theater ist
die letzte B. gegen die sogenannten Massenmedien
(Herrenjournal 3, 1966. 2).
Bastler [bastle], der; -s. - [zu tbasteln]: jmd.. der in seiner
Freizeit gern bastelt.
Bastonade [basto'naxlaj.-die; -. -n [frz. bastonnade < ital.
bastonata = Stockhieb, zu: bastonare = prügeln, zu:
bastone = Stock < mlat. basto. H. u.]: bis ins 19. Jh.
im Orient übliche Prügelstrafe, bes. durch Schläge auf die
Fußsohlen.
bat [ba:t]: t bitten.
Bataille [ba'talja. bata.jd]. die; -. -n [frz. bataille < vlat.
battälia = Fechtübungen der Soldaten mit Stöcken <
lat. battuälia. zu: battuere = schlagen, klopfen] (veraltet):
Schlacht. Kampf: Gefecht: Bataillon [batal'jo:n]. das; -s.
-e [frz. bataillon < ital. battagllone. Vgr. zu: battaglia
= Schlachtrufen) < vlat. battälia. t Bataille] (Milit.):
Truppenabteilung (Verband mehrerer Kompanien od.
Batterien): Abk.: Bat.
Bataillons-: -chef. der (ugs.): svw. t Kommandeur; -fUhrer.
der: svw. t Kommandeur; -kommandetr, der: Offizier,
der ein Bataillon kommandiert.
Batate [ba*ta:ta]. die; -. -n [span. batata. aus einer In-
dianerspr. Haitis]: a) ein tropisches Windengewächs: b)
stärkereiche, süßschmeckende, kartoffelartige Knolle der Batate
(a).
bite fbcite]: tbitten.
Bathometer [bato'me:te]. das; -s. - [aus griech. bathys =
tief u. t^meter]: Tiefseelot.
bathy-. Bathy- [baty...; zu griech. bathys = tief): -graphk,
die: Tiefseeforschung, dazu: -graphisch <AdJ.; o. Steig.);
-ineter. das: svw. f Bathometer; -scaphe [-*ska:f), der od.
das; -Isl. -[...fo] u. -skaph [-'ska:fl der; -en. -en [frz. bathy-
scaphe. zu lat. scapha = Boot. Kahn < griech. skäphe
= Gefäß. Trog]: von A. Piccard entwickeltes
Tiefseetauchgerät: ~sphire9die <o. Pl.>: tiefste Schicht des Weltmeeres.
Batik [ba:tik], der; -s. -en od. die; -. -en [aus dem Malai..
eigtl. = Sprenkel]: 1. <o. PI.) auf Java geübtes
Färbeverfahren unter Verwendung von Wachs. 2. in dieser Technik
gemustertes Gewebe: <Zus.:) Bgtikdruck. der <P1. -e): svw.
t Batik; batiken <sw. V.; hat): unter Verwendung von Wachs
mit einem Muster versehen u. färben: sie hat eine Tischdek-
ke. einen Schal gebatikt; in ihrer Freizeit batikt sie gerne.
Batist [baust], der; -[eis. -e [frz. batiste. wohl nach dem
flandrischen Leinenweber des 13. Jh.s Batiste (Baptist)
aus Cambrai]: feines Baumwolligewebe: ein Tuch, ein
Nachthemd aus B.
Batjst-: -Muse, die; -kleid. das; -taschortudi. das; -tücb-
lein, das.
batjsten <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Batist.
Batterie [batd'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. batterie. urspr. =
Schlägerei, was zum Schlagen dient, später speziell in der
Bed. 1 b u. erst im Neufrz. in der Bed. 1 a. zu: battre
= schlagen < lat. battuere; 4: frz. batterie =
Trommelschlag. Schlagzeug]: 1. (Milit.) a) kleinste Einheit bei der
Artillerie u. der Heeresflugabwehrtruppe: eine Übung für
die ganze B.; „Sie sind doch von der B. meines Sohnes"
(Kirst. 08/15. 738); Abk.: Batt[r].; b) aus mehreren
Geschützen bestehende Zusammenstellung für ein Gefecht: eine B.
leichter Haubitzen. 2. (Technik) a) aus parallel od.
hintereinander geschalteten Elementen bestehender Stromspeicher
als Gleichstromquelle: eine B. von 12 Volt; die B. aufladen;
b) zusammengeschaltete] Gruppe von gleichartigen
technischen Vorrichtungen: eine B. von Azetylenflaschen.
Winderhitzern; c) regulierbares Gerät zur Koppelung der Warm-
u. Kaltwasser zufuhr, um von einem Zapfrohr sofort die
gewünschte Wassertemperatur zu erhalten: die B. an der
Dusche muß repariert werden. 3. (ugs.) große Anzahl von
etw. Gleichartigem: eine ganze B. [von]
Champagnerflaschen. 4. Schlagzeuggruppe einer Band od. eines Orchesters.
Batterie-: Empfänger, der: Rundfunkgerät, das mit
Batteriestrom arbeitet: -gefeditsstand. der; -gerät, das (Elektrot.):
Gerät, das mit einer Batterie (2 a) betrieben wird: ^kessel.
der: Dampfkessel, der aus mehreren miteinander
verbundenen Trommeln besteht: -Offizier, der; -Stellung, die (Milit.):
Standort einer Batterie (1) im Kampfgebiet: -ström, der
<o. Pl.>: elektr. Strom aus einer Batterie (2 a); -ztoidung.
die (Technik): Zündung bei Verbrennungsmotoren, die durch
eine Batterie (2 a) erfolgt.
Batzen ['batsn]. der; -s. - [zu veraltet (aber noch mundartl.)
batzen = klebrig, weich sein, zusammenkleben, wohl zus-
gez. aus mhd. backetzen, Intensivbildung zu f2backen.
wegen des Aussehens auch Tür die in Bern u. Salzburg
geprägten Dickpfennige]: 1. (ugs.) a) größerer unförmiger
Klumpen laus einer weichen, klebrigen Masse]: ein B. Eis.
Lehm; b) sehr viel Geld: das hat einen [schönen] B. [Geld]
gekostet; er hat. besitzt einen B. [Geld]. 2. a) (MA.) Münze
als Mittelsorte zwischen Gulden u. Kreuzer: b) (schwelz.
veraltend) Zehnrappenstück.
Bau [bqy]. der; -[e]s. -e u. -ten [mhd.. ahd. bü. urspr. =
Errichtung eines Wohnsitzes u. Bearbeitung des Feldes
beim Seßhaftwerden; zusammengefallen mit einem alten
Fem. ..die Baute44, zu der PI. ..Bauten44 eigtl. gehört, daher
die gelegentliche Ausdrucksweise ..in einer dieser Bauten44]:
1. <o. Pl.> das Bauen. Errichten. Herstellen: der B. von
Schulen. Straßen; etw. ist. befindet sich im (auch: in) B.
(es wird daran gebaut). 2. <o. PI.) a) Aufbau. Bauweise:
Art. in der etw. gebaut. I kunstvollJ aus seinen Teilen
zusammengefügt ist: Struktur: der B. der deutschen Sprache;
den B. eines Dramas untersuchen; b) Art der menschlichen
Statur. Körperbau: das Mädchen ist von schlankem, zartem
B. 3. <o. PL> Baustelle. Platz, wo gebaut wird: auf dem
B. arbeiten; wer nichts will oder nichts kann, geht zum
B. (Plenzdorf. Leiden 88); sein Vater geht auf den B.
(ist Bauarbeiter. Maurer): *vom B. [sein] (ugs.; vom Fach
/sein/: mit guten Kenntnissen ausgestattet [sein/, weil man
sich mit der betreffenden Sache beruflich befaßt: urspr.
auf die Bühne, das Theaterwesen, bezogen): das können
nur die Leute vom B. beurteilen. 4. <P1. Bauten) meist
großes, durch seine besondere Einrichtung od. Bauweise
beeindruckendes] Bauwerk. Gebäude: ein einfacher,
langgestreckter, moderner B.; historische Bauten vor dem Verfall
bewahren. 5. a) <P1. Baue) Höhle als Unterschlupf
bestimmter Säugetiere: der Fuchs fährt aus seinem B.; der Dachs
ist in seinem B.; Ü gezwungen, die dialektische Methode
zu bemühen, um Pat aus dem B. zu locken (zum Sprechen
zu bringen: F. Wolf. Menetekel 130); b) <o. PI.) (salopp)
Wohnung. Behausung: bei dem Wetter rührt sich niemand
aus seinem B.; Heute gehe ich lieber nicht aus dem B.
(Fallada. Jeder 244); c) <o. PI.) (Soldatenspr.)Ot) Gebäude.
Raum, in dem Soldaten ihre Freiheitsstrafe verbüßen: in
den B. kommen; ß) Strafe, die im Bau (5 c 1) verbüßt
wird: drei Tage B. bekommen; d) <P1. Baue) (Bergbau)
ausgebauter Stollen. Grube: die alten -e sind eingestürzt.
6. <o. PL) (bayr.. österr.) Aussaat u. Aufzucht. Anbau
(von Feldfrüchten): der B. von Rüben und Kartoffeln.
bau-. Bau- (Bau. bauen): -abnähme* die: 1. behördliche
Bestätigung, daß ein Bauvorhaben entsprechend der
Bauerlaubnis ausgeführt wurde. 2. Überprüfung eines ausgeführten
Baues durch den Bauherrn: -abschnitt, der: 1. Zeitabschnitt,
in dem etw. gebaut wird: im dritten B. soll eine Schule
entstehen. 2. etw.. was in einem bestimmten Zeitabschnitt
gebaut wird: mit dem nächsten B. wird erst im Frühjahr
begonnen; -abteilung, die; -akadonie. die (DDR):
Hochschule für Bauwesen: Munt, das: städtische od. staatliche
Baubehörde: -arbeiten <P1.): Arbeiten auf einem Bau (3).
auf einer Baustelle: Umleitung wegen B.; -arbeiter. der:
Arbeiter auf einem Bau (3); -*art. die: Art u. Weise, wie
ein Gebäude o. ä. gebaut ist: ^aufsieht, die: Überwachung
der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften für alle Bauten
durch die Baupolizei, dazu: -aufsichtsbehörde, die; -aufzug.
der: Aufzug für die Beförderung von Baumaterial: -baracke.
die: svw. I -hütte (1); -beginn, der; -behörde. die; -bestand,
der: Anzahl u. Art der auf einer bestimmten Fläche
vorhandenen Bauten: -betrieb, der: vgl. -firma; -bewilligung, die:
20'
307
bau-, Bau-
svw. f Erlaubnis; -block, der <P1. -s. seltener: -blocke):
im Bau befindlicher Häuserblock: -boom, der:
Hochkonjunktur im Bauwesen: -bilde, die (ugs.): svw. t-hütte (1):
-denkmal, das: Bauwerk als Denkmal vergangener
Baukunst: -Einheit, die (Technik): typisiertes Bauteil für
Sonderwerkzeugmaschinen od. Fertigungsstraßen: -«lernent,
das: eines der ! Grund jbestandteile. aus denen ein modernes
Bauwerk errichtet, eine Maschine o.a. zusammengesetzt
wird: -e für Fertighäuser: -entwirf, der: Erlaubnis, die:
Genehmigung zur Errichtung eines Baues, die von der
Baubehörde erteilt wird: -erwartungsland, das <o. PI.):
Grundfläche, die in Kürze zur i Wohn jbebauung freigegeben
werden soll: B. gegen Höchstgebot zu verkaufen: -fach.
das <o. PI.): Fachgebiet des Bauwesens: -fachmaim, der:
Fachmann des Bauwesens: -ßllig <Adj.: nicht adv.) [Zusb.
aus Bau u. fallen]: sich in schlechtem baulichem Zustand
befindend, von Einsturzgefahr bedroht, nicht mehr stabil.
dazu: -ffilligkeit.die <o. PI.): schlechter, baulicher Zustand.
Einsturzgefahr: -firma.die; -flucht, -fluditlinie, die:
Grenze, über die hinaus eine Bebauung nach dem Bebauungsplan
der Gemeinde verboten ist: -form, die <meist PL): moderne
-en; -fuhrer, der: Person, die die Arbeiter auf einer Baustelle
beaufsichtigt: -gelinde, das; -geU.das: zum Bauen
benötigtes Geld: -aenehmtgung, die: t Erlaubnis: -aenossensdiaft,
die: auf gemeinnütziger Grundlage betriebene, durch Staat
u. Gemeinde geförderte Genossenschaft, die für ihre
Mitglieder i billige! Wohnbauten errichtet u. instand hält: -geriist,
das: -geschichte, die: Geschichte der Entstehung eines
Bauwerkes: -gesellschaft, die: Gesellschaft, die Bauten
finanziert: -gespam. das (Schweiz.): Stangen, die die Ausmaße
eines geplanten Gebäudes anzeigen: -gewerbe, das; -glied,
das (Archit.): einzelnes Element einer architektonischen
Schöpfung (z.B. Pfeiler. Säule. Bogen o.a.): -grübe, die:
für das Fundament eines Baues ausgeschachtete Grube:
-gnmd, der: für einen / Neu bau bestimmtes Geländestück:
die Häuser auf altem B. errichten: -handwerk. das <o.
PI.), dazu: -handwerker, der: -helfer, der: Hilfsarbeiter
auf einem Bau (3) mit längerer einschlägiger Arbeits-
erfaJmmg (Berufsbez.): -henr. der: Person. Instanz,
die einen Bau errichten läßt u. finanziert: -bof. der:
Lagerplatz von Baumaterial: -bolz, das <o. PI.): massives Holz,
das beim Bau verwendet wird: -Mitte, die: 1. Hütte für
die Bauarbeiter. 2. (MA.) Vereinigung der Steinmetzen u.
Bildhauer beim Kirchenbau: -Industrie, die: 1.
Industriezweig, der Material für das Baugewerbe herstellt. 2. <o.
PI.) das Baugewerbe als eigener Industriezweig: -Ingenieur,
der: Ingenieur auf dem Gebiet des Bauwesens: -iahr, das:
1. Jahr, in dem etw. erbaut wurde: das B. des Gehöftes
steht über dem Torbogen. 2. (Amtsspr.) einjähriger
Zeitabschnitt bei der etatmäßigen Errichtung von öffentlichen]
Bauten: im letzten B. konnte die Autobahn fertiggestellt
werden: -kästen, der: Kasten mit Bauklötzen als
Kinderspielzeug, dazu: -kastensysteui, das <o. PI.): Methode,
verschiedene Objekte od. Anlagen aus einheitlichen Einzelteilen
od. gleichkonstruierten Gegenständen kleineren Formats
herzustellen (bes. im Maschinen- u. Motorenbau): -klammer,
die: große, schwere, beim Bauen verwendete Klammer aus
Eisen: -klotz, der <P1. -klotze, ugs.: -klötzer): 1. svw.
t-klötzchen; * Bauklötzelr] staunen (salopp; äußerst
erstaunt sein). 2. (abwertend) großer, unförmiger Betonbau:
In Weimar stieß ich auf die Bauklötze der Hitlerzeit (FAZ
2. 7. 1961, 47); -klötzdieiu das: als Spielzeug verwendetes
Holzjklötzchen: -koloime, die: Gruppe von Bauarbeitern
im Straßen- od. Gleisbau: -konwnission, die: Kommission,
die kontrolliert, ob ein Bau vorschriftsmäßig ausgeführt wird
od. wurde: -konhmktur. die: günstige! Wirtschaftslage
für das gesamte Bauwesen: eine überhitzte B.; -körper.
der (Archit., Kunstwiss.): das gesamte Volumen eines
Bauwerks: ein mit einer Kuppel überwölbter Rundbau ... Der
B. ist ein Zylinder (Bildende Kunst I. 220); -kosten <PI.).
dazu: -kostenanschlag, der. -kostenaischuß, der: Zuschuß,
mit dem sich der Mieter in Form einer Mietvorauszahlung
od. eines zinslosen Darlehens an den Baukosten des
Vermieters beteiligt: der verlorene B.; -kran. der; -kredit. der;
-kunst, die <o. PI.): künstlerisches Bauen. Architektur:
-künstler. der (geh.): Person, die künstlerisch baut, dazu:
-künstlerisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.); -tand. das <o.
PI.): Land, das bebaut werden kann. Baugrund: -leiter,
der: Person, die vom Bauherrn mit der Ausführung eines
Baues beauftragt ist: -leitung, die: 1. <o. PI.) Leitung der
fachgerechten Ausführung eines Baues: einen Architekten
mit der B. beauftragen. 2. Büro des Bauleiters: in der
B. tätig sein; -lizenz, die: svw. t -erlaubnis; -löwe, der
(ugs. abwertend): geschäftstüchtiger Bauherr mit vielen
Mietshäusern: Schutz vor Bodenspekulanten, -n und
unsozialen Vermietern (MM 9.10.70.20); -Kicke, die:
unbebautes od. Trümmergrundstück zwischen geschlossener
Bebauung: die Stadt hat noch viele -n aus dem Kriege; -lust.
die; -markt, der: wirtschaftlicher, finanzieller Bereich des
Bauens: -masdiine, die: Maschine jeder Art. die auf dem
Bau (3) verwendet wird: -material. das; -meteter. der:
staatlich geprüfter Bautechniker mit Handwerks- u.
Fachhochschulausbildung (Berufsbez.); -methode. die; -Ordnung, die:
Verordnung, die die baupolizeilichen Richtlinien für die
statische Berechnung u. Ausführung baulicher Anlagen enthält:
-Ornament, das; -parzdle.die: kleineres] abgeschlossenes
Grundstück, das für den Bau (1) eines Hauses bestimmt
ist: -plan, der: 1. Bauvorhaben. 2. Entwurf für einen Bau
(4). für Maschinen u.a.: die Baupläne liegen vor; Ü das
Erbgeluge nach dem gleichen B. gebauter Lebewesen
(Medizin II. 84); -ptanke. die: Planke eines Bauzauns:
-Planung, die; -ptastik. die: für ein Bauwerk geschaffene
Plastik: -platz, der: svw. ?-grund; -polizei. die <o. PI.):
Bauauf Sichtsbehörde.% dazu: -polizeilich <Adj.; o. Steig.:
nicht präd^): diese Änderung muß b. genehmigt werden;
-preis, der: svw. f -kosten; -Programm, das: 1. Aufstellung
von Vorhaben für den Bau von Gebäuden. Maschinen u. ä.
als Programm für einen bestimmten Zeitraum. 2. Programm
für den Ablaufeines Bauvorhabens: -proJekt. das:
größeres] Bauvorhaben: -rat. der <P1. -rate): leitender Beamter
eines Bauamtes: -recht, das (jur.): Recht des Grundherrn
auf Erteilung der Bauerlaubnis, wettn die Bauweise
baupolizeilich zugelassen ist: -reif <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
a) erschlossen u. zur Bebauung freigegeben: ein -es
Grundstück; b) so weit vorgeplant, daß mit dem Bau jederzeit
begonnen werden kann: die Pläne sind längst b.; -riß, der
(veraltet): svw. -Zeichnung, -plan (2); -ruine. die (ugs.):
angefangener u. nicht weitergeführter Bau: mangels
Finanzierungsmöglichkeiten gibt es schon -n (Spiegel. 22.
8.66.18); -sachverständige, der: Fachmann auf dem Gebiet
des Bauwesens: -saison, die; -satz, der: Zusammenstellung
vorgefertigter Bauteile, aus denen der Benutzer nach einer
beigegebenen Anleitung etw. (z. B. ein Haus, ein Auto, ein
techn. Spielzeug) selbst bauen kann: -schaffende, der u.
die <meist PI.) (DDR): im Bauwesen Beschäftigte rj:
-Schlosser, der: Schlosser, der im Baufach tätig ist:
-schrelner. der: svw. t -tischJer; -schule, die (früher):
Ingenieurschulefür Bauwesen: -Schüler, der (früher):
Studierender an einer Bauschule: -schutt. der; -sparen <nur im
Inf., ugs. auch im Präs. u. 2. Part.): auf Grund eines
Bausparvertrags bei einer Bausparkasse sparen: wir wollen b.;
Wer bauspart, kann auch bauen (Hörzu 44, 1974. 125);
ich habe schon lange baugespart; <subst.:) Steuervorteile
beim Bausparen, dazu: -Sparer, der; -Sparkasse, die:
Kreditinstitut, das seinen Mitgliedern langfristige Darlehen zum
Bau. Erwerb od. zur Renovierung von Häusern u. ä. gewährt:
-sparvertrag, der: Vertrag, den man mit einer Bausparkasse
abschließt: -stahl, der: Stahl zum Bauen: -stein, der: 1.
Stein zum Bauen. 2, <meist PI.) svw. t-klötzchen. 3.
Bestand/teil, aus dem sich etw. aufbaut od. auf dem aufgebaut
werden kann: kleiner, aber wichtiger Beitrag: alle Materie
besteht aus kleinsten -en; -e für ein Gedankensystem:
-stelle« die: Stelle. Platz, wo gebaut wird: -Stil, der: Stil eines
Bauwerks: -Stoff, der: 1. zum Bauen, für bestbnmte
Bauvorhaben geeignetes Material: ein Verfahren zur Prüfung
von feuerfesten -en. 2. (Biol.) Stoff, der für den Aufbau
u. die Erneuerung der Zellen benötigt wird: für die
strukturellen Veränderungen benötigt die Zelle Energie und -e;
-stopp, der: Sperre für die Errichtung öffentlicher u.
privater } Bauten: -summe, die: für den Bau (1) benötigte Summe
Geldes: -tätigkeft. die <o. PI.); -technflt. die: Technik des
Bauens hinsichtlich der Methoden, des Materials u. der
Ausrüstung, dazu: -techniker. der: Techniker im Bauwesen:
-technisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die Bautechnik
betreffend: -teil: 1. der: Teil eines Bauwerks: der linke
B. stammt aus dem letzten Jahrhundert. 2. das:
vorgefertigtes Teilstück für den Bau von Häusern. Maschinen u.a.:
Bauelement: ein universell einsetzbares B.; -tempo, das:
-tischler, der: Tischler, der im Baufach tätig ist: -träger.
der: Firma, die im Auftrag eines od. mehrerer Bauherren
308
bauen
einen Bau (bes. ein Wohngebäude) errichtet; ^typ, der:
bestimmte 'in einem Modell! festgelegte Bauart, bes. bei
Maschinen; Mmternehmen, das: 1. Baufirma. 2. größeres
Bauvorhaben, zu 1: Unternehmer, der: Inhaber einer
Baufirma; -verbot, das; -verfahren, das: vgl. -technik; -vertrag,
der: Vertrag, der zwischen Bauherrn u. Bauunternehmer
abgeschlossen wird; -vorhaben, das; ^Vorschrift, die:
Bestimmung der Bauordnung; ^welse, die: 1. Art u. Weise,
in der gebaut wird; bestimmtes Verfahren beim Bauen: eine
neu entwickelte B. 2. Art u. Weise, wie etw. gebaut ist.
Bauart: die Handlichkeit des Wagens ergibt sich aus der
B.; -werk, das: ansehnlicher, durch seine kunstvolle
Bauweise beeindruckender Bau; ^werker, der: Hilfsarbeiter auf
einem Bau (3); -wesen, das <o. PL): technischer u.
kaufmännischer Bereich des Bauens; ^wich [-vu;]. der; -[eis. -e [2.
Bestandteil zu tweichenj (Bauw.): Abstand zwischen zwei
Gebäuden; Ohne eigenen Grenzabstand (Bauwich)... kann
gemäß §7 Abs. 3 LBO die Errichtung von Garagen ...
gestattet werden (MM 2. 11. 1970. 10); -Wirtschaft, die
<o. Pl.>: Bauwesen als Wirtschaftszweig; -würdig <Adj.;
nicht adv.> (Bergmannsspr.): svw. tabbauwürdig; ^wut,
die: übertnäßige Baulust; -zäun, der: Einzäunung einer
Baustelle; -Zeichnung, die; -zeit, die: für die Durchführung
eines Bauvorhabens benötigte Zeit: nach dreijähriger B.
wurde die Autobahn dem Verkehr übergeben; -Zuschuß,
der: Betrag, mit dem sich jmd.. bes. der Staat, an den
Kosten eines Baues beteiligt.
Bauch [b^jix], der; -[eis. Bäuche fbqycp] [mhd. buch. ahd.
büh. urspr. = der Geschwollene]: 1. (Vkl. t Bäuchelchen.
Bäuchlein) a) (bei Wirbeltieren einschl. des Menschen)
unterer Teil des Rumpfes zwischen Zwerchfell u. Becken:
den B. einziehen, vorstrecken; der Arzt tastete ihm den
B. ab; auf dem B. liegen, schlafen; er hängte sich eine
Gitarre vor den B. (salopp); jmdm. den B. aufschneiden
(salopp; ihn operieren): Ü das Flugzeug landete auf dem
Bauch (setzte mit dem Rumpf auf. ohne das Fahrgestell
ausfahren zu können); *skh (Dativ) [vor Lachen] den B.
halten (ugs.; sehr lachen müssen): auf den B. fallen (ugs.;
etwas nicht erreichen, scheitern): vor Jmdm. auf dem B.
liegen/kriechen (ugs. abwertend; unterwürfig sein): b) der
sich vorwölbende Teil des Bauches (1 a) (als Zeichen der
Beleibtheit); ein dicker, spitzer B.; einen B. ansetzen,
haben; daß sie sich mit diesem hauchdünnen Nektar einen
B. ansaufen (Musil. Mann 807); faltete die Hände über
dem gepflegten B. (Dürrenmatt. Grieche 46); er hat seinen
B. verloren (hat abgenommen); mir knurrt der Bauch
(ugs.; ich habe großen Hunger): Ü der B. (die Wölbung)
eines Kruges; Sein Anzug hatte ... zu kurze Ärmel, an
den Ellbogen und Knien bildete er Bäuche (Musil. Mann
1 326); * einen schlauen B. haben (ugs. iron.; schlau, gewitzt
sein; hängt vielleicht mit jidd. bauchen = kundig sein
zusammen). 2. (ugs.) der innere Teil des Rumpfes, in dem
sich die Umsetzung u. Verdauung der Nahrung abspielt;
Magen u. Darm!: einen leeren B. haben; er hat sich
den B. vollgeschlagen (sehr viel gegessen): mir tut Schon
der B. weh (ich habe zuviel gegessen); mit dem Kind
im B. (schwanger), ledig, ohne Hilfe (Simmel. Affäre 116);
Spr ein voller B. studiert nicht gern (ein satter Mensch
ist träge u. denkfaul; nach lat. plenus venter non studet
libenter); Ü Die Mühle (= Transportflugzeug) stand
zitternd und ihr B. öffnete sich (Kirst. 08/15. 311): im B.
(im Innern) des Schiffes: nichts im B. haben (noch nichts
gegessen haben u. daher sehr hungrig sein); aus dem hohlen
B. (salopp; ohne gründliche Vorbereitung, ohne sich vorher
fachlich orientiert zu haben): die Frage kann ich dir nicht
so aus dem hohlen B. beantworten.
hauch-, Bauch: Zusatz, der: sich abzeichnende, sichtbar
werdende Bildung eines Bauches (1 b); ^atmuna, die <o. PL):
auf das Zwerchfell beschränkte Atmung; ^btnde. die: 1.
Leibbinde. 2. (ugs.) a) Papier ring um eine Zigarre als
Zeichen ihrer Qualität; b) mit einem Werbetext bedruckter
Papierstreifen, der über den Schutzumschlag eines Buches
gelegt wird; -decke, die (Med.): Muskel- u. Bindegewebs-
schicht über den Organen in der Bauchhöhle; -4ell. das
(Med.): Haut, die die Bauchhöhle auskleidet u. an der die
Bauchorgane befestigt sind, dazu: -fdlentzündung, die;
-flebdu das (südd.. österr.. Schweiz.): Fleisch bes. vom
Schweinebauch: ^flösse, die: Flosse am Bauch eines Fisches;
-fiißer (so fachspr.). -fUßler. der [nach dem auf der
Bauchseite liegenden Kriechfuß. der zur Fortbewegung dient]
(Zool.): in vielen verschiedenen Arten auftretender Vertreter
der Klasse der Weichtiere. Schnecke: pflegend, die <o. PL):
er spürte einen stechenden Schmerz in der B.; -grimmen,
das [zu T2grimmenl (veraltend): svw. Kschmerz: ... spürte
er wildes B. (K. Mann. Vulkan 191); -gurt. der: Gurt um
den Bauch des Pferdes (als Teil des Pferdegeschirrs u.
des Sattelzeugs); -höhle, die: Hohlraum des Bauches, in
dem die Organe liegen, dazu: ^hflhlenschwangerschaft, die
(Med.): Entwicklung einer Leibesfrucht außerhalb der
Gebärmutter; -kbitscher, der; -s. - (ugs.): ungeschicktes
Auftreffen mit dem Bauch auf dem Wasser beim Kopfsprung;
-kneifen, -kneipen,das; -s (ugs.): svw. T -schmerz;
-knöpfchen, das (Kinderspr.): Nabel; -laden, der (ugs.): an einem
um den Hals gelegten Riemen befestigtes u. vor dem Bauch
getragenes Brett od. kastenähnlicher Gegenstand, auf dem
Waren kleineren Formats zum Kauf angeboten werden;
-landung, die (Fliegerspr. Jargon): Landung mit
eingezogenem Fahrwerk auf der Rumpfunterseite des Flugzeugs;
-muskel. der (meist PI.): Muskel der Bauchdecke: -nabel.
der (ugs.): Nabel; -organ. das <meist PI.): im Bauch (1
a) befindliches Organ; -pilz. der: in verschiedenen Arten
(als Bofist. Morchel usw.) auftretender Vertreter der
Ordnung der Ständerpilze; -pinseln: t gebauchpinselt; -presse,
die <o. PL): das Zusammenziehen der Bauchdecken- u.
Zwerchfellmuskeln u. dadurch bewirkte Druckerhöhung
innerhalb der Bauchhöhle (beider Stuhlentleerung u. während
eines Geburtsvorgangs); die B. betätigen; -redekunst. die
<o. PI.): Kunst des Bauchredens; -reden <sw. V.; meist
nur im Inf.): ohne Lippenbewegung mit dem Kehlkopf
sprechen: -redner. der [nach lat. ventriloquus. aus: venter =
Bauch u. loqui = reden; die Stimme scheint aus dem
Bauch zu kommen]; -rietnen. der; -schmerz, der (meist
PL): heftige -en bekommen; Ü bei einem gewagten
Vorhaben B. (Angst) bekommen; -schnitt, der (Med.): Öffnung
der Bauchhöhle durch einen operativen Eingriff; ^schuB,
der: / Verwundung durch einen] Schuß in den Bauch; -seite,
die: Unterseite bei Wirbeltieren; -speck, der: Fettansatz
am Bauch: Mit Joga gegen B. (Hörzu 37. 1973. 126);
-Speicheldrüse, die: in der Bauchhöhle hinter dem Magen
quer Querliegendes Organ, das Eiweiß. Fett u. Kohlehydrate
zerlegende Enzyme absondert; ^tanz, der: orientalischer
Schautanz, bei dem die Tänzerin Hüften u. Bauchmuskeln
rhythmisch bewegt, dazu: -tanzen (sw. V.; meist nur im
Inf., ugs. auch gebeugt): Lola Braxton. die im Theater
an der Wien ... bauchtanzte (Expreß 6. 10. 1968. 21).
-tänzer. der. -täraerin. die; Mailfang, der; -wand, die
(PL ungebr.) (Med.): innere Seite der Bauchdecke;
-Wassersucht, die: krankhafte Flüssigkeitsansammlung in der
Bauchhöhle infolge Blutwasserabsonderung; -weh, das (o.
PL) (ugs.): svw. Nschmerz; ^wdle. die (Turnen): svw.
t ■Felge (2); -zwicken, das; -s (ugs.): svw. T ^schmerz.
Bäuchelchen ['bQy^^nj. das; -s. -: f Bauch (1); bauchen
[bajixn], sich (sw*. V.; hat): sich wölben; die Gardinen
bauchten sich; gebauchte Segel; bauchig fbajixi^] (Adj.;
nicht adv.): 1. (selten) mit einem dicken Bauch (1 b): ein
-er alter Herr. 2. eine Wölbung* eine gleichmäßige runde
Verdickung aufweisend: eine -e Vase; Ü ein ... -er Brief
(Strittmatter. Wundertäter 340); bauchig [^919] (Adj.;
nicht adv.): svw. T bauchig (1): Er war ein unauffälliger,
-er Alter mit einem dicklichen Gesicht (Johnson. Ansichten
53); Bäuchlein ['boy^lajn]. das; -s. - [mhd. biuchelin]:
TBauch (1); bäuchlingsTbQy^lifls] (Adv.) [mhd. biuche-
lingen]: auf dem. den Bauch: b. auf einer Decke liegen;
sich b. auf den Boden werfen; Er mußte b. unter
Koppelzäunen durchkriechen (Fallada, Herr 183); Bauchung, die;
-. -en [zu T bauchen]: ausgebauchte Stelle. Wölbung:
Baud [bapt. bo:t). das; -[s], - [nach dem frz. Erfinder des
Telegrafenapparats mit Typendrucker Emile Baudot.
1845-19031 (Fernspr.) Einheit der
Telegrafiergeschwindigkeit: der Fernschreiber hat 50 B. je Sekunde.
Baude fb^da], die; -. -n [1: tschech. bouda < mhd. buode.
t Bude] (ostmd.): 1. abgelegene Hütte im Riesengebirge [mit
nur einem Raum/. 2. Berggasthof; (Zus. zu 2:)
Baudenabend, der: unterhaltsamer Abend auf einer Baude.
Hüttenabend: Ein zünftiger B. ist die nächste Bedingung (Gast.
Bretter 67).
bauen [bapanl (sw. V.; hat) /vgl. gebaut/ [mhd. büwen;
ahd. büan = wohnen, bewohnen. Landwirtschaft
betreiben, urspr. = wachsen, weiden, sein, wohnen]: 1. nach
einem bestimmten Plan in einer bestimmten Bauweise ausfüh-
309
Bauer
ren lassenj; errichten, anlegen: Häuser, Städte. Brücken,
Eisenbahnen. Straßen b.; er hat [sich, für sich u. seine
Eltern] ein Haus gebaut (bauen lassen): die Schwalben
bauen ihre Nester; Ü die Jugend will einen neuen Staat
b. (schaffen;. wir müssen noch die Betten b. (ugs. scherzh.;
die Betten machen, in Ordnung bringen). 2. a) einen Wohnbau
errichten, ausführen lassen!: er hat kürzlich gebaut; b)
einen Bau in bestimmter Weise ausführen: die Firma baut
sehr solide; fest, stabil, großzügig gebaute Häuser. 3. mit
dem Bau (1) von etw. beschäftigt sein: an einer Brücke,
Kirche. Zufahrtsstraße b.; Ü Man glitt immer mehr vom
Kern der christlichen Lehre ab und baute ... an ihrer
Fassade (Thieß. Reich 261). 4. a) entwickeln, konstruieren:
einen Rennwagen, ein neues Modell b.; b) herstellen,
anfertigen: Schifte. Atombomben. Maschinen b.; er sitzt in
Grethen und lernt Klaviere b. (Gaiser. Schlußball 189);
Ü er hat sich einen Anzug b. lassen (ugs. scherzh.;
schneidern lassen): einen Satz b. (Sprachw.; konstruieren). 5.
(Fachspr.) in bestimmter Weise technisch hergestellt, gebaut
sein: der Boxermotor baut flach. 6. a) (selten) zu
Ertragszwecken anbauen: euer Gemüse und eure Kartoffeln werdet
ihr euch wohl auch b. können (Fallada. Mann 231); b)
(veraltet) (Land) bestellen, mit etw. bebauen: seinen Acker
b. 7. sich auf jmdn., etw. verlassen können: jmdm. fest
vertrauen: auf Jmds. Wort b.; auf diesen Mann, seinen
Mut können wir b. 8.a) (ugs.) (eine Prüfung o. ä.) machen,
ablegen: das Abitur, das Examen, den Doktor b.: er hat
einen Schwanz gebaut (ist in einem Prüfungsgebiet
durchgefallen u. muß darin noch einmal eine Prüfung machen):
b) (salopp) (etw. Negatives) machen, verursachen: einen
Unfall b.; er hat Mist gebaut (alles falsch gemacht):
Scheiße baun wir alle mal (Aberle. Stehkneipen 40).
'Bauer fbajiB], der; -n (selten: -s). -n [mhd. büre. gebüre.
ahd. gibüro. zu: bür = Wohnung, eigtl. = Mitbewohner.
Dorfgenosse]: l.a) <Vkl. tBäuerchen. Bäuerlein>>/wf/.. der
berufsmäßig Landwirtschaft betreibt: Landwirt: er ist B.:
seine Verwandten sind dicke -n (landsch.: reiche Bauern)'.
Er verdingt den Buben als Knecht zu einem -n (Trenker.
Helden 134); Sprdie dümmsten -n haben die
dicksten/größten Kartoffeln (wind gesagt, wenn Jmdm. etw. fast mühelos
in den Schoß fällt, wenn Jmd. unverdientermaßen Erfolg.
Glück hat); was der B. nicht kennt, frißt er nicht (wird
gesagt, wenn jemand eine ihm unbekannte Speise ablehnt);
b) (ugs. abwertend) ungebildeter, ungehobelter Mensch:
er ist ein richtiger B.; * kalter B. (derb; Spuren des
Samenergusses), 2. a) unterste Figur beim Schachspiel: b) die
unterste Spielkarte. Bube. Wenzel, Unter: 2Bauer [-1. das.
auch: der; -s. - (mhd. bür; ahd. bür = Haus. Kammer.
Zelle, zu f bauen]: Vogelkäfig: der Vogel sitzt im B.
Bäuerchen [bqywpn], das; -s. -: t'Bauer (1): ein B. in der
Stadt; * [ein] B. machen (Kinderspr.; von Säuglingen]
aufstoßen): Bäuerin ['bayarml. die; -. -nen [mhd. bürin. gebü-
rinne): w. Form zu f 'Bauer (1); bäuerisch: 1 bäurisch;
Bauerlein ['bQVtflajn]. das; -s. -: f !Bauer (1); bäuerlich [bqytslic]
Adj. zu'Bauer (1) [mhd. bürlich. gebürlich; ahd. gebürlin
= die Mitbewohner, Dorfgenossen betreffend]: die -e
Kunst; -e Betriebe; b. leben; <Abl.:> BluerlicMteit, die; -.
bauern-, Bauern- (vgl. auch: Bauers-): -aufstand, der; -fcrot,
das: auf einem Bauernhof od, in Bauernart gebackenes Brot
(Ggs.: Bäckerbrot); -bub. der (südd.. Osten*.. Schweiz.):
svw. -junge; -bureche. der; Mlirn, die (bayr.. österr. ugs.):
Magd bei einem lBauern (1); -dirne, die (veraltet): svw.
-mädchen; -dorf. das; -Familie, die; -fang, der nur in
der Wendung auf B. aussehen (ugs.; auf leicht
durchschaubare Weise seine Mitmenschen zu betrügen versuchen):
-langer, der [aus der Berliner Gaunerspr., zu: fangen =
überlisten, urspr.: durchtriebener Städter, der die etwas
schwerfälligen Landbewohner betrügt] (abwertend): plumper
Betrüger, dazu: -fingeret [...feoa'rqi]. die; -: plumper [leicht
durchschaubarer] Betrug: -frau. (auch:) Bauersfrau, die:
Bäuerin: -frühstück, das: Bratkartoffeln mit Rührei u,
Speck: -fußball, der <o. PI.) (Fußball Jargon): plumper,
meist den körperlichen Einsatz übertreibende Spielweise
beim Fußball: das war B.; -aeschlecht. das; -«it. das;
-haus, das; -beide, die: im Mittelmeergebiet
vorkommendes Heidekrautgewächs. das das Bruyereholz liefert:
-hochzeit. die; -hof. der: svw. fHof (2); -iunae, der,
-kaff, das (ugs. abwertend); -kalender. der: Sammlung von
Bauernregeln, die sich bes. auf das Wetter beziehen: -kind.
das; -knecht. den -komödie. die: bäuerliches Lustspiel:
-krieg, der: revolutionäre Bewegung der Bmiern im
Feudalismus: -lesen, das; -s (hist.): (seit dem 30jährigen Krieg,
bes. im 18. Jh.): Einziehung von Bauerngütern (die zu wenig
Zins abwarfen) durch den Grundherrn u, Vereinigung mit
dem Herrschaftsgut: -lümmel. der (abwertend):
ungeschliffener, rüpelhafter junger Mensch vom Land: -mfidchen.
das; -magd* die; -möbel. das (meist PI.): Möbel im
bäuerlichen Stil: -Partei, die (Politik); -regei. die: altüberlieferte
Lebensregel in Spruchform, bes, über das Wetter u, seine
Auswirkungenauf die Landwirtschaft: -roraan, der: Roman,
der das Leben auf dem Land, bes, den Alltag der Bauern
behandelt: -schadet, der (abwertend): 1. a) eigensinniger
Mensch vom Land]: b) Starrsinnigkeit /eines Menschen
vom Land]: sein B. hat sich dem Vorschlag widersetzt.
2. kräftiger, breiter Schädel: -sdüau <Adj.; o. Steig.): mit
bäuerlicher Pfiffigkeit ausgestattet, pfiffig, gewitzt, dazu:
-achttue, die; -spitz, der (Fußball Jargon): mit der
Schuhspitze ausgeführter Stoß. Schuß: -stand, der <o. PI);
-sterben* das: Bevölkerungsrückgang auf dem Lande durch
Rationalisierung in der Landwirtschaft u.a.: -stolz, der; -tanz,
der: bäuerlicher Volkstanz: -theater, das: 1. Theater, das
ländliche Volksstücke aufführt. 2. Laientruppe, deren
Mitglieder der bäuerlichen Bevölkerung angehören: -toditer,
die; ^tor. das (Fußball Jargon): auf plumpe Weise, glücklich
erzieltes Tor: -trampel, der (ugs. abwertend): svw. tTram-
pel; -tmiversitlt.die (DDR): landwirtschaftliche
Hochschule: -verstand, der. -volk.das; -wetze! [-vet$j]. der; -s [wohl
zu mhd. wetze = Schlag. Ohrfeige (da bei der früher
unter der Landbevölkerung verbreiteten Krankheit bes.
die Ohrgegend anschwillt)] (landsch.): svw. f Ziegenpeter,
-Wirtschaft, die: svw. t-gut.
BauerUUsame ['b^ie(n)za:m9]. die; - [mhd. gebürsame]
Schweiz, auch für t Bauernschaft; Bauernschaft, die; - [mhd.
bürschaft]: Gesamtheit der !Bauern (1); vgl. Bauerschaft;
Bauerntum, das; -s [zu f 'Bauer (1)]: das dem] Bauernstand
!eigene Wesen].
Bauers- (vgl. auch: bauern-. Bauern-): -frau, die: svw.
t Bauernfrau; -kute <P1.>: 1. PI. zu t Bauersmann. 2. Bauer
u. Bäuerin: -mann, der <P1. ...leute) (veraltet): Bauer.
Bauersame: f Bauernsame; Bauerschaft die; -. -en (landsch.):
Bauernsiedlung (im Einzelhof gebiet): vgl. Bauernschaft;
Bftuert ['toymi. die; -. -en [ahd. gibürdia = Gegend.
Provinz, zu: bür = Wohnung) (Schweiz. [Berner Oberland]):
svw. T Fraktion (1 c).
baulich <Adj. zu Bau (1. 4); o. Steig.: nicht präd.) [mhd.
bülich]: nach der -en Fertigstellung; <Abl.:> Bauiichkeit.
die; -. -en <meist PI.) (Papierdt.): svw. t Bau (4): historische
<x\.
Bann [b^jim]. der; -[e]s. Bäume fbqymd] <Vkl. f Bäumchen)
[mhd.. ahd. boum]: 1. Holzgewächs mit festem Stamm,
aus dem Äste wachsen, die sich in laub- od. nadeltragende
Zweige teilen: die Bäume werden grün, verlieren ihr Laub;
einen B. fällen; er ist stark wie ein B. (sehr stark): R
es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel
wachsen (das Schicksal sorgt durch Schwierigkeiten auf
einem anderen Gebiet, durch Krankheit o.a.. dafür, daß
man bei allem Erfolg usw. doch an seine Grenzen erinnert
wird): alte Bäume soll man nicht verpflanzen (einen alten
Menschen soll man nicht aus seiner gewohnten Umgebung
reißen): auf einen Hieb fiUlt kein B. (bei einer schwierigen
Arbeit muß man Ausdauer haben): *BAune ausreiften
[können] (ugs.; sehr viel leisten können, so daß einem nichts
zu anstrengend ist); es ist, tan auf die Bäume zu klettern
(ugs.; es ist zum Verzweifeln); vom B. der Erkenntnis essen
(durch Erfahrung klug, wissendwerden): er hat nicht gerade
vom B. der Erkenntnis gegessen (er ist nicht gerade sehr
begabt): zwischen B. u. Borke shzen/stecken/stehen (in
einem schweren Dilemma, in einer Zwickmühle sein: nach
der Situation eines Beils, das sich beim Behauen eines
Baumes verklemmt hat). 2. (ugs.) kurz für t
Weihnachtsbaum: den B. schmücken; sie haben den B. angesteckt
(die Kerzen am Christbaum angezündet). 3. (Sprachwiss.)
kurz für tStnikturbaum.
baian-. Baipn-: ~arm (Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -artig
<Adj.; o. Steig.); -bestand, der; -Mute, die: 1. das Blühen
der Obst Ibäume: wegen des kalten, regnerischen Wetters
kam die B. kaum zur Geltung. 2. Zeit, in der die Bäume
blühen: während der B. eine Fahrt ins Grüne unternehmen;
-falle, die: aus Stangen u. Ästen gebildete Wildfalle: -farn,
der: Vertreter einer in mehreren Gattungen auftretenden
310
Bazi
Farnart mit aufrechtem, verholztem, sehr hohem Stamm;
^frevel, der: gegen das Feld- u. Forstpolizeigesetz
verstoßende Beschädigung von Bäumen; ^frevler, der: Person, die
Baumfrevel begeht; ^garten, der: Obstbaumgarten; -grenze,
die: klimatisch bedingte Grenze, bis zu der normaler
Baumwuchs noch möglich ist; ^gruppe, die; -harz, das; -hoch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von der Größe eines Baumes;
baumhohe Farne; -kantig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
(von Holzbalken) grob zugeschnitten, so daß an den Kanten
noch die Rinde zu sehen ist; -kröne, die: von dem Astwerk
gebildeter Teil des Baumes, der als Ganzes eine mehr od.
weniger ausladende Form hat; -kuchen, der: hoher,
zylindrischer, in der Mitte hohler Kuchen; -lang <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (ugs.): (vonMenschen) sehr groß; ein -er Neger;
-läufer, der: kleiner Vogel mit langem, dünnem, gebogenem
Schnabel, der an Baumstämmen hinaufläuft; -laus, die:
Vertreter der Familie der Blattläuse, Schmarotzer auf
Holzgewächsen; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: ohne
Baumbestand; Mnarder, der: svw. t Edelmarder; --öl, das:
unangenehm riechendes Olivenöl zweiter Pressung; -pfähl, der:
Pfahl, an dem ein junger Baum festgebunden wird, damit
er /in windgefährdeter Lage] eine Stütze hat; -reich <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.); -riese,der (dichter.): alter, mächtiger
Baum; -rinde, die; -sarg, der: ausgehöhlter Baumstamm,
in dem während der Jungsteinzeit u. Bronzezeit in
Nordeuropa die Toten bestattet wurden; -schatten, der; -Scheibe,
die: Erdreich rund um einen Baumstamm, das regelmäßig
gelockert wird; -schere, die: stabile Schere, mit der man
Blumen, Zweige von Bäumen u. Sträuchern u. ä. abschneiden
kann; -schlflfer, der: Vertreter einer Gattung der
Schlafmäuse, der seinen Winterschlaf in Baumhöhlen hält; -schlag,
der <o. PI.): Darstellungsweise des Laubwerks in der
bildenden Kunst; -schnitt, der: das Beschneiden von Baumkronen;
-schule, die: Gärtnereibetrieb, in dem Bäume u. Sträucher
gezogen werden; auch das betr. Geländestück, dazu: -schul-
fachmaim, der <PI. ...ieute), -schulist [bqiimju'list].
der; -en, -en (Fachspr.): svw. t Baumschulfachmann;
-Schwann), der: auf Bäumen u. Baumstrünken wachsende
Pilzart; -stamm, der: senkrecht gewachsener fester Teil
des Baumes, über den sich die verästelte, laub- od.
nadeltragende Krone erhebt; -stark <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
(von Männern) sehr stark, kräftig gebaut); -steppe, die:
Vegetationsform der wechselfeuchten Tropen
(Graslandschaft mit einzelnen Baumgruppen); -Strunk, der; -stumpf,
der: /inder Erde befindlicher j Rest eines gefällten Baumes;
-wachs, das <o. PI.): Wachs für den luft- u. wasserdichten
Wundverschluß bei Bäumen nach Veredelungen u. größeren
mechanischen Verletzungen; -wipfel, der; -wollbatist, der:
Batist aus Baumwolle; -wolle, die: 1. Malvengewächs mit
großen Blättern, gelben Blüten u. walnußgroßen
Kapselfrüchten, das (bes. in heißen Gegenden) in Strauchform gezogen
wird u. dessen Samenfäden zu Baumwollgarn versponnen
werden; B. anpflanzen. 2. die geewteten Samenfäden der
Baumwolle (1): die B. wird in Ballen gepreßt. 3. Gewebe
aus Baumwolle (2): ein Hemd aus reiner B.. dazu: -wollen
<AdJ.; o. Steig.; nur attr.): aus Baumwolle (2): ein -es
Oberhemd; -wollernte, die. -wollfaden, der. -wollfaser,
die. - wollfeld, das, - wollgarn, das. -wolhemd, das.
-Wollindustrie, die. -woUpflanzje.die. -wollpflücker.der: zur
Baumwollernte eingesetzte Arbeitskraft, -woHpflückerin, die: w.
Form zu t-wollpflücicer; -wollpikee, (auch:) -wollpkjue.
der: Pikee aus Baumwolle (2). -wollplantage, die. -wollpro-
duktion, die <o. PL), -wollsamen, der, -Wollspinnerei, die,
-wollstaude. die. -Wollstoff, der. -wollstrauch, der.
-Wolltuch, das; -wollware, die. -wollzeug, das (PI. ungebr.):
svw. t-stoff; -wuchs, der: 1. Wachstum der Bäume; den
B. durch Düngen beschleunigen. 2. Form. Gestalt eines
Baumes: der eigenartige B. im Mittelmeerraum ist
klimatisch bedingt; -wurzel, die.
Bäimchen I'bgynnpn]. das; -s, -: tBaum: *B., wechsle didi
(1. ein Kinderspiel. 2. ugs. scherzh.; Partnerwechsel).
Baum&rad [bom'e:-]. der; -[eis. -e [nach dem frz. Chemiker
A. Baume (1728-1804): Maßeinheit für das spezifische
Gewicht von Flüssigkeiten; Abk.: Be
baumeln fbajimln] <sw. V.; hat) [entweder Abi. von I Baum
(dann eigtl. = an einem Baum hängend sich hin u. her
bewegen) od. urspr. sächs.-thüring. Nebenf. von t
bammeln]: 1. (ugs.) a) von etw. herabhängen u. dabei
Igleichmäßig] hin u. her schwingen; Pendelbewegungen machen; ich
baum[e]le am Seil; wie sind denn gerade Sie zu all den
Dingern gekommen, die Ihnen auf der Brust baumeln?
(Seghers. Transit 220); er saß auf der Mauer und ließ
die Beine b.; b) hin und her schwingen lassen: er hing
an einem Ast und baumelte mit den Beinen. 2. (derb)
am Galgen hängen: ich möchte den Kerl b. sehen.
bäumen fbajuron], 'bäumen ['bgymdnl <sw. V.; hat) (selten):
1. (Jägerspr.) a) svw. taufbäumen; b) (von kletternden
Wildtieren u. Vögeln) auf einem Baum sitzen. 2. a) (ein
Fuder Heu u. ä.) mit dem Wiesbaum befestigen; b) (Weberei)
den Kettfaden am Kettbaum aufziehen.
2bftumen [-]. sich <sw. V.; hat) [mhd. boumen (nur auf
Pferde bezogen), eigtl. = wie ein Baum in die Höhe
streben]: 1. sich plötzlich, ruckartig aufrichten, eine aufrechte
Haltung annehmen: das Pferd bäumte sich unter seinem
Reiter. 2. (geh.) sich widersetzen, sich sträuben, sich gegen
etw. auflehnen: sich gegen das Schicksal b.
Bamzerl fbajintsBll.das; -s, -[n] [H. u.J (österr. ugs.): mürbes
Milchbrötchen.
biirisch, (seltener:) bäuerisch rbcjyteJrtf] <Adj.) [mhd. (ge)-
biurisch. zu t1 Bauer (1)] (abwertend): unfein, plump,
grobschlächtig: ein bäurisches Benehmen, Auftreten.
Bausch [bayij]. der; -[eis. -e u. Bäusche ['bqyja] <VkI.
t Bäuschchen) [mhd. büsch = Wulst. Bausch. Schlag, der
Beulen gibt; Knüttel]: 1. stark gebauschter Stofftwulstj:
ein B. von gerafftem Taft; etw. macht einen B. (ugs.;
bauscht sich). 2. a) etw. Weiches, Wollartiges, das leicht
zusammengeknüllt ist: ein B. Watte. Zellstoff; b) (veraltet)
svw. tKompresse. 3. *in B. und Bogen (im ganzen,
insgesamt, ganz u. gar, ohne das einzelne zu berücksichtigen;
alles in allem; aus der Rechts- u. Kaufmannsspr.. urspr.
= Abmessung von Grundstücken ohne Rücksicht auf
auswärts [= Bausch] od. einwärts [= Bogen] laufende
Grenzstücke): er lehnte alle Vorschläge in B. und Bogen
ab; Biuschchen ['bqyj^dn], das; -s, -: T Bausch.
BiuKhd ['bgyj|. Päuschel ['pqyjll. der od. das; -s. - [zu
mhd. biuschen = schlagen, klopfen] (Bergmannsspr.):
schwerer Hammer.
bauschen ['bqyjn] <sw. V.; hat) [mhd. büschen = schlagen,
klopfen, das im 16. Jh. von bausen = schwellen stark
beeinflußt wurde]: 1. [in lockere, duftige Form bringen
u. dabeiJ stark hervortreten lassen, prall machen: der Wind
bauschte die Segel; Ü Wie nun ... Dr. Niola auf ihn und
seine Frau zutrat, um beiden Glück zu wünschen, bauschte
väterlicher Stolz ihm die Segel (Thieß. Legende IS). 2.
/durch viele duftige FaltenJ stark hervortreten, fällig
werden; sich wölben: die Ärmel bauschen; <meist b. -I- sich:)
die Vorhänge bauschten sich; Ü Der Himmel bauscht sich
wie ein riesiges Seidenzelt über der Stadt (Remarque.
Obelisk 38); Bauschen [-], der; -s. - (bayr.. österr.) svw. tBausch
(2 a): er mußte feuchte B. auf den zerschundenen Kopf
legen (Musil. Mann 25); huschig <AdJ.) [zu tbauschen]:
wie ein Bausch (1.2 a) beschaffen, fültig, weich, nach außen
gewölbt: -e Gewänder; Bauschig kraust sich der Rock
um die Taille (MM 24. 1. 1970. 69); BguMhouantam:
t Pauschquantum.
Bautastein[bauta-].der; -[e]s. -e [altnord. bautasteinn.aus:
bauto = stoßen, schlagen u. steinn = dt. I Stein, nach
der langen spitzen Form, die zum Schlagen. Stoßen
geeignet ist]: nicht behauener, inschriftloser, obeliskförmiger
Grabstein der Wikingerzeit in Skandinavien.
Baute I'b^itol. die; -. -n (Schweiz. Amtsspr.): BaufwerkJ;
Bauten: PI. von T Bau (4).
Bauxerl ['txnikseü. das; -s. -In] [H. u.J (österr. mundartl.):
kleines, niedliches, durch Aussehen u. Art liebenswertes Kind.
Bauxit [baji'ksi.t. auch: ...ksit], der; -s. -e [frz. bauxite.
nach dem ersten Fundort Les Baux in Südfrankreich]:
durch Verwitterung entstandenes Mineralgemenge, Rohstoff
für die Aluminiumherstellung.
bauz[bay^J (Interj.) [lautm.J: Ausruf bei einem plötzlichen,
dumpf hörbaren Fall. v.a. wenn jmd.. bes. ein Kind,
hinfällt: b.. da liegt er.
Bavaria [bava:riaj. die; - [nach dem nlat. Namen für:
Bayern]: Frauengestalt als Sinnbild Bayerns.
Bazgr: ältere frz. Schreibung für t Basar.
Bazi ['ba:t$i], der; -. - [aus fLumpazi]: 1. (südd.. österr.
spött.-abwertend) a) eingebildeter Wichtigtuer; b) fauler
Schelm. Taugenichts: dieser B. hat heute wieder die Zeitung
vergessen; c) leichtfertiger Bursche ohne Skrupel. 2. (südd..
österr.) als vertrauliche Anrede: Guten Morgen. B.! 3.
(spött.-abwertend) Bayer.
311
Bazille
Bazille [batßila]. die; -. -n (rückgeb. aus dem Plural zu
Bazillus] (ugs.): f Bazillus (1).
Bazjllen-: -angst, die: svw. T -furcht; ^aussehender [...^lsjaj-
dfc]. der; -s, -; ^furcht, die: krankhafte Furcht vor Bazillen:
-träger, der: gesunder Mensch, der, ohne selbst krank
/gewesen] zu sein, Bazillen in sich trägt u. Krankheiten auf
andere überträgt: Weit und breit darf kein Kind mehr
mit mir spielen, well Ich B. bin.... Ich bin ein B. geworden,
weil mein kleiner Bruder Scharlach hat (Keun. Mädchen
76).
Bazillus [ba'tßilusl. der; -. ...Ilen [geb. 1872 von dem dt.
Botaniker Ferdinand Cohn. nach spätlat. bacillus =
Stäbchen. Vkl. zu lat. baculum = Stab): 1. Vertreter einer
Gattung stäbchenförmiger, sporenbildender Bakterien: oft
Krankheitserreger. 2. <o. PI.) (abwertend) etw.. was weiter
um sich greift: der B. der Unzufriedenheit.
Bazooka [ba'zu.ka], die; -. -s [amerik. bazooka. nach einem
von Bob Burns Ende der 30er Jahre erfundenen u.
geblasenen Musikinstrument, das ähnlich aussieht]: amerik.
Panzerabwehrwaffe: tragbares Gerät zum Abschießen von
Raketen kleinen Kalibers, das im allg. von zwei Mann bedient
wird, ähnlich dem Panzer sehr eck, einer Art schwerer
Panzerfaust: Innerhalb von drei Stunden wurde die City mit
Hilfe von Tanks und -s gesäubert (MM 27. 9. 1968. 15);
Die verrammelte Tür ... hatten die Revolutionäre ...
geknackt - mit eirer B. (Spiegel 20. 1975. 20).
BDM [be:de:|em]. der; - [Abk. für: Bund Deutscher Mädel]
(ns): eine zur Hitlerjugend gehörende Organisation, der
Mädchen im Alter von 14 bis zu 18 Jahren angehörten:
Viele vom BDM waren platt wie die Bretter und stolz
darauf, daß sie mit Knaben verwechselt werden konnten
(Kirst. 08/15. 27); <Zus.:> BDM-Midchen. das; -s. -:
Mädchen, das dem BDM angehört.
B-Dur fbe:-. auch: '-'-]. das; -: Tonart: Zeichen: B (tb.
B 2); <Zus.:> B-Dur-Etüde, die.
beabsichtigen Ibö' lapzK^ign] <sw. V.; hat): die Absicht haben,
etw. zu tun: vorhaben: gedenken, etw. zu tun: ich
beabsichtige zu verreisen; die beabsichtigte Wirkung blieb aus; das
war [nicht] beabsichtigt; Isabelle würde glauben, ihre
Feinde beabsichtigten damit irgend etwas Niederträchtiges (Re-
marque. Obelisk 261); Übrigens war deutlich, daß Dariotis
nur einen Schreckschuß beabsichtigt hatte (Geissler. Nacht
121).
beachten <sw. V.; hat): 1. auf die Einhaltung von etw. achten:
berücksichtigen, befolgen: die Spielregeln. Vorschriften.
Prinzipien. Sicherheitsmaßnahmen b. 2. aufmerksam auf
etw. achten, zur Kenntnis nehmen: ich bitte zu b.. daß
wir schon um 7 Uhr geöffnet haben; Er bitte die Frage
genau zu b.: sei die Welt jemals durch Schriftgelehrte
schöner geworden? (Thieß. Legende 149); ohne seinen
Einwurf zu b. (Edschmid. Liebesengel 43). 3. jmdm.
Aufmerksamkeit schenken: beobachten: sie... wartete rauchend
an der Banklehne, und beachtete die Gäste an der Theke
(Johnson, Mutmaßungen 96); Als wir ... ein großes Feuer
Im Freien anzündeten .... gingen ... Löwen daran vorbei,
ohne uns und das Feuer viel zu b. (Grzimek. Serengeti
303); <oft in verneintem Zusammenhang) Er beachtete
nicht im geringsten die Shin, die aufwischt (Brecht. Mensch
67); der einsame Jüngling... verließ, von niemandem
beachtet. ... die laute ... Halle (Th. Mann. Krull 147); *jmdn.
nicht b. (jmds. Anwesenheit ignorieren: über jmdn. bewußt
hinwegsehen): den beachte ich gar nicht; <Zus.:>
beachtenswert <Adj.; -er; -este; nicht adv.): Beachtung verdienend,
bemerkenswert: eine -e Neuerscheinung; <Abl.:> beachtlich
<Adj.>: a) ziemlich groß, beträchtlich: -e Verbesserungen;
-e Forschritte machen; der Kofferraum ... hat ein -es
Fassungsvermögen (Auto 7. 1965. 40); Diese Strafen waren
... b. genug (Mantel. Wald 64); b) recht wichtig u.
respektabel: er hat eine -e Position. Stellung; ..Das ist Ribeiro
... Ein -er Junge." Aus der Gruppe der Kampfspieler
löste sich einer der Espadas (Th. Mann. Krull 433); c)
so beschaffen, daß man es beachten u. berücksichtigen muß:
daß das Verlangen auf Fortsetzung des Mietverhältnisses
dann b. ist. wenn der Mieter die Kosten für die
Instandsetzung ... selbst getragen hat (MM 10. 10. 1970. 56); Nicht
für jede Tätigkeit ist die Vorstrafe eines Bewerbers ein
-es Hindernis. Sicherlich wird man ... den wegen
Trunkenheit am Steuer Bestraften nicht als Chauffeur einstellen
(Bundestag 188.1968.10147); d) <nur adv.) in recht deutlich
erkennbarer Weise, sehr: die RohstofTprdse ... sind b.
gestiegen (Herrenjournal 3. 1966. 22); Herr Andreas war
b. hübsch (Doderer, Wasserfälle 8); Beachtung, die; -: das
Beachten: die B. von Vorschriften erzwingen; unter
strengster B. der Gesetze; der Künstler, sein neuer Roman
verdient B. (ihm sollte Aufmerksamkeit geschenkt werden):
B. finden (beachtet u. gewürdigt werden): jmdm.. einer
Sache [keine] B. schenken (ihn, sie nicht/ beachten): etw..
jmd. erfährt B; einer Sache, jmdm. wird B. zuteil (etw.,
jmd. wird beachtet: einer Sache, jmdm. wird
Aufmerksamkeit geschenkt): Ich fühlte mich wie ein Schuljunge, dem
ein Neuer gefällt, obwohl er sich über den Mangel an
B. ärgert (Seghers. Transit 88).
beackern <sw. V.; hat): 1. (selten) (das Feld) pflügen u.
eggen, (das Feld) bestellen: sein Vater beackerte ein Stück
Land (Monis. Skandale 184); Sorgfältig beackerte Felder
wechselten mit Palmen und Feigenpflanzungen (Jahnn.
Geschichten 197). 2. (ugs.) a) genau u. gründlich
durcharbeiten, bearbeiten: er hat sämtliche Literatur über dieses
Fachgebiet beackert; b) / mit einem Anliegen / hartnäckig
bearbeiten: weil er mich so lange beackerte, stimmte ich endlich
zu.
beampeln [to'lampin] <sw. V.; hat): mit Verkehrsampeln
versehen: eine gefährliche Kreuzung b.
Beamte [bolamta], der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) [subst.
aus veraltet beamt. Kurzf. von tbeamtet]: jmd., der im
öffentlichen Dienst (bei Bund, Land, Gemeinde u. ä.) od.
im Dienst einer Körperschaft des öffentlichen Rechts steht,
eine bestimmte Laufbahn hat u. pensionsberechtigt ist: ein
pflichttreuer, kleiner -r; die höheren -n; viele verkappte
habsburgisch gesinnte B. (Niekisch. Leben 361); sämtliche
-n (Dönhoff, Ära 176); beide -n wurden leicht verletzt
(MM 2. 5. 1973. 19); die Ernennung städtischer
-r/(veraltend:) -n; der Staat ... bedarf ... immer größerer Massen
sachkundiger -r (Fraenkel. Staat 18); mit einer Schicht
besoldeter -n (Fraenkel, Staat 89).
Beamten-: ^anwfirter, der; ^apparat, der: Gesamtheit der
Beamten die für einen bestimmten Aufgabenbereich
eingesetzt sind]: ^bagger, der (ugs. scherzh.): Paternoster: ^be-
lekügung, die; ^bestechung, die; --dasein, das; Mkutsch,
das (abwertend): unlebendige, unanschauliche, oft
langatmige u. verschachtelt konstruierte trockene Ausdrucksweise
in behördlichen Bestimmungen u.a./: Amts-,
Behördendeutsch: -ethos, das; Miesetz, das; -^gewerkschaft, die;
^heer, das: überaus große Anzahl von Beamten: ^hierardiie,
die: dieses höchste in der B. zu vergebende Amt (Welt
3. 3. 1962. 3); -karriere. die; -korps, das; ^laufbahn. die;
Mniene, die (abwertend): humorloser, strenger, dienstlicher
Gesichtsausdruck: --Organisation, die; ^recht, das <o. PI.);
•^adiidit, die: die Beamten als bestimmte Schicht, Gruppe
innerhalb der Gesellschaft: Aufbau einer vom Lande
unabhängigen B. (Fraenkel. Staat 88); -seele, die (abwertend):
kleinlicher, engherziger Beamter, der über seinen engen
Dienstbereich nicht hinaussieht: ^silo, der (ugs. scherzh.):
ungewöhnlich großes, unpersönlich wirkendes Gebäude, in
dem viele Beamte od. Angestellte bei Behörden I arbeiten:
^sahn, der: Sohn eines Beamten: ^staat, der: Staat, dessen
öffentliche Angelegenheiten von Beamten verwaltet werden:
^stand, der; -stdle, die; -tochter, die: Tochter eines
Beamten: eine B.. der man was Getragenes von der Mutter
hergerichtet hat (Gaiser. Schlußball 21); ^Verhältnis, das:
Rechtsverhältnis eines Beamten zu seinem Dienstherrn:
-Wesen, das <o. PI.); -willkür, die.
Beamtenschaft, die; -: Gesamtheit der Beamten innerhalb
eines Staates, eines Landes, einer Gemeinde usw.: Befmten-
tun, das; -s: 1. Stand der Beamten: das moderne B. 2.
svw. T Beamtenschaft; beamtet <Adj.; nur attr.) [2. Part,
zu veraltet beamten = mit einem tAmt versehen]
(Amtsspr.): als Beamter angestellt, tätig: das -e
Aufsichtsratsmitglied (Zeit 22. S. 1964. 4); Beamtete, der; -n. -n
<Dekl. T Abgeordnete) [Nebenf. zu: Beamter] (Amtsspr):
svw. t Beamte; Beamtin, die; -. -nen: w. Form zu t Beamte.
beangaben [bo'langa.bn] <sw. V.; hat) [zu tAngabe (4)]
(österr. Kaufmannsspr.): für etw. eine Anzahlung leisten:
er hat die Ware mit 100 Schilling beangabt.
beängstigen <sw. V.; hat) (veraltend): jmdm. Angst machen,
ihn ängstigen: Erst die Nähe beängstigte ihn wieder (A.
Kolb. Schaukel 56); (meist im 1. Part.) ein beängstigendes
Gedränge; <im 2. Part.) Die Mädchen ... rutschten
beängstigt rückwärts (Federer. Berge 84); <AbI.:> Befmpttaung.
die; -. <x\.
312
besten
beaittchrtften [bo'lanjnftn] <sw. V.: hat) (Amtsspr.): mit
einer Anschrift versehen, adressieren: der wohlmeinende
Ratschlag. Weihnachtspakete ... vollständig und deutlich
zu b. (FAZ 28. 11. 1967. 13); <Abl.:> Be«nschriftung. die;
-. -en: das Beanschriften: Die Verpackung und B. durch
die Post... gegen besondere Gebühr (Börsenblatt 64, 1967,
1677).
beanspruchen [bo'lanjpruxn] <sw. V.; hat): 1. auf erw.
Anspruch erheben; fordern, verlangen worauf man Anspruch
hat]: Schadenersatz, sein Erbteil, seinen Anteil b.; Sie
beanspruchen die Vorherrschaft im ganzen Land (Spiegel
6. 1966. 78); die ... Flasche Schnaps. ... die Wilke als
Honorar beansprucht hat (Remarque. Obelisk 44);
Heimatrecht b. (Mantel. Wald 90); Es ist selbstverständlich,
daß nicht Jeder ... b. kann, als Zeuge edler Gesinnung
auf den Schild gehoben zu werden (Rothfels. Opposition
18); Die meisten seiner Maximen können auch heute noch
Gültigkeit b. (Friedeil, Aufklärung 53); Damals hatte er
gerade Morse... die Erfindung des Morsetelegraphen
streitig gemacht und die Erfindung für sich beansprucht
(Thorwald. Chirurgen 89). 2. a) von etw. Gebrauch machen,
verwenden, ausnutzen: Jmds. Gastfreundschaft nicht länger
b. (in Anspruch nehmen) wollen; daß diese ... Frau die
ganze Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals ... für sich
b. wird (Dariaux [Übers.]. Eleganz 101); b) jmdm. od.
einer Sache (durch starke Inanspruchnahme) viel
abverlangen, großen Anforderungen aussetzen: der Beruf
beansprucht ihn völlig (nimmt ihn völlig in Anspruch); Sogar
in den höchst beanspruchten Düsenflugzeugen werden ...
Metallklebungen vorgenommen (Kosmos 2.1965, 57); ich
bin sehr beansprucht (Bergengruen. Rittmeisterin 445);
c) benötigen, brauchen: viel Raum b.; die Arbei t am
Schreibtisch hatte ... den größten Teil seiner Zeit beansprucht
(Plievier. Stalingrad 275); <Abl. zu 2 b:> Beanspruchung,
die; -. -en: aus der Fülle unterschiedlicher Qualitäten für
die verschiedensten -en (Wohnfibel. 140).
beanstanden [ta' lanjtandn]. (österr. auch.) beanständen
[be'laaftendn] <sw. V.; hat) [zu veraltet Anstand =
Einwand. Aufschub (vgl. Anstand nehmen)]: bemängeln,
kritisieren: eine Rechnung, eine Ware b.; ich habe an seiner
Arbeit nichts zu b.; Die Filmfachleute beanstandeten, daß
wir die wilden Tiere zu friedlich zeigten (Grzimek. Serenge tl
12); <Abl.:> Beanstandung, (österr. meist:) Beanstandung.
die; -. -en (bes. Wirtsch.): Bemängelung. Reklamation.
Beschwerde: ... wenn die Auskunft der Bundesregierung ...
zu Beanstandungen Anlaß gibt (Fraenkel. Staat 229).
beantragen [bo' lantra.gn] <sw. V.; hat): a) auf schriftlichem
Wege um etw.. jmdn. ersuchen: einen Ausweis, ein Visum,
eine Einreisegenehmigung. Urlaub, eine Kur. ein
Stipendium, seine Versetzung b.; einen weiteren Mitarbeiter [beim
Vorstand] b.; die beantragte Unterstützung wurde
abgelehnt; b) nachdrücklich fordern; einen Antrag auf etw.
stellen: die sofortige Verhaftung, die Auslieferung eines
Verbrechers, die Todesstrafe, lebenslänglich, die
Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens b.; c) vorschlagen /. daß
man etw. Bestimmtes beschließt/: eine Vertagung, eine
Abstimmung b.; ich beantrage, ihn herbeizuholen und die
Sitzung so lange zu unterbrechen (Spoerl. Maulkorb 142);
<Abl.:> Beantragung, die; -. -en.
beantworten <sw. V.; hat): 1. auf eine Frage eine Antwort
geben: eine Frage mit [einem] Nein b.; Wegener stellte
viele Fragen, die Teichmann möglichst genau und
erschöpfend beantwortete (Ott. Haie 309); Ü Die Frage
nach der letzten inneren Todesursache eines Menschen
bleibt dabei schwer zu b. (Medizin II. 160). 2. sich auf
einen Brief, ein Schreiben hin schriftlich äußern, dazu
Stellung nehmen, darauf antworten, eingehen: Habe ich seinen
zweiten Brief neulich überhaupt beantwortet? (Th. Mann.
Buddenbrooks 32); Die meisten Briefe hatten zu lange
gelegen und ließen sich nicht mehr b. (Johnson. Achim
337). 3. etw. als Reaktion auf etw. unternehmen; auf etw.
mit etw. reagieren: Vater Seidenzopf ... beantwortet ihren
Gruß nicht (Fallada. Blechnapf 109); Herausforderungen,
die er normalerweise mit einem Hinauswurf beantwortet
haben würde (Kirst. 08/15.253); Da aber auch die Lehrerin
nur durch einen kurzen Seitenblick die Beleidigung
beantwortete (Kafka. Schloß 133); Die Lage war auf alle Fälle
mißlich, gleichviel ob ich sie durch Handeln oder Nichthan-
deln beantwortete (Jünger. Bienen 109); <Abl. zu 1 u.
2:> Beantwortung,die; -. -en; * in B. (Amtsspr.. Kaufmanns-
spr.; als Anwort/ auf ...): in B. Ihres Schreibens vom
1. 10.75.
bearbeiten <sw. V.; hat): 1. sich mit einem Gesuch, einem
Fall als entsprechende Instanz prüfend od. erforschend
beschäftigen !u. darüber befinden]: einen Antrag b.; Der
Polizeimajor, der den Fall bearbeitete (Mehnert.
Sowjetmensch 285); führte eine Lokalnachricht... zur Aufklärung
eines seit zwei Jahren fruchtlos bearbeiteten
Diamantendiebstahls großen Stils (Maass. Goufle 68). 2. a) zu einem
bestimmten Zweck körperliche Arbeit an etw. wenden:
Metall. Leder, den Boden b.; Für den ist es so, als ob er
auf dem Friedhof einen Garten bearbeitet (Remarque.
Obelisk 281); Er bearbeitet seine Perücke, indem er sie
kämmt (Hacks. Stücke 285); Wie er die löcherigen Kessel
bearbeitete (Nigg. Wiederkehr 31); aus den Spuren der
Versvendung bearbeiteter Werkzeuge können wir...
schließen, daß ... (Gehlen. Zeitalter 7); Er bearbeitet Jetzt seine
Finger mit einer Nagelfeile (Sebastian. Krankenhaus 106);
Hebenstreit... bearbeitete sein Koppel mit der Glanzbürste
(Kuby. Sieg 134); Ein Mann in Hemdsärmeln bearbeitete
des Sängers Rücken ... mit einem Handtuch (Th. Mann.
Krull 38); Ü (scherzh.:) Tags mußte sie rackern, nachts
bearbeitete der Bauer sie. ..Es war eben meine erste Liebe."
(Spiegel 44. 1966. 42); er hat die elektronische Orgel so
bearbeitet (so wild, kräftig daraufgespielt). daß die
Scheiben klirrten; Schwitzende Chinesen bearbeiteten schlecht
und recht die Saxophone (Bamm. Weltlaterne 77); b) mit
etw. behandeln: die Möbel mit Politur b.; Er ... begann
.... Hände und Arme ausgiebig mit Seife und warmem
Wasser zu b (Sebastian. Krankenhaus 123); die Haare
... hatten die Neigung, sich aufzurichten, weshalb er sie
des öfteren mit Pomade zu b. pflegte (Hausmann. Abel
12). 3. mit etw. heftig schlagen, wiederholt auf jmdn.
einschlagen: jmdn. mit den Fäusten b.; Karl ... duckt sich ....
um ... Frau Beckmann ... aus dem Bett zu reißen ... und
ihre gewaltigen Schinken mit seinem schweren Hosengürtel
zu b. (Remarque. Obelisk 305); die Gesamtbewegung ....
bei der der Gegner mit dem Schnabel gepackt ... und
zugleich mit einem Flügel... bearbeitet wird (Lorenz.
Verhalten I. 200); Zouzou ... bearbeitete mit einem kleinen
Faustgetrommel nunmehr die Bank, auf der wir saßen
(Th. Mann. Krull 440). 4. a) unter einem bestimmten
Gesichtspunkt neu gestalten, überarbeiten, verändern: ein
Manuskript, einen Text b.; ein Schauspiel für das Fernsehen
b.; ein Buch für den Film b.; Dann bearbeitete er die
Lieder mit behutsamer Hand; es ging ihm doch nicht
darum, ihnen etwas Fremdes beizufügen (Buber. Gog 201);
b) durchforschen, untersuchen; über etw. wissenschaftlich
arbeiten: ein Thema b.; Es ist nicht bequem. Gefühle
wissenschaftlich zu b. (Freud. Unbehagen 91). 5. eindringlich
auf jmdn. einreden, einwirken, um ihn von etw. zu überzeugen
od. für etw. zu gewinnen: Jmdn. politisch, diplomatisch,
methodisch b.; die Wähler b.; die Bevölkerung wurde durch
Presse und Rundfunk ständig in dieser Richtung
bearbeitet; im Bunker werden sie dann so lange bearbeitet, bis
sie verraten, an wen sie ihre Beobachtungen weitergeben
(Apitz. Wölfe 65); Einmal könnte Moskau versuchen, jetzt
mit allen Mitteln Frankreich zu b.. um auf diese Weise
die EVG zu torpedieren (DönhofT. Ära 107); <Abl. zu
1 u. 4 a:> Bearbeiter, der; -s. -; Bearbeiterin, die; -. -nen:
w. Form t Bearbeiter; Bearbeitung, die; -. -en: 1. das
Bearbeiten: dieser Text bedarf noch der B.; Das Gebiet findet
gegenwärtig intensive B. (Medizin II. 111); Seminaristen
durch persönliche B. vom Glauben abzubringen (FAZ
23. 12. 61, 2). 2* überarbeitete, neue Fassung: das Theater
brachte eine B. des alten Stückes ..Megära. die fürchterliche
Hexe"; Karajan spielte das Stück in einer der
wohlmeinenden, aber verflachenden -en (Welt, 29. 7. 65, 7).
Bearbeitung»-: -gebühr, die; -kosten <P1>; -methode, die;
-zeit. die.
beargwöhnen <sw. V.; hat) (geh.): gegen jmdn.. etw. Argwohn
haben; verdächtigen, jmdm. mißtrauen: einen Fremden b.;
<Abl.:> Befrgwtihnung, die; -. -en.
Beat [bi:t]. der; -|s] [engl.-amehk. beat. zu: to beat = (Takt)
schlagen]: 1. Schlagrhythmus, betonter Taktteil (im Jazz).
2. / Tanzjmusik mit Schlagrhythmus u. betontem I Takt]teil:
Wenn die Burschen mal einen ordentlichen B. auflegen,
dann fällt doch keinem Nachbarn der Verputz von der
Decke (MM 21. 1. 66. 4); <Abl.:> besten I'bi.tn] <sw.
V.; hat) (ugs.): a) Beatmusik spielen: die Band beatete
313
Beater
bis Mitternacht; Junge Leute wollen Musik und Gesang.
Hier können sie lautstark b.. ohne daß Nachbarn gestört
werden (Gut wohnen 9, 1974, 15); b) nach Beatmusik
tanzen: der Weltmeister... beatete selbstverständlich mit (MM
14. 10. 69. 5); Beater ['bi:tfl. der; -s, -.
Beat-: -band [-bent], die; ^fan, der: begeisterter Atihänger
des Beat; -musik, die; ^pad [-pet], der; -s. -s [amerik.
(Slang) beat päd, aus: beat = Beatnik u. päd = Raum,
in dem Rauschgift genommen wird] (Jargon): Stelle, wo
man Rauschgift, Drogen kaufen kann; -rhythmus, der;
-Sänger, der; -singerin, die; -schuppen, der (salopp): Tanzlokal
mit Beatmusik: Ich habe mich schon um Anschluß bemüht.
In Tanzlokalen und B. Ohne Erfolg (Hörzu 20. 1971.
116).
Beat generation [bi:t dsero'rciTn]. die; - - [aus dem Amerik..
zu engl.-amerik. beat = geschlagen u. generation < mfrz.
generation < lat. generätio, fGeneration, eigtl. =
geschlagene Generation, von Kerouacurspr. von beatific =
glückselig abgeleitet, da er den Genuß der Freuden des Lebens
propagierte]: Gruppe junger Menschen in den USA, die
nach dem 2. Weltkrieg die Gesellschaft mit allen bürgerlichen
Bindungen ablehnte u. durch gesteigerte Lebensintensität
(Sexualität, Jazz. Drogen u. ä.) zur Erkenntnis einer
metaphysischen Wirklichkeit zu gelangen suchte.
Beatifikation [beatifikat$io:n]. die; -. -en [lat. beatificatio
= Beglückung]: Seligsprechung durch den Papst; <Subst.
zu:) beatifizieren [beatifi'tsiiron) <sw. V.; hat) [nach (m)lat.
beatifieäre = beglücken): seligsprechen: der Papst beatifl-
zierte den Märtyrer.
Beatle [bi:tf], der. -s. -s [nach den Beatles, den Mitgliedern
eines Li verpönter Quartetts der Beatmusik, die lange Haare
(„Pilzköpfe") trugen] (veraltend): Jugendlicher mit langen
Haaren: Ein 15jähriger ,Ji." ist auf einem Polizeirevier
... zwangsgeschoren worden (MM 13. 10. 65. 11); <Zus.:>
Beatlemfthne, die (salopp abwertend): Frisur mit langen
Haaren: Sie spielen schließlich einen amerikanischen
Colone! .... und den nimmt Ihnen bei Ihrer B. niemand ab
(Hörzu 1. 1971.8).
beatmen <sw. V.; hat) (Med.): jmdm. zu Heilzwecken
künstlich Luft od. Gasgemische in die Atmungsorgane blasen:
er hat den Ertrunkenen beatmet; <Abl.:> Beatmung, die;
-. -en <P1. selten); <Zus.:) Beatmmroerit, das: Gerät zur
Beatmung.
Beatnik fbi.tnik]. der; -s. -s [amerik. beatnik. nach der
tBeat generation. mit der jidd. Nachsilbe -nik. die die
Zugehörigkeit zu einer Gruppe kennzeichnet]: 1.
Angehöriger der Beat generation. 2. jmd., der sich in Kleidung u.
Verhalten extrem gegen die gesellschaftliche Konvention
stellt: Ein australischer B. wollte wissen, wo man LSD
kaufen könne (MM 17. 7. 67. 8); Großzügigkeit, mit der
die Polizei die ... -s beiderlei Geschlechts wochenlang
tolerierte (MM 29. 9. 65. 11).
Beau [bo:]. der; -. -s [frz. beau. subst. Adj.. eigtl. = der
Schöne, der Hübsche < lat. bellus = schön, fein] (meist
spött.): eleganter, schöner Mann. Stutzer: Der Junge B.
... gewährte ihr das Rendezvous, um das sie flehte (K.
Mann. Wendepunkt 87); die Berliner Firma ... läßt in
... Inseraten einen gelangweilten B. mit leichtgeschürzten
Damen posieren (Spiegel 43. 1969. 70).
beauflagen [bo'|^ifla:gn] <sw. V.; hat) [zu t Auflage (2 b)]
(DDR): (einer Person, einem Betrieb u.a.) eine
Pflichtleistung auferlegen: Der Betrieb ist beauflagt worden, durch
weitere Rationalisierungsmaßnahmen auch die
Selbstkosten ... zu senken (Neues D. 12. 6. 64. 3).
Beaufortskala ['bo:fet-. bo'fa.T-]. die; - [nach dem engl. Ad-
mlral Sir F. Beaufort Cboufat), von dem sie 1806
vorgeschlagen wurde] (Met.): 12-. jetzt 17teilige Skala, in der
die Windstärkengrade eingetragen sind.
beaufschlagen <sw. V.; hat) (Technik): Turbinenschaufeln
mit einem Wasser- od. Dampfstrahl treffen; auf etw.
mechanisch durch einen gezielten Schlag einwirken: Dazu
wurde das Reibrad mit einer Schraubenfeder beaufschlagt
(Auto 6. 1965. 18): <Abl.:) Beaufschlagung, die; -. -en.
beaufsichtigen [tol^yfzi^tign] <sw. V.; hat): überjmdn.. etw.
die Aufsicht ausüben; überwachen, genau beobachten: die
Schüler. Jmds. Arbeit b.; Kufalt hat ... die Treppen zu
bohnern, streng beaufsichtigt von dem Dienstmädchen
(Fallada. Blechnapf 88); <Abl.:) Beaufsichtigung, die; -.
-en.
beauftragen <sw. V.; hat): jmdm. einen Auftrag erteilen;
befehlen, etw. Bestimmtes zu tun: Jmdn. mit etw. b.; man
hat mich beauftragt, die Konferenz vorzubereiten; der
Rechtsanwalt ist beauftragt, meine Interessen
wahrzunehmen; (subst. 2. Part.) Beauftragte, der u. die: -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete): jmd.. der einen bestimmten Auftrag hat:
Die Bundesrepublik Deutschland ist durch B. in der
UNESCO vertreten (Fraenkel. Staat 175); <Abl.:)
Beauftragung, die; -. -en <PI. selten).
beaugapfeln [bd'iauk'aofln] <sw. V.; hat) [zu t Augapfel]
(landsch. scherzh.): kritischj betrachten, ansehen, mustern:
ich beaugapftelle das neue Kleid; Später durfte der Gatte
... ihre Frisur b. (Fussenegger. Haus 205).
HtaH** <sw. V.; hat) (ugs. scherzh.): interessiert, neugierig
betrachten, ansehen: ich beäug[e]leden kuriosen Hut; Jmdn.
neugierig durch das Lorgnon b.
belügen <sw. V.; hat): genau, eingehend betrachten: der
Vogel hat uns mißtrauisch beäugt; Dabei beäugte ich
natürlich das ganze Zimmer. Viel war da nicht (Plenzdorf.
Leiden 107); Die Einrückenden beäugten halb ängstlich,
halb schadenfroh die Darbietung (Zwerenz. Kopf 62); Die
Lärmquelle konnten sie nur von fern b. (Spiegel 21. 1966.
70).
beauaenchekiiaen [bo' lajignjajmgn] <sw. V.; hat) [zu t
Augenschein] (Papierdt., aber meist scherzh.): in Augenschein
nehmen ; genau, prüfend betrachten, um es selbst gesehen
zu haben u. einen eigenen Eindruck zu gewinnen: wir
beaugenscheinigten den neuen Wagen.
Beau aeste [bo'sest], die; - -. -x -s [bo-] (bildungsspr.): höfliche
Geste, freundliches Entgegenkommen.
Beauiolafe [bo&'lE], der; -. - (nach der Landschaft Beaujolais
zwischen Loire u. Saöne. woher der Wein stammt]:
französischer Rotwein.
Beaute [böte:], die; -. -s [frz. beaute < vlat. *bellitas. zu
lat. bellus» schön] (bildungsspr.): elegante j schöne Frau:
Wenn sie (= die Frauen) eine B. sind, verbringen sie
ihr Leben damit, eine B. zu sein (Kristall 21. 1954. 47);
Beauty [bju:ti]. die; -. -s [aus gleichbed. engl, beauty <
frz. beaute] (bildungsspr.): svw. TBeaut£.
behindern <sw. V.; hat) [zu t Band]: mit Bändern versehen,
schmücken; (meist im 2. Part.:) ein bebänderter Hut; die
... bebänderte Laute (Fischer. Wohnungen 8).
bebartet [to'ba.gtat] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Bart
versehen: Ein älterer, -er Geist huschte vorüber (Tucholsky.
Werke II. 499).
bebauen <sw. V.; hat): 1. (ein Gelände. Grundstück) mit
einem Gebäude od. mit Bauten versehen: ein Gelände mit
Mietshäusern b.; bebaute Grundstücke. 2. (den Boden)
bestellen, für Ertragszwecke bearbeiten: die Felder, den
Acker b.; <Abl.:> Bebauung, die; -. -en; <Zus.:)
Bebauungsgebiet, das: Gebiet, das mit Häusern o. ä. bebaut wird.
Bebauungsplan, der: 1. Plan zum Bebauen eines Gebietes mit
Häusern o. ä. 2. Plan zum Bebauen, zur Nutzung des Bodens.
Bd* [bebe:], das; -s. -s [frz. b&rt < engl. baby. tBaby]
(Schweiz.): kleines Kind.
beben fbe:bn] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. biben. beeinflußt
durch die niederd. Form mit -e-. vgl. mnd. bevenj: 1.
eine Erschütterung zeigen, erzittern: die Wände. Mauern
b.; der Boden bebte unter unseren Füßen; Der Bunker
... bebte unter den pausenlos die Erde peitschenden
Schlägen (Plievier. Stalingrad 169); Der Saal bebte vor Lärm
(Kirst. Aufruhr 207); Die Lampen bebten ängstlich
(Marchwitza. Kumiaks 33); Sein Lachen dröhnte ... Der
Bauch bebte (Zwerenz. Erde 28); Ü diese Stadt bebt von
Leben (Remarque. Triomphe 167). 2. (geh.) (vom
menschlichen Körper) durch eine starke Erregung. Kälte, Fieber
u. ä. zittern: seine Knie. Lippen bebten; sie begann wie
Schilf im Winde zu b.; seine Stimme bebte vor Wut; Ich
öffnete die Tür; dieGlieder bebten mir (Jahnn. Geschichten
69); sie bebten von Mut und Kampflust (Baum. Bali 217);
er hatte ... unter all der Hilflosigkeit und dem Glück
gebebt (Hausmann. Abel 172). 3. (geh.. veraltend) a) große
Angst haben: sie zitterte und bebte vor ihm; b) in großer
Sorge sein, bangen: sie bebte um ihr Kind; Sie bebte,
ob ich nicht den Weg verfehle (Kaiser. Villa 163); (subst.:>
Beben [-], das; -s. -: 1. a) Erschütterung: Die Erde zitterte.
Unterirdisches B. ... Artillerie (Plievier. Stalingrad 13);
man konnte es ... nicht eigentlich hören, sondern nur
fühlen, ein B. der Welt (Geissler. Wunschhütlein 166);
b) Erdbeben: ein vulkanisches B.; Die Stadt ... liegt in
einem Erdbebenzentrum, und allein das große B. im vori-
314
Bedampfung
gen Jahrhundert hat sie ... in Schutt gelegt (Th. Mann,
Krull 303). 2. (geh.) (bei Menschen) leichtes Zittern als
Zeichen innerer Erregung: das feierliche B. seiner Stimme;
<Zus. zu 1 b:> Bebenherd, der: Ausgangspunkt des Erdbebens
im Erdinnern: Bebenstärke* die.
bebildern [to'bikhm] <sw. V.; hat): mit Bildern versehen,
illustrieren: ein Buch, eine Erzählung b.; bebilderte
Handschriften. Magazine; <Abl.:> Bebilderte«, die; -. -en:
Illustration.
beblättert [te'bietet] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bot.):
Blätter tragend, voll von Blättern: -e Zweige.
beUümt [bo'bly:mt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): voll von
Blumen: -e Wiesen. Hänge; eine -e Flachlandschaft (Th.
Mann. Krull 384); ... die wir den Staub der Heimat von
den -en (mit Blumen als Muster versehenen) Pantoffeln
gerne schütteln sähen (Tucholsky. Werke II. 323).
Bebop ['bi:top]a der; -[s], -s [amehk. bebop. nach den dabei
meinem bestimmten Rhythmus vorkommenden Lallsilben]:
1. <o. PI.) Jazzstil der 40er Jahre. 2. Tanz in diesem Stil.
bebrillt [tebnlt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): eine Brille
tragend: ein -er Mann; das -e Antlitz des Mannes (Grün.
Irrlicht 18); Er war b. (Jahnn. Geschichten 110).
bebrüten <sw. V.; hat): 1. (von Vögeln) Eier brütend bedek-
ken. eine gewisse kürzerei Zeit auf einem Ei brüten: ein
Ei b.; Als... die Jungen einer Dohlenbrut zugrunde gingen,
trugen die Eltern zwar alle Leichen weg. bebrüteten aber
das leere Nest noch mehrere Tage (Lorenz. Verhalten
1204); Ü Man wünscht, von der Presse exakte
Informationen zu erhalten.... was im Schöße einer Bundestagsfraktion
bebrütet worden ist (Thielicke. Ich glaube 20). 2. a) (Biol.)
einer regelmäßigen Wärmeeinwirkung aussetzen u. dadurch
ausreifen lassen: man bebrütete die Bakterienkultur; b)
(ugs.) über etw. nachdenken, grübeln: er bebrütet seine
Lage; <Abl. zu 2 a:> Bebrütung« die; -. -en.
Bebung, die; -. -en [zu t beben] (Musik): leichtes Schwanken
der Tonhöhe bei länger anhaltendem Ton (bes. bei
Saiteninstrumenten).
beb^nkern <sw. V.; hat) (fachspr.): mit Brennstoff versehen,
den Bunker. Sammelbehälter eines Schiffes mit Kohle. Öl
füllen: Durch Unachtsamkeit... geriet... eine unbekannte
Menge Dieselkraftstoff ins Wasser, als ein deutsches
Motorschiff bebunkert wurde (MM 31. 1. 1974. 18).
bebusdit [te'bujt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Büschen
bewachsen: ein -er Hang.
B&hamelluurtoffeln [belamcl-] <PI.): Kartoffelscheiben in
Bechamelsoße: Bechamelsoße, die; -. -n [frz. Sauce ä la
Böchamel. nach dem Haushofmeister Ludwigs XIV. L.
Bechamel. Marquis de Noitel. einem berühmten
Feinschmecker u. Kochkünstler]: weiße Sahnesoße mit
Zwiebeln. Schinken. Kalbfleisch u. a.
Becher ['befe], der; -s, - Imhd. becher. ahd. bechari <
miau vlat. bicarium < griech. btkos = irdenes Gefäß,
viell. aus dem Ägypt.]: 1. höheres, etwa zylinderförmiges
Trink gefäß , ohne Fußj. meist ohne Henkel: einen B.
Eis essen; Milch in einen B. gießen; hast du deinen B.
(die Milch in deinem Becher) ausgetrunken?; Ü den B.
des Leidens leeren (dichter.; Leid erfahren): zu tief in den
B. geschaut haben (ugs.; angeheitert, betrunken sein). 2.
PflanzenteiL der einem Becher ähnlich ist: der B. der Eichel.
becher-, Becher-: -fönnig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
^frudit, die: Frucht der Buchengewächse, die von einer
becherförmigen Hülle umgeben ist: Mtlas, das (Chemie):
im Laboratorium vielseitig verwendetes, becherförmiges,
dünnwandiges Glasgefäß, in dem Flüssigkeiten erhitzt
werden: -klang, der (dichter.): das Erklingen der Becher beim
Anstoßen: ^trost, der (dichter.): Trost, den man im
Alkoholgenuß findet; -werk, das: Dauerförderer mit endloser Reihe
hintereinandergeschalteter Gefäße (= Becher) zur
Aufwärtsbeförderung von Schüttgut.
bechern [bcqsn] <sw. V.; hat) (ugs. scherzh.): ausgiebig
trinken, zechen: die Soldaten machten Stadturlaub und
becherten; Er becherte mit seinen Kumpels bis morgens
(Hörzu23. 1972.21).
beehren, (auch:) bezirzen [ba'isirt^n] <sw. V.; hat) (ugs.):
a) (wie eine Circe) verführen, betören, bezaubern, umgarnen:
sie hat ihn völlig beciret; b) auf verführerische Weise durch
charmante Überredung für seine Wünsche gewinnen: sie
wird ihn schon b. und alles bekommen, was sie will.
Becken [bekn], das; -s. - [mhd. becken; ahd. beckin =
Becken (1) < vlat. *bacdnum. zu spätlat. *bacca. H.
u.; 2 c: nach lat. pelvis = Becken, Schüssel): 1. großes,
flaches, schüsseiförmiges Gefäß; entsprechende Vorrichtung
(für Flüssigkeiten): ein B. aus Marmor; Die Sauberkeit
der Toilette überraschte ihn. Die B. waren säuberlich
einzementiert (Böll. Adam 58). 2. a) größeres, ausgemauertes
Wasserbecken; Bassin. Schwimmbecken. Planschbecken:
das Wasser im B. erneuern; b) (Geol.) breite, meist
fruchtbare Senkung. Mulde. Kessel: die Stadt liegt am Eingang
des großen, fruchtbaren -s; das Wiener B.; c) (Med.)
Knochengürtel, der die Verbindung zwischen Beinen u.
Lendenwirbelsäule herstellt u. die in der Bauchhöhle ruhenden
Eingeweide stützt: sie hat ein breites B.; Mädchen .... die mit
dem B. wackeln (Jahnn. Geschichten 136); d) <P1.) (Musik)
aus Asien stammende, tellerförmige, mit Ledergriffen
versehene Metallscheiben, die gegeneinander geschlagen werden.
backen-, Becken-: -bnich, der: Bruch der Beckenknochen;
^endlage, die (Med.): Längslage des Kindes im Mutterleib,
so daß bei der Geburt nicht - wie üblich - der Kopf, sondern
das Becken (2 c) zuerst erscheint; ^förmig [-foermu;] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): einem Becken (1) ähnlich; -gürtel,
der: Knochengürtel bei den Wirbeltieren, der die Wirbelsäule
mit den hinteren Gliedmaßen verbindet; ^krochen, der
<meist PL): Knochen des Beckens (2 c); -organe <P1.):
die im Becken (2 c) liegenden Verdauungs- u.
Fortpflanzungsorgane; -rand, der: Rand eines Beckens (2 a).
Beckmeaer ['bekmese], der; -s. - [nach der gleichnamigen
Gestalt in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von
Nürnberg", mit der der Komponist einen seiner Kritiker
verspotten wollte; geht zurück auf den Nürnberger
Meistersinger des 16. Jh. Sixt Beckmesser] (abwertend):
kleinlicher Nörgler; Kritiker, der sich an kleinen Mängeln stößt,
anstatt das Ganze zu sehen; <Abl.:> Beckmesserei
[bekmesd'raj]. die; -. «en (abwertend): Kritik, die sich an
Kleinigkeiten stößt, dabei aber den großen Zusammenhang
übersieht; bjckmesserfach <Adj.) (abwertend); b^ckmessern
<sw. V.; hat) (abwertend): kleinlich tadeln, kritisieren.
bedachen <sw. V.; hat): mit einem Dach (1 a) versehen,
ausstatten: die Hütte b.; (meist im 2. Part.:) eine mit
Eisenplatten bedachte Baracke; bedachte Brücken.
bedacht [bodaxt] <Adj.) [mhd. bedäht. 2. Part, zu veraltet
bedenken = etw. im Auge haben]: 1. besonnen, überlegt,
umsichtig: b. handeln, vorgehen. 2. in der Verbindung
auf etw. b. sein (auf etw. genau achten, etw. mit bes. Interesse
u. mit Sorgfalt im Auge behalten): er ist immer auf seinen
guten Ruf b. gewesen; Bedacht [-]. der; nur in den geh.
Fügungen u. Wendungen ohne B. (ohne jede Überlegung,
unbesonnen, überstürzt): Mechanisch und ohne den rechten
B. erledigte er die kleinen Handgriffe (Th. Mann.
Zauberberg 127); voll B. (voll Überlegung. Sorgfalt, äußerst bedacht
(1) auf etw.): .X>as stimmt vielleicht in der Abstraktion44,
sagte er voll B. (Zuckmayer. Herr 142); mit B. (mit einer
bestimmten Überlegung, überlegt, besonnen): mit B.
auswählen; In Belgrad, wo ... alles, was nach Kominform
aussieht.... ängstlich und mit B. ausgemerzt wurde
(Dönhoff. Ära 180); auf etw. [keinen] B. nehmen (auf etw. / nicht j
bedacht sein. Inicht] achten): wie denn überhaupt auf
die geschichtlichen Fakten B. genommen worden ist
(Vorarlberger Nachr. 30.11.1968.7); Auf solche Fiflerullchens
pflegen Sprichwörter sonst keinen B. zu nehmen (Bergen-
gruen. Rittmeisterin 322); Bedachte [bo'daxta], der u. die;
-n. -n <Dekl. t Abgeordnete) [subst. 2. Part, zu t bedenken
(2)] (Jur.): jmd.. dem ein Vermächtnis ausgesetzt worden
ist; bedächtig [to'deqitu;] <Adj.>: 1. ohne jede Hast, langsam,
gemessen: -e Bewegungen; etw. b. hinstellen; Er geht
langsam, beinahe b. (Jens. Mann 7). 2. besonnen, umsichtig,
vorsichtig, wohlüberlegt: -e Worte; <Abl.:> Bedächtigkeit,
die; -; bedachtsam [to'daxtzam] <AdJ.) (geh.): mit Bedacht.
Überlegung handelnd; behutsam, vorsichtig: Immerhin hatte
er seit seiner Studienzeit kein religiöses Lied mehr gesungen
und genoß es mit -em Schreck (Musil. Mann 1291); Er
drehte b. seinen Hals (Johnson. Mutmaßungen 52); Sei
mit dem Wort Lüge b. (Schnurre. Bart 112); <Abl.:> Be-
dfchtsamkeit, die; - (geh.): svw. t Bedächtigkeit.
Bedachung, die; -. -en [zu t bedachen] (Handw.): 1. das
Bedachen: die B. der Gebäude ist abgeschlossen. 2. svw.
t Dach (1): die -en bestehen aus Wellblech.
bedampfen <sw. V.; hat) (Technik): auf der Oberfläche von
etw. durch Verdampfen eine Metallschicht anbringen: man
bedampfte den Gegenstand; <Abl.:> Bed^mpfung, die; -.
-en: seitliche B. mit Schwermetallen.
315
bedampfen
bed|mpfen <sw. V.; hat) (bes. Elektrot.): die Neigung zu
nicht gewünschten Schwingungen dämpfen, zu verringern
suchen: Es ist in erster Linie der Anstieg der Hallzeit
in den Tiefen zu b. (Funkschau 21.1971.2214); Außerdem
kann... der Konverterausgans schmalbandig gemacht
werden, was ... die Oszillatorfrequenz oder deren Oberwellen
am Ausgang des Konverters bedämpft (Funkschau 19.
1971.1 981); Frequenzgangausschnitt einer ... bedämpften
und gedellten Feder (Funkschau 20. 1971. 2084); <Abl.:)
Bedfmpfung, die; -. -en: Der Serienresonanzwiderstand
des Quarzes sollte unter 250 Q liegen, um eine zu starke
B. zu vermeiden (Elektronik 12. 1971, 435); eine B.
möglicher UKW-Signale (Funkschau 19. 1971. 1 982).
bedang [bo'danl: t2bedingen.
bedanken <sw. V.; hat): 1. <b. 4- sich) jmdm. für etw.
danken, seinen Dank-für etw. aussprechen: ich bedankte
mich höflich bei ihr für die Einladung; daflir bedanke
ich mich [bestens]! (ugs. iron.; damit möchte ich nichts
zu tun haben, das lehne ich ab)', bedanke dich bei ihm!
(ugs. iron.; in ihm findest du den Schuldigen, er ist dafür
verantwortlich, er hat dir das eingebrockt): ich bedanke
mich (im Geschäftsleben gebrauchte, leicht gespreizt
klingende Dankesfloskel statt danke sehr, ich danke Ihnen).
2. (siidd.. österr.) jmdm.. einer Sache danken: ..Das ist
einmal ein gutes Wort!" bedankte ihn Fischet (Musil.
Mann 1008); das soll bedankt sein (Wiener Spr. 5. 1969.
160).
Bedarf [te'darfl. der; -[eis. (fachspr.:) -e [aus dem Nie-
derd. < mniederd. bedarf, zu: bedörven = bedürfen]: das
in einer bestimmten Lage Benötigte. Gewünschte: Nachfrage
nach etw.: den natürlichen B. des Menschen an ...
Vitaminen (Medizin II. 203); er stürmte die Geschäfte, um seinen
B. einzukaufen (Sieburg. Blick 176); Dinge des täglichen
-s; bei B. an Lebensmitteln. Lehrern; es blieben ihm noch
ein paar Mark für den persönlichen B. übrig (Baum. Paris
159); er ... begann, die armen Witwen zu besuchen, ...
sie nach ihrem B. zu fragen (Buber. Gog 45); [keinen]
B. an / (Kaufmannsspr.:) in etw. haben (etw. nicht j
brauchen, benötigen): ..Ich denke, wir wollten zusammen aufs
Winzerfest?" ..Kein B.!44 (salopp; ich bin daran nicht
interessiert): bei B. (im Bedarfsfälle): üe] nach B. (wie man
es braucht); wir sind schon Über B. (mehr als wir brauchen)
eingedeckt damit; R mein B. ist gedeckt (ugs.; ich bin
es überdrüssig, habe genug davon).
bedfrfs-. Bedarfs-: ^artikel. der; Befriedigung, die; -dek-
long, die; Vermittlung, die; —fall, der <o. PI.) in den papier-
dt. Fügungen im -le] (im Falle, daß Bedarf an etw. besteht);
für den B. (für den Fall, daß Bedarf an etw. besteht):
»gerecht <AdJ.; o. Steig.): dem Bedarf an bestimmten
Artikeln entsprechend: -e Versorgung der Bevölkerung; dritter
<PI.); ~haltestelle, die: Haltestelle, an der ein /über Land
fahrendes] öffentliches Verkehrsmittel (Bus) nur hält, wenn
jmd. ein- od. aussteigen will; ^träger, der (Wirtsch.): Person.
Unternehmen, das einen Bedarf an bestimmten Waren (auch
Geldmitteln) hat.
bedauerlich [bo'dqjiBlif] <AdJ.; nicht adv.): zu bedauern,
bedauernswert, unerfreulich: ein <r Irrtum; es Ist b.. daß
es so weit mit ihm gekommen ist; Dahin hatten, so b.
diese Feststellung ist. die wahllose Barmherzigkeitsfreude
und die gedankenlose Armenunterstützung ... geführt
(Thieß. Reich 373); ich finde das [tief! b.. dazu: bedauer-
lichenvEfee <Adv.): in bedauerlicher Weise, leider; bedauern
<sw. V.; hat): 1. Mitgefühl mit jmdm. empfinden,
bemitleiden: ich bedauere dich aufrichtig; du läßt dich zu gerne
b. 2. ungeschehen wünschen; unerfreulich, schade finden:
sie bedauerte ihre Äußerung; er bedauerte nachträglich,
keinen Versuch dazu gemacht zu haben; ich bedauere
(es tut mir leid), daß ich nicht dabeisein konnte; (als
Ausdruck einer Ablehnung:) .liebst du mich. Oskar?44
Unwirsch gab ich zurück: .Jtodaure. nicht die Spur!44
(Grass. Blechtrommel 444); <subst.:> Bedauern, das; -s:
1. mitfühlende Anteilnahme. Mitleid. Mitgefühl: Jmdm. sein
B. ausdrücken. 2. Betrübnis: zu meinem großen B. kann
ich nicht kommen.
bedauern- (bedauern 1): -wert <Adj.; -er. -este; nicht adv.):
bemitleidenswert, arm: -e Menschen; -würdig <AdJ.; nicht
adv.) (geh.): svw. t**wert.
bedecken <sw. V.; hat) /vgl. bedeckt/: 1. mit etw. zudecken,
um zu verhüllen od. zu verbergen; etw. über etw.. jmdn..
sich decken, ausbreiten: den Leichnam mit einem Tuch
b.; sie bedeckte ihr Gesicht mit den Händen; den Tisch
mit einem Tuch b. 2, sich über etw.. jmdn. ausbreiten:
weiche Teppiche bedecken den Boden; der Rock bedeckt
das Knie (reicht über das Knie); der Schreibtisch ist mit
Büchern bedeckt (auf ihm liegen viele Bücher). 3. (veraltet)
svw. t decken (7). 4. (österr.) auch svw. tdecken (5 b);
bedeckt [to'dckt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. (vom
Himmel) stark) bewölkt: der Himmel war b. 2. (von
der i Sing /stimme) etwas belegt, heiser, rauh: eine -e
Stimme; Bedecktsamer [-za:me], der; -s, - (meist PI.) (Bot.):
Pflanze, deren Samenanlage im Fruchtknoten eingeschlossen
ist (Ggs.: Nacktsamer); bedecktsamig [-za:miel <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.) (Bot.; Ggs.: nacktsamig); Bedeckung,
die; -. -en <P1. ungebr.): 1. das Bedecken (1). 2. polizeilicher
Schutz. Bewachung: Jmdm. militärische, polizeiliche B. m\\-
geben.3.etw..waszum Bedecken(\) vonetw. verwendet wird.
4. svw. tDeckung (6). 5. (österr.) svw. tDeckung (4b).
bedenken <unr. V.; hat) /vgl. bedacht/: I. a) über etw. nach-
denken, genau überlegen, erwägen, durchdenken: die weitere
Planung b.; er hatte sorgfältig bedacht, was er sagen wollte;
b) in Betracht ziehen, beachten: du mußt b.. daß er noch
sehr jung ist; [jmdm.] zu b. geben, daß... (auf etw. besonders
hinweisen). 2. (geh.) mit etw. beschenken: jmdm.. einer
Sache etw. zuteil werden lassen: Jmdn. bei der Erbteilung
reichlich b.; ein Theaterstück mit großem Beifall b.; (iron j
sie bedachten einander, sich [gegenseitig) mit
Schimpfwörtern. 3. <b. + sich) vor einer Entscheidung/ mit sich
zu Rate gehen, sich kurz besinnen: ich bedachte mich einen
Augenblick und unterschrieb dann; <subst. zu 1 a:>
Bedenken, das; -s. -: 1. <o. PI.) Nachdenken. Überlegung: nach
kurzem, gründlichem B. 2, <meist PI.) eine auf Grund
von vorhandenen Zweifeln. Befürchtungen od. Vorbehalten
angestellte Überlegung, die ratsam erscheinen läßt, mit der
Zustimmung noch zu zögern od. den Plan o. ä. neu zu
durchdenken: Zweifel. Einwand: B. hegen, etw. zu tun; B. gegen
einen Plan äußern, haben; *B. tragen (nachdrücklich, geh.;
B. haben): <Zus.:) bedenkenlos <Adj.; -er, -este):
hemmungslos, skrupellos: b. Geld ausgeben, dazu: Bed^nkentosigkeit.
die; -. bedenkenwert <AdJ.; -er. -este; nicht adv.): nötig,
wichtig, wert, daß man es noch einmal bedenkt, überdenkt;
bedenklich [tedEoklitf <Adj.) [zu veraltet bedenken =
Jmdn.. etw. verdächtigen, etw. bezweifeln]: 1. voller
Bedenken (2). skeptisch, besorgt: ein -es Gesicht machen;
eigentlich hätte mich das b. machen müssen. 2. a) nicht
einwandfrei, zweifelhaft, verdächtig., fragwürdig, suspekt: -e
Geschäfte machen; b) besorgniserregend, gefährlich,
bedrohlich: eine -e Wendung nehmen; der Himmel sieht b. aus.
dazu: Bed^nklidikeit. die; -. -cn: 1- <PI.) (veraltet)
Einwände. Zweifel: bis die Umstände mich von der Notwendigkeit
überzeugten, all solche materiellen -en in den Wind zu
schlagen (Maass. Goufle 275). 2. <o. PI.) a) Zweifelhaft ig-
keit. Verdächtigkeit. Fragwürdigkeit: die B. solcher Mittel.
Geschäfte; b) besorgniserregender! Nachteil.
Gefährlichkeit. Bedrohlichkeit: die Sache ... hatte ihre B. (Th. Mann.
Krull 86); Bedenkzeit die; -: Zeit. Frist, sich od. etw.
zu bedenken, bevor man eine Entscheidung trifft: um B.
bitten.
bedeppert [ba'depet] <AdJ.; o. Steig.) [H. u.. vi eil. zu mund-
artl. veraltetbetöbern = betäuben] (salopp): unerwartet;
durch etw. in Verlegenheit gebracht, ratlos, gedrückt: ein
wenig b. dreinschauen.
bedeuten: <sw. V.; hat) /vgl. bedeutend/: 1. a) einen
bestimmten Sinn haben: ausdrücken, meinen: was bedeutet dieses
Zeichen?; das Wort Automobil bedeutet eigentlich
„Selbstbeweger"; was soll das b.? (welchen Sinn. Grund. Zweck
hat das. was steckt dahinter?): b) von bestimmter Art sein,
so daß sich dadurch besondere Umstände ergeben [die für
jmdn. von größerer Tragweite, größerem Gewicht sind]:
heißen: handelspolitischer Protektionismus bedeutet
Einschränkung des Verkehrs zwischen den Völkern; er ahnte
nicht, was es bedeutet, ein Ausgestoßener zu sein; das
bedeutet (heißt, besagt), das sie den Vertrag erfüllen
müssen; c) etw. Bestimmtes sein: ein Wagnis b.; das Konzil
von Nizäa bedeutet einen Meilenstein in der
Geistesgeschichte der Menschheit; sie bedeutete ihm nur ein
Abenteuer, d) auf etw. Zukünftiges hindeuten; Zeichen sein für
etw.. was eintreten wird: das bedeutet nichts Gutes; Spr
Perlen bedeuten Tränen (bekommt man Perlen geschenkt,
hat man für die Zukunft mit Kummer u. Sorgen zu rechnen;
schon im 9. Jh. verbreitete Meinung). 2. [Tür jmdn.. etw.}
316
Bedingtheit
von Belang sein, eine Tragweite haben, von bestimmtem
Wert sein, wichtig sein: als Politiker etwas b.; sein Name
bedeutet viel in der Fachwelt; Geld bedeutet mir wenig;
das hat nichts zu b. (ist nicht wichtig, nicht wesentlich).
3. a) (geh.) einen Wink geben, etw. zu tun: zu verstehen
geben: etw. anraten, anempfehlen, nahelegen: Zugleich
bedeutete er mir. daß ich ... dasselbe tun sollte (Fallada.
Herr 153); b) (veraltet) jmdn. über etw. aufklären,
unterrichten, belehren: ..Ist es ein Schimpfwort oder das Gegenteil?44
..Eher das Gegenteil", bedeutet uns das Fräulein (K.
Mann. Wendepunkt 27); <1. Part, zu 2:> bedeutend: 1.
von besonderem Gewicht, besonderer Tragweite, wichtig:
das ist ein -er Schritt vorwärts; <subst.:> es handelt sich
um nichts Bedeutendes. 2. von großem Ansehen, berühmt,
namhaft, sehr bekannt: er ist ein -er Gelehrter; eine -e
Handelsstadt. 3. von hoher Qualität u. daher von großem
Wert, hervorragend, wertvoll: ein -er Film. 4. von
beachtlicher Größe. Höhe, von besonderem Ausmaß, groß,
beachtlich: sein Anteil daran ist am -sten; eine -e Pension beziehen.
S. <o. Steig.; intensivierend bei Adjektiven u. Verben)
um vieles, sehr: sein Zustand hat sich b. gebessert;
bedeutsam [te'doytzaml <Adj.>: 1. <nicht adv.) svw. tbedeutend
(1): in diesem für mich so -en Augenblick. 2. <o. Steig.)
vielsagend, wissend: ein -es Lächeln; jmdn. b. anblicken,
dazu: Bedeutsamkeit, die; -: 1. Wichtigkeit. Tragweite: die
B. dieser Tatsache Tür die weitere Entwicklung. 2. (geh.)
Sinn. Bedeutung: eine tiefere B. bekommen; Bedeutung,
die;-.-en: l.a) <o.Pl.)Sinn.der in Handlungen.
Gegebenheiten. Dingen. Erscheinungen liegt: die B. eines Traumes
erklären; die Fabel hat eine tiefere B.; einer Sache eine
schlimme B. beimessen; b) das Bedeuten, die Beziehung
zwischen Wortkörper und Begriff bzw. Inhalt: Sinn, der
in den Wörtern. Worten liegt: Wort]Inhalt: die
ursprüngliche, eigentliche, übertragene B.; die B. des Wortes hat
sich gewandelt; ..Geist" hat mehrere -en; in unserer
schönen Muttersprache hat Sehen eine B.. die nicht mit
optischen Kategorien allein zu erschöpfen ist (Böll.
Erzählungen 342). 2. <o. PI.) a) Gewicht. Tragweite. Belang:
etw. ist von praktischer B.; nichts von B. (nichts
Besonderes. Nennenswertes): b) Geltung. Ansehen. Wert: die B.
dieses Gelehrten liegt auf einem ganz anderen Gebiet.
bedeutungs-, Bedcutunes-: -erweitern«, die (Sprachw.):
Erweiterung der Wortbedeutung (Ggs.:
Bedeutungsverengerung); -feW.das (Sprachw.): svw. t Wortfeld; -gehalt, der:
der B. eines Wortes; ^lehre, die (Sprachw.): Lehre von
der Bedeutung des Wortes. Semasiologie: ^k» <Adj.; -er.
-este; nicht adv.): nicht ins Gewicht fallend, nicht wichtig:
ohne besondere Bedeutung: eine -e parlamentarische
Minderheit, dazu: -tosigkeit, die; -: zur völligen B. verurteilt
sein; -schwer <Adj.; nicht adv.) (geh.): von tiefer,
tiefgreifender Bedeutung (1 a. 2 a); -Übertragung, die (Sprachw.):
auf metaphorischem Gebrauch beruhende Verschiebung der
Wortbedeutung: -umfang, der (Sprachw.): Umfang an
Bedeutungen (1 b); Minlerschied, der (Sprachw.): Unterschied
zwischen zwei /ähnlichenJ Bedeutungen (1 b);
-Verbesserung* die (Sprachw.): Aufwertung einer Wortbedeutung,
die ein Wort haben kann: -Verengerung, -Verengung, die
(Sprachw.): Veränderung der Wortbedeutung durch
Einengung auf eine bestimmte spezielle Bedeutung (Ggs.:
Bedeutungserweiterung); -Verschlechterung, die (Sprachw.):
Abwertung der Wortbedeutung: ^voll <Adj.): 1. <nicht adv.)
von Bedeutung (2 a). gel wicht ig: belangvoll: ein -er Tag;
eine -e Untersuchung. 2. vielsagend, wissend, bedeutsam
(2): jmdm. einen -en Blick zuwerfen; -wandel, der
(Sprachw.): Veränderung der Wortbedeutung: -Wörterbuch,
das: Wörterbuch, das besonderes Gewicht auf die genaue
Angabe der Wortbedeutung legt.
bedichten <sw. V.; hat): über etw.. jmdn. dichten: ein
bedeutendes Ereignis, ein junges Mädchen b.
Bediene, die; -, -n (Jugendspr.): etwas, was jmdn. über alle
Maßen zufriedenstellt: großartige Angelegenheit: bedknen
<sw. V.; hat): I. a) jmdm. persönliche/ Dienste leisten:
die Zofe bedient ihre Herrin; jmdn. vom und hinten b.
(müssen] (ugs.; für jmdn. jede Kleinigkeit tun ! müssen J):
b) jmdm. bei Tisch j mit Speisen u. Getränken aufwarten,
ihn damit versorgen: ein mürrischer Kellner bediente uns;
welcher Kellner bedient (serviert) hier?; ich bin bedient
(Schweiz.; ich werde schonI bedient)', <b. + sich) ich
bediente mich (langte zu. nahm mir von den Speisen u.
Getränken): Ü ein Aphorismenvorrat, aus dem sich Freund und
Feind, wie es ihnen paßt, bedienen (Musil. Mann 380);
c) (bes. in einem Geschäft) den Kunden beraten u. ihm
beim Einkauf behilflich sein: seine Kunden aufmerksam
b.; bedient hier denn niemand?; d) in den Verbindungen
gut, schlecht, ausgezeichnet, trefflich u. ä. bedient sein (ugs.;
gut. schlecht... beraten sein): Der Psychologe würde eine
neue Routine-Operation in sein Repertoire einreihen und
die Gesellschaft wäre trefflich bedient (Hofstätter.
Gruppendynamik 141); bedient sein (salopp; von etw.. Jmdm.
genug haben: einer Sache überdrüssig sein; von einer Sache.
Person nichts mehr wissen wollen). 2. (größere Geräte o. ä.)
handhaben, steuern, den Gang von etw. überwachen: eine
Maschine, einen Lift b. 3. a) (Fußball) jmdm. den Ball
zuspielen: den Mittelstürmer mit einer prächtigen
Steilvorlage b.; b) (Kartenspiel) die geforderte Farbe ausspielen:
du mußt Trumpf b.!; ich bediente falsch; c) (Geldw.) für
etw. Zinsen zahlen: daß den Rückstellungen für
Altersversicherungen - die im Vorjahr nicht bedient worden waren
- 0.17 zugeführt wurden (Welt 5. 8. 65. 13). 4. <b. +
sich; mit Gen.) (geh.) von jmdm.. einer Sache Gebrauch
machen, sie für sich verwenden, benutzen: er bediente sich
eines Kompasses; ich bediente mich eines Vergleiches, um
das Problem zu verdeutlichen; Bedienerin [te'dhnannj. die;
-. -nen (österr.): Aufwartefrau: bedienstet [bo'di:nstot]
<Adj.) [2. Part, zu veraltet bediensten = in Dienst stellen]
in der Verbindung b. sein (österr.; im Iöffentlichen] Dienst
stehen, angestellt sein)', <subst.:) Bedienstete, der u. die;
-n. -n <Dekl. T Abgeordnete): 1. (Amtsspr.) Angestellter
im öffentlichen Dienst: Parken nur für B. des Finanzamtes.
2. (veraltet) Diener: Bediente [bo'di.-nto], der u. die; -n.
-n <Dekl. t Abgeordnete) [subst. 2. Part, zu t bedienen
(1 a)J (veraltet): Diener! inj: Bedienung, die; -. -en: 1. <o.
PI.) das Bedienen eines Kunden. Gastes: B. im Preis
eingeschlossen, enthalten. 2. das Handhaben. Steuern von
Geräten: die B. von Maschinen. Geschützen. 3. <P1. selten)
a) in einer Gaststätte od. in einem Geschäft bedienende
Person: die saumselige B. der kleinen Konditorei
(Feuchtwanger. Erfolg 197); b) (bes. österr.) Aufwartefrau:
B. Tür zweimal in der Woche gesucht. 4. (Milit.) Einheit,
die technische Geräte (große Geschütze u. die
verschiedensten Apparaturen) bedient: der Geschützführer befahl
seiner B.. in Deckung zu gehen. 5. (österr.) Stelle als
Bedienerin: sich um eine B. bewerben.
Bedienung»-: ^aufschlagt der: svw. t^geld; ^fehler, der:
falsche technische! Handhabung: ^geld, das: Aufschlag für
die Bedienung in einem Restaurant: -gerät, das: Gerät,
das zur Bedienung (2) bestimmter Apparaturen. Maschinen
o. ä. dient: Auf einer Konsole links vom Pilotensitz sind
weitere -e für das Radarsystem (Spiegel 5. 1966. 25);
Mnamschaft, die (Milit.); -Vorschrift, die; -Zuschlag« der:
svw. t-geld.
Beding in der Fügung mit dem B.v [daß]...: (veraltet; unter
der Bedingung./daß/...): 'bedingen <sw. V.; hat) [beeinflußt
von t Bedingung (1)1 /vgl. bedingt/: a) bewirken, zur Folge
haben, verursachen: Ursache für etw. sein: sein großer Fleiß
bedingte ein rasches Voranschreiten der Arbeit; Die
Produktionsweisedesmateriellen Lebens bedingt den sozialen,
politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt (Fraen-
kel. Staat 190); der Produktionsrückstand ist durch den
Streik bedingt; der Wandel ist psychologisch bedingt; b)
erfordern, zur Voraussetzung, zur Bedingung haben: eine
gute Ernte bedingt reichliche Düngung; c) voneinander
abhängig, aufeinander angewiesen, ohne einander nicht
denkbar sein: öffentliche Wohlfahrt... und unser Glück
bedingen sich gegenseitig (Th. Mann. Hoheit 235); Hwdjngen,
sich <st. V.; hat) [zu 2Ding] (veraltend): sich zur Bedingung
machen, sich ausbedingen: ich bedang mir besondere
Freiheiten, habe sie mir bedungen; Bedingen Sie sich reichlich
Urlaub (Kaiser. Villa 128); bediwt [tediot] <Adj.; o.
Steig.): 1. nicht uneingeschränkt, nur mit
Einschränkung! enj: etw. nur b. gutheißen, bejahen. 2. nur unter
bestimmten Voraussetzungen [geltend]: er erhielt eine -e
Erlaubnis zur Reise; -er Straferlaß (jur.; Straferlaß unter
der Voraussetzung einwandfreier Führung während der
Bewährungsfrist): -er Reflex (Med.; nicht angeborener, sondern
durch allmähliche Erfahrung od. ein einmaliges Erlebnis
erworbener Reflex): <Abl.:> Bedingtheit, die; -. -en: 1. <P1.
selten) Abhängigkeit. Gebundenheit. Begrenztheit. Einge-
sdiränktheit: sich der B. des eigenen Standorts bewußt
sein. 2. Gegebenheit, Voraussetzung: die soziale B. des
317
Bedingtgut
einzelmenschlichen Erlebens und Denkens (Hofstätter.
Gruppendynamik 181); klimatische -en; <Zus.:> Bedjngt-
gut, das <o. PL): svw. tKommissionsgut; Bedjngtsendune.
die: svw. t Kommissionssendung; Bedingung [to'dinoi)].
die; -. -en: 1. a) etw., was gefordert u. von dessen Erfüllung
etw. anderes abhängig gemacht wird: Forderung: wie lauten
ihre -en?: unsere -en sind nicht erfüllt worden: etw. zur
B. machen: Jmds. -en [nicht] akzeptieren; b) etw.. was
zur Verwirklichung von etw. anderem als Voraussetzung
notwendig, gegeben, vorhanden sein muß: unter keiner B.;
unter folgender B.; unter welchen «cn?; Die Teilung der
Gewalten ist die erste B. einer freien Regierung (Fraenkel.
Staat 121). 2. <meist PI.) Gegebenheit, die für Jmdn.. etw.
bestimmend ist: Lebens /umstand. Verhältnis: gute,
ungünstige -en; die klimatischen -en sind nicht gut.
bedjngungs-. Bedjngungs-: -form, die (Sprachw.):
konditionale Aussageform: ^los <Adj.>: 1. <o. Steig.; nicht präd.)
ohne jede Bedingung (1), nicht von Bedingungen
eingeschränkt: die -e Kapitulation fordern; sich Jmdm. b.
unterwerfen. 2. rückhaltlos, ohne Einschränkung,
uneingeschränkt, ohne Vorbehalt, vorbehaltlos: -e Hingabe; Jmdm.
b. gehorchen, ergeben sein, dazu: -losigkeft, die; -; ^satz,
der (Sprachw.): Umstandssatz, der die Bedingung angibt,
unter der das im Hauptsatz genannte Geschehen od. Sein
eintritt: Konditionalsatz (z. B. Wenn das wahr ist, steht
uns Schlimmes bevor); -weise <Adv.): unter einer
bestimmten Bedingung (1): Jmdn. nur b. anstellen.
bedrängen <sw. V.; hat): 1. a) auf jmdn.. etw. mit Ungestüm]
eindringen und in Bedrängnis bringen]: der Linksaußen
wurde von zwei Abwehrspielern hart bedrängt; Weil sein
Hund ... gleichzeitig das Tier von hinten bedrängte, zog
der Löwe ab (Grzlmek. Serenget! 76); die Stadt wurde
von den Feinden bedrängt; Ü die Erinnerungen bedrängen
ihn wie Schatten (Wlechert. Jeromin-Kindcr 518); b) mit
Nachdruck. Hartnäckigkeit zu einem bestimmten Handeln
zu bewegen suchen: belästigen: Jmdn. mit Anrufen b.; die
Gläubiger bedrängten ihn sehr; der Star wurde von den
Reportern mit Fragen bedrängt. 2. in quälender Weise
bedrücken, belasten: mich bedrängt die Sorge, ob er noch
lebt; Den Grund bildet das wachsende Schuldgefühl, das
sie bedrängt (Werfel. Bernadette 95); <häufig im 2. Part.:)
sich in einer bedrängten (schwierigen) Lage befinden;
<subst. 2. Part.:) die Kirche sollte ein Hort der Bedrängten
und Verfolgten sein; <Abl.:> Bedränger, der; -s. -;
Bedrängnis, die; -, -se (geh.): schwierige Lage. Not!läge].
Ausweglosigkeit. Zwangslage: Jmdn. in B. bringen; in B geraten;
Bedrfngtheit.die; -; Bedrfngung,die; -. -en: 1. Not.
schwierige Lage: sich in großer B. befinden. 2. das Bedrängen
(2).
bedriuen <sw. V.; hat) (veraltet): svw. T bedrohen.
bedrecken [bd'drckn] <hat) (ugs.): schmutzig machen,
beschmutzen: ich bedreckte mich, meine Hosen von oben
bis unten.
bedripst [te'dripst] <AdJ.) [lautm. entstelltes 2. Part, zu
niederd.. md. bedröppeln = betröpfeln, eigtl. = vom
Regen überrascht, plötzlich ins Wasser gefallen] (nordd.):
in eine peinliche Lage versetzt u. daher] verlegen, betrübt
u. kleinlaut: „So habe ich es auch nicht gemeint", sagte
Pinneberg b. (Fallada. Mann 168).
bedrohen <sw. V.; hat): X.jmdm. mit Gewaltanwendung
drohen: Jmdn. mit dem Messer, mit dem Tode b.; sich
[gegenseitig] b. 1. für jmdn.. etw. eine unmittelbare Gefahr bilden:
jmdn.. etw. in seiner physischen od. psychischen] Existenz
gefährden: Hochwasser bedroht die Stadt; der Friede war
bedroht; das Haus war von Flammen bedroht; diese Art
ist vom Aussterben bedroht; sich bedroht fühlen; sein
Leben, seine Gesundheit ist bedroht: (Abi. zu 2:) bedrohlich
[to'dro.lu;] <AdJ.): unmittelbare Gefahr ankündigend,
beängstigend, unheildrohend: eine -e Situation: [kleinen -en
Eindruck machen; die Lage wurde immer -er; das Feuer
kam b. nahe, dazu: Bedrohlichkeit, die; -; <Abl. zu
bedrohen:) Bedrohung, die; -, -en: 1. das Bedrohen (1); eine
massive B. darstellen. 2. Gefahrdung: die B. des Friedens.
bedrucken <sw. V.; hat): a) Buchstaben. Text auf etwas
drucken: das Briefpapier mit den Anfangsbuchstaben
seines Namens b. lassen; die Bogen sind alle bedruckt; b)
ein Muster auf etw. drucken: ein mit großen Blumen
bedrucktes Kleid.
bedrucken <sw. V.; hat): 1. (veraltend) auf jmdn.. etw. starken
lDruck (3) ausüben, unterdrücken: Seit wann durfte ein
Ausländer das einheimische Gewerbe b. (Jacob. Kaffee
95); die bedrückten Volksmassen setzten sich zur Wehr.
2. auf jmdm. lasten: traurig, niedergeschlagen tnachen:
Angst bedrückte sie; bedrückendes Schweigen; tagelang
bedrückt (deprimiert) umherschleichen; <Zus.:> bedryk-
kenderwfifee <Adv.>: in bedrückender (2) Weise: Sein
Wohlwollen nahm b. immer mehr zu (Kirst. 08/15. 16); <Abl.:)
Bedrücker, der; -s. -: (veraltend) jmd.. der andere
unterdrückt: die B. des Volkes.
bedruckt: t bedrucken.
bedrückt [bo'drvkt]: Tbedrücken (2); <Abl.:) Bedrücktheit.
die; -: depressive Stimmung. Niedergeschlagenheit: eine
gewisse B. nicht verbergen können.
Bedrückung, die; -. -en: das Bedrucken.
Bedrückung, die; -. -en: 1. das Bedrücken: die B. des Volkes.
2. <o. PI.) svw. t Bedrücktheit: Die armen Schwestern in
ihrer seelischen B. kamen nicht zur Ruh* (A. Kolb, Daphne
31).
Beduine [bedu'r.na], der. -n. -n [frz. Wdouin < arab. bada-
wiyün (vulgärarab. bedewin). PI. zu: badawiy (bedewD
= Wüstenbewohner, zu: badw = Wüste]: nomadisierender
arabischer Wüstenbewohner.
bedungen [ba'dundn]: ^bedingen.
bedenken <sw. V.; hat) (veraltend): jmdm. in bestimmter
Weise erscheinen, sich jmdm. in bestimmter Weise
darstellen: das Vorhaben bedünkte sie ganz unsinnig; es will
mich b.. daß ...; <b. + sich): Geradezu weise bedünken
sich Jene Mentoren (Augstein. Spiegelungen 67); <subst.:)
Bedenken, das; -s nur in der Fügung meines usw. -s:
(veraltet; nach meiner usw. Ansicht).
bedürfen <unr. V.; hat) (geh.): nötig haben, unbedingt]
brauchen: des Trostes, der Schonung b.; nur eines Wortes
b.; das bedarf keiner Erklärung (das versteht sich von
selbst): (selten auch mit dem Akk.:) dazu bedarf es viel
Geld; Bedürfnis [to'dYrfnis]. das; -ses. -se: 1. Wunsch.
Verlangen nach etw.: Gefühl, jmds.. einer Sache zu bedürfen,
jmdn.. etw. nötig zuhaben: ich hatte das B.. mich
auszusprechen; ein B. nach Ruhe; es ist mir ein [wirkliches] B..
Ihnen zu danken. 2. (meist PL) 'materielle]
Lebensnotwendigkeit: etw.. was jmd. /unbedingt/ zum Leben braucht:
die -se der Gesellschaft; wir alle haben die gleichen -se:
wir wollen essen, trinken, schlafen (Bieler. Bonifaz 56).
3. (veraltet) Notdurft: ein/sein B. verrichten; ein B. haben;
<Zus.:> Bedürfnisanstalt, die (Amtsspr.): öffentliche
Toilette: Bedürfnisbefriedigung, die; bedtyrfhfelos <Adj.; -er. -este):
ohne besondere Bedürfnisse, anspruchslos, genügsam: die
Inselbewohner sind, leben völlig b.. dazu:
Bedürfnislosigkeit, die. -; bedürftig <Adj.; nicht adv.) [zu veraltet bedurft
= Bedürfnis]: 1. materielle Hilfe benötigend: am
Lebensnotwendigen Mangel leidend: arm. mittellos: -e Familien;
<subst.:> den Bedürftigen helfen. 2. *fcnds., einer Sache
b. sein (geh. Jmds.. einer Sache bedürfen, ihn. sie brauchen)'.
sie ist der Ruhe, des Schutzes b.; <Abl. zu 1:) Bedürftigkeit,
die; -: Maßnahmen für den Fall sozialer B. (Klein. Bildung
15).
beduseln, sich <sw. V.; hat) (ugs. scherzh.): sich leicht
betrinken: ich bedus[e]le mich nicht schon am frühen Morgen;
er ist beduselt; Ü von dem vielen Reden bin ich richtig
beduselt (benommen).
Beef- ['bi.f-; engl, beef = Rind(fleisch) < afrz. boef < lat.
bös (Gen.: bovis)]: ^eater [-i:to; eigtl. = Rindfleischesser,
zu: to eat = essen], der; -s. -s: königliche Leibwache im
Tower (in London): -steak, das [engl, beefsteak. tSteak]:
kurz gebratene Rindfleischscheibe (meist von der Lende):
ein gutes B. mit Beilagen; [deutsches] B. (flachgedrückter,
gebratener Kloß aus Hackfleisch): B. ä la tatare [tTatar]
(gehacktes Rindfleisch, das mit Ei u. Gewürzen roh gegessen
wird): ^tea [-ti:]. der; -s. -s [engl, beaftea. zu: tea = dt.
TTee]: Rindfleischbrühe.
beehren <sw. V.; hat): 1. a) (geh.) jmdm.. einer Sache mit
etw. (meist Besuch. Anwesenheit o. ä.) Ehre erweisen: Jmdn.
mit seinem Besuch b; ... wurde mit der Gevatterschaft
beehrt (Buber. Gog 145); (iron.:) er hat uns in letzter
Zeit recht oft [mit seiner Anwesenheit] beehrt; b) (gespreizt)
besuchen: Beehren Sie uns bald wieder!; wenn Sie meinen
Laden beehren.... werden Sie ein hochelegantes Necessaire
finden (H. Mann. Stadt 259). 2. <b. + *ich> sich erlauben,
sich die Ehre geben (formelhaft in Briefen. Anzeigen u. ä.):
wir b. uns. unserer verehrten Kundschaft mitzuteilen, daß
...; ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen ...
318
befallen
beeiden [to' laidnj <sw. V.; hat): durch einen Eid bekräftigen,
beschwören, auf etw. einen Eid leisten: eine Aussage vor
Gericht b.; beeidigen [bo'lsydign] <sw. V.; hat): 1. (geh.)
svw. t beeiden: er beeidigte seine Aussage. 2. (veraltet)
unter Eid nehmen, vereidigen (meist nur noch als attr.
2. Part.): Was für den beeidigten Zeugen gilt, gilt auch
Tür den beeidigten Sachverständigen (Mostar. Unschuldig
9); <Abl.:> BcsJdrgwg. die; -. -en.
beeifern, sich <sw. V.; hat) (selten): sich eifrig zeigen, sich
eifrig bemühen: Vor allem beeifert sich der Bund, den
politischen Fortschrittsparteien ... mit seinem Material
zur Hand zu gehen (Th. Mann. Zauberberg 342).
beeilen, sich <sw. V.; hat): 1. bei der Ausführung von etw.
schneller als gewöhnlich sein od. handeln, um etw. in kurzer
Zeit zu erledigen od. zu erreichen: ich beeilte mich mit
der Abrechnung, bei den Vorbereitungen; wenn wir den
Zug noch erreichen wollen, müssen wir uns b. 2. nicht
zögern, sondern eilfertig, beflissen sein: er beeilte sich, mir
zuzustimmen; <Abl. zu 1:) Beeilung (nur als Aufforderung):
[losj Beeilung! (ugs.; beeilen Sie sich, beeilt euch!).
beeindrucken <sw. V.; hat): aufjmdn. einen starken Eindruck
machen, eine nachhaltige Wirkung haben: jmdm.
imponieren: die Aufführung beeindruckte mich; ich ließ mich
dadurch nicht im geringsten b.; ein -des (eindrucksvolles)
Bauwerk. Ereignis; von jmdm. tief beeindruckt sein; die
Zuschauerwaren [von der Aufführung] stark beeindruckt.
beeinflußbar [bo'tejnflosba:?] <Adj.; nicht adv.): sich
beeinflussen lassend: die Möglichkeit. Eigenschaft, Neigung
zeigend, beeinflußt zu werden: ein [leicht] -er Mensch; er ist
in seinen Entscheidungen nur schwer b.; <Abl.:> Beeinfluß-
barkeit, die; -; beeinflussen [bo'lajnflusn] <sw. V.; hat):
aufjmdn., etw. einen Einfluß (mit bestimmten Wirkungen)
ausüben: jmds. Urteil, Arbeitsweise, Denken b.; dieses
Ereignis beeinflußte die Verhandlungen; ich ließ mich von
ihm [nicht] b.; dieser Schriftsteller ist von Bert Brecht
nachhaltig beeinflußt; <Abl.:> Beeinflussung, die; -. -en
<P1. selten).
beeinträchtigen [te' lajntre^tign] <sw. V.; hat) [zu veraltet
Eintrag = Einspruch. Hemmung, zu: eintragen = etw.
(hemmend) dazwischen werfen]: a) auf jmdn., etw. eine
behindernde, hemmende, negative Wirkung ausüben: jmdn.
in seiner Freiheit b.; Alkohol beeinträchtigt das
Reaktionsvermögen des Autofahrers; das schlechte Wetter
hat die Veranstaltung beeinträchtigt; sich beeinträchtigt
fühlen; b) verschlechtern, in seinem Wert] mindern: seine
Leistungsfähigkeit wird durch die Krankheit
beeinträchtigt; <Abl.:) Beeinträchtigung, die; -. -en.
beelenden [to'le.Undn] <sw. V.; hat) [zu t Elend] (Schweiz.):
jmdm. nahegehen, jmdn. traurig stimmen: Die Männer-
Schmierkünstler. Muttersöhnchen. ... - beelendeten mich
(Dessauer. Herkun 198).
Beelzebub ['be.ltp-. 'bei.... auch: be'eltjs-]. der; - [bibl.
< hebr. Baal-zebub = eine Gottheit der Philister, aus:
bal = Herr u. zebub = Fliegen, also eigtl. = Heer der
Fliegen (der bösen Geister); oberster Teufel im Neuen
Testament]: Teufel: Der neue Rittmeister fuhr wie B. in
die Kompanie (Strittmatter, Wundertäter 379); * den Teufel
mit/durch B. austreiben (ein Übel durch ein anderes,
schlimmeres beseitigen, bekämpfen: nach Matth. 12, 24).
beenden <sw. V.; hat): enden lassen, zu Ende, zum Abschluß
bringen: den Krieg b.; sein Studium b.; ich beendete das
Gespräch; beendigen <sw. V.; hat) seltener für t beenden:
zumal man ... den Krieg eigentlich schon Tür beendigt
gehalten hatte (K. Mann. Wendepunkt 418); <Abl.:)
Beendigung, die; -; Beendung, die; - <Subst. zu.) tbeenden.
beengen <sw. V.; hat): bei jmdm., etw. einen Zustand, ein
Gefühl des Eingeengtseins bewirken, den Handlungs- od.
Lebensspielraum einschränken: -de Kleidung; sehr beengt
wohnen; er fühlte sich in dem winzigen Zimmer beengt;
Ü Jmds. Freiheit, Handlungsraum b.; <zum2. Part.:)
Beengtheit, die; -: Zustand des Beengtseins: Beengung, die; -:
das Beengen, Einengen.
beerben <sw. V.; hat): jmds. Hinterlassenschaft erben, jmds.
Erbe sein: die Kinder beerben ihren Vater; alle wollten
den reichen Onkel b.; <Abl.:> Beübung, die; -.
beeiden <sw. V.; hat) (Landw.): mit Erde versehen: häufeln:
beerdete Pflanzenteile; beerdigen fte' |e:ßdign] <sw. V.; hat):
einen Verstorbenen auf einem Friedhof feierlich ] begraben,
bestatten, beisetzen: den Toten, die Verstorbenen,
Gefallenen b.; jmdn. kirchlich b.; Selbstmörder mußten außerhalb
des Friedhofs beerdigt werden; <Abl.:) Beerdigung, die;
-. -en: Begräbnis, Bestattung. Beisetzung: eine feierliche,
große (von vielen Trauergästen besuchte) B.; die B. findet
am Mittwoch statt; auf eine/zu einer B. gehen; *auf der
falschen B. sein (salopp; 1. am falschen Ort, fehl am Platz
sein. 2. eine irrige, falsche Meinung von etw. haben).
Begfdtgungs-: -amtalt. die: svw. T-institut; -feier, die; -ge-
sellsdtaft, die: Personen, die an einer Beerdigung teilnehmen:
-Institut, das: Unternehmen, das Beerdigungen gegen
Bezahlung übernimmt: -kosten <P1.>: Kosten, die durch eine
Beerdigung entstehen: -tag, der; -unternehmen, das: svw. f
Institut.
Beere l'be:ra], die; -. -n [mhd. ber, ahd. beri]: kleine,
rundlich Je, oft kräftig gefärbte, meist eßbare Frucht mit
saftigem Fleisch, das die Samenkerne enthält: rote, blaue, süße,
saftige -n; -n pflücken, sammeln, einkochen; in die -n
gehen (landsch.; in den Wald gehen, um wilde Beeren zu
sammeln).
beeren-, Beeren-: -artig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
-auslese, die: 1. Auslese von überreifen od. edelfaulen Trauben,
die für sich gekeltert werden. 2. aus Beerenauslese (1)
gewonnener, bes. feiner, alkoholreicher Wein: -förmig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.); -frudit, die; -obst, das: Gesamtheit
der als Obst verwendeten Beerenfrüchte: -saft, der: aus
Beeren gewonnener Obstsaft: -tang, der: Vertreter einer
Gattung der Braunalgen: -tragend <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Bot.): als Früchte Beeren tragend: -wein, der: aus
bestimmten Beeren gewonnener Wein: -zeit, die: Zeit, in
der die Beeren reif werden.
Beet [be:t], das; -[e]s, -e [seit dem 17. Jh. formale
Unterscheidung von tBett. mit dem es urspr. identisch war (mhd.
bette, ahd. betti = Bett. Feld-. Gartenbeet)]: kleineres,
abgegrenztes Stück Land in einem Garten, einer Anlage
o. ä., das gewöhnlich für eine bestimmte Pflanzenart
vorgesehen od. damit bepflanzt ist: ein langes, rundes B.; ein B.
für Salat anlegen; ein B. umgraben, jäten; ein B. Spinat
(die auf einem Beet wachsende Menge) angepflanzt haben.
Beete: tBete.
befiumeh, sich <sw. V.; hat) [teumeln] (Jugendspr.): sich
köstlich amüsieren.
befähigen [bo'fe:ign] <sw. V.; hat): bei jmdm..etw. die
Voraussetzung. Grundlage zu etw. schaffen: jmdm. die Möglichkeit
geben, ihn in die Lage versetzen, etw. zu tun: dieser Umstand
befähigte ihn. die Notzeit zu überstehen; jmdn. zu
Spitzenleistungen b.; Das Erziehungsziel sollte sein, unsere Kinder
zu selbständigem Handeln zu b. (Weinberg. Sprache 102)
(häufig im 2. Part.): ein sehr befähigter (mit entsprechenden
Fähigkeiten, Gaben ausgestatteter, begabter) Lehrer. Arzt.
Wissenschaftler; <Abl.:) Befähigung, die; -: das
Befähigtsein, Eignung, Tauglichkeit: Begabung: für diese Arbeit
fehlt ihm die B.; die B. zum Richteramt haben (die
vorgeschriebene Ausbildung. Qualifikation), dazu: Beflhigungs-
nadiwets, der (Amtsspr.): Nachweis, Zeugnis der Eignung,
Befähigung zur Ausübung einer bestimmten Tätigkeit, eines
bestimmten Berufes.
befahl [bo'fa:l], befühle [tofc.b]: tbefehlen.
befahrbar [bo'fa:£ba:£] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
befahren lassend: geeignet, die Möglichkeit bietend, befahren
zu werden: ein -er Weg; <Abl.:) Befahrbarkeit, die; -;
'befahren <st. V.; hat): 1. als Fahrweg benutzen, auf etw. fahren:
die Straße. Strecke ist sehr stark befahren (es fahren sehr
viele Fahrzeuge auf ihr): die Kurve kann mit maximal
100 km/h befahren werden; Tanker können diese Route
nicht b.; er hat viele Länder befahren (bereist): eine wenig
befahrene [Wasserstraße. 2. (eine Bodenfläche) mit etw.,
was man herbeifährt, im Fahren bestreuen, beschütten: eine
Straße mit Schotter, einen Weg mit Sand, einen Acker
mit Mist b. 3. (Bergmannsspr.) in ein Bergwerk einfahren,
unter Tag gehen: eine Grube, einen Schacht b.; Hiefghren
<Adj.; nicht adv.) [2. Part. u. Ü zu: 'befahren (1)]: 1.
(Seemannsspr.) in der Seefahrt erprobt, erfahren: diese
Matrosen sind alle sehr b. 2. (Jägerspr.) bewohnt: ein -er
[Dachsjbau.
BefqJl, der; -[e]s: (bes. von Pflanzen) das Befallenwerden,
-sein von Krankheiten od. Schädlingen: der B. bestimmter
Pflanzen mit Mehltau; bei Topfpflanzen dem B. von
Blattläusen, durch Blattläuse vorbeugen; befallen <st. V.; hat):
plötzlich, unvermittelt ergreifen, erfassen, überkommen; sich
jmds., einer Sache bemächtigen: hohes Fieber befiel ihn;
viele Zuschauer wurden von Panik befallen; der Weizen
319
befangen
ist vom Brand befallen worden; mehrmals befiel mich
die Furcht zu versagen; ein von Pilzen befallener Baum;
sie war von tiefer Mutlosigkeit befallen.
'befangen <st. V.; hat) (geh.. veraltet): umfangen,
umschließen, ergreifen, erfassen: wie ... ein elender Ausdruck ihren
Blick befing (Th. Mann. Hoheit 89); wie sie ... über die
Bühne geht, vom Leben befangen, umstellt von den
ärmlichen Kulissen ihres Verstecks (Schnabel. Anne 8);
Wangen <Adj.) [2. Part. u. Ü zu ^befangen]: I. nicht frei
u. natürlich, sondern durch etw. in Verlegenheit. Verwirrung
gebracht u. daher gehemmt; unsicher wirkend, schüchtern:
ein -es junges Mädchen; in Gesellschaft ist er immer sehr
b.;war es die patriarchalisch strenge Einfahrt, die mich
b. und verwirrt machte? (Jens. Mann 32). 2. (nicht adv.)
(bes. jur.) voreingenommen, parteiisch, nicht objektiv: jmdn.
für b. erklären; einen Richter als b. ablehnen. 3. *in etw.
b. sein (geh.; in etw. verstrickt, von etw. stark bestimmt,
eingenommen sein): in dem Glauben b. sein, daß ... die
... in bürgerlichen Irrmeinungen -en Intellektuellen (Chr.
Wolf. Himmel 209); <Abl. zu 1 u. 2:) Bef*raenheit. die;
-: I. das Befangen-. Gehemmtsein: Verlegenheit: seine B.
ablegen, nicht loswerden; Es war dann eine wunderliche
B. zwischen den beiden (Feuchtwanger, Erfolg 363). 2.
(bes. jur.) das Befangen-. Parteiischsein;
Voreingenommenheit: einen Zeugen. Richter wegen B. ablehnen; der Antrag
der Verteidigung, den Medizinalrat Dr. Braun als
Sachverständigen wegen Besorgnis der B. abzulehnen (Spiegel 37.
1966.42).
beffsen <sw. V.: hat): 1. <b. + sich) sich mit jmdm.. etw.
eingehend/ beschäftigen, auseinandersetzen: sich mit einer
Frage, mit einer Angelegenheit b.; ich habe mich bereits
eingehender mit diesen Dingen. Problemen befaßt; die
Eltern befassen sich viel mit ihren Kindern. 2. (bes.
Amtsspr.) jmdn. mit einer Aufgabe. Tätigkeit beauftragen,
ihn dazu bringen, veranlassen, sich mit etw. Bestimmtem
zu beschäftigen, auseinanderzusetzen: Pakistan hat
beantragt, den UNO-Sicherheitsrat ... mit dem Versuch einer
Lösung des Konfliktes um Kaschmir zu b. (MM 23. 10.
65. 1); <meist im Passiv od. im 2. Part.): Seitdem zum
letzten Male die UN mit Südtirol befaßt wurden (FAZ
16.11.61.1); das mit dem Fall befaßte staatliche
Kriminalkommissariat. 3. (landsch.) berühren, betasten: das Kind
hat die Möbel befaßt.
befehden [to fe:dn] <sw. V.; hat): 1. (hist.) mit jmdm. in
Fehde liegen: der Burggraf befehdete die Stadt; die
germanischen Fürsten befehdeten einander, sich [gegenseitig]. 2.
(geh.) bekämpfen: er befehdete meine Pläne heftig; er stand
zwischen diesen beiden Lagern, die einander aufs
erbittertste befehdeten (K. Mann. Wendepunkt 303); <Abl.:>
Befehdung, die; -. -en <PI. selten).
Befehl [te'fe:ll. der; -(eis. -e: 1. a) mündlich od. schriftlich
gegebener Auftrag, der genau befolgt werden muß;
Anordnung eines Vorgesetzten, einer höheren Instanz: ein strenger,
geheimer B.; jmdm. einen B. geben; einen B. erlassen,
befolgen:den B. verweigern (nichtbefolgen);etw. geschieht
auf B.; den B. zum Rückzug erteilen; die Genugtuung,
dem B. ihrer inneren Stimme ... gefolgt zu sein (Musil.
Mann 1550); *B. ist B. (einem Befehl muß unbedingt
gehorcht werden); (Milit.:) zu B.! (Ausdruck des Gehorsams;
Jawohl, der B. wird ausgeführt; es geschieht, wie Sie
befehlen); dein Wumdi ist/sei mir B. (ugs. scherzh.; ich tue
das. was du willst); b) (Datenverarb.) Anweisung an
Rechenanlagen zur Ausführung einer bestimmten Operation.
2. Befehlsgewalt. Leitung. Kommando: den B. über eine
Einheit haben, führen; er hat den B. über die Festung
übernommen; unter jmds. B. stehen; befehlen <st. V.; hat)
[mhd. bevelhen. ahd. bifel(a)han]: 1. a) den Befehl, den
Auftrag geben, etw. zu tun; etw. gebieten: den Soldaten
wurde befohlen, die Brücke zu sprengen; er befahl mir
strengstes Stillschweigen; von Ihnen lasse ich mir nichts
b.; Unmöglich hat jemand diese Raumvergeudung
befohlen (A. Zweig. Grischa 13); Er (= unser kleiner Sohn)
... sprach Bitten aus. befahl oder redete um des Redens
willen (Bachmann. Erzählungen 119); etw. in -dem
(gebieterischem) Ton anordnen. *wie Sie b. (gespreizt; wie Sie
wünschen); der Herr Baron befehlen? (gespreizt; was
wünscht der Herr Baron/); Spr wer b. will, muß erst
gehorchen lernen; b) zu einem bestimmten Zweck/ an einen
bestimmten Ort kommen lassen, beordern: er wurde zum
Rapport befohlen. 2. die Befehlsgewalt haben, gebieten:
über ein Heer, eine Armee b. 3. (geh.. veraltet) unter
jmds. Schutz stellen, anbefehlen, anvertrauen: ich befehle
meinen Geist in deine Hände (bibl.); befiehl dem Herrn
deine Wege (bibl.); So befahlen wir unsere Seelen Gott
(Hauptmann. Schuß 10); *Gott befohlen (veraltete
Grußformel beim Abschied); <Abl. zu 1 a:> befehlertech <Adj.;
o. Steig.): gebieterisch, befehlend: in -em Ton; befehligen
[t»'fe:lignl <sw. V.; hat) (Milit.): über jmdn. (eine Gruppe
von Menschen), etw. die Befehlsgewalt, das Kommando,
die Führung haben, kommandieren: eine Division, den
Einsatz eines Kommandos b.
befehb-. Befehls-: ^ausgäbe, die (Milit.): das Ausgeben.
Bekanntgeben von Befehlen. Anordnungen: morgens bei der
B.; ^befugnis, die; -bereidi, der: Bereich, in dem jmds.
Befehle gelten; MkirchfUhrung. die; -empfang, der; -etnp-
flnger, der: Parteien, die bald zu bloßen -n der Moskauer
Zentrale wurden (Fraenkel. Staat 26); -form, die
(Sprachw.): Verbalform, die einen Befehl, eine
Aufforderung, eine Mahnung, eine Bitte o. ä. ausdrückt; Imperativ
(z.B. gib!, beeile dich!); -geber, der: ... daß Eichmann
mehr B. als Befehlsempfänger war (FAZ 14. 6. 61. 5);
-gebung, die; -. -en; -aemAfi <Adj.; o. Steig.): einem Befehl
entsprechend; -gewalt, die <o. PL): Recht. Befugnis.
Befehle zu erteilen: eine zeitlich begrenzte B.; ^haber [...harte],
der; -s. - (Milit.): Führer eines Großverbandes bei Heer.
Luftwaffe od. Marine: Nelson. B. der englischen Flotte,
kreuzte einen Monat lang vergeblich im Mittelmeer (Ce-
ram. Götter 90). dazu: ^haberfech <Adj.; o. Steig.): svw.
T befehlerisch; Mtotstand, der (jur.): Lage. Situation, in der
man gezwungen ist. Befehle auszuführen, die moralisch nicht
vertretbar sind: Der Angeklagte beruft sich ausdrücklich
nicht auf B. (Noack. Prozesse 91); -satz, der (Sprachw.):
Satz mit Befehlsform (z. B. gib mir bitte das Buch!); ^stab,
der (Eisenb.): Stab mit grüner, weiß umrandeter Scheibe,
der dem Fahrdienstleiter als Signalgerät bei der Abfahrt
der Züge dient; -stelle, die: 1. svw. t Hauptquartier.
Stabsquartier. 2. svw. T Gefechtsstand; ^ton,der<o. PI.): befehleri-
scher Ton der Stimme; -Verweigerung» die (bes. Milit.);
-widrig <Adj.; o. Steig.): im Widerspruch zum Befehl ste-
hetul
befeinden [bo'fqindnj <sw. V.; hat) (geh.): jmdm.. einer Sache
mit Feindseligkeit begegnen; bekämpfen: eine neue Lehre
b.; er befeindete mich; die beiden Städte haben einander,
sich [gegenseitig] jahrelang befeindet; <Abl.:) Befeindung.
die -. -en.
befestigen <sw. V.; hat): X.festanetw. anbringen, festmachen:
einen Haken, ein Plakat b.; ein Schild an der Tür b.;
er befestigte den Kahn an einem Pfosten. 2. a) einer Sache
durch entsprechende Maßnahmen Festigkeit geben u. sie
dadurch widerstandsfähig, haltbar machen: das Ufer, den
Damm b.; eine Straße mit Schotter b.; b) festigen, stärken,
beständig machen: diese Tat befestigte seinen Ruhm. 3.
<b. + sich) in einer Stellung fest, gefestigt werden: seine
berufliche Position befestigte sich nach diesem Erfolg; Am
Rentenmarkt haben sich öffentliche Anleihen ... befestigt
(Welt 19. 8. 65. 12). 4. zur Verteidigung gegen militärische
Angriffe mit Befestigungen (2) sichern: eine Stadt, die
Landesgrenze, die Küste b.; die Goten eroberten die
schwach befestigten römischen Plätze; <Abl.:) Befestigung.
die; -. -en: 1. <PI. selten) a) das Befestigen (1): zur B.
des Plakats verwendet man am besten Reißnägel; b) das
Widerstandsfähig-. Haltbarmachen: die B. der Dämme war
nicht gründlich genug durchgeführt worden; c) Festigung.
Stärkung: die B. des totalitären Einparteienstaats; d) das
Ausbauen. Errichten militärischer Verteidigungsanlagen: die
ganze Bevölkerung war an der B. der Stadt beteiligt. 2.
Verteidigungsanlage: eine mittelalterliche B.; die -en der
Stadt, an der Landesgrenze.
Befestigung»-: ^anläge, die; -bau.der <PL ...bauten); -linie.
die; -werk, das: svw. t -anläge.
befeuchten <sw. V.; hat): feucht, ein wenig! naß machen:
er befeuchtete seinen Finger mit Wasser; sich die Lippen
mit der Zunge b.; der Tau befeuchtet das Gras; <Abl.:>
Befeuchtung, die; -. -en <P1. selten).
befeuern <sw. V.; hat): 1. (eine Feuerstelle) mit Brennstoff
versorgen; be/heizen: eine Heizung [mit Kohlen, öl) b.;
der Kachelofen wird vom Flur aus befeuert. 2. (geh.)
anspornen, anfeuern; jmdm. einen Antrieb zu etw. geben:
jmdn. durch Lob b.; der Erfolg hätte ihn befeuert (Kästner.
Fabian 162); Zurufe, mit denen sie einander befeuerten
320
Beförderungs-
(Kaflca. Erzählungen 338). 3. (Seemannsspr.)/wr die Schiff-
fahrt wichtige Punkte an Land od. auf dem Wasser mit
festen od. schwimmenden Leuchtfeuern versehen u. dadurch
kenntlich machen: die Küste, eine Wasserstraße, die flachen
Stellen des Fahrwassers b. 4. a) beschießen, unter Beschuß
nehmen: sie befeuerten die feindliche Stellung; b) (ugs.)
bewerfen: die Demonstranten haben den Abgeordneten
mit faulen Eiern befeuert; <Abl.:) Befeuerung, die; -. -en
<P1. selten).
Beffchen ['befianl. das; -s. - [aus dem Niederd.. Vkl. zu
mniederd. befte, beve = Chorhut u. Chprrock der
Prälaten, viell. < mlat. biffa = Mantel. Überwurf. H. u.J:
Halsbinde mit zwei steifen, schtnalen Leinenstreifen vorn
am Halsausschnitt von Amtstrachten, bes. des ev.
Geistlichen.
befiöiern [bo'fixten] <sw. V.; hat) Izu tFederJ: mit Federn
versehen: einen Pfeil b.; Er trug einen befiederten Zweispitz
(Leip, Klabauterflagge 63).
befiehl [bo'fkll. befiehl[s]t [toTi:l(s)t]: tbefehlen.
beT|nden <st. V.; hat): 1. <b. + sich) a) sich an einem
bestimmten Ort aufhalten. / vorhanden/ sein: sich im
Urlaub, auf Reisen b.; er befindet sich in seinem Büro; wo
befindet sich die Kasse?; ich wußte nicht, wo ich mich
befand; b) (geh.. oft gespreizt) /in einem bestimmten
Zustand, einer bestimmten Lage/ sein: sich in übler Laune,
in einem Irrtum b.; die beiden Länder befanden sich im
Kriegszustand; sich in guten Händen b. (gut versorgt sein):
c) (geh.) sich in einer bestimmten Weise fühlen, in einer
bestimmten gesundheitlichen Verfassung sein: wie befindet
sich der Patient?: sich wohl, unpäßlich b. 2. (geh.) a)
für etw. halten, erachten: überjmdn.. etw. / nach eingehender
Untersuchung. Prüfung/ eine Beurteilung abgeben: etw. für
gut b.; er wurde für tauglich befunden, als Soldat zu
dienen; einen Verräter [als/für] schuldig b.; b) etw.
entschieden aussprechen, äußern: der Oberleutnant außer Dienst
befand, daß nichts passö... sei (Grass, Blechtrommel 676).
3. (oft Amtsspr.) urteilen, etw. bestimmen: über die Zahl
der Teilnehmer befindet der Ausschuß; Hierüber möchten
Hemar und Sichern selber befinden nach ihrer Würde
(Th. Mann. Joseph 178) <subst.:> Befind«, das; -s: 1.
gesundheitliche, körperlich-seelische Verfassung. Gesund-
heitszustand: wie ist das B. des Patienten?; sich nach jmds.
B. erkundigen. 2. (geh.) Ansicht. Urteil. Meinung.
Dafürhalten: nach eigenem B. entscheiden; Denn Mrs. Twentyman
war eine freudlose Frau- freudlos ... auch nach ihrem
eigenen B. (Th. Mann. Krull 240); befindlich [te'fmtlicl
<Adj.; o. Steig.; meist attr.) [zu tbefinden) (Papierdtj:
a) sich an einem bestimmten Ort befindend: das in der
Kasse -e Geld wurde gestohlen; Sollte das jetzt unterwegs
-e Baby ... (MM 24. 9. 1965. 24); Ich erwähne ...
eine in der ... Folterkammer -e Christusstatue (Kasch-
nitz, Wohin 54); b) sich in einem bestitnmten Zustand,
in einer bestinvnten Lage befindend: das in Kraft -e Gesetz;
.... die von den Jeweils an der Macht -en Dompteuren
abgerichtet werden (Dönhoff. Ära 181); <Abl.:)
Befindlichkeit, die; -. -en: seelischer Zustand, in dem sich jmd. befindet:
vermag ... Kokoschka geistseelische Zwischen- u.
Tiefenschichten menschlicher -en bloßzulegen (MM 17. 8. 1971,
18); Das Auftauchen von Archetypen im Kind gehöre
zu seiner B. (Rhein-Neckar-Zeitung 3. 12. 1974. 10).
befjngern <sw. V.; hat) (salopp): etw. ungeniertJ mit den
Fingern berühren, betasten, um es zu untersuchen: prüfend
eine Wurst b.; die schmerzende Nase b.; Ü So etwas ( =
eine gefährliche Angelegenheit) muß befingert werden. Das
verlangt Kopf (Remarque, Funke 44).
befjschen <sw. V.; hat): in bestimmten Gewässern regelmäßig
fischen: Gewässer, die von Gemeinschaften. Vereinen oder
Gastfischern befischt werden (Aldingen Der perfekte
Sportfischer (1962) 225); <Abl.:> BeTpchung. die; -. -en.
beflaggen <sw. V.; hat): mit Fahnen. Flaggen versehen,
schmücken: ein Schiff, das Rathaus b.; die beflaggten
Fenster; alle öffentlichen Gebäude waren beflaggt; <Abl.:>
Beflfggung, die; -. -en <P1. selten).
beflecken <sw. V.; hat): 1. mit Flecken beschmutzen: das
Tischtuch b.; die roten Spritzer befleckten die Hosenbeine
der Ärzte (Sebastian. Krankenhaus 129). 2. entehren,
besudeln: Jmds. Andenken. Ehre, Ruf b.; Er wußte um sein
beflecktes Gewissen (Thielicke. Ich glaube 157) <Abl.:>
Befleckung, die; -.
befleseln <sw. V.; hat) (österr.): grob beschimpfen, anpöbeln:
Freisler ... beflegelt ihn ..in der rüdesten und
demütigendsten Form" (Mostar. Unschuldig 146).
befleißen [te'flaisnl, sich <st. V.; hat) /vgl. beflissen/
(veraltet): svw. t befleißigen: gerade dann, wenn Julika sich
besonderer Zärtlichkeit befliß (Frisch. Stiller 127); befleißigen
[bd'flajsign] sich <sw. V.; hat) (geh.): sich um etw. eifrig
bemühen, sich erw. angelegen sein lassen: sich großer
Höflichkeit. Zurückhaltung b.; du hast dich eines guten Stils
befleißigt; Ihr Begleiter ... befleißigte sich, seinen Geist
in Szene zu setzen (Musil. Mann 1400).
befljeken <sw. V.; hat): für jmdn. ständig Kleider ausbessern,
flicken: (die Kinder) verlangten aber trotzdem, daß sie
gereinigt, beflickt und satt gemacht wurden (Marchwitza.
Kumiaks81).
befljfigen <st. V.; hat): 1. auf einer bestimmten Strecke,
in einem bestimmten Gebiet /regelmäßig/ fliegen: diese
Route wird nicht mehr beflogen; eine stark beflogene Strek-
ke; der äußerste Raum, der von Janneby aus noch beflogen
werden konnte (Gaiser. Jagd 29). 2. (Bot.) (von Bienen
u.a.) (Blüten) aufsuchen, sich auf Blüten niederlassen u.
sie dabei befruchten: Lindenfblüten] werden von Bienen
gern beflogen.
befliß [bo'flis]. 'beflissen [ba'flisn): t befleißen; bissen [-1
<Adj.) [2. Part, zu t befleißen! (geh.): Iüber]eifrig, mit
großem Eifer ;in unterwürfiger Weise/ um etw. bemüht: -e
SchUler; sich b. zeigen, etw. zu tun; jmdn. b. begrüßen;
Die des Guten -en Menschen unserer Zeit (Musil. Mann
430); <Abl.:> Beflissenheit, die; -: das Beflissensein.
! Über/eifer; beflissentlich <Adi.; o. Steig.; nicht präd.):
seltener für tgeflissentlich: das -e übergehen, Überhören einer
Frage; sie wich ihm b. aus.
beflügeln <sw. V.; hat) /vgl. beflügelt/ (geh.): a) anregen,
beleben: jmdm.. einer Sache Antrieb zu etw. geben:
anspornen: etw. beflügelt Jmds. Phantasie. Geist; durch das Lob
beflügelt, arbeitete er um so schneller; ich beflüg[e]Ie ihn
zu neuen Taten; b) dazu beitragen, daß etw. schneller wird:
die Angst beflügelte seine Schritte; ... eilen sie tragisch
beflügelten Ganges die Straße hinunter (K. Mann.
Wendepunkt 36); beflügelt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Flügeln
versehen, ausgestattet: geflügelt: das ... im Rücken
lächerlich klein -e Opfertier (Th. Mann, Krull 432); die Drachen
sind in alten Darstellungen meist b.
befluten <sw. V.; hat) [zu TFlutJ (geh.): unter Wasser setzen:
ein vom Meer befluteter Strand; <Abl.:> Beflutung. die:
-. -en.
beföhle (bo'fabl. befohlen (bo'fo.-lan): fbefehlen.
befolgen <sw. V.; hat): nach etw. handeln: sich in seinem
Handeln nach etw. richten: etw. berücksichtigen, beachten:
einen Befehl. Vorschriften b.; Jmds. Rat. Vorschlag b.;
<AbI.:> Befolgung, die; -: die genaue B. des Gesetzes.
Beförderer. Befördrer [bo'fcerd(a)reJ, der; -s. -: 1.
Einrichtung, die Personen od. Dinge befördert (1). 2. (selten)
Förderer. Gönner: er. der B. der Künste, wurde von den
Künstlern nicht geliebt; beförderlich <Adj.; nicht präd.)
(Schweiz.): beschleunigt, rasch: um -e Abklärung ersuchen;
der Bundesrat wird beauftragt, die Vorlage b. zu
unterbreiten; befördern <sw. V.; hat): 1. mit Hilfe eines
Transportmittels von einem Ort an einen anderen bringen, schaffen:
transportieren: Güter, Waren, Pakete mit der Post b.; die
Teilnehmerwerden in Bussen befördert; Ü der Türsteher
beförderte ihn ins Freie (warf ihn hinaus). 2. in eine höhere
Stellung, in einen höheren Rang aufrücken lassen: er ist
zum Direktor befördert worden. 3. (selten) fördern,
unterstützen, begünstigen: Stoffe .... die eine ... Gerinnung des
Blutes befördern (Medizin II. 167); <Abl.:> Beförderung.
die; -, -en: 1. <o. PI.) das Befördern (1): die B. von Gütern,
Waren, Menschen. 2. das Aulrücken in einen höheren Rang,
eine höhere Stellung: die schnelle B. des Majors, Inspektors;
auf B. hoffen, warten; jmdn. von der B. ausschließen;
die B. zum Abteilungsleiter.
Beffynderungs-: ^bedingungen <P1.): Bedingungen, unter denen
eine Beförderung (1) stattfindet: Miauer, die: Dauer einer
Beförderung (1); -gesuch, das: Gesuch um Beförderung (2);
^kosten <PI.>: Kosten für eine Beförderung (1); -liste, die:
Liste, auf der die Namen derjenigen Personen stehen, die
für eine Beförderung (2) bestimmt sind: Mnittel, das:
Fahrzeug, das der Beförderung (1) von Personen od. Dingen
dient: -pflidit, die: Pflicht öffentlicher
Verkehrsunternehmungen zur Beförderung (1) von Personen u. Gütern, wenn
die dazu notwendigen Bedingungen eingehalten werden:
21 GDW
321
Befördrer
-recht, das <o. PI.): Recht. Berechtigung; eine Beförderung
(2) vorzunehmen: das Ernennungs- und Beförderungsrecht
der Justizverwaltungsbehörden; Steuer, (Steuerw.:) BefQr»
derungsteuer.die: Steuer Tür den Personen- u. Güterverkehr.
-tarif, der: Tarif der Beförderungskosten.
Befördrer: t Beförderer.
beforsten Ito'fDrstn] <sw. V.; hat): (einen Landstrich. Wald,
ein Gebiet o.a.) forstlich bewirtschaften: die Gemeinde
beforstete das abgelegene Tal; beförstera [bo'foersten] <sw.
V.; hat) (Forstw.): nichtstaatliche Waldungen durch
staatliche Forstbeamte verwalten, bewirtschaften: bisher hat die
Forstaufsichtsbehörde den Wald beförstert; <Abl.:) Bef$r-
sterung, die; -; Befgrstung, die; -: Subst. zu f beforsten.
befytzt <Adj.) Izu TFotze] (vulg.) verrückt: ihr seid wohl
total b.
befrachten [te'fraxtiy] <sw. V.; hat): (ein Beförderungsmittel)
mit Fracht beladen: ein Schiff b.; ich befrachtete den
Lastwagen mit Kohle; Ü (geh.:) die alten, mit blutiger
Geschichte befrachteten Kirchen (Koeppen. Rußland 115)); <AbI.:>
Befrachter, der: jmd.. der die Befrachtung bes. eines Schiffes
vornimmt: In der Getreidefahrt vom US-Golf charterten
japanische B. eine Reihe von Schiffen (Welt 14. 8. 63.
8); Befrachtung, die; -. -en.
befrackt [to'frakt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit einem
Frack bekleidet: -e Kellner. Diplomaten.
befragen (befragt /(landsch.:) befragt, befragte/ (landsch.:)
befrug. hat befragt): 1. a) bei jmdm. durch Fragen etw.
zu erfahren suchen, nach etw. fragen: Jmdn. sehr genau
b.; jmdn. nach setner Meinung, wegen seines Verhaltens,
über das Ereignis b.; (subst.:> auf Befragen der
Verteidigung; R nie sollst du mich b. (scherzh.; darüber möchte
ich keine Auskunft geben; nach R. Wagner. Lohengrin);
Ü Ich befragte Zouzou mit den Augen (Th. Mann. Krull
370); b) (geh.) mit Hilfe einer Sache etw. zu erfahren suchen:
das Orakel b.; die Zigeunerin befragt ihre Karten; er
befragte das Los (A.Zweig. Claudia 61). 2. <b. + sich) (veraltend)
sich nach etw. erkundigen: sich bei einem Rechtsanwalt,
bei einem Arzt über/nach etw. b.; <Abl. zu 1:) Befragung,
die; -. -en: 1. das Befragen (1): die B. des Zeugen. 2.
(Soziol.) Umfrage. Untersuchung bei Einzelpersonen: das
Ergebnis der -en war gleich.
befranst [te'franst] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten):
mit Fransen versehen, ausgestattet; voll von Fransen: das
Tischtuch ist an den Rändern b.; eine -e Tasche.
befreien <sw. V.; hat) 1. a) durch Überwinden von
Widerständen fgewaltsam; aus Gefangenschaft- einer unangenehmen,
schlimmen Lage o. ä. herausholen, jmdm. Freiheit
verschaffen: einen Gefangenen b.; das Kind aus den Händen der
Entführer b.; ich konnte mich selbst b.; Ü der Fluß, ist
vom Eise befreit; b) einen erfolgreichen Freiheitskampf
führen u. dadurch von etw. frei machen: das Volk vom
Faschismus, von den Kolonialherren b.; c) freisetzen: Das attische
Volk ... hatte ... in sich die Kräfte befreit (Thieß. Reich
64). 2. von jmdm.. sich, einer Sache etw. Störendes, Lästiges
entfernen: die Schuhe vom Schmutz b.; Mitten im Walde
würde er ... sich von Läusen befreien (A. Zweig. Grischa
41). 3. a) von etw. Unangenehmem erlösen: jmdn. von
Schmerzen. Angst. Kummer b.; ein befreiendes Lachen;
b) <b. -I- sich) von etw. Unangenehmem loskommen: etw.
überwinden: sich von Vorurteilen b. 4. von etw. entbinden,
freistellen: jnulm. etw. erlassen: einen kranken Schüler vom
Turnunterricht b.; daß es notwendig sei. die Armee vom
Eidschwur zu b. (Rothfels. Opposition 83); <AbI.:>
Befreier, der: Person, die jmdn.. etw. befreit. Retter: er wurde
von der Bevölkerung als B. empfangen: Befreiung, die;
-: 1. a) das > gewaltsame I Herausholen aus Gefangenschaft,
einer unangenehmen, schlimmen Lage o.a.: die B. der
Kriegsgefangenen; b) das Freiwerden von Unterdrückung
o.a.: die B. der Bauern von der Leibeigenschaft; die B.
(Emanzipation) der Frau; sie kämpften für die nationale
B. 2. Erlösung: B. von Krankheit; eine B. aus Quälendem
Dilemma (Plievier. Stalingrad 168); Und doch ist dieses
Lachen keine B. (Thielicke. Ich glaube 49). 3. das Befreien
(4). Entbinden von etw.: B. vom Religionsunterricht.
Befreiung»-: ^bewegung, die: Gruppe. Zusammenschluß von
Menschen, die für Befreiung (1 b) kämpfen: die
afrikanischen -en; MJrtfT, der (Sport): spezieller Griff beim Judo
od. Rettungsschwimmen, durch den man sich aus einer Um-
klammerung befreit; ^kampf. der: Kampf um die
{politische! Freiheit: ^krieg. der: 1. von einem Volk gegen eine
Kolonialherrschaft, gegen die Besetzung durch eine fremde
Macht od. gegen rassistische Regime geführter Krieg. 2.
<P1.) svw. f Freiheitskrieg (b); ^schlag, der (Eishockey):
unerlaubtes Spielen des Pucks aus dem eigenen
Verteidigungsdrittel heraus über die gegnerische Torauslinie; ^versuch,
der: ein mißglückter B.
befremden <sw. V.; hat): fremd, eigenartigu. zugleich
unangenehm berühren, anmuten: bei jfndm. Erstaunen u.
Mißbilligung auslösen: seine Worte befremdeten mich; er habe
sich .jnit einer befremdenden Gewissenlosigkeit von den
Ereignissen überraschen lassen'* (Thieß. Reich 387); Klaus
Heinrich, anfänglich befremdet von so viel Sachlichkeit,
hörte ihm ... zu (Th. Mann. Hoheit 220); <subst.:)
Befremden, das; -s: B. erregen; sein B. äußern, ausdrücken; Eine
solche Bitte aber wäre vielleicht mit B. aufgenommen
worden (Kusenberg. Mal SO); <Abl.:) befremdlich <AdJ.) (geh.):
Befremden. Erstaunen hervorrufend, verwunderlich, seltsam:
eine -e Äußerung; in einer Etagenwohnung, die mir
feindselig und b. schien (Rilke. Brigge 107); (subst.:> etwas
Befremdliches wahrnehmen; Befrpndung, die; -: das
Befremdetsein: und da wurde die Überraschung der anwesenden
Herren schon zur B. (Plievier. Stalingrad 309).
befreunden [bofnyndn], sich <sw. V.; hat): 1. mit jmdm.
Freundschaft schließen, gut bekannt werden: die beiden
Kinder befreundeten sich schnell; sie waren eng befreundet;
die befreundeten Staaten; das befreundete Ausland; Ü
befreundete (Math.; verwandte) Zahlen. 2» sich an etw.
gewöhnen u. eine positive Einstellung dazu bekommen: sich mit
einem Gedanken b.; mit der neuen Mode habe ich mich
noch nicht befreundet, befreunden können.
befrieden [bö'fri:dn] <sw. V.; hat) /vgl. befriedet/ [1: zu
tFriede; 2: zu mhd. vride. ahd. fridu = Einfriedung. Zaun,
eigtl. = Einzäunung eines unter Schutz (vride) gestellten
Bezirks (Gericht. Burg. Markt)]: 1. a) (geh.) (in einem
Land) Frieden, den Friedenszustand herbeiführen: ein Land
b.; da dieses hohe staatsmännische Genie ... den Staat
gesundet und Europa befriedet (St. Zweig. Fouchä 107);
b) (veraltend) beruhigen, ruhig u. friedlich stimmen; mit
Frieden, innerer Ruhe erfüllen: Er ließ sich befrieden. Wir
tranken zusammen (Seghers. Transit 118). 2. (dichter.,
selten) mit einer Einfriedigung versehen, umzäunen: Oh
Wege! Oh Wege! ...: dort von Gattern befriedet (Lang-
gässer. Siegel 393); befriedet <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.)
[2. Part, zu mhd. bevriden = Schutz verschaffen,
tbefrieden] (selten): unter Schutz stehend: diese Gräber sind b.;
Man darf sie (= Wildkaninchen)... auch auf ..befriedeten
Grundstücken" fangen (MM 30. 6. 72, 49); befriedigen
[te'fri.dign] <sw. V.; hat) [zu mhd. bevriden = Schutz
verschaffen; Bedeutungswandel unter Einfluß von t
zufrieden]: I. a) zufriedenstellen; bewirken, daß jmd. Zufriedenheit
erreicht, jmds. Verlangen. Erwartung erfüllt wird: Jmds.
Ansprüche b.; er ist sehr schwer zu b. (stellt hohe
Ansprüche); seine Neugier. Rachsucht b. (stillen); ein Bedürfnis
b.; das Ergebnis befriedigt mich [nicht]; er konnte seine
Gläubiger b. (ihren Forderungen nachkommen); eine [uns
alle] befriedigende Lösung ist nicht in Sicht; das Ergebnis
ist befriedigend: einen Aufsatz mit ..befriedigend"
bewerten (Zensurnote); befriedigt (zufrieden) dreinschauen,
lachen; b) innerlich ausfüllen: mein Beruf befriedigt mich;
die Hausarbeit befriedigt sie nicht; c) zufriedenstellend sein;
den Ansprüchen entsprechen: die Großgruppen ...
befriedigen zwar meist hinsichtlich ihrer Leistung (Hofstätter.
Gruppendynamik 42). 2. a) jmds. sexuelles Verlangen
stillen: er vermochte seine Frau nicht mehr zu b.; b) < b.
+ sich) masturbieren: sich [selbst] b.; Manchmal befriedige
ich mich durch meine Manteltasche, über die ich das
Gesangbuch halte (Imog. Wurliblume 203); <Abl.:>
Befriedigung, die; -: 1. das Befriedigen. Zufriedenstellung: die B.
aller Bedürfnisse; die B. der Gläubiger ist nicht möglich.
2. Zufriedenheit. Genugtuung: diese Arbeit gewährt,
bereitet mir [volle] B.; B. empfinden; sich B. verschaffen; ein
Gefühl der inneren B.; diese Leistung erfüllt mich mit
B.; etw. mit B. feststellen.
Befriedung, die; -. -en <PI. ungebr.): Subst. zu t befrieden
(1). dazu: BefrishingBaktion. die.
befristen <sw. V.; hat): einer Sache eine Frist setzen, zeitlich
begrenzen, auf eine bestimmte Zeit beschränken: die
Bestimmungen befristen seine Tätigkeit auf zwei Jahre; ein
befristetes Abkommen. Arbeitsverhältnis; <Abl.:) Befristung,
die; -. -en.
322
Begebung
befruchten <sw. V.; hat): 1. (bei der weiblichen
Geschlechtszelle) die Befruchtung vollziehen, herbeiführen: Insekten
befruchteten die vielen BiUten; aus dem befruchteten Ei
entwickelt sich ein neues Lebewesen; sich künstlich b.
lassen; Ü Sonne und Regen befruchten die Erde, die Felder
(geh.; machen sie fruchtbar, ertragreich). 2. (geh.) bei jmdm..
etw. geistig anregend wirken, jmdm.. einer Sache wertvolle,
wesentliche Anregungen geben: seine Theorien haben noch
einen Nietzsche befruchtet; seine Forschungen haben die
moderne Psychologie befruchtet; seine Ideen hatten
befruchtenden Einfluß, wirkten, waren befruchtend; <Abl.:>
Befrachtung, die; -. -en: Vereinigung einer weiblichen mit
einer männlichen Geschlechtszelle, die der Fortpflanzung
dient.
befugen <sw. V.; hat) [zu tFug]: jmdm. die Berechtigung,
die Macht zu etw. geben, die Genehmigung erteilen, etw.
zu tun: jmdn. b.; doch befugten sie ( = die Minister) mich
schließlich, mich mit der Sache nochmals zu befassen (Nie-
kisch, Leben 60); <meist im 2. Part.:) eine ... Schicht
rechtlich freier, zur aktiven Teilnahme am Prozeß der
politischen Willensbildung befugter... Personen (Fraenkel,
Staat 65); er ist befugt, das Lager zu betreten; zu diesem
Vorgehen war er nicht befugt; <Abl.:> Befugnis [tefu.knis],
die; -. -se: Berechtigung. Ermächtigung. Vollmacht: zu etw.
keine B. haben; nur beschränkte -se haben.
befiihlen <sw. V.; hat): prüfend betasten, anfassen: mit den
Fingern, der Hand über etw. hinstreichen: einen Stoff b.;
er befühlte sein schmerzendes Knie.
befallen <sw. V.; hat) (selten): mit einer Füllung versehen;
mit etw. füllen: die [mit Benzin] befüllten Tanks.
befummeln <sw. V.; hat) uigs.): 1. a) neugierig/ betasten,
untersuchen: Waren b.; ich befummfelle nichts, ich will
es nur genau betrachten; Sie untersuchten uns lange, sie
maßen unsere Köpfe ... Sie befummelten uns von oben
bis unten (Küpper. Simplicius 53); b) sexuell berühren,
betasten: Lachte und ließ sich von dem Dicken b. (Degen-
hardt. Zündschnüre 206) 2. erledigen, bewerkstelligen: laß
ihn nur. er wird die Sache schon b.! 3. (landsch.)
/übertrieben/putzen, polieren:... nahm die Lampe und befummelte
sie/nit dem Wollappen (Kuby. Sieg 149).
Befand, der; -[e]s. -e [zu t befinden (2 a)]: nach einer
Untersuchung. Prüfung festgestelltes Ergebnis, festgestellter
Zustand: der ärztliche B. liegt noch nicht vor; der B. ist
negativ, positiv; Diese gut gesicherten mineralogischen -e
(Kosmos 2. 1965. 61); *ohne B. (Med.; ohne erkennbare
Krankheit: Abk.: o. B.): den Luftwaffenrekruten, der ...
..o. B." (ohne Befund) gemustert worden war (Spiegel
6. 1966. 32).
befgrehten <sw. V.; hat): (etw. Unangenehmes, was vielleicht
eintreten könnte) fürchten, ahnen, sich darauf gefaßt
machen: eine Verschärfung der Lage b.; man befürchtete
das Schlimmste; so etwas [Ähnliches] hatte ich befürchtet;
Ich befürchte Komplikationen. Herr Scheuermann (Kirst.
Aufruhr 111); <Abl.:> Befürchtung, die; -. -en: meine <x\
waren [unbegründet; ihre -en haben sich bewahrheitet;
in Jmdm. die B. erwecken, daß ...; er hat. (geh.:) hegt
die B.. daß ...
befiirsorgen [bo,fy:^>rgn] <sw. V.; hat) (österr. Amtsspr.):
svw. t betreuen; <Abl.:> Befürsorgung. die; -.
befürworten IteTyievortn) <sw. V.; hat) [zu veraltet Fürwort
= gutes Wort zu jmds. Gunsten. Fürsprache]: durch
Empfehlung] unterstützen, sich für etw. (was man gutheißt)
einsetzen: ein Gesuch, einen Antrag, eine Beförderung
b.; ich befürworte diese Politik; Er für sein Teil
befürworte eine provisorische Existenz (Jens. Mann 77); <Abl.:>
Befürworter, der; -s, -: er ist einer der heißesten B. dieser
Methode gewesen; Befürwortung, die; -. -en.
Beg [bekj. der; -[sl. -s [türk. beg. urspr. = Titel eines
Angehörigen des mohammedan. Feudaladels in der Türkei]:
höherer türkischer Titel (oft hinter dem Namen stehend).
besahen [te'ga:bnl <sw. V.; hat) /vgl. begabt/ [zu tGabe]
(geh.): mit etw. ausstatten, versehen: mit Vernunft, Verstand
begabt sein; Sie begabten es (= das Haus Habsburg)
mit besonderen Rechten (Feuchtwanger, Herzogin 140);
zu korrigieren, womit sie der liebe Gott begabt hat (Bo-
browski. Mühle 37); begabt <Adj.; -er. -este; nicht adv.)
Imhd. begäbt = mit Gottesgaben ausgestattet (nach kir-
chenlat. dötätus). zu tbegaben]: mit besonderen Anlagen,
Fähigkeiten (zu bestimmten Leistungen) ausgestattet:
talentiert: ein hervorragend, ungewöhnlich -er Schüler; er ist
künstlerisch b.; dafür ist sie nicht begabt; das war b.
(iron.; ungeschickt, töricht) von ihm; <subst. 2. Part.:)
Beggbte, der u. die; -n. -n <Dekl. T Abgeordnete): Person
mit besonderen Fähigkeiten, Anlagen, Talenten: <Zus.:>
Beggbtenauslese, die; Begabtenförderung, die; Begabung,
die; -. -en: 1. das Begabtsein, natürliche Anlage, angeborene
Befähigung zu bestimmten Leistungen: Talent: eine hohe
B. für etwas haben; Musikalität und mathematische B.
sind oft miteinander verbunden; sie hat B. zur Lehrerin;
Was aber meine natürliche B. für gute Form betrifft (Th.
Mann. Krull 10). 2.jmd„ der /für etw. Bestimmtes] begabt
ist: er ist eine außergewöhnliche musikalische B.; Es gab
starke, unglückliche -en. die immer im Fragment
steckenblieben (Feuchtwanger. Erfolg 707).
Beggbungs-: -forsdwng, die; -reserve, die; -Schwund, der;
-test, der; Mmtersuchung, die; ^wandet, der.
bejptfTen <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): unverhohlen, in
aufdringlicher Weise anstarren, bestaunen: jmdn. wie ein
Wundertier b.; Ausstellungsstücke b.; Chinesen, die ihn
begafften, wie etwa ein Kamel in Radebeul begafft wird
(Bamm. Weltlaterne 78).
begangen: tbegehen; Begängnis [to'gennis]. das; -ses. -se
(geh.. veraltet): / feierliche] Bestattung. Beerdigung: da es
den Frauen an Mut gebrach, den zuständigen Stadtpfarrer
... zur Übernahme des -ses zu bestimmen (Th. Mann,
Krull 75).
begann [bo'ganl. beginne [ta'gcnd]: f beginnen.
beggsen <sw. V.; hat) (Landw.): schädliche Tiere od. deren
Behausung der Einwirkung von Gas aussetzen: Auch in
diesem Jahr sollen ... die Fuchsbaue begast werden (MM
12. 3. 71. 12); <Abl.:> Begasung, die; -. -en <PI. ungebr.):
Füchse und Dachse durch B. der Baue töten.
begatten <sw. V.; hat) [mhd. begatten = gewähren,
verschaffen, sich gesellen, ahd. bigatön = erreichen, zuteil werden;
die heutige Bed. unter dem Einfluß von tGatte]: a) (meist
von Tieren) zum Zwecke der Fortpflanzung mit jmdm. die
geschlechtliche Vereinigung, den Geschlechtsakt vollziehen:
der Vogel begattete das Weibchen; ein Weib, von siebenzig
Männern begattet (Jahnn. Geschichten 67); b) <b. -I- sich)
sich paaren, geschlechtlich verkehren: Als Ajax ihn... einmal
fragte, ob er wisse, wie sich die Hasen begatten, bekam
er drei Tage Stubenarrest (Jahnn. Geschichten 163); er
hörte, wie sie sich im Nebenraum begatteten; Ü wenn
drüben, im Reich der Nacht, die Dinge und Begriffe sich
... begatten und durchdringen CK. Mann. Wendepunkt
97); <Abl.:> Bes«tteridi. der: -s. -e [scherzhafte Bildung
aus t begatten u. tGatterich] (ugs. scherzh.): Ehemann:
Begattung, die; -. -en.
Begqttungs-: Mwgane <P1.); -trieb, der; -zeit, die.
begaunern <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): übervorteilen,
durch Betrug schädigen: Er wird überhaupt nicht zahlen.
Er wird unseren armen Jungen b. (Fallada. Herr 6).
begebbar [te'geipba:?] <Adj.;o. Steig.; nicht adv.) [zu t
begeben (4)] (Bankw.): (von Wertpapieren) mit der Möglichkeit
ausgestattet, auf einen neuen Gläubiger übertragen zu
werden: übertragbar: <Abl.:) Begebbarkeit, die; -.
besehen <st. V.; hat): 1. <b. + sich) a) (Papierdt.. oft
auch geh.) an einen bestimmten Ort. irgendwohin gehen:
sich ins Hotel, auf den Heimweg b.; sich zu Bett b. (sich
schlafen legen): er hatte sich auf unbekanntes Terrain
begeben; sich in ärztliche Behandlung b. (sich ärztlich
behandeln lassen); b) (geh.) mit etw. beginnen: sich an
die Arbeit b. 2. <b. 4- sich) (geh.) sich um etwas bringen,
auf etw. verzichten: sich eines Rechts, einer Möglichkeit
b.; sich jedes politischen Einflusses b.; durch den Verkauf
begibst du dich Jedes Gewinnes. 3. <b. + sich) (geh.)
geschehen, sich zutragen, ereignen: dann begab sich etwas
Erstaunliches; es begab sich, daß... 4. (Bankw.)
Wertpapiere o. ä. ausgeben, in Umlauf setzen, in den Verkehr bringen,
emittieren: Mehr neue Aktien sollte die deutsche Wirtschaft
angesichts des inzwischen gebesserten Emissionsklimas b.
(MM 28. 9. 68. 24); <Abl. zu 3:) Begebenheit, die; -. -en
(geh.): etw.. was sich (alsmeist außergewöhnlicher Vorgang)
zuträgt; Ereignis: eine seltsame B.; dem Film liegt eine
wahre B. zugrunde; eine merkwürdige B. erzählen;
Begebnis, das; -ses. -se (veraltet): svw. t Begebenheit: Das erste
B.. dessen ich mich genauer zu entsinnen vermag, war
ein Streitfall (Hagelstange. Spielball 15); zu 4: Begebung,
die; -. -en: Mit der B. des genehmigten Kapitals ist
wahrscheinlich 1962 zu rechnen (FAZ 29. 7. 61. 9).
21*
323
begegnen
begegnen [bd'ge'.gnan] <sw. V.; ist) [zu tgegen]: 1. a) mit
jmdm. zufällig zusanunenireffen: imdn. zufällig treffen: ich
bin ihm erst kürzlich begegnet; <rzp.:> sie begegneten sich/
(geh.:) einander oft auf dem Weg zur Arbeit; Ü jmds.
Blick b.; wir begegneten uns/einander in dem Wunsch
(stimmten in dem Wunsch überein), ihm zu helfen; Die
schönen Eigenschaften, die sich in Brunos
prekär-komplexer ... Natur begegneten (sich zusammenfanden: K. Mann.
Wendepunkt 442); b) erw. antreffen, aufetw. stoßen: dieser
Meinung kann man gelegentlich b. 2. (geh.) a) an einer
bestimmten Stelle, zu einer bestimmten Zeit vorkommen,
auftreten, sich finden: In rationalisierter Form begegnet
die gleiche StaatsaufTassung in Montesquieus
monumentalem Esprit des Lois (Fraenkel. Staat 267); b) von jmdm.
I im Umgang mit andern 1 ohne sein Zutun (meist als nichts
Angenehmes) erlebt, erfahren werden: widerfahren: das
Schlimmste, was Ihnen bei dieser Arbeit b. kann, ist ...;
Klage über die Verständnislosigkeit, die ihm ... begegnet
ist (Kafka. Erzählungen 255). 3. (geh.) a) sich jmdm.
gegenüber in einer bestimmten Weise verhalten, ihn in bestimmter
Weise behandeln: Jmdm. freundlich, höflich, mit Spott b.;
b) auf etw. in bestimmter Weise reagieren, einer Sache
auf bestimmte Weise entgegenwirken, ihr gegenüber
bestimmte Gegenmaßnahmen treffen: einer Gefahr mutig b.;
er ist allen Schwierigkeiten mit Umsicht begegnet; <Abl.
zu 2 b:) Begesnfc. das; -ses. -se (geh.. veraltet): Ereignis.
Vorfall: Das kleinste B. erregt in mir eine sonderbare
Denklust (R. Walser. Gehülfe 116); zu 1 a: Begegnung.
die: -. -en: 1. das Sichbegegnen. Zusammentreffen: es war
nur eine flüchtige B.; die Ferienkurse sind eine Stätte
internationaler -en; Ü Die B. mit den enormen Weiten
Amerikas (K. Mann. Wendepunkt 186). 2. sportlicher
Wettkampf: Der in vier -en sehr einseitig verlaufende
Davispokalkampf Deutschland gegen Luxemburg (Welt 17.
4. 65. 16).
begehbar [bo'ge:ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zum
Begehen (1 a) geeignet: eine leicht -e Unterfuhrung; dieser
Weg ist im Winter nicht b.; besehen <unr. V.; hat) [3:
mhd. begen = etw. ins Werk setzen, tun (urspr. von
Tätigkeiten, bei denen viel hin u. her gegangen wurde,
später beschränkt auf: etw. Schlechtes tun)]: 1. a) auf
etw. als Fußgänger gehen: Leisen und raschen Schrittes
beging ich ihn ( = den Kiesweg; Th. Mann. Krull 438);
eine viel begangene Brücke; b) / prüfend] abgehen,
abschreiten: an etw. prüfend entlanggehen: er hat die
Eisenbahnstrecke begangen und die Schäden gemeldet. 2. (geh.)
feiern: ein Fest [würdig] b.; wie soll der Geburtstag des
Präsidenten begangen werden?; die Karwoche nach den
ältesten Gebräuchen b. 3. (etw. Übles) verüben: eine
Indiskretion, eine Dummheit b.; einen Verrat, ein Verbrechen
b.; sie beging Selbstmord (tötete sich selbst).
Begehr [to'ge:?]. der od. das; -s [zu t begehren; mhd. beger=
Begehren. Bitte] (geh.): das Begehren, Verlangen: Wunsch:
Gertrud, eine würdige ältere Schwester, fragte nach seinem
B. (Kranz. Märchenhochzeit 5); begehren [to'ge:r3n] <sw.
V.; hat) [mhd. (be)gern. ahd. gerön. zu mhd.. ahd. ger
= begehrend, verlangend; vgl. gern. Gier] (geh.): a) nach
jmdm., etw. heftiges Verlangen haben: gerne erreichen, haben
wollen: ein Mädchen [zur Frau] b; er hat alles, was das/sein
Herz begehrt; eine begehrte Tänzerin (eine gute/
Tänzerin, mit der man gern tanzt): dieser Preis. Pokal ist sehr
begehrt (viele möchten ihn gerne gewinnen): b) wollen,
zu tun wünschen: Nun begehrte sie die Hände und Füße
des toten Pilgers zu küssen (Nigg, Wiederkehr 123): c)
erbitten, bittend fordern: Einlaß b.; <subst.:) Begehren [-].
das: -s. - <P1. selten) (geh.): das Verlangen, Streben nach
jmdm., etw.: Wunsch: das leidenschaftliche B das
Verbrechen ... zu bekämpfen (Maass. Goufle 12); <Zus.:)
begehrenswert <Adj.; -er. -este; nicht adv.): wert, begehrt
zu werden: erstrebenswert: etw. erscheint Jmdm. b.: ein
Mädchen b. finden; begehrlich <Adj.) [zu tBegehr; mhd.
beger lieh] (geh.): beim Anblick von etw.] von einem auf
Besitz. Genuß gerichteten Verlangen erfüllt: voller Wünsche,
Begehren: verlangend: -e Blicke auf etw. werfen: Ich war
b. und ohne Scheu (Jahnn. Geschichten 30); b. nach etw.
blicken; U vom Himmel herab war es in seine -en Hände
gefallen. Geld und Frauen und Ruhm (Lederer. Bring
108); <Abl.:> Begehrlichkeit, die; -. -en: aus B. kriminell
werden; in Jmdm. -en wecken.
Begehung, die; -. -en: das Begehen.
begeifern <sw. V.; hat): 1. (abwertend) in gehässiger Weise
beschimpfen, schmähen: ein ... Telegramm, in dem er das
Gericht begeiferte (Niekisch. Leben 214). 2. (selten) mit
Geifer beschmutzen: der wild gewordene Hengst begeiferte
ihn. sich; <Abl.:) Begeiferung, die; -. -en.
begeißett [te'gajslt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Biol.): eine
Geißel (2) tragend: auch können aus einem -en
Bakterienstamm Mutanten entstehen (Medizin II, 123).
begeistern <sw. V.; hat): 1. mit Begeisterung erfüllen sich
für etw. einzusetzen, etw. zu tun]: Jmdn. für eine Sache
b.; das Spiel hatte die Zuschauer begeistert; er begeisterte
die Zuhörer mit seiner Stimme; eine begeisternde Rede;
es war ein begeisterndes Spiel; jmdm. einen begeisterten
Empfang bereiten; alle Anwesenden waren hellauf
begeistert; ich war begeistert von ihr. von ihrem Gesang. 2.
<b. + sich) Begeisterung empfinden: durch jmdn., erw.
in Begeisterung geraten, versetzt werden: sich für das Schöne
b.; die Jugend kann sich noch b.; ich begeisterte mich
an der Landschaft; <Abl.:> Begeisterung, die; -: Zustand
freudiger Erregung, leidenschaftlichm Eifers: von freudig
erregter Zustimmung, leidenschaftlicher Anteilnahme
getragener Tatendrang: Hochstimmung* Enthusiasmus: eine
glühende, (geh.:) flammende B.; es herrschte helle B.: die
B. kannte keine Grenzen; plötzlich packte ihn die B.;
B. auslösen: seine B. über Jmdn.. etw. kundtun; die Wogen
der B. gingen hoch, glätteten sich; ein Sturm der B. brach
los; etw. aus B. tun; in B. geraten (sich allmählich]
begeistern): Jmdn. in B. versetzen (jmdn. begeistern): die
Zuschauer brüllten vor B.
beseisterungs-. Begfijstenmgs-: -fähig <Adj.; nicht adv.):
die Fähigkeit besitzend, sich für erw. zu begeistern: dieses
Publikum ist nicht b.. dazu: -«hlgkeh. die <o. PI.): die
B. der Südländer; -stürm, der: Begeisterung, die sich in
heftigen, lang andauernden Beifallskundgebungen äußert:
Begeisterungsstürme hervorrufen; -taumel, der: übergroße,
hemmungslose Begeisterung.
begkhten [te'giftn] <sw. V.; hat) [zuTGicht] (Hüttenw.):
einen Schachtofen mit Erz, Koks usw. beschicken: den
Hochofen b.; <Abl.:> Begjchtung. die; -. -en.
Begkr. die; - (geh.): svw. t Begierde: nur die B.. Musik
und immer mehr Musik zu hören (A. Zweig. Claudia
72); Begierde [to'gkgdd]. die; -. -n [mhd. (be)girde. ahd.
girida zu dem untergegangenen AdJ. mhd.. ahd. ger.
daneben mhd. gir. ahd. giri = begehrend, verlangend; vgl.
Gier, gern]: auf Genuß u. Befriedigung, auf Erfüllung eines
Wunsches, auf Besitz gerichtetes, leidenschaftliches
Verlangen: fleischliche -n; seine B. nach Besitz. Macht nicht
zügeln können; er brennt vor B.. sie zu sehen; begierig
<Adj.) [mhd. begirec. begirdec. zu TBegier]: von großem
Verlangen nach etw. erfüllt: voll Begierde: -e Blicke; wir
sind b. auf seinen Besuch; ich bin b. zu erfahren, was
du erlebt hast; b. (gierig) atmete er die frische Luft ein.
begießen <st. V.; hat): 1. auf etw., jmdn. eine Flüssigkeit
gießen, etw., jmdn. mit etw. übergießen: Blumen b.; der
Braten muß begossen werden; der Neger schüttelte den
Kopf wie ein Dackel, den man mit Wasser begossen hat
(Bamm. Weltlaterne 122). 2. (ugs.) ein Ereignis mit
alkoholischen Getränken feiern: die Verlobung, ein Wiedersehen
b.; das muß begossen werden; <AbI.:) Begkflung, die; -.
-en.
Begine [be'gi.na]. die; -. -n [mhd. begine < mfrz. bäguine
< mlat. beguina. H. u.]: Angehörige einer halbklösterlichen
Frauenvereinigung.
Beginn [bo'gm]. der; -[eis [mhd. begin. ahd. bigin]:
Augenblick, in dem etw. einsetzt, beginnt: Anfang einer zeitlichen,
seltener auch räumlichen Erstreckung (Ggs.: Ende. Schluß):
B. des Konzerts: 20 Uhr; den B. einer Veranstaltung
verschieben; Rheinfelden am B. der Schiffsstrecke
Basel-Bodensee; zu B. des zweiten Weltkrieges; beginnen [to'gmon]
<st. V.; hat) [mhd. beginnen, ahd. beginnan]: 1. a) mit
etw. einsetzen, einen Anfang machen: anfangen: eine Arbeit
b.; ein Gespräch, einen Streit mit jmdm. b.; ..Hören Sie.
Meister Jean-Pierre", begann ich nun (Th. Mann. Krull
184); er hat [ganz unten] als Laufbursche begonnen; sie
hatten erst vor kurzem mit dem Bau begonnen; b) auf
bestimmte Weise tun, unternehmen, anstellen: wir müssen
die Sache anders b.: nichts mit sich zu b. wissen. 2. seinen
Anfang haben: zu einer bestimmten Zeit, an einem
bestimmten Ort. auf bestimmte Weise anfangen: die Vorstellung
beginnt um 20 Uhr; Namen, die mit dem Buchstaben
324
begraben
B beginnen; dort hinten beginnt der Wald; es begann
zu schneien; im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert;
<subst. zu 1 b:> Besinnen, das; -s [mhd. beginnen] (geh.):
Tun. Unternehmen. Bemühen: Ein hoffnungsloses B.. sie
(= die Menschheit) bessern zu wollen (Thieß, Reich 241).
beglfnzen <sw. V.; hat) (dichter.): einer Sache einen bestimm-
ten Glanz. Schimmer verleihen; auf erw. schimmerndes Licht
werfen: das Abendrot beglänzte die Gipfel; die mondhelle,
von Licht und Schnee beglänzte Landschaft; Ü ein
Augenblick, der ... das Leben der Helden bis ins Alter beglänzt
(Bobrowski. Mühle 11).
beglaubigen [te'glajibign] <sw. V.; hat) [zu veraltet glaubig
= glaubwürdig]: 1. amtlich, von amtlicher Stelle als richtig,
wahr, echt bestätigen: etw. notariell b.; er ließ die Urkunde
b.; eine polizeilich beglaubigte Fotokopie; dieser
angebliche Ausspruch ist nicht hinreichend beglaubigt
(dokumentiert). 2. (einen diplomatischen Vertreter) in seinem
Amt bestätigen, akkreditieren: ein bei einem benachbarten
Staat beglaubigter Botschafter; <Abl.:> Beglaubigung, die;
-. -en. dazu: Beglaubigungsschreiben, das: Schriftstück, das
einen diplomatischen Vertreter bei einer Regierung
beglaubigt: der Botschafter überreichte sein B.
begleichen <st. V.; hat) [für älteres vergleichen, abgleichen,
ausgleichen = den Unterschied zwischen Soll und Haben
des Kunden feststellen] (geh.): einer schriftlich
festgelegten/ geldlichen Verpflichtung durch Bezahlen einer
entsprechenden Summe vollständig puichkommen; bezahlen: eine
Rechnung b.; er hat die Schuld beglichen; Ü Wenn wir
die Rechnung des Lebens begleichen (Bamm. Weltlaterne
30); <Abl.:) Begleichung, die; -, -en <P1. selten).
Begleit-: ^adresse, die: vgl. I-schein; abrief, der: einer
Waren-. Werbesendung beigelegter Brief; ^erschebamg, die:
/unangenehme, unerfreulicheI Erscheinung, die etw.
begleitet, mit etw. verbunden ist; Nebenerscheinung: das sind
-en des Alters; Die Entstehung der Verbände ... ist eine
... B. der Massengesellschaft (Fraenkel. Staat 256); -flug-
zeug, das; -Instrument, das: das Klavier als B.; -mann-
schaft, die: einen . militärischen j Transport o. ä. zum Schutz
begleitende Mannschaft; Miusik, die: Musik, die eine
Darbietung begleitet, ohne vom Zuschauer besonders beachtet
zu werden: die B. zum Film ist zu laut; Ü daß die
militärischen Maßnahmen ... nur die sehr notwendige B. für die
kommenden politischen Verhandlungen sind (Dönhoff.
Ära 51); -papier. das (meist PI.) (Frachtw.): amtliches
Papier, das einer Sendung beigegeben ist; ^person. die;
^personal, das: Wir fragten unser B. ..Fahren wir ... nach
Kysil-orda?" Der Uniformierte nickte (Leonhard,
Revolution 113); ^phänomen, das: vgl. Erscheinung: ...daß die
... Vulkane keineswegs nur nebensächliche -e ... darstellten
(Welt 11.11. 61. Die geistige Welt 4); -schein, der (Zollw.):
auf Antrag ausgestellter Schein, durch den eine Ware direkt
an ein Zollamt im Binnenland überwiesen wird; ^sditfT,
das (Kriegsmarine); -schreiben, das: svw. t-brief:
-stimme, die: einer Melodiestimme als harmonische Stütze
beigegebene, musikalisch unselbständige Stimme; -Symptom, das
(bes. Med.): vgl. tErscheinung; ~text, der: erläuternder
Text zu einem Druckerzeugnis, bes. zu einer Darstellung
in Bildern: einen B. improvisieren; -imstand, der (meist
PL): Umstand,der sich im Zusammenhang mit etw. einstellt:
wir sollten die üblen Begleitumstände einer öffentlichen
Auseinandersetzung vermeiden; ^worte <PI.): Worte in
einem Begleitbrief.
begleiten <sw V.; hat) [Vermischung von gleichbed.
veraltetem beleiten (mhd. beleiten. ahd. bileiten) mit f geleiten]:
1. a) mitjmdm.. etw. i zur Gesellschaft, zum Schutz]
mitgehen, mitfahren; an einen bestimmten Ort bringen, führen:
sie begleitete ihn an die Bahn; Daß man heute ... ein
Schlachtschiff wie die „Bismarck". nur von einem Kreuzer
begleitet, in See schickt (Ott. Haie 219); U alle meine
guten Wünsche begleiten dich; Wiesen und Felder
begannen den Weg zu b. (Geissler. Wunschhütlein 104); b) (geh.)
gleichzeitig, eng verbunden mit etw. vorhanden sein,
auftreten; mit etwas einhergehen: der wachsende Erfolg, der alle
seine Unternehmungen begleitete; c) etw. zu etw.
hinzutreten lassen, ergänzend, bekräftigend] hinzufügen: die
Schriften Heinrich v. Kleists herausgeben und mit einem
Kommentar b. 2. ein Solo auf einem od. mehreren Instrumenten
unterstützen: Gesang auf der Gitarre b.; exakt und
technisch einwandfrei b.; am Flügel begleitet von ...; <Abl.:>
Begleiter, der; -s. -: 1. jmd.. der jmdn.. etw. begleitet (1 a):
seinen B. verabschieden; er ist ihr ständiger B. (verhüll.;
/ von prominenten (Film) Schauspielerinnen u. a. J Liebhaber,
fester Freund). 2. jmd., der einen Solisten auf einem
Instrument begleitet (2); Begleiterin, die; -, -nen: w. Form zu
t Begleiter; Begleitung, die; -. -en: 1. a) das Begleiten (1 a):
sie bat um seine B.; er kam in B. eines Mädchens; Ü
Die ... Neuorientierung der preußisch-deutschen Politik,
in deren B. auch die ersten antisemitischen Tendenzen
... bemerkbar wurden (Fraenkel, Staat 186); b) eine od.
mehrere begleitende Personen bzw. Tiere: fünfzig Mann
berittene B.; einen Hund als B. mitnehmen. 2. a) das
Begleiten (2): die B. eines Solisten übernehmen; b) auf
einem od. mehreren Instrumenten gespielte Musik, die ein
Solo begleitet (2): eine B. komponieren.
Begierbeg ['beglebekl. der; -s, -s [türk. Begier beji = Herr
der Herren, zu T Beg]: Provinzstatthalter in der alten Türkei.
begtytzen <sw. V.; hat) (derb): etw., jmdn. glotzend (aus
purer Neugier) betrachten, anstarren; die Kinder beglotzten
den Fremden wie ein Wundertier; sich [gegenseitig] b.
beglücken <sw. V.; hat) (geh.): mit großem Glück erfüllen,
mit etw. glücklich machen: seine Nähe beglückte sie; die
Kinder mit schönen Geschenken/(selten:) durch schöne
Geschenke b.; (ugs. iron.:) er hat uns tagelang mit seiner
Anwesenheit, seinem Besuch beglückt: ein -des Erlebnis;
er zeigte sich beglückt; beglückt lächeln; <Abl.:> Beglücker,
der; -s. - (meist iron.): Person, die jmdn. beglückt: Begltyk-
kung, die: -. -en; beglückwünschen <sw. V.; hat): jmdm.
Glück wünschen, zu etw. gratulieren: jmdn. zu seinem Erfolg
b.; einander (geh.)/sich [gegenseitig] b.;<b. + sich:)
Immerhin konnte er sich wenigstens zu dem Einfall b. (konnte
er sich darüber freuen; Kirst, 08/15. 768); <Abl.:) Begtyck-
wünschung, die; -. -en.
begnaden [te'gna:dn] <sw. V.; hat) (geh.): jmdm. eine
besondere Gnade zuteil werden lassen: die Natur begnadete ihn
mit großer Musikalität; <2. Part.:) begnadet: überreich mit
Können u. künstlerischer Begabung bedacht: eine -e
Sängerin. Schauspielerin; dieser Künstler ist b.; <subst.:) Der
Märchenheld, die Märchenheldin tun das Richtige .... sie
sind die Begnadeten (Lüthi. Es 111); begnadigen
[te'gna.dign] <sw. V.; hat): jmdm. Gnade gewähren: jmdm.
die Strafe erlassen: einen Verbrecher b.; der Präsident
hat den zum Tode Verurteilten zu einer lebenslangen
Freiheitsstrafe begnadigt; <Abl.:) Begnadigung, die; -. -en:
Strafminderung; Straferlaß: die B. ablehnen.
Begnadigung»-: -gesudi, das; -recht, das <o. PI. ); ~sache,
die (ugs.): Sein Bruder ... besuchte ihn und versicherte
ihm. daß seine B. gut stehe (Niekisch. Leben 365).
Begnadung, die; -: das Begnaden.
begnügen [togny:gn], sich <sw. V.; hat) [Vermischung von
benüegen mit gleich bed. genüegen (t genügen)]: 1. /wohl
od. übel/ mit wenigem zufrieden sein u. keine größeren
Ansprüche stellen; sich mit etw. zufriedengeben: sich mit
einem Kanten Brot b.; sich mit dem b.. was man hat.
2. sich auf etw. beschränken: ich ... begnügte mich damit,
seinen Vorschlag eine gute Idee zu nennen (Th. Mann.
Krull 269); <Abl. zu 1:) begnügsam [ta'gny:kza:m] <Adj.)
(veraltet): svw. t genügsam.
Begonie [be'go:nio], die; -. -n [von dem frz. Botaniker Ch.
Plumier (1646-1706) entdeckt, der sie nach dem damaligen
Generalgouverneur von San Domingo. M. Begon.
benannte]: in vielen Arten vorkommende Topf- u. Gartenpflanze
mit saftigen, fleischigen Stengeln, gezackten,
unsymmetrischen Blättern u. zahlreichen /un]gefüllten, weißen, rosa,
roten, gelben od. orange Blüten.
begönne [bo'goena]. begonnen [bo'ganan]: t beginnen.
begönnern [te'goenBn] <sw. V.; hat): 1. fördern, unterstützen:
... fühlte er sich bald heimisch, zumal ihn der Chef des
Haufens begönnerte (Grass, Hundejahre 226). 2.
herablassend, in gönnerhafter Weise behandeln: dieser eingebildete
Mensch glaubt einfachere Leute immer b. zu müssen.
begöschen [te'goijn] <sw. V.; hat) [niederd. begösken =
beschwatzen, zu: goske = Gänschen, nach der Gewohnheit
der Ammen, weinende Kinder durch Zischlaute zu
beruhigen] (nordd.): beschwichtigen, beruhigend auf jmdn.
einreden: er tröstet sie und begöscht sie und wischt ihr die
Tränen ab (Fallada, Mann 72).
begoß [bo'gas], begossen [to'gasn]: t begießen.
begraben <st. V.; hat): 1. (einen menschlichen od. tierischen
Leichnam - oft ohne Feierlichkeiten) in ein Grab legen;
beerdigen, bestatten: man begrub ihn in seiner Heimatstadt.
325
Begräbnis
in aller Stille; in dieser Gruft liegen zwei deutsche Könige
b.; lebendig begraben sein. 2. aufseben, fahrenlassen,
absichtlich nicht mehr an etw. denken: die Hoffnung, eine
Angelegenheit b.; Da die Allen ... keinen Wert darauf
legen, von uns abzustammen, könnte man diese alte Streit-
Trage endlich b. (Bamm, Weltlaterne 181); *sich b. Kassen
können (ugs.; mit Jmdm. ist nichts los. nichts anzufangen:
versagt haben): sich mit etw. b. lassen kämen (ugs.; mit
dem. wasjmd. anbringt, ist nichts anzufangen): dort möchte
ich nicht b. sein (ugs.; dort möchte ich unter keinen
Umständen leben). 3. unter größeren, herabstürzenden Massen
verschwinden lassen, verschütten: das Mauerstück begrub zwei
Arbeiter und einen Lkw unter sich. 4. (veraltet) vergraben:
Ob es nicht besser wäre, einfach ein Loch zu machen
und die Briefe zu b.? (Frisch. Gantenbein 279); <Abk.
des 2. Part, zu l:)begr. (Zeichen: □); <AbI. zu 1:) Begribnis
[te'gre:pnis]. das; -ses. -se: Beerdigung. Bestattung mit den
dabei üblichen Feierlichkeiten: ein feierliches B.; das B.
findet am 12. März um 14 Uhr statt; Jmdm. ein schönes
B. bereiten; an einem B. teilnehmen.
Begribnis-: -feier. die; Feierlichkeit, die (meist PI.);
^kosten <P1.); ^stifte, die (geh.): Platz, an dem sich das Grab
des Verstorbenen befindet; ^tag. der.
begradigen Ito grardignl <sw. V.; hat): (etw. in der
Landschaft nicht gerade Verlaufendes) gerademachen,
korrigieren: einen Fluß, eine Straßenführung, eine Rennstrecke
b.; begradigte Wasserläufe; <Abl.:> Begradigung. die; -.
-en.
begramt [bo'grant] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Grannen
versehen: eine -e Grasgattung. Getreidesorte.
begrasmardeln [te'grasmardlnl <sw. V.; hat) [zu Glasmardel
= Marmel. Murmel. Klicker aus Glas] (hamburg.): 1.
a) anführen; b) betrügen, bestehlen. 2. zurechtmachen,
fertigbringen. 3. *skh b. lassen kämen (sich begraben lassen
können): begraanarmein [to'grasmarmln] <sw. V.; hat):
svw. tbegrasmardeln: Erkenntnis .... daß ... diese Partei
sich b. lassen kann ... Das ist hamburgisch ... B. heißt
im Endeffekt sich ..begraben lassen" können (Spiegel 29,
1974. 28).
begrast [bo'gra:st] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [2. Part,
zu mhd. begrasen = sich mit Rasen bedecken] (selten):
von Gras bewachsen: ein -es Gartenbeet; die Mauer ist
b.
begreifbar [bograjfba^l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
begreifend a)lassend.dazu: Begreifbarkeit.die; -; begreifen
<st. V.; hat) /vgl. begriffen/ [1: spätahd.. Ü zu 2 a. eigtl.
= mit dem Verstände ergreifen, sich aneignen]: 1. a) geistig
erfassen, in seinen Zusammenhängen erkennen, verstehen:
den Sinn einer Sache, eine Rechenaufgabe nicht b.; was
eigentlich geschehen war, hatte er noch nicht ganz
begriffen; Sibylle begriff. Sie sagte ganz einfach ... (Frisch. Stiller
340); das Kind begreift langsam. leicht (hat eine langsame,
leichte Auffassungsgabe); *es begreift sieh« daß ... (es ist
klar, daß ...); b) Verständnis für jmdn. od. etw. haben;
jmdn.. sich in seinem Denken. Fühlen u. Handeln verstehen:
ich kann meinen Freund gut b.; ich begreife mich selbst
nicht mehr; ich begreife nicht, wie man so etwas tun kann;
R das begreife, wer will! (diese Sache, diese
Handlungsweise verstehe ich nicht); c) unter einer Sache etw. ganz
Bestimmtes verstehen; für etw. halten, als etw. betrachten:
das ganze griechische Kulturgebiet als Einheit b.;
Klassenbilder ... da starrte alles auf den einen Punkt und begriff
sich als Mitte des Bildes (Kant. Impressum 177). 2.
(landsch.) befühlen, betasten, greifend prüfen: er begreift
das weiche Tuch; die Kinder sollen nicht immer die Möbel
b. 3. *etw. in sich b. (veraltend; etw. umfassen, einschließen.
entlmltenY daß die Ostorientierung nicht nur die Befreiung
von Versailles, sondern zugleich eine soziale Umschichtung
in sich begrifT (Niekisch. Leben 208); <Abl. zu 1:) begreif,
lieh <Adj.; nicht adv.): leicht zu begreifen, zu verstehen:
verständlich: in -er Erregung sein; aus -er Verlegenheit;
es ist mir nicht b.. wie das geschehen konnte, dazu:
begreiflicherweise <Adv.>: wie es [nur allzu] begreiflich ist;
verständlicherweise: das habe ich b. nie vergessen können.
begrenzen <sw. V.: hat): 1. die Grenze von etw. bilden; am
Ende von etw. stehen: die Wiese wird von einem Wald
begrenzt. 2. beschränken, einengen, einengend festlegen:
die Geschwindigkeit [in der Stadt] b.; die Redezeit wurde
begrenzt; unser Wissen ist begrenzt; einen begrenzten
Horizont haben; lediglich begrenzte soziale Reformen (Fraen-
kel. Staat 305); <Abl.:> Begrenztheit, die; -. -en (PL selten):
das Begrenztsein; Begrenzung, die; -. -en: a) das Begrenzen:
das macht jede B. des Risikos unmöglich; b) Grenze. Ein-
grenzung: wehe dem Andersgearteten, der es wagt, nach
allen Richtungen gegen die -en anzudrängen, um sie zu
erweitern und zu durchstoßen (Weiss. Marat 95).
Begrenzung»-: ^fUche. die (Math.): Fläche, die einen Körper
begrenzt; blicht, das <meist PI.) (Verkehrsw.): Lichtquelle,
die die seitliche Begrenzung eines Fahrzeugs anzeigt; ~linie,
die: Grenzlinie.
BegrjfT. der; -[eis. -e [zu t begreifen): 1. Gesamtheit
wesentlicher Merkmale in einer gedanklichen Einheit; geistiger,
abstrakter Gehalt von etw.: ein fest umhssener, schillernder,
dehnbarer B.: zwei -e miteinander verwechseln, von
einander abgrenzen; Hielscher deutete den B. ..Reich" mystisch
(Niekisch. Leben 126). 2. Vorstellung. Auffassung. Meinung
von etw.: ein neuer B. von Öffentlichkeit (Jacob. Kaffee
88); du hast ja einen sonderbaren, (iron.:) schönen B.
von mir; ich kann mir keinen rechten B. davon machen;
keinen BegrifT (keine Ahnung) von etw. haben; nach
menschlichen -en unschuldig sein; *Dmdm.l ein Begriff
9eki (fjmdm.j bekannt sein; in jmdm. eine bestimmte
Vorstellung wachrufen): wenn der (= Kommissar Escherich)
Ihnen ein B. ist (Fallada. Jeder 188). 3. *im Begrtffle]
sein/stehen (gerade anfangen wollen, etw. zu tun): sie sind
im B. zu gehen; ich stand im B.. das Haus zu verlassen;
schwer/langsam von B. sein (ugs. abwertend; lange brauchen,
um etw. zu verstehen): da Sie etwas schwer von B. zu
sein scheinen. ... muß ich wohl deutlich werden (Kirst,
08/15. 620); begriffen <Adj.) [2. Part, von t begreifen (3)1
in der Verbindung in etw. b. sein (gerade mit etwas
anfangen, beschäftigt sein: sich gerade in einem bestimmten Prozeß
befinden, sein): die Gäste sind im Aufbruch b.; das im
Umbau -e Haus; begrifflich <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.)
den Begriff (1) betreffend; sich in Begriffen, abstrakt
ausdrückend: -e Klarheit; -es Denken; etw. b. darlegen,
verständlich machen.
begrjffs-, BegrjfTs- ^apparat. der: zusammenhängende, zu
einem Komplex od. Bereich gehörende Begriffe: Wir können
aber... unser Vertrauen... nicht... auf den ganzen
theologischen B. setzen (Thielicke. Ich glaube 104); ^bestimmung,
die; Definition; genaue Erläuterung eines Begriffs (1): die
B. der Demokratie; ^bildung, die: seine Definition ließ
auch allgemeine -en zu (Natur. 45); -Inhalt, der; -mäßig
<Adj.): begrifflich; vom Begrifflichen her: man versucht,
dieser Fülle b. Herr zu werden (Seidler. Stilistik 30); -paar
das: zwei zusammengehörende, einander [gegensätzlich]
entsprechende Begriffe; -schritt, die: a) (Sprachw.)
Wortbildschrift (Ggs.: Buchstabenschrift): die chinesische
Schrift ist eine B.; b) Darstellung durch Zeichen u. Symbole
(z. B. in der Math.. Chemie. Logistik); -stutzig, (österr.:)
-stützig <Adj.) (abwertend): schwer begreifend; ein wenig
dumm [und verblüfft] wirkend: ein -es Gesicht machen;
Jmdn. b. ansehen; dazu: -stutzigkeit, (österr.:) -stützigkeh.
die (abwertend); -umfang, der: Weite. Umfang eines
Begriffs: -vermögen, das <o. PI.): Fähigkeit, etw. zu begreifen
u. gedanklich zu bewältigen; ^Verwirrung, die: a)
Durcheinander von Begriffen: Es gibt doch eine große B. darüber,
was eigentlich antiautoritäre Erziehung ist (MM 10. II.
1970, 6); b) Unfähigkeit zu klarem Denken, beginnende
geistige Umnachtung: er leidet schon an B.; -wort, das
<P1.: -Wörter) (Sprachw.): svw. \Abstraktum; -zeichen, das
(Sprachw.): svw. \ Ideogramm. Symbol (Ggs.:
Buchstabenzeichen).
begründen <sw. V.; hat): 1. den Grund zu etw. legen, eine
Grundlage für etw. schaffen: eine Richtung, eine Schule
(in der Kunst) b.; der Sieg begründete seinen Ruhm; einen
Hausstand b. (gründen); die Vossische Zeitung. 1722. und
die Berlingske Tidende. 1749 begründet (Enzensberger.
Einzelheiten I, 20). 2. Gründe, etw. als Grund für etw.
angeben: seinen Standpunkt, ein Urteil b.; er begründete
seinen Verzicht mit Erschöpfung; das ist durch nichts zu
b.; sachlich begründete Zweifel. Änderungen; begründete
(berechtigte) Ansprüche; * in etw. begründet sein / liegen,
durch etw. begründet 9ein (seinen Grund in I durch etw.
finden, sich von etw. herleiten): das ist in der Natur der
Sache begründet. 3. <b. -I- sich) in etw. seinen Grund
finden, sich aus etw. erklären: Wie begründet sich die
Legalität einer Herrschaft? (Fraenkel. Staat 180); <Abl. zu 1:>
Begründer, der; -s. <jmd.. der eine bestimmte Lehre einführt.
326
behalten
die Grundlagen zu etw. findet: Leibniz war der B. der
Monadologie; Heinrich der Löwe war der B. (Gründer)
vieler Städte; Begründung, die: -. -en: 1. das Begründen
(1), Gründung: die B. einer Familie, einer Kunstrichtung.
2. das Angeben. Herausstellen des Grundes oder von Gründen
für etw.: die B. eines Antrags; keine plausible B. für etw.
vorbringen können.
Begründung»-: ^angäbe, die (Sprachw.): Umstandsergänzung
od. freie Umstandsangabe des Grundes; ~*flatz, der
(Sprachw.): svw. t Kausalsatz: -weise, die: Methode des
Begründens: daß die B. der Einzelwissenschaften um vieles
weniger streng und exakt ist. als ihr bisweilen erhobener
Anspruch auf Gesichertheit ihrer Ergebnisse vortäuscht
(Natur. 11).
begrünen <sw. V.; hat): a) mit Grün. Bäumen. Pflanzen.
Rasen o.a. versehen: wir wollen unseren Hof mit Rasen
b.; es ist Mischwald von äußerstem Reichtum, der den
Ida begrünt (Hagelstange. Spielball 150); begrünte
Flächen; b) <b. + sich) (von der Natur) grün werden: die
Wälder begrünen sich wieder; <Abl.:> Begrünung, die; -.
begrüfien'<sw. V.; hat): 1. mit Gruß empfangen, willkommen
heißen; jmdm. grüßend entgegentreten: er begrüßte mich
mit einer Kopfbewegung; er stand auf. um den Freund
zu b.; einander, sich [gegenseitig] b.; Ü die Kinder begrüßen
den ersten Schnee mit großem Freudengeschrei; Napoleon
wurde von ihnen als Befreier begrüßt. 2. positiv bewerten,
freudig zur Kenntnis nehmen, zustimmend aufnehmen,
gutheißen (Ggs.: bedauern): einen Vorschlag. Jmds. Entschluß
b.; diese Entwicklung dürfte in vielen Fällen zu b. sein;
es ist zu b.. daß ... 3. (Schweiz.) befragen: sich an jmdn.
wenden, um seine Meinung einzuholen: er handelte, ohne
die zuständigen Stellen begrüßt zu haben; die
Gemeinderäte sind nicht in dieser Sache begrüßt worden; <Zus. zu
2:> begrüßenswert <Adj.; -er. -este; nicht adv.): erfreulich,
mit Zustimmung, positiv aufzunehmen: -e Ergebnisse; dein
Eifer ist b.; <Abl.:> Begrüßung, die; -. -en: das Begrüßen
t'in Form eines Empfangs 7: die offizielle B. fand im Rathaus
statt.
Begrüßung»-: Ansprache, die: kurze Rede, mit der die Teil-
nehmer einer Veranstaltung begrüßt werden oder ein
prominenter Gast eingeführt wird; -feier. ^feierlichkeit, die;
^formet, die: formelhafte, ohne innere Anteilnahme gesprochene
Worte zu jmds. Begrüßung: ließ sich, eine B. murmelnd,
neben Fabian nieder (Erich Kästner. Fabian 85): ^kuß.
der; -rede, die: svw. t-anspräche; -schluck, der (ugs.):
Glas Wein od. Likör, das beim Empfang eines Gastes
angeboten wird: Nach einem kräftigen B. fragte Eberwein sachlich:
... (Kirst. 08/15. 519); -wort, das <P1.: -e. meist PI.).
begyeken <sw. V.; hat) (ugs.): anschauen, genau] besehen.
I eingehend] betrachten: den Umschlag von allen Seiten
b.; einander/sich [gegenseitig] b.; ich begucke mich im
Spiegel; ich habe mir die geschmückten Schaufenster
beguckt.
Beguine [be'gi:n]. der; -s. -s (fachspr.: die; -. -s) [aus gleich-
bed. kolonialfrz. b&uinezu frz. tkSguin = Flirt, zu: s'embe-
guiner = sich vernarren. eigtl. = eine Haube aufgesetzt
haben, zu: beguin = Haube der Beginen]: rumbaähnlicher
volkstümlicher Tanz aus Martinique u. Santa Lucio: Er
(= ein Nationaltanz der Südsee-Inseln) habe... eine
gewisse Ähnlichkeit mit dem B. (MM 7. 11. 1959. 39).
Begum I'be:gum]. die; -. -en [engl, begum < Hindi begam
< türk. blgam. Fem. zu beg. t Begl: Titel indischer
Fürstinnen.
begünstigen [bo'gYnstign] <sw. V.; hat): a) jmdm.. einer
Sache, einem Vorhaben günstig, förderlich sein; unterstützen,
weiterbringen; positiv beeinflussen: der Rückenwind hat
die Läufer begünstigt; der Schiedsrichter begünstigt mit
seinen Entscheidungen die heimische Mannschaft; seine
Unternehmungen waren stets vom Glück begünstigt; b)
bevorzugen, besonders fördern; Jmdm. /auffällig/ seine
Gunst zuwenden: er hat bei der Besetzung wichtiger Stellen
seine Parteifreunde begünstigt; <Abl. zu b:> Begünstigung,
die; -. -en: a) das Begünstigen, die Bevorzugung. Förderung.
Vergünstigung: die Erlangung steuerlicher -en; b) Cur.)
wissentlicher Beistand. Unterstützung des Täters. Hilfe nach
einer Straftat: Jmdn. wegen B. verurteilen,
begutachten [bo'gu:t|axtn] <sw. V.; hat): a) etw. fachmännisch
prüfen u. beurteilen; sein Gutachten über etw. abgeben:
ein Bild, ein Baugelände, die Konstruktionsteile eines
Flugzeugs b.; b) (ugs.. oft scherzh.) genau, prüfend betrachten
/ als ob man Fachmann wäre]: na, laß dich mal b.; während
er das Unglück begutachtete, begutachtete der schöne Alec
nebst zwei Söhnen seine Regale (Lenz. Suleyken 37);
<Abl.:) Begutachter, der; -s. -: Gutachter, kritischer
Betrachter; Begutachtung, die; -. -en: wir wollen das Schreiben
einem Juristen zur B. vorlegen.
begüten [bd'gy.tn] <sw. V.; hat) (veraltet): svw. t begütigen.
begütert [te'gy:tml <Adj.; nicht adv.): a) (veraltend)
Landgüter besitzend: genau hier in der Gegend sind die
Schalenbergs b. (Fallada. Herr 11); b) mit irdischen Gütern gut
versehen; ziemlich reich, vermögend: -en Kreisen. Schichten
entstammen; er ist sehr b.
begütigen [bogy:tign] <sw. V.; hat): mit Worten od. Gebärden
beruhigend auf'jmdn. einwirken; beschwichtigen, beruhigen;
besänftigen: er suchte den aufgebrachten Fahrer zu b.;
-d auf jmdn. einreden; <Abl.:> Begütigung, die; -. -en.
behagren, sich <sw. V.; hat): Haare bekommen: die Kopfhaut
wird sich an dieser vernarbten Stelle nicht wieder b.
können; (meist im 2. Part.:) eine behaarte Brust; er war behaart
wie ein Tier von oben bis unten (Kuby. Sieg 218); <Abl.:>
Behaarung, die; -. -en: a) Fell (a): manche Tiere haben
im Winter eine besonders dichte B.; b) dichter Haarwuchs
am menschlichen Körper: er hat auf der Brust eine
prächtige B.
behibig [bd'h£:bi<i] <Adj.) [für älteres (ge)häbig. zu THabe]:
a) (nicht adv.) / wohlJbeleibt und phlegmatisch: ein dicker,
-er Mann; b) <nicht adv.) von ausladender Form: ein -er
Sessel; während die... St.-Jacobi-Kircheeinen
spießbürgerlich -en Turm hatte. Biedermeier sozusagen (Bredel. Väter
99); c) sich langsam, gemessen, geruhsam, gemütlich,
phlegmatisch, schwerfallig bewegend: mit -en Schritten; b. näher
kommen; d) (Schweiz.) reich, wohlhabend: ein -es Dorf;
e) (Schweiz.) stattlich: das Haus ist b.; <Abl.:> Behibigkeit,
die; -.
behacken <sw. V.; hat): a) die Erde rund um junge Pflanzen
mit der Hacke bearbeiten, damit sie mehr Luft bekommen:
ich muß die Erdbeeren noch b.; b) an verschiedenen Stellen
an etw. hacken: die Rinde hat ein Specht behackt; c)
(salopp) betrügen: Immerhin würde ich ihn auch um die
restlichen tausend Mark b. (Zwerenz. Kopf 209).
behfften <sw. V.; hat) (Schweiz. Amtsspr.) haftbar machen,
beim Wort nehmen: der Angeklagte wurde bei seiner
Erklärung, er habe sich in der Nähe des Tatorts aufgehalten,
behaftet.
behaftet [bo'haftot] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [für mhd.
behaft < ahd. bihaft. 2. Part, von mhd. beheften. ahd.
biheften = zusammenheften, einschließen, festhalten] in
der Verbindung mit etw. behaftet sein (jmdm.. einer Sache
anhaften, schicksalhaft mit einer Krankheit, einem Makel
o.a. verbunden sein): der ... Prinz. ... mit Lispeln wie
mit Stottern b. (Th. Mann, Krull 375); wenn der Name
..Tyrann" ... mit dem Makel des Satanischen b. geblieben
ist (Thieß. Reich 89).
behagen [bo'ha.gn] <sw. V.; hat) [verw. mit dem 2. Part,
ahd. gihagin = gehegt, gepflegt]: zusagen, gefallen;
Behagenbereiten; jmds. Zustimmung finden: die eintönige Arbeit
behagte ihm nicht; es behagt mir gar nicht, daß...; Behagen
[-1, das; -s: wohliges Gefühl der Zufriedenlteit. stilles
Vergnügen: aus seinem B. aufgestört werden; mit stillem B.;
behaglich [bo'haikli^] <Adj.): a) Behagen ausstrahlend.
Wohlbehagen verbreitend, gemütlich, bequem: ein -er Sessel; er schien
es sich b. machen zu wollen; b) (nur adv.) mit Behagen,
voller Behagen, genießerisch: b. in der Sonne sitzen; <Abl.:>
Behaglichkeit,die; -. -en: 1. <o. PI.) behagliche Atmosphäre:
Die Kabine des Schiflskochs atmet biedere B. (Bamm.
Weltlaterne 116). 2. (selten) behaglich wirkender
Einrichtungsgegenstand.
Behaiamus [beha'ismusl: tBahaismus.
behalten (sw. V.; hat): 1. a) festhalten, in seinem Besitz
lassen, nicht hergeben: Eigentum erwerben und b.; ein
Bild als / zum Andenken b.; er selbst durfte seine Pistole
b.: den Rest des Geldes können Sie b.; ich möchte dich
als Freund b. (du sollst mein Freund bleiben); wir hätten
unsere Eltern gern noch länger b. (ugs.; wir hätten gern, daß
sie noch länger gelebt hätten): Ü recht behalten; b) (selten)
zurückhalten: Ich hätte weinen können. Aber ich behielt
die Tränen (Jahnn. Geschichten 69); c) an einem Ort
belassen: den Hut auf dem Kopf, den Schirm in der Hand
b.; er behielt die Hände in den Taschen; der Kranke konnte
endlich wieder die Nahrung bei sich b.; d) in seiner Obhut
327
Behälter
belassen, nicht fortlassen: jmdn. als Gast bei sich b.; wir
haben die Flüchtlinge über Nacht in unserm Haus b.;
*etw. für sieb b. (nicht weitererzählen). 2. a) nach wie
vor in gleicher Weise haben, für längere Zeit] bewahren:
das Gold behält seinen Glanz; die Nerven, seine gute
Laune b.; b) sich für immer zuziehen, mit etw. [seit einer
Krankheit I behaftet bleiben: er hat von der Angina einen
Herzschaden b. 3. im Gedächtnis bewahren, sich merken
(Ggs.: vergessen): eine Adresse. Telefonnummer b.; Zahlen
gut b. können; jmdn. in freundlicher Erinnerung b.; <Abl.:>
Behälter [to'helti?]. der; -s. -: a) erw., was zum Aufbewahren
u. Transportieren beliebiger Gegenstände od. Flüssigkeiten
(auch Gase) dient: einen B. mit Sand. Benzin füllen; b)
tsvw. Container.
Behälter- (zu b); -miete, die; -schiff, das; -tragwagen, der;
-verkehr, der; -wagen, der: Kessel- od. Topfwagen zur
Beförderung meist gasförmiger od. flüssiger Güter.
behilflich [bo'heltlu;] <Adj.> (selten): eingängig, leicht zu
merken, zu behalten (3): die Wortuntersuchungen führen
hier und da zu sehr geschickten und darum -en
Zusammenfassungen (Mutterspr. 9. 1967. 286); Behältnis [te'heltnis],
das; -ses, -se (geh.): Behälter. Gefäß, in dem etwas
Besonderes aufbewahrt wird: eine riesige Papiertüte,... ein Pappköf-
ferchen. Traf man ihn ohne diese -se. war er krank
(Schnurre. Bart 135).
behfmmern <sw. V.; hat): mit dem Hammer bearbeiten,
unablässig auf etw. einschlagen: das Blech muß noch
behämmert werden; Ü das dramatisch-politische Manifest
des sein Publikum unbarmherzig -den Autors (MM 9.
12. 69, 24); <2. Part.:) behämmert (salopp): nicht recht
bei Verstand, nicht ganz zurechnungsfähig, verrückt: er
macht ernen völlig -en Eindruck; du bist total b.
behandeln <sw. V.; hat): 1. mit jmdm., etw. in bestimmter
Weise umgehen, verfahren: jmdn. von oben herab, liebevoll,
[unfreundlich b.; eine Maschine, einen Motor
[unsachgemäß b.; diese Angelegenheit muß äußerst diskret behandelt
werden; er wollte nicht wie ein kleiner Junge behandelt
werden. 2. etw. auf einen Gegenstand, ein Material
verbessernd, konservierend o. ä. einwirken lassen: mit etw.
bearbeiten: Lebensmittel chemisch b.; den Boden mit Wachs b.;
ein Material mit Säure b. 3. a) auf bestimmte Weise
künstlerisch] darstellen, ausführen: der Komponist behandelte
das Motiv als Fugenthema; in seinem neuesten Film
behandelt er Probleme der Arbeitslosigkeit; der Roman
behandelt das Leben Napoleons (hat das Leben Napoleons zum
Gegenstand): b) (eine Angelegenheit, ein Thema)
besprechen, durchsprechen: können wir das nicht morgen b.?;
die Beziehungen der übrigen Nato-Mächte zu Frankreich
waren ... nur am Rande behandelt worden (Spiegel 1/2.
1966, 27); c) [Wissenschaftlich] analysieren und darlegen:
ein Thema exakt b.; so ist doch der ... Sachverhalt schon
mindestens bei F. Bacon ... kritisch-deskriptiv behandelt
(Fraenkel. Staat 136). 4. a) ärztlich versorgen: sich mit
geeigneten Mitteln um jmds. Heilung bemühen: einen
Kranken mit Penizillin, mit Strahlen, ambulant b.; er mußte
sich b. lassen; der -de Arzt; b) eine Krankheit mit geeigneten
Mitteln zu heilen versuchen: eine Wunde mit Salbe b.
behändigen [to'hendign] <sw. V.; hat): 1. (geh.) aushändigen,
übergeben: Conrad Ahlers ... behändigte dem CDU-Desi-
gnatus Kiesinger in bedrängter Stunde ein Dokument
(Spiegel47,1966.3). 2. (Schweiz.) ergreifen, an sich nehmen:
einer der Räuber behändigte die Kasse; <Abl.:> Behfndi-
gung. die; -.
Behandlung, die; -. -en: 1. das Behandeln (1); Umgang mit
jmdm.. etw.: eine ungerechte, unwürdige, gute, freundliche
B.; diese B. lasse ich mir nicht gefallen; sie verdient eine
bessere B.; diese Maschine reagiert sehr empfindlich auf
falsche B. 2. das Behandeln (2). Bearbeiten. Bearbeitung:
neue Stoffe bekommen durch eine besondere B. ihre
Appretur. 3. a) medizinisches Behandeln nach einem bestimmten
Heilverfahren: dem Arzt fehlt es an Erfahrung in der B.
von Zuckerkranken; b) ärztliche Betreuung: eine
ambulante, stationäre B.; sie mußte sich in ärztliche B. begeben;
er ist bei einem Facharzt in B. 4. a) /künstlerische]
Darstellung. Ausführung: die B. des Themas verrät große
Sachkenntnis; b) Erörterung. Besprec/wng: die B. dieses
Programmpunktes wurde verschoben; c) wissenschaftliche
Analyse und Darlegung: die B. soziologischer Fragen ist
bei diesem Kurs unerläßlich.
behfndlungs-, Behfndlungs-: -art, die; ^bedürftig <AdJ.;
nicht adv.): einer Behandlung (3) bedürftig: ^form, die:
Form der medizinischen Behandlung: diese Therapie zeigt
sich allen anderen -en überlegen; ^kosten <PI.): Kosten
für eine medizinische Behandlung: -methode, die: svw.
f Heilverfahren; -plan* der: für die Kur wurde ein genauer
B. aufgestellt; -nuan, der: Praxisraum, in dem der Patient
behandelt wird: -schein, der: svw. t Krankenschein; -stuhl,
der: Stuhl, auf dem der Patient behandelt wird: -verfahren,
das: svw. t Heilverfahren; -weise, die: wie abscheulich mir
die B. vorkommt, die man für dieses Kind übrig hat (R.
Walser. Gehülfe 146).
behandschuht [tehantju:t] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.): mit
Handschuh: en] versehen, in einem Handschuh, in
Handschuhen steckend:... sowie den Gewehrriemen, den die doppelt
-e Faust umklammerte (Kuby. Sieg 128); ihre linke Hand
war b.
Behang, der; -[eis. Behänge: a) das, was als Verkleidung
0. ä. von etw. herabhängt: Vorhang. Wandteppich: das
Zimmer schmückt ein schwerer samtener B.; b) das, was (z. B.
als Ertrag od. Schmuck) an etw. (meist an einem Baum)
hängt: ein Weihnachtsbaum ohne B.; die Apfelbäume
haben dieses Jahr einen besonders reichen B.; daß am -e
des Esels ein Körbchen mit Preßobst... fehlte CTh. Mann.
Joseph 545); c) Wolkendecke: Eine Nacht noch ohne
Regen, aber so. daß Regen nicht fern ist: tiefer B.. der von
unten Helle empfängt (Gaiser. Schlußball 9); d) (Jägerspr.)
herabhängendes Ohr od. Ohren bei Jagdhunden: behängen
[tehanan] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. behangen.
2. Part, von: behähen = behängen]: voll von etw., was
herabhängt; mit Herabhängendem beladen: ein über und
über mit Äpfeln -er Baum; die Zweige sind dicht b.; Ü
Ich bin mit egoistischen Atavismen b. wie ein Fels mit
Moos (Remarque. Obelisk 177); behängen <sw. V.; hat):
1. a) überall etw. an etw.. jmdn. hängen: den
Weihnachtsbaum mit Lametta b.; ich behängte mich mit Gasmaske.
Kartentasche und Stahlhelm; mit Teppichen behängte
Wände; b) (ugs. abwertend) (übermäßig, mehr als verdient)
schmücken: Frankreich behängte ihn dafür mit dem Orden
..de la Sante Publique44 (Spiegel 52.1965.108); sie behängt
sich gern mit Schmuck. 2. (Jägerspr.) (einen Jagdhund)
an die Leine nehmen, damit er eine Fährte verfolgen kann:
den Leithund b.
beh^rken <sw. V.; hat): a) (Soldatenspr.) eine Zeitlang lohne
Unterbrechung] beschießen: ein Maschinengewehr
beharkte die freie Fläche; aus ihren Stellungen heraus beharkten
sie sich den ganzen Tag; b) (salopp) losgehen auf. Isich]
verbissen bekämpfen: vom Anpfiff an beharkten sich die
beiden Mannschaften; die Eheleute beharkten sich im Flur,
die Opposition beharkte die Regierung in der Frage der
Ostpolitik.
beharren <sw. V.; hat): 1. a) auf etw. bestehen, an etw.
festhalten: auf seinem Standpunkt b.; bei seiner Meinung
b.; er beharrte darauf mitzufahren; b) (an einem Ort. in
einem Zustand o.a.) bleiben: verharren: sie beharrte im
Dunkel ihres Zimmers (A. Kolb. Daphne 118); wo die
Kultur noch in festen Formen beharrt (Fraenkel. Staat
174). 2. starr behaupten, ohne Meinungsänderung sagen
(als Ersatz für ein Verb des Sagens): .Aber ich stelle
dennoch anheim. von der Aussage abzusehen", beharrte
hartnäckig der Anwalt (Feudi twanger, Erfolg 60); <subst.:>
Beharren.das; -s;beharrlieh [toharli^J <Adj.): ausdauernd,
zäh festhaltend, standhaft, hartnäckig: -es Werben.
Zureden; sich b. weigern, die Kosten zu übernehmen; <Abl.:>
Beharrlichkeit, die; -; Beharrsamkeit [bo'harza.mk^itj. die; -
(geh.. selten): Beharrlichkeit: die B. der Menschen dieser
Landschaft ist verblüftend; Beharrung, die; -: das Beharren.
BehfiTungs-: MJesetz. das (Physik): svw. tTrägheitsgesetz;
-kraft, die: die B. von Vorurteilen; -tendenz. die (Met.):
Neigung des Wetters, für einige Zeit gleich od. ähnlich
zu bleiben: Erhaltungsneigung: -vermögen, das: a)
Ausdauer, Statthaftigkeit: b) (Physik) Trägheit, Fähigkeit des
Verbleibens in einem Zustand trotz anders gerichteter äußerer
Einwirkung.
behauchen <sw. V.; hat): a) auf etw. hauchen: anhauchen,
seinen Hauch auf etw. blasen: mit seinem Hauch überziehen:
er behauchte seine Brille, um sie zu putzen; Ü ... schössen
die Strahlenbündel durch das Gewirr der Stämme, hier
eine Insel zarter Famkräuter ... mit Glut behauchend
(Hauptmann. Thiel 29); b) (Sprachw.) Konsonanten mit
einem Hauchlaut aussprechen (als stünde ein h dabei): aspi-
328
Beherbergung
rieren: Konsonanten sind behaucht (aspiriert), wenn auf
sie eine mehr oder weniger große Menge frei ausströmender
Atemluft folgt (Duden. Aussprachewörterbuch. 2. Aufl.;
1974. 28); <Abl.:> Bdttuehu». die; -.
behauen <unr. V.. behaute, hat behauen): durch Hauen (mit
einer Axt. einem Hammer o.a.) bearbeiten: Felsblöcke
rechteckig b.; roh behauene Steine.
behäufeln <sw. V.; hat): lockere Erde um junge Pflanzen
häufeln: die zarten Pflanzen unten mit frischer, lockerer
Erde versehen: ich behäufle]le sorgfältig die Erdbeeren;
<Abl.:> Behfluflellung. die; -.
behaupten [to'happtn] <sw. V.; hat) [spätmhd. behoubeten
= bewahrheiten, bekräftigen, zu mhd. houbet = Haupt,
Oberhaupt, Herr, eigtl. = sich als Herr einer Sache
erweisen]: 1. mit Bestimmtheit aussprechen, überzeugt sagen;
(noch Unbewiesenes) als sicher ausgeben: etw. hartnäckig,
steif und fest, im Ernst b.; sagt der eine das. behauptet
der andere das Gegenteil; sie behauptet, er sei verreist
/ daß er verreist sei. 2. a) erhalten, bewahren; erfolgreich
verteidigen: seinen Platz b.: die Vorteile einer sozialen
Stellung zu b. wissen; b) <b. + sich) sich gegen alle
Widerstände halten und durchsetzen]: sich in seiner Position
b.; die katholische Kirche konnte sich im 19. Jahrhundert
trotz der wachsenden Säkularisierung b.; hartnäckig
behauptete sich das Gerücht, daß ...; c) (Sport) siegen: Im
Herren-Doppel behaupteten sich ChuangTetung/Hsu Yin-
sheng gegen Chang Chilin/Wang Chih-hang mit 3:0 (Welt
26. 4. 65, 15); <2. Part.:) behauptet (Börsenw.): fest, in
gleicher Höhe geblieben I: Im nachbörslichen
Telefonhandel der Banken wurden -e Kurse genannt (Welt 10. 8.
65. 14); Siemens dagegen nur b. (ebda.): Behauptung, die;
-. -en: 1. a) Meinungsäußerung; mit Oberzeugung
vorgebrachte, nicht bewiesene Ansicht: eine kühne, unverschämte
B.; das ist eine bloße B.; jmds. -en nachprüfen: die B.
aufstellen (nachdrücklich: behaupten), daß ...; er blieb bei
der B., daß ...; b) (Math.) aufgestellter Lehrsatz, der
bewiesen werden soll. 2. <P1. ungebr.) das I Sich)behaupten,
Durchsetzen: Mittel zur Ergreifung und B. der Staatsmacht;
<Zus.:) Behauptungswille,der: der B. eines Menschen, einer
Minderheit, eines Staates.
behausen <sw. V.; hat) (geh.): in sein Haus aufnehmen;
unterbringen: Sie hatte den Stellvertreter ihres Mannes zu b.
und zu beköstigen (Fallada. Jeder 268); der im Vorzimmer
behauste Konzipient (Fussenegger. Haus 177); <2. Part.:)
betaust (geh.. dichter.): beheimatet: die in den verlassenen
Gebirgstälern -e Tradition der Figurendrechslerei
(Zuckmayer. Magdalena 27); im Nichts b. (FAZ 14. 10. 61.
53). dazu: Behaustsein, das; -s: das B. im Wasser sowohl
wie auf dem Land, das die Natur des Amphibiums
ausmacht (FAZ 16. 6. 1961. 54); Behausuw. die; -. -en (geh.):
Wohnung, schlechte, notdürftige] Unterkunft: fern [von]
allen menschlichen -en.
Behaviorisnus [bihevp'nsmus], der; - [amerik. behaviorism;
1913 geb. von dem amerik. Psychologen J. B. Watson
(1878-1958), zu engl. behavio(u)r = das Benehmen, das
Verhalten): amerikanische Richtung der
Verhaltensforschung, die durch das Studium des Verhaltens von
Lebewesen deren seelische Merkmale zu erfassen sucht: die
mechanistisch orientierte Schule des amerikanischen B.
(Lorenz. Verhalten 9); <Abl.:> behaviorjstisch <AdJ.; o.
Steig.): a) den Behaviorismus betreffend; b) nach der
Methode des Behaviorismus verfahrend.
beheben <st. V.; hat): I. (Schlechtes) beseitigen, aufheben;
wieder in Ordnung bringen: eine Panne selbst b.; Mißstände.
Mängel b. 2. (österr.) a) (von der Bank, von einem Konto)
abheben: die 4000 Schilling, die ich postlagernd behob
(Habe. Namen 62); b) abholen: Als Annerl die Post behob,
war Herbert bereits seit einigen Tagen tot (Brod, Annerl
26); <Abl.:) Behebung« die; -. -en: 1. <o. PI.) das Beheben
(1). 2. (österr.) das Abheben; Abholen; <Zus. zu 2:> Behe-
bungsfrtst,die (österr.): Frist, innerhalb deren eine
Postsendungabgeholt werden muß; Behebungsquittung, die (österr.).
beheimaten[toh^ima:tn] <sw. V.; hat): a)heimisch machen,
ansiedeln; jmdm.. einem Tier, einer Pflanze eine /neue]
Heimat geben: im Nationalpark Bayrischer Wald will man
auch den Luchs wieder b.; Ü nur beheimaten mich seine
(= Kellers) Briefe und Tagebücher mehr als sein Seldwyla
(Frisch in: Süddeutsche Zeitung 19. 1. 74.101); *an einem
Ort, in einem Land beheimatet sein (an einem Ort. in einem
Land seine Heimat, sein Zuhause haben): in Berlin, in
der Schweiz beheimatet sein; Wenn man lange genug mit
den Schleppzügen fuhr .... bekam man sehr wohl heraus,
wo jeder Kahn beheimatet war (Klepper, Kahn 32); Ü
weil sich ... Sprünge in der Gesellschaftsordnung gezeigt
haben, in der die Täter beheimatet waren (Noack. Prozesse
68); b) als in einer bestimmten Gegend heimisch bezeichnen;
den Ursprung, die Herkunft von jmdm., etw. angeben: „der
Mohr" .... von dem man zwar annimmt, daß er schwarz
sei. den aber niemand genau zu b. weiß (Kusenberg, Mal
36); <Abl.:> Beteimatung, die; -.
beheizbar [to'hajtßba.'g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) sich
beheizen (a) lassend: diese Zimmer sind nicht b.; b) sich
beheizen (b) lassend: In Schneesturm oder Eisregen würde
man mit diesen Wischern nicht viel ausrichten, hätte der
Monte-Mini nicht eine elektrisch -e Frontscheibe (Auto
7, 1965. 39); beheizen <sw. V.; hat): a) einen Raum durch
Heizen warm machen, durch od. mit etw. heizen: eine
Wohnung mit Gas b.; kalte oder mit kleinen Blechöfen beheizte
Waggons (Plievier, Stalingrad 163); b) (Technik) einer
Sache Wärme zuführen, mit Wärme versorgen: Die Schneide
sitzt auf einem rotierenden Metallstab, der elektrisch
beheizt wird (Medizin II. 63); <Abl.:> Beheizung,die; -; <Zus.:>
Beheizungsaidage, die; Beheizunsszeit. die.
Behelf [ba'helfl. der; -[ejs. -e: etw.. womit man sich in
Ermangelung eines Besseren behelfen muß; Notlösung; Mittel zur
Aushilfe: Provisorium: diese Konstruktion ist nur ein B.,
dient nur als B. für die geplante Anlage; gegenüber einer
Stoppuhr ist eine Armbanduhr mit Sekundenzeiger nur
ein sehr schwacher B.: behelfen, sich <st. V.; hat): a) sich
mit einem (unzureichenden) Ersatz helfen, sich durch jmdn.,
etw. Ersatz schaffen: sich mit einer Decke b.; ich behalf
mich mit einer Aufwartefrau; b) ohne jmdn., etw.
zurechtkommen; auch so. ohne Hilfe fertig werden: vorläufig kann
ich mich ohne Arzt b.; kannst du dich ohne Auto b.?
behufs-, Behufs-: ^ausfahrt, die (Verkehrsw.): vorläufig
eingerichtete od. nur für Bedarfsfälle geöffnete Ausfahrt einer
Autobahn; -bau, der <PI.: ...ten): provisorisch errichteter
Bau; -brücke, die; -heim, das: behelfsmäßige Unterkunft;
-mäßig <Adj.; o. Steig.): etw. Fehlendes vorerst notdürftig
ersetzend; als Notbehelf dienend, provisorisch: ein -er Sitz;
ich kann dich hier nur b. verbinden, du mußt schnell
zum Arzt; -maßnähme, die: Anordnung od. Handlung, die
rasch behelfsmäßig Abhilfe schaffen soll: Notmaßnahme;
-iinterkunft, die; -weg, der: behelfsmäßig angelegter Weg;
Ü Als einen der -e hatte man uns angeraten, dem
Regierenden Bürgermeister... ein Memorandum einzureichen (Kan-
torowicz. Tagebuch 1,232); -weise <Adv.>: als
behelfsmäßiger Ersatz: konnte er ... nicht umhin ... in dem Großvater
... einen b. und nur unvollkommen angepaßten zu erblicken
(Th. Mann. Zauberberg 41); -wohnung, die.
behelligen [bo'helign] <sw. V.; hat) [zu mhd. helligen =
ermüden, zu hellec = ermüdet, erschöpft, zu: hei =
schwach, matt, eigtl. = ausgetrocknet]: jmdm. durch
[fortgesetztes] Fragen, durch Wünsche. Forderungen, durch
Dinge, die ihn nicht interessieren, lästig werden; in störender
Weise bedrängen; belästigen: wir wurden von niemandem
behelligt; man wird verstehen, daß ich ihn nicht mit Fragen
zu b. wagte (Jens, Mann SD; <Abl.:> Behelligung, die;
-. -en.
behelmt [behelmt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einen Helm
tragend, mit einem Helm versehen: ein Zug -er Krieger.
befremdet [ba'hemdat] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten):
ein Hemd tragend: ein exotisch aussehender Herr,
knallbunt b. (FAZ 14. 10. 1961. 54).
behend [to'hent]. behende [to'hendd] <Adj.) [mhd. behende,
urspr. Adv. bihende = bei der Hand]: flink, gewandt u.
geschickt, bes. in seinen Bewegungen; von Flinkheit.
Gewandtheit, Geschicktheit zeugend: Dann entkleidete sie sich
mit einigen ... behenden Griffen (Hagelstange. Spielball
63); er ist sehr b.; b. in die Straßenbahn steigen; <Abl.:>
Behendigkeit [...di^k^t]. die; -: körperliche, geistige B.
beherbergen <sw. V.; hat): a) / als Gastj bei sich aufnehmen;
jmdm. Unterkunft bieten: einen Fremden über Nacht, bei
sich b.; b) in sich enthalten; den Raum für jmdn.. etw.
bieten: Da das eine Zelt nicht alle b. konnte (Trenker,
Helden 256); die Keller ... beherbergten Ja nicht nur das
Armeehauptquartier (Plievier. Stalingrad 2%); Ü insofern
nämlich, als mein eiförmiger Schädel den beweglicheren
Geist beherbergt (Fallada. Herr 88); <Abl. zu a:>
Beherbergung, die; -. -en <PI. selten).
329
beherrschen
beherrschen <sw. V.; hat) /vgl. beherrscht/: 1. a) überjmdn..
etw. Herr sein, herrschen. Macht haben; jmdm. seinen Willen
aufzwingen: ein Land, eine Stadt b.; in dem von Arabern
beherrschten Spanien (Fraenkel, Staat 141) <subst. 2.
Part.:) Dagegen gibt es nach wie vor Herrscher und
Beherrschte (Enzensberger, Einzelheiten 71); Ü von einer
Leidenschaft beherrscht (ihr unterworfen) sein; die
ausländische Konkurrenz beherrschte den Markt (war weit
überlegen; Thieß. Legende 148); b) in der Gewalt haben; meistern:
sein Fahrzeug in jeder Situation b.; er vermochte jetzt
noch die Lage. Situation einigermaßen zu b; c) bestimmend
im Blickfeld stehen: die Umgebung an Größe, Bedeutung
überragen: das Reiterdenkmal beherrscht den Platz; d)
in jmdm.. etw. herrschen, dominierend vorhanden sein; ein
Übergewicht haben, bestimmen: Eine Frage beherrscht seit
1943 das Verhältnis zu Rußland (Dönhoff. Ära 203); diese
Vorstellung. Idee beherrschte ihn. sein ganzes Denken.
2. im Zaume halten, zügeln, bezähmen, (seine Gefühle)
bezwingen: er hätte seine Leidenschaft, seine Worte, seine
Miene besser b. müssen; ich mußte mich b.
(zusammennehmen), um nicht laut aufzulachen; ich kann mich
beherrschen! (ugs.; ich werde das bestimmt nicht tun; ich denke
nicht daran, das zu tun). 3. a) sehr gut können: ein
Instrument, ein Handwerk, die Figuren des Kunstflugs, drei
Sprachen b.; b) über etw. genau Bescheid wissen: inzwischen
beherrscht man die Wechselwirkung zwischen diesem
interplanetaren Wind und den Kometen ... sehr viel genauer
(Kosmos 3. 1965. 117); <Abl. zu 1 a:> Beherrscher, der;
-s. -: Herrscher, Herr über jmdn.. etw.: wenn er (= der
Mensch) morgen durch ein Wunder zum unumschränkten
B. der Welt gemacht würde (Musil. Mann 272): <2. Part,
zu 2:) beherrscht <AdJ.>: in sich gefestigt, gezügelt (Ggs.:
unbeherrscht): eine -e Miene zeigen; b. sprechen, auftreten,
dazu: Beherrschtheit, die; -: Beherrschung, die; -: 1. a)
das Beherrschend a): das Ziel der möglichst vollständigen
B. der landwirtschaftlichen Bevölkelung (Fraenkel. Staat
22); b) das Beherrschen (1 b). Meistern: die B. des
Fahrzeugs. 2. das Beherrschen (2). das Bezähmen. Sichzügeln:
etw. mit großer B. sagen; Seine / die B. verlieren
(ungeduldig, zornig, laut, ausfällig werden). 3. das Beherrschen (3).
Können; das Bescheidwissen (auf einem Gebiet): die B.
der Orthographie; dazu bedarf es einer vollendeten B.
der Technik.
beherzigen [tohcrt^ign] <sw. V.; hat): sich zu Herzen
nehmen, merken u. entsprechend handeln: (jmds. Rat, Weisung
o.a.) ernst nehmen u. befolgen: eine Mahnung. Warnung,
jmds. Worte b.; Diese Sätze der Redaktion wollen wir
b.. indem wir an einem Beispiel prüfen, inwieweit sie von
ihr selbst beherzigt werden (Enzensberger. Einzelheiten
61); <Zus.:> beherzigenswert <Adj.) so nützlich, wichtig,
daß man es beherzigen, befolgen sollte: sein Rat ist ohne
Zweifel b.; <Abl.:> Beherzigung, die; -: die B. guter
Ratschläge fällt oft schwer; dies zur B! (als Ermahnung);
beherzt <Adj.) Imhd. beherzet. 2. Part, von: beherzen =
standhaft sein]: mutig u. entschlossen, unerschrocken: -e
Männer; -es Handeln: b. mit zupacken: <subst. 2. Part.:)
einige Beherzte griffen zu; <Abl.:> Beherztheit, die; -.
behexen <sw. V.; hat): I. verzaubern, durch Zauberspruch
verwandeln: sie hat die Kühe des Dorfes behext; Wer hätte
das gute alte Gymnasium b. und zu Vogelfutter wandeln
können? (Grass. Katz 133); er war wie behext von dem
Anblick. 2. stark in seinen Bann ziehen: sie hat ihn behext;
Kein Zweifel .... daß er ... verliebt in sie war. behext
von dem Anblick ihres appetitlichen Deoolletes (Th. Mann.
Krull 262); <Abl.:) Behexung, die; -. -en.
behilflich [bo'hilflif] <AdJ.; o. Steig.) meist in der Verbindung
b. sein (helfen): einer Dame beim Aussteigen, beim
Ablegen des Mantels b. sein; einer der Feldgendarmen, die
ebenfalls beim Räumen des Kellers b. waren (Plievier,
Stalingrad 317); (auch attr.:) einen ihm -en Bekannten
(MM 5. 8. 66. 6).
behjndem <sw. V.; hat): a) jmdm.. einer Sache hinderlich
sein, im Wege stehen; hemmen, störend aufhalten: die
Verletzung behinderte ihn; der Schiffsverkehr war durch
schlechtes Wetter stark behindert; Nebel behinderte die freie Sicht;
sich [gegenseitig], (geh.:) einander b.; b) (Verkehrsw.) einen
anderen Verkehrsteilnehmer stören, beeinträchtigen (u.
damit eine Übertretung begehen): jeder Teilnehmer am
öffentlichen Straßenverkehr hat sich so zu verhaken, daß kein
anderer gefährdet, geschädigt.... behindert oder belästigt
wird (§ 1 StVO); c) (Sport) den Gegner in unerlaubter,
unfairer Weise so stören, daß er benachteiligt ist: den
Gegenspieler durch Festhalten b.; <subst. 2. Part.:) Behinderte, der
u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete) (Amtsspr.): mit einem
(körperlichen od. geistigen) Gebrechen Behafteter (der der
Sozialhilfe bedarf): für die -n sorgen; <Abl.:> Behinderung,
die; -. -en.
Betank* [berm-l das; -[e]s. -e [nach dem dt. Physiker A.
Behm (1880-1952)1: svw. t Echolot.
behobein <sw. V.; hat): mit dem Hobel bearbeiten, glätten:
er schnitt ... am Sägebock Bretter gleich lang, behobelte
sie an einem Hobeltisch (A. Zweig. Grischa 295).
behorchen <sw. V.; hat): a) (ugs.) bei jmdm. Herz. Pulsschlag.
Atem o.a. abhören, auf die Regelmäßigkeit des Schlages
hin prüfen: einen Kranken, jmds. Herz. Lunge b.; b)
belauschen, bespitzeln; heimlich mithören: ein Liebespaar, ein
Gespräch b.; wie kommen Sie eigentlich dazu, meine Frau
zu b.?(Kirst. 08/15. 667).
Behörde [to'he.gdd]. die; -. -n [zu veraltet behören. mhd.
behären = zugehören, zukommen: urspr. das
(Zugehörige, dann: Ort. (Amts)stelle. wohin etw. gehört]: a)
staatliche, kommunale od. kirchliche Dienststelle.
Verwaltungsgremium: staatliche, städtische -n; nur mit ausdrücklicher
Genehmigung der vorgesetzten B.; ein Gesuch bei der
zuständigen B. einreichen; von B. zu B. laufen; b) Sitz
der B.. Amtssitz; Amtsgebäude: Auf der B. das Zimmer
war noch das gleiche, nur daß ein anderer Mann darin
saß (Gaiser. Schlußball 137).
Behörden-: ^angestellte, der od. die; ^apparat. der:
Gesamtheit der Behörden; Bürokratie: die moderne Verwaltung
meint, ohne umständlichen B. nicht auskommen zu
können; Mlaitsch, das (abwertend): papierene Amtssprache:
wenig anschauliches, mit Substantiven überladenes,
schwerfälliges Deutsch; -gliederung, die: organisatorischer Aufbau
einer Behörde; ^Jargon, der (oft abwertend): vgl. ^deutsch;
-Organisation^ die: die durch den absoluten Fürstenstaat
errichtete hierarchische und strafT organisierte
bürokratische B. (Fraenkel. Staat 285); -Schriftverkehr, der:
Briefwechsel von u. mit Behörden (in vorgeschriebenen Formen,
teils auf genormten Formularen u. Fragebogen); -spräche«
die: vgl. -deutsch; Mgiwesen, das: übermäßig ausgedehnter,
allzu stark durchorganisierter Verwaltungsapparat; das
Eindringen behördlicher Regelungen in private Belange; ^weg,
der: svw. t Instanzenweg; -wesen, das: bürokratische
Organisationsform; Gesamtheit des Verwaltungsapparates.
behördlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>: amtlich, die
Behörde In] betreffend, von Seiten der Behörde n]: auf-e
Anordnung; -e Verstöße gegen die bürgerlichen Rechte; seine
Auswanderung ist b. genehmigt worden; <Zus.:>
behördlicherseits <Adv.>: von seifen der Behörde, von der Behörde
aus: b. keine Schwierigkeiten zu befürchten haben; Man
hatte b. auch auf der Geraden für die Zuschauer diesen
50-Meter-Abstand vorgeschrieben (Frankenberg. Fahren
151).
behören <sw. V.; hat): (selten) durch aufmerksames Hören
prüfen: Indem Felsenstein jede Note des Komponisten
genau behörte ... (MM 7. 3. 72. 28).
behost lbd'ho:st] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) (ugs.) mit
Hosen bekleidet: bei den langhaarigen, -en Gestalten kann
man Männlein und Weiblein oft kaum unterscheiden; b)
(Jägerspr.) (von den Beinen der Greifvögel) mit Federn
besetzt: Falken und andere Greifvögel haben -e Ständer.
Behuf (to'hu:f). der; -[e]s. -e (mhd. behuof = wessen man
bedarf, was nützlich ist. Geschäft. Zweck. Vorteil, zu:
beheben = erhalten, erwerben] meist in der Fügung zu
diesem/dem Behufie] (veraltend; zu diesem Zweck): sie
überschütten dich mit Vokabeln, die sie zu diesem Behuf
erfunden haben (Tucholsky. Werke II. 243); behufs <Präp.
mit Gen.) [urspr. Gen. Sg. von: Behuf, später Adv.]
(veraltet): zwecks, wegen, zum Zwecke: b. des Neubaus; b. Ihrer
weiteren fachlichen Förderung wenden Sie sich bitte an
das Arbeitsamt.
behuft [to'hu:ft] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Hufen
ausgestattet. Hufe tragend: -e Tiere.
behumlpben [bd'humpsn. ...mzn] <sw. V.; hat) [zu ostmd.
humsen = stehlen. H. u.] (ugs!. bes. ostmd.): leicht
betrügen, hereinlegen: du willst mich wohl b.?; sich [gegenseitig],
(geh.:) einander b.
behüten <sw. V.; hat): a) sorgsam über jmdm.. etw. wachen;
in seine Obhut nehmen; bewachen, beschützen: der Hund
330
beichten
behütet die Kinder, das Haus; Tatsächlich enttäuschen
später die meisten Wunderkinder, zumal wenn sie
sorgfältig behütet werden (Thieß. Reich 471); eine behütete
Kindheit; b) vor jmdm.. etw. bewahren, schützen: jmdn. vor
Schaden, vor einer Gefahr b.; der Himmel behüte uns
davor!; * [Gott] behüte (nein, auf keinen Fall!: oft nur
als Einschub. der die ablehnende Stellungnahme des
Sprechenden od. Schreibenden zu dem von ihm Berichteten
ausdrücken soll): ..Niemals!" rief Montardon. ..Gott
behüte! Nie. und wie denn auch!" (Maass, Gouflfe 272); Aber
die dritte, dieses Männerfräulein da. behüte, ist das eine!
(R. Walser. Gehülfe 31); <Abl.:> Behüter, der; -s. - (geh.):
Beschützer: BehOtetheit, die; -: das Behütet sein. Geborgen-
heit; behutsam [te'hu:tza:m] <AdJ.> [zu veraltet Behut =
Bewahrung]: sorgsam-vorsichtig, achtsam, rücksichtsvoll,
zart: -e Worte; eine -e Frage stellen; er ist b.. als fürchte
er. der Frau in seinen Armen weh zu tun (Dorpat.
Ellenbogenspiele 170); b. mit etw. umgehen; <Abl.:> Behutsamkeit,
die; -; Behütung, die; -: das Behüten.
bei [baj; mhd., ahd. bT] <Präp. mit Dativ): I. (räumlich)
1. a) (zur Angabe der Nähe, der losen Berührung u.a.)
in der Nähe von jmdm., etw.: nahe: die Schlacht bei Leipzig;
beim Bahnhof; beim Gepäck bleiben (in der Nähe bleiben
/umaufzupassen/): [dicht, nahe] bei der Schule; bei jmdm..
etw. stehen, sitzen; wir versammeln uns auf dem Markt
beim Schillerdenkmal; Kopf b. Kopf; b) unter, zwischen
(einer Metige): er war auch bei den Demonstranten; bei
der Morgenpost lag ein Brief aus Paris; c) (zur Angabe
der direkten Berührung) an: das Kind bei der Hand
nehmen; Jmdn. bei der Schulter packen, beim Ärmel zupfen.
2. a) im Wohn- od. Lebensbereich von jmdm.: er wohnt
[nicht mehr] bei seinen Eltern; wir sind bei ihr eingeladen;
bei uns ist das so üblich; b) in Jmds. geistigem Bereich:
bei Jmdm. Verständnis finden; die Schuld liegt bei ihm;
c) im Bereich einer Unternehmung. Institution o.a.: bei
einer Firma arbeiten, angestellt sein; sie ist beim Film;
bei der Luftwaffe dienen; d) im Bereich eines Geschehens.
Vorgangs: bei einer Hochzeit sein; bei einer Aufführung
mitwirken; e) im Werk eines Autors: sie sehen aus wie
die Verbrecher bei Edgar Wallace; 0 im Falle des ....
an jmds. od. am eigenen Beispiel: kann sogar in Militarismus
umschlagen, wie bei dem französischen Politiker Gustave
Hervö (Fraenkel. Staat 1%); es war genauso wie bei mir;
g) im eigenen Bereich: etw. bei sich tragen; bei sich [selbst]
anfangen; als Gast bei sich behalten; Ü etw. bei sich
behalten (nicht darüber sprechen): * nicht [ganz] bei sich sein
(ugs.; verschlafen, geistig abwesend, nicht bei vollem
Bewußtsein, Verstand sein): h) in Beteuerungsformeln (urspr. in
der Vorstellung, das Angerufene sei Zeuge od. stehe dabei):
bei Gott!; beim Barte des Propheten!; beim Andenken
meines toten Freundes! 3. (mit Akk.) (landsch.,
hochsprachlich nicht korrekt) (zur Angabe der Richtung) zu:
komm mal bei mich!; ich gehe nicht gern bei fremde Leute
(Fallada, Jeder 195). IL (zeitlich) 1. zur Angabe eines
Zeitpunktes: Vorsicht bei Abfahrt des Zuges!; bei Beginn.
Ende der Vorstellung; beim Tod des Vaters. 2. zur Angabe
einer Zeitspanne, des Zeitraums eines Geschehens: bei
Tag und Nacht; bei einer Schlägerei, einem Fest; Rom
bei Nacht. Moskau bei Schnee und Frost; die Herrschaften
sind noch bei Tisch; beim Kochen sein. 3. zur Angabe
zweier gleichzeitig verlaufender Handlungen od. Vorgänge:
bei zunehmendem Alter in Vereinsamung geraten; 10
Millionen Mark Lohnkosten einsparen- bei gleicher
Arbeitszeit und gleicher Produktion. III. (zur Angabe der
Begleitumstände) 1. (mit modalem Nebensinn) verbunden mit:
bei Kräften, bei guter Gesundheit sein;
Weltuntergangsgespräche bei Bier und Doornkaat (Grass. Hundejahre 267);
bei Nebel fahren; bei Tageslicht arbeiten. 2. betreffs: in
bezug auf jmdn., etw.: anders sind die Verhältnisse bei
Erdöl und Erdgas; die Marie ist ganz tüchtig bei so was
(Fallada. Mann 47). 3. (mit finalem Nebensinn) für: Bei
Wasserbomber (= Spielzeug) faltet man Papier kunstvoll
zusammen und tut Wasser rein (Keun. Mädchen 33). 4.
(mit konditionalem Nebensinn) wenn... dann: bei Ostwind
qualmt der Ofen; bei Glatteis muß gestreut werden. 5.
(mit kausalem Nebensinn) wegen, infolge: bei dieser Hitze
bleiben wir lieber zu Hause. 6. (mit adversativem,
konzessivem Nebensinn) trotz dem], ungeachtet: etw. beim besten
Willen nicht einsehen können; bei aller Freundschaft, das
geht zu weit. Vgl. dabei (5).
Bei [bajl. der; -s. -e u. -s [türk. beyj: svw. f Beg.
beibehalten <st. V.; hat): an etw. festhalten, bei etw. bleiben;
nicht aufgeben: die Parkuhren müssen beibehalten werden;
seine Lebensweise, die Methode b.; die eingeschlagene
Richtung b.; <Abl.:> Beibehaltung, die; -.
beibiegen <st. V.; hat): 1. (salopp) a) jmdm. einen
Wissensstoff immer wieder klarzumachen, zu erklären versuchen,
bis er ihn verstanden hat: die Formeln habe ich ihm endlich
beigebogen; b) jmdm. (etw. Unangenehmes) mit
diplomatischem Geschick sagen: Kannst es ihr ja mal auf eine nette
Weise b. (Hausmann. Abel 71); heute abend muß ich
meinem Vater noch b.. daß ich eine Sechs geschrieben
habe. 2. svw. t beidrehen (a): der kleine. Hache, weiße
Alsterdampfer biegt bei (Bredel. Prüfung 16).
Beiblatt, das; -[eis. -blatten Beilage (zu einer Broschüre,
Zeitung od. einem Buch).
beibleiben <st. V.; ist) (nordd.): a) bleiben, in gleicher Art
weitergehen: wenn das so beibleibt mit den steigenden
Preisen, dann sehe ich schwarz; b) so weitermachen, bei
etw. bleiben: wenn wir weiter b., haben wir die Arbeit
sicher schnell fertig.
Beiboot, das; -[eis. «e: zum Schiff gehörendes Boot (bes.
für den Verkehr mit dem Land): In der letzten Nachtstunde
warf der „Hermann" Anker... die -e wurden herabgelassen
(Strittmatter. Wundertäter 476).
beibringen <st. V.; hat): X.jmdn. lehren, /erklärend]
vermitteln: Jmdm. die Grundbegriffe der lateinischen Sprache
b.; Hamilkar Schaß ... hatte sich gerade das Lesen
beigebracht (Lenz. Suleyken 7); das Benehmen .... das ihm
wohl in einer Schweizer Schule beigebracht worden war
(Habe. Im Namen 8); den Rekruten Gehorsam b.; dem
werde ich's schon noch b.! (ugs.; Drohung); ich werde
dir beibringen (ugs.; Drohung), mich zu belügen. 2. (ugs.)
eine schlechte Nachricht schonend übermitteln: jmdn. von
etw. / Unangenehmem mit diplomatischem Geschick]
unterrichten: er überlegte, wie er ihr die Kündigung b. sollte.
3. etw. (Schlechtes) zufügen, antun: Mit einer Rasierklinge
einen Schnitt ... beigebracht (Ott. Haie 207). 4. a)
heranschaffen, herbeiholen: Zeugen b.; einige Referenzen werden
Sie wohl noch b. können? (Brecht, Mensch 24); b) atiführen,
heranziehen: Jeder Band bringt bisher unzugängliches
Material über die Biographie des Autors bei (Enzensberger,
Einzelheiten I. 149); <Abl.:> Beibringung, die; -: 1. das
Beibringen (3). Zufügen: Bringt sich jemand durch eine
Schnittverletzung ums Leben .... so entstehen meist ...
.Probierschnittverletzungen4; ihr Vorhandensein weist auf
B. von eigener Hand hin (Medizin II. 47). 2. das Beibringen
(4), Heranschaffen, Heranziehen.
Beicht [baj<;t], die; -. -en (südd.): ? Beichte.
bekht-, Beicht- (christl. Rel.. bes. kath. Kirche): -formel,
die: liturgische Texte u. Anleitung für die Beichte: ^geheim-
nb, das: Pflicht des Geistlichen, über alles in der Beichte
Erfahrene absolutes Stillschweigen zu bewahren: --hären.
hörte beicht. hat beichtgehört (österr. ugs.): die Beichte
anhören, abnehmen; ^kind, das: jmd., der regelmäßig]
beichtet (in seinem Verhältnis zu dem Geistlichen); -Siegel,
das: svw. t-geheimnis; ^spiegd, der: Anleitung zur
Gewissenserforschung u. Beichte; -stuhl, der: (in einer kath.
Kirche) dreiteilige, türhohe kammerartige Vorrichtung aus Holz
mit einem Mittelteil, in dem sich während der Beichte der
Beichtvater befindet, u. zwei abgetrennten Seitenteilen für
Beichtende, die durch eine mit einem Gitter versehene
Öffnung sprechen können; -vater, der: Geistlicher, bei dem
jmd. zu beichten pflegt; -zettel, der: Bescheinigung über
eine abgelegte Beichte.
Beichte ['b^Ujta] die; -. -n [mhd. bihte. zusgez. aus bigiht(e).
ahd. bigiht. bijiht. zu: bijehan = aussagen, bekennen;
zu: jehan = sagen, bekennen]: a) (christl. Rel.) vor einem
Geistlichen od. im Gottesdienst abgelegtes
Sündenbekenntnis: die B. ablegen (geh.; beichten): jmdm. die B. abnehmen;
der Geistliche hört, sitzt B. (sitzt im Beichtstuhl und hört
die Beichte an); zur B. gehen; b) Geständnis einem anderen
gegenüber; Ablegen von Rechenschaft über das bisherige
schuldbeladene/ Leben: Sie... spürte nur. daß diese Stunde
für ihn ... eine B. bedeutete (Frisch. Stiller 316); beichten
['toUstnl <sw. V.; hat) [mhd. bihtenl: a) (christl. Rel.)
eine Beichte ablegen, Sünden bekennen: seine Sünden b.;
sie zog es vor. bei einem anderen Pfarrer zu b.; b. gehen;
b) eingestehen: jmdm. seinen Kummer b.; ich muß dir
b.. daß ich viel Geld ausgegeben habe; (oft iron.:) na.
331
Beichtiger
dann beichte mal!; Beichtiger ['baj^tige] der; -s. - [mhd.
bihtegärel (veraltend): Beichtvater: Während
Rotkäppchen solcherart von ihrem B. schwärmte (Habe. Im Namen
90).
beidarmig ['b^jt|armi<;l <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): mit
beiden Armen: beide Arme betreffend: hantiert Adolfo
mit Zentnergewichten- einarmig u. b. (Jaeger.
Freudenhaus 14); beidbeinig['...bain^l <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
mit beiden Beinen: beide Beine betreffend: ein -er Absprung.
beide fbajda) <Indefinitpron. u. Zahlw.) [mhd.. ahd. beide,
bede; Iirmhd. beide3l: 1. <P1.> a) <meist mit Artikel od.
Pron.) (betont das Gemeinsame von zwei Personen od.
gleichartigen Dingen) die zwei ... zusammen: <attr.:> die/
seine -n Kinder; der Auftritt der -n Artisten; er hat den
-n Fremden den Weg gezeigt; die -n ersten Strophen (von
zwei Gedichten jeweils die ersteJ/die ersten -n Strophen
(die erste und zweite Strophe eines Gedichts) lernen;
Menschen aus Japan, aus Indien, den -n Amerika (Koeppen.
Rußland 203); (alleinstehend:) die -n sind gerade
weggegangen; b. zusammen; Femseher und Kühlschränke-
diese -n gelten als Wohlstandssymbole; die Unterredung
der -n hat lange gedauert; die Kleider gefallen mir alle
nicht sehr, aber diese -n möchte ich immerhin probieren;
Man hat die -n nicht mehr lebend gesehen (Noack. Prozesse
106); wir b.; ihr b.; alle b.; <nach ..wir" (seltener) u. ..ihr44
(überwiegend) auch mit schwacher Beugung:) Wir wären
ein interessantes Paar, wir -n (Andersch. Rote 149); ihr
-n seid mir aufgefallen; (ugs. scherzh.. bes. nordd.:) wir
zwei beide[n]; man hat uns -n nichts gesagt; ich habe
Sic b. gestern im Theater gesehen; b) (meist betont: sagt
aus. daß von zwei unter einem bestimmten Aspekt [als
zusammengehörend] betrachteten Personen od.
gleichartigen Dingen das gleiche gilt) der eine wie der andere:
<attr.:> b. Hände; Doktor -r Rechte (des römischen u.
des deutschen): man muß -n Seiten gerecht werden; sie
hat b. Eltern verloren; (alleinstehend:) b. wohnen in Berlin;
Beide, der blinde Klaus und sein Freund Robert, kommen
aus der Gefangenschaft (Jens. Mann 119); damit ist -n
nicht geholfen (weder dem einen, noch dem andern): ich
habe b. gefragt, aber jeder sah die Sache anders; willst
du Wein oder Bier? Keins von -n!; sie haben sich b. bewährt;
die Briefe sind b. angekommen; Der Sturz von Schranz
schreckte Mathis und Nenning. die b. nach ihm an den
Start gingen (Olymp. Spiele 1964. 17). 2. <Neutr. Sg.;
nur Nom.. Dativ. Akk.) (faßt zwei [in Geschlecht od.
Zahl] verschiedene Dinge. Eigenschaften od. Tätigkeiten
zusammen) dieses u. jenes zusammen: alle zwei: Rot oder
Schwarz? Beides! das Abonnement gilt für -s. Oper und
Schauspiel; Viele waren melancholisch und viele zornig.
Sehr viele -s (Jacob. Kaffee 93); er hat sich in -m geirrt;
dies ist der Befehl, und hier sind die Umstände - wie
kommst du da zurecht mit -m? (H. Kolb. Wilzenbach
60); beidemal <Adv.>: beide Male: in jedem der zwei
(genannten) Fälle: So sind es zwei Begegnungen gewesen
...- und b. habe ich mich nicht verraten (Kaiser. Villa
5).
beider- fb^jdB-l: -halb <Adv.> (Schweiz.): auf beiden
Seiten: ^lei <Gattungsz.; indekl.) [t-leil: zweierlei: von dem
einen wie von dem anderen: Die Prostituierten b.
Geschlechts (Koeppen. Rußland 192); (ev. Rel.) Abendmahl
unter b. Gestalt; -seit« [-zajti^J <Adj.; o. Steig.; nur atlr.>:
a) beide; Seiten/ betreffend, von beiden Seiten! ausgehend:
die Ehe wurde in -em Einverständnis geschieden; die -e
Freude war natürlich groß (Mostar. Unschuldig 23); b)
(bes. Schweiz.): tsvw. f beiderseits: einen langen, langen
Gang, an dem b. Zimmer neben Zimmer lagen (Koeppen.
Rußland 89); -seits: zu beiden Seiten: a) <Präp. mit Gen.)
türmte sich der Unrat des Krieges zu Häuf b. der
Vormarschstraßen (Kuby. Sieg 236); b) <Adv.) An der
Lenkstange hingen b. ringförmige, knusprig glänzende
Brote (Kuby. Sieg 237); wie sehr wir b. (von beiden Seiten
her) umworben werden (Hochhuth. Stellvertreter 21).
Bejderwand. die; - od. das; -[ejs [zu wand = Tuch. Zeug
(wie in Gewand. Leinwand) urspr. = beiderlei Gewand
(nämlich aus Leinen u. Wolle)!: grobes, auf beiden Seiten
gleich aussehendes Gewebe bes. für Trachten. Schürzen.
Vorhänge. Kissen u. a.
beidfUBig ['bsytfy:sic] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): mit beiden
Füßen: beide Füliebetreffend: Unter den Raubvögeln kenne
ich vom Habicht das -e Zupacken mit dem wie absichtlich
aussehenden Umfallen (Lorenz. Verhalten 106);
Beidhänder ['b^jthende], der; -s. -: jmd.. der mit beiden Händen
gleich geschickt ist: <Abl.:> bejdhändig <Adj.; o. Steig.):
a) mit beiden Händen gleich geschickt: ein -es Kind; b)
(nicht präd.) mit beiden Händen: Mit seiner unheimlich
harten, b. geschlagenen Rückhand (MM 29. 1. 1968. 14);
Clay setzte nun rücksichtslos nach, landete erneut b.. und
der Ringrichter brach ... ab (MM 9. 12. 70. 12); zu a:
Beidhindigkeit. die; -.
beidrehen <sw. V.; hat) [urspr. indem bestimmte Segel
backgesetzt (beigedreht) werden] (Seemannsspr.): a) die Fahrt
unter Richtungsänderung bis zum Stillstand! verlangsamen:
Die aus Bornholm kommende Fähre drehte bei und nahm
über die Lotsenleiter den Schwimmer an Bord (Spiegel
35. 1969, 116); Ü Parteitagssteuermann Steffen drehte
scheinbar bei (gab nach: änderte seine Meinung: Spiegel
6. 1966. 27-); b) mit dem Bug zum Wind drehen (um dem
Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten): das Geleit
muß doch bei diesem Wetter auch b. (Ott. Haie 282).
beidseitig fbajtzajtu;] <Adj.; o. Steig.): auf beiden Seiten,
bei beiden bestehend!: das -e Bewußtsein davon, daß wir
kein Anrecht haben auf die Liebe unseres Partners (Frisch.
Stiller 23S); nur bei einer solchen Schräge kann das Pferd
b. übertreten (Dwinger. Erde 1SS): beidseits l'b^jtzaitj]
(bes. Schweiz.): svw. tbeiderseits: Nürnberg .... b. der Peg-
nitz gelegen in einer Ebene (Wohmann. Absicht 449).
beieinander <Adv.): einer beim anderen, nahe zusammen:
In der früher beschriebenen Weise, nur b. Führung
suchend, verflogen sich die 3 sofort (Lorenz. Verhalten 47);
bei dir muß die Familie am Sonntag immer b. sein; vgl.
Beieinandersein; <subst.:> da die Einheit ... nicht nur auf
dem räumlichen Beieinander und Ineinander ... beruht
(Thienemann. Umwelt 109).
beieinander-. Beieinander-: --haben <unr. V.; hat):
gesammelt, zusammengetragen haben: ich muß die Unterlagen
für den Rentenantrag erst alle b.; * nicht alle/sie nicht
richtig b. (ugs.; im Augenblick, in bezug auf diese Sache]
nicht klar bei Verstand sein): man darf ihm das nicht
übelnehmen, er hat sie nicht richtig beieinander; du hast
wohl nicht alle beieinander, daß du jetzt noch ausgehen
willst!; -halten <st. V.; hat) zusammenhalten: es gelang
ihm nicht, die Mannschaft beieinanderzuhalten; -hocken
<sw. V.; hat): a) eng zusammengepfercht in hockender
Stellung verharren: erblickte er ein Loch .... und dort fand
er drei Mann b. (Plievier, Stalingrad 247); b) (ugs.)
beieinandersitzen !u. einen Klüngel bilden]: Solange wir meinten,
unsere Suppe an dem Feuer kochen zu können, haben
wir hier nicht beieinandergehockt und über Gott und diese
Welt ... philosophiert (Plievier. Stalingrad 269); -leben
<sw. V.; hat): gemeinsam, auf engem Raum nebeneinander-
wohnen: <subst.:> die entwickeltste Form menschlichen
Beieinanderlebens (Hacks. Stücke 75); -liegen <st. V.; hat):
dicht zusammenliegen: hinter dem Zaun, in Klumpen
beieinanderliegend. ... die russischen Kriegsgefangenen
(Plievier. Stalingrad 37); Ü Genie und Wahnsinn liegen
dicht beieinander (Genialität kann leicht in Wahnsinn
umschlagen): -sein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) (ugs.): in Ordnung sein: du weißt doch,
daß in ihrer Wohnung immer alles ordentlich
beieinandergewesen ist; * gut/schlecht/nicht recht b. (ugs.; eine gute/
schlechte/schwache Gesundheit haben: sich I nicht J wohl
fühlen): ich bleibe lieber zu Hause, ich bin heute nicht recht
beieinander; nicht ganz b. (ugs.; nicht ganz bei Verstand,
geistig etw. verwirrt sein): -sein, das: das Zusammensein:
die Verbindung: wenn Wolfgang Bugenhagen nicht Jahr
für Jahr den Abschied und das Wiedersehen, die Trennung
und das B. ... kennengelernt ... hätte (Jens. Mann 63);
-sitzen <unr. V.; hat): zusammen-, nebeneinandersitzen:
Am Tisch aber saßen oft zwei und zwei beieinander (Bieler.
Bonifaz 59); Er... hatte... hier und auch dort eine Gruppe
höherer Offiziere b. sehen (Plievier, Stalingrad 208);
-stehen <unr. V.; hat): zusammenstehen, an einer Stelle
Zusammensein: Am Wege Russen, unter einem
rauchgeschwärzten Ruinentor stand ein großer Haufen beieinander
(Plievier. Stalingrad 334).
Beifahrer, der; -s. -: a) im Pkw vorn neben dem Fahrer
sitzende Person: der Fahrer erlitt nur leichte Prellungen,
aber der B. wurde schwer verletzt ins Krankenhaus
eingeliefert; b) berufsmäßiger Mitfahrer bei Rallyes od. im Lkw.
der bestimmte Aufgaben zu erfüllen hat: Befahren wurden
332
beigesellen
Bundesstraßen 1. u. 2. Ordnung ... von einer ..Patrouille'*,
bestehend aus Fahrzeuglenker u. B. (Mensch im Verkehr
74); schallgeschützte Fahrerhäuser und Schlafsessel für
B. (Welt 14. 9. 1965. 10); <Zus.:> Beifahrersitz, der: als
das Mädchen auf dem B. eine Tasche aus dem Fenster
hielt (Johnson. Ansichten 69).
Beifall, der; -[eis [eigtl. = Anschluß an eine Partei, wohl
Ggb. zu t Abfall (2)1: I. Zustinvnungs- u.
Begeisterungsbekundung durch Klatschen. Trampeln. Rufen u. a.; Applaus:
starker, anhaltender, brausender, herzlicher, schwacher B.;
der B. bricht los. hält an: B. klatschen: viel B. ernten,
bekommen; Mit kurzem Kopfnicken ... quittiert der Artist
den rauschenden B. (Th. Mann. Krull 220); das ganze
Theater vereint sich zu stürmischem B. (ThieO. Legende
199). 2. Bejahung. Zustimmung: seine Ansicht fand [keinen]
B.; Alle murmelten B. (H. Mann. Stadt 395); Mit B. ...
wird der Leser von diesem Verhalten Kenntnis nehmen
(Th. Mann, Krull 216).
heifall-, Beifall- (vgl. auch: beifalls-, Beifalls-): -heischend
<Adj.; o. Steig.; nur attr.) (geh.): Beifall erwartend,
herausfordernd: mit -en Blicken stand er da; -klatschen, das:
begeistertes B. setzte ein; -spendend <Adj.; o. Steig.; nur
attr.): -e Zuschauer.
beifallen <st. V.; ist): 1. (veraltend) plötzlich/ in den Sinn
kommen: einfallen: mit einer knappen Auswahl von
Zeugen, wie sie mir beim ersten Nachdenken gerade beifielen
(Maass, Goufle 301). 2. (veraltet) zustimmen: ich bin sicher,
daß du mir b. wirst in deiner Gerechtigkeit (Th. Mann,
Joseph 499); beifallig <Adj.) Zustimmung. Anerkennung,
Wohlgefallen ausdrückend: zustimmend, bejahend:
anerkennend: -es Gemurmel; b. nicken; etw. b. aufnehmen; unter
den Zuschauern herrschte viel Heiterkeit, die übrigens
unbedingt b. klang (Th. Mann. Hoheit 140); <Abl.:)
Beifälligkeit, die; -: Herzliche B. herrschte von Anfang an (FAZ
28. 10. 1961.2).
beifalls-, Beifalls- (vgl. auch: beifall-, Beifall-): -äußerung,
die (meist PL); ^bezetgung. die (meist PL); Mtomer, der;
^freudig <Adj.): gern bereit. Beifall zu spenden: das Premie-
renpublikum zeigte sich -er. als man es hier sonst gewohnt
ist; -gejohle, das; Gemurmel, das; -geschrei, das; -getöse,
das; -jubel, der; -klatschen, das: svw. f Beifallklatschen;
-kundgebung. die: Hauptmann Witterer ... applaudierte
mit Ausdauer, was Asch dazu veranlaßte, seine -en schrofT
einzustellen (Kirst, 08/15. 437); Miriam, der: heftiger
Beifallssturm: -ruf, der; -stürm, der: sehr starker, stürmischer\
begeisterter Beifall.
Beifang, der; -[eis, -fange (Fischerei): Mitgefangene Fische
von anderer Art als die zum eigentlichen Fang gehöretuien:
Der Heringsdampfer brachte als B. Kabeljaus mit.
Beifilm, der; -[eis, -e: Film, der im Beiprogramm / vor dem
Hauptfilm] läuft.
beifolgend <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (veraltet): beiliegend:
mit gleicher Post folgend: -en Vertragsentwurf bitten wir
zu begutachten.
beifügen <sw. V.; hat): a) dazulegen. mitschicken: der
Bewerbung ein Zeugnis, dem Paket eine Zollerklärung b.; An
die Adresse des Obersten Enders fügte Damme eine
Entschuldigung bei (Plievier. Stalingrad 197); b) seinen Worten
hinzufügen: beiläufig sagen: Es sei die höchste Zeit, meinte
Lene,... und fügte bei. daß sie die Kinderwerde mitnehmen
müssen (Hauptmann. Thiel 30); <Abl.:) Beifügung« die:
-. -en: 1. (Papierdt.) das Beifügen. Dazutun: er schrieb
seinem Kollegen unter B. der herzlichsten
Genesungswünsche. 2. (Sprachw.) Attribut: die hurtige Appretur aus
rhetorischen -en. dazu eine kleine Zahl syntaktischer Gags
(Enzensberger. Einzelheiten 82); <Zus. zu 2:)
Beifügungssatz, der: Attributsatz.
beifiillen <sw. V.; hat): zu etw. anderem füllen: mit etw.
anderem zusammen einfüllen: daß ich ... meinen Ehemann
vergiftet habe und daß ich auch dem Schokoladenpilz
das Gift E 605 beigefüllt und ihn der Frau Ruh geschenkt
habe (Noack. Prozesse 161).
Beifuß, der; -es [mhd. bfvuoj, volksetym. umgedeutet (wohl
nach der schon bei Plinius d. Ä. belegten Vorstellung,
daß der Wanderer nicht ermüdet, der sich die Pflanze
ans Bein bindet) aus: biböj. ahd. blbÖ3. zu: bÖ3Jan =
stoßen, schlagen, viell. nach der angeblich böse Geister
abwehrenden Kraft des alten Heilmittels!: staudenartige,
zu einer Gattung der Korbblütler gehörende, häufig an
Wegrändern u. auf Schuttplätzen vorkommende Pflanze, deren
in Rispen wachsende Blütenköpfchen wegen ihres
angenehmen Aromas vielfach als Gewürz, bes. für Braten u. Geflügel
dienen.
Beifutter, das; -s (Landw.): Zugabe besonderen, hochwertigen
Futters, das die Leistungsfähigkeit der Tiere steigern soll:
beifilttern <sw. V.; hat) (Landw.): als Beifutter geben: er
hat viel Mais beigefüttert: <Abl.:> Beifütterung, die; -. -en.
Beigabe, die; -. -n: 1. a) das Beigeben. Hinzufügen: man
bringe das Wasser unter B. von etwas Essig zum Kochen;
b) das Beigegebene. Hinzugefügte: Salat ist eine
vitaminreiche B. zum Essen; Lippenstiftnecken in Servietten sind
eine recht unliebsame B. weiblicher Besuche (Hörn. Gäste
157); Ü Dazu mußte als pikante B. die Tatsache kommen,
daß Herbert v. Karajan die Aufführung leitet (Welt 29.
7. 1965. 7); 2. (Archäol.) in I Steinzeit/gräbern gefundene
Grabbeilage: die keramischen Erzeugnisse als -n im
Totenkult (Bildende Kunst I. 55).
beige [be:J. be:3d. be:3dl tindekl. Adj.: o. Steig.; nicht
adv.) [frz. beige, H. u.l: von der Farbe des Dünensandes:
ein b. Kleid; wir haben die Möbel b. und hellgrün
gestrichen; <ugs. auch gebeugt:) mit Peepers beigem Mercedes
(MM 16. 1. 1967. 8); <subst.:> 'Beige [-1. das; -, - (ugs.:
-s): beige Farbe: ein Gürtel aus hellem B.; Blau. Grau,
dunkler werdende Beigeserscheinen in Unis. Klein-Muste-
rungen ... (Herrenjournal 3, 1966. 54).
^toe fbajga), die; -. -n [spätmhd. bige. ahd. plga] (südd..
Schweiz. Y Stoß. Stapel.
beigeben <st. V.; hat) [urspr. wohl beim Kartenspiel] (geh.):
a) hinzufügen, dazutun: Haben wir vorsorglich unserer
Substratlösung Kalziumionen beigegeben (Medizin II. 71);
von angesengtem Fleisch, dem die See eine Prise Salz
beigegeben hatte (Ott, Haie 263); Ü Dazu erregte mir
gleich das Wort ..gegenwärtig4', das er der
..Bewohnerschaft" beigab, ein Gefühl bedeutsamer Weitläufigkeit (Th.
Mann. Krull 301); b) [zur Hilfe. Unterstützung/ mitgeben:
! als Helfer, als Aufpasser / zuordnen: er habe ihr eine
Pflegerin b. müssen (Hauptmann. Schuß 52); Eine Anzahl
Männer, ihm Tür seine Sonderaufgabe beigegeben, begleitete
ihn (Plievier. Stalingrad 104); c) * klein beigeben (seinen
Widerstand aufgeben, sich schließlich fügen: kleinlaut
nachgeben: eigtl. = beim Kartenspiel dem Mitspieler nur Karten
von kleinem Wert zuspielen, weil man keine besseren hat):
nach dem ... Sieg über Frankreich werde England von
selbst klein b. (Ott. Haie 144).
beigebunden <Adj.) in der Verbindung einer Sache b. sein
(Buchw.; bes. bei Handschriften u. frühen Druckenj in
den gleichen Einband mit eingebunden sein): einer
Sonderausgabe des Buches war eine Graphik b.
beigefarben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu I beige]: eine
-e Couch.
beigeheilt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten): ausgeheilt:
'fast I wieder dem Aussehen der umgebenden gesunden Haut
angepaßt: nur ein paar Schrammen von irgendwann, auch
die schon b. (Küpper. Sirtiplicius 25).
beigehen <unr. V.; ist): 1. (landsch.. bes. nordd.) an eine
Sache herangehen: anfangen i etw. zu tun J: er ist gerade
beigegangen, sein Zimmer aufzuräumen. 2. (landsch.. bes.
südd.) herbeikommen: endlich kommen: das dauert wieder,
bis er beigeht.
beigen t'bqjgn] <sw. V.; hat) [zu f 2Beige] (südd.. Schweiz.):
schichten, aufstapeln.
Betgeordnete f baigalardnataj, der u. die; -n. -n <Dekl. T
Abgeordnete): Beamter od. Angestellter einer Stadtverwaltung:
Magistrat aus (Ober-)Bürgermeister und Beigeordneten
oder Stadträten (Fraenkel. Staat 162).
beigeschlossen: T beischließen.
Beigeschmack, der; -[eis: zusätzlicher, den eigentlichen
Geschmack von Eßwaren meist beeinträchtigender
Geschmack: ein bitterer, säuerlicher, unangenehmer B.; Die
Schokolade hatte einen B. von Petroleum (Bergengruen.
Rittmeisterin 308); Ü das Wort „Held" habe ... einen
inflationösen B. bekommen (Ott. Haie 221).
beigesellen <sw. V.; hat) (geh.): a) beigeben (b); als Gefährten
hinzugeben, hinzukommen lassen: Bei solchen ...
Käfigvögeln ... ist es so gut wie unmöglich, ihnen ein
artgleiches Tier ... beizugesellen (Lorenz. Verhalten 97);
Ü daß der erotischen Beziehung ... so häufig ein Betrag
von direkter Aggressionsneigung beigesellt ist (Freud.
Unbehagen 143); b) <b. + sich) sich anschließen, mit jmdm.
gehen: diesem Pack wollte er sich nun doch nicht b.
333
Beignet
Beignet [ben'je:]. der; -s. -s [frz. beignet. eigtl. = kleine
Beule, zu afrz. buigne = Beule]: Schmalzgebäck mit
Füllung. Krapfen.
behalten <sw. V.; hat) (südwestd.): Jmds. Partei ergreifen,
sich auf jmds. Seite stellen: obwohl er im Unrecht ist.
hältst du ihm bei.
Beiheft, das; -[eis. -e: Ergänzungsheft zu einem Buch, einer
Zeitschriftenreihe o. ä.: der Aufsatz ist als Beiheft Nr. 2
zu dieser Reihe erschienen: bdheften <sw. V.; hat): zu
etw. heften: [mit einer Klammer! an ein Schreiben, eine
Akte heften: in ein Zeitschriftenheft mit hineinheften: ich
muß der Steuererklärung noch einige Belege b.; jeder
Mappe war eine genaue Inhaltsangabe beigeheftet (Leonhard.
Revolution 220); <Abl.:> Bdheftung. die; -. -en.
Beihilfe, die; -. -n: 1. . Geld]Unterstützung, materielle Hilfe:
eine einmalige B. erhalten. 2. <o. PI.) (jur.) Mithilfe hei
der Vorbereitung od. Ausführung einer Straftat: Jmdn.
wegen B. zum Mord verurteilen; daß wir... gegen Sie vorgehen
müssen- wegen Begünstigung oder wegen B. (Fallada.
Herr 92). 3. (veraltend) Hilfe, geistige! Unterstützung:
leistete es der Restauration seiner alten despotischen
Landesfürsten B. (Niekisch. Leben 27); ein Kaufmann
aus Wien... hatte sie... mit B. eines Verbandes zur
Bekämpfung des Mädchenhandels aus dem Zwinger entführt (Th.
Mann. Krull 138); bdhilfeßhig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Amtsspr.): für eine Beihilfe (1) geeignet, zugelassen:
Zuschüsse in Höhe zwischen 33 1 /3 und 70 % der -en
Gesamtkosten (Bundestag 190. 1968. 10281).
Beihir9di. der: -[eis. -e (Jägerspr.): im Rudel mitlaufender
Hirsch (Ggs.: Platzhirsch).
Beiklang« der; -[eis. -klänge (selten): zusätzlicher, meist
beeinträchtigend, störend wirkender Klang: hörst du nicht den
klirrenden B. bei einigen Tönen des Klaviers?; Ü seine
Worte hatten einen leichten B. (zusätzliche Bedeutung.
Nebensinn) von Ironie.
Beikoch, der; -lejs, -koche: Kochgehilfe, zweiter Koch:
Beiköchin, die; -. -nen: w. Form zu T Beikoch: Köchin
u. B.. die in der Lage sind, den Küchenchef zu vertreten,
sofort gesucht (Dt. Hotel-Nachrichten 15. 5. 1954. 8).
beikommen <st. V.; ist): I. a)mit jnuim. fertig werden, jnulm.
gewachsen sein und sich ihn gegenüber durchsetzen: wie
anders sollte er den SeifTerts und Müllers b. (Chr. Wolf.
Himmel 174): jmdm. nicht b. können; b) erw.. ein Problem
bewältigen, lösen: man versuchte, den Schwierigkeiten auf
andere Weise beizukommen; Mit einem neuen
Ordnungsrecht wollen Bundesländer der Unruhe an den
Universitäten b. (Spiegel 10. 1969. 3). 2. (geh.) in den Sinn kommen,
einfallen: wenn es Dichtern etwa beikommt. Verse in Prosa
drucken zu lassen (Seidler. Stilistik 215). 3. (landsch.)
herbeikommen: endlich kommen: es dauert wieder eine
Ewigkeit, bis er beikommt; mach, daß du beikommst! 4.
(landsch.) an erw. herankommen, heranreichen können: die
Öffnung ist so eng. daß man mit der Zange nicht beikommt.
Bdkost, die; -: zusätzliche Nahrung: Betgabe zu den üblichen
Mahlzeiten: auf eine vitaminreiche B. achten.
Beil [tayl]. das; -[eis. -e [mhd. bil. zusgez. aus: bihel. ahd.
blhal]: 1. einer Axt ähnliches Werkzeug mit breiter Schneide
u. kurzem Stiel, bes. zum Bearbeiten von Holz u. Fleisch:
ein scharfes, leichtes B.; Tante Karoline schmetterte das
B. auf den leeren Hackklotz (Roehler. Würde 136); er
zerlegte das Fleisch mit einem kleinen B. 2. (hist.) einem
Beil (1) ähnliche Waffe: die Saalwände schmückt ... das
Bündel der Liktoren und das mörderische B. (St. Zweig.
Fouchl 12). 3. kurz für t Fallbeil: Es ist wahr, daß das
Zuchthaus sie nicht abschreckt, aber es ist ebenso wahr,
daß auch das B. sie nicht abschreckt (Mostar. Unschuldig
17); Unters B. mit ihnen (Weiss. Marat 100).
beiladen <st. V.; hat): 1. zu einer anderen, der eigentlichen
Ladung >in einem Möbel-. Güterwagen. Schiff o. ä.) laden:
seine paar Habseligkeiten konnte er einem größeren
Möbeltransport b. 2. (jur.) Jmdn.. der als Drirrer an einer
Entscheidung interessiert ist, amtlich zur Verhandlung des
Verwaltungsgerichts laden: Dagegen (= gegen diese
Entscheidung) legte der beigeladene Verlag Berufung ein
(Börsenblatt 13. 1965. 230); <Abl.:> Beiladung, die; -. -en: 1.
a) <o. PI.) das Beiladen (1): die B. von Möbeln; b) erw..
was zu der eigentlichen Ladung geladen wird: das Schilt
hat meist -en. 2. (Jur.) a) das Beiladen (2): bei dem Verfahren
erfolgten mehrere -en; b) Schrifrsrück. durch dasjmd.
beigeladen (2) wird: die B. ist Ihnen bereits zugegangen.
Beilage, die; -, -n: 1. das Beilegen (1): Verstöße gegen die
Postordnung durch B. nicht genehmigter
Werbedrucksachen (Börsenblatt 92.1970,2536). 2. erw., was einer Zeitung
oder Zeitschrift beigelegt ist: die Wochenendausgaben der
größeren Zeitungen haben immer viele Beilagen. 3.
Kartoffeln. Gemüse. Salat u. ä.,die zu einem Fleischgericht gereicht
werden: zwei Schnitzel mit B.; sie gaben eine feine B.
zum Mittagessen (Ott. Haie 70). 4. (öslerr.) Anlage zu
einem Brief, einem Schriftsatz: Olah selbst habe den
Entwurf als B. zu einem Beweisantrag beigebracht (Presse
11.2.1969). 5. (Technik) Unterlage. / verkleinerte] Einlage
zum Ausformen von Blech.
Btitager.das; -s. -: a) (hist.) bes. im Mittelalter bei fürstlichen
Personen unter bestimmten Zeremonien vollzogener
Beischlaf als Akt der Eheschließung: Das feierliche B. war
gehalten (Hagelstange. Spielball 236); b) (geh. veraltet)
Beischlaf: wenn diese Hände ihn liebkosen würden beim
B.. so taumelten ihm die Sinne (Th. Mann. Joseph 169).
Beilast, die; -. -en (Seemannsspr.): Freigepäck der Seeleute.
beiläufig <AdJ.; o. Steig.): 1. a) nebensächlich: nebenbei,
nebenher / gesagt]: eine -e Vorstellung, die mich irgendwie
irritiert (Frisch. Stiller 424); etw. b. sagen; b) mit /
absichtlichen Unbetontheit. Lässigkeit: Kreti und ich stakten über
den gepflasterten Bahnsteig, gaben sehr b. unsere falschen
Karten ab und gingen ... (Bieler. Bonifaz 123). 2. (österr.)
ungefähr, etwa ich erinnerte mich ferner, daß ich- b.
in Gilberts Alter- ein Mädchen angeschwärmt hatte
(Broch. Versucher 14); (Abi. zu 1:) Bdlaufigkeit, die; -.
-en: a) Nebensächlichkeit: Aber das sind -en (FAZ 8. 7.
1961. 53); b) Ungerührrheir. Nonchalance: mit der
gedankenlosen B.. mit der etwa ein Gorilla einem Insekt den
Garaus macht (FAZ 28.1. 1961. 57); c) Nebenerscheinung:
Daß sich dabei eine Art ..Bildband vom Automobil" ergab,
ist eine glückliche B. (Auto 8. 1965. 90).
beilegen <sw. V.; hat): 1. dazulegen. beifügen: zu einer Sache
hinzufugen: einen Freiumschlag b.; die Bilder .... die ich
diesem Brief beilege (K. Mann. Wendepunkt 427). 2. a)
(einen besUmmren Sinn) zuerkennen, beimessen: einer
Sache zu viel Gewicht b.; Brenten. angenehm berührt von
der ihm beigelegten Bedeutung ... (Bredel. Väter 151);
b) (einebestimmte zusätzliche j Bezeichnung) geben,
verleihen: bei Jeder der beiden Gruppen, die sich inzwischen
u.a. auch eigene Namen beigelegt hatten (Hofstätter.
Gruppendynamik 96); wenn einem Gesetz ... der Name
einer Verfassung beigelegt wird (Fraenkel. Staat 331). 3.
schlichten, aus der Welt schaffen: die Differenzen wurden
beigelegt; daß der Herzog von Massa .... um die ärgerliche
Sache endlich beizulegen, sich erbietet (St. Zweig. FoucM
157). 4. (Seemannsspr.) das Haltetau auswerfen u. ian
Kai] anlegen: <Abl. zu 3:) Beilegung, die; -. -en: die B.
des Konflikts auf dem Verhandlungsweg versuchen.
beileibe [behüte] <Adv.) [eigtl. = bei Lebensstrafe (nicht),
zu veraltet Leib = Lebenl: (verstärkend bei Verneinungen)
durchaus, bestimmt, wirklich: Krieg. Krieg darf es b. nicht
geben (Augstein, Spiegelungen 125); ein angesehener
Wissenschaftler, aber b. kein Genie (Ceram. Götter 111).
Bdieid, das; -s: Mitgefühl, offizielle] Anteilnahme bei einem
Todesfall: [mein] aufrichtiges, herzliches B.; Jmdm. sein
B. ausdrücken, aussprechen; zum Tode des bekannten
Politikers haben viele Regierungen ihr B. bekundet; [mein]
herzliches B.! (iron.; Ausdruck mitleidiger Schadenfreude
gegenüber jmdm.. der etw. Unangenehmes tun muß).
Bdieids-: -besuch, der: er machte einen B.; ^bezeigung.
-bezeu&ing, die; abrief, der; -karte, die; -kundgebung,
die; -schreiben, das; -telegramm.das: -e empfangen; -warte
<P1.X
Bdhieb, der; -[eis. -e: kräftiger Schlag mir dem Beil: ein
Bäumchen mit einem einzigen B. fällen; Ü Im Antlitz
stand nichts geschrieben ... Nur das beginnende Alter
hatte ein paar -e angebracht (Jahnn, Geschichten 222).
beiliegen <st. V.; hat): 1- einer Sache beigefügt sein: zu
einer Sache dazugelegr worden sein: der Bewerbung müssen
Zeugnisabschriften b.; die Bücherliste. die dem Katalog
beiliegt (Enzensberger. Einzelheiten 1.170). 2. (geh..
veraltet) mit Jmdm. schlafen. Geschlechtsverkehr haben. 3.
(Seemannsspr.) nach dem t Beidrehen am Ufer od. vor Anker
liegen: das Schiff liegt endlich bei; beiliegend <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.) (Papierdt.): anbei, in der I als Anlage:
b. [senden wir Ihnen] eine Fotokopie; Abk.: beil.
beim [bajml <Präp. bei + Art. dem) [mhd. bimel: 1. (auflös-
334
bein-, Bein-
bar) in vielen Verbindungen; vgl. bei. 2. (nicht auflösbar)
in bestimmten Wendungen: es bleibt alles beim alten; jmdn.
beim Wort nehmen; die Gelegenheit beim Schöpfe fassen
usw. 3. (beim 4- subst. Inf. 4- sein, zur Bildung der
Verlaufsform): dabei sein. etw. zu tun; gerade etw. tun:
er war [gerade] b. Lesen.
beimachen* sich <sw. V.; hat): 1. (landsch.. bes. nordd.)
sich an etw. heranmachen: eine Arbeit beginnen: er machte
sich endlich bei und schrieb den Brief. 2. (landsch.. bes.
südd.) herbeikommen: endlich kommen: mach dich jetzt
bei. sonst kommen wir zu spät; hast du dich auch mal
wieder beigemacht (läßt du dich auch mal wieder sehen).
beimengen <sw. V.; hat): zusätzlich unter etw. mengen; ver-
mengend zu etw. dazutun: das Backpulver wird dem Mehl
beigemengt; <Abl.:> Beimengung, die; -. -en: 1. <o. PI.)
das Beimengen: die B. einer Farbe zu einer andern. 2.
etw.. was einer andern Sache beigemengt wird: eine kleine,
eben ausreichende B. von Surrogat (Musil. Mann 58).
beimessen <st. V.; hat): (einen bestimmten Sinn) zuerkennen,
zuschreiben: einer Sache Wichtigkeit, einer Affäre
übertriebene Bedeutung b.; Man kann ihnen höchstens
militärischen Charakter, aber keinen militärischen Wert b. (Thieß.
Reich 624).
beimischen <sw. V.; hat): a) zusätzlich in etwas mischen;
mischend beigeben: dem Kaffee Zichorie b.; die Lymphe
wird also dem Blut beigemischt (Medizin II. 19); Ü einer
Religion mystische Elemente b.; meiner Bewunderung war
Grauen beigemischt (Rinser. Mitte 149); b) <b. + sich)
sich unter etw. mischen: dem Duft der Gräser und Blumen
mischte sich Brandgeruch bei; Ü Diese Sehnsucht...
mischte sich allem Tun bei (Rinser. Mitte 51); <Abl.:>
Beimischung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Beimischen (a): Rauchgase
werden durch B. von Kaltluft gekühlt (Zeitschrift für
kommunale Wirtschaft 3. 1966, 24). 2. etw.. was einer anderen
Sache beigemischt wird: Das Exsudat besteht hauptsächlich
aus Odemflüssigkeit mit verschieden starker B. von
Albuminen und Globulinen (Medizin II. 172).
bejmnfen <sw. V.; hat): durch Impfen behandeln: Der Körper
des ..beimpften" Menschen wurde dadurch gezwungen,
gegen das ..Fremdstoffeiweiß" der Bakterien Abwehrstoffe
zu entwickeln (MM 4. 2. 1966. 3); durch Einführung von
... Nährböden, deren Oberfläche sich b. ließ (Medizin
II. 119); <Abl.:> Bejmpfuw, die; -. -en.
Bein [b^jn] das; -[eis. -e. (landsch.. südd.. österr. auch:
-er) [mhd.. ahd. beinj: 1. zum Stehen u. Fortbewegen
dienende Gliedmaße bei Mensch u. Tier (die beim Wirbeltier,
einschl. Mensch, vom Hüftgelenk bis zu den Zehen reicht):
das rechte, linke B.; gerade, krumme, schlanke, dicke -e;
ein künstliches B.; die -e spreizen, von sich strecken,
anziehen, übereinander schlagen; ich habe mir das linke B.
gebrochen; er hat im Krieg ein B. verloren; der Hund
hob das B.; sich mühsam auf die -e stellen; R was man
nicht im Kopf hat, das muß man in den -en haben (wenn
man etw. vergessen hat. muß man noch einmal laufen):
auf einem B. kann man nicht stehen (ein Glas Alkohol
genügt nicht [bei der Aufforderung od. dem Wunsch, ein
zweites Glas zu trinken]); Ü Als ich schon mit einem
B. im Traum war, klopfte es ans Fenster (Bieler. Bonifaz
93); *kein B. (landsch.. bes. Schweiz.; kein Mensch); Jmdm.
«e machen (ugs.; jmdn. gewaltsam u.j drohend antreiben);
lungere -e haben (ugs.; jünger sein u. dem Älteren deshalb
einen Weg abnehmen können); ein langes B. machen
(Fußball; den ballführenden Gegner durch einen Spreiz- oder
Grätschschritt vom Ball zu trennen suchen); ein B. stehen
lassen (Fußball; den ballführenden Gegner über ein Bein
fallen lassen); [nur] ein linkes/rechtes B. haben (Fußball;
nur mit dem linken/rechten Bein richtig schießen können.
Schußkraft haben); sich (Dativ) die -e vertreten (ugs.; nach
langem Sitzen ein wenig hin u. her gehen, sich Bewegung
machen); sich <Dativ) kein B. ausreißen (ugs.; sich [bei
der Arbeit! nicht besonders anstrengen; etwas lustlos tun);
imdm. ein B. stellen (1. jmdn. durch Vorstellen eines Beines
zum Stolpern bringen. 2. jmdn. hereinfallen lassen; jmdn.
durch einen Hinterhalt, durch Intrigen hereinlegen); etw.
hat -e bekommen/gekriegt (ugs.; etw. ist plötzlich abhanden
gekommen od. gestohlen worden); die «e in die Hand/
unter die Arme nehmen (ugs.; ganz schnell / wegjlaufen);
die -e unter jmds. Tisch strecken (ugs.; sich von jmdm.
ernähren lassen; von jmdm. versorgt werden); sich (Dativ)
die -e nach etw. ablaufen/abrennen (ugs.; in dauerndem i
vergeblichen/ Bemühen hinter einer Sache her sein); sich
(Dativ) die -e abstehen /in den Leib/ Bauch stehen (ugs.; lange
stehen u. auf etw. warten müssen); alles, was -e hat (ugs.;
alle Leute, die nur irgend laufen können); imdm« [mit etw.]
am B. hängen (ugs.; eine belastende Verpflichtung für jmdn.
sein); etw. am B. haben (ugs.; eine besondere /finanzielle/
Last mitschleppen müssen, etwas noch bezahlen müssen;
nach dem früheren Brauch, sich kleine Lasten am Bein
festzubinden); imdm., sich etw. ans B. hängen/binden (ugs.;
jmdm.. sich etwas aufbürden und ihn. sich dadurch in der
Aktivität hemmen; nach der schweren Kugel, die dem
Gefangenen früher ans Fußgelenk gebunden wurde; etw. ans
B. binden (ugs.; etwas darangeben, einbüßen): für einen
Abend in diesem Lokal muß man mindestens SO Mark
ans B. binden; wieder auf den -en sein (nach einer Krankheit
wieder aufgestanden sein); viel auf den -en sein (viel
unterwegs sein; / in einer Tätigkeit mit Stehen oder Umherlaufen/
sehr beschäftigt sein); [wieder! auf die -e kommen (1. sich
aufrichten, aufstehen. 2. ! wieder] gesund werden. 3.
wirtschaftlich wieder hochkommen, festen Fuß fassen); immer
wieder auf die -e fallen (ugs.; ein Talent dafür haben, aus
allen kritischen Situationen unbeschadet herauszukommen;
nach der Beobachtung, daß Katzen bei einem Sturz immer
auf die Beine fallen und sich deshalb keine Schäden
zuziehen); imdiL, sich, etw. [wieder] auf die -e bringen/stellen
(1. wieder/ aufrichten: ich stellte mich mühsam auf die
«e. 2. innerlich/ stärken, wiederaufrichten: wir werden
auch die Franzosen wieder auf die -e bringen (Kuby. Sieg
336). 3. herauslocken, zusammenbringen: Tausende von
Menschen auf die -e bringen. 4. aufbauend hinstellen;
zustande bringen: Wir wollen versuchen, noch etwas auf
die -e zu stellen [MM 2. 6. 66. 4]); imdm. auf die -e helfen
(1. einem Gestürzten wieder aufhelfen. 2. jmdm. helfen,
eine Schwäche od. Krankheit zu überwinden. 3. jmdm.
finanziell helfen, damit er wieder wirtschaftlich vorankommt);
sich nicht mehr/kaum hoch auf den -en halten können
(vor Müdigkeit. Schwäche dem Umfallen nahe sein); auf
eigenen -en stehen (selbständig, unabhängig sein); auf
schwachen -en stehen (schwach, unsicher sein); schwach
auf den -en (1. nicht gesund, von schwerer Krankheit
geschwächt. 2. (ugs.) unbewiesen, ungesichert); etw. geht in
die «e (1. ugs.; etw. = Alkohol/ macht die Beine schwer.
2. etw. hat einen Rhythmus, der zum Bewegen, zum Tanzen
reizt); mit beiden -en im Leben/[fest] auf der Erde stehen
(Realist. Praktiker sein; sich in jeder Lage zurechtfinden);
mit dem linken B. zuerst aufgestanden sein (ugs.; schlechter
Laune sein, an allem etw. auszusetzen haben; das Aufstehen
mit dem verkehrten Bein galt als schlechtes Vorzeichen);
mit einem B. im Gefängnis stehen (etw.. was hart an der
Grenze des Erlaubten ist. getan haben); mit einem B. bn
GraWe] stehen (schwer krank od. in großer Gefahr sein);
von einem B. aufs andere treten (ugs.; ungeduldig warten
müssen). 2. a) der Teil eines Möbelstücks, eines Gerätes
o.a.. mit dem es auf dem Boden steht: ein Hocker mit
vier abstehenden -en; die -e des Stativs in sich
zusammenschieben; b) (Jargon) untere, die Bewegung vermittelnde
Teile des Autos (Achsschenkel. Räder. Reifen): der Porsche
911 ... bekam für die Vorderradaufhängung ... die -e von
McPherson (Auto 6, 1965. 31); Die -e Ihres Autos ...
sind auch ein bißchen Aufmerksamkeit wert ... Vor allem
aber: immer nur gute -e kaufen: Reifen von ... (Spiegel
16, 1966, 137). 3. Hosenbein: er schwärmt für die Mode
der engen -e. 4. (nord- u. md.) Fuß: er hat mich aufs
B. getreten. 5. (südd.. österr.. Schweiz.. Med. fachspr. in
Zus.. sonst veraltet) Knochen: der Hund nagt an einem
B.; * etw. fährt imdm. in die -e / ins Gebein (etw. erschreckt
jmdn. so sehr, daß es ihm durch alle Glieder, durch den
ganzen Körper geht).
hein-, Bein-: ^amputierte, der u. die; -n, -n: Person, deren
Bein e operativ entfernt wurdeInj; ^arbeit, die (Sport):
Bewegung der Beine beim Boxen. Ringen. Kugelstoßen.
Schwimmen usw.; Murterie, die; ^brech [-bre^], der; -s.
-e <P1. ungebr.) [soll angeblich beim Vieh Knochenbrüchig-
keit hervorrufen] (Bot.): Liliengewächs der atlantischen
Flora; -brecher, der [vermutlich nach lat. ossifragus =
Knochenbrecher; wohl aus der Vorstellung, daß der Vogel
die Knochen seiner Beute durch Herabwerfen zerbricht]
(Schweiz.): Seeadler; ^brechgras, das: svw. t^brech;
-brach, der; * das ist [doch] kein B.! (ugs.; das ist halb
so schlimm, rege dich darüber nicht unnötig auf!)\ Hab-
335
beinah
und B.! (ugs.; viel Glück!; Wunsch für jmdn.. dem etw.
Schwieriges od. Gefährliches bevorsteht); -färben <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (geh.): von der Farbe des Elfenbeins:
Ölgemälden .... auf denen -e Damen mit hohen Frisuren
und glänzenden Busen zu sehen waren (Augustin. Kopf
29); -fessel, die: 1. (allg.) Fessel, die die Bewegungsfreiheit
der Beine einengt. 2, (Ringen) Umklammerung des Gegners
mit den Beinen: -fleisch, das (österr.): B.: keine Zuberei-
tungsart. sondern eine spezielle Sorte gekochten
Rindfleisches, dem Knochen (Bein) benachbart, mit dem
gemeinsam es serviert werden muß (Weigel. Österreich 92);
^Geschwür, das; -«ras, das: svw. T-brech; -hämisch, der:
Teil der Ritterrüstung; -h^rt <AdJ.; o. Steig.) (österr.. auch
südd.): sehr hart: eine -e Piste; b. und unbarmherzig! Einer
der besten Western des Jahres (Vorarlberger Nachr. 30.
11. 68, 13): -haus, das: Aufbewalirungsort für ausgegrabene
Gebeine auf Friedhöfen; -haut, die (Med.): Haut, die den
Knochen umschließt u.für dessen Aufbau u. Ernährung sorgt;
-kehle, die (Med.): svw. tKniekehle; -kleid, das <meist
PI.) (veraltet, geh.. noch scherzh.): Hose; -kreisen, das;
-s (Turnen. Gymnastik): kreisende Bewegung eines oder
beider Beine; -leiden, das (Med.): dauernde Krankheit,
Gebrechen der Beine; -muskel, der (meist PL): vgl. f Mnusku-
latur; ^muskulatur. die (Med.): Gesamtheit der Muskeln
des Beines: -prothese, die (Med.): Ersatz für ein Bein,
Kunstbein; -räum, der <PI. ungebr.) (Werbespr.): innen
ist der Escort geräumig ... Er hat mehr Hüftraum Tür
die Hüften. Mehr B. für die Beine (Werbeblatt Ford 1968,
7); -ring, der: 1. Schmuck, der am Knöchel getragen wird.
2. (Zool.) zur Auszeichnung freilebender Vögel verwandter,
numerierter Aluminiumring: -schaden, der: Verletzung,
Gebrechen der Beine; -schelle, die (meist PL): Metallbügel,
der zur Fesselung um den Fußknöchel geschlossen wird;
-schere, die (Sport): Umklammerung der Beine eines
Gegenspielers mit den Beinen; -scherze!, das (österr.): Rindfleisch-
sorte (meist gekocht); -schiene, die: I. Teil der
Ritterrüstung, der den Unterschenkel schützt. 2. (Hockey, Baseball)
Schiene zum Schutz des Beines (beim Torwart bzw. Fänger).
3. (Med.) Schiene zur Ruhiglegung eines gebrochenen
Beines; -schlag, der: 1. (Gymnastik) Übung, bei der man
in der Rücken- od. Bauchlage die Beine gestreckt
wechselweise vorwärts u. rückwärts aneinander vorbeibewegt. 2.
(Schwimmen) Auf- u. Abwärtsbewegung der Beine beim
Kraulstil; -schöner, der: svw. t ^schiene (2); -Schützer,
der: svw. t ^schiene (2); -spange, die: 1. svw. t^ring (1).
2. svw. t ^fessel (2); -stellen, das; -s: das Vorstrecken des
Beines (um einen anderen darüber stolpern zu lassen);
^Stellung, die: Stellung der Beine bei turnerischen, sportlichen
o. a. Übungen; -stumpf, der: nach Verlust des Beines
verbliebenes Reststück; -Verletzung, die: Wunde od. sonstige
Beschädigung am Bein; -versehrt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
am Bein beschädigt; ~well [-veII. der; -s, -e <P1. ungebr.)
[mhd. beinwelle, ahd. beinwella. beinwalla; 1. Bestandteil:
bein = Knochen; 2. Bestandteil: zu wallan = zuwachsen,
heilen; der Pflanze wurde Heilwirkung bei
Knochenbrüchen zugeschrieben] (Bot.): Borretschgewächs,
volkstümliche Heilpflanze: ^werk.das<o. PL)(nordd.): Beine; -wflt-
kel.der: svw. t Wadenwickel; -zeug, das: Teil der
Ritterrüstung, der das ganze Bein bedeckt.
beinah [bajna:! (ugs.). beinahe [bajna.d.-'—.-'—)<Adv.>:
fast, nahezu, annäfiernd: b. immer; der Zug war b.
pünktlich; er wäre b. verunglückt: das scheint b. ein unmögliches
Unterfangen zu sein; als Ausdruck eines gewissen,
vorsichtig abwägenden Vorbehalts gegenüber der folgenden
Aussage: solche Andeutungen treffen einen nämlich stärker,
ich möchte b. sagen: leidenschaftlicher (Musil. Mann
1194).
Beinahrung, die: svw. t Beikost.
Beiname, der; -ns. -: zusätzlicher inoffizieller] Name, mit
dem jmd. auf Grund bestimmter Eigentümlichkeiten von
seiner Umgebung benannt wird: Helmut Schmidt wurde
wegen seiner Schlagfertigkeit mit dem -n „Schnauze"
bedacht; dieses Zaren .... dem man völlig zu Unrecht den
-n ..der Schreckliche4* gegeben hatte (Leonhard.
Revolution 29).
beineln f bajnjnl <sw. V.; ist) (Schweiz.): eilig mit kleinen,
schnellen Scftrittenl gehen, trippeln: kleine Käfer beinelten
über die Schwelle; beinern fbajnen] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): a) knöchern, aus Knochen bestehend: Für den Wiener
Anthropologen ... beginnen die -en Reste ( = Skelette)
eifrig zu reden (MM 11.4. 68. 3);... hatte ich Gelegenheit,
die riesengroßen spindeldürren Finger mit den b.
ausgewölbten Gelenken zu betrachten (Jens. Mann 33);
b) knochig, wie ein Gerippe aussehend: Mein erster Blick
fiel auf die -en Grate des Großen Priel (= ein Berg;
Werfel, Himmel 75): c) aus Elfenbein, wie Elfenbein
wirkend: Sie ... sind ... mit Spitzenbesatz umhängt und einem
-en Kruzifix (Hildesheimer. Tynset 261); b. klapperten
die Nadeln des Strickzeugs aneinander (Fallada. Herr 163).
beinhalten [te*|mhaltnl <sw. V.; hat): zum Inhalt haben,
enthalten; bedeuten: Der Ausdruck Tumor ... beinhaltet
Jede Art von Geschwulst oder Schwellung (Medizin II.
89); Er klagte darüber, daß diese Tätigkeit zumeist sehr
düstere Ämter beinhalte (Werfel. Himmel 38).
-beinig [-bajni^l in Zusb., z. B. zweibeinig, langbeinig;
Beinling ['bajnliol. der; -s. -e: 1. (veraltend) Beinteil von Strumpf,
Hose, Strutnpfhose od. Strampelhöschen: sie strickte neue
-e an. 2. (Schneiderei) Schnittmuster für eine Hälfte einer
Hose.
beiordnen <sw. V.; hat) /vgl. Beigeordnete/: 1. zuordnen,
zuteilen, an die Seite stellen, beigeben: jmdm. mehrere
Fachleute b.; Er wurde Desaix beigeordnet, der ... mit seiner
Armee in tollem Zug nach Oberägypten jagte (Ceram.
Götter 93); Dem Blutkreislauf wird das Lymphgefäßsystem
beigeordnet (Medizin II, 19). 2. (jur.) zum Pflichtverteidiger
bestellen: Er legte Wert auf den Hinweis, er sei . jiur
beigeordnet", nur Pflichtverteidiger (Spiegel 9, 1966. 61). 3.
(Sprachw.) svw. t nebenordnen; <Abl.:> Beiordnung, die;
-. «en.
Beipack, der; -[eis: 1. etw., was einer größeren Sendung
beigepackt ist; zusätzliches Frachtgut: Bestellen Sie als B.
10 Schreibblocks 15 x 20 cm (aus einem
Antiquariatskatalog 1966). 2. (Fernspr.) zusätzliche, symmetrisch
angeordnete, äußere Leitungen bei Breitbandkabeln; beipacken <sw.
V.; hat): zu etw. hinzupacken; mit einpacken: in der dem
heutigen „MM" beigepackten Beilage .X>er Mannheimer
Hafen" (MM 31. 5. 68. 4); (Zus.:) Beipackzettel, der:
einer Packung beiliegender Zettel, der Hinweise für die
Anwendung oder auf den Inhalt enthält: die B. des benutzten
Narkosemittels (MM 7. 2. 75, 12).
Beipferd, das; -[eis. -e: a) (veraltet) svw. tHandpferd; b)
(landsch. veraltet) drittes Pferd eines Gespanns.
beipflichten ['b^jQJlkjtn] <sw. V.; hat): jmdm. od. jmds.
Meinung zustimmen; sich zustimmend äußern: einem Vorschlag
in allen Punkten b.; in Sachen des Täuflings ... werden
Sie mir b. müssen (Grass. Hundejahre 32);, Ja", pflichtete
der Matthias bei. ..die Gemsen rennen manchmal wie
die Besessenen" (Broch. Versucher 267); <Abl.:) Beipflich-
tung, die; -.
Beiprogramm, das; -[eis. -e: meist aus Kultur- od.
Zeichentrickfilm u. Wochensclum bestehendes, zusätzlich zum (meist
vor dem) Hauptfilm laufendes Filmprogramm: die
preisgekrönten Kurzfilme werden in den -en großer
Lichtspielhäuser erscheinen; <Zus.:) Beiprogrammstreifen, der:
Film streifen] für das Beiprogramm: Als 1948 die Columbia
ihre B. bei ihm bestellte, konnte er sich in Burbank als
Nachbar Disneys etablieren (Gregor. Film 223).
Beirat, der; -[eis. Beiräte: 1. beratendes Gremium bei einer
Behörde, Gesellschaft, wissenschaftlichen j Vereinigung
0. ä.: dem Herausgeber steht ein wissenschaftlicher B. zur
Seite. 2. (veraltend) Berater: Nicht er war der behandelnde
Arzt, man zog ihn nur als B. hinzu (Fussenegger. Haus
490); <Abl.:) Beiratschaft, die; -. -en (Schweiz, jur.):
Beschränkung der Handlungsfähigkeit bei schutzbedürftigen,
aber nicht unter Vormundschaft stehenden Personen.
Beiried, das; -[eis od. die; - (österr.): Rumpf- oder
Lendenstück vom Rind; auf den Speisekarten treten vor allem
Tafelspitz und B. in Erscheinung (Weigel. Österreich 92).
be|rren <sw. V.; hat): unsicher machen, irritieren: es beirrte
mich, daß ...; seine Selbstsicherheit beirrte mich; wo ein
gesundäugiger Mensch beirrt wird von allerlei Nebel und
Flecken (Seghers. Transit 241); sich [durch etw.l nicht
b. lassen.
beisammen [baj'zaman] <Adv.): beieinander, zusammen: wir
sind morgen zum letztenmal b.
beisammen-. Beisammen-: -bleiben (st. V.; ist): nicht getrennt
werden, nicht auseinandergehen; -haben <unr. V.; hat):
1. gesammelt, zusammengetragen haben: ..Ich hatte zwei
Groschen für das Kino beisammen", sagte der Knabe.
..da kam ein Junge und riß mir einen aus der Hand"
336
beispiel-, Beispiel-
(Brecht. Geschichten 171). 2. über seine geistigen od. kör per-
liehen Kräfte vollständig verfügen: Wenn die Männer ihren
Verstand beisammenhaben, dann beschäftigen sie sich mit
ihren eigenen Angelegenheiten (Bamm. Weltlaterne 16):
-halten <st. V.; hat): dafür sorgen, daß Menschen od. Tiere
beieinanderbleiben, etw. nicht verzettelt wird: Peter hat viel
zu tun. sie (= die Rinder, Ziegen. Schafe) alle
beisammenzuhalten (Waggerl. Brot 163); Sie ist sehr geizig, wenigstens
hält sie ihre Gelder scharf beisammen (R. Walser. GehUlfe
152); -hocken <sw. V.; hat): a) t verängstigt] eng
zusammengerückt sein, irgendwo sitzen: was hockte da klein und
beflaumt in scheuer Gruppe beisammen (Th. Mann. Krull
351); b) /einen Klüngel bildend/ beieinandersitzen: Der Son-
derführer Wiedemann, der ... in der Nachbarzelle mit
den Obersten und den übrigen Stabsoffizieren
beisammengehockt hatte (Plievier, Stalingrad 289); -leben <sw. V.;
hat): miteinander leben: -sein <ist; Zusschr. nur im Inf.
u. 2. Part.): gesundheitlich od. geistig auf der Höhe sein:
Unsere Nachbarsleute waren samt und sonders noch ganz
gut beisammen (K. Mann, Wendepunkt 60); Mit
Ausnahme dreier Kümmerlinge ... waren die 1928er Dohlen
körperlich viel besser beisammen als die 1927er (Lorenz,
Verhalten 47); -sein, das: a) dichtes räumliches Beieinander:
Diese Abneigung bei nahem B. gibt es besonders zwischen
Frauen (Musil. Mann 715); b) zwangloses, geselliges
Zusammensein: ein gemütliches B.; -sitzen <unr. V.; hat):
zusammen-, beieinandersitzen: Patienten, die auf den
Bänken entlang des Flurs in ihren Bademänteln mit Besuch
beisammensaßen (Johnson. Ansichten 185); Am 20. Januar
1800 sitzen in Paris die Minister und entscheidenden Räte
in merkwürdiger Stimmung beisammen (halten eine Sitzung
ab: Zweig,Fouche 107); -stehen <unr. V.; hat): zusammen-,
beieinanderstehen: in Gruppen, dicht b.
Beisasse ['b^izasdl. der; -n. -n (hist.): (vom Mittelalter bis
ins 19. Jh.) Einwohner ohne od. mit geringerem Bürgerrecht.
Häusler.
Beisatz« der; -es, -sätze (Sprachw.): Apposition.
beischaffen <sw. V.; hat) (landsch.): herbeischaffen,
heranholen, beschaffen: und hieß den Küchenbullen bewegen,
damit er etwas Essen beischaffe (Gaiser. Jagd 56); <Abl.:)
BeischafTung, die; -.
beischießen <st. V.; hat): Geld für etw. beisteuern, einen
Beitrag leisten: wir wollen gemeinsam ein
Hochzeitsgeschenk kaufen - möchtest du dazu auch etwas b.?
Beischlaf, der; -[eis (geh.. jur.): Koitus: Geschlechtsakt,
Geschlechtsverkehr: den B. vollziehen, ausüben; sie gestaltete
den B. zu einer kultischen Handlung, eine Hetäre war
sie - ihr Gott der Phallus (Jaeger. Freudenhaus 221);
Frauen vom gesundheitlichen Nutzen des -s ... überzeugen
(Spiegel 36. 1967. 55); beischlafen <st. V.; hat) (selten):
mit jmdm. den Geschlechtsverkehr ausüben: miteinander
schlafen: Jene Kindergärtnerin, der einstmals der
Haupttäter b. wollte (MM 16. II. 74. 53); Wie schrecklich, daß
Menschen auf der Straße urinieren und b.. in der Tat
(MM 12. 9. 69. 25); <Abl.:) Beischläfer, der; -s. -: (selten):
Mann, der den Beischlaf ausübt od. ausgeübt hat: Wenn
man doch nur ihren B. fassen könnte! (Jahnn. Geschichten
15); Beischläferin, die; -. -nen (selten): w. Form zu T
Beischläfer: daß man außer der Rechten Kebsfrauen und
sklavische -nen haben könne (Th. Mann, Joseph 255).
Beischlag, der; -[eis. Beischläge: terrassenartiger, von der
Straße her über eine Treppe zugänglicher Vorbau, bes. an
Häusern der Renaissance u. des Barocks: Flammen
sprangen ab und lagen weiß und rot auf der Treppe zum B.
(Grass. Blechtrommel 234); bgisdilagen <st. V.; hat) (Jä-
gerspr.): in das Bellen eines anderen Hundes einfallen: so
gehört noch eine Anzahl anderer Hunde dazu, um dem
Finder beizuschlagen, d.h. zu ihm hinzueilen, und das
Wild nun vereint mit ihm zu verbellen (Raesfeld. Waidwerk
394).
beischließen <st. V.; hat) (österr.): einer Sendung beigeben,
mit in einen Briefumschlag/ einschließen: beilegen: er hat
seinem Glückwunschschreiben einige hübsche Bilder
beigeschlossen; Beischluß, der; Beischlusses. Beischlüsse: a)
(österr.) das Beigeschlossene. Anlage: b) (Buchw.) kleinere,
einem großen Bücherpaket beigefügte Sendung.
faejsdireiben <st. V.; hat) (bes. Amtsspr.): als amtliche/
Eintragung niederschreiben, nachtragen: die
Namensänderung ist im Personenstandsbuch beizuschreiben; ich muß
mein Haushaltsbuch noch b. (ugs.; meine weiteren
Ausgaben eintragen): <Abl.:> Beschreibung, die; -, -en;
Beischrift, die; -, -en: das Beigeschriebene: Nachtrag.
Beisegel, das; -s, - (Segeln): zusätzliches Segel (wie Ballon.
Spinnaker u.a.).
heisein<unr. V.; ist; Zusschr. nur im Inf. u. 2. Part.) (nordd.):
dabeisein, im Begriff sein: ich bin gerade beigewesen
wegzugehen, als das Unglück passierte.
Beisein, das: in den Fügungen im B. von jmdm. / in jmds.
B. (während jmds. Anwesenheit): im B. der Kinder; im
B. von Fremden; in ihrem B. öffnete er die Kassette;
ohneB. von jmdm./ohne jmds. B. (ohne jmds. Anwesenheit):
die Einweihungsfeier fand ohne B. eines
Regierungsvertreters / von Regierungsvertretern statt.
beiseite <Adv.>: a) auf der Seite: seitlich in gewisser
Entfernung; er hielt sich, stand b., der Schauspieler sprach b.
(Theater; machte, abgewandt von seinem Partner, eine nur
für das Publikum bestimmte Äußerung); * b. stehen
(zurückstehen, bei etw. nicht berücksichtigt werden); b) auf die
Seite, an die Seite, zur Seite; weg: im Wege stehende
Leute b. schieben, stoßen; er sah absichtlich b. (er schaute
weg. wollte jmdn.. etw. nicht bemerken); er nahm, zog
ihn b. (sonderte sich mit ihm von den andern ab. um ihn
unter vier Augen zu sprechen); *b. bringen (. was einem
nicht gehört] für eigene Zwecke auf die Seite schaffen,
verstecken); b. lassen (unerwähnt, außer Betracht lassen);
b. legen (1. [Geld] sparen: er wollte einiges für den Kauf
eines Autos b. legen. 2. etw. Angefangenes weglegen; nicht
mehr daran arbeiten: Offensichtlich hat Bugenhagen das
Drama b. gelegt, weil ... [Jens. Mann 103]); b. schaffen
(1. beseitigen, ermorden: Der Frauenberger dachte zunächst
daran, den Holzhändler anzufallen und b. zu schaffen
[Feuchtwanger. Herzogin 1631. 2. auf die Seite bringen,
verstecken: er hatte das gestohlene Geld b. geschafft);
b. schieben (verdrängen, absichtlich nicht berücksichtigen);
b. setzen (hintansetzen, für weniger wichtig halten).
Beiseite-: -lassung, die; -. -en; -Schaffung, die; -Setzung,
die: Hintansetzung.
Beisel, (auch.) Beisl [bajzl], das; -s. - (mundartl. -n) [Jidd.
bajis = Haus. Gastwirtschaft; f Schweiz. Beiz, vgl. 3Beize]
(österr.): Kneipe; einfaches Gasthaus: die bürgerliche
Sphäre mied er. Er zog von B. zu B. (Fussenegger. Haus 520).
beisetzen <sw. V.; hat) [eigtl. = einen Sarg neben andere
in die Gruft setzen]: a) (geh.) feierlich beerdigen, begraben:
jmdn. mit allen militärischen Ehren b.; die Urne soll
nächste Woche beigesetzt werden; b) (veraltet) dazutun,
hinzufügen; c) (Seemannsspr.) (zusätzliche Segel) aufziehen; <Abl.
zu a:> Beisetzung, die; -. -en (geh.): Beerdigung. Begräbnis.
dazu: Beisetzungsfeierlichkeit, die (meist PI.): zu den -en
werden zahlreiche Vertreter des Hochadels erwartet.
Beisitz, der; -es: a) Amt des Beisitzers: bei diesem Prozeß
hat er nur den B.; b) Beifahrer sitz. Soziussitz: jeder ( =
Motorradfahrer) hatte zwei Leute im B. (Seghers, Transit
10); Beisitzer, der; -s. -: Mitglied eines Gerichts, eines
Vorstands od. einer kollegialen Behörde.
Beisl: t Beisel.
Beispiel, das; -s. -e [spätmhd. blspil, volksetym. zu: Spiel,
aus mhd.. ahd. bispei = belehrende Erzählung. Gleichnis.
Sprichwort, eigtl. = nebenbei Erzähltes!: *) beliebig heraus-
gegriffener. typischer Einzelfall (als Erklärung für eine
bestimmte Erscheinung od. einen bestimmten Vorgang): ein
treffendes, lehrreiches, anschauliches B.; etw. dient als
B.; -e suchen, anführen; ich will es dir an Hand eines
-s, mit einem B. erklären; *[wie] zum B. (beispielshalber,
wie etwa): kleine Mitbringsel wie zum B. Blumen oder
Pralinen; den Arbeitnehmer wieder leistungsfähig machen,
zum B. durch Heilverfahren; Abk.: z.B.; etw. ist ohne
B. (etw. ist noch nie dagewesen, ist unerhört): seine
Frechheit ist ohne B.; b) Vorbild, /einmaliges] Muster: ein
warnendes B.; er ist uns allen ein leuchtendes B.; von diesem
B. angespornt, machte er sich wieder an die Arbeit; Spr
schlechte -e verderben gute Sitten; *ein B. geben (als
Vorbild zur Nachahmung herausfordern); sich (Dativ) ein B.
nehmen [an jmdm., etw.] (jmdn., etw. als Vorbild wählen):
du solltest dir an deinem Bruder ein B. nehmen: mit gutem
B. vorangehen (etw. als erster tun, um andere durch sein
Vorbild zu gleichem Handeln anzuspornen).
beispiel-, Beispiel- (vgl. auch: beispiels-, Beispiels-): -gebend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vorbildlich, mustergültig;
-halber <Adv.>: svw. tbeispielshalber; ^los <Adj.; o. Steig.):
in seiner Art ohne vergleichbares Vorbild, unvergleichlich.
22 GDW
337
beispielhaft
unerhört: dieses Ereignis ist b. in der Geschichte; Mnaterial,
das: Fundus, aus dem Beispiele entnommen werden können:
-reBie, die: Reihe von Beispielen: ^Sammlung, die; --«atz,
der (Sprachw.): als Beispiel dienender Satz.
beispielhaft <Adj.; -er, -este): vorbildlich, mustergültig: eine
-e Ordnung; <Abl.:> Befepielnftigkeit. die; -.
bfijspiels-. Beispiels- (vgl. auch: bei spiel-, Beispiel-): -fall,
der; -halber <Adv.>: um ein Beispiel zu geben, etwa, zum
Beispiel: ^welse <Adv.>: zum Beispiel: -Wirkung, die:
beispielhafte Wirkung: Österreich kann sich rühmen.
Wegbahner eines Straßenverkehrsrechts zu sein, das international
zu B. gekommen ist (Presse 8. 10. 68. 1).
hejspringen <st. V.; ist): (geh.): a) eilig zu Hilfe kommen:
jmdm. in der Noi. in der Gefahr b.; einem Überfallenen
beherzt b.; Ü Solcher Verdrängung dessen, wovon sie ( =
die Bewußtseinsindustrie) zehrt, springt der Name
Kulturindustrie bei (Enzensberger. Einzelheiten 1.9); b) mit etwas
(bes. Geld) aushelfen: er war seinem Freund schon oft
mit kleinen Beträgen beigesprungen.
beiß-.Beiß-: ^beere, die (landsch.): Paprika, spanischer
Pfeffer: ^fest <Adj.; o. Steig.: niehl adv.): zum Beißen geeignet,
nicht zu weich gekocht: Echte Pasta muß noch ..b." sein
(Petra. Rezepte 8.1967.4); -kohl, der (landsch.): Mangold:
-korb, der: Maulkorb: -Ordnung, die (Verhaltensf.): vgl.
Hackordnung: Da untereinander genau bekannte
Kolkraben meist auch im Freien eine B. in dem Sinne
aufrechterhalten, daß der Untergebene dem
herankommenden Übergeordneten auf Hackabstand ausweicht
(Lorenz. Verhalten 96); -ring, der: für Kleinkinder verwendeter
Ring aus hartem Material für erste Beiüübungen in der
Zeit des Zahnens: -rübe, die: svw. f -kohl; -sicher <Adj.;
nicht adv.>: das Beißen nicht gestattend: Er (= der
Beißkorb) muß gut sitzen, darf nicht reiben oder drücken
und muß b. sein (Hunde-Lexikon 1964. 82); -Werkzeuge
<P1.>: svw. t Kauwerkzeuge; -wütig <Adj.>: schnell bereit,
andere zu beißen: bissig: Schon waren die abgelösten Block-
ftihrer dabei, wie -e Hunde unter die Erschöpften zu fahren
(Apitz. Wölfe 304); -zahn, der: Schneidezahn: -zange,
die: 1. Zange, deren Schneideflächen wie ein Gebiß gegenein-
anderstoßen: Kneifzange. 2. (Schimpfwort) zänkisches
Weib: ..Halten Sie die Schnauze. Sie ekelhafte B.!" (Re-
marque. Obelisk 273).
Beißet [b^jsjl. der; -s. - (md., bes. rhein. u. schles.): Meißel,
Stemmeisen: vgl. Beitel; <Abl.:> beiBein <sw. V.; hat):
meißeln.
beißen [bajsnj <st. V.; hat) Imhd. bisen, ahd. blsan]: I.
a) mit den Zähnen in etw. eindringen: er biß in die Wurst,
in den Apfel, ins Brot; ich habe mir/mich beim Essen
auf die Zunge gebissen (habe mich versehentlich mit den
Zähnen verletzt): ich habe mir fast die Lippen wund
gebissen (habe sie mir durch Beißen fast verletzt), um nicht
laut zu lachen; b) mit den Zähnen auf etwas treffen: auf
Pfeffer b.; c) kauen, (die Nahrung) mit den Zähnen
zerkleinern: er kann das harte Brot nicht mehr b.; wenn
Sie nicht richtig b. können, kommt der beste Rindsbraten
so raus, wie Sie ihn reingesteckt haben (Bieler. Bonifaz
14); * nichts/nicht viel 211 b. [und 211 brechen] haben (wenig/
nichts zu essen haben: Hunger leiden). 2. a) mit den Zähnen
packen u. dadurch verletzen: eine Schlange hat sie gebissen;
auf der Straße bissen sich zwei Hunde; der Hund hat
gleich gebissen; der Hund hat mir/mich ins Bein gebissen;
Ü laß Dir was einfallen, von wegen Urlaubüberschreiten
... Die werden nicht gleich b. (Grass. Katz 161); b) mit
den Zähnen zu packen suchen: nach jmdm., etw.
schnappender Hund biß nach dem Briefträger, nach seinem Bein;
der Hund beißt [wild] um sich; c) bissig sein: das ist ein
Kettenhund, der beißt; Vorsicht, das Pferd beißt! 3. (von
Insekten) stechen: jmdm. Blut aussaugen: heute nacht hat
mich ein Floh gebissen. 4. (Angelsport) anbeißen, den Köder
annehmen, fassen: die große Forelle hat nicht gebissen;
die Fische beißen heute gut. 5. eine stechende Wirkung
haben, scharf sein, ätzen, brennen: der Rauch beißt in
den/in die Augen; .Jod? Tut das nicht weh?% ,£s beißt
eine Sekunde" (Remarque. Obelisk 166); beißender Qualm;
die Kälte wurde beißend. 6. (ugs.Xb. + sich) (vonFarben)
nicht harmonieren, nicht zueinander passen: die beiden
Farben beißen sich; Rot mit Violett, das beißt sich; dein
Hut beißt sich aber mit dem Kleid, er hat ein ganz anderes
Rot; <Abl.:) Beißer, der; -s. -: 1. bissiges Tier, insbes.
bissiger Hund: Der Alte wußte eine Scheune, auf einem
Hof. der keinen B. hatte (Lynen, Kentaurenfährte 151).
2. (selten, meist scherzt).) Zahn: er hat gesunde B. 3.
(österr.) längere Eisenstange zum Lockern u. Heben
schwerer od. großer Gegenstände: <Vkl. zu 2:) Beißerchen, das;
-s. - <meist PI.) (fam.): erster] Zahn bei einem Kleinkind:
(scherzh. von Erwachsenen:) Wahrscheinlich ist er gestürzt,
... hat sich dabei die B. ausgeschlagen (Zwerenz. Quadriga
95); Betßerd. die; -. -en: Kampf mit Hilfe der Zähne:
zwischen den Hunden gab es eine B.; Ratten muß man
vernichten und sich nicht auf eine B. mit ihnen einlassen
(Remarque. Triomphe 330).
Beistand, der; -[e]s. Beistände: 1. <o. PI.) (geh.) Hilfe. Unter-
Stützung: Jmdm. [ärztlichen] B. leisten; Um die zu
erwartenden Prozesse durchzuführen, hätte der junge Erfinder eines
starken finanziellen -es bedurft (Menzel. Herren 89); Jmdn.
um B. bitten; zu jmds. B. herbeieilen. 2. (jur.) Rechtshelfer,
Vermittler beim Vormundschaftsgericht, Prozeßhelfer. 3.
(österr. veraltend) Trauzeuge: <Abl. zu 1:) beistandig <Adj.;
o. Steig.; nur präd.) (veraltet): behilflich: er versprach,
ihm b. zu sein; zu 2: Beistandschaft, die; - (jur.): Pflegschaft.
Beistands-: -kredit, der (Bankw.): Unterstützung durch ein
größeres Darlehen: Bedingungen .... unter denen die
Zentralbankiers den B. ... zugesichert haben (MM 9. 9. 68.
2); -pakt, der (Politik): abkommen, das zwei od. mehrere
Staaten zu gegenseitiger milit. Hilfeleistung verpflichtet:
daß Finnland ein Angebot der Sowjetunion über den
Abschluß eines -s abgelehnt hatte (Leonhard. Revolution
60); ^pflidit. die (Verwaltung): Verpflichtung von Behörden
zur Amtshilfe gegenüber dem Finanzamt: ^vertrag, der:
svw. f^pakt: Der Abschluß des Freundschafts- und -es
zwischen der DDR und der Sowjetunion (Neues D. 14.
6. 64. 3).
beistehen <unr. V.; hat) [eigtl. = im Kampf bei jmdm.
stehen]: helfen* zur Seite stehen: jmdm. nach Kräften, mit
Rat und Tat b.; er hat ihm in allen Schwierigkeiten
beigestanden; sich [gegenseitig], (geh.:) einander b.; sie
versuchten die Teufel zurückzuziehen, aber Christus erschien
und stand ihr bei (Kaschnitz. Wohin 146).
betsteiften <sw. V.; hat): 1. (österr.) zur Verfügung stellen,
bereitstellen: jmdm. eine Neubauwohnung b.; Pro
Bundesland können bis zu SO Soldaten auf freiwilliger Basis ...
beigestellt werden (Vorarlberger Nachr. 22. 11. 68. 8).
2. (Eisenb.) Perosnen- u. Güterwagen für den internationalen
Verkehr (auf Grund besonderer Vereinbarungen)
bereitstellen: in Frankfurt werden zwei Wagen für Paris beigestellt;
<Zus.:) BeisteUmöbel. das (meist PI.): Kleinmöbel für
verschiedene Zwecke, das heran- u. mit andern
zusammengerückt werden kann: Betten und B. in verschiedenen
Ausführungen; <Abl.:> Bestellung, die; -. -en <P1. ungebr.).
Beisteuer, die; - (bes. süddj: finanzieller Beitrag: etw.. was
zu etw. beigesteuert wird: Praktiken der Sowjets. B. für
die gemeinsame Sache zu erheben (Spiegel 52. 1965. 13);
Ü des Dichters .... der ... dem Zeitregime doch manche
ideologische B. leistete (Mitteilungen des Deutschen
Germanisten-Verbandes 1. 1971. 62); beisteuern <sw. V.; hat):
(zu einer Sache) beitragen, dazugeben: einen finanziellen,
künstlerischen o. ä. Beitrag leisten: jeder muß eine
bestimmte Summe b.; wer ... in der Gruppe die besten Einfälle
zur Diskussion beigesteuert... habe (Hofstätter.
Gruppendynamik 130).
beistimmen <sw. V.; hat): zustimmen, recht geben: ich möchte
dieser Ansicht durchaus, ohne Zögern b.; ..Ein
ausgezeichneter Plan, mein Lieber", stimmteQuiche ihm achtungsvoll
bei (Langgässer. Siegel 373); darin stimme ich dir bei:
beistimmend nicken; <Abl.:> Beistimmung, die; - (selten):
Zustimmung.
Beistrich.der; -[e]s. -e [1641 bei J. G. Schottel als Beystrich-
lein): Komma: der B. hat in erster Linie die Aufgabe,
den Satz grammatisch zu gliedern; einen B. setzen.
Beitel [bajtl]. der;-s.-[beeinflußt von Meißel < (m)niederd.
botet; vgl. mhd. bösen = schlagen. T Amboß]: meißelartiges
Werkzeug zur Holzbearbeitung.
Beitrag [b^itra:k], der; -[e]s. Beiträge: 1. regelmäßig] zu
zahlend/er Betrag an einen Verein, eine Organisation.
Versicherung u.a.: den vollen B. zahlen, entrichten; Beiträge
kassieren, einziehen; jmdn. zu einem finanziellen B.
veranlassen; Die Finanzierung der Sozialversicherung erfolgt
zum überwiegenden Teil aus Beiträgen, die je zur Hälfte
von den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern getragen
werden (Fraenkel. Staat 316). 2. Mitwirkung: Arbeit, Lei-
338
Beize
stung als Anteil, mit dem sich jmd. bei der Gestaltung.
Verwirklichung von etw, beteiligt: was wohl der B. unserer
Seite zur Lösung der Deutschlandfrage sein könnte
(Dönhoff, Ära 153); für diesen bedeutsamen B. zur modernen
Wissenschaft wurde der Gelehrte mit dem Nobelpreis
ausgezeichnet. 3. Aufsatz. Artikel in einer Zeitung. Zeitschrift
od. in einem Sammelband verschiedener Autoren:
regelmäßig [sprachwissenschaftliche] Beiträge in einer Zeitschrift
veröffentlichen; Einige verfaßten die Beiträge aus eigener
Initiative (Leonhard. Revolution 253); beitragen <st. V.;
hat): a) einen Beitrag zu einer Sache leisten, bei etw.
mithelfen: zum Gelingen eines Festes b.; zum Lebensunterhalt
b.; Weiterhin gehörten Männer der Gruppe an. die zu
dem gemeinsamen Gedankengut durch besondere
Erfahrungen ... beitragen konnten (Rothfels. Opposition 122);
b) als seinen Beitrag zu einer Sache beisteuern: als seinen
Anteil bei der Verwirklichung von etw. dazutun: sein Teil,
das Seine zur Entspannung b.; Sie haben da auch einiges
beizutragen (Plievier. Stalingrad 269); sie (= diese
Zurückhaltung) trug jedenfalls ein Weiteres zu seinem Ruhme
bei (Maass. Gouffe 9); etw. zu jmds. Sieg b.; <AbI. zu
Beitrag 3:> Beiträger, der; -s. -: jmd.. der mit einem Aufsatz.
Artikel zu einer Zeitschrift od. einem Sammelband beiträgt:
Wie auch andere B. dieser Festschrift bemüht sich der
Verfasser um eine genauere Begriffsbestimmung
(Muttersprache 5/6. 1969. 188).
bgjtrags-. Beitrags-: ^bemessungsgrenze. die (Sozialvers.):
höchste für die Berechnung der Pflichtbeiträge zugrunde
zu legende Gehaltsstufe: -einzug, der: der B. wird im Betrieb
des Arbeitgebers vorgenommen; ^frei <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: von der Pflicht zur Beitragszahlung entbunden: b.
sind die pauschal besteuerten Bezüge, dazu: ^freiheit, die
<o. Pl.>; Mffuppe^die (Sozialvers.): Gruppe, in die der
einzelne nach der Art seiner Beiträge eingeordnet wird:
Höchstgrenze, die (Sozialvers.): höchster gesetzlich zugelassener
Beitragssatz: -klasee, die (Sozialvers.): Klasse, die durch
die Höhe der Beiträge u. eine entsprechende Leistungshöhe
bestimmt ist: ^h» <Adj.; o. Steig.; nur attr.> (Sozialvers.):
ohne Beitragspflicht: Wie steht es mit der Anerkennung
-er ... Zeiten bei der späteren Rentenberechnung? (Welt
4. 11. 66. 2): Mnarke. die: Aufklebemarke zum Nachweis
einer geleisteten Beitragszahlung: ^pflicht, die (Sozialvers.):
Verpflichtung zur Mitgliedschaft u. zur Zahlung
regelmäßiger Beiträge, dazu: ^pflichtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
-es Arbeitsentgelt; ^rückerstattung, die (Versicherungsw.):
unter bestimmten Voraussetzungen erfolgende Rückzahlung
von Beiträgen: garantierte B. bei schadenfreiem Verlauf;
MÜckstand. der: aus noch nicht gezahlten Beiträgen
bestehende Schuld: -satz. der: durch Vertrag. Verordnung o. ä.
festgelegte Höhe von Beiträgen: die Festsetzung der
Beitragssätze erfolgt durch die Selbstverwaltungsorgane
(Fraenkel. Staat 317); Schlüssel, der: System, nach
welchem Mitgliedsbeiträge gestaffelt werden: der gegenwärtig
noch gültige B. gilt nur noch bis zum Ende 1969 (Bundestag
188. 1968. 10180); -System, das: vgl. -Schlüssel: das B.
der Berufsgenossenschaften; Tabelle, die; -Zahlung, die:
Neben der gesetzmäßigen Verpflichtung zur B. an die
Sozialversichcrungseinrichtungen ... (Fraenkel. Staat 313).
beitreiben <si. V.; hat) [urspr. von dem Vieh, das bei
Nichteinhaltung der Zahlungsfrist als Zins in den Stall
des Gläubigers getrieben wurde] (jur.): zwangsweise
einziehen, eintreiben, zwangsvolIstrecken: die Bezahlung von
Schulden erzwingen: es wurde versucht, die fälligen
Mietzahlungen beizutreiben; <Abl.:> Beitreibung, die; -. -en.
beitreten <st. V.; ist): a) sich einer Abmachung, einem
Übereinkommen, Vertrag o. ä. anschließen: einem
Nichtangriffspakt b.; b) Mitglied einer Vereinigung. Organisation o.a.
werden: einem Verein. Verband, einer Partei b.; Auch
Schweden war. durch Hoffnung auf Rückgewinn gelockt,
der Koalition beigetreten (Friedeil. Aufklärung 12); c)
(jur.) zu einem laufenden Verfahren als Beteiligter
hinzukommen: Einem verfassungsgerichtlichen Verfahren können
in bestimmten Fällen Beteiligte b. oder von Amts wegen
beigeladen werden (Fraenkel. Staat 340); d) (veraltet) einer
Meinung zustimmen: Ein Mann der frischen Entschlüsse,
trat ich dem Vorschlag des Angestellten bei (Th. Mann.
Krull 378); Beitritt, der; -[e]s. -c <PI. ungebr.): 1. das
Beitreten (a-c): er erklärte seinen B. 2. (Jägerspr.) im
Nebeneinanderstehen der Abdrücke des Vorder- u. Hinterlaufs
deutlich werdendes Kennzeichen der Hirschfährte.
beitritts-, Beitritts- (Beitritt 1): -absieht, die; -antrag. der;
Verklärung, die; -gebühr, die; -gesuch, das; -willig <Adj.;
nicht adv.): Wir haben uns ... immer für den Beitritt
Großbritanniens und der anderen -en Länder
ausgesprochen (Bundestag 189. 1968. 10260).
Beiwache, die; -. -n. Beiwacht, die; -. -en (selten): svw.
t Biwak: eine nicht vorhergesehene Beiwacht, in der man.
der Witterung schutzlos preisgegeben, die Nacht verbringt
(Eidenschink. Fels 124).
Beiwagen, der; -s. -: a) Seitenwagen eines Motorrades oder
-rollers: in den B. klettern; b) (veraltend) Anhänger bei
Straßenbahn od. U-Bahn (Ggs.: Triebwagen).
Beiwagen- (Beiwagen a): -fahrer, der: Mitfahrer im
Beiwagen: -maschine, die: schweres Motorrad mit Beiwagen:
-rad, das: Rad des Beiwagens: -schiff, das: Karosserie.
Baukörper des Beiwagens.
Bfiiwerk, das; -[eis: / schmückende] Zutat. Nebensächlichkeit,
entbehrliche Zu-. Beigabe: modisches B. zur Kleidung:
Soßen sind nicht nebensächliches B. einer Mahlzeit (Hörn.
Gäste 216); alles [störende] B. weglassen; Ü der tödliche
Ernst der Kreatur, für die Liebe überflüssiges B. ist (Re-
marque. Obelisk 234).
bewilligen <sw. V; hat) [aus beipflichten u. bewilligen]
(Schweiz.): einer Sache zustimmen: wir können diesem
Vorschlag nicht b.
fadwohnen <sw. V.; hat): 1. (geh.) bei einer Sache zuschauen,
anwesend, zugegen sein: etw. miterleben: einer kirchlichen
Feier, einer Gerichtsverhandlung, einem Staatsakt b.; am
Abend des gleichen Tages wohnte er einer Vorlesung
meines Vaters in der Universität bei (K. Mann.
Wendepunkt 202). 2. (veraltend, geh. verhüll.) Geschlechtsverkehr
mit einer Frau haben: bei einer Frau schlafen: nach dem
Grauen und der Qual der Nächte, in der er, der Böse,
ihr beigewohnt hatte (Fussenegger. Zeit 218); <Abl.:>
Beiwohnung, die; -. -en: a) <o. PI.) Zugegensein. Anwesenheit:
b) (bes. jur.) Geschlechtsverkehr: Eine B. bleibt außer
Betracht, wenn es den Umständen nach offenbar unmöglich
ist. daß das Kind aus dieser B. empfangen wurde (Medizin
II. 57).
Beiwort, das; -[eis. Beiwörter [a: 1619 bei Helvicus nach
niederl. bijwoord; mhd. blwort = Adverb; daneben mhd.,
ahd. blwort = Gleichnisrede. Sprichwort]: a) (Sprachw..
selten) svw. t Adjektiv: eine Art von freundschaftlicher
Rivalität, wobei das B. stärker zu akzentuieren ist als
das Substantiv (K. Mann, Wendepunkt 278); b)
beschreibendes (Eigenschafts- od. anderes) Wort. Epitheton:
Konserven mit dem schmückenden B. ..extra" auf dem Etikett
(DM 5. 1966. 25).
Beiz [b^its] die; -. -en <Vkl. f Beizlein. Beizli) [tBeisel, vgl.
3Beize] (Schweiz.): Dorf]schenke. Wirtshaus.
'Beiz- (,beizen): ^apparat, der (Landw.): Vorrichtung zum
Vermischen von Saatgut mit Pflanzenschutzmitteln: ^brühe,
die: Flüssigkeit zum Beizen: -bütte, die: Behälter für die
Beizbrühe: ^flüssigkeit, die; --gerfit, das (Landw): Apparat
für die Heißwasserheizung zur Ablötung der Pilzfäden bei
Brandkrankheiten des Getreides: -kraft, die: Stärke.
Wirkungsmöglichkeit einer tBeize (1); -kufe, die: svw.
t^bütte; Mnittel, das: Chemikalie zum Beizen: ^puKer,
das (Tischlerei): puherförmiges Holzbeizmittel: ^trommei,
die (Landw.): walzenförmiger Beizapparat mit
durchlaufender, beweglicher Achse zur völligen Vermischung von Saatgut
u. * Beize (1 e).
2Bfiiz- (2beizen): ^falke.der: Jagdfalke: -hund, der (J^gdw.):
Stöberhund (meist Spaniel od. Wachtelhund): -jagd. die:
svw. f 2Beize; -voflel.der: für die Jagdabgerichteter
Raubvogel. Falke.
befählen <sw. V.; hat) (selten): zurechnen, hinzuzählen: Aber
von manchem Dinge ist nicht mit Sicherheit auszusagen,
ob es den wahren und nützlichen beizuzählen sei (Th.
Mann. Joseph 110).
'Beize fb^itsd]. die; -. -n [mhd. beije; ahd. beiza = Lauge,
Alaun]: 1. a) Chemikalie. mit der Holz eingefärbt u. die
natürliche Maserung hervorgehoben wird: ich erinnere mich
an den Geruch von frischem Holz und scharfer B. (Jens,
Mann 61); b) Färbemittel für Textilien: c) (Gerberei)
Metallsalzlösung zur Herrichtung von Fellen:
Fermentpräparat für die Lederherstellung: d) Säure od. Lauge zur
Oberflächenbehandlung von Metall: e) (Landw.) flüssiges
od. puherförmiges Mittel, um Sporen. Pilze u. sonstige
Krankheitserreger im Saatgut abzutöten: 0 (Tabakind.)
22*
339
Beize
scharfe Säure od. Lauge, die dem Tabak bestimmte scharfe
od. bittere Stoffe entzieht: g) (Kochk.) Marinade, saure
Soße zum Einlegen von Fisch od. Fleisch: das Fleisch ...
in eine B. aus Rotwein. Buttermilch oder Essig legen
(Brigitte 23. 1969. 220). 2. <P1. ungebr.) Beizung. Vorgang
des Beizern: bei der B. von Saatgut wird heute meist das
Trockenbeizverfahren angewandt; 2Beize [-]. die; - [mhd.
bei3el (Jagdw.): Beizjagd: Jagd mit abgerichteten
Raubvögeln, meist Falken.
3Beize [-]. die; -. -n [tBeisel, vgl. Beiz] (landsch.): gewöhn-
liches Wirtshaus. Kneipe: Als die ersten Uniformierten
forschen Schritts im Jungbusch aufkreuzen, verschwindet
eine superblonde Nachteule klappernden Flügelschlags in
einer buntblinkenden B. (MM 17. 4. 67. 4).
Beizeichen, das; -s. -: 1. (Her.) unterscheidendes Zeichen
auf Wappen zur Kennzeichnung von Nebenlinien in großen
Familien. 2. (Münzk.) Buchstabe. Stern. Kugel od. anderes
kleines Zeichen (unabhängig vom Hauptbild einer Münze),
das verschiedene Ausgaben kennzeichnet. 3. (Jagdw.)
weniger wichtiges Fährtenzeichen neben dem Hauptzeichen, bes.
beim Rothirsch.
beizeiten [bqit$<ytn] <Adv.>: so früh, daß es für ein Vorhaben,
ein dringendes Anliegen, eine dringende Aufforderung o. ä.
günstig u. eine Verspätung ausgeschlossen ist: b. aufbrechen;
b. Vorsorgen; Er hatte gewußt, daß diese Frage kommen
würde, und sich b. darauf eingestellt (Kirst. 08/15. 77).
'beizen t'bajtsn] <sw. V.; hat) Imhd. beijen, beizen, ahd.
beizen, urspr. = beißen machen]: 1. mit 'Beize (1)
behandeln, bestreichen, einreiben od. vermischen: wir wollen den
Schrank dunkel b.; Stoff, Leder. Metall. Saatgut. Tabak.
Fleisch b.; braun gebeiztes Holz. 2. a) scharf brennend
angreifen, ätzen: in erw. sc/uwf brennend eindringen: in od. auf
einer Sache scharf brennen: der Rauch ... beizte den
Männern die Augen, daß sie weinen mußten (Baum. Bali 121);
Ü Nun wird die Sache brenziich. Nun beginnt sie sogar
einem Fouche in die Nase zu b. (St. Zweig. Fouch6 158);
b) durch Behandeln mit etw. Scharfem aus etw. entfernen,
herausätzen: Er mußte sich den Zigarettengeschmack aus
dem Mund b. (Strittmatter. Wundertäter 49); 2beizen [-)
<sw. V.; hat) [mhd. beisen. beizen, ahd. beizen, urspr.
= (den Raubvogel) beißen lassen. t2Beize] (Jägerspr.):
mit dem Falken jagen.
'Beizer, der; -s, - [zu 'beizen (1)1: Facharbeiter in der
Holzindustrie.
2Beizer. der; -s, - [zu 3Beizel (landsch.): Schankwirt: Durch
die ... Altstadt weht ein scharfer Wind, der manchem
B. ... gehörig in die Knochen gefahren ist (MM 28. 4.
72. 15).
beiziehen <st. V.; hat) (bes. südd.. österr.. Schweiz.):
hinzuziehen, heranziehen: Literatur für eine Arbeit b.; Der Haken
sitzt da. daß man noch andere Leute b. muß (Gaiser.
Jagd 138); <Abl.:) Beziehung, die: -.
Beizlein ['bqjt^lainl. das; -s. -. Beizli [bajtsli]. das; -s. -s:
TBeiz.
Bfcizug.der. -[eis. Beizüge (Schweiz.): Bei-, Hinzu-.
Heranziehung.
B£iaing.die:-.-en: 1.das1 Beizend). 2. lBeize(\):
gebräuchliche Modelle in gängigen -en (FAZ 9. 10. 61,15).
belogen <sw. V.; hat) (Jagdw.): regelmäßig jagen: (auf eine
bestimmte Tierart) Jagd machen: das rettete ... dem
Grönlandwal das Leben, der bis zur Mitte des vorigen
Jahrhunderts überaus intensiv bejagt wurde (MM 20. 2. 65. 3);
<Abl.:> Beiagung, die; -. -en: die Lebensweise des
Schwarzwildes, seine B. und Hege (Börsenblatt 98. 1967, 7054).
beiahen [te'ja:3n] <sw. V.; hat): a) eine Frage] mit Ja"
beantworten: auf eine Frage mit .ja" antworten (Ggs.:
verneinen): ich bejahte seine Frage; Frau Fiala bejaht
lebhaft (Werfel, Tod 12); eine -de Antwort; b) seiner
Anschauung entsprechend finden und es gutheißen: Warum
bejahten die beiden den Wanderprediger? (Broch.
Versucher 106); Wer lieben will, muß das Leid b. (Thieß. Reich
142); <Zus :> bejahendenfalls <Adv.) (Papierdt.): im Falle
der Bejahung, der Zustimmung, im positiven Fall.
bejahrt [toja^l] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [mhd. bejaret
= zu Jahren gekommen. 2. Part, von: bejahren = die
Jahre hinbringen] (geh.): nicht mehr jung, sondern schon
in vorgerücktem Alter: Eine Reihe -er Linden in Front
(Th. Mann. Hoheit 51); das kennerische Auge -erer
Weiblichkeit (Habe. Namen 33); <Abl.:> Bejahrtheit; die; -:
hohes Alter.
Bejahung, die; -. -en: a) das Bejahen (a) (Ggs.: Verneinung):
zum Zeichen der B. die Hand heben; b) das Bejahen (b):
die Fähigkeit zur B. des anderen (Th. Mann. KruII 249);
<Zus.:) Bejahungsfall, der: in der Fügung kn -e (Papierdt.;
im Falle der Bejahung).
bejammern <sw. V.; hat) (oft abwertend): über ein Unglück,
jmds. Verlust o.a. unter Seufzen u. Wehklagen Schmerz
in Worten ; u. Gesten] unbeherrscht u. übertrieben zum
Ausdruck bringen: sein Los. einen Verlust b.; Eine Frau,
die ihren Mann betrogen hatte und ihn bejammerte, weil
er tot war (Remarque. Triomphe 299); <Zus.:>
bejammernswert <Adj.; nicht adv.): von der Art. daß man die betreffende
Situation o. ä. nur beklagen kann: eine -e Lage; mit beiden
(= Schlössern) stand es b. (Th. Mann. Hoheit 29);
bejammernswürdig <Adj.) (seltener): svw. Tbejammernswert.
bejubeln <sw. V.; hat): jubelnd begrüßen, feiern: auf etw.
mit Jubel reagieren: die siegreiche Mannschaft, die
Soldaten als Befreier b.; ein Tor, jmds. Rede, eine Idee b.
bekacken <sw. V.; hat) (vulg): mit Kot beschmutzen: alte
Saugflaschen.... Zelluloidklappern und bekackte Windeln
(Kisch. Reporter 360).
bekakeln <sw. V.; hat) [zu t kakeln] (ugs.): über einen Vorfall,
eine noch ausstehende Entscheidung mit jmdm.. den man
gut kennt, ungezwungen in allen Einzelheiten] reden: ...
ist Pinneberg ... zu Lämmchen reingehuscht und hat mit
ihr diesen außergewöhnlichen Fall bekakelt (Fallada.
Mann 190).
bekabnen [bo'kalmdn] <sw. V.; hat) [zu TKalme] (See-
mannsspr.): durch Vorbeifahren auf der Luvseite einem
anderen Schiff den Wind aus den Segeln nehmen: die Jolle
wurde bekalmt und verlor an Fahrt.
bekämpfen <sw. V.; hat): a) gegen jmdn. kämpfen /und
ihn zu vernichten suchen): die Feinde. Aufständische b.;
die beiden Familien bekämpften sich auf Leben und Tod;
b) etwas einzudämmen, zu verhindern oder zu überwinden
suchen, indem man energische j Maßnahmen dagegen
ergreift: eine Seuche b.; wir müssen unsere Vorurteile b.;
sich [gegenseitig]/(geh.:) einander auf dem Markt -de
Firmen; <Abl.:> Bekämpfung, die; -. -en <P1. ungebr.). dazu:
BekfonpfungsmaBnahme. die (meist PL): nach wirksamen
-n gegen die ständig steigende Zahl von Verkehrsunfällen
suchen. Bekämpfungsmitteh das: das gegen Motten
wirksamste B. ist Kampfer.
bekannt [bo'kant] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [2. Part,
von: bekennen = (er)kennen]: 1. a) von vielen gekannt,
gewußt: eine -e Sache. Melodie; das -este Beispiel: es wurde
b.. daß ...; von ihm ist nichts Nachteiliges b.; er ist b.
für seine gute Ware, für seinen Geiz (ihm geht der Ruf
voraus, gute Ware zu verkaufen, geizig zu sein): er ist
wegen seines Ehrgeizes b.; b) berühmt, weithin angesehen:
ein -er Künstler. Arzt; er ist in Wien b. (hat in Wien
einen Namen). 2. in den Verbindungen jmdm. b. sein (jmdm.
nicht fremd, nicht neu sein: von jmdm. gekannt werden):
die Aufgabe war ihnen b.; ein mir oberflächlich -er junger
Mann; davon ist mir nichts b. (davon weiß ich nichts):
ich sah viele [mir] -e Gesichter (viele Gesichter, die ich
kannte): jmdm. b. vorkommen (jmdm. nicht fremd
erscheinen): die Melodie kommt mir b. vor; mit imdm..
etw. b. sein/werden (jmdn.. etw. näher kennen! kennenlernen:
mit jmdm.. etw. vertraut sein/werden): ich bin noch mit
keinem Menschen näher b.; bei dieser Gelegenheit sind
wir miteinander b. geworden; ich bin mit seinen Problemen
seit langem b.; jmdn. mit jmdm. b. machen (jmdn. jmdm.
vorstellen): Zouzou ... machte mich mit den ... jungen
Herrschaften b. (Th. Mann. Krull 393); darf ich b.
machen?; jmdn.. sich mit etw. b. machen (jmdn.. sich über
etw. informieren, mit etw. vertraut machen): jmdn. mit
einer Maßnahme b. machen; Die Eisenbahningenieure
haben sich ... mit diesem neuen Verbindungsverfahren b.
... gemacht (Bundesbahn 12, 1968, 20).
bekannt-« Bekannt-: -gäbe,die <PI. ungebr.): das
Bekanntgeben: Veröffentlichung: öffentliche B.; -geben <st. V.; hat):
öffentlich verbreiten, an die Öffentlichkeit weitergeben: der
Bundestrainer hat die Aufstellung der Fußball-Nationalelf
bekanntgegeben; ^machen <sw. V.; hat): veröffentlichen,
der Allgemeinheit zur Kenntnis bringen: den Inhalt eines
Schreibens b.. dazu: Mnachung, die. -. -en: eine amtliche
B.; -werden (Zusschr nur im Inf. u. 2. Part.): veröffentlicht
werden: in die Öffentlichkeit dringen: der Wortlaut darf
nicht b.; wenn der Wortlaut bekannt wird ...
340
bekleckern
Bekannte [te'kante], der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete):
a) jmd.. mit dem man bekannt ist: wir sind alte B.; er
ist ein alter -r von mir; viele B. haben; b) (mit Possessiv-
pron.) (ugs. verhüll.) Freund eines Mädchens od. Freundin
eines Mannes; ich war mit meiner -n verreist, zu a:
Bekanntenkreis, der: Gesamtheit der Bekannten, die jemand hat:
er zählt zu ihrem B.; bekanntermaßen <Adv.) (Papierdt.):
wie bekannt ist. wie man weiß, bekanntlich: Vögel entfernen
sich b. nicht weit von den Küsten (Hacks, Stücke 15);
Bekfmttheit, die; -: das Bekanntwerden. Bekanntsein, dazu:
Bekfimtheitagrad, der <o. PL): der... von einem
Marktforschungsinstitut ermittelte B. von 30 Prozent
(Herrenjournal 1. 1966. 62); bekanntlich <Adv.): wie bekannt ist. wie
man weiß: der Walfisch ist b. ein Säugetier; hatte es sich
hier um Temperament gehandelt, was b. im Ernstfall zum
Draufgängertum zu führen pflegte (Kirst. 08/15.108);
Bekanntschaft, die; -. -en: 1. <P1. ungebr.) das Bekanntsein;
Kontakt, persönliche Beziehung: eine B. [mit jmdm.l
anknüpfen; das war schon in der ersten Zeit unserer B.
so; bei näherer B. erhielt man ein völlig anderes Bild
von ihm; * jmds. B. machen (jmdn. kennenlernen, mit jmdm.
Verbindung aufnehmen); die B. eines Mädchens machen;
mit etwas B. machen (ugs. oft iron.; mit etw. Unangenehmem
in Berührung kommen): die Eifersucht dieser Tyrannen
zu wecken und mit ihren Messern B. zu machen (Th.
Mann. Krull 134). 2. Mensch od. Kreis von Menschen,
die jmd. kennt; Bekanntenkreis: sie brachte ihre neue B.
mit; zu seiner B. gehörten viele namhafte Künstler.
bekfnten <sw. V.; hat): mit Kanten versehen: ein Werkstück
exakt b.; <Abl.:) Bekgntung, die; -. -en.
Bekassine [bekasi:nd]. die; -. -n [frz. becassine. zu: becasse
= Schnepfe, zu: bec = Schnabel < vlat. beccus = (Hah-
nerOschnabel. wohl aus dem Galt.; nach ihrem langen
Schnabel]: vorwiegend in Sümpfen und auf feuchten Wiesen
lebende Schnepfe mit sehr langem, geradem Schnabel u.
schwarzem bis rötlichbraunem, gelblich längsgestreiftem
Rücken; Himmelsziege.
bekatern [bo'ka.tm] <sw. V.; hat) [aus dem (Ost)niederd.]
(ugs.): svw. T bekakeln.
bekaufen, sich <sw. V.; hat) (landsch.): zu teuer, unüberlegt!
einkaufen u. sich später darüber ärgern: Hummer und,
wie hieß das. Ari... Arischolen? Da haben wir uns bekauft,
Hans (Kuby. Steg 285).
bekehren <sw. V.; hat) [1 a: mhd. bekeren. ahd. bikeren.
LÜ von lat. convertere = umwenden, umkehren; vgl.
Konvertit]: 1. a) für einen Glauben gewinnen: jmdn. zum
christlichen Glauben b.; Andersgläubige b.; b) bei jmdm.
eine innere Wandlung bewirken u. ihn für eine bestimmte
LebensJauffassung gewinnen: es gelang ihm nicht, ihn
zu einer anderen Ansicht zu b.; er ließ sich nicht b.; du
hast mich bekehrt; sie sind inzwischen bekehrt (haben
aus der Erfahrung gelernt u. ihre Auffassung inzwischen
geändert). 2. <b. + sich) a) einen Glauben annehmen:
sich zum Christentum b.; b) eine innere Wandlung
durchmachen u. zu einer bestimmten ' Lebens Jauffassung kommen:
er bekehrte sich zu meiner Auflassung; hast du dich
bekehrt?; <Abl.:> Bekehrer, der; -s. -: jmd.. der andere bekehrt
(1 a); Bekehrerin. die; -. -nen: w. Form zu T Bekehrer;
Bekehrung, die; -. -en.
Bekehrung»-: -eifer, der; -reise, die: svw. T Missionsreise;
Miveise, die: Methode, mit der andere bekehrt werden sollen;
~wut, die: übereifriges Bestreben, seinen Glauben, seine
Überzeugung anderen aufzuzwingen.
bekamen <unr. V.; hat): 1. a) offen zugeben, aussprechen;
eingestehen: einen Irrtum, die Wahrheit, seine Sünden b.;
..Ist das wunderbar hier!" bekannte ich ehrlich (Härtung.
Piroschka 95); b) Zeugnis für seinen Glauben ablegen: er
wurde nie müde, seinen Glauben zu b. (Sieburg. Blick
103); laßt uns [gemeinsam] unsern Glauben b. (das
Glaubensbekenntnis sprechen; Aufforderung des Pastors an die
Gemeinde); die Bekennende Kirche (Bewegung der
deutschen evangelischen Kirchen gegen die Eingriffe u.
Maßnahmen des Nationalsozialismus). 2. <b. + sich) a) zu jmdm..
etw. stehen, überzeugt ja sagen, für jmdn.. etw. offen
eintreten: sich zu Jesus, zu Mohammed, zum Christentum b.;
er bekannte sich zu seinen Taten; nur wenige seiner
früheren Freunde bekannten sich zu ihm; b) sich als jmd nj.
bezeichnen; sich für jmdn. erklären: sich als Verfasser eines
Artikels b.; ich bekenne mich als der / (veraltend:) den
Sünder, der es unternommen hat...; c) sich eine bestimmte
Eigenschaft zuerkennen u. dafür einstehen; sich als etw.
erklären: sich [als. für] schuldig b.; sie bekennen sich als
dumm (Brecht. Geschichten 171); <Abl.:) Bek^nner, der;
-s, -: jmd.. der seine religiöse] Überzeugung öffentlich
ausspricht od. als Künstler gestaltend versinnbildlicht, dazu:
Bekpmerseist, der <o. PI.). Bekpmermut, der: der Mut.
sich trotz persönlicher Gefährdung öffentlich für seine
Überzeugung einzusetzen; Bekenntnis, das; -ses. -se: 1. das
Sich [bekennen. Ein j Geständnis; <P1.) Erinnerungen.
Lebensbeichte: das B. seiner Sünden; -se des Hochstaplers
Felix Krull (Titel eines Romans von Th. Mann); ein B.
ablegen. 2. das Eintreten für etw.; das Sichbekennen zu
etw.: ein B. zum Christentum, zur demokratischen
Rechtsordnung ablegen. 3. a) formulierter Inhalt des Bekenntnisses
(2), Glaubensformel: das Augsburger B. von 1530; das
B. unseres christlichen Glaubens; b)
Religionszugehörigkeit. Konfession: für seine Kinder Schulen des eigenen
-ses wünschen (Glaube 5, 1967. 3).
bekpmtnis-, Bekenntnis-: -buch, das: Buch, in dem eine
Weltanschauung, ein Glaube bezeugt wird; --Christ, der; -freiheit,
die <o. PI.) (Rel.): in diesem Lande herrscht B.; -freudig
<Adj.): immer wieder zu Bekenntnissen bereit; -gläubig
<Adj.>: buchstabengetreu seinem religiösen Bekenntnis
anhängend; -kirche, die <o. PL): svw. Bekennende Kirche
(t bekennen 1 b); ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): keiner
Glaubensgemeinschaft angehörend; -mäßig <Adj.; o. Steig.)
(Papierdt.): auf ein Bekenntnis bezogen: eine
Lehrerausbildung -en Charakters; -schritt, die: svw. t^buch: die -en
der Reformatoren; -schule, die: Grund-. Haupt]schule,
in der im Geist eines der beiden großen christlichen
Bekenntnisse, bes. des katholischen, unterrichtet wird.
Konfessionsschule (Ggs.: Gemeinschaftsschule); -treu <Adj); -zwang*
der.
bekkken <sw. V.; hat) (nordd.. ugs.): genau betrachten:
laß dich mal b.!; sich [gegenseitig] b.
bekiest [te'ki:st] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Kies
bestreut: -e Wege; der Platz ist b.
bekindert [to'kmdet] <Adj.): eigene Kinder gezeugtj
habend: -e und unbekinderte Ehen.
beklagen <sw. V.; hat) /vgl. beklagt/: 1. a) (geh.) über einen
Verlust. Todesfall Empfindungen des Schmerzes, der Trauer
in lautenJ Worten äußern: den Tod eines Freundes b.;
Menschenleben waren nicht zu b. (es gab keine Toten
bei etw.); b) bedauern; über etw. klagen; bedauernd
feststellen: jmds. Los b.; den sozialen und politischen Wandel
b.; Verluste oder Schäden sind nicht zu b. (hat es nicht
gegeben). 2. <b. -I- sich} jmdm. gegenüber klagen u. seine
Unzufriedenheit über ein Unrecht o. ä. mit starkem Vorwurf
gegen den Schuldigen äußern, ohne ihn jedoch zur
Rechenschaft ziehen zu wollen: sich über seinen Vorgesetzten b.;
ich habe mich bei ihm über diese/wegen dieser
Ungerechtigkeit beklagt; „Man bekommt heutzutage einen so
komplizierten Geist", beklagte sich der General ehrlich (Musil.
Mann 777); <Zus.:> beklagenswert <Adj.; nicht adv.):
bedauernswert; so geartet, daß jmdm.. etw. einem leid tun
muß; beklagenswürdig <Adj.) (geh.): svw. f beklagenswert;
beklagt [t»'kla:kt] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [zu veraltet
beklagen = jmdn. vor Gericht anklagen] (jur.): (im
Zivilprozeß) verklagt: die -e Person. Partei; <subst.:) Beklagte,
der u. die; -n, -n <Dekl. tAbgeordnete): jmd.. der (im
Zivilprozeß) verklagt worden ist (Ggs.: Kläger).
beklatschen <sw. V.; hat): 1. mit Beifall bedenken, durch
Händeklatschen begrüßen; einer Sache, jmdm. applaudieren:
die Witze des Conferenciers, den Ansager b. 2. (ugs.):
intime Dinge über jmdn.. etw. ausplaudern: Elisabeth
schauderte zusammen bei dem Gedanken, wie bald auch sie
von der im Krankenhaus verwelkten Puck beklatscht
werden würde (Sebastian. Krankenhaus 19).
beklauen <sw. V.; hat) (salopp): bestehlen: einen Kameraden
b.; sich [gegenseitig] b.; Sich von Halbstarken b. lassen,
ein großer Mann! (Fallada. Jeder 212).
bekleben <sw. V.; hat): etw. auf etw. kleben; vollkleben,
zukleben: wir wollen die Wand im Kinderzimmer mit
bunten Bildern b.
bekleckern <sw. V.; hat) /vgl. bekleckert/ (ugs.): kleckernd
beschmutzen: das Kleid mit Kirschsaft b.; ich habe mir
den Schlips bekleckert; ich habe mich schon wieder beklek-
kert!; mit Senf bekleckerte Pappteller; Ü ... bekleckert
er, was er sieht, mit faulen Witzen (Tucholsky. Werke
I. 479); * einen Bekleckerten machen (berlin. salopp: sich
341
bekleckert
den Anschein geben, als ob man etwas Besonderes sei; sich
wichtig tun): bekleckert <Adj.) (landsch. veraltend):
wichtigtuerisch: da haben sich unsere bekleckerten Bürokraten
mal wieder was geleistet!
beklecksen <sw. V.; hat): stark beschmutzen. Kleckse auf
etw. machen: das Schulhaft b.; ihre Blue Jeans waren mit
Farbe bekleckst.
bekleiden <sw. V.; hat) [2: eigtl. = jmdn. mit einem
Amtskleid bekleiden]: 1. a) mit Kleidung versehen: sie hatte
sich nur notdürftig bekleidet: nur mit einer Hose bekleidet
sein; b) (geh.) mit etw. schmückend beziehen, bedecken:
der Altar wird mit Blumen und Grün bekleidet; die Wände
waren mit weißer Seide bekleidet; c) (geh.. veraltet) in
ein Amt. Recht o. ä. einsetzen u. dadurch mit etw. versehen:
jmdn. mit einer Würde, mit hoher Macht b. 2. (geh.)
(einen Posten, ein Amt) innehaben: einen hohen Posten,
ein Amt. eine Stellung b.; <Abl.:> Bekleidung, die; -. -en:
1. a) Kleidung. Kleider: warme, zweckmäßige B.;
Segeltuchhosen. Leinenhemd und Anorak sind wirklich keine B.
für eine Bergfahrt (Eidenschink. Fels 11); b) (selten)
Verkleidung (einer Wand). 2. <o. PI.) (selten) das Bekleiden.
Innehaben eines Amtes: Ein Kastrat war aber für die B.
kirchlicher Würden untauglich (Thieß. Reich 216).
Bektekhras-. ^amt. das (Milit.): Verwaltungsdienststelle zur
Annahme. Aufbewahrung u. Ausgabe der Dienstkleidung
für die Truppe; ^gegenständ, der (meist PI.): Somit gehörte
es immer noch zu seinen Aufgaben, die Ausrüstungs- und
Bekleidungsgegenstände ... zu überprüfen (Kirst. 08/15.
108); -«werbe, das; ^Handwerk, das: Gesamtheit der
Schneiderwerkstätten. Maßschneidereien u.a.; ^Industrie,
die: Gesamtheit der Kleiderfabriken; Konfektionsindustrie;
-karamer, die: svw. tKleiderkammer; -«oll. das (Milit.)
meist in der Fügung: Bekleidungs- und Ausrüstungssoll;
-stück, das: svw. T Kleidungsstück; -Vorschriften <P1.): An-
Weisungen über die Art der Bekleidung.
bekfefastern <sw. V.; hat): a) (ugs.) reichlich mit Kleister.
Klebstoff bestreichen: die Tapeten müssen vor dem
Ankleben gut bekleistert werden; b) (ugs. abwertend) mit etw.
! reichlich u. auffallend] bekleben; mit etw. vollkleben: die
Hauswand ist über und über mit Reklame bekleistert.
bekommen <sw. V.; hat) /vgl. beklommen/: beengen, bedrük-
ken: die Stille beklemmte mich; der Anblick beklemmte
ihm das Herz; <meist im 1. Part.:) ein -des Gefühl; das
Schweigen war -d; noch -der fast scheint mir jedoch eine
andere Entwicklung zu sein; <AbI.:> Beklemmte, die; -,
-se: das Beklemmende: die B.. die von diesen Bildern
ausgeht; Beklemmung, die; -. -en: Gefühl der Enge; Angst.
Alpdruck.
beklkren <sw. V.; hat) (nordd. ugs.): beschmieren: die
Häuserwände mit Parolen b.
beklommen Ibd'kbmanJ <Adj.) (älter nhd. beklemmt, für
mhd. beklummen. 2. Part, von: beklimmen =
umklammern]: angesichts von etw. bedrückt u. gehemmt, unsicher
u. zaghaft: mit -er Stimme antworten; sie war ganz b.;
so konnte einem wohl etwas b. zumute werden angesichts
von soviel Dummheit und Lüge (K. Mann. Wendepunkt
226); sie schwiegen b.; <Abl.:> Beklommenheit, die; -.
beklönen <sw. V.; hat) (nordd. ugs.): über etw. mit jmdm..
den man gut kennt, ungezwungen in allen Einzelheiten reden:
das müssen wir aber erst mal richtig b.!; <Abl.:> Beklönung,
die; -. -en.
beklopfen <sw. V.; hat): durch Klopfen untersuchen,
abklopfen; prüfend auf jmdn.. etw. klopfen: der Arzt behorchte
und beklopfte meine Brust; Er ging nicht wie die andern
zu den Steinen und beklopfte sie (Wiechert.
Jeromin-KInder 154); bekloppt [to'kbpt] <AdJ.; -er. -este; nicht adv.)
[aus dem Niederd., eigtl. = beklopft, d.h. von einem
Schlag auf den Kopf getroffen] (salopp): nicht
zurechnungsfähig, geistig nicht normal: Natürlich zieh* ich mir
Handschuhe an ... wegen der Fingerabdrucke. Ich bin nicht
b. (Genel [Übers.]. Notre Dame 217).
bekn^bbem <sw. V.; hat): (von Tieren) mit dem Schnabel
od. den Zähnen an etw. knabbern: die Mäuse haben den
Speck beknabbert; wobei ... die Jungen (= Nachtreiher)
... den elterlichen Schnabel beknabbern (Lorenz. Verhalten
I. 172).
beknackt tto'knakt] <Adj.; -er. -este. nicht adv.) [zu T Knacks
= (seelischer) Schaden] (salopp): a) in ärgerlicher Weise
einfältig, töricht: Und dann soll das Gymnasium
unheimlich schwer sein und die Lehrer auch b. (Hornschuh, Ich
bin 8); Als ..echt b." tat... eine zornig abziehende Gruppe
Junger Leute das EröfTnungsprogramm ab (MM 16. 11.
72, 48); b) unerfreulich, ärgerlich: Fünfzehn ist ein ganz
schön -es Alter (Hörzu 40.1973.110 II).
bekndfen <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): ein Tau. eine Leine
so belegen (5 a). daß der Tampen bei Belastung nicht
nachgibt.
bekrönen, sich <sw. V.; hat) (landsch. ugs.): sich f leichtJ
betrinken.
beknkn <sw. V.; hat) [eigtl. wohl = mit den Knien auf
Jmdm. liegen] (ugs.): dringend u. ausdauernd bitten: er
bekniet mich schon lange, ihm Geld zu leihen.
bekniflen [teknifn] <AdJ.; nicht adv.) (landsch.): betreten,
betroffen: sie machen alle ziemlich -e Gesichter (Fallada.
Jeder 40).
beknQspen, sich <sw. V.; hat): Knospen ansetzen: die Bäume
beknospen sich erst spärlich.
bekpehen <sw. V.; hat): mit Essen versorgen; für jmdn.
kochen, der nicht unmittelbar zum eigenen Haushalt gehört:
in kleinen Gerichtsgefängnissen bekocht die Ehefrau des
Aufsehers dessen Schäfchen (Spiegel 21. 1966. 52).
beködern <sw. V.; hat) (Angeln): mit einem Köder versehen:
den Angelhaken b.
bekohlen <sw. V.; hat) (Fachspr.): mit Kohle! Vorräten]
versorgen: der Dampfer mußte im Hafen bekohlt werden;
<Abl.:> Bekohlung, die; -. -en.
bekommen <st. V.): 1. <hat> a) von jmdm. etw. als Geschenk.
Belohnung. Auszeichnung o.a. erhalten: zum Geburtstag
eine Puppe, ein Buch b.; 100 DM Finderlohn b.; einen
Orden, eine Medaille, einen Preis b.; b) jmdm. (als
Äquivalent, als Bezahlung o.a.) zuteil werden, (etwas, worauf
man Anspruch hat) erhalten: Verpflegung. Urlaub.
Sozialhilfe b.; die Schauspieler bekamen viel Beifall; ich
bekomme noch S Mark von dir (du schuldest mir noch
5 Mark); er bekommt 20 Mark für die Stunde (verdient
20 Mark in der Stunde); was bekommen Sie (verlangen
Sie) für das Bild?; c) jmdm. zugestellt, übermittelt o.a.
werden: Post, einen Brief, eine Nachricht b.; er hat Bescheid
bekommen, daß er sofort zurückkommen soll; d) (als
Strafe o.a.) hinnehmen müssen; erhalten: eine Ohrfeige,
einen Rüffel. Schelte. Schläge b.; für den Einbruch hat
er fein Jahr) Gefängnis bekommen (ist er [mit einem Jahr]
Gefängnis bestraft worden); e) (an einer bestimmten
Körperstelle) plötzlich von etw. getroffen werden: einen Stoß, einen
Tritt b.; er bekam einen Schlag auf den Kopf, in den
Bauch; 0 von etw. befallen werden; als Folge einer physischen
od. psychischen Veränderung haben: Wut. Angst. Heimweh
b.; allmählich Hunger b.; er hat einen furchtbaren Schrecken
bekommen; einen roten Kopf. Falten, eine Glatze b.; g)
sich etw. zuziehen; erleiden: eine schwere Krankheit. Fieber.
Schnupfen, einen Herzinfarkt b.; er bekam einen Krampf
im Bein und mußte das Rennen aufgeben; b) mit etw.
rechnen müssen, können: Besuch. Gäste b.; wir bekommen
bald Regen. Frost, besseres Wetter, damit bekommst du
doch nur Argen i) in einen bestimmten Zustand geraten:
Löcher. Risse b. (löcherig, rissig werden); |) jmdm. erteilt
werden: einen Auftrag. Befehl b.; du bekommst keine
Erlaubnis; er bekommt immer seinen Willen (man gibt immer
seinen Wünschen nach). 2. <hat) a) (durch eigenes Bemühen)
zu etw. kommen; sich verschaffen: keine Arbeit, eine [neue]
Stellung b.; es ist schwer. Personal zu b.; er hat noch
keinen Platz bekommen; keinen Anschluß, keine
Verbindung (beim Telefonieren) b.; einen Einblick in etw.. einen
Eindruck von etw. b. (gewinnen, erlangen); einen Mann,
eine Frau b. (finden): er hat sie. sie haben sich endlich
bekommen (geheiratet): b) kaufen können, (gegen Geld)
erhalten: das Buch ist nicht mehr zu b.; er hat die Sachen
billig bekommen; was bekommen Sie? (was wünschen Sie.
was möchten Sie haben?); c) hervorbringen, entstehen lassen:
der Baum hat Knospen. Blüten bekommen; sie bekommt
ein Baby, ein Kind (ist schwanger); der Hund hat Junge
bekommen (geworfen); d) zu einem bestimmten Verhalten
o. ä. bringen: ich habe ihn nicht aus dem Bett bekommen
(er ist trotz meiner Aufforderung nicht aufgestanden); Jmdn.
zum Reden b.; Jmdn. dazu b.. die Wahrheit zu sagen;
e) erreichen, daß jmd.. etw. in einen bestimmten Zustand
versetzt wird: sie wollten den Gefangenen frei b.: um es
hier wieder sauber, gemütlich und wohnlich zu b. (R.
Walser. Gehülfe 163); 0 erreichen, daß etw. an eine bestimmte
Stelle kommt: Jmdn. vor seine Augen, etw. in die Hand
342
Belagerer
b.; etw. aufs Bild, zu Papier b.; die Männer bekamen
das Klavier nicht durch die Tür; etw. in den Magen b.
(ugs.; seinem Magen Nahrung zufuhren)', g) (noch zum
richtigen Zeitpunkt) erreichen: den Zug, die Straßenbahn [noch,
nicht mehr] b. 3. <b. + Inf. mit „zu"; hat) a) in den
Stand gesetzt werden, die Möglichkeit haben, etw. / zu seinem
Nutzen] zu tun: etw. zu kaufen, zu essen, zu sehen b.;
er bekam den Ast zu fassen; b) ertragen müssen: jmds.
Haß zu spüren b.; wenn er das tut. bekommt er von
mir etw. zu hören (werde ich ihm die Meinung sagen). 4.
<b. + 2. Part.; hat; als Umschreibung des Passivs): etw.
geschenkt, geschickt, gesagt b. 5. in einer bestimmten
Ausführung erhalten <hat>: etw. gedruckt, schriftlich, in Farbe
b. 6. jmdm. [nichtJ zuträglich sein: [un]günstig für jmdn.,
etw. sein <ist>: die Kur ist ihm schlecht bekommen;
das Essen ist mir [gut] bekommen; wohl bekomm's!; Es
ist ... richtig, daß Pastellfarben der Gesichtsfarbe meist
besser bekommen als die kräftigen Farbtöne (Dariaux
[Übers.]. Eleganz 88). 7. *es nicht über sich b. (hat) (sich
nicht zu einer (für die eigene oder eine andere Person]
unangenehmen Handlung entschlielien können): sie hatte
es nicht über sich bekommen, dem Jungen das Spielzeug
wegzunehmen.
bekomplimentkren <sw V.; hat): in förmlicher, übertriebener
Weise loben, jmdm. Komplimente sagen: er
bekomplimentierte seine Leute; sich [gegenseitig]/(geh.:) einander b.
beköstigen [bd'koestign] <sw. V.; hat): / regelmäßig! mit Essen
versorgen: vier davon (= von den hungernden
Arbeiterkindern) beköstigte und bekleidete Linda (Mostar.
Unschuldig 84); <Abl.:> Bekptigira. die; -. -en (PI ungebr.):
das Beköstigen: Kost. Verpflegung.
bekptzen <sw. V.; hat) (salopp): mit Erbrochenem
beschmutzen: der Betrunkene hatte den Tisch bekotzt; sich von
oben bis unten b.; im Polizeigefängnis auf einer
Holzpritsche, eingewickelt in eine ..bekotzte Decke" (Zeit 22. 5.
64.22).
bekräftigen <sw. V.; hat): a) nachdrücklich bestätigen: er
bekräftigte seine Aussagen mit einem/durch einen Eid;
sie bekräftigten die Vereinbarung durch Handschlag; er
bekräftigte, daß er Hilfe leisten wolle: b) in etw. bestärken,
unterstützen: den Verdacht, die Vermutung b.; das
bekräftigt mich in meiner Überzeugung; ..So einer hat nichts
und nimmt das Maul voll", bekräftigte der ältere (Broch.
Versucher 11); (Abl.:> Bekräftigung, die; -, -en.
bekrallt [tokralt] <Adj.; o. Steig., nicht adv.) (Zool.; sonst
selten): mit Kralle/n] versehenj: -e Tatzen.
bekrfnzen <sw. V.; hat): mit einem Kranz, mit Girlanden
schmücken: den Sieger b.; dem Sieger die Stirn b.; der
Erntewagen wird bekränzt; eine bekränzte Statue; <Abl.:>
Bekrfnzung, die; -. -en.
bekreuzen <sw. V.; hat): 1. (kath. Kirche) a) mit dem
Kreuzzeichen segnen, das Kreuz zeichen! über jmdm. nutchen:
die schlafenden Kinder b.; b) <b. + sich) seltener für
t sich bekreuzigen. 2. (veraltet) ankreuzen: bekreuzigen, sich
<sw. V.; hat): a) (kath. Kirche) das Kreuz; zeichen] über
Stirn u. Brust machen: ich bekreuzigte mich und verneigte
mich vor dem Altar; (zum Zeichen des Abscheus od. der
abergläubischen Furcht:) sich vor jmdm.. vor etw. b.; b)
(ugs.) großen Abscheu, u. abergläubische Furcht I vor jmdm..
einer Sache haben: vor dieser Aussicht bekreuzige ich mich.
bekrjeehen <sw. V.; hat) (selten): a) auf jmdm.. auf etw.
kriechen: Insekten und Würmer bekriechen den Kadaver;
b) (geh.) svw. t beschleichen (2): Nach diesem Gespräch
... bekroch Goron allmählich ein Gefühl, als vergeude
er seine Zeit (Maass. GouftS 22).
bekrkgen <sw. V.; hat): gegen jmdn.. etw. Krieg führen:
die Nachbarvölker b.; das Land wurde immer wieder
bekriegt; Ü ein Abendroth-Schüler, der ... seinen früheren
Lehrer geschickt und heftig bekriegte (bekämpfte; Zeit
29. 5. 64. 10); sich [gegenseitig]/(geh.:) einander b.
bekritteln <sw. V.; hat) (abwertend): mit kleinlicher Kritik
bedenken; I kleinlich I an jmdm.. etw. herumkritisieren: einen
Kollegen, ein Buch, eine Ware b.; (Abl.:> Bekrjtt[e]lung.
die; -. -en.
bekritzeln <sw. V.; hat): mit Kritzeleien, kritzelnd mit
Iundeutlichen] Buchstaben od. Zeichen versehen: er bekritzelte
die Buchränder eng mit Anmerkungen.
bekrönen <sw. V.; hat): a) mit einem kronenähnlichen
Schmuck, mit einem Kranz o.a. versehen: den Sieger b.;
ein Gebäude mit einer Kuppel b. (Archit.; mit einer Kuppel
als krönendem, schmückendem Abschluß versehen)'. Ü er
bekrönte sein Schaffen (gab seinem Schaffen den
glanzvollen Höhepunkt) mit einem epochemachenden Werk; b)
den krönenden Schmuck od. Abschluß bilden: ein Schloß
bekrönt den Berg; das Hörn der Hybris, das ihre Stirnen
bekrönte (Langgässer. Siegel 238); Ü ein epochemachendes
Werk bekrönte sein Schaffen (bildete den glanzvollen
Höhepunkt seines Schaffens); <Abl.:) Bekrönung, die; -. -en:
1. das Bekrönen. 2. krönender Schmuck. Abschluß.
beitraten [bo'krostn] <sw. V.; hat): a) (selten) mit einer
Kruste überziehen; b) <b. -I- sich) eine Kruste bilden: die
Wunde hat sich schnell bekrustet.
bekycken (nordd.): svw. t begucken.
bekümmern <sw. V.; hat) /vgl. bekümmert/: 1. betrüben;
jmdm. Kummer, Sorge bereiten: mein Zustand bekümmerte
ihn; das braucht dich nicht zu b. (kümmern); was
bekümmert Sie das (was kümmert Sie das. was geht Sie das
an)? 2. <b. + sich) a) (geh. veraltend) sich betrüben:
sich über etw. b.; b) sich kümmern, für jmdn.. etw. sorgen:
ich muß mich um das Gepäck b.; sie sollte sich lieber
etwas mehr um ihre Kinder b.; <Abl. zu 1:) Bekgmmernis,
die; -. -se (geh.): Kummer, Sorge: in ehrlicher B. seine
Schuld zugeben; bekümmert [bo'kYmm] <AdJ.): traurig,
bedrückt, sorgenvoll: ein -es Gesicht machen; er war
darüber sehr b.; jmdn. b. anblicken, dazu: Bektymmertheit.
die; -; Bekfynraenmg, die; - (selten): Kummer: in
nachdenklicher B. (Lenz. Suleyken 61).
bekunden [bokundn] <sw. V.; hat): 1. a) (geh.) zum Ausdruck
bringen; deutlich (durch Worte. Gesten od. Mienen) zeigen:
Interesse. Teilnahme, seine Bereitwilligkeit. Verlangen.
Furcht b.; er bekundete laut und deutlich sein Mißfallen;
Ü Auch Zeitungsstände bekunden die Weltstadt (Koeppen.
Rußland 48); b) (jur.) vor Gericht aussagen, bezeugen: etw.
eidlich b.; Augenzeugen bekundeten, daß der Beklagte
nicht die Vorfahrt beachtet habe. 2. <b. + sich) (geh.)
zum Ausdruck kommen; deutlich werden, sich zeigen:
dadurch, darin bekundete sich ihr ganzer Haß; ihre
Verschiedenheit bekundete sich immer stärker: ein gewisser edler
Luxus, die generositä. die sich darin bekundete, der Form
einen ... Eigenwert beizulegen (Th. Mann. Zauberberg
722); <Abl.:> Bekunduw. die; -. -en.
Bd [bei], das; -s. - [nach dem Amerikaner A. G. Bell,
dem Erfinder des Telefons): Kennwort bei Größen, die als
Logarithmus des Verhältnisses zweier physikal. Größen
gleicher Art angegeben werden; Zeichen: B (auch noch: b).
belächeln <sw. V.; hat): über jmdn.. etw. lächeln; jmdn..
etw. mit /spöttischem od. nachsichtigem/ Lächeln
betrachten: der Plan, der alte Mann wird allgemein belächelt;
sie belächelte sich selbst; etw. als kindisch b.; belachen
<sw. V.; hat): a) durch sein Lachen zeigen, daß man etwas
lustig od. erheiternd findet; über jmdn.. etw. lachen: Jmds.
Einfall b.; die neuesten Witze wurden belacht; eine viel
belachte Komödie; b) sich über jmdn.. etw. lustig machen;
durch Lachen verspotten: Jmds. Äußerungen. Ausreden.
Ängste b.
belackmeiern [bd'lakmajmi] <sw. V.; hat) [vgl. gelackmeiert]
(ugs.): übervorteilen, betölpeln: seine Kameraden b.; er
fühlte sich belackmeiert.
beladen <st. V.; hat): a) mit einer Ladung. Last versehen,
anfüllen (Ggs.: entladen 1 a): den Wagen [mit Holz] b.;
ein schwer beladener Wagen; b) jmdm.. einem Tier i viel]
zu tragen geben, ihm etw. aufladen: jmdn.. einen Esel,
sich mit Paketen b.; sie war schwer beladen (hatte viel
zu tragen): Ü Jmdn.. sich mit Verantwortung. Sorgen b.;
er nahm sich der armen und beladenen Menschen an;
c) lastend, schwer, /über/reich bedecken: einen Tisch mit
Geschenken b.; ein beladenes Tablett; (abwertend:) jmd.
ist mit Schmuck beladen (trägt allzuviel Schmuck); <Abl.
zu a:> Beladung, die; -.
Belag [to'la:k]. der; -[eis. Beläge [bo'lE.'gs]. ugs. auch: -e:
1. dünne Schicht (Schimmel. Eiter o.a.). die sich auf etw.
gelegt hat: B. auf der Zunge ist ein Krankheitszeichen;
altes Kupfer ist meist mit einem B. von Grünspan
überzogen. 2. Material. Substanz (Auflage. Schicht), mit der etw.
überzogen wird: die Bremsen brauchen neue Beläge; den
B. der Straße erneuern; für den Fußboden einen B. aus
Linoleum bestellen. 3. a) Aufschnitt: Brotschnitten mit
verschiedenem B.; b) aufgelegte, bedeckende u. füllende
Masse (z.B. Obst) bei Torten o.a.
Belagerer [bo'fcgare]. der; -s. - <meist PL): Truppen, die
343
belagern
(eine Stadt, Burg, Festung o.a.) belagern: nach mehreren
Versuchen, die Burg im Sturm zu nehmen, zogen die B.
wieder ab; belagern <sw. V.; hat): a) (Milit.) (eine Stadt,
Burg. Festung o. ä.) zum Zweck der Eroberung einschließen
u. umzingelt halten Troja ist 10 Jahre belagert worden,
ehe es fiel; b) (ugs.) ausdauernd u. in großer Zahl umringen;
sich wartend u. neugierig um jmdn., etw. drängen: Reporter
belagern das Hotel; einen Verkaufsstand b.; die Boxen
werden von Autofans belagert; Autogrammjäger
belagerten den Schauspieler; <Abl.:> Belagerung, die; -, -en: 1.
das Belagern (a). 2. <o. PI.) (ugs.) das Belagern (b).
Belggerungs-: -beer, das; --krieg, der; ^naschine, die:
antikes od. mittelalterliches Sturmgeschütz; ^truppen <P1.>;
^zustand, der (jur.): insbes. bei Krieg od. Kriegsgefahr
staatlich verhängter Ausnahmezustand, bei dem die Bürgerrechte
weitgehend durch militär. Anordnungen auf Grund des
Kriegsrechts o. ä. eingeschränkt werden: den B. ausrufen;
den B. [über eine Stadt, ein Gebiet] verhängen.
Beiami [bela'mi:]. der; -[s], -s [frz. bei ami = schöner Freund
(nach der Titelgestalt eines Romans von Maupassant)]:
Frauenliebling: er ist ein richtiger B.
betymmern: falsche Schreibung für T belemmern.
Belang [ta'Iaol. der; -Ie]s. -e: 1. <o. PI.) Bedeutung,
Wichtigkeit: Den ... Hypothesen schrieb er gar keinen unmittelbar
psychologischen B. ... zu (Gehlen. Zeitalter 97); meist
in der Verbindung von/ohne B. [sein] (große!keine
Bedeutung /für jmdn., etw./ haben): das ist für mich ohne B.;
nichts von B. (nichts Wichtiges). 2. <PI.) Interessen,
Angelegenheiten: die kulturellen -e; gesamtdeutsche -e; jmds. -e
vertreten, wahrnehmen; er habe... die -e eines Mandanten
... mit den -en der Redaktion des Spiegel verknüpft
(Augstein, Spiegelungen 133). 3. <o. PI.) (Papierdt.) Hinsicht
(meist in Fügungen wie): in diesem B.; beengen <sw. V.;
hat): a) (jur.) zur Rechenschaft, zur Verantwortung ziehen,
verklagen: jmdn. gerichtlich b4; jmdn. wegen Diebstahls
b.; b) (unpers.; veraltend) an bejlangen, betreffen: was
mich belangt, so ...
betyv-, Belang-: -k* <Adj.; -er, -este): ohne Belang (1).
bedeutungslos, unwichtig (Ggs.: ^voll): eine -e Sache.
Bemerkung; das ist [für uns. für das Endergebnis] völlig
b.. dazu: -losigkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.) Undichtigkeit,
Bedeutungslosigkeit. 2. belanglose Sache, Äußerung; ^rekh
<Adj.): wichtig, bedeutungsvoll: mehrere für die Zukunft
-e Dinge (Th. Mann, Hoheit 91); ^voll <Adj.) bedeutend,
wichtig (Ggs.: ^los): ein [für die Wissenschaft] -es Werk;
stilistisch b. sein.
belassen <st. V.; hat): a) (unverändert) so lassen, an seinem
Platz lassen: die jungen Dohlen im elterlichen Nest b.;
jmdn. in seiner Stellung b.; jmdn. in dem Glauben b..
daß ...; etw. in seinem Zustand, in der alten Reihenfolge
b.; wir haben es dabei belassen (bewenden lassen); b)
Iüber llassen: den Landern die Kulturhoheit b.; Entweder
werden diese als Übergangsmandate bezeichneten
Mandate der siegenden Partei belassen .... oder sie fallen weg
(Fraenkel. Staat 3S9); <Abl.:) Belfnire, die; -.
belastbar [bo'lastba:^] <Adj.; nicht adv.): 1. geeignet,
fähig, Belastung (1) auszuhalten: eine bis zu 15 t -e
Brücke. 2. geeignet, fähig, Belastung (2),
Inanspruchnahme auszuhalten, zu verkraften: kaufm. Mitarbeiter, ca.
23 Jahre alt. ... b. und zielstrebig ... (Augsburger
Allgemeinen. 2. lS.Xl):Bel^barkeiUd\c:-,-€n:l.Fähigkeit,Be-
Iastung(\), Materialbeanspruchung auszuhalten: da paßten
die Gewinde nicht, und die -en der Druckrohre waren
anders (FAZ 17.10.61.13). 2.<o. PI.) Fähigkeit. Belastung
(2). Inanspruchnahme auszuhalten, zu verkraften:
körperliche, seelische B.; Das böse Wort .... man müsse eben
„einfach die B. der Wirtschaft" erproben (Zeit 7. 2. 75.
1); ihre nervliche B. ist nicht sehr groß: belasten <sw.
V.; hat): 1. a) mit einer Last versehen, schwer machen,
beschweren: das Auto, eine Brücke zu stark b.; der
Fahrstuhl darf nur mit 4 Personen belastet werden; man muß
den Talski b. (das Körpergewicht auf den Talski verlagern);
<b. + sich) (selten) ich belastete mich mit den beiden
Koffern; b) in seiner Existenz. Wirkung, in seinem / Lebens J-
wert beeinträchtigen: die Atmosphäre durch Schadstoffe
b.; Schadstoffe belasten die Atmosphäre; einen Aufsatz
durch Einzelheiten b.; jmd. ist mit schwerer Schuld belastet
(trägt schwere Schuld); erblich belastet sein (terblich b).
2. a) stark in Anspruch nehmen: jmdn. mit Verantwortung.
Arbeit b.; sein Gedächtnis nicht mit unwichtigen Dingen
b.; er belastete sein Gewissen mit Schuldgefühlen; b) jmdm..
einer Sache zu schaffen machen, schwer auf jmdn.. etw.
lasten: zuviel Fett belastet den Magen; die Verantwortung
scheint dich sehr zu b.; ihn belastete (bedrückte) der
Gedanke an die verlorengegangenen sechs Schuß Munition
(Kirst.08/15.169); diese Methoden belasteten sein
Gewissen; von Sorgen belastet. 3. (jur.) als schuldig erscheinen
lassen (Ggs.: entlasten 2 a): die Aussagen des Zeugen
belasten den Angeklagten; durch Indizien schwer belastet
werden; belastendes Material; belastende Aussagen. 4.
(Geldw.) mit einer finanziellen Last belegen; jmdm., einer
Sache eine finanzielle Schuld auferlegen: diese Gesetze
belasten den Staatshaushalt mittelbar oder unmittelbar; die
Bevölkerung mit zusätzlichen Steuern b.; ein Konto mit
einem Betrag b.; dafür belasten wir Sie mit DM 100.-;
das Haus ist mit einer Hypothek belastet (auf das Haus
ist eine Hypothek eingetragen).
belästigen [bo'lestign] <sw. V.; hat): a) stören, jmdm. zur
Last fallen; unbequem, lästig werden: jmdn. mit Fragen,
mit seiner Anwesenheit b.; darf ich Sie [in dieser
Angelegenheit, damit] noch einmal b.?; ihr Hut und Schleier
belästigten sie (Gaiser. Jagd 71); die Mücken haben uns arg
belästigt; b) bedrängen; jmdm. gegenüber zudringlich werden:
belästigen Sie mich nicht!; er hat das Mädchen immer
wieder belästigt; <Abl.:> Belustigung, die; -. -en.
Belastung [te'lastuol. die; -. -en: 1. a) das Belasten (1 a).
Belastetsein: für gleichmäßige B. der Ladefläche sorgen;
b) das Belasten (1 b). Belastet sein: die B. der Atmosphäre
durch Schadstoffe; erbliche Belastung (vgl. erblich b). 2.
das Belasten (2). Belastetsein; Last, Inanspruchnahme,
Bürde: körperliche u. seelische -en; die B. des Kreislaufs;
die B. durch den Beruf; etw. ist eine B. für jmdn.; jmdn..
etw. einer B. aussetzen; einer B. ausgesetzt sein. 3. (jur.)
das Belasten (3). Beschuldigen: die Zeugenaussage bedeutet
eine starke B. des Angeklagten. 4. (Geldw.) das Belasten
(4), das Auferlegen einer geldlichen Last: die B. eines
Grundstücks mit Hypotheken; B. eines Kontos (Eintrag im Soll);
außergewöhnliche -en (Steuerw.; auf rechtlichen od.
sittlichen Verpflichtungen beruhende Ausgaben, die in gewissem
Umfang steuerlich absetzbar sind).
bel«stiing&-, Belastung»-: -anzeige, die (Bank): Nachricht
über die Belastung eines Kontos; -EKG, das (Med.):
unmittelbar nach körperlicher Belastung aufgenommenes
Elektrokardiogramm; -fiihig <Adj.) so beschaffen, daß es eine
bestimmte Belastung aushält, dazu: -fähigkeit, die <o. PI.);
-grenze, die: 1. Grenze der Belastbarkeit (1). 2. Grenze
der Belastbarkeit (2); -Indiz,das (jur.): belastender Umstand:
der Beweiswert von -ien; -lorve, die (Fachspr.): graphische
Darstellung wechselnder Belastungen; -material, das (jur.):
Tatsachen, die zusammengetragen werden u. zur Belastung
des Angeklagten vorgebracht werden können; -messer, der
(Med.); -probe, die: Mensch und Gerät wurden vielen
-n unterworfen; -spitze, die: die B. für das Stromnetz
ist in den frühen Abendstunden zu erwarten; -zeuge, der
(Jur.): Zeuge der Anklage.
beiatscheni [bo'la:tjBn] <sw. V.; hat) (berlin. salopp): a)
zu etw. überreden: er hat mich belatschert. daß ich mich
damit einverstanden erkläre; b) beratschlagen.
belauben [bd'lapbn]. sich <sw. V.; hat): Laub bekommen:
bald werden sich die Bäume wieder b.; <meist im 2. Part.:)
zwischen schwach belaubten Pappeln (Hauptmann. Thiel
13); <Abl.:> BetouNre, die; -il.das Sichbelauben. 2.
Laubwerk.
belauern <sw. V.; hat): 1. versteckt wartend scharf
beobachten, heimlich u. genau verfolgen, was jmd. tut: einen
Verbrecher, ein Wildtier b.; Ü täglich belauern (bedrohen) neue
Gefahren unser Leben. 2. mit lauerndem Blick beobachten,
bewachen: er belauerte mich; einander, sich [gegenseitig]
b.; <Abl.:> Befeuerung, die; -. -en.
Behuf, der; -[eis. Belaufe: 1, * im B. von (veraltet; /vom
Betrag] in Höhe von). 2. (Jagdw.): Pirschbezirk.
zugewiesenes Revierstück für Jäger od. Förster; belaufen <st. V.):
1. <b. + sich; hat) betragen, ausmachen: der Schaden,
die Summe beläuft sich auf etwa 1000 DM. 2. <hat) eine
Strecke, ein Gebiet begehen, abgehen: Ich muß die Strecke
(= Eisenbahnstrecke) b. (Hauptmann. Thiel 32); <meist
im 2. Part.:) ein wenig belaufener Pfad. 3. (hat) (landsch.)
geschäftig, lebhaft herumlaufend aufsuchen [u. bevölkern]:
die Geschäfte b.. um eine bestimmte Ware zu bekommen;
Die Stadt war von Fremden belaufen (Strittmatter. Wun-
344
belehren
dertäter 237); ein stark beiaufenes Geschäft. 4. <ist>
(landsch.) anlaufen, beschlagen: die Scheiben sind belaufen.
belauschen <sw. V.; hat): a) heimlich und genau Geräusche,
jmds. Äußerungen verfolgen und daraus bestimmte Schlüsse
ziehen, heimlich mithören: man hat uns. unser Gespräch
belauscht; einander, sich [gegenseitig] b.; b) forschend
beobachten, zu erfassen suchen: die Tierwelt b.
Belcanto, (auch:) Belkanto [belkanto]. der; -s [ital. bei canto
= schöner Gesang]: virtuoser italienischer Gesangsstil (mit
bes. Betonung des schönen Klangs u. der schönen Melodie).
Belebe ['belpl. die; -. -n. (auch:) Bdchen fbelpi]. der; -s.
- [mhd. belebe, ahd. belihha] (südd.. Schweiz.): Bläßhuhn;
<Zus.:> Bfkhenxhladit, die (Jagdw.): Treibjagd auf
Selchen, bes. im Bodenseegebiet.
beleben <sw..V.; hat) /vgl. belebt/: 1. a) lebhafter machen,
anregen, in Schwung bringen: der Gedanke belebte ihn;
die niedrigen Preise werden den Absatz b.; Kaffee hat
eine-de Wirkung; b)<b. + sich) lebhafter werden: Schwung
bekommen: sein Gesicht, seine Augen beleben sich; der
Markt, die Konjunktur belebt sich. 2. lebendigf er J
gestalten: einen Text mit Bildern b.; die Landschaft wird durch
einen Fluß belebt. 3. a) lebendig machen, zum Leben erwek-
ken. mit Leben erfüllen: der Mensch kann komplizierte
Eiweißmoleküle nachbauen, aber er kann sie nicht b.;
alte Sitten und Gebräuche b. (aufleben lassen): b) <b.
+ sich) lebendig werden, mit Leben erfüllt werden: im
Frühling, wenn sich die Natur [wieder] belebt; er fühlte
sich nach dem Bad neu belebt (erfrischt): Erinnerungen
belebten sich bei dem Anblick. 4. a) mit Lebewesen füllen,
bevölkern: auf. in etw. leben: Millionen Mücken belebten
den Wald (Kuby. Sieg 243); b) <b. + sich) sich mit Leben,
Lebewesen füllen: bevölkert werden: die Straßen beleben
sich; die Dachterrasse... würde sich wohl erst nach Schluß
der Theater wieder b. (Th. Mann. Krull 283); belebt <Adj.;
-er. -este; nicht adv.): 1. lebhaft, bevölkert: voll Leben
u. Beirieb: eine -e Kreuzung. Straße; dieser Kurort ist
mir zu b. 2. lebendig, beseelt, von Leben erfüllt: die -e
Natur; -er Marmor; die belebte (organische) Natur; <Abl.:>
Belebtheit, die; -; <Zus.:> Belebtschlamm, der (Biol.):
verschleimte Kolonie von Bakterien, dazu: Betebtschlairan-
becken, das. Befebtschlainnverfahran das: Verfahren zur
Abwasserreinigung: Belebung, die; -. -en: das Beleben: das
Belebtwerden: <Zus.:) Belebungsbecken, das: Becken, das
zur biologischen Abwasserreinigung gebraucht wird:
Belebungsversuch, der (Med.): ärztliches Bemühen um einen
Bewußtlosen nach einem Herzanfall od. Unfall.
bel«cken <sw. V.; hat): leckend über jmdn.. etw. hinfahren:
etw. anlecken: mit der Zunge befeuchten: eine Briefmarke
b. (um sie aufzukleben); der Hund beleckt seinen Herrn;
bevor er die Karten austeilte, beleckte er seine
Fingerspitzen; <b. + sich) die Katze beleckt sich (säubert sich):
einander, sich [gegenseitig] b.; Ü der Platz schlief ...
winklig beleckt von den Schatten (H. Mann. Stadt 9).
Beleg [bo'Ie.kh der; -[e]s. -e: a) Nachweis für Ausgaben od.
Zahlungen o.a.: Beweisstück: -e abheften,
zusammenstellen, beibringen; Du kannst mir vielleicht nächsten Ersten
die Kohlenrechnung als B. bringen (Fallada. Mann 236);
Aber Herr Beckett konnte für seine Steine sehr gute -e
vorweisen (Brecht. Groschen 124); b) Nachweis. Zeugnis,
literarisches Beispiel (für Wortgebrauch od. Ausdrucksweise
o.a.): wir haben keinen B. für dieses Wort in unserer
Kartei; c) (Archäol.) Fundstück.
Bete«-: ~arzt. der: Arzt, der (neben seiner Praxis) eine
Belegstation in einem Krankenhaus betreut: ^boeen. der
(Hochschulw.): Formular zum Eintragen der belegten
Vorlesungen u. Übungen: ^exemplar, das: Pflichtstück eines
Buches od. fZeitungs-, ZeitschriftenJartikels, das dem
Autor, der Zentralbibliothek u. anderen Stellen als
Veröffentlichungsnachweis zugeschickt wird: ^frist (Hochschulw.):
Zeitspanne, innerhalb deren jeder Student die Vorlesungen
für das laufende Semester belegt haben muß: ^Jiölzer <P1.)
(Seew.): Holzpflöcke, um die Taue belegt (5) werden können:
^klampe. die: svw. tKlampe; -knochen. der (Anat.):
entwicklungsgeschichtlich aus Bindegewebe aufgebauter
Knochen: Deckknochen (z.B. Stirn. Scheitelbein,
Schlüsselbein); ^krankenhaus, das: Krankenhaus, das nur
Belegstationen hat: dieser, der (Datenverarb.): Vorrichtung, mit
der genormte Belege unmittelbar gelesen n. in Buchungen
übertragen werden können: Mnaterlal, das: Gesamtheit von
Beweisstücken: Rund 400 in einem Anhang angefügte
Anmerkungen liefern das wissenschaftliche B. (Welt. 11.8.
62); Miiuster, das: votn Verkäufer zurückbehaltenes
Belegstück für Art u. Qualität der Warenlieferung: Miagel, der
(Seew.): Dorn aus Holz od. Metall, an dem Tauenden belegt
(5) werden können: -poller, der (Seew.): fester hölzerner
od. eiserner Klotz, an dem Taue belegt (5) werden können:
-probe,die; svw. t ^muster; -Sortierer, der (Datenverarb.):
Vorrichtung zum Ordnen der Belege: ^Station, die: Station
in einem Krankenhaus, für die kein festangestellter Arzt
zuständig ist: -stelle, "die: Stelle in einem Buch od. einer
Zeitschrift, aus der ein Beleg stammt: -stück, das: 1. svw.
f Mjxemplar. 2. einzelnes als Beleg dienendes Exemplar (z. B.
eines archäologischen Fundes).
'belesen <sw. V.; hat): 1. a) auf etwas legen: die Lehnen
eines Sessels mit gehäkelten Deckchen b.; b) (Milit.)
beschießen: eine Stellung mit Granaten b.: eine Stadt mit
Bomben b. (siebombardieren): c) (mit einem Beleg)
versehen: den Fußboden mit Linoleum, die Küche mit Fliesen
b.; Brote mit Wurst b.; belegte Brötchen (aufgeschnittene
Brötchen mit Belag): eine belegte (mit einem Belag
überzogene) Zunge; Ü eine belegte (nicht klangreine, ein wenig
heisere) Stimme. 2. a) für jmdn., für sich selbst sichern,
reservieren: einen Platz, Tisch b.; Vorlesungen. Übungen
b. (Hochschulw.; sich dafür einschreiben)'. Zimmer b.
(vorbestellen): b) (Sport) (einen Platz in der Rangordnung)
einnehmen, erreichen: die Norweger belegten die Plätze
2 und 8; c) mit jmdm., eine Sache in Anspruch nehmen,
für etw. (bes. die Unterbringung von Personen) nutzen:
eine Stadt mit Truppen b.; das Haus ist, die Zimmer
sind voll belegt; die [Telefonlleitung ist belegt (besetzt).
3. bedenken: jmdm., einer Sache, etw. auferlegen:
Importwaren mit hohem Zoll b.; jmdn. mit einem Spitznamen,
mit dem Bannfluch b.; er wurde mit einer hohen Strafe
belegt. 4. (durch ein Schriftstück, ein Bild, durch Zahlen
o.a.) nachweisen, beweisen: seine Ausgaben [mit/durch
Quittungen] b.; etw. durch Beispiele b.; das ist durch
Urkunden, urkundlich belegt; Ü seine Forderungen mit
Gründen b. (stützen, rechtfertigen). 5. (Seemannsspr.) a) das
Tau festmachen, um einen Poller, eine Klampe o. ä.
schlingen: belegt das Ende! (Kommando); Jumbo ... belegte
die Haltetaue (Hausmann. Abel 21); b) durch Belegen (a)
der Taue festmachen: ein Boot b. 6. (Jägerspr.) (bes. von
Hunden) ein weibl. Tier decken, begatten: 2beksen <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [zu veraltet beilegen = liegen]
(Amtsspr.. veraltend): gelegen: folgende im Hause ... -e
Räume (Deutscher Einheits-Mietvertrag 1961. 1); <Abl.:>
Belegenheit, die; - (selten): das Gelegensein, Lage: Trotz
der Abgeschlossenheit und tiefen B. des Kellers war die
Luft darin angenehm (Jahnn. Nacht 117); Belegschaft,
die; -. -en [zu Bergmannsspr. veraltet belegen = (ein
Bergwerk) betreiben]: a) Gesamtheit der Beschäftigten in einem
Betrieb: die B. versammelte sich in der Kantine; b) (ugs.)
Gesamtheit der Bewohner eines Raumes: alle, mit denen
ein Zimmer belegt ist: die ganze B. ( = der Stube) konnte
bezeugen, daß ... (Kirst. 08/15. 268).
Betaesdtafts-; ~~aktie, die (meist PI.): Aktie, die [zum
Vorzugskurs J von einer Firma an die Arbeitnehmer ausgegeben
wird: ^handel, der: Verkauf od. Vermittlung von Waren
in betriebseigenen Räumen: Mnitglied, das; -räum, der;
-stärke, die; -Versammlung, die; -Versicherung, die:
zusätzliche (Lebens- od. Unfall] Versicherung für alle
Belegschaftsmitglieder od. eine Gruppe von ihnen.
Belegung, die; -. -en <P1. selten): das Belegen: <Zus.:> fiele-
gungsdichte,die (Fachspr.): Dichte des Belegt-, Besetztseins
mit Personen, Dingen.
belehnen <sw. V.; hat): 1. (hist.): mit etw. (Gütern, einem
Amto. ä.) versehen: jmdm. etw. als Lehen geben: die Fürsten
b.; Belisar ... mit einem hohen Posten zu b. (Thieß. Reich
610). 2. (Schweiz.) beleihen: <Abl.:> Befehnung, die; -. -en.
dazu: Befchnungsurkunde. die.
belehrbar l...ba:?l <Adj.; nicht adv.): fähig u.
bereit zu lernen, eine Lehre (3) anzunehmen: betehren
<sw. V.; hat): l.a) (geh.) lehren, unterweisen: und zwar
belehrt er Jetzt nicht mehr die Knaben, sondern die
Jünglinge, denn er ist wohlbestallter Professor (Fallada.
Herr 255); der Dichter will mit dem Theaterstück b.; ein
-der Film. Vortrag; b) informieren, aufklären: laß dich
darüber b. [. wie das gemacht wird]; belehrte ihn ein Blick
auf die Bahnhofsuhr. daß es bereits 10 Minuten vor 6
war (Thieß. Legende 83). 2. von seiner irrigen Ansicht
345
Belehrung
abbringen: er ist nicht zu b.; ich bin belehrt!; <Abl.:>
Belehrung, die; -. -en: a) das Belehrtwerden. Lehre: Jmdm.
sehr viel B. verdanken; b) Zurechtweisung. Verweis: spare
dir deine dauernden -en!. dazu: Bdehnmgseifer, der; Beleb-
nmgnueht, die <o. PI.).
beleibt [bd'lajpt] <Adj.; -er. -este; nicht adv.): von rundlicher
Gestalt, wohlgenährt, korpulent: (verhüll.) dick: ein -er
Herr; die Wirtin ist ziemlich b.; <Abl.:> Befcibtheit, die;
-: Korpulenz,
beleidigen [bdl^dign] <sw. V.; hat) [a: mhd. beleidigen,
zu gleichbed. leidegen, ahd. leidegön. zu t leidig]: a) Jmdn.
(durch eine Äußerung. Handlung od. Unterlassung) in seiner
Ehre verletzen: Jmdn. schwer, tief, tödlich b.; Jmdn. in
seiner Ehre. Jmds. Ehre b.; Jmdn. durch verächtliches
Benehmen, durch eine/mit einer Äußerung b.; Sie werden
-d!; das war -d [für ihn]; ein -des Benehmen; -de Reden.
Bemerkungen; [wegen einer Bemerkung] beleidigt sein
(sich beleidigt fühlen): (ugs.:) beleidigt tun; ein beleidigtes
(Beleidigtsein ausdrückendes) Gesicht machen; Ü wenn
man das Kausalgesetz nicht b. will (mißachten will: Bamm.
Weltlaterne 92); b) (bestimmteSinnesorgane. Gefühle)
[ästhetisch] verletzen: der Gesang beleidigte sein Ohr; bald
... hatte ich vor Augen, was meine Nase so beleidigte
(was meiner Nase so mißfiel: Kosmos 2. 1965. 56); <Abl.
zu a:> Beteidteer, der; -s. -; Beleidigung, die; -. -en: a)
beleidigende Äußerung. Handlung: Jmdm. eine B. zufügen;
eine B. öffentlich zurücknehmen müssen; eine Strafanzeige
wegen B.; er wurde wegen B. eines Kollegen (weil er
einen Kollegen beleidigt hatte) entlassen; B. {Beleidigen)
durch Verleumdung; b) / ästhetisch] verletzende Zumutung
(für bestimmte Sinnesorgane. Gefühle): etw. ist eine B.
für das Auge, Ohr. eine B. des [guten] Geschmacks, zu
(a): Beteidiamgsklage. die. BeteidtoungsprazeB. der.
beleihen <sw. V.; hat): 1. als Pfand nehmen u. dafür Geld
geben: auf eine Sache, die als Sicherheit angesehen wird,
eine Summe auszahlen: Grundstücke. Wertpapiere.
Wechsel. Ware mit einer hohen Summe b. 2. (hist.) (als
Staatsoberhaupt. Vorgesetzter o.a.) mit etw. (einem Amt. Gütern)
belehnen, ausstatten: der Graf ist vom Kaiser mit Land
beliehen worden; vom Staat mit hoheitlichen Befugnissen
beliehene Verbände; <Abl.:> Belegung, die; -. -en. dazu
(bes. Finanzw.): Betejhung9grenze. die: höchster Betrag,
bis zu dem etw. beliehen werden kann. Befejhungswert, der:
die Höhe der möglichen Beleihung bestimmender Wert.
belemmern [bo'Ienren] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. <
mniederd. belemmeren = hindern, hemmen, beschädigen.
Frequentativ von: belemen. belemmen = lähmen, lahm
schlagen, zu tlahm]: 1. (nordd.) belästigen: jmdm. immer
wieder mit dem gleichen Anliegen auf die Nerven fallen:
mußt du mich schon wieder mit dieser dummen Sache
b.? 2. (landsch.) hereinlegen, hintergehen: bel^mmat <AdJ.)
(ugs.): a) (von Personen) niedergedrückt, eingeschüchtert,
betreten: ein -es Gesicht machen; er sah ganz b. aus; b)
(von Sachen) scheußlich, eklig, zum Verzweifeln: ein -es
Wetter; das ist wirklich b.; .Das ist aber Scheiße! Wie
kommst du denn mit 20 Emm längs?*' ..Belemmert genug!"
(Bredel. Prüfung 101).
Betemnitlbelem'nht.auch: ...'nitl.der.-en.-en [zugr. belem-
nos = Geschoß (weil man früher die versteinerten
Skelettteile für „Geschosse" hielt, die beim Gewitter zur Erde
herabgeschleudert würden)]: a) Vertreter einer
ausgestorbenen Unterordnung tintenfischähnlicher Kopffüßer: b) svw.
f Donnerkeil.
belesen <AdJ.; nicht adv.) [eigtl. 2. Part, mit aktiver Bed.
von spätmhd. belesen = durchlesen]: durch vieles Lesen
reich an I literarischen] Kenntnissen: ein -er Mann; er ist
auf diesem Gebiet sehr b.; <Abl.:> Belesenheit, die -.
Beleqprit [beles'pri:], der; -s. -s [frz. bei esprit] (veraltet,
noch spöttisch): Schöngeist.
Beletage [tele'ta:»]. die; -.-n [frz. bei &age. eigtl. =
prächtiges Stockwerk] (veraltet, noch iron.): Hauptgeschoß, erster
Stock: Ob Mansarde oder Mietblock. B. oder Bungalow
-die Wohnung ist der Mittelpunkt des Lebenskreises (MM
30.4.69.21).
beleuchten <sw. V.; hat): 1. a) Licht auf Jmdn.. etw. werfen,
anleuchten: die Kerze beleuchtete notdürftig die Gesichter,
die Scheinwerfer beleuchten eine schreckliche Szene;
einander, sich [gegenseitig] b.; b) mit Licht versehen (um es
hell, sichtbar zu machen): wir müssen das Treppenhaus
besser b.; Haltende Fahrzeuge sind außerhalb
geschlossener Ortschaften mit eigener Lichtquelle zu b. (StVO § 17,
Abs. 4); (gelegentlich auch statt ..erleuchten:) die Fenster
sind schon beleuchtet, ein festlich beleuchteter Saal. 2.
(geistig) betrachten, untersuchen: ein Problem. Thema von
allen Seiten [kritisch] b.; <Abl. zu 1:) Beleuchter, der;
-s. -: für die Lichtwirkungen verantwortlicher Techniker
bei Bühne u. Film, dazu: Befauditerfarücke, die (Theater):
Laufsteg über der Bühne zum Anbringen von Scheinwerfern
u. ä.: Befeuchtung, die: -. -en <P1. selten): 1. a) das
Beleuchtetsein: Lichti Verhältnisse]: eine gute, helle, trübe, matte,
schwache B.; künstliche, elektrische B.; eine festliche B.;
die vorschriftsmäßige B. der Straßen. Fahrzeuge; bei dieser
B. kann man nicht arbeiten!; eine Landschaft in malerischer
B.; Ü Selbstverständlich berichtet Rousseau ... nur in der
B.. die ihm am vorteilhaftesten und zugleich
sensationellsten erscheint (Artu. Weise der auswählenden,
akzentuierenden, wertenden Darstellung, Betrachtung: Friedeil.
Aufklärung 88); b) das Beleuchten: Sie brannten nach ihren Jagden
Bauernhäuser... nieder zur festlichen B. ihrer nächtlichen
Gelage im Freien (Feuchtwanger. Herzogin 14S). 2. das
Beleuchten (2); betrachtende, untersuchende Behandlung:
die B. einer Frage, eines Punktes.
Befeuchtung»-: --anläge, die; -apparat, der; ^arraaturen
<P1.); -brücke, die: svw. t Beleuchterbrücke; Effekt, der;
Einrichtung, die; -gerät, das; -ingenkur. der; -körper,
der; ^korporatkm, die (Schweiz.): für die Beleuchtung
zuständige Behörde. Körperschaft: -messer, der: Meßgerät
für den Lichtstrom: -atärke. die: -technflt, die;
-Vorrichtung, die; ^Vorschriften <PI.X
beleumdet, beleumundet (to'lqymlunkfot] <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.) [zu t Leumund]: in einem bestimmten Ruf
stehend: übel beleumundete Lokale; er ist gut beleumdet
und nicht vorbestraft.
belfern ['helfen] <sw. V.; hat) (ugs.): a) mißtönend bellen:
der Hund belfert; b) in heiserem Befehlston sprechen, in
bellendem Ton schnauzen, bellen (c): Worte durchs Telefon
b.; c) ein hartes hellendes Geräusch machen, bellen (d):
die Kanonen belfern; <subst.:) das Belfern u. Knattern
eines Motorrades (FAZ 3. 6. 61. 50).
beljchten <sw. V.; hat): a) (Fot.) Licht (auf einen Film,
eine Platte od. Fotopapier) einwirken lassen: einen Film
b.; ich habe nur kurz belichtet; die Aufnahme ist richtig
belichtet; b) (Jargon) mit Licht versehen: Licht auf etw.
fallen lassen: das ..Balkongewächshaus" ... mit Osram-
Fluor-Lampen so zu b.. daß man sogar Orchideen ohne
Tageslicht ziehen kann (MM 25.4. 69.43); eine belichtete
Wand; <Abl.:> Belichtung, die; -. -en: a) (Fot.) das Belichten
(a): richtige B. [des Films] ist für Farbaufnahmen besonders
wichtig; die B. war zu kurz; b) (Jargon) das Belichten.
Belichtetwerden (b); Licht. Beleuchtung: mäßige Wasser-
tiefe ermöglicht gleichmäßige Durchwärmung und B. bis
zum Grunde (Thienemann. Umwelt 45).
BdjditunB» (Belichtung a): -dauer.die; Mncs«r.der: Gerät,
das die richtige Belichtungszeit für eine fotografische
Aufnahmeanzeigt: eine Kamera mit eingebautem B.; ^tabdk,
die: Tabelle, die die Abhängigkeit zwischen Blendenöffnung
u. Belichtungszeit anzeigt: -zeit, die: Dauer der Belichtung:
dieB. betrug 1 /200 sek.
belieben <sw. V.; hat) /vgl. beliebt/ (geh.): a) Jmdm. zu
tun gefallen: [für den Augenblick] Lust haben, etw. zu
tun: ihr könnt tun. was euch beliebt; selbstverständlich,
ganz wie es dir beliebt: was beliebt (veraltet; was wird
gewünscht)!', wie beliebt (veraltet; wie bitte)!', b) geneigt
sein. etw. zu tun: etw. zu tun pflegen: er beliebte lange
zu schlafen; (iron.:) er beliebte sich unserer Bekanntschaft
zu erinnern; Sie belieben zu scherzen (das ist wohl nicht
Ihr Ernst): <subst.:> Belieben, das; -s: Geneigtheit.
Ermessen: das bleibt dem persönlichen B. überlassen; etw. steht
fliegt) [ganz] in Jmds. B.; *nach B. (nach eigenem Wunsch.
Geschmack: wie man will): <Abl.:> belJeWg [te'li.bic] <Adj.;
o. Steig.): a) (nur attr.) nach Belieben herausgegriffen o. ä.;
irgendein: eine -e Auswahl. Menge; ein -es Beispiel; dn
-es Buch; <subst.:) ein -er. Jeder -e. alles -e; b) nach Belieben,
nach Gutdünken: eine b. große Zahl; die Auswahl ist b.
(ins freie Ermessen gestellt): etw. b. verändern; beliebt
fbaii:ptl <AdJ.; -er, -este; nicht adv.): a) allgemein
geschätzt: ein -er Lehrer; ein sehr -er Künstler (ein Künstler,
der von vielen gern gehört, gesehen wird): er ist bei seinen
Kollegen nicht sehr b.; dieser Ausflugsort ist sehr b.; sfch
(bei fcndm.] b. machen (es verstehen, jmds. Gunst zu ge-
346
bemalen
winnen): b) häufig angewandt, benutzt, verwendet: eine
-e Ausrede; das -este Thema unter Männern; <Abl.:>
Beliebtheit, die; -: das Beliebtsein: seine B. ist groß; der
neue Tanz erfreut sich großer, größter B. (geh.; ist allgemein
sehr beliebt).
beliefern <sw. V.; hat):,regelmäßig J etw. an einen Abnehmer
liefern: mit etw. versorgen, versehen: der Kaufmann hat
uns immer zur vollen Zufriedenheit beliefert; die Fabrik
wird von dort mit Rohstoffen beliefert; Ü Das... ..Kasperle-
Theater" wurde eine Weile lang von Christian Morgenstern
beliefert, der bezaubernde Spaße für uns gedichtet hat
(Tucholsky. Werke II. 393); (Abl.:> BeUtfenas. die: -.
-en.
Belkanto: tBelcanto.
Belladonna [bda'dona], die; -. ...nen [ital. belladonna, eigtl.
= schöne Frau (nach der Verwendung als
Schönheitsmittel)]: a) Tollkirsche: b) aus der Tollkirsche gewonnenes
Arzneimittel: <Zus.:> Belladpnnalilie, die: svw. t Amaryllis.
Belle £poque [bele'pok], die; - - [aus frz. belle = schön,
heiter (< tat. bellus) u. öpoque = Zeilabschnitt, Epoche
< griech. epoche]: Bez. für die Zeit des gesteigerten
Lebensgefühls in Frankreich zu Beginn des 20. Jh.s.
bellen t'bebn] <sw. V.; hat) [mhd. bellen, ahd. bellan]: a)
(von Hund u. Fuchs) wiederholt kurze, kräftige Laute von
sich geben: der Hund bellte laut; b) (durch eine starke
Erkältung o. ä. verursacht) heftig, laut husten: Es gibt so
vielerlei Husten, trockenen u. losen, u. der lose ist eher
noch vorteilhafter .... als wenn man so bellt (Th. Mann.
Zauberberg 24); ein -der Husten; c) in heiserem lautem
IBefehls]ton sprechen, rufen o.a.: „Ist er deiner?" bellte
der Richter (Brecht. Geschichten 136); ..Häng dich, häng
dich4*, bellten die Bettler im Takt (Dürrenmatt. Grieche
119); d) ein hartes, bellendes Geräusch hervorbringen,
verursachen: die Flak bellt; Der Donner bellte gereizt Über
den Dächern (Bordiert, Geranien 51); <subst.:) man hörte
das gedämpfte Bellen der Geschütze.
Belletrist [bele'trist], der; -en. -en [zu frz. belles-lettres =
schön(geistig)e Wissenschaften. Literatur, aus: belle =
schön (< lat. bellus) u. lettre = Buchstabe. (Druck)schrift.
<PI.:) Literatur, t Letter]: Schriftsteller der unterhaltenden
Literatur: Belletristik, die; -: unterhaltende, schöngeistige
Literatur (im Unterschied zur wissenschaftlichen u.
Fachliteratur): <AbI.:> belletristisch <AdJ.; o. Steig.): schöngeistig,
literarisch, unterhaltend: -e Literatur; er hat -e Neigungen;
ein -er Verlag (Verlag, der schöngeistige Literatur
herausbringt): das Verlagsprogramm ist fast ausschließlich b.;
er hat seine Darstellung b. aufgelockert.
Bdlizist [beli'&ist]. der; -en. -en [zu lat. bellicus = zum
Krieg gehörend] (bildungsspr.): Befürworter des Kriegs als
Mittel der Auseinandersetzung (Ggs.: Pazifist).
beloben <sw. V.; hat): älter für t belobigen: mit Klatschen
u. rasendem Bravo belobt von großem u. kleinem
Publikum (Carossa. Aufzeichnungen 78); belobhudeln <sw. V.;
hat) (abwertend): in übertriebener Weise loben, mit
Lobhudeleien überschütten: Jmdn. b.; belobigen <sw. V.; hat):
jmdm. ein offizielles Lob aussprechen, loben, auszeichnen:
die Arbeiter [für ihren vorbildlichen Einsatz] b.; <Abl.:)
Belobigung, die; -. -en: eine B. aussprechen; Nehmen Sie
uns mit. Sie kriegen ja eine B. (Hacks. Stücke 217); dazu:
Belobigungsschreiben« das: offizielles Schreiben, mit dem
eine Belobigung ausgesprochen wird. Belobigungsurkunde.
die: Belobigungsschreiben in Form einer Urkunde: Belobung,
die; -. -en <Subst. zu:) tbeloben.
belohnen. (Schweiz, auch:) belohnen [bo'tonan] <sw. V.; hat):
a) (zum Dank, als Anerkennung für etw.) /mit etw./
beschenken, auszeichnen: jmdn. reich, mit einem Trinkgeld
b.; jmdn. für seine Dienste b.; Ü reicher Beifall belohnte
den Sänger; b) (eine Tat. eine Leistung) anerkennen,
vergelten: jmds. Geduld, Treue. Ausdauer. Vertrauen b.; <Zus.:>
belohnenswert <Adj.; Steig, selten; nicht adv.): ein -er Eifer;
<Abl.:) Belohnung. (Schweiz, auch:) Belohnung, die; -. -en:
1. das Belohnen. 2. etw.. womit man jmdn. für etw. belohnt:
eine B. von 1000 Mark für etw. aussetzen; sich eine B.
verdienen: bekommt jeder Geldgeber ... fünfzehn Mark
... zurück, alsB. für sein Risiko (als Entgelt. Entschädigung:
Fallada. Blechnapf 163).
Bd-Paese [telpa'e.za]. der; - [ital. bei paese. zu: bello =
schön (< lat. bellus) u. paese = Land, zu lat. pägus
= Bezirk. Gau]: ein vollfetter italienischer Weichkäse.
Butterkäse.
betydisen <sw. V.; hat) (ugs.): scharf beobachten, belauern:
Mit seinen überaus wachen Augen beluchste er jeden
Menschen, der nach Mexiko fahren wollte (Seghers. Transit
56).
betyften <sw. V.; hat): mit frischer Luft versehen: einer Sache
Luft zuführen: in luftdichten Schutzanzügen, die künstlich
unter Überdruck belüftet wurden (Natur 38); ein schlecht
belüfteter Raum; <AbI.:> Betyftung, die; -.
'Beluga [be"lu:oa). die; -. -s [1 a: russ. beluga; 1 b: russ.
belucha. zu: bely = weiß: a) russ. Bez. für den t Hausen:
b) russ. Bez. für den t Weißwal: 2Beluga [-]. der; -s: Kaviar
aus dem Rogen der 'Beluga (a).
belligen <st. V.; hat): jmdm. die Unwahrheit sagen: mit
falschen Aussagen zu täuschen versuchen: du hast mich
belogen; er belügt ständig seinen Lehrer; (auch b. + sich)
damit belügst du dich selbst (machst du dir etwas vor).
belustigen [to'Iustign] <sw. V.; hat): 1. a) erheitern, fröhlich
stimmen, zum Lachen bringen: der Clown belustigte das
Publikum mit seinen Scherzen; b) bei jmdm. eine mit Ironie
gemischte Heiterkeit hervorrufen: sein Verhalten belustigte
die Betroffenen mehr, als daß es sie ärgerte; eine belustigte
Miene zeigen; Ich hatte halb belustigt gewartet, halb
gelangweilt (Seghers. Transit 56). 2. <b. + sich) a) (geh.)
sich über jmdn.. etw. lustig machen, spotten: du belustigst
dich nur über mein Mißgeschick; b) (veraltend) sich
vergnügen: wir belustigten uns bis spät in die Nacht; der
Polizeichef... bezeichnete ihn als ... Verschwender, der ... seine
Frau vernachlässige und sich mit Schauspielerinnen
belustige (Mostar. Unschuldig 24); <Abl.:> Belustigung, die;
-, -en: a) volkstümliches Fest. Vergnügen: unterhaltender
Zeitvertreib: auf dem Festplatz gibt es allerhand -en; Die
Legionäre waren weg auf irgendwelche gemeinsame -en
(Seghers. Transit 98); b) <o. PL) das Belustigtsein (1 b):
etw. mit stiller B. betrachten; er konnte seine B. kaum
verbergen.
bdytsctien <sw. V.; hat): an etwas lutschend saugen.
beizen: t Spelzen.
Behfelnickel [bellte)-], der; -s. - [zu westmd. pelzen =
(durch)prügeln u. Nickel. Kurzform von Nikolaus]
(westmd.): svw. tNikolaus: der B. geht um; Beizenickel.
Der kann seine Pfälzer Herkunft nicht verleugnen (MM
7. 12.71.8).
bcmfdien <sw. V.; hat): 1. (ugs.): (bes. mit Kot. Harn)
beschmutzen, besudeln: (meist b. + sich) das Kind hat
sich von oben bis unten bemacht; Ü Ich sage: er hat
uns alle bemacht u. beschissen (betrogen: Hacks. Stücke
158). 2. <b. + sich) sich über etw. aufregen, großes Aufheben
um etw. machen: Man hat das (= Geistererscheinungen),
man bemacht sich nicht deswegen (Bobrowski. Mühle 28).
bemfichtiaen. sich [bo'nrc^tign] <sw. V.; hat) (geh.): a) Imit
Gewalt I in seinen Besitz, in seine Verfügung. Gewalt bringen:
die Entführer hatten sich zweier Geiseln bemächtigt;
Mussolini. ... der sich kühn der Stadt Rom ... bemächtigt hatte
(Feuchtwanger. Erfolg 542); Ü ein Skandalblatt...
bemächtigte sich des Falles und machte ihn groß auf (griff ihn
gierig auf: Mostar, Unschuldig 76); b) jmdn. ergreifen,
überkommen: Macht. Gewalt über jmdn.. etw. bekommen:
Angst. Unruhe. Unsicherheit bemächtigte sich seiner;
Während der letzten Sätze ... hatte sich der Anwesenden
tiefer Ernst bemächtigt (Brecht. Groschen 3S8); Ein
verrückter Gedanke ... bemächtigte sich seiner (Langgässer.
Siegel 343); <Abl.:> Bemfchtigimg. die; -.
bemähnt [te'meint) <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): eine lange
Mähne besitzend: das -e Haupt des Löwen; (scherzh.:)
-e Jugendliche.
bemakeln [bo'ma.'kln] <sw. V.; hat) (selten): a) mit einem
Makel bdiecken: fes darf der Namen nicht bemakelt
werden (Kaiser. Villa 171); sein bemakelter Ruf; b) als mit
einem Makel behaftet ansehen: verunglimpfen: Jetzt stellt
man ihn vor Gericht, bemakelt ihn als Verräter
(Feuchtwanger. Erfolg 750); bemikebi <sw. V.; hat) (ugs.):
kleinlich an jmdm.. etw. herumkritisieren: mäkeln, etw.
auszusetzen finden: alles, das Essen. Jedes Wort b.; Sie ( =
die Jugend) läßt sich beschenken, um dann das Geschenk
zu b. (Th. Mann. Zauberberg 309); <Abl.:) BemSkfelhmg.
die; -. -en.
bemglen <sw. V.; hat): a) mit /buntenJ Malereien o. ä.
verzieren: Bauernmöbel. Truhen. Spielzeug. Ostereier b.; schön
bemaltes Geschirr; die Kinder hatten in einem
unbewachten Augenblick die Wände des Wohnzimmers bemalt (mit
347
Bemalung
Buntstiften o. ä. bekritzelt): b) mit Farbe streichen: Er war
so schlapp, daß er sich an die mit grüner Ölfarbe bemalte
Wand lehnen mußte (Sebastian. Krankenhaus 33); c) (ugs..
meist iron.. abwertend) sich in übertriebener Weise
schminken: sie bemalte ihr Gesicht; eine bemalte Schönheit; ihre
Lippen waren mir frischem Rouge bemalt (Frisch. Stiller
319); (meist b. + sich) sie bemalt sich zu sehr; <Abl.:)
Bcmglung, die; -. -en: a) das Bemalen: die B. der Truhe
kostet mich einen ganzen Tag; b) Farbschicht. Malerei,
die an etw. angebracht ist: die alte B. in der Kirche wurde
freigelegt; Ein Rest von B.. ein ... Schnörkel belehrten
mich, daß dieses Haus in fernen ... Sommerzeiten
afrikanische Kunden bedient hatte (Seghers. Transit 122).
bemängeln[temenln] <sw. V.; hat) [zu tMangel]: als Fehler
od. Mangel kritisieren, rügen, beanstanden: er bemängelte
den schlechten Service; an der Länge (= eines Stückes
Stoff) war nichts zu b. (Frisch. Stiller 252); <AbI.:> Bemfn-
glelhng, die; -. -en.
bemannen [to'manan] <sw. V.; hat): 1. mit einer Mannschaft
ausrüsten, besetzen: ein Boot. Schiff. Flugzeug b.; eine
bemannte Raumstation (eine Raumstation, die im
Gegensatz zur unbemannten Raumstation mit einem od. mehreren
Astronauten besetzt ist). 2. (ugs. scherzh.) <b. + sich)
sich verheiraten, jmdn. zum Mann nehmen: sie wollte sich
endlich b.. war noch nicht bemannt; <Abl. zu 1:)
Bemannung, die; -, -en: a) das Bemannen (1): die B. erfolgte
mit einigen ausgesuchten, erfahrenen Männern; b)
Mannschaft. Besatzung: Nur die B. ... zog durch das Wasser
und watete an Land (Reinig, Schiffe 28).
bemänteln [te'mEntln] <sw. V.; hat) [zu f Mantel) (geh.):
eine negative Eigenschaft o. ä. beschönigend, verharmlosend
/hinter anderem] verbergen: verschleiern, vertuschen: ich
bemänt[e)le meine Fehler gar nicht; sein Versagen hat
er mit seinem Leiden bemäntelt; Du führst... den
Argonautenzug an, der mit dem Wunsch nach dem Goldenen Vlies
seine Habgier bemäntelte (Länggässer, Siegel 400); <Abl.:>
Bemfnt[e]hng, die: -. -en.
beinaßen [ba'ma.snl <sw. V.; hat) (Fachspr.): (eine
Zeichnung. Landkarte o. ä.) mit Maßen versehen: einen Maßstab
in etw. einzeichnen: die Karte muß noch bemaßt werden;
<Abl.:> Bemgßung, die; -. -en.
bemasten [bo'mastn] <sw. V.; hat): (ein Schiff. Boot o.a.)
mit einem Mast, mit Masten versehen: <Abl.:) Bem^stung,
die; -: 1. das Bemasten. 2. Gesamtheit der Masten eines
Schiffs: B. u. Takelung der Schiffe.
bemausen <sw. V.; hat) (ugs.. scherzh.): jmdm. etw. (meist
Geringfügiges), wegnehmen, stehlen: du willst mich doch
nicht etwa b.?
Bembel ['bemb|].der. -s. - [zu landsch. bampeln = baumeln,
pendeln]: a) (landsch.. bes. westmd.) Glockenschwengel:
kleine Glocke: b) (hess.) Krug für Apfelwein.
bemehlen [bd'me:bn] <sw. V.; hat) (Kochk.): mit Mehl
bestäuben: man muß das Brett gut b.. ehe man den
Plätzchenteig ausrollt; ein bemehltes Brot; <Abl.:> Bemehhmg, die;
- (bes. Bäckerei): Landbrote ... mit längerer Backzeit und
ausgezeichneter B . wie es der Fachmann nennt (MM 6.
11.71.45).
bemeiern [bo'majra] <sw. V.; hat) II: zu tMeier; 2.: entw.
zu jidd. mora = Einschüchterung, Furcht od. nach dem
Recht des Meiers, die Bauern zum Verkauf ihrer Güter
zu zwingenl: 1. (hist.) (ein Gut. einen Hof) verpachten.
2. (ugs.) übervorteilen, überlisten.
bemustern <sw. V.; hat) (geh.): a) mit etw. fertig werden:
etw. bezwingen: du mußt diese Situation, deinen Zorn,
deine Erregung b.; die Damen neigten die Köpfe zur Seite
.... indes die Herren ... sich in die Schnurrbarte bissen,
um ... ihre Ergriffenheit zu b. (Th. Mann. Hoheit 41);
b) <b. + sich) sich beherrschen, zusammennehmen, einem
Gefühl o. ä. nicht freien Lauf lassen: wenn die Vernunft
es gebietet, kann ich mich sehr wohl b. (Th. Mann, Joseph
114); c) (selten) <b. + sich) sich jrnds. bemächtigen, jmdn.
erfassen: Wut bemeisterte sich seiner; (Abi. zu a:> Bernd-
Sterine, die; -.
bemerkbar [bemerkbar] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, daß man es bemerken kann: spürbar, erkennbar,
wahrnehmbar: ein kaum -er Unterschied; eine leichte
Besserung ist b.; 'sich b. machen (1. durch Gesten o.a. auf
sich aufmerksam machen): er machte sich durch Husten
b. 2. sich zeigen, eine bestimmte Wirkung ausüben: sein
Einfluß, Alter, die Müdigkeit macht sich b.); bemerken
<sw. V.; hat): 1. a) wahrnehmen, entdecken, erkennen: ich
bemerkte ihn erst, als er vor mir stand; sie hat das Auto
zu spät bemerkt; wir bemerkten sein Erstaunen, seine
Unsicherheit; b) (selten) einer Sache Beachtung schenken, mit
Interesse Kenntnis von etw. nehmen: Und als mein erster
Gedichtband sehr bemerkt worden war (Th. Mann. Hoheit
122); eine viel bemerkte Rede (Musil, Mann 999). 2. äußern,
/kurz] sagen, einwerfen: ich darf b.. daß ...; .Angeklagte,
schweigen Sie!" bemerkte sie noch rasch und leise (Maass.
Gouffö 254); nebenbei bemerkt, daß kann er doch gar
nicht wissen; <subst.:) Bemerken nur in der Fügung mit
dem B. (Papierdt.; mit der Bemerkung): der Brief kam
mit dem B. .Adressat gefallen*' zurück (Jens. Mann 66);
<Zus. zu 1:) bemerkenswert <Adj.; -er. -este; nicht adv.):
a) beachtlich, bedeutend, ziemlich groß: du hast -e
Fortschritte gemacht; Euer Gnaden haben einen -en Scharfsinn
(Frisch. Cruz 65); sein Eifer ist b.; b) Aufmerksamkeit.
Beachtung verdienend: Der -este Gegenstand seiner
Ausrüstung scheint sein Regenschirm zu sein (Grzimek. Serengeti
95); B. sind die Zeitungskioske. Keine Sprache ist ihnen
fremd (Koeppen, Rußland 192); c) (intensivierend bei
Adj.) sehr ungewöhnlich: eine b. schöne Kollektion; <Abl.
zu 1 a. 2:) Bemerkung« die; -. -en: 1. a) kurze Äußerung:
ironische, abfällige, spitze, treffende -en; eine B. [über
Jmdn.. etw.] machen, fallenlassen; b) schriftliche
Anmerkung. Notiz: er hatte eine B. im Zeugnis. 2. (veraltend,
selten) Wahrnehmung, Entdeckung: Was jedoch des
Einsamen tiefe Achtsamkeit eigentlich auf ihn lenkte, war die
B.. daß die verdächtige Figur auch ihre eigene verdächtige
Atmosphäre mit sich zu führen schien (Th. Mann. Tod
66).
bemessen <st. V.; hat): a) nach Berechnung od. Schätzung)
festlegen, zuteilen, dosieren: daß man den Wintervorrat
an Schnaps zu knapp bemessen habe (Bergengruen.
Rittmeisterin 132); er hat das Trinkgeld reichlich bemessen;
seine Anforderungen nach etw. b.; b) (Papierdt.) <b. +
sich) nach etw. berechnet, festgelegt werden: die Vergütung
bemißt sich nach dem Einfachen bis Sechsfachen des Satzes
des Gebührenverzeichnisses; knapp bemessene Zeit;
<Abl.:> Bemessung, die; -. -en.
bemffitrauen <sw. V.; hat) (selten): jmdm. od. einer Sache
mißtrauen, mit Mißtrauen begegnen: ich habe keinen
Grund, ihn, sein Verhalten zu b.
bemitleiden [to'mitlajdn] <sw. V.; hat): bedauern: Mitleid
mit jmdm. empfinden: man hat ihn immer bemitleidet;
Der Christ soll mit-leiden mit den andern, aber nicht
sich selbst b. (Nigg. Wiederkehr 166); <Zus.:)
bemitleidenswert <Adj.; -er. -este; nicht adv.) in einem Zustand, der
Mitleid verdient, bedauernswert: ein -er Mensch. Zustand;
<Abl.:> Bemftleidung. die; -.
bemittelt [bo'mitlt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (veraltend):
mit Geldmitteln genügend ausgestattet: wohlhabend: wenig
-e Käufer; Sie sind von Hause aus b.. nehme ich an (Th.
Mann. Krull 271).
Bemmdien ['bemtpn], das; -s. -: 1 Bemme; Bemme ['band],
die; -. -n [entw. slaw. pomazka od. zu ostmd. bammen.
bampen = essen, naschen] <Vkl. tBemmchen) (ostmd.):
bestrichene, belegte Brotscheibe: ich will dir noch ein paar
-n zurechtmachen.
bemogeln <sw. V.; hat) (ugs.. scherzh.): ein wenig betrügen,
nicht ganz ehrlich sein: er hat ihn bei der Abrechnung
bemogelt; du willst mich wohl b.?
bemoosen [bs'mo:zn]. sich <sw. V.; hat): sich mit Moos
bedecken: von Moos bewachsen werden: die Bäume bemoosen
sich zuerst an der Wetterseite; ein bemooster Stein; der
Waldboden ist hier stark bemoost; Ü muß ich das einem
bemoosten (alten, ergrauten) Philosophen wie dir erst
erzählen? (Werfel. Himmel 79); *em bemoostes Haupt (ugs..
bes. Studentspr.; älterer Herr: Student mit vielen
Semestern).
bemQpsen <sw. V.; hat) (ugs.. oft scherzh.): jmdm. etw.
(nicht Wertvolles) wegnehmen, bestehlen: du willst mich
wohl b.?
bemühen <sw. V; hat) /vgl. bemühend, bemüht/: 1. <b.
+ sich) a) den ehrlichen Willen haben, sich nach allen
Kräften dafür einsetzen, etwas zu versuchen, um einer
Aufgabe gerecht zu werden: sich Mühe geben, eine gestellte
Aufgabe zu bewältigen: ich will mich b., pünktlich zu sdn;
wir sind stets bemüht, die Wünsche unserer Kunden zu
erflillen; bitte bemühen Sie sich nicht! (machen Sie sich
348
Benefiz
keine Umstände!); b) sich kümmern: erw. für jmdn.. etw.
tun: sie bemühte sich um den Kranken: wir bemühen
uns um ein gutes Betriebsklima; Kellner, die um das Wohl
der Gäste bemüht waren; c) Anstrengungen machen, um
jmdn.. etw. für sich zu gewinnen; zu erlangen suchen: sich
um eine Stellung b.; mehrere Bühnen hatten sich um den
Regisseur bemüht: er bemühte sich um ihr Vertrauen:
er bemühte sich sehr um seine Tischdame (wendete ihr
alle Aufmerksamkeit zu). 2. <b. + sich) (geh.) sich an
einen bestimmten Ort begeben; sich die Mühe machen, einen
Platz aufzusuchen: Wenn Sie sich bitte nach oben bemühen
wollen (Fallada. Mann 103); du hast dich sogar in seine
Wohnung bemüht. 3. (geh.) in Anspruch nehmen; zu Hilfe
holen: dürfen wir Sie noch einmal bemühen?; in dieser
Angelegenheit muß ein Rechtsanwalt bemüht werden; Ü
wenn so manche junge Talente nun nicht mehr umhin
können, ihr ..Licht weiter unter dem Scheffel" zu halten,
um ein altes deutsches Sprichwort zu b. {zu verwenden,
erklärendheranzuziehen;Wochenpost 27. 6. 64, 16); (subst.
zu 1 a:> Bemühen, das; -s (geh.): Mühe. Anstrengung.
Bemühung (um etw.): vergebliches B.; Auch bei größtem B.
um Objektivität lassen sich ... die Grundüberzeugungen
nicht völlig eliminieren (Fraenkel. Staat 14); bemühend
<Adj.) (Schweiz.): unerfreulich, peinlich: eine ziemlich -e
Geschichte; bemüht <Adj.; -er. -este): angestrengt eifrig;
gewollt, betont: Die Symbole sind so abgebraucht, daß
ihnen auch die -este künstlerische Fassung keine
Originalität abgewinnen kann (MM 20. 2. 65. 34); Er ist locker,
wirkt niemals b. - obwohl Eingeweihte wissen, wie sehr
er sich bemüht, um jeden Spaß... lachfertig... zu
präsentieren (Hörzu 43. 1973. 101); <Abl.:> Bemühtheit, die; -
(Schweiz.): das Bemühtsein. Bemühung; Bemühung« die: -.
-en: a) <meist PI.) das Sichbemühen; Anstrengung:
angestrengte, vergebliche -en; trotz aller -en/allen -en zum
Trotz konnte der Verunglückte nicht gerettet werden; Ein
hilflos Bebrillter stieß trotz ängstlicher B. immer wieder
seine Nachbarn (Feuchtwanger. Erfolg 133): b) <P1.) (bes.
auf Rechnungen) Beratung. Hilfe, berufliche Dienstleistung
(eines Arztes. Anwalts. Handwerkers o.a.): ärztliche -en;
für meine -en berechne ich Ihnen ...
bemüBigen [to'my :sign], sich <sw. V.; hat) [zu t müßig] (geh..
selten): sich einer Sache (eigentlich unnötigerweise)
bedienen: Aus dieser Nachricht auch nur eine Anekdote zu
machen, hieße, sich einer unziemlichen Breite b. (Bamm.
Weltlaterne 168); »sich bemüßigt sehen/fiihlen/finden
(geh.. oft iron.: sich veranlaßt, genötigt fühlen, etw.
[eigentlich Überflüssiges. Unnötiges] zu tun): ich fühlte mich
bemüßigt, eine Rede zu halten: ich sehe mich bemüßigt,
aus Buchstaben Wörter, aus Wörtern Sätze zu bilden,
um Vergangenes ... in eine Scheinwelt zu übertragen
(Hagelstange. Spielball 9).
bemMStern <sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): mit Mustern
versehen: die Firma bemusterte ihren Katalog mit
verlockenden Angeboten: sich an Hand eines bemusterten Angebotes
informieren: <Abl.:) Bcmvstenmg, die; -. -en.
bemuttern [to'moten] <sw. V.; hat): liebevoll, wie eine Mutter
betreuen, umsorgen: er tut mir leid, ich muß ihn ein bißchen
b.; <Abl.:) Bemvtterung. die; -. -en.
bemützt [bd'mYtjt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit einer
Mütze bekleidet: setzte ... seine Matrosenmütze ... wieder
auf und stiefelte b. davon (Grass. Blechtrommel 400);
Ü weiß -e (schneebedeckte) Bergkuppen.
benachbart [bo'naxba:?t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): nahe
gelegen; daneben, in der Nähe befindlich, wohneftd: im -en
Ort; eine -e Familie; Mir b. saß... eine dreiköpfige Gruppe
von Herrschaften (Th. Mann, Krull 330).
benachrichtigen [bd'naixn^tign] <sw. V.; hat): unterrichten,
in Kenntnis setzen; jmdm. Nachricht geben: hätte er die
... Axmeeteile über seine ... Beschlüsse b. müssen (Plievier.
Stalingrad 323); wir müssen die Polizei von dem Unfall
b.; sind die Angehörigen benachrichtigt worden?; <Abl.:>
Benachrichtigung, die; -. -en: a) das Benachrichtigen, das
Nachrichtgeben: eine B. der Eltern ist dringend
erforderlich; b) Nachricht. Mitteilung: die offizielle B. ist
eingetroffen; <Zus.:) Benachrichtigungsschreiben, das.
benachteiligen [bo'na:xtajlign] <sw. V.; hat) [zu t Nachteil]:
schlechter behandeln, hinter anderen zurücksetzen; jmdm.
nicht das gleiche zugestehen wie anderen: er benachteiligte
seinen jüngsten Sohn gegenüber den älteren; diese
Bestimmung benachteiligt Familien mit kleinen Kindern; Dabei
macht mein Vater das nur. damit ich nicht benachteiligt
werde (nicht zurückstehe; Hornschuh, Ich bin 13); ein
wirtschaftlich benachteiligtes Gebiet; ich fühlte mich
benachteiligt: (subst. 2. Part.:) Benachteiligte, der u. die: -n. -n
<Dekl. t Abgeordnete): die große Gruppe der -n: <Abl.:)
Benachteiligung, die; -. -en.
benageln <sw. V.: hat): a) mit Nägeln versehen: Schuhe
b.; b) (durch Aufnageln von erw.) mit etw. bedecken: ein
Dach mit Dachpappe b.; die Wände unseres Zimmers,
die mit billigen Drucken benagelt sind (Böll. Und sagte
23); <Abl.:> Benggehing, (seltener:) Benaglung, die: -. -en.
benagen <sw. V.; hat): nagend anfressen: an etw. nagen:
das Brot b.; das Wild benagt die Bäume; Sie steht noch
genau so da. benagt die Unterlippe (Fallada. Blechnapf
125); das Wasser benagt die Ufer (zerstört sie langsam);
Ü sein Gewissen war von keinem Zweifel benagt.
benähen <sw. V.; hat): a) (durch Aufnähen von etw.) mit
etw. versehen: die Decke mit einer Borte b.; b) (fam.)
Kleidung für jmdn. nähen; die Mutter benähte ihre Kinder
immer selbst.
benamsen [bd'na:mzn] <sw. V.; hat) (ugs. scherzh.):
benennen; mit einem ! SpitzJnamen versehen: die Berliner haben
ihre Kongreßhalle [mit] ..Schwangere Auster" benamst;
<Abl.:> Bengmsung, die; -. -en.
benannt: t benennen.
benarbt [to'narpt] <Adj. -er. -este; nicht adv.): mit Narben
bedeckt: ein -es Gesicht: Ben^rbung, die: -. -en: B. gilt
bei manchen Eingeborenenstämmen als chic (MM 25. 4.
70. 75).
benässen <sw. V.; hat) (geh.): 'ein wenig] naß machen;
Tränen benässen sein Gesicht; Alle Hunde ... schnüffelten
gen Himmel, als sollte es Abdeckerfleisch regnen, dann
aber hoben sie ein Hinterbein und benäßten den
Gassenprellstein (Strittmatter. Wundertäter 228).
benaut [ba'napt] <Adj.; -er. -este) [zu niederd. benouwen
= beengen, beängstigen] (nordd.): kleinlaut, ängstlich,
betreten: ein -es Gefühl; ihm ist b. zumute.
Bendel ['bendl]. der od. das; -s. - [mhd. bendel. ahd. bentil
= Band. Binde; Vkl. zu 'Band] (regional): a) schmales
Band. Schnur: bunte B. flattern am Hut; +jmdn. [fest]
am B. haben (ugs.; jmdn. völlig beherrschen): er hat seine
Leute fest am B., da wagt keiner aufzumucken: b) kurz
für f Schuhbendel: der B. am Schuh ist auf. Vgl. Bändel.
benebeln <sw. V.; hat): a) (von alkoholischen Getränken)
jmdm. die Sinne trüben, nicht mehr klar denken lassen:
der Wein benebelt ihn. seine Sinne; mit benebeltem Kopf;
leicht benebelt sein; b) leicht betäuben: der Duft benebelte
ihn: <AbI.:> Benebehmg. (seltener:) Beneblung, die; -. -en:
Nur Stiller vertrug den köstlichen ... Weißwein ohne Bene-
belung (Frisch. Stiller 490).
benebst [bo'ne:pst] <Präp. mit Dativ) (veraltet, noch
scherzh.): /zugleich] mit: der liebe Gott b. anhängendem
Kosmos (Tucholsky, Werke II. 269).
benedeien [bene'dajan] <sw. V.; hat) [kirchenlat. benedlcere]
(christl. Rel.. veraltet): segnen, lobpreisen: Gott loben u.
b.; (meist als subst. 2. Part.:) du Gebenedeite unter den
Weibern (Lukas 1. 28); Benedictus [bene'diktus], das; -.
- [2. Part, von kirchenlat. benedlcere; Anfangswort im
Lobgesang des Zacharias. Lukas 1.67] (christl. Rel.):
liturgischer Hymnus, der Teil der Messe ist: das B. anstimmen.
Benediktiner [benedik'ti:nB], der;-s,-[l: kirchenlat. benedic-
tlnus; 2: zuerst von frz. Benediktinern im Kloster Fecamp
(Normandie) hergestellt]: 1. Mönch des Benediktinerordens.
2. ein Kräuterlikör.
Benediktiner-: ^abtei, die; ^kloster. das; -orden, der: vom
hl. Benedikt von Nursia gegründeter Mönchsorden; Abk.:
OSB (Ordo Sancti Benedicti); -regel, die <o. PL): von
Benedikt von Nursia nach 530 in Montecassino verfaßte
Mönchsregel.
Benediktjnerm, die; -. -nen [w. Form zu Benediktiner (1)]:
Angehörige eines nach der t Benediktinerregel lebenden
Frauenordens; Benediktion [...'tsjp:n].die; -. -en [kirchenlat.
benedictio] (kath. Rel.): Segen. Segnung: die B. der Kirche
durch den Dekan N.; benedizieren [...di'tsi:ren] <sw. V.;
hat) [kirchenlat. benedlcere] (kath. Rel): segnen, weihen:
das Wasser b.
Benefiz [beneTcts]. das; -es. -e [(m)lat. beneficium =
Wohltat]: a) (veralteT) Vorstellung zur Ehrung eines Künstlers:
ein B. für Elisabeth FlickenschiIdt; b) Wohltätigkeit sveran-
staltung. -Vorstellung (bes. für in Not geratene Künstler);
349
Benefiziar
Benefiziv [...frt$ia:g],der; -s. -e [mlat. beneficiar ius]; Bene-
flzlat [,..'tsia:t]. der; -en. -en [mlat. beneficiatusj: Inhaber
eines Beneftziums (3).
Benefiz-: ^konzert. das: Wohltätigkeitskonzert; -spiel, das
(Mannschaftsspiele): Spiel, dessen Ertrag einer Person od,
Organisation zur Verfügung gestellt wird; -Vorstellung* die:
svw. t Benefiz (b).
Benefizhin [...'fi:t$iuml. das; -s. ...ien [...pn; (m)lat. benefi-
cium]: 1. (veraltet) Wohltat, Begünstigung. 2. (hist.) mittel-
alteri Lehen. 3. (kath. Kirchenrecht) mit einer Pfründe
verbundenes Amt.
benehmen <st. V.; hat) /vgl. benommen/: 1. <b. + sich)
sich (in einer bestimmten Weise) verhalten, betragen: sich
gut. kindisch, unmöglich (sehr schlecht), wie ein dummer
Junge b.; Dann ärgerte er sich, daß er ... sich wie ein
Idiot benommen hatte (Ott. Haie 36S); sich [unlhöflich
gegen jmdn./Jmdm. gegenüber b.; sich nicht b. können
(schlechte Umgangsformen hohen). 2. (geh.) wegnehmen,
entziehen, rauben: das benimmt mir den Atem, die Kraft,
die Lust zum Weitermachen. 3. (selten) jmdm. die Sinne
trüben, nicht mehr klar denken lassen: der Wein benimmt
mich, hat mir den Kopf benommen; <subst. zu 1:)
Benehmen, das; -s [2: zu veraltet sich benehmen = sich
verständigen]: 1. Art, wie sich jmd. benimmt; Verhalten, Betragen-
anständiges, höfliches, flegelhaftes, unmögliches B.; sein
B. war tadellos; kein B. haben (unerzogen sein, schlechte
Manieren haben). 2. *sich mit imdm. ins B. setzen (Papier-
dt.; mit jmdm. wegen etw. Verbindung aufnehmen, sich
verständigen: ich habe mich mit ihm wegen eines Termins
ins B. gesetzt; <Abl.:) Benehmität [bonemi'tKt]. die; - (ugs.
scherzh.): svw. t Benehmen (1).
beneiden <sw. V.; hat): selbst gerne haben wollen, was ein
anderer hat: an Jmds. Stelle sein wollen; auf imdn., etw.
neidisch sein: imdn. um seinen Reichtum, seine Erfolge,
wegen seiner Fähigkeiten b.; er ist nicht zu b. (es geht
ihn schlecht, er ist in einer schwierigen Lage); O. wie
ich deinesgleichen beneide (Frisch. Nun singen 119); er
war das beneidete Vorbild vieler; <Zus.:> beneidenswert
<Adj.; -er. -este; nicht adv.): so beschaffen, daß man neidisch
werden könnte: ein -er Erfolg; er ist nicht b.; hier ist es
b. ruhig.
Benehntstuten [be:neloks-, auch: bene'loks-J <P1.)
(Kurzwort aus: BelgiQue. Nederland. Luxembourg]: die in einer
Wirtschaftsunion zusammengeschlossenen Länder Belgien,
Niederlande u. Luxemburg.
benennen <unr. V.; hat): 1. mit einem Namen versehen;
jmdm., einer Sache einen bestimmten Namen geben: den
Sohn nach seinem Vater, eine Straße nach einem Maler
b.; wie sollen wir ihn b.?; eine Pflanze nicht b. können
(den Namen nicht wissen). 2. (für eine bestimmte Aufgabe)
namhaft machen; als geeignet angeben: jmdn. als/zum
Zeugen b.; Jmdn. als Kandidaten, als geeigneten Anwärter
b.; <Abl.:> Benennung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Benennen:
die B. einer Straße; die B. von Zeugen. 2. Name,
Bezeichnung: Begriffe und -en; für diesen Gegenstand. Vorgang
gibt es verschiedene -en.
benutzen <sw. V.; hat) (geh.): leicht befeuchten, anfeuchten:
die Lippen b.; ein von Tränen benetztes Gesicht; <Abl.:)
Benutzung, die; -.
bengalisch [beo'ga:liXl <AdJ.; o. Steig.) [nach der vorderind.
Landschaft Bengalen, wo bunte, durch Brennstoffe
erzeugte Festbeleuchtung üblich war): in gedämpft buntem,
ruhigem Licht erscheinend: -es Feuer (zu einem Feuerwerk
verwendetes buntes Feuer, das durch leicht brennbare Stoffe
erzeugt wird); -e Beleuchtung; den Marktplatz b.
beleuchten.
Bengel ['b€n!]. der; -s. -. ugs.. bes. nordd. auch: -s [mhd.
bengel = derber Stock, Knüppel]: 1. a) frecher,
rüpelhafter/junger Bursche; Halbwüchsiger: ein fixer, starker, dik-
ker B.; ein B. von 15 Jahren; so ein dummer B.!; seine
Mutter, die so stolz auf ihren hübschen B. von Sohn
gewesen war (Baum. Paris 52); b) (fam.) niedlicher kleiner
Junge: ein goldiger B. 2. (veraltet, noch landsch.) (kurzes)
Holzstück. Knüppel: über einen B. stolpern; *den B. Izu
hoch, zu weit) weifen (Schweiz.; unberechtigte/ Ansprüche.
Forderungen stellen): <Abl. zu 1:) Engelhaft <Adj.; Steig,
ungebr.) (abwertend): rüpelhaft: grob: sich b. benehmen.
beniesen <sw. V.; hat) (ugs. scherzh): durch Niesen eine
kurz zuvor gefallene Bemerkung, Äußerung bestätigen,
bekräftigen: er hat's beniest, da muß es wohl stimmen.
Benimm [be'nim]. der: -s (ugs.): das Benehmen (1); gute/
Umgangsformen: keinen B. haben; mit gutem B. kommt
man weiter; <Zus.:> Benjomregd, die (meist PI.) (ugs.).
Benjamin [benjami:n]. der; -s. -e [hebr. Biny^min. eigtl.
= Sohn der rechten Hand. d.h. Glückskind; in der Bibel
Jüngster Sohn Jakobs] (scherzh.): Jüngster (einer Familie
od. Gruppe): unser B.; er ist der B. in seiner Klasse.
Beme [benaj. die; -, -n [gall. benna = zweirädriger Karren
mit geflochtenem Korb] (Schweiz, mundartl.): Schubkarre.
benommen [benamanj <Adj.) [zu: benehmen (2). eigtl. =
dem Bewußtsein entzogen): durch eine bestimmte äußere)
Einwirkung auf die Sinne wie leicht betäubt, in seiner
Reaktionsfähigkeit eingeschränkt: ein -es Gefühl; er war durch
den Schreck, von dem Medikament, dem Sturz ganz b.;
sich [wie] b. erheben; Müde, halb taub und b. von den
vielen Kurven... schraubten wir uns aus dem Riesenkessel
in die Höhe (Grzimek. Serengeti 61); <Abl.:>
Benommenheit, die; -.
benoten [bd'no.tn] <sw. V.; hat) (Amtsdt.): bewerten, mit
einer Zeugnisnote versdien: die Leistungen gerecht b.; der
Aufsatz wurde mit .»gut" benotet; <Abl.:> Benotung, die;
-. -en.
benötigen <sw. V.; hat): a) zu einem bestimmten Zweck
nötig haben, brauchen: Geld. Hilfe, eine Hilfskraft b.; die
Ware wird dringend benötigt; das benötigte Material; b)
(auf Grund einer Vorschrift o.a.) haben, bei sich tragen
müssen: für den Grenzübertritt benötigen sie einen
Reisepaß.
ben tenuto ['ben te'nu:to; ital.) (Musik): gut gehalten.
benymmern <sw. V.; hat): mit einer Nummer versehen,
numerieren: die Stühle im Saal reihenweise b.; <Abl.:) Benprane-
rung, die; -. -en.
benusselt [bonusjt] <Adj.) [zu niederd. nusseln = zögern,
langsam arbeiten] (nordd.): benommen; leicht angetrunken:
benaut und b.
benutzbar [bd'no$ba:g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zum
Benutzen geeignet: dies Mittel ist Jederzeit b.; <Abl.:)
Benetzbarkeit, die; -; benutzen, (regional:) benutzen <sw. V.;
hat): a) sich einer Sache (ihrem Zweck entsprechend)
bedienen; etw. verwenden; von etw. Gebrauch machen: keine
Seife b.; für seine Arbeit verschiedenes Werkzeug b.; Fürs
Taschentuch benutzte er ein Veilchenwasser, dessen Duft
von unglaublicher ... Frühlingsfrische war (Th. Mann.
Krull 246); den vorderen Eingang b. (vorne hineingehen);
der Raum wird wenig benutzt; das benutzte Geschirr
spülen; ordinäre Ausdrücke b.; das Auto, die Bahn, den
Aufzug, ein Taxi b. (damit fahren); b) (zu einem bestimmten
Zweck) gebrauchen, verwenden: einen Raum als Eßzimmer
b.; jmdn.. etw. als Vorwand, als Alibi b.; die Idee für
einen Film b.; c) für einen bestimmten Zweck ausnutzen:
den freien Tag für einen Ausflug, zum Lesen b.; Abel
benutzte den günstigen Augenblick, um sich loszureißen
(Hausmann. Abel 146); sie benutzten jede Gelegenheit
zu einer Fahrt in die schöne Umgebung; <Abl.:> Benutzer,
der; -s, -: jmd., der etw. leihweise! benutzt: die B. werden
gebeten, die Bücher schonend zu behandeln, dazu:
Benutzerkreis, der: Gesamtheit der Personen, die etw. benutzen
können /; Benutzung, (regional:) Benutzung, die; -:
Verwendung, Gebrauch: die Bibliothek der öffentlichen B.
übergeben: die neuen Handtücher in B. nehmen; etw. ist nicht
mehr in B.; er hat das Buch geschrieben unter B. vieler
eigener Erlebnisse; jmdm. etw. zur B. überlassen; etw.
zur B. freigeben, bereitstellen.
Benvtzunss-: -art. die: die notwendige Abkehr von einer
jahrhundertealten ... B. (Mantel. Wald 39); -gebühr, die:
Leihgebühr; amtlich I festgesetzter Preis für die Benutzung
eines Gegenstandes od. einer Einrichtung; Mminung, die:
Zusammenfassung von Vorschriften über die Benutzung einer
Einrichtung: die B. der Badeanstalt ist am Eingang
angeschlagen; -Vorschrift, die: Gebrauchsanweisung.
Benzaldehyd [bent$|alde'hy:t], der; -s. -e [aus t Benzoesäure
und t Aldehyd] (Chemie): künstlich hergestelltes
Bittermandelöl.
benzenl'bentsn] <sw. V.) [H. u.l (bayr.. österr. mundartl.):
a) inständig, beharrlich bitten: das Kind benzte so lange,
bis es seinen Willen bekam; b) tadeln: sie findet dauernd
etwas zu b.
Benzin[bcn'tsi.n],das; -s. (Arten.)-e[urspr. =
leichtflüssiges, aus Benzoe gewonnenes öl. auf Betreiben Liebigs
1834 auf das Erdöldestillat übertragen, zu mlat. benzoe.
350
bequemen
f Benzoe]: Gemisch aus gesättigten Kohlenwasserstoffen, das
als Treibstoff für Vergasermotoren u. als Reinigungs- u.
Lösungsmittel verwendet wird: das B. war ihm ausgegangen
(der Tank war leer, ohne daß er es bemerkt hatte): der
Wagen verbraucht 9 Liter B. auf 100 km; Flecken mit
B. behandeln; die Wundränder mit B. abtupfen; Sie hatten
den Christbaum aus der Kantine geschleppt, mit B.
übergössen und angesteckt (v. d. Grün. Glatteis 90).
Benzin-: -abschekier, der (Technik): Teil der Kläranlage,
der dem Ausscheiden von Benzin (undölen) dient: Abwässer
durch den B. leiten; -behälter, der; -dunst, der; -einsprit-
zung, die (Kfz.-T.): das Zuführen von Kraftstoff durch Ein-
spritzpumpen: ^feuerzeug, das: mit Benzin betriebenes
Feuerzeug: -geruch, der; -gestank, der (abwertend);
--gewinnung, die; ^hahn, der (Kfz.-T.): (bei älteren Modellen)
Vorrichtung, mit der der Zufluß von Benzin reguliert wurde:
den B. zudrehen; Ü die Ölscheichs drehen den B. zu (liefern
kein Erdöl zur Benzingewinnung mehr): ^kanister, der;
-kutsche, die (ugs. scherzh.): Auto: -kutseher, der (ugs.
scherzh.): Kraftfahrer: ^leitung, die; -motor, der; -preis,
der. dazu: -Preiserhöhung« die. -Preissenkung, die; -pumpe,
die (Kfz.-T.): svw. tKraftstoffpumpe: -rappen, der
(Schweiz.): (zeitweiliger) Zollzuschlag von 5 Rappen pro
Liter Benzin: -Steuer, die: -tank, der; -uhr, die (Kfz.-T.):
Gerät, das anzeigt, wieviel Benzin im Tank ist: -verbrauch,
der; -Vergiftung, die; -zufuhr, die.
Benziner (ben't$i:ng], der; -s. - (ugs.): Kraftwagen mit Benzin-
motor (im Gegensatz zum Dieselmotor): einen B. fahren.
Benzoe l bentsoe], die: - [mlat. benzoe < ital. bengiui <
arab. lubän Sawiy = javanischer Weihrauch (mit Ausfall
der Anfangssilbe lu...)l: vanilleartig duftendes Harz
ostindischer u. indonesischer Benzoebaumarten. das als Heilmittel.
Räuchermittel u. zur Herstellung von Parfüm verwendet
wird.
Benzoe-: -bäum, der; -harz, das: svw. T Benzoe; -säure,
die <o. PI.) (Chemie): Mittel zur Konservierum von
Nahrungsmitteln: mit B. konservierte Lebensmittel müssen
gekennzeichnet werden.
Benzol [b€n'tso:l].das; -s. (Arten:) -e [zu t Benzoe] (Chemie):
einfachster aromatischer Kohlenwasserstoff (aus Erdöl.
Steinkohlenteer u. Gasen gewonnen); Bcnzyl [ben't§y:l]. das;
-s [zu t Benzoe] (Chemie): einwertige Restgruppe des Toluols
(Bestandteil zahlreicher Verbindungen): Benzpyren [bcnt$-
py're:n]. das; -s [zu t Benzoe u. griech. pyröeln = brennen]
(Chemie): ein krebserzeugender Kohlenwasserstoff in
Tabakrauch. Auspuffgasen u. a.
beobachtbar [b3|o:baxtba:g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
festzustellen, in seinem Ablauf o.a. zu beobachten: -e
Vorgange; Naturvorgänge so zu isolieren, daß sie b. und
meßbar werden (Gehlen, Zeitalter 12); beobachten [bo|o:baxtn]
<sw. V.; hat) [zu tObacht, wohl nach lat. observare, frz.
observer]: 1. a) über eine gen'isse Zeit aufmerksam, genau
betrachten, mit den Augen verfolgen: jmdn. scharf,
ängstlich, kritisch b.; einen Menschen bei einer Tätigkeit, die
Natur, die Sterne. Vögel [durch ein Fernglas, mit einem
Fernglas] b.; sich beobachtet fühlen; wer hat den Vorfall
beobachtet (zufällig gesehen)?: b) über eine gewisse Zeit
zu einem bestimmten Zweck auf Jmdn.. erw. achten,
kontrollieren, überwachen: einen Patienten b.; er beobachtet sich
dauernd selbst; Jmdn. b. lassen (observieren lassen). 2.
eine bestimmte Feststellung an jmdm.. etw. machen: etw.
bemerken: eine Veränderung, nichts Besonderes [an jmdm.
od. einer Sache] b.; das ist gut beobachtet; es war rührend
zu b., wie die Träger sich dieser armen Würmer annahmen
(Grzimek. Serengeti 54). 3. (geh.) (eine Vorschrift.
Abmachung o. ä.) beachten, einhalten: die Vorschriften, die
Gesetze b.; Stillschweigen [über Jmdn.. etw.] b.; <AbI. zu 1:>
Beobachter, der; -s. -: ein heimlicher, unbefangener,
scharfer, kritischer, offizieller B.; politischen -n fiel auf. daß
...; nach Ansicht ausländischer B.; Beobachtung, die; -.
-en: X.das Beobachten (1): scharfe, genaue B.; -en anstellen.
2. Feststellung. Ergebnis des Beobachtern: das ist eine gute
B.; seine -en aufzeichnen, für sich behalten. 3. (geh.)
Einhaltung. Beachtung: unter genauer B. der Vorschriften.
Beobachtung»-: -ballon, der: Fesselballon zur militärischen
od. Wetterbeobachtung: -bogen, der: in Sonderschulen
geführtes Papier, in dem laufend Beobachtungen über die
Entwicklung eines Schülers eingetragen werden: -fehler, der:
Fehlleistung beim Beobachten (1); -flugzeug, das; -gäbe,
die<o. PI. y. Fähigkeit zum Beobachtend): eine gute, scharfe
B. haben; -material, das; -posten, der: auf B. stehen:
-Station, die (Med.. Met.).
beÖlen, sich <sw. V.; hat) [eigtl. wohl = sich (vor Lachen)
einharnen] (Jugendspr.): sich hämisch freuen.
Schadenfreude empfinden: Ein Jahr später klärte mich Mutter auf
... Ich Idiot hätte mich b. können (Plenzdorf. Leiden 11).
beordern <sw. V.; hat) [zu TOrder]: a) durch militärische]
Order an einen bestimmten Ort] kommen lassen, bestellen:
Jmdn. zu Verhandlungen ins Ausland b.; ein Taxi zum
Bahnhof b.; b)jmdn. beauftragen, jmdm. befehlen: er wurde
beordert, den Schaden gutzumachen; Der Packmeister
beordert einen Mann, dem Vater beizustehen (Hauptmann.
Thiel 38); c) (Kaufmannsspr.) bestellen: Auch...
Vergrößerungsgeräte wurden ... aus Italien gut beordert (Presse
8. 10. 68. 7); <Abl.:) Beorderung, die; -. -en.
bepacken <sw. V.; hat): eine Last, mehrere Gepäckstücke
auf etw. laden oder jmdm. zu tragen geben: das Auto mit
vielen Sachen b.; ich bepackte mich mit dem schweren
Rucksack; bis unters Dach bepackt; er war bepackt wie
ein Lastesel; ein mit Büchern bepackter Schreibtisch;
<Abl.:> Beratung, die: -.
bepelzt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit einem Pelz versehen,
bekleidet: sie waren dick b.
bepflanzen <sw. V.; hat): mit Pflanzen versehen: den
Blumenkasten mit Stiefmütterchen b.; ein frisch bepflanztes Beet;
tropisch bepflanzte Terrarien; <Abl.:> Bepffyizung, die;
-. -en: I. das Bepflanzen. 2. die Gesamtheit der an einer
bestimmten Stelle eingepflanzten Blumen. Sträucher o.a.
bepflastern <sw. V.; hat): a) (ugs.) mit einem Wundpflaster
versehen, bedecken: eine Wunde b.; b) mit einer Pflasterung,
mit Pflastersteinen versehen: den Fußweg mit Platten b.;
eine frisch bepflasterte Straße: Ü (abwertend:) er hat sich
mit Orden bepflastert; c) (Soldatenspr.) mit Geschossen
überschütten, schwer unter Beschuß nehmen, bombardieren:
die feindlichen Stellungen [mit Bomben] b.; Ü sie
bepflasterten die Schauspieler mit faulen Eiern und Tomaten.
bepjnkeln <sw. V.; hat) (ugs.): mit Harn beschmutzen: er
hat die Klosettbrille bepinkelt: der Junge hat sich bepinkelt;
bepinkelte Hauswände.
bepjnsein <sw. V.; hat): 1. (ugs.) mit etw. einpinseln, (mit
einem Pinsel) bestreichen: den Kuchen mit Ei. das
Zahnfleisch mit einer Tinktur b. 2. (ugs. abwertend) anstreichen,
bemalen: die Wände [mit Farbe] b. 3. (ugs. abwertend)
sich übertrieben schminken: die hat sich aber bepinselt!
4. flucht ig. wahllos beschreiben: viele Bogen mit
oberflächlichem Zeug b.; <Abl.:) Bepjnsehing, (seltener:) Bepjnslung,
die; -, -en.
bepjssen <sw. V.; hat) (derb): mit Harn beschmutzen: Geruch
von Rinnsteinen und ewig bepißten ... Ziegelmauern (Zwe-
renz, Erde 34).
Beplankung [bo'plaokonl. die; -. -en (Technik): Außenhaut
an Booten (auch Flugzeugen): die B. besteht aus Blech
oder Sperrholz.
beplauschen <sw. V.; hat) (ugs.): über etw. ausführlich reden,
sich unterhalten.
bepudern <sw. V.; hat): mit Puder bestreuen, bestäuben:
die Haut. Wunde b.; ein stark bepudertes Gesicht; Ü von
frischem Schnee bepuderte Bäume; <Abl.:) Bepuderung,
die; -.
bequfsseln <sw. V.; hat) (salopp): über etw. ausführlich reden,
sich unterhalten: das muß erst einmal bequasselt werden.
bequatschen <sw. V.; hat) (salopp): a) Über etw. ausführlich
reden: sich unterhalten: wir müssen die Sache noch b.;
b) überreden: wir haben ihn bequatscht, daß er mitkommt.
bequem [te'kve.m] <Adj.) [mhd. bequaeme. ahd. biquämi
= zukommend, passend, tauglich: zu Tkommen]: 1. a)
angenehm, keinerlei Beschwerden od. Mißbehagen
verursachend: ein -er Sessel; b. sitzende (nicht beengende) Schuhe;
sitzen Sie b.?: machen Sie es sich b. (Aufforderung an
einen Besucher o. ä.. sich ganz zwanglos zu geben, zu
verhalten) : b) keine Anstrengung verursachend, ohne Mühe
benutzbar o. ä.: ein -er Weg; Wer greift nicht zu. wenn er auf
-t Weise Geld haben kann? (Niekisch. Leben 166). 2.
<nur adv.) leicht, mühelos: der Ort ist b. [in einer Stunde]
zu erreichen; dort können b. zehn Leute sitzen. 3.
(abwertend) jeder Anstrengung abgeneigt, träge: ein -er Mensch;
dazu ist er viel zu b.; <Abl.:> bequemen, sich <sw. V.;
hat): 1. (geh.) sich endlich zu etw. entschließen, wozu man
keine Lust hatte: nach einiger Zeit bequemte er sich, mir
zu schreiben; bequem dich endlich zu einer Antwort! 2.
351
bequem/ich
(veraltet) sich fügen, sich anpassen: langsam bequemten
die Augen sich dem Dunkel (Th. Mann. Zauberberg 935):
bequemlidi <Adj.) [mhd. bequxmelich = passend]
(veraltet): einfach, bequem: sonst wäre ... das ganze Erdenleben
eine zu -e Sache (R. Walser. Gehülfe 27). dazu:
Bequemlichkeit, die: -. -en [mhd. bequaemelicheit]: l.das Leben
erleichternde Annehmlichkeit: bequeme Einrichtung. Komfort:
seine B. haben [wollen]: die Zimmer sind mit allen -en
ausgestattet: Lisa ... liebte die B. (das bequeme Leben:
Müthel. Baum 66). 2. <o. PI.) Trägheit: es geschah aus
purer B.
benpiken <sw. V.: hat): a) mit rankenden Pflanzen versehen:
wir wollen die Hauswand mit Efeu b.; b) sich an etw.
emporranken: Efeu berankt die Hauswand; eine dicht
berankte Mauer: Ü diese ... Grundidee ist berankt mit
realen Phantasiegebilden (Tucholsky. Werke II. 380);
<Abl.:) Bergnkung, die; -. -en.
Berapp [te'rap], der; -s (Baut.): rauher Verputz: 'berappen
[bsrapn] <sw. V.; hat) [zu rappen, mundartl. Nebenform
von Tranen]: a) (Baut.) Mauerwerk mit Mörtel bewerfen:
b) (Forstw.) Bäume entrinden.
Hierappen [-] <sw. V.; hat) [vielleicht zu rotwelsch rabbes
= Zins. Gewinn, Ertrag od. zu t Rappen] (salopp): wider-
willigI bezahlen: seine Schulden, viel Geld b.; er muß
tüchtig b.
beraten <st. V.; hat): l.jmdm. einen Rat geben: durch seinen
auf Erfahrung u. größerem Wissen beruhenden f Rat unter-
stützen: jmdn. gut, schlecht b.; ein Verkäufer muß seine
Kunden b. können; in dieser Sache will ich mich von
einem Anwalt, Fachmann b. lassen; jmdm. beratend zur
Seite stehen; eine beratende Tätigkeit ausüben; *gut/
schlecht beraten sein. etw. Bestimmtes zu tun o.a. (ugs.:
imit einem bestimmten Verhalten/ richtig/falsch handeln):
Auch schwangere Frauen sind gut beraten, wenn sie sich
vor dem Wundstarrkrampf schützen (Hörzu 48.1972,163).
2. a) gemeinsam überlegen u. besprechen, über etw. Rat
halten: eine Angelegenheit, ein Vorhaben b.; so wie man
unter Gleichen eine Unternehmung berät (Gaiser. Jagd
149); ein Gesetz/über ein Gesetz b.: sie haben lange
[darüber] beraten; b) beratschlagen: sie haben miteinander,
er hat mit seiner Frau b., was zu tun sei; c) <b. + sich)
sich mit jmdm. füber etw./ besprechen: Er beriet sich bei
einer Flasche PfefTerminz mit seinem Kaplan (Strittmatter,
Wundertäter 312); ich muß mich mit meinem Anwalt über
diese Sache b.: <Abl. zu 1:> Berater, der; -s. -: Ratgeber;
jmd.. der / berufsmäßig auf seinem Fachgebiet! Rat erteilt:
ein ärztlicher, geistlicher, juristischer B ; jmdn. zu seinem
B. machen: schlechte B. haben; Beraterin« die: -. -nen:
w. Form zu t Berater; Beratervertrag, der; -[e]s, -vertrage
(Wirtsch.): Vertrag, durch den sich jmd. verpflichtet, seine
Erfahrung, seine Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet
einem Unternehmen o. ä. gegen Honorar zur Verfügung zu
stellen: beratschlagen <sw. V.; hat): gemeinsam überlegen
u. ausführlich besprechen: mit jmdm. [über] einen Plan
b.; sie beratschlagten lange, ohne zu einer Entscheidung
zu kommen, dazu: Beratschlagung, die; -. -en; Beratung,
die: -. -en [Subst. zu: beraten]:, 1. a) Erteilung eines Rates
od. von Ratschlägen: fachärztliche B.: die B. kostet zehn
DM; b) Besprechung. Unterredung: die -en zogen sich
tagelang hin. 2. Auskunft (2). Beratungsstelle: bei der B.
anfragen.
Bergtunes-: -ausschuß, der; -dienst, der: einen B. für die
Kunden einrichten; ^gremium, das; -kosten <P1.): -pause,
die; -punkt, der: folgende -c wurden festgesetzt; -stelle,
die: / Dienst /stelle, bei der die Allgemeinheit sich über etw.
Rat holen kann: ^vertrag, der (Wirtsch.): svw. T
Beratervertrag; -zeit, die: Zeit, die für eine Beratung (1 a) gebraucht
wird: ^zimmer, das.
berauben <sw. V.; hat): jmdm. etw. gewaltsam} entwenden:
jmdn. ausrauben: er wurde überfallen und beraubt; Ü ich
will Sie nicht b.! (nichts von Ihnen erbitten, was Sie nur
ungern hergeben): (geh.:) sie wurde der Handtasche, ihres
ganzen Geldes beraubt; Zuerst sah sich der Mittelstand
seiner ganzen Habe beraubt (hatte sie verloren: Niekisch.
Leben 198); Ü jmdn. seiner Freiheit, seiner Hoffnungen
b.; Ich hofTe. Sie berauben mich Ihrer Gesellschaft nicht
allzulange? (bleiben nicht so lange fort: Geissler. Nacht
164); <Abl.:) Beraubung, die; -. -en.
berauschen <sw. V.; hat) geh.): a) in einen Rauschzustand
versetzen: bei trunken machen: der Wein berauschte uns.
machte uns berauscht; berauschende Getränke. Düfte; Ü
die Macht, der Erfolg berauschte ihn; ein berauschendes
GlUcksgefühl; das war nicht [sehr] berauschend (ugs.;
mittelmäßig: nichts Besonderes): berauscht von Schlagworten:
b) <b. + sich) sich betrinken, sich einen Rausch antrinken:
sie berauschten sich an dem starken Bier; Ü sich an den
neuen Ideen b. (begeistern): Herr Beifontaine berauschte
sich an den eigenen Worten (Langgässer. Siegel 213);
<Abl.:) Berauschtheit, die: -: Berauschung, die; -.
Berber Cberbe], den -s. - [arab. Barbar = Berber (PI.),
viell. zu griech. bärbaros = Fremder]: 1. von den Berbern
in Nordwestafrika geknüpfter, derber, hochßoriger Teppich
ausnaturfarbener Wolle Imit einfachen, großzügigen
(Rauten) mustern]. 2. Reitpferd einer in Nordafrika gezüchteten
Pferderasse: einen B. mit einem Araber kreuzen; <Zus.
zu 1:) Berberteppich, der.
Berberitze [berbo'ntsa]. die; -. -n [mlat. berberis < arab.
barbäris] (Bot.): gelbblühender Zierstrauch der Gattung
Sauerdorn.
Beroeuse [ber's0:za], die; -. -n [frz. berceuse = Wiegenlied,
zu: bercer = wiegen, (auf den Knien) schaukeln < vlat.
*bertiare] (Musik): liedartiges Instrumental-, bes.
Klavierstück in wiegendem tls-Takt.
berechenbar [bd'rspiba:^] <Adj.; nicht adv.): sich berechnen
lassend: so beschaffen, daß man es berechnen kann:
voraussehbar: -e Kosten; diese Launen waren fast eher b. als
die Gesetze (J. Roth. Beichte 60): <Abl.:> Berechenbarkeit,
die: -: das überschreitet die Grenze der B.; berechnen <sw.
V.; hat): 1. durch Rechnen feststellen, ermitteln: die Kosten,
den Preis, die Fläche eines Dreiecks, eine Entfernung b.;
Ü er hat die Wirkung seiner Worte genau berechnet. 2.
anrechnen, in Rechnung stellen: jmdm. etw. billig, zum
Selbstkostenpreis b.; ich berechne Ihnen das nur mit zehn
Mark; für die Verpackung berechne ich nichts/ die Verpak-
kung berechne ich Ihnen nicht. 3. auf Grund von
Berechnungen! vorsehen, veranschlagen, kalkulieren: die Bauzeit
auf 7 Monate, das Buch auf 800 Seiten b.; der Aufzug
ist für sechs Personen berechnet; Ü alles ist auf Wirkung,
auf Gewinn berechnet; <1. Part, zu 1): berechnend
(abwertend): eigennützig, auf seinen Vorteil bedacht: ein kalt -er
Mensch; er ist, verhält sich immer sehr b.; <Abl. zu 1-3:)
Berechnung, die; -. -en: 1. das Berechnen: B. der Kosten,
des Umfangs; nach meiner B./meiner B. nach ist die Arbeit
in drei Stunden erledigt; -en anstellen (etw. berechnen).
2. <o. PI. > a) (abwertend) Eigennutz, auf persönlichen Vorteil
zielende Absicht: etw. aus B. tun; b) sachliche Überlegung:
Voraussicht: mit kühler, kluger B. vorgehen; <Zus. zu 1.)
BeredmunBschema, das; Berechnungstabelle, die.
berechtigen [ba're^tign] <sw. V.; hat): jmdm.} das-Recht,
die Befugnis zu etw. geben: die Karte berechtigt zum
Eintritt; seine Erfahrung berechtigt ihn zu dieser Kritik: Ü
sein Talent berechtigt zu den größten Hoffnungen (gibt
begründeten Anlaß dazu); <2. Part.:) berechtigt <nicht adv.):
zu Recht bestehend, begründet: -e Vorwürfe. Zweifel.
Klagen; sein Einwand ist um so -er. als ...: berechtigterweise
<Adv.) (Papierdt.): mit Recht; Berechtigung, die; -. -en
<P1. selten): a) Recht. Befugnis: die B. zum Unterrichten
erwerben; b) Rechtmäßigkeit. Richtigkeit: die B. des
Einspruchs wurde anerkannt; <Zus. zu a:>
Berechtigungsgutschein, der (Werbespr.): Gutschein, der zu etw. berechtigt;
Berechtigungsschein, der: amtliches Papier, auf dem ein
Recht, eine Befugnis bestätigt wird; Berechtigungswesen,
das (abwertend): bürokratische Ordnung, in der nur durch
Prüfungen erworbene amtliche Befugnisse gewertet werden.
bereden <sw. V.; hat): 1. a) durchsprechen; sich über etw.
besprechen: das muß ich mit ihm b.; wir wollen es
miteinander b.; ich habe etwas mit dir zu b.; wir hatten tausend
Dinge zu b. (Seidel. Sterne 94); b) <b. + sich) sich unter-
einander beratend besprechen: wir haben uns darüber
beredet. 2. überreden, durch heftiges Zureden umstimmen: man
hat mich beredet mitzukommen; sich [nicht] b. lassen.
3. über jmdn.. etw. abfälligI reden: sich nicht gern b.
lassen; immer mußt du andere Leute, fremde
Angelegenheiten b.!; <Abl.:) beredsam [to're:tza:m] <Adj.>: redefreudig,
mitteilsam; redegewandt, beredet: ein sehr -er Mensch; die
Vorteile von etw. b. anpreisen, dazu: Beredsamkeit, die;
-: Redegewandtheit. Redegabe, -kunst: seine ganze B.
aufwenden [müssen]; etw. mit großer B. darlegen; beredt
[te're:t] <Adj.; -er. -este): redegewandt, zungenfertig: ein
-er Anwalt: das hat er uns b. auseinandergesetzt; Ü die
352
Berg
Ruinen sind ein -es Zeugnis vergangener Größe (sagen
sehr viel aus über vergangene Zeiten, bezeugen eindrucksvoll
vergangene Zeiten): ein -es (iron.; vielsagendes) Schweigen;
-e (ausdrucksvolle) Gesten, dazu: Beredtheit, die; -.
bereedern [te're:dmi] <sw. V.; hat): (als Reederei) in Besitz
haben, betreuen: eine große Schiffahrtslinie bereedert dieses
Motorboot; das Schiff wird bereedert von ...
beregnen <sw. V.; hat): mit künstlichem Regen bewässern,
besprühen: die Felder, den Rasen b.; Ü die Geschichte
eines ... HäAlings. dessen nackten nassen Körper man
mit Glaswolle bedeckt, eigentlich beregnet hatte (Kasch-
nitz. Wohin 86); <Abl.:) Beregnung, die; -. dazu:
Beregnungsanlage, die.
Bereich, der. selten: das; -[eis. -e [zu veraltet bereichen
= sich erstrecken, erreichen!: a) abgegrenzter Raum. Gebiet
von bestitnmter Ausdehnung: der B. um den Äquator; Es
war das erstemal .... daß wir den B. der Schule verlassen
durften (Leonhard. Revolution 213); das Grundstück liegt
im B., außerhalb des -s der Stadt; b) Such i gebiet. Sektor.
Sphäre: im B. der Wissenschaft, der Kunst; Neues aus
dem B. der Technik; das ist mein B.. fällt nicht in meinen
B. (Aufgabengebiet): im B. des Möglichen liegen (durchaus
möglich sein): sich über die Grenzen der -e hinweg
verständigen.
bereichern [bd'raj^n] <sw. V.; hat) [zum Komp. von T reich]:
1. a) reichhaltiger machen: vergrößern, erweitern: sein
Wissen [mit etw.] b.; eine Kunstsammlung um einige schöne
Stücke b.; was nicht aufgegessen wurde, bereichert am
nächsten Tag den Abendtisch (Hörn. Gäste 18); b) innerlich
reicher machen: Reisen, neue Eindrücke bereicherten ihn;
ich fühle mich davon bereichert. 2. <b. + sich) sich auf
Kosten anderer I Gewinn. Vorteile verschaffen: sich
schamlos b.; du hast dich an den Ersparnissen alter Menschen
bereichert; <Abl.:) Bereicherung, die; -. -en <P1. selten):
1. a) das Bereichern: die B. der Sammlung; b) das Sichberei-
chern: jmdm. den Vorwurf der B. machen. 2. Nutzen.
Gewinn: welch ein Gewinn wäre diese Stimme, welch eine
B. (M. Walser, Eiche 63). dazu: Bereicherungsabsicht, die;
Bereicherungsversuch, der.
Bereichsangabe, die; -. -n: Angabe, zu welchem Fach- od.
Sachbereich etw. gehört.
'bereifen <sw. V.; hat) [zu TReifenl: mit Reifen (2) versehen:
den Wagen richtig b.; das linke Hinterrad muß neu bereift
werden; der Wagen ist gut bereift.
2bere|fen <sw. V.; hat) [zu t 'Reifl: mit Rauhreif überziehen:
der Frost hatte die Bäume bereift; (meist im 2. Part.:)
frisch -e Äste; die Wiesen sind schon b.
Bereifung, die; -. -en: die zu einem Fahrzeug gehörenden
Reifen: das Auto hat eine gute, schlechte, neue B.
bereinigen <sw. V.; hat): a) etw.. was zu einer Mißstimmung
geführt hat. in Ordnung bringen, klären: Mißverständnisse,
einen Streitfall b.; die Sache ist bereinigt; b) <b. + sich)
sich klären, in Ordnung kotnmen: Es gibt Dinge, die ...
bereinigen sich dann meistens von selbst (Kirst. 08/15.
273); <AbI.:> Bereinigung, die; -. -en.
bereisen <sw. V.; hat): a) ein Land auf einer ausgedehnten
Reise besuchen, um es gründlich kennenzulernen: er hat
China, fremde Länder, die ganze Welt bereist; der
Ethnologe bereiste ganz Afrika, um Material zu sammeln; b) als
Vertreter o. ä. aufsuchen, um an verschiedenen Orten seine
Geschäfte abzuwickeln: Vertreter, die mit
Feuerversicherungen und Saatgutproben das Werder bereisten (Grass.
Hundejahre 39); <Abl.:> Bereisung, die; -. -en.
bereit [to'rait] <Adj.; o. Steig.; meist präd.. seltener attr.)
[mhd. bereit(e). ahd. bireiti; zu Treiten in der alten
Bedeutung ..fahren**, also eigtl. = zur Fahrt gerüstet! in den
Verbindungen b. sein ([.fertig, gerüstet sein: bist du b.?;
es ist alles b.; die zum Aufbruch -en Gäste. 2. den Willen
habend, zu etw. entschlossen sein: wir sind zu allem b.;
er ist b. zu helfen): sich b. halten (in Bereitschaft, vorbereitet
sein): der Arzt mußte sich [auf Abruf, zum Einsatz] b.
halten; etw. b. haben (vorbereitet, zurechtgelegt haben):
sich [zu etw.] b. zeigen/finden/erkliren (zum Ausdruck
bringen, daß man zu etw. bereit, entschlossen ist): ich erklärte
midi zu Jeder Art von Unterstützung b.
bereit-. Bereit-: -halten <st. V.; hat): ständig] griffbereit.
benutzungsbereit haben: bitte das Geld abgezählt b.!; ein
für Notfälle bereitgehaltenes Bett; -legen <st. V.; hat):
für jmdn. ] zur Benutzung an einen bestimmten Ort legen:
ich habe [dir/für dich] die Unterlagen bereitgelegt: -liegen
<st. V.; hat): zur Benutzung an einem bestimmten Ort liegen:
im Hafen liegen Transportschiffe bereit; -machen <sw.
V.; hat): fertigmachen: das Bett, ein Schiff b.; -stehen
<st. V.; hat): zur Benutzung an einem bestimmten Ort stehen:
das Essen steht bereit; bereitstehende Züge; -stellen <sw.
V.; hat): zur Verfügung stellen: Haushaltsmittel. Geld für
Forschungszwecke b.. dazu: -stellung.die; -. -en <P1. selten);
-willig <Adj.>: gerne bereit, entgegenkommend: ein -er
Helfer; b. Auskunft geben: er ging b. auf mein Angebot ein,
dazu: -Willigkeit, die; -.
'bereiten <sw. V.; hat): 1. a) zubereiten, fertig-,
zurechtmachen, herrichten: das Essen b.; für jmdn./jmdm.. sich ein
Bad. einen Kaffee b.; b) <b. -I- sich) (geh.) sich auf etwas
vorbereiten, sich rüsten: sich zum Sterben b.; die Sonne
bereitet sich zum Untergange (A. Kolb. Schaukel 31).
2. zuteil werden lassen, zufügen: jmdm. Freude. Schmerzen
b.; die Bevölkerung bereitete ihm einen begeisterten
Empfang; das bereitet (verursacht) viele Schwierigkeiten; der
Unfall bereitete seinen Träumen ein schnelles Ende
(zerstörte sie schnell).
Hiereiten <st. V.; hat) /vgl. beritten/ (selten): a) zureiten:
ein Pferd b.; b) abreiten, reitend durchqueren: das Land,
die Felder b.; <Abl. zu 1:> Bereiter, der; -s, -: Zureiter.
bereits [ba'raits] <Adv.>: 1. schon: es ist b. sechs Uhr; b.
fertig, abgefahren sein. 2. (südwestd., bes. Schweiz.) fast,
nahezu, so gut wie: b. neuer Wagen zu verkaufen; b. die
ganze Ernte ist verdorben; Bereitschaft, die; -, -en: 1.
<P1. selten) das Bereitsein. Bereitwilligkeit.
Einverständnis: die B. zu helfen; sie erwartete ihn mit einer
Lüsternheit des Hasses. ... die zu Tätlichkeiten auszuarten
eine gefährliche B. zeigte (Maass. Gouffe (197); innere
B.; in B. (bereit) sein: noch etwas in B. (für den Notfall
zur Verfügung) haben; er hat heute B.
(Bereitschaftsdienst). 2. einsatzbereite Einheit, bes. der Polizei: die -en
fuhren in ihre Kleider und griffen nach ihren
Gummiknütteln (Fallada. Jeder 350).
Bereitschafts-: Mirzt, der: diensthabender Arzt: -dienst, der:
Dienst auf Abruf für den Notfall: ärztlicher B. für das
Wochenende; diese Apotheke hat heute nacht B.; -polizei.
die: kasernierte Polizei, die jederzeit abrufbereit ist:
^Stellung, die (bes. Milit.).
Bereitung, die; - (Papierdt.): das i ZuIbereiten: die B. von
Kaffee.
herinnen <unr. V.; hat): gegen etw. anrennen: eine Festung
b.; die deutsche Mannschaft berannte das gegnerische Tor
(stürmte unaufhörlich auf das gegnerische Tor).
berenten [bd'rentn] <sw. V.; hat) [spätmhd. berenten =
mit einer Rente ausstatten] (Amtsspr.): jmdm. eine Rente
zusprechen: sich b. lassen; er wurde wegen Krankheit
vorzeitig berentet.
Beret l'berel.das; -s. -s [frz. beret < mlat. bereta. birretum
= Kappe, t Barett] (Schweiz., auch luxemb.): Baskenmütze:
er trug ein blaues B.
bereuen <sw. V.; hat): Reue über etw. empfinden: bedauern:
seine Schuld, seine Sünden, den Entschluß, eine Tat. seine
Worte bitter b.; nichts zu b. haben; er bereute, das getan
zu haben.
Berg [berk]. der; -[e]s. -e [mhd. berc. ahd. berg]: 1. größere
Erhebung im Gelände: ein hoher, steiler B.; vor ihnen ragte
ein B. auf. erhob sich ein mächtiger B.; blaue -e (in einem
Dunstschleier liegende Bergspitzen): ein feuerspeiender B.
(geh.; tätiger Vulkan)', bewaldete -e; die -e (Bergspitzen)
sind in Wolken gehüllt; einen B. besteigen, bezwingen;
den B. hinauf-, hinuntersteigen; auf einen B. klettern; der
Fuß. Kamm. Gipfel, die Spitze des -es; die Fahrt ging
über B. und Tal (bergauf u. bergab): R der B. [kreißt
und] gebiert eine Maus (tnan trifft große Vorbereitungen,
macht große Versprechungen, und es kommt kaum etwas
dabei heraus) /Sprwenn der B. nicht zum Propheten kommt,
muß der Prophet zum -e kommen (bildungsspr.; einer
muß den ersten Schritt tun): *imdm. goldene -e versprechen
(große Versprechungen machen, die man nicht einhalten
kann: jmdm. etw. vorgaukeln); -e versetzen [können] (bibl.;
Wunder vollbringen, unmöglich Scheinendes schaffen): der
Glaube versetzt -e; mit etw. [nicht] hinter dem B. halten
(etw. Wesentliches verschweigen/offen aussprechen; urspr.
milit.; von Truppen od. Geschützen, die hinter einem Berg
dem Blick des Gegners entzogen waren u. überraschend
eingreifen konnten): er hat lange mit der Wahrheit hinter
dem B. gehalten; [noch nicht] Über den B. sein (ugs.; die
23 GDW
353
berg-, Berg-
größte Schwierigkeit, die Krise noch nicht; Überstanden
haben): [längst] über alle -e sein (ugs.: längst entkommen,
schon weit weg sein). 2. <P1.> Gebirge: in die -e fahren;
über den -cn zieht ein Wetterauf; Die -e haben ihn behalten
(geh.; er ist bei einem Bergunfall umgekommen: Trenker,
Helden 94). 3. große Masse, Haufen: ein B. von Schnee:
-e von Abfall; hinter einem B./-en von Büchern; über
einem B./-en von Akten sitzen. 4. (meist Pl.> (Bergbau)
nicht erzhaltige Gesteinsbrocken: die -e wegräumen.
berg-. Berg- (vgl. auch: berge- u. Berges-): -#b <Adv.>:
den Berg hinunter, abwärts (Ggs.: bergauf, bergan): b.
laufen; der Weg fuhrt steil b.; Ü mit ihm. mit dem Geschäft
geht es [immer mehr] b. (seine Gesundheit, die Geschäftslage
verschlechtert sich): -abhang, der; -absatz, der: kleinere,
waagerecht vorspringende Fläche am Berg: -ahsturz, der:
mit einer Steilwand abbrechender Abhang: -fbwirts <Adv.>:
svw. T *-ab: b. laufen, klettern; -ahorn, der: im Mittelgebirge
u. in den Alpen beheimateter Baum aus der Familie der
Ahorngewächse (beliebter Park- u. Alleebaum mit mächtiger
Krone): -akademie, die: Hochschule für Bergbau- u.
Hüttenwesen: -akademiker, der: Absolvent einer
Bergakademie: >amt. das: untere Dienststelle der Bergbehörde: -$n
<Adv.>: den Berg hinauf, aufwärts (Ggs.: bergab): die Straße
steigt b.; es geht leicht b.; -arbeiter, der: svw. t-mann;
-assessor, der: beamteter Bergakademiker nach der 2.
Staatsprüfung: -auf <Adv.>: den Berg hinauf, aufwärts
(Ggs.: bergab): b. steigen; der Weg fuhrt steil b.; Ü mit
ihm. mit dem Geschäft geht es [wieder] b. (seine Gesundheit,
seine Geschäftslage verbessert sich wieder]): -aufwärts
<Adv.>: svw. t^auf; b. steigen, klettern; -bahn, die: auf
einen Berg führende Zahnrad- od. Seil /bahn: -harte, die
[t 'Barte] (Bergmannsspr.): Paradebeil der Bergleute: ?bau*
der <o. PI.): Gewinnung von Bodenschätzen, dazu: -baube-
flissene, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): Praktikant vor
dem Studium an einer Bergakademie: -baulich <Adj.; o.
Steig.; nur attr.); >bauer, der: {Bauer im i Hochjgebirge:
-behörde, die: für den Bergbau zuständige staatliche
Behörde: ^besteigung, die; -bewohner, der; -dorf. das; -fach,
das: Fachgebiet des Bergbaus: er studiert das B.; -fahrt,
die: 1. (Schiffahrt) Fahrt stromaufwärts (Ggs.: Talfahrt),
ein Schleppzug auf B.; die B. wurde vorübergehend
gesperrt. 2. Hochgebirgstour: auf B. gehen; zur Ausrüstung
bei -en gehören Eispickel u. Steigeisen; -fest, das (ugs.):
Fest, Feier nach der Hälfte einer festgelegten Zeit die
tnan - oft gezwungenermaßen - in einer bestimmten
Umgebung mit anderen gemeinschaftlich verbringt /: die Soldaten
feierten nach Ablauf der halben Dienstzeit ein zünftiges
B.; -festling, die; >fex, der (ugs.): begeisterter Bergsteiger:
-ftnk, der: ein dem Buchfink ähnlicher Finkenvogel, der
bes. in Nordeuropa vorkommt: -fried [-fri:t], der; -[e]s,
-e [mhd. perfrit. bervrit. bercvrit = hölzerner
Belagerungsturm; H. u.; die heutige Bed. hat sich durch
volksetymologische Anlehnung an mhd. berc = Berg u. mhd. vride
= Schutz. Sicherheit entwickelt] (hist.): Hauptturm auf
mittelalterlichen Burgen: Wehrturm: der B. stand meist
frei im Burghof; -fiihrer, der: jmd., der nach entsprechender
Ausbildung u. Prüfung die Berechtigung hat, Touristen im
Hochgebirge zu führen (Berufsbez.); -gehen, das
(Leichtathletik): Wettkampf im Gehen, bei dem beträchtliche
Höhenunterschiede zu überwinden sind: -geist, der <PL: -er):
im Innern der Berge wohnender, sagenhafter Zauberer,
Kobold. Zwerg od. Riese: der B. des Riesengebirges hieß
Rübezahl; -gipfd, der; -grat, der. -hang, der: Abhang
eines Berges: -hauptmam, der: Leiter eines Oberbergamtes,
hoher Beamter der Bergbehörde: -hoch, bergehoch <AdJ.;
o. Steig.): sehr hoch: berghohe, b. aufsteigende Wellen;
-hotel, das; -hätte, die: Schutzhütte im Gebirge: - Ingenieur,
der: Ingenieur des Bergfachs: -kegel, der: kegelförmiger
Berg: -kessd, der: von Bergen umschlossene Vertiefung
im Gelände: -kette, die: kettenartig aneinandergereihte
Gruppe von Bergen: -kiefer, die: meist strauchig wachsende
Kiefer der Hoch- u. Mittelgebirge mit mehreren Unterarten:
-knappe, der (veraltend): Bergarbeiter, Bergmann: -krank
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): durch die Höhenluft von
Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerz befallen: b. werden; er mußte
b. zu Tal steigen, dazu: -krankhett, die: Höhenkrankheit:
-kraxler, der (bes. österr. ugs.): Bergsteiger, Kletterer:
er ist ein hervorragender B.: -kristall, der: a) (Geol.) bes.
klare, in hexagonalen Prismen vorkommende Quarzart: b)
Schmuckstein aus Bergkristall: -kuppe, die; >buid, das:
bergiges, gebirgiges Land: nieder, das: svw. t Arschleder;
-lehne, die (geh.): svw. - hang; -hift, die <o. PL); -mann,
der <P1.: -leute. seltener: Miiänner) (Bergbau): Arbeiter
im Tage- od. Untertagebau, der unmittelbar beim Abbauen
u. Fördern beschäftigt ist, dazu: -männisch <Adj.; o. Steig.):
alte -e Sitten, -maimgruß, der: der B. heißt ..Glück auf!";
-mamssprache, die: Fachsprache der Bergleute, -manns-
kuh. die (landsch. scherzh. veraltend): Ziege: -massiv,
das; -meister, der: Beamter im Bergbau: -nase, .die:
nasenförmig vorspringender Teil eines Berges: -not, die:
Notlage, in die ein Bergsteiger im Hochgebirge (durch Unfall
od. Witterungseinflüsse) gerät: jmdn. aus B. retten; -partte,
die: a) bes. charakteristischer Abschnitt im Gebirge: b)
Ausflug in die Berge: -pfad, der: ein schmaler B.; -plateau,
das; -predigt, die <o. PI.) (christl. Rel): eine auf einem
Berg gehaltene, bedeutungsvolle Predigt Christi: -rat, der:
akademisch gebildeter Beamter der Bergbehörde: -recht,
das: die für den Bergbau geltenden besonderen
Rechtsbestimmungen: -reich <Adj.; nicht adv.): reich an Bergen,
gebirgig: eine -e Gegend; -reimen (Motorsport):
Rennveranstaltung auf steilen Bergstraßen: -rettungsdienst, der: svw.
t-wacht; -rtese, der: durch seine Ausmaße bes.
eindrucksvoll wirkender Berg: -rücken, der: obere Linie od. Fläche
eines langgestreckten Berges: -rutsch, der: Abbrechen u.
Abrutschen von Erd- u. Gesteinsmassen an einem Steilhang:
-satte!, der: Vertiefung an einem Bergrücken zwischen zwei
Gipfeln: -schaden, der <meist PI.): Schaden, der durch
den Unter tage jbergbau cm der Erdoberfläche entsteht:
-schnind, der: Spalte am oberen Rand eines Gletschers:
-schuh, der: fester Schuh zum Bergsteigen: -schlissig
I-Jyskj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bergmannsspr.): von
Bergen (4) durchzogen, nur in verstreuten Lagern
aufzufinden: das Erz ist hier sehr b.; -schwinget, der (Schweiz.): auf
einem Berggipfel ausgetragener Schwinget: -see, der; -seits
<Adv.): an der dem Berg zugekehrten Seite: ein
Aussichtsplatz b. des Gebäudes; -ski, der: der bei der Fahrt am
Hang bergseits geführte, nahezu unbelastete Ski (Ggs.:
Talski); -spitze, die; >sport, der: sportliches Wandern u.
Klettern im : Hochjgebirge: Alpinistik: -Station, die: oberer
Haltepunkt einer Bergbahn (Ggs.: Talstation): -steigen <st.
V.; nur im Inf. u. Part, gebr.): Hochtouren machen: in
den Bergen laufen u. klettern: wir wollen b.; ich bin/habe
früher viel berggestiegen; -Steiger, der. -steigerin, die.
dazu: -steigerisch <Adj.; o. Steig.): das Bergsteigen
betreffend: diese Tour verlangt -es Können, ist b. sehr reizvoll;
-Stiefel, der: vgl. t-schuh; -stock, der: 1. bei
Bergwanderungen benutzter Stock mit eiserner Spitze. 2. svw. t Gebirgs-
stock: -söraBe, die: Straße im Gebirge: >striUfer [-Jüx.sb],
der; -s, -: ein Wein von der Bergstraße (einer Landschaft
am Westrand des Odenwaldes: LÜ von mlat. Platea mon-
tium = Name der früheren Römerstraße in diesem Gebiet);
-stürz, der: Herabstürzen von Felsbrocken: schwerer
Bergrutsch: Gesteinslawine: -tod, der: Tod durch Unglücksfall
in den Bergen: -tour, die; --und-Tgl-Bahn, die: Bahn auf
Rummelplätzen mit abwechselnd steil hinauf- u.
hinunterfahrenden Wagen: Achterbahn: --und-Tgl-Fahrt, die: Die
Straßen verschwanden unter der Erde und tauchten wieder
auf. eine sanfte B. CKaschnitz. Wohin 145); -volk, das:
a) im Gebirge beheimatetes Volk: b) <o. PI.)
(Bergmannsspr.) Gesamtheit der Bergleute: > vorsprang, der: svw. t -na-
se; -wacht,die <o. PI.): Organisation zur Rettung in Bergnot
Geratener: Bergrettungsdienst: -wald, der; -wand, die:
(fast! senkrecht aufsteigende Seite eines Berges:
-Wanderung, die; -wärts <Adv.) [t-wärts]: in Richtung auf den
Berg, zum Berg hin (Ggs.: talwärts): bei schrägem Anstieg
zeigen die Fußspitzen leicht b.; das b. (weiter oben)
gelegene Haus; -wasser, das <PL-wasser. auch: -wässer): Wasser
eines Gebirgsbaehes: -weide« die; >welt, die (geh.):
Gebirgslandschaft: >werk, das: technische Anlage für den Bergbau,
Grube mit den dazugehörenden Einrichtungen: ein B.
stillegen; im B. arbeiten, dazu: -Werksdirektor, der; -wesen,
das <o. PI.): alles mit dem Bergbau u. seinen Einrichtungen
Zusammenhängende: >wiese, die; >woNverleÄi, der: svw.
t Arnika; >zkme, die (meist PI.) (geh.): schroffe Felszacke.
Bergamotte [berga'mota], die; -. -n [frz. bergamote < ital.
bergamotta (in Anlehnung an Bergamo) < türk. beg armu-
dy = Herrenbirne]: 1. a) in Südeuropa u. Westindien
kultivierter, bis 5 m hoher der Pomeranze nahestehender Baum
mit süßlich riechenden Blüten u. runden, glatten blaßgelben
Früchten: b) Frucht der Bergamotte (1 a). 1 in mehreren
354
Beringung
Sorten vorkommende saftreiche, würzig schmeckende Birne
von kugeliger Gestalt; <Zus. zu 1 b:> BergamQttelikör. der:
gelbgrüner Likör aus den Schalen der Bergamotte;
Bergampttöl. das: aus den Schalen der Bergamotte
gewonnenes, angenehm duftendes öl für Parfüms u. Liköre.
Berge: t Berg (4).
berge- (vgl. auch: berg-. Berg- u. Berges-): -hoch: t berghoch:
schwer <Adj.: o. Steig.: nicht adv.> (geh.): sehr schwer:
eine -e Last; ^versetzend <Adj.: o. Steig.; nicht adv.>:
Unmögliches leistend: ein -er Glaube; --wehe <Adv.>: in
großen Mengen: man fand bei ihm das Diebesgut gleich
b.
Bpgelohn. der; -[eis. ...löhne (Schiffahrt): Vergütung für
die Bergung eines in Seenot geratenen Schiffes: der B. richtet
sich nach dem Wert von Schiff und Ladung; bergen [bergn]
<st. V.; hat) [mhd. bergen, ahd. bergan; im Sinne von
„auf einer Fluchtburg unterbringen4' verwandt mit der
Wz. von t Berg]: 1. retten, in Sicherheit bringen: den
Hausrat, Verletzte b.; das Getreide vor dem Unwetter b.
{einfahren); eine Schiffsladung b.; die Verschütteten konnten
nur noch tot geborgen werden; wir führten sogar noch
ein Unternehmen durch, um den Fallschirm zu b. (Gaiser.
Jagd 137); bei ihm fühle, weiß ich mich geborgen
(beschützt, in Sicherheit;. die Segel b. (Seemannsspr.; einholen,
einziehen. 2. (geh.) a) verbergen, verstecken, verhüllen: der
Engel des Herrn barg sein Angesicht (Gaiser. Jagd 24);
sich an Jmds. Schulter b.; Sie glättete die Scheine und
barg sie in einem Täschchen (brachte sie dort unter; Musil.
Mann 1477); b) schützend verbergen: die Hütte birgt ihn
vor seinen Verfolgern; nicht anders als ... Kälber dastehn
und ihre Köpfe, um sie vor der grausamen Steppensonne
zu b., eng zusammenstecken (Plievier. Stalingrad 347);
eine -de Hülle. 3. (geh.) enthalten, in sich tragen: die Erde
birgt noch ungehobene Schätze [in sich]; Meine Finger
umkrallten das kleine Paket, das eine Reliquie barg (Jahnn.
Geschichten 221); das birgt Vorteile, viele Gefahren in
sich; die romantische Rebellion ... barg ... den Keim des
Unheils (K. Mann. Wendepunkt 90).
Bergenie [ber'ge:nj?]. die; -. -n [nach dem dt. Physiker u.
Botaniker K. A. von Bergen (1704-1759)]: Vertreter einer
in Asien heimischen Gattung der Steinbrechgewächse, die
in Europa in zwei Arten als winterharte Zierstaude kultiviert
wird.
Borges- (meist geh. od. dichter, für: Berg-; vgl. auch: berge-):
^gipfd. der; --hang, der; -höhe, die; ^htihle, die; -last,
die: schwere seelische Bürde; Gewissenslast: eine B. wurde
von ihm genommen; Mücken, der; - zürne, die (meist PI.X
bergig f bergig] <Adj.; nicht adv.) [mhd. bergeht]: viele Berge
aufweisend; reich an Bergen: -es Gelände; das Land ist
sehr b.; Begier ['beriete], der; -s. -: Berg/landjbewohner:
die B. sind ein hartes Leben gewohnt.
Bergung ['berguol. die; -. -en: das Bergen (1). Rettung, Siehe-
rung: die B. des Verunglückten war schwierig; Diese rasche
und motorisierte B. der Ernte verursacht also auch höhere
Kosten (Welt 19. 8. 65. 9); bei der B. von Strandgut
helfen.
B^rgungs-: Miktion, die: gemeinschaftliche Unternehmung
zur Bergung von Menschen, Waren, Schiffen u. ä. nach
Unglücksfällen; -arbeiten <P1.>; Mbunpfa*. der: Dampfer mit
Spezialausrüstung für Seenotfälle; -kommando, das: /
Polizei Feinheit für Katastrophenfälle: -kosten <P1.>: Kosten ei-
ner Bergung; Bergelohn; Mnannschaft. die; -versuch, der.
Beriberi [beri'be:ri]. die; - [Verdopplung von singhales. beri
= Schwäche] (Med.): auf einem Mangel an bestimmten
Vitaminen beruhende Krankheit mit Lähmungen u.
allgemeinem Kräfteverfall: ... dem es gelungen war, ein der
menschlichen B. genau entsprechendes Krankheitsbild
beim Huhn ... zu erzeugen (Medizin II. 253).
Bericht (bo'rift]. der; -[eis. -e: sachliche Wiedergabe eines
Geschehens od. Sachverhalts; Mitteilung, Darstellung: ein
mündlicher, schriftlicher, wahrheitsgetreuer, spannender,
offizieller B.; ein B. zur Lage; -e über das Tagesgeschehen,
von den Fußballspielen; Zur Geschichte meiner
persönlichen Liebeserziehung aber sei folgender B. hier schicklich
angereiht (Th. Mann. Krull 130); einen B. abfassen,
anfordern; einen B. über / von etw. geben; der Minister ließ
sich B. erstatten (berichten).
Berjcht- (vgl. auch: Berichts-): -erstatter l-egjtatel. der; -s.
-: jmd., der für eine Zeitung o. ä. über aktuelle Ereignisse
berichtet; Korrespondent: unser B. aus Paris teilt mit ...;
... wieviel weniger militaristisch das neue Deutschland ist.
als die B. angenommen hatten (Dönhoff. Ära 152);
Verstattung, die: das /offizielleJ Erstatten von Berichten,
Weitergeben von Informationen: eine objektive, sachliche, einseitige
B : B. durch Presse u. Rundfunk; In der B. der Ausschüsse
an den Bundestag müssen die Ansichten der
Ausschußminderheit wiedergegeben werden (Fraenkel, Staat 229); der
Botschafter wurde zur B. zurückgerufen; -haus, das
(Schweiz.): Informationsbüro, Auskunftei.
berjehten <sw. V.; hat) [mhd. berihten = recht machen,
einrichten, unterweisen]: jmdm. einen Sachverhalt, ein
Geschehen sachlich u. nüchtern darstellen, mitteilen: Jmdm.
etw. [schriftlich, mündlich] b.; ich habe [ihm] alles berichtet;
für den. der die Geschichte noch nicht kennt, sei sie hier
nochmals berichtet; es wird berichtet, daß ...; er berichtete
über die Reise (gab einen ausführlichen Gesamtbericht),
von der Reise (gab einzelne Eindrücke u. Erlebnisse wieder) ;
man hat über ihn nur Gutes berichtet; da bist du falsch
berichtet (veraltend; unterrichtet): wenn ich recht berichtet
bin (veraltend; wenn es stimmt), daß ...; <Abl.:> Berjchter.
der; -s, -: a) jmd.. der etw. berichtet; Berichtender: aus
den hastigen Sätzen des -s wurde die Erregung deutlich;
b) svw. t Berichterstatter: Besprechungen mit Journalisten.
Feuilletonisten. -n. Bildberichtern (Plievier. Stalingrad
236).
berichtigen [to'rujtign) <sw. V.; hat): etw. Fehlerhaftes,
Falsches, nicht dem wahren, richtigen Sachverhalt
Entsprechendes beseitigen u. durch das Richtige, Zutreffende, der Wahr-
heit Entsprechende ersetzen; korrigieren, richtigstellen,
verbessern: einen Fehler, Irrtümer b.; ich muß mich b. (meine
Aussage korrigieren); -de Zusätze; ein berichtigter
Nachdruck; ..Nein", berichtigteer, „so war es nicht**; Es ergab
sich so der interessante Gegensatz, daß... hier beim Psycho-
tiker der tagsüber herrschende Wahn durch den Traum
berichtigt wurde (Freud. Abriß 80); <Abl.:> Berichtigung.
die; -, -en: a) das Richtigstellen, Verbessern, Korrektur:
eine B. der Druckfehler vornehmen; Daraus erklärt es
sich, daß so viele -en von Fehlurteilen durchgesetzt wurden
(Mostar. Unschuldig 13); die Arbeit zur B. zurückgeben;
b) das Verbesserte, Berichtigte; Verbesserung: in der B.
des Schulaufsatzes sind immer noch Fehler.
Berjchts- (vgl. auch: Bericht-): -beft, das: Heft zum
Eintragen der vorgeschriebenen wöchentlichen Arbeitsberichte von
Auszubildenden; ^iahr. das: vgl. t-Periode; Mnonat, der:
vgl. t -Periode: Im B. ist demnach ein Mehrwegzug von
13 Familien zu verzeichnen (Bund 4. 10. 68. 23); -Periode.
die: festgesetzter Zeitraum, der nach bestimmten Kriterien
betrachtet u. über den ein Bericht angefertigt wird: in der
B. trat eine Ertragsminderung von 15% ein.
berkehen <st. V.; hat): 1. an jmdm., etw. riechen: der Hund
beroch den Fremden, das Futter; Er öffnete sie vorsichtig,
beroch den Korken und holte dann zwei große Gläser
(Remarque, Triomphe 176). 2. (ugs.) mit jmdm. vorsichtig
prüfend Kontakt aufnehmen; kennenzulernen suchen: die
Teilnehmer mußten sich erst einmal [gegenseitig] b.
berjgseln <sw. V.; hat): I. a) zum Feuchthalten mit Wasser
besprühen; über ein Gebiet, eine Fläche gleichmäßig, dünn
Wasser rieseln lassen: die Felder, den Garten b.; b) (selten)
rieselnd auf jmdn., etw. niedergehen: das Deckenweiß
berieselte uns. man hörte Gemäuer auf den Keller bumsen
(Küpper, Simplicius 161). 2. (ugs. abwertend) mit einer
gewissen Stetigkeit auf andere einwirken, sie zu beeinflussen
suchen, ohne daß sie sich dessen bewußt werden: die Käufer
mit Werbung. Musik b.; sich mit Musik b. lassen (Musik
im Radio o.a. eingestellt haben, ohne genau hinzuhören);
<Abl.:> Berj&ehmg, (seltener:) Berj&lung, die; -. -en (PI.
selten), dazu: Berj&elungsanlage. die: Vorrichtung zum
Berieseln (1 a) landwirtschaftlich genutzter Flächen.
berindet [bo'nndat) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten):
mit Rinde bekleidet: ein glatt -er Baum; das Holz ist noch
b.
berfngen <sw. V.; hat) /vgl. beringt/: mit einem Ring /als
Erkennungszeichen/ versehen: Zigarren maschinell b.; Wie
die Vogelwarte auf Helgoland gestern mitteilte, wurden
... rund 800 Vögel beringt (MM 29. 8. 69. 12); berjiwt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einen / Verlobungs-, Trau/ring
tragend; mit einem oder mehreren Ringen geschmückt: Sie
bedeckte die Stirn mit der -en Linken (Baldwin [Übers.].
Welt 290). Beringung« die; -, -en: a) das Beringen; b) der
umgelegte Ring: die B. hat sich gelöst.
23*
355
Beritt
Berjtt.der; -[eis. -e: 1. (Milit. veraltet) kleine Reiterabteilung:
sorgen Sie gefälligst Tür Ordnung in Ihrem B. (Kirst. 08/15.
548). 2. (veraltet) Forstbezirk; berjtten <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.> [eigtl. 2. Part, von veraltet bereiten = (auf
dem Pferd) reiten]: a) auf einem Pferd reitend: ein -er
Bote. Polizist; die Wahrheit zu sagen, bin ich gar nicht
b. (zu Pferd), ich bin mit dem Wagen hier (Fallada. Herr
78); b) mit Pferden ausgerüstet: die -e Polizei; er ist gut
b. (besitzt gute Pferde); <subst.:> eine Schar Berittener;
Berjttführer, der; -s. - (Milit. veraltet): Befehlshaber eines
Beritts (1).
Berkelium [ber'ke:lium]. das; -s [nach der nordamerik.
Universitätsstadt Berkeley]: chemischer metallischer
Grundstoff; aus der Gruppe der Transurane: Zeichen: Bk
Berlinale [berlina.id].die; -. -n [zu: Berlin, nach dem Vorbild
von t Biennale]: alljährlich in Berlin stattfindende
Filmfestspiele; Berliner [ber'lhnc], der; -s. -: kurz für Berliner
tPfannkuchen; berlinern <sw. V.; hat): Berliner Mundart
sprechen.
Berlocke [bcr'bkal. die; -, -n [frz. berloque. Nebenf. von
breloque. H. u.): (im 18. u. 19. Jh. üblicher) kleiner
Schmuck an / Uhr/ketten.
Berme ['terms], die; -. -n [aus dem Niederd. < niederl.
beim < mniederl. baerm] (Deichbau): waagerechter od.
nur schwach geneigter Absatz an einer Uferböschung.
Bermudahosen [ber'mu:da-l. Bermudas, Bermudashorts <PI.)
[nach den Bermudainseln im Atlantik]: a) enganliegende,
fast knielange Shorts; b) enganliegende, fast knielange
Badehose.
Bernhardiner [bernhar'dhne], der; -s. - [nach dem Hospiz
St. Bernhard (Schweiz), wo diese Hunde gezüchtet
wurden]: Vertreter einer Rasse sehr großer, kräftiger Hunde
mit weißem, großflächige gelbe bis braune Flecken
aufweisendem Fell (der häufig als Lawinensuchhund eingesetzt
wird); <Zus.:> Bernhardjnerhund, der.
Bernstein t'bern-1, der; -[eis [mniederd. bern(e)stein. zu: ber-
nen = brennen; also eigtl. = Brennstein]: in klaren bis
undurchsichtigen Stücken von hellgelber bis dunkelbrauner
Farbe auftretendes, festgewordenes, fossiles Harz, das als
Schmuck steinl verarbeitet wird.
bprctein-, Bernstein-: ^anhänser, der; ^annband. das;
-färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -fischerei. die: -gelb
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; -kette, die; -perle, die;
-schmuck, der; -Schnecke, die [nach der bernsteinfarbenen
Schale] (Zool.): Vertreter einer Schneckengattung; -spitze,
die: Zigaretten- od. Zigarrenspitze aus Bernstein.
berohren [be'ro:ren] <sw. V.; hat) (Fachspr.): mit Rohren.
Rohrleitungen versehen; <Abl.:> Berührung, die; -. -en.
Beroüna Ibero'li.na], die; - [nach dem nlat. Namen für
Berlin]: a) weibliche Gestalt als Personifikation. Sinnbild
Berlins; b) (berlin.) stattliche Frau mit üppigen Formen.
Bersagliere[berzal'je:ra],der;-[s]. ...ri <meist PI.) [ital. bersa-
gliere. zu: bersaglio = Zielscheibe < afrz. bersail. zu:
berser = schießen < fränk. *birsen = jagen, pirschen]:
Angehöriger einer italienischen Scharfschützentruppe.
Berserker [ber'zerkB. auch:' 1, der; -s. - [anord. berserkr,
eigtl. = Bärenfell, dann = Krieger im Bärenfell]: 1. wilder
Krieger der altnordischen Sage: die B. versetzten sich in
Raserei u. gewannen dadurch Bärenstärke. 2. a)
kampfwütiger, sich wildgebardetvder Mann: daß man... alles
mobilisieren muß. um die blindwütigen B. in die Schranken zu
verweisen (Neues D. 10.6.64,1); b) kraftstrotzender Mann;
Mann von besonders kräftiger Statur: <Abl.:> bers^rkerhaft
<Adj.): einem Berserker (2) gleichend: Reitweiber der
Pußta, die unter heiseren Schreien zu -en ... Voltigierkünsten
das ungesattelte ... Pferd bespringen (Th. Mann. Krull
220); bers^rkern <sw. V.; hat): sinnlos toben, wüten; <Zus.:>
Bers^rkerwut, die.
bersten ['berstnl <st. V.; ist) [mniederd. bersten für mhd.
bresten. ahd. brestan; vgl. Gebresten] (geh.): 1. mit großer
Gewalt plötzlich auseinanderbrechen, zerspringen,
zerplatzen: die Mauer, das Eis ist geborsten; Vor uns birst die
Erde. Es regnet Schollen (Remarque. Im Westen 52); das
Glas barst mit einem klirrenden Ton; eine geborstene
Mauer (Mauer mit einem Sprung. Riß. mit Sprüngen. Rissen);
Ü der Saal barst (war übervoll) von Menschen (Winckler.
Bomberg 66); In der Tür erschien eine dienende Schwester.
Sie sagte mit geborstener (gebrochener) Stimme (Jahnn.
Geschichten 218); *[bis] zum Bersten voll/gefüllt
(übervoll; brechend voll): Der Saal, der Omnibus war [bis] zum
Bersten voll; mein Kopf ist bis zum Bersten gefüllt mit
Gedanken (Langgässer. Siegel 556). 2. von etw. im Übermaß
erfüllt sein: vor Ungeduld. Zorn. Spannung, Lachen b.
berechtigt [bo'rv^tift] <Adj.; nicht adv.) [zu veraltet
berechtigen = in üblen Ruf bringen, verklagen < mniederd.
berüchtigen = ein Geschrei über jmdn. erheben, zu: ge-
ruchte = Geschrei (mit niederd. -ch- für hochd. -ft-) svw.
mhd. geruofte zu t rufen]: durch schlechte Eigenschaften,
üble Taten bekannt, berühmt >u. daher allgemein
gefürchtet]; in eitiem schlechten Ruf stehend; verrufen: Babys,
deren Väter irgendwelche -en Seeräuber waren (Leip.
Klabauterflagge 14); ein -es Lokal; der Berg ist wegen
plötzlicher Wetterstürze b.; er ist als Raufbold b.
berücken [bo'rykn] <sw. V.; hat) [eigtl. = mit einem Netz
über das Tier rücken, mit einem Ruck das Netz zuziehen
(Sprache der Fischer u. Vogelsteller)] (geh.): bezaubern,
betören: jmdn. mit Worten. Blicken b.; Und es ist der
Mond, der mich etwas berückt (Th. Mann. Joseph 119);
er ist ganz berückt von der Schönheit der Frau; ein -der
Anblick; das ist ja nicht gerade -d (ugs. iron.; das ist
nur mäßig, ziemlich schlecht, unerfreulich).
berücksichtigen [te'rYkzi^tign] <sw. V.; hat): 1. bei seinen
Überlegungen, seinem Handeln beachten; in seine
Überlegungen einbeziehen: die Verhältnisse, das Wetter b.; Um
ihn zu entlasten, wird man einen wichtigen Umstand b.
müssen (Thieß. Reich 506); dieser Punkt braucht nicht
berücksichtigt zu werden; Ich weiß, man hat es mir oft
verübelt, daß der Bereich des Erotischen in meinen Büchern
nicht genügend berücksichtigt (behandelt) wird (Jens.
Mann 100); wenn man berücksichtigt, daß ... 2. a) einem
Wunsch. Anliegen o.a. entsprechen, ihn nicht übergehen:
einen Antrag b.; b) jmdm. der sich um etwas beworben
hat] auf Grund besonderer Gegebenheiten das Gewünschte.
Notwendige zukommen lassen: einen Bewerber b.; die
Verteilung ... übernehmen, wobei die Bedürftigsten immer
zuerst berücksichtigt werden sollen (Leonhard. Revolution
143); <Zus.:) bertycksiditfeenswert <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Papierdt.): wert, berücksichtigt zu werden: diese
Arbeit ist durchaus b.; <AbI.:> Berücksichtigung, die; -: a)
das Berücksichtigen (1), Beachten: die B. der Tatsache
...; Weisungen .... die ohne ausreichende B. der ...
parlamentarischen Machtkonstellationen getroffen worden sind
(Fraenkel. Staat 98); in B./ unter B. der Vor- und Nachteile
(wenn man die Vor- und Nachteile berücksichtigt); b) das
Berücksichtigen (2). Stattgeben: eine B. Ihres Antrages
ist zur Zeit leider nicht möglich.
Beryckung, die; -. -en [zu t berücken] (geh. selten)
Bezauberung. Verzücktheit: in seltsamer B. stand er da.
Beruf [bo'ru:fl der; -[e]s. -e [mhd. beruof = Leumund,
seit Luther in der heutigen Bed.. zunächst als ..Berufung'*,
dann auch für Stand u. Amt]: 1. [erlernte] Arbeit.
Tätigkeit, mit der jmd. sein Geld verdient: Erwerbstätigkeit: ein
kaufmännischer, technischer, akademischer, freier B.;
einen B. ergreifen, ausüben; du hast deinen B. verfehlt (auch
scherzh.; hast besondere Fähigkeiten auf einem nicht zu
deinem Beruf gehörenden Gebiet): seinem B. (der
Berufsarbeit) nachgehen; sich in seinem B. wohl fühlen; Ich
versuchte mich in den verschiedensten -en (Böll. Erzählungen
37); er steht seit zwanzig Jahren im B. (ist seit zwanzig
Jahren berufstätig); er ist von B. Bäcker (hat den Beruf
des Bäckers erlernt); etw. von -s wegen tun. 2. (geh.
veraltend) Berufung (2). innere Bestimmung: wie ein Priester
der Kirche dient und verpflichtet ist. die Freuden des
Lebens seinem heiligen -e zum Opfer zu bringen (Thieß.
Legende 147); 'berufen <st. V.; hat) /vgl. Brufen/: 1.
a) jmdn. in ein /hohes] Amt einsetzen: jmdn. auf einen
Lehrstuhl, zum Vorsitzenden b.; er wurde als ordentlicher
Professor für Alte Geschichte an die Universität Bonn
berufen; Guilleaume ... wurde auf Delattres verlassenen
Posten in die Präfektur berufen (Maass. Goufle 339); b)
(veraltet) zusammenrufen, einberufen: Zu derselben Stunde
... berief Justinian den letzten Kronrat. um noch einmal
die Meinung seiner Generäle und Minister zu hören (Thieß.
Reich 542). 2. <b. + sich) sich (zur Rechtfertigung, zum
Beweis) auf jmdn.. etw. beziehen: sich auf die Vorschriften,
auf das Gesetz b.; Er beruft sich auf seine
Vertragsbedingungen (DM S. 1966. 58); ich berufe mich auf dich als
Zeugen. 3. (österr. jur.) Berufung einlegen: er wird gegen
das Urteil b. 4. (ugs.) zuviel /im voraus] über etw. reden,
so daß es (nach abergläubischer Vorstellung) mißlingt od.
356
beruhen
nicht in Erfüllung geht: beschreien (meist verneint): ich
will es nicht b.. aber bisher hat die Sache immer geklappt.
5. (landsch.. bes. nordd.) zurechtweisen, zur Ordnung rufen:
wie sie die Kinder beruft, wenn sie mit dem Eislöflel
herumfuchteln (Nossack. Begegnung 432); 2berufen <Adj.;
nicht adv.>: bes. befälligt. begabt, geeignet (u. daher
vorbestimmt, prädestiniert für erw.): ein -er Kritiken zu
großen Taten b. sein; du fühlst dich b. zu helfen; Sie sind
dazu b.. die Nahziele der Partei zu verwirklichen (Fraen-
kel. Staat 97); R viele sind b.. aber wenige sind
auserwählt (nach Matth. 20.16); * aus -em Munde (aus sicherer
Quelle, von kompetenter Seite): beruflich <Adj.; o. Steig.:
nicht präd.>: den Beruf (1) betreffend: -e Tätigkeit; die
-en Pflichten; die -e Weiterbildung; bei dem jeder Wähler,
je nach Bildung. Besitz, -er Stellung und Alter über eine
oder mehrere Stimmen verfügt (Fraenkel, Staat 360); b./aus
-en Gründen verhindert sein; die Reise war -er Art. b.
bedingt.
berufs-, Berufs-: -arbeit, die; -aufbauschule, die: Abend/-
schule, über die auf dem zweiten Bildungsweg die
Fachschulreife erlangt werden kann: -auffassung« die; -ausbildung,
die: Ausbau der notwendigen sozialen Maßnahmen (wie
zusätzliche B.... Sprachschulung. Unterbringung)
(Fraenkel. Staat 312); -ausstellten <P1.>: für dieses Studienfach
sind die B. schlecht; -beamte, der. dazu: -beamtentum,
das; -bedingt <Adj.; o. Steig., nicht adv.>: mit dem Beruf
zusammenhängend, durch ihn verursacht: <
Schwierigkeiten; diese Tätigkeit. Krankheit ist b.; -begleitend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: neben der Berufsarbeit einhergehend:
-er Unterricht; -berater, der; -beratung, die: / vom
Arbeitsamt durchgeführte] Beratung in allen Fragen der Berufswahl,
der Ausbildung u. des beruflichen Fortkommens: Die
Arbeitslosenversicherung wendet zur Abwendung der
Arbeitslosigkeit die Mittel der B . der Umschulung und der
Stellenvermittlung an (Fraenkel. Staat 316); -bezekhnung.
die: offizielle Bez. für einen bestimmten Beruf' mit geregelter
Ausbildung!: -bezogen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: auf
einen Beruf ausgerichtet: -er Unterricht; ^bild, das:
Beschreibung eines Berufs mit Ausbildungsgang.
Tätigkeitsbereich und Aufstiegsmöglichkeiten: -bildend <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.>: der Berufsausbildung dienend: eine -e Schule;
-biktung, die; -boxen, das: die ungesetzlichen
Manipulationen im amerikanischen B. (Welt 13. 10. 62, 6); -boxer,
der: jmd.. der den Boxsport beruflich, als Erwerb betreibt:
-erfahren; <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: schon länger im
Beruf, in der praktischen Arbeit stehend: -Erfahrung, die:
Erfahrung im Beruf: -erziehung, die: Erziehung. Ausbildung
zu einem Beruf: -ethos, das (geh.): hohe sittliche Vorstellung
vom Wert u. den Pflichten eines Berufes: vom B. des Arztes
erfüllt; ^Fachschule, die: berufsvorbereitende Vollzeitschule
gewerblicher, haus- od. landwirtschaftlicher, pflegerischer
od. kaufmännischer Richtung: -fahrer, der: a) jmd.. der
berufsmäßig Personen od. Sachen im Auto befördert: b)
für eine Autofirma arbeitender Test- od. Rennfahrer:
^Feuerwehr, die; -findung, die; -: ein 9. Pflichtschul jähr, das
der B. dienen soll (Fraenkel. Staat 177); -fotograf, der;
-fremd <Adj.; o. Steig.): nicht zum / erlerntenJ Beruf
gehörend: -e Tätigkeiten; er mußte b. arbeiten; -fußball,
der; -fußballer.der (ugs.); -geheknnts, das: Schweigepflicht
über Dinge, die jmd. von Berufs wegen erfahren hat: -genos-
senschaft, die: eine Körperschaft des öffentlichen Rechts
als Trägerin der gesetzlichen Utifallversicherung innerhalb
eines Gewerbezweiges: -gruppe, die: svw. t ~klasse; -Jieer,
das: stehendes Heer aus Soldaten, die sich für einen längeren
Zeitraum od. auf Lebenszeit verpflichtet haben: -klasse,
die: Gruppe von in bestimmten Merktnalen verwandten
Berufen: Die deutschen Schriftsteller ... haben sich im Jahre
1933 besser bewährt als irgendeine andere B. (K. Mann,
Wendepunkt 262); -klekhing, die; -kollege, der: Am
Freitag hatten sich 6000 Docker dem Aufstand von 1000
-n angeschlossen (Neues D. 14. 6. 64, 7); -krankheit, die:
durch Schädigungen bei der Berufsarbeit erworbenes Leiden:
Die Anthrakose und andere Staubkrankheiten der Lungen
sind als -en anerkannt (Medizin II. 156): -künde, die:
Lehre von den Berufen: -laufbahn, die: Ich selbst habe
in meiner B. bisher drei große Intrigen erlebt (Zwerenz.
Quadriga 216); -leben, das: im B. stehen; Die Rückkehr
der verheirateten ... Frau ins B. ist ... immer noch sehr
schwer (Petra 10, 1966, 5); -lenkung, die: Berufsberatung
mit dem Ziel, den Nachwuchs von überfüllten
[Mode/berufen weg in Mangelberufe zu lenken: ^los <Adj.; o. Steig.:
nicht adv.>: ohne /erlernten! Beruf: nicht erwerbstätig:
-e Männer; er ist b.; <subst.:> Schulungen für Berufslose:
-mäßig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): von Berufs wegen,
als Beruf: -er Literat: er ist kein Sonntagsmaler, sondern
malt b.; -offizier, der; -Organisation, die: organisierter
Zusammenschluß von Angehörigen eines Berufes:
-Pädagogik, die: Zweig der Pädagogik, der die berufliche ! Aus 1
bildungin Theorie u. Praxis betrifft, dazu: -pädagogisch <Adj.;
o. Steig.); -pflicht, die (meist PL); -revolutionär, der (oft
abwertend): jmd.. der fortgesetzt für seine revolutionären
Ziele tätig ist: Risiko, das: durch äußere Umstände
bewirktes Risiko für bestimmte Berufe (z. B. das Wetter für
Landwirtschaft u. Gaststättengewerbe): Diese rasche und
motorisierte Bergung der Ernte verursacht also höhere Kosten.
Aber auch das gehört zum B. (Welt, 19. 8. 65. 9); -schule.
die: Schule, die neben der Berufsausbildung ein- bis zweimal
wöchentlich bis zu einem bestimmten Alter besucht werden
muß. dazu: -schüler, der. -schullehrer. der. -Schulpflicht,
die <o. PL), -Schulwesen, das <o. PI.); -soldat,der; -spieler,
der: Sportler, der ein Ballspiel berufsmäßig betreibt: -sport,
der: berufsmäßig betriebener Sport: -Sportler, der;
^spräche, die: von bestimmten für einen Beruf. Berufszweig
typischen Ausdrücken. Ausdrucksweisen geprägte Sprache:
-stand, der: Gruppe. Klasse, der die einzelnen ihrem Beruf
entsprechend zugehören, dazu: -ständisch <Adj.; o. Steig):
-e Organisationen; -tätig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
einen Beruf ausübend: -e Hausfrauen; halbtags b. sein:
Frauen, die lange b. waren, bekommen ... mit der Zeit
etwas verkrampft Aggressives (Bodamer, Mann 101);
<subst.:> -tätige, der u. die; -n, -n <Dekl. T Abgeordnete):
besondere Sprechzeiten für B.v dazu: -tätigenryckfahrkar-
te.die: Rückfahrkarte für Berufstätige zu ermäßigtem Preis:
-tätigkeit, die; -tracht, die: traditionelle Berufskleidung:
-treue, die: innere Verbundenheit mit seinem Beruf: -unßi-
higkeit, die: durch Krankheit o. ä. verursachte Minderung
der Erwerbsfähigkeit im erlernten Beruf: -verband, der:
Vereinigung zur Interessenvertretung für jeweils einen
bestimmten Beruf: -verbot, das: 1. als Straje od. als Schutz-
maßnalime amtlich ausgespriKhenes Verbot, eine bestimmte
berufliche Tätigkeit auszuüben: dieser Arzt wurde mit B.
belegt. 2. (emotional) aus politischen Gründen offiziell
ausgesprochenes Verbot, einen bestimmten Beruf (bes. im
öffentlichen Dienst) auszuüben: -Verbrecher, der: jmd.. der
fortgesetzt Straftaten begeht, seine Einkünfte aus Straftaten
bezieht: -Vereinigung, die: vgl. -Organisation; ^verkehr, der
<o. PL): starker Verkehr morgens zu Beginn u. nachmittags
am Ende der allgemeinen Arbeitszeit: -wähl, die <o. PL);
-Wechsel, der; -weg, der: Laufbahn, berufliche
Weiterentwicklung: -Wettbewerb, der (DDR): Leistungswettbewerb
von Auszubildenden: -wünsch, der; -ziel, das; -zweig, der.
Berufung, die; -, -en: 1. a) Angebot für ein wissenschaftliches,
künstlerisches, politisches! Amt: eine B. auf den Lehrstuhl,
an das Theater erhalten; die B. annehmen, ablehnen,
ausschlagen: b) (veraltet) das Zusammenrufen: die B. der
Stände, des Reichstages. 2. besondere Befähigung, die jmd. als
Auftrag in sich fühlt: die B. zum Künstler; um Mönch
zu werden, braucht es eine wirkliche B. von oben (Nigg.
Wiederkehr 99); 3. das Sich-Berufen (2) auf jmdn.. etw.:
er hat diesen Gedanken unter B. auf Kant entwickelt;
unter B. auf die Verträge. 4. (jur.) Einspruch gegen ein
Urteil: eine B. gegen dieses Urteil ist nicht möglich; B.
einlegen; die B. zurückweisen; gegen das Urteil des
Amtsrichters ging er in die B. (legte er B. ein). 5. (nordd.)
Tadel. Verweis: eine B. wegen schlechten Betragens.
Berufungs-: -beklagte, der (Jur); -frist, die (Jur.): Zeitraum,
innerhalb dessen Berufung (4) eingelegt werden kann: -ge-
richt, das; -Instanz, die (jur.): für eine Berufung (4)
zuständiges, nächsthöheres Gericht: -klüger, der (jur.); -liste, die:
Vorschlagsliste, mit den Namen von Persönlichkeiten, die
für die Berufung (1) auf einen wichtigen Posten in Frage
kommen: -recht, das <o. PI.) (Jur.); -rkhter, der (jur.);
-verfahren, das (jur.); -Verhandlung, die (Jur.).
beruhen <sw. V.; hat): sich auf etw. gründen, stützen: seinen
Grund in etw. haben: durch etw. verursacht sein: das beruht
auf alten Traditionen; dieser Gedanke beruht auf einem
Irrtum; Die soziale Theorie Luthers beruht auf einer
pessimistischen Anthropologie (Fraenkel. Staat 152); die
Freude beruht auf Gegenseitigkeit (ist auf beiden Seiten, bei
beiden Partnern gleich groß): *etw. auf sich beruhen lassen
357
beruhigen
(etw. nicht weiterverfolgen; einer strittigen Angelegenheit
nicht weiter nachgehen).
beruhigen [bo'ru:ign] <sw. V.; hat): a) ruhig machen,
besänftigen, zur Ruhe bringen: ein weinendes Kind, einen Tobenden
b.; die Nerven b.; telefoniere dem Arzt, wenn es dein
Gewissen beruhigt (Remarque. Obelisk 294); ich beruhigte
ihn mit der Nachricht, daß...: ein -des Mittel: die
Nachrichten sind, klingen doch sehr -d (stimmen zuversichtlich);
nun kann ich beruhigt (ohne mir Sorgen machen zu müssen)
schlafen; b) <b. + sich) ruhig werden, sich besänftigen,
zur Ruhe kommen: beruhige dich!; ihre Nerven haben sich
wieder beruhigt; er ... ging hinter das Gerüst und spuckte
aus: sein Magen hatte sich beruhigt (Böll. Adam 53);
der Wind, das Meer hat sich beruhigt; die politische,
wirtschaftliche Lage beruhigt (entspannt) sich allmählich;
<Abl.:<> Beruhigung, die; -. -en: a) das Beruhigen.
Ruhigmachen: Medizin zur B. der Nerven; b) Ruhigwerden: eine
B. des Wetters ist vorauszusehen; das gibt mir ein Gefühl
der B. (der Sicherheit, der Zuversicht).
Beruhigungs-: -mittel, das; -püle, die; ^spritze, die: der
Arzt gab ihm eine B.; ^tendenz, die: Am westdeutschen
Sortenmarkt waren die ersten -en zu bemerken (Welt 14.
8. 65. 8).
berühmt [bo'ry:mt] <Adj.; nicht adv.) [zu mhd. berüemen.
ahd. biruomen = sich rühmen, prahlen]: wegen besonderer
Leistung od. Qualität weithin bekannt: ein -er Künstler.
Wissenschaftler; ein -es Lokal; -e Weinlagen; Im alten
Jüdischen Viertel erinnern Straßen und Plätze an einen
-en (weithin bekannt gewordenen, aufsehenerregenden)
Mord (Koeppen. Rußland 183); durch dieses Werk wurde
er b.; er ist b. wegen seiner / für seine Schlagfertigkeit;
(nur verneint:) die Arbeit ist nicht gerade b. (ugs. iron.;
nicht besonders gut. recht! mäßig): <Abl.:) Berühmtheit
die; -, -en: 1. <o. PI.) das Berühmtsein. Ruhm: seine B.
ist ihm lästig; der Name hat B. erlangt; zu trauriger B.
gelangen, es zu trauriger B. bringen (iron.; sich einen
schlechten Ruf erworben haben). 2. berühmte Persönlichkeit:
viele-en sind in diesem Hotel abgestiegen; Von allen
literarischen -en ... ist Forster einer der charmantesten (K.
Mann. Wendepunkt 282).
berühren <sw. V.; hat): 1. mit der Hand] einen Kontakt
herstellen; anrühren, ohne fest zuzufassen; streifen: jmdn.
aus Versehen b.; Ich sprach sie nicht an .... und ich berührte
auch nicht ihr Haar, das einzige, wozu ich im Augenblick
Lust hatte (Seghers. Transit 185); den Schlafenden leicht
an der Schulter b.; sie berührte das Essen nicht (geh.;
rührte das Essen nicht an. aß nichts): Ein unbekannter
Bursche ... belästigte die 27jährige Hausfrau, indem er
sie am Hals würgte und unmittelbar berührte (verhüll.;
unsittlich berührte; MM 31. 8. 72. 10); bitte nichts b.
(anfassen)!: es ist nichts geschehen, die Stoßstangen [der
Autos] haben sich nur berührt; ihre Hände berührten sich;
R das Berühren der Figuren mit den Pfoten ist verboten
(scherzh.; bitte nichts anfassen)!; U das Schiff berührt
diesen Hafen nicht (läuft ihn nicht an); wir berührten
auf unserer Reise mehrere Länder (hatten in mehreren
Ländern kurzen Aufenthalt); unsere Pläne berühren sich
(sind sehr ähnlich, laufen auf das gleiche hinaus). 2. kurz
erwähnen: ein Thema b.; die Angelegenheit im Gespräch
b.; dieser Punkt wurde nicht berührt. 3. in bestimmter
Weise auf jmdn. wirken; Jnuin. beeindrucken: die Nachricht
hat mich tief, im Innersten berührt; es berührt seltsam,
schmerzlich, daß ...; so setzte sie dem keinen Widerstand
entgegen, bemerkte es nicht oder ließ sich jedenfalls davon
nicht b. (Maass. Goufie 263); sich unangenehm, peinlich
berührt fühlen; das berührt mich [überhaupt] nicht (ist
mir gleichgültig); <Abl.) Berührung« die; -, -en: 1. das
Berühren. Anrühren: jede B. vermeiden; sehr behutsam
erwiderte er die B. ihrer Hand (Feuchtwanger. Erfolg 299);
durch B. der Drähte ist der Stromkreis geschlossen; mit
etw. in B, kommen. 2. gesellschaftlicher, kultureller,
menschlicher Kontakt: B. mit der Umwelt haben; In der
Urkirche waren die -en zwischen den Christen und dem
römischen Imperium ... zunächst noch lose (Fraenkel.
Staat 149); er stand mit vielen Menschen in persönlicher
B.; die Reise brachte uns mit der Antike in B. 3. <o.
PI.) Erwähnung: die B. dieses Themas war ihm peinlich.
beröhrungs-, Berührung*-: Elektrizität, die (Phys);
Empfindlichkeit, die (Med.. Biol.): Fähigkeit, eine Berührung
zu spüren; -gerade, die (Math.); -linte, die (Math.): Gerade.
die eine Kurve, z. B. einen Kreis in einem Punkt berührt;
^los <Adj.; o. Steig.) (Physik. Technik): ohne Berührung:
-e Temperaturbestimmung; b. fluktuierende
Geschwindigkeiten von Gas- od. Flüssigkeitsströmungen messen;
-punkt, der: 1. (Math.) Punkt, in dem sich zwei geometrische
Figuren berühren: das im B. von Kreis u. Tangente
errichtete Lot geht durch den Mittelpunkt. 2. geistige, gedankliche
Obereinstimmung. Gemeinsamkeit: zwischen ihnen, ihren
Anschauungen gibt es keinerlei -e; -sicher <Adj.; nicht
adv.): so gebaut, daß keine Berührung möglich ist (in bezug
auf elektrischen Strom. Wärme o. ä.): eine Leitung b.
verlegen; -Spannung, die (Physik): Spannung, die durch Berühren
eines unter Strom stehenden Gerätes entstehen kann: weil
die Isolierung schadhaft war. kam es zu einer gefährlichen
B.
berüscht [te'ry:Jt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Rüschen
versehen: -e Wäsche; in dem hellen, dem -en. dem mit
Rüschen bestickten Tüll (A. Kolb. Schaukel 103); der
Vorhang ist reich b.
berußen <sw. V.; hat): mit Ruß beschmutzen: die Abgase
aus diesem Schornstein berußen das ganze Stadtviertel;
(meist im 2. Part.:) an der Haltestelle... standen Menschen
... vor den berußten öden Mauern in der Dämmerung
(Johnson. Mutmaßungen 14).
Beryll [be'rYl]. der; -s. -e Dat. beryllus < griech. beryllos
< mind. veruliya. veluriya. vermutlich nach der südind.
Stadt Belür]: häufig als Schmuckstein verwendetes, in reinem
Zustand glasklares, farbloses, oft gelbliches Mineral, das
je nach Gehalt an bestimmten Stoffen auch in Gestalt von
Kristallen verschiedener Färbung auftreten kann; Berylliun
[be'rYljum]. das; -s [nach dem Vorkommen im Beryll]:
silberglänzendes bis stahlgraues Leichtmetall (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Be
besfbbeh <sw. V.; hat) (salopp): mit Speichel beschmutzen:
besabblejle dich nicht so!.
besabbern <sw. V.; hat) (salopp): mit Speichel beschmutzen:
das Kind hat sein frisches Lätzchen besabbert.
besten <sw. V.; hat): mit Samen bestreuen; Samen auf etw.
streuen: ein Beet [mit Sommerblumen] b.; das Feld ist
dicht besät; Oder Platz ist besät mit/von (voll von)
weggeworfenem Papier.
besagen <sw. V.; hat): ausdrücken, bedeuten: das besagt
viel, [noch] gar nichts; Die Quittung besagte, daß nach
Beendigung des Krieges der Apparat wieder
zurückgegeben wurde (Leonhard. Revolution 95); <2. Part.:) besagt
<o. Steig.; nur attr.) (Papierdt.): genannt, bereits erwähnt:
um auf-e Familie zurückzukommen...; in -em spannendem
Roman.
besaiten [bozytn] <sw. V.; hat) (Musik): (ein Streich- od.
Zupfinstrument) mit Saiten versehen: die Geige neu b.
lassen; besaitet: f zartbesaitet.
besamen [ba'zarmdn] <sw. V.; hat): männlichen Samen
[künstlich] auf weiblictieEizellen bringen: bei den Fröschen
besamen die Männchen im Wasser den abgelegten Laich;
Kühe künstlich b. lassen.
bes^nmeln <sw. V.; hat) (schweiz.): (sichl sammeln,
versammeln: wenn wir uns in genügender Zahl besammelt haben,
können wir... auch eine Versammlung abhalten (National-
Zeitung 22. 4. 63); <Abl.:> Bes*mmhmt. die; -. -en
(Schweiz.): Aufmarsch. Zusammenkommen: B. der
Teilnehmer im Schulhaus.
Besamung, die; -. -en: das Besamen. Besamenlassen: Die
Verbesserung der Viehrasse wird vor allem auf dem Weg
der künstlichen B. versucht (National-Zeitung 13. 8. 68.
3). dazu: Besamungsstation. Besamungszentrale, die
(Landw.).
Besan [be'za.n, auch: be:za:n], der; -s. -e [niederl. besane
< ital. mezzana < arab. mazzän]: a) Segel am hintersten
Mast: den B. setzen; b) svw. tBesanmast.
besänftigen [to'zEnftign] <sw. V.; hat) [zu veraltet sänftigen
= sanft machen]: beruhigen, beschwichtigen: einen
Tobenden, jmds. Erregung. Zorn b.; die besänftigten
Naturgewalten. Elemente: <b. + sich:) du mußt dich b.; das Meer
hatte sich wieder besänftigt; <Abl.:) Besänftigung, die; -.
-en: zur B. der aufgeregten Gemüter.
Besannst, der; -[eis. -en. auch: -e: hinterster Mast: Besan
(b); Besgnsesel, das; -s. -: svw. T Besan (a).
Besatz, der; -es. Besätze: 1. (Mode) Band. Borte. Streijen.
Pelzstück als an- od. aufgesetzter Randan Kleidungsstücken:
ein bunter B. am Halsausschnitt und am Saum; wertvoller
358
Beschämung
B. aus Chinchilla. 2. a) (Jagdw.) Wildbestand in einem
Revier; b) (Landw.) Viehbestand im Verhältnis zur
Weidefläche7; c) (Fischereiw.) Fischbestand in einem Bach od.
Teich: den B. an Karpfen durch Jungfische erneuern.
Besitz-: --band, das <P1.: -bänder): lBand (1) als Besatz
(1); -dichte, die: Dichte des Besatzes (2); ^fell, das: Fell
als Besatz (1); -fisch, der <meist PI.) (Fischereiw.):
Jungfisch. Setzling: -e zur Zucht im Teich aussetzen; -streifen,
der: Zierstreifen als Besatz (1).
Besatzer [tezatSBj. der; -s. - (ugs. abwertend): Angehöriger
einer Besatzungsmacht. Besatzungssoldat: mit den -n
fraternisieren; er hat im Untergrund gegen die B. gekämpft;
Besatzung, die; -. -en: 1. Mannsclmft eines größeren
Fahrzeugs (bes. Schiff Flugzeug): 15 Mann B.; das Schiff
hat eine neue B. bekommen; verschiedene -en streiken.
2. (Milit.) a) Truppe in einer belagerten! Festung; b)
Truppen, die in ein fremdes Staatsgebiet eingedrungen sind u.
es besetzt halten: die B. verhängte ein Ausgehverbot.
Besatzung*- (Milit.; vgl. auch: Besetzungs-): -armee, die;
^gebiet, das; -kind, das: Kind eines /farbigen /
Besatzungsangehörigen u. einer einheimischen Frau: Die
„farbigen -er" sind genauso ein Problem wie andere Kinder
aus ähnlichem Milieu auch (FAZ 12. 8. 61, 48); -kosten
<P1.>; -macht, die: Staat, der eine Besatzung auf fremdem
Staatsgebiet unterhält: die vier Besatzungsmächte
garantieren den Status von Berlin; -recht, das <o. PI.); -regime,
das (meist abwertend); -soldat, der; -Statut, das: Regelung
des Besatzungsrechts; -truppen <P1.>; -zeit, die: Alles
Folgen der B. (Habe, Im Namen 344); -zone, die: Deutschland
wurde nach dem Krieg zuerst in vier -n aufgeteilt.
besaufen, sich <st. V.; hat) /vgl. besoffen/ (derb): sich
betrinken, im Übermaß Alkohol trinken: du besäufst dich immer
wieder; er hat sich besoffen; Ü Leute, die sonntags ...
sich an Gesetzestreue b. (Böll, Tagebuch 101); <Abl.:)
Besäufnis [te'zayfnis]. die; -. -se (derb): a) <o. PI.)
Trunkenheit. Betrunkensein: ein Mittel gegen B; in seiner B. hat
er die Türen verwechselt; b) auch: das; -ses, -se Zecherei:
das große B. begann schon mittags.
besäumen <sw. V.; hat): 1. (Holzverarb.) von Hölzern, die
aus dem Stammholz geschnitten worden sind, die Baumkante
entfernen: Bretter b. 2. (veraltet) einfassen, säumen: eine
von alten Linden besäumte Straße.
ßesdung. die; -: das Besäen: zumal Jaakob ... eine dichtere
B. ... herbeigeführt hatte (Jh. Mann. Joseph 238).
besiuseln, sich <sw. V.; hat) (salopp): sich leicht betrinken;
sich einen leichten Rausch antrinken: ich besäus[e]Ie mich
gern ein bißchen; sanft besäuselt.
beschabbern [to'JabBn] <sw. V.; hat) ([ostlpreuß.): auf jmdn.
einreden; jmdm. etw. einreden: die Fischfrau, eilfertig. ...
sagte auch gelegentlich was. aber das Herrchen ließ sich
nicht b. (Lenz, Suleyken 34).
beschädigen <sw. V.; hat): Schaden an etw. verursachen;
schadhaft machen: fremdes Eigentum b.; durch das
Hochwasser wurden viele Häuser beschädigt; das Buch ist leicht
beschädigt; beschädigte Exemplare; <subst. 2. Part.:)
Beschädigte, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd..
der im Kriege! einen dauernden gesundheitlichen Schaden
erlitten hat: die ärztliche Beurteilung -r; <Abl.:>
Beschädigung, die: -. -en: 1. das Beschädigen, fahrlässiges od.
mutwilliges Zufügen von Schaden B. der Anlagen wird bestraft.
2. Schaden, schadhafte Stelle: der Wagen weist zahlreiche
-en auf. blieb ohne B.
beschaffbar [bo'Jafbatf <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
beschaffen lassend: leicht -e Waren; dieses Material ist
nur schwer b.; 'beschaffen <sw. V.; hat): unter
Überwindung von Schwierigkeiten! dafür sorgen, daß man etw..
was man nötig braucht, bekommt; besorgen, herbeischaffen:
jmdm.. sich Geld. Arbeit. Lebensmittel b.; eine Ware b.;
ich habe mir die Genehmigung beschafft; dieser Artikel
ist schwer zu b.; 2besch*ffen <Adj.; o. Steig.; meist präd.)
[eigtl. 2. Part, von mhd. beschaffen = erschaffen]: (in
bestimmter Weise) geartet: die Ware ist so b.. daß ...;
er ist von Natur nicht anders b.; mit ihm ist es schlecht
b. (es geht ihm schlecht), dazu: Beschaffenheit, die; -:
das Beschaffensein einer Sache, selten einer Person: die
äußere, innere, chemische, seelische B.; die B. des Materials
überprüfen; daß meine Haut von außerordentlich zarter
B. ... war (Th. Mann. Krull 80); Beschaffung, die; -: das
^Beschaffen: die B. von Lebensmitteln; viel Zeit für die
B. der nötigen Papiere brauchen; <Zus.:> Beschtfhrosamt,
das <o. PL): Dienststelle der Bundeswehr für die Beschaffung
von Versorgungsgütern; Beschaffungskosten <P1.): sich aus
den Einkaufs-. BefOrder ungs-, Verpackungskosten o. ä.
zusammensetzende Kosten für die Beschaffung ! von Waren
für den Weiterverkauf!.
beschäftigen [te' Jeftign] <sw. V.; hat) [zu mhd. (md.) scheftig
= geschäftig, tätig, emsig, zu t schaffen]: 1. <b. + sich)
etw. zum Gegenstand seiner Tätigkeit machen; einer Sache
seine Zeit widmen: sich mit Büchern, Handarbeiten.
Philosophie b.; sie beschäftigt sich mit den Kindern (spielt
mit ihnen); das Gericht muß sich mit dem Fall b. (ihn
bearbeiten, sich damit befassen); er ist sehr beschäftigt
(hat viel zu tun); sie waren um den Verunglückten
beschäftigt (bemühten sich um ihn). 2. innerlich in Anspruc/i tieh-
men. bewegen: dieses Problem beschäftigte ihn schon lange.
3. a) jmdm. Arbeit geben; angestellt haben: er beschäftigt
drei Leute in seiner Filiale; die Fabrik beschäftigt Tausende
von Arbeitern; bei der Post beschäftigt (tätig) sein; b)
jmdfti. etw. zu tun geben: wir müssen die Kinder [mit
einem Spiel] b.; einen Kranken sinnvoll b.; <subst. 2. Part,
zu 3 a:> Beschäftigte, der u. die; -n, -n <Dekl. t
Abgeordnete); Beschäftigung, die; -. -en: 1. a) Tätigkeit: eine
langweilige, interessante, zeitraubende B.; jmdn. bei/in seiner B.
stören; ftir B. ist gesorgt (scherzh.; an Arbeit wird es nicht
fehlen)', b) berufliche Tätigkeit, Berufsarbeit: er hat eine
lukrative B. gefunden; seiner B. nachgehen; ohne B.
(arbeitslos) sein. 2. <o. PI.) das Sichbeschäftigen: B. mit Fragen
der Politik. 3. a) <o. PI.) das Beschäftigen (3 a): die B.
von Gastarbeitern; die B. (Anstellung) einerweiteren
Bürokraft: b) das Beschäftigtsein: die B. im Staatsdienst bringt
einige Vorteile mit sich.
besch$ftigungs-,BeschJftwings-: -grad, der (Wirtsch.):
Verhältnis der Erwerbstätigen zur Gesamtbevölkerung od. zur
Zahl der Erwerbslosen; ~los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
a) ohne Tätigkeitsfeld/; ohne Beruf; b) ohne Anstellung,
arbeitslos; -stand, der: svw. f^grad: bei
marktwirtschaftlicher Ordnung. Stabilität des Preisniveaus, hohem B.
(Bundestag 190.1968.10 314); -therapeut.der Angehöriger
einer sozialmedizinischen Berufsgruppe, der mit der
Durchführung ärztlich verordneter Beschäftigungstherapie betraut
ist u. sich außerdem in der Altenpflege u. bei Maßnahmen
zur Rehabilitation betätigt; -therapeutin, die: w. Form zu
t Therapeut: Im... Altenheim... beschäftigen sich SO
Hausbewohner unter Anleitung von zwei -nen mit Keramik,
mit Webarbeiten. Malerei und Theaterspiel (Hörzu 50,
1971. 53); Therapie, die (Med.): Heilmethode, die durch
Anleitung zu handwerklicher u. künstlerischer Tätigkeit
seelische u. körperliche Schädigungen auszugleichen versucht;
Ägyptische ... Ärzte wendeten sie (= die B.) ... bei
psychisch Kranken an (Gesundheit im Beruf 1. 1975. 182);
Ü Sollte der Quatsch eine B. für einen alternden Torriani
sein? (Hörzu 44.1971,12); -Verhältnis, das: svw. t
Arbeitsverhältnis (1): in einem B. stehen.
beschulen <sw. V.; hat) [zu mhd. schel. ahd. scelo =
Beschäler. Zuchthengst]: (vom Pferd od. Esel) decken, begatten:
die Stute soll beschält werden; <Abl.:> Beschäler, der; -s.
-: 1. svw. f Zuchthengst: eine Stute zum B. bringen. 2.
(derb) svw. t Beischläfer: In der Zwischenzeit hatte sie
deshalb immer einen B. um sich, der meistens auch tagsüber
bei ihr blieb (Degenhardt. Zündschnüre 137); <Zus.:) Be-
schilkrankheit, Beschälseuche, die: Geschlechtskrankheit
der Tiere; Beschälung, die; -. -en: das Beschälen.
beschallen <sw. V.; hat): 1. Schall lautstark auf große Räume
od. Freiflächen 1 durch Lautsprecher einwirken lassen: mit
dieser Anlage kann man einen ganzen Stadtteil b. 2. (Med..
Technik) mit Ultraschall behandeln; <Abl.:> Beschallung,
die; -. -en.
beschulten <sw. V.; hat) (Elektrot.): mit einer Schaltung
versehen: der Plattenspieler wurde nach der neuesten Norm
beschaltet; <Abl.:> Beschattung, die; -. -en.
beschämen <sw. V.; hat): mit einem Gefühl der Scham
erfüllen; (durch sein Verhalten) Scham empfinden lassen: den
anderen durch die eigene Hilfsbereitschaft b.; deine Worte
beschämen mich; er will sich nicht [von mir] b. lassen;
ein beschämendes (demütigendes) Gefühl; seine
Einstellung ist beschämend (schändlich); das ist beschämend
(äußerst) wenig; sich [durch Jmdn.. etw.] beschämt fühlen;
beschämt dastehen; <Zus.:) beschimenderweise <Adv.): zu
jmds. Beschämung. Schande: b. kann ich die Frage nicht
beantworten; <Abl.:> Beschämung, die; -. -en <P1. selten):
359
beschatten
dos Beschämtsein: B. empfinden; mit B./zu meiner B.
(Schande) muß ich gestehen, daß ...
beschatten <sw. V.; hat): 1. (geh.) jmdm.. einer Sache
Schatten geben, verschaffen lu. vor der Sonne schützen]: die
Augen mit der Hand b.; der Hut beschattet ihn. sein
Gesicht; Bäume beschatten den Weg; Ü schlechte
Nachrichten beschatteten das Fest; Trauer beschattete ihr
Gesicht (Hagelstange. Spielball 171). 2. a) heimlich
/polizeilich] beobachten, überwachen: einen der Spionage
Verdächtigen, einen Agenten b. [lassen]; Ein amerikanischer
Flugzeugträger, der ... von einem sowjetischen U-Boot
..beschattet^ wurde ... (Welt. 31. 7. 68. 1): b) (Sport, bes.
Fußball. Hockey u. ä.) (einen bestimmten Spieler der
gegnerischen Mannschaft) bewachen, eng decken: der
Mannschaftskapitän selbst sollte den gefährlichen Halbstümer
b.; <Abl. zu 2:) Beschatter, der; -s. -: daß ihn seine B.
im Gedränge und schlechten Licht der U-Bahn aus dem
Auge verloren (Fallada, Jeder 161); <Abl. zu 1 u. 2:>
Beschattung, die; -. -en (PI. ungebr.X
Beschau« die; -: Betrachtung, amtliche Prüfung: Schlachtvieh
zur B. bringen; beschauen <sw. V.; hat) (regional):
aufmerksam, prüfend/ betrachten: genau ansehen: Bilder b.;
ich habe [mir] den Bewerber kritisch beschaut; der Arzt
beschaut die Wunde; <Abl.:> Beschauer, der; -s, -:
Betrachter. Zuschauer: sich dem B. zuwenden; seine Bilder
überraschen den B.; Ü Aus solchem ... Blickwinkel heraus, bei
dem ... die einzelnen Wissenschaftszweige je nach dem
Standpunkt des -s verschiedenes Gewicht erhalten müssen
... (Mantel. Wald 85); beschaulich [bsj^lic] <Adj.): a)
von behaglich betrachtender Art: in Wohlgefühl
vermittelnder Weise geruhsam: ein -er Charakter; der -e Frohsinn
und Humor seiner (= des Landes) Bewohner (A. Kolb.
Daphne 73); sein Leben war. verlief sehr b.; b) (kath.
Rel.) kontemplativ, keine körperliche Arbeit verrichtend:
die Kartäuser gehören zu den -en Orden, dazu:
Beschaulichkeit, die: -: B. und Stille; ein Leben in B.; Beschauung,
die; -: das Beschauen: Beschauzeichen, das: Prüf Stempel
auf Edelmetallen. Punze.
Bescheid [bo j^it]. der; -[eis, -e [rückgeb. aus t 'bescheiden
(4)]: a) amtliche, verbindliche / Auskunft bestimmten Inhalts
über jmdn.. etw.: B. [über etw.J geben, erwarten; er hat
keinen B. hinterlassen; *B. wissen (1. von etw. Kenntnis
haben, unterrichtet sein. 2. sich auskennen: etw. gut kennen):
jmdm. B. sagen (1. jmdn. benachrichtigen, von etw.
unterrichten. 2. ugs.; eine Beanstandung o. ä. in sehr deutlicher Form
bei dem dafür Verantwortlichen vorbringen): jmdm. B. stoßen
(ugs.; seine Empörung über eh\'. in entsprechend scharfem
Ton dem dafür Verantwortlicheti gegenüber zum Ausdruck
bringen): imdm. B. tun (geh.; jmds. Zutrunk erwidern): b)
Entscheidung über einen Antrag /: behördliche
Stellungnahme: der B. geht ihnen schriftlich zu; den B. der
Krankenkasse, des Finanzamts abwarten; 'bescheiden <st. V.; hat):
1. <b. + sich) (geh.) sich begnügen: sich mit wenigem
b.; man muß sich b. [können]. 2. (geh.) zuteil werden
lassen (meist im Passiv): Gott hat mir Kinder beschieden;
ihm war kein Erfolg, wenig Glück beschieden. 3. (geh.)
an einen bestimmten Ort kommen lassen, beordern: er wurde
zum Chef nach Berlin beschieden. 4. (Amtsspr.) jmdm.
behördlicherseits eine Entscheidung über etw. mitteilen: er.
sein Gesuch wurde abschlägig beschieden (wurde
abgelehnt): man hat mich dahin gehend beschieden, daß ...;
2beschfiiden <Adj.) [ehem. starkes Part, von 'bescheiden,
urspr. = (vom Richter) bestimmt, zugeteilt]: 1. sich nicht
in den Vordergrund stellend, in seinen Ansprüchen maßvoll,
genügsam od. davon zeugend: ein -es Kind. Benehmen;
b. sein, werden, bleiben; b. anfragen; (Skepsis od. Kritik
ausdrückende Floskel:) eine -e Frage: Wie lange wollen
wir hier noch sitzen? 2 a) einfach, schlicht, gehobenen
Ansprüchen nicht genügend: ein -es Zimmer; -e Verhältnisse;
er lebt sehr b.; b) nicht genügend: gering: dieser Lohn
ist allzu b.; seine Leistungen waren sehr b. 3. (salopp
verhüll.) svw. t beschissen: Mensch, ist das ein -es Wetter;
<Abl.:) Bescheidenheit, die; -: bescheidenes Wesen.
Genügsamkeit: aus lauter B. im Hintergrund bleiben; keine
falsche (unnötige) B.!; Spr (scherzh.) B. ist eine Zier, doch
weiter kommt man ohne ihr; bescheidentlidi <Adv.) (geh..
veraltend): in bescheidener (1) Weise: Fester nennt sich
b. einen ..Dilettanten" (Mutterspr. 10.1966.318);
Bescheidung, die; -: das Sichbescheiden (1), Sichbegnügen.
beschfiinen <st. V.; hat): auf jmdn.. etw. scheinen: bestrahlen:
Mondlicht bescheint die Dächer; sich von der Sonne b.
lassen; vom Feuer beschienene Gestalten; bescheinigen
[ba'Jajnign] <sw. V.; hat) [urspr. = offenbaren, beweisen,
zu Schein = beweisende Urkunde]: schriftlich bestätigen:
den Empfang des Geldes b.; sich die Überstunden b. lassen;
unterschrieben u. bescheinigt; <Abl.:) Bescheinigung, die;
-. -en: 1. <o. PI.) das Bescheinigen: wir können die B.
später vornehmen. 2. Schriftstück, mit dem etw. bescheinigt
wird: eine B. ausstellen; eine B. über die abgeleistete
Dienstzeit vorlegen.
bescheiDen <st. V.; hat) /vgl. beschissen/ [mhd. beschisen
= besudeln] (derb): betrügen, übervorteilen: Aber ich muß
mir das aufschreiben, sonst bescheißt ihr mich noch (Jae-
ger. Freudenhaus 66); ..Um die Schmutzzulage bescheißt
er uns doch immer wieder!" ..Und du läßt dich b.?" (Wolf.
Menetekel 325).
beschenken <sw. V.; hat): mit Gaben, einem Geschenk
bedenken: die Kinder mit Spielzeug b.; er wurde reich beschenkt;
<subst. 2. Part.:) Beschenkte, der u. die; -n. -n <Dekl.
tAbgeordnete).
bescheren <sw. V.; hat): X.jmdm. etw. zu Weihnachten
schenken: den Kindern viele schöne Dinge b.; den Kleinen
wurden viele Spielsachen beschert; um 6 Uhr wird beschert;
Wer beschert die Menschen im Lager? (MM 16. 12. 65.
10); Sie wurden mit lebensnotwendigen Weihnachtsgaben
beschert (MM 27. 7. 65. 7). 2. zuteil werden lassen: ihnen
waren keine Kinder beschert; das Schicksal hat ihm Glück,
viel Gutes beschert; <Zus. zu 1:) Bescbertag, der (landsch.):
Tag der Bescherung (1 a). Heiligabend: Es war keine frohe
Weihnachtsbotschaft, als diese Todesnachricht am Morgen
des -es ... verbreitet wurde (Glaube 3. 1967. 16); <Abl.:>
Bescherung, die; -. -en: 1. a) Feier des weihnachtlichen
Bescherens (1): die B. im Waisenhaus war auf 6 Uhr
angesetzt: b) (selten) die aufgebauten i Geschenke: er legte
die Kette zu der übrigen B. auf den Tisch. 2. (ugs. iron.)
unangenehme Überraschung: da haben wir die B.!; das
ist [mir] eine schöne B.!; da liegt die ganze B.! (Ausruf
des Schreckens, wenn etwas heruntergefallen ist u. in
Scherben liegt).
bescheuert [to'JgyBt] <AdJ.; -er. -[eiste; nicht adv.) [zu ugs.
scheuern = prügeln, ohrfeigen, eigtl. = jmdn. so lange
prügeln, bis er den Verstand verloren hat] (salopp): a)
nicht recht bei Verstand, verrückt: ein leicht -er Alter;
er ist etwas b.; Hehe. fünfzig! höhnte Hahl. du bist ja
b.. fünfzig. Pro Tag vielleicht (Kuby. Sieg 227); b) ärgerlich,
unerfreulich: das finde ich reichlich b.
beschichten <sw. V.; hat) (Technik): mit einer Schicht (aus
einem andern Material) versehen: Metallteile mit Lack
b.; Um den Bühnenbildern eine ... lange Lebensdauer
... zu verleihen, sind sie mit einem Kunststoff beschichtet
(Foto-Magazin 8. 1967, 68); <Abl.:> Beschjditung. die;
-. -en.
beschicken <sw. V.; hat): 1. a) etw. auf eine Ausstellung.
Messe schicken: die Ausstellung mit wertvollen Gemälden
b.; die Messe war gut beschickt; ein reich beschickter
Markt; b) (Vertreter) zu einem Kongreß, einer Sport]-
Veranstaltung schicken: eine Sitzung b.; der Skiverband
wollte die Winterspiele nicht mehr b. 2. (Technik) mit
Material zur Be- od. Verarbeitung füllen: einen Hochofen
b. 3. (landsch.) erledigen, in Ordnung bringen: die erste
halbe Stunde hat er viel zu b. (Fallada. Mann 222).
beschicket! [to'Jiket] <Adj.) [zu jidd. schickern = trinken,
sich betrinken] (ugs.): durch Alkoholgenuß gelöst und in
eine fröhliche Stimmung versetzt: ein wenig betrunken: in
-er Stimmung: sie hatte zwei Gläster Sekt getrunken und
war ein bißchen b.
Beschjckimg,die; -. -en: 1. <P1. selten) das Beschicken (1-3).
2. (Technik) das Eingefüllte, die Füllung eines Hochofens/:
es liegen noch zwei -en bereit.
beschienen <sw. V.): mit Schienen versehen: Jenes (= das
Gürteltier)... wäre so groß und dick beschient nie geworden
ohne den Liebhaber seines Fleisches (= den
Säbelzahntiger; Th. Mann. Krull 350).
beschießen <st. V.; hat): a) / längere Zeit hindurch J auf jmdn..
etw. schießen: die Stellungen mit schwerer Artillerie b.;
das Flugzeug wurde plötzlich beschossen; Ü man beschoß
ihn von allen Seiten [mit Fragen. Vorwürfen]; b)
(Kernphysik) Elementarteilchen auf etw. auf treffen lassen:
Atomkerne mit Neutronen b.; <Abl.:> Beschießung, die; -. -en.
beschfflen <sw. V.; hat) (veraltend): mit einem Schiff, mit
360
Beschluß
Schiffen befahren: Sie führten zwar längst ihre Flotten
um Afrika herum und beschifften den Persischen Golf
(Jacob. Kaffee 110).
beschjMern <sw. V.; hat): mit VerkehrsIschildern versehen:
eine neue Straße b.; <Abl.:> Beschilderung, die; -. -en.
beschilft fte'Jilft] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Schilf
bewachsen: -e Ufer.
besdijmpfen <sw. V.; hat): mit groben Worten schmähen,
beleidigen: jmdn. b.; sich [gegenseitig]/(geh.:) einander b.;
er wurde von der Marktfrau unflätig beschimpft; <Abl.:)
Beschimpfung, die; -. -en.
beschirmen <sw. V.; hat) (geh.): a) svw. t beschützen: eine
Art Halbdunkel, das noch verstärkt wurde durch die grün
beschirmten Lichter an den anderen Schreibtischen (J.
Roth. Beichte 139); möge Gott euch b.!; ich sah Johannes
den Täufer den Sarkophag Iwans des Schrecklichen b.
(Koeppen, Rußland 151); b) etw. wie einen Schirm über
etw. ausbreiten: wegen des starken Sonnenlichts die Augen
mit der Hand b.; Die welkenden Blätter der Lindenbäume,
die Paasch beschirmten, waren feucht (Fries. Weg 59);
<Abl.:> Beschirmer, der; -s. -; beschirmt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (scherzh.): mit einem Schirm versehen: ich bin
heute nicht b. (bin ohne Regenschirm): <Abl.:>
Beschirmung, die; - (geh.): das Beschirmen.
Beschjß. der; Beschisses (derb): Betrug: das ist alles B !;
beschissen <Adj.) [tbescheißenj (derb): sehr schlecht: sehr
unerfreulich, unangenehm: ein -es Dasein; die Lage ist b.;
es geht ihm b.
besdilfbbern, sich <sw. V.; hat) (landsch. ugs.): steh beim
Essen beschmutzen.
beschlgfen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. als Mann mit einer weibl.
Person/ schlafen, den Beischlaf ausüben: ein Mädchen b.;
Sie ließ sich nicht b.. sie beschlief einen (Zwerenz, Kopf
218); Bei... den jungen Burschen, die sich ... b. ließen
(Genet [Übers.], Totenfest 59). 2. bis zum nächsten Tag
überdenken: eine Nacht vergehen lassen, bevor man etw.
entscheidet: ich muß [mir] die Sache erst noch mal b.
Beschlag, der; -[eis. Beschläge: 1. a) (meist PI.) auf etw.
befestigtes Metallstück (Band. Ecke. Scharnier. Schließe)
zum Zusammenhalten, als Schutz od. Verzierung: die
Beschläge eines Koffers, einer Truhe; Beschläge an Türen
und Fenstern; ein Sattel mit silbernen Beschlägen; b) <PI.
selten) Hufeisen, mit denen ein Pferd beschlagen ist: Was
den B. betrifft, so sehen Sie an diesem Pferde, daß wir
fast nur Halbmondeisen verwenden (Dwinger, Erde 45).
2. trübeJ Schicht. Überzug auf einer glatten Fläche/:
das Metall hat einen hauchdünnen B. bekommen. 3. (Ja-
gerspr.) Begattung beim Schalenwild. 4. *mit B. belegen/in
B. nehmen/in B. halten/auf jmdn., etw. B. legen (ganz für
sich beanspruchen: für längere Zeit] allein benutzen): die
Telefonzelle ist dauernd mit B. belegt; der Sieger wurde
gleich vom Fernsehen in B. genommen; Dieselbe
Eifersucht, mit welcher sie... Anna in B. hielt (A. Kolb. Daphne
133); daß auf die Aktion das Außenministerium B. gelegt
hat! (Musil. Mann 1 248).
Beschlag [te'Jle:k]. das; -s. -e (Schweiz.): Beschlag (1 a);
1beschtagen <st. V.): 1. mit einem Beschlag (1) versehen:
etw. mit Nägeln auf etw. befestigen <hat>: Schuhe mit
Eisenspitzen, ein Faß mit Reifen b.; das Pferd muß neu
beschlagen werden. 2. a) sich mit einer dünnen Schicht (bes. aus
Wasser tropfchen) überziehen: anlaufen (9) <ist>: Glas
beschlägt in feuchter Luft; die Brille ist beschlagen;
beschlagene Scheiben; b) atifangen. Schimmel anzusetzen: einen Pilz-
belog bekommen <ist>: die Wurst, das Kompott ist schon
etwas beschlagen; c) <b. + sich) sich mit einer Schicht
(bes. aus Wassertröpfchen) überziehen <hat>: die Brille
beschlägt sich immer wieder; d) mit etw. überziehen <hat>:
der Dampf hat das Fenster beschlagen. 3. (Jägerspr.)
begatten <hat): der Hirsch beschlägt das Tier; die Ricke ist
beschlagen [worden] (ist trächtig). 4. (schweiz.) betreffen,
angehen <hat): der ... Vortrag beschlug den Schutz des
Bodenseewassers; 2beschlggen <Adj.; nicht adv.) [wohl nach
der Vorstellung von einem gut beschlagenen Pferd] (ugs.):
in etw. erfahren, sich auskennend: ein -er Kunstkenner;
in der Literatur, auf naturwissenschaftlichem Gebiet [gut]
b. sein, dazu: Beschlagenheit, die; -: Er zeigte sich in jeder
Einzelheit von frappierender B. (Dönhoff. Ära 190); <Zusb.
zu Beschlag (4):) Beschlagnahme [-na:ms], die; -. -n: das
Beschlagnahmen: die B. verbotener Bücher, dazu:
beschlagnahmen <sw. V.; hat): 1. in amtlichem Auftrag wegnehmen.
der privaten Verfügungsgewalt entziehen: sicherstellen:
konfiszieren: die Akten, Jmds. Vermögen b.; die Polizei
beschlagnahmte das Diebesgut; ... wurde die Gesellschaft
ohne politische Begründung aufgelöst und ihr Gebäude
beschlagnahmt (Leonhard. Revolution 13). 2. (scherzh.)
für sich in Anspruch nehmen, mit Beschlag belegen: du
beschlagnahmst mich den ganzen Tag mit deinen Fragen;
Dann aber beschlagnahmte Deutsch ( = das Schulfach)
mich ganz und gar (Küpper. Simplicius 31); <Abl.:) Be-
sdilggrahmung, die; -. -en: svw. t Beschlagnahme.
beschlauchen, sich <sw. V.; hat) [zu veraltet Schlauch =
Kehle. Schlund] (salopp): sieh betrinken: beide ... standen
am Tresen Schulter an Schulter und beschlauchten sich
mit derselben Flüssigkeit (Grass. Hundejahre 283).
beschlfikhen <st. V.; hat): 1. an jmdn.. etw. heranschleichen;
sich jmdm.. einer Sache schleichend nähern: der Jäger
beschleicht das Wild; Bodendiek beschlich die Beobachter
(Remarque, Obelisk 279); Flanschen Lachs und ich ...
haben ihn (= den PrinzenhoO beschlichen (Keun.
Mädchen 157). 2. (geh.) (von Gefühlen. Gemütsbewegungen u. ä.)
langsam u. unmerklich erfassen, überkommen: ein Gefühl
der Sorge beschlich ihn; Ü ein müder und strenger Zug
beschleicht ihr Auge (A. Kolb. Schaukel 160).
beschleunigen [te'floynign) <sw. V.; hat): I. a) schneller
werden lassen: den Schritt, das Tempo b.; die Angst
beschleunigte seine Schritte; der Puls war vom Laufen
beschleunigt; das Gerät beschleunigt die Atomkerne des
Wasserstoffs; b) <b. + sich) schneller werden: das Tempo
beschleunigt sich; im Laufen, durch die Aufregung
beschleunigt sich der Puls; c) ein bestimmtes
Beschleunigungsvermögen haben: dieser Wagen
beschleunigt von 0 auf 100 Stundenkilometer in II Sekunden.
2. dafür sorgen, daß etw. früher geschieht, schneller
vonstatten geht: die Arbeit, die Abreise, die Lieferung der Ware
b.; Fieber kann den Heilungsprozeß b.; das muß
beschleunigt (sehr schnell, vorrangig) erledigt werden; <Abl. zu
1 a:> Besdilopiiger, der; -s. - (Kernphysik): Anlage zur
Beschleunigung geladener Elementarteilchen, um
Kernreaktionen auszulösen: durch die Arbeit am B. werden immer
wieder neue Entdeckungen im Bereich der Kernphysik
gemacht; Beschteuniging, die; -, -en: 1. a) das
Schnellerwerden. Schnellermachen: B. der Arbeit, des Wachstums; b)
Eile. Hast: etwas mit größter B. erledigen. 2. (Physik)
Geschwindigkeitsänderung in der Zeiteinheit: die B. eines
frei fallenden Körpers, eines anfahrenden Wagens. 3. (ugs.)
kurz für t Beschleunigungsvermögen: das Auto hat eine
guteB.
Besditafiigungs-: -anläge, die: svw. f Beschleuniger;
-vermögen, das <o. PI.) (Technik): Leistungsfähigkeit eines
Fahrzeugs in bezug auf die Beschleunigung (2); ^wert. der
(Technik): Zahl, die die erzielte Beschleunigung (2) angibt:
Der Fiat gibt als -e ... für das Coupe 40 s ... für den
km mit stehendem Start an (Auto 7, 1965. 23).
beschleusen <sw. V.; hat): mit Schleusen versehen: der Fluß
soll kanalisiert und beschleust werden; <Abl.:> Besdileu-
sung, die; -. -en.
beschließen <st. V.; hat) /vgl. beschlossen/ [urspr. = zu-,
ver-, einschließen, dann auch = beenden; 1: eigtl. = zum
Schlüsse der Gedanken kommen]: 1. a) nach reiflicher
Überlegung] entscheiden, einen bestimmten Entschluß
fassen: die Vergrößerung des Betriebes b.; er beschloß.
Medizin zu studieren; sie beschließen, noch drei Tage
dazubleiben; das ist beschlossene Sache (das wird ausgeführt);
b) sich mit Stimmenmehrheit für etw. entscheiden; einen
Melirheitsbeschluß über etw. fassen: der Bundestag
beschließt ein neues Gesetz; die Satzung wurde einstimmig
beschlossen; c) über etw. beraten u.j abstimmen: über
die Steuergesetzgebung b.; das über alle
Gemeindeangelegenheiten beschließende Organ ist der Gemeinderat. 2.
beenden; enden lassen; an einem bestimmten Ort od. auf
bestimmte Weise zu Ende führen: eine Rede, einen Brief
Imit den Worten ...1 b.; die Feier mit einem Lied b.; eine
Kadenz beschließt das Musikstück; er hat seine Tage (sein
Leben) als Rentner, auf dem Lande beschlossen; <Abl.:)
BeschljfiQer, der; -s. - (veraltend): Wirtschafter. Verwalter;
Beschließerin, die; -. -nen: w. Form zu t Beschließer;
beschlossen [ba'Hosn] in der Verbindung in etw. beschlossen
sein/liegen (in etw. enthalten sein): in diesem Bild ist/liegt
eine ganze Weltanschauung b.; Beschluß, der; Beschlusses.
Beschlüsse: 1. f gemeinsam festgelegte/ Entscheidung: Er-
361
besch/uß-, Beschluß-
gebnis einer Beratung: der B. des Gemeinderates, des
Gerichts; einen B. ausführen, verwirklichen, in die Tat
umsetzen; einen B. Tassen (nachdrücklich: beschließen): auf. laut
B. der Direktion; einen Antrag zum B. erheben (über
einen Antrag positiv abstimmen u. einen ihm genau
entsprechenden Beschluß fassen). 2. <o. PI.) (veraltend) Ende.
Abschluß: den B. des Festzugs bildete eine Trachtengruppe;
zum B. spielte er eine eigene Komposition.
besdityB-, Beschluß- -Charakter, der <o. PI.): Eignung, als
Beschluß zu gelten: die hier gemachten Vorschläge haben
noch keinen B.; -flhig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): [nach
der Geschäftsordnung] fähig, rechtlich in der Lage.
Beschlüsse zu fassen (Ggs.: ^unfähig): eine -e Vollversammlung;
mit mindestens drei Stimmen ist der Vorstand b.. dazu:
-flhigkeit, die <o. PI.) (Ggs.: -Unfähigkeit); -fassend
<Adj.;o. Steig.; nurallr.XAimtssvr.y.das Recht.die Funktion
habend. Beschlüsse zu fassen: ein -es Gremium; -fassung,
die (Amtsspr.): Entscheidung: einen Entwurf zur B.
vorlegen; -organ, das: [gewähltes] Gremium, das in seinem
Bereich die entscheidenden Beschlüsse zufassen hat: oberstes
B. ist der Bundestag; -recht, das <o. PL): /
verfassungsmäßiges I Recht. Gesetze. Satzungen u.a. zu beschließen: das
B. des Bundestages (Fraenkel. Staat 320 f.); -reif <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): so besprochen, daß darüber abgestimmt
u. entschieden werden kann: dies Gesetz ist schon lange
b.; -unfBhig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.: -fähig),
dazu: Minfthigkeit. die <o. PI.) (Ggs.: -fähigkeit).
besdtntgifen <st. V.; hat) (salopp): bewerfen: etw. auf 'jmdn.
werfen: sie beschmissen den Redner mit faulen Eiern; sich
(gegenseitig] mit Dreck b.; Ü Mußt du dich von Jeder
Dreckschleuder b. lassen? (Fr. Wolf. Zwei 284).
beschmieren <sw. V.; hat): 1. bestreichen: etw. auf etw.
schmieren, streichen: das Brot mit Butter. Leberwurst b.;
Gesicht und Hals, die dick mit glänzender Salbe beschmiert
waren (Th. Mann. Krull 38). 2. von außen an der
Oberfläche mit oft feucht-klebrigem, fettigem Stoff! unbeabsichtigt j
schmutzig machen: die Tischdecke, das Kleid [mit Farbe]
b.; du hast dir den Rock mit Eigelb beschmiert; ich habe
mir die Hände, mich mit Tinte beschmiert;
Staubverkrustete Lastwagenkolonnen, mit dem Schlamm der Fremde
beschmiert (Fries, Weg 189). 3. (abwertend) a) unordentlich,
unsauber beschreiben, bemalen das Buch [mit
Randzeichnungen] b.; den Tisch, die Wandtafel b.; b) (größere
Freiflächen mit / politischen] Parolen) betnalen. (durch
Beschriftung od. Symbole) verunzieren: die Mauer war mit
Wahlpropaganda, mit Hakenkreuzen beschmiert; c) mit
wertlosen, oberflächlichen Texten vollschreiben: von
hunderttausend Schreibern, die ganze Berge voll Papier beschmiert
haben (Reinig. SchifTe 140).
beschmunzeln <sw. V.; hat): schmunzelnd zur Kenntnis
nehmen: auf etw. mit Schmunzeln reagieren: deine Geschichte
von gestern abend wird noch immer beschmunzelt.
beschra^tzen <sw. V.; hat): / unabsichtlich] schmutzig
machen: den Teppich [mit Straßen schuhen], seine Kleider
b.; du hast dir das Hemd, dich beschmutzt; Ü Jmds. Namen,
das Andenken der Verstorbenen b.
beschnarchen <sw. V.; hat): 1. (salopp) svw. t beschlafen
(2). 2. (bes. berlin. salopp) genau ansehen, neugierig
betrachten: beschnüffeln: An sich wollte ich ... Berlin b.. das
ganze Nachtleben und ... (Plenzdorf. Leiden 31).
beschneiden <unr. V.; hat) /vgl. Beschnittene/: 1. a) durch
Schneiden kürzen, in die gewünschte Form bringen: stutzen:
Hecken, Obstbäume b.; einem Vogel die Flügel b.; [einem
Kind, sich] die Fingernägel b.; b) am Rand gerade-,
glattschneiden: überflüssige, zu breite Randstreifen
wegschneiden: Papier. Fotos. Bretter b.; die Buchblocks werden
vor dem Binden beschnitten. 2. schmälern, einschränken,
kürzen: jmds. Rechte b.; jmdn. in seinem Einkommen,
in seinen Rechten b.; jmdm. das Gehalt b. 3. (aus rituellen
od. medizinischen Gründen) jmdm. die Vorhaut entfernen:
bei vielen orientalischen Völkern werden die Knaben
beschnitten; <Abl.:> Beschnddung, die; -. -en: das Beschneiden
(1-3). zu 3; Beschoadunorfest, das: das B. wird alle 3
Jahre in ganz Massailand abgehalten (Grzimek. Serengeti
267).
beschneien <sw. V.; hat): mit einer Schicht von künstlichem
Schnee bedecken: eine Piste, einen Hang b. Passen];
beschneit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Schnee bedeckt:
-e Tannen; die Hänge sind frisch beschneit; Beschneiung*
die; -. -en: das Beschneien mit Kunstschnee.
Beschnittene [to'Jnitona]. der; -n. -n <Dekl. f Abgeordnete)
[tbeschneiden (3)]: jmd.. der beschnitten worden ist.
beschnüffeln <sw. V.; hat): \.(von Tieren) an etw. schnüffeln:
prüfend mit der Nase den Geruch von jmdm.. etw. aufnehmen:
der Hund beschnüffelte den Fremden, den Laternenpfahl.
2. (ugs.) mißtrauisch] prüfen, kennenzulernen versuchen,
ohne sich vorerst auf nähere Kontakte einzulassen: die
Umgebung b.; sich [gegenseitig] b. 3. (ugs. abwertend)
bespitzeln: ich lasse mich nicht dauernd [von ihm] b.!; <Abl.:>
Besdmtyffelung, (seltener:) Beschntyfflung, die; -. -en.
beschnuppern <sw. V.; hat): 1. an etw. schnuppern:
schnuppernd den Geruch von jmdtn.. etw. prüfen: die Katze
beschnuppert das Essen; Hunde wollen sich [gegenseitig]
b. können; (ugs.:) Er beschnupperte seinen Whisky (Kirst.
08/15.916). 2. (ugs.) vorsichtig prüfend kennenzulernen
versuchen: ich muß die neue Umgebung erst einmal b.; sich
[gegenseitig] b.
beschönigen [bd'Janign] <sw. V.; hat): etw. Schlechtes,
Fehlerhaftes als nicht so schwerwiegend darstellen, etw. allzu
günstig darstellen: schönfärben: jmds./seine eigenen Fehler
und Schwächen b.; ich will nichts b.; ". sagte er
beschönigend; <Abl.:> Beschönigung, die; -. -en.
Besdwres [ta'JoTas], der; - [vgl. Schores] (Gaunerspr.):
unredlicher Gewinn.
beschottern <sw. V.; hat) (Straßenbau. Eisenb.): mit Schotter
bedecken: eine Straße, Eisenbahnstrecke b.; dieser
Abschnitt ist frisch beschottert worden; <Abl.:> Beschotterung,
die; -. -en: 1. <P1. selten) das Beschottern. 2. Schotterdecke:
Unterbau aus Schotter.
beschranken [ba'Jrankn] <sw. V.; hat) (Eisenb.): mit
Schranken versehen: einen gefährlichen Übergang b.; (meist 2.
Part.) ein beschrankter Bahnübergang; beschränken <sw.
V.; hat) /vgl. beschränkt/: a) einschränken, begrenzen,
einengen: jmds. Rechte, jmdn. in seinen Rechten b.; den
Import b.; seine Ausgaben auf das Notwendigste b.; <b.
+ sich:) das Wort beschränkt sich (ist beschränkt) auf
den landschaftlichen Gebrauch; eine beschränkte Redezeit;
beschränkte (ärmliche) Verhältnisse; die Zahl der
Studienplätze ist beschränkt; unsere Mittel sind beschränkt: wir
sind räumlich sehr beschränkt (haben wenig Platz): b)
<b. + sich) sich mit etw. begnügen: ich beschränke mich
auf das Wesentliche; wir müssen uns b. (einschränken):
beschrankt [te'Jrcnkt] <Adj.; -er. -este): a) (abwertend)
einen niedrigen Intelligenzgrad aufweisend, leicht
schwachsinnig, dumm: ein -er Mensch: er ist ein bißchen b. in
seinen Ansichten; b) geistig begrenzt, eng stirnig]: einen
-en Horizont haben; -e Menschen. Ansichten; in seinen
Anschauungen sehr b. sein; b. urteilen, dazu:
Beschränktheit, die; -: 1. Dummheit. Einfalt. Engstirnigkeit: das Ist
auf seine [geistige] B. zurückzuführen. 2. das Begrenztsein.
Eingeengtsein: die B. der Mittel zwingt zu
Sparmaßnahmen; Beschränkung, die; -. -en: a) <o. PI.) das
/Sich/beschränken: eine B. der Ausgaben, der Teilnehmerzahl ist
notwendig; B. auf das Wesentliche; b) etwas, was
beschränkt: jmdm. -en auferlegen.
beschreiben <st. V.; hat) [3: Ü aus der Bed. ..konstruieren"
in der math. Fachspr. des 16. Jh.s]: 1. mit Schrift zeichen
bedecken, vollschreiben: viele Seiten b.; Druckvorlagen
dürfen nur einseitig beschrieben werden: drei eng beschriebene
Bogen. 2. ausführlich, im einzelnen mit Worten wiedergeben,
schildern, darstellen, erklären: seine Erlebnisse. Eindrücke
[anschaulich, ausführlich] b.; den Täter genau b.; [jmdm.]
den Weg zum Bahnhof, die Fahrtroute genau b.; ich kann
[dir] nicht b. (sagen), wie entsetzt ich war/es ist nicht
zu b.. wie entsetzt ich war (ich war unbeschreiblich, überaus
entsetzt): wer [aber] beschreibt mein Entsetzen (mein
Entsetzen war unbeschreiblich). als .ich das sah. 3. eine
gekrümmte Bewegung machen, ausfuhren: eine bestimmte, ins-
bes. eine gekrümmte Bahn ziehen: mit den Armen eine
Acht [in der Luft] b.; das Flugzeug beschreibt Kreise über
der Stadt; der Fluß, die Straße beschreibt einen Bogen;
(Math.:) einen Kreis um den Punkt M b.; <Abl. zu 2:)
Beschrdber, der; -s. -: jmd.. der etw. beschreibt:
Riesenzellen, die oft nach dem Namen ihrer B. ... benannt werden
(Medizin II. 175): Beschreibung« die; -. -en: a) das
Beschreiben (2): eine B. von jmdm.. einer Sache geben; ich will
eine genaue B. versuchen; * Jeder B. spotten (so schlimm
sein, daß man es nicht mit Worten wiedergeben kann):
deine Frechheit. Unordnung spottet jeder B.; b) Inhalt.
/ schriftlich niedergelegtes] Ergebnis der Beschreibung (a):
362
Beschwerung
Tür den Täter liegen verschiedene -en vor; die B. trifft
auf den Vermißten zu; sich genau an die B.
(Gebrauchsanweisung) halten.
beschneien <st. V.; hat): svw. t berufen (4).
beschreiten <st. V.; hat) (geh.): (einen Weg, eine Richtung)
schreitend gehen, einschlagen: er beschritt den markierten
Pfad zum See; Ü neue Wege b. (in Wissenschaft od. Kunst
eigene Gedankengänge entwickeln, anders vorgehen od.
gestalten als bisher üblich): den Rechtsweg b. (Klage
einreichen).
Beschrieb, der; -s. -e (Schweiz.): Beschreibung: Ernsthaften
Interessenten werden Fotos mit genauem B. zugeschickt
(Auto 7. 1965. 81).
beschriften [to'Jriftn] <sw. V.; hat): mit einer
kennzeichnenden Unter- od. Aufschrift, Nummer, Namens- od.
Inhaltsangabe versehen: Bilder. Flaschen. Einmachgläser b.;
sorgfältig beschriftete Bücherregale; <Abl.:> Beschriftung, die; -.
-en: a) das Beschriften: die B. nimmt viel Zeit in Anspruch;
b) Auf-, Unterschrift: dies Bild hat noch keine B.. trägt
folgende B.
Beschuh (bo'Ju:p]B der* -[eis. Beschupp, der; -s (landsch.):
Betrug, Täuschung, Übervorteilung.
beschuhen [boju.an] <sw. V.; hat): I. (geh. od. Fachspr.
Jargon) mit Schuhen versehen: viele Füße b. müssen; <meist
2. Part.:) ein modisch beschuhtes Bein. 2. (Technik) mit
einer Metallspitze versehen, mit Eisen beschlagen: einen
Pfahl b.; <Abl. zu 1:) Beschuhung. die; -. -en <P1. selten):
a) das Beschuhen: b) Schuhwerk. Art der Schuhe: die B.
hat sich vorteilhaft entwickelt (Eidenschink. Fels 96).
beschuldigen [to'Juldign] <sw. V.; hat): jmdm. etw. zur Last
legen, jmdm. die Schuld an etw. geben: jmdn. des Mordes.
Landesverrats. Ehebruchs b.; ... und gibt endlich ... zu
erkennen, wessen der Konsul beschuldigt worden war (En-
zensberger. Einzelheiten 1.41); man beschuldigte ihn. einen
Diebstahl begangen zu haben; sich selbst b.; ich will
niemanden] b.; (subst. 2. Part.:) Beschuldigte, der u. die;
-n, -n <Dekl. T Abgeordnete): Person, die I wegen einer
Sache, einer Tat] beschuldigt wird, (jur.:) gegen die ein
Strafverfahren betrieben wird: dem -n [Schmidt] muß
Rechtsschutz gewährt werden; <Abl.:> Beschuldigung, die;
-. -en: beschuldigende Äußerung: -en [gegen Jmdn.] erheben;
eine B. zurückweisen; er wurde wegen wissentlich falscher
B. (wegen wissentlich falschen Beschuldigens) eines
Kollegen entlassen.
beschulen<sw V.;hat)(Amtsspr.):m/7 Schulenu.j
Schulunterricht versorgen: die Kinder werden dort nicht
ausreichend beschult; <Abl.:) Beschulung* die; -. dazu: Besdiu-
hingsvertrag. der: ein B. zwischen Staat und Privatschulen,
zwischen Schule und Eltern.
beschummeln <sw. V.; hat) (ugs.): einen harmlosen Betrug
begehen, ein wenig betrügen: ich beschumm[e]le dich
bestimmt nicht; er hat seinen Lehrer beschummelt. Der
Rotzjunge hat mich natürlich bloß um die zwanzig Mark b.
wollen (Fallada. Jeder 193).
Beschupp[bd'Jup].der; -s (landsch.): svw. tBeschub;
beschuppen <sw. V.; hat) [aus dem Rotwelschen, zu gleichbed.
schuppen, von dt. schuppen, schupfen = schnell u. heftig
stoßen] (landsch.): svw. tbeschupsen.
beschuppt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Schuppen bedeckt:
ein dick -er Fisch.
beschämen <sw. V.; hat) [in Anlehnung an tschupsen zu
t beschuppen] (salopp): a) ein wenig betrügen: Und zuerst
habe ich dich auch nicht b. wollen, ich hab* genau geteilt
(Fallada. Mann 71); b) falsch spielen: Vorsicht, der Kerl
beschupst!
beschürzt fte'Jvrtjt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit einer
Schürze versehen: mit umgebundener Schürze: in Backpan-
töflfeln. weiß b. und bemützt (Strittmatter. Wundertäter
140).
Beschvk der; Beschüsses: 1. (Milit.) das Beschießen (a).
gezieltes Feuer aus Schußwaffen: die Stadt war durch
anhaltenden B. zerstört; bei B. in Deckung gehen; * unter B.
nehmen (1. beschießen. 2. /öffentlich] scharf kritisieren u.
in seiner Stellung gefährden)', unter B. geraten/stehen (1.
beschossen werden. 2. öffentlich] scharf kritisiert u. in
seiner Stellung gefährdet werden). 2. (Physik) das Beschießen
(b): Kernspaltung durch B. mit Neutronen. 3. (Technik)
Prüfung von Handfeuerwaffen durch Schießen mit
verstärkter Ladung: <Zus. zu 3:) Beschyflstempd, der: Prüfzeichen
auf Handfeuerwaffen.
beschatten <sw. V.; hat): etw. auf jmdn.. etw. schütten: einen
Gartenweg mit Kies b.; sich mit Suppe b.; den Ofen mit
Koks b. (Fachspr. Jargon; füllen).
beschützen <sw. V.; hat): Gefahr von jmdm.. etw. abhalten:
! vor jmdm.. etw.] schützen, behüten, bewahren: seinen
kleinen Bruder b.; jmdn. vor seinen Feinden, vor Gefahren
b.; Gott beschütze dich!; er legte den Arm beschützend
um sie; beschützende Werkstätte (Einrichtung, in der Behin-,
derte wohnen und] arbeiten können): <Abl.:> Beschützer,
der; -s. -: 1. jmd.. der jmdn. od. etw. beschützt: jmds.
B. sein. 2. Schinnherr: Mäzen. 3. (verhüll.) Zuhälter:
Beschützerin, die; -. -nen: w. Form zu f Beschützer (1. 2).
beschwatzen <sw. V.; hat) (ugs.): 1. überreden, bereden:
Jmdn. zu einem Kauf b.; man hat ihn beschwatzt
mitzugehen; du läßt dich immer wieder b. 2. mit jmdm. ausführlicli
über etw. reden: das Ereignis wurde gründlich [zwischen
ihnen] beschwatzt: beschwatzen <sw. V.; hat) 0 and seh.,
bes. südd.): svw. t beschwatzen.
beschwfiigen <st. V.; hat) (selten): totschweigen: über etw.
mit Schweigen hinweggehen: ich weiß nicht, ob ich den
Brief beantworten oder b. soll; Er ging, die Mauer ( =
in Berlin) beschweigend, darüber hinweg (FAZ 10. 10.
61. 1).
Beschwer, die: -. auch: das: -s (meist o. Art.) (veraltend,
geh.): Mühe. Anstrengung: das machte ihm viel B.; den
steilen Berg ohne sichtbare B. erklimmen; Beschwerde
[to'Jve:Bddl. die; -. -n: 1. a) <meist PI.) (selten) Anstrengung.
Strapaze: ohne B. den Sieg erringen; von den -n des
Arbeitslebens ausruhen: b) <P1.) Schmerzen, körperliches Leiden:
die n- des Alters; die Verletzung macht ihm immer noch
-n; Krebs verläuft anfangs ohne -n. 2. Klage, mit der
man sich (an höherer Stelle] über jmdn.. etw. beschwert:
Vorwurf gegen jmdn.. etw.: eine B. [gegen jmdn.] an die
zuständige Stelle richten; -n liegen nicht vor; die B. ist
unbegründet; B. [gegen Jmdn./über etw.] führen (Amtsspr.;
sich beschweren): B. einreichen/einlegen (Jur.; gegen eine
Gerichtsentscheidung, einen Verwaltungsakt u. ä. Einspruch
erheben).
beschwerte-, Beschwerde-: -buch, das: Buch, in das man
seine Beschwerden (2) eintragen kann: in der Hotelhalle
liegt ein B. aus; -frei <Adj.; o. Steig.): ohne Beschwerden
(1 b): der Kranke ist seit drei Tagen b.. dazu: -freftieit,
die <o. PL); -frist, die (jur.): Frist, innerhalb deren eine
Beschwerde (2) eingelegt werden kann: -führende, der u.
die; -n. -n (Dekl. t Abgeordnete); Führer, der; -Instanz,
die (jur.); <-los <Adj.; o. Steig.): svw. t^frei; -Ordnung,
die (Jur.); -recht, das (jur.); -schritt, die; -weg, der <o.
PI.): auf dem -[e] eine Änderung erreichen.
beschweren [to'Jve:ran] <sw. V.; hat): 1. a) mit etw. Schwe-
/rejrem belasten: etw. Schweres auf- od. ihinjeinlegen [um
eine Sache an ihrem Platz festzuhalten]: Briefe. Papiere
b.; ein Fischernetz b.; die Männer beschwerten das Dach
mit Steinen; sich mit Gepäck b. (geh.. veraltend; schwer
beladen)'. b)jmdn.. jmds. Gemüt, Seele o. ä. schwer machen,
belasten: diese Nachricht beschwert mich sehr; ich will
dein Herz, dein Leben nicht mit solchen Dingen b.; <b.
+ sich:) Sie schlief viel am Tage ... und aß nur Eidotter,
um sich nicht zu b. (Th. Mann. Hoheit 40); c) durch
Erschwerendes. Überflüssiges. Belastendes in seiner
Wirkung. Existenz, in seinem Verlauf beeinträchtigen:...
gebildete Vergleiche und Floskeln klassischer Bildung
beschweren die Sätze ... (Sieburg. Robespierre 76). 2. <b. + sich)
sich beklagen, bei einer zuständigen Stelle Klage führen
/in der Absicht, daß etwas wiedergutgemacht werde od.
sich nicht wiederhole]: sich [bei jmdm.] über Jmdn.. etw.
b.; ich habe mich wegen dieser Angelegenheit schon oA
beschwert; <Abl.:> beschwerlich <Adj.>: mühsam, mit
Anstrengung verbunden, ermüdend: eine -e Fahrt. Reise; der
Anstieg wurde immer -er; (selten adv.:) er ... zog b. sein
hölzernes Bein nach (H. Mann. Stadt 297); *b. fallen
(veraltend, geh.; schwerfallen: zur Last werden): es ging
ihm schon besser, aber das Laufen fiel ihm noch b.; ich
möchte dir nicht b. fallen, dazu: Beschwerlichkeit, die;
-. -en: 1. <o. PI.) das Beschwerlichsein. 2. <P1.) Mühen.
Anstrengungen. Unbequemlichkeiten: Beschwernis, die; -.
-se. (seltener:) das; -ses. -se (geh.): Mühe. Anstrengung:
Beschwer: viele -se ertragen müssen: ein Umzug bedeutet
für alte Leute immer eine gewisse B.; Beschwerung,
die; -. -en: a) das Beschweren (1); b) das. womit etw.
beschwert wird: einen Stein als B. auf die Papiere legen.
363
beschwichtigen
beschwichtigen[tofvi<;tign] <sw.V.; hat) [niederd. beswich-
tlgen < älter (be)swichten = zum Schweigen bringen,
entspr. mhd. (be)swiften = stillen, dämpfen, zu: swifte
= ruhig, still]: beruhigen, besänftigen: ein schreiendes Kind.
Jmds. Zorn, sein Gewissen b.; er versuchte zu b. (beruhigend
einzuwirken); ..Es ist alles nicht so schlimm",
beschwichtigte er; eine beschwichtigende Geste; <Abl.:>
Beschwichtigung, die; -. -en. dazu: Beschwichtigungspolitik, die;
Beschwichtigungsversuch, der.
beschwiemelt <Adj.; nicht adv.) [zu f Schwiemeln] (landsch.):
in harmloser Weisel betrunken, unter Alkoholeinfluß
stehend.
beschwjndein <sw. V.; hat) (ugs.): / ein wenig! belügen,
betrügen: nicht ganz elirlich u. aufrichtig einem andern gegenüber
sein: das Kind beschwindelte seine Mutter; mit dieser Ware
bin ich ganz schön beschwindelt worden; sich [gegensei-
tig/(geh.:) einander] b.
beschwjngen <sw. V.; hat) [zu tSchwinge]: in Schwung
bringen: aufmuntern, beflügeln: die heitere Musik beschwingte
sie; besdiw|ngt <Adj.): a) <-er. -este) heiter u. voller
Schwung, schwungvoll: -e Melodien; -en Schrittes (geh.;
mit leichtem u. schnellem Schritt): die Stimmung wurde
immer -er; sie tanzten b. durch den Saal; b) <o. Steig.;
nicht adv.) (geh.. selten od. fachspr.) mit Schwingen
versehen/: <Abl. zu 2 a:> Beschwjngtheit, die; -.
besdiwipsen [bo'Jvrpsn] <sw. V.; hat) [zu t Schwips] (ugs..
selten): ein wenig betrunken machen: sie hatte sich
beschwipst; Ü die Leute mit billigen Parolen zu b. suchen;
beschwipst [ba'Jvipst] <Adj.; -er, -este; nicht adv.) (ugs.):
leicht unter Alkoholeinfluß stehend, leicht betrunken und
ausgelassen/: wir waren alle ein wenig b.; <subst.:) dort
laufen ein paar Beschwipste; <Abl.:) Beschwjpstheit, die; -.
beschwören <st. V.; hat): 1, durch einen Schwur bekräftigen:
beeiden: seine Aussagen [vor Gericht] b.; kannst du das
b.? (bist du dessen ganz sicher?). 2. eindringlich, inständig
bitten:anflehen: ich beschwöredich. pünktlich zu kommen;
man beschwor ihn. er solle besser aufpassen; mit
beschwörenden Blicken; beschwörend die Hände heben.
Xu)durch (scheinbar) zauberische, magische Kräfte Gewalt
über jmdn.. etw. erlangen: Schlangen b.; einen Geist, einen
Verstorbenen b. (erscheinen lassen): er hat (mit seinen
Worten] das Unheil erst beschworen (heraufbeschworen,
es durch das Nennen angeblich/ hervorgerufen meist
abergläubisch von schlimmen Dingen]): Bilder. Erinnerungen,
Schatten, die Vergangenheit b. (geh.; lebendig werden
lassen, klar u. deutlich ins Bewußtsein zurück/rufen): b)
erscheinen lassen u.J bannen u. verschwinden lassenJ: einen
bösen Geist, den Teufel. Dämonen [mit Zauberformeln]
b.; <Abl.:) Beschwörer, der; -s, -: jmd.. der etw. beschwört
(3). hervorruft: mit seinen Geschichten ist er ein lebendiger
B. der Vergangenheit; Beschwörung.die; -. -en: 1. inständige
Bitte: das Gestern ist verloren, und keine Tränen und
-en bringen es zurück (Remarque. Triomphe 423); allen
-en gegenüber taub bleiben; mit Bitten und -en. 2. das
Beschwören (3 a). Bannen: die B. des Teufels, von bösen
Geistern. 3. formelhafte] Worte beim Beschwören (3);
Zauberspruch: eine B. sprechen, murmeln, dazu:
Beschwörungsformel, die; Besdiwörungskunst, die.
beseelen [ba'ze:ten] <sw. V.; hat): a) mit Seele. Eigen/leben
erfüllen: die Natur b.; der Schauspieler hat diese Gestalt
neu beseelt; ein beseeltes Spiel; beseelte Hände; b) innerlich
erfüllen: ein fester Glaube beseelte ihn; Gestern hatte ihn
der Tod des Freundes mit Traurigkeit beseelt (Erich
Kästner. Fabian 161); beseelt von Idealismus, vom Geist des
Humanismus; <Abl. vom 2. Part.:) Beseeltheit, die; -;
Beseelung, die; -. -en <PI. selten): das Beseelen.
besegeln <sw. V.; hat) (selten): a) mit dem Segelschiff
befahren: er hatte alle Weltmeere besegelt; b) mit Segeln
ausrüsten: ein Schlauchboot b.; <Abl.:> Besegelung, (seltener:)
Beseelung, die; -. -en: das Boot hat eine komplette B.
besehen <st. V.; hat): betrachten, genau ansehen: [sich
(Dativ)] ein Bild b.; ich muß mir den Schaden erst einmal
näher b.: laß dich einmal [in deinem neuen Kleid von
allen Seiten] b.!; <b. + sich:) ich besehe mich im Spiegel.
beseibeln <sw. V.; hat) (landsch. salopp): mit Speichel
beschmutzen: das Baby beseibelt sich, seinen Latz; Ü wenn
die den Staat beseibeln (mit Schmutz bewerfen), besei-
beln wir den Staat so gut wie sie (Hacks. Stücke 349).
besdbern <sw. V.; hat) (landsch. salopp): mit Speichel
beschmutzen: das Baby beseibert sich, sein Jäckchen.
beseitigen [baTzaitign] <sw. V.; hat) [zu älter nhd. beseit
< mhd. besit = beiseite]: 1. dafür sorgen, daß etw.. was
schädlich oder hinderlich ist. nicht mehr vorhanden ist:
entfernen, aus dem Weg räumen: Flecken. Abfall.
Schneemassen, die Spuren [eines Verbrechens] b.; Ungerechtigkeiten
sollten beseitigt werden. 2. (verhüll.) ermorden, umbringen:
einen Rivalen, den Kronzeugen b.; Deswegen soll sie die
Dorothea getötet oder, besser gesagt, beseitigt haben
(Grass. Blechtrommel 721); <Abl.:> Beseitigung, die; -.
beseligen [ba'ze:lign] <sw. V.; hat) (geh.): mit großem Glück,
mit Seligkeit erfüllen: diese Hoffnung. Aussicht beseligte
ihn; ein beseligendes Gefühl; mit beseligten Blicken; <Abl.:>
Beseligung, die; -.
Besen [be:zn], der; -s, - [mhd. bes[e]me. besem. ahd. bes[a]-
mo: H. uj: I. aus gebündelten Roßhaaren. Borsten. Reisig
o. ä. gefertigtes, mit einem Stiel od. Griff versehenes Gerät
zum Fegen. Kehren: ein neuer, weicher, abgenutzter B.;
B. und Schaufel; B. binden; den Keller mit einem groben
B. kehren; R (als Beteuerungsformel:) ich fresse (fress')
einen B. / will einen B. fressen, wenn das stimmt (salopp;
ich bin überzeugt, daß das nicht stimmt): Spr neue Besen
kehren gut (wer eine neue Stellung angetreten hat. arbeitet
erst mit besonderem Eifer, will vieles verändern u. verbessern,
wird aber bald erlahmen) ;**id den B. laden (ugs.; veralbern,
zum Narren halten: Hu.); mit eisernem Besen [auslkehren
(sehr hart durchgreifen: rücksichtslos Ordnung schaffen):
unter dem B. getraut sein (ugs. spött.; als Unverheiratete
wie Eheleute leben). 2. (salopp abwertend) kratzbürstige
u. unwirsche, rauhe u. ruppige weibliche Person: diese Frau
wäre ein B.. und er hätte sie mehr als satt (Keun. Mädchen
23). 3. (derb) Penis. 4. (Jargon) kurz für f Stahlbesen.
besen-, Besen-: -binder, der (früher): jmd.. der (Reisig)besen
bindet u. verkauft (Berufsbez.); ^ginster, der <o. PL): gelb-
blühender Strauch aus der Familie der Schmetterlingsblütler:
^kammer, die: Abstellraum, in dem Besen u. andere
Haushaltsgeräte untergebracht werden: -macher. der: Hersteller
von Besen (Berufsbez.); ^rein <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
ausgekehrt: mit dem Besen von herumliegendem Papier,
losem Schmutz u. Staub befreit: die Wohnung muß nach
dem Auszug des Mieters b. übergeben werden; -reisig,
das; -schrank, der: vgl. -kammer; -stiel, der: langer Stab
als Teil des Besens: den B. abbrechen; steif wie ein B.;
* einen B. verschluckt haben (ugs.: 1. sich nicht verbeugen
können od. wollen. 2. sich steif aufrecht halten, sich steif
u. linkisch benehmen): -Wirtschaft (landsch.) [vgl.
Straußwirtschaft]: Gaststätte, inder neuer Wein ausgeschenkt wird.
besengt [bo'zeot] <Adj.; -er. -este) (salopp): geistig
beschränkt: hirnverbrannt.
Beserlbaum l'beizel-]. der; -[e]s. -bäume [österr. Beserl. Vkl.
von: Besen (da die Zweige für Besen verwendet wurden)]
(österr. mundartl.): Birke.
besessen [bo'zcsn] <Adj.) [2. Part, von Tbesitzen]: a) von
bösen Geistern beherrscht, wahnsinnig: [wie] vom Teufel
b. sein; man hielt ihn für b.; wie b. wegrennen; b) von
etw. heftig ergriffen, erfüllt: ein -er (engagierter, sich
leidenschaftlich einsetzender) Spieler; von einer Idee, einer
Leidenschaft b. sein; Die Millet ist b. von einem ständigen
Bedürfnis nach jenseitigen Offenbarungen und Wundern
(Werfel. Bernadette 106); <subst.:> er ist ein Besessener,
er schrie wie ein Besessener; <Abl.:> Besessenheit, die; -:
er arbeitet mit wahrer B.
besetzen <sw. V.; hat): 1. mit etw. verzieren, was aufgenäht,
aufgeklebt od. auf etw. daraufgesetzt wird: ein Kleid mit
Spitzen, einen Mantel mit Pelz b.; Derselbe Caligula ließ
... seinen linken vergoldeten und mit Perlen besetzten
Pantoffel küssen (Thieß, Reich 562). 2. a) belegen: reservieren,
für sich in Anspruch nehmen: einen Tisch, Stühle, einen
Fensterplatz im Abteil b.; <häufig im 2. Part.) die Toilette
ist besetzt (nicht frei): alle Tische sind besetzt (an den
Tischen ist kein Platz, kein Stuhl mehr frei): der Zug
ist besetzt (es sind kaum noch Sitzplätze frei): es/die
Leitung ist besetzt (es wird gerade telefoniert); Ich wollte
Flipper spielen, aber der Automat war besetzt (an dem
Automaten wurde gespielt: v. d. Grün. Glatteis 12); dieser
Abend ist leider schon besetzt (reserviert, für anderes
vorgesehen); der Direktor ist besetzt (ugs.; /anderweitig; in
Anspruch genommen)', mit Haßgefühlen besetzte (Psycho
eng verknüpfte, assoziierte) Vorstellungen; die zweite Steile
der Relation ist mit einer Variablen besetzt (Logik;
ausgefüllt): b) füllen, einnehmen lassen: einen Tisch mit 6 Perso-
364
besitz-, Besitz -
nen b.; einen Parkplatz reihenweise [mit Autos) b. 3. (einen
Posten, eine Stellung, eine Rolle im Theater) zuteilen,
vergeben: die Stelle muß neu besetzt werden; einen Ausschuß
paritätisch b.; den Posten mit einem Spezialisten b.; die
Oper, die Rolle ist mit guten Kräften besetzt. 4. erobern,
einnehmen u. halten, behaupten: mit Truppen belegen u.
beherrschen!: die gegnerischen Stellungen, eine Stadt b.;
die Polizei läßt alle Ausgänge b.; ein Haus b.
(widerrechtlich in ein leerstehendes, zum Abbruch bestimmtes Haus
ziehen): die [englisch! besetzten Gebiete; eine Stadt, ein
Haus besetzt halten. 5. (bes. Jagdw.. Fischereiw.) dafür
sorgen, doli entsprechende Tiere in einem Bereich sind: einen
Teich mit Fischbrut, mit Karpfen b.; das Revier mit
Rotwild b.; <Zus. mit dem 2. Part.:) Besetztzeichen, das: ständig
sich wiederholendes Lautsignal im Telefon als Zeichen, daß
die Leitung besetzt ist: <Abl.:> Besatzung, die; -. -en: 1.
das Besetzt-, Belegtsein: bei voller B. faßt der Wagen 5
Personen. 2. a) das Besetzen (3). Vergeben einer Stellung,
einer Rolle: die B. eines Lehrstuhls; die B. leitender Stellen
mit Fachkräften; für die B. der Rolle stehen zwei
hervorragende Sänger zur Verfugung; b) Gesamtheit der
Mitwirkenden bei einer Aufführung od. einer Sportveranstaltung: der
Regisseur hat eine hervorragende B.; der Verein tritt mit
seiner zweiten B. (Mannschaft) an. 3. a) das Besetzen
(4) mit Truppen], Inbesitznahme: Ziel war die B. eines
Brückenkopfes; nach der B. der Stadt; b) das Besetztsein,
Besetzthalten: unter feindlicher B. stehen: die B. dauert
schon Jahre. 4. (bes. Jagdw.. Fischereiw.) das Besetzen
(5).
Bes^tzungs- (vgl. auch: Besatzungs-): -gebiet, das (Schweiz.):
svw. Besatzungsgebiet; -kosten <P1.> (Schweiz.): svw.
Besatzungskosten; -liste, die (Theater. Film u.a.):
Verzeichnis der Rollen mit den Namen der Darsteller: -macht, die
(Schweiz.): svw. tBesatzungsmacht; -problem, das (meist
Pl.>; -Schwierigkeit, die (meist Pl.> (Theater. Film u.a.):
Problem der richtigen Besetzung (2 a) der einzelnen Rollen:
-Statut, das (Schweiz.): svw. t Besatzungsstatut; -truppen
<P1.> (Schweiz.): svw. Besatzungstruppen.
besichtigen [b9'zi<;tign] <sw. V.; hat) [aus älterem besichten
= in Augenschein nehmen]: aufsuchen u. umhergehend]
ansehen, prüfend betrachten: die Stadt, ein Schloß, eine
Wohnung b.; (Milit.:) der General besichtigte (inspizierte)
die Truppen; (scherzh. auch von einzelnen Personen:) das
Baby, die zukünftige Schwiegertochter b.; <Abl.:>
Besichtigung, die; -. -en: etw. einer eingehenden B. unterziehen;
an der B. eines Museums, an einer B. teilnehmen.
Besjchtigungs-: -fahrt, die; -reise, die; -tour, die; -zeit,
die.
besiedeln <sw. V.; hat): I. a) ansiedeln: das neue Land
mit Flüchtlingen b.; b) ein bisher nicht bewohntes] Gebiet
bebauen u. Wohnsitze darauf errichten: Auswanderer
besiedelten diese Gegend; das Land ist dicht, dünn besiedelt
(bewohnt). 2. (von Tieren u. Pflanzen) bewohnen: heimisch
sein: Füchse besiedeln ganz Mitteleuropa; Flechten und
Moose besiedeln (bewachsen) den Fels; <Abl.:> Beskdtel-
lung, die; -. -en <P1. selten).
beskgdn <sw. V.; hat): 1. für gültig erklären, bekräftigen:
die Freundschaft mit einem Handschlag, einem Kuß b.;
sie besiegelten den Vertrag mit ihren Unterschriften. 2.
endgültig, unabwendbar machen: diese Tat besiegelt seinen
Untergang; sein Schicksal ist besiegelt; <Abl.:) Beskgelimg,
(seltener:) BesteghmB, die: -. -en <P1. ungebr.).
beskgen <sw. V.; hat) a) über einen Gegner im Krieg, im
] Wettlkämpf einen Sieg erringen: jmdn. überwinden,
schlagen: die Feinde [im Kampf! b.: den Gegner mit
Waffengewalt] b.; er hat den Weltmeister besiegt; die Mannschaft
besiegte den Titelverteidiger mit 3:2; den
Gegenkandidaten [bei der Wahl] b.: ein besiegtes Land; sich besiegt
geben, erklären (einen Kampf, ein Spiel aufgeben, weil
man erkennt, daß man verloren hat): Spr sich selbst b.
ist der größte/schönste Sieg; b) überwinden, einer Sache
Herr werden: jmds. Zweifel b.; Schwierigkeiten b.; seinen
Unmut. Zorn, seine Begierde b. (bezähmen, erfolgreich
unterdrücken): Hermine ... hatte versucht, den Schlaf zu
b. (Hollander. Akazien 122); <subst. 2. Part.:) Beskgte,
der u. die; -n, -n <Dekl. tAbgeordnete): jmd., der besiegt
worden ist (Ggs.: Sieger): in einem Atomkrieg kann es
weder Sieger noch B. geben; <Abl.:> Beskgung, die; -.
Besing Cbe:zii)]. der; -s. -e [aus dem Niederd.. Vkl. von:
bes = Beere] (mundartl.. bes. berlin.): Heidelbeere.
besjngen <st. V.; hat): 1. (geh.) durch ein Gedicht od. Lied
preisen, rühmen, verherrlichen: auf jmdn., etw., auf jmds.
Taten ein Gedicht od. Lied verfassen u. / vortragen: einen
Helden, ein Mädchen b.; der Rhein ist oft besungen
worden; Gedichte, die Helden und ihre Taten besingen. 2,
zur Aufnahme auf einen Tonträger singen: eine Platte [mit
den neuesten Schlagern] b.; Schwierigkeiten ... ergeben
sich ... aus den erheblichen Lautstärkeunterschieden, mit
denen Künstler ihre Mikrofone besingen (Funkschau 19.
1971. 1936).
besinnen <st. V.; hat) /vgl. besonnen/: 1. a) <b. + sich)
nachdenken, überlegen: sich kurz, eine Weile b.; ich habe
mich anders besonnen (meine Meinung geändert): er hat
sich endlich besonnen (ist zur Vernunft gekommen): er
mußte sich erst einmal b. (die ruhige Überlegung
zurückgewinnen): <subst.:> nach kurzem/ohne langes Besinnen; b)
(selten) bedenken: über etw. nachsinnen: Jaakob besinnt
seine Geschichten (Th. Mann. Joseph 316); Vieles war
da zu b. (Kaschnitz. Wohin 201). 2. <b. + sich) a) sich
an jmdn., etw. erinnern: ich kann mich nicht mehr auf
ihn. auf seinen Namen b.; ich besinne mich nicht [darauf!,
ihn hier gesehen zu haben; (geh.:) er besann sich dessen
wieder; jetzt besinne ich mich wieder (jetzt fällt es mir
wieder ein): wenn ich mich recht besinne, war er schon
einmal hier; b) sich bewußt werden: er besann sich endlich
auf sich selbst, auf die Würde des Ortes; (geh..) er besann
sich des profanen Ortes, an dem er sich befand (Kirst.
Aufruhr 47); <Abl.:> besjmlich <Adj.>: nachdenklich:
beschaulicher, geruhsamer Besinnung dienend: ein -er Mensch;
eine -e Stunde; -e Gedanken; das ist kein Anlaß, b. zu
werden; der Abend war still u. b.; <subst.:> Besinnliches
u. Heiteres vortragen, dazu: Besinnlichkeit, die; -;
Besinnung, die; -: 1. Bewußtsein (2): die B. verlieren,
wiedererlangen; ohne B.. nicht bei B. sein; nach einer Ohnmacht
wieder zur B. kommen. 2. Nachdenken, ruhige Überlegung:
vor lauter Arbeit nicht zur B. kommen; ehe ich recht
zur B. kommen (das Geschehene erfassen) konnte, war
es vorbei. 3. das Sichbesinnen: eine B. auf das Wesentliche
tut not; <Zus. zu 2:) Besjmingsaufsatz.der: in der Oberstufe
höherer Schulen häufig geübte Aufsatzform, bei der ein
Thema gedanklich erörtert wird: besinnungslos <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): 1. ohne Besinnung: er ist b. geworden;
b. daliegen. 2. seiner selbst nicht mehr mächtig, außer sich:
b. vor Angst / in -er Angst rannte er weg. dazu:
Besinnungslosigkeit, die; -.
Besitz« der; -es: a) materielles Gut, das jmd. geerbt oder
erworben hat, so daß er darüber verfügen kann: das, was
jmdm. gehört /im allgemeinen Sprachgebrauch meist gleich-
bed. mit „Eigentum" gebraucht, jur. davon unterschieden
als ..das. worüber jmd. die tatsächliche Herrschaft hat'4/:
[ein] ererbter, erworbener B.; diese Dinge waren sein
einziger, rechtmäßiger B; nur wenig B. (Eigentum) haben;
seinen ganzen B. verlieren; ein Stück aus meinem
persönlichen B.; nach B. streben; Ü die Klassiker gehören nicht
mehr zum selbstverständlichen [geistigen] B. der Jugend
(zu dem, was sich die Jugend geistig aneignet: zu ihren
verfügbaren Kenntnissen)', b) das Besitzen: Zustand des Be-
sitzens: unerlaubter B. von Waffen wird bestraft; etw.
befindet sich, ist in jmds. B.; etw. kommt in jmds. B..
geht in jmds. B. über; jmd. kommt, gelangt [durch
Erbschaft] in den B. eines Hauses; etw. in seinen B. bringen,
sich in den B. von etw. setzen (sich etw. aneignen): *fai
B. von etw. sein/etw. in B. haben (nachdrücklich; besitzen):
er war nicht im B. einer (besaß keine) Fahrerlaubnis;
im B. eines Geheimnisses sein; im vollen B. seiner Kräfte.
Sinne sein; etw. in B. nehmen/von etw. B. ergreifen (sich
einer Sache bemächtigen): er ergriff sofort B. von den
Büchern und begann zu lesen; von jmdm. B. ergreifen
(geh.; jmdn. ganz erfüllen): Traurigkeit, ein Gefühl der
Leere ergriff B. von ihm; c) Land-, Grundbesitz: Landgut:
sich auf seinen B. zurückziehen; einen verwahrlosten B.
in eine Musterwirtschaft verwandeln.
besitz-, Besitz-: -ansprach, der: seine Besitzansprüche
anmelden; -anzeigend <Adj.>(nur in:)-esFürwort
(Possessivpronomen): -bürger, der (meist abwertend): Bürger mit
Kapital-, Grund- od. Hausbesitz der aus diesem Besitz
besondere Rechte herzuleiten versucht], dazu: -bürgertum«
das; -diener, der (jur.): in einem Abhängigkeitsverhältnis
Stehender, der für jmdn. die tatsächliche Gewalt über einen
Besitz ausübt: -ergretfung. die: Mrier, die; -los <Adj.; o.
365
besitzen
Steig.; nicht adv.>: ohne Besitz, ohne Eigentum; arm: er
ist völlig b., dazu: -lose, der u. die; -n. -n <Dekl. f
Abgeordnete), -losigkeit, die; -; -nähme [-na:ma], die; -: das Inbe-
sitznehmen. Aneignung: -recht, das: auf sein B. pochen;
-stand, der <o. PI.): Gesamtheit. Menge des Besitzes: Jmds.
B. unangetastet lassen; -streben, das: das Streben nach
Besitz: -titel, der (Jur.): verbrieftes Recht an einem Besitz:
Kredithilfen ... nur gegen Abtretung von -n (Stamokap
43); -Verhältnisse <PI.): die B. haben sich nicht verändert;
^Verteilung, die; -Wechsel, der: a) svw. t Besitzerwechsel;
b) (ugs. scherzh. verhüll.) Besitzerwechsel durch!
Diebstahl.
besitzen <unr. Verb; hat) /vgl. besessen/: 1. a) als. in Besitz
haben, über etw. frei verfügen: ein Haus, ein Auto.
Vermögen, viele Bücher b.; er besaß keinen Pfennig (ugs.; war
sehr arm): die besitzende Klasse (die Vermögenden.
Reichen): Ü Mut. Talent, große Fähigkeiten. Geschmack b.;
jmds. Zuneigung. Vertrauen b.; er hat die Frechheit
besessen, mich anzulügen; b) (meist gespreizt) haben: keine
Eltern mehr b.; er besitzt blaue Augen, eine Wunde am
Knie; Fenster besaß das Gelaß nicht (Jahnn. Nacht 117);
er besitzt das Recht zu ... 2. (geh. verhüll.)
Geschlechtsverkehr mit einer Frau haben: er mußte dieses Mädchen b.;
er hat schon viele Frauen besessen. 3. (selten) innerlich
gefangennehmen: ... als besäße dich ein wildes Verlangen
nach Sondermeldungen (Grass. Blechtrommel 344);
<Abl.:> Besitzer, der; -s. -: a) jmd.. der etw. Bestimmtes
besitzt, der die tatsächliche Herrschaft über etw. ausübt
(ohne im jur. Sinne Eigentwner sein zu müssen): B. einer
Fabrik, eines Vermögens sein; wer ist der B. dieses Hauses?;
der ursprüngliche, rechtmäßige, neue B.; das Auto hat
schon dreimal seinen B. gewechselt; b) jmd.. der
irgendwelchen Besitz hat. (österr.:) bes. Haus- od. Grundbesitzer:
ein kleiner B. sein; er war B. in N.; Besitzerin, die; -.
-nen: w. Form zu f Besitzer; <Zus.:) Besjtzerstotz, der:
Stolz. Freude über einen bestimmten Besitz: voll B. zeigte
er uns sein neues Auto: Besjtzerwechsel, der: Übergang
an einen anderen Besitzer: das Gut ist durch häufigen
B. stark herabgewirtschaftet worden: Besitztum, das: -s.
...tümer: a) Gesamtheit des Besitzes: seine Besitztümer
zusammenhalten; b) Gut. Besitzung: sein verwahrlostes
kleines B. ... neu herrichten (Musil. Mann 19); Besitzung,
die: -. -en: a) (geh.) Land- u. Grundbesitz: -en auf dem
Lande haben; seine -en verwalten; er sah sich auf der
B. des Grafen um; b) (selten) das Besitzen: das Land
... solle ihm und seinem Samen zu ewiger B. gegeben
werden (Th. Mann. Joseph 13).
besoffen [teofn] <Adj.) [2. Part, zu (sich) besaufen] (derb):
/ völlig / betrunken: -e Randalierer; total b. sein; sie
versuchten die Weiber b. zu machen; Ü ich muß doch b. (nicht
recht bei Verstand) gewesen sein, als ich ihm das Geld
pumpte; <subst.:)auf den Bänken lagen Besoffene; <Abl.:>
Besoffenheit, die; - (derb): Zustand des Betrunkenseins,
schwerer Rausch.
besohlen <sw. V.; hat): (Schuhwerk) mit neuen] Sohlen
versehen: die Stiefel b. lassen; neu besohlte Schuhe; <Abl.:>
Besohlung, die; -: a) das Besohlen: b) Sohle, mit der etw.
versehen ist: die beste B. ist eine grob profilierte
Gummisohle (Eidenschink. Fels 25).
besolden [te'zDldn] <sw. V.; hat): jmdm. (einem Soldaten.
Beamten od. sonst im Staatsdienst Stehenden) Sold. Lohn.
Gehalt auszahlen: entlohnen: der Staat muß seine Beamten
ausreichend b.; er wird nach Gruppe B 5 besoldet; ein
schlecht besoldeter (bezahlter) Posten; <Abl.:> Besoldung.
die; -. -en: 1. <o. PI.) (seltener) das Besolden. 2. Lohn.
Gehalt, mit dem jmd. besoldet wird: eine gute, hohe B.;
die B. erhöhen, kürzen.
Besoldung*-: ^anpassung, die; Mtesetz, das; -gruppe, die:
in eine andere B. umgestuft werden; ^Ordnung, die:
Sammlung der Bestimmungen u. Tarife für die Besoldung: --recht,
das <o. PL); -stufe, die; -tarif, der: vgl. -Ordnung.
besonder ... [ba'zondß...] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) /vgl.
besonders/ [spätmhd. besunder. zu mhd. sunder =
abgesondert, eigen, ausgezeichnet]: 1. abgesondert, zusätzlich.
Sonder-: -e Hochschulen für die Bundeswehr; hierfür muß
ein -er Wahlgang durchgeführt werden; [sjein -es
(separates) Zimmer haben; im allgemeinen und im -en (einzelnen):
* tan besonderen (besonders, vor allem): sich im besonderen
um die Armen bemühen. 2. außergewöhnlich, von der Norm
abweichend, nicht alltäglich: keine -en Vorkommnisse; ein
-es Erlebnis; -e Kennzeichen: keine; <subst.:) es gab nichts
Besonderes zu sehen. 3. (in lobender Hervorhebung) über
das Normale, das übliche weit hinausgehend, hervorragend:
von -er Qualität; eine -e Leistung; dieses Kind war ihr
-er Liebling; <subst.:> das Konzert war etwas ganz
Besonderes; sie hält sich für etwas Besonderes; <Abl.:>
Besonderheit, die; -. -en: das Anderssein: Eigenart: besonderes
Merkmal: die B. dieser Erscheinung ist, daß ...; viele -en
aufweisen; besonders <Adv.) /vgl. besonder.../: 1. gesondert,
getrennt, für sich allein: vom Gesetz b. aufgeführte Fälle;
die Frage muß einmal b. behandelt werden. 2. a) vor
allem, insbesondere, insonderheit: b. heute; b. du solltest
das wissen; das hat ihn b. gefreut: er fährt meist mit
dem Bus. b. wenn es regnet; b) ausdrücklich, nachdrücklich,
mit Nachdruck: etw. b. betonen; ich habe b. darauf
hingewiesen, daß ... 3. a) (intensivierend bei Adjektiven) sehr,
außerordentlich: b. gut, b. groß. b. schwer, b. heftig; b)
<nicht + b.; präd.) mittelmäßig, nicht sehr gut. nicht sehr
schön: der Film war nicht b.; es geht ihm nicht b. 4.
(landsch.) eigenartig, nicht alltäglich, sonderbar,
absonderlich: Die Dinge des Raumes ... werden b. (Remarque.
Westen 109); die Krankheit machte ihn so b.
besonnen [to'zandn] <Adj.) /vgl. besinnen/: ruhig u.
vernünftig abwägend, sich nicht zu Unbedachtsamkeiten hinreißen
lassend: vernünftig, umsichtig: ein -er Mensch; ein -es Urteil:
durch ihr -es Verhalten hat sie Schlimmeres verhütet; b.
(wohlüberlegt) handeln; sich b. verhalten; <Abl.:>
Besonnenheit, die; -: Umsicht: besonnenes Wesen: er ist ein Mann
von großer B.
besonnt [tezant) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von der Sonne
beschienen: -e Hänge. Terrassen; Ü Besonnte
Vergangenheit (dichter, veraltend; heitere, glückliche Vergangenheit:
Titel eines Buchs von K. L. Schleich); Besomung, die;
-. -en: (selten): Bestrahlung durch die Sonne: zu starke
B. ist schädlich.
besorgen <sw. V.; hat) /vgl. besorgt/: 1. a) dafür sorgen,
daß jemand etw. Bestimmtes bekommt: beschaffen,
anschaffen: Fahrkarten, ein Zimmer. Zigaretten, etw. zum Essen
b.; sie hat für die Kinder Geschenke besorgt: ich will
mir das Buch noch heute b.; Jmdm. eine Stelle b.
(verschaffen): können Sie mir ein Taxi, einen Gepäckträger b.?;
b) (ugs. verhüll.) heimlich mitnehmen, stehlen: die Steine
habe ich mir auf einer Baustelle besorgt. 2. a) erledigen*
tun: (einen Auftrag) ausführen: ein Geschäft b.; er besorgte
die Auswahl der Gedichte für das Lesebuch; er brauchte
sich nicht darum zu kümmern, das besorgte alles seine
Sekretärin; Spr was du heute kannst b.. das verschiebe
nicht auf morgen; einen Brief b. (dafür sorgen, daß er
zur Post kommt): (Sportspr.:) der Linksaußen besorgte
(erzielte) den Anschluß, das 2:1; b) bereuen, versorgen:
sich um Jmdn.. etw. kümmern: die Kinder, die Blumen
b.; ümdm.] den Haushalt b.; der Kutscher besorgte die
Pferde; c) *es bndnL b. (ugs.; heimzahlen: gründlich die
Meinung sagen): dem werd' ich's noch b.!; es Jmdm.
(einer Frau) besoraen/jmdm. (einer Frau) eins besorgen
(salopp; eine Frau geschlechtlich befriedigen). 3. (geh.,
veraltend) befürchten: sich um erw. sorgen: es ist;
steht zu b., daß ...; <auch b. + sich:) Wie werde ich sie
ansprechen? besorgte ich mich (Grass. Blechtrommel 727);
<Abl.:> Besorger, der; -s, -. Besorgerin, die; -, -nen: Person.
die i beruflich I für eine bestimmte Sache, ein Gebiet zu
sorgen hat (meist als Grundwort von Zusammensetzungen.
z. B. HausbesorgerDn]); besorglich <Adj.) (selten): 1.
ängstlich, besorgt. 2. Sorge erweckend: -es Aussehen; b.
aussehen, schwanken; Besorgnis, die; -. -se: zweifelnder u.
gedrückter Gemütszustand angesichts einer möglichen]
eigenen od. fremden Notlage: das Besorgtsein. Befürchtung:
große, ernste, tiefe B. haben; [echte] B. [um jmdn.. über
etw.] zeigen, empfinden; ich kann deine -se zerstreuen;
etw. erregt B. [in jmdm], jmds. B.. erfüllt jmdn. mit B.;
etw. mit B. betrachten; das ist kein Anlaß zur B.; er
schwieg aus B.. man könnte ihn zur Verantwortung ziehen;
einen Richter wegen B. der Befangenheit (jur.: wegen der
Befürchtung, er könnte befangen sein) ablehnen, dazu:
besorgniserregend <Adj.; nicht adv.): bedrohlich. Anlaß zw
Sorge gebend: sein Zustand ist b.; besorgt <Adj.; -er. «este>
[zu besorgen (3)]: a) von Sorge erfüllt, voll ernster
Befürchtungen: ein -er Vater; ich bin b. wegen deines schlechten
Aussehens, über deinen Gesundheitszustand; b.
nachfragen; er war b.. es könnte etwas passieren; b) von [ängst-
366
Besserung
licherj Fürsorge für jmdn.. etw. erfüllt; der um das Wohl
seiner Gäste -e Wirt; er ist sehr b. um sie/um ihre
Gesundheit, dazu: BesQrgtheit, die. -: das Besorgtsein; Besorgung«
die; -. -en: 1. <o. PI.) das Besorgen. Erledigen: ich überließ
ihm die B. der Fahrkarten; die B. des Haushalts kostet
viel Zeit. 2. Einkauf (\ a): eine B.. -en machen.
bespannen <sw. V.; hat): 1. durch /bedeckendes/ Aus
spannen mit etw. versehen: eine Wand mit Stoff b.; einen Wagen
mit einer Plane b.; Liegestühle. Tennisschläger neu b. lassen
(mit einer neuen Bespannung versehen lassen); mit
Drahtgeflecht bespannte Holzlatten. 2. mit Zugtieren versehen:
die Kutsche ist mit zwei Schimmeln bespannt; <Abl.:)
Bespannung, die; -. -en: 1. <o. PI.) a) das Bespannen (1);
b) das Bespannen (2). 2« a) etw.. womit ein Gegenstand
bespannt ist; b) die vorgespannten Zugtiere; Gespann.
besagen <st. V.; hat) (selten, geh.): (mit Speichel od.
Erbrochenem) bespucken, beschmutzen: Jmdn. verhöhnen und
b.; der Betrunkene hat sich bespitzeln.
bespicken [bd'Jpikn] <sw. V.; hat): 1. mit etw. ■ spicken (1).
2. mit etw. dicht bestecken: sie hatte ihre Haare mit
Klammern bespickt; er war mit Orden bespickt.
bespiegeln <sw. V.; hat): 1. <b. + sich) sich / eitelj im
Spiegel betrachten: bespieg[e]le dich nicht so lange! 2.
zum Gegenstand eitler Selbstbetrachtung u. Selbstdarstellung
machen: sein eigenes Ich. sich [selbst] b. 3. abschildernd
über etw. Auf Schluß geben; etw. darstellen: in seinem Roman
die jüngste Vergangenheit b.; <Abl.:) Bespjfigehing,
(seltener:) Bespkgümg. die; -. -en.
bespfelbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. sich bespielen
(1) lassend: eine -e Tonbandkassette. 2. (Sport) so
beschaffen, daß man darauf spielen kann: der Platz ist wieder
b.. dazu: Bespklbarkeit, die; -; bespielen <sw. V.; hat):
1. (einen Tonträger) durch Spielen von etw. mit einer
Aufnahme versehen: eine Schallplatte mit Kammermusik b.;
das Band ist erst zur Hälfte bespielt worden; eine bespielte
Kassette. 2. (von Theaterensembles u. ä.) mit j Theater jauf-
führungen versorgen: der Ort wird von der Landesbühne
bespielt.
bespiken [to'lpajknj <sw. V.; hat) (Fachspr.): mit Spikes
versehen: die Autoreifen b. lassen; bespikte Rennschuhe.
bespjtzein <sw. V.; hat): (als Spitzel) jmdn. heimlich
beobachten, überwachen: einen Politiker b.; er sollte seinen
Mitgefangenen b.; Ich bin so unruhig - vielleicht sind wir
doch bespitzelt worden? (Fallada. Jeder 194); <Abl.:>
Bespitzelung, (selten:) Bespjtzlung. die; -. -en.
bespjtzen, sich <sw. V.; hat) (landsch.): sich leicht betrinken;
sich einen Spitz (2) antrinken.
bespötteln <sw. V.; hat): über jmdn.. etw. spötteln: ich ließ
mich, meine neuen Methoden ruhig b.; <Abl.:>
Bespöttelung, (selten:) BespQtthmg, die; -. -en; bespotten <sw. V.;
hat) (selten): über jmdn.. etw. spotten: seine Schwächen
wurden in häßlicher Weise bespottet; <Abl.:) Besppttung.
die; -. -en.
besprachen <st. V.; hat): 1. a) gemeinsam (beratend,
erörternd. Meinungen austauschend) über etw. sprechen; Auf
der Straße blieben die Männer ... beisammen und
besprachen das Ereignis (Baum. Bali 97); eine Sache mit jmdm.
b.; wir haben noch etwas zu b.; wir müssen b.. wie wir
vorgehen wollen; daß er ... seine Schwierigkeiten hätte
ehrlich mit ihm b. mögen (Maass. GouffiS 192); b) <b.
+ sich) miteinander über etw. sprechen, sich beraten: sie
besprachen sich eingehend [über den Plan]; darüber muß
ich mich noch mit meinem Mann b. 2. berufsmäßig
rezensieren; eine Kritik über etw. schreiben: ein Konzert, eine
Aufführung b.; das Buch ist schlecht besprochen (von
der Kritik getadelt) worden. 3. (einen Tonträger) durch
Sprechen eines Textes mit einer Aufnahme versehen: ein
bekannter Schauspieler hat diese Platte besprochen; ein
besprochenes Band löschen. 4. durch Zaubersprüche zu
beeinflussen, insbes. zu beschwören, zu besänftigen od. zu
heilen versuchen: eine Wunde. Warzen b.; Sie ... rührte
das Pulver mit reinem, eigens besprochenem öle an (Th.
Mann. Joseph 337); <Abl. zu 2-4:) Besprechet*, der; -s.
-; Besprechung« die; -. -en: 1. ausführliches Gespräch über
eine bestimmte Sache. Angelegenheit; Unterredung.
Konferenz: eine B. der Lage; eine B. [über etw.] ansetzen,
abhalten, anberaumen; der Chef hatte eine B. hinter
verschlossener Tür mit dem Dolmetscher (Plievier. Stalingrad 322);
er ist in einer wichtigen B.. hat eine B. mit seinem Chef.
2. Rezension, kritische Beurteilung einer künstlerischen
Leistung od. Hervorbringung in einer Zeitung od. Zeitschrift,
auch im Rundfunk od. im Fernsehen: eine geistreiche,
wohlwollende, ablehnende B. 3. das Besprechen (4).
Beschwören: eine feierliche B. der Krankheit durch den
Medizinmann; <Zus. zu 2:) Besprechungsexemplar, das
(Buchw.): Buch. Einzelstück einer Neuerscheinung, das
einem Kritiker od. Fachwissenschaftler für eine Besprechung
kostenlos überlassen wird: an mehrere Redaktionen wurden
-e geschickt; zu I: Besprfchungspunkt, der: einer der zu
besprechenden Punkte.
besprengen <sw. V.; hat): eine Flüssigkeit auf etw.. jmdn.
sprengen; bespritzen: den staubigen Boden, den Rasen mit
Wasser b.; ich habe mich mit Parfüm besprengt (besprüht);
<Abl.:> Bespr^ngung. die; -. -en.
besprenkeln <sw. V.; hat): mit Sprenkeln versehen; durch
Spritzer fleckig machen: die Leinwand mit Farbe b.; der
Fußboden war mit Kalkflecken besprenkelt: Ü der Rasen
war mit Gänseblümchen besprenkelt.
bespringen <st. V.; hat): (von Säugetieren) begatten: der
Stier bespringt die Kuh; die Stute b. lassen.
besprjtzen <sw. V.; hat): a) spritzend naß machen, befeuchten:
jmdn. mit dem Gartenschlauch b.; sich mit Parfüm b.;
b) durch Spritzen beschmutzen: das Auto hat mich von
oben bis unten bespritzt; eine mit Blut bespritzte Jacke.
besprühen <sw. V.; hat): sprühend ein wenigJ befeuchten:
Pflanzen mit einem Mittel gegen Ungeziefer b.
bespMcken <sw. V.; hat): verächtlich / auf jmdn.. etw. spuk-
ken; durch Spucken beschmutzen: seinen Gegner b.; sich
[gegenseitig] mit Kirschkernen b.
bespülen <sw. V.; hat): spülend naß machen: die Wellen
bespülen den Deich.
Bessemer- ['besame-] (Technik) [nach dem engl. Ingenieur
Sir H. Bessemer (1813-1898)1: -birne, die: birnenförmiger
Behälter zur Stahlherstellung; --stahl, der: im
Bessemerverfahren gewonnener Stahl: -verfahren, das: (heute nur noch
in kleineren Betrieben angewandtes) Verfahren zur
Gewinnung von Stahl aus Roheisen.
besser [besBl <AdJ.) [mhd. besser, ahd. be33iro; vgl. baß]
<Komp. von fgut): mehr als gut. in höherem Grade gut:
das -e Stück; der -e Schüler; das -e Mittel gegen Grippe;
eine -e Ausrede als diese fiel ihm nicht ein; eine -e Ernte
als voriges Jahr; werde ein -er Mensch!; dieser Saal ist
eine -e (abwertend; ist nicht viel besser als eine) Scheune;
-e (sozial höhergestellte) Leute. Kreise; dieses Stück ist
b. als jenes; heute ist das Wetter b.; es wäre b.. wenn
du geschwiegen hättest/du hättest b. geschwiegen; er weiß
immer alles b.; ich dachte, er würde sich b. benehmen;
die Sache ist unsicher oder. b. (treffender) gesagt,
aussichtslos; R b. ist b. (es ist besser, vorsichtig zu sein);
das wäre ja noch b. (iron.; das kommt gar nicht in Frage;
ausgeschlossen)!; <subst.:> ich habe Besseres zu tun (ich
kann mich damit nicht abgeben); Spr das Bessere ist des
Guten Feind; * Jmdn. eines Besseren belehren (geh.; jmdm.
zeigen, daß er sich irrt)\ sich eines Besseren besinnen (geh.;
seinen Entschluß ändern). Vgl. best...
besser-. Besser-: -gehen <unr. V.; ist): sich (in bezug auf
die Gesundheit od. auf die wirtschaftliche Lage) in einem
besseren Zustand befinden als vorher: dem Kranken wird
es bald b.; -stellen <sw. V.; hat): in der sozialen Lage,
im Gehalt aufbessern: wir müssen diesen Mann, wenn er
die Aufgabe übernehmen soll, auch wirtschaftlich b.;
<subst.:)dieBessergestellten (Wohlhabenden).dazu:
-Stellung, die; -. -en: das Besserstellen: eine B. der städtischen
Angestellten fordern; -wteer [-visbI. der; -s. - (abwertend):
jmd.. der alles besser zu wissen meint, sich belehrend
vordrängt, dazu: -wisserei [besevisa'rajl. die; -. -wtsserisch
<Adj.; o. Steig.): überzeugt, alles besser zu wissen.
bessern l'bcsFn] <sw. V.; hat) [mhd. be33ern. ahd. bekrön]:
a) besser machen: einen Kriminellen zu b. versuchen; die
Verhältnisse lassen sich so nicht b.; an einem Aufsatz
feilen und b. (veraltend; verbessern): b) <b. + sich) besser
werden: ich will mich b.; sein Zustand, das Wetter bessert
sich; (Schweiz, auch ohne ..sich":) seine Gesundheit hat
gebessert; <Abl.:> Besserung, die; - [mhd. besserunge. ahd.
bessirunga]: l. das Besserwerden: eine B. der Lage
erwarten; der Kranke befindet sich auf dem Wege der B.; gute
B.! (Zuspruch für einen Kranken); er gelobte B. (versprach,
daß er sich bessern werde). 2. das Bessermachen: sich für
eine B. der Zustände einsetzen; die B. des Menschen durch
Veränderung der Gesellschaft.
367
besserungs-, Besserungs-
b^sserungs-, Besserungs-: Minstalt, die (ugs. veraltend):
Fürsorgeheim für Schwererziehbare; -fähig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): (bes. von Straffälligen) so geartet, daß er
gebessert werden kann: -e Jugendliche, [gesellschaftliche]
Zustände, dazu: -f&higkeit,die <o. PI); -maßnahmen <PI.)
(jur.): Maßnahmen zur Erziehung von Rechtsbrechern:
^Verwahrung« die: gerichtlich angeordnete Unterbringung in einer
Anstalt mit dem Ziel, krankhafte, zur Kriminalität führende
Anlagen zu bessern.
Best [best], das; -s. -e (südd.. österr.): höchster] ausgesetzter
Preis bei einem Wettbewerb: das B. gewinnen; wer hat
beim Scheibenschießen das B. gemacht?
best... H <Adj.; Sup. von tgut) [mhd. best, beulst, ahd.
be33isto): in höchstem Maße od. Grade gut: so gut wie
irgend möglich; sehr gut: der beste Sportler; meine beste
Freundin; das beste Buch; beste Qualität; er hatte dabei
nicht das beste (kein gutes) Gewissen: er ist aus bestem
(sozial hochgestelltem) Hause: bei bester Gesundheit.
Laune sein; sie konnte uns beim besten Willen (sosehr sie
sich auch mühte) nicht helfen; im besten (günstigsten)
Falle; jmdn. im besten Schlaf (mitten im Schlaf) stören;
[ein Mann] in den besten (in mittleren) Jahren; mit den
besten Grüßen (Briefschlußformel); es ist das beste / am
besten, wenn ...; ich halte es für das beste abzureisen;
er weiß das am besten; du fährst am besten (günstigsten)
mit dem Frühzug; er hat das aufs beste (besonders gut.
bestens) geregelt; die Sache steht nicht zum besten (sieht
recht ungünstig aus); es steht nicht zum besten mit ihm
(seine gesundheitliche, finanzielle 1 Situation ist nicht sehr
gut); <subst.:> er ist der Beste in der Klasse; das Beste
ist für ihn gerade gut genug (iron.; er stellt hohe Ansprüche,
ist unbescheiden)', das Beste vom Besten; sein Bestes tun;
das Beste aus etw. machen (es nwh so günstig wie möglich
gestalten; die größtmöglichen Vorteile aus etw.
wahrnehmen); eine Veranstaltung zum Besten der Behinderten;
aufs/auf das Beste hoffen; *etw. zum besten geben (1. mit
etw, zur Unterhaltung beitragen; vortragen, vorführen: er
gab die neuesten Witze zum besten. 2. (veraltend) ausgeben,
spendieren: eine Runde zum besten geben; zu tBest. also
eigtl. = etw. zum Best beisteuern); jmdn. am besten
halten/haben: (jnuin. necken, foppen; eigtl. = ihn für den
besten Mann halten, der Spaß verstehen kann).
best-, B^st-: -arbeiter. der (DDR): B. aus Industrie und
Landwirtschaft wurden ausgezeichnet; -ausgerüstet <Adj.;
o. Steig.; nur attr.); -bekannt <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(Werbespr.): sehr, allgemein bekannt: die -en Vorzüge
dieser Ware; -beleumdet, -beleumundet <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: einen sehr guten Ruf genießend, einen sehr guten
Leumund habend: ein -er Mitarbeiter; -bezahlt <Adj.; o.
Steig.; nur attr.): der -e Job; zu den -en Leuten gehören;
-bieter, der (Kaufmannsspr.): Person, die den höchsten
Preis bietet: wertvolle alte Möbel an B. abzugeben; -form,
die <o. Pl.> (Sport): höchste Leistungsfähigkeit, beste
körperliche Verfassung: die Mannschaft ist von ihrer B. weit
entfernt; -gehaßt <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (ugs. iron.):
am meisten gehaßt, am unbeliebtesten: der -e Politiker;
-gekleidet <Adj.; o. Steig.; nur attr.): die -en. bestbezahlten
Spitzel der Welt (Seghers. Transit 244); -gepflegt <Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (Werbespr.): sehr gut gepflegt, in bestem
Zustand: -er Garagenwagen zu verkaufen; -informiert
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus -en Kreisen verlautet,
daß ...; -leistung. die (bes. Sport): beste Leistung (in einer
Vergleichsgruppe od, in einem Zeitraum): eine persönliche
B. erzielen; bei den Motorrädern gilt in jeder Klasse die
erzielte B. als ..Weltrekord" (Frankenberg, Fahren 126);
-mann, der <PI. -männer) (Seew.): erfahrener Matrose (der
auf kleineren Küstenschiffen den Schiffsführer, auf größeren
gelegentlich den Steuermann vertritt); -marke, die (Sport):
Rekord: die B. steigern; Auf 20:05,7 steht jetzt die B.
(über 200 m Delphin; MM 9. 10. 67. 13); -mgglkh <Adj.;
o. Steig.; nicht präd): so gut wie irgend möglich: die -e
Nutzung; die -e Leistung; (seltener adv.: > etw. b.
ausgestalten; <subst.:>das Bestmögliche tun. aus etw. machen;
-renommiert <o. Steig.; nicht adv.) (Werbespr.): ein sehr gutes
Renommee habend: dies Hotel ist b.; -seller [-zele], der;
-s, - [engl, best seller, zu best = best u. to seil = verkaufen,
also eigtl. = was sich am besten verkauft]: Ware (vor
allem Buch. Schallplatte o. ä.) mit bes. hohen
Verkaufszahlen; Verkaufsschlager: der Roman wurde zum B. des
Jahres: In den USA ist das Fluor-Kochgeschirr B. (Spiegel
20.1966.62). dazu: ^sellerautor.der, -seüerliste.die:
listenmäßige Zusammenstellung der am häufigsten verkauften
Titel: -situtert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (bes. österr.):
in bester wirtschaftlicher Lage; reich; ^wert, der:
Höchstwert. Optimum; -zeit, die (Sport): beste, kürzeste erzielte
Zeit: er ist [persönliche! B. gelaufen; -zustand, der
(Werbespr.): tadelloser Erhaltungszustand (bes. bei gebrauchten
Kraft fahr zeugen): Motorroller, unfallfrei. B.. gegen
Höchstgebot abzugeben.
bestellen <sw. V.; hat) [zu mhd. bestalt. 2. Part, von:
bestellen = berufen] (Amtsspr.): in ein Amt einsetzen, zu etwas
ernennen: jmdn. zum Chefarzt des Krankenhauses b.; ein
bestallter Vormund; daß ich ... sogleich als Chef des
Feuilletons bestallt wurde (Kantorowicz. Tagebuch I. 623);
(Abi. :> Bestellung, die; -. -en: 1. das Bestallen; die Berufung.
Einsetzung in ein Amt: Vor seiner B. im
Verteidigungsministerium hatte er das Bauprojekt ..Hansa-Viertel" verwaltet
(Spiegel 5. 1966. 28). 2. Urkunde über die Amtseinsetzung:
eine B. [für Prof. N.] ausfertigen; jmdm. feierlich die B.
überreichen, dazu: Bestellungsurkunde, die: Schneider ...
wird auf Grund der so erschlichenen B. zum Unterarzt
ernannt (Noack. Prozesse 251).
Bestand, der; -[eis. Bestände: 1. <o. PI.) a) das Bestehen.
Fortdauer: den B. seines Besitzers sichern; Ich leiste doch
genug für den B. der rassereinen Menschheit (Hochhuth.
Stellvertreter 190); um den B. der Regierung bangen; *B.
haben/von B. sein (von Beständigkeit sein, fortdauern,
andauern): Das absolute Königtum hat noch bis ins 19.
Jh. B. gehabt (Fraenkel. Staat 18); die Regierungsform
muß von B. sein; b) (österr.) (bisherige) Dauer des
Bestehens: eine Firma hat heuer das Jubiläum ihres 100jährigen
-es gefeiert (Presse 6. 8. 69. 10). 2. vorhandene Menge;
Vorrat: den B. an Waren erfassen, aufnehmen; die Bestände
auffüllen; Alle Bibliotheken ... haben ...
Geheimanweisungen ... bekommen, ihre Bestände von kommunistischer
Literatur zu säubern (Dönhoff. Ära 179); Ü das gehört
zum geistigen B. des Volkes; * eiserner B. (Vorrat für
den Notfall, der nicht angegriffen werden darf); zum eisernen
B. gehören (sehr lange, schon bnmer dazugehören, fester
Bestandteil von etw. sein): er (= der Satz .Auferstanden
von den Toten") gehört sozusagen zum eisernen Bestände
der christlichen Konvention (Thielicke. Ich glaube 193).
3. (Forstw.) meist einheitlich bewachsenes Waldstück: ein
alter, schöner, lichter B. von Eichen und Buchen; den
B. durchforsten, erneuern. 4. (südd., österr.) Pacht: einen
Hof in B. geben, haben; bestanden [ba' Jtandn]: 1. f bestehen.
2. <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> a) mit Pflanzen bedeckt,
bewachsen: ein mit Bäumen -er Park; Bergwiesen, die von
vereinzelten, mäßig hohen Kiefern... b. waren (Th. Mann.
Zauberberg 70); b) (Schweiz.) alt. bejahrt: er ist schon
recht b.; Bestyndesvertrag, der; -[eis. ...vertrage [zu t
Bestand (4)1 (österr.): Pachtvertrag: Ab 1. Juni 1969 läuA
der neue B. mit der burgenländischen Landesregierung
(Presse 9. 7. 69. 10); beständig <Adj.>: a) <nicht präd.)
dauernd, ständig (meist in negativem Sinn): in -er Angst
leben; Es war eine -e Unruhe im Haus (Musil. Törleß
114); b. über Schmerzen klagen; b) (nicht adv.)
gleichbleibend (meist in positivem Sinn): die wichtigsten geistigen
Vorkehrungen der Menschheit dienen der Erhaltung eines
-en Gemütszustandes (Musil. Mann S27); er ist ein sehr
-er Mitarbeiter (seine Leistungen sind gleichbleibend gut);
das Wetter ist, bleibt b. (weiterhin gut); c) (nicht adv.)
widerstandsfähig, dauerhaft: eine -e chemische Verbindung;
dies Material ist b. gegen / gegenüber Hitze; <Abl. zu
b. c:> Beständigkeit, die; -: Die B. des Bürgers hat mich
im Grunde immer gelangweilt (H. Mann. Stadt 133); daß
reines Gold die beste B. gegen Fremdschichten ... besitzt
(Elektronik 12. 1971,441).
Bestands-: -aufnähme, die: Zählen u. listenmäßiges Erfassen
vorhandener Bestände (2): eine B. machen; -erhohung, die
(zu Bestand 2); -Jubiläum, das (österr.): Jubiläum des
Bestandest b): der Verein feiert sein SOjähriges B.; -liste, die
(zu Bestand 2); MneUung. die (zu Bestand 2); -vertrag, der:
svw. t Bestandesvertrag; -Verzeichnis, das (zu Bestand 2).
Bestandteil, der; -[e]s, -e: einzelner Teil einer Einheit, eines
Ganzen; /Baujelement: ein integrierender B.; Fett ist ein
notwendiger B. unserer Nahrung; etw. in seine -e zerlegen
(auseinandernehmen); das alte Möbel löst sich in seine
-e auf (fällt auseinander); Ü Freiheit ist ein notwendiger
B. der Demokratie.
368
bestehen
bestärken <sw. V.; hat): a) jmdn. sicherer machen, in seiner
Haltung, seiner Meinung, seinem Vorhaben o. ä.
unterstützen: Jmdn. in seinem Vorsatz. Plan b.: Was ich von Stanko
gehört, bestärkte mich in dieser Besorgnis (Th. Mann.
Krull 231); das bestärkt mich, nicht nachzulassen; b)
fördern, verstärken: dies Ereignis bestärkt meine Zweifel; Was
ich im Frieden ... gesehen habe, bestärkt meine negative
Ansicht in diesem Punkt (Ott, Haie 219); c) <b. + sich)
sich verstärken, wachsen: intensiver, stärker werden: die
Gewißheit bestärkte sich in ihm. daß ...; In Neubrand,
dem ersten Vorsitzenden, bestärkte sich die Überzeugung,
es sei doch ... (Kirst, Aufruhr 149); <Abl. zu a, b:>
Bestärkung, die; -. -en <P1. seilen).
bestätigen [te'Jtc:tign] <sw. V.; hat) [zu Tstet]: 1. a) für
richtig, zutreffend erklären: eine Nachricht amtlich, offiziell
b.: eine telefonische Bestellung schriftlich b.; das
Berufungsgericht hat das Urteil bestätigt (jur.: für gültig erklärt):
ich konnte seine Entscheidung nur mit einem ..C'est exact"
b. (Th. Mann. Krull 322); Ü sich bestätigt fühlen (als
Persönlichkeit od. in seiner Meinung Anerkennung firulen);
b) als richtig erweisen: das Ereignis bestätigt meine
Vermutungen; Nixons Reise ... scheint zu b.. daß es besser ist.
Kontakte zu halten, als sie abzubrechen (Dönhoff. Ära
141); c) <b. + sich) sich als zutreffend, richtig erweisen:
die Nachricht, der Verdacht hat sich bestätigt;
Verwunderlich freilich wäre es nicht, wenn sich das Gerücht bestätigte
(Dönhoff. Ära 77). 2. (Kaufmannsspr.) mitteilen, daß man
eine Sendung u. ä. empfangen hat: das Eintreffen der Ware,
einen Brief, eine Bestellung b. 3. in einer Stellung, einem
Amt anerkennen: eine Amtseinsetzung beurkunden: mit
Schreiben vom ... wurde er (in seinem Amt] als Leiter
der Schule bestätigt; KP-Chef Husak im Amt bestätigt
(MM 1. 6. 71, 1). 4. (Jägerspr.) das Vorhandensein eines
Wildes u. den Wildwechsel! in einem Revier erkennen:
er konnte schon mehrfach den Zwölfender b.; <Abl.:>
Bestätigung, die; -. -en: 1. das Bestätigen (1 -4). 2.
Bescheinigung, mit der etw. (die Richtigkeit von etw.. der Empfang
einer Sendung, eine Amtseinsetzung, ein Privileg o. ä.)
bestätigt wird: -en ausstellen; seine B. als neuer Botschafter
vorlegen, dazu: Bestätigungsschreiben, das;
Bestätigungsvorbehalt, der.
bestatten [to'Jtatn] <sw. V; hat) [zu mhd. stat = Ort.
Stelle. Stätte) (geh.): feierlich! beerdigen, begraben: er
wurde feierlich unter großer Anteilnahme der Bevölkerung,
in der Familiengruft bestattet; Bestatter, der; -s. -: jmd..
der berufsmäßig! Tote bestattet: Kaum hatten sich die
B. Zeit genommen, das Feuer alles verzehren zu lassen
(Ceram. Götter 61); Bestatter [bo'Jtete]. der; -s, - [zu mhd.
bestatten = beständig machen. Sicherheit leisten, zu tstet]
(südd.. sonst veraltet): Spediteur: Bestitterei« die; -. -en
(südd.): bahnamtliches i Rollfuhrunternehmen:
Speditionsbetrieb: Bestattung, die; -. -en (geh.): das Bestatten:
Beerdigung, feierliches! Begräbnis.
Bestyttunes-: -feier, die; -gottesdienst, der: -institut, das:
Firma, die alle Formalitäten einer Bestattung übernimmt:
-kosten <PI.): -unternehmen, das: svw. t-instilut.
bestauben <sw. V.; hat): a) staubig machen: Ruß von den
Abgasen der Fabrik bestaubte die Autos; ich habe
mich/meine Kleider bei der Arbeit bestaubt; b) <b. +
sich) staubig werden: Eindrucksvoll bestaubten sich ferner
unsere Jacken und Überfallhosen an den schrägen Balken
(Küpper. Simplicius 37); bestäuben <sw. V.; hat): a) mit
etw. Pulvrigem. Staubartigem bestreuen, überziehen: das
Backblech mit Mehl b.; ein Pilot, der Farmen von der
Luft aus gegen Heuschrecken mit
Insektenbekämpfungsmitteln bestäubte (Grzimek, Serengeti 290); b) den
männlichen Blütenstaub auf die weiblichen Blüten übertragen:
befruchten: Insekten haben die Blüten bestäubt; Nicht jede
(= Pflanze) setzt Frucht an. ohne daß sie bestäubt worden
(Gaiser. Jagd 121); <Abl.:> Bestäubung, die; -. -en.
bestaunen <sw. V.; hat): a) staunend, bewundenul ansehen,
betrachten: ein Naturdenkmal, das neue Auto b.; Die Leute
... bleiben stehen und bestaunen die Butterblume auf
meinem Haupt (Bamm. Weltlaterne 109); b) bewundernd
anerkennen: er bestaunte die großen Kenntnisse des
andern: Ich zürne dir nicht deswegen .... sondern bestaune
dich (Th. Mann. Joseph 462).
beste: Tbest...
bestachen <st. V.; hat) [1: mhd. bestechen = um od. in
etw. stechen, (als Fachwort der Bergleute:) durch Stechen
prüfen, untersuchen, dann etwa: mit Gaben. Geschenken
sondieren]: 1. einen andern durch Geschenke od. Gewährung
anderer Vorteile für sich, seine eigenen Zwecke gewinnen
u. ihn dabei zur Verletzung einer Amts- od. Dienstpflicht
verleiten]: einen Beamten. Aufseher. Zeugen tmit Geld!
b. 2. großen Eindruck machen u. für sich einnehmen: bei
jmdm. eine große Wirkung erzielen: der Redner bestach
[seine Zuhörer] durch Geist und Schlagfertigkeit; Zudem
bestach sein Äußeres sowie die romantische Geschichte
seiner Ehe (A. Kolb, Daphne 15); ein -der (sehr positiver)
Eindruck; der Läufer ist zur Zeit in -der (hervorragender)
Form; Ihre Unbekümmertheit war -d (sehr gewinnend:
Frisch, Gantenbein 469); <subst. 1. Part.:) dieser Gedanke
hat etwas Bestechendes; <Abl. zu 1:) bestechlich [bo* Jte^lw;]
<Adj.; nicht adv. >: einer Bestechung zugänglich, sich leicht /
bestechen lassend: käuflich: ein -er Beamter; Wer so
schimpft, ist immer b. (Remarque, Triomphe 427). dazu:
Bestechlichkeit, die; -; Bestechung, die; -. -en: das Bestechen
(1): sich der B. schuldig machen; * aktive B. (jur.; Angebot
von Bestechungsgeldern o. ä. an eine Person im öffentlichen
Dienst, um sie zu einer die Amts- od. Dienstpflicht
verletzenden, für den Bestechenden vorteilhaften Handlung od.
Unterlassung zu bewegen): passive B, (jur.; Annahme von
Bestechungsgeldern o. ä. im Zusammenhang mit einer
Amtshandlung).
Bestechlines-: -fall, der: vgl. -Skandal; -geld, das (meist
PL): Ich war kein Moralist, noch empfing ich -er (K.
Mann. Wendepunkt 223); -Skandal, der: größerer
Bestechungsfall, der in der Öffentlichkeit Aufsehen erregt:
^summe, die; -versuch, der.
Besteck [bo'Jtek]. das; -[e]s. -e: 1. a) <PI. ugs. auch: -s)
zusammengehörendes Eßgerät (Messer u. Gabel. Löffel)
für eine Person: ein silbernes, verchromtes B.; noch ein
B. auflegen; -e putzen; Da muß ich Ihnen doch wenigstens
noch schnell Teller und B. bringen (Fallada, Herr 138);
b) <o. PI.) (ugs.) Gesamtheit der zum Essen benutzten
Geräte: das B. für zehn Personen abtrocknen. 2. für einen
bestimmten medizinischen Zweck (z. B. eine Operation)
zusammengestellter Satz von ^Instrumenten. Geräten, meist
in transportabler Form: ein ÄrztekofTer mit chirurgischem
B.; die älteren Semester, die mit ihrem B. an uns vorbei
in die Leichensäle schritten (Augustin. Kopf 49). 3. (See-
mannsspr.) Ortsbestimmung eines Schiffes auf See: das
B. nehmen; das B. aufmachen (auf der Seekarte eintragen).
4. (landsch. abwertend) liederliche, faule od. dumme (meist
weibl.) Person: du faules B.. hast immer noch nicht
abgewaschen!; sie ist ein ganz dämliches B.
Besteck- (Besteck 1): -fabrik, die: -fach, das: svw. f
-Schubfach; -kästen, der; -korb, der; -Schubfach, das: SchiSfach
im Büfett! mit besonderer Einteilung zum Einordnen u.
Aufbewahren der Bestecke: -tasdie, die: weiches,
zusammenrollbares Befiältnis für Eßbestecke.
bestecken <sw. V.; hat): auf etw. stecken: mit etw.
Aufgestecktem schmücken: den Christbaum [mit Kerzen] b.; Die
Straße und alle Häuser waren mit Birken besteckt (Wic-
chert. Jeromin-Kinder 233).
bestehen <unr. V.; hat) /vgl. bestanden/: I. a) da-, vorhanden
sein: existieren: der Verein besteht schon lange; darüber
besteht kein Zweifel; es besteht Aussicht, Klarheit. Gefahr;
Für die Lösung des ... Problems der Bestellung der
Berufsrichter bestehen (gibt es) generell folgende Möglichkeiten
(Fraenkel. Staat 107); die -de Ordnung; b) fort/dauern,
bleiben. Bestand haben: bei dieser Konkurrenz kann der
kleine Laden kaum b.; ein Glück, das bestand (A. Zweig.
Claudia 90). 2. a) hergestellt, zusammengesetzt sein: aus
Holz. Metall. KunststofT b.: das Werk besteht aus drei
Teilen; die Gliederung der Außenwände besteht aus Lise-
nen .... aus Halbsäulen. Blendarkaden und Zwerggalerien
(Bild. Kunst III. 19); U Mein Gedächtnis besteht aus
Löchern (Böll. Und sagte ... 100); b) in etw. seinen Inhalt,
sein Wesen haben: seine Arbeit bestand im Rechnen und
Planen; der Unterschied, die Chance besteht darin, daß
...; Dessen Liebe bestand offenbar nur darin, sie zu
bevormunden (Kirst. 08/15. 127). 3. a) erfolgreich absolvieren:
eine Prüfung [knapp, gut. mit Auszeichnung] b.; da Caru-
siello seine Feuertaufe noch nicht bestanden hat (Thieß.
Legende 48); er hat [mit ..gut") bestanden; b) durchstehen,
ertragen: viele Schicksalsschläge b.; den Tod kann man
nicht betrügen, man kann ihn nur b. (Remarque. Obelisk
326); c) sich bewähren: im Kampf, in Gefahren b.; Wir
24 GDW
369
Bestehen
wurden Meister und bestanden auch in den
Aufstiegsspielen (Walter, Spiele 28); d) standhalten, sich vor jmdm.
behaupten können,': anerkannt werden: er, seine Arbeit kann
vor jeder Kritik b.; mit dieser Leistung kannst du überall
b.; daß ich ... dies schleunigst nachholen müsse, wenn
ich als junger Mann von Familie b. wolle (Th. Mann.
Krull 321). 4. a) auf einer Sache beharren: auf seinem
Recht, der Erfüllung seines Vertrages b.; Das Armeekorps
... besteht auf Vollstreckung des Urteils (Plievier.
Stalingrad 173); b) (selten) auf etw. dringen: dringend fordern,
verlangen: auf diese Summe bestehe ich!; (subst. zu 1.
3,4:> Bestehen« das; -s: 1. a) Vorhandensein: das B. dieses
Staates kann nicht geleugnet werden; b) bisherige j Dauer:
die Firma feiert ihr zehnjähriges B.; c) Beginn. Gründung:
seit B. der Bundesrepublik Deutschland. 2. das
Durchstehen. Ertragen: es ging ihm nur um das B. 3. Beharren:
sein trotziges B. auf vermeintlichen Rechten; <Zus. zu
1 :> bestehenbleiben <st. V.; ist): fortdauern, nicht wegfallen,
bleiben, unvergänglich sein: diese Verbindung soll b.; eine
Dichtung, die bestehenbleibt; bestehenlassen <st. V.; hat):
beibehalten: dafür sorgen, daß etw. bleibt: wir wollen die
Unterscheidung b.
bestehlen <st. V.; hal>: jmdm. etw. stehlen: die
Klassenkameraden b.; er hat den Kollegen [um SO Mark] bestohlen;
Ü jmdn. um seine schönsten Hoffnungen b.
besteigen <st> V.; hat): a) auf etw. hinauf steigen: einen
Berg, einen Aussichtsturm, ein Pferd, das Fahrrad, die
Kanzel b.; Ü den Thron b. (die Herrschaft als Kaiser.
König o.a. übernehmen): Als ... ein gewisser Flavian den
Bischofsstuhl von Konstantinopel bestieg (Thieß. Reich
498); b) (von Tieren:) svw. tbespringen; (derb vom
Menschen:) nur wenn du eine bestiegen hast (Zwerenz. Kopf
33); c) über Treppen in etwas gelangen, in etw.
hineinsteigenden Zug. das Flugzeug, ein Auto, ein Schiff b.; ehe er
das Bett besteigt Uns Bett steigt, sich ins Bett legt, Fallada.
Mann 110); <Abl.:) Besteigung, die; -. -en.
Bestell-: -block, der <P1.: ... blocke od. ...blocks; (Kauf-
mannsspr.): Block, auf dem Kundenbestellungen notiert wer-
den (wobei ein Durchschlag herausgerissen u. dem Kunden
als Beleg überlassen werden kann): ^buch, das: bes. im
Buchhandel verwefidetes Buch, in das Bücher nach Ibestel-
lungen bei den Verlagen eingetragen werden, dazu: ^buch-
führer, der: für die Eintragungen im Bestellbuch verantwort-
lieber Angestellter: Mlatun. das; ^geld, das (o. PL): Preis
für ein Zeitungsabonnement mit Trägerlohn: starte, die
(Werbespr.): vorgedruckte Karte, auf der man von der Wer-
bung angebotene Waren per Post bestellen kann: -liste
(nicht getrennt: Bestelliste), die (Kaufmannsspr.): listentnä-
ßige Zusammenstellung der von einer Firma angebotenen
Waren, auf der der Kunde das Gewünschte ankreuzen kann:
-nummer, die; -schein, der; -zettel, der.
bestellen <sw. V.: hat): 1. a) die Herstellung u.,Lieferung
von etw. veranlassen: in Auftrag geben: eine Ware.
Ersatzteile [bei einer Firma), das Essen, eine Flasche Wein, ein
Buch b.; das Aufgebot b. (sich zur Trauung anmelden):
haben Sie schon bestellt? (dem Kellner Ihre Wünsche
mitgeteilt?): ich habe mir ein Schnitzel bestellt; Ü sie hat sich
<Dativ> etw. Kleines bestellt (scherzh.; erwartet ein Kind):
b) reservieren lassen: Theaterkarten, einen Tisch [im
Restaurant] b. 2. den Ort. Zeitpunkt für jmds. Erscheinen
festlegen: jmdn. [für den Nachmittag] zu sich, in ein Cafe
b.; ich bin um vier Uhr beim/zum Arzt bestellt; R dastehen,
aussehen wie bestellt und nicht abgeholt (ugs. scherzh.;
verloren u. ein wenig ratlos dastehen, aussehen). 3. a)
ausrichten (1): jmdm. Grüße [von jmdm.] b.; er läßt dir b.. daß
...; kann, soll ich etwas b.?; b) (veraltet) weiterbefördern,
zustellen: die Post b.; 'nichts/nicht viel zu b. haben (nichts/
nicht viel ausrichten können: eine untergeordnete Rolle
spielen). 4. für einen bestimmten Zweck einsetzen, als etw.
wählen, für eine bestimmte Tätigkeit] ernennen: einen
Vertreter b.; jmdn. zum Verteidiger, zum persönlichen
Referenten, als Gutachter b. 5. (selten) etw. auf/in etw.
stellenden Tisch mit Geschirr b.; ein mit fünf Betten bestellter
Raum. 6. a) den Boden bearbeiten: den Acker, den Garten,
das Land b.; b) eine Angelegenheit I ordnen: nicht nur
ich bin es. die Welt ist schlecht bestellt (Bergengruen.
Rittmeisterin 43); *es ist um Jmdn.. etw./mit imdm., etw.
in bestimmter Weise bestellt (jmd., etw. ist in einem
bestimmten schlechten j Zustand, einer bestimmten / schlechten]
Lage): mit ihm. um seine Gesundheit ist es schlecht b.; <Abl.:>
Besteller, der; -s. -: jmd.. der etw. bestellt (1): Bestellung,
die; -. -en: 1. a) Auftrag zur Lieferung von etw.: eine B.
auf/über zwanzig Exemplare; eine B. von BüchernAselten:)
für Bücher; es gingen viele -en ein; die B. läuft (wurde
weitergeleitet): -en aufgeben; etw. nur auf B. anfertigen;
b) bestellte Ware: Ihre B. ist eingetroffen. 2. a) jmd.. der
zum Arzt bestellt ist: der Arzt hatte noch zwei -en; b)
(veraltet) Verabredung: er hat heute abend noch eine B.
3. Botschaft. Nachricht: -en ausrichten. 4. das Bestellen
(4): die B. eines Richters. Pflichtverteidigers, Gutachters,
Stell Vertreters. Vormundes. 5. das Bearbeiten: die
rechtzeitige B. der Felder.
bestenfalls <Adv.): im günstigsten Falle: er kann bei diesem
Wettbewerb b. einen mittleren Platz erreichen; Bestenliste,
die; -, -n (Sport): Liste der besten Ergebnisse in einer
bestimmten Leichtathletik Idisziplin innerhalb eines
Zeitraumes u. eines Gebietes: bestens <Adv.): a) aufs beste,
ausgezeichnet, hervorragend: das Gerät hat sich b. bewährt;
die Konferenz ist b. vorbereitet; b) vielmals, herzlichst
(als Höflichkeitsfloskel): wir danken Ihnen b.: er läßt b.
grüßen.
besternen [bo'Jtcrnan] <sw. V.; hat): (ein Wort) zur
Kennzeichnung mit einem Stern versehen: ... wird das ... lat.
gulbia ..Hohlmeißel" zu Unrecht besternt (Archiv für das
Studium der neueren Sprachen und Literaturen 204. 1968.
363); besternt [to'Jternt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.):
mit Sternen geschmückt: der -e Himmel; Ü eine -e
(ordensgeschmückte) Brust.
besteuern <sw. V.; hat): mit Steuern belegen: Einkommen
und Vermögen b.; die Bürger sollten gerecht besteuert
werden; <Abl.:) Besteuerung, die; -. -en.
bestialisch [bes'üa.lij] <Adj.) [lat. bestiälis. zu: bestia.
tBestiel: 1. (abwertend) in seiner grausamen Art eher an wilde
gefühllose Tiere als an Menschen denken lassend: ein -er
Mord. Mörder; nannte er den Krieg doch ein -es
Unternehmen (Goldschmit. Genius 118). 2. (ugs.) a) <nur attr.)
unerträglich: das ist eine -e Arbeit; b) (verstärkend bei
Adjektiven u. Verben) in unerträglichem Maß: hier ist
es b. kalt; Jauche war ... in das Erdloch hineingeregnet,
so saßen sie in unserer Küche ... und stanken b. (Küpper.
Simplicius 109); Bestialität [bestialite.t]. die; -. -en: a)
<o. PI.) bestialisches Verhalten: die B. der Eroberer; b)
bestialische Tat: die -en in den Konzentrationslagern; Be-
stiariim [bes'Ua:riom]. das; -s. ...rien [...pn; mlat. bestiä-
rium. zu lat. bestia. t Bestie]: mittelalterliches allegorisches
Tierbuch, in dem oft legendäre phantastische Vorstellungen
von Tieren heilsgeschichtlich u. moralisch gedeutet werden:
das älteste B. ist der Physiologus.
besticken <sw. V.; hat): 1. mit Stickerei verzieren: eine Bluse.
Decke b.: eine Tasche mit Perlen b.; ein kostbar besticktes
Abendkleid. 2. (Deichbau) eine Schutzschicht aus Stroh
auf der Außenseite eines Deiches befestigen: <Zus. zu 2:)
Bestjckhöhe, die: <Abl. zu 2:) Bestückung, die: -. -en.
Bestie ['bestpl. die; -. -n [mhd. bestie < lat. bestia]: wildes
bedrohliches Tier. Raubtier: die gezähmte B. folgte ihrem
Herrn aufs Wort; das ferne Brüllen einer gereizten B.
(Langgässer, Siegel 470); Instinkte der B. im Menschen
(Winckler. Bomberg 89); Ü (abwertend:) die B. Publikum,
einmal ausgebrochen, rast und will ihr Opfer haben (Thieß.
Legende 1%); Da tanzt sie. die B.. der zehn Gedichte
... gewidmet sind (Remarque. Obelisk 52); (oft als
Schimpfwort:) laß den Stock los. sage ich, du B! (Remarque,
Obelisk 296).
bestiefelt [ta'Jtiiflt] <AdJ.; o. Steig.): gestiefelt: Sie saßen
b. und bedolcht an Tischen, tranken Bier (Strittmatter.
Wundertäter 262).
bestjften <sw. V.; hat) (Imkerspr.): Eier (die wie kleine,
weiße Stifte aussehen) an einer Stelle ablegen: die
Bienenkönigin bestiftete die Zellen.
bestimmbar [toftimba:;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
bestimmen (1. 3. 5) lassend: bestimmen <sw. V.; hat) /vgl.
bestimmt/ [mhd. bestimmen = mit der Stimme (be)nennen.
durch die Stimme festsetzen]: 1. aus einer bestimmten
Machtbefugnis heraus festsetzen: über et*'., was zu
geschehen hat. entscheiden: die Zahl, den Ort. Termin. Preis
b.; alles allein b.; nichts zu b. haben: das Gesetz bestimmt,
daß ...; sie bestimmt in der Familie. 2. für jmdn.. etw.
vorsehen; zu jmdm.. etw. ausersehen: das Geld ist für dich,
für den Haushalt bestimmt; Jmdn. zu seinem/als
Nachfolger b.; er ist zu Höherem bestimmt. 3. wissenschaftlich
370
bestürzen
ermitteln, klären: definieren: die Bedeutung eines Wortes
b.; das Alter eines Fundes b.; er ging daran, seinen Standort
zu b.; Pflanzen b. (einer Art zuordnen). 4. verfügen: über
etw. frei b. [können]; er hat über mich, über mein Geld
nicht zu b. 5. a) prägen, entscheidend beeinflussen: das
Christentum hat das mittelalterliche Weltbild bestimmt;
sich von seinen Gefühlen b. lassen; ein -der Faktor in
seinem Leben; b) <b. + sich) von etw. beeinflußt werden:
die Investitionen bestimmen sich nach der Konjunkturlage.
6. zu et*', veranlassen, drängen, bewegen: Jmdn. zum
Nachgeben, zu einem Vergleich, zum Bleiben b.; sich zu einer
Reise b. lassen; bestimmt: I. <Adj.; -er. -este) 1. a) <o.
Steig.; nur attr.) feststehend, speziell: den Eingeweihten
bekannt, aber nicht näher beschrieben: gewiß: -e Leute.
Dinge; ein -es Buch; ein -er Betrag. Termin; von etw.
eine-e Vorstellung haben; <subst.:> nichts/etw. Bestimmtes
vorhaben; b) inhaltlich festgelegt, genau umrissen, klar,
deutlich -e Angaben; du mußt dich -er ausdrücken; c)
(Sprachw.) auf etw. Spezielles hinweisend (Ggs.:
unbestimmt) der -e Artikel; ein -es Zahlwort. 2. entschieden,
fest: etw. in sehr -em Ton sagen; seine Worte sind höflich,
aber b.; sich etw. auf das -este (sehr energisch) verbitten.
II. <Adv.) gewiß, sicher: etw. [ganz) b. wissen; er wird
b. kommen; das ist b. nicht richtig; ja, b.!; <Abl. zu I
2, II:) Bestimmtheit, die; -: 1. Entschiedenheit, Festigkeit:
die B. seines Auftretens; das muß ich mit aller B. ablehnen.
2. Gewißheit, Sicherheit: etw. mit B. wissen; mit B. darauf
rechnen; Bestimmung« die; -. -en: I. a) <o. PI.) das
Bestimmen (1), Festsetzen: eine B. des Termins, des Preises war
noch nicht möglich; b) Anordnung, Vorschrift, Verfügung:
gesetzliche -en; eine B. erlassen, umgehen, genau kennen;
durch die neue B. wird festgelegt, daß ... 2. a) <o. PI.)
Ziel, Zweck der Verwendung: eine Sache ihrer [eigentlichen]
B. zuführen, übergeben; der Minister übergab die Brücke
ihrer B. (gab sie für den Verkehr nach Fertigstellung frei):
b) (veraltet) Bestimmungsort: die Karte hat nach Wochen
ihre B. erreicht; c) <o. PI.) das Bestimmtsein, die Berufung:
eine höhere, göttliche B; das ist B. (Schicksal). 3. a)
das Ermitteln: Klärung: die B. einer Pflanze, eines Begriffs,
des Schwerpunktes; b) (Sprachw.) Satzteil in Form einer
freien genaueren Angabe: eine adverbiale, nähere B.
bestjmmungs-.BestjmmunBB-: -bahnhof.der (Eisenb.):
Bahnstation, bis zu der ein Gepäckstück. Frachtgut o. ä. befördert
werden soll: Zielbahnhof: ^gemäß <Adv.): den
Bestimmungen (1 b) entsprechend: ^hafen, der; ^land, das: vgl. ^ort;
M)rt, der <P1.: ... orte): Ziel einer Warensendung od, einer
Reise: am B. [nicht] eintreffen; ^wort, das <P1.: ...Wörter)
(Sprachw.): erster Teil einer Zusammensetzung, z.B.
..Haus" in Hausfrau (Ggs.: Grundwort).
bestirnt [ba'Jtimt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): mit
Sternen bedeckt: der -e Himmel.
bestocken <sw. V.; hat): 1. a) (Forstw.) (eine Fläche) bedek-
ken: den Kahlschlag wieder [mit Mischwald] b.; b) mit
Weidevieh besetzen: soll es (= das ganze Gebiet) mit
Hausrindern bestockt werden (Grzimek. Serengeti 301). 2. <b.
-I- sich) (Bot.) von unten her] Seitentriebe ausbilden: der
Roggen bestockt sich; <Abl.:> Bestückung, die; -. -en.
bestofien <st. V.; hat): 1. a) (Holzverarb.) an den Kanten
mit einem Hobeleisen] glätten: b) (Druckw.) an den Seiten
bearbeiten u. ausrichten: Druckplatten b. 2. durch Stoß
beschädigen: die Kanten eines Möbelstücks b.; (meist im
2. Part.:) Bücher mit bestoßenem Einband; Erstausgabe.
Ecken leicht bestoßen.
bestrafen <sw. V.; hat): a) jmdm. eine Strafe auferlegen:
jmdn. hart, streng, exemplarisch b.; wegen dieser Tat wurde
er mit 2 Jahren Freiheitsentzug bestraft; Ü dafür ist er
vom Leben genug bestraft worden; b) (eine Tat, ein
Verbrechen) mit Strafe belegen, ahnden: den Ungehorsam b.;
einen Diebstahl [mit Gefängnis] b.; diese Frechheit muß
bestraft werden; <Abl.:> Bestrafung, die; -. -en.
bestrahlen <sw. V.; hat): a) mit Strahlen erleuchten, hell
machen: die Sonne bestrahlt die Berge; die Bühne wird
von Scheinwerfern hell bestrahlt (angestrahlt): Ü ... hält
man die Professoren für Übermenschen .... die alles mit
dem milden Licht ihrer Weisheit und Unfehlbarkeit
bestrahlen (Sebastian. Krankenhaus 166); b) (Med.) Strahlen
zur Heilung auf etw. einwirken lassen, mit Strahlen
behandeln: eine Geschwulst mit Radium b.; eine Entzündung
[mit Ultrakurzwellen] b.; er, das kranke Knie wird
bestrahlt; <Abl.:) Bestrahlung, die; -. -en.
Bestrahlungs- (Med.): Miosis, die; ^feM, das: begrenztes,
auf der Haut des Patienten gekennzeichnetes Stück, das
bestrahlt werden soll: ^lampe, die; -räum, der: abgetrennter
Raum für Bestrahlungen innerhalb einer Arztpraxis od. eines
Krankenhauses: -technik, die; ^zeit, die: vorgeschriebene
Dauer einer Bestrahlung.
bestreben, sich <sw. V.; hat) (geh.): entsprechend seinem
Wesen od. seinen Wünschen] sich bemühen, anstrengen,
etw. zu tun: du bestrebst dich, alles recht zu machen;
Parallelen .... die herauszuarbeiten ich mich bestrebe
(Lorenz, Verhalten I, 306); <meist im 2. Part. + sein:) er
ist bestrebt, seine Kunden zufriedenzustellen; <subst.:>
Bestreben, das; -s: das Bemühen, Streben, Trachten: das B.
frei zu sein; im B. zu helfen; <Abl.:> Bestrebung, die; -.
-en <meist PI.): Bemühung, Anstrengung: revolutionäre -en;
es sind -en im Gange, das Gesetz zu ändern.
bestreichen <st. V.; hat): 1. etw. auf. über etw. streichen:
ein Brot mit Marmelade, die Wunde mit Salbe, den Zaun
mit Mennige b. 2. über einen Abschnitt mit etwas
hinweggehen: Damit kann der Spektralbereich ... direkt bestrichen
werden (Elektronik 12. 1971. 426); Während ich mit dem
Feldstecher hier und dort die Büsche und den Wiesengrund
bestrich (Jünger. Bienen 93); die Scheinwerfer bestrichen
das Gelände um das Lager; von dieser Stellung aus ließ
sich ein großes Gelände b. (Milit.; mit Gewehr-,
Artilleriefeuer abdecken, unter Beschuß nehmen).
bestreiken <sw. V.; hat): mit Streik belegen, gegen einen
Betrieb mit Streik vorgehen: eine Fabrik b.; das
französische Fernsehen wurde mehrfach bestreikt; <Abl.:>
Bestreikung, die; -. -en.
bestreiten <st. V.; hat): 1. a) (eineFeststellung, einen
Sachverhalt) ableugnen, für nicht zutreffend erklären: eine
Behauptung entschieden, energisch b.; das hat noch nie jemand
bestritten; es läßt sich nicht b.. daß ...; b) streitig machen:
Jmdm. das Recht auf Freiheit b.; einander /sich [gegenseitig]
einen Titel b. 2. a) finanzieren: die Kosten für etw. tragen:
seinen Unterhalt, sein Studium selbst b.; die Ausgaben
von anderen b. lassen; b) den Ablauf von etw. gestalten:
das Programm [allein] b.; das Spiel bestreitet die zweite
Mannschaft; <Abl.:> Bestreitung, die; -.
bestreuen <sw. V.; hat): streuend mit etw. versehen: etw.
aufetw. streuen: den Kuchen mit Zucker b.; mit Asche
bestreute Wege; Anfangs war der mit ... Muschelschalen
bestreute Sand ziemlich fest (Hausmann. Abel 1S3).
bestricken <sw. V.; hat): 1. [urspr. = mit Stricken od.
in einem Netz fangen (Jägerspr.)] bezaubern, betören u.
dadurch für sich einnehmen: [jmdn.] durch seinen Charme
b.; sie hat eine -de Art. 2. [zu stricken] mit selbst
hergestellten Stricksachen versorgen: sie hat ihre ganze Familie
bestrickt; <Abl. zu 1:> Bestrjckung, die; -, -en.
bestnanpft [te'Jtrumjrft] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
einem Strumpf bekleidet: ein lila -es Bein.
bestücken <sw. V.; hat) [urspr. = mit Geschützen versehen]
(meist Technik): mit etw., was zur Funktionstüchtigkeit
gehört, versehen: ausstatten, ausrüsten: den Fernsehapparat
mit neuen Röhren b.; alle vier Räder sind mit
Scheibenbremsen bestückt; eine mit über 20 Geschützen bestückte
Fregatte; Dazu kamen noch 23 Lager, die teiweise neu
bestückt (mit Waren ausgestattet, aufgefüllt) wurden (DM
45, 1965,6); <AbI.:> Bestückung, die; -. -en: a) das Bestük-
ken: b) Ausstattung: diese Kamera hat die beste technische
B.; wie ist die B. (Ausstattung mit Geschützen. Bewaffnung)
des Kaperfahrzeuges?
bestuhlen [bo'ftutan] <sw. V.; hat): mit Gestühl ausstatten:
einen Saal b.; <Abl.:> Bestuhlung, die; -. -en: a) das
Bestuhlen: eine B. vornehmen; b) Gesamtheit der Stühle in einem
Raum: die ganze B. des Theaters ist erneuert worden;
<Zus.:> Bestuhlungsplan, der: Grundriß eines Saales,
Zuschauerraums im Theater o. ä. mit Einzeichnung der
numerierten Sitzplätze.
bestürmen <sw. V.; hat): 1. gegen etw. anstürmen, im Sturm
angreifen: eine Stadt. Festung b.; (Sport:) die Mannschaft
bestürmt das gegnerische Tor; Ü im Sack ... schlugen
die Tauben wild mit den Flügeln und bestürmten erbittert
die dünne Wand ihrer Gruft (Roehler. Würde 133). 2.
heftig bedrängen: jmdn. mit Fragen, Bitten b.; man
bestürmte ihn um ein Autogramm; von Zweifeln bestürmt
werden; <Abl.:> Bestürmung, die; -. -en.
bestürzen <sw. V.; hat): (von Vorgängen, Geschehnissen o.ä.
u. den Nachrichten darüber) aus der Fassung bringen, er-
24*
371
Bestürztheit
schrecken, tief treffen, erschüttern: dies Ereignis, seine
Krankheit hat uns alle bestürzt; Die verriegelte Tür
bestürzte ihn; er bestand darauf, nochmals in ihr Zimmer
kommen zu dürfen (Frisch. Stiller 326); -de Nachrichten;
ein bestürztes Gesicht machen; er ist/zeigt sich bestürzt
über diese Tat; <Abl. vom 2. Part.:) Bestijrztheit. die;
-: das Bestürztsein: Bestürzung, die; -: Erschütterung,
Schrecken: die B. war überall groß; etw. mit B. feststellen.
bestußt [to'Jtust] <Adj.; [zu Stuß] -er. -este; nicht adv.)
(salopp): nicht recht bei Verstand, dumm: ein -er Kerl;
Viehmanns Opa war seit einigen Jahren b. (Degenhardt.
Zündschnüre 16).
Besuch [bd'zu:x]. der; -[eis. -e [rückgeb. aus älterem
Besuchung < mhd. besuochunge]: 1. a) das Besuchen (a): ein
eintägiger, längerer B.; sein B. galt der Tochter; das war
unser erster B. seit drei Jahren; bei Jmdm.. jmdm. einen
B. machen; er beehrte sie häufig mit seinem B.; auf/zu
B. kommen; b) das Besuchen (b): der B. des Arztes dauerte
nur fünf Minuten; zu den Aufgaben der Kosmetikerinnen
gehörte auch der B. der Hausfrauen; c) das Besuchen (c):
der B. der Schule ist Pflicht; auf dem Programm des
Regierungschefs steht auch ein B. des Kraftwerkes; beim B.
des Museums; d) das Besuchen (d), Teilnahme: der B.
der Vorlesungen, des Gottesdienstes; diese Konzerte
erfreuen sich immer eines regen -s (sind immer gut besucht).
2. Gast, Gäste: hoher, ausländischer B.; unser B. ist noch
da. ist wieder abgereist; B. einladen, erwarten; B.
bekommen (von jmdm. besucht werden): den B. zum Bahnhof
bringen; besuchen <sw. V.; hat): a) zu jmdm. hingehen,
um mit ihm zuscunmenzusein: Freunde b.; wann besucht
ihr uns mal wieder?: ich wollte dich am Wochenende b.;
b)jmdn. aus beruflichen Gründen in seiner Wohnung ]
aufsuchen: der Arzt besucht seine Patienten; ein
Versicherungsvertreter hat uns besucht; c) etw. zu einem bestimmten
Zweck aufsuchen: die Schule b. (Schüler sein): die
Universität b. (studieren): eine Ausstellung b. (sich ansehen):
Kirchen. Museen b. (besichtigen): ein Land b. (dorthin
fahren und es kennenlernen): ein Lokal b. (dort hingehen,
um etwas zu verzehren): das Restaurant war gut besucht;
d) an etw. teilnehmen: Vorlesungen. Konzerte b.; er besucht
einen Vortrag; der Gottesdienst war schlecht besucht (nur
wenige Menschen nahmen daran teil) <Abl.:> Besucher.
der; -s. -: a) jmd., der jmdn. aufsucht: jmd., der sich , mit
einem besonderen Anliegen] bei jmdm., an einem Ort meldet:
offizieller, nicht privater/ Gast: ein nächtlicher,
unheimlicher B.; ihm wurde ein unbekannter B. gemeldet; b)
jmd., der etwas zu einem bestimmten Zweck aufsucht:
Teilnehmer: die B. des Theaters werden gebeten, ihre Plätze
einzunehmen; ein Präsentkorb für den zehntausendsten
B. der Ausstellung.
Besucher-: -frequenz. die: Anzaßil der Besucher von
öffentlichen Veranstaltungen: ^fülle. die; ^rat, der (DDR): Kreis
von Theaterbesuchern, der die Theater bei ihren Aufgaben
berät u. Anregungen der Besucher weitergibt: -ring, der:
Organisation zum regelmäßigen verbilligten! Besuch von
Theater- od. Konzertveranstaltungen: -schar, die; -ström.
der: starker Andrang von Besuchern: -zahl, die.
Besucherin, die; -. -nen: w. Form zu t Besucher.
besuch»-, Besuchs-: -erlaubnis.die: ärztliche, amtliche!
Genehmigung zum Besuch einer Person od. eines Ortes: eine
B. für Ostberlin; der Kranke hat noch keine B. (darf
noch keinen Besuch empfangen): -karte, die: svw. t
Visitenkarte; -räum, der: svw. t-zimmer; -ritze, die (ugs.
scherzh.): Spalt zwischen zwei Ehebetten (wo aus
Platzmangel bei Besuch zusätzlich jmd. schlafen kann): -stunde,
die; -tag, der: das Krankenhaus hat nur zwei -c in der
Woche; ~webe <Adv.>: als, zu Besuch: er hielt sich dort
nur b. auf; -zeit, die: festgesetzte Zeit, in der Besuche
gemacht, insbes. Kranke in Krankenhäusern od. Gefangene
besucht werden dürfen: -zimmer, das: öffentlicher Rautn
für Besuche in Gemeinschaftsunterkünften, Gefängnissen
o.a.
besudeln <sw. V.; hat) (geh. abwertend): über u. über, oft
in ekelerregender Weise, beschmieren: er hat sich, den
Fußboden besudelt; seine Kleider waren nach dem Unfall
mit Blut besudelt; Ü jmds. Andenken. Namen. Ehre b.
(in den Schmutz ziehen): du hast dich mit Blut besudelt
(einen Mord begangen): <Abl.:> Besud[e]kmg, die; -. -en:
Egon bekäme einen Tadel wegen B. von
Nationalheiligtümern (Schnurre, Bart 146).
bet [be:t] <Adj.> [zu frz. bete = Strafeinsatz (beim
Kartenspiel)] nur in den Verbindungen bet sein/werden/gehen:
(landsch.; im Kartenspiel] verloren haben/verlieren, am
Ende sein).
Bet- [zu tbeten]: -bank, die <P1.: ...bänke) (kath. Kirche):
Kirchenbank zum Knien beim Gebet: -bruder. der
(abwertend): jmd., der bei jeder Gelegenheit in die Kirche geht:
Frömmler: -glocke. die: Kirchen/glocke, die zum Gebet
ruft: -haus* das: israelitischer Tempel / im Alten
Testament]: Synagoge: ^puK,das (kath. Kirche): Pult zum Knien
u. Aufstützen der Ellbogen beim Gebet: -«uü, der (Rel.):
provisorischer! Saal für Gottesdienste, bes. bei Sekten:
-schemel. der: vgl. -bank: ^Schwester, die: vgl. -bruder;
-stuhl, der: svw. t-pult; -stunde, die; -tag, der (Rel.):
bes. festgesetzter Tag zum allgemeinen Gebet: der Buß-
und Bettag wird in der vorletzten Woche des K irchenjahres
gefeiert.
Beta I'be:ta]. das; -ls], -s teriech. b£ta. von hebr.-phönik.
bei. zu bayit = Haus (nach der Ähnlichkeit des althebr.
Buchstabens mit einem Haus)]: zweiter Buchstabe des
griechischen Alphabets (B, ß).
Beta- (Kernphysik): -strahlen. ß-Strahlen <PI.>: aus
Betateilchen bestehende radioaktive Strahlen: -strahier, ß-Strahler,
der: radioaktives Isotop, das beim Zerfall Betastrahlen
aussendet: -Strahlung, die; -teilchen. ß-Teilchen, das: Elektron
od. Positron, das durch eine Kernreaktion entsteht, bei der
sich die Ladungszahl (aber nicht die Masse) eines
Atomkerns um eine Einheit ändert.
betagt [bota.kt] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [mhd. betaget,
zu: sich betagen = alt werden] (geh.): (von Menschen)
schon ziemlich alt: -e Eltern; dieser Schauspieler ist schon
recht b.; (scherzh. auch von Sachen:) Auf der
gegenüberliegenden Seite stand ein -er Bechsteinflügel (Spoerl.
Maulkorb 32); <Abl.:> Betagtheit, die; -.
betanken <sw. V.; hat): mit Kraftstoff versehen: den Tank
(in einer Maschine, einem Fahrzeug) nachfüllen: das
Flugzeug muß noch betankt werden; <subst.:) die Explosion
geschah beim Betanken; <AbI.:> Betanker, der; -s. -:
Versorgungsflugzeug od. Schiff, das ein anderes unterwegs mit
neuem Brennstoff versorgt: Betynkung, die; -. -en.
betasten <sw. V.; hat): mit der Absicht, die Beschaffenheit
von etw. festzustellen, mit den Fingerspitzen mehrmals,
an verschiedenen Stellen/ berühren: der Arzt betastete den
schmerzenden Leib; Dann betastete er seinen Rocksaum,
in dessen Futter ... ein Verbandspäckchen eingenäht
worden war (Kirst. 08/15. 449); <subst.:> Betasten der Ware
polizeilich verboten; <Abl.:> Betastung, die; -. -en.
bet|tigen <sw. V.; hat): 1. <b. + sich) sich beschäftigen,
tätig sein: sich politisch, künstlerisch b.; ich betätigte mich
als Vermittler; du kannst dich gleich b. (ugs.; mithelfen,
dich nützlich machen). 2. a) bedienen, um etw. in Gang
zu setzen: einen Hebel. Schalter, die Bremse, den Auslöser
b.; Hugo betätigt die Wasserspülung (Jägersberg. Leute
84); b) (geh.) verwirklichen, in die Tat umsetzen,
durchsetzen: seine Liebe. Hilfsbereitschaft b.; ... wiewohl sie (=
die Zeit) natürlich in diesen zwanzig Menschenaltern
Veränderungen und Umwälzungen beträchtlicher Art betätigt
hatte (Th. Mann. Joseph 16); <Abl.:> Betitigung. die; -.
-en: 1. das Tätigsein: Tätigkeit: wissenschaftliche,
sportliche B.; verschiedene menschliche -en. 2. <o. PI.) das
Bedienen, Ingangsetzen: automatische B. der Alannglocke;
<Zus. zu 1:) Betittaungsdrang, der; BetitigunesfeM, das:
Bereich, in dem jmd. sich betätigen kann.
Betatron['be:tatro:n], das; -s. -e [beta'troma], auch: -s
[Kurzwort aus: /te/ostrahlen u. Elektron) (Kernphysik. Technik):
Gerät zur Beschleunigung von Elektronen:
Elektronenschleuder.
betatschen <sw. V.; hat) (salopp abwertend): ungeniert mit
der ganzen Hand betasten: er betatschte alles mit seinen
schmutzigen Händen; die Kinder betatschten den Spiegel;
er betatschte ihren Arm.
betäuben [bo'trjybn] <sw. V.; hat) [zu t taub]: 1. a)
schmerzunempfindlich machen / u. das Wachbewußtsein ausschalten!:
narkotisieren: einen Nerv örtlich b.; der Arzt hat ihn vor
der Operation [durch eine, mit einer Narkose] betäubt;
jmdn. mit Äther b.: Sie muß einen Augenblick betäubt
(ohne Besinnung) gewesen sein, der Fahrer brachte sie
zu sich (Gaiser. Schlußball 1%); sich wie betäubt fühlen;
b) (Schmerzen durch narkotisierende Mittel) Unterdrückern,
zeitweise beseitigen: die Schmerzen durch, mit Tabletten
372
Betörung
b.; Ü seinen Kummer durch/(auch:) mit Alkohol b.; sie
versuchte sich durch Arbeit zu b. (abzulenken). 2. jmdn.
leicht benommen machen: der Lärm betäubte ihn; -der
(überlauter, unerträglicher) Lärm; ein -der (berauschender)
Duft; <Abl.:> Betiubung^die; -. -en: 1. das Betäuben. Narkch
se: eine örtliche B. (Lokalanästhesie) vornehmen;
Narkotika zur Injektion .... womit ... kurzfristige -en möglich
wurden (Medizin II. 192). 2. Zustand der Benommenheit:
eine leichte, schwere B.; <Zus.:> Betäubungsmethode, die;
Betäubungsmittel, das.
betauen <sw. V.; hat) (geh.): mit Tau benetzen, bedecken:
der Morgen betaute die Wiesen; <meist im 2. Part.:) [mit
funkelnden Tropfen] betaute Blätter; Ü etw. mit seinen
Tränen b.; <Abl.:) Betguung, die; -.
bete: tbet.
Bete fbe:ta], die; -. -n <PI. ungebr.) [aus dem Niederd.
< lat. beta] in der Fügung rote B. (nordd.; als Gemüse
verwendete rote Rübe nl).
beteilen <sw. V.; hat) (österr.): (durch Austeilen. Zuteilen.
Spenden) mit etw. versehen, versorgen: Flüchtlinge mit
Lebensmitteln. Kinder mit Spielzeug b.; beteiligen [ba'taj-
lign] <sw. V.; hat): a) <b. + sich) Teilnehmer sein,
teilnehmen, mitwirken: sich an einem Spiel. Preisausschreiben
b.; sich rege, lebhaft an der Diskussion b.; die Firma
beteiligt sich mit einer Million Mark an diesem Auftrag;
er ist an dem Unternehmen seines Bruders beteiligt (ist
Teilfwber des Unternehmens): er war maßgeblich an dem
Erfolg beteiligt: innerlich an/(schweiz.:) in etw. beteiligt
sein; b) teilhaben lassen: jmdm. einen finanziellen Anteil
an etw. geben: jmdn. am Gewinn, am Umsatz b.; er ist
an der Erbschaft [mit] beteiligt; der Arbeiter sollte günstiger
an dem Mehrwert beteiligt werden, den er selbst schuf
(Niekisch. Leben 46); <subst. 2. Part.:) Beteiligte, der u.
die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.. der an etw. beteiligt
ist: Mitwirkender. Betroffener: eine für alle -n befriedigende
Lösung; den Kalten Krieg.... dessen Spielregeln
mittlerweile alle -n gelernt haben (Dönhoff. Ära 206); <Abl.:)
Beteiligung, die; -. -en: 1. das Teilnehmen. Sichbeteiligen:
Mitwirkung: die B. [an der Versammlung] war schwach, gering;
die Veranstaltung fand unter großer B, (Teilnahme) der
Bevölkerung statt; eine B. (einen Anteil) an dem
Unternehmen erwerben. 2, das Beteiligtwerden: jmdm. die B. am
Gewinn. Umsatz zusichern; Beteilung, die: -. -en: das Betei-
len.
Betel l'be:t}]. der, -s [port. bötel < Malayalam vettila =
einfaches, bloßes Blatt]: indisch-malaiisches Anregungs- u.
Genußmittel, das aus der Betelnuß gewonnen wird.
Betel-: -kauer, der; -s. -: jmd.. der gewohnheitsmäßig Betel
kaut: -nuß, die: Frucht der Betelpalme: ~öl, das: öl des
Betelpfeffers: -palme, die: indisch-malaiische Palmeinart]
mit dickem Stamm, einem Schopf gefiederter Blätter u.
eiergroßen Früchten: -pfefler, der: Pfeffer aus den Blättern
eines im malaiischen Archipel u. auf Madagaskar heimischen
u. kultivierten Pfeffergewächses.
beten f be:tn] <sw. V.; hat) [mhd. beten, ahd. beton, zu:
beta = Bitte. Gebet]: a) sich im Gebet zu Gott hinwenden:
laut, andächtig zu Gott b.; b) ein Gebet sprechen: ein
Vaterunser, den Rosenkranz b.; c) im Gebet eine Bitte
an Gott richten: sie betete für ihr krankes Kind, für den
Frieden; Seine Frau pflegte ihn und betete um seine Heilung
(Sieburg. Blick 30); Spr bete und arbeite! [Übers, von lat.
öraet laböra. dem Leitspruch des benediktinischen Mönch-
tums]; <Abl.:> Beter, der; -s. - [mhd. betaere, ahd. betäri]:
jmd.. der betet: Beterin, die; -. -nen: w. Form zu TBeter.
bet^ppert: t bedeppert.
beteuern [bo'tgywi] <»v. V.; hat) [eigtl. = wertvoll machen,
mhd. betiuren = zu kostbar dünken, zu f teuer]:
eindringlich, nachdrücklich, inständig versichern, erklären: seine
Unschuld b.; Sie beteuerte ihre Entschlossenheit, ihr ... Kind
keinesfalls mit solcher Unbarmherzigkeit zu behandeln
(Brecht. Mensch 103); sie beteuerte unter Tränen, daß
sie mit der Sache nichts zu tun habe; er beteuerte ihr
seine Liebe; <Abl.:> Beteuerung, die; -. -en: 1. das Beteuern:
die B. seiner Unschuld half ihm nichts. 2. eindringliche
Versicherung: ihre -en waren unglaubhaft; <Zus.:> Beteue»
rungsfonnel, die.
betyxten <sw. V.; hat): mit einem Text versehen: Bilder
b. (mit einer Bildunterschrift versehen); einen Schlager
b. (einen Liedtext dazu schreiben, verfassen): <Abl. :>
Beratung, die; -. -en.
betiteln [te'tktjn, ba'titjn] <sw. V.; hat): 1. a) mit einem
Titel versehen: ein Buch b.; wie ist der Aufsatz betitelt?;
b) mit einem Titel anreden: jmdn. [mit] Professor. Geheimer
Rat b.; c) (ugs. abwertend) nennen, beschimpfen: er betitelte
ihn [mit] Saulump; <Abl.:) Betitdung, die; -. -en.
betölpeln [to'toelpln] <sw. V.; hat) [zu TTölpel]: svw.
tübertölpeln; <Abl.:> Betßpelung, die; -. -en.
Beton [be'tao. auch: be'tö: u. (österr. nur:) be'to:n]. der;
-s. (Arten:) -s u. -e [be'to:na; frz. blton < lat. bttümen.
t Bitumen]: Baustoff aus einer Mischung von Zement,
Wasser u. Zuschlagstoffen (Sand. Kies o.a.): fetter B. (der
viel Zement enthält): armierter B. (mit Stahleinlagen.
Eisenbeton): B. gießen, mischen; ein Pfeiler aus B.
Beton-: -abwehr, die (Sport Jargon): aus einer Vielzahl von
Spielern gebildete, undurchdringliche Abwehr; -bau, der
<P1. -ten): 1. <o. PI.) das Bauen mit Bf ton. 2. Bau/werk J
aus Beton; -bauer, der; -s. - (Bauw.): Facharbeiter auf
dem Gebiet des Betonbaus (1); -block, der <PI. -blocke):
Block. Klotz aus Beton; -bunker, der; -bürg, die
(abwertend): svw. t-klotz (2); -decke, die (Bauw.): /StraßenI-
decke aus Beton; -fußball, der (o. PI.) (Jargon): Art des
Fußballspielens mit einer massierten, undurchdringlichen
Abwehr; -guß. der (Bauw.): 1. das Gießen des Betons in eine
Form (Verschalung o.a.). 2. das aus Beton Gegossene;
-klotz, der: 1. Klotz aus Beton. 2. (abwertend:) plumper,
massiver Bau aus Beton; -mischender: kurz für t
Mischmaschine; -mischmaschine, die (Bauw.); -piste, die (Sport):
betonierte Strecke für Wettbewerbe im Motor- u. Flugsport;
-silo, der (ugs. abwertend): svw. t-klotz (2); -stein, der:
vorgefertigter Baustein aus Beton; -träger, der: Träger,
balkenförmiges Teil aus Beton; -werk, das: Werk, das
Erzeugnisse aus Betonsteinen herstellt; -wüste, die (ugs.
abwertend): Stadt, die dicht mit plumpen Hochhäusern aus
Beton bebaut ist: Manhattan ... Eine grüne Oase inmitten
der B.: der Centralpark (Hörzu 11, 1975, 7).
betonen [ha'to.nan] <sw. V.; hat) /vgl. betont/ [zu: Ton
= Klang. Laut; Akzent]: 1. beim Sprechen od. Singen
auf ein Wort, eine Silbe o. ä. den Akzent setzen, legen:
ein Wort richtig, falsch b.; im Deutschen wird allgemein
die Stammsilbe betont; eine betonte Silbe; ein [schwach]
betonter Taktteil. 2. hervorheben, unterstreichen,
herausstreichen, nachdrücklich geltend machen: seinen
Standpunkt, seine großen Erfahrungen b.; ich habe wiederholt
betont, daß ich so etwas nicht dulde; es kann nicht genug
betont werden, daß ...: diese Schule betont die musische
Erziehung (legt Gewicht darauf); Ü Theorien .... die ...
die gesellschaftliche Bindung und Verantwortung des
Individuums betonen (Fraenkel. Staat 302).
betonieren [beto'nr.ren] <sw. V.; hat) [frz. betonner. zu f
Beton]: 1. mit Beton aus)bauen, mit einem Belag aus Beton
versehen: den Keller b.; eine betonierte Straße. 2. (eine
Sache, einen Zustand, eine Haltung u. dgl.) starr,
unverrückbar festlegen: gegensätzliche Standpunkte b. 3. (Fußball
Jargon) verstärkt auf Abwehr spielen: gegen Spielende
begannen die Fürther zu b.; <Abl.:) Betonierung, die; -.
-en.
betont [to'to:nt] <AdJ.) [2. Part, zu tbetonen]: ausdrücklich,
bewußt zur Schau getragen o.a.: eine -e Nichtachtung.
Gleichgültigkeit; sich mit -er Einfachheit, sich b. einfach
kleiden; Es wäre... falsch, hierdurch -e Eleganz
übertrumpfen zu wollen (Hörn. Gäste 19); <Abl.:) betontermaßen
<Adv.): ausdrücklich, bewußt: Er nahm b. ... keine Partei
(Frisch. Stiller 306); Betonung, die; -. -en: 1. das Betonen
(1): die B. der ersten Silbe eines Wortes; bei diesem Wort
liegt die B. (der Ton. Akzent) auf der ersten Silbe. 2.
das Betonen (2). nachdrückliche Hervorhebung: die B. des
eigenen Standpunktes.
Betonungs- (Betonung 1): -gesetz, das; -regel, die; -weise,
die; -zeichen, das.
betören [teueren] <sw. V.; hat) [zu tTor = Dummkopf]
(geh.): a) hinreißen, berücken, in sich verliebt machen: sie.
ihr Blick betörte ihn. sein Herz; ein -der Blick. Duft;
sie ist -d schön; ein ungewöhnlich reizvolles Junges Antlitz,
das mir -d zulächelte (Kusenberg. Mal 90); b) jmdn. der
nüchternen Überlegung berauben, verblenden, zu etw.
vorführen: die verführerischen Auslagen betörten die Käufer;
daß man sich nicht von besonders bunten ... Etiketten
b. lassen soll (Hörn. Gäste 90); <Abl.:> Betörer, der; -s.
- (geh., selten); Betfjrung, die; -. -en: 1. das Betören. 2.
betörendes Verhalten o. ä.
373
Betracht
Betracht [ta'traxt] in den Verbindungen bndn./etw. in B.
ziehen (berücksichtigen, in Erwägung ziehen): frndn., etw.
außer B. lassen (unbeachtet, unberücksichtigt lassen, von
jmdm.. etw. absehen): [nicht] in B. kommen (nicht/ in
Frage kommen, nicht! berücksichtigt werden): er kommt
Tür den Posten, als Kandidat nicht in B.; außer B. bleiben
(unberücksichtigt bleiben): in diesem, in keinem usw. B.
(veraltet; in dieser, in keiner usw. Hifisicht): betrachten
<sw. V.; hat) [zu T trachten]: 1. längere Zeit] prüfend
ansehen: jmdn.. etw. neugierig, ungeniert, aus nächster
Nähe, von oben bis unten, mit Aufmerksamkeit b.; ein
Bild. Bauwerk eingehend b.; seinen Bauch, sich im Spiegel
b.; ich habe mir die Gegend betrachtet: bei Licht betrachtet
(bei genauem Hinsehen) ist die Sache etwas anders; Ü
Moskau betrachtet voller Spannung ... die neuen Männer
in Washington (Dönhoff. Ära 73). 2. für etw. halten: er
betrachtet sich als mein/tauch:) meinen Freund; jmdn.
als Verbündeten, als enterbt b. 3. a) in einer bestimmten
Weise zuj beurteilen suchen/: etw. einseitig, objektiv,
von zwei Seiten, unter einem anderen Aspekt b.; so
betrachtet, ist die Angelegenheit anders zu beurteilen: b) zum
Gegenstand einer genauen Untersuchung. Beurteilung
machen: wir betrachten die Entwicklung vom
Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen: <Abl. zu I (seltener:
3):> Betrachter, der; -s. -: jmd.. der etw. betrachtet: der
aufmerksame, unbefangene B. [eines Kunstwerks]; für den
objektiven B. stellt sich die Situation anders dar;
beträchtlich [bo'trc^tli^] <Adj.>: beachtlich groß/, ansehnlich,
erheblich: eine -e Summe; der Schaden ist b.; er hat die Miete
b. erhöht; er fuhr b., um ein beträchtliches (sehr viel)
schneller als ich; Betrachtung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das
Betrachten (1). Anschauen: in die B. eines Bildes versunken
sein; Ü bei genauerer B. sieht die Sache anders aus; Alle
großen Gedanken sind einfach in nachträglicher B. (Ce-
ram. Götter 122). 2. Überlegung. Untersuchung: politische,
wissenschaftliche -en; -en über etw. anstellen (sich seine
Gedanken über etw. tnachen, über etw. nachdenken), dazu:
Betrachtungsweise, die; Betrachtungswinkel, der: Winkel,
unter dem man etw. betrachtet.
Betrag [bo'tra:k], der; -[e]s. Beträge [te'tre:g3; rückgeb. aus:
betragen (1)1: bestinvnte Geldsumme: ein hoher, geringer
B.; größere Beträge werden überwiesen; einen Scheck über
einen B. von 1000 Mark ausschreiben; betragen <st. V.;
hat): 1. eine bestimmte Summe. Höhe, ein bestimmtes Maß
erreichen, sich belaufen auf: ausmachen: die Rechnung,
das Gehalt, der Schaden beträgt 1000 Mark; die
Entfernung beträgt 20 Kilometer; die Differenz betrug nur wenige
Zentimeter. 2. <b. + sich) sich benehmen, sich verhalten:
sich schlecht, ordentlich b.; du hast dich ihr gegenüber
ungebührlich/ungebührlich gegen sie betragen; Betragen,
das; -s: Benehmen. Verhalten: ein anständiges, ungehöriges
B.; sein B. war unmöglich; er hat in B. (im Schulzeugnis)
eine Eins, dazu: Betragensnote, die: Zeugnisnote in
Betragen.
betrauen <sw. V.; hat): jmdm. (im Vertrauen auf seine
Fähigkeiten, seine Zuverlässigkeit o.a.) etw.. die Ausführung
von etw. übertragen, jmdn. mit etw. beauftragen: jmdn.
mit einem Amt. mit der Leitung des Unternehmens, mit
[der Lösung] einer Aufgabe b.; man hat ihn damit betraut,
den Verband neu zu organisieren; Der Bürgermeister hatte
ihn. den Verläßlichen, mit der Erledigung dieser
Angelegenheit betraut (Kirst. Aufruhr 63).
betrauern <sw. V.; hat): um jmdn.. etw. trauern: einen Toten
b.; jmds. Tod. Schicksal tief b.
beträufeln <sw. V.; hat): mit wenigen Tropfen von etw.
versehen, befeuchten: das Schnitzel mit Zitronensaft b.
Betrauung, die; -: das Betrauen.
betreff [bö'treQ nur in der Verbindung in b. (Amtsspr..
Kaufmannsspr. betreffs): in b. dieser Angelegenheit, dieses
Gesetzes; Betreff [-]. der; -[e]s. -e (Amtsspr..
Kaufmannsspr.): Gegenstand, auf den man sich im
nachstehenden Brieftext ] bezieht: Angelegenheit, um die es geht: Bezug:
Betreff (Abk.: Betr.): Ihr Schreiben vom...; den B. nennen;
*in diesem, dem B. (Amtsspr.. Kaufmannsspr. in dieser
Hinsicht): vgl. betreff; betreffen <st. V.; hat) /vgl. betroffen/:
i.jmdn. angehen: diese Sache, die neue Verordnung betrifft
jeden; diese Vorwürfe betreffen mich nicht; was (soweit
es) mich betrifft, bin ich/ich bin einverstanden; unser
letztes Schreiben, betreffend den Vertragsbruch, ist....
(vereinzelt auch als Präp. mit Akk.:) unser letztes Schreiben
betreffend den Vertragsbruch ist ...; der -de (genannte,
zuständige) Sachbearbeiter; die [diesen Fall] -de (dafür
in Betracht, in Frage kommende) Regel. 2. (geh.) treffen,
widerfahren, zustoßen: ein Unglück, ein Schicksalsschlag
hat die Familie betroffen; das Land wurde von einem
schweren Erdbeben betroffen (heimgesucht): (subst. 2.
Part.:) das ist schmerzlich für die Betroffenen. 3. (geh..
veraltend) in bestimmter Weise seelisch treffen, bestürzt
machen: diese Äußerung hat ihn schmerzlich, tief betroffen.
4. (geh.. veraltend) antreffen, ertappen: jmdn. bei etw..
in einer bestimmten Situation b.; wer bei einem
Techtelmechtel mit einem Russen betroffen ... würde, dem ...
(Plievier, Stalingrad 304); < subst. 1. Part, zu 1 :> Betreffende.
der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete): den -n zur Rede
stellen; <Abl. zu 1:) Betreffnis [te'trefnis], das; -ses. -se
(Schweiz.): Geld an teil, der auf jmdn. entfällt: anteilige
Summe: der Erbe ließ sich sein B. auszahlen; betreffs <Präp.
mit Gen.) (Amtsspr.. Kaufmannsspr.): bezüglich: einen
Antrag b. eines Zuschusses ablehnen; Ihr Schreiben b.
Steuerermäßigung; Abk.: betr.
betreiben <st. V.; hat): 1. sich bemühen, darauf hinarbeiten,
erw. aus-, durchzuführen: vorantreiben: etw. ernsthaft,
energisch b.; einen Prozeß, den Umbau b.; den Abschluß einer
Arbeit energisch b.; <subst.:) *auf Jmds. Betreiben [hin]
(auf jmds. Veranlassung). 2. beruflich! ausüben: einen
schwungvollen Handel, ein Gewerbe b.; den Sport als
Beruf b.; Ü die Möglichkeit, eine Politik der Mitte zu
b. (konsequent zu verfolgen: Dönhoff, Ära 10). 3. führen,
unterhalten: ein Lebensmittelgeschäft, ein Lokal b.; feuchte
Gewölbe .... in denen jetzt ein ... Franzose eine
Champignonzucht betrieb (Böll. Haus 26). 4. (Technik) antreiben:
einen Bohner elektrisch, ein Kraftwerk mit Dampf b.;
ein atomar betriebenes Schiff. 5. (Schweiz, jur.)
zwangsrechtlich (durch das Betreibungsamt) zur Zahlung einer
Schuld veranlassen: er wurde für über tausend Franken
betrieben; einen Schuldner b.; <Abl. zu 1:) Betreibung.
die; -, -en, dazu <zu S): Betrejbungsamt, das;
Betreibungsbeamte, der.
betreßt [ta'trest] <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: mit Tressen
versdien, ausgestattet: eine [mit Gold] -e Uniform.
'betreten <st. V.; hat): 1. a) in einen Raum o.a. eintreten,
hineingehen: das Zimmer, die Wohnung, das Haus [durch
die Hintertür] b.; ich werde dieses Geschäft nie mehr b.
(nie mehr dort einkaufen): <subst.:> [das] Betreten der
Baustelle [ist] verboten!; b) auf etw.. eine Fläche treten,
seinen Fuß auf etw. setzen: den Rasen nicht b.; nach der
Seereise endlich wieder festen Boden b.; der Schauspieler
betritt die Bühne (erscheint auf der Bühne): Ü mit seinen
Forschungen hat er Neuland betreten. 2. (österr. veraltend)
ertappen, ergreifen: jmdn. bei einer strafbaren Handlung
b.; ^betreten [-] <Adj.) [eigtl. 2. Part, zu 'betreten (2)1:
verlegen, peinlich berührt: es herrschte -es Schweigen; über
diese Äußerung waren einige sehr b.; jmdn. b. ansehen;
b. lächeln; Die Familie saß b. da (Kesten. Geduld SS),
dazu: Betretenheit, die; -: das Betretensein, peinliches
Berührtsein: Betretung, die: -. -en [zu t betreten (2)] (österr.
Amtsspr., sonst veraltet) meist in der Fügung im Falle
der B. (beim Ertapptwerden: im Fall, daß jmd. ausfindig
gemacht wird), dazu: Betretungsfall, in der Verbindung
im B. (im Falle der Betretung).
betreuen [bo'tnjyan] <sw. V.; hat) [zu TTreue]: a)
vorübergehend in seiner Obhut haben, in Obhut nehmen: für jmdn..
etw. sorgen: Kinder, die alten Leute. Tiere b.; ein Reiseleiter
betreut die Touristengruppe (kümmert sich um ihr
Wohlergehen): die Sportler werden von einem bekannten Trainer
betreut: b) ein Sachgebiet o. ä. fortlaufend bearbeiten: die
Verantwortung für den Ablauf von etw. haben: eine
Abteilung, ein Arbeitsgebiet b.; <Abl.:> Betreuer, der; -s. -:
jmd.. der jmdn.. etw. betreut: die B. einer
Fußballmannschaft; Betreuerin, die; -. -nen: w. Form zu T Betreuer;
Betreuung, die; -: 1. das Betreuen: die ärztliche, kulturelle
B. der Gäste. 2. svw. f Betreuer, Betreuerin: B. für einen
Kranken gesucht; <Zus.:> Betreuungsstelle, die.
Betrieb, der; -[e]s. -e [zu tbetreiben]: l.a) kaufmännisches,
industrielles, gewerbliches o. ä. Einzelunternehmen, in dem
bestimmte Güter od. Leistungen hervorgebracht werden: ein
privater, staatlicher. (DDR:) volkseigener B.; ein
landwirtschaftlicher, bäuerlicher B. (Amtsspr.; größerer Bauernhof.
Landwirtschaft): der B. beschäftigt 500 Leute; einen B.
leiten, stillegen, rationalisieren; in einem kleineren B. arbei-
374
betrüblich
ten; b) die zu einem Betrieb (1 a) gehöretiden Arbeiter.
Angestellten: der ganze B. gratulierte. 2. <o. PI.) a)
das In-Funktion-Sein, Arbeiten: den B. stören,
unterbrechen; eine Maschine in, außer B. setzen; auf
vollautomatischen B. (vollautomatisches Arbeiten) umstellen; die
Fabrik hat den B. aufgenommen, eingestellt; diese Anlage
ist in B. (in Tätigkeit, sie arbeitet), ist außer B. (arbeitet
nicht mehr, wird nicht mehr benutzt): ein Kraftwerk dem
B. übergeben (zu arbeiten beginnen lassen); *den [ganzen]
B. aufhalten (ugs.; durch seine Langsamkeit.
Umständlichkeit o. ä. den flüssigen Fortgang einer Arbeit behindern;
jmdn. bei seiner Arbeit aufhalten): b) (selten) das Betreiben
(4), In-Funktion-Setzen: die Verwendung des Holzes zum
B. der Eisenhütten .... Glashütten ... und Salinen (Mantel.
Wald 39). 3. <o. PI.) (ugs.) Geschäftigkeit, rege Bewegung.
Unruhe, Trubel, lebhaftes Treiben: in dem Lokal war großer
B.; auf dem Bahnhof, in den Geschäften herrschte
furchtbarer B.; der B. (starke Verkehr) auf den Straßen; *dcn
B. satt haben (ugs.; die Verhältnisse. Umstände, in denen
man sich befindet, unerträglich finden)', <Abl. zu 1:) betririv
lieh <Adj.; o. Steig.; nur attr.): den Betrieb (1) betreffend,
zu ihm gehörend. Betriebs-: -e Angelegenheiten. Leistungen.
betrjfibs-. Betriebs-: -akademie, die (DDR): ein dem Betrieb
angeschlossenes Bildungszentrum, das der weiteren
Qualifizierung der Betriebsangehörigen dient; -angehörige, der u.
die: Angehörige[rj eines Betriebs (la); -anleitung, die:
Anleitung für den Betrieb (2) von etw.; -anweisung, die:
Anweisung für den Betrieb (2) von etw.; -arzt, der; -ausflug,
der; -begdming, die (DDR): Besichtigung u. Überprüfung
eines Betriebs (1 a); -bereit <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
bereit, in Betrieb (2) genommen zu werden: -e Anlagen;
ein Tonband b. aufstellen; -besiditigung, die; -Wind
<Adj.): durch lange Zugehörigkeit o. ä. blind geworden für
Fehler od. Mängel, die in dem Bereich auftreten, in dem
man arbeitet: Die parlamentarische Subkultur in Bonn
mache b. und fordere konservatives Denken (Spiegel 12.
1975. 36). dazu: -Mindheit, die: -büro, das: Büro der
Betriebsleitung; -direktor.der; -eigen <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): dem Betrieb gehörend: -e Wohnungen; -erlaub-
nis, die: Erlaubnis zum Betrieb (2) von etw.; -fähig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): fähig, in Betrieb (2) genommen zu
werden: eine -e Maschine, dazu: -fähigkeft. die <o. PI.);
-ferien <PL): Wegen B. geschlossen!; -fertig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): svw. f -bereit; -fest, das; -fremd <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): nicht zum Betrieb (1 a) gehörend: -en
Personen ist der Zutritt nicht gestattet; -frieden, der: nicht
gestörtes Verhältnis zwischen Arbeitnehmern u.
Arbeitgebern; ungestörter Bestand der Betriebsgemeinschaft, den
nicht zu stören alle Mitglieder, den zu fördern Arbeitgeber
und Arbeitnehmer verpflichtet sind: Ich hätte als Betriebsrat
... die Presse informiert ... Das sei ein schwerer Verstoß
gegen den B. (v. d. Grün, Glatteis 1S8); -fiihrer, der;
-fitfinmg, die; -geheimnts, das: die Produktion o. ä.
betreffendes Geheimnis, das der Arbeitnehmer im Interesse des
Betriebes (1 a) zu wahren verpflichtet ist: das B. verletzen:
das ist [ein] B.; -gemeinsdiaft, die: natürliche Gemeinschaft
aller Angehörigen eines Betriebes, die zur Erfüllung der
betrieblichen Angelegenheiten zusammenwirken; -gewerk-
schaftsleitung, die (DDR): von den
Gewerkschaftsmitgliedern eines Betriebes gewählte Leitung der
Betriebsgewerkschaft sorganisation (Abk.: BGL); -gewerkschaftsorganisa-
tion, die (DDR): Organisation der Gewerkschaft in einem
größeren Betrieb; -Ingenieur, der: Ingenieur in einem Betrieb
1 a); -inhaber, der; -intern <Adj.; o. Steig.): itmerhalb eines
Betriebs (1) vorkotnmend. sich abspielend; auf den
betreffenden, einzelnen Betrieb beschränkt: -e Streitigkeiten; etw.
b. regeln; -kampfgruppe. die (DDR): militärische Einheit
aus nicht kasernierten Betriebsangehörigen; -kapital, das:
a) Kapital eines Betriebes (1 a); b) zur Grüttdung eines
Betriebes nötiges Kapital: -klima,das; -s, -s<Pl. ungebr.):
Arbeitsklima im Betrieb (1 a): ein gutes, gesundes B.; -kollege,
der; -kollektiwertrag, der (DDR): jährlich abgeschlossener
Vertrag zwischen Betriebsleitung u.
Betriebsgewerkschaftsleitung volkseigener Betriebe über die beiderseitigen Rechte
u. Pflichten; -kosten <P1.): Kosten des Betriebs (la. 2);
-leiter, der: Leiter eines Betriebs (la); -leitung, die: 1.
Leitung eines Betriebs (la): die B. übernehmen. 2. die
leitenden Angestellten eines Betriebs: Beschwerden an die
B. richten; -mittel <PL): Produktionsmittel; ^nah <Adj.:
o. Steig.; nicht adv.): -e Tarifpolitik. Bildungsarbeit;
-nudel, die (ugs.): 1. jmd., der immer Betrieb (3) u.
Stimmung zu machen versteht. 2. übergeschäftiger Mensch;
-obmaim, der: in kleineren Betrieben von der Beleg-
sclwft gewählter Interessenvertreter, der die Funktion
eines Betriebsrats (1) hat; ^pafl, der (DDR): allg.
Charakteristik eines Betriebes (1 a) hinsichtlich seiner
technischen u. ökonomischen Lage; -personal, das: für den
Betrieb (2) einer Anlage erforderliches Personal; -Prüfung,
die: finanzamtliche Prüfung der Buchhaltung eines Betriebes
(1) durch einen Prüfer; ^rat, der <P1. ...rate): 1. von den
Arbeitnehmern eines Betriebes (1 a) gewählte Vertretung zur
Wahrung ihrer wirtschaftlichen u. sozialen Interessen. 2.
Mitglied des Betriebsrats (1): er ist freigestellter B.. dazu:
-ratsmitglied, das. -ratsvorsitzende, der u. die; -rente,
die: vom Betrieb im Rahmen der betrieblichen Alters- u.
Hinterbliebenenversorgung gewährte Rente; -ruhe, die: das
Ruhendes Betriebs (1 a); -Schluß, der: [tägliches] Ende der
regulären Arbeitszeit in einem Betrieb (1 a); -schütz, der:
1. planmäßiger Schutz der Anlagen eines Betriebs (1 a). 2.
Arbeitsschutz im Betrieb (1 a); -sicher <Adj.>: gegen
Störungendes Betriebs (2) gesichert: eine -e Anlage; b.
funktionieren, dazu: -Sicherheit, die <o. PI.); -Spannung, die: die
zum Betrieb (2) einer elektrischen Anlage nötige
Stromspannung; -Stockung, die: Stockung des Arbeitsablaufs im
Betrieb (1 a); -Stoff, der: 1. Stoff, mit der eine Maschine.
Anlage betrieben, angetrieben wird; Treibstoff. Antriebsmittel.
2. zur Produktion eines Erzeugnisses notwendiger Roh- od.
Hilfsstoff; -Störung, die: Störung im Betrieb (2); -treue,
die: dem Betrieb (1 a) insbes. durch lange, ununterbrochene
Zugehörigkeit erwiesene Treue: eine Belohnung für
zehnjährige B.; Minfall, der: 1. Arbeitsunfall im Betrieb (I a)
od. auf dem Wege zum od. vom Betrieb. 2. (salopp) a)
ungewollte Schwanger scluift; b) uneheliches Kind;
-Vereinbarung, die: von Arbeitgeber u. Betriebsrat gemeinsam
beschlossene Vereinbarung, die für die Arbeitnehmer eines
Betriebes (1) unmittelbare Geltung Imt; -Verfassung, die:
Gesamtheit der Normen, die das Verhältnis zwischen
Arbeitgeber U.Arbeitnehmer im Betrieb (1 a) regeln; rechtliche
Ordnung der Betriebsgemeinschaft, dazu: -Verfassungsgesetz,
das <o. PL): Gesetz, das die Mitwirkung u. Mitbestimmung
der Arbeitnehmer in sozialen, personellen u. wirtschaftlichen
Angelegenheiten in Betrieben der Privatwirtschaft vorsieht;
-Versammlung, die: Versammlung der Arbeitnehmer eines
Betriebs da) (unter dem Vorsitz des Betriebsratsvorsit-
zendenj; -Vorschrift, die: besondere Vorschrift für
das Inbetriebnehmen einer Maschine, eines Gerätes
o.a.; -wirt, der: Akademiker mit betriebswirtschaftlichem
Studium; Absolvent einer höheren Wirtschaftsfachschule;
-Wirtschaft, die: Disziplin der Wirtschaftswissenschaften,
in der der Aufbau von u. die Vorgänge in Betrieben
beschrieben u. erklärt sowie Gestaltungsmöglichkeiten untersucht
werden, dazu: -wirtschaftlich <Adj.; o. Steig.): -e
Maßnahmen. Probleme, -wirtschaftslehre. die: vgl. t-'Wirtschaft;
-Wissenschaft, die: vgl. t-Wirtschaft.
betriebsam [to'tri:pza:m] <Adj.): /übertrieben/ geschäftig,
rührig: -e Menschen. Naturen; b. hin und her eilen, dazu:
Betriebsamkeit, die; -: eine hektische B.
betrinken, sich <st. V.; hat) /vgl. betrunken/: bis zum Rausch
Alkohol trinken: ich betrank mich [sinnlos].
betrofTen [ba'trofn] <Adj.) [2. Part, zu tbetrefTen (3)]: durch
etw. (Negatives. Trauriges) verwirrt, innerlich bewegt,
berührt: ein -es Gesicht machen; er war sehr b.. als er das
hörte; Mathilde, im Innersten von seinem Ton b.. blickte
ihn an (Seidel. Sterne 144); Betroffene, der u. die; -n.
-n <Dekl. tAbgeordnete) [subst. 2. Part, zu tbetrefTen
1]: jmd.. der von einer Sache betraffen, in Mitleidenschaft
gezogen ist: alle von der Entscheidung -n sollen sich
melden; Betroffenheit, die; -: das Berührt-. Bestürztsein: eine
tiefe B. stand ihm im Gesicht.
betroppezt [bd'trcps&t] <Adj.) [wohl zu mundartl. tropfezen
= tröpfeln] (österr. ugs.): bestürzt, sehr überrascht;
sprachlos.
betrüben <sw. V.; hat) /vgl. betrübt/: a) traurig machen,
traurig stimmen, bekümmern: Jmdn. mit einer Nachricht,
durch sein Verhalten b.; der Brief hat sie sehr betrübt;
b) <b. + sich) (geh. veraltend) über etw. traurig werden:
sich [über etw.] b.; <Abl.:> betrflMidl <Adj.>: traurig
stimmend; unangenehm, mißlich; deprimierend: eine -e
Nachricht; ich muß Ihnen die -e Mitteilung machen, daß
Professor Spiter ... noch nicht im Hause ist (Goetz. Prätorius
375
betrüblicherweise
32); die Situation ist zur Zeit sehr b.; etw. sieht b. aus.
dazu: betrüblicherweise <Adv.>: leider; Betrübnis, die; -.
-se («eh.): das Betrübt sein. Kummer. Trauer: B. erfaßte
ihn; in tiefe B. versinken; betrübt <Adj.) [2. Part, zu t
betrüben]: traurig, bekwnmert: ein -es Gesicht machen; über
etw. b. sein; b. dreinblicken; zu Tode b. sein (geh.; zutiefst
bekümmert sein), dazu: Betrübtheit, die; -.
Betrug,der; -[e]s, <P1. Schweiz.: Betrüge): bewußte, arglistige
Täuschung zur Verschaffung eines Vermögensvorteils . ein
raffiniert angelegter, ausgeführter B.; das ist B.; B. begehen:
er ist wegen mehrfachen. (Jur.:) fortgesetzten -s angeklagt;
auf diesen B. (Schwindel) falle ich nicht herein; *ein
frommer B. (1. Selbsttäuschung, durch die man sich etw. einredet.
was in Wirklichkeit unrealisierbar ist. 2. Täuschung eines
anderen, dem man in guter Absicht etw. verschweigt o.a.):
betrügen <st. V.; hat): a) zur Verschaffung eines Vermögens-
Vorteils bewußt, arglistig täuschen, hintergehen: einen
Kunden. Geschäftspartner, eine Firma b.; sich in etw. betrogen
sehen; er betrügt öfter; sie hat ihren Mann [mit dem
Jugendfreund] betrogen (die Ehe gebrochen): sich selbst b. (sich
Selbsttäuschungen. Illusionen hingeben, sich etwas
vormachen); b) durch Betrug um etw. bringen: jmdn. um 100
Mark b.; Ü Jmdn. um sein Recht b.; sein kindlicher Glaube
... war nicht betrogen worden (enttäuscht worden; Langgäs-
ser. Siegel 222); <Abl.:> Betrüger« der: -s. -: jtnd.. der andere
betrügt: Betrügerei [botry:g3'raj]. die; -. -en: wiederholtes,
fortwährendes Betrügen: -en an Ausländern; jmds.
Betrügereilen] aufdecken; Betrügerin, die. -. -nen: w. Form zu
t Betrüger; betrügerisch <Adj.; präd. ungebr.): Betrug
bezweckend, auf Betrug ausgehend, unehrlich: ein -er
Kassierer; -e Manöver: in -er Absicht; etw. b. versprechen.
Betrugs-: -manöver, das; -verfahren, das: Prozeß wegen
Betrugs; -versuch, der.
betranken <Adj.) [2. Part, zu: (sich) betrinken]: von Alkohol
berauscht: ein -er Fahrer: er ist [sinnlos] b.; b. nach Hause
kommen; b. dahintorkeln; Ü Fouche. ganz b. von
Selbstgefühl und Übermut. ... (St. Zweig. Fouche 156); ich muß
doch b. (nicht recht bei Verstand) gewesen sein, als ich
diese Frau heiratete; <subst.:> Betrynkene, der u. die; -n.
-n <Dekl. tAbgeordnete); <Abl.:> Betrunkenheit, die; -.
Bett [bet]. das; -[e]s( -en (mhd. bet(te). ahd. betti. eigtl.
entweder = in den Boden gegrabene Lagerstätte.
Schlafgrube od. = Boden, auf dem man lagert, ausruht]: 1.
aus Gestell. Matratze. Kissen. Decken o.a. bestehendes
Möbelstück, auf das man sich legt, um zu schlafen;
Liegestatt: ein langes, breites B.; ein französisches
(zweischläfriges) B.; das B. richten, machen; am Kopf-. Fußende des
-es; das Frühstück ans B. bringen; auf dem B. sitzen;
aus dem B. springen; jmdn. [nachts] aus dem B. holen,
klingeln (ugs.; aus einem bestimmten Grund wecken u. zum
Aufstehen veranlassen); nur schwer aus dem B. kommen
(ungern aufstehen); die Kinder ins B. (zu Bett) bringen;
[mit Fieber. Husten] im B. liegen; er liegt schon drei
Wochen im B. (ugs.; liegt schon seit drei Wochen krank):
ins/zu B. gehen; (geh.:) sich ins B. begeben; sich ins B.
legen; (ugs.:) sich ins B. hauen; er war so müde, daß
er ins B. fiel (ugs.; daß er nicht mehr aufbleiben konnte);
ein Hotel mit 60 Betten (Gästebetten); *das B. an/bd
fünf Zipfeln (anlpacken [wollen] (ugs.; mehr tun wollenj.
als möglich od. angebracht ist); das B. hüten [müssen] (wegen
Krankheit im Bett bleiben /müssen/); das B. mit jmdm.
teilen (geh.; in ehelicher Gemeinschaft mit jmdm. leben);
ans B. gefesselt sein (wegen schwerer Krankheit o.a. das
Bett nicht mehr] verlassen können); mit jmdm. ins B.
gehen/steigen (ugs.; mit jmdm. ins Bett gehen u. mit ihm
geschlechtlich verkehren); sieb ins gemachte B. legen (seine
Existenz auf etwas bereits Bestehendes u. somit ohne eigene
Anstrengung gründen). 2. kurz für tFederbett: ein leichtes,
dickes B.; die -en sind mit echten Federn gefüllt; die -en
[auflschütteln. lüften, frisch be-, überziehen; sich <Dat.>
das B. über die Ohren ziehen: blaugewürfelte -en. 3.
(Jägerspr.) Nachtlager des Hochwildes. 4. kurz für T
Flußbett: ein enges, breites, tiefes B.; der Fluß hat sein B.
verlassen, sich ein anderes B. gesucht. 5. (Technik)
tragender Unterbau einer Maschine.
bett-, B{tt-: ^araug, der (Schweiz.): Bettbezug; -bank, die
<P1. -bänke) (österr.): Bettcouch. Schlafcouch; -tezug, der
Bezug des Bettes (2): -couch. d ie: auch als Bett (1)
benutzbare Couch; -decke, die: 1. Decke, mit der man sich im
Bett (1) zudeckt. 2. tagsüber über das Bett (1) gebreitete
Zier j decke. Tagesdecke; -feder, die: I. Sprungfeder des
Bettrostes. 2. <P1.> Federn als Füllung für Deckbett.
Kopfkissen. Steppdecke o.a.; -flasche, die (landsch.):
Wärmflasche; ^geher, der (österr.): Untermieter, der nur nachts
zum Schlafen anwesend ist; Mieter einer Schlafstelle. Schlaf-
ganger; -genösse, der: (veraltend) jmd.. der mit einem
anderen das Bett (1) teilt u. mit ihm geschlechtlich verkehrt;
-genossin. die: w. Form zu t -genösse; -geschtchte, die
(abwertend): 1. Liebesverhältnis: Sie glaubt, daß ,.-n"
ihrem Alter nicht mehr angemessen sind (Hörzu 4. 1974.
78). 2. Klatschjgeschickte über Liebesbeziehungen: in
dieser Illustrierten findet man nur -n; -gestell, das: Gestell
u. Rahmen für ein Bett (1); -hase, der, (Vkl.:) -haschen,
das (ugs. scherzh.): anschmiegsame, zärtliche junge]
weibliche Person als Bettgenossin; -himmd, der: Stoffdach.
Baldachin über einem Bett (1); -hupferl, das; -s. - [zu f
hupfen, da man nach Verzehr ins Bett ..hüpft"] (landsch.):
Naschwerk, das Kinder vor dem Zubettgehen bekommen;
-iacke, die. (Vkl.:) -Jäckchen, das; -kante, die: auf der
B. sitzen; -karte, die (Eisenb.): Berechtigungskarte für einen
Schlafwagenplatz; -kästen, der: Kasten unter einem Bett
od. einer Bettcouch zur Aufbewahrung des Bettzeugs; -lade,
die (südd.. österr.): Bettgestell; -lägerig <AdJ.; o. Steig.;
nicht adv.>: krank u. deshalb gezwungen, im Bett zu liegen.
dazu: -lägerigkeit, die; -: -laken, das (landsch.. bes.
nordd.): Bettuch; -lektüre, die: unterhaltsame Lektüre vor
dem Einschlafen: -nachbar, der: er hatte im Krankenhaus
einen Schwerkranken als B.; -nachharin, die: w. Form
zu f ^nachbar; -nässen, das; -s: ungewolltes Wasserlassen
während des Schlafs; -nässer [-nEst*]. der; -s, -: jmd.. der
im Schlaf ungewollt Wasser läßt, harnt; -pfanne, die: flaches
Gefäß, das Bettlägerigen zur Verrichtung der Notdurft
untergeschoben wird; -pfosten, der: Pfosten des Bettgestells:
-platz, der: Schlafstelle, insbes. Schlafwagenplatz; -polster,
der; -s. - od. -polster (österr.): Kissen für das Bett (1);
-rand. der: svw. t^kante; ^reif <Adj.; Steig, selten; nicht
adv.) (ugs.): so müde, daß man nicht länger au/bleiben
möchte: ^n»t,der (regional): Stahl-. Sprungfedermatratze,
die auf dem Rahmen des Bettes (1) aufliegt; -ruhe, die:
der Arzt hat B. verordnet; -schätz, der (veraltend): vgl.
-genossin; -schöner, der (ugs. scherzh.): jmd.. der nachts
nicht ins Bett findet: Nachtschwärmer; -Schüssel, die: svw.
t-pfanne: -schwere, die: in der Wendung die nötige B.
haben (ugs.; zum Schlafen müde genug sein . weil man
Alkohol getrunken hat]); -statt, die; -. -Stätten (landsch..
bes. südd., österr.): Bett stelle!; -stelle, die [mhd. stelle
= Gestell]: svw. t^gestell; ^szene, die (Film): Szene in
einem Film, in der geschlechtliche Intimitäten im Bett gezeigt
werden; -tuch (ungetrennt: Bettuch), das: großes Tuch,
das als Unterlage für den im Bett Liegenden dient; -Überzug,
der: Überzug für das Federbett; -Umrandung, die: das Bett
umgebender dreiteiliger Läufer; -vorläge, die. -vorleger,
der: 1. kleiner Teppich neben dem Bett. 2. (ugs. scherzh.)
a) langhaariger Hund; b) langer, dichter Vollbart; -wanze,
die: Vertreter einer Art der Haus- od. Plattwanzen; -wärme,
die; -wärmer, der; -s. -: 1. Wärmflasche. 2. (ugs. scherzh.)
Bettgenosse, -genossin; -wasche, die <o. Pl.>: Bettücher
u. Bezüge für Kissen u. Deckbett; -wurst, die [nach der
Form] (ugs.): langes, rollenförmiges Kissen, das zum
Ausfüllen des Spaltes zwischen den Betten eines Doppelbetts dient;
-zeug, das (ugs.): Bettwäsche. Kissen u. Deck]bettJen;
-zipfei, der: Zipfel des Deckbetts: *nadi dem B. schielen
(ugs.; sehr müde sein u. gerne zu Bett gehen wollen); der
B. winkt (ugs. scherzh.; ich usw. bin müde).
Bettel ['bet)]. der; -s: 1. (veraltend) das Betteln: sich vom
B. ernähren. 2. (ugs.) Kram. Plunder; altes, minderwertiges
Zeug: warum sie nur so an diesem B. hängt; *imdm.
den [ganzen] B. vor die Füfle werfen/schmeißen (jmdm.
drastisch zu erkennen geben, daß man nicht mehr für ihn tätig
sein will).
bittet-, Bettel-: ^rai <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: sehr
arm; -brief, der: Brief, mit dem jmd. bei dem Adressaten
um etw.. meist um Geld, bettelt, bittet: -bruder, der: 1.
Bruder eines Bettelordens. 2. (ugs. abwertend) Bettler;
-frau, die (veraltet): Bettlerin: -geld, das (abwertend):
unverhältnismäßig wenig Geld als Entlohnung.
Entschädigung. Bezahlung; ^kram, der: svw. T Bettel (2); -leute <P1.)
(veraltet): Bettler (bettelnde männliche od. weibliche
Personen); Mnam, der <P1.: -leute) (veraltet): Bettler; -mönch,
der: Mönch eines Bettelordens; vom Betteln lebender Mönch;
376
beunruhigen
Mnusikant, der (veraltend): Straßenmusikant: -orden, der:
religiöser Orden, dessen Mitglieder von Almosen leben;
^sack.der: 1. (veraltet) Sack für erbettelte Dinge. 2. (leicht
abwertend) Bez. für ein ständig um etw. bittendes Kind:
-stab, der: nur in der Wendung Jmdn. an den B. bringen
(jmdn. finanziell ruinieren): seine unvorsichtigen
Spekulationen haben ihn an den B. gebracht; -suppe, die (veraltet):
I. Suppe für Bettler. 2. (abwertend) sehr dünne Suppe:
-volk, das (abwertend); -weib, das (veraltet): Bettlerin.
Bettelei [beta'laj], die; -, -en (abwertend): 1. <o.
PL>fortwährendes Betteln (1): wegen B. vorbestraft sein. 2. inständiges
Bitten. Betteln (2): hör endlich auf mit deiner B.!; b^ttelhaft
<Adj.) (veraltend, geh.): armselig, erbärmlich: ein -es. b.
aussehendes Geschenk; b. gekleidet sein; betteln ['betin]
<sw. V.; hat) [mhd. betelen, ahd. betalön, eigtl. =
wiederholt bitten]: 1. um eine milde Gabe bitten: auf der Straße,
an den Türen b.; er geht b.; um Geld, um ein Stück
Brot b.; Ü die Kunst geht b. (den Künstlern geht es
wirtschaftlich schlecht): <subst.:> Betteln verboten! 2. jmdn.
um etw. inständig bitten: bei jmdm. um Gnade, um
Verzeihung b.; Er bettelte, mitschwimmen zu dürfen Nehmt
mich doch mit. ich schaff es bestimmt/' (Grass. Katz
9).
betten [betnj <sw. V.; hat) [mhd. betten, ahd. bettön =
das Bett richten, zu TBett] (geh.): a) behutsam/ hinlegen,
zur Ruhe legen: den Verletzten auf das Sofa, (seltener:)
auf dem Sofa b.; Sie betteten die Kinder und gingen zurück
in die Küche (brachten sie zu Bett; Marchwitza. Kumiaks
28); sie bettete (legte) den Kopf an seine Schulter; Spr
wie man sich bettet, so liegt/schläft man (wie man sich
im Leben einrichtet, so geht es einem); Ü das Dorf ist
in grüne Wiesen gebettet (geh.; von grünen Wiesen
umgeben)'. *sidi weich b. (sich ein angenehmes Leben
verschaffen): weich gebettet sein (ein angenehmes Leben haben);
b) svw. teinbetten: Schwere Steine .... in Kalkbrei gebettet
(Jahnn. Geschichten 101); Ü Welch eine wundersame
Bewandtnis hat es ... mit dem menschlichen Auge. ...
mit diesem in eine Knochenhöhle gebetteten Schleim (Th.
Mann. Krull 101).
Bitten-: -bau, der <o. PL): das Bettenbauen; -birg, die
(ugs.): Urlaubsort mit sehr vielen durch Ferienparks u.
Großhotels vorhandenen Betten für Urlauber: die -en an der
Ostsee; -hausen [auch: --'—] in der Wendung nach B.
gehen (ugs.; zu Bett gehen): -kapazität, die (Amtsspr.):
alle für die Aufnahme von Kranken od. Urlaubs!gasten
zur Verfügung stehenden Betten; -machen, das; -s; -mangei,
der: Mangel an Hotel-. Gäste- od. Krankenhausbetten.
Bettler ['bette), der; -s. -: jmd.. der betteln geht; Ü der
Konkurs hat ihn zum B. gemacht (arm gemacht, finanziell
ruiniert); <AbI.:> bettlerhaft <Adj.>: sich b. kleiden;
Bettlerin, die; -. -nen: w. Form zu t Bettler; bettlerisch <Adj.);
<Zus.:> Bettlerzinken, der: Geheimzeichen der Bettler an
Haustüren u. -wänden.
Bettung,die; -. -en [zu t betten]: feste Unterlage. Grund läge!
für Eisenbahngleise. Maschinen. Geschütze.
betudit [to'turxt] <Adj.: nicht adv.) [zu jidd. betüche =
sicher] (ugs.): wohlhabend, vermögend: Seine Eltern, die
ziemlich gut -e Leute waren (Lynen. Kentaurenfährte 10).
betulich [to'tu'.hc] <Adj.) [zu tbetun]: 1. auf umständliche
Weise freundlich-besorgt: eine -e alte Dame. 2. (seltener)
beschaulich, gemächlich: b. weiterarbeiten; <Abl.:)
Betulichkeit, die: -.
betun, sich <unr. V.; hat) (ugs.): 1. sich in umständlichster
Weise freundlich u. geschäftig benehmen. 2. sich zieren.
betypfen <sw. V.; hat): 1. tupfend berühren: die Wunde
mit einem Wattebausch b.; dem Kranken mit einem Tuch
die Stirn b. (um sie zu trocknen od. zu befeuchten); das
Gesicht mit Kölnisch Wasser b. (tupfend damit benetzen).
2.mit Tupfen versehen; (meist im 2. Part.:) ein bunt
betupftes Kleid.
betuppen [to'tupn] <sw. V.; hat) [vielleicht zu frz. duper
= hintergehen, betrügen] (nordwestd. ugs.): übervorteilen,
prellen, übers Ohr hauen, beschummeln.
betusam [b3tu:za:m] <AdJ.; selten): svw. tbetulich.
betütern [ba'ty:ten] <sw. V.; hat) /vgl. betütert/ [zu ttüdern]
(nordd. ugs.): l.jmdn. in besonderer, manchmal als
übertrieben empfundener Weise umsorgen, indem man bestrebt ist.
ihm im Interesse seines Wohlbefindens die kleinen Dinge
des Alltags abzunehmen. 2. <b. + sich) sich einen Schwips
antrinken; er hat sich betütert; er ist betütert (beschwipst.
leicht betrunken); betütert [te'ty:tBt] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (nordd.): verwirrt, verrückt: er ist b.
Beuche ['bqy^J. die; -. -n (Fachspr.): Lauge, in der
Baumwollwaren gekocht u. dadurch von natürlichen Verunreinigungen
befreit werden; beuchen <sw. V.; hat) [spätmhd. biuehen.
buchen, H. u.] (Fachspr.): (Baumwollwaren) in Lauge
(Beuche) kochen.
beugbar l'boykba:^] <Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.): sich
beugen lassend, flektierbar; <Abl.:) Beusbarkeit, die; -.
'Beuge fbcjyga], die; -. -n [mhd. biuge. zu tbeugen]: 1.
a) (selten) Biegung. Krümmung; b) innere Seite des Armes.
Beines an der Stelle, wo er (es) gebeugt wird. 2. (Turnen)
Beugung des Rumpfs. Rumpfbeuge.
2Beuge [-], die; -, -n: svw. t2Beige.
Beuge-: -fall, der (Grammatik): Kasus. Fall; -haft, die
(jur.): Haft als Beugestrafe, bes. zur Erzwingung einer
gesetzlich grundlos verweigerten Eidesleistung od.
Zeugenaussage: -mann, der <PL -männer) (ugs. scherzh.):
Verbeugung; -muskel, der; -Stellung, die: B. des Armes. Beines.
Rumpfes; -strafe, die (jur.): staatliche od. kirchliche
Strafmaßnahme mit dem Zweck, jmdn. zu einer bestimmten
Handlung, zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen.
Beugel ['boygl], das; -s. - [zu mundartl. Baug = Spange,
Ring, zu f biegen] (Osten*.): Gebäck in Form eines
Hörnchens.
beugen ['boygnl <sw. V.; hat) [mhd. böugen. ahd. bougen.
eigtl. = biegen machen, Veranlassungswort zu t biegen]:
1. a). nach unten] biegen, krümmen: den Arm, den Nacken,
die Knie b.; den Kopf gebeugt halten; Rumpf beugt
(Kommando beim Turnen); Ü das Alter hatte ihn gebeugt
(geh.; seinen Rücken krumm werden lassen)', die
Hinterbliebenen ... sind von Kummer gebeugt (Remarque, Obelisk
66); b) <b. + sich) über etw. hinweg I nach vorne, unten
neigen: sich aus dem Fenster, nach vorn, über den Tisch,
über das Geländer, über die Reling b.; Fi sehe 1 beugte
sich entzückt über Diotimas Hand (Musil. Mann 1503).
2. a) (geh.) zwingen nachzugeben, sich zu fügen: jmdn..
jmds. Starrsinn b.; b) <b. + sich) sich unterwerfen, fügen,
nicht länger aufbegehren: sich jmdm.. jmds. Willen b.;
Man will lieber untergehn, als sich ihrer Herrschaft b.
(Benrath, Konstanze HO). 3. (jur.) (ein Recht. Gesetz)
willkürlich auslegen: das Recht, das Gesetz b. 4.
(Grammatik) a) flektieren: ein Substantiv, ein Verb b.; das Wort
..Stab" wird stark gebeugt; b) grammatische Formen bilden,
aufweisen: dieses Verb beugt schwach. 5. (Physik) Licht-
strahlen o.a. ablenken: Lichtstrahlen. Lichtwellen b.;
<Abl.:> Beuger ['brjygBl, der; -s, - (Med.): Beugemuskel
(Ggs.: Strecker); beugsam [bcjykzam] <Adj.) (veraltet):
bereit, unter Druck nachzugeben, sich zu fügen, dazu: BfiUS-
samkeit, die: -; Beugung, die; -. -en: 1. das Beugen.
Gebeugtwerden (1,2). 2. (jur.) willkürliche Gesetzesauslegung, -an-
wendung. Gesetzesmißachtung bei der Rechtsprechung. 3.
(Grammatik) Abwandlung. Flexion (Deklination od.
Konjugation). 4. (Physik) Ablenkung von der geraden Richtung.
botfWBs-, Bovines- (Grammatik): -endung, die; -fähig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Beugung. Flexion zulassend:
-e Substantive. Verben, dazu: -ffihigkeit, die <o. PI.);
-Silbe, die.
Beule Ctoyld], die; -. -n [mhd. biule. ahd. bülla]: 1. örtlich
umgrenzte Anschwellung des Gewebes, die durch äußere
Einwirkung entstanden ist: eine schmerzhafte, eiternde B.
an der Stirn haben; beim Sturz eine B. bekommen. 2.
durch Stoß. Aufprall o. ä. hervorgerufene Vorwölbung od.
Vertiefung an einem Gegenstand: der Wagen hat eine B.
bekommen; eine B. im Kotflügel ausklopfen; die Kanne
hat eine B.. ist voller -n; beulen ['bQybnl <sw. V.; hat):
Falten werfen: das Futter der Jacke beult; Beulenpest, die:
Pest, bei der die Lymphknoten anschwellen u. sich dunkel
verfärben; beulig ['bqyli^l <Adj.>: eine, viele Beulen (1,2)
aufweisend, voller Beulen: b. aufgeborstene Bäume mit
lockeren Kronen (Carossa, Aufzeichnungen 106).
Beilüde [boyndo], die; -, -n [mhd. biunde, ahd. biunt(a)]
(südd.. Schweiz.): eingezäuntes Stück Land.
beunruhigen [to1 lunru.ign] <sw. V.; hat): 1. in Unruhe. Sorge
versetzen: ihr langes Ausbleiben beunruhigt mich; sie war
über diese Nachricht, wegen dieser Nachricht tief
beunruhigt; -de Nachrichten; es ist -d. daß ...; die Nachhut soll
den Feind ständig durch kleine Gefechte b. (stören). 2.
<b. + sich) unruhig werden, sich Sorgen machen: du
brauchst dich [um sie. ihretwegen, wegen ihr, wegen ihrer
377
Beunruhigung
Krankheit] nicht zu b.; <Abl.:> Beunruhigung, die; -, -en:
das Beunruhigen. Beunruhigtwerden. Beunruhigtsein, innere
Unruhe. Sorge. Besorgnis: die Nachricht erfüllte Ihn mit
großer B.
beurgrunzen [to'|u:?grunt$n] <sw: V.; hat) [wohl in
Anlehnung an: grunzen zu T Urgrund] (ugs. scherzh.): näher
untersuchen.
beurkunden [bolu.^kondn] <sw. V.; hat): 1. urkundlich
festhalten: etw. in den Akten b.; Geburten. Verträge b.;
beurkundete (urkundlich bezeugte, beglaubigte) Rechte; die
Kirchenbücher beurkunden das Sterbedatum (belegen es.
weisen es urkundlich aus). 2. (veraltet) a) bezeugen, offen-
baren: seine Gesinnung b.-; eine Sache als wahr b.; b)
<b. -l- sich) sich zeigen, offenbar werden: in dieser Haltung
beurkundet sich seine Gesinnung; <Abl.:> Beurkundung,
die; -. -en.
beurlauben [to'|u:?l<uibn] <sw. V.; hat): 1. a) jmdm. Urlaub
geben: einen Schüler [für ein paar Tage, für einen
bestimmten Zweck] b.; b) vorläufig von seinen Dienstpflichten
entbinden: der Beamte wurde bis zur Klärung der Angelegenheit
beurlaubt. 2. <b. 4- sich) (veraltend) sich verabschieden,
sich zurückziehen, entfernen: gleich nach dem offiziellen
Empfang beurlaubte ich mich; <Abl. zu 1:) Beurlaubung.
die; -. -en: jmds. B. erwirken.
beurteilen <sw. V.; hat): über jmdn.. etw. ein Urteil abgeben,
urteilen: Jmdn.. etw. falsch, richtig b.; jmds. Arbeit,
Leistung b.; einen Menschen nach seinem Äußeren b.: eine
Angelegenheit richtig, in ihrem Zusammenhang b.; das
ist schwer zu b.; ob das zutrifft, kann ich nicht b.; <Abl.:>
Beurteiler, der; -s. -: jmd.. der etw.. jmdn. beurteilt.
Beurteilender: ein objektiver B. [der Lage]; Beurteilung, die; -.
-en: I. das Beurteilen. Begutachtung. Einschätzung: die B.
eines Menschen. Falles; bei nüchterner B. (der Lage] muß
man zugeben, daß ... 2. schriftliche] Äußerung, durch
die ein Urteil abgegeben wird: Gutachten. Kritik: eine B.
schreiben; eine gute B. bekommen; <Zus.:>
Beurteilungsmaßstab, der.
Beuschel ['bcjyj}]. das; -s. - [zu t Bausch]: 1. (österr.. bayr.)
Speise aus Tier Innereien, bes. Herz u. Lunge:
Lungenhaschee. 2. (österr. salopp) a) Lunge: b) mensch). Eingeweide.
beut [b^yt] (veraltet, dichter.) für: bietett].
'Beute f'bqyta]. die; - [mhd. biute < mniederd. büte =
Tausch; Verteilung; Anteil. Beute, zu: büten =
Tauschhandel treiben; fortnehmen^ verteilen]: 1. durch Gewalt.
Diebstahl o.a. gewonnenes Gut: sich die B. teilen; den Dieben
ihre B. abnehmen; auf B. ausgehen; mit der B. entkommen;
Fünf Männer machten fette B. (MM 11.6. 74. 14); B.
schlagen (von Bären u. Raubvögeln; ein Beutetier ergreifen:
das Raubtier stürzte sich auf seine B. (auf sein Opfer):
* leichte Beute (etwas leicht zu Erbeutendes): um ... nicht
zum Schluß die leichte B. von Flugzeugangriflen zu werden
(Kuby. Sieg 276). 2. (geh.) Opfer: das Haus wurde eine
B. der Flammen (verbrannte): sie wurde eine B. ihrer
Leidenschaft (fiel ihr zum Opfer).
2Beute [-]. die; -. -n [mhd. biute. ahd. biutta. zu: birt =
Tisch, Brett] (landsch.): 1. Holzgefäß, insbes. Backtrog.
2. (Imkerspr.) Bienenkasten.
beute-. Beute-: -beladen <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.);
--deutsche, der (bes. ns., abwertend): als Deutscher anerkannter
Staatsangehöriger einesanderen (bes. eines osteuropäischen)
Staates [der die deutsche Sprache nur unzureichend
beherrscht]: Münnich ... aus Riga ... sprach Russisch wie
Deutsch. B. aber hörte er nicht so gerne (H. Kolb. Wilzen-
bach 151); ~aermane,der(bes. ns.. abwertend): svw. t
-deutsche; -gier, die; -gierig <Adj.); -lüstern <Adj.); -stück,
das; -zug, der: Raubzug.
'Beutel [bqytj], der; -s. - [mhd. biutel. ahd. bütil. eigtl.
= Aufgeschwollenes, verw. mit T Beule]: 1. a) kleines od.
größeres sackähnliches Behältnis aus weichem Material:
ein B. mit Mehl; Tabak in den B. tun; die Wäsche in
den B. stecken; b) (ugs.) Geldbeutel. Geldtasche. Geldbörse:
den B. [aus der Tasche] ziehen, den B. aufmachen (um
etwas zu bezahlen): R arm am B.. krank am Herzen [nach
dem Anfang des Gedichts ..Der Schatzgräber" von J. W.
v. Goethe]; *jmds. B. ist leer (jmd. hat kein Geld): tief
in den B. greifen müssen (viel zahlen müssen): den B.
festhalten/zuhalten (kein Geld ausgeben, sparsam sein): etw. geht
an den B. (etw. kostet viel] Geld): etw. reißt ein
großes/arges Loch in imds. Beutel (etw. kostet jmdn. viel Geld).
2. Brutsack. Bauchtasche eines Beuteltiers: der B. des
Känguruhs. 3. (österr. derb) Trottel, lästiger Mensch
(Schimpfwort). 4. (veraltet) Mehlsieb.
2Beutel [-]. der; -s, -: svw. t Beitel.
Beutel-: ^bär,der: Koala (ein Beuteltier): -meise, die:
Meise, die beuteiförmige, hängende Nester baut: -ratte, die:
Vertreterin einer Familie maus- bis katzengroßer Beuteltiere
in Amerika: -Schneider, der [eigtl. = Person, die jmdm.
den Geldbeutel vom Gürtel abschneidet]: 1. (veraltet)
Taschendieb. Gauner. 2. (veraltend, geh.) jmd.. der zu hohe
Rechnungen ausstellt, zu hohe Preise berechnet: Nepper:
^Schneiderei, die: Ausplünderung. Übervorteilung. Nepp:
-sieb, das (veraltet): Sieb mit Beuteltuch: ^tier, das: Tier
einer Säugetierordnung, deren typische Vertreter nicht als
voll ausgebildete Junge zur Welt kommen, sondern sich
erst nach der Geburt in der Bauchtasche der Mutter bis
zur Lebensfähigkeit entwickeln: -tuch, das (veraltet): Tuch
aus einem festen Spezialgewebe zum Aussieben von Mehl.
beuteln ['bgytln] <sw. V.; hat) [mhd. biuteln = Mehl im
Beutel sieben, zu t Beutel]: 1. a) (veraltet) mit dem Beutel
(4) sieben: b) (südd., österr.) jmdn. als ZüchtigungI
schütteln: jmdn. tüchtig b.; ein Kind [an den Haaren] b.; Das
Lachen beutelte ihn, sein Gesicht wurde immer röter (K.
Mann, Mephisto 51); Ü das Leben hat ihn tüchtig gebeutelt
(geplagt, mit vielen Mißgeschicken heimgesucht). 2.
(landsch.) jmdm. sein Geld abnehmen, ihn übervorteilen,
ausplündern. 3. Falten werfen, sich bauschen: das
Mantelfutter beutelt [sich]; die Hose beutelt an den Knien.
beuten fbqytn] <sw. V.; hat) (Imkerspr.): Waldbienen
ansiedeln: Bflitenhonig, der; -s: Waldbienenhonig.
Beutler ['bqytlv], der; -s. - (Zool.): Beuteltier.
Beutner I'bqlytnB].der; -s. - [zu 12Beute (2)]:
Waldbienenzüchter: <Abl.:> Beutnerd, die: -: Waldbienenzucht.
beutst [boytst] (veraltet, dichter.) für bietest.
bevettem [te'fetm] <sw. V.; hat) (veraltet): in aufdringlicher
Weise vertraut behandeln: jmdn. b.
bevogten [ba'fo.ktn] <sw. V.; hat) [zu T Vogt] (Schweiz,
veraltet): a) unter Vormundschaft stellen: jmdn. b.; b)
bevormunden: <Abl.:) Bevogtung. die: -. -en.
bevölkern [bo'fcelkim] <sw. V.; hat) [zu tVolk]: 1. a) die
Bewohnerschaft von etw. bilden, etw. bewohnen, besiedeln:
die Erde b.; damals bevölkerten die Kelten dieses Gebiet;
ein stark, dünn, nur wenig bevölkertes Land; b) in
unübersehbar großer Zahl füllen, in Scharen erfüllen, beleben:
Touristen bevölkerten die Lokale; Vogelscharen
bevölkerten den Garten; (iron.:) das sind die Leute, die die
Vorzimmer der Minister bevölkern. 2. mit Einwohnern besiedeln:
ein Land [mit Ansiedlern] b.; Ü Viele (= Polizeimänner)
waren nicht besser als das arme Gesindel, mit dem wir
die Gefängnisse bevölkern (Dürrenmatt. Richter 22). 3.
<b. + sich) sich mit vielen) Menschen füllen: nach dem
Kriege bevölkerte sich das Land allmählich wieder; das
Stadion bevölkerte sich; <Abl.:) Bevölkerung, die: -. -en:
1. alle Bewohner eines bestimmten Gebietes. Bewohner-
schaff: die einheimische, ländliche B.; die B. [des Staates]
nahm zu. ab; aus allen Kreisen der B. 2. <o. PI.) (selten)
das Bevölkert twerdeJn.
bevplkenmgs-, Bevölkerung»-: -abnähme, die; -abwande-
naig, die; -anteil, der; ^austauscht der; -bewegung, die:
statistische Veränderung der Struktur, räumlichen
Verteilung u. zahlenmäßigen Größe einer Bevölkerung: -dichte,
die: durchschnittliche Bevölkerungszahl pro Flächeneinheit
(1 km2) eines bestimmten Gebietes: die B. Japans; Länder
mit hoher B.; -druck, der <o. PL): wirtschaftliche u.
politische Schwierigkeiten durch hohe u. wachsende!
Bevölkerungsdichte: -explosion, die: wirtschaftliche u. politische
Schwierigkeiten verursachende rapide Zunahme der
Erdjbevölkerung: -gruppe.die: größere homogene]
Gruppe innerhalb einer Bevölkerung: Solange das Wahlrecht
auf bestimmte -n oder Bezirke beschränkt war (Fraenkel.
Staat 233); -Politik, die: politische Maßnahmen, die
Umfang. Zusammensetzung o.a. der Bevölkerung betreffen:
eine expansive (auf Bevölkerungszuwachs gerichtete) B.
betreiben; -politisch <Adj.; o. Steig.): -e Maßnahmen;
-schiebt, die; -Schwund, der; -Statistik, die; -statistisch
<Adj.; o. Steig.); -struktur,die; -Überschuß, der;
-Verschiebung, die: Änderung der Bevölkerungsstruktur od.
-Verteilung: -Wissenschaft, die <o. PI.): Wissenschaft, die sich
mit Bevölkerungsstrukturen u. -bewegungen beschäftigt:
-zahl, die; -ztffer, die: -zunähme, die; -Zuwachs, der.
bevolknAchtiaen [bd'fdlme^tign] <sw. V.; hat): jmdm. das
378
bewaldrechten
Recht geben. Rechtshandlungen für einen selbst
vorzunehmen: jtndm. eine Vollmacht geben: Jmdn. zu etw. b.; jmdn.
b.. etw. abzuholen; [zu etw,] bevollmächtigt sein; <Abl.:>
Bevollmächtigte, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete):
jmd.. der bevollmächtigt worden ist: der B. der Regierung;
Bevollmächtigung, die; -. -en.
bevor [bo'fo:^] <Konj.) [mhd. (be)vor. e... = (es geschah)
vorher, ehe ...; mhd. bevor, ahd. bifora = vorher, zuvor»
aus: bl fora = vorn, voraus (vgl. tbei u. tvor)] (drückt
aus. daß etwas zeitlich vor etwas anderem geschieht): ehe,
früher als, vor dem Zeitpunkt: b. wir abreisen, müssen
wir noch viel erledigen; es geschah, ist geschehen, [kurz]
b. er starb; er verließ uns. [noch] b. wir ihn (als wir
ihn noch nicht) begrüßt hatten; * bevor ... nicht
(Voraussetzung ist, daß.... sonst/vorher...): b. du nicht unterschreibst,
unterschrieben hast, lasse ich dich nicht Tort; ich lasse
dich nicht fort, b. du [nicht] (wenn du nicht vorher)
unterschrieben hast.
bevormunden [te'fo.'gmundn] <sw. V.; hat): jmdm., einer
Gruppe, einem Volk o. ä. die ihm, ihr zustehende
Entscheidungsfreiheit nehmen, indem man für ihn. sie, es entscheidet:
ich lasse mich von niemandem b.; durch dieses politische
Bündnis soll kein Land bevormundet werden; <Abl.:>
Bevormundung, die; -, -en: obrigkeitliche B.; die B. durch
die Familie; ich verbitte mir Jede B.; solche Maßnahmen
führen zu einer B. der Wirtschaft.
bevorraten [bs'fo:^ra:tn] <sw. V.; hat) (Papierdt.): mit einem
Vorrat versehen: Haushaltungen [mit etw.] b.; wir sind
ausgezeichnet bevorratet; <Abl.:> Bevorratung, die; -. -en.
bevorrechten [bö'fo.Brajtn] <sw. V.; hat) älter für T
bevorrechtigen; <Abl.:> Bevorrechtung, die; -. -en; bevorrechtigen
[ba'fo.^rE^tign] <sw. V.; hat) [für älteres: bevorrechten]:
jmdm.. einer Gruppe Vorrechteu. damit eine Vorzugsstellung
gewähren, zugestehen, einräumen, belassen: jmdn.. eine
Gruppe durch Gewähren besonderer Rechte bevorzugen, pri-
vilegieren: einzelne Personen b.; eine bevorrechtigte
Minderheit; <Abl.:> Bevorrechtigung, die; -. -en: die B. der
Fußgänger an Überwegen.
bevorschussen [bd'fo^Jusn] <sw. V.; hat) (Papierdt.):
jmdm.] einen Vorschuß auf etw.} gewähren: eine Firma
b.; [einem Bauern] die Ernte b.; [jmdm.] das nächste Gehalt
b.; <Abl.:) Bevorschussung, die; -. -en.
bevorstehen <unr. V.; hat): . in naher Zukunft] zu erwarten
sein: seine Abreise, das Fest stand [unmittelbar, nahe]
bevor; die -den Wahlen; mir steht Schlimmes bevor (ich
habe Schlimmes zu erwarten).
bevorteilen [te'fortajln] <sw. V.; hat): 1. mit einem Vorteil
bedenken, begünstigen: jmdn.. ein Unternehmen b. 2.
(veraltet) übervorteilen: <AbI.:> BevprteUung. die; -. -en.
bevorworten [bo'fo:tfV3rtri] <sw. V.; hat): mit einem Vorwort
versehen: <Abl.:> Bevorwortung, die; -. -en.
bevorzugen (to'fo:^^u:gn] <sw. V.; hat): a) den Vorzug
geben, lieber mögen: Rotwein, ausländische Ware b.; sie
war eine von der Art Frauen, die er bevorzugte; b) besser
als andere behandeln, begünstigen, bevorrechtigen: der
Lehrer bevorzugte diesen Schüler [vor den anderen]; eine
bevorzugte Stellung einnehmen; Kriegsversehrte sind
bevorzugt (vor den anderen) zu bedienen; <Abl.:> Bevorzugung,
die; -. -en.
bewachen <sw. V.; hat): über jmdn. od. etw. wachen: auf
etwas aufpassen: die Grenze b.; der Hund bewacht das
Haus; die Gefangenen werden streng, scharf bewacht; ein
bewachter Parkplatz; der gefährliche Torschütze wurde
gut bewacht (Ballspiele; scharf, genau gedeckt): Ü Leiden
heißt, seine Schmerzen aufmerksam b. (beobachten: K
Roehler. Würde 131); <Abl.:) Bewacher [te'vaxB], der;
-s. -: jmd.. der jmdn. od. etw. bewacht: die B. der
Kriegsgefangenen; der Mittelstürmer konnte seinen B. (Ballspiele;
den Spieler, der ihn scharf, genau deckt) abschütteln.
bewfdisen <st. V.; hat): wachsend bedecken, überziehen:
Moos bewuchs den Felsen; <meist im 2. Part.:) das
Grundstück ist von Unkraut, mit Schilf bewachsen; eine von.
mit Efeu bewachsene Laube; Fleming hatte eine
Nährbodenschale mit Traubenkokken beimpft. Als er die Schale
nach der Bebrütung betrachtete, sah er auf der dicht
bewachsenen Platte einen bakterienfreien Bezirk (Medizin
II. 122); <Abl.:> Bewachung, die; -. -en.
Bewachung, die; -. -en: Subst. zu t bewachen: 1. das
Bewach/ twerd Jen: die B. eines Gebäudes übernehmen; jmdn.
unter scharfer B. abfuhren; jmdn. od. etw. unter B. stellen
(bewachen lassen): sich der B. (Ballspiele; genauen Dek-
kung) entziehen. 2. Wachmannschaft. Wache: die B.
verstärken; <Zus. zu 1:) Bewachungsmannschaft, die: Bew^chungs-
sy stem, das.
bewaffnen <sw. V.; hat): mit Waffen versehen: die Truppen
wurden neu bewaffnet; die Rebellen waren schwer
bewaffnet; er bewaffnete sich mit einem Messer; bewaffnete
Soldaten; bewaffneter (unter Anwendung von Waffen geleisteter)
Widerstand; ein bewaffneter Friede (bei gleichzeitiger
Verteidigungsbereitschaft): der Stern ist nur mit bewaffnetem
Auge (durchs Fernglas) zu erkennen; Ü ich bewaffnete
mich (scherzh.; versah mich) mit einem Regenschirm, mit
einem Löffel; <Abl.:> Bewaffnete, der u. die; -n. -n <Dekl.
f Abgeordnete); Bewaffnung, die; -. -en: 1. das Bewaffnen.
Bewaffnetwerden: die B. der Truppe beschleunigen. 2.
Gesamtheit der Waffen, mit denen jmd. od. etw. ausgerüstet
ist: die atomare B.; zur B. der Truppe gehören auch
Maschinengewehre.
Bewahranstalt, die: TKinderbewahranstalt; bewahren <sw.
V.; hat): 1. behüten, schützen: Jmdn. od. etw. vor Schaden
b.; jmdn. vor Krankheit, vor Enttäuschungen b.; vor etw.
bewahrt bleiben; (veraltet:) das Haus, einen Schatz b.;
Gott, der Himmel bewahre mich davor, so etwas zu tun;
*[Gott] bewahre, (ugs.:) i bewahre (durchaus nicht, aber
nein, nicht doch!): wir sind doch keine Unmenschen, b.!
2. (geh.) aufbewahren, verwahren: Schmuck in einem
Kasten b.; Ü etw. im Gedächtnis b. (behalten): sie bewahrte
diese Worte in ihrem Herzen. 3. 'beiJbehalten: erhalten:
seine Fassung. Haltung b.; ruhig Blut, kaltes Blut b.; über
etw. Stillschweigen b.; dem Freund die Treue b.; jmdm.
ein ehrendes Andenken b.; sich (Dat.) seine
Unbefangenheit b.; dieser Brauch hat sich <Akk.) bis heute bewahrt.
bewähren [bo'vE:ren] <sw. V.; hat) [mhd. bewseren. ahd.
biwären. zu twahr]: 1. <b. + sich) sich als brauchbar,
geeignet, zuverlässig erweisen: er muß sich erst noch b.;
er hat sich als treuer Freund bewährt; diese Einrichtung
hat sich gut bewährt; <2. Part.:) ein bewährter (erprobter,
tüchtiger) Mitarbeiter. 2. (veraltend) beweisen, zeigen: er
hat seinen Mut oft bewährt; Der neue Mythos bewährt
seine bindende Kraft (Niekisch. Leben 225); er (= sein
Stil) bewährte im Zorn ... solche Leidenschaft, daß aus
der aktuellen Glosse... beinahe etwas wie Dichtung wurde
(K. Mann. Wendepunkt 266).
Bewahrer [ba' va:re], der; -s, - (selten): jmd.. der etw. bewahrt
(1. 2): der B. des Schatzes.
bewahrheiten [bd'va:£haitn]. sich <sw. V.; hat): sich als wahr,
richtig erweisen: das Gerücht scheint sich zu b.; An ihm
bewahrheitet sich jene uralte Weisheit vom Propheten,
der nichts in seinem Heimatlande gilt (Thorwald.
Chirurgen 221); <Abl.:) Bewahrheitung. die; -.
bewahrsam [bdva:gza:m] <Adj.) (selten): gern u./od.
zuverlässig bewahrend, erhaltend, beibehaltend.
bewahrt [bö've.ct]: T bewähren (1); <Abl.:> Bewährtheit, die;
-: das Bewährtsein.
Bewahrung, die; -: das Bewahren (1-3).
Bewährung, die; -. -en: Subst. zu t bewähren: das
Sichbewähren: er muß eine Möglichkeit zur B. erhalten; (jur.:) er
erhielt drei Monate Gefängnis mit B. (Bewährungsfrist
u. Erlaß der Strafe bei Bewährung): die Strafe wurde zur
B. ausgesetzt.
Bewihnmgs-: ^aufläge, die (jur.): Auflage, mit der eine
Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird: ^bataillon, das:
Strafbataillon: -frist.die (jur.): Frist, in der sich ein
Verurteilter zum Zweck des endgültigen Straferlasses bewähren
soll: -helfer, der (jur.): vom Gericht bestellte Person, die
einen Verurteilten, dessen Strafe zur Bewährung ausgesetzt
wurde, beraten, betreuen u. seine Lebensführung überwachen
soll: -hilfe, die (jur.): Rat. Betreuung. Hilfe eines
Bewährungshelfers: -probe, die: die B. bestehen; jmdn. auf eine
harte B. stellen; -zeit, die.
bewalden [te'valdn] <sw. V.; hat): a) <a. + sich) sich mit
Wald bedecken: der Hügel bewaldete sich allmählich;
<meist im 2. Part.:) bewaldete Berge: b) mit Wald
bepflanzen, aufforsten: ein Gebiet b.; <Abl.:> Bewaldung, die: -.
-en: a) das Bewaldetsein: Wald, der ein Gelände, Gebiet
bedeckt: die Verschiedenheit der B. ist eine Folge des
Klimas; b) das Bewaldietwerdjen: die B. dieses Gebiets
muß beschleunigt werden; bewakfarechten [bo'valtre^tnKsw.
V.; hat) [zu veraltet waldrecht = den Gegebenheiten im
Wald entsprechend]: (gefällte Bäume) behauen, beschlagen.
379
bewältigen
bewältigen [bo'vEltignl <sw. V.; hat) [für veraltet gewältigen,
mhd. geweitigen, zu t Gewalt]: mit etwas Schwierigem fertig
werden, etwas meistern: eine Arbeit [spielend] b.; ein
Problem b. (lösen): Schwierigkeiten b. (überwinden): die
Vergangenheit, ein Erlebnis [innerlich] b. (verarbeiten u.
überwinden): das ganze Material muß bewältigt (verarbeitet)
werden; die Leute an den Schaltern konnten den
Besucherandrang nicht b. (konnten die Besucher nicht alle
abfertigen) : der Zug bewältigt (schafft) die Strecke in 5 Stunden;
diese Portionen kann man kaum b. (aufessen): <AbI.:)
Bewältigung, die; -. -en: die B. dieser Schwierigkeiten.
bewundern <sw. V.; hat) /vgl. bewandert/ (selten): (ein
Gebiet) in ausgedehnterem Maße durchwandern u. dadurch
kennenlernen: ich habe im Urlaub den Süden Englands
bewandert; bewandert [bo'vandet] <Adj.; nicht adv.): in
etw. erfahren, gut Bescheid wissend, sich auskennend,
versiert: auf einem Gebiet [gut] b. sein; ein in allen
einschlägigen Arbeiten -er Fachmann, dazu: Bew^ndertheit, die; -.
bewandt [bo'vant] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [mhd. bewant.
zu T bewenden] in der Verbindung so b. sein (veraltet; so
beschaffen, gelagert): die Umstände sind so b. ...; damit
ist es so b. (steht es so. hat es folgendes auf sich): <Abl.:>
Bewandtnis [bo'vantnis]. die; -. -se: 1. <o. PI.) (veraltet)
Beschaffenheit: Das Papier der schriftlichen Mitteilung
war bedruckt mit Namen und geschäftlicher B. einer
mittleren Pension in Taormina auf Sizilien (Johnson.
Mutmaßungen 22). 2. meist in Verbindungen wie: mit jmdm..
mit etw. hat es [s]eine eigene/besondere B.. hat es folgende
B. (für jmdn.. für etw. sind besondere/folgende Umstände
maßgebend, mit jmdm.. mit etw. hat es etwas
Besonderes/folgendes auf sich).
tMwfssern <sw. V.: hat): durch Zuführung von Wasser mit
Bodenfeuchtigkeit versehen: die Wüste zu b. suchen; der
Fluß bewässert die Ebene; Felder durch ein System von
Kanälen [künstlich] b.; <Abl.:) Bewässerung, (selten:) Be-
wfBnmg, die; -. -en: die B. des Rasens.
Bewässerung*-, (selten:) Bew$finmgs-: Minlage, die; -graben,
der; -kanaJ, der; -pumpe, die; -System, das: System von
Bewässerungsanlagen.
bewegbar [to've:kba:?] <AdJ.; nicht adv.): so beschaffen,
daß es 'bewegt werden kann: 'bewegen [to've:gn] <sw. V.;
hat) [mhd. bewegen, ahd. biwegen, zu: wegen = in
Bewegung setzen; schwach gebeugtes Veranlassungswort zu:
wegan. t2bewegen]: 1. a) aus der Ruhelage bringen: den
Arm b.; der Wind bewegte die Blätter; er konnte die
Kiste nicht [von der Stelle] b.; sie bewegte beim Sprechen
kaum die Lippen; <2. Part.:) die See war leicht, stark
bewegt: Ü bewegte (ereignisreiche, unruhige) Zeiten; ein
bewegtes (unruhiges, an Erlebnissen reiches) Leben; sie
hat eine bewegte (verhüll.; moralisch nicht einwandfreie)
Vergangenheit; b) <b. + sich) sich aus der Ruhelage bringen,
sich regen, rühren: sich nur langsam b. können; die Blätter,
die Fahnen bewegen sich im Wind; vor Schmerzen konnte
er sich kaum b.; der Schlafende hat sich bewegt; c) zur
Ortsänderung bringen: [sich] auf und ab. hin und her b.;
sich im Kreis b.; die Pferde sollen nach Möglichkeit jeden
Tag bewegt (geritten, eingespannt) werden; ich muß mich
noch ein bißchen b. (ugs.; an die Luft gehen)', bei der
Anlage des Parks wurden viele hundert Kubikmeter Erde
bewegt; d) <b. + sich) sich an einen anderen Ort begeben,
den Ort stetig (in einer bestimmten Richtung, auf einem
bestimmten Weg) wechseln: ein langer Zug von Menschen
bewegte sich zum Friedhof; die Erde bewegt sich um die
Sonne; Ü die Ausführungen des zweiten Redners bewegten
sich in der gleichen Richtung (hatten die gleiche Tendenz):
der Preis bewegt sich (schwankt) zwischen zehn und
zwanzig Mark; e) sich verhalten: sich völlig ungezwungen,
unsicher b.; er durfte sich [innerhalb des Lagers] frei b.; sie
wußte nicht, wie sie sich in diesen Kreisen b. sollte: er
bewegte sich mit großer Sicherheit auf dem diplomatischen
Parkett (zeigte ein sicheres Verhalten). 2. a) erregen,
ergreifen, rühren: seine Worte haben uns tief bewegt; niemand
wußte, was den Alten so heftig bewegte; eine bewegende
(ergreifende) Rede; er dankte [mit] bewegtlen Worten]
(gerührt, ergriffen): b) innerlich beschäftigen: dieser
Gedanke bewegt mich seit langem; c) (geh.) bei sich bedenken:
„Geht und bewegt bei euch alle meine Worte!" (Th. Mann.
Joseph 362); 2bcwcgcn [-] <st. V.; hat) [mhd. bewegen
= bewegen, ahd. biwegan = bewegen, abwägen, zu mhd.
wegen = sich bewegen; Gewicht haben, ahd. wegan =
bewegen, wiegen; vgl. Iwägen]: (durch Gründe. Motive)
veranlassen, bestimmen, zu einem bestimmten Entschluß
bringen: Jmdn. zum Einlenken b.; er ließ sich nicht b..
bei uns zu bleiben; was hat ihn wohl zur Abreise bewogen?;
der Brief bewog ihn [dazu], die Anzeige zurückzuziehen,
dazu: Beweggrund, der; -[e]s. ...gründe: jmdn. zu etw.
bewegender Grund, innerer j Anlaß. Motiv: die Beweggründe
für Jmds. Handeln aufdecken; aus niedrigen Beweggründen
handeln; <Abl. zu: 'bewegen:) beweglich [bove:kli$] <Adj.)
[mhd. beweglich]: 1. was sich leicht 1 bewegen läßt, f leicht/
bewegbar (Ggs.: unbeweglich): ein -er Ring. Griff; die
Puppe hat -e Glieder; -e (transportierbare) Habe. Güter;
Ostern und Pfingsten sind -e Feste (nicht an ein festes
Datum gebundene Feste: Ggs.: unbewegliche Feste); der
Hebel ist nur schwer b.; Sie versuchten, die Soldaten und
Fahrzeuge b. zu halten (Kuby. Sieg 126). 2. lebhaft, rege:
wendig, schnell reagierend (Ggs.: unbeweglich): ein flinker,
-er Bursche; ein -er Verstand; er ist [geistig] sehr b.; eine
-e (wendige u. elastische, flexible) Politik. 3. (veraltend)
bewegend, rührend, ergreifend: Seine letzten großen Reden
sind ... -e Klagen über die Schlechtigkeit der Menschen
(Sieburg. Robespierre 208); sie konnte recht b. bitten ...;
wenn es ihm. wie er so b. klagte, von Tag zu Tag
unleidlicher war (Fussenegger. Haus 280); <Abl. zu 1. 2:)
Beweglichkeit die: -: bewegt [bö've:kt] <Adj.) [2. Part, zu t
'bewegen (1 a. 2 a)]. dazu: Bewegtheit die; -; Bewegung, die;
-. -en: 1. a) das Sich/bewegen durch Veränderung der
Lage. Stellung. Haltung: eine ruckartige B.; ihre -en sind
elegant, geschmeidig, plump; sie machte eine ungeduldige,
abwehrende B. [mit der Hand]; eine Maschine in B. (in
Gang) setzen; sie zog ihren Arm mit einer unwilligen B.
zurück; b)das Sich ibewegen. Ortsveränderung: die
gleichmäßig beschleunigte B. eines fallenden Steins; der Bau
erfordert die B. großer Erdmassen; B. durch Treibriemen
übertragen; B. in Wärme umsetzen; sich <Dat.) B. machen
(sich zur Erhaltung der Gesundheit körperlich bewegen,
insbes. Spazierengehen): der Arzt verordnete ihm viel B.
in frischer Luft; die ganze Stadt (Bevölkerung der Stadt)
war in B.; wir werden ihn schon in B. bringen, halten
(machen, daß er etwas tut): *sich in B. setzen (sich in
eine Richtung zu bewegen beginnen): der Zug. (ugs.:) der
Kellner setzte sich in B. 2. inneres Bewegtsein, innere
Bewegtheit. Ergriffenheit. Rührung. Erregung: er konnte seine
[innere] B. nicht verbergen; sein Spiel löste große B. unter
den. bei den Zuschauern aus. 3. a) politisch u.lod. historisch
bedeutendes gemeinsames (geistiges od. weltanschauliches)
Bestreben einer großen Gruppe: die liberale B. des 19.
Jahrhunderts; eine B. ins Leben rufen; b) größere Anzahl von
Menschen, die sich zur Durchsetzung eines gemeinsamen
politischen i Zieles zusammengeschlossen haben:
verschiedene -en zur Befreiung des Staates bekämpften sich.
bewegungs-, Bewegungs-: -ablauf, der; -apparat, der
(Anat.); -bad, das: Bad für /ärztlich verordnete/
Bewegungsübungen im Warmwasserbecken mit od. ohne
Anleitung bzw. Hilfen einer Krankengymnast in J: ein mit Ther-
malsolegefülltes B.; -bedürfnfa, das <o. PI.); -behandlung,
die: svw. t-therapie; -drang, der <o. PI.); Energie, die
<o. PI.) (Physik): Energie, die ein Körper auf Grund seiner
Bewegung besitzt, kinetische Energie: —erziehung, die <o.
PI.) (Sport); -fretodt. die <o. PI.): jmdm. (selten: einer
Sache) belassene Möglichkeit, sich frei zu bewegen: jmdm.
volle B. lassen; Ü die B. der Forschung (Freiheit der
Betätigung u. Entfaltung) gewährleisten; -krieg, der: Krieg mit
beweglichen Fronten (Ggs.: Stellungskrieg); -lehre, die (bes.
Sport); ^k» <Adj.; o. Steig.): ohne Bewegung, unbewegt,
reg, ungsjlos: b. stehenbleiben, dazu: -losigkelt, die; -;
-nerv, der (Med.): Nerv, der dem Muskel die
Bewegungsimpulse zufuhrt: Dichtung, die; -spid, das: Spiel, das
körperliche Bewegung bezweckt: -«tudie, die: 1. Studie, die eine
Darstellung u. Analyse des rationellsten/ Bewegungsablaufs
insbes. bei Arbeitsverrichtungenbezweckt: eine B. anfertigen,
ausarbeiten. 2. (meist PI.) Studie zur künstlerischen
Wiedergabe od. Darstellung einer Bewegung in ihren einzelnen
Phasen: -n machen; -therapie, die: Therapie durch geplante
aktive od. passive Bewegung des Körpers od. einzelner
Glieder: -trieb, der <o. PL); -anAhig <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.). dazu: Mmflhtgkett. die <o. PI.); -vermögen, das
<o. Pl.);^webe,die.
bewehren <sw. V.; hat): 1. (veraltend) bewaffnen, insbes.
mit Verteidigungswaffe: nj. -anläge!n] versehen: jmdn..
380
Bewerfung
sich mit Lanze und Schild b.; <meist 2. Part.:) einige
wenige Zuckmückenarten ..., deren Larven sich mit ihren
mit kleinen Krallen bewehrten Fußstummeln und
Nachschiebern ... festklammern können (Thienemann. Umwelt
43); die Burg war mit dicken Mauern bewehrt. 2. svw.
tarmieren (2 a); <Abl.:> Bewehrung, die; -. -en: 1. das
Bewehr twerd/en (1. 2). 2. Gesamtheit dessen, womit jmd.
od. etw. bewehrt (1. 2) ist.
beweiben [ba'vqjbn], sich <sw. V.; hat) [spätmhd. bewiben
= jmdm. ein Weib geben] (veraltet, noch scherzh.): sich
(mit einer Frau) verheiraten, sich eine Frau nehmen: er
hat sich beweibt; (meist im 2. Part.:) er ist Jetzt auch
beweibt.
bewejden <sw. V.; hat): weidend abgrasen: Scheidet eine
Aufforstung aus .... müssen diese Flächen künftig gemäht
oder beweidet werden (Tier 12. 1971. 42); die Wiese ist
lange nicht beweidet worden; von Schafen beweidetes
Grasland; <Abl.:) Bewgjdung. die; -. -en.
beweihräuchern <sw. V.; hat): I. mit Weihrauch umgeben,
erfüllen: ein Kultbild b. 2. (abwertend) über Gebühr, maßlos
verherrlichen, übertreibend loben: eine philosophische
Autorität b.; sich selbst b.; <Abl.:> Beweihrikicherung, die;
-, -en.
beweinen<sw V.; hat): / weinend/ betrauern, beklagen: einen
Toten, einen Verlust b.; <Abl.:) Beweinung, die; -. -en
<P1. selten): die B. Christi, eines Toten; die. eine B. Christi
(künstlerische Darstellung der Beweinung Christi) des
Malers Kr.
Beweis [ba'vajs], der; -es. -e: 1. Nachweis dafür, daß etw.
zu Recht behauptet, angenommen wird: Vorbringen,
Anführen einer] Gesamtheit von bestätigenden Umständen,
Sachverhalten, Zeugnissen, Gründen, Schlußfolgerungen: ein
schlussiger B.; Da fingen sie an. ihm alles vorzurechnen
und fügten B. auf B. (Brecht. Geschichten 18); schlagende
-e (sichere Beweise: ugs. scherzh.: Prügel): das ist der
B. seiner Schuld/für seine Schuld; der B. für die Richtigkeit
meiner Auffassung ist. daß ...; -e für etw. haben; der
Angeklagte wurde aus Mangel an -en/(Amtsdt.:) mangels
-en freigesprochen; als/zum B. seiner Aussage legte er
Briefe vor; ich glaube das bis zum B. des Gegenteils;
den B. für etw. antreten, für etw. erbringen (nachdrücklich;
etw. beweisen): B. erheben (jur.: 1. die Beweisaufnahme
durchführen. 2. die zur späteren Beweisführung notwendigen
Beweise einholen): etw. unter B. stellen (Amtsspr.; etw.
beweisen). 2. Ausdruck, sichtbares/ Zeichen: Zeichen, das
etw. offenbar macht: die Äußerung ist ein B. ihrer
Schwäche; gaben beide überraschende -e ihrer Trinkfestigkeit
(Böll. Erzählungen 174); die Ausstellung ist ein sprechender
B. für die Leistungsfähigkeit des Landes; sie schwieg-
ein B.. daß sie sich schuldig fühlte; wir danken für die
zahlreichen -e der Anteilnahme; Jmdm. einen B. seines
Vertrauens geben (jmdm. sein Vertrauen beweisen).
beweis-. Beweis-: MUitrag, der (Jur.): Antrag eines
Prozeßbeteiligten, über eine Behauptung durch ein bestimmtes
Beweismittel Beweis zu erheben: -aufnähme, die (jur.): richterliche
Prüfung u. Benutzung der Beweismittel in einem bestimmten
gerichtlichen Verfahrensabschnitt: die B. eröffnen,
schließen; in die B. eintreten; -besdiluß, der (jur.): Anordnung
einer Beweisaufnahme durch förmlichen Gerichtsbeschluß:
-erhebung, die (Jur.): 1. Beweisaufnahme. 2. Einholung der
Beweise: -führong, die: a) das Durch Iführen. Liefern.
Erbringen eines Beweises: die B. übernehmen; (Jur.:) die B.
obliegt dem Kläger; b) geplante Folge der Schritte eines
Beweises: eine exakte, geschickte, logische B.; -gang, der:
Folge der Teile eines Beweises: -gegenständ, der (bes. jur.):
Gegenstand des Beweises: dasjenige, was in der
Beweisaufnahme ermittelt werden soll: -iprund. der: Grund, auf den
sich ein Beweis stützt: ein entscheidender, stichhaltiger
B. für die Richtigkeit dieser Behauptung; -kette, die: Kette
von Teilbeweisen; --kraft, die <o. PI.): Eignung, als
glaubwürdiger Beweis zu gelten: dieses Dokument. Zeugnis hat
keine B . dazu: -kräftig <Adj.; nicht adv.); -bst, die <o.
PI.) (Jur.): 1. svw. Kpflicht: die B. tragen. 2. Nachteil,
den eine Prozeßpartei dadurch erleidet, daß unklar bleibt,
ob eine Behauptung, für die sie beweispflichtig ist, wahr
ist oder nicht; -material, das <P1. ungebr.): Material, das
zu einem juristischen Beweis beiträgt: erdrückendes B. für
die Schuld eines Angeklagten vorlegen; -mittel, das:
Mittel. Sache. Indiz, worauf sich ein Beweis stützt, insbes.
(jur.) eines der Mittel, die dem Richter Kenntnisse über
den Beweisgegenstand ermöglichen od. vermitteln sollen
(z.B. Augenschein, Urkunden, Zeugen, Sachverständige,
Parteivernehmung): ^not, die <o. PI.): Zwangslage, in der
man l vor Gericht] etw. beweisen soll, von dessen Wahrheit
man überzeugt ist, wofür einem jedoch die Beweise fehlen:
in B. sein; -pflicht, die <o. PI.) (jur.): die jeder Prozeßpartei
obliegende Verpflichtung, ihrem Klagebegehren günstige
Tatsachen notfalls auch zu beweisen, dazu: -pflkhtig <Adj.;
o. Steig.); -Sicherung, die (Jur.): in Ausnahmefällen vor
od. in einem Gerichtsverfahren erlaubte vorzeitige
Beweisaufnahme zur Sicherung von Beweismitteln; -Strategie, die:
methodische Beweisführung. Beweismethode; -stück, das:
Sache, auf die sich ein Beweis stützt; -tennin, der (jur.):
Termin zur Beweisaufnahme; -verfahren, das (Jur.);
-Würdigung, die (Jur.): richterliche Prüfung u. Entscheidung, ob
ein Beweis gelungen ist.
beweisbar [te'vtysba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
beweisen lassend: diese Behauptung ist nicht b.; <AbI.:)
Beweisbarkeit, die; -; beweisen <st. V.; hat) [mhd. bewlsen
= belehren, zeigen, aufweisen]: 1. den Beweis (\) für etw.
liefern, führen; nachweisen: seine Unschuld, die Richtigkeit
einer Behauptung [durch Argumente, Urkunden, Zeugen]
b.; Einmal wird es mir gelingen, deine Verbrechen zu
beweisen (Dürrenmatt. Richter 80); dieser Brief beweist
gar nichts; es läßt sich [nicht mehr] b., daß er dort war;
dem Angeklagten konnte die Tat nicht bewiesen werden;
ich habe ihm [dadurch, damit] bewiesen, daß er unrecht
hat; was zu b. war (bekräftigende Schlußformel nach einem
durchgeführten Beweis); einen [mathematischen] Lehrsatz
b. (ableiten). 2. einen Beweis (2) von etw. geben; erkennen
lassen, zeigen: er hat bei dem Unglück große Umsicht
bewiesen; ihre Kleidung beweist, daß sie Geschmack hat;
seine Ablehnung beweist nur seine mangelnde Einsicht,
beweist, wie er darüber denkt; Es galt, sich und dem
Partner das eigene Genie zu beweisen (K. Mann,
Wendepunkt 94); jmdm. [seine] Teilnahme b. (veraltend;
erweisen).
bewenden <unr. V.) [mhd. bewenden, ahd. biwenten =
hin-, um-, anwenden] in der Verbindung es bei/(seltener:)
mit etw. b. lassen (es mit etw. genug, gut. abgetan, erledigt
sein lassen); wir wollen es diesmal noch bei einer leichten
Strafe b. lassen; <subst.:> damit (dabei) mag (soll) es sein
Bewenden haben (damit soll es genug sein, dabei mag
es bleiben); damit aber hat es keineswegs sein Bewenden
(damit ist es keineswegs genug).
Bewerb [bo'verp]. der; -[eis. -e (österr. Sport): Wettbewerb:
jmdn.. eine Mannschaft aus dem B. werfen; Bewprbchen,
das, in der Wendung sich ein B. machen (obersächs.; jmdn.
besuchen, sich mit jmdm. beschäftigen u. dabei ein
verstecktes Ziel verfolgen: vgl. Gewerbe); bewarben, sich <st. V.;
hat): sich um erw., bes. eine Stellung o.a., (auch:) jmdn.
bemühen: sich um eine Stellung, um ein Stipendium b.;
als sich Peters 1895 um ein Reichstagsmandat bewarb
(Grzimek. Serengeti 105); er bewarb sich darum, in den
Klub aufgenommen zu werden; ich habe mich dort [als
Buchhalter] beworben; sich um einen Mitarbeiter b.; (geh.:)
sich um jmds. Gunst b.; (veraltend:) sich um ein Mädchen
b. (sich um sie bemühen, um sie zu heiraten; ihr einen
Heiratsantrag tnachen; um ihre Hand anhalten); <Abl.:)
Bewerber.der; -s. -: jmd.. der sich um etw. od. jmdn. bewirbt:
für diesen Posten, fiir den Weltmeistertitel gibt es
zahlreiche Bewerber; Ein Schuhgeschäft hatte einen
Reklamegänger gebraucht, und unter den ... -n war ... Walter
ausgewählt worden (Schnurre. Bart 33); sie hat viele Bewerber
(Freier) [abgewiesen]; Bewerbung, die; -. -en: l.das
Sichbewerben: seine B. [um die Stelle] hatte Erfolg; er hat seine
B. zurückgezogen; (veraltend:) das Mädchen nahm seine
B. an (willigte ein, ihn zu heiraten). 2. Bewerbungsschreiben:
eine B. schreiben; auf die Annonce hin gingen zahlreiche
-en ein.
Bew^rbtings-: -bogen, der: Fragebogen, Formular für eine
Bewerbung; -formular, das; -schreiben, das; -unterlagen
<PI.X
bewarfen <st. V.; hat): 1. etw. auf jmdn., auf etw. werfen;
der Zug wurde mit Steinen beworfen; der Redner wurde
mit faulen Eiern und Tomaten beworfen; sich [gegenseitig]
mit Schneebällen b.; Ü jmdn.. jmds. Namen mit Schmutz
b. (jmdn. in übler Weise verleumden, beleidigen). 2. (Bauw.)
durch Bewerfen verputzen: eine Mauer mit Mörtel b.; <Abl.:>
Bewerfung. die; -. -en.
381
bewerkstelligen
bewerkstelligen [tovErk-Itelign] <sw. V.; hat) [zu veraltet
werkstelligen, für: werkstellig machen = ausführen, ins
Werk setzen, zu fWerk] (Papierdt.): (etw. Schwieriges)
mit Geschick od. Schläue zustande bringen, erreichen: er
wird den Verkauf schon b.; wir müssen es irgendwie b.,
daß er mitmacht; Sie halten mich zu Heimlichkeiten an.
die ... sehr schwer zu b. sind (Th. Mann. Krull 3%);
wenn er auszieht, um ... eine schwere Aufgabe zu
bewältigen, so weiß er meist nicht, auf welche Weise er das
b. soll (Lüthi. Es 109); <Abl.:) Bewerkstelligung. die; -.
bewertbar [to'vergtbaig] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich
bewerten lassend:... aus den Gutachten -es Material heraus-
zufiltern (Noack. Prozesse 116); bewerten <sw. V.; hat):
dem GeldI wert, der Qualität. Wichtigkeit nach ein
/schätzen, beurteilen: das Grundstück wurde mit 80000 Mark
viel zu hoch bewertet; man muß diese Äußerungen richtig
b.; einen Menschen nach seinem Erfolg b.; eine Handlung
als Heldentat b.; der Aufsatz wurde mit [der Notel ..gut"
bewertet; (Sport:) die Kampfrichter bewerteten die Kür
mit Noten zwischen S.6 und 3.9; <Abl.:) Bewertung, die;
-. -en: 1. das Bewerten: die B. eines Grundstücks; die
B. eines Aufsatzes durch den Lehrer. 2. sprachliche
Äußerung, durch die etw. (jmd.) bewertet wird: eine B. schreiben;
seine Leistung erhielt unterschiedliche -en.
Bewertungs-: -maßstab. der: bei der Beurteilung der Schüler
muß ein einheitlicher B. angelegt werden; ^unterlagen
<P1.>; -Vorschrift, die.
bewettern <sw. V.; hat) (Bergbau): einem Grubenbau
Frischluft zuführen: eine Grube, einen Schacht b.; <Abl.:)
Bewetterung, die; -.
bewjckeln <sw. V.; hat): dicht umwickeln: eine Spule mit
Draht b.; ihre mit Lappen bewickelten Gesichter (Plievier,
Stalingrad 74); <Abl.:) Bewjcklejhing. die; -. -en: 1. das
Bewickeln. 2. das. womit etw. bewickelt ist: die B. des
Rohrs ist schadhaft geworden.
bewfehern <sw. V.; hat) (ugs.): laut über etw. lachen.
bewiesen <2. Part, zu tbeweisen; Abi.:) bewj&enermgfien
<Adv.): wie bewiesen wurde: nachweislich: die Behauptung
ist b. unwahr.
bewilligen [to'vilign] <sw. V.; hat) [zu gleichbed. mhd.
willigen, zu twillig]: (insbes. offiziell, amtlich auf Antrag)
gewähren, genehmigen, zugestehen, zubilligen: jmdm. einen
Kredit b.; man hat ihm zwei Mitarbeiter bewilligt; die
Steuern mußten vom Parlament bewilligt werden; nur
staatlich bewilligtes Holz prasselt in den Öfen (A. Kolb.
Schaukel 38); die bewilligte Gehaltserhöhung tritt
rückwirkend in Kraft; * jmdm. eins/eine/ein Ding b. (salopp; jmdm.
eine Ohrfeige geben: einen Schlag. Stoß. Tritt versetzen):
ich bewillige dir gleich eine; dem Linksaußen haben sie
ein Ding bewilligt; <Abl.:> Bewilligung, die; -. -en: die
B. [eines Kredites, zur Akteneinsicht] geben, erhalten; sie
hat die B.. den Gefangenen zu besuchen; um [die] B.
von drei Wochen Urlaub bitten, dazu: Bewjlltgungsantrag.
der. bewjlligungspflichtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
bewillkommnen [tovilkanndn] <sw. V.; hat) [für älteres
bewillkommen] (geh.): willkommen heißen, mit freundlicher
Begrüßung empfangen: den Gast b.; daß wir den Tod nur
als Erlöser b. können (Freud, Unbehagen 121); <Abl.:>
Bewjllkommnung. die: -• -en.
bewtanpeln [bo'vimpln] <sw. V.; hat): mit Wimpeln versehen,
schmücken: <meist im 2. Part.:) bunt bewimpelte Boote;
<Abl.:> Bewjmp(e]lung. die; -. -en: 1. das Bewimpeln. 2.
Wimpelschmuck.
bewimpert [bo'vimpet] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
Wimpern ausgestattet: das -e Auge; die Flügel dieses Insekts
sind b. (am Rand mit kleinen Härchen versehen): <Abl.:>
Bewjmperung. die; -. -en: Gesamtheit der Wimpern, mit
denen etw. ausgestattet ist.
bewjrken <sw. V.; hat): verursachen, (als Wirkung)
hervorbringen, veranlassen, hervorrufen, herbeiführen: eine
Änderung b.; er. sein Eingreifen bewirkte, daß sich manches
änderte; damit bewirkte (erreichte) er [bei ihr] nur das
Gegenteil; eine Befreiung, die von den Deutschen selbst
bewirkt werden müsse (Rothfels. Opposition 165 f.);
<Abl.:> Bewjrkung, die; - (selten).
bewirten [bo'virtn] <sw. V.; hat) [zu tWirt]: 1. einem Gast
zu essen u. zu trinken geben: er bewirtete uns mit Tee
und Gebäck; wir wurden fürstlich bewirtet. 2. (Schweiz.)
(Land) bewirtschaften: ein Landgut b.
bewirtschaften <sw. V.; hat): 1. (insbes. einen
landwirtschaftlichen Betrieb, eine Gaststätte) wirtschaftend leiten,
betreiben, versorgen: einen Bauernhof rentabel b.; Landedelleute,
die ihren Besitz vorbildlich bewirtschafteten (Kranz.
Märchenhochzeit II); eine [nur im Sommer] bewirtschaftete
(als Gaststätte geöffnete) Hütte. 2. bestellen,
landwirtschaftlich bearbeiten: ein Stück Land b. 3. Verbrauch.
Zuteilung. Verkauf od. Vergabe von etw. staatlich kontrollieren,
lenken u. einschränken, rationieren: Nahrungsmittel.
Wohnraum. Devisen b.; Maria ... mußte während der
letzten Kriegsjahre, da selbst die Blechtrommeln...
bewirtschaftet wurden, den Händlern Zucker ... bieten (Grass.
Blechtrommel 319); <Abl. zu 1. 2:) Bewjrtsdiafter. der;
-s. -: jmd., der etw. bewirtschaftet: <Abl. zu 1-3:)
Bewirtschaftung, die: -. -en; zu 3: die B. von etw. einführen;
diese Waren unterliegen der B.
Bewjrtung. die; -. -en: 1. das Bewirten: sich um die B.
der Gäste kümmern; er bedankte sich beim Abschied für
die freundliche B. (dafür, daß er freundlich bewirtet worden
war). 2. (selten) das. womit jmd. bewirtet wird: B.
herzustellen für viele (Th. Mann. Joseph 296).
bewitzein <sw. V.; hat): über etw.. jmdn. Witze machen,
witzeln: Jmdn.. jmds. Kleidung b.; <Abl.:) Bewjtzeiung.
die; -. -en.
bewog [bo'vo.k], bewöge [to'vo.ga). bewogen [te'vo:gn]: 12be-
wegen.
bewohnbar [tovo:nba:g] <Adj.; nicht adv.): so beschaffen,
daß es bewohnt werden kann: ein nicht mehr -es Gebäude;
(Abi.:) Bewohnbarkeit, die; -; bewohnen <sw. V.; hat):
in. auf etw. wohnen: ein Haus. Stockwerk b.; die Insel
ist [nicht] bewohnt; ein von zahlreichen Stämmen
bewohntes (bevölkertes) Gebiet; das Adonisröschen bewohnt die
... Steppenheide (Bot.; kommt in der Steppenheide vor;
Kosmos 3, 1965. 106); nur jede zwanzigste Tsetsefliege
ist von der Schlafkrankheit bewohnt (Zool.; trägt die
Erreger der Schlafkrankheit in sich: Grzimek, Serengeti 303);
<Abl.:> Bewohner [ta'vo:m?]. der; -s. -: 1. jmd.. der etw.
bewohnt: die Bewohner des Hauses, der Insel; das
Adonisröschen, ein B. der Steppenheide (Bot.; eine nur
in der Steppenheide vorkommende Pflanze; Kosmos 3,1965.
107); das Reh ist ein B. des Waldes (Zool.; ein im Wald
lebendes Tier). 2. <P1.) (ugs.) Ungeziefer, von dem jmd.
befallen ist: er hat sich im Lager B. zugezogen, zu I:
Bewohnerschaft, die; -. -en: Gesamtheit der Bewohner; Be-
wohnung, die; -.
bewölken [bö'voelkn]. sich <sw. V.; hat) [zu fWolke): sich
mit Wolken bedecken (Ggs.: entwölken, sich): der Himmel
bewölkte sich rasch; Ü seine Stirn bewölkte sich (seine
Miene verfinsterte sich, wurde verdrießlich); Eduard
bewölkt sich (seine Miene verfinstert sich) wie üblich,
als er uns sieht (Remarque. Obelisk 1%); bewölkt <Adj.;
nicht adv.): ein -er Himmel; der Himmel ist [stark] b.;
<Abl. zu: bewölken:) Bewölkung, die; -. -en: 1. <o. PI.)
das Sichbedecken mit Wolken. Sichbewölken: eine
allmähliche B. [des Himmels]. 2. <PI. selten) das Bewölktsein.
Gesamtheit der am Himmel befindlichen Wolken.
Wolkendecke: leichte, aufgelockerte, wechselnde B.; es ist mit
aufkommender B. zu rechnen; die B. reißt auf.
BewQlkungs- (Met.): -auflockerung. die; -rückgang, der;
-zumhme. die.
bewuchern <sw. V.; hat): 1. wuchernd bedecken: Unkraut
bewuchert das Grab; U Er überwand die Faulheit, die
ihn allmählich bewucherte (Jahnn. Geschichten 191). 1
(veraltend) durch Wucher übervorteilen; der Händler
bewucherte gewissenlos seine Kunden, dazu: Bewucherung, die:
-, -en.
Bewuchs, der; -es: Gesamtheit der Pflanzen, mit denen etw.
bedeckt, bewachsen ist; Pflanzetuiecke: der B. des Ufers;
die Hänge haben einen dichten, spärlichen B. [von
Zittergras]; Ü dem frühen Primitivismus, der den zähen B.
phantastischer Deutungen und Rituale über die Erfahrungswelt
spinnt (Gehlen. Zeitalter 44).
Bewunderer, Bewundrer, der; -s. -: jmd.. der jmdn. od. etw.
bewundert: ein glühender B. [der Kunst] des Meisters;
der Dichter hat viele Bewunderer; Bewynderin,
Bewundrerin, die; -. -nen: w. Form zu f Bewunderer. Bewundrer:
bewyndern <sw. V.; hat): eine Sache. Person od. deren
Leistung als außergewöhnlich betrachten u. staunend
anerkennende Hochachtung für sie empfinden u. diese äußern j:
Jmdn. [wegen seiner Leistungen] b.; er bewunderte im stillen
ihren Mut; ein Gemälde b.; (iron.:) wir mußten zuerst
382
bezecht
sein neues Auto gebührend b.; seine Geduld ist zu b.
(bewundernswert, -würdig); bewundernde Blicke; jmds.
bewundertes Vorbild sein; <Zus.:> bewundernswert,
bewundernswürdig <Adj.>: Bewunderung verdienend: eine -e
Fertigkeit; ihre Geduld ist wirklich b.; <Abl.:> Bewunderung,
die: -. -en <P1. selten): das Bewundern; große Anerkennung.
Hochachtung: Die B. für Kühnheit ist eine ästhetische
B. (Bamm. Weltlaterne 143): Jmdm. B. einflößen,
abnötigen; (geh.:) Jmdm. B. zollen; Jmdm. für sein Handeln
seine B. aussprechen; Jmds. B. erregen; jmdn.. etw. mit
unverhohlener B.. voller B. betrachten: von B. für jmdn..
etw. erfüllt sein, dazu: bewunderungswürdig <Adj.): vgl.
bewundernswert; Bewundrer: t Bewunderer; Bewundrerin:
t Bewunderin.
Bewarf, der; -lels. Bewürfe: Putz, mit dem etw. beworfen
ist; angeworfener Mauerputz: der B. des Hauses blättert
ab. fällt ab. wird erneuert.
bewurzeln, sich <sw. V.; hat) (Bot.): Wurzeln bekommen:
bewurzelte Setzlinge: und ob ... eine ... Triebspitze sich
noch rechtzeitig bewurzelt, erscheint fraglich (MM 26.
3. 70. 56); <Abl.:> Bewyrzelung, (seltener:) Bewyrzlung,
die; -. -en.
bewußt [to'vust] <Adj.; -er. -este) [md.. mniederd. bewüst,
eigtl. 2. Part, von veraltet bewissen = sich
zurechtfinden, zu twissen]: 1. a) (nicht präd.) absichtlich, gewollt,
willentlich (Ggs.: unbewußt): eine -e Lüge. Irreführung;
die -e (überzeugte) Ablehnung des Materialismus; er war
ein -er (aus Überzeugung handelnder, überzeugter u. seine
Überzeugung vertretender) Anhänger des Sozialismus; er
hat das ganz b. getan; Ich drücke mich b. burschikos
aus (Thielicke. Ich glaube 193); b) klar erkennend, geistig
wach: er hat den Krieg noch nicht b. erlebt; wir waren
alle b. oder unbewußt (wissentlich od. unwissentlich) daran
schuld; ein -er (seiner selbst bewußter, bewußt lebender,
handelnder) Mensch; *skh <Dat.) einer Sache b. sein,
werden (sich über etw. im klaren sein, über etw. klarwerden):
sich der Bedeutung einer Sache, sich seiner Verantwortung
voll b. sein, werden; c) <nicht adv.) ins klare, wache
Bewußtsein gedrungen, im klaren, wachen Bewußtsein vorhanden:
-e und un[ter]bewußte Vorstellungen: Ich versuchte, ihm
seine Situation b. zu machen (Ossowski. Bewährung 72);
*etw. ist/wird jmdm. bewußt (imd. erkennt etw. klar, weiß
etw.): die Folgen meines Handelns waren mir durchaus
b.; es ist mir nicht mehr b. (erinnerlich). wann das geschah.
2. <o. Steig.; nur attr.) bereits erwähnt, den Eingeweihten 1
bekannt: wir treffen uns in dem -en Haus, zu der -en
Stunde; <AbI. zu 1 :> Bewußtheit, die; -: die B. einer
Handlung; ein Mensch von hoher B. (Bewußtheit des Verhaltens.
Klarheit über sich selbst); etw. mit B. tun (selten; etw.
bewußt, absichtlich tun): <Zus.:> bewußtlos <Adj.; o. Steig.):
1. (nicht adv.) ohne Bewußtsein, ohne Besinnung: in -cm
Zustand sein; der Kranke war tagelang b.; sie brach b.
zusammen. 2. (nicht präd.) (selten) unbewußt, ohne
Bewußtheit: eine b.. aber konsequent verfolgte Logik
(Gehlen. Zeitalter 19). dazu: Bewußtlosigkeit, die; -: 1.
bewußtloser Zustand. Ohnmacht. Besinnungslosigkeit: sie lag in
tiefer B.; 'bis zur B. (ugs.; unaufhörlich; bis zum Überdruß,
bis zur Erschöpfung] oft; in bezug auf eine Tätigkeit
o. ä.): er übte das Stück bis zur B. 2. (selten) Unbewußtheit:
die soziale und politische B. dieses ... Proletariers (Spiegel
48. 1965. ISO); zu bewußt (1 c): bewußtmadien <sw. V.;
hat): vergegenwärtigen, ins Bewußtsein bringen: jmdm., sich
etw. b.. dazu: Bewyßtmachung, die; -. -en: der Akt der
B. der Umwelt (FAZ 30. 9. 61. 51); Bewußtsein, das; -s.
-e <PI. fachspr.. selten): 1. a) Zustand, in dem man sich
einer Sache bewußt ist; deutliches Wissen von etw..
Gewißheit. Einsicht: das B. seiner Kraft erfüllte ihn; er hatte
das bedrückende B.. versagt zu haben; in dem/im B.. seine
Pflicht getan zu haben, ging er heim; etw. ins allgemeine
B. bringen; er rief sich den Vorgang in sein B. zurück
(machte sich ihn wieder bewußt); etw. mit B. (bewußt,
wissentlich) erleben; etw. mit [vollem] B. (absichtlich) tun;
*etw. kommt jmdm* zulm] B. (etw. wird jmdm. bewußt,
klar): allmählich kam ihm zulm] B.. daß seine Methode
falsch war; b) Gesamtheit der Überzeugungen eines
Menschen, die von ihm bewußt vertreten werden: das politische
B. eines Menschen; das geschichtliche B. des deutschen
Volkes; die Regierung bemühte sich, das sozialistische
B. der Werktätigen weiterzuentwickeln; Ein theoretischer
Kopf mußte her. ein Mensch mit B. plus
Geschichtsbewußtsein (Kant. Impressum 234); c) (Psych.) Gesamtheit
aller jener psychischen Vorgänge, durch die sich der Mensch
der Außenwelt und seiner selbst bewußt wird: eine Spaltung
des -s; etw. tritt über die Schwelle des -s; d) (Philos.)
das von sich selbst u. anderen wissende Subjekt, dem die
Objekte als Bewußtes gegenüberstehen; dasjenige, was
zuallererst eine einheitliche Weltvorstellung ermöglicht. 2.
Zustand geistiger Klarheit; volle Herrschaft über seine Sinne:
das B. verlieren: auf einmal schwand ihm das B. (wurde
er bewußtlos); das B. wiedererlangen (aus der Ohtimacht
erwachen, zur Besinnung kommen); sie mußte bei vollem
B. (ohne Narkose) operiert werden; nach einer
halbstündigen Ohnmacht kam sie wieder zulml B. (zu sich).
bewvßtseins-, Bewußtseins-: -bildung, die <o. PI.) [zu:
Bewußtsein 1 b. c]: Nirgends wird die ..Bewußtseinsbildung"
... ernster genommen als in den kommunistischen Ländern
(Enzensberger. Einzelheiten I. 14); Einengung, die [zu:
Bewußtsein 1 cl; -entwicklung, die [zu: Bewußtsein 1 b.
cl; ^erweiternd <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu: Bewußtsein
1 c]: daß in vielen Gruppen den als b. gepriesenen Drogen
gewisse Bedeutung zukommt (Wohngruppe 33); ^erweite-
rung, die; einhält, der [zu: Bewußtsein 1 c); ^lage, die:
svw. f ^zustand; ^lenkung, die: Angesichts des ungeheuren
Aufwands an Werbung und B. (Stamokap 27); -schwelle.
die <o. PI.) [zu: Bewußtsein 1 c) (Psych.): Grenze zwischen
Bewußtsein u. Nichtbewußtsein: ein Reiz liegt unter der
B., tritt über die B.; -Spaltung, die (Med.. Psych.): Verlust
des inneren Zusammenliangs der geistigen Persönlichkeit.
Spaltungsirresein. Schizophrenie: an B. leiden; -Störung,
die [zu: Bewußtsein 1 cl: -stufe, die [zu: Bewußtsein 1
b. cl; -trübung. die [zu: Bewußtsein I c]; -Veränderung.
die [zu: Bewußtsein 1 b. cl: -zustand, der [zu: Bewußtsein
1 cl.
Bewyßtwerdung. die; - [Zusb. zu: bewußt 1 b. c].
Bey [baj]: svw. t Beg.
bezahlen <sw. V.; hat): 1. a) für etw. den Gegenwert in
Geld zahlen: eine Ware, das Essen, ein Zimmer b.- ich
habe die Möbel viel zu teuer bezahlt; er hat mir die
Übernachtung bezahlt; etw. [in] bar. mit einem/durch einen
Scheck, in ausländischer Währung, in/mit Schweizer
Franken b.; die Arbeit wird gut. schlecht bezahlt; bezahlter
Urlaub; Herr Ober, ich möchte b.!; er bezahlte mit einem
Hundertmarkschein; Ü er mußte [für] seinen Leichtsinn
teuer b. (sein Leichtsinn hatte für ihn schwerwiegende
Folgen); sie hat ihre Schuld mit dem Leben bezahlt; *etw.
macht sich bezahlt (etw. lohnt den Aufwand): diese Mühe
macht sich bezahlt; b) jmdm. für eine Arbeit Geld geben,
zahlen; jmdn. entlohnen: den Friseur, den Schneider b.;
die Arbeiter werden schlecht, nach Tarif, über, unter Tarif
bezahlt; er wird dafür bezahlt, daß er ...; R er läuft usw..
als ob er's bezahlt bekäme (ugs.; sehr schnell). 2. (Geld)
als Gegenleistung geben: 100 Mark, einen hohen Preis b.;
für etw. viel [Geld] b. müssen; sie hat ihm/(seltener:) an
ihn 10 Mark für die Bücher bezahlt. 3. einen sich ergebenden
Geldbetrag begleichen, eine Schuld tilgen: die Miete, seine
Steuern b.; für eine Ware [keinen] Zoll b.; der Beitrag
ist jährlich im voraus zu b.; <Abl.:> Bezahlung, die; -.
-en <P1. selten): 1. das Bezahl: twerdjen: er verlangt
sofortige B. 2. Entgelt. Lohn: keine B. annehmen; ohne B.. nur
gegen B. arbeiten.
bezähmen <sw. V.; hat): 1. zügeln, beherrschen, in Schranken
halten, im Zaum halten, bändigen: seine Begierden, seinen
Hunger b.; er konnte seine Neugier nicht [länger] b.; ich
mußte mich sehr b.. um ihn nicht hinauszuwerfen. 2.
(veraltet) zahm machen: wilde Tiere b.; <Abl.:> Bezähmung,
die; -.
bezastert [ba'lsastBt] <Adj.; nicht adv.) [zu t Zaster] (salopp):
vermögend: er ist ganz schön b.
bezaubern <sw. V.; hat): in Entzücken setzen u. für sich
einnehmen, auf jmdn. einen Zauber. Reiz ausüben: sie
bezaubert alle durch ihre Liebenswürdigkeit; diese Musik
bezaubert das Publikum; ich war bezaubert von ihrem Anblick:
und wie einst als Elfjähriger bezauberte er auch hier (Ce-
ram, Götter 108); <oft im 1. Part.:) ein bezauberndes
([lieb/reizendes) junges Mädchen; eine bezaubernde
Musik; ein bezauberndes (entzückendes) Kleid; sie ist
bezaubernd [schön]; <Abl.:) Bezauberung, die; -. -en: das
Bezaubertsein. Entzücken. Begeisterung.
bezechen, sich <sw. V.; hat): sich betrinken: wir haben uns
letzte Nacht ganz schön bezecht; bezecht [te'tse^t] <Adj.;
383
Bezechtheit
nicht adv.): betrunken: überall torkeln bezechte Matrosen
(Kisch. Reporter 243); <Abl.:) Bezechtheit, die; -.
bezeichnen <sw. V.; hat): 1. a) durch ein Zeichen kenntlich
machen; markieren: zu fällende Bäume b.; der Wanderweg
ist mit einem blauen Dreieck bezeichnet; ein Kreuz
bezeichnet die Stelle, wo er verunglückt ist; die Aussprache eines
Wortes, den Takt eines Musikstücks b. (kennzeichnen,
durch Zeichen. Bezeichnung angeben); b) genau angeben,
beschreiben: er bezeichnete mir den Baum, wo ich abbiegen
sollte. 2. a) bei nennen: mit dem Wort ..Blazer'* bezeichnet
man eine Art Klubjacke; er bezeichnet sich als Architekt;
Als Juchhe bezeichnete man in Jener Stadt verächtlich
die obersten Stockwerke der Häuser (Feuchtwanger. Erfolg
761); b) Benennung für jmdn. od. etw. sein: das Wort „Pony"
bezeichnet ein kleines Pferd; dieser Ausdruck kann sehr
verschiedene Tätigkeiten b. 3. von jmdm.. etw. sagen, daß
er. es etw. Bestimtntes sei; als etw. hinstellen: jmdn. als
seinen Freund, als Verräter b.; daß der Schauspieler ...
nicht eben als idealer Gewährsmann bezeichnet werden
konnte (Jens. Mann SD; sich als den Verfasser des Buches
b.; jmds. Verhalten als Feigheit, als anmaßend b.; dieses
Verhalten bezeichnet (veraltet; ist bezeichnend für) seine
Einstellung; <1. Part, zu 3:) btmtdhnend\ kennzeichnend,
charakteristisch: ein -es Merkmal; diese Äußerung ist b.
[für ihn]; das ist [wieder mal] b.! (ugs. abwertend; typisch).
dazu: bezeichnenderweise <Adv.>: wie es für jmdn.. etw.
bezeichnend, typisch ist: b. protestierte er nur gegen das
Alkoholverbot; <Abl. zu: bezeichnen:) Bezeichnung, die;
-. -en: a) <o. PI.) Kennzeichnung. Markierung: die B. der
Wanderwege erneuern; die B. der Aussprache weglassen;
b) Benennung, passendes Wort: eine charakteristische,
[unigenaue B ; ich finde keine treffendere B. dafür: dieses
Medikament ist unter verschiedenen -en (Namen) im
Handel; <Zus.:> BezeJchnuneslehre, die (Sprachw.):
Wissenschaft, die untersucht, wie Dinge, Wesen u. Geschehnisse
sprachlich bezeichnet werden; Onomasiologie.
bezeigen <sw. V.; hat) (geh.): 1. a) erweisen: jmdm.
Ehrfurcht. Respekt, seine Teilnahme b.; b) zu erkennen geben,
zeigen: Freude. Furcht, großen Mut b. 2. <b. + sich)
einem Gefühl Ausdruck geben: ich wollte mich dafür
dankbar b. und schenkte ihm ein Buch; <Abl. zu 1:) Bezeigung.
die; -. -en.
bezeugen <sw. V.; hat): I. über, für etw. Zeugnis ablegen;
etw. als Zeuge erklären; durch Zeugen aussage]. Zeugnis
beglaubigen, bestätigen, bekräftigen: er hat den Tatbestand
gerichtlich, unter Eid bezeugt; die Wahrheit einer Aussage,
jmds. Unschuld b.; ich kann [dir] b.. daß ...; der Ort
ist schon im 8. Jh. bezeugt (urkundlich nachgewiesen):
seine Worte. Handlungen bezeugen seine Rechtschaffen-
heit (zeigen, bestätigen sie. zeugen dafür). 2. (seltener)
bezeigen (1): sie möge gefälligst ihren Richtern den
gebührlichen Respekt b. (Maass. Gouffe 273); <Abl.:> Bezeugung,
die; -. -en.
bezichtigen [ba'tsi^tign] <sw. V.; hat) [zu mhd. beziht. biziht
= Beschuldigung, ähd. biziht = Verdachtszeichen, zu:
bizihan = beschuldigen, zu f zeihen]: jmdm. in anklagender
Weise die Schuld für etw. geben; beschuldigen: jmdn.. sich
[selbst] des Verrats, des Diebstahls b.; er wurde bezichtigt,
an der Verschwörung teilgenommen zu haben; <Abl.:>
Bezjehtigung« die: -. -en.
beziehbar [bo't$i:ba:5l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, daß num einziehen kann, daß es bezogen werden
kann; fertig für den Einzug: die neue Wohnung ist noch
nicht b.; beziehen <st. V.; hat): 1. a) bespannen, überziehen:
die Betten frisch b.; einen Schirm, einen Tennisschläger
neu b.; das Sofa ist mit Leder bezogen; b) <b. + sich)
sich bewölken: der Himmel bezieht sich, hat sich mit
schwarzen Wolken bezogen. 2. a) in etw. einziehen: ein
Haus, eine neue Wohnung b.; er bezog die Universität
(veraltet; begann zu studieren)9, b) (militär.) in eine bestimmte
Stellung gehen: leinen] Posten, eine günstige Stellung b.;
deinen festen, klaren Standpunkt b. (sich zu eigen machen,
einnehmen). 3. regelmäßig erhalten: eine Zeitung durch
die Post b.; ein gutes Gehalt, nur eine kleine Rente b.
(regelmäßigausbezahlt bekommen) Waren aus
verschiedenen Städten, von verschiedenen Firmen b. (regelmäßig
erwerben u. geliefert] bekommen); sein Wissen aus
Illustrierten b. (regelmäßig u. fast ausschließlich Illustrierte
lesen); eine Ohrfeige. Prügel b. (ugs.; bekommen). 4. a)
<b. + sich) sich auf etw. berufen: wir beziehen uns auf
Ihr Schreiben vom .... auf unser Ferngespräch vom/am
Donnerstag und teilen Ihnen mit...; er bezog sich (verwies)
auf eine Rede des Bundeskanzlers; b)jmdn.. etw. betreffen,
an etw. anknüpfen: diese Kritik bezog sich nicht auf dich,
auf deine Arbeit; c) mit jmdm.. sich. etw. in Zusammenhang
bringen; gedanklich verknüpfen; zu jmdm.. sich. etw. in
Beziehung setzen: er bezieht immer alles auf sich; dieses
Sprichwort kann man auf die gegenwärtige Lage b. 5.
(Schweiz.) einfordern: Steuern b.; <Abl.:> beziehentlich [ba-
'^iantli^] <Ptäp.) (Amtsdt.): bezüglich; Bezieher, der; -s.
-: jmd.. der etw. bezieht (3): der B. dieser Zeitung; die
B. hoher Einkommen; Beziehung, die; -. -en: 1. (meist
PI.) politische, gesellschaftliche, geschäftliche, menschliche
Verbindungen . die Vorteile verschaffen]: gute,
freundschaftliche -en zu jmdm. haben; wirtschaftliche,
diplomatische -en aufnehmen, mit/zu einem Land unterhalten; er
hat [überall] -en (Verbindungen zu Leuten, die etw. für
ihn tun können); seine -en spielen lassen (seine
Verbindungen zu bestimmten Leuten für etw. nutzbar machen); intime
-en (ein Liebesverhältnis) zu/mit jmdm. haben; die B. (das
Verhältnis) zwischen den Geschlechtern; er hat keine B.
(kein inneres Verhältnis) zur Kunst. 2. innerer
Zusammenhang, wechselseitiges Verhältnis: die B. zwischen Angebot
und Nachfrage; zwischen diesen Ereignissen besteht keine
B.; zwei Dinge zueinander in B. setzen, bringen; ihre
Abreise steht in keiner B. zum Rücktritt des Ministers (hat
nichts damit zu tun); *in ... Beziehung (unter bestimmten
Gesichtspunkten): in dieser B. (was dies betrifft) hat er
recht; das Buch ist in mancher, in jeder B. (Hinsicht)
zu empfehlen; [mit] B. auf (.mit] Bezug nähme!, inj
Anspielung auf. inj Anknüpfung an): entsprechend ihrer
B. auf freies ... Handeln (Fraenkel. Staat 260).
be^khunes-, Beziehung»-: ^begriff, der: Relationsbegriff;
^handd.der <o. PI.): Direkthandeides Herstellers od.
Großhändlers mit dem Endverbraucher; -kauf, der: durch
persönliche Beziehungen ermöglichter illegaler j Kauf
bewirtschafteter u.lod. knapper Güter: Noch immer floriert in der
DDR der B. unter dem Ladentisch (Spiegel 1/2. 1967.
41); -lehre, die: von den Beziehungen zwischen Menschen
(Lebewesen) handelnde Lehre als Basis der Soziologie: -Jos
<Adj.) [zu: Beziehung 2]: die beiden Sätze stehen b.
nebeneinander, dazu: -tosigkeit, die; -; -reich <Adj.) [zu:
Beziehung 21: ein -es Thema; ein -er Gegenstand; ein -er (viele
Assoziationen. Anspielungen einschließender) Name; -^voll
<Adj.) [zu Beziehung 2]: bewußt Bezug auf etw. nehmend,
anspielend, anzüglich: eine -e Bemerkung; das war sehr
b. gesagt; -wahn, der (Psych.): Wahn, in dem belanglose
Umwelt Vorgänge ohne Anlaß als auf die eigene Person
bezogen erlebt werden; -weise <Konj.) (Abk.: bzw.): I. oder;
oder vielmehr, genauer gesagt: ich war mit ihm bekannt
bzw. befreundet; er wohnt In Frankfurt bzw. in einem
Vorort von Frankfurt. 2. und im anderen Fall: die Fünf-
und Zweipfennigstücke waren aus Nickel bzw. [aus]
Kupfer.
beoden <sw. V.; hat) (bildungsspr.): auf etw. zielen, sich
auf etw. beziehen, etw. zu treffen suchen; Sie (die
Psychologie) ... bezielt Unanschauliches mit.anschaulichen
Symbolen (Franzen. Test Psychologie 169).
beziffern [bo'gifmi] <sw. V.; hat) [zu: Ziffer]: 1. mit Ziffern
versehen, numerieren: die Seiten eines Buches b.; bezifferter
Baß (in der Barockmusik: Baßstimme mit Ziffern u.
Versetzungszeichen, die die zugehörigen Akkorde angeben). 2. der
Zahl, dem Betrag nach , schätzungsweise] angeben: man
beziffert den Sachschaden auf 3000 Mark; die Verluste
beziffern sich auf (belaufen sich auf* betragen) 2 Millionen
Mark:<AbI. zu 1:) Bezifferung, die; -. -en: 1. das
Beziffern. 2. bezifferndes Zeichen. Gesamtheit beziffernder
Zeichen.
Bezirk[bo'tsnrk].der;-[eis.-e(Abk.: Bez.od. Bz.)[spätmhd.
bezirc. für mhd. zirc = (Um)kreis. Bezirk < lat. circus
= Kreis. tZirkus]: 1. a) abgegrenztes Gebiet, (auch:)
Gegend. Landstrich: jeder Vertreter bereist seinen eigenen
B.; in einem ländlichen B. wohnen; sie war dem B. des
Internats glücklich entronnen; b) Sach-. Sinnlbereich:
in den -en des Geistes, der Kunst; im künstlerischen B.
gelten andere Gesetze. 2. Verwaltungsbezirk in Ländern.
Städten od. Gemeinden]; (DDR) einer der 14
Verwaltungsbezirke: (Osten*.) mehrere Gemeinden eines Bundeslandes
umfassender Verwaltungsbezirk (Sprengel einer
Bezirkshauptmannschaft) : (Schweiz.)dem Zuständigkeitsbereich ei-
384
Bibel
ner unteren od. mittleren Verwaltungs- od. Gerichtsbehörde
unterstellter Bezirk. Amtsbezirk. Amt ei j. 3. (DDR ugs.)
Dienststelle eines Bezirks(2); <Abl.:)bezjriklich[...li$ <AdJ.;
0. Steig.): die Zulassung -er Ortsmittelpunkte in
Großraumgemeinden (Bundestag 189. 1969. 10191).
bezjrks-, Bezfrks-: -amt. das; -arzt, der: hecunteter Arzt
in einem Verwaltungsbezirk: ^beamte, der; -behörde, die;
Miericht, das (bes. österr.); ^grenze, die: Grenze eines
Bezirks (2); ^hatiptmaim, der: -[eis. ...leute (österr.): Vorsteher
eines Verwaltungsbezirks, dazu: ^hauptmaimschaft, die; -.
-en (österr.): 1. Verwaltungsbehörde eines Bezirks: Abk.:
BH. 2. Gebäude der Verwaltungsbehörde eines Bezirks:
^kabinett, das (DDR); starte, die: X.für einen
Eisenbahnbezirk gültige Zeitkarte. 2. Landkarte eines Bezirks:
^Masse, die (Sport): Spielklasse, die aus den Vereinen eines
bestimmten Bezirks gebildet wird: in die B. absteigen;
^kommando, das (früher): 1. Landwehrbezirkskommando.
2. Wehrbezirkskommando: ^bndwirtschaftsrat, der
(DDR); -leitender (DDR); -llga.die (Sport): svw. t
blasse; M-egierung, die; Miditer, der; ^schule, die:
Mittelpunktschule. Zentralschule: ^schulrat, der; -spitai, das
(Schweiz.); ~stadt,die: Hauptstadt eines Bezirks:
^Statthalter, der (Schweiz.); ^tag, der (DDR): oberstes Organ der
Staatsgewalt meinem Bezirk (2); -trotte!,der (südd.. österr.
derb ugs.): sehr großer Trottel: ^weise <Adv.; auch attr.
Adj.X
bezjrzen: fbecircen.
Bezoar [betso'a:^]. der; -s. -e [span. bezoar < arab. bäzahr.
bädizahr < pers. bädzahr. pädzahr. eigtl. = Gegengift]:
(in der Volksmedizin gebrauchter) Magenstein von Wieder-
käuern (z. B. der Bezoarziege): <Zus.:) Bezoorwurzd, die:
Wurzel eines südamerik. Maulbeergewächses ( Mittel gegen
Schlangenbiß): Bezoarziege, die: eine asiat. Wildziege.
Bezogene, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): derjenige, auf
den ein Wechsel od. Scheck gezogen ist (d. h.t der ihn
bezahlen muß): Bezogenheit, die; - [zu: bezogen. 2. Part, zu:
beziehen (4)1.
bezopft [bo'teaßft] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Zopf.
Zöpfen versehen 1: ein -es kleines Mädchen.
bezug. <in der Verbindung) in b. auf Jmdn., etw. (was jmdn..
et*>. betrifft, angeht: bezüglich, hinsichtlich): in b. auf den
neuen Mitarbeiter hat sie nichts in Erfahrung bringen
können; In Bonn ist man ... an einem gewissen
Immobilismus interessiert, und zwar sowohl in b. auf Berlin wie
in der Deutschlandfrage (Dönhoff. Ära 83); Bezug, der;
-[eis. Bezüge: 1. a) etw., womit etw. bezogen, überzogen
wird: Überzug: der B. des Kissens, der Polstermöbel ist
schadhaft; Die Betten sind weich, die Bezüge sauber (Zeit
20. II. 64. 52); b) etw. (Saiten, Bogenhaare), womit etw.
bespannt wird: Bespannung: den B. einer Geige, eines Bo-
gens erneuern. 2. <o. PI.) das Beziehen (3) durch Kauf.
Erwerb: der B. von Zeitschriften. Waren aus dem Ausland
unterliegt den Zollbestimmungen. 3. <nur im PI., österr.
auch im Sg.) Gehalt. Einkommen: er erhält die Bezüge
eines Beamten. 4. Beziehung (2). Zusammenhang: sachliche
Verbindung. Verknüpftheit: etw. hat B. auf jmdn.. etw.;
den B. zu etw. herstellen* dieser Film vermeidet Bezüge,
jeden B. zur Gegenwart; überall dort, wo der elementare
Charakter von Problemen sich in seinem religiösen B.
zu erkennen gibt (Thielicke. Ich glaube 10); *B. nehmen
auf etw. (Amtsspr.. Kaufmannsspr.; sich auf etw. beziehen):
wir nehmen B. / B. nehmend auf unser Schreiben vom
...; mit/unter B. auf etw. (Amtsspr.. Kaufmannsspr.;
Bezug nehmend auf etw.): mit B. auf Ihr letztes
Schreiben teilen wir Ihnen mit ...; <Abl.:) Beziiger [bo'tsy:ge].
der; -s, - (Schweiz.): 1. Bezieher. 2. jmd., der etw. (bes.
Steuern) einfordert: bezüglich [to't$y:kli<;] (Papierdt.):
1. <Präp. mit Gen.) in bezug auf. wegen, über: b. seines
Planes hat er sich nicht geäußert; Bezüglich des Vertriebs
in Ihrem Marktgebiet schreiben Sie bitte an uns
(Herrenjournal 3. 1966. 94). 2. <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) sich
beziehend: das darauf -e Schreiben; Bei männlichen
Hühnervögeln ... ist das Verteidigen oft die einzige auf
sie (= Nachkommenschaft) -e Reaktion des Vaters
(Lorenz. Verhalten 198); das-e Fürwort (Sprachw.;
Relativpronomen): (Abi :> Bezüglichkeit.die; -. -en: Bezug (4).
Zusammenhang. Verbindung: Während ich rauchte, fielen mir
... allerlei -en zur Rolltreppe ein (Grass. Blechtrommel
727); Bezugnahme [...na:ma]. die; -. -n (Papierdt.): das
Bezugnehmen: die B. auf die Verfassung (Fraenkel. Staat
337); unter B. (mit Bezug) auf Ihr letztes Schreiben teilen
wir Ihnen mit...
bezugs-. Bezugs- (vgl. auch: Bezug[s]-): -berechtigt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): zu/n Bezug (2) berechtigt: -berechti-
gung. die; -bereitschaft, die; - (Schweiz.): bezugsfertiger
Zustand eines Hauses o.a.: -fertig <Adj.; o. Steig.; nicht
ad\.):fertigfürdas Beziehen (2 a): -e Wohnungen; -person,
die (Psych., Soziol.): Person, an der jmd. auf Grund einer
persönlichen Beziehung sein Denken u. Verhalten orientiert:
die Funktion des Bewährungshelfers als B. (Ossowski.
Bewährung 107); -preis, der: Preis für den Bezug (2);
-punkt. der: 1. Punkt, auf den eine räumliche Beschreibung.
Darstellung bezogen wird. 2. Orientierungspunkt, -basis für
das Denken. Überlegen. Handeln: der Mensch, das
Gemeinwohl war der B. für sein Denken. Handeln; -quelle, die:
Gelegetiheit zutn Einkauf: eine günstige B.: -rahmen, der:
svw. 1 Bezugssystem; -recht, das: gesetzlich begründeter
Anspruch auf den Bezug (2) von jungen Aktien: -e erwerben;
-[wortlsatz, der (Sprachw.): Relativsatz.
Bezug[sj- (vgl. auch: bezugs-. Bezugs-): -schein, der:
Bescheinigung.die zum Kauf bewirtschafteter Waren berechtigt:
etw. auf/durch B. bekommen; bei der Ausgabestelle für
Kleiderkarten gab es Bezugsscheine für Trauerkleidung
(Grass. Hundejahre 339); Ü B. B (früher ugs. verhüll.; per-
sönl. Beziehungen, durch die man / illegalJ Vergünstigungen,
bes. knappe od. bewirtschaftete Waren, bekam): -Stoff, der:
Stoff für den Bezug (1 a); -System, das: I. zugrundeliegendes
Koordinatensystem. 2. zugrundeliegendes System. Ganzes
(von Beziehungen, Überzeugungen usw.): sein Denken.
Handeln steht in einem anderen, hat ein ganz anderes
B.; das B. einer wissenschaftlichen Darstellung.
bezusdiunen [bd't$u:Jusn] <sw. V.; hat) [zu tZuschuß]
(Papierdt.): zu einer Sache einen Zuschuß gewähren: ein
Vorhaben, ein Theater b.; Steuerbegünstigte Wohnungen werden
bezuschußt (MM 28. 8. 68. 7); <Abl.:> Bezuschussung,
die; -. -en.
bezwecken <sw. V.; hat): einen Zweck verfolgen:
beabsichtigen, zu erreichen suchen: was bezweckst du mit diesem
Brief, mit dieser Frage. Handlung?; Bewegungen, die
lediglich begrenzte soziale Reformen b. (Fraenkel. Staat 305).
bezweifeln <sw. V.; hat): an etw. zweifeln: anzweifeln: jmds.
Angaben. Aussagen b.; ich bezweifle, daß er das getan
hat; das ist nicht zu b.; Nur ... die Dummheit ... kann
das b. (Maass. Goufle 320); <Abl.:) Bezweiflellung. die; -.
bezwingen <st. V.; hat): 1. besiegen, überwinden, Gewalt
bekommen über jmdn., etw.: fertig werden mit jmdm.. etw.:
einen [sportlichen] Gegner [im Wettkampf) b.; eine Festung
b. (trotz Widerstandes einnehmen): sich kaum b.
(beherrschen) können; sie sind erstaunt, daß dieser Gott uns
nicht bezwingt (Frisch. Nun singen 102); Ü seinen Zorn
b. (beherrschen, im Zaum, in Schranken halten, mit Mühe
zurückhalten): seine Neugier, seinen Schmerz b.
(unterdrücken). 2. trotz Schwierigkeiten bewältigen: Mit solchem
Wagemut allein ließ sich die technisch schwierige Strecke
nicht b. (Maegerlein. Piste 83); einen Berg b. (ersteigen):
< 1. Part, zu (1)): bezwingend <Adj.>: Widerstand. Ablehnung
nicht aufkommen lassend: suggestiv überwindend: stark für
sich einnehmend: ein -es Lächeln; jmd.. etw. ist von -er
Schönheit; die Geste war b.; seine Ausfuhrungen sind
von -er (unbedingt überzeugender) Logik; <Abl.:>
Bezwinger, der; -s. -: jmd.. der jmdn.. etw. bezwingt, bezwungen
hat: die B. des Mount Everest; Bezwingung, die; -. -en
<PI. ungebr.X
BH [be.'ha:]. der; -Is], -[s] (ugs.; Abk. für): Büstenhalter.
bi [bi:] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [Kürzung aus tbisexuell]
(salopp): mit beiden Geschlechtern sexuell verkehrend.
Blas l'b^jas. auch: 'bi.as]. das; -. - [aus engl.-amerik. bias
= Vorurteil, zu frz. biais = schief, schräg]
(Meinungsforschung): durch falsche Untersuchungsmethoden verzerrte
Repräsentativerhebung.
Biathlon l'bi.atbn], das; -s. -s [aus lat. bi- = zwei u. griech.
äthlon = Kampf!: Kombination aus Skilatiglauf u.
Scheibenschießen als wintersportliche Disziplin.
bibbern fbiben] <sw. V.; hat) [eigtl. = ständig beben] (ugs.):
a) zittern: vor Angst. Kälte b.; er stand nackt im Flur
und bibberte; b) um etwas zittern: Angst haben, etwas
nicht zu erhalten oder zu verlieren: um sein Leben b.;
Luschke bibbert um sein Ritterkreuz (Kirst. 08/15. SS2).
Bibel ['bl:bll. die; -. -n [mhd. bibel, biblie < kirchenlat.
biblia. urspr. PI. zu griech. biblfon. byblfon = Papierrolle.
25 GDW
385
bibel-, Bibel-
Buch, zu: biblos. byblos = Papyrusstaude, -bast. nach
Byblos. der phönizischen Hafenstadt, aus der der zu
Papierrollen verarbeitete Bast vornehmlich importiert
wurde): 1. <o. PI.) Gesamtheit der von den christlichen Kirchen
als offenbartes Wort Gottes betrachteten Schriften des Alten
u. Neuen Testaments, heiliges Buch der Christen. Heilige
Schrift: die B. auslegen. 2. Exemplar der Bibel (1): eine
kostbare, alte B.; die. eine B. aufschlagen; in der B. lesen;
das steht schon in der B. (ugs.; ist eine alte Weisheit);
Ü (gelegtl. abwertend:) das .Xapital" ist die B. der
Marxisten (bedeutsames, /unbedingt/ maßgebendes Buch, an dem
sich die Marxisten orientieren): eine ganze B. (ugs.; ein
dickes Buch) von Stoffmustern.
bibel-, Bjbel-: ^fest <Adj.; -er. -este; nicht adv>: mit detn
Bibeltext genau vertraut: -forscher, der (veraltet): Zeuge
Jehovas: -gesellschaft, die: ev. Vereinigung zur Herstellung.
Übersetzung u. Verbreitung von Bibeln: -giaube[n], der:
vorbehaltloser Glaube an die Bibel: -gläubig <Adj.; nicht
adv>; -konkordanz*die: Konkordanz (1) der Bibel: -kritik,
die <o. PI.): historische od. philologische Kritik der Bibel:
-lese, die (ev. Kirche): Plan. Anweisung zur Lesung
bestimmter Bibelstellen: -spräche, die <o. PI.): die Sprache
der Bibel (bes. in der Übersetzung Luthers): -Spruch, der;
-stelle, die: -stunde, die: an die Lesung eines Bibeltextes
anknüpfende Andacht; -text.der; -Übersetzung, die; -vers,
der; -woche, die: über die Abende einer Woche verteilte
gemeinschaftliche Arbeit an Bibeltexten: ^wort. das <PI.
-worte): svw. t ^spruch.
Bibeleskisle] [bitolds-]. der [zu alemann. Bibele = junge
Hühner, die früher mit dem Molkenquark gefüttert worden
sein sollen] (alemann.): Quark.
Bibelol Ibi'blo:]. der; -s. -s [frz. blbelot]: Nippsache. Klein-
kunstwerk.
'Biber [*bi:be]. der: -s. - [mhd. biber. ahd. bibar. aus einer
Wz. mit der Bed. „glänzend, hellbraun", also eigtl. =
der Braune]: 1. plumpes Nagetier mit bräunlichem Fell,
plattem Schuppenschwanz und Schwimmfüßen, das an
Gewässern lebt, gut schwimmt u. Bauten f.JJurgen", Dämme)
anlegt. 2. Fell des Bibers (1). 3. (ugs.. scherzh.) a) Vollbart,
b) Träger eines Vollbartes, ^iber [-]. der od. das; -s [nach
t1 Biber (2)1: beidseitig gerauhtes Baumwollgewebe
(hauptsächlich für Bettucher). Rohflanell; <Zus.:) Biberbettuch,
das.
Biber-: -bau, der <PI. -e); -bürg, die: Biberbau aus Ästen
u. Schlamm; -feil, das; -geil, das; -[e]s [mhd. bibergeil.
zu: geil(e) = Hode (da man die Drüsen für die Hodensäcke
des Tieres hielt)]: früher als krampfstillendes Mittel
verwendete, stark riechende Absonderung aus den Afterdrüsen des
1 Bibers (1): -kragen, der: Kragen aus 'Biber (2); -pelz,
der; -rotte, die: Sumpfbiber; -schwänz, der: 1. Schwanz
des ' Bibers (1). 2. flacher Dachziegel.
Biberette [bite'reU)]. die; -. -n [französierende Bildung zu
f ,Biber]: I. Kaninchenfell, auf ]Biber (2) zugerichtet. 2.
pelzartiger Wollplüsch.
Bibernelle [bi:bp'neb], die; -. -n [mhd. bibernelle]:
Nebenform von tPimpernell.
Bibi [bi:bi, auch: 'bibi], der; -s. -s [frz. bibi = kleiner
Frauenhut, H. u.J: I. (ugs.) steifer Herrenhut mit schmaler
Krempe. 2. (ugs. scherzh.) Kopfbedeckung.
Bibliograph [biblio...]. der; -en. -en [ghech. bibliogräphos
= Bücherschreiber, aus biblion = Buch (t Bibel) u.
t-graph]: Bearbeiter einer Bibliographie; Bibliographie, die;
-. -n [...i:an; griech. bibliographia = Bücherschreiben,
t-graphie]: 1. Verzeichnis, indem Bücher. Schriften.
Veröffentlichungen einer bestimmten Kategorie angezeigt u. (ins-
bes. nach Titel. Verfasser. Erscheinungsdatum u. -ort)
beschrieben werden. Büchernachweis: eine [fortlaufende B.;
eine B. der Goetheliteratur, zur Literaturwissenschaft. 2.
Bücherkunde. Wissenschaft von den Bücherverzeichnissen;
biMiographieren [...gra'firon] <sw. V.; hat): 1.
bibliographisch verzeichnen: ein Buch b. 2. die genauen
bibliographischen Daten feststellen: ein bestelltes Buch, einen Titel
b.; <Abl.:> Bibüographkrung, die; -, -en; Bibliograph^
[...gra:fin], die; -♦ -nen: w. Form zu t Bibliograph:
bibliographisch <Adj.; o. Steig.): die Bibliographie betreffend, zu
ihr gehörend, ihr eigentümlich, gemäß; dem Büchernachweis
dienend: -e Angaben. Auskünfte; einen Titel b. erfassen:
Bibüomane [...'ma.nal. der; -n. -n [rückgeb. aus t
Bibi iomanie]: jmd.. der aus krankhafter Leidenschaft Bücher
sammelt; Büchernarr; BiMkxnank, die; -: krankhafte
Bücherliebe; Bucher Sammelwut; bibliomanisch <Adj.>: der Bi-
blionumie verfallen, ihr zugehörig, eigentümlich; bibliophil
L..Ti:l] <Adj.; o. Steig.) [rückgeb. aus t Bibliophile]: 1.
schöne u. kostbare! Bücher liebend, samtnelnd.
bevorzugend: ein -er Sammler; -e Interessen. 2. für Bibliophile,
für Bücherliebhaber wertvoll: eine -e Kostbarkeit. Ausgabe
erwerben; Bibliophile, der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete) [griech. phflos = Freund]: jmd., der in besonderer Weise
schöneu. kostbare! Bücher schätzt u. erwirbt]; BiMiophi-
lie [...fi'li:]. die; -: Bücherliebhaberei: Bibliothek^ [...'te.kl.
die; -. -en Hat. bibliotheca < griech. bibliotheke. eigtl.
= Büchergestell. TTheke]: 1. a) Einrichtung zur
systematischen Erfassung. Erhaltung. Betreuung u. Zugänglicbna-
chung von Büchern; Bücherei: eine private, öffentliche B.;
eineB. verwalten; bei. an einer B. angestellt sein; b)
geordnete! Büchersammlung: eine B. von 30000 Bänden; eine
B. benutzen, um zahlreiche Bände erweitern; er besitzt
eine reichhaltige B.: c) Raum. Gebäude für eine Bibliothek
(1 a. b): in der B. arbeiten; in die B. gehen. 2. (veraltend)
Titel von Buchreihen: B. der Unterhaltung und des Wissens;
Meiners Philosophische B.; Bibliothekar [...te'ka.g], der;
-s. -e [lat. bibliothecärius]: wissenschaftlich ausgebildeter!
Betreuer, Verwalter einer Bibliothek; Bibliothekarin, die;
-, -nen: w. Form zu t Bibliothekar; bibliothekarisch <Adj.;
o. Steig.): die berufliche Tätigkeit eines Bibliothekars
betreffend, zu ihr gehörend, ihr eigentümlich, gemäß: eine -e
Aufgabe, Tätigkeit.
BiMiotheks-: ^Assessor, der: Assessor im Bibliotheksdienst;
-beamte. der; -benutzer, der; -dienst, der <o. PL): Dienst
der beamteten od. öffentlich angestellten Bibliothekare; -di-
rektor, der; -gebAude, das: ^Beschichte, die <o. PL):
Geschichte des Bibliothekswesens; -helfer. der: ^katalog, der;
-künde, die <o. PL): Lehre vom Bibliothekswesen u. seiner
Geschichte, dazu: -kundlidi [...kontli^] <Adj.; o. Steig.):
-lehre, die <o. PL): Lehre vom Bibliothekswesen; Mut,
der <P1. ...rate): Titel von Beamten im Bibliotheksdienst;
Träger dieses Titels; -räum, der; -referendar, der:
Referendar im Bibliotheksdienst; -saai, der; -schule, die: Schule
für Bibliothekare; -Signatur, die; -Stempel, der;
-Verwaltung, die; -wesen, das <o. PL); -Wissenschaft, die <o. PL);
-ziramer, das.
biblisch [bi:bhjl <Adj.; o. Steig.) [zu fBibel]: 1. a) aus
der Bibel stammend!, zur Bibel gehörend, ihr eigentümlich,
gemäß: der -e Schöpfungsbericht; -e Gestalten.
Geschichten; das Lehrfach Biblische Geschichte; mit einem so -en
Tier wie dem Esel den Weihnachtsmarkt zu beleben
(Schnurre. Bart 64); b) wie in der Bibel: seine Rede war
von -er Kürze; sich b. ausdrücken; ein -es (sehr hohes)
Alter erreichen. 2. <meist attr.) die Bibel betreffetui: -e
Altertumskunde; ein -es Drama (mit biblischem Stoff).
Bicarbonat: t Bikarbonat.
bichrom l'biikrorm. bi'kro.m] <Adj.; o. Steig.) [zu. lat. bis
= zweimal u. griech. chröma = Farbe] (Fachspr.):
zweifarbig; Bkhromat, das; -[e]s, -e (Chemie): doppelchromsaures
Salz. Dichromat: Bichromk, die; - (Fachspr.):
Zweifarbigkeit.
Bickbeere ['btk-1. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
bikbere. wohl zu pik = Pech (nach der pechschwarzen
Farbe)] (nordd.): Heidelbeere.
biderb [bi'dcrpKAdj.) [mhd. bider(be) = bieder; brauchbar,
nützlich, ahd. bitherbe = brauchbar, nützlich, eigtl. =
dem Bedürfnis entsprechend, aus: bi = be- u. dem Stamm
von tdürfen] (altertümelnd. meist spött.): bieder: in der
Erinnerung an die altdeutsch-biderbe Vergangenheit
(Greiner. Trivialroman 106).
Bidet [bi'de:], das; -s. -s [frz. bidet. eigtl. = kleines Pferd.
H. u.|: Sitzbecken für Spülungen u. Waschungen der unteren
Körperpartie.
Bidon [bi'dö:], der; -s, -s [frz. bidon < ital. bidone =
faß förmiger Behälter für die Weinration der Matrosen
< mgriech. pithon = Weinfaß < griech. pithos] (Schweiz.):
Eimer. Kanne mit Verschluß; Benzinikanister; Bidonville
[bidÖ'vil]. das; -s. -s [frz. bidonville. eigtl. =
..Kanisterstadt4']: a) aus Kanistern. Wellblech w. ä. aufgebautes
Elendsviertel in den Randzonen der nordafrikan. Großstädte; b)
Elendsviertel.
bieder ['bi:de] <Adj.) [mhd. bider(be). tbiderb]: 1.
(veraltend) rechtschaffen, aufrichtig u. verläßlich, ehrenwert u.
anständig: ein -er Bürger. Handwerksmeister: von -er
Gesinnung sein; Dem -en Manne, dem eine loyale und bewah-
386
hier-, Bier-
rende Gesinnung vom Gesichte zu lesen war (Th. Mann.
Krull 299). 2. auf beschränkte Weise rechtschaffen, allzu
naiv; einfältig, treuherzig: ein -er Alter; b. blicken,
aussehen: einen Befehl brav und b. (treulierzig u. einfältig)
ausführen.
bieder-, Bjfider-: -mann, der <PI. -männer): 1. (veraltend
od. iron.) biederer (1). ehrenwerter, rechtschaffener Mann:
ein wackerer B.; in der Maske des -s auftreten. 2. auf
beschränkte, kleinbürgerliche Weise biederer Mensch;
Spießer: der deutsche B. schätzt das nicht, dazu: -mäimisch
[-m£nij] <Adj.>: Lessings Parabelstück von Boleslaw
Barlog b. inszeniert (Weit 13. I. 1962. 7). -mamsgesicht,
das. -mannsmaske, die, -manramiene, die; -meier, das;
-[sl [nach ..(Gottlieb) Biedermaier". Deckname der
Verfasser von ..biedermännisehen4' Gedichten in den ..Fliegenden
Blättern" (1853)]: 1. deutsche Kunst- u. Kulturepoche (etwa
1815-1848): die Wohnkultur, ein Maler des -[sl. 2. Bieder-
meierst/!: diese Möbel sind typischles] B., dazu: -meierein-
rkhtung, die: Entrichtung im Biedermeierstil, -meierlich
<Adj.). -metermöbel. das (meist PL), -meiermode, die
<o. PL), -meierstil, der <o. Pl.>: von klein/bürgerlicher
Lebensauffassung u. -Ixaltung geprägter Kunst jstil des
Biedermeiers (1), gekennzeichnet durch Zierlichkeit (der
Möbel) u. Beschaulichkeit, Genügsamkeit, moralisierende
Beschränktheit (in der Malerei, auch in der Literatur).
-meiertradit, die. -meieraeit, die <o. PI.), -meierzimmer,
das: im Biedermeierstil eingerichtetes Zbnmer; -miene, die;
-siim.der <o. Pl.> (geh.): biedere, rechtschaffene Gesinnung.
dazu: -sinnig <Adj.>: die -e Neugier eines Robert Lembke
(Hörzu 8. 1973. 5).
Biederkeit, die; -: biederes Wesen.
biegbar ['bi:kba:g] <Adj.; nicht adv.>: sich biegen (I) lassend.
dazu: Bkgbarkeit.die; -; Biege l'bi:go], die; -. -n (landsch.):
Biegung. Kurve. Wetulung: bis zur nächsten B.; *eine B.
drehen (salopp; einen Spaziergang machen): eine B. fahren
(salopp; ein Stück fahren, eine Spazierfahrt machen): eine
B. fliesen (salopp; ein Stück fliegen, einen Spazierflug
machen).
Biege» (Technik. Werkstoffprüfung): ^Festigkeit, die; -ma-
schine, die; -probe, die; -Spannung, die; -Vorrichtung, die.
biegen [bi:gn] (st. V.) /vgl. gebogen/ [mhd. biegen, ahd.
biogan]: 1. <hat> a) Festes gegen elastischen Widerstand
u. ohne es zu zer /brechen in eine anders gerichtete (insbes.
gekrümmte) Form bringen: einen Draht b.; einen Ast nach
unten, in die Höhe b.; den Kopf etwas nach hinten b.;
er sitzt mit gebogenem (krummem) Rücken; <b. + sich:)
ich bog mich zur Seite; er bog (krümmte) sich vor Lachen
(ugs.; meist Ü lachte heftig): Ü das Recht b. (veraltet;
beugen): Da kannst du hundertmal im Recht sein, die
biegen (abwertend; manipulieren) das schon so. daß du
... mit deinem Recht nichts anfangen kannst (Grün.
Glatteis 247); b) (Sprachw.; österr.) beugen, flektieren. 2. <b.
+ sich; hat) a) gebogen werden, eine gebogene Form
annehmen, sich krümmen: die Bäume bogen sich im Wind, unter
der Last des Schnees; Ü der Tisch bog sich unter der
Last der Speisen (es wurden Speisen in überreichem Maß
aufgetragen); <subst.:> *es geht auf Biegen oder Brechen
(ugs.; es geht hart auf hart): auf Biegen oder Brechen (ugs.;
mit Gewalt, unter allen Umständen): b) eine in bestimmter
Weise] gebogene Form haben, /in bestimmter Weise/
gekrümmt sein: Ihre Nase bog sich kühn und fein zugleich
(A. Zweig. Claudia 15). 3. einen Bogen, eine Biegung in
eine bestimmte Richtung beschreiben <ist>: der Weg biegt
um den Berg; der Wagen ist eben in eine Toreinfahrt
gebogen; er bog rasch zur Seite (wich nach der Seite aus);
<Abl.:> biegsam ['bi:kza:m] <Adj.; nicht adv.): biegbar,
leicht zu biegen: eine -e Gerte; -es (elastisches) Holz; ein
-er (flexibler) Einband; -e (geschmeidige, elastische)
Glieder; sie ist b. wie eine Gerte; Ü ein -er (leicht zu lenkender,
fügsamer) Charakter, dazu: Biegsamkeit, die; -: die B.
eines Materials; Ü eine zarte Andeutung auf die
diplomatische B. des neuen Herzogs (St. Zweig. Fouche 142);
Biegung, die; -. -en: 1. bogenförmige Abweichung von der I
geraden] Richtung: Nehmen wir an. eine bestimmte B. (Kurve)
kann ... mit maximal 100 km/h befahren werden
(Frankenberg. Fahren 164); sie wohnt an. hinter der B. [der Straßel;
die B. des Halses; eine B. [nach rechts] machen. 2. (Sprachw.
österr.) Beugung. Flexion.
Bien rbi.nl, der; -s (Imkerspr.): Gesamtheit des Bienenvolkes:
Bknchen [...(pn], das; -s. -: t Biene; Biene fbi-.na]. die; -,
-n [mhd. bin(e). ahd. bini]: 1. <Vkl. TBienchen) a) in vielen
Arten vorkommetides, meist gelb-schwarzes, fliegendes
Insekt, das meist stark behaart ist u. dessen Weibchen einen
Giftstachel hat: -n sind Hautflügler; b) svw. t Honigbiene:
die -n summen, schwärmen, fliegen aus; fleißig wie eine
B. sein; der Imker hält, züchtet -n; man hörte das Summen
der -n, die die Rabatten abweideten (Jünger. Bienen 79);
von einer B. gestochen werden. 2. (salopp) Mädchen: eine
flotte, kesse. süße, schräge B.; Außerdem schlafe ich nur
mit Mädchen, mit hübschen, kleinen -n (Dorpat.
Ellenbogenspiele 103). 3. *eine B. drehen, machen (ugs.; schnell
davongehen, sich unversehens, unbemerkt entfernen).
bknen-, Bienen-: -ameise, die: zur Oberfamilie der
Hautflügler gehörendes, den Ameisen ähnelndes Insekt, das als
Brutparasit vor allem in den Nestern von Bienen lebt;
Ameisenwespe. Spinnenameise; -artig <Adj.>: ein -es Insekt; -er Fleiß;
-beute, die: f2Beute (2); -fleiß, der: unermüdlicher Fleiß.
dazu: -fleißig <Adj.); -fresser, der: in selbstgegrabenen
Höhlen nistender Vogel des Mittelmeerraums mit langem
Schnabel u. zwei spießartigen Schwanzfedern; -geswnm,
das; -«ift, das <o. PI.): Absonderung aus der Giftdrüse
der Honigbiene (insbes. als Heilmittel gegen rheumatische
Erkrankungen); -haltung, die: Hege u. Pflege von
Honigbienen. Bienenzucht; -harz, das: Baumharz, das die Honigbiene
im Bienenstock zum Abdichten u. zum Wabenbau verwendet;
-haube, die: Gesichtsschutz des Imkers; -haus, das: aus
Bienenkästen bestehender Holzbau in Form eines kleinen
Hauses; -honig. der: von der Honigbiene gelieferter Honig
(Ggs.: Kunsthonig); -hütte, die: vgl. -haus; -kästen, der:
kastenförmige Unterkunft für ein Bienenvolk; -königin, die:
das einzige fruchtbare Weibchen eines Bienenvolkes. Bie-
nen]weiset; ^korb, der: geflochtener BienenstcKk: es ging
so lebhaft zu wie in einem B., dazu: -korbhütte, die:
bienenkorbförmig gebaute afrikanische Nfrgerhütte; Mnänn-
chen.das: männliche Biene; -pfeife, die: Pfeife, deren Rauch
den Imker gegen Bienenstiche schützen soll; -Schleier, der:
Gesichtsschutz des Imkers; -schwärm, der; -spräche, die:
tanzähnliche Zeichensprache, mit der die Bienen sich über
Nalirungsquellen o.a. verständigen; -Staat, der; -Stachel,
der; -stand, der: zu einem Stand vereinigte Gruppe von
Bienenstöcken; -stich, der ß: Phantasiebez.l: 1. Verletzung
durch den Stich einer Biene. 2. Hefekuchen mit . Pudding-
od. Cremefüllung u. / einem Belag aus zerkleinerten
Mandeln. Butter u. Zucker; -stock, der: Unterkunft für ein
Bienenvolk: es wimmelte wie in einem B.; -vater, der
(Imkerspr.): Imker; -volk, das: aus einer Königin. Arbeitsbienen
u. Drohnen bestehende Gemeinschaft der Bienen eines Bie-
nemtocks; -wabe, die; -wachs, das: Ausscheidungsprodukt
der Honigbiene (Baustoff für die Waben): Kerzen aus
reinem B.dazu: -Wachskerze, die; -weide, die (Imkerspr.):
Gesamtheit der Pflanzen, die von Bienen besucht werden;
-weiset, der: vgl. Weisel; ~wolf. der: große Sandwespe,
die Bienen als Futter für ihre Larven fängt; -zucht, die:
Züchtung u. Haltung von Honigbienen; Imkerei; -Züchter,
der: jmd.. der Bienen züchtet; Imker.
bknenhaft <Adj.; o. Steig.): in der Art von Bienen: er entwik-
kelt einen geradezu -en Fleiß.
Biennale [bie'na:b], die; -. -n [ital. biennale, zu spätlat. bien-
nälis = zweijährig]: alle zwei Jahre stattfindende
Ausstellung od. Schau, bes. in der bildenden Kumt u. im Film.
Bier [bi:$. das; -[eis. (Sorten:) -e <Vkl. t Bierchen) [mhd.
bier.ahd. bior, viell. < vlat. biber = Trank, zu lat. biberc
= trinken]: aus Malz. Hopfen. Hefe u. Wasser gegorenes,
kohlensäurehaltiges, würziges, leicht alkoholisches
Getränk: helles, dunkles, einfaches, starkes B.; Kulmbacher
B.; B. vom Faß; das B. ist abgestanden; B. brauen,
ausschenken: ein Faß B. anzapfen; einen Kasten B. (Kasten
mit Bier in Flaschen) holen; ein großes, kleines B. (Glas
Bier) bestellen; ein, zwei B. (Glas Bier) trinken; *etw.
wie sauer /saures B. anpreisen (ugs.; eifrig für etw. werben,
was niemand haben will)', das ist [nicht] mein B. (ugs.; das
ist nicht] meine Angelegenheit, nicht/ mein Geschäft;
vermutl. auf eine entsprechende mundartl. (rhein.)
Wendung zurückgehend, in der das ähnlich klingende Wort
für ,.Birne[nr zu Bier verballhornt worden ist): Wenn
sich Esther Vilar in der Ehe als ..bezahlte Hure" ihres
Mannes fühlte, dann ist das ihre Sache und nicht unser
Bier (Hörzu 9. 1972.48).
bfcr-t Bkr-: -abend, der: abendliches Zusammensein beim
Bier; -arsch, der (vulg.): breites Gesäß; -ausschank, der;
25-
387
Bierchen
^bank, die (veraltet): Bank im Wirtshaus, dazu: ^bankpoli-
tüt, die (abwertend): Stammtischpolitik, -bankpolitiker,
der; -bar, die (zu t'Bar I); -baß, der (ugs. scherzh.):
tiefe Stimme: -bauch, der (ugs. spött.): Fettbauch: -brauer,
der; -brauerei, die; -bruder, der (ugs.): 1. (scherzh.) oft
u. ausgiebig Bier trinkender Stammgast im Wirtshaus. 2.
guter Bekannter, mit dem jmd. regelmäßig Bier trinkt: -dek-
kel, der: Untersetzer aus steifer Pappe od. Filz für das
Bierglas: -dose, die; -dunst, der: Mhrst, der: Durst auf
Bier: -eifer, der (ugs. spött): übermäßiger Eifer, dazu:
-eifrig <Adj.; o. Steig.); -ernst <Adj.; o. Steig.) (ugs.):
übermäßig, unangemessen ernst: -ernst, der: übermäßiger,
unangemessener Ernst: -faB. das; ^filz, der: Untersetzer
aus Filz für das Bierglas. Bierdeckel: -flasche, die; -garten,
der: Gartenwirtschaft, in der bes. Bier ausgeschenkt wird:
-glas, das <PI. -gläser); -hahn, der <P1. -hähne): Zapfhahn
für das Bier: -halle, die: geräumiges Bierlokal: -hefe, die:
Hefe zur Gärung des Biers: -hobd, der (landsch.): Wisch-
läppen für den Wirtshaustisch: -idee, die (ugs.
abwertend): dummer Einfall. Schnapsidee: ^käse, der: 1. pikanter
Schmelzkäse. 2. Weißlacker. -kästen, der: offener
Kasten mit Fächern für Bierflaschen: -keller, der: 1. Keller
zum Aufbewahren von Bier. 2. Bierlokal / in einem Keller ];
-kneipe, die; -korament, der (Studentenspr.): die bei der
Kneipe (2a) geltende Regelung der Trinksitten: -krug, der:
Trinkkrug für Bier: -krügel, das; -s, -In) (österr.): Krug
od. Henkelglas für einen halben Liter Bier: -kutscher, der
(ugs.): Fuhrmann einer Brauerei: -lache, die: -lachs, der
[eigtl. = Biergeld, zu: Lachs, md. auch = Geld] (Skat):
Spielserie, bei der um eine Runde Bier u. Schnaps j gespielt
wird (der erste, der eine bestimmte Anzahl von
Minuspunkten erreicht, muß die Runde bezahlen): einen B. [ausspielen;
-laune, die (ugs.): übermütige Laune: bleiche, die (ugs.
scherzh.): jmd.. der durch allzu reichlichen Genuß von Bier
sinnlos betrunken u. des Gebrauchs seiner Gliedmaßen nicht
mehr mächtig ist: -lokal, das; -marke, die: 1. Gutschein
für ein Bier. 2. Markenname der Biere einer bestimmten
Brauerei: welche B. bevorzugen Sie?; -minute, die
(Studentenspr.): Zeitspanne von drei Minuten: -musik, die
(Studentenspr.): 1. bei der Kneipe (2a) gespielte
Klaviermusik. 2. Klavierspieler, der die Biermusik (1)
spielt: -niederlajje, die: svw. t-verlag; -orgel, die
(Studentenspr.): Klavier in der Kneipe (2 b); ^rausch, der.
-rede, die: Scherzrede, humoristische Rede, btsbes. beim
gemeinschaftlichen Bier trinken: -reise, die (ugs. scherzh.):
das Herumziehen von Bierlokal zu Bierlokal: -ruhe, die
(ugs.): unerschütterliche Ruhe: -runde, die: Runde von
Biertrinkern: -sdtaum, der; -schenke, die; -Schinken, der: eine
Wurstsorte: -seWel, das: -selig <Adj.) (scherzh.): vom Bier
leicht berauscht u. in guter Stimmung: -«tfmme, die (ugs.):
tiefe lu. rauhe Stimme: -Stube, die: kleineres Bierlokal:
-suppe. die: Mehlsuppe mit Bier, Zucker u. Eil ern ]: -teller.
der (Schweiz.): svw. I-deckel; -tippler. der (österr. ugs.):
gewohnheitsmäßiger Biertrinker: -tisch, der: Tisch im
Wirtshaus: -trinker, der: jmd.. der regelmäßig] Bier trinkt:
Milk, der: Ulk. der in Bier laune vollführt wird: -Untersatz,
der: Untersatz für das Bierglas: -verlag, der: Unternehmen
für den Zwischenhandel mit Bier: - verleaer, der:
Unternehmer, der Zwischenhandel mit Bier betreibt: -vertrieb, der:
svw. T ^verlag; -wärmer, der; -s. -: Gerät zum Anwärmen
des Biers im Glas: ^wlrt, der; -Wirtschaft, die; Mivurst,
die: geräucherte Wurst aus Rindfleisch. Schweinefleisch.
Speck u. Gewürzen: -würze, die: die geläuterte malzextrakt-
haltige Flüssigkeit vor der Gärung: -zeitung« die:
humoristische Zeitung, die für eine geschlossene Gesellschaft bestimmt
ist: ^zelt. das: Zelt, in dem bei / Volks]festen bes. Bier
ausgeschenkt wird: ^zlpfel, der. von den Angehörigen einer
studentischen Korporation getragemr (Uhrianhänger [in
den Farben der Verbindung I.
Bierchen [bi^n], das; -s. -: 1. besonders gute Sorte Bier
(drückt Anerkennung. Lob aus). 2. (fam.) Glas Bier: ein
B. trinken gehen.
Biese fbi.zs], die; -. -n [aus dem Niederd.. Nebenf. von
f Binse]: 1. farbiger Tuchstreifen bes. an Uniformhosen: rote
-n: -n annähen. 2. schmal abgenähtes Fältchen an einem
Kleidungsstück. 3. Ziernaht am Schuh.
btesen fbi.zn] <sw. V.; hat) [mhd. bisen. ahd. bison]: (von
Rindern. Pferden u.a.) von Biesfliegen geplagt, sich wild
gebärden: die Pferde biesen; Biesfliege fbi:s-], die:
Dasselfliege (bes. die Art. die sich in die äußere Haut einbohrt).
'Biest [bi.st], das; -[e]s, -er [niederd. Beest = Untier <
afrz. beste < lat. bestia. t Bestie] (ugs. abwertend): 1.
lästiges, unangenehmes Tier: das B. hat mich gestochen;
das B. bellt Tag und Nacht; Hundert Meter ging das
B. (= Ziege), dann blieb es stehen (Grzimek. Tiere 12).
2. a) durchtriebener, gemeiner, niederträchtiger Mensch:
so ein B.!; das B. hat mich belogen: ich will doch mal
sehen, ob so ein freches kleines B.. das herumhurt ...
(Remarque.Triomphe 132); mit dem Unterton der
[widerstrebenden] Anerkennung: ein süßes B. (anziehendes
Mädchen, verführerische junge Frau, die aber oft
unliebenswürdig-schroff ist): b) verwünschter Gegenstand: das B.
funktioniert nicht mehr; das B. wiegt mindestens 8 Zentner.
*Biest [-]. der; -[eis (mhd. biest. ahd. biost]: svw. t Biestmilch.
Biesterei (bi.sts'rajj. die; -. -en [zu f 'Biest]: 1. (ugs.
abwertend) a) Unanständiges. Unsittliches: etw.. was Anstoß
erregt: das ist eine B.!; ein Film voller -en; b) etw. Schlimmes.
Ärgerliches. Verwünschtes: Gemeinheit: diese dauernden
Preissteigerungen sind eine B.! 2. (landsch.) bes. schwere,
anstrengende Arbeit, die jmdm. zugemutet wird: Schufterei:
bj&tern <sw. V.; hat) (landsch.): 1. umherirren: er biesterte
durch die Gegend. 2* schwer arbeiten, schuften: sie biestert
von morgens bis abends, um alles zu schaffen; bj&tig
<Adj.) [zu f'Biest] (ugs. abwertend): 1. widerlich, gemein,
niederträchtig: ein -er Kerl; es sind Frauen, Weiber, alte
Weiber, alte -e Krähen (Küpper. Simplicius 148); die Leute
schimpften über die -en Preissteigerungen. 2. a)
unangenehm groß oder stark: eine -e Kälte; b) (intensivierend
bei Adjektiven u. Verben) sehr: es war b. kalt; es tat
b. weh; <Abl.:) Bj&tigkeit, die; -. -en (ugs. abwertend):
a) <o. PI.) gemeiner Charakter: b) gemeine Tat.
Bfeptmilch, die [zu tJBiest]: Milch einer Kuh. die gerade
gekalbt hat.
Biet [bi.t]. das; -le]s, -e [mhd. biet] (Schweiz.): Gebiet um
eine.Stadt! (meist in Zus. mit Namen. z.B. Baselbiet).
bieten ['bi:tnj <st. V.; hat) [mhd. bieten = anbieten,
darreichen, gebieten < ahd.biotan = bekanntmachen:
entgegenhalten, darreichen: erzeigen, erweisen]: 1. a) anbieten, zur
Verfügung, in Aussicht stellen: jmdm. Geld, eine Chance.
Ersatz Tür etw. b.; was, wieviel bietest du mir dafür (was
willst du mir zahlen)?: (Kartenspiel:) du bietest (reizt)!:
verblaßt: etw. bietet jmdm. eine Handhabe, einen Anlaß,
um ... (etw. ermöglicht jmdm. erw.): b) bei einer
Versteigerung o.a. ein Angebot machen: er hat auf das Bild [5000
Mark] geboten; nur zwei Interessenten boten auf den
Tabernakelschrank: wer bietet mehr?; c) <b. + sich) sich
eröffnen, sich ergeben: hier bietet sich [dir] eine Chance,
eine günstige Gelegenheit; endlich bot sich ein Ausweg,
den Konflikt beizulegen. 2. a) (geh.) darjreichen.
hinhalten: er bot ihr den Arm; Ü jmdm. die Hand zur Versöhnung
b. (sagen, zu erkennen geben, daß man sich mit ihm
versöhnen will): b) geben, gewähren: jmdm. Obdach. Unterschlupf
b. 3. darbieten, zeigen: die Mannschaft bot ausgezeichnete
Leistungen: bei dem Fest wurde viel, wenig, ein schönes
Programm geboten; Zum erstenmal bietet ein Mann in
Frankreich dem Kaiser offenen Trotz (trotzt ihm: St.
Zweig. Fouche 157); verblaßt: diese Arbeit bietet (macht)
keine besonderen Schwierigkeiten. 4. sichtbar werden: ein
Bild des Jammers bot sich uns. unseren Augen. Blicken;
die Unfallstelle bot ein schreckliches Bild; sie bietet einen
prächtigen Anblick (ist prächtig anzusehen): Er bot
überhaupt ein abgerissenes Bild (sah abgerissen aus: Erh.
Kästner. Zeltbuch 22). 5. zumuten: so etwas ist mir noch nicht
geboten worden; das lasse ich mir nicht b. (gefallen):
<Abl. zu 1 a. b:> Bkter, der; -s. -: jnui.. der bei einer
Ausschreibung. Versteigerung o. ä. für od. auf etw. bietet.
Bifokalbrille [bifo'ka:l-]. die; -. -n [aus lat. bi- = zwei u.
fokal = den t Fokus betreffend]: Brille mit Bifokalgläsern:
Bifokglgias, das; -es. ...gläser: Brillenglas aus zwei
verschieden geschliffenen Teilen mit verschiedenen Brennpunkten
(zum Sehen in die Ferne u. in die Nähe).
Biga['bi:ga].die;-.Bigen[ausgleichbed. lat. blga.zu biiugus
= zweispännig]: von zwei Pferden gezogener Renn- od.
Prunkwagen im alten Rom.
Bigamie [biga'mi:]. die; -. -n [...i.an; mlat. bigamia. zu kir-
chenlat. bigamus = zweifach verheiratet. Vermischung
von gleichbed. griech. df(gamos) mit lat. bi- = zwei (-ga-
mos.zugriech.gameTn = heiraten)]: (gesetzwidrige)
Doppelehe: in B. leben; Bigamist [biga'mist], der; -en. -en:
jmd.. der eine zweite Ehe eingeht, obwohl die erste gesetzlich
388
bilü-, Bild-
noch besteht: <Abl.:> bigamjstisch <Adj.: o. Steig.; nicht
adv.>: a) die Bigamie betreffend: der Film zeigt -e
Komplikationen; b) in Bigamie lebend: ein -es Paar.
Big-apple-walc [big' aeplwoik]. der; -[s], -s [engl.-amerik. big
apple walk, aus: big = groß, apple = Apfel u. walk
= das Gehen. Gang; Phantasiebez.]: in Reihen getarnter
Modetanz.
Bigarade [biga'raria], die; -. -n [frz. bigaradej: bittere
Pomeranze: eine Zitrusfrucht.
Big Band [big 'baendj. die; - -. - -s [engl.-amerik. big band,
aus: big = groß u. band. t'Band]: in Instrumentalgruppen
gegliedertes großes Tanzorchester, in dem im Ggs. zur
Combo einzelne Instrumente mehrfach besetzt sind: Big Business
[big biznis], das; - - [engl.-amerik. big business, aus: big
= groß u. business. t Busineß): a) monopolartige Ballung
von Großkapital u. Industrieorganisationen: b) Geschäftswelt
der Großunternehmer: er gehört zum B. B.; c) sehr
vorteilhafter Geschäftsabschluß, großes Geschäft: Die
amerikanische Nachrichtenagentur VPI witterte B. B. und schrieb
... (Spiegel 18. 1966. 59).
Bignonie [bi'gno:np], die; -. -n [nach dem frz. Bibliothekar
J. P. Bignon (1662-1743)1: eine kletternde Zier/pflanze
aus dem tropischen Nordamerika mit glockenförmigen, tief
orangeroten Blüten: Kreuzrebe.
bigott [bi'got] <AdJ.; -er, -[eiste) [frz. bigot. H. u.l (bil-
dungsspr. abwertend): a) engherzig fromm, übertrieben
glaubenseifrig, frömmelnd: ein -er Mensch; -e Frömmigkeit;
b. erzogen werden; b) scheinheilig: ein -er Heuchler: sich
b. entrüsten; <Abl.:> Bigotterie [bigDto'ri:]. die; -. -n [...i:an;
frz. bigoteriel: 1. <o. PI.) a) kleinliche, engherzige
Frömmigkeit, übertriebener Glaubenseifer. Frömmelei: b)
Scheinheiligkeit. 2. bigotte Handlungsweise. Äußerung.
bijekttv [bi:jekti:f. auch: bijek'tr.f) <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [zu lat. bi- = zwei u. iactäre = werfenl (Math.):
bei der Abbildung einer Menge (2) jedem Urbild nur einen
Bildpunkt u. umgekehrt zuordnend.
Bijou [bi'3u:l. der od. das; -s. -s [frz. bijou < bret. bizou
= Fingerring] (Schweiz., sonst veraltet): Schmuckstück.
Kleinod:Bijouterie[bi3Uto'ri:].die;-.-n[...i:dn;frz. bijoute-
rie): 1. billiger/ Schmuck. 2. (Schweiz., sonst veraltet)
Schmuckwarengeschäft. -Handel; Bijoutier [bi3u'tie:], der;
-s. -s [frz. bijoutierl (Schweiz.): Juwelier.
Bikarbonat, (ehem. fachspr.:) Bicarbonat. das; -[e]s. -e [aus
lat. bi- = zwei u. t Karbonat]: doppeltkohlensaures Salz.
Bikini [bi'khni]. der. (Schweiz:) das; -s. -s [Phantasiebez..
geb. nach dem gleichnamigen Südseeatoll, als dieses durch
die ersten großen Atomversuche weltbekannt geworden
war]: knapper zweiteiliger Badeanzug für weibl. Personen:
sie trug einen knappen B.
bikonkav [bikon'katf. auch: ...ao'k.... 'bi:-l <Adj.; o. Steig.)
[aus lat. bi- = zwei u. tkonkavl(Optik): beiderseits hohl;
geschliffen! (Ggs.: bikonvex): eine -e Linse.
bikonvex [bikon'veks. auch: 'bi:-] <Adj.; o. Steig.) [aus lat.
bi- = zwei u. t konvex] (Optik): beiderseits gewölbt
geschliffen/ (Ggs.: bikonkav): eine -e Linse.
bilabial [bila'bia:!. auch: 'bi:-] <Adj; o. Steig.) [aus lat.
bi- = zwei u.t labial] (Sprach™.): mit beiden Lippen gebildet:
-e Laute; <subst.:) Bilabial, der; -s. -e (Sprachw.): bilabialer
Laut: p ist ein B.
Bilanz [bi'lan&l. die; -. -en [ital. bilancio = Gleichgewicht
(der Waage) < vlat. *bilancia. zu lat. bilanx. f Balance]:
a) (Wirtsch.. Kaufmannsspr.) abschließende
Gegenüberstellung von Aktiva u. Passiva. Einnahmen u. Ausgaben.
Vermögen u. Schulden, insbes. für das abgelaufene Geschäftsjahr;
Kontenabschluß. Ab Schlußrechnung: eine ausgeglichene B.;
eine B. aufstellen, prüfen; -en lesen; er hat die B.
verschleiert, frisiert (die Vermögenslage absichtlich falsch,
günstiger dargestellt); Ü Die modernen Kulturanalysen sind
-en. die mit Verlust abschließen (Marek. Notizen 15); *B.
machen (ugs.; seine persönlich verfügbaren Mittel
überprüfen)', b) Ergebnis. Fazit; abschließender Überblick: die
erfreuliche B. der deutschen Außenpolitik; zehn Tote und
zahlreiche Verletzte sind die traurige, erschütternde B.
des Wochenendes; * [die] B. [aus etw.] ziehen (das Ergebnis
von etw./ feststellen).
bil«nz-. Bilanz- (Bilanz 1): ^buchhaltcr. der; -priifer, der;
-sicher <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sicher im Aufstellen
einer Bilanz; -summe, die: Summe der Aktiva bzw. Passiva
einer Bilanz.
bilanzieren [bilan't$i:ren] <sw. V.; hat) (Wirtsch..
Kaufmannsspr.): 1. in bezug auf Soll u. Haben ausgeglichen
sein: das Konto bilanziert mit 12351 Mark. 2. über etw.
eine Bilanz aufstellen: ein Konto b.; Ü Der Autor ...
bilanziert den erreichten theoretischen Stand (gibt einen
abschließen Überblick; Deutschunterricht 2. 1972, 129); <Abl.
zu 2:) Bilanzierung, die; -. -en.
bilateral [bilate'ra:l. auch: 'bi:-] <Adj.; o. Steig.) [aus lat.
bi- = zwei u. t lateral): 1. (polit.. fachspr.) zweiseitig, von
zwei Seiten ausgehend, zwei Seiten betreffend: -e Verträge.
Gespräche; b. zusammenarbeiten. 2. (Biol.)
Spiegelsymmetrie aufweisend, aus zwei spiegelbildlich gleichen Hälften
bestehend: -e Tiere; -e Symmetrie.
Bilch [bil^]. der; -[e]s. -e [mhd. bilch(müs). ahd. bilih. wohl
aus dem Slaw.]: Schlafmaus; Vertreter einer Familie der
Nagetieremitetwa 30Arten (zu denen z. B. der t
Siebenschläfer gehört); <Zus.:) Bjlchmaus, die: svw. f Bilch.
Bild [bilt], das; -[e]s. -er [mhd. bilde = Bild. Gestalt. Beispiel,
ahd. bilidi = Nachbildung. Abbild; Muster. Beispiel,
Vorlage; Gestalt, Gebilde, urspr. = Wunder(zeichen)]: 1. a)
<Vkl. t Bildchen) mit künstlerischen Mitteln auf einer Fläche
Dargestelltes. Wieder gegebenes; Gemälde. Zeichnung o. ä.:
ein wertvolles, altes, abstraktes B.; die -er eines alten
Meisters; -er sammeln, aufhängen; ein B. [in öl. mit
Wasserfarben] malen; ein B. restaurieren; zu einem B. als Modell
sitzen; *ein lebendes B. (Theater; szenische Darstellung
von etw. Izu Erratendemi durch eine gestellte, unbewegte
Personengruppe); ein B. von ... sein (sehr schön, bildschön
sein): sie ist ein B. von einem Mädchen; b) <Vkl. Bildchen)
Fotografie; gedruckt Wiedergegebenes: scharfe,
verwackelte -er; ein B. knipsen, aufnehmen, abziehen, vergrößern;
jmdm. ein B. von sich schenken; sie haben im Urlaub
schöne -er gemacht; etw. im B. festhalten (fotografieren);
etw. mit -cm dokumentieren: c) auf dem Fernsehschirm
Erscheinendes: das B. ist gut. schlecht, verzerrt, fiel aus.
war gestört; d) Abbild. Spiegelbild: sie betrachtete ihr B.
im Spiegel: er ist ganz das B. seines Vaters (sieht ihm
sehr ähnlich). 2. Anblick. Ansicht: das äußere B. der Stadt
ist verändert; ein schreckliches B. bot sich unseren Augen;
* ein B. des Jammers sein/bieten (geh.; einen sehr
traurigen Anblick bieten): ein B. für [die] Götter [sein] (ugs.
scherzh.; grotesk, komisch /wirken/). 3. Vorstellung.
Eindruck: -er der Vergangenheit stiegen vor ihm auf. Quälten,
bedrängten ihn; ein falsches B. von etw. haben; er beschwor
das B. seiner Geliebten (geh.; stellte sie sich lebhaft vor);
*sich (Dativ) ein B. von kwfan./etw. machen (sich eine
Meinung über jmdn.letw. bilden): Nachrichten ... sind
bisher so spärlich eingelaufen. ... daß sich über die ... Lage
schwerlich ein B. machen läßt (Plievier. Stalingrad 109);
imdn. [über etw.] im B. setzen (informieren, orientieren,
unterrichten, in Kenntnis setzen); [über etw.] im -e seh
Bescheid wissen, informiert, orientiert, unterrichtet sein).
4. (Theater) Abschnitt eines Bühnenstücks, der durch
gleichbleibende Dekoration gekennzeichnet ist: Schauspiel in
sieben -ern. 5. bildlicher Ausdruck, anschaulicher Vergleich.
Metapher: dieser Schriftsteller gebraucht kühne -er; in
-ern sprechen. 6. (Math.) einem Element durch Abbildung
(Funktion) zugeordnetes Iänderest Element.
bjM-, BfM- (vgl. auch: bilder-. Bilder-): -abzug. der; -ardiiv,
das: -ausschnitt, der; -auswertuig, die: Auswertung von
fotografischen Bildern zur Gewinnung bestimmter darin
enthaltener Informationen; -autor, der: Fotograf, von dem
die einem Buch beigegebenen Bilder stammen; -band, der:
hauptsächlich Bilder enthaltendes Buch; -beilage, die:
hauptsächlich Bilder enthaltende Beilage: die B. einer
Zeitung; -bericht, der (bes. Zeitungsw.): bebilderter Bericht.
Bericht in Bildern; -berkhterstatter, der (ns.): Reporter,
der Bildberichte liefert; Bildreporter: Pressefotograf; ^be-
schreibung, die: Beschreibung dessen, was auf einem Bild
zu sehen ist (z. B. in Form eines Schulaufsatzes); -btogra-
phie. die: hauptsächlich Bilder enthaltende Biographie;
-bmch, der (Sprachw.) svw. tKatachrese; -dironik, die:
hauptsächlich Bilder enthaltende Chronik. Bilderchronik;
-dienst, der (Zeitungsw.. Buchw.): Stelle, die Bilder liefert.
Bilderdienst; -dokunent, das: Abbildung von
dokumentarischem Wert; -druck, der. dazu: -druckstock, der: Klischee.
Bildstock (2); --ebene,die (Fachspr.): Ebene eines >
projizierten] Bildes; ^enipfSnger. der: Empfänger für Fernsehbilder
(Geräteteil); Erzählung, die: Erzählung in betexteten
Bildern; -fläche, die: Fläche eines Bildes, insbes. die Fläche,
auf die ein Bild projiziert od. auf der es /fotografisch/
389
bildbar
erzeugt wird: / fotografisch, filmisch / auf eine Fläche
projizierter od. zu projizierender Ausschnitt des Gesichtsfeldes;
* auf der B. erscheinen (ugs.; unvermittelt erscheinen,
auftreten, kommen); von der B. verschwinden (ugs.: 1. sich rasch,
unauffällig, ohne Umstände entfernen. 2. aus der
Öffentlichkeit/ verschwinden u. in Vergessenheit geraten); ^folge,
die: 1. <o. PI.) die Folge, das l AufeinanderIfolgen der
Bilder: schnelle B. 2. Folge. Reihe. Serie von Bildern;
-format. das; -frequenz, die (Film, Ferns.): Zahl der in
der Sekunde aufgenommenen od. erscheinenden Bilder;
^funk. der: drahtlose Bildtelegrafie; beschichte« die:
Geschichte in ! betextetenj Bildern. Bildergeschichte; -gestal-
tune. die; -Jiauer, der: Künstler, der plastische Kunstwerke
herstellt, dazu: -hauerarbeit, die: 1. <o. PI.) die Arbeit,
das Arbeiten des Bildhauers. 2. Arbeit, Erzeugnis. Werk
eines Bildhauers, -hauerateher, das; -hauerci, die; -. -en:
1. <o. PI.) Bildhauerkunst. 2. (Schweiz.) Bildhauerwerk.
-hauerisch <Adj.; o. Steig.; nur attr.): zur Bildhauerkunst
gehörend, auf ihr beruhend, ihr gemäß: -es Können; -e
Gestaltung [sprobleme], ^hauerkunst. die <o. PI.): Kunst
der] Gestaltung plastischer Werke; Plastiken, Skulpturen,
-hauem <sw. V.; hat) (ugs.): sich als Bildhauer betätigen,
-hauerwerk, das: ausgeführtes Werk eines Bildhauers,
-hauerwerkstatt. die; -hgbsch <Adj.; o. Steig.):
ungewöhnlich hübsch: ein -es Mädchen.Gesicht; ein -es (ugs. scherzh.;
sehr gutes) Alibi; -idee, die: künstlerischer Grundgedanke
beider Gestaltung eines Bildes, Fotos; -Inhalt, der;
-Journalist, der: Journalist, der fotografische Bilder 'u.
Bildberichte/ liefert, -kalender. der; -karte, die: 1. Post /karte (z.B.
Ansichtskarte, Kunstpostkarte) mit einem Bild auf der
Vorderseite. 2. Landkarte, die einen bildhaft-plastischen
Eindruck des Dargestellten vermittelt; -komposition. die:
Komposition des Bildinhalts; -konserve, die (Ferns. Jargon):
aufgespeichertes Bildmaterial; -kraft, die <o. PI.) (geh.):
[Kraftder/ Anschaulichkeit: eine Darstellung. Sprache von
großer B.. dazu: -krlftig <Adj.) (geh.): sehr anschaulich:
eine -e Sprache; -material. das <P1. selten): aus Bildern
bestehendes Material; Vorrat an Bildern: reiches B. von
einer Reise mitbringen; -mischer, der. -mischerin. die:
Angestellte/ r] beim Fernsehen, durch den (die) Quf
Anweisung eines Regisseurs] von mehreren auf Monitoren
erscheinenden Bildern das jeweils geeignetste zur Sendung od.
Aufnahme geschaltet wird (Berufsbez.); -motiv, das; -platte,
die (Fernsehen): schallplattenartige Folie, die mit einem
entsprechenden Gerät abgetastet wird u. so Bild u. Ton auf
den Fernsehschirm überträgt, dazu: -Plattenspieler, der.
-Postkarte, die: ^punkt, der (Math.): Punkt eines
Bildes (6); -qualität. die: Qualität des Fernsehbildes o.a.;
-redakteur. der (Zeitungsw.. Buchw.): für Bilder
zuständiger Redakteur; -reportage, die: hauptsächlich Bilder
enthaltende Reportage; -reporter, der: Reporter, der Bilder u.
Bildberichte, Bildreportagen liefert; -röhre, die
(Fernsehen): Röhre, die das empfangene Bild auf einem
Leuchtschirm wiedergibt; -sfiule, die: säulenähnliches Standbild:
eine B. errichten; Ü (ugs.:) vor Schreck zur B. erstarren;
-schärfe, die (Fol.. Film. Ferns.): mit dieser Kamera erzielt
man eine hervorragende B.; -schirm, der: Schirm eines
Fernsehempfangers (auch eines Kontrollgerätes u. dgl.).
auf dem das Bild erscheint: auf dem B. erscheinen; am/vor
dem B. sitzen; -schmuck, der: svw. t Bilderschmuck;
-schnitt, der (Film): Schnitt; -Schnitzer, der: Künstler,
der Bildwerke in Holz schnitzt, dazu: -sduihzerkunst, die
<o. PL); -Schnitzerei 1. <o. PI.) Bildschnitzerkunst, -tätig-
keit. 2. Bildschnitzerwerkstatt. 3. Erzeugnis des
Bildsschnitzers; -schön <Adj.; o. Steig.) (verstärkend): sehr schön:
ein -es Kleid; die haben sich beide gestern abend so b.
besoffen (ugs. iron.; Fallada. Jeder 99); -seite, die: 1.
(bei Münzen, Medaillen o. ä.) Seite mit dem Bild. 2*
besondere /Buch-, Zeitungslseite für Bilder; -Serie, die: Serie,
zusammenhängende Folge von Bildern, Bilderserie;
-spräche, die: svw. f Bildersprache: die B. Trakls untersuchen;
-stelle, die: Sammel-. Ausleih- od. Vertriebsstelle für
Bildmaterial; -Stickerei, die; -stock, der: 1. (südd., österr.)
im Freien auf einem Pfeiler od. Sockel angebrachtes Kruzifix
od. Heiligenbild. Marterl. 2. Bilddruckstock. Klischee;
-Störung, die (Ferns.); -streifen, der (ugs.): Film /streifen;
-sucher, der (Fol.): Sucher; -Symbol, das: Symbol.
Schrift/zeichen in Form eines schematisierten! Bildes:
-synchron <AdJ.: o. Steig.) (Film. Ferns.): mit dem Bild
synchron: -e Tonaufzeichnung: -tafel, die (Buchw.): auf
besonderem Papier gedruckte ganze Seite mit
Abbildungen, dazu: -tafelwerk, das: -telefon. das: Telefon, das
auch das Bild des Gesprächspartners übermittelt;
Telegramm, das: telegrafisch übermitteltes Bild; -telegraf. der:
Telegraf zur Übermittlung von Bildern; -telegrafie. die;
-teppidi, der: , Wandteppich mit bildlichen Darstellungen.
Bilderteppich; -text,der: einem Bild, einer Abbildung
beigegebener /erläuternder; Text; -tiefe,die; -titelnder; -Ton-
Kamera, die; -Übertrag!*«, die (Ferns.): -Umschlag, der:
Buch Umschlag mit Bildern/; -Unterschrift, die:
erläuternder! Text unter einem Bild, einer Abbildung; -vorläse,
die: Vorlage für die Herstellung eines Bildes; -wand, die:
Wand, auf die Bilder projiziert werden; -weite, die (Fot.):
Abstand des Films vom Objektiv bei Scharfeinstellung auf
eine bestimmte Entfernung; (Optik:) Abstand des Bildes
von der Linse: -Werbung, die: Werbung durch Plakat-,
Film-, Fernseh Ibild: erj; -werfer, der: Projektionsgerät;
-werk, das (geh.): Plastik, Skulptur, Bildhauerwerk;
-wiedergäbe, die (bes. Film. Ferns.. Buchw.): eine einwandfreie,
ausgezeichnete B.; -winke!, der: 1. (Optik) Winkel, unter
dem ein abzubildendes Objekt auf Grund seiner Entfernung
erscheint. 2. (Fot.) größter Bildwinkel (1) eines Objektivs;
-Wirkerei,die <o. PI.): das Wirken von Stoffen mit bildlichen
Darstellungen; -wirksam <AdJ.>: Bildwirkung zeigend,
dazu: -Wirksamkeit, die; -Wirkung, die: Wirkung von Bildern,
durch Bilder; Eindruck, eindrucksvolle Wirkung des Bildes;
-Wörterbuch, das: Wörterbuch, das die Bedeutung von
Wörtern durch Bilder veranschaulicht; -zauber, der (Volksk..
Völkerk.): Zauber, der im Bild das Dargestellte zu
beeinflussen od. zugänglich zu machen sucht; -zeichen, das: Zeichen,
Symbol in Form eines / schematisierten/ Bildes (als
Warenzeichen, auf Hinweisschildern o.a.); -Zuschrift, die: mit
Lichtbild versehene Zuschrift auf eine Anzeige.
bildbar ['biltba^KAdj.; nichtadv.):s/c/r/>/7*iWf (1.2) lassend:
ein -er Stoff. Geist, dazu: Bjldbarkeit, die; -: Bildchen
fbilUpn]. das; -s, - u. Bilderchen: TBild (1 a. b): bilden
rbildn] <sw. V.; hat) /vgl. gebildet/ [mhd. bilden = bildend
(nachjgestalten. ahd. biliden = einer Sache Gestalt u.
Wesen geben, bilidön = eine Gestalt nachbilden, zu T Bild]:
1. a) in bestimmter Weise/ formen: Laute b.; aus Wörtern
Sätze b.; Der klare Sand ist... aus vielen kleinsten Kieseln
gebildet (Remarque. Westen 134); Eines der zahllosen
Mädchen.... bei denen man sich fragte, warum die Natur
den Aufwand gemacht hatte, sie so zierlich zu b.
(Remarque. Triomphe 119); ein schön gebildetes Gesicht;
Ü der Charakter des Jugendlichen läßt sich noch b.
(formen); b) in künstlerischer Weise plastisch gestalten,
modellieren: Figuren in/aus Ton b.: Masken b.; aus bizarren
Wurzeln bildet der Holzschnitzer einzelne Gestalten oder
ganze Figurengruppen; die bildende Kunst (Plastik,
Malerei. Graphik. Baukunst u. Kunstgewerbe/): der bildende
Künstler. 2. a) durch Sichgruppieren. Sichorganisieren
formen, herstellen: einen Kreis, eine Gasse b.; wir bilden
Spalier; gleißende Bahnen, die sich schnitten und ungefähr
ein großes A bildeten (Gaiser. Jagd 103); b) (anordnend,
gruppierend, organisierend) schaffen, hervorbringen, ins
Leben rufen; einen Verein, eine Widerstandsgruppe b.
(gründen, organisieren); einen Fonds. Vermögen b.
(ansammeln); ein Kommando b. (aufstellen); einen Ausschuß
b. (zusammenstellen); der Kanzler bildet die Regierung;
c) sich (aus verschiedenen Eindrücken. Informationen o.a.)
verschaffen: sich <Dativ> ein Urteil über Jmdn.. etw. b.;
ich habe mir [darüber] meine eigene Meinung gebildet.
3. a) aus sich hervorbringen, entstehen lassen: der Zweig
bildet junge Triebe; die Pflanze hat Ableger gebildet; dieses
Verb bildet kein Passiv (läßt sich nicht ins Passiv setzen);
b) <b. + sich) durch Wachstum. Entwicklung entstehen,
hervorkommen: Knospen. Kristalle bilden sich; die
Biosphäre, in der sich das Leben bildet (Natur 22): in der
Partei haben sich verschiedene Gruppen gebildet; In
Südamerika bilden sich in unseren Zeiten mittelfarbige neue
Völker (Grzimek. Serengeti 170). 4. durch Form. Gestalt.
Anordnung. Organisation] darstellen, ausmachen: die
Begrenzungsmauern bilden ein Quadrat: diese Länder bilden
einen Staat; etw. bildet die Grenze, den Hintergrund, den
Höhepunkt; <oft verblaßt:) das bildet (ist) die Regel,
eine Ausnahme, die Basis. 5. geistig-seelisch entwickeln,
ausbilden, erziehen: seinen Geist [durch Reisen] b.; die
Jugend politisch b.; Lesen bildet; Wo gab es den Jungen
Mann, der sich bildend die Welt bereist (Fries. Weg 73).
390
bilingual
bjlder-, Bjlder- (vgl. auch: bild-. Bild-): -album, das; -anbe-
tung, die: vgl. !-Verehrung; mitlas, der. svw. f
Bildtafelwerk: -ausstellung, die; -bibel, die: bebilderte Bibel; ~»bo-
gen, der: Druckblatt mit Ibetexteter \ Bilderfolge; Ü ein
musikalischer B., der die Entwicklung der Berliner
Operette... zeigt (Bild u. Funk 10.1966.37); -buch, das: Kinder /-
buch, das hauptsächlich Bilder (1 a. b) enthält: ein drolliges
B.; ein Wetter wie im B. (herrliches, ideales Wetter), dazu:
-buch-: (wie im Bilderbuch, auf anschauliche, aber allzu!
einfache Weise ideal, beispielhaft od. belehrend. Kenntnis
vermittelnd), in subst. Zus.. z. B. Bilderbuchlandung, -tor,
-wetter; -chronik, die: svw. f Bildchronik; -dienst, der:
1. svw. t Bilddienst. 2. svw. -Verehrung; -folge, die: svw.
t Bildfolge: -fülle, die (geh.): Fülle von Bildern; sehr viele
Bilder, -galerie.die;-geschichte.die: svw. f Bildgeschichte;
-haken, der: Spezial 'haken zum Auflxängen eines Bildes
(1 a. b); -handel, der Handel mit Bildern (1 a); -händler,
der; -kult, der: svw. t-Verehrung; -laden, der (salopp
abwertend): Gesicht: verschwinde, oder ich hau' dir eine
in den B.!; -mappe, die; -museum, das; -rahmen, der;
-rätsei, das: 1. Rätsel, dessen Lösung swort. -satzl aus
der Bedeutung von Bildern (1 a) u. Zeichen zu erschließen
ist; Rebus. 2. Vexierbild; -reich <Adj.>: reich an Bildern
(1 a. b, 3, 5): ein -es Buch; b. sprechen, dazu: -reichtum,
der <o. PL); -reihe, die; -Sammler, der: Sammler von
Bildern (1 a); -Sammlung, die; -schau, die: Ausstellung
von Bildern (1 a); -Scheck, der: einer gekauften Ware
beigegebener od. ihrer Verpackung aufgedruckter Teilgutschein
für eine Bilderserie; -schmuck, der: in Bildern (1 a. b)
bestehender Schmuck: der B. der Halle; -§chrift, die:
Schrift, die Wörter. Begriffe od. gedankliche
Zusammenhänge durch bildhafte Zeichen ausdrückt; ^serie. die: svw.
t Bildserie; -spräche, die: Sprache. Sprechen in Bildern (5).
Bildsprache; bilderreiches Sprechen; -streit, der (christl.
Kirche): Streit für u. wider den kirchlichen Bilderschmuck
u. die Bilderverehrung (bes. im 8. Jh.); -stürm, der (hist.):
die Bilder Verehrung bekämpfende Bewegung. Aktion bes.
in der Reformationszeit, bei der religiöse Bilder u. Bildwerke
in großer Zahl zerstört wurden; -Stürmer, der: 1. Teilnehmer
am Bildersturm. 2. (bildungsspr.) eifriger Bekämpfer
althergebrachter Anschauungen u. Bräuche, dazu: -stünnerfii,
die; -stürmerisch <Adj>; sich als Bilderstürmer gebärdend;
radikal; -tepptdi, der: svw.! Bildteppich; -Verehrung, die:
Verehrung von bildlichen od. plastischen Darstellungen
göttlicher od. Gott nahestehender Wesen; -zyklus, der: Zyklus
von Bildern (1 a, b).
Bjlderchen: PI. von IBildchen; bjWhaft <Adj.): in der Art
eines Bildes (1. a. b, 5). wie ein Bild /wirkend!, plastisch,
illustrativ, anschaulich: die -e Wirkung von Plakaten; ein
-er Ausdruck; eine -e (an anschaulichen Vergleichen reiche)
Sprache; etw. b. deutlich machen, b. sprechen, dazu: Bjld-
haftigkelt. die; -; bildlich <Adj.; o. Steig.) [mhd. bilde lieh,
ahd. bildlicho <Adv.)]: 1. im Bild (1 a. b). mit Hilfe von
Bildern: die -e Wiedergabe eines Gegenstandes, eines
Vorgangs. 2. als sprachliches Bild (5) gebraucht, anschaulich:
ein -er Ausdruck. Vergleich; diese Äußerung war nur b.
gemeint; er war. b. gesprochen, der Motor des Ganzen,
dazu: Bildlichkeit, die; -; Bildner [bildne], der; -s. - [mhd.
bild(en)«re < ahd. bilidäri = schaffender Künstler]: 1.
(veraltet)jmd.. der jmdn.. etw. formt od. bildet (5), Erzieher:
ein B. der Jugend. 2. (geh.. selten) jmd.. der durch
künstlerische Formung. Gestaltung etw. bildet, herstellt; Bildhauer:
der B. dieser Statue, dieser Gefäße; Bildnerin, die; -. -nen:
w. Form zu tBildner (1.2); bildnerisch <Adj.; o. Steig.):
gestalterisch, künstlerisch ! gestaltend j: -e Gestaltung; -e
Fähigkeiten, Mittel. Probleme; die Farbe als dramatisches
und -es Element einbeziehen (Gregor. Film 206); Bildnis.
das; -ses, -se [mhd. bildnissei (geh.): bildliche Darstellung.
Bild (1 a. b) eines Menschen. Porträt: ein B. Goethes;
Münzen mit dem B. Adenauers, dazu: Bjktniskunst, die
<o. PI.). B|ldnismalerei. die; bildsam [biltza:mj <Adj.; nicht
adv.) (geh.): so beschaffen, daß man es formen, bilden (1.
S) kann: ein -er StofT; das Kind, sein Charakter ist noch
b.. dazu: Bildsamkeit, die; -; Bildung, die; -. -en [mhd.
bildunge.ahd. bildunga = Schöpfung. Verfertigung;
Bildnis. Gestalt]: 1. a) das Bilden (5). Erziehung: die Schule
vermittelt vielseitige B.; eine vorzügliche B. erhalten,
genossen haben; b) das Aus/gebildetsein, erworbenes
Allgemeinwissen: eine umfassende B. besitzen; er stand auf der Höhe
der B. seiner Zeit: das gehört zur allgemeinen B. (das
muß jeder Gehiklete wissen); ein Mann von B. (gebildeter
Mann): c) gutes Benehmen: sie hat keine B. (weiß nicht,
was sich schickt). 2. a) das Bilden (1 a). das Formen:
die B. von Sätzen. Beispielen; b) das Bilden (2 a): die
B. eines Kreises, eines Spaliers; c) das Bilden (2 b).
Schaffung: die B. einer neuen Regierung; Sie verlangen also
die B. eines Sonderkommandos (Kirst. 08/15. 724); d)
das Bilden (2 c): zur B. der öffentlichen Meinung beitragen.
3. das Sichbilden (3 b). Entstehung: die B. von Knospen.
Säften. Kristallen, eines Sees. 4. Form. Gestalt: die
seltsamen -en der Wolken; er war von der ebenmäßigen B.
ihresGesichtsbeeindruckt. 5. (Sprachw.) Gebildetes (insbes.
Wort, das jmd. bildet): spontane -en; alle -en auf -ung
und -ion zusammenstellen.
bjldungs-, Bjldungs- (Bildung I): -anstatt, die (Amtsspr.):
Anstalt, in der unterrichtet wird; Schule u.a.; -arbeit,
die <o. PI.): Arbeit auf dem Gebiet der Bildung u. des
Bildungswesens; -bedürfnis. das; -beflissen <Adj.):
beflissen, sich zu bilden; -begriff, der: Vorstellung. Definition
von Bildung: Die -e ... sagen eigentlich niemals aus. was
..Bildung44 ist. sondern bestimmen die Wirkungen der
Bildung (Natur 116); -Chancen <P1.>: Chancen des Zugangs
zur Ausjbildung: -dkhtung. die (Literaturw.): Dichtung,
deren Verstättdnis einen gewissen Bildungsstand des Lesers
voraussetzt; -drang, der; -dunkel, der: dünkelhafter Stolz
auf die eigene Bildung; ^eifer, der. dazu: -eifrig <Adj.>;
-einrkhtung, die; -erlebnis, das: bildendes Erlebnis; ^fa-
brik, die (abwertend): i Hoch l schule, die schematisch u.
in großem Umfang Ausjbildung vermittelt; -fähig <Adj.;
Steig, selten; nicht adv.): aufnahmebereit für Bildutig: -e
Menschen. Talente; -feindlich <Adj.); -gang, der: Gang.
Verlauf der geistigen Ausbildung; -grad, der; -gut, das:
geistiges Gut. das zw Bildung beiträgt: B.. Bildungsgüter
bewahren, vermitteln; -hochmut, der; vgl. ^dunkel; -hun-
ger, der: großes Bildungsbedürfnis u. -streben, dazu:
-hungrig <Adj.>; -ideal, das: allgemeines / Ideal der Bildung
u. Erziehung: das B. der Klassik; -institut, das: svw. t -an-
stalt; -kanon, der: svw. IKanon (3 a); -Kicke, die: Lücke
in der Allgemeinbildung. Wissenslücke: er hat viele -n;
(ugs. oft iron.:) was. du kennst diese Zigarettenmarke
nicht? Das ist eine B.; -möglichkeit. die; -monopol, das:
Monopol des Zugangs zur u. der Vermittlung von Bildung:
das B. des Staates; -niveau, das; -notstand, der:
Notstand im Bildungswesen, insbes. katastrophaler Mangel an
Aus bildungsmöglichkeiten; -Philister, der (abwertend):
auf formale Bildung bedachter od. stolzer Spießbürger; ^po-
litik.die.dazu: -politisch<Adj.;o. Steig.): -e Diskussionen;
-Privileg, das: einer bestimmten Gruppe. Klasse vorbehalte-
nes Privileg geistiger Aus/bildung; ^protz. der
(abwertend): Mensch, der mit seinem Wissen protzt; -prozeß,
der: das allmähliche! Fortschreitender Ausjbildung; ^re-
form. die: Reform des Bildungswesens; -reise, die: größere
Reise, die der Allgemeinbildung dient; -reserve, die <meist
PI.) (Politik Jargon): Anzahl von Menschen, die begabt
genug sind, um erfolgreich ausgebildet werden zu können;
Begabungsreserve: -n in kinderreichen Familien; -roman,
der (Literaturw.): Roman, in dem der Prozeß der geistigen
u. charakterlichen Bildung des Helden dargestellt wird;
-schranke, die: Beseitigung der -n für die früher
diskriminierten Gesellschaftsschichten (Zeitschrift f. Phonetik
1974. 167); -stand, der <o. PL): Stand. Grad. Stufe der
Bildung: der Autor des Lehrbuchs nimmt auf den B. des
Lesers Rücksicht; -statte, die (geh.): svw. f ^anstalt;
-streben, das; -s; -stufe, die; vgl. f -stand; -urlaub, der: Urlaub
zum Zweck der Weiterbildung; Mveg. der: im
Bildungswesen vorgesehener] Weg. Gang der Ausbildung: er hat das
Abitur auf dem zweiten B. nachgeholt; -wesen, das <o.
PL): Gesamtheit der Bildungseinrichtungen einschl. ihrer
Funktion. Organisation u. Verwaltung; -Zentrum, das:
zentrale Bildungsstätte mit vielseitigem Angebot.
Bilge fbilga], die; -. -n [engl, bilge. H. u.] (Seemannsspr.):
Kielraum eines Schiffes, in dem sich das Leckwasser
sammelt; <Zus.:> Bjlgewasser, das <o. PL).
Bitharziakrankheit [bilharjsia-1. die; -. -en. Bilharziose
[...'tsio:z3],die; -. -n [nach dem dt. Anatomen u. Pathologen
Th7 Bilharz (1825-1862)]: Tropenkrankheit, die durch
Organinfektion mit Saugwürmern hervorgerufen wird.
bilingual [bilm'gua:!. auch: bi:...] <Adj.; o. Steig.) [zu lat.
bilinguis = doppelzüngig, zwei Sprachen redend]
(fachspr.): 1. zwei Sprachen sprechend, verwendend; zwei-
391
Bilingualismus
sprachig. 2. zweisprachige Äußerungen. Zweisprachigkeit
betreffend, darauf bezogen, dazu gehörend; <AbI. :> Bilingua-
Ijsmus, der; -: Zweisprachigkeit; bilingue [bi'lingual. W-
Ijngufcdi [...uil] <Adj.; o. Steig.) [lat. bilinguis] (fachspr.):
in zwei Sprachen , geschrieben/; zweisprachig.
Bilirubin [biliru'bi.n]. das; -s [zu lat. bllis = Galle u. ruber
= rot] (Med.): rotbrauner Gallenfarbstoff; Biltverdin
[...verdi:n]. das; -s [zu frz. verde < lat. viridis = grün]
(Med.): gelblichgrüner Gallenfarbstoff.
Billard fbiljart. österr.: bi'ja:?]. das; -s. -e. österr.: -s [frz.
billard. urspr. = krummer Stab, (unter Einfluß von bille
= Kugel) zu: bille = Pflock, über das Vlat. wohl aus
dem Gall.]: 1. <o. PI.) auf einem mit grünem Tuch bezogenen
Tisch gespieltes Kugelspiel, bei dem Elfenbeinkugeln mit
einem Stab (Queue) nach bestimmten Regeln gestoßen
werden: eine Partie B. (mit jmdm.) spielen. 2. Tisch für das
Billardspiel: etw. auf dem B. ablegen.
Billard-: ^ball, der: svw. -kugel; -kegel. der: Kegel, der
bei einer bestinvnten Art des Billardspiels mit den
Billardkugeln getroffen werden muß; ^kugel. die; ^queue, das (österr.
u. ugs.: der): svw. f^stock; -«aal, der; -spiel, das: svw.
t Billard (1); -Spieler, der; -stock, der: beim Billardspiel
verwendeter Stock; -tisch, der; -tuch, das: Tuch, mit dem
der Billardtisch bespannt ist; -zimmer, das.
bilbuxlieren [biljar'diirdn] <sw. V.; hat) [frz. billarder]: beim
Billard in unzulässiger Weise stoßen.
Billbergia [bü'bergia], Billbergie [..\i\. die; -. ...gien [nach
dem schwed. Botaniker G. J. Billberg (1772-1844)]:
Zimmerpflanze aus dem trop. Amerika (ein Ananasgewächs).
Billet:Schweiz, häufig für tBillett; Billetdoux [bije'du:], das;
-. - [...u:s; frz. billet doux. aus: billet = Briefchen (t Billett)
u. doux = süß < lat. dulcis] (veraltet, noch scherzh.):
kleiner Liebesbrief; Billeteur, Billetleur [biljeto.B, österr.:
bij...].der; -s. -e: 1. (österr.) Platzanweiser, der die
Eintrittskarten überprüft. 2, (Schweiz.) Schaffner; Billeteurin,
Billetteurin, die; -. -ncn: w. Form zu t Billeteur (1); Billeteuse,
Billetteuse [...t0:za|. die; -. -n: w. Form zu t Billeteur (2);
Billett [bil'jet. österr.: bi'je:. bi'lct. bi'jet], das; -[e]s. -e
u. -s. (Schweiz, häufig:) Billet [bil'je:]. das: -s. -s [urspr.
= Quartierschein, für frz. billet (de logement) < afrz.
billette (unter Einfluß von bille = Kugel) < bullete =
Beglaubigungsschein, zu: bulle = Siegelkapsel < lat. bulla.
t2Bulle]: 1. (Schweiz., sonst veraltend) a) Fahrkarte: ein
B. lösen; b) Eintrittskarte. 2, a) (österr., sonst veraltet)
Briefchen, kurzes Schreiben. Zettel mit Nachricht: Die -e
will er publizieren, um den „kleinen speienden Igel" zu
stäupen (Spiegel 47. 1967. 219); b) (österr.) Briefkarte.
Billett- (Schweiz., österr.. sonst veraltend): -kontrolle, die:
-Schalter, der; -Steuer, die (Schweiz.): Vergnügungssteuer;
-verkauf, der.
Billettair, Billetteurin, Billetteuse: t Billeteur usw.
Billiarde [biliardd], die; -. -n [zu lat. bi- = zwei u. T
Milliarde]: tausend Billionen; <Abl.:) billqrdst... <Ordinalz. zu
t Billiarde); billfapdstel <Bruchz.>; Billu^rdstei, das. Schweiz,
meist: der; -s. -: der billiardste Teil.
billig fbilitf <Adj.) [mhd. billich. ahd. billih = recht,
angemessen, gemäß]: 1. niedrig im Preis, für verhältnismäßig
wenig Geld! zu haben /, preiswert, preisgünstig (Ggs.: teuer):
-es Obst; -e Arbeitskräfte; ein erstaunlich -er (ugs.;
niedriger) Preis: -en (minderwertigen) Schnaps trinken; sie trug
ein -es (Qualitätix schlechtes) Kleidchen; die Wohnung,
das Essen ist b.. könnte -er sein; dieses Buch ist nicht
ganz b. (ziemlich teuer); gebrauchter Gasherd b.
abzugeben (Zeitungsanzeige); b. (günstig) einkaufen (ugs. auch
verhüll.; stehlen: entwenden): Ü er ist noch mal b.
davongekommen (ugs.: hat nur wenig Strafe od. Schelte bekommen).
2. (abwertend) primitiv: eine -e Ausrede; ein -er Trick;
Nach diesem -en und kitschigen Anklägerpathos ... (Mo
star, Unschuldig 108); das ist ein -er Trost (Trost, mit
dem man nichts anfangen kann); es wäre zu b. (zu eitifach).
ihn einfach abzuweisen. 3. (veraltend) angemessen,
berechtigt: ein -es Verlangen; man sollte sich nicht mehr als
b. darüber aufregen; b. (gerecht) denken.
bjllig.. Bjllig-: Mietend <AdJ.; nicht präd.; zu billig 3);
-fimport,der <meist PI.): billiger Import; -preis, der (ugs.):
niedriger Preis: Flugreisen zu -en; -Produkt, das; -wäre,
die <meist PI.): billige Ware.
billigen [bilign] <sw. V.; hat) [mhd. billichen = für
angemessen erklären, zu t billig (3)]: gutheißen, für angebracht halten:
jmds. Pläne, Vorschläge, Entschluß b.; ich kann es nicht
b.. daß du dich daran beteiligst, dazu: bflligaiswert <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.); bjlltgerm&ßen* bflliaerwdse <Adv.):
wie es billig (3) ist. mit Recht; Billigkeit, die; -: 1. Eigenschaft
des Billigseins. Preiswertseins. 2. Primitivität. 3. (Jur. od.
geh.) Angemessenheit. Berechtigung: die B. einer Forderung
anerkennen; aus Gründen der B. (Gerechtigkeit); <Zus.
zu 3:) Billtakeitagefiihl. das <o. PI). Billigkeitsgriinde
<P1.): aus -n: Billigung, die; -. -en (PI. selten): das Billigen.
Gebilligtwerden. Zustimmung: etw. findet jmds. [volle] B.
Billion [bi'Uo:n], die; -. -en [frz. billion (urspr. gleichbed..
jetzt = Milliarde), gelehrte Neubildung aus: bi... =
zweimal (weil 1 Billion die zweite Potenz einer Million ist.
zu lat. bis- = zwei) u. Million > ital. millone = t Million]:
eine Million Millionen: Ü -en (unzählig viele) von
sickernden Wassertropfen und mahlenden Sandkörnchen (Ceram.
Götter 31); <Abl.:) billignst... <Ordinalz. zu TBlllion); bil-
lfon[s]tel (Bruchz.); Billfon[s]tei, das. Schweiz, meist: der;
-s. -: der billionste Teil.
Bilsenkraut ['bilzn-1. das <o. PI.) [mhd. bilse. ahd. bil(i)sa]:
giftiges Nachtschattengewächs (Arzneipflanze).
BilwiBfbilvisl.der; ...isses [mhd. bilwis. eigtl. =
Wundersames wissend (vgl. Bild)] (landsch.): Kobold. Zauberer.
bim! [bim] <Interj.) lautm. für einen hellen [Glockenlklang;
bim, barn! [bim bam] <Interj.) lautm. für [GlockenJklänge,
die in der Tonhöhe wechseln: <subst.:> 'BfmbQm, das; -s;
^jmbQm [scherzhafte Verwendung der Bez. für den Glok-
kenklang als Heiligenname] in der Fügung [(ach) du]
heiliger B.! (ugs. Ausdruck der erstaunten od. erschreckten
Betroffenheit; ach du Schreck; du liebe Zeit, du meine
Güte, großer Gott!); Bjmbjm, die; -. -s (Verdopplung von
fbim] (Kinderspr.): Straßenbahn.
Biroester [bi'mesti?]. das: -s. - [aus lat. bimestris =
zweimonatig, zu bis = zweimal u. mensis = Monat] (veraltet):
Zeitraum von zwei Monaten.
Bimetall [bi.metal]. das: -s. -e (Technik): Streifen aus zwei
miteinander verbundenen Metallen, die sich bei Erwärmung
verschieden ausdehnen; <Abl.:> bjmetallbch <Adj.; o.
Steig.): a) auf zwei Metalle bezüglich; b) aus zwei Metallen
bestehend; Bimetallismus [bi...]. der; -: auf zwei Metallen
beruhende Münzwährung.
Bimmel I'biml]. die; -, -n (ugs.): hellklingende, kleine Glocke;
Schelle. Klingel, dazu: Bimmelbahn* die (ugs. scherzh.):
Kleinbahnzug mit hellklingender Warnglocke '; Bimmelei
[brnial^j]. die; - (ugs. abwertend): allzu häufiges od. allzu
langes, als lästig empfundenes Bimmeln; bimmeln [bfm|n]
<sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mniederd. bimmelen.
lautm.] (ugs.): hellklingend läuten; klingeln, schellen: die
Türglocke, das Telefon bimmelt.
'Bims [bims], der; -es. -e [mhd. bümes. ahd. bumis <
lat. pümex (Gen.: pümicis). eigtl. = Schaumstein] (meist
fachspr. od. in Zus.): svw. t Bimsstein.
*Bims [-]. der; -[es] [rotwelsch. wohl Nebenf. von: pimmer
= Brot] (salopp): Geld.
-llimsM. der; -[es] [H. u.] (ugs. abwertend): Kram. Plunder.
Zeug: oft in der Fügung: der ganze B. (alles, das Ganze,
der ganze Schwindel).
Bjras-: ^beton, der: Leichtbeton aus Zement, zerkleinertem
Bimsstein u. anderen Bestandteilen; ^sand.der: als Schleif-
od. Putzmittel gebrauchter > zerpulverter Bimsstein; ^stein,
der: 1. <o. PI.) hellgraues, schaumig-poröses vulkanisches
Gestein. 2.: Bau Jstein aus 'Bims. 3. Stück ]Bims zum
Reinigen (bes. der Hände) od. zum Schleifen. Polieren: die Hände
mit [dem] B. abreiben.
Bimse fbirnzd] <P1.) (ugs.): Prügel: B. kriegen; bpmsen <sw.
V.; hat) [zu t'Bims]: 1. mit dem/ Bimsstein abreiben,
putzen, schleifen. 2. (ugs.) prügeln: jmdn. b. 3. (ugs.) a)
drillen, schleifen: die Rekruten wurden tüchtig gebimst;
b) einexerzieren: Griffe b.; c) angestrengt übend lernen,
pauken: [mit jmdm.] Vokabeln b. 4. (derb) koitieren.
bin [bin]: t'sein.
binar [bi'na:?]. binär [...'ne:g]. bingrisdi <Adj.; o. Steig.)
[lat. blnärius = zwei enthaltend] (fachspr.): 1. je zwei
Einheiten. Teile. Glieder, Stoffe enthaltend, verwendend:
-e Verbindungen (Chemie); -e Nomenklatur (Biol.;
wissenschaftliches System zweigliedriger Pflanzen- u. Tiernamen):
-es System (Math.. Informatik; Zahlensystem mit der Basis
zwei, das sich aus zwei Ziffern / / und 0J aufbaut.
Dualsystem): -e Einheit (Bit). 2. zum binären System gehörend,
ihm entsprechend, gemäß: -e Ziffern.
binaural [bireui'ra:!] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. bin? = je
392
binnen-, Binnen-
zwei u. auris = Ohr] (Ggs.: monaural): a) (Med., Technik)
beide Ohren betreffend, für beide Ohren, mit beiden Ohren:
-es Hören; b) (Elektronik) zweikanalig: -e
Schallübertragung.
Binde ['bmddl. die; -. -n [mhd. binde, ahd. binta, eigtl.
= Bindendes]: 1. a) umzubindender od. durch / Um /binden
(bes. an einer Körperstelle) zu befestigender / Stoff jstreifen
als Schutz/verband, Schutz: Halt, Stütze: Schmuck o.a.:
eine B. um das verletzte Bein wickeln; er legte die elastische
B. an; eine schwarze B. vor. über dem Auge haben; den
Arm in einer B. tragen; *jmdm. fällt die/eine B. von den
Augen (geh.. veraltend; jmd. sieht plötzlich klar, erkennt,
begreift etw. plötzlich); jmdm. die B. von den Augen nehmen/
reißen (geh.. veraltend; jmdm. seine falschen Vorstellungen
von etw. nehmen): b) zur Kennzeichnung um den Arm
getragener Stoffstreifen in einer bestimmten Farbe, mit einem
bestimmten Aufdruck I: die Ordner trugen eine weiße B.;
Und sie werden uns -n geben, und wir werden sie am
Arm tragen müssen, und darauf wird stehen, daß wir
aus dem Osten sind (H. Kolb. Wilzenbach 115). 2. (ugs.)
kurz für f Damenbinde: eine B. tragen. 3. (veraltet) Binder,
Schlips: *[skh <Dativ>] einen hinter die B. gießen kippen
(ugs.; ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen).
Binde-: ^bogen. der (Musik): zwei Noten verbindender Bogen,
der gebundene Ausführung vorschreibt: ^gewebe, das
(Med.): die Organe umhüllendes, verbindendes u. stützendes
Gewebe, dazu: MKwebsentzündung, die. -gewebsmassage,
die. ^gewebsschidit, die. -gewebssdnvÄche, die. -gewebs-
strang. der; ^glied. das: verbindendes, vermittelndes Glied:
die Biophysik ist ein B. zwischen Biologie und Physik;
--haut, die (Med.): feuchte Haut, die das Augenlid innen
u. den Augapfel vorne überzieht, dazu: ^hautentzündung.
die, -hautkatarrh.der; -kraft, die: Fähigkeit zu verbinden,
zu / ver 'kleben: die B. des Leims. Zements; -raäher, der:
svw. t Mähbinder; Mnaschine, die (Landw.): Maschine, die
Garben bindet: -mittel, das: Stoff zum Binden, Verkleben
anderer Stoffe (z. B. Mörtel, Farben): Mjuote, die (Buchw.):
eine bestimmte Menge gebundener Bücher von einer
Gesamtauflage: -s\ das (Sprachw.): einem Substantiv angefügtes
s, das zwei Teile einer Zusammensetzung verbindet,
Fugen-s: ^strich, der: waagerechter, kurzer (verbindender!
Strich, der, an ein Wort, einen Wort teil angefügt, die
Zugehörigkeit zu einem größeren Wortganzen ausdrückt: ^wort.
das <P1. ... Wörter) (Sprachw.): Wort, das [Gliedjsätze,
Haupt- u. Gliedsatz od. Satzglieder verbindet: Konjunktion,
dazu: -wortsatz, der: durch ein Bindewort eingeleiteter
[Gliedisatz, Konjunktionalsatz.
binden [bindn] <st. V.; hat) [mhd. binden, ahd. bintan]:
1. a) etw. mit etw. (z. B. Faden, Draht, Stoffstreifen,
Weidenrute) so umgeben, daß es zusammenhält, durch Umwinden
mit etw. zu etw. Festem. Einheitlichem zusammenfügen:
zusammenbinden: Blumen [zu einem Strauß] b.. [mit Draht]
zu einem Kranz b.; Korn [in/zu Garben] b.; Ü die bindende
(geh.; verbindende) Kraft des gemeinsamen Glaubens; b)
durch Binden (1 a) herstellen: Kränze. Sträuße. Besen b.;
(Handw.:) ein Faß [aus Dauben] b. 2. a) fesseln: einen
Gefangenen [mit Stricken] b.; an Händen und Füßen
gebunden werden; seine Hände waren auf dem Rücken
gebunden; sie banden ihm die Hände; Ü mir sind die Hände
gebunden (ich kann nicht handeln, wie ich will); gegnerische
Truppen durch einen Entlastungsangriff b. (beschäftigen
u. festhalten): etw. bindet jmds. Aufmerksamkeit (nimmt
sie voll in Anspruch): das [chemisch] gebundene Wasser
wird frei; gebundene (festgesetzte) Preise; b) verpflichten,
festlegen: man hat ihn durch ein Versprechen, mit einem
Eid gebunden; mein Versprechen bindet mich; eine
bindende (verpflichtende, verbindliche) Zusage machen; sich
gebunden fühlen; <b. + sich:) er hat sich durch eine Zusage
gebunden; ich wollte mich noch nicht b. 3. festbinden,
durch Binden / u. Knüpfen. Schlingen / befestigen: den Kahn
an einen Baum, die Haare in die Höhe b.: Rosen in einen
Kranz b. (hineinbinden): ich band [mir] ein Tuch um
den Kopf; Ü Erinnerungen binden ihn an diesen Wohnsitz
(machen es ihm schwer, ihn aufzugeben): er ist an sein
Versprechen gebunden (ist verpflichtet, es zu erfüllen):
die Verhandlungen sind an keinen Ort. an keine Zeit
gebunden (man ist dabei auf keinen bestimmten Ort, keine
bestimmte Zeit angewiesen): an Schienen gebundene (schie-
1 Mit Bindestrich.
nengebundene) Verkehrsmittel; <b. + sich:) daß es ( =
das sog. Buttergelb) sich in der Leber der Ratte an einen
speziellen Eiweißkörper bindet (Medizin II. 108); sich an
jmdn. b. (sich ihm verpflichten): du hast dich zu früh
an das Mädchen gebunden (durch Ehe/ver sprechen J o.a.
mit ihr verbunden). 4. a) (Ggs.: aufbinden 1) knüpfen,
schlingen: einen Schal, eine Krawatte b.; sie band die
Senkel etwas fester; b) durch Knüpfen, Schlingen erzeugen:
eine Schleife b. 5. a) zusammen-, festhalten: der Regen
bindet den Staub; die Grasnarbe bindet den Boden; eine
Suppe. Soße [mit Mehl] b. (Kochk.; sämig machen): der
Zement, das Mehl bindet gut; die gebundene Wärme wird
wieder frei; b) (Musik) legato spielen od. singen: die Töne,
Akkorde b.; c) durch Reim od. Rhythmus gestalten: Wörter
durch Reime b.: in gebundener Rede (in Versen): d)
(Buchw.) mit festem Rücken u. Decke versehen: ein Buch,
eine Zeitschrift b.; ein Album in Leinen, in Leder b.;
Bjnder. der; -s. -: 1. Selbstbinder. Krawatte, Schlips. 2.
(Landw.) Bindemaschine: Mähbinder. 3. (Bauw.) a) Mauer-
stein, der mit der Schmalseite nach außen liegt (Ggs.:
Läufer); b) zum auf ruhenden u. tragenden Teil einer
Dachkonstruktion gehörender Balken. 4. (Fachspr.) Bindemittel für
Farben/. 5. a) jmd.. der die Arbeit des Bindern (z. B. von
Büchern. Blumen) verrichtet: b) (südd.. österr.) Böttcher:
Faßbinder (Berufsbez.); Binderei, die; -. -en: Werkstatt,
in der etwas gebunden wird, bes. Buchbinderei,
Blumenbinderei: Bfnderin, die; -. -nen: w. Form zu I Binder (5 a). bes.
Blumenbinderin, Buchbinderin: bindern ['binden] <sw. V.;
hat): I. (Landw.) mit dem Mäh/binder be/arbeiten. 2.
(Buchw.) maschinell binden, buchbindern: Bindfaden [bint-],
der; -s. ...fäden: Faden zum Zusammen /binden, dünne
Schnur, Kordel: das Paket ist mit [einem] B. verschnürt;
*es regnet Bindfaden (ugs.; es regnet ziemlich heftig in
gleichmäßigen, senkrecht herabfallenden, nicht abreißenden
Streifen), dazu: Bjndfadenregen, der (ugs.); bindig [bind 19]
<Adj.) (Bodenk.): von verhältnismäßig großem innerem
Zusammenhalt: -e Böden; -bindig [-bind 19] in Zusb.. z. B.
köperbindig, leinwandbindig (Textilw.; in Köper- in
Leinwandbimlung / gewebt}): Bindigkeit, die; -: bindige
Beschaffenheit: Bjndung. die; -. -en: 1. a) bindende Beziehung,
Gebundensein, Verpflichtung: er hat alle persönlichen -en
gelöst; sie will keine neue B. mehr eingehen; es bestehen
vertragliche -en; b) innere Verbundenheit: seine B. an die
Heimat ist sehr stark. 2. (Sport) Skibindung: die B. geht
[nicht] auf. springt [nicht] auf; die B. öffnen, schließen.
3. (Handw.) a) (Weberei) Verbindung von Kett- u.
Schußfäden eines Gewebes: eine feste, haltbare B.; Gewebe in
luftdurchlässiger B.; b) festes Verbundensein, feste Fügung
(z.B. von Balken). 4. a) (Chemie) 'Art desj
Zusammenhalt! 5/ von Atomen im Molekül: b) Physik) Zusammenhalt
der Kernbestandteile im Atotnkern. 5. (Graphologie) ; Art
der/ Verbindung der Buchstaben/ teile/ in der Handschrift.
Binse ['bind]. Pinge. die; -. -n [mhd. binge = Vertiefung.
Graben] (Bergmannsspr.): eine durch Einsturz alter
Grubenbaue entstände fie trichterförmige Vertiefung an der
Erdoberfläche.
Bingelkraut ['broj-l. das; -[e]s. ... kräuter [wohl zu mhd.
bunge. ahd. bungo = Knolle): ein Woljsmilchgewächs.
häufig als Gartenunkraut auftretend.
Bingo [bingo]. das; -[s] [engl, bingo (nach dem Ausruf
des Gewinners)]: englisches Glücksspiel (eine Art Lotto):
<Zus.:) Bjnao-card [-ku:d], die; -. -s [zu t bingo u. engl,
card = Karte] (Werbespr.): Antwortkarte, hei der man
seine Wünsche durch Ankreuzen von Zahlen in einem
Zahlenfeld angeben kann.
Bink[e]l [binkl]. der; -s. -[n] (bayr.. österr. ugs.): I. Bündel.
2. (nicht sehr grobes) Schimpfwon.
binnen [binan] <Präp.) [mhd. binnen, aus: bl. be = bei
u. T innen]: innerlmlb. im Laufe von: <mit Dat.:) b. drei
Tagen; b. einem Jahr, b. Jahresfrist; (seltener, geh. mit
Gen.:) b. eines Jahres; - dreier Tage.
bjnnen-, Bjmen- (oft Fachspr.): -bords <Adv.) (See-
mannsspr): innerhalb des Schifftsbord/es (Ggs.:
außenbords); abrief, der (ugs.. meist spött.): Brief mit der
dringenden Mahnung, einer / Zahlungs /aufforderung binnen einer
bestimmten Frist nachzukommen: Mieidi, der: innerer Deich
(Ggs.: Außendeich 1); Mleutsdi <Adj.; o. Steig.): in
Deutschland gesprochen I (bes. von der Sprache im. Ggs.
zu österreichisch, schweizerisch u.a.); inner/deutsch (im
Ggs. zu: auslandsdeutsch); ^eis, das (Geol.): Festlandeis:
393
Binode
-fischerei, die: Fischerei in Binnengewässern; -fleet, das:
Fleet im eingedeichten Land; -gewfisser, das: zum Festland
gehörendes u. davon umschlossenes fließendes od, stehendes
Gewässer: der Bodensee ist ein B.; -hafen. der: Hafen im
Landesinnern (Ggs.: Seehafen); -bandet, der: Handel im
Inlafui{Ggs.: Außenhandel); -iand, das: küstenfernes Land.
dazu: -ländisch <Adj.; o. Steig.), -lands <Adv.>: im
Binnenland; -markt (Wirtsch.): Markt des Inlands, dazu: -markt-
lage, die: eine ungewisse B.; Mneer, das: weitgehend! von
Festland umschlossenes Randimeer; -rem, der (Litera-
turw.): Reim innerhalb derselben Verszeile; -Schiffahrt,
die: Schiffahrt auf Binnengewässern (Ggs.: See-.
Küstenschiffahrt); -Schiffer, der; -*see, der: See des Festlands;
-Staat, der (Geopolitik): Staat im Binnenland; -tarif, der:
vgl. -Währung; -verkehr.der: Verkehr im Inland; -Währung,
die: nur im Inland gültige Währung; ^wärts < Adv. > [t -wärts):
weiter nach innen, zum Binnenland hin: der Ort liegt 3
km weiter b.; -Wasserstraße, die: zum Festland gehörende
u. davon umschlossene Wasserstra/Je (z. B. Fluß, Kanal);
-Wirtschaft, die; -soll, der: im Inland (bes. an inländischen
Grenzen) erhobener, interner Zoll (Ggs.: Außenzoll).
Binode [bi'no:do]. die; -. -n [zu lat. blnl = Je zwei u. griech.
hodös = Weg]: Elektronenröhre mit zwei Röhrensystemen
in einem Glaskolben.
Binokel [binoikl. auch: bi'nok)]. das; -s, - [frz. binode,
zu lat. blnl = je zwei, doppelt u. oculus = Auge]: 1.
(veraltet) opt. Gerät für beide Augen: a) Brille (Ggs.:
Monokel); b) Fernglas; c) Mikroskop. 2. <auch: der) ein
schweizerisches Kartenspiel (jetzt meist von dem verwandten Jaß
verdrängt), dazu: binoketn [bi'no:k|n. auch: bi'nakjn] <sw.
V.; hat) (Schweiz): Binokel (2) spielen; binokular
[binokular] <Adj.: o. Steig.) [zu lat. blnl = je zwei, doppelt
u. oculäris = zu den Augen gehörig]: a) mit beiden Augen:
-es Sehen; b) zum Durchblicken! für beide Augen zugleich
bestimmt: ein -es Mikroskop; Binokular [-]. das; -s. -e:
optisches Gerät für das Sehen mit beiden Augen.
Binom [bi'no:m], das; -s, -e [zu lat. bi- = zwei u. lat.
nömen = Name] (Math.): Summe od. Differenz aus zwei
Gliedern: BlnomiglkoefFizient, der (meist PI.) (Math.):
jeder der bei der Reihenbildung nach dem binomischen
Lehrsatz auftretenden Koeffizienten; binomisch <Adj.; o.
Steig.) (Math.): zweigliedrig: ein -er Ausdruck; *-er
Lehrsatz (Formel zur Berechnung von Potenzen eines Binoms).
Binse l'bmzs]. die: -. -n [frühnhd. bintze(n). PI. von: bintz
< mhd. bin(e)3. ahd. binu3l: grasartige Sumpfpflanze mit
stengelähnlichen Blättern, die zur Herstellung von Geflechten
verwendet werden: Körbe, Matten aus -n flechten; *h
die Mi gehen (ugs.; verlorengehen; entzweigehen; mißlingen;
wohl urspr. jägersprachl. von der Wildente, die in den
Binsen [landsch. = Schilf] unerreichbar ist): sein Geld
ist bei der Inflation, der Auftrag ist [uns] in die -n gegangen;
Schuhe und Strümpfe gingen in die -n; die ganze Ordnung
ging in die -n; das Vieh geht massenweise in die -n.
bjnsen-, Binsen-: -artig <Adj.; o. Steig.); -dickicht, das;
-geflecht, das; -gras* das: vgl. Binse; -korb, der: aus
Binsen geflochtener Korb; -matte, die: aus Binsen
geflochtene Matte; -wahrhdt, -Weisheit, die [eigtl. = binsenglatte
Wahrheit; wohl nach lat. nodum in scirpo quaerere =
einen Knoten an der (glatten) Binse suchen, d. h. Schwierig-
kei ten suchen. wo es keine gibt]: allbekannte,
selbstverständliche Wahrheit: es ist eine B.. daß ...
Bio f bi:o] (SchUlerspr.): I. <o. Art.) Biologieunterricht: um
10 Uhr haben wir B.; sie hat eine Eins in B. (Biologie).
2. <die; -) Unterrichtsstunde in Biologie (1): in der ersten
B. nach den Ferien. 3. Biologie (1) als Studienfach: B.
studieren.
bio-, Bio- [bio-, betont: bi:o-; griech. bios = Leben]: lebens-.
Lebens-: -aktiv [auch: 'bi:o-] <Adj.): biologisch aktiv: ein
-es Waschmittel; -diemk [auch: 'bi:o-l. die: 1. Chemie
auf dem Gebiet der Biologie, Wissenschaft von der ehem.
Zusammensetzung der Organismen u. den ehem. Vorgängen
in ihnen: die B. der Makromoleküle. 2. biochemische
Beschaffenheit im ganzen: das hängt mit der B. des
Stoffwechsels zusammen.dazu: -Chemiker [auch: *bi:o-]. der:
Wissenschaftler, ausgebildeter Fachmann auf dem Gebiet der
Biochemie (Berufsbez.). -chemisch [auch: bi:o-] <Adj.; o.
Steig.); -chor [-'ko:?J. das; -s, -en, -chore [...'ko:ra],
die; -. -n. M*orioij[...riDn], das; -s. ...ien [..Jan; zu griech.
chörfon bzw. chora = Raum. Stelle] (Biol.): engerer
Lebensbereich innerhalb eines t Biotops; -dynamisch [auch:
*bl:o-] <Adj.; o. Steig.): (von Nahrungsmitteln) nur mit
organischen Düngemitteln gedüngt; -»en [...ge:n] <Adj.;
o. Steig.) [zu t-gen]: durch ! Tätigkeit von/ Lebewesen
entstanden, aus abgestorbenen Lebewesen gebildet; -genese,
die: Entwicklung' sgeschichtej der Lebewesen, dazu
-genetisch <Adj.): zur Biogenese gehörend; *-es Grundgesetz
(Gesetz, wonach die Entwicklung des Einzelwesens /1
Ontogenese! eine Wiederholung der stammesgeschichtlichen
Entwicklung /t Phylogenese! ist; nach E. Haeckel. 1834-1919);
^•eographklauch: bi:o-].die: Wissenschaft von der
geographischen Verbreitung der Tiere u. Pflanzen, dazu:
-geographisch [auch: bi:o-] <Adj.; o. Steig.): ^gnpmm, das
[T-gramm] (Verhaltensf.): Aufzeichnung des Lebensablaufs
von Individuen einer zusammenlebenden Gruppe; -grgplu der
[t-graph]: Verfasser einer Biographie; -graphk» die [spät-
griech. biographia. t-graphie]: 1. Beschreibung eines
Menschenlebens: die B. eines Politikers verfassen. 2. Lebenslauf.
Lebensgeschichte eines Menschen: die B. Goethes und
Schillers kennen; ein Politiker mit abenteuerlicher B.. dazu:
-graphisch <Adj.: o. Steig.): -e Daten; ein -er Roman;
^tofle. der [t-loge]: Wissenschaftler u. ausgebildeter
Fachmann auf dem Gebiet der Biologie (Berufsbez.); -togk,
die [t-logie]: 1. Wissenschaft von der belebten Natur u.
den Gesetzmäßigkeiten im Ablauf des Lebens von Pflanze.
Tier u. Mensch: er studiert B.; er hat in B. (im Schulfach
Biologie) eine Eins. 2. biologische Beschaffenheit im ganzen:
die B. des menschlichen Körpers, dazu: -logisch <Adj.;
o. Steig.): 1. die Biologie (1) betreffend, zu ihr gehörend,
auf ihr beruhend: -e Forschungen; etw. b. untersuchen.
2. den Gegenstand der Biologie (lebendige Natur.
Lebensvorgänge u. -beschaffenheit) betreffend, dazu gehörend, darauf
beruhend: -e Vorgänge im menschlichen Körper; das -e
Gleichgewicht der Natur durch Raubbau stören; -e (bes.
bakterielle) Waffen. 3. aus natürlichen Stoffen hergestellt:
-e Zahnpasta, dazu: -logisch-dynamisch <Adj.; o. Steig.):
* -e Wirtschaftsweise (Landwirtschaft u. Gärtnerei auf
natürlicher Grundlage ohne künstliche Düngung nach der an-
throposophischenLehreR. Steiners); -negativ [auch: ...'ti:fl
<Adj.; o. Steig.): lebensfeindlich, -schädlich; -physik [auch:
'bi:o-].die: 1. Wissenschaft von den physikalischen
Vorgängen in u. an Lebewesen. 2. medizinisch angewendete Physik
(z.B. Strahlenbehandlung u. -schütz), dazu: -physikalisch
[auch: 'bi:o-l <Adj.; o. Steig.); -Satellit, der: mit Tieren
besetztes kleines Raumfahrzeug zur Erforschung der
Lebensbedingungen in der Schwerelosigkeit; -sphjre [auch: bi:o-],
die (Fachspr.): gesamter irdischer Lebensraum der Pflanzen.
Tiere u. Menschen, dazu -sphirisch [auch: bi:o-J <Adj.;
o. Steig.): zur Biosphäre gehörend; -t^dmik, die (Fachspr.):
Technik auf dem Gebiet der Biologie u. Medizin, z. B.
Technik der Beeinflussung od. Nutzbarmachung biologischer
Vorgänge u. Sachverhalte od. ihrer Auswertung als
Konstruktionsmuster, dazu: -tfdiniker, der: Fachmann für die
Biotechnik (Berufsbez.); -technisch <Adj.; o. Steig.); -top
[...to:p], der od. das; -s. -e [griech. topos = Ort. Gegend]
(Biol.): a) durch bestimtnte Pflanzen- u. Tiergesellschaften
gekennzeichneter Lebensrawn; b) Lebensrawn einer
einzelnen Art: unwahrscheinlich .... daß einem Vogel ... die
gesamte Vogelstimmenkunde seines -s angeboren sein soll
(Lorenz. Verhalten I. 250); -Wissenschaften <PL>:
Gesamtheit der zur Biologie (1) gehörenden Fachgebiete; -zid
[...tsi:t], das; -s. -e [lat. caedere (in Zus. -ddere) = töten]:
Stoff, der das Gleichgewicht der Umwelt empfindlich stört
(z.B. Pestizid); -zönose [...t£0'no:zd], die; -, -n [zu griech.
koinös = gemeinsam]: Lebensgemeinschaft. Gesellschaft
von Pflanzen u. Tieren in einem t Biotop, dazu: -zönotisch
<Adj.; o. Steig.).
Biom [bi'o:m], das; -s. -e [gelehrte Bildung zu griech. bios
= Leben]: Lebensgemeinschaft von Tieren u. Pflanzen in
einem größeren geographischen Raum (z. B. tropischer
Regenwald); Bionik [bi'o:nik], die; - [amerik.-engl. bionics,
zu: bio- (tbio-) u. electronics. t Elektronik]: angewandte]
Wissenschaft, die technische, bes. elektronische Probleme
nach dem Vorbild biologischer Funktionen zu lösen versucht.
dazu: bionisdi <Adj.; o. Steig.); Biopsie [bb'psi:]. die; -.
-n [...'ton; zu griech. öpsis = das Sehen] (Med.):
histologische Untersuchung von Gewebe, das dem lebenden
Organismus entnommen ist; Bios ['biios], der; - [griech. bios =
Leben]: das Leben, die belebte Welt als Teil des Kosmos;
biotisch [biouül <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [griech. biöti-
kös] (Fachspr.): auf Leben. Lebewesen bezüglich.
394
Bise
bipolar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus lat. bi- = zwei
u. tpolarj: mit zwei Polen versehen: zweipolig: Subst.:
Bipolarst, die; -: Zweipoligkeit. Vorhandensein zweier
entgegengesetzter Pole: Biquadrat fbi:kvadra:t. auch: ...'dra.tl.
das; -[eis. -e (Math.): Quadrat des Quadrats, vierte Potenz,
dazu: bfquadrgtisch [auch: bi:-] <Adj.; o. Steig.): in die
vierte Potenz erhoben, in der vierten Potenz: eine -e
Gleichung (Gleichung 4. Grades).
Birchennus [bir^-l. das; -es. -e. <Vkl.) Birchermüsli [...my:s-
lil. (Schweiz.:) Bhrhermüesli [...my.asli], das; -s [nach dem
Schweiz. Arzt M. Bircher-Benner (1867-1939)1: diätisches
Rohkostgericht aus eingeweichten, Haferflocken.
Zitronensaft. Kondensmilch, geriebenen Äpfeln o. ä. u. gemahlenen
Nüssen (Mandeln).
Bireine [bi're:mdl. die; -. -n [lat. biremis. zu remus = Ruder]
(hist.): antikes Kriegsschiff mit zwei übereinanderliegenden
Ruderbänken. Zweiruderer.
Bireft [bi'rct]. das: -[eis, -e [mlat. birretum. IBarettl: aus
dem Barett entwickelte, vierkantige Kopfbedeckung
katholischer Geistlicher.
Birke [brrkd], die; -. -n [mhd. birke. ahd. birihha]: 1.
Laubbaum mit weißer, schuppiger Rinde, rundlichen gezähnten
Blättern u. kätzchenförmigen Blütenständen, Vertreter einer
Gattung der Birkengewächse mit etwa 40 Arten: das zarte
Frühlingsgrün der -n. 2. <o. PI.) svw. tBirkenholz: ein
Schlafzimmer aus geflammter B.; birken [birkn] <Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (selten): aus Birkenholz: ein -er Schrank.
B|rken-: -gewÄchs, das (Bot.): Vertreter einer Familie von
Laubbäumen u. Sträuchern (mit den Gattungen Birke u.
Erle): -grün, das: junge Triebe der Birke: -hain, der;
-holz, das <o. PL): als Material verwendetes] Holz der
Birke: -laub, das; -pilz, der; svw. t^röhrling; -reis, das
(veraltend, dichter.): kleiner Zweig. Sproß einer Birke: M*ei-
sig, das; -reizkcr, der: giftiger Pilz aus der Gattung der
Reizker: -rinde, die; -röhrling. der: wohlschmeckender,
meist unter Birken wachsender Speisepilz mit graubraunem
Hut u. beschupptem, in der Farbe dem Stamm der Birke
ähnelndem Stiel: -*saft. der: Saft aus dem Stamm der Birke:
-scheit. das: -Schößling, der: Die -e. die der Bautrupp
zur Tarnung verwendet hatte, schienen welk zu sein (Kuby.
Sieg 242); -Spanner, der: Schmetterling, dessen Flügel zur
Tarnung die Zeichnung von Birkenrinde tragen: -waid, der;
-wasser, das <P1. ...wässer): Haarwasser aus Birkensaft.
Birkhahn, der; -[e]s. ...hähne: männliches Birkhuhn:
Birkhuhn« das. -[eis, ...hühner: europäisches, bes. in Moor u.
Heide vorkommendes Wildhuhn (ein Rauhfußhuhn).
Bjrnbaun. der; -[e]s. ...bäume: 1. weiß blühender Obstbaum
mit Birnen als Früchten. 2. als Material verwendetes I Holz
des Birnbaums:e\n Schrank ausafrikanisch[emJB.;Birnchen
fbirn(pn]. das; -s. -: t Birne (3); Birne ['bimaj. die; -. -n
[mhd. birte], ahd. bira < vlat. pira < lat. pirum]: 1.
meist eirunde, sich zum Stiel hin verjüngende grüngelbe
od. bräunliche Frucht des Birnbaums mit saftigem
Fruchtfleisch u. Kerngehäuse. 2. svw. f Birnbaum: die -n fangen an
zu blühen. 3. <Vkl. fBirnchen) birnenförmige Glühlampe:
eine mattierte B.; die B. ist durchgebrannt, entzwei, kaputt;
die B. auswechseln; er schraubte eine neue B. ein 4. (salopp)
Kopf: Ich habe die Männer, die für mich die B. hingehalten
haben, immer bewundert (Hörzu 40. 1973. 7); er gab ihm
eins auf die B.; *eine weiche B. haben (salopp; etwas
beschränktsein: in bezug auf jmdn.. dessen Ansichten.
Handlungsweise o. ä. man Air dumm hält).
bjrnen-, Birnen-: -förmig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): die
Form einer Birne habend: ein -er Schädel; -kompott, das;
-saft.der. -schnaps, der: vgl. -wasser, -stiel, der; -wasser,
das: aus Birnen hergestellter Branntwein.
Bjrnstab, der; -[eis. ...Stäbe: in der gotischen Architektur
stabartiger Bauteil mit birnenförmigem Querschnitt.
'bis [bis; mhd. bis (bitze). wahrsch. < ahd. bi ze = (da)bei
zu]: I. <Präp. mit Akk.) 1. (zeitlich) gibt die Beendigung
eines Zeitabschnitts an: b. heute; (Schweiz.:) b. anhin ist
nichts geschehen; b. Oktober; b. nächstes Jahr; b. Freitag,
den 13. März; b. wann brauchst du das Buch?: b. dahin/
dann ist alles erledigt; er ist b. 17 Uhr hier (1. ist nur
b. 17 Uhr anwesend. 2. wird b. 17 Uhr eingetroffen sein):
von 8 b. 11 Uhr; Ferien b. [einschließlich]/(bayr. ugs.:)
b. mit 22. August; (auch adv. in Verbindung mit einer
anderen, den Kasus bestimmenden Präp.:) b. auf weiteres;
b. in den Tag [hinein] schlafen; b. nach Mitternacht; b.
zum Jahresende; du kannst b. zum nächsten Wochenende/
b. nächstes Wochenende bleiben: *b. bald/dann/gleich/
nachher/später (ugs.; Abschiedsformeln); b. dato (bes.
Kaufmannsspr.;/>/sA«*te). 2. (räumlich) gibt das Erreichen
eines Endpunktes an: b. hierher und nicht weiter; b.
München fliegen; von unten b. oben; von Anfang b. Ende;
(auch adv. in Verbindung mit einer anderen, den Kasus
bestimmenden Präp.:) b. an den Rhein; b. auf die Haut
naß werden; b. in das Tal [hinein]; b. nach Spanien; b.
zur Haltestelle gehen; *b. ins letzte (sehr genau u. in allen
Einzelheiten). 3. <in Verbindung mit ..auf) a)
einschließlich: der Saal war b. auf den letzten Platz (vollständig)
besetzt; b) mit Ausnahme (von): b. auf zwei waren alle
jünger als 20 Jahre; b. auf den Salat ist das Essen fertig.
4. <in Verbindung mit ..zu44 vor Zahlen) gibt die obere
Grenze an: Gemeinden b. zu 10000 Einwohnern;
Jugendliche b. zu 18 Jahren haben keinen Zutritt. II. (Adv..
in der Verbindung mit ..zu44; weglaßbar u. ohne Einfluß
auf die Beugung) gibt die obere Grenze eines Spielraumes
an: [b. zu] 250 Studenten können durch dieses Stipendium
gefördert werden; der Vorstand kann [b. zu] 8 Mitglieder
umfassen; <auch ohne ..zu44:) Kinder b. 10 Jahre/b. 10
Jahre alte Kinder zahlen die Hälfte. III. <Konj.) 1.
nebenordnend zwischen [Zahljadjektiven. womit eine ungefähre
Angabe gemacht wird: 200 b. 250 Leute; eine Auflage
von fünf- b. sechshunderttausend Exemplaren; kleine b.
mittelgroße Früchte. 2. (unterordnend) a) gibt die zeitliche
Grenze an, an der ein Vorgang endet: er wartet noch,
b. der Postbote gekommen ist; ich arbeite so lange, b.
ich fertig bin; (veraltet, noch formelhaft mit „daß44:) b.
daß der Tod euch scheidet; (mit konditionaler
Nebenbedeutung:) ich kann nichts entscheiden, b. ich [nicht] nähere
Informationen habe; b) (bei verneintem Hauptsatz mit
Vorzeitigkeit im Gliedsatz) bevor nicht: du darfst nicht
spielen, b. deine Schularbeiten gemacht sind; c) (österr.
ugs.) sobald, wenn: er gibt das Geld erst. b. sein Chef
gekommen ist; gleich b. er aufgewacht ist, werde ich es
ihm sagen.
Hris [-] <Adv.) [lat. bis] (Musik): a) wiederholen, noch einmal
(Notenanweisung): b) Wiederholung! (auffordernder Zuruf
der Hörer nach einer Musikaufliihrung).
Bisam f bi:zam]. der; -s. -e u. -s [mhd. bisem. ahd. bisam(o)
< mlat. bisamum < hebr. baS^m, T Balsam]: 1. svw. t
Moschus. 2. Pelz der Bisamratte.
bjsam-. Bisam-: -artig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): dem
Bisam (2) ähnlich: -eibisch, der: svw. T Abelmoschus;
Tratte, die: in Wasser nähe lebendes Nagetier aus der Familie
der Wühlmäuse, dessen Fell zu Pelzwaren verarbeitet wird.
bischen [bijnj <sw. V.; hat) [eigtl. = bsch machen]
(landsch.): (ein Baby) beruhigend in den Armen wiegen.
Bischof ['bifrf), der; -s. Bischöfe ['bijoefd, auch: biloba;
mhd. bischof.ahd. biscof < kirchenlat. episcopus =
Aufseher. Bischof < griech. episkopos; 2: nach engl, bishop]:
I. oberster geistlicher Würdenträger eines bestimmten
kirchlichen Gebietes (Bistum: kath.: Diözese: ev.). 2. ein kaltes
Getränk aus Rotwein. Zucker u. der Schale von bitteren
Pomeranzen: <Abl.:> bischöflich ['bdceflu;. 'bifcflic] (Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): einem Bischof zugehörend, für einen
Bischof charakteristisch: die -e Residenz.
bjsdiofs-, B|schofs-: -amt, das; -brot, das (österr.): feiner
Kuchen mit Rosinen. Mandeln u.a.: -hut, der: runder
schwarzer l Straßen] hut der katholischen Bischöfe: -kolle-
ghm, das: Gemeinschaft aller Bischöfe der katholischen
Kirche: -konferenz,die: Zusammenkunft der Bischöfe eines
teilkirchlichen (meist nationalen) Bereichs der katholischen
Kirche: -kreuz, das: vom Bischof auf der Brust getragenes
Kreuz: -lila (indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.): intensiv
lila: Mnütze,die: 1. svw. | Mitra. 2. Vertreter einer
Kakteenart mit vorspringenden, oft mit weißen Wollflöckchen
bedeckten Längsrippen u. gelben Blüten: beliebte Zierpflanze:
-ring, der: vom Bischof an der rechten Hand getragener
Ring (als Zeichen der bischöflichen Würde): -sitz, der:
Hauptstadt eines Bistums oder einer Diözese mit dem
Amtssitz des Bischofs: -stab, der: langer, oben meist spiralig
auslaufender Stab (als Zeichen der bischöflichen Würde):
-synode, die: aus einem Gremium von Bischöfen bestehendes
zentrales Organ der kath. Kirche zur beratenden
Unterstützung des Papstes: -weihe, die: Weihe, durch die ein kath.
Geistlicher die Bischofswürde empfängt: -würde, die.
Bise ['bi:z3l. die; -. -n [mhd. blse. ahd. bisa = Wirbelwind]
(Schweiz.): Nord/ost/wind.
395
Bisexualität
BisexinüiÜI [auch: bi:-l. die: - [aus lat. bi- = zwei u.
I Sexualität]: 1. (Biol.) Doppelgeschlechtigkeit. 2. (Med..
Psych.) Nebeneinander von homo- u. heterosexueller
Veranlagung in einem Menschen; bisexuell [auch: 'bi:-] <Adj.;
o. Steig.): 1. (Biol.) doppelgeschlechtig. 2. (Med.. Psych.)
a) mit beiden Geschlechtern sexuell verkehrend: -e
Menschen; b) auf beide Geschlechter gerichtet: eine -e
Veranlagung.
Bisgurn: t Bißgurn.
bisher <Adv.>: von einem unbestimmten Zeitpunkt an bis
zum heutigen Tag. bis jetzt: b. war alles in Ordnung; in
diesem Amt stecken viele b. nicht erschlossene Reserven
(Dönhoff. Ära 20); er war b. Professor in Wien und ist
Jetzt in Basel; vgl. seither; <Abl.:> bisherig <AdJ.; o. Steig.;
nur attr.): bisher gen'esen. bisher vorhanden: der -e
Außenminister; sein -es Leben ändern.
Biskotte [bis'lote], die; -. -n [ital. biscotto < lat. bis coctum.
t Biskuit] (österr.): längliches Biskuit. Löffelbiskuit: Biskuit
[bis'kvht], das. auch: der; -[e]s. -s, auch: -e [frz. biseuit
< lat. bis coctum = zweimal Gebackenes]: 1. Feingebäck
aus Mehl. Eiern. Zucker. 2. svw. t Biskuitporzellan.
Biskuh-: -gebÄck.das; ^porzellan. das: gelbliches,
unglasiertes Porzellan: -rolle, die: Gebäck aus gerolltem, meist mit
Konfitüre bestrichenem Biskuitteig: -teig, der: Teig aus
Mehl. Eiern u. Zucker, der zu Biskuitgebäck verarbeitet
wird.
bislang <Adv.) (landsch.): bis jetzt, bisher: Niemand weiß
b. viel von dem Sergeanten CA. Zweig. Grischa 481).
BisJuft [bi:s-]. die; - (Schweiz.): svw. tBise.
Btsmardchering ['bismark-], der; -s. -e [nach dem preuß.-dt.
Staatsmann Otto von Bismarck (1815-1898). an den die
Stralsunder Bürger 1880 die Bitte gerichtet hatten, seinen
Namen verwenden zu dürfen]: entgräteter marinierter
Hering-
Bismutit [bismu'ti.t. auch: ...tit]. der; -s: ein Mineral; Bismu-
tian [bis'muitom], das; -s [Latinisierung von dt. ..Wismut";
H. u.]: ein Metall; ehem. Zeichen: Bi
Bison fbhzon], das; -s. -s Dat. bisön = Auerochs. aus dem
Germ.]: nordamerikanischer Büffel.
Biß [bis], der; Bisses. Bisse [mhd. bi3. biz. ahd. bizj: 1.
das : Zujbeißen: sich vor dem B. der Schlange hüten; Ü
das Feuer... schlug seinen scharfen, glühenden B. in Herrn
Mözingers Fahnensatz ein (Langgässer. Siegel 204); Der
B. der Zeit, der langsam das Herz zernagte (Remarque.
Triomphe 105). 2. Bißwunde: der B. wird bald wieder
verheilt sein. 3. (Sport Jargon) bissige Einstellung zum
Gegner. Bereitschaft zum vollen Einsatz: die Mannschaft
besaß keinen B.. spielte ohne B.; bjßdien flndekl.
Indefinitpro n.> [eigtl. = kleiner Bissen]: 1. <in der Funktion eines
Adj.> wenig: er hat kein b. Zeit für mich; das b. Geld
kann uns nicht weiterhelfen. 2. <meist in Verbindung mit
„ein", in der Funktion eines Adv.> etwas, wenig: ich will
ein b. Spazierengehen; das Unternehmen ist ein b. gewagt;
*[*ch] du liebes b.! (ugs.; Ausruf des Erstaunens od.
Erschreckens); bjssel. (auch:) bjsserl. b|ssl (südd.. österr. ugs.):
svw. I bißchen; Bissen ['bisnl. der; -s. - [mhd. bisae. ahd.
bi330]: kleines abgebissenes Stück eines festen
Nahrungsmittels: Happen: ein B. Brot; schnell einen B. (etwas Eßbares)
zu sich nehmen; keinen B. anrühren (das Essen unberührt
stehenlassen); Ü jmdm. die B. im/in den Mund zählen
(genauaufpassen, wieviel jmd. ißt), jmdm. keinen B. (nicht
das geringste) gönnen; dieses Unternehmen bekam immer
die fettesten B. (die besten Aufträge) zugesprochen; *ein
fetter B. (ugs.; ein reicher Gewinn, ein gutes Geschäft);
Jmdm. bleibt der B. im Hals[e] stecken (ugs.: jmd. erschrickt
sehr); sich (Dativ) ieden/den letzten B. vom Mundle]
absparen (ugs.; sehr eingeschränkt, sparsam leben); bisserI:
Tbissei; Bifigurn, (seltener:) Bisgurn ['bisgurn]. die; -. - [wohl
zu TBiß (1) u. mundartl. Gurre = Stute, übertr.: grobe
weibliche Person] (bayr.. österr. abwertend): zänkische,
tyrannische Frau; bissig fbisic] <Adj.) [mhd. boec]: 1. zum
Beißen neigend: Vorsicht, -er Hund!; Ü der Mond ist
untergegangen, die Kälte ist b. (beißt, ist scharf; Frisch. Stiller
379). 2. scharf, verletzend: -e Bemerkungen. Antworten;
in -em Ton; leicht b. werden. 3. (Sport Jargon) zum vollen
Einsatz bereit u. deshalb gefährlich: ein Junger, -er Spieler;
Bissigkeit, die; -. -en: I. <o. PI.) Neigung zum Beißen:
die B. dieses Hundes ist in der ganzen Gegend bekannt.
1* a) <o. PI.) verletzender Ton. Schärfe: die B. ihrer Antwort
verletzte ihn; b) bissige Bemerkung: Jmds. -en überhören.
3. (Sport Jargon) Bereitschaft zum vollen Einsatz.
Gefährlichkeit; bissl: I bissei; BjBwunde, die; -. -n: durch einen
Biß(\) verursachte Wunde.
bistabil [bista'bi:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus lat.
bi- = zwei u. f stabil] (Elektrot.): zwei stabile Zustände
aufweisend: -e Schaltungen.
Bisten Tbistn]. das; -s [eigtl. = das Hervorbringen des Lautes
..pisfl: Lockruf des Haselhuhns.
Bister [bl-.ste. auch: bist*], der od. das; -s [frz. bistre.
H. u.]: aus Holzruß hergestellte bräunliche Wasserfarbe.
Bistro ['bistro; frz. bistro]: 1. <der; -s, -s) frz. Bez. für
Schankwirt. 2. <das; -s. -s> frz. Bez. für kleine ' Wein!
schenke. Kneipe: später setzt er sich in ein B.. läßt die Menschen
an sich vorüberschlendern (Jens. Mann 171); <Zus.:) BJ-
strobeizer. der; -s, - (Schweiz.): Schankwirt.
Bistum ['bisturml. das; -s. ...tümer [...ty.me; mhd. bis(ch>-
tuom für: bischoftuom. ahd. biseoftuomj: Amtsbereich
eines kath. Bischofs.
bisweilen <Adv.) [zu t Weile] (geh.): manchmal, hin und
wieder, ab und zu: b. schmerzt die Wunde noch; Doch setzen
sich b. (wenn auch selten) die Wunder des Sonntags am
Montag fort (Dürrenmatt. Grieche 37).
Biswind ['bi:s-l der; -[e]s. -e (Schweiz.): svw. TBise.
bisyllabisch [biZY'la:biJ, auch: bi:-] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [aus lat. bi- = zwei u. tsyllabisch] (veraltet):
zweisilbig.
Bit [bitj. das; -[s]. -[s] [Kunstwort aus engl, binary digit
= binäre Ziffer] (Datenverarb.. Nachrichtent.): 1. a) binäre
Einheit (für die Anzahl von Alternativentscheidungen).
Binärzeichen; Zeichen: bit; b) die einzelne
Alternativentscheidung. 2. Einheit für den Informationsgehalt einer Nachricht;
Zeichen: bt
bitongl [auch: bi:-] <Adj.; o. Steig.) [aus lat. bi- = zwei
u. ttonalj: 1. (nicht adv.) (Musik) auf zwei verschiedene
Tonarten zugleich bezogen. 2. (Med.) (z.B. von Husten)
doppeltönend; Bitooüitit [auch: 'bi:-] die; - (Musik):
gleichzeitige Anwendung zweier verschiedener Tonarten in einem
Musikwerk.
bjtt-, BJtt- (bitten 1): abrief, der: Brief, mit dem jmd. einen
anderen um etw.. um Hilfe o. ä. bittet; -gang^ der: 1. Gang
zu jmdm.. von dem man etw. erbitten will. 2. (kath. Rel.)
vgl. -Prozession; -gebet, das (Rel.); -gesang* der (Rel.):
ritueller Gesang* der eine Bitte. Bitten zum Inhalt hat; ^-ge-
sudi. das: Gesuch, das eine Bitte an eine hochgestellte
Persönlichkeit, eine Behörde o. ä. enthält; -gottesdienst. der
(Rel.); -prozesstoa, die (kath. Rel.): Prozession, bei der
die Gläubigen um etw.. besonders um die Abwendung einer
Not od. Gefahr, bitten; -schreiben, das: svw. T-gesuch;
^schritt, die (veraltend): svw. t-gesuch; -steiler, der; -s.
-: jmd.. der mündlich od. schriftlich eine Bitte um Hilfe
o.a. vorbringt; -tag (ungetrennt: Bittag), der (kath.
Kirche): jeder einzelne der drei Tage vor Himmelfahrt; -weise
<Adv.) (selten): mit einer Bitte: sich b. an jmdn. wenden.
bitte l'bitol Höflichkeitsformel [nhd. verkürzt aus ..ich
bitte"]: a) zur Unterstreichung einer Bitte, einer Frage o. ä.:
eine kleine Spende!.] b.!; b.[.] helfen Sie mir doch!; wie
spät ist es(.] b. [schön]?; b.[.] wo geht es zum Bahnhof?;
entschuldige b.!; * b., b. machen (Kinderspr.; durch
mehrmaliges Zusammenschlagen der Hände eine Bitte ausdrücken):
b) zur Unterstreichung einer [höflichen] Aufforderung: [der
Nächste] b.!; b. weitergehen!; [nehmen Sie] b. [Platz]!; b.
[bedienen Sie sich]!; komm doch b. mal her!; (am Telefon:)
ja. b.? (Sie wünschen'/); c) als bejahende Antwort auf
eine Frage: Nehmen Sie noch etwas Tee? - B. [ja]!; d)
als Antwort auf eine Entschuldigung od. Dankesbezeigung:
vielen Dank für Ihre Bemühungen! - B. [sehr/schön/gern
geschehen]!; e) als höfliche Aufforderung, eine Äußerung,
die man nicht [richtig] verstanden hat. zu wiederholen:
[wie] b.?; 0 *na b.! (als Ausdruck der Genugtuung: na
also, das habe ich doch gleich gesagtf): Bitte [-]. die; -.
-n [spätmhd. bitte, ahd. bita]: an jmdn. gerichteter Wunsch:
eine herzliche, dringende, höfliche B.; eine B. an jmdn.
richten; jmds. B. zurückweisen; ich habe eine B. an dich;
ich kann deiner B. nicht nachkommen; mit einer B. an
jmdn. herantreten; jmdn. mit -n bestürmen; Spr heiße B..
kalter Dank; bitten [bitn] <st. V.; hat) /vgl. bitte/ [mhd..
ahd. bitten]: 1. a) eine Bitte aussprechen: ängstlich,
inständig, stürmisch um etw. b.; um Hilfe. Verständnis b.; darf
ich um Aufmerksamkeit b.!; ums Wort b. (geh.; darum
bitten, sprechen zu dürfen): um den nächsten Tanz b.;
396
Black Power
um vollzähliges Erscheinen wird gebeten!; (veraltend, noch
scherzhaft:) [ich] bitte gehorsamst, gehen zu dürfen; darf
ich b.? (Aufforderung zum Tanzen); <subst.) es half ihm
kein B.; sich aufs B. verlegen; b) sich wegen etw. mit
einer Bitte an jmdn. wenden: Jmdn. um Geld, um eine
Gefälligkeit b.; ich muß Sie b.. sich noch etwas zu gedulden;
er läßt sich gerne b. (er tut erst etw., wem man ihn mehrmals
darum gebeten hat); *b. und betteln (fam.; inständig um
etw. bitten): ich bitte dich um alles in der Weh (ugs.;
Ausruf der Entrüstung); [aber] ich bitte Sie!; ich muß doch
[sehr] b.! (Ausruf der Entrüstung und des Protestes); wem
ich b. darf (nachdrückliche Höflichkeitsformel: bitte): hier
geht's entlang, wenn ich b. darf; darum möchte ich doch
sehr gebeten haben! (ugs.; das muß ich unbedingt von dir
erwarten, das ist deine selbstverständliche Pflicht). 2. (geh.)
Fürsprache einlegen; er hat [bei den Vorgesetzten] für seinen
Kollegen gebeten. 3. a) einladen: Jmdn. zum Essen, zum
Tee b.; jmdn. zum Tanz b.; zu Tisch b. (bitten, zum Essen
am Tisch Platz zu nehmen); b) jmdn. auffordern, wohin
zu kommen: jmdn. ins Zimmer, zu sich b.: der Herr
Direktor läßt b.
bitter [bite] <Adj.) Imhd. bitter, ahd. bittar]: 1. von sehr
herbem Geschmack, der bis ins Unangenehme od.
Widerwärtige gehen kann: -e Schokolade; -e Mandeln; die Marmelade
hat einen leicht -en Beigeschmack; einen -en Geschmack
im Mund haben; die Medizin schmeckt sehr b. 2.
schmerzlich; als verletzend, kränkend empfunden; eine -e
Enttäuschung. Lehre. Wahrheit. Erfahrung; das war sehr b. für
ihn: Und Toblers tiefe, grollende Stimme, wie b. werde
ich ihren Klang entbehren (R. Walser. Gehülfe 149). 3.
a) verbittert: ein -er Zug um den Mund; die Enttäuschungen
haben ihn b. gemacht; ,X>as habe ich gemerkt", erklärte
ich b. (Remarque. Obelisk 97); b) beißend, scharf -er Hohn.
-e Ironie. 4.a) <nur attr.> stark, groß, schwer; -e Not
leiden; -es Unrecht: eine -e Kälte; b) (intensivierend vor
Adj.) sehr; etw. b. nötig haben: draußen ist es b. kalt;
sie hat ihr Handeln b. bereut; etw. b. übelnehmen.
bjtter-. Bjtter-: ^böse <Adj.: o. Steig.): sehr böse: ein b.
dreinschauender Kerl; ^rnst <Adj.; o. Steig.): sehr, ganz
ernst: er meinte diese Worte b.; -fSule, die: vor allem
an lagerndetn Obst durch Pilze hervorgerufene
Fäulniserscheinungen; -k#lt <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): sehr,
unangenehm kalt; eiskalt; ein -er Wind; -kJee, der: als
Volksmittel gegen Fieber verwendete Pflanze mit
kleeähnlichen Blättern; ^krease, die: früher als Salat- und
Arzneipflanze verwendeter Kreuzblütler; Mnandd, die: bittere
Mandel, dazu: -mandelöl, das: blausäurehaltiges öl, das
aus den Kernen vieler Früchte (Aprikosen. Mandeln,
Pflaumen) gewonnen wird; ^mittel, das: bitter
schmeckender Extrakt bestimmter Pflanzen, der zur Anregung des
Appetits genommen wird; ^orange, die: Pomeranze; ^salz,
das: ein bitter schmeckendes Mineral. Magnesiumsulfat;
^fitofT, der (meist PL): aus Pflanzen isolierbare, in der
Lebensmittelindustrie verwendete chemische Verbindung, die
sich durch bitteren Geschmack auszeichnet; ^jR <Adj.;
o. Steig.): a) bitter u. süß zugleich riechend, schmeckend:
Das Paradies hat den -en Duft von Tannen. Himbeeren
(K. Mann. Wendepunkt 39); b) schmerzlich u. schön
zugleich: eine -e Liebesgeschichte; das Bild weckte -e
Erinnerungen In ihr; ^wässer. das <P1. -wässer): magnesiumsulfat-
haltiges Wasser zur Trinkkur gegen Darm-. Leber- u.
Gallenleiden; -wenig <Adj.; o. Steig.): sehr wenig: Er habe
... bisher nur b. von dem Darlehen zurückzahlen können
(Bredel. Väter 330); -würz, (auch:) -wurael, die: gelber
Enzian.
Bjttere« Bittre, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): bitter
schmeckender Schnaps; Bitterkeit, die; -: I. bitterer
Geschmack. 2. Verbitterung: ein Unterton von B. in der
Stimme; B. breitete sich in ihm aus; stachlige B. wie von
Aloeblättern (Strittmatter. Wundertäter 491); bitterlich <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): 1. leicht bitter: ein -er Geschmack:
der Tee schmeckt etwas b. 2. <nur adv.) sehr heftig; b.
weinen, frieren; Bitterling, der; -s. -e: 1. ein Karpfenfisch.
2. Enziangewächs mit goldgelben Blüten; Bitternis» die; -.
-se (geh.): 1. bitterer Geschmack: mit lauter Stimme ...
beschrieb sie ... die B. angebrannter Steckrüben (Böll.
Haus 104). 2. Bitterkeit (2). bitteres Gefühl. Leiden: die
-se. die das Schicksal uns bereitet hat.
Bftteschön. das; -s: er sagte ein höfliches B.; bjttlich <Adj.;
nicht präd.) (österr.): in bittender Weise; bittend.
Bittre: f Bittere.
Bitimen [bi'tu:iron]. das; -s. -. auch: ...mina Hat. bitümen
= Erdharz. Erdpech; vgl. Beton) (Chemie): natürlich
vorkommende od. aus Erdöl gewonnene, teerartige Masse, die
u.a. als Abdichtungs- und Isoliermasse verwendet wird;
bitumis <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Bitumen enthaltend;
dem Bitumen ähnlich; bituminieren [bitumi'ni:ran] <sw. V.;
hat) [lat. bitüminarel: mit Bitumen behandeln od. versetzen;
bituninfc [...i'ii0:s] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. bitümi-
nösusj: Bitumen enthaltend.
bitzeln ['bit§|nj <sw. V.; hat) [zu ? beißen]: 1. (südd.. westd.)
prickeln, kribbeln: ein Glas mit bitzelndem Federweißem.
2. (md.) kleine Stücke von etw. abschneiden: an einem
Holz b.; <Zus. zu 1.) Bjtzelwasser, das <PI. ...wässer)
(landsch.): kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk.
bivalent [bivalent] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus lat.
bi- = zwei u. lat. valens (Gen.: valentis). 1. Part, von:
valere = wert sein] (Fachspr.): zweiwertig: ein -er
Antikörper; (Chemie:) Sauerstoff ist b.; -e Kessel eines
Kraftwerks (sie können mit zwei Arten von Energie beschickt
werden); (Sprachw.:) -e Verben. Satzstrukturen; Bivalenz
[bivalent^], die; -. -en: Zweiwertigkeit.
Biwak [bi:vak]. das: -s. -s u. -e [frz. bivouac < niederd.
biwake = Beiwache] (bes. Milit.. Bergsteigen):
behelfsmäßiges Nachtlager im Freien: Unter (Jen Felsen findet sich
abends ein guter Platz für das B. (Trenker. Helden 62);
<Zus.:>Biwakausrüstung. die; biwakieren [biva'ki:ren] <sw.
V.; hat): im Freien übernachten: unter einem
überhängenden Felsen b.; Der Abstieg war ihnen fremd, sie mußten
b. (Eidenschink. Fels 90).
bizarr [bi't$ar]<Adj.> [frz. bizarre < ital. bizzarro]: 1.
absonderlich Iin Form u. Gestalt/; ungewöhnlich, eigenwillig,
seltsam geformt oder aussehend: -e Formen; ein -er Baum;
b. geformte Felsen. 2. wunderlich; schrullenhaft: -e
Gedanken; ein -es Wesen; Bizarrerie [biteara'ri:]. die; -. -n [...i:an]:
1. Absonderlichkeit in Form u. Gestalt/. 2. wunderliche
Idee. Schrullenhaftigkeit: Er. der ... in -n und Visionen
schwelgt (Deschner. Talente 166).
Bizeps I'bi.tjeps]. der; -es. -e [lat. bieeps = zwei-.
doppelköpfig (nach dem doppelten Ansatz am
Schultergelenk)]: zweiköpfiger Oberarmmuskel (Beugemuskel): den
B. anspannen; Ist nicht die ganze hellenische Kultur
aufgebaut auf den -en ihrer Athleten (Beheim-Schwarzbach.
Freuden 115).
bizyklisch [auch: bi'tsvk...] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus
lat. bi- = zwei u. t zyklisch] (Chemie): (von Molekülen)
einen Kohlenstoff doppelring enthaltend.
BlaMa [bla'bla:]. das; -[s] [amerik. blah-blah, lautm.J (ugs.):
leeres Gerede, nichtssagende ! aber anspruchsvoll klingende/
Äußerungen: die Diskussion bestand nur aus B.
Blache: t Blähe; Blfchfeld, das; -[e]s. -er [md. Dissimilation
von: Flachfeld]: (dichter, veraltend) flaches Feld. Ebene.
Black- ['blsk-J: -Bottom [-totem], der; -s. -s [engl.-amerik.
black bottom. vielleicht von: black bottom = tief gelegenes
Negerviertel (einer Stadt im Süden der USA)]:
nordamerikanischer Gesellschaftstanz; -mail [-med], das; -s, -s [engl,
blackmail. aus: black = schwarz, ungesetzlich u. mail
= Steuer]: Erpressung /durch Androhen von Bloßstellung];
Mut [-aut. auch: blaek'aot], das. auch: der; -[s], -s [engl,
blackout, eigtl. = Verdunkelung]: 1. (Theater u.a.) a)
plötzliches Verdunkeln der Szene bei Bildschluß im Theater
(bes. nach Pointen im Kabarett); b) kleinerer Sketch, der
mit einer scharfen Pointe u. plötzlichem Verdunkeln endet.
2. a) (Physik) Aussetzen des Empfangs von Kurzwellen durch
den Einfluß von Korpuskular- u. Röntgenstrahlen der Sonne;
b) (Raumf.) Unterbrechung des Funkkontakts zwischen
Raumschiff und Bodenstation. 3. (Med.) a) zeitweiliger
Ausfall des Sehvermögens unter der Einwirkung hoher
Beschleunigung od. bei Kreislaufstörungen; b) plötzlich auftretender,
kurz dauernder Verlust des Bewußtseins.
Erinnerungsvermögens o. ä.: mitten in der Prüfung hatte ich ein B. 4. (Milit.)
nächtliches Verdunkeln von Objekten zum Schutz gegen
einen Luftangriff. 5. totaler Stromausfall.
Black box ['blaek'baks]. die; - -, - -es [engl, black box.
eigtl. = schwarzer Kasten] (Kybernetik): Teil eines
kybernetischen Systems, dessen Aufbau u. innerer Ablauf erst
aus den Reaktionen auf eingegebene Signale erschlossen
werden kann; Blfck-bgK-Methode. die; - (Kybernetik):
Verfahren zum Erkennen noch unbekannter Systeme; Black
Power [blaek 'paodl. die; - - [engl.-amerik. black power
397
blad
= schwarze Gewalt]: Bewegung nordamerikanischer Neger
gegen die Rassendiskriminierung.
blad [bla:t] <Adj.: nicht adv.) (österr. ugs.): dick, von großer
Körperfülle: Btode [bla:dd]. der; -n, -n <DekI. T
Abgeordnete) (österr. ugs.): dicker, unförmiger Mensch.
Uaflen ['blafnl. (auch:) bUflen f'blefn] <sw. V.; hat)
[spätmhd., mniederd. blaffen = bellen, lästern; lautm.]:
I. kurz bellen: Des Führers Hund blafft kurz (Grass.
Hundejahre 304); Ü die Front blaffte im Osten (Küpper, Slmpli-
cius 170). 2. schimpfen: Popow blaffte und legte sich auf
die andere Seite (Augustin. Kopf 320); <Abl.:) BtyTer.
(auch:) Buffer, der; -s. - (ugs.): kläffender Hund.
Blag [bla:k]. das; -s. -en, Blase ['bla:ga], die; -. -n [vielleicht
umgestellt aus f Balg] (ugs. abwertend): ungezogenes Kind;
Balg: der Kleine ist manchmal ein rechtes B.: Jetzt hatte
er fünf Blagen von ihr (Fallada. Jeder 18).
blagieren [blagi:ron] <sw. V.; hat) [frz. blaguer, zu: blague
= (Tabaks)beutel; Aufschneiderei < niederl. balg =
f Balg] (veraltet): prahlen, aufschneiden; Blasueur [bla'g0:g].
der; -s. -e [frz. blagueur] (veraltet): Prahlhans, Aufschneider:
wenn ein alter B. und Schreier einmal still wird, so ist
das schon der halbe Weg zum Kirchhof (Hesse, Sonne
48).
Büh- (blähen), --bauch, der (ugs.): stark aufgeblähter Bauch;
-4tals. der (Med.): mit vermehrter Gefäßbildung u. starker
Durchblutung verbutuiener Kropf; -sucht, die (Med.):
abnorme Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt.
Blähe fbla*J. (landsch.:) Blache fblaxa]. (österr.:) Plache
l'pl...). die: -. -n [mhd. blähe, ahd. blahaj: große Leinwand,
Plane.
Milien I'ble^n] <sw. V.; hat) [mhd. blaejen. blaewen. ahd.
bläjanj: 1. a) (von bewegter Luft) gewölbt, rundlich prall
machen: der Wind bläht die Segel, die Mäntel der
Spaziergänger; ein Luftzug blähte die Vorhänge; Ü heimlich blähte
doch ein gewisser Stolz ihre Bäuche (Bordiert. Draußen
104); b) !durch Anhalten der Luft od. heftiges Ausatmen!
von innen her prall machen:, das Pferd bläht die Nüstern;
und blähte seinen Bauch in Überlegenheit (Keun. Mädchen
79); mit eindrucksvoll geblähtem Atlasbusen verließ sie
die Anklagebank (K. Mann, Wendepunkt 66); c) <b. +
sich) (durch Luft) prall, gewölbt werden: das Segel, die
Gardine bläht sich [im Wind]; die Nüstern des Pferdes
blähten sich. 2. (geh.) <b. + sich) sich großtun, sich wichtig
tun. angeben: sich stolz blähen; was blähst du dich so?
3. Blähungen verursachen: frisches Brot bläht; blähende
Speisen; <Abl.:> Blihuns. die; -. -en: übermäßige Gasan-
satnmlung in Magen und Darm; Hülsenfrüchte verursachen
oft -en; eine B. abgehen lassen; an -en leiden.
blaken fbla:kn] <sw. V.; hat) [mniederd.. mniederl. blaken]
(nordd.): rußen, qualmen: die Kerze blakt.
büken fble:kn] <sw. V.; hat) [Nebenform von t blöken]
(ugs. abwertend): brüllen, schreien: die Kinder bläkten,
solange die Eltern fort waren.
Blaker ['bla:kB], der; -s. - [zu f blaken]: metallener /
Wandleuchter mit reflektierendem Schild, z. B. aus Messing;
blakig <Adj.; o. Steig.): rußend, rauchend, qualmend: eine
-e Kerze.
blamabel [bla'ma.bl] <Adj.; ...bler. -ste> [frz. blamable]:
beschämend: eine blamable Situation: diese Niederlage ist
äußerst b.; etw. b. finden; Blamage [bla'ma:3d. südd..
österr. auch: ...a:3l. die; -. -n [französierende Bildung zu
f blamieren]: beschämender, peinlicher Vorfall; Schmach.
Schande (von nicht allzu großem Gewicht) eine große, arge
B.; etw. ist eine B. für jmdn.; Angst vor [einer] B. haben;
blamieren [bla'mi:ran] <sw. V.; hat) [frz. blamer = tadeln
<vlat. blastemäre < lat. blasphemäre = lästern, schmähen
< griech. blasphemeTn]: a) jmdm. eine Blamage bereiten;
bloßstellen, lächerlich nmchen; in Verlegenheit bringen:
jmdn. öffentlich b.: blamier mich doch nicht so!; b) <b.
+ sich) sich bloßstellen: sich arg. unsterblich (ugs.; sehr)
b.; da hast du dich ganz schön blamiert; sich bei einer
Gelegenheit bis auf die Knochen b.; sich vor jmdm. b.;
R jeder blamiert sich so gut. wie er kann/so gut er kann.
blanchieren [blä'Jiran] <sw. V.; hat) [frz. blanchir, eigtl.
= weiß machen, zu: blanc = weiß < ahd. blanch. t blank]
(Kochk.): etw. kurz mit heißem Wasser ab-, überbrühen:
Geflügel. Tomaten. Reis b.; blanchierte Knochen.
bland [blant] <Adj.; o. Steig.) [lat. blandus = schmeichelnd,
freundlich] (Med.): 1. (von einer Diät) mild, reizlos: -e
Kost. 2. (von Krankheiten) a) ruhig verlaufend: eine
Krankheit kann b. (schleichend) oder akut auftreten; b) nicht
auf Ansteckung beruhend.
blank [blank] <Adj.) [mhd. blanc. ahd. blanch]: 1. a) auf
der Oberfläche glatt u. glänzend: -es Metall; -e Stiefel;
-e (leuchtende) Augen; der Fußboden ist b.; etw. b. reiben;
sie scheuerte die Dielen b. (/glänzend und] sauber); b)
(dichter.) hell, leuchtend: der -e Tag; in -em Licht; •der
^e Hans (dichter, nordd.; die Nordsee bei Sturm; vermutl.
nach der weißschimmernden Gischt); c) (ugs.) abgewetzt:
-e Ärmel; mit -em Hosenboden. 2. a) nackt, bloß, unbedeckt:
mit -em Hintern; mit der -en Hand; Ü das -e (gezogene)
Schwert; mit -er Waffe auf jmdn. losgehen; <subst.:> dem
Jungen den Blanken (landsch.; das nackte Gesäß)
versohlen; *b. sein (ugs.; kein Geld mehr haben)', b) bloß, kahl:
das -e Holz; auf der -en Erde sitzen; c) (österr.) ohne
Mantel: das Wetter ist so schön, daß man b. gehen kann.
3. offenkundig, rein, bar: -er Unsinn, Hohn, Neid; aus
-em Egoismus handeln; und so muß es doch wie -er
Wahnwitz wirken (Kant. Impressum 81).
bt^nk-, Blfnk-: ^efc, das: / Gletscher jeis ohne Schneeauflage;
-gewetzt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): durch langen
Gebrauchabgescheuert, blank (lc) geworden: -e Ärmel; nieder,
das: glattes, meist pflanzlich gegerbtes Rindsleder; -poliert
<Adj.; blanker, am blanksten poliert; nur attr.): eine -e
Dose; ^vers.der [nach engl, blank verse] (Verslehre):
reimloser jambischer, in der Regel fünffüßiger Vers; ^ziehen
<unr. V.; hat): (eine Waffe) aus der Scheide ziehen: den
Säbel, das Schwert b.
Blinke I'bleoka]. die; -. -n [eigtl. = blanke Stelle] (selten):
1. (Seemannsspr.) erster Tagesschimmer am Horizont; Loch
in einer Wolkendecke. 1* Gandsch. selten) ein vom
Grundwasser gespeister kleiner Tümpel. 3. (landsch. selten) offene
Stelle in der geschlossenen Eisdecke eines Gewässers (wo
die Strömung bes. stark ist).
Bbnkett [blan'kßt]. das: -s. -e [französierende Bildung zu
tblank]: 1. (Wirtsch.) a) Schriftstück mit Blankounter-
schrift. das der Empfänger absprachegemäß ausfüllen soll:
b) Formular eines Wertpapiers, zu dessen Rechtsgültigkeit
noch wichtige Eintragungen fehlen. 2. (Technik) in
Messerköpfe einsetzbares Messer, dessen Profilierung je
nach Verwendungszweck individuell eingearbeitet werden
kann.
blanko [blanko] <Adv.)[ital. bianco. eigtl. = weiß < ahd.
blanch. tblank]: a) (von Papier) unbedruckt, unliniiert;
b) (von unterschriebenen Schriftstücken. Urkunden.
Schecks) nicht vollständig ausgefüllt.
Blanko- (Wirtsch.): -akzept, das: Wechsel, der akzeptiert
wird, ehe er vollständig ausgefüllt ist: ein B. ausstellen;
-kredit. der: ungedeckter, nicht abgesicherter Kredit;
-vscheck. der: Scheck, der unterschrieben ist u. bei dem
der Betrag nachträglich eingesetzt wird; Ü jmdm. einen
B. auf die politische Zusammenarbeit geben
(unbeschränkte Zusicherungen auf Vertrauensbasis machen); Minter-
schrift. die: Unterschrift vor der Fertigstellung des
dazugehörigen Textes; ^volknacht, die: unbeschränkte
Vollmacht; jmdm. B. erteilen, geben.
Blas- fbla.s-] (blasen): ^baJg, der: svw. t Blasebalg; -instm-
ment, das: Musikinstrument, bei dem der Ton durch Atemluft
erzeugt wird (z.B. Flöte): -kapelie, die: aus Bläsern (1)
bestehende Musikkapelle; MnusÜc. die: Musik, die auf
Blasinstrumenten gespielt wird; -Orchester, das; svw. T -kapeile;
-röhr, das: 1. (besonders bei primitiven Völkern) als Waffe
benutztes langes, dünnes Rohr, durch das man Kugeln oder
Pfeile bläst. 2. (Technik) Düse unter dem Schornstein von
Dampflokomotiven.
Bläschen [ble:sc3n], das; -s. -: tBlase; <Zus.:) Blisdienau»-
schlag, der (Med.): a) mit der Erscheinung von Bläschen
verbundener Hautausschlag beim Menschen; b) gutartige
Geschlechtskrankheit bei Rindern u. Pferden; Blftschenflech-
te, die: svw. I Bläschenausschlag: Blase fbla.a]. die; -.
-n <Vkl. zu 1: t Bläschen) [2b: mhd. blase, ahd. bläsa;
3: urspr. studentisch als Bezeichnung für eine nicht
farbentragende Verbindung]: 1. a) mit Luft gefüllter od. durch
ein Gas gebildeter kugeliger Hohlraum in einem festen od.
flüssigen Stoff: große, schillernde -n von Seifenschaum;
-n in Glas, im Wasser: eine B. bildet sich, platzt: der
Kuchenteig zieht, wirft -n; Ü es stiegen -n von
Verdächtigungen auf und platzten (Strittmatter. Wundertäter 40);
* etw. zieht -n (ugs.; etw. hat unangenehme Folgen): b) infolge
von Verbrennung, Reibung o. ä. entstandener, mit Flüssigkeit
398
Blatt
gefüllter Hohlraum unter der Oberhaut: eine mit Blut
gefüllte B. hat sich gebildet; -n an den Händen haben; sich
-n laufen; Ü seine sonst sehr trockene Phantasie arbeitet
sich -n (Remarque. Westen 144). 2. a) Harnblase: eine
empfindliche, erkältete B. haben; eine schwache B. haben
(ugs.; sehr oft Wasser lassen müssen): die B. entleeren;
sich die B. erkälten; er hat es an der B.. hat es mit der
B.. hat mit der B. zu tun (hat ein Blasenleiden): b) (Med.)
kurz für f Fruchtblase. Gallenblase. 3. (salopp abwertend)
Gruppe von Freunden. Bekannten, die sich zu etw.
zusammentut; Gruppe von Personen, die einen ärgert, einem lästig
wird: er hat die ganze B. eingeladen; wird es zu bunt,
schmeiß ich die ganze B. raus! (Bredel. Väter 207);
Blasebalg« der; -[eis. ...bälge: mit Hand od. Fuß betriebenes Gerät
zur Erzeugung eines Luftstromes: den B. [der Orgel] treten;
mit dem B. ein Feuer zum Brennen bringen; blasen [bla:zn]
<st. V.; hat) [mhd. blasen, ahd. bläsan]: 1. a) den Atem
[kräftig] ausstoßen u. dadurch eine Luftbewegung in eine
bestimmte Richtung hervorrufen: gegen die Scheibe, in die
Glut b.; Ü die Schornsteine blasen Abgase in die Luft:
b) durch Blasen (1 a) in eine bestimmte Richtung in Bewegung
setzen: die Krümel vom Tisch, Seifenblasen in die Luft
b.; Jmdm. Rauch ins Gesicht b.; c) (I and seh.) mit dem
Atem kühlen: den Tee b.; du mußt b.. die Suppe ist zu
heiß; Ich blase auf seine (des Sohnes) Knie, wenn er sich
angeschlagen hat (Bachmann. Erzählungen 131). 2. a) auf
einem Blasinstrument spielen: der Trompeter bläst; b) (ein
Blasinstrument) spielen, beherrschen: die Flöte b.; c) auf
einem Blasinstrument hervorbringen: eine Melodie, ein Solo
b.; d) tauf einem Blasinstrument] ein Signal zu etw. geben:
zum Angriff b. 3. a) kräftig wehen: der Wind bläst; b)
wehend an eine bestimmte Stelle treiben: der Wind bläst
den Schnee durch die Ritzen; der Sturm blies ihr den
Sand ins Gesicht; c) <unpers.) (ugs.) windig sein: draußen
bläst es ganz schön. 4. durch Blasen (1 a) formen: Glas
b. 5. [nach blasen 2] (vulg.) durch Fellatio zum Samenerguß
bringen: hat dich noch nie einer geblasen? (Rechy [Übers.].
Nacht 28). 6. *imdm. [et]was b. (salopp; ganz u. gar nicht
gewillt sein, das zu tun, was der andere von einem erwartet
od. verlangt; H. u): ich blas dir [etjwas!
blasen-. Blasen- (Blase): -artig <Adj.; o. Steig.): ein -es
Gebilde; ^bUdung. die: Entstehung von Blasen; --entzün-
dung, die (Med.): ififektiöse Erkrankung der Harnblase;
^karzinom, das (Med.): Blasenkrebs; ^katarrh, der: svw.
t Entzündung; ^katheter. der (Med.): schmales Röhrchen
zur Einfülirung in die Harnblase zum Zweck der Entleerung,
Spülung u.a.; ^krampf. der (Med.): Verkrampfung des
Ringmuskels der Harnblase; -krepp, der: svw. TCloque;
^leiden, das: sich über längere Zeit erstreckende Erkrankung
der Harnblase: -Spiegel, der (Med.): mit einer Lichtquelle
versehenes, röhrenförmiges Instrument zur Untersuchung der
Harnblase; -Spiegelung, die (Med.): Untersuchung der
Harnblase mit Hilfe des Blasenspiegels; -sprengimi, die
(Med.): bei verzögertem t Blasensprung vom Arzt
herbeigeführte Sprengung der Fruchtblase; -Sprung, der (Med.):
das natürliche Einreißen der Eihäute der Fruchtblase (mit
Entleerung des Fruchtwassers) bei der Geburt; -spühing,
die (Med.): Ausspülung der Harnblase mit Hilfe eines
Katheters; -stein, der (Med.): krankhafte Ansammlung von Salzen
u.a. in der Harnblase; ^tee. der: Tee aus Kräutern, die
zur Besserung von Blasenleiden beitragen; -ziehend <Adj.;
o. Steig.): Blasen hervorrufend, bildend.
Blaser fbla:ze], der; -s. - [zu tblasen (weil der Wind den
Deckel der Mütze aufbläst)] (landsch.): flache Sportmütze
mit verstärktem Schirmteil; Bliser ['ble:zBl. der; -s. -: 1.
(Musik) jmd.. der ein Blasinstrument spielt. 2. (Bergmann s-
spr.) mit Grubengas gefüllte u. unter Überdruck stehende
Gebirgsspalte. 3. (vulg.) Homosexueller, der seinen Partner
bläst (5). durch Fellatio zum Samenerguß bringt: die B.
treffen sich in bestimmten Zellen (holen einander einen
runter) (Ossowski, Bewährung 22).
Bliser- (Bläser 1): -chor, der: svw. f Blaskapelle; ^ensemble,
das (geh.): Gruppe von Bläsern verschiedener
Blasinstrumente; Miuartett. das: Ensemble aus vier Bläsern.
Blaserei [blaizar^i], die; -. -en: allzu häufiges od. allzu langes,
als lästig empfundenes Blasen (1. 2).
blasiert [bla'zi:?t] <Adj.) [zu frz. blasg = abgestumpft. 2.
Part, von: blaser. H. u.l (abwertend): gelangweilt-überheb-
lich, dünkelhaft-herablassend: ein -er Mensch; ein -es
Benehmen. Verhalten; -e Selbstgefälligkeit; Die ..Times" ist
b. und selbstgefällig (Spiegel 16. 1966. 114); b. lächeln;
<Abl.:) Blasiertheit, die; -. -en.
blasig ['bla.zKjl <Adj.>: Blasen enthaltend: Patsch, unser
Hund, springt in das bräunliche stille -e Wasser (Frisch.
Gantenbein 151).
Blasphemie [blasfe'mi:]. die; -. -n [...i:an; lat. blasphemia
< griech. blasphemia = Schmähung] (bildungsspr.):
Gotteslästerung, spöttische, verletzende, höhnende Äußerung
über etw. Heiliges: Gott mit einer menschlichen Moral
zu identifizieren ist B.! (Musil. Mann 1354); Jedem, der
den biologischen Wissenschaften ferne steht, erscheint es
etwas wie eine B.. daß die modernen Biologen die
Geheimnisse des Lebens in der Materie suchen (Haber. Welten
15); <Abl.:) Masphemisch [blasTe.miXl <Adj.>: Heiligesjä-
sternd, verhöhnend; eine Gotteslästerung enthaltend: -e
Äußerungen; Blasphemist [blasfe'mist]. der; -en. -en (selten):
Gotteslästerer; blasphemistisch [blasfemisttf] <Adj.; o.
Steig.) (geh.): in der Art, im Stil einer Blasphemie, eines
Blasphemisten: eine -e Redeweise.
blaß [blas] <Adj.) (blasser, blasseste, seltener: blässer.
blasseste) [mhd. blas = kahl, gering, nichtig]: 1. a) ohne die
natürliche frische Farbe, bleich: ein blasses Gesicht; blasse
Hautfarbe; du bist heute sehr b.: b. aussehen; [vor Schreck]
b. werden; er wurde b. wie eine Wand (Erich Kästner.
Fabian 38); b) im Farbton nicht kräftig, hell, matt: ein
blasses Rot; die Farbe ist zu b.; c) nur einen schwachen
Lichtschein ausstrahlend: im blassen Schein der Fackeln
(Schneider. Erdbeben 86); d) schwach, ungenau: ...wollte
... in ihm eine blasse Hoffnung wachsen (A. Zweig. Claudia
21); eine blasse Erinnerung an etw. haben; eine blasse
Darstellung (farblos, unlebendig), 2. rein, pur: der blasse
Neid sprach aus seinen Worten; blasse Furcht befiel ihn.
b^ß-, Bfa»B- (blaß 1): -Mau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
von hellem, mattem Blau: -e Irisblüten; ^gesiebt, das (ugs.):
Mensch mit blasser Gesichtsfarbe, dazu: besichtig <Adj.;
o. Steig.): mit blassem Gesicht, bleich; -grün <Adj.; o.
Steig.): von hellem, mattem Grün; -rosa <indekl. Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): von hellem, mattem Rosa; ^Schnabel.
der (fam.): svw. t-gesicht.
Bl|ß- [zu t Blessel: -bock, der: Vertreter einer Antilopenart
in Südafrika; -gans, die: Vertreter einer Art von Feldgänsen
v. a. in Nordasien u. Nordamerika; -huhn, das: Vertreter
einer in wärmeren Gebieten vorkommenden Art von Rallen.
Blässe fblesa], die; -: 1. a) blasses, bleiches, fahles Aussehen:
die B. ihres Gesichts; b) blasse Farbe: sonst von der B.
der Perlen (Th. Mann. Hoheit 228); Ü die Kritiken
bemängelten die B. (Farhlosigkeit) seines Stils; Blasse! ['blas}],
der; -s. - [zu f Blesse] (österr. ugs.): a) Tier mit weißem
Fleck auf der Stirn; b) Haustier, Hofhund; blassen [blasn]
<sw. V.; hat) (selten): blaß werden; Mißlich [hiesig] <Adj.;
o. Steig.): 1. a) ein wenig blaß: ein -es Gesicht; b)
unscheinbar, als Persönlichkeit nicht sonderlich ausgeprägt: ein -er
Typ. 2. unlebendig, farblos, nichtssagend, ohne
Ausdruckskraft: die Interpretation der Violinsonate blieb b.; Ihre
Zahlen da, Herr Staatsanwalt, sind ein wenig b. (Kant,
Impressum 128).
Blastem [blas'te:m]. das; -s [griech. blästema = Keim.
Sproß] (Biol.): aus undifferenzierten Zellen bestehendes
Gewebe, aus dem sich schrittweise die Körpergestalt entwickelt;
Bbstogenese [blastoge'ne:23]. die; - (Biol.):
ungeschlechtliche Entstehung eines Lebewesens durch Sprossung od.
Knospung; Blastom [blas1 to:m]. das; -s. -e [zu griech. blastös
= Ke'm.Trfcb)(Med.):krankhafteGewebsneubildung.edite
Geschwulst; Blastula ['blastula], die; -. ...lae [...le:] (Biol.):
im Verlauf der Furchung aus der Eizelle entstehender, meist
hohler Zellkörper.
Blatt [blat].das; -[eis. Blätter <Vkl. zu 1-3: Blättchen) [mhd..
ahd. blat]: 1. flächiger, meist durch Chlorophyll grün
gefärbter Teil höherer Pflanzen, der bei jeder Pflanzenart
verschieden gebildet ist u. zur Assimilation, Atmung u.
Wasserverdunstung dient: grüne, welke, gefiederte Blätter; die Blätter
sprießen, rauschen, fallen; die Blätter fallen (dichter.; es
wird Herbst)', die Pflanze treibt neue Blätter; *kein B.
vor den Mund nehmen (offen seine Meinung sagen: nach
einer alten Theatersitte, der zufolge sich die Schauspieler
Blätter als Masken vors Gesicht hielten, um für ihre
Äußerungen später nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden).
2. a) gleichmäßig, meist rechteckig zugeschnittenes Stück
Papier: ein leeres, weißes, zusammengefaltetes B.; lose,
fliegende (nicht fest zusammengeheftete) Blätter; gib mir ein
399
blatt-, Blatt-
B. Papier; 100 B. feines Schreibmaschinenpapier; ein B.
falten, knicken, vollschreiben; B. Tür B./B. um B. (ein
B. nach dem anderen); "[noch] ein unbeschriebenes B. sein
(ugs.: 1. noch unbekannt sein. 2. noch] unerfahren, ohne
Kenntnisse sein): b) Buch-, Heftseite: ein B. aus dem Buch,
dem Heft herausreißen; vom B. spielen (einen Notentext
spielen, ohne ihn vorher zu kennen): U das ist ein neues
B. (ein neuer Abschnitt) in der/im Buch der Geschichte;
*das, etw. sieht auf einem anderen B. (1. dasletw. gehört
nicht in diesen Zusammenhang: Daß er es getan hat ist
sicher. Warum er es tat. steht auf einem anderen B. 2.
das ist sehr zweifelhaft, ist sehr die Frage: ob man ihnen
glaubt, steht auf einem anderen B.); c) Kunstblatt:
graphische, farbige Blätter; Jetzt fing de Bruyn an. das Bild
zu kennen, es war ein B. aus der Holzschnittapokalypse
(Gaiser. Jagd 86). 3. Zeitung: ein unabhängiges,
überregionales B.; das B. berichtet, meldet, daß ...; das ist ein
mieses Blättchen (ugs.; schlechte Lokalzeitung): ein B.
halten, lesen. 4. Spielkarte: ein B. spielen; wenn vier Herren
... ihre bekennenden oder stechenden Blätter auf die Saiten
(= eines Flügels) fallen ließen (Kaschnitz. Wohin 119);
ein gutes B. haben (eine günstige Zusammenstellung der
Karten); *das B. hat sich gewendet (ugs.; die Situation
hat sich verändert; urspr. vom Kartenblatt beim
Kartenspiel). 5. flächiger Teil eines Werkzeugs od. Geräts: das
B. der Säge, der Axt; das B. (des Ruders) senkrecht
eintauchen. 6. (Jägerspr.) a) Körperbezirk utn die Schulter des
Schalenwildes: ins B. treffen; Sowie er (= der Hirsch)
das B. freigab, hielt Helmold darauf und riß Funken (Löns.
Gesicht 143); b) Instrument zum Blatten. 7. (Fleischerei)
Schulterstück vom Rind.
N$tt-, Bl*tt-: -achsel, die (Bot.): Winkel wischen der Sproß-
achse u. dem Blatt (1); -ader, die: Leitbändet aus mehreren
Strängen, die das Gerüst des Blattes (1) bilden; ^artig <Adj.;
o. Steig.); ^bikhmg. die; -faser, die: Faser aus dem Bast
von Blättern, mit der Flechtwerk u.a. hergestellt wird; ^fe-
der.die (Technik, bes. Fahrzeugbau): glatte, flächige,
elastische Feder; ^form, die. dazu: -förmig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: die Form eines Blattes (1) besitzend: ein -es
Ornament; -ganüse.das: Pflanze, deren Blätter als Gemüse
verwendet werden: Spinat ist ein B.: ^gewächs, das: Pflanze
mit schönen, großen Blättern (1). die keine Blüten treibt:
-gold. das: zu feiner Folie ausgehämmertes od. ausgezogenes
Gold zur Vergoldung von etw.; eine Auflage von B.; -grün,
das: svw. tChlorophyll; -gnmd, der (Bot.): Ansatzstelle des
Blattstiels am Stengel; -kaktus, der: süd- u.
mittelamerikanische, als Strauch wachsende Kaktusart mit langen,
blattähnlichen Sprossen u. großen, oft
wohlriechenden, trichterförmigen Blüten: -knospe, die; -taus, die:
Vertreter einer bis zu 3 mm großen. Pflanzensaft saugenden Art
ter einer bis zu 3 mm großen. Pflanzensaft saugenden Art
von Insekten; ^k» <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: keine Blätter
(1) besitzend: -es Buschwerk; -nerv, der: svw. t^ader;
-pflanze, die: svw. f -gewächs; -ranke, die: rankender Arm
einer Blattpflanze: -reich <Adj.; nicht adv.> (selten): viele
Blätter besitzend: eine besonders -e Zimmerpflanze; -ripge,
die: svw. t-ader; -säge, die: Säge mit breitem Blatt (5);
-sabit, der: Salat aus den Blättern grüner Salat pflanzen;
grüner Salat; -sduß, der (Jägerspr.): tödlicher Schuß in
das Blatt (6 a) des Wildes: den Bock mit einem B. erlegen;
-silber, das: zu feiner Folie ausgehämmertes od.
ausgezogenes Silber: ein Überzug aus B.; -Stellung, die (Bot.):
Anordnung der Blätter (1) um die Sproßachse herum; -stenad,
der: stielförmiger Teil des Blattes (1). mit dem dieses mit
der Sproßachse verbunden ist; -trieb, der (Bot.): Blatt (I)
im ersten Entwicklungsstadium; -wanze, die: Vertreter einer
bis zu 6 mm langen pflanzenschädigenden Art von Wanzen;
-weise <Adv.): in einzelnen Blättern (1,2). Blatt für Blatt:
den Salat b. putzen; -werk, das (geh.): Gesamtheit der
Blätter (1). Laub; -zeit, die (Jägerspr.): Zeit der Brunst
beim Rehwild.
Blättchen [bkUpn], das; -s. -: TBlatt; blatten Cblatn] <sw.
V.; hat) (Jägerspr.): auf einem Blatt (6 b) hohe Töne
erzeugen, um Rehe anzulocken; 'Blatter fblatB], der; -s. -: svw.
T Blatt (6 b).
Blatter [-]. die; -. -n Imhd. blätere.ahd. blät[t]ara = Wasser-.
Harnblase. Pocke]: älter für t Pocke: sein Körper, sein
Gesicht war von zahlreichen -n bedeckt.
bitter-, Butter- (Blattern): -mase (österr. veraltet): svw.
t Pockennarbe; -narbe, die: älter für t Pockennarbe: sein
Gesicht war von -n übersät, entstellt; -narbig <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.): älter für tpockennarbig: ein -es Gesicht.
Matter-, Butter- ['biete-]: -dach, das (dichter.): das B. des
alten Baumes spendete Schatten; -kaktus, der: svw. t
Blattkaktus; -kohle, die (Mineral): svw. TDysodil; -magen,der
(Zool.): Abschnitt des Wiederkäuermagens mit blattartig
nebeneinanderliegenden Längsfalten in der Schleimhaut;
-pilz, der: Pilz, dessen Hut auf der Unterseite senkrechte,
um den Stiel zentrierte Lamellen hat; -schmuck, der (geh.):
der bunte B. herbstlicher Bäume; ^teig, der: mehrfach
geschichteter, dünn ausgerollter Teig, der nach dem Backen
Ähnlichkeit mit dünnen, übereinanderlegten Blättern hat.
dazu: -teig0ebäck,das. -teigkotatsche,die (österr.): kleiner,
gefüllter Kuchen aus Blätterteig; -waid, der (scherzh.): die
Gesamtheit der Zeitungen: Vielmehr habe K iesinger... dem
deutschen B. dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt (MM
9. 12. 66, 15); meist in der Wendung es rauscht/raunt
im B. (scherzh.; die Presse macht großes Aufheben von
einer Sache): -weise: svw. f blattweise; ^werk, das: svw.
T Blattwerk.
blätterig« blättrig ['blatte)n<;l <Adj.>: svw. fblatternarbig;
bUttcrig« blättrig [blEt(3)ri<;] <Adj.; o. Steig.): 1. blattreich,
belaubt: ein -er Zweig. 2. zum Blättern (2 a) neigend: ein
-er Teig; -blätterig, -blättrig [-bletb)^] in Zusb.. z.B.
achtblätt[e]rig. großblätt[e]rig.
Blattein [blaten] <P1.>: älter Tür f Pocken: [die] B. haben
(an Blattern erkrankt sein).
blättern ['bieten] <sw. V.) [mhd. bleterenj: 1. in einem Buch,
einem Heft* einer Zeitung o.a. die Seiten umblättern tu.
sie flüchtig lesen od. betrachten: <hat): in einem Buch,
in Akten b.; ganz habe ich das Buch zwar nicht gelesen,
aber ich habe darin geblättert (da u. dort ein paar Sätze
gelesen); Ü er blättert im Buch seiner Erinnerungen (geh.;
ruft manches aus seiner Vergangenheit in die Erinnerung
zurück). 2. (selten) <ist> a) in dünne Schichten zerfallen:
der Schiefer, der Teig blättert; b) sich in dünnen Schichten
ablösen: die Farbe blättert; der Putz ist geblättert. 3. Karten.
Scheine o. ä. einzeln nacheinander hinlegen <hat>: er blättert
seine Karten auf den Tisch: sie blättert [dem Kassierer]
Geldscheine auf die Theke; Ü im leichten Herbstwelken,
das ihnen der Wind vor die Füße blätterte (Fries. Weg
104). 4. (Landw.) von Blätternd) befreien <hat>: die Rüben
werden geblättert; blättrig: t blatterig; buttrig: t blätterig;
-buttrig: t -blätterig.
Blatz [bbl$], (auch:) Blitz Ibtetj], der; -. - (mhd.. ahd.
blez = Lappen. Fetzen] (Schweiz.): Scheuerlappen; Btttzli
fblet$li], das; -[s], -[s] (Schweiz.): Fleischscheibe. Schnitzel.
Mau [blay] <Adj.; -er. -[eiste; Steig, selten; nicht adv.) [mhd.
blä. ahd. bläo]: von der Farbe des wolkenlosen Himmels:
-e Augen. Blüten. Rauchwolken; ein -es Kleid; nur die
Größe des -en Himmelsvierecks unterschied sie hier noch
(Böll. Tagebuch 43); -e Farbe; der -e Planet (die Erde);
die -e Blume [der Romantik] (Sinnbild der Sehnsucht);
-e (blutleere) Lippen; -e (durch Kälteeinwirkung verfärbte)
Hände; ein -es (blutunterlaufenes) Auge haben; ein -er
(dichter.; schöner, klarer) Herbsttag; die -e (dichter.; weite)
Ferne; (Kochk.:) Aal b.. Forelle b.; die Tapete, die Farbe
der Tapete ist b.; die Nacht war b. (dichter.; sternenhell,
klar): seine Hände waren b. vor Kälte; ein Kleid b. färben;
das Metall lief b. an; *b. sein [wie ein Veilchen/wie ein
Eckhaus/wie eine Frostbeule/ wie (zdm)tausend Mann/wie
eine (Strand)haubitze o.a.] (ugs.; völligI betrunken sein;
viell. nach dem Schwindelgefühl des Betrunkenen, dem
blaufblümerant] vor den Augen wird): er ist fast jeden
Samstag b. [wie ein Veilchen], wenn er nach Hause kommt;
Du darfst nicht noch einmal dem Adjutanten, wenn er
total b. ist. eine Lokusbrille als Ersatz für einen Lorbeerkranz
umhängen (Kirst. 08/15. 410); Blau [-]. das; -s. - (ugs.:
-s): die blaue Farbe, blaues Aussehen: ein helles, kräftiges,
leuchtendes, strahlendes B.; Dieses fast farblose B. am
Horizont (Remarque. Triomphe 208); Berliner Blau
(tiefdunkler, stahlblauer künstlicher Farbstoff); das B. des
Himmels; sie liebt [die Farbe] B. besonders; sie erschien ganz
in B. (in blauer Kleidung).
Hau-« Blau-: ^alge, die (meist PI.): Vertreter einer Gruppe
einfacher, meist im Süßwasser lebender Organismen von
blaugrüner Farbe, die als selbständige Einheit zwischen
Pflanzen u. Tieren aufgefaßt werden; ^äugig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): mit blauen Augen: ein -es Kind; Ü er ist so
b. (naiv), dir zu glauben, dazu: Äugigkeit, die; -; -bart.
400
Blech-
der [nach dem frz. Märchen des 17. Jh.s vom Ritter Barbe-
Bleue]: Frauenmörder; -basalt, der; -beere, die: svw.
t Heidelbeere (1. 2): -blindheit, die: Unfähigkeit, blaue
Farbtöne zu unterscheiden; --blümerant (landsch.): svw.
f blümerant: -Mutig <Adj.: o. Steig.: nicht adv.) (meist
iron.): adlig: die -en Damen und ihre Kavaliere, dazu:
-blütigkeit. die: -: ^huch, das [LÜ von engl, bluebookj
(Dipl.): Veröffentlichung mit blauem Einband od. Umschlag,
Farbbuch; eine bei bestimmten Anlässen veröffentlichte
Dokumentensammlung der britischen Regierung od. des
Parlaments: ein B. herausgeben: -druck, der (Textilindustrie):
Stoffdruckverfahren zur Herstellung einfacher, weißu. blau
gemusterter Stoffe: -eisenerde, die: als erdige Masse vor-
kommendes Blaueisenerz; ^-etaenerz, das: in frischem
Zustand farbloses Mineral* das an der Luft sofort blau wird;
-fahrer, der (Schweiz.): unter Alkoholwirkung stehender
Autofahrer; -fahrerin, die: w. Form zu f -fahrer; -flrbung.
die: ^flule. die (Forstw.): an lagerndem Nadelholz durch
Schimmelpilze hervorgerufene Zersetzung des Holzes mit
bläulicher Verfärbung.-fekhen.das: schmackhafter
forellenartiger Fisch, der in sauerstoffreichen Gewässern, bes. in
Alpenseen, vorkotnmt; -filter, der od. (fachspr. meist:) das
(Fot.): zur Dämpfung von roten Farbtönen eingesetztes
Filter; -fuchs, der: Polarfuchs, dessen braunes Sommerfell
im Winter blaugrau wird; -gestreift <Adj.; o. Steig.; nur
attr.): ein -es Hemd; -grau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
einen grauen Farbton besitzend, der ins Blaue spielt: -e
Augen; -grün <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. t-grau;
MZonvnibaum, der (Bot.): Vertreter einer in subtropischen
Gebieten vorkommenden Gattung von sehr großen
Gummibäumen, deren junge Blätter blaugrün sind; ^hai. der:
Vertreter einer Gattung von Menschenhaien, deren Oberseite u.
Flossen dunkelblau bis blaugrau sind; -heim, der (meist
PL): UNO-Soldat: trotz -en auf Zypern sind häufige
Waffenstillstandsverletzungen zu erwarten (MM 31. 7. 74. 2);
-hemd. das (DDR): 1. blaues Hemd, das von den
Mitgliedern der Freien Deutschen Jugend getragen wird; wie der
Jugendverband in Weißleben war ... sauberes B..
pünktliche Beitragsentrichtung (Kant. Impressum 188). 2. (ugs.)
Jugendlicher, der Mitglied der Freien Deutschen Jugend
ist: bei den Weltfestspielen tanzten die -en nachts auf
dem Alexanderplatz; -holz, das: hartes, dunkelviolettes
Holz eines in Mittelamerika vorkommenden Gewächses;
-iacke, die [LÜ von engl, blue-jacket] (ugs.): Seemann.
Matrose; -kabis. der (Schweiz.): svw. f Rotkohl: -kariert
<Adj.: o. Steig.; nur attr.): mit blauen Karos versehen:
ein -es Handtuch; -kehlchen, das: in Europa u. einem Teil
Asiens vorkommender Vertreter einer Drosselart. deren
Männchen zur Brutzeit eine leuchtend blaue Kehle besitzt;
-kohl, der (landsch.): svw. f Rotkohl: -kraut, das (südd.):
svw. f Rotkohl; -kreuzler. der (ugs.): Anhänger des Blauen
\Kreuzes, dazu: -kreuzlerisch <Adj.; o. Steig.) (ugs.): in
der Art eines BUmkreuzlers: eine Beschimpfung der -en
Enthaltsamkeit dieses Haushalts (Wohmann. Absicht 469);
-licht, das: als Signal für absolute Vorfahrt blau
aufleuchtendes Licht an Kraftfahrzeugen der Polizei, der Feuerwehr
u. des Krankentransportes: ein Polizeiauto mit B. und
Martinshorn raste an uns vorbei; -machen <sw. V.; hat) [gek.
aus „einen blauen Montag machen"; vgl. Montag] (ugs.):
während eines bestimmten Zeitraumes ohne triftigen Grund
nicht zur Arbeit gehen: War es so spät, ging er überhaupt
nicht mehr in die Fabrik, sondern machte den Tag blau
(Fallada. Jeder stirbt 133); -mann, der <P1. -männer) (ugs.):
blauer Monteuranzug: Ich ... schloß meinen
Werkzeugkasten auf. und plötzlich stand ein Fremder vor mir. auch
in einem B. (v. d. Grün. Glatteis 292): vgl. blauer I Anton;
-metse, die: Vertreter einer in Europa. Westasien u. NW-
Afrika vorkommenden Art von Meisen, deren Scheitel,
Flügel u. Schwanz glänzend kobaltblau sind; -papier, das:
blaues Pauspapier; -pause, die: Lichtpause von einer
durchsichtigen Vorlage, die weiße Linien auf einem bläulichen
Papier ergibt; M-ot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. t ^grau:
ein -es Gesicht; -säure, die [nach dem Berliner Blau, aus
dem sie 1782 zuerst hergestellt wurde] (Chemie): bitterman-
delartig riechende, sehr giftige, in reiner Form wäßrige
Säure, die in gebundener Form auch in Mandeln u. im Inneren
der Kerne von Steinobst vorkommt, dazu: -säurevergiftung,
die; -Schimmel, der: an Tabak- u. einigen Gemüsepflanzen
Schaden anrichtender Algenpilz, dazu: -Schimmelkäse, der:
Schimmelkäse, der von dunkel- bis blaugrünen
Schimmeladern durchzogen ist (z.B. Roquefort. Gorgonzola);
-schwarz <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. t^grau: das
-e Gefieder des Raben; -stich, der (Fot.): auf I Umkehr l-
farbfilmen vorkommende bläuliche Verfärbung: die Dias
haben alle einen B.. dazu: -stichig <AdJ.; nicht adv.):
-e Farbfotos; -Stift, der: Schreibstift mit blauer Mine;
-strumpf, der [LÜ von engl, bluestocking. dem
Spottnamen für die Teilnehmerinnen eines Londoner
schöngeistigen Zirkels um 1730. in dem der Botaniker B. Stillingfleet
in blauen Wollstrümpfen statt der üblichen
schwarzseidenen erschien] (veraltend iron.): gelehrt wirkende od. wirken
wollende Frau, die zugunsten der geistigen Arbeit die typisch
weiblichen Eigenschaften verdrängt hat; -sucht, die (Med.):
blaurote Verfärbung der Haut u. Schleimhäute infolge
Sauerstoffmangels im Blut; -tanne, die: Vertreter verschiedener
Sorten von Fichten mit weißblauen Nadeln: -wal, der: auf
der Oberseite stahlblauer bis blaugrauer Wal.
'Blaue [bl^io]. das; -n: das Blausein, blaue Farbe, Färbung:
die Farbe ihres Kleides spielt ins B.; *das B. vom Himmel
[herunterllügen (ugs.; ohne Hemmungen lügen,
Unwahrheiten erzählen; zu: Blau als Farbe der Täuschung, Verstellung
u. Lüge); das B. vom Himmel [herunterlreden (ugs.; sehr
viel, pausenlos von Nebensächlichkeiten reden)', jmdm. das
B. vqm Himmel [herunter]versprechen (ugs.; jmdm. ohne
Hemmungen die unmöglichsten Dinge versprechen): ins B.
[hinein] (ugs.; ohne Zweck u. festes Ziel, ins Ungewisse
hinein; zu: Blau als Farbe der unbestimmten Ferne): ins
B. [hinein] arbeiten, reden; er schoß einfach so ins B.
hinein; wir wollen ein wenig ins B. fahren; die Leute bauen
sich ihre Kartenhäuser. Sie ... fangen dann an zu
spekulieren, frei und gefallig ins B. hinein (Katia Mann. Memoiren
123); tolaue. der: -n. -n [1: nach der blauen Uniform
der Polizei; 2: nach der Farbe des Scheins]: I. (ugs.
veraltend) Polizist: Carl Brenten ... erkannte einen -n. einen
Schutzmann (Bredel. Väter 16). 2. (salopp)
Hundertmarkschein; Bläue fbloya]. die; - [mhd. bliwe] (geh.): blaue
Farbe, blaues Aussehen; das Blausein: die wolkenlose B.
des Himmels; die beiden Freunde liefen ... dem Meere
zu. das seine fleckenlose, sanft atmende B. in sonntäglichem
Glänze vor ihnen ausbreitete (Thieß, Legende 18); blauen
['bl^an] <sw. V.; hat) (dichter.): (bes. vom Himmel)
[langsam] blau werden; seine Bläue zeigen: Durch die hohen
Fensterblautederneapolitanische Himmel (Thieß. Legende
157); bläuen [bloyan] <sw. V.; hat) [mhd. bkewen]: a)
blau färben: Lackmuspapier b.; b) durch Waschblau
aufhellen: weiße Wäsche b.; bläulich [bloylu;] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv. >: leicht blau getönt, ein wenig blau: ein -es Schwarz;
Weit wellen sich die grünen Hügel und schimmern in
der Ferne b. (Grzimek. Serengeti 92); bUulichrot <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): einen roten Farbton besitzend, der
ins Bläuliche spielt: eine -e Nase; Bläuling [blQylm]. der:
-s. -e: Vertreter einer weitverbreiteten, vor allem in den
Tropen heimischen Familie von Tagfaltern, deren Flügel
oft blauen od. roten Metallglanz zeigen.
Blazer ['ble:ze]. der; -s. - [engl, blazer. zu: to blaze =
leuchten, glänzen (nach der Farbe)]: 1. blaue
Herrenklubjacke imit auffälligem Klubabzeichen1. 2. (aus dem Blazer
(1) entwickeltes) einfarbiges sportliches Herren- od.
Damenjackett: ein einreihiger B.; <Zus.:> BKazedacke. die: Zum
nachtblauen kurzen Samtrock gehört eine himbeerrosa
B. (Petra 8. 1967. 48).
Blech [biet;], das; -[e]s. -e [mhd. blech, ahd. bleh. eigtl.
= Glänzendes]: 1. zu Platten dünn ausgewalztes Metall:
dünnes B.; das B. ist verrostet, verbeult; B. walzen, formen,
biegen, schneiden, hämmern; eine Rinne, die mit B.
ausgeschlagen ... war (Roehler. Würde 125). 2. kurz für t
Backblech. Kuchenblech: das B. einfetten, in den Ofen schieben.
3. Gesamtheit der Blechblasinstrumente eines Orchesters:
das B. tritt zu sehr hervor; die klanglichen Effekte der
mit viel B. ausgestatten Partitur (FAZ 70. 1958. 10). 4.
(ugs. abwertend) Orden. Ehrenzeichen: er hat sein ganzes
B. angelegt; ich lege keinen Wert auf das B. 5. (ugs.)
Unsinn: das ist doch alles B.!; Rede doch nicht so 'n
B. zusammen (Apitz. Wölfe 97).
Blech-: -behälter. der; -bläser, der: Musiker, der ein
Blechblasinstrument spielt; -Wasinstmment. das: aus Metall
gefertigtes Trompeten- od. Horninstrument; -büchse, die;
-chaos, das (ugs.): Massenkarambolage von Autos; -dicke,
die; -dose, die: -eimer, der: eine Puppe liegt im Gras,
ein umgestürztes Stühlchen, ein kleiner B. (Gaiser. Jagd
26 GDW
401
blechen
186); Mzeschmack.der: (bes. bei Nahrungsmitteln in Dosen)
Geschmack, der von der Blechumhüllung auf den Inhalt
übergreift; ^kanister, der; -kiste. die (ugs. abwertend):
Motorfahrzeug; -kübel, der; ^laden (ugs. abwertend):
Gesamtheit der Orden u. Ehrenzeichen, diejmd. stolz auf seiner
Brust trägt; -lawine, die (ugs. scherzh.): lange Reihe dicht
aufeinanderfolgender, nur langsam vorankommender Autos:
..-n" von Urlaubern und Ausflüglem wälzten sich gestern
über die Autobahnen (BM 13. 7. 1975. 1); -lehre, die:
Meßinstrument zur Feststellung der Blechdicke: Mnusik,
die (oft abwertend): von einer kleinen, meist zu einem Verein
o. ä. gehörenden Kapelle gespielte Blasmusik: Von drinnen
kam ein kratzendes Geräusch, dann schnelle, scharfe
fidle mir aufsTrommelfell schlug (Bieler. Bonifaz83); -napf,
der; ^äalat. der (ugs.): Autounfall mit Totalschaden:
-Schachtel, die; -schaden, der (Kfz.-W.): leichter
Unfallschaden, der nur die Karosserie eines / Personen Iwagens
betrifft: Der Unfall ging noch glimpflich mit einem größeren
B. ab (MM 10. 6. 1967. 37); -schere, die: Gerät zum
Schneiden von Blech; -schloßser, der: jrnd*. der Behälter,
bestimmte Vorrichtungen (z.B. Schutzhauben) o.a. aus
Blechen herstellt (Berufsbez.); -schmfed, der: jmd.. der
Blechteile zum Einbau in Maschinen. Geräte. Fahrzeuge
anfertigt (Berufsbez.); -trommel, die: einfache Kindertrommel
aus Blech; -Verpackung, die: -walzwerk, das; -waren <PI.X
blechen fble^n] <sw. V.; hat) [zu rotwelsch Blech = Geld]
(ugs.): /beizahlen: dafür wird er ganz schön b. müssen;
die behauptet jetzt, ich bin der Vater von dem Kind und
soll b. (Fallada. Mann 62); blechern ['ble^I <Adj.; o.
Steig.): 1. (nur attr.) aus Blech gefertigt!: ein -es
Eßgeschirr, -e Kinder trommeln. 2. metallisch klingend, hohl
tönend: eine -e Stimme drang aus dem Lautsprecher;
Irgendwo sang b. die Heilsarmee im Nebel (Dürrenmatt.
Grieche 22); Ü trockner Aktenstaub. am Schluß mit -em
(hohlem) Pathos (Tucholsky, Werke II. 266); Büchner.
der; -s. - (südd.): svw. f Klempner.
blecken[bleknl<sw. V.; hat)[mhd. blecken.ahd. blecchen.
eigtl. = glänzend machen]: 1. (selten) glänzend sichtbar
werden, hell in Erscheinung treten: die Flammen blecken
aus den Fenstern (Thieß. Reich S24); Ringsum bleckte
Eis (Fühmann. Judenauto 96). 2. (in bezug auf die Zähne
meist von Tieren als Ausdruck der Aggressionslust) durch
breites öffnen der Lippen zeigen, sehen lassen, freilegen:
der Hund bleckte wütend die Zähne; Er (= Dave) bleckte
die Zähne (Küpper. Simplicius 203).
'Blei [bl^jl. das; -[eis. (Arten:) -e [mhd. bli. ahd. bllo. urspr.
= das (bläulich) Glänzende]: 1. <o. PI.) relativ weiches
Schwermetall mit silberhellglänzenden Schnittflächen, die an
der Oberfläche blaugrau anlaufen (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Pb (tPlumbum): reines B.; B. gießen (als
Silvesterbrauch] geschmolzenes Blei in kaltes Wasser
gießen, um aus den so entstandenen Gebilden die Zukunft
abzulesen); etw. mit B. beschweren; eine mit B. gedeckte
Kuppel; schwer wie B.; Krämer ging wie mit B. an den Sohlen
(Apitz. Wölfe 316); *etw. liegt imdm. wie B. in den
Gliedern/Knochen (Müdigkeit, ein plötzlicher Schreck o.a.
macht jmdn. unbeweglich, lähmt seine Tatkraft); etw. liegt
jmdm. wie B. im Magen (1. etw. ist schwer verdaulich;
2. etw. bedrückt jmdn.). 2. Senkblei. Lot: die Wasserliefe
mit einem B. loten. 3. (veraltet) Gewehrkugel! nj: mit Pulver
und B. ausgerüstet sein; 2Blei [-1. der od. das; -[eis. -e u. -s
(ugs.): kurz für f Bleistift: mit einem harten, weichen B.
schreiben; Dann strich er die Buchung endgültig aus und
bohrte mit dem B. im Ohr (Seghers. Transit 119); JBlei
[-]. der; -[eis. -e. Bleie ['blqja], die; -. -n [mniederd.. mniederl.
bloie. eigtl. = der weiß Schimmernde!: svw. t Brachse.
Mfii-. Btei- ('Blei 1. 2Blei): -dach, das; -erz, das: bleihaltiges
Erz; -färbe, die: anorganische, meist giftige Bleiverbindung,
die als Farbstoff verwendet wird; -färben, -farbig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: -er Himmel; -e Schatten; -feder,
die (veraltet): svw. Nstift; -gehatt, der: Anteil an Blei
in einem anderen Stoff: ein hoher, niedriger B.; -gewicht,
das: -e heben; Ü die freie Zeit .... an der nicht die -e der
Mühsal hingen (Th. Mann. Zauberberg 53); -gießen, das;
vgl. 'Blei (1); -glänz, der: metallisch glänzendes, graues
od. silberweißes Mineral mit sehr hohem Bleigehalt; -glas,
das: 1. Glas mit eingelagerten Bleiverbindungen als
durchsichtiger Schutz gegen Gammastrahlen u. energiereiche
geladene Teilchen. 2. svw. t^kristall; -grau <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: -e Fenster; -er Nebel; -gumni, das, auch:
der: Blei enthaltendes Material (Gummi od. Kunststoff)
für Strahlenschutzkleidung; -guß, der <o. Pl.>: Gußtechnik
mit flüssigem Blei; -haltig <Adj.; nicht adv.): Blei
enthaltend: ein -es Mineral: Ü Rauh aber herzlich soll's zugehen,
wenn der Bildschirm zur Westernzeit b. wird (scherzh.;
wenn viel geschossen wird; Hörzu 4, 1974. 8); -kammer,
die [2: nach dem Untersuchungsgefängnis unter den
Bleidächern des Dogenpalastes im alten Venedig]: 1. (Hüttenw.)
Teil einer Anlage zur Erzeugung von Schwefelsäure nach
dem Bleikammerverfahren. 2. (PI.> (geh.)
Untersuchungsgefängnis: in den militärischen Untersuchungsgefägnisssen
der alten Monarchie, in den -n Österreichs (Roth. Radetz-
kymarsch 210). zu 1: -kammerverfahren, das (Hüttenw.):
Verfahren zur Gewinnung von Schwefelsäure in Kammern,
die mit Platten aus Blei ausgeschlagen sind; -klumpen«
der: ungeformtes massives Stück Blei; -lurbtall, das:
Bleioxyd enthaltendes, leicht schleifbares Glas mit hohem
Brechungsgrad: ein Leuchter aus rauchfarbenem B.; -kugel,
die: kugeliges Geschoß aus Blei: -n gießen: -legierung,
die: Verbindung von Blei mit anderen Metallen zur
Erreichung eines höheren Härtegrades; -tot, das: Bleigewicht
an einer Schnur; -oxyd, das (Chemie): Verbindung von
Blei mit Sauerstoff; -patzen, der (österr. ugs.): svw.
t-klumpen; -platte, die; -röhr, das: kräftiges Rohr aus
Blei für Wasserleitungen o. ä.; -salbe, die: Salbe zur Wund-
behandlung; -satz, der (Druckw.): Schriftsatz, dessen
Drucktypen. Gußzeilen u. Blindmaterial aus einer
Bleilegierung bestehen; -schürze, die (Strahlenkunde): Schürze, die
schädliche Strahlen vom menschlichen Körper abhält:
-schwer ['-'-] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):in hohem Maße
schwer, besonders schwer: ein -er Sack; Ü -e Müdigkeit;
die Sorgen lasten b. auf ihm: -soklat, der: aus Blei gegossene,
kleine Soldatenfigur als Spielzeug: mit -en spielen; er stand
da wie ein B. (starr, völlig unbeweglich); -Stift, der [älter
nhd. Bley(weiß)stefTtl: als Schreibgerät dienende, von Holz
umschlossene Mine (3) aus Graphit: ein langer B.; Papier
und B. zur Hand nehmen; mit [dem] B. schreiben, dazu:
-Stiftabsatz, der (ugs.): sehr hoher, spitzer Absatz an
Damenschuhen, -stiftraine, die: Graphitmine des Bleistifts,
-stiftspitzer, der: Gerät zum [ An]spitzen von Bleistiften, -stift-
stumroel, der: kurzer Rest eines Bleistifts, -stiftverlängerer,
der: Hülse zum Verlängern von Bleistiften od.
Bleistiftstummeln, -stiftzeichnung, die; -tetmäthyl, das: giftige ölige
Flüssigkeit, die als Antiklopfmittel Kraftstoffen zugesetzt
wird; -Vergiftung, die: durch andauerndes Einatmen.
Resorption durch die Haut od. Genuß von Blei in verschiedenen
Formen u. Verbindungen hervorgerufene, meist
berufsbedingte Vergiftung; -weiß, das: bleihaltige, besonders haltbare
weiße Malerfarbe.
Bleibe ['bUybol. die; -. -n <P1. selten) (ugs.): Unterkunft.
Obdach. Wohnung: [kleine B. [gefunden] haben; wir fuhren
... bald auf Camions aufspringend, bald auf Waggons,
nirgends auf eine B. stoßend, geschweige denn auf ein
Arbeitsangebot (Seghers. Transit 38); sich nach einer neuen
B. Tür die Nacht umsehen; bleiben [blajbn] <st. V.; ist)
[mhd. beliben. ahd. biliban. eigtl. = klebenbleiben] /vgl.
bleibend/: 1. a) eine bestimmmte Stelle, einen Ort nicht
verlassen; irgendwo verharren: bleiben Sie bitte am
Apparat!; an/auf seinem Platz b.; wir müssen bei den Kranken
b.; Er kann den ganzen Morgen über bei seiner Arbeit
b. (ungestört / weiter arbeiten; Waggerl. Brot 28); zu Hause
b.; hier, draußen b.; er ist noch für 2 Tage [in London]
geblieben; wo bleiben denn die Kinder so lange? (warum
kommen sie so lange nicht?); Ü bei der Sache b. (sich
nicht von etw. ablenken lassen); er ist immer im Hintergrund
geblieben (ist t bewußt] nicht hervorgetreten); etw. muß
in seinen Grenzen, in seinem Rahmen b.; sie wollten für
/unter sich b. (keinen Fremden in ihren Kreis aufnehmen);
das bleibt unter uns (wirdnicht weitergesagt); der Vorfall
blieb uns lange in Erinnerung/im Gedächtnis; <subst.:>
jmdn. zum Bleiben auffordern; Es war vielmehr deines
Bleibens nicht zu Hause (geh.; du wolltest nicht bleiben;
Th. Mann. Joseph 242); b) in seinem augenblicklichen
Zustand verharren, eine bestimmte Eigenschaft bewahren: er
bleibt gelassen, konsequent; Valentin blinzelt mir zu und
bleibt ernst (Remarque, Obelisk 151); seine Taten werden
unvergessen b.; ledig b. (sich nicht verheiraten); das
Museum bleibt geschlossen; von Krankheiten verschont b.;
sein Brief blieb unbeantwortet; am Leben, in Verbindung
b.; Jmdm. treu, zugetan b.; c) (mit Gleichsetzungsnomina-
402
blenden
tiv:> eine grundlegende Eigenschaft behalten: Freunde b.;
du bist ganz der alte geblieben (hast dich nicht verändert);
Ich bleibe, wer ich bin (ich ändere mich nicht), solange
ich lebe (Apitz. Wölfe 260); d) <mit Inf.:) eine Stellung.
Lage, Haltung nicht verändern: auf seinem Stuhl sitzen,
bei der Begrüßung stehen b.; du mußt jetzt ruhig liegen
b. und darfst dich nicht aufrichten; e) (als Rest)
übrigbleiben; (als Übrigbleibendes) für jmdn. noch vorhanden sein:
von ihren Kindern war [ihnen] noch eines geblieben: es
bleibt keine andere Wahl. Möglichkeit; es blieb [ihm] keine
Hoffnung; f) <mit Inf. mit zu:) (für die Zukunft) zu tun
übrigbleiben: es bleibt zu hoffen, zu wünschen, daß ...;
es bleibt abzuwarten, ob sich der Erfolg einstellt. 2. etw.
nicht ändern, nicht aufgeben: bei seiner Meinung, seinem
Entschluß b.; alle seine Feinde triumphieren, weil er so
hartnäckig bei seinem Irrtum bleibt (St. Zweig. Fouche
112); ich bleibe dabei, daß er uns nicht die Wahrheit
gesagt hat; es bleibt dabei (es wird nichts geändert); bei
dieser Zigarettenmarke bleibe ich (ich werde sie weiter
rauchen). 3. (geh. verhüll.) irgendwo, bei einer bestimmten
Gelegenheit sterben, umkommen: er ist als Kapitän auf
See geblieben; zwei ihrer Söhne waren auf dem
Schlachtfeld, im Krieg, in Feindesland geblieben; Sonderbar, daß
Sie sich immer noch aufregen, wenn Ihnen jemand unter
dem Messer bleibt (bei einer Operation stirbt; Remarque,
Triomphe 17); bleibend <Adj.; o. Steig.): zurückbleibend,
dauernd; unwiderruflich: -e Schäden einer Krankheit; eine
-e Erinnerung (etw. Unvergeßliches); das Geschenk ist
von -em Wert (wird nicht an Wert verlieren): bleibenlassen
<st. V.; hat) (ugs.): unterlassen, nicht tun; mit etw. aufhören:
ich werde es doch lieber b.; du solltest das Rauchen b.!
Weich [blqji;] <Adj.; nicht adv.) [mhd. bleich, ahd. bleib,
eigtl. = glänzend]: a) sehr blaß laussehend/; ohne die
normale natürliche Farbe: ein -es Gesicht; er war b. vor
Aufregung; sie war b. wie der Tod; Der Freund ... wurde
b., als er die Rechnung bezahlen mußte (Jägersberg. Leute
31); b) (geh.) von sehr heller, weißlich-gelber Färbung; fast
farblos wirkend; fahl: ein -er Schimmer, das -e Licht des
Mondes; Der Erzengel mit dem Schwert stand
triumphgekrönt auf den -en Steinen der Hadriansburg
(Koeppen. Rußland 175); Ü das -e Entsetzen. Grauen
packte sie.
bleich-. Bleich- --erde, die (Geol.): sandiger, nicht sehr
fruchtbarer Boden über durchlässigem Gestein; -gesteht, das: a)
(ugs.) Mensch mit blasser Gesichtsfarbe; b) (oft scherzh.)
Mensch mit weißer Hautfarbe (ursprüngl. aus der Sicht
der nordamerikanischen Indianer): könntest du eigentlich
im Ernstfalle auch zehn -er so abknallen (Wolf. Menetekel
69); ob farbiger Darsteller oder B.: Die Helden sind nach
wie vor Detektive, Cowboys ... (Hörzu 45. 1972. 16). zu
a: -gesichtig <Adj.; nicht adv.): eine bleiche Gesichtsfarbe
besitzend, -gesichtigkeit, die; -; -mittel, das: zum Bleichen
von Textilien verwertetes chemisches Mittel; -platz, der:
svw. t Bleiche: -«and, der (Geol.): graublaue Sandschicht;
-soda, die od. das: früher verwendetes, aus Soda u. Wasser-
glas bestehendes Einweich- u. Waschmittel; -sucht, die
(veraltet): Blutarmut, dazu: -süchtig <Adj.; nicht adv.): Dieser
lange, etwas -e Lümmel.... da stakt er über die begrünten
Hügel (Tucholsky. Werke II. 423); -wiese, die: svw. t
Bleiche.
BleieheI'bUy^]. die; -. -n [mhd. bleiche]: 1. <o. PI.) (dichter.)
das Bleichsein; Fafdheit. Blässe: die B. ihres Gesichtes,
des Himmels. 2. (früher) häufig zu einem Haushalt
gehörendes Rasenstück, auf dem die Wäsche zum Bleichen ausgelegt
wird; Wäsche auf die B. legen; 'Weichen <sw. V.; hat)
[mhd. bleichen): aufhellen, heller machen: Wäsche b.; die
Sonne hat ihr [das! Haar gebleicht; gebleichte Leinwand;
Ihre Haare waren gebleicht, die schwarzen Haarwurzeln
schauten heraus (waren blondiert; Handke. Brief 22);
<subst.:> ein Mittel zum Bleichen von Sommersprossen;
Hrietchen (bleichte /(veraltet:) blich, ist gebleicht/(veraltet:)
geblichen) [mhd. bleichen]: heller, farblos werden; Farbe
vertieren, abblassen: der Teppich bleicht in der Sonne;
Sollten seines armen Vaters Gebeine ... in italienischer
Erde b. (verwittern: Fries. Weg 19); Bleichen ['bl^fcet].
der; -s. -e: hellroter Wein.
Meiern fbfaUvri <Adj.; o. Steig.) [für älteres bleien. mhd.
blijln. ahd. blun]: 1. a) (nur attr.) (selten) aus Blei
hergestellt; -e Rohre. Gewichte; b) <nicht adv.) (geh.) bleifarben:
das -e Grau des Himmels; und als ich rasch zum Himmel
raufsah. da war das Blau ganz b. geworden inzwischen
(Schnurre, Bart 107). 2. schwer, lastend: eine -e Schwere.
Müdigkeit; aus einem -en (tiefen, keine Erholung
bringenden) Schlaferwachen; seine Füße waren b.; Als sie
aufstehen wollte, lag es ihr b. in allen Gliedern (Hauptmann.
Thiel 48).
M$nd-, Blpid-: -arkade, die (Archit.): Arkade, die auf einer
undurchbrochenen Wand ruht; vgl. Blende 5; -boden, der:
svw.! Blindboden; -frei <Adj.; nicht adv.): a) ein Blenden
(1) verhindernd, nicht zulassend; nicht blendend: der Schrank
... soll ... an seiner Rückseite Spiegel enthalten und dazu
eine -e Lichtquelle (Hörn. Gäste 122); Tageslicht ... das
am günstigsten von links oder b. von vorn einfällt
(Wohnfibel 9); b) ein Spiegeln nicht zulassend, nicht spiegelnd:
ein Bilderrahmen mit -em Glas; der Schirm ist b..
Stabantenne und Kopthörerbuchse sind eingebaut (Funkschau
19. 1971. 1882); -glas, das: gegen Blendung behandeltes
Lichtglas in Schutzmasken; -bterne, die: Laterne mit einer
Vorrichtung zum Abblendendes Lichtes; -leder, das:
Augenschutz für Pferde, Scheuklappe; -rahmen, der: 1. (Malerei)
(vorläufiger) Rahmen, in den der Maler die Leinwand spannt
(u. der dann durch den eigentlichen Rahmen ersetzt wird).
2. (Tischlerei) fest mit der Mauer verbundener Rahmen
bei Fenstern u. Türen, an dem die Flügel angebracht werden;
-schirm, der: a) (Kfz.-W.) herunterklappbare, den oberen
Teil der Wbidschutzscheibe abdeckende Sonnenblende; b)
am Kopf zu befestigende od. an einer Kappe angebrachte
Sonnenblende zum Schutz der Augen; -schütz, der:
Vorrichtung, die das Geblendetwerden durch horizontal einfallendes
Licht verringert, dazu: -Schutzgitter, das (Verkehrsw.).
-schutzsdieibe, die (Kfz.-W.), -schutzzaun, der: svw.
T -Schutzgitter: Der B. besteht aus einer neuartigen
Aluminium-Maschendraht-Konstruktion, die Blendungen ... so
gut wie ganz ausschalten soll (Auto 7. 1965. 17); -werk,
das (geh. abwertend): Vorspiegelung, Täuschung. Schein:
höllisches B.; ein B. des Teufels; Sie sind ungewappnet
gegen Intellektuelles B. (Th. Mann. Zauberberg 565);
-Wirkung, die.
Blende [blendd], die; -. -n [urspr. = trügerisch glänzendes
Mineral ohne Erzgehalt]: I. Vorrichtung, die direkt
einfallende, unerwünschte Licht strahlen fernhält: die -n im
Totenzimmer waren geschlossen (Lynen. Kentaurenfährte 16);
eine B. herunterklappen; eine Zeitung als B. über die Augen
halten. 2. (Optik) Vorrichtung zur Begrenzung des
Querschnitts von Strahlenbündeln in einem optischen System.
3. (Film. Fol.) a) Einrichtung an der Kamera, mit der
man das Objektiv verkleinern bzw. vergrößern u. damit die
Belichtung regulieren kann: die B. offnen, schließen; eine
dunkle Aufnahme .... unterbelichtet, weil in der Baracke
aufgenommen mit der gleichen B. wie vorher die Zopilote
(Frisch. Homo 265); b) svw. f Blendenzahl: eine kleine,
große B.. B. 11 einstellen; mit B. 8 fotografieren; du hast
das Bild mit zu kleiner B. aufgenommen (zu wenig
belichtet); c) (Film) durch ein optisches od. chemisches Verfahren
bewirkte Veränderung einer Einstellung, durch die ein Bild
langsam zum Verschwinden (Abblende) od. zwn Entstehen
(Aufblende) gebracht wird: einen Film mit einer B.
anfangen od. enden lassen. 4. (Schiffbau) Abdeckung für
Bullaugen zur Verdunkelung u. zum Schutz gegen Wassereinbrüche.
5. (Archit.) vorgetäuschtes Gliederungs- od.
Schmuckelement. 6. Stoffstreifen, der als Schmuck an Kleidung u.
Wäsche atigebracht wird: der Kragen hat eine breite B.; eine
B. ansetzen; Blickfang und Ablenkungsmanöver zugleich
sind dunkle -n auf Schal und Ärmeln (Petra 11. 1966,
29). 7. (Chemie) durchscheinendes, oft kräftig gefärbtes
Mineral, eine Metall-Schwefel-Verbindung; blenden
Cblendn] <sw. V.; hat) /vgl. blendend/ [mhd. blenden,
ahd. blenten. eigtl. = blind machen]: I. durch übermäßige
Helligkeit das Sehvermögen beijmdm. zeitweise
beeinträchtigen: das grelle Licht [der Scheinwerfer] blendete ihn.
seine Augen; Eine Taschenlampe blendet ihm (scheint ihm
grell) ins Gesicht (Härtung. Junitag 73); die Fenster
blenden (spiegeln sehr) bei Sonnenuntergang. 2. a) stark
beeindrucken, bezaubern: sich von jmds. Schönheit, Geist b.
lassen; ihr Wesen blendete ihn; Doch schon Otto III.
blendete der Glanz der römischen Kaiserkrone (Thieß.
Reich 379); b) durch Äußerlichkeiten sehr für sich einnehmen
u. dadurch andere täuschen: er blendet gerne; sich von
Wahlversprechen, vom äußeren Schein [nicht] b. lassen;
Appollonius... hat... es so wenig wie Jesus darauf angelegt.
26*
403
Blenden-
die Menge zu b. (Thieß. Reich 189). 3. jmdm. das Augenlicht
nehmen, die Augen ausstechen: der Verräter wurde erst
geblendet, dann aufs Rad geflochten; er war von dem
grellen Licht wie geblendet (konnte einen Augenblick lang
nichts sehen). 4. (Kürschnerei) dunkel färben: Pelze b.;
tadellos geblendete Felle.
Blanden- (Blende 3): ^Automatik, die: Vorrichtung bei
einäugigen Spiegelreflexkameras, die die Blendenöffnung
unmittelbar vor der Aufnahme selbsttätig schließt: ^einstdlung«
die; -Öffnung, die; ^skala. die: Anordnung der
Blendenzahlen auf der Kamera: ^wahl. die; --zahl, die: Zahl auf der
Blendenskala.
bindend <AdJ.>: ausgezeichnet, hervorragend: eine -e
Erscheinung; es geht ihm b.; sie haben sich gestern abend
b. amüsiert; Auch in der Schule war er nicht b. (Böll.
Adam 61); blendendhell <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: -es
Licht; blendendweiß <AdJ.; o. Steig.;, nicht adv.>: -e Zähne;
Blander, der; -s. -: jmd.. der durch Äußerlichkeiten für sich
einnimmt u. dabei einen falschen Eindruck erweckt: bei
ihm steckt nichts dahinter, er ist ein B.
Blendling [blentlinl. der; -s. -e [mhd. blendelinc zu: blenden
= mischen]: svw. f Bastard (2): Es sollen die sehr ähnlichen
Zeremonien (= beim Balzverhalten von Enten) von etwas
fernerstehenden Arten sowie die von -en zwischen ihnen
studiert ... werden (Lorenz. Verhalten I, 312).
Bindung, die; -. -en: das Blenden. Geblendetwerden: <Zus.:>
Mfndun&frei <AdJ.; nicht adv.): svw. ? blendfrei.
Biene ['blesal. die; -. -n (mhd. blasse, ahd. blassa]: 1. weißer
Fleck od. Streifen auf der Stirn od. dem Nasenrücken
bestimmter I Hausjuere. bes. bei Pferden u. Rindern: er ritt
einen Rappen mit langer B. bis auf die Nüstern herunter.
2. Tier mit Blesse (1).
blessieren [ble'si.ran] <sw. V.; hat) [frz. blesser < galloro-
man. *bletiare. zu fränk. *bleta = blauer Fleck durch
Quetschung] (veraltet): verwunden, verletzen: Jmdn. leicht
b.; <meist im 2. Part.:> die blessierte Schulter; dieser Herr
... gab dem älteren blessierten Herrn den Befehl,... Ruhe
zu bewahren (Grass. Blechtrommel 272); U der Vizekanzler
ist schwer blessjert (angeschlagen) - Ausgang noch
ungewiß (Dönhoff. Ära 22); <subst. 2. Part.:) der einzige
Blessierte war der Pastor; er hatte sich beim Fall die Kinnlade
ausgerenkt (Kant. Impressum 182); Blessur (ble'su:^]. die;
-. -en [frz. blessure] (veraltet): Verwundung. Verletzung:
schwere, leichte -en; eine B. erleiden; so blieb sie körperlich
fit. kompensierte durch ungeheure Willensanstrengung
ihre B. (Zwerenz. Quadriga 63).
bleu [blo:] <indekl. Adj.; nicht adv.) [frz. bleu = blau
< fränk. *blao]: hellblau, blaßblau mit einem leichten
Stich ins Grüne/: das Kleid, das sie trug, war b.; <subst.:>
Bleu [-]. das; -s. - (ugs.: -s): ein leuchtendes B.; sie trug
ein Kleid in B.
Bleud [bl^yal]. der; -s. - [mhd. bliuwel. ahd. bliuwil. t Pleuel]
(veraltet): hölzerner Schlegel zum Klopfen von nasser
Wäsche: Neuen fblsyan] <sw. V.; hat) [mhd. bliuwen. ahd.
bliuwan] (selten): schlagen, verbleuen: Deine Frau erwartet
dich draußen. Sie wird dich b.! (Strittmatter. Wundertäter
209).
bleufarben [blo:...]. bleufarbig <Adj.: o. Steig.; nicht adv.):
bleu: ein bleufarbenes Kleid.
Wich [blic]: ? bleichen.
Blick [Mut], der; -[eis. -e [mhd. blic. ahd. blicch = schnelles
Glanzlicht. Blitz]: 1. a) /kurzes! Blicken. Anschauen.
Hinschauen: ein vielsagender, dankbarer, nachdenklicher B.;
sich -e zuwerfen; einen [kurzen] B. in das Zimmer werfen;
Jmds. B. erwidern; Elisabeth verstand den B. nicht
(Sebastian. Krankenhaus 52); einen B. riskieren (ugs.; vorsichtig,
heimlich hinsehen): jmdn. keines -es würdigen (ihn nicht
beachten): jmds. B. ausweichen; auf den ersten B. (sofort).
auf den zweiten B. (erst bei näherem Hinschauen): etwas
mit einem B. (sofort) sehen; mit einem halben B. (ohne
genau hinzusehen): R wenn -e töten könnten! (Reaktion
auf einen feindseligen Blick); * einen B. hinter die Kulissen
werfen/tun (die Hintergründe einer Sache kennenlernen):
b) irgendwohin blickende Augen: den B. heben, senken;
seine -e auf jmdn.. etw. richten; er wendete keinen B.
von ihr; hochmütig ... ging ich an den ... argwöhnischen
-en der Hoteldiener vorbei (Roth. Beichte HO); * keinen
B. fiir jmdn.. etw. haben (1. jmdn.. etw. nicht beachten.
2. jmdn.. etw. nicht verstehen, nicht richtig beurteilen
können): jmdn. mit -en durchbohren (durchdringend, strafend.
vorwurfsvoll ansehen). 2. <o. PI.) Ausdruck der Augen:
einen offenen, sanften, verschlagenen B. haben;
unbewegten -s beobachtete er das Spiel; * den bösen B. haben (durch
bloßes Ansehen. Betrachten Unheil bringen). 3. Aussicht.
Ausblick: ein herrlicher, einmaliger B.; von hier hat man
den besten B.; ein Zimmer mit B. aufs Meer, ins Grüne.
4. <o. PI.) Urteil/skraftl: ein geschärfter, wissenschaftlich
geschulter, sicherer B.; einen weiten B. (vorausschauendes
Urteil) haben; seinen B. für etw. schärfen; den richtigen
B. für etw. haben (die Ursachen u. Zusammenhänge von
et*', klar erkennen u. beurteilen können).
Nick-. Blfck-: ^fang, der: etw.. was die Blicke auf sich lenkt:
große Plakate mit bunter Reklame dienen als B.; -feld.
das: Gebiet, das mit den Augen erfaßt werden kann: in
jmds. B. geraten; der Baum stand mitten in seinem B.;
Ü ein enges B. haben (beschränkt sein): Die Diskussion
über die Mitbestimmung ... hat die Gruppe der leitenden
Angestellten ins B. (ins allgemeine Interesse) gerückt (Hör-
zu 13.1973.90); ^kontakt.der: / gegenseitiges/ Insaugefas-
sen. Sichanschauen: der Redner hielt [den] B. mit dem
Publikum; ^los <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) (geh.): nichts
bewußt wahrnehmend: jmdn. mit -en Augen ansehen; er
starrte b. vor sich hin; Paasch ... ging b. an der
Wohnungstür des Engelmalers vorüber (Fries. Weg 69); ^punkt.
der: 1. etw.. worauf sich jmds. Blicke richten: Punkt, auf
den die Sehkraft konzentriert ist: im B. der Passanten
stand das verbeulte Auto; Ü Die Mitglieder fürstlicher
Familien, die ständig im B. der Öffentlichkeit (im
öffentlichen Interesse) stehen (Dariaux [Übers.]. Eleganz 101).
2. Punkt, von dem aus etw. betrachtet wird. Gesichtspunkt.
Aspekt: es kommt auf den B. an; vom juristischen wie
vom politischen B. aus [gesehen]; man kann nicht alle
stilistischen Möglichkeiten von einem B. aus erfassen
(Seidler. Stilistik 321); -ridrtung, die: 1. Richtung des Blicks:
in B. [nach] Osten. 2. Richtung des Denkens. Reflektierens:
Grundeinstellung und B. des Existenzialismus; die
geschichtliche Veränderung der Grundeinstellung und B. des
erkennenden Geistes (Natur 14); ^silber. das
(Metallverarbeitung): Rohsilber mit Bestandteilen aus Gold u.
Platinmetallen: ^Wechsel, der: 1. das Wechseln von Blicken: er ...
verlegte sich auf schwermütige B. mit der Frau (Johnson.
Ansichten 93). 2. Wechsel der Sehweise: du mußt nur
einen B. vornehmen; ^weise <Adv.>: durch Blicke, mit
Blicken: jmdn. b. begrüßen; er einigte sich auch freundlich
b. mit dem Referenten (Johnson. Mutmaßungen 69);
-winke!, der; vgl. f -punkt (2): Ich sollte nun die Sowjetunion
aus einem völlig neuen B. kennenlernen (Leonhard.
Revolution 144).
blicken l'blikn] <sw. V.; hat) [mhd. blicken = einen Blick
tun. glänzen, ahd. blicchen = glänzen, strahlen]: a)
/bewußt I seinen Blick irgendwohin richten: geradeaus, aus dem
Fenster, in die Runde, nach der Tür. zur Seite b.; Gnotke
blickte ihm gerade in die Augen (Plievier. Stalingrad 54);
Sita blickte verwirrt von einem zum andern (Th. Mann.
Tod u.a. Erzählungen 145); Ü mit Resignation auf das
vergangene Jahr b.; dem Tod ins Gesicht b. (geh.; den
Tod nicht furchten): die Sonne blickt aus den Wolken
(wird sichtbar): R das läßt tief b. (ugs.; das ist sehr
aufschlußreich): *sich b. lassen (sich sehen lassen, einen
kurzen; Besuch machen): b) in bestimmter Weise
dreinschauen: freundlich, kühl, streng b.; seine Augen blickten
verstört, fragend.
blieb [bli:p]:Tbleiben.
Mies [bli:s]:f blasen.
Mind [blmtj <Adj.; -er. -este) [mhd.. ahd. blint. urspr. =
undeutlich schimmernd, fahl]: 1. <o. Steig.; nicht adv.)
keine Sehkraft, kein Sehvermögen besitzend: ohne
Augenlicht: ein -er Mann, sechs -e schwarze Welpen; b. sein;
b. geboren werden; er ist auf einem Auge b.; bist du
b.? (ugs.; kannst du nicht aufpassen?): Ü Piaton ist gewiß
in keiner Stunde... b. gewesen für die Schönheit der
Homerischen Gesänge (vermochte ihre Schönheit zu erkennen:
Thieß. Dämonen 129); *sich b. verstehen (Sport;
hervorragend aufeinander eingespielt sein). 2. a) maßlos,
hemmungslos, verblendet: -er Haß; mit -er Gewalt vorgehen; -e Angst;
b. sein vor Wut; b) ohne kritisch-selbständiges Nachdenken,
kritiklos, ohne Überlegung: -er Gehorsam; etw. in -em
Glauben tun; jmdm. b. vertrauen, gehorchen; Befehle b.
ausführen; Napoleon ... begehrt nur noch -e Zustimmung
für seine Worte (St. Zweig. Fouche 163); c) (nicht adv.)
404
blitz-,
Blitzsich nicht nach menschlichen Maßstäben richtend; nicht
einsehbar: das -e Schicksal; der -e Zufall führte ihn zu seiner
Entdeckung. 3. <nicht adv.) nicht mehr durchsichtig, nicht
mehr spiegelnd: trübe, angelaufen: -e [Fensterscheiben; ein
-er Spiegel; die metallenen Beschläge waren b. geworden.
4. (nicht adv.) a) nicht vollständig durchgeführt; nur
angedeutet, vorgetäuscht: -e Fenster, Arkaden; eine -e Tasche
aufsetzen; b) verdeckt, umichtbar: eine -e Naht; der Mantel
wird b. geknöpft.
blind-, BIN-: -band,der<PI. -bände) (Buchw.): Musterband
in endgültiger Form, dessen Seiten unbedruckt sind; -boden,
der (Bauw): Bretterlage über der Deckenkonstruktion als
Unterlage für den eigentlichen Fußboden; -dann, der (LÜ
von mlat. intestinum coecum. zu tblind (4 a)]: I. (Anal.)
unterhalb der Einmündung des Dünndarms in den Dickdarm
liegender .blind endender Teil des Dickdarms mit dem
Wurmfortsatz. 2. (ugs.) fälschlich für tWurmfortsatz, dazu:
Mlannentzünming, die (ugs.): Entzündung des
Wurmfortsatzes; -fenster, das (Bauw.): vorgetäuschtes Fenster; -fliegen
<st. V.; ist) (Flugw.): ohne Sicht, nur mit Hilfe der
Bordinstrumentefliegen, dazu: -fliegen, das; -s. ^flug, der;
-«Anger, der: 1. Geschoß, dessen Sprengladung infolge eines
Versagens des Zünders nicht detonierte: B. entschärfen.
2. (salopp) Versager: der neue Mitarbeiter hat sich als
B. entpuppt; bevölkerungspolitischer B. (scherzh.;
Junggeselle. Ehemann, der keine Kinder hat)', -geboren <Adj.;
o. Steig.; nur attr.): ein -es Kind. <subst.:> -gebor[e]ne,
der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete); -gläubig <Adj.;
o. Steig.): bedingungslos u. ohne Kritik gläubig, dazu: -gläu-
bigkett. die: ^holz, das (Tischlerei): weniger wertvolles Holz,
auf das Furniere aufgeleimt werden; -landung, die (Flugw.):
Landung ohne Sicht, nur mit Hilfe der Bordinstrumente;
Allwetterlandung: Mnaterial, das (Druckw.): Sammelbez.
für alle der Herstellung von Wort- u. Zeilenabständen
dienenden nichtdruckenden Teile im Schriftsatz; -muster, das
(Werbespr.): vorausgefertigtes Muster eines Werbezettels
ohne die vorgesehenen Texte u. Bilder; -rahmen, der: svw.
t Blendrahmen; -Schacht, der (Bergbau): senkrechter
Schacht, der nicht bis zur Erdoberfläche führt; -schleiche,
die [mhd. blintsliche, ahd. blintslihho. eigtl. = blinder
Schleicher (da sie wegen der sehr kleinen Augen für blind
gehalten wurde)]: schlangenförmiges Tier (Schleiche) mit
eidechsenartigem Kopf, dessen langer Schwanz leicht
abgestoßen, aber regeneriert werden kann; -schreiben <st. V.;
hat): mit allen zehn Fingern auf der Schreibmaschine
schreiben, ohne dabei auf die Tasten zu sehen, dazu: -schreiben,
das; -s. -schreibverfahren, das; -spiel, das: beim Schachspiel
das Spielen ohne Ansicht des Brettes, nur aus dem
Gedächtnis, dazu: -spielen <sw. V.; hat), -Spieler, der; -start,
der (Flugw.): vgl. -landung: -wütend, -wütig <Adj.): ohne
Maßu. Besinnung wütend: ein blindwütiger Haß; er schlug
blindwütend auf ihn ein. dazu: --wütigkeit, die; -.
Blinde [blimfo]. der u. die; -n. -n <Dekl. TAbgeordnete)
[Subst. zu t blind (1)]: jmd.. der sein Augenlicht verloren
hat: einen -n fuhren; B. unterrichten; das sieht doch ein
-r [mit dem Krückstock]! (ugs.; das liegt doch klar zutage!):
Spr unter den -n ist der Einäugige König (eine schwache
Leistung sieht unter noch schwächeren wie eine gute aus);
* von etw. reden, wie der B. von der Farbe (ohne Sachkenntnis
von etw. reden, über etw. urteilen); Blindekuh <o. Art.)
(Fangspiel, bei dem dem Suchenden die Augen verbunden
werden): B. spielen.
Bljnden- (Blinde): -anstatt, die: svw. f -heim; -brille. die;
-führer, der: jmd.. der einen Blinden führt; -fursorge, die;
-heim, das: Haus, in dem Blinde versorgt u. ausgebildet
werden; -hund, der: Hund, der darauf abgerichtet ist. einen
Blinden zuführen; -lehrer, der; -schrift, die: Schrift, deren
Buchstaben aus je sechs erhabenen Punkten in verschiedener
Kombination bestehen u. die von dem Blinden über den
Tastsinn erfaßt wird (Brailleschrift): -schule, die; --stock.
der: Stock, mit dessen Hilfe sich der Blinde an Gegenständen
orientieren kann.
Blindheit, die; -: 1. das Blindsein (1); Fehlen des
Sehvermögens: eine angeborene B.; *[wie] mit B. geschlagen sein
(etw. Wichtiges nicht sehen, erkennen; nach 1. Moses 19.
11 u. 5. Moses 28,28-29). 2. a) Unfähigkeit,
Zusammenhänge. GeJahren o.iä. richtig zu erkennen: eine gefährliche
politische B.; b) Kritiklosigkeit: die B. seines Glaubens.
Vertrauens hat ihn ins Verderben gestürzt; blindlings <Adv.)
nur von einem augenblicklichen Gefühl o. ä. geleitet, ohne
dabei an das zu denken od. zu überlegen, was sich aus
dem Tun. Verhalten Nachteiliges ergeben kann: jmdm. b.
(ohne Bedenken) gehorchen; er folgte b. allen Befehlen;
er schlug b. (blindwütig) um sich; b. in sein Verderben
stürzen, rennen; wie erwartet tappte Lothar b. in die Falle
weiblicher Hinterlist (BM 26. 11. 74. 7).
Wink [blink] (indekl. AdJ.) in der Verbindung b. und Mai*
sein (ugs.; vor Sauberkeit glänzen): die Küche, der
Fußboden war b. und blank.
Blink-: -feuer, das (Verkehrsw.): bes. an der Küste als Signal
dienende Lichtquelle, die in regelmäßigen Zeitabständen
aufleuchtet: M»ber, der (Elektrot.): elektrische
Schaltvorrichtung, die Blinkleuchten mit Unterbrechungen aufleuchten
läßt; -gerät, das (Milit): Gerät zum Übermitteln von Nach-
richten in Form von geblinkten Morsezeichen; -leuchte,
die (K fz. -T.): an Fahrzeugen angebrachte Leuchte, die durch
Blinken eine Richtungsänderung anzeigt;
Fahrtrichtungsanzeiger; -licht,das (Verkehrsw.): in /gleichmäßigen/
Zeitabständen kurz aufleuchtendes Lichtsignal im Straßenverkehr,
bes. an Ampeln u. Eisenbahnübergängen, dazu: -llchtanlage,
die: Warnanlage mit Blinklicht vor einem unbeschrankten
Bahnübergang; -signal, das; -zeichen, das.
blinken fblmkn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. blinken = glänzen]: 1. blitzend, funkelnd leuchten,
glänzen: die Sterne blinkten; ein Licht blinkt in der Ferne;
das Binnenwasser blinkte in der Sonne (Fallada. Herr
67); Da und dort blinkte der Bauch eines toten Fisches
(Frisch. Stiller 241); blinkende Spiegel; vor Sauberkeit
b. 2. (bes. Verkehrsw.) a) ein Blinkzeichen geben: vor dem
Abbiegen, bei Fahrbahnwechsel b.; er blinkt mit einer
Taschenlampe; b) etw. durch Blinkzeichen anzeigen:
Signale. SOS b.; Blfnker, der, -s, -: 1. svw. t Blinkleuchte: vor
dem Überholen den B. betätigen. 2. (Angeln) blinkender
Metallköder: den B. auswerfen; Winkern <sw. V.; hat):
1. unruhig blinken (1): das vom Licht getroffene Glas fängt
zu b. an. 2. blinzeln: wenn er micht ansieht, blinkert er
[mit den Augen]. 3. (Angeln) mit dem Blinker (2) angeln.
blinzeln [bltntjln] <sw. V.; hat) [mhd. blinzeln, eigtl. =
wiederholt tblinzen]: bei halb geöffneten Augen die Lider
rasch auf u. ab bewegen, zwinkern: angestrengt, mit
verschlafenen Augen [in das Licht, in die Sonne] b.; Er
blinzelte nach seiner Uhr (schaute blinzelnd nach der Uhr; Baum.
Paris 43); er blinzelte zum Zeichen des Einverständnisses;
Jmdn. blinzelnd ansehen.
Minzen fblint$n] <sw. V.; hat) [mhd. Minzen] (veraltet):
svw. t blinzeln.
Blbter fbliste], der; -s. - [engl, blistcr (pack), H. u.J: eine
Art Klarsichtpackung, bes. für kleinere Gegenstände (z. B.
für Briefmarken).
Blitz [blit$]. der; -es. -e [mhd. blitze, blicz(e). blitzize Tür
älteres blic = Blitz]: 1. grelle, meist sehr schnell
vorübergehende Lichterscheinung, die bei Gewitter durch elektrische
Entladung in der Atmosphäre entsteht: grelle, zuckende
-e: ein kalter B. (ein Blitz, der beim Einschlag nicht gezündet
hat); B. und Donner folgten rasch aufeinander; der B.
hat in den Baum eingeschlagen; etw. zieht den B. an;
das Haus wurde vom B. getroffen; vom B. erschlagen
werden; Ü (dichter.:) seine Augen schössen -e; *potz B.!
(veraltend: Ausruf der Verwunderung); [schnell] wie der
B./wie ein geölter B. (ugs.; sehr schnell): Der Erschrockene
flitzte wie ein geölter B. ... auf die Straße (Martin. Henker
20); wie ein B. aus heiterem Himmel (völlig unerwartet,
ohne daß man darauf vorbereitet gewesen ist. plötzlich aus-
brecliend. sich mit Heftigkeit ereignend 'in bezug auf etw.
Unerfreuliches/); einschlagen wie ein B. (völlig
überraschendkommen u. große Aufregung hervorrufen): die
Nachricht schlug ein wie ein B.; wie vom B. getroffen (vor
Schreck. Entsetzen o.a. völlig verstört). 2. (ugs.) kurz für
t Blitzlicht.
'Witz-. Blitz- (Blitz): -aMeiter, der: Anlage, die dazu dient.
Blitze von einem Gebäude abzuleiten: einen B. am Haus
anbringen; Ü er braucht sie ( = die Ehefrau), wenn auch
vor allem als B. (als jemand, an dem er seine Wut. Aggression
o.a. abreagieren kann: Hörzu 51. 1972. 95); Miktion, die:
überraschende, unerwartete, schlagartig durchgeführte
Aktion /der Polizei o.a./: Im Zuge der Ermittlungen
durchsuchte die ... Kripo ... in einer B. ... eine ... Wohnung
(MM 11.4. 74. 14); ^angriff, der (Milit.); -artig <Adj.;
o. Steig): ein -er Entschluß; er verschwand b.; -gerät,
das (Fot.): Gerät zum Blitzen (4); -gesprich, das: vorrangig
405
blitz-, Blitz-
vermitteltes Ferngespräch mit zehnfacher Gebühr: ein B.
anmelden; -kaflee,der (Schweiz.): Pulverkaffee; -karrtere,
die: sehr schnelle Karriere; -krieg, der [wahrsch. nach
engl, lightning warfarel (Milit.): Krieg mit rascher
Entscheidung; -lampe, die (Fot.): svw. I blicht; -licht, das (Fot.):
Beleuchtungsvorrichtung mit kurzfristiger Lichtabgabe für
Innenaufnahmen, dazu: -lichtaufnahme, die. ^liditfoto, das;
Mnfidel, das (ns. Soldatenspr): Nachrichtenhelferin (vgl.
aber: Bljtzmädel); -merker, der: a) (ugs.) mit rascher Auf-
fassuttgsgabe begabter Mensch; b) (iron.) begriffsstutziger
Mensch; -pulver. das (Fot.): pulvriges Gemisch, das als
Verbrennungsstoff beim Blitzlicht verwendet wird; -rebe,
die: kurze Reise ohne langen Aufenthalt; Auch auf den
-n ... hat man Eindrücke, die ein Bild ergeben (Kasch-
nitz. Wohin 144); -röhre, die: svw. TFulgurit(l); -schaden,
der: durch Blitzschlag entstandener Schaden; -schlag« der:
einschlagender Blitz: sich gegen B. absichern; -sdmjtzanlage,
die: svw. t-ableiten -sieg, der (Milit.): rasch errungener
Sieg; -strahl, der (geh.): svw. t Blitz (1); -telegramm, das:
vorrangig vermitteltes Telegramm mit zehnfacher Gebühr;
-tempo, das; -umfrage, die: in der Demoskopie lauf ein
aktuelles Ereignis hin] veranstaltete kurze
Meinungsumfrage; -würfel, der (Fot.): auf die Kamera aufsteckbares,
würfelförmiges Blitzlicht.
Hjljtz-, BIjtz- (ugs.) (verstärkend vor Adj. [o. Steig.] u.
Subst.): -btynk [zu T blitzen (2)] <Adj.>: sehr sauber u.
blank: die Wohnung, Küche war b.; -blau [zu f blitzen
(2)1 <Adj.; nicht adv.): a) makellos blau: ein -er Himmel;
b) (scherzh.) völlig betrunken; Mfymm <AdJ.> überaus
dumm; -gescheit (Adj.> überaus gescheit; -k^rl, der
(veraltend scherzh.): prächtiger Kerl, Teufelskerl; -m£del, das
(veraltend scherzh.): prächtiges Mädchen (vgl. aber:
Blitzmädel); -njsdi [zu t Blitz (1)] (Adj.) (Schweiz.): svw.
f -schnell; -sauber [zu T blitzen (2)] (Adj.): 1. überaus
sauber: eine -e Küche. 2. (veraltend scherzh.) prächtig: ein
-es Mädel; -schnell [zu t Blitz (DJ (Adj.): überaus schnell:
eine -e Bewegung; b. verschwinden.
MjtzeMfi* (Adj.): svw. tblitzblank; UjtzeMau (Adj.): svw.
tblitzblau; blitzen [blit$n] (sw. V.; hat) [1: mhd. blitzen,
bliezen. ahd. blecchazzen; 5: LÜ von engl, to streakl:
1. (unpers.) als Blitz in Erscheinung treten: es blitzt [und
donnert]; es fängt schon an zu b.; Ü bei dir blitzt es
(ugs. scherzh.; dein Unterrock schaut hervor). 2. /plötzlich
auf/leuchten, im Licht glänzen: die Scheiben, die Waffen,
ihre Zähne blitzten; mit blitzenden Augen; die Wohnung
blitzte vor Sauberkeit. 3. sichtbar, deutlich werden: Zorn
blitzte aus ihren Augen. 4. (ugs.) mit einem Blitzlicht
fotografieren: das spielende Kind b.# 5. (mit der Absicht zu
provozieren) unbekleidet in der Öffentlichkeit schnell über
belebte Straßen, Plätze u.a. laufen; (Abi.:) Bljtzer, der;
-s. -: \Jmd., der blitzt (5). 2. (ugs.) svw. T Blitzlicht;
Blitzesschnelle, die; - (meist in der Fügung:) in/mit B. (sehr
rasch, blitzschnell).
Blizzard ['blizBtl. der; -s, -s [engl, blizzard. H. u.]: in
Nordamerika auftretender schwerer Schneesturm.
Bloch [bbx], der od. das; -[eis. Blöcher ['btap). (österr.:)
-e [mhd. bloch. ahd. bloh(h) = Klotz. Bohle] (südd..
österr.): Holzblock, Holzstamm: die Blöcher ins Sägewerk
schaffen; Blpchcr [bhxBl. der; -s. - (Schweiz.): Bohnerbesen.
Block [blak], der; -[eis. Blöcke [blcekd] od. -s [aus dem
Niederd. < mniederd. blök = Holzklotz, -stamm. Kloben
des Flaschenzugsl: 1. (PI. Blöcke) kompakter, kantiger
Brocken aus hartem Material: ein unbehauener B.; ein
erratischer B. (Findling); Blöcke (Quadern) von Marmor.
2. (PI. Blocks) (Eisenb.) Einrichtung zur Sicherung des
Eisenbahnverkehrs auf Bahnhöfen u. Strecken;
Streckenblock. 3. (PI. Blöcke od. Blocks) in sich geschlossene,
. ein Quadrat bildende Gruppe von Wohn Ihäusern innerhalb
eines Stadtgebietes; Häuserblock: seine Dienstwohnung,
einige -s von den Kremlmauern entfernt (Spiegel 47, 1966,
129). 4. (PI. Blöcke od. Blocks) a) in sich geschlossene
Gruppe von politischen od. wirtschaftlichen Kräften: einen
B. innerhalb der Partei bilden; b) Gruppe von Staaten,
die sich unter bestimmten wirtschaftlichen, strategischen o. ä.
Aspekten zusammengeschlossen haben: der B. der
osteuropäischen Staaten. 5. (PI. Blöcke od. Blocks) eine bestimmte
Anzahl an einer Kante zusammengeklebter od. -gehefteter
Papierbogen, die einzeln abgerissen werden können: ein B.
Briefpapier; etw. auf einen/einem B. notieren. 6. (PI. Blöcke
od. Blocks) (Philat.) Erinnerungsblatt mit einem oder
mehreren Postwertzeichen: ein B. mit ungestempelten
Briefmarken. 7. (PI. Blöcke) (ns.) unterste Organisationseinheit in
der regionalen Aufgliederung der Partei, die etwa einen
Häuserblock umfaßte. 8. (PI. Blocks) (Basketball) durch
einen od. mehrere Spieler gebildete Sperre: rasch einen
B. bilden. 9. (Med.) kurz für THerzblock.
M«ck-, Block-: -abschnitt, der (Eisenb.): Streckenabschnitt,
der nicht befahren werden darf, solange sich ein anderer
Zug darauf befindet; -bau, der (PI. -bauten): bereits in
der Frühzeit vorkommende Form des Hausbaus; vgl. -haus,
dazu: -bauweise, die; -bildune« die (zu t Block 4):
weltpolitische -en im Zeichen des Ost-West-Gegensatzes; -buch,
das: mit einzelnen Holzschnitten gedrucktes Buch des
Spätmittelalters; -buchstabe, der: Buchstabe der t Blockschrift;
-€is. das: zur Kühlung verwendetes Wassereis in Form von
langsam tauenden Blöcken: -flöte, die: einfaches hölzernes
Blasinstrument, dessen Windkanal im Mundstück durch
einen Block gebildet wird; -förmig (Adj.; o. Steig.): -frei
(Adj.; o. Steig): keinem Block (4) angehörend: -e Staaten,
dazu: -freiheit, die (o. PL); -haus, das [LÜ von engl,
blockhouse): Haus, dessen Wände aus waagerecht aufeinan-
dergeschichteten Rundhölzern od. Balken bestehen; -hätte,
die: kleines Blockhaus; -malz, das: Hustenbonbons in Form
kleiner Blöcke aus Malzzucker; -partei (bes. DDR):
Partei, die gemeinsam mit anderen einen Block (4) bildet;
-Politik, die (bes. DDR): Politik eines von mehreren Parteien
gebildeten Blocks; -Schokolade, die: bes. zum Backen,
Herstellen von Soßen u. a. verwendete, meist bittere, ohne Mild}
hergestellte Schokolade in dickeren Tafeln od. Blöcken;
-schrift, die: lateinische Druckschrift mit gleichmäßig stark
gezogenen, blockförmig erscheinenden Buchstaben: ein
Formular in B. ausfüllen; -signal. das (Eisenb.): Signal für
die Spernaig eines Blockabschnitts; -Staaten (PI.): die einen
Block (4) bildenden Staaten; -Station, die (veraltet): svw.
t -stelle; -stelle« die (Eisenb.): Stellwerk, von dem in einem
bestimmten Streckenabschnitt auf elektromechanischem
Weg die Hebel für die Einstellung von Signalen u. Weichen
gesperrt werden; -stunde, die: Doppelstunde im
Schulunterricht; -System« das: 1. (Eisenb.) System zur Sicherung des
Eisenbahnverkehrs mit Hilfe von Blocks (2). 2. System der
Aufspaltung politischer u. wirtschaftlicher Kräfte in Blöcke
(4); -Unterricht, der: Unterricht, bei dem für die Dauer
einer bestimmten Zeit mehrere od. alle Unterrichtsfächer
ein bestimmtes Sachgebiet jeweils von ihrer Warte aus
behandeln; -wart, der (ns.): Vertrauensmann eines Blocks (7);
-werk, das (Eisenb.): Kontrollstelle für einen
Streckenabschnitt.
Blockade [bb'ka:dd], die; -, -n [zu tblockieren (mit der
roman. Endung -ade)]: 1. als politisches! Druckmittel
eingesetzte militärische Absperrung aller Zufahrtswege eines
Landes od. einer Stadt (bes. auf dem Seewege): eine B.
über ein Land verhängen; die Berliner erlebten die B.
und den Mauerbau (Bild u. Funk 9. 1966. 21); die B.
brechen, auflieben. 2. (Druckw.) Stelle im Drucksatz, die
durch Blockieren (6) angezeigt wird; (Zus. zu 1 :>
Blockadebrecher, der: ein Schiff, ein militärisches Unternehmen, das
eine verhängte Blockade durchbricht.
blocken I'bbkn] (sw. V.; hat): 1. (Eisenb.) eine Strecke
durch ein Blocksignal sperren: Der F-d-1 blockt sein
Befehlsabgabefeld (Johnson, Mutmaßungen 155). 2. (Jäger-
spr.) svw. taufblocken. 3. a) abfangen, unterbinden:
Walter ... schleuderte sie (= Ciarisse) hin und her und suchte
ihre Angriffe schmerzhaft zu b. (Musil. Mann 1434); b)
(Boxen) einen gegnerischen Schlag abfangen; c) (Ballspiele)
einen Gegenspieler daran hindern, den Ball anzunehmen od.
weiter zuspielen. 4. (südd.) bohnern; Bkjcker. der; -s. - [zu
IBIochl (südd.): Bohner bürste i.
blockieren [bb'ki:ran] (sw. V.; hat) [frz. bioquer, eigtl.
= mit einer starken Befestigungsanlage versehen, zu: bloc
= Klotz < mniederl. blocl: 1. durch eine Blockade, durch
Abriegeln der Zufahrtswege einschließen, surren, von der
Außenwelt abschließen: ein Land, einen Hafen b. 2. a)
, ohne Absicht! versperren, den Zugang, den Durchgang,
die Durchfahrt unmöglich machen; verstopfen:
liegengebliebene Autos blockierten die Straße, die Fahrbahn; die Strek-
ke war durch Lawinen, von Schnee blockiert; alle
Telefonleitungen waren blockiert; eine Menschenmenge blockierte
den Eingang; Streikposten blockierten die Fabriktore; b)
das Fließen, die Zufuhr von etw. unterbinden, unterbrechen:
den Verkehr, die Stromzufuhr b. 3. (für eine gewisse Zeit)
406
Blueback
aulier Funktion setzen: die Bremse blockiert die Räder.
4. (von sich bewegenden Teilen einer Maschine, eines
technischen Gerätes o.a.) sich nicht mehr drehen, nicht mehr
arbeiten: die Räder blockieren; Der Motor blockierte
sofort, und das Motorrad schleuderte gegen eine Holzwand
(MM 14. 7. 69. 14). 5. durch Gegenmaßnahmen Widerstand
o. ä. verhindern, aufhalten, ins Stocken bringen:
Verhandlungen, ein Gesetz b.; ... diejenigen, die behaupten, eben
diese Politik werde die Wiedervereinigung blockieren
(Dönhoff. Ära 222). 6. (Druckw.) zu korrigierende Stellen
im Drucksatz mit auf den Kopf gestellten Drucktypen o.a.
anmerken; <Abl.:> Blockierung, die; -. -en.
blockig [blokif] <Adj.>: wie ein Block (1) aussehend, klotzig.
blöd [bl0:t]. blöde [blo.da] <Adj.; blöder, blödeste) [mhd.
bloede = gebrechlich, schwach, zart, zaghaft, ahd. blödi
= unwissend, scheu, furchtsam]: I. a) schwachsinnig: ein
blödes Kind; der Junge ist von Geburt an blöde; b) (ugs.)
dumm, töricht: sei doch nicht so blöd [und laß dich davon
beeindrucken]!; sich [reichlich] blöd anstellen, benehmen;
blöde Gans!; blöder Kerl!; blöder Affe!; c) albern, unsinnig,
geistlos: was für eine blöde Frage!; laß deine blöden
Bemerkungen! 2, (ugs.) unangenehm, ägerlich: eine blöde Sache;
wir sind jetzt in einer ganz blöden Situation (v. d. Grün.
Glatteis ISO; zu blöd, daß ich das vergessen habe. 3.
(veraltet) schwachsichtig: seine blöden Augen konnten das
nicht mehr lesen. 4. (veraltet) schüchtern, scheu: ein blöder
Knabe; sei nicht so b.!; <Abl.:> Blödheit, die; -. -en: 1.
a) <o. PI.) Schwachsintiigkeit; b) Dummheit: törichte,
alberne Handlung, Äußerung. 2. <o. PI.) (veraltet)
Schwachsichtigkeit. 3. <o. PI.) (veraltet) Schüchternheit. Scheuheit.
Möd-, Blöd-: -hammel, der (derbes Schimpfwort); -mann,
der (derbes Schimpfwort): du B.. nun agitier du mich
nicht (Kant. Impressum 209); -sinn, der <o. PI.) (ugs.
abwertend): Unsinn, sinnloses, törichtes Reden od. Handeln:
B. reden; hör doch auf mit diesem B.!; so ein B.!; er
verzapft lauter B.. nichts als B.; * höherer B. (1. scherzh.;
Blödsinn um seiner selbst willen, ohne tieferen Hintergrund;
Nonsens. 2. ugs.; sehr großer Unsinn, den jmd. unabsichtlich
vorbringt)', -sinnig <AdJ.>: a) schwachsinnig: ein -es Kind;
b) (ugs.) unsinnig, sinnlos: ein -es Gerede, dazu: -sinnigkeit,
die; -. -en (ugs.): 1. <o. PI.) Sbvüosigkeit einer Handlung,
eines Verhaltens o. ä. 2. sinnlose Handlung, Äußerung.
blöde: Tblöd; Blöde* [bloidlj. der; -s. - (ugs. abwertend):
svw. fBlödian; blödeln [bl0:d|n] <sw. V.; hat): absichtlich
dummes Zeug, Unsinn reden: sie blödeln schon den ganzen
Abend; Wir werden auch nie mehr so schön zusammen
blödeln wie früher (Werfet. Himmel 79). <Abl.:) Blödelei
[bloxb'laj], die; -, -en: das Blödeln: Herbert war nicht
abzubringen von seiner B. (Frisch. Homo 240); Möderweise
<Adv.) (ugs.): svw. !dummerweise: Länger war das Band
b. nicht (Plenzdorf. Leiden 84); Blödian [bl0:dia:n], der;
-s. -e (ugs. abwertend): Dummkopf: Es stimmt ... nicht,
daß Fußballspieler Proleten und -e sind (Hörzu 46. 1972.
12); Blödigkeit, die; - (veraltet): Schwäche, Scheu,
Schüchternheit; Blödist [blo'dist], der; -en. -en (österr. veraltend):
Dummkopf; Blödling, der; -s. -e: Dummkopf: Jeder B..
Doofkopp ... Idiot geht aufs College (Spiegel 47. 1967,
206).
blöken [bl0:kn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. bleken]: (von Schafen u. Rindern) die Stimme ertönen
lassen: das Schaf blökt.
blond fbbnt] <Adj.: -er. -este; nicht adv.) [frz. blond, wohl
aus dem Germ.]: 1. a) (vom Haar) gelblich, golden
schimmernd: -e Locken; ein -er Bart; sich das Haar b. färben
lassen; b) blondhaarig: ein -es Mädchen; <subst.:> er tanzte
mit der hübschen Blonden (Blondine). 2. (ugs.) von heller,
goldgelber Farbe: -e Brötchen; -es Bier; BlQnd. das; -s:
blonde Farbe: ein helles, dunkles B.
WQnd-, Bfynd-: -gefärbt <Adj.; o. Steig.; nur attr.): -es
Haar; -gelockt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -er Junge;
-haar, das (geh.): blondes Haar; -haarig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): mit blondem Haar: ein -es Mädchen; -köpf,
der: a) Kopf mit blondem Haar: sein B. war über das
Buch geneigt; b) (fam.) Kind mit blondem Haar: die beiden
Blondköpfe rannten davon; -lockig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ein -es kleines Mädchen; -schöpf, der: svw. f -köpf.
1Blonde [bbndd], das u. die; -n. -n [zu fblond (2)] (ugs.):
helles Bier; Berliner Weißbier: ein kühles -s. eine kühle
B.; blonde [bbndd. blÖ:d], die; -. -n [frz. blonde, zu:
blond, f blond (nach der Farbe der verwendeten Rohseide)]:
feine Seidenspitze mit Blumen- u. Figurenmuster; blondieren
[blan'di'.ran] <sw. V.; hat): Haare] aufhellen: die Haare
b.; blondiertes Haar; <Abl.:> Blondjfirung, die; -. -en. dazu:
Blondknmgsmittel, das; Blondine [bbn'di.na]. die; -, -n
[frz. blondine]: blonde Frau: eine hochgewachsene B.; er
schwärmt nur für -n.
bloß [blo.s; mhd. blös = nackt, unbedeckt; unbewaffnet;
unvermischt, rein, ausschließlich, ahd. blös = stolz]: I.
<Adj.) 1. nackt, unbedeckt: -e Arme; mit -em Oberkörper/
-en Füßen; er geht mit -em Kopf (ohne Kopfbedeckung);
das Kind liegt b. (ist nicht zugedeckt); Ü der -e (nackte,
unbewachsene) Fels; sie schliefen auf der -en Erde (auf
dem Erdboden); mit -em (blankem) Schwert; mit -em Auge
(ohne optisches Hilfsmittel) kann ich das nicht erkennen.
2. nichts anderes als: -es Gerede; der -e Gedanke (allein
schon der Gedanke) daran ließ ihn davor zurückschrecken;
nach dem -en Augenschein urteilen; er kam mit dem -en
Schrecken davon (hatte nur den Schreck zu überstehen).
II. 1. <Adv.) (ugs.) nur: das macht er b.. um dich zu
ärgern; er hatte b. Angst; da kann man b. staunen; er
denkt b. an sich; (verstärkend in einer Aufforderung oder
Frage.) geh mir b. aus dem Wege!; was soll ich b. machen?;
2. <KonJ.; nur in dem Wortpaar) nicht b sondern
auch ...: sie hatten nicht b. den Ärger, sondern mußten
sich auch noch auslachen lassen.
bloß-« Bloß-: ~decken.sich <sw. V.; hat) (selten): sich aufdek-
ken, die Bettdecke o.a. von sich tun: er hatte sich im
Schlaf bloßgedeckt; -füßig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(veraltend): barfüßig; -legen <sw. V.; hat): unter der Erde
Liegendes aufdecken, ausgraben: er legte die Mauerreste
bloß; Ü er begann, die Hintergründe dieser Tat bloßzulegen
(herauszufinden, zu enthüllen), dazu: -legung, die; -. -en;
-liegen <st. V.; ist): unbedeckt, frei, offen daliegen: die
Baumwurzeln liegen bloß; Ü das Geheimnis lag nun bloß
(geh.; war enthüllt)', -stellen <sw. V.; hat): vor anderen,
in der Öffentlichkeit blamieren, eine für einen selbst, für
einen anderen blamable Handlung o. ä. vor den Ohren
andererrügen, verspotten: Die Herren natürlich, die sich ungern
blamieren oder vor ihren Damen b. wollten (Zuckmayer,
Fastnachtsbeichte 156); einen Gegner in aller
Öffentlichkeit b.; damit hast du dich bloßgestellt, dazu: -Stellung,
die; -strampeln, sich <sw. V.; hat): (von kleinen Kindern)
sich durch Strampeln aufdecken: das Baby hatte sich über
Nacht bloßgestrampelt.
Blöße ['blo:»]. die; -. -n [mhd. blase]: 1. (geh.) das
Nacktsein; Nacktheit des Körpers od. eines Körperteils, bes. des
Genitalbereichs: er hatte nichts, um seine B. zu bedecken;
in seiner B. dastehen; Damen in Reifröcken .... von denen
der einen das Kleid hinten zerrissen war, so daß ihre
rundeste B.... gar lüstern zum Vorschein kam (Th. Mann.
Krull 324). 2. (Gerberei) enthaarte u. vom Fleisch befreite
Haut vor der Gerbung. 3. baumlose Stelle im Wald. 4.
(Fechten) gültige Trefffläche: innere obere B. (Brust); Ü
•sich <Dativ> eine B. geben (seine schwache Stelle zeigen,
sich durch etw. bloßstellen); jmdm. eine B. bieten (jmdm.
durch eine Handlung o.a. eine Gelegenheit zum Angriff,
zum Tadel geben).
Blouson [blu'zö:]. das. auch: der; -[s]. -s [frz. blouson. zu:
blouse. t Bluse]: über Hose od. Rwk getragene, an den
Hüften enganliegende sportliche Bluse; Blouson noir [bluzö-
nQa:^]. der; - -. -s -s [bluzö'nQa:g; frz.. aus T Blouson
u. noir < lat. niger = schwarz]: (in Frankreich)
Halbstarker in schwarzer Lederjacke.
Blow-up fbloo-Ap]. das: -s, -s [engl, blow up] (Fol.. Ferns.):
Vergrößerung (einer Fotografie, eines Fernsehbildes).
bhibbern t'bloben] <sw. V.; hat) [wohl lautm.] (ugs.): a)
(von einem flüssigen Stoff) beim Kochen / Blasen aufsteigen
u. an der Oberfläche mit einem dumpfen Geräusch platzen
lassen: die Pflaumen ... werden ... zu ... Brei zerkocht
... Der Brei blubbert und spritzt (Fussenegger. Zeit 47);
b) ärgerlich u.J undeutlich reden: er blubberte etwas in
seinen Bart; <Zus.:> Btybberwasser, das (ugs.): mit
Kohlensäure versetztes Getränk.
Blücher ['blY^g; nach dem preuß. Generalfeldmarschall
Fürst Blücher (1742-1819). dem „Marschall Vorwärts"
der Befreiungskriege] in der Wendung * rangehen wie B.
(ugs.; ein Vorhaben tatkräftig u. ohne Scheu anpacken).
Blueback ['blu.badc], der; -s. -s [engl, blueback, aus: blue
= blau, blaugrau u. back = Rücken] (Kürschnerei): Pelz
aus dem blaugrauen Fell jüngerer Tiere der Mützenrobbe
407
Blue box
(Klappmütze); Bhie box ['blu: toks], die; - -. - -es [aus
engl, blue = blau u. tBox] (Film. Ferns.): Gerät für ein
Projektionsverfahren, das künstliche Hintergründe in
Aufnahmestudios schafft; Bkiejeans, Blue teare [blu:-
cfaiins; engl.: blu:d3i:nz] <P1.> [engl.-amerik. blue jeans,
aus: blue = blau u. dem PI. von: Jean = Baumwolle
(vielleicht nach Genua, das ehemals wichtiger
Baumwollausfuhrhafen war)l: bes. von männlichen u. weiblichen
Jugendlichen getragene, saloppe Hose aus festem
Baumwollgewebe von verwaschener/ blauer Farbe mit farbig
abgesteppten Nähten; abgesteppte, geflickte B. j.; Blue notes
[blu: noots] <P1> [amerik. blue notes = blaue Noten):
der erniedrigte 3. u. 7. Ton der Durtonleiter im Blues;
Blues [blu.s; engl.: blu:zl. der; -. - [amerik. blues]: 1. a)
zur Kunstform entwickeltes, schwermütiges Volkslied der
nordamerikanischen Neger; b) aus dem Blues (a)
entstandene, durch die Blue notes gekennzeichnete ältere Form des
Jazz. 2. zu den nordamerikanischen Tänzen gehörender
Gesellschaftstanz in langsamem VrTakt.
Bluff [blof. veraltend, bloef). der; -s, -s [engl, blufll
(abwertend): dreiste, bewußte Irreführung. Täuschung'smanöver]:
das ist alles nur B.; Jeder weiß, daß die Schau, die er
abzieht, ein einziger B. ist (Wolfe [Übers.]. Radical 80);
Muffen [blufn. veraltend: bloefn] <sw. V.; hat) [engl, to
bluff < niederl. bluffen = prahlen] (abwertend): durch
dreistes Auftreten o.a. bewußt irreführen, täuschen; sich
nicht b. lassen; er bluffte die Polizei; wenn ich mir auch
eingestehen mußte, daß ich bei meinen Freveltaten hie
und da bluffte (Genet [Übers.]. Tagebuch 196).
blühen [(bly:an] <sw. V.; hat) /vgl. blühend/ [mhd. blüejen.
blüen. ahd. bluojan. bluowen]: 1. Blüten haben; eine oder
mehrere Blüten hervorgebracht haben, in Blüte stehen; die
Rosen blühen; in diesem Jahr blühen die Obstbäume reich
(haben viele Blüten); die Apfelbäume blühen rosa und
weiß; überall blüht und grünt es; die Wiesen, Gärten blühen
(sind voll von Blumen u. blühenden Pflanzen); blühende
Sträucher. Bäume; <subst.:) eine Pflanze zum Blühen
bringen; ein magerer Garten ... die Weinstöcke darin kamen
nicht zum Blühen (Strittmatter. Wundertäter 112); Ü sie
blüht wie eine Rose (sieht rosig, blühend aus). 2. gedeihen,
florieren: der Handel, die Wirtschaft blüht; Wilkes
Geschäft blüht; einen Sarg braucht ... Jeder (Remarque.
Obelisk 89). 3. (ugs.) (von erw. Negativem)
widerfahren: das kann dir auch noch b.!; Welches Schicksal mir
dann ( = bei einer Entdeckung) blühte, war mir völlig
klar (Niekisch. Leben 81); Mähend <AdJ.): l.jung u. frisch
aussehend/: eine -e Schönheit; ein -es Aussehen haben;
sie starb im -en (jugendlichen) Alter von zwanzig Jahren;
Der Erich ist wieder da und sieht aus wie's -e Leben
(Kant. Impressum 212); sie sieht b. aus. 2. übertrieben
wuchernd: eine -e Phantasie haben; das ist -er Unsinn!;
Blühet ['bly:dt]. die; - (Schweiz.): Zeit der] Baumblüte;
blühwillig <Adj.; nicht adv.): (von Pflanzen) bereit. Blüten
zu treiben, dazu: Blühwilligkeit. die; -.
Blümchen fbly.mcdn]. das; -s, -: f Blume; <Zus.:>
Blümchenkaffee, der [viel]., weil man durch den dünnen Kaflee
hindurch das Blumenmuster auf dem Tassenboden
erkennen kann] (ugs.. bes. sächsisch, scherzh.): sehr dünner
Bohnen Ikaffee; Blume ['blu:md]. die; -. -n [mhd. bluome. ahd.
bluoma. bluomo]: 1. <Vkl. t Blümchen) a) Pflanze, die
Blüten (1) hervorbringt: eine dankbare (anspruchslose, lange
und reich/ blühende) B.; die -n blühen, gedeihen hier
nicht, wachsen schnell, gehen ein; -n säen, pflanzen, gießen,
umtopfen; b) einzelne Blüte einer Blume (a) mit Stiel:
langstielige, frische, verwelkte, künstliche, gebackene (landsch.;
künstliche) -n; die blaue B. (Sinnbild der Sehnsucht in
der romantischen Dichtung): die -n duften, welken, lassen
die Köpfe hängen, sind noch frisch, gehen auf. halten
lange; -n pflücken; ein Strauß -n; jmdm. -n (Schnittblumen)
überreichen, schicken; R vielen Dank für die -n (ironische
Dankesformel als Antwort auf eine Kritik); *etw. durch
die B. sagen {jmdm. etw. verblümt, nur in Andeutungen
zu verstehen geben; wohl aus der Blumensprache, in der
Jede Blume eine symbolische Bedeutung hatte, so daß
man eine schlechte Nachricht durch das Überreichen einer
schönen Blume übermitteln konnte; dann aber von der
geblümten, d.h. gezierten, mit ..Redeblumen" [=
Floskeln] versehenen Sprache). 2. a) (von Wein) Bukett. Duft:
die B. des Weines; b) Schaum auf dem gefüllten Bierglas:
die B. des Bieres; die B. abtrinken. 3. (Jägerspr.) Schwanz
des Hasen: wenn er davonspringt. zeigt der Hase seine
weiße B.
Numen-, Blumen- [Blume (1)]: -arrangement, das: das
Hochzeitsauto mit einem B. schmücken; -asch, der (ostmd.):
svw. f ^topf; -beet, das: Beet, auf dem Blumen wachsen;
^Binder, der: jmd.. der Sträuße u.a. zusammenstellt od.
Kränze bindet; Florist (Berufsbez.); -binderin, die: w. Form
zu f ^binder. Floristin; -blatt, das; -brett, das: brettartige
Vorrichtung zum Aufstellen von Blumen topfen] am
Fettster; -bukett, das (veraltet): svw. t ^Strauß; -draht, der:
grüner/ dünner Draht zum Zusammenbinden von Blumen;
-dünger, der; -erde, die: Erde in einer für Blumen geeigneten
Mischung; -fenster, das: für die Aufstellung von
Blumentöpfen vorgesehenes Fenster; -flor, der (geh.):
Blumenfülle; -frau«die: Blumenverkäufer in. die einen
Verkaufsstand auf der Straße hat; -freund, der; -fülle, die: eine
große Menge Blumen; -garten, der; -geschäft, das:
Geschäft, in dem Blumen verkauft werden; ^geschmückt <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.): das -e Grab; -gewinde, das (geh.):
Kranz. Girlande aus Blumen; -grüß, der: Blumen, die jmd.
einem anderen als Gruß überbringen läßt; -kästen, der:
kastenähnliche Vorrichtung für / Balkon jblumen: der
Balkon war mit bunten Blumenkästen geschmückt; -Jiind,
das: svw. tHippie; -kohl, der [für ital. cavolfiore =
Kohlblume]: Kohl, dessen knolliger, dichter, heller
Blütenstand als Gemüse gegessen wird, dazu: -kohlohr, das (Boxen
Jargon): durch zahlreiche Treffer beim Boxen deformiertes
Ohr (das auf Grund der Knorpelbrüche einem Blumenkohl
ähnelt): Stollenberg fehlte so gut wie nichts, er hatte ein
B. (Ott. Haie 67). -kohlröschen, das: einzelner Teil des
Blumenkohls, der entfernt an eine kleine Rose erinnert:
-korb, der; -kränz, der; -kübel. der; -laden, der: svw.
t-geschäft; -malerel: holländische B.; -muster, das;
-pracht, die: eindrucksvolle/ Blumenfülle: -rabatte, die:
dekorativ angelegtes Blumenbeet; -ranke, die; -reich
<Adj.): 1. <nicht adv.) reich an Blumen: ein -er Garten;
Dortmund wurde seit der Gartenschau sogar eine -e und
grüne Stadt (v. d. Grün. Irrlicht 13). 2. reich an stilistischen
Verzierungen. Floskeln: eine -e Sprache. Redeweise; -*rohr.
das (Bot.): in tropischen Gebieten wild wachsende, hohe
Zierpflanze mit gelben od. roten Blüten; -samen, der;
-schale, die: -n als Tischschmuck; -schere, die; -schmuck, der;
-spräche, die: Brauch, durch Blumen od. Blumensträuße
Gedanken od. Empfindungen auszudrücken (z.B. Liebe
durch Rosen); -stand, der: Verkaufsstand für Blumen;
-Ständer, der: auf dem B. stehen gepflegte
Zimmerpflanzen; -stengd, der; -stiel, der; -stock, der: blühende/
Topfpflanze; -Strauß, der: Strauß aus Schnittblumen;
-«tück, das (Malerei): Darstellung von Blumen als Stilleben;
-teppfch, der (kath. Rel): zu Fronleichnam lag ein B.
vor der Kirche; stiere <P1.>: Korallentiere: -topf, der:
a) Topf aus Ton. Kunststoffo. ä. zum Einpflanzen von Blumen;
b)(ugs.) Topfpflanze; R damit kannst du keinen B. gewinnen
(ugs.; damit kannst du nichts erreichen): -vase, die;
-Verkäuferin, die; -Züchter, der; -zwiebel, die: knollenförmiges
Gebilde, aus dem eine Blütenpflanze sprießt.
Mumenhaft <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (dichter.): wie eine
Blume: sie ist von -er Anmut.
blümerant [blymarant] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
bleu mourant = blaßblau, aus: bleu (tbleu) u. mourant
= verwaschen, eigtl. = sterbend. 1. Part, von: mourir
= sterben < *vlat.morire < lat. mori] (ugs.): flau, unwohl,
übel: ein -es Gefühl; mir ist ganz b. [zumute].
bhmig ['blu:mi<;) <Adj.): I. viele Floskeln enthaltend: eine
-e Redeweise; sein Stil ist mir zu b. 2. Duft von Blumen
aufweisend: ein -es Parfüm. 3. mit eitler Blume (2 a) versehen,
duftig, würzig: -e Weine; <Abl.:) Billigkeit, die; -.
Blunze ['blunt^dl. die; -. -n. Bhiraen ['blunt$n]. die; -. -
(landsch.): I. Blutwurst: *das ist mir Bkinzen (salopp; das
ist mir völlig gleich). 2. (ugs. abwertend) dicke, unbewegliche
Frau: so eine alte B.!
Bläschen I'bly:s<pn]. das; -s, -: t Bluse; Bluse ['blu:zd], die;
-. -n <Vkl. tBltischen) [frz. blouse. eigtl. = (Fuhrmanns)-
klttel. Arbeiterkleid. H. u.J: I. (bes. von Frauen) zu Rock
od. Hose zu tragendes Kleidungsstück, das den Oberkörper
bedeckt: eine hochgeschlossene B.; eine B. zum Rock
tragen; eine pralle, [satt] gefüllte B. haben (Jugendspr.; einen
üppigen Busen haben)', [ganz schön] etw. in/unter der B.
haben (Jugendspr.; einen üppigen Busen haben). 2.
(Jugendspr.) Mädchen: er kam mit einer heißen B. zur Party.
408
blut-, Blut-
Bliise ['bly:zal. die; -. -n [niederd. blüse] (Seemannsspr.):
Leuchtfeuer.
Musen t'blu:zn] <sw. V.; hat) (Schneiderei): locker über der
Gürtellinie sitzen: Püllige Trenchcoats mit blusendem Rük-
ken; Musenartig <Adj.; o. Steig.): das -e Oberteil des
Kleides: Musig ['blu:zi9l <Adj.; o. Steig.): svw. f blusenartig:
weite und b. fallende Ärmel.
Blust [blu:st. auch: blust], der od. das; -(eis [mhd. bluost
= Blüte] (südd., Schweiz., sonst veraltet): Blüte\ das Blühen:
Er (= der Birnbaum) war so überladen mit weißem B.,
daß er einen großen sanften Schatten unter sich ausbreitete
(Werfel, Himmel 104).
Blut [blu:t], das; -[eis [mhd.. ahd. bluot): dem Stoffwechsel
dienende, im Körper des Menschen u. von Tieren
zirkulierende rote Flüssigkeit: rotes, dunkles, dickes, krankes, unreines
B.; das B. fließt aus der Wunde, pocht in den Schläfen,
gerinnt; bei der Anstrengung stieg ihm das B. in den
Kopf; viel B. wurde vergossen (geh.; viele Menschen wurden
bei den Kämpfen getötet): B. spucken, husten; B. spenden,
übertragen; das B. stillen; sie hat bei diesem Unfall viel
B. verloren (sehr stark geblutet): er kann kein B. sehen
(ihm wird beim Anblick von B. übel): sie hatte keinen
Tropfen B. im Gesicht (war ganz blaß): die Bande des
-es (geh.; enge verwandtschaftliche Bindungen): die Stimme
des -es (dichter.; nicht zu unterdrückendes
Zusammengehörigkeitsgefühl gegenüber einem Blutsverwandten, bes. bei
Eltern u. Kindern): einige Promille Alkohol im B. haben;
der Verletzte lag in seinem B. (lag stark blutend da):
sein Hemd war mit B. getränkt, war voll B.; Ü das B.
Christi (ev. u. kath. Rel.; der Wein als Bestandteil des
Abendmahls): B. und Boden (ns. Formel für den Grundsatz,
daß Macht und Staat nur bei einheitlicher Rasse auf
territorialer Grundlage zu verwirklichen seien): darin zeigt sich
das mütterliche B. (Erbe): ihm kocht das B. in den Adem
(er ist voller Zorn): den Zuschauern
gefror/stockte/gerann/erstarrte das B. in den Adern (die Zuschauer waren
starr vor Schreck): dem Unternehmen muß frisches B.
zugeführt werden (geh.; das Unternehmen braucht frische
Kräfte): heißes/feuriges B. (ein leidenschaftliches
Temperament) haben; adliges B. haben (adliger Abkunft sein):
französisches B. in den Adern haben (seiner Abstammung
nach zum Teilt Franzose sein): *ein junges B. (dichter.;
ein junger Mensch): an imds. Hinten klebt B. (geh.; jmd.
ist ein Mörder): Maines B. in den Adern haben (von adliger
Abkunft sein: aus gleichbed. Span, sangre azul. nach den
durch die weiße Haut durchscheinenden Adem der span.
Adligen, die meist aus nördlicheren Gegenden stammten):
kaltes B. bewahren (sich beherrschen, kaltblütig bleiben):
etw. schafft/macht böses B. (etw. erregt Unzufriedenheit,
feindselige Gefühle): B. und Wasser schwitzen (ugs.: 1.
in großer Aufregung sein, große Angst haben: er hat B.
und Wasser geschwitzt, daß ihn niemand entdeckte. 2.
sich übermäßig anstrengen müssen, um erw. zu schaffen:
bei dieser Arbeit habe ich B. und Wasser geschwitzt):
B. geleckt haben (ugs.; nachdem man sich näher mit etw.
befaßt hat. Gefallen daran finden u. nicht mehr darauf
verzichten wollen): erst hatte er keine Freude daran,
doch jetzt hat er B. geleckt; [nur] ruhig B.! (ugs.; nur
keine Aufregung!): jmdn. bis aufs B. quälen/peinigen/
reizen (jmdn. bis zum äußersten quälen, peinigen, reizen):
etw. liegt imdm. im B. (jmd. hat für etw. eine angeborene
Begabung): im B./in imds. B. waten (geh.; ein Blutbad
anrichten: eine grausame Massenhinrichtung, -tötung
durchführen): etw. in Qmds.] B. ersticken (geh.; etw. blutig, mit
viel Blutvergießen unterdrücken): einen Aufstand im B.
der Anführer ersticken; etw. mit seinem B. besiegeln
(dichter.;//^ etw. sterben): nach B. lechzen, dürsten (geh.;
rachedurstig sein).
Mut-. Blut-: -ader, die: Ader, die das Blut zum Herzen
zurückführt. Vene: ^algen <P1.>: durch entsprechende
Farbstoffe rot erscheinende Grünalgen: -alkohol, der:
Alkoholgehalt im Blut nach dem Genuß von Alkohol: 1.8 Promille
B.. dazu: -alkoholbestanmung« die: Ermittlung des
Alkoholgehalts im Blut. Blutprobe, -alkohotgehalt, der; -andrang*
der: vermehrte Blutansammlung in Organen od.
Körperteilen: -ansanvniung, die; -apfelsine, die: svw. f -orange;
'-arm <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: zu wenigrote
Blutkörperchen besitzend, anämisch: 2~^rm <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (ugs. emotional verstärkend): sehr arm; -annut, die:
Mangel an roten Blutkörperchen. Anämie: -auflrfachtmg*
die (Tierzucht): (meist einmalige) Anpaarung eines
Vatertiers aus fremder Zucht zur Verhinderung von
Degenerationsschäden einer Rasse: -ausstrich, der (Med.): auf einem
gläsernen Plättchen für die mikroskopische Untersuchung
entnommener Blutstropfen: die verschiedenen Elemente des
Blutes im B. auszählen; -austau9ch, der (Med.): Entnahme
kranken Blutes u. gleichzeitige Transfusion gesunden Blutes
von einem Spender der gleichen Blutgruppe: -bad, das <PI.
ungebr.): blutige Auseinandersetzung zwischen feindlichen
Gruppen, bei der in verbrecherischer Weise eine größere
Anzahl von unschuldigen od. wehrlosen! Menschen
hingemordet wird: ein B. anrichten; daß ein Krieg zwischen
Indien und Pakistan zu einem furchtbaren B. unter den
verschiedenen Religionsgemeinschaften ... fuhren könnte
(Welt 9. 9. 65. 4); -bahn, die: Adern des Blutkreislaufs:
-bank, die <P1. -banken) (Med.): Einrichtung, die der
Herstellung. Aufbewahrung u. Abgabe von Blutkonserven dient:
--bann, der (MA): Kriminalgerichtsbarkeit: -befleckt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): -e Hände: ^behnengung» die;
^beschmiert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die -e Tatwafle;
-beule, die: örtliche Schwellung der Haut nach einem
Bluterguß: -bild, das (Med.): aus verschiedenen mikroskopischen
Untersuchungen gewonnenes Gesamtbild der Beschaffenheit
des Blutes: -bildend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die Bildung
roter Blutkörperchen fördernd: -bikhmg, die; -blase, die:
mit Blut gefüllte kleine Hautblase: -brechen, das: Erbrechen
von Blut: -buche, die: Rotbuche mit blutroten bis fast
schwärzlichen Blättern: -druck, der <o. PI.) (Med.): Druck
des Blutes auf das Gefäßsystem: hohen, niedrigen B. haben,
dazu: -dmckmessung, die (Med.): Ermittlung des
Blutdrucks /mit Hilfe eines ManometersI. -drucksenkend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Mittel; -durst. der (geh.):
Mordlust. Mordgier, dazu: -dürstig <Adj.) (geh.):
mordgierig: ^egel. der: im Wasser lebender Ringelwurm mit zwei
Saugnäpfen u. seitlichen Organen zur Aufbewahrung von
Blut, das er aus Blutgefäßen menschlicher od. tierischer
Körper heraussaugt, dazu -egelbehandlung. die:
Heilbehandlung durch Ansetzen medizinischer Blutegel (z. B.
bei Venenentzündung): -entnähme, die: für weitere
Untersuchungen des Patienten war eine B. erforderlich;
-erbrechen, das: svw. t-brechen: -erguß. der: Ansammlung von
Blut außerhalb der Blutbahn in den Weichteilen. Hämatom:
von seinem Sturz hatte er einen B.; -ersatz. der (Med.):
bei hohem Blutverlust Ersetzung der Blutflüssigkeit durch
andere Flüssigkeiten. z.B. physiologische Salzlösungen:
-fahne, die: 1. (MA) rote Fahne, die bei der Vergabe eines
mit dem t Blutbann verbundenen Lehens verwetulet wurde.
2. (ns.) Hakenkreuzfahne, mit der alle anderen Fahnen der
NSDAP durch Berührung geweiht wurden: -farbstoff. der
(Med.): Farbstoff der roten Blutkörperchen, der dem
Transport, der Bindung u. der Abgabe des Sauerstoffs dient:
-faserstofT, der (Med.): bei Blutgerinnung entstehender
Eiweißstoff des Blutes: -fehde, die (hist.): mit Morden
verbundene Fehde: -fleck[en], der: -ein] [aus der Kleidung]
auswaschen, [vom Boden] entfernen; -flüssigkeit. die: svw.
t-plasma; -gef&ß. das (Med.): röhrenförmiges Gefäß, in
dem das Blut vom Herzen zu den Geweben bzw. von diesen
zum Herzen strömt: Ader: ein Medikament zur Erweiterung
der -e. dazu: -gefiäßsystem, das: Gesamtheit der Blutgefäße,
Kreislaufsystem, -gefSßverstopfung, die: durch
Blutgerinnsel körpereigener od. fremder Substanzen entstandener !
teilweiser I Verschluß eines Blutgefäßes. Embolie: Thrombose:
-geld, das (hist.): 1. Sühnegeld, das der Mörder an die
Sippe des von ihm Ermordeten zahlt. Wergeid. 2. Belohnung
für das Anzeigen eines Mörders: -gerichtsbarkeit, die (M A):
vom König selbst ausgeübte od. durch Verleihung
weitergegebene Gerichtsbarkeit, hohe Gerichtsbarkeit: -gerinnsei, das:
geronnenes Blut innerhalb eines Blutgefäßes: in seinem
Gehirn hat sich ein B. gebildet; -gerbvming, die (Med.):
Erstarrung des Blutes innerhalb eines Blutgefäßes: -gerüst, das
(geh.): Scliafott: der Verurteilte stieg auf das B.; -geschwür.
das (volkst.): Furunkel: -getrinkt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ein -es Hemd: Ü die Erde hier ist b.; -gier, die:
svw. t-durst, dazu: -gierig <Adj.): svw. t-durstig; -grup-
pe, die (Med.): einer der vier, durch zeitlebens
unveränderliche u. erbliche Merkmale des Blutes charakterisierten
Grundtypen des Blutes: Jmds. B. feststellen; ich habe die
B. 0; *das ist meine B. (ugs.; das ist nach meinem
Geschmack), dazu: -gruppenbestimmung, die: Feststellung der
Blutgruppe durch Beobachtung der Zusammenballung sreak-
409
Blute
tion (Agglutination l). -gruppenuntersuchung, die (im
Bereich des Rechtswesens) Feststellung der Blutgruppe als
Beweismittel für die Abstammung eines Kindes: -hochdruck,
der (Med.): durch erhöhten arteriellen Blutdruck
gekennzeichnete Krankheit des Kreislaufsystems. Hypertonie (1);
-hund, der: Vertreter einer englischen Hunderasse mit
ausgeprägtem Spürsinn: Ü er ist ein B. (jnul.. der foltert u.
mordet): -husten, der: Husten mit blutigem Auswurf: -jyng
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (emotional verstärkend):
außerordentlich, fast noch kindhaft jung: wie ein -er Leutnant
(Bergengruen. Rittmeisterin 434); Mein Herr aber ist Jung,
b. (Th. Mann, Erzählungen 727 [Die Betrogene!); -konser-
ve, die (Med.): in Spezialflaschen steril abgefülltes, mit
gerinnungshemmenden Flüssigkeiten versetztes Blut für
Bluttransfusionen: -konservierung, die; -körperchen, das
(Med.): Bestandteil des Blutes: in den Fügungen: rotes
B.. weißes B.: das Blutbild gibt Aufschluß über die
Verteilung der roten und der weißen B.. dazu: -körperchensen-
kungsgeschwindigkeit, die (Med.): meßbare
Senkungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen, deren Veränderung
Aufschiuli über bestimmte Erkrankungen geben kann:
-krebs, der: svw. t Leukämie; -kretslauf, der (Med.):
durch das Herz angetriebener j Umlauf des Blutes im
tnenschlichen bzw. tierischen Körper: -kuchen, der (Med.):
bei der Blutgerinnung entstehendes Gerinnsel aus
Blutfaserstoff u. Blutkörperchen: flache, die; -laus, die: weit
verbreitete Blattlaus mit rotbrauner Körperflüssigkeit
(Obstbaumschädling): -lebendig <Adj.; o. Steig.) (österr.): sehr
lebendig, agil: der Alte ist noch b.; ^leer <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ohne Blut zufuhr/: ihr Gesicht war b. (sehr blaß,
bleich): Ü ein -er (unlebendig wirkender) Roman: -leere,
die: verminderte Blutzufuhr: eine B. im Gehirn verspüren;
-mangeJ, der; -mäßig <Adv.): svw. t blutsmäßig; Mnenge,
die; -opfer, das (geh.): a) Opferung eines od. mehrerer
Menschen in einem Kampf o.a.: sie hatten viele B. zu
bringen; b) bei einem Kampf o.a. Geopferter: sie gehörten
zu den -n des Widerslands; -orange, die: Orange mit mehr
od. weniger rotem Fruchtfleisch u. rötlicher Schale:
Blutapfelsine: -pfropf, der (volkst.): Fremdkörper in einem
Blutgefäß, der das Blut am Strömen hindert: -ptasma, das
(Med.): flüssiger Bestandteil des Blutes, der zum Transport
der Blutzellen dient: -plättchen, das (Med.): als farbloses,
dünnes Scheibchen geformter Bestandteil des Blutes, der
für Blutgerinnungu. -Stillung wichtig ist: -probe, die (Med.):
a) Blutentnahme für eine Blutuntersuchung [hinsichtlich des
Alkoholgehalts/: eine B. bei jmdm. machen; b)
Blutuntersuchung ! hinsichtlich des Alkoholgehalts]: die B. ergab
Trunkenheit; bei der B. wurde festgestellt, daß ...; -räche, die:
Form der Selbstjustiz, bei der ein getöteter
Sippenangehöriger an dem Mörder od. einem Mitglied von dessen Sippe
gerächt wird, dazu: -radier, der; -rausch, der: blindwütiger
Drang zu töten: -reich <Adj.; nicht adv.): ein -es Organ;
-reinigend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -er Tee: -reinigung,
die: volksmedizinisches Heilverfahren zur Entschlackung des
Blutes durch vitamitweiche Kost u. verschiedene Tees, dazu:
-reinigungskur, die, -reinigungstee, der: -rot <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.): intensiv rot: b. geht der Mond auf;
-rünstig (-rYnsjK;] <Adj.) [mhd. bluotruns(ic) = blutig
wund, zu: bluotruns(t) = Blutfluß, blutende Wunde, eigtl.
= Rinnen des Blutes]: a) svw. t ^durstig; ein -er Tyrann;
b) von Mord und Grausamkeiten handelnd: -e Geschichten:
-sauger, der: 1. (Zool.) Vertreter einer Gruppe stechender
Insekten, die sich vom Blut der Warmblüter ernähren. 2.
svw. I Vampir. 3. (abwertend) skrupelloser Ausbeuter, zu
3: -saugerei, die; -; -schände, die: a) Geschlechtsverkehr
zwischen engsten Blutsverwandten. Inzest: b) (ns.)
Geschlechtsverkehr zwischen Angehörigen verschiedener
Rassen, bes. zwischen Juden u. Ariern: Rassenschande, dazu:
-Schänder, der, -sdtändertoch <Adj.): ein -es Verhältnis;
-schuld, die (geh.): Verantwortung für einen Mord: eine
B. auf sich laden; -schwamm, der: svw. t Adergeschwulst;
-schwitzen, das: Absonderung rot gefärbten Schweißes:
-$ee, der: See, dessen Wasser durch gehäuftes Auftreten
rot pigmentierter Geißeltierchen od. durch eine Ansammlung
von Blutalgen rot verfärbt ist: -Senkung, die (Med.): a)
Blutentna/ime für eine Blutsenkung (b); b) Messung der
Geschwindigkeit, mit der die roten Blutkörperchen in
ungerinnbar gemachtem Blut herabsinken (zu
Untersuchungszwecken): -serum, das (Med.): klare Blutflüssigkeit, die
sich bei Gerinnung vom Blutkuchen absetzt: Blutwasser:
-speien, das; -s (geh.): vgl. -husten; -spende, die: von
einem gesunden Menschen gespendete Blutmenge zur
Blutübertragung, dazu: -Spender, der: jmd., der eine bestimmte
Blutmenge für Blutübertragungen abgibt: -spendedienst,
der: Einrichtung zur Gewinnung, Aufbewahrung u. Abgabe
von Blut- u. Plasmakonserven: -spendezentrale, die: vgl.
-spendedienst; -spucken, das; -s: vgl. -husten; -spur, die:
die -en an den Kleidern untersuchen, beseitigen; -Status,
der (Med.): Zusammenstellung aller für einen Kranken
benötigten Blutuntersuchungen: -Stauung* die; -stillend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): Blutungen zum Stillstand
bringend: -e Mittel; -Stillung, die; -strahl, der: ein B. schoß
aus seiner Wunde; -ström, der: das Fließen des Blutes
im Blutkreislauf: durch Abdrücken der Schlagader den
B. unterbrechen; -stuhl, der: Stuhl mit Blutbeimengungen
nach inneren Blutungen im Magen-Darm-Bereich: -stürz,
der: a) starke, plötzlich auftretende Blutung aus Mund.
Nase. After oder Scheide: b) (volkst.) starke Blutung aus
Mund u. Nase: -tat, die (geh.): Mord: eine B. begehen;
-taufe, die: 1. Stieropfer u. damit verbundene Taufe in
antiken Mysterien. 2. im ehrist/. Altertum Martyrium eines
Nichtgetauften an Stelle der sakramentalen Taufe: -transfu-
sion, die (Med.): Übertragung von Spenderblut auf einen
Empfänger, der i bei einem Unfall o. ä. i viel Blut verloren
hat: -triefend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): er wischte das
-e Messer ab; Ü -e Hände (Mörderhände): -überströmt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): der Verletzte lag b. am Boden;
-Übertragung, die: svw. t Transfusion; -unterlaufen <AdJ.;
o. Steig.; nicht adv.): durch Austreten von Blut ins Gewebe
bläulich-violett verfärbt: -e Augen; -Untersuchung, die
(Med.); -vergießen, das; -s (geh.): das Töten, zu dem es
bei einer feindlichen Auseinandersetzung kommt: ein
sinnloses B.; unnötiges B. vermeiden; -Vergiftung, die: von
einem Herd ausgehende Verbreitung von Bakterien auf dem
Weg über die Blutgefäße. Sepsis: sie ist an einer B.
gestorben; -Verlust,der; -verschmiert <Adj.;o. Steig.; nicht adv.):
die Kleider des Toten waren b.; ^voll <Adj.; o. Steig.):
lebendig, kraftvoll: eine -e Schilderung; -wallung, die;
^wasche, die (Med.): Reinigung des einem Patienten
entnommenen Blutes von krankhaften Bestandteilen: ^wasser, das:
svw. t-serum; -wtnig <Adv.) (ugs.): äußerst wenig: sie
haben sich b. (so gut wie gar nicht) um ihn gekümmert;
-wunder, das (kath. Kirche): Erscheinungen, nach
Wundererzählungen bes. die Erscheinung echten Blutes an Hostien
od. Christusbildern: ^wurst, die: Wurst aus Schweinefleisch.
Speckstückchen u. dem Blut des Schlachttieres: -zelle, die
(Med.): fester Bestandteil des Blutes: -zeuge, der (geh.):
Märtyrer: -Zirkulation, die: svw. Nkreislauf; ^zoll, der
(geh.): eine bestimmte Anzahl von Menschen, die im
Zusammenhang mit erw. ihr Leben verlieren: der Straßenverkehr
fordert einen jährlichen B. von mehr als 15000 Toten;
-zucker. der (Med.): im Blutserum vorhandener
Traubenzucker, dazu: -Zuckerspiegel, der: Höhe der Konzentration
des Blutzuckers: -zufirfir, die: durch Druck auf die
Schlagader wird die B. gedrosselt.
Blüte ['bly:td], die; -. -n [mhd. blüete. PI. von mhd.. ahd.
bluot = Blühen. Blüte]: I. blüftender, in mannigfaltigen,
meist leuchtenden Farben sich herausbildender Teil einer
Pflanze, der zur Hervorbringung der Frucht u. des Samens
dient: eine duftende, verwelkte B.; (Biol.:) männliche und
weibliche -n; die B. entfaltet sich, öffnet sich, schließt
sich wieder, fallt ab; die Pflanze treibt -n; der Baum ist
voller -n; -n tragen (blühen): *etw. treibt üppige/seltsame/
wunderliche -n (etw. nimmt reiche/seltsame/wunder liehe
Formen an): in dieser Erzählung trieb seine Phantasie
üppige, die seltsamsten -n. 2. <o. PI.) das Blühen: die B.
der Obstbäume beginnt, ist vorüber, die Bäume stehen
dicht vor der B.. stehen in [voller] B; sich zu voller B.
entfalten; Ü er starb in der B. seiner Jahre (geh.; in der
Zeit höchster persönlicher Entfaltung). 3. <o. PI.) (geh.)
hoher Entwicklungsstand: eine Zeit der wirtschaftlichen,
geistigen B.; die Kunst erreichte damals eine hohe B.;
dieser Wirtschaftszweig entwickelte sich zu ungeahnter
B. 4. (ugs.) gefälschte Banknote: -n drucken, in Umlauf
bringen. 5. (ugs.) kleine entzündete Stelle auf der
Gesichtshaut: Pickel: sie hatte ein Gesicht voller -n. 6. (ugs.
abwertend) jmd.. der nicht sehr fähig ist. dessen Arbeit nicht
viel taugt: wenn du dich nicht kümmerst, wird noch dein
Minister erfahren, welche B. hier auf seiner Dienststelle
sitzt (Zwerenz. Kopf 42).
410
bock-, Bock-
Muten [blu:tn] <sw. V.; hat) [mhd. bluoten. ahd. bluoten;
2: wohl nach einer früher üblichen Strafe für
schwerwiegende Verbrechen, die im öffnen einer Ader des Delinquenten
bestand]: I. Blut verlieren: der Verletzte blutete stark/
(derb:) wie ein Schwein; seine Nase blutete; die Wunde
blutete (es trat Blut daraus hervor): aus dem Mund b.;
eine stark blutende Wunde; Ü der Baum blutet (aus ihm
fließt Harz). 2. (ugs.) notgedrungen viel Geld bezahlen
müssen: für dieses Unternehmen hat er schwer, ganz schön
geblutet.
bluten-. Bluten-: -Watt, das: die Blütenblätter fallen ab;
~dolde, die; ^flor, der (geh.): Fülle von Blüten: -bonig,
der; -hülle, die (Bot.): die äußeren Blätter einer Blüte,
die Staubgefäße und Stempel umschließen: -kelch, der
(Bot.): aus grünen, oft miteinander verwachsenen Blättern
bestehender äußerer Kreis der Blütenhülle: -knospe, die;
-lese, die: Sammlung von Aussprüchen berühmter
Persönlichkeiten/: ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: -e Pflanzen;
mH, das: ätherisches Öl. Duftstoff von Blüten: -pflanze.
die (Bot.): Pflanze, die zur Vermehrung Blüten ausbildet:
-reich <Adj.; nicht adv.>: eine -e Pflanze; -stand, der
(Bot.): (bei Pflanzen mit mehreren Blüten) der blattlose,
verzweigte. Blüten tragende Teil der Pflanze: einfache,
zusammengesetzte Blütenstände; -staub, der (Bot.): aus den
Staubbeuteln von Blutenpflanzen stammende, als männliche
Geschlechtszellen der Befruchtung dienende mikroskopisch
kleine Teilchen. Pollen: MVfiiß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
(von Wäsche o.a.) strahlend weiß: -e Hemden; -zweig,
der: in der Bodenvase standen einzelne -e.
Bluter ['blute), der; -s, - (Med.): jmd.. der ander
Bluterkrankheit leidet: Bluterkrankheit, die <o. PI.) (Med.):
Erkrankung, die durch das Fehlen der Gerinnungsfähigkeit des
Blutes charakterisiert ist.
Blütezeit, die; -. -en: 1. Zeit des Blühens. der Blüte. 2.
Glanzzeit. Hochzeit: die B. des alten Athen; damals hatte
der französische Absolutismus seine B.
blutig [blu.ti^] <Adj.) [mhd. bluotec, ahd. bluotag]: 1. a)
(nicht adv.> mit Blut bedeckt, blutbefleckt: -e Hände; sein
Anzug war b.; jmdn. b. schlagen (so selvr schlagen, daß
er blutet): b) <meist attr.) mit Blutvergießen verbunden:
die -e Unterdrückung des Aufstandes; ein -es Handwerk;
er hat -e Rache genommen (hat sich grausam gerächt).
2. <nur attr.; emotional verstärkend) das ist -er (bitterer,
tiefer) Ernst; ein -er (völliger, absoluter) Anfänger. Laie;
-e Tränen weinen (bitterlich, heftig weinen): '-blutig
[-bly:tu;] in Zusb.. z. B. heißblütig.
2-bkitig [-] in Zusb.. z. B. großblUtig; -bkitler [-bly:tle] (Bot.)
in Zusb.. z. B. Lippenblütler.
Mut»-, Bluts-: -bände <P1.) (geh.): enge Bande zwischen
Blutsverwandten: -bruder, der: Freund, mit dem man
Blutsbrüderschaft geschlossen hat: -brudersdiaft. die: durch feierliche
Vermischung von Blutstropfen der Partner besiegelte
Männerfreundschaft: sie ritzten sich den Oberarm, um B. zu
schließen; -freund, der: svw. f-bruder; -mäßig <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): eine -e Verbundenheit; -tropfen, der:
einen B. abtupfen; Ü die Stellung bis zum letzten B. (bis
zum letzten Mann) verteidigen; -verwandt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): durch gleiche Abstammung verwandt. <subst.:>
-verwandte, der u. die; -Verwandtschaft, die: gleiche
Abstammung von einem gemeinsainen Vorfahren.
blutt [blut] <Adj.; blütter. Sup. ungebr.; nicht adv.) [mhd.
blut] (Schweiz.): 1. nackt% bloß: mit dem -en Finger in
ein heißes Fondue langen; U einen Enzian ajuf-en
(nüchternen) Magen nehmen. 2. <nur attr.) einzig: sie hatte schon
lange keinen -en Tausendfrankenschein mehr gesehen.
Blut-und-Boden-Dichtung« die; - (abwertend): vom
Nationalsozialismus geförderte Literaturrichtung, in der dessen
kulturpolitische Idee einer reinen Führungsrasse mehr od.
weniger offen zutage trat.
Blutung, die; -. -en: a) Austreten von Blut aus einem Blutgefäß
infolge krankhafter Gefäßveränderung od. Verletzung:
innere, äußere -en; eine B. zum Stehen bringen; b) Regelblutung:
Menstruation: eine unregelmäßige B.
b-Moll [be>. auch: '-'-]. das; -: Tonart: Zeichen: b (tb,
B 2); <Zus.:) b-Moll-Etüde, die.
Bö [bo:], die: -. -en [niederd. bui. buy. böi < niederl.
bui. H. u.]: plötzlicher, heftiger Windstoß: eine orkanartige
B. fegte über das Schiff; -en beim Segeln ausnutzen; das
Flugzeug wurde von heftigen -en geschüttelt.
Boa['bo:a].die;-.-s[lat.boa = Wasserschlange]: 1. ungiftige
südamerikanische Riesenschlange. 2. kurz für t Federboa.
Pelzboa: Um den Hals trug sie eine kleine B. aus
schmutzigen, zerzausten weißen Federn CK. Mann. Mephisto 160).
Boordinghouse ['bo:dmhaosl. das; -. -s [engl, boardinghouse.
aus: boarding = Verpflegung u. house = Haus]: engl.
Bez. für Pension, Gasthaus: Boardingschool [-sku:l], die;
-. -s [engl, boardingschool. aus: boarding = Verpflegung
u. school = Schule]: englische Internatsschule mit
familienartigen Hausgemeinschaften.
Bob [top], der; -s. -s [Kurzf, von T Bobsleigh]: verkleideter
Stahlsportschlitten für zwei bis vier Personen mit getrennten
Kufenpaaren für Steuerung u. Bremsen.
69b-: -bahn, die: für Bobrennen angelegte Bahn: eine B.
bauen, eröffnen; -fahrer, der; -rennen, das: auf dem
Programm stehen Eishockey und B.; -sleigh [bobslei], der;
-s, -s [amerik. bobsleigh, aus engl, to bob = ruckartig
bewegen u. sleigh = Schlitten]: svw. fBob; -sport, der;
-Sportler, der.
bobben f'bobn] <sw. V.; hat) [engl, to bob. t Bobsleigh]
(Sport): beim Bobfahren eine gleichmäßige ruckweise
Oberkörperbewegung zur Beschleunigung der Fahrt ausführen.
Bobby ['tobij, der; -s, -s u. Bobbies [engl, bobby. nach
Sir Robert (Bobby) Peel (1788-1850). dem Reorganisator
der engl. Polizei]: volkst. engl. Bez. für Polizist.
Bober [*bo:bß], der; -s, - [zu niederd. boben, baben =
oben] (Wasserbau, Seew.): auf dem Wasser schwimmende
Tonneo. ä..bes. zur Kennzeichnung von Untiefen od.
Hindernissen in der Fahrrinne.
Bobtail [babteil], der; -s. -s [engl, bobtail = (Hund) mit
Stummelschwanz]: englischer Schäferhund: mittelgroßer,
langzottiger grauer Hütehund.
Boccta ['totjal. das; -[s] od. die; - [ital. boccia < *vlat.
bottia = runder Körper]: italienisches Kugelspiel.
Boche [bojl. der; -. -s [frz. boche. gekürzt aus: alboche.
(unter Einfluß von: caboche = Kopf. Schädel) zu: alle-
mand = deutsch. Deutscher, t Allemande]: frz. ugs.
abwertende Bez. für Deutscher.
'Bock [bok], der; -[eis. Böcke ['boeka; mhd.. ahd. boc]: I.
<Vkl. t Böckchen) (bei verschiedenen Säugetieren)
männliches Tier: ein störrischer B. (Ziegenbock): ein kapitaler
B. (Jägerspr.; großer Rehbock): steif wie ein B.. ein steifer
B. sein (ugs.; sehr steif, ungelenkig sein): er ist stur wie
ein B. (ugs.; ist sehr stur): der Mann stank wie ein B.
(hatte einen durchdringenden Geruch an sich): R Jetzt ist
der B. fett (ugs.; jetzt reicht es aber): *jmdn. stößt der
B. (fam.; 1. von Kindern! trotzig weinen um etw.
durchzusetzen! u. dabei immer wieder aufschluchzen. 2. störrisch
sein): etw. aus B. tun (salopp; etw. ohne einen richtigen
Anlaß, sondern nur. weil es einem gerade Spaß macht, tun):
..Nur so aus B." traten Rocker ... einen Mann zusammen
(Spiegel 29. 1974. 38); einen B. schießen (ugs.; einen Fehler
machen: nach der früheren Sitte der Schützengilden, dem
schlechtesten Schützen als Trostpreis einen Bock zu
überreichen): den B. zum Gärtner machen (ugs.; jmdm. im guten
Glauben eine Aufgabe übertragen, der er aber auf Grund
seiner Veranlagung od. seiner Voraussetzungen eher schadet
als nützt: der Bock frißt die jungen Triebe ab); die Böcke
von den Schafen trennen (die Schlechten u. die Guten voneitt-
ander trennen: nach einem sehr alten Schäferbrauch; daher
das Gleichnis Matth. 25. 32); einen B. haben (fam.; trotzig
sein): [kleinen B. auf etw. haben (ugs.; etw. [nicht] gut
finden, [keine] Lust auf etw. haben). 2. Schimpfwort für
eine männliche Person: ein sturer B.; so ein geiler B!
3.a) Gestell, auf dem etw. aufgebockt wird: ein niedriger
B.; das Auto auf einen B. schieben; b) Gestell zur Ablage
von Büchern. Akten o. ä.: c)Jn der Hölie verstellbares
Turngerät für Sprungübungen: Übungen am B.; [über den] B.
springen. 4. Platz des Kutschers auf dem Pferdewagen:
sich auf den B. schwingen.
2Bock [-] kurz für: t Bockbier: Herr Ober, bitte zwei B.!
bgck-.BQck- ('Bock): -beinig <Adj.) (ugs.): trotzig, störrisch,
widerspenstig: ein -es Junges Ding; er wird leicht b.;
Außerdem scheint sie zu den... Menschen zu gehören, die
körperliche Bedrohung nur noch -er macht (Fallada. Jeder stirbt
292). dazu: -beinigkeit, die; -; -huf, der: abnorm
ausgebildeter Pferdehuf: ^küfer, der: Vertreter einer auf der ganzen
Welt verbreiteten, besonders artenreichen Käferfamilie,
deren Larven sich im Holz oder in Wurzeln entwickeln: -kalb.
das (Jägerspr.): männliches Jungtier beim Damwild fu. beim
Rehwild/: -kitz, das (Jägerspr.): männliches Jungtier beim
411
Bockbier
Garns-, Stein- u. Rehwild (Ggs.: Geißkitz); -leiter, die:
frei aufstellbare Leiter mit zwei Schenkeln; -mist, der
(salopp): Unsittn: der Mann hat lauter B. geredet, geschrieben;
-mühle, die: auf einem Bock (3 a) befestigte drehbare Mühle.
Windmühle; -springen, das; -s (Turnen): das Springen über
einen Bock (3 c); -sprang, der: 1. (Turnen) Sprung über
den Bock (3 c) od. einen in gebeugter Stellung stehenden
Partner. 2. ein ungelenker, steifer, komisch wirkender
Sprung: der Clown vollführte einige Bocksprünge; -steif
<Adj.; o. Steig.) (ugs.): b. standen sie da und rührten
sich nicht; -Windmühle* die: svw. I -mühle.
Bockbier, das; -s [von älterem bayr. Aimbock, Oambock.
nach der für ihr Hopfenbier berühmten Stadt Einbeck]:
Starkbier: fünf Flaschen B. Vgl. Bockwurst.
Böckchen [bcekcdn]. das; -s, -: fBock (1); böckeln [bcekjn]
<sw. V.; hat) [frühnhd. bockelen, bockenzen] (lanüsch.):
nach Bock riechen: hier böckelt's; bocken t'bokn] <sw. V.;
hat) [mhd. bocken = stoßen wie ein Bock]: 1. (von Reit-
u. Zugtieren) nicht weitergehen, sich aufbäumen: an dieser
Stelle bockte der Esel; Ü der Motor /das Auto bockt (ugs.:
läuft/fährt nicht mehr /richtig/). 2. (fam.) gekränkt und/
trotzig, störrisch, widerspenstig sein: der Junge bockte. 3.
(Landw.) (von Schafen. Ziegen) brünstig sein. 4. (derb)
koitieren. 5. <b. + sich) (1 and seh.) sich langweilen: bei
dem Vortrag bockte er sich furchtbar; Bockerl ['fakvll.
das; -s. -[n] (österr. mundartl.): Föhrenzapfen; bockig
[boku;] <Adj.): a) trotzig, störrisch, widerspenstig: ein -es
Kind; b) (landsch.) langweilig, dazu: Bockigkeit« die; -.
Bpcks-: -bart, der: 1. Bart eines Ziegenbocks. 2. (Bot.)
zu einer in Eurasien u. Nordafrika vorkommenden Gattung
der Korbblütler gehörende Wiesenblume mit großen, gelben
Blütensternen; -beutd. der [nach der Ähnlichkeit mit dem
Hodensack eines Bocks]: a) bauchig-breite Flasche für
Frankenweine: b) <o. PI.) Frankenwein in Bocksbeuteln (a);
-dorn, der (Bot.): Vertreter einer in den gemäßigten Zonen
weit verbreiteten, auch als Ziersträucher verwendeten
Gattung der Nachtschattengewächse mit leuchtendroten Beeren;
^fu6, der (Zool.): paarhufig ausgebildeter Fuß des
Ziegenbocks; -gesteht, das: eine Maske mit einem B.; -hont,
das: 1. Hörn des Ziegenbocks. 2. '"sich [nicht] ins B. lagen
lassen (ugs.; sich / nichtI unnötig angst machen lassen, sich
durch Täuschung o. ä. ' nicht] erschrecken u. verwirren
lassen; H. u.; viell. nach dem alten Haberfeld treiben, bei
dem der Gerügte in ein Bocksfell gezwängt wurde; -hom
umgedeutet aus mhd. harne = Hülle), dazu: -hornklee,
der (Bot.): Vertreter einer meist als Kräuter od. Halbsträu-
cher vorkommenden Gattung der Schmetterlingsblütler.
Böckser fbceksel.der; -s. - [zu böcksern = bockartig riechen
od. schmecken] (Winzerspr.): fauliger Geruch u.
Geschmack, der bei Jungweinen vorkommt.
Bpckwurst, die; -. -wurste [urspr. um Fronleichnam herum
zum f Bockbier gegessen]: Wurst aus einem Gemisch von
magerem Fleisch» die vor dem Verzehr kurz in kochendem
Wasser warm gemacht wird: B. mit Kartoffelsalat.
Bodden [badn], der; -s. - [aus dem Niederd.. eigtl. = Grund
eines (flachen) Gewässers; verw. mit T Boden]: flacher
Sirandsee. flache Meeresbucht; <Zus.:> BQddenkiiste, die.
Bodega [bo'de:ga]. die; -. -s [span. bodega < lat. apotheca.
I Apotheke]: a) span. Bez. für Weinkeller; b) span. Bez.
für Weinlokal.
Boden [bo:dn], der; -s. Böden ['b0:dn; mhd. bodem. ahd.
bodam]: 1. äußere Schicht der Erdrinde. Erdreich. Erde;
Erdoberfläche: sumpfiger, felsiger, rissiger B.; sandiger,
lehmiger, schwerer, magerer, guter, ertragreicher, lockerer,
ausgelaugter. Jungfräulicher (geh.; ungenutzter) B.; diese
Böden sind für den Weinbau nicht geeignet; der B. ist
aufgewühlt, hart gefroren; der B. schwankte, bebte unter
ihren Füßen; den B. (den Acker, das Land) bestellen,
bebauen, bearbeiten; er hat 50 Morgen fruchtbaren B.
(' Acker Hand); die Schiffbrüchigen waren froh, wieder
B. (festes Land) unter den Füßen zu haben; vor Scham
wäre er am liebsten im Boden versunken (er schämte
sich über die Maßen); den B. für Jmdn.. etw. vorbereiten
(gümtige Bedingungen schaffen); günstigen/guten B.
(günstige/gute Voraussetzungen) für etw. finden; * auf
fruchtbaren B. fallen (bereitwillig aufgenommen u. befolgt werden;
nach dem Gleichnis vom Sämann. Matthäus 13. 8 u.
Markus 4, 8): ihre Ermahnungen fielen bei ihm auf fruchtbaren
B.; etw. [nicht] aus dem B. stampfen [können] (etw. nicht/
aus dem Nichts hervorbringen /können/); wie aus dem B.
gestampft/gewachsen (plötzlich.überraschend schnell;, wie
durch Zauberei vorhanden). 2. Grundfläche, auf der man
sich im Freien od. in einem Innenraum bewegt: ein
festgetretener, betonierter B.; der B. gab nach, so daß sie zu fallen
drohte; der B. (Fußboden) ist sauber, gefliest, gewachst,
ausgelegt, mit Teppichen belegt; er war froh, als er nach
dem langen Flug wieder festen B. (Grund) unter den Füßen
hatte; den B. unter den Füßen verlieren (nicht mehr sicher
stehen können); in ihrer Wohnung könnte man vom B.
essen (ist es makellos sauber); die Augen zu B. schlagen
(geh.; niederschlagen)', gerade erschöpft am B. liegen; sich
auf den B. legen; etw. vom B. aufheben; zu B. gehen
(bes. Boxen; niederstürzen): Ü sich mit einer Unternehmung
auf schwankenden B. begeben (sich auf etw. Unsicheres
einlassen); *imtm. wird der B. [unter den FUBen] ai
heiß/hndm. brennt der B. unter den Füßen (ugs.; jmdm.
wird es an seinem Aufenthaltsort zu gefährlich)', festen B.
unter den Füßen haben (eine sichere wirtschaftliche
Grundlagehaben); Jmdm. den B. unter den Füßen wegziehen (jmdn.
seiner ExistenzJgrundlage berauben); einer Sache den B.
entziehen (einer Sache die Grundlage nelunen): mit seinen
Erklärungen entzog er den Verleumdungen den B.; den
B. unter den FUBen verlieren (die Existenz /grundlage
verlieren; haltlos werden); etw. am B. zerstören (ugs.; völlig
vernichten; nach den Bombenabwürfen im 2. Weltkrieg);
imdn. am B. zerstören (ugs.; heftig prügeln): am B. zerstört
[sein] (ugs.; völlig erschöpft, ausgelaugt seinj): imdn. zu
B. drttcken (jmdn. überaus schwer belasten, so daß er sich
wie unter einer Bürde beugen muß); imdn. zu B. strecken
(geh.; jmdn. niederschlagen). 3. <o. PI.) Grundlage: den
B. der Tatsachen verlassen; auf dem B. der Verfassung,
der Wissenschaft stehen; sich auf den B. der Wirklichkeit
stellen; sich auf schwankendem/unsicherem B. bewegen
(keine sichere Grundlage, sicheren Voraussetzungen haben).
4. <o. PI.) Terrain. Raum: historischer, heiliger B.; den
B. seiner Heimat betreten; auf schwedischem B. landen;
*B. gutmachen/wettmachen (ugs.; jmdm. gegenüber
aufholen. Fortschritte machen): [an] B. gewinnen (sich ausbreiten,
zunehmen): die Ideen dieser politischen Partei gewinnen
immer mehr an B.; [an] B. verlieren (Macht. Einfluß
verlieren). 5. unterste Fläche von etw.: der B. des Meeres
(Meeresgrund); der B. des Topfes hat ein Loch; den B. einer
Kiste, einer Schachtel polstern; den B. der Obsttorte mit
Früchten belegen; der Koffer des Diplomaten hatte einen
doppelten B.; Ü eine Moral mit doppeltem B. (mit ganz
verschiedenen Grundsätzen für andere u. für sich selbst od.
in bezug auf verschiedene Personen gruppen /). 6.
unmittelbar unter dem Dach befindlicher unbewohnter Raum.
Dachboden: den B. entrümpeln; Kotier auf dem B. abstellen.
boden-, Boden-: -abwehr, die (Milit.): vom Boden (1) aus
getätigte Abwehr feindlicher Flugobjekte; -akrobat, der:
Akrobat, der seine Akrobatik auf dem Boden (2) vorführt;
-analyse, die: Untersuchung des Bodens (1); -arttetik, die:
am Boden (2) vorgeführte Artistik: -ball, der (Fußball):
flach über den Boden gespielter Ball; -bearbeitung, die:
Bearbeitung. Bewirtschaftung des Bodens (1). Ackerbau;
-belag. der: Belag eines Bodens (2) (z.B. KunststofT-
fliesen); -beschaffenheit, die: a) Beschaffenheit des
Bodens (1): die B. läßt keinen Anbau von Getreide zu; b)
Beschaffenheit des Bodens (2): die schlechte B. des
Fußballplatzes; -besitz, der: Grundbesitz: der B. muß neu geregelt
werden, dazu: -besitzreform, die: svw. t -reform;
-bestellt», die: svw. f ^bearbeitung; -bewirtschaftung, die: svw.
t ^bearbeitung; -biologie. die: IVissenschaft u. Lehre von
der Lebensweise u. Tätigkeit der Bodenorganismen u. ihrem
Einfluß auf den Boden (1): -blocher, der (Schweiz.): $vw.
1 Blocher; -denkmal, das: im Boden zu findender
sichtbarer Überrest einstiger menschlicher Tätigkeit
als Kulturdenkmal (z.B. Ackerfurchen. Reste von
Asche); -druck, der (Physik): Druck, der auf den Boden
(5) eines mit Flüssigkeit od. Gas gefüllten Gefäßes wirkt;
-dünger. der; ^eis, das: svw. fGrundeis; ^eng <Adj.) (von
Beinpaaren bei Pferden) zum Boden (2) hin den Abstand
verkleinernd, dicht beieinanderstehend (Ggs.: bodenweit);
-entwfesening, die; -erosion, die (Geol.): Erosion (1)
der Erdoberfläche; --ertrag, der: Ernteertrag,
landwirtschaftliche Produktion einer Nutzfläche; -erzeugnis, das:
landwirtschaftliches Produkt. Agrarprodukt; -fenster, das:
Fenster des Bodens (6), Dachfenster; - feuchtigkeit. die;
^fllter, der. fachspr. meist: das: in Staubecken angeleg-
412
Bogen
te, wasserdurchlässige Böden, die die Abfallstoffe der
Abwässer aufnehmen; -fläche, die: 1. Ackerfläche: daß die
Sowjetunion ... das große private Eigentum ... abgeschafft hat.
von den großen -n ganz zu schweigen (Johnson.
Mutmaßungen 31). 2. Boden (2) im Hifiblick auf seine flächenhafte
Ausdehnung: die B. des Zimmers war ganz mit Teppichen
ausgelegt; zehn große Zinkwannen.... die auf dem Speicher
verteilt wurden und fast die ganze B. bedeckten (Böll.
Haus 82); -fräse, die (Landw.): Maschine, die den Ackerbo-
den mit rotierenden Schlagmessern bearbeitet; -freiheit,
die (Technik): Abstand zwischen dem Boden (5) eines Fahr-
zeugs u. dem Boden (2). auf dem es steht: auf unwegsamen
Strecken ist eine große B. des Wagens günstig; -frost,
der: Frost in unmittelbarer Nähe des Bodens (1): in diesem
Jahr hatten wir B. bis in den Mai hinein, dazu: ^Frostgefahr.
die: eine Warnung für Obst- und Weinbau: heute nacht
B.! -fund, der: man konnte bei der Grabung
wissenschaftlich interessante -e sicherstellen: -gare, die (Landw.):
Zustand des Ackerbodens mit den günstigsten Voraussetzungen
für den landwirtschaftlichen Anbau; -gefecht, das (Ggs.:
Luftgefecht; Milit.): die Truppen lieferten sich ein heftiges
B.; -gymnastik, die (Sport); ^Haftung, die (Kfz-W.): das
Haften der Reifen auf der Fahrbahn, wenn gleichzeitig andere
physikalische Kräfte wirksam werden (z. B. in einer Kurve
oder bei starkem Bremsen): eine gute, schlechte B. des
Wagens; der Rennfahrer fuhr hart am Rande der B.; ^hei-
zung. die: Heizungssystem, bei dem die Heizrohre in den
Fußboden eingelegt sind; -kammer, die: Kammer im
Dachgeschoff; -kämpf, der: a) (Milit.) svw. 1 -gefecht; b) (Judo.
Ringen) Zweikampf, der im Liegen od. auf den Knien
ausgetragen wird: ^kunde. die: Wissenschaft von den chemischen
u. physikalischen Eigenschaften der Böden, ihrer Herkunft
u. Struktur; -lang <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: (von einem
Kleidungsstück) bis zum Boden reichend: sie trug ein -es
Abendkleid; -leger, der: gelernter Handwerker, der
Fußböden mit einem Belag versieht, Fliesenleger: ^los <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: a) abgrundtief: im Traum stürzte
er in einen -en Abgrund; <subst.:> ins Bodenlose fallen;
b) (ugs.) unglaublich, unerhört, wobei sich der Betreffende
über alle Schranken hinwegsetzt: so eine -e Gemeinheit!;
sein Leichtsinn ist einfach b.; der Junge ist b. frech; -luke,
die: Dachluke: der Dieb kam durch die B.; -maß, das
(Math.): Maß für die Größe eines ebenen Winkels; -meliora-
tion. die (Landw.): Verbesserung des Erdbodens durch
Düngung, Ent- od. Bewässerung usw.; -nmkltgkeit. die (Landw.):
das Nachlassen der Fruchtbarkeit eitles Ackerbodens; -raul-
de.die; -nahe.die (Flugw.): das Flugzeug flog große
Schleifen in B.; -nebel, der: Nebel, der unmittelbar über dem
Erdboden lagert; -nutzung.die: landwirtschaftliche Nutzung
des Bodetis (1); -Organisation, die (Flugw.): Gesamtheit
der am Boden stationierten Einrichtungen zur Sicherung
des Luftverkehrs; -personal, das (Flugw.): Personal der
Bodenorganisation (Ggs.: Flugpersonal); -recht, das (jur.):
sämtliche Rechtsvorschriften, die sich mit dem Grund u.
Boden befassen; -reform, die (jur.): Veränderung der
Besitzverhältnisse von Grund u. Boden durch eine Umverteilung
od. durch Überführung des Bodens in Gemeineigentum: ^ren-
te. die: svw. t Grundrente; ^rlß, der: Riß im Erdboden;
-satz. der: feste Bestandteile einer Flüssigkeit, die sich
am Boden (5) eines Gefäßes abgesetzt haben: den B. aus
der Kaffeekanne spülen; -schätze <P1.>: im Erdboden
vorhandene Anreicherungen meist mineralischer Rohstoffe, die
abgebaut werden: -Schichtung, die: geologischer Aufbau
des Bodens (1); -sieht, die: Sichtweite vom Flugzeug zum
Erdboden; wegen des Nebels hatten wir bei der Landung
fast keine B.; -Spekulation, die: Kauf u. Wiederverkauf
eines Grundstücks mit sehr hoher Gewinnspanne; -ständig
<Adj.; nicht adv.>: lange ansässig; fest im Heimatboden
verwurzelt: im Heimatmuseum findet man Zeugnisse der
-en Kultur, dazu: -stindigkeit. die; -; -Station, die
(Raumf.): Station, in der mit optischen und Funksystemen
der Bahnverlauf von Raketen, Raumfahrzeugen, Satelliten
o. ä. überwacht wird; -Streitkräfte <P1.> (Milit.):
Streitkräfte, die in Bodengefechten eingesetzt werden; Bodentruppen;
-treppe, die: Treppe zum Boden (6); -truppen: svw. t
-Streitkräfte; -turnen, das: Turnübungen ohne Gerät auf einer
Matte am Boden (2); -Untersuchung: svw. t -analyse; -vase,
die: große, für langstielige Blumen od. Zweige geeignete
Vase, die auf den Boden (2) gestellt wird; ^Verbesserung:
svw. t -melioration; -Verhältnisse <P1.>: Struktur des
Erdbodens: die Bebauung muß sich den -n anpassen; -weit
<Adj.>: (von Beinpaaren bei Pferden) zum Boden (2) hin
den Abstand vergrößernd, weit (Ggs.: bodeneng); zweite.
die: 1. (Elektrot.) Teil einer elektromagnetischen Welle,
die sich von einem Sender aus! längs der Erdoberfläche
ausbreitet. 2. sanfte I Unebenheit des Erdbodens: um eine
in dieser Kurve befindliche B. genau rechtwinklig zu
schneiden (Frankenberg. Fahren 64); -wichse, die
(Schweiz.): Bohnerwachs; Es riecht nach Staub und B.
(Frisch. Gantenbein 26); -wind, der (Met., Geogr);
-Wischer, der (Schweiz.): Kehrbesen; ^wucher, der: Erzielung
allzu hoher Gewinne beim Verkauf von Grund u. Boden
(oft in Verbindung mit Bodenspekulation).
Bodhisattwa [bodi'zatva], der; -. -s [sanskr. bodhisattva =
Erleuchtungswesen] (Buddhismus): erleuchteter, heiliger
Mensch, künftiger Buddha, der zum Wohle der strebenden
und leidenden Menschen zeitweise darauf verzichtet, die
Erkenntnis eines Buddhas zu erlangen.
bodigen [bo:dign] <sw. V.; hat) [zu TBoden] (Schweiz.):
a) bezwingen, besiegen: die gegnerische Mannschaft b.;
Ü die schreckliche Krankheit hat sie gebodigt (zu Boden
geworfen, gebrochen); b) bewältigen: sein Arbeitspensum
b. (bewältigen); <Abl.:> Bodigung. die; -.
Bodmerei [bo:dm9'r^i]. die; -, -en [niederd. bodmerie. zu:
bodem = SchifTsboden] (Seew.): Schiffsbeleihung,
-Verpfändung; <Zus.:> Bodmereibrief, der: schriftlicher Vertrag über
eine Bodmerei.
Bodybuilder ['bsdibilde], der; -s. - [t Bodybuilding]: jmd.,
der Bodybuilding betreibt; Bodybuilding [bodibildro]. das;
-s [engl, bodybuilding. zu: to build = (auObauen u. body
= Körper]: / moderne Methode der / Vervollkommnung der
Körperformen durch gezieltes Muskeltraining mit
besonderen Geräten; Bodycheck fboditjek]. der: -s, -s (Eishockey):
hartes, jun Ierlaubtes Rempeln eines gegnerischen Spielers,
das sein Eingreifen in das Spiel verhindern soll: zu einem
B. ansetzen; Bodystocking ['bodistokm]. der; -[s]. -s [engl,
body stocking. aus: body = Körper u. stocking = Strumpfi
(Mode): einteiliges, enganliegendes, den ganzen Körper
bedeckendes Kleidungsstück aus dehnbarem Material; Bodysurt
['bodisju:t],der; -[s]. -s [engl, bodysuit. aus: body = Körper
u. suit = Kostüm] (Mode): einteiliges, eng anliegendes,
den Rumpf bedeckendes Kleidungsstück aus dehnbarem
Material.
Böe['bo.a].die; -.-n: fBö.
Bofel ['borflj. der: svw. t Bafel.
Bofist [bo:hst. auch: bo'fist]. (auch:) Bovist ['bo:vist, auch:
bo'vist]. der: -[eis, -e [spätmhd. vohenvist. eigtl. =
Füchsinfurz]: kugelförmiger Pilz, der nach der Reife aufplatzt,
wobei sein mit Sporen gefülltes Inneres zu Staub zerfällt;
Stäubling.
Bösen [bo:gn]. der; -s. -. südd.. österr. auch: Bögen ['bo:gn;
mhd. böge. ahd. bogo. eigtl. = Biegung. Gebogenes]:
1. a) gebogene Linie, Biegung: ein weiter B.; B. fahren;
auf dem Eis B. laufen; Jmd. macht, schlägt einen B. um
jmdn.. um etw.; die Straße, der Fluß macht hier einen
B. [nach Westen]; in einem B. um etw. herumfahren; das
Wasser spritzt im B.. in hohem Bogen aus dem Rohr;
die Brücke spannt sich in elegantem B. über das Tal;
einen [kleinen] B. (U-Bogen) über das ,.u" machen; Ü
er ist im hohen B. hinausgeflogen, hinausgeworfen worden
(ugs.; ist sofort entlassen worden); * einen [großen] B. um
jmdn.. etw. machen (ugs.; jmdn., etw. /peinlich] meiden):
große B. spucken (ugs.; sich aufspielen, sich wichtig machen);
den B. [helraushaben/spitzhaben (ugs.; wissen, wie man
etw. machen muß; vielleicht aus dem Sport (Turnen od.
Ballspiele]); b) (Math.) gebogenes Kurvenstück: der B. eines
Kreises, einer Ellipse; mit dem Zirkel einen B. schlagen,
beschreiben. 2. (Archit.) gewölbtes Tragwerk, das eine
Öffnung überspannt; ein runder, flacher, romanischer,
gotischer B. 3. (Musik) graphisches Zeichen der Notation über
bzw. unter den Noten (z. B. für legato). 4. Waffe zum
Abschießen von Pfeilen, bestehend aus einem federnden
Holzstab, der mit Hilfe einer Sehne, die an beiden Enden befestigt
ist, gekrümmt werden kann: Pfeil und B.; den B. spannen;
*den B. überspannen (etw. auf die Spitze treiben u. dadurch
in seiner Wirkung beeinträchtigen; zu weit gehen; etw.
übertreiben). 5. (Musik) mit Roß- oder Kunsthaaren bespannter
Stab aus elastischem Hartholz, mit dem die Saiten eines
Streichinstruments gestrichen u. dadurch zum Tönen
gebracht werden: den B. ansetzen, absetzen, führen. 6. recht-
413
bogen-, Bogen -
eckig zugeschnittenes, meist genormtes Schreib- od.
Packpapier: ein [unbeschriebener] B.; ein B. Packpapier; einen
B. falten, knicken; sie spannte einen neuen B. in die
Schreibmaschine. 7. (Druckw.) kurz für I Druckbogen: das Buch
hat zwanzig B.
bösen-, Booen-: -achter, der (EiskunstlauO: Figur bei der
Pflicht: -brücke, die: Brücke, deren Tragwerk aus einem
od. mehreren Bogen besteht: -druck, der (Druckw.): das
Bedrucken einzeln zugeführter Bogen (7) in einer
Druckmaschine: -fenster, das: Fenster, das oben mit einem Bogen
(2) abschließt: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; -fries,
der (Kunstwiss.): meist als Blende unter einem Sims
verwendetes Ornament der romanischen Baukunst, das aus einer
Folge von Rundbogen besteht: -fühnmg, die (Musik):
Handhabung des Bogens (5) beim Spielen von Streichinstrumenten:
-ftang, der: 1. Gang, der mindestens nach einer Längsseite
mit offenen Bogen abgeschlossen ist. Arkaden (2). 2. (Anat.)
Teil des Gleichgewichtsorgans im Innenohr: -korrektur, die
(Druckw.): Korrektur eines bereits gefalteten/
Druckbogens: -tampe.die (Elektrot.): in Scheinwerfern.
Projektionsgeräten u. in der medizinischen Therapie verwendete Lampe,
deren große Helligkeit durch einen elektrischen Lichtbogen
erzeugt wird: -länge, die (Math.); -licht, das: vgl. -lampe;
-pfeiler, der: Pfeiler, der einen Bogen (2) stützt: -säge.
die: Säge mit gebogenem Gestell: -schießen, das (Sport);
-schuf), der: Schuß mit einem Bogen (4) u. die dadurch
festgelegte Strecke]: -schütze, der (Sport): jmd.. der mit
Pfeilu. Bogen schießt: -strich, der: svw. f ^flihrung; -weise
<Adv.>: Bogen für Bogen, in einzelnen Bogen (6): er
verschrieb b. Papier.
bogig ['bo:gi9l <Adj.; o. Steig.) (veraltend): in Bogen (1,
2) verlaufend, gebogen: eine -e Linienführung; ein Altar
.... aus dessen b. durchbrochenen Wänden Flammen
schlagen (Carossa. Aufzeichnungen 17).
Boheme [bo'em. bo'e:m. auch: bo'hem. bo'h£:ml. die; -
[frz. bohöme < mlat. bohemus = Böhme. Zigeuner]:
ungebundenes, ungezwungenes Künstler tum: unkonventionelles,
unbürgerliches Künstlermilieu: Zutritt zu den Kreisen der
B. finden; Bohemien [boe'ml£:, auch: bohe...). der; -s. -s
[frz. bohdmien]: Angehöriger der Boheme: Bohemistik (bo-
he'mistik]. die; - [zu mlat. Bohemia = Böhmen]:
Wissenschaft von der tschechischen Sprache u. Literatur.
Bohle l'bo.te], die; -. -n [spätmhd. bole]: längeres und
schweres vierkantiges Stück aus einem Baumstamm, das als
Bauholz verwendet wird: schwere, morsche -n; -n übereinander-
schichten; dann drehte sich der Schlüssel in der Tür aus
zölligen -n (A. Zweig. Grischa 263); die Brücke mit -n
belegen, bohlen [bo:bn] <sw. V.; hat>: mit Bohlen belegen,
abdecken.
Bohlen-: -bahn, die (Kegeln); -belag. der; -brett, das;
-brücke, die; -holz, das; -weg, der.
böhmakehu (auch:) bömakeln [boimakln] <sw. V.; hat)
(österr. ugs. abwertend): Deutsch mit starkem böhmischem,
d.h. tschechischem Einschlag sprechen: böhmisch [b0:mij]
<Adj.) [zu: Böhmen] in den Wendungen etw. kommt jmdm.
b. vor (ugs.. jmd. versteht etw. nicht, findet etw. befremdlich,
seltsam): es kam ihm b. vor. daß die Chefin plötzlich
so freundlich zu ihm war; b. einkaufen (österr. ugs.; stehlen):
in der Zeit vor Weihnachten wird in den Warenhäusern
besonders viel b. eingekauft; für Jmdn./jmdm. böhmische
Dörfer sein: f Dorf.
Böhnchen [b0:n<pn]. das; -s. -: 1 Bohne (1 b. c.2); Bohne
[bo:nd], die; -, -n <Vkl. zu 1 b. c.2: TBöhnchen) [mhd.
böne. ahd. bona. H. u.. viell. = die Geschwollene]:
l.a) buschig wachsende od. an Stangen sich hochwindetuJe
Gemüsepflanze mit länglichen, flachen Früchten, in
denen mehrere nierenförmige Samen nebeneinanderliegen:
blühende -n; die -n ranken an Stangen; -n ziehen, anbauen;
b) die als Gemüse verwendete Frucht der
Bohnenpflanze (Hülse mit Samen): -n pflücken, ernten, abziehen;
heute gibt es grüne Bohnen; c) nierenförmiger Samen der
Bohne (1 a): weiße, dicke -n; gebackene -n (Gericht aus
Bohnen mit gepökeltem Schweinefleisch, braunem Zucker
od. Sirup u. Gewürzen, das im Ofen gebacken wird): *-n
in den Ohren haben (ugs.; etw. nicht hören): blaue B. (Solda-
tenspr.; Gewehrkugel: nach der Farbe des Bleis): Man
kommt ins Gedränge, und schon hat man eine blaue B.
im Arm (Döblin. Alexanderplatz 203); nicht die B. (ugs.;
überhaupt nicht: im Hinblick auf die Wertlosigkeit der
einzelnen [als Spielgeld verwendeten] Bohne): Ich hab nicht
die B. was gemerkt (Plenzdorf. Leiden 32). 2. kurz für
T Kaffeebohne: -n rösten, mahlen; sie zählt die -n für den
Kaffee ab.
bohnen ['bo:ndn] <sw. V.; hat) [(m)niederd. bönen. t
bohnern] (landsch.): bohnern.
Bohnen-: -blute, die: ^eintopf, der: dicke Bohnensuppe:
-fest, das [nach dem Brauch, am Vorabend in einem
Kuchen eine Bohne zu verstecken]: Dreikönigsfest:
-förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -Bericht, das: Speise
aus Bohnen: -kaffee, der: 1. Kaffeebohnen. 2. Kaffee aus
Kaffeebohnen: -kraut, das: zur Gattung der Lippenblütler
gehörendes aromatisches Kraut, das besonders als Zutat
heim Kochen von Hülsenfrüchten verwendet wird:
Pfefferkraut: -ranke, die; -saht, der; -Stange, die: im Boden
steckende Stange, an der die Bohne (1 a) in die Höhe ranken
kann: Ü sie ist eine [richtige] B. (ugs. scherzh.; ein
hochaufgeschossener, hagerer Mensch): -stroh, in der Fügung dumm
wie B. [sein] (ugs.; sehr dumm [sein]: nach der Wertlosigkeit
des als Strohersatz gebrauchten Bohnenstrohs); -suppe,
die.
Bohner ['bo:ro], der; -s. -: schwere, durch ein Gelenk mit
einem Stiel verbundene Bürste zum Polieren eingewachster
Fußböden.
Bohner-: -besonder: svw.!Bohner; -bürste,die: svw.
tBohner; -läppen« der: Lappen, mit dem das Bohnerwachs
aufgetragen wird: -maschine, die: Gerät, bei dem durch
elektrischen Antrieb Bohnerbürsten in Bewegung gesetzt werden:
-wachs, das: festes od. flüssiges Gemisch aus Wachsen u.
wachsähnlichen Stoffen zur Pflege von Fußböden.
bohnern fbo:nen] <sw. V.; hat) [zu gleichbed. (m)niederd.
bönen. eigtl. = glänzend machen]: mit Hilfe von
Bohnerwachs u. einem Bohner blank tnachen: die Treppe [auf
Hochglanz] b.; Vorsicht, frisch gebohnert!
Bohr-: -arbeiten <P1.) (bes. Bergbau); -fliege, die: svw.
tFruchtfliege; ^fiitter, das (Technik): Backenfutter einer
Bohrmaschine: -gesdiwindigkeit.die; -gestänge.das
(Bergbau): Vorrichtung aus Stahlrohren, die zum Führen von
Bohrwerkzeugen u. gleichzeitig zum Spülen in tiefen
Bohrlöchern dient: -hammer, der (Bergbau): mit Druckluft
betriebener Schlagbohrer, der zum Bohren von Löchern in
Stein od. Kohle verwendet wird: ^insel, die: künstliche
Plattform zum Bohren nach Öl. Erdgas u. a. von der
Wasseroberflächeaus: -loch, das: ein B. für geologische
Untersuchungen, für eine Sprengung; ein B. markieren; ^maschine,
die: Bohrgerät mit eigenem Antrieb: -mast, der (Bergbau):
an einem Fahrzeug ein- bzw. ausklappbar befestigter Mast
für kurzfristige Bohrungen: -muschel, die: Vertreter
meeresbewohnender Muschelarten, die sich an ihrem Standort in
ihre Unterlage einbohren u. dadurch an Hafenbauten,
Deichen. Schiffen u. a. Schaden hervorrufen: -probe, die
(Bergbau); -turbine, die: röhr förmige Wasserturbine zum Bohren
von tiefen Erdlöchern: -türm, der (Bergbau): das
Bohrgestänge aufnehmender Turm für Tiefbohrungen: -versuch,
der; -Werkzeug, das; -zettei, der [zu bohren (6). H. u.]
(Schülerspr.): Notizzettel, von dem unerlaubt abgeschrieben
wird: Spickzettel.
bohren [bo:ran] <sw. V.; hat) [mhd. born. ahd. borön]:
1. a) unter drehenden Bewegungen / mit dem Bohrer od.
einem anderen geeigneten Gegenstand herstellen,
hervorbringen: ein Loch [in die Wand, durch das Brett] b.;
mit dem Finger, dem Stock eine Vertiefung in den Sand
b.: einen Brunnen b. (durch Bohrung herstellen): b) an
einer bestimmten Stelle bohrend da) an etw, arbeiten,
in etw. eindringen: der Zahnarzt bohrt [an/in dem
kranken Zahn]; der Holzwurm bohrt im Gebälk; Ü in
der Nase b.; c) mit dem Bohrer bearbeiten: Holz. Metall
[mit dem Schlagbohrer] b.; d) bohrend in etw. drücken,
hineinbohren: einen Stab, eine Stange in die Erde b.; jmdm.
das Schwert in den Leib, durch die Brust b.; Jmdm. den
Zeigefinger ins Kreuz b.; Ü er bohrte seinen Blick in meine
Augen (blickte mich starr u. durchdringend an): bohrende
(durchdringende, peinlich prüfende, beobachtende) Blicke;
e) <b. + sich) unter bohrenden (a) Bewegungen an eine
bestimmte Stelle vordringen: der Meißel bohrte sich durch/
in den Asphalt; die Larve bohrt sich durch die
Gefäßwand; Ü das abgestürzte Flugzeug hat sich in den Acker
gebohrt; die Lichtkegel der Scheinwerfer bohren sich ins
Dunkel; seine Blicke bohrten sich In ihre Augen (er blickte
sie starr u. durchdringend an). 2. mit Hilfe von Bohrgeräten
nach etw. suchen: nach/auf Erdöl, Wasser, Kohle b. 3.
414
Bombardement
eine quälende, peinigende Wirkung haben: der Schmerz
bohrte [in seinem Zahn]; Zweifel bohrten in ihm; ein
bohrender Hunger; bohrende Reue. 4. (ugs.) drängen; hartnäk-
kig bitten: die Kinder bohrten so lange, bis die Mutter
nachgab. 5. (ugs.) hartnäckig forschen, fragen, um etw.
zu erfahren, ans Licht zu bringen: er bohrte so lange, bis
er die Wahrheit heraushatte: bohrende Fragen. 6. (Schü-
lerspr. landsch.) unerlaubt vom Mitschüler abschreiben: er
hat gebohrt; <Abl. zu 1 a-c:> Bohrer ['bo:re], der; -s.
-: 1. spitzes] Werkzeug mit zylindrischem od. konischem
Schaft u. wendeiförmig verlaufenden Schneidkanten, mit
dem durch drehende Bewegung Löcher in festem Material
hergestellt werden: den B. ansetzen, kühlen. 2. jmd., der
beruflich mit Bohrgeräten arbeitet; Bohrist [bo'nst]. der;
-en. -en (österr.): Facharbeiter, der Sprenglöcher bohrt;
Bohrung, die; -. -en: -en nach Erdöl, nach Mineralquellen.
böig ['1*0:19] <Adj.>: mit Böen einhergehend; -es Wetter; -er
Ostwind, dazu: Böigkeit, die; -.
Boiler fbqyle], der; -s. - [engl, boiler, zu: to boil = aufwallen
machen, erhitzen < afrz. boillir < lat. bulllre]: Gerät
zur Bereitung u. I Speicherung von heißem Wasser.
Boiar [bo'ja:?]. der; -en. -en [russ. bojarin. vielleicht zu
atürk. bai = vornehm, reich]: 1. Angehöriger des
gehobenen, nichtfürstlichen Adels im ma. Rußland. 2. adliger
Großgrundbesitzer im alten Rumänien (bis 1864); Boiarin, die;
-. -nen: w. Form zu t Bojar.
Bote fbo:j3]. die; -. -n [niederd. boye < mniederl. bo(e)ye
< afrz. boie < afrank. *bökan = Zeichen] (Seew.):
verankerter Schwimmkörper, der als Seezeichen od. zum Vertäuen
von Schiffen dient: -n auslegen; einen Schiffahrtsweg mit
-n markieren; <Zus.:> Botenkette, die: Kette zwischen
Bojenstein u. Boje; Bojenstein, der: Betonklotz am Gewässergrund,
mit dem die Boje durch eine Kette verbunden ist.
Bob [bo:la]. die; -. -s [span. bola = Kugel. Ball < lat.
bulla = Blase]: eine Art Fanggerät südamerikanischer Jäger
und Gauchos, bestehend aus zwei oder mehreren an
Wurfleinen befestigten Stein /kugeln, die so geschleudert
werden, daß sie sich um die Beine des Viehs oder des Wilds
wickeln.
Bolero [bo'le:ro]. der; -s. -s [span. bolero. H. u.]: 1. scharf
rhythmisierter spanischer Tanz im Dreivierteltakt mit Kasta-
gnettenbegleitung. 2. a) kurzes, offen getragenes Jäckchen
der spanischen Nationaltracht; b) aus dem Bolero (2 a)
entwickeltes, kurzes, offen getragenes Jäckchen. 3. zur
spanischen Nationaltracht gehörender, rund aufgeschlagener Hut;
<Zus. zu 2 b:> Bolerojäckchen, das.
Bolid [bo'li:t]. der; -s u. -en. -e u. -en [1: lat. bolis <
griech. bolfs. eigtl. = Wurfgeschoß; 2: Ü nach 1]: 1.
(Astron.) großer, besonders heller Meteor; Feuerkugel. 2.
schwerer, einsitziger Rennwagen mit verkleideten Rädern:
Die Schönheit der -en war schon von den italienischen
Futuristen gepriesen worden (MM 11.3. 70. 30); Solide
[bo'lhda], der; -n. -n: svw. Bolid (2).
bölken I'bcelkn] <sw. V.; hat) [md. bülken < mniederd.
bolken] (nordd.. westd.): 1. (von Rindern, Schafen) blöken,
brüllen: die ganze Herde bölkte; salopp von Menschen:
Kinder, bölkt doch nicht so! 2. aufstoßen; aus dem Magen
hochgestiegene Luft hörbar ausstoßen; B$lkwasser. das
(nordd.. westd. salopp scherzh.): Brauselimonade od.
Mineralwasser.
'Bolle ['tob], die; -. -n [mhd. bolle. ahd. bolla. urspr. =
Knollenartiges] (berlin.): 1. große] Zwiebel. 2. (scherzh.)
Taschenuhr. 3. (salopp) Loch im Strumpf: eine B. im
Strumpf haben; 4. Range: das ist %ne B.!; 2Bolle [-] in
der Wendung sich wie B. [auf dem Bock, auf dem
Milchtagen] amüsieren (berlin.; sich sehr amüsieren; nach dem
Begründer der Berliner Meierei Bolle, deren Milch die
Bollejungen bimmelnd ausfuhren, auch in Anlehnung an
den Refrain eines anonymen Berliner Liedes: Aber
dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert); Bolle [bceb],
die; -. -n [ital. cipolla < lat. cepula = kleine Zwiebel]
(Schweiz, ugs.): 1. i großej Zwiebel. 2. (scherzh.)
Taschenuhr.
Böller ['beste), der; -s. - [mhd. pöler. boler =
Schleudermaschine, zu: boln = rollen, werfen, schleudern, ahd. bolön]:
1. Gescfiütz kleineren Kalibers zum Salut-, Signal- u.
Festschießen. 2. (früher) Mörser für Steinkugeln. 3.
Feuerwerkskörper, der nach dem Zünden einen
böllerschußähnlichen Knall hervorbringt; bollern ftolBn] <sw. V.; ist)
[spätmhd.. zu mhd. boln. f Böller]: 1. (landsch.) poltern,
krachen: die Kartoffeln wurden abgeladen und bollerten
auf den Holzfußboden. 2. (ugs. landsch.) svw. tbullern:
Drin stellt Krause den Eimer voll Leim auf den
bollernden Herd (Schnurre. Fall 22). 3. (Sport Jargon)
planlos, unkonzentriert schießen: die Spieler bollerten ohne
Erfolg aufs Tor; böllern ['besten] <sw. V.; hat): 1. mit
dem Böller/ laut krachend schießen: auf dem Fest wurde
bis weit in die Nacht gebollert und gesungen. 2. svw.
T bollern (2); Böllerschuß, der; -Schusses, -schüsse: zu einer
festlichen Gelegenheit od. als Signal abgegebener Schuß;
BQlkrwagen. der; -s. - [zu f bollern] (nordd.): kleiner, holprig
fahrender Handwagen.
BoHettetbo'leta], die: -. -n [ital. bolletta. zu: bolla =
versiegelte Urkunde. Bulle < lat. bulla. f Bulle] (österr.
Amtsspr.): Zoll-, Steuerbescheinigung.
Bollwerk Ctol-], das; -[e]s. -e [1: mhd. bolwerc. eigtl. =
Bohlengerüst: 2: (m)niederd. bölwerk]: 1. Befestigung s-
werkj: ein B. errichten; Ü ein B. des Friedens; sie alle
zusammen waren ein starkes, christliches B. gegen die
nihilistische Zersetzung (Nigg. Pilger 154). 2. Landeplatz,
Kai: die Schiffe legten am B. an. liegen am B.; Sie stehen
am B.. unten liegt das Boot (Nachbar. Mond 14).
Bologneser [bobn'je:ze]. der; -s. - [nach der ital. Stadt
Bologna]: dem Malteser ähnlicher Zwerghund.
Bokxneter [bolo'mete], das; -s. - [zu griech. bole = Wurf.
(Sonnen)strahl u. T^meter] (Physik): Strahlungsmeßgerät
mit temperaturempfindlichem elektrischem Widerstand.
Boloskop [bolo'sko:p]. das; -[eis, -e [zu griech. bölos =
Erdkloß. Klumpen u. skopein = betrachten, beschauen]
(Med.): Gerät zum Aufsuchen von Fremdkörpern im Körper.
Bolschewik [tolle1 vik]. der; -en. -i. (abwertend:) -en [russ.
bolschewik. zu: bolsche = mehr (da sie 1903 die Mehrheit
der russ. Sozialdemokraten bildeten)]: 1. Mitglied des von
Lenin geführten revolutionären Flügels in der
Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands vor 1917. 2. (bis 1952)
Mitglied der Kommunistischen Partei Rußlands bzw. der
Sowjetunion. 3. (abwertend) Kommunist, dazu: bobehewj-
kisch <Adj.; o. Steig.); bolschewisieren [toljevi'zi:r3n] <sw.
V.; hat): nach den Prinzipien des Bolschewismus gestalten,
einrichten, dazu: Bobchewisierung. die; Bolschewismus
[tolle'vismus]. der; -: 1. (kommunist.) die
politisch-weltanschauliche Theorie u. Praxis des sowjetischen
Kommunismus während seiner revolutionären Periode. 2. (abwertend)
Kommunismus sowjetischer Prägung; Bolschewist [tolje-
vist]. der; -en. -en: svw. 1 Bolschewik; bolschewistisch
[tolje'visttf] <Adj.>: den Bolschewismus, die Bolschewisten
betreffend, zu ihm gehörend, auf ihm beruhend.
Bolz [tolts]. der; -es. -en (veraltet): svw. f Bolzen.
bolzen ftoltsn] <sw. V.; hat) [urspr. = heftig schlagen,
zu t Bolzenl (ugs.): 1. a) planlos, ohne System u. Überlegung
Fußball spielen: in der ersten Halbzeit wurde mehr gebolzt
als gespielt; b) planlos mit dem Fuß irgendwohin treten,
schießen: den Ball ins Aus b.; er bolzte die
Konservenbüchse in die Gegend; c) in der Leichtathletik Schleuder-,
Stoßbewegung o. a. ohne Rücksicht auf die Technik u. nur mit
Anwendung von Kraft ausführen: beim Kugelstoßen sollte
man nicht b. 2. <b. + sich) miteinander raufen: die Jungen
bolzen sich wieder; Bolzen [-]. der; -s, - [mhd.. ahd. bolz]:
I. dicker Metall- od. Holzstift zum Verbinden von Metall-
od. Holzteilen. 2. (früher) auf dem Ofen zum Glühen
gebrachte Stahleinlage für Bügeleisen. 3. Geschoß für die Armbrust,
bestehend aus einem kurzen Holzstab u. aufsetzbarer
Eisenspitze; bplzengergde <Adj.; o. Steig.): ganz gerade
aufgerichtet: er saß b. auf seinem Stuhl; Bplzer. der; -s. - (ugs.):
Spieler, der bolzt (1): Bolzerei [toltja'raj], die; -. -en (ugs.):
1. dauerndes/ Bolzen (1 a): die Bolzerei hielt das ganze
Spiel über an. 2. dauerndes/ Bolzen (2); bplzgergde: f
bolzengerade; BQlzplatz, der; -es. -platze: (ugs.): Platz, auf
dem man bolzt (1 a).
btiroakeln: tböhmakeln.
Bombage (tam'ba.'sa]. die; -. -n [frz. bombage. zu: bomber.
t bombieren] (Fachspr.): I. das Biegen von Glastafeln im
Ofen. 2. das Biegen von Blech. 3. Sichauswölben des Deckels
von Konservendosen, das durch Gasbildung bei dem sich
zersetzenden Inhalt verursacht wird.
Bombarde [tombarda]. die; -. -n [frz. bombarde. zu: bombe,
t Bombe]: 1. (spätmittelalterliches) Steinschleudergeschütz
für die Belagerung von Städten. 2. (in der bretonischen
Volksmusik) schalmeiartiges Blasinstrument;
Bombardement [tombarda'mä:. österr.: tombart'mä:]. das; -s. -s [frz.
415
bombardieren
bombardement): 1. (Milit. veraltet) anhaltende Beschießung
durch schwere Artillerie. 2. (Milit.) gezielter, konzentrierter
Abwurf von Fliegerbomben. 3. (Fußball) länger andauerndes
heftiges Stürmen u. Schießen auf ein Tor: bombardieren
[bombar'di.ran] <sw. V.; hat) [frz. bombarderj: 1. (Milit.
veraltet) mit Artillerie beschießen.: Frühmorgens kamen
zwei Kriegsschiffe zurück und bombardierten den Strand
(Reinig, Schiffe 28). 2. (Milit.) Fliegerbomben auf etw.
abwerfen: eine Stadt. Feindliche Stellungen b. 3. (ugs.)
a) mit harten j Gegenständen bewerfen: Passanten mit
Bierflaschen b.; die Demonstranten bombardierten das
Gebäude mit Farbeiern; b)jmdn. mit etwas überschütten,
überhäufen .so daß er in Bedrängnis gerät j: er wurde von allen
Seiten mit Fragen bombardiert; Er bombardierte ... die
Regierungsmitglicder ... mit ellenlangen Denkschriften
(Niekisch, Leben 127). dazu: Bombardierung, die; -. -en;
Bombardon [tambar'dö:]. das; -s. -s [frz. bombardon <
ital. bombardone. vielleicht zu frz. bombarde.! Bombarde]
(Musik): Baßtuba mit 3 od. 4. Ventilen.
Bombasl [bam'bast]. der; -[eis [engl, bombast = (zum
Auswattieren von Jacketts verwendetes) Baumwollgewebe;
danach Bez. für: Aufgebauschtes < afrz. bombace <
spätlat. bombax < griech. pämbax < pers. pänbäk =
Baumwolle] (abwertend): Rede Ischwulst. Wortschwall:
<Abl.:> bombastisch <Adj.) (abwertend): übertrieben viel
Aufwand aufweisend, schwülstig: pompös: eine -e
Architektur. Rede; etw. b. ankündigen; B. aufgemachte Transvesti-
ten-..Queens" (Spiegel 17. 1975. 168).
Bombe ['tombol. die; -. -n [frz. bombe < ital. bomba <
lat. bombus = dumpfes Geräusch < griech. bömbos]:
1. a) mit Sprengstoff gefüllter u. mit einem Zünder versehener
länglicher Hohlkörper aus Metall, der als Sprengkörper
(von Flugzeugen abgeworfen bzw. an od. in bestimmten
Objekten versteckt) beider Explosion schwere Zerstörungen
hervorruft: schwere, leichte -n; es waren -n gefallen; eine
B. explodiert, platzt, schlägt ein; -n auf etw. [abiwerfen;
eine B. entschärfen; eine feindliche Stellung mit -n belegen;
die Häuser waren von -n zerstört; die Terroristen haben
-n gelegt: die Nachricht schlug ein wie eine B. (rief große
Überraschung, Verwirrung hervor): • die B. ist geplatzt
(ugs.; das schon längere Zeit erwartete gefürchtete I
Ereignis ist eingetreten): mit -n und Granaten durchfallen (ugs.;
in einer Prüfung o. ä. / völlig versagen, völligen Mißerfolg
haben): b) <o. PI.) (ugs.) kurz für 1 Atombombe: die B.
sorgt für ein Gleichgewicht des Schreckens. 2. (Sport
Jargon) wuchtiger, sehr harter Schuß od. Wurf auf das Tor:
eine B. [aufs Tori schießen, knallen; Ottmar ließ eine B.
los. die Schafler zweifellos gehalten hätte, wenn... (Walter.
Spiele 99). 3. (Kunstkraftsport) Eisenkugel mit Griff als
Jongliergewicht. 4. (Geol.) in der Luft erstarrte Lavamasse.
5. (ugs.) steifer, runder Hut.
bomben [tombn] <sw. V.; hat): 1. (ugs.) bombardieren: das
Boot wurde von einem Flugzeug gebombt. 2. (Spon
Jargon) mit großer Wucht aufs TorJ schießen: er bombte
[den Ball] unhaltbar ins Tor.
'bomben-. Bomben- (Bombe 1 a; vgl. ^bomben-, Bomben-):
--angriff, der: er kam bei einem B. ums Leben; ^Anschlag.
der: auf den Präsidenten, das Flughafengebäude wurde
ein B. verübt; ^attentat, das: svw. f Anschlag; Mlrohung.
die: Ankündigung eines Bombenanschlags: Einschlag, der:
der B. riß einen tiefen Krater in die Erde; -exptosion.
die; ^fest <Adj.; nicht adv.): so fest, daß Bomben es nicht
zerstören können: ein -er Bunker. Unterstand; ^flugzeug.
das: schweres Flugzeug zum Transportieren u. Abwerfen
von Bomben; Bomber; ^geschädigt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ein -es Anwesen; wir sind b.; <subst.:) ^geschädigte.
der u. die <Dekl. t Abgeordnete): für die -n wurde eine
Sammlung durchgeführt; ^geschwader.das: svw. t
Bomberverband; Berater, der: durch den Einschlag einer Bombe
entstandener Krater; -krieg, der; -last, die: das Flugzeug
warf seine B. mitten über der Stadt ab; -leger, der; -s.
-; (ugs.): jmd.. der Bombenanschläge verübt; -nacht, die:
Nacht, in der ein schwerer Bombenangriff stattfand: in der
schweren B. hatte er seine Familie verloren; -schaden.
der: der Stadtteil erlitt schwere Bombenschäden; -sicher
<Adj.; nicht adv.): Schutz vor den Auswirkungen eines
Bombenangriffs bietend: ein -er Keller. Unterstand: -Splitter,
der: von einer explodierten Bombe herrührender Splitter;
-teppidi. der: eine große Anzahl dicht nebeneinander
abgeworfener Bomben: die feindliche Stellung wurde mit einem
B. belegt; -terTor.der: durch Bombenanschläge od. -angriffe
ausgeübter Terror; -trichter, der: durch den Einschlag einer
Bombe entstandene trichterförmige Vertiefung.
2bQmben-, Bgmben- (vgl. 'bomben-, Bomben-) <bei Adj.
[o. Steig.] u. Subst.) (ugs.; drückt emotional verstärkend
einen als positiv empfundenen sehr hohen Grad, ein sehr
hohes Maß o.a. von etw. aus): -erfolg, der: sehr großer
Erfolg. Riesenerfolg: das Stück verspricht ein B. zu werden;
^fgst <AdJ.; o. Steig.): auf keinen Fall mehr änderbar,
unumstößlich fest]: mein Entschluß ist. steht b.; -fQrm,
die: hervorragende Form. Hochform: die Mannschaft war.
befand sich in [einer] B.; -gesdt$ft, das: überaus guter
Verkauf von etw.. sehr großer Umsatz: er machte mit dieser
Erfindung ein B.; -hjtze, die: sehr große Hitze: -rplle.
die: Rolle, in der ein Schauspieler alle seine Fähigkeiten
unter Beweis stellen kann: der Schauspieler hat eine B.
in dem neuen Stück bekommen; -schjö, der (Sport):
wuchtiger, sehr harter Schuß; -sjeher <Adj.>: ganz gewiß, mit
Sicherheit so wie angenommen eintretend, vorhanden i: ein
-er Tip; daß er kommt, ist b.; -stjmmung, die: ausgelassene
Stimmung. Fröhlichkeit: es herrschte eine B. im Saal.
Bomber ['bombe], der; -s. -: 1. (ugs.) svw. f Bombenflugzeug:
Die Luft zitterte vom Brummen der anfliegenden B. (De-
genhardt. Zündschnüre 9). 2. (Sport Jargon) Fuß-, auch
Handballspieler mit überdurchschnittlicher Schußkraft: man
nennt ihn ..B. der Nation": <Zus. zu 1:) Bomberverband,
der: Verband von Bombenflugzeugen; bombieren
[bom'bhran] <sw. V.; hat) [frz. bomber. zu: bombe,
tBombe] (Fachspr.): (von Glas. Blech) wölben, biegen: bombier-
tes Blech (Wellblech), dazu: Bombkrung, die; -. -en: svw.
f Bombage; bombig ['bombu;] <AdJ.) (ugs.): großartig,
hervorragend, ausgezeichnet: ein -es Mädchen; in seiner
spiegelnden Uniform ... machte er eine -e Figur (Winckler.
Bomberg 195); die Stimmung war einfach b.; das hast
du b. hingekriegt.
Bommel ['boml]. die; -. -n. auch: der; -s. - [zu niederd.
bummeln, f bummeln] (landsch.): Troddel. Quaste: an
seiner Pudelmütze hängt eine dicke/ein dicker B.
Bon fton. bÖ:l. der; -s. -s [frz. bon, subst. von: bon =
gut < lat. bonus]: 1. von Firmen o.a. ausgegebener]
Gutschein für Speisen od. Getränke/: -s ausgeben; was für
einen Wert hat dieser B.?; wir aßen auf B. in der Kantine.
2. Kassenzettel einer Registrierkasse; bona fide [bo.na
Ti:dd; lat. bonus = gut u. fides = Glaube] (bildungsspr.):
guten Glaubens; in der Annahme, daß es richtig, korrekt
ist: er hat die Gegenstände b. f. erworben; er hat b. f.
gehandelt.
Bonbon [booten, auch: bö'bö: (österr. nur so)], der od.
(österr. nur:) das; -s. -s [frz. bonbon. Wiederholungsform
von: bon = gut]: 1. in ein Papier eingewickeltes! kleines
geformtes Stück Zuckerzeug mit aromatischen Zusätzen:
süße, saure, gefüllte -s lutschen; er brachte den Kindern
eine Töte -s mit; Ü diese Aufführung ist für Kenner ein
echter B. (etwas ganz Besonderes, ein ganz besonderer
Genuß); *imdm* einen B. ans Hemd kleben (salopp; jmdn.
veralbern): mach dir kein B. ins Hemd! (salopp; stell dich
nicht so an!). 2. (ugs. scherzh.; bes. ns.) rundes]
Parteiabzeichen: er bedauerte mehrmals, den B. nicht oben im
Luftschutzsand gelassen zu haben (Grass. Blechtrommel
485).
bonbon-, Bonbon-: ^färben, ^farbig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): von kitschig-greller Farbe: sie trug ein -es Schleifchen
im Haar; Mnacher, der: Fachmann für die Herstellung von
Zuckerwaren (Berufsbez.); ^papier, das: herumliegende
Zigarettenschachteln u. -e; -rosa (indekl. Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): grellrosa: eine b. Bluse; <ugs. auch gebeugt:)
eine -ne Bluse.
Bonbonniere [boote* nie:re. ...ie:ra. auch: böb...]. die: -. -n
[frz. bonbonniere]: 1. Behälter aus Glas. Porzellan o.a.
für Bonbons. Pralinen o. ä. 2. hübsch aufgemachte Packung
mit Pralinen od. Fondants.
Bond [bont]. der; -s. -s [engl, bond] (Bankw.): in England
u. den USA ausgegebenes festverzinsliches, auf den Inhaber
lautendes Wertpapier.
bongen [tenan] <sw. V.; hat) [zu f Bon] (ugs.): an der
Registrierkasse den zu zahlenden Betrag für etw. auf einen Bon
(2) tippen: ein Glas Bier b.; der Kellner hat noch nicht
gebongt, wir können also noch umbestellen.
'Bongo fteogo]. der; -s. -s [afrik.]: in Äquatorialafrika
lebende Antilope mit leuchtend rotbraunem, weißgestreiftem Fell.
416
Borat
zBongo [-]. das; -[s], -s od. die; -. -s [amenk.-span. bongo]
<meist PI.): paarweise (als Jazzinstrument) verwendete
Trommel kubanischen Ursprungs mit nur einem Fell; <Zus.:>
Bgnaotranmel, die (meist PI.).
Btinhase ['boin-l. den -n, -n (mniederd. bonehase, zu: bo(de)-
ne = Boden (6) u. IHase; nach dem heimlichen Arbeiten
auf dem Boden (6) u. der . Jagd" der Zunftmeister auf
ihn] (nordd.): nichtzünftiger Handwerker; Pfuscher.
Bonhomie [bono'mi:], die; -. -n [...i:dn; frz. bonhomie. zu
bonhomme = gutmütiger Mensch] (bildungsspr.):
Gutmütigkeit Jovialität, Biederkeit: er strahlt B. aus; Ein gewisser
Hang zur B. war allen seinen (= Österreichs) Regierenden
inne (Jacob, Kaffee 153); Bonhomme [to'nam], der; -s,
-s [frz. bonhomme] (bildungsspr. veraltet): gutmütiger,
einfältiger Mensch, Biedermann: bonkren [bo'ni:ren] <sw. V.;
hat): svw. f bongen; Bonifikation [bonifika't$io:n], die; -.
-en [zu lat. bonus = gut u. facere = machen] (Kauf-
mannsspr.): zusätzliche/ Vergütung. Gutschrift: für die
beschädigten Teile wurde mir eine B. gewährt; bonifizieren
[bonifi't$i:ran] <sw. V.; hat) (Kaufmannsspr.): vergüten,
gutschreiben; Bonität [boni't£:t], die; -. -en [lat. bonitäs]:
1. <o. PI.) (Kaufmannsspr.) s einwandfreier j Ruf einer
Person od. Firma im Hinblick auf ihre Zahlungsfähigkeit. 2.
(Forstw.. Landw.) Güte. Wert eines Bodens; bonitieren [bo-
ni'ti:ren] <sw. V.; hat): (die Qualität, die Güte von etwas)
abschätzen, einstufen; <Abl.:> Bonitkrung, die; -. -en.
Bonie ftonjd]. die; -. -n [sorb. baria = bauchiges Gefäß.
Krug. Kürbis] (berlin.): Kopf. bes. in bezug auf den > runden i
Schädel: Ich an seiner Stelle hätte mir wahrscheinlich den
ganzen ... Eimer mit dem Gips über die B. gekippt (Plenz-
dorf. Leiden 93).
Bonmot [bÖ'mo:]. das; -s. -s [frz. bon mot. aus: bon =
gut (IBon) u. mot = Wort < lat. muttum = Muckser]:
treffender, geistreich-witziger Ausspruch: witzige -s; ein B.
erzählen; Bonne ['bona], die; -. -n [frz. bonne. aus der
Anrede ma bonne = meine Gute; f Bon] (veraltet):
Kindermädchen. Erzieherin.
Bonnet [to'ne], das;-s, -s[frz. bonnet = Mütze < gleichbed.
mlat. boneta. H. u.]: Damenhaube des 18. Jahrhunderts;
Bonneterie [banet(d)'ri:], die; -. -n [...i:an; frz. bonneterie
= Strumpftoarenhandel, zu t Bonnet] (Schweiz, veraltend):
1. Kurzwarenhandlung. 2. <P1.) Kurzwaren.
Bonsai ['bonz^j], das; -s, - [Jap. bonsai]: japanischer
Zwergbaum.
Bontje [bontja], der; -s. -s (landsch.): svw. T Bonbon; Bonus
fbo:nos], der; - u. Bonusses. - u. Bonusse, auch: Boni
[engl, bonus. zu lat. bonus = gut]: 1. a) (Kaufmannsspr.)
Vergütung. Rabatt; b) von der Kfz-Haftpflichtversicherung
gewährter Schadenfreiheitsrabatt (Ggs.: Malus I). 2.
(Schulw.. Sport) zum Ausgleich für eine schlechtere
Ausgangsposition gewährter Punktvorteil (Ggs.: Malus 2);
Bonvivant [bövi'vä:]. der; -s, -s [frz. bon vivant. aus: bon
(T Bon) u. vivant. subst. 1. Part, von: vivre = leben < lat. vi-
vere]: 1. (veraltend) Lebemann. 2. (Theater) Rollenfach des
leichtlebigen, eleganten, gesellschaftlich versierten Mannes.
Bonze I'bon^a]. der; -n. -n [frz. bonze < port. bonzo <
jap. bozu = Priester]: 1. (abwertend) jmd.. der die Vorteile
seiner Stellung genießt u. sich nicht um die Belange anderer
kümmert]; höherer, dem Volk entfremdeter Funktionär:
die fetten -n; Die -n sitzen sicher im Bunker und die
kleinen Leute verrecken (MM 19. 10. 66. IS). 2.
buddhistischer Mönch. Priester; <Abl.;> BQnzentim, das; -s; Bonzo-
kratie [bon^okrati:], die; -. -n [...i:an; zu t Bonze u. griech.
krätos = Herrschaft] (abwertend): Herrschaft,
übermäßiger Einfluß der Bonzen (1).
Boofke fbo:fka], der. -s, -s [preuß. Bowke = Herumtreiber.
Dieb, vidi, zu lit. bövytis = die Zeit hinbringen, müßig
tändeln] (bes. berlin.): ungebildeter Mensch. Dummkopf.
Boogie-YVoogie['bogi'vugi],der; -[s], -s [amerik. boogiewoo-
gie. H. u.]: 1. Klavierstiides Blues. 2. aus dem Boogie-Woo-
gie (1) entwickelte Form des Gesellschaftstanzes.
Booklet [boklit], das; -[s]. -s [engl, booklet = kleines Buch.
Broschüre] (Werbespr.): Werbelbroschüre ohne
Umschlag. Einbandj.
Boom [bum], der; -s. -s [engl. boom, wohl zu: to boom
= brummen, brausen]: 1. a) plötzlicher j wirtschaftlicher
Aufschwung. Hochkonjunktur: Würden wir einen neuen
B. zulassen, so wäre ... die nächste Rezession
unausweichlich (Bundestag 189. 1968. 10204); b) (ugs.) plötzliches
gesteigertes Interesse an. für etw.. das dadurch sehr gefragt
ist: Kunstgegenstände des Jugendstils erleben heute einen
ungeheuren B. 2. Hausse an der Börse: die Nachricht löste
einen B. an der Wertpapierbörse aus; boomen [bu:mdn]
<sw. V.; hat) (ugs.): einen Boom (1) erleben: Jahrelang
boomte der Reise-Markt (Spiegel 25. 1974. 120).
Booster fbu:stB],der; -s. - [engl, booster = Förderer,
Unterstützer. zu to boost = nachhelfen, fördern]: a) (Luftfahrt)
Hilfstriebwerk; Startrakete; b) (Raumf.) Zusatztriebwerk;
erste Stufe einer Trägerrakete; <Zus.:> BgQsterdiode, die
(Ferns.): Gleichrichter zur Rückgewinnung der Spannung
bei der Zeilenablenkung.
Boot [bo:t]. das; -[eis. -e. landsch. auch: Böte; <Vkl. t
Bootchen. Bötchen) [aus dem Niederd. < mniederd. bot <
mengl. bot < aengl. bat]: kleines, meist offenes
Wasserfahrzeug: das B. kentert, leckt, schlägt um; [in einem, mit
einem] B. fahren; *wir sitzen alle in einem/im gleichen
B. (ugs.; wir sind alle in der gleichen schwierigen Lage,
ohne ihr als einzelner entrinnen zu können; Li) von engl.
..to be in the same boat").
bQQt-.Boot- (vgl. auch: boots-, Boots-): -axt, die (Prähist.):
vorgeschichtliche bootförmige Streitaxt; -förmig <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.): in der Form eines B<x)tes: eine -e
Vertiefung; -grab, das (Prähist.): vor- u. frühgeschichtliche Form
der Beisetzung in einem Boot.
Bootdien t'boit^n). das; -s. -: tBoot.
Bootlegger ['bu:tl£gg]. der; -s, - [engl.-amerik. bootlegger.
zu: bootleg = Stiefelschaft (in dem der verbotene Alkohol
versteckt wurde)] (früher in den USA): Alkoholschmuggler;
jmd., der illegal Schnaps brennt; Boots [bu:t$] <P1.) [engl,
boot = Stiefel < mfrz. böte]: 1. bis über den Knöchel
reichende Wildlederschuhe. 2. (Pferdesport) Gummiglocken.
boots». Boots- (vgl. auch: boot-. Boot-): -anhänger. der:
zum Transport eines kleineren Bootes geeigneter Anhänger
für Kraftfahrzeuge; ^bau.der <o. PL): Bau von Segeljachten
u. Booten; -böuer, der: Hersteller von Booten: -davit, der
(Seemannsspr.): galgenartiger Kran auf Seeschiffen, mit
dem ein Boot vom Deck zu Wasser gelassen werden kann;
-deck, das: oberstes Deck größerer Schiffe, auf dem sich
die Rettungsboote befinden: -fahrt, die; -gasse, die: an
Staustufen angebrachte schmale Fahrrinne für kleinere
Boote; -säst, der <P1. ...gasten) (Seemannsspr.): Mitglied der
Schiffsbesatzung, das zum Dienst im Rettungsjboot
eingeteilt ist; -haken, der: Stange aus Holz mit Spitze u. Haken
aus Stahl, mit der man ein Boot festhalten od. abstoßen
kann; -haus, das: 1. Schuppen. Gebäude, in dem Boote
aufbewahrt werden. 2. Klubhaus eines Wassersportvereins;
-kompaß, der: Kompaß, den jedes Rettungsboot an Bord
haben muß; -länge, die: Länge eines Bootes / als Maßangabe
bei Regatten!: der Sieger war [um] einige -n voraus; -mann,
der <P1. ...leute): 1. auf Handelsschiffen ein dem
Wachoffizier zugeordneter Matrose. 2. bei der Bundesmarine ein dem
Feldwebel entsprechender Dienstgrad; -mannschaft, die:
Mannschaft, Besatzung eines Bootes; -maimsmaat, der:
unterer Dienstgrad bei der Bundesmarine; -mannsstuhl, der
(Seemannsspr.): Sitzbrett zum Aufziehen eines Mannes in
die Takelage; Mmnöver, das: bes. auf Fahrgastschiffen in
bestitnmten Zeitabständen durchzuführende Übung mit
Rettungsbooten; Mnotor, der: Motor, der ein Motorboot
antreibt; -schleppe, die: Anlegestelle mit Bootswagen für
kleinere Boote an Staustufen; -schuppen, der: Schuppen, in
dem Boote aufbewahrt werden; -steg, der: Steg, an dem
Boote anlegen können; -vcrleii, der, dazu: ^Verleiher, der;
-wagen, der: Wagen, auf dem kleinere Boote über Land
transportiert werden können; ^weise <Adv.>: in einzelnen
Booten, Boot für Boot: wir wurden b. übergesetzt.
Bop [bop]; der; -[s], -s: kurz für t Bebop.
Bor [bo:?]. das; -s [spätmhd. buras < mlat. börax. f Borax]:
chemischer Grundstoff, ein meist in Form von Borsäure
od. deren Salzen vorkommendes Nichtmetall; Zeichen: B
Bor-: -salbe, die (Pharm.): nur noch selten verwendete
keimtötende, borsäurehaltige Salbe; -säure, die: relativ
schwache kristalline Säure, die als mildes Hausmittel zur
Desinfektion u. in vielen Industriezweigen verwendet wird:
-wasser, das: mild antiseptisch wirkende Lösung von
Borsäure in Wasser.
Bora [bo:ra], die; -. -s [ital. bora < lat. boreäs < griech.
bor&s. T Boreas]: trocken-kalter Fallwind an der
dalmatinischen Küste.
Boran [bo'ra:n], das; -s. -e [zu IBor] (Chemie): Verbindung
des Bors mit Wasserstoff; Borat [bo'ra:t], das; -[e]s. -e
27 GDW
417
Borax
(Chemie): Salz der Borsäure; Borax [bo:raks], der; -[es]
[mlat. borax < arab. bauraq < pers. büräh = borsaures
Natron] (Chemie): in großen Kristallen vorkommendes Na-
triumsalz einer Borsäure.
'Bord [bort], das; -[eis. -e [aus dem Niederd. < mniederd.
bort]: Wandbrett. Bücherbrett: ein schmales B.; Bücher.
Flaschen. Gläser auf ein B. stellen; 2Bord [-]. der; -[eis.
-e <P1. ungebr.) [mhd., ahd. bortl: oberster Rand eines
Schiffes an den sich das Deck anschließt/: Schiffsdeck:
der Bord des sinkenden Schiffes war bereits von den Wellen
überspült; meist in bestimmten Wendungen an B. (im
Inneren/ins Innere eines Schiffes, eines Flugzeugs, eines
Raumschiffes): an B. eines Tankers gehen; Fracht,
Passagiere an B. nehmen; alle Mann an B.! (seemännisches
Kommando); allein mit den herkömmlichen Batterien ließe
sich die Stromversorgung an B. der Kapsel (= Gemini
7) ... nur für etwa vier Tage sicherstellen (Zeit 10. 12.
65. 29); über B. (vom Deck des Schiffes ins Wasser):
über B. gehen (vom Schiff ins Wasser fallen, gespült
werden); Mann über B.! (seemännischer Notruf); etw. über
B. werfen (etw. endgültig aufgeben, fallenlassen): alle
Vorsicht, alle Sorgen über B. werfen; von B. gehen (das Schiff
das Flugzeug verlassen); 3Bord [-1. das; -[eis. -e [mhd..
ahd. bortl (Schweiz., sonst veraltet): Rand; kleinerJ
Abhang. Böschung.
bprd-, 'BqiiI- (2Bord): -buch, das: I. Nachweisbuch an Bord
eines Luftfahrzeugs über technische u. Betriebsdaten. 2.
Schiffstagebuch. 3. Fahrtenbuch eines Kraftfahrzeugs; Maise
[-keisl. das od. der: -. - u. -s [zu TBord u. engl, case
= Kasten. Behälter): kleines kofferähnliches Gepäckstück,
das man bei Flugreisen unter den Sitz legen kann: Mlienst.
der: Dienst an Bord eines Schiffs od. Flugzeugs; ~-eigen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zum Schiff Flugzeug od.
Raumschiff gehörend: ein -es Überwachungssystem; -etektrik,
die: Gesamtheit aller elektrischen Systeme eines Flugzeugs;
-fest, das: Fest an Bord eines Schiffes/; -flugzeug. das:
auf großen Schiffen (bes. Kriegsschiffen) mitgeführtes
kleines Flugzeug; ^funk. der: Funkanlage u. Funkverkehr an
Bord eines Verkehrsmittels, bes. eines Schiffes: das SchifT
ist mit B. ausgerüstet, dazu: -flinker, der; -alocke. die:
vor der Abfahrt des Schiffes wurde lange die B. geläutet;
-kamera. die: an Bord von Luftfahrzeugen mitgeführte Film-
od. Fernsehkamera; -kanone, die; vgl. -warten; -ItApelle,
die: Musikkapelle auf einem Fahrgastschiff: beim Einlaufen
in den Hafen spielte die B.; -karte, die (Flugw.): Karte.
die zum Einsteigen in das Flugzeug berechtigt; -Programm,
das: Unterhaltungsprogramm für Schiffs- od. Fluggäste: das
B. bietet verschiedene Filme zur Auswahl an; -wacbe^
die: Wache an Bord eines Schiffes; -waffen <P1.>: Waffen,
die auf einem Waffenträger (Panzer. Schiff. Flugzeug) fest
eingebaut sind; -wand, die: seitlicher Teil der Außenwand
bei Flugzeugen. Schiffen u. Lastkraftwagen; -zeit, die: die
auf Schiffen u. in Flugzeugen dem jeweiligen geographischen
Standort entsprechende mittlere Ortszeit; -zeitung, die: auf
Fahrgastschiffen herausgegebene Zeitung.
2BQrd- (3Bord): -kante, die: svw. f -steinkante: ein Fahrrad
an die B. lehnen; -rmnd, der: svw. t-kante; -schwelle,
die: svw. | -stein(kantel; -stein, der (gegenüber der
Fahrbahn erhöhte) steinerne Einfassung des Bürgersteigs, durch
die der Bürgersteig von der Fahrbahn abgegrenzt wird: er
ist mit seinem Rad gegen den B. gefahren, dazu: -steinkan-
te, die: obere Kante des Bordsteins: an der/über die B.
stolpern, -stelnsdmalbe. die (ugs. scherzh.):
Straßenprostituierte.
Börde ['boerdal. die; -. -n [mniederd. (ge)börde = der Stadt-
(kirche) zins- od. steuerpflichtiges Landgebiet, dann:
Gerichtsbezirk. Landschaft; ahd. giburida = was einem
zukommt]: fruchtbare Niederung, bes. in der Norddeutschen
Tiefebene: Magdeburger. Soester B.
bonkaux [tor'do:] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: svw.
tbordeauxrot; Bordeaux [-1. der; -. (Sorten:) - [tor'do:sl:
svw. T Bordeauxwein; bordeauxrot <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [nach der Farbe des Bordeauxweins]: weinrot.
dunkelrot: sie trug ein -es Kleid; Bordeauxwein, der; -[eis. -e:
Wein aus der weiteren Umgebung der französischen Stadt
Bordeaux; zum Essen wurde ein erlesener B. serviert; Bor-
delatser Brühe [borda'le:/* -]. die; - - [nach der frz.
Weinbaulandschaft Bordelais bei Bordeaux] (Fachspr.): Mittel
gegen Pilzkrankheiten bei Weinstöcken u. Obstbäumen.
Bordell [bor'del],das; -s. -e [mniederl. bordeel < afrz. bor-
del. eigtl. = Bretterhüttchen, zu: borde = Hütte.
Bauernhof < fränk. •bord = Brett, f 'Bord]: Haus, in dem
Prostituierte ihrem Gewerbe nachgehen: ein B. besuchen,
aufsuchen; in ein B. gehen; Seitdem seine Frau ihn ... haßte,
genoß er nur die Freuden, die in -en gespendet werden
(Böll. Haus 38).
bördeln [boerdlnl <sw. V.; hat) [zu t3Bord]: den Rand von
Blecht eilen od. Rohren umbiegen: ich börd[e]le das Blech;
<Abl.:> Bgrdetuns. die; -. -en.
Bordereou. (auch:) Bordero [tarda'ro:l. der od. das; -s. -s
[frz. bordereau (> ital. bordero), zu: bord. t bordieren!
(Bankw.): Verzeichnis eingelieferter Wertpapiere, bes. von
Wechseln; Borderpreis fbordB-l. der; -es. -e [engl, border
= Landesgrenze < frz. bordure = Borte. Kante, zu:
border. T bordieren] (Wirtsch.): Preis frei Grenze; bordieren
[ter'dhren] <sw. V.; hat) [frz. border. zu: bord = Rand.
Borte < afränk. •bord = Rand. 13Bordl (Fachspr.):
einfassen, mit einer Borte j besetzen: sie bordierte den Ausschni tl
des Kleides mit einer Spitze; bordierte Ärmel, dazu: Bordk-
ring, die; -. -en; Bordüre [tar'dy:ra]. die; -. -n [frz. bordure]:
Einfassung. Besatz, farbiger/ Geweberand: das Tuch war
mit einer gemusterten B. eingefaßt; <Zus.:> Bordüreform.
die; -. -en (Kochk): runde Kuchenform aus Blech; Bordüren-
kleki. das: Kleid mit einer Bordüre; Bordürenstoff, der:
Stoff mit einer Bordüre am Rand.
borea) [borea.l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. boreälis]
dem nördlichen Klima Europas. Asiens u. Amerikas
zugehörend; nördlich: -er Waldgürtel (nördlicher
Nadelwaldgürtel); <subst.:) BoreaJ [-]. das; -s (Geogr.): Wärmeperiode
der Nacheiszeit; Boreas fbo:reas]. der; - (lat. boreäs <
griech. boreas]: 1. Nordwind im Gebiet des Agäisehen
Meeres (in der Antike als Gott verehrt). 2. (dichter, veraltet)
kalter Nordwind.
Boretsch ['boiretfl: svw. tBorretsch.
Borg [bork; mhd. bore] in der veraltenden Wendung auf
B. (ohne sofortige Bezahlung): jmdm. etw. auf B. geben;
er lebt, kauft nur auf B.; borgen [targn] <sw. V.; hat)
[mhd. borgen, ahd. bor[a]gen.urspr. = auf1 etw. achthaben,
schonen. Jmdn. mit Zahlung verschonen]: 1. jmdm. etw.
aushändigen, was dieser zurückzugeben verspricht; leihen:
Jmdm. Geld, ein Buch b.; er hat ihm sein Auto geborgt;
er borgt nicht gern. 2. mit dem Versprechen der Rückgabe
sich etw. geben lassen, sich leihen: sich bei jmdm./von
jmdm. ein Buch/ das Geld für etw. b.; er hat den Frack
nur geborgt; Einen Baum stehlen, das ist gemein; aber
sich einen b.. das geht (Schnurre. Bart 54); <subst.:> Spr
Borgen bringt Sorgen; Ü diese Ideen hat er [von seinem
Lehrer] geborgt (scherzh.; von ihm übernommen, ohne zu
erkennen zu geben, woher er sie hat): <Abl.:> Borgerei
[targa'r^il. die; -. -en (ugs.): ständiges Borgen (2).
Borgts ['targis]. die; - [entstellt aus frz. bourgeois =
bürgerlich (angeblich, weil in diesem Schriftgrad einfache, dem
Bürger angemessene Drucke hergestellt wurden)]
(Druckw.): Schriftgrad von 9 Punkt.
borgweise <Adv.) (selten): auf Borg, leihweise: ich habe
das Buch b. von ihm bekommen.
Borke I'borka]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
borke]: I. abgestorbene, korkartige, rauhe und rissige]
Rinde des Bawnes: die B. vom Stamm abschälen. 2. (ugs.)
Kruste, die sich auf einer Wunde gebildet hat: die B. von
einer Wunde abkratzen: Von den brandigen Schenkeln
löste sich Haut und B. (Jahnn. Geschichten 98). 3. (ugs.
abwertend) festsitzenden Schmutz. Schmutzschicht: du
mußt dich wieder einmal waschen, du hast ja schon eine
richtige B. auf dem Hals.
Borken-: ^flechte, die (fTierlmed.): vorwiegend bei
Haustieren auftretende Hautkrankheit; ^kifer. der: Vertreter einer
weltweit verbreiteten Käferfamilie, die überwiegend in u.
unter der Rinde von Holzgewächsen lebt; ^kritze. die
(Med.): durch die Krätzmilbe hervorgerufene Hautkrankheit
mit schweren borkigen Hautveränderungen; ^krepp, der:
Kreppgewebe mit borkenähnlicher Oberfläche: ein Kleid
aus B.; ^Schokolade, die: aus hauchdünn ausgewalzter u.
zusammengerollter Schokoladenmasse hergestellte poröse
Schokolade mit rauher Oberfläche.
borkig [borkig] <Adj.; nicht adv.) (landsch.): 1. rissig, rauh,
zerklüftet wie Borke: -es Holz; -e Haut; eine -e Oberfläche.
2. mit Borke (2) bedeckt: ein -er Ausschlag; die Wunde
ist schon b.
Born [tarn], der; -[eis. -e [aus dem Niederd. < mniederd.
418
bös-, Bös-
born. mit Umstellung des raus T Bronn] (dichter.): Brunnen,
Wasserquelle: aus einem kühlen B. trinken; Ü (geh.) ein
unerschöpflicher B. der Freude; aus dem B. seines Wissens
schöpfen; Dieses Theater war ... das wahre Zentrum der
großen Welt, der B. der Eleganz und der Sitte (Jacob.
Kaffee 86).
borniert [tor'ni.'Bt] <Adj.; -er. -este) [zu frz. born6, 2. Part,
von: borner = beschränken, eigtl. = mit einem
Grenzzeichen versehen, zu: borne = Grenzstein. Ziel, wohl aus
dem Gall.l (abwertend): in seinem geistigen Horizont ein-
geengt u. unbelehrbar auf seinen Vorstellungen beharrend:
engstirnig u. zugleich in ärgerlicher Weise eingebildet: ein
-er Mensch; -e Ansichten; Die Eindrücke, die eine Weltreise
mit sich bringt, sind danach angetan, selbst den -esten
... Europäer von seinen ... Illusionen ... zu kurieren (K.
Mann. Wendepunkt 186); wie kann man nur so b. sein,
denken; <Abl.:> Borniertheit, die; -. -en: 1. <o. PI.) mit
Eingebildetheit gepaarte Engstirnigkeit. Unbelehrbarkeit:
diese B. geht mir auf die Nerven; seine Lore, diese
Ausgeburt von Faulheit und B. (Kirst. 08/15. 562). 2. engstirnige
Äußerung, Handlung: das war wieder eine seiner -en.
Borretsch ['boret/], der; -[e]s [frz. bourrache. ital. borragine
< mlat. bor(r)ago. vidi. < arab. abü'araq = Vater des
Schweißes]: meist als Gewürzpflanze angebautes, blau
blühendes Rauhblattgewächs.
Borschtsdi [borjt/l, der; - [russ. borschtsch]: als russisches
Nationalgericht geltende Kohlsuppe mit Fleisch,
verschiedenen Kohlsorten, roten Rüben u. Kwaß.
'Börse ['botrzdl. die; -. -n [niederl. (geld)beurs < spätlat.
bursa = Fell. Ledersack < griech. byrsa]: 1. (geh..
veraltend) svw. TGeldbörse: eine lederne B.; der Junge Autor,
die Hand auf der glücklich geblähten B.. warf sich sofort
in den nächsten ( = Wagen) (Langgässer. Siegel 454); seine
B. verlieren, zücken, (rasch hervorziehen). 2. (Boxen)
Einnahme eines Berufsboxers aus einem Wettkampf: ihm wurde
die B. gesperrt; er hatte seine -n gut angelegt; *Börse [-].
die: -. -n [niederl. beurs (nach der Brügger
Kaufmannsfamilie ..van der Burse". vor deren Haus sich Kaufleute zu
Geschäftszwecken regelmäßig trafen), f 'Börse] (Wirtseh.):
1. regelmäßig stattfindender Markt für Wertpapiere.
Devisen u. vertretbare (fungible) Waren: die Frankfurter B.:
dieB. ist/verläuft lebhaft, ruhig, stürmisch; das Wertpapier
ist an der B. zugelassen; der Preis für Baumwolle ist an
der Hamburger B. gesunken; an der B. spekulieren (durch
Aktienkauf u. -verkauf u.a. Geschäfte zu machen suchen):
Ü Die deutsche Wiedervereinigung wird an der
internationalen B. zur Zeit nicht gehandelt (Augstein. Spiegelungen
28). 2. Börsengebäude: die B. ist nachmittags geöffnet.
bQrsen-, Börsen- (2Börse): -aufsieht, die: staatliche
Überwachung der Börse auf Einhaltung der gesetzlichen
Vorschriften: -auftrag, der: Auftrag von Bankkunden zum Kauf od.
Verkauf von Wertpapieren: -beginn, der: gleich nach B.
wurde ein reger Geschäftsverlauf notiert; -beridrt, der:
Mitteilungen über Ereignisse an der Börse: -Ahig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: zum Börsenhandel zugelassen: -e
Wertpapiere, dazu: -fähigkdt, die <o. PI.): die B. von
Aktien feststellen; -gängig: svw. t-fähig; -geschfift, das:
an der Börse abgeschlossenes Geschäft: -handd, der: das
Wertpapier ist nicht zum B. zugelassen, dazu: -hindier,
der; -Jobber, der: svw. ? -Spekulant; -kurs, der: an der
Börse ermittelter Kurs eines Wertpapiers: Börsenpreis: die
-e sind sprunghaft angestiegen; -makler, der:
berufsmäßiger Vermittler von Börsengeschäften: -manöver, das
(abwertend): unlauteres Geschäft an der Börse: -mäßig <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): die Börse betreffend: an der Börse:
der -e Umsatz eines Wertpapiers; -Dotierung, die:
Feststellung der amtlichen Börsenkurse: -platz, der: Ort. an dem
eine Börse ihren Sitz hat: -preis, der: svw. f -kurs; -Schluß,
der: 1. festgesetzter Mindestbetrag bei bestimmten
Börsenabschlüssen. 2. Zeitpunkt der täglichen Schließung einer
Börse: die Notierungen wurden erst unmittelbar vor B.
bekanntgegeben; -Schwindel, der: Betrug, unlauteres
Geschäft an der Börse, dazu: -Schwindler, der; -Spekulant,
der: jmd.. der aus erwarteten Kursschwankungen Gewinne
erzielen möchte: -Spekulation, die: auf Gewinne aus
künftigen Kursschwankungen abzielendes Verhalten an der Börse:
-tag, der: Tag. an dem die Börse geöffnet ist: -tendenz.
die: Tendenz feines Wertpapiers] zu bestimmten
Kursveränderungen: -tip, der: Hinweis. Tip für ein günstiges
Börsengeschäft: -Vertreter, der: Beauftragter einer zum Börsenhandel
zugelassenen Firma, der in ihrem Namen Börsengeschäfte
tätigt: -vorstand, der: Vorstand einer Börse: Mvesen, das
<o. PI.); -Zulassung, die: a) Zulassung von Personen zur
Teilnahme am Börsenhandel: b) Zulassung von Wertpapieren
zum Börsenhandel.
börsein fboerzln] <sw. V.; hat) (schweiz.): /an der Börse/
spekulieren: Börsianer [baerzj^ne], der; -s. - (ugs.): a)
Börsenmakler: b) Börsenspekulant.
Borste ['börste], die; -, -n [mhd. börste, ahd. burstaj: 1.
a) dickes, verhältnismäßig hartes, steifes Haar des Haus-
u. Wildschweins /aus dem Bürsten. Pinsel u.a. hergestellt
werden/: die Bürste ist aus reinen -n hergestellt; b) <P1.)
(ugs. scherzh.) Kopf- od. Barthaar des Menschen: du mußt
dir deine -n schneiden lassen; * seine -n zeigen, aufstellen,
hervorkehren (sich widerspenstig gebärden). 2. an Stelle
des natürlichen Tierhaars verwendetes, aus Kunststoff
hergestelltes, festes, haarähnliches Gebilde, aus dem Bürsten o. ä.
hergestellt werden: harte, weiche, künstliche -n; die -n der
Zahnbürste.
bQrsten-, Borsten-: -artig <Adj.; o. Steig.): wie Borsten
/aussehend od. beschaffenJ: seine Haare sträubten sich b.; ^be-
sen,der: Besen aus Tierborsten: -gras, das (Bot.): niedriges,
vor allem in Trockengebieten wachsendes borstenartiges
Gras: Steppengras: -haar, das: das kurzgeschnittene B.
ließ ihn sehr Jung erscheinen; -köpf, der: der Junge trägt
einen kurzgeschorenen B.; -pinsd, der: Pinsel aus harten
Borsten: -ticr, das (ugs.): Schwein: -vidi, das (ugs.
scherzh.): Schwein/ej: das liebe B.; -wirm, der (Zool.):
mit Borsten versehener / meeresbewohnenderJ Vertreter
einer Gruppe der Ringelwürmer.
borstig ['borstig] <Adj.) [mhd. borstoht]: a) mit Borsten
versehen: ein -es Tier; der Rücken des Tiers ist b.; b)
struppig, rauh: ein -er Bart; Das Haar war schon grau
über den Ohrmuscheln und b. (Bieler, Bonifaz 66); Ü
er hat eine -e (grobe, unfreundliche) Art; sie hat sich sehr
b. benommen, dazu: Borstigkeit, die; -, -en: 1. <o. PI.)
borstiges Wesen: seine B. ist unerträglich. 2. borstige
Äußerung: diese -en lasse ich mir nicht länger gefallen;
Borstwisch, der (ostmd): Handfeger.
Borte ftorta], die; -. -n [mhd. borte, ahd. borto]: gewebtes,
gemustertes Band, das als Verzierung auf Kleidungsstücke.
Gardinen o.a. aufgenäht wird: ein Kleid mit einer bunten
B. besetzen.
bös [bo-.s] <Adj.; -er. -este): tböse (1 b. 2. 3. 5).
bös-. Bös-: Mutig <Adj.>: 1. auf hinterhältige Weise böse:
heimtückisch: ein -er Hund; die Bemerkung war b.; b.
lächeln. 2. (von Krankheiten) lebensbedrohend, gefährlich
(Ggs.: gutartig 2): eine -e Krankheit, dazu: -artigkeit,
die; -: 1. hinterhältige Bosheit. Heimtücke. 2. Gefährlichkeit.
Bedrohlichkeit (Ggs.: Gutartigkeit 2); -willig <AdJ.) (meist
jur.): in böser Absicht: absichtlich böse (Ggs.: gutwillig
2): -e Verleumdung; -es Verlassen der Familie, des
Ehepartners; er hat b. gehandelt. <subst.:> Böswillige sagen, ich
und auch die Zentrale wären gegen den Betriebsrat
(diejenigen, die die Sache absichtlich, bewußt böse auslegen: v.
d. Grün. Glatteis 80). dazu: -Willigkeit, die; -.
böechen [boejn] <sw. V.; hat) (Straßenbau): als Böschung
anlegen: dasfrußufer steil b.; ein sanft geböschter Abhang;
Böschung I'boejuo], die; -. -en [zu alemann. Bosch(en) =
Strauch, mhd. bosch = I Busch]: schräg abfallende
/befestigte] Seitenfläche (bes. bei Straßen- u. Bahndämmen):
Abhang: eine steile, bepflanzte B.; manchmal waren die
-en mit dichtem Gras voller Glockenblumen bewachsen
(Broch, Versucher 245); die B. des Ufers, der Straße.
B$schungs-: -fläche, die: die gesamte B. wurde mit
Sträuchern bepflanzt; -linie. die: Linie größten Gefälles einer
Böschung: -winkel, der: Neigungswinkel einer Böschung.
böse fb0:z9] <Adj.; -r. -ste) [mhd. baese. ahd. bösi. eigtl. =
aufgeblasen, geschwollen]: l.a) (nicht adv.) moralisch
schlecht, verwerflich (Ggs.: gut): ein -r Mensch; eine b.
Tat;etw. aus-r Absicht tun; <subst.:)etw. Böses tun; Gutes
mit Bösem vergelten; b) <nicht präd.) schlecht, schlimm,
übel: b. Erfahrungen machen; ein -rTraum; b. Jahre erleben;
das ist eine b. Geschichte. Angelegenheit; eine b. Krankheit;
die Sache geht bös[e] aus; die Worte waren nicht bösfe]
gemeint; man hat ihm bös[e] mitgespielt; <subst.:) ihm
schwant Böses; "nichts Böses ahnen (auf Unangenehmes
o.a. nicht gefaßt sein, nicht damit rechnen: bezieht sich
auf bereits Geschehenes): als er zum Chef bestellt wurde,
ahnte er nichts Böses. 2. (ugs.) ärgerlich, zornig, wütend:
2V
419
böschen
b. Augen bekommen; bös[e] sein, werden; Jmdn. bös[e]
anschauen; Bist wohl mächtig böse auf ihn? (ärgerst dich
über ihn; Hausmann. Abel 180); [mit] Jmdm. bös[e] sein
(fam.; keinen Umgang mehr pflegen): über etw. böslej sein
(sich über etw. ärgern); im -n (im Streit) auseinandergehen.
3. <nicht adv.) (fam.) ungezogen, unartig: du bist ein -s
Kind; wenn du bös(e] bist, mußt du Ins Bett. 4. <o. Steig.;
nur attr.) (ugs.) (von Körperteilen) entzündet: einen -n
Finger, ein -s Auge haben. 5. <o. Steig.; nicht präd.) (ugs.)
schlimm, arg: jmdm. einen -n Schrecken einjagen; die
Krankheit hat ihn bösle] (sehr) mitgenommen; Böse
['b0:zal. der; -n (dichter.): Teufel: sie glaubte. Ihr sei der
B. erschienen; Bösewicht, der; -[e]s. -er. auch, österr. nur:
-e [mhd. bocsewiht. zusger. aus: der bcese wiht. ahd. pöse
wiht. f Wicht]: 1. (veraltend) böser Mensch. Schuft.
Verbrecher: er war nicht... der B.. wie Mutter ihn in des Jungen
Phantasie zu graben versuchte (Böll. Haus 170). 2. (ugs.
scherzh.) (inbezugaufeinKind) Schlingel. Schelm.
Tunichtgut: wo ist denn der kleine B.?
boshaft [bo:shaftJ <Adj.; -er. -este) [für älteres boshaAig]:
a) sittlich, moralisch schlecht; böse, tückisch; voller Neigung.
Böses zu tun: er ist ein -er Mensch; eine -e Absicht; Ihr
Mund ist klein und häßlich, und sie lächelt schlau und
b. (Remarque. Obelisk 77); b) voll von beißendem Spott;
sarkastisch, maliziös: eine -e Bemerkung; b. lächeln,
grinsen; ..Er hält sich für eine Persönlichkeit, weil er täglich
bei Procope sitzt", sagte der -e Voltaire von einem
Nichtskönner (Jacob. Kaffee 135). dazu: Boshaftigkeit,
die; -. -en: 1. <o. PI.) a) boshafte Gesinnung; b) Sarkasmus.
Spottlust. 2. boshafte Handlung. Bemerkung: -en von sich
geben; Bosheit, die; -. -en [mhd.. ahd. bösheit. auch =
Wertlosigkeit]: a) <o. PL): das Bösesein; Schlechtigkeit,
üble Gesinnung: das ist reine B. von ihm; er steckt voller
B.; seine Aufsätze ... waren von infamer B.. spitzfindig
und niederträchtig (Bredel. Väter 134); das hat er aus
lauter B. getan; + mit konstanter B. (f trotz Hinweises doch ]
immer wieder, beharrlich in den gleichen Fehler verfallend
od. etw. nicht gern Gesehenes machend); b) boshafte
Handlung. Bemerkung: eine versteckte B.; Jmdm. -en sagen;
muß Napoleon ... alle Schande seiner Schwestern als
..bösartigeGerüchte" verzeichnet lesen und dazu gut
eingebeizte -en über sich selbst (St. Zweig. Fouch6 124).
Boskett [bos'ket]. das; -s. -e [frz. bosquet < ital. boschetto.
zu: bosco = Wald < mlat. boscus. H. u.J: I. (veraltet)
Gebüsch- od. Staudenpflanzung* 2. Gruppe von beschnittenen
Büschen u. Bäumen (bes. in den Gärten der Renaissance-
u. Barockzeit).
Boskopl'boskopl.der; -s. - [nach dem niederl. Ort Boskoop]:
säuerlich schmeckender Winterapfel mit rauher Schale.
Bosnigl ['bo:snig)]. (auch:) Bosnickd ['bo:snikl]. der; -s. -
[aus bayr. bos = böse u. Nlgl. Nickel = kleiner Mensch.
Knirps, eigtl. Kurz- od. Kosef. von Nikolaus] (bayr..
österr.): boshafter Mensch.
Boß [tos], der; Bosses. Bosse [amerik.-engl. boss < niederl.
baas = Meister] (ugs.): 1. a) (mit Macht ausgestatteter)
Mann an der Spitze eines Unternehmens o. ä.: die Bosse
der Unternehmen, der Gewerkschaften; Seit einem halben
Jahr wehren sich die Bosse ... verzweifelt gegen den
Vorwurf, ihre Autos seien nicht sicher genug (Spiegel 18.
1966. 142); b) Vorgesetzter. Chef: unser B. ist in Ordnung;
Jetzt, da mein B. auf Urlaub ist. erledige ich fast die
gesamte Post (Bild 13. 6. 64. 3). 2. Anführer einer Gruppe:
der B. einer Bande von Jugendlichen; Hingegen betrachtete
jeder Andreas als B.. der. wenn er will, bestimmen kann
(Ossowski. Bewährung 120).
Bossa Nova ['bosa no:va]. der; - -. - -s [port. bossa nova.
eigtl. = neue Welle]: aus Südamerika stammender
Modetanz.
Bosse ['bosa], die; -. -n [frz. bosse. t bosseln! (Kunstwiss.):
1. die rohe od. nur wenig bearbeitete Form eines Werksteins
(z. B. einer Skulptur, eines Quaders od. eines Kapitells).
2. bucklige Verzierung bei Goldschmiedearbeiten.
Boßd [bo:s)l. der; -s, - od. die; -. -n [aus dem Niederd.;
vgl. mhd. bösen = stoßen. Kegel schieben] (nordd.): Kugel.
bosselieren [basd'lkran; frz. bosseler. f bosseln]: svw. t bossie-
ren.
bosseln [tosjn] <sw. V.; hat) [spätmhd. tx>3eln = schlagen,
klopfen. Kegel schieben, zu mhd. bösen = schlagen,
stoßen, klopfen. Kegel schieben; vermischt mit frühnhd.
bosseln = erhabene Arbeit machen < frz. bosseler. zu: bosse
= erhabene Arbeit, Beule < galloroman. *bottia. zu
afränk. *bötan = (aus)schlagen. sprießen]: 1. (ugs.) a)
an etw. mit Ausdauer arbeiten, herumbasteln / um es
besonders gut zu machen]: er bosselt an einem Spielzeug für
seinen Sohn; saß Otto bei seiner Schnitzerei und bosselte
an der Büste des Jungen (Fallada. Jeder 124); abends
bossele (boßle) ich gerne in meiner Werkstatt; Ü so bosselte
er stundenlang an seiner großen Rede (St. Zweig. Fouche
66); b) in Kleinarbeit / mühsam / herstellen; basteln: eine
Puppenstube b.; Ü ohne daß man Versen u. Sätzen ansieht,
wie sie gebosselt sind (Tucholsky. Werke II. 357). 2. svw.
tbossieren; boBebi [bo:sln] <sw. V.; hat) [zu tBoßel]
(nordd.): mit dem Boßel werfen; den Kloot schießen: ich
boß[e]le.
bossienen [to'skran] <sw. V.; hat) [zu frz. bosse. t bosseln]:
1. einen Werkstein (meist im Steinbruch) roh bearbeiten.
2. in Ton. Gips od. Wachs modellieren; <Abl.:) Bosskrer.
der; -s. -: jmd.. der Bossierarbeiten ausführt.
'Boston [tostan]. das; -s [nach der amerik. Stadt Boston]:
aus Amerika stammendes, heute kaum noch gespieltes
Kartenspiel mit 52 Whistkarten, an dem 4 Spieler beteiligt
sind; 2Boston [-]. der; -s. -s [nach der amerik. Stadt Boston]:
amerikanischer langsamer Walzer.
bot [bo:t]: f bieten.
Bot. Bott [tot], das; -[e]s. -e [mhd. bot = Gebot,
Zunftversammlung] (Schweiz.): Mitgliederversammlung.
Botanik [tpo'ta:njk], die; - [nlat. (scientia) botanica < griech.
botanike (episteme)]: aus mehreren Teilgebieten bestehende
Disziplin der Biologie; Lehre u. Wissenschaft von den
Pflanzen; <AbI.:> Botaniker, der; -s. - (für älteres Botanicus
bzw. Botanist]: Wissenschaftler u. Forscher auf dem Gebiet
der Botanik; botanisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [ghech.
botanikös]: in den Bereich der Botanik gehörend: eine -e
Exkursion unternehmen; eine Gegend b. erforschen;
botanisieren [botani'ziiran] <sw. V.; hat) [griech. bota-
nizein]: Pflanzen zu Studienzwecken sammeln: So werden
wir b. gehen, nach Räupchen suchen und Schmetterlingen
(Fallada. Herr 106); <Zus.:> Botanisiertrommel, die: (heute
nicht mehr gebräuchlicher) länglicher Behälter aus Blech,
in dem beim Botanisieren die Pflanzen aufbewahrt wurden.
Bötchen ['batean). das; -s. -: tBoot.
Bote [bo:td]. der; -n. -n [mhd. böte. ahd. boto. zu t bieten]:
a) jmd.. der im Auftrag eines anderen etw. überbringt: ein
zuverlässiger, reitender B.; Über alle Straßen der Provinz
jagten schon die -n (B. Frank. Tage 104); einen -n schicken;
einen Brief, eine Nachricht durch einen -n überbringen,
zustellen lassen; R der hinkende B. kommt hinterher (das
Unangenehme bleibt nicht aus): Ü -n eines nahenden
Unheils, des Todes; Schneeglöckchen sind die -n (ersten
Anzeichen) des Frühlings; b) Laufbursche einer Firma: als B.
arbeiten; der B. holt die Post; die Neue Berliner Rundschau
beschäftigt -n (Kant. Impressum 21).
böte [boto]: Ibieten.
Böte [-]: landsch. PI. von tBoot.
Botel [botel]. das; -s. -s [Kurzwort aus tBoot u. tHotel]:
schwimmendes Hotel; als Hotel ausgebautes verankertes
Schiff.
Boten-: -berfcht. der (Literaturw.): Kunstgriff der
Dramentechnik, mit dem außerhalb der Szene spielende Ereignisse
durch den epischen Bericht eines Boten vergegenwärtigt
werden; ~4rot, das <o. PI.) (veraltet): svw. t^lohn; Miienst,
der <meist PI.): ich selber habe ihm Ja -e geleistet (Buber.
Gog 206); -fnm. die (veraltet): svw. t Botin; ~*gang, der:
für jmdn. Botengänge machen; -lohn, der: Lohn für einen
Botengang: ein Trinkgeld als B. bekommen.
Botin [bo:tm]. die; -. -nen: w. Form zu tBote.
botmäßig [bo:tme:si$] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [spätmhd.
potmsssig. zu mhd. bot = Gebot] (geh.. veraltet): untenan,
gehorsam: Jmdm. b. sein; Während man sie am Schalter
abfertigte.... bewahrte sie eine ... -e Haltung (eine
bescheideneu, untertänige Haltung; Th. Mann. Zauberberg 185);
daß ... die Auswahl eines vermutlich -en Anwalts
geschmiertem Rollenspiel Vorschub leistete (Spiegel 39.1974.
33); <Abl.:)BotmäBigkeit.die; - (geh.. veraltet): Herrschaft:
unter fremder B. stehen; der Eroberer brachte das Volk
unter seine B.; als lasse er immer noch ungern diese Last
aus seiner B. (Gaiser. Jagd 82).
Botokude [boto'kuxbl.der; -n. -n [nach dem Indianerstamm
in Südostbrasilien] (veraltend abwertend): ungebildeter
Mensch mit schlechtem Benehmen.
420
Boutique
Botschaft [bortjaft]. die; -. -en |mhd. bot(e)schaft. ahd.
botoscaft]: 1. a) (geh.) wichtige, für den Empfänger
bedeutungsvolle Nachricht die durch einen Boten überbracht
wird!: eine willkommene, traurige, schlimme, geheime B.:
Es war ganz unverständlich, warum nicht wenigstens eine
B. Tür mich hier im Hotel bereitlag (Fallada. Herr 33);
jmdm. eine B. bringen, senden, schicken, hinterlassen; die
[christliche] B. (das Evangelium) verkündigen, predigen;
*die Frohe B. (christl. Rel.; das Evangelium); b) feierliche
amtliche Verlautbarung o. ä.: eine B. des Präsidenten
verlesen. 2. a) von einem Botschafter geleitete diplomatische
Vertretung eines Staates im Ausland: eine B. errichten;
die deutschen -en in Ostasien; b) Gebäude, in dem sich
eine Botschaft (2) befindet: Terroristen hielten die Geiseln
in der deutschen B. gefangen; <Abl.:> Botschafter, der;
-s. -: ranghöchster diplomatischer Vertreter eines Staates
im Ausland: der französische, deutsche B.; B. austauschen;
jmdn. zum B. ernennen; Botschafterin, die; -. -nen: w.
Form zu t Botschafter.
Botschafter«: -»ebene, die: in der Fügung auf B. (zwischen
Botschaftern): ein Gespräch auf B.; -konferenz, die: Kör-
perschaft des internationalen Rechts, die von Fall zu Fall
zusatnmentritt: ^posten, der: Amt eines Botschafters: er
hat den B. in Washington angetreten.
Botschaftsrat, der; -[eis. ...rate: Mitarbeiter eines
Botschafters: Botschaftssekretär, der; -s. -e: Beamter einer Botschaft.
Bott:tBot.
Böttcher ['boetce], der; -s, - [aus dem Niederd. < mniederd.
bödeker. böddeker zu: böde. bödde = hölzerne Wanne.
Bütte]: Handwerker, der hölzerne Gefäße herstellt: Büttner,
Küfer (Berufsbez.).
Böttcher-: ^arbeit, die (meist PL); -»Handwerk, das;
Minister, der; -waren <P1.>; -Werkstatt, die.
Böttcherei [bcetca'rsji]. die; -. -en: 1. <o. Pl.> Gewerbe eines
Böttchers. 2. Arbeitsstätte, Werkstatt eines Böttchers.
Bottelier [bDta'li:^], der;-s,-s[niederl. bottelier < frz. boutil-
l(i)er = Kellermeister, zu: bouteille. tBouteille] (See-
mannsspr. veraltet): Kantinenverwalter auf Kriegsschiffen:
Bottier.
Botten [bDtn] <P1.) [poln. bot = Stiefel < frz. botte]
(landsch.): Stiefel: große, klobige Schuhe.
Bottich Ctotk;]. der; -s. -e [mhd. botech(e). botige. ahd.
potega. vermutlich Vermischung von mlat. potecha =
Abstellraum. Vorratslager (< lat. apotheca. t Apotheke)
mitmlat. butica = Faß (< vlat. buttis)]: großes, wannenarti-
ges Gefäß aus Holz: ein B. voll Farbe; Regenwasser in
einem B. sammeln; Karpfen, die sie aus schwimmenden
-en kescherten (Bredel. Väter 92).
Bottle-Pfcrty ['totl-l. die; -. ...ies [engl, bottle-party. aus:
bottle = Flasche < frz. bouteille (t Bouteille) u. t Party]:
Party, zu der die geladenen Gäste die Getränke selbst
mitbringen.
Bottier ['totle], der; -s. -: svw. t Bottelier; <Abl.:> Bottlerei
[totta'r^j]. die; -. -en (Seemannsspr.): Vorratsraum auf
einem Schiff.
Botulismus [botu'lismus], der; - [zu lat. botulus = Wurst]
(Med.): Lebensmittelvergiftung, vor allem durch verdorbene
Fleisch- u. Wurstkonserven.
Boudiee [bu'fe:]. die; -. -s [frz. bouchöe. eigtl. = Mundvoll,
zu: bouche = Mund < (v)lat. bucca = Backe. Mundvoll]
(Kochk.): Appetithäppchen in Pastetenform als warme
Vorspeise.
'Boucle [bu'kle:], das; -s. -s [von frz. bouclä. 2. Part, von:
boucler = ringeln, zu: boucle = Ring. Schleife < lat.
buecula = Bäckchen]: Garn mit Knoten u. Schlingen: 2Bou-
cte [-], der; -s, -s [frz. tapis boucle = mit Kräuselgarn
gewebter Teppich]: a) Gewebe ausJBoucle: b)
Haargarnteppich mit nicht aufgeschnittenen Schlingen.
Boudoir [bu'doa:$], das; -s. -s [frz. boudoir. eigtl. =
Schmollwinkel, zu: bouder = schmollen, übellaunig sein, wohl
lautm.] (veraltend): elegantes Zimmer einer Dame.
Bouffomerie [bufana'ri:],die; -. -n [...i:an; frz. bouflbnnerie,
zu: bouflbn = Possenreißer < ital. buffbne. T Buflb]
(veraltet): Spaßhaftigkeit, Schelmerei.
Bougie [bu'si:]. die; -. -s [frz. bougie. eigtl. = Wachskerze
(nach der alger. Stadt Bougie)] (Med.): Instrument zur
Erweiterung enger Körperkanäle (z.B. der Harnröhre),
Dehnsonde: bougieren [bu'3i:ran] <sw. V.; hat) (Med.): mit
der Bougie untersuchen, erweitern.
BouillabaiaBe[buja'be:s].dle; -. -s [buja'be.s; frz. bouillabais-
se < provenz. bouiabaisso. aus den Imperativen der pro-
venz. Verben, die frz. bouillir (t Bouillon) u. abaisser =
(sich) senken (t Baisse) entsprechen, also eigtl. = siede
u. senk dich! (d.h.. der Topf muß schnell vom Feuer
genommen werden)] (Kochk.): würzige provenzalische
Fischsuppe.
Bouillon [bul'j3Q; auch: bul'JÖ:. österr. nur: bu'jö:]. die;
-. -s [frz. bouillon. zu: bouillir = wallen, sieden < lat.
bullire]: 1. durch Auskochen von Fleisch, Knochen und
Suppengemüse gewonnene Kraftbrühe. Fleischbrühe: B. mit Ei.
mit Einlage. 2. (Med.) bakteriologisches Nährsubstrat:
<Zus. zu 2:> Bouillonkultur, die (Med.): mit Bakterien
bewachsene Bouillon: <Zus. zu 1:> Bouillonwürfel, der
(veraltend): zu einem Würfel gepreßter Fleischextrakt.
Boule [bu.l], das; -[sj. -s. auch: die; -. -s [frz. boule =
Kugel < lat. bulla = Blase]: dem Boccia ähnliches
französisches Kugelspiel, das im Freien gespielt wird.
Boulette: t Bulette.
Boulevard [bub'va:?]. der; -s. -s [frz. boulevard < mniederl.
bolwerc, vgl. Bollwerk]: a) meist von Bäumen gesäumte,
breite Ring IStraße. Prachtstraße: dann tat ein breiter und
weitläufiger B. sich auf (Th. Mann. Krull 322); b) (bes.
DDR) zum Einkaufsbummel geeignete, für den Fahrzeug
verkehr gesperrte Haupt \ Straße, mit einheitlichem
Straßenbelag über die ganze Breite, ohne Bordkante u. mit Bänken 1.
Fußgängerzone.
Boulevard-: -blatt, das: svw. Kzeitung; ^literatur, die
(abwertend): billige Unterhaltungsliteratur: -presse, die
(abwertend): sensationell aufgemachte, in großen Auflagen
erscheinende, überwiegend im Straßenverkauf angebotene
Zeitungen, die bes. über Skandalgeschichten.
Gesellschaftsklatsch u. ä. ausführlich berichten: -stück, das (Theater):
publikumswirksames, leichtes Unterhaltungsstück: -thea-
ter.das: Theater mit leichtem Unterhaltungsrepertoire:
-Zeitung, die: sensationell aufgemachte Zeitung, die bes. mit
Gesellschaftsklatsch. Skandalgeschichten u.a. ihre Leser
fängt.
Boulevardier [bubvar'die:]. der; -[s]. -s [frz. boulevardier]
(veraltet): Verfasser von Boulevardstücken.
Bouquet: t Bukett.
Bouqufaiist [buki'nist], der; -en, -en [frz. bouquiniste. zu:
bouquin = altes Buch < mniederl. boeckin = Büchlein]:
frz. Straßenbuchhändler, Trödler, der an einem Stand
antiquarische, meist nicht bes. wertvolle Bücher verkauft.
bouraeois [bur'sQa. in attr. Verwendung: bur'jQa.z...; frz.
bourgeois] <Adj.> (veraltet): a) den Bourgeois betreffend,
bürgerlich: -e Konventionen; seine Ansichten sind ziemlich
b.; b) die Bourgeoisie betreffend, zur Bourgeoisie gehörend:
Das Programm der bolschewistischen Partei verwirft das
-e Prinzip der Gewaltenteilung (Fraenkel. Staat 123);
Bourgeois [-]. der; -. - [frz. bourgeois = Bürger, zu: bourg
= Burg. Marktflecken < afränk. *burg, vgl. Burg] (bil-
dungsspr. abwertend): wohlhabender, satter,
selbstzufriedener Bürger: daß du kein B. bist, werde ich ja noch sehen
können (Kant. Impressum 160); <Abl.:> Bourgeoisie [bor-
SQa'zi:]. die; -. -n [...i:an; frz. bourgeoisie]: 1. a) (bil-
dungsspr. veraltend) wohlhabender Bürgerstand: wenn Dein
Sohn auch nicht gerade zur Aristokratie gehört, so darf
er sich doch zur gehobenen B. zählen (K. Mann.
Wendepunkt 416); b) (abwertend) durch Wohlleben entartetes
Bürgertum. 2. (marx.) herrschende Grundklasse der
kapitalistischen Gesellschaft, die im Besitz der Produktionsmittel ist:
der Klassenkampf zwischen B. und Proletariat.
Bourrfe [bu're:. bo're:]. die; -. -s [frz. bourr6e. zu: bour-
rer = ausstopfen, zu lat. hurra = zottiges Gewand): a)
alter französischer Volkstanz: b) Satz einer Suite: Bourrette
[bu'retd. bo...]. die; -. -n [frz. bourrette, zu: bourre =
Füllhaar. Wollhaar < spätlat. burra = zottiges Gewand]:
rauhes Gewebe in Taftbindung aus Abfallseide:
Seidenfrottee: <Zus.:> Bourretteseide, die: svw. I Bourrette.
Bouteille [bu'tejte). bu'tdja], die; -. -n [frz. bouteille <
vlat. but(t)icula = Fäßchen] (veraltet): Flasche: <Zus.:>
Bouteillenstein, der: glasiges Gestein.
Boutique [bu'thk], die; -. -s [...ti:ks] u. -n [...kn; frz. boutlque
< griech. apotheke. t Apotheke]: kleiner Laden, bes. kleines
Modegeschäft, in dem modische Artikel, Kleidungsstücke
o. ä., die von Jugendlichen bevorzugt gekauft werden,
angeboten werden u. der meist eine junge Käuferschicht anzieht:
Sie können in den -sder führenden Couturiers-
bezaubernde Sachen finden (Dariaux [Übers.], Eleganz 66).
421
Bouton
Bouton [bu'tö:]. der; -s. -s [frz. bouton = Knospe. Knopf
< fränk. *butto]: Ohrklips od. Anhänger in Knopf- od.
Knospenform.
Bovist: svw. t Bofist.
Bowdenzug [baudn-]. der; -[eis. -züge [nach dem engl.
Industriellen SirH. Bowden (1880-1960)] (Technik): Drahtkabel
zur Übertragung von Zugkräften, bes. an Kraftfahrzeugen.
Bowtemesser ['bo:vi-], das; -s. - [nach dem amerik. Oberst
J. Bowie (1796-1836)1: spitzes nordamerikanisches
Jagdmesser mit nur einer Schneide.
Bowle fbo:b], die; -. -n [engl, bowl <aengl. bolla =
(Punsch)napf): 1. Getränk ms Wein, Schaumwein. Zucker
u. Früchten od. würzenden Stoffen: eine B. mit Pfirsichen,
mit Waldmeister ansetzen, brauen (schcrzh.; ansetzen): ein
Glas B. 2. Gefäß zum Bereiten u. Auftragen einer Bowle
(1): eineB. aus Kristall.
Bowlen-: ^gefäß. das: svw.! Bowle (2); Mdas, das <PI. ...glä-
ser): Glas, aus dem die Bowle (1) getrunken wird: ^löflel.
der.
bowlen ['boobnl <sw. V.; hat) [zu engl.-amerik. to bowl.
f Bowling] (Sport): Bowling spielen.
Bowler fbo:le, engl.: boubl. der; -s. - [engl, bowler. zu:
bowl = Napf. Schüssel. tBowlel: runder, steifer / Herren!-
hut: Melone.
Bowling fboolinh das; -s. -s [engl.-amerik. bowling. zu:
to bowl = rollen (lassen), schieben, zu frz. boule = Kugel.
t Boule]: 1. amerikanische Art des Kegelspiels mit 10 Kegeln.
2. englisches Kugelspiel auf glattem Rasen: <Zus. zu l:>
Bowlingbahn, die.
Box [boksj. die; -. -en. (auch:) Boxe fboksa], die; -. -n
[engl, box < vlat. buxis = (aus Buchsbaumholz
hergestellte) t Büchse]: 1. Pferdestand, in dem das Pferd sich frei
bewegen kann: das Pferd aus der B. holen; Da lag Aladin.
der Rappenhengst.... in seiner B. auf blutbesudeltem Stroh
(Fussenegger. Haus 117). 2. a) abgeteilter Einsfellplatz für
Wagen in einer Großgarage: den Wagen in die B. fahren;
b) abgegrenzter Montageplatz für Rennwagen an einer
Rennstrecke: zum Reifenwechsel an die Boxen fahren. 3.
(Tischtennis) abgeteilter Spielraum, in dem die Tischtennisplatte
steht. 4. Unter Stellraum. 5. (nur: Box): a) einfache Rollfilm-
kamera in Kastenform: mit der B. fotografieren; b)
kastenförmiger Behälter od. Gegenstand: Essen. Brote in
der B. mitnehmen.
Bgx- (vgl. auch: Boxer-): -ball, der: ballförmiges
Übungsgerät für Boxer: -birne, die: svw. t ^ball; -handschuh, der:
gepolsterter Lederhandschuh zum Boxen: -hieb, der: viele
-e hinnehmen, einstecken müssen; -kämpf, der: 1. <o.
PI.) das Boxen als sportliche Disziplin: der B. erfordert
viel Härte. 2. Kampf einzelne Veranstaltung in der
gleichnamigen Disziplin: er hat über 200 Boxkämpfe ausgetragen;
-ring, der: durch Seile begrenzter quadratischer Kampfplatz
für Boxer: -sport, der; -Staffel, die: aus den Boxern der
verschiedenen Gewichtsklassen bestehende Mannschaft:
-Stellung, die: Kampfstellung des Boxers: -verband, der.
Boxcalft Boxkalf.
Boxe: t Box (1-4).
boxen [toksn] <sw. V.; hat) [engl, to box. H. u.]: 1. a)
nach bestimmten Regeln] mit den Fäusten kämpfen: einen
Boxkampf austragen: taktisch klug b.; sie boxen um die
Europameisterschaft; der deutsche Meister boxt gegen den
Europameister; <subst.:> er hat sich beim Boxen verletzt;
Meister im Boxen (im sportlichen Faustkampf): b) (Sport
Jargon) jmdn. als Gegner beim Boxkampf haben: einen
Gegner schon einmal geboxt haben; der Europameister
brannte darauf, den Weltmeister zu b. 2. a) mit der Faust
schlagen, leicht] stoßen: box mich nicht dauernd!; er
hat mich so sehr geboxt, daß ich überall blaue Flecken
habe; er hat ihm/(auch:) ihn in den Magen geboxt; er
boxte ihm freundschaftlich in die Seite; b) <b. + sich)
(ugs.) sich mit Fäusten bearbeiten, sich prügeln: die Schüler
boxten sich im Schulhof; c) (ugs.) mit der Faust irgendwohin
befördern: der Torwart boxte den Ball ins Aus, zur Ecke;
b) <b. 4- sich) (ugs.) sich mit Fäusten und Armen einen
Weg bahnend vorwärts dringen: sich ins Freie, durch die
Menge b.; Ü er boxte sich durchs Leben (er kämpfte
sich durch): <Abl.:> Boxer ftokse], der; -s. - [1: engl,
boxer; 2: zu t boxen; 3: nach der breiten Nase, die an
einen Boxer (1) erinnert]: 1. Sportler, der Boxkämpfe
austrägt: er sah aus wie ein geschlagener B.; der Ringrichter
trennt die beiden B. 2. (ugs.) Faustschlag: Jmdm. einen
B. in den Rücken geben. 3. Hund einer mittelgroßen Rasse
mit kräftiger Schauze (Wach u. Schutzhund).
Bgxer- (vgl. auch: Box): -aufstand, der <o. PI.) [zu engl,
boxer, an die Vorstellung von boxenden Fäusten
anknüpfende Wiedergabe von chin. i-ho-ch*üan = Fäuste der
Rechtlichkeit u. Eintracht (ein Mißverständnis der urspr.
Bez. i-ho-fuan = Gesellschaft für Rechtlichkeit u.
Eintracht)]: Aufstand in China um 1900: -motor. der (Technik):
Verbrennungsmotor mit einander gegenüberliegenden
Zylindern: -nase, die: Sattelnase, wie sie durch Bruch des
Nasenbeins beim Boxen entstehen kann: er hat eine typische
B.; ^Stellung, die: svw. f Boxstellung.
bQxertsdi <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): dem Berufs jboxer
zugehörend, ihn charakterisierend: sein -es Können.
Boxkalf ['tokskalfl. Boxcalf ['bakskaif. engl.: ...ka:fl. das;
-s [engl, box calf. urspr. = ..kästchenförmige" Narbung
auf der Unterseite von Kalbsleder]: feingenarbtes
Kalbsleder für Schuhe: <Zus.:) Bqxkalfschuh, der; Bgxkamera,
die; -. -s: svw. t Box (5 a).
Boy [bqyl. der; -s. -s [engl, boy): 1. Hoteljdiener, Laufjunge,
Bote: Er winkte den B. heran, hieß ihn. die Koffer auf
das Zimmer zu bringen (Sebastian. Krankenhaus 185).
2. (Jugendspr.) Junge, junger Bursche: sagt doch mal den
-s Bescheid. 3. (Jugendspr.) Freund eines jungen Mädchens:
<Zus.:> Boyfriend [-frend]. der; -[s]. -s [engl, boyfriend]:
Freund eines jungen Mädchens.
Boykott [bgykDti. der; -[eis. -s. auch: -e [engl, boycott.
nach dem in Irland geächteten englischen Hauptmann
u. Gutsverwalter Ch. C. Boycott (1832-1897)J; 1. politische,
wirtschaftliche od. soziale Verrufserklärung, Achtung;
allgemeiner Ausschluß von den politischen, wirtschaftlichen,
sozialen Beziehungen od. Verhaltensnormen. Verhaltensweisen
(alsStraf-, Protest-, Vergeltungs-, Kampfmaßnahme):
politischer, wirtschaftlicher B.; den B. über jmdn.. über ein
Land verhängen; jmdm.. einem Land den B. erklären;
jmdn.. etw. mit B. belegen; zum B. der chilenischen
Kupferlieferungen aufrufen. 2. a) das Boykottieren (b).
Verweigern: Meinem B. des Kirchgangs wurde jedoch bald ein
Riegel vorgeschoben (Niekisch. Leben 17); b) das
Boykottieren (c). Nichtbeachten: Es gibt da so eine Art stillen
-s. ganz leise, fast unmerklich - auf einmal ist es mit
dem Verfemten vorbei (Tucholsky. Zwischen 106).
Boykott-: Verklärung,die; -hetze, die (DDR Amtsspr.. jur.):
Aufhetzung zum Boykott: -maflnahme. die (meist PI.).
boykottieren [bsyk3'ti:ren] <sw. V.; hat) [engl, to boycott;
t Boykott]: a) mit einem Boykott (1) belegen: ein Land,
einen Staat b.; b) (insbes. durch passiven Widerstand)
übereinkommend I die Ausführung von etw. ablehnen u.
erschweren od. zu verhindern suchen: einen Plan, eine
Unternehmung, eine Arbeit b.; c) zum Ausdruck der Ablehnung
übereinkommend] bewußt meiden: einen Kollegen b.; ..Zu
den alten Sachsen44 stand nicht auf der Liste der von
der organisierten Arbeiterschaft boykottierten Lokale
(Bredel, Väter 230); <Abl.:> Boykottknmg. die; -. -en.
Boy-Scout ['boyskiyjt], der; -[s], -s [engl, boyscout] engl.
Bez. für T Pfadfinder.
brabbeh [brabln] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. brabb(e)len] (ugs.): undeutlich vor sich hin reden:
ich brabb[e]le; Er schlurfte, unzufrieden brabbelnd, zum
Lift (Zwerenz. Quadriga 16): <Zus.:> Bifbbelwaner. das
(ugs. scherzh.): Schnaps: meist in der Fügung B. getrunken
haben (ugs. scherzh.; redselig sein, unaufhörlich sprechen).
'brach [bra:xj: f brechen.
2brach [-] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [aus mhd. in bräche
ligen] (veraltet): brachliegend, unbestellt, unbebaut: ein -er
Acker.
brach-. Brach-: -acker, der; -feW, das; -fhr, die; -land,
das: svw. t Brache (1); -legen <sw. V.; hat): nicht bebauen,
unbestellt lassen: die Felder wurden für einige Jahre
brachgelegt; man beschloß, den Acker brachzulegen; Ü seine
Fähigkeiten wurden brachgelegt (nicht mehr genutzt):
-liegen <st. V.; hat): unbebaut liegen, unbestellt bleiben: der
Acker liegt brach, hat brachgelegen; Ü seine besten Kräfte
liegen hier brach (werden nicht genutzt): brachliegende
(ungenutzt bleibende) Kenntnisse. Gelder; -roonat. -mond.
der: svw. f Brächet; -pieper, der: meist in Dünengebieten
lebender Vogel aus der Familie der Stelzen: -schwalbe,
die: schwalbenähnlicher Vogel einer Regenpfeiferart: ^vo-
gel. der [hält sich gern auf Brachen (1) auf]: bräunlicher
Schnepfenvogel mit sehr langem, gebogenem Schnabel.
422
Brand
Brache ['braixs], die; -. -n [mhd. bräche, ahd. brähha. urspr.
= das Brechen]: 1. brachliegendes Feld, unbestelltes Land.
2. Zeit, während deren ein Acker brachliegt: der Boden
soll sich während der B. erholen; Ü ... und Leas Leib
hielt B. - gar sehr zu ihrem Verdruß, aber er ruhte einfach,
ein Jahr und zwei Jahre (Th. Mann. Joseph 326).
bräche ['bre:<p]: T brechen.
Brächet ['bra:xdt]. der; -s. -e [mhd. brächet = Zeit des
Pflügens. zu: brachen = pflügen] (veraltet): Juni.
brachial [bra'xia:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. brachiälis = den
Arm betreffend]: 1. (Med.) zum Oberjarm gehörend, ihn
betreffend. 2. (bildungsspr.) handgreiflich, mit roher Körper-
kraft: mit -er Gewalt vorgehen; b. durchgreifen; ... ich
war recht ungehalten über diese -e Störung (Hagelstange.
Spielball 27). dazu: Brachialgewalt, die <o. PI.)
(bildungsspr.): rohe körperliche Gewalt als Mittel zur
Durchsetzung von Zielen: mit B. vorgehen; Brachiosaunis [braxio-
'z^prus]. der; -, ...rier [...rjB; zu lat. brachium = Arm
u. griech. saüros = Eidechse] (Paläont.):
pflanzenfressender, sehr großer Dinosaurier mit langen Vorderbeinen (bes.
in der Kreidezeit Nordamerikas).
Brachse fbrakss]. Brasse ['brasal. die; -. -n, Brachsen,
Brassen, der; -s. - [mhd. brahsem. ahd. brahs(i)a. brahsema]:
in Seen u. langsam fließenden Flüssen Europas lebender
Karpfenfisch.
brachte fbraxtd]. brächte ['brectal: t bringen.
brachy-. Brachy- [braxy-; < griech. brachy-, zu: braehys
= kurz]: -katal^ktisdi <Adj.; o. Steig.) [lat. brachy catalec-
tus < griech. brachykatäiektos = mit einer kurzen Silbe
endigend] (Verslehre): (von antiken Versen) am Versende
um einen Versfuß bzw. um zwei Silben verkürzt: vgl. katalek-
tisch; -kataJexe. die: Verkürzung eines Verses um den
letzten Versfuß od. die letzten zwei Silben: vgl. Katalexe;
-syllabus [...'zvlabusl. der: -. ...syHaben (...zvla:bnj u.
...syllabi [...'zvlabi; lat. brachysyllabus < griech. braehy-
syllabos = kurzsilbig]: antiker Versfuß, der nur aus kurzen
Silben besteht.
Brack [ brak]. das; -s. -s [! brackig] (landsch.): von
Brackwasser gebildeter Tümpel. Altwasser: romantische -s der Elbe;
führte die Spur als Schnürspur über ein zugefrorenes B.
(Tier 10. 1971,57).
Bracke [braka], der; -n. -n, seltener: die; -. -n [mhd. bracke.
ahd. braccho]: schnell u. ausdauernd laufender Jagdhund.
brackig (brak 19] <Adj.; nicht adv.) [aus dem Niederd.. zu
mniederl. brac = salzig] (niederd.): (von Wasser) schwach
salzhaltig u. daher ungenießbar: stehendes, -es Wasser; faryk-
kbch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.): aus einer
Mischung von Meer- u. Süßwasser abgelagert: -e Schichten;
Brackwasser, das; -s. ...wasser [niederd.. niederl. brakwa-
terj: durch Mischung von Süß- u. Salzwasser entstehendes,
leicht salziges Wasser im Mündungsgebiet von Flüssen u.
in Strandseen.
bräsein [bre:gln] <sw. V.; hat) [mhd. breglen. wohl lautm.)
(südd.): (bes. von Fleisch u. Fett) spritzend braten: brutzeln.
Brägen: T Bregen.
Brahmaianus [brama'ismus]: svw. f Brahmanismus; Brah-
mahuhn: fBrahmaputrahuhn; Brahman [bra.man], das; -s
[sanskr. brahman = Gebet, geheimnisvolle Macht]:
Weltseele, magische Kraft der indischen Religion: Brahmane
[bra'ma:n3]. der; -n. -n [sanskr. brahmana]: Angehöriger
der indischen Priesterkaste, dazu: brahmanisch <Adj.; o.
Steig.); Brahmanismus [brama'nismosj, der; -: 1. eine der
Hauptreligionen Indiens (aus dem Wedismus
hervorgegangen). 2. selten svw. I Hinduismus; Brahmaputrahuhn
[...a'potra-. ...'pu:tra-J. (auch:) Brahmahuhn fbrarma-].
das; -[eis. ...hühner [nach dem Fluß Brahmaputra]: Huhn
einer schweren Haushuhnrasse.
Brailleschrift ['bra(:)ja-]. die; - [nach dem frz. Blindenlehrer
L. Braille (180^-1852)1: Blindenschrift.
Brain-Drain ['breindrein], der; -s [engl.-amerik. braindrain
= Abfluß von Intelligenz]: Abwanderung von
Wissenschaftlern ins Ausland: Der ..Brain-Drain" ... ist ... eine Art
von sozialer Gesetzmäßigkeit (MM 29. 8. 69. 31);
Brainstorming [-stamm], das; -s [engl.-amerik. brainstorming.
zu: brainstorm = Geistesblitz, aus: brain = Gehirn u.
storm = Sturm] (bildungsspr.): Verfahren, durch Sammeln
von spontanen Einfällen / der Mitarbeiter] die beste Lösung
für ein Problem zu finden: Brab-Trust [-trASt], der; -[sj.
-s [engl.-amerik. brain trust; urspr. für die Berater des
amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt beim
New Deal (1932); aus: brain = Gehirn u. ITrust]:
Beratungsausschuß (bes. in Wirtschaft u. Politik):
Expertengruppe.
Brakteat [brakte'a.t], der; -en. -en [lat. bracteätus = mit
Goldblech überzogen]: 1. einseitiger Goldblechabdruck
einer antiken griechischen Münze. 2. einseitig geprägte
Schmuckscheibe aus der Völkerwanderungszeit (vor allem
in Skandinavien). 3. einseitig geprägte mittelalterliche
Münze.
Bram [bra.m]. die; -. -en [niederl. bram. H. u.] (See-
mannsspr.): zweitoberste Verlängerung der Masten sowie
deren Takelung bei Segelschiffen (meist als Best, von Zus..
T Bram-).
Bram- (Seemannsspr.): -rah[e], die [niederl. bramraj:
Segelstange an der Bram, Stengel: ^segel, das [niederl. bram-
zeil]: an der Bramrahe befestigtes Segel: -Stenge, die
[niederl. bramsteng]: zweitoberste Verlängerung eines Mastes.
Bramahschloß ['bra:ma-]( das: -Schlosses. -Schlösser [nach
dem engl. Ingenieur J. Bramah (1749-1814)]: Schloß mit
Steckschlüssel.
Bramarbas [bra'marbas]. der; -, -se [viell. zu span. bramar
= schreien, heulen; zuerst in dem anonymen Gedicht
„Cartell des Bramarbas an Don Quixote", das J. B. Men-
cke 1710 im Anhang seiner ..Vermischten Gedichte"
veröffentlichte] (bildungsspr.): Prahlhans. Aufschneider: <Abl.:>
bramarbasieren [bramarba'zi:ran] <sw. V.; hat) (geh.
abwertend): prahlen, aufschneiden: von seinen Erfolgen b.;
Anstatt mit europäischen Superlösungen zu b.. sollte ...
(Augstein. Spiegelungen 57); einen -den Ton anschlagen.
Bramburi fbramburi] <P1.) [tschech. brambory. eigtl. =
Brandenburger] (ostösterr. scherzh.): Kartoffeln.
Brambisch [bram-]. der; -[eis. -büsche [niederd. bram =
Ginster] (niederd.): Ginster.
Bramme ['bramal. die; -. -n [H. u.] (Technik): durch Walzen
aus einem rohen Gußstück hergestellter Block mit
rechteckigem Querschnitt: <Zus.:> Brammenwalzwerk, das:
Walzwerk zur Herstellung von Brammen.
bramsig ['brarnzuj] <Adj.) [aus dem Niederd., zu: brammen
= lärmen, poltern] (nordd.): derb-protzig, prahlerisch.
Branchefbrä:Ja].die; -. -n [frz. branche < aprovenz. branca
= Zweig. Arm < lat. branca = Pranke. Pfote]: a)
Wirtschafts-. Geschäftszweig: die gesamte B. verzeichnete einen
Umsatzrückgang; die -n der Textilwirtschaft; sich in einer
B. gut auskennen; in einer B. tätig sein; das gehört nicht
in seine B.; er kommt aus einer anderen B.; b) (ugs.)
Fachgebiet: die B. wechseln; ... noch zwei Künstler
derselben B. arbeiten wie ich für die Kuckucksche Schöpfung
(Th. Mann. Krull 340).
branchebiRBrancheta]-: -erfahrung. die: keinerlei B. haben;
-fremd <Adj.; -er. -este): nicht zu einer Branche gehörend,
nicht mit ihr vertraut: -e Einflüsse; einen -en Kollegen
einarbeiten; -kenirtnis. die: gute B. besitzen; -kund«
<Adj.>: mit einer Branche vertraut: ein -er Mitarbeiter;
-üblich <Adj.; nicht adv.): eine -e Maßnahme.
Branchenverzeichnis, das; -ses, -se: nach Branchen geordnetes
Adressenverzeichnis i im Telefonbuch].
Branchiat [bran'^aitl, der; -en. -en [zu griech. bränehia,
tBranchie] (Zool.): durch Kiemen atmender Gliederfüßer:
Branchie l'branqd]. die; -. -n (meist PI.) [lat. branchia
< griech. brägehia = Kiemen. PI. von: brägehion =
Flosse] (Zool.): Kieme: Branchiooairier [brant^o-]. der;
-s. -. Branchiosaurus [branfto'zajirus]. der; -. ...saurier
(Paläont.): Panzerlurch des Karbons u. Perms.
Brand [brant]. der; -[eis. Brände [brenda; mhd.. ahd. brantj:
1. a) großes, alles vernichtendes Feuer. Feuersbrunst.
Schadenfeuer: ein verheerender, furchtbarer, riesiger B.; ein
B. bricht aus. schwelt, wütet, greift um sich; einen B.
verursachen, anlegen, anfachen, löschen, ersticken,
eindämmen; b) das Brennen. In-Flammen-Aufgehen: beim B.
der Scheune sind mehrere Tiere umgekommen; Ü den
B. (geh.; die heftige u. schmerzliche Leidenschaft) der Liebe,
des Hasses, des Ehrgeizes [im Herzen] spüren; *etw. in
B. [erlhalten (dafür sorgen, daß es weiter brennt): in B.
geraten (in Flammen aufgehen): in B. setzen/ stecken
(anzünden): die Scheune in B. setzen/stecken; seine Pfeife
in B. setzen; c) (meist PI.) brennendes Stück Material
(insbes. Holz): Brände auf Jmdn.. auf etw. schleudern,
werfen. 2. (Handw.) das Härten durch Brennen: der B.
von Ziegeln, von Porzellan. 3. (landsch.) Heizmaterial.
Hausbrand: keinen B. mehr im Keller haben. 4. (ugs.)
423
brand-, Brand
starker Durst: seinen B. mit Bier löschen; einen tüchtigen
B. haben. 5. <o. PI.) a) (Med.) Absterben von Gewebezellen
bei Menschen od. Tieren: trockener B. (infolge von Durch-
blutungs-u. Ernährungsstörungen): feuchter B.
(infolgehinzutretender bakterieller Fäulnis); den B. haben, bekommen;
b) (Biol.) eine bes. durch Pilze hervorgerufene
Pflanzenkrankheit, die die befallenen Pflanzenteile durch braune
od. schwarze Flecken wie versengt erscheinen läßt: der
Baum, das Getreide ist vom B. befallen.
brynd-, Bnjnd-: -aktuell <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sehr
aktuell: eine -e Nachricht: das Buch ist b.; -bettd, der:
I. (ugs.) dringlicher Brief. Brandbrief. 2. (veraltet)
behördliche Erlaubnis zum Betteln für Brandgeschädigte: -binde,
die: für die Behandlung kleinerer Brandwunden präparierte
Mullbinde: -blase, die: durch Verbrennung entstandene
Blase der Haut: -bombe, die: mit leicht entzündlichen Stoffen
gefüllte Bombe, die beim Aufschlag in Brand geraten und
Brände entfachen sollen: abrief, der [spätmhd. brantbrief
= Brief, in dem mit einer Brandstiftung gedroht wird;
18. Jh.: ..Bettelbrief um Geld", nach häufig mißbrauchten
behördlichen Schreiben, die zum Sammeln für
Abgebrannte berechtigten] (ugs.): sehr dringender Bin- od.
Mahnbrief: ^direkter, der: Leiter einer Berufsfeuerwehr: -eilig
<Adj.: o. Steig.; nicht adv.) (ugs.): sehr eilig: ein -er Auftrag;
dieser Brief ist b.; -eisen, das: stempelartiges Werkzeug
zum Einbrennen von Brandzeichen: -ente, die: Vertreter
einer in Europa u. Asien beheimateten, auffallend bunten
Entenart: Brandgans: -fackel, die: Fackel, die einen Brand
entfachen soll: eine B. schleudern; Ü (geh.:) die B. des
Krieges; -fleck, der: durch eine Verbrennung entstandener
dunkler Fleck: -fuchs, der: I. Abart des Rotfuchses mit
dunklem Fell. 2. (Studentenspr.) Verbindungsstudent im
zweiten Semester: -gam, die: svw. t-ente; -gasse, die:
schmaler Gang zwischen Gebäuden o. ä., der die Ausbreitung
eines Brandes verhindern soll: -aefahr, die: -gefthrlkh
<Adj.; o. Steig.) (meist Sport Jargon): äußerst, sehr
gefährlich: der -e Mittelstürmer; die Mannschaft war. spielte
b.; -geruch, der: Geruch nach etw. Verbranntem: -geschofl.
das (Milit.): Geschoß, das beim Aufschlag einen Brand
entfacht: -giebel,der: zwischen aneinanderstoßenden Gebäuden
erhöht gebauter feuersicherer Giebel: -glocke, die:
Alarmglocke, die bei einem Brand geläutet wird: ~grab. das (Ar-
chäol.): vorgeschichtliches Grab, in dem die Überreste von
verbrannten Toten bestattet wurden: -grämte, die (Milit):
Granate, die beim Aufschlag einen Brand entfacht: -hetf
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (ugs.): höchst aktuell: sehr
wichtig u. dringend: ein -es Angebot; diese Meldung ist
b.; -herd, der: Herd, Ausgangsstelle eines Brandes: den
B. feststellen; Ü der B. eines Krieges, eines Aufstandes;
-kasse. die: kleinere Feuerversicherung: -katastrophe, die;
-kultur.die: landwirtschaftliches Verfahren, durch
Abbrennen des Bodens Nutzland zu gewinnen: -k«er, der; -s, -
(östen\): svw. T-Stifter; -kgung, die; -, -en (österr.): svw.
t -Stiftung; -mal, das; -[e]s. -e (seltener: -mäler; geh.): durch
eine Verbrennung entstandenes Mal, Zeichen: ein B. auf
dem Arm haben, tragen; Ü das B. (geh.; das unauslöschliche
Zeichen) eines Vergehens, einer Schande; -maJcrd, die:
das Einbrennen von bildlichen Darstellungen in Holz mit
einem glühenden Stahl- od. Platinstift: -marken <sw. V.;
hat) [nach dem schon in der Antike bezeugten Brauch.
Verbrechern od. flüchtigen Sklaven auf der Stirn od. dem
Arm ein Brandzeichen einzubrennen]: /öffentlich]
bloßstellen, anprangern, scharf kritisieren: er brandmarkte die
Mißstände; er hat atheistische Volksschauspiele ... öffentlich
als Dummheiten gebrandmarkt (St. Zweig. Fouche 49);
er war für immer [als Verbrecher] gebrandmarkt; -mauer.
die: feuerbeständige Mauer zwischen aneinanderstoßenden
Gebäuden: Brandwand: -meister, der: Führer eines Trupps
der Berufsfeuerwehr: -fiuiition, die: Munition aus
leichtentzündlichen Stoffen: Macht, die: auch die Kirche war
in dieser B. zerstört worden; Miau <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (ugs.): ganz neu: ein -er Wagen; das Modell ist
b.; -Opfer, das: 1. (Rel.) Opfer\ bei dem ein geschlachtetes
Tier auf dem Altar verbrannt wird. 2. Opfer einer
Brandkatastrophe; Mrt, der; -püz, der (Bot.): Schmarotzerpilz, der
den Brand (5 b) bei Pflanzen hervorruft; -rakete, die: mit
leichtentzündlichen Stoffen gefüllte Rakete, die einen Brand
verursachen soll; -rede, die: flammende, eindringliche
/anklagende politische/ Rede: eine B. halten; -n gegen
jmdn./etw. schleudern; -rot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
leuchtend, flammend rot: -es Haar; er wurde vor Zorn
b. im Gesicht; -salbe, die: Salbe zur Behandlung von
Verbrennungen; -«atz, der: leichtentzündliches Gemisch aus
chemischen Stoffen (insbes. als Füllung von Brandbomben
od. Leuchtspurmunition); -schaden, der; -schätzen <sw.
V.; hat) [mhd. brantschatzen = durch Drohung mit Brand
Abgaben erpressen, zu veraltet schätzen = mit Abgaben
belegen, zu fSchatz] (bist.): unter Androhung, Feuer zu
legen, erpressen u. ausplündern, ausrauben: die feindlichen
Truppen brandschatzten die Stadt; eine brandschatzende
Honde; gebrandschatzte Gebiete, dazu: -schatzwg, die;
-. -en; -schau, die: regelmäßige behördliche Überprüfung
der Feuersicherheit von f öffentlichen / Gebäuden;
Feuerschau; -schiefer, der: mit Kohlensubstanz durchsetzter
Schiefer; -schürze, die (Bauw.): feuerhemmende
Hängewand im oberen Teil eines Raumes; -schütz, der; -silber,
das: beim Brennen von Rohsilber gewonnenes Feinsilber;
-sohle, die [wird aus weniger gutem Leder gemacht, in
dem meist das Brandzeichen sitzt]: innere Sohle des Schuhs;
-«titte, die (geh.): Stelle, an der ein Brand ausgebrochen
ist; -stelle, die: 1. Ort, Stelle eines Brandes: die Feuerwehr
war sofort an der B. 2. verbrannte Stelle: -n im Holz,
auf der Tischdecke; -Stifter, der: jmd., der vorsätzlich einen
Brand legt od. fahrlässig einen Brand verursacht: der B.
wurde der Polizei übergeben; Ü die B. (geh.; Anstifter)
des Krieges. Streites; -Stiftung, die: Jmdn. der B.
bezichtigen, überführen; -teig, der GCochk.): auf dem Herd, bei
schwacher Hitze bereiteter Teig für bestimmte Arten von
Gebäck; -Ursache, die: die B. ermitteln, feststellen;
-Verhütung, die: Maßnahmen zur B. treffen; -Versicherung, die:
Versicherung gegen Brandschäden; Feuerversicherung;
-wache, die: 1. Überwachung einer Brandstelle nach Beendigung
der Löscharbeilen: die B. übernehmen. 2. Posten, der die
Brandwache (I) übernimmt: die B. bilden; sich als B. zur
Verfugung stellen; -wand, die: svw. t-mauer; -wunde.
die: durch Verbrennung entstandene Wunde; -zeichen, das:
in das Fell von Zuchttieren gebranntes Zeichen.
brandeln ['brand(n) <sw. V.; hat) (österr.. auch bayr.): 1.
(ugs.) nach Verbranntem riechen. 2. (salopp) notgedrungen
übermäßig viel bezahlen: er hat ganz schön b. müssen.
branden ['brandn) <sw. V.; hat) [zu t Brandung] (geh.):
schäumend an etw. prallen, sich an etw. brechen: das Meer
brandet an die Kaimauer, gegen die Felsen; Ü die Wogen
der Begeisterung branden um den Redner; brandender
(überaus reger) Verkehr; brandender (brausend ertönender,
tosender) Beifall; brandig <AdJ.; o. Steig.): 1. verbrannt,
brenzlig: ein -er Geruch; b. riechen, schmecken. 2. a) (Med.)
von Gewebebrand befallen: -es Gewebe; ein -es Bein;
Wunden, die b. klauten (Apitz. Wölfe 66); b) (Bot.) von dem
durch den Brandpilz hervorgerufenen Brand (5 b) befallen:
-e Bäume; wieviel Prozent Wickensamen, -e Körner oder
gar keimende Körner er enthielt (Grass. Hundejahre 63);
das Getreide ist b.; Brandung, die; -. -en <P1. selten) [älter
Branding < niederl. branding. zu: branden = brennen
(nach dem Vergleich mit der Bewegung der Flammen od.
mit einer kochenden Masse)]: am Strand, an der Küste
sich brechende Wellen: die tobende, tosende B.; die B.
donnerte an die Küste; sich in die B. stürzen; Dahinten,
mitten in der beginnenden B.. da war die weiße Badekappe
(Salomon. Boche 80).
Brandung»-: -boot, das: flach gebautes, starkes Boot für
den Verkehr zwischen Schiff u. Strand an Küsten ohne
Hafen; -reiten, -schwimmen, das; -s (Sport): Wellenreiten
auf einem Brett; Surfing.
Brandy fbrendi], der; -s. -s [engl, brandy. kurz Air: brand-
wine < niederl. brandewijn]: engl. Bez. für tWeinbrand.
Btymt-: -kalk, der: durch Brennen von Kalk gewonnener
technischer Rohstoff; Ätzkalk: ^wein, der [frühnhd. brante-
wein. zusger. aus mhd. gebranter wln. da urspr. nach
morgenländischem Vorbild aus Wein hergestellt] (fachspr.,
sonst veraltend): alkoholreiches Getränk, das durch
Destillation gegorener Flüssigkeiten gewonnen wird: Nach dem
zweiten Vollglas puren -s bekam er unruhig funkelnde
Augen (Werfel. Himmel 73). dazu: -weinbrenner, der:
Hersteller von Branntwein, -weinbrennerei, die: 1. <o. PI.)
Herstellung von Branntwein. 2. Betrieb zur Herstellung von
Branntwein, -Weindestillation« die: svw. T-weinbrennerei
(2). -weiner (-vqjm?). der; -s. - (österr. mundartl.): Wirt
einer Branntweinschenke, -weinmonopol, das. -wein-
Steuer, die.
424
Brauchtum
brannte [branta]: tbrennen.
'Brasil [bra'zi:l], der; -s. -e u. -s [zu Brasilien]: dunkelbrauner,
würziger südamerikanischer Tabak: 2Brasll [-]. die; -, -[sj:
Zigarre aus Brasiltabak: Diese -s sehen stark aus. sind
aber das Leichteste, was es gibt (Remarque. Obelisk 286);
Brasiholz, Brasilienholz [bra'zHian-]. das; -es:
südamerikanisches Holz, das rote Farbstoffe liefert: Bra$i)tabak.
der: svw. I 'Brasil: Brasilzigarre, die: svw. t2Brasil.
'Brasse I'brasd]. die: -. -n. Brassen, der; -s, - [mniederd.
brassem] (niederd.. md.): svw. t Brachse. Brachsen.
2Brasse [-]. die; -. -n [niederl. bras < frz. bras < lat. bra-
chium, eigtl. = Arm] (Seemannsspr.): Tau zum Stellen
der Segel.
Brasselett [brasa'let], das; -s. -e [frz. bracclet, zu: bras =
Arm < lat. brachium]: 1. (veraltet) Armband. 2. (Gau-
nerspr.) Handschelle.
brassen fbrasn] <sw. V.; hat) (Seemannsspr.): sich der
brassen bedienen.
Brassen: f Brachsen.
brät [breit]: t braten.
Brät [-]. das; -s [mhd. gebnete = Fleisch] (fachspr.. sonst
landsch.. bes. Schweiz.): feingehacktes mageres
Schweinefleisch, bes. als Füllung für Bratwürste.
Brat-: -apfel. der: gebratener Apfel: ^fett, das: Fett zum
Braten: -fisch, der: 1. gebratener Fisch: einen B. essen.
2. Fisch zum Braten: -e fangen, kaufen; -hähnchen, das:
1. gebratenes Hähnchen. 2. Hähnchen zum Braten: ^hendl.
das(bayr., österr.): svw. Khähnchen; -bering, der:
gebratener Hering: --huhn. -hühnchen, das: 1. gebratenes Huhn.
2. Huhn zum Braten: -kartoffein <PI.): in Scheiben od.
in Würfel geschnittene u. in Fett gebratene gekochte/ Kar-
toffeln. dazu: -kartoflfeherhältnis. das (ugs. veraltend):
Liebesverhältnis eines Mannes zu einer Frau, besonders um
der guten Verpflegung willen: Er. 29, sucht B. ... mit
Wohnung (Konkret 38. 1973. 61); -kloi», der (nordostd.):
gebratener, plattgedrückter Kloß aus Hackfleisch: Frikadelle:
Mrfen, der: abgeschlossener Ofenraum im Herd zum Braten
u. Backen: -pfanne, die: zum Braten verwendete Pfanne:
-röhre, die: svw. T ^ofen; -rost, der: Würstchen auf dem
B. grillen; -spieö, der: Spieß, an dem ein größeres Stück
Fleisch gebraten werden kann: ^spill, das [nach der
Ähnlichkeit mit einem Bratspieß] (Seemannsspr.): Ankerwinde mit
waagerechter Welle: -wirst, die [mhd.. ahd. brätwurst.
eigtl. = Fleischwurst, vgl. Brät u. Braten]: /überwiegend
aus Schweinefleisch bestehende) zum Braten bestimmte od.
gebratene Wurst.
bräteln ['bre:t|n] <sw. V.; hat): leicht braten: ich brät[e]le
die Kartoffeln; braten [bra:tn] <st. V.; hat) [mhd. braten,
ahd. brätan. nicht verw. mit T Braten]: a) durch Erhitzen
, in Fett/ gar u. an der Oberfläche braun werden lassen:
Fleisch braun, knusprig, scharf b.; Fisch in öl b.;
Kartoffeln in der Glut. Asche b.; sie briet ihm ein Schnitzel;
Nehmen Sie nicht die Ente, sie ist schlecht gebraten (Th.
Mann. Krull 270); b) unter Hitzeeinwirkung in Fett] gar
u. an der Oberfläche braun werden: die Kartoffeln braten
in der Pfanne; auf dem Ofen brieten Äpfel; Ü in der
Sonne b. (ugs.; der Sonne. Sonneneinstrahlung ausgesetzt
sein); sich in/von der Sonne b. lassen (ugs.; sich der prallen
Sonne aussetzen u. sich bräunen lassen): Braten [-]. der;
-s. - [mhd. brate, ahd. bräto = schieres Fleisch. Weichteile;
mhd. (in Anlehnung an: braten) = gebratenes Fleisch]:
größeres gebratenes od. zum Braten bestimmtes Stück
Fleisch: ein saftiger, knuspriger B.; der B. ist angebrannt;
Brote mit kaltem B.; Ü das war ein fetter B. (ugs.; ein
großer Gewinn, ein guter Fang); *den B. riechen (ugs.;
etw. schon im voraus merken: ahnen, was an Unangenehmem
aufjmdn. zukommt od. wo sich eine vorteilhafte Möglichkeit
bietet).
Braten-: -<kjft, der; -fett, das: aus dem Fleisch beim Braten
herausgetretenes Fett: -platte, die: längliche Platte zum
Servieren eines Bratens: -rock, der [in Anlehnung an
älteres: Bratenwams, das man bei Gastmählern trug]
(veraltend, scherzh.): Gehrock: die andern waren mittelmäßige
Spießbürger ... in Soutane oder B. (Werfet. Himmel 183);
MBift, der: aus dem Braten heraustretender Saft: -soße,
die: mit dem Fleischsaft eine B. bereiten: -wender [-vende].
der: -s. -: das Fleisch in der Pfanne mit dem B. umdrehen.
Briter i'bre:tv]. der: -s. - [zu tbraten] (landsch.): eine Art
längliche ovale! Pfanne mit hohem Rand [und Deckel]
zum Braten und Schmoren: Bratling (braulinl. der: -s. -e:
1. (Kochk.) gebratener Kloß aus Gemüse. Hülsenfrüchten.
2. svw. I Bratling; Bratling ['bre:tln}], der; -s. -e: Speisepilz
mit orangebraunem Hut.
Bratsche ['bra.tja], die: -. -n [gek. aus: Bratschgeige <
ital. viola da braccio = Armgeige, aus: viola (t^Viola)
u. braccio = Arm < lat. brachium] (Musik):
Streichinstrument, das etwas größer als eine Violine ist u. eine
Quinte tiefer als diese gestimmt ist. dazu: BrgtsdiensdilUs-
sel, der: svw. I Altschlüssel; Bratscher, der; -s. -. Bratschist
[bra'tjist]. der; -en. -en: jmd.. der 'berufsmäßig/ Bratsche
spielt.
Brau- (brauen 1 a): -gerechtigkeit, die (früher): Recht zum
Betreiben des Brauereigewerbes: -gerste, die: besonders gut
für Brauereizwecke geeignete Gerstensorte: -haus, das: svw.
t Brauerei (2); -meister, der: Fachmann des
Brauereigewerbes mit abgeschlossenem Studium: -recht, das: svw. t
-gerechtigkeit; -statte, die (geh.): Gesamtheit eines
Brauereibetriebes: -wasser, das <o. PI.): zur Bierbereitung
verwendetes Trinkwasser; -wesen, das <o. PI.).
Brauch [br^ix]. der; -[e]s. Bräuche ['bnjy^; mhd. brüch.
ahd. brüh = Nutzen. Gebrauch]: innerhalb einer
Gemeinschaft in der häufigen Ausübung festgewordene u. in
bestimmten Formen ausgebildete Gewohnheit: überkommene Sitte:
ein schöner, alter B.; ein diplomatischer B.; so ist es B.,
so will es der B.; das ist bei ihnen so B. (ist dort üblich):
die alten Bräuche pflegen; etw. nach altem B. feiern; Die
Treue zu einem religiösen Brauch war belohnt worden
(Mehnert. Sowjetmensch 207): brauchbar fbr^yxba:?]
<Adj.; nicht adv.): für etw.j geeignet, verwendbar (Ggs.:
unbrauchbar): -e Vorschläge machen; Wir waren beide
ganz -e (ganz gute, recht ordentliche) Schüler (Küpper.
Simplicius 30); das Material ist noch b.; er schreibt,
argumentiert recht b.. dazu: Brauchbarkeit, die; - (Ggs.: Un-
brauchbarkeit): Darüber hinaus müssen ... die
wissenschaftlichen Methoden entwickelt... und auf ihre B. geprüft
werden (Mantel. Wald 86); brauchen ['brajixn] <sw. V.;
hat) [mhd. brüchen. ahd. brühhan, Grundbed. = Nahrung
aufnehmen, verwenden, dann = nutzen, genießen, nötig
haben]: 1. a) nötig haben, ifür sich] benötigen: etw. dringend
b.; Ruhe. Trost b.; zum Lesen eine Brille b.; ich brauche
dich, deine Hilfe; ich brauchte/(bes. südd.:) brauchte
eigentlich neue Schuhe; ich kann dich jetzt nicht b. (fam.;
ich habe jetzt keine Zeit für dich); diese Arbeit braucht
[ihre] Zeit (läßt sich nicht schnell erledigen): er braucht
Geld Tür ein neues Auto; ich brauche das; er hat alles,
was man zum Leben braucht; b) (zur Erledigung von etw.
eine bestimmte Zeit) benötigen, aufwenden müssen: er hat
für die'Arbelt Jahre gebraucht; außen auf der anderen
Seite ... hätte er eine halbe Stunde länger gebraucht bis
zur Straßenbahn (Johnson. Mutmaßungen 5); der Zug
braucht zwei Stunden bis Stuttgart; c) (geh.. veraltend)
bedürfen: es braucht keines Beweises, keiner weiteren
Erklärungen; Ein paar Kammerherren - nicht viele, denn
man brauchte ihrer noch am Ende des Zuges (Th. Mann.
Hoheit 74). 2. gebrauchen, verwenden, benutzen: etwas
häufig, selten, oft b.; das kann ich gut. nicht [mehr] b.; Willst
du nicht den Revolver b.. mich zu hindern? (Dürrenmatt.
Richter 88); kannst du die Sachen noch b.? (hast du noch
Verblendung dafür?): seinen Verstand, seine Ellenbogen
b.; er ist zu allem zu b. (ugs.; ist sehr anstellig); sie war
heute zu nichts zu b. (ugs.; war zu keiner Arbeit imstande).
3. verbrauchen, aufbrauchen: nötig haben, um etw.
durchführen od. umfunktionieren zu können: das Gerät braucht wenig
Strom; sie haben alles Geld, das gesamte Material
gebraucht. 4. (mit Inf. mit „zu"; verneint od. eingeschränkt)
müssen: er braucht heute nicht zu arbeiten/(ugs.:) braucht
heute nicht arbeiten; du brauchst doch nicht (es ist doch
kein Grund vorhanden) gleich zu weinen; es braucht nicht
besonders gesagt zu werden, daß ...; es braucht nicht sofort
zu sein (es hat Zeit): du brauchst es [mir] nur zu sagen;
Es ( = das Mißgeschick) hätte nicht zu sein b. (hätte nicht
passieren müssen, wäre vermeidbar gewesen: Jens, Mann
46); (mit Ellipse des Bewegungsverbs) (ugs.:) ich brauche
heute nicht in die Stadt; Brauchtum fbr^ixtu:m]. das;
-s. -tümer [-ty:mB] <P1. selten): Bestand an ganz bestimmten,
im Laufe der Zeit entstandenen u. überlieferten, für einen
Stand, ein Volk, eine Epoche charakteristischen Bräuchen:
bäuerliches, antikes B.; in der Gegend hat sich noch altes
B. erhalten: Die große Gesetzesstele ... ist ihrem Inhalt
nach nichts als eine Kompilation altsumerischer Rechts-
425
Brauchwasser
grundsätzeund Brauchtümer (Ceram. Götter 337);
Brauchwasser, das; -s <o. PI.) (Fachspr.): für gewerbliche od.
industrielle Zwecke gebrauchtes Wasser, das nicht als
Trinkwasser verwendet werden darf.
Braue t'br^id], die; -. -n [mhd. brä = Braue. Wimper,
ahd. bra(wa) = Braue. Wimper. Lid]: Augenbraue: dichte,
buschige -n; die -n hochziehen.
brauen [br^pan] <sw. V.; hat) [mhd. briuwen. brüwen. ahd.
briuwan, brüwan]: 1. a) Bier herstellen: die Brauerei hat
monatlich 20.000 Hektoliter [Bier] gebraut; b) (fam.) ein
Getränk zubereiten: ich muß mir einen starken Kaffee
b.; Abends braute er selbst unsere Cocktails (Katia Mann.
Memoiren 118). 2. (dichter.) brodeln, wallen: In der Tiefe
brauten die Nebel (Trenker. Helden 237); <Abl. zu 1 a:>
Brauer, der; -s, - [mhd. brouwer]: gelernter Fachmann für
die Bierherstellung (Berufsbez.); Brauerei [br^id'rai], die;
-, -en: 1. <o. PI.) Bierherstellung, das Brauen: etwas von
der B. verstehen. 2. Gewerbebetrieb zur Herstellung von
Bier: <Zus. zu Brauer:) Brauerinnung« die: Berufsgenossen-
schaft der Bierbrauer; Brauerpech, das: Masse zum
Abdichten der Fugen in Holzfässern.
Brauerei-: -bedarf, der; -betrieb, der: -geschwür, das
(salopp scherzh.): Bauch, den jmd. vom vielen Biertrinken
bekommen hat; -gewerbe. das; -pfenl, das.
braun [brqpn] <AdJ.; nicht adv.) [mhd.. ahd. brün]: 1. von
der Farbe feuchter Erde, der Kastanie: -es Haar haben;
b. sein wie Kaffee, wie Schokolade; der Anzug ist b.;
sie hat den Stoff b. gefärbt; sich von der Sonne b. brennen
(bräunen) lassen; vgl. blau. 2. (abwertend) die Zeit des
Nationalsozialismus in Deutschland betreffend,
nationalsozialistisch: die -e Epoche; eine -e Gesinnung; Unser Staat,
in dem ... amtierende Kriminalbeamte. Bürgermeister und
Richter ihrer -en Vergangenheit überführt werden
(Dönhoff. Ära 62); der war immer schon b.; <subst.:) Braun
[-]. das; -s. -. (ugs.: -s): braune Farbe, braunes Aussehen:
ein dunkles, kräftiges B.; er bevorzugt [die Farbe] B.;
Da haben wir sie. ... die heiteren Töne des Renoir ...
Bracques schöne -s und Gelbs (K. Mann, Wendepunkt
140); sie erschien am Abend in B. (in brauner Kleidung);
Kasseler B. ['kasalß -]. das; - -s [nach der Stadt Kassel]:
dunkelbraunes Pigment (2).
braun-* Braun-: -atee. die <meist PL): Alge von meist
bräunlicher Farbe; -äuge, das: dunkelbrauner Falter mit
Augenflecken auf Vorder- u. Hinterflügeln; -äugig <Adj.;
o.Steig.; nicht adv.): braune Augen habend: ein -es
Mädchen; ^bir, der: Vertreter einer (nahezu ausgestorbenen)
Bärenart mit bräunlichem bis schwarzem Fell; ^ebenere,
das. -etsenstein, der (o. PI.): durch Verwitterung anderer
eisenhaltiger Minerale entstandene Eisenerze; -fikile, die:
Bez. für verschiedene pflanzliche Fäulniserscheinungen;
^gebrannt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von der Sonne gebräunt:
er kam b. aus dem Urlaub; -haarig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): mit braunen Haaren: ein -es Mädchen: --band, das
(ns.): I. braunes Hemd als Teil der Uniform
nationalsozialistischer Organisationen: Die heroischen Angreifer - nicht
im B. übrigens, sondern als Zivilisten verkleidet ... (K.
Mann. Wendepunkt 233). 2. (abwertend) Träger des
Braunhemds (1) (z.B. SA-Mann): „Das geht nur die Gestapo
an", sagte das B. (Fallada. Jeder 120); -Jcehlchen* das:
braungestreifter Singvogel aus der Familie der Drosseln;
-kohl, der (landsch.): Grünkohl; -kohle, die: aus
untergegangenen Wäldern entstandene, erdige bis faserige Kohle
von brauner bis schwarzer Farbe, die stark rußend und mit
unangenehmem Geruch verbrennt, dazu: -kohlenbergwerk,
das, -kohlenbrikett, das: Brikett aus Braunkohle.
-kohlenfördening, die. -kohlengas, das: beim Schwelen von
Braunkohle anfallendes Gas. -kohlenteer, der: beim
Schwelen von Braunkohle anfallender Teer; -spat, der: sehr
verbreitetes Mineral, das z. T zur Eisengewinnung
herangezogen wird; -stefauder <o. PI.): zur Mangangewinnung vielfach
abgebautes Manganerz.
'Braune [br^indl. das; -n: 1. das Braunsein, braune Farbe:
ein Gelb, das ins B. übergeht. 2. bräunliche Verfärbung;
braungefärbte Stelle: das B. an einem Apfel entfernen;
2Braune [-]. der; -n, -n <DekI. T Abgeordnete): 1. braunes
Pferd. 2. (österr.) Kaffee von mittelbrauner Färbung:
Bedienungspersonal, das ... nicht immer ganz sicher zwischen
großen und kleinen -n unterscheiden konnte (Presse 22.
7. 69.4). 3. (salopp) Fünfzigtnarkschein; Bräune I'brsyna],
die; - [mhd. briune]: 1. braune Färbung der Haut: eine
gesunde B. 2. (ugs. veraltend) Halsentzündung; 'Braunelle
[br^i'neb]. die; -. -n [nlat. prunella, H. u.]: Vertreter einer
einheimischen finkenähnlichen Singvogelfamilie; 2Braunelle
[-],dte;-.-n: 1. Vertreter einer auf Wiesen u. an Waldrändern
vorkommenden Gattung von Lippenblütlern mit bläulichen
od. (selten) weißen Blüten. 2. svw. IKohlröschen.
bräunen Cbroynan] <sw. V.; hat) [mhd. briunen]: 1. a)
bewirken, daß jmd.. etw. ein braunes Aussehen bekommt; braun
machen: die Sonne hat mich, meine Haut, mein Gesicht
gebräunt; Anfang März bräunt die Sonne noch nicht;
b) braunes Aussehen bekommen, braun werden: man kann
hier schön in der Sonne b.; Weißblatt wischte sich über
die Stirn, die auch hier im Süden nicht bräunte (Strittmat-
ter, Wundertäter 479); sie wollte sich ein bißchen b.; meine
Haut hat sich schnell gebräunt; c) <b. + sich) braun werden:
im Herbst bräunen sich die Blätter. 2. (Kochk.) a) unter
Hitzeeinwirkung braun [und knusprig] werden lassen:
Fleisch. Mehl b.; Zwiebeln in öl b.; etw. mit gebräunter
Butter übergießen; b) unter Hitzeeinwirkung braun und
knusprigI werden: der Braten, die Gans bräunt schön,
gleichmäßig; er stöpselte den Röster wieder ein ... und
beobachtete geduldig, wie das Brot sich bräunte (Böll.
Haus 125); bräunlich [bnjynli9l<AdJ.;o. Steig.; nicht adv.):
ein wenig braun getönt, sich im Farbton dem Braun nähernd,
ins Braune spielend: -e Augen; ihr Haar schimmert b.;
Briunung, die; -. -en: eine rasche B. erzielen.
Braus [brajis]: tSaus.
Brausche fbrapfe]. die; -. -n [mhd. brüsche] (landsch.):
Beule an der Stirn j.
Brause ['brajizsl. die; -. -n [1: gek. aus Brauselimonade;
2: niederd. bruse]: 1. (ugs.) Limonade mit künstlichen
Essenzen], die mit Kohlensäure prickelnd gemacht worden
ist: eine B. trinken. 2. a) fbewegliche! Vorrichtung zum
Brausen (2); Dusche: die B. aufdrehen, abstellen; sich mit
der B. abspritzen; Kurt war Jetzt nackt und stand unter
der B. (Baum. Paris 25); b) das Brausen; Duschbad. Dusche:
eine kalte, warme B. nehmen; c) siebartig durchlöcherter
Aufsatz an Gießkannen od. Brausen (2 a); Sprühteil: die
B. [auf die Gießkanne] aufstecken, aufsetzen.
Brause-: -had, das: a) öffentliche Einrichtung zum Brausen
(2): ins B. gehen; b) Brause (2 b): ein kaltes, warmes
B. nehmen; -köpf, der (veraltend): hitziger, leicht
aufbrausender Mensch: er ist ein richtiger B.. dazu: -köpfig
<Adj.; nicht adv.): ein -er Junger Mann; -Ihnonade, die:
svw. t Brause (1); -pulver, das: Pulver, das beim Auflösen
in Wasser Brauselimonade ergibt.
brausen[brqMzn] <sw. V.)[mhd. brüsen]: I.bes. von Windu.
Wellen) in der Bewegung ein ziemlich gleichmäßiges
ununterbrochenes Rauschen hervorbringen <hat): der Wind braust
in den Wipfeln; das Meer, die Brandung, der Gebirgsbach
braust; Ü die Orgel braust (erklingt in voller Stärke);
der Jubel braust (ertönt laut); brausenden (tosenden)
Beifall ernten; Ganz fern braust die Straße (man hört das
brausende Geräusch des Verkehrs auf der Straße; Küpper.
Simplicius 187). 2. <hat> a) duschen: heiß, kalt b.; ich
brause [mich] jeden Tag; b) abduschen: ich muß noch
die Kinder b.; ich habe die schmutzigen Gummistiefel
gebraust. 3. sich [geräuschvoll] mit hoher Geschwindigkeit
bewegen <ist>: um die Ecke, über die Autobahn b.; der
Zug ist über die Brücke gebraust; Sie kommt ins Zimmer
gebraust (Fallada. Mann 121); <subst.:> Brausen, das; -s.
Braut (bnuitl. die; -. Bräute ['bnytd; mhd.. ahd. brüt] <Vkl.
I Bräutchen): a) Frau an ihrem Hochzeitstag: die B. ging
in Weiß; die B. zum Altar führen; b) Verlobte: eine
heimliche B. haben; Ü B. Christi/Unseres Herrn (kath. Rel.;
Nonne)', c) (ugs.) Freundin. Geliebte eines Mannes: .... der
hatte quer durch die Börde seine Bräute, und zwei hatte
er in Berlin (Kant. Impressum 183); die sind nicht besser
wie die Bräute (Mädchen), die draußen auf der Straße
sind (Aberle. Stehkneipen 43).
Braut-: -ausstattung, die; -büke«, das: Hochzeitsstrauß der
Braut; -eitern <PI.); -«xamen, das: in der katholischen
Kirche vorgeschriebene Prüfung der Brautleute vor ihrer
Zulassung zur kirchlichen Trauung; ^führer, der: Begleiter
einer Brautjungfer im Hochzeitszug; -Jungfer, die: ledige
Freundin od. Verwandte der Braut, die sie zur Kirche führt
od. dem Paar im Hochzeitszug folgt; -klnd, das (Jur.):
aus einem Verlöbnis hervorgegangenes Kind; -kleW, das:
die Braut trug zur Trauung ein langes, weißes B.; -kränz,
der: Myrten /kränz, den die Braut als Kopfschmuck bei
426
brechen
der Hochzeit trägt; zitrone, die (veraltend): kostbarer, mit
Perlen u. Bändern versehener Kopfschmuck der Braut bei
der Hochzeit; -leute <P1.>: svw. t^paar; Finesse, die: auf
eine Trauung in der katholischen Kirche folgende Messe;
-mutter, die; -nacht, die: Hochzeitsnacht; -paar, das:
verlobten Paar , am Tage der Hochzeit i; -schau, die <o. Pl.>
in den Wendungen *auf [die] B. gehen/auf B. woilen/B.
halten (ugs. scherzh.; eine Ehefrau suchen): Wir machten
uns lustig und fragten, ob er auf B. wolle (Remarque.
Westen 192); -schleier, der: zur Hochzeit einen weißen,
duftigen B. tragen; -Staat, der <o. PI.): Kleidung. Schmuck
der Braut an ihrem Hochzeitstag; -stand, der <o. PI.)
(veraltend): Zeit von der Verlobung bis zur Hochzeit,
Verlobungszeit. Brautzeit; -Unterricht, der: religiöse Unterweisung der
Brautleute in der katholischen Kirche; -vater, der; -zeit,
die: svw. f-stand.
Briutchen l'bnjytcan], das; -s. -: f Braut; Bräutigam ['brgyti-
gam], der; -s. -e (ugs. auch: -s) <P1. selten) [mhd. briutego-
me.ahd. brütigomo. aus: brüt = Braut u. gomo = Mann]:
a) Mann an seinem Hochzeitstag: der B. führte seine Braut
zum Altar; wir saßen im Vorzimmer. ... umgeben von
weißen Bräuten und -s (Frisch, Homo 80); b) Verlobter:
sie stellte ihn auf der Party als ihren B. vor; bröutikh
['bnjytlKj] <Adj.): a) die Braut betreffend, zu ihr gehörend:
der -e Kopfschmuck; die -e Ausstattung; b) wie es einer
Braut zukommt: b. aussehen; b. geschmückt sein.
brav [bra:fl <Adj.) [frz. brave < ital. bravo = wacker;
unbändig, wild < vlat. *brabus < lat. barbarus = fremd;
ungesittet]: 1. (meist von Kindern) sich auf Grund einer
fügsamen, ruhigen Wesensart so verhaltend, wie es die
Erwachsenen erwarten od. wünschen: ein -es Baby; er ist heute
sehr b.. von allen am bravsten gewesen; sei b.!; b. sitzen
bleiben; Ü .... wenn Chruschtschow schön b. sei und sich
ganz gesittet benähme, werde man ... (Dönhoff. Ära 77).
2. a) von rechtschaffener, biederer, redlicher Wesensart u.
sich daher untertänig, nicht aufbegehrend verhaltend/: eine
-eFrau; -e Bürger;.... Otto solle heiraten, ein -es Mädchen,
das gut kocht, mit einer schönen Aussteuer (Remarque.
Obelisk 150); b) ordentlich, aber ohne besonderes Format;
bieder, hausbacken: eine Sonate b. herunterspielen; mit
diesem Kleid sieht sie b. aus; diese Bluse ist Air einen
Ball zu b.; Für einen Anfänger sehr b. Aber das Ganze
hat zu wenig Esprit (Borchert. Draußen 35). 3. (veraltend)
tapfer, mutig: ein -er Soldat;" sich b. schlagen; <Abl.:>
Bravheit, die; -: Seiner B. und seiner Tüchtigkeit verdanken
wir unser Glück (Hacks, Stücke 142); bravissimo! [bra'visi-
mo] <Interj.) [ital. bravissimo. Sup. zu tbravo]: sehr gut!;
ausgezeichnet /(Ausrufdes starken Beifalls u. der
Anerkennung); bravo! fbra:vo] (Interj.) [ital. bravo (Beifallsruf
der Zuschauer in der italienischen Oper), fbrav]: gut!:
schön!(Ausruf des Beifallsu. der Anerkennung): b..
bravissimo!; b. rufen; <subst.:) 'Bravo [-], das; -s. -s: Bravoruf.
Beifallsruf: ein B. für den Künstler!; ein lautes B. ertönte;
2Bravo [-]. der; -s. -s u. ...vi [ital. bravo, zu: bravo, tbrav]:
ital. Bez. für Meuchelmörder. Räuber: ein gedungener B.;
<Zus. zu *Bravo:> Bravoruf, der: Beifallsruf: begeisterte
-e ertönten; Bravour [bravu:?]. die; -. -en [frz. bravoure
< ital. bravura = Tüchtigkeit. Tapferkeit, zu: bravo,
Tbrav]: 1. <o. PI.) Tapferkeit. Schneid: die B. der Soldaten;
mit großer B. kämpfen; ein Projekt mit viel B. (mit
unbekümmerter Forschheit) in Angriff nehmen, verkünden. 2.
a) <o. PI.) vollendete Meisterschaft, meisterhafte Technik:
eine schwere Aufgabe mit B. lösen; b) <nur PI.) meisterhaft
ausgeführte Darbietungen, bravouröse Leistungen: die -en
des Eiskunstläufers wurden bewundert.
Bravour-: -arie, die: schwierige, auf virtuose Wirkung
abzielende Arie (meist für Frauenstimme); ^leistung, die:
Glanzleistung, Meisterleistung: der Wettkämpfer siegte durch
eine B.; --stück, das: 1. (Musik) technisch schwieriges, auf
virtuose Wirkung abzielendes Musikstück: diese Sonate,
diese Arie ist ein B. 2« (allg.) Glanzstück. Glanznummer:
diese Rede war ein wahres B.
bravourös [bravu'ras] <Adj.) [frz. bravoureux]: a) schneidig-
forsch: in -er Fahrt dahinbrausen; Während er sich dem
Ende seiner Ansprache mit b. gesteigertem Tempo näherte
(K. Mann. Mephisto 30); b) meisterhaft: eine -e Technik;
sein Klavierspiel ist einfach b.; b. singen.
break! [breikj (Interj.) [engl, break!, Imperativ von: to
break = abbrechen, auseinandergehen, durchbrechen]
(Boxen): geht auseinander, trennt euch! (Aufforderung des
Ringrichters beim Boxkampf); Break H, der od. das;
-s, -s [engl, break]: 1. a) (gew. Eishockey) plötzlicher u.
unerwarteter Durchbruch aus der Verteidigung heraus,
Überrumpelung des Gegners aus der Defensive: dem Gegner
gelang ein B.; durch einten] B. erzielte die Mannschaft
das Siegestor; b) (Tennis) Gewinn eines Punktes bei
gegnerischem Aufschlag; c) <nur: das) (Boxen) Kommando des
Ringrichters, mit dem er beide Boxer auffordert, sich aus
der Umklammerung zu lösen u. einen Schritt zurückzutreten.
2. (Musik) kurzes Zwischensolo im Jazz.
Breecie fbretja], Brekzie ['brcklspl. die; -. -n [ital. breccia
< frz. bräche < afränk. *breka = Bruch] (Geol.):
Sedimentgestein aus kantigen, durch ein Bindemittel verkitteten
Gesteinstrümmern.
'Br^di- (brechen 1): -bohne, die: grüne, noch nicht reife
Bohne, die leicht gebrochen werden kann u. nicht geschnitten
werden muß. wenn man sie kochen will; -eisen, das: svw.
t ^Stange; -Stange, die: starke Eisenstange mit zugespitztem
oder abgeflachtem Ende, die als Hebel beim Anheben von
Lasten/ od. bei Abbrucharbeiten dient; *mit der B. (bes.
Sport Jargon; unter Einsatz aller körperlichen Kräfte): das
war ein Sieg mit der B.
2Br$ch- (brechen 8): -durchfallt der: mit Erbrechen u.
Durchfall einhergehende Erkrankung des Magen-Darm-Kanals;
-mittel, das: Mittel, das angewendet wird, um Erbrechen
auszulösen: Vor allem bei Ätzgiften ... darf kein B.
eingegeben werden (Hörzu 1. 1971. 73); Ü (ugs. abwertend:) Den
echten Preußen unter den Offizieren war er ... ein B.
(er widerte sie an; Kirst. 08/15.120); Wer es (= das andere
Bild) kennt, weiß, welches ich meine. Ein echtes B. (Plenz-
dorf. Leiden 79); -pulver, das: svw. T -mittel; ^reiz, der:
Gefühl, sich übergeben zu müssen: unter den Böen ...
schickte der Magen ihm leichten B. in die Kehle (Johnson.
Ansichten. 133); Ü Der Anblick einer deutschen Zeitung
verursachte B. (K. Mann. Wendepunkt 302); -zentnm,
das: Nervenzentrum, das Erbrechen auslöst.
brechbar [bre^ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich brechen
(1. 3 b. 4, 6) lassend, so beschaffen, daß es gebrochen
werden kann, dazu: Br^chbarkeit. die; -; Breche ['bre<pl.
die; -. -n (Landw.): Gerät, mit dem man früher die der
Flachsfaser noch lose anhaftenden Rinden- u. Holzteile
zerkleinerte; brechen I'bre^n] <st. V.) /vgl. gebrochen/
[mhd. brechen, ahd. brehhan]: 1. etw. Hartes. Sprödes
durch starken Druck, durch Anwendung von Gewalt
ikrachend'/ in zwei/ Stücke teilen, durchtrennen <hat>: einen
Stock in Stücke b.; den Flachs b. (mit der Breche
zerkleinern); Blumen b. (geh.; pflücken); das Brot b.; Marmor.
Schiefer b. (abbauen); sich (Dativ)den Arm. den Knöchel
b; sich [beim Sturz] das Genick b. (durch einen Genickbruch
tödlich verunglücken); * nichts zu b. und zu beißen haben
(geh.; hungern müssen). 2. (von etw. Hartem. Sprödem)
durch Druck, durch Anwendung von Gewalt krachend/
in [zwei] Stücke zerfallen, durchbrechen Ost): die Äste
brachen unter der Schneelast; das Brett bricht (hält der
Belastung nicht stand); das Leder, der Stoff beginnt zu
b. (wird rissig); die Achse, die Feder ist gebrochen; Ü
das Eis ist gebrochen (die ablehnende, feindliche Haltung
ist überwunden); *2um Brechen voll sein (überfüllt sein
[so daß ein Einbrechen des Bodens zu befürchten ist]).
3. a) <b. + sich) auf etw. auf treffen u. in eine andere
Richtung abgelenkt od. zurückgetrieben werden <hat>: die
Brandung bricht sich an den Felsen; die Strahlen brechen
sich im Glas; der Schall bricht sich am Gewölbe; b)
abprallen lassen, ablenken <hat): die Brückenpfeiler, die Felsen
brechen die Wellen; Linsen .... die das Licht brechen
(Haber. Welten 83). 4. etw., was sich als Barriere darstellt,
durchbrechen, überwinden (hat): jmds. Widerstand. Trotz
b.; er hat endlich sein Schweigen gebrochen (sein Schweigen
beendet; ausgesagt); eine Blockade b.; einen Rekord b.
(einen neuen Rekord aufstellen); Bundesrecht/fliist.:)
Reichsrecht bricht (steht höher als) Landesrecht. 5. die
bisherige Verbindung. Beziehung aufgeben, abbrechen <hat>:
er hat endgültig mit der Kirche, mit der Partei gebrochen;
mit einer Tradition, einer Gewohnheit b.; sie hatten sich
vorgenommen, mit der Vergangenheit zu b. 6. nicht mehr
einhalten <hat): einen Vertrag, einen Waffenstillstand,
einen Eid, sein [Ehrenlwort. sein Versprechen b.; die Ehe
brechen (den Ehepartner betrügen, ihm nicht treu sein);
den Frieden b. (Streit, Krieg anfangen). 7. (meist geh.)
plötzlich mit gewisser Anstrengung / aus etw. hervorkam-
All
Brecher
men. durch etw. dringen <ist>: die Sonne bricht durch die
Wolken; eine Quelle bricht aus dem Felsen; die Reiter
brachen aus dem Hinterhalt; das Wild ist durch das
Gebüsch gebrochen (durchgelaufen); (geh.:) Tränen brachen
Ihr aus den Augen. 8. <hat> a) (ugs.) erbrechen, sich
übergeben: nach dem Essen mußte er mehrmals, heftig b.;
b) von sich geben: das ganze Essen. Blut. Galle. Schleim
b. 9. (Jägerspr.) (vom Schwarzwild) mit dem Gebrech
den Boden aufwühlen, um Nahrung zu suchen <hat>: auf
Mast b.; Brecher [brajB]. der. -s. - [1: LÜ von engl,
breaker]: 1. Woge mit überstürzendem Kamm. Sturzsee:
Die Brandung war nicht besonders stürmisch, zwei oder
drei B. mannshoch (Frisch. Gantenbein 383). 2. Maschine
zur Zerkleinerung harter Stoffe (insbes. von Gestein) durch
Druck od. Schlag; Brechung, die; -. -en: 1. (Physik)
Richtungsänderung einer Welle beim Übertritt in ein anderes
Medium: die B. des Lichts; die B. von Schallwellen: die B.
von Wellen berechnen. 2. (Sprachw.) Vokalveränderung
in den germanischen Sprachen unter dem Einfluß der
Nachbar laute; <Zus. zu 1:> Br^diungsfchler, der: Sehfehler\ der
durch zu schwache od. zu starke Brechung der Lichtstrahlen
im Auge entsteht; Brechungswinkel, der: Winkel, in dem
die Brechung (1) erfolgt.
Bredouille [breduljö]. die; -. -n [frz. bredouille. urspr. =
Dreck. H. u.l (ugs): Verlegenheit. Bedrängnis: in der B.
sein; in die B. kommen; Ist das Einkommen ...
unangemessen, geraten Richter und Rechtsstaat in die B. (Spiegel
26. 1966. 34).
Breeches [britJds] <PI.) [engl, breeches. PI. von: breech
< aengl. brec. PI. von: bröc = Beinbekleidung].
Breecheshose, die; -. -n: Imlblange. an den Oberschenkeln weite,
von den Knien abwärts eng gearbeitete Reitht)se.
bresebi [bre:g|n]: tbrägeln.
Bregen [bre:gnj. (auch.) Brägen fbre:gn], der. -s. - [aus
dem Niederd. < mniederd. bregen] (nordd.): 1. Hirn vom
Schlachttier. 1. (ugs. scherzh.) Schädel: die Sonne scheint
mir auf den B.; Oder-ich-schlage-dir-deinen-B -
kaputt...!" Und bei jedem Wort läßt er ihren Kopf gegen
die Bettwand krachen (Fallada. Jeder 291); <Zus.:> bregen-
kKit[e]rlg <Adj.; nicht adv.) [ausdem Niederd.. aus t Bregen
u. klüterig = klumpig, zu tKlüten] (ugs.. bes. berlin.):
melancholisch: Werde ich hier bregenklütrig rumstehen
... (Döblin. Berlin 116).
Brei [br^jl. der; -[eis. -e [mhd. bri(e). ahd. brlo. urspr.
= Sud, Gekochtesl <Vkl. t Breichen): dickflüssige Speise:
ein B. aus Grieß, aus Haferflocken; [einen dicken, steifen]
B. kochen; Ü über Gerechte und Ungerechte ergoß sich
der zähe, langsame B. seiner Rede (Fallada. Mann 44):
etw. zu B. (zu einer breiförmigen. dicken Masse)
zerstampfen; *jm*n. B. um den Mund/ im Maul schmieren (salopp;
jmdn. umschmeicheln, beschwatzen): um den [heißen] B.
herunreden (ugs.; nicht über den Kern einer Sache reden):
jmdn. zu B. schlagen (derb; jmdn. gehörig verprügeln):
<Zus.:> breiartig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. tbreiig;
<Abl.:> Breichen [br^n]. das; -s, -: tBrei: Kind mit B.
im Gesicht (Kant. Impressum 299); breiig CbnUif] <Adj.;
o. Steig.): wie Brei, zähflüssig: Meine Füße glitten auf
den -en ... Algen aus (Jahnn. Geschichten 194); er ....
der so grauenhaft b. hustete (Th. Mann. Zauberberg 31).
Brein [br^jn], der; -s [aus TBrei u. dem -n der schw. Dekl.]
(österr. mundartl.): Hirse breij.
breit [br^it] <Adj.; -er. -este) [mhd.. ahd. breit]: 1. a) von
größerer Ausdehnung in seitlicher Richtung (Ggs.: schmal):
eine -e Straße; ein -es Gesicht; -e Hüften; der Junge Mann
ist sehr b. (breitschultrig); etwas -er machen; er schreibt
b. (hat eine in die Breite gezogene Schrift); er hat die
Schuhe b. getreten; Ü etwas b. (weitschweifig, ausführlich)
darstellen, erzählen; b) <in Verbindung mit einer
[inidirekten Maßangabe) eine bestimmte Breite aufweisend, von
einer bestimmten Breite: ein 3 cm -er Saum; das Brett
ist SO cm b.; das Band ist einen Finger b.; er ist so b.
wie lang (ugs. scherzh.; sehr dick): der Stoff liegt doppelt
b. (ist in doppelter Breite auf dem Stoffballen aufgewickelt).
2. größere Teile des Volkes, der Öffentlichkeit betreffend:
die -eÖffentlichkeit; die -e Masse (diemeisten): -e
Bevölkerungsschichten; die Aktion fand ein -es (fand überall
großes) Interesse; eine -e Streuung des Eigentums (Schaffung
von Eigentum für viele). 3.! aufdringlich- /unangenehm: ein
-es Lachen; er hat eine -e Aussprache (eine langsame
Aussprache mit gedehnten Vokalen).
breit-. Breit- -beinig <AdJ.; nicht präd.): mit gespreizten
Beinen: b. dastehen, dasitzen, daherkommen; (seltener
attr.:) ein -er Gang: ^Mätttejrig <Adj.; nicht adv.): eine
-e Pflanze; -film, der: svw. t-wandfilm: -gefächert <AdJ.;
breiter gefächert, am breitesten gefächert; nur attr.):
reichhaltig: ein -es Angebot an Bildungsmöglichkeiten; -krati-
pig <Adj.; nicht adv.): mit breiter Krempe: ein -er Hut;
-»machen, sich <sw. V.; hat) (ugs.): a) sehr viel Platz
in Anspruch nehmen: mach dich [auf der Couch] nicht
so breit!; b) sich immer weiter ausbreiten, immer mehr
Bereiche oder Personen erfassen: das sind Erscheinungen,
die sich auch in anderen Wissenschaftsgebieten b. (Mantel.
Wald 98); c) sich häuslich niederlassen: sie wollte sich
in meiner Wohnung b.; Ü er hat sich bei seinen Vorgesetzten
ganz schön breitgemacht (sich bei ihnen angebiedert und
eingenistet); -mäulig <Adj.; nicht adv.): mit breitem Mund.
Maul: ein -es Tier; Ü b. (derb; überheblich, anmaßend)
reden, antworten; -nasen <P1.) (Zool.): in den Tropen
Mittel- u. Südamerikas beheimatete Überfamilie der Affen.
Neuweltaffen; -rasig <Adj.; nicht adv.): mit breiter Nase:
ein -es Gesicht; -randig <Adj.; nicht adv.): mit breitem
Rand: ein -er Hut; -schlagen <st. V.; hat): [1: nach dem
Breitschlagen von Metall vor der Verarbeitung]: 1. (ugs.)
überreden, beschwatzen (oft in Verbindung mit sich u.
lassen): ich habe mich schließlich doch b. lassen und bin
mit ins Kino gegangen. 2. (Schweiz.) übermäßig viel Gewicht
auf etw. legen: er schlägt diese Formalitäten viel zu breit;
-sd*ilt(e]rig <Adj.; nicht adv.): mit breiten Schultern: ein
-$r Mann; -sebwanz, der: Persianerpelzart aus dem kurzen,
glatten, moireähnlichen, noch ungelockten Fell nicht
ausgetragener oder ganz junger Karakullämmer: ein Mantel aus
B.; -sdte» die: 1. die breitere Seite von etw.. Längsseite:
die B. des Schiffes; an der B. des Tisches sitzen. 2. a)
alle schweren] Geschütze, die auf der Längsseite eines
Schlachtschiffes aufgestellt sind; b) gleichzeitiges Abfeuern
aller auf der Längsseite eines Schlachtschiffes aufgestellten
Geschütze: eine B. abgeben, abfeuern; U die Zeitung feuerte
eine B. auf die Regierung ab; -spur, die: besonders große
Spurweite bei Schienen- u. Kraftfahrzeugen, dazu: -spur-
bghn, die: Eisenbahn mit besonders großer Spurweite (über
1.435 m); -spurig <Adj.): mit über der Norm liegender
Spurweite: eine -e Bahn; b. fahren; Ü b. (anmaßend,
großspurig) reden, auftreten; -treten <sw. V.; hat) (ugs.
abwertend): ausgiebig, bis zum Überdruß erörtern: sein
Lieblingsthema immer wieder b.; du brauchst diese unangenehme
Geschichte nicht überall breitzutreten; -walzen <sw. V.;
hat) (ugs. abwertend): weitschweifig behandeln, erörtern:
diese Frage wurde hier schon genügend breitgewalzt;
-wand, die (Kino): besonders breite Bildwand, dazu: -wmnd-
fibn. der: Film von breiterem Format als ein Normalfilm.
Breitfilm, -wandverfahren, das: Filmvorführungsverfahren,
bei dem das projizierte Bild wesentlich breiter ist als beim
Normalverfahren.
Breite [breite], die; -. -n [mhd. breite, ahd. breit!]: 1.
Ausdehnung in seitlicher Richtung: Länge. B. u. Höhe eines
Zimmers; die Brücke hat eine B. von dreißig Metern; ein
Weg von drei Meter B.; etwas in verschiedenen -n liefern;
etw. der B. nach (entsprechendder Querachse) durchsägen,
falten; Üetw. in epischer B. (in [allzu] großer
Ausführlichkeit) schildern; der Aufsatz geht zu sehr in die B. (behandelt
zu viele Details. Nebensächlichkeiten); *in die B. gehen
(ugs.; ziemlich dick werden). 2. a) (Geogr.) Abstand eines
Ortes der Erdoberfläche vom Äquator: die geographische
B. bestimmen; die Insel liegt [auf. unter] SO0 nördlicher
B.; b) <P1.) Gebiet einer bestimmten geographischen Breite
(2a): in diesen -n herrscht feuchtwarmes Klima; breiten
[brqjtn] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. breiten] (geh.): a)
ausbreiten: ein frisches Tuch über den Tisch b.; ich breitete ihm
eine Decke über die Beine; b) nach der Seite spreizen;
der Adler breitete seine Schwingen; c) <b. + sich) sich
ausdehnen: dichte Nebelschwaden breiten sich über das
Tal; ein hämisches Grinsen breitete sich über sein Gesicht.
Breiten-: -arbeit, die <o. PL): X.Arbeit auf breiter Grundlage:
über der Lösung der Einzelprobleme darf die B. nicht
vernachlässigt werden. 2. (Sport) auf die Heranbildung einer
großen Anzahl von Nachwuchsspielern und -mannschaften
angelegtes Training; Mjrad.der (Geogr.): Zone der
Erdoberfläche, die von zwei um 1° auseinanderliegenden
Breitenkreisen eingeschlossen wird: auf dem 40. B. liegen; -kreis,
der (Geogr.): parallel zum Äquator verlaufender Kreis um
428
brennen
die Erde; -sport. der: von der Bevölkerung auf breiter Ebene
betriebener Sport: den B. fördern; -Wirkung, die: breite
Kreise erfassende Wirkung: ein Roman von großer B.
Breitling, der; -s. -e [zu t breit (1 a)J: volkst. Bez. Air t Brachse
u. Karausche.
Brekzie:! Breccie.
Bremefbrerirol.die; -. -n [mhd. breme. ahd. bremo] (südd.):
Stechfliege. 2Bremse.
Brqm&- (BCfz.-]technik): stecke, die: Teil der
Bremsvorrichtung, der beim Abbremsen gegen den in Bewegung
befindlichen Teil gepreßt wird; -belag. der: auf der Bremsbacke
befestigter, abriebfester Belag; -berg, der:
Fördereinrichtung im Bergbau, bei der auf geneigter Strecke leere Wagen
durch gefüllte abwärtsfahrende an Drahtseilen nach oben
gezogen werden; -flüssigkeit. die (K fz.-T.): spezielle
Flüssigkeit zur Übertragung des Drucks in hydraulischen
Bremsen; -hebel. der; -klotz, der: I Holz]klotz, der die
Bewegung eines Rades verhindert; -kraft, die. dazu:
-kraftverstirker. der: -leuchte, die: svw. !-licht;
-licht, das <P1. ...lichter): beim Bremsen aufleuchtendes
(rotes) Licht an der Rückseite von Fahrzeugen; -pedal,
das: Fußhebel zum Betätigen einer Bremse: -probe« die:
B. mit abgestelltem Motor machen; -rakete, die:
selbständige Antriebseinheit, die die Bahngeschwindigkeit einer
Rakete o.a. vermindert; -schuh, der keilförmiges, auf
die Schiene aufzusetzendes Gerät. Körper aus Stahl zum
Abbremsen von frei laufenden Eisenbahnwagen; -spur,
die: Spur, die ein stark abgebremstes Fahrzeug auf der
Straße od. dem Erdboden hinterläßt; -Vorrichtung, die;
^weg, der: Weg. den ein Fahrzeug vom Betätigen der Bremse
bis zum Stillstand zurücklegt.
'Bremse I'bremz»]. die; -. -n [spätmhd. bremse =
Nasenklemme < mniederd. premese. zu: präme = Zwang. Druck
od. Dramen = drücken]: Vorrichtung zum Verlangsamen
od. Beenden einer Bewegung: eine hydraulische,
automatische B.; die -n Quietschen, versagen: der Lokführer löst
die -n; die B. betätigen, durchtreten (ugs.; das Bremspedal
bis zum Anschlag treten): du mußt die B. (Handbremse)
anziehen; auf die B. treten, (salopp:) latschen; Wenn die
Kurve anfängt, sollte man nicht mehr auf der B. stehen
(noch immer das Bremspedal Idurch]treten; Frankenberg.
Fahren 171).
2Bremse [-]. die; -. -n [niederd. bremse; ahd. brimissa. zu:
breman = brummen]: große, langflügelige Stechfliege.
bremsen ['bremzn] <sw. V.; hat) [mhd. premsen = zwängen,
bändigen. I 'Bremse]: a) die ]Bremse betätigen: der Fahrer
mußte plötzlich b.; das Auto (der Fahrer des Autos) hatte
zu scharf gebremst; Ü wir müssen [mit den Ausgaben]
b. (in den Ausgaben zurückhaltend, sparsam sein); b) die
Geschwindigkeit von etwas / bis zum Stillstand]
verlangsamen, zum Halten bringen; einen Wagen b.; der Fahrer
konnte die Straßenbahn nicht mehr rechtzeitig b.; Ü eine
Entwicklung b. (verlangsamen); die Einfuhr b.
(einschränken); die Heißwasserversorgung wird über Nacht gebremst
(gedrosselt; Wohmann, Absicht SD; man muß ihn dauernd
b. (ugs.; davon zurückhalten, zu weit zu gehen): ich kann
mich b. (ugs.; beherrschen, zurückhalten; man wird doch
wohl nicht glauben, daß ich so töricht bin. das zu tun):
wenn er ins Erzählen kommt, ist er nicht zu b. (ugs.;
hört er nicht mehr auf).
Bremsen- (2Bremse): -plage, die; -schwärm, der; -stich,
der.
Bremser ['bremzel. der; -s. -: 1. Begleitfahrer für die
Bedienung der Bremse in Güterwagen. 2. (Bobsport) Schlußmann
im Bobschlitten; <Zus. zu 1:) Brpnserhiuschen, das: offener
od. gedeckter Platz für den Bremser (1) an der Stirnseite
von Eisenbahnwagen; Bremsung,die; -. -en.
hrpin-, Br^nn-: -ball,der <o. PL): dem Schlagball verwandtes
Spiel, bei dem eine Partei versucht, um das Feld zu laufen,
bevor der Ball von der Feldpartei auf einen bestimmten
Punkt gelegt wird; -dauer, die <o. PL): 1. Zeitspanne,
in der etwas brennen (3 a) kann: die B. einer Glühbirne.
2. Zeitspanne, die nötig ist. um etwas zu brennen (6); -ebene.
die (Optik): senkrecht zur optischen Achse durch einen
Brennpunkt verlaufende Ebene: -eisen, das: 1. svw. t
^schere. 2. (Med.) elektrisches Glüheisen für chirurgische Zwecke.
3. Eisenstab zum Einbrennen von Brandzeichen bei Tieren;
-fliehe, die (Optik): Fläche einer Linse (2 a). auf
der sich die Schnittpunkte benachbarter
Parallelstrahlen nach der Brechung (1) befinden; Kaustik;
-gas, das: brennbares, zum Kochen und Heizen verwendetes
Gas (z.B. Erdgas); ~gbs, das; -es, ...gläser (Optik): stark
gewölbte Sammellinse, die parallel einfallende Strahlen im
Brennpunkt vereinigt; -haar, das: borstenartiges Haar bei
Nesselpflanzen u. Schmetterlingsraupen, das Giftstoffe
enthält, die bei Berührung austreten u. starken Juckreiz
verursachen; -holz, das <o. PL): als Brennmaterial verwendetes
Holz: B. sammeln; -kammer.die(Technik): Kammer (Ab) in
Motoren. Turbinen o.a.. in der die Brenn- od. Treibstoffe
unter Zufuhr von Luft od. Sauerstoff/ gemisch J
verbrannt werden; -llnie, die (Optik): Schnittkurve einer
Brennfläche mit einer durch die optische Achse der Linse
gelegten Ebene (2); -linse, die: svw. f-glas; -material,
das: zum Heizen geeignetes Material; als B. Papier. Holz
und Kohle verwenden; -nessel.die(nlcht getrennt:
Brennessel): Nesselgewächs mit Brennhaaren; -ofen, der: Ofen, in
dem Steingut. Porzellan. Ziegel. Kalk o. ä. gebrannt werden;
-punkt, der [1: LÜ von lat. punctum üstiönis]: l.a)
(Optik) Punkt, in dem sich parallel zur Achse in eine Linse
od. einen Hohlspiegel einfallende Strahlen nach ihrer
Brechung vereinigen: der B. einer Linse, eines Hohlspiegels;
b) (Math.) bes. ausgezeichneter Punkt bei Kegelschnitten;
vgl. Ellipse, Hyperbel. Parabel. 2. Mittelpunkt.
Blickpunkt; in den B. rücken; im B. des allgemeinen Interesses
stehen; -schere, die: scherenförmiges Instrument, das
erwärmt od. beheizt u. danach zum Kräuseln der Haare
verwendet wird; -Schluß, der (Technik): Zeitpunkt, in dem das
Triebwerk einer Rakete zu arbeiten aufhört; -Spiegel, der
(Optik): Hohlspiegel, der parallel einfallende Strahlen im
Brennpunkt vereinigt: mit einem B. Papier anzünden;
-Spiritus, der: ungenießbar gemachter Spiritus, der für technische
Zwecke verwendet wird; -stelle, die: jede Stelle in einem
Raum, an der sich ein elektrischer Anschluß befindet: neben
den festmontierten Lampen und elektrischen Geräten sind
alle Steckdosen als -n zu zählen; -stoff, der: leicht
brennbarer Stoff zur Wärmeerzeugung; Kohle, Erdöl und Erdgas
sind natürliche -e; Ü Sie haben ... den ... Reichtum den
B. des höllischen Feuers genannt (Th. Mann, Zauberberg
558), dazu: -stoflTrage, die. -stoflmenge, die. -stoffver-
brauch, der; -suppe, die (südd.. österr.): Suppe aus
Mehlschwitze; zweite, die (Optik): Abstand eines Brennpunkts
von dem ihm zugeordneten Hauptpunkt auf der Linse od.
dem Hohlspiegel; Mvert.der: 1. Wärmeleistung von
Heizgeräten: dieser Ofen hat einen hohen B. 2. bei der Verbrennung
eines Stoffes frei werdende Wärmemenge.
brennbar fbrenba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, daß es brennen (1 a. c) kann; -es Material; Benzin
ist leicht b.. dazu: Brennbarkeit, die; -: die B. eines Stoffes
untersuchen; brennen ['brenan] <unr. V.; hat) /vgl.
brennend/ [mhd. brennen, ahd. brennan]: 1. a) in Flammen
stehen; hell, lichterloh, wie Stroh (mit sich schnell
ausbreitenden Flammen) b.; das Haus brennt; das Schiff treibt
-d auf dem Meer; Ü Haß brannte in ihm; -de Liebe; wo
brennt's denn? (ugs.; was ist denn los?): es brennt [lichterloh!
im Strafraum/vor dem Tor (Fußball Jargon; es besteht
höchste Gefahr, ein Tor hinnehmen zu müssen): b) zu einem
Nutzungszweck angezündet od. eingeschaltet sein u. glühen;
der Ofen. Herd brennt; mit -der Zigarette; c) beim Brennen
(1 a, b) eine bestimmte Eigenschaft zeigen: öl. Benzin
brennt schnell, leicht (ist leicht entzündbar); dieser Ofen
brennt gut (heizt gut); d) sehr heiß scheinen: die Sonne
brennt heute stark; sich in die -de Sonne legen. 2. als
Heizmaterial verwenden: Holz, öl b.; in diesen Öfen kann
man nur Koks b. 3. a) eingeschaltet od. angezündet sein
u. leuchten; das Licht, die Lampe brennt [die ganze Nacht];
die Birne, die Kerze brennt nur noch ganz schwach; b)
eingeschaltet haben, leuchten lassen; den ganzen Tag Licht
b.; nur die Stehlampe b. 4. einbremien: ein Zeichen auf
das Fell eines Tieres b.; das Muster ist in das Porzellan
gebrannt; ich habe mir mit der Zigarette ein Loch in
den Anzug gebrannt. 5. (selten) durch Hitze. Feuer
verletzen, verbrennen: Jmdn. mit der Zigarette [am Arm) b.;
ich habe mich [am Ofen] gebrannt. 6. a) für einen
bestimmten Nutzungszweck mit Hitze behandeln: Ziegel. Porzellan.
Ton b.; gebrannter Kalk; Schnaps b. (destillieren); er
brennt selbst, heimlich (stellt selbst, heimlich Schnaps her);
b)rösten; Kaffee. Mehl. Zucker [braun] b.; gebrannte
Mandeln; c) mit Hitze in eine bestimmte Form bringen, eine
bestimmte Form herstellen; die Haare b.; gebrannte Locken;
ich brenne mir Wellen. 7. a) schmerzen, ein wundes Gefühl
429
brennend
verursachen: die Wunde brennt; die Fußsohlen, meine Füße
brennen entsetzlich; Sein. Herz brannte ihm (Wiechert.
Jeromin-Kinder 117); mir brennen die Augen [vor
Müdigkeit, vom vielen Lesen); Ü -der (quälender) Durst; -des
Heimweh; b) scharf schmecken, einen beißenden Reiz
verursachen: der Pfeffer brennt auf der Zunge; der Schnaps
brennt mir wie Feuer in der Kehle. & a) heftig nach etw.
streben, trachten: auf etw. sinnen: auf Rache b.; er brennt
darauf, ihn zu sprechen; b) wegen etw. ganz ungeduldig
sein: er brennt vor Neugier. Ungeduld. Ehrgeiz. Sehnsucht;
die jungen Spieler brennen (Sport Jargon; sind ganz begierig
zu zeigen, was sie können, zu siegen): brennend <Adj.>:
a) <nicht adv.) sehr wichtig, akut: ein -es Problem; b)
(verstärkend bei Adjektiven u. Verben) sehr: etwas ist
b. wichtig; etwas b. gern tun; sich b. für etwas interessieren;
Bremer, der; -s. -: I. Vorrichtung zum Verbrennen fester,
flüssiger od. gasförmiger Brennstoffe: den B. am Gasherd
anzünden. 2. für das Brennen von Spiritus u. Branntwein
ausgebildete Fachkraft: Brennerei [brena'r^i]. die. -. -en:
a) <o. PI.) Herstellung von Branntwein: b) /gewerblicher7
Betrieb für die Herstellung von Branntwein.
Brente ['brental. die; -. -n [spätmhd. brente < Alpenwort
•brenta, H. u.l (bes. Schweiz.): 'Milch)faß. hölzernes Gefäß.
Brenze [brentsa] <PI) Uu frühnhd. brenzen = verbrannt
riechen, zu t brennen! (Fachspr.): alle brennbaren Minerali-
en (z.B. Graphit. Kohle. Schwefel); brenzdn l'brentjjn]
<sw. V.; hat) [zu frühnhd. brenzen. IBrenzel Oandsch.):
a) nach Verbranntem riechen: es brenzelt hier ziemlich
stark; b) schwelen, glimmen: auch der Lampenschirm
brennt nicht so richtig, brenzelt nur und bekommt ein
Loch (Frisch. Gantenbein 28); brenzlkh [brEnt$li<;] <Adj.)
(österr.): svw. !brenzlig; brenzlig [-] <Adj.): a) <o. Steig.)
(veraltend) verbrannt, nach Brand riechend]: ein -er
Geruch; hier riecht es b.; b) (ugs.) bedenklich, gefährlich:
eine -e Situation: die Sache ist. wird [mir] zu b.; dafür
hat unsereins den ganzen Tag mit -en Individuen zu tun.
mit Einbrechern. Dieben ... (Werfel. Bernadette 142).
Bresche fbreja]. die: -. -n [(nhd. Ersatzwort für frühnhd.
lucke = aus einer Festungsmauer herausgeschossene
Öffnung) frz. bräche < afrank. *breka = Bruch] (veraltend):
große Lücke: tiefe -n klafften in der Mauer; eine B. [in
die Festung] schlagen: Durch die gerissene B. brachen
Sturmverbände (Plievier. Stalingrad 18): *fiir imdn.. etw.
eineB. schlagen (sich für jmdn., etw. erfolgreich einsetzen):
[für jmdn,, etw.] in die B. springen, treten; sich [für imdn.,
etw.] in die B. weifen (für jmdn.. etw. einspringen, eintreten).
bresthaft [bresthaft] (AdJ.; -er. -este: nicht adv.) [mhd.
bresthaft, zu: breste = Mangel, vgl. Gebresten] (Schweiz.,
südwestd.. sonst veraltet): mit Gebrechen behaftet: ein -er
Mensch: <Abl.:> Bi^sthaftigkeit. die: -.
Breteschelbretejal.die: -. -n [frz. breteche = Zinne]: Erker
an Burgmauern u. Lehrgängen zum senkrechten Beschuß
des Gegners.
Breton [bra'tö:], der. -s. -s [frz. breton. eigtl. = bretonisch(er
Hut) < tat. Brit(t)o (Gen.: Brlt(t)önis) = Brelone]: aus
der Volkstracht der Bretagne übernommener /Stroh jhut
mit hochgerollter Krempe: es gibt Cowboy-Look in
verschiedenen Ausdeutungen und aus Strohgeflecht den B.
mit flachem Kopf (MM 6. 3. 70. 5).
Brett [bret]. das; -[eis. -er [mhd., ahd. bret. urspr. =.[aus
einem Stamm] Geschnittenes, verw. mit T bohren]: 1.
flaches, langes, aus einem Baumstamm geschnittenes
Holzstück: ein dünnes, stabiles, schweres B ; die -er sind morsch;
-er schneiden, zurechtsägen; aus -ern ein Regal anfertigen;
hier ist die Welt [wie] mit -n vernagelt (ugs.; hier geht
es nicht weiter, konvnt man nicht voran)', *das Schwarze
B. (( schwarzgestrichene! Tafel für Anschläge.
Bekanntmachungen: urspr. eine Tafel in Wirtshäusern, an der
angekreidet wurde, was der einzelne Gast zu zahlen hatte; seit
dem 17. Jh. Anschlagbrett Tür öffentliche
Bekanntmachungen, zuerst in den Universitäten); ein B. vor dem Kopf
haben (ugs.; begriffsstutzig sein: nach der Gewohnheit der
Bauern in früheren Zeiten, störrischen Ochsen mit einem
vor die Augen gehängten Brett die Sicht zu nehmen, bzw.
nach dem Joch der Ochsen); das B. bohren, wo es am
dünnsten ist (ugs.; sich eine Sache leichtmachen): etw. auf
einem B. bezahlen (auf einmal, bar bezahlen: nach dem
früher üblichen Zahlbrett). 2. Spielplatte für Brettspiele:
am ersten, zweiten B. des Turniers spielen; die Figuren
auf das B. setzen. 3. <PI.) a) Bühne: nach langer Krankheit
steht der Künstler nun wieder auf den -ern; das Stück
ging hundertmal über die -er (wurde hundertmal
aufgeführt): *die -er. die die Welt bedeuten (geh.; Bühne: 1803
von Fr. Schiller in dem Gedicht .An die Freunde"
geprägt); b) Boden des Boxrings: er schickte seinen Gegner
dreimal auf die -er; Der 28jährige Deutsche mußte bereits
kurz nach Kampfbeginn dreimal auf die -er (MM 13.
9. 68. I). 4. <P1.> Ski: die -er wachsen; [sich <Dativ>]
die -er an-, abschnallen; er steht noch unsicher auf den
-ern; Der Pepi ... ist mit seinen -ern verwachsen wie kaum
ein anderer (Olymp. Spiele 1964. 14).
br^tt-, Brtft-: -hjrt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: sehr hart
(wie ein Brett): ein -es Stück Brot; die Wege sind b.
gefroren; -spiel, das: Unterhaltungsspiel, das mit Figuren
od. Steinen auf einem Spielbrett gespielt wird: Schach.
Mühle. Dame. Halma sind -e; -strif <AdJ.; o. Steig.; nicht
adv.>: sehr steif (wie ein Brett): die Wäsche Ist auf der
Leine b. gefroren.
Brettel. Brettl ['biet}], das; -s. -[n] <meist Pl.> (südd.. österr.):
a) kleines Brett: b) Ski: Brettel fahren.
Bretter-: -boden, der (zu Boden 2): -bude, die; -bühne,
die: einfache Theaterbühne aus Brettern: -gerüst, das;
-gymnashm. das [nach der Wendung ..ein Brett vor dem
Kopf haben" = begriffsstutzig sein! (Schülerspr.): Hilfs-.
Sonderschule: ^täuschen, das; -hütte, die; -tür, die;
-verschlag, der; -wand, die; -zäun, der.
brettern fbretnn] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Brettern
bestehend: eine -e Bude; ein -er Zaun; brettig fbretic) <Adj.;
nicht adv.>: wie ein Brett aussehend, beschaffen, sich
anfühlend: ein -es Material; der Stoff fühlt sich b. an; Brettl
['bretjl. das; -s, -: 1. Kleinkunstbühne. Kabarett. 2. T Brettel.
Bretzel: t Brezel.
Breve ['bre:va], das; -s. -n u. -s [mlat. breve. subst. Neutr.
von lat. brevis = kurz]: päpstlicher Erlaß in einfacher
Form: Brevet [bre've:]. das; -s. -s [frz. brevet. zu: bref
= kurzer Brief < vlat. breve. t Breve]: 1. (früher)
Gnadenbrief des französischen Königs. 2. (veraltet) Schutz-. Verlei-
hungs-, Ernennungsurkunde: Breviariuni [bre'via.Tium], das;
-s. ...ien [...pn: lat. breviärium]: 1. (veraltet) kurze
Übersicht: Auszug aus einer Schrift. 2. svw. t Brevier (1); Brevier
[bre'vi:?]. das; -s. -e [spätmhd. breviere < lat. breviärium.
t Breviärium]: 1. (kath. Rel.) a) Gebetbuch des kath.
Klerikers mit den Stundengebeten: im B. lesen; b) tägliches
kirchliches Stundengebet: das B. beten. 2. a) kurze Sammlung
wichtiger Stellen aus den Werken eines Dichters od.
Schriftstellers: ein B. zusammenstellen; b) kurzer, praktischer
Leitfaden: ein B. für gutes Benehmen.
Brezel ['bre:tsl]. die: -. -n. (österr.:) Brezen ['breiten], der;
-s. - od. die; -. - [mhd. brezel. prezel. prezile. ahd. brezli]-
tella. brecedela. pricella. wohl Vkl. von lat. bracchium =
Unterarm < griech. brachiön = (ObeDarm (die Form
der Brezel erinnert an verschlungene .Arme44)]: salziges,
in Natronlauge getauchtes od. süßes Gebäckstück, etwa in
der Form einer Acht.
Brezel-: -backen, das: -s: Herstellung von Brezeln: •das
geht wies B. (ugs.; die Ausführung. Erledigung eines
Auftrags o. ä. geht in auffallend kurzer Zeit, sehr rasch vor
sich): -bAcker. der; -firau* die: Frau, die Brezeln verkauft:
die B. hat ihren Stand am Fabriktor aufgeschlagen;
-Verkäufer, der.
Brian! [bri'a:r],der; -[s]. -s[frz. briard. nach der frz.
Landschaft Brie]: Schäferhund einer französischen Rasse.
Bricke ['bnka]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
pricke. H. u.J Oandsch.): Neunauge.
Bridge [britj]. das; - [engl, bridge. H. u.; volksetym. mit
bridge = Brücke verbunden, weil der Erstansagende mit
seinem Angebot dem Partner gleichsam eine Brücke baut):
aus dem Whist hervorgegangenes Kartenspiel für vier Spieler
mit 52 frz. Karten, bei dem die einander gegenübersitzenden
Spieler zusanvnen gegen die beiden anderen spielen.
Bridge-: -partie, die: ..Soll ich eine B. für dich
zusammentrommeln?4 (Baum. Paris 29); -partner, der; -runde, die;
-spieler, der; -tisch, der.
Brief [bri:fl, der. -[e]s. -e /vgl. Briefchen/ [mhd.. ahd. brief
< vlat. breve (scriptum) = kurzes (Schreiben). Urkunde.
t Breve]: 1. schriftliche, in einem [verschlossenen) Umschlag
übersandte Mitteilung: ein privater, dienstlicher, anonymer
B.; der B. ging verloren; unsere -e haben sich
gekreuzt; einen B. schreiben, frankieren, einwerfen, öffnen,
beantworten, als/per Einschreiben schicken; mit jmdm.
430
Brigade
-e wechseln; ein B. an die Eltern, von zu Hause, zum
Geburtstag; * blauer B. (ugs.: 1. Kündigungsschreiben. 2.
Mitteilung der Schule an die Eltern über die gefährdete
Versetzung ihres Kindes; nach dem blauen Umschlag der
Kabinettsorders, die eine Versetzung in den Ruhestand
aussprachen; seit 1870 hieß so der Brief, in dem einem
Offizier der Abschied mitgeteilt wurde); offener B. (in
der Presse veröffentlichter Brief an eine prominente
Persönlichkeit od. Institution, in dem ein die Allgemeinheit
angehendes Problem aufgeworfen, eine Kritik ausgesprochen wird
o.a.): einen offenen B. an den Minister schreiben; Jmdm.
B. und Siegel [auf etw.] sehen {Jmdm. etw. fest versichern,
garantieren; ein Brief in der urspr. Bedeutung der
Rechtssprache ..offizielle schriftliche Mitteilung.
Urkunde" wurde erst durch das Siegel voll rechtsgültig): ich
gebe Ihnen [darauf) B. und Siegel, daß ... 2. kurz für
t Briefkurs (Ggs.: Geld 3): US-Dollar = DM 2.51 Brief;
Abk.: B
Brief-: ^adel, der: durch einen Adelsbrief verliehener Adel;
-besdmerer [-teJVe:reJ. der; -s. -: Gegenstand zum
Beschweren von losen Papieren, Schriftstücken o.a.: einen
Stein als B. benutzen; ein wertvoller B. aus Kristall; -block,
der <P1. -blocks): Block, von dem einzelne Briefbogen
abgetrennt werden können; otogen, der: einzelner Bogen
Briefpapier: den B. zusammenfalten; -bombe, die: Brief, der
Sprengstoff enthält, der beim Öffnen explodiert: Drei -n
waren ... an die... Uno-Delegation in Genf gerichtet (MM
21.9.72,1); -böte, der (landsch.): svw. I ^träger; -dnicksa-
die, die: (unter besthnmten Bedingungen) als Drucksache
versandter Brief (1); Einwurf, der: svw. t-kastenschlitz;
-flut, die: große Menge von Briefen, die jmd. aus einem
bestimmten Anlaß bekommt: Immer häufiger erreicht auch
das Fernsehen eine B. (Hörzu 29, 1971. 5); -freund, der:
anfänglich persönlich nicht bekannter Briefpartner, mit dem
man regelmäßig korrespondiert; -freundin, die: w. Form
zu ! -freund; ^Freundschaft, die; -geheimnis, das:
Grundrecht der Unverletzlichkeit von Briefen u. verschlossenen
Urkunden; -karte, die: Blatt aus dünnem Karton, das (im
Unterschied zum Briefbogen) ungefaltet in einem Umschlag
als Brief versandt werden kann; -kästen, der <P1. -kästen):
a) von der Post öffentlich aufgestellter u. regelmäßig
geleerter kastenförmiger Behälter für kleinere Postsendungen; b)
am Haus- od. Wohnungseingang angebrachter oder in die
Wand eingelassener kastenförmiger Behälter für die dem
Empfänger zugestellten , PostJSendungen: "lebender B.
(Verbindungsmann zur Nachrichtenübermittlung zwischen
einem Geheimdienst und seinen Agenten); [toter] B. (von
Spionen, Agenten vereinbarter Ort, Stelle, an der unauffällig
Nachrichtenmaterial deponiert u. ausgetauscht wird):
in einem Wäldchen ... würden von ... Agenten tote
Briefkästen angelegt und benutzt (Spiegel 41. 1974. 65); c) Teil
einer Zeitung od. Zeitschrift, in detn Leserbriefe mit
überwiegend persönlicher Problematik veröffentlicht fu.
beantwortet! werden, dazu: -kastenecke, die: svw. I ^kästen (c).
-kastenonkeJ, der (ugs. scherzh.): männliche Person, die
den Briefkasten (c) bearbeitet, -kastentante, die (ugs.
scherzh.): weibliche Person, die den Briefkasten (c)
bearbeitet, -kastenschlitz, der Schlitz am Briefkasten (a, b) für
den Einwurf von , Post ]Sendungen; -köpf, der: oberer Teil
des Briefbogens bis zum Beginn des fortlaufenden Textes:
ein gedruckter B.; -kurs, der (Börsenw.): Kurs, zu dem
ein Wertpapier auf der Börse, von der Bank angeboten
od. verkauft wird (Ggs.: Geldkurs); vgl. Brief (2); -kuvert,
das (veraltend): svw. !-Umschlag; -mappe, die: Mappe
zur Aufbewahrung von Briefpapier u. Briefen; -marke, die:
von der Post herausgegebenes, aufklebbares Wertzeichen
zum Freimachen von Postsendungen: 10 B. zu/ä 40 Pfennig,
bitte; eine B. anfeuchten, auf den Brief kleben; einen Bogen,
einen Satz -n kaufen; -n sammeln; R dein Kopf auf der
B.. und die Post geht pleite (ugs. scherzh.; du siehst sehr
häßlich, sehr dumm aus): * platt sein wie eine B. (ugs.;
sehr überrascht sein), dazu: Mnarkenalbum, das: Album
zur Aufbewahrung von gesammelten Briefmarken, -marken-
auktion, die: Versteigerung von gesammelten Briefmarken,
-markenausstellung, die. -markenautomat. der: Automat,
der gegen Einwurf von Münzen Briefmarken abgibt, -mar-
kenbkxk, der <P1. ...blocks): Sonderausgabe der Post von
besonderen Briefmarken für Sammler, -markenbogen, der:
Bogen aus nebeneinanderliegenden, durch Perforierum
getrennten Briefmarken, -markenkimde, die <o. PI.): Lehre
von den Briefmarken als Sammelobjekten, Philatelie, -mar-
kenpapier, das: mit Wasserzeichen versehenes Spezialpapier
für die Herstellung von Briefmarken, -markensammler, der.
-markensammhmg. die. -markenschalter, der: Schalter bei
der Post, an dem nur Briefmarken verkauft werden, -mar-
kenserie, die; -Öffner, der: a) messerartiges Gerät mit
abgestumpfter Klinge zum öffnen von Briefen; b) ganz od.
teilweiseautomatisierte Vorrichtung zum Öffnen von Briefen;
^Ordner, der: Mappe zum Abheften u. Aufbewahren von Briefen
u. ä. Schriftstücken; -papier, das: Schreibpapier u.
Umschläge/ für Briefe; -partner, der: jmd., mit dem man über
einen längeren Zeitraum hinweg Briefe wechselt; -porto,
das: Gebühr für die Beförderung von Briefen durch die Post;
-roman, der: Roman, der ausschließlich od. überwiegend
aus fingierten Briefen besteht; -schlitz, der: kurz für t^ka-
stenschlitz; -Schreiber,der; -schuld, die (meist PI.):
unerledigte Korrespondenz: seine -en erledigen, abtragen; -steller,
der (veraltet): 1. jmd., der für andere Briefe aufsetzt. 2.
Sammlung von Anleitungen u. Mustern für formvollendete
Briefe; -stil, der: einen gepflegten B. schreiben; -tasche,
die: kleine /lederne/ Mappe mit Fächern/, in der man
Ausweise, Geldscheine u. ä. bei sich tragen kann: eine wohl-
gefiillte B.; die B. zücken (ziehen); er hat seine B. mit
allen Papieren verloren; *eine dicke B. haben (ugs.: viel
Geld haben): -taube, die: Vertreter einer Taubenart, die
wegen ihres guten Orientierungssinns u. ihrer Flugtüchtigkeit
auch über weite Entfernungen zurückfindet u. deshalb zur
Überbringung von Nachrichten eingesetzt werden kann; ^te-
legramm, das: Telegramm zu ermäßigter Gebühr, das
telegrafisch übermittelt, aber mit der normalen Briefpost
zugestellt wird; -träger, der (früher, noch volkst.): jmd., der
Postsendungen zustellt, (postamt!.): Briefzusteller: der B.
war heute noch nicht da; auf den B. warten; -trägerin,
die; -. -nen: w. Form zu I ^träger; -Umschlag, der:
zuklebbare Hülle aus Papier für Briefe u. ä.: ein großer, gefutterter
B.; etw. in einen B. stecken; den B. zukleben, öffnen;
-verkehr, der <o. PI.): brieflicher Verkehr bes. von
Behörden, Firmen, Institutionen u. ä.; -waage, die: Waage zum
Wiegen leichterer Postsendungen u. ä.: -wähl, die: briefliche
Stimmabgabe bei Wahlen: da er gehbehindert ist, macht
er von der B. Gebrauch; -Wechsel, der: a) Austausch von
Briefen, Korrespondenz: ein reger, ausgedehnter B.; [mit
jmdm.] einen längeren B. über etw. führen; mit jmdm.
in B. stehen; b) gesammelte Briefe, die zwei Personen über
ein bestimmtes Thema/ gewechselt haben: den ganzen B.
durchsehen; Goethes B. mit Schiller/den B. zwischen
Goethe und Schiller herausgeben; -zensur, die; -zusteller, der
(postamtl.): svw. t-träger (Berufsbez.); -Zustellung, die:
das Austragen von Briefen durch den Briefträger.
Briefchen fbrhfifanl. das; -s, -: a) kleiner, kurzer Brief; b)
flaches, kleines Päckchen, in dem bestimmte kleine
Gegenstände in größerer Zahl verpackt sind: ein B. Nähnadeln,
ein B. Streichhölzer.
Briefing [briifinl. das; -s. -s [engl.-amerik. briefing, zu: brief
= kurz < mfrz. bref < lat. brevis]: 1. (bes. Milit.) kurze
Konferenz, ILagelbesprechung; Unterrichtung: Ein UNO-
Sprecher erklärte beim täglichen B. für UNO-Korrespon-
denten (Bergsträßer Anzeiger 15. 10. 73. 2). 2.
Informationsgespräch zwischen Werbefirma u. Auftraggeber.
brififlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): durch Brief ej; in
Form eines Briefes, von Briefen; schriftlich: eine -e
Auskunft, Mitteilung; alles Weitere b.; jmdn. b.
benachrichtigen; Briefschaften <PI.; veraltend): Sammelbez. für Briefe,
Postkarten, Drucksachen u.a.; Korrespondenz: ein
Päckchen mit B.; seine B. im Schreibtisch aufbewahren.
Briekise l'bri:-]. der; -s. - [nach der französischen Landschaft
Briel: wie ein Stück Torte geformter, flacher Weichkäse
mit Schimmelbildung.
Bries (bri:sj, das; -es. -e. Briesel [brhzl], das; -s, - [frühnhd.
briis. urspr. wohl = Zerriebenes, Zerbröckeltes (nach dem
bröseligen Aussehen)]: innere Brustdrüse bei jungen
Schlachttieren, bes. beim Kalb; Brj&chen, (auch:) Broschen
l'brois^n]. das; -s. -: Gericht aus Briesen des Kalbes;
Kalbsmilch.
Brigade [bri'ga.xta], die; -. -n [1, 2: frz. brigade < ital.
brigata = streitbarer (Heer)haufen. zu: briga = Kampf.
Streit. H. u.; 3: russ. brigadal: 1. (Milit.) selbständige
größere Truppenabteilung aus Verbänden verschiedener
Waffengattungen. 2. (Gastr.) Gesamtheit der in einem
Restaurationsbetrieb beschäftigten Köche u. Küchengehilfen. 3.
431
Brigade-
(DDR) kleinste Arbeitsgruppe in einem Produktionsbetrieb:
Gespannt sah sie in die ... Gesichter ihrer B. (Chr. Wolf,
Himmel 80).
Brisade-: -führer, der: svw. t Brigadier (1. 2); -genenü,
der (Milit.): a) unterster Dienstgrad in der Rangklasse der
Generale: b) Offizier dieses Dienstgrads. Brigadier (1);
pleiter, der: svw. t Brigadier (2); Leiterin, die: w. Form zu
f-leiten -ptaiu der (DDR).
Brigadier [1: frz. brigadier; 2: russ. brigadir]: 1. [briga'die:].
der; -s. -s (Milit.): Befehlshaber einer Brigade (1). 2.
[briga'die:. auch: ...'di:?l. der; -s. -s u. (bei dt. Ausspr.:) -e
(DDR): Leiter einer Brigade (3): Brigadiere sind meine
natürlichen Feinde (Chr. Wolf. Himmel 26); Brigadkrin,
die; -. -nen: w. Form zu t Brigadier (2); Brisant [bri'gant].
der: -en. -en [ital. brigante. zu brigare ..kämpfen", eigtl.
= Kämpfer, dann = Fußsoldat, zu: briga. f Brigade]
(früher): Straßenräuber, Bandit'. bes. in Italien, dazu: Brigfirten-
tim.das; -s; 'Brigantine [brigan'ti:nd]. die; -. -n [ital. brigan-
tina = Panzerhemd, zu: briga.! Brigade] im Spätmittelalter
getragene leichte Rüstung aus Leder od. starkem Stoff:
*Brigantine [-]. die; -, -n [ital. brigantino = KampfschifT.
zu: briga. t Brigade]: svw. ! Brigg; Brigg [bnk]. die; -. -s
[engl, brig, gek. aus: brigantine < mfrz. brigantin < ital.
brigantino. t2Brigantine]: Segelschiff mit zwei Masten:
Schließlich lag die schwedische"B. direkt vor dem Speicher
(Fallada, Herr 35).
Brikett [bri'ket]. das; -s. -s. selten: -e [frz. briquette. zu:
brique = Ziegelstein (dem das Brikett in der Form gleicht)
< mnlederl. bricke, eigtl. = abgebrochenes Stück]: a)
aus kleinen Stücken od. Staub von Kohle od. Erzen geprelites
Formstück (bes. Preßkohle): b) Braunkohlenbrikett: mit
-s heizen; Paar -s hatte man gern im Keller (Kant,
Impressum 227); <Zus: > Brikfttfabrik. die; <Abl.:> brikettieren
[brike'ti.ren] <sw. V.; hat): zu Briketts formen: Braunkohle
b.. dazu: BrikettJenmg, die; -.
Brikole [bri'ko:b]. die; -. -n [frz. bricole. eigtl. = Wurfina-
schlne < ital. briccola < langob. *brihhil; vgl. mhd. bre-
chel = Brecher]: Rückprall des Billardballes von der2Bande
(1); <Abl.:> brikolieren [briko'li:n>n] <sw. V.; hat) [frz.
bricoler]: durch Rückprall von der Billardbande treffen.
brillant [bnl'jant] <Adj.; -er. -este) [frz. brillant. 1. Part,
von: briller = glänzen, t brillieren]: glänzend, hervorragend,
ausgezeichnet, sehr gut: eine -e Rede. Stimme; ein -er
Einfall; er ist ein -er Tänzer; ein Mann von ... -er Dialektik
(Enzensberger. Einzelheiten I. 96); die Aufführung war
einfach b.; b. aussehen; es geht mir b.; <subst.:> 'Brillant
[-], der; -en. -en [frz. brillant]: auf besondere Weise
geschliffener Diamant, der sich durch starke Lichtbrechung und
funkelnden Glanz auszeichnet: ein echter, hochkarätiger
B.; einen -en in Gold fassen lassen: eine mit -en besetzte
Uhr; derwiderliche Mann trug einen -en (einen Brillantring)
am Finger; 2Brillant [-]. die; - (Druckw.): Schriftgrad von
3 Punkt.
Brillant-: ^brosche. die; -fetierwerk, das: Feuerwerk mit
Brillantsätzen: Ü ein rhetorisches B. (eine Rede mit vielen
brillanten Formulierungen): ^knopf, der; ^kollier, das;
-kreuz, das; -nadel, die; -ring, der; -satz, der (meist
PL): Feuerwerkskörper, der durch zugesetzte Metallspäne
beim Verbrennen einen besonders starken Sprüheffekt hat:
^schliff, der: besondere Form des Schliffs bei durchsichtigen
Edelsteinen: ^schmuck, der <o. PL); ^sucher, der (Fot.):
Sucher an Kameras, der ein verkleinertes, seitenverkehrtes
Bild liefert.
brillanten [bnl'jantn] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: a) aus
Brillanten bestehend: eine < Brosche; b) wie ein Brillant
schitnmerndI: b. funkeln, glänzen; Brillantin [bnljan'ti:n],
das; -s, -e: österr. neben f Brillantine; BriHantlne, die; -.
-n [frz. brillantine = die (dem Haar) Glanz Verleihende]:
kosmetisches Fettpräparat zur Festigung der Haare:
Haarpomade; Brillanz [briTjanls], die; - [frz. brillance]: 1.
glänzende, meisterhafte Technik bei der Darbietung von etw..
Virtuosität: die B. einer Rede, seines Klavierspiels; etw.
mit B. vortragen; die Farbigkeit der Erlebnisse spürt der
Leser auch ohne feuilletonistische B. der Sprache (Zeit
20. 11. 64. 13). 2. a) (Fot.) Bildschärfe; b) (Akustik)
unverfälschte Wiedergabe, bes. von hohen Tönen; Tonschärfe:
auf Chromdioxid ... erreicht man schon mit
herkömmlichen Abspielgeräten bessere B. (Funkschau 19.1971.1938).
Brille ['bntaj. die; -. -n [spätmhd. b[e]rille. PI. zu: der b[e]rille
= einzelnes Augenglas < mhd. berillus. berille = Beryll
(da man für die Linsen der ersten, um 1300 entwickelten
Brillen geschliffene Berylle verwandte) < lat. beryllus.
T Beryll]: 1. Gestell mit beweglichen Ohrenbügeln u. zwei
geschliffenen od. gefärbten, der Verbesserung der Sehschärfe
oder dem Schutz der Augen dienenden Gläsern, das vor
den Augen getragen wird: eine B. für die Nähe, (ugs.:)
Tür nah. für die Ferne, (ugs.:) für weit, zum Lesen; eine
neue, schärfere, stärkere B. brauchen; die B. ist [für meine
Augen] zu schwach [geworden]; die B. aufsetzen,
abnehmen; etw. nur mit B.. nicht ohne B. lesen können; die
Augen sind von einer dunklen B. verdeckt; das sieht man
ja ohne B. (ugs.; das ist vollkommen klar, leicht einzusehen)'.
Ü die Welt... durch zwei verschiedene -n betrachtet: Europa
durch die B. der ..Isolationisten". Ostasien durch die der
..Imperialisten" (aus zwei verschiedenen Perspektiven;
Dönhoff. Ära 1%); * etw. durch eine aefUrbCe, durch seine eigene
B. sehen/betrachten (etw. voreingenommen, subjektiv
beurteilen); etw. durch eine rosa B. [anlsehen/betraehten (etw.
allzu positiv beurteilen, von etw. nur die guten Seiten sehen);
alles durch die schwarze B. sehen (allzu pessimistisch sein).
2. (ugs.) kurz für f Klosettbrille: er saß und saß - die
B. des Bretts kniff und kniff (Winckler. Bomberg 70).
brjllen-, Brillen- (Brille 1): -bai*. die <P1. ...banken): (für
Entwicklungsländer bestimmte) Sammelstelle für abgelegte
Brillen; -bar. der: Vertreter einer in den Anden lebenden
Bärenart mit schwarzem Fell u. heller, brillenähnlicher
Zeichnung um die Augen; ^bügel. der: einer der beiden
Bügel, mit denen die Brille auf den Ohren aufliegt; -etui,
das: Etui zur Aufbewahrung der Brille; ^fassung. die: svw.
f -gestell; ^futteral. das: vgl. -etui; ^gestdl. das:
Einfassung. Traggestell der Brillengläser mit den Brillenbügeln:
ein B. aus Hörn. Metall; ein altmodisches, modernes B;
Mllas. das <PI. ...gläser): geschliffenes od. gefärbtes Glas
einer Brille: dicke, stark gewölbte, runde Brillengläser;
^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: keine Brille tragend;
Mrand, der: oberer j Rand der eingefaßten Brillengläser:
jmdn. über den B. hinweg ansehen; -schlänge, die: a)
Vertreter einer in Afrika u. im tropischen Asien lebenden
Art der Hutschlangen, deren Gift meist tödlich wirkt u.
die bei Erregung eine helle, brillenartige Zeichnung zwischen
denauseinanderweichendeti Rückenschuppen sehen läßt;
Kobra; b) (ugs. scherzh.. leicht abwertend) weibliche (selten:
männliche) Person, die eine Brille trägt; ^träger, der: jmd..
der ständig eine Brille tragen muß; -trägernu die: w. Form
zu t -träger.
brillief«i[bnrji:r3n]<sw.V.;hat)[frz. briller < ital. brillare.
eigtl. = glänzen wie ein Beryll, zu lat. beryllus. f Beryll]:
(bildungsspr.) mit einer Fertigkeit' glänzen, hervorragen,
sich hervortun; er brillierte mit seinem Klavierspiel, seiner
Rednergabe; die Sängerin brillierte als Carmen: Dr. Sarosi
brillierte durch technische Kabinettstückchen (Walter.
Spiele 56).
Branborium[bnm'bo:rium].das; -s [frz. brimborion =
Lappalie, unter Einfluß von gleichbed. brimbe. bribe < mfrz.
breborion = Zaubergebete. Zauberformel, urspr. =
Brevier < lat. breviärium. fBreviarium] (ugs. abwertend):
groß in Szene gesetzter, unverhältnismäßiger Aufwand;
Getue, leeres Gerede. Aufheben: mach nicht so viel B. [darum]!;
Bloß kein B. und keine Fisimatenten, hatte Heini
Spormann immer gesagt, wenn es feierlich wurde (Degenhardt.
Zündschnüre 246).
Brimsen ['bnmzrü. BrfcnsenkSse, der; -s. - [rumän. brinzä]
(österr.): ein aus Schafsmilch bes. in Südosteuropa
hergestellter Weichkäse.
BrineJIhärte [brinsl-]. die; - [nach dem seh w ed. Metallurgen
J. A. Brinell (1849-1925)] (Physik): Maß für die Härte
eines Werkstoffs, die dadurch ermittelt wird, daß eine
gehärtete Stahlkugel mit einer bestimmten Kraft in das Prüfstück
eingedrückt wird; Zeichen: HB
bringenfbrmanKunr. V.; hat) [mhd. bringen, ahd. bringan]:
1. a) irgendwohin schaffen, tragen, befördern: die Ware
ins Haus, den Koffer zum Bahnhof b.; die Kinder ins/zu
Bett b.; Geschütze in Stellung b.; Ü Stimmung in eine
Gesellschaft b.; Unglück. Unheil [über jmdn.. etw!] b.;
b) zujmdm. tragen u. übergeben: die Post. Geld b.; jmdm.
Blumen, ein Geschenk, täglich das Essen b.; er brachte
mir einen Stuhl; jmdm. eine [gute] Nachricht bringen
(persönlich übermitteln); Ü der letzte Winter brachte uns viel
Schnee. 2. irgendwohin begleiten: jmdn. an die Bahn, zum
Flughafen, ins Krankenhaus b.; er hat das Mädchen nach
432
Bröckligkeit
Hause gebracht; ich ließ midi mit dem Wagen zum Arzt
b. 3. <in Verbindung mit ..es") a) auf Grund seiner Arbeit,
seiner Leistungen ein bestimmtes / berufliches] Ziel
erreichen: er hat es [im Leben, auf diesem Gebiet] zu nichts
gebracht; es zu Ansehen b.; er hat es bis zum Direktor
gebracht (ist bis zum Direktor aufgestiegen): es weit
bringen (viel erreichen): weit haben wir es gebracht! (iron.;
wir haben nichts erreicht und sind sogar abgesunken): b)
(ugs.) eine bestimmte altersmäßige, leistungsmäßige o.a.
Grenze erreichen, schaffen: sie hat es auf 90 Jahre gebracht
(ist 90 Jahre alt geworden): der Motor hat es auf 170000
Kilometer gebracht. 4. a) dafür sorgen, daß jmd., etw.
irgendwohin kommt, gerät: Jmdn. ins Gefängnis, vor
Gericht b.; den Satelliten auf eine Umlaufbahn um die Erde
b.; das Gespräch auf ein anderes Thema b. (lenken):
Ü Jmdn. auf den rechten Weg b.; etw. unter seine Gewalt
b.; er hat mich in Gefahr gebracht; jmdn. zum Lachen,
zur Verzweiflung b.; jmdn. aus der Fassung b. (jmdn.
verwirren): sich nicht aus der Ruhe b. lassen (sich nicht
nervös machen lassen): * etwas an sich b. (ugs.; sich etw.
aneignen); b) in verblaßter Bed., drückt aus. daß bei jmdm..
etw. eine [Zustandslveränderung bewirkt wird: jmdn. dazu
b.. daß er etwas tut; jmdn. auf andere Gedanken b.; jmdn.
in Verdacht b.; etw. in Umlauf b. (umlaufen lassen): etw.
auf den Markt b. (produzieren u. anbieten): etw. auf die
Bühne/(Papierdt.:) zur Aufführung b. (aufführen): etw.
zu Ende b. (abschließen): etw. nicht über die Lippen b.
(nicht zu sagen wagen): etw. hinter sich b. (ugs.;
bewältigen); *es nicht über sich b. (zu etw. nicht fähig sein, sich
nicht entschließen können). 5. schuld sein, daß jmd. etw.
verliert, einbüßt, großen Schaden erleidet: jmdn. um seine
Stellung, um seinen guten Ruf b.; der Lärm hat mich
um den Schlaf gebracht; das bringt mich noch um den
Verstand. 6. a) (ugs.) veröffentlichen: einen Aufsatz. Artikel
[in einer Zeitschrift] b.; die Zeitung brachte keinen Bericht
darüber; das dritte Programm bringt (sendet) zur gleichen
Zeit ein Konzert; b) als Gabe darbringen: den Göttern
Opfer b.; jmdm. ein Ständchen b. 7. a) erbringen,
einbringen: hohen Ertrag, großen Gewinn, hohe Zinsen b.; auf
der Auktion brachte das Gemälde 50 000 Mark; * das bringt
nichts! (ugs.; das lohnt sich nicht, dabei kommt nichts
heraus); b) zur Folge haben, einschließen: seine Krankheit
bringt es mit sich, daß er sehr ungeduldig ist; c) bereiten,
einbringen: etw. bringt jmdm. Ärger. Verdruß; das hat
mir nur Nachteile gebracht. 8. a) (landsch.) zustande
bringen, können, beherrschen: ich bringe diese Übung nicht;
b) (ugs.) etw. Bestimmtes erreichen: jmdn. nicht satt b.;
ich bringe das Kleid nicht sauber; ich bringe den Schrank
nicht vom Fleck; <Abl. zu 1 b:> Brjnger.der; -s. - (veraltend,
geh.): jmd., der etw. bringt. Überbringer: Die Herrschaft
vermachte er ihm... und setzte ihn ein zum schönen Monde
und zum B. der Wende (Th. Mann, Joseph 211); <Zus.
zu 1 b:> Bringschuld, die; - (jur.): Schuld, die am Wohnort
des Gläubigers zu begleichen ist.
Brio [bri:o], das; -s [ital. brio < kelt. *brigos] (Musik):
Feuer, Lebhaftigkeit, Schwung: Ekstatik, Leidenschaft: das
B. des letzten Satzes riß die Zuhörer mit.
Brioche [bri'aj]. die; -. -s [frz. brioche. zu norm, brier =
Teig kneten]: feines Hefegebäck in kugeliger Form.
brioso [bri'oizo] <Adv.) [ital.. zu: brio, f Brio] (Musik): mit
Feuer, mit Schwung.
brisant [bri'zant] <Adj.; -er. -cste; nicht adv.) [frz. brisant.
I. Part, von: briser = zerbrechen, zertrümmern < vlat.
brisäre = die Weinbeeren zerquetschen, aus dem Gall.l:
1. (Waflent.) hochexplosiv, von großer Sprengkraft: ein
-er Sprengstoff; diese Dynamitladung ist äußerst b.; Ü
Auch Bomben sind ruhig, solange der Funke nicht in
die -e Seele schlägt (Koeppen. Rußland 10). 2. (bil-
dungsspr.) viel Zündstoff für eine Diskussion,
Auseinandersetzung, einen Streit o.a. enthaltend: gefährlich: eine -e
Rede halten; ein -es Unternehmen; das Thema des Buches
ist äußerst b.; Brisanz [...nt$]. die; -. -en [zu f brisant]:
1. (Waflent.) Sprengkraft: die B. einer Bombe, einer
Granate; die Sprengkörper haben unterschiedliche -en. 2. <o.
PI.) (bildungsspr.) brennende, erregende Aktualität:
zündende Wirkung: die politische, soziale, emotionale B. eines
Themas; Zwei Redner machten ... die B. spürbar, die
hinter diesen Fragen steckt (Welt 25. 1. 66. 7); <Zus.:>
BrfetnzgeschoB, das (Waflent.): Geschoß mit
hochexplosivem Sprengstoff
Brise ['bri:za]. die; -. -n [frz. brise. H. uj: , leichter! Wind,
bes. über dem Meer u. an der Küste: eine schwache, kühle,
frische, kräftige, steife B.; eine B. kam auf. sprang auf.
erhob sich; Ü kurze sommerliche Stöße von einem
Kräuterwind. ... zwischen langen -n ländlicher Aromata (Hildeshei-
mer. Tynset 9).
Brbolett [brizotet], das; -s. -e. Brbolette, die; -. -n [2u
frz. briser = zerbrechen, zerkleinern, f brisant] (Kochk.):
gebratenes Klößchen aus gehacktem Kalbfleisch, Speck,
Gewürzen u. bindenden Zutaten.
Brissago [bn'sa:go], die; -. -[s]: eine nach dem Ort Brissago
in der Schweiz benannte Zigarrel nsorte/.
Bristolkarton ['brist 1-], der; -s. -s u. (seltener:) -e [nach der
engl. Stadt Bristoll: feiner, rein weißer, glatter Karton zum
Malen mit Aquarellfarben u. zum Zeichnen mit Kreide.
Britamiametal! [bri'tania-]. das; -s [nach Britannia. dem
lat. Namen der Britischen Inseln]: hauptsächlich aus Zinn
u. Antimon bestehende silberglänzende Legierung, aus der
Bestecke, Geschirr u. ä. hergestellt werden.
Britizismus [briti'&ismus]. der; -. ...men [engl, briticism]
(Sprachw.): 1. charakteristische sprachliche Erscheinung des
britischen Englisch gegenüber dem nichtbritischen, bes. dem
amerikanischen Englisch (z.B. brit. ..labour" gegenüber
amerik. ..labor"). 2. Anglizismus: Entlehnung aus dem
britischen Englisch in eine nichtenglische Sprache: viele ...men
gebrauchen.
Britschka fbntJka]. die; -. -s [poln. bryczka] (früher): leichter
offener Reisewagen: eine strohgelbe B.. das sommerliche
Vehikel des Grafen Chojnicki (Roth. Radetzkymarsch'
116).
Bröckchen ['bnoek<pn], das; -s. -: t Brocken; * B. husten/lachen
(ugs.; sich erbrechen); br$ckchenweise <Adv.>: in kleinen
Bröckchen: stückchenweise, unzusammenhängend: vgl.
brockenweise; bröckelig, bröcklig fbrakteMu;] <Adj.; nicht
adv.>: a) in Bröckchen aufgelöst, zerfallen: -es Gestein;
die Erde ist von der Hitze ganz b. geworden; Er sah.
daß das Rot des Lippenstiftes bröcklig auf der Oberlippe
lag (Remarque, Triomphe 256); b) leicht bröckelnd, zum
Bröckeln neigend: -es Brot; der Teig ist mir zu b. geraten,
dazu: Bröckeligkeit. Bröckligkeit, die; -; brockein 1'brakln]
<sw. V.>: 1. a) in kleine Stücke, Bröckchen zerfallen <hat>:
das Brot bröckelt [sehr stark]; bröckelndes Gestein; b)
sich in Bröckchen ablösen <ist>: der Putz ist von der Mauer
gebröckelt; Den Heiligen auf dem Gesims der Kirchen
bröckelt kalkiger Staub von den Barten (Fries. Weg 22).
2. in kleine Stücke, Bröckchen zerbrechen, zerteilen <hat>:
ich bröck[e]le den Zwieback in die Milch; brocken fbrokn]
<sw. V.; hat) [mhd. brocken, ahd. brocchön]: 1. in Brocken
zerteilen, brechen: Brot b.; Jons sah. daß die Mutter nun
das Brot in die Suppe brockte (in Brocken der Suppe
zusetzte, Wiechert. Jeromln-Kinder 506). 2. (südd.. österr.)
pflücken: Äpfel. Beeren. Blumen b.; Brocken [-]. der; -s.
- <Vkl. t Bröckchen) [mhd. brocke, ahd. brocc(h)o. eigtl.
= Abgebrochenes, zu t brechen]: l.a) unregelmäßig
geformtes, meist abgebrochenes Stück: ein schwerer B. Lehm.
Kohle. Erde; ein fetter B. Fleisch; hier liegt ein B. Brot;
dem Hund ein paar gute B. (etwas Gutes zu fressen)
vorwerfen; Ü ein paar B. Englisch/einige englische B. können
(ein wenig Englisch können): aus den paar B. [die er mir
hingeworfen hat] (ugs.; aus den wenigen Worten,
Äußerungen [die er verlauten ließ]) ist nichts Näheres zu entnehmen;
sich die besten B. (ugs.; das Beste) nehmen; mußt du
dir immer die besten B. aus der Suppe fischen?; jmdm.
einen fetten B. (ugs.; ein gutes Geschäft, eine günstige
Gelegenheit) wegschnappen; mit schweren B. (Soldatenspr.;
mit großkalibriger Munition) schießen; dazwischen orgeln
aber auch die großen Kohlenkästen, die ganz schweren
B. durch die Nacht (Remarque, Westen 47); das war ein
harter B. (ugs.; eine schwierige Situation, ein schwerer
Gegner); ein B. von Mann (ein mächtiger, massiger Mann:
Frisch. Gantenbein 399); *an einem harten B. zu kauen
haben (ugs.: 1. mit etwas Unangenehmem fertig werden
müssen. 2. eine schwierige Arbeit vor sich haben); b) (Jä-
gerspr.) Köder. 2. (ugs.) dicke, massige Person: er ist
ein [schwerer, ganz schöner] B.; <Zus.:> brockenweise
<Adv.): in Brocken, stückweise, unzusammenhängend: der
Kranke konnte das Brot nur b. essen; Ü wir erfuhren
die Einzelheiten des Geschehens nur b. (teilweise u. in
Abständen): bröcklig: t bröckelig; Bröckligkeit, die: t
Bröckeligkeit.
28 GDW
433
Brodel
Brodel [bro:dl], der; -s (landsch.): heißer Dunst. Dampf:
der B. in der Waschküche; brodeln fbro:dln] <sw. V.;
hat) [spätmhd. brodelen. zu mhd.. ahd. brod = Brühe]:
1. beständig dampfend aufwallen: das Wasser, die Suppe
brodelt [im Topf); brodelnde Lava; Nebel brodeln im Tal
(dichter.; steigen dampfendauf): Ü es brodelt in den
Betrieben, unter der Bevölkerung (es gärt. Unruhe breitet sich
aus). 2. (österr. ugs.) trödeln. Zeit verschwenden: brodle
nicht so!; Brodem ['bro:dam]. der; -s [mhd. brädem. ahd.
brädam] (geh.): üblenj Geruch ausströmender Dunst od.
Dampf: ein B. der Verwesung; ein B. von Menschengeruch.
Zigarettenqualm und Bierdunst; Ü jener B. aus Klatsch.
Geldgier. Ehrgeiz und politischen Interessen (Tucholsky.
Werke II. 288).
Broderie [broda'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. broderie] (veraltet):
gestickte Verzierung, Einfassung: brodieren fbro'di:ran]
<sw. V.; hat) [frz. broder < fränk. *brordön. zu ahd.
brort = Band, Einfassung) (veraltet): mit Stickerei
verzieren, einfassen: Ü eine mit allerlei Anekdoten brodierte
Erzählung, dazu: Brodkrung, die; -. -en: svw. t Broderie.
Brodler ['bro:dh?l. der: -s. - [zu T brodeln (2)] (österr. ugs.):
jmd.. der die Zeit vertrödelt.
Broiler ['brqyln]. der; -s. - [engl, broiler. zu: to broil =
braten, grillen] (bes. DDR): Brathähnchen: gegrilltes Hahn-
chen: <Zus.:> Brotlermast. die; -.
Brokat [bro'ka.tl. der; -[eis. -e [ital. broccato, zu: broccare
= durchwirken, eigtl. = hervorstechen machen, über das
Galloroman. zu lat. broccus. f Broker]: kostbares, meist
mit Gold- od. Silberfäden durchwirktes [SeidenJgewebe:
ein schwerer, goldglänzender B.; ein Abendkleid, ein
Vorhang aus kostbarem B.
Brokat-: «^damast. der: sehr feiner, dicht gewebter,
hochglänzender Damast für Bett- u. Tischwäsche: ^glas, das <PI.
-gläser): Glas gefaßt mit eingeschmolzenen Gold- u.
Silberfäden: ^kleid.das; ^papier.das: mit Klebstoff bestrichenes,
dann mit Gold- u. Silberpulver bestäubtes Papier: ^schuh,
der.
Brokatell [brokatel]. der; -s. -e. Brokatelle, die; -. -n [ital.
broccatello. zu: broccato. t Brokat): mittelschweres Baum-
woll- od. Halbseidengewebe mit plastisch hervortretenden
Mustern: brokaten [bro'ka.tn] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(geh.): a) aus Brokat hergestellt: ein -es Kleid; -e Schuhe;
b) wie Brokat: b. glänzen, schimmern.
Broker fbrooka]. der; -s. - [engl, broker. eigtl. =
Weinhändler < anglofrz. brocour < anordfrz. brokeor. zu: brokier
= (ein Weinfaß) anzapfen, zu: broque = Zapfen < vlat.
♦brocca. zu lat. broccus = hervorstehend (von Zähnen)!
(Börsenw.): Effektenhändler an der englischen u.
amerikanischen Börse.
Brokkoli [bttkoli] <P1.) [ital. broccoli. PI. von: broccolo
= Blumenkohl, zu: brocco = Schößling, dürrer Zweig,
zu lat. broccus. f Broker]: Abart des Blumenkohls.
Spargelkohl.
Brom fbro.m], das; -s [griech. brömos = Gestank (wegen
seines scharfen Geruchs)]: chemischer Grundstoff: ein
Nichtmetall, das bei Normaltemperatur als dunkle,
rotbraune Flüssigkeit auftritt: Zeichen: Br
brom-, Brom«: ^haltig <Adj.; nicht adv.): ein -es
Beruhigungsmittel; -säure, die (Chemie): -silber, das (Fot.):
Bromverbindung, die in der Fotografie zur Herstellung der
lichtempfindlichen Schicht auf Filmen. Platten u. Papieren
verwendet wird, dazu: -Silberpapier, das (Fot.): mit einer
Schicht aus Bromsilber überzogenes Fotopapier:
^Verbindung, die (Chemie); -Vergiftung, die: Sammelbez. für
Krankheitserscheinungen, die als Folge der
Überempfindlichkeit gegen Brom od. bei übermaßiger Einnahme von
Brompräparaten auftreten.
Bromat [bro'ma:t], das; -[eis. -e: ein Salz der Bromsäure.
Brgmbeer-: -blatt. das <meist PL): einen Tee aus
Brombeerblättern bereiten; -gelee, der od. das; -gestrüpp, das; -hek-
ke.die; -konfltüre.die; -likör.der; -marmelade. die; -saft,
der; -Strauch, der.
Brombeere [brom-]. die; -. -n [mhd. brämbcr, ahd. brämberi.
aus mhd. bräme. ahd. bräma = Dornstrauch u. t Beere]:
a) wildwachsender Strauch mit vielen Dornen aus der Familie
der Rosengewächse mit schwarzroten bis schwarzen, eßbaren
Beeren: b) Frucht der Brombeere (a).
Bromid [bro'mht]. das; -[eis. -e: Salz des Bromwasserstoffs.
Verbindung eines Metalls od. Nichtmetalls mit Brom.
bronchial [bran'^a.l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tBron-
chie]: a) zu den Bronchien gehörend: b) die Bronchien
betreffend.
Bronchial- (Med.): -asthma, das: in kurzen Anfällen
auftretende A temnot infolge krampfartiger Verengung der feineren
Verzweigungen der Bronchien: -bäum, der: Gesamtheit der
Bronchien: -katarrh, der: svw. t Bronchitis; -krebs, der;
-Schleimhaut, die; ^tee, der: gegen Bronchitis u. ä.
wirksamer Tee aus Heilkräutern.
Bronchie l'broncjp]. die; -. -n <meist PI.) [lat. bronchia <
griech. brögchia] (Med.): Luftröhrenast: Brondiitiker
[...'fi:tikB]. der; -s. -: jmd.. der an einer Bronchitis leidet:
Bronchitis [...91:11s]. die; -. ...itiden [...i'thdn] (Med.):
Entzündung der Bronchialschleimhäute, Luftröhrenkatarrh.
Bronn, der; -s. -en. Bronnen fbronten)]. der; -s. - (dichter,
veraltet): svw. t Brunnen.
Brontosaurus [brento'z^irus], der; -. ...rier [...qb; zu griech.
bronte = Donner u. sauros = Eidechse] (Paläont):
pflanzenfressender riesiger Dinosaurier der Kreidezeit in
Nordamerika.
Bronze ['brÖ:sa]. die; -. -n [(frz. bronze) < ital. bronzo.
H. u.]: 1. <o. PI.) Legierung aus Kupfer u. Zinn mit
geringem Zinkanteil, von gelblichbrauner Farbe: ein
Reiterstandbild aus/in B. 2. (bildungsspr.) Kunstgegenstand aus Bronze:
das Museum hat mehrere -n dieses Künstlers. 3. <o. Art.)
(Sport Jargon) kurz für f Bronzemedaille: der deutsche
Sportler bekam B. 4. Anstrichfarbe, die eine Beimengung
von Bronzestaub enthält.
bronze-. Bronze-: -artig <Adj.; o. Steig.); -blech, das;
^braun <Adj.: o. Steig.; nicht adv.); -druck, der (Druckw.):
bronzefarbener Druck: -färbe, die; -färben, -farbig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.); -guö, der: künstlerischer, Guß aus
Bronze(1); -krankheit,die <o. PI.) (Med.): schwere Erkran-
kung der Nebennieren mit brauner Verfärbung der Haut:
-kunst. die <o. PI.) (Kunstwiss.): Werke der Bildnerei u.
der Kleinkunst aus Bronze (1); -medaille, die: sportliche
Auszeichnung in Form einer Medaille aus Bronze (1), die
für den dritten Platz verliehen wird: Gold-, Silber- und
Bronzemedaillen; die B. ging, fiel an die USA (wurde
an einen od. mehrere Sportler der USA vergeben): -relief,
das; -statue, die; -staub, der <o. PI.); -ton, der: Farbton,
der der gelblichbraunen Farbe von Bronze (1) entspricht:
-zeit, die <o. PL): Kulturperiode zwischen dem Ende des
3. u. dem Beginn des I. Jahrtausends v. Chr.. in der Bronze
(\)das vorwiegend gebrauchte Material für die Herstellung
von Schmuckgegenständen u. Waffen war. dazu: -zeitlich
<AdJ.; o. Steig.).
bronzen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) aus Bronze
hergestellt: ein -er Leuchter; b) bronzefarben. wie Bronze: b.
schimmern; bronzieren [brö'shran] <sw. V.; hat): mit Bronze
überziehen: einen Bilderrahmen b.; Ü reiche Genießer und
Tagediebe ... mit Gesichtern, bronziert von
Wintersonnenbrand und Schneestrahlung (Th. Mann. Zauberberg 438);
Hronzit [bron'tsht. auch: ...tjitl. der; -s: faseriges, oft
bronzeartig schillerndes Mineral.
Brosame ['bro:za:mdl. die; -. -n (meist PI.) [mhd. brös[e]me.
ahd. brös[a]ma. urspr. etwa = Zerriebenes. Zerbröckeltes!
(geh., veraltend): Brot krume: den Vögeln -n hinstreuen;
der Kellner wischt die B. vom Tisch.
Brosche ['braja]. die; -. -n [frz. brache = Spieß. Nadel,
über das Galloroman. zu lat. broccus. t Broker]: als
Schmuck getragene Anstecknadel: sich eine B. anstecken;
eine B. tragen.
Broschen: svw.! Brieschen.
broschieren [bro'Ihren] <sw. V.; hat) [frz. bracher =
aufspießen, durchstechen, zu: brache, t Brosche] (Buchw.):
Druckbogen in einen Kartonumschlag heften od. leimen: eine Bro-
schur herstellen: diese Bücher sind nur broschiert erhältlich;
eine broschierte (nicht gebundene) Ausgabe; Broschur
[bro'Ju:?]. die; -. -en (Buchw.): 1. <o. PI.) das Broschieren.
2. in einen Kartonumschlag geheftete Druckschrift:
Broschüre [brD'Jy.ra]. die; -. -n [frz. brochure]: Druckschrift von
geringem Umfang u. meist aktuellem Inhalt, die nur mit
Pappumschlag versehen ist: Flugschrift u.a.: -n verteilen;
Sie verfaßte Flugblätter und Aufrufe und die damals ...
weit verbreitete B. ..Die Wahrheit über Sowjetrußland"
(Leonhard. Revolution 254).
Brösel ['breiz)]. der. (österr.:) das; -s. - (meist PI.) [mhd.
brösemllnj: a) Krümel. Bröckchen von Brot: die B. vom
Tischtuch schütteln; b) geriebene Brötchen. Semmelbrösel:
brfe[e]lig <Adj.; nicht adv.): in Brösel zerfallen: bröseln
434
brach-, Bruch -
<sw. V.; hat): 1. zu bröseln zerreiben, zerkrümeln: trockenes
Brot b. 2. teilweise in Brösel zerfallen» krümeln: Weltraum-
Sandwiches dürfen zum Beispiel nicht b. (Expreß 11. 10.
68. 2).
Brot (bro:tl. das; -[eis. -e /vgl. Brötchen/ [mhd. bröt. ahd.
pröt, eigtl. = Gegorenes]: l.a) aus Mehl, Wasser u.
Sauerteig od. Hefe hergestelltes Backwerk, das ein Grundna/i-
rungsmittel darstellt: frisches, dunkles B.; ein Laib B.;
B. backen; etw. [so] nötig haben wie das tägliche B. (sehr
nötig haben): Spr wes B. ich ess\ des Lied ich sing' (in
wessen Diensten ich stehe, dessen Interessen muß ich
vertreten): * flüssiges B. (scherzh.; Bier): sein eigen B. essen
(geh.; beruflich selbständig sein): mehr können als B. essen
(ugs.; auf Grund persönlicher unerklärlicher Fähigkeiten
etH'as fertigbringen, was anderen nicht gelingt): ans B.
gewöhnt sein (nicht lange von Hause fortbleiben, immer
wieder zurückkehren): für ein Stück B. (ganz billig, viel
zu billig): wir mußten alles für ein Stück B. verkaufen;
b) vom Brotlaib abgeschnittene Scheibe: ein [mit Wurst]
belegtes B.; den Kindern -e machen; Butter aufs B.
streichen, (ugs.:) schmieren. 2. Lebensunterhalt: sich sein B.
als Gepäckträger, mit Zeitungsaus tragen [sauer, mühsam]
verdienen; *etw. ist ein hartes/schweres B. (etw. ist schwere
Arbeit, mühevoller Gelderwerb): überall sein B. finden (geh.;
geschickt, fleißig, anstellig sein, so daß man überall seinen
Lebensunterhalt finden kann): sein gutes B. haben (veraltend;
sein gutes Auskommen haben).
brot-, Brot-: -aufstridi, der: das, was auf die zum Verzehr
bestimmte Brotschnitte gestrichen wird: -bäcker, der; -bäk-
kerei. die; -bäum, der: svw. t-fruchtbaum; -belag, der:
Wurst, Käse o. ä., womit man mit Butter o. ä. bestrichene;
Brotscheiben belegt: -beruf, der: Beruf* den man nicht aus
Neigung ausübt, sondern lediglich als Broterwerb betrachtet:
-beutel, der: Segeltuchbeutel für die Marschverpflegung
(von Wanderern, Soldaten): -brocken, der; -faiidne. die:
Blech jbüchse zum Aufbewahren u. Frischhalten des
Frühstücksbrotes; -einheit, die (Med.): Einheit zur Berechnung
der Kohlenhydratmenge für die Diät (bei Zuckerkrankheit),
Abk.: BE; Erwerb, der: Beruf, den man zum Erwerb des
Lebensunterhaltes ausübt; -fabrik, die; -fisch, der:
Fischart, die in einem bestimmten Gewässer am häufigsten
gefangen wirdu. von deren Verkauf der Fischer lebt; -fliege,
die (berlin.): letzte Fliege, die sich im Winter noch in der
Wohnung findet: die B. darfst du nicht totmachen, sonst
geht das Brot aus; -frucht, die: Scheitifrucht des
Brotfruchtbaums; -fruchtbaum, der: tropischer Baum, dessen Holz
u. Früchte genutzt werden: -geber, der (scherzh.): svw.
t Arbeitgeber; -getreide, das: Getreidearten, aus denen Brot
gebacken wird, bes. Roggen u. Weizen; -herr. der (veraltet):
svw. t Arbeitgeber; -kanten, der: Anschnitt od. Endstück
eines Brotes; -karte, die: Karte, auf die bei einer
Rationierung Brot zugeteilt wird; -kästen, der: kastenartiger
Behälter, in dem das angeschnittene Brot aufbewahrt wird;
-korb, der: ./foc/iej Körbchen zur Aufnafime von
Brotschnitten; *jmdm. den B. höher hingen (ugs.: 1. jmdm. weniger
zu essen geben. 2. jmdn. strenger behandeln weil er
übermütig o.a. ist!; man gibt einem übermütigen Pferd weniger
Hafer, indem man ihm den Futterkorb höher hängt);
-krume, die; -kriimel, der; -kruste, die; -laib, der; -los
<Adj.; o. Steig.): ohne Brot (2). ohne Arbeit: b. sein, werden;
*eine -e Kunst (Tätigkeit, mit der man nicht viel Geld
verdient); -maschine.die: svw. -Schneidemaschine; -mehl,
das: Mehl zum Brotbacken; -messer, das: langes Messer
zum Brotschneiden; -neid, der: Neid auf Stellung od.
Einkünfte eines anderen; -preis, der; -ration, die: rationierte
Brotmenge; -rinde, die; -räster, der: Gerät zum Toasten
von ' Weiß /brotScheiben; -Scheibe, die: Scheibe Brot;
-Schneidemaschine, die; -schnitte die: svw. tBrot (1 b);
-schrift. die (Druckw.): Schriftgrad, der bes. für den Satz
von Büchern, Zeitungen u.a. verwendet wird; Textschrift;
-Studium, das <o. PI.) (abwertend): Studium, das weniger
aus Neigung als wegen der Aussicht auf ein hohes Einkommen
gewählt wird; -suppe, die; -teig, der; -teller, der;
^Verdiener, der: derjenige, der das Brot (2). den Lebensunterhalt
für die Familie verdient; -zeit, die (landsch.): a) Pause,
während deren man etw. ißt u. trinkt!; b) <o. PI.) das,
was man zur Brotzeit (a) zu sich nimmt; Frühstücksbrot,
Vesperbrot: Sie (= die Schwachen) holen Zigaretten,
besorgen die B.. stehen Schmiere (Zeit 7. 2. 1975. 55).
Brötchen fbroitc^n], das; -s. -: kleines rundes od. längliches
Hefebackwerk aus Weizenmehl; Semmel: frische, trockene,
altbackene, belegte B.; ein B. mit Wurst; * kleine/kleinere
B. backen [müssen] (ugs.; sich bescheiden müssen J,
zurückstecken müssen/): hat vielleichtder Justitiar... die
Firmenleitung aufgeklärt, daß sie kleine B. backen muß. wenn
sie bei dieser Praktik hier bleiben sollte (v. d. Grün. Glatteis
146); seineB. verdienen (ugs.; seinen Lebensunterhalt
verdienen): Am Zuzug von Mannheimern .... die in der Rhein-
Neckar-Metropole ihre B. verdienen, mangelt es ... nicht
(MM 16. 12. 66. 5); <Zus.:) Brötchengeber, der (scherzh.):
svw. t Arbeitgeber.
brotzeln ['braten]: t brutzeln.
Browning ['braonml. der; -s, -s [engl.-amerik. browning.
nach dem amerik. Erfinder J. M. Browning (1855-1926)]:
Pistole mit Selbstladevorrichtung.
brr! [bf] <Interj.>: I. Ausruf zum Zeichen des Ekels od.
der als unangenehm empfundenen Kälteeinwirkung: brr.
ist das hier kalt! 2. Zuruf, mit dem Zugtiere angehalten
werden.
'Bruch [brox], der; -(e)s. Brüche ['brv^; mhd. bruch. ahd.
brüh; 8: nach lat. numerus fräetus = gebrochene Zahl]:
1. a) das / Zer/brechen, Auseinanderbrechetv der B. eines
Rades, einer Achse, eines Dammes; Das (= die Landung)
hätte leicht B. geben können (ugs.; es hätte eine
Bruchlattdung geben können; Grzimek. Serengeti 63); Ü der B.
der Freundschaft; *B. machen (1. ugs.; etw, zerbrechen.
2. Fliegerspr.; eine Bruchlandung verursachen): in die Brüche
gehen (1. entzweigehen, zerbrechen: die kostbare Vase ging
in die Brüche. 2. nicht länger Bestand haben: ihre
Freundschaft wäre über dem Streit fast in die Brüche gegangen);
zu B. gehen (entzweigehen); zu B. fahren (kaputtfahren):
das neue Auto, die Skier zu B. fahren; b) Bruchstelle,
Bruchfläche: ein gezackter, glatter B.: Ü Leo Fischeis
Lebenslinie wies ... keinen B. auf (Musil. Mann 1501). 2»
(Med.) a) Knochenbruch. Fraktur: ein einfacher,
komplizierter, offener B.; einen B. einrichten, schienen; b)
Eingeweidebruch: ein eingeklemmter B.; einen B. haben; sich
einen B. heben; sich (Dativ) einen B. lachen (salopp; sehr
lachen). 3. <P1. selten) a) das Nichteinhalten einer
Abmachung o. ä.: der B. eines Vertrages, des Waffenstillstandes;
b) das Abbrechen einer Verbindung, Beziehung: der B. mit
der Tradition, mit dem Elternhaus; Mit Gustl stand Irma
ohnedies vor dem B. (A. Kolb. Daphne 100); es kam
zum [offenen] B. zwischen ihnen (sie brachen nach einem
Streit o.a. ihre Beziehungen ab). 4. (Kaufmannsspr.)
zerbrochene, minderwertige Ware: B. [von Schokolade]
kaufen; etw. als B. verkaufen; Ü das ist alles B.
(minderwertig, wertlos). 5. (in einer Stoffbahn, einem Kleidungsstück,
Papier o.a.) scharfer Knick, Falte: einen scharfen B. in
die Hosen bügeln; das Tischtuch wieder nach dem B.
legen. 6. (Geol.) svw. t Verwerfung. 7. (veraltend) kurz
für tSteinbruch: im B. wird gesprengt. 8. (Math.) Einheit
aus Zahlen, die, mit einem Quer- od. Schrägstrich
untereinandergeschrieben, ein bestimmtes Teilungsverhältnis
ausdrücken; Bruchzafil: ein [unjeehter B.; gleichnamige
Brüche; einen B. erweitern, kürzen. 9. (Jägerspr.) a)
abgebrochener Zweig, der zur Markierung der Fährte eines
angeschossenen Wildes od. des Standplatzes eines Schützen
verwendet wird; b) abgebrochener Zweig, den sich der Jäger
als Symbol für die Inbesitznahme eines erlegten Tieres an
den Hut steckt. 10. (salopp) Einbruch: einen neuen B.
in einer Speditionsfirma .... bei dem ... Bargeld zu holen
sei (MM 25. 2. 74. 9).
2Bruch ['brux, auch: bru:x],der od. das; -[e]s, Brüche ['bmp.
auch: 'bry:$3]. (landsch. auch:) Brücher [mhd. brouch.
ahd. bruoh]: Sumpflatid, Mwr: ein B. trockenlegen, ent-
wässern
bruch-, Brydi- ('Bruch): -band, das <PI. -bänder) (Med.):
Band, mit dem das Heraustreten eines Eingeweidebruchs
verhindert wird; -bau, der <P1. -baue) (Bergbau): a) <o.
PI.) Verfahren beim Abbau, hei dem man Gesteinsmassen
eines Ganges absichtlich abbrechen, herunterbrechen läßt;
b) durch Bruchbau (a) entstandener Grubenbau; -bude, die
(ugs. abwertend): Wohnung od. Haus in schlechtem
baulichem Zustand: wie dieser Wohnungshai ... die Miete
für eine B. so erhöht, daß ... (Hörzu 42. 1972. 198); -ei,
das: Hühnerei, dessen Schale angebrochen ist; -faltung,
die (Geol.): Faltung von Gesteinsschichten, bei der Falten
u. Brüche nebeneinander auftreten; -fest <Adj.; -er. -este;
nicht adv.): nicht leicht! zerbrechlich, dazu: -festigkeit.
28*
435
brüchig
die; -fläche, die: 1. svw. t 'Bruch (1 b). 2. (Gcol.)
Verwerfungsfläche, entlang der sich zwei Gesteinsschollen
verschieben: Mttfahr, die <o. PL): Gefahr des Zerbrechens von
etw. leicht Zerbrechlichem: -glas, das <o. Pl.>: zerbrochenes
Glas. Glasscherben: -landen (fast nur im 2. Part, gebr.):
eine Bruchlandung machen: die Maschine ist bruchgelandet:
-landung, die: Landung, bei der das Flugzeug stark
beschädigt wird: -Imie. die: I. (Bauw.) waagrecht verlaufende
Linie, in der sich zwei Dachflächen berühren. 2. (Geol.)
Schnitt der Verwerfungsfläche mit der Erdoberfläche: ^k»
<Adj.; o. Steig.): ohne inneren Bruch: ein -er Lebenslauf;
b. ineinander übergehen: -Operation, die: Operation eines
Eingeweidebruches: -pforte, die (Med.): Stelle, wo die
Eingeweide durch die Bauchwand austreten: -pilot. der (ugs.):
Pilot, der mit seinem Flugzeug bruchgelandet ist: -rechnen
<nur im Inf. gebr.): mit Brüchen (8) rechnen. <subst.:>
-rechnen, das; -rechnung, die; -schaden, der: Schaden,
der durch Zerbrechen von Waren entsteht: -Schokolade,
die <o. PI.): Schokoladenabfälle: zerbrochene Schokolade:
-schrift, die (Druckw.): svw. I Fraktur; -sicher <Adj.; nicht
adv.): gegen Zerbrechen gesichert: -stein, der: aus einem
Steinbrucli durch Absprengen gewonnener unbearbeiteter
Naturstein, dazu: -Steinmauer, die; -stelle, die: Stelle, an
der etw. gebrochen ist: 'Bruch (1 b); -strich, der (Math.):
Strich zwischen Zähler u. Nenner eines Bruches (8); -stück,
das [für lat. fragmentum]: 1. einzelnes Stück eines zerbro-
(jictien Gegenstandes: Die -e fliegen nach allen Seiten weg
(Haber. Welten 83); Ü sie reihte bloß leidenschaftliche
-e ihrer Erinnerung aneinander (Musil. Mann 765). 2.
unvollendetes Werk, Fragment: sein Werk ist B. geblieben;
<Abl. zu 2:) -stückhaft <AdJ.; o. Steig.): nur als Bruchstück
vorhanden: fragmentarisch: sich nur b. an etwas erinnern
können, -stückweise <Adv.): in Bruchstücken: -stufe, die
(Geol.): durch eine Verwerfung verursachte Geländestufe:
-teil, der: verhältnismäßig kleiner Teil von etw.: er kam
um den B. einer Sekunde (um einen winzigen Augenblick)
zu spät, dazu: -teüig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): nur
in Bruchteilen, sehr gering: -versuch, der (Technik):
technologische Prüfung eines Werkstoffes auf Bruchfestigkeit:
-zahl, die (Math.): svw. I Bruch (8) (Ggs.: ganze Zahl);
-zone, die (Geol.): Gebiet großräumiger Verwerfungen.
brüchig[brY^icl<Adj.)[mhd. brüchicl: 1. <nichtadv.)leicht
brechend, zerfallend: mürbe, morsch: -es Gestein.
Mauerwerk; der Stoff, das Geländer ist b.; Ü Ich glaube nicht,
daß diese -en Verhältnisse noch lange halten (Thielicke.
Ich glaube 296). 2. spröde, rauh: die Stimme klang b.;
<Abl.:> Bri)chigkeft, die; -.
Brücke[birkdl.die; -. -n [mhd. brücke, brücke, ahd. bruo
cal: 1. Bauwerk, das einen Verkehrsweg o. ä. über ein
natürliches od. künstliches Hindernis führt: eine hölzerne B.;
eine B. aus Beton; die B. führt, spannt sich über eine
Schlucht; die Soldaten schlugen eine B. über den Fluß;
unter einer B. hindurchfahren; eine fliegende B. (am Seil
geführte Fähre): R über die B. möchte ich nicht gehen
(das glaube ich nicht: Antwort auf eine offenkundige Lüge;
viell. nach einer Fabel Gellerts, in der ein heimgekehrter
Sohn durch eine vom Vater erfundene Brücke, auf der
sich angeblich jeder Lügner ein Bein bräche, als
Aufschneider entlarvt wird); Ü die Begegnungen der jungen
Menschen sollen -n schlagen zwischen den Völkern; die -n
zur Vergangenheit... waren von ihm abgebrochen worden
(Thieß. Reich 246): * die/alle -n hinter sich (Dativ)
abbrechen (sich von allen bisherigen Ver/bindungen endgültig
lösen): imdm. eine [goldene] B. / [goldene] -n bauen (jmdm.
ein Eingeständnis, das Nachgeben erleichtern, die
Gelegenheit zum Einlenken geben): Er hatte Willy nicht offen
verteidigt, aber doch versucht, ihm eine B. zu bauen (Leon-
hard. Revolution 199). 2. Kommandobrücke eines Schiffes:
auf der B. sein, stehen; das Schiff wird von der B. aus
geleitet. 3. Landesteg. Landungsbrücke für Schiffe. 4. (Zahn-
med.) an noch vorhandenen Zähnen fest verankerter
Zahnersatz, der eine Lücke im Gebiß ausfüllt: eine B. brauchen,
bekommen; ich muß mir eine B. machen lassen. 5. kleiner,
schmaler Teppich: in dem Zimmer liegen mehrere wertvolle
-n. 6. (Bodenturnen) Übung, bei der der Rumpf so weit
nach rückwärts gebeugt wird, daß die Hände den Boden
berühren. 1. (Ringen) Verteidigungsstellung, bei der der
schwächere Ringer mit Kopfu. Fußsohlen die Matte berührt.
8. (Anat.) Teil des Hirnstamms unterhalb des Kleinhirns
zwischen Mittelhirn u. verlängertem Mark.
Brücken-: -bau, der: a) <P1. ...bauten) svw. tBrücke, b)
<o. PI.) das Bauen von Brücken (1); -boeen. der:
Gewölbebogen zwischen zwei Brückenpfeilern: -gelinder, das; -«M,
das (früher): Geldbetrag, der für die Benutzung einer Brücke
(1) entrichtet werden mußte: -heilige, der: Figur eines
Schutzheiligen, die an Brücken (1) aufgestellt ist: -Jodu
das: der sich zwischen zwei Brückenpfeilern spannende Teil
der Brücke (1); -kapdle. die: meist auf dem Mittelpfeiler
steinerner Brücken (1) errichtete Kapelle: -kontinent, der
(Geol.): angenommene Landmasse, die in der Frühzeit der
Erdgeschichte die Kontinente miteinander verbunden haben
soll: -köpf, der (Milit.): a) Befestigung. Stellung zur
Sicherung einer Brücke auf der feindwärts gelegenen Seite einer
Brücke (1); b) kleines Geländestück, das auf dem feindlichen
Ufer besetzt worden ist und das als Ausgangsbasis für
die weiteren Kampfhandlungen dient: einen B bilden,
errichten; -pfeiler, der: einer der Träger, auf denen eine Brücke
(1) ruht: -aiaut, die: Maut, die bei der Überquerung einer
Brücke (1) entrichtet werden muß: -schlag, der <o. PI.):
das Schlagen. Bauen einer Brücke (1): Ü ein B. zwischen
den Völkern; -«tau, der: Rückstau des Wassers vor dem
Hindernis eines Brückenpfeilers: -zoll, der (früher): beim
Überqueren einer Brücke (1) zu entrichtender Zoll.
bniddeln [brodln] <sw. V.; hat) [zu tbrodeln] (landsch.):
halblaut. undeutlich vor sich hin schimpfen, meckern: Brudd-
ler [brodln!, der; -s. -: jmd.. der bruddelt: er ist als B.
bekannt; Werner Veit, der dort (= im Regjonalprogramm)
als B. eine ..Meckerecke" hat (MM 27. 7*73. 16).
Brüden [bry:dn], der; -s. - [vgl. Brodem] (Technik): aus
bestimmten Maschinen wegen nicht völliger Abdichtung
entweichender Abdampf: <Zus.:) Brüdenabzug, der.
Bruder ['bru:de], der; -s, Brüder[bry:dB;mhd.. ahd. bruo-
derl: 1. <Vkl. t Brüderchen) Person männlichen Geschlechts
in einer Geschwisterreihe: mein älterer, jüngerer, kleiner,
leiblicher B.; ich habe zwei Brüder; sie sind feindliche
Brüder (sind einander nicht freundlich gesinnt): R gleiche
Brüder, gleiche Kappen; und willst du nicht mein B. sein,
so schlag1 ich dir den Schädel ein (im Anschluß an den
jakobinischen Spruch .Xa fraternite ou la mort"); *der
große B. (1. der größere, mächtigere Partner: und nur
wenn ein Schiff des großen -s. des reichen amerikanischen
Verbündeten, im Hafen ankert [Koeppen. Rußland 61].
2. scherzh.; die größere Ausgabe von etw.: dieses Auto
ist der große B. von meinem. 3. <o. PI.) Verkörperung
der anscheinend wohlwollenden, aber allmächtigen u. alle
u. alles rücksichtslos überwachenden Staatsgewalt in
totalitären Staaten: LÜ nach engl, big brother [in Orwells
Roman ..1984** von 1949]); unter Brüdern (ugs. scherzh.;
ehrlich gesprochen: ohne Übervorteilung): was kostet das unter
Brüdern? 2. Mitmensch: jmd.. mit dem man sich
freundschaftlich] verbunden fühlt: unsere Brüder im anderen Teil
Deutschlands; Das sozialistische Lager steht fest und
entschlossen hinter seinen chinesischen Brüdern (Neues D.
10.6.64.6). 3. Mönch. Ordensbruder {ohne Priesterweihe}:
ein geistlicher, dienender B.; in der Anrede: B. Johannes.
4. (ugs. abwertend) durch bestimmte, häufig negative
Eigenschaften charakterisierter Mann: ein übler, gefährlicher,
windiger B.; diese Brüder sind zu allem fähig; Weiß Gott,
ob der B. einen sonst nicht reinlegt (Remarque, Triomphe
333); *B. Lustig/UiditfuB/Liederlidi (veraltend scherzh.;
lebenslustiger Bursche): wanner B. (salopp abwertend;
Homosexueller).
Bruder-: -bund, der (geh.): enge, brüderliche Freundschaft:
ein B. der Völker; -tand, die (geh.): brüderliche Hand:
Freundeshand: jmdm. die B. reichen (als Geste der
Freundschaft, der Versöhnung, der Hilfsbereitschaft o.a.): -haß.
der; -herz, das <o. PI.) (veraltend, noch scherzh.): Bruder.
Freund:,.Bruderherz4\ sagte ich ... zu ihm. ... ich schulde
dir Dank (Hagelstange. Spielball 118): wie geht's dir. B.?:
-krieg, der: Krieg innerhalb eines Volkes od. zwischen eng
verwandten Völkern: -kuß, der: als Zeichen der
Freundschaft ausgetauschter Kuß auf beide Wangen/: ~land, das
(DDR): befreundetes Land innerhalb des sozialistischen Lq-
gers: Die Völker unserer Bruderländer (Neues D. 8. 6.
64, 2); -liebe, die: a) Liebe zum Bruder, zur Schwester:
b) (selten) Liebe zum Nächsten: -niord, der; -monier, der,
dazu: -mörderisch <Adj.; o. Steig.): ein -er Krieg; -paar,
das: seltener für T Brüderpaar; -parte!, die (DDR):
befreundete Partei eines anderen sozialistischen Landes mit gleicher
Ideologie: -volk. das: verwandtes Volk: -zwlst. der.
436
brunftig
Brüderchen ['bryriecdn]. das; -s. -: T Bruder (1); brüderlich
<AdJ.> [mhd. bruoaerlich. ahd. bruodarllh]: wie ein guter
Bruder handelnd, im Geiste von Brüdern: jmdm. b. helfen;
etw. b. teilen; meine -e Liebe (scherzh.; mein Bruder):
Die -e Freundschaft mit der Sowjetunion und den anderen
sozialistischen Staaten (Neues D. 4. 6. 64.2); <Abl.:>
Brüderlichkeit, die; -; Brüderpaar, das; -[eis. -e (geh.): zwei
in Freundschaft miteinander verbundene/ Brüder:
Bruderschaft,die;-,-en: \.(Re\.) kirchliche Körperschaft vonGeistli-
chen u. Laien: Ü daß die Menschheit von einer B. wahrhaft
wissenschaftlich Gebildeter gelenkt werden müsse (Fraen-
kel. Staat 112). 2. svw. t Brüderschaft (2); Brüderschaft.
die; -. -en: 1. svw. t Bruderschaft (1). 2. <ohne Pl.> Duz-
freundschaft: jmdm. die B. anbieten, antragen; mit jmdm.
B. schließen; * B. trinken (mit einem Schluck eines
alkoholischen Getränkes die Duzfreundschaft besiegeln).
brüh-. Brüh-: -teiß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sehr heiß,
kochendheiß: ein -es Getränk; Als Michael aufgeschraubt
hat. läuft ihm das öl b. über die Finger (Grzimek. Serengeti
159); -kartoffeln <P1.>: in Fleischbrühe gekochte Kartoffel-
Stückchen: -w$rm <Adj.; o. Steig.) (ugs.): a) <nicht adv.)
gerade bekanntgeworden: eine -e Neuigkeit; die Geschichte
ist noch b.; b) <nur adv.) sofort, unverzüglich: eine
Nachricht b. weitererzählen; -würfel. der: svw. t
Fleischbrühwürfel; -wirst.die: Wurst.die vordem Verzehr in siedendem
Wasser heiß gemacht wird.
Brühe [bry:dl. die; -. -n [mhd. brüejel: 1. a) aus Fleisch.
Knochen. Gemüse u. a. hergestellte klare Suppe: eine heiße,
klare, kräftige B.; ein Teller B.; R oft ist die B. teurer
als der Braten (ist das Drumherum kostspieliger als die
eigentliche Sache): *eine lange B. um etw. machen (ugs.;
viele unnütze Worte um etw. machen)', b) (landsch.)
Kochwasser von Gemüse: die B. vom Spinat weiterverwenden,
abgießen. 2. (ugs. abwertend) dünner Kaffee. Tee o.a.:
diese B. kann man nicht trinken. 3. (abwertend)
verschmutztes Wasser, schmutzige Flüssigkeit: das Wasser des
Flusses ist eine schmutzige, trübe B.; Der Eimer schepperte
... eine schmutzige B. ergoß sich über den Boden (Sebastian.
Krankenhaus 88); • in der B. sitzen/stecken (ugs.; in großer
Verlegenheit sein). 4. (ugs.) Schweiß: bei der Hitze läuft
einem ganz schön die B.; brühen ['bry:an] <sw. V.; hat)
[mhd. brüen. brüejen = brühen, sengen, brennen]: a) etw.
mit kochendem Wasser übergießen, kochendem Wasser
aussetzen: Gemüse, Tomaten. Mandeln b.; das Schwein b.;
neue Handtücher muß man zuerst b.. damit sie saugfähig
werden; b) aufbrühen: Kaffee, Tee b.; c) <b. + sich) (selten)
mit kochendem Wasser od. Wasserdampf Verbrennungen
verursachen: ich habe mir die Hand gebrüht.
Bruitfamus [bryi'tismos]. der; - [zu frz. bruit = Lärm.
Geräusch] (Musik): Richtung der neuen Musik, die in der
Komposition auch außermusikalische Geräusche verwendet.
Brüllaffe fbrYl-].der; -n. -n: 1. Vertreter einer in Südamerika
beheimateten Unterfamilie der Affen, die kräftige Brüllaute
oder Heullaute von sich geben. 2. (derbes Schimpfwort)
laut schreiender, schimpfender Mensch.
brüllen ['brylan] <sw. V.; hat) [mhd. brüelen]: 1. (von
bestimmten Tieren) einen dumpfen, durchdringenden Laut
ausstoßen: das Vieh brüllt auf der Weide, nach Futter; <subst.: >
das dumpfe Brüllen der Rinder; R gut gebrüllt. Löwe
(treffend, schlagfertig bemerkt: nach engl. Well roared.
lion! [Shakespeare. Ein Sommernachtstraum V. 1]); Ü
(dichter.:) der Motor, der Donner, die See brüllt. 2. a)
(in Erregung od. Wut) sehr laut sprechen, schreien: b..
um den Wind zu übertönen; aus Leibeskräften b.; er brüllte
so laut, daß man ihn im ganzen Haus hörte; b) etw. sehr
laut rufen, mit lauter Stimme äußern: er brüllte ihm etwas
ins Ohr; er brüllte: ..Ruhe!"; er brüllte ihm alle Schimpl-
worte ins Gesicht, die ihm einfielen (Grzimek. Serengeti
76); c) laut schreien: er brüllte vor Schmerzen, vor Lachen;
brüllendes Gelächter; er brüllte nach seiner Mutter
(verlangte laut schreiend nach seiner Mutter): *das ist
[ja] zun Brüllen! (ugs.; so komisch, daß man laut lachen
muß): d) (ugs.) sehr laut u. heftig weinen: das Kind brüllte
die ganze Nacht; der Kleine brüllte wie am Spieß; <Abl.:>
Brüller ['bncte], der; -s. -: a) (ugs. abwertend) Jmd.. der
sehr laut spricht od. schimpft: b) (ugs.) I vielstimmiges]
Brüllen. Schreien: aus dem Stadion war ein B. zu hören.
Brennt-: -b4r. -bart. der (ugs.): brummiger Mensch: -baß.
der (ugs.): 1. tiefe Männerstimme. 2. Kontrabaß: -eisen.
das: primitives Zupfinstrument: Maultrommel: -fliege, die
(ugs.): svw. t Schmeißfliege; -kreisel. der: Kinderspielzeug,
das aus einem kegelförmigen Hohlkörper besteht, der auf
seiner Spitze rotiert u. dabei einen Brummton hervorbringt:
-ochse, der (derbes Schimpfwort): Dummkopf: -schädd,
der (ugs.): schmerzender, benommener Kopf [als
Nachwirkung von AlkoholgenußI: ^stimme, die: 1. (ugs.) brummende
Stimme. 2. (Musik) a) Art des Singens mit geschlossenem
Mund, so daß der Ton brummend oder summend durch
die Nase kommt: b) als Brummstimme (a) eingesetzter
I Chor)sänger: -ton. der: brummender Laut. Ton: -topf,
der (Musik): trommelähnliches Instrument, durch dessen
Membran ein Stock hindurchgestoßen ist. mit dem diese
in Schwingungen versetzt wird.
brummein ['bromin), (landsch. auch:) bammeln [birmln]
<sw. V.; hat): 1. leise brummen (3, 4). 2. etw. leise u.
undeutlich vor sich hin/ sprechen, murmeln: vor sich hin
b.; Der Portier nimmt Trinkgelder im Schatten seines
riesigen Bauches, stumm, höchstens nur leise einen Dank brum-
melnd (Tucholsky. Werke I. 53); brummen ['bruman] <sw.
V. > [mhd.. spätahd. brummen ]: 1. einen langgezogenen tiefen
Ton od. Laut hervorbringen <hat>: die Fliegen. Käfer
brummen; der Bär brummt; <subst.:> man hört das Brummen
der Flugzeuge. Motoren; Ü mir brummt der Kopf. Schädel
(ugs.; ich habe heftige Kopfschmerzen). IXteOsich mit einem
Brummton fortbewegen <ist>: eine Hummel brummt durch
das Zimmer; Ü er brummt (ugs.: fährt / mit dröhnendem
Motor]) mit seinem Motorrad durch die Straßen. 3. <hat) a)
mit tiefer Stimme unmelodisch [falsch ] singen: einer im Chor
brummt; b) leise, mit tiefer Stimme singen, summen: ein
Lied vor sich hin b.; Da geht der Weiszmantel ... und
brummt sich eins (summt eine Melodie vor sich hin: Bobrow-
ski. Mühle 86). 4. etw. unverständlich u. in mürrischem Ton
sagen <hat): er brummte, er habe keine Lust. 5. <hat> (ugs.)
a) eine Haftstrafe / von bestimmter Zeit/ verbüßen: er muß
[eine ganze Weile] b.; Der notorische Zechpreller muß
nun wieder acht Monate b. (BM 15. 10. 74. 7); b) in
der Schule nachsitzen: die Klasse mußte eine Stunde b. 6.
(Ballspiele Jargon) äußerst wuchtig auf das Tor schießen
<hat>: aus vollem Lauf brummte er [eine Bombe] auf den
Kasten; <AbI.:> Brymmer.der; -s. - (ugs.): 1. großes Insekt,
bes. Schmeißfliege: ein B. flog durchs Fenster herein; ...
daß man auch deutlich einen B. sich an der oberen
Fensterscheibe den Kopf stoßen hörte (Schnurre, Fall 48). 2.
schwerer Lastzug: die schweren B. beherrschten die Straße;
Lkw-Besitzer darf seinen B. nicht nachts im Wohngebiet
warmlaufen lassen (TV 44,1974,95). 3. dicker, schwerfällig
wirkender Mensch: sie ist ein richtiger B. 4. / Chor]sänger
mit brummender Stimme: es gibt ein paar B. im Chor.
5. (Schimpfwort) dummer od. komischer Kerl: brummig
fbromic] <Adj.) (ugs.): übellaunig, mürrisch, unfreundlich:
ein -er Schaffner; er ist heute sehr b.; Der Pastor wird
immer freundlicher und sanfter. Je -er Kufalt antwortet
(Fallada. Blechnapf 51). dazu: Brymmigkeit. die; -.
Bnmdi [bran[t]Xl. der; -[e]s u. -. -[eis u. -e [zusgez. aus
engl, breakfast = Frühstück u. t Lunch] (selten):
ausgedehntes u. reichliches Frühstück, das das Mittagessen ersetzt:
bronchol ['bran(t)Jn) <sw. V.; hat) (selten): einen Brunch
einnehmen.
Brundle [bru'neb]. die: -, -n [wohl latinisierende Bildung
zu dt. t braun]: svw. rBraunelle (1).
Bründle: tPrünelle.
brünett [bry'net] <Adj.; o. Steig.; nicht adv. [frz. brunet.
zu: brun = braun < ahd. brünj: braunhaarig u.
braunhäutig): ein -er Typ; sie. ihr Haar ist b.; <subst.:) er tanzte
mit einer Brünetten; <Abl.:> Brünette [bry'rata]. die; -.
-n [frz. brünette]: Frau mit braunem Haar fu. brauner
Hautfarbe/: er tanzte mit einer B.
Brunft [brunft]. die; -, Brünfte ['birnfto; mhd. brunft, zu:
bremen. ahd. breman = brummen, brüllen (nach dem
Schreien der Tiere während dieser Zeit)] (Jägerspr.): Brunst
(bes. des Schalenwildes): Gewiß prügeln sich
Löwenmänner in der B. (Grzimek. Serengeti 84).
Brynft- (Jägerspr.): -feige, die: svw. f Brunstfeige; -hirsch,
der: Hirsch in der Brunft: -plan, der: svw. t^platz; -platz,
der: Platz, wo die Brunft stattfindet: -schrei, der: Ruf
des Hirschs während der Brunft: -wild, das; -zeh. die.
bnmften [brunftn] <sw. V.; hat) (Jägerspr.): sich in der
Brunft befinden.der Hirsch brunftet; brunftig ['brunft 19]
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): in der Brunft befindlich: ein
-er Hirsch.
437
Brünne
brünieren [brynhran] <sw. V.; hat) tfrz. bruner, zu: brun,
t brünett] (Fachspr.): Metallteile durch ein besonderes
Verfahren bräunen.
Brünne ['bnrnal. die: -, -n [mhd. brünne.ahd. brun na, brunia,
aus dem Kelt.]: Teil der mittelalterlichen Ritterrüstung aus
Kettengeflecht zum Schutz von Nacken u. Hals.
Brunnen I'bronanJ, der; -s. - <Vkl. tBrünnlein) [mhd. brun-
ne. ahd. brunnoj: 1. technische Anlage zur Gewinnung von
Grundwasser: ein natürlicher, artesischer B.; der B. fließt,
ist versiegt: einen B. graben, bohren; Sie zog ... einen
Eimer frisches Wasser aus ihrem B. herauf (Faller. Frauen
21); Ü (geh.:) ein lebendiger, unversieglicher B. der Freude;
*den B. [erst] zudecken, wem das Kind hineingefallen ist
(erst etw. unternehmen, Maßnahmen ergreifen, wenn bereits
etw. passiert, wenn ein Unglück geschehen ist). 2.
künstlerisch gestaltete/ Brunneneinfassung, -ummauerungmit Bek-
ken zum Auffangen des Wassers: ein berühmter B. auf
dem Marktplatz; Wasser am/vom B. holen. 3. Wasser
einer Quelle, bes. Heilquelle: ein heißer, salziger B.; der
Arzt hat ihm verordnet. B. zu trinken.
brennen-. Brennen-: -anläge, die; -bauer, der: Handwerker,
der Brunnenanlagen baut: checken, das: -dach, das: Über-
dachung eines Ziehbrunnens: -einfassung, die; -faden, der
(Bot.): fadenförmig wachsende Bakterie, die in Brunnenröh-
ren u. Wasserleitungen vorkommt: -figur, die: Figur als
Teil eines künstlerisch gestalteten Brunnens (2); -flora, die
(Bot.): im Wasser von Brunnen vorkommende niedere
Pflanzen: -frisch <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): frisch aus d&n
Brunnen konxmend: -es Wasser; igelst, der: die einer
Heilquelle oder dem Wasser einer Heilquelle innewohnenden
Kräfte: -haus, das: in mittelalterlichen Klöstern üblicher
kleiner Bau. in dem sic/i die Brunnenanlaxe befindet:
Plummer, die: svw. f ^stube; -kränz, der: unteres Abschlußstück
eines Schachtbrunnens, auf das die Brunnen wandung
aufgesetzt wird: -krease, die (Bot.): in Quellen u. Bächen
wachsende, zur Familie der Kreuzblütler gehörende Pflanze, die
als Salat gegessen u. als Heilpflanze verwendet wird: ^kur.
die: kurmäßiges Trinken eines Brunnens (3); -pest, die
(Bot.): svw. t-faden; -rand, der; -Schacht, der; -stube,
die: Satnmelbecken für das Wasser eines Brunnens (1);
-trog, der: trogartiges Gefäß, das Brunnenwasser auffängt,
häufig als Viehtränke: Mimmauerung, die; -vergifter, der:
I. (iur.)jmd.. der vorsätzlich Brunnen. Trinkwasserbehälter
vergiftet. 2. (abwertend) jmd.. der durch verleumderische,
gehässige o.a. Äußerungen anderen gegenüber; ein gutes
Verhältnis zwischen zwei Parteien. Gruppen usw. für die
Zukunft unmöglich macht od. zu machen versucht:
Verleumder: -Vergiftung, die (jur.): vorsätzliche Vergiftung von
Brunnen und Trinkwasser: -wandung, die; -wasser, das;
-ziegel, der: keilförmiger Ziegel, der zum Bau von Brunnen
(1) mit kreisförmigem Querschnitt verwendet wird.
Brünnlein fbrYnlainl. das; -s. -: tBrunnen.
Brunst [bremst], die; -. Brünste [brYnsta; mhd.. ahd. brunst
= Brand. Glut]: I. Zeit der Paarung sbereitschaff j bei
Säugetieren: der Hirsch tritt in die B.. ist in der B. 2.
geschlechtliche Erregtheit: Da zeigte es sich, daß die
Vogelmännchen, sofern sie überhaupt in B. waren (Lorenz.
Verhalten 1.233); Die B. hat Sie also hergetrieben! Gratuliere
zu soviel Jugend (Remarque. Obelisk 208).
Brunst-: -feige, die (Jägerspr.): am Kopf der Gemse gelegene
Drüse, die während der Brunst ein stark duftendes Sekret
absondert: -schrei, der; -zeit, die.
brynsten <sw. V.; hat): in der Brunst sein: brünstig l'bnmstif]
<Adj.) [mhd. brünstec]: 1. (von Säugetieren) in der Brunst
befindlich, paarungsbereit. 2. in bes. starkem Maße von
sinnlichem Verlangen erfüllt, vom Geschlechtstrieb getrieben.
3. (geh.) inbrünstig: ein -es Gebet; langsam dahinziehende
Lastschiffe .... die b. aufheulten (Dürrenmatt. Grieche
30); brünstiglich [brvnstikhf] <Adj.) (geh. selten):
inbrünstig: sich etw. b. wünschen.
brunzen [brun^n] <sw. V.: hat) [mhd. brunzen. zu: brunnen
= hervorquellen] (landsch. derb): urinieren: <Zus.:) Brynz-
kachel. die; -. -n (landsch. derb): Nachttopf.
Brüsche ['bry:jd]. die; -, -n [mniederd. brüsche; vgl.
Brausche] (landsch.): Beule am Kopf/: eine B. [an der Stirn]
haben; *sich (Dativ) für imdn. sieben -n rennen (bes. berlin.;
alles, was einem möglich ist. für jmdn. tun. ohne daß es
von dem Betreffenden richtig gewürdigt wird).
brüsk [brvsk] <Adj.; -er, -este) [frz. brusque < ital. brusco
= stachlig, rauh. H. u.]: in unerwartet unhöflicher Weise
barsch, schroff: ein -er Ton; einen Vorschlag b. ablehnen;
sich b. von jmdm. abwenden; brüskieren [...ki.ran] <sw.
V.; hat) [frz. brusquer]: in unhöflicher, kränkender Weise
schroff behandeln, vor den Kopf stoßen: jmdn. mit einer
Frage, durch ein Verhalten b.; Vielleicht hätte der
französische Staatschef dann doch gezögert, die Allianz derart
zu b. (Dönhoff, Ära 115); sich brüskiert fühlen; <Abl.:)
Bruskkrung, die; -. -en.
Brust [brüst], die; -. Brüste [ bnsta; mhd.. ahd. brüst]:
1. <o. PI.) a) Vorderteil, vordere Seite des Rumpfes zwischen
Hals und Bauch bei Mensch u. Wirbeltieren: eine breite,
behaarte B.; die B. hebt sich, senkt sich: sie drückt das
weinende Kind an die B. (schließt es in die Arme): B.
heraus! (Aufforderung, eine gerade Haltung des
Oberkörpers einzunehmen); Ü ein Geheimnis in seiner B.
verschließen (geh.; in seinem Innern bewahren, nicht aussprechen)'.
in meiner B. (geh.; in meinem Innern) wohnen zwei Seelen;
* B. an B. (einander direkt gegenüber): die Gegner standen
B. an B.: sich an die B. schlagen (über etw. Reue empfinden,
sich Vorwürfe machen: nach Nahum 2. 8); sich in die B.
werfen (sich mit en\>. brüsten: prahlen): mit geschwellter
B. (stolz): einen zur B. nehmen (ugs.; reichlich] Alkohol
trinken)', b) die im Brustkorb gelegenen Atmungsorgane.
Lunge: die B. abhorchen; der Nebel legt sich ihm auf
die B.; er hat es auf der B. (ugs.: 1. er hat eine Bronchitis.
2. er ist lungenkrank): es rasselt in seiner B.; * schwach
auf der B. sein (ugs.: 1. anfällig sein für Erkrankungen
der Atmungsorgane. 2. wenig Geld haben). 2. CVkl. t
Brüstchen) der hervortretende, aus zwei fleischigen, etwa
halbkugeligen Drüsenkörpern bestehende Teil des voll entwickelten
weiblichen Oberkörpers: paariges Organ an der vorderen
Seite des weihlichen Oberkörpers, das in der Stillzeit Milch
sezerniert: eine üppige, kleine, schlaffe, straffe B.; die
rechte, linke (einzelne) B.; beide (einzelnen) Brüste; die/eine
B. abnehmen (operativ entfernen): dem Kind die B. geben
(es stillen): Dann sprang sie in einem hüpfenden Galopp,
der ihr bei jeder Stufe die Brüste im Hemd wippen ließ,
die breite Haustreppe hinunter (Zuckmayer.
Fastnachtsbeichte 13): Der Held hatte diesen Augenblick, in dem
sie die B. so aufdringlich vorreckte.... Tür den günstigsten
gehalten (Bordiert. Geranien 29); einer Frau an die B.
fassen; Ü er saugt an den Brüsten der Wissenschaft (geh.
veraltend; er lernt, studiert fleißig). 3. <o. PI.) Bruststück
eines Schlachttiers. 4. <o. PI.) (Sport) Brustschwimmen:
nächster Wettbewerb: 100 m B.; Sieger über 200 m B.
bnjst-, Bnjst-: -atmung, die: svw. f Kostalatmung; -bein,
das: länglicher, flacher Knochen in der vorderen Mitte des
Brustkorbs, an dem die oberen sieben Rippen angewachsen
sind: ^beutel, der: auf der Brust getragener Beutel, in dem
man Wertsachen od. Geld mit sich führt: -bild, das: Bild,
auf dem nur Kopf u. Oberkörper eines Menschen
abgebildet sind: -Matt, das: Teil des Pferdegeschirrs, das um die
Brust läuft: -breite, die in der Verbindung mit/um B.
(Leichtathletik; mit ganz knappem Vorsprung): mit B.
siegen; Ü Die SPD, die einen ähnlichen Antrag vorbereitete,
war damit ( = einem Beschluß der Christ- und
Freidemokraten) um B. geschlagen (Spiegel 43. 17. 10. 66. 82);
-driise.die.dazu-drüsenentzundui«^
membranartige Auskleidung der Brusthöhle der höheren
Wirbeltiere u. des Menschen: -flösse, die; -gegend, die <o.
PI.): Gegend um die Brust: -haar, das; -hämisch, der:
Teil der Ritterrüstung: -hoch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
so hoch, daß es bis zur Brust reicht: -hohe, die <o. PI.):
bis zur Brust reichende Höhe von etw.: -höhle, die (Med.):
vom Brustkorb umschlossene Höhlung des Körpers bei
Menschen u. Säugetieren: -kästen, der <P1. -kästen) (ugs.):
svw. f-korb; -kern, der (Kochk.): das vorderste Stück
der Rinderbrust: -kind, das (ugs.): Säugling, der gestillt
wird: -korb, der (Med.): aus Brustwirbeln. Rippen u.
Brustbein gebildeter Teil des Skeletts bei Wirbeltieren u.
Menschen: -krebs, der: Krebs der weiblichen Brustdrüsen: -läge.
die: Lage auf der Brust (beim Schwimmen): -latz, der:
1. Miedereinsatz bei bestimmten Volkstraditen. 2. die Brust
bedeckendes Oberteil einer Schürze: -raauer, die: gegen
das Überschlagen der Brandung am Rande von Molen u.
Wellenbrechern errichtete Mauer: -muskel. der; -nahrung.
die: Muttermilch als natürliche Säuglingsnahrung: Mirgane
<P1.) (Med.): die im Brustkorb liegenden Eingeweide:
-ganzer, der: vgl. -hämisch; -plastik, die: operative
Formkorrektur der weiblichen Brust: -schütz, der: a) (Fechten)
438
Bübin
für Fechterinnen vorgeschriebener Schutz für die Brust: b)
(Kendo) Vorrichtung zum Schutz der Brust vor Schlägen:
schwimmen <sw. V.; im alig. nur im Inf. gebr.): in Brust-
läge schwimmen: -schwimmen, das: Schwimmstil, bei dem
der Schwimmer flach und gestreckt auf der Brust im
Wasser liegt, die Arme nach vorn und dann auseinanderführt und
die Beine anzieht, seitwärts nach hinten stößt und zur Streck-
läge schließt (Ggs.: Rückenschwimmen); -Schwimmer,
der; -stimme, die (Musik): tiefe Lage der menschlichen
Stimme, bei der hauptsächlich die Brustwand in
Schwingungen versetzt wird: -stück, das (Kochk.): Fleischstück von
der Brust von Schlachttieren, Wild u. Geflügel: -tasche,
die: in Brusthöhe angebrachte Tasche an Kleidungsstücken,
bes. Innentasche des Herretijacketts: -tee, der: aus
verschiedenen Hedkräutern zusammengesetzter Tee, der bei
Erkrankungen der Atemwege verwendet wird: -tief <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: so tief, daß es bis zur Brust reicht: -ton,
der (Musik): m/7 Bruststimme erzeugter Ton beim Singen:
* im B. der Überzeugung (von etw. völlig überzeugt: nach
einem von Heinrich von Treilschke 1870 geprägten
Ausdruck): Im B. der Überzeugung bringt er Gründe vor.
die aber einer Selbsttäuschung entspringen (Ruthe.
Partnerwahl 37); -tuch, das: svw. f-latz (1); -umfang, der;
-wand, die: Wand der Brusthöhle: -warze, die:
warzenförmige Erhebung auf der Brust, in der bei der Frau die
Milchgänge der Brustdrüsen münden: -wehr, die (Milit.): a)
brusthoher Schutzwall an Festungswerken u.
Schützengräben: b) bei mittelalterlichen Burgen der obere Abschluß
der Ringmauern od. Wehrgänge: -werk, das (Orgelbau):
ein mit kleineren Pfeifen besetztes Werk der Orgel, das
unterhalb des Hauptwerks angebracht ist: -wickel, der:
feuchter Umschlag um die Brust: -wirbd, der: Wirbel der
Brustgegend bei Wirbeltieren u. Menschen.
Brüstchen ['brvsUpn]. das; -s, -: t Brust (2); brüsten ['brvstn].
sich <sw. V.; hat) [mhd. brüsten; t Brust] (abwertend):
mit etw. prahlen: sich mit seinen Frauenerlebnissen b.;
mit ihrem Verlobten konnte sie sich nicht b.; jene modisch
sich brüstende, gehetzte Lebenssucht (L. Feuchtwanger,
Erfolg 15): Brüstung, die: -. -en [zu tBrust (1 a)]: 1. etwa
1 m hohe Begrenzung, Schutzwand an Baikonen, Brücken
o.a.. Geländer: an die B. treten; sich über die B. lehnen,
beugen. 2. Wandteil unterhalb des Fensters.
Bhit [bru:tl.die; -.-en [mhd. bruotl: X.das Brüten: Ausbrüten
von Eiern: der Vogel hat die B. beendet. 2. <P1. fachspr.)
die aus einem Gelege geschlüpften Jungtiere: die B. der
Vögel. Bienen. Fische; die B. füttern, aufziehen; Tritt der
Fall ein. daß zwei -en am gleichen Tag schlüpfen... (Lorenz,
Verhalten I, 163); Ü die ganze B. (scherzh.; Kinder schar)
tobt im Haus herum. 3. <o. PI.) (salopp abwertend)
Gesindel: eine gefährliche B.
Brut-: -apparat. der: Apparat, in dem befruchtete Eier zur
Entwicklung gebracht werden: -blatt, das: Vertreter einer
Gattung der Dickblattgewächse, deren Blätter meist am
Rande Brutkrwspen bilden: -fleck, der (Zool.): nackte
Hautstelle am Bauch von brütenden Vögeln, durch die die Eier
mit der direkten Körperwärme in Berührung kommen: -fiir-
sorge, die (Zool.): die mit dem Zeitpunkt der Eiablage
od. dem Absetzen der Larven od. Jungen endenden Fürsorge-
maßnahmen der Elterntiere: vgl. -pflege; -geschäft, das
(Zool.): das Brüten: -gesellschaft, die (Zool.): geselliges
Zusammenleben von zahlreichen Tieren einer Vogelart
während der Brutzeit: -hjtze, die (ugs.): sehr große Hitze:
-kästen, der (ugs.): Wärmekasten, in dem Frühgeburten
aufgezogen werden: das Baby kam in den B.; -knospe.
die: mit Reservestoffen angereicherte, zwiebel- od.
knollenartige, zur Ausbildung von Seitenwurzeln befähigte Knospe,
die der vegetativen Vermehrung dient: -mauser, die (Zool.):
teilweiser od. vollständiger Federwechsel von Vögeln nach
der Brutperiode: -Periode, die: Dauer der Brut (1); -pflege,
die (Zool.): Gesamtheit der Handlungen von Elterntieren,
die Aufzucht, Pflege u. Bewachung der Brut (2) betreffend:
vgl. -fürsorge; -platz, der: Ort, an dem Vögel ihre Eier
ausbrüten: -reaktor, der (Kernphysik): Kernreaktor, der
mehr spaltbares Material erzeugt als er verbraucht, wodurch
Spaltstoff gewonnen wird: Brüter: -schrank, der: I. (Biol..
Med.) beheizbarer Laborschrank, der der Aufzucht von
Mikroorganismen dient. 2. svw. t -apparat; -statte, die: svw.
t-platz; -zeit, die: Zeit des Brütens: -zwiebel, die: kleine,
nachgewachsene Blumen izwiebel, aus der sich eine neue
Pflanze entwickeln kann.
brutal [bru'ta:l] <Adj.> [spätlat. brütälis = tierisch,
unvernünftig]: a) roh, gefühllos: gewalttätig: ein -er Mensch;
jmdn. b. mißhandeln; ein -es Gesicht (Gesicht mit brutalem
Ausdruck): b) schonungslos, rücksichtslos: ein -es
Vorgehen; die -e (besonders rauhe, grausame) Wirklichkeit; der
Reporter fragte sie sehr b. (direkt, hart, ohne Diskretion):
der (= einer Frau) sagt man einfach b. ins Gesicht, wir
brauchen Sie nicht (v. d. Grün, Glatteis 59); brutalisieren
[brutali'zi:rdn] <sw. V.; hat) [frz. brutaliser]: brutal,
gewalttätig machen: verrohen lassen: der lange dauernde Krieg
hatte die Menschen brutalisiert; eine brutalisierte
Sexualität, dazu: Brutalisknjng.die; -; Brutalismus, der; - (Archit.):
Baustil, bei dem die Bauten von dem Material u. der Funktion
der Bauelemente bestimmt sein sollen, was dadurch erreicht
wird, daß Material. Konstruktion u. a. in ihrer ursprünglichen
Form erhalten bleiben: Brutalität [...i'te:t]. die; -. -en Imlat.
brütälitäsj: 1. <o. Pl.)a) Roheit, Gefühllosigkeit,
Gewalttätigkeit: die B. der Söldner; das Kinn, das keine B. verriet
(Kirst. 08/15.22); eine Tat von erschreckender B.; b)
Schonungslosigkeit, Rücksichtslosigkeit: mit großer B.
vorgehen; Ü Nun trat ihm diese Frage mit ganzer B. entgegen
(mit ihrer ganzen Härte: Edschmid. Liebesengel 182). 2.
brutale Handlung: die Bande ist berüchtigt wegen ihrer -en.
brüten [bry:tn] <sw. V.; hat) [mhd. brüeten. ahd. bruoten]:
1. auf den Eiern sitzen, um Junge auszubrüten: die Henne
brütet. 2. (geh.) drückend auf etw. lasten: Hitze brütete
über dem Land; Die dritte heiße Nacht brütete über der
Brianza (Benrath. Konstanze 106); in dem Raum herrschte
eine brütende Hitze. 3. a) intensiv über etw. nachdenken:
grübeln: er brütet über seinen Plänen; <subst.:> in dumpfes
Brüten versinken; b) etw. Übles. Bösesausdenken, ersinnen:
er brütet Rache, Verrat; Wenn die von drüben etwas gegen
ihn brüten, ihn in die Hand zu bekommen (Fr. Wolf.
Zwei 328). 4. (Kernphysik) bestimmtes, nichtspaltbares
Material in spaltbares umwandeln: <Zus.:> brütendhdO <Adj.;
0. Steig.; nur attr.) (ugs.): sehr heiß: Brüter, der; -s, -:
1. brütender Vogel. 2. (Kernphysik) svw. t Brutreaktor:
schneller B. (Brutreaktor, bei dem die Kernspaltung durch
schnelle Neutronen ausgelöst wird, wodurch sich der Gewinn
an Spaltstoff erhöht).
brutto [bruto] <Adv.) [ilal. brutto = roh < *vlat. bruttus
< lat. brütusj (Kaufmannsspr.; Ggs.: netto):a) mit Verpak-
kung: b) ohne Abzug der Kosten od. Steuern: sein Gehalt
beträgt b. 4000 Mark/4000 Mark b.; Abk.: btto.
Brutto-: -einkommen, das; -ertrag, der; -gehalt, das;
-gewicht das; -aewim, der; -lohn, der; -preis, der; -register-
tome,die (Seew.): Einheit zur Errechnung des Rauminhaltes
eines Schiffes: Abk.: BRT; -Sozialprodukt, das (Wirtsch.):
Wert, den die Gesamtheit aller Dienstleistungen und
produzierten Güter in einem Wirtschaftsbereich während eines
bestimmten Zeitraumes (gewöhnlich eines Jahres) darstellt:
-verdienst, der.
brutzeln [brutzln] <sw. V.; hat) [zu t brodeln]: 1. in heißem,
spritzendem Fett gar werden, braten: ein Steak brutzelt
in der Pfanne; <subst.:> Das Brutzeln der Kuchen und
das puffende Dampfen ... reizten ihn (Böll. Haus 160).
2. (ugs.) bratend zubereiten: sich Bratkartoffeln b.; ich
habe [dir] etw. in der Küche gebrutzelt.
Bruyereholz [bry'je:r-]. das; -es, -hölzer [frz. bruyfcre =
Heidekraut < galloroman. brücus < gall. *brüko]: für
die Herstellung von Tabakspfeifen verwendetes Wurzelholz
der mittelmeerischen Baumheide: Brayerepfeife, die; -, -n:
Tabakspfeife aus Bruyereholz.
Bub [bu:p], der; -en. -en <Vkl. t Bübchen) [mhd. buobe]
(südd.. österr.. Schweiz.): Junge, Knabe: ein aufgeweckter,
fünfjähriger B.; sie haben drei Kinder, einen -en und zwei
Mädchen: Bübchen ['byip^nL das; -s, -: TBub; Bube
['bu:to].der; -n. -n [mhd. buobe]: 1. (veraltend abwertend)
gemeiner, niederträchtiger Mensch. 2. in der Rangfolge an
vierter Stelle stehende Spielkarte: den -n ausspielen; <Zus.:)
Bubenstreich, der: 1. von Kindern verübter harmloser
Streich. 2. (veraltend) übler Streich, Übeltat: Bubenstück.
das: üble Tat, Schurkerei: Büberei [by^rai], die; -. -en
[mhd. buoberle] (geh.. veraltend): svw. t Bubenstück; Bubi
[bu:bi], der: -s, -s: 1. Koseform zu tBub. 2. (salopp
abwertend) unreifer, nicht für voll zu nehmender Junge od.
Jugendlicher: Jüngelchen: <Zus.:> Bubikopf, der: in
den 20er Jahren aktuelle, dem kurzen Herrenschnitt ähnliche
Kurzhaarfrisur für Damen: Bubikragen, der (veraltend):
runder Kragen: Bübin fby:bm]. die; -, -nen: w. Form
439
bübisch
zu t Bube (1); bübisch [by:bill <Adj.) [spätmhd. büebischj:
a) (veraltend abwertend) niederträchtig, schurkenhaft. böse:
ein -er Streich; b) verschmitzt: b. lächeln.
Bucdm: tBucina.
Buch [bu:xj. das; -le]s, Bücher ['by.'fe; mhd. buoch. ahd.
buoh.urspr. (PL) = zusammengeheftete Buchenholzlafeln,
auf denen man schrieb]: 1. a) größeres, gebundenes Druck-
werk: Band: ein dickes, vergilbtes, zerlesenes B.; ein B.
von 1000 Seiten; Bücher binden, einstampfen; * das Goldene
B. (das Gästebuch einer Stadt): ein aufgeschlagenes/offenes
B. fiir fcndn. sein (jmdm. ganz vertraut sein, so daß man
seine innersten Regungen kennt): das B. der Bücher (die
Bibel): wie ein B. reden (ugs.; sehr viel, unaufhörlich reden):
sein, wie Jmd. od. etw. im -e steht (genauso sein, wie man
sich einen solchen Menschen usw. vorstellt: urspr. mit Bezug
auf die Bibel): er ist ein Außenseiter, wie er im -e steht;
jmdm./fUr jmdn. ein B. mit sieben Siegeln sein (für jmdn.
unverständlich, nicht durchschaubar sein: nach Oft. 5. 1-5);
sich mit etw. ins B. der Geschichte eintragen (geh.; sich
mit seinem Leben, mit großen Taten unsterblich machen):
b) in Buchform veröffentlichter literarischer. Wissenschaft-
licher o.a. Text: der geistige Inhalt eines Buches da):
ein spannendes, hochaktuelles B.; das B. [dieses Autors]
ist vergriffen, erscheint im Januar; ein B. schreiben,
herausgeben; der Verlag gibt Bücher heraus; er sitzt den ganzen
Tag über seinen Büchern (liest, arbeitet den ganzen Tag
mit Büchern): um diese Frage zu klären, müssen wir viele
Bücher wälzen (in vielen Büchern nachschlagen): Ü das
Kapitel im B. der deutschen Geschichte, das Konrad
Adenauer geschrieben hat. ist nicht aus einem Guß (Dönhoff.
Ära 14); * ein schlaues B. (ugs.; Buch, das viel Information
enthält. z.B. ein Lehrbuch od. ein Nachschlagewerk): c)
(veraltend) Teil eines gegliederten literarischen! Werkes:
die fünf Bücher Mose; d) Drehbuch: das B. Air einen
Film schreiben. 2. <meist PI.) Geschäftsbuch: Rechnungs-.
Kassenbuch: die Bücher stimmen, sind in Ordnung; für
jmdn. die Bücher führen (die Buchführung machen): *über
etw. B. (Uhren (sich über etw. ständig Notizen.
Aufzeichnungen machen): er fuhrt über alles, über Jede Reise B.; au
-[e] schlagen (1. sich im Etat niederschlagen. 2. sich bei
etw. bemerkbar machen, ins Gewicht fallen): mit einem
bestimmten Betrag 211 B. stehen (Kaufmannsspr.; als Schuld-
Posten eingetragen sein). 3. (Sport) Wettliste bei
Pferderennen: B. machen (die Wetten zusammenstellen). 4. a)
(Druckw.) altesdeutsches Zählmaß für Druck- u.
Schreibpapier: b) (Kaufmannsspr.) Zählmaß für Blattgold u. -silber.
buch-. 'Buch- (vgl. auch: Bücher-): -besprechung, die:
kritische Würdigung eines ' neuerschienenen 1 Buches: ^bestand,
der; -Wnder, der: Handwerker, der Bücher u. ä. bindet
(Berufsbez.); -binderei, die: I. <o. PI.) Handwerk des
Buchbindern. 2. Handwerksbetrieb des Buchbinders: ^bindern <sw.
V.; hat): nicht berufsmäßig Bücher binden: ich habe immer
gern gebuchbindert; -block, der <P1. -blocks): die zusam-
mengeJiefteten od. gebundenen Blätter eines Buches ohne
die Buchdecke: --decke, die: Teil des Einbandes. der den
Buchblock umschließt: -decke!, der: einer der beiden Teile
der Buchdecke, die die Vorder- u. Rückseite des Buches
bedecken: Miraina. das: svw. t Lesedrama; Mlruck, der <o.
PL): Hochdruckverfahren, bei dem die druckenden Teile
der Druckform gegenüber den nichtdruckenden erhöht
liegen: Briefbogen und Visitenkarten im B. herstellen; -druk-
ker, der: Jmd.. der das Buchdruckerhandwerk ausübt (Bcrufs-
bez.); Mfamckerd« die: 1. <o. PI.) Gewerbe des Buchdrucks.
2. Gewerbebetrieb, der Bücher u.a. Druckerzeugnisse im
Hochdruckverfahren druckt: Mlruckerkunst, die <o. PL):
das von Johannes Gutenberg erfundene Verfahren des
Hochdrucks mit Hilfe von einzelnen gegossenen Buchstaben, die
zusammengesetzt werden: -druckerhandwerk, das <o. PL);
-einband, der; -form, die in der Verbindung in B. (in
Form eines Buches, als Buch): Oder vielmehr (beschloß
ich), eine Kollektion meiner Skizzen und Erzählungen
in B. zu präsentieren (K. Mann. Wendepunkt 134);
^formt, das; ^fiihrer, der: I. im 15. u. 16. Jh. übliche
Bezeichnung für einen Buchhändler, der zu Messen u. Märkten
reiste u. dabei Bücher, die er verkaufen wollte, mit sich
führte. 2. (selten) svw. t-halten -filhrung* die
(Kaufmannsspr.): das durch Gesetz angeordnete Verbuchen aller
Geschäftsvorfälle: doppelte B. (Kaufmannsspr.; doppelte
Verbuchung eines Geschäftsvorgangs, auf einem Konto als
Belastung, auf dem anderen als Gutschrift): -geld, das
(Bankw.): svw. TGiralgeld; Gelehrsamkeit, die: svw.
t-wissen; Gemeinschaft, die: verlagsähnliches
Unternehmen, das für seine Bücher Käufer sucht, die sich für eine
bestimmte Zeit zur Abnahme einer festgelegten Anzahl von
Büchern verpflichten: -halter, der: jmd.. der die Geschäfts-.
Rechnungsbücher eines Betriebes führt (Berufsbez.); -haJte-
rin,die: w. Form zu t^halter; -halterisdi [...haltanf] <Adj.;
0. Steig.;): die Buchhaltung betreffend: -e Aufgaben;
-Haltung, die: 1. <PI. selten) svw. Nführung. 2. die für die
Buchführung verantwortliche Abteilung eines Betriebes:
-handd. der <o. PL): Gewerbezweig, dessen Aufgabe die
Herstellung u. j der Vertrieb von Büchern u. Zeitschriften
ist: ^Wtadler, der: jmd.. der Bücher verkauft (Berufsbez.):
ein fliegender (umherziehender) B.; -händlerin, die: w.
Form zu t-händler; -Mndlerisch [...hendtonj] <Adj.; o.
Steig.): den Buchhandel betreffend: -e Fähigkeiten;
-Handlung, die: Geschäft, in dem Bücher verkauft werden: -hülle,
die: Hülle, die zum Schutz des Einbandes um ein Buch
gelegt wird: -Illustration, die: künstlerische! Illustration,
mit der ein Buch zu Anschauungszwecken] ausgestattet
ist: ^Juritik, die: svw. t-besprechung; -laden, der: svw.
t-handlung; -macher, der [LÜ von engl, bookmaker]:
Vermittler von Wetten bei Pferderennen (Berufsbez.); Mna-
lerei, die: 1. <o. PL) die Kunst der malerischen Ausschmük-
kung von Handschriften in der Antike u. im Mittelalter.
2. gemalter Bildschmuck in Handschriften der Antike u.
des Mittelalters: -en auf Pergament; -messe, die; -prämie.
die: Prämie in Form eines Buches: -prüfer. der: Beamter
der Steuerbehörde, der die Revision von Geschäftsbüchern
vornimmt: -rolle, die: älteste Form des Buches aus
zusammengerollten Streifen von Papyrus. Pergament o. ä.: -rük-
ken, der: Teil des Bucheinbandes, der beide Buchdeckel
zusammenhält: -schnitt,der: die Schnittflächen eines Buches:
ein B. in Gold; -schrift, die: 1. in der Antike u. im MA.
für handgeschriebene Bücher verwendete stilisierte Schrift.
1. (Druckw.) Schriftart für den Satz von Büchern: -serie,
die: Serie zusammengehöriger Bücher eines bestimmten
Themenbereichs: -stütze, die: svw. t Bücherstütze; -tkel, der;
-wesen,das <o. PL ): alles, was mit dem Buch zusammenhängt,
einschl. Funktion. Organisation u. Verwaltung: -wissen,
das (abwertend): kein durch eigene Erfahrung, sondern nur
aus Büchern gewonnenes Wissen, das keinen Bezug zur
Wirklichkeit hat: -zeichen, das: Merkzeichen, das man an der
Stelle in ein Buch einlegt, an der man mit Lesen aufgehört
hat.
2Budt- (Buche; vgl. auch: Buchen-): -ecker, die: ölhaltige,
dreikantige Frucht der Rotbuche: ^fink, der [weil der Vogel
gern Buchenwälder bewohnt): zur Art der Finken
gehörender, buntgefiederter Singvogel: -wetzen, der [nach der Ahn-
lichkeitder Fruchtmiteiner Buchecker u. ihrem Geschmack
nach Weizen): eine zu den Knöterichgewächsen zählende,
krautige Getreidepflanze.
Buchara [bu'xa:ral. der; -[s]. -s [nach der sowjet. Stadt
Buchara]: handgeknüpfter turkmenischer Teppich mit einem
tiefen Rot als Grundfarbe.
Buche [bu.xa], die; -. -n [mhd. buoche. ahd. buohha]: 1.
in mehreren Arten vorkommender Laubbaum mit glattem
Stamm, ganzrandigen od. feingezähnten Blättern u.
dreikantigen Früchten (Bucheckern). 2. <o. PL) Holz der Buche:
ein Tisch aus heller B.; Buchet [bu:xj], die; -. -n (landsch.):
svw. f Buchecker; <Zus.:> Buchelmast, die: das Frucht tragen
der Rotbuche: nur alle S bis 8 Jahre gibt es eine B.
'buchen fbu:xn] <sw. V.; hat) [wohl nach engl, to book]:
1. eintragen, registrieren, verbuchen: die Ein- u. Ausgänge
b.; einen Betrag auf ein Konto b.; Rekorde im Training
werden in den offiziellen Listen nicht gebucht; Ü etw.
als Erfolg b.; sie ... hatte schon Beziehungen zu drei
Männern zu b. (A. Kolb. Schaukel 81); die Mannschaft konnte
einen Sieg für sich b. (sich zurechnen): In diesem Falle
könnte eine Verhaltensweise als Intelligenzleistung gebucht
werden, die mit Intellekt überhaupt nichts zu tun hat
(Lorenz, Verhalten 125). 2. a) vorbestellen, reservieren
lassen: ich möchte eine Reise, einen Flug b.; im Reisebüro
buchte er eine Passage; b) eine Vorbestellung
entgegennehmen: reservieren: würden Sie bitte zwei Plätze fiir uns
b.?; die Dame am Schalter buchte ein Doppelzimmer für
uns.
2fauchen [-] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Buchenholz
/gemacht]: Es war im Hofe eine große Ladung -es Holz
angefahren (Hesse. Sonne IS).
440
Buckel
Buchen- [-] (Buche; vgl. auch: -Buch-): -bengel.der (landsch.):
svw. t-scheit; -Matt, das; ~hain, der (dichter.): lichter
Buchenwald: -holz, das; -laub, das; ^scheit, das: Scheit
aus Buchenholz: -waM, der.
Bücher- (vgl. auch: buch-, 'Buch-): -bohrer. der (Zool.):
4 bis 5 mm kleiner schwarzer od. brauner Käfer\ der hölzerne
Möbel. Geräte u. Bücher mit Holzeinbänden befällt u.
anbohrt: Bücherwurm: -bord, das: a) svw. t^brett; b) svw.
t-regal: Die Wände sind durch -e verstellt (Jens. Mann
167); -brett. das: einzelnes an der Wand befestigtes Brett
zum Aufstellen von Büchern: -freund, der: jmd.. der gerne
Bücher liest u. besitzt ./; -gestdl, das; -leiste, die; -künde,
die: Lehre vom Buchwesen, von der Literatur u. von
Bücherverzeichnissen: -narr, der: jmd.. der leidenschaftlich gern
Bücher liest lu. besitzt]: -reff, das: lange, schmale Kiste
zum Transport von Büchern: -resal, das: einfaches Gestell
aus Brettern zum Aufstellen von Büchern: -revisor, der:
svw. t Buchprüfer; -schrank, der: Lieber zehn
parteifeindliche Bücher im B. als ein Stückchen verbranntes Papier
im Ofen (Leonhard. Revolution 32); -Sendung, die:
gebührenbegünstigte Postversandform für Bücher. Noten.
Landkarten o.a.: ^stube, die: svw. IBuchhandlung; -stütze,
die: Vorrichtung zum Stützen aufgestellter Bücher: -verbot,
das (kath. Kirchenrecht): Verbot von Büchern, die gegen
die kath. Glaubens- u. Sittenlehre verstoßen: -Verbrennung,
die: öffentliche demonstrative Verbrennung von Büchern,
die aus politischen Gründen od. von der Kirche o. ä. verboten
wurden: -Verzeichnis, das: svw.! Bibliographie; -wand, die:
a) eine ganze Wand od. einen größeren Teil der Wand
eines Raumes einnehmendes Möbelstück, das hauptsächlich
der Unterbringung von Büchern dient: b) Wand eines
Raumes, die ganz od. zum größten Teil von aufgestellten Büchern
eingenommen wird: -Weisheit,die: vgl. Buchwissen; -wunm,
der: 1. svw. t^bohrer. 2. (scherzh.) jmd.. der gerne u.
viel liest: -zensur, die.
Bücherei [byxaraj], die; -. -en [LÜ von niederl. boekerlj]:
kleinere i öffentliche] Bibliothek.
BudifWc:t2Buch-.
Buchs [büks]. der; -es. -e [mhd. buhs. ahd. buhsboum <
lat. buxus): svw. I Buchsbaum; Bychsbaum, der; -[eis.
-bäume: in vielen Arten vorkommender, immergrüner
Zierstrauch od. -bäum, der häufig zur Einfassung von Beeten
verwendet wird: <Zus.:> Bychshaianhecke. die; Bychsbaiin-
holz, das.
Büchschen [bvkscan], das; -s, -: t Büchse (1).
Buchse ['buksal, die; -. -n [oberd. Nebenform von t Büchse]:
a) (Technik) Hohlzylinder, der als Lager von Achsen und
Wellen oder zur Führung von Kolben o. ä. dient: b)
(Elektro t.) meist mit einer Isolierung umgebene Hülse, in die
der Stecker eingeführt wird (wodurch ein elektrischer
Kontakt entsteht).
Büchse ['byksa], die; -, -n [1: mhd. bühse. ahd. buhsa <
vlat. buxis = Dose aus Buchsbaumholz < lat. pyxis;
2: nach dem zylinderförmigen Rohr od. Lauf): 1. <Vkl.
t Büchschen) a) kleines Gefäß. Behälter aus Metall.
Porzellan o.a. mit Deckel: eine B. [mit] Pfeflerminzpastillen;
* die B. der Pandora (etw. Unheilbringendes: nach Hesiod
schickte Zeus den Menschen zur Strafe für den Raub
des Feuers durch Prometheus Pandora mit einem Gefäß,
das alle Übel enthielt); b) Konservendose: eine B. Milch;
eine B. öffnen, nicht aufbekommen; er aß das Fleisch
gleich aus der B.; Wurst in -n; c) (ugs.) Metall Jbehälter
mit schlitzartiger Öffnung zum Einwerfen von Geldstücken.
Sammelbüchse: ein Geldstück in die B. werfen; mit der
B. klappern. 2. Jagdgewehr: die B. laden; einen Hirsch
vor die B. bekommen.
Btydnen-: -fleisch, das; -gemüse, das; -koraerve, die; -ku-
0d, die: Kugel einer Büchse (2); -lauf, der: gezogener Lauf
einer Büchse (2); -licht, das <o.Pl.> (Jägerspr.): Zeit der
Morgen- od. Abenddämmerung, die dem Jäger eine gerade
noch ausreichende Helligkeit zum Schießen bietet: -machet,
der: Handwerker, der Büchsen (2) herstellt (Berufsbez.);
-milch, die: kondensierte Milch in Büchsen (1 b); -dflher,
der: Gerät zum öffnen von Büchsen (1 b); -schaft, der:
Schaft einer Büchse (2); -schuß, der.
Buchstabe ['bu:xjta:to], der; -ns u. (selten:) -n. -n [mhd.
bouchstap. -Stabe, ahd. buohstap. tStab): Zeichen einer
Schrift, dem in der Regel ein Laut entspricht: große, kleine,
griechische -n; der B. A; Ü nach dem -n des Gesetzes
handeln (peinlich genau sein in der Befolgung der
Gesetzesvorschriften): etw. bis auf den letzten -n (voll u. ganz)
erfüllen; am -n kleben, sich an den -n klammern, halten
(etw. sehr, allzu wörtlich nehmen, auslegen): *skh auf seine
vier -n setzen (ugs. scherzh.; sich hinsetzen: das Wort Popo
hat vier Buchstaben).
buchstaben-, Buchstaben-: -NtndheK, die (Med.):
Unfähigkeit, trotz intakten Sehvermögens Geschriebens zu lesen
od. Gelesenes zu verstehen: -folge, die <o. Pl.>: die
Aufeinanderfolge der Buchstaben (bes. im Alphabet): -gelehrsam-
keit, die: formale Gelehrsamkeit: -getreu <AdJ.; o. Steig.):
ganz genau: wörtlich: -glaube, der: Glaube, der sich starr
an das geschriebene Wort hält: ^gläubig <AdJ.>: starr an
das geseftriebene Wort, den Text glaubend, ohne selbständig
zu denken: -kombination, die; -redmung, die <o. PL):
das Rechnen mit Variablen, die durch Buchstaben dargestellt
werden. Vorstufe der Algebra: -rätsei, das: Rätsel, bei dem
durch Umstellen der Buchstaben vorgegebener Wörter neue
Wörter gebildet werden müssen: -schloß, das:
Sicherheitsschloß, das sich nur durch die Einstellung einer bestimmten
Buchstabenfolge öffnen läßt: -schrift, die: eine Schrift, in
der die Wörter mit Buchstaben wiedergegeben werden, in
der die Schriftzeichen Buchstaben sind (im Unterschied zur
Silbenschrift. Wortschrift od. Bilderschrift): -Umschrift,
die: musikalische Notierung unter Verwendung von
Buchstaben: Mvort, das: Kurzwort, das aus den Anfangsbuchstaben
mehrerer Wörter gebildet ist (z. B. UNO).
buchstabieren [bu:xjta'bi:rdn] <sw. V.; hat) [mhd.
buochstaben]: a) die Buchstaben eines Wortes in ihrer
Aufeinanderfolge einzeln nennen: ein Wort, seinen Namen b.;
b) mühsam entziffern, lesen: während ich die Zeilen der
vergoldeten Inschrift buchstabierte (Bieler. Bonifaz 75);
<Zus.:) Buchstabkrmethode, die: heute veraltete Methode
des Leseunterrichts, bei der das Lesen der Wörter durch
aufeinanderfolgendes Nennen der Buchstabennamen gelernt
wurde (z.B. Haus = Ha, A. U. Es); Buchstabiertafel, die:
festgelegte Liste von Kennwörtern für die einzelnen
Buchstaben als Hilfsmittel beim Buchstabieren von schwierigen
Wörtern u. Namen (bei Funk- u. Fernsprechübermittlungen);
<Abl.:) Buchstabkrung, die; -: das Buchstabieren:
buchstäblich [bu:xjt£:plic]: I. <Adj.) (selten) Wort für Wort, genau
der wörtlichen Vorlage entsprechend: eine -e Auslegung
der Gesetze; etw. b. übersetzen. II. <Adv.) geradezu, im
wahrsten Sinne /des Wortes], regelrecht: die Tiere waren
in der Trockenzeit b. verhungert; Es war nicht schwer
zu erkennen, daß dieser Beschluß b. über Nacht gefaßt
worden sein mußte (Leonhard, Revolution 211); der einzige
Mensch. ... der sich b. sein Grab selbst schaufelte (in
der wörtlichen Bedeutung der Redensart: Hildesheimer.
Tynset 63).
Bucht [boxt], die; -. -en [aus dem Niederd. < mniederd.
bucht = Biegung. Krümmung]: 1. /bogenartigj in das
Land hineinragender Teileines Meeres od. Binnengewässers:
In weitem Bogen schwang sich die B. (Salomon, Boche
41); die Küste hat zahlreiche -en; an einer einsamen B.;
in einer B. ankern; zum Baden in die B. gehen. 2. (See-
mannsspr.) Schleife in einem Tau od. einer Leine. 3. (See-
mannsspr.) Wölbung des Schiffsdecks. 4. (landsch.) kleiner
Stall. Verschlag für Haustiere: ... wenn man reinkommt,
ist rechts gleich die B. für das Schwein (Schnurre. Fall
42).
Buchtel ['boxt)], die; -. -n [tschech. buchta] (österr.): ein
fmit Marmelade o. ä. gefülltes] Hefegebäck.
buchtenreich <Adj.; nicht adv.): zahlreiche Buchten
aufweisend: eine-eKüste; buchtigfbuxtu;] <Adj.>: svw. tbuchten-
relch.
Buchung ['bu:xüol. die; -, -en: 1. das Eintragen. Registrieren:
das Verbuchen von Belegen auf Konten in der Buchführung.
2. das Registrieren!lassenI einer Bestellung: die B. einer
Reise; <Zus.:) Buchungsmaschine, die: Büromaschine zum
maschinellen Verbuchen von Geschäftsbelegen u. a.
Buchweizen: t2Buch-.
Bucina ['bu.tßina], (auch:) Buccina fboktßina], die; -. ...nae
[...ne; lat. buccina. bücina]: altrömisches Blasinstrument,
ein Metall- od. Tierhorn.
Bücke CbYkd], die; -. -n [zu t bücken] (Turnen): Übersprung
mit gestreckten Beinen, bei dem der Körper in den Hüften
gewinkelt ist u. sich im Sprung wieder streckt: eine B. über
den Kasten.
Buckel ['buk!], der; -s. - [mhd. buckel < afrz. bo(u)cle.
t Boucle]: I. (ugs.) Rücken: sich den B. kratzen; einen
441
Buckel-
Rucksack auf dem B. tragen; den B. voll bekommen,
voll kriegen (ugs.; Schläge bekommen): R rutsch mir den
B. runter, steig mir den B. rauf! (laß mich damit in Ruhe);
er kann/soll mir den Buckel runterrutschen, raufsteigen
(er soll mich mit seinem Anliegen in Ruhe lassen, es ist
mir gleichgültig!); *dem juckt der B. (ugs.; er benimmt
sich so, daß er bald Prügel bekommen wird); sich (Dativ)
den B. freihalten (ugs.; sich in einer bestimmten Sache
absichern); einen breiten B. haben (ugs.; sich durch Kritik,
Anfeindungen o. ä. nicht aus der Ruhe bringen lassen; viel
vertragen können): den B. voll Schulden haben (ugs.; sehr
verschuldet sein): den B. hinhalten (ugs.; die Verantwortung
für etw. tragen): einen krummen B. machen (ugs.;
unterwürfig sein): genug/viel auf dem B. haben (ugs.; viele Aufgaben
zu erledigen haben); schon viele Jahre/eine bestimmte Zahl
von Jahren auf dem B. haben (ugs.; schon alt sein, ein
bestimmtes Alter haben): Ich habe zehn ... Jahre zu wenig
auf dem B. (Zwerenz. Kopf 152). 2. höckerartige
Verkrümmung der Wirbelsäule zwischen den Schulterblättern: der
Junge hat einen B. (ist verwachsen); mach nicht so einen
B.! (halte dich gerade!). 3. (ugs.) Hügel, kleiner Berg mit
abgerundeter Kuppe: der Aussichtsturm steht auf einem
B. 4. (ugs.) leicht gewölbte, ausgebuchtete Stelle an etw.:
das Straßenpflaster hat viele B. 5. (auch: die; -. -n)
hervortretende Metallverzierung (bes. in der Mitte von Schilden).
Byckel-: -geffiß.das: Tongefäß aus vor- u. frühgeschichtlicher
Zeit mit buckelartigen Verzierungen; ^keramik. die: vgl.
-gefäß; ^kraxe, die (südd.. österr. ugs.): auf dem Rücken
getragenes Gestell; >*ochse. der: bes. in Indien u. Ostafrika
als Arbeitstier gehaltenes Rind mit buckelförmigetn Höcker;
Zebu; ^piste, die (ugs.): ausgefahrene Skipiste mit vielen
Buckeln (4); ^rind. das: svw. tMKhse; -stein, der:
Naturstein, dessen Ansichtsfläche nur roh bearbeitet ist; -urne.
die: vgl. ^gefäß; -wal, der (Zool.): Wal, der am Kopf
u. an den Flossen knotige Hautverdickungen hat; -wiese,
die: Grasfläche im Hochgebirge mit vielen kleinen Buckeln.
buckelig usw.: f bucklig usw.; buckeln [bukln] <sw. V.; hat)
[mhd. buckeln] (ugs.): 1. den Rücken krümmen, einen Buckel
machen: die Katze buckelt u. sträubt die Haare. 2.
(abwertend) sich unterwürfig verhalten: vor Jmdm. b.; statt sich
zu wehren, buckelt er immer; die Lakaien des Unrechts
.... die ihr Leben lang ... nach oben gebuckelt und nach
unten getreten haben (Kantorowicz. Tagebuch I. 15). 3.
sich eine Last auf den Rücken laden, auf dem Rücken tragen:
einen schweren Sack b.
bücken ['bYknl. sich <sw. V.; hat) [mhd. bücken]: den
Oberkörper beugen, sich niederbeugen: sich nach etw.. zur
Erde b.: ich kann mich nicht mehr gut b.; die Tür ist
so niedrig, daß er sich beim Hindurchgehen b. muß; in
gebückter Haltung; *sidi vor jmdm. b. (unterwürfig sein):
Walter Kahn brachte es einfach nicht fertig, sich vor dieser
Versammlung zu b. (Sebastian. Krankenhaus 76).
Bücking ['bYkm] (landsch.): svw. t2Bückling.
bucklig [buk!«;] <Adj.; nicht adv.): 1. mit einem Buckel
(2) behaftet: ein -er Mensch: er ist b. 2. (ugs.) an der
Oberfläche Unebenheiten aufweisend: eine -e Straße; <subst.
zu 1:) Bycklige. der u. die <Dekl. t Abgeordnete): jmd..
der bucklig ist.
'Bückling [bYkltnl. der; -s. -e [zu fbücken] (ugs. scherzh.):
höfliche, tiefe Verbeugung: einen B. machen; sich mit einem
B. verabschieden.
2Bückling [-]. der; -s. -e [aus dem Niederd. < mniederd.
bückinc. zu: bok = Bock (nach dem Bocksgeruch)]:
geräucherter Hering.
Buckskin ['bokskinl. der; -s. -s [engl, buckskin. eigtl. =
Bocksfell]: Streichgarnstoff (im allgemeinen für
Herrenanzüge).
Bückware ['bYk-1. die; -. -n [der Verkäufer muß sich bücken,
um die Ware unter dem Ladentisch hervorzuholen] (DDR
ugs. scherzh.): Ware, die nicht offiziell verkauft wird, nicht
offen angeboten wird.
Büddien [by:t<pn]. das; -s. -: tBude (1).
Buddel [bodl],die: -. -n [niederd. buddel < frz. bouteille.
fBouteille] (ugs.): Flasche /mit einem alkoholischen
Getränk]: eine B. Schnaps; gleich aus der B. trinken.
Bgddel- [zu I buddeln]: ^kästen, der (landsch.): svw. f
Sandkasten; ^platz, der (landsch.): svw. t Spielplatz; ^sand,
der.
Buddelei [bodd'l^i]. die; -. -en (ugs. abwertend): länger
andauerndes Buddeln: die B. an dieser Baustelle nimmt kein
Ende; buddeln [bodln] <sw. V.; hat) [Neben!. von landsch.
pudeln = im Wasser plätschern, t Pudel]: 1. (ugs.) graben;
Erdarbeiten tnachen: ein Loch [in die Erde] b.; etw. aus
der Erde b.; Fänä ... warf sein Bündel ins Loch vor dem
unterirdischen Gang, den sie gebuddelt hatten (Degen-
hardt. Zündschnüre 12); die Kinder buddeln (spielen) im
Sand; Ü Hin und wieder buddeln Sie eine sogenannte
Tatsache ans Licht (Benn. Stimme 10). 2. (landsch.)
ausgraben, ernten: Kartoffeln. Rüben b.
Buddelschiff, das; -[e]s. -e [zu f Buddel] (Seemannsspr.): in
eine Flasche hineingebautes Schiffsmodell; Flaschenschiff
Buddha [buda], der; -s. -s [sanskr. buddha = der Erwachte,
der Erleuchtete]: 1. Titel für einen/ Verkünder der Lehren
des historischen Buddha. 2. Statue, die einen Buddha (1)
darstellt: ein kleiner, dickbäuchiger B. aus Gold;
Buddhismus [bu'dismos]. der; -: nach ihrem Stifter Buddha benannte
Weltreligion; Buddhist,der; -en. -en: Anhänger des
Buddhismus; buddhjstisch <Adj.; o. Steig.): den Buddhismus
betreffend, zu ihm gehörend: die -e Religion.
Bude [bu:dd]. die; -. -n [mhd. buode]: 1. <Vkl. TBüdchen)
a) Marktbude, Verkaufsbude, Kiosk: -n aufschlagen; auf
dem Jahrmarkt gab es viele -n; an -n wurden Würstchen
verkauft; b) auf einem Bauplatz aufgestellte Bretterbude
als Aufenthaltsraum für die Bauarbeiter; Baubude: die
Arbeiter frühstücken in der B. 2. (ugs.) a) (abwertend) Haus,
das in einem verkommenen, baufälligen Zustand ist: diese
B. ist abbruchreif; b) Wohnung, möbliertes Zimmer: er
hat eine teure B.; er ist auf seiner B.; eine sturmfreie
B. (möbliertes Zimmer, in dem man unbehelligt
Damenbzw. Herrenbesuch empfangen kann): der Besuch hat Leben
in die B. gebracht (für Unterhaltung u. Stimmung gesorgt);
♦Jmdm. flllt die B. auf den Kopf (ugs.; jmd. hält das
Alleinsein zu Hause nicht länger aus u. möchte unter Menschen
sein); Umdm.] die B. auf den Kopf stellen (ugs.; bei Jmdm. 1
ausgelassen sein, feiern); imdm. die B. einlaufen/einrennen
(ugs.; jmdn. ständig mit dem gleichen Anliegen aufsuchen,
hartnäckig immer wieder vorstellig werden); imdm. auf die
B. rücken (ugs.: 1. jmdn., mit dem man etw. zu bereinigen
hat, in seiner Wohnung aufsuchen. 2. jmdn. unaufgefordert
besuchen). 3. (ugs. abwertend) Laden, Lokal: die Polizei
hat ihm die B. zugemacht (die Schließung angeordnet).
Bude! [bu:dj].die; -. -[n] [zu tBude] (bayr.. österr.):
Ladentisch: Er lümmelt seine dürre Gestalt über die B. und
schwatzt (Fussenegger. Haus 129).
Buden-: ^angst, die (ugs.): Gefühl der Beklemmung, das
jmdn. beim Alleinsein in seinem Zitnmer, seiner Wohnung
befällt; -besitza\ der: Besitzer einer Markt- od.
Verkaufsbude; ^zauber. der (ugs.): ausgelassenes Fest, das man in
seinem Zimmer od. in seiner Wohnung feiert.
Budget [bv'djje:]. das; -s. -s [(später in der Aussprache an
frz. budget angelehnt) < engl, budget < afrz. bougette
= Balg. Lederbeutel, zu gall.-lat. bulga = lederner (Geld)-
sack]: 1. Haushaltsplan, Voranschlag von öffentlichen
Einnahmen u. Ausgaben; Etat: das B. aufstellen, bewilligen;
die Abgeordneten stimmten dem B. zu; etw. vom B.
streichen (keine Geldmittel mehr für etw. bewilligen). 2. (ugs.
scherzh.) die jmdm. für bestimmte Ausgaben zur Verfügung
stehenden Geldmittel: nach dem Kauf des Fernsehapparates
war sein B. erschöpft; das B. hatte sich noch nicht von
Bärchens Geburt erholt (Baum. Paris 74).
Budget-: ^beratung, die; ^betrag, der; ^entwurf, der;
^vorläge, die.
budgetär [bvdjje'tEis] <Adj.;o. Steig.; nicht adv.): das Budget
betreffend: aus -en Gründen sind keinerlei außertourliche
Veranstaltungen geplant (Voralberger Nachr.. 26. 11. 68.
8); budgetieren [bYdje'ti:ran] <sw. V.; hat): ein Budget
aufstellen; <Abl.:) Budaetkrung. die; -. -en.
Budike [bu'di:kd]. die; -. -n [in Anlehnung an Bude <
frz. boutiaue. t Boutique] (landsch.): 1. kleiner Laden. 2.
kleine Kneipe: Er ließ das Taxi auf dem Weg zum
Südflughafen vor dem Eingang der B. halten (Johnson. Ansichten
170); <Abl.:> Budiker, der; -s. -: Besitzer einer Budike.
Büdner [by:dne]. der; -s. - [zu tBude] (landsch.): Besitzer
eines kleinen bäuerlichen Anwesens, Kleinbauer.
Budo ['bu:do]> das; -s [jap. budö]: Sammelbezeichnung für
die Kampfsportarten Judo, Aikido, Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu,
Karate. Kendo u. Taekwon-Do, dazu: Budoka [bu'do:kal. der:
•is], -[sl: jmd., der Budo als Sport betreibt.
Büfett [by'fet]. das; -[e]s. -s u. -e [frz. buflet, H. uj: 1.
Geschirr schrank. Anrichte: ein antikes B.; ein B. aus
442
Bühne
Eiche; die Gläser aus dem B. holen, ins B. stellen. 2.
a) Schanktisch in einer Gaststätte; b) Verkaufstisch in einem
Restaurant od. Cafe: am B. stehen; Am B. werkten mit
mechanischen Bewegungen zwei ihm unbekannte weibliche
Wesen (Kirst, 08/15. 345): * kaltes B. (bei festlichen
Anlässen auf einem Tisch zur Selbstbedienung angerichtete kalte
Speisen). 3. (Schweiz.) Bahnhofsrestaurant. Vgl. Büffet,
Büffet.
Büfett-: Mlame, die: junge! Frau, die am Büfett (2 a)
ausschenkt; -frÄulein, das: vgl. ^dame; -mamsell, die: vgl.
^dame.
Büfettier [byfe'tie:], der; -s. -s [frz. buffetier]: jmd., der am
Büfett (2 a) ausschenkt.
Büffel I'bYflh der; -s. - [frz. büffle < ital. bufalo < lat.
büfalus. bubalus < griech. boübalos]: 1. Vertreter einer
in Asien u. Afrika wild lebenden Untergattung der Rinder
von plumpem, massigem Körperbau mit großen, weit
ausladenden Hörnern. 2. (ugs. Schimpfwort) dummer oder
plumper Mensch.
Büffel-: -haut, die; -herde, die; -boro. das; -iagd, die;
nieder, das.
Büffelei [bYfa'laj], die; -. -en (ugs.): länger andauerndes,
angestrengtes Büffeln; büffein [byflnl <sw. V.; hat) [in
Anlehnung an f Büffel viell. zu mhd. buffen = schlagen,
stoßen] (ugs.): angestrengt lernen, sich etw. einpauken:
Vokabeln b.; er büffelt [Mathematik] für das Examen;
und dann habe ich sechs Jahre gebüffelt, um einen Beruf
zu bekommen (Böll. Haus 167).
Büffet [by'fe:; Schweiz, auch: bYfe]. das; -s. -s. (österr.
auch:) Büffet [bv'fe:]. das; -s. -s: tBüfett.
Buffo [bofo]. der; -s. -s u. Buffi [ital. buffo. zu: buffone
= Hanswurst. Possenreißer < mlat. bufo < lat. büfo
= Kröte]: Sänger komischer Rollen in der Oper; <Abl.:>
buffonesk L.'nesk] <Adj.; o. Steig.): im Stil eines Buffos;
<Zus.:) Bgflooper, die: komische Oper.
Bug [bu:k]. der; -[e]s. (selten:) -e u. Büge [mhd. buoc. ahd.
buog]: 1. <P1. Buge) vorderster Teil eines Schiffes od.
Flugzeugs: vorn am B. stehen; das Wasser schäumte grün
und weiß um den B. (Baum. Paris 144); *JmduL eine vor
den B. knallen (salopp; jmdm. zur Warnung! einen Schlag
versetzen od. ihn mit Worten einschüchtern). 2. <P1. Buge
u. Büge) Schulterteil. bes. von Pferd u. Rind: ein Stück
Rindfleisch vom B. (Schulterstück). 3. <P1. Büge)
(Bautechnik) Strebe im Gebälk eines Dachstuhls.
Bug- (Bug 1): -anker. der (Seemannsspr.); ^flagge, die
(Seemannsspr.); Mnam, der (Rudern): Ruderer, der am
Bug des Bootes sitzt; -rad, das (Flugw.): unter dem Bug
eines Flugzeugs angebrachtes kleineres Rad als Teil des
Fahrwerks; ^see, die (Seemannsspr.): svw. t ^welle; -spriet,
das od. der (Seemannsspr.): über den Bug hinausragender
Mastbaum; Mvdle, die (Seemannsspr.): Welle, die das
fahrende Schiff am Bug aufwirft.
Bügel [by:gl]. der; -s. - [zu tbiegen; 2: mhd. bügele]: 1.
Kleiderbügel: den Mantel auf/über einen B. hängen. 2.
kurz für tSteigbügel: jmdm. den B. halten. 3. Teil des
Brillengestells, durch den die Brille auf der Nase festgehalten
wird: Brillenbügel. 4. Stromabnehmer bei elektrischen
Bahnen: den B. einziehen. 5. Teil der Bügelsäge, in den das
Sägeblatt eingespannt ist. 6. a) [mit einem Schnappverschluß
versehene] Einfassung aus festem Material zur Verstärkung
des oberen Rands von Handtaschen. Geldbeuteln o.a.; b)
an einem Bügel (6 a) angebrachter fester Griff einer
Handtasche. 7. Schutzvorrichtung am Abzug eines Gewehrs o. ä.
ftjgd-, Bügel-: MUitomat, der: svw. Nmaschine; -brett,
das: mit Stoff bezogenes Brett von schmaler, länglicher
Form, das beim Bügeln als Unterlage dient; --echt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Textilind.): (von Stoff) so ausgerüstet,
daß er sich beim Bügeln nicht verändert; --eisen, das [nach
dem bügeiförmigen Griffl: (elektrisch beheizbares 1 Gerät
zum Glätten von Wäsche, Kleidungsstücken u. ä.: ein
regulierbares B. (Bügeleisen, das auf verschiedene Wärmestufen
eingestellt werden kann): ^falte, die <meist PI.): auf der
Vorder- u. Hinter sei te in der Mitte senkrecht über das ganze
Hosenbein verlaufende eingebügelte Falte; ^frei <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.) (Textilind.): (von einem Kleidungsstück)
aus einem Gewebe hergestellt, das nicht gebügelt werden
muß; Mnaschine, die: Gerät zum maschinellen Bügeln;
^säge, die: Säge mit einem Bügel über dem Sägeblatt (zum
Querschneiden von Rundholz); ^wasche, die <o. PI.):
gebügelte od. zu bügelnde Wäsche.
bügeln ['by.glnl <sw. V.; hat): 1. mit dem Bügeleisen glätten;
plätten: Wäsche [feucht] b.; sie hat den ganzen Morgen
[an den Hemden] gebügelt; '"gebügelt sein (ugs.; sehr
erstaunt, sprachlos sein). 2. (Sport Jargon) überlegen, klar,
eindeutig besiegen: die Holländer bügelten Malta 5:0.
Buggy ['bagil. der; -s. -s [engl, buggy = leichter Wagen]:
1. leichter, einspänniger, meist offener Wagen mit zwei od.
vier hohen Rädern, der auch bei Trabrennen benutzt wurde.
2. geländegängiges, kleines, bes. von Jugendlichen gekauftes
Auto mit offener Kunststoffkarosserie.
Bügler l'by:glT?]. der; -s. -: jmd., der im Wäschereigewerbe
o.a. die Tätigkeit des Bügeins ausübt; Büglerin, die; -.
-nen: w. Form zu t Bügler.
Bugsier- (Seemannsspr.): ^boot* das: svw. t^dampfer;
Miampfer, der: kleiner Schleppdampfer, der ein größeres
Schiff im Hafenbereich schleppt; -Schlepper, der: svw.
t ^dampfen -tau, das; -trosse, die.
bugsieren [bo'ksi.ran] <sw. V.; hat) [niederl. boegseeren.
unter Anlehnung an (nicht verwandtes) boeg = Bug aus
älterem boechseerden. boesjaren < port. puxar = ziehen,
schleppen < lat. pulsäre = stoßen, forttreiben]: 1.
(Seemannsspr.) (im Hafenbereich o. ä.) ins Schlepptau nehmen
u. an eine bestimmte Stelle bringen; schleppen: ein Schiff
ins Dock, in den Hafen b. 2. (ugs.) mit Geschick. List.
Mühe von einem bestimmten Ort wegschaffen, irgendwo
durchlotsen, leiten, an eine bestimmte Stelle bringen,
befördern: jmdn. aus dem Zimmer b.; etw. durch die Tür.
in eine Ecke b.; eine ältliche Frau, die einen betrunkenen
Blinden durch das Lokal bugsierte (Jaeger, Freudenhaus
100); Lakaien ... bugsieren ihn ins Vorzimmer (Th. Mann.
Hoheit 50); Ü Eine verdammte Sackgasse, in die ich mich
da bugsiert habe (in die ich mich selbst hineingebracht
habe; Fallada. Jeder 203); <Abl. zu 1:) Bugsierer, der;
-s. - (Seemannsspr.): svw. t Bugsierdampfer.
buh [bu:] <Interj.) [engl, boo]: Ausruf, durch den ein
Mißfallen ausgedrückt wird; <subst.:> Buh, das; -s, -s (ugs.):
Buhruf: am Schluß der Theateraufllihrung gab es viele -s;
Für den Autor setzte es auch einige -s (MM 17. 5. 72.
40).
Buhei [bu'haj]. das; -s [aus den Ausrufen bu u. hei]
(landsch.): X.Aufheben, Getue, überflüssige Aufregung:
großes B. [um etw.] machen. 2. Prahlerei.
Bühel: svw. TBühl.
buhen ['buan] <sw. V.; hat) [engl, to boo] (ugs.): durch
Buhrufe sein Mißfallen bekunden: die Fußballfans buhten.
Bühl [by:l]. der; -[e]s. -e. Bühel ['by:dl], der; -s, - [mhd.
bühel. ahd. buhil] (südd.. Schweiz, mundartl., österr.):
Hügel.
Buhle ['bu:b; mhd. buole] (dichter, veraltet): 1. der; -n.
-n Geliebter. 2. die; -. -n Geliebte: Im Staatstheater sprach
man von nichts anderem als von der schwarzen B. des
Intendanten (K. Mann. Mephisto 363); buhlen [bu:bn]
<sw. V.; hat) [spätmhd. buolen]: 1. (geh. abwertend)
angestrengt, übereifrig um etw. werben, sich um etw. bemühen:
die Parteien buhlen um die Gunst der Wähler. 2. (veraltet)
eine Liebschaft haben: mit jmdm. b.; Buhler, der; -s. -
[mhd. buolicre]: I. svw. t Buhle (1). 2. (geh. abwertend)
jmd.. der um etw. buhlt; Buhlerd, die; - (veraltet):
beständiges Buhlen um jmdn., etw.; Buhlerin, die; -, -nen: svw.
t Buhle (2); buhlerisch ['bu:tonjl <Adj.) (veraltend
abwertend): a) unzüchtig: -es Treiben; b) einschmeichelnd,
werbend.
Buhmann, der; -[eis. -männer [zu tbuh] (ugs.): jmd.. dem
man in der Öffentlichkeit / alle Schuld an etw. zuschiebt,
den man für etw. verantwortlich, zum Prügelknaben macht:
jmdn. zum B. machen; Es ist aber viel bequemer, einen
professoralen B. aufzubauen und diesem den Schwarzen
Peter zuzuschieben (Spiegel 10, 1968. 10).
Buhne [bu:n©]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
bune]: im rechten Winkel zum Ufer ins Wasser
hineingebauter Damm, der die Strömung regulieren u. die Ablagerung
der vom Wasser mitgeführten festen Stoffe fördern soll:
die Wellen brechen sich an den -n.
Bühne ['by:ra]. die; -. -n [mhd. büne = Bretterbühne.
Zimmerdecke]: 1. a) die gegenüber dem Zuschauerraum
abgegrenzte, meist erhöhte Spielfläche im Theater: eine
drehbare, versenkbare B.; die B. betreten; B. frei!; Beifall auf
offener B. (währenddes Spiels) bekommen; ein
[Theaterstück auf die B. bringen (aufführen); er steht jeden Abend
als Faust auf der B. (spielt den Faust): Ü er spielt keine
443
Buhnen-
Rolle mehr auf der politischen B. (hat keinen Einfluß
mehr als Politiker); etw. spielt sich hinter der B. (im
Hintergrund, heimlich) ab; die B. der Weltgeschichte; *etw.
über die B. bringen (ugs.; etw. erfolgreich! durchführen):
über die B. gehen (ugs.; in bestimmter Weise verlaufen,
ablaufen): der Prozeß ging schnell, glatt über die B.; von
der B. des Lebens abtreten (geh. verhüll.; sterben): von
der B. abtreten, verschwinden/die B. verlassen (aus dem
Blickpunkt der Öffentlichkeit verschwinden): b) Theater:
die Städtischen -n Frankfurt; Im Jahre 1934 wurde er
durch eine Skandalaffaire gezwungen, die B. zu verlassen
(Jens. Mann 41); das Stück hat die -n des Landes erobert,
ging über alle -n (wurde überall gespielt): an/bei der B.
sein (als Schauspieler!in] bei einem Theater engagiert sein);
zur B. [gehen] wollen (Theaterschauspieler in I werden
wollen). 2. (Bergmannsspr.) Holzgerüst od. Schachtabsatz in
einem Bergwerk. 3. (Hüttenw.) Plattform, von der aus große
metallurgische Öfeti bedient werden. 4. (landsch.) a)
Dachboden. Speicher; b) Heuboden. Heubühne. 5. kurz für t
Hebebühne.
Buhnen- (Wasserbau): ^bake, die: Bake auf einem
Buhnenkopf: ^feW.das: der sich zwischen zwei Buhnen erstreckende
Uferbereich; ^kopf, der: das vordere, ins Wasser ragende
Ende der Buhne; -kröne, die: das obere, dem Ufer
zugekehrte Ende der Buhne; ^wurad, die: svw. t ^krone.
btfinen-, Bühnen-: -anweisung, die: Anweisung des Autors
für die szenische Realisierung im Text eines Bühnenstücks;
Regieanweisung; ^arbeitender: Angestellter eines Theaters,
der den Auf- u. Abbau der Kulissen u. ä. ausführt; ^atmo-
sphäre, die; Munsprache, die: normierte Aussprache des
Hochdeutschen, so wie sie für die Bühnen verbindlich
festgelegt wurde; -ausstattung, die; -autor, der: Autor von
Bühnenstücke^; ^bearbeitung* die: Bearbeitung eines
Schauspiels o.a. für die Bühne; -beleuchter, der: Angestellter
eines Theaters, der für die Beleuchtung der Bühne (1 a)
zuständig ist. dazu: ^bekuchtung. die; ^biU, das:
Ausgestaltung der Bühne da) für eine bestimmte Szene bzw. ein
bestimmtes Theaterstück: verzichtet auch die
Fernsehinszenierung auf ein realistisches B. (Bild u. Funk 13. 1966.
41); ^bildner. der: Künstler, der Bühnenbilder entwirft (Be-
rufsbez.); -dekoratfon, die: Ausstattung der Bühne (1 a);
-dichter, der: svw. f -autor; Miichtung. die; -eflekt, der:
Effekt von spezieller Bühnenwirkung: mit raffinierten -en
arbeiten; ^crfahrung, die: dieser Schauspieler. Regisseur
hat noch keinerlei B.; -erfolg, der: das Stück war ein
großer B.. hatte einen großen B.; -fassung. die: svw.
! -bearbcitung; -gerfiusch. das (meist PI.): durch den
szenischen Ablauf erfordertes, hinter der Bühne (1 a) erzeugtes
Geräusch; -gerecht <Adj.; -er. -este; nicht adv.>: den
Erfordernissender Bühne (1 a) entsprechend: ein Stück b.
bearbeiten; -gestaH, die: Gestalt aus einem Bühnenstück: die
Schauspielerin hat schon viele ergreifende -en verkörpert;
^haus, das: Teil des Theatergebäudes, in dem sich die Bühne
da) befindet; -hiramd. der: halbkreisförmiger hinterer
Abschluß des Bühnenraumes: Rundhorizont; ^Hochlautung, die:
svw. t-ausspräche: -lomst. die: svw. tSchauspielkunst;
-künstkr. cer: svw. t Schauspieler; -künstlerin. die: w.
Form zu Nkünstler: -literatur. die: -maler, der: Maler
von Bühnendekorationen; -manuskrlpt. das: der einer
Inszenierung zugrundeliegende Text, der entweder von der
Druckfassung des Stückes abweicht od. noch gar nicht gedruckt
vorliegt; -meästcr. der: der für den gesamten technischen
Ablauf einer Theatervorstellung Verantwortliche; -musik.
die: a) Musik, die als Teil der Handlung eines Bühnenwerkes
auf od. hinter der Bühne da) aufgeführt wird; b) (im
Schauspiel) einzelne Szenen untermalende Musik.
Zwischenaktmusik. Ouvertüre u. ä.; Schauspielmusik;
-personal, das; -räum, der: -reif <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
1. hinsichtlich der Anlage u. Gestaltung geeignet, aufgeführt
zu werden: das Stück ist in der vorliegenden Form nicht
b. 2. die Bühnenreife (b) erlangt habend; -reife, die: a)
Eignung eines Bühnenwerks für eine Aufführung; b)
Ausbildungsgrad eines Schauspielers, der ihn zu einem Auftreten
auf der Bühne (1 a) befähigt; -schaffende, der u. die <Dekl.
t Abgeordnete): jmd.. der am Theater od. für das Theater
künstlerisch tätig ist; -spräche, die <o. Pl.>: svw. t
-ausspräche; -stück, das: svw. t Schauspiel; -tanz* der: svw. t Ballett
(1); -technik, die <o. PI.): Gesamtheit der technischen
Vorrichtungen u. Verfahrensweisen, die notwendig sind, um
Bühnenwerke aufzuführen, dazu: -techniker, der; -vertrieb.
der: Verlag, der gegenüber den Theatern die Vermittlung
von Bühnenwerken vornimmt; ^werk, das: zur Aufführung
auf einer Bühne geeignetes dramatisches,
musikalisch-dramatisches od. choreographisches Werk; -wirksam <Adj.):
von spezieller Bühnenwirkung: ein -es Stück, dazu:
-Wirksamkeit, die; -Wirkung, die: durch dramatische Handlung.
Effekte u. ä. erzeugte u. damit den Erfordernissen der Bühne
besonders gerecht werdende Wirkung eines Bühnenstücks:
diesem Stück fehlt die B.; der Autor hat das Stück vor
allem auf B. angelegt.
Buhruf. der; -[e]s. -e [zu ? buh]: Ausruf des Mißfallens: der
Redner wurde mit -en empfangen, von -en unterbrochen;
durch -e sein Mißfallen bekunden; Buhrufer, der.
Buhurt [burhurt). der; -[eis. -e [mhd. buhurt < afrz. bohort.
zu: hurter = (an)stoßen. zu frank, •hurt = Widder]:
mittelalterliches Ritterkampf spiel.
BuiMerfbikb] <PI.) [ausengl, builder = Erbauer]: wichtige,
waschaktive Bestandteile von Waschmitteln (z.B.
Waschphosphate).
buk[bu:k]: t 'backen.
Bukanier [bu'ka:nie].der; -s. - [aus gleichbed. frz. boucanier.
eigtl. = Büffeljäger, zu: boucan = Rauchfleisch;
Räucherhütte (karib. Wort)]: westindischer Seeräuber im 17. Jh.
büke fby:l»l:T 'backen.
Bukett [bu'ket]. das; -s. -s u. -e [frz. bouauet. zu: bois
= Holz. Wald < westgerm. *bosk. verw. mit f Busch]:
1. (geh.) großer, gebundener Strauß von Blumen für
besondere, feierliche Anlässe; Blumenbukett: jmdm. ein B. [Rosen]
überreichen. 2. der Duft eines Weines, der ihm nach dem
Öffnen der Flasche entströmt; Blume (2 a): ein Wein mit
einem vollen B.
Bukinist [bukinist], der; -en. -en: TBouquinist.
Bukolik [bu'ko:lik]. die; - [zu lat. bücolicus = zu den Hirten
gehörig < griech. boukolikös] (Literaturw.): Hirten-.
Schäferdichtung, bes. der Antike; <Abl.:> BukoHker, der; -s.
- (Literaturw.): Schöpfer von Hirten-. Schäferdichtung;
Idyllendichter; bukolisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a)
(Literaturw.) die Bukolik betreffend; b) (bildungsspr.) in der Weise
der Bukolik; idyllisch: eine -e Landschaft; -e Heiterkeit.
Bule [bu'le:]. die; - [über lat. bule aus gleichbed. griech.
boule. eigtl. = Wille. Ratschluß]: Ratsversammlung
(wichtiges Organ des griech. Staates, bes. im alten Athen).
Bulette [bu'letal, die; -. -n [frz. boulette. zu: boule. t Boule]
(landsch.): flacher gebratener Kloß aus gehacktem Fleisch;
Frikadelle, deutsches Beefsteak: * ran an die -n! (ugs.
scherzh.; Aufforderung. Ermunterung, etw. Bestimmtes
zu tun).
Bulkcanier [bAlkkaeno], der; -s, -s [aus engl, bulk =
unverpackte Schiffsladung u. carrier = Träger]: Frachtschiff
zur Beförderung loser Massengüter; Bulkladung ['bAlk-1.
die; -. -en (Seemannsspr.): unverpackt zur Verschiffung
gelangendes Frachtgut (z.B. Getreide, Kohle).
Bullauge ['bul-1. das; -s.-n[niederd.Bulloog. eigtl. =
Bullenauge]: wasserdicht schließendes rundes Schiffsfenster im
Schiffsrunxpf.
Bulldog ©I'buktek]. der; -s. -s [t Bulldogge]: Zugmaschine
mit Einzylindermotor; Traktor; Bulldogge ['bul-1. die; -.
-n [engl, bulldog. aus: bull = Bulle u. dog = Hund (wurde
früher zur Bullenhetze abgerichtet)]: Vertreter einer
kurzhaarigen, gedrungenen englischen Hunderasse, mit großem,
eckigem Schädel, gestauchtem Nasenrücken u. verkürzter
Schnauze.
Bulldozer ['buldo:ze]. der; -s. - [engl, bulldozer. H. u.]:
schweres Raupenfahrzeug für Erdbewegungen: ein Gelände
mit dem B. planieren.
'Bulle[butal,der;-n,-n[mniederd. bulle]:
1,a)geschlechtsreifes männliches Rind; / ZuchtJstier; b) männliches Tier
verschiedener Großwildarten: die Elefantenherde bestand
aus Jungtieren, -n u. Kühen. 2. (ugs. abwertend) Mann
von auffallend kräftigem, plumpem Körperbau: „Ich bin
nicht stark genug, diesen -n von Kerl hinauszuschmeißen"
(Kirst.08/1 S. 433). 3. (salopp abwertend) a)
Kriminalbeamter: ich sitze ... zwischen zwei üblen -n der Geheimpolizei
(Quick 33.1958. 18); b) Polizeibeamter: seine
Idealvorstellung von der Polizei könnte so lauten: „Macht aus -n
Bobbys" (MM 6. 6. 69. 23). 4. (salopp; Soldatenspr.)
jmd.. der einen einflußreichen, einträglichen Posten hat:
und wir mögen nur Dreck für sie sein, für die -n da
oben (Fallada. Mann 108).
2Bylle,die; -, -n [mhd. bulle < lat. bulla. eigtl. = Wasserbla-
444
Bund
sei: 1. Siegell kapsei j aus Metall (Gold, Silber, Blei) in
kreisrunder Form, als Urkundensiegel bes. im Mittelalter
gebräuchlich. 2. a) mittelalterliche Urkunde mit
Metallsiegel: die Goldene B. Kaiser Karls IV.; b) in lateinischer
Sprache abgefaßter, feierlicher päpstlicher Erlaß.
bullen-. Bullen- ('Bulle 1 a): -beißer, der: 1. svw. t Bulldogge.
2. (ugs. abwertend) unfreundlicher, polternder Mensch,
<Abl. zu 2:> -betßerhaft <AdJ.; o. Steig.): ein ... Mann
von herkulischem Körperbau, mit einem runden, -en Kopf
(Fallada. Jeder 318). -beißerisch <Adj.; Steig, ungebr.);
-hjtze^die (ugs.): große, fast unerträgliche Hitze: im August
war. herrschte hier eine B.; -kalb, das: junges männliches
Rind: ~*«t*rk <Adj.; o. Steig.) (ugs.): sehr kräftig, stark:
-wiese, die (landsch.): bes. gute Weide.
bulkrig. bullrig fboKa)!^] <Adj.; nicht adv.) (landsch.):
polternd, aufbrausend: sie hat alles Verständnis dafür, daß
ein Mann, der den ganzen Tag unter der Hetzpeitsche
... verkaufen muß. nervös und bullrig ist (Fallada. Mann
203): bullern <sw. V.; hat) [für älteres tbollern] (ugs.):
ein dumpfes Geräusch in kurzen [unregelmäßigen!
Abständen verursachen, hervorbringen: das Wasser bullert im
Kessel (kocht so heftig, daß das sprudelnde Wasser ein dumpfes
Geräusch verursacht): Das Holzfeuer bullert und knallt
im Herd, und es ist warm (Nachbar. Mond 45); das
Kanonenöfchen bullert (das Feuer darin brennt so kräftig,
daß ein dumpfes Geräusch entsteht): und hinter der Scheune
bullert es gewaltig, weil Mahlke, der alte Hammel. ...
seinen Schädel gegen die Bretterwand haut (Bobrowski.
Mühle 9).
Bulletin [bYlt£:]. das; -s. -s [frz. bulletin = Bericht, zu
afrz. bulle = Wasserblase. (Siegel)kapsd < lat. bulla,
12Bulle]: 1. amtliche Bekanntmachung, offizielle
Verlautbarung einer Regierung über ein bestimmtes Ereignis: ein B.
herausgeben, veröffentlichen. 2. offizieller Krankenbericht
über eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens: ein
ärztliches B. über das Befinden des erkrankten
Regierungschefs; in dem B. der Ärzte heißt es, daß ... 3. Titel von
Sitzungsberichten u. wissenschaftlichen Zeitschriften.
Bultfinch['bulfmif]. der; -s, -s[engl, bullfinch (fence). eigtl.
= Gimpel (zäun)) (Pferdesport): hohe Hecke als Hindernis
hei Pferderennen.
bullig ['bolic] <AdJ.) (ugs.): 1. (nicht adv.) gedrungen,
massig: ein -er Kerl; erwirkt sehr b. 2. a) sehr / groß]: drückend:
eine -e Hitze; b) (intensivierend bei AdJ.) sehr, übermäßig:
es war b. heiß; <Abl. zu 1:) Bulligkeit, die; -.
bullrig:! bullerig.
Bullterrier [bul-l. der; -s. - [engl, bullterrier. aus: bulldog
(t Bulldogge) u. terrier. tTerrierl: aus Bulldogge u. Terrier
gezüchteter englischer Rassehund.
Bully [bulil. das; -s. -s [engl, bully. H. u.J (Sport): das
von zwei Spielern ausgeführte Anspiel im Hockey. Roll-
u. Eishockey: Abschlag (1 b).
Bult [boltj. der; -s. BUlte u. Bullen. Bülte ['bvlta]. die; -.
-n[ausdemNiederd. < mniederd. bulte = Haufen.
Strohsack]: bis SO cm hohe, moos- u. grasbewachsene
Bodenerhebung in Moor od. Bruch.
bum! [bum] <Interj.): lautm. für einen dumpfen Schlag.
Schuß o.a.: bum. bum!; bim. bam. b.!
Bumbafi [bombasj. der; ...basses. ...basse [H. u.J: früheres
primitives Saiteninstrwnent der Bettelmusikanten, bestehend
aus einem langen Stock, der durch eine an beiden Enden
befestigte Darmsaite gebogen wird. u. einem Resonanzkörper
aus einer Rinderblase, einer Holz- od. Metallbüchse.
Bunboot [bum-], das; -[eis. -e [engl, bumboat. zu: niederd.
böm = Baum u. boot = Bootl (Seemannsspr.):
Händlerboot, das auf der Reede liegende Schiffe mit Gütern des
täglichen Bedarfs versorgt.
Bumerang ['bumaran. auch: bu:m...]. der; -s. -e u. -s [engl,
boomerang. aus einer Eingeborenensprache Australiens]:
gekrümmtes Wurfholz, das beim Verfehlen des Zieles zum
Werfer zurückkehrt: einen B. schleudern; Ü seine
Handlungsweiseerwies sich als B. (er schadete sich selbst damit):
<Zus.:> BumerangefTekt. der: unbeabsichtigte negative
Auswirkung einer Handlungsweise, die den Ausführenden selbst
trifft.
Bummel ['buml), der; -s. - (ugs.): 1. Spaziergang [innerhalb
der Stadt], bei dem man kein festes Ziel hat: einen B.
durch die City, durch die Geschäftsstraßen machen; Ü
auf unserem abenteuerlichen B. ..rundherum" in Amerika
und Japan (K. Mann. Wendepunkt 192). 2. ausgedehnter
Besuch zahlreicher Lokale: auf B. gehen; Viel lieber
unternähme ich mit dir Jetzt einen B. durch die Gemeinde
(Baldwin [Übers.]. Welt 347); ..Gott, wenn man Geld hätte
- mir wär's schon recht, mal wieder so einen richtigen,
saftigen B. zu machen" (Maass. Goufle 59).
Bgmmel-: -fritze, der (ugs. abwertend): Mann. Junge, der
sich mit etwas sehr viel Zeit läßt, bei der Arbeit, bei einer
Tätigkeit trödelt: kleben, das: Leben eines Müßiggängers:
er führt ein richtiges B.; bliese, die (ugs. abwertend): Frau.
Mädchen, das sich mit etwas sehr viel Zeit läßt, bei der
Arbeit, bei einer Tätigkeit trödelt: --streik, der: Art des
Streiks, bei dem zwar vorschriftsmäßig, aber bewußt langsam
gearbeitet wird: „Bummelstreik" der Fluglotsen behindert
Pfingstreisende (MM 23. 5. 1972, 1); -zug. der (ugs.):
Personenzug.
Bummelant [buma'lant]. der; -en. -en (ugs. abwertend): a)
jmd.. der bei der Arbeit bummelt, trödelt, der etw.. was
er tun müßte, vor sich her schiebt: b) Nichtstuer,
Müßiggänger: Seit Wochen wurden an -en Kündigungen frei Haus
geschickt (v. d. Grün. Irrlicht 11); <Abl.:> Bummetyiten-
tum.das; -s; Bummelei, die; - (ugs. abwertend): a)
Langsamkeit bei der Arbeit od. irgendwelcher anderen Tätigkeit:
Trödelei: wegen seiner B. hat er schließlich den Zug
versäumt; b) Untätigkeit, Müßiggang: bummelig, bummlig
['bum(d)lic] <Adj) (ugs. abwertend): a) langsam: Warum
fährt die Bahn bloß so bummelig? (Bredel. Prüfung 335);
b) säumig: nachlässig: die Firma arbeitet so b.. daß man
sich nicht auf ihre Zusagen verlassen kann, dazu:
Bummeligkeit, Bymmligkeit. die; -; bammeln <sw. V.) [aus dem
Niederd.. urspr. = hin und her schwanken (von der beim
Ausschwingen bum. bum! läutenden Glocke)]: 1. (ugs.)
a) schlendernd, ohne Ziel /durch die SfraßenJ
Spazierengehen: einen Bummel machen <ist>: durch die Stadt b.; sie
waren durch die Gassen gebummelt; b) Lokale besuchen
<ist>: sie hatten vor. am Abend einmal zünftig b. zu gehen.
2. (ugs. abwertend) a) langsam arbeiten, trödeln <hat):
hättest du nicht so gebummelt bei deiner Arbeit, dann
wärst du schon lange fertig; b) nichts tun. faulenzen <hat):
er hat mehr als ein Semester lang gebummelt.
byrnmern ['bumen] <sw. V.; hat) (landsch.): mit der Faust
o.a. gegen etwas wiederholt schlagen, so daß es dumpf
dröhnt: wummern: er bummerte gegen die Tür.
Bgmmler ['bumto]. der; -s. -: a) (ugs.) jmd., der einen Bummel
macht: b) (ugs.) svw. t Bummelant; Bgmmlerin, die; -. -nen:
w. Form zu IBummler; bummlig usw.: f bummelig usw.
bums! [bums] (Interj.): lautm. für einen dumpfen Schlag.
Stoß. Aufprall: b.. jetzt liegt alles auf dem Boden!; <subst.:)
Bgms, der; -es. -e: 1. (ugs.) dumpftönender Schlag. Stoß:
durch einen lauten B. geweckt werden; beim
Zusammenstoß der beiden Autos gab es einen fürchterlichen B. 2.
(salopp abwertend) a) svw. t Bumslokal; b) lautes,
rummelartiges Tanzvergnügen: auf den B.. zum B. gehen. 3.
(Fußball Jargon) Fähigkeit, hart u. plaziert zu schießen: er hat
einen unerhörten B. [im Bein]. 4. Koitus.
bgms-. Bpns-: ^kneipe, die (ugs. abwertend); ^lokal. das
(ugs. abwertend): anrüchiges Vergnügungslokal: Miitisik,
die (ugs. abwertend): laute / Marsch jmusik einer Kapelle:
^vpll <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (salopp): (von einem
Raum, Lokal o.a.) sehr voll, überfüllt: das Lokal warb.
bimsen [bumzn] <sw. V.): 1. (ugs.) dumpf dröhnen <hat>:
es bumste furchtbar, als der Wagen an die Mauer prallte;
Ü an der Kreuzung hat es wieder einmal gebumst (hat
es wieder eine Karambolage gegeben); wenn du nicht hören
kannst, wird es gleich b. (wird es Schläge geben) 2. a)
heftig gegen etw. schlagen, klopfen, prallen, so daß es bumst
(1) <hat): er hat mit der Faust an/gegen die Tür gebumst;
b) heftig anprallen, gegen etw. stoßen Ost): mit dem Kopf
an die Wand b.; Winterfliegen... bumsen langsam fliegend
wie eine vollgefressene Krähe an die Scheibe (A. Zweig.
Grischa 476). 3. (Fußball Jargon) schießen <hat): den Ball
in den Kasten b.; <subst.:) ausgiebig feierten die
Schlagzeilen der Tagespresse das Bumsen der Fußballbeine auf
englischem Rasen (Spiegel 31. 1966. 72). 4. (salopp) mit
jmdm. Geschlechtsverkehr haben <hat): ..Die bumsen zu
Hause zu geregelten Zeiten" (Hörzu 38. 1975. 36); das
Schwedenmädel Grete hat er ..im Grunewald gebumst"
(Spiegel 36. 1974. 117).
Buna @>['bu:na]. der od. das; -[s] [Kurzwort aus Butadien
u. Natrium]: synthetischer Kautschuk.
'Bund [bontj. der; -[eis, Bünde fbynda; mhd. bunt, eigtl.
445
Bund
= Bindendes. Gebundenes]: 1.&) Zusammenschluß.
Vereinigung /zugemeinsamem Handeln/: der B. der
Steuerzahler; ein B. zwischen drei Staaten; einen B. schließen, lösen;
einem B. angehören, beitreten; Ü der Dritte im -e (der
dritte Teilnehmer; nach Schiller. Die Bürgschaft); *der
Alte, der Neue B. (Rel.; das Alte. Neue Testament): den
B. der Ehe eingehen/den B. fürs Leben schließen (geh.;
heiraten): mit irodm. im -e sein/stehen (mit jmdm. verbündet
sein); b) der föderative Gesamtstaat (im Gegensatz zu den
Ländern); der B. und die Länder; c) (ugs.) kurz für
IBundeswehr: er ist beim B. 2. Einfassung bestimmter
Kleidungsstücke (bes. Rock. Hose) in der Taille durch festen Stoff-
streifen od. Gurtband; Rockbund. Hosenbund: den B. öffnen;
den B. der Hose weiter machen/die Hose am B. weiter
machen. 3. Querleiste auf dem Griffbrett von
Saiteninstrumenten, die die Saiten abteilt, um das genaue Greifen eines
Tones zu erleichtern: einen Ton auf dem ersten B. greifen;
2Bund [-]. das; -[eis. -e [mhd. bunt, eigtl. = Bindendes.
Gebundenes]: etw.. was [in bestimmter Menge od. Anzahl
zu einem Bündel zusammengebunden ist: ein B. Radieschen;
fünf -[el Stroh.
Bund-: -hose, die: svw. I Kniebundhose; -schuh, der: Schuh
der Bauern im Mittelalter, aus einem über dem Knöchel
mit einem Riemen zusammengebundenen Lederstück
bestehend; zweite, die: Weite von Hosen- od. Rockbund;
-Werkzeug, das: Grundwerkzeuge des Zimmermanns: -zeichen,
das: vom Zimmennann am Balkenwerk angebrachtes
Zeichen (z.B. Kerbe. Zahl) zum Zweck der Kennzeichnung
der einzelnen Teile in ihrer Zusammengehörigkeit.
Bunda ['bunda]. die; -. -s [ung. bunda]: mit farbiger Stickerei
verzierter Schaffellmantel ungarischer Bauern.
Bündchen [bynt^n]. das; -s. - [zu t'Bund (2)1: von einem
geraden Stoffstreifen gebildeter Abschluß am Hals od. an
Ärmeln bestimmter Kleidungsstücke.
Bündel [bvndl]. das; -s, - [mhd. bündel. eigtl. = kleines
2Bund]: 1. a) Packen lose zusammengefaßter od.
zusammengeschnürter igleichartiger I Dinge: ein B. Zeitungen;
Wäsche zu einem B. zusammenschnüren; Ü sie beugte sich
über das schreiende B. (Wickelkind. Baby) in der Wiege;
B. von Schicksalen (Remarque, Triomphe 164); R jeder
hat sein B. zu tragen (hat seine Sorgen): *sein B. packen/
schnüren (1. sich fertig machen zur Abreise. 2. seinen
Arbeitsplatz verlassen: meint urspr. das Bündel mit den
Habseligkeiten der Handwerksgesellen); b) etw. in bestimmter
Menge zu einer Einheit Zusammengebundenes: ein B. Stroh.
2. (Geom.) Gesamtheit von Geraden od. Ebenen, die durch
einen gemeinsamen Punkt verlaufen; bündein I'bYndJn] <sw.
V.; hat): zu einem Bündel zusammenfassen,
zusammenschnüren: alte Zeitungen, Stroh b.; gebündelte Banknoten; Ü
Der folgende Typus bündelt seine Aktivität zum
kollektiven Ereignis (Enzensberger, Einzelheiten I. IIS);
Bündelpfeiler, der; -s, - (Archit.): Pfeiler, um dessen Kern Dienste
(5) angeordnet sind, die sich in den Gewölberippen u. -gurten
fortsetzen; Byndelpresse, die; -. -n (Buchbinderei): Presse,
unter der die gefalzten Druckbogen zusammengepreßt wer-
den. um die darin enthaltene Luft herauszupressen;
Bündelung, die: -, -en: Subst. zu T bündeln; bgndehvebe <Adv.>:
gebündelt, in Bündeln: der Rettich wird b. verkauft.
byndes-, Bundes-: -angestelltentartf, der <o. PI.): Tarif für
die Angestellten von Bund u. Ländern in der Bundesrepublik
Deutschland; Abk.: BAT; -anletoe, die:
/MiaberjSchuldverschreibung der Bundesrepublik Deutschland od. der
Sondervermögen des1Bundes (1 b); -anstatt, die
(Bundesrepublik Deutschland): Einrichtung des {Bundes (1 b) mit
bestimmten Verwaltungsaufgaben: die B. Tür Arbeit, Tür
Bodenforschung: -anwatt, der: 1. (Bundesrepublik
Deutschland) a) Mitglied der Bundesanwaltschaft beim
Bundesgerichtshof; b) der Vertreter des Oberbundesanwalts
beim Bundesverwaltungsgericht. 2. Staatsanwalt für
Bundesstrafsachen in der Schweiz; -anwaltsdtaft, die; -anzeiger,
der: vom Bundesminister der Justiz der Bundesrepublik
Deutschland herausgegebenes Publikationsorgan; -auto-
bahn. die: Autobahn in der Bundesrepublik Deutschland
u. in Österreich; -bahn, die: staatliches
Eisenbahnunternehmen der Bundesrepublik Deutschland. Österreichs u. der
Schweiz: die Deutsche B. (Abk.: DB); die österreichischen
-en. die Schweizerischen -en; -bank, die: die Deutsche
B. (zentrale Notenbank der Bundesrepublik Deutschland);
-beamte, der; -behörde, die; -bürger, der; -bruder, der:
Mitglied der gleichen studentischen Verbindung; Mleutsch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; <subst.:) -deutsche, der u. die:
Staat sangehörige [ r /der Bundesrepublik Deutschland; -eigen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): dem lBund (1 b) gehörend:
-fernstraße, die: zu dem aus Bundesstraßen u.
Bundesautobahnen gebildeten Verkehrsnetz gehörende öffentliche
Straße in der Bundesrepublik Deutschland: -gebiet, das: das
Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland; -genösse,
der: Verbündeter; -genossenschaft, die <o. PI.); -gerkhts-
hof,der <o. PL): in der Bundesrepublik Deutschland oberster
Gerichtshof des 'Bundes (1 b) im Bereich der ordentlichen
Gerichtsbarkeit; Abk.: BGH; Gesetzblatt, das (Abk.:
BGBl.): 1. vom Bundesministerium der Justiz
herausgegebenes Verkündungsblatt für Gesetze u. Rechtsverordnungen
der Bundesrepublik Deutschland. 2. in Österreich vom
Bundeskanzleramt herausgegebene periodische Druckschrift zur
Veröffentlichung von Gesetzesbeschlüssen. Staatsverträgen
u.a.; -grenzschutz, der: Sonderpolizei des lBundes (lb)
zum Schutz der Grenzen des Bundesgebietes; Abk.: BGS;
-hauptstadt, die; -haus* das <o. PI.): 1. Gebäude des
deutschen Bundestags. 2. in der Schweiz Tagungsort der
eidgenössischen Räte; -haushält, der: in der Bundesrepublik
Deutschlandu. in Österreich der Haushalt des 'Bundes (1 b): -kabi-
nett, das: Regierungskabinett der Bundesrepublik
Deutschland; -kanzlei, die: 1. in der Bundesrepublik Deutschland
die von einem Kanzleidirektor geleitete Behörde für
Kanzleigeschäfte der Bundesversammlung. 2. in der Schweiz die
dem Bundespräsidenten unterstellte Kanzlei des Bundesrats
u. der Bundesversammlung; -kanzler. der: 1. Leiter der
Bundesregierung in der Bundesrepublik Deutschland u. in
Österreich. 2. Vorsteher der Bundeskanzlei in der Schweiz.
zu 1: -kanzleramt, das: 1. das dem Bundeskanzler der
Bundesrepublik Deutschland unterstellte Amt. dessen er sich
zur Vorbereitung u. Durchführung seiner Aufgaben bedient.
2. Geschäftsstelle des Bundeskanzlers in Österreich; -lade,
die (jüd. Rel.): vergoldeter Kasten für die Aufbewahrung
der beiden Gesetzestafeln im Allerheiligsten der Stiftshütte;
-Jand, das <PI. ...länder): Gliedstaat eines Bundesstaates;
-liga, die: in der Bundesrepublik Deutschland die höchste,
über den Regionalverbänden stehende Spielklasse in Fußball.
Eishockey u. anderen Sportarten: der Verein ist in die
B. aufgestiegen, mußte aus der B. absteigen, dazu: -ligist,
der: Mitglied' sverein / einer Bundesliga: -minister, der:
Leiter eines Bundesministeriums in der Bundesrepublik
Deutschland u. in Österreich; -ministeriiro, das: die oberste, für
einen bestimmten Geschäftsbereich des Bundesstaats
zuständige Verwaltungsbehörde in der Bundesrepublik Deutschland
u. in Österreich; -post, die: die Deutsche B. (staatliches
Postunternehmen der Bundesrepublik Deutschland): Abk.:
DBP; -Dr&skiait, der: 1 .Staatsoberhaupt in der
Bundesrepublik Deutschland u. in Österreich. 2. Vorsitzender des
Bundesrates in der Schweiz: --rat. der: 1. <o. PI.) aus Vertretern
der Bundesländer gebildetes Verfassungsorgan in der
Bundesrepublik Deutschland u. in Österreich, durch das die
Gliedstaaten bei der Gesetzgebung u. Verwaltung mitwirken.
2. <o. PI.) zentrale Regierung in der Schweiz. 3. Mitglied
des Bundesrates in Österreich u. der Schweiz; -regierung,
die: Regierung eines Bundesstaates (1); -republik, die: die
B. Deutschland, dazu: -republikanisch <Adj.; o. Steig.;
nur attr.); -Siegel, das: Amtssiegel für alle Bundesbehörden
der Bundesrepublik Deutschland; -«taat, der: 1. Verbindung
mehrerer Länder (Gliedstaaten) zu einem Gesamtstaat. 2.
svw. TGliedstaat; -Straße, die: für den weiträumigen
Verkehr bestimmte Straße in der Bundesrepublik Deutschland
u. in Österreich; -tag, der: die aus Wahlen hervorgegangene
Volksvertretung, das Parlament der Bundesrepublik
Deutschland, dazu: -tagsabgeordnete, der u. die. -tagsde-
batte, die. -tagsfraktion, die, -tassprtsident, der. -tagsprft-
sklentin. die. -tagswahl, die; -trainer, der: Trainer einer
Nationalmannschaft in einem Bundesstaat (1); -Verfassung,
die: Verfassung eines Bundesstaates; -Verfassungsgericht,
das: oberster Gerichtshof der Bundesrepublik Deutschland,
dessen Entscheidungen alle anderen staatlichen Organe
binden; -Versammlung« die: 1. Versammlung, die den
Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland zu wählen hat. 2.
Parlament des Schweizer Bundes; -Verwaltungsgericht, das: in
der Bundesrepublik Deutschland der oberste Gerichtshof des
1 Bundes (1 b) auf dem Gebiet der
Verwaltungsgerichtsbarkeit; Mvehr. die <o. PI.): Streitkräfte der Bundesrepublik
Deutschland; -weit <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): im Bereich
des ganzen Bundesgebietes.
446
bürgen
bündig ['bYndi^l <Adj.>: 1. a) kurz u. bestimmt: eine -e
Antwort; etw. b. beantworten; b) überzeugend, schlüssig: ein
-er Schluß; etw. b. beweisen. 2. <o. Steig.) (Bauw.) auf
gleicher Ebene liegend, eine Ebene bildend: -e Balken; die
Bohlen sind, liegen b.; (Abi. zu 1:> Bindigkeit, die; -;
bündisch 1'bvndiH <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): der freien
Jugendbewegung angehörend: die -e Jugend; Bündnis
[bYntnisJ, das; -ses. -se [mhd. büntnissel: Zusammenschluß*
Bund [bes. zwischen Staaten im Hinblick auf Beistandsieh
stung im Kriegsfall u. a.j: ein militärisches, wirtschaftliches
B. zwischen den Großmächten; [mit jmdm.] ein B.
schließen, eingehen; ein B. lösen; einem B. beitreten.
Bündnis-: -Wock.der <PI. -blocke, selten: -blocks); -partner.
der; -Politik« die; --System, das: das atlantische, das
westliche B.; Pakistan ist Mitglied zweier -e (Welt 7. 9. 65,
1); -treue, die; -Verpflichtung, die: seine -en erfüllen;
-vertrag, der.
Bungalow fbuogalo], der; -s, -s [angloind. bungalow <
hindust. banglä. eigtl. = (Haus) aus Bengalen]: a)
eingeschossiges Wohnhaus mit flachem od, flach geneigtem Dach:
für die Ferien einen B. mieten; in einem B. wohnen; b)
leichtes, einstöckiges Wohnhaus in tropischen Gebieten.
Bunge [bundl. die; -. -n [mhd. bunge = Trommel] (Fische-
reiw.): kleine Fischreuse aus Netzwerk od, Draht.
Bunker ['bunte], der; -s, - [engl, bunker, H. u.]: 1. großer
Behälter zur Aufnahme von Massengütern (z. B. Kohle, Erz,
Getreide). 2. a) militärische Schutzanlage, Unterstand: b)
unterirdisch angelegter / Schutzraum für die
Zivilbevölkerung im Krieg: Luftschutzbunker. 3. (Golf) aus einer I
vertieften I sandbedeckten Fläche od. Mulde bestehendes
Hindernis. 4. (salopp; Soldatenspr.) Gefängnis: Jetzt, wo ich
endlich mal wieder raus bin aus dem B. und mir richtig
gebessert habe? (Fallada. Jeder 402).
Banker- (Bunker 1): -kohle, die: Kohle, die auf Seeschiffen
gebraucht wird: ~öl. das: Kraftstoff od. Heizöl, das von
Schiffen gebraucht wird: ~ng« der (Bergbau): Zug, der
Material von unter Tage abtransportiert.
bunkern['bunten] <sw. V.; hat) [zu t Bunker (!)]:!.
Massengüter in Sammelbehälter einlagern: Erz. Kohle. Getreide
b. 2. (Seemannsspr.) Brennstoff (Kohle, öl) übernehmen,
an Bord nehmen: die Seeschiffe bunkern in diesem Hafen.
Bunny fbAni], das; -s. ...ies [engl, bunny = Häschen]: mit
Hasenohren u. -Schwänzchen herausgeputztes Mädchen, das
in Klubs o. ä. als Bedienung arbeitet.
Bunsenbrenner ['bunzn-1. der; -s. - [nach dem dt. Chemiker
R. W. Bimsen (1811-1899)]: Gasbrenner, bei dem das zu$e-
führte Gas die Verbrennungsluft durch eine verstellbare
Öffnung ansaugt.
bunt [bont] <AdJ.; -er. -este) [mhd. bunt = schwarzweiß
gefleckt, viell. zu lat. pQnctus = gestochen (für Stickereien
in den Klöstern); vgl. Punkt]: 1. (im Gegensatz zu den
unbunten Farben I Weiß, Grau, Schwarz!) bestimmte, meist
leuchtende Farbtöne besitzend, farbig, mehrfarbig,
vielfarbig: ein -er Blumenstrauß; ein schreiend -es Kleid; der
Stoff ist b. [gemustert]; Ü der Markt bot ein -es (farbiges,
vielgestaltiges) Bild. 2. ungeordnet, wirr: ein -es
Durcheinander, Treiben; in der Schublade lag alles b. durcheinander;
+etw. wird hndm. zu b. (ugs.; etw. wird jmdm. unerträglich,
geht jmdm. zu weit): es zu b. treiben (ugs.; es zu toll treiben,
allzu zügellos werden).
Bunt [bYnt]. die; -. -en [vgl. Beundel (Schweiz.): eingezäuntes
Stück Land.
bgnt-, B^nt-: -barsch, der <Zool.): Vertreter einer Familie der
Barsche mit vielen Arten mit besonders bunter Färbung:
-bartschloB, das: Türschloß einfachster Bauart: ^bart-
sdilüssel, der: Schlüssel mit geschweiftem Bart: -bemalt
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): -e Ostereier; -blättrigkeit, die
(Bot.): durch Ausfall von Blattfarbstoffen od. bevorzugte
Ausbildung bestimmter Farbstoffkomponenten bedingte
Verfärbung von Blättern: -buch, das: von der Farbe des
Bucheinbandes hergeleitete Bezeichnung für eine amtliche
Dokumentensammlung, die die Außenministerien aus Anlaß bestimmter
außenpolitischer Ereignisse der Öffentlichkeit unterbreiten:
Farbbuch: -druck, der <P1. -drucke): Farbdruck, der mit
einer od. mehreren bunten Druckfarben ausgeführt ist:
-farbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vielfarbig, bunt (1); -film,
der: svw. t Farbfilm; -fotografie, die: svw. t Farbfotografie;
-gefidert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit bunten Adern
(3 a) versehen: -e Blätter; -geblümt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): ein -er Kissenbezug; -gefärbt <Adj.; o. Steig.; nur
attr.): in mehreren Farben gefärbt: -gefiedert <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): ein -er Vogel; -gefleckt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): 1. mit bunten Flecken versehen. 2. svw. f ^schek-
kig; -gemtecht <Adj.; o. Steig.; nur attr.): ein -es
Programm; -gesdiirr, das: farbiges Porzellan- od.
Steingutgeschirr: -gestreift <Adj.; o. Steig.; nur attr.); -kariert <Adj.;
o. Steig.; nur attr.): ein -es Kopftuch; -keramik, die:/ar/>/ff
bemalte Keramik: -messer, das: Küchenmesser mit gewellter
Schneide: Karotten mit dem B. in Scheiben schneiden;
-metall,das: Schwermetall (außer Eisen), das selbst farbig
ist od. farbige Legierungen bildet: Kupfer. Blei. Zinn sind
-e; -nessel, die (Bot.): Vertreter einer Gattung der
Lippenblütler mit buntgefärbten Blättern, in vielen Arten in Afrika
u. Asien vorkommend: häufig als Zierpflanze: -papter, das:
für Klebarbeiten, zum Basteln u. ä. verwendetes I
gummiertest Papier, bei dem die Farbe auf das Papier aufgetragen
ist (im Gegensatz zu farbig eingefärbtem Papier):
Weihnachtssterne aus B. basteln; etw. mit B. bekleben;
-Sandstein, der (Geol.): a) <o. PI.) die unterste Stufe der
geologischen Formation Trias: b) Sandstein von überwiegend roter
Färbung: -scheckig <Adj.; nicht adv.): 1. svw. f-gefleckt
(1): eine -e Kuh. 2. svw. t-schillernd; -schillernd <Adj.;
nur attr.): in vielen bunten Farben schillernd: -specht, der
(Zool.): Sprecht mit buntem Gefieder: -stift. der: Malstift
mit farbiger Mine: -wasche, die <o. PI.): Textilien aus
farbigem Stoff, die bei bestimmter Temperatur gewaschen
werden müssen (Ggs.: Weißwäsche).
Buntheit, die; -: das Buntsein: Farbigkeit.
Bürde fbYrda], die; -. -n [mhd. bürde, ahd. burdi. urspr.
= Getragenes] (geh.): schwer zu tragende Last: die Äste
brechen unter der B. des Schnees, der Früchte; Ü die
B. (Last, Beschwernis) des Amtes, des Alters; Er stürbe
gern: Neunzig Jahre und mehr sind ihm zur B. geworden
(A. Kolb. Daphne 81); sie hatte zeitlebens eine schwere
B. (Mühsal, Kummer) zu tragen; bürden <sw. V.; hat)
[mhd. bürden] (geh.. veraltend): auf laden; aufbürden:
alle Verantwortung auf Jmdn. b.
Bureau [by'ro:], das; -s. -s u. -x [...o:s]: frz. Schreibung
von t Büro.
Bürette [by'reto], die; -. -n [frz. burette = Krug. Kännchen]:
mit geeichter Skala versehenes, durch einen Hahn
verschließbares Glasrohr zum Bestimmen von Volumenmengen.
Burg [burk]. die; -. -en [mhd. burc. ahd. bur[u]g. urspr.
= (befestigte) Höhe]: 1. befestigter Wohn-u.
Verteidigungsbau mittelalterlicher Feudalherren: die B. wurde belagert,
erstürmt, zerstört; Einem Fort gleich erhob sich die B.
auf einem Felsen von Kalkstein (Ceram. Götter 72); die
Ruine einer mittelalterlichen B.; Ü eine alte B. (ugs.
abwertend;?/;? altes Haus, eine verwohnte Wohnung). 2. (Jägerspr.)
Biberbau. 3. a) svw. t Strandburg: sie bauten [sich] am Strand
eine B.; b) Sandburg: im Sandkasten eine B. bauen.
Byrg- (Burg 1): -anläge, die: Gesamtkomplex einer Burg:
-berg, der: Berg, auf dem eine Burg steht: -bewohner.
der; -frau, die: svw. ^herrin; -fräulein, das; -fried [-fri:t],
der; -s, -e: svw. t Bergfried; -friedelnj. der [mhd. burcvride
= der vertragliche Friede innerhalb der
Erbengemeinschaft einer Burg, auch Schutzbereich einer Burg od. Stadt]:
Vereinbarung zwischen ! zwei] Parteien, sich / eine
bestimmte Zeit I nicht zu bekämpfen: -graben, der: die Burg
umgebender Graben: -graf, der (MA.): [mit richterlichen
Befugnissen ausgestatteter) militärischer Befehlshaber bes. einer
Reichs- od. Bischofsburg: -gräfin, die: Frau des Burggrafen:
^herr, der; -herrin, die; -Jiof. der: Innenhof der Burg:
-kapeile, die: innerhalb der Anlage einer Burg befindliche
Kapelle: -rulne, die: bauliche Überreste einer Burg: -verlies,
das: / unterirdischer / Kerker innerlialb einer Burg: ^vogt,
der: svw. T^graf.
Bürge ['bYrgdl. der; -n. -n [mhd. bürge, ahd. burgeo. urspr.
= jmd., der bei einem Verleihgeschäft für das Verliehene
bürgte]: 1. a) jmd., der für einen anderen gutsagt od. für
etw. haftet, einsteht: du bist mir B. für deinen Bruder,
für die zuverlässige Ausführung der Arbeit; der Mann
von hoher Figur mit dem kameenhaft geschnittenen
Gesicht ... war hier der B. für die Konsequenz auch im
Wahnsinn (Plievier, Stalingrad 333); b) etw.. das für etw.
bürgt, Gewähr bietet: der Name der Firma ist B. für
Qualität. 2. (jur.) jmd., der gegenüber einem Gläubiger für die
Verbindlichkeiten eines Dritten einsteht: er braucht für
seinen Kredit zwei -n; <Abl.:) borgen <sw. V.; hat) [mhd.
bürgen, ahd. purigön = appellieren, sich berufen]: I. a)
447
Bürger
gutsagen, haften, einstehen für jmdn.. etw.: Wir haben ...
nur mit halbem Gewissen bei dem Konsul der Vereinigten
Staaten für den Mann b. können (Seghers. Transit 163);
Umdm.] für die Richtigkeit der Angaben b.; für jmds.
Zuverlässigkeit b.; mit meinem Namen hatte ich für diese
Eintragung gebürgt (Fallada, Herr 31); b) Gewähr dafür
bieten, daß etw. so beschaffen ist o. ä.. wie man es erwartet:
der Name bürgt für Qualität. 2. (Jur.) eine Bürgschaft
(1) leisten, für die Verbindlichkeiten eines Dritten eintreten:
er hat für einen anderen gebürgt und muß nach dessen
Konkurs mit seinem Vermögen eintreten.
Bürger [bvrgB]. der; -s - [mhd. bürgen burgsre. ahd. burgä-
ri. urspr. = Burgverteidiger]: 1. a) Angehöriger eines
Staates. Staatsbürger: die B. der Bundesrepublik; Liegt unseren
Gesetzeshütern weniger daran, daß B. vor Schwindlern
geschützt werden? (DM 5,1966.5); gerade in der
Demokratie ist es die Aufgabe des Staatsmannes, den B. zu erziehen
(Dönhoff. Ära SO); * akademischer B. (veraltend; Student):
B. in Uniform (Soldat der deutschen Bundeswehr: Modell,
das die soldatischen Pflichten aus den staatsbürgerlichen
Rechten ableitet); b) Einwohner einer Gemeinde: die B.
der Stadt wählen den Gemeinderat; Seebaum war der
gewichtigste B. der Stadt (Kirst. Aufruhr 10). 2.
Angehöriger einer durch Besitz ausgezeichneten, bestimmten
Traditionen verhafteten konservativen Gesellschaftsschicht: ein
wohlhabender, behäbiger, satter B.; Grundbesitzer und
eigentumsfanatische B. (Niekisch. leben 151); Stiller war
im Grunde immer ein B. (Frisch. Stiller 154).
bürger-. Borger- (vgl. auch: Bürgers-): ^aktion. die:
von Bürgern (1) eines demokratischen Landes durchgeführte
Aktion zur Erreichung bestimmter politischer Ziele: ^-bau,
der <P1. -bauten) a) Wohnhaus eines Bürgers. Bürgerhaus
(1); b) öffentliches, für alle Bürger bestimmtes Gebäude:
^beauftragte, der: unabhängiger Beauftragter eines
Parlaments: Anwalt zum Schutz der Rechte der Bürger gegenüber
Behörden u. Verwaltung: ^begehren, das: Forderung nach
einem! Bürgerentscheid: -entscheid, der: Entscheidung einer
wichtigen Gemeindeangelegenheit durch die Bürger (nach
der baden-württembergischen Gemeindeordnung): ^familie,
die; -fonra. das: öffentliche Diskussion, in der ein die
Allgemeinheit angehendes Problem in demokratischer Weise
erörtert werden soll: über Fragen der Altstadtsanierung
wurde ein B. veranstaltet; -haus, das: 1. städtisches
Wohnhaus eines Bürgers. 2. (veraltend) svw. t^familie: seine
Frau stammte aus einem wohlhabenden B.; -Initiative.
die: Zusammenschluß von Bürgern (I) mit dem Ziel,
bestimmte Probleme, die Gemeinde od. Staat nicht im Sinne
der Bürger löst od. entscheidet, durch / spektakuläre/
Aktionen in der Öffentlichkeit ins Bewußtsein der Allgemeinheit
zu rücken u. durch Druck auf die behördlichen Stellen zu
beeinflussen: eine B. ins Leben rufen, gründen; -komitee,
das: Ausschuß von Bürgern, der in einer die Öffentlichkeit
bes. interessierenden Angelegenheit Aktivitäten entfaltet:
ein B. zur Unterstützung der Reformbestrebungen der
Universität; -krieg, der: bewaffnete Auseinandersetzung
zwischen verschiedenen Gruppen in einem Staat, mit dem
Ziel, die Herrschaft im Staat zu erringen: -künde, die:
kurz Tür! Staatsbürgerkunde; -metster [auch: —'—1. der:
Oberhaupt der Stadt-. Gemeindeverwaltung: West-Berlin
hat einen regierenden B.. dazu: -meistenunt, das: a)
städtische, gemeindliche Verwaltungsbehörde: Stadtverwaltung.
Gemeindeverwaltung: b) Amt des Bürgermeisters: c)
Gebäude, in dem die Stadt-. Gemeindeverwaltung arbeitet,
-meistere! [-maistar^l. die; -. -en: a) (landsch.) svw. I Mneisteramt
(a. c); b) (in verschiedenen Bundesländern der
Bundesrepublik Deutschland) Verwaltungsbehörde eines kommunalen
Verbandes: -meisterin [auch: —' 1. die: w. Form zu
Kmeister; -nah <Adj.>: auf die unmittelbaren Probleme.
Bedürfnisse der Bürger I unbürokratisch] eingehend, ihnen
entsprechend: -e Politik, dazu: -nähe, die: mehr B.
fordern; -pflicht, die: Verpflichtungen, die der Bürger
(1) dem Staat gegenüber hat: -recht, das (meist PI. >: jmdm.
als Staatsbürger od. Gemeindemitglied zustehendes Recht,
auch Gesamtheit dieser Rechte: jmdn. das B./die -e
verleihen, entziehen; Ü als daß es Eigenschaften besitze, die
auch schon anderswo B. in der Natur haben (Musil. Mann
1281). dazu: -rechtier [-re^tte], der. -s. -: jmd.. der für die
unterschiedslose Verwirklichung der Bürger- u. Menschen-
rechte kämpft, ^rtchtsbeweguntl. die: Bewegung für die
Verwirklichung der Bürger- und Menschenrechte in einem Staat
(in den USA gegen die /rechtliche] Diskriminierung der
Farbigen), -reditskämpfer. der: svw. f-rechtier, -rechts-
kämpferin, die: w. Form zu Nrechtskämpfer; -schreck.
der <o. Pl.>: jmd., der durch sein bewußt unkonventionelles
Verhalten (innerhalb einer Gesellschaft, die in bürgerlichen
Konventionen lebt) die Menschen /seiner Umgebung]
verschreckt od. provoziert: als B. gelten, auftreten; Der auf
B. eingewöhnte Ausfällige (= Horst Janssen), der sich
gern in Schlosserdrillich, mit Pudelmütze und
Gummistiefeln kleidet, ... wurde abgelehnt (Spiegel 52. 1965.
101); -schule* die: frühere Bez. für tHauptschule (bes. in
Österreich); -«ohn, der <meist PI.) (iron.): die feinen
Bürgersöhne; -stand, der <o. PI.) (veraltet):
Gesellschaftsschicht des bürgerlichen Mittelstandes: -steig, der: mit
einer Bordsteinkante von der Fahrbahn abgeteilter] erhöhter
Gehweg: Gehsteig. Trottoir.
Bürgerin, die; -. -nen: w. Form zu t Bürger; bürgerlich <Adj.):
1. <o. Steig.; nur attr.) den Staatsbürger betreffend; dem
Staatsbürger zustehend: jmdm. die -en Ehrenrechte
aberkennen; das -e Recht (Zivilrecht): die -e (vor dem
Standesbeamten geschlossene) Ehe; das Bürgerliche Gesetzbuch
(Gesetzbuch des bürgerlichen Rechts; Abk.: BGB). 2. a)
<o. Steig.) dem Bürgertum. Bürgerstand angehörend,
zugehörig, entsprechend: ein -er Beruf. Haushalt; sie stammt
aus -er Familie; eine -e Partei; -es Denken bekannte sich
zu dem Prinzip, daß individuelle Leistung sozialen Rang
verleihe; b. leben; wir essen gut b.; die -e (einfache, nicht
verfeinerte Gerichte bietende) Küche; er führt ein -es Leben
(nach den Konventionen des Bürgertums); das -e (in Kreisen
des Bürgertums spielende) Trauerspiel; b) (abwertend)
spießerhaft, engherzig: -e Vorurteile haben; er ist zu b. für
sie; <Abl. zu 2:) Byrserlidikeit. die; -: bürgerliche (2) Denk-,
Lebensweise.
Borgers- (veraltend; vgl. auch: Bürger-): -frau. die; -kute
<P1.): a) dem Bürgerstand ungehörige Personen; b) PI. von
t^mann; -mann, der <P1. ...leute): Mann aus dem Bürger-
stand; -«An. der; -toditer. die.
Bürgerschaft, die; -. -en <P1. selten): 1. Gesamtheit der Bürger
eines Gemeinwesens: die B. ist zur Wahl aufgerufen. 2.
Name des Parlamentes in den Bundesländern Hamburg u.
Bremen: unser Vater ist ein geachteter
Kunstschlossermeister gewesen, hat in der B. gesessen (Bredel. Väter 21);
<Zus. zu 2:) Byrgerschaftswahl, die: Parlamentswahl in
den Bundesländern Hamburg u. Bremen; Bürgertun, das;
-s [für frz. bourgeoisiel: Gesamtheit der Bürger (2).
bürgerliche Gesellschaftsschicht. Bürgerstand: das aufstrebende,
gutsituierte B.; das liberale B. des 19. Jahrhunderts; Aus
einer weniger begüterten Familie kommend, hatte er eine
Abneigung gegen das behäbige B. (FAZ 14. 12. 61. 20).
Bürgin ['bYrgml. die; -. -nen (selten): w. Form zu f Bürge;
Bürgschaft, die; -, -en [mhd. bürgeschaft]: 1. (Jur.) Vertrag,
durch den sich ein Bürge verpflichtet, für die
Verbindlichkeiten eines Dritten gegenüber dessen Gläubiger einzustehen:
eine B. übernehmen. 2, Garantie. Gewähr: für jmdn.. etw.
B. leisten (sich verbürgen, haften, gutsagen). 3.
Haftungsbetrag: eine hohe B. [von 50000 Mark]; <Zus. zu 1:>
Bürgschaftserklärung, die: Vertrag, durch den man die
Bereitschaft erklärt, eine Bürgschaft zu leisten: eine B.
unterschreiben; Btyrgschaftsnehmer, der; -s. -: svw. f Gläubiger.
Burgunder [borgunde]. der; -s. -: Wein aus der frz.
Landschaft Burg und; <Zus.:> Burgunderwein, der: svw.!
Burgunder; Burgynderrebe, die: Rebsorte, aus der Burgunderwein
hergestellt wird.
burlesk [burlesk] <Adj.; -er. -este) [frz. burlesque < ital.
burlesoo. zu: burla = Posse. Spaß < lat. burrula. Vkl.
von: burra = zottiges Gewand. PI. = läppisches Zeug.
Possen]: von derber Komik, possenhaft: ein -es
Theaterstück; eine Szene von -er Komik; Matiasek setzte die
freien Rezitative und ariosen Einschöbe der lyrischen
Komödie in -e Bewegung um (Welt 22. 2. 64. 14); b. tanzen;
<Abl.:> Burleske, die; -. -n [frz. burlesque]: 1. derbkomisches
Improvisationsstück; Schwank. Posse: eine B. auffuhren.
2. Musikstück von heiter-ausgelassenem Charakter.
Burnout [bo:n'|ajit],das; -s [engl, burnout. eigtl. =
Ausbrennen]: Zeitpunkt, in dem das Triebwerk einer Rakete
abgeschaltet wird u. der antriebslose Flug beginnt.
Burnus l'burnos], der; -u. -ses. -se [frz. burnous < arab.
burnus < griech. birros = Art Überwurf < lat. birrus
= kurzer Mantel mit Kapuze]: Kapuzenmantel der
Beduinen.
448
Bürzeldrüse
Büro [by'ro: südd., Schweiz.: 'bYro:]. das; -s. -s [frz. bureau.
urspr. = grober Wollstoff (u.a. zum Beziehen von
[Schreibitischen), zu gleichbed. afrz. bure < vlat. *bura
= zottiges Gewand, Wolle < lat. burral: 1. a) Arbeitsraum,
in dem schriftliche od. verwaltungstechnische Arbeiten eines
Betriebes, einer Organisation o. ä. erledigt werden: das B.
eines Anwalts; die -s schließen um 16 Uhr; der Abgeordnete
hat sein B. im Hochhaus; ins B. gehen; sie arbeitet in
einem B./Oandsch.:) geht aufs B.; ich bin ganz verschieden
von ... den anderen Mädchen auf dem B. (Keun. Mädchen
8); b) Geschäftsstelle: die Firma unterhält -s in
verschiedenen Städten. 2. die zu einem Büro (1) gehörenden
Angestellten: unser B. erledigt die Angelegenheit; das ganze B.
gratulierte.
büro-, Büro- (Büro 1): -angestellte, der u. die; -arbeit.
die: in einem Büro atifallende Arbeit: leichte B.; sie ist
mit allen -en vertraut; -bedarf, der: von Büros gebrauchtes
Arbeitsmaterial: -beruf, der: , in einem Büro ausgeübter/
Beruf mit bestimmten Verwaltungs- u. technischen
Tätigkeiten; -böte, der; -fläche, die (Kaufmannsspr.): Fläche der
für Büros vorgesehenen Räumlichkeiten; -gebäude, das:
svw. t -haus; -gehilfe.der: männliche Arbeitskraft für
einfachere Büroarbeiten; -gehilfm, die: w. Form zu Ngehilfe;
^haus, das: Gebäude, in dem ausschließlich Büros
untergebracht sind; -hengst, der (ugs. abwertend): svw.
t-angestellter: Wir sind für ihn die -e. die den ganzen Tag
herumbummeln (Remarque, Obelisk 12); -kaufmaiw, der: jmd.,
dessen Tätigkeitsbereich die kaufmännische Verwaltung u.
den Schriftverkehr umfaßt (Berufsbez.); -klammer, die:
Klammer aus gebogenem Draht od. Plastik zum
Zusammenhalten von Papierbogen u.a.; -kraft, die: Angestellte r/
in einem Büro; -maschinen <PL>: Gesamtheit der
Maschinen, die bei der Büroarbeit eingesetzt werden; -material,
das: svw. Nbedarf; -möbel <PI.>; -räum, der; -sdiluß,
der: Ende der täglichen Arbeitszeit im Büro; -stunden <P1.>:
Arbeitsstunden, Dienststunden im Büro; -tütigkeit. die <o.
PL): Tätigkeit in einem Büro: als Halbtagsbeschäftigung
sucht sie eine B.; -tedinik. die <o. Pl.>: Bereich der Technik,
der sich bes. mit der technischen Organisation u. der
Gestaltung von Büros befaßt; -technisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.>; -Vorsteher, der (veraltend): Leiter eines Büros;
-Wesen, das <o. Pl.>: alles, was mit dem Büro zusammenhängt;
^zeit, die: svw. t ^stunden.
Bürokrat [byrokra:t], der; -en. -en [frz. bureaucrate]
(abwertend): pedantischer Mensch, bes. Beamter, der in der
Anwendung u. Auslegung von Bestimmungen einem starren
Formalismus verhaftet ist: Bürokratie [byrokra'ti:], die; -, -n
[...i:an; frz. bureaucratie zu: bureau (IBüro) u. griech.
krätos = Stärke. Herrschaft]: \.a) Beamten-,
Verwaltungsapparat: die B. bläht sich immer mehr auf; Mit B. und
Militär ... verselbständigen sich die Institutionen der
öffentlichen Gewalt (Fraenkel. Staat 222); b) alle in der
Verwaltum Beschäftigten. 2. <o. PI.) (abwertend)
bürokratische Denk- u. Handlungsweise: B. verhindert allzuoft
spontanes Handeln; <Abl.:> bürokratisch <Adj.>: 1. <o.
Steig.; nicht präd.) der Bürokratie (1 a) gemäß,
verwaltungsmäßig: die -e Abwicklung einer Angelegenheit. 2. (nicht
adv.) (abwertend) sich pedantisch u. übergenau an
Vorschriften klammernd, auf die Einhaltung von Vorschriften
pochend (Ggs.: unbürokratisch): ein -er Mensch; -es
Denken; Eintragungen .... die ... gemacht wurden, mit gut
deutscher -er Gründlichkeit (Mostar. Unschuldig 175);
bürokratiskren <sw. V.; hat): 1. im Sinne einer perfekten
Bürokratie (1 a) verwalten: die Gesellschaft wird mehr
und mehr bürokratisiert. 2. (abwertend) einer
schematischen, engstirnig-formalistischen Ordnung untenverfen;
<Abl.:) Bürokratiskrung. die; -; Bürokratismus, der; -
(abwertend): pedantisches, engstirnig-formalistisches Denken
u. Handeln; Bürolist [byro'list], der; -en. -en (Schweiz,
veraltend): svw. ! Büroangestellter; Büroljstin, die; -. -nen: w.
Form zu I Bürolist; Bürotel [byrotel]. das; -s, -s [Kurzwort
aus TBüro u. t Hotel]: Hotel, das seinen Gästen für die
Abwicklung ihrer Geschäfte auch Büroräume zur Verfügung
stellt.
Bursdi [burj]. der; -en. -en [frühnhd. Bursch(e). zu spätmhd.
burse (TBurse). also eigtl. = Angehöriger einer Burse]:
1. vollberechtigtes Mitglied einer studentischen Verbindung
nach Abschluß der Zeit als Fuchs (7). 2. (landsch.) Bursche
(1 a. b); BUrschchen [bYrfon]. das; -s. -: tBursche (1);
Burschefborfcl.den-n.-n: 1. <Vkl. Bürschchen) a) Knabe.
Junge: ein niedlicher, kleiner, aufgeweckter B.; b) junger
Mann. Halbwüchsiger: ein freundlicher junger B.; die -n
und Mädchen des Dorfes; er ließ durchblicken, daß er
ein B. von Saft und Kraft gewesen (Jahnn. Geschichten
222); er ist ein toller B. (ein Draufgänger); c) (abwertend)
männliche Person, der man Übles zutraut. Kerl: Ein
gewissenloser B. hatte sie verführt, sie wußte nicht mehr, wie
(Musil. Mann 163); dieser Häftling ist ein übler B.; den
-n werde ich mir noch kaufen, vorknöpfen (ugs.; zur Rede
stellen). 2. (früher) zur Bedienung eines Offiziers abkonmian-
dierter Soldat. 3. svw. fBursch (1). 4. (ugs.) (in bezug
auf ein Tier) bes. großes Exemplar; Prachtexemplar: der
gefangene Hecht ist ein mächtiger B.; Burschenschaft, die;
-. -en: farbentragende waffenstudentische Korporation: einer
B. beitreten, angehören; <Abl.:) Burschenschafter, der; -s.
-: Angehöriger einer Burschenschaft; byrschenschaftlich
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): in der Weise einer
Burschenschaft: -e Bräuche; burschikos [borfi'ko:s] <Adj.; -er. -este)
[zu tBursch u. der griech. Adverbendung -ikösl: a) (bes.
von weiblichen Personen) betont ungezwungen, ungeniert
in ihren Äußerungen, im Verhalten; sich jungenhaft gebend:
sie hat eine sehr -e Art; Sie war einmal ein -es Mädchen
gewesen (v. d. Grün. Glatteis 15); sie ist. wirkt, benimmt
sich sehr b.; b) salopp.formlos (bes. vonjmds. Redeweise):
eine -e Bemerkung. Äußerung; Ich drücke mich bewußt
b. aus (Thielicke. Ich glaube 193); <Abl.:> Burschikosltät
[...kozit£:t].die; -. -en; Burse fborza]. die; -. -n [spätmhd.;
mhd. burse = Beutel. Kasse < mlat. bursa. T'Börse]:
aus einer Stiftung errichtetes u. unterhaltenes i Haus, in
dem Studenten u. Handwerksburschen wohnen konnten und
Kost erhielten (bes. im späten MA).
Burst [te:st]. der; -[sl. -s [engl, burst = Ausbruch! (Astron.):
bei einer Sonneneruption auftretender Strahlungsausbruch
im Bereich der Radiowellen.
Bürstchen ['bvrsupn]. das; -s. -: t Bürste; Bürste ['bvrstd],
die; -. -n [mhd. bürste, eigtl. = Gesamtheit der Borsten]:
1. <Vkl. t Bürstchen) ein mit Borsten, Pflanzenfasern od.
Draht bestecktes ReinigungsJgerät zum Entfernen von
haftendem Schmutz, zum Auftragen eines pastetuwtigen !
ReinigungsJ mittels, zum Glätten o.a.: die Schuhe, den Staub
[von den Schuhen], mit einer B. abbürsten; Schuhcreme
mit einer kleinen B. auftragen; das Haar mit einer B.
glätten; Ü seine Oberlippe zierte eine kleine B. (ein kleiner
Schnurrbart). 2. (Elektrot.) klötzchenförmiger Körper aus
Kohlenstoff, der bei elektrischen Maschinen den
Stromübergang zwischen den rotierenden stromführenden u. den
feststehenden Leitern ermöglicht. 3. kurz für I Bürstenfrisur.
bürsten fbYrstn] <sw. V.; hat) [mhd. bürsten]: 1. a) mit
einer Bürste entfernen: den Staub von den Schuhen b.;
b) mit einer Bürste reinigen: die Schuhe b.; die Zähne
mit einer weichen Zahnbürste b.; Stilling trug ... einen
alten Zylinder, den Elise spiegelblank gebürstet hatte (Wie-
chert. Jeromin-Kinder 95). 2. a) mit einer Bürste glätten:
Limdm.. sich] das Haar b.; Meine Mutter bürstete mein
Haar, bis die Kopfhaut prickelte (Grass. Hundejahre 299);
dem Hund das Fell b.; b) in bestimmter Weise! mit einer
Bürste behandeln, bearbeiten: den Körper trocken b.. um
den Kreislauf anzuregen; Samt gegen den Strich b.
(aufrauhen). 3. (vulg.) koitieren: R wer in der Jugend viel bürstet,
braucht im Alter nur wenig zu kämmen (weil man glaubt,
daß davon die Haare ausgehen).
Bersten-: -abzug, der (Druckw.): durch Auflegen
angefeuchteten Papiers auf den Bleisatz u. Abklopfen mit der Bürste
gewonnener Korrekturabzug; ^bad. das: Bad mit
gleichzeitiger Bürstenmassage; -binder, der (veraltet): svw.
1-machen wie ein B. (ugs.; sehr): er arbeitet wie ein B.; -frisur.
die: kurzer Haarschnitt, bei dem die oberen Haare wie
bei einer Bürste nach oben stehen; ^haarsdinftt, der: svw.
f-frisur; -machender: vgl. f- und Pinselmacher; ^massa-
ge, die: Massage unter Zuhilfenahme einer Bürste; ^schnitt,
der: svw. t-frisur; - und Pjnsebnacher. der: jmd.. der
Bürsten u. Pinsel herstellt (Berufsbez.).
Bürzel I'bYrtjj]. der; -s. - [frühnhd.. zu oberd. borzen =
hervorstehen, zu mhd.. ahd. bor = Höhe; vgl. empor]:
1. (Zool.) Schwanzwurzel der Vögel. 2. (Jägerspr.) Schwanz
des Bären, des Dachses u. des Schwarzwilds; <Zus. zu 1:>
Byrzeklrüse, die (Zool.): auf der Rückenseite des Bürzels
sitzende Drüse, die ein ölartiges Sekret ausscheidet, das
der Vogel mit dem Schnabel im Gefieder verteilt, um das
Gefieder wasserabstoßend zu tnachen.
29 GDW
449
Bus
Bus [bus]. der; -ses, -se [unter Einfluß von engl, bus]: kurz
für t Omnibus.
Bys-: -bahnhof. den ^fahrer. der: Fahrer eines Omnibusses;
-haltestelle, die; -Knie, die: von einem Omnibus befahrene
Verkehrslinie.
Busch [bull, der; -[eis. Büsche ['byja; mhd. busch. ahd.
busk]: 1. dicht gewachsener Strauch: ein blühender B.;
der Bach ist von Büschen gesäumt; er hat sich hinter
einem B. versteckt; *[bei jmdm.] auf den B. klopfen (ugs.;
bei jmdm. auf etw. anspielen, um etw. Bestimmtes, was
man gern wissen möchte, zu erfahren; aus der Jägerspr.,
eigtl.. um Testzustellen. ob sich im Gebüsch Wild verbirgt,
um das Wild aufzuscheuchen): Er spielte den Allwissenden
und klopfte doch nur auf den B. (Zwerenz. Quadriga
25); mit etw. hinterm B. halten (ugs.; ein Vorhaben o.a.
nicht mitteilen, verheimlichen): es ist etw. im B. (ugs.: 1.
im verborgenen bereitet sich etw. vor. 2. jmd. hat die Ahnung,
daß er einem Gefieimnis auf der Spur ist): sich [seitwärts]
in die Büsche schlagen (ugs.; /heimlich! verschwinden; aus
dem Gedicht ..Der Wilde" (1801) von Gottfried Seume).
2. a) (Geogr.) Dickicht aus Sträuchern in tropischen
Ländern: diese Tiere leben im afrikanischen B.; man sieht
Neger, noch im B. geboren (Koeppen, Rußland 161); b)
(ugs.) Urwald, Wildnis: du kommst wohl aus dem B.?
(weißt du nicht, was in der Welt vorgeht?). 3. a) großer,
nicht gärtnerisch gebundener Strauß: ein großer B. Flieder;
b) svw. t Büschel: ein B. Federn. Haare.
B^sdi-: -bohne, die: Gartenbohne, die als niedrige, buschige
Pflanze wächst; -hemd, das: über der Hose getragenes
sportliches Hemd;-bolz,das:a)Strauchgehölz;b)<o. PI.>
Unterholz; -klepper, der [frühnhd. klepper. auch = Reiter.
I Klepper! (veraltet): Strauchdieb. Wegelagerer; -mann, der
<P1. -männer): Angehöriger eines in Siklwestafrika lebenden
Eingeborenenvolkes; -messer, das: Messer mit langer Klinge
zum Wegschlagen von Gestrüpp od. zum Ernten von
Zuckerrohr u. ä.; -neger, der: Angehöriger im Busch (2 a) lebender
Nachkommen von entlaufenen Negersklaven in Westindien
u. Guayana: -rose, die: Vertreter einer buschartig
wachsenden Rosenart; -wald, der: niedriges Gehölz; ^werk, das
<o. Pl.>: Gesträuch; Gebüsch; ^Windröschen, das: svw.
I Anemone.
Büschel ['bYjll. das; -s. - [mhd. büschel. eigtl. = kleiner
Busch]: zu einem kleinen Bündel zusammengefaßte Menge
von struppigen! langgewachsenen, gleichartigen Dingen:
ein B. Heu. Stroh. Gras; er hatte seinem Gegner die Haare
in ganzen -n ausgerissen; Ü hing an des Generals Frage
ein wirres B. von Theorien (Musil. Mann 1020); <Abl.:>
bQsch[e]lig <Adj.>: in Form von Büscheln: die Blüten dieser
Pflanze sind b. angeordnet; bQscheln <sw. V.; hat) (südd..
Schweiz.): zu einem Büschel od. Strauß zusammenfassen:
Petersilie. Kamille zum Trocknen b.; Jetzt, zuhause, büsch-
le ich die Blumen in die Vase (Frisch. Gantenbein 167);
<Zus.:> büschelweise <Adv.>: in Büscheln: die Haare gingen
ihm b. aus; Buschen l'bujn]. der; -s. - [f Busch] (südd..
österr. ugs.): Strauß von Blumen od. Zweigen: ein B. Flieder;
einen B. über die Tür hängen (zur Kennzeichnung einer
Buschenschenke); <Zus.:> Byschenschenke. die (österr.):
Straußwirtschaft, Heurigenlokal; bgschig <Adj.; nicht adv.)
[spätmhd. buscheht]: 1. dicht mit Haaren bewachsen: -e
Augenbrauen; er lachte mit den weißen Zähnen unter
seinem -en schwarzen Schnurrbart (Broch. Versucher 79);
der Schwanz des Eichhörnchens ist b. 2. mit Büschen
bestanden: -es Gelände. 3. in Form eines Busches wachsend]:
Die kleinen Mädchen hoben die Blumen auf. die aus den
-en Sträußen... fielen (Klepper. Kahn 1%); der Rosenstock
ist b. [gewachsen]; büschlig: f büschelig.
Büse ['by:zd]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederl.
büse < afrz. busse. buce = RuderschifT < mlat. buza.
bucia = breites SchifT. H. u.l: Boot zum Heringsfang.
Busen ['bu:znl. der; -s. - [mhd. buosen. buosem. ahd. buo-
sam. zu einer Wz. mit der Bed. ..schwellen44!: 1. weibliche
Brust in ihrer plastischen Erscheinung, bes. im Hinblick
auf ihren erotischen Reiz: ein voller, üppiger, zarter, strafler
B.; ihr B. wogte; eine kurze weiße Schürze .... aus der
oben ihr B. hervorquoll (Roehler. Würde 125); die neue
Mode zeigt viel B.; Sie verschränkte die Arme unter dem
mächtigen B. (Langgässer. Siegel 339). 2. (dichter.,
veraltend) a) Brust (1): einen Freund am B. halten; sie flog
an seinen B.: Ü am B. der Natur (meist scherzh.; in der
Natur, im Freien): b) Inneres: ein Geheimnis in seinem
B. verschließen; daß ein Mann seinen wahren Wert nicht
in Emaille auf der Hemdbrust, sondern im tieferen B.
trägt (Th. Mann. Krull 391); c) enganliegendes/ Oberteil
des Kleides. Mieder: sie nestelte an ihrem B.; die
Kammerzofe steckte den Zettel in ihren B.
bgsen-, Busen-: -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: den Busen
frei, unbedeckt lassend; -freund, der (meist iron.): jmd.,
der mit jmdm. sehr eng befreundet ist; -freundin, die: w.
Form zu t ^freund; -nadel.die (veraltet): Brosche.
Anstecknadel: -Star, der (ugs.): weiblicher Filmstar, dessen Wirkung
auf dem besonders üppigen Busen beruht; Der ..Busenstar"
Marilyn Monroe... überrascht hier durch eine respektable
darstellerische Leistung (Hörzu 51. 1974. 36); -tuch, das:
im Ausschnitt von Trachtenkleidern getragenes Tuch.
Brusttuch.
Bushd [boJ|]. der; -s. -s (aber: 6 -[s]> [engl.-amerik. bushel.
eigtl. = Scheflel]: englisch-amerikanisches Getreidemaß.
busig fbu:zi<;] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (ugs.): mit üppigem
Busen: eine -e Schönheit: ..Häschen" ... heißen auch die
-en Bajaderen in den ... Tempeln des Sexkults (Spiegel
19. 1966.69).
Busineß ['biznisl. das; - [engl, business]: a) (abwertend)
allzusehr vom Profitstreben bestimmtes Geschäft,
Geschäftsgebaren: Unter dem frommen Mantel der Aufklärung verbirgt
sich zu neunzig Prozent gewissenloses B. (Hörzu 12. 1971.
127); in punkto B. kennt er keine Skrupel; b) Geschäftsleben,
-weit; <Zus.:> Businessman [-man], der; -[s]. ...men [...man;
engl, businessman]: [allzusehr vom Profitstreben
beherrschter] Geschäftsmann: er ist ein nüchterner B.
büß-. Büß-: -fertig <Adj.> (Rel.): sich seines
sittlich-moralischen Fehlverhaltens o. ä. bewußt u. bereit, sich zu ändern,
zu bessern; reumütig: ein -er Sünder, dazu: -fertigkeit,
die <o. PI.); -gang, der (geh.): Gang zu jmdm. in der
Absicht, von ihm Verzeihung zu erlangen u. sich mit ihm
zu versöhnen: einen B. antreten; -gebet, das (Rel.); -geld,
das: Geldstrafe zur Ahndung bestimmter
Ordnungswidrigkeiten im Verkehr, im Wirtschafts- u. Steuerrecht, dazu: -geM-
besdiekl, der. -geldverfahren, das; ^gesang. der (Rel.):
-lied, das: Kirchenlied, das das Thema der Buße (1) zum
Inhalt hat; -Prediger, der (bes. MA.): Prediger, der zur
Buße (1) aufruft; -predigt, die: Predigt, die die Buße (1)
zum Thema hat; -psahn, der: einer der sieben Psalmen,
die besonders eindringlich von der Buße (1) handeln;
-Sakrament, das (kath. Rel.): Sakrament, durch das die
Lossprechung von Sünden möglich ist. wenn der Gläubige Reue
zeigt; ^tag, der: 1. (kath. Rel.) ein Tag der Woche, der
besonders der Buße gewidmet ist. 2. kurz für ! - und Bettag;
- und Bettag, der (ev. Kirche): Feiertag am Mittwoch
vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, der bes. der Buße
(1) gewidmet ist; -Übung« die (kath. Rel.): Gebete.
Kasteiungen. Liebeswerke zur Buße.
Bussard fbosartj. der; -s. -e [frz. busard, zu afrz. bu(i)son
< lat. büteo (Gen.: büteönis)]: Vertreter einer in vielen
Arten vorkommenden Unterfamilie der Greifvögel mit
breiten, zum segelnden, kreisenden Flug geeigneten Flügeln u.
kurzen, scharfkralligen Zehen.
Buße fbu:sdl. die; -. -n [mhd. buo3(e). ahd. buo3(a). urspr.
= Nutzen. Vorteil, im Ahd. auch = Heilung durch
Zauber]: 1. (Rel.)a) <o. PI.) das Bemühen um
dieWiederherstellung eines durch menschliches Vergehen gestörten
Verhältnisses zwischen Gott und Mensch: tätige B.; das Sakrament
der B.; B. predigen (veraltend; in der Predigt zur B.. zur
inneren Umkehr auffordern)'. B. tun (veraltend; tätige Reue
zeigen, büßen 1 a); b) etw.. was dem Gläubigen als Bußübung
auferlegt wird: Jmdm. eine B. auferlegen; Der Dompastor
gab mir eine heimtückische B. auf (Remarque. Obelisk
78); Für ihre ... Sünden hatte sie ... stets nur leichte -n
aufgebrummt erhalten (Werfel. Himmel 198). 2. <o. PI.)
Sühne. Reue mit dem Willen zur Besserung: er zeigt keine
Bereitschaft zur B. 3. a) (jur.) an einen Verletzten zu
zahlender Ausgleich für die Zufügung materieller od. bestimmter
immaterieller Schäden: b) (bes. Schweiz, jur.) Geldstrafe
für eine geringfügigere Gesetzesübertretung: Sie werde ...
eine Buße bekommen, einen Zettel an ihren Wagen (Frisch.
Gantenbein 117); jmdn. für etw. mit einer B. belegen;
er. der wegen unkorrekten Abwiegens von Obst und
Gemüse -n hatte zahlen müssen (Grass. Blechtrommel 389).
Bussel [bus)]. das; -s. -[n]: svw. tBusserl; fagsseln [zu mhd.
bussen = küssen, liebeln]: svw. tbusserln.
büßen ['by.sijl <sw. V.; hat) [mhd. büe3en = bessern, wieder-
450
butter-, Butter-
gutmachen, ahd. buosen = [verbessern,
wiedergutmachen, wiederherstellen]: I. a) (Rel.) durch selbstgewählte
oder auferlegte Bußübungen von einer Schuld o. ä. wieder
frei werden: daß ihn nichts zurückhalten könne. ... um
... für seine ... Sünden zu b.. die Pilgerfahrt nach Rom
anzutreten (Hesse. Narziß 259); b) sühnen: eine Tat b.;
sie sorgte dafür, daß dieser Teufel für seine Untaten ...
büßte (Thieß, Reich 632); das mußt du/sollst du [mir]
b.; c) Strafe erleiden, auf sich nehmen müssen: er mußte
für seine Tat schwer b.; er hatte dafür [lange] zu b.. daß
...; d) mit erw. bezahlen, mit etw. für etw. einstehen müssen:
er büßte seinen Leichtsinn mit dem Leben. 2. (Schweiz,
jur.) mit einer Geldstrafe belegen: man hat ihn mit einer
hohen Strafe gebüßt. 3. (veraltet) befriedigen: da ich denn
... meine Lust, mit allerlei Kindern dieser Fremde Fühlung
zu nehmen, hinlänglich gebüßt hatte (Th. Mann. Krull
330); Bitter fby:se]. der; -s. - (Rel.): jmd., der für begangene
Sünden Buße (1 a) tut.
Büßer-: -gewand. das: rauhes Gewand des Büßers: Ü Ich
erscheine nicht im B. vor einer breiten Öffentlichkeit (trete
nicht als Reuiger, in bußfertiger Haltung vor die
Öffentlichkeit; Kantorowicz. Tagebuch I. 14); -hemd, das; -kleid,
das: -schnee, der (Geogr.): an Pilgergestalten erinnernde
Schmelzformen von Schnee, Firn u. Gletschereis bes. in
den tropischen Hochgebirgen.
Büßerin, die; -. -nen: w. Form zu t Büßer.
Busserl fbosül]. das; -s. -[n] (südd.. österr. ugs.): Kuß: dafür
kriegst du ein B.; bgsserln <sw. V.; hat) [zu tbusseln]:
küssen.
Bussole [bo'so:b], die; -. -n [ital. bussola. eigtl. = kleine
Büchse (dir die Magnetnadel) < vlat. buxida. Akk. von:
buxis. f Büchse (1)]: svw. t Magnetkompaß.
Büste fbYsta], die; -. -n [frz. buste < ital. busto. H. u.]:
1. plastische Darstellung eines Menschen in Halbfigur od.
nur bis zur Schulter: die bronzene B. eines römischen
Kaisers; Verbrennen Sie auch diese Statuetten und -n. deren
Anblick in Sünde stürzt (Th. Mann. Tod u. a. Erzählungen
182). 2. weibliche Brustpartie: eine gut entwickelte B.; Die
Primadonna setzte die Hände auf die Hüften und warf
die B. nach vorn (H. Mann. Stadt 181); ein Kleid mit
ausgearbeiteter B. 3. (Schneiderei) auf einem Ständer
angebrachte Nachbildung des menschlichen Rumpfes, die zum
Anprobieren der in Arbeit befindlichen Kleidungsstücke
dient; Schneiderpuppe: ein Kleidungsstück nach der B.
abstecken; (Zus. zu 2:> Büstenhalter, der: Teil der Unter-
kleidung, der der weiblichen Brust Form u. Halt geben
soll: beim Weiterrennen riß ein Träger des -s (Dorpat.
Ellenbogenspiele 1S6); Abk.: tBH.
Bustrophedon [bostrofe'cbn], das; -s [lat. büstrophedon <
griech. boustrophedön. eigtl. = sich wendend wie der
Ochse beim Pflügen]: Schreibrichtung, bei der die Schrift
abwechselnd nach rechts u. nach links (.Jurchenwendig")
läuft (bes. in frühgriech. Sprachdenkmälern).
Busuki [bu'zu:ki]. die; -. -s [ngriech. busuki. aus dem Türk.J:
griechisches, in der Volksmusik verwendetes
Lauteninstrument.
Butadien [buta'die:n]. das; -s [Kurzwort aus Butan, di- u.
-en]: ungesättigter gasförmiger Kohlenwasserstoff
(Ausgangsstofffür synthetisches Gummi); Butan [bu'ta:n]. das;
-s. -e [zu lat. bütyrum < griech. boütyron = Butter]:
gesättigter gasförmiger Kohlenwasserstoff, der in Erdgas
u. Erdöl enthalten ist.
Butike [buti:kd]: svw. tBudike; Butjker: svw. tBudiker.
Butler ['hatte, selten: 'trette]. der; -s. - [engl, butler <
afrz. bouteillier = Kellermeister, zu spätlat. buUOicula
= Fäßchen. Krug]: Diener in einem vornehmen Haushalt,
bes. in England: ... John und Lucie. Sie kochte, kochte
sehr gut. und er war B. (K. Mann. Memoiren 121).
Butt Ibotl. der; -[eis. -e [aus dem Niederd.. zu: butt =
stumpf, plump]: Vertreter einer in zahlreichen Arten
vorkommenden Familie der Plattfische.
Butt Rm]. die; -. -en [t Bütte] (landsch.): einem Faß ähnliches
Vortragspult für den Büttenredner bei einer
Karnevalssitzung: in die B. steigen.
Butte [böte], die; -. -n (südd.. österr.. Schweiz.): 1. svw.
t Bütte (a). 2. (Winzerspr.) bei der Weinlese gebrauchtes,
hohes, auf dem Rücken zu tragendes Gefäß für die Trauben.
Bütte CbYtd]. die; -. -n [mhd. büt[t]e. büten. ahd. butin[na]
< mlat. butina = Flasche. Gefäß < griech. bytfne (py-
tine)]: a) großes hölzernes I wannenartiges Gefäß: Wäsche
in einer B. einweichen; b) in der Papierherstellung
gebrauchtes großes, ovales Gefäß mit Rührwerk.
Buttd ['bot}]: svw. T Buddel.
Büttel t'bYtj]. der; -s. - [mhd. bütel. ahd. butil. zu tbieten
= bekanntmachen, wissen lassen]: I. (veraltet)
Gerichtsbote, Häscher. 2. (abwertend veraltend) Ordnungshüter;
Polizist o. ä.: Zum erstenmal... war ich den -n dankbar (Lynen.
Kentaurenfährte 302). 3. (abwertend) jmd., der dienstfertig
das ausführt, was eine Obrigkeit von ihm verlangt: Ü ich
bin doch nicht dein B.!; <Zus. zu 2:> Bütteldienst, der.
Bütten ['bvtn], das; -s: svw. f Büttenpapier: Briefkarten aus
B.
Bitten-: -papier, das: handgeschöpftes Papier mit
ungleichmäßigem, gefranstem Rand u. Wasserzeichen; Mund, der:
für Büttenpapier charakteristischer gefranster Rand; -rede,
die: in der Butt gehaltener, witzig-lustiger Vortrag eines
Karnevalisten in der rheinischen Fastnacht; -redner. der:
jmd., der eine Büttenrede vorträgt.
Butter ['böte], die; - [mhd. buter. ahd. butera < vlat. *buti-
ra, *butura < lat. bütyrum < griech. boütyron. eigtl. =
Kuhquark]: aus Milch gewonnenes, bes. als Brotaufstrich
verwendetes Fett: ein Stück B.; die B. ist hart, ranzig:
B. aufs Brot streichen, (ugs.:) schmieren; B. auslassen;
etw. in [guter] B. braten; die Vorräte schmolzen dahin
wie B. an der Sonne (sehr rasch); jmd./jmds. Herz ist
weich wie B. (ist zu empfindsam, zu nachgiebig): *fendm.
fällt die B. vom Brot (ugs.; jmd. ist enttäuscht, entmutigt);
sich nicht die B. vom Brot nehmen lassen (ugs.; sich nichts
gefallen lassen, sich nicht benachteiligen lassen); imdm. die
B. auf dem Brot nicht gönnen (ugs.; auf jmdn. neidisch
sein); B. auf dem Kopf haben (südd.. österr.; ein schlechtes
Gewissen haben; nach dem Sprichwort ..wer Butter auf
dem Kopf hat. soll nicht in die Sonne gehen": die Butter
wurde früher von den Bauersfrauen in einem Korb auf
dem Kopf zum Markt getragen); es ist alles in [bester]
B. (ugs.; es ist alles in Ordnung; H. u., •iell. urspr. =
in guter Butter, nicht in billigem Fett gebraten).
bytter-, Butter-: -bemme, die (ostmd.): svw. t-brot; -berg,
der <o. PI.) (ugs.): im Übermaß angewachsene staatlich
eingelagerte Butterbestände; -birne, die: Bez. für
verschiedene Birnensorten, die sich durch bes. weiches Fruchtfleisch
auszeichnen; -Wume. die: volkst. Bez. für verschiedene
gelbblühende Wiesenblumen (z.B. Hahnenfuß, Löwenzahn
u. a.); -brot, das: mit Butter bestrichene Scheibe Brot: ein
B. zum Frühstück mitnehmen; [sich] ein B. machen; *auf
B. (Kinderspr.; zur Probe, probeweise); für ein B. arbeiten
(ugs.; gegen sehr geringe Bezahlung arbeiten); etw. fiir/im
ein B. bekommen/[ver]kaufen) (ugs.; etw. sehr billig
bekommen/ ver!kaufen); imdm.. etw. aufs B. schmieren/streichen
(ugs.; jmdm. etw. für ihn Ärgerliches o. ä. deutlich zu
verstehen geben; jmdm. einen Vorwurf machen), dazu: -brotpa-
pier, das: fettundurchlässiges Einwickelpapier, bes. für
Frühstücksbrot u. ä.; -creme, die: aus schaumig gerührter Butter
hergestellte Creme als Tortenfüllung, dazu: MTemetorte.
die; Mlose, die; ^faß, das: 1. Faß zur Aufbewahrung u.
zum Transportieren von Butter. 2. Gefäß, in dem Butter
gestoßen wird: ^fett, das: das in der Butter u. in der Milch
enthaltene Fett; -flöckchen, das (landsch.): kleines, einer
Schneeflocke ähnliches Stückchen Butter: vor dem Backen
werden B. auf dem Kuchenteig verteilt; -frau, die:
Landfrau, die Butter auf dem Markt od. an der Haustür an
ihre Kunden verkauft; ^gebäck, das: mit Butter zubereitetes
ausgestochenes/ Gebäck: -gebackene, das (landsch.): svw.
t-gebäck; -gelb <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -gelb, das;
-s (Chemie): früher zum Färben von Butter verwendeter
Azofarbstoff; -käse, der: flacher, zylindrischer ]
butterähnlich weicher, milder Vollfett- od. Rahmkäse; vgl. Bei paese;
-keks, der: Keks einer Kekssorte, die unter Verwendung
von Butter hergestellt wird; -klumpen, der: größeres Stück
Butter; -krem, die (ugs. auch: der): svw. t -creme; -kuchen,
der: Kuchen aus Hefeteig, der vor dem Backen mit
Butterstückchen u. Zucker bestreut wird; -kugel, die. -kügelchen,
das <meist Pl.>: zu einer kleinen Kugel geformtes Stückchen
Butter (Formdes Abrichtens); -messer, das: zwn
Abschneiden von Butter bestimmtes Messer; -milch, die: nur noch
wenig Fett enthaltende Milch, die bei der Butterherstellung
als Rückstand übrigbleibt; -pilz, der: eßbarer Röhrenpilz
mit gelbem bis schokoladebraunem Hut u. zitronengelber
Unterseite; -pinsel.der: Pinsel, mit dem Gebackenes,
nachdem es aus dem Backofen kommt, mit Butter bestrichen
29*
451
Butterfly
wird: ^röhrling, der: svw. t-pilz; -schmalz, das: durch
Auslassen von Butter gewonnenes Butterfett: -schnitte, die
(landsch.): svw. t -brot; -seite.die: 1. mit Butter bestrichene
Seite einer Brotscheibe: das Brot ist auf die Butterseite
gefallen; * auf die B. fallen (ugs.; Glück haben): er ist ein
Glückskind, er fällt stets auf die B. 2. (ugs.) vorteilhaftere
Seite von etw.: man hat ihn nur die B. der Sache sehen
lassen; -stulle, die (landsch.): svw. t-brot; ^teig, der:
Mürbeteig, der unter Verwendung von Butter hergestellt
wird: -vogel.der: volkst. Bez. für I Zitronenfalter; -weck.
der: 1. (landsch.) mit Butter bestrichenes Weizenbrötchen.
2. (landsch. veraltet): wie ein Wecken geformte Butterpor-
tion: MVfiich <Adj.; o. Steig.): a) sehr weich, so weich wie
Butter: die Birnen sind b.; Ü Unsere vierstrahlige Boeing
747 landete b. auf der Betonpiste des Flughafens von
Lima (Cotton, Silver-Jet 118); b) keine Festigkeit (die man
eigentlich erwartet hat) in seiner Haltung o.a. zeigend:
-e Abmachungen; c) (Sport Jargon) (vom Zuspiel)
gefühlvoll, ohne Wucht: sein Paß kam b. in den freien Raum.
Butterfly fbAtoflaj]. der; -s. - [amerik.-engl. butterfly. eigtl.
= Schmetterling (nach den ähnlichen Bewegungen)]: I.
(Eiskunstlauf) ein Spreizsprung: Seine Kür mit ... einem
besonders gelungenen B. (FAZ 23. 10. 61, 11). 2. <o.
PI.) (Schwimmen) svw. tButterflystil. 3. (Turnen) svw.
ISchmetterling: <Zus. zu 2:) Butterflystil, der; -[eis
(Schwimmen): Schwimmstil, bei dem die Arme gleichzeitig
über dem Wasser nach vorn geworfen u. unter Wasser nach
hinten geführt u. die Beine (wie beim Brustschwimmen)
angezogen, dann seitwärts nach hinten gestoßen u. zur Streck-
läge geschlossen werden: Schmetterlingsstil.
bgtterig <Adj.; o. Steig.): viel Butter enthaltend: sehr nach
Butter schmeckend: der Teig ist. schmeckt sehr b.; buttern
[botun] <sw. V.; hat): 1. Butter herstellen: in diesem
Bauernhaus buttert man noch selbst; Jedes Wochenende
wurde gebuttert (Grzimek. Tiere 74). 2. (Kochk.) mit Butter
bestreichen, ausstreichen: eine Toastscheibe, die
Kuchenform b. 3. (ugs.) (viel Geld) in etw. hineinstecken, für
etw. verwenden ohne daß es sich auszahlt j: er hat sein
ganzes Vermögen in das Unternehmen gebuttert. 4.
(landsch.) (sein mitgebrachtes Frühstück, seine Butterbrote)
verzehren: Sein Frühstück buttert der Kumpel, auf der
Gezähekiste kauernd (Spiegel 26, 1966. 28). 5. (Sport
Jargon) den Ball wuchtig (in eine bestimmte Richtung)
schießen: er butterte den Ball aufs Tor.
Buttje ['boüal. (auch:) Buttjer ['bot]«], der; -s. -s [aus dem
Niederd.. zu: butt = stumpf (abgeschnitten), gedrungen;
vgl. Butt] (nordd.): Junge. Kind.
Büttner ['bvtnB]. der; -s. - [zu ?Bütte] (landsch.): svw. t
Böttcher.
Button [bAtn], der; -s, -s [amerik.-engl. button. eigtl. =
Knopf < frz. bouton. zu: bouter = stecken, stoßen <
fränk. *bötan]: runde Ansteckplakette mit einer
Aufschrift /, mit der man seine politische od. andere Meinung
od. Einstellung offen zu erkennen gibt: er trägt einen B.
mit dem Symbol seiner Partei; Button-down-Hemd t-'daun].
c,C [tse:; ta. A], das; -. - [mhd.. ahd. c]: 1. dritter Buchstabe
des Alphabets, ein Konsonant. 2. (Musik) erster Ton der
Grund-(C-Dur) Tonleiter.
Cabaletta [kaba'leta], die; -, -s u. ...tten [ital. cabaletta]:
kleine Arie.
Caballero [kabaTje:ro. auch: kava...]. der; -s. -s [span. cabal-
lero < lat. caballärius = Pferdeknecht]: 1. (hist.) spanischer
Edelmann. Ritter. 2. Herr (in der Anrede nicht in Verbindung
mit einem Namen).
Cabanossi: tKabanossi.
Caban fkaba:n], der; -s. -s [frz. caban = Regenmantel,
über das Sizilian. aus dem Arab.l: modischer kurzer
Herrenmantel l mit breiten Revers u. breitem Kragen].
Cabaret [kaba're:. auch: *ka...]: fKabarett.
Cabochon [kabD'Jö:], der; -s. -s [zu frz. caboche = Kuppe]:
a) Schliff, bei dem die Oberseite des Schmucksteins
kuppeiförmig gewölbt erscheint: b) Schmuckstein mit Cabo-
chonschliff: <Zus.:) CabochonschlifT, der: svw. fCabochon
(a).
das [zu engl, button-down = festgeknöpftl: sportliches
Oberhemd, dessen Kragenspitzen festgeknöpft sind.
bgttrig: t butterig.
Butyl [bu'ty.i]. das; -s [zu t Butan u. griech. hyle = Gehölz.
Holz; Stofll: Kohlenwasserstoffrest mit vier
Kohlenstoffatomen: <Zus.:> Butybükohol, der: als Lösungsmittel od.
Riechstoff verwendeter Alkohol mit vier Kohlenstoffatomen: Buty-
rometer [butyro'me:te]. das; -s, - [zu lat. bütyrum = Butter
(< griech. boütyron) u. t ^meter]: Meßrohr zur Bestimmung
des Fettgehaltes der Milch.
'Blitz [bot?], der; -en. -en [mhd. butze] (landsch.):
Schreckgestalt. Kobold.
2Butz [-]. der; -en. -en [tButzen] (landsch.): Kerngehäuse
des Apfels.
BQtzchen [bYts^an]. das; -s. - [zu t butzen] (rhein.): Küßchen.
Butze ['but§d]. der; -n. -n (landsch.): svw. T'Butz; <Zus.:>
Butzemann, der; -s. -mannen Kobold. Kinderschreck: die
Kinder haben Angst vor dem B.
Butzen [but$n]. der; -s, - [spätmhd. butzen. zu mhd.
bösen, ahd. bösan = schlagen, also eigtl. = abgeschlagenes,
kurzes Stück]: 1. (landsch.) svw. t2Butz. 2. (landsch.)
Verdickung im Glas/. 3. (Bergmannsspr.) unregelmäßig
geformte selbständige Mineralmasse im Gestein: <Zus. zu 2:)
Butzenscheibe, die: kleine, runde, in der Mitte zu einem
Butzen verdickte Glasscheibe, die. zu mehreren in einer
Bleifassung zusammengefaßt, als Fensterverglasung dient.
dazu: Butzenscheibenlyrik, die [iron. Bildung von P. Heyse
fürdiealtertümelnde Dichtung des späten 19. Jh.s]
(abwertend): episch-lyrische Dichtungen mit Themen der
Ritterromantik: V. von Scheffel wird der B. zugerechnet.
butzen 1'bYtsn] <sw. V.; hat) [zu mhd. butzen = stoßen]
(rhein.): küssen.
Büx [bYks]. die; -. -en. Buxe [buksal. die; -. -n [aus dem
Niederd. < mniederd. buxe. zusgez. aus: *bukhose =
Hose aus Bock (sieder), zu: buk. bok = Bock] (nordd.):
Hose.
Buxtehude [bokstdhu:dd; nach der Stadt Buxtehude im
Landkreis Stade] in den Fügungen in, aus, nach B. (ugs.;
irgendwo in. aus einem kleinen, unbedeutenden, abgelegenen
Ort: irgendwo weit draußen): außer dieser Wohnung hat
er noch ein Häuschen irgendwo in B.
hye-bye! [bai'bai] <Adv.) [engl, bye-bye. Verdopplung von
t(good) bye] (ugs.): auf Wiedersehen!
Byzantiner [bytsan'ti:nB]. der; -s. - [tByzantinismus] (bil-
dungsspr. veraltend): Kriecher. Schmeichler: byzantinisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (bildungsspr. veraltend):
schmeichlerisch, kriecherisch: Byzantinismus [bytßan-
ti'msmus], der; - [nach den Zuständen am Kaiserhof in
Byzanzl (abwertend): Kriecherei. Schmeichelei: Jene
merkwürdige, unheilvolle Abart des B , die da sagt: ..Der Kaiser
.... der Führer.... der Kanzler hat immer recht** (Dönhoff.
Ära 16); Byzantinist, der; -en. -en: Wissenschaftler u.
Lehrer/ auf dem Gebiet der Byzantinistik: Byzantinjstik,
die; -: Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der
byzantinischen Kultur u. Geschichte befaßt.
Cabrio: IKabrio.
Cabriolet [kabrio'le:]:! Kabriolett.
Cachenez [kaj(d)'ne:]. das; -s [...e: (s)J. -s [...e:s: frz. cache-
nez. eigtl. = versteck die Nase!]: seidenes] Halstuch:
Der adelige Herr mit... dem stets blütenweißen C. (Spiegel
38. 1966. 27).
Cachet [ka'Je:. ka'Jel.das; -s. -s [frz. cachet = Handstempel.
Siegel] (veraltet): 1. Siegel. 2. Eigenart. Gepräge.
Eigentümlichkeit: Cachetage [kaj'ta:»]. die; -. -n [frz. cachetage,
eigtl. = Versiegelung, zu Icachet; vgl. kaschieren] (Kunst-
wiss.): I. <o. PI.) Verfahren der Oberflächengestaltung in
der modernen Kunst, bei dem Münzen. Schrauben u. ä. in
reliefartig erhöhte Farbschichten wie Siegel eingedrückt
werden: die Technik der C. 2. nach dem Verfahren der
Cachetage (1) gefertigtes Bild: eine Ausstellung neuer -en.
Cachetero Otaüe'texol. der; -s. -s [span. cachetero. eigtl.
= Dolch]: Stierkämpfer, der dem vom Matador (1)
verwundeten Stier den Gnadenstoß gibt.
cadiieren: tkaschieren.
c
452
Canter
Caddie ['kedi. engl.: kaedi], der; -s. -s [engl, caddie. zu
cadet, t Kadett): 1. Junge, der den Golfspielern die Schläger
trägt. 2. zweirädriger Wagen zum Transportieren der
Golfschläger. 3. Einkaufswagen in einem Supermarkt.
Cadmhm: f Kadmium.
Cafe [ka'fe:!. das; -s. -s [frz. cafc. tKaffeel: Gaststätte, die
in erster Linie Kaffee u. Kuchen anbietet, Kaffeehaus: ein
gemütliches, schön gelegenes C; Cafe complet [kafekö'plel.
der; - -. -s -s [...kÖ'ple; frz. cafö complet. aus: cafe =
t Kaffee u. complet = tkomplettl (Schweiz.): Kaffee mit
Milch, Brötchen, Butter u. Marmelade: Cafe creme [ka-
fe'kre:ml. der; - -. -s - [...'kre:m; frz. cafe creme, aus:
cafö = t Kaffee u. creme = Sahne. tCremel (Schweiz.):
Kaffee mit Sahne: Cafeteria [kafeto'ri:a]. die; -. -s [amerik.
Cafeteria < span. Cafeteria = Kaffeegeschäft, zu: cafö.
TKaffeel: Imbißstube: Restaurant mit Selbstbedienung:
Cafetier [kafe'üe:], der; -s. -s [frz. cafetierl (veraltet):
Kaffeehausbesitzer; Cafetiere [...'Ue:ra. ...e:ra]. die; -. -n [frz. cafe-
tierel (veraltet): 1. w. Form zu ICafetier. 2. Kaffeekanne.
Caisson pce'sö.j, der; -s, -s [frz. caisson < ital. cassone.
zu lat. capsa = Kasten] (Technik): Senkkasten für
Bauarbeiten unter Wasser; <Zus.:> Caissonkrankheit, die; -
(Med.): Krankheit, die nach Arbeiten unter erhöhtem
Luftdruck (z.B. in Senkkästen) auftritt, Druckluftkrankheit.
Cabunus ['ka:lamosl. der; -. ...mi [lat. calamus < griech.
kälamosj: antikes Schreibgerät aus Schilfrohr.
calando [ka'lando] <Adv.) [ital. calando = nachlassend!
(Musik): an Tonstärke u. Tempo gleichzeitig abnehmend.
Calcit: f Kalzit.
Calciun: f Kalzium.
Calembour. Calembourg [kalä'bu:?]. der; -s. -s [frz.
calembour, H. u.] (veraltet): Wortspiel.
Calendae [ka'lende; lat.]: t Kaienden u. ad calendas graecas.
Californiuni [kaliTarnium]. das; -s [nach der University of
California (Berkeley), wo es zuerst hergestellt wurde]:
chemischer Grundstoff, ein stark radioaktives Metall aus der
Gruppe der Transurane; Zeichen: Cf
Calla ['kala]. die; -. -s [zu griech. källos = Schönheit]:
zu den Aronstäben gehörende, langstielige Zierpflanze mit
breiten, glatten grünen Blättern u. langgestieltem Blütenstand
mit weißem Hüllblatt.
Callboy ['kry.lboi]. der; -s. -s [zu engl, to call = anrufen
> u. boy = Junge]: junger Mann, der auf telefonischen Anruf
hin Männer besucht od. männliche Besucher empfängt u.
gegen Bezahlung deren homosexuelle Wünsche befriedigt:
Da Jim kein Geld hat. wird er ..Callboy44 (MM 25. 6.
70. 30); Callgirl fkalgal]. das; -s. -s [engl, call girl. zu:
to call = anrufen u. girl = Mädchen]: Prostituierte, die
auf telefonischen Anruf hin Besuche macht od. Besucher
empfängt: Tel Aviv ist so modern, daß die Polizei sich
sogar jetzt mit dem Problem der ..Callgirls" beschäftigen
muß (FAZ 71.1958. 5). dazu: Callgirlring« der: organisierte
Gruppe von Callgirls: ein C. ist aufgeflogen.
Cahmet [kaly'mej: tKalumet.
Calvados [kalva'do:s]. der; -. - [frz. Calvados, nach dem
gleichnamigen Departement in der Normandie]:
französischer Apfelbranntwein.
calvinisdi usw.: tkalvinisch usw.
Calx [kalks].die; -. Kalces [kaltße.s; lat. calx): Kalk.
Calypso [ka'lipso], der; -[sl. -s [H. uj: 1. volkstümliche
Gesangsform der afroamerikanischen Musik Westindiens. 2.
figurenreicher Modetanz im Rumbarhythmus.
Cambium: I Kambium.
Camembert ['kamambe:?. ...be:s; auch: kamä'be:^]. der; -s.
-s [nach der gleichnamigen Kleinstadt in der Normandie]:
vollfetter Weichkäse mit weißem Schimmelbelag.
Camera obscura ['kamera Dps'ku.ra]. die; - -. ...rae ...rae
[...rE...re; lat. camera obscüra = dunkle Kammer]: innen
geschwärzter Kasten, auf dessen transparenter Rückwand
eine auf der Vorderseite befindliche Sammellinse ein
kopfstehendes, seitenverkehrtes Bild erzeugt.
Camion fkamiö], der; -s. -s [frz. camion. H. u.] (Schweiz.):
Lastkraftwagen; Camionnage ['kampna.'sl. die; - [frz. ca-
mionnage] (Schweiz.): 1. Spedition. 2. Gebühr für die
Beförderung von Frachtgut, Rollgeld; Camiomeur ['kamiDno:?].
der; -s. -e [frz. camionneur] (Schweiz.): Spediteur.
Camouflage [kamu'fla:^]. die: -. -n [frz. Camouflage] (bes.
Milit.; veraltet): Tarnung: Der Vietcong ... ist Meister
der C. Jeden Baum. Jeden Strauch nutzt er zur Tarnung
(Spiegel 32. 1966. 61); Ü eine Politik der C. betreiben;
eamouflieren [kamu'fli:ren] <sw. V.; hat) [frz. camoufler
< ital. camuflare. H. u.] (veraltet): tarnen, verbergen: ihre
Ratlosigkeit zu c. (Spiegel 25. 1975. 23).
Camp [kemp]. das; -s. -s [engl, camp < frz. camp < ital.
campo < lat. campus = Feld]: 1. Zelt Hager; Ferienlager
aus Zelten od. einfachen Häuschen: seine Ferien in/auf
einem C. verbringen. 2. Gefangenenlager.
Campanile: fKampanile.
Campari©[kam'pa:ri],der; -s. - [nach der Firma D. Campa-
ri. Mailand]: ein Bitterlikör.
Campecheholz [kam'petfe-]: t Kampescheholz.
campen['kempn] <sw. V.; hat) [engl, to camp < frz. camper.
zu: camp. f Camp]: am Wochenende od. während der Ferien
im Zelt od. Wohnwagen leben: wir wollen dieses Jahr mit
der ganzen Familie in Südfrankreich c; Interesse am ...
campenden Bundesbürger (Kanu-Sport 10. 1959. 192);
<Abl.:) Camper ['kempn]. der; -s, - [engl, camper]: jmd.,
flf£Tcflmpr;Campesino[kampe'zi:no], der; -s. -s [span. cam-
pesino. zu: campo = Land. Feld < lat. campus = Feld]:
armer Landarbeiter, Bauer, bes. in Spanien u. Südamerika.
Campher ['kamfe]: t Kampfer.
Campignien [käpin'j£:]. das; -[s] [nach der Fundstelle in
Campigny in Frankreich]: Kulturstufe der Mittelsteinzeit.
Camping ['kempinl. das; -s [engl, camping]: das Leben im
Freien auf Campingplätzen /. im Zelt od. Wohnwagen
während der Ferien od. am Wochenende: wir fahren zum C;
Mit polizeilicher Reglementierung des Zeltens,
obligatorischen Campingplätzen... führte sich das C. rasch ad
absurdum (Enzensberger. Einzelheiten I. 200).
Camping-: -artikel, der: Gegenstand der
Campingausrüstung; -ausrüstung, die: Gesamtheit aller zum Camping
notwendigen Gegenstände; ^beutel, der: leichter,
rucksackartiger Beutel, meist aus Segeltuch u. mit einem Boden
aus Plastik, der über einer Schulter getragen wird; -bus,
der: wie ein Wohnwagen ausgestatteter Kleinbus; -freund,
der: Anhänger des Campings; -fiihrer, der: Verzeichnis von
Campingplätzen mit den zum Campen notwendigen
Informationen; -«eschirr, das; -liege, die: vgl. -stuhl; -möbel,
das <meist PL): -platz, der: für eine größere Anzahl von
Campern angelegter Platz; -reise, die; -stuhl, der:
zusammenklappbarer, besonders leichter Stuhl; -tisch, der: vgl.
^stuhl; -Verzeichnis, das: svw. t ^führen -zubehör, das
<o. PI.).
Campus ['kampos. engl.: 'kaempds]. der; - [amerik.-engl,
campus < lat. campus = Feld]: (bes. in den USA u.
in Großbritannien) Gesamtanlage einer Hochschule,
Universitätsgelände.
Canadieme [kana'djen(d)]. die; -. -s [zu frz. canadien =
kanadisch]: lange, warme, sportliche Jacke mit Gürtel.
Canaille: t Kanaille.
Canasta [ka'nasta]. das; -s Ispan. canasta. eigtl. = Korb
< lat. canistellum. Vkl. von: canistrum = aus Rohr
geflochtener Korb < griech. känastron; nach der Bez. der
Kartenfigur, die die meisten Pluspunkte in den ..Korb41
des Siegers bringt]: Kartenspiel für 2 bis 6 Personen,
das mit 2 mal 52 Karten u. 4 Jokern gespielt wird.
Cancan [kä'kä:]. der; -s. -s [frz. cancan. vielL.von einer
kinderspr. Bez. für: canard = Ente (nach der Ähnlichkeit
der Bewegungen)]: (bes. als Schautanz in Varietes u.
Nachtlokalen) lebhafter Tanz im 2/4-Takt, bei dem die Beine
abwechselnd hochgeworfen werden.
Candela [kande:la], die; -. - [lat. candela = Kerze] (Physik):
Einheit der Lichtstärke; Zeichen: cd
Cannabis ['kanabis], der; - [lat. cannabis < griech.
kännabis]: a) Hanf: b) (bes. amerik.) svw. t Haschisch.
Cannae: fKannä.
Cannelloni tkanelo:ni] <P1.) [ital. cannelloni. PI. von: can-
nellone. zu lat. canna = kleines Rohr]: mit Fleisch gefüllte
u. mit Käse überbackene Röllchen aus Nudelteig.
Canoe: tKanu.
CaAon ['kanjon. kan'Jo.n]. der; -s. -s [span. caftön. viell.
< älter span. callön. Vgr. von: calle = Straße < lat.
callis = Pfad]: (bes. im westlichen Nordamerika) enges,
tief eingeschnittenes, steilwandiges Tal.
Canossa:! Kanossa.
cantabile kan'ta:bib] <Adv.) [ital. cantabile; lat. cantäbilis
= des Besingens wert] (Musik): gesangartig, ausdrucksvoll;
cantando [kan'tando] <Adv.) [ital. cantando < lat. cantan-
dum.Gerundium von: cantäre = singen] (Musik): singend.
Canter usw.: T Kanter usw.
453
Canto
Canto [kanto], der; -s. -s [ital. canto < lat. cantusj: Gesang;
Cantu§ fkantus]. der; -. - [kantu:s; lat cantus] (Musik):
Gesang, Melodie; melodietragende Oberstimme bei
mehrstimmigen Gesängen; Cantus firmus [- 'firmos]. der; - -.
-['kantu:s] ...mi [lat. firmus = fest(stehend)] (Musik):
Hauptmelodie eines mehrstimmigen Chor- od. Instrumental-
satzes; Canzone: ital. Form von f Kanzone.
Capa ['kapal.die; -. -s [span. capa < vlat. cappa = Mantel
mit Kapuze]: farbiger Mantel der Stierkämpfer; Cape
[ke:p]. das; -s, -s [engl, cape = Mantelkragen. Umhang
< afrz.. aprovenz. capa < vlat. cappa = Mantel mit
Kapuze]: ärmelloser Umhang mit Kapuze I: ein weites C;
sie legte ihr C. um die Schultern; Capcador [kapeado:?].
der; -s. -es [...o:res]. (eindeutschend auch:) Kapeador. der;
-s. -e [span. capeador]: Stierkämpfer, der den Stier mit
der Capa reizt.
Cappuccino [kapo'tJi:no]. der; -[s]. -s [ital. cappuccino. zu:
cappuccio = T Kapuze, nach der Farbe der Kutte, die
von den Kapuzinermönchen getragen wird]: hei fies
Kaffeegetränk* das mit geschlagener Sahne u. ein wenig
Kakaopulver serviert wird.
Capriccio, (auch:) Kapriccio [ka'pntJo]. das; -s. -s [ital.
Capriccio, eigtl. = Laune. Schauder, wohl zu: capo =
Kopf u. riccio = Igel, also etwa = Igelkopf) (Musik):
scherzhaftes, launiges Musikstück; capriccioso flcapn'tjo:-
20] <Adv.> [ital. capriccioso] (Musik): eigenwillig,
launenhaft, kapriziös, scherzhaft; Caprice [ka'pri:s3. frz.: ka'pris].
die; -, -n [frz. caprice = Laune]: 1. frz. Form von T
Capriccio. 2. svw. t Kaprice.
Capsien [ka'psifi:]. das; -[s] [nach dem Fundort Gafsa in
Tunesien]: Kulturstufe der Alt- u. Mittelsteinzeit.
Captatio benevolentiae (kap'ta:tsio benevo'lentsiel.die; -•
[lat. captatio benevolentiae = Haschen nach Wohlwollen]
(Stilk.): das Werben um die Gunst des Lesepublikums mit
bestimmten Redewendungen.
Capuchon [kapy'Jö:], der; -s, -s [frz. capuchon. zu: cape
= Kappenmantel < aprovenz. capa, tCape]:
Damenmantel mit Kapuze.
Caput mortuum ['kapot mortuum]. das; - - [lat. caput
mortuum = toter Kopf (nach einer Bez. in der Alchimie)]:
1. Englischrot (als Malerfarbe u. Poliermittel verwendet).
2. (veraltet) etw. Wertloses.
Car [ka:?]. der; -s. -s (Schweiz.): kurz Tür t Autocar.
Carabiniere: f Karabiniere.
Caracalla [kara'kala]. die; -. -s [lat. caracalla (gall. Wort)]:
langer Kapuzenmantel (Kleidungsstück in der Antike).
Caradio: t Karacho.
canunba! [ka'ramba] (InterJ.) [span. caramba. H. u.] (ugs):
zum] Teufel!; Donnerwetter!
Caravan ['ka(:)ravan. kara'va.n, (seltener:) kerevEn. --'-].
der; -s. -s [engl, caravan < ital. caravana = f Karawane]:
1. a) kombinierter Personen- u. Lastwagen; b)
Reisewohnwagen; im C. durch Italien reisen. 2. Verkaufswagen: -s Air
Fleisch. Fisch u. Geflügel: Caravaner ['ka(:)rava:nB. kara-
'va:ma. (seltener:) keravenB]. der; -s. -Jmd.. der
vorübergehend! im Caravan (1 b) lebt; Caravaning ['ka(:)rava:nro.
kara'va:nro. (seltener:) 'keravsnin]. das: -s [engl,
caravaning]: das Reisen. Leben im Caravan (1 b): die Vor-
und Nachteile von Camping und C.
Carbid: t Karbid; Carbolineum: t Karbolineum; Carbonat:
t Karbonat; Carboneun [karbo'ne.um]. das; -s [zu lat. carbo
= Kohle]: in Deutschland veraltete Bez. fiir t Kohlenstoff;
Zeichen: C
Cardigan[kardigan.engl.: 'kariiganl.der;-s.-s[engl.cardi-
gan. nach J. Th. Brudenell. 7. Eml of Cardigan (1797
bis 1868)]: lange, wollene Strickweste für Damen.
care of [kear av; engl., eigtl. = (unter) Obhut von] (Zusatz
bei der Adressenangabe auf Briefumschlägen): wohnhaft
bei...; Abk.: c/o
carezzando [karc'tsando]. carezzevole [kare'tse:vob] <Adv.>
[zu ital. carezzare = schmeicheln, zu nilat. cäritia =
Schmeichelei, zu lat. cärus = teuer, lieb] (Musik): zärtlich,
schmeichelnd, liebkosend.
Caries: t Karies.
Carioca [ka'rjpka], die; -. -s [port. carioca (indian. Wort)]:
um 1930 nach Europa eingeführter lateinamerikanischer
Modetanz im 4lrTakt. eine Abart der Rumba.
Caritas ['ka Titas], die; - kurz für: Deutscher Caritasverband
(Wohlfahrtsverband der kath. Kirche in der
Bundesrepublik Deutschland): caritativ: t karitativ.
Carmagnole [karman'jo:ta], die; -. -n [nach der piemontesi-
schen Stadt Carmagnola] (bist.): 1. <o. PI.) ein französisches
Revolutionslied aus dem 18. Jahrhundert. 2. ärmellose Jacke
der Jakobiner (1).
Carnallit: tKarnalüt.
Carnet [de passages] [kar'ne (dd pa'sa:3d)]. das; - - -. -s
[kar'ne] - - [frz. carnet de passages. aus: carnet = ONotiz)-
buch (< lat. quaternl = vier zusammen), de = von.
Tür (< lat. de) u. passages. PI. von: passage. t Passage]
(Verkehrsw.): Sammelheft von Triptiks.
Zollpassierscheinheft für Kraftfahrzeuge.
Carotin: 1 Karotin.
carpediem!['kan»'di:em; lat. carpediem. zu: carpe.
Imperativ von: carpere = genießen u. diem. Akk. Sg. von:
dies = Tag; Horaz. Oden I, 11, 8] (bildungsspr.): nutze
den Tag!; genieße den Augenblick!
carrarisdi [ka'ra:nj] in der Fügung -er Marmor (Marmor
aus den Brüchen von Carrara. einer Stadt in Oberitalien).
Canier fkaena]. der; -s. -s [engl, carrier. zu: to carry =
tragen, befördern < afrz. carier. zu lat. carrus = Karren]:
Unternehmen, das Personen od. Güter zu Wasser, zu Land
u. in der Luft befördert.
Carte blanche (kartdblä:/]. die; - -. -s -s [kam'blä:!; frz.
carte blanche = weiße Karte, zu: carte (tKarte) u. blanche.
Fem. Sg. von: blanc. tblanchieren]: unbeschränkte
Vollmacht; man gab ihm C. b. zum Handeln.
Cartoon [kar'tu:n]. der od. das; -[s]. -s [engl, cartoon <
ital. cartone = Pappe. Karton, Vgr. von: carta = Papier
< lat. Charta. tKarte]: I. Karikatur; gezeichnete od. gemalte
satirische Geschichte in Bildern. 2. <P1.> svw. tComic
Strips; Cartoonist [kartunist], der; -en. -en [engl, cartoonist]:
Künstler, der Cartoons zeichnet.
Casanova [kaza'no:va]. der; -[s]. -s [nach dem ital.
Abenteurer G. Casanova (1725-1798)]: Verführer. Frauenheld: er
ist ein ausgesprochener C; Als skrupellosen C. entlarvte
gestern vor dem Landgericht Karlsruhe eine Zeugin den
wegen Großbetrugs ... angeklagten Kaufmann (Bild 16.
6. 64, 3).
Cäsarenherrediaft [tsc'zairan-]. die; - [nach dem röm.
Feldherrn u. Staatsmann G. Julius Caesar (100 od. 102-44):
Alleinherrschaft, diktatorische Herrschaft;
Cäsarenwahnsinn, der; -s: krankhafte Übersteigerung des Machttriebs
bei Herrschern u. Diktatoren; cäsarisch [tse'za:rif] <Adj.>
(bildungsspr.): 1. kaiserlich. 2. selbstherrlich; Cäsarismus
[tseza'nsmos]. der; -: unbeschränkte, meist despotische
Staatsgewalt; Cäsaropapismus [t§ezaropa'pismus]. der; -
[zu Cäsar u. t Papismus]: Staatsform, bei der der weltliche
Herrscher zugleich auch geistliches Oberhaupt ist.
Casco fkasko]. der; -[s]. -[sj [span. casco]: Mischling in
Südamerika.
Casein: t Kasein.
Cash [kaej; engl, cash < mfrz. casse < ital. cassa. f Kasse]:
Bargeld. Barzahlung; cash and carry ['kxj and 'kam; engl.,
zu: tCash u. carry = das Tragen. Mitnehmen. Subst. zu:
to carry. TCarrier] (Wirtsch.): Vertriebsform des Groß- u.
Einzelhandels, die auf Bedienung u. besondere Präsentation
der Waren verzichtet u. die dadurch bewirkten Kostener spcu-
nisse an die Abnehmer weitergibt; Cash-and-caiTy-Klausel,
die; -: Vertragsklausel im Überseehandel, wonach der Käufer
die Ware bar bezahlen u. im eigenen Schiff abholen muß.
Cashewnuß['keju-.engl.:ka'Ju.-l.die; -. -nüsse[engl.cashew
(nut) < port.(a)caJu < Tupl acaju = Nierenbaum]: eßbare
Frucht des Nierenbaums aus den tropischen Gebieten
Amerikas.
Cash-flow [kaej'floo]. der; -s [engl, cashflow. zu: tCash u.
flow = Flußl (Wirtsch.): Überschuß, der einem
Unternehmen nach Abzug aller Unkosten verbleibt u. die Kennziffer
zur Beurteilung der finanziellen Struktur des Unternehmens
ergibt; Kassenzufluß.
Casino: t Kasino.
Cäshan [t$e:zlum]. das; -s [zu lat. caesius = blaugrau (wegen
der blauen Doppellinie im Spektrum)]: chemischer
Grundstoff, ein Metall; Zeichen: Cs
Cassa I'kasa]. die; - [ital. cassa]: 1. ital. Bez. für f Kasse.
2. (Musik) Trommel; gran C. (große Trommel).
Cassata [ka'sa:ta]. die; -. -s [ital. cassata < arab. qa$ka
= große u. tiefe Speiseschüssel]: italienische Eisspezialität.
Cassetten-Recorder: t Kassettenrecorder.
Castle [ka:sl]. das; -. -s [engl. Castle < afrz. castel < lat.
castellum = Festung. Kastell]: engl. Bez. für Schloß. Burg.
454
Cerclesttz
Castroismus, (auch:)Castrismus Pcastroismus. ...s'tr...]. der;
-: Bez. für die politischen Ideen u. das politische System
des kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro innerhalb
des Weltkommunismus.
Caar: I Zäsur.
Casus: t Kasus; Casus belli [ka:zus bell], der; - -. - [ka:zu:s]
- [lat.. zu: casus = Fall u. belli. Gen. Sg. von: bellum
= Krieg] (bildungsspr.): Kriegsfall; kriegsauslösendes
Ereignis: das Land ist auf den.C. b. vorbereitet; Ü ein C.
b. für die niedergelassenen Ärzte (Spiegel 43. 1975, 38);
Casus foederis [ka:zus foitbns], der; - - [lat.. zu: foederis.
Gen. Sg. von: foedus = Bündnis]: Ereignis, das die Bündnis-
p/licht eines Staates auslöst: Casus obliquus [ka:zus
obli-.kvus]. der. - -. - [ka:zu:s] ...qui [...vi; lat.. zu: obliquus
= schräg, schiefl (Sprachw.): abhängiger Fall (z. B. Genitiv,
Dativ. Akkusativ): dieses Substantiv steht in einem C.
o.; Casus rectus ['ka.zos 'rektos], der; - -. - [ka:zu:s] ...ti
[lat.. zu: rectus = gerade] (Sprachw.): unabhängiger Fall:
der Nominativ ist der C. r.
Catboot [ketbo:t]. das; -s. -e [engl, catboat]: kleines
Segelboot mit einem Mast.
Catch [kaetfh das; -: kurz für tCatch-as-catch-can;
Catch-as-catdi-can['kaetjdz 'kaetlkaen].das;- [engl, catch-
as-catch-can. eigtl. = greifen, wie man nur greifen kann]:
1. (Ringen) von Berufsringern ausgeübte Art des
Freistilringens, bei der fast alle Griffe erlaubt sind, in der Regel
mit zahlreichen Einlagen, die der Belustigung der Zuschauer
dienen. 2. (ugs. abwertend) Anwendung aller nur möglichen
brutalen/ Methoden u. Mittel zur Erreichung eines
bestimmten Ziels: ein politisches, wirtschaftliches C; damit
in der EWG endlich das „Catch-as-catch-can" beendet
wird (Welt 21. 11. 64. 9); catchen [ketjn] <sw. V.; hat)
[engl, to catch = greifen < afrz. cachier = fangen, zu lat.
captäre]: 1. als Catcher kämpfen: mit 20 begann er zu c.
2. (vom Catcher) in bestimmter Weise kämpfen: unfair,
brutal c; Catcher ['keife], der; -s. -: Berufsringer, der
im Stil des Catch-as-catch-can (1) ringt.
Catchup: T Ketchup.
Catenacdo [katenatjo]. der; -[s] [ital. catenaccio. eigtl. =
Sperrkette. Riegel, zu lat. catena = Kette): besondere
Verteidigumstechnik im Fußballspiel, bei der sich bei einem
gegnerischen Angriff die gesamte Mannschaft kettenartig
vordem eigenen Strafraum zusammenzieht: der italienische
C. war nur schwer zu durchbrechen, (ugs.:) zu knacken.
Caterpillar ['kaetopib]. der. -s. -[s] [engl. Caterpillar]: bes.
beim Straßenbau eingesetzter Raupenschlepper.
Cathedra fka:tedra], die; -. ...rae [...re; lat. cathedra <
griech. kath&ra = Stuhl. Sessel]: 1. Lehr/stuhl. 2.
Ehrensitz, bes. eines Bischofs od. des Papstes: C. Petri (der
Päpstliche Stuhl).
Caudillo [kap'diljo]. der; -[s], -s [span. caudillo = Anführer.
Heerführer]: 1. politischer Machthaber. Diktator. 2.
Häuptling. Heerführer.
Causa fk^iza]. die; -. ...sae[...ze; lat. causa] (jur.): Grund.
Ursache eines Schadens, einer Vermögensänderung usw.j;
Cause cäebre [kozse'lebr]. die; - -. -s -s [kozse'lebr; frz.
cause celebre. zu: cause = Grund. Rechtsstreit (< lat.
causa, tCausa) u. edebre = berühmt < lat. celeber]:
berühmter Rechtsstreit, berüchtigte Angelegenheit; Causerie
[koza'ri:]. die; -. -n [...Lot; frz. causerie. zu: causer =
sich unterhalten, plaudern < lat. causäri = einen Grund
vorbringen] (veraltet): 1. leichtverständliche, unterhaltsam
dargebotene Abhandlung. 2. unterhaltsame Plauderei;
Causeur [ko'zo:?], der; -s. -e [frz. causeur] (veraltet): jmd..
der andere mit unverbindlichen Plaudereien unterhält;
Causeuse ko'z0:za]. die; -. -n [frz. causeuse]: 1. (veraltet)
gesprächige Frau. Schwätzerin. 2. kleines Sofa.
Cavaliere [kava'lie-.re]. der; -, ...ri [ital. cavaliere < lat.
caballärius = Pferdeknecht]: ital. Adelstitel u. sein Träger.
cave canem! ['ka:va 'ka.nem; lat. cave canem = hüte dich
vor dem Hund!] (Inschrift auf Tür od. Schwelle
altrömischer Häuser): a) Vorsicht, der Hund ist bissig!; b) nimm
dich in acht!, sieh dich vor!
Cayennepfeffer [ka'jen-]. der; -s [nach der Insel Cayenne]:
vorwiegend aus Chili hergestelltes scharfes Gewürz.
CB-Funk Uße:'be>. bei engl. Ausspr.: si: bi: -]. der; -s
[gek. aus engl.-amerik. Citizen band =
..Bürgerfrequenzband"] (Nachrichtent.): Sprechfunkverkehr [mit mobilen
Anlagen] auf einem bestimmten {Band(l 2 n), für den keine
Lizenz benötigt wird; Jeder mannfunk.
C-Dur ftse:-. auch: '-'-]. das; -: Tonart; Zeichen: C (tc.
C 2); <Zus.:> C-Dur-Etüde, die.
Cedille [se'di:j(d)]. die; -. -n [frz. cedille < span. zedilla.
eigtl. = kleines z, zu (lat.-)griech. zSta. tZeta]: dem Komma
ähnliches diakritisches Zeichen unten an einem
Buchstaben I mit verschiedenen Funktionen. z.B. frz. q 's] vor
a. o. u od. runtän. f ///.
Ceinturon [sEty'rö:], das; -s. -s [zu frz. ceinture = Gürtel
< lat. clnctüra] (Schweiz.): Lederriemen des Soldaten.
Celesta [tje'lesta]. die; -. -s u. ...sten [ital. oelesta. eigtl.
= die Himmlische < lat. caelestis] (Musik): zartklingendes
Tasteninstrument, das zur Tonerzeugung Stahlplatten u.
röhrenförmige Resonatoren verwendet.
Cella, (eindeutschend auch:) Zella t't^elal. die; -. Cellae
[...le; lat. cella. eigtl. = Kammer]: 1. der Hauptraum im
antiken Tempel, in dem das Götterbild stand. 2. (veraltet)
Mönchszelle, 3. (Med.) svw. IZelle.
Cellist[tjelist,auch: Je...].der; -en. -en:jmd.. der
berufsmäßig] Cello spielt: Celljstin. die; -. -nen: w. Form zu tCellist;
celijstisch <Adj.; o. Steig.): 1. das Cello betreffend. 2. in
der Art des Cellos; Cello ['tfelo. auch: 'Jelo). das; -. -s
u. Celli: Kurzf. von I Violoncello.
Cfllo-: -konzert, das: Konzert für Cello u. Orchester;
^Sonate, die: Sonate für Cello; ^Spieler, der: jmd.. der Cello
CeHophan <Sx das; -s. Cellophane © [t$elo'fa:n(a)]. die; -
[frz. cellophane. Kunstwort aus tZellulose u. griech.
diaphanes = durchsichtig]: glasklare Folie; ceHophanierai
[tselofa'nhren] <sw. V.; hat): (eine Ware) in Cellophan
verpacken; ein cellophanierter Schutzumschlag.
Celsius ['t^elzios; nach dem schwed. Astronomen A. Celsius
(1701-1744)] (Physik): Gradeinheit auf der Celsiusskala
(Zeichen: C): die Temperatur [des Wassers, der Luft]
beträgt 28 °C; <Zus.:) Celsiusskala, die (Physik):
Temperaturskala, bei der der Abstand zwischen dem Gefrier- u. dem
Siedepunkt des Wassers 100 Einheiten entspricht.
Cembalist[tjemba'listl.der;-en.-en:jmd..der berufsmäßig!
Cembalo spielt; cembaljstisch <Adj.; o. Steig.): 1. das
Cembalo betreffend. 2. in der Art des Cembalos; Cembalo
t'tjembalo]. das; -s. -s u. ...li: Kurzf. von tClavicembalo.
Ceraman [tseno'ma:n]. das; -s [nach dem Siedlungsgebiet
der Cenomanen. eines keltischen Volksstamms] (Geol.):
Stufe der Kreideformation.
Cent ttsent. engl.: sent]. der; -[s]. -[s] (aber: 5 -) [engl,
cent < mfrz. cent = hundert < lat. centum]: Untereinheit
der Währungseinheiten verschiedener Länder (z. B. USA);
Abk.: c u. ct. PI cts; Centavo [sen'ta.vo]. der; -[s]. -[s]
<aber: 5 -> [span. u. port. centavo. eigtl. = Hundertstel,
zu lat. centum = hundert]: Untereinheit der
Währungseinheiten verschiedener südamerikanischer Länder (z. B.
Argentinien. Brasilien); Centenar usw.: vgl. Zentenar usw.
Center ['sentel. das; -s. - [engl, center. eigtl. = Mittelpunkt
< frz. centre < lat. centrum. t Zentrum]: a)
Großeinkauf sanlage mit Selbstbedienung!; b) Geschäftszentrum.
Centeshno [tJen'te:zimo]. der; -[s]. ...mi <aber: 5 -> [ital.
centesimo < lat. centesimus = der hundertste]:
Untereinheit der Währungseinheiten verschiedener Länder (z. B.
Italien. Somalia): Centesimo [sen'te:zimo]. der; -[s]. -[s] (aber:
5 -> [span. centesimo < lat. centesimus = der hundertste]:
Unterebiheit der Währungseinheiten verschiedener Länder
(z.B. Panama. Chile): Centime [säti:m]. der; -[sl. -s
[...ti:m(s)l <aber: 5 -> [frz. Centime, zu lat. centum. tCent]:
Untereinheit der Währungseinheiten verschiedener Länder
(z.B. Frankreich. Schweiz); Abk.: c. ct. (Schweiz.:) Ct..
PI.: et od. cts. (Schweiz.:) Ct.; Centkno [sentlmo]. der;
-[sl. -[s] <aber: 5 -) [span. c&itimo < frz. Centime,
tCentime]: Untereinheit der Währungseinheiten verschiedener
Länder (z.B. Spanien. Costa Rica).
Cento ['tsento]. der; -s. -s u. Centones [tsen'to:ne:s; lat.
cento = Flickwerk]: Gedicht, das aus einzelnen Versen
bekannter Dichter zusammengesetzt ist.
Cer, (eindeutschend auch:) Zer [tse:g]. das; -s [nach dem
1801 entdeckten Asteroiden Ceres]: chemischer Grundstoff,
ein Metall; Zeichen: Ce
Cerberus: T Zerberus.
Cercle [serk|]. der; -s. -s [...|(s); frz. cercle < lat. circulus.
tZirkel]: 1. (veraltet) a) Empfang bei Hofe): C. halten;
b) geschlossene Gesellschaft, vornehmer Gesellschaftskreis:
keinen Zutritt zu einem C. finden. 2. (österr.) die ersten
Reihen im Theater od. Konzertsaal: Karten für den C.
bestellen; <Zus. zu 2:) Cerclesitz, der.
455
Cerealien
Cerealien [t$ere'a:liDn] <P1.> [lat. Cereälia]: altrömisches Fest
zu Eixren der Ceres, der Göttin des Ackerbaus.
cerise [sa'rhz] <indekl. Adj; o. Steig.; nicht adv.) [frz. cerise.
zu cerise = Kirsche < vlat. *cerasia. *ceresia = Kirsche]:
kirschrot: der Kleiderstoff ist c.
Certosa [tJer'to:za]. die; -. ...sen [ital. certosa < frz. char-
treuse = Kartäuserkloster, f Chartreuse]: Kloster der
Kartäuser in Italien: die C. in Pavia.
Cervelat ['servalal. der; -s. -s [frz. cervelas < ital. cervellata.
tZervelatwurst] (Schweiz.): Brüfiwurst aus Rindfleisch mit
Schwarten u. Speck. Vgl. Servela. Zervelatwurst.
ces, Ces [tses] (Musik): um einen halben Ton erniedrigtes
c.Ces:TCes-Dur;Ces-Dur['tscs-.auch:'-'-]. das;-: Tonart:
Zeichen: Ces (Tees. Ces); <Zus.:> C<?»-Dur-Etüde, die.
cest la guerre [selage:r: frz. = das ist der Krieg]: so ist
es nun einmal im Krieg 1. da kann man nichts machen:
daß die notwendigen Verweigerungen der
Organtriebbefriedigungen das Kind ... in eine feindliche, kämpferische
Stellung zur Umgebung drängen. Daraus resultieren
Anspannungen und Steigerungen organisch gegebener
Fähigkeiten - c'est la guerre - (A. Adler. Charakter 45).
c'est la vie [selavi:; frz. = das ist das Leben]: so ist das
Leben nun einmal (als Ausdruck der Resignation): Schon
Tucholsky klagte: ..Man möchte immer eine große Lange,
und dann bekommt man eine kleine Dicke! C'est la vie!"
(Hörzu49. 1974. 122).
ceterts paribus [tse:teri:s 'pa:ribos; lat. = (wenn) das übrige
gleich (ist)]: unter sonst/ gleichen Umständen
(methodologischer Fachausdruck der Wirtschaftstheorie).
Ceterum censeo ['tse:terom 'tsenzeo], das; - - [lat. =
„Übrigens meine ich" (daß Karthago zerstört werden muß);
Schlußsatz jeder Rede Ca tos im römischen Senat]: hartnäk-
kig wiederholte Forderung: feste Überzeugung.
CevapÜci [tje'vaptjiljil.das; -ts]. -ts] [serbokroat. öevapCici]:
gegrilltes, stark gewürztes Hackfleischröllchen.
CGS-System, das; -s: internationales Maßsystem, das auf
den Grundeinheiten Zentimeter (C). Gramm (G) u. Sekunde
(S) aufgebaut ist.
ChaWts Lfa'bli:], der: - [...i:(s)L - [...i:s; nach dem frz. Ort
Chablis]: Weißwein aus Niederburgund: daß man Austern
aus der Hand schlürft, dazu bevorzugt C. trinkt (MM
28. 2. 74. 20).
Cha-Cha-Cha ['tja'tja'tja]. der; -[s]. -s [span. cha-cha-cha,
H. u.]: Modetanz aus Kuba in Südamerikas Rhythmus.
Chacome Lfa'kon], die; -. -s od. -n [...nan; frz. chaconne
< span. chacona. vidi, lautm.]. (auch:) Ciacona [tja'ko:-
na], die; -. -s [ital. eiaecona < span. chacona. tChaconne]:
I. alter, aus Spanien stammender, mäßig bewegter Tanz
im }lrTakt. 2. (Musik) Instrumentalstück im 5lrTakt mit
zugrundeliegendem achttaktigem Baßthema.
chaeun i son »out [JakofeasÖ'gu; frz. = jeder nach seinem
Geschmack]: jeder nach seinem Geschmack, wie es jedem
gefällt.
'Chagrin [Ja'grg:]. der; -s, -s [frz. chagrin. zu afrz. graignier
= betrüben, zu: graim = kummervoll, betrübt < frank
*gram] (veraltet, noch landsch.): Kummer, Verdruß: in
C. geraten; wenn wir es mit denen anlegen, kommen wir
aus dem C. nicht heraus (Hacks. Stücke 377).
HThagrin [-]. das; -s [frz. chagrin < türk. sagn = Kruppe
des Pferdes]: Leder aus Pferde- od. Eselshäuten mit künstlich
aufgepreßtem Narbenmuster eines anderen Leders: das Buch
ist in C. gebunden: <Abl.:> chagrinieren Lfagri'ni:ren] <sw.
V.; hat) [frz. chagriner]: ein Narbenmuster auf Leder
aufpressen.
Chaine ['Je:n(9)l. die; -. -n [...ran; frz. chaine. eigtl. = Kette
< lat. catena]: I. (Weberei) Kettfaden. 2. (veraltet) Kette
beim Rundtanz.
Chairman ['tjegman]. der; -, ...men [engl, chairman. zu:
chair = Stuhl. Amtssitz (< afrz. chaiere < lat. cathedra
< griech. kath6dra) u. man = Mann, Person]: in England
u. Amerika der Vorsitzende eines politischen od. Wirtschaft-
Heften Gremiums, bes. eines parlamentarischen Ausschusses.
Chaise ['Je:z3], die; -. -n [frz. chaise < lat. cathedra <
griech. kathedra]: 1. (veraltet) Stuhl, Sessel. 2. a) (veraltet)
vierrädrige Post /kutsche: b) (ugs. abwertend) altes,
ausgedientes Fahrzeug. 3. (veraltet) svw. IChaiselongue;
Chaiselongue Lfez3'lÖ:k]. die: -. -n [...lö:gn] u. -s. (ugs. auch:)
[...'boh das; -s, -s [frz. Chaiselongue, zu: chaise (tChaise)
u. longue = lang < lat. longus]: gepolsterte Liege mit
Kopflehne: eine weiche, mit Samt bezogene C.
Chalet Lfa'le:. Ja'le]. das; -s. -s [frz. chalet. aus einer vorlat.
Mittelmeersprache] (Schweiz.): 1. Sennhütte,
Schweizerhäuschen. 2. Landhaus.
Chalkogene [9alko'ge:naKPl.) [zu griech. chalkös = Erz.
Metall, Kupfer u. -genes = hervorbringend] (Chemie):
Sanunelbez. für die Elemente der sechsten Hauptgruppe
des periodischen Systems: Chalkographk» die: -. -n [...i:an;
zu griech. chalkös = Erz, Metall. Kupfer u. t-graphie]
(veraltet): 1. <o. PI.) Kupfersteclikunst. 2. Kupferstich: Chal-
koIHhikum [...lhtikum. (auch:) ...In...], das: -s [zu griech.
chalkös = Erz. Metall, Kupfer u.lfthos = Stein]:
jungsteinzeitliche Stufe, in der neben Steingeräten bereits
Kupfergegenstände auftreten.
Chataedon [kaltse'do.n], das; -s. -e [wahrseh. nach der alt-
griech. Stadt Kalchedon am Bosporus]: ein Mineral
(Quarzabart).
Chamade: f Schamade.
Chamäleon [ka'm£:leon]. das; -s, -s [lat. chamaeleön <
griech. chamaileön. eigtl. = Erdlöwe]: auf Bäumen lebende
kleine i Echse, die ihre Hautfarbe bei Gefahr rasch ändert:
Ü Herr Mayer ist ein C. (abwertend; Mensch, der seine
Überzeugung unter dem Einfluß seiner jeweiligen Umgebung
leicht ändert)', <Zus.:> chamgleonartig <Adj.; o. Steig.):
-e Anpassung; c. seine Meinung ändern.
Chambre separee Lfäbrasepa're]. das; - -. -s -s (Jäbrasepare;
frz. chambre separee. zu: chambre = Zimmer (< lat.
camera, t Kammer) u. separee. 2. Part, von: separer =
trennen, absondern < lat. separäre] (veraltet): kleiner
Nebenraum in Restaurants für ungestörte Zusammenkünfte.
duunois Lfa'moa] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
chamois. zu chamois = Gemse < spätlat.camox].£eras/ar-
ben, gelbbräunlich: das Papier, die Bluse ist c; Chamois
[-], das; -: 1. chamois Farbe. 2. besonders weiches Gemsen-,
Ziegen- od. Schafleder: <Zus.:) Chamoisleder, das: svw.
t Chamois (2); Chamoispapier. das (Fot): gelbbräunliches
Kopierpapier.
Champagner LTampanjc] (indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
zartgelb: der Stoff ist c. gefärbt; Champagner [-], der; -s.
- [nach der nordfrz. Landschaft Champagne]: in Frankreich
hergestellter weißer od. roter Schaumwein aus Weinen der
Champagne]: ein trockener, herber C; der C. floß in
Strömen (es gab viel C).
champ^gner-, Champagner-: -färben, -farbig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): svw. tchampagner; -flasche, die; -glas,
das <P1. -gläser): hohes kelchförmiges Glas, aus dem man
Champagner trinkt.
Champignon ['Jampmjsn. (selten:) 'Jä:pinjö]. der; -s. -s [frz.
Champignon < afrz. champegnuel. eigtl. = der auf dem
freien Feld Wachsende < vlat. *campänio!us, zu lat.
campänia = flaches Feld]: ein eßbarer Edelpilz mit
rosaroten bis dunkelbraunen Lamellen, der auch gärtnerisch
angebaut wird: -s züchten; Omelette mit -s; vgl. Egerling; <Zus.:>
Champignonkultur, d ie: auf einem Nährboden angelegte
Kultur von Champignons: Champignonaidit, die: 1. das Züchten
von Champignons: [eine] C. betreiben. 2. svw. tChampi-
gnonkultur; Champion ['tjemppn. (auch:) Jä'piö:]. der; -s.
-s [engl, champion < afrz. Champion < galloroman. cam-
pio = Kämpfer, zu lat. campus = (Schlacht)feld] (Sport):
der jeweilige Meister (bzw. die jeweilige
Meistermannschaft) in einer Sportart: Spitzensportler: der
amerikanische C. im Tennis, im Schwergewicht; Sein Freund und
Konkurrent Hartwig Steenken. 30. Europameister,
zweifacher deutschere. (Hörzu40.1971.14); Deutschland schlug
überraschend den C. Brasilien; Championat LTampio'na:t].
das; -s. -e [frz. Championat] (Sport): Meisterschaft in einer
Sportart: das C. der Springreiter, im Tennis; das C.
gewinnen, erringen.
Chan: IKhan.
Chance [Jä:s9, (auch:) fä:s]. die; -. -n [frz. chance < afrz.
cheance = (glücklicher) Wurf im Würfelspiel < vlat. *ca-
dentia. zu lat. cadere = fallen]: 1. günstige Gelegenheit,
günstige Möglichkeit: Die C. daß zwei Menschen ... wie
wir zusammentreffen, ist gleich eins zu einer Million (No$-
sack. Begegnung 69); Erfolgt ein Wettersturz .... hat der
gut gekleidete Bergsteiger mehr -n durchzukommen, als
der mangelhaft bekleidete (Eidenschink. Fels 89); noch
eine letzte C. haben; eine C sehen, verpassen; seine C
erkennen, wahrnehmen; jmdm. eine C. geben [. sich zu
bewähren]; ich habe mir eine C. dabei ausgerechnet. 2.
<P1.) Aussichten auf Erfolg: seine -n stehen gut. schlecht:
456
Charakteristikum
er hat bei ihr keine -n (ugs.; keinen Erfolg): <Zus.:>
Chancengleichheit, die (Päd.. Soziol.): gleiche Bedingungen.
Voraussetzungen für jeden bei Ausbildung u. sozialem Aufstieg
ohne Rücksicht auf Herkunft o.a.: Die vielzitierte C. ist
vor allem ein Schlagwort (MM 28. 7. 73. 78).
Change [frz.: Jä:3. engl.: tjeindsl (bei frz. Aussprache:) die:
-.(beiengl.Aussprache:)der:-[engl.change < frz.change.
zu: changer. fchangieren]: Tausch. Wechsel /von Geld/;
changeant Lfäsä:] Ondekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
changeant]: (von Stoffen) in mehreren Farben schillernd;
Changeant [-]. der; -[s]. -s: I. Gewebe in TaftbindungI
mit verschiedenfarbigen Ken- u. Schußfäden, das bei
Lichteinfall in verschiedenen Farben schillert. 2.
Schmuckstem mit schillernder Färbung: changieren [Jä^ran] <sw.
V.; hat) [frz. changer < spätlat. cambiäre = wechseln]:
1. (veraltet) wechseln, tauschen, verändern. 2. (von Stoffen)
verschiedenfarbig I schillern: der Stoff changiert grün und
blau, in verschiedenen Blautönen; changierende Seide. 3.
(Reiten veraltet): vom Rechtsgalopp zum Linksgalopp
übergehen u. umgekehrt. 4. (Jagdw.) (vom Jagdhund) die Fährte
wechseln.
'Chanson Lfä'sÖ:]. die; -. -s [frz. chanson < lat. cantio (Gen.:
cantionis) = Gesang]: a) in der frühen französischen
Dichtung episches od. lyrisches Lied, das im Sprechgesang
vorgetragen wurde: C. de geste (frz. Heldenepos des Mittelalters) ;
b) französisches Liebes- od. Trinklied des 15. bis 17. Jh.s:
'Chanson [-], das; -s. -s [t 'Chanson]: geistreiches
rezitativisches Lied mit oft zeit-od. sozialkritischem Inhalt: politische
-s vortragen.
Chansonette, (nach frz. Schreibung auch:) Ctiansonnette
LTäsa'netdl.die; -. -n [französierende Bildung zu tChanson]:
1. kleines Lied komischen od. frivolen Inhalts: eine C. singen.
2. Chansonsängerin: sie ist eine berühmte C; Chansonnier
LfäsD'nie:]. der; -s. -s [frz. Chansonnier]: 1. französischer
Liederdichter des 12. bis 14. Jhs.; vgl. Troubadour. 2.
Liedersammlung mit provenzalisehen Troubadourliedern. 3.
Sänger od. Dichter von 2 Chansons; Chansonniere [...'nie:re.
...e:ra], die; -. -n: svw. tChansonette (2).
Chaos fkaas]. das; - [lat. chaos < griech. chäos = der
unendliche leere Raum; die gestaltlose Unmasse (des
Weltalls)] (bildungsspr.): Auflösung aller Ordnung, völlige
Verwirrung, völliges Durcheinander: das C. des Krieges, der
Anarchie; auf der Straße herrscht ein ziemliches C; das
war kein Schneefall mehr, es war ein C. von weißer
Finsternis (Th. Mann, Zauberberg 652); ein C. auslösen,
heraufbeschwören; Ordnung in das C. bringen; Chaoten
[ka'o:tn] <P1.>: Personen, die ihre politischen Ziele auf
radikale Weise mit Gewaltaktionen u. gezielten
Zerstörungsmaßnahmen durchzusetzen versuchen: Maiveranstaltung in
Hamburg 1969. auf der ... C. weithin die Szene
beherrschten... (Spiegel 38.1974.80); chaotisch <Adj.> (bildungsspr.):
sich in verworrenem, aufgelöstem Zustand befindend, völlig
ungeordnet: -e Zeiten. Zustände; in seinem Innern ging
es geradezu c. zu.
Chapeau LTa'po:], der; -s, -s [frz. chapeau < vlat. "cappellus,
zu spätlat. cappa = eine Art Kopfbedeckung] (veraltet,
noch scherzh.): Hut; Chapeau daque Lfapo'klak], der;
- -. -x -s Lfapo'klak; frz. chapeau daque, zu: chapeau
(tChapeau) u. daque = Schlag mit der flachen Hand,
lautm): zusammenklappbarer Zylinderhut.
Chaplinade [tjaplinardd]. die; -. -n [nach dem engl.
Filmschauspieler Ch. Chaplin]: komischer Vorgang,
burlesk-groteskes Vorkommnis wie in den Filmen Chaplins: Zwischen
Stacheldraht und Kriegsgetümmel breiten sie das
Hausgemachte aus; eine MG-Salve bringt die absurde C. zum
Erliegen (Spiegel 51.1966.149); chaplinesk [...nesk] <Adj.;
o. Steig.): in der Art einer Chaplinade. in der Art Chaplins.
Charade: I Scharade.
Charakter [ka'raktßj, der; -s. -e [karak'te:re; lat. character
< griech. Charakter, eigtl. = eingebranntes, eingeprägtes
(Schhft)zeichen. zu charässein = spitzen, schärfen,
einritzen]: I. a) Gesamtheit der geistig-seelischen Eigenschaften
eines Menschen; Wesensart: einen guten, schwierigen C.
haben; etw. prägt, formt den C; das Leben im ewigen
Schatten verdirbt das Blut und verschlechtert den C. (H.
Mann. Kleine Stadt 50); b) <o. PI.) die positiven
geistig-seelischen Eigenschaften des Menschen: [keinen] C. haben;
C. zeigen, beweisen; er ist ein Mann von C. 2. Mensch
als Träger bestimmter Wesenszüge: er ist ein übler C;
die beiden sind gegensätzliche -e. 3. <o. PI.) a)
charakteristische Eigenart. Gesamtheit der einer Personengruppe od.
einer Sache eigentümlichen Merkmale. Wesenszüge: der
unverwechselbare C. einer Landschaft, eines Volkes; der
bösartige C. einer Krankheit; der heitere C. einer Sinfonie;
die Zeugenvernehmung nahm peinlichen C. an (wurde
peinlich); die Besprechung hatte/trug vertraulichen C. (war
vertraulich); Alles, was wir jetzt in der Begegnung mit
Christus... erfahren, hat den C. der Weissagung (Thielicke.
Ich glaube 264); b) die einer künstlerischen Äußerung od.
Gestaltung eigentümliche Geschlossenheit der Aussage: sein
Vortrag. Spiel hat C; ein Bauwerk mit C. 4. (meist PI.)
(veraltend) Schriftzeichen: ein Wort in griechischen -en
drucken.
Charakter-, Charakter-: -anläge, die <meist PI.): gute,
schlechte -n haben; ^bild. das: Darstellung des Charakters
(1 a) eines Menschen: ein C. von jmdm. geben; ^bildend
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): zur Persönlichkeitserziehung
beitragend: der -e Wert von Reisen. Büchern; -bildung.
die <o. PI.): Erziehung zur Persönlichkeit durch Bildung
des Charakters da); -darstellcr. der: Schauspieler, der
Charakterrollen verkörpert: Aus einem kauzigen Komiker
Heinz Rühmann ist ein C. geworden (Hörzu 10. 1974.
28); -darstellerm, die: w. Form zu I ^darstellen -dnuna,
das: Drama, dessen Schwerpunkt nicht auf der Entwicklung
der Handlung, sondern auf der Darstellung einzelner
Charaktere liegt; -eigenschaft, die <meist PL): gute, schlechte
-en haben; -fehler, der: negativer Zug im Charakter
(1 a) eines Menschen; ^fest <Adj.; nicht adv.): einen in sich
gefestigten Charakter da) besitzend, dazu: -festigkett,
die; -komödie, die: Komödie, deren komische Wirkung
besonders in der Darstellung eines komischen Charakters
(1 a) liegt; -köpf, der: a) Kopf von ausgeprägter Form mit
ausdrucksvollen Gesichtszügen: er hat einen interessanten
C; b) Mensch mit Charakterkopf (a): er ist ein C; ^kunde.
die: svw. f Charakterologie, dazu: ^kundlich: svw. tcharak-
terologisch; -los<Adj.; Steig, ungebr.): 1. keinen Charakter
(1 b) habend; niederträchtig gemein, schäbig 'handelnd/:
ein -er Mensch; er hat c. gehandelt. 2. keinen Charakter
(3 b) habend: ein -er Baustil, dazu: ^losigkeit, die; -. -en:
1. <o. PI.) charakterloses Wesen: seine C. stößt mich ab.
2. charakterlose (1) Äußerung. Handlung: das war eine
C. von ihm; -merkmal, das; -rolle, die (Theater):
Darstellung eines komplexen u. widersprüchlichen Charakters
da); -sache. die (ugs.): Sache. Frage des Charakters (1 a):
es ist reineC. wie sich jmd. in dieser Lage verhält; -schau-
gpieler, der: svw. !-darstellen -Schilderung, die: eine
genaue C. von jmdm. geben; -schwach <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): haltlos, labil: ein -er Mensch, dazu: -schwäche,
die; -spleler, der: svw. t-darsteiler; -stark <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): vgl. t-fest, dazu: -stärke, die: mit diesem
Verhalten bewies er seine C; -stück, das (Musik):
romantisches Klavierstück, dessen Stimmungsgehalt durch den Titel
charakterisiert wirdiz. B. Nokturne): -Studie, die: /
erzählerische/ Darstellung eines Charakters (1 a); -tragödte, die:
Tragödie, die sich aus den besonderen Eigenschaften des
Helden entwickelt; ~voll <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): 1.
svw. t ^fest. 2. von eigener Art, Individualität. Persönlichkeit
geprägt; ausgeprägt: -e Gesichtszuge; -zug, der: 1. eine
der den Charakter (1 a) ausmachenden Eigenschaften: das
ist ein schöner C. von dir. 2. eine der den Charakter
(3 a) ausmachenden Eigenschaften: der bestimmende C.
einer Epoche, einer Landschaft; der ... humanistischen
Charakterzüge des Kommunismus (Fraenkel. Staat 169).
charakterisieren [karakteri'zi:ran] <sw. V.; hat) [(frz. caraetö-
riser) < griech. charakterizein]: 1. in seiner typischen
Eigenart darstellen, treffend schildern: Personen, eine Situation
[genau] c; er charakterisierte ihn als alternden Playboy,
als ganz und gar unbürgerlich; wie könnte man diese
Epoche am besten c? 2. für jmdn.. etw. kennzeichnend sein:
einfache und kurze Sätze charakterisieren die moderne
Werbesprache; das Zeitalter des Barocks ist durch einen
großen Formenreichtum charakterisiert (gekennzeichnet);
<Abl.:) Charakterisknmg. die; -. -en; Charakteristik [ka-
rakte'nstik]. die; -. -en: treffende Schilderung der
kennzeichnenden Merkmale. Kennzeichnung einer Person od. einer
Sache: eine knappe C. des Angeklagten geben;
Charakteristikum [karakte'nstikom]. das; -s. ...ka (bildungsspr.):
bezeichnende, hervorstechende Eigenschaft, das
Kennzeichnende: ein auffälliges C. seines Wesens; das wesentliche C.
einer Partei: Das Soldatengespräch, dessen C. war. daß
457
charakteristisch
immer einer sprach und drei nicht zuhörten (Tucholsky.
Werke II. 272); charakteristisch <Adj.> [griech. charakteri-
stikös]: die spezifische Eigenart erkennen lassend, typisch,
bezeichnend, kennzeichnend: eine -e Form.
Handlungsweise; etwas an seinem -en Geruch. Duft erkennen; der
Krankheitsverlauf ist für eine echte Grippe c; der Ausspruch
ist c. Tür ihn; er schreibt ganz c. [für einen Mundartdichter];
<Zus.:> charakteristischerweise <Adv.>:
bezeichnenderweise: charakterlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): den
Charakter (\ a) eines Menschen betreffend: -e Qualitäten; ein
c. fragwürdiger Mensch; Jmdn. c. formen; CharakterokiBe
[karaktero'lo:ga]. der; -n. -n [zu t Charakter u. f-loge]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Charakterologie:
Charakterologie [karakterolo'gi:].die; - [zu !Charakter u.
Magie]: Persönlichkeitsforschung, Charakterkunde: eharakte-
rologisch <Adj.; o. Steig.): in den Bereich der
Charakterologie fallend: charakterkundlich: Erbliche, typologische u.
-e Zusammenhänge zwischen Zigarettenkonsum und
Lungenkrebs werden diskutiert (Welt 18. 1. 64, Forum).
Charge [Jar&l. die; -. -n [frz. Charge, eigtl. = Last, zu
charger. tchargieren]: 1. Amt, Rang: die unteren -n der
Parteihierarchie. 2. (Milit.) a) Dienstgrad: in eine höhere
C. aufrücken; b) Person mit einem Dienstgrad: die höheren
-n saßen am Tisch des Kommandanten. 3. svw. t
Chargierte. 4. (Technik) Ladung, Beschickung von metallurgischen
Öfen}. 5. (Pharm.) Serie von Arzneimitteln, die während
eines Arbeitsabschnittes u. mit den gleichen Rohstaffen
hergestellt u. verpackt worden sind. 6. (Theater) Nebenrolle
mit meist einseitig gezeichnetem Charakter: Chance d'af-
faires Lfar'ae: da'fe:?. frz.: Jar3eda'fe:r]. der; - -. -s - Lfar'se:
-; frz. Charge d'affaires]: Geschäftsträger, Chef einer
diplomatischen Mission od. dessen Vertreter.
Chargen-: -nummer. die: Nummer, durch die eine Charge
(5) gekennzeichnet ist: --rolle, die: svw. f Charge (6);
-Spieler, der: Darsteller einer Charge (6).
chargieren [Jarsirren] <sw. V.; hat) [frz. charger = beladen
< vlat. carrieäre, zu lat. carrus = Wagen, t Karre]: 1.
(Studentenspr.) (von Chargierten) in der studentischen
Festtracht erscheinen. 2. (Theater) eine Charge (6) spielen. 3.
(Metallurgie) Öfen beschicken: Chargierte, der; -n, -n
<Dekl. I Abgeordnete) (Studentenspr.): einer der drei
Vorsitzenden einer studentischen Verbindung: die -n
marschieren ein.
Charisma ['^a.nsma. auch: '<p*r...], das; -s. Charismen
[...'nsmonj u. Charismata [...'nsmata; lat. charisma =
Geschenk < griech. charisma]: 1. (Theologie) die durch den
Geist Gottes bewirkten Gaben u'. Befähigungen des Christen
in der Gemeinde. 2. besondere Ausstrahlung skraft] eines
Menschen: C. haben, besitzen; das C. des
Revolutionsführers und bei Lebzeiten schon zum Gott gesalbten Mao
(Spiegel 5. 1967. 77); charismatisch Karisma:tiJ] <Adj.):
a) <o. Steig.) das Charisma betreffend: b) Charisma
besitzend: eine -e Persönlichkeit.
Charite Uari'te:]. die; -. -s [frz. charite. eigtl. = (Nächsten)-
liebe < lat. cäritäs] (veraltet): Krankenhaus, Pflegeanstalt.
Charrvari Lfari'va:ri], das; -s. -s [frz. charivari < spätlat.
caribaria < griech. kar&aria = Kopfschwere.
Kopfschmerz] (veraltet): a) <o. PI.) Durcheinander: b)
Katzenmusik.
Charleston [tjarlstn. engl.: tja:lstdn], der; -. -s [amerik.
charleston. nach der gleichnamigen Stadt in Südkarolina]:
I. aus Amerika stammender Modetanz der zwanziger Jahre
im schnellen, stark synkopierten Foxtrottrhythmus. 2*
Musikstück im Charlestonrhythmus.
Charlotte Lfar' bta], die; -. -n [frz. charlotte. nach dem
Vornamen Charlotte] (Kochk.): feine überbackene Süßspeise aus
Biskuits u. Obst: Obstpudding mit Semmelschnitten, feinem
Gebäck: Charlottenburger Lfar'fotnburgB] in der Wendung
einen C. machen (berlin. salopp; die Nase nicht mit einem
Taschentuch, sondern mit Hilfe von Daumen u. Zeigefinger
putzen).
charmant Lfar'mant] <Adj.; -er. -este) [frz. charmant. 1.
Part, von: charmer = bezaubern < spätlat. carminäre.
zu lat. Carmen, t Charme]: Charme besitzend, (durch
Liebenswürdigkeit) bezaubernd: ein -er Herr; eine -e
Gastgeberin; sie hat eine -e Stimme; Auch die Herren Offiziere
würden sich nicht gerade gern u. leicht von dieser -en
Stadt (= Paris) trennen (Strittmatter. Wundertäter 410);
ich finde sie c; c. lächeln; Charme Lfarm], der; -s [frz.
charme < lat. Carmen = Gesang. Lied, Gedicht;
Zauberspruch. Zauberformel]: Anziehungskraft, die von jmds.
gewinnendem Wesen ausgeht: bezauberndes Wesen;
Liebenswürdigkeit: weiblicher, unwiderstehlichere.; der natürliche
C. der jungen Frau entzückte ihn; C. haben, ausstrahlen;
seinen ganzen C. aufbieten, spielen lassen; er verfiel, erlag
ihrem bezauberndem C; mit wienerischem C. plaudern;
sich von dem C. einer Stadt, einer Landschaft einfangen
lassen; <Zus.:> Charmebolzen, der (ugs. abwertend): svw.
tCharmeur: Alternder C. hat mich einer tituliert (Hörzu
40. 1974. 7); Charmeur Lfar'ma:?]. der; -s. -s u. -e [frz.
charmeur]: Mann, der mit gezieltem Charme Frauen für
sich einzunehmen versteht: Charmeuse Lfar'mo.z]. die; -
[frz. Charmeuse = Bezauberin]: maschenfeste Wirkware
aus synthetischen Fasern: ein Nachthemd aus C.
Chart [tjart], die; -. -s [aus gleichbed. engl, chartj:
Zusammenstellung der zum gegenwärtigen Zeitpunkt beliebtesten
Schlager, Liste mit den 10/ Spitzenschlagern: der Schlager
hat sich rasch einen Platz in den deutschen -s erobert.
Charta [kartal.die; -. -s [lat. Charta = Papier. Brief;
Urkunde; vgl. Karte] (Verfassungsw.): Verfassungswrkunde,
Staatsgrundgesetz; vgl. Magna C; Charte ['Jartol. die; -.
-n [frz. Charte < lat. Charta, tKarte]: wichtige Urkunde
im Staats- u. Völkerrecht; Charter [tjartß. auch: 'Ja...],
der; -s. -s [engl, charter < afrz. chartre < lat. chartula
= kleine Schrift. Briefchen]: 1. Miet- od. Pachtvertrag
über ein Flugzeug, ein Schiff o. ä. od. Teile seines Laderaums
zur Beförderung von Gütern od. Personen. 2. engl. Bez.
für Urkunde. Freibrief.
Charter-: ^flug, der: Flug mit einem Charterflugzeug (Ggs.:
Linienflug): besonders preisgünstige Charterflüge; ^flug-
zeug, das: von einer privaten Gesellschaft o.a. für eine
Reise! gemietetes Flugzeug (Ggs.: Linienflugzeug);
Miesellschaft, die: 1. frühere Form der Handelsgesellschaft für
Export u. Import. 2. Gesellschaft, die Personen od. Güter
mit gemieteten od. gepachteten Verkehrsmitteln befördert;
Mnaschine: svw. t -fiugzeug; -verkehr, der.
Charterer ['tjartore. auch: 'Ja...], der; -s. -: Mieter eines
Schiffes od. Flugzeugs; chartern ['tjartmi. auch: Ja...] <sw.
V.; hat) [engl, to charter]: ein Schiff od. Flugzeug mieten:
Ü ein Taxi c. (trotz gewisser Schwierigkeiten ein Taxi
für eine Fahrt beschaffen); Grenz chartert zwei Mann
(Tucholsky. Werke I. 426); <Abl.:) Charterung, die; -. -en.
'Chartreuse <S> Lfar'tro.zte)]. der. - [frz. chartreuse. nach
dem gleichnamigen Mutterkloster des Kartäuserordens in
der Dauphine (Frankreich)]: von Kartäusermönchen
hergestellter Kräuterlikör; Hühartreusel-l.die; -. -n [t 'Chartreuse]:
ein Gericht aus Gemüse od. Teigwaren u. Fleisch, das nach
der Zubereitung gestürzt wird.
Charybdis: TSzylla.
Chaasküm [xasi'di:m] <P1.) [hebr. tftsidim. eigtl. = die
Frommen. PI. von: Iftsid): Anhänger des Chassidismus;
Cha»idismus [xasi'dismos]. der; -: im 18. Jh. entstandene
religiöse Bewegung des osteuropäischen Judentums, die der
starren Gesetzeslehre eine lebendige Frömmigkeit
entgegensetzt.
Chassis Lfa'si:]. das; - [...si:(s)l. - [...si:s; frz. chässis =
Einfassung. Rahmen, zu: chasse = Kästchen. Einfassung <
lat. capsa = Behältnis]: 1. (Kfz.-T.) Fahrgestell von
Kraftfahrzeugen. 2. (Elektrot.) Montagerahmen elektronischer
Apparate (z.B. eines Rundfunkgeräts).
Chasuble [frz.: Ja'zybl. engl.: tjcezjobl]. das; -s. -s [engl,
chasuble = Meßgewand < frz. chasuble < spätlat.
casu(b)la = Mantel mit Kapuze]: ärmelloses Überkleid
für Damen nach Art einer Weste.
Chäteau LTa'to:]. das; -s. -s [frz. chäteau < lat. castellum
= Festung. Kastell]: frz. Bez. für: a) Schloß; Herrenhaus;
b) Weingut (bes. zur Lagenbezeichnung von
Burgunderweinen, z.B. C. Lafitte).
Chateaubriand Lfatobri'ä:]. das; -[s]. -s [nach dem frz.
Schriftsteller Francis Rene Vicomte de Chateaubriand (1768
bis 1848)] (Kochk.): gebratene Rindslende mit
Kräuterbutter, verschiedenen Soßen u. Salaten, die für zwei od. mehrere
Personen serviert wird.
ChaudeauLTo'do:]. das; -[s].-s [frz. chaudeau. eigtl. = warme
Eiersuppe] (Kochk.): Weinschaumsoße.
Chauffeur Ub'fo.sl. der; -s. -e [frz. Chauffeur, urspr. =
Heizer, zu: chaufler = warm machen, heizen < vlat.
'calefare < lat. cal(e)facere]: jmd., der berufsmäßig
Personen im Auto fährt, befördert; der C. des Taxis; einen C.
einstellen; <Abl.:)diauflieren[j3'fi:ren] <sw. V.; hat) (veral-
458
Chemismus
tend): a) ein Kraftfahrzeug fahren, lenken: er chaufTiert
[den Wagen] ausgezeichnet; b) jmdn. berufsmäßig] in
einem Kraftfahrzeug transportieren: er wurde in seinem
Dienstwagen nach Hause chaufTiert.
Chauhnoograöl [tjb:l'mu:gra-], das; -s [engl, chaulmoogra
< bengal. cäulmugrä. cälmurgrä, zu: cäul, cäl = Reis
u. mugra = Hanf aus Blattfasern]: gelbbraunes, fettes
Öl aus dem Samen eines birmanischen Baumes (Arzneimittel
gegen bösartige Hautkrankheiten).
Chaussee Lfo'se:. fc'se:], die; -. -n [...e.an; frz. Chaussee <
galloroman. (via) *calciäta = mit [Kalklstein gedeckte
Straße, zu lat. calx = Kalk] (veraltend): mit Asphalt.
Beton od. Steinpflaster befestigte u. ausgebaute Landstraße:
Am Ende der langen C. tauchte ein Fahrrad auf: der
Dolmetscher kam (Bieler. Bonifaz 85).
Chaussee-: ^baum, der: am Rand der Chaussee angepflanzter
Baum: -geU, das (früher): Wegegeld: -graben, der: neben
der Chaussee entlangführender Graben: ^rand, der; ^wanze.
die (salopp scherzh.): kleines Auto.
ehaussieren LTo'shren] <sw. V.; hat) (Straßenbau veraltend):
mit einer festen Fahrbahndecke versehen, asphaltieren,
betonieren: die Straße wurde neu chaussiert.
Chauvinismus Lfovi'msmus], der; -. ...men [frz. chauvinisme.
nach der Gestalt des extrem patriotischen Rekruten
Nicolas Chauvin aus einem Lustspiel der Brüder Cogniard]
(abwertend): a) <o. PI.) übersteigerter Patriotismus.
Nationalismus oft militaristischer Prägung]* woraus
Nichtachtung anderer Nationalitäten resultiert: b) einzelne aus
Chauvinismus (a) resultierende Äußerung. Handlung: seine
Bemerkung war ein unverzeihlichere.; "männlicherC.
(übertriebenes männliches Selbstwertgefühl u. Bevorzugung der
Angehörigen des männlichen Geschlechts: LÜ von engl.-
amerik. male chauvinism): Ihre ... endlich einmal von
männlichen Chauvinismen freie Darstellung (Spiegel 37.
1974. 7); Chauvinist Lfovi'nist]. der; -en. -en [frz. chauvini-
ste] (abwertend): Vertreter des Chauvinismus (a);
chauvinistisch <Adj.) (abwertend): den Chauvinismus (a) vertretend:
eine -e Gesinnung; Chauvi [' Jb:vi]. der; -s. -s (ugs.): typischer
Vertreter des männlichen Chauvinismus: die ..kessen Väter"
verhielten sich Frauen gegenüber ..genauso sexistisch wie
normale Chauvis" (Spiegel 36, 1974, 66).
'Check (Schweiz.): svw. !Scheck.
2Check [tjekl. der; -s. -s [engl, check, eigtl. = Hindernis
< afrz. eschec = T Schach] (Eishockey): Behinderung des
Spielverlaufs:checkenl'tjekn] <sw. V.; hat) [engl, to check]:
1. (Eishockey) (einen Gegenspieler) anrempeln, behindern.
2. (bes. Technik) nachprüfen, kontrollieren: ein Flugzeug
vor dem Start c; während die drei Ausweise über Funk
gecheckt wurden, visitierte der zweite Beamte das Fahrzeug
(Spiegel 20. 1973. 83); Checker t'tjeke], der: -s. - [engl,
checker] (Technik): Kontrolleur: Checklist I'tjeklist], die:
-. -s [engl, checklist. zu: check = zur Kontrolle dienend
u. list = Liste < frz. liste < ital. lista. TListe] (Technik):
Kontrolliste, mit deren Hilfe die Funktionsfähigkeit
komplizierter Apparate überprüft wird: Ü -s Air Personalleiter
(Börsenblatt 55. 1973, 3 741); Checkliste, die; -. -n: I. svw.
tChecklist. 2. (Flugw.) Liste der Flugpassagiere, die
eingecheckt worden sind: Kontrolliste. Liste zum Abhaken:
Checkpoint ftjekpqynt]. der; -s. -s [engl. Checkpoint, aus:
check = zur Kontrolle dienend u. point = Punkt. Stelle
< frz. point. t Point]: Kontrollpunkt an Grenzübergängen
(z.B. von West-Berlin nach Ost-Berlin); Check-up
l'tjeklap]. der; -[s]. -s: umfangreiche medizinische
Vorsorgeuntersuchung.
cheerio! ['tjfrrio. engl.: tjian'ou] <Interj.) [engl, cheerio.
zu: cheer = Heiterkeit, älter: Gesicht < afrz. chere <
vlat. cara < griech. kära = Haupt] (ugs.): 1. prost!: zum
Wohl! 2. auf Wiedersehen!
Cheeseburger Ctji:zto:rgd]. der; -s, - [amerik.-engl. cheese-
burger. zu: cheese = Käse (< lat. cäseus) u. hamburger.
f Hamburger]: mit Käse überbackener Hamburger.
Chef Lfef. österr. auch: Je.fl. der; -s. -s [frz. chef = (Ober)-
haupt < galloroman. *capum < lat. caput]: 1. a) Leiter.
Vorgesetzter. Geschäftsinhaber: der C. der
Sicherheitspolizei; (ugs.:) er ist hier der C. vom Ganzen; der Betrieb
bekommt einen neuen C; den C. markieren (ugs.; sich
als Chef aufspielen)', b) Anführer: der C. der Bande. 2.
saloppe Anrede an einen Unbekannten: hallo. C, geht's
hier zum Bahnhof?
Chef-: Mirzt. der: leitender Arzt in einem Krankenhaus; ^be-
rater, der: erster Berater: der C. des Präsidenten;
-delegierte, der: Leiter einer Delegation; MÜrigent. der: erster
Dirigent; Mlobnetscher, der: erster Dolmetscher; Mlramaturg.
der: erster Dramaturg: ^etage. die: Etage in einem
Geschäftshaus, in der sich die Räume des Chefs. Vorstands
o. ä. befinden; -fahret*, der: Chauffeur des Chefs.
Geschäftsführers; -Ideologe, der: a) westl. Bez. für den führenden
Ideologen einer kommunistischen Partei; b) (Mg.) führender
Ideologe einer Partei od. politischen Gruppe; ^koch, der:
erster KiKh; Meisterkoch; ^konstmkteur, der: Leiter einer
Konstruktionsabteilung; -lektor, der: Leiter eines
Verlagslektorats; -pilot, der: Flugkapitän; -redakteur, der: Leiter
einer Redaktion: ^Sekretärin, die: Sekretärin des Chefs;
-trainer, der (Sport); -visite, die: Visite des Chefarztes
(im Krankenhaus).
Chef de mbsion tief da mi'siö:]. der; -[s] - -. -s - - [frz.
chef dem ission; vgl, Missionschef!: Leiter einer sportlichen
Delegationiz. B. bei den Olympischen Spielen); Chef d'ouvre
LTed0:vr]. das; - -. -s - Lfe'd0:vr; frz. chef d'ceuvre] (bil-
dungsspr.): Haupt-. Meisterwerk; Chefeuse Ue'lftzaj. die;
-. -n (ugs. scherzh.): svw. tChefin; Chefin ['fefml. die;
-. -nen: 1. verantwortliche Leiterin einer Dienststelle, eines
Betriebes. 2. (ugs.) Frau des Chefs (1 a).
cheir[ok Cheir[o)- l^jrto)-]: f chiro-. Chiro-.
Chelleen [Jele'g:]. das; -[s] [nach dem frz. Ort Chelles]:
Kulturstufe der älteren Altsteinzeit.
Chemi- [^emi-; zu tChemie]: ^grgph, der; -en. -en: jmd..
der in der Chemigraphie tätig ist; -graphte, die; -:
Herstellung von Druckplatten durch Ätzen. Gravieren; ^iumines-
z^nz, die: auf ehem. Reaktion beruiiende Lumineszenz.
Chemie [se'mi:]. die; - [älter Chymie. wohl rückgeb. aus
t Alchimie]: Naturwissenschaft, die die Eigenschaften, die
Zusammensetzung u. die Umwandlung der Stoffe u. ihrer
Verbindungen erforscht.
Chemie-: ^arbeiter, der: Arbeiter in einem chemischen
Industriebetrieb; -betrieb, der: chemischer Industriebetrieb;
-facharbeiter, der; -faser, die: durch chemische Verfahren
hergestellte Faser. Kunstfaser, dazu: -fasergarn, das;
^Ingenieur, der: Ingenieur, der in chemischen Betrieben od.
Instituten tätig ist u. sich besonders mit der chemischen
Verfahrenstechnik befaßt; -laborant, der: Facharbeiter in den
Laboratorien der chemischen Industrie; -laborantin, die: w. Form
zu t^laborant; -werker, der (ugs.): jmd.. der in der
chemischen Industrie als Arbeiter tätig ist.
Chemikal [9emika:l], das; -s. -ien [...jpn] u. -e. Chemikalie
[^emi'ka^ia]. die; -. -n (meist PI.) [zu tChemie]: industriell
hergestellter chemischer Stoff: geruchlose, flüssige
Chemikalien; Lebensmittel mit Chemikalien konservieren;
Chemiker f<^:miki?]. der; -s. -: Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Chemie; Chemikerin, die; -. -nen: w. Form zu
tChemiker.
Cheminee ['Jmine],das; -s. -s [frz. cheminee < vlat. caminäta
= mit einem Kamin versehenes Gemach, zu lat. camlnus.
t Kamin] (Schweiz.): offener Kamin in einem modernen
Haus; <Zus.:> Cteminfefeuer. das.
chemisch ['^ermiT] <Adj.; o. Steig.): a) (nicht präd.) die
Chemie betreffend, mit der Chemie zusammenhängend; auf
den Erkenntnissen der Chemie basierend, diese anwendend:
der Chemie dienlich; in der Chemie vereinbart, verwendet:
die -e Industrie; ein -es Labor; -e Apparate; -e Elemente.
Grundstoffe; ein c. aktiver Stoff; b) den Gesetzen der
Chemiefolgend, nach ihnen erfolgend, ablaufend; durch
Stoffumwandlung entstehend: eine -e Umsetzung. Reaktion; eine
chemische Verbindung aus Sauerstoff und Wasserstoff;
Natrium reagiert c. mit Chlor; c) mit Hilfe von [giftigen,
schädlichen I Chemikalien erfolgend, giftige, schädliche]
Chemikalien verwendend: -e Düngung. Waffen; eine Hose
c. reinigen lassen.
Chembe Lfd'mi:z(d)]. die; -. -n [frz. chemise] (veraltet): Hemd.
Überwurf; Chemisett Lfemi'zet]. das; -[e]s. -s u. -e.
Chemisette [...to]. die; -. -n [frz. Chemisette < spätlat. camisia =
Hemd] (Mode): a) gestärkte Hemdbrust an Frack- u.
Smokinghemden; b) heller Einsatz an Damenkleidern.
diemisierenl^emi'zi.ren] <sw. V.; hat) (DDR): in der Technik
verstärkt die Chemie einsetzen: die Produktion c.
Chemisierkleid Lfamizie:-], das; -[eis. -er (bes. Schweiz.):
Kittelkleid.
Chemismus [^e'mismus], der; - [zu f Chemie]: (bes. im Tier-
od. Pflanzenkörper) Gesamtheit der chemischen Vorgänge
bei Stoffumwandlungen.
459
chemo-, Chemo-
chemo-. Chemo- [^emo-; zu tChemie]: -nastk, die (Biol.):
durch chemische Reize ausgelöste Bewegung von
Organen (z.B. Drüsenhaaren) bestimmter Pflanzen; -taktisch
<Adj.; o. Steig.) (Biol.): die Chemotaxis betreffend; -tyxis,
die; -,.. .xen (Biol.): durch chemische Reize ausgelöste
Orientierungsbewegung von Tieren u. Pflanzen; -t^dinik, die
<o. PI.): die Gesamtheit der Maßnahmen, Einrichtungen
u. Verfahren, die dazu dienen, chemische Erkenntnisse
praktisch nutzbar zu machen; -t^chnikcr, der: an einer
Fachschule ausgebildete Fachkraft der chemischen Industrie; -thera-
naitikum, das (meist PI. >: aus chemischen Substanzen
hergestelltes Arzneimittel, das Krankheitserreger hemmt od.
abtötet; -therapoitisch <Adj.; o. Steig.): nach den
Erkenntnissen u. Methoden der Chemotherapie vorgehend: eine -e
Behandlung; -therapk,die (Med.): Behandlung von
Infektionskrankheiten mit Chemotherapeutika; -tropjsmus, der
(Biol.): durch chemische Reize ausgelöste gerichtete
Bewegung festsitzender Tiere u. Pflanzen.
Chenille Lfa'nilja], die; -. -n [frz. chenille. eigtl. = Raupe
< lat. canicula = Hündchen]: Garn, dessen Fasern in
dichten Büscheln seitlich vom Faden abstehen.
dierehez la femme! Lferjelafam; frz. = sucht nach der
Frau; zuerst in dem Drama ..Les Mohicans de Paris"
von A. Dumas d. Ä. (1802-1870)] (bildungsspr.): dahinter
steckt bestimmt eine Frau!
Cherry Brandy [tjeri brendi]. der; - -s. - -s [engl, cherry
brandy. aus: cherry = Kirsche (< afrz. cherise < vlat.
ceresia. TKirsche) u. brandy. tBrandy]: feiner Kirschlikör.
Cherub[9e:rupl.(ökum.): Kerub [ke:rüpj. der;-s. -im [...ru-
bim] u. -inen [^eru'bhnan; kirchenlat. cherübin < hebr.
kerüvim. PI. von kerüv]: [biblischer] Engel [mit Flügeln
u. Tierfüßen/, himmlischer Wächter (z. B. des Paradieses):
Ü Die Seele dieser Cherubinen und der Duft ihrer Unschuld
genügen, die Welt zu zerstören (Genet [Übers.]. Totenfest
116); cherubinisch [^eru'bhmj] <Adj.; o. Steig.): von der
Art eines Cherubs, engelgleich: eine -e Gestalt.
ChesterfieU I'tjEstofi.ld]. der; -[sl. -s [engl, chesterfield. nach
einem Lord Chesterfield. der den Mantel 1889 kreierte]:
eleganter Herrenmantel mit verdeckter Knopfleiste;
Chesterkäse [tjsste-]. der; -s. - [nach der engl. Stadt ehester]:
mit einer Wachsschicht überzogener vollfetter j Hartkäse
von rötlichgelber Farbe.
ehevaleresk Lfovab'rcsk] <Adj.; -er. -este) [frz. chevaleresque
< ital. cavalleresco. zu: cavallo = Pferd < lat. caballus]
(bildungsspr.): ritterlich-vornehm, -zuvorkommend: ein -es
Auftreten. Verhalten; der mit -en Aufmerksamkeiten für
Friedel nicht sparte (Kantorowicz, Tagebuch I. 485);
Chevalier [Java lie:|. der; -s. -s [frz. Chevalier, eigtl. =
Ritter < lat. caballärius = Pferdeknecht): französischer
Adelstitel u. dessen Träger; vgl. Cavaliere; Chevauleger
[f3vole'3e:|.der: -s. -s [frz. chevaux legers = leichte Reiter]:
Angehöriger der leichten Kavallerie, einer bis ins 19.
Jahrhundert verwendeten Truppengattung.
Cheviot ['JeviDt. 'tjtvpt. 'Je:vpt; engl.: 'tjevot]. der; -s.
-s [engl, cheviot. nach den Cheviot Hills, woher die Wolle
kommt]: aus grober Schafwolle hergestelltes, haltbares,
festes Kammgarngewebe in Köperbindung]: ein Anzug aus
reinem C.
Chevreau Lfa'vro:. 'Jevro]. das; -s [frz. chevreau. zu: chevre
= Ziege < lat. capra]: Ziegenleder; <Zus.:> Chevreauleder.
das; Chevron Lfav'rÖ:]. der: -s. -s: 1. Wollgewebe mit
Fischgrätmusterung. 2. (Her.) nach unten offener Winkel,
Sparren. 3. französisches Dienstgradabzeichen in Form eines
Streifens od. Winkels.
Chevy-Chase-Strophe ftjevi'tjeis-]. die; -. -n [nach der
Ballade von der Jagd (chase) auf den Cheviot Hills]:
Strophenform englischer Volksballaden.
Chewing-gum ['tju:ingam]. der; -fei. -s [engl, chewing gum.
zu: chewing. Gerundium von: to chew = kauen u. gum
= Gummi < afrz. gomme < lat. gummi. tGummi]: engl.
Bez. für Kaugummi.
Chi [91:], das; -[sl. -s [griech. chTJ: Buchstabe des griechischen
Alphabets (X. *).
Chtanti [kianti]. der; -[s] [ital. chianti. nach der
gleichnamigen ital. Landschaft in der Toskana]: ein italienischer
Rotwein, der in bauchigen Flaschen gehandelt wird; <Zus.:)
Chiantiflasdie, die.
Chiasmus ['^asmosl. der; - [griech. chiasmös =
Überkreuzstellung von Sätzen, nach der Gestalt des griech.
Buchstabens Chi =A1 (Stilk.): syntaktische Stellung von kreuzweise
aufeinander bezogenen Wörtern od. Redeteilen (z. B. groß
war der Einsatz, der Gewinn war klein); chiasttsch I'gastiJ]
<Adj.; o. Steig.): in der Form des Chiasmus: eine -e
Wortstellung.
chic usw.: f schick usw.
Chicago-Jazz Lfi'ka:go-l, der; - [nach der Stadt Chicago
in den USA]: von Chicago ausgehende Stilform des Jazz
in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg.
Chicoree [Jikore. Jikore:]. der; -s od. die; - [frz. chicoree
< mlat. cichorea. t Zichorie]: die jungen, bleichen, gelben
bis weißen Sprosse der Salatzichorie, die als Gemüse od.
Salat gegessen werden: <Zus.:> Chicoreesalat, der.
Chiffon ['MS. Ji'RJ:, österr.: JTfo.n]. der; -s. -s. österr. auch:
-e [frz. chiflon. zu: chiffe = minderwertiges Gewebe <
arab. Siff = Gaze]: feines, schleierartiges Seidengewebe
in Taftbindung 1: ein Abendkleid aus fließendem C;
Chiffonniere LfifD'nie:r(3), ...'nie:r(d)l, die; -. -n [frz. chiflbnnier
= Nähtischchen] (Schweiz.): Kleiderschrank; Chiffontuch,
das; -[e]s. -tücher.
Chiffre [Jifra. auch: JifB]. die; -. -n [frz. chiffre < afrz.
eifre. t Ziffer]: 1. Ziffer, Zahl. 2. geheimes Schriftzeichen,
Zeichen einer Geheimschrift: -n entziffern, entschlüsseln;
die lächerlichen Scheingeheimnisse der -n und des Code,
von Ämtern und Firmen ausgeheckt (Hildesheimer. Tynset
30). 3. Kennziffer, Kennzeichen: Zeitungsanzeigen, die unter
[einer] C. erscheinen; die Signale vor dem Z119. der für
ihn eine C. war aus Kennbuchstaben und einer Nummer
(Johnson, Mutmaßungen 14); Ü die irrationale C. eines
Menschen entziffern (sein irrationales Wesen analysieren).
4. (Stilk.) Stilfigur der modernen Lyrik I; <Zus. zu 2:>
Chiffreschrift, die: Geheimschrift, Code; chiffrieren
tfrfri.Tdn] <sw. V.; hat) [frz. chiffrer]: verschlüsseln, in
Geheimschrift abfassen (Ggs.: dechiffrieren): einen Text c;
chiffrierte Depeschen; <Zus.:)Chiffrkrmaschine.die: Gerät
zum Chiffrieren u. Dechiffrieren von Texten; <Abl.:) Chif-
frkmng. die; -. -en; Chiffrierverfahren, das.
Chignon [Jm'jö:]. der; -s. -s [frz. chignon < vlat. *catenio
(Gen.: cateniönis). zu lat. catena = Kette]: im Nacken
getragener Haarknoten.
Chhuahua [tji'uaua]. der; -s. -s [span. chihuahua. nach
dem gleichnamigen mexikan. Staat]: kleinster, dem
Zwergpinscher ähnlicher Hund mit großen Ohren.
Chilbi: TKilbi.
Chilesalpeter [tji:le-. auch: 'q.ie-l. der; -s: in Chile
gewonnenes Stickstoffdüngemittel.
Chili ftjirlil. der; -s [span. chile < indian. (Nahuatl) chilli]:
1. mittelamerik, Paprikaart, die den Cayennepfeffer liefert.
2. mit Cayennepfeffer scharf gewürzte Tunke.
Chiliade [^i'Ua.cb]. die; -. -n [zu griech. chflioi = tausend]
(Veraltet): Reihe, Zahl von Tausend; Chiliasmus [^i'Uasmus].
der; - [griech. chiliasmös] (christl. Rel.): /Lehre von der]
Erwartung des Tausendjährigen Reiches Christi auf Erden
nach seiner Wiederkunft vor dem Weltende (Off. 20. 4
f.); <Abl.:) Chilfa|st [91'lJLast], der; -en. -en: Anhänger des
Chiliasmus: chiliystiäch <Adj.; o. Steig.): den Chiliasmus
betreffend: -e Erwartungen.
Chilies I'tjilis] <P1.>: Früchte des Chdis (1); ChilboBe, die;
-. -n: svw. TChili (2).
Chiller ['tjitel. der; -s. - [engl, chiller. zu to chill = frösteln
lassen]: Erzählung od. Theaterstück mit einer
gruseligschauerlichen Handlung.
Chillies ['Ullis]: f Chilies.
Chimäre [<;i'me:r3]. die; -. -n [nach dem Ungeheuer der
griech. Sage Chimära. lat. Chimaera < griech. Chimaira.
eigtl. = Ziege]: 1. svw. tSchimäre. 2. (Biol.) Organismus
od. einzelner Trieb, der aus genetisch verschiedenen Zellen
aufgebaut ist; diimirisch <Adj.; o. Steig.): svw. f
schimärisch: Die alljährliche Sommerreise ... ist Tür den mittleren
Berliner etwa bis 1870 ein beinahe -er Luxus (Jacob. Kaffee
193).
'China- ['<;i:na-; südd., österr.: ki:na-; nach dem ostasiat.
Land]: ^cracker, der: Feuerwerkskörper (Schwärmer,
Frosch): Miras, das: svw. f Ramie; -kohl, der: als Gemüse
od. Salat verwendete Krautpflanze mit lockerem,
strunklosem Kopf; -krepp, der: t Crepe de Chine; -papier, das:
svw. tReispapier; -wäre, die <o. PI.): kunstgewerbliche
Arbeiten aus China, bes. Porzellan.
Hühina- [-; span. quina = Chinarinde < peruan. quina]:
-rinde, die (Pharm.): chininhaltige Rinde bestimmter
südamerikanischer Bäume; -säure, die (Chemie. Pharm.): (ge-
460
Cholesterinspiegel
gen Gicht verwendete) in der Chinarinde, in Kaffee u.a.
vorkommende Pflanzensäure: -tinktur, die (Pharm.):
Alkoholauszug aus gemahlener Chinarinde; ~wein. der (Pharm,
veraltet): chininhaltiges Heilmittel.
'Chinchilla [tjm'tjila], die; -. -s [span. Chinchilla, viell. aus
einer Indianerspr. Perus]: südamerikanisches Nagetier mit
wertvollem Pelz; ^Chinchilla [-], das; -s. -s: 1. Vertreter
einer deutschen Kaninchenrasse mit bläulich-aschgrauem
Fell. 2. Fell der 'Chinchilla.
chinesisch [<;i'ne:zin <Adj.> [zu: Chinese. China] in der
Wendung etw. ist c. für jmdn. (ugs.; etw. ist für jmdn. völlig
unverständlich, jmd. versteht etw. überhaupt nicht): das
Fachgespräch der beiden Experten war c. für ihn.
Chinin [91 ni:n], das;-s [ital. chinina, zu: china = Chinarinde
< peruan. quina. quinaquina] (Pharm.): Alkaloidder
Chinarinde, als Arznei gegen Fieber, bes. gegen Malaria,
verwendet; <Zus.:> chiitfiiialtig <Adj.; nicht adv.): Chinin
enthaltend: ein -es Arzneimittel; Chininpräparat, das.
Chinotserie LfinQaza'ri:]. die; -. -n [...i:an; frz. chinoiserie.
zu: chinois = chinesisch]: kunstgewerblicher Gegenstand
in chinesischem Stil.
Chintz [tjmisj. der; - [engl, chintz < Hindi chin(]:
buntbedrucktes Gewebe aus Baumwolle od. Chemiefasergarnen in
Leinenbindung mit spiegelglatter\ glänzender Oberfläche;
Chintzen ['tfintsn] <sw. V.; hat): (Stoff) mit einem
Wachsüberzug versehen: gechintzter Baumwollstoff
Chip [tjip]. der; -s. -s [engl, chip, eigtl. = Schnipsel]: 1.
Spielmarke beim Roulett: der Croupier verteilte -s. 2. <meist
PI.) roh in Fett gebackene. feine Kartoffelscheiben, die zu
Getränken geknabbert od. als warme Beilage gegessen
werden.
Chippendale ['tjipand'ed. auch: 7ipnde:I],das; -[s] [engl, chip-
pendale. nach dem engl. Kunsttischler Th. Chippendale
(1718-1779)]: englischer Möbelstil des 18. Jahrhunderts:
eine Kommode in C.
Chiragra ['^i'.ragral.das; -s[lat. chiragra < griech. cheirägra.
eigtl. = Handfessel, zu: cheir = Hand u. ägra = Jagd.
Fang(art)] (Med.): Gicht in den Hand- u. Fingergelenken.
Chirimoya [tjiri'moja], die; -. -s [span. chirimoya. wahrsch.
< indian.chirimuya.chirimoya]: zu den Annonen gehörende,
wohlschmeckende, leicht säuerliche Frucht eines
[sub]tropischen Baumes; Rahmapfel.
chiro-, Chiro- [<;iro-, südd., österr.: kiro-; zu griech. cheir
= Hand] (Fachspr.): band-, Hand-: -graph. das; -s. -en
[T-graph]: I. Vertragsurkunde der Spätantike, in der der
Verpflichtete seine Erklärung eigenhändig abfaßte. 2.
besondere Urkundenart im mittelalterlichen Recht. 3. (kath.
Kirche) päpstliche Verlautbarung in Briefform mit
eigenhändiger Unterschrift des Papstes; -logk, Cheirologifi, die; -
[T-logie]: I. Wissenschaft von der Charakter- u.
Schicksalsdeutung aus Formen u. Linien der Hände. 2. Hand- u.
Fingersprache der Taubstummen; Mnant [...'mant]. der; -en.
-en [griech. cheirömantis): Wahrsager, der die Zukunft aus
den Handlinien deutet; Mnantie [...man'ti:]. die; -:
Wahrsagen auf Grund der Form u. der Linien einer Hand: ^m^ntisdi
<Adj.; o. Steig.): die Chiromantie betreffend, zur
Chiromantie gehörend; ^pr^ktik. die; -: Einrenken verschobener
Wirbelkörperu. Bandscheiben mit Hilfe der Hände;
^Praktiker, der: jmd.. der die Chiropraktik ausübt.
Chirurg ftirork. südd.. österr.: ki...]. der; -en, -en [lat.
chlrürgus < griech. cheirourgös = Wundarzt, eigtl. =
Handwerker, zu: cheir = Hand u. 6rgon = Tätigkeit.
Werk]: Facharzt u. Wissenschaftler] auf dem Gebiet der
Chirurgie (1); Chirurgie [^rur'gi:. südd.. österr.: ki...]. die;
-. -n [...i:an; lat. chlrürgia < griech. cheirourgia]: 1. <o.
PI.) (Med.) Lehre von der operativen Behandlung von
krankhaften/ Störungen u. Veränderungen im Bereich des
Organismus: er ist Facharzt für C. 2. chirurgische Abteilung
eines Krankenhauses: der Patient wurde in die C.
eingeliefert; chirurgisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [lat. chirürgi-
cus < griech. cheirourgikös]: a) die Chirurgie betreffend,
zu ihr gehörig: -es Schrifttum; b) operativ: c. eingepflanzte
künstliche Organe; c) für eine operative Behandlung von
Patienten geeignet, vorgesehen, eingerichtet: -e Instrumente;
die -e Abteilung. Station des Krankenhauses.
Chitarrone Dcita'ro:nd]. der; -[s]. -s u. ...ni, auch: die; -.
-n [ital. chitarrone. zu lat. cithara < griech. kithära =
Zither] (Musik): italienische Baßlaute,
Generalbaßinstrument im 17. Jahrhundert.
Chitin [$i'ti:n]. das; -s [zu griech. chitön. tChiton]: hornähn-
licher Hauptbestandteil der Körperhülle von Krebsen.
Tausenfüßlern. Spinnen u. Insekten; chitinig [(i'thni^l <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): in der Art von Chitin; dutinös [?i-
ti'no.s] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): aus Chitin bestehend;
Chitinpanzer, der: der C eines Maikäfers; Chiton [£i'to:n].
der; -s, -e [griech. chiton = (Unter)klekl. Brustpanzer,
aus dem Semit.]: gegürteter, knie langer Leibrock im
Griechenland der Antike.
Chlamys ['(jlaimvs. ^la'mvs], die; -. - [griech. chlamys =
Oberkleid]: knielanger, mantelartiger Überwurf für Reiter
u. Krieger im Griechenland der Antike.
Chlor [klo:?], das; -s [zu griech. chlörös = gelblichgrün
(wegen seiner Farbe)]: chemischer Grundstoff, ein stechend
riechendes, gelbgrünes Gas, das sich mit fast allen anderen
Elementen schnell verbindet; Zeichen: O
chlor-,Chlor-: Mljaxyd, (ehem. fachspr.:) -dioxid. das
(Chemie): als Mittel 2ur Desinfektion u. zum Bleichen von Mehl
verwendete Chlorverbindung; -gas, das: stechend
riechendes, gelbgrünes Gas, Chlor; »haltig [-halti^] <Adj.; nicht
adv.): -e Verbindungen; -kalk, der: Bleich- u.
Desinfektionsmittel; -natrium, das: Natriumchlorid; -sauer <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): chlorsaures Kalium (Chemie; Ka-
liumchlorat): -säure, die (Chemie): als starkes
Oxydationsmittel wirkende Sauerstaffsäure des Chlors; -Stickstoff, der
(Chemie): hochexplosive, ölige Chlorverbindung;
-Verbindung, die (Chemie); -wasser, das: 1. in Wasser gelöstes
Chlor. 2. (ugs.) gechlortes Wasser; -Wasserstoff, der
(Chemie): farbloses, stechend riechendes Gas, das, in Wasser
gelöst. Salzsäure ergibt.
Chlorat [klo'ra.t]. das; -s. -e (Chemie): Salz der Chlorsäure;
chloren [*klo:ren] <sw. V.; hat): mit Chlor behandeln u.
dadurch keimfrei machen: das Wasser c; Chlorid [klo'ri:t].
das. -s. -e (Chemie): chemische Verbindung des Chlors mit
Metallen od. Nichtmetallen; chlorieren [klo'ri.ren] <sw. V.;
hat): svw. tchloren; chlorig ['klo:rKj] <Adj.>: a) chlorhaltig:
-e Säure (beim Einleiten von Chlordioxyd in Wasser
entstehende Säure); b) chlorartig; 'Chlorit [kloh:t], das; -s, -e
(Chemie): Salz der chlorigen Säure; ^Chlorit [-, auch: ...rrt],
der; -s: ein grünliches, glimmerähnliches Mineral;
Chloroform [kloroform]. das; -s [Kunstwort aus den ehem. Bez.
der Stoffe, die bei der Erstherstellung eine entscheidende
Rolle spielten: Chlorkalk u. nlat. aeidum formicicum =
Ameisensäure]: früher als Betäubungsmittel, heute nur noch
als Lösungsmittel verwendete, süßlich riechende, farblose
Flüssigkeit (Chlorverbindung); <Abl.:) chloroformieren
[klorofarmiTan] <sw. V.; hat): mit Chloroform betäuben:
der Arzt chloroformierte den Verwundeten; Ü er hat mich
mit seinem Gequassel [förmlich] chloroformiert (ugs.;
derart auf mich eingeredet, daß ich ganz benommen davon
wurde): Chlorophyll [kloroTvl], das; -s [zu griech. chlörös
= gelblichgrün (tChlor) u. phyllon = Blatt] (Bot.): der
Assimilation dienender grüner Farbstoff in den
Pflanzenzellen, Blattgrün; Chlorose [klo'ro:za]. die; -. -n [zu griech.
chlörös = gelblichgrün) (Med.): Bleichsucht; Chlorune,
die; -. -en: Subst. zu t chloren.
Choc: t Schock.
Choke [tjook], der; -s. -s. (auch:) Choker. der; -s. - [engl,
choke. zu: to choke = drosseln] (Kfz.-T.): Luftklappe
am Vergaser als Hilfe beim Kaltstart: den C. herausziehen.
chokieren: I schockieren.
Cholera ['ko:leral. die: - [lat. cholera < griech. cholera
= Gallenbrechdurchfall: vgl. Voller] (Med.): sctiwere
epidemische Infektionskrankheit mit heftigen Brechdurchfällen;
<Zus.:> Choteraepidemie, die: Choteraerreaer, der;
Choleriker [ko'le:rikB], der; -s.- [zu tcholerisch; nach der
Typenlehre des altgriech. Arztes Hippokrates (um 460-um
370 v.Chr.) Mensch eines Typs, der durch
leidenschaftliches Temperament u. Jähzorn gekennzeichnet ist; vgl.
Melancholiker. Phlegmatiker. Sanguiniker]: leidetischaft-
licher, reizbarer, jähzorniger Mensch: er ist ein
unberechenbarer, typischer, ausgesprochener C; cholerisch
<Adj.) [zu mlat. cholera = galliges Temperament.
Zornausbruch, f Cholera]: aufbrausend, reizbar, jähzornig: -es
Temperament; nach seinen -en Wutanfällen (Thieß. Reich
300);xCholesterin [foleste'ii:n. auch: ko...]. das: -s [zu griech.
chole = Galle u. Stereos = hart, fest] (Med.): wichtigstes,
in allen tierischen Geweben vorkommendes Sterin,
Hauptbestandteil der Gallensteine; (Zus.:) Cholesterinspiegel, der
(Physiol.): Gehalt an Cholesterin im Blut: einen erhöhten
C. haben.
461
Choliambus
Choliambus tyo'Uambos]. der; -. ...ben [lat. choliambus <
griech. chölfambos = Hinkjambus, zu chölös = lahm,
hinkend] (Verslehre): aus Jamben bestehender antiker Vers,
in dem statt des letzten Jambus ein Trochäus auftritt.
Chondren [<pndran] <P1.> [griech. Chondros = Korn,
Graupe! (Mineral.): kleine Körner. Kristallaggregate, aus denen
die Chondrite (1) aufgebaut sind: Chondrit [^n'drr.t. auch:
...nt), der; -s, -e: I. (Mineral.) aus Chondren aufgebauter
Meteorstein. 2. (Geol.) pflanzlichen Verzweigungen ähneln-
der Abdruck in Gesteinen: diondrjtisch [auch: ...nt...] <Adj.;
0. Steig.): die Struktur des Chondrits betreffend: Chondmien
[<pn'dru:bn] <P1.> [engl, chondrule. Vkl. zu griech.
Chondros = Korn] (Mineral.): erbsengroße Steinchen in
Meteoriten.
Chopper ['tjope]. der; -s. -[s] [engl, chopper = Hacker]:
1. aus einem Stehlbrocken o.a. geschlagenes
vorgeschichtliches Werkzeug zum Aufschlagen von Knochen, hart schali-
gen Früchten u.a. 2. svw. tEasy-rider.
'Chor [ko:^]. der; -[eis. Chöre ['ko:re; lat. chorus < griech.
chorös = Tanz. Reigen]: I. a) Gruppe gemeinsam singender
Personen: ein gemischter (aus Frauen- u. Männerstimmen
bestehender) C; einen C. dirigieren; sie singt im C. der
städtischen Bühnen; *imC. (gemeinsam, alle zusammen):
die Kinder brüllten im C; b) Gruppe gleichartiger
Orchesterinstrumente od. ihrer Spieler (meist in Zus., z. B.
Bläser-. Posaunenchor); c) (Theater) das Bühnengeschehen
kommentierende Gruppe von Schauspielern: der C. in der
antiken Tragödie. 2. Komposition für ein- od.
mehrstimmigen Gruppengesang: einen C. komponieren, einstudieren.
3. gemeinsamer mehrstimmiger] Gesang von Sängern. 4.
(Musik) gleichgestimmte Saiten (z.B. beim Klavier, bei
der Laute o.a.). 5. (Musik) die zu einer Taste gehörenden
Pfeifen der gemischten Stimmen bei der Orgel.
*Chor [-]. der. selten: das; -[e]s. -e u. Chöre ['karol: 1.
meist nach Osten ausgerichteter, im Innern abgesetzter Teil
der Kirche mit / Haupt jaltar: ein gotischer C. 2. Platz
der Sänger auf der Orgel]empöre.
'Chor- ('Chor): -Führer, der: im antiken griech. Theater
Vorsänger lu. Leiter] des Chores: MBsang, der; -knabe,
der: Junge, der in einem 'kirchlichen! Knabenchor singt:
-konzert, das: Aufführung von Chormusik: ^leiter, der:
Dirigent eines Chores: -leitung, die; -musflt, die <P1. un-
gebr. >: für die Interpretation durch Chöre geschriebene
Komposition! en]: -probe» die; -reaent.der (südd.): Leiter eines
katholischen Kirchenchors: -sfinger, der: Mitglied eines
Opern 1chors: -Sängerin^ die: w. Form zu t^sänger.
Hlhor- (^hor): -dienst,der (kath. Rel.): der tägliche
gemeinsame Gottesdienst, zu dem die Mitglieder eines Stifts
verpflichtet sind: -fnui, die (kath. Rel.): Mitglied eines der
weiblichen Zweige der Chorherrenorden, Kanonisse; -gebet,
das (kath. Rel.): Teil des Chordienstes, Stundengebet: ^ge-
stiihl, das: für die Geistlichkeit bestimmte hölzerne Sitzreihen
an den beiden Langseiten des Chors: ^hemd, das: svw.
t ^rock; -*hen\ der (kath. Rel.): 1. Mitglied eines
Domkapitels. 2. Mitglied einer Ordensgemeinschaft, deren
Angehörige nicht nach einer Ordensregel, sondern nach anderen
Richtlinien leben (z. B. Prämonstratenser). dazu: ^herrenorden,
der. ^herrenstift. das (kath. Rel.): Kloster der Chorherren:
^rock.der: liturgisches Gewand des katholischen Geistlichen
bes. für den Chordienst: -schranke, die: den Chorraum
einer Kirche abschließende Schranke. Lettner: -Umgang«
der (Archit.): sich aus der Verlängerung der Seitenschiffe
ergebender Umgang um den Chor.
Choral [ko'ra.l], der; -s. Choräle [ko're:te; mlat. (cantus)
choralis = Chorgesang, zu lat. chorus. t 'Chor]: a)
kirchlicher Gemeindegesang: einen C. anstimmen; die Gemeinde
singt einen C; b) Lied mit religiösem Inhalt: am Abend
sangen die Neger feierliche Choräle.
Choral-: ^bearbeltung, die (Musik): alle Formen vokaler
od. instrumentaler Bearbeitung der Melodie eines Chorals:
-buch, das: Sammlung für die Orgelbegleitung evangelischer
Kirchenlieder: -kantate, die: Kantate, der ein evangelisches
Kirchenlied in mehreren Sätzen zugrunde liegt: -Dotation,
die (Musik): mittelalterliche Notenschrift, die sich zur
Aufzeichnung der Melodien des Gregorianischen Gesangs
entwickelt hat: -Vorspiel, das: den Gemeindegesang
vorbereitendes Orgelvorspiel, dem die Melodie des zu singenden
Kirchenliedes zugrunde liegt.
Chorda [tarda], (auch:) fhorde l'kcnxb], die; -. ...den [lat.
chorda < griech. chorde = Darm(saite)] (Biol.):
knorpelähnlicher Achsenstab als Vorstufe der Wirbelsäule (bei
Schädellosen. Mantel- u. Wirbeltieren): Chordaten [kor-
'da:tnj <P1.> (Biol.): zusammenfassende Bez. für diejenigen
Tiergruppen, die eine Chorda besitzen: Chorde: t Chorda.
Chorea [ko're:a], die; - [griech. choreia = Tanz]: 1.
mittelalterliche Bez. ftir Tanzlied. Reigen. 2. (Med.) svw. f
Veitstanz: Chorege lso're:ga, auch: ko...]. der; -n. -n [griech.
choregös. zu chorös (t 'Chor) u. ägein = führen, leiten]:
im antiken Griechenland vermögender Bürger, der finanziell,
organisatorisch u. manchmal auch künstlerisch für den Chor
verantwortlich war. Choreograph [koreo'gra:fl. der; -en.
-en [rückgeb. aus t Choreographie]: Schöpfer u. Gestalter
von Ballet tanzen. Regisseur eines Balletts (Berufsbez.);
Choreographie [koreogra'fi:].die:-.-n [...i:an: zu griech. choreia
= Tanzu. f-graphie]: a) <o. PI.) künstlerische Gestaltung.
Einstudierung eines Balletts: b) Tanzschrift aus Buchstaben
od. speziellen Zeichen, mit denen Stellung. Haltung u.
Bewegungsabläufe für die Tänzer festgelegt werden: cboreogra-
phkren [koreogra'fi:ren] <sw. V.; hat): ein Ballett
einstudieren, inszenieren: choreographisch <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): die Choreographie betreffend: die -e Leitung eines
Bühnenstücks; Choreus [90're.os, auch: ko...]. der; -. ...een
[lat. choreus < griech. choreTos (poüs). eigtl. = zum Tanz
gehörender Versfuß] (yerslehre): svw. ]Trochäus; Choreut
[(jo'njyt]. der; -en, -en [griech. choreutes = Reigentänzer]:
altgriechischer Chorsänger. -tänzer, dazu: Choreutik [90' Qy-
tik], die; -: altgriechische Lehre vom Chorreigentanz: dio-
roitbch <Adj.; o. Steig.): a) die Choreutik betreffend: b)
im Stil eines altgriechischen Chorreigentanzes aufgeführt:
Choriambus [Qo'nambus], der; -. ...ben [lat. Choriambus
< griech. choriambos] (Verslehre): aus einem Choreus u.
einem Jambus zusammengesetzter Versfuß (-^w-); chorisch
[ko:rül <Adj.: o. Steig.) [lat. choricus < griech. chorikös]:
a) <nicht adv.) den ]Chor betreffend: eine gute -e Leistung;
b) durch den lChor auszuführen, für den lChor bestimmt:
eine -e Bearbeitung; c) gemeinsam, im Chor vorgetragen:
die -e Antwort der Kompanie ...: ..Guten Morgen. Herr
Hauptfeld" (Kuby. Sieg 79); Chorist [ko'nst]. der: -en.
-en [mlat. chorista. zu lat. chorus. I 'Chorl: svw.
tChorsänger; Chorjstin, die; -. -nen: w. Form zu tChorist, svw.
TChorsängerin; Chörlein [k0:?lajn], das; -s. -: halbrunder
od. vieleckiger Erker an mittelalterlichen Wohnbauten.
Chorographie [«forogra'fi:. auch: ko...]. die; -. -n [...i:an;
zu griech. ch6ra = Raum u. t-graphie (veraltet): svw.
fChorologie; chorographisch <Adj.; o. Steig.) (veraltet):
svw. tchorologisch;Choroiogie[gorolo'gi:. auch: ko...]. die;
-, -n [...i:an]: 1. Orts- od. Raumwissenschaft, bes. Geographie
u. Astronomie. 2. Arealkunde:chorologisdi <Adj.; o. Steig.):
die Choroiogie betreffend, ihr zugehörend.
Chorus I'koTos]. der; -. -se [2: engl, chorus < lat. chorus.
t'Chor]: 1. (veraltet) svw. 'Chor (1 a). 2. (Musik) a) im
Jazz das einer Komposition zugrundeliegende Form- u.
Akkordschema als Basis für Improvisationen: b) in der Tanz-
od. Unterhaltungsmusik Haupt teil od. Refrain eines Stückes.
Chose [Jo:z3]. die; -. -n [frz. chose < lat. causa = Sache]
(ugs. veraltend): 1. Sache. Angelegenheit: in einer Woche
muß die C. erledigt sein; Auch die C. mit dem Boxer
Alois ist spaßhaft (Feuchtwanger. Erfolg 486). 2. Dinge.
Gegenstände: er stolperte, und da lag die ganze C; räume
die C. hier mal auf!
Chow-Chow Itjaji'tjay. auch: J^i'Jap]. der; -s. -s [engl,
chow chow. aus dem Chin.]: Vertreter einer in China
gezüchteten Hunderasse mit üppiger Behaarung, kleinen
dunklen Augen und kleinen Stehohren.
Chrestomathie [krestoma'ti:]. die; -. -n [...i:an; griech. ehre»
Stomatheia, eigtl. = nützliches Lernen]: für den Unterricht
bestimmte Sammlung ausgewählter Texte aus den Werken
bekannter Autoren.
Chrisain ['qi.zam], das od. der; -s. Chriama ['qrisma], das;
-s [zu griech. chriein = salben]: in der katholischen u.
orthodoxen Kirche bei Taufe. Firmung. Bischofs- u.
Priesterweihe verwendetes geweihtes Salböl: 'Christ [knst], der;
-en. -en [frühnhd. kriste < mhd. kristen < ahd. kristäni
< lat. christiänus. zu: Christus = der Gesalbte (Beiname
von Jesus) < griech. christös. subst. 2. Part, von: chriein
= salben. Übers, von aram. meSA^i = Messias]: jmd.,
der sich als Getaufter zur christlichen Religion bekennt,
Anhänger des Christentums: -en und Heiden; ein gläubiger,
überzeugter C; als [guter] C. leben, sterben; ein
praktizierender (regelmäßig in die Kirche gehender) C; 2Chrjst
462
Chronik
<o. Art.; o. Pl.> [f'Christ]: veralteter Beiname von Jesus:
der Heilige C. (das Jesuskind); C. ist erstanden.
'Chrjst- (-thrist): -bäum, der (landsch.): svw.
tWeihnachtsbaum: denC. schmücken, (landsch.:) putzen; Ü am Himmel
stehen Christbäume (ugs.; Leuchtsignale zur Abgrenzung
der Angriffsgebiete hei Bombenangriffen): * nicht alle auf
dem C. haben (salopp; nicht ganz bei Verstand sein; spielt
auf die Christbaumkerzen an. deren Fehlen mit
Geistesschwachheit. Mangel an Verstand o. ä. gleichgesetzt wird),
dazu: -baumkerze, die. -baumkugel, die. -baumschmuck,
der <o. Pl.>; -dorn, der: svw. tChristusdorn; -fest, das
(veraltet, noch landsch.): svw. tWeihnachtsfest; -kind, das
<o. PL; Vkl. zu 1. 2: t-kindchen. -kindl. -kindlein):
1. Jesus Christus in plastischer od. bildlicher Darstellung
als neugeborenes Kind: das C. liegt in der Krippe. 2. am
Jesuskind orientierte Kindergestalt'. die in der Vorstellung
der Kinder zu Weihnachten Geschenke bringt; das C. hat
dem Mädchen eine Puppe gebracht; er glaubt [immer]
noch/nicht mehr an das C. 3. (meist Christkindl) (bes.
südd.. österr.) Weihnachtsgeschenk; er hat als Christkind!!]
einen Schlitten und Malstifte bekommen; -kindchen,
(südd., österr.:) -kindl, -kindlein, das; -s: t-kind; -messe,
die: (kath. Rel.): Weihnachtsgottesdienst in der Nacht vom
24. zum 25. Dezember; -mette, die (kath. u. ev. Rel.):
Weihnachtsgottesdienst zwischen den Abendstunden des
Heiligen Abends u. dem Morgen des 1. Weihnachtstages;
-nacht, die: Nacht vom 24. zum 25. Dezember; vgl.
Weihnachten; -rose, die: Vertreter einer niedrig wachsenden,
meist schon im Dezember blühenden Gattung der
Hahnenfußgewächse. Nieswurz; -Stollen, der: Weihnachtsstollen:
Dresdner C; -vesper, die (kath. u. ev. Rel.): am Heiligen
Abend abgehaltener Gottesdienst mit musikalischer
Ausgestaltung.
chr|st-, *Chrjst- ('Christ): Miemokrat, der: Anhänger einer
christlich-demokratisch orientierten politischen Partei (z. B.
die Christlich-Demokratische Union / CDU] in der
Bundesrepublik Deutschland); <Abl.:> -demokratisch <Adj.; o.
Steig.): -e Abgeordnete; ein -er Standpunkt; -katholik.
der (Schweiz.): Altkatholik: -katholisch <Adj.; o. Steig.)
(Schweiz.): altkatholisch: -katholizismus, der: die in der
Schweiz vertretene altkatholische Glaubensrichtung.
Christen-: -gemeinde, die: die ersten -n im alten Rom;
-gemeinschaft, die <o. PI.): 1922 gegründete christliche
Religionsgemeinschaft; -glaubein], der; -lehre,die <o. PI.):
a) Unterweisung der Jugend in christlicher Lehre 'nach
dem Konfirmandenunterricht I; b) (DDR) christl.
Religionsunterricht; -mensch, der; -pflicht, die: etw. als [seine] C.
betrachten: -seele, die (veraltet): christlicher Mensch: keine
C. (niemand); -Verfolgung, die: Verfolgung der Christen
durch die staatliche Macht, bes. durch den röm. Staat votn
1. bis 4. Jh.
Chrjstenheit, die; - [mhd. kristenheit]: Gesamtheit der
Christen; Christentum, das; -s [mhd. kristentuom]: a) die auf
Jesus Christus, sein Leben u. seine Lehre gegründete
Religion: das protestantische, römisch-katholische C; sich zum
C. bekennen, bekehren; b) individueller christlicher Glaube:
ein oberflächliches, orthodoxes C. vertreten; praktisches
(im täglichen Leben verwirklichtes) C: christianisieren
[knstiani'zi:ran] <sw. V.; hat) [lat. christiänizäre]: a) jmdn.
zum Christentum bekehren; b) einer Sache einen
christlichen Anschein geben; (Abi.:) Christianisierung, die;
-; Christianitas [kns'tia:nitas], die; - (bildungsspr.): Christ-
lichkeitalsGeistes-u.LebenshaltungsChrtetimSckincel'kTist-
jon saidns]. die; - - [engl. = christliche Wissenschaft]: um
1870 in den USA begründete christliche Gemeinschaft, die
durch enge / Gebets I Verbindung mit Gott menschliche
Unzulänglichkeit überwinden will;. Christin ['knstin], die; -. -nen:
w. Form zu t'Christ; christlich [kristli?] <Adj.) [mhd.
kristenlich]: a) <o. Steig.) auf Christus od. dessen Lehre
zurückgehend: die -e Taufe; der -e Glaube; b) der
Lehre Christi entsprechend: -e Nächstenliebe; Wir sollten nicht
-er als Christus sein (Sommerauer. Sonntag 22); c. handeln;
Ü sie hat die Schokolade c. (so. doli der andere ein größeres
Stück bekam) mit ihm geteilt; c) <o. Steig.) sich zum
Christentum bekennend: die -en Kirchen; d) <o. Steig.)
im Christentum verwurzelt, verankert: die -e Kunst; die
Kultur des -en Abendlandes; e) <o. Steig.) der christl.
Kirche entsprechend, kirchlich: ein -es Begräbnis erhalten:
<Abl.:> Christlichkeit, die; -: christliche Gesinnung: Christ-
mas-Carol ['knsmas kaeral], das; -s. -s [engl. Christmas
carol]: volkstümliches englisches Weihnachtslied; Christo-
gramm [knsto'gram]. das; -s. -e: kurz für f
Christusmonogramm; Christoloei¨ -. -n [...Iran; zu f ^rist u. f -logie]
(Theol.): Lehre der christlichen Theologie von der Person
Christi; <Abl.:> christotogbch <AdJ.; o. Steig.): die Christo-
logie betreffend.
Christus- I'knstos-]: -dorn, der <PL -dorne) [die
Domenkrone Christi soll aus diesen Zweigen gewunden worden
sein]: Vertreter einer in den tropischen u. subtropischen
Gebieten weitverbreiteten Gattung der Wolfsmilchgewächse;
Zierpflanze; -köpf, der: künstlerische bildliche od.
plastische Darstellung des Kopfes von dem gekreuzigten!
Christus: ein frühromanischer C; -monognunm. das: Symbol
für den Namen Christus, das aus den griechischen
Anfangsbuchstaben des Namens, aus X (Chi) u. P (Rho)
zusammengefügt ist:
Chrom [kro:m]. das; -s [frz. chrome < lat. chröma =
Farbe < griech. chröma = (Haut)farbe (mit Bezug auf
die Farbenschönheit, die es in Verbindungen zeigt)]:
chemischer Grundstoff, ein sehr hartes und sprödes, silberweiß
glänzendes Metall, das unter normalen Bedingungen nicht
oxydiert (Zeichen: Cr): blitzendes C; eine Schutzschicht
aus C; mit C. überziehen.
chrom-, Chrom-: -beize, die: in der Färberei verwendete
Chromverbindung zur Nachbehandlung gefärbter Stoffe;
-blitzend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -es Auto steht
vor der Tür; -gelb, das: deckkräftige Malerfarbe; -grün,
das: vgl. -gelb; -kreuzer, der (ugs. scherzh.): großes Auto
mit viel Chromverzierungen: -leder, das: mit
Chromverbindungen gegerbtes Leder; -nickelstahl, der: sehr
korrosionsbeständige Legierung aus Chrom u. Nickel, die bes. für
den Apparatebau u. im Bauwesen verwendet wird; -rot,
das: vgl. -gelb; -säure, die (Chemie): Chromverbindung,
die das Chrom in anionischer Form enthält; -Verbindung,
die (Chemie).
Chromat [kro'ma.t]. das; -s, -e [zu tChrom] (Chemie): Salz
der Chromsäure; Chromatik [kro'ma:tik]. die; - [1: griech.
chröma = chromatische Tonleiter, urspr. = Farbe, also
eigtl. etwa = Färbung]: 1. (Musik) Veränderung der sieben
Grundtöne / durch ein Versetzungszeichen] um einen halben
Ton nach oben od. unten (Ggs.: Diatonik). 2. (Physik)
Farbenlehre; chromatisch <Adj.; o. Steig.) [griech. chröma-
tikös]: 1. (Musik) in Halbtönen fortschreitend (Ggs.:
diatonisch): eine -e Tonleiter. 2. (Physik) die Chromatik (2)
betreffend: chromatisieren [kromati'ziiran] <sw. V.; hat)
[zu t Chromat]: die Oberfläche von Metallen mit einer Chro-
matschiebt zum Schutz gegen Korrosion überziehen.
chromato-, Chromato- [kromato-; zu griech. chröma =
Farbe] (Chemie): -graphte, die [zuerst für Farbstoffe
verwendetes Verfahren; t-graphie]: Verfahren zur Trennung
chemisch nahe verwandter Stoffe: -graphieren [...graTcrsn]
<sw. V.; hat): eine Chromatographie durchführen;
-graphisch <Adj.; o. Steig.): a) die Chromatographie betreffend;
b) die Chromatographie anwendend; -phor [...'fo:?]. das;
-s. -en (meist PI.) [zu griech. phorös = tragend): 1. (Bot.)
farbstofftragende Organelle der Pflanzenzelle. 2. (Zool.)
Farbstoffzelle bei Tieren, die den Farbwechsel der Haut
ermöglicht (z. B. beim Chamäleon).
Chromatron fkro:matro:n], das; -s. ...Qne (auch: -s) [aus
griech. chröma = Farbe u. -tron (aus f 'Elektron losgelöst)]
(Technik): spezielle Bildröhre für das Farbfernsehen.
Chromonika [kro'mo:nika]. die; -. -s u. ...ken [Kunstwort
aus f chromatisch u. t Harmonika] (Musik): diatonische u.
chromatische Mundharmonika.
Chromosom [kromo'zo:m].das; -s. -en (meist PI.) [zu griech.
chröma = Farbe (t Chrom) u. söma = Körper, also eigtl.
Farbkörper (da es durch Färbung sichtbar gemacht werden
kann)] (Biol.): in jedem Zellkern in artverschiedener Anzahl
u. Gestalt vorhandenes, das Erbgut eines Lebewesens
tragendes, fadenförmiges Gebilde; Kernschleife, dazu:
chromosomal [...zo'ma.l] <Adj.; o. Steig.): die Chromosomen
betreffend: die -e Anlage, Struktur; Chromosomensatz, der; -es.
...sätze (Biol.): Gesamtheit der Chromosomen eines Kerns
bzw. einer Zelle; Chromosphire« die; - [zu griech. chröma
= Farbe u. tSphäre]: glühende Gasschicht um die Sonne.
Chronik['kro:nik],die;-,-en[mhd.krönik(e) < lat.chronica
(PI.) < griech. chronikä (biblia). Adj. zu: chrönos =
Zeit]: Form der geschichtlichen Darstellung, in der die
Ereignisse in zeitlich genauer Reihenfolge aufgezeichnet werden:
eine mittelalterliche C; die C. einer Familie, des Dreißig-
463
chronikalisch
jährigen Krieges; Ü diese Heldentat wird in die C. (in
die Geschichte) eingehen; chronikalisch [kroni'ka.lij] <Adj.;
0. Steig.): in Form einer Chronik abgefaßt: -e Berichte;
Chronique scandaleuse [kronikskäda'l0:z]. die; - -. -s -s
[konikskäda'taKz; frz. chronique scandaleuse. aus:
chronique = Chronik (< lat. chronica, tChronik) u. scandaleuse.
Fem. von: scandaleux = t skandalös]: Sammlung von
Skandal- u. Klatschgeschichten einer Epoche od. eines bestimmten
Milieus: chronisch ['kro:mJ <Adj.; o. Steig.) [lat. (morbus)
chronicus < griech. chronikös = zeitlich (lang)]: a) (Med.)
(von Krankheiten) sich langsam entwickelnd: langsam
verlaufend (Ggs.: akut 2): eine -e Krankheit; sein Husten
ist c. droht c. zu werden; wodurch die Krankheit oft
c. über Jahre fortschwelt (Medizin II. 146); b) (ugs.)
dauernd, ständig, anhaltend: ein -es Übel; (scherzh.:) er
leidet an -em Geldmangel; Der KSC. c. unter den letzten
drei der Bundesligatabelle (DM 45. 1965. 3); Chronist
[kronist]. der; -en. -en [mlat. chronista. zu griech. chrönos
= Zeit]: I. Verfasser einer Chronik: ein C. des
Bauernkrieges. 2. jmd.. der ein Ereignis o.a. verfolgt, beobachtet u.
darüber berichtet: <Zus.:> Chronjstenpflicht, die (oft
scherzh.): Verpflichtung, objektiv über etw. zu berichten:
damit ist der C. Genüge getan; Chronistik [kro'mstik].
die; -: Gattung der Geschichtsschreibung.
chrono-. Chrono- [krono-; griech. chrönos = Zeit]: -«ramm
[...'gram], das; -s. -e [t -gramm]: 1. ein Satz od. eine Inschrift
(in lateinischer Sprache), in der hervorgehobene
Großbuchstaben als Zahlzeichen die Jahreszahl eines
geschichtlichen Ereignisses ergeben, auf das sich der Satz bezieht.
2. Aufzeichnung eines Chronographen: -graph [...'gra.fl,
der; -en. -en [t -graph]: Gerät zum Übertragen der
Zeitangabe einer Uhr auf einen Papierstreifen: ^graphk, die [t-gra-
phie]: Geschichtsschreibung nach zeitlicher Abfolge:
^graphisch <Adj.; o. Steig.): die Chronographie betreffend:
-löge, der; -n. -n [t-loge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Chronologie (1); -losk, die; - [griech. chronologia]:
1. Wissenschaft von der Zeitmessung u. -rechnung. 2.
Zeitrechnung: die frühgeschichtliche C. 3. zeitliche Abfolge:
die C. der Ereignisse; -tonisch <Adj.; o. Steig.): zeitlich
geordnet: in -er Reihenfolge; eine -e Aufzählung von Daten;
etw. c. berichten; -meter, das; -s. - [t-meter]: a)
transportable Uhr mit höchster Ganggenauigkeit, die besonders in
der Astronomie u. in der Schiffahrt eingesetzt wird: b) (ugs.
scherzh. allg.) Taschenjuhr: -metrie [...me'tri:]. die; -.
-n [...hon; t-metrie]: Zeitmessung: -metrisch <Adj.; o.
Steig.): auf genauer Zeitmessung beruhend: -skop
[...'sko:pl. das; -s. -e [zu griech. skopein = betrachten]:
genaugehende Uhr mit dem Mechanismus einer Stoppuhr,
mit dem Zeitabschnitte gemessen werden können, ohne daß
der normale Gang der Uhr dadurch beeinflußt wird.
Chrysantheme [kryzan'te:md]. die; -. -n. Chrysanthemum
[^ry'zantemom. k...]. das; -s. -[s] [lat. chrysanthemon ^
griech. chrysanthemon = Goldblume]: als Zierpflanze
kultivierter Vertreter einer Gattung von Korbblütler gewachsen
mit meist großen, strahlenförmigen Blüten: Chrysoberyll
[^ryzoberYl]. der; -s. -e [griech. chrysob&yllos]: grüner
Edelstein: Chrysopras [<;ryzo'pra:s]. der; -es. -e [lat. chryso-
prasus < griech. chrysöprasos]: grüner Halbedelstein.
chthonisch ['#o:niJ] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [griech. chthö-
nios]: der Erde angehörend, unterirdisch: -e Mächte; -e
Götter (in der griech. Mythologie die Erdgottheiten im
Gegensatz zu den himmlischen Göttern (z.B. Gäa. Pluto).
Chutney['tjatni].das;-[s].-s[engl.chutney < Hindichatnlj:
für die Zubereitung von Speisen verwendete Paste aus
zerkleinerten Früchten mit Gewürzzusätzen.
Chuzpe ['xu{$po], die; - Uidd. chuzpo] (salopp abwertend):
Unverfrorenheit. Dreistigkeit. Unverschämtheit: die C.
gewisser junger Filmmacher (MM 30. 12. 70. 22).
CIA [skai'ei]. die. auch: der; - [engl., aus Central Intelligenoe
Agency]: US-amerikanischer Geheimdienst.
ciao! [tjay]: ital. Schreibung von t tschau!
Ciborium: t Ziborium.
Cicero [tsitjero. auch: 'tsi:tserol. die. Schweiz.: der; -.
- [weil angeblich Ciceros BrieTe zuerst in diesem Schriftgrad
gedruckt wurden (1467)] (Druckw.): Schriftgrad von 12
Punkt: Cicerone [tjitje'roino]. der; -[s]. -s u. ...ni [ital.
Cicerone, auf Grund eines scherzh. Vergleiches mit der
Beredsamkeit Ciceros]: a) (scherzh.) sehr viel redender]
Fremdenführer: b) Buch mit Informationen für den
Touristen: Reise-. Stadtführer.
CicSsbeo[JJitfisbe:o].der;-[s].-s[ital.cicisbeo.viel), lautm.]
(bildungsspr. verhüll.): Hausfreund.
CUre ['sixtel. Zider [t$i:de]. der; -s [frz. cidre < kirchenlat.
sicera = ein berauschendes Getränk < griech. sfkera <
hebr. Sek^r, vgl. schicker]: französischer Apfelwein aus der
Normandie od. Bretagne.
Cknfaal: TZimbal.
Cineast [sine'ast], der; -en. -en [frz. eintaste, zu: eine, cinöma.
gek. aus cinematographe = tKinematographJ: a) an der
Produktion von Filmen Beteiligter. Filmschaffender: b)
Filmkritiker. Filmkenner: c) begeisterter Kinogänger: Cinemagic
[smamaxbik]. das; -s [engl. Kunstwort aus Cinema u.
magic) (Film): Verfahren der Trickfilmtechnik, bei dem
Real- u. Trickaufnahmen gemischt werden: Cinemascope
<S> [sinema'sko:p]. das; - [engl. Cinemascope, zu griech.
kinema = Bewegung u. skopein = betrachten, beschauen]
(Film): besonderes Verfahren zur Aufnahme u. Projektion
von Breitwandfilmen: Cinemathek: t Kinemathek; Cinerama
<S>[sine'ra:ma], das; - [engl. Cinerama. zu griech. kineln
= bewegen u. t Panorama] (Film): besonderes Verfahren
zur Aufnahme u. Projektion von Breitwandfilmen.
Cmquecentist [tjmkvetjen'tistl.der; -en. -en [ital. cinquecen-
tista]: Künstler des Cinquecento: Cinqeeento [tjiqkve-
'tjentol.das;-[s] [ital. (mil) Cinquecento, eigtl. = (tausend)-
fün (hundert, aus: cinque = fünf (< lat. quinque) u. cento
= hundert (< lat. centum)] (Kunstwiss.): Kultur u. Kunst
des 16. Jahrhunderts in Italien.
Cipoilin [tjip3'li:n]. das; -s [ital. cipollino. Vkl. zu cipolla
= Zwiebel]: mit Kalkglimmerschiefer durchsetzter Marmor:
Zwiebelmarmor.
circa (Abk.: ca.): tzirka.
Circarama [sirka'ra:ma], das; - [engl, circarama. zu tcirca
u. tPanorama] (Film): Technik der Filmwiedergabe, bei
der der Film so projiziert wird, daß sich für den Zuschauer
von der Mitte des Saales aus ein Rundbild ergibt.
Circe ftsirt?©], die; -. -n [nach Circe. einer Zauberin der
griech. Mythologie]: verführerische Frau, die es darauf
anlegt. Männer zu betören: Bald galt sie als männerbetörende
C. (Kranz. Märchenhochzeit 17).
Circuittraining[ sakit-J.das; -s [aus engl, cireuit = Umlauf
(< frz. cireuit < lat. cireuitus) u. fTraining] (Sport):
Konditionstraining, das in der pausenlosen Aufeinanderfolge
von Übungen an verschiedenen, im Kreis aufgestellten
Geräten besteht: allgemeine Körperschulung.
Cirailus vitiosus ftsirkulos vi't$io:zos], der; - -. ...li ...si
[lat. circulus = Kreis(linie) u. vitiosus = fehlerhaft]: 1.
(bildungsspr.): Beweisführung, zu der das zu Beweisende
bereits als Voraussetzung herangezogen wird. Zirkelschluß.
2. nicht endender Kreis von unangene/imen Folgen eines
Zustandsod. einer Handlung. Irr-. Teufelskreis: er hat schon
mehrmals versucht, aus diesem C. v. herauszukommen;
Circus: f Zirkus.
eis, Cis [t$is], das; -. - (Musik): um einen halben Ton erhöhtes
c (2); Cjs-Dur [auch: '-'-]. das; -: Tonart: Zeichen: Cis
(teis. Cis); <Zus.:> Cjs-Dur-Etüde. die.
Cislaweng: fZislaweng.
cjs-Moll [auch:'-'-]. das; -: Tonart: Zeichen: eis (teis. Cis);
<Zus.:> cjs-Moll-Etüde, die.
citissime [t$i'tisime] <Adv.) [lat. citissime] (bes. Amtsspr.
veraltet): sehr eilig: cito ft$i:to] <Adv.> [lat. cito] (bes.
Amtsspr. veraltet): schnell.
Citoyen [sitQa'j?:]. der; -s. -s [frz. citoyen. zu: cite. TCityJ:
frz. Bez. für Bürger.
Citrusfrucht: T Zitrusfrucht.
City fsitij. die; -s. -s. auch: ...ties [engl, city = (Haupt)stadt
< afrz. cite < lat. clvitäs (Gen.: civitatis) = Bürgerschaft;
Gemeinde; Staat; vgl. zivil]: Geschäftsviertel einer
Großstadt. Innenstadt: dieC. ausbauen; die C. zur
Fußgängerzone erklären; die Düsseldorfer C; Autobahnumleitungen,
die den Durchgangsverkehr von der C. fernhalten (Spiegel
19. 1966. 37).
city-. City- I'siti): -Bike [-baik]. das; -s. -s (mit Bindestrich)
[engl, city-bike]: kleines Motorrad für den Stadtverkehr:
^bildung. die (Soziol.): Konzentration von Geschäften o. ä.
in der City bei gleichzeitiger Abnahme der Wohnbesiedlung:
^lajge. die: Ladenlokal in guter C. zu vermieten; -nah
<Adj.; o. Steig.): -e Wohnsiedlungen.
Civet [si've:. si've]. das; -s, -s [frz. civet (de lievre), zu:
cive = Schnittlauch; kleine Zwiebel < lat.cepa = Zwiebel]
(Kochk.): Ragout von Hasen u. Wildkaninchen.
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