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1TEIL6
WJU
DIE KUNSTDENKMÄ-
iLER DER PROVINZ i
BRANDENBURG!
KREIS CROSSEN
HERAUSGEGEBEN VOM BRANDEN=
BURGISCHEN PROVINZIALVERBAND
'Die
Minftbenfmüler
Der
Wovinj ^raubcnbutQ.
®e ||unflbenfinäler
bei* fgroinnfl Brandenburg.
*
* *
.^craueqcqcbcn
vom
'75ranbcnburqifcbcn ^roviißifllvcrbaiWc.
^anb VI, £cil 6
troffen.
PÖLITECHNIKA WRO^^5KA
WYD AL K TLR
KATEÖRA HioTORU
ARCHjJL^:^- '«
Berlin 1921
jin 5ioninnf|Ton^vcr(flqc ber ^offifdicn £&ucManblung.
®ic ||unßeiifmäler
M Steifet ftrofleiL
# #
Unter Der (sebrifdeitung
tc?
'X'rovin^ialFonfcrnators QJrofclTor (fncb ^Muncf
bearbeitet
Vl'H
Dr. phil. ißilbehn 3ung, 'Profcifor Dr. ^riebricb folger,
l'rofcübr Dr. IGilln ®pah (t) unb ?lrcbivrat Dr. 9??cl(e Älinfenborg.
*
*
9)?it 2 .Starren, is tafeln, 252 ?(bbHDungcn itn ^err.
Berlin 1921.
T'ruef von ®?eifenbadi SRiffarth & (So., 93crlin=$d)öncbcrq.
®anb I.
„ I.
„ VI.
II.
„ vi.
II.
„ VI.
„ I.
„ V.
„ III.
Sbaitb III.
„ VI.
„ VII.
lieber finb crfcbicitcn:
5eil 2 (üftprigniß 1907.
„ 1 Sßeftprtgnig 1909.
„ 1 £e6u$ 1909.
„ 3 Stabt unb £>ont Sßranbenburg 1912.
„ 2 Stabt granffurt a. SD. 1912.
„ 1 Üßcilbavellanb 1913.
„ 3 'Ißeflflernfcerg 1913.
„ 3 SRupvin 1911.
„ 1 ?ncfau 1917.
„ 1 ^renjlau 1921.
5n 2<orl'crcituiiij:
Seil 3 'Jlngermünbc.
„ 1 Üitflernberg.
„ 1 Äöntgeberg j)?nt.
3n^alt^übernct)t.
Seite
$eograpbifd)*($eologifd)e Übcrjtdit.......................................IX
($efd)id)tltd)e (Einleitung .... XXI
Äunftgefd)id)t(id)e Überfidit .... XXXV
Sßcfdjreibung ber Äunftbcnfinälcr ... t
©rtfdjaftöberxeidjniö....................................................259
SSerjeidiniö ber Sertabbilbungcu ......................... . . . 260
'iBcrjeidjniö ber harten unb tafeln......................................264
SBerjeidjniä ber gainihen, Stifter ufw.................................. 265
SWeifterberjeidjniö......................................................272
Vorwort
3n Sladjfolgc beß wäbreub brr Trucflcguitg beß vorlicgcitben Banbcs ver>
Itorbencn B'fovinjialfonfcrvators (geheimen Bauratß 'Profeffor @occfc ift and) bic
Sdniftlcitung biefeß ’äßerfes an ben llutcrjcidnictcn überßegangen. 31odi ein weiterer
fdjmcrjlidicr 'Bcrlitjt für baß üßerf ift burd; ben erjt fürjlid) erfolgten Sob beß
langjährigen unb bod)vcrbicntcn Bearbeiters beß gcfd)id)tlid)cn Seiles, .iperrn jJrcfcflor
Dr. 2ßi11p Spats, 511 beflagcn. Tem SScrftorbcucn war eS (cibcr nicht mehr vergönnt,
feine 21rbcttcn am vorlicgcnbcn Banbc jum 21bfd)lnfj 511 bringen.
Sdnvicrigfcitcn maiidicrlet 21rt bei ber Trucflcgung nnb bic vorerwähnten
Bcrluftc haben baß (Erfdicincn biefeß Banbcß, beß elften in ber 9ictbc ber vor»
gefehlten 3t» jireißbänbe, immer wicbcr verzögert. -Beine 21norbnung entfpricht ben
bisher crfducncncii Bänbcn. Pie funftgcfdiidrtlidic (Einleitung fowie baß eigentliche
Bcrjcidmiß ber Tenfmälcr, ihre llntcrfudjung unb befdweibenbe Parftcllung entftammt
iviebcrum ber geber beß Jpcrrn Dr. phil. 3ung, ber glcidtjeitig bic jcidniciifdicn unb
photographifdicn Unterlagen ju ben Safclbcigabcu unb ben Scrtabbilbungcn geliefert
hat. Tic gcfdjiditlidjcn SBorbcmcrhtngcn pi ben einzelnen Crtfdiaftcn bat Jpcrr
Brofcffor Dr. phil. Spät bearbeitet, währenb nodi im leisten 21ugcnblicf Jperr 21rdnvrat
Dr. Älinfcnborg )7d) in licbcnßroürbigcr 5ßcijc bereit gefunben bat, bte allgemeine
gcfdnditlid)c (Einleitung pi fdirctbcn. Tie vor ntdit 511 langer 3cit erfolgte jHücffcljr
bes Bearbcttcrß beß gcogravljifdisgcologifdicn Seils bcs Sßcrfcs, Jjcrrn 'Profcffnr
Dr. Bolger auß japanifd)er ©cfangcnfdjaft hat eß crmöglidjt, aus feiner Jpanb
ivieber einen 21briv über bic geograpbifd^gcclogifdic Bcfdiaffcnbctt beß (Proffcncr
•ftreifcß cinjufügcn. Pie farbige Safcl ivurbc ivieber uadi einem Original beß Wilers
'ißtlbeim Sinbncr hcrgcftcllt.
Bcfonbcrß fei an biefer Stelle ben Jpcrrcn Brofcjfor Dr. Vübbecfc in öroffen,
Cbcrpfarrcr Steinhaufen unb Supcrintcnbcntcn ffliobr foivie grau Plommcrsicnrat
Vangc in Sommcrfclb, enblid) and, ben Jpcrrcn (geheimrat J^ugo Vidjt in Vctpjig
unb gabrifbcüiscr 21. Scfdienborf in Älingc für bic in licbcnßtvurbiger ÜBcifc ben
•ipcrren Bearbeitern beß gcologifdvgcographifdieu unb funftgcfduditlidicn Scilß fotvic
für bic gcfdjidithdjcn SSorbemcrfungcn ju ben einzelnen Trtfdiaftcn erteilten 2lußfünftc
unb jur 'Beifügung gcftclltcn Unterlagen gebanft.
Sämtlidic 21bbilbungcn im Scrt unb Safclbeigabcn |Inb nadt ben gelieferten
Unterlagen von ber girma fOicifcnbad, 9iiffartb & (io. in Berlin * Sdiöncberg
gefertigt worben, bie aud, ben Prucf unb bic Brofdiur beforgt bat.
Berlin, im gebruar 1921.
58funct
Brovinätalfonfcrvator.
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. VI. 6. Crossen.
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Zweigleisige Hauptbahn
Provinzial - Chaussee.
(adl.
50 OOO Eüuvohnem
von.
Eingleisige Hauptbahn
Kreis- Chausser.
1OOOO
von
Gebaute Straße
Erben-oder Kleinbahn
Meit
5000
unter
projektierte Eisenbahn
DörTer mit Kirche
Provinz - Grenze
Feldweg
Filialkirehdör/'cr
Kreis- Grenze
ftißweg
Dörfer ohne Kirche, Bauernschaften
Wiese
Wald
1:200000.
Uslmni
'.VeuM,
ORTE
Orte
Orte
Ziegelei
Försterei
Bergwerit.
Wuidnii'ihle
Wassennuhlr
Schleuse
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GöfbÜscJi^^.
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Hoffhi^qC^i
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Lith.Anst.v. Bogdan Gisevins,Berlin W
®fograpl)ifd)*®eo(0gifd)e Uberficbt.
Ta, wo bie Ober, uad)bem fte bie ©rünbcrqer Jpötjcn umfloßen bar, Kn
Silben if)rcn bifc bahin größten 9?cbenflufl, ben SJober, aufnimmt, breitet fidi etwa
32 km lang beiberfeitö bcö Stromeö ber .Streik öroffen auO unb entfernt ftd* mit
feiner ©retqe norbwärte etwa 25, fübwärte 35 km von ber föber.
3wifd,eii bem Vanbe Sternberg im 9?orben, Schießen im Süboften, ber Oben
unb 9?ieberlauft£ im Subweiten unb Sßeitcn gelegen, verbanft ber Streik mit feinen
nur 1397 qkm unb Ijcittc runb 6000“ 9J?enfd)cn bie felbftänbuc ©efd)id)te, bie ibn
auejeidinet, ber befonberen SBebentung ber iBobermünbung alo Übergangöpnnft über
bie Ober. Tiefer für ben Vertcl)r widjtige Quillt mar im übrigen wenig günftig für
acferbaulid)e Stcbclung. SBiö beute ßat ber vorwiegenb bürrfanbige SBoben ber 2(ufc
fdjlicßung burd) ben Vanbmann befonbcrc Sdiwicrigfciten bereitet; baher fein 9ieid)tum
an Sffialb, ber mit ,690,e qkm = 53% am SBobcn etwa boppclt fo viel Jlnteil bat
wie burdlfdjnittlid) in ber 'f.'rovinj ©ranbenburg.
Tiefer ‘Jßalbgürtcl hat eine widitigc 'Jlbgrcniung vor allem im 91orbwc|ten
gebilbet, wo er fidi an bie ‘ißälbcr anlehnt, bte feit altcrößcr Vaufiß unb 5P?ittelmarf
voncinanber trennen. So war ei natiirlid), baß ffd) bie ©efdndjtc (ireflenö anfangö
ebenfo wie bie ber Vaufft; ben fübltdjcn 9?ad)barlänbcrn anfddoß. ?lbcr feine Sage
an ber Straße ©reölau—granffurt gab ihm frül) and, SBcjiclpingen jur ®?art. Ta»
gegen mögen bie weiten Ißälbcr, bie |id> an ber @rcnjc gegen ben Kreiß ©üben
auöbel)ncn, baju beigetragen ljaben, baß tret; ber Straße @uben—troffen—SBentfdjcn
baß (Sroffener Vaub nidjt mit ber Vaufiß, fonbern mit Sdilefien verfnüpft würbe.
3n bicfen Ißalbfläcben liegen bie börflidjen Siebeliingcn noch l)cute gerabeju
* in einzelnen ©nippen von Diobungcn cmqefprengt. Sie brängen fidi biebter im
Obertal unb um (Sroffen unb ebenfo in ber 9täl)C von Sommcrfelb, bem gweitcn
iBrennpunft ftäbtifdwr ©c|tcbclung innerhalb bee Strcifcv, befien SBcwoljite^gßl feit
bem S3au ber 9?ieberfdilefifdi-9??ärfiidicit ©ifenbabn 1 iS I r» biejcnige von (Sroifcn fogar
überholt ljat. ‘Jlndi Sommerfelb ift ein alter Xalübcrgangöpunft. Jpicr war bie
Sumpfnieberung ber Vubft bequem ju überfdjrciten unb ber Übergang leidjt $u vor«
teibigeu. ^breii wirtfdiaftlidjcn JlufCdiwung verbanft bie Stabt allerbingß ber fpätcrcn
Jlufnnbung wertvoller Xonlager unb in jüngfter 3cit ihrer günftigen SBcrfehrölagc au
ber Berlin—SBreölauer <3ohn.
'Ißollcn wir biernad, verftchen, wie bte 9?aturbebinguugen beö ©elänbeo ber
Siebelung unb bem Scrfebr bcö SD?cnfdien hier im C'roffcner .Streife ben Ißcg gewiefen
haben, bann miiffen wir neben ber gragc nach ber Verbreitung tilgbarer ©obenarten
vor allen Tingen and, ju erfahren fudjcit, woburdi bie Talübcrgänge benimmt (inb,
benen Oroffcu unb Sommerfelb ihre Vage verbauten.
X
@eograpf)tfd) - (3eologifd)e Uberfid)f.
Paß wirb am beiten bnrdi einen fnrjcn Übcrbltcf über bic geelogifdic (fnt*
wicflnngßgefdjidjtc ber Vanbfdiafr beß .ftrcifeß gefdjeben. Ptefcr Überblirf muß freilidi
mandie fragen ungcleft laffen, weil bic gcologifdtr vSpejiakinfnabnic ber bctrcffcnbcn
iDicptifdiblättcr nod) nidit »erliegt. £)a| folgenbc ift bei halb alß ein SBcrfud) auf*
$ufajfen, nnferc bisherigen, nod) fcl)r lürfenbaften Ä'cnniniffc 311 einer foweit flarcn
2lnfd)auung ju ergänzen, baf; auch ber j)?id)tfad)inann barauß ein ungefähres SÖilb
gewinnen fann.
Pie äftefte Bot, bereu Spuren unß im ißoben beß Mrctfeß (froffen alß wirt*
fd)aft(id) bcbcutfam entgegentreten, ift bic 3cit ber 35raunfohlcnbilbung, ber in ber
©coiogic alß SDiiocän bcjcidjnctc ’Jlbfd'iiitt in ber jüngeren Jpälftc ber Jcrtiärjeit.
Sb111 »erbanft ber .ffre ß jwei wichtige IÖ»oenfd)äiT, bic $rannfol)lc unb ben Jen
een eemmcrfcib.
Vegcn wir bic geologifd) belfer crferfdjten JPcrbältniifc weiter wcftlttb in ber
5)?icbcr(au|tb nuferer Pcutung ber enjiditcn jugritnbc, fo liegt über einem älteren
$>raunfohlenflöfc, baß im -Streife (Erogen anidieincnb nid)t aitfgcfd’lo|fcn ift, ber fe*
genannte ftVafdwnton. (fr i|t (ebenfalls auß edjlainmabfaljcn »en ^lü|f»n entftanben,
bic in ber iüriocänjcit »en ben banials weniger h2l)cn eubeten auß einem in biefer
Wcgcnb liegenben ©üßwafferfee jufloifeft ?luf biefem Jen beruht bic Joninbiiftrie
»en Jtlingc bei ©emmcriclb. (fr wirb eß »crmiitlid) and) gewefen fein, auf ben bic
frül)cr nidjt imbcbcutcnbc Jöpfcrci »en (frolfcn unb weljl and) »en $obcrßbcrg
iirfprüngud) ^urücfjitführcn ift. 3n 23oberßbcrg freilid) ift in fpätcrer Beit nicht mehr
ein an Prt unb Stelle gefunbener Jen »erarbeitet werben, fenbern man beite baß
Material ju UBagcn anß ber (Mcgcnb »en eemnicrfclb. feilte gewinnt man weber in
greifen nod) in 93obcrßbcrg $raiinfol)lcnton, nur baß SSerfemmen »en «Sonuncrfclb
bar nod, wirtfdjaftlidw Sabcutung. 3er bortige Jon wirb hanptfädüid) bei Älingc gc*
Wonnen, (fr feßt ffd) nad) @apcn 511 im Ärcifc (Sorau fort, unb aud) weiter füblid)
gibt eß äbnlidjc SJorfonimcn, 3 ü'. bei J)?iewcrlc. (Gegenüber ben gcwebnlidicn Brcgcl*
tonen ber 9J?art, bic wäbrcnb unb nad) ber (fißjeit entitanben (inb, ift biefer Jon burd)
Jlrmut an Eanb, .Kalt unb (fifen nußticjrtfyiet. (fr bat baber eine höhere ölarbranb*
tempcratirr 1 etwa 1100°C), jcigt reinere färben beim trennen (gelb, grau ober rot> unb
wirb in Rl)n größeren 'IBcrfcn 511 JkicWcincn (naturrot ober glafrcrt), l'crblcnb* unb
iWabialücincn, fcucrfc|rcn eteinen unb 'Platten, »oröfen Jonwarcn unb Dfcnfadwln
»erarbeitet. Sem iPniylaucr Jon, ber einer älteren gcologifchcn Beit, bem iE'bcrfenon,
feine Gintitchung »erbanft, fleht er an geinbeit nad). J>ic cigcntlidic Jöpfcrci bat
|Tdi baber feit HcrbciTcruiig ber 'Itcrfcbrßmittel wegen bev iBettbewcrbeo »on 9>unjlaii
in Sommcrfclb nid)t bei aupten fonnen.
Per (Süßwaifcrfcc, in bem fid) ber Jylafdjcnton abgefeimt batte unb ber burd'
eben biefc .’lbfäjlc auogcfüllt worben war, »crwanbcltc fict» fpätcr in ein UBalbmoor,
vermuthd’ begünfligt burd) ein Bcuditcrwcrbcn bev filimaß gegen (fnbe ber jDiiojan*
jeit. Pie auß ben Sumpfjoprclfcn unb anberen ’J.'flanjcn biefer SEalbmoore ent*
feanbenen Jorfma|fen lagerten fid) über ben Jon, unb auß ihnen |Inb burd) fpätcrc
langfainc llmbtlbunq bic $1101111101'101 bereorgegangen.
föeograpljijcb - föcologiidjc ÜbcriirfjL XI
iPrauttfofjlcn würben früher bet CcittfdvEagar abgebaut, fpäter auch bet
9iäfd)ett. Jjeutc ift bie einzige im betriebe bcfhtblichc iPraintfoblcngrubc eine neue
SJJutttitg bei '-lÜcUmiß. Urfprünglid) muf; ber Jon unb bte iPraunfoblc eine eben«
gelagerte Sdtidjf gebilbet haben. Cb biefc über baß gattje (Sclänbc beß heutigen
Mrcifcß CrofTcn hin einmal jufammenbängenb |td' außbebnte, lägt |id> itidit nut
eidjerheit lagen. fjcbcnfallß war fte einmal viel außgebebnter alß jeßt. 2(ber am
ünbe ber Jertiärjcit, in bem gcologifd) alß jMiocän bcjctdincten Bcitabfchnitt, traten
in ben baruntcr liegenben $clßfd)iditcn ber (irbe ßufatnmcnfditcbungcn ein, bie and)
bie Jon« unb Moblcnbecfe tu galten legten. Ctc babet emporgcftauchtcn Jede
würben (pater burch äßinb unb Iraner abgetragen. ?(ud> bie ©letfdjcr ber (Jivjcit
haben einen Jcil bavon fortgefdiafft, inbent fte ben 33obcn glcidtfam abljobelten.
Cann lagerten fte ihre eigenen Sdnittmagctt barüber, SdnncljWäger unb anbere
tflütTc brachten Saube herbei unb bcbccften bannt bte älteren ‘Ablagerungen, unb fo
ift heute ber Jon unb bie .Stoble ber Jertiarjcit nur an wenigen Stellen aufgefddoficn,
bie tneift oben genannt würben. 3bncn fdiliepcn fid) nörblid) ber Cbcr nodj einige
unbebeutenbe ftniibpiinftc bet (iidibcrg ttorbwcftlid) von (jroffen unb nn Süboftcn
von iXicßniß an, bie oljne wirtfdfaftlidw 93cbciitung bißber geblieben |inb. Sic bilben
eine SBcrbinbnng nad) bem SSntungßfelbe ber (Srubc iPadt bei ßiebtngcn an ber
(Srcnje beß ÜBcftftcrnbcrgcr Ärcifcß.
So widjtig biefc (Sahen ber Jertiarjcit ftttb, fo treten fic bod) junief hinter
bem, was bie barauf folgenbc (Sißjeit für bie Jöeraußbilbnng beß (jroffencr (Sclänbco
bcbcutct bat. Sein Acter« unb löalbbobcit unb bie (Scitaltung beß Cbcrtalcß ift ein
'l'Jcrt ber ©ißjeit, währenb bie 'Pcrhältttiije, bie (Srogcn jtt einem fo günjttgcn Über«
gangßpnnft über bieß Jal gemacht bähen, jttin Jcil erft nad) bem Sdtlugc ber (iißjcit
entftanben finb.
üß wirb notwcnbtg fein, auß bem allgemeinen Verlauf biefer (fiojeit einige
Büge voraiißjnfebitfen. ®ir Fennen bie llrfad)en nidit, bie am (inbe ber Jcrtiärjcit
ein iiälterwerben beß .ftlimaß auf ber ganjen (frbc veranlagten. Sffitr begnügen miß
mit ber ^citftellmtg, bap babttrd) bie (Srcnje bev ewigen edjttccß rnnb !()():) m
tiefer gt liegen tarn alß Ijcutc. ifanbtnavten lag baher gref;tcntcilß über ber (Schnee«
grettje, unb bie |tdi bort anbäufenben «Schnccinaifcn quollen unter ibrent eigenen
Critcf alß ©letfdierctß nad, allen Seiten. Cie fübwärtß vorbringenben (fißftrome
überbccften Slorbbcutfdtlanb. l’lnfangß fdjoben fidt biefc (Wletfdtcr in Sfanbinavicn
unb füblid) bavott über einen llntergrunb hin, ber im Vaufe ber Jcrtiarjcit ftarf
verwittert war unb bcfTcn 55rttd)ftücfc baber mehr ober weniger leicht burd» baß
tSie alß „Wrnnbnwränc" mitgefdilcpvt werben tonnten. Ciefc burdwinanbcrgeinifditen
SdnittmaiTcn lagerte baß (*tß ab, alo eß nach ?Rorbbcutfd)fanb gelangte ttnb hier
al'iutaucn begann. Cicfc (Srtinbmoräitc bilbet ben fogenannten (Scfdnebcmcrgcl SPranben«
bürge, ein (Scmifd) von Sanb, Jon unb Walt mit gröberen, halb me()r, halb weniger
abgerolltcn Q3riid)ftücfctt ber vcrfchicbcnftcn (Scftctne. Jim Gieranbc fclbfl würbe baß
iOlaterial burd( bie Schmetjwäffer aufgearbeitet, in gröbere Miefe unb Sanb einerfettß
unb feine Jone unb Jonmcrgcl (faltige Jone» anbrerfeitß getrennt, bie neben ber
XII
®cograpf)ifrf) = ©eologifcfje liberficfjf.
©runbmordnc einen wefcntlidjcn Anteil am 'Aufbau unferee ©obenß haben, jbre
Vagcrttngßform ift oft eine recht vcrwicfeltc, jumal bic ©tejeit burd) männere 3ft>ifd;en«
jetten, bte Sntcrglajialjciteu, unterbrochen war, in benen ®oorc, glüffc unb Seen
mit ihren Ablagerungen wie heute an ber llmgeftaltitng beß ©ebene tcilnabmcn.
3t» länger baß ©iß an bem Sranßport von @c|tcinßtrümmern auß Sfanbinavicn
arbeitete, umfomchr jebrtc eß bie Vorräte altvcrwittcrtcr ©efteine auf, ber frtfehe
Aclß barunter war fdnvercr angreifbar, nnb fo würbe baß ©iß immer ärmer an
Sdiutt. Daljcr nahm eß nun vtclfadi bic fdion in SforbbeutfdiLinb abgelagerten
ajiaifcn roicber in |td) auf unb lagerte fte an anberen Stellen feiner ©letfdierbetten
ab. SBo baß ©iß in biefer IBcife bie von früheren Sdjntcljwäffcrn außgeivafdienen
Sanbc alß ©runbmoräne aufnahm, tonnte eo feinen ©efdjicbcmcrgcl anß ihnen
madicn, weil eben faltige unb tonige Seile fehlten, ©ß entftanb eine „fanbige
©runbmoräne", bereit geringe gruditbarfeit jtt einem großen Seil bic Urfadjc ift,
baf; (uh ;wifd)cn ber brmtbenburgifdicn fflfittclmarf unb ben ©egenben ber Saujifc
unb Schlcüenß biß in bte neuefte 3cit ein breiter ISalbgürtcl außbehnt.
Daneben würben neue Sanbc gcbilbet beim 'Abfrijmetjen ber lebten ©tßbeefe.
Dtcfc )üngftcn Vorgänge ber ©ißjcit (inb unß naturgemäß am betten befannt, ba ihre
Spuren int ©clänbe im allgemeinen nidit wicbcr burd) fpätcrc SJorgängc außgclöfdit
worben |mb. Dbwobl wir nod) fcincowcgß völlig flar fehen tonnen, foll auß biefem
©ntnbe- bodi im folgcnben ein etwaß ctngcbcnbercß ©ilb von ber ©cfd)id)te ber
©roffener Vanbfdjaft fc.t bem ©nbc ber ©ißjcit 51t geben verfud't werben.
Jdt weiche babei ftarf von einer älteren Auffaffung ab, bie jtcill)acf (Sahrb.
ber ©col. Vanbcßanßalt f. 189* S. 98) unb Sielte icbcnba 1911 S. 160 ff.) im 'An»
fd)lu(fe an bic ©ercnbtfdie Sheoric von ben norbbcutfdicn llritromtälcrn entwiefeft
haben. Die ©rnnbjügc ihrer 'AiiffaiTiiug (inb etwa folgenbc:
3m baß ‘Anfteigcn ber Sßärntc nad> ber ©ißjcit, baß bic ©letfdjer jtint 'Abtaucn
nnb ihren 9ianb 311m Bltrücfweidten gegen Sterben braditc, fdialteten fid) etnselnc
fül)lcrc Seiten cm. Daß ©iß taute bann langsamer ab, fein SXanb wid) jcitweifc
nidit stirucf, eß ergab |id) eine „Stillfcanbßlagc" beß ©ißranbcß. Der Sdjutt, ber
beim 'Abtaucn attß bem ©tfc auofchmofj unb ber, ben baß ©iß vor (td, herfdjob,
häuften fid) vor bem ©tßranbe in foldjcn Vagen ftärfer an. ®ir erfennen biefc
baher an ben fo gcbilbetcn UBallcn ber „©nbmoränen". ©ine fold)e ©nbmoränc
meint Siebe von ben ©rttnberger .t?ohcn über @ubcn unb weiter nad) Uicberofc
verfolgen ju fönnen. Kwifd)cn ben ©rünberger Döbcn unb ©üben nimmt er brei
bintcreinanber liegenbe 9)?oräncnilajfcln an (vgl. 'Abb. Ii, bie ältcftc in ber Vinic
©obren—©rabfew—Döbern—Vaafow-©crgc, bic jweite von ilöcipig über bic ©Ns^nfen»
©erge unb Dberföritcrci Dcibcfrug, bic jünäftc von ben Srcppelncr ©ergen über
Dcidtow jur Dfcißcmüttbung. IBährcnb biefer Seit floffcn bte SkhmcQwaffcr 3um
Sprcetal oci .ftottbuo h*n burd) bao fegenannte ©logauj©aruthcr llrftromtal.
Dann jog |td) baß ©iß weiter nach Storben sttrücf. Die Sdnnciswaffcr ber nächften
idton auf ben Stemberger Jpöl)cn unb bei tfranffurt a. C. gelegenen Still|tanbö=
läge beß ©toranbeß fanben il ren "K!cg bnrdi baß „'Klarfdiatt«©crlincr Daupttal“
®eogr<ipf)ijd) - ©eoloflifdje Oberlid)!.
XiH
" . Chr. - Cbristianstacfr
Bcbuttkegef
des Bober
t'lbb. II.
fisfreies
Por/and
\>lbb. HL
'Jlbb. 1. Stiilftanbälagen (I—III) bte G'ioraitbee tu ber ülabe von Gronen beim 'Mbtaiicn ber feilten eibjcit«
lieben Wietfdter und) ©teile).
Vlbb. II u. III. ®tc lebten Ginflunc bereib^eitlidien Wletfd'er mit bie Umgebung von Greffen (vgl. im <crt £. XIV).
©er Gibfh-om bat fidi ben fd)on bamale vorbanbenen <ä(crn angepajit unb bie Steruberaer unb
®riinbergtr jjöhen umgangen. So entflanb eine Groffencr (Welfdierjiingc.
ülbb. II. ©er (ironeuev Wletfd'er roahrctib feiner s4uebcbnung bid gegen Sommerfelb.
?lbb. HL ©er GroiTener Oletfdter in einem fpäteren 3eitpunlt beö ülbtanenb. tage be? Gi^rauber bei fSeutnih.
9(tt ißm vorbei flop von Jopper auS ein Scbmeljroafierbarf) ius Obertal, ba? bamaK aud bett
Subeten nur bürd' 'Bober unb -Jleifte gefpeift würbe.
t’lbb. IV. 5)(utinaglid'e 2ßanerläufe bei Greffen im Mittelalter.
XIV
@eograpf)tfd) -- (Seologi[d)e Übcr'idfl.
über fltotbenburg, Crojfen, Kürzen berg unb weiter über Sftüllrofe jur Spree. Q5eim
wetteren iXiicfjuge beß Siftß würbe bann ber Abfluß über graulfurt ben S?berwa|fern
freigegeben, benen nun auch feine (iißfduneljwaffer mehr juftrömten. Tamil wäre baß
heutige 5?lußnef; bergeftellt gewefen.
3d) habe an anberer «Stelle bie allgemeinen (Mriinbe barqelegt, weßbalb idt bie
hierbei angenommenen Cubmoräiicnrichtungen für uiiniöqlid) halte <3eitfd)r. ber
Teutfd). ®eol. @ef. LltOS ®?on.'55cr. S. 215 > unb möd)te h>cr eine furje Sarftellnitg
meiner Auffaffung aufdiließcn ivgl. ’lbb. IIt.
3d) gebe glcicflfaUß von ben (tnbmoräncn an ben ©rünberger .tjoben, bei
'Ißeißig unb au ben (5l’igonfcn«25ergen auo, febe aber il)rc gortfeljitn$ in ben 'Ptfarfditen*
bergen unb weiter füblicli über Tobern unb (jflrabfow. i Taß ift Jicgeß „ältere"
(inbmoränenflaffel, bie nad) ihm ben ißeftranb, nad) mir ben Tftranb einer @iß«
junge btlbete.)
Ter (Mlctfd)er, ber bie ©clänbeformen im großen fdwn fo vorfanb wie beute,
hatte bie Sternberger .Roheit umgehen muffen unb war in baß Tal, in bem beute
bie JCber an großen vorbeifließt, von Dften l)er cingebrungcu, er batte l’d) int 25obers=
unb flfeißetal em Stücf hinanfgefdwbcn, eben biß an bte erwähnte (inbmoräne, hatte
l'tdr weftlid) von @uben an ben J^öhcnranb gelehnt, ber baß fjcuticic Übertal linfß
begleitet unb war in biefem Tale uorbwärtß gebntHqvn, wo er wabrfdteinlid) mit
einer nörblichercn gißjttngc jufammenftteß. l£in Vappen beo ©letfd'erß batte |Id>
fdjon oberhalb (Jrofjen nad) jRorbweften aitßgebcbnt biß an bte 'f'lciete. üb ber
\iubberg?Trchnower -t?öhenjug, ber bieten ©letfdwrlappcn von bem beß Übertales
trennte, in biefem Meitpinttt auß ber (Eißflädje! neraußragte ober ob bie (Mlctfd'crlappen
|7d) über ilpn jufammenfdflonen, läßt |td» taum cntfd)cibni.
Ter gcfdnlbcrtc GHctfdier hinberjt? bei 2'3eißig ben iöobcr am ‘Abfluß nad)
Siorben. T’cfer breitete beßbalb feine Sanbe weftlid) feineß heutigen Tal eß in einem
weiten Stftuttfegel auß, ber beute bie ,yorft (Sbriftiaitflabt trägt unb nod) *,u einem
Heilten Teil bem Süboften beß flreifeß (Srojfen angehert. Taburch verfperrte er ben
C.uellwalTerii ber Subft ben 2lbfluß burd) bao 5al norboftlid' von (.halfen. Tort btlbete
|7d) ein fladter feet, wie audt bie weiter nörblid) gelegenen fladien Xäler von
3ähneborf unb SSellnun in ihrer Gnttwäifcrung burd) bte (Jhtbnioräne im 3nge ber
(ibiaonfcn«®crgc bebinbert waren. ’Jlud) hier fammelteu |kü Seen, abnud) wie eß
noct) beute ber ^yall i|l.
Ter Sißraub im 'Ißeften ber 'Pifarfd)tcus95crge jog |Tdt gegen Silben hinauf
über SDfjig, 2)iertc unb Toljig unb lehnte |Tdt gegen ben alten .^cbenrüefen auß
Sdndtten ber Sertiärjeit, ber hier feit ben oben erwähnten Haltungen vorbauben
war. SV?an fann baber hier weniger von einer Snbmoräne fvredten alß von einem
Seitenufcr beß (Mletfdierbcttcß. Daß (SMctfdierbctt felbft behnt |Td) gegen ®eitcn alß
eine beute jutn Teil vermoorte, jum Seil walbbebeefte jlfreberung. 3wifdten biefem
wenig gangbaren @efänbe unb ber Aorit tSbriftianftabt bat ber inenfdilidie JBer*
fel)r fpäter feinen Ißeg gefudit. Ta bie Vubft, burd» beu Sdiuttfeqel beß Q5oberß
an bem ‘Abfluß von Sßtßen gegen fßorben bin gebinbert, fidi nad) bem Abtanen beß
®eogrcpl)iid) = ®eo(ogiid)e Itberjidjl. XV
iSifce einen 'Ißeg nad, jenem ivcftlidicn CMlctfdicrbctt l)in fud)tc, bilbctc iljr Tal
quer burdi ben genannten Sertiärboljcnrärfcn ben gegebenen ^unft, an bem man ben
'Ißeg jwifdien 9?orbcn nnb (gäben verteidigte, nnb hier cntftanb baber bie SJMirg
Sommcrfclb.
Citwad andere Bedingungen führten ;ttr llßabl Oroffend alv Cdcrübcrgang. Ißir
febren pinäd)ft wieder 5111- (h'bjcii yiräcf. (Der ©letfdicrranb verfdiob ftcfr beim weiteren
‘Jlbtaucn nadi ber Siid'titng 511, and ber bat? (*id in bad Cjroffcner Tal cingcbrungcn
war, b. b. nad) £jtcn. 'Ißir fönncit eine etwas? fpätcrc Stillftanbdlagc and einer
(Snbmoränc erfennen, bic bet Battbadi unb Bcutnii; gebilbet würbe (pgl. 2lbb. III).
Vife ber @lctfd)cr bort (ag, feromten bic Sdimclpväjier ber weiter norböflltd) liegenden
gidmaffen von bett Steinberger .ßöben über Topper nnb Tobcrfaul gegen Trebtdww
ttnb von hier jeitweife nordweftlid) über Sanbow, jeitweife fäböftlidt über Sfprcn ine
übcrtal. Der Bobcn biefeß alten Sdimcljwajicrlaufcd, and attdgewafdjcncm Sanbc
beftchcnb, trägt Ijcntc nodi nur an wenigen Stellen untcrbrodicncn Üßalb, während
an ber gnbtnoränc jtcllcnwctfc lehmigerer Boden burd' ben gidranb emporgepreßt
wurde nnb wohl bic 2?cranlafiitng baju gab, baf; fid> hier inmitten ber mäditigcn
5Öälbcr um eine lanbwirtfdiaftfidi gängigere Stelle bic .ßerrfdiaft Bcutniß in netterer
Seit entwicfelt hat.
Der gidlappcn von Batibad) unb Bcutitiii (ebnte |tdi int Silben an eine jttni
5cil aud älterem ©cfditebcmcrgcl bcftcbcnbc Jf>öl)c fbic jetyge .fpöl)e jwifdien (Moefar
nnb ©üntcrdbcrgi an, bic von bett Jpobcn bei TcutfdvSagar unb 9iudborf burd) ein
breited Tal getrennt war. £ut biefem Tal muß wohl ein jweiter Vappcn bce Cfifcd
gelegen haben. Seine Spuren ffnb beute nidit mehr jtditbar.
Um biefe 3cü gab cd nodi feine Über im heutigen Sinne. Tiefe cntftanb erft,
als? bat? eben genannte Tal burdi ben weiteren SRücfjug ber ©letfd'cr etdfrci würbe
nnb nun bte ?lbflüjfc ber öftltchcn Sudeten hier ihren 'Jßcg nahmen. Tie üßager
bed iXicfcngcbirgcd flößen auf fürjerem, gcfällrcidicrcm Üßcgc burd) bett ©ober ab nnb
famen baljcr in bad Cbcrtal mit mehr Sanb bclabcn alb bic Über fclbft. Die
Sanbfül)rttng war bamald tun fo ilärfcr, ald bat? Sie, obwohl and ber unmittelbaren
Diälic von (SrotTcn vcrfdjwunbcn, bodi bad jtlima nodi ftarf beeinflußte unb nod'
längere 3c’f, befonberd burd) bic von ihm herfontmenben falten unb trotfenen Cft«
winbe, ben ’Pflattjcnwudjd jurätfbielt, fo baf; ber ©oben ungefdiülU bett SXcgcnbäd'cn
preidgegebcu war. So baute ber 93ober einen Sdjuttfcgcl von anfcbnlidicr Oiröpc
von Säbett her in bad SDbcrtal hinein. 'Ißir erfennen ibn nodi in ben etwad über
bem glupnivcau gelegenen bcwalbcten Satibfladtcn jtoifdjcn 9?ciu9icbfelb unb äSündiß*
borf, an bereit STftranb ber neue SSobcrfaital entlang geführt ift. KU nadi bem
völligen ißerfdtwiitbcn bed (Eifct? eine fdjüpcnbc 'Pflan^cnbccfe bae Vanb überjog, nahm
bic Sanbfübrung bed QJobcrd ab. Statt jenen Sdnittfegcl nodi ju verftärfen, l)at |7dt
ber gluß jwtfdicn 9ieit«9icl)fclb unb ber Sdiwcbcnfdiattjc vielmehr in ihn tiefer
cingcnagt, wie er audi weiter oberhalb fein '33ctt nun ju vertiefen begann. ?n biefem
tieferen 9?ivcau bat er bann einen netten Sdnittfegcl gefdjaffen, ber bic Tbcr
unterhalb ber 33obermünbung hart an ben nörblidicn Jßohenranb brängte. Dabitrdi
XVI
®eograpf)ifcf) - ®eofogi[cf)t Jüberficf)f.
wurae bie Ober weiter aufwärts jtarf geftaut. .pier bilbetc fie ein fladicß ©dniwmnu
laut), innerhalb befien fte uni bie ;Vcit ber fädgifdwn ätaifer, als Preßen juerft er«
wähnt wtrb, etwa tu bem Sßctt gefloßen fein muß, baß beute alß Sänßbcutel bc«
tetchnct wirb (‘Abb. IV1 @ß lag nabe, baß unmittelbar öfrfid» ber 95obcrmünbuug
burd» bie ©anbinafien, bie ber 9?cbcnfluß hier binwarf unb nicht wie unterhalb
feiner SKiinbuug mit fortfdiaffen ljalf, eine befonberß fladw ©teile in btr Ober ent*
ftanb, eine Jyurt, bie ben günftigften ©tromübergang weit unb breit bieten mußte,
unb hier cntftanb baber friil)jcitig bie ©tabt Groffcn.
3ii gefchiditlidwr Seit hat ber -Kampf mit ber Ober großen unb ben benadt«
barten Orten nod) oft 311 fdjaffen gemadjt.
©a ber Bober bie ©ber gegen ben SForbranb ihreß ©tromtalcs brängte, war ber
©troinlauf au biefer ©teile burd» bte 9iaturbcbiugiingcn feftgclcgt. Tiber öftlid» bavon
wirb bie Ober ihren Sauf mel)ttad> Vcrfdwben tyabcii, wie beim bte ©puren alter
Oberläufe in ber ‘Aue oberhalb von groffen and) außer bem Sänßbcutel nod) mcljrfad»
erfennbar ffrtb. 95ei J&odnvaflcr flofien unb fließen nod) beute bie ©bcrwafTer 311m
©cif füblidt von Oroffcn bem Sßober 311, unb ljier fjat man fdwn früh burdi ‘Anlage beß
©tabtgrabens nacbgclwlfcn; aber cs ift 311 vermuten, baß ber J?aupt|trom urfprünglid)
öitlid) an groffen vorbei biß an baß nörb(id)c Jfjodjufcr gefloßen ift (.flehe Abb. IV).
©er jeßige Oberlauf verbanft nad) ber gbronif Von Wlattlfiaß feine gntftcbmig
bem Jjodiwafjer bcS Sahrcß 1595. öcwunbenc ©tromläufc wählen oft bei .15od;*
wagcr flcrabcrc Iffcgc unb wafchcn biefc juwcilen fo tief aus, baß and» nad, bem
‘Abläufen beß i^ancrß bort bie ©tromrinnc bicibt. ©0 war cS aud) hier. ©er
©anb unb ©ddirf ber Ober l,at bann bie 'Abswcigungßftcllcn beß früheren ©berbetteß
|ugefd)wcmmt. ©ein Übcrrcft ift im Säiißbcutcl erhalten, ber nun nur nod» bie
®cwä|Tcr beß fübitdjcn .fjohenranbeß abführt.
©iefer wa fwrrcidic ©übranb bat baß 'IBaffer für bie 1538 angelegte 'lUaficr*
leitiing ber ©tabt Proffen geliefert, Biß 311m ifnbc beß 19. Sabri), leiteten brei
bofsern* SRobrlcitungen, ber SDiarftgaitg, ber ®cinbcrgßgang unb ber iOiofclpfiiblgang,
©.ucllwaflcr auS ben Bergen von 9htßborf burd) bie ©bcranc nach ber ©tabt. ©ann
würben fie wegen ber all3U häufig nötig werbenben ‘Auöl'cffermigcn burd) eine tiefer
in ben (irbboben gelegte Leitung auß Soncifcnröbrcn mit SMeivcrfdduf; erfetst.
©ic Vage (jrogens mufite bie ©tabt bem -ßodiwaiTer ber Ober ftarf außfeßeu,
baS l)ier nod» burd) ^od»wäffer beß Söobcrs gelegentlich verftärfr wirb, ©ic ®?it«
wtrfung beß i^oherß ift bei ben <Vrübiabrsl)odnvä)Tcrn weniger empftnblid), wirft
fogar infofern günftig, alß ber (Sißgang im 93obcr fdwn beenbigt 311 fein pflegt,
wenn ber im Jpauptftrom oberhalb troffen beginnt, ©agegen fann ber SDobcr bei
ben bem ©bcrgebict eigentümlichen ©einmcrl)od)wa|Tern 3iiwcilen bas ©berwaffer fo
erbebltd) aitfilaucn, baß 5. 35. am 1. Suni 1801 biefer ©tau uod) 7 km oberhalb ber
95i>bcrmünbung bemerft würbe. Sie hcdiftcn befannten Jpodnvaner waren bie fyrüb«
jahrßbodiwaffer (^wifdjen (inbe g-ebruaf unb ‘Anfang ’Diao von 1698, 1739, 1785,
18J 1, 1830, 1^38, 1876 unb ISSil unb bie ©oinincrbodnvafTcr 5uli, ‘Augiifr ober
©eptember) von 1595, 173«, 1831, 1851, 1903 unb baß vom ©ftober 1915. Unter
®eograpt)ifd) = ®cologifd)e flberficfjl.
XVII
tiefen crrcidjtc bie größte Jßöhe bic glitt vom 30. 2(uguß 1854 (5,55 m am Erogener
'Pegel = 4,23 m über iDiittelwaffcr). Sic veranlaßte eine grünblidic Erneuerung
ber burd; ftc viclfadi jerftörten Seidjc. Sie Seid)c ber Eroffciter Sbcrßrecfc ßnb
auß einzelnen ©emeinbebeidjen bervorgegangen unb belieben teilweife nod) auß foldicn.
Erft im 18. 3ahrl). bilbeten fid; Seidjverbänbc, fo ber Ercifeucr 1766. Sic Scidic
füblid) ber *?bcr oberhalb SRäbniß gehören jum ©rünberger Seidwerbaitb, beffen
'Anfänge auf bie „Sfd)arfd)iite«Sojietät" von 1715 jurütfgcl)cn. Sie Aue füblid) ber
Über jwifdjcn Diäbnifc nnb Eroficn ift nodi beute uncingcbcidjt. 3n ihr fehlen baber
and) alle Sörfcr. Saß bortige SBicfengelänbe überläßt man lieber ber fd)Iitfbringcnbcn
Überflutung bnrdi bic Sbcr, unb ber Erogener Seidwerbaitb bat ftd) baranf bcfdjränft,
bie burd) bic $Bobcr«Anfchwcmmungcn hotjer über baß WHttclwaffcr aufgcfdiüttctcn
glädicn füblid) ber r'bcr jwifdjcti ®obcr unb Steiße burd) Scidic ju fdjültcn. J?icr
fab man fid, nadi bem -ßodgvaffcr von 1838 gezwungen, baß Sorf Stcuenborf auß
ber unmittelbaren 9iäbc beß Stroinufcrß weiter nad) Silben ju verlegen.
Söic bic Siegierungßjcit griebridjß beß ©roßen bie Q3cgrunbung beß Erogener
Seidivcrbanbcß bradite, fo begann unter feinem Stadifolgcr eine cinbeitlidjc pflege
beß Cbcrilrombettcß für bie 3'vccfc ber Sdjiffahrt. ?ao Erogener Sd>loßmül)Icnwcl)r
würbe entfernt, unb mehrere glußfdilingen würben burdi gcrablinigc Snrdjftidic
abgcfürjt, fo 1788 biejentge bei Scutfdi«9?cttfow. Stadl ben grcibcitßtriegcn wanbte
bic ^Regierung ber injwifdien jurücfgeftctltcn Obcrrcguficntng von neuem ihre ‘Auf
mcrffainfcit ;u; aber erft nad) ben Einigungßfricgen fonntcu bie crfbrbcrlidicn ©clb«
mittel in außreidjenber SOiengc bercitgcftcllt werben, fo baß erft feit 1873 ein wirflid?
planmäßiger ‘Außbau ber Sßaffcrjtraßc auf eine SWinbcftticfc von 2 m unter SJtittcl«
waffer burd)gcfül)rt werben iß. Surd) zBubnenbautcn iß ju biefem 3n>ctfc bic Strom«
rinne für Wtittelwaffcr auf 120—135 m, für Stiebrigwaßcr auf 70—SO m QJrcitc
eingeengt worben. Sabitrd) ftnb bic anßgcbel)iitcii, wcdjfclnben Untiefen weßlid)
ber SBobcrmünbung verfdiwunben, bic früher ben Sd)iffen fcljr fiinberlid) waren.
3m 3abrc 1905 ßcl bann baß ftärfftc ‘Abßußbinbcrniß ber ©egenb, bie alte hölzerne
iBrüdc über bic Sbcr bei Erogen. Sie würbe burd) eine mäditige Etfenbrücfc
erfeut. Enblid) würbe ber Stau, ben ber ©ober außübte, furj vor bem Picltfriege
burd) bte ‘Anlage cineß Ä'analß über 9?cu>9lcl)fclb nnb pfeiffcrhafin abgefd)wäd)t, ber
bic 93obcrmünbitng weiter oberabwärtß verlegte.
Siefc Stromrcgulicrungcn hoben nid)t ohne eine gewiffc Sdjäbiguitg beß feit
altcrßl)cr von ber gifdjerinnnng ber Croffencr Tlmtßßfdjerci außgeübten gifdicrci«
gewerbcß ilattßnben fönnen, bod; hat man bem nad) Sflöglichfeit burd) ‘Anlegung von
Wid)fd)onrcviercn entgegengewirtt.
Saß Cbcrtal mit feinem gifdirciditmn unb feinem frudjtbarcn SJobcn ift ber
von jeher am ftärfjlcn bcficbcltc 5ci( beß Ärcifeß. Saneben sicht ßd) ein vcrl)ältniß«
mäßig borfretdier Streifen in ber 9lid)tung ber Straße granffurt—Eroffcn—
©rünberg hin. Sic bid)tcrc ©cffcbeliing, ber bic Straße folgt, ift hlcr bebingt burdi
bie auß bcu fanbigen ©letfdjerbcttcn unb Sdiinelswaffcrtälcrn ber oben gefdjilberten
Eißranblage aufragenben Jj?öhfn befferen iBobcnß wcfclid, von ©oßfar unb bei Kaminen«
ftunllt’rnfni. fr. *Drov. VI. ß. Groficn / U
XVII!
®eoflrapf)ifcf) - ©eoloflifdfc liberfid)!.
borf, fowic füblid) ber S?bcr bei $ritfchenborf. Sic günftigen Befonnungöverhältniffc
haben biefc Jpöhen ju ben Srägcrn beä (Sroffcncr Sßeinbaucö gemadjt, ber, um 1150
burrf, rhcinifdjc Sffiinjcr cingcführt, ftdj biö heute erhalten hat (1913: 48,» ha Sfficin»
berge unb »gärten im Ärcifc). Auch baö (Siebtet norböfllid) Soinmcrfclb, baß glctdv
fallc? außerhalb ber ermähnten Gnäranbgrcnje lag, ift etwatf bidftcr bcftebclt.
Aber and, bic fanbigen 9ticbcritugcn bargen bort, wo ffe fumpfig waren, ftcllcnwcifc
einen wertvollen Stoff, bab ‘Dlafcncifcnerj. Sic Jpitmuöfloffe, bie ftd) im feuchten Äluna
auö ben abfterbenben ’pflanjcntcilcn entwtcfcln, löfen bie fcinvcrteilten Gfifenojpbc
auf, bie im Boben enthalten ftnb unb ihm feine gelbbräunlidje ,yärbung geben. Sahcr
|inb SWoorwäjfer oft eifcnhaltig, unb fte lagern biefen Grifcngchalt befonberö bort
ab, wo fte ftagnieren. So finben wir il)n alö Sumpferj in moorigen Sümpfen ober
unter ben auö folchcn hervorgegangenen S)?oorwicfcn alö fXafcncifenftcin ober Söicfcn»
crj. Sicfe Abarten beä Braunetfcnerjcö, bem mcift ein erheblicher sPhc^Fb°rgebciIt
cigcntümlid) ift, haben in früheren Seiten alö wtdjtiger SXohftoff jur ©ifenerjeugung
gebient, befonberä für ben ®ufj eiferner Äugeln, gclcgcntlid) and) a($ Baumaterial,
wenn baä Grifenerj alä Binbcmittcl eineä Sanbeö auftrat unb biefem fanbftcinähn»
lidje Aeftigfeit gab.
An Diafeneifcnftetnlagcrii felbft tft nun wohl ber (Sroffcncr ÄrciO weniger rcid)
gewefen. Sicfe lagen befonberä in ber fubftnicberung füböftlid) von @ubcn. 2(bcr
ber gcfällreidje Bober unb bic von ben Sternberger JP>öt)cri fommenbe SpiciOfe lieferten
roillfommcne SBa(ferfräfte, bic umgebenben 'lüälbcr bic nötige J?oljfohle, unb fo
entftanben in Steubrücf bei Seidcow am Bober unb in 'Plciöfchammcr (Sifenfchmeljcn
unb JfSammerwerfe von nicht uncrhcblidjcr Bebeutung. Ser 9ieubrücfer Jpammer ift
heute vcrfdjwunbcn. Sic bortigen Söaffcrfräfte nutjt jclst eine »Papierfabrik unb
noch Ijcutc begrenjt baö Sliklir von 9teubrücf bic Sd)iffbarfcitö|lrcrfc beC Bobcrä. 3«
'ptciäfchammer ift jc£t nod) eine Crifcnwcrfflättc im Betriebe, bie Scnfcn unb spflug»
fdjaren macht, freilich au$ eingeführtem Gfifcn. SBou ben @rafcn von Slottcnburg |utb
bort, walirfdjeinlid) feit ber 9J?itte bc$ 16. 5«hrhunbertß, bann feit 1778 vom Staate,
bie SRafencifcncrje auö ben angrenjenben Seilen beö (iroffener Ärcifcß unb ber beiben
Stemberger Äretfe verhüttet worben. £>icfe 'Arbeit würbe mit bem Aufblühen ber
oberfchlefifchen ^ȟttenwerfe, ber SBerteucrung ber ^oljfohlc unb ber 33crbc|ferung ber
SBerfehrämittel unwirtfd)aftlidj. Saö Ißerf ging 1829 um einen geringen ^rcicS in
'Privatbänbe über. 97ad) vergeblichen 'Anläufen ju neuer ©ntwicfclung mußte 1868
ber Jjochofen enbgültig auägcblafcn werben. Sie phoiSphorrcichcn (Sifcnfchlacfen hat
man jum Seil 1913 nach Cberfdjlcften gefdjafft jur Sßcitcrvcrarbcttung mittels bee
Shomaoverfahrcnö (flehe ßroffener Ärciofalcnbcr f. 1915, S. 110—142).
SRit ben iBaffcrfräftcn bcö ifanbeä, juglcid) mit feiner lanbwirtfchaftlidjen
‘Armut unb ber gewerblichen Überlegenheit ber bcutfd)cn Äoloniftcn über bie öftlidicn
9iad)barn hängt nrfprünglich wohl aud, bie (Sntwictelung ber Sudjinbitflric jufammen,
bic auf flamlänbifchc Sinwanbcrcr beö 12. Sahrh- jurüefgeführt wirb. Sic bcftcht
nod) heute in ©ünter&bcrg, vor allen £)ingcn aber in Sommcrfclb (flehe (Sroffencr
Äreiöfalcubcr f. 1915, S. 133).
©cograp()ifcf) = ©eoloflifd)e Überjidjt.
XIX
Die einfdtneibenben )ßeränbcrungen, bic bic Snbußrien beß ftrcifcß im Hanfe beß
i 9. Sahrhnnbertß, meiß im ungünßigen Sinne, erfahren haben, ßnb großenteils auf bte
unncrmciblidjcn Umwäljungcn ber 9J<arftverbältni(fc burd) bie neuen (Bcrfcbrßmittcl
innerhalb unb außerhalb Öuropaß gurüefjuführen unb auf ben (ffiettbewerb günßigcr
gelegener unb mit billigeren SRohftoffcn verforgter (Großbetriebe. Grrft allmählid) hat ber
jfreiß aud) feinerfeitß an ben Vorteilen ber (Gifenbahncn unb ber .ftunftßraßcn tcilge«
nommen, wie ja and) ber Tlußbau ber £)bcrfd)iffahrtßftraßc ein feljr junger iß. (Sigent«
lidjer Snbußricort würbe nur Sommcrfelb, baß 1846 burd) ben (Bau ber Sticberfchleßfd)«
9)?ärfifd)cn @ifenbat)n unmittelbar mit (Berlin, ^ranffurt a. S. unb (Breolau verbunben
würbe. Demgemäß ßieg feine Sinwohnergahl jwifdjcn 1819 unb 1900 von -5981 @in«
wohnern auf 11910, Großen von 6902 auf nur 7369, währenb bic britte Stabt beß
.ftreifeß, SBobcrßbcrg, «on 1-545 auf 1258 faul. @rß im Sabre 1870 wurbc ßroficn (Bahn«
ßation infolge beß SBaiicß ber (Bahn Oitbcn—9lotl)cnburg—SBcntfdjcn. Seit 1874 bttrd)«
fdincibct bic (Bahn Stettin—(Breslau ben Ärciß pvifchen pleißfchammcr unb dtäbniß.
Seit 1911 iß Greffen burd) eine Sicbcnbahn mit Sommcrfelb Derbunben, bereit ®citer«
führung nadi Sterben jufammen mit ber glcicßfallß vor bent Äriegc geplanten Kleinbahn
Großen—Sagan bem .Streife erft ein allfcitig außgebilbeteß Sdiicncnncij geben würbe.
Stidjt Diel älter alß bic ßifenbabneu |mb bic ätinißßraßcn beß .ftreifeß. Stur
bic fchon erwähnte Straße gtanffurt—ßroffen—(Grünberg iß fdjon im Anfänge bev
19. Sabrb. alß Stcinßraßc ausgebaut worben unb wirb heute alß Provinjialdjauiicc
unterhalten. Die ältcücn .ft’rcißdjauffccn ßnb bic von Großen nad) 3ßHidiau (1861)
unb nadi (Guben (186-5) nnb bte von fforft nadi Sommcrfelb (1864), bic 1883 nad»
ßhrißianßabt weitergeführt wurbc. ßrß 1891 cntftanb bic itreißdjaußcc, bic ßroffen
mit Sommcrfelb verbinbet. Seitbcm ßnb jablrcidjc anbcrc ßhaitficcn im ftreife
gebaut worben, unb bic 1913 außgcarbcitctc ßhauficcvorlagc faß Uor, bic bamalß
vorhanbenett 131km Äreißdjaitßccn biß 1921 um rnnb 115km 511 erweitern.
Die Sicibcnfofgc biefer (Bahn« unb Straßenbauten geigt bcutlid) bic wadjfenbc
Sinftcllung ber neuen SBcrfcbreinittel in ben Dicnß ber ortlidicn ßntwiefching, nad)bcm
bic erßen Einlagen nur Seile größerer 2'crfchrßwcgc gewefen waren, bic ben Atrcis
fd’H tten. (Tinen weiteren Sdwitt in ber glcidwn Siiditung bebcutet ber ‘Jlnfdiluß beß
•ftreifeß an bic cleftrifdje Ubcrlanbjcntralc jyranffurt a. £. Damit wirb anberer«
feitß ber Äreiß enger alß bißber in bic ©cfamtcntwicfcliing ber >])rovin$ hincingcsogeh,
unb eß mag bcßlialb jum Sdiluß bic (GcgcnübcrßcUung einiger ßatißifdicr 3af)Icn
auß bem Jtreife unb auß ber ’Probinj SBranbcnbiirg hier s]5la£ ßnben.
Die Stellung beß Ärcifeß gegenüber ben Durdifd)nittß;al)lcn ber 'Provinj iß in
hol)cm SDtaße burd) feinen außcrorbciitlidicn 2Balbrcid)tum hebingt. Darauß folgt
junädift bic geringe Dichte ber (Bevölferung (1900 nur 15,< (Bewohner auf ben Dluabrat«
filometer gegen 78,0 in ber provinj). 9)?it ihr bürftc and) bic verl)ältnißmäßig geringe
(Binnenwanberung jufanunenhängen. (Bon 1000 ßinwohnern waren 1905 im .ftrctfe
geboren 800, in ihrer (Gcburtßgemciubc lebten 6-52. Diefc Icßtcrc 3abl wirb inner«
halb ber gangen provinj nur nod) vom Ifanbfreiß .Stottbuß wenig übcrfdjrittcn (658),
übertrifft aber bic .ftottbufer 3abl, wenn man bort Stabt« nnb Vanbfreiß pifammcn«
11*
XX
(äeograpfjifd) = ®co(ogi(d)e Überjidjl.
rechnet (552). TUlcrbingß ftefjt bem wie in ben ineiften Greifen öfiltd) ber Ober eine
‘Jlbwanberung gegenüber, bie von 1871 biß 1905 auf bem platten Vanbe bie 93e«
völferung um */is (7,7 %) vcrininbcrt fjat. Diefe Tlhwanberung wirb nicht voll auß«
geglichen burd) baß 2lnwad)fcn von ßroften unb (Sommerfelb. 2>on 1871—1905 l?at
ber Kreiß 2,1% feiner ©efamtbevölferung verloren (1871: 60527; 1905: 59252).
9?ebeu 52,8% SÖalb befaß 1913 ber Atreiß 30,8% Tiefer« unb ©artcnlanb,
wovon bie Jpälfte mit Sßinterroggen, % mit Kartoffeln beftellt war. Die SÖicfeit
nahmen etwaß weniger alß 8% ein. Srotsbcm blieb ber SRinbvicl)« unb and) ber
Schweinebeftanb nur wenig hinter bem Surdjfdmitt ber 'Provinj jurücf (30 ©djwcinc
unb 21 (Stücf SRinbviel) auf ben Eluabratfilometer gegen 35 bojw. 23 in ber ^rovinp.
Dagegen ift troß beß 3ud)mad)crgewerbeß ber Sdjafheftanb fd)on früher vcrljältiüß«
mäßig gering gewefen unb in ber {Weiten Jpälfte beß 19. 3ahrl). hier nod, ftärfer
jurüefgegangen alß in ben übrigen branbcnburgifd)cn Kreifcn HS64: Kreiß (jrofien
42,8 auf ben E'.uabratfilometer; ^rovinj Söranbenbiirg 75,-; 1913: (iroffen 3,e,
'Provinj ll,fl).
@inc außfüfyrlidicrc Statiftif crfdicint fjier nicht tunlid), umfoweniger, alß bie
ÜSerfjältniffe nad) bem Kriege ftd) nod) nicht flar genug übcrfchen laßen. ÜBertvollcß
SDiaterial in biefer 9lid)tung ftnbct ftdi .;ufammcngcftellt in ben Jahrgängen beß
(Jroftener Kreißfalcnberß feit 1913.
Clucllen.
Über SBeoölferung, 93ie6ftanb unb Vanbwirtfdjaft fflhe baß öcmeiiibcCSjpon unb baß 23iel;|lanbß=
unb Obflbanmlepfon ber 'l'minj iBranbenburg jeweilß nad) ben Säljlimgen, fowie lanbroirtfd)aftlidw
«Statiflif in ber Statiflif beß 2)renßifd)en (Staateß. Jiir bie Stabte finb bie SBeridjte ber (Sorauer
JÖanbelßtannner beranjUAteben, and) enthält baß 9leid)ßabreßbud) jablreidje Eingaben. Über ben Öberflrom
vgl. „Der Cberftroni, fein ©tiomgebiet unb feine roidjtigften Tlebenfluffe", auf örunb beß 2(llerf>öd>fteii
(Jrlaffeß vom 28. gebruar 1892 fjeraußgegeben. SBerlüi 189«.
Jur bie oortiegenbe Darftetlung mürben anßcrbeni freunblid)e 'Jlußtünfte ber Jperren 'Drofeflor
l'iibbetfe in Groffen, ÄonnnerAtenrat gange in Sommerfelb unb Jabritbefitjer 21. £efd)enbcrf in Klinge
fowie beß Sanbratßainteß ju Groifen benuht.
©cfchichtlichc Einleitung.
Quellen.
SIrdjtDalien.
Unter ben etnl)cimifchcn Quellen ragt bei weitem baß ®?aterial ferner, baß
3vt)anit Soachim SD?öIlcr in feiner beim S)?agiftrat ju Groffcn aufbewahrten banb-
fdjriftlidjeu (5[)ronif jufamincngcbradft hat< Er würbe am 24. ‘.Äug. 1659 ju
Sommerfclb geboren, befiichtc bie gelehrten Schulen ju Groffcn unb 3ittau, fobann
bic llnivcrfttät Vcipjig, wo er 1685 bic ®?agifterwürbe erlangte. 2lm 13. 3an. 1689
würbe er 2lrcftibiafon ju Greifen. Saß 2lmt eineß foldjcn bcFleibete er biß ju
feinem 2obc i. 3. 1733.
SWit unermüblidjcm ^leift l)at er alle ifjin vorfommenben 9?adjrid)ten jur
@efd)id)te Groffcuß gefammclt unb in fein 14 Sßänbc umfaftenbeß $ßcrf aufgenommen.
Siele feiner Quellen ftnb anberweitig nidit erhalten, baruntcr bie Vorn Stabtfchreibcr
3ohann ^uchner (f 1569) verfaßten „2lnnaleß unb Seitbud) ber Stabt troffen" unb
beb 9leftorß 3oftanii '"Profopiuß (f 1552) „Gröftnifdie G'pbcmeribeß unb Jpauß«Gbronica,
baß ift fcftledite unb einfältige Serjeucftnuna glaubwürbiger Singe, fo förberlid)
antreffen gemeine Stabt Groffcn, aueft baritt mehrcntcilß ftd) jugetragen hat’en-
Anno Domini 1540."
Saß Sfßcrf, von beften 14 SBänbcn 13 erhalten ftnb, ift folgenbcrmaften gcgliebcrt
(vgl. S. 32.): I.: Son bem 9?amcn unb Erbauung, II.: Son Groftnifchcn Qbrigfcitcn,
Scrwcfcrn, Jjaubtleutcn, 9iätcn, gürftlicften ^Beamten, III. unb IV.: Son Groffnifd)en
£D?iniftcrio unb ber 'Pfarrfirdjc, V.: Groffnifchc Schul« unb .£ofpitaI«Ghronifa,
VI. unb VII.: Sßon Groffnifcften ©clcftrten, VIII.: Son ber Groffnifdjcn Bürger«
fdiaftßmatritul, speft, Jpungcrßnot, üßetter« unb Sßaffcrfdjabcn, IX.: ®efd)id)te ber
um Groffcn liegenben Sörfer, X.: g^eljft (enthielt Groffcner Tlnnalcn von 840—1500),
XI.—XIV.: Tlnnalen Groffcnß von 1500—1721.
Saß übrige in einjelncn Qrtcn beß Streifet vorhanbene SDtaterial ift an ben
bcjüglidjen Stellen ber ©arftellung (vgl. j. SB. Greffen S. 32, Sommerfelb S. 153)
vcrjcidjnet worben.
3n ben einheimifchen Quellen ift aud) baß 2lrd)iv ber im 18.3ahrh- außgeftorbenen
@rafcn von 9iottcnburg jit rechnen. Gß ift baß cinjige Jtbclßarchiv beß Ärcifeß, baß
ftch jicmlidi unverfchrt erhalten hat; aufbewafftt wirb eß beute alß Sepot im
SBrcßlaucr Staatßarchw, früher im Sdjlcft ju ^olnifd)’9?ettfow, baß jeftt jwar ju
bem fchleftfchen Greife ©rünberg, chemalß aber (biß 1816) jum .Streife Groffcn gc«
hörte. Gß ift vcrjeid)net bei St. Sßutfc, Sic 3nvcntare ber niditftaatlidjcn 2lrd)ive
Sdftcftenß. I. Sie Streife ©rünberg unb grenftabt (= Codex diplomaticus Silesiae
SBb. XXIV) S. 22: ^'olnifch^tcttfow.
XXII
0efcf)id)tlid)c Einleitung.
!Bon auswärtigen 21rd;iven fomtnen gemäß ber wedjfelnben 3ugel)örigfeit
Greifens ju ^'olctt, Sdtleftcn unb 93ranbenbttrg»^reußen bie Staatsarchive ju ^ofett
unb 93reßlau, fowie baß Qiehcinie Staatsarchiv ju 93crlin in 93etracht. Die bort
bcrutycttbcn älteren Urfunben ftnb jum größten Seif gebntrft. Dafür vergleiche man:
Codex diplomaticus Maioris Poloniae, 4 93änbe.
®rünl)agen unb ffllarfgraf, ZeljnS» unb 93eft|5iirfunbcn SchleficnS unb feiner
einzelnen giirftcntütncr im S)?ittclaltcr 93b. 1—2 (^.'ublifatiottcn auS ben .fiönigi.
'prcußifdjcn Staatßardjivcn 93anb 7 unb 16).
Codex diplomaticus Silesiae, barauS befonberß 93b. 7, t—3, 16, 18 unb 22:
(S. ©rünfyagen unb Ä.SÖutfe, Siegelten jur Sdjleßfchen @efd)id)te, BJöättbc (bis 1333)
unb 93b. 14: SUarfgraf unb Sdjulte, Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis.
21. ff. Siiebcl, Codex diplomaticus Brandertburgensis, 41 93änbr.
Dajtt für baß benachbarte Äötügrcid) Sadtfen:
Codex diplomaticus Saxoniae regiae.
5?otn 15. 3af)rf}. ab treten bie im 93crliner ®eheitnen Staatsarchiv aufbewahrten
Tlrdjivalien burd»auS in ben SSorbergrunb. gür bie allgemeine Zanbeßgefchichte ift
bie Slepofftitr 15: „Daß Jjerjogtum Croffen" am widjtigften. Sic gliebert ßdt in
folgenbe ©ruppen: I. Erwerbung Treffens. Stellung ju Sthleficit unb 93öhmen
(S?r. 1—2), II. baS SBittum ber fürfiltchcn ^erfonen (3—13, vgl. Step. 12, 13),
III. Zanbßänbe, SDlilitaria, Kontribution (14 —16), IV. Tlmtßfachen (Domanialia i
(17—s20), V. ^ürfllidte 93eamte (21—23), VI. 93obcrßberg (21), VII. Stabt (Sroffen
(25—33), VIII. Dörfer (34), IX. ©renjfadtcn (35).
Dte mit ben Zehnfachen jufammenhängenben Tlngclcgenhciten ftttb itt ber Step. 78
unb ‘’Provinj 93ranbenburg Step. 4 „Slcumärfifdte Sicgicrung ju (Süftrin" ju fud)en.
Daneben fotnnten namcntlidj auch bie Titten beS ehemaligen Timte (Sroffctt
t’Prov. 93ranb. Step. 7), ber Siettmärfifchen Tlmtßfammer unb Krtcgß» tttib Domänen»
fammer pßrov. 93ranb. 9lep. 3) unb beS ©encralbireftoriumß (Sleumarf) in tfragc.
DicS ftnb bie JjSauptfunbflätten; Crinjelheiten fönnen hier nicht beriuf|Td)tigt werben.
Sarflellungen.
Tin einer auf ®rttnb beo mobernett StanbeS ber Siffenfdjaften aufgebauten
Darßellting ber @efd)id)te beö Jperjogtitmö (Sroffen fehlt eS bisher nod). Tin älteren
'Ißcrfcn fhtb vorhanben:
SÖcbcfinb, (5. Z., ®efchid)tc ber Stabt unb beS ^erjogtumS (Sroffen (1810).
SOJatthiae, @uft. T(b., ßhrottica ber Stabt unb beß ehemaligen JperjogtumS
(Sroffen, herttußgeg. Von (S. Stange. (Sroffen 1853.
Dbftfcler, (Sari v., (Shronif ber Stabt (Sroffen. (Sroffen 18U5.
93erbig, §., Die (Erwerbung beß Jperjogtumß (Sroffen bttrdt bie J?ohenjollertt.
geftfdjrift. (Sroffen 1882.
®efcf)icf)tlid)e (Einleitung.
XXIII
@eograpl)ifcfcbtflorifd>c Q3ebingungcn.
Tte gcograplßfd)c Vage bat bem -Streife Treffen eine bcfonbcrc gcfdßdithdic
«Stellung jugewiefen: feine Sage alß .Knoten« unb Übergangßpnnft mehrerer (Straßen
an ber mittleren ©ber. Tiefer §luß ift tret feiner ©reite feine (Bölfcrfdicibc, wie
eß bei mand)cm Heineren reißenben ©ad) ber §all ift, fonbern vielmehr ßetß ein
Slcrbinbungßwcg gewefen, wie bie Satfaeße ergibt, baß in i)ißorifd)cr Seit regelmäßig
beibe Ufer von ein nnb bcmfclbcn (Stamme befeßt unb bewohnt ftnb. Gß iß bal)cr
bic bereite im Mittelalter Verbreitete Meinung, alß ob bie ©ber einmal bic @renjc
jwifeben 'Polen unb Tcutfdilanb gebilbet habe ober bod) bilben muffe, alß irrig $n
bcjcid)ncn. Tiber immerhin bot fie in ben Tlnfängcn ber Kultur bei ber bamaligcn
fumpßgcn ©cfdjaßcnbcit ihrer Ufer unb Panbfcßaftcn mandjerlei 'Sd)Wicrigfcitcn für
baß Überfdireiten größerer Maßen. ©afür famen nur ctnjclnc (Stellen in ©etracht:
an ihrem Mittellauf bauptfädjlid) bic, wo heute 5rai,ffurt a- uub Großen liegen,
•hierher führten baljcr bic (Straßen von ©ßcn nad) bem Sßeßcn: bic eine von ©ofen
über Meferiß, Biclcnjig, fReppen, granffurt a. ©., jjürftenwalbe burd) ©arnim unb
J^aveUanb jur Glbc, bic anberc von ‘’Pofen über ©cntfdjen, Großen, ©üben nad) ber
jRicbcrlaufnj. @crabc lefetcre war anfänglidi bic wichtigere, wie baburd) bezeugt
wirb, baß in ben früheren Gpoeßen alle Jpecreojüge ßc cinfd)lugen, fclbft wenn beren
SBcrfammlungßort Q. ©. Magbeburg) vielmehr auf bie nörblidjcrc (Straße bimvieß. Ta
mm außerbem noch ber 2Öeg von (Süben nad, 9?orben, von granffurt a. ©. nad,
©rcolau über Großen ging, fo bilbctc eß einen ber wicßtigßcn Änotenpunfte. Taßer
brängten ßd) hier in biftortfdjcr Seit (Stämme nnb Sölferfdiaftcn an« unb gcgcncinanbcr.
^räbiftorifc^c unb erfte ©ermanifation.
D?id)t anberß wirb eß audt in ben Sahrbunberten gewefen fein, von beiten unß
feine fd)riftlidien Tlitfjcidjnungen nielben, fonbern von benen wir nur burd) bic ÜBißenfebaft
beß (Spatenß, burd) Tluegrabungen unb bic baranf beruhenben (Sd)Iüßc (’Präßißorie)
bürftige Äunbe ljaben. (Darnach iß in ber fogenannten ©ronjejeit, etwa vom jweiten
5al)rtaufcnb vor unfer/r Tira an auß bem (Süben in baß mittlere Cftbcutfdjlanb ein
®olf cingcbrnngcn, beßen Jperfunft unb Sugehörigfeit biß beute nidjt ßdtcr fcßgcßcllt
iß. Gß bürfte fein 3weig ber Snbogermanen gewefen fein. 'Sange bat eß l)icr
feine Sßohnßßc gehabt, wie bic aufgefunbenen ®räber unb §ricbl)öfc jeigen. 58on
XXIV
@ejd)id)tlicl)e Einleitung.
9?orbcn fjcr traten ihnen bann bte ©ßgcnnancn, bic in bem heutigen lücftprcußcn
ein Aulturjcntntm befaßen, entgegen uub vcrbrängtcn fie nad) unb nad). Vcrfdiicbcnc
Stämme haben bamalS Greffen berührt nnb wohl gar länger ober fürjcr beficbelt:
Sanbaien, Vurgunber, Jperuler, ©firren unb Slngier. Somit ift baS ?anb jnm crßen
9)?ale germanifd) geworben, inbcßcn famen bicfe ^Bewegungen hier nid)t jur bauernbcn
Svitbe. Vielmehr ßnb gerabe bicfe Stämme bic Srägcr jener großen Völfcrwanbernng
geworben, bic baS Gnbc bcS weßrömtfdjen 9?cid)cS f)erbeifüf)rtc- ©djwadic fließe non
ihnen blieben wol)( jurücf, aber im ganjen würbe bod) baß ©bcrlaub bis jum Gnbc
beß l. 3abr(). geräumt unb bamit baS Vorbringen ber Slawen auS bem ©ften
crmöglidit.
(Slanüfcbe 3cit.
?lud) »on biefen älteßcn flawifdwn SJanbcrungen haben wir nod, feine fdmftltdic
Jtunbc. Sehr balb batten bic Slawen aber beibe Ufer ber Ober befeßt, ja crgojfcn
fid) biS jur GIbe unb an ctnjclncn Stellen barüber fjinauö. Großen l)at ßd)er bei
biefer Überflutung als ©berübergang eine bebcntcnbe fXollc gefpielt. ^ebenfalls wirb
fein 9famc als foldjcr fdjon genannt, alS bic Scutfdjeit fid) gegen bic Slawen
energifd) jur ÜBebr fegten unb unter ben fäd)ßfd)cn Jfaifern jum Angriff gegen ©ften
»ergingen. Samale gehörte cS ju bem unter ber Spnaßic ber ^taffen ßegreid) vor*
bringenben fPolenreid). Jpter Rieß Aönig Jpcinridi II., ber int 21uguß 1005 in Vcißfau
bei fflfagbeburg ein 4?ccr gcfammclt unb burd) bic 97icbcrlaußg geführt batte, auf
ben ^'olcnfönig SBolcSlaw, ber ßd, rcdjtS ber ©ber Greffen gegenüber gelagert unb
»crfdjanjt batte. Sind) eine Umgebung erjwang JjJcinridi ben Übergang unb brang
bann auf ber oben bcfdjriebencn Straße bis nad) ^Jofcn »or. 'Ißenn aud) feines*
wcgS ntcbcrgcworfcn, bat fßoleSIaw bod) einen grteben erbeten. SnbeS waren
bie Verbaltnißc nid)t »on langer Sauer, fo baß ber Aaifcr 1015 nod) einmal
ben gleidjen 3ug unternahm. "Auf ihm crreidjtc er aber iied) weniger, alS auf
bem früheren.
3?od) manchesmal ift bei ben Jtämpfcn ber Seutfdicn unb Slawen ber j)?ame
Großen genannt worben, benn beibe Soifer crßrcbtcn — bic einen »on SÖcßcn, bic
anberen »on ©ßcn — biefen wertvollen Anotcnpunft in ihre ^anb ju befommen.
3uuäd)ß behauptete il)n baS fPolcnrctd). Gin feßer 'Plaß wurbc angelegt, ber jum
©iß eincS AaßcllanS (castellaneus, comes castellaneus) wurbc. Gr war ber
Äonnnanbant unb übte bic militärifebe unb jivilc Verwaltung in bem umlicgcuben
Vanbc Großen aiiS. VcßtcrcS bot ßth olfi' banialS ju einer feften ©rganifation, ju
bem districtus Crosnensis jufammengcfd)loßcn. GS teilte im übrigen bic GJcfdjicfc
bcS oberen unb mittleren ©bcrlanbcS, bie befanntlid) in ber legten .fpälftc bce
12. Sahrb- baburd) cntfd)icbcn würben, baß bieS ©bcrlanb unter einem ßweige ber
'Piaßcn als <$crjogtuin Sdilcffcn anerfanitt wurbc.
Über brei Sabrbunbcrte ift Großen mit Sd)lcften verbunben gewefen, wenn co
aud) bin unb wicbcr auf fürjcrc Seit burd) Vcrpfänbung ober fonftige llmftänbc
einer ber brei bciitfdjcn SOfäditc jitftel, bic in ßänbtgcm Sßcttfampf and) untcrcinanbcr
©efd)id)tlid)e Ginleitung.
XXV
gegen ben Often vorjubringen fuditen, nämlid) ben ’JlSfanicrn in Branbenburg, welche
burd) bic im 13. 3al)r(). erworbenen Vänber SebuS unb Sternberg 9tad)barn Groffetw
waren, ben SOTarfgrafen von Steißen, welche bic 9?icbcrlaufiß burd) ben Q5cft£ ber
Oberufer abjufdtlicßcn ftrebten, unb cnblich ben Grjbifdjöfen ju SDtagbeburg, weldjc
ihre gcißlidtc Obcrl)crrfd)aft burd) territoriale Erwerbungen ju Verftärfen bad)tcn.
21bcr bic SSidjtigfeit bcS s])la£cö gab ben fdjleftfdtcn J^erjögen, bic fidt in verfd)iebenc
Linien fpaltctcn unb baS Sanb unter ftd) geteilt batten, immer wicber ben 2(nftoß, ibn
jurücfjit erwerben.
(Sbrifhanifterung uni) ©nbeutftbuncj.
S3äl)rcnb biefer vom 11. bis 13. Satjrl). ftnb jwei Bewegungen grunb«
Icgenber 21rt in Groffcn wie überhaupt in Sdjleften burchgeführt worben: bic
Ghriftianiftcrung unb bic Einbeutfehung. Beibe Erfdjeinungen Ijängcn aufS engfte
miteinaiibcr jufammen, bettu bcibc ftnb anS ben glcidjcn Begebungen tycrvorgegangcn,
auS ©rünbett ber Kultur. Jan bem Ghriftcntiim trat ben Slawen bic überlegene
geiftige, in bem ©cnnancntuin bic überlegene wirtfd)aftlid)e unb |laatlid)e Äultur
entgegen. Eben biefe fulturcllcn ©fiter fud ten bic B)iaftcn für iljrc Vänber |u
erwerben; baber Ijexben fdjoit bic polnifdjctt 3v>cigc biefer Dpnaftie mit iljrcr
Einführung begonnen, wäljrcnb ihre SBollcnbung ber fdjlefifdien 3^ft Vorbehalten
geblieben ift.
Dtc Ghriftianiftcrung bcS VanbeS Großen ift von ben brei Bistümern, bie ftd)
in ihm teilten, erfolgt, DaS Bistum fDicißcn, bas eigentlich baS ganje ©ebict
weftlid) ber Ober bcanfpruditc, behauptete juh nur in bem größten Seil beß weft#
lief) ber Ober unb nörblidt bcS BoberS gelegenen StridjeS; bem Bistum BreSlau
jtanb bic SuriSbiftion über bic ©egenb füblid) ber Ober unb bcS BoberS ju, wo«
bei btc ©rettje allcrbtngS viclfad) biefe £ylüffc überfprang unb an ben jenfeitigen
Ufern entlang ging; cnblidt fiattc baS Bistum ‘Pofen baS ?anb jwtfdnn Ober
unb 'PlciSfc.
3wci Urfunbett belehren ttnS über bic BrcSIaucr unb 'Pofener Dtöjcfanjugc*
hörigfeit. Tarnad» unterftanben ber BrcSIaucr Äirdjc: Ocutfd)# unb ’Polnifd)»9tctt«
fow, Vodnvilc, ©ünterSberg, S)?effow, ‘Polenjig, Sd)önfclb, 9ieucnborf, SJ?tind)Sborf,
®cutfd)» unb 2ßcnbifdt> Sagar, ®ul)low, Sontow, Goffar, ’Plau, £ogau, ©rttnow,
9iußborf, Sd)Icftfd) Orchnow, ’Paganj unb ’piothow ejetjt ÄrctS ©rünberg).
Dagegen begengte ber Bifdtof von VebuS ber ‘Pofener Ätrd)c i. 3- 1308 bie
3ugcl)örigfcit ber Dörfer: Drehnow (nadi granffurt), Sammenborf, 9itcSnig, Glebow,
.W’urtfd)ow, Srebidjow, 9labcnicfcl, Gtdjbcrg, Sfpren, 3ettiß, Straube, Baubad), ®rc*
wtt?, Bcutniß, Dobcrfaul, ©lembadi, GrämerSborn unb VeiterSborf.
Sion allen brei Bistümern aus ift bic Ghriftianiftcrung tatfräftig betrieben
worben: babei ftanbett bic Bistümer wefentlid) unter bcutfd)ein Einfluß. DteS gilt
audi von jpofen, benn bic Bifdtefe hatten ftd, gegen bic Untcrftcllung unter baS Grj«
biStum Glnefcn gctlräubt unb bic Gr.;bifd)öfc von SDJagbeburg als ihre SDJctropolitanc
mit aller Energie ftd) ju bewahren gewußt. Somit bcbcutctc bic Ghriftianiftcrung
XXVI
@e|'d)id)flid)e (Einleitung.
jugleid) eine Stärfung beß Seutfd)tuinß, baß eben bamalß |td) bereitß eine bc=
l)errfd)enbe Stellung im Vanbe gewann.
SD?an barf babei nicht von einer ©crmanifferiingßpclitif reben, bcnn bie ßer*
beijiebung beutfd)er Äoloniffen gcfd)ab, wie erwähnt, außfdjlieglid) auß wirtfdjaftlid)^
fulturellen ©rünben. S)?an wollte baß Vanb beffer außnufecn burdi befferc Bebauung,
9lobung unb Urbarmachung unb burd) 2lußbauung ber Stäbte. Tllleß leiteten bie
Seutfchen. Sie Vanbeßherrcn fclbff, bie potnifdjen unb fd)Icfffchcn spiaffcn, bie
©runbhcrrcn geiftlidjen unb weltlichen Stanbcß, enblid) bie Jtirdjc alß foldjc trifteten
biefer ^Bewegung, bei ber nationale @effd)tßpunftc wohl meiff fehlten unb bei ber
eine ©rgänjung ber bißberigen Tlnffeblungen unb feine l'crbrängung ber Slawen
beabffd)tigt war, mögirchff SBorfdiub. SBon ben gcifflichcn ©runbhcrrcn muß man
babei für (Sroffen vor allen Singen baß 3iftorjionferfloftcr Vcnbuß an ber Sbcr
nennen, ©er 9?amc SD?ünd)ßborf, ber an bie Stelle beß flawifdjcn Sffctnicc (ober
3arf>ie) getreten ift, erinnert nod) heute an bereit fultivatorifd)c Xätigfeit in
biefer ©egenb.
Sie 2frt unb ffßeife ber Äolonifation ift befannt. Ser ©runbljcrr fegte ffd,
gewöhnlich mit einem Unternehmer (Vocator) in SBcrbinbung, ber bie bem einzelnen
Sorfe entfpred)cnbe 3&hl '-Mnffcbler anwarb. 3eber erhielt alß wirtfdjaftlidje öinheit eine
J&ufe, beren ©roße fet)r verfd)ieben, von 30 -90 borgen, war; ber Unternehmer fclbft
befam 2—3 J^iifen mit anberen ©cjügen, meiffenß bem Sd)uljenamt. J^äuftg würben
and) für bie erffe 3«t greijahre von Abgaben bewilligt. Über bie ©roße ber Sörfer
ftnb nur wenige Angaben erhalten, bie nicht recht gefiebert ffnb. Spätere SBerjcidjniffe
bürfen bod) nur mit SBorffd)t herangejogen werben. Sarnad) hat feie J&ufcnjabl
jwifeben 7 unb 50 gcfdjwanft. Sb man auß ber gorm ber Sörfer, ob eß fogenannte
Stragenbörfcr ober 9iunblingc ffnb, 9tücffd)lüffc auf bie 9iationalität ber Tlnffcbler
jichen barf, iff bißher unffdjer. SD?an fann höthff^uß fagen, baß baß Stragcnborf
unter germanifdjem ©influg ftel)t.
Über baß gortfdjreiten ber Molonifation im ©roffcnfd)cn haben wir wenige
9?ad)rid)ten; welche Stämme babei Vornehmlich beteiligt waren, wie weit alte
flawifdje Tlnffeblungen bemigt, wie viele 9?eugrünbungcn erfolgten, lägt ffd) nidtt
fagen. Soviel iff wohl ffdjer, bag in bem erffen SBiertcl beß 13. hat)rl). bie Äolonü
fation im ©roffcnfd)en alß abgcfdjloffen betradjtet werben fann, wenn and, vereinzelte
9?ad)fd)übe nod) ffattgefunben h^u- £>ie ßroffener SScrhältniffc würben bamalß
bereitß für anberweittge ©rünbungen alß 9?orm angeführt, ©erabc von ben Stäbtcn
wirb bteß inehrfad) hervorgehoben, fo bag wir annehmen fönnen, bag ffe $u jener
3eit ihren beittfdjen ©harafter bereitß vollftänbig befeffen haben.
Umwanblung flawifd)cr Sörfer in beutfdic ffnb nur vereinzelt bejeugt. So
wirb uitß berichtet, bag ©ünterßberg urfprünglid) ©ffetnice geborgen bal’c> unb bag
leßtcreß bei ber 9?eugrünbung in jwei Sörfer, ©ünterßberg unb S)?ünd)ßborf, geteilt
worben fei. gür bieß wirb nod) ein anberer flawtfdjer 9?ame, 3nrbie, überliefert.
9iid)t fo ffdjcr ffnb Sbcntiffsicrungen von ©idjberg mit Vubogafl, 9?cucnborf mit
3arnowe, Sdjönfclb C®. 153) mit Subrau unb 9lugborf mit *Polupin. EOTandje ber
(3eld)id)tlid)e (Einleitung.
XXVII
öfteren 2lnßcblungcn fd)icben ßd) nad) ben ^Rationalitäten in jwci Seile; fo ljaben
ßd biö Ijeiite Sßenbifd)* unb dcutfd)«Sagar (Sagar polonicale unb teutonicale)
fowie dcutfd)« unbfi)olnifd)«97ettfow bewahrt, bic biß in ben ?(nfang beß 19. Sabri),
beibe jum Krcife Großen gehörten.
SBon bem ©eßcljen cincß ffawifdien 2lbclß in Großen ßnb genauere 'Spuren
nidjt vortjanben. Scbenfallß überwogen bcrcitß im 11. Sabri), beutfdje @efd)led)tcr,
bic auß ben benachbarten Scrritoricn flammten, burdiauß im ©eßt ber ^Rittergüter:
id) nenne bic Vöbcn, 9iottenburg, Siabcnau, Glrünbcrg, ißefenberg, Vanbßbcrg, Kalt«
reut!) unb Knobclßborf. (Sic haben ßdi !>icr über 3 Saßrh. behauptet, biö im 17.
unb 18. Snljrl)./ namentlidj burd, ben dreißigjährigen Krieg, ein ßärferer 2ßcd)fcl
cinfcßtc, ber märfifchen 2lbcf über granrfurt a. £>. inß Vanb brachte.
die Gntwieffung, bic Großen in ber fdileflfd’Jit Seit burdjmadfle, war im
gaitjcn fricblid)cr Statur, fo baß Vanbwirtfdiaft unb J^anbef ju einer gewißen ©lütc
tarnen. Tlllcrbingß wurbc bic Stabt Großen im Jjpanbcl unb SBerfehr burd) baß
günfliger gelegene grantfurt a. d halb überflügelt. SBon größeren Kriegen blieb
baß £anb Perfdjont, felbft bic Jjpufßtcn hüben hier nid)t arg gehäuft, benn bie Jper«
jöge verßanben eß, ßc burd, Kontributionen fcrnjuhaltcn. Überhaupt mad)tcn
bic Vanbeöherren ßd) burd) fBcrlcif)ungcn, ©auten, ©efudjc, namentfid) um bic
Stabt Großen, verbient. 2lm befannteften tjicrfür iß Jperjog -Geinrid) I. unb feine
Glemablin, bic heilige Jpebwig, geworben, wie in ber Stabtgcfd)iditc ('S. 33 ß.l näljcr
außgeführt ift.
die 'Plagen beß Sliittelaltcrß, Scucrung, Seuchen, namentlich ber fdjwarje Seb,
geuerßbrünfte, wcld)c an ben Jpoljhäufcrn rcidw Nahrung fanben, unb Über«
feßwemmungen haben aud. Großen nid)t vcrfdwnt. 'Jlbcr größeren Sd)abcn bat baß
Vanb erft burd) ben fogenannten märfifchen ober fd)lcftfd)cn Krieg erlitten, ber mit
ber ©cßhcrgrcifitng burd) bic ^obcnjollcrn cnbctc.
Srtrerbung Durch Die •^obenjollern.
©ei ben piclfad)cn Seilungen ber fd)lcßfd)cn J^erjöge hatte man incift Großen,
3üUid)au, Sdjwiebuß, GHogau, greiflabt, Glrünberg ju einem Serritorium jufammen«
gefaßt, hierüber hat afö leister fclbftänbiger Jperjog Jpeinrid) XL in ben Sabrfu
1467 biö 1476 gcl)crrfd)t. Gr verlobte ßd) 1472 mit ber Soditer ©arbara bcö Kur«
fürften 2llbrcd)t 2ld)illco von ©ranbenburg. dabei vcrpfliditctc ßd) ber Kurfürfl ju
einer iDJitgift von 6000 guten rhciiufdjcn Ghilben. Jjiugcgen verfprad) ber Jperjog
feiner sufünftigen ©cmablin bic glcidic Summe alö ©egenmitgift („iL!ibcrlcgung")
unb baju eine SDtorgengabc nad) feinen fftrftlidicn Gbren. 2llö Unterpfanb vcrfchricb
er bafür feine gefamten Väitücr feiner grau bei finbcrlofem Sobe. Jpinjugefügt
wurbc nod), baß, wenn feine grau bann fpätcr ftürbe, bicfe ganzen 9ied)tc auf ihre
Grben übergeben feilten.
die heirat wurbc i. 3. 1171 gcfdjloßcn, fanb aber bereite am 22. gebr. 1176
burd) ben finbcrlofcn Seb bcö Jg>cr;ogö Jpeinrid) XL ihr Gnbc. Sofort ergriß für
XXVIII ®e[d)id)Htcf)e Einteilung.
*
bte Sßitmc bereit ©ruber S)?arfgraf Sobattn Öiccro, ber feit Saljrcn bie .H'urmarf
für feinen in granfen mcilcnben Setter 2lfbrcd,t 2ld)illeö vermaltet«, ©eßfc von bem
gefaulten £anbc unb fanbte ben J&crrn Sd)cnf auf Seupin alö „oberßett ©ubernator
beß ©logauifdjcn gmrftcntumö".
Sehr halb aber mürben bie branbenburgifdjen ‘JCnfpriidjc von brei Seiten
befäinpft. 2(10 crßer incibctc ßd) J?erjog Jpanö Von Sd)leßcttsSagau für bie gefamtc
©rbfdjaft alö näctyflcr Sippenvermanbter. Sobann mürben von feiten ©öfymcim
feine obertebitttycrrlidjcit 9ied)tc, bie eö über ganj Schießen befaß, angeführt, um
ben J^eitnfall ju crflärcn. Siefe bötjniifdjen Stcdjte mürben nun, um bie Sadtc nod)
vermicfeltcr 311 machen, von jmei ^)rätciibcnten geltenb gemacht, von .Honig S>?attl)iaö
ßorvinuö von Ungarn unb Atöuig SOßlabiölam von ©Öhmen, mcld)c beibe um bie
Jtronc ©öbntcn miteinanber fämpften. Sic ©rbfdjaft fatu fomit in bie großen
©cgcnfäfcc ber ofteuropäifdien ^olitif ber bamaligcn 3eit.
Äurfürß ?llbrcd)t Tfdjillcö fudjtc burd) gefd)icfteö lavieren bte Sicdjtc feiner
Sodjter ju ftdjcrn. Snbem er ihre Jfianb unb alö SDZitgift bie ererbten Vanbe bem
«Honig Sßlabiölam Verfpradt, gewann er bcnfclben jur Untcrßüftung. Sagegen
mußte 2Ubrcd)t ffd, im Äantpfc ber beiben anberen ^rätenbenten ermel)rcn: bamit
begann ber märfifdje ober fdjleßfdjc «Krieg. jhn führten verbünbet «König SD?attt)iaö
von Ungarn unb JfJausJ von Sagan, ben man wegen feiner 9iücfßd)töloßgfeit unb
Stobjeit ben milbeit Jj?anö jubenanntc. 3uglcid) veEtanben fte cö, alle 9teiber beö
Jj?aufcö J^ohcnjollerit aufjuhefsen, inöbcfonbcrc ben Seutfdjcn Srbett unb bie Jg>erjöge
Von Sommern. So entßanb eine gefährlidte Koalition gegen ©ranbenburg, fo baß
SDJarfgraf Sobann in bie größte ©ebrängnic geriet. Sähet litten natürlich bie
ßrittigen Vänber, bie man von beiben Seiten ju befefjen fud)te, mol)l am meiften.
Sroffen fei bamalö, fo vcrßd)trt ber GEtjroittft SDiöllcr, von foldjer 9tot überfallen
morben, baß ce beinahe untergegangen fei. Sn ber Sat hatte Giroffen mehrere 2ln«
(türme ber Serbünbeten auöjubaltcn, bei beiten u. a. bie ©logauer Sorßabt jerftört
mürbe, aber bie ©ranbenburger behaupteten ben spiafe.
Sic ©cfahr mürbe für bie 9)?arf immer größer, fo baß fd)ließ(id) ber jtiirfürft
felbft auö grauten Ijcrbeictltc (1478). @r führte einen JfJccretfjug hcraiV beffen
ganje 2luörüilung bamalö alö mufterhaft galt. 5hm hielten bie grtnbc nidjt ßanb.
3unäd,|t mürben bie Komment jurüefgemorfen, fobann «$crjog «£anö verfolgt. Sein
9?ad)trab mürbe unmeit ©roffcit jmtfdjcn ©cröborf unb *piait jerftreut; er felbft bei
Sd)lcßfd)«Srehnom geftellt unb beßegt. 3nhlrcid)c Jj?arnifd)c, Jpirnfd)alcn unb ©e*
beine mürben nod) jur 3cit bcö ©broniften Voller in jenen ©egenben auägegrabett:
lebenbige 3cugtti(fc ber großen 9?tcbcrlage.
Ser Äurfürfl Ißdt cö nidit für nötig, feinen Sieg mcitcr ju verfolgen. 3«
feinem Sdtaben, beim J&crjog Jj?anö begann beit Äantpf im näd)|lcn 3al)re mteber
aufjunebmen. Snbcä crlofd) er nad) unb nad) in ftd) felbft, ba Äöttig SD?attl)iaö an
einer meiteren ©eteiligung burd) brohenbe Sürfengefahr vcrl)tnbcrt mürbe. Somit
mürben Scrbanblungcn angefefet. Sic jogen fid) nod) mehrere Snbre fjüt, big ßc
nad) vcrfd)icbcnen Sorßabicn ju einem bcßititivcn 2lbfd)luffc beö Streitet führten.
töejd)id)flidje (Jinieitiing.
XXIX
Unter Vermittlung beö Äöiiigb ?J?attl)iaß von Ungarn, bem injwifdjcu bie
£)f>er(el)nöt)err(id)fctt über ®d)lc)Icn jugeftanben war, würben cnblid) am 20. Sept.
1182 ju ßamcnj folgenbe fünfte abgcfd)lonen:
Qi mürben ber grau ^Barbara, ihrem Vater Äurfürftcn 2Ubrcd)t 2(d)tllcö unb
iljrcn ©riibcrn für bie 50000 Ungarifdjen @ulbcn, bic ihnen auö ber (irbfd)aft beb
Jpcrjogö «ßcinridi XI. jugeftanben waren, folgenbe Sd)lö|fer, Söcidibilbe unb Sauber
cingerauint: Sdiloß unb Stabt (Sroffen mit bem Sänbchcn SBobcröbcrg, Sd)loß unb
'•IM'. V. iieqel fee .Hurfürften C'oadiim II- mit bem Slbler reu vroffen im vierten (reibe linK
(vom VeRhauer aue>.
«Stabt 3üUid>au, Wie Schloß unb Stabt Sominerfclb auf Söieberfauf unter Vorbei
halt ber (rrbhulbigung an Jtönig ®?atthiaö.
Sö ijt alfo ein Kompromiß juftanbc gefommcn, beim Die Siranbenburgcr erhielten
nur einen Seil ber von ihnen bcanfpritdjten unb ihnen rcdjtlid) juftcl)enbcn Sauber,
wobei nodi Sominerfclb für Sdjtvicbuö außgctaufcht würbe. (Darauf lag bann aud;
bie ©infdjränfung, baß ein Siücftauf erfolgen fonntc, fobatb bic ^fanbfuinnic bejaht
fein würbe. Srft nad) mehr alö fünfjig 3<ihtcn, am 23. 9J?ai 1538, gelang eß Äurfürft
joadjim II., biefe SBcfd)ränfung ju befeitigeu. (Die böhmifd)e Schnöherrlid)fcit, bie nodi
ju vielen Äuöeinanberfe^ungcn TInlaß gab, würbe gar erft burd) ben ©crlincr gricbcn
vom 28. Juli 1712 befeitigt.
XXX ©efd)tdjllid)e ©inleifung.
Welchen Ißcrt bic Jßol)eiijollcrn auf biefen ©eß$ (egten, bafür sengen ver?
fdjiebene Umßäube. Sititädjft lief? man am 13. Df tob er 1182 im gangen Äurfürßcntum
ein allgemeincß Danffefl abljaltcn unb in ben Äirdjcn ein fcierlidieß Tedeum
anftimmen. Dann nahmen 1538 nad» ber beftniriyen Erwerbung bic Jpohensollcrn
ben Titel: „Jjpcrjog in Sdßcftcn 311 (Sr offen" an. Der 2(ußbrucf ift |taatßrcd)tlid)
richtig. Dagegen ift bie barnadi viclfad; gcbilbctc $öe;cid)nung „J^crjogtum ßroffen",
waß fpäter fogar im amtlidicn Slcrfcfyr angewanbt wurbc, an ßd, nidit haltbar; eß
l)at [ich aber in ber Literatur burdjgefctjt.
2lußerbem ift für (‘roßen in baß Jßohenjollcrnwappcn ber Idilcßfdie 2lblcr
cingefefct werben unb $war an heroorragenber Stelle. Sßcnn er fpäter auch
nad) ben großen Erwerbungen allinäljlid) mehr nnb mehr jurüefgebrängt worben
iß, fo h‘t( er bod) biß 1918 im ©roßen Sßappen unter ben 52 gelbem nod?
auf bem 22. behauptet (flehe 2lbb. V).
©nglieberunq (üroflentf in bie SReumarf.
Daß .ßerjogtum (jroßen, um ben furjen 2lußbrucf 311 vcrwciibcn, umfaßte alfo
bie oben angegebenen ©cbictc unb gcrftcl in bic beiben «Streife Eroßcn unb 3üllid)au.
Eß fanb feinen unmittelbaren 2lnfd)luß an bic Dtcumarf, mit beßen einem «Streits
Sternberg ber größte Teil gcograplßfd) eine Einheit bilbct.
®ic Einglicbcmng in bic Dlcumarf warb baburd) um fo feiler gcbunbciv baß
fic unter bem SDfarfgrafcn 3ol)ann von .ßüßrin ein felbftänbigcr Staat wurbc.
Damit würben bic ncumärfifdien £anbeßbcl)örr>cn gleidjfam Scntralftcllcn, benen alle
Territorien beß SWarfgrafen untcrftellt würben. Dicß bauerte natürlid» fort, alß bie
9icumarf wieber bei 3ohannß Tobe mit ber Äurmarf Vereinigt wurbc. Somit war
bie Jtüßriner 9icgicrung, wc(d;cr biß 1808 bie allgemeinen Vanbcßhoheitßfachcn unb
bic 3ußisangclcgcnl)citcn juftanben, unb bic bortige 2lmtßfainmcr, fpätcr jtricgß? unb
Domänenfammer, weldjc bic Steuer? unb Domänenverwaltung batte, bic vorgefefcte
3nßanj aud) für bie Eroßcncr ©cl)örben.
3m Jperjogtum war ber vornehmjtc ßaatlidjc Vertreter ber SBcrwcfcr, beßen
2ünt ßd) auö bem bcö JtaftcUanö erft im ©ruttbc cntwicfclt h^dc- ®alb bei ber
(Erwerbung war feitenö ©ranbenburg ein fold'cr in ber Werfen bcö ©rafen ©itclfrilj
Von 3vHcrn, bem fdjon früher bie Domänen verpfäubet waren, cingcfcfet worben.
Die 9ied)tc beß SSerwcferß, bic ftd) urfprünglid) auf alle 2(ngclegcnhcitcn crßrccftcn,
würben nad) unb nad) mcl)r eingeengt, fo baß fein 2(mt bcrcitß vor 1700 nur eine
mit einer ©elbbotation vcrbmibene ©hrcnftcllung war. 3m erften Viertel beß
18. 3ahrh- »ollßänbig cingegangen.
Slcrbrängt war baß SBcnvcfcrantt vor allen Dingen burdi bic ©ilbung beß
£aubratßamtß, baß wefentlid) auf flänbifdjer ©runblagc beruhte. Die Stänbe waren
jwar and) mit benen ber Stcumarf ju einem einheitlichen 5törpcr vcrfd)inolscn, hiittei'
aber baneben nod) eine Sonbervcrtrctung für bie ?ntgclcgcnl)ettcn beß Saubcß (Sroffen
bewahrt. 2ln ihrer Spifec ftanben jivci Vaitbeßaltefle, wcldic von bem 2tbcl beiber
®efd)id)f(id)e Einleitung.
XXXI
Streife Groffcn unb 3üllid)ait gewählt würben. Ute ©cbeutung biefer poften l)ob fid),
alß int Urcißigjäl)rigcn Jtriegc ihnen nad) unb nad) bie 9icd)te beß Äricgßfomtniffärß, ber
für SBcrpflcgting unb Unterhalt ber burd)5ict)cnben Uruppen ju forgen l)attc, juftclcn.
Omäblid) trat immer einer Von ihnen mehr in ben SSorbergrunb, fo baß biefer ben
Vanbratßtitel bei beffen Ginführung in ©ranbenburg im 5ahre 170J erhielt unb
beibe Streife alß foldjer verwaltete.
Uancben gab eß nod) bic Sofalbchörbcn: in ben ©labten bie SOiagijtratc unb
ihre ©ebienten, in ben 'Ämtern urfprünglid) Ämtßhauptlcutc, fpäter Ämtßmänncr, in
ben Uörfcrn bic ©djuljen unb auf ben ®ütcnt bie Grunbhcrrcn.
Überftcbf über bic branbenburgifc^preufnfdpe Seit.
Uic erften 3al)rl)unbcrte ber JpohensoUernherrfdjaft waren für baß Jperjogtitnt
(Sroffen eine 3eit ruljiger unb fortfdjreitcnbcr Gntwicflung. Ucr 2Bol)l|tanb hob fid)
unb ©Übung unb Äultur verbreitete ftcfr mehr unb mehr. Gitte gewiffe Sßcrltcbe ber
JfScrrfdjcr für (Sroffen mag bajtt nidjt wenig beigetragen haben. Sie haben nidit
nur baitftg perfönlid) ©tabt uub Vanb (Sroffen befudjt, fonbern beibeß and, oft
alß ffBitwcniifc d)rcr Gemahlinnen beffimmt. So bicltcu auf ©d)loß (Sroffen bie
SD?arfgräpn Katharina, SSitwc beß Soljann von Äüftrin, Von 1571 biß 1571, bie
Sturfürffin Glifabctl) von 1598 biß 1607 unb bic Änrfürftin Glifabctl) Gharlotte,
bic Shutter beß großen Äitrfürftcn, von 1640 biß 1660 ihren Jpof unb haben in
förberfamfter ffBctfc bort gewirft, wie bei ber @cfd)id)tc ber ©tabt (©. 35 ff.)
näher beriditet worben ift. Ute fürftlidicn jjratten, vornehmlich bic Ättrfürftin
Glifabctl) Gharlotte, bic geborene »Prinjcfffn auß pfäljifdiem Jpaitfc, jcidjncten ftd)
burd» feine ©Übung unb ©cißcßfultur auß, fo baß fte hürburd) auf ihre Um»
gebung tiefen Ginfluß außübten. ‘Hon (Sroffen auß würbe von einer 97id)te ber
genannten Aiurfiirftin eine eifrige Äorrcfponbcig mit bem berühmten »Pbüofophcn
Gartcffiiß unterhalten.
Äbcr batnalß gcrabc fd)(ugcn bic fdjwercn 3eücn beß (Dreißigjährigen Sfricgcß
über (Sroffen gufammen. Gß war wicbcr einmal bic alte ©tellung Groffenß alb
.Rnotcnpunft mehrerer ©fraßen, welche von allen ©eiten bie fämpfenben »Parteien
hcranlocftc. Gß blieb bann natürlich bei feiner einfachen ©efefcung, fonbern
Äontributioncn würben geforbert, ^lünbcrungcn unb Sßcrwüftungcn folgten gar
halb. Uic erften Jlnjctdjen beß großen jtriegeß waren für bie Stabt mehr
intcreffant alß furdjtbar: Uurdjfahrt unb 2lufeittl)alt ber Jamüic beß flüd)tigcn
»IPintcrfönigß unb beß SOTarfgrafen Svhann Georg von Sägcrnborf 11620/21).
Uann aber fant bic Aricgßgcißel: faifcrlichc Gruppen, ®raf Gruft von SWaußfclb
mit feinen Sölbncrn auf ihrem 3ugc nad) Ungarn, Söallcnfrcinfchc ©olbateßfa.
Darauf folgte im Ginvcrftänbniß mit bem .ffurfürften bie ©efchung burd) bie
©diweben, wcldjc am l. Tlugufl 1630 burd) Unvorftd)tigfcit einen gewaltigen
Stabtbranb erregten (vgl. ©. 19 ff.), ber bie SOtehr^abl ber Gebänbc, ja felbft bic
.Htrdtcn verniditctc.
XXXII
@efd)id)llid)e Einleitung.
dod) wir verfolgen l)icr nid)t ben ffficdjfcl ber ©cfcßungcn Großcnß burd) bie
feinblidicn Parteien. Stabt unb Vanb litten feßwer baruntcr. Mancherlei ©criditc
von ben bamaligcn Reiben ßnb unß erhalten. Gin tppifcßcß 3cirf)cu für bie 9iadp
wirfungen iß, baß halb nad) bem dreißigjährigen Kriege ber bobcnjtänbigc 2lbel
anfängt ju vcrfdjwinbcn. 92od) bei ber Jpulbigung von 1575 (eben wir, baß bie
v. Änohclßborf in ©erßborf, ©rcppcln, Sagar, Murßg, gritfdienborf, ©oberßberg,
bie v. Äalcfrcutl) in Sdjlegcln, ©lumbcrg unb ^ommersig, bie v. Soßen in Sl)icmen*
borf, ÄurtfdwW, ©rcbidwro, Mcrsborf, ©aubad), ©oßfar, bie v. Soge ju Vogau, bie
v. 9iottenburg jit 9)olnifdp92cttfow, Sippen, bie V. 9\ahcnau ju Goßar, 'Ißeißig unb
©riefenifc ßßen. Jlcincß biefer @efd)lcd)tcr l)at baß Gnbc beß 18. Sabri), auf ihren
Erbgütern erlebt, beim bamalß waren bie v. ’Jflvenelcbcn auf ©Öhren, bie Freiherren
V. Jlrnolb auf Sogau, bte V. ©ecrfclbc auf bem Sommcrfclbfdicn Majorat (©aubad),
(Mahlen^, ©rabfow, Sommerfelb, löcllmiß), bie V. ©erg auf ’Plau, bie v. ©lom«
berg auf Sicbthal, bie ©rafen $\incf »• F*ncfcnffc*n auf drcl)now, Jpcibenau, 9iabcnictc(,
Sfprcn unb ©rebidww, bte v. (Mahlens auf Jjjcrmßwalbc, bie v. b. ©rohen auf
©aubad), bie v. Jßagcn auf Äenigewillc, bie gürfren von J^ohcnsoUcrn auf ber 4?crr«
fdjaft ©cutniß (Äiincrßborf, dobcrfaul, Sciterßborf, 97cttfow, ‘plcißfc, Straube), bie
Freiherren v. Atottwiß auf Gojjar, Äucfäbcl unb 3cttiß, bie v. <S?ppcn auf Ftitfdicn»
borf, Siicfcniß, dciitfdjsSagar, Sdjmaditcnhagcn unb Sßicmcnborf, bie v. Pforten
auf ©riefcnilj unb ©riefel, bie ©rafen v. 9icid)cnbadi auf ’Prcidjow uub Sdilcgeln,
bie ©rafen V. Sdjmcttan auf ^onnnersig, bie Freiherren v. Sdjöuaid) auf ©erßborf
unb @iil)low, bie v. Sdiöncbccf auf dcutfd)«Sagar, ber greiljerr »- Selb auf See«
borf, bie ©rafen v. Saucnßicn auf ©lumhcrg, bie Freiherren v. 3rofd)fc auf Älcbow,
da 11 he, dammenborf, Soruow unb SQcißig, bie v. ülogcl auf jläßincn unb Miirjig, bie
v. SBulffen auf Sippen, bie v. 3obcltiß auf Soppcr unb bie v. 3»djlinßfi auf drcppcln.
der 'löiebcraufbait bat ßd) langfam VoKsogcn, trotjbcm ber ©roße Äurfiirjl jtdi
perfönlid) für baß Sänbdjcii intcref|Tcrtc, in bem er wiebcrholt namentlid) jum ©cfitdic
feiner butter weilte, ©lüeflidjerweife würbe bie auffteigenbe (intwicflung burd)
bie weiteren Äricgc beß 17. Snhrh- wenig gcjlört; bod) blich baß Sanb Von ben
iiblidjcn plagen ber Seit, üißhefonbcrc aud) von Sbcrühcrfdjwcinmungcii nid;t ver*
fdjont. 2lbcr ein wirflid) großcß llnglürf ereignete fidi erft, alß bie Stabt Großen
am 25. 2lpril 1708 von einer fürd)tcrlid)cn ©ranbfatafirophe heimgefudit wurbe
(vgl. S. 36).
die ?lufwärtßbcwcgung würbe burd; biefc ©efdjicfc inbeo mir wenig aufgc«
halten, sumal Jtönig Frißbridj 1. in großartiger 'Ißcifc in ber 9?ot eingegriffen h^ttc-
der dbcrhanbcl, bem bie Einlage beß Fricbrid’ 2öilhclm»5?analß (1668) swifdicn
Spree unb S?bcr jugutc Farn, brad)tc größere Einnahmen, der 2'crFchr vermehrte
fid), alß bie großen Dlouten s«r Ginridjtnng jränbiger 'Poften bemißt würben. Sud>-'
unb Veinwanbiuanufaftur erfreuten ßd) außgcfprodjcncrmaßcn beß lanbcßherrlidjcn
Sd)Ußcß unb hoben ßd) feßr.
Sn Stabt uub Sanb mehrte ßd) ber Ußohlftanb. Ginc 2ln$ahl fapitalfräftigcr
©utßbcßßcr hatte fidi angcßebelt ober tat eß; eß waren weiß märfifdic ‘Jlbcligc,
®ejd)id)tlid)e Einleitung.
xxxni
wcldic von ^ranffurt a. S?. ber ber gropcn 'Poitftrapc gefolgt waren unb firti angc«
tauft hatten, Sic brachten einen feinen (Scfdimacf, ber bamalß in ben harten unter
ßinflup von .ßollänbcrn unb fraiqö|ifcbcn 9icfugicß ftcß cntwicfclt batte, mit |Icfi. Ser
(Scneral @corg ‘Jlbolph v. 2)?ifranber auf Sammcnborf, ßleorg Sicgmunb v. Snobclß«
borf auf ßoffar, bic 3ptbli»^f» J« ßrämcrßborn nnb fpäter @raf ftricbrid) Stto
Jytncf v. ^intfcnftcin unb feine FunfUicbcnbc @emal)lin 'Ißilhclminc Sorothca ßlifa»
bctb geb. v. Bicrccf auf Srcbidiow finb bafür bcrvorragcnbc 93cifpiclc.
SDIan jablt bicfe 3cit Jit ber glücflidiftcn beß Sanbcß. Sa bradjtc ber Sieben«
jährige .Krieg and) hierher mandicrlci 9?ot nnb Scib. ßß waren bic 9inffcn unter
bem ©citcral Soltifow, wcldic am 23. 3uli 1759 ben prcupifdicn (General V. ÜBcbcll
bei .Stan unweit 3üKidian beftegt hatten unb @c(b unb Scbcnßmittcl erpreßten. 53alb
Famen baju nod) Cftcrrcidicr. 92 a di ihrer Bereinigung jogen fte gegen Jfranffurt
a. C. unb febrteu von bort, nadibcm ffc bem .König jyricbridi II. bei .ftuncrßborf
eine 9iicbcrlagc beigebradit hatten, jurücf. (Kefdiiefte Slianövcr jyriebridw jwangen
fic inbeß 511m ?I6jug.
Saß folgenbc 3abr erneuerte bic Siujfcnplagc. Sic t)?ot vermehrte (idi [ehr,
ba eine ungeheuerliche ifontribution cingctricbcn wurbc. 3brc ©cjaljliing foniitc
nid)t gclcutct werben, fo bap man mit ffliübc eine jyriftvcrlangcrung biß pim nädiften
Sabre erlangte, ßrft bic glücflid'c Sßcnbung beß Äriegcß burd) ben 5ob ber .flatfcrin
von Shiplanb braditc bem Sanbc wicbcr Sidicrbcit.
92odi einmal bat ßroffen bann -Kriegßlcibcn burd)inad)cii muffen nad) ben
Siicbcrlagcn von Sona unb Qlucrjtäbt am II. Sft. 1806, wo franjöfTfcfrc unb
baverifdic Sruppcn unter ©efebl bev ^.'rinjen Seromc 9iapolcon hier häuften. ßß
folgte eine böfc 3cit mit Saiten aller 2lrt, bic erft mit bem ©cfrcinngßfricgc ihr
ßnbe fanben.
2t{cnn bicfe Aricgßuiirubcn aud) mancherlei Sd)äbcn qcbradjt haben, fo bat
bod, bic iyürforgc ber .iiönige |Ic halb ;u heben vermod't. j)?ad) bem 'Siebenjährigen
.Kriege bat iiamcntlid; ftrtcbrid) II. burd» iOielioratioußgelbcr unb ^crbcijicbung von
ftoloniften in ber glütf(idjfteii SScifc jur 'IBicbcrhcrftcllung, dvctabliffemcnt, wie man
bamalß fagte, ciugcwirft. (Sroffcn nahm baber an bem gropcu 'Jüiffdnvung 'Prcnßcnß
unb fpäter beß Scutfd)cit fÄcidicß teil: allcrbingß bic alte Ärcißftabt fclbft nidit in
bem 9?<apc, alß eß wohl hätte ber fiall fein fönnen. Jpicrju bat uid)t wenig ber Um-
Üanb beigetragen, bap fic ihre alte gcographifchc Sage alß Änotcnpunft verlor. Sic
bauptfad)(id)ftc ßifcnbabnftrcifc folgte nid)t mehr bem alten 'liicgc, fonbern ihre
9loutc verläuft von Jyranffurt über ®ubcn, 'Sommcrfelb, Sagan, Q5rcßlau. Sic bc«
rührt beit .Strciß ßroffcit alfo nur in Sommcrfelb, baß eine bcmcrfcnßwcrtc, Stabt
ßroffen übcrtrcffcnbc SBlütc erlebt bar. Unb fclbft, bap eine Stcbenbabn bic alte
Strape von üften nad) SÖcften: ©ubcit, ßroffen, 95cntfd)cn, ’l'ofcn verlief, tonnte
bic frühere 25cbcutung ßropcnß nidjt wicbcrberftcllcn.
Ser Ärcie batte währenb biefer letten ’J-'criobc an feinem alten Umfange burdi
($rcn;6crid)tigungcn bei ber dtcuorbnung beß prciipii'dien Staatcß nadi ben S3c*
freiungßfriegen einige flcincrc Bcrluftc. Sic im Soraucr .Krcifc gelegenen ßnflavcn
Hunfttrnfni. b. Wow. SBrbbß. VI. ß. fronen
HI
XXXIV
@efd)id)tlid)c Ginlcihing.
©aubad) unb ©ablcnj würben bortfyin überwiefeu unb bic Stabt Siethenburg itcbft
'))olnifdp9tcttfew unb Sddcfifd)*lDrci>now bem jfrctfc ©rimbcrg unb bamit ber
^'revitij Sdtfeften cuwcrlcibt. gllcidjjcitig würbe bic alte Serhinbung mit bem
Jlreifc BiiKidjau geleit, tnbem letzterer mit bem Vänbdicn SdniHcbuö jufamincn«
gefaßt würbe.
Die @röpc beb .ftreiiee {treffen wirb bei ©ratring in feiner ©cfdircibung
bei Start ©ranbenburg (_1809j mit 223/« ©.ugbratmcilcn, in ber nein Vanbrateamtc
1863 vcreffentlidjtcn Stati|tifd)cn Überftdjt mit 23,1b Ouabratmcilcii, beute mit
1307 C-iiabratfilomctcr angegeben. AÜc (5inwel)iicrjal)l betrug i. 1750=21161
(Vanb 15720 unb (Stabte 5 111), i. 3r. 1809 = 32807 (£anb 26211 unb Stabte 6596),
t.3. 1861=56 785 (?anb^lO65 unb Stäbte 15720) unb cnblid, i.3- 1910 = 59668
(Vanb 39025 unb Stabte 20613).
XXXV
^unftgefcbichtlicßf Überfiel)t.
$)Jad) Vage mit Umfang entfpridu ber heutige .ftreiß Großen, von bem jeßt
jum .ftreifc 3üllid)an»(£d)wicbuß gehörigen ©cbictßtcil abgcfeljcn, bem ehemaligen
glcidjnamigen fd»lcßfd)cn Jpcnbgtum. 'ißenn and) banf einer jiclbewußt cinfctcnbcn
unb tatfräftig fortaefuhrten .ftolonifationßpolitif ber fdflcßfdwn Jpcrjögc auß bem
©efdiledjte ber *Pia|ten bcutfdjc SBurgmanncn früh fd)on uiit ftratcgifdjcn ©tüfcpunftcn
belehnt unb voruehmlid) bie von bcrl'cigcrufcncn Äoloniflen planmämg außgebauten
siebclungcn mit ftäbtifdwm Gbaraftcr im 13. \ahrl)- bereitß bcutfdjcr Äultur er»
Icßloßcn mürben, fo blieb bod) wäbrcnb beß ganjen SDiittclaltcre hinburd) ber flawifd)c
(Einfluß auf bem platten Vanbe vorhcrrfdjcnb, bie enbficfr gegen Gnbc beß 15 johrl)-
baß (triftige (Grbc in ben $Bcߣ beß jturfürften von (Branbcnburg übergegangen
war. ?(lß (Grenzgebiet jebod* fpielte eß and, weiterhin ben Vermittler von jt'unft
uub .ftultur ber beiben 9tad)barlänbcr, fo baß manche eigenartige Grfdicinung bei ber
(frforfdtuitg feiner xknfmälcr auß biefen uralten engen Sßcdifclbcjichtingcn unb ber
(Gcincinfamfcit ber politifdien sdjicffalc erflärt werben muß.
Tine bem ®?ittclaltcr bar ßd) von gcfd)id)tlidicn Dcnfmälern auf bem Vanbc
äljnlid) wie in bem benadibarten engverwanbten .ftreifc 3üllid)aii»sd)wicbuo ver»
fdjwinbcnb wenig in iinfcrc Sage l)frübcrgcrcttct, weil baß flawifdic (Element mit
Vorliebe (Bauftoßc von jcitlid) vcrljältnißmäßig furj bemeßener Tancrhaftigfcit
verwanbte. ‘Aber auch nicht einmal Urlauben ober ältere 2lbbilbuitgcn, wie ßc bei
ben stäbten mit Grfolg Ijcrangcjogcn werben fönnen, freben jur Verfügung. Grit
vom 16. Siihrb. an, alfo unter branbenburgifdjer Jpcrrfdtaft, fließen bie C.uellcn
ergiebiger, unb eß ift voruehmlid) ber (Baufrciibigfcit im 17. unb IS. Saßrl). jn
banfen, baß and) baß flache Vanb im Großcner .ftreiß mandieß Tcnfmal von fünft»
unb fulturgcfd)id)tlid)cr SBcbeutung aufjuweifen h^t- J&inßd)tlid) ihrer baulidjen
(Gcfd)loßcnbcit unb guten (*rl)alrung aber übertreffen viele biefer (Schöpfungen
mand)e gleidjartigcn unb glcidjjeitigen (Bauten in anberen Greifen ber ‘Provinj, fo
baß baß Vanb Großen unter biefem @eßd)tßpunft bctraditet feinerlci Vergleid) ju
fd)cuen iyat.
3?ie beiben Otäbte sommerfelb unb Großen ßnb fd)on in ber ^rühjeit ber
äiolonifation äljnlid, wie Vucfau alß Givitatcß anzufprcd’cn, b. h- ßc waren alß plan»
mäßig angelegte, mit Wiaucrn, ftöall unb (Graben umwehrte ©rünbungen (Gemein»
wefen mit wcitgchcnbcr fläbtifd)cr sclbflvcrwaltung, wenn and, ihre Urßebclung im
Sdmßbercid) cincß Gaftrumß gelegen batte. 53obcrßbcrg bagegen, beflen beutfdic
Äolonic ßd) ’an bie beute nod) crfcnnbarc flawtfdw Siicbcrlaßung anlcljnte, hat ßd'
erft in fpätercr 3cit fuß einem SBurgflccfcn hcrauß jur stabt cntwicfelt. seinen schul?
bilbctc ein beute voHflänbig vcrfdjwunbcneß sdfloß, von beßen SBcbcutiing and) für
bie weitere Umgebung viele mittclalterlidw Urfunbcn 3<*ugniß ablcgcn.
nr
©iiileitenber
Überblicf.
®ie Holoni»
fotionßjfit.
I
XXXVI
£unftgefd)id)t(id)e Uberfidjt.
2lucb bic im 14. 3af)rl). anftcllc alter Grbvcrfd;an;uiigcn auß Jfclb* unb SDacf*
fteinen errichteten Siingmaitcrn mit iljrcn ftarf außgebauten Soren unb Vcrtcibigungß*
türmen, auf bic ftd) bie 2ßcbrf)aftigfeit ber beiben erftgenannten Stäbtc ftütjtc,
würben biß auf vcrfdnvinbcnb geringe Siefte nicbcrgclegt. Von ihnen bat fid) bei
(Sominerfclb nur nodi ein ftarf verbauter, runber Vcrtcibigungßtiirm auß ©aefftein,
jebod) oljuc jcglicnc rcid)crc ©licbcrung, hcrübcrgercttcr.
(5ß mag bahingeftcllt bleiben, ob
Schl.
100 100 200 m
Abb. VI. «iebtbol. Tcrfplan.
baß 3nrüchvcid)cn bee flawifdjcn Slemcntß vor
bem fertigen Vorbringen gcrina*
nifd)cr Äoloniften auch eine all*
mähliche, babei aber burcbgrcifcnbc
llmgcftaltung ber mciften Torf*
plane im (befolge hatte; foviel je*
bod, ftcht feftz bag abgcfchcn von
einigen SJiifditppcn, wie Söhren unb
Sähnßborf, nur ber Torfplan von
Vicbtbal, wie eine alte Vermeffung
(Abb. VI) heute nod) erfennen lägt,
alß faft nnvcrfälfdjt erhaltener
iXunbling angcfprod)cn werben
barf. Svpcn reiner Otragenbörfer
bagegen ftcllcn .öcrmßwalbc, Sei*
terßborf unb SRäbnti? bar, währenb
baß biefem Sruppcntpp engver*
wanbte Angerborf in Anlagen wie
®?crjWicfc unb Tornow ju er*
fennen ift.
Tic erfte Stadjridit von einer
gcfdjiditiid) bcmcrfcnßwcrtcn Q5au*
tätigfeit in bem im 12. unb 13.
3ahrbunbcrt nur fdjwad) bcfic*
beiten, and, heute nod) walbrcidjcn
Vanbe ftnbct ftdi anläglid) ber
beß (jroficncr 2lufcntl)altß ber ()l- Jpebwig, ber Semahlin beß Jjpcrjogß
bic abgefeben von ber Stiftung beß bcrcitß im 17. 3al)rh- unter*
granjißfancrfloftcrß and) bic anfdjcincnb fdwn vorbanbcnc Anbrcaß*
(Erwähnung
.pcmrid) I.,
gegangenen
firdic auf ber ?(nl)öf)c rechte bei- £>bcr im ftahrc 1232 neu erbauen lief;. ®ä(,renb
aber and’ biefe ©d)öpfung infolge fpätcrcr Um« unb Srncucrungßbautcn ebenfo
rcftloß vcrfdiwunbcn ift, wie em von Tominifancrmöndjcn um bic SJiittc beo
13. Satyrl). in (Sroffen erbauteß Äloftcr, haben ftd) in bem grögten Seile ber Um*
faffungßmaucrn ber ’Pfarrfirdjc ber Sdjwcftcrftabt im Süben beß Slrcifeß SBeftanbtcilc
erhalten, bic alle SDicrfmalc cincß SDaucß beß 13. 3al)rl). tragen Atoloniftcn, bic von
®cflcn über .ftottbuß gegen jDitcn jogen, verwerteten nidit nur, fonbern übertrugen
ÄiunffgefdjtcfjHidje Uberßdjt.
XXXVII
anfdietncnb bte in alle Qinjelhciten ben 'Plan ber Äirdjc von 50?aßen unweit Jinftcr*
watbe bei bem JluSbau ber alS bcittfdicS ©emeinwefen in ber crßen Jpälfte beß Äoloni*
fationSjahrhunbcrtSaufblüf)enbcnStabt Sommcrfelb. 2lußcr einem 'Ißcgcfrcuj in Dcutfd)*
Sagar bürftc nod) mit großer 2ßabrfd)cinlid)fcit je eine verhältnismäßig fcßlanfc,
infcßriftlofc ©locfc im Dßgicbcl ber Stabtpfarrfirchc unb im Dadibobcn ber Slifolai*
firdjc ju Sommcrfelb biefer ßcit angeljörcn, ju benen nod) je ein glcidjartigcS 2fite=
ßattungSftücf in bem Surm ber ätirdic ju ©aubad) unb ju 3cttiß 51t jäljlen fein wirb.
2(iid) aite bem 11. unb bem 'Anfang bcS 15. 3aßrl). hat ßcb in unferem
Ärete nidjt viel in bie 3c(?tjcit hcrubcrgcrcttct. hierher gehören bic wenigen bereits
.erwähnten 9icßc ber ©cfeßigung unfercr bcibcit Stäbte. Die nad) bem Sobc bcS
©roßen SBalbcmar cinfcfecnbc wirrenreieße ßcit verlangte gebicterifd) einen Vcrftärftcn
Sd)Ufc. ©ei Großen barf vielleicht bic jum 3wcrfe ber Stärfung ber 'Ißcbrhaftigfcit
ber Stabt bejeugte ‘Anwcfcnhcit bcS ©rafen ©üntßcr von Äcfernbcrg im Auguft 1319
mit ber Vorbereitung 51t biefen SRaßnahmcn in engen 3nfammcnhang gebradjt werben.
9tid)t viel fpäter begann Sommcrfelb feinen erften größeren, burchgrcifcnbcn Umbau
ber J&auptfird)C, ein 3cid;cn anbcrerfcitS für baS Aufblühen biefer Stabt, bereit
©ürger bic Dtot ber VanbcShcrren gcfdjitft auSnußtcn, um viclfadic Vorrcditc, wie
3ollabgaben, eigenes SWünjrcdit u. a. m. ju erlangen. 25ic bei Großen bic ehemaligen
Äaßcllanc vcrfdpvanbcn unb baS Schloß in ben ©crcid) ber ©iirgcrfdjaft überging,
fo erweiterte ber 9iat von Sommcrfelb feinen ©cßß burd) ben ©rwerb ber beiben
Dörfer Jpinfau unb Sdjönfclb. Von fird)lidjcn Stiftungen, bic ju umfangreicher ©au*
tätigfeit anregen mußten, beriditen viele Sommcrfclbcr unb Großcncr Urfunbcn. Von
AiteßattungSßücfen aite biefer 3«it ift unS bie 1107 batiertc ©locfc in ber bereits
erwähnten 2lnbrcaSfird)C auf bem ©erge vor ßroffen überfommen, eines jener
trefflid) gelungenen ©cifpiclc allcrbingS, bic 3'ugniS ablcgcn von bem 2luffchwung,
ben bic ©locfcngußtcchnif im SRittclaltcr genommen.
2tuf bem fladjen Vanbe befunbet ßd) crß nadi ber Plot, bic burd) ben Ginfall
ber J&ufßtcn heraufbefdiworcn worben war, eine regere ©autätigfeit. Die wenigen
älteren ©aurefte ber Dorffirchcn in unferem ©cbict gehen frül)cßcite biS in baS ßnbe
bcS 15. 3ahrf). jurücf. 3n ihrer 2lnfprud)Sloßgfcit ßnb bicfe ©auten, bereu UmfaßungS*
mauern aite ©aefftein ober aite unregelmäßig aufgcfdßdjectem ^clbßeinmaucrwcrf be*
fteben, heute nodi Beugen ber fdjwcrcn 3cit, in ber ßc cntßanbcn. ‘Auch ber ©rnnbriß
ift auf baS Allernotwcnbigitc jufammengebrangt. Gr beftcht auS einem einfadi recht*
ccfigen VanghauS mit cingejogcncm Tlltarrautn wie bei ßoßar ober mit einem in ber
OTittc ber Söcßfront ßtjenben, im ©runbriß quabratifd)cn Sßcßturm wie in ©crSborf,
©Öhren, SähnSborf ober Äurtfdjow. 3JaS alte, jefet verfd)wunbenc ©obcrSbcrgcr
©ottcShaite gehörte ebenfalls biefer ©autengruppe an. Sine TfuSnahmc bilbet bic
ätirche in Drehnow nut il)rcm breifeitigen ©ftfdiluß.
Die wenigen Übcrrcßc mittelalterlicher Sd)nil5creicn, wie ßc ßd) in ©cßalt
einer fpätgotifeßen ^'icta auf bem äiird)cnbobcn ju Somow ober einer allcrbingS
vortrefflichen ©eweinung in ber Kirche ju Sainmcnborf fowte einer 2lnjahl J- 2. feßr
vcrnad)läfßgtcr Figuren ju ßrämcrSborn, Vicbtbal, fRicSnig unb in ber Stabtpfarr*
®aS fpäteve
SRittelaltrr unb
ter Qliifaug ber
l'wntcn»
burqifd)en
Äetrfd)aft.
Slefonmitioit^
hifji'fcitubert.
XXXVIII fiunftgeid)id)llid)c Uberjidjl.
firdje ju Sommerfelb erhalten haben, laßen feinen aunätjeriib jutreffenben 9iüdfd)lup
ju auf bie cinftige 9tcid)l)altigfcit ber inneren 'Anßftattung. Allenfalls ermöglicht ber
in unferer Seit ivicbcr aufgebeefte ©ilbcrjvfluß in ber jufaßt genannten Äirdie eine
SSorftcllung von ber garbenfreubigfeit ber üßanbhcmalitng. 9?odi gauj im mittel»
alterlichcn Sinne ift ber ebenfalls in ber Sommcrfclbcr Stabtfirdyc aufgcftcllte Srab»
ftciit beß 1516 »erftorbenen Jf>cinj v. Stöber gehalten.
Üßcfcnth'd) befferc Außbcutc ergibt ber SDcftanb an fpätmittclaltcrlidjcn Slotfcn
im -Streife. Sm Segenfaß ju ben cntfprcd)cnbcn Außftattungßftücfcn ju (Jrämcrßborn,
Sidjbcrg, SJicffoiv ober Sftündißborf, bie nur auß ber 2>crwcnbung ber SWinußfcl
ober auß ben £>arftcllungcn ber am 4?alß aufgegoftenen 9J?cbailleit 9iücffd’lüft'c auf.
iljre Sntftchungßjeit gcftattcn, nennen bie Slocfcn ju 3>cutfd)»Sagar unb Trchnoro
bie Sabre ihrer Anfertigung 1191 bejiv. 1503. Aupcrbcm läßt biefc nod) ben 9?amcn
bce bereits in ^Bilbenljagcn (-ftreiß iffieftfternberg) nadygcivicfcncn 9??ciftcrß granj
J&ufcfar erfennen.
Sn bie Ißcnbc beß 15. Saßrl). fällt ber beginn beß faßten unb größten Umbaues
ber ©omincrfelbcr Stabtpfarrfirdyc, ein bcutlidicß Spicgclbilb ber unter bem Sinflup
ber Deformation ßd) volljichcnbcn Änbcrung in ber rcligiöfcn ‘Anfdiauung. Sic
nimmt äljnlid) wie bie 3?rcifaltigfaitßfird)c in ginftcrroalbc eine Sonberftellung unter
ben ®ottcßl)äufcru iljrcß -ftrcifcß ein. Vcbt, abgefeßen vom 'Äußeren in ber Tccfcn»
bilbung, ben reidjen 9?cß» unb Sterngewölben, nod) ber Seift ber Sotif in ungc»
bunbener §orm nad), mag aud) felbft in Vcrciujcltcn Außftattungßftücfcn, wie in bem
1522 batierten SWaricnfaiidftcr mand) älterer SJiciftcr mit feiner in mittclalterlid)cm
Sinne gehaltenen gormenfprachc ju ®crtc fommen, ein neuer Daumgcift burdjwclft
bie Sdjöpfung, ber Seift ber proteftantifdjen s]Jrcbigtfirchc. Gincn fverberer hat wohl
biefer innere Ausbau im Stnnc ber in ben Storbcrgrunb getretenen ’]3rcbigt in bem
auß fd)lc|tfd)cm llrabcl ftammenben bamaligcn Sdiloßbcrrn J^cinrid) v. ^.'acf gehabt,
wie überhaupt aud) bie engen verwanbtfdjaftlichcn 95cjichungcn beß Vanbabclß ju
ben ber Deformation frühjeitig jugcwaiibtcn fdjlcftfdicit ?lbclßgcfd)fad)tcrn bie Sin»
führung bet neuen Veßrc begünftigte.; unb eß ift fein Small, baß bie Sdtißer T>orf»
fird)c cuifd)licßlid) ber T'cdcnwölbung baß erfte vollftänbig in bem bamaligcn neuen
Scitgcfdunacf crridjtctc Sotteßhauß ift. Staub bodt 'Abraham v. Srünbcrg, ber ‘patron
unb Srbaucr, im engften Scnvanbtfdjaftßvcrhältniß ju bem mit 9??cland)tbon innig
bcfrcunbctcn J^crrn v. 33ergc in £?bcr»J?crrnborf, auf beften 'Anregung troß beß
Sßtbcrftanbcß beß höheren Älcruß Vittljcrß ®crf vorher fdwn in 9?icbcrfdifaftcn Sin»
gang gcfitnbcn hatte.
Sin fetteneß Ißerf beftßt bie Scttipcr Jtirdic in ber 9iücfivanb bco Altäre.
Sßährcnb nämlid) alle nod) erhaltenen glcid)jettigen inneren 'Außftattungßftücfc im
Atrcifc wie bie cntfprcd)cnbcn Scgcnftänbc in ber ©ominerfelbcr .Slirdic cinfdilicplid)
ber Spitaplyicn, ferner bie 9tcfte beß ’Altarß in Tobcrfaul unb bie 1.582 batierte
5aufc ju $hifmcn^t'rf ehcr ihre etwaß jüngere Sdjivcfter ju Vicbthal auß J?olj gc»
fertigt ßnb unb fdjon vollftänbig außgcrciftc 9fanaifianceformcn jeigen, flingcn vor»
nehmlid) in ber ornamentalen Umrahmung beß >C»auptbilbce ber auß Stein gefertigten
.finnjlgeidjicfjllidje llberjicf)!.
XXXIX
9lücfivanb gönnen ber fonft vcllftänbig verladenen Stilridjtuug bcutlidi nad). £aS
Ißcrf ift woljl fdwn im 4pinblicf auf bau jur Serwenbung gcfommcnc Sanbflein*
material fdjlcftfdicn llrfpruugS unb weift bamit ebenfalls auf bie bereits mcl)rfadj
betonten nabclicgcnben SBcjictjuiigen jwifdicn ben beiben benadjbarten ©ebictcn l)in.
®ol)l glcidicr Jperfunft finb audi bie ©rünbergfdien ©rabfteine in ber Bcttilscr
Atirdic, bic .ftnobclSborffdicn ©rabplattcu ju 3}cittfdi*Sagar, bic glcicbjcitigcn Tenfmäler
?lbb. vn. '£r1ptpd)oii in ber tiufjolifdicn Üirdie jn 6roiTcn.
ju (Sroffen, Sominerfclb unb Sopper, fowic bic 1611 batierte Sanbftcintaufe jtt Sßeißig.
9Jcftc von ©laSmalcrcicn, bic bureb bic SaljrcSjahlcn 1581 unb 1596 jcitlicb
fcftgclcgt |nib, bcjtljt bic Äirdjc in Sopper. (StwaS älter ift ein Sriptndwn in ber
fatl)clifd)cn Äirdjc ju ßroficn (216b. VII).
ißäbrciib bas fcltcnc Sorfemmen von heiligen (Geräten auS ©bclmctaU, von
benen n. a. je ein jlcld, in Vippen, Siäbniij, Jrebidioiv unb ein allcrbingS rcid)«
ornamentiertes Stücf in ber 2lnbrcaSfird;c ;u (Sroffen nadigcivicfcn werben fonnten,
bnrdi ben Jpinweio auf bic „'Vorliebe'', bic Jfpane von Äüftrin biefen ©egenftänben
ivibmctc, erflärt werben muß, ift baS vollftänbigc gehlen von ©lotfcn, bic auS bem
illcformatioitSjabrhiinbcrt jlaminctr, übcrrafchcnb.1)
’) Crinc t. 3. 1592 oon S-'fob SrcUnwdjtr in Sdnecbmi für Cie Croifener SRaricntirdie gegciTmr
Üilotfe ging fpäter infolge Per veridnetenen Stürme, eie Pa« WoitcSfjauS l;niniud)ten, jugrimbr.
XL
&unffgcid)ict)tlid)c Xlberficfjt-
(fine ©ilbcrbibcl auß bem Sciljrc 1584 bcfitt bie Aiird)c in (Jofiar.
SDiit ber 2ßal)f bcc (iroficncr Sd)loffcß jum SGitwcnfifc für .ftatharina, bte
(Scmafylin beß '9?<arfgrafctt J?anß, i. 3- 15öt begann an biefer weiträumigen "Jlnlagc
eine rege 5Bautätigfcit. Veiber bat bic fpätcrc 3cit biß auf geringe 'Spuren am
Süb« unb Dfiflügd beß Sdtloficß faft allcß vernichtet unb nur alte Inventare geben
ttnß ‘Xttffchlufi über bic cinftigc 'Pradjt. S>?it ber gürfiin wetteiferte bic (froficttcr
23ürgcrfd)aft. Saß 'Planbilb ber Stabt, befielt ^auptftraficn gröfiteutcilß im Vaufc
bed 5al)rfiunbcrtß crljöfjt unb gcpflaftert würben, vcränbcrtc man wefentlid) nadi ber
Sticbcrlcgung beß Sominifancrtlcjterß burd) ©dtaffung beß jc^igcn Stcumarftcß, brad)
©cbäubc, baruntcr baß alte Drbotianjfiaitß, ab, jum 3'vecfe beß Turdjbrttdjß neuer SBcr«
fctjrßwcge, wie ber Saljgafie, verlegte bic SPegräbnißplätcc unb fdjttf 2ßol)nuugcn für
SDiinbcrbcmittcltc. 9?<an bcnußtc ben SÖafierrcidjtum ber Stufiborfcr SBcrgc, um ber
Stabt gcfunbce Srinfwaficr ju liefern unb riditctc in bem neuerbauten ätauffianß
bic erfte Jlpotbcfc ein, ju ber wenige Saljrc fpäter auf ^cranlafiung ber SVarfgräftn«
Sßitwc eine jweite 'Jlpothcfe fam. (fine neue ätnabcnfcfiitlc trat i. 3. l-»83 anftclle
ber jcljn 3al)rc früher jum Oymnafium umgcwanbcltcn alten llntcrridUßanftalt unb
fünf Saljrc barauf folgte ber 23 au einer SJiäbdjciifdmle. (fnblid) fällt nod) bic Anlage
ber Strafe ,,<5id) bid) führ" vor ben Soren ber Stabt in baß Slcforiuationßjahr«
hunbert, baß wofil wie für troffen fo aud) für baß ganje t'anb bic 3«it ber hödjftcit
5231 ütc bcbcutct, bic eß weber auf gciftigcin nod) materiellem ©ebictc je juvor crrcidite.
Saß glcidic Sdjtcffal wie bte (Sroficitcr Einlage traf fpäter baß Sommcrfclbcr Sdjtof;.
?lud) hier lafiett nur nod) tvpifdjc ©ewölbeformen, Acnftcrcinfafituigcn, Voluten«
refie am (fingangßgicbcl tt. a. in. auf bte Sutftchungßjcit beß auß bem 16. 3al»rh.
ftammenben Scilcß fd)licpcn.
Weitere 3cHflcn für ben fertig wadjfcnbcn 22ol)l|tanb ber ©iirgcrfdjaft, bic
trog ber Iwljcn 23cgciftcrung, bic fic für bic nette Vchrc befreite unb vielfad) ju
ivcitgchcnbcr firdjlidjcr SBautätigfcit auregte, bod) and, nidjt ben ^rofanbatt in ben
.ßintcrgruiib treten liefi, finb bic faft glcidjjcitigcn 9iatbaußbautcn in (iroffen ttnb
Sommcrfelb. .ftatiit man fid) and, bei bem ürofietter 23au nur auß jcitgcnöffifdicu
Sditlbcruttgcit ein attnäbernb jutreffenbeß SBilb machen von feiner ©tattlidifcit unb
ber 93crücffid)tigung wcitgcljcnbftcr jcitgemäficr ‘Jlnforbcrungcn, fo jetgt fid, baß
Sotnmcrfclbcr 9iatl)auß, von bett nid)t allju wcitgcl)cnbcn 2lbänbcrungcn fpätcrcr 3citcn
abgcfcl)cn, l)cutc nod; in feiner urfprünglidjcn ®cftalt. Stidjt ber italietüfchc £D?ciftcr,
fonbern bic völlig veränberten 'Jlnfdjaitungcn unb ‘Jlnforberungen, bic an bic Stabb
Verwaltung im 16. Jjahrh- herantraten, haben hier einen eigenartigen, von bem mittel«
altcrlicficn Siatbaußtpp bttrdjwcg vcrfdficbcncn 93ati crftcl)cn lafiett. Sic an ifim ju«
tage tretenbeu fiilifiifdjcn Steuerungen aber mögen weitere 'Pflege am 23ürgcrl)attfe
gcfitnbcn haben, befien inaffivcr 2lußbatt burd) lanbeßl)crrlid)c 'Privilegien lebhaft
geförbert wurbc. Vcibcr fabelt fidi nur in Sicficn Spuren biefer Sbautätigfcit in
Sommcrfelb an ciujclncu Käufern l)crübcrgcrcttct, ba bet ber 30icl)rja()l ber bamaligcn
'IGohnhäufcr bie SHcrwcnbung beß Jjoljcß nod) überwog unb folchc 23autcn, befonberß
aud) wegen ihrer mit Stroh unb Sdnubcln gcbccftcn Sädtcr, nur allju leidjt ein
üun|fge?cf)icf)t(ict)e Uberficbt.
XL!
Staub ber flammen warben, jnmal im Dreißigjährigen Äricgc, ber ben ffioljlftanb
völlig vernichtete.
Urots ber großen geuerßgefabr griffen bic fanbbewobner, befonberß wo ®alb»
befianb unb (Sanbbobcn vorhcrrfdjtc, beim Ißicberaufbau jum gleichen ©auftoff. @in
tppifchcß Söeifpicl hierfür ift baß "Dorf Srebidjow mit feiner beute noch großen Jlnjffbl
von ®cl)öftcn, bereu bauten alß ’^locfhäufcr aufgefübrt ftnb (2(bb. VIII). Die weiften
Die SBaiitätig«
fett uiiei' bau
©men Äriege.
?lbb. VIII. iBii'rffiaite in Srebidjon’.
ftamnieit woljl nod, auß bem 17. unb Anfang beß 18. Bahri?, wie Vcrfd'icbcnc
burd) jnfdtriften jcittid) fcflgclcgte S&cifpielc fajlicßen taffen.
,\n anberen läiiblidjcn ©emeinwefen überwiegt ber ftadiw^rfbau, ber attd? bei
ben wicbcr aufgebauten öotteßbäufern wie in J^crmßwalbc unb ©dwnfclb föcrwcitbung
fanb. Anßnabmcn bilben in biefer Jf?in|Td)t btc 1670 vollcnbctc 33lodfird)c von
Ereppeln, baß einzige berartige Q5cifpicl im Ärcifc, fowic bic mafjtv außgebauten
Ewteßbänfer jit Vogau CHiDS cingcwciot) unb jn Eprnow (1712 vollcnbct». Tiefe
brei bauten |Inb aufterbem alß Bcntrafanlagcn aufgefübrt. -Sbglcidj biefe neu«
erbauten ®ottcßbäufcr wohl and) alß Büfludjtrtättcn für bic nad) oem 'Ißcftfälifdwn
^rieben ihrer .Hirdjcn beraubten evangelifdien Bewohner ber bcnadfbarteit fd)lc|tfd)cn
S?rtfdmftcn bienten, ift eß nidit angängig, in ihrer eigenartigen 'Anlage einen be«
fonberen Svpuß ber fogcnanittcn (Mrcnjtirdjcn crblidcn ;u wollen. Audi bcrcitß vor»
banbenc Atirdwn, wie bic jn Sbicmenborf, bienten wobl biefem 3wed, nad)bein bae
XLII
Äunngefcf)icf)tlicJ)e Uberfidjl.
Snncre burd) 23crmcl)rung ber ©mporcncinbauten entfprcdjenb umgeftaltet »erben
»ar. Um nod) mehr s])lafc 311 gewinnen, würben vietfad) aud; Äanjcl unb Vlltar
überetnanber angeorbnet, eine Neuerung, bie fid) biß »eit hinein inß 19. Saljrb.
erhielt. 3m ©egenfafe 311m ‘Äußeren war bte innere 2lußflattung mcift auf Äoftcn
beß ^atronß, rote in J^ermßwalbc, reid) gcfdjniljt ober rote eß bet ber Sdjönfclbcr
Äirdje ht’ßt, „mit £0<ahl' unb Sdjmttdroerf" verfcljcn. ®<it ben reid) gefdjnilitcn
2otcnfd)ilbern unb feibcncit ?ya!)tten beß Vanbabclß wetteiferten bte mannigfach auf-
gebauten unb bemalten Epitaphien ber bürgcrlidjcn ©efdilediter in ber Stabt, uub
aud) bie Snnuugcii fdjmüdtcn ihr ©otteßhauß wie ju Sommerfelb mit Snfchriften,
SOialereien, reid) aufgebauten, viclarmigen ®cfffngfroncn u. ä. m.
Sin fiditbareß 3eidien beß rafdi juncl)mcnben ®ol)l|lanbeß ift ber alßbalbige
Erfaß ber and) im Eroffener jfreiß junädjft allerortß befdjafften, 3. 3. lieute nodi
vorbanbencu Tfltargeräte ober Saufbecfcn auß 3imt, allenfatlß and) auß SJiefffng
burdi fold)e auß Ebetmetall. BSicle »en ihnen tragen infdiriftlicb bie Sahreßjaljt
ihrer Stiftung unb ftnb heute nod) im ©ebrattd); fo 3. 25. in ber 25crgfirdic 51t
Sroffen (1655), in ben ©otteßhäufern 511 9?euenborf unb Siäbniß (10591, ferner 31t
Sidjbcrg (16601, 31t ©erßborf unb in ber Sicforniicrtcii Äirdje 311 Sroffen (1677),
enblia) 31t ©obren (1678). Ein feltcncß Sßerf baroefer ©olbfdjmicbefitnff befrist bie
Äirdjc 31t Vogau in ©effalt eineß reid) ornamentierten, auß Silber getriebenen
2ntarfni3iffruß.
25cmerfenß»crt ftttb and) »egen ihrer 3. 5. trefflidjen ^olsfchnitte bie in
manchen Atirdjcn beß Äreifeß aufliegenbcn, auß bem 17. Sabri), ftammenben 25ilber?
bibeln. Xie älteflc im Sabre 1618 gebruefte ftiibet ftd) in Srebnow. lüent
3al)re 1672 gehört bie 25ibcl 311 Eoffar an; brei Sabre jünger enblid, ift baß laut
eigenl)änbigcr Eintragung am 21. November 1675 von J?anß Ehriftopb v. ©rünberg
ber .ftirdw in 3cttiß gefdjenfte 23ud).
2>on größter Einfadjbeit, aber ihrem 3»ecf entfprcdjenb voll auß einem emsigen
J?ols gesimmert, frctffebettb s»ar, — jebod) tief in bcu Äirdjcnfußbobett eingclaffcn,
Scigeit ffd) bte E'pfcrjtöcfc 31t Vogau unb Sreppeln.
2Säfrcnb bie mit bem befannten djarafteriftifdjen Stanfcmvcrf ber 25arocfjcit
gefd)mücften ©rabffeiitc 31t Sroffen, ©Öhren, Sommerfelb, 5opper ober 3ctti0 niditß
weiter 25cnicrfcnßroertcß bieten, mttf; baß Sortommcn einer großen ’Jlitjahl neubefdiaffter
©loden im greife mit bem J'Mnrociß auf bie verbccrenbcn ®irfungcn beß großen
ifriegeß erhärt »erben. 2lußer von einigen häufiger aud) in anberen Greifen vertre«
tonen SJiciffern, wie ben beiben granffurter ©ießern §rans unb Sebaftian SSoillarb, bie
©loden für 5turtfd)oro, Vciterßbotf, ?ogau, Sdibnfelb unb 3l)iemenborf fertigten, ober
ben Berlinern Neuwert nnb Sdntltj, auß bereu ©ußffätten fidi Jlrbeitcn auf ber Somänc
Sorge unb 51t ©erßborf bcs». 311 Sroffen vorftnben, hängen nod) ©loden von bem
Erfurter jtörucr 3U Sreppcln, von bem 25reßlaucr ©eorg Jodler tu Srämcrßbcrn, von
oem Stettiner Äöferib in ßidjbcrg, von bem ©örlißer 2lbral)am Sievert in Jjerinß*
»albe, bem granffurtcr SWartin ’preger in Viebtbal unb bem (Süflrtncr SOictftcr xMetrid)
Äeffler in EeutfdjsSagar.
5iunffgejd)id)tlid)c Uberjidjt.
XL1II
Sßic in ^Berlin unb bcifen nädiftcr Umgebung waren auch in vielen größeren
unb felt'iT Heineren Orten ber ^rovinj bie von bem ©roßen Qnrfürflcn auß bem
Vanbe feiner tjiigcnbjahrc unb ber Heimat feiner ©attin jum Sßieberaufbau herbei«
gerufenen J^ollänbcr alß Vebrmeifter unb güfyrcr eingejogen. Spuren ihrer viclfcitigcn
Xätigfcit pubct man Ijeute nod, allcrortß, fo ljaben |td, j. im ßroffener SDiufeum
Äunjt im
"citoitev tef'
SlbiolHtiemiii’
^Berliner
Ginflüfie
'J(nftd)tcn ber Stabt von ber d£anb cincß l)i'Uänbifd)en ©cnicofftjtcrß Soor van 6all
erhalten, bic für baß Stubium ber Topographie ber Stabt im 17 3al)rb. von map«
gebenber SBcbcutung ßnb. 2ludi fcranufdie Tlrbcitcn in bollänbifd)cm ®cfd)ntacf
fanben hier im äußerlten Offen ber jBrovinj Beifall, wie bic im ©ajHjnuß jur Sonne jit
(5 r offen in unferer Seit wicocr frcigclcgtcn üöanbflicfcn erfennen [affen, 'löcnn and)
nidit auß ^»ollanb, fo jlammcn bod) hödiftwahrfdicinlid) bicfe ©rjcugniffe auß ber unter
l)ollänbifdicr Oberleitung ftebenben i. 5. 1678 in ’])otßbam gegrünbeten, fpäter nad)
^Berlin verlegten §ancncc»§abrif für „Sclftcr" Ußarcn.
Ser 2lußbau ber .ßauptfirdjc in Großen, ber $\ricbridi 1. ben ßljrcnnamcn
-Patriarum Antiquitatum Restaurator“ einbradite, unb mcljr vicllcidjt nod) bic
burdjgrcifcnbc Stcgclung beß Sßicbcraufbaucß ber Stabt nad) bem großen SBranbe
vom 3<il)rc 1708 geben ein anfdiaulidjcß 53ilb Von ber cingcbcnbcn Sorgfalt, mit
ber |idi ebenfo wie fein großer Später ber Solin um beß Vanbeß ffiobl bcfümmcrtc.
iBei ber fübrenben Stellung, bic pcrlin feit bem Diegicrungßantritt beß ©roßen
äfurfürften übernommen hatte, ift eß vcrftänblidi, wenn von nun ab ber fdilcfifdic
Sinfluf; im Streife jurüeftritt unb bic ^rovinjftäbtc wie baß platte ?anb ihr 2lugcn«
merf nad) ber J&auptflabt unb bem bort rc|Tbicrcnbcn Jfpofe ridjtctcn. S^llcnbß war
bieß unter feinem prunflicbcnbcn Sohne ber Jfall. Ser Vanbabcl, ber biß in baß
17. Sal)rb. hinein gegenüber feinen fonft feineßwegß bcfdjcibcncn ?lnfprüdicn baß
Verlangen nad) einer bcbaglidjcn Sßobnung jurücfgeilcllt hnttc, ging 311 einer seit?
gemäßen llmgejlaltnng feiner Vanbftfcc über, gübrenb waren naturgemäß jene
^Bauherren, bic mit Slücfßdit auf ihren militärifdicn Slang ober ihre foußigc Stellung
in ftänbiger Fühlung mit bem J^ofe ftanben, wie ber ©cncral unb Stabtfommanbant
von granffurt a. O. ©corg Slbolpb greiberr von Sftifranber ober (öcorg Stegmunb
von Hnobelßborf, ber Slater beß nadjmaligcn ‘Jlrdiitcftcn fmcbridjß beß ©roßen.
2ßäl)rcnb unß wegen ber fparcrcn burdjgrcifcnbcii Umbauten nur wenige Steile biefer
SöaufdH'pfiingcn 31t ßo)Tar unb Tammenborf erhalten finb, bietet baß nidit viel
jüngere ©utßhauß ber 3vd)linßfn 511 Crämcrßborn ein nodi jicmlid) unveränbert
crlialtcncß Sj|ifpicl.
Wßeit über ben engen Slabmcn feiner nädiftcn Umgebung ragt ein anberer $Bau
Oiifranbcrß binauß, bic älirdic von Tammenborf. (5r gehört ju einer ©ruppc von
Sdiöpfungen, von ber wir im flrcifc fclbft fein anbereß glc.diartigce Sßeifpicl bc|tfccn,
bereu ißorbilbcr unter ben Sßerfen beß ö|lcrrcidiifd)cn foarocfß ju fiidicn jtnb. Sicfcß
abermalige Slorwicgcn öftlidjcr ßinflüffc auf branbcnburgifd)cm Q5obcn jumal bei
ber Sd)öpfung cincß protcftantifd)cn iBauherrn wirb vcrftänblidj im Jpinblicf auf
bcjfcu öjlcrreidiifdjc ‘Xbfunft. ‘jlhnlid) wie fein Vaubeßberr wollte aud> er an feinem
3?>au all jene Sinbrüefe wicbcr auflcbcn laßen, bic er in feiner Siigcnb in feiner
XLIV
üunftgefdjicbnicbe llberfidjf.
'dH1. IX. CMotcngcrafi auß ber Äirdjc tu
9taieuborf.
Heimat empfangen hatte. ©ß ift bieß bei einem SOtannc hoppelt verftänblid), ber
and, feine fonftige Sorgfalt biß iiiß einjdne feinem 33au angeboren ließ, nm ihm
eine pcrfönlicfje Stete ju geben.
llncrmüblid) förberten andi ,vriebrid) Sßilbclm I. unb griebrid) ber ©roße,
biefer felbft in ben fefnveren Jlnfangßjabrcn feiner ^Regierung, bie J^ebung ber ge=
famten Sanbcßfultur. Übcrrafdjcnb wud)ß bie ©in«
wohncrjabl unb weiteten fid) bic ©renjen vor«
ncljmfid) ber fläbtifdjen ©cntcinwcfcn im atreife
infolge ber 2(nficbe(ung gciverbctrcibenber 5tolo«
niften wie ber fädjfifdjcn Sud)ntad)cr; and) anbere
3nbii|tricjwcigc blübtcn, fo baß bereitß im 17.3at)rb.
fdjon in S&obcrßberg betriebene, burd, ben vornan«
benen fetten Ücbmbobcn bcgünßigtc Söpfergewerbe,
von beffen ©rjeugniffeu wir eine beute nodi im ®c«
brand) bcßnblidic, gut erhaltene, irbene Sauffdjüffcl
ju J&crmßwalbc bcftljcn. Sclbß wo größere 2luß«
flattungßßücfc für .Rtrdjcii neu befdiafft werben
mußten, ftanben fie, wie bic Tfltäre ju Xf)icmcn«
borf, Deuting ober Veiterßborf, ferner bie Crgcln
ju SReffow unb Sornow unb enblid) bic fdtlicßlid)
immer mcljr auftcllc ber Saufen auffemmenben
Saufciigcl ju ©offar, ©crßborf, 3äl)itßborf, Sdjöu«
fclb unb 3dti£ erfennen taffen, faum hinter ben
cntfprcd)cnbcn ©egenftänben beß 17. Safjrl). jurücf.
Enc ©olbfdpnicbc, 3imts, (Selb« unb SRotgießer
batten trog ber Sparfamfeit, bic bei J&ofc bcrrfdjtc,
rcidilid) ju tun, wobei auf bic filbernen Äclcbc
unb 'Patenen ju Söentnig, (Sroffen, Scitcrßborf uub
Sicbtbal, bic 3inngcrätc ju Sippen, Sogau unb
SRcrjwicfe unb enblid) auf bic mcfyrarmigcn Äronen
ju ©crßborf unb ©obren verwiefen werben barf.
©ine Leiber anfebeinenb ber SDtctallbefdjlagnabmc
jum Spfer gefallene, cbcmalß ber Äirdjc ju Steilen«
borf gehörige jinnerne £>b(atcnbüd)fc (2lbb. IX) jcid)iict fid) befonberß burd) eigenartige
Jyorm unb rcid)crc ©ravicrung auß.
Sür biefen .ftunilabfdjnitt cbaraftcrißifdjc @pitapl)icn unb ©rabßcinc abcltqcr
unb bürgcrlidjcr ©cfddcditcr ßnben ftdi in ben .ftird)cn ju (Sroffen, ©offar, Scitcrß«
borf, Sominerfclb unb Sopper, wäbrcnb in ben Sanbfirdjen ju ®aubad), ©obren
nnb vorncbmiidi ju ^lau bic Eenfßcinc von ’Paftoren überwiegen. Son SDteifter«
namen auß biefer 3cit feien neben ben bereitß in anberen Greifen mit 'Arbeiten ver«
tretenen ©lodcngicßcrn Johann 3afobi, griebrid) ©ottljolb Atörncr, Johann griebrid)
©diramm, Soljann 3afob Sdjulg unb <5t)riftian See nod) genannt ber SJtalcr 3-
Stunflgefrf)id)l(irf)c Uberfidjl.
XLV
’PcfcoIbt, ber ftd) auf bet iRüchvanb beß 2Utarß ,511 Vcitcrßborf anßbrücflidt alß auß
Scftlcftcn ftammcnb bcjcidinct, ferner ber ßlolbfdjmicb Kunibert unb ber 3inngicßcr
SJottiß dßenry T'avib, beren SRamen mit Sidjcrljcit auf ihre 3iigcl)örigfcit ju franjöftfdicn
Emigrantenfamilien hinweifen. Sbncit ift vicllcidit auch ber ©olbfdinücb tÄornan ju»
5ii$<U)Icn, ber einen Sfcld) für bie Eroftener ^Reformierte Ä'irdjc gearbeitet hat.
33ci biefer regen 33ctricbfamfcit in Sllcinfunft unb (bewerbe, bei ber i*icl»
feitigfeit ber fdiaffenbcn Strafte, bei ber SRannigfaltigfcit ber C.ucllen, auß benen bie
Stunft im Eroftener Streife fdwpftc unb auß benen ifyr immer wicbcr neueß Veben
jufloß, erfdieint eß befonberß befrembenb, baß bie 2frd)iteftur nad, bem Übcrfdnvang
ber Jyreube an Stuef» unb Sdmißvcrjicrungcn, wie fte, obwohl jurücfljaltenber alß
in vielen anberen ^roviiqftäbten, aud) bei bem äßieberaufbau ber Stabt Eroftcit an
ben im übrigen ruhigen, wenig geglichenen Jyafi’abcn mit ben tppifdicn SRanfarb»
bäcftcrn jutagc trat, ftd) plöfelicfa an fd)lid)teftc Formgebung hielt. TJic fo fd)cinbar
unvermittelte Tlbfehr von allem überflüfftgen ^runf nad) außen l)in, biefeß Staßhaltcn
in Sierformen bei ben gaftaben ber auß ben breißiger Fahren beß 18. Fahri),
ftammenben Raufer ju Sommerfelb, enblid) baß 2lufgcben jcglidjer Puftglicberung
bei bem ©au ber Äoloniftcnwoftnuugcit ju ©oberßberg ift nidit juleßt auf eine Über»
fättigung infolge beß Formcnrcichtumß ber vorhcrgchcnbcn ßeit, auf eine 2(bgctlärtl)cit
äurütfjufüljren, wie fte aud, im ^»inblicf auf bie fpartanifd; ftrenge Vebcnßführitng
am Jpofe nid)t außblcibcn fonnte. iBöllig anfprudjßloß jeigen ftd, bie in biefer Seit
entftanbenen £anbfirdien. Sffienit aber jubem nod) alle biefc (S5otteßl)äufcr mit ?luß»
nähme ber beiben mehr auf burdtgreifenbe Umbauten ober wcitcrgcl)cnbc Fnftaiib»
fcßungcii jurücfgcl)cnben Stireften ju SDcutnife ober Vicbtftal alß gadnverfbanten un»
verpaßt wie ju Erämerßborn ober vollftänbig vermißt wie ju Veiterßborf unb SRießniß
crrid)tet würben, fo barf bieß yumal bei bem Jjoljreichtinn ber ©cgcitb nidit be»
fremben ju einer 3fit, wo nod) nidjt lange vorher Fricbridi üBilbclm I. bei ber
Erweiterung von Berlin nnb vornehmlich ber .ßavclrcftbenj ganje Straßen burd)
feine bamit beauftragten Jlrdjiteftcn SBaumann unb SBerger in biefer 35auwcife
erftchen ließ. 3m (Megenfaß ju biefen mehr ober weniger langgcftrctftcn, mit einem
Surm, Saebaufbau ober ®adncitcr gefdjmücftcn Saaltirdjen ftnb bie beiben cbcnfallß
auß Fadjwcrf hcrgcftclltcn Foicbhoffapcllcn ju 55ciitniß unb (Möhren jcntral angelegt.
9?ur jwei Sßaiitcn ober befter eine fBautengruppe, nämlid) bie unter ein unb
bcmfelbcn ^Bauherrn m jufammenhängenber Folgt mit ber gefaulten lanbfdiaftlidien
Umgebung gcfdiaffciic Stird)c unb baß <£>crrcnh<iuß ju ^rebithow nehmen eine 2fuß»
nahmcftcllnng unter ihrcßglcidjcn im Streife ein. Sdwn bei einem SBIicf auf bie
2lußcnard)itcftur ber Sfirthc unterliegt eß feinem 3weifcl, baß biefer 3entralbau unter
unmittelbarem Einfluß glcidjartigcr ©aitteii in SScrlin unb beften nädifter Umgebung
entftanb. 3)ictrid)ß Sdjöpfung in 25ud) hattc offenftd)t(id) bei bem ?lußbau ber
3rebid)cwer .ftirdic Sdjulc gemadit, ohne jebod) Iftot über eine rein hanbwcrfßmäßigc
'Jciftung Iftiwuögobiftyon 1f>n- tiefer SOtangef an fünftlcrifd) glcidiwcrtiger 2)urd)»
bilbung ber Sinjcl()citcn aber tritt jurücf gegenüber ber (Mroßjügigfeit ber @cfamt»
anlagc ber ganjen 33a Uten gruppe einfcblicftlidi ber 'IBirtfdiaftßgcbäube beß .ßcrrenliaufeß.
9lüditmie
9liicf|'d)f«geuiib
feil’ ftciitbige
Sdjöpfmigeii
mi? tem
1H.
XLVI
Äunftgc[cf)irf)(Iid)c Xlbcrfirfjt.
3« ber ‘Art unb 'ÜBeife, wie Airdjc unb Jjicrrfdjaftßgcbäubc burd) ftreng gcomctrifdicß
2liiftcilcii beß jugehörigen ©cläitbcß burd) üXuimallccn unb SBaffcrfäiifc ju cinaitber
in 95cjicl)intg gcftcllt werben, wie fte anbererfeitß wicbcr ftd) in baß gefaulte ?anb«
fdjaftßbilb cinfügcn, ftnb wol)lburd)bad)tc füufttcrifdjc ©rnnbfäßc ju crblidcn. (iß ift
biefe 5rcbid)oivcr Anlage eiueß ber wenigen erhaltenen 93eifpiclc int SZftcn, baß troß
tcflwcifcr jüngerer Slbänbcrungcn f)cutc nod) jenen cinljcitlidwn fünftlcrifdicii 3ug er#
feniien lägt, ber allen äftnlidicn Schöpfungen ber friberijianifdjen Seit eigen ift unb
ber allein verftänblid) wirb im ßinblicf auf bie großjügigen unmittelbar vorher fertig«
geftcllten gleichartigen Einlagen in Berlin unb ’Potßbam. Jßier haben aufterbem nod) ver«
wanbtfdjaftlidjc Söejiehungcn jivifdjcn ber gräflid) ginrfcuftcinfdjcn gamilic i t 5rcbid)ow
unb bem Staatßntinifter von Sicrcrf in SAid, biefe SBccinfluffung beß Srebidwwer Unter«
neftmenß burd) bic bainalß Ijerrfdicnbc berliner Diidjtung wcfcntlid» begünftigt. ilUar
bod) jffiiUjelminc von ginefenfteiu eine Sodjtcr beß Staatßminiftcrß unb wie auß ihrer
Ueidjenprebigt l)crvorgcl)t, bie geiftige Urheberin beß ganjen baulidjen Untcrnchmcnß.
Aunftgcfd)id)tlidi nidjt aunähcriib glcidjbcbcntcnb ift bic etwa jwanjig '»aljrc
vor ber Srebidwwer ‘Anlage in Angriff genommene 3nftanbfciutng beß Sommcrfclber
Sddoffcß unb audi feine ber firdftidjen SBaufdwpfungcn auß ber 2. Jbälftc beß
IS. 3uf)rl). tritt, wie bie aufß befdwibenfte außgcftattctc, I7SJ erneuerte Jjcbwigß«
fapcllc ju Jjinfau ober bic 1781 fcrtiggcftclltc Airdic ju ©riefel unb enblid, baß
in ben fahren 1782 biß 178-5 erbaute ©otteßhauß ju Q3aubadi jeigen, fcüicowcgß
bcmcrfcnßwcrt hervor. Allenfallß verbietet nod, auf bic iiyicbcrhcrftcllung ber Airdjc
in @ö()rcu verwiefen ju werben wegen iljrcr 177(» von einem anfdjcincnb auß
Sdjlcftcn nad) Soinmcrfclb jugejogenen SDiciftcr SSictorinuß Sgnariuß Voob vollcnbctcn
Scrfenmalerci, ein tppifdjcß SAifpicl baroefer J^anbwcrfßfunft. ?ln bem etwa jur
fclbcit 3eit erbauten SJiarftbrunncii ju Greifen mifdicu ftd) jwar fdion jopftge gönnen
mit ftreng flafftfdjcn SDcotiven, bod) ift bic ruub jwanjig Saftre jüngere Crgcl ju
sSommcrfelb nodi nidjt frei von allerlei S5ciwcrf beß Siofofo. dagegen ift, wie
u. a. vcrfdftcbcnc ®?ol)nl)außfaffabcn ju Sominerfclb jeigen, ber Alafftjißmuß auf
bem ©cbicte ber 2lrd)itcftur bereitß um bic UBcttbc beß 18. 3al)rh. ftcgrcidi bnrdi«
gebrungcit mit feinen fonftruftiv folgcridjtigcn ©ebanfen unb hat baß bei bem Xobe
,yricbrid)ß beß ©roften bereitß abfterbenbe fpiclcrifdjc Slofofo völlig überwunbeu.
Sßäljrcnb im ©egenfaß jur ’Profanbaufunft ftd) im gaujen Arcifc fein cinjigcß
in biefer neuen ©tilrid,tung erbauteß ©ottcßljauß nadjwcifcn laßt, tjat bic gricbljof«
fuuft u. a. ju Greffen unb 3reppcln mehrere tppifdjc ÜSertreter hintcrlaffen. Sem
3ug ber cntfprcdtenb hat bei ihnen allen bie fdjwcrmütigc altere 2luffa)Tung von
ber 2lUgcroalt beß 3obcß einer jwar ernften, aber vcrl)cißungßvollcrcn 2hifd)auung
sPlaß gcmad)t. 2lnftcllc ber Aronoßgcftalt ober beß 5obeß mit Senfe unb Stunbeu«
glaß ftnb Säulen ober ^'oftamente fronenbe ©cnicn ober Urnen getreten. Gin
djarafteriftifdjer ©ruftbau ftcftt auf bem griebftof ju Srcppcln, wo and, jwei uodi
gut erhaltene höljcmc ©rabtafchi von einer gefunben Xcdinif ßcugniß abtegen.
9?cuartige, ihrer Gntftehungßjcit cntfprcdjcnbc gönnen, wie mir fte in anberen
©egenben ber'Provinj, fo u. a. bei einem Aeldi in Q5ottfdww ober ben 2lltarlcuditcrn
£unffgejd)id)Hid)e Übcrfid)i.
XLVII
ju ©runow im Stemberger Vanbe angetroffen haben, finben |idt bei feinem ber auf
miß übcrfoinmcncn 3imigerätc im CEroffcncr .Streife, dagegen beffeen mir in einem
prächtigen Silbcrfcldi ju ©cutnitj einen gcrabeju flaf|Tfchcn Vertreter ber bamalß
neuzeitlichen ©cfd)macfßrid)tung.
2luß fpätcrcr Seit ßnb Weber auf bem ©cbicte beß Jitrdjcn* nod) beß profan*
baueß irgcnbwcldjc bcmcrfcnßwcrtc Stiftungen in unferem Greife ju vcrjcidnicn.
Sclbft bic anberwärtß t)äuffg angetroffenen Suncnaußftattungen auß ber Sbicbcrmcicr«
jcit fehlen faft gänjlid). 9?ur ab unb ju trifft man im 'Privatbcßi; cinjcfne £D?öbe!=
fcücfc biefer Stilriditung, ohne mit Sidicrljcit bereit SPobcnßänbigfcit fcßftcllen
ju fönnen.
Enblid) fei nod) barauf hingewiefen, bap anläßlich ber auffallcnb vielen in ben
lebten Jahrzehnten gcmaditen 9?cuanfcbaffiingcn von ©toefen, ju benen and) bie
Erfaßftücfc anß ©ußftahl in ^Ponuncrjig unb Soppcr gehören, mandteß wertvolle ältere
Stücf cingcfdimoljcn wurbc. Übcrfd)äfcen beß 9lcuhcitßwcrtcß, gepaart mit rDlaitgcl
an ehrfürchtiger Sdjcu vor bem von unferen 2lltvorbcrn Übcrfoinmcncn ffnb aud»
hier mciff wohl bie gcfäl)rlid)ffcn ©egtter ber (jeimifdjen 'S'cnfmalpflcgc gewefen.
9?id)t nur chebem ober in ben fdnvcrcn Äricgßjahrcn, fonbern aud) heute ift Sd)lufnvcii.
ber ©ebanfe beß 3>cnfmalfd)iifccß nodi nidit Tlllgemeingut beß Volfcß geworben. 9?od)
immer fällt ber ^'ictätloßgfcit unb bem Mangel an Vcrßänbniß für bicfe große
ffttlidie Sat beß vergangenen Jahrhunbcrtß niandic altcl)rwürbige Sdwpfung ohne
ZWingcnbc 9?otwcnbigfeit jum Dpfcr. Sn ben Denfmälcrn cincß Vanbeß fpicgclt ffd),
worauf mchrfad) aud) in unferer furj gebrängten Übcrffdjt hingewiefen wurbc, fein
politifd)cr tfijerbegang; in ihnen beruht heute mehr benn je ein wcfcntlidicr Seil
unfereß 9?ationalrcid)tumß. SJiögcn baher alle, bic berufen ßnb, in ben Denfniälern
ber Vergangenheit ju fefen, mit ihnen ftillc Swicfpradie ju heilten, ihre Erfahrungen,
bic ffc gewonnen, ;um Segen beß EBolfcß in '11'ort unb Sat nußbar madjen, bann
werben wir halb hvffnimgßvollcr auß bem Tunfcl ber ftürmtfd)cn ©egenwart einer
liditvollercn 3ufiinft cntgcgcnfchcn bürfen.
Äunittitnfmäfcr ter 'Drcvity iBrantenburg. Vl. 6. erogen.
Über[id)töfarte ber im Serjeidmiß ermähnten Orte.
5Bmibdc().
Baxtbadj, 11,5 km nörblicf» von Greifen. @cm. 493 Ginw., 935 ha; ©utßbejirf
23t Ginw., 1GG9 ha (baju Sopbicuwalbc 335 ha).
Daß von jeher ftarf bcvölfcrtc Dorf jäljltc uni 1800 19 Stauern, 13 ttoffätcn,
22 SSiibner unb 14 Ginlicger; im 95c|Tlj beß @utcß, baß einem iHcrjcidiniß ber „0iop*
bicitfic im Grofnifdjcn" jufolgc 1565 ber „grau? v. Itaubadi", fobann uni 1600 nad)
Aiißwciß alter Vcbnßaftcii im ^'farrardiiv ben Vöbcn, vom Drctfiigjahrigen .firicg an
ben fjtannewilj unb enblid) um 1780 vorübcrgcbcnb sDiirgerlidjen gehört Ijatte, befanb
fid) ätanonifuß v. b. ©rohen. 93alb barauf iiiadjtcn fid) bic 3«ftrow hier anfäfjig.
SJoii bem ©ouvcrncur von 9?citcnfutrg, ©cncral von 3‘iftroiv, ging baß ^Rittergut
faint ^'atronat burdi ätauf 1838 an ben Üonimcrjienrat Gnbcll über, bem 1865 bie
^Berliner Jjiigcnottcnfanülic goürntcr folgte. 9?äl)crec über bic alte 3cit bietet
‘3oad)im SWöllcrß „Dorff Gbronica" Cifap. 87) im 9latl)auß jit Greifen, fowic eine l)anb*
fd)riftlid)c Drtßgcfd)id)tc im Vebrcrhauß. Die Stancriigütcr würben in neuerer 3<‘<t
vom 9iittergut jumcift aufgcfaiift.
Die Äirtfje (Abb. 1 u. 2», ein maffiver 'Pitljbau mit Vifenenglieberung, wurbc, wie
auß einer Snfdirift auf ber Snucnfcitc ber Sdjranftür unter ber ätanjcltreppe hervor*
gcl)t, in ben fahren 1782—1785 erbaut. Auficr einem 2'orbau für bic'Jtatronatßhcrr*
fdiaft vor ber Dilbälftc ber Sübwanb beß int Cftcn clliptifdi gefdiloffenen Vanghanfcß
weift baß ©otteßbauß nod) einen in ber Ad)fc ber 'IBcitfrout fiiicnbcn, im ©runbrijj
quabratifdicn Surm auf, beffen ebenfalls quabrattfdjcr, verbreiterter 2(ufbau über ber
vierfeitigen, ätnfgebetftcn, Iciditgcfdnvciftcn J&aubc von einer 28cttcrfal)nc nut ber
Sufdjrift: „C. F. S. v. B. C= Garl Jricbridi icdwlj von ©aubadii 1/85“ befrönt wirb.
Die Vid)töffnungcn beb ^iirdicnraiiincö
|uib ftid)bogig gcfdiloffcn. 2luf;cr bcrSür
jur sPatronatc4oge unb einem 'Portal
auf ber Äiibfeite bcö 5lird)cnfd)iffö
fül)rt nod) ein brittcr 3ngang Von
'IBcitcn her burd) ben Surmuntcrbau
nadj bem fladjgcbccttcii Äirdicninncrcn
(2lbb. 3). Der gmfdwbcn beftebt j. S.
auß SBacfflcin, j. S. auß quabratifdicn
Sonflicfcn von 22 cm 'Seitenlange.
Die ÜBcitl)älftc beß jtirdicnfdiiffß ()nt
?lbb. 1. SBiiubadi. öriinbriji bet liirclir.
auf brei Seiten (fniporciiciubauteu, bereit bori|Tcrciibc Säulen auf baß elfte Drittel
beß 19. 5al;rl). alß ©ntftchuiigßjcit biinvcifcn bürften. Der ‘Aufgang ju ben Gniporcit
liegt in ber iiorbwcftlidtcit (fcfc.
'ftunflt-rnrm; t. %'rcu. Q3rfcb|j. VI. 6. Großen.
1
2
Soubad).
Der Äanjclaltar (Abb. 3) jcigt bic gormcitfpradic beß leßtcn Hicrtclß beß
18. 3«l)rl)unbcrtß. 3?ic fdion oben erwähnte, |ld) vorndjmltd) auf bic gcrtigftclliing
beß Hanjclaltarß bcjicljctibe 3nfd)rift tautet: „1789 den 4. August Job. Gottlieb
Lindner als Küster alhier hat mich gemacht 4 Jahr nach den Thurm-Bau
und 7 Jahr nach den Kirchen-Bau“. Die (jöljcnicn ^almbäumc redjtß unb tinfß
vor beut Altaraufbau fertigte jebod) erft um bic 5)<itte beß 19. 3al)rl). ber Jtantor
gr. @. jttaunig, ber 2<crfaffer einer alß SDlaituffript in ber ©diulc aufbewahrten
($cfd)id)tc von 93a u bad) (vgl. and) jlirdjcnbud) unb Äirdicnrcd)nungßbudj).
Die Ijöljernc 'Saufe jcigt etufadje Sßarotfformcn.
Daß fcdjßccfigc, jtnncrnc Sauf beeten trägt bic 3itfdirift: „Matihes Zeisiger
1676“ unb ift ßroffener Arbeit, ®?et|icr M. S.
Die Drgcl gcljört ber neueren 3o't an.
3wci J^oljlcudjtcr auf bem Altar, 6 l,e cm ljodi, würben 1852 von griebrid)
(Gottlieb Ätaunig gelüftet.
3wci 9JtcffingIcud)tcr, 16,e cm hod), jeigen bic cingcgrabcncn 95udiftabcn:
„n. D. V. P. G. V. G.“ (=.ßclciia Dorothea von'Panitcwiß geb. v. Ohaubiß) unb bic
3af)rcßjal)l „17H“.
(Sin mcffingncr, von einem Doppclablcr betreuter Hron leitd)ter für 12 Herren
trägt iiad)frcl)cnbe ©tiftungßiiifdjrift: „GOTT ZV EHREN SCHENKET DIESEN
LEICHTER HÖLENA DORETEA VON PANWITZEN GEBOREN VON
GLAVBITZEN FRAW AVFF BAVDACII UND BELKO ANNO 1711“.
(Sin cinfadjcr ©d)rauf mit güllungßtürcn ftcfjt auf ber Drgclcmporc.
Alliiertem |Tnb nod) jit nennen:
3wci baroctc Siummcrntafetn, eine ftricgß erinneriiitgßtafcl von 1813
unb 1815, eine Sctcrancntafct unb eine Safe! unter ©laß jnm Anbeuten an einen
SDlitfämpfer von 1866; ferner in ber’patronatßloge bic neugotifdic formen jeigenbe,
mit bem 3«ftrowfchcn s18appcn gcfdpnücftc cifcrnc Sotcn täfel beß gricbridi 'ILhlhclm
von 3ä|trow, geb. am 22. Dcj. 1752, gejt. am 22. 3uli 1830.
(Sin cinfadieß Äreuj über ber Sür bient bem Anbeuten ber (Sinina von 3aRrow,
geb. am 2. Auguft 1830, geft. am 17. Dcj. 1830; über ber 'Patronatßlogc Ijängt baß
auf Hupfer gemalte iffiappen ber gamilic JMcß von ber ©rohen.
Die ’-lßanb hinter bem Altar fd)inüdt baß von (Sari griebrid) ©diolj von 95au#
bad) felbft gejcidjnetc Familien Wappen. 3e jwei von ben vier Sfclbern weifen eine
Saubc, bic beiben anberen jwei (Sggcjintcit auf.
(Sine braune Altar bet leibung mit langen ftlbcrnen Traufen i|T ein (Sicfdicnf
beß 'Patronß ^'leß von ber Sröbcn auß bem 3al)rc 1801.
(Sin grünfamtener, golbgcflicftcr Alingclbcutel trägt bic 3nfd)rift: „I. v. E.
(= 3- von (Snbellj 1840“.
(Sin filberfarbener Ärnjifiruß mit fdiwarjcm Ärcuj ift ebenfalls ein ©cfdienf
beß 'Pleß von ber (Sirbbcn.
(Sin Stcld), 21,6cm bodi, ©ilber, trägt bic 3ufd)rift: „Baudach 1863“. Auß bem
gleichen 3ahr flammen bie zugehörige Hanne, bic -patenc unb bic 3iboricnbüd)fc.
23aitbarf).
3
(Jin 3innfc(cfi, 19 cm f)od), trägt ben 9?amen „Carl Friedrich Scholz auf
Baudach“ unb bie 3ahrcßjal)f „1783“.
(Jine jtnncrne 'Patent jeigt auf bem 9\anbe eingegraben
„E. D. v. S. G. v. P. (= (Jfeonorc Eorotfyea V. Stofd) geb.
V. pannerotfe) Baudach, d. 28. Nov. anno 1762“.
(Jin ßinnfefd), 17cm bodi, ift barotf.
(Jine runbe Jiirdicnfatcrne mit Äegelfpiße ift auß burd)*
födjertem (Jifenbfcd).
(Jin .ftfingelbeutel jeigt außer bem S3iid)ftaben S bie
3al)rcßjaf)I „1774“.
SBon ben in bem ©croöfbe unter bem 2fftar ßefjenben vier
großen Särgen enthält ber nörbfidie bie Veid)e beß 9tittmciftcrß
'Milton von paiunvifj, geft. am 16. üft, 1735. 53or ilim fleht
ber Sarg feiner grau. Kon ben beiben Särgen rcdjtß vom (Jin*
+*"+---1—1---1---1---1---------------1---------------|-
10 6 10 15m
91bb. 2. Sanbadi. Itirdie von Oben.
gang auf ber fiibfidjcit Seite birgt ber vorbere laut Snfdjrift bie Vctdje ber
grau Xiuta Vovpfc Jjatfcn geb. von pannenng, geb. am 17. Sept. 1603, geft. am
2. Sej. 1687. £)er jugcljörigc Parabcfarg mürbe erft im folgcnben 3al)rc fertig*
gcftellt. "Die beiben (feineren Äinberfärgc enthaften bie £eid)en ber Aiinber beß @utß*
bejüjcrß von Vubivig.
(Jin baroder ©rabftetn fübfid) vor ber ,fiird)e bient bem gemcinfamen 2fn*
beuten beß Paftorß Sofyann (George girier, geb. am 10. 5D?at 1681, geft. am 21.
Sept. 1753, feiner grau SDtartlja SJZargarctba geborene 95irff)ofj unb iljreß Soljneß
Sobann öottficb girier.
M
Qlbb.3. QJaubad). 3»nerei ber Jtirdjt, QMicf nad) Öfben.
23aubacf) — 'Sculnih-
3'vci 01 offen. Sie öfthdtc, 85 cm Durdtm., wurbc
^ranffurt a. gegoßen, bic wcfHidjc, 63 cm IDurdpn., ift
[dfctncnb nodi mittclaltcrlid).
1836 von ©roßheim in
ohne Snfdjrift nnb an*
S'aö Herrenhaus, ein im ©runbriß rccbtcefigcr, int 2(ufbau [dflidjtcr, jwei*
gc[dto[|Igcr, mafßvcr 'J.'itfibait mit gicbclbcfröntcm SOhttelrifalit gehört in [einer
heutigen ©cftalt etwa ber SJiittc beß 19. 3ahrh. nn- ®aö nennenswerte ftfbcrne
Safclgefdjirr flammt jum größten Seil auS bem ‘.Anfang beß 19. SahrhunbertS.
SBcutnifc.
Bcitflüfj, 12 km norbnorböftlid) von (Sroffen. 0cm. Ttttbcutnih 365 (Jinw.,
1067 ha, Slciif'ciitnüj 381 ©inw., 1065 ha; ©utSbejirf 229 (Jinw., 5207 ha.
„Butnicz- gehörte ju ben Vanben, bic 1329 ^»erjog Jjpeinridt von Schießen vom
Sööhmcnföntg 3ol)ann ju Vchn nahm. SBolfl fdton bamalö war bic große ©rtfehaft mit
ihrer alten, jwifdtcn jwei Seen gelegenen 95urg ber SJIittclpunft eines Jjcrrfdjaftßbcjtrfö.
2(in 24. 5uni 1129 belehnte SBcnjcl, .ßcrjog von Sdtlcßcn, Jperr ju (Sroffen unb
Sdtwicbuö, ben SJartnfd) von SÖcffinbnrg unb STtto von Vanböberg mit ben Sdtlöficrn
1 0 10 20m
?(6b. 1. ®fiitiiit). Orimbrih ber Hirdje.
6
23eufntf}.
„SDobtrßbcrg" unb „93cretcnicj". 3m 3al)re 1500 fdjmurcn bic ©rünbcrg ju SJSeutni^
bem Jfurfürftcn joadjim I. Ecbnßpflidjt, unb 1519 erhielt Witter Jöanß ©runenberg
ju „3ebiß" »en bemfelbcn Jjjofycnjollern bie £ef)nßbeffätigung über baß „©tettidjen Söcut»
2lbb. 5. SBcutnty. ’Jlorbfeitc ber Jtirdjc.
nife mit bem Sil? bofclbff, baß Torff eilten Q5cutnii5, boneben gelegen". 2lupcrbcm
beflißen fdjon 1501 bic Slotcnburg Ttntcifc; im Vauf beß 17. 3«l)r!). feilten ffc ftd) in
ben @cfamtbcff(3, nnb alß 1717 „9?cn"*Q3cutniß, ba$ frid)crc „Stöbtdicn", nbbranntc,
mürben Äirdjc, Pfarre unb Sdjulc burd, Sodann ©igißmunb von 9vottcnburg neu
erbaut. Tie ®rafen von Siottenburg ftarben gegen 2(ußgang beß IS. Satjrl). anß. Sfyrc
«£>errfd)aft fam 1786 für 442000 Saler an ben «£erjog ^eter Von .fturlanb itnb ©agan,
fobann 1800 an ben Crrbprinjcn von J^ofjcnjollern^cdjingcn, beß .£crjogß Sdjmicgcrs
'Bcutnifj.
I
2H'b. 6. SBciitnfa. Jtirdjr, £otb<ut vor bem Umbau.
fcl)n. Uber bie leisten Bier Safyrtjunbertc ber SBcutnißcr öcfd'idjtc berichtet «Pfarrer
gtanbau in einer 1893 crfdiicncncn Sdjrift; Statiftif bietet ©ergbauö, £anbbitd),
III, 741 (erfd;. 185G). 3u ber unter bem «Patronat bcö fatboiifdicn dürften »on
4?obcnjottern ftebenben Äirdje geboren bie Drtfdjaftcn unb Sorrocrfc in ben großen
SBalbungcn ber llntgegenb.
8
'Bcufnifj.
jEftc mit 35cniivung ber Svefte eiltet älteren, 1717 abgebrannten ®ottcöl)aufcö
nenerbaute unb am 27. STtober 1750 cingcwci()tc Äircfye (216b. 1, 5 u. Safe! 11
'2(l'b. 7. SBcutuiti. Jviretje, C.itcrfdjiiitt, 'Blicf nad) !?|lcn.
liegt auf einem annäljcrnb qnabra«
tifdjcii ötirdiplatj, beffen auß einer
verpufften SFaeffteinmauer gcbilbctc
(Sinfriebigung biß auf etwa bic
.ßälftc ber SDftfcitc vollftänbig er«
halten ift. 21bgcfcbcn von einer
flcincn 3ngnngßpfortc auf ber ©üb«
feite fiiljrt an ber wlorbwcftccfc ein
baroefeß für 'IBagcn« unb Jytif?«
gängervcrfcljr zwcigwciltcß 'Portal
nad, bem 5tird)()of. "Daß im
®runbrift trapezförmige, von ©ften
nad) heften fid) vcrjüugciibc, völlig
überputfte, maffivc ®ottcßbauß bc«
filft vor ber SDiittc ber ’lßcftfront
einen Vorbau (2lbb. 6), beffen
jicgclgcbcrftcß iOtanfarbbadi vor
bem Umbau bic ®cbläfcfammcr
ber Crgcl enthielt. fcrr über ber
Jirftmittc beß ebenfalls mit Siegeln
gebccftcn, gebrochenen Äirdjcn«
badieß fißcnbc, hölzerne, adftccfigc,
von ftidjbogig gct'diloffcncu ©djall«
lufcn burdibrod’cnc ©adircitcr
enbigt in eine gcfctnvciftc J^aubc,
bereu mit einer llljr gezierte, offene
Vaterne von einer SBetterfahne
mit bem TRottcnbiirgfdicu ?öwcn
unb ber ßaljrcözal)! 1750 bc«
frönt wirb.
©ämtlidjc Vtdftöftiiiingcnfdriicftcn
ftid’bogig. 21bgcfcbcn von einem
SBcftportal füljrt nodi eine zweite 5ür in ber ?2<ittc ber Siorbfront nad) bem ftad)gcbctftcn
Innern (2lbb. 7 u. 8), baö burd) je zwei 9icil)cn übcrcinanbcr angcorbnctcr, runocr Jjßlz«
faulen mit auf brei ©eiten eingebauten (Smporen gcwiffcrmafjcii in brei ©dufte geteilt wirb.
Übcroieö fdjeiben nod» zwei ber 4?öbc uadj burdigcl)cnbc, maffivc, frctftcbenbc ©äulcn,
fowic z^ci in bcrfelbcu §lud>t an ber Pftwanb angcorbnctc J?albfäulcn ?ntarraum
unb ©d)ift. Tic ßiigängc jfu ben (imporen liegen in ben vier liefen bcö Äirdjcnfdjiffcö.
(iincr ©afriftei unb pfarrlogc unter ber ©übempore bcö (5l)orc£ cntfpridjt auf ber
9?orbfcitc ein Vogcncinbau. Sn ber Slorbwcftccfc ber ©mporc füljrt eine kreppe z«nt
yibb. 8. ®eiitnits. Snitereö ber Ätrdje, S8(itf nad) Dften.
•Qiujnaa
10
Ueutnifj.
9lbt>. 9. Seutnifi. Ateldje in ber Äird)e.
Dadjboben. £)cr Qlltarraum wirb nad) bem 5tird)cnfd;iff ju burd) ein im Sritubriß
gefdjweifteö, Ijöljcrncö i)oggcngelänber abgcfdjloffcn.
Der feitlid) von reidjem Sdjnifjtverf unb Säulen eingefaßte 2Htaraufbau
(Safcl 2) jeigt bie übtid)e ?Reil)cnfo(gc ber bret gemalten
^auptfjenen auö bem (Srlöfuugöwcrf unb wirb von ber
aiunbftgur eincö triumpfyicrenben @l)ri(tuö gefrönt.
Die ebenfo wie baö gefamte innere auöfd)licß(id) beß
braun gehaltenen, baroefen @cftül)lö weißgcftrid)cnc Äanjel
jeigt fd)lid)tefte Formgebung.
2>er neugotifd)c Saufilciu faßt ein jinncritcö 5auf«
beefen mit fed)öecfigcm SRanb unb ber 3nfd)rift: „Georgius
Martini Pastor 1651“, gegenüber lieft man: „ich bin
4HW- I I I I I I I I I
10 5 10m
?lbb. 10. 5Beutiit0.
©runbriß ber 5riebl;ofbh'rd)e.
ßroffen.
Safet 2.
^Seutniß. ?Utar in bet £ird)e.
•lujJjaiqng) ua« Xp4y?jo(jaaiig -öntjiws 'IT W6
•Qiujnaß
II
12
Q3cu(ni(j.
Qlbb. 12. 55eiitnitj. 3iniereö ber griet>f;ofefird)e, QMttf nad) Öflen.
Seuhiifj.
13
'Mb. 13. 93eiitni£. gricNjofäfirctyf,'Mtar.
14
23eutnifj.
getavft avf Christi Bludt, das ist mein Schatz vndt höchstes Gutt“. 9)?eifter
L. S., (Stoffen.
Oie Orgel ift neujeitlid).
3wei mefftngene 21[tatleud) ter, auöfd)Itcfflief) bcS bei einem Seud)ter nad)träglid)
jugefügten fjöQerncn llnterfaßeö 56 cm l)od), gehören
2(bb. 14. Seufniß. Jpöljerne ©rabtafeln auf bem 5tircf)ljof.
fpäteftenö bem 17. 3al)tl). an.
Sine ©laöfrone für fedjö
Äerjen ift baroef.
50?ci)rcre @ r i n n e r u n g ö *
tafeln an bie Kriege von 1813,
1861,1866unb1870/71 Rängen
an ber Sübivanb.
2lußerbem ffnb elf baroefe
®tül)le in ber Storbloge unb
ein auö ber glcidjen Seit flam«
menber Sifd) in ber Süblogc
bemerfenöwert.
@in teilweife vergolbcter,
rcid) ornamentierter Äeld)
(2lbb. 9 rcdjtö), 25 cm ljod),
ift ebenfalls baroef.
@in ftlberner Äcld) (2lbb. 9
liitfö), 30 cm Ijod), flammt auö
bem 2lnfang beö 19. 3abrb.
Son ben jwei ©locfeit im
Oadjreitcr mißt bie füblidjc
72 cm im Ourdjmeffer unb
jeigt auf ber J?aube ben 2lbguß
jweicr Sölätter. Sie flammt
laut Snfdjrift auS bem Saljrc
1752. Sie nörblidje mit 90 cm
Ourdjmcffcr würbe 1904 von
Collier in Söcrlin *3cl)lenborf
gegoffen.
Sie griebljofslürcfje (2lbb. 10 u. 11), ein ^adjmerfbau mit verpußten gelbem,
weift eine redjtecfigc Einlage mit breifeitigem Oft« unb iffieftfdjluß auf. Über ber
SÖ?itte beö jicgelgebetften Sattelbadieö ft^t ein im ©runbriß qitabratifdjer 3)ad)«
reiter, beffen sinfgebetfte vierfeitige ^pramibc von bem 9lottenburgfd)en Soweit
befrönt wirb. Oie Siebtöffnungen fdjließcn ebenfo wie bie in ber Glitte ber
©üb« unb 9?orbfeite burebgebrodjenen Suren nad) oben flid)bogig. Oie genfter«
verglafitng ift, foweit ffe anfdjetnenb nod) urfprünglid), in SMei gefaßt. Oaö
Snncre (2lbb. 12) ift flad) gebeeft.
Mb. 15. SBcutnitj. gtibfeite bcS (SdUriTcei.
Seufnifj.
cn
16
23eufnifj — 'Binboto.
Ter gmßbobenbelag beftcht auö fed)3edigeii, roten Tonflicfen Von 12 cm Seiten»
lange. Tas @cftül)l jcigt fctjlidjte Söarocfformcn unb i|t nicht geftridten.
Ter Xltaranfban (?lbb. 13) befißt ein Von rcidjgefdjnißtcit Sianfen umrafjmtcS,
auf Jeinroaub gemalte^ S&ilb bcö ©cfreujigtcn. Tcm Tcjtwort 3ol). 3,5B. 11 u. 15 in
ber ^'rcbclla entfpridit in ber SScfrönung bie Söibeljtellc 9iöm. 5, XI. 10. Taö XBcrf ift
laut 3nfd,rift auf ber 9iücffcitc eine Stiftung bcö ©corge Ghriflopl) Seibel unb feiner
ftrait geb. Söagncr $um ‘Xnbcnfcn an ihr im □fiter Von nahezu bret 3ahrcn ver»
ftorbeneö Söfyndjcn. (Srrid)tet würbe ber ‘Altar am 21.3anuar 1719. Tie ©rab»
ftellen vor bem ‘Altar werben burd) ein in 93acf|lein auögcfiihrtcö Sircuj bejeidniet.
Tie Äanjcl (Abb. 121 biirfte bem (Snbc beö 17. 3ahrl). angeboren. Sie jeigt
in ben von Säulen flanficrtcn XSräfhingäfüllungcn Tarftellungcn, bie XScjug nehmen
auf 3cf. 1, 3er. I, (Sjcd). 32 u. Tau. 1, wälfreub in ber Sörüflnng beS ‘AufgangcS
bie Sprüdte 3cf- H, '!>. 6 unb 3ef. 2ß wiebergegeben ftnb. Au ber Unrcrfcite beS
jtanjclbccfelö erfennt man bie Taube alö Sinnbilb beS heiligen ©cijtcö.
‘An ben XBänben hängen eine große 'Xnjaljl X5a itern epi tapl)i en fowie
Totenfronen unb Aränjc unter ©laß.
(Sin ciufadjce, gcfdjmiebcteß ©rabfreuj liegt hinter bem ‘Altar. Auf bem
5iirdil)of flehen eine ‘Anjahl Ijöljcruer ©rabtafcln (Abb. 1-1 • unb eine höljcrne ©rab»
ninfriebigung anö ber crflcit J^älftc beö 19. 3ahrl)unbertö.
Taö erl)öl)t im Torfbilb liegcnbc, int 3al,rc 1808 völlig umgebaute (5ri)lo)i(Abb. 15)
ift ein langgcftrctftcr, im ©runbriß reditecfiger, mafüver 'Pufcbait mit gebrodjenem Siegel*
bad). 3m ©egenfafc ju ber um bie SOiittc beö vorigen 3ahrl)iinbertö ftarf Veränberten
9?orbfeite (jat bie Sübfront mit bem in ber 2ld)fe gelegenen Jpauptjugaitg im allge»
meinen ein einbcitlidjeö ©epräge bewahrt. Ter vorfpringenbe, ,pvcigefd)of|Tge SWittel»
rtfalit fd)lief;t nad) oben mit einem fladjen Treietftfgiebel, beffen J-elb baö auö (Sifen
gegoßene ^Tirftlid) ^ohenjollernfdie XL'appcii fdjmücft. 2(m ganjen 25an biirften nur
in bem mit mädjtigeu Tonnengewölben itberbecftcn Socfelgefdjof; bcö UBc|tfliigclö
ältere, vielleidjt nod; auö 9tottenburgfd)er Seit flammenbe Dtefle ju erfenuen fein.
IBinbotv.
Binbolu, 11 km öjllid) Von (Sroffen, ©em. JlOSinw., 577 ha.
'Bon alterö l)er gehörte baö S&auernborf jnm Tomänenamt (Sroffen unb war
ciiigepfarrt in Teutfd)=9»ettfow; einer Statiflif im Vanbratöamt von 1790 jufolßc
wohnten hier 2 Vchnfdtnlsen, 11 ©anjbanern, ferner Jtoffäten, QMibncr unb (Stnleger
(vgl. and, Sbratringd Söcfdjrcibung ber SOtarf von 1809, 111,307). Patron ber .ftirdte
ift bie ©emeinbe.
Tie Sürri)C i|l ein im ©rmibriß redjtccftger, im 3al)re 1882 erriditeter X'acf»
fteinbau mit fünffeitiger 21p|T6 auf ber Tßfeite, einer in ber Siibofterfe liegcnben
Safriflei uub einem in ber ‘Jldjfe ber 'Ktcftfront fUienbcn Turm. Ter innere ‘Ausbau
cinfdjließlid) ber ©loden gehört bem vorerwähnten SÖaujaljr an.
(3rof}=231umberg — Sobersberg.
17
(Sroü^luniberq.
(firüß-Biimilnnj:, 23 km öftlid; von Großen. (?icm. 1272 (Sinn)., 2252 ha.
3n bem vermutlich im 13. Sabrbunbcrt gegrünbeten jüorf faßen 1565 bie
Äalfrcuth, (pater bie SöurgSborf, etwa von 1725 an bie Srfnnettow, unb ju 95cgiini
bcS 19. jialjrb. ber auS ben iyrcihcttSfricgcn befannte (General Saucntjicii. 9?ach
1850 ging baS 9iittcrgut in ben 93cfifc bor öcmcinbc über, bie um 1800 16 SBaucrn,
33 Atoffäten, 48 93übner, inSgcfamt 6f->5 Seelen jäljlte. Sic früher unmittelbar am
Jluf; gelegene £?rtfcliaft ivnrbe nach einem großen ®ranb i. 5. 1854 auf eine nahe
21nböbe verlegt. 3« ber unter bem 'Patronat ber bäuerlichen Dcminialbcß^er ftchcnben
SOTutterfirclie gehört baS 2 km öftlid; gelegene -ft'lcin^Sölumbcrg.
Sic Äircfje ift ein im ßhuinbriß rcditccfigcr, verputzter 25acfftembau mit 'Jileft*
türm nnb apfiSartigcm ‘JlnSbau in ber ?(difc ber jCftivanb. Sic ftammt cinfdilicßlidi
ber inneren 2luSitattung nnb ber QNocfcn auS bem Jahre 1851.
^oßcvStUTfl.
Bübrrsln'Vil, »Stabt 10,5 km fublid; von Großen. 1206 ßsnw., 1298 ha.
£3aS von Sumpf unb SD«ora;t umgebene „Stofs Söobiröberg" mar ein;! ber
Sftittclpunft eines „VänbdicnS", unb viele Urtunbcn, j. 93. von 1129 unb 1459 im
®el). StaatSardiiv 31t 23crlin, bcriditen von Stiftern unb Jrcrrcn, bie hier im 15. Jaljrh.
alö Vchnömanncn ber J^crjögc von Sd'leften faßen. 1 159 übereignete Stto von t'anbS«
berg „fcvnc nianfdiafft ju Söobirsbcrgc gehörenbe unb baS Sloß" bem J£>crjog
J?cinridi ? von Sdilcjicn. 93alb barauf festen |Tcf> hier bie .Hnobclcborff feit, unter
bereit J2>crrfd;aft 1618 baS ganje Stäbtd'cu mit Vlnsnahntc oer Aiirdje nicbcrbianntc.
(Snbc bcS 17. Jaljrh- baute man bie 9?cuftabt auf ber Sübfcitc an, unb 1735 nturbe bie
Großcncr SSorftabt von fäd;|Ifd;cii Sudimadjcrn angelegt. Um 1800 suhlte bie ,,21mts»
llabt" 171 Jpäufcr unb etwa 1000 (Sinw., wie 95ratring in feiner ©rfchreibung ber
SWarf (III, 303 - 5) beriditct. SaS 21mtsvorwcrf würbe bereits 1S19 burdi Verlauf
ber i'icgcindiaftcn anfgelöjl. 3u ber unter ftaatlidwm 'Patronat ftchcnben Siirdic gc«
hören bie 5 im weiten UmfrciS gelegenen Orte 93crlogc, 93ranfow, Chutoiv, (Sbrumow
unb Sarfow. J?cntc nähren ßd) bie 2(cfcrbfirgcr junici'it von ber auf bem „Vetter
hoben" gut (ohnenben Vanbwirtfdiaft; bie hier jeitweilig bod) in iMütc ilcbcnbc
Töpferei ift cingcgangen. 3m 'litappcn führt baS Stäbtdjcn einen aufgcridHctcn, bie
fdnvärmenbcn 93icncn abwcbrcnbcii s&ärcii ivgl. iDiattljiaS, (ibrouica von (iro)Tcn,
S. 213; für bie ältere 3fit ©unbling, 93ranbcnbitra. 2(tlaS von 1721).
®enh m ä ler.
Eeiicllcn für ben funilgcfdiiditlidicn Jcil.
Slbbilbungcn unb 'Pläne:
3wci '.•liifidneH ber alten .fiird'ö m ter Satriitci. ‘äRciitifdwiinuihmc.
Oebrudüe Cilerafur:
Üliehl unb ®d)cn: „'.Beilin nnb bie ‘SJJarf jBninbenburfl", S. 526 n. sBetliu 18)0.
„(Jinige 9tad)l td'teu über 'Bobevebeig“ suianintengeilellt nein Cvteprcbigei llretiduner, eroiTen. Srncf
bon 3- £• Stiel', 1856.
•ftuniltcnfiit. b. Troo. SSrbbfl. VI. 6. Groucn.
2
18
Sobersberg.
?lbb. 16. SBoberäberg. ©tabtplan.
Sobersberg.
19
Anlage ber Stabt.
wie ©olßeit im Vutfaucr .ftreiß ift aud) ©oberßberg (21bb. 16) auß einem
ehemaligen Söurgflcden allmählid) ju einer Stabt herangewadjfcn. 9tod) bcutlid; erfennt
man im ^pianbilb, linfß »on ber »on Sübofien nad) 9?orbwcftcn fid) f)injiei)enben
J?aupt»crfehrßftraßc, ju bereit beiben Seiten fid) bie germanifd)e Sleugrünbung ent*
wicfclt fiat, bic ehemalige Sage beß »orgcfdjobcnen, befeftigten Stüfnpnnfteß, beß im
'dbb. 17. 'Bobetsberg. ®o&nbauß Erofftner (Straße 164.
Mittelalter mcl)rfad) genannten Sdjloffeß. Sn unmittelbarer 97ähe unb inmitten
ber jur Erleichterung beß SBerfehrß angerartig angelegten Erweiterung beß -fjaupt*
ftraßcnjugcß finb Äirdje unb 9tatl)auß erbaut.
Dagegen uiiterfdjcibct fid) ber 55oberßbergcr Stabtplan baburd) ivcfentlid) »on
ber ®olßencr Einlage, baß fid) außer ber burgartigen Stammfiebelung unb ber
germanifdjen 92eugrünbung aud) bie wenbtfche llrfiebelung fdiarf abfiebt. Sie wirb
burd) einen ringförmig »erlaufcnbcn Straßenjug bcutlid) gefcnnjeidjnct, beffen öfilidie
J^älfte ben eigenartigen 9?amen „Magfd)nienfiraße" füfirt. Diefe SÖejcicfinung ift allem
21nfd)cin nad) auf eine SBerftümmcluttg beß nieberroenbifd)cn Üßortcß „moksytia“
jurürfjuführen, waß am beften mit „9taß(anb" ju überfeinen wäre.
Die uorbwcfMidje Stabtbälftc ift .eine ncujcitlidje Erweiterung, bic alß Eroffener
SBorftabt im Safire 1735 angelegt würbe.
2
20
Sobersberg.
3?on ben bemerfenßrocften Straßennamen erflärt ftd) bte Dlittcrftraße von felbft.
£)aö SBorfommcn einer Älofter» unb einer iOiöndienftraßc fcfjeint, ivcntt and, uidit
Qlbb. 18. QJobevebcrg. Jjauetüv Sroffener Straße 164.
auf baß ehemalige SBorhanbenfein
eineß Äloflerß, fo bod) vteUeidjt cineß
bei ber Säfularifation aufgehobenen
Äloftervoriverfeß ober Älofterhofeß
Ijinjuroeifen.
Sie ältere, engere Stabt jeigt
aud) l)ier bie ®röße ber bebauten
®runbfläd)e anbcrer gleidiartiger
(Semeinroefcn. Snfolgc ber häufigen
Stabtbränbe gel;t fetneß ber jefctgcn
3Bohnhäufcr vor bie SWitte beß 18.
3al)r(). Jiirütf. Sie ftnb mit Auß»
nähme ber groeigefdjofftgen Jpäufer
am SRarft unb an ber Stenftäbter
Straße überiviegenb flehte ein$e»
fdjoffigc spu&bauten (Abb. 17) mit
j. 5. reidjcr gefalteten, f)übfd)en
Suren (Abb. 18 tt. 19). SBott ben
jiveigefd)of|Igcn SBauten ift vielleicht
baß ©aftbauß junt fdnvarjen Ablcr,
Steuftäbter Straße 13 (Abb. 20), mit
feinem gebrodjenen ©ad) unb ber
leiber ctivaß befdjäbigten, aber vor»
nehm geglieberten gnffabe baß be»
mcrfenßivcrtcfe (Sebäube.
Sa baß ehemalige Sd)Ioß voll»
ftänbig verfd)tvunben ift, baß 9lat»
hattß aber alß jüngerer, fd)lid)tcr,
einfad) redjtecfiger ^Pufcbatt nidttß weiter S'rmäl)nenßtvcrteß bietet, fo fätne nur bie
Äird)e alß bcmevfenßiverter SDatffteinbau für eine eingebcnberc ®etrad)tung in ^ragc.
©te 5ürrf)e.
SB augefd)td)tc.
91ad) jtvei in ber Satriftei hängenben Stcinbrucfen (21bb. 21) ju urteilen,
war ber SBorgänger beß jetzigen @ottcßl)aufeß ein auß bem fpäten SWittelaltcr
ftainmenbcr SBacffteinbau, beftel)cttb auß rediterfigem Vangl)(tuß mit ‘Altbau auf
ber 91orbfcite unb einem breit vorgelagerten Surm. 3m 3«hrc 1838 bereitß ver»
anlaßten im ilVaucnvcrf beß Surniiinterbaucß ber alten Äird)e ju Sage getretene,
gefahrbrohenbe SBeivegungcn eine Sddtcßung ber Äfrdjc unb einen tcihveifctt 21bbrud)
QJobersberg.
21
beß Sunncß, bem jcbocf) erft nad) fangen SBerljanblungcn nnb enbgültiger Vöfuttg ber
'Plaijfragc für beit allfcitß gcwünfdjten 9?eubau im Sa()rc 1852 bic SÖefcitiguiig beß
ganjen SBaucß folgte. Die ©ritnbftcinlcgititg für bie heutige nad) einem Entwurf
Stülcrß errichtete Atirdic fanb am 30. 2)<ai 1853 ftatt. Der Aioftcnanfdilag belief fid)
außfd)licf;lid) Jjanb« nnb Spannbicnftc auf 26 259 iXthlr. 11 Sgr. unb 4 ^.'fge. Die
Bauleitung lag in ben Jpänben beß Bauinfpcftorß Äranfe auß Sorau unb beß Bau*
fülircrß ^Jollacf auß granffurt a. ©. Unternehmer waren 3iinmermeißcr 9Ungßleben
unb 9Raurcrmeifter ücljinann auß Großen. Die Einweihung beß ©otteßljaufeß, jebod)
außfdjlicßtid) beß erft am 19. 3uli 1857 begonnenen unb auf 5012 9Ul)lr. 21 ®gr.
»eranfdjfagten Surmeß, fanb am 29. 2lpril 1856 ftatt. Um ein Bilb von ber Jj>öl)c
beß ^'reifeß einiger 21nßftattungß*
ftücfc ju erhalten, fei ermähnt,
baß u. a. bic von Orgelbauer
Sd)itlj in Grofi’cn verfertigte
Orgel 1600, ber Saufftcin 35,
baß Saufbecfen 5, bic 2l(tar*
leudjter 36 unb baß Ärujißj;
28 9lcid)ßtalcr foficten. Son ben
vielen freiwilligen Stiftungen ift
wol)l eine in bic Tlltarrücfwanb
eingefafienc gußeiferne 9iclief*
täfel, barftcllenb baß hl. 2(benb*
mal)l nad) 8eonarboß SSorbilb,
bic bemerfenßwertefte. ßrwähnt
fei enblid) nodi bie 95efd)affitng
jweier neuer ©locfcn, bic am
22. SOtai 1873 eingcweil)t würben.
©aubcfdircil'ung.
Die auß SBacfßcin crridjtete
Atirdic (2(bb. 22 it. 23) ift eine
breifd)ifftge ©aßlifa mit ap|Iß«
artigem, im Srunbrif; elliptifdicin
2(ußbaii in ber SWitte ber Oft*
front, einer auf fd)lanfen, quabra«
tifdicn Pfeilern rul)enbcn 9lunb-
6ogenl)alle vor ber ®cftwanb beß
9)?ittelfd)tffß unb einem ßraffgc«
glicbcrtcn, fdjlanfen, in bie Sübs
wefteefe jwifd)cn einer ßad>gc«
beeften 25orl)allc unb bem füb*
lidicn ©eitenfdjiff eingebauten
9166.1». sBobcrsberg. .f?ai:etür Sd)iil|traf;e 111.
22
'Bobersberg.
Ülbb. 20. SJJoberßberg. jinn fd>war^en Sieter, Dkufhitter Straße 13.
Dttrm. □tußcr brci Heinen 9iuttbbogcnfenficrn burdtbridjt eine einfadte 9lofc bie
Üßeftfront. Stile übrigen Dür« nnb ^enftcröffnungen beß Ätrdtcnraumeß ftnb ebenfallß
rnnbbogig. 3m Ocgenfafc ju bem inß Std)tccf übergefübrten ©d)ieferi)clin beö Snrmeß
ftnb bie SOHtteb* unb Seitenfdtiffbädjcr mit Bfegern gcbccft. SBon beit beiben quabra*
tifdjen ^Räumen, bie in bie Sübofb unb 9?orboftccfc beß auf brei Seiten mit Doppelern«
Sobersberg.
23
Qlbb. 21. ®obersberg. Qlnfidjt ber alten jtirdje (naeb einem ©teinbrnef in ber Safriffei).
poren verfefjenen Snncrn
eingebaut ftnb, bient
biefer afö Safriftci. £>ic
2lufgänge ju ben @tn=
porcncinbautcn liegen in
ber 9?orbn>efb unb Süb*
wefteefe ju beiben Seiten
beß J?auptcingangß. £)ie
verfyältnißmäfjig einfadje
innere Tfuäflattung eins
fdllit’plitfi Äattjel unb
211 tar ift braun geftridjen.
2luf?er bem bereits
ermähnten guffeifcrneit
Qlbb. 22. S8oberSberg. ©rttnbrifj ber Äircf)c.
24
'Bobersberg.
9lbb. 23. SSoberöberg. Jvircbe, Qlitftcfyr een 9lorbrorffen.
Sobersberg — Goßar.
25
'Jlbenbinahlßrclief verbleiten nod) bte 2fpoftelftguren auß 3infguß an ber ätanjcl
unb bte in bie 9lürfwanb beß Jlltarß eingclaßcnc Sarßellung beß ©cfrcujigtcn
genannt jn werben. Siefc fertigte (5. ®. ^fannfchmibt int 5al)rc 1890 nad) bem
1874 von feinem Haler gemalten llrbilb.
Gin barocfer auß J^olj gefd)itißtcr Jtru$iߣuß mir ben beiben Sßeißguren ber
SWaria unb beß Sohanneß liegen in bcr©afrißci; bafelbß hängt außer bem ©eite 23
abgebilbeten ©teinbruef nod) ein jweiter, ber bat? SBilb ber .ftirdjc unmittelbar nad)
bem Ginßttrj beb Surmcß wicbergibt.
Sic brei ©locfcn von 98, 74 unb 65 cm Surd)tn. witrbcn von Fr- ®rul)l in
Äleinwclfa in ben fahren 1872 unb 1874 gegoßen.
Dollar.
(Cüflav, 12 km fübfübößltd) von Großen. ®em. 431 Ginw., 1052 ha; ©utß«
bejirf 158 Ginw., 1317 ha.
3m 3al)re 1500 Ijulbigtc in granffurt a. D. „9?ifcl 9iabcitow ju Gofdtcr" bem
Äurfürßcn Soadjim I. unb empfing feine Vcbcn. ®egcn Tlußgang beß 17. 3al)rl). er»
baute ßd) ©corg ©iegtnunb von Änobclßborff, <Gcrr auf Goßar unb ätufäbcl, jwifdjen
ben Seichen ein ßattlicßeß ©utßhauß. Gr war vermählt mit llrfula Söarbara von Jpaug«
wit;, unb ßier würbe 1696 fein ®ol)tt ©corg Wcnjcßlattß, ber berühmte Saumeifter
Fricbridjß beß ©roßen, geboren (vgl. Wilhelm von Änobclßborff, „3ur öcfdßdjtc ber
Familie v. 5t.", 5. J^eft). 3m 23cßt5 folgten bie Diabcnau, Hierccf unb enblid) bie
Freiherren von Äottwiß; bie heutigen SDcßßcr. Saß Sorf jählte um 1800 28 SÖaucrn,
12 ätoßalen, inßgcfamt 419 Giiiwol)ncr. —
3u ber ®?uttcrfird)e gehören Sl'nfäbel (cingcs
pfarrt) unb Sicbtl)al (Sodjter).
Sic Äircße ('Xbb. 21), ein im ©runbriß
rcditecfigcr Finblingßbau mit cingejogencm, gc<
rabc gcfdiloffcucm Gt)or bürftc, nad) ber Scdjnif
beß SD?aucrwcrfß ju fdjlicßcn, frül)cßcnß bem
15. Saljrb. angehören. Gitter vor ber halben
©übfette beß Ghorcß crriditctcn Horhallc mit
barüber licgcnbem ’l'atronatßftuhl entfprad)
cin|l auf ber 9torbfcitc eine jeßt nicbcrgclcgte
©afriftet, bereit Sonnengewölbe ebenfo wie bie
vermauerte Sür nad) bem 5tird)cninncrn nod)
beutlid) erfennbar iß. Über ber 9Bcß«
front ßßt ein im ©runbriß quabratifd)cr, verbreiterter Sadjaufbau mit gcfchicferter
‘Ppramibe, bereu Wetterfahne bie 3al)rcßjal)t 1654 jeigl. Gin fdjlanfcß, fpißbogigeß,
ictjt jur J?älfte vermauerteß Fmßer in ber SOtitlc ber Sßfcitc verrät nod) bie urfprüng«
liehe ©eßaltung ber £id)töffnungcn. Gin jweiter, ftießbogig abgefdjloficncr SRauer«
26
Goffar.
burd)brud) auf ber ©übfeite beb @I)oreS biirftc in feiner
jetzigen ©eftalt ber ©litte beö 16. 3al)rh- angeboren. Title
übrigen ^enftcr würben im 19. 3al)rl). burchgreifenb er»
weitert. Tluffer ber fpißbogigen Serbinbungötür jwifefjen
©übvorhalle unb Shorraum führt nodi ein jwcitcö portal
von Söeftcn l)cr nad) bem Snncrn. Ter gupboben befleht
auö SBarfilcin.
Tie füblidje Sßorwanb ausgenommen, ftnb fämtlidjen
SBBänben bcS Äirdjeninnern Smporen vorgclegt. Unter ber
Oftempore liegt bie jeßige Safriflei.
35er Äanjelaltar würbe in nuferer ßeit auf roße
®eife auS Stellen jufammcnge|lücfclt, bie von jwei ber ©litte
beS 17. Satyrl). angehörigen, urfprünglid) getrennt anfgcftellten
TtiiSftattungSftücfen flammen. SBornchmlid) bie Äangcl mit
ihren fdjön gefirnißten SörüjlungSfüllitngen, fowie bie Tlbenb»
mahlbarflelluug ber ehemaligen ^rebclla unb eine Arciqigung
ftnb trefftidje Tlrbciten.
Saufe unb Drgcl ffnb neuzeitlich. Sine ÄricgS»
erinncriingS» unb eine Veteranen täfel hängen im
Snnern. Sin baroefer Saufengcl wirb auf bem Äirchen»
hoben aufbewabrt.
3wci jeßt vernif»
feite 2lltarleud)tcr
2(bb. 25. ßoffar. auö söronje (2[hb. 25)
Äird)c, Wltarteiichtev. geigen bie Snfdjrift:
„AUF DIESEN LEUCHTER BRENNT
DAS LICHT KLAR, GOTT WOLLE
UNS LEUCHTEN MIT SEINEM
WORTE IMMERDAR, WIE AUCH
MIT DEN SAKRAMENTTEN REIN,
BIS WIR KOMMEN ZU DER CHRIST-
LICHEN GEMEIN“.
2lm gmß erfennt man bab Siabcnaitfcfje SÖappen
mit ben ©uchflaben „W. v. Rfabenau]“. unb
ber SahreSjahl „1662“.
Sin ftlberner, innen leicht vcrgolbetcr
93arocffelch (Tlbb. 26), 26 cm hvd), zeigt
am fyufl baö, ®raf v. ^imfcnfleinfche UBappen.
SReifler G. F. G., Stoffen.
3wei 5öitberbibelu flammen auö ben
fahren 1584 unb 1672,
Qlbb. 26. Sofiiir. Add) in bev Jtirdje.
Ter @rab|lcin bcS ©tegiömunb Srnfl
Goffar.
Qlbb. 27. ßoiTar. @rab|bein beb giegibnuinb ©ruft Atari von Unruh.
28
(SoHor — Grämersborn.
@arl von Unruh (2lbb. 27), geb. 12. 9?ov. 1711, geft. 31. SWärj 1763, ift an ber öfb
ltd)en 21ußcinvanb ber ätirdie aufgeflcllt.
Srei ©lorfcit. Sie öftlidic, 56 cm Surdim., flammt auß bem 3al)rc 167-1.
Sic füblidjc, 66 cm Surdjm., nnb bic nörblidje, 41 cm Surdim., mürben im 3ahrc
1877 von ?yr. öritbl in Jtlciinvelfa bei ©außen gegoffen.
Saß Herrenhaus wurbc nm bic ®cnbc beß 17. 3al)rl). alß ein im ©runbriß
rcd)tctfigcr, im 21ufban cingefchofftgcr, mafftver 'Pußbaii mit Vorfpringcnbcn Seiten«
flügeln von @eorg Siegmunb v. Änobelßborf crridjtct. 3m 3al)rc 1854 ließ ^anß
2lbolpl) SBilljclm von Äottiviß bic 21n(agc jnjeigefdiofftg aüßbaucu, mit Sdiicfcr betfen
unb bie SBorfyalle mit bem flachen 3infbad) aufführen.
2(ußer einer reicheren, in ber SDiittc mit einem ®cmälbc gcfdimütftcn Stitcfbccfc
im Spcifcfaal unb einfacheren Setfen in einigen Slcbenräumen hat ßd) auß ber erften
©aitjeit nid)tß weiter bcmcrfcnßwcrtcß herübergerettet. Sagegen ßnb außer einer
gefdjmatfvoll außgcwäl)Itcn Sammlung von barotfen Sritl)en unb Schränfcn fowie
alten Sßaffcn, 'Porzellanen u. bergt. in. vor allem bic biß inß @nbe beß 18. 3al)rl).
jurütfgehettben Äottwißfd)cn 2ftjncnbi(ber ju nennen.
Sränier^born.
CfrälttPVSibürn, 14 km norböfllid) von ßroffen. @em. 256 @ünv., 619 ha;
®utßbc;irt 58 @inn>„ 1694 ha.
„dremerßborn" gehörte im SJiittelalter Firdjlid) jum SBiötinn ^Jofcn, ivic ßd) auß
einer 2fuf(tcllung von 1308 ergibt. 21uf bem 9littergut faßen im 16. 3al)rl). bie Stößel
(vgl. ©erghauß, Vanbbud) III, 755). 'Paul von ©unbling
gibt in feinem 1724 crfdjiencitcn 21t(aß bie (Sjpd)linßfp
alß Söeftfjer an. Um 1800 wohnten hier 9 ©auern,
12 Äoffätcn, inßgcfamt 234 Einwohner. Saß bamalß
bem Dbcrförfler Utted)t ju ©eutnil? gehörige @ut fam
halb barauf an ben dürften von $ol)cnjollcrn; er ift audi
'Patron ber Äirdje, bie von jeher alß 5od;ter ju Vciterß«
borf gehörte.
10 5 10m
'.’lbb. 88. Grämcreborn.
©rimbnf; brr Äirctje.
Sie Streße (2lbb. 28 n. 29), ein unverpußter gad)=
werfbau auß 93atfftcin von redjterfigem Srnnbriß mit
breifeitigem ©ftfdjluß, einem Vogenanbau vor ber Sß«
l)älftc ber 9?orbfront unb einer gad)werfvorl)allc vor bem
in ber 9Äitte ber Sübwanb burdjgebrodienen 3ngang, erhielt in unferer Seit eine an
ber Süboflctfc ber 2lnlage errichtete, maffTve SaFriftei. Über ber verbreiterten iffieft«
front fi$t ein cbenfallß verfchalter, höljerner Sachaufbau, beffen leicht gefdjroeifte,
jinfgebetfte Jpaubc eine im ©runbriß quabratifche, offene Laterne trägt, bereit ^.'pramibc
Grümersborn.
29
von einer SBetterfafyne mit ber 3al)re$jal)[ 1776 befrönt wirb, Die einfachen, redjt*
etfigen Sidjtöffnungen finb, entfprecfyenb ben int Innern auf brei Seiten eingebauten
©mporen, an ben Sängöwänben in pvei Steifen überetnanber angeorbnet. Daö
Snnere ifl flad) gebeeft, ber gmfjboben gebielt.
ülbb. 2ü. Srüniciebotn. Itirdje von Slorboftcn.
Der Äanjelaltar jeigt ebenfo wie bie -Jaufc unb bie fonftige innere 2fut5*
flattung fdjlidjte formen.
Die Orgel flammt laut Mitteilung auö ber Veiteröborfer Äirdje unb ifl barorf.
Sie weift reidjcrcö 9tanfcnfd)ni£werf auf, baö jebod) jeßt braun überftridjen ifl. S)ie
30
Grömersborn.
figürlichen ^Beigaben über bem Jjauptgefimß: ber 2fpoftel ^aufuß (baß Sdjwcrt fehlt),
bie 1)1. ^Barbara (Äeld)), bie 1)1. S>?argaretl)e (Äronc unb £)rad)e) unb ber Tfpoftcl
^petruß (Sd)lü|TcI) ffnb Übcrrefte cineß öfteren, rval)rfd)ein(td) auß ber 'Ißenbe beß
15. ober bem Anfang beß 16. 3al)rl). bcrrübrcnben ©djreinaftarß.
21bb.3O. ßrämcrßborn. Hirdje, Vitarleud)ter.
Sine Srinnerungßtafef jum Tfnbcnfeu an
einen fOiitfämpfer oon 1866 bangt im Snnern.
3n>ei mefftngene, leidjt ver|ifberte 2(1 tar*
(eudjter (2(bb. 30), 55 cm bod), jcigen reidjeß
Siofofoortiament.
Sine mefftngene Sattffcbüffef mit ber £ar*
ftellung ber Verfünbtgung in ber Vertiefung unb
ber übfid)cn rein bcforatiocn Umfdtrift ift eine
ber bekannten SÄafienarbeiten ber wcft* unb (üb*
beutfdjen Söecfenfdjläger.
Sin 3innfefd), 18,6 cm ()od), eine juge*
hörige ^atene unb eine J?oftien büchfe
flammen auß ber crilen Raffte beß 19. Sabr*
bunbcrtß.
Sin 3innfe(d), 17 cm bodt, bat auf ber
Ättppa eingegraben bie Snfchrift: „Bartel Bvrck
Krämersborn verehrt Anno 1658 in die
Kirchen“.
Drei gcpolftcrte Stühle in ber ^.'atronatß*
löge gehören bem leisten Viertel beß 18. Sabr*
bunbcrtß an.
3'vei ®(ocfcn. Die (übliche, 42,6 cm
Durchm., hat am Jpafß bie fpätgotifdje «Dlinußfef»
umfdjrift: „ave maria gracia plena“. 15. Sabr»
bunbert. Oie nörblidje, 28,6 cm Durdjm., jeigt
über reidjem Ornament bie Snfdjrift: „George
Heller hat mich gegossen A. 1668“.
£)aß (Sufsljaus (2(bb. 31), ein rcd)terfigcr, mafftöer ^ufcbau, bcjlebenb auß
Socfef* unb Srbgcfdjog, bürfte ber erften Hälfte beß 18. fjabrl). angeboren. Oem
3ugang in ber 2(d)fc ber Sübfront ift ein überbccftcr, mafftver, jmeiariniger kreppen*
bau »orgelegt. Oaß gebrodelte Oad; ift mit 3iege(n gebetft.
Sm Snnern ftnb bie einfadjen ©tucfbecfen ber 9öol)nräume unb bie tonnen*
gewölbten Vlirtfdtaftßräumc im Socfelgcfdiof; für bie angegebene SBaujcit tppifd).
Grämersborn.
31
?(l'b. 31. grämertborn. ©ut^jauS.
32
Stoffen (@cfd)icf)((idje Einleitung).
0rabr Qroflcn.
Sinwohncrjahl (1919>: 8279; ©cmarfuitg 1800 ha.
£?. u c 11 c u.
Daff)aii5: Sllterc Urfiuiteit uitt Sitten finb nidjt vorfjaubeu. Pie geringfügigen Slrdiivalicn reichen
im allgemeinen nid)t über baß 18. Jahrh. Iffiiauß. — 'Dian von 1722 im Sitmugßfaal ber StabC
verorbneten. — Don befonberer 'Bebauung ift joad)im 507ollere? l)gnbfd)tiftlid?e Elironif. Sier Der
Kiffer, 1659 geboren, I6S9 biß 1733 ®iatonnß von Stoffen, erlebte ben 'Braiib mit nnb hielt nad) bem ’2ßieber=
anfban bic ®antcßprcbigt, bic er feiner ßljroiiit eingebettet bat. Don ben 11 Dänbcn feineß iföcrfrß baubelii
bte erften 8 aucfdiliefitjd) von ber Stabt, unb jroar Tom. I: „Don bem 9M;men tt. Erbauung", Tom. II:
„Don (Jroffnifd)cn Dbrigfcitcn, 'Denvefern, paubtlcutljcii, 9latl)en, AÜritlicben Deambten", Tom. III n. IV:
„Don Sroffnifdjcn Dliniftcrio" unb bet 'Dfarrtirdie, Tom. V; „Eroffiiifdie Sdm(= u. J?ofpital Ehronita"
Tom. vi: „Don Eroffiüfd)enCGelebrtcn",Tom.VH: „Supplement jtt ben ©clc&rten", Tom. VIII; „Don ber
ßrofiiiifdjen ’Bürgeridjaftßmatricul, f'eft, .*?ungcrßiiotfj, '2öcttcv= u. ®afferfd)abcn".
Dlujeuin ju Stoffen: Einige Urtunben unb Siegel vom 11. Jabrb. an.
(Sei). Gtaalsarcffio ju Serlitt: Urtunben vom 11. 3a6rb. au, jum Seil gebrueft in 9(icbc(ß
„Codex diplomaticus“ (vgl. and' Cod. diplom. majoris Poloniae); Sitten in ben fHep. 42, 15 imb bt"
fouberß in 9lcp. 78: III, 58 (Dranb von 17081, IV, 15; ferner in Step. 71, 3 unb Step. 93, D. — Sitten
auß b. Seit bei 30 j. Airiegeß in 9lep. 21 u. Drov. 'Brbbg., 9lcp. 7. CGriinbrif: von Sdilof; Eroffcn auß
bem 18. jabrb. in bet Kartenfammlung.
Gfoalsarcfjiv ju Drcslau: Uitiinbeu bei; fdilcfifdien J£>crjöge vom 13. 3abrb. an, vgl. (Sriinbagen,
„Siegelten jur fdjlefffdjcn EAefd'idjte" unb Stcnjcl, „Urtunben jur C'lefdvdcte beß Dißtumß Dreßlau".
Eine Stabtgefd)idite febrieb um 1815 (M. St. Dtatt(;iaß; fein 'IBcrt ivurbe 1819 burd) Stange
berauegegeben (für bie altere Beit unjuvcrläfiig!).
Statiffifdje Slngabcn bei'Dratring, 'Bcfcbrctbung ber Diart, III.'Bb. (1809) nnb Dcrgbauß,
'Jirueß Vaitbbud), 111. Db. (1856) foivic befoubero and) in DJebcfiiibß Wcfdndite brr Stabt unb beß
.ß'crjogtumß (1810). Über Dhinjcn unb Siegel vgl. 'IScrfc von Dabrfelb (Diiiiyivefcn ber Dlart)
unb Ajupp elßappcii unb Siegel beutfdjer Stabte).
®efcl)id)fe.
£)io 2fiil)öhcu am redjton Cbcrufcr |tnb ivtc gc)'d)iiffcn jur 'Anlegung bon S&c«
fejltgungcn, unb cö iff fieber anjitncbincn, baf; flnwifctjo dürften fdjon frühjeittg l)icr
eine 23itrg erriditet babcit, uinfontcbr, alß im 10. unb 1t. Subrl). ber „rcipenb fliepeitbe
Übct|trotn" alß (Sircujfdicibe jrotfdicn ben Teutfdien unb Slawen ven yolnifdier
Seite auß angefprodwii wurbc. Aud; in anberer Jjmfidit tonnten )Tdj bic Slawen
auf bem CMdänbc, wo cinil vor ber Dölfcrwanbcruitg 3?cutfd)c gewohnt batten, wol)l
fiiljlcn, beim |Ic betrieben ja ben gifdjfang mit (fifer, unb bicrjii bot ffd) am (Sinfluf;
beß 93obcr in bic i?bcr übcrrcidic (Gelegenheit. Per Äiclj mit feinen etwa l 3)ut?cnb
J^aitßflcllcn linfß ber SDbcr i|l wabrfdicintidi eine biß in baß frühere SDiittclaltcr
jurütfreidjenbe Sicbclung; biß in bao 17. Satyrl). wurbc !)icr wenbifd) geprebigt.
Alß im 11. unb 12. Saljrl). bic bcutfdjeit .ft’aifcr häufig itriege gegen bic Atöuigc
von 'Polen führten, gingen jic, von ber Vau|Uj fommenb, bet (iroffen über bic Sb er.
Der Ehronift 23ifdiof von 9)?crfcburg cf 1019), beriditet bcifpiclweifc von
ftatfer Jpeinridi II., er h«l't bfi feinem gclbjug gegen 23olcßlaw i. 3.1006 ben Cbcr«
Übergang bei „Erofno" bcwcrfftclligt. Per bamalß jum crftcnmal auftretenbe DSamc,
Großen (®efd)icfjt(irf)e Ginletfung).
33
fidjerlid) flawtfchcu Urfprungß, ift in Tftbcutfdilaiib fehr häufig ju finbcn; fo liegt
J. 33. ein „castrum Croszena“ bei einem widitigcn Übergang über ben fflfterfluß
im SOIetßncrlanb.
3m 12. Sahrhunbert mürbe ©dilcftcn gcrmaniftert, unb baß fflcbiet Von (Stoffen
fam unter ben Grinfluf? ber bort bcrrfdjenbcn piailcu. Tic £)bcr verlor fomit ifjrc
«Bcbcutung alß ©rcnjlinie. Tic J^crjögc, obwohl flawifd'er J^crfunft, bcgünftigten
äbnlid; wie bie ihnen flammvcrwanbtcn Könige von Polen ober bte J^erjögc von
Pommern bie ffinwanbcrung bcutfdicr 33ürger, unb fo ift anjunchmcn, baf? eine bcutfdjc
©tabt (Srolfcn etwa um 1200 cmporwudjß. llrfunblidic 9?adiriditcn hierüber fehlen
freilid) gänjlidi, ähnlich wie and) j. 33. baß crfte Sßcrbcn ber Stabt 33crlin in ticfeß
Tuntel gehüllt ift. Taß ffleläitbe bot für bie jujichenbcn Teutfdjcn mannigfache 2>or#
teile. ?(uf ben Jg>öl)cn gebiet) ber ilBcin, beffcn ?lnbau fie entführten. Tic S?bcr
auf# unb abwärtß tief? fid) bequem ©dnffahrt treiben. Taju fam, baß bic bei (Sroffen
ben Fhtp übcrfd'rcitenbc alte ©trage in bem SJZape, alß fidi bcutfdic Äultur in 'polen
verbreitete, immer widriger würbe. Son früh an wiirbe hier burd) bie lanbcßbcrr;
lidicn Bcllncr Soll erhoben; freilich unterfagte 33olcßlaw, Jpcrjog von Schielten unb
Polen, um 1210 feinen BcUncrn, in „.ftrofuo" von ben iWöndicn beß Äloftcrß parabieß
irgcnbwcldjc Solle ju erheben. Tlllerbingß batte bic ?agc audi ihre ©djattenfeiten, benn
2(cferbobcn gab eß linfß ber 5?bcr fo gut wie gar nid)t, fo bap bic 33ürgcr mit
wenigen Jpufcn rcchtß ber Ober vorlieb nehmen mußten. Taju tarnen nodi häufig
Übcrfdjwcmmungcn beß fumpngen, tief liegenben ©efänbcß im ©üben unb ÜBcftcn
ber ©tabt befenberß bürd' ben reißenben, nodi nidit cingcbämmtcii 33obcrftrom.
Tie von ben fd'tcfifdicn Jpcrjögen cingcfefeten ©diloßhauptlcutc ober „ffaftcllane"
werben häufig in ben llrfunbcn beß 13. 3ahrt). genannt, fo j. 33. am 28. 3unt 1203
in ber ©tiftiingßurfunbc für baß nicberfdilcfifdjc Äloftcr Trcbnip, ferner ber „Tribun"
( SXiditcr?) Mirzlav de Crösten bereitß 1202. Tie ©tiftßfirdic ©t. 33artholomäuß
biefcß 9?onnenfloftcrß würbe 1221 von ^>crjcß Jpciuridi I. privilegiert, unb ber Tfußftcllung
ber llrfunbc l)ierubcr wohnte „Sobeslaus comes de Crosna“ (= @raf von ff.) bei.
Jpcrjog JJcinrtd) I. unb feine fflcmahlin, bic heilige Jpebwig, hielten fid) bitt mit
^erliche auf. 1221 ftiftctc Jpebwig auf ber „hinteren Fifdicrei" ein fyransißfancr#
Äloftcr ju ffhrcn beß 1)1. jtrcujcß von 3crufalcm unb beß 1)1. Sftidiacf unb ließ rcdjtß ber
Cbcr bie 2lnbrcaßfird)c 1232 neu erbauen; bic bortige propftei würbe bem bifdwflidien
Sprengel von 33rcßlau untergeorbnet. ©in 3cbntftreit beß jperjogß mit bem 33tfdiof
Sorcnj von 33rcßlau würbe 1226 babin cntfdjicbcn, bap ber Äird)cnfürft von jeber
J&ufc in „ffroften" brei „S>?ap" (mensuras) erhalten folltc. 2(lß J&crjog ^iciiirid) I.
1233 bic bcutfdic ©tabt Slaumburg am Ehictß grünbctc, bcwibmctc er fte mit ben
ffroffener Freiheiten; fünf 3ahrc barauf ftarb er ju ffroffen. 1211 überrannten bic
wilben SOTongotcn 9?icbcrfd)lc|Ten, unb bie Trcbnißcr 92onncn flüditeten auf 9iat beß
Jpcrjogß Jpcinridi beß grommen nadi (Sroffen.
Tamalß bchntc ber mäd)tigc TOfarfgraf Jfpcinrid) ber ffrtauditc von SDlcipcn
jeitwcilig feine Sftadjt biß jur mittleren Tber bin auß, unb fo trat ihm je nad, Üßahl
1249 Jperjog Jpeinridi III. ffroffen, ©tabt unb ©dilofj, unb bajugehörigeß ffkbict ober
Jtundtrntm. t. >Pre». ffirtbg. VI. 6. 6roffen. 3
34
CEroffcn ((3efd)itf)flid)c Einteilung).
baß fanb jwifdicn Ouciß unb ©ober ab („Croznam civitatem et castrum et terram
ad Croznam pertinentem vel totam terram inter Quissum et Pobram“). Tod) bic
3rit beß SD?itßncr Ginflußcß war nur furj. Um 1261 faß «£cr$og jlonrab II. von
Schießen unb Polen hier wicbcr feß im Sattel; feiner ®cinal)lin Sophie von Steißen,
bie il)m eine SOTitgift non 1OOOO @ulbcn jugebradjt, fette er einige Sdjlöncr, barunter
and) (großen juni Pfanb. 1277 ging bie Stabt für 1000 SD?arf Silber in ben pfanb*
beßß beß aßfanifdjeu SJiarfgrafcn Otto von ©ranbenburg über, glcidifallß nur ganj
vorübergebenb, ba «fperjog Jjpeinrid) IV. non ©reßlau bie Stabt halb wicbcr cinlöfcn
fonntc. 3n einer Urfunbe Jperjog Jjpcinridjß von 1302 crfdicint J^err Seßco, Pfarrer
von Crozna, alß 3rngc. Ter große SIßafbcmar beftätigte am 20. 2(itgitft 1318 ju
Sagan baß Übcrcinfommcn, baß bie Stabt mit Sagan, ©iibcn, Sommcrfelb unb
Tricbcl cingcgangcn war, um gcmcinfdiaftlid) ben Sanbfdiäbigcru entgegenjutreten.
Tiefer ©unb iß ein ©eweiß bafür, wie bie ©ürger auf eigene £?auft Politif
trieben. 3in Jluguß 1319 weilte ®raf ©üntljcr non Mefeniberg bicrfelbft, um burd)
„@clb unb SÄcnfdicnfräftc" bic 2ßel)rl)aftigfcit ber Stabt ju ftärfen. Tieß gefebab
fcßoii nad) bem Tobe beß 'üWarfgrafen ÜSalbcmar, ber wenige SBod)cn juvor ben
J^crjögcit Jpeinridj unb Prpmfc „Greife Jpuß unb Stat unb alle bic ffliann bi barju
geboren" für ben galt feineß finbcrlofcn 2(bfd)cibcnß jugefagt unb ßd) bafür baß
£anb am rcdjtcn Ufer ber faulen ©bra ßattc abtreten laßen. So nahm bic branben«
burgifdjc Jperrfebaft nad) fnapp einem 2licrtcljabrl)iinbcrt ihr Gilbe.
Greffen verblieb von nun an über l’/s Sabri). bei Sdilcßcn. 21 in 13. §cbr. 1330
beftätigte Jperjog Jpeinrid) IV. ju ©reßlau feierlid) alle $reit)eiten ber Stabt, befonberß
binßd)tlid) beß ®crid)tßßanbcß vor ihrem Grbridjtcr. Tic lanbcßhcrrlidicu Jtaßcllane
vcrfdjwtnbcn allmäbltd) — alß leister wirb in einer Urfunbe von 1305 iO?ol genannt,
„castellanus de Croszena“; baß Schloß nahmen bic ©ürger an ßd). Gin Stabtßcgcl
bangt an einer Urfunbe von 1376 im Stabtard)iv ju Thorn.
Tic .(5er;ögc von Sdjfcßcn waren in mannigfadic .Stampfe mit bem polcnfönig
Jia ßmir bem (Großen (j 1370) vcrwicfclt. 3citmcilig geriet Großen fogar in polnifdjc
GJcwalt. Tod; um 1350 fette ßd) Jperjog Jpeinrid) V., ber Siferne, wieberum in ben
SÖcßt ber Stabt, ©et ber (yrbteilung, bic feine Söhne, alle 4pcinrid) genannt, 1380
Vornahmen, ßcl (großen jufammen mit Sdjwicbnß unb Sagan an Jpeinrid, VI. 3n
biefem 3abr werben jum crftcnmal ber ©iirgermeißer, Jllaucfc §ul)lc, fowic bic 8 9lat«
mannen, ferner and, bie öewerfe unb bic „®cmcinc", enblid) ber 9icftor ber Sdiulc
unb bie „Sdjolarcn" namcntlid) erwähnt. Gin 3al)t barauf fdjliditctc ber J&crjog einen
Streit ber ©ärger nut bem Torf (Moßfar wegen ber 4?ütung auf ber Siit'clwicfc unb
beß Gidjcllcfcnß im Cbcnvalb. Überhaupt fuditen bic ©urger ihren Guißuß weit über
bic ßäbtifdien ©lauern l)inauö außsubebnen. 2llt>9ichfclb warb ihnen bcrcitß 1321
verpfänbet, unb einem 'Privileg beß Jjpcrjogß ßBcnjel jufolgc gehörten 1420 ber Stabt
außerbem noch bic „J^unbßbcllc", 2llts9ichfclb, Tfdianßborf, pfeiferhabn unb ber ISalb
bei bem „ücfßfdjcn".
9icid)c fird)lid)c Stiftungen würben gemadjt. So ßattetc Johann iDhinsmciftcr
1384 ben ©arbaras2l(tar in ber 'Pfarrfirdie mit einem 3i»ö ben 71/’ Silber
(Sroffen (@efcf)icf)fltcf)e Einleitung).
35
auß, unb 13bb fnftetc ber prieftcr peter von Ärafau ein Jpofpital, bem and, halb
eine Mtrdtc mit vcrfdjicbcttcn Elitären angcglicbcrt würbe. 2(upcr bem granjißfaners
Äloftcr, befien ©uarbian unb Sörübcr 1272 urfunbltd) erfdjeinen, war audi ein
Dominifancr«j?lojtcr erftanben (12s5 urfunbltd) genannt).
Sin fehwerer Sddag für bte Stabt war 1131 ber Stttfail ber J^uffitcn. ÖBic
crjäljlt wirb, jog Jpcrr 3)?artiit, „fo ein 'Prior ber Dotninifaner war", famt feinen
SDiöndwtt bic Diüftttng an unb rief: „'iBollt ihr ettd) nidjt wehren, fo tue id) eß 1" ... Sott
ber SVittc beß 15. Sahrbunbcrtß an bebnten bic J&oncnjollcrfdtcn 'Piartgrafcn von
SBranbctibitrg iljrc SJiadit mcl)r unb mehr nad’ Süboflcn bitt auß. 9?ad) vielen 2ßtrrcn
unb Sßcdtfclfällcu, über bic in ber @cfd)id)tlid)cn Siitlcitung ju biefem Panbe naljcr
beriditet wirb, fam Greffen „Slofj unb Statt" 1482 an .Hur für ft 2(Ibrcdjt 21d)illcß.
Seitbcm ift Greifen bei Pranbcnburg geblieben. 2llß Jpauptmann über „Stoß, Stabt
unb 21mt", ju bem fpätcr Söobcrßbcrg unb runb 25 "Dörfer gehörten, waltete bamalß
Sitelfrif @raf ju Bollern. 1509 erteilte Seadjim I. ber Stabt ein Siiunjprivifcgf fo
baf) fte burd) Den SDiünjmciftcr Sngclharbt neueß Selb fd)lagcu fonntc. 1535 erfaufte
bie Stabt, bereu Söürgcrmciftcr granj Dlcutnann, ber fpätcr fo berühmt geworbene
SDictitcr beß 3ol)annitcr«£?rbcnß, war, baß Dorf $T>crg von SPafttan von Änebcloborff;
bic Urfunbe hierüber ift tut ftäbtifdicn SOiufcttm aufbcwaljrt.
1525 trat ber elfte cvangclifdtc prebiger, Jpeittrid) $amm, auf. Die neue Vebre
fanb halb Eingang, befonberß ba 1535 nad) bem Sobe Soaditmß I. bic Stabt famt
bem ganjen Vanb an »Warfgraf d&anß Von Güftrin, ben erflärten geeint» päpfclichcr
febre, gcfommctt war. Die -Vtlöftcr würben cingejogen, mattdjc Tlltäre entfernt. Der
fparfantc J^ofecnjollcr lief; 1511 auß bem an ibn abgeliefertett jfirdjenfilber fogen.
„ Dütd’en" prägen unb trat bafür ber pfarrfird)e eine gorberung von 800 ©ulbctt,
bic er an ben 9iat batte, ab.
SWarfgraf 4?anß hielt ftd) mebrfadt in ber Stabt auf. 1540 naljm er biet’ bic
J?iilbigung ber Siitterfdjaft cntgcacn. Seiner ©cmahlin -fiatbarina von fünebttrg wieß
er Greffen alß SSitwcnidö an, unb 1551 bnlbigtcn bic Bürger fctcrltd) ber gürftitt.
gortatt bürgerte ftd) bet ben Jpobcnjollcrn bic ©cpflogcnbcit ein, baß Sduof; alß Sßitwcn»
|IU ju beftimmen. 2Htc Inventare, bte über bic reidje (Stnridjtuiig 2luffd)luff geben,
bähen ftdt int (Geheimen ®taatßard)iv ju Berlin erhalten.
Die 9Bc()rbaftigfcit Der Söürgcr nahm vom 15 Hahrl). «n erljcblid) ab. @cgctt*
über ber 2lrtil(cric verfagten bie alten 53efeftigungen. (feine furditbare f'etbenßjeit
brad) mit bem 30jäbmgen Ärteg herein. 1631 fetten ftd) l)icr bie Sd)WCbcn feft unb
verteibigten ftd) am l.SOtai, obwohl nur 260 SDiann ftarf, tavfer gegen 6000 ötaifer*
lidtc unter Dberit G5öt. Eine ®od)C barattf ging bic Stabt in glimmen auf; 162 Jpäufcr
fanfen in Sdjutt ttnb Srümmer, unb nur bie 1612 erbaute gtfd)cretfird)c uub einige
J^äufer an ber Siiüttje blieben verfdwnt. 5m SD?ai 1633 witrbc baß ficinc Jpäuflein
Sdjwcbcn von neuem burd» Saufenbe von Jtaifcrlid)cn beilürmt; wteberum vergebenß!
Dodt im Dftober 1633 erjwang |Td) ÜßaUenfteitt bett Eintritt. 1636 jogen bic Schweben
von neuem ein unb hielten von 1639 an bte Srabt bauernb befett, biß fte enblidt
1611 abjogen unb einer furbranDcnbttrgifdtcn SBcfatiung baß gelb überliefen. Sinern
3»
36
Großen (©e[d)id)llid)c Ginleitung).
gleichjcitigen 33erid)t jufolgc waren bamalß erft 157 Jpäufcr aufgebaut werben;
305 ißauflcllcn tagen wüft, bereit Söefiger „mehrcnteilß burdi bie grimme ^Peft hinweg»
gerafft ober inß Glcnb verjagt waren".
9?adi bem QBcfffäfffdjcn gricbcn nahm bte Äurfür(tin»$Bitwc Glifabctl) Gliarlottc
in ber Stabt ihren 9Bol)n|Uj unb lief? ffd) eine Äapellc tut Edilof; cinriditcn. 9?cuc
Äriegßjeitcn begannen 1675, bod, tapfer hielt fid, bte Etabt gegenüber ben vor»
bringenben Ediwcben. Som 3al)rc 1676 an fjat fic fid) unter bem Ed)iig ber .fjohen»
jollern, von bem 9iuffcneinfall 1759 unb ben wenigen Satiren ber granjofenjeit nad)
1806 abgcfct)cn, bauernben griebenß erfreuen fönncn.
9lad> bem ©raube von 1708 bliihtc ßroffen rcriit auf. Pie (Sinwobncrjahl flieg
biß 1750 auf ungefähr 3000, Ijat fid) bann in ber 3cit bon 1750—1850 nodi mehr
alß vcrboppclt. ffiährcnb man um 1719 nur 276Jpäufcr mit Bwgclbädicrn in ber
Stabt unb 115 Jpäufcr in ben Sorfläbten jät)Itc, gab eß bereit um 1750 bereite 114;
etwa je 7 S)?cnfd)cn Famen auf ein Jpauß. @cgcn ‘Xußgang ber 9iegierung gricbridiß
beß ®rofjcn bcfdjäftigtcn 58 5udimad)cr unb 160 Sßollfpinner runb 400 'Arbeiter unb
festen tim 1800 für weit über 60000 9lcid)ßtalcr an Üßarcu ab; bic ?lußfuhr ging
fogar biß nad) Sdjwcbcn bin. 9?ebcn ber ^udimadicrci war bic ©rancrci ein Jj>aupt»
nahriiugßjwcig, bcun bei bem Jtöniglidien 2lmt wurbc ein „bcrüljmtcö UBcigcnbicr"
gebraut, unb in ber Etabt fclbfl gab eß 119 „perpetucUc ©rauhäufer".
(*twa von ber SJiitte beß 19. 3al)rl). an trat ein Etillftanb in ber Gntwicfluitg
Groffeitß ein. 9iein äußerlid) jeigte fid) bteß barin, bap bic ©evölferung ober fanf
alß flieg. 2iud) ber SkrFcljr liep nadi, jumal bic S?bcrfd)iffahrt ebenfo wie ber
„Söerlin»©rcßlaucr Etcinbahnvcrfchr" nad) ber (Eröffnung ber nicberfd)lc|Tfd)»märfifd)cn
Eifcnbabn „auf baß Söcbaucrlidjftc abnal)in", fo bap halb nad) LS50 gute ©cobaditcr
Von „juncbtnciibcr SBcrarinung" fpradien. Pie Sudimadicrci ging völlig ein, unb 1912
verlief? ber legte SJlciffcr bic Etabt. 2lud) bic ©ratteret liiclt fid) nidit auf alter ^öhe.
Paß Pomänenamt lüfte fid) infolge beß ScrFaufß ber Vicgcnfdjaftcn an private auf.
3u neuerer l<nb freilid) ber Etabt burdi mancherlei hierher verlegte ©cl)örbcu
gewiffe Sortcilc erwadjfcn. Son befonberer ©ebeutung war eß, baf; Greffen alß Jjaupt»
(labt beß Ärcifcß auß ber Gfntroicfluttg ber burd) baß (Jlcfcg von 1872 auf neue @runb»
läge gcflclltcit Ärcißvcnvaltung 9?ufcen jog. 2lud) eine ©ariiifon, nämlid) ein ©ataillon
beß feit 1870 fo berühmten 9vegimcntß von 2llvenßlebcn, bjiclt feinen Ginjug.
ätirchlid) jcrfällt bic Etabt, bereu Pfarrer (plebanus) 3ot)anncß 1226 bereits?
urfunblid) erfdieint, in 3 ^.'arodiicn, nämlid) Etabtfird)c Et. SDiarien, Edilopfirdjc,
unb cnblidi bie Jiirdje Söerg vor Greffen. Pie Prtfdiaftcn 211t» unb 9icurcl)fclb,
^feifferhahn, ferner Sßtelow, @oßcar, Jpunbßbcllc, Ääl)mcn, Wicrjborf, OTurjig, üodiwiß
finb ju biefen Äirdien eingepfarrt. 3m Sßappcit führt bic Etabt in @olb ein roteß
Etabttor: jwei mit genflcrn unb 3ittiictt vcrfcl)cnc Sürmc, jwifdicn benen ein .ßauß
mit Eattclbad) fleht, vorn ift eine ftlie angebradjt. 3n ber golbncn Poröffnung ber
fd)lc[ifd)e 2lbler: fdjwarj mit filberncm J^albmonb auf ber Sörufl.
9lbb. 32. Stoffen. StaMplan nad) einer SBermefiung oom 3af>re 1721.
38 (Sroftcn ((Sntwidilungsgcfd)id)fc unb Einlage ber Stabt).
Teulnnäler.
Cucllcn für ben tunftgcfd)id)11id)cn Seil.
Citeratur:
1) Jnant>fd)riftlidie Gtyronif von Soad'im 5Röl(er.‘)
2) „Gljronica" ber Stabt Großen von ©ufiav Qlbotpfi 9)iattf)iaß. Großen unb Sielenjig 1849. Ü? erlag
von Gart 9lange. Gütige Grgänjungtn bietet für bie jroeite f?älfte beß 19. Safirb. bie 1895 en’dtienene
Gfronif von G. v. Öbftfetber.
SIbbtlbungen unb $täne:
1) 93erfd)iebene ?lbbilbnngen ber Stabt im Grofiener 9)iufeum; bie beadjtenßroerteßen flammen von
bem t)ot(. ©enieoffyier Toor van Galt. 2) ?lnfid)t ber Stabt uad) «Betjolb in ber preufiifd)en Staatebibliotbef
ju «Berlin. 3) Tret allerbingß nicht eintvattbfreie Sfijjen ber Stabtanlage bei SfKattfiiaß. 4) «Plan ber
Stabt anß bem 3«bre 1721 in ber ’PianFammer beß SWmifierüimß ber öffentlichen Qtrbeiten. 5) üleuefte
StabtvenneiTmtg.
Gntwi(fIuHgßgcfd)id)tc unb 2fnlagc ber Stabt.
SBolß feiten läßt ein ßäbtifdwß ©cmcinrocfcn beß Montafon Sßenß ben gangen
Gntwicflungßgang feiner Tfnfage fo bcutlid) erfennen wie Greffen (Safcf 3 unb
2(bb. 32), bie Jpauptßabt beß ehemaligen gleid)itamigcn JjcLogtumß. Ur« unb (Stamm«
ßebehing fowie germanifdjc 9?cugrünbung liegen Ijeitte nod) gewißermaßen für ßd)
abgegrenjt Har Bor unferen 2lugcn, unb wo infolge beß festen Bcrljccrcnbcn ©raitbcß
Born 25. 2lpril 1708 bic 2lnl)altßpunftc über bic urfprünglidjc ©cßaltung beß 95c«
bauungßplaneß ber Stabt innerhalb beß S)?aucrringß ju fehlen fdieincn, hilft ber ein«
gel)cnbc 93cnd)t beß gfcid^citigcn Ghronißcn SDiöllcr über jcglidicSdiwicrigfcitcii hinweg.
9Bcnn ältere Gljronißen wie Sl)ictmar Bon 9J?erfcburg für bie Seit um 1000 bercitß
ben 9?amen Greffen anführen, fo famt ßd) biefe Grwäl)nung uumöglid) auf bic plan«
mäßige Einlage ber heutigen Stabt beziehen. ©emeint ift bic flawifdic llrßcbcfung, ber
heutige äticls, mit bem Borgefdtobencn Stütjpunftc, bem Sdtloßc. ©ebörten bod) beibe
frübfltitig fuwn jufammen, wie u. a. and) ein biß in bic ueueße ßcit beftchcnbcß
2lbhängigfcitßBcrhäftniß beß Jticgcß Born Sd)foffc folgern läßt. Tie Stabt afß foldje
iß jüngeren Urfprungß; ßc trägt uttBcrfennbar bie tpptfdjc ©cftalt einer ©rünbung
beß begiunenben 13. 3al)rhunbcrtß. Tie nad) wohlburdibaditcm «Pfau Borgcnommcnc
beutfdje 9?eugrüubung ßcl)t )boI)1 in unmittefbarem 3ufam>nenl)ang mit ber angeb«
tidjen 93elcil)ung ber Stabt mit bcutfdjem 9icd)t im 3al)re 1208.
Gin hdfbeß 3abrl)utibert jünger iß bantad) bie „9?cugrünbung" ber Stabt
granffurt a. £). Sßcfd) mcfcntfid)e fHcucruitgcn aber ber Stabtcbau innerhalb ber
angegebenen Seit ßd) ju eigen gemad't hatz erhellt wol)l jur ©enüge, wenn man baß
beinahe fdjon feßematifd) entworfene, redßroinfclig berlaufcnbe Straßennetz ober bic
burdjwcg annäl)crnb quabratifdjen Jpäufcrinfcltt biefer Stabt (Bgl. SDanb VI, Seil 2
Stabt granffurt a. S., 2lbb. 2) ucrgleidß mit bem unregelmäßigeren ^Maubiib, baß
Großen bietet. Gin anbereß nidit unwcfcntlidwß 9J?crfmal, baß beibe Stabtanlagen
unterfdjeibet, iß bie Satfadje, baß bic ^>auptucrfcorßßraßcn Großcnß im ©egenfaß ju
*) 23011 ben tm erßen Triuel tee 18. Saini), niebcrgefd riel'citen vier$el)ii fBänben waten brcijel)ii
im Grofiener .«Hatbauß aufbetvaljrt. Ter 3cl)nte «Bant iß verloren gegangen.
Sroffen.
Safel 3.
?!(>[>. 33. (Jroffeu. 2tufid)t ber Stobt nad) ^efeolb um 1711.
Großen (Sntwichtungsgeicfjirfjte unb 2lntage ber Stabt).
Qtbb. 34. (Jreffen. Qlnftdjt ber Stabt nad) ’Petmlb, Qlubfdjuitt.
•i
40 Groffen (<£ntwichlung5gefd)id)te unb Einlage ber Gtabt).
ben bem Sbcrftrom parallel laufcnbcn glcidjbcbcutcnben Straßenzügen »on Jranffurt
[entrecht auf biefen gluß juftoßen.
2htd) in ber ringförmig vcrlaiifcnbcn Umwallung (2(bb. 32), bie allcrbingß nicht
julefct auch burd) bie (Eigenart beß ©clänbcß bebingt fein mag, trägt unfcrc Stabt mehr
ben ßharaftcr älterer Sicbclungcn wie SOTünchcbcrg ober Vitcfau; bagegen unterfcheibet
|Ie (ich feineßwegß »on ben meiften mittelalterlichen ©rünbiingcn hinftdjtlidi ber 4'lat^
wal)l für bie Jpauptpfarrfirdjc unb ber 2lnorbmnig beß vor bem SBranbe
Vorn Jahre 1708 mitten auf bem SWarftplafc gelegenen Siathaufcß mit feinen Scharren
unb fonjtigen Anbauten. Sclbft baß wie bei Jucfau bidjt an bic Stabtmaucr grenjenbe
Äloftcr fehlte nicht bei ber mittelalterlichen ^langcftaltung. Tie, nach einem auf ber
Cftfcite noch erhaltenen 9ieft ju fdiließcn, auß SBacfflcin errichtete 0,80 m ftarfc, von
vielen Sd)icßfdiarten burchbrochcnc Stabtmauer befaß urfprünglid) außer bem Sbcrtor
im Storbwcflcn, bem ©logaiter Sor im Silben unb bem Steintor im £)jtcn noch jmei
9?ebcntorc, bic Schüßen« unb bie Sanbpfortc.
Jn bie SBcfcftigung mit cinbejogcn mar baß Schloß, bagegen wurbc ein ün Jahre
1221 gegrünbeteß §ranjißfancr«Äloitcr mitten im ©cbict ber flaroifchcn Urßcbclung
errichtet; aud) baute man ein @corgß»Jjofpital mit zugehöriger Äirdje wie üblich
vor bem Sore ber Stabt. Ter außbrüeflid) bcrvorgchobcnc Stcubau ber St. 2lnbreaß'
firdje auf bem SBcrgc vor Giraffen burd, bte bl. Jjcbwig im Jahre 1232 läßt mit
Ziemlicher Sidjcrhcit barauf fdjlicßcn, baß wir in il)r baß ältefte, zum Jmecfc ber
Ghriftianijtcrung ber Slawen gcgrünbctc ©otteßl)auß erfennen bürfen, währenb bie
fpät erft ermähnten Kapellen auf ben vcrfdjiebencii ^riebbofen ber Stabt bic jüngften
.ftirdtenbauten barftcllcn.
Ter 95crid;t von einer 2lußbcffcrung ber Stabtmaucr um bic £D?ittc beß
14. Jalirli. barf alß ^Beginn beß mafjiven Tlußbaucß ber SBefcftigung gebeutet werben,
ferner beitätigen immer wicbcrfchrcnbc 9tad)rid)tcn vom J^öhcrlcgcn unb sPfIaftcrn
ber Straßen, vom mafftven ‘.’lußbau ber Jpäufcr u. a. m., baß man erft allmäl)lid) baju
überging, bie erfreu Slotbautcn burd) bauernbcrc zu crfchen. So würben nod) im
Jahre 1579 an Jpanß Schulz 15 Sftarf Silber Prämie gegeben, „weit er ein fteinern
Gfrfhauß in ber ©logaucr Straße gebaut".
)5attc fd)on u. a. bie balb nad) ber 2lufhcbnng ber beiben Älöftcr um bic SKitte
beß 16. Jahrl). erfolgte 9hcbcrlcgung beß Tominifancr=Äloftcrß bie Sdjaffung beß
Dteumarftcß unb bamit eine nidit uinvcfcntlidje Änbcruitg im alten ^lanbilb ber
Stabt zur §elgc, fo war bieß weiterhin noch ber §all, alß beim Sßicbcraufbau ber
Stabt nach bem SBranbc vom Jal)r 1708 gricbridi 1. neben verfd)icbenen ^Befreiungen
unb 2'orrcd)tcn ein genaueß „Qiaurcglcnicnt" für (Sroffen erließ. Tic einzelnen fünfte
biefer SBauvorfdjrift hier aufzuführen, würbe zu weit gehen. (Sine 2lnftd)t ber Stabt
auß bem Anfang beß 18. Jahrl). fertigte ‘J'eiwlb (_2lbb. 33 u. 31).
Qlußcr ben vorreformatorifdjen ©otteßhaufern, benen and) bic Äloftcrfirdjcn,
bic gricbhofßfapcllcn unb bic Äirdjc beß im Jahre 1S25 zum größten 3eil in neu«
qctifdjcm Stile vollftänbig umgebauten St. ©corg^ofpitalß in ber ©logauer Straße
zugcred)net werben muffen, ßnb nod) bic jüngeren ©otteßhäufer h’cr Zu nennen. Son
Großen (6t. Ölnbrcashtrdje).
41
teilen ifl bie ebcnfallß auß ber erflen Jpälftc beß 19. 3abrh. flammenbe Synagoge in
ihrer 2frd)itcftur völlig anfprud)ß(oß. 2lucb ber im Saßet 1851 errichtete Söacffletn«
bau ber in ihrer 2lnlage rccßtecfigcn unb im Sflen mit einer polygonalen 2lpflß «er;
feßenen fatßolifcßcn jltrcße weicht nicht non anberen gleichartigen ©otteßßäufern
bcrfelßcn 3cit ab. Grwäbnung vcrbicncn bagegen bie in ihrem Söcflß ßeflnblicßcn
reichgeflicftcn SHeßgcwänbcr, bic non ©eitner in 93rcßlau im S«ßrc 1871 gegoltene
©locfe mit 59 cm Surdnn., ferner jWei auß einem ^Berliner Wcufeum leißweife über«
laffcnc baroefe SBilbcr, von beiten baß eine SRaria mit bem Gßriflußfinbe, baß anbcrc
bie Anbetung ber J^irten barftcllt. Äunflgcfd)id)tlid) wichtiger ift ein ebenfallß in biefer
Äirdjc fjängenbeß Sriptydwn beß 16. Saßrß., befien 93ilbcr ben SBefudi ber Sßeifen
auß bem SDiorgcnlanb im Stalle ju 93ctßlcßcm wicbcrgcben. Giugcßcnberc 93cßanblung
alß baß fatßolifd)c ©otteßbauß erforbert bagegen bic ^Reformierte ftirdje. — Sie foll
baßer mit ben beibcii wichtigeren ©otteßhäufern ber St. 2(nbreaß; unb ber SRarien«
fireße, jeboch an Icyter Stelle cntfprcchcnb beßanbclt werben.
®te Sf. Slnbreashtrcße.
SBaugcfchichte.
S)aß feiner ©rünbung uad) vcrmutlid) ältefle ©otteßhauß, bie St. 2tnbrcaßfirdie,
Hegt, wie erwähnt, nid)t in bem planmäßig angelegten Stabtgcbict, fonbern auf
bem SBerge vor Großen. 2(ußcr ber Überlieferung von bem buren bic 1)1* -ßebwig
vorgenommenen Slcubau im Saßre 1232 fehlt jcglidic nähere Sladjridit über bie
5lird)C. Sßäßrcnb beß SRittclaltcrß unb im Srcißigjährigcit dtrieg teilte ße baß
Scßicffal fo vieler anbercr völlig außgeplünbertcr ©otteßhäufer, fo baß ße nad)
bim Kriege einem Slcubau ^piafc madien mußte; bod) muß aud) biefer, nad) bem
SBeridjt beß Gßroniflen SRöller 511 fd) ließen, ju 2lnfang beß 18. Sabri), noch mand)
wertvollcß, mittclaltcrlidicß 2lußftattungßflücf bcfcßeit haben, tun SDftober lfe21 würbe
aud) biefe ihrdie wegen 95aufälligfcit gefchloßen unb halb barauf abgebrodien. 2lm
8. 2üig. 1825 (egte man ben ©runbßcin 311m jeßigen @otrcßl)auß, baß am 4. SWärj
1827 eingeweiht würbe.
95 a u b c f d) r e i b u n g.
Sie felsige 2(nbreaßfirchc iß ein mafflver ^Jufebau in Siunbbogenßil mit einer flehen«
feitigen 2(pßß unb einem im ©runbriß quabratifdwn Sßcftturm. Ser innere 2(uebau
entfpridit in feiner Slücbternßcit bem trorfenen Stilcmpßnven ber genannten 3^*1-
S>on crwähncnßwerten älteren 2(ußßattungßftürfen ßnb 511 nennen:
1) Gin mcfßngcneß Sau fbeefen mit ber Sarßelluug 2(bain unb Gva am Söaum
ber Grfcnntniß unb einer rein beforativen llmfdirift, fpätcftcnß 17. Sahrßunbcrt.
2) Gin ötcld), ßlbcrvcrgolbet, 23.6 cm l)odi, mit ben Sieliefß ber jwölf Tlpoßet
am Sed)ßpaßfuß uub Slenaißanccornament am Knauf.
Ser 3fnfd)rift: „HOC ACC1P1TE IN CAL1CE QVOD EFFVSX'M EST
EX LATERE EIVS“ (= Gmpfangct im Meld,, waß auß feiner Seite gefloßen iftj
*1
42
GroHcn (6t. 2(nbrcashird)e).
entfpredjcn auf ber jugebörigen, mit einem SBcityfrcitj »crfcbcncn spa teile bte 2Öcrtc:
„HOC ACCIPITE IN PANE +
QVOD REPENDIT IN CRVCE CORPVS CHRISTI“
(= Empfanget im S3rct ben feib «Sljrifti, ber bet nm Ärcitjc Ijäiigt).
©ie ißibmung auf ber llntcrfcirc beß Äcldjfu^cß (nutet:
BALTH • BANDOVIfVS]
PfASTOR]. ET SENIOR • A • D •
Andr (= ad Andreae ecclesiam)
CROSNCE 1655.
MARTI[N| LEMAN
PAVL RIDIGER
Kirchen Vorsteher
wiget 481ott.
3) @ine jinnerne ©e cfclfauuc, 27 cm ljod), mit ber 3al)rcßjal)l 1780.
3« ber Surmvorfyalle ilcljt baß ©cnfmal beß fgh ’preup. Jpauptmannß 3cl)ann
2ßi(l)c(m ». SLs'ogcl, geb. am 21. ©ej. 1751 ;it Aüftrin, geft. am 9. iuli 1803 ju
Ääfymen unb beigefetjt in ber SDcrgfirdic am 11. 3uli 1803. ©er im Orunbrif; redjt«
eefige Unterbau wirb von einer an eine i?afc gelernten trauernben graucngcftalt
bcfrbnt.
©rci @ lo cf en. öie weft(id;c, 89 cm Turdpn., trägt um ben J?alß bie fpätgotifdic
SD?inußfe(infd)rift: „o anno [d]omini m°ccccx>it0 fvsa o est o b[a]ec o campana ° in
o honorc[tn] ° sancti o andre[a]e.“ (= 3m 3abrc 1107 witrbc biefe @locfc bem
tl. 21nbrcaß ju <5brrn gegoffen).
Tie ö|Hid)c, 1,08 m Turdjm., geigt auf ber Jpaube nadjftcbcnbc 3nfd)rift:
„AUS DEM FEV WER BIN ICH GEFLOSSEN DIETERICH KESLER ZV
CVSTRIN HAT MICH GEGOSSEN ANNO 1651 / EST VOX ILLA DEI
AD TVA TEMPLA SACRATA VOCAMVR / VT TVA SIT CHRISTVM
FIRMA PRECARE FIDES / HAEC NOVA CAMPANA FVSA ET
FORMATA EST ANNO SALVTIS NOSTR VE M DC:LI:TVM TEM-
PORIS S\ B REGIMINE / SERENISSIMAE PRINCIPIS AC DOMINAE
DOMINAE ELISABETHAE CAROLINAE MARCHIONISSAE ET ELEC-
T[O]RIS BRANDENBVRGfENSIS] / VIDVAE EIVSDEM CONSILIARI-
ORVM FIDELISSIMORVM ILLVSTRIVM GENEROSISSIMORVM /
PRESTANTISSIMORVM ET DOCT[ORVM]: / DOMINORVM DOMINI
IOII: FRID: LIBERI BARONIS A LOEBEN SERENISS[IMI]: ELECT[O-
RIS]: BRANDENBfVRGENSISJ: CONSILIARII INTIMI ET PR[A]ESID1S
/ CROSNENSIVM DIGNISSIMI VT ET ERASMI ATROSCHIGE MARE-
SCH YLLI ET CONSILIARII AVLICI ET CHRISTIANI HEREDESIANI
CONS[VLI]I: / SIMVLAC PASTORIS IN ECCLESIA MONTANA QUAE
VOCAT'.R PENES S: ANDREAM F: P: T: FIDELISSIMI DOMINI'
BALTHASAR1S BANDOVI / DIECESEOS CROSNENSIS SENIORIS
SALVAT NOS MISEROS GRATIA SOLA DEI MERTEN LEHMA.N
PAVL RIDIGER MATHE VS GOLAST K: V:“ C= ©aß ijl jene Stimme
@ottcß. 3» ©einer gcrocil)tcn Stätte werben wir gerufen, bamit ©cm @Iaubc feft
fei, ßbriitum anjubeteu. ©iefe neue öleefe würbe gegeffen unb wcl)l gebilbet im
3al)re unfereß Jöcilß 1651 unb jitgleid) unter ber 9tcgicrung ber crlaudjtcftcn gürftin
Großen (61. OTaricnfiirdje).
43
®ie
-ö - C .
Sßie bei
©otteßbaufern
Slbb. 35. UroiTen. SDlarienfirdje.
Gifentonflrnftioii beß neuen Zunnaufbaiieß nach ^>ugo £id)t.
unb Jpcrrin, ber SDiarfgräßn ©lifabctl) Charlotte, ber Sßitwc
beß JfUrfürftcn »en Sßranbcnburg unb beß Jpcrrn ber
trcucitcn State, ber crlaudjtcftcn, cbclßcn, »ortrcfflidiftcn
unb gclcljrtcflcn SDiänncr 3ol).§ricb.greil)crrn »on Vocben,
beß geftrengften furfürftlid) branbcnburgifd)cn »ertrau«
teilen Siatß unb bodiwürbigcn Vorft^enben ber Croffener
fowic aud) beß SJiarfdjallö, beß Sfeofs unb crblidjcn djrift»
lid)cn Siatß ©raßmuß »on Srofcnica, glcidjjcittg aud) beß
^farrcrß an ber Sßcrgfirdjc, bic neuerbingß ©t. Tlnbrcaß’
firdjc genannt wirb, beß trcucitcn Jpcrrn Söaltljafar ©an«
bo»iuß beß 2lltcftcn ber öroffencr Tiöjcfc. SOtöge unß
©lenben ©otteß cinjigc ©nabe jum Jg>cilc gereichen. SWartin
feljmann, *Paul Stibiger, SDtatheuß ©olaß, Äirdjen»ätcr).
darüber fjängt eine britte ©locfc, 42 cm ^urd);
meffer. Sie ift oßnc Snfdjrift, »on fdilanfcr ©cftalt unb
gehört bem l)ol)cn SDiittclaltcr an.
'glcidjbebcntcnbcn
bei ber Croßcncr
baß Tatum ber
Gfabfpfarrliirrfje Gl. 'lllarien.
93augcfd)id)tc.
ben meiften anberen
ber ^.'roBtnj ift aud)
SDiaricnfirdje
©runbfteinlcgung nid)t befannt;
eß fällt jebod) unjweifclljaft in
bic §cit beß planmäßigen 2(uß?
baueß ber Gtabt im 13. 3abr»
l)unbcrt. ©ine Vorgängerin an
ber glcid)cn Stelle bürftc ftc wie
bic Vurfaucr SDiartcnfirdjc nicht
gcljabt ljaben, ba ja woljl, wie
bcrcitß bet ber SDcfdjreibitng
ber Stabtanlage bcr»orgcl)obcn
wurbc, bte St. 2lnbrcaßfird)e
alß erfteß ©otteßbauß »or ber
©crmanijicrung biefeß ©cbictcß
bctradjtct werben muß. 33ci
bem »eiligen Jcljlcn jcglidicr
bcitimmten 9tadjrid)t über eine
baulidjc Jätigfeit an unferer
‘Pfarrfirdjc im Sftittclalter ift
man aud) hier, wie bei §ranf«
furta.C. unb anbcrwärto.barauf
44
Greffen (6t. ’Htarienhircffe).
angewiefen, eine foldje auS ben übtidjen Berichten von 2Iltarftiftungcn ju feiger«, wie
fte unS u. a. auS ben Sahrcn 1381, 1405 oocr 1412 überliefert werben. S£?afj ge*
nügcnb SRittcI jur Verfügung ftanben, bejeugen reidjc ©djenfungen, wie bie Über«
laffung beS (ilberncn, febwer vcrgolbctcn JtcldjcS burch ©ernbarb 2Imptij im 3«hrc
1417. SBcftimmter fdwn lautet bie allcrbingS febr fpäte 9?ad)rid)t von bein aufSSer«
anlaffnng bcS 'Pfarrers 9?ifoIauS ^romnig im Saljrc 1512 vorgenommenen SBau einer
ÄapcKc, ber jcbenfallS alS Schluß einer IBaujctt betrachtet werben fann, bic mu
211’b. 36. troffen, ©riiitbrij; bet SDl«rieiiftrd)e.
mittelbar anfdjlicßcnb an einen am 27. Suli 1482 auSgefommcncn 9>ranb jum ßweefe
ber SßiebcrberftcIIung beS ©cbäubcS begonnen halte- 9iad) jüngeren Überlieferungen
foll ber Turm eine burdjbrodjcnc ©piße befeffen haben. Sn biefem Buflanbe über» ’
bauerte bic jtireffe auch bic ©türme ber ^Reformation. ©clbft ber 93c|Ißftanb beß Seinern
blieb im großen ganjen verfdjont, unb nur ber ©ilberfdjag würbe am SRittWocf) nad)
@allt (22- Srtober) 1544 auf 93cfcl)I bcö 9??arfgrafcn Sof)ann nad) düßrin übcrgcfüf)rt.
2Inbercrfeitß bleibe nid)t unerwähnt, baß jur ^Bereicherung ber inneren 2(nöftattung
bereits ein Saljr nad) ber 1537 eingeführten ^Reformation ein von SufaS (Sranach
b. Ä. gemaltes SRaricnbilb aufgeftellt würbe. SBie fdntcll aber bie 5tirdie ihren
©d,aß vornchmlid) in Crbelinctall ergänjte, gefft auS einem 1589 aufgenommenen
Äirdjcninvcntar her*’orr *n bem außer rcidjgeiticftcn SD?eßgcwänbern, 2IItarbefIci«
Großen (61. ’JRarienfurcfje).
45
W'. 37. Greffen. «Karienfirdte, Qfttffdji von «SitVoffen.
46
Groffen (St. <niarienhird)e).
•i
W. 38. Sroffen. 5Jiartenfird)e, Oberteil beS SurnteS oon 5lorbn>eften nad) ^ugo £id)t.
ßroßen (6t. <Dlarienhircf)e).
47
bungcn, Seppidjen u.
ä. m. nidjt weniger a(&
vier [tlberitc, j.S. fdpver#
vergottete jtetdje mit ju#
gehörigen ^atenen auf#
geführt würben. 2lucb
fonft würbe im 3nnern
bauernb gebefjert unb
9?eueö angefcfyafft; fo
lieferte 1573<l?anöJpeine
in ©riinberg ein neueß
^Jofttiv jum greife von
15 Salcr 18 @r. 1574
nnb 1575 würbe von
3oad)im (Sdjepfow in
spofen jum greife von
700 SO?. eine neue Orgel
aufgeßettt, bie jebod) be#
reitö 18 Saljre fpäter von
bem Orgelbauer ^eter
in ßottbuö Vollftanbig
umgebaut werben mußte.
1576 unb 1577 würbe
bie Stirdie eingetjenb auö#
gebeffert, neu gebetft unb
mit neuen SBänfen ver#
feben unb batte außer#
bem 1592 eine von
3afob (Stellmadjer in
Sanbäberg verfertigte
®lotfe erbatten. ®clb|l
mehrfad) vorgenommene
Ttuöbeflferungen am Surin
batten bie Äirdjc in
ihrer urfprüngficfyen @e#
ftalt befaßen, biö bann
am 7. Suti 1597 bie
„fdjöne burdibrocbene
9tbb. 39. (Stoffen. iOtarieiifirdje, Sßeffeingang.
Opi$e" burd) einen ®ti(5|trat)t veruiditet würbe. 2tn ihre (Stelle trat eine J?aube
unb baö ©etäute würbe um ein neueö fteineö ©töcftein bercid)crt. 2tud) erhielt
enblid) ber Surm ein von ®eorg ^aul auö granffurt gelieferte^ Ubrwerf. 9?ad)bem
ber S3au 1619 von bem iDiaurermcifter 2(nton ^ibigo auö (Sommerfelb einer grünb#
48
GroHen (6f. ’Hlarienftirdje).
?lbb. 40. ß'rofi'en. SOtarienfircbe, Soge bev Saitbeßbcmit.
Grojfen (61. OTarienhirdie).
49
Qlbb. 41. Sroffen. ‘5)larienfird)e,
Santgcinepitapb M Satt griberid) von Sofjenftein.
9lbb. 42. Sroffen. ‘Dlarienfirdje,
Srabffein bes Stabtp&nfttui Qlnbreai ®eorg Älette.
liegen Tluibeffcrung unterjogen worben war, traf ihn im 5al)re 1631 ber crfte
Vernidftcnbe Sd)lag. SDZit ber Stabt ging aud) bie Äirdjc in flammen auf unb brannte
biö auf bie Safriftei fo vollftänbig aub, bag fie erft vier 3afjre fpätcr nur not«
bürftig SBerwenbung finben tonnte. Oie 2lufftcllnng einer Orgel, bie an Stelle eincö
fleinen 1642 gefdicnftcn Wßerfcö bcfdjafft würbe, lieg biö 1657 auf ftd) warten,
wätjrenb bie bret von 3<tcob Sleuwert auö ©erlitt ftammenben ©loden bereite mit ber
©ollenbung beb Surmeö, wie iljn bie ©cgolbfdw Seidjnung (21bb. 33 u. 34) jeigt, im
gleidjen 3al)rc angeliefert waren, dagegen war bte alte von Sorenj Äoderifc auö
Stettin 1683 umgegofiene ©lode fdwn 1687 wieber gefprungen unb tätigte fünfmal auö
äljnlidjett Urfadjett von J^einje auö ©erlitt erneuert werben, fo bag fte erft 1696
„jur perfeftion gelanget" war. Tiber and) baö ©rgelwerf fdjeint ben 2(nforberungen
feineöwegö entfprodjen ju haben, ba 1688 bercitö eine neue Orgel von 3ot)ann
Sd)ttrig in ©erlitt angeliefert witrbc. Schienen hiermit bic Tlrbeiteu am Jtirdjenbau
beenbet, fo war eö nunmehr bie ©la^fragc, bie trofj mehrfadjer Änberungcn am ®e«
Jlunftbrnfm. t>. JDrot>. 33rt>bg. VI. 6. (Stoffen.
4
50 Großen (61. OTarienftirdje).
ßühl, bcfonberö ben grauenbänfen, ju feinem gcnügcnben ©rgebntb geführt batte unb
bafyer bte Oemetnbe veranlaßte, 31t einem Srmciterungbbau ju fchrcitcn. 2(m 1. 2htg.
1705 mürbe von bem Waurermeißer Wartin Seonharbt aub granffurt ber erße
Stein jum Umbau auf ber Slorbfcitc gelegt. SBegcn ©elbmangel jcbod) mürben
bie SJauarbeiten erft am 8. 2lpril 1707 fortgefetjt, unb ba man ben crßcn spian vor«
morfen batte, mürbe ber Weißer grtebrid, aub SüUidjan mit ber gortfefcung ber
Arbeiten betraut.
Sa brad) nad) etma einjähriger Sßautätigfeit am 25. 21pril 1708 jeneb folgen*
fchmcrc Q3ranbung[üd über bie Stabt herein, bab mit biefer aud) bab erneut ver*
nidttetc, mab nach jahrelangen Wühen am jtirchenbau vollenbet mar. Um fo tat*
fräftiger begann man am Wontag nad) bem Sonntag Stogate von neuem, jumal aud)
namhafte Unterßügungen von außerhalb beißrömten. 21m 12. Oft. 1708 fdmtt fonntc,
nadjbem bie Sccfe mögen angeblich „ju breiter 21nlage ber Seiten" nur alb Sdjein*
gemölbe aub ^Brettern h^rgeftellt mar, ber Schlußstein gelegt merben, unb im 2luguß
1710 mären bie beiben Sacobifdicn ©locfen angelicfcrt. 2(m 9. 21ug. fd)lug bie neue
Uhr jum erjtenmal, unb mährenb fdjon 1714 ber neue 2Utar gemeibt morben mar,
tonnte erft am jmeiten sPßngßfeiertag 1717 bie auf .ftoßen unb nad) bem ©efdjmacf
beb Superintenbenten ^auli angefertigte Jtanjel befliegen merben. 2lußcr ber großen
©locfc, bie ber Äönig aub einer ber ^Berliner .ftirdien fehenfte, gab er überbieb nod)
200 Salcr jur Erbauung beb Jtönigd)orb (vgl. 21 bb. 40). Sic neue Drgcl mar bereitb
1722 von Soßann “ERöbcr in ^Berlin jum greife von 1200 Salcr aufgeftellt morben.
Snblich l)attc man im Sahre 1729 mit ber Sollcnbung beb ,ftird)turmeb unter Leitung
beb Weißerb Jporneburg ben 25 a u nad) ruitb jmanjigjähriger Sätigfeit fertiggeftellt.
Sn neuerer Seit ift eb )?ugo £id)tb pietätvoller, fd)öpfcrifd)cr 5ätigfeit ju ver*
banfen, baß ber Surm, bab über anbcrthalb 3al)rl)iinbertc alte Sßal)rjeid)en ber ©ber*
ftabt, nad)bem ber von Jporneburg aufgefeßte ©bcrteil am 14. Wai 1886 von einem
heftigen Sturmminb tjcrabgeftürjt morben mar, in ehemaliger Sd)önl)eit unb möglidjß
alter ©eßalt miebererjlanb (21bb. 38). 21n Stelle ber früheren 25cfleibung mar Jtupfer
getreten unb bab ^»oljgerippe mürbe burd) ©ifen erfetjt (2lbb. 35). Sie ©cfamtfumme
ber SBaufoßen belief ßd) auf 87028 W. Seitbcm ift ber Snßanb beb ©ottebbaufeb
im mefentlichen unveränbert geblieben.
23aitbcfd)retb n ng.
Srofc ber burdjgrcifcnbcn Grrmeiterung unb Snßanbfcßung im 2(nfang beb
18. Sal)rl)., bei ber ber ©runbriß (21bb. 36) burd) je einen in ber 2ld>fe ber 9?orb*
unb Sübfeite errid)teten 2(nbau frcujförmig geßaltet mürbe, läßt ßd) unfdjmer ber Äern
einer älteren, brcifdßfßgen, unb mie bic abgetreppten Strebepfeiler am @hor nnb
Sd)tff erfennen laßen, einß gemölbten Jjjallentirche mit SBcßturm unb einem nad) fünf
Seiten eineb 21d)tccfb gefdjloßenen (51)or erfennen (2(bb. 36 u. 37). Sab Äußere (5afcl 4)
iß völlig überpufjt, bab Äirchenbad) mit Siegeln gebeeft. Ser vorneßmße Bauteil iß,
mie bereitb augebeutet, ber ©bcrteil beb Surmeb (21bb. 38), ber ßd, über bem verpusten,
von einem Äonfolgcßmb abgefchlofienen, mafßven Unterbau erhebt, ©bmobl ber Weißer
Stoffen.
Safet 4.
Imil i- I ! I । I -I
10 5 1O /5
=t=
20 m
(Stoffen. ©übfeitc ber SOMrienfirdje unb Ttadjflulfffonflruftion.
(Sroffen (6t. OTarienhirdje).
51
ffdfftid) bemfifft
roar, btefen burd)
©tftifenen, ’Puti#
quabern, Äartu#
fd)en C2C6&. 39)
unb met)r ober
minber reid)e ba#
rotfe genfferum#
rat)inungen mit
berreicffgegtieber#
teil oberen 9?eu#
fdjöpfung nad)
SWöglidffeit in
©inftang ju brüt#
gen, taffen bod)
u. a. biefd)Ianfen,
fpi^bogigen ?id)t#
Öffnungen unb
eine fd)mate in
berflßeffmaucr er#
ffattene Sreppe
fofort ben mittel#
altcrtidjen .ftcrit
erfcnnen. Daö
gebrochene ©ad)
beß J?auptbaueö
fdjtiefft ju beiben
Seiten bcö Sur#
meö mit einem
baroefen ©lebet,
wäfjrcnbbicatten,
fefftanfen, goti#
fd)en g^nfter beö
Äirdjenraumeö
^fqrt/Wö/Solmrrihrfa) Siirj. ~
wßncilkis 4er Utoitf (fronen ,
^{(yjefafriic -5rov 9M.i& v
• ' . .,W(!)C 4
’^cijratijet MDCLXIH T
•in eiwr^rnjimgtcH W gjfWxt .•
‘XL.3# 6 'ilbn<rf'Z^.4(a^
>im^Öiiwnffaiiik Vjn^ohi; 4
Olontrf JÜPorfK
cnölid) ledig jdtorbcn'Ä^t
iÄö. HDCCXn 4-187$
Jxiu. FcbiJirt
Mtifämoniuin ^Iktferklüxif
Liberos probe} cdücavif
j.O^i is Juis jitfeiffe rftinuus
i.'Ömnibus bonum Lxonpknnj
L? rcliqüif -’j—,,
5 H< fanden) in Cbrj/fo Ä
J/i» 'icatc inortüüs. oft ‘ i-iZ
M.DCG IH. d.xi
I T D W.
b -, e niji
QK’b. 43. Sroffen. ?Karienfivd)e.
©rabffein beö gjiarfttt Xielcfau unb feiner ©fjefrau ?tnna «SRargaretba geb. Sparring.
gteid) ben £id)t#
Öffnungen an ben neuen Anbauten mögen ber ben Snnenmänben vorgetegten Grmporen
ju je jroei übereinanber angcorbneten, etroaö gejtetjtcn )?atbfreiöfen|lcrn umgeffattet
würben. Die SSergtafung iff neujeittid).*)
') ?tt$ fd)inücfenbe ^Beigaben roeiff baS OJlittelfenfler ber unteren Oleibe auf ber ©übfeite bie SBilber
beb Momponiffen jof). <Seb. ®ad) unb beb Mird)enlieberbid)terb 'Paul ©erwarb auf. ©ab näd)ffe 5 en ff er in
ber 9lid)tung nad) ber Orgel ju jeigt bie beiben Soangeliffen SOTattbäub unb Oobanneb. ©iefen ftgürlidieu
fßergtafnngen entfpred)en auf ber Olorbfeite bie Silber ©nffao Vlbofpbb nnb beb Sffarfgrafen Jpanb oon
Süffrin fowie ber Jtefonnatoren Sutter unb SDlelaudjtfjou.
4
52
(Stoffen (<5f. Marienlürtfje).
Sie mittelalterlidjen, adftecfigen Sd)iffßpfeiler verwandelte man beim 2(u6ban
toßfanifd)e Säulen unb fd)loß ben
am Anfang beß 18. 3al)rl)unbertß in runbe
i""i i i । । । । । i । ।-----------------------p
1 0 10 20m
Qlbb. 44. Stoffen. ©runbriff beß Jlatbaufco.
9laum wegen ber großen Spannweite
burd) Sdjeintreujgewölbe auß J?olj,
bie jwifdjen maffiv aufgemauerten
©nrtbögen eingefpannt würben. Um
ein Jjaften beß ^)u$cß ju ermöglichen,
würben bie Sdjalbretter mit aufge*
fpaltenen, 2 biß 3 cm ftarfen Änüppel#
höljcrn benagelt. Ser Fußbobcnbelag
beftefjt jefjt auß neujeitlid)en ^liefen.
Sßäbrcnb baß ©eftüffl im Sdjiff
nur eine cinfad)cre Sßangenverjierung
jeigt, ftnb bie von runben, höljerncn
Stufen getragenen Smporen am
unteren Staube mit gcfd)ni£ten ©bft*
unb Sßlumengehängen unb unmittelbar
über ben Stufen mit fonfolartigen
Srennungßgliebern gefdjmücft. 2lußer*
bem weifen bie einzelnen SBrüftungß*
füllungen aufgemalte Sprüche auß bem
Tüten unb Stetten Seftament auf.* 1 * * * * * 7) Sie £oge ber Sanbeßfyerren (2lbb.4O) auf ber Storb«
feite ift u. a. burd) bie Tlbjeidjen ber Äönigßwürbe, friegerifchc ©mbleme unb bie
Shftgnten beß Sdjwarjen 2lblerorbenß hervorgehoben. Sie heutige Farbtönung beß ge#
famten d?oljwerfeß ift nid)t meffr urfprünglid), fonbern geht vorwiegenb auf bie in ben
3al)ren 1876 unb 1886 vorgenommenen nmfangreid)en ©rneiterungßarbeiten jurücf.
Ser eigenartigfte ©egenftanb ber inneren 2lußftattung (Safel 5) ift ber ‘Xltar
wegen feiner epitapljartig aufgebauten Stücfwanb. Über einer von rcidjem Sdntitjwcrf
’) la. Obere Sübempore.
1) Matth. II. 1, 2; 2) Ps. XC. 1, 2, 3; 3) Deut. VII. 6; 4) Gen. XV. 1, 5, 6; 5) I. Paul. XVII.
13, 14, 15, 16; 6) I. Reg. VIII. 23, 52; 7) Ps. CI. 4—7; 8) ES. XLV. 22, 23.
Ib. Untere Sübempore.
1) Matth. XXVIII. 18, 19, 20; 2) Hebr. XII. 2, XIII. 8; 3) Eph. I. 4; 4) Gal. III. 6, 7;
5) I. Petr. II. 9, 10; 6) Joh. XVI. 23; 7) Apoc. XXII. 15; 8) I. Tim. II. 5.
II. 2Be(tempore.
1) Es. LUI. 5; 2) Röm. IV. 24; 3) Ps. CXLV1II. 11—13; 4) Ep. V. 18; 5) Jer. VI. v. 16;
ß) ES. LX1V; 7) Matt. XI. 28.
Illa. Obere Jlorbempore.
1) Jer. II, 19; 2) Es. LXV. 2; 3) Hos. X. 12; 4) Ps. 21,2; 5) ES. LV. 7; ß) Ps. XXVII. 4;
7) Ps. LXXIII. 28; 8) Jes. XLIX. 22, 23.
inb. Untere Storbempore.
1) Matth. XXIII. 37; 2) Röm. II. 4; 3) I. Cor. I. 30; 4) 2. Peter III. 9; 5) 2. Cor. V. 10;
6) 1. Petr. II. 13, 14; 7) Apoc. 1. 5, 6.
yiufferbem jetgen nod) bte ©mporen Äartu|'d)engef>ängc mit retd) verfd)Iungenen Monogrammen,
Qlbjeidjen von 3»nungen unb ©pritdjen.
________
Stoffen.
Safet 5.
(Troffen. Sfnnereö ber 9)?arienfird?e. £Blicf nad? öftcn.
CO
IO
ßroffen CJlaffjaus).
54 • ßroffen (Gcfjlofj).
To"
10
30 rn
9(bb. 46. (Stoffen. ©rnntrifj
Sroffen.
Safel 6.
troffen. 3nncrcö ber $?arienfircbe. £B(icf nad> <2ßeffen.
Sroffcn (61. dHaricnhird)c).
55
umranftcn unb von jivci Snfdjriftfartufdjcn flanficrten, ovalen Safcl erhebt ftdi baß von
neun cbcnfallß ovalen infchrifttafcln unb rcidicm SÄanfemverf umrahmte Jpauptfclb.
Samtlidic Safein ftnb mit 95tbclu?rüdicn auß bem ‘Alten unb Dtcucn Seftaincnt bemalt,
ivährenb bejugnehmenb auf bie ’prcbcllainfdirift über bem oberen Abfdilußgcfnnß beß
Unterbaueß bic ernöbte Sd)Iange unb ber ©cfrciqigtc aiifgcftcllt ftnb. Ttr Jpintcr«
grunb beß Altarraumcß ift mit einem ieppiebartigen Q3cbang unb bic .ftiippcl ber
A^erfe mit Gitgclßföpfdjcn, bic in Stoffen fdiivcbcn, bemalt, ivährenb baß Von ge«
malten Sonncnftrahlcn umrahmte ovale fünfter über ber Altarrücfivanb an baß fonft
an biefer Stelle über barorfen Altaranfbautcn fihcnbc Auge öotteß erinnert.
And) bic Äanjcl Grafel 6), bereit Jyuf; bie ?yorm einer Sulpe jcigt unb bereit
Werfel alß eine von (leinen fdnvcbcnbcn (Ingeln getragene Ärenc gebilbet ift, ftcht vor
einem auf btc rürfroärtigc Sdiiffßfäulc aufgcmaltcn, von bem Spruche: „dbre fei
@ott in ber .ßbljc“ gefrönten Seppid). Auf bie 'f'rebigt bcjugnchmcnbc Sprüd)e um«
jicbcn ben Staub beß Äanjclbcrfclß foivic baß obere Abfdjliiß« unb Jvußacftinß ber
Äufc, ivährenb bic von getappelten, forinthifdien 'Pitaftcrn eingefaßten Füllungen
Völlig leer blieben.
£ic Srgcl (.Safet 6) fleht glcimfallß vor einem teppidi« ober vorbangartig bemalten
Jpintergrunb. Sic ift bem Bcitgcfdimacf eiitfprcdjciib am ^.'rofpeft rcid) gcfdiniiit, foivic
mit Sprüdjen unb Ornamenten vcrfct .m. Uber ben beiben Seitenteilen unb ber 9?iittc
thronen Abter mit ben Abjeidjen ber J5crrfdicrgcivalt unb bajivifdjen flehen pBafen
mit ©ehängen. Unmittelbar vor ber Orgel fdnvcbt eine barorfc Sonne mit bem
Dtamen 3cfuß unb ein Sprudjbanb am oberen Abfddnfjbogen ber Surmnifdic enthält
bic '13 orte: „Jjäeilig ift ©ott ber Jperr ßebaoth".
93oit fonft nod) vorhanbenen bcnicrfcnoivcrtcn ©egenftänben im Sintern ber
Ätrdjc ftnb, abgcfchcit von jivci in bem Stau m itörblidi ber Orael ftenenben Sdiränfen
beß Jrifdicr« unb .ftürfdntcrgcivcrfcß auß ben fahren 1659 unb 1791, nod) ju nennen:1)
*) 3m 3ahre 1724 berauben fid) unter bett in einem 3nventar namhaft gemaditen ©egenftänben:
Gilt filberneß &mfbecfen, 1719 von ber fyamilie z'yrtcbrid) 2öill)elm Jiod) verehrt.
Sin vergotteter filberner Äeld>, von 'Daul Äramm 1658 gefd)cnft.
Gin ebcnfold)er, vom 9latf)e 1625.
Gin ebenfold)er, von 9?ernl)arb Amptij im 3afjre 1417 verehrt.
Sine filberne Jtamir, 1670 von StReifler Gregor iBurbad) gefd)enft.
Sine vergottete filberne .Hanne, 1692 von fyran von Sidmoroefa.
Sine vergottete filberne £)blatcnfd)ad)tel, 1681 von Ctto von ©ablenj.
3roei filberne l'eudjter, 1701 von ber Jrau Superintenbentin ©rpphiuß verehrt.
Sine große vergottete iDatene.
Trei tleine vergottete 'Datenen.
3n>ei große mefü'iigenc ‘Jlrmleuditer.
Sin mefftngener Äronieudjter, 1712 vom Qlbvofat ©iefjra gefdjenft.
Sin Qlltartudi von weißem 5)amait mit dniicffi’d'en (Blumen unb ’l'erlen, weldieß ein geborener
eroffener Sohunn Seiler 1721 von 3)1 oetau gefd)itft l;at, unb außerbem nod) vier große unb fed)ß fleinere
Qlltartüdier.
Ulußer ber oben erwähnten großen ©lotfr nnb nod) angegeben:
®ie mittlere ©locfe, 21 ’/» Str. fd)iver, bie fleinere ©lotfe, 6 3tr. fdjwer, baß tleine „Signier*
glöcfd)en", weldjeß beim iBraube unverfehrt geblieben ift.
56
Groffcn (Gdjloft).
10
^Ib6.47. ßroiTfli. ©infafjrt jmn Schloß.
(Sroffen (6rf)(oß).
57
?([>b. 48. (Jtofien. Sdjlog, ©übroeflrcfe t>eö Jj>ofeö.
I
58
Groffcn (Gdjlofi, 61. OTorienhirdje).
4Wtf|------1----1—i-------1----1----1—।-------1---1—F
10 5 10m
49. ©reffen Schlot’, jj»ofg«kiic.
3wci mcffingcne, 50 cm höbe Slltarlcucntcr Von einfacheren SBarorfformen.
3wci 2,6S m Ijobc vcrgolbetc, gnßeiferne, neujcitlidw Stan bl end) ter vor
bem 2lltar, jwei achtarmige ncujcitlicfic SÄeffingfroncn für 16 Jterjen unb eine
ältere jwölfarmige Äronc für 12 Äcrjen im Sdjiff.
Tie übrigen wenig anfpredjenben SBclcnchtungägcgcnftänbc geboren ber
allcrjüngften 3cit an.
Gin Sanbdeincpitapl) (2lbb. 4t), reditß vom 3ugang jur Safriftci, baß reid)
umrapmt unb mit bem von Üobcnficinfdien SBappcn gcfdjmücft ifl, bient bem Tlnbcnten
beß am 22. £cj. 1702 in „Vage" geborenen unb am 23. 2lug. 1719 in Groben vor*
ftorbenen Garl griocrid, von Soficnftcin.
Gino einfadjc Snfdjrifttafcl an ber Sübwanb nennt beit 9?amen beß im ‘Jlltcr
von 45 Bahren am 3. San. 1641 ju Gidjberg verdorbenen ehemaligen SBürgermci|tcrß
ber Stabt 4?irfd)berg, 9J?eld)ior Sielifd).
9? ad) Steilen folgt baß in bie SSanb cingclafienc SBrudjftücf ein eß ®rab^
ftcinß, auß befielt darf befdjäbigter Snfdirift nur entnommen werben tann, bafi er
bem 2lnbcnfen einer wciblidjcn SBcrdorbcncn bient.
Tsein fdiltcfiten Tcnfdcin ber im 2Hter von 71 Safircn unb im 13. Safir ihreß
Sßitwcntnmß 15S9 verdorbenen Gatfiarina 9?aumann, ber Ghcfrau beß Jvranj 97au=
Greffen (6t. OTarienhirdjc).
59
mann, auf ber Sübfcitc ber Surmvorl)allc ctttfpridjt gegenüber eine mit Slollwcrf»
fartufdie unb bem SBilb einer ver bem ©cfrcujigtcn fniccttbcn weibltdtcn Werfen
gcfdjmürftc glatte. »Sie bient bem 2(tibcitfcii ber im 2Htcr von 36 Sabren am
23. ©ft. 15-56 verftorbenen ©arbara Siaumann, ber Ehefrau beß Sbcntaä Dicid'ttau.
©ic au ben 2lußcnwänben ber Äirdw aufgcitclltcn ©rabfteine jeigen, foweit fte
ber ©arorfjeit angeboren, vorwtcgcnb baß übltd'c rattnücfcnbe Sianfenwerf. — ©ic
einfacheren Snfdirifttafcln bagegen ßnb meiß nur von einer fdtliditcn Umrahmung
eingefaßt, bod) tragen fte bauptfäd)lidt fdjmücfcnbc ‘föappenbcigabcn. ©tc ®rab«
platten, bic nadiftcl)cnb von ber (Sübwcßccfc beginnenb nadt rcchtß fortfdjrcitcnb
aufgcjäblt werben, geboren an:
1) bem "Paftor Sobattn ©aVtb Slcttc, geb. ben 30. (Seht. 1696, geft. im 2Utcr
von 39 3flbrcn 7 SOionaten weniger 3 Sagen am 28. 2lpril 1739.
2) einem anfd'cincnb am Tlttfang beß 18. 8al)rl). verftorbenen 9)?itglicb ber
Slcttcfd)cn gamilic.
35 einer im 2lltcr von 20 Sabren nnb 7 ®odien am 6. (Sept. 1701 verftorbenen
grau, bereit Sornamc Crlifabctb nur allein nod, ;u entjiffertt ift.
4) ber am 14. 2lpril 1599 im 2Htcr von 65 3al)rcn veritorbenen ©arbara
Äalfrcutb, (fbefratt beß J?anß von Ättobclßborff.
5) ber am 26. San. 1658 im 211 ter von 28 Sabven unb 18 Sßodjcn verftorbenen
©orothea Siotbe uub ihrem totgeborenen (Söhnlein.
6) oem im 2llter von 70 Wahren unb 36 'JEodwn am 13. ©ft. 1663 verftorbenen
2(potbcfcr 2lttguftin <g>ilbebranbt.
7) bem (Stabtpbpftfuß 2(nbrcaß Ocorg Älctte, geb. 12. SOTai 1691, geftorben
11. 3uni 1756 (2lbb. 42); enblid) an ber 22cflfront
81 bem 51 öniglid) ’Prcußifdicn ‘Poftnictftcr, (Saljfaftor unb ©ürgcrmciftcr SOtartm
Stclrfau, geb. am 13 gebr. 1638 in @ubcit, geft. am 11. (Sept. 1703, unb feiner
ßbefrau 21nna tWargaretba geb. J^arrittg, geb. am 5. 2lug. 1646, geft. am 18.9J?at 1<12
(2(bb. 43).
güttf ©locfcn hängen im Sttrm, jwei in ber Saterne unb brei in ber ©locfcn*
ftubc; von jetten, bie beibe am 4?alß bte Snfdtrift:
„VERBVM DOMINI MANET IN AETERNViM
ANNO 1731“
tragen, mißt bic öftltdic 66 cm, bic ivcftlidic 88 cm im ©urd)mcffer. 2*on bett brei
anberen bot bic fübltdjc ber beiben oberen einen ©urdjmeffer von 1,30 m unb würbe
• 1710 von Sohann Sacobi in ©erlitt gegoffett. (Sic jeigt außer bem J^obenjollernfd)cit
unb cSroffcnfdten ®appcn auf ber ^>aubc bie 9tamcn beß 9iatß unb ber ©ciftud'feit.
©ic nörblidtc mit 1,05 m ©urd)tn. würbe 1900 von (Schilling in 21polba gegoffett.
©ic unterfte enblid' mit 2,10 m ©urdttn. trägt außer ber anfdtcincnb von dtrer 23or«
gängertn übernommenen fpätgotifdtcn iDttnußfclauffdjrift: „O rex glorie xpe veni cum
pace, ave gracia plena anno d[omi]ni m° cccc l xx v“ (= © Aönig ber Grbre, ßbriftuß,
fommc in gricbcn, gegrüßt feift btt ©ttabcnvollc, im Sabre beß Ferrit 1475) auf ber
(Sübfcitc ber Jpaube bic SBortc:
60
Groffcn (Gl. OTarienhirdje, (Reformierfc fiirdje, IBoljnfjäufer).
9lbt>. 50. (hoffen. JiauS Stofiftrafje 142.
„CAMPANAM H \NC / ANNO
D[OMI]NI: MCCCCLXXV FVSAM
/ INFELICI VERO CASV A[N-
N]O: MDCCV / RVPTAM / FRI-
DERICVS PRIMVS / BORVS-
SORVM REX AVGVSTISSIMVS /
PATRIARVM ANTIQVITATVM
RESTAVRATOR STRENVVS /
FELICITER / REFVNDI AC RE-
STITVI CVRAVIT / MDCCV“
(= Dicfe im Sahrc 1475 gegorene, burd)
einen unglücfltdien 3ufall aber gefprun«
gcnc ©locfc lieg 1705 griebrid) ber
Crftc, ber crhabenjte Äönig ber Preußen,
ber tatfräftige löiebcrfyerftcllcr batcrläiv
bifd)cr Tlltertümer, glücflid) umgiegen
unb aufbringen), gerner bemerft man
am ®d)lag auger bem SSappen beß
Söniglidjen Jpaufeß bie Snfdjrift:
JOHANNES JACOBI GOSS
MICH“.
, [ Sie Oteformierle ftirdje.
53aiigcfd)id)te.
S)ie ©rünbung einer reformierten
©cmeinbe in ßroffen fielet in engem
3ufammcni)ang mit ber Übcrftcbclung ber Änrfürftiinvitivc
GHifabctb Charlotte, bie um baß 3al)r 1650 baß ®d)log ju
ihrem Sßitwcnfi^ erfor. 9J?it (5id)crf)cit fleht feg, bag im
genannten 3al)rc ber ^rebiger griebrid) Sl)ulmcicr alß erftcr
reformierter ©ciftlidjer nad) ßroffen berufen nntrbc. 3u einer
feiner erften 2(mtßi)anblungcn gehörte bie SBcibe ber umge*
bauten (5d)Iogfapcltc, bereit 3nnereß borncl)mlid) (empören unb
eine heilbare £ogc erhalten hatte. Son ber inneren 2(uß(lattung
auß biefer QJaujcit ift uidjtß erhalten; fie bürfte aber bem
3eitgefdnnacf cntfpredienb nid)t minber rcid) gcivefcn fein alß
anbere glcidjartigc unb gleichzeitige SBaittcn.
3nt 3ahre 169S erhielt bie Äirdje vom Äurfürflen
griebrid) III. baß heute nod) vorhanbenc Siegel unb eine
2(ltarbibcl mitTlußlcgungen von Sofjani jum ©efdjenf. SBenig
mehr alß hnnberr 3al)rc nad) bem Umbau ber Sdjloffirdje jur
-mm । । i । i i । । । ।
10 b 10m
Sll’b 51. droffen. GHnnbrifi
btS jjauffd 5D(«rft 61.
Groffen (QBoljnfjäufer).
61
52. C'rcffcti. SDl«rft 61.
62
(Sroffen (Reformierte üirrfje).
^Reformierten «ßirdjc würbe auß ©taatßmittcln eine neue Atanjcl befd)afft unb im Jahre
1771 ein neueß 'Pofttiv erworben. (Enblid) folgte im Jahre 1821 ber 53au einer
'2166. 53. (Sroffen. £><utß 9Rarft6l.
©injclbeit ber Jcnfler im erften
*?6ergefd)off.
neuen Drgel. 53alb barauf begann man im <£>inblicf auf
bic vcrfdjicbcuartigilc Vcrwcnbung ber übrigen ©diloffs
räume ftd) mit bem ©ebanfen an einen 9?cubau vertraut
ju machen. Dod) erft am <> ÜRai 1^8-5 fanb ber leiste ©otteß*
bien ft in ber alten ©ddoffirdie ftatt. 2fm 2'0. Drtobcr beßs
felbcn Jahrcß (egte man ben ©runbjtcin ju ber felsigen
ätirdjc, bie im ©üboitcn ber ©tabt erbaut unb am
4. 97ovcmbcr 1887 cingcwciljt würbe.
53 a u b c f cb r c i b u n g.
Die heutige Jiirdje ift ein im ©ruitbrifj redjtccfigcr,
neugotifdjer 53acf|lcinbau mit einem 'Ißcfttiirm unb einem
auß fünf ©eiten ciiicß 2fd)tctfß gebilbeten, apjißartigen
Dftanbau. A3cr innere 2(ußbau cntfprid)t in feiner
9?üd)tcrnf)cit ber bamaligcn nadiromantifdien ©cfdjmacfß«
riebtung. ©locfen fnib nicht vorhanben, bagegen haben
fid) auß ber alten 5fird)c folgcnbc bemerfenßwerte ©egenftänbe, bic jefct im ^>farr?
Ijauß aufbewahrt werben, hcnibergcrrttct:
©ine ftlbcrne Sauffdjüffcl mit reid) ornamentiertem 9tanb unb cntfprcdjcnbcr
Vcrjicrung in ber W?ittc ber Vertiefung; auf bem 9ianb baß Söappcn eingraviert;
an ber Untcrfcitc: „3C7K £cPCSlGe&jgi SdSlS&ttNSl GS&.GS3ZN CPÖW
SC3CQ31313C3C 9LUS 3)G7M 7K8RUSG S)GSl &8RG3G7N S'GttMDGS-
'KG&SIS&KSIS'G C3lSie£3leG <U9fS) S3GUG7KG7N SCSKG7N7KG &3GSGS
ZU7MG^SgG7£Sl7N®G7N7KG7£®GS{SU;SOSm3GS^G7NgG7MG7£MDG
931 S)G& SC9L£OSS SKSSiC^KGiN ZU C8ROSSG7N. SO££^G S9G
Sl&GSl ZSKSlGtt gCT&GGS ZM.GZKR 33f S)GSG
<SG£&£N SG£ S3G SG33[, GS
Sl^G^GSi^S ZKSffl ZICSM StäG^fS^G 33( 3SK&G& 3<3£RC3{G ZU
3(G3C^tG3[.
C&OSSGW, 2. SKGRSiZ 1718. '^'a
. „ _ C= S>- 9)?. ©raftn v. ©d)onaid)
SWciitcr Uo llo £>urd)meffer 4-5 cm. gcb. (SJräftn v. 9thvbe [?]).
©ine jugehörige, cntfvrcd)cnb reid) ornamentierte Saufwaffcrfanne, 17 cm
hodi. Unter bem 21ußguß baß ©tifterwappeu.
©ine filberne, juin Seil lctd)t vcrgolbctc T) ccfc lf 1 afd) c, einfd)l. Dccfcl
19 cm hod), mit reicherem, Icidit vcrgolbctcm Drnamcnt hat auf ber Untcrfcitc beß
§uffeß bie Jnfchrift:
„S£n[no] 1719 d. 4. 3uny. 3)iese Slasche cli)irt der Sfefotmirlen gemeinde zu
Crossen von einem 3/litgliede derselben-^Verehret.“
-- t -
54. Gtoffen. 5)larftp(at5, SBlitf »ad; 51cri>iüei'tcn.
(Sroflen (QBofjnbäufer).
(Stoffen (IBofjnhäufer).
Slbb. 55. greifen. ®iarftp(at), SBlicf nad) ®üt>o|len.
10 m
Qlbb. 56. Stoffen. ©runbriji
beß $anfeß ‘SRarft 115.
troffen (Qtejormierte äircfje, ^afljaus, Ißof)nbäu(er).
»
Sine ad)tecfige ftlberne Secfelflafche mit ©ecfel,
171/» cm f)od), über bem Sdjönaidjfdjen üßappen (©aum im
Sßappenfelb) bie Snfcbrift:
„CRISTINA TUGEND-
REICH V. GRÜNBER-
GIN WITIB GEB°RNE
OTTERSTEIN.“
SQeifter Daniel SDlännlid), ©erlin. Üßenbe 17. Safyrljunbert.
Von ber gleichen Stifterin flammt ein 27’/a cm fyofyer,
ftlberner, leidjt vergolbeter Äelch mit tppifchcm SBBufftfnauf.
2lud) l)ier erfennt man am 2fd)tpaf?fu$ baß Schönaichfche
ÜÖappen, ferner bie 1677, foroie am 9ianb bie
Snfcfyrift: „CHRISTINA Tugentreich Wittib von Grün-
berg. G. v. Otterstein.“
Sine jit biefem Äeld) gehörige fllberne, feidjt bergolbete
Palette oljne befonbere SJlerfmale trägt baßfelbe SOleifterjeidjen.
2Iuf einer (tlbernen spaleite lieft man an ber Unter«
fette beß Dlanbcß bie 3nfd)rift: •: ^Kirchen-Heller. 1706. ;
@in Äeld), 24 cm l)od), Silber, innen Ieid)t »ergolbet, von einfadjcrer ^orm,
jeigt am $uf; bie 3nfd?rift: „A. C &N“ unb rourbe in ber erflen Jjälfte beß 19. 3al)rl).
von Humbert, ©erlin, verfertigt.
@in Äranfenfommunionßfeld), Silber, 14 cm I>od); SOleifler Vornan, ©erlin.
1.78 m------------------------*
'llbb. 57. Stoffen. Jjauß SOlattt 115, Sinjelljeit bet Jaffabe.
Runftbentm. b. Uron. ®rbba. VI. 6. troffen.
©as 'Hatyaus.
SB a u g e f cf) t d? t e.
T)ie Vorgängerin beß heutigen
Statfyaufeß, bie mittelalterlidje Äauf«
unb ®crid)tßf)allc, lag rote anberroärtß,
fo and, in ßroffen mitten auf bem
üÄarft. Sie fdjeint nod) im 15. Saljrl).
auß Jpolj ober ^adjroerf erridjtet ge«
roefen ju fein, ba in ben fpäteren ©e«
richten außbrücflid) fjeroorgefyoben roirb,
baß baß bürd, ©ranb befdjäbigte iXat>
t)auß im Jlnfang beß 16. 3at)rl). mafftv
aufgefüfyrt rourbe. Siefer ©au roar mit
einem 1562 Vollenbeten 5urm gefd)mücft,
ber 1595 eine von Sorenj auß granf«
furt gelieferte neue Uljr erhielt, unb
beffen J?aube jroei 3al)te fpäter von
2lnbreaß ©ofynfacf auß Sommcrfelb mit
5
66
Groffen (QBofjntjüufer).
Qlbb. 58. Stoffen. Sanbfjairä.
Xafel 7.
(Stoffen. ©furfbecfe im (Si^ungöffmf bes
(Sroffen (Vatljaus).
67
,Kupfer gcbcdt würbe. Seit Surmfranj jiertcn von 9J?cißcr Martin Älofe gefertigte
Quälereien, barunter baß furfürßlidjc Sßappen. ücr beim SBranbc int Sabre 1C>31
am meiftcn bcfd)äbigtc 5urm mürbe erft 1673 von ^cter 3onaßfof)n, einem (Sdnvcbcn,
außgcbeffcrt, ßürjte jebod) am 10. SJ?ai 1705 vollßänbig in
ßd) jufammen. er große (Stabtbranb beßegeltc 1708
cnbgültig baß Sdjidfal beß alten 9latbanfcß. gür ben 9teu«
bau mürbe auf 21norbnung beß Äönigß bic ©tfc ber ©rauer*
unb ®d)Ioßßraßc vorgefeben. 21m 21. Suni 1710 mürbe
ber ©runbßein junt Ijciittgcn Statfyanß gelegt, unb am
12. Sttli 1712 mar, nadjbcm ber ©rofietter 3immcrmann
©corg Jtölbel ben .Knopf auf ben 5urm gcfcßt hatte, ber
21ußcnbau fcrtiggcßcllt.
©aubefdjretbu n g.
£)ic bnrdt ben Umbau ber ehemaligen 5ßad)ßube
(vgl. Vidjtbilb im Stabtrnufcum) an ber Süboßedi in 9(bb 59 gd,lUp(iein
neuerer 3fit abgeänberte, im ©runbriß rcdjtcdtge, im 21uf* atn £aufc «Steinftraße 240.
bau brcigcfdtofßgc 21nlagc mirb im ©rbgcfdjoß burd) eine
breite 3)urd)fal)rt in jwei annäljcrnb glctdjgroße .©äfften jerlegt C?lbb. 4 1 u. 45). Son
i()ncn läßt aud) bie faß burdnveg gemölbte 'Ißcßhälftc an ber Unrcgclmäßigfcit ber
Staumteilung fpätcrc 21bmcid)imgcn von einer älteren Planung erlernten, ohne baß
jebod) über bie urfprünglidje 3wcdbcßimmung ber Qlätime, in bcncit bic Qtatßfcllcr*
mirtfdtaft untergebradjt iß, anttäl)crnb jutreffenbe Vermutungen geäußert werben
tonnten. SJ?cl)r Urfprünglidjfeit hoben trofc ber in nuferen Sabrcn vorgenomtnenen
(Erneuerung bic beiben SDbcrgcfdtoßc bewahrt, in benen bic Qläiitne für bic ßäbtifdjc
Verwaltung, baß ©auamt unb baß ^eimatmufeum untergebradß ßnb.
Die burd) einen SDtittclrifalit brcigctciltc, bnrdt ^ußqtiabcrung, berbe .©ori*
jontalgeßmfe unb entfpredjenbe gcnßeriimrahmittigcn fräftig gcglicbcrtc, nad) bem
SWarftplafe gcwcnbctc Jpauptatißd)t (21bb. 45) jeigt über bem ßidtbogig gcfdtloffencn
©ingang einen burd) ein fdjlidjteß ©ifengitter geßdjerten, balfonartigcn 21ußtritt
auß bem baljintcr gelegenen 3t>nmcr beß ©ürgcrmctßcrß. IDaß gcbrodjcnc, tnäd)tigc,
mit 3icgfln gebcefte 5Cad) beleben gefebweifte fufen unb an ber ©de ber ßd) redtt*
wtttflig fdjttctbcnbcn ^rßlinicn ßfct ein int ©ruttbrtß quabratifd)cr, mit SWctall bc?
fdjlagcncr IDadweitcr. Unmittelbar unter ber Ul)r iß auf ber 9?orb* unb eübfcitc
ein SBalfonanßbatt vorgcfcltcn.
T)ic bemerfenßwerteßen 9icßc beß urfprünglidtcn inneren 21nßbaucß weiß ber
an ber Süboßctfc beß crßen übcrgcfdjoßcß liegenbe 'Sfßungßfaal auf. 21ußer einem
rcidjgcfdjntiebeten, jefet leiber völlig übcrßrid)cncn ©djranfengitter unb einer Stud»
fartufdjc über bem 3ugang auf ber ötorbfeitc fei bic ßtudbede (5afcl 7j erwähnt. (Sic
jeigt in ben beiben SDtittclfclbcrn jwei pofauncnblafcnbc ©ngcl, umgeben von fünf
Aöpfen unb einer (Sdwibe mit Trophäen unb friegerifdten 21bjeidtcn. ferner bcnicrft
man am grieß bie ßgürlidjen Sarßellungcn ber vier ©lemente unb in bett ©den Dicliefß,
68
Groffen (Hadjaus, Ißofjnfjäiifer).
lllllllllll I I I I I
1 0 5m
9lbb. 60. Stoffen. JjMitfJ SBobcrftraßc 20.
bie aufdjeincnb auf bie Jpaupttugcubcn §riebrid)ß I. fld) bcjtcl)cit. (inbtidi feicu int
glctdjcn Saal ein „E. I. Z. 1849“ gcjcidmctcß Porträt unb ein auf Vcintvanb gc#
maltcß SIbilb gricbridjß I. enväl)nt. Grin im QJtaßftab 1:20 gefertigtes .^o^mobcll
auß neuerer 3cir (teilt ben oberen Seil beß ®?arienfird>tunnß bar.
Sic jum Steuerbüro füljrcnbc Sür wirb non jtvei Säulen mit frijmerer Sier#
bad)ung umrahmt. Sen Sugang vom Steuerbüro jnm Sifcungßfaal frönt ein von
rcid)cnt Sdjnilttvcrf umranfteß ÜBappcn ber Stabt. Sic Sdjnitjcrci über ber Sa fei
beß Stanbeßamtß auf bem Srcppcnflur flammt auß ber ehemaligen Sdtloßfirdic.
Saß ftäbtifdjc 211 tcrtumßmufcum im Statljauß birgt, abgcfcljen von ben
üblidjen vorgcfdiidjtlidicn §mnben unb außer Urfunbcn meifl bie Innungen ber Stabt
betreffenb, Sammelftürfc von übenviegenb ortßgefd)id)tlid)cm Sßcrt. 9?ebcn verfdjic#
benen firdjlidjctt 2lußßattungßgcgcnftänben wie Sicftcn von verfdrmunbenen, baroefen
2fltaraufbautcn unb jinnernen 2lltargeratcn, fei ein trcfflid, gefdmißter, vorwiegenb
rot unb (tlbcrn bemalter, baroefer Safriftcitifdi auß ber J^ofpitalfirdjc genannt,
»vährcnb unter bem ^außgerät ein J&arfenflavicr auß bein Anfang beß 19. Sabri).,
ciuc glaftcrtc Sonlatcrne unb Sdjattcnriffe auß ber Söicbcrmcicrjcit an erftcr Stelle
ftef)en bürften. 2lltprcuf;ifd)c 9Jlaf?c unb (Scwid)tc, ältere foivie neuere ©clbfortcn unb
Scnfmünjen, ferner verfd)tcbcuc 'IL'affen, (Srinncrungßfdiriftcn auß ber napolconifd'cn
Seit Sroffenß, @eburtß==, @ilbe», Snnungßmeiflcr« unb Lehrbriefe, Jperbcrgßfdjilber
unb Sd)ü(3enfd)cibcn vcrvoUftätibigcn baß tppifdtc iöilb einer berartigen Sammlung,
unb nidjt an lefjter Stelle flehen einige für bie Sopograpljic ber Stabt miditige 2tn*
fid)ten, gcjeiduict von bem hollänbtfdicn (Scnieofft^icr Soor van (Sali i. 3. 1680.
Ghiblid) beftnbet fid) nod) im SöefTbc ber Stabt bie für bie @efd;id;te Giroffcnß
äufjerfl widitigc hiinbfdjriftlidie 9J?öllerfd)c ßl)ronif. Sic umfaßte urfprünglidt vier#
Großen ((Baffjaus, Gdjlof}, Tßofjnfjäufcr).
69
-------------------1.18m-------------------* ?lbb. «2. (Jroffcn. Jnauerür C^rabcnfh-aße 317.
2lbb. 61. (Jri'iTtit. Jpauenir L'nnbbiiueflrnße ib7.
jcbn 93änbc, von bcncu jcbod) jwci biß in bic ncucftc 3fit fpurloß vcrfdiwunbcn
waren. (Siner von "men würbe jufäKig wicbcr in ber prcußifchcn Ätaatßbibliotijcf 511
Berlin aufgefunben nnb von ber Stabt juriiefgefauft.
©äs SdjfoJj.
Q3aug cfdiidjtc.
llrfunbfidie s&cricbtc über bic Q3augcfcbid>tc beß ßroffener Sddofjcß im ffllitteh
alter fehlen gänjtid); audi ft-citcr fließen bic Cmcltcn fparlid). £)ic Anlage bürfte
in ber §n"i!)jcit ber Jtofonifation wie bic mciften berartigen befestigten ^lätjc in ber
’Provinj übenviegenb auß vergänglichem SBauftoff crridjtct worben fein, ©tc erflcn
9?ad)riditcn über eine baufidjc 5ätigfeit am edifoffc flammen auß bem 16. 3ai)rl).,
alß in ben fedjjigcr Safjrcn umfangreiche Umbauten vorgenommen würben, um ben
70
Sßau für .fiatbarina, ber
(Scmafylin beß SDiarf?
grafen 3ol)atin, nad)
bcffcn Jlblcbcn alß ®it?
wengg möglidjg wobn=
lid) ju gegaltcn. Snt?
fpredjeube Um? unb @r?
neuerungßbauten folgten,
alß Slifabctg geb. gürgin
von 'Jlubalt, @ema()liit
beß Äurfürgen 3ol)ann
@eorg, Sroffen alß 2Bit?
wengg erfor. 3m 3a()rc
1599 lieg fte abermalß
baß ®d)log innen unb
äugen inganbfegen unb
eine neue 3»iflbrücfc
bauen. Obwohl über baß
weitere ®d)itffal ber
Oebaube niditß Siägercß
befannt ift, barf bod)
mit ®id)erl)eit angenom?
men werben, bag ber
SBranb vom 5al)re 1631
t)auptfäd)lid) ber cbe?
maligen Söebeutung ber
2tntage ein 3tcl fegte.
Grojfen (6d)log, lBof)nf)äufer).
9lbb. 63. (Sroffen. JpMietür 9)hu tt 117.
|m..| | | | | |-----------1-
10 5 10m
Qlbb. 64. (Sroffen. ©runbriß beß
Jjaufeß ®d)loßftraße 193.
9?id)t einmal für einen vorübcrgcljenben fürftlidjen SBefud)
fdjeint eß bann im 18. 3al)rf). geeignet gewefen ju fein, ba
gricbrtd) ber @roge bei feinen fpäteren Steifen nad) <Sd)legcn
lieber in bem feist burd) eine ©ebenftafel bcjeidjnetcn 4?aufe
Str. 115 am SDtarft ®ol)nung naljm. 2Bic in ben ginger?
walbcr Jperrenftg, fo waren and) nad) bem ©reigigjägrigen
Ärieg bie mit ber Verwaltung ber J?crrfd)aft betrauten 2lmtß?
leutc in baß Sroffener ®d)log eingejogen, unb alß gar erft
im 19. 3al)rl). bic $öaulid)teitcn alß Äafcrnc Verwcnbung
fanben, war eß mit ber alten Jpcrrlidgcit vollenbß vorbei.
Ser legte Sieg aber einer gefdjloffeneren ^Baugruppe auß
(Stoffen (IBotjnffäufer).
71
WM>. 65. Stoffen. 5?auö ©logauer Straße 77.
•>
72
Großen (Gcfjloft, IBofjnttäujer).
ber Sßarocfjeit ging mit ber Verlegung bcö reformierten ©ottcöbienjlcö in einen
1886—1887 errichteten 9?eubau jugrunbe. 9?ur einige nod) im Scbrauch bcftnblid)c
Äultgegcnjlänbe auö ©bclmctall, wie Abenbmahlö« nnb Saufgeräte, gcflattcn unvoll«
fommene 9lücffd)lüffe auf bie ehemalige ^radjt ber inneren AuSftattung (vgl. näfyereö
unter „Tie '»Reformierte Äirche").
Q3aubefd)rcibung.
Tic im Saufe ber 3afyrl)iinbcrte borgenommenen mehrfachen Um« unb @r«
weitcrungöbautcn an ben verfdffebenartigcn, um einen rcdjtecfigen <£>of gelagerten
©ebäuben gcflattcn ohne eingehenberc Unterfudjung beß hCHte burdjweg verpufften
SDlauerwerfö feine beflimmten 9tücffd)tüffe auf ihre ©utfichungöjcitcn unb ihre Sroecf«
beflimmung (Abb. 46, 47 u. 48). Sppifd) für baö 16. 3ahrl). ifl ber auf ber Sübhälftc
ber ffBcflfcite angelegte, langgeffrccftc, äbnlid) rote in (Sonnewalbc toiuicngewölbte,
jebod) nid)t rote jener in gebrodjener Sinic, fonbern gcrabc vcrlaufcnbc 3»fahrtöwcg
mit bem cinft anfeheinenb jur SScrteibigung bcö Sugangeö bcjlimmten, im ©runbrip
halbfreiöförmig vorfpringenben mafffgen SBaurejl unb bem von einem fd)lid)tcn 3elt=
bad) überbccften fd)(anfen Srcppenturm. 9?id)t viel jünger bürfte bic von jroci weit«
gefpannten, mächtigen 9iunbbogcn getragene, jierlidjc ff'feilcrgaleric (Abb. 49) fein,
bie ßd) ber OBcffhülftc beö im ®rbgefd)oß j. S. rippcnfrcujgcroölbtcn (Sübflügclö mit
feinem in bic Söeffroanb eingebauten fchmalen, nod) völlig mittelalterlich anmutenben
Treppenaufgang verlegt. 2lud) baö im ©rbgefefjof; bicfcö ^lügclö fowic ein in ber 2fd)fc
ber Ojlfeite bcö )5ofcö burchgcbrod)cncö 9tunbbogcnportal mit feinen fcitlichcn <Sif5«
nifdicn atmet nod) ben Seift ber 9lcnaiffancc, roährcnb bic fchlanferen ^enjler«
auöfdjnittc vornehmlich ber ©ingangöfeite im ©egenfag ju bcu gebrüeften faft quabra«
rifchen Sidjtöffnungen ber Jpoffcitc auf eine jüngere Abänberung fdjliegcn taffen.
©inen wertvollen 9lcft, ber einen annät)crnb (tdjeren 9lücffd)liiß nid)t nur auf
bic Seit einer älteren Söautätigfcit am jefcigen (Schlöffe, fonbern and) auf ben bamaligcn
95aul)crrn juläfjt, bilbet aber eine in neuerer Seit ju Sage getretene fortlaufcnbc 33er«
jicrung, bic in bie ältere ^uhfdjidjt ber bem Jpof bcö ©pmnajtumö jugefehrten Außen«
wanb ber fübwcjllichcn <Sd)Ioßecfe eingegraben ift, bcftchcnb auö mehreren cinanber
burd)bringenben Greifen. Tiefe (Sgrafffti ftnb ein djaraftcriftifdjcö Söcifpicl fdjlcfifd)«
polnifd)cr Teforationöwcifc unb cö iff nid)t itnwal)rfd)cinlich, baß fte nod) auö ber
erften Q^ranbenburgifchcn Seit ßroffenö flammen.
QJemerliensiverte Käufer.
Tbwoljl ber ffßicbcraufbait ber Stabt nad) bem großen SBranbe in bic ©lanj«
jeit ber «Stuffatoreö fällt, äußert ffd) beren Sätigfcit im ©roffencr (Stabtbilb fcincö«
wegö in glcid) üppiger, übcrfprubclnbcr üBcife wie in granffurt a. £). ober Sudan,
fonbern bcfdjränft ftd) vorwtcgenb auf ben inneren 2tuöbau, auf ben Sdtmitcf ber
Jtaminc unb bie Anfertigung mehr ober minber rcid) gejeidjncter (Stucfbecfen.»
3u ben wenigen bemerfenöwerten gaffaben gehört wohl bie Schaufeite beö
)?aufeö 9ioßjlrafje 142, gerabc wegen ber fparfamett aber glücflidjcn iBerwcnbiing
Groffen (QBot)nf)äufcr).
73
ber (Stucfverjie»
rungen über ben
genftern beß Ober«
gefdwffcß unb in
ben Sßrüftungen
(2Cbb. 50). (?ng
verwanbt fTnb ent»
fpreefjenbe Eintrages
arbeiten am Jöotcl
jur (Sonne, SWar ft
61 (21bb. 5t, 52 u.
53), beffen woljl*
erhaltene, rcicfjgc*
fdjntfcte ^enfters
freuje im jn>eiten
Dbcrgcfd)cfi nid)t
weniger 33cad; tung
verbienen. 2)ie im
©icbclfelb angc«
bradjtc Snfcfyrift:
„Der
<$@9191 forget
17 für unß 09."
weift auf ben mit
Jpilfe beß Äönigß
begonnenen unb
rafd) geförberten
ÜSiebcraufbau l)in.
Äußer einfacheren
(Stucfbccfcn in bem
erften Dbcrgefdjoß
unb bem freuj»
gewölbten @rbgc=
fd)op ift nod) eine
2(njat)l ^liefen in
Selpbter Ärt be«
malt 511 neunen,
bie in einem ber
Qlbb. 66. Greifen. £anb$au£, Mamin.
oberen 3iwmer unter ber Tapete blofjgclcgt würben.
33on ben übrigen burdjweg breigefd)of(tgen gaflaben am fOiarft (21bb. 54 u. 55)
verbient nodc baß mit einem (Stid)bogcngiebel gefdjmücfte Jpauß 9)r. 115 (2(bb. 56 u. 57)
l)crvorget)obcn ju werben, baß abgefefyen von feiner rcid;cren ardjiteftonifdjen 5a)Taben=
74
Großen flBoßnfjäufer).
geftaltung baburd, bemcrfcnßwcrt ift, baß eß, wie fdjoii crroäßnt, gricbrid? bem ©roßen
bei feinen Steifen nad) <Sd)Icften alß 2lbßcigcquarticr biente.
Sine anberc weit größere ©nippe »en Käufern jeidjnct ßd) weniger burd)
reidje Tlntragearbcitcn alß burd) bic ft raffe ©licbcrung ber gdffabcn auß. 2fn ifyrcr
9lbb. 6~. großen. Jtamin in ber 9lpotl)ete.
Spitze ficl)t baß erft in nuferer Seit auß bem Eigentum beß Arcifcß in ’Prwatoclig
itbergegangcne „Sanbßauß" (2lbb. 58), baß burd) bie gequaberten ©cflifcnen, £)rci»
ecfßgiebet, fdjweren @eßmß»crbad)ungcn u. a. m. ein naßeju monumcntaleß ©epräge
erl)ä(t. SBornefymtid) feeren bic ©rcnjlifencn in »feien oberen, nod) burdjroeg bor
SBeränberungen »erfdjont gebliebenen gmffabcnbälftcn ber metflen Straßen beß Stabt»
innern wieber, fo befonberß in ber ©logauer», ber Sunfer*, ber Stoß», ®d)äbe» unb
Groffen (<marhtbntnnen).
75
68. Greffen. SJtaftbrunueu im Vlanbiib.
76
Greifen ('2Bo()nf)äufer, 'JUarhlbrunnen).
Sddopftrapc fowtc am Sfeumarft. Jjjcrvorgcbobcn fei von ihnen nod; baß Jföaue
«Btcinftraße 240, baß im ©d)lupftcin ber .Ipaußtür baß Stenogramm beß Bauherrn
unb bie Sahrcßjahl 1709 ;cigt f?lbb. 59).
Überall Ijcrrfcbt int Strapcnbilb baß gebrodwne Oadt vor, baß jebod; leiber
mandicrortß bttrdi wenig fadjgcmäpc 9?cucinbccfung in feiner Ußirfttng ftarf beetn»
trädjtigt würbe.
iOialcrifdjc Onrdjb liefe gewähren bie ©rabenftrape unb bie Jpänfcr ber 2?orflabt
„Äidt bidt für" mit ihren niebrigen, cingcfdjofjigen J^äußdtcn, in bereit üDiitte tncift
wie am J^atte 95obcrftraf?e 20 12166.60) ein mädjtigcr Tadiaufbau ftßt.
'.’ll'b. 69. Gvoffni. SRorttbruniieii (gcontetrifdjc SlnjtdjO.
SÖcmcrfcnßrocrte einfadjcrc, genagelte unb rcidjcrc Q3arocftiircn haben ffcfr tt. a.
an bett Eingängen Sunfcrftraftc 63, Vatibbaußflrapc 187 (2lbb. 61) fowie 9top=
ftrape 99 unb 129 erhalten, wäljrcnb bie nicht ntinber bcaditenßwcrtcn Suren
©rabcttflrapc 317 (2166. 62) ober 9copftraßc 81 unb Starft 117 (2fbb. 63) ber
'lycnbe beß iS. Sal)r(). angeboren bürften.
3)erfd)icbcnc SBautcn am Starft unb in ber e>d)lopftrapc jntb äbnltdi wie baß
Siathanß tm ©rbgcfdjofi gewölbt. 2llß Q3cifpicl biene ber ©runbrip (Sdilopftrafjc 193
(2lbb. 64). 'IBcld) formale unb tcdjntfdic SBanbluitgcit enblid) bie 2lntragcfuii|l int SBcr«
lauf beß 18. 2al)rl). burdigcmadit hat/ jcigt bcutlid) ein SScrgleid) ber bißl)cr erwähnten
Jlrbcitcn mit ber auß bem ©nbe beß 18. Sabri), ftamtnenben, vornehm geglichenen,
mit )larf hervortretenben £>bftgcl)ängen gcfdimütftcn, brcigcfdiof|tgcn gaffabe ©logaucr
©trapc 77 (2lbb.65) ober mit bem flafßjtilifdiett Ornament am Jpaufc Sammftrape 379.
58on reidjeren Stucfbetfcn beftpen attper bem 9iathaiiß (Safcl 7) trefflidie Söci»
fpiefe baß Sanbbauß (Safet 8j unb bie 2lpotl)cfc. S3on ben Arbeiten im Vanbhattß
t
(Xroffen. ©fudbetfe im Xanbljauö.
Greffen ('lßobnf)äufer, OTarhlbrunnen, ©rabbenfimüler).
( (
iff wol)I bic grofie Saalbccfc im Obergefd)of; bic bemcrfcnßwcrtcfte. Sic jcigt, von
reichen Ornamenten umrahmt unb an bcu Seien mit Sropljäcn gcfdjmücft, im J^aupt»
felb ben gegen bic Sonne anfteigcnbcit prcupifd)cn 2Iblcr. Saß ebenfalls von reichen
Ornamenten umranftc OTittclfelb ber Sccfe in ber 2tpotl)cfc am Süarft bagegen fdjmücft
eine Siana unb an ben Seien crlcnnt man vier bie ^ahrc^eitcn barjtcllenbc 'Putten.
Q5cifpiclc trefflicher Äaminaufbauten in biefen Käufern jeigen 2Ibb. 66 u. 67,
'•lll’b. 70. Greffen. ©rabbenfmälcr auf bem ®ergftrcf)bofe.
Bum Schluffe fei nod) in biefem 9taum ber 2Ipotl)cfc auf baß Sbilb beß
2(potl)cfcrß Äicnjcl hingewtefen, baß nad) bem beigefügten Sbronogramm auß bem
Sabre 1722 frammt. Sin fupferner SDIörfcr cbenbafclbff trägt ben Spruch:
„GOTTES GABE IST MEIN HABE
WIE GOTT WILL SO IST MEIN ZIEL.“
Sr würbe laut Snfdirift im 3al)re 1613 von Sacob 97euwcrt in Berlin gegoffen.
Ser 9]larhtbrnnnen unb bie Senfimäler auf bem Äirdjhofe-
ßroffen iff im 3>crglcid) ju anberen Stabten, wie 5. 95. ftranffitrt a. ü., arm
an A>cnfmälcrn auf öffentlidicn pläßcn. Saß einzige nennenßwerte SDcifpicl ift ber
ffliarftbnmncn auß Sanbjtcin t2lbb. 68 u. 69). Saß Mreißrunb beß Brunnenbeefenß
78
(Stoffen (®rabbenhmii(er) — Gunersborf.
unterbrechen vier in gleichen Tfbftänbcn verteilte Vorlagen unb ben im ®ritnbrifj
qiKibratifchcn ©runnenobefißfen fdpnürfett cntfprechenb angebrachte n'affcrfpeienbe
-Wj 1—।—I H 1 1 1—I—8—h
01 0 0,5 im
2(l'b. 7I. (Stoffen. ©rabbentmal auf
bem Kirchhof.
Unmittelbar baneben enblid) ftel)
£0?aria SDirfcrheim geb. 93orcf, geb. 5. £
SWaßfen. Streng flaffaiftifdje Slrdntcftiirteile
mifchen fleh mit jopffgen Überreden, unb aud,
nad) bem ard)iteftonifd,en 2fufbau jn fdjliefjen,
bürfte bie Tbrbeit bem lebten Viertel beß
18. Sahrf). angeboren.
2luf;crbcm ift nod) eine 9icil)e von ®rab»
benfmälern jit nennen, bie ben älteren Seil
beß auf ber Söcrgfcitc gelegenen jtird)hofeß
fdjmütfen. Unter ihnen lieht an erjler Stelle
baß S'cnfmal beß fgl. preitpifdjen ©cncral«
majorß ^Janl von Stataliß, geb. 8. 9J?ärj 1722,
gc|t.4.2lpriI1789(2lbb.70rcd|tß). £>cn fd)lid)ten,
mit bem Höappcn beß Bcrjtorbeneit gefdimücften
Unterbau front eine SBafc, auf ber ein .f?elm
unb ein Vcrbeerfranj ruhen. 3n ber Sticbtuiig
nach Sßejten folgt baß ©rabrnal ber (Sl)arl.
Scal)cl von Stataliß, Söaroneffe von ßollaß,
geb. ben 24. Dcj. 1721, geft. ben 13. 2>ej. 1795
(2(bb.7O linfß); bie ©ecfplatte beß Untcrbaiteß
fdimücft baß SOcebaillonbilb ber Xlcrftorbcnen,
bem auf ber Slücffcitc baß gamilienivappen
cntfpridjt. (Sin britteß Dcttfmal (2(bb. 70 SWittc
unb 71) jeichnet fid; burd; feinen ftrengen 2luf-
bau auß.
©in cinfadjcß Stcinfreuj, an baß, mit
einem £cid,entud) verbeeft, |Tdc eine 3nfd,rift«
täfel lehnt, bient bem 'Anbeuten beß ^Bürger»
unb 53äcfcrmei|lcrß ^>cinrid) SBilhclm SBicfcr»
beim, geb. 1. ©ft. 1778, geft. (>. 3uli 1825.
t ber völlig fd)lid)tc @rab|lein ber §rau Sophie
Jtärj 1751, geft. 17. Tfpril 1811.
(SuncrSbovf.
(TuiwretJütf, 22 km norbnorböillid) von ßroffen. ©ein. 271 Sinn'., 998 ha;
©utßbej. 66 (Sünv., 2584 ha.
'Bon beutfehen Äclcniften vermutlich im 13. Sahrh- gegrünbet, erhielt bie ©rt-
fchaft ben beutfdien Stamcn „Äoitrabßborf". 1503 belehnte Siurfüril Soadrim I. ben
„SWatiß v. Voben ju ©ren" (= ©rehnotv) mit „Suucrßtorff farnt SBonvertfcn, Schultcfcn,
©ebawren, ©ertnern, Stenten". 2luf bie Vöbcn folgten 1695 bie v. Stcnarßfp unb enblid.
Gunersborf — ©oberfaul.
79
um 1800 ber glirft von J?obcnjollern; bamalß jäljltc man 7 Stauern, 9 jtoffäten, iitß*
gefamt 288 ©inw. — Die Üirdje, von jetjer Tochter von ©riefel, ftebt unter bem
Patronat beß gürftcn; über baß alte, „von 4?olj gefdjrotete" ©otteßbauß berichtet
Soadjim Böller.
Die Sirdje, eine im ©runbrig redjtcdigc Tlnlage mit apfißartigcni Jlußbau auf
ber Sßeftfeite unb quabratifdjem ©ftturm würbe in neugotifdjem ©ad|teiiiftil im Sabre
1879 erbaut. Sllcii älteren 2(uß|tattungßüüden haben ftd) her übergerettet:
3mei jinnerue 2Htarleud)ter, 55cm ljod), mit bem in ben breifeitigen §ujj
eingegrabenen Eeld)owfd)en (?J SBappen, ben beigefügten S3ud)|taben „E. G. v. S.“
unb ber 3äbreßjal)l »1074“.
©in jinnerncr Dedclfrug, 18cm (jod), mit ber Darftellung einer ^aufbanblung
auf bem Dedcl unb ber lateinifdien llmfdtrift: „Christus sanctificavit ecclesiam
suam“ f ©tjriihiß heiligte feine J?ird)e); au^erbem lieft man nod) ben 9?amen
„Gottl. Heinrich Schultze“ unb bie Sabrcßjabl „1707“.
©in ftlberner Tlbenbmahlßfeld), 22,6 cm f)od), ftammt auß ber eriten .<?älftc
beß 19. Sahrljunbertß.
Sn ber Vorhalle werben bie auf 35led) gemalten Sßappen beß iD?td)ael
21nbreaß v. .fi'onarßft, geb. im Ecpt. 1632, geft. im Tlpril 1718, unb feiner grau
geb. fßirbifdjav aufbewahrt.
Die fdnver jugänglidte ©lode im 2urm f?at 60cm Durdjm. unb würbe laut
Snfdwift im Sabre 1718 von Sljr. Ece in Sroffen gegoffen.
StaberfauL
T'übctJ'aul, 15 km nörbltd) von Sroffen. ©em. 781 ©inw., 1818 ha.
Die im weiten Umfreiß von ^Salbungen umgebene Crtfdiaft trägt im ©egenfaß
ju Suncrßborf unb Srämerßboru einen ed)t flawifdjcn Manien unb gehörte von alterß
ber jum Ed)loü Stautnilj; nad) bitt iü bte Äird)e, bie um 1700, ju 3oad)im
SÄollerß Seiten, „umb unb umb mit Jjolß gcfdjürßet war", eingepfarrt. 1503 erhielt
SD?atthtaß v. Vöben burd) .fturfürft Soad)im I. bic freie aSicljbrift ju „Doberfawel".
Um 1721 folgten im $25c|7ß bie v. Siotenburg, ©rafen feit 1736, unb von 1800 an
bic gürften von .fpobenjollcrn. Die von Sßratring bezeugte Söefeßiiug beß Dorfcß
mit 2 Vchnfdiuljen unb 16 ©anjbauern gebt wohl auf bic Seit ber beutfdien Aoloni*
fation jurüd (vgl. feine SBefdjreibung ber 9)?arf 1809, III, 310j.
Die Sürdje, bereu ©runbfteinleguug am 13. September 1880 unb bereu Söeibc
am 3. Dft. 1881 erfolgte, ijt ein SBatffteinbau mit quabratifdjem Qßeftturm unb apjlß«
artigem Dflaußbau.
©in Sinnfeld), 22,6cm bod), jeigt barode gorm.
SReftc cineß Epätrenaiffanccaltarß liegen auf bem Äird)ciibobcn.
©ine ©lode, 70 cm Durd)m., wurbe von gr. ©rul)l in .ftleinwelfa für ben
Sfeubau gegoffen.
80
®rel)nom.
?lbb. 72. ©rcbtwtv. ©runbriß bet Ätirdje.
X)rcbnoiv.
l^rrlpwiu, 20 km norbwefllid)
von ßroffcn. @em. 258ßrinw., 489 ha;
©utßbcj. 175 @inw., 1279 ha.
3m 3al)re 1308 erfannte Söifdjof
gtiebrid) von Cebuö an, baß „Brenow"
gum Sprengel beß SBißtumß 'Pofen
gehöre. 3m 15. 3<d)r[). faßen hier
bie v. £öben; „SWattfyeß £oben ju
Brette" leiflete t. 3. 1500 bem Atur«
fürflcn 3oad)im I. bie Jpulbiguiig. Später wed)felte baß 9iittergut oft ben SBeßfeer:
1609 Jpanß v. Sbeitcfenborf, Steuniärfifdjer Äanjlcr, weldjer 3oad)int SWöller jufolge
„an ber fleinernen Ätrdje gebauet fyatte", um 1700 v. Bcdjen, um 1800 @raf
gincfcnftein, biß 1911 Ißilljehn Prinj ju VöivcnfteiitsSSertljeimsgreubeitberg. — Baß
alte Sdjloß war bcreitß 1701, wie SWöller berichtet, „verfallen". — 9?ad) SBratringß
„23efd)retbung ber SO?arf" von 1809 woljuten ljicr 12 SBauern, lOÄoffäten, 10®übner,
inßgefamr 336 ©inwo^ner. 'Patron ber 5tird)e, einer .mater sine filia“, ift ber
SBeffßcr beß @utß. f
'Mb. 73. Bvchiibw. .ftirdte »en elibDilen.
Qreljnom.
81
Oie Äirdje C^lbb. 72 tt. 73), ein ver*
pnßtcr, im Atome mittelalterlicher Rinb*
lingßbau, bcftcht auß einem einfach redjt*
ccfigen Sangljauß mit breifettigem Oft*
fdilup, einer aitfdieincnb crft im 19.3atjrl).
vor bcffett mittlerer 'Polvgonfcite auß 95acf«
(teilt errichteten quabratifdjcn Safrißei
unb bem im ©runbrip quabratifdjen 9öeft*
türm, ber von einer fchlanfcn, inß Tlditecf
übergeführten 'Pnramibc befrönt ivirb. Oie
burchrveg erweiterten ober neu burchge*
brodiciteit Rcnftcr fdiliepen mit einem
gerabcn Gtuq im ©egenfaß ju ben |tid)*
bogig gcfdjlofjcncti Zugängen auf ber
'jyeft« unb ber Gübfeitc.
Oer weitauß größte Seil beß inneren
21ußbaueß,
bar unter
bieaufbrei
Seiten ein*
gebauten
Gmporen,
ber Äau«
j e 1 a 11 a r
unb bic icßt in ber Gafrtftn aufgcilclltc höljernc
Saufe (21bb. 74), jeigen einfache baroefe Rönnen. Oer
ehemalige 21uffaß beß Ä'anjclaltarß hat jeßt alß 93c*
frönung über ber ftidjbogig gcfd)loffcncn Ükrbinbungß*
Öffnung jtvifdjcn Surmunterbau unb ®d)iff 2>cnvcnbung
gefunben.
£)ie ncugotifche Saufe im Mirdienraum ift auß
Äunflfanbitcin. ‘21ud) baß Orgelgel)äufe jeigt neu*
gotifdje gönnen. 3mci ©mpirefronen hängen im
Snnern.
3wci jinnerne 211tarleiid)ter C?tbb. 75), J 1 cm
bod), tragen am Ruß bie 3nfd,rift:
„PAVL KROFT
164/
BARBER STARKENE“.
©ine 93 i Iber bi bei auf bem 21ltar i|T 1618 Datiert.
Guten filbernen, im Suttern vergolbcten Äeld,
mit bem Rincfcniteinfdi. n Söappen fdjmucft am oberen
Slbb. 71. Tre&noro. pnrdjc, (jöljenie Saufe.
'?lbb. 75. ©ref)itoro. Itirdjc,
?((tarfcud)tcr.
Aunnbcnfm. b. QJroü. Q3rbbß. VI. G. Greffen.
6
82
©reljnow — Gidjberg.
9ianb ein (Smpircornamcnt; er flammt von bem SDteiftcr SDtüllcr in SSerlin. 9ßenbe
beß is. 5al>rl)unbertß.
(Sine iHbervergolbete ^Ja teile ift C. E. W. gemarft.
(fine jtnnerne Xecfelfamte, 27cm bod), würbe in ber erflen Hälfte beß 19.
3<il)rb’ fcon 3- ß. ‘Jlrenbt in Berlin gefertigt.
(Sin Ärantcnfommunionßfeld), 9,6 cm hod), mit 'l'atene, ift mit bem
Vorgenannten ®egenflanb etwa gleichzeitig.
Xrei Äriegßcrinneruugß* unb ebenfoviel ©ebenftafeln nut 3?amcn von
äKitfärnpfcrtt auß ben Kriegen von 1813/11, 1866 nnb 1870 Rängen im Innern.
911'b. 76. ©re&now. Jtircbe, Cnnylljcit ber G5(ütfcniiifd)i ift.
3rvei ®locten. Xie öftlidje, 68 cm Xurdpn., olfne Snfdjrift, trägt auf ber J&aubc
ein 15 cm Ijofeß SRelief, barftellcnb (51)ri|lii6 am Atreuj mit SJtaria unb Soljaniicß
unb bürfte bem Anfang beß 17. 3al?rl). angeboren.
Xie ivefUidic, 93 cm Xurdjm., l)at am 4jalß bic fpatgotifdjc, Iciber an ber ividjtigflcn
Stelle verjlümmelte SOhnußfelinfcbrift CMbb. 76): „o anno d|omi|ni m°ccccco
tercio o fvsa svtn in bonorefm] sanct[a]e ann[a]e o a m|a]g[ist]ro francisco (b) ? (v) ?
feier o o ibv ( = iesv) miserere nobis“ ( im jabre 1503 bin ich ju (Sl)rcn ber
1)1. Qlnna von SOteiflcr granj 4?ufelcr tvgl. aud; Sübglocfe ju lBilbcitl)agcn, 93anb VI
Xeil 3, Jtreiß 2ße|lfternbcrg) gegoffen. X 3cfu erbarme Xid) unferi. Xie leiste
Xrennungemebaillc $eigt ben (Mefreujigtcn mit SDtaria unb 3vt)a*,,,c^-
(Jidjbcrfl.
(BidjbCtfl, 11 km norbwefllid) von (Sroffen. ®em. 525 (Sinn'., 1156 ha.
Um 1400 faßen I)ter bie Äitlig, 1137 bie jtnobelßborff. 1192 gefiattete Äurfiirft
3obann von QSranbcnburg bem Siegmuub v. SXotcnburg, bic il)m vom J&erjog von
(£icf)berg.
83
©djlefieit überladenen ©üter in ben Dörfern „©idjperg, ^Menfe, SDlcffotB" an Söal^cr
B. £öben weiterjuberpfättbcn. 3m 17. Sabri). ging baß Dorf in ben 93efTfc beß
Sanbeßhcrrn über unb würbe jum Domänenamt ©roden gefctylagen. Die ©emarfung
Bon runb 30 .fpufen bereiften laut Aufhellung non 1633 int @ef). ©taatßardiib
22 „5Birte", nad) ©ratringß „33efdjreibung ber SOlarf" Bon 1809 3 greifdjuljen unb
19 dauern, bagegen nur 5 Äoffätcn. Die ®?uttcrfird)C mit ber Soefyter ©üntcrßbcrg
ftefjt unter flaatlidjcm Patronat; baß alte
©otteßfjauß, fo fd)reibt SDJöller, war „gang
auogefdjrottet unb mit <Sd)inbeIn gcbcefet"
(1Bi|itationßberid)t Bon 1701).
Die £ürd)e ift ein auß bem ©nbe
beß 19. Safjrf). flammenbcr Söacffleinbau
im Siunbbogenftil mit Sßeftturm unb recht*
ecfigem ©boranbait.
©in jinnerneß Daufbecfen trägt
auf bem fcdjßfcitigcn Staub bie 3nfcbrift:
„DIESES BECKEN VEREHRET
IN DIE KIRCHEN ZV EICHBERG
FRAW DOROTEHA KINDERIN
PFARFRAW ZV EICHBERG 1653.“
S)?cirter L. S. Wappen mit Doppellilie.
3wci 3innleud)ter, 10cm fjod),
Bon gcbrungenen formen, gehören ber
jwciten J^älfte beß 17. 3al)rl)unbertß an.
3wei 3innleud)tcr, 62 cm l)od),
flammen auß ber SOZittebeß 19. Sabrijunbertß.
©in filbcrBcrgoIbeter ©pätrcuaif*
faucefeld) ('Abb. 77), 18 cm t)od), mit
jugcl)öriger ^atene, tragt auf ber Unter*
feite beß ©edjßpaßfußeß bie Snfcbrift:
„Aö • 16 • 60 N - v • S x II • PAVL
KRAM VON MESRITZ DER KIRCHEN ZV EICHBERG“ (Bgl. auch bie
Ateldjc in Sleuenborf unb Stäbnifc).
Drei ©locfcn. Die füblid)c, 60cm Durdjm., l)at am -ßalß ad)t SOfebaillen
mit bem 3eid)cn ber Dreieinigfeit unb ift mittelalterlid).
Die mittlere, 83 cm Durdjm., jcigt um ben J^alß 6 SOiebaillcit angcorbnet mit
bem Cwnbol beß ©Bangeliflcn 3o()aniteß. Die bie 9J?ebaiUcn trennenben Slliiiußfel
finb rein beforatiB. 2fud) biefe ©locfe ift nod) mittelalterlich.
Die nörb(id)c, 61 cm Durd)m., trägt um ben Jpalß bie 3nfd;rift: „In dei
gloriam sub imperio dfomijni Frid|erici] Wilhelmi elecftoris] brand [en]b[ur-
gensis] et baronis de Canitz praesidjis] crosnae. Haec campfana] fundebatur
fi
?lbb. 77. (?id)l’erg. Jtdrf) in ber Äirrfje.
84
(Sictyberg — ©ersborf.
tune temporis Balth [asarus] Fridfericus] Hamel praef[ectus] crosfnensis]“
(= 3u @ottcß 9lutym würbe unter ber Dtegicrung beß Äurfürfteii griebrid) fföiltyclm
von SSranbcnburg unb beß Sßaronß von (Janig beß Serwcferß ju ßroffen biefc ßflocfe
gegolten, alß SJalttyafar gricbridi Jpamel $8ürgermci|lcr von ßroffen war). @ießcr
war Vorenj Äöfcrife von Stettin nnb alß Sionat unb Satyr beß @n|jeß wirb ber
SDftober 1683 verjeictynct.
©crSbotf.
(ÖSreVütf, 5 km füböftlid) von Großen. @cin. 262 Ginw., 598 ha; ©utßbcj.
105 Giitw., 775 ha.
2>er 9lamc, urfprünglich wotyl „(Mertyarbßborf", weift auf bie Solonifation beß
13. Satyrty. tytn. Der £)rt ift ein alter .ftiiobelßborfffdjer Söcfife: 1500 tyulbigte Gtyriftopty
Atnobelßborff feinem £etynßtycrrtt, bem iturfürflcn Soadjim I. gurd)tbarc Vciben bradjte
ber Dreißigjätyrigc -ftrieg mit fid), benn, wie Soadiini Stoller berid)tct, brannte 1632
baß Dorf mit 2 wohlgebauten ‘Abelßfißcn, Äirdjturm unb 20 Käufern vollftänbig ab.
Die Jfnobelßborff bauten bic jltrd)e mit Ditrm unb 3 ©locfcn wicbcr auf, tonnten
ficty aber infolge 3>crmögcnßjcrrüttung nur biß 1662 betyaupten. 2ion etwa 1700
an biß jur £D?ittc beß 19. Satyrb. faßen tyier bie greitycrren V. Sdtöncid) auf einem
©enioratgut. Über bie Sßefeijung beß Dorfeß mit 11 dauern unb 17 Äoffätcn
berichtet 93ratring in feiner „93cfd)rcibung ber Start" von 1809. — 3« brr Slutter*
firctye ftnb von altcrß tycr S»ricßniß, Giutylow, 9iußborf unb 93ottyenborf cingepfarrt.
Die inmitten cincß nodi tetlwcifc von ber alten gclbftcinmauer umgebenengrieb*
tyofeß gelegene &irctye (21bb. 78 u. 79) ifl ein annätycrnb rcditccfigcr, im Item fpätmittcl*
alterlidjcr ginblingßbau mit einer auf ber 9torbfeitc angebautett fpißbogig tonnen*
gewölbten Safriftci unb einem im Glrunbriß quabrattfdjcn 'Ißeftturm, beffen 4'»ramibc
..... .. 1
1 0..10 20 m
?lbb. 78. ©erßborf. ©ruiibrifj bet Äirdje.
bie brei ftidjbogig gefdjloffeucn Jcnfter auf ber
von einer lUettcrfatyne gefrönt wirb
unb bereu Sufdjrift: „lIGFv. S
Gfpaitß ©ottlob greitycrr von ©djött*
cid?) 1/10“ auf eine im Tlnfang beß
18. Satyrty. vorgenommenc Snftanb*
fcisung tyinweift. Der glcidjcn 3cit
muß aud) ber 55au ber über ber
Safrijtci liegenben, Von außen ver*
mittelfl einer Freitreppe jugänglidjcn
^.'atronatßlogc angeboren. Die laug*
geftreeften fpiljbogigen Öffnungen auf
ber ©üb* unb Dflfcite getyören ber
Stittc beß 19. Satyrty. an, wätyrcnb
Storbfcite unb bic ebenfo geftaltcte
ßsafrifieitür, uad) ber an biefer angcbradjtcu Satyreßjatyl ju fctylicßeu, wotyl bem Satyrc 1671
entflammen. ‘Außer einem 'portal auf ber Sübfcite ber Äird)e vermittelt nodi eine
— V
2(bb. 79. ©erebovf. Kirdje von (Siibofleu.
©ersborf.
86
(Bersborf — ©obren.
ftidiboatg gefridogeric KcrbinMmgßtür in ber Sücftwanb Dom Surmnntcrbaii auß ben
2>crfct)r mit bem fladjgebccftcn Shutcrn, bcffen gußbobcn mit Q5acf|teinen gcpftaßcrt iß.
Die anfdjeincnb um bie £D?itte beß 19. Sal)rb- auf alten Setten eingebauten
©mporen werben »en borifdien Jpotjfäiitcn getragen.
WIcidialtrig mit bem inneren Jtußbau bürftc and) ber fdjtidjtc Äanjclättar fein.
©in barocfer 5aufeng et gehört bem Anfang beß 18. Sal)rl). an. Daß jugc»
Ijerigc jinncrue Jaufbedcn Ijängt Ijintcr bem Aanjefaltar. Die Orgel (lammt
laut Snfdjrift auß bem £sa!)rc 1852, ein jwötfarnüger, mcffingcncr itroiilcndjter
auß bem 18.Sabrljunbcrt.
©in filbervergoibetcr Ä ctdi, 22.5 cm fjed), jcigt auf ber llntcrfcitc beß gußeß
cingravicrt: „Gersdforfer] Kirche 1677 d. 12. Mig.“ SWcifler Dfaniel] M[änn-
lich] Berlin. Die jugcljörigc ßtbcrnc JJatenc mit eingraviertem jirujiftr ift
gleichen llrfprungß.
Drei ©tocfcii. Die öftfidjc, 50 cm Durd)in., jeigt am J^atß cingcgrabcn bie
Snfdjrift: „Anna Maria Knobelstorfin Witfraw auf Gerstorf G. M. Jacob
Nevwert Anno 1642“. ferner bemerft man auf ber Sübfcitc ber Jpaubc, eingefaßt
von einem '9iing, inmitten ber lateinifdjen Snfdjrift: „Amor mevs crvcifixvs“
(= SDlcinc Siebe iß ber ©efreujigte) eine SOlcbaittc mit einer jlrciijigungßbarßcttung,
baruntcr ftcfyen bie 95ndntabcn: „I.W. C. S.“ 2tud) bie fiibtidic ©totfc, 75 cm Durdjm.,
ivurbe taut Snfdtrift von Sacob Sleuwert in Sßcrtin, jebodj crß im Sal)rc 1651 gc»
goffen, iväljrcitb bie nörbtidjc mit 90 cm Durdjm. unter bem Sol), ©otttob Vftbcr].
STJaro] j£= §reil)crr] be Sdweneid) unb, wie auß ber latcimfdjcn Jluffdjrift: „CAM-
PANAM FRACTAM PRISTINAE SOLIDITATI RESTITUIT JOII. JAC.
SCHULTZ FUSOR AERAMENTfARIUS]. CROSSNAE. A.M.D.CC. X.
MENSE OCTOBR[IS]“ [jervorgefyt, von bem ©iciier Sd). Sat. ©d)itllj ju ©roßen
im Oltober 1710 auß einer gedrungenen ©lode in iljrer „alten Daiiirljaftigfcit"
wiebcrl)crgc|lcllt würbe.
©Öhren.
(Siiljrcn, P/s km nörblid) Von ©ommerfetb. ©em. 1322 ©inw., 2894 ha.
Die Ortfdjaft i(t baß größte unb volfrcidjfle Dorf beß gefamten Aireifcß unb
jäl)Ite 1809 nad) Angaben beß Statiflifcrß 25ratring 25 ©anj* unb 36 J(5albbaiiern,
inßgcfamt 146 gcuerftcKen mit 875 ©inw. — üßic eine Urfunbe vom Safyrc i 182
melbet, war eß bamatß ßrittig, ob „öeren" ju ben Söe(it5iingen ber 3><arfgrafcn von
35ranbcnburg ober beß J^crjogß -f^anß von ©agan gehöre 1190 »crfd'neb .fturfürft
Soljann von iI5ranbcnburg ber ©attin feines Scljnßmanneß ©icgmuiib v. Diotenburg
baß Dorf; 10 Sabre barauf leifteteit „SOlertcn unb J^anß ®d)lid)ting ju ©eren unb
jur ©riefet" bem Aturfürften Soad)im I. Jputbigiing. Später, um 1665, befanb ßd)
baß ^Rittergut im 33eftlj ber bereitß 1315 im Soraucr Atrciß urfunbltd) auftrcrcubcn
©abtenß (.bereu S?tcr 17 74 ju ©ommerfclb (larbj, fobann feit 1777 ber S&tombcrg
(auß fitrlänbifdjcm 2tbcl), unb wurbe 1818 von Söauern auß ber ©emeinbe auf»
®öf)rcn.
87
getauft nnb verteilt. Somit würben bie ©ominialbcfitier Patrone über bie Mirdjc, bic
von jcljcr eine Shutter oljne Sodjtcr war unb 511 ber Dubrow, ©rabforo, Samnife, Malfc
unb Mofonic Äönigßwillc cingcpfarrt |iub. — ‘Alte Sraditen fiaben ftd) hier erhalten.
Die Siircfie < Abb. 80) gcl)t mit ihrem Merit auf einen mittelaltcrlidjen ftinb*
littgßbau, beftebenb auß redjtctftgcm Vangfiauß, einem im CMrttnbrtß annäfiernb qtiabra*
tifdtcn ©cfitnrm unb einem eingcjogcncn, gcrabc gcfdjfofiencn Cljor jttrütf. Der
9iorbfcite ift nadjträgltd) eine ©afriftci vorgclcgt, bte burd) eine 3'bifd)enwanb in
jwct von Sonnengewölben
itbcrfpannte SRäume geteilt
wirb. Ter wcjtlidie biefer
beiben Diäitme ift vicl(cid)t
nur wenig jünger alß ber
öjtlidjc, wäbrcnb bie über
ben Safriftctränmen liegenbe
Soge, bie vermittel)! einer jur
4?älfte in ber nörblidjcn
llnifafiungßinatter liegeuben
Sreppc crrcidjbar ift, beftimmt
ber ©arotfjeit angchört. 9?id)t
viel jünger bürfte ber Außbati
Abi*. 80. ©ßfjrcti. ©vimbrif; ber Mtrdjr.
auf ber ©übfeite beb (Sfiorcß fein. Der mit feinem Oberteil nad) innen abgcfctjte
Surin fdtfießt mit einem in neuerer Seit maffiv aufgcfüljrtett .Ipelm, befielt ©etter*
fafiuc bie ^atjrcöjaljfeir 1822 unb 1899 jeigt. Die ©übfeite beß Surincß ftfimücft
eine barotfc ©oitncniifir (vgl. audi 21. Sftagnnß, „Allerlei auß unferer ütergaiigcnljcit",
Sommerfelb 1887 bei J?. SOTertfdnng).
Die Viditöffnungen ftnb im Vangfiaitß unb auf ber ©übfeite beß cntfpred)cnbcn
2?orbance in jwet 9teiben übercinanber angcorbnet unb fdjlicßcn ebenfo wie bie Sogen*
fenfter uub bic fd)lattfcit SO?aucrburd>brudie ber Ojtwanb, über benen außerbent nod)
ovale Remter angcorbnet ftnb, ftid)bogig.
Den jttd)bogtg gefdiloffenen ßugängen, bic von ffiefien l)cr über ben Surm*
unterbau l)inwcg unb in ber SJJitte ber füblidjcn llmfajfungbmancr beß Mird)enfd)iffß
nad) bem Innern (21bb. 81) fiiljren, entfpridit je eine ebenfo geftaltcte Sür in ber
SWitte ber Dftwanb unb auf ber ©übfcite beß entfpredwnbcn 6l)oranbaueß.
Die flad)e Jjoljbctfc beß Mird)cnraumcß jeigt eine berbe barotfc Malerei mit
einer ©onne im iD?ittclfclb, bereit Sdieibc aufjer ber 93ibel|telle „‘'Pfalm 95, $8. 67"
nod, ben auf baß 3<»br t’1'* ‘Anfertigung biefer ‘Arbeit l)inweifenbcn 3»foß 1776“
enthält. 3n jwei anberen freißrunben ©dicibcn, bic von fräftigem Ornament umranft
jtnb, erfennt man bic Darjtcßung ber Dreieinigfeit unb einen über ©offen fd)webenben
Üiigcl, befien ©prudjbanb bic Auffdirift: ,Hier ein ewig Hosianna Hier ist Weide
hier ist Manna“ jeigt. Die ‘Aiißnialung war wofil bte leljte größere Snilanbfcßttngß*
arbeit ber bet bem großen Sbrattbc am 1. Sunt 1763 ftarf in O?itlcibcnfd)aft
©öfjren.
Qlbb. 81. ©öfjren. Snuereb ber 5tird)e, ©lief nad) 2Beften.
©Öhren.
89
9(l’b. 82. ©Öhren. Äinbc, ?(ltnr(cnd)tcr.
gezogenen, am 19. Sonntag n. Srinit. 1764 jcbocfj bcrcitß wicbcr geweihten ät'irdje.
Statt) einer noch im ^.'farr^auö aufbewahrten O.iiittung crfjiclt ber SDiaicr SBietorinuß
Jgnatiuß Voob auß Sommcrfclb am 20. Juli 1776 19 Safer außbcjahlt, bie mit <f?i(fc
freiwilliger öaben von ber öcmcinbc aufgebracht würben (.vgl. 21. WZagnuß a. a. O.j.
21bgcfchm von neujeitlidwn, fdtwarjen unb weifen ^liefen in ben Gängen unb
im '.’lltarraum (,at |Tdt nodt ber aftc Siegel»
bclag erhalten.
?fnf;cr einer Orgelempore unb
einem anfdicincnb für bie hcrrfdjaftlidwn
Beamten bcjtiinmten Ojtcinbau ift nod)
je eine Toppelempore auf ber Süb» unb
Slorbfcite angcorbnct. ®ic ffc gehört and)
ber Äanjclaltar mit feinen baß @ebälf
tragenben Säulen, ber befrönenben Sonne
unb bem l)anbwcrfßmäpig aiißgcfdjnittcncn
fcitlidjen Sianfenwerf ber Seit Der vor»
erwähnten 3n|tanbfe^ung an.
SOic höfjcrnc, fd)Iid)tc Saufe faßt
ein jinnerneß Saufberfen mit ben auf
bem adjtfeitigen Sianb eingravierten, auf
eine ©ablcttjfdtc Stiftung hinweifenben
SMichflaben ,H. II. A. v. G.“ unb „I. C.
v. D. G. v. G.“.
Sine in Vinberobe gefaufte Orgel,
bie laut cbcnfaflß nod) vorl)anbcncr, am
20.2?ejcmbcr 1777 außgefertigter Ouittung
ber Orgelbauer öottfricb J^ccrbc auß Sorau
jitni greife von 18 Salem S guten (Mrofd)en
aufgcftcllt Ijattr, würbe burch bie jefeige,
von bem Orgelbauer Sdjnlj in (iroficn mit
einem .ftojtcnaufwaub von ruitb 800 Salem
erbaute unb am 5. Sonntag n. Srinit. f= I.
3ufi) 1858 ctngcwcibtc Orgel erfeftt.
Orei Siummcriitafcln mit ber
Sahrcßjabl 1796 unb eine Safe! jum
Anbeuten an (gefallene von 1813, 1866 unb 1870/71 hängen im Innern.
Sin jwclfarmigcr SJ?cffingfronlend)tcr bürftc bem leisten SWicrtcl beß IS.^ahr«
hunbertß angeboren, ein anbercr nur aditarmiger hängt wcftltd) von jenem unb trägt
bie ^nfchrift: _I. C. W. B. 1867“.
3»vei zinnerne 2(Itarlcud)ter (21bb. 82), 55 cm hoch, würben laut einer in
ben breifeitigen, mit Vöwenföpfen gcfdnuürftcn $uf; cingcgrabcuen Snfdjrift von
Johann S&arboh in @öl)rcn 1768 gefdjenft.
90
©Öhren.
21bb. 83. ©obren. 2Sappen auf per j’Scjtfcitc
bcö 'l'nirrljoufeö.
Gin (Tlbcrncr .Seid), 21,5 cm Ijodt, trägt
am 9tanb bic Snfdjrift: „Heinrich Otto von
Gablentz Anna Brigitta Gablentzin Ge-
bohrne Ts|ch|irnhausen Anno 1678“.
SOiciftcr 9Mß, ^Berlin.
Gin 3imtfcld), 21 cm l)od), gehört ber
lüiittc bcö 18. Sal)rb. an.
Vfußcrbcm werben nod) in ber iSafrifict
ein gcpolftcrtcr SBarorf jtuhl, jivei .ftriegö«
er i ii n er ungö tafeln an 181lunb 1870/71, fo«
wie jwci auö sBrcttcrn auögcfdjnittcnc, berb
bemalte, barotfc ©cftaltcn, $ol)aiuieß ber
Säufer unb 'iDiofeö, aufbcwaljrt.
Drei ©totfen. Die öfilidtc 67 cm Durd)in.,
bic mittlere 86 cm Durdint. nnb bic weßlidje
56 cm Sitrdjm., ftnb von §r. ®rul)l in .ftlein«
wclfa 1827 gcgo|Tcn.
Gin iin ©runbriß quabratifdicr Surm, ber fogenanntc Heine ober Glcfangniö«
türm, fübößlidi von ber Jt'ird)c, von etwa 5,so m ^citcnläugc, fdjeint in feinem auö
jVinblingcn crriditctcn unteren Drittel nod) fpätmittclalterlidicn Urfprungö jn fein. Per
größere Oberteil auö QSßtfftctn würbe, wie audi bic Snfdwift: „B. v. B. (35aron von
SBIombcrg) 1785“ in ber 'Ißcttcrfabnc über ber vicrfcitigcn 'Ppranübc erfennen läßt,
in ben adjtjigcr Saljrcn bcö 18. Sal)rl). mit SBarfftcin auögebaut. @lcid)seitig wurbc
bort and, bic fogenanntc Jjofgcfinbc«®!oefe untergebradjt, bic jebod) bann bei
bem Umguß bcö von ben ©ebrübern fyifdicr auö Äönigöbcrg 91m. 1791 ju 3l,Uid)au
verfertigten (Meläutcö mit einer bic Sal)rcöjal)l 1752 tragenben jtirdjcnglotfc ein«
gcfdunoljcn würbe. Dnrd, ben älteren Unterbau führte cinft von £?ftcn l)cr eine
jeßt vermauerte, breite, fpißbogigc Durdifabrt. Der 3ugang juin barotfen Oberteil
liegt auf ber 91orbfcitc.
Gin auf ber SÖcjlfcite bcö ‘JJfarrfyaufeö cingcmaucrteö SBappcn <?lbb. 83) trägt
bic Snfdjrift: „H. O. v. G. ( J^cutrid) £?tto v. (Mablcuj) I7ll“ uub „P. I. T.“
( 'Pojtor Sacob Jitiuö; aud, bic "Deutung Patronus In Tempore ift nidjt auö«
gcfdjloffein.
Die im Oritnbriß adtterfige QJegräbnishapelle (21bb.
81 u. 85 » auf bem oberen 5lird,l)of wurbc von bem grei«
Ijcrrn von SMontberg gegen Gnbe bcö 18. 3al)rl). über bem
älteren, jetjt nidjt iucl)r jugänglidjen Gruftgewölbe ber
Jyamilie von ©ablcitj auö §ad)wcrf mit Scbmfüllung er«
baut. Paö adjtfcitigc ^'»ramibenbadt frönte ein Sürindjcn.
Sin Sabre 1835 baute man bic fetjabbaft geworbene Einlage
Westen
nrni !
1 0 10m
?U’b. 84. ©obren, ©riinbriß bet
IBcgrabnietapcKe.
GJötjrcn.
91
mit Sßacfftcincn maf|Tv auß. Um baß 3arr isßs entfernte man hab jum geil flarf
Vcrmorfd’tc 7ürmdjcn unb fdjlofi bic cntftanbenc Öffnung vermitteln: einer einfachen,
mit einem ft'rcuj versierten Etappe auß ßinf.
®ic ber auf ber £?ftfcitc burdigcbrodjcnc Eingang fcblicßcn and bic Vtdn«
Öffnungen mit einem geraben (Stur,;.
Em Heiner Seil beß Snnenraumeß, von SBcitcn ber geredmet, wirb burdi eine
s&rcttcrroanb abgetrennt uitb bient alß ©afriflci.
Slt'b. 85. (Sjöljrcn. Q?cgräbntsFapc((e von vierten.
SSor ber C.ucrwanb, in bereu SDJitte bic Mangel eingebaut ift, gebt ber Ijöljcrnc
2Htartifd) mit Munftmarmorplattc.
3u beiben -Setten beß 3ugangß ftnb in etwa i m -Obbe Emporen eingebaut.
Ein bronjener Ärujifi;ruß gehört bem erften Viertel beß vorigen Safrl). an.
Sichrere ^otenfronen unb ©cbcnfblättcr, foivic eine SÄarmortafcl jur
Erinnerung an einen SOiitfämpfcr von 1870 hängen im Innern.
Stfon ben nod) erhaltenen bcmcrfcnßwcrtcn ®rabftcincn auf bem gricbljofc
bient ivoljl ber Heine T)cnf|tcin an ber Sübivcftfcitc ber 93cgräbnißfapct(c, wie man
nad) ben linfß unb rcdjtß oberhalb ber ftarf bcfdjäbigtcn rociblidjcn öcflalt äuge«
brad)tcn (yablcnjfdjcn unb 5fd)irnbaufcnfd)cn Üßavpcn fdjlicficn barf, bem Tliibcnfcn
ber 2lnna Sßrigitta von 5fd)irnbaufen, ber Ehefrau beß <£>cinrid) C'tto von Olablcnj
öötyren.
©Btyren — ©riefel.
93
(vg(. Pfarrardnv). ©in ©rabftcin unter bem gtnftcr in ber 9)<itte ber 2(ußcnwanb
gehört (aut Snfdirift ber am 13. S?ft. 1675 verdorbenen SRaria von ©ablcnj an.
Tic darf verwitterte ©cftalt ber SBerftorbenen tyält in ber 9(cd)tcn eine Stofe.
Sieditß bavon folgt ber nid)t nüubcr befdiäbigte Tenfftein beß am 15. San. 1611
geborenen unb am 16./26. S»tli 1686 im 2f(tcr von 12*/a Sauren verdorbenen 4?cinrid)
Ttto von ©abfenj, beß ©cmatylß ber 2(nna ©rigitta von Sfd)irntyaufcn. Ter SBeigcfcfctc
id in ber Siüdung unb in ber 2((longcpcriicfc wicbcrgcgcbcn unb hält in ber Vinfen
einen Stotf unb in ber Stcdjtcn bie Jpanbfdjutyc.
(Sbcnfallß in ber Lüftung unb mit bem Tegen an ber «Seite id ein 1682 im
2((ter von nur jwei Sfltyrcn verdorbener Mnabc auß bem ©cfddcditc bercr von ©ablcnj
auf bem uäd)dcn ©rabftein bargcdcllt.
S?dlid) von ber Äapcllc ficht ber gcmcinfame ©rabdein beßPfarrerß Sotyann
Sigißnutnb Vehmann (2(bb. 86 rcd)tß), geb. 28. SRat 1678, ged- 27. £0?ärj 1718, unb
feiner im glctdjcn S«tyrc am 30. Stovember verdorbenen (Stycfran ‘Anna (ShrifHaitc
SRärfnfuiß. Über bem \5tein id baß von (äugeln gehaltene Toppelwappcn angebradit.
(eigenartig abgebeeft burd) ein auf vier gemauerten 'Pfeilern rubenbeß 3icgclbad>
id baß ©rab (2(bb. 86 linfß) beß am 1. §cbr. 1716 geborenen unb am 21. San. 1771
ju Sommcrfclb verdorbenen J?cinrid) Ttto von ©ablcnj. Ter jugetyörige ©rabdein
id trotybem fchr verwittert.
©riefet
(£>rtc|cl, 19 km norbödlid) von ßroffcit. ©cm. 391 ©inw., 516 ha; ©utßbcj.
91 ©inw., 2282 ha.
3öic Soactyim SRöller, ber ©tyronid von ©rogen, um 1700 bcridjtct, „bedanb
baß auf «Sanb unb J^ügcln (iegenbe Torf urfprünglid) auß (autcr Sccrbuben" unb
warb erd jum Torf, nadtbem bie gelber geräumt waren. — 3m Satyre 1500
tyulbigtc „SRerten Slidjting jur ©rifcl" bem Äurfürden Soadjiin I. Tic v. 'Sddidjting
behaupteten ßdt tyier biß 2(ußgang beß 17. Satyr!)., wie auß Vcbnßurfiinben — j. 23.
von 1521 — tycrvorgctyt; einem IBerjcidiniß ber SRoßbiende von 1565 jufolgc hatten
fic ityrem Vctynßtycrrn von „©reißell unb jhtncrßborff" mit 2 pferben ju bienen.
1611 würben ©riefet unb ©unerßborf „von beß ©cncral (Staltyanßfdjcn 2frmec total
ruinieret". 23alb barauf mußten bie (Sdjlictyting ityren Shejifj aufgeben; nm 1700 faßen
tyier bic grcitycrrcn von (Bd)cnfcnborf, um 1780 bic v. Pförtner, benen bann bic
würden von .öobenjoKern im Söcßty folgten. Tie Ä'irdjc, von jetycr eine SRuttcr mit
ber 3od)tcr ßuitcrßborf, dctt unter bem Patronat biefer fattyo(ifd)cn Würden.
Tic fitretye (2(bb. 87) id ein im ©runbriß rcd)tcrfigcr, völlig überputyter Jfad)«
werfbeyt mit einem auf ber ©übfeite crrid)tetcn Tlnbau für bic patronatßtycrrfdiaft
unb einer biefem wcft(id) angcfd)(offcncit Slortyallc vor bem ©übjugang. Über ber
®cdfront ßtyt ein im ©runbrif? quabratifdwr Tad)aufbau mit vierfeitiger, fd)inbc(«
gebetfter pvrainibe, bereit 4l?ettcrfatync bte Snfdjrift: „VM VP. (v. Pförtner.) /
94
©riefel.
AX\rO 1/81“ jeigt. Oie genfier ftnb ebenfo wie ber Sübjugang unb je eine Sür an
ber l'3c|lccfc ber (Sübfeite unb in ber SDeittc ber Slorbfront cinfad) rcrfjtccfig gcftaltct.
IBon ben beiben Anbauten in ber Sübofe unb ber 91orbo|tcrfc bcö fladjgcbccftcn
Snnern bient jener alö Safriftei. Oer Wupboben ber .ftirdjc ift mit S3acfjlcincn belegt.
Der anö ben nrfprünglid) getrennt aiifgcjlclltcn Sinjcltcifcn jufammcngcftücfclte
Äanjclaltar (2lbb. 88) jeigt in bem flanficrcnbcn Sdjnipwcrf bie gemalten ®c#
flalten bcö 'l'etruö unb ^aiihiö, wäljrcnb über bem von jwei Säulen getragenen öcbälf
jwifeben jwei 'J'almjwcigc ljaltcnbcn Gngclögcilaltcn eine ncujcitlidjc Sfyrijlnöfigiir
augebradjt ift. Über ber jtanjcltür ernennt man baö Ooppclwappcn bcö yatronatö«
?(bt>. 87. Chiefei. öiunbtiß ber liivdie.
Orci Srinncrungötafcln an
Snnern. 2luf?crbcm werben nod) in
paarcö, unb in ben Füllungen ber Äanjclbrüftung
lieft man bic Scrtilcllcn: Jes: 58. v. 1, Joha:
VlII. v. 51. unb II- Tim: IV. v. 2.
Oie Orgel jeigt nciigotifdjc formen.
3wci jinnerne 211tarIcud)tcr, 57 cm ljodi,
tragen auf ber einen Seite bcö brcifcitigcn
Wiipcö cingravicrt bi. Snfdjrift: ,He[rr] To-
bias Eberhard Boeckelmann Pastor in
Griesel 1771“.
Sin Saufb’ecfcn auö Sinn, mit bem
Stempel ber Stabt Sroffen unb ber Saforcö#
jabl 1710 ift baroef.
bic Jtriege non 1813 unb 1870 71 bangen im
ber J-'atroiiatöloge adit auö bem Saljrc 1715
ftammenbe, auf 0??cfall unb cbcnfovtcl auf Veinwanb gemalte ®app cu (_2lbb. 89) auö
bem Sabre 1705 aufbcwaljrt, von benen jene, foweit bic j. S. jerftörten Snfdiriftcn
entjiffert werben fonnten, ben Familien v. Stößel, v. (glaiibitj a. b. .£>. Älcinwangcn,
V. 9ticfcmci|d)ele, v. M'retfroite, v. Segren a. b. .ß. „5tiil)ncm", v. Stohren a. b. (hab
wit>, v. ^.'ogcrcllcn a. b. .£>. J.'ratfd)in, v. Sciblilj a. b. Jp. SOiadjnip angeboren; bic
anberen tragen bic $8cifdwiftcn: „v. Ärafaii, v. 95rürfcn, v. 35rauncn, v. Wellenberg#
SVigfdjcit, v. Stöffel, v. Segrin, v. Stoljrin, v. Sciolipin".
SBrudgtürfc von Orabjtcincn auö bem 21ufang bcö 18. Saljrl). liegen unter
ber auf ber Mßcfrfcirc cingcoautcn Orgelempore.
3wci SHoefen. Oie füblidic, 85cm Oitrdnn., wurbc IS91 von üiujlav (Sollicr
in Öftlcnborf gegoffen.
Oie nörblidjc, 65 cm Ourdpu., trägt bic Sfyfd)rift: „Dem Höchsten zv Ehren,
dem Menschen zvm Hören. H. Johann v. Schlichtig, H. Johann Kaspar von
Stosch, H. Wolff v. Schlichtig, H. Andreas Lange, H. Johannes Cramer Pastor
in Griesel. Franciscus Vuillard me fecit (W- mtef) verfertigt)“. 2(iipcrbcm
erfennt man bae $ßappcn bcs 9??ciftcrö mit ben Q5ud)|labcn F. V., eine SDiabonna
unb Sbrifhiö am jtreuj. Sine 3al)rcöjaI)I fcfjlt, bod, bürftc bic 2(nfcrtigung ber
SMoefe nadi ber Seit ber Jpaupttätigfcit bcö öicficrö ju fdiliepcu in bie fedijiger
Sabre bce 17. Sabrb. fallen.
©riefel.
95
Qlt’b. 88. ©liefet. Afirdje, 5tanje(n[far.
M'i
*
©riefet.
2(bb. 89. ©riefet. Äirdje, SBappentafel in ber ^Jatronattioge.
97
©ünteröberg.
(Eninfrrsbrvtl, 4 km uorbiveftlid) »on
Sroffen. ®cm. 1211 Stntv., 1068ha; ®utßbcj.
27 Siinv., 28-51 ha.
33er Ort, auf flaivifd, „Oßnetnice" gc«
nannt, liegt auf einer 21nl)öbe oberhalb beß
fdjnellflieficnbcu 93iclo>vbad)cß unb würbe an«
geblid) 1202 alß Sßefttj beß fdjlcftfdjen Älofterß
Scubuß burd) Jjcrjog Heinrich I. betätigt.
Siner in 2(bfdirift erhaltenen Urfunbe von
10 10 20m
91bb. 90. ©ünterßberg. ©runbtig ber Äirdje.
1417 ;ufolgc hatten bicr ^ic 5Doininifanerin6nd)e von Sroffen, an bereit Spike
21bt SWartin ftanb, Sßeftßungen. 1-523 ffcherte Äurfürft Soacftim I. bem ^'ropft ber
3iftcrjicnfer 511 Jeubuß 511, bap bie neu in ©ünterßberg anjufegenben ©ärtner
Qlbb. 91. ©iinftrßbtrg. 5th-d)c von 9lorbcften.
Munftbrnfm. b. ^roo. Q5rbbj. VI. ß. troffen.
I
•>
98
©iinfcrsberg.
von allen ^ofbtenffen nad) Stoffen befreit fein füllten. 9?ad) ber Dlcformation fam
ber ©rt jum Eomäncnamt Stoffen. — Sauern Ijat cö hier nie gegeben; Srat*
ring führt in feiner „Sefdjreibung ber SDJart" von 1809 außer einem ?el)nfd)iiljen
nur 32 ©ärtner ober Jtoffätcn, 28 Sübner, bic jumciff Schiffer waren, fowie 19 Sin*
lieget auf. Eie Äirdic, Von jeher Socbter von Sidjberg, fleht unter (taatlid)cm Patronat.
?lbb. 92. ©iintcröberg. SmiereS ber Äirdte, ®litf nad) Cßeftcit.
Eie ftirclje (Abb. 90 u. 91), ein g-adpverfbau von red)tccfigem SJrunbriß, ronrbc
nad) ber auf ber 9?orbfcite ber 9?orbwcffecfc am Soviel angebrad)tcn Saljreöjat)! ju
fdjließen, im Sabre 1816 fertiggeftellt. 23on ben beiben l)öQernen Surmaufbauten
über ber ©ff* unb SÖefffront l)at man ben öfflidjen im Sabre 1906 angeblich wegen
Saufälligfeit entfernt. Eie bafilifale 'Anlage beö ‘Äußeren (Abb. 91) fommt im Snnerit
CMbb. 92), baö in ben Scitcnfdiiffcn flad) gebetft ift, wäljrenb baö 5Diittelfd)iff eine
SBoutenbecfe jeigt, weniger jur ©cltung.
Ecr ?yußbobenbclag beftebt auö Satfüeincn. Eie Sidjtöffnungen fowte bic in
ber SJHtte ber ©ff* unb 9?orbfcite vorgefehenen Suren ffnb reditetfig geffaltet.
Eie gefamte innere 2(uöffattung einfdjlicßlid) ber auf brei Seiten eingebauten, burd)
'Aufgänge au ber 9?prboff» unb Süboffecfc jugänglid)cn Smporen ift braun gcffricben.
Eer fd)lid)te Äanjelaltar ffcl)t im SBeffen.
Eie böljerne Saufe jeigt cinfadje, aber tppifd)c ©mpireformen.
Eaö ©rgelgebäufe iff neitgotifd).
23erfd)iebene Sotenfränje unb Srinncrungßblätter an IBerfforbene hängen
an ben SBänben.
©ünfersberg.
99
?(bb. 93. ©iinterbberg. SBcuimigcfjöit.
4
100
©ünlersberg — iicrmstoalbe.
2?cu jmci Älingel beuteln jcigt ber eine bie Jnfcbrift: „T. W. B. 1812“, ber
anbere bie Salfrcäjahl „1851".
Tic 2lbcnbmablßgcrätc ftnb ncujcitlidi.
(Sine fedißarmige Äronc auß bronjicrtcm Binfgttp ift in Slofofoformcn gehalten.
2'on jmci höljcrncn Stanblcuditcrn ift einer fcdjßarmig, ber anbere, im Sften
aitfgcfleilte, ift für jmanjig Jtcrjcn cingcriditct unb trägt auperbem nod) eine faterne
mit buntfarbigen Sdicibcn.
Bmei ©locfen. Tic füblidjc 95 cm Turdpit., bie nörblidm 80 cm Turdiin.,
beibc 1873 von gr. @ritl)l in ätlcinmclfa bet SBaugcn gegoffen.
Mehrere ältere (Seljöflc (Jlbb. 93), beren ^Bauten alö SBlocfl)äitfcr erriditet finb,
beftnben fidr im Torfe.
Jocrmsivalbc.
Jpcnnämalbc. Vcbnßurfitnbcu beb
'?(l’t’.!»i. Cinntbrifi ter Äirdie.
brrniSlü<lll»C) S’/s km norbnorböjtlid) Von Sominerfclb. Giern. 196 Gfinm.,
1269 ha.
Tic von beutfdicn Afolontftcn vermutlid) im 13. Sabri). gegrünbete Trtfdiaft
Ificp urfprünglidi „Jöcrmanuthvalbc". 14S7 erfaufte Stgißmunb v. IRottcnburg vom
Äönig 9??attl)iaö von Ungarn „Jpcrm^malbc, Söclmcniß unb ©ehren"; feiner ©cmablin
‘Anna v. ©rüneberg verfdjrieb .ffiirfiirfl Johann 1490 mehrere GiütcrJ barunter and)
16. Sal)rh. bcrid'tcn über bie ©ercdjtfamc ber
v. Siotcnburg. Au ihre Stelle traten itadi 1650
bie vom 14. Sabri'. an in ber Siicbcrlauftß be-
gütert gemefenen unb von Eccehardus de Gabe-
litze (1315 urfunblidi genannt) abftammenben
©ablcnß, bereu SBtrfcn ahi Patrone Soadiim
SJlöllcr rüljmcnb ermähnt. SBratringß Statiftif
von 1809 jufolgc jäMtc baß Torf einen gehn»
fdutljctt, 10 .ßalbl’aucrn, O.ft'offätcn unb 4$Bübncr,
inßgcfamt 214 ©inmolfticr. Tic üirdic mar von
jeher Toditcr ber Shutter von Sähnßborf; Patron
ftub btc Tominialbcftljcr ber ©emcinbe, ba baO 9iittcrgnt, nad> bem (rrlöfdtcn ber
Giablcms i. 5. 1771, in neuerer 3eit jur '.Aufteilung gelangt ift.
Tic Slircl)e (2lbb. 91 unb 95), ein jyadimcrfbaii mit gewußten gelbem, bürftc
nad) ber £\nfd)rift -H. O. V. G. 1687“ ber bie 'Pnramibc bcö quabratifdicn Tad)«
rcitcrö befrönenben IBcttcrfabnc ein 3al)t nad) bem Sobc bcö J^einrid) Ttto v. ©ablcnlj
b. 2lc. voUcnbct morben fein.1) Sic jcigt einen rcdjtccfigcii, im Cftcn breifettig gc?
’) tem am 16. 3nli H>S*> erfolgten Si'te teß CrrhuievS ftnb bis 1698 bie liirdiciircditiungen von
feiner Jrau Qlnna SBrigitta von @ab(cnn geb. v. 3Tct)irnbaufeii von 'l'atroiuitoivegen unterjeidjnct. Crrp nm
1700 trat fic bie ererbten ©fiter au tf>re beibeit alteren Söhne .Veitirid) £>tto unb f?teronnmuö Cßriftopf) ab.
Sermsmalbe.
101
911'1'. 95. jpcrmgiviiftc. Äirdjc von SiiOoilcn.
fiermsmalbe.
9166. 96. jpenn&vatbe. 3nneieS brr Äird)e, QSlicf nad) Oflen.
fiermstoalbe.
103
fddoffcncn ©runbrif; mit einem CMfocfeiiftuhl vor ber uorböfltidjen 2ffc(ctffcitc nnb einen
Vorbau vor bem Sübgugatig mit feinem bcrbcti aber diarafteriftifdjcn Tiirbcfdffag.
33er Cftnianb ift eine nad, ber Sübcmporc fübreube työljcrnc Treppe mit Sdilcpp#
bad' vorgelegt. Gino jiveite Treppe für bic 'Ißcft# unb 91orbcmporc liegt in
ber 9?orb)vc|tecfc bctf Snncrn. 2tuficr bem im ©egenfaß ju ben rcd'tcrfigcn Sidit*
Öffnungen runbbogigcu Sübgngang gelangt man nod' burdi eine pveitc Tür von
9?orbrocftcn bet’ nad' bem Snncrn <2(bb. 96). Sn ber ®?ittc ber nad' oben niufbcn#
förmig auögcbaiiditcn 3cdc iff eine auögcfägtc Sonne befeftigt, auß ber eine Taube
hcrabfdnvcbt. Die Söcittyälfte beß iyupbobcnbclagö beftetyt auß quabratifdwn Jylicfen
von 23 cm Seitenlange, bic in ber Sftbälftc faft
aitöfd)Iicf;lid) burd) ncujcitlidic gelbe nnb fdjwarjc
Tonplatten erfeßt ftnb.
33er 2(1 ta rauf bau ift unverhältnismäßig
fdilidjt unb flcin unb geigt ebenfo tvic bic ba#
. hinter aufgcftclltc jtanjcl außgcfägtcö, fdnnücfcn#
bcS iRanfcinvcrf.
9icid)er ift bic im ©runbrip aditcefigc Taufe
t 2(bb. 97) aufgebaut. Tic, abgcfctycn von bem
Satyr ber 2(itfertigung 1679 auf bett Seiten auf»
gemalten Taten 1830, 1858, 1871 unb 1894
weifen auf wicbcrtyoltc Griicucruugovcrfud'c tyin.
21m aufivcnbigitcn ift ber Tccfel gcftaltct mit
feinen Spangen, ben gebrebten Säulchen unb
Änöpfd'cn, wätyrcttb eine Snfdjrift in ber be«
frönenben Sdicibc mit folgcnbcn ^Sorten auf btc
Stiftung iöcgug nimmt: „anno 16/9 Hat Der
Hoch Edel geborne Herr Herr II. O. v. Ga-
balenz auf göhren Friedersdorn und Kabke
Churfl. Brfandenburgischer]. Rath und Vice-
verweser des I lerzogthumbs Croszen und
Zilchau diesen Tauffstein machen laszen. Das
Mahlen aber hat die Kirche bezahlt“. 2luf ber
9iücffcitc erfenut man baß ©ablcnßfdic ÜÖappcn
mit bem Bufafe „II O. V. G. 1679“. Gin fcltcncö
sBcifpicl feiner 2(rt ift bic wabrfdicinlidi auö ber gleid)cn Beit ftantnienbe Tauf#
fdiüffel (2lbb. 98) auö grünglaficrtcm Ton mit ber üblidicn 9ianbiiifd)rift: „Raffet
bic Äinblcin ...." Sic vergegenwärtigt ein wohl allein nodt feiner urfprünglidicn
BTOccfbcftimmung bicnenbcö Stücf biefer 2(rt älterer SDoberöbcrgcr Töpferwaren.
B'vci Jpoljlcuditcr, 58cm tyodi, ftctycn auf bem 2(ltar.
Bwci boljcinc, baroefe, jeßt brongiertc Äroncn ftnb fediß# bejw. aditarmig.
2(it ben Gmporcnl'rüftungcn hängen mehrere Totenfronen unb ©cbcnfblättcr
unter ©laß.
’2lbb. 97. .bernieivfllt'e. Taufe in hrltircbc.
104
•ßermstoalbe — Sätjnsborf.
ßwei @lo cf en finb in einem norböftlid) von ber .fair die errichteten ©locfenitubl
untcrgcbradit. £?ie nörb(id)c, 50 cm £urd)m., würbe 1888 von @rubl in Älcinwelfa
gegoren. 3)ic füblidjc, 67 cm SDurdjm., jcigt auf® bem 9?amcn unb Sßappen beß
’Patronß Jpcinrid) Stto von @ab(cnj baß @uf;ja()r 1681 nnb würbe (aut Snfdjrift
am Sdilag von ?(6raham Sievert ;u ($ör(iß gegoßen.
2lbb. 98. JScriufWiilbf. iiuiffd'imcl in ber Jiirdic.
3äbnsfoorf.
Jalptsbürf, 11 km itorbnorböft(id) von eoinmcrfcfb. Wem. 353 (*mw., 901 ha.
®aß' £?orf, vermutlid) im 13. Sabri). von bcittjcbcn Dolomiten mit einer O'c;
marfuitß von 17 J5ufcn außgefrattet, fam etwa jur Seit ber Deformation an baß
furfürft(id)c £>onrancnamt Stoßen. ®ic man von amtßwcgcn 1633 fcftfrclltc, jaljltc
bie ©cmarfnng II J^ufcit, bie von 11 namcut(id) erwähnten flirrten bcjrcllt würben;
auperbem wohnten hier 6 Särtncr unb l 93übncr; audi ber Statiftifer föratring
führt in feiner „95cfd)rcibung ber 9)<arf" (HL 95aiib, 18091 alß (iinwohncr je einen
Vel)nfd)ii(äcn unb Schumann, 10 ®an^ unb 2 J^albbaucru, 5 (Maii^ unb 2 J?a(b«
fofläten, fowie SBübncr, Siitlieger unb Sd)inicbc, iußgefamt 198 SDlenfd’cn, auf. S'icfc
Söcfcßunß mit SDaucrn unb ffoffäten gcl)t weh( auf bie Seit ber bciitfdjcn Atoloni»
fation jurücf. — T?ie 'jfirdjc, von jeher üDiuttcr, ju ber bie Crtfdjaften X'adjoiv,
Sötjnsborf.
105
Baubc, ^reid)om, •Sd;egeln,
(5eeborf,®ellmi£tutb®diroirjc
eingefird)t ftnb unb bereit
5od)tcr Jjermbroaibe ift, ficht
unter ftaatiidjem Patronat;
3oad)im 9)?öUer ijat um 1700
ifyrcn ßuftattb cingcljcnb ge»
fdjilbert unb befonbcrb „ein
fein 2(Itar von 1519" herber»
gehoben.
2)te äircfye ()ibb. 99 unb
100), ein int Äernc fpätmittel»
>- I I I » I । I I 1 ♦
10 10 20m
2(bl'. 99. 3äf>nebDrf. Orintbrif; ber Strebe.
aiteriidier ginblingöbau uon rcd)tccfigcr ®runbfornt, mit einem im ©runbrip qitabra*
tifdien, jinnengefrönten ®cfttitrm mit »ierfeitiger ^pramibcitfpi(5c nntrbe nnfdjeinenb
yibb. 100. 3«bn^borf. Ätrdje von 9lorben.
106
Gäfjnsborf.
Abb. 101.’ Säbhöborf. 3?ird)e, A(t<ir(eud)ter.
im 17. Soljrb. burd)greifenb unigebaut (Ißcttcrfahne über bem Dftenbe bcö Dadi»
ftrftcö mit ber 3ahrcöjabl 1660). Der ganzen Süb» uub 9?orbfcitc ffnb eine Steife
ncbcnfapcllciiarttgcr Anbauten vorgefegt, von benen einer alö Safriftci bient,währenb
je jwei anbcrc bic Treppenaufgänge ju ben auf brei Seiten eingebauten Gmporen ent»
halten. Die urfprünglid)c Bmeefbeftimmung ber übrigen Anbauten bürftc nidit mehr
mit Sidicrhcit 511 bezeichnen fein.
Türen unb genfrer ftnb heute tut ©egen»
faß 311 bem fpißbogigen Turmportal fttdibogig
abgefdiloffen. Gin groper Teil ber älteren,
blcigcfafjtcn Jcnftcrvcrglafinig hat fidi herüber»
gerettet, baruntcr eine ’lßappcnfdicibc in ber
neben ber Safriftci gelegenen Voge mit ber
£snfd)rift: „V.T, 1/47“.
3nt ©egenfaß 311 ben fladigebctftcn Gm»
poren ift baö SOiittelfcbiff mit einer Souten»
berfe verfeben.
Der ältere SXicfftcinbclag würbe im Altar»
raum burd, ncii3citlid)c a liefen erfeßt.
Der fdiliditc Jianjclaltar unb bic
ebenfo gehaltene Taufe geboren ber >D?ittc bcö
19. Sahrb. an. Die siitncriic Tauffduiffcl
Zeigt auf bem 9ianb 3wei geflügelte Gngclö»
föpfdjen, ferner zweimal bae Auge @ottcö,
Zwei jtreu3C unb bic Taube mit bem Dl#
jwctg fowie auf ber Untcrfcitc bte Sahrcö»
Zahl 1858.
Die ncnscitlidic Drgcl fdjmücfcit nod)
fcitlidj ‘Dieftc baroefer Staufcnvcqicrungcn.
Bwei Altarlcuditcr, 70cm hodi, weifen
Gmpireformen auf.
3»vei mcffingenc Altarlcudjtcr (Abb. 101), 30 cm hodi, haben am fyup bic
3nfdirtft: „H. K. E. v. T. G. v. U / 1744“.
Giuc Anzahl Äricgöerinncrungö» unb Totentafeln 3. T. unter Gllaö hängen
an ben 'ßänben.
Gute bemalte J?olzfigur, anfdieinenb 'Pauliiö barftcllcub, liegt in ber Jiirdjc.
Gin Totenfovf aue> Saubftein, vicllcidjt ber Überreft bcö Sorfclö cincö ,ftru;i»
firuö, wirb in ber Altarnifdic aufbewahrt.
Gin baroefer Taufengcl nnb swei cifcrnc Ablcr auö bem Anfang bcö
19. Sahrl). liegen auf bem Äirdicnbobcn.
3tvci Söarocfftül)le mit Veberbesug ftcl)cn in ber Safrijtci.
Drei ©lorfcn. Die füblidic 78 cm, bte mittlere 1,00 m unb bte itörblidje
65 cm Durdnn. würben von $r. @ruhl in Jllcinwclfa bei Janßen 1S71 gegoffen.
107
ft'urtfcbotv.
lilirtj'djülu, Id km norbwcjtlich von Eroßcn. Wem. 123 Grmw., 687 ha;
Wutßbcj. 92 Einw., 1037 ha.
Ängebtid) gehörte cinft „Eorejovo", wie |td) auß einet piufjtcllung von 1308
ergibt, jum Sprengel beß Pifchofß Von pofen. SOiöllcr beriditet: „1158 bat Partufd)
v. Wefenberg ju Pobereberg feine Ehefrau an Aortfdtow gcwicfcn. — 1460 ift
Soljann Memmerer picbanuß (= 'Pfarrer) gewefen." 3ablrcid)c Vcl)nßurfunben Von
1111, 1460 u. f f. berichten über bie hier anfäffigen Vi'bcn; llllridt v. Vbben ju
„Äurfcfdww" (jattc 1565 bem Änrfürften mit 2 Vcbnßpfcrbcn jn bienen. 'Ißäbrenb
beß Dreißigjährigen .Hrteflcß gingen 1641 Äirdtc unb Torf in fetter auf; jene würbe
banf ber gürforge ber Patrone wicbcr aufgebaut, wie benn btc „JWatricul" von 1701
bcrid'tct: „älirdtc ift in gutem Staub, mit gelb« unb gcbacfcncn Steinen gemauert."
9tad, 1721 fam baß ^Rittergut von ben Vöben an Pürgcrlid)c, unb jwar 1800
an Teiebinfpeftor Ehriftiani, fpätcr an Tfono’micrat ätarbc. Taß Torf war von früh
auf ftarf befefet: um 1800 jäbltc man 13 Wanjbauern, 8 Äoffäten, 33 Pübner. Tie
ilirdic, von altcrß ber SDiuttcr, ftebt unter bem 'Patronat beß 9iittcrgiitßbc|ißerß; alß
gilia crfdicint fdwn in ber SPcatrifel von 1701 „Srebro 1= Srebidww).
Tic Siirdje (_2lbb. 102 unb 103), cm fpätmittclaltcrlid)cr, völlig überpußter
ginbtingßbau mit fünffeitigem Tftfdiluß unb einer ber mittleren polpgonfcitc in ber
Parodjeit vorgclcgtcn quabratifdicn Satnftei, bc|Tfct einen im Wrunbriß annähernb
cbcnfallß qitabratudtcn, im Tütfbau nijd'cngcglicbcrtcn mittelalterlichen ’ßjcftturm auß
Padftein. Sn ber Wetterfahne lieft man: „C. F. v. L. (= Eafpar griebrid) v. Vöben)
lb93“. Tie quabrattidicn 2>or«
hallen vor ben in ber P?ittc ber
Süb« unb 9?erbfcitc gelegenen
3ugängcn bagegen |mb mit ber
Safriftei etwa glcidijcttiq. 'Ißu
bic Strebepfeiler am Äußeren,
fo weifen aud) bic Monfrlcn im
Cftfd)luß beß heute eine fladjc
SÖrcttcrbccfc gcigcnbcn Snncrn
auf eine urfprüngtidi jum min»
beften im ?lltarraum l'cab|Tditigtc
üßölbuiig bin. 2ln ben 'iBänbcn
QM. 102. siirtfdjoro. ©ninbrifi ber Itudje.
im Sduff |mb 9?ifd>cn außgefpart. Ter ftufibobcn ißt mit Paefftein belegt.
Die heutige Wcftalt ber Viditöffnungen unb ber größte 5cit ber inneren Äuß»
ftattung gcljcn auf eine in ber Paroefjeit vorgcnommcnc Erneuerung jurücf.
hierher gehören in erftcr Vinic bic Gmporcncinbautcn fowic ber jefct ein*
farbig gcftrid)cnc, mit SRantenwert unb Säulen gcfdnnücftc unb von einer Sonne bc«
frönte Äanjclaltar (2lbb. 104), cnblid, brei giguren über ber patronatßlogc, bar«
Äurtfd)ow.
?lbb. 103. Xurtfdjoro. iiüd)e eon sSütroejlcn.
üurtfcfjoiu
109
Qlbb. 101. Äurtfdwro. Äird)e, Äanjelaltar.
•cnolpjpiuy QU
105. Jhirffditnu. ©ecfe in ber Safriftci ter Äirdje.
Aurfjdjow.
111
ftellcnb einen Salvator mundi, £D?aria unb So*
banneß; bie vier Svangeliftenbilber auf ber
SRücffcttc beß 21ltaraufbaucß bagegen finb Riefte
cincß älteren Qlltarfdircinß.
Sine deefe mit Sagbfjcnen unb darftcllungcn
mi)tl)olcgifd)cn 3nbaltß ift baroef (21bb. 105).
Sin fedißarmiger mefjingener Ar en len di ter
auß bem Snbe beß 17. Sabrb., von einem doppel«
ablcr befrönt, bangt im Sdiiff Ibrei 21rmc ftnb
ergänzt i.
3mci rcidicr ornamentierte 2111ar 1 cu di tcr
(21bb. 106), 12,6 cm hoch, bürften ber 3eit nnmittcl«
bar nadi bem dreißigjährigen Anege angeboren.
Stroa bunbcrt3abrc jünger mögen vier böljcrue
Vebnfti'il)lc fein.
Sütige Si c b c n f t a f c l n bienen jur Srinnc«
rung an bie Ariege von 1813, 1866, 1S7O unb 1871.
Sin Acldi (?lßb. 107), 25 cm bodi, (Silber,
yibb. 107. Aurtfrfioro. (leid) in ber Sirdie.
nnbbtcjm
gfh^t ige tnfi Jtirrfic, 'illtnrlcudjtcr.
’P a t c n e
tragen bie Sabrcejabl 1716. 3)?ciftcr C. B.
Sine ovale, filberne 3iborienbüd)fc
jcigt bie Snfdirift: „M.L. / G.V.K./ 1716“.
21n 3>»ngerätcn ftnb vorbanben:
Sin daiifbecfen (21bb. 108) unb eine
19 cm bobe Sauftannc i_21bb. 108 £D?ittej,
laut 3«fd)rift von ber "Pfarrerßfrau S. ®.
Stein geb. Sitctfcl 1800 gcftiftct.
Sin Addi (2lbb. 108 SDiittcj, 16,8 cm
bod), mit jugetjöriger "patene ift barotf.
Sine fcdjßccfigc A i r d) c n f 1 af di e,
26 cm bodi, bereu detfel verloren ift, (,at
bie 3nfdirift: „KIRCHEX-FL ASCHE
ZU KURTSCHO 1803°.
Sin 3?edel trug (21bb. lob rcdjtß),
15 cm bodi, jcigt auf bem dctfcl „V G L“
unb auf bem 53oben: „HEv.L“ cingcgrabcn.
Sine cifcrnc S?pferbüdifc i2lbb. 108
linfßj ift 15 cm bod).
Sine SMedilatcrnc (21bb. 109), 25 cm
Ijodi, ift Sigentum ber Jrcbidioivcr Airdic.
112
jwrffdjoiD.
3wct @i orten. gic füblidjc, 63 cm Ditrdjm., l)nt nm J^alö bic Snfcfjrift:
„LAVDO DEVM VERVM NVBES FRANGO VOCO PLEBEM DEFVNC-
TOS PLORO FESTEM FVGO FESTA DECORO (= 3d) lobe ben wal)r*
Ijnftigcn @ott, id) brcdic ben ?Rcgcn, id) rufe bnß Sßolf, id) bcflngc bic SBerftorbenen,
id, fließe bnß Sßerberben, id) fdjmütfc bic ?ycftcj ANNO 1666“. ?(uj?cr reidjem
D'riiamcnt, wie eß ben g.loillnrbfd)cn ©[orten eigen ift, erfennt mnn nod, auf ber
?(bb. los. Xtinfdwiv. .fiirchciigcrätr.
Jpnubc u. a. ben ©cfrcusiqtcn mit ilKnria, 3obauncß unb einer Heinen tfiaur, an«
fdjcincnb ber (Stifter, nm Stamm beß Äreujeß; ferner eine Mater gloriosa nur
bem J&albmonb unb bnß 'li'npvcu beß Wicf;crß mit ben beiben 95itd,|tnbcn F. V.
C - ^ranj SSoillarb).
Die nörblidjc, 82 cm Durdjm., würbe 1SH 1 von ä'Of; in Stettin gcgo|Tcn.
Dnd ßerrenfyaus, ein cingcfdwf|Igcr, red,fertiger ’Piifebnn mit 'Pilaftcrglicbcrung
unb sicgclgcbcrttcm Sftanfnrbbad), ftninmt nuö bem Ici-tcn Drittel bc$ 18. 3nnrl)unbcrtv.
Der unmittelbar fotm Sreppenbauß fül)rcnbc J^auptcingnng liegt in ber 9J?irtc, fo baf;
bnburd) bic rcdjtß liegenben “iBcl)nräiimc für bic Jfpcrrfcbnft gcfdiiebcn werben von
ben Söirtfconftß* unb Wc|7nbcräumcn linfß. Die innere 21ußftnttung ift nicht mehr
urfvrünglid). Die 3üren jcigcn cinfadw 9lofofoformcn.
ßurffdjotu — Ceitersborf.
113
Unter ben wcrfdiicbcncn, nod, erhaltenen Q31och=
Käufern im Torf feien genannt bic Jpäufcr 9?r. 9 unb 10,
(eljtereö feil auö bem 3abrc 1797 flammen. Son ben
Jpäufcrn 97r. 54 unb 9)r. 55 jeigt baö erffe bic 3al)rcö»
jal)l 1787.
vcitcreborf.
Xeifrrstiürf, 17 km norböftlidt wen öroffen.
®cm. 613 Ciinw., 1581ha; (Mutöbcj. ISlSinw., 1312ha.
Taö Torf wirb in einer Crcffcncr Urfunbc wem
1. 9?ow. 1435 im ®cl). <Staatöard)iw ju Berlin erwähnt;
ber 0iittcr|I15 gehörte ben „Sricfell", wie ein Vchnöbricf
wen 1508 befaßt. (Siner ‘Jlufftcllung wen 1565 jufolge
batten bic wen „Vcutcreöborff unb Ärcmcröborn", ju*
fammen mit ben w. Vöbcn ju Trchnow, bem Äurfür|ten,
ibrem Vchnöhcrrn, mit 5 pferben ju bienen. Tic Siegel
behaupteten |7di biö in baö 18. 3al)rl)unbcrt. Um 1770
fam baß Torf an bic 3iclfau, um 1800 an bic Aürften
wen Jpobcnjollcru, bte nod' beute hier anfäffig unb, ob«
wohl fathelifd), Patrone ber 9J?uttcrfird)c |Tnb. am Torf
wohnten 16 Olanjbaucrn, 29 ©anjfoffäten, inögefamt 112 9J?cnfdicn, fo berietet ber
(ctatiffifcr Sßratring in feiner „©cfdjrcieung ber ®?arf" wen 1809; bic 95aucruguicr
gehen wol;l biö m bic 3cit ber .ftolonifation, b. 1). biö inö 13. Sabrh- jurürf.
Clbb. 101t. Äuttfdjoro. Mirdie,
SMccMittcnie.
Tie $ürd)e (2(bb. 110 unb 111) ift ein wollig iiberpußtcr ^adpwcrfban mit
breifeitigem ©ftfddufi. Ten beiben 'Vorbauten wer ber Tfthalftc ber Sub« unb 9?orb«
feite mit ben Vogen unb ben Aufgängen cntfprid't ein Safriftcianbau wer ber mittleren
pelngonfcitc. Tic Srcypcn ju ben im Innern ringsum laufenben ümporen liegen
91bb.no. Seitereborf. örunbrig cer liirdte.
Jtunflbcnfin. b. HJrou. Q3rbbfl. VI. C. troffen.
in ber Sübwcfc unb 9ierbwcftcrfc.
Taö gcfdnuciftc 3'nfbadi beö wer«
bretterten, an ben (Srfcn nut pilaftern gc«
fdimürftcn 2(ufbaucö über ber ®cftfrent
front eme fcdwfcitigc offene Vatcrnc,
bereu cocnfallö mu 3inf geberfte Jpaubc
eine '>Licttcrfal)iic mit bem 3al)r ber @r»
ncucrung bcö Anopfcö 1768 jicrt (wgl.
Elften im jiirdicnardjiw).
Tic Viditöffnungcn |utb mit 9Uirf|7d)t
auf bic ben Snncnwänbcn worgclegtcn
(imporen in ic einer 9ici()c runbbogiger
unb quabratifdicr {yenfter übcrcinanbtr
8
114
öeifersborf.
angeorbnet. 2lufjer ben Sugängen burd) bie Vorbauten unb bt'c Safriflei führt rtocf)
ein vierter, von 2öeften l)er nad) bem in neuerer Seit fladjgebetften unb in ber
SRitte beß Staumeß anfdjeincnb auß rein beforativeu ©rünben mit einem verbreiterten
Schwibbogen verfel)enen Snncrn.
Ser Äanjelaltar (2lbb. 112) mit feinen genutnbenen Säulen, bem ctivaß berben
Wcufdteb unb Stanfenfdjnifsroerf unb ber gebrochenen ©tebclvcrbacbung tvirb über bem
2lbb .111. Seiterßborf. Äird)c vcit (Süboften.
uid)t mel)r vollftänbig erhaltenen 2luffat5 mit bem Sötlbc ber 2luferftel)uug von einer
anfd)einenb fpäter hinjugefügten Sonne betrönt. Sem £öbenfd)en unb bem Sdjaploivfdjen
äöappen in bem Sianfcnroerf ju beiben Seiten beß Jpauptfelbeß ber Äanjelrücfroanb
ftnb bie 23ud)ftaben F. v. L. unb D. v. L., foivic bie 3al)rcßjal)l 1731 beigefügt.
Sine 3nfd)rift auf ber Stücffeite lautet: „Dieses Altar ist erbauet worden unter
Gottes Seegen, u. Löbl. Veranstaltung der Hochwohlgeb: Fr. Fr. H. S. ver-
wittibt: Freyfr.: v. Löben geb. v. Schaplow, wie auch des Hochwohlge: Herrn
H. J. E. v. Schaplow, und He. Mart: Knöspel damaligen Prediger in Leuters-
durff, u. Cremerlsborn A. 1731 Pictor (= SDtaler) J. C. Petzoldt aufs Silesia“.
Sie Äanjeltür ift neujeitlid).
Geifersborf.
115
Qll’b. 112. Seiter^borf. Jtird)e, Äanjetaltar. 8*
116
Oeifersborf.
2lbb. 113. Seiterßborf. J?ird)e, Stininxmb beß sjXifloreiifluhiß.
'Stelle ber 1867 gegifteten Saufe auß Ätunftfanbftciu ftanb cinft bie jeßt
auf bem Stirdienbobcn ber füblidicn Vorfälle aufbewatyrte baroefe Saufe auß Jfpolj.
(Sin Saufbcefcn auß 3<ntt trägt in ber Vertiefung bie Snfdjrift: „Herr Johan
Carl Christian v. Tielekau und Hochkirch auf Leitersdorff und Steinbach hat
solches d. 1. January Anno 1768 der hiesigen Kirche geschenket“.
Die Ürgel ift neujeitlid). 3l)rc Vorgängerin ift jefet in (irämcrßborit.
(Sin barocFee Scfcpult fleht in ber füblidtcn Vorballe.
Die Stirnwattb beß paflorenftublß G’Ibb. 113» ift rcidi gefdmifet unb wie
baß übrige @eftüb( leibcr braun übcrjtridicn.
(Sin äironleuditcr auß @(aß für fcd)ß Mcrjcn Ijängt im Suttern.
(Sin Iföljcrncr, baroder äir ujifijrttß, eine (Srinit er ungß täfel an bie S&cfrei?
ungßfänipfc, jwei Söaucrncpitapljicn unb cm 01 cbcnf b la 11 unter Oilaß liegen
auf bem Dadiboben ber füblidicn Vorhalle.
(Sin Äcld), 27 cm ()od), |Ilbcrvcrgolbct, jcigt am Scdjßpafifuf; baß Sdtaploiv#
Vebeitfdic Doppclwappcn mit ber 93cifd»rift: „J. E. v. Schaplow II. S. F. v. Löben
G. v. Schaplow“-. SDIciftcr G. B., (Sroffen.
Die jugcljörigc |I(bcruc 'Palette mit 'lüciljfrcuj fowic eine lättglid) adjtccftgc,
Itlbemc Dblatcnbüdtfc mit ber Snfdirift: „Herr Johann Carl Christ, von Tiele-
kau und Hochkic (== Jpodffird)} auff Leiterfdorff und Steinbach Anno 1768“
unb beut Siclcfaufdicn Sßappcn finb cbcnfallß vom 9)?ciftcr G. B. in (Sroffcn gefertigt.
Den gleidfcn Stifter unb baßfelbc Saljr nennen eine rcidwrnaineutiertc, fllbcrne,
fciditvergolbctc Stirdicnflafdie <2Ibb. 114 linfßf unb ein aditetfiger cbcnfallß rcid;*
Qeifersborf.
117
ornamentierte^ |7(bcn)crgo(bctcr XanftcIIcr (2(66.111 rcdjtß). Tiefer jcigt über«
bicö norf) in ber Hcrticfung ein Toppchvappcn mit ber llmfdjrift: „E. C. F. v. P
H. C. v. T. E. H. B. H. v. P. II. E. G. v. B. 1766“. Tic 5\iipe fdteinen naditrägltd)
hinjugefügt ju fein.
Gme ovale |71bcrvcrgolbctc J^ofticnbüdifc mit cingcgrabcncm Tccfclornamcnt ift
laut Sianbinfdmft von „H. S. F. v. Löben geb. v. Schablow“ gefliftet. tOlciftcr D. N. M.
Gin 3i>infc(d), 19 cm hodt, ift von cinfadjcr ißarotfform.
Gin» fcdißcdigc jinnerne ätird) cnflafdic, 20 cm Ijod), mit abfdjranbbarcm Teefet
$cigt auf einer Seite cingcgrabcn: „Leitersdorffsche Kirchenflasche 1759 wiegt 33/* St“.
Gin 3innfrug mit ber 2(iiffdirtft: ,J.C. C. v. T. f= Johann Gar! Glfriftian
V. Ticlfauj 1768“ ifl 17 cm (jod).
Ginc Tctfclfannc, 32 cm Ijodi, ifl auß cnglifdicm Sinn.
3n ber jcljt unjugängtidicn ©ruft unter bem nörblidfcn SBerbau fteben (aut
einer im 'Pfarrarebiv verwahrten, 1768 bei 2(6nabmc beß Turmfnopfcß angefertigten
2(bld)rift cincß i^erjeidmiffeß, bic Särge beß Sobft Gbrcnbtrcid) «. Sdiaplow unb
feiner Gbefrau J^cbcroigc Sophia Baronin b. föben geb. «. Sdiapforo, ferner ber
S)?argarctba, Sabina unb Gbriitma «. Sdjapfon?, foivic ber erften Gbefrau beß
G'. v. Sd)aploiv geb. v. Tanten.
2(uf ber Slorbfeitc ber .fiirdjc ivcitlidi vom Vorbau fleht bic Sanbflcingrab«
täfel ber 2(nna Torotljca ». Malfrcuth geb. v. Slotcnburg, geb. 23. Sept. 1660,
'Mb. 111. Seitcrebovf. Utrdie, taufgeriite.
118
Scitersborf — Siebt tjot.
geft. 27. gebr. 1736. 2litj;cr ben üblichen 21I)n en Wappen ju beiben «eiten ift nod) über
ber 3nfd)rifttafcl bcö «tcincö baö 5talfrcutl)«9totcnbiirgfd»c Soppclwappcn angebradit.
92orbo)tlid) vor ber Äircbc gebt baö ebcnfallö auö ©aitbftcin angefertigte, von
einer 2»afc befrönte, int ©runbriß quabratifdtc Scnfmal für 3ol)ann Carl ätapfer,
„Herzoglich Curland - Saganischen He. Generalpächters allhier.“, geb. 1734,
geft. 1796.
Bwei ©locfcn. Sic fübltdjc, 56 cm Stirdjm., würbe von griebrid) ©ottholb
ätörncr in grcpjtabt am 16. SWärj 176S gegogen.
Sic nörbltdje, 65 cm Sitrdpn., trägt am Sianb bic 3nfd)rift: „H[aec] Campana
laudare deum non infima vis est conciliat dominum convocat et popolum“
C= Sicfc ©locfc ijt nid)t bte leljtc 9??ad»t [allein bejlinunt] ©ott ju loben, fte ver«
föhnt ben J^crrn unb ruft baö SMf jufammen); aiipcrbcm erfennt man nod) u. a. bic
SKabonna auf bem ^»albmonb, ben ©cfrcujigtcn fowie ben Slamcn unb baö ®appen
bcö SWciftcrö Fran; SBotllarb ncbjl ber Snbrcöjabl 1660.
Vicbtbal.
Xil'btljal, 11 km fübfüböftlid) von Crogcn. (Ment. 308 C'tnw., «22 ha;
©utöbej. 77 Cinw., II 12 ha.
Sic vermutlich im 13. 3a()rl). von bciitfd)cn Atoloniftcn gcgrünbctc Srtfdtaft
war von alterö l)cr mit dauern, Äogätcn unb 93übncrn ftarf befefet, benn 35ratringö
„SÖefdjrcibung ber iÜ?arf" jufolge jäbltc man ju beginn bcö 19. 3al)rb. 11 ©anj«
unb 7 J^albbaucrn, 5 ©anj« unb 2 Jöalbfoffätcn, fowie 17 53übncr. Sie in äturlanb
ju beginn bco 11. 3al)rb. auftretenben Freiherren von SJlombcrg, bte heutigen 93c|il<cr,
waren bamalö hier begütert, vorbem, um 1600, bic Vöbcn. Sic Airdte ift Soditcr von
(Sogar; baö bortige ätirdjenbud» gibt über bic
|§T~ESE:[ fircblidicit 2>crl)ältniffc 21uffd)liip.
J Sic Äircfje <2lbb. 115 u. 116j, ein map
iiver 'Pufebau mit breifeitigem Sft« nnb 25cü«
pv • . fdjluü, weift eine in ber 9)?ittc ber «übfront
L . U-Vj crridjtetc, burd) bic 3ahrcöjabl 1715 jcitlidi
‘ fcflgclcgtc iBorballc unb vor ber Sftl)älftc ber
Siorbfeitc einen jüngeren 21nbau für bic ^'atro«
fo " 1 'icmjl uatölogc auf. Über ber fficitfront |tict ein im
©runbrif; quabratifdtcr Sadtaufbau, bepen mit
9lbb. ito. ^icbtfjdt. ©vttnbriü bet .ftirtfie. gcfjtnbcln gcbccftcö Sadt eine adjtccfigc Vatcrnc
mit wclfchcr Jjöaitbc trägt. 3n ber IVcttcrfabnc fteljt bic Jaljreöjal)! 1818. J21uf;cr ber
(Sübtür nut ihrem Friü)rcnaijfauccbcfddag unb bem Snflnng ««f ter Dlorbfcitc bcö
‘patronatöanbaucö führt nodt ein ’).'orta[ von 2Ücftcn ber nad) bem fladjgcbcrftcn
Snnern, begen burd» 9iifd,cn gcglicbcrtc 'lihutbc auf einen frül)cftcnö bem Einfang bcö
16. 3nl)fh- angehörigen Äcrn ber Umfaffungömaucrn fdtlicfscn lagen. Sie fladjbogigen
8iebtt)a(.
119
?lbb. 116. gicbtbat. Ähd)e ron gäben.
120
Ciebttjal.
gcnftcr |mb mit S)iüd)idrt auf bie ben SBänbcn im Snncrn vorgclcgtcii (Emporen m
jwci Siethen nbereinanber angcorbnct. Ter 2lufgang ju ben Gmporen, bic übenviegenb
9icnai|T«ticeformcn jeigen, ift ber 9?orbivcft)vanb beß Airdicnfdiiffeß vorgclcgt.
Ter baroefe Aaujclaltar ift von fcitlidiem 9ianfcnfdiniß)vcrf eingefaßt.
Tie Saufe (2166. 117) ftammt auß bem 17. Sal)rh. unb ift in ihrem Sberteil
cinfdrlicftlidi ber S'cmalung nodi urfprünglidi.
117. Vicl'tbiil. Saure in bei- Aird't.
Tic 2ld)tccffcitcn weifen in ihren nad)
oben ftidibogig abgcfdifoficncn gül«
hingen Wappen vcrfd)icbcncr 2lbclß«
gcfd)lcd)tcr auf; bic betgefügten Uber»
fdjriftcn lauten: „T. v. Siottenburg auß
be. Jpaufc T>cd)clhcrmfßborff, b. v.
Stofeh auß be. Jpaufc SDiünfdjij, b. v.
Sdjfoppc auß be. Jpaufc J?cnncborf,
b. v. ©laubiß auß be. J&aufc Jperjig«
ivalbc, b. ». Aittlij auß be. Jpaufc
SÜRaltiß, b. v. Vöbcit auß be. .l?aufc
Aurttfdjoiv, b. ». Aalrfrcuth auv be.
^aufc Alembjigt, b. v. sBornftborff auß
be. J^aufc Sdftcttcl.
Taß fcdißccfige jinnernc Sauf«
beeten jcigt in ber SBcrticfimg baß
Vamm mit ber Jtrcujcßfaljnc unb bic
nmlaufcnbc Snfdrrift: „DIE T WF
FÜR • GOTT EIN ROTHE •
FLVTII • VNS ALLEN SCHA-
DEN HEILEN TH VT — ECCE
AGNVS DEI QVI TOLLIT I’EC-
CATA MVNDI6 (= >eicbc baß ift
@ottcß Vamm, wcldjcß ber ’JBclt
Sünßc trägt).
Tic Ürgcl ftammt auß ber jmcitcn
J^alftc beß 19. Salirhunbcrtß.
©ine Safet jur (Erinnerung an bic Ariege 1S13 11, 1806 unb 1870/71
fott'ic eine 'Veteranentäfel unter ©laß hängen im Snncrn.
Gin .ftcldr (2lbb. US), (Silber, innen leidrt vcrgolbct, 21cm ljodi, ljat auf ber
Atiippc bic 2luffdirift: „Henriette Juliane Gottliebe Freyen Blomberg gebohrne
v. Li[c]hnowski 176bk,bariil'cr erfenntman baß ^id)nowßfi=2Moml’crgfd)C Toppchvappcn.
9icftc von cinfadjcn Slanfcumafercien auß bem 16. Sabrh. an einem 93a 1 feit
über ber heutigen Airdicnbccfc beuten baratif hin, baf; ter llntcrjug cinft vom Airdren«
raum auß ftditbar ivar. g-erner liegen nod) auf bem Airdrciibobcn brei Jpoljfigurcn
barftcllcnb SOiofcß, Solianncß ben Säufer unb (51)riftuß Sriumpbator alß Seile cineß
älteren 2t(taraufbaucß, unb cm Ijöljcrncr Tpfer ftoef, 16. Sahrhunbert.
Siebt fjal — Sippen.
121
Ginc @lecfc, 58 cm
Turdtm., ljat am Jpalß
bie 3iifcf)rift: „Maximi-
lianus von Löben Erb-
sessen v.Liebthal Anno
1604“, am Sd'Iag ferner
felgt: „Aus dem Feir
bin ich geflossenMertin
Preger hat mich ge-
gossen Anno 1604.“
£)aß im 18. Sabrb.
burdigrcifcnb umgebaute
S5errenl)cuis mit feiner
ben Säulen getragenen,
im?lnfangbcß 19. Satjrlj.
Ijinsugcfügtcn $erl)allc
bietet nidjtß ivcitcr 33c«
incrfcußmcrtcß.
SmIJnncrn finb aufjer
jroci auß bem 17. jal)rl).
ftammenben, j. 5. cifcn«
bcfdilagcncn ftaffetten
unb einer Sammlungältc«
rer Söaffcn inßbcfenbcrc
bie^aftcllbilbcr beß 1799
berfterßenen SJictrigj,
©ettljarb ». ?3fembcrg
unb feiner öcmaßlin fe«
wie baß ben g. Ärfigcr
gcjcid)nete 53i 1 b beß 1S36
berfferbenen Äarl b.
©lombcrg ju nennen, bie
in erffer Siiiic familicn«
gcfd)id)t(id;cß Sntcrcffc
9[l-t' 118. Siel'tßai. .Selch in ber Sirdjc.
Rippen.
bieten.
Xtpprn, 19 km fubeitlid) een Greffen. ®cm. 210 Giniv., 500 ha; CMutßbcj.
25 Gimv., 539 ha.
Jjpicr fajjen ven altcrß ber bie ületcnbiirg; Üftellcr bcridjtct: „innerer Gkorge
ven TRetcnburg ju Vippcn bat 1555 een ber Xilcfin feiner ©aucrin) 20 gl0™1
geerbt". 9?ad) 1644 felgten bie Ghiincbcrg, bic bcrfclbc ®croäl)rßmann alß Patrone
cincß um 1667 erbauten ©ettcßljaufcß nennt. äcr Statiinfcr 93ratring flciltc
>
122
Sippen.
I)icr ju ^Beginn bcö 19. Satyrl). eine nur geringfügige altangcfcffcnc bäuerlidic
SBcvölfcrung von 2 ©anjbauern, 7 ©anj« unb 4 JjJalbfoffatcn, bagegen 21 SBübner
unb 7 Gfinlicgcr feft. Sängfl |utb anftcllc ber bamaligcn defilier, ber v. 'IBulffen,
^Bürgerliche getreten.
Slbb. 119. Sippen. £)rgtl in ter Itirebe.
32>ie 5ürcl)e ift ein reditccfiger güdnvertbau mit qiiabratifdicm ÜBcitturm,
beffen vierfettige ^uramibc eine SSetterfabne mit ber auf bic Seit ber ßrbauung
bcö jeiügen ©otteöbaufeö binweifenben Sabrcöjahl 1812 trägt. ‘Jlbgcfcijcn von ber
£)fl= unb <Sübtür führt nod) ein brittcr Sugang von SÖcftcn her über ben Surm«
unterbau f)in»vcg nad) bem flad)gcbecfteu Snnern, beffen gmgbobcnbclag auö Siegeln
beftebt. T)er (Safriftci in ber Storboftcctc bcö Äirdjcnraumcö entfprcchcn in ben brei
übrigen @cfen bie 2(ufgängc ju ben auf brei ©eiten eingebauten Smporen.
Sippen.
123
Der Äanjelaltar ift bet ©auje11 ber
Äircbe cntfpredjenb fd)Itebt gehalten. 2(tt ber
iBorberfeite ber Äanjclbrüftung fangt eine
Uötcbcrgabc bcr9tiibcnßfd)cnAlrciijcßabnahntc.
Die Saufe ift cbcnfallß ganj fd)lid)t.
Daß Drgelgebäufc <2(6b. 119) mit
reicherem barotfett Sdutipwerf witrbc »er
wenigen Sauren bttrdi Ginfügen ber änperen
spfcifcnfctbcr erweitert.
3wei Äriegergebenftafefn ven 1818
unb 1S66 bangen int Sintern.
Gin rcidicr gefebnifcter tu hl mit
gcflod)tcncm *5i£ ift im ©efebmatf beß
Siofefo gehalten.
Gin ©auernftuhl mit weiften 9ian*
fen unb ber Sahrcßjabl 1673 auf bitnflcm
@runb, ferner ein bareefer Salvator
mundi auf Veinwanb unb eine auf 4?olj
gemalte, ftarf nachgcbunfclte, anfdictiiciib
»en bem älteren 2((tar ftanunenbe 2(bcnb«
m a h I ö b a r ft c 11 it n g werben in ber &a«
frtftci aufbewahrt.
Gin bareefer, gläferner Ä r o n I c u dt t c r
für 12 Äerjen hängt unter ber eübempere.
3wci 2((tar(cud;tcr, 61cm tjvdi,
flammen auß ber crjten Jpälftc beß 19.
’llt'b. 120. Sippen. Äeld) in ber Äirtfe.
Sahrhunbertß.
Gin filberncr 3t c 1 cf) (2(bb. 120j, 17,6 cm bed), jcigt am Scdißpaftfiip b<c ©udjjtabcn
ihs unb an ben Cuabern bie auf bem Ä'epfc ftebenben SOlinußfcl sancta, wäbrcnb barüber
in fpätgetifdicn SDlajußfeln ber 9lamc fflHRJH angebradit ift. 2tnfang H>. 3al)rl)nnbcrt.
Gin 3innfcldt, 17,6 cm fodi, bat am gup cingcgrabcn: BJ. J. S. P. 1669“.
Gin 3innfeld), 15,6 cm tyod), ntit jugcl)erigcr 'patcnc, trägt am Jup bie
Snfdjrift: „SCHENEICH 1652“.
Gin 3innfc[dt, 10,26 cm bed), mit jugeheriger patcnc, ift baretf.
Gine 3innfannc, 23,6 cm l)od), gehört ber jweiten J^älftc beß 18. Sahrh. an.
Gin Saufbetfen auß 3inn weift an ber llntcrfcitc beß 9ianbcß bie ©ttd)*
fraben rJ. E. S.“ unb bie Sahrcßjahl 1775 auf.
3wct dtaraftcriftifdjc @r ab ft eine t2(bb. 121» auß ber Söenbe beß 18. Sahrh»
ftebcu füblid) »en ber ftirdje.
Gin GHetfe, 60cm Durdjin., würbe 1719 unter bem "patrenat beß Sehann
§abian v. CMrünbcrg von Gbriftian See in (ireucn gegoffen.
Sichrere ©lotfthäufer hnben fid) im Dorf erhalten.
124
Sippen.
Qlbb. 121. Sippen. ®r>ibfleiue.
125
Wb. 122. £od)ivit>. ®runbriff ber jtirdje.
Xüdjlutf|, 4 km nörblidi von
(Sroffen. ®cm. 418 (Sinn?., 599 ha; @utöbc;.
104 (Sinn)., 312 ha.
Tie Tluöftattitng ber ®emarfnng mit
16 Jpufen weift auf bic beutfdie Äolonifation
im 13. Sabrb. l)in. 1521 lief) Soachim I.
bcr@attin beö SBcrweferö 51t (Sroffen, Äafpar
v. SDtaltig, baö Torf alö Veibgcbingc. SDtöller
berichtet, SOtarfgraf Jpanö von (Süftrin ljabe 1551 eine neue iWüble gebaut. 28or 1618 gab
cö in bem 311m furfürftlidjen 21 mt (Sroffen gehörigen Torf 16 bäuerlidje äßirte, baju
11 Äoffäten unb 1 Sßübner. Snfolge ber Siricgölciben lag bereits 1633 etwa bie Hälfte
ber @ütcr „wüft". Tie Süden fdjloffen fidi faft vollftänbig im Verlauf bcö 18. Satyrl)., fo
baff man um 1800 wieber einen Seljnfdjuljcit, 13 ®anj« unb 3 Jpalbbaucrn fowie mehrere
Äoffäten unb Söübner jäblte. Sn ber gwlgcjeit ging baö Tomänenvorwcrf in ben Sßeftfc
ber Familie gwurnier über. — Tie .ftirdie ift Sodjtcr ber SWiitter 33crg vor (Sroffen.
Tie Äirclje (2(bb. 122), ein im ®runbrifi redjtccfigcr verpuffter SBatfftcinbau mit
quabratifdjem SBeftturin, flammt in iljrer Ijeutigcn ©eftalt auö ben breifftger S«l)ren
beö 19. Saljrljunbertö. Sc eine 5ür mit 9?orl)alle unb vier runbbogig gefdiloffene
^enftcr |hib auf ber ©üb« unb 9?orbfcitc burdjgcbrodjcn; ein britter 3»gang ver«
W. 123. godjiviti. Smiereö ber J?ird;e, ®(itf nad) Offen.
126
Codjtmfj — Cogau.
mittclt von Sßeften her über ben Surmunterbau bimvcg ben SBerfehr mit bem flach*
gebecften, fyell geffrtcfjenen Snncrn (2lbb. 123), beffen gmßboben mit Siegeln belegt ift.
'Die auf brei Seiten eingebauten Smporen, bereit 2lufgänge in ber 9?orbroeft*
unb Sübtveftecfc liegen, ruhen auf fannelierten Jpoijfäulen.
2lltar unb Stanzet mit Safriftcieinbau ftnb ljintercinanber angeorbnet.
Sie Saufe ift ad)tecfig; ein ältereß jinnerneö Saufbccfen ljat auf ber einen
Seite beß fedjßccfigcn Sianbcß bie Sufdjrift: „LOCHWITSCH • TAUFBECKEN
WELCHES • ZVSAMBT DIESER NEWEN • TAUFE VON • DER
KIRCHEN MITTELN • Aö 1 • 6 • 54 • GEMACHT WORDEN“, (gegenüber
ftehen bie 23ibel|tcllcu „Ezech. 36 v. 25“ unb „Apost. Gesch. 2 v. 38“.
Sie braungeftriefjene Drgcl ift im IRunbbogenftil gehalten.
(Sine neuzeitliche SReffingfrone ift achtarmig.
(Sin vcrgolbetcr Äeld), 21 cm l)vd), rcid) ornamentiert, jebod) fdjledjt inftanb*
gefegt, gehört ber SIRitte beß 17. Satyrl). an.
(Sine zinnerne Sanffanne ctnfd)ließlid) Secfel 22,6 cm hoch, ftammt auß ber
SRitte beß 19. S<il)tl)unbcrt$.
3n»ci ® lo cf eit. Sie füblidje 65 cm Surdjm., bie nörbliche 85 cm Surchm.,
beibe 1894 wen $ranz Sdiilling i. g. @arl griebrid) Ulrtd) in 2lpolba (Sfjürtngen)
unb 2Ulenftein (Dflpreitßen) gegoffen.
£ogau.
Tvpait, 13 km oftfüböftlid) von (Srofjctt. ®cm. 215 @inn>., 290 ha; ©utöbej.
31 (Sinn>., 342 ha.
@iuem Scrzcidjttiß ber bem .Sturfürftcn zu ftellenbcn £cf)nßpferbc zufolge faßen
gier 1583 bic „Coger"; zufammen mit ben Soberfdjüg zu flauen gatten ftc ein Cehn*
pferb zu (teilen. 9tad) bem Sreißigjährigen Ärieg tarnen bic v. Tlrnolb (auß Cäßgett)
in ben 23e|lg, bie ftd) biß in baß 19. S<tl)rb. behaupteten. Ser Statiftifcr SBratring
bietet in feiner „23efd)reibung ber SRarf" von 1809 genaue Tlngabcn über ®ut unb
hw| ...................I----------1
10 10 15m
9l l’b. 124. Sogau. ©runbriß berÄirdje.
Sorf, ivo bamalß 9 ®anz5z 3 J?albbauern, 10 Äoffäten
unb 5 SBübner ivof)nten. — Sie Äird)e, feit 1877 mit
Sl)iemenborf verbunben, ftcl)t unter bem Patronat beß
Svittergiitßbcftgerß.
Sic Sürche (2lbb. 124,125, 126 u. 127) ift ein im
Unterbau quabratifd) angelegter, in ber größeren oberen
Hälfte ber Umfaffungßmauern inß 2ld)tecf übergeführter
mafftver ^ugbau, beffen gcfdjmeifteß Siegelbad) eine ad)t*
ccfigc Catcrne mit zinfgebccfter Jjpaube trägt. Sie Sicht*
Öffnungen ftnb an ben geraben Seiten beß @otteßl)aufeß
bitrd)gebrod)en unb nad) oben ruttbbogig abgefd)loffen.
Ser cbenfallß runbbogige Sugang zu bem ad)tfeitigen,
ßogau.
127
?(['('. 125. gogaiu Äirdje von 9lorbo(len.
128 Cogau.
von einem cntfprcdicnbcn Ä'uppclgeivölbc überberften Snncnraum liegt auf bet <£üb=
feite unb jcigt in ber von ^ilajtcrn getragenen gebrochenen Sßcrbadiung außer bem
V. 2[rnolb<jeutbcfd)cn T'oppclroappcn folgcnbc ©auinfdirift: ,DEO TER OPTfIMO]
TER MAXfIMO] / PERENNI BONITATflS] FONT / UNDE MANAVIT
QUICQUID SUNT ET HABENT / PRO INNUMERIS BENEFICIIS QUJE
INDIGNI / \CCEPERUNT / HANG .ED EM Sfanctam]. AD MAIORfEMJ
IPSIUS / GLORIAM A SE EXSTRUCT[ ANT] / GR ATA MENTE DICÄ[N]T
CONSECRÄ[N]T / AC SUAM SUOR[UM]Q[UE] SALUTfEM] IIUMI-
LIME COMENDÄ[N]T. / INFIMI SERVORfUM] DEI / JOfHJANNES AB
ARNOLD / ET / DOROTHEA DE JEUTHE / CONIUGES / HEREDITA-
RII IN GROSSLESSEN. WENIGLESSEN / LzESSGEN(r), SEEDORFF
SEIFFERSHOLTZ, SCHERTEN- / DORFF, PLOTH, JONASBERG, ET
LOGAW. / \\NO MDCXCVIII. / “ f= bem brcimal beften unb brcimal größten
©ottc / bem ewigen C.ucll ber ®üte / auß bent allcß waß fTe ftnb unb haben, geflogen
ift / erbauen für bie unzähligen IlMjltatcn bie ftc unwürbig empfingen / biefcß heilige
©ebäube 511 feinem / großem Siuhm auß eigenen S-Vitteln / wibmen unb weihen eß banH
baren Sitincß / unb überlaßen eß bebmiitig 311 eigenem nnb ber 3()tißcn Jpcil / alß
niebrigflc Atncditc @ottcß / bie ©begatten Sohann v. 2lrnolb / unb / Dorothea v. Scutbc /
bie Srbfcffcn in @roß*?effcn . . . / i. 5. 16981.
3c eine Heinere Tür vermittelt an ben ßefen beiberfeitß beß Jpaupteingangß
unb an ber Storbccfc ber SBcftfcite ben R?erfcbr mit ben QBcnbcltreppcn, bie in ben
©runbrißjwicfeln beß llntcrbaucß liegen unb 51t ben auf allen Seiten eingebauten
ömporen fowic jum Tadjgcfdjoß führen. Sn ber vierten @cfe liegt bie freißrunb
angelegte, fiippclgcwölbte Safriftci.
S'it ©egenfaß jit bei- teilß rcri)b tcilß fcd)ßccfig gefaßten STcivcrglafung ber
Viditöffnungen finb in baß Sübfcnftcr brei S&ulsenfdicibcn eingelaßen, bereit 3n*
fdjriftcn: ,Johan|n| v. Arnold, Dorothea v. Arnold Gfeborene], v. Jeuth 1698:
14 Mav“ unb „Johanfnf Adolph v. Arnold Barbara Sophia v. Arnoldin Gfeborene].
v. Schlichtig Ao 1698: 14 Mar“ unb „Johanfn] Leopold Wilhelm v. Arnold
Mattheufs Lavrentius v. Arnold Carolus Ludewig v. Arnold Aö:1698 14 Mav“
ivohl ben Tag ber gcrtigitcllung beß Siobbaucß nennen, währenb bie Sahreßjahl 1699,
bie ßd) neben bem auf eine freißrunbe ©laßfdjcibc aufgcmaltcn Toppclwappcn mit
ben Stamcn Dorothea 21rnolb geb. v. Scuth unb Sobann v. 2lrnolb ßnbet, baß Saßr
ber SJollcnbung beß inneren ?lußbauß anjugeben fdicint. (Sin um bie 'IBappenfdicibc
laufenber Spruch lautet: „O GOTT Vater in der höhe, hilf daß niemand hier
aufstehe, unerhört mit dem Gebete, daß er thut an dieser ftete. O du Glantz
der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott gebohren, mach uns allesamt
bereit, öffne Hertzen Mund und Ohren, unser Bitten, Flehn und Singen, laß
Hr. Jesu wohlgelingen.“
21h ben @mporcnbrTi|tuugen erfennt man 26 gemalte T-arftclliingcn von parallel«
tcjtftcllcn auß bem 2llten unb Steilen Tcftamcnt, beginnenb mit ber (frfdtaffung beß
erften SDtcnfdicn biß jum Süiigftcn ©cridit.
2ogau.
129
•ftunftbenfm. b. 'Dron. ®rbbg. VI. 6. ßrofftn.
9
130
Cogau.
Ser 2Htar (Safel 9) mit feiner bcflicftcn Sccfe jcigt im 4?auptfclb beß bon
Säulen flanficrten unb nad) außen mit SRanfcit abfdflicßcnbcn Slufbaueß bie auf
Scinwanb gemalte Sarflellung beß ©cfrcujigtcn unb barübcr bie an bem ®c|nnß
bcfefligtcn 2öappeu b. b. Unrnl), b. b. Seutbc unb jwctmal b. b. 21rnolb. Über bem
Jjpauptgefnnß ertennt man jwifdicn ben ©cftaltcn beß 'Petruö unb ^Jauliiß ein ©cmälbe
ber ©rablegung unb ben oberen 21bfd)luß bilbet bie SHunbflgiir beß 2lufcrßanbencn.
21lß anläßlich ber in ben Saljren 1899—1900 borgenommenen 3nftanbfefeung baß
Jpcljwcrf leiber größtenteils braun überftridjen unb baß fRanfcnwcrf bcrgolbct worben
war, befestigte mau and) auf ber Sh'icffeitc beß 2Htarß jwei itrfprünglich an ben
©äulenpoflamcnten angebrad)te Safcln mit nachftebenbcr, im Sl)ronogramm beß lebten
©afecß baß tjafyr 1717 wicbcrbolenbcn 5nfd)rift: „Dem allerheiligsten gott zu Ehren
ließ diesen Tempel mahlefn] der wohlgebohrne Herr Hr. Carl Ludewig von
Arnold Anno 1/17“, ferner: „End dem andächtigen Nechsten zur Erbauung
sparete zu dieses gotteshauses Zierde keine Kosten die wohlgebohrne Frau Fr:
Eleonora v. Arnoldin geb. von Unruhin In lahr Da Das anDere eVangeLIsChe
IVbeL lahr gefelret Ist“.
Sie Äanjet, welche in ben gcfchwciften Orüflungen beß Atanjclförperß unb
bco Jfufgangcß mit ben ®cflaltcn G»l)rifti unb ber hier Ebangcliftcn fowic mit einer
auf baß ^Jrcbigtamt bcjiig nebmenben Sarflellung gefdimüeft ift, jcigt an ber Shicfwanb
bon Stanfenwcrf eingefaßt bic Scjtftclle Ebr. 12 v. 1/. Über bem bon einer Sonne
befrönten Äanjclbccfcl, bon beffen llnterfcitc bic Saube, baß ©innbilb beß 1)1- ©eifteß,
berabfdpucbt, würben bei ber letzten Snftanbfcßung bie SSappcn beß ©tifterpaareß
3obann bon ?lrnolb unb feiner Ehefrau Sorotbea geb. b. Scutlje, leiber in berfebrter
^Reihenfolge, wicbcr angebradrt.
Sic alß mufd)clbaltcnbe Engclßflgiir burd)gcbilbctc Saufe (Safe! 9) front eine
bom Secfel aufwärtßfd)wcbcnbc Saubc. Sic jiiincrne Sauffd)üffcl bat bic £cnfd)rift:
„D. v. A. G. v. J. MDCCV“ (=Sorotl)ca b. ?lrnolb geb. b. Scutbc 1705).
Sic auß bem 2‘«brc 1835 ftammeube Drgcl jcigt fchlidjtc Empireformen.
Ein bbljcritcr, anfd)cinenb nod) auß ber 'löcnbc beß 17. 3a()rb- ftantmenber
Cpfcrftod (lebt rcditß bom 'Altar neben bem Jütfgang jur Empore.
3e eine @cb en f täfel ehemaliger Scilncbmcr an ben Ü5cfrciungßfricgcn unb
an 'bem gelbjugc bon 1870/71 fdnnücft bic sSrüftung ber Srgclcmporc unb bic Üöanb
rcdjtß bom Außgang.
Sine l)öljcrnc Safcl jur Erinnerung an ben 'Prcbiger ßl)riftopb öerbarb, ge«
ftorben im 2Hter bon 81 fahren 11 Söodwn am 17. S)?ärj 1686, wirb hinter bem 211tar
aufbewahrt.
Saß Söilb beß ^.'rebigerß Sobiaß pirfdier (berg!, aud) Sreppcln) beftnbet ftd»
in ber ©afriftei.
Ein mcfiTngcner ©pätrcnaiffanccfron lendjtcr, bon einer flcincn, einen Äranj
haltenbcn Engelßgcftalt befrönt, iß jwölfarmig.
Ein ßlbcrncr Äriijifijruß eSafe! 10), 56 cm bb^lz vier Sbangelißcn»
fpmbolen an ben Ürcujcßbalfcn fowic jwei geflügelten Engclßföpfdjcn unb ber Sar«
(Sroffen.
Safcl 9.
?ogau. 2l(tar unb Qjiufc in ber Äircbe
£ogau. Sttfartrusifeuö in ber Kirche.
Cogau.
131
Q(bb. 127. Sogau. <Sd)nitt burd) bie 5tird)e. ®(icf nad) Öflen.
9»
132 ßogou — SRerjwiefe.
ftcllung ber Sreieinigfcit an bem ebenfo wie bie fXüdfcitc beß Äreujeß rcid) orna«
montierten §uß, gehört ber Sßenbe beß 17. Safyrb- «n. SDicifter J. K.
Bwei 3innlcud)tcr, 55 cm Ijod), (affen auf bem mit cingegrabcncn Orna«
menten gefdjmüeften breifeitigen gnß baß (Kappen beß (Stiftcrß mit ber beigefügten
3nfd)rift: „S. B. Anno 1673“ erlernten.
Broei jinnerne 2Htarleudjtcr, 61cm l)od), finb cinfadjer profitiert unb tragen
an bem cbcnfallß breifeitigen §uß außer ben (Stifterwappen bie Ußibmungßinfdjrift
pJohan v. Arnoldt und Dorothea v. Arnoldtin geborne v. Jevth 1699“.
Hon brei glcidiartigcn jinncriten Sed elfanncn ift eine „J. C. v. Arnold 1825“
gcjeidjnct.
Hon jmci Binnfcldjen, 15,6 cm unb 16 cm bod), mit jugebörtgen sPatenen,
jcigt jener bie 3nfd)rift: „Adam Saver Mitsman in Logaw verehret diesen Kelch
in die Kirche nach Logaw 1635“.
(f ine «San buh v mit vier Hicrtclftunbcngläfcrn im böljcrncn ©cßcll war cinft
an ber Ä'anjel beteiligt unb liegt jegt in ber 9?ifd)c hinter bem 2l(tar.
©in ®rab (teilt mit reidjem fXofoloornamcnt ftcl)t nörblid) vom ®ottcßhauß
auf bem <ftird)l)of. Gr bient bem 2(nbcnfcn beß ^nebrich (Sigißmunb SWartrn, geb.
am 23. 9Xai 1780 ju Vaeßgcn, gcftorbcit im 2fltcr von 16 fahren 10 SXonatcn
unb einigen Sagen.
3wci ©loden. Sie ö|tlid)e, 50 cm Surdjm., trägt um ben ^»alß ben ©loden«
fpritcb: „Heller als die Cymballen Klingen will ich meinen Schall ersch[w]ingen
Anno 1661“. Sie wcftlidje, 62 cm Surd)m., h«it an cntfprccbcnbcr (Stelle bie Snfdjrift:
„Herr Michaeli Magir von vnd zv Logaw Lehnerbherr vnd H. Christoff Gerhardt
Pfa(h)[rr]er Anno 1661“. gerner erfennt man auf ber £aitbe, außer bem aud) auf ber
vorerwähnten ©lode angebradyten ©cfrcujigtcn mit SOiaria, bem (Kappen beß ©icßcrß
granj Hoillarb unb ben beigefügten 2(nfangßbud)ßaben F. unb V. beß 92amcnß, jwifeben
ben Söudjftabcn H unb P einen geflügelten Gngclßfopf.
^KcrjWiefc.
IHEtJÜtipfE, 10l/s km weftfübweftlidi von Groffen. ©cm. 966 Ginw., 1290 ha.
Hermutlid) im 13. Saljrt). grünbeten vorbringenbe beutfdtc Atolonijlen bie
Ortfdjaft „£D?artinßwicfe" unb ßatteten |Tc mit einer ©cmarfung von ritnb 28 Jpufen
auß. ©ine 23obcrßbcrger llrfunbe vom 3. Sej. 1459 im ©eh. (Staatßardjiv ju 23erlin
erwähnt Renten auß „SDicrtinßwcje", bie Jfjcrjog J?cinrid) von 'Sdj(e|Icn bem Otto
von Sanbßbcrg vcrfdjrieb. Sic Srtfdjaft tarn in ber golgcjcit jum furfürftlichen
Somäncnamt ©roffen; wie 1633 von 2lmtß wegen fcftgeftcllt würbe, bienten bie 21 Wilirtc
bem 2(mt mit 2 ^ferben ober 4 Odjfen; ferner gab eß hier 7 ©ärtner unb 1 ®übner.
Sic 3al)l biefer 2ßirtfd)aften hnt ftd) burd) bie Sabrhunbertc erhalten, wie bie 1809
crfd)iencne „Sßefdtrcibung ber TDlarf" beß (Statiftiferß Q5ratring bejeugt.
9Herjwie[e — «Hleffotn.
133
©ic Äirdje, ein SBacfffcinbau mit fünffeitigcm, apfißartigem Sffaußbau unb
einer in bic 9?orboffccfc jroifdien 'Jlpftß unb £angl)auß eingebauten Safriftci, flammt
auß bem Sabre 1878.
Gin jinnerneß Saufbccfen trägt auf bem 9ianb bic Snfdjrift: „C. D. Müllern
J. C. Müllern, O. S. Müller 1/. A. H. Liebschern 98“.
3roci jinnerne 2fftarfcud)tcr, 68 cm bod), jeigen bic für bic ffßcnbc beß
18. Sal)rbunbcrtß tvpifdjcn grrmcii.
Gin Sittnfcfd), 18 cm (jodi, geifert wob! bem erften ©ritte! beß vorigen
Safjrljuiibcrt^ an, bie jugebortge spatene trägt neben bem ©ubener ffßappcn bte
Sabreßjab! 1830.
Gino jinnerne ©ccfclfannc, 19,b cm hodt, iff „A. Öhme Guben
1819“ gemarft.
©rci @! offen. ©ic füblidjc 80 cm ©urdjm., bic nörblidje 95 cm ©urdjin.
unb bic baruntcr aufgelegte 61cm ©tirdtm., fämtlidi von gr. Girubl in itlcintvelfa
bei SBaufccn 1861 gegoffen.
50ic|To».
HclTülü, 13 km weftnorbweftlid) von Groffen. @cm. 781 Ginw., 922 ha.
1251 verlieb Otto, Sobn beß Äaffcllauß Äonrab von Groffen, bem 21bt J£>einrid)
von Seubuß baß Glut „SDiefforoe"; eine Urfunbe von 1259 betrifft gleidffallß ben
jtloftcrbeflb. 1192 gcftattctc iturfürfl Sobann feinem £cbnßmann, bem Siittcr
©ieginunb v. SRotenburg, äDicffow an .SBalijar v. ?obcn" weiterjuverpfänben. Sm
16. Sabrb. fam baß ©orf an bie Vanbeßberrfdjaft unb mürbe jum furfürfflidien
©omänenamt Groffen gefdflagen. 1633 ftclltc man vom 2lmtc auß feit, baß 15 iffiirte
13 Jjufen bcmirtfdjaftctcn, fomie 12 (Partner
3abl ber ÜBirtfebaften bat ndi biß in bie 9?eu*
jcit, mic auß ißratringß „Sßefdfreibung ber
SDiarf" von 1809 bcrvorgeljt, jiemhdj un?
veränbert erhalten, ©aß ?lmtßvormerf ging
im 19. Sabrb. in ^rivatbcflfc über (vgl. ®erg*
l)auß, „9?eucß Sanbbud'" III, 749). — ©ic
Atrdje, von jeber SDtuttcr, (tert unter float*
lidjem Patronat.
©ic ftird)e (2!bb. 128) iff ein redjt*
eefiger, mafflver ^ufcbau mit breifeittgem 5?ff*
fdfluj;. Der annäbernb quabratifdien, tonnen*
gewölbten, frübeftenß auß bem 16. Sabrbunbert
unb 8 Sßübner anfäfflg waren, ©ic
... 1
1 0 10 20m
'ilbb. 128. 9JttfFow. ©runbriö ber Ätrdje.
flammenben Safriftci auf ber 9?orbfcitc entfprrdit vor bem Sübjugang eine im 19. Saljrb.
crridjtcte SEorballc; baß Sßcflpcrtal iff oljne SSorbau. £D?it Stücfffdft auf bie ben
134
SReffow — 5Rüntf)sborf.
äßänbcn beß Sanghaufcß in ber ©arorfjeit vorgclegtcn Emporen ftnb bie £id)t?
Öffnungen auf ber 9lorb? unb ©übfeite in jwci Steifen übercinanbcr augcorbnet. Sic
SBeftwanb bagegen biird)brcd)cn nur jwei in ber Jg>öl)c ber Orgelempore figcnbe ftid)=
bogig gefd)loffcnc genftcr. 5Bon ben 9iunbbogcnfcnftcrn am ©ftfcbtuß ift baß mittlere
unter ber in tjalbcr Jg>öi)e einfd)ncibenbcn jtanjclbrüdc vermauert.
Saß Jpoljwcrf ber inneren Slußjlattung ift braun geftridjen.
Äanjelaltar unb Saufe finb einfadjite Sifd)Ierarbcitcn.
Saß Orgel gehäufe ift baroef.
Broei etwa auß bem 17. Bahri). ftammeube 3inn(ettd)ter mit Vlblcrn an ben
Eden ber breifeitigen grnpe finb 59 cm bod).
Se eine Safe! jur Erinnerung an bie ©cfrciungßfriege unb ben gelbjug von
1866 bangt im Snncrn.
Srci ©loden finb in einem befonberen ©au bei ber Birdie untergebradjt.
Sie füblidjc, 66 cm Surdjm., ifl 1891 von Earl ^rtebrid) lUrid) in Tlpolba gegoffen.
Sie mittlere, 29 cm Sitrd)m., trägt um ben Jpalß bie vcrftümmelte SOiiuußfelinfdjrift:
„+ igs — blle + ons“ (= ihs — helf + uns), 15. Saljrbunbert. Sic nörblidje, 84 cm
Surdjm., jcigt bic ebenfattß in SWinußfcln verfaßte, von rcdjtß nad) linfß ju lefenbe
Umfd)rift: „+ nenniweg • edne - tvg - nie riv • sad • nnen • igeb - riw - sew • tog • flfijb “
(= b‘ff ©ßtt waß n»r beginnen, baß wir ein gut Enbc gewinnen), 15. Sabrbunbert.
50iünd)^orf.
Wündjslrürf, 7 km wcßlidt von Eroffcn. ©em. 306 Einw., 426 ha.
Sie am Obcrftrom gelegene Ortfdjaft, früher angeblid) auf flawifd) „Barbic",
foll bereitß 1202 burd) J^einrid, I. alß ©efife beß jtlofterß Seubuß beftätigt ivorben
fein. iffiabrfd)cinlid) burd) Eroffcncr SRöndjc empfing fic ihren heutigen Stamcii.
1438 verfauftc Jjerjog jjeinrid) baß Sorf unter SBorbcfyalt beß üöiebcrfaufß an
10 10 15m
?(bb. 129. SJiüitd)ßbon.
©riinbrifi ber Ätirclje.
ben Eroffcncr ©ürger 9ltdel ©anber. 9tad) ber
9ieformation fam eß an baß furfürftlidie Somänen*
amt Eroffcn, unb in einer Übcrfid)t von 1633 im
@cl). Staatßard’iv werben bie 26 Äoffätcn ober
©ärtner von „SOcöndjßborf" alß bem 2ünt jit „aller?
ßanb Sicnftcn" verpflid)tet aufgcfüfyrt. Sie 3^1)1
ber 2Birtfd)aften ljat fid) biß weit in baß 19. Saljrl).
fytnein erhalten (vgl. ©ratring, ©cfdjrcibung ber
SRarf, 1809, III. ©b., ©. 316). — 35ic Äirdie war
von jeher Sod)tcr von Steucnborf; einer Urfunbe von
1226 jufolge verlieh Sorenj, ©ifdjof von ©reßlau,
ber von il)>n geweihten SRartinßfirdjc ju „®iond)iß?
borph" eine 3chnterl)ebung.
Sie 5tird)0 (2lbb. 129), ein im ©rnnbriß rcdjtctfigcr, verpußter, neuzeitlicher
gad)Wcrfbau, jcigt einen in ber 2ld)fe ber Sübfeite errichteten Surm mit vierfeitigem
9Hünd)5borf.
135
sppramibeiibad). Die £id)töffnmigen ftnb rcditecfig. Dem 3ugang in ber SWitte ber
Slorbwanb cntfprid)t auf ber ©übfeite eine Sür weftlid) twm Surm.
Daß innere ift flad, gebedt; ber gußbobcnbelag befielt auß Sßadfteinen. Die
2(ufgänge ju ben auf brei ©eiten eingebauten Smporen Hegen in ber ©übweft?
unb 9?orbweftcde.
?lbb. 130. 5Mund)öborf. Ätirdje. Dllrorgernte.
Sine 5nfd)rift an ber Sörüftung ber Orgelempore befagt, baß, nad)bem am
30. 2lug. 1851 nad)tß 2 llbr baß Dorf SD?ünd)ßborf infolge Dammbrudjß größten?
tcilß jerftört worben war, auf Q3cfel)l beß Äönigß .ftirdje unb Dorf an ber jefcigen
Stelle neu erridjtet würben.
Der Ä'anjelaltar weift ebenfo wie bie Orgel, ber SSaujeit cntfpred)enb, ein?
fadjfte gönnen auf.
Sine 2lnjaf)l Sotenfronen unter ©laß bangen im Snnern.
136 QRüncfysborf — 'Ueuenborf.
©in cinfadicr, höljcrncr Äaftcn jcigt auf ber Snnenfcitc beß Sccfclß bie Snfehrift:
x r-v • • iztn Jacob Kvtschke ) .
„Anno Christi 1662 J ’ Eitesten alhier.“
Adam Schneider J
©in Ijöljcnicr iirujifijuß, mit ber Snfdirift: „donavit hunc crucifixum
templo Münchsdorf. S. Redlich Pastor 1/94 d. 29 Mai.“ an ber llntcrfcite beß
tfußcß, ift jwar jerbrodwn, aber in feinen ©injclteilcn nodi völlig erhalten.
©in Siitnfcldi (2lbb. 130 rcd)tß), 19 cm hod), trägt neben bem Stifternamen
„Georg Hänsel“ baß Saturn „den 23 May 1734“.
©tn Sinnfeld) (21bb. 130 linfß), 16,5 cm bed), nennt bie 9?amen „Michel
Scholtz“ unb „Girge Zachersch“ fowie baß Sabr 1606, währenb bie Snfdirift
auf ber Unterfeite einer jinnernen ’Patcnc: „Andreas Schultze Schultze imKoenigl.
Ambtsdorff Münchsdorff im Jahr Christi Anno 1762“ lautet.
(Sine jinnerne Sauffdüiffel (21bb. 130) trägt auf bem fcdjßccfigcn 9ianb
außer ber Sahreßjaht 1657 bie Spriid)c: „Luc. Cap. 18 und Gal. 3 Cap.“ unb ift
©roffener 21rbcit.
ßtvei ©locfcn. Sic füblidic, 82 cm Surdnn., würbe von ©ujtav ©ollier in
3el)lcnborf 1889 gegoffen. Sic nörblidic, 68 cm Surdnn., trägt um ben Jpalß bie
fpätgotifdic «Dtiuußfcliufdwift: „maria ° ibs o crilte pveite Jpälfte beß 15. Sabr»
bunbertß.
Deutfd)=9 icttfoiv.
18 km öfrlid) von ©roffen. ©cm. 858 ©inw., 1121 ha;
©ntßbcj. 213 ©inW., 570 ha.
Sn ben Urfunben beß außgcljcnben SDcittHalterß crfcheint ber Srt alß „Stcttidicn"
unb gehörte ju ben weit außgcbcl)ntcn Söcßijuitgen berer v. Diotljenburg. Später
fanf baß Stäbtdjcn jnm Sorf herab, in bem um 1800 24 SÖaucrn, 38 Äoffäten,
39 93übncr unb 35 etnlicgcr wohnten. Samalß gehörte Sorf unb @ut ber erb»
prinjeffin von 4?ol)ciijot(crn».fj)cd)ingcii (vgl. and) SDerghauß, Sanbbud) ven 1856, III,
S. 748). Sic 9Jiutterfird)e fleht beute unter bem Patronat beß (Grafen v. Rothenburg
;u sPolnifd)»9?cttfow im 97adibarfrcifc ©rünberg.
Sic Sürefje ift ein im ©rimbriß rcditccfigcr, in ben adjtjiger fahren beß vorigen
Saljrhiinbcrtß im 9iuttbbogcn|li( crrid)tcter Skicfjtcinbau mit einem von jwei quabra»
tifdjen Seitenbauten flanficrten apßßartigcn Jhißbau auf ber SSeftfeite unb einem
ber anberen Sd)inalfeitc vorgclegtcn, reidwr gcgliebcrtcn Surm.
Sie brei ©locfen mit 1,03 m, «2 cm unb 68 cm Sitrdnncffcr würben laut
3nfd)rift 1881 von ©ebrüber lllrid) in Tlpolba gegoffen.
Dieuenborf.
lieucnbütf, 9 km weltlich von eroffen. ©em. 835 ©inw., 852 ha.
5m Sabre 1223 verfprad) JJcrjog .tpcinrtd) I. von Sdilcftcn, Dem Sorf „Sarnovo",
baß bem 9?onnenflo|tcr ju Srebnils gegeben warb, bcutfdjcß 9ied)t ju verleihen; fortan
Sleuenborl — piau.
137
hieß eß 9?citcnborf. Sm 17. Sabri)- fam bie Trtfdjaft, bic und) Soaduni SO?öllcr nod)
1590 bem Äomtur von £agow, Jlbraham v. ©rünbcrg, jugcftanbcn hatte, an baß
fiirfürftlidw Tomäiicnanit Großen. Sn einer SBcfdwcibung ber 2Imtßbörfcr von 1933
werben bic 17 plirtc, wcldic bic 11 l/z Jjpnfen jäljfcnbc ^clbmarf bestellten, foivic bic
10 ©ärtner naincntlidi aufgcfüljrt. 3Bic 25ratring in feiner „Pcfdjrcibung ber Sffarf"
von 1809 fcftftcllt, gab eß and) bamalß nod) in bem 'Jüntßborf einen Scßfdntljen,
13 ®anj« nnb l Jjpalbbaucrn, im ©egenfaß ju bem bcnadibartcn SRündißborf, wo nur
jfofiätcn wohnten. Tic Äirdje, von jeher SNuttcr, ftebt unter ftaatlichcm 'Patronat;
Toditcr ift SOiündißborf.
XMc ftiretje, ein Pacfftcinbaii in Stunbbogcnfril mit fcit(id) vorgclcgtcm 5fi?cjlturm,
würbe 1897 fertiggcftcllt.
Gin ßlbcrncr Acldt, 21,6 cm hodi, mit neiqcitlidjcr jtuppa, bat an ber Unter»
feite beß -Scdißpaßfußcß bic Snfdjrift: „AVS H. PAVL / KRAMES VON
MESERIZ SE- / LIGEN TESTAMENT DIESEN / KELCH DER KIRCHE
ZV NEVNDORF ANNO 1659 BEKOMEN“ (vgl. aurii bic Äcldic ber Äirdicn
von Gidjbcrg unb Siäbnilp.
Tic jugcl)örigc filberne Patcnc bat ein ®cil)frcuj.
Ginc 3tnnfannc, 22 cm hodi, ift ,HE Guben 1830“ gemarft.
$Mau.
piau, 9 km füböitlidi Von Großen. 0cm. 211 Ginw., 283 ha; Glutßbc^.
75 Giliw., 785 ha.
1531 faß „Griftoff Tabcrfriiig" (= Tobcrfdiül?) ju „piaw". Gutem SScrjcidiniß
ber 9ioßbicn|lc von 15<>5 jufolgc hatte J?anß v. £öbcn feinem Vcbnßbcrrn, bem Äur»
fürften von s&ranbcnburg, mit 2 pferben von „planen" unb „SRcrßborf" ju bienen.
Sm SBcßtj beß SRittcrgutcß trat in ber Jxolgc;cit häufiger iöcdifcl ein: nm 1650
bie V. £ucf, auß bem Ölfcr Bwcigc biefeß bcrcitß um 1240 in ©ddeßen auftretenben
@cfdi(cd)tcß, um 1800 v. 93crg, um 1S50 v. Sdwlten. Sn bem Torf mit nur Heiner
©cmarfung faßen von jeher feine Paucru, fonbern, wie ©ratringß „P>cfd)rcibung
ber 92?arf" von 1809 angibt, nur 19 jfoffäten, b 95übncr unb 7 iStnlicger. — Tic
Äirdic, eine SRutter, ftebt unter bem patronat beß 9Uttcrgutßbcfigerß.
Tic Sürd)C ift ein 1871 fcrtiggcflelltcr 95au auß gcfpaltcncn ginblingcn mit
ÜBcftrurm unb apfißartigem Tftauoban. Tic Tür» unb ^cnftcruinrahmungcn ßnb in
Q5acfjlcin außgefübrt.
(jin jinuerneß Taufbccfcn mit fcdißecfigcm 9taub ift 1589 batiert unb vom
SReifter J. B. in Groffcn angefertigt.
3wci 3tnnfcld)c, 16 cm Ijod), jeigen cinfadjcrc formen.
138
'JMau.
©in Äcld; (2ibb. 131 rcd)tß), 17,6 cm bod), Silber, innen vcrgolbet, mit orna#
montiertem Änauf unb einem 5ßeil)frenj am Scdjßpapfug, trägt bie 3ufd)rift:J„Dieses
verehret Herr Michal Heisert avss Crossen der Kirchen in Plav. Anno
1674“. S)lei|ter J. F. S. £)ie jugeljörige spaten c ift ebenfalls auß Silber.
Vlbb. 131. UMait. jthdje. Wargreäte.
©in Äcld), 18cm ljod), filbcrvergolbet, jeigt einen mit ©ngclßföpfdtcn Vers
jierten, bei einer neujcitlidjcn 21iißbcffcrung vcrfcljrt cingcfcgten Änauf.
©ine reid) ornamentierte 316 o r t c n 6 ü d) fc (2fbb. 131 linfßl bat auf bem Zettel
unter ben ®ud)(tabcn „AVGB“ nnb „EG GVS“ baß entfpredjenbe TtUianjwappen
foroie bie 3abreßjal)l 1687, ferner auf ber llntcrfeite einen unter bem ®roficn Jfur«
fürftett i. 3- 1650 geprägten 5aler mit ber llmfdjrift: „Frid. Wilh. D. G. M. BR.
S. R. I. ARC: C. PR. E“ (= Fridericus Wilhelmus dei gratia marchio Branden-
burgensis, sacri Romani Imperii archicamerarius princeps elector), mäbrenb bie
SRücffeitc bie SÖorte: „MAGD. PR. I. C. M. S. P. DVX“ (= Magdeburgiae
Prussiae Juliae Cleviae Montis Silesiae Pommeraniae dux) trägt.
<p(au.
139
Oie Steiije ber i)erfd)iebenen an ben Ttußenfeiten ber Äircbe aufgeftellten
©rabfteinc eröffnet an ber Sßeftfront ber Oenfitein (21bb. 132 linfö) bcö ^Jrebigerö
Sfjrijtopf) ®eorge £ubafd), geb. 17. Oft. 1716, geft. 24. $ebr. 1798. Sbm folgt
red)tö bavon bie gemeinfame ©rabplattc (21bb. 132 redjtö) ber ©rüber ß^riftian
Qlbb. 132. 'Dtau. ©rabfteine btä @f)riftopb ®eorgc gubafd) foiuie ber SBritber ©ottlieb unb
®eorg (Sfjviftlteb gubafd).
©ottlieb Subafd), geb. 6. Oft. 1722, geü. 28. 9J?at 1745, unb @eorg <5f)rifttieb Subafd),
geb. 21. ^ebr. 1708, geft. 16. SJtärj 1711. SRecfjtö öom Surm folgt ber fcf)lid)tc @rab«
ftein beö ^farrerö Sofyanneö ßanabaeuö, geb. 15. 3uni 1633, geft. 5. San. 1710,
roäfjrenb baö in ber 91icf)tung »eiter ojtroärtö fteljenbe Tsenfmal beö ^aftorö M.
3ol)ann 8ubafd), geb. 21. San. 1675, geft. 8. 21pril 1747, etwaö rcidjer gehalten ift.
140
tpiou.
9106-133. ©vabftein bes @eorg t>. Sucf.
IJtau.
141
Der nächfte Denfftcin bient bem gemeinfamen Tütbenfen beö (Sfyriftopt) granj v. Surf,
geb. 19. SOcärj 1723, geft. 3. Sufi 1792, unb feiner grau Sopljie Dorothea, geb.
15. 5D?ärj 1733, geft. 15. gehr. 1775. gcrner folgen bie ©rabpfattcn beö Sfjriftopf)
©eorg v. Surf (2fbb. 133), geb. 16. Dej. 1660, geft. 16. Sufi 1712, unb ber grau
Qlbb. 134. ’lMait. ©rabftein ber ^Barbara Ilaria ». ©laubig.
^Barbara SO?aria v. ©faubife geb. ». 9?iefemeufd)ef (2(66. 131), geb. 29. 2(pri( 1639,
geft. 3. gebr. 1711, enbfid) an ber 2ßeftfeite bcä fübfichen 53orbaueö ber, int ©egenfafj
ju ben.meiften ber vorgenannten reich mit Ornament unb gamitienmappen gefdjmürften
glatten, einfacher gehaltene Stein beö sprebtgerö Sohann ©ottlieb Gsanabaeuö, geb.
13. £O?ai 1688, geft. 10. Sunt 1776. 2)?an erfennt linfö unterhalb ber Snfdjrifttafef
142
'JJfau — ^ommerjig.
1734 ein gibeifommiß, baß 1888 erweitert würbe
eine Senfe, rcdjtß ein außgc»
brannteß £id)t.
Ser Stein t2(bb. 1351
vor ber JSDftfcite ber 2lpßß
gehört ®corg £>tto v. Surf,
geb. 4. Stovember 1687, geft.
10. SÜ?at 1726.
%'omincrjig.
Pxnnmrrng, 25 km oft»
(id) von ßroften. 65cm. 1040
©inw., 1237 ha; ©utßbej. 152
©inw., 1576 ha.
©inem Ser jcidjniß ber Stoß»
bienftc von 1565 jttfolgc faßen
bic Seßlaw ju ^Jommerjig unb
batten ihrem Schnßherrn, bem
.fturfnrften von Söranbenburg,
mit 2 Schnßpfcrbcn ju bienen.
Äurje Seit barauf werben bic
Äalcfrcitth alß begütert aufge»
führt, um 1700 faßen h*cr
nad) Eingabe beß ©hronifteit
3oad)im SJiöllcr bie v. Sßintcr»
fclbt unb Shttmeifter V.Sloten»
bürg, betten um 1720 bic
Sdtmettow folgten. Siefe 1742
in ben Sicidjßgrafenftanb er»
hobcnc gamilic ftiftctc bcrcitß
unb ju bem bic Äolonic 23ricfe
unb bic Sorwerfe 'Salcßfabof unb Ärcbßmüblc gehören (vgl. 23crghauß, Sanb»
bild) IH, 752). Sie ©cmarfung beß Sorfcß ift eine ber umfangrctdiftcn beß ganjen
Jlretfeß. 3u beginn beß 19. 3al)rh- säljlte man h*cr ~~ J&albbaucrn, 54 Äoffaten,
58 Söübncr, inßgcfamt 920 ©Inwohner. — Sic Äirdjc, von jeher SWuttcr, ficht unter
Sd)mcttowfd)cm Patronat.
Sic Kirche ift ein 1858 errichteter Söarffteinbau mit ißeftturm unb apftßartigcm
Öftaußbau.
Saß Snnerc hat auf brei Seiten ©mporen.
Sie Atanjel ifl über bem 2Htar angcorbnct.
'JJommerjig.
143
3n>ci 3 inn(cud) ter (2(66.136), 7?cm (jod),
l)a6cn an ber einen *3citc beß breifeitigen Jupcß
ein ^oppchvappcn unb bie Söudjfta6cn: ,A C.
C. W. B. D. S. 1742“ eingcgra6cn.
3w»ei 3innlcud)ter, cinfdj(ic§lid) beß Unter«
fafccß, jcbodi oljne ben neiijcitfidjcn ©(cddranj
57 cm Ijodj, (affen am ®djaft bie Snfdjrift:
,A. G. v. H. 1649“ crfcnnen.
Gfin 3innfe(d), 14,6 cm hod), trägt an ber
llntcrfcitc beß gufjcß bie Uöibmung: ,1649 Kelch
zv Renschen (vielleidjt = „RENTSCHEN“
Tliöjcfe SitKidiaiO Johannes Fendivs Pastor“.
Qfine jinnerne Tccfclfannc ift 30 cm (jod).
2lbb.i36. qioimntrjiß. .<ind't.2lltarltud)tev.
SBon jnici fi(6crnen Sßarotf«
fcldjcn, 23 cm unb 25 cm hod),
mit spatcncn, jcigt jener (2(66. 137)
an ber Äuppa ein auf ben Slawen
SQintcrfclbt Ijtnrocifcnbcß SWono«
gramm, biefer bicSnfdjrift: „Elisa-
beth Tornin Anno 1/3/“. SDlcijlcr
C. B. troffen.
Griiic ovafc, fi(6crnc Jpofticn«
6üd)fc ift G. G. Croffcn gemarft.
3'vei @(odcn, 88 cm unb
72 cm Emrdjin., würben 1868 auß
Söodjumcr ®ufjftal)( gefertigt.
®in int ©runbrifj quabratifdjer
(55ruft6au mit einem von einem
9(bb. 137. iJJommerjiß. Meld) in bet Atirdjc.
144
'JJommeraig — 'Käbnifj.
Stern bcfröntcn Ppramibcnbad) ift um 1700 errichtet, jcfet aber nicht mcljr jugänglid).
(Sine SDiarmorgrabplattc auf ber £)ftfcitc bient bem 21nbcnfcn beß Sicidißgrafcn
Söcrnljarb von ©djmettow, geb. 2. SKärj ISIS, geft. 11. SOTärj 1889.
(Sin ©rabftein für ben Paftor ©ottfrieb diente, geb. 10. Jan. 1731, geft.
1. 21ug. 1812, ftcfyt norböftlid) von ber Jtirdje.
%dnü?.
KäblÜfj, 9 km norböjtlid) Von (Sroffen. @em. 1377 Gfinw., 1265 ha.
„Skbcniß", ein von bcutfdicn Äoloniftcn im 13. Saljrb. gcgrünbcrcr Crt, wirb
in einer llrfunbc vom 1. 9tov. 1435 im ©cbcimcn Staatßardtiv jit söcrlin erwähnt.
Jpicr faßen, wie febnßrcgiflcr von 1525 bescugcn, bic 9iittcr SOioftid), fpätcr fam baß
Glitt an baß Bomäncnamt (Sroffen. 21ftcn beß 2lmtß von 1633 ergeben, baß 33 bäucr«
lidic 2ßirtc, bic bic 29 döufen ber ©emarfung bcftclltcn, ebenfo wie 17 Ciärtncr unb
14 Söübner bem Bomäncnamt jn allcrljanb Bicnftcn verpflid)tct waren. 1657 ging baß
ganje Borf „in Reiter unb Bampf" auf. SSiclc ©teilen waren wäljrcnb beß Brcißig«
jährigen Ärtcgcß wü|t geworben, bic Vücfcn fdjloffcn ftd, aber im 18. Jaljrb., fo baß
um 1809 I;tcr wicbcr 1 Scfynfdmfjc, 2 Vebnmänncr, 31 dauern, 14 .ftoffäten fowie
viele sBübncr unb (finlicgcr faßen. Baß Bomänenvorwcrf Älcin«9iäbnii5 fam fpäterhin
in privatbefftA. — Bte Äird)c
ift Sfuttcr unter ftaatlidicm
'Patronat.
2lbb. 138. fRäbnifi. _fitrd>e oon 91orboften.
Bte im 3al)rc 1827 fertig«
gcilclltc üircfje (21bb. 138) ift
eine auß jyadiwcrf errid)tetc,
im ©runbriß rcd)tccfigc Einlage
mit einem Vicrfcitigcn, Ver«
bretterten Badmufbau über ber
'Ißcftfront, beffen inß 21ditccf
übergefübrte ppramibc mit
3inf gcbccft ift. 21n einer
Sdicibc ber oberen gelber beß
wie bic übrigen ^tetttöffnungen
fdjlanfcn, rcditccfigcn SNittel«
fenfterß ber Siibfront bcftnoct
ftd) folgcnbcr, wabrfdjcinlidi
auf bic ÜSollcnbung ber ®lafer«
arbeiten bcjugncljmcnbcr SBcr«
merf: „Ber ©lafcrmcifter So«
nanu (5arl ®ottlob Spcdtt jun.
•Jläbnifj.
145
ßroficn b. 23. ©ft. 1827". Je
ein ßugang auf ber ®iib« nnb
SSeftfeite füffrt nad) bem auf brei
Seiten mit Gmporen verfeffenen
Jnnern. ©ic "Aufgänge ju biefen
(5ut bauten liegen in ber SüboiL,
Sübroeft* unb Slorbroeffcde.
©er Altar jcigt im Auf-
bau bic ©arftclhmg „ßffriftuß
mit ben Jüngern auf bem 'ißege
nad, Gmauß".
©ic fdiliditc Aianjet ift
von ber in ber 9lorboftctfc gc?
legenen Safrijtci auß jngänglidi.
Audi bic Saufe unb bic
Orgel ffnb in ben cinfadjilen
formen ber oben angegebenen
Söaujcit crrid)tct.
(Sin mefffngener Ai r o n =
lend)ter ift aditarmig.
An ber Safrijtenvanb bän-
gen mehrere Safe In jur <ir*
inncrung an bic Ärtege von
1813—1815, 1866 unb 1870/71.
(Jin fflbervergolbctcr Atcld)
(Abb.139), 18 cm bodi, mit Scd)ß#
pafffuff unb einem am Änauf eins
gravierten (Spätrenaiffanceornas 9IH, 13!l. ÄrM) in btr Äjrd,f.
ment, trägt an ber Unterfeite beß
ftuffcß bie 3nfd)rift: „AVS H - PAVL KRAMMES VON MESERITZ. S[ELI-
GEM] • TESTA / MENT HAT DIESEN KELCII / DIE KIRCHE V[ON]
REDNITZ Ao 1659. N. V. G.“ (ugl. and) bic Aicldje ber .ftirdicu in Grid)6erg unb
SHeuenborf).
(Jin fflberncr Aicld), 22,6 cm ffodj, mit ornamentiertem Änauf, gebörr ber
erffen Jpalftc beß 19. Sabrff. an.
(Jin jinnerneß Saufbetfen ijt 1828, eine Alfenibcfaitnc 1861 baticrt, eine
anfdjeincnb glcidtjeitigc ^'atcnc, cbcnfallß auß 'ÜBciffnictall, ift offne 3affrcßjaffl.
3roei ®loden, ©ic fiiblidjc, 66 cm ©urdpn., trägt am Jpalß bic llmfdtrift:
„SOLI DEO GLORIA / GOSS MICH JOHAX’N JACOB / SCHULTZ IN
BERLIN ANNO 1709“. Sie nörblicffc, 60 cm ©urdpn., ift (aut Jnfdirift 1717
von (Jffriftian See in (Sroficn gegoffen. Auf ber Sßefffeite ber Jpaubc erfennt man
einen Ärujiffruß unb auf ber ©ftffälfte eine fliegenbe »Putte.
b. Trov. SBrbbfj. VI. 6. Greffen.
10
146
"Bäbnifj — QSiesnifj.
mm । । । ..................1
10 10 i5m
Qtbb. 140. ERie^niti.
(^viinbnf; ber Mirrfje.
SRcljrcrc tcilwcife gut erhaltene 'Slotfüjäufer mit
©trobbad) ftcljcn j. S. mit bem @iebcl uari) ber ©trage
getoenbet im 'Dorfe.
DiicSnüj.
IxU'jönilj, 191/» km norbroc|Hid) von ßroffen.
(Sem. 193 ßinro., 540 ha; ßlutßbej. 52 ßinro., 1307 ha.
3n einer Überfidit über baß sDiötum spofen von
1308 wirb „‘tRcqija" aufgcfufjrt; ob eö mit unferer
Örtfdjaft ibentifd) ift, erfdjeint jrocifelfyaft. — Saß Rittergut tarn im 18. Saljrfj. an
bie V. Sppett unb fpäter, nad, 1828, an bürgcrltdic 33c|i(jer, j. SD. bie 'Pctfd). Der
Drt jäljlte Von aiterß fjer 8 bäucrlidjc ©ebefte, wie bie flatiftifdjen Qlngabcn in
SDratringß „Söcfdjrcibung ber SRarf" ergeben. — 3>ic 5tird>c ift 5od>tcr von 5ammcnborf.
Sie mit einem Äoftenaufwanb von 301 Salem erbaute, im 3«l)re 1732 ge*
weifyte 5iircf)e (2(bb. 110; vg(. and) ‘Jlftcn im ’Pfarrardjiv $u Sammcnborf) ift ein im
21 bb. 141. 9ltfenit>. juneiee bet Mirdje. SBlicf nad) Sübogen.
SHesnlfj.
147
(Srunbrig redjtetfigcr, verhältnißmäßig fleincr, ver«
pu^tcr gad'werfbau, befielt jur ver bic
ußeftfront vortretenber, auf ber ’löetterfeite ver«
bretterter, quabratifd) angelegter Surm in ber
baß spvrantibenbad) frönenben 3öcttcrfabne bie
Snfd)rift „Anno 1731“ jeigt. 21ußer bem J£>aupt«
eingang auf ber Oftfcite führt nod) eine jweite
Sür über ben Snrmuntcrbau Ijiinveg nad) bem
fiachgebetften Snnern (2lbb. 141), baß burd) je
brei auf ber ®üb« unb 9?orbfcitc vorgefel)enc,
einfad) red'tedige Siditoffnungcn erhellt wirb.
3wci Heinere gcnfteröffniingen finb auf ber 32cft«
feite über ber Orgelempore burd)gcbrod)en.
Oer gußbobcnbclag befreit auß neujeit«
lidien weißen unb fdpvarjen gliefen.
Oer fd)lid)te, barotfc Äanjclaltar ift wie
bic gefamte innere 2lußftattung weiß überftriefien.
21n il)m tjaben aud) Überreife feiueß noch fpät«
gottfdicn Sßorgängerß, eine SWabonna unb eine
bl. 21nna eclbbritt, SBerwcnbung gefunben.
Oie auß ber erften J^älftc beß 19. Saljrb.
ftammenbe Saufe bat einen flcincn, barotfen, jcfit
ui ber Surmballc verwahrten S a u f e n g c 1 verbrängt.
21ud) bic Orgel ift neujeitlid).
?lbb. 142. Slieeitit). JieM) in ber Äird)t.
Sine Jtirdienfaffe fleht cbcnfallß im isorraum jur Äirdic.
3wct Safe In jum Tlnbcnfcn an fWitfänipfcr von 1843, 1814 unb 18ßß fowie
eine neujcitlidie SQiebcrgabe ber 21ufcrftcl)ung hängen im Snnern.
3wci jtnncrne 2lltarleuditcr, 48 cm hod), flammen von bem SDleiftcr Ochmc
in graimurt a. O., Tlnfang 19. Snhrhunbcrt. SBon jwei Smpirefronen beflel)t bie
örtliche auß ©laß, bic wcfllidie auß 4?olj.
Sin auß ber erften J^älfte beß 18. 3al)rb- ilammenber jücld* (21bb. 112j, Oilber,
21 cm l)vd), unb eine jugehörige §)atenc jeigen baß auß ben SBudjftabcn A. C.
v. W. (= X ß. v. SQintcrfelbt) gebilbete 9J?onogramm unb ßnb granffurtcr Tlrbcit.
Sine ©lotfc, 70 cm Turdnn., ijl laut 2luffdjrift von Sobann £>cinridi V. gieper,
Ägl. ^reuß. @el)eimer ginanjrat unb >Präftbent, 1747 gegiftet unb von Sol). &r.
Sdjramm in granffurt a. O. gegoffen. Oer ©loctenfpritd) lautet:
„Glocke ruffe viele Jahre
Christen in ihr Gotteshaus
Schalle zu der Totdenbahre
Kündige das Fest voraus
Und dem gehe es beglückt
Der sich in dem Rufien schückt“.
10»
148
X)cutfd) = 0agar.
Deittrdj-J&agar, 5 km füblid) von (Stoffen. @em. 105 ©imv., 432 ha;
©utßbej. 53 @intv., 225 ha.
Jpier faßen von alterß ber bie ünobelßborff, bcnn bereite 1496 belehnte Murfürft
3ol)«nn von Sßranbenbitrg ben 4?annß v. Änobelßtorff ju Tcutfdi*Sagar mit ber
Crtfdiaft. Wßic auß einem Verjeichniß ber ?Roßbienflc von 1565 hervorgeht, batten
„bie Jtnobelßborffer jum «Sagar" foivie ju gritfdjcnborf, SBoberßbcrg, ©crßborf unb
Trcppeht ihrem Sehnßhetrn ’uit 5 ‘Pferben ju bienen. 1815 tarnen bie Freiherren
V. sjibeäibabcn in ben Q3c|üj (vgl. Qkrghauß, ?anbbud), 1856, III S. 751). Tie
bäuerlidie ©evölferung war ftete? redjt jahlrcidi, beim ©ratringß „•söefdircibung ber
®?arf" jufolge gab eß bi£r neben Äoffäten 13 ©auern, ferner 1 Sübncr unb
15 ©tnlicgcr. — Tie Äirdje ift von jeher SJhitter; mehrere Trtfdiaften, barunter audi
'lüenbifdvSagar, finb eingefirdit.
Tic Äircbe, ein s23atfftcinbau in ncujcitlidjcm Diuiibbogenftil, ivurbc in ben
fahren 1882—1886 anftclle eineß 1701 auß Fachnierf errichteten ©otteßhaitfeß erbaut.
Ter Tlltar, ber auß ben alteren 3icjlcn beß Vom 3ahre 1710 ftammenben
Vorgängern jufammcngeftücfelt ift, läßt über bem Von Säulen getragenen CMebälf
ben jivtfchcn SDtaria unb £9?arta Sftagbalcna ftchcnben ©efreujigten, eine Taube alß
Sinnbilb beß bl. ©ciftcß unb bic ©eftak ©ottvatcrß erfennen. Tie an ber TrgcP
empöre angebrachten, gcfdjnifctcn Tafeln ftnb anfdieinenb ebcnfallß TKefte beß älteren
211tarß. Taß G>hri ftußb t lb im J^auptfclbc beß heutigen 21ufbaucß ift neujeitlid).
3roei ?lltarleud)tcr auß 3inn, *’5 cm hod), tragen auf ber einen Seite beß
breifeitigen Fllfieß bie Jnfchrtft: „Friedrich Wirth Pastor zu Teutsch Sagar
d. 1. December 1768“.
(Sine mcffingenc Tattffd)üffel mit ber Tarjtcllung ber Vcrfünbigung in ber
Vertiefung jcigt ein fpätgotifdjeß Fladjoritament.
Trci ©rabfteine ftnb hinter bem 2tltar in bie ®anb etngela|fen. Von ihnen
gehört ber erfte, mit bem 9tcnßburgfd)cn unb bem äfnobelßborffchen ffiappen unter
ber 3nfd)rifttafel, bem am 25. Fehr. 1600 im 211ter von 67 fahren verftorbenen
Heinrich bon Änobelßborf, ber jrocite mit bem gleichen Sdmutcf bient bem Tlnbenfcn
ber am 7. SOtärj 1580 verftorbenen l’lnna Von Sicnßburg unb tnrer Toditer; ber
britte enbltd) nennt ben Stauten beß' im 2Hter von 73 3«hten am 26. Stov. 1600
verftorbenen J?anß V. JBnobclßborf. 21ußerbein erfennt man noch auf biefem Stein baß
übliche Toppchvappen.
Tret ©1 oct en. Tic ö|lltd)e, 82 cm Titrdpn., ift 1882 von (S. Voß unb Sohn
in Stettin verfertigt; bie roeftliche, 63 cm Turdnn., ivurbc von bem nämlidjcn
©iefjer im 3ahre 1886 auß einer 1651 von Tietrid) Äfcflcr in ßüftrin ftammenben
@locfe umgegoffett. Tie fübttdie, 35 cm Turchm., hat am J^alß bte fpätgotifche
SWinußfclinfdjrift: „anno + domme (= domini) + m cccc 4~ l xxxx nn +m F“ (= 3m
3ahre beß Jjerrrn 1191 SJtaria).
©in fogenannteß Sühnefreuj ficht auf ber üftfeite beß Äirdjhofeß.
149
0cl)önfcß.
JÖiijüHfcltr, 17 km roeftnorbweftlid) von Groffen. ©cm. 727 Ginn'., 1837 ha.
Ter 9tamc ber Ortfd)aft unb bie ftarfc ©efiebclnng mit runb 30 ©auern, benen
fiel) nod) 13 Äoffäten unb 52 ©übner jugefellten, läßt auf eine ©rünbung burd) beutfd)C
Äoloniften im 13. 3abrh. fddiefjen. — 1481 übereignete 9)?arfgraf ^otjann von
©ranbenburg bem ülofter 9?eujelle baß Torf „Sd)onenfclbt", baß bie SQtßndje von
bem Sßogt ju Sommerfelb, Siegmunb V. 9iotenbiirg, erlauft batten. Später mad)ten
fid) l)ier bie toben begütert, wie beim laut tcbnßregiftcr Von 1614 gricbridi V. toben
anfäffig mar. 3o«d)im Sftöller bringt in feiner <51)ronif eine 21bfd)rift beß lurfürft«
lidjcn privileginmß vom S. Tej. 1661, bemjufolgc Der ©eijeimc 9iat unb Hauptmann
ber ©raffdjaft Diuppin 3obflnn griebrid» v. toben baß »Patronat über bie neuerbaute
Ä'ircue erhielt, jm 18. 5al)rl). tarn baß 9iittergut an ©ärgerliche unb ivurbe nad) 1850
unter bie jablreicben ©auern aufgeteilt. Tiefer Gnttvicflung entfpred)enb ftnb bie
Srcnnftücfbcfifecr Patrone ber Äirdje, einer $od)tcr von SDtcffom. Tic Ginivol)iicrjahl
belief fid, um 1800 auf 786 Seelen, bat affo feitbem einen 9iücfgang erfahren.
Tic Äird)e (21bb. 113 u. 114), beren urfprünglid) nur auß fyadpvcrf bcfleljenbc
Umfaffiingßwänbe anfeheinenb im 18. 3af)rl). ringßum Mtrch eine verpuste ©acf«
fteinmauer verftärft mürben, jcigt ein annäbernb quabratifefteß tangbauß mit brei«
feitigem £)ftfd)lup. Völlig maffiv finb bic Sa«
friftei auf ber 9torbfcitc unb bic SBorballc vor
ber Sübtür aufgcfüljrt.
21uf bic gadnvcrffirdjc unb bereu inneren
21ußbau bejieljt fid) anfdjeinenb eine 3nfd)rift
an ber Orgelempore, nad) ber im 3al)re 1659
baß @ottcßl)auß von Sobann grtebrieb Jrci«
Ijerrn von toben auf eigene Äoftcn („bero Un«
loften") gebaut, am 14. Tluguft 1677 cingc«
rocil)t unb Von feinem Sohne 16S0 „mit SOtabl
unb Sdimucfiverf" verfeben worben ift.
Ter mafilve Tacftaufbau über ber Sßeft«
front bat ein von Oftcn nad) Sßeften gcridt«
teteß Satteibad).
Tie en ft er finb innen redjtecfig, außen
jwifd)cn SBorballe unb Sd)iff unb bem 3ugang
Taß Sßeftportal ift runbbogig.
Taß Snncrc (21bb. 115) ift f{ad) gebeeft, ber Jufjboben befiebt abmcdjfclnb auß
quabratifd)en unb adjtccfigcn 3icgelplattcn von 15 cm Seitenlange. Tlußer ber er«
wäbntcn Trgclemporc auf ber ^Kfftfcitc |mb and) ber 9?orb« unb Sübroanb Gin«
bauten vorgclcgt, von benen ber füblidje alß Patronatßfife bient. TiC togenöffnungen
nad) bem Äird)cnraum ju finb mit ©u£enfd)eibenfenftern Verfd)Iicfibar, unb bie Stüljen
148. ®d)onfdb- ©runbrig ber Äirdjc.
aber äbulid) ber SBcrbinbungßtür
jur Salriftci ftidibogig gefdjloffcn.
150
6d)önfelb.
jwifd)en ben Öffnungen mit Jpermen gefdjmücft. 2m ben nad) Dften geridjtetcn 53rüftungö?
füUungen erfennt man ornamentale «Walereien, wäljrenb bie bilbtidjen Sarftellungen
in ben-übrigen gelbem von Dften nad) Sßeften fortlaufenb bie vier großen Propheten,
bie vier (Evange?
liften, baö (Erlö?
fungöwerf unb baö
Süngfte ©eridit
aufweifen.
Ser ÄanjeU
altar (2(bb. 146)
gehört ber jweiten
«fpälfte beö 18.
Safjrl). an. «Wit
i()m ift ber Sauf?
eugel gleidjjeitig,
ber nad) ber Sn?
fdjrift beö jugehö?
rigen meffingenen
Saufbecfenö ju
fd)ließen,eine(5tif?
tung bcö Soljann
(Sljriftoph ®ted)er
auö bem 2>at)re
1767 ift.
®aö reid) ge?
fdjnifcte Örgel?
ge häufe wirb von
bem von Butten
gehaltenen SWono?
gramm beö ^Ja?
tronö gefrönt.
2lbb. 144. Sdjönfelb. Ätrdje von Süboßen. Saö auf eine
ovale «Dtetallplatte
gemalte Q3ilb beö griebrid) „(Erenreid)" v. Höben, geb. 4. Stovember 1658, geft. 27.
2lpril 1719, hängt an ber norböftlidjen fPolpgontvanb.
Sn ber Patronatöloge werben Jpelm, Sdjärpe unb Segen beö griebrid)
'Jßinfler, geb. 1. 9tov. 1810, geft. 20. gebr. 1868, aufbewahrt, ferner in einem nod)
(Empireformen jeigenben ©laöfaften ein Äiffen, beftfeft mit bem Stamen „G. W. E.
Baesler“, geb. 13. Sept. 1791, geft. 9. Sej. 1832.
3e ein reid)umrat)mteö ©pitapf) (Safel 11) für bie greiherren 2(bolf «Warimilian
v. Höben, geb. 28. ®ept. 1631, geft. 2. SWat 1682, unb $ot)ann «Warimilian V. Höben,
geb. 1. Suni 1667, geft. 28. Sej. 1693, fowie eine Safel jur (Erinnerung an bie
©cbönfdb. ^otentafdn Slbolf OTtaginriltan unb bcö Sofjnnti $lagitnitian von £öben.
troffen. Safe( 11.
2[bb. 145. Sd)öufefb. Jnnercö ber Äitdje. SBltcf nad) Sübroeflen.
•qjajuoips
152
Gdjönfelb.
Snfiaitbfeljung ber .ftirdie burd) greiljerrn griebrid) »on ?öben unb bie gretfrau
OTarta 2(nna »on Sicdjcnberg in ben 3al)ren 1663 unb 1664 mürben in unferer Seit
nad) bem üftärfifdjen SOhtfeum in $ber(in »erbracht. £ciber ftnb bie 3nfd)riften burd.
unfad)gemäfe @rneu*
crung j. 5. gegen*
ftanbStoö geworben.
@in alteriöaucrn*
tifd) unb ein ge#
polfterter Stul)[ mit
b lauem Ornament auf
gellem @runb, erftc
Jjälfte beöl9.3al)rt).,
Itcfjen in ber Safrijtei.
3wei & ( o cf c n.
®ie öftlidje, 70 cm
Ourdtm., jcigt auf
ber 4paitbe eine SO?a*
bonna auf bem Jj5alb*
monb unb ben @e*
frcujigten mit SWaria
unb Sofanneö, ferner
am 9ianb ben ®prud):
„Lobet ihm mit hel-
len Cymballe Lobet
ihm mit wollklin-
genden Cymballen
alles was athen hat
lobet den Herren“.
Dann folgt bie auf
ben Patron Sodann
griebrid) greil)errn
»on Söben unb bao
@ttf}jal)r bejugncl)*
Qlbb. 146. <Sd)önfelb. Äird)e. Äanjefoltar. menbe Snfdjrift: „H.
H. J. F. F. v. L. C.
B. G. R- C. H. R. V. J. B. R. J. O. C. L. Anno 1667“. Daß ©ieferwappen unb bie
Q3itd)flaben F. V. taffen ein 2ßerf be$ SWeifterS granj SSoillarb erfennen.
®ie )veftlid)e, 72 cm SDurdjm., ift »on ßl)riftian See in SSerlin im Saljre
1722 gegoffen.
153
stabt, 11880 @inw., 2255 ha.
Ou e II c n.
2trd)ioalten.
©tc Jpauptqnelle für bie ©efdiid)te biß 1708 ift bie um 1729 verfaßte ©brotttE von 3of)ann
3oad)im 9Köttev, in jpanbfdirtrr auf bem Rarpauß aufbeivafjrt. SScrfaffer, geb. 1659, war 1689/1733
©.aFoniiß in ©roßen. ©tc UrEimben beß 14. nnb 15. Jafnf). iverben im SSorttaut geboten; von ber
Seit ber Reformation an bringt 9)i6tler befonberß Eird)(tdic Racnncbten, and) über bautidie iBcränberungen
an ber JjauptpfarrEirdie. Jerner liegen im Ratbauß nod) einige Ur Enn ben von 1321 au. Siegelten,
verfaßt von Xfjenner 1894. 3m fPfarrard'iv: Ävirdient'udi von 1610 an mit vielen 97ädnid)ten über bie
.firiegoleiben, ferner SRatrifeln, bie älteften von etwa 1700. Sdiloß: Seßnbriefe nnb UlEten von 1513 an.
UrEimben auß ber Seit von 1249—1531 im ©eh. Staatßa rditv 311 ©ertin: „UrEimben martifdier
Ortfdmften"; einige ?lEten beß 16. biß 18. Jahrfj. rbenbort in Step. 19 unb Rep. 21.
ßiferatur.
©ine ©ßroniE ber Stabt vcröffeutlid)te fSebeEinb 1816: brauchbare 3itfaminenftel(iing beß gefd)idit=
lid)en SRaterialß mit UrEmtbenanljang unter Sugrunbelegung von SRötlerß ©hroniE. ©le mittelalterlidien
UrEimben ftnb abgebrutft in ben Urfnnbenbud'ern von Riebet unb ®orbß; vgl. ©nmt)agenß Regelten.
Statiflifdie ©efdn-eibungen bei Banntet ©roffer, „taufmifdie ?RerEiviirbigEeiten" (1711) unb
'.Bratring, „®cfd)retbung ber 9Jtc.cE" (1809), III. ©b., foivic befonberß bei ©ergfjaue, ,,1'anrbud) ber
9JlarE" (1856), 111. ©b., S. 742 f.
©aß altefte SBappcn jcigt ein Stabttor mit 2 Jürmen, in ber 9Jlitte einen fd)reitenbcu Söiven,
bat über eine S'ronc (Batt ihrer beute ein ©ngeD; vgl. O. & it p p, «Sappen unb Siegel ber beutfdicn Stabte. 1. Jneft.
®efcf)id)fe.
Urfunblidie 91ad)rid)ten über bie Gnitfrehung unb bie erfle Sntwicfelung ber Stabt
liegen nidjt vor. äßahrfdjcinlid) ifl Sommerfelb unter bem Schüße beß SJtarfgrafen
©ictrid) von SJteißcn ju ©cginn beß 13. Sabri). von ©eutfdwn gegrünbet worben; ein
Pfarrer (plebanus) erfdieint urfunblid) 1230. Sidjertid) befanben |tai l)icr bcrcitß
flawifdje Sicbclungcn, wie auf ber ©cmarfung gefunbene Urnen u bgl. m. bezeugen.
Urfprünglid) !)icß baß fjeute cingcmcinbctc Sdwnfelb auf flawifd, „Tubrau" (von
dub = (Jidjc); nod) Ijeutc finb bort jatjtrcidje Sidjcit vortjanben. 2Iud) bat ftdi bic
wenbifebe Spradic biß weit in baß IS. Ssatjrl). hinein in ben ©orfteibteu gehalten. — giften
©oben unter ben güßen gewinnen wir erft baut einer Urfunbe von 12^3, b.e ber berühmte
SJtarfgraf J^einrid) ber Srlaudite von SDicipen, Tictridjß 9?ad)folgcr, ju Treebcn am
fediftcn Sage nad) Äreujeß ©rböbung außfertigen ließ, ©cwillt, bic 9lcd)tc feiner
©ürger von Sommcrfelb, bic benen feiner ©ürger ju @ubcn entfpradjen, nad) Straften
511 vermehren, gegattete er ihnen, jwei vierfpännige Stagen auf feine 5al)rmärftc 51t
fdjicfcn unb bei ber Tluefuhr von Südjern nid)t ben gcwöhnlidjcn 3^, fonbern nur
von jebent ^Pfcrb brei £ot Silber ju geben, von ben anberen ffiaren bagegen, bie fic
auf bic SRärftc brad)tcn, überhaupt feinen 3oll- g^rner burften fic fcd)ß Üllagcn jum
Saljhvlcn frei entfenben unb bie Jgwljcr innerhalb einer SRcdc um bic Stabt
herum nad) ©ebarf falten, mit Ttußnahme ber ju ©icncnbautcn bejcidHicten ©äuntc.
(snblid) übergab ber SWarfgraf baß eine Stabttor völlig ber £)bl)Ut ber ©ürger unb
154
Sommerfell) (©efdßdjtlirfje Einleitung).
befielt ficf) nur'Vor, baß anbcre 2or mit äßäd)tern unb QBärtern ju befegen. So
erhalten mir auß biefer llrfunbe ben Ginbrucf, baß bamalß, jur 3eit beß Ä'önigß
TRubolpl) von Jpabßburg, (Sommerfelb bereitß eine ßarf befeßigte Stabt mit lebhaftem
Jpanbclßverfchr roar. Tue Sud)iuad)erei muß fchon in SMütc geßanben haben;
freilid) roar ben Köchern (textoribus) nod) nidjt erlaubt, rote £D?arfgraf J£>cinridi
außbrücf(id) bcrvorljob, bic gerechten Stoffe felbft jit fdjnciben. Son bem ^Burgherrn
iß in biefem T>ofument gar feine 9lcbe, unb bod) fpridß viel bafür, baß bie $Burg
jum minbeßen ebenfo alt roic bie Stabt fclbß iß unb verinutlid) fogar bie SBürger
von frixt) auf ju bett Sßurgljerrcn in lofcrn Qlbl)ängigfcitßvcrt)ältniß ßanben. 3?ic ßäbtifd)c
Gntroitfclung cinjufd)ränfcn haben ßc freitid) nidjt vermodß. 9iittcr von Sommerfelb,
gefcßricbcn „Summirvelt", fomincn in fdfleflfdieit Urfunbcn beß 13. unb 1 1. 3abrb.
vor; ob ßc iljrcn Sig auf ber SBurg Ratten, freßt balßit.
3m 3abrc 4315 beßätigten Äonrab, 9tid)ter von Sommerfelb, unb bie adjt
Svatmanncn (consules) bafclbß, baß ihr Sftitbürger Sßolpcr ber pfarrlirdic 3infen
tn ber Jpöße Von einer 9J?arf Silber, bic auf bic J^ufcn beo (iefart von Öabriclß
eingetragen waren, jur Scrgcbung feiner Sünbcn übereignet habe. Siidßcr unb Stab
mannen beßimmten nun, baß Von biefer Summe eine ewige Vainpe angcfdjaßt unb
bem Äußer ein ffeineß Entgelt bafür, baß er „fleißig nad, ber Vampe febe",
gegeben werbe.
Um 1315 fam bie Stabt furje Seit an ®?arfgraf äßalbemar von SBranbenburg,
ber 131S itjr fowie ®ubcn, Großen, Sagan unb Sricbel ein befonbereß 'Privileg
erteilte. 3m 2luguß 1319 beßebtigte 3afob V. 'löolferßborf im 2luftrag beß 2lßfanterß
bic Stabt auf ißre SBefeßigungen ßin-
9?ad) bem 3obe beß SDfarfgrafen SQalbemar im 3aßre 1319 begann eine über
l1/» Saßrßunbcrte iväßrcnbe, roirrenreidje ßcd, in ber unfcrc Stabt faß ungejähltc
9)?ale ben Vanbcßßcrrn roedßeln mußte. Um 1321 fudjte Äönig 3ohann von ^Böhmen
ßd) ber gefaulten 9heberlaitߣ ju bemädßigen, einige 3aßre barauf war Vubivig, iD?arh
graf von ©ranbenburg, wicbcr am 9iuber, 1357 folgte £D?arfgraf 'Ißalbcmar von flRcißcn,
1359 SDtarfgraf Jubwig ber Dtömcr von SBranbcnburg, fnapp ein 3aßrjcl)nt fpätcr Äaifer
Äarl IV., fobann feine Sößnc, bic Äönigc SBcnjct unb Sigißmunb fowie bereit Setter
3obß von Mähren, um 1160 enblicb ber SBöhmcnfönig ©corg pobtebrab unb wenige
barauf ber feßbefüdjtigc Jperjog 4?anß von Sagan. Grß ber 2lbfd)luß beß
Äamenjer Sertragß von 11S2, burd) ben baß Jjerjogtiim Großen famt bem Vanbe
Sommerfelb an 25ranbcnburg fam, fegte biefem 5ßcd)fcl ein 3icl, unb halb barauf
tarnen bie Stäube beß tanbeß in Sommerfelb jufainmcn, um bem neuen Jpcrrn, bem
3ollcrn Äurfürß 2llbredjt 2ld)illeß von SBranbcnburg, Jjulbtgung ju leiflcn.
Sapfer tjabc« ßd? im 14. unb 15. 3<d)rh- bie SBürgcr behauptet, im engen
SBunbc mit ben 9fad)barßäbtcn. X>ie ßnanjiellc 9lotlage ber fo oft rocdßclnbcn
£anbeßherrcn uugten ßc gcfdßcft auß, um Privilegien bcraußjufd)lagcn. 1343 erlangten
ßc vom SOlarfgrafcn fubwig Freiheit von 3vUabgaben burd) bie gefamte SWarf, ßeben
3abre barauf bic Übertragung ber ganj ivüß balicgcnbcn Üßaßcrmühtcn an ber fd)nell
fließeuben „Subufl" (£ubiß; ber 9lamc leitet ßd) von wenbifd) luba = baß Sicfe her),
(äommerfelb (®efd)id)tlid)e Einleitung).
155
1359 ©efrciung von ber Verpflichtung, ihre fffiareu in granffurt niebcrjulcgen. Von
bcfonbcrer ©cbeutung war ber 3. ®?ai 1370, benn an biefem Sage erwarben bie
weifen Slatlcute unb bie ©cmeinbc ber Stabt Von ben Stiftern v. Scfelon bie jwei
Dörfer J£>infau unb Dnbrau; bem (5fjrvntften joadjim SDtöUcr verbauten wir ben
'Ißortlaut biefeß ©ricfeß.
1411 übertrug Äönig ’lßcngel ber Stabt baß Slcdjt, geller ju prägen unb
überlief; anfdjeinenb im fclben 3«br bem Stifter Jpanß v. ©lebcrftcin auf Sorau
Stabt unb Sd)loß Sommerfclb für 1200 Sdjocf böl)mifd)C ©rofd'cn pfanbwcife;
vermutlid, batte fdwn vorder cn Vafall biefeß Scittcrß, Dietrich v. ,ftrol)e, biefen
spfanbbefiß inne, Damit trat enicß ber älteften 2lbclßgcfd;fed)tcr ber Stieberlaufife,
baß im ’lßappcn ein roteß ^>irfd)ljorn im golbencn gelb führte, in nabe ©ejicbung
ju ber Stabt. Dod) lag eß ben ©icberitcin fern, irgenb einen Driicf auf bic ©ürger
außjuübcn, umfomcljr alß Äönig Sigißmunb 1422 bcnjcnigen ©ärgern, bic Vöcin*
gärten in ber Stäbe ber Stabt befaßen, SWagbcburgcr ©eßfcrccht jugcftdwrt batte unb
(ich biefeß Sicd)t mit trgcnbwcldjcr Untertänigfeit nidjt gut vertragen fjättc.
Daß £cben im Innern ber Stabt pulfierte fräftig. 2luf bem Siatljauß, baß
bcrcitß 1154 genannt wirb, fanben vor ben Schöffen gcrid)tlid)c Vcrl)anblungcn ftatt.
Jpier würben (Selber hinterlegt, unb wenn ein ©urger eine fromme Stiftung ju madicn
bcabfid)tigtc, gab er auf bem Slatbauß hierüber eine (frflärung ab. 1478 würben
bcifpiclßwcifc 30 Sdjocf @rofd)i*n jur @rrid)tung eineß 2Utarß in ber ’Pfarrfirdje
gefpenbet; ein J&ofpital, bem 4?l. @ciß „ju @bren unb £ob" errichtet, crfd,cint bcrcitß
1401 urfunblid). Die Sd)itle jlanb ganj in 2lbl)ängigfeit von ber Jltrdje, unb 1423
übertrug ber fromme Statßhcrr -ßanß ßjjmmerniann bem „Schulineifter" einen jährlidwn
3inß von einigen Schillingen jum 3wccf ftrd)lid)cr Stiftungen. Die crflen Sd;üßcn«
orbnungen flammen von 1180.
Über bic blül)enbc unb tätige Stabt bradi im 2«brc 1 l‘,(i fin furchtbarcß llnglücf
herein. Durch baß Verfeben einer „liebcrlidjcn sX?agb" fam in einem ©ürgerbauß ein
geuer auß, baß fid) balb über btc ganje Stabt verbreitete, fogar and, Äirdje unb
Stathauß in 2lfd)c legte, jturfürft Sobann von ©ranbenburg verfünbigte fofort, baß
brei Sabre lang l)intcreinanbcr ein beiligeß ßUmofcn gcfammclt werbe, ba bic ©ärger
ohne Jpilfc frommer Vcntc ihre Stabt nidit „wicbcrum bauen unb aufrid)tcn" fönnen.
Die beiben ©ifchöfc Sbeoborid) von Schuß unb Sot)ann von Steißen verhießen ferner
allen benen, bic jum SSicbcraufbau l)ilfreidw Jpanb (elften würben, einen 2(blaß von
10 Sagen. So tonnte ber Sdcabcn wicbcr außgcglichen werben.
3u beginn beß 16. Sahrb. würben nod) mandic firchlid)c Stiftungen gemacht.
So verbanft beifpiclßwcifc bic ’Pfarrfirdje bem Sörcßlaucr. war Stoßfewif} einen
(Ilbcrncn JMd), jwei ftlberne Jlmpcln, ein filberneß ffiSjipfal — allcß vcrgolbct;
ferner SJtcßgcwänbcr, flcine Äapitalien für S??effcn unb 93cfolbung beß '^farrerß,
Ataplanß unb SJcftorß auf @runb eineß $8crmächtni|Teß vom 2. September 1515.
»öalb barauf begann bie Steformation aud) in Sommerfelb fid; ©ahn ju iredjen.
Schon 1525 fdjricb ber ©ifdjof von SDtcißcn bcfd)wcrbeführcnb an ben Äurfürflcn
3oad)tm I., ein junger SDtann, SD?id)el Sccuter auß bem Ärcujbof vor ßottbuß, hcchc
156
Sommerfelb (®e,o)id)flid)e ßinleifung).
feine Sonfur vrrwadjfcn (affen unb geprebigt, bag allcrwcgö jeljn Sobfünben in einer
SDtcffe begangen würben. 1526 ermahnte beö Äurfürftcn 3)rubcr, ber Äarbtnak
erjbifdjof 2llbrcdrt, ben Siat febr ermllid), bie fatholifdwn Bcrcmonicn beijubefyalten
unb bie Sut^crifd’cn 311 verjagen. IPod) in ber 9tad)barftabt Sorau fanb bie neue
Sefyre bereite 1528 Eingang, unb fo fdieute mandjer Sommcrfelbcr bie Steife nadi
bort nidjt, um bic „prcbifantcn" 311 hören. Stadibcm SDtarfgraf Jf»anö von Eüftrin
1535 bie Bügel ber Stcgicrung ergriffen, wurbc in Sommerfelb nad; Eingabe bcö
Sdjöppcubudjcö im Saljrc 1538 bic neue Vcljre cingcfübrt. 2luf Simon Äuljnc folgte
alö erftcr cvangclifd)cr Pfarrer, wie bic Eoncorbtcnforincl ergibt, um 1541 ber J£of«
biafonuö 'Phrajiuö. Er war Superintendent, iljm jur Seite traten 4 IDiafonc.
SPicfc 5 ©ciftlicficn hatten beibe Stabtfircficn unb 22 Dörfer ber Umgcgenb 311
verfeben; 311 ihrer Bereifung mußte ber Oberpfarrer beit £tafoncn 2 Stcitpfcrbc galten.
Um biefc Beit trat auch ein '4Ped)fel in ber Jperrfchaft ein. Son ben 93icbcrftcin
hören wir feit 1478 niditö mehr. Son 14S3 an werben bie v. Stotljenburg alö
Sd)loßl)errcn genannt. 1543 enblid) fam Jpcinrid) v. pad auö einer fdwn im
12. Bahri). nalje Sorgau begüterten ‘Jlbclöfamiltc in ben SPefiß. J^cinridj, ber juglcicb
Jpauplmann ju Eottbnö war, ftclltc alö Bnljaber bcö Sdjloffcö unb ber Stabt feinen
„Vicben Untertanen" 1551 ein 'Privileg auö, „auf baß fie bic 2Öalfmül)le an ber Subuft
nach ©cfallcn gebraudjen fonnten". 2l(ö ihm im fclbcn £sal)rc ein Sohn, glcid)fallö
J^cinrid) genannt, geboren wurbc, ftanb ber Stat von Sommerfelb Pate. Stad) feinem
frühzeitigen Sob übernahm ©ünther v. Äottwifc, auö altem 2lbclögcfd)lcd)t, bie Sor»
munbfd)aft. 1571 fing, wie ber Ebronift Wiöller crjäblt, ber „eblc unb wohl ebrenvefte"
J^cinrid) v. pacf an 311 regieren. 9 5al)rc barauf begann ber Siatbauöbau burdi
einen wclfdwn SSciftcr 2llbrcd)t 2lntoni. 1583 wurbc jur Erweiterung bcö SDtarft»
plalseö baö „wcnbifdjc Äirdjlcut" — gegenüber 9??attl)äi ?cl)mann Jpauö — abgeriffen.
Sßcrcitö 15S8 ftarb Jpcmrid) v. Pacf auf feinem Erbgut Dcbbcrnil?, oljue Erben 311
hinterlaffcn. Sn ber Jpcrrfdiaft folgten bie v. Äottwitj, benen am 3. Sult 1588 ge«
fiulbigt wurbc.
Sdjwere Beiten bradjen an. Bit bem Äirdjcnbud) lefen wir: „162S am 8. Suni
ift ber Ecitcral Stallcnftciu mit gürften, ©raven, Stiftern unb Herren alfiier an-
fomincn, l)at baö Stacbtlagcr alljicr gehalten, ift folgcnbö ben 9. wicbcr auffgcbrodicn,
von hinnen in bie 9tcw Belle Seinen Sßcg genommen". SBcitcr bcridjtct Sltöllcr:
„Den 15. Sept. 163<> haben bic Ataifcrlidjcn bic Stabt geplünbert, bic Safriftci
erbrodjen, bie Atcldjc unb allen Äircficnornat weggenommen unb bic eifernen @itter
auö ben 9??aucrn gcriffen. Den 2. Zicj. 1631 haben wir eine böfc 9tad)t gehabt,
benn jwifefien 1 unb 2 Uljr famen ctlidjc Kompanien von IDcutfdjen unb Erabatcn,
hieben bic 5orc auf, unb plünberten alle Jpäufcr, j?ird)c, Sdjule unb Siatljauö;
fdjenbeten grauen unb Sungfrauen; wie cö begunnte Sag 311 werben, marterten fie
bic SPürger mit Striefen, baß fie mußten bcfcnncii, wo @clb wäre, etlidjen nahmen
fie allcö Siel) unb ben Sßcin unb jogen bavon. — Sn biefem (1633) wie aud, im
folgcnbcn Sal)re fam abermalö bic jwei Sabre hintcretnanber eine heftige ^cftilcnj
unter baö Solf in unb vor ben Sorfiäbten, baß 580 ^erfonen ftarben. — Sn ber
Sommerfelb (©efdjidjHiche Einleitung).
157
palmcnwoche ift falt ®cttcr gcwcfen, ba bic ßrabatcr alle Käufer, in Welchen
feine Söirte gcwcfen, nicbcrgeriffcn, bic Bäunc auf ben SBcinbergen eingcriffen unb
verbrannt, baß ber Schabe, welchen fic getan, mit ctlidjcn taufenb Talern nidjt
fann bejahtet werben. — £sm Sept 1634 ift baß faiferl. Sricgcß SBolcf allljicr ein«
gefallen, bie Airdic unb 9tatbauß eingcfdjlagcn unb geplünbert, ba benn bic Sdiußcn«
labe, fowoljl baß Scidjcntud) un Slatljaufc im ©ewölbe, alß aud) bic Sdjüßcnfcttc
in biefem Äaften verwahret gcwcfen, weggenommen werben, Ticivcil nun bic Äricgß«
gefatjr immer fdjwcrcr werben, bic peft 2 Bahre centinuierct, bie Schüßen wiefen »en
Solbaten unb SBurgcrcp außgehüttet worben, ift baß Sdiicßcn nadjbliebcn. Sn
biefem SDlonat 1636 warbt baß neue gcbauct, vor ber Orgel, bie J&r. 2lbam
ßaßpar von Sorau ju renovieren angebinget. — Ten 13. 2fprt( 1637 warbt ein
Solbat, fo allhicr gelegen bei ©corge jflappcrbcin, erfdjlagcn. ju biefem SDlonat ift
bic Plünberung unb Dtaubcrci fo groß gcwcfen, baß ßd) fern T>amr auf bem Torfe
bat bürfen feljcn kiffen, ftc haben nidjtß fäcn fönnen unb ftnb fo übel tracticrt
worben, baß cß nidit außjufprcchcn, alle Sdjweinc würben weggenommen unb blieb
fa|l nidjtß von ihrem 9iaub. —" 1642 plünberten bic Sdiwcbcn bie (Stabt.
©nblid) würbe 1648 ber ^riebc gcfd)loffcn. ©rftaunlich ift cß, wie fdjncll [tdj
bic Stabt von ben Scibcn erholt h«t. ©efonberß haben bic Tud)mad)cr flarfe Scheuß«
fraft bewiefen. S&creitß 1651 ließen fic (id) ihre Privilegien ju Cüftrin „fonftrmicren".
©in im Statljaiiß aufbewahrter Bnnungßhumpcn von 1670 legt von einigem Söohk
ftanb Beugniß ab. Sine Sdnilorbnung von 1649 würbe burd) Sßaljcr v. Äottwiß
crlaffen. Tie Aottwiß h«bcn ftdt hier biß jur 9J?itte beß 18. Bahrh- behauptet. Tie
Todjter Sßaljcr ©rbmannß, beß Seßtcn auß biefem @efd)lcd)tc, vermählte ficb mit bem
Oberftleutnant vom Törfflingerfdien ^Regiment ©rcnabierc ju pferbc, gticbridi
Sigißmunb von Sßrebow. Tie übrigen Äottwip vcrjiditctcn nad) 2fußjat)lung von
mehreren taufenb Talern auf dir ©rbfolgcrcdit, fo baß v. Sßrebow, ber unter Jriebrid)
bem ©roßen biß jum ©cncral aufrüefte, feinem Sdnvtcgcrvater in ber Jperrfdiaft auf
Sommerfelb fowic ben vier jugebörigen Torfern ©rabfow, Tubrow, Söaubadj unb
©ablcnß nadjfolgtc. 2ludi Sörebow war ohne jtinber. Ta feine jwcitc ©emahlin
Gmerenjia Sophia, eine geb. v. Sbcerfclbc, burd) Teftament ibreß verftorbenen ©atten
bie J^errfchaft geerbt h«tte, fo folgte nad) ihrem Tobe 1792 ihr SBruber ©eorg
griebrid) v. Sßccrfelbe, 3oh«nnitcrrittcr unb (Sommenbator auf Vtcßen (5trciß Schuß);
ber gleid)nanüge Stammfiß biefeß alten @cfd)lcd)tß liegt im Sanbe Schuß nahe
ftürflenwalbc.
Um baß 3ahr 1800 jählte bic Stabt 1737 ©mwohiter. 'Hon ben runb
350 Käufern waren bei weitem bic mciflen mit Siegeln gebeeft. Tic Straßen werben
alß „geräumig unb gut gcpflaftcrt" bcjeidjnet. Ter Staotgraben war fdjon bamalß
„verwadjfcn" unb würbe „alß Söiefe benußt". 1806 unb 1807 fowie 1813 fanben
vielfache Truppcnburdjjüge ftatt; bamalß würben über 27000 9teid)ßtalcr Sdjulben
gemacht, glir baß 19. Sahrh- ift in erfter Sinie bemerfenßwert bie Soßlöfung ber
Stabt von ber J&errfchaft ber Sd)loßherrcn. Tie Söeerfclbe mußten auf alle ihre
9ted)tc ben Sßürgern gegenüber, bie biß bahin alß ihre Untertanen galten, vcrjichten,
15«
(Sommerfelb ((Sefd)id)llid)e Einleitung).
nur im Patronat ßaben ffe fid) behauptet. Styre Sänbcreicn, einen befonberen @utß«
bejirf bilbenb, umgeben nod) ßente bic Stabt im güben unb Söcßen. ferner
mürbe bic Xiid)fabrifation non Söcbcutung. Der gelehrte ^'rofeffor ©unbling fd)rieb
bereit«? 1721: „Die Stabt bcjleljet von 5ud)mad)erit, inbem alllßcr fd)öneß Sud)
gemadjt mirb". Sn ber Jpauptfirdic hatten bie Sudnnadicr fogar einen eigenen ßjbor.
Die früheren SDiitglieber ber Sudjmadjergilbe mürben im Saufe ber Seit ju @roß=
fabrifanten. 2(n erßer Stelle fei bie girma ‘l'aulig genannt, bie bcrcitß im Sabre
1835 eine burd« (Socfcrill erbaute Dampfmafdßitc von 15 sPfcrbcfräftcn aufßcllcn ließ.
Die 18-16 eröffnete ©ifenbaßn erlciditcrtc feßr bcu 2(bfaß ber SBarcn. Sdrnn 1815
gingen Sud)e nad) önglanb unb 21merifa, von 1857 an vorncljmlidj tjclle Stoffe nad«
ber Scvantc unb Snbicn. Die 9iot)ßoffc fonntc biß etma 1867 bic ßcimifdic Sdjaf*
judit liefern. SBon ba an mußte man mehr unb metyr aitßlänbifdjc SÖollc, befonberß
von Tlußralicn bejießen. Daß fdjnellc Steigen ber (Sinmoßncrjal)! ßängt aufß engfte
mit ber ©ntmicfching ber Scjtilinbuftrie jufammen. Bit beginn beß 19. Saljrl). gäfjlte
bie Stabt runb 2600, 1810 bcrcitß boppclt fo viel (iinmoßner, unb in ncitcßcr Beit
hat ßc fogar, Treffen übcrflügclnb, ßd) jur volfrcidjßcn Stabt im -Streife aufgc«
fdjmungcn. Der Stabt gehören vornehmlich im Sübcn Salbungen im Umfange von
runb 1700 SOTorgcn, außerbem einige mentge 2(cfcrparjcllcn. ©aßbclcuditnng mürbe um
1850 cingcfüfyrt, eine eigene Ü&affcrleitung bcrcitß 1863 angelegt, grcilidj, an Tlltcr»
tümlidjfeit nahm ßc ab. Sdjon 1838 batte man bie Stabtmauer verlauft unb vier
Sabre barattf baß ©ubener unb Soraucr Stabttor abgebrochen. So mürbe meßr
unb mcl)r neben bem Sßüttclturm unb bem Sfatßauß bie fürjltd) ftimmungßvoll erneute
^'farrfird)c baß t)aiiptfad)lid)ez an bic 700 jährige @cfd)id«tc crinncrnbc Denfmal.
Söäbrcnb beß SÖcltfricgcß bemieß bie Stabt febr große Dpfcrfrcubigfcit; mehr alß
300 ihrer QSurgcr ßclcn auf bem gelbe ber (fljrc.
Denkmäler.
£1 u c 11 c n für ben f u n ß g c f di i d) 11 i cb e n Seil.
Urftunben unb ‘Bauafilcn
im Sommerfelder 9latö- und «Pfarrardßv foivic im Slrdnv bei Moußiloriiimö ju «Berlin.
Cileratur.
1) .$anbfd)riftlidie Cßronif von Slrdiidiatonuö 9)1 öl 1er im SBeßfi ber Stadt. 2) 9JL Sauge: „Die
05efd)id)te ber Stabtpfarrfird)e ju Sommerfeld". Drucf von SB. 65reve. «Berlin 1917. 3) .«?. Steinhaufen.
„Sson einem imederaufgefnndeiieit XircbenFunfhverf". Sommerfelder Tageblatt. 1912. 9lr. 228 u. 229.
‘Pläne.
«Plan von Sonnnerfelb auö den Safjren 1721 — 1723 in der 'l'laufammer deö 9Xiniftcriumö ber
öffentiid)en Slrbeiteu. StadtvcrmciTiiiig von etma 1890.
Crntmicflungßgcfd)id)tc unb Einlage ber Stabt.
Sommerfclb beßeßt eigentlich auß brei cljcmalß getrennten ©emeinmefen unb jmar
auß ber Stabt Sommerfclb fclbß fomie bem Dorfe Sd)6nfclb im Slorbcn unb ber &c=
meinbe ^>mfau im Sübcn ber 2fnlagc. Die beiben jefeigen SSorftabtc mürben fdrnn im
Jaljrc 1370 von ber Stabt ermorben unb cingemcinbct (vgl. Dafei 12 unb 21bb. 147).
Sommerfelb ((SnttDicftlungsgefcfjicfjfe).
159
Qltb. 147. (Sommerfell'. e>mbtpun auö ben Sauren 1721—1723.
4
160 (Sommerfelb (ßjnfuHcftlungsgeftfjicfjfe).
9(bb. 148. (Sommerfelb. SBüttelturm.
Sommerfelb (ßnluiidilungsgefcbicble. Uliholaihirdje).
161
Sie SBejeid)nung beö in Schönfelb gelegenen ©otteöhaufcö alö 9lifolaifird)e
bered)tigt vielleicht baju, an biefer Stelle bie Urßebelung ju fudjen, obwohl anberer«
feitö wieber bie Einlage bcö ehemaligen Sorfeö felbft für eine jüngere ©rünbung
ju fpredten fd)eint. Saö mag jebod) auf eine im £aufe ber Äolonifationöjeit vor«
genommene Umbilbung ber alten flawifdjen Siebelung Subrau jur germanifdicn 9?cu«
grünbung jurücfjuführen fein. Sagegen jeigt ber eigentliche Jtern, bic alte Stabt
Sommerfelb, foweit fie ßd) unter bem Sdjulje beö Sdßoffeö Ijerauöentroicfelt 1)06
nod) fein itrfprünglidjeö ©epräge. Obwohl bercitö i. 3. 1838 bie alte auö f^clb«
unb Sßacffteincn aufgeführte Stabtmauer an bic Eigentümer ber anßoßenben ©arten
verlauft unb von biefen biö auf einen Heinen 9ic|l beim ©arten ber Sberpfarre
nicbcrgclegt worben war, fann man heute nod) au bem ringförmig verlaufenben
3ug ber Straße am Stabtgraben genau ben 2Öeg verfolgen, ben bic alte Sßefcfligung
genommen batte.
3wei Jpanptjugänge führten cinft nad) bem Stabtinnern, im 9?orbcn baö
©ubener, im Sübcn baö Soraucr Sor. Ser beim 2lbbrud) ber Sore i. 3. 1842
allein nod) fteljengeblicbcnc Sßüttelturm (21bb. 148) auö ©aefftein ift im ©runbriß
freiöritnb unb im 'Jlufbau ohne reichere ©licberung. SScrmutlid) auö ftrategifdjen
©rünben ift aud) bei Sommerfelb ber Verlauf ber ^anptoerbinbungößraße jwifchen
ben beiben Soren in ber Jpöhe beö SKarftcö gebrochen. 5Son ben anberen Straßen«
namen ftnb nur bic Sd)Ioß« unb bie ©urgftraßc bemerfenöroert. 21ud) bie 53ejcid)'
Hungen Ärummc«, ’^farr« unb JJirchjtraßc fdjeinen älteren Urfprungö im ©egenfaß
ju ber allcrbingö außerhalb ber Litauer gelegenen ^oft« unb ber $5al)nl)of|traße.
Über baö I8orl)anbcnfein eineö Jjofpitalö jum !)!• ©eift wirb i. 3. 1401 bcrid)tet.
9lücffd)ließenb von ber ©efdjidjtc foldjer Stiftungen in anberen Stabten muß man
feine ©rünbung in baö 13. 3al)rl). verlegen, and) fein Stanbort war außerhalb
ber ©lauer unb jwar an ber Stelle ber Jpäufer ®ahnl)ofßr. 183—185. Ser leiste
größere Umbau hotte im 3abre 1732 ftattgefunben. ©egen Enbe beö vorigen 3al)r«
hunbertö legte man ben $Bau nicber unb veräußerte bic ©runbftücfe ju iprivatbaujwecfen.
2lbgefel)en von ben nadjftehenb außer bem Schlöffe unb bem 9iatl)auö ein«
get)cnber gewürbigten fird)lid)en ©ebäuben, fei hier uur nod) furj bie im Süben beö
Stabtgcbietö r. 3. 1909 erbaute fatl)olifd)c Äirdic erwähnt, ein Sßatffteinbau von
red)tecfigcr Einlage mit apßbcnartigem Dftauöbau unb 3Beflturm, ber wie bic meiften
berartigen neugotifdjen Q5autcn nid)tö weiter ©emerfenöwerteö bietet.
Sie 9ttholaihirche.
28 a u g e f d) i d) t c.
3war läßt, wie bereitö erwähnt, ber 9?ame ber Ätrdjc (2lbb. 119) auf eine in
ber früheßen 3eit ber Äolonifation erfolgte ©rünbung fchlicßcn, bod) ßnb wir über
bie $Baugefd)id)te unb ben Sßanbeftanb biö herauf inö 18. Sahrb. völlig im Ungcwiffen.
Eincrfcitö fehlen alle itrfunblid)cn 9?ad)rid)tcn, anbererfeitö geht bie heutige 2lnlage
Hunfttentm. b. (Drot>. SSrbbg. VI. 0. Sroffen. 11
162
Sommerfelb (<Hiholaihircf)e).
auf einen völligen Steubau jurücf, ber in ben Safyren 1757—1761 norgenommen
würbe. ißercitß 1755 war baß alte ®otteßl)auß niebcrgcriffen werben. Söei bem
fehlen älterer SO?auerrcftc ift bie Sdjlußfolgerung wohl berechtigt, baß bie ehemaligen
Umfaflungßmauern flatt auß baucrhaftcm Söauftoff auß $ad)Werf errichtet waren. 5m
3ahrc 1897 würbe mit bem Sßau beß biß baljin fe^tenben Surmeß eine neue umfang#
reichere SBautätigfeit cingeleitet, ber aud) ein bem Tlnbau auf ber 9?orbfcitc cntfprcdienbcß
Srcppcnhauß in ber 9Kittc
ber Sübfront unb bie tleine
quabratifdjc Safriftci in ber
2ld)fe ber ©ftfeite ange#
hören. ®lcid)jeitig gab man
bem 53au fein jefeigeß in
neugotifdjeii formen gcljal#
teneß ©cwanb.
Sö a u b c f d) r c t b u n g.
3m ©egenfaß ju biefeit
jüngften 'jfnbcrungcn bat
|Id) bic Äirdje in bem flad)
gebeeften, auf ber 9?orb#,
®cft# unb Siibfeite mit £>oppclcmporen, im Dfteit nur mit einem ©inbau verfchenen
Snncrn ihr baroefeß ©epräge vollftänbig bewahrt (2lbb. 150). SBorneI)mlfd) trifft bieß
im Jjinblicf auf ben von jwei Säulen flanficrtcn unb nad) außen mit bem übliche«
Schnüiwcrf gefdjmücftcn Äaitjclaltar ju, ben auf beiben (Seiten ber Sdjallbccfcl#
frone bie fpmbolifdjen ©eftalten ©taube unb Siebe jieren. £>er Jlnftrid), ber ©oben#
beiag, bic 2lltarleud)ter, bic Sichterfronen, bic 9?ummerntafeln u. a. m. gehören bem
19. Sabri), an.
Gfiii einfd)l. (Socfel Im l)ol)er, gußeiferner 2lltarfrujifijuß trägt an ber
SBorberfeitc bie Snfd)rift:
Zum Andenken
der
St. Nikolai Kirche
zu Sommerfeld
Ferdinand Rawetzky
1863.
©in Sinn trug, einfchl. Secfel 32,6 cm l)od), jcigt auf biefem eingegraben:
St. Nikolaikirche / 1846.
©in jinnerncr Secfelfrug, 35 cm l)od), fowie jwei 20 cm unb 24 cm l)ol)e
3innfcld)e ftnb ol)nc Snfdirift.
©inc 2B etterfafyne (2lbb. 151) in Scftalt beß preußifcheu 2lblerß trägt bic
3al)reßjal)l 1761. Sie wirb einfdjl. Stange, Äitopf unb Stern auf bem Äird)en#
hoben anfl'ewal)rt unb bilbetc einft bic SDcfrönnng ber ehemaligen baroefen Äirdjc.
eominerfelb (<Hiholaihircf)e).
163
Qlbb. 150. ©ommcvfelb. 9tifolaifird)c. 3nnereS, Slict nad) tSüboflen.
11»
164
Sommerfclb (Gtabtpfarrhirdjc).
Vlbb. 151. Sommerfclb.
'JliFolaitirdjr, ©ettcrfnfme.
©bcnbafclbff hängt eine infdniftlofe ÖHctfe von 5.3 cm
im Durdnneffcr, baß einige (Srinncritngßftücf an baß mittel«
altcrlidic ©otteßhauß.
'Hon ben brei ©loden im Surm mißt bie nörblidjc
1,00 m, bie mittlere (,28 m nnb bie füblidic 84 cm im
Ditrdjmcffcr. ©te würben im 3fal)r< 1897 von §\raiij
©d'tlling i. (5. Jy. Ulridi in 21po(ba (Sljür.) unb 'Mcnffcin
(pffpr.» gegoffen.
Die älteffen ©rabffeine auf bem bic Atirdic umgebenben
Rricbljof tragen bie Etilformen beß erffen 'Viertele beo
19. Jabrhunbcrtß.
®ie Gfabfpfarrhircbe.
'33 augcfdiiditc.
Daß ältcffe firdffidic ©aitwcrl ber ©tabt, wenn andi
nidjt l)in|'id)tlid) feiner ©rünbnng, fo bod) im J^inblicf auf
bie ben vcrfdiicbcnffcn fönujeiten beß ®?ittclaltcrß angeboren«
ben 9icffe feiner llmfaffungßmaueru iff bie heutige Stabt«
pfarrfirefre (?lbb. 151). ©djoit ber llmffaiib, baf; ber 23 a u
urfprünglid) ber Sfutter ©otteß geweiht war unb erff nad»
bem Dreißigjährigen .ft'ricg uadi Et. ®?aria 5)<agbalena bc«
nannt würbe, beutet barauf bin, baß feine ©rünbung in baß
Safjrbnnbert ber SDlaricnfirdicnbautcn fällt, alfo in engem
Bufammcnbang ffebt mit bem planmäßigen 'Außbait ber ©tabt
gegen bie SÜlittc beß 13. Saljrnunbcrtß. Die frübeffe urfitnb«
(tdic Erwähnung ffammt jwar erff auß bem Sabre 1315,
bietet aber burd' tljren Jpinweiß auf bie l'crwcnbnug einer
©tifrung auß oem Sabre 1289 einen 95cwciß bafür, baf; ber
®au in ber jwciten J^älfte beß 13. Saljrb. bcrcitß längft
feiner gotteßbicnitlidicii Bwccfbcffimmung übergeben war. Unb
in ber Sat läßt jidi auß ber heutigen ©riinbrifianorbnuna
tvgl. 21bb. 1521 im J?inblicf auf bic iKaucrrcitc, foweit |te
auß fd)arffantig verarbeiteten ©ranitqnabcrn erridffet |tnb,
uodi bcutlid) bic auß ber erffen 95au;cil itammcnbc Qlnlagc beraußfdiälen. ®<an er«
fennt ben gutcrljaltcncn li!cittci( etneß jener fcltcncn brcifdufffgcn ©rnnbrifftppcn
auß ter frühen .ffolonifatioitßjcit, alß bereu bcitcrbaltcncr l'crtrctcr biß jeßt anläßlid'
ber Suvcntarifation bic 5tird)c in iDiaffcn, .ffreio Vucfau, fcffgcffcllt werben tonnte
(vgl. ®anb Vucfau ?lbb. 312». 21udi hier flanficrcn bic beiben Scitciifdiiffc ben nur
bem sniittclfcfriff vorgelagerten Surm, inbem ffc biß 511 bcffcit 5££fffront vorfdiicßen,
ebenfo entfprcdjcH bie wenigen nodi bcntlidi crfcitiibaren älteffen Viditöffnuiigeii
aeuau uadi Vage unb 21norbnung ben frühen Jytnitcrii beß iDiaffcitcr SÖauco. ’llcn
ber im Snnern an ben 'I>?aucrabfäßcii bcutlid) erfennbaren urfprünglidien J^aupt«
Sommerfelb (Stablpfarrhirdje).
165
gcfimoböbc bco füblidicn Scitcitfdjiffß unb ber Sdjrägc bcö '])ultbadicß außgcljcnb
fowie un J^inblicf auf baß Maflcncr Sieifpicl wcitcrfdilicßcnb, bürftc aud» ber crftc
firddidic Monumentalbau ber »Stabt Sommerfelb eine 95afilifa gewcfen fein mit ein«
gezogenem (il)or unb halbnmbcr ?lp|tß (vgl. Vlbb. 153».
Tas Tlufblübcn ber Stabt uub bas? bamit in engem Bufammcnljang ftebcnbe
2lnwad)fcn ber 95cvölfcning mag wie in granffurt a. £?., fo aud» in Sommerfelb
baß Q5cbürfniß itadi einer Erweiterung wadigerufcn haben, mit ber man um bic
'ill’b. 152. Sommerfelb. ynnibrif; bet Stabtpfarrfircbe.
Mitte bcs 1L jabrb. babnrd) begann, baß inan ben üfttcil nicberlegtc unb ein
cingcjogencß, gerabc gefdiloffeneß, nad) ben nod) erhaltenen ehemaligen Ecfftrebepfcilcrn
ju fdilicßen, gewölbtes THtarbauß auß 93acfftein mit cbenfallß nod, crfciuibarcm
Mittclfcnftcr anfügte. 3n engem l’lnfdiluß an bic Jcrtigftcllung folgte ber 55au ber
gewölbten Sübbälfte ber nörblidj vorgclegtcn Safriftci. Tic ©ftgicbcl biefer neuen
Bauteile würben mit wcißgcpiißtcn SBIcnbcn gcfdnnürft unb unter bem alten 45aupt*
gefnuß jog ßd) ein cbenfallß weißgepugter, vertiefter Jricßftrcifcn entlang. Tic jeßt
vermauerten, aber nod, bcutlid) erfennbaren älteren Spißbogcnfeitßcr auf ber Siib?
feite vcrvoUftänbigen baß 33ilb ber alten ftirebe.
Tie vielen 9fadiriditcn von Stiftungen im 15. 5al)rb. legen ben Söcweiß ab für
ben 9lcid)tum ber SBürgcr, unb eß ift fclbftvcrftänbh’di, baß unter biefen llmftänbcn bic
QSautätigfeit nidit jtillftanb, fonbern im (Wcgeuteil voruehmlid) ber innere 2üißbait
rege geförbeet wurbc.
166
Gommerfelb (Gfabfpfarrhircfje)’.
Da bracß pfÖBiicn am Sftargarctcntag (13. 3uli) 1196 jcneö gewaltige lln»
glücf über Soinmerfclb herein, infolgcbcffcn mit ber Stabt auch bie Äircßc jum
grüßten 5cil auöbranntc. ©meuter Spfcrßnn ber Söürgcr unb Unterßüfjungcn »en
außerhalb, wofür bic 9ioöfcwtjfd)c Stiftung von 1515 nod) beute Scugniö ablcgt,
forgten für bie nötigen Mittel unb ließen nad) annäl)crnb jwanjigjähriger Söautätigfcit
wicber jcneö SBcrf erßeben, baß wir in ber JjJauptfadjc beute vor unö feben unb
Slbb. 153. Sommevfelb. JRefonfhuttion beö ©ninbrtfi’eö bet evßen Einlage bet
Stabtpfarrfird)e.
baß i. 3. 1517
mit bem Sd)luß
bcö ©cwölbcö,
wie ber <5brp:!
nijt Böller be»
rid)tct unb eine
3nfd)rift in ber
fübwcftlidjcn
5urmvorballc
bejeugt, feinen
vorläufigen 21b»
fd)Iuß fanb.
lßärccönid)t
bcfannt,baß bic
Sommcrfclbcr im Sal)rc 1521 fd)on „ben geißlidjcn Binö ja geben" ßcß weigerten
unb ßd) and) fonß nod) frühjeitig ber neuen £cbrc jugetan jeigten, fo fprädw fdjon
allein jur ©enüge bafür bic bem neuen Boitgciß Sicdmung tragenbe 21norbnnng bcö
inneren 21uöbaueö afö protcftantifdjc ^rcbigtfirdic. 3m 3abrc 153S folgte bereite bic
enbgültige 21bfdjaffnng bcö fatljolifdjcn ©ottcöbicnßcö unb ber Übergang bce i'atronate
auf bic ftäbtifeße otrigfeit. Drei 3al)re fpätcr tarn ber erfte cvangclifdic @cißfid,c
Söartßolomäuö ^ßrajiuö nad) Sommcrfclb.
21ußcr ber im Saufe ber Beit notwciibig geworbenen Erweiterung burd, 2(nbantcn,
wie ber 9?orbßälftc ber Safrißei unb bcö 15S9 vorgenommenen 21uöbauö bcö ber Sübfcitc
bcö Surmeö vorlicgcnbcn Scilö bcö Scitcnfdßffö, folgte, wie ber Scfunb beute nod) jcigt,
in langer 9ieil)c bem jeweiligen 3cit0cfd)matf cntfprcdicnb bic ©cfdjaffnng neuer 21uö»
ßattungößücfc, bic Sluöfdimücfitng ber Wirdic mit fevitaphicn bürgerlicher unb abcligcr
@cfd)icditcr, Stiftungen von Söilbnißcn ber ©cißhd’cn unb SdjcnfuiigcH von fird)Iid)cn
©eräten auö 3inn unb auö Ebclmctall. Sclbft mcbrfadic unglücFIicßc giücffd)lägc, wie ße
u. a. bic ffcucröbrünfte in ben 3obrcn 1597 unb 1<>15 verurfadtfen ober bie Sßirrcn bcö
©reißigjäbrigen unb Siebenjährigen Äticgcö im ©cfolgc batten, vermochten ben Dpfer»
ßnn ber Sbcvölfcrung nid)t ju ßemmen, obwoßl nid)t verfannt werben foll, baß in»
folge biefer ©rncucrungöarbcitcn mand) nüttclalterlidje Äiin|tfd)öpfung jugrunbe ging.
SBoIlcnbö griff um bic SDiittc bcö 19. 3cd)rb. eine allgemeine 9?üd)tcrnbcit alö
tfolgeerfchciniing ber irregeleiteten ©cfdjmatföriditung ber 9iomantif ^lai;. Stiel ®crt»
vollcö wurbc ad)tloö beifeite geworfen ober gar völlig jcrßört. Dvefen unhaltbaren
Bußänben wurbc burd) bic im 3abrc erfolgte Snßanbfcijung ber Äird)e ein
Sommerfelb (Gtablpfarrhirdje).
=+=
15 m
\!lbb. 151. Qomtnerfelb. 0tattpfarrCtrd)e. Eliterfdjmtt, SBlitf imd> Often.
16«
Gommerfelb (Glabfpfarrhirdje).
tfnbc bereitet. £ao itodi R'orhanbcnc ivurbc (jervorgefitdit unb aufgcftcllt, Uber
tünditcö wicbcr forgffiltig frcigclcgt, einfarbig llbcr|trid)cncö neu bemalt, manch
ftörenber eiiibau entfernt, fc baß and, bat? Innere wicbcr einen feiner 3wccf«
beftimmung entfprcdicnbfh, würbtgen Cnnbrucf madit.
93aubcfd)reibn ng.
CEtaö ©ottcobaitö ift eine bretidiifftgc J^allcnfirdjc (?lbb. 151), mit einem bem
iDiittclfd)iff vergefegten, von ben beiben SBcftjodtcn ber Scitciifdiiffc flanficrtcn Surin
unb einer jwctjod'iacn Mir JjUftc vor bic 9'orbfront vorfpringcnbcn, jur anbcrcn
Jpälftc in bic Diorboftecfc eingebauten ©afriftei, ber gegenüber an ber Sübcjlccfc ein
Sreppentnrm cntfpriait. £cr kreppen»erbau vor ber 5>?ittc ber 9?orbfcitc mit ber
barunterlicgciibcn ©ruft gehört ber 95arocfjeit an.
Ster überwiegenb auö ^clbftciiteii crriditcto, in feiner oberen Jpälftc burd) ’Jlb«
Hhrägnng ber ectcn ine ?fct)tecf übergeführte 5urm enbigt in einen 3üuicnfranj atto
SBadjlcin mit Umgang unb wirb von einer aditfeitigen, vcrpitßtcn, mafftven Sßpramibc
befrönt tvgl. audi ‘Jlbb. 17-5 j. öcm fdilidjtcn, fpißbogigen likirportal mit feiner
cinfad) abgetreppten yaibung unb ber barübcrftßenbcit, nidit nünber cinfadicn Siofe
cntfprcdicn in halber Jpohe bcö Surmcö fdnnalc Sdtlißfcnftcr, wäbrenb bic iiadv
träglidi btö jur .Ipälftc vermauerten ©cijnHnfcn auf ber j)?orb« unb Sübfcitc im
©egenfaß ju ben in glcidicr »fioDc fTßcnbcn Öffnungen ber 'llkftwanb unvcrhältniömäfn'g
breit unb gebrüeft crfdicincn.
©ic fonft völlig fdimucfloo gehaltenen llmfaffitngömauern bcö Äirdwnfdjiffeö
werben von großen, verfdiicbenartig unb inebrfad) geteilten Spißbogenfenftern mit ge«
puftten Vaibungen bnrdjbrodjeii, von beiten baö fedlöteilige, am rcidiftcn gcgliebcrte
Djlfcnftcr burdi eine in bic ncujeitlidjc iicrglafntig cinaclaficttc ältere, Heine, runbe
95iiße bcmcrfcnöwcrt i|l mit ber Parftellung ber ?T?aria unb beö JJobanncö ju beiben
iScitcn bcö ©cfreujigtcn, ber Sahrrö^ahl 1631 unb ben beiben Stifternamen Weorgiuö
(l‘fd)cnl)agcn unb SOTattheiiö 9)?al?fd)fe.
3kn vorHchmften rcidicren Sd)mucf bcö ‘jliipcrcn bilbet ber mäd)tigc, viclfadi
geraffelte 5?frgicöcl i?(bb. 151 u. 1751 mit feinen ,yialen, ben .'ircujfcabtetiungen vor
ben gepaßten fölciibcn unb bem befrenenben Cölocfentürmdicn.
Jfußer bem erwähnten UBcitvortal vermittelt nodi ic ein Zugang an bem nörb»
lidjen Surmanbau, an ber Siorbwcftccfe bcö Sdiiffco, über ben erwähnten ©ruft«
aubau auf ber 9?orbfcitc hinweg unb enblid, beim kreppen turnt an ber Süboftecfc
ben '’licrfebr mit bem Snncrn.
9icidic SUppcitncß« unb Sterngewölbe überbccfen bic brei Sdiiftc I?fbb. 155j;
bic auf ben beiben Vängofeiten cingejogcncn empören finb, foweit fic ber iXefor«
inationöjcit angcl)örcn, ntafftv unb unterwölbt. IMe j. S. auf einem Sdicingewölbe
rubenbe Orgelempore erhielt ihre jeßige 2fnorbnung im Sabre 1912. ©ic übrigen
(Sinbautcu finb ebenfo wie bic O|tempore auö J?ol; unb gehören ber SJ5arocfjtifl an.
©aö ©eilubl unb ber 95obcnbclag ftnb ncujcitlidi.
Sommerfelb (<51abtpfarrhircf)e).
169
2lbb. 155. sommerfclb. stabtpfarrfird)e. Snneve«, ©lief nad) Cfleit.
170
Sommerfelb (Sfabtpfarrhircfje).
2lbb. 156. Sommerfelb. Stabtpfarrfirdje, Qlltar.
Sommerfclb (Slabfpfarrftircbc).
171
25er 2lltar
C?lbb.l56),beffen
von duften bc*
frönte böljerne
TXücfivanb ftef) brci=
gefd)of|Tg über
ber mit lateinifd)
abgefapten Serh
»orten fowie
mit bem Sommer:
fetber SBappen
gefdjmüdten
Socfelplatte er«
bebt, witrbc nad)
SRöllerö Sßcridjt
auö freiwilligen
9lbb. 157. ©ommerfelb. <3tabtpfarrEird)e, Saufe.
*) ®ie Sßortfolge
lautet: „JOHANN:
VI / CARO MEA
VERE EST CIBVS
/ ET SANGVIS
MEVSVEREEST
POTVS / QVI
MANDVCAT
MEAM CARNEM
ET BIBIT MEVM
SANGVINEM IN
/ ME MANET ET
EGO IN 1LLO“
(= ’Dlein gleifd) ift
bie red)te (Speife unb
ber rechte Srant mein
QMut, wer mein gleifd)
ißt unb trinft mein
QMut, ber bleibt in
mir unb id) in ihm)
unb „1. COR:XI /
PROBET SEIB-
SVM HOMO ET/
SIC DE PANE
ILLO EDAT ET
DE / CALICE Bl-
BAT QVI ENIM
MAN / DVCAT
ET B / IB1T 1N-
DIGNE / IVD1CI-
VM SIBI MAN / DVCAT ET BIBIT / NON DIIVDICANS CORPVS DOMINI“ (= ©er 9)lenfd)
prüfe fid) felbft, unb alfo effe er von biefem ®rcb nnb trinfe »on btefem Seid), wer nämlid) unwürbig effet
unb trintet, ber ifiet utib trintet if>m felber jum @erid)t, bannt baf; er nid)t unterfd)eibet ben geib bet) Äetrn).
V
1 7'2 Gommerfelb (Gfabtpfarrhirdje).
SPetträgcit am 29. September 15*7 „gefclgct". Er bilbet mit feinem QMatt«, 95anb= nnb
Aled)twcrf, ben ©.nabcrii, Schuppen nnb Äncpfdjen, Jpcrmcn, Sngclö« uub Vöwcnföpfcn
fowie ben rcidigcfdimücftc Aoiifolgcßmfc tragcitbcn, forinthißerenben Säulchen eine ber
tvpifdißcu unb beßerlßiltcncn firdjlidicu 3icnaißanccar6citeii ber proving. ©er 9icltcf>
barßcllung bcö bl.‘Kbenbinablö im J^auptfclb cntfprcdicn in ben beiben barüber folgcnbcn
Mittclfclbcrn bic «Silber ber 2lufcrßcbung unb ber Opferung jfaafö, wäßrenb m ben
fttifdjen ber baö 2lufcrßcl)ungöbilb flanfiercnbcu feitlidjcu Tlufbautcn bic $litubßgurcn
ber 'Jlpoftcl 'Paiduö unb petruv fowie ber Propheten Mofcö unb Eliaö lieben, ©er
llmßanb, baß anläßlid, ber feilten Sußaubfcßung ber Siücfwanb in ben Dlifdien unter
bem 175i> aufgetragenen 2lnßridi bic jeßt im füblidicn Scitcnfdßff hinter beut Mangel«
Pfeifer untcrgcbradjtcn 5afefbtfbcr ber vorerwähnten Ulpoftcl unb Propheten gefunben
würben, läßt vermuten, baß aud) bic anberen SSifbcr allmählich burd, plaßtfehe ©ar«
ftcflungcn erfeßt werben feilten. ©er Snfdirift: „ERBAVT / A° - D - / 1585“ ’) in
einem rechte oben angcbrad)tcii Sdßlb entfpridit linfö feit ber i'ollenbitiig ber feßten
3nßanbfeßuitg ber 3ufaß „ERNEUERT / A-D / 1912“.
©ic ebcnfallö rcidigefdinißtc forinvcrwanbte Mangel, von bereu ©ccfcl auf ber
Untcrfcitc bie Saubc alö Sinnbtlb bcö bl. (Seiftcö f)erabfdiwcbt unb bereit Mörpcr
gwifdten ben EcFfäuldjcn in 9iunbbogennifdicn bie ülcßalten ber vier (fvangelißen unb beo
Erlöferö aufweift, wurbc anläßlich ihrer Sleubcniafung am ©ctfcf unb an ber Q5rüßung
mit Sprüchen gegiert, bic Möllere 'Jlufgeidinungcn entnommen ßnb. (fine nadi biefer
Quelle cbenfallö neu fjinjugefügte Snfdirift nimmt SPegiig auf bie Stiftung ber ‘Arbeit
bureb §rau Margaretha von Majcn, bei- 'Jßitwc bcö 4j»anö von Malfrcuth auf Söclfau,
bie am ©ßertag 1586 auf ber neuen Mangel burd) ben bamaligcn 'Pfarrer ?ffbiituö
Mccf gehaltene erfte prebigt unb bic Erneuerung im Sabre 1912.-)
Einer faß nod) bitrdjgrcifenbcrcn ‘Auöbcßcrung alö baö Vorerwähnte ‘Jlnöftattungö«
ftücf heburfte bic 1585 von Jjcinrid) von pacf auf Sommerfelb gefdienfte höfjernc
Saufe (Abb. 157). Jjjicr mußte bic unter bem 93albad)in bce ©ccfclö früher vorhanbcnc
Saufe Ehrißi vollftänbig neu ergängt werben, ©tc auf biefc J^anblung bcgugncbmcnbc,
’) ©it Sabrcegalg 1585 iß ter Mircbenrcd)iuiug entnommen.
’) ®ie jufd)iiften an brr luuijcl tauten: A) am Äangelbecfcl: „Dafür halte uns / jedermann:
für Chri / sti Diener und für / Haushalter über / Gottes Geheimnisse“ / B) am liangelförrer:
I. Oberer Staub: „Wir predigen nicht uns selbst / sondern Jesum Christum daß / er sei der Herr,
wir aber eure , Knechte um Jesu Willen.“ ». 9hl ter wcßltcl'eil SSl'üßllligÖfÜUlllig: „Anno 1586 /
Hat diese Kantzel / gestiftet die Edle / u. tugendsahme Frau / Margaretha von / Maxen Hansen /
von Kalckreuthens / seeligen Wittwe / auf Belckau. Am / heiligen Oster- / tage ist darauff /
durch den H / M. Albinum / Meck die erste Predigt gehalten / worden, egg) / (Möllers
Chronik S. 612) / Erneuert / Anno 1912.“ s. 3lVlTd)Cll bell Jtoilfoleil unter ben giguren: a) „Siehe
das ist Gottes / Lamm welches der / Welt Sünde trägt / Joh. 1.“ b) „Ich bin der Weg, die
I Wahrheit und das / Leben niemand komt / zum Vater denn so / durch mich. Joh. 13.“
c) „Du hast Worte des ewi-* / gen Lebens u. wir haben / geglaubt u. erkannt daß / du bist
Christus der Sohn / des lebendigen Gottes. Joh. 6.“ d) „Jesus Christus ist uns / von Gott ge-
macht zur / Weisheit u. zur Gerechtig / keit u. zur Heiligung u. / zur Erlösung. I. Cor. 1.“
ei „V-D-M-I-.E (= Verbum domini manet in aeternum, b. (). ©OttcÖ 2Bort bleibt ewiglich) /
Christi Worth / Luthcri Lehr j vergehet nun / undt niffiermehr.“
Gommerfetb (Glabfpjarrfiircfje).
173
'Mb. 158. eomnmfcft. ghnereg ber Stabtpfarrfircbe, »lief nach ®c|lcit.
174
Gommerfelb (Gfabtpfarrhirche).
in lateinifdjer Sprache abgefafjte 3nfd)rift mit ber 3al)re$jal)( 1585 gibt bic Scjtftcllc
5D?attf). 3,17 wicbcr. Sie mit gemalten Sarftellungen abivcchfelnbcn, ebenfalls lateinifd)
abgefaßten 3nfd)riften an vier ©eiten bcö aditeefigen Saufbetfcnö ftnb MARCI •
10, GENESIS • 7 CAP.,
EXODI 14 unb 4 REG 2.
entnommen.1)
Sie mefftngene Sauffdjale
mit ber Sarftellung ber W?a«
bonna in ber ®trat)lengloric
trägt bie 3nfd)rift:
„JOHANN o-TRAUo AK o
GOTT o FENTZEL
AIDCCXL.“
'Jlbb. 159. Sommerfelb. Stabtpfarrfirdje. 33ilb beß 2lpotl)eferß
3. (i. Sternberg.
Saö jüngfle ber vier Jpaupb
auö|lattungöftücfc ifl bie 1795
von bem 2(potl)efcr 3-ß-Stern«
berg in ©ommerfclb gefd)cnfte
SDrgel (2lbb. 158). 2ln bem
rcidjgefdmi^ten JJrofpcft ivei«
[en u. a. bic fcfyon flaffijiftifd)
gehaltenen SBafenvcrjieruitgen
auf bie ermähnte fpätc SBaujcit
hin. Über bem ©pieltifd) ift in
ovalem, gefdjnigtem unb vergeb
betem £orbeerral)men baö QJilb
bcö ©tifterö (2lbb. 159) mit ber
5Bibmungöinfd)rift angebradtt.
') ©er SBortlaut bet 3”fd)riften
ifl folgeuber:
a) „SIN1TE PARVVLOS /
AD ME VENIRE / QVIA TA-
LIVM / EST REGNVM / COE-
LORVM“ (= Saffet bie -Rinblein ju mir fommen, benn foldjer ifl baß jjimmelreid)).
b) „IN DILVVIO / MVND1 TANTVM / NOHA CVM / SVIS SERVATVR / IN ARCA“.
(= Sei bet Sintflut blieb nur tRoafj mit ben Seinen in bet Qlrdje übrig).
c) „TRANSIT POPVLVS/1SRAEL PER MARE/RVBRVM SED/PHARAO IN SE/QVENS
PERIT“ (= ©aß 93olf 3trae( ging mitten burd) baß rote Wer aber alß ff)l)arao folgte ging er unter).
d) „ELIAS PROPHETA CVRRV IG / NEO PER TVRBINEM TRANS / FERTVR IN
COELVM CVM / PALL1O PRIVS PERCVSSISSET / AQVAS IORDANIS, QVyE ILICO /
TAM IPSI QVAM ELISAEO / TRANSITVM PER SICCUM [PRAE]BVERVNT“ (= ©er «Prophet
@(iaß wirb in einem feurigen Söagen burd) einen ©irbelflttrm in ben Jjffmmel gcbrad)t, nadjbem er vorher
mit bem SDlantel bie ffBaffer beß 3orban gefd)lagen f>atte, roe(d)e alfobalb iljm felbfl wie bem ßlifa einen
®urd)gang burd) baß Ijrocfene gemährten).
2fagerbem am Srieß beß ©ecfelß: „HIC EST / FILIVS / MEVS / DILECTVS / HVNC /
AVDITE (= ©ieß ifl mein lieber Sohu, ibn höret) / 1585 / MATTH 3. 17.“
Sommerfclb (Sfablpfarrftircfje).
175
2lbb. 160. (Sommerfelb. Semmifäjes unb ^J?öl(erfd>eö @pit«pf> •>’ ber Stabtpfavrfircfje.
176
Sommerfclb (Gfabfpfarrftirdje).
?lbl'. 161. Sommerfelb. Stabtpfarrfirdje. @pit«pf> be« Äantor« Äalbenbad).
©em SHtaraufbau, ber Äanjcl unb Saufe ftcljt unter allen (Epitaphien ber
Äird,e jeitlid) unb formal am näd;ften bic im füblidjen Sitrmanbau hängenbe gemein?
famc Sotcntafcl (2tbb. 160) bcö am 10. Sept. 1590 jroifdjen 10 unb 11 Uljr »or
£O?itternad)t öerftorbenen @corg „Scman", fonft SXeutter genannt, unb feiner am 17. ?lpril
1579 jwifdien 2 unb 3 Uhr nad) ’Wittcrnadit Perftorbenen (El)cfrau 2(nna geb. ^»erger in
Sommerfelb (Glablpfarrhirdje).
177
Sie war cinfdilicfjlid) ber Bemalung fo gut erhalten, baf; fte alö Horbilb bienen tonnte für
bie ’iöieberberftclliing jener in ber S5arocfjcit Überftridienen (Gcgcnftänbc. 3>er über ber
'mfdwifttafcl im unteren 21bfd»lnp vor bem (Gcfreujigten fnieenb bargeftcllten Familie
cntfpridjt in bem von Säulen flanfierten Jjjauptfelb eine bilblidjc IBiebcrgabc ber
Scrtftclle Jpefcfiel Ätap. 37, unb im oberen von einem ZJrciccfögicbcl nut ber 3ahreö«
ifi2. Sommerfelb. etabWmrrfirclje. Scbmifitllimfl Gbrifti.
^abl L5SI überbaditen unb mit gebrehten Spißen gefdjinücften "Jlbfdjlup erfennr man
baö (Gcmälbc ber Saufe (Sbrifti mit bem entfpredjenben beigefügten QMbeltert.
Xcr gleidicii 3ed etwa gehören brei sicmlid) befdjäbigte Öpitapljicn an, bic
nod) in ber fogenannfen SD?önd)öfammcr über ber Safriftci anfbovaljrt werben. 21uf
bem einen erfennt man bie (Grablegung (jbrifti, ein anberco trägt über ber toor bem
(Gcfreujigten fnieenben Stifterfamilie eine in Herfen abgefapte, febr befdiäbigte
latcinifdjc ’^nfdnift, bic üJiöllcr (Seite 5(501 wicbcrgibt. Daö Gfpitapl) bient bem 2tn
benfcit beö am 21. -SDtai 1575 gegen 21bcnb im erften Vebenöjaljr verftorbenen Söljn«
leinö namenö Sbomaö beö M. Jllbinuö Sictiuö. Taö britte enblid) lägt im .fraiipt*
felbc (Sbriftuö in (Gctljfeinanc erfennen, roäljrenb in ben unteren ©rffclbern v> beiben
Seiten ber ehemaligen, jeßt gänjlid) jerftörten 3nfdirift bic beiben fnieenben (Mc=
ftaltcn bcö Stiftcrö nnb feiner fyrau abgebilbet jtnb.
21m 7. ®?ai 160(3 erfolgte unter tragifdjen 95egleitumftänbcn ber Job beö
Äiaiitorö (Georg ätalbcnbadi, ber, wie SfiöHcr beriditet, „auf; irtbumb anüatt bee
SBranbtivcinö bcö ®<orgcnbtö Sdicibcwaffer getrunfen habe". Seine reidnimrabmte,
bcrcitö baö Spangcnwcrf bcö beginnenben 17. jabrl)unbcrtö jeigenbe (Gcbäd)tniötafcl
(211'b. 161) weift in finniger 7öcifc mit bem jtgurenreidten .ftauptbilb auf ben 3'eruf
.Uunntnifm. t. *Uroü. VF. «. Öre firn.
12
I i s
Gommerfelb (Gfabfpfarrhirdjc).
beß IBcrftorbcncn bin. Über bem mm tanjenben »Putten umringten, harfenfdilagciibcn
ftönig ®avib thront jwifdjcn mufijicrcnbcn Cngcln eine orgclfpiclenbe wcibltdic (Mcftalt,
vielleidtt bic bl. Cäcilie. Cingcitrcutc »Notenblätter erflehen bie SOiclobie beß gcfpiclteu
tfiebce. 3'»ifrf’cn biefer t?arftclluttfl nnb bent unteren Abfddnf; mit bem üblidicn
Cpitapbtcrt ift bei- im 'Alter von 21 fahren unb brei 2‘»odien "Ncrftorbcnc vor bem
MIM’. n;:i. Seminei-fclb. -itabtprarrfirthc. Johanne?
mit ber 'JRutter 6'cttce.
(Mefreujigten fniccnb wicbcrgcgcbcn. eine
baneben beigefiigte 3nfdntft weift, wie btc
'Putte mit Etunbcnglaß unb Jotcnfdmbcl
m ber 'l'cfrönnng, auf bic 'llcrgänglidifcit
bet' mcnfdilidicn Vcbciiv unb bic Cjcwifihcit
beß Xobcß, glcidyjcitig aber aud> auf bic
Crlöfung burd) Cljriftum hm.
'lücnigcr wegen beß fdion völlig baroefen
Aufbaucß bei- Safcl, alß wegen ber engen
verwanbtfdiaftlidicn l'cjiehung ber 41er#
ftorbcucn 511 bem fdwn mchrfadi erwähnten
SRöllcr fei cnblidi nod' auf btc an ber
21lcfnvanb ber fübwcftlidicn Snrmhallc vor
einem auf ben .fpintcrgruub gemalten Scppidt
hängenbe (Mebädjtnißtafcl (Abb. 1 <>0» Inn*
gewiefcn. E>ic bient bem Anbeuten ber
trüber beß Chroniftcn unb jcigt über bem
iDiöllcrfdien Jamilicnwappcn im unteren
Abfdjliip von gcwiinbcncu Eäuldtcn flau«
fiert unb nadi außen von Dtanfcnwerf ab#
gcfdik'Hcn jwifdicn ben Epriidicit £uc. 11,
29 ff. unb 'Phil. 1,23 nadifolgenbc fami#
liengefdnditlidi bcmerfcnßwcrtc nnb baher
wörtlidi wicbcrgcgcbcitc Jnfdirift: „Alhicr
ruhen in l'jott / Jjtcrr Caßpar Crnft / iOcöller 93ürgcr unb «Wähler unb Jj>r. S5cn#
jamin ffliöllcr Etabt / Hauptmann 5tirdien#3?or|tebcr unb (Mcriditß ^cfcfiScfcf. in
Äoinerf. / bepbc ®itbclchntc auf bae Stifter# / gut Saiten. 3cner ftarb A. 1709
d. 2. Febr. Ät. (= Ätatis) 45. tiefer A. 1710 / d. 16. Mart. \t. (= Ätatis) 41.
(Eie haben il)# / rcß ®cl. 'Baterß .fjr. Sol). ®?öllcri / Fast. u. Insp. jcrfaUcnc C«e#
bcine / in biefer ©ruft cbcmal)lß jufam# / men gclcfcn unb alfo einen plals ba ,
rm gefitnben. Auß 3brcn Cj- / cmpcl ift ju lernen, bap ätin# / ber ihre Cltcrn
and) nad, be / Jobe ehren feilen. Cathari- / na Edmiibin Mat)er] / Pient|issima|
Ffieri] Ffecit]."
An biefe ©ebäditnißtafclii biirgerlidicr Familien reihen |id> jivci Gpitaphicn
abcligcr @efd)led)tcr.
£)aß eine (Abb. 155 rcdjtß im 4?intcrgrunb) hängt feit ber ^nitaiibfcliung ber .ftirdie
füblid» vom C’ftfcnft'er unb madit, obwohl cinjclnc Seile abgcitoficn nnb verloren warben,
*2(1'1'. ihi. Eomnicrffib. SÄiibtpfavtfttdjf. Tmiciifiönnnci (linfb) unb ©eißchnui CTtifti (tednS).
Sommerfclb (Gfoblpforrhirdjc).
•* I
:d
180
Sommerfelb (Stablpfarrhirdje).
immer nod) einen in ftd) gefdjldffenen ©inbrurf. ®ö bient laut 3nfd)rift bem Jfnbcnfcn beb
Söalthafar (irbmatin v. Äottwil?, geb. 13. gebr. 1669, geft. 30. tDtärj 1722, nnb jeigt
Von Sd)nif?ercien rein ornamentaler 2lrt, fdjwcbcnbeu unb fteljenben (sngeln fowie ben
2lt’b. 165. Sommerfelb. Stabtpfarrfirdie. 9(uferffel)tmgöbi(b am Stanjelpfeiler.
üblidjen gamilienwap«
pcn umgeben uub von
einer ßl)ronoöfigur be«
frönt in ovalen 9ial)tncn
bic Silber bcö @()cpaarcö
unb einer crwadtfcncu
Xodttcr, ber grau beö
©cttcralö v. Sßrcbow;
bic auffattcnb fleincrcn
Silber von vier früh«
verftorbenen Äinbern,
brei Söhnen unb einer
5od)tcr, ftnb unter ben
Sßilbcrn ber (sltcrn be«
fcftigt.
(Siu auf 3inn ge«
malteö 'Porträt bcö
SBerftorbencn hängt am
Cftpfcilcr ber nörblidjctt
Steife. (Sitte 3nfd)rift
auf ber ’Xütffcitc bccft
ftd) mit bem Scrtinhalt
bcö (spitapl)ö.
Xie gegenüber bte«
fern SBilb vor einem alö
Xcppid) gemalten J5in«
tergrunb befeftigte ®c«
bädjtniötafcl bient laut
einer Jnfdirift, bic unter
einem von friegerifdjeu
Xropbäcn fowie ben 2lb«
jeid)cn beö Sdjwarjett
Qfbler« unb bcö 3oljan«
niterorbenö umral)>nten ißilb beö fBcrftorbcncn att^cbradit ift, bem 2(nbcnfcn bcö
Äöntgl. 'Prcttp. ®encralö ber .Kavallerie griebrid) ©iegiömunb v. 35rebow, geb. jtt
galfcttberg am 5. tüiärj 1683, geft. ju „Soffo" am 15. Sttni 1759. Xaö im Satyre
1768 gefeilte Xcnfmal ift eine Stiftung feiner jweiten grau g. v. Sßecrfelbc, mit
ber er ftd) nad) bem 5obe ber erften ®cmal)lin X @. v. Äottwiti im 3al)re 1718
Verheiratet hatte.
Gommerfclb (6(abfpjarrltircf)e).
181
9(1’1'. i ß«. Seimnnfelb. Stabtpffltrfircbr @ben>a(ige Xtiunipljbogeugriippe.
(9iad> einer Aufnahme im SBefis bei OberufarrerS (Steinhaufen.)
®roß muß bic ?(njaf)( ber älteren Snfdjrifteit unb SRalereien gemeßen fein,
bic vor ben ©rneuerungäarbeitcn beö 17. unb 18. Sctljrl). bic ffßänbc bebccftcn
unb nur j. S. «nläßlid, ber lebten 3nffanbße(jung unter ber Siindjc micbcr Ijcrvor«
geboft werben fonnteit. "Die ®ittitcl)intg bei- äfteften biefer SMfberfolgctt, bereu (Stoff
ber SJebcnS« unb £cibcnögefd)id)tc beß Jpcrrn entnommen iff, biirftc jebod; nidit
182
Gommerfelb (Gfabfpfarrhirdje).
vor baß Gnbe beß 15. Sabri). ju (eßen fein. $ür biefe ®aticrung fprcdwn bie Söcljanblung
beß gdltcnwurfß, bie Sradjt ber gSurcn, bic Ijcralbifdjc ©cßaltung ber SBappcn*
fdrlbcr it. a. m. 2Öir ertennen beim Aufgang jur ©ftempore bie Sdiauftcllung (Stjrifti
(‘Abb. 1621. Snfdjriften auf Sprud)bänbcrn geben ben Söunfd) beß fcibcnfdjaftlid)
erregten SSoIteß „crucifige, crucifige" ( = freudige, freudige iljnl unb bic mitlcibigcn
'lüorte bcö Ißilatuß „ecce homo“ (= fehl weid) ein ®?cnfdi) ivicbcr- ©aß vicllcidit
bcad)tenßwerteftc 93ilb (Aob. 163), Soljanncß mit ber Icibgcbcugtcn Slutter ©otteß,
folgt unmittelbar baneben an ber gcnftcrlaibung. Bivci bramatifd) bewegte ©jenen,
bic Dornenfrönung unb (Meißelung (2lbb. 164), ftnben fidi jwifdjcn bem jwcitcit unb
britten genfter ber Sübwanb von ©ften fycr geredmet. ©icfcn Silbern vorauf
ging an ber wefUidjen Stirnwanb ber Safriftei ber nur nodi in bürftigen Srudi«
Itürfcn erhaltene Scclcnfampf beß J?errn in ©ctbfcmanc. §ür bic jcitlidic Swtimnutng
wichtig ift enblid) baß legte Siib ber §olgc am Manjclpfcilcr, barftellenb bic Anfer*
fieljitng (‘Abb. 165). ße. bilbet juglcid) baß Slotivbilb beß Stiftcrß, ber ftd) unb feine
gatnilic jn $üßen beß Anferftanbenen fntccnb ljat abbilben laßen. ©aß unter ber
©arßcllnng wicbcrgcgcbenc Rotl)cnburg«S?altigfd)c ©oppclwappcn fpridjt für bic
Riditigteit nuferer angenommenen Scitbeftimnuing, ba bie ganülic von Rothenburg
von 1183 J513 in Sommcrfelb anfäfßg war.
Sßaugcfdjictjtlid) widitig ift eineAnjahl bloßgclcgtcr Snfdjriftcn. So weifen bic an
ber 'lüeilwanb ber fübweßlidjen Surmvorballc über bem Siöllerfdwn $amilicncpitaph auf«
gemalten 29 orte (Abb. 160): „Anno 1*. 5 • 8 • 9 / feer ©ott vor trautt / i©cr J?att wol
©ebautt" anfdjeinenb auf bie gertigftcllnng beß llmbaueß bicfcö ©cbäubctcilß bin.
Cinc Snfdjrift unterhalb beß gcnßcrc biefeß Raumeß beließt ßd) wot)l auf bic
Stiftung ber ehemaligen funßvollcn SBcrglafung burd, einen um feineß ©laubcnß
willen i. 3. 1528 auß bem .ftönigrcid) Q5ol)men SScrtricbencn mit bem syornamen ^'aul.
Gin großer Seil ber Sßortc i|l leiber jerTtort.
3n Ijcralbtfdicr J?infid)t von SDcbcurung ift baß nörblid) von bem großen ©ftfenßer
über ber Gmporc bloßgclcgtc Sommer fei ber £ tabtwappen (Abb. 155 linfß im-tpintcr«
grunb). 3n bem clb beß runbbogigen, mit Äugeln befegten AbfdilitfTcß ber ardjitcftonifdicn
Umrahmung fielen unter ber SBcjcid)nung: „ber Stabt fom» / mcrfclbt 5®apcn" unb bic
3al)rcßjal)l 1512 flanficrcnb bic anfdwincnb fidi auf ben 9?amcn beß SRalcrß bcjicbcn«
ben Anfangßbudjjtaben H unb S. Außerbem ließ man nod) baruntcr ben Sprudi:
„ALTER OHNE WEISHEIT, WEISHEIT OHNE EHRE, / HOFFART
OHNE REICHTUM, REICHTUM OHNE ALMOSEN, / ADEL OHNE
TUGENDT, VOLCK OHNE ZUCHT, / STÄDTE OHNE GERICHTE,
GEWALT OHNE GNADE, / HERRSCHAFT OHNE GEHORSAM,
TUGEND OHNE FURCHT, / FRAUEN OHNE SCHATZ, GEISTLICHE
OHNE FREUNDE, / DIESE ZWÖLF STÜCK / DRINGEN DER WELT
ALLES UNGLÜCK“, fowic folgcnbc auf bic Stifter bcjugncl)mcnbc 3nfd«rift:
„ET-NUNC • REGES - INTELLIGITE (= Unb nun 3br J?crrfdicnbcn feib
einflutig) SONNABEND VOR - REMINISCERE BEI DEM / EHRSAMEN
HR - FRANZ RAUSCHENDORFF BÜRGER- /MEISTER. UNDT HOFF-
Gommcriclb (Gtabipfarrhirdjc).
2(bb. 167. Sonimerfelb. ZtabtpfaiTfirdje. .fNIjngurcn auß ber SDIöncfyßfaminer.
(Stad) ein« Aufnahme im »BefiB tei Sberrfarreri ©teinfjaufen.)
RICHTER - ANDREAS SCHULTZE / HANS LEHMANN - IACOB
KARGE • PAL L MESSER- SCHMIDT • ANDREES SCHERZ - IIANSS
RICHTER / RATHMANNEN - UNDT ANDREES • RÖTEL • GREGOR •
BAL- DUS - KIRCHENVORSTEHERN • UND • KASTENHERREN IST /
DIESES • GESTIFFT - VOLLBRACHT • WORDEN“ fvgl. audi SD?öl(erö (Sljronif
»Seite -501 ff.).
?(iid) weiterhin waren bie ©oinmerfelber bcjtrebt, iljrc Atirdw burd? SHalereien
aiiejiifdjntHcfcn. So lieg i. J. 1-571 '^eter -ßeinj ben ©cfrenjigtcu mit SDtaria unb
Jobaitned auf bic Jiürffcite beä erften ^pfcilert, ber norblidwn 9lci()c von SBeftcn ge«
redntet aufmalen unb barüber ben Cprudi: „Aspice qui transis, qui tu mihi causa
doloris“ i fiel)’ ber, ber bu vorbeigebft, |iutcmal bu bie Urfadic meinet Sdimerjcö
bifti, unb im Jahre 1669 liegen bie ®?ci|tcr unb ©cfcllcn ber 3ud)mad)crinnung
ihre 9<amen an ber Jlücfwanb ibreä (iborcC anbringen, umrahmt von einem burd»
jwei greifenartige, bcralbifdic Sierfigurcn gehaltenen Vorbccrfraujc.’»
*> Tic 3nfd'tifr fauter: „.Verr Joachim edpniebt / .Ven-3ol)amteS g-ifdiet oa / Tie .Venen ®c»=
lincr / öcovgin? Älapperbcin / ühriitopb ilicfifcfic / Tie '?((t ©cfellen. ,vrieberid) SRifdjfe Uijrifiiaiuiä
.Krüger es / Tie £präd> ©cfelien / Jieinrid) ©djuitie / ?lubreaS teppoit / Tie ©efcUeii
Zdncil’er. Johanneä e(>ri|Topb Äiäfcl P1CT[LMJ (= gemalt.» • MENSE Ulugusti / ANNO 1668 / S H."
1S4
Gommerfclb (Glabtpfarrhirclje).
duftuß ber 33itdiftabcn unb
füßltdjen Anhalt 511 fdjlteßcn
bereite ber Rett nad) bem
.ftnege eine 'Jluffdirift1) an,
9?ad) bem
bem fcntimental
gehört cbenfallß
dreißigjährigen
bie jwifdien ben (Sniporcn fiiblid) vom 'Altar#
fcnjter unter bem etwa 60 ju SO cm großen,
baroefen ferujtbilb beß (Srlöferß aufgcnialt ift.
(Sine 2lnjahl fpätgotifdjrr .ßoljfigurcn
fogenannten 9}<öndwfainincr über
wirb in ber
ber Safriftci
arfbewahrt.
2ln erfter
Stelle jlebt
bie cljemah’
ge 'Jriunipb*
bogengruppc
(2lbb. JLu«»>,
ber ($cfreii==
jigtfewifdicn
STOaria nnb
3ohanneß.
®ie baß
fpäte Atreuj
bezeugt,
fduniicftc bie
Wrnpvc nod)
3al)rnnnbert
"llbb. 1 «8. Sommerfelb. Stabtpfarrtirdw.
Sdjmcrjenemann.
,511111 niinbcitcn biß inß |icbjchnte
hinein bae Mirdieninucrc. jünger ift aud> ber in
auffallenbcin L^egenfalj 51t bem trefflid) inobell crtcn
.Körper jtehenbe fcelenlofe Äopf beß Wcfreiijigtcn.
dagegen ftnb bic beiben iAiißgurcn in ihrer leib»
gebeugten Jjaltitng mit bem lebhaft fpredjenben
‘Jliiebriirf beß Sdnuerjcß in ben 05c|td)tern unb
ber mciiterbaftcn ölcwanbbcbanbluug
fpicle ihrer ‘Jfrt.
*) dtefe 9(nffd)rift lautet:
,,3d) bin Schön 9)um Vicbct mid) nidit
3«)
3d)
3d)
3d>
3d' bin baß ^eben 9)ian üfcaiScober (ud)et) mid» uid't
Tiefer Linien' JQ I«- —----- !• cm
SWuftcrbci«
?lbb. it;9. Sommerfelb. Stabtpüurfirdjc.
9löbcrfd'cr ©rabftein.
bin
bin
bin
bin
9lcid) ’Olan Sittet mich mehr
(Sbel Stan binet mir nicht
ber 2Scg SDtan manbclf mich nicht
bic SBahrheit ‘»fern gleuocr mir nicht
bin
bin
bin
bin
SBarmhcrhig 9)ian traut mir nid«
rin rcf;rcr 5Ran feiger mir nicbr
ein üid)t ‘SJiau ficht mich nicht
bic i'icbc äRati begehrt mich nicht
3d)
3d)
3d)
3d)
'h_'crbcr jbr Dlnn iserbammer
So vcni'cifet niirß nid't
------------------> ift er Sang geivefcit.'
Sommerfclb (Stablpfarrhircljc).
185
2ll’l'. 170 Sommerfclb. Stnbtpfarrtird)C. ©rabflcin bco JjanS von Äotfroift.
IS(>
Gommerfelb (Glablpfarrltird)c).
Etwa glcidjaltrig mit bicfcn J^oljftgurcn ftnb ein etwas langgcftrccftcr fegnenber
ChriftuS (Abb. 167, ®?ittc), ber icfct wicbcr an ber rcdjtcn Vaibung bcs jweiten JCft«
fcnjlcrö ber Sübfeitc aufgcftellt wurbc; ferner jwei wctblidic eilige ('Abb. 1671,
71 cm f)üd>, von bciicn bie eine mit Sdpvcrt unb 95ndj bargcjlcllt i|t, wäljrcnb bie
Attribute ber anberen verloren gingen; fic ftcljcn jcht auf ebenfalls mittclaltcrlid'cn
Äonfolcn an ben Saiblingen beS britten g-ciiftcrS ber ©übfcitc. 3n bic ‘Augen
fallenbc jliliftifdjc ©cgcnfäljc geigen bie beiben auf ber glcidjcn ?lbbilbung linfS
unb rcd)tS wicbergcgcbciicn giguren, eine mittelaltcrlidje Wlabonna mit bem 5cfuS«
fnabcti im Arni unb ein gefronter Spätrcnaifianccfrujifirus mit typifdicr fegnenber
Jpanbbaltung.
EtwaS jünger alS ein bereits bem 16. Jaljrl). angehöriger Sdnncrjciismann
(Abb. 168) ift, nad, ber auf fajt übertriebene 'Etirfung beredmeten .Körperbewegung,
ber S)?obcllicrung bcs SOiitSfclbaucS unb uad) ber (Gcwanbbchanblnng ber K5ci#
figiirctt ju fdjltcpcn, eine jweite jlrcujigungSgrnppc, barftellenb Ebriftus jwifdicn
ben (Sdjächern.
bereits ber fpätcrcn 93arocfjcit gehört ein Heiner, gefrcujtgtcr EhriftuS von
25 cm Äörperlänge an, ber ebenfalls nod, in ber ???öiid)Sfammcr aufbewahrt wirb.
Enblid) fei hier nod) ein Safclbtlb erwähnt, bas anfdicincnb von einem
Sicbcualtar ftammt. Sa es nadi ber Einführung ber 9ieformation von bem Srt feiner
urfprünglid)cn 3wftfbcftimnuing entfernt unb adjtlos bet Seite gefdjafft worben
war, verwenbete man cS fpäter als futter ber Emporentreppe hinter bem Altar, wo
cS bei ber leisten Äirdjcncrncucriiiig gefunben unb abgenommen wurbc. Sargcftcllt
ift bic 1)1- Anna Sclbbritt inmitten einer Anjahl fdjenber 2Wänner, ,yraiten unb
SBon ben 3>cglcitftgurcn ift nur 5ofcpb alS J5ciligcr mit bem 3immcrmanns«
erfennen. Sic vornehme Ansftattung bcs von einem 'Sternenhimmel über#
.Kälber,
heil ;it
beeften Raumes läf;t bicfcn ber gemeinen Sßirfliddcit entrüeft erfdicincn. Slidit auS?
gcfd)lojfcn ift bic 9iiditigfeit ber 'Annahme Steinhaufens, baf? bas SEilb bem Aufbau
eines ber [)!• ’^lnna geweihten SlebcnaltarS entflamme. Sic Entftchungsgcit ber
Arbeit, bic jcljt in ber Obcrpfarrc aufbewahrt wirb, ift in bic Ißenbc bcö 15. 3al)r=
hunbertS jn feßen.
An Eirabftctnen, bie jtd) bis auf nufere Sage hcrübcrgcrettct haben, finb
vorhanben:
3n ber Siirmhallc rcdjtS vom 4?aupt;ugang eine (Grabplatte (Abb. 160) vom
3ahre 1516 mit ber am 5)lanb umlaitfenbcn SOiinuSfclinfdirift: ,,Jm <, ™ o ihar o am
o / g ... en« freitag ° ist •> for o storben ° der v gestre / ngen ° festen « he /...........
roder deniu got o genad.“ 1 > Ser ükrjtorbcnc ift als gewappnete (Maiqfignr bargcftcllt,
ju jyüßen baS Siebcrfdjc '-Etappen.
Ein auf ber anberen Eingangsfeitc ängebradjtcr Stein jcigt über jwei am
,yuf;enbe hcrausgcmcifcltcn 'Etappen unb bcu 'Jertwortcn beS 30. ^fahuS bic 5n«
fdwift: ,Ao 1590 DEN 10 Al’RILIS ZWISCHEN /2 VND 3 VHR KEGEN
) 9lad> einer nod) vorbanbenen ^citÄtiijuiui&irtiinbc ocnn<td)te ber SnibtlHiupnnaim .fieiuj von .'Heber
eine Summe (gelbes jur Stiftung einer SJteffe an hohen jycfttiigeii.
Gomtncrfclb (Glablpfarrhirdjc).
187
MORGEN IST DIE EDLE VIELEHREN TVGENTSAAE FRAV
KATHARINA / GEBORNE JOPPELTIN HEINRICH VON GOLNITZ /
AVF RVPPENDORF SELIGE NACHGELASSENE / WITTWE, IRIS
\LTERS (?) JAHRE SELIGHLICH / IN GOTT ENTSCHLAFEN WAR-
TET SAMPT / ALLEN A VS ER WOLLTEN I. GOTT GL2EVBI / GEN
\M J\ \GSTEN TAHGE EI / NER FRÖLICHEN AVERSTEIIVNG“.
(litte brittc Grabplatte Gibb. J7O) cublidi ift
im Innern ber Sreppe huf Der 9iorbfcitc beß Surmeß
eiugemauert unb bient laut Jnfdirift bent 2(nbcnfcn
beß im Stcrbcflcib unb mir gefalteten JjNinben bar»
qcftclltcit, im 2Htcr von 6 5ßod)cn am 23. Dcj. 1610
cntfcblafcncn Söbndtcnß Jpanß beß 53altl)afar von
.Hottivife ?u 'Sommerfclb. 2£?ährcnb bic jtterft gc»
nannten Steine biß jum 3«l)rc 1012 mit ber 95ilb»
feite nad) unten in ber nörblidtcn Surml)allc afß
gmjjbobenbelajj bienten, lag biefer biß babitt butter
bem 2(Itar.
Svn jivei aiifd)cincnb cbcnfallß auß ber Mird)c
Itamntenbett, jcht auf bem ©runbftiitf ber Dberpfarre
bcfinblidicn Grabplatten, läf;t btc eine nur nod) baß
i&ilbniß eineß bärtigen SXanncc erfennen, bic anbere
biente bem 2(ubcnfcn beß i. 5- 1660 geborenen unb
1717 verftorbenen toicffiiel Jbomutb. Dem 3cttgcfcfmiacf
cntfprcdicnb erfennt man über ber Qnfebrift baß
3cid)cn ber Drcicinigfcit unb bett 9?amen Seljovah in
bebräifdter Sdirift.
(Xbcnbafelbft bangen pvei vielleicht and' anß
ber fitrdte ftammenbe JJaftoren bilber Die in
Vebenßgröpe alß ‘Ganjfigurcn in ber }u iljrcr 3cit
üblidicn 2lmtßtrad,t bargcitcllten Gciftlidten ftnb laut
Anfdirift Dberpfarrer €D?attßiaß jtiimantt, geb. am 18. Tluguft 1662 ju iXuppin, gejt.
17. ?)iov. 1737, fotvie Cbcrpfarrcr unb Sdjulinfpeftor ®?artin Soefifd), geb. 30. 'Jfpril
1680, gejt. 20. 2(pril 1751.
!3on ben tBclcud)tunaßtörperu im Snnern ber Jtirdje verbient eine J^irfd)»
gctveibfronc ober eilt fogenannter SDiaricnlcudUcr an erfter Stelle genannt ju tverben.
Daß bcmcrfciißivcrte 2Iuß|tattungßftücf ift burd) ein am Sdtäbel|liirf befeiligteß, von
ber fleinen, gefdjnujten J?albftgur beß bl. @briftopl)oruß gefrönteß 3ßappenfd)ilb mit
ber bem 9J?oncgranim IHS bcigefügten Sabreejabl 1522 jeitltd) feftgelegt. 3n>ifd)Ctt
ben Gen’ciljftanqcn itebt bic boppclfcitigc Biunbftgur ber glütffetig lädjclnbcn Gotteß»
mutter mit bem .ftmbc, baß auf ber einen Seite nach ‘Äpfeln, auf ber Siücffcitc ttadi
iScintraubcn greifenb, oargcficllt ift.
3»vci SWcffingfronlcudjtcr bangen im SDiittclfdjiff. Der öftlid)e, cinft pvei»,
?lbb. 17t. Sominerfrit. Stat>trfarr=
fivd'f. Qlltailcuchtcr.
ISS
toommcrfclt) (G(ablpiarrhird)c).
>1 l * * i l-l * I । ।
1 0 10m
Abb. 172. Sommerfell'.
.Vctwiflefapcllc in Jptufaii.
(SJrunbrif!.
jeid aber mir nod) einreihig unb fedivarmig, wirb von einem
^oppclablcr befrönt nnb jeigt in bic Sftigcl cingraviert bte
'snfdirift: „GOT <> ZV o EHREN o VND o DIESER o
CHRISTLICHEN o KIRCHEN / VEREHRET o BAR-
THOL|OMAEVS] SCHOLTZ ° DIESEN o LEVCII-
TER o ANNO o 1614.“ Jnmittcn ber 3abrcojabl liebt bas
jylcifdtbaucnvappcn.
löcr tvcftlidjc, j)veirctl)ig nnb für 12 tferjen cingcridjtct,
wirb ebenfalls von einem Soppelablcr befrönt uub jeigt ait|;cr*
bem nod) barüber angcorbnet eine rcidigcfdjuijAtc Äartnfdic,
auf bereu einer Seite bic ‘Anbetung ber JJirtcn, auf ber aubern iiadiftcljciibc SPibntungo*
infdjrift angcbrari)t ift:
wohlgeachte II. Hein-
rich Sohrr Bürger und /
Handelsmann in Som-
merfeldt / diese Cron
und Leuchter Gott /
zu Ehren und dieser
Christ / liehen Kirchen
Zur / Zirde.“
(fin Dritter, jebod)
iiifdiriftlofcrJlronleitdjtcr
auf bem 2ud)inad)crdior
ift fcdiSarmig uub bürftc
ebenfalls ber ©aroefjeit
angeboren.
Ülon ben Altar*
l e u di fern gehören bie
beiben 70 cm ljoben
Stanblcud)ter Gibb. 171)
jwei vcrfdiicbcucu «Stil*
jeiten an. I?ic älteften
Seile ftitb bic meffntgenen
«Sdjaftglicbcr, bic in ber
SBarotfjeit bic breiten
Sropffdialcn ane 3inn
mit ihrem reidjvcrjiertcn
unb burdibrod)cncn ?lanb,
foivtc bic brrifeitigen gmjjc
mit bcu eingegrabeneu
jl'amcn ber "Patrouatö*
Ijcrrfdiaft von Aiotttvife,
,Ano 1 • 6 • 5 • S • Ver Ehret der Ehren / Veste und
'lll’l'. i<3. Sonnnerfelb. .6ciwtgSfarel(t in .'?int\m. Ännclnlrar.
Gommcrjelb (Glablpfarrlurrfjc).
IS!)
2um
2lti’. 171. iviiniin-fflb. ('H-mitrn; bf» 'Hatlhuiiee.
ber 'Paftorcn, fRatemitqiicbcr, .ffirdicnvomfcbcr unb ber 3rtbrei?jahl 167s crmiltcn
haben. TInperbeni erfennt man noch bao SÖappcn bce (Sicficrß, fowie bic üMicnftabcn
1 • I. S • L nnb P - S.
(Sin bronzener 5 teblcud'tcr, 31 cm (joch, bre arinig, biente cinft anfdjciiicnb
alß ätanjclleuditcr.
(Sin Stchlcuditcr, 32 cm bodi, edjmicbceifcn, cictjört ber Spätrcnaifianccjcit an.
Tic beiben breiarmigen 2lltarlcitditcr auß ©ronje, ßoem bodi, ftnb neujcithdi.
‘Xu 2(benbmablßgcraten |hib
ju nennen:
(Sine 3<nnfannc, 27 cm bodi,
geftiftet laut 3nfd>rift i. 2- 1682 von
bem Sdiubmadier nnb fRatßvcrwanbtcn
9??artin .jtlappcrbciii.
(Sine 3innfaiinc, 25 cm l)odi,
ohne nähere S&cjcidnuing.
(Sine 2(bcnbmablßfannc ane bem*
[eiben 2)<ctall, 25 cm Ijodi, nennt bic
3al)rc6jal)l 1786 unb bic bamaligcn
'l'rcbigcrnamcii.
(Sine 45o|ticnfd)alc nnb ein ßinntc^r ftnb ohne nähere iVjcidniung.
(Sine iTlbcrnc Jöofticnbiidifc, 11 cm Tiirdnn., trägt auf ber Untcrfcitc bic Jiu
fdirift: »ICH WIL DEN • HERREN • MEINE GELIEBDTE . BEZAHLEN •
REG I NA • MARI A LITZMANNIN GEBOHRNE K A V DER BACH IN -171X.“
3wci Tonfannen mit 3innbccfel ffnb 32 unb 35 cm bod;.
(Sin breiarmiger bronjener Stcblcuditcr, 31 cm bodi, ift baroef, ein cbcnfoldicr
23 cm bod, auf? Sdnniebecifcu, Spätrcnaiffancc.
Ein .Qcld> auß Bjciipll'cr ift ein (Scfd'cnf ber ftäbnfdicii ftorpcrfdiaftcn jum
füufjigjäl)rigcn ‘Jlmtejiibiläiim beß Tbcrpfarrcrß Sdiclij i. 3- 1821.
3wci ‘Jlbcnbniablßfcldic, 21 cm bodi, würben 1860 von ben (Scbmbcrii
<tcrnbrra geftiftet.
(Sine iflbcrne 2(bcnbmablßfannc, 30 cm Ijodi, ein ^anfbeefen, eine .ijofticnbofc
unb ein (Jeder auß bcmfclbcn SOJcrall würben i. 3. 1911 befdjafft.
?2iicr (Sirefen bängen im lycfttiirm unb jwei im (Sicbclrnrmdwn über ber Sitfront.
Picfc mit 32 unb 61,» cm Tnrdnn. |Tnb infd)riftloo. Tic fdjlanferc von ihnen gehört ber
.Siolonifationßjcit an. i'on jenen mipt bie fiibhdjc 1,28m im Turdim. unb jeigt auper ben
Jliamcn beß "Patronß (Snftav 'Jloolpb v. S^ecrfclbt, ber (Seiftlidjen unb ber üV'.tgucbcr ber
S’tabtvcrwaltung nodi baß ©tabtwaSjen unb ben öyritd) Vuc.2,i< 14: „(Shrc fei (Sott in
ber Jobbe“, feie wurbc 1.317 von Jnbrid) (Srubl in Jtlcinwclfa bei Janßen gegoffen.
'l'on beit brei aubern mipt bic öftlidic 62,r, cm, bic wc)tl.d*c 83 cm, bic nörb?
(idw 1,02 m im Turdpncficr.
Sic tragen entfprcdjenb aufgcjählt bic 3nfdwiftcn:
„GOTT SEY \ \S GN.EDIG VND SEGNE VNS Ao 1/28“,
4
Sommerfclb (9?aft)au5).
9lbb. 175. Sommerfetb. uut> ©tabtpfnrrfirrfjf von 91orboftcn.
Gonimcrjclb (jScbmigshapcKc).
191
•
ferner „ACH GOTT HILF DER GESAMTEN CHRISTENHEIT
VND ERBARME DICH ALLER MENSCHEN Au 1728“
unb „WENN \N DIE GLOCKE WIRD ZV B ETEN ANGESCHLAGEN
ACH! SO VERGISS DOCH NICHT GOTT LOB VND DANCK
ZU S \GE\
GEDENCKE MEINER MEIN GOTT, IN BESTEN!
HERR DENCK \N VNS VND SEGNE VNS \o 1728“.
£cr (Miefjer wirb bei allen brei ©locfcn nidjt genannt.
©ic £>ebwigshape[le in &inliau.
ibangcfdjidjtc.
©ic eigenartige Vage bev .Stirdilcintf fernab vorn 2lngcr bidjt am Qianbe bed
©orfed läjjt vermuten, baf; bad ©ottcdljaud nicniald für ein in fidj abgcfdjloffcncd
(Mcineinwefen alß (frbauungdftättc gebient bat, fonbern in vorrcformaterifdwr 3cit
alv siyallfabrtvfirdic erbaut worben ift. iOTit großer ’iBabrfdjcinlidifeit bürfen wir
in einer ihrer 'Vorgängerinnen jene „Capella B. Virginis“ erfennen, bie u. a. in
*5
Abb. 177. Sonnnerfelb. ediematifdie Tarßellung ber
9turbnnffd>t beö Aatfioiifctf.
192 Sommerfclb (ßebroigshopcllc).
einer Urfunbc bcö Q5i|diofö Johann von SDIeißeit im Jahre f'+^T't bereite erwähnt
nnb 1197 vom SBürgcrmcii'tcr nnb 9iai mit jel)n Sdwtf 3infcn nnb einem SPeinberg
in ben (Seebergen außgeßattet wirb. (Sine fcifdjöffidje Sbcftätigiuig orbnet ben ??icffc«
bienft nnb überträgt bem 9int baö „jus
patronatus et praesentandi“. 9?ad)*
bem im Treißigiäßrigcn .Krieg ber 53au
jerftört nnb nur alb offene^ Äapclldjcn
mit einem .ftrujißr wicbcr aufgcbaiit
worben war, fdjeint ihr urfprünglidjer
9?amc vergeben worben ju fein. 3«
einem abermaligen 9?cuban im Jahre
1(590 gab ber SWagißrat bie Steine,
btc 4?infauer leiftetcn bic J^anb« unb
Spannbienfte, wahrenb baö 95augclb
burd, Sammlung aufgebradjt würbe,
i'iclleidit infolge einer (Snt|tclluug ber
urfpriing!idicn95cjcidiniing „beim J?crt
wig gelegen" würbe ber 9?citbau von
nun ab bie J^cbwigöfapcllc genannt.
3m Jahre 1781 erfolgte cnblid» ber
leiste größere Um* unb (Srncucrnngebau.
S&aubefchrei b u u g.
Tao in einem 25 Ar großen .Siirdv
ljof gelegene ©ottebljaub jcigt eine im
C’iruubrif; rcdjtcchgc Anlage (Abb. 172».
Tie .(höbe ber überputsten llmfagungc«
mauern bib jur Traufe beträgt etwa
1 m. Tab SJiaucrwerf ift aub Steinen
großen jyonnate aubgeführt unb bc*
redjtigt ju ber Sdilußfolgcruiig, baß ber heutige 53au im .Stern fpätcftcnb ber Seit
unmittelbar nad» bem Treißigjäljrigcn .Krieg angchört. Tic auf ber öftlidtcn Außen*
wanb angebradite Jahrcöjahl 1781 bcjicljt ßd> auf bab Jahr ber lebten größeren
Jnftanbfehung. ®aö mit Q5ibcrfd)wanjjicgcln geberfte Tadi ift nad» ben Sdunal*
feiten abgewalmt. (Sin Turin ober Tadiaufban fehlt.
Tic mit 9iücfßdit auf bic (Smporencinbanten auf ber Sub* unb 9?orbfcite in
jwei 9icil)cn übereinanber angeorbneten Vid)töffnuiigcu fdiließcn ebenfo wie bic Tft*
fenfter unb bic beiben 3ugängc auf ber Süb« unb SBeftfeite ftidibogig.
Tic fladic, weiß übcrtnnditc 35rcttcrbccfc im Snnern weift 93alfcniintcrjügc auf.
Ter Aiißbobcn i|t mit Siegeln belegt. Tic auf ber 'l^cftwanb vorgclcgtc (Sinporc,
’) SBgt. Original im Stabtard)» 'Jlr. 17, ferner Stcinlninfenc 'JSerid't über ©efdiidjte nnb Huflaub
betf Qiaiieti in ben Alten bet’- .Ki'nfilti'rimne ju (Berlin.
Gommerfelb CBaffious).
Äunffbcnfm. b *DtDß. Sßrbbß. VI. 6. Greffen.
] 5)4
(Sommerfell) (21011)0115).
bereu Q5rüftttng cbcitfo wie bie ber anberen Ginbauten mit Tlfarbe weif; geftridicn
nnb nut ©olblciftcn abgefcljt ift, wurbc bei ber Aufftcllung bcö .f?arntoniuntß auß
afuftifdicn ©rünbtn außgefdutitten.
(Sine Sreppe führt nad) ben Ginbauten. Ter Tadtboben aber ift vcrmittclft
einer Leiter burd) eine in ber Terfe burdtgcbrodtcnc Cffitnng pigängltd).
Taß ©eftübl im Sdtiff wirb burd) einen SOiittelgang in ;wci Jbälftcn getrennt.
Ter 'Paflorcu jlttbl ift in btc ©übofterfe eingebaut.
Ter ätanjclaltar ('Abb. 173) ift eine vcrbältntßntäfjig fcbltditc Arbeit auß
ber 3cit ber lebten Suftaubfciiuiig ber Ätirdic.
©locfcn ftnb nidtt vorbanben.
Tas Hafbaus.
53augcfd>td)tc.
Ter int jähre 1196 bei beut groficn Stabtbranbe glcidtfallß jttgrunbe gegangene
Vorgänger beß heutigen Siatbaufcß wirb jwar in Urlauben auß ben Saljrcn 1-151
unb 1178 erwähnt, ettte cingchcttbcre $5cfd)rcibtntg beß ©aueß jebodi nicht gegeben.
Sßabrfdjeinlid) ift er ebenfo wie ber unmittelbar barauf aitfgcfübrtc 9totbau auß
vergänglicherem 93auftoff errichtet gewefen. Tic heutige Anlage (Abb. 171) ftammt
auß bem Sabre 1580 unb wurbc, wie Siedler berichtet, nad) bem Gntwurf eines
Stalicncrß natnenß Antoni außgeführt. Gß ift baher fclbftvcrftänblidi, baf; ber Stcubait
|Id) aud) in feiner inneren Siainnciutcilung wefentlid) unterfdjeibet von jenen tnptfdtcn,
fpännittclaltcrlidjcn Qtathaußgrunbriffen, wie wir fic faft unmittelbar übcrcinftinuncnb
bei ben Siatbättfcrn in Vtttfau unb ftürftcnwalbc fennen gelernt haben.
35au bcfdjrcibu ng.
Abgefeben von jüngeren Um« unb Ginbauten liegt cß fofort Har 31t Sage, baf;
bic ehemalige Haufhallc, bic bei ben erwähnten älteren Q5cifptclcn btc J^älftc ber
©cfamtanlagc außniad)tc, itt biefem Umfange erbebtid) cingcfdjränft wurbc.
Tic, vcrglidjcn nut ben ‘Aufgaben ber iläbtifdicn Äörpcrfchaftcii, int Siittclaltcr
weiter unb vcrfchicbcnärtigcr außgcbaiitc (Stabrvcrwalrung bco 16. Sabri), verlangte
eine fparfamcrc Vfußnufeung beß jur Verfügung ftehenben Sbauplatjcß, eine weiter«
gehenbe ^Xaitmtcilung jur Unterbringung ber nid)t unerheblid) angcwad)fcncit
von Sdjrcibftubcn, bic j. T. mit mafftvett, feharfgratigen .Urctijgewöibcii ober, wie
heute nod) ber Srcppenflttr im Grbgcfd)ofj jcigt, von fladtcn 55alfcnbccfcn mit au bett
Hauten reidjer profilierten Unterjügen überberft würben.1) Sclbft baß fteile Tad;
wurbc j. S. noch 51t Vlrbcitßjwerfcn außgebaitt, wie btc ebenfalls von fdtlanfen, redit«
ccfigcn Viditöffnungcn burd)brod)encn, rcidtgcglicbcrtcn, mit Volutctianläufcrn ge«
fdjmücften ©icbclaufbautcn über ben Sdimalfcitcn unb ber SDiittc ber Vängßfrout
beß jwcigcfchofftgcn SVaueß crfcnncti lafTcn tVlbb. 175, 176 u. 177).
) Mittel) in bem nötblid) mifloßcnbcn 9humt wurbc, ttadjbcm bic ©tmtbrifiaiifnnbinc bereit« brucf=
fertig vorlag, eine gleichartige Pette bfoügclegt.
Gommerfelb (Scfjloh).
195
13*
Qlbb. iso. Sommerfell». ©rimbrif; M Sdjlofietf.
I
196
Sommerfell» (<5d)lofj).
SBon bem ehemaligen Außbau l)at ftcf? nod) im Sbergefdjoß eine rautenförmig
befchlagcnc ©ifeutür (Abb. 178 u. 179) mit fiinfhwll gearbeitetem fchwercn Sdffoß
bcrübcrgcrcttct, bereit Snnenfcitc nod) bic urfprüngltdjc SBemalung unberührt crfennen
läßt. Sie vor einigen 3al)rcu nad) bem Urbilb neubemalte Außenfeite jcigt außer
bem Sommerfelber ©tabtwappen nod) bic aufgelegte 3al)reßjal)l ber Anfertigung 1582.
®as Schloß.
2öcnn wir and) itidit äfynltd) wie in Sonncwalbc auö urfunblidjen 9?ad)«
richten, 3al)reöjal)len ober ffßappenfchmucf bett SBeginn bcö monumentalen Außbaucö
beb Sdffoffeö mit <Sid)erl)eit augeben fönnen, fo laffen bod) bic Sßauformen beö
älteften Seileö ber heutigen ©efamtanlage (Abb. 180 unb 181) unb bic 3«fal)rt mit
ben beiberfeitö ftumpfwintelig anfdjlicßcnbcn Ringeln annähernb einwanbfreic Diütf«
fdjlüfie ju auf ben ^Baubeginn unb ben SBaut)crrii. SBornehmlid) in SBetracfjt fommen in
biefer Jpinfidjt ber Aufbau bcö erferartig vorfpringenben, nod> vor wenigen Sabrjchntcu
aufÄonfolen ruhenben SDJittclteileö beö IBorberfdjloffeö (Abb. 182) mit feinen nod) weichen
SXenaiffanceformen, ben ftarf eingerollten SBoluteuanläufern, ferner bie für baö leiste
Srittcl beö 16. Sabri), tppifd) profilierten, gepulten Jgiorijontalgeffmfe unb genffer«
Umrahmungen, fowic nicht julcßt bic im ©egenfaß ju ben fdjarfgrabig frcnjgcwölbten
©rbgefdjoßräumcn ber ^iügelbautcn als Sonnengewölbe mit (Stidjfappen gebilbete
Secfe ber Sitrdffabrt. @3 ift bal)cr nicht unwal)rfd)cinlid), baß unmittelbar nad) bem
Übergang ber .fpcrrfdmft Sommerfelb auö ben Jpänbcn berer von ^Jad an bie von
Äottwifj i. 3. 1588 ber neue SBeftfjer ftd) jum mafftven Ausbau cntfdjloffcu l)at.
Spätere gcwaltfame Änbcrungcit, Abbrud, uub ÜBieberaufbau fowic Steuerungen
in ber urfprünglidjcn Planung fdjeinen vorwiegenb bie eigenartige £agc bcö baroefen
Seileö beö von ber Jperrfdjaft bewohnten JpofflügclS verurfadjt ju haben, wenn and)
nid)t verfannt werben foll, baß vornehmlich in bem maffiven Unterbau beö ber
Slorbweftcdc vorgelcgten (©djloßturmeö mit feinem Stippenffcrngewölbc ein 9teft ber
erffen SBaujcit erhalten ift. SD?it bem abermaligen äßedjfcl bcö SBefßserö fyattc in
ben brctßiger 3al)ren bcö 18. Saljrl). unter ben V. SBrcbow bic Sßautätigfeit erneut ein«
gefegt, bic wohl, wie bie SBcttcrfahneninfdjrift über ber offenen Saterne beö inb Adjtecf
übergefübrten Surmbacheä jcigt, i. 3. 1739 ihren Abfdjluß fanb.
Ser fübfüblid) anfdjließenbe ^lügcl gehört ber Slcujeit an unb bietet funft«
gcfd)id)tlid) nidjtö weiter SBcmerfeuöwcrtc^; bagegen hängen im Surm jwei ©loden,
von benen bie nörblidje mit 40 cm Sitrchm. am Jjalö nur ein jweireibigeß SBlattornameut
jcigt, wäf)renb bic füblidjc mit 70 cm Surchm. außer ber 3al)reöjal)l MDCCXXXIX
(= 1739) uodi mit bem Soppelwappcn beß SBrebowfd)eit ff'atronatöpaareö unb ben
hierauf bcjugnel)mcnben SBuchftaben F. S. v. B. unb E. S. v. B. gefdjmüdt ift.
Abgefel)cn von jwei ber üblichen Spätrciiaiffancefchränfe im glur fowie be«
merfenöwerteu auö ben 3al)ven 1750—1760 von ©merentia v. SBrebow l)errül)rcubeit,
alö 2Öanbbel)ang bicncnbeu ^erlcnftidcrcien |Tnb im 3uncrn bcö ®d)loffcö bic Raffelt«
bilber bcö Abolpb G»t)X"iftoph Siegiömunb V. SBecrfelbc, geb. 1764, geff. 1806, beö
jwei 3abre älteren ^riebrid) v. SBecrfelbc, beß ©corg griebrich V. SBecrfelbc, geb.
Sommerfelb (Scfjloft).
r
Mb. 181. Sommerfelb. Sdjloß, Qlnftdjf von Ulorboftcn.
19S
Sommerfelb (Gdjlofj).
Qlbl’. 182. Sommerfelb. ‘Blittflteil M 93orberfd)loffcO.
(Sommerfeld (IBobnhäuier).
199
911'1’. 183. Sommerfeld. ’l'mrrljauö ’Pfarrftraße 236, 9lnftd)t.
15. ®cpt. 1722, geft. 26. Mai 1799, unb ber J^cbivig v. Söeerfclbc, geb. 1766, geft.
1800, l)crvor$itl)cbcii. Bwci lebcnögropc Ölbilber bcö @corg ^yrtcbricl) v. Söccrfclbc
unb bcö Söaltljafar Tlbolpl) V. Söcerfelbe, geb. 16. £)ej. 1723, geft. 2. Oft. 1795, finb
Utopien nad) ben im »Sdjloffc 51t (Sonnenburg beftnblidjen Originalen.
2luö bem 19. 3at)rl). flammen vier (Stcffetffdje ^Jferbcbilber, eine Srafefdje
Marmorbüjtc bcö 1850 verftorbenen Suftav v. ©ccrfelbc, eine von bcmfclben Meiftcr
verfertigte Sipöbüftc auö bem 3abrc 1811 unb vier <Stid)e von ^>albc)vang, bar-
ftelleub baö Jjeibelberger (Schloß.
Sonffige bemerhenswerte Säufer.
Snfolgc ber vielen Sßräubc, bie biö tief hinein in baö 18. Saljrl). (Sommerfelb
!)cimfiicf)tcn, bürften abgefeben von einigen bercitö im Mittelalter ntaffiv auögebautcn
/
200
Sommerfclb ('Ißofjnljäufcr).
Illllllllll I- I I f —1~
- i 0 5m
9lbb. 184. Sommerfell*. 5?atiö 9)mrrilrafie 212, ?lnfid)t.
unb gewölbten .ft'dient wenig 2Bo[)n[)außrcfte Dor bie 93arocfjcit .jurüefgeben. .öierber
gehören woljl u. a. bic an ihren ^ortalgewänbcn mit ®tfcnifd)cn gcfdnnütftcn, fonjt
aber ganj fd)liditcn unb anfprudjlofcn ein? unb jwcigcfdiofngcn Käufer Eyummcitrapc 131
unb Sdtlopftraßc 46. 2lnb/rc in ihrer 93auart bem in ber £O?ittc mit einem £adp
aufbätt verfehlten erftgenannten J£»aueS eng verwanbte öebäube, wie bic Käufer
ftritmmcjfrafic 132 unb 136 finb mit jenem etwa glcid^citig.
(Sine rege iBautätigfcit fcljre Anfang ber breißiger Sabre beß 18. Sal)rb. in
Sommerfclb ein, wie bic Sabrcßjahlcn „MDCCXXXII“ an bem fonft fd)lid)tctt ’Punbau
‘poftflrafjc 173 unb „1731" im @tcbd beß Jpaufcö Ärummeftrape 158 anbcittcn.
9?adt ben im <Pfarrard)tv aufhewabrten Siedlungen fällt and) ber 93au beß ’Pfarr?
baufcß (2lbb. 1831 in biefe Seit unb viele anbere ©ebäube in ber jDfarr# ober ftird'==
ftrafic laffcn auß ber angewanbten ?(rt ber (Sfticbcrung ihrer ^'ußfalfaDcn auf bie
gleidtc (SntftchungSijcit fdjlicfjcit. 2lnbcrc J^äufer jeidnten fid, burd) ihre eigen»
artige Sadigeftaltung (?lbb. 181) fowic bic mehr ober minber bcmcrfcnöwcrtcn
Suren au», wie j. 93. bic ein» l'cjw. jwcigcfdjoffigcn bauten in ber 93abnbof*
ftraßc 4, 138, 192 unb 193.
Jlud) nad) bem Siebenjährigen .ftriege fann auf eine ©icbcraufnabmc ber 93att=
tätigfeit gcfrijloffcn werben, wenn wir bieß audi nidtt überall wie am ?luf;cnput? ber
Stabtpfarrfirdic (vgl. bafclbft bic Sahrcöjablcn 1791 an ber ©ftfeitc bev ©icbcltürmdjcne
Sommerfelb (Ukt)nfjüufer).
201
nnb 1797 an bem fiib*
[tdicii (frfftrcbcpfeilcr bcö
£'ttßiebcl$j an ber 4?anb
von 53anbatcn beweifen
fönnen.
9?iit bem .ftfaffijiömitä
enblid) macht ftd' ein 3nß
in«? SDionnmcntalc bei ber
§afinbcnßcftaltunßbcmcrf=
bar, wie man an bem im
Ifcrbflcfdn'Ä mit 'Blciib*
arfaben ßefdnnfitfen .ßanfe
’Pfarrftrafie 91r. 241
(?lbb. lSt>), nnb mehr nod)
an bem Jpanfc Sßabnljof*
jfrapc 188 C2(bb. IST» n.
1S7» mit feinen fräftiß
vorfprmqenbcn pilaftcrn
nnb bem nad, ftrcnß bori*
fdiem SSorbilb burdjqcbil*
beten SrialppbcnfricO er*
feinten fann.
Äunffgegenffänbe int
'Prinalbefitj.
2(bßcfcbcn non einer
anfebnlidtcn Sammlung
alter Stein* nnb SDZajo*
fifafrüßc fowie anberer
fnnjtßcrocrbl.Jicr ®cßen*
ftänbe, unter benen in
erfter Vutic eine erftffaf*
)Tßc Crmpireiihr ju nennen
i|t, feien nod» nadifrebenbe
©emälbe erwähnt, bic |7d»
im 9?e|Iß bee .ftommerucn*
rateö ®. Vaitßc bepnben:
1. 5m Svjimmer:
JpL (Säciitc von (5ißnani
i Vcinwanb).
3wci ‘Jflleqorien von
J. v. 9J?icriC (Jpelf).
iiiiiiiiiii i i -i i
1 0 5m
'?lbb. 185. Si’iniiiertdb. .f'aitö *J)faiT|Ir.ifie 211,
(riindbeit ber ÄniTabe.
202
(äoinmcrjelb (Äinnffgcgcnflänbe im 'JJriDalbcfitj).
'211’b. ist;. e.ommerfflt’. J>aii6 'Äifmbcntrafie iss, ülnftdif.
2. 3iii Salon:
Tamcnbilbniö von Sictfdjcr (Vcimvanbj.
9?iänncrbilbniö in brr 2lrt beb Jyran^ Jpale (Vcinn'Cinb 1.
iOiännorbilbnib von £vaf. SÖafcr (Vctinvanb).
'Diänncrbtlbiüb in ber ‘Art beb ‘P. 'P. 9lubcnö fVcimvanbi.
T'cr ©eijigc von 97ogari (Vcimvanb).
9Raboiuta von Subger 5cm 9ving Göolj}.
3. Jm .ßerrenjimmer:
JjoUanb. Äirmcf; von Soft ßornclifj v. ®rod) ®looti) (.polp.
SD?onbfdicinfccitiitf von van ber 9'cer (Vcimvanbi.
Vanbfdiaft von 5Woud)croii (Vcünvanb t.
Vanbfd)aft von 9?oorbt Göolji-
I. 3m IGobiqimmcr:
?anbfd)aft in ber ?lrt bcö 9tupvbacl id&oip.
Vanbfd,aft in bev 2frt bcö IBatcrlco (JJ0I3).
Vanbfdjaft von 93crgbcin»i>njarbin OJcinivanbJ.
3>vci 2(rd)itcftitrbi(bcr von -Dirf 9D?aaö (A'ciinvanb).
Vanbfdiaft in ber ‘Xrt bcö ?(. (5itnp (^>0(5).
Sommerfelb (ftunflgegcnftönbe im ^rioatbcfib).
203
B i. 1 -.....-I-- 1. " " i 1^1 I 8 T, TZJ.
Illllllllll I I I I I
10 5m
Wbb. 187. -sommerfelb. f>auS ®flfjnf)ofßrflf;c 188, ©mjelfjeit ber gaffabe.
•5. 5in ^rcppcnbano:
iDiVtbologifdic ZarftcUttng von SDZignarb (Vcitnvanbj.
(ftiblid) feint nod' im glcid)cn 95c|7fc bcpnblid) cnväfynt:
I 451. Familie in ber 2(rt beö 5])alma SBcccijio (Vcinwanbj.
2. 4lird)eninnercö von sp. be Dlecfö (Vetntvanb).
3. Äirdtcninncreö von bc 9?ecfö (J?o(p.
I J^inintclfabrt 9J?ariä von einem aftbeutfdten fifttiitcr (Jpoisj.
5 3'vei große gifdiftiHebcn von 3. öicllig fVeinroanb).
•>. Üanbfdjaft von Sroijoit < Veinroanb).
204
Sammcnborf.
^annncnborf.
SanuiU'Hbütf, 18 km norbweftlidi von (Sroffcn. ©cm. 279 Crünv., 892 ha;
©iitC'bcj. 75 ijinw., IS l ha.
3n einer Überfidjt über bie ürtfdiaften beß Sprengefß beß QJißtumß "Pofen von
1308 wirb „Samoborf" cnväfynn 2öic fid) auß einer llrfunbc vom 10. Pej. 1137
im ©ebennen Staatßardiiv ju S&crlin ergibt, faßen hier bic Voten, bie mit ‘peter
V. Voffow ju Prenjig einen
©renjftrcit hatten, ber jn
Jvranffurt untcrfudit unb
1138 entfdjicbcn würbe.
'Bcrjcidjiiiffc beß 16. 5al)rh.
befaßen, baß biefe Sutter
bem ®arfgrafcn mit einem
Vcßnßpfcrb 311 bienen hatten.
Um 1580 folgten auf jte bie
Sdüiebcn, fpätcr, nm 1614,
bic Stöffel — 1680 unter«
jciduict ©corg (jßrijtof v.
Stöffel bic 2>ofationßur«
funbe für bcu Pfarrer £0<ar«
cifiue — fobann um 1690
ber ©cncral SJitfranber.
Abb. iss. Jantmenborf. ©runbrif; bet Kirdie.
And) ui ber Jvolgcjeit hielt ber häitßgc Q5cßfcwcd)fcl an: um 1800 bic Freiherren
V. 3rofd)tc unb feit 1890 bic gournicr. ©ciiauc Angaben über bie 32 Feucrftcllcn
im Porf unb ihre Pcfiljcr, namlidi u. a. 9 sbauern, 8 jtoffäten, 7 Hübner, bietet
25ratringß „Söcfd>reibung ber üDiarf" von 1809. — Pie Mirdw war von jeher SOiuttcr
unter bem 'Patronat beß Siittcrgutßbcfißcrß.
Pie im 3al)rc 1910 von bem 'Hcrfaffer im Innern inftaiibgcfeßtc Siireße ge«
hört ju ben in ihrer ©cfamtcrfdiciniiug cinhcitlidiftcn unb am heften erhaltenen Paroef«
bauten ber provinj.’) Sic wnrbc von bem ©cncral fDiifranbcr (geb. 1610, geft. 26. S?ft.
1722)2), ber Pammciiborf von bem .fjerrn von Stöffel gegen ‘Ausgang ber adjtjigcr
Jahre beß 17. Jaßrß. erworben hatte, erbaut. Pie ©runbitcüilcguug erfolgte am
15. ‘April 169631 unb fieben Saßre fpätcr war baß ©ottcobauß im Sioßbau fertig«
gcücllt. Per alte S&au war bcrcitß 1693 niebcrgclcgt worben. 3uv 93cftreitung
ber Höften würben u. a. audi bic llberfd)üffe ber 5lird)cnfaffe in ^»ößc von l—10
Malern jal)r(id) benuUt. Scdjßunbvierjig Salcr werben 1709 alß ‘Auogabc für bic große
') 2?gl. föcfduifrcl’crid)t ber SBrdiibriibiirg. Vrcvinjialfomtnifftcit für Penfmalptlcge uub beb ’l)rcviiijtnl=
fonfen'citcrb 1908—1910. *) 55gl. <?rn|t jyricblänbcr in ber Allgemeinen beiicldien ®it>grapbic’-Bunb XXI,
e. 701—703; ferner Tr. Iß. QJritdmuiUer, „3iutfdwn Sumpf unb Sanb", iv. .Kapitel, Peittfdjer Verlag,
'Berlin SW. ii, Köuiqgräßeritr. 11/12. -Bgl. ^anmicnberfcr Ivird'cnniatrifcl oom 1. III. 1701.
•J
Qfbb. 190. Sammenborf. M'ird)e. O.uerfd)iüttz QMitf nad) ©eflcn.
9(b6. ihi. Sanmtenborf. .ftird'c von ©fibiveflen.
I
208 Tammenborf.
neue ©locfc verjeidmet. 2Hc> 93aumciftcr ber 5lirdje wirb „Monsieur“ m&critharb
tXicgelan genannt; ®?aurcrmciftcr war Soßaiin Äarl üVatufdjfy, ber feit 1696 in
Tammenborf anwefenb war. $Bon anberen ffliciftcrn feien ber 55ilbl)aucr Svhann
©rnfl ^'lato unb ber Orgelbauer ©ottfricb 3cibler crwäßnt. 1708 wirb int »Paten«
regifter „Jßerr SDtüllcr ber iOiahlcr auß granffiirtb" angeführt (vgl. and) bic Snfdnift
„G-S-M-1711 P-F- IBII“ an ber Jnnenfeite ber Stiruwanb beß ©cftiißlß im
Sdjiff); vicllcidit hat er audi baß ©pitapbbilb SJiifranbcrß gemalt, baß bei ber
Snftaiibfcljung, weil eß in fidi felbft jerficl, burd) eine forgfältige äiopic vcrbccft
werben mußte.
Sic .Studie mit ihrem im ©runbriß (2(bl». 188) rcd'tccfigcn Vanghauß unb bem
annäßernb glcidj breiten, von fünf (Seiten cincß 21ddctfß nmfdjloficneu 2Htarraum
jeigt außer bem ber ganjen »löcftfront im Unterbau breit vorgelagerten Turm je
eine in ber 21difc ber beiben Vangfeiten crridjrctc Soge. 21n bic öftlidjc 'polugonfeite
enblid) fdiließt ftd) eine frctßförmig angelegte Safriftci mit Jtegelbadi. Sic burd)
pilaftcr, 9iifd)cn, Scrbadniugcn, rcid)c ©cftnißglicbcritngen unb äßitlidtcß mehr faft
völlig aufgclöflc Sßeftfrent (21bb. 189 n. 190) frönt ein bei fpätcrcn Snftanbfcßungcn
mchrfad) abgeänberter, fdilidjt gehaltener, oben mit einer Srcicrfevcrbadniug abgc«
fdtfoffencr ©icbcl, ßinter bem |Td) ber nad) innen feitlidt abgefeimte unb fo inß O.nabrat
übergeführte Oberteil beß Turmeß erßebt. »pilaftcr glicbcrn bic ©locfcnftnbc unb au
Stelle beß älteren Binf« unb beß urfprünglidjcn J?oljfd)inbclbad)cß trat in neuerer
3cit ein Äitpfcrhelm, beffen quabratifdic Vaterne eine gcfdnvcifte Jjaubc mit Änopf
unb £ral)iie frönt.
JSoheß Seitcnlidit fpenben unmittelbar unter bem ^auptgefimß fteenbe J?alb«
freißfenfter (Tafel 13) unb ben ‘Herfehr mit bem von einem mafftven Tonnengewölbe
überbeeften Snnern vermittelt von Sffieften ßer unter ber im Tiirmuntcrgcfd)oß gelegenen
Orgelempore hinweg baß von Pilaftcrn flanficrtc ^auptportal, beffen ftidibogig
gcfd)Ioffcncß Oberlid)! jwifdjen einer gcbrodicncn ä!crbad)iing fitst. ©in jweiter 3«gang
mit Srcictfßgiebcl beftiibct ftd) auf ber 'löcitfcite beß Sübaubaueß unb bient vor«
wiegenb ber *Patronatßl)crrfd)aft.
jonificrcnbc ^)ilaftcr glicbcrn bic ißsänbe beß Vangßaufcß unb beß Cljorcß
(.Tafel 11 fowie 21bb. 190,191 u. 192) nnb ben Jyrieß beß unter ben genftern jfd) entlang«
jichcnbcn ©cftmfcß fdjmücft angetrageneß fKanfenornament, waljrenb bic in glcidicr
.ßöhe gijenbe 9)rüftnng ber Orgelempore mufljicrcnbc »Putten beleben. 21n ber Sccfcn«
Wölbung ffßt unmittelbar über bem ©rnftjitgaiig baß Oiifraubcr«filingfpornfdic
Soppclwappen (21bb. 191 u. 195).
©in reid; gcfdjmiebctcß, vergolbctcß ©ittcr (21bb. 192) mit bem 9)?onogramm
beß T'auljcrrn trennt baß Sdjiff von bem brei Stufen l)öl)er gelegenen 2Htarraiim.
'Hon bem weißen 'Putmgrunb Ijebt ftd, bic biß auf baß ftarf abgcfcffcnc unb
baßer vorwiegenb ncugeftridjcnc ©cftüßl übcrrafd)cnb gut crßaltcnc SPcmalung beß
Jpcljwcrfcß bei- inneren 21ußftattung wirfungßvoll ab. IL’oßlabgcffimmt ift baß bunt
bemalte, j. T. mit ©olb unb Silber unterlegte rcidic 3ianfcufd)nifcwcrf ber Sogen«
brüitungcn unb beß ©ßorgcftüblß (21bb. 196).
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’£T PJVS
•uaßoas)
troffen.
Safet 11.
Q:ammeni)orf. £än<jenfd?nitt burd) Die ftirdfe. £Micf nad; 'Dlorfcen.
Sammenborf.
209
W’. 192. Üßmnifiiborf. 3nncrco bet Äirdje. QMicf n«d; 9Jortoftfn.
Jtunfttrnfni. b. <Pros. ®rbbj. VI. ß. ßroffcn.
I
14
210
Snmmenborf.
Der md)t nünber farbenprächtig gehaltene, auf vier wappenl)altenben Vöwen
rul)enbc fjeljernc 2Htartifch Gibb. 197) war urfprünglid) mit Siüdßdjt auf baß
reformierte Söefenntniß beß Bauherrn ohne jeglidjen Qlufbau. ©rfl feit ber leisten
Jnflanbfetjung tyat er jene von bem mittelalterlichen 2Htar ftammenbe, treffliche,
fpätgotifdje Sßeweinung auf neujeitlidjcm Unterfall erhalten, bie mit ihrer an Stiemen»
fd»neiberfd)e 31 or würfe ertnnernben, ftgnrenrcidien Äompoßtion woljl ber fränfifdjen
«d)ule entflammt. 'Jlnbcre auß ber alten Atirdje übernommene, fpätgotifdie Figuren
würben leiber vor mehreren Jaljrcn in baß SDiärftfclic SRufeum nad) ©erlin verfdjlcppt.
3roci jinnerne baroefe 2Htar leuditcr, 53 cm hort’, geigen bic cingcgrabcnen
Jnfdiriften: JOHANN GOTT / FRIED BERNTH / VEREHRE DIESE
LEVCHTER DER / TANNENDORFFISCHE KIRCHE / A° 172/“ unb
„EVA MARIA BERNTHIN VER / EHRE DER TANNENDORFFISCHE /
KIRCHE DIESE LEVCHTER A° 1727.“
Die größte uub reidjflc uub babei am bellen im urfprünglichcn 3uftanb er»
haltenc Arbeit in ber Aiirchc ift wohl bic prädjtigc Äanjcl, von ber eine eingchcnbe
©cfdjreibung ju geben Safe! 15 erübrigt.
Die cbcnfallß böljerne, rcid) gcfdjitiytc unb am ©eden mit (Sngelßföpfen unb
fonftigem fdjmüdenbcn ©ciwerf verfcljene Saufe flammt auß ber Altrdce in SOlanfdnww
(vgl. Atunftbcnfmälcr ©anb VI Seil 1, 216b. 195).
Die Orgel t21bb. 193), bereu rcid) gefdjnflste Sdjaufcite von mufijiercnben
©ngeln befrönt wirb, unb über bereu Spicltifd) außer cbcnfallß mußjiercnben (Sngeln
nod) ber harfcnfpiclcnbc Äönig Davib angebracht ift, mußte, weil vor einigen Jahrjchntcn
völlig weiß übertüncht, in ihrem j. S. unter ber Sündie hcrvorgcholtcn Tlnftrid» er*
neuert werben.
21n bem vcrgolbcten, trefflich gefebnifcten, mit friegerifdjen Sropljäcn unb ftgür*
lidjem ©ciwcrf gcfd>müdtcn 9ial)meu beß Spitaphbilbcß (21bb. 198) beß (Srbaiterß
fd)cint eine IWinerva, bereu linfe Jpanb ben «diilb mit bem ©orgoncnl)aupt uub bereu
Siechte einen geöffneten Sii'fcl halt, barauf binbeuten ju (ollen, baß ber 5trtegßmann and)
mit bem Sirfcl umjugehen verflaub,.b. h. bem‘Ardiitcftcn in fadifunbiger SÖeife feine
'Jßünfdje ju verftel)cn gab. Die Jnfdnift beß (Spitapl)ß ift neu.
(Sin auß •f’olj gcfchnifsteß SJltf ranbcrfd)eß ‘HJappcn hängt in ber ®ittc ber
QJrüflung ber Orgelempore.
Die böljerne 8id)terfrouc im Sd)iff ift cuiö einem in ber Äirdic vorgcfunbcneii
alten ^tanjelbecfel verfertigt unb neu bemalt.
(Sine Tlnjahl in ©eftalt menfd)lid)cr ?lrme angefertigte, ijöljcrnc, baroefe Vidi ter#
baller mit trefflid) gefchniljtcn, vcrgolbcten Wßanbfd)ilbent hängen an verfdjicbcnen
«teilen im Jnncrn, ebenfo jicren eine 2lnjaf)l ©cbcnfblättcr unb Sotenfroncn bic SSänbc.
3wci ©loden. Die füblidje, 72 cm Durd)nt., trägt auf ber ^»aube bic Jnfchrift:
„DEO PIISQUE GRATl'S EST TINNITUS MEUS / EXPERTAM EADEM
FATA REFICIENDAM CURAVIT / ILLUSTRISfSIMUS] L[IBER]BARO
DE / MICRANDER / PATRONUS / FUSA FRANCOF.[ORTII| \D
VIADR|UM]. 1727 JOII. FRID. SCHRAMM“ (= ©ott unb ben frommen ift
Sroffen.
5afe( 15.
I
tammcnborf. Äanjcl in ber SVirdpe.
Sammenborf.
211
?((’(’. 193. Jannnent'ovf. 3nneies bet Äirdjc. ’Blirf nad> 'Rorbroeffcit.
212
Sammenborf.
• ------------------------------------------------------------------------------:—:______: ’’ '
Wbb. 191 n. 195. Sanunenborf. 5Tircbc. SecFenretief (oben: vor, unten: nad) ber 3n(tanbfebnnfl').
Sammenborj.
213
mein Älang angenehm. Sic vom gleichen ®efd)icf betroffene ließ ber crlaudjte
Patron ber Freiherr v. SWifranber neuanfertigen. Sic fyat 1727 Sol). ^ricb. Schramm
ju granffurt a. D. gegoffen).
Sic nörblidje, 90 cm Surdpn., wurbc von ®. 6. Söadpnann in ©erlitt im Sabre
1830 ebenfalls auö einer älteren umgegoffen. 2HS Patrone werben Äarl griebrid)
jlodi auf Sammenborf unb ®uftav v. Oppen auf „9iuSniß" genannt. Äirdjcnvorfteljcr
waren (Ibriftian Safdjc unb griebrid) dorritt.
9l6b.it»«. &nnmcnborf. 5tird)c. @ffßrgeftü()t.
Sn bem 1680—1682 erbauten, im Sabre 1907 nad; üSefteu ju erweiterten
‘Pfarrhaus mit feinen fcljr fdjlidit gehaltenen, alten Stucfbccfcn werben aufbewahrt:
Sin ©arocffeld), 20 cm bodi, Silber, lcid,t vcrgolbet, $O?eifter L. G. granffurt.
Sin 3innfclch, 19 cm bodi, mit bem SRifranberfdjen Stenogramm unb ber
SahrcSjaljl 1720.
Sine fedjöecfige jinnerne Seele Iflafche, laut 2luffd)rift 1766 von „ÜRatteaß"
Üchmann in Sammenborf gefd)cnft.
@in jinnerner Dpfertellcr, 21 cm Surdjmeffer, mit gefd)Wungcnem 9lanb;
2. J^älfte beö 18. 3al)rbunbcrtö.
3wei jinnerne ^ateneu, 12 unb 15 cm Surdpneffer, 5vanlfurtcr Arbeit.
@in einfacheres rotfeibeneö Äommunionötud) mit ®olbborbc, 18. Sabrbunbert.
@in rcidjgcfticfteS, rotfeibeneS, fowie iXeftc eines britten ÄommunionStndicö ftnb
mit bem juerft genannten etwa glcidjjeitig.
214
Sammenborf.
•>
9(bb. 197. Sammenborf. Äirdje. SBavocfer Qntartifd) mit fpätmittelatterlidjev SBcroeinung.
3?aö £>errenl)au5, ein fddidjtcr, laiiggeftrecfter, cingcfdjofilgcr, mafftver 'Pufcbait,
tvurbc anftelle ciucö 1694 erbauten, 1837 abgebrannten ©ebäubeö in ben vierziger
Safyren bcö 19.3abrb- ne« erbaut. Slefte bcö alten sßaucS in ©cftalt eineö auö
Sanbftein gearbeiteten SJlifranberfdjcn Sßappenß mit ber alten lateinifd)cn QJaiu
infdjrift ftnb jefct in bie ©tirnfeiten ber Scrrafie vor ber Freitreppe cingcmauert.
3Jie Snfdjrift lautet:
Sommenborf.
215
?(bb. 198. Sainmenbon. Ä\ird)e. SJtifranberfd)eö Cfpitaplj.
„(bub fAuspicio / efer[enissi]m! et ePot[entissi]n>’ &e[c]t[oris] ‘Brandenb[urgensis] /
III / fflrcem hanc / Glugustae ‘Domui gratum ‘Diversorium Gentilitio /
eVtemmati <5edem guietam Sfosteris ‘Ulonumentum / ‘Perennaturum condidit I7l[nn]o
1691 SßO^RQ' / eRfacri] tRfomani]. Sfmperii] L’fiber] <B[aro] de
‘Ulicrander / Qeneralis et Gubernfator] eFrancof[ortii] ad dJiadfrum]“ (= Unter
ber Siegterung beö erfyabenften unb niäcfyttgften Äurfürftcn »on ©ranbenburg
griebridjä III. erbaute im 3af)re 1697 ber Sietdjöfreiljcrr, Oeneral unb ©tabtljalter
4
216
Sammenborf — Stjicmcnborf.
von gronffurt a. b. £?bcr ©corg
Abolpb von SDtifranbcr bicfeö Sdjlof
bem erhabenen Jpaufc alä angc*
nehmen Aufenthalt, bem angeftamm*
ten @efd)Ied)tc alö Siuljcfi^ unb
ben Stadjfommen alö ein immer*
währenbeö Tenfmal).
Crtnen ber in ber ^roBinj tppi*
fdjen 3tel)brunncrt jcigt Abb. 199.
Sbienieni'ovf.
dljicnirntiürt, io km oftfüb*
öftlidi von Sroffen. ©cm. 517 ©inw.,
630 ha; ©utöbej. 62 feuiw., 15 L ha.
2hcllcid)t iftber 9tamc bcöTorfcö
»en bem Stäbtegrünber Sbemo ber*
julciten, bem 1233 ber J^erjog ben
Sd>lc|Tcn ben Auftrag gab, bic Stabt
Staumburg am Cueiö abjiiiTctfcn.
'joadjim 9)?öllcr beridHet, 1115 fei
„31t Sicmcnborf ein ©ntfdjcib wegen
bcö Tberwalbö unb ber ©renu 311
Väögcu (Seflen) aufgcricbtct worben
unb 1172 ljabc Jjöcrjog J?cinrid) bie
wegen beö Dberwalbö verglichen."
bcridjtcn über bie 9io§bicu|tc, bie
Sll'b. 199. Janmicitborf. 3ie®inmcit.
b. Salgaft 311 Sicincnborf mit ber Stabt ©roficn
3al)lrcid)c Vcljneurfunbcn von 1199 bie 1611
bie Salgaft fowie bie Söbcu bem SJfarfgrafcn
von ©ranbenburg 31t (elften hatten. 1610 würbe bie Äirdie, wie SOiöllcr cr;ählt,
von Jpanö v. Salgaft, „(5harfürftlidi SBraubcnbiirgifdwr unb (Srsbifdwflid) £O?agbc*
burgifdier 9iatb unb J^auptmann 511 jüterbotf", erbaut. Auf bie Vöben folgten
bie v. 3cna, febann, llrfunben von 1706 unb
1707 im ©ebeimen Staatöardnv 311 Berlin
;ufolgc, bie Siabenau unb fdwn um 1721
bie Sppcl, bie ftd, biö nad) 1850 1)'«’ bc*
baupteten unb and, baö Patronat über bie
SDtuttcrfirdw batten. Gingehenbe Angaben
über bie um 1800 von 388 ®?cnfdicn bc*
wohnten 69 gcucrftcllcn bietet ß>ratringö
„23cfd»rcibung ber SDtarf" von 18u9.
Ium...................................1
10, 10 20m
911'1'. 200. JJ.mnicni'im. ©runbrii; ber Jtirdie.
Tic Kirche (Abb. 200j, ein gadnverf*
bau, 3cigt vor ben bcibcn Sugängoit auf
Sfjiemenborf
217
?(bb. 201. £(jiemenborf. Qlltar in ber Äircbc.
I
Stjicmenborf.
'llbb. 202. ibicmenbcn. Ätaiijcl in ber fiivdjr.
ber ©übfette jroei ebenfalls aue gadjroerf aitfgcfüljrtc, annäljcrnb quabratifdjc l>or*
ballen unb eine ebenfo gefaltete Safrtilci »or ber füböftlidjcn Seite bet) auö »icr
SJiclccffcitcii gcftaltcten ü|tfd)Iu|Tcö. (iitt Seil ber attfehetnenb nod) auö bem Jlnfang
bcö 17. 3af)rl)unbcrtö irantmenben Umfaffuitg^mänbe rourbe in unferer Seit mafftv
aufgcfül)rt, ebenfo l)at man, laut Mitteilung, in ben jroanjiger Saljren bcö 19."3al)rl).
ben eljcmalß über ber äßcitfront |T£citbcn Dad)aufbau roegen 53aufälligfcit entfernt.
Sljiemenborf.
219
Tie Tadier ter Vorbauten unb ber Mtrehe ffnb mit Sdtinbcln gcbccft. Tic flache
Trcttcrbcdc im Snnern läpt bic Tccfcnbalfcn ftd)tbar; bic hölzernen i'cranfcrungcn
|mb naditrcigfid) cingcjogcn. Ter gupboben beliebt auß Söaeffteinen. 2ln bic Trgcl»
empöre fdiliept |Td) ein .^weiter (Einbau mit .(cmcinfdiaftlidicm 21ufgang in ber
9?orbwcftccfc; auperbem ljat man nod, ben fegen. „Sungmannöchor" mit befonberer
Treppe auf ber 9?orbfcitc beö
'Jlltarbaufcö unb eine ^atro«
uatöcmporc auf ber Süb»
feite neben bem 'J.'rcbigtftuhl
erriditet.
‘Jin ber SBcitfcitc ber
^atrcnatöcmporc fleht bic
3abrcöjal)l 1610. (Tic Trio
ftttngßfüllungen waren ttr»
fprünglid) mit auf feber
gemalten 21bclßwappcn ge»
fchmiicft, von benen ftd) nur
nod) baö ber Stbffclfcbcn
rtanülic erhalten (jat.
Ter 2111 a r a tt f b a u
(21bb. 2011, ein rcidtcö 23a»
rocffo)nn?wcrf vorn Saljrc 1723
(jal)rcösal)l in bcr^rcbcHa»
weift im Jpanptfclb gwifdffen
flanficrcnbcn Sauldtcn bte
auf Veinwanb gemalte Tar»
(Teilung bcö heiligen 2lbcnb»
mablö auf. Ten befreiten»
bett 21ttffafe fdnnücft baö
©ottcöaugc mit einer bar»
über befefligten vcrgolberen
?H'b. 203. Tbicinettborf. fitidw. Gpttnph beö
(Hn'iftiaii 2Btll;elin (jnift v. üppcl.
Sonne?
Tic 5?anjcl (2lbb. 2021, ein berheö $?crf ber Spätrcnaiffancc, ift ent»
fprcdjcnb marmoriert.
Tic fd)Iid)tc SRcnaiffancctaufc auö J?olj fapt eine jittnerne, wie baß Tauf»
beiten ad)tccfigc Sd)tiffcl mit ber 9ianbinfd)rift: ,IAGOI’ • SCHIEBEREI • /II \T •
DISES - ZIENER / BECKEN - IN • DIESEN / TAVFSTIEN • VER-
ERBT / A? • DOM 1582“, ferner „VI - PFVND - IM XXHIIII filber“.
Groffeiter Tlrbctt, SD?ei(lcr F. J.
T'c Trgel ijl eine cinfadv 21rbcit auß ber erften J£>älfte bcö 19. Sabrbunbertö.
2ln ber Sübwanb hängt über ber ^atronatöemporc cm l)öl$cntcö Gpitapb t?lbb. 203»
für Gnriüian ißiHjclm Gruft v. „Oppell", geb. 21. SLiJärj 1716, geft. 3. £umi 1772.
4
220
Sfjiemenbori-
Anwerbern crblicft man an ber Diorbroanb einen Säbel unb gegenüber jroci A>cgcn,
fowic jroci Sporen bcö ehemaligen ’Patronatöherrn.
An ben (Smporcnbrüjtungcn |hib mehrere Siri cgö er inner ungö« unb 2* etc»
rancntafcln attö ben fahren 1813—15, 18(56, 1870 unb 1871, einige lotens
fronen unter ®laö, fowic vcrfdiicbenc üSauernepitaphten auö ber erfreu Jjälftc
bcö 19. JJaljrl). angebracht.
(Sin fdimicbeciferncr, cljcmalö buntbemalter, feeböarmiger Dienatffanccfron«
lende ter hängt im Innern (Abb. 202).
3>vci jinnerne Altarlcud)ter, 61 cm bod>, jeigen auf ber einen Seite bcö
breifettigen §uf;cö eingegraben: „A • V • P • / C • E - V • P • G[EB( IRENE] - V •
O[ PPEL] • / 1729.“
Sion brei filbcrvergolbctcn 25arocffcld)cn ftammt ber eine (Abb. 201 £!??ittc»,
21 cm bod), von bem s?)?ct|tcr @crlad) in troffen; ein anberer (Abb. 204 rcdjtöj,
23 cm l)od), von bem (Sroffener SSlctftcr C. B., auperbem erfennt man bie an feinem
Scdjöpaftfuß eingegrabcne Snfderift: „den 24. März C W-V-O (= (Sbrt|ttan
'lyilhclm v. Sppclj 1746“ unb „M. S. P. T.“; ber brittc (Abb. 204 linfö) von bem
glcidjcn SWeiftcr verfertigt, jebode jc(?t febr befdeäbigt, ijt 22,e cm bod) unb rcid>
ornamentiert.
And) jwei ftlbcrue ’Patcuen, bie eine mit 'Ulcihfrcuj, ftnb C. B. (Sroifcn gemarft.
3n ber Safriftei werben aufbewahrt: pvei berbe, höQcrne, bemalte 9lcnaiffancc*
leuditcr unb ein trcfflidi gcfdntißtcr, böljcrncr, baroefer Ärujifir, leßtcrer mit bem
ifjieinenborf.
Üjcrmcrf „II. J G. K. 1723“
an ber Siücffeitc bcö Unter?
baueö, enbltcfi ein bareefer ’}'a?
Itercn)tul)l Gibb. 205), einfachere
^ijcftlcrarbcit, unb aujicr einem
cbcnfoldicn 3ifdi (21bb. 2061
ein Heiner, einfacher, beinerner
haften.
(iiitc e cf c l f a n n c auß
ginn, 1S cm Ijed), bat auf bem
Tccfcl eingegraben: „MICH
SCHOEN CKTE GOTT
VND DIESER KIRCHEN /
ZVM »NDENCEN ZWEY
GVTE FREVNDE 17-27“.
Unter einem befenberen
Bad), füblidi »en ber Safriftci,
itcbcn ,p»ci rcidi ornamentierte
Wra b frei ne; »en ihnen bient
ber eine bem Tlnbcnfcn bce
Wcorge ‘Jlbrabam ». „E'ppcll",
geb. 1672, gc|t. 17. (Sept. 1715,
0.50m
0.1 0
pdof/lq
oi gjr
PPOF/L b
205. ^birmeiibOH. ftirqje.
'l'aftorcnitiiM.
'?lb('. 20<> Jhienicntorf. Sifrfi i» ber jiinhe.
ber anbere iff gemeinfam für
(5bri|tianÜßilbclm »en „Tppctl",
geb. 25. 9?e». 1711, geft. am
iil.SOfai 1767, unb feine (fbefrau
Vouifc Wörtliche »on „STppcll"
geb. ».£ucf, gcb.25.21ugu|t 1 725, geft. am 7. Jul 1756, erriditet.
'3'vci Wlccfen hängen in einem befenberen ©an [üb?
wcitlid) »on ber 5tirdic. Tic öftlidjc, 65 cm Purdnu.,
bat am Jpalb bie Jnfdirift: „Mathevs Vlris Pastor in
Tiemen- P -• r
dorff,Ge-
richtzSchvltzN.D. DieGa[n]tze
Gemeine Anno MDCLXXII1-.
l’lbgcfcben »on ber für bic 2?oiUarb?
[die WiiHilättc d)araftcri|lifd)cn üD?a?
bonna beutet nod, baö 2I?appcn mit
ben J&udiftabcn J. V. unb J. B. V.
auf eine 21rbcit bce granffurtcr
S9?ci|lcrö Sobann Söajtian SSoiUarb
hin. ?luf;crbcm erfennt man auf
999
Sfjiemenborj — Sopper.
>
ber J^aubc eine mit J. II. S. gcjcidv
nctc Sdjcibc unb banebcn bie Söudv
jtabcn F unb G. £>ic wcfHtchc Gilocfe
mit 76 cm Surdjin. unb beut Gfiocfen?
fprudi ,SOLI DEO GLORIA“ am
Jjalö würbe unter bem Patronat bcö
„Gotfridt von Drandorfi Erpsas avff
Tiemendorfi Anno 16/3“ nad) äbn«
lidicn SRcrfinalcn $u fddicficn von bem
glcidicn Siciftcr angefertigt.
Copper.
(Topjirr, 26 km norbnorböftlidi
von Greffen. Giern. 598 Ginw., 970 ha;
GJutöbcj. 223 Ginw., 2255 ha.
T'ic im Ärciö reichbegüterten Vöbcn
faßen im 15. Satjrb. ju Copper unb
Urcbnow. 2'Ott ihnen erfaufte ber So«
banniterorbcu bte S?rtfd)aft, bod) fdjon
1558 erwarb Gbriftopl) v. ßabcltitj
Copper für 1500 Salcr. Sieben biefcr
altabcligcn gamilie batten bie Änobelö«
borff hier glcidjfallö einen 2(nteil, unb
Soadjim SJIöller berichtet, 1701 fei
J?auö v. 5tnobclöborf auf Copper im
„Vaubbauö" geftorben. Diefe beiben
Gicfdjlcdjter behaupteten ftdi biö in baß
19. 3abrbunbcrt. Slad; 1870 fam baö
gefamte Glut in ben ibcftij bcö gelb«
inarfchallö greiberrn Gbwin v. 9Jlan*
teuffcl; feit 1885 ift eö im söcfiij von
söürgcrlid)cn. 3)ie Äirdie war 1518
eine smater“ mit ber Sodjter Guncrö»
«bb.207. Joppcr. Äirdie. 9leite rärbifltr©laönia(recieii. borf uub gcljcrt beute alö Sod)ter 511
Spiegelberg im Atreifc 5?jlflcrnbcrg.
£>icÄircf)e, em söaeffteinbau auö ber Glitte bcö 19. Sabri), in ncujeitlidjcm Siunb«
bogenflil, beftcbt auö bem im Cjlcii breifeitig gcfdjloffcncn Vangbauö unb einem quabratifdi
angelegten 9Bc|ltunn. 2llö gufibobcnbclag bcö mit einer tonnenförmig gcftaltctcit
S23rcttcrbccfc überwölbten Snncrn bienen 5. 3. ncujcitlidjc ^liefen, 5. 3. sBacfftcinc.
‘21h ben beiben 2lpfiöfenflern würben verfd)icbentlid) falfd; ;ufammengcftcllte
Sieflc farbiger Gilaöntalercien auö bem Gilbe bcö 16. Sabrb. cingelaffen. SDian
Sopper.
223
crfcnnt am fllorboftfenfter (2(bb. 2071
übereinander angcorbnet jtveimal bic
SBrudjftücfe beß 93ranbenburgifcbcn ®ap*
penß unb jmar entfpredjen ber nod) voll*
ftänbigenS?’eifd)rift:„5Son®otteß/®naben,
Chriftian $>?arg / graff ju ißranbenburgf,
Jperfcod) / in preufien :c. 1596" barunter
bie jur J^älfte verftümmcltcn SBortc:
„VON GOT [TESGNA-] / DEN
JOCHIM [....] MARGGRAFF ZV
BRA[NDENBVRGK HER]/ZOCH
IN PREVS / [SEN ETC“. Unter beu
beiben runben (Sdjciben (2lbb. 208) mit
bem yBilbenljagenfdjen nnb bem äÜalbom*
fdjen 'BJappcn im anberen genfter ftclji:
„ANNA GEBORNE VON LOSSO /
AVS DEM HA VS WILDENHAGEN
1584 / DIE ZEIT CHRISTVF
V ZABEL- / TITZ EHELICHE
HAVSFRA“ (feitenverfehrt) unb .SA-
BINA GEBORNE VON WAL /
DO AVS DEM HA VS KONIGS-
WALDE / 1584 / FRA ANNEN
FRA MVTTER“.
£>cr 211 tar jtefjt unmittelbar vor
ber Jbanjcl unb i|t ivic biefc ganj fdtfidjt
gehalten.
T»ie Srgcl in ncnjeitlidjcm 9htnb*
bogenftil ift im ©egenfafe ju ber iveif;
gehaltenen übrigen 2fußftattung braun
geftridjen.
3Mc Saufe auß J?unitfanbftein
ift neugotifd).
©in baroefer jfrnjifiruß auf
Veunvanb gemalt bangt in einem ®olb*
rahmen über ber Äanjel.
?lt’l>.2<)8. Stopper. Jtirdje. Mlefte farbiger fölaßinalercien.
(Sine alte .ftirdjenfaffc mit ftarfem (iifcnbefdjlag fleht bei bem 2(ltar.
(Sin auf 23lcdi gcmalteß SBruftbilb (teilt griebrid; von 3vbeltii?, geb. 8. 9?ov. 1637,
geft. 17. Juni 1728, bar.
3n ber Süboftecfe ftnb bic marmornen ©ebenftafcln ber 2(ugiifte SWathilbe
(SHfc Shcoborc von Baftroro geb. von 3obcltig, geb. 29. 9)färj 1820, geft- 12. 2(ug. 1869,
unb ber tWarte (Sbarlotte Vouife von 3obeltit3, geb. 1. Ban. 1819, geft. 7. 2Ipril 1867,
224 Sopper.
augcbradjt. Eine Snfdjrifrtafcl red)tß bavon bient bem Änbcnfcit beß Ernft Äuguft
Veopolb von 3obeltitj, geb. 25. 9lov. 1817, geft. 21. 2lpril 1866. darunter bemerft man
eine Sa fei jur gcincinfamen Erinnerung an J?anß SBilljclin £conl)arb von 3vbcltits,
geb. 13. Äug. 1779, geft. 28. gebr. 1835, unb feiner Ehefrau Eljarlotte Veopolbinc
Äugujte geb. von Sdimcttow auß bem Jfpaufc ^ontmerjig, geb. 11. SWärj 1798, geft.
25. Sept. 1842.
Sn ber 9torboftccfe hängt je eine gupeiferne ©eben f täfel für Jpanß ätarl
grcil)crr von Slianteuffel, geb. 26. Sept. 1816, geft. 2. Sunt 1881, unb .ßcrtba greifrau
von SJlanteuffel geb. von fEifelcbcn, geh. 6. Äug. 1815, geft. 10. 9lov. 1879.
«Bor bem Ältar ftnb, nad) ben in ben gnftboben ciiigclafiencn ©rabfteinen ju
fdjlicfjen, beigefeljt: griebrid) von 3abcltij, geb. 8. 9lov. 1637, geft. int "Älter von
91 Saljrcn am 17. Sunt 1728, unb reditß bavon Barbara „von 3abeltij geb. von
'lllalbow" auß bem J?anfe Stauben 9lep- unb J^crjogßwalbow, geb. 1615, geft. 3. Sunt
1718. Sieben einem britten, einfadicren, cbcnfallß auß ber erften J5älfte beß 18. Sabrh.
ftammenben ©teilt, ber ftarf abgetreten unb baber nicht nteljr ju entjiffern ift, folgt bic
Siubeilättc ber geleite von 3abeltij geb. von älredtwiis auß bem J?aufe SSirdjtvilj, Ehe?
fratt beß El)riftopb von 3abcltij, geft. im Älter von 24 Sabrcn am 3. Äug. 1580.
Eine baroefe Umrahmung fdimücft bic ©rabtafcl beß Slifolauß ©ottfrieb von
^ubitfd), geb. 4. gebr. 1673, geft. l.Äpril 1727.
S&ei ben brei lebten ©r ab platten, von beiten bie mittlere eine liegettbc gigur
jcigt, finb bic Snfdiriftcn vollilänbig jerftört.
Unter ber Surmtrcppc werben aufbewabrt:
3wei 3<nnleud)ter, 16,r. cm bod), mit ber Snfdtrift „B|EATE] SfOPITIAJ
v. KfNOBELSDORF], G|EBORENE] V. BfORNSTÄDT) *) 1742“. — Eine
jinnerne, fedjßfcitigc SJccfcIfanne, 22,6 cm l)od), Änfetng 18. Sahthunbcrt. — Ein
ßinnfcld), 20cm bodi, mit jttgeböriger «Patcnc, laut Snfdjrift: „Der Kirchen zv
Toper 1715“ gewibmet. — Ein 3ittnfcld), 25 cm bodi, erfte Jyälftc beß 19. Sal)r?
bunbertß. — Ein baroefer .ftlingclbcutcl mit ©cibenfticfcrei.
3wei ©loden auß 93odntntcr ©ugftabl, bie öftltcbe 95 cm Surdmt., bic roeft»
lid)e 80 cm Durdntt., würben 1870 gegoffen.
Ättf bem grtebfyof weftlid) von ber Äirdic ftebt ber auß bem erften drittel bco
19. S<il)rl)- ftammenbe, an feber Ecfc mit einer borifd)cn Säule befeßte unb von einem
^'»ramtbcnbadi überbedte, im ©runbrif; quabratifd)c ©ruftbau ber gamilie 9iifjmanit.
Eine anbere ©ruft fübltcfi vom ©otteßbauß gehört ber jweiten Jpälfte beß
18. Sabri), an unb birgt fed)ß Särge ber gamilie 3vl'cltiß.
£*aß jefct alß 'Ißohttung beß Äintßvorfteherß unb alß ©etreibefpeidwr bienenbe
ältere @ufsf)au5 ift ein cinfadtcr Sßarocfbait.
') 3'd. Skate Sophia v. sBernftäbt vcrmaljtfc fielt laut Ataljigcv Äird)cnl'iid) am 8. gebr. 1736
mit .venu i’. ÄnobeKborf. Sie war geboren am 17. “Dlai 1717 alß Jod)ter beß Veuniainß v. 'Himiftäbt
auf .Kaljiij, Äreiß BiiUidjaioSdiiviebuß.
(Sroflen.
Safet 16.
^ornon>. ^anjelaltar in bet Äircbe.
225
£ornott).
CütlUÜU, 16 km fiibltd) von Treffen. ®cm. 320 ®inw., 1198 ha.
2lm 29. Sanitär 1510 erteilte Äurfürfl Soadjim von ©ranbenburg unb fein
©ruber, SWarfgraf 21lbred)t, ben Sebrübcrn v. 'Rotenburg bie ©elcljnung mit „Somow".
Dicfeö auf Sdjlof; ©eutnife ftBenbe @cfd)lcd)t batte, einem SBerjeidjniö ber Dicnftc
von 1583 jufolge, von Somow unb @runow bem Äurfürften mit 2 Sterben ju
bienen. 2(n feine Stelle traten um 1700 bie 3cttri£, auf bie um 1790 bie ^retljcrren
v. Srofd)fc folgten. 3n bem am ©ober gelegenen Dorf gab
nnb 8 Äoffätcngütcr. 1822 erfaufte bie ©emeinbe baö Diitter«
gut unb feiste ffd?
bie .ftirdje, einer
bamit in ben ©eft£ bcö Äonpatronatö über
Sod)tcr »on OBeigig.
Die Äirrfje
eö bamalö 9 ©auern«
iom
Qll’l'. 209.
Somow, ©riintrif bev 5tird)e.
(21bb. 209 biö 212), ein aditeefiger 3fn«
tralbau mit einer falbfrciöförmig vor bie Dftwanb vor«
fpringenben, gewölbten Safriftei, trägt über bem gebrochenen
3icgelbad) eine cbcnfallö ad)tccfigc, offene latente mit sjhjra«
mibe, bereu 9Betterfal)ne bie Snfdjrift: „AEL17/Gv.
Z 12“ jeigt. ©ingeljenberen 2luffd)lufj über biefe 3>ifdjrift
unb auch über ben Äirdjbau gibt eine 21bfd;rift ber am 12.
3uli 1712 in bem Änopf ber äfirdjc nicbcrgelegten Urfunbcn.
Darnad) „befdienfte" 21nna (Eleonore von ?ucf verwitwete von 3«ttri$ nad) bem im
3afrc 1711 erfolgten 2(blcben iljrcö ®emal)lö baö Dorf mit einem neuen ®otteöl)auö.
Der ©runbftcin würbe am 8. l’lpril 1712 gelegt. 2((ö „Srbaucr" „fungierte" ber 2Birt«
fdjaftöverwalter ®corge Dteumann. 9Raurermeifter Daniel ?id)t unb fein SBcrfgefclle
Samuel ätlopfd) auö (Jroffcn vollcnbeten baö SJfauerwerf, baö cinfd)lief(id) 21rbeitölohn
360 Salcr foftete. Die Siwmcrarbcitcn fertigten SReiftcr {^riebrid) ©ibner unb fein
©efilfc @eorge ©eberfadjer, beibe auö Somow; ftc erhielten bafür 13 Salcr 14 gute
©rofdjen 2(rbcitölof)n. (Singewciht witrbc ber ©au am 20. Sonntag n. Srinit. bcö
3al)rcö 1713?)
Die 3ugängc jum ©ottröfauö liegen auf ber Dforb« unb Sübfcitc. Scd)ö rnnb«
bogige gmftcr führen bem im ©runbrif? freiörunben, burd) 2Banbnifd)cn‘geglicbcrten
Snnern, beffen gußbobenbelag auö quabratifdicn Sonfliefen von 20 cm Seitenlange
befteft, £id)t ju. Daö Äuppelgewölbe bcö Äird)cnraumeö weift in ber SWitte baö
Doppclwappcn mit ber Übcrfdnift: „E-H-vL, A-E-L-G. v. Z Ao 1/12 d. 9. Oct.“
auf. Die ©emalung ber auf allen Seiten eingebauten (Smporen ift erneuert. Der
spatronatöfiul)! ftcljt auf ber Sübfeitc.
Der ebenfalls neu bemalte Äanjelaltar (Safel 16), ein reidigefdjnihteö ©aroef«
werf mit ber Darflelüing bcö 1)1. 21('enbmal)Iö unter ber Äanjel, bem ©ilbc bcö
®efreu,;igtcn alö Sd)mucf ber Jtanjeltür unb ber jc£t j. S. burd) baö @efimö bcö
"Ältaraufbaucö verbccftcn Saubc unter bem Äanjelbccfcl, ift wofl nad)träg(id) erft
’) ®iefer ®erid)t geljt vermutlid) auf beit bamatigeu Äird)fd)reiber Sofjaim ?inbreä, einen Sofni
bcö Pfarrers in SBeißig juriitf.
Jtunfttrnfm. fr. ’Droü. iBrfrbg. VI. G. (Erofien.
15
226
Sornom.
9(1’1’. 210. S'ornow. Äiwtye von Süboilen.
Mb. 212. ?onwn>. gdjnitt burd) bic Äirdje. 'ölirf uadj Ofteu.
Sornoro
'«WIUOJ •Kis qqjfc
Somow — Srebtdjom.
229
aus ben Sinjelftücfen jufammengeftellt. 2lnfcf)einenb befanb ßd) cinft bie Äanjel linfö
vom 2lltar, fcßräg gegenüber ber ^atronatölogc. Sie alte, mit Seimfarbe bemalte
2lltarbecfe (2lbb. 213) jeigt außer rein ornamentalen ^Beigaben, bem SBappen unb
ben 2lnfang$bud)ftabcn „AEL G V CZ“ beb Slamenö ber Stifterin nodt bie Sar«
ftellttngen ber @eburt (an ber Vorberfcite), fowic ber ©eißelung unb bcö triunt«
pbiercnben Sbriftuö (an ben Sdjmalfeiten).
Ser Saufengcf hält in ber einen Jpanb eine STOufdjelfdjale, in ber anberen
einen ^almjwcig.
Sic jeßige, neugotifdje Orgel ljat bie barocfe Vorgängerin, bereit reicßgefdjnitjteö
©cbäitfe jeßt in Krümmern auf bem Scßulboben liegt, verbrängt.
Sin f)öljerner Opferftocf freßt redftö »om Sübeingang.
Sine Tthjaßl Sotcntafeln mit Äränjen j. 5. unter ®laö bangt an ben SBänben.
Vier cinfadie 95anernftüßlc ftnb barocf.
3wci jinnerne 211tarleud)ter, 54,5 cm ßod), b^ben auf bem breifcitigcn ^uß
bie Snfcbrift: „ZUM GESCHENCKE VON HERR CHRISTOPH DIRREN
ARENDATOR ZU TORNO 1759“.
Sine 3innfanne, 20 cm hod), trägt bie 2(uffdjrift: „Diele Kanne Schenket
In Die Kerche Zu Torno Maria Gruszen Gebohrne Lukasfin Krügern und
Gastwürten zu Torno 1788“.
Sin SKeffingfcld), 22,5 cm b°d), mit ’l'atcne, gebärt ber jwciten Jpälftc bcö
18. Sabri), an.
Sine mefftngenc Jjpoftienbüdjfe ift ebenfalls barocf.
Sine fpätgotifdje ’])ieta liegt auf bem Äirdtcnbobeit.
Sic jwci i. 3. 1900 von ber girma Sdjilling in 2lpolba gegoßenen ©locfcn
von 78 cm unb 57 cm Surdjm. l)nbcn bie bc'ibcn angcblid) gefprungenen Vor«
gängcrinncn verbrängt. Von bicfen trug bie eine bie fpätgotifdjc SRinitöfclinfdjrift
„ave ntaria, anna" unb gehörte bem Snbe beö 15. Sußrl). «n. Sie anbcrc war 1719
von Sßriftian See in Sroficn gegoßen unb trug bie Tfuffdjrift: „SOLI DEO GLORIA.
ZVM OFFNEN GOTTESDIENST ERMVNTERT GLOCKENGLANG,
ZVR HOCHZEIT HÖRT MAN IHN VND ZVM BEGRÄBNISGANG“.
Ser fd)lid)t umrahmte, barocfe Srabftein bcö So«
bann ©ottfricb ®ernbt, geb. 16. Oft. 1720, gcft. 27. Suli
1781, mit bem gamilienwappen gcfdjmücft, ßcl)t linfö vom
Sübjugang jur Äird)c. Sin jweiter Stein bient bem 2(n«
benfcn ber Slconorc Jpenriette Sugcnbrcid) von Srofdjfe,
geb. 2. Oft. 1767, gcft. 5. Sept. 1790, unb ftebt auf bem
Äird)l)of reditö vom Singang.
^rcbicbotv.
CLlTltidpIV, 16 km norbweftlid) von Sroflcn. ®em. .M 1 1 • 1 1 1 1 1 '*---------
212 Sinw., 540 ha; Shitöbcj. llöSinw., 2722 ha (mit 2lbb.2i4. Xrebidiow. ©runbriß
®ut iXabcnicfcl). ber Mtrdje.
XrebicfjotD.
231
'?lbb. 21«. <rebid)oiv. gdjnitt burd) bie Ärcdje. ®litf nod) Offen.
232
Srebicfjoto.
?|bb. 217. Srebidjoro. Atanjelaltav tu ber Jtivdje.
SrebidjotD.
233
Sin SBer$etcf)iü$ »on 1308 rechnet „Srcbcdjow" jiitn Sprengel beö ©ifd)ofb von
’Pofcn. 3n her in Urlauben »on 1437 unb 1470 im ®el)cimcn Staatöard)i» jn
©erlitt g(eid)fatf$ ermähnten Srtfcßaft faßen nm 1500 bic ». gäben alö geftnötnannen
ber SDlarfgrafen, fobattn bic ». üßintcrfelbt (1583). Jj5ier wohnten nur runb 18 Jtofc
y(bb. 218. Srfbid'Oiv. yiltarleiicf)ter in ber Ätrcße.
fäten, bie ivaljrfdteinlidt »on ber flawifdjen Urbcoölfcrung — and) ber 9?ame ber
Srtfdjaft ift flatvifd, — abftammen. 2m ben ©efig beö 9Uttergutcö famen 1748
bie [pater and) in ben Sanbcn Sternberg nnb gebits begüterten ®rafen ». finden*
ftein (»gl. Srefynoro). 2(n iljre Stelle traten nad) 1815 bie OJrafen ». 58oß nnb in
neuerer Seit bie ». ©diicrftäbt. — ®te Äird>e, eine 5od)ter »on Äurtfdjot», ftel)t unter
bem Patronat ber Sd)ierjtäbt jn Sfprcn.
234
Srebidjoro.
Die Äirctye (21bb. 214—216 unb 5afel 17) ift ein ad)tfeitiger, an ben Eefen
mit gifenen eingefaßter Scntralbau. Die gid)töffnungen fließen fttdjbogig; je ein
Bugang |t$t in ber «Witte ber 9?orb#, ®üb=, ®eft* unb Dftfeitc. Daß jiegeb
gebeefte ^pramibenbad) trägt einen aebteefigen, mit Sdjicfer gebeeften Aufbau; feine
?lbb. 219. £rel’td)on>. belebe in fev Jtirdje.
von einer gefebmeiften J^aube gefrönte Vatcrne jiert eine 2Betterfal)nc mit ber 3n-
fdjrift: ,G. v. F. (= @raf von gnnefenftein) 1757“.
Daß Äirdjeninnere ift flad) gebeeft; ber gmßbobcnbclag beftelit auß SBacfjtein
unb quabratifdjen ^liefen von 28 cm Seitenlange, ©ine in etwa 60 cm Entfernung
parallel jur Dftroanb gezogene Sörettermanb trennt einen fdjmalen, bic Sugangßtreppc
jum Äircbcnboben bergenben, burd) bie Dfttür jugänglicben «Raum vom Äirdjen#
tnnern ab.
troffen.
2afd 17.
^rebicbotv. 2lnftd)f Der Stircbc von ®übcn.
i
5rebid)ow
235
9lbb. 221. Srebidjoiv. Jjerreiifwifs. Jpaupteingaiig.
Uli
fe
SrebidjotD.
»A*. >
u
sf
4
r
®*n- Sofel 18
Xrcbidjotü. $crrcn1)(iu£i.
Srebidjoto.
237
Sic einheitlich baroefe 'Aiiöftattung cinfd)licf;Iid) ber auf allen Seiten ein*
gebauten (Emporen mit ihren fpinmctrifdi angcbradjtcn Aufgängen ijt braun geftridjen.
Sic gegenüber ber "Patronatölogc unmittelbar über bem Qlltartifd) errichtete
Äanjcl (Abb. 217t mit ihrem fcitlid) aiifdilicpcnbcn SörüftiütgSgclänber erinnert,
obwohl eine einfachere 3innnermannöarbcit, im Aufbau lebhaft an baS gleichartige,
jebod) ungleid) funftvollcrc Aiic-ftattungSitücf in ber Rirdie jn SBudi bei Berlin.
Sie Srgcl ijt nciqcitlidi.
Grille Safcl jur (Erinnerung an bic SöcfrciitngSfäinpfc «on 1813/1 l nnb eine
(siebenttäfel für einen SDiitfämpfcr «on 1871 hängen im Snnern.
3mct jinnerne Altarleuditcr (Abb. 21S), 59 cm Ijodi, tragen bic 3nfd)riften:
Gerhard von Berth Susanna Elisabeth von Berth
verehret . , , .. nnb . , . .
Anno 1/10 den 9. April Anno 1/10 den 9. April verehrt.
(Eine ßiniifannc, 1 l,-. cm l)od), ftamnit auß bem Anfang bcS 19. ^ahrhunbcrtß.
(Eine fcdivccfigc, jinitcrnc Rtrd)cnflafd)c mit ber Auffdirift: .Kirchenflasche
Zu Trebichau 1758“ ift 23 cm hodb
(Eine freiSrunbe Jpofticnbüdjfc auS 3inn jcigt auf bem Sccfcl bic Sßcrfiinbigung
mit ber llmfdtrift: „Der Grus uns Zeugnis gibt wie Gott die Menschen liebt“.
(Ein .Reid) (Abb. 219 linfv), 15,.-, cm hod), ülbcr«crgolbct, mit EcdtSpafifiif;
nnb ben 95ndutabcn ,111 ES VS“ an ben 3«Vfc» beb Etnaufcö, itamint auö bem
Hi. 'lahrhiinbcrt. Sie zugehörige, |Ilbcr«crgolbetc -patcnc jcigt ein Üßcthfrciij.
(Ein Reich (Abb. 219 rcdjtv), 20,r. cm l)odi, filbcrvcrgolbct, ift baroef nnb hat
an ber Rnppa bic Snfdirift: „GERHART VON BERTH SVSANNA /
ELISABETHA VON BERTH ANNO 1710 D. 1. APRIL / ZVR GE-
DÄCHTNIS IHRER HIE BEGRABENEN / ZWEYEN HERREN VET-
TERN VEREHRET“. Arantfnrtcr Arbeit, EOieiftcr G. F. \V[OLF].
(Eine ber Rirdic gehörige sBlcdjlatcrnc beünbet fidi j. 3t- in Rurtfdjow
ivgl. E. 111 nnb Abb. 109 >.
3mci rotfeibcnc Rommunionc-tüdicr nnb ein rotfaintcncr Rlingcl beutel
mit (Molbborbcn bflrftcn ber jivcitcn Hälfte bee-
is. 5abrb. angeboren.
(Eine CTlocfc, 70 cm Surdjnt., ivurbc unter
bem 'Patron Alcranbcr l'iibivig ». SBintcrfclbt von
(Sbriftian Ece in (Erolfcn 171-8 gegoffeu.
Anftcllc ber unter bem Sftteil ber R'irdic gc?
(egeneit älteren (Sirnft ivurbc in ber pveiten Jpälftc
bcö iS. jahrh. ein frciftchcnbcr, ntaf|T«cr, im @runb»
rif; quabratifdicr, im Sintern frcujgcivölbtcr, von
Dften her pigänglidier 'Pußbati erriditet. (Er birgt
bic Eärge «on 7 (Envadifcncn nnb 2 Rinbern.
UiGEPLAN
<0
PLUß.
Q a. HAUS
v b. SCHEUNE
c.STALL
STALL
1 0
5
AMSSTAB ZU/H
tn LAGEPLA/V
<0 m———-i
SO 771
STC/ßE
10
15m
Sac- 175s erbaute E5errenl)aiis (Abb. 220 u.
Jafcl 18), ein im (Mrinibri); rediterftger, eingefdiop
9ll'b. 222. Jrcl'idjow. ©nnibriii nnb
Ennepkw finee 'JMotfhaitfeC.
4
238
Trebicfjow.
W. 223. £«bid)on>. SängS» unb ©iebdanfidjt eineö QMcrffiaufcä foroie vevfdiiebene Sürfturje unb
®«d)einjdf)citen.
Stebidjoro.
239
|Igcr’Pußbau mit hohem SOtanfarbbad), jeigt über ben fd)lanfcn, redjtecfigen Vid)töffnungen
fetf hingeroorfene Wofofoornamentc. Ser ©ingang C?lbb. 221) liegt in ber «Witte unb
führt nad) einem glur mit Srcppcnhauö. Son ber Serraffe auf ber «Rücffeite bcö
.ßerrenhaufcö ijat man eine prädjtige 21uö(td)t nad) bem herrlichen ^arf. Sie alten
gärtnerifdjcn Anlagen f21bb. 220) fTnb $. S. nod) erhalten.
Qtbb. 224. Srcbtdjoiv. Slocfbau^gelji’Ü.
2(uper vcrfd)icbenen Wofofo* unb SBicbcrineiermöbcln finb im Snnern
nod) hcrvorjuhcbcn: Sm Seftibül jivet Heine Äanoncn auö bem 18. Sal)r(). nnb
baö 35rud)|tücf eincö Äattoitcnrobreö mit bem Warnen )5anö «Wcd)lin unb ber
Sat)rcöjah[ 1623; ferner im Sadjgefdjoß verfd)icbenc j. S. befdjäbigte ©obelinö
auö ber jmeiten Jpälftc bcö 18. Sabri), unb mehrere 21nfid)ten von Srcbidjorv unb
bem Jperrcnhauö.
9ied)tö von ber jum Jperrenhauö führenben J&auptallec fleljt ein am 1. Suli
1795 gefeilter ©enhflein für Jyricbrid) Stto ifcopolb von ^incfcnilein, geb. 16. Sept.
1717/ ge|t. 19. .>(pri( 1790, unb beffen Sohu Veopolb Otto <5ar( von ^inefenftein,
geb. 29. San. 1751, gc|t. 3. ?(ug. 1773.
Ser größte Seil bcö Sorfcö beftel)t auö <Blodthäufern i?(bb. 222—225), von
beucn nod) verfdjiebcnc roie j. ®. baö infdiriftlidi auö bem Sabre 1663 ftammenbe
©e()öft Wr. 11 mit bem ©iebcl nad, ber Straße ju gemenbet |Tnb unb baljer ju
beit älteren ®el)öftan(agen jählen.
•tnofpiqajr,
3(1’1’. 225. 2rcbid)vn>. QMorffjnnfer.
241
Xrcppeln.
(Etvppcln, 141/» km fübößltd) von ßroffen. ®em. 326 (£inw., 984 ha;
©utöbej. 98 @inw., 811 ha.
2(uf bem Siittergut beö im 15. Bahrt). mehrfad) urfunbltd) erwähnten Dorfeö
faßen um 1500 bie ©ornöborf, bie, wie ßd) auö einer Urfunbe von 1513 ergibt,
bie 3infe unb Stenten von 10 ©attern, Jjufnern unb ©ärtnern, fowie anbere @crcd)tfamc
an bie ©ergcr für 825 rfyein. @ulben vcrfauftcn.
©alb barauf famen bie Jtnobelöborff in ben ©eßh;
nad) einem 23erjeid)ttiö ber Stoßbienße von 1565
hatten fte bem Äurfürßcn, ihrem Schnöherrn, von
Drcppeln unb 4 anberen Dörfern mit 5 ^ferben
ju bienen. Um 1664 verfauften bie Änobelöborß ihre
®üter an bie ®?arwiß, unb, wie 3oad)im SDtöUer
beridjtet, würbe bie Äirdte 1670 unter bem Patronat
beö Dietrid) v. b. SRarwiß, „welcher bierbevor Serwcfer
in Großen gewefen", erbaut. 2>n ber ^olgejeit trat
häufiger 2Bed)fel ein. Seit 1900 ßnb bie ©rafen
von gTncfenftein anfäfßg. Die bäuerlidjc ©cvölferung
9lbb. 226. greppetn.
©runbrif? ber Jtircbe.
war von jeher mäßig ßarf; um 1800 weift ©ratring
hier 13 ©auertt unb ebenfovtel üoffäteit fowie 21 ©übner unb 11 Sinlieger nad). —
Die Äird)e, von alterö her eine 2D?ntter, ßel)t unter bem ©atronat bcö StittcrgutöbefiBerö.
Die Strcfje CMbb. 226—229), ein ad)tccfig angelegter ©locfbatt, beffen jiegel»
gebecftcö ©pramibenbad) einen ad)tfeitigcn, verbreiterten, höljerncn 2(ufbau mit
gefd)weifter Jpaube trägt, jeigt in ber befrönenben 2ßetterfal)ne bie auf ben ©au«
herrn unb bte fyertigftellung beö ©otteöhaufeö l)titrr>etfcnbc 3nfd)rift „DVDM
(•= Dietrid) v. b. Wlarwifj) / 1670.“ Die gachwerfvorbauten auf ber ®eß« unb £>ß«
feite ßnb nadjträglidte, anfdjcinenb auö bem 18. Saßrh. ßammenbe Zutaten. 2Son
ihnen enthält jener bie über eine Freitreppe hinweg von ber Sübfeitc jiigänglicße
^Patronatöempore, biefer bte Safriftci mit einem SSorraum unb bem Tlufgang jum Dad)«
hoben. Die 38orh<il(c vor bem Jpauptjugang auf ber Sübfcite gehört bem 19. 3ahrb-
an. Die nur an ben fdjrägen Seiten beö ®otteöbaufeö ßßenben Fel,fter fcßließcn
ßid)bogig. Die Dccfc bcö Äirdjcnrattmeö (2lbb. 230) ift flad) unb weiß in ber
SCUittc eine freiörunbe, gemalte Sd)cibc auf mit ber 21uffd)rift: „HEILIG HEILIG
HEILIG IST GOTT.“ Der ^ufjboben befiehl 5. ©. auö ©acfßcin, j. 5. auö
quabratifd)cn Fliefen von 28 cm Seitenlänge.
Die nur vor bem ^atronatößul)le fortgelaßenen, fonft aber aßen übrigen
®änben im 19. 3ahrl). vorgclcgten ©mporen ßnb ebenfo wie bie fonßige innere
Tluößattung braun geßridjen.
Der Äanjelaltar C2lbb. 230) iß nadßräglid) auö ben beiben ©injelßücfen ju«
fammettgefefß worben. Die Slücfwanb mit ihrer feitlichcn Säulenßellung fowie ber
Jtunftbenfnt. fc. ^rov. Srbfcg. VI. 6. GrofTen.
IG
•impatqngi uaa Xpaijy •npddj.vj; •z.gg'qqfö
•ujacfda jt,
Sreppeln.
243
»on einem ’Pelifan betreute unb in unferer Seit mit bem (5l)riftuömonogramm bemalte
obere 2tuffa£ jeigt feitlid) jeneö fnorpcltge, für baö lefcte 23iertel beö 17. 3at)rf). alö
@nt|lel)ungöjeit fpredjenbe Dtanfenmerf. Daö 2lbenbmal)l in ber ehemaligen ^Jrebella
bagegen ift eine ncujeitlidje üßiebergabe nad) Seonarbo ba Sßinciö befannter Dars
fteUung. Der an ben @rfen mit Säuldjen befette unb an ben 93rü|lungöfüllungcit
mit SSogenfelbern gefdnnücfte Äanjelförper fdjeint oon ber Vorgängerin ber jetzigen
16*
uoa Xpiiy -itpddMj ‘Bös qqjfs
•ujaddaij
f'FÜ
Sreppeln.
245
2lbb. 230. $reppe(n. inneres ber Äirdje. SBltcf tiad) ßflen.
246
Sreppeln.
9(1'6.231. f&eppeln. Jiitd)e. ©rabfletn.
Äirdie übernommen ju fein, Sie Orgel geljört bem 19. Saijrl). an. (Sin auö ber
,Q5aujeit ber Atirdie ftammenber fyö(jerner Opferftocf ftcfyt unter ber 3ugaugötreppe
jur (Smporc. 3c eine SBctcrancntafcf l)äugt an ber 9?orbmanb uitb unter bem
9?orboftfenfter.
Sreppeln.
247
Saö 55t lb beb am 10. ä)?ai 1705 int 80. Üebenöjahrc »erftorbenen ^rcbigerö
Sobiaö ^'trfdfcr (»gl. aud, £ogau) ift über ber ^atronatßempore angebracht.
Jlufjcrbem ftnb noch anjufüffren: 3wei gufjeiferne, 51 cm b»hc Stnpire#
leudftcr auf bem Jlltar unb eine mefftngene, jmölfarmige, retdje Spätrenaiffance^
2lbb 232. JJreppeht. ffamilienbegräbniP berer von 3pcf)linötp.
frone; ferner ein Äcld», 25cm ljochz Silber, 5. 5. leicht »ergolbet, mit bem
v. ©röbenfdjcn *) SBappen unb ber 3abreöjal)l 1732. Sr flammt ebenfo tote bic ju#
gehörige 'Paten c »on bem SRcifter J. F. D. Sine ovale, ftlberne 3iborienbüd)fc
mit bem Stifrertvappen auf bem ©ecfcl jeigt auf ber Untcrfcitc ebenfalls bic 3ahte^s
jaljl I 732 unb ift eine Tlrbeit beö Sßerltner SReifterö 3- 2lft.
Sin reich ornamentierter, jebod) ftarf »envittertcr ©rabftein (2fbb. 231) an
ber Sübfcite ber Äirdje beim 2lufgang jur ^Jatronatöloge jeigt baö ©rünberg«
Vcftfd)c 3)oppclmappcn unb bürftc ber llrfula SRariannc Stöffel geb. ©rünberg
angeboren.
') Dlacl) bem .Kirchenbuch ftarf» (jjfjriftian Otto v. Sröbcn, öbcrftleutnant nnb Srbffnr auf Stoppeln,
1735 im Witter von 75 Jahren.
248
!Ml’b. 233. Sreppelu.
Stoppeln — Ußeifjig.
.f?öljcrnc Wrabtiifeln.
2tm unteren 9ianb ber ©lode enblid) jtcl)t: „Goß
Koerner von Erfurt 1099“.
3wei ©loden. £>ic oft«
lidjc, 41 cm Pirrdjm., ijl fcbr
jcblanf unb ofync Jfiifdjrift; fte
mag nod) bem 13. Sabri), ju«
juweifen fein. Tie wcftlidic,
72 cm T'urdjm., nennt bic 9?a«
men beß Patrone UBilbclin ^cr«
binanb Viauiowöfv be Sßofdjtib
unb beß ’JJrtbigerö Sobiaö ^Jir«
fdier; aufjerbcm crfcnntman auf
ber .fjaubc einen ftrujiftruß unb
eine SDiünjc, bereit SSorbcrfeitc
baö Q3ilb bcö Jtiirfürflcn gricb«
rid) III. unb bereu Siüdfcitc bic
Snfdjrift: „Moneta nova Bran-
den|burgensis]“ (=ncucö brau«
bcnburgifdjcö ©clb) löQO“ trägt,
mich in Sorau Paul Andreas
?luf bem am Sübcnbc bcö foorfcß gelegenen griebfyof jtcl)t baö 1802 crriditetc
Famtlienbcgräbniö GXbb. 232) berer von 3>'d'Imöfi), ei» im ©runbrifj quabratifdjer,
mafimer ‘Durban mit ^pramibenbad). 2>ic ©rngangöfeitc fdnnütfen hier fdiltcbtc Säulen.
©bcubort jlcl)cn gwet f)öl;ernc ©rabtafcln (?(bb. 233j.
Taö ^farrfyaus am Söeftcn&e beß IDorfcö, ein fdilidjtcr, mafftocr ’Pubbau,
Rammt auö ber jweiten J&älftc bcö iS. Sabrbunbertß.
'ISeifiifl.
WciOjij', 20 km fiiblid) Don Sroffen. ©cm. 232 Sinw., 193 ha; ©utöbej.
11 Sinw., ^00 ha.
1539 erteilte, wie 3oad)im ?J?öllcr beriditet, SKarfgraf J£»anö einen Vcljnöbricf
über j/äßeiflag", baö bic brei ©rüber 9iabcnau nad) iljrcö iüatcrö Shdclö Sebc
geerbt batten. 1614 berichten ncumärfifdjc Scbnörcgifter glcid)fal(ö über bic aud, ju
(Soffar begüterten w. Rabenau, bic jid) biö ;nr 9J?ittc bcö 18. Sabri), behaupteten.
?(uf |tc folgten bie Freiherren ». Srofddc; im 19. Snbrb- baß Siittcrgiit an
©ürgcrlidjc. 97ad) ©ratringö Tlngaben wol)nten um 1800 hier 269 £n?citfd)cn auf
1.1 Fcuerftcllcn, barunter ein Scbnfdjuljc unb 3 ©anjbauern. — Patron ber 9J?uttcr»
fird)c ift ber 9iittergntöbc|Tf5cr.
£)ic äirdfe ifl eine oollftänbig umgebautc, im Acrn fpätmittclaltcrlidjc ‘Jlnlagc
auö Finbfingen mit ncnjcitlicbcm SQcftturm.
IBeigig — 3ct(itj.
249
ßinc 1611 batierte, vom £lua»
brat inö Tldjtccf übergefüfyrte San b =
ft ein taufe (?lbb. 234) jcigt an ben
ad)t Seiten bcö Söecfenö Dtcliefbar«
ftettungen, bereu 3nf)a(t burd) bie
Überfdjriften: „CRVTIFIX/AVF-
FeRSTeVg CH4 / LASSET
DIE KINDL • ZV •/ S • JO-
HANNES / S • MATEVS / D •
ARRKE NOHA / D : K : PA-
RONTS / D: TAVFE CHRISTI“
genügenb erläutert mirb.
Daö jinnerne Saufbecfcn
trägt bie 3nfdirift: „VSRfABE-
NAU]GR 1658“. *
Sine fcdiöfcitigc Äirdjen«
f l a f d) e auö Sinn, 22 cm bod), fyat an
ber 33orbcrfcite cingcgrabcn: „Weis-
sigsche Kerchen Flasche 1782“.
3>vei Äricgöerinncrungö«
tafeln unb einige ©ebenf b lätter
unter ®laö Rängen im 3uncrn.
9tbl’. 231. SSeifiig. Saufe tu ber Äirdje.
Der an ber fiiblidjcn 2lupenfcitc bcö 5urmcö aufgeftcllte, an ben ßefen mit
vier SÖappcn gefdimüefte ©rabftein bcö 3obann ®corg von ©omöborf, geb. 16. 9?ov.
1663, geft. 1. SWai 1730, jcigt eine von einem reichen ©aroefornament umrahmte
3nfd)rifttafel.
Sivci ®locfcn. Die obere, 54 cm Durchm., tvurbc 1710 von 3- 5- Schramm
in granffurt a./D. gegoffett, bie untere, 80 cm Durdjm., nennt ben Sieger gr. ®rubl
bet SSaufjen unb baö ®ug«
in Jtleinivclfa
jabr 1818.
2(bb. 235. Settiß. ©ruttbriß ber Kttdje.
Settiß.
6’/s km norbnorbivcfllid)
von ßroffen. @etn. 260 Sinn)., 677 ha;
®utÖbcj. 116 @int»., 1045 ha.
3n einer Überftdjt über bie jum
SBiötuin JJofen gehörigen Drtfd)aften auö
bem 3cd)tc 1308 erfdjeint baö Dorf alö
„ßigacjij". Der ßroffener (Sl)roni|t 3oadnm
SCRöller Ct 1733) berichtet: „1421 ljat J?erjog Jpciitrid) bie Stabt ßroffen mit bett
v. ©rünberg ju Settig vcrglidjcn unb iljncn ihre alte grepljcit betätiget, bag fte in
ber 3ctifd)cn Jjcpbe, bie £ütbc genannt, frei; QJrennljolj ljolcn unb Äicn graben
iw« 'd!JPg hsb'^IIc
'WC . 095
?(bb. 237. Lettin. Snnerci ber Äirdje. ®(icf nad) Offen.
•QhpC
253
mögen". 2lud) auö £eljn$«
urfunben bcö 16. unb
17. Safyrl). gel)t bcroor,
bap fjter bic v. ®rünbcrg
fafjen. Syrern ?cf)nö«
Ijerrn, bem SJlarfgrafen,
bienten fte mit 2^)ferben,
wie ein SBerjcidjniö ber
9tojjbienfte »on 1565 be«
fagt. 1683 erlofd) bic
3ettig*(5fprener £inie
biefer alten, fjeute nod)
blüljenben Familie, ba*
fjer folgten bic (Wäger,
unb fpätcr, »or 1800,
bie greiljerren v. Äott«
roits. Seit 1890 ftnb ljicr
bie auö ber 9?cumarf
Itammenben Sßebel be«
gütert. SBon alterö l)cr
gab eö 7 ^Bauern* unb
16 Äoffätengüter. — 3n
baö Patronat über bic
2)?uttcrfird)e, ju ber
Sfprcn unb baOorwcrf
21nnenroalbe eingefirdjt
ftnb,teilen|tdj biev.SBcbel
unb bie ». Sd)ier|Täbt
auf Sfpren.
Sie Äirdje (21bb.
235 unb 236) gehört mit
ifyrem ältejten Äern, bem
völlig überpuljten, redjb
eefigen, im Djten breü
feitig gefdjloflenen Sang«
l)auö bem fcd)jcl)nten
3aljrl)unbcrt an. Ser
SJan beö in ber 2ld)fe ber 9fl>b. 239. Settifi. Itirdje. ’DlittlereÄ Sanblteinretief vorn Qlltaraufbait.
Üßeftfront ftgenben, im
®runbrip freiörunben Surmeö würbe laut Atird)enrcd)nungöbud) im 3al?rc 1654 bc^
gönnen, bic wclfdje, urfprüuglidi mit Sdjinbeln, jclst mit 3inf gebccftc JSaubc bagegen
254
Gefe-
ilt einfchliefjlid) ber Vaterne, nad) ber äßctterfabncninfchrift 31t fdjltefjett, unter bem
'Patronat ber ©ebrüber 0. ©leger 1726 aufgebracht. Der Söau ber Safri|let vor ber
9)?itte ber ö|Hid)en 'polpgonfeite gehört bem 3al)re 1859 an unb würbe auö bem Ertrag
eineö &'ermäd)tni|feö beftritten, baö in Jpölje von 30 Salem ber am 13. Suni 1783 ver«
W'. 240. Settifi. Äirdje. ‘äReffingtronletKbfer.
ftorbene Sanbrat v. (SHoger gegiftet hatte. Die hohen fpitjbogigen Sidjtöffnungen ftnb
urfprünglid). SBon ben beiben ebenfailö fpifcbogig gefd)lo|Tcnen Bugängen auf ber
<Süb* unb jRorbfeite tritt jener, weil nadjträglid) vermauert, in bem auf ®rab
gewölbten Snnern (2lbb. 237) ber Äirdie nur nod) alö vermauerte 9?ifd)e in
@rfd)einung.
Die Jtreujgeivölbc im Schiff ruhen auf fed)ö ben Snnemvänben vorgelegtcn
Üßanbverftärfungen; ber SBobenbelag belicht auö quabratifdjen ^liefen von 18,5 cm
Seitenlange.
3ettifj.
255
(fine in ber 9?orboftecfc her Äird)c big auf wenig Stellen erhaltene, in nuferer
3eit aufgefrifdjtc längere Snfdirift (2lbb. 241) gibt 2lugfunft über bie ®eßßer »en
3ettig, von bein rvoljl int jaljrc 1580 erfolgten Sobe beg 2lbral)am von ©rünberg an
big jum 5. 3»ni 1667, betn Sage ber SBeifeßttng beg Soljncg beg jüngeren Tlbraljatn
von ©rünbcrg nanteng .öang ©eorg.
Ä K.D-LXXX'iytßtfi fl^rtben
^ttiÄr^amß m förimbms tawfns
'imö flm6^aü6tuuin5Öcs^o>nm6£roßtn
nu6£om^ci3 üagaro &fjen iüit® Statt
5abüta »öm &is guty ^ültt
Idftjc6mge featt '^rmXoöt itine^a&t.Jö gtnm
5$ne in X^t tfli
nWtt sxrW« Sofjtt^ajiant’ajon Äbttn
^flOurd) fiefoöerw feines ^tfers^angs
3on $nrafagfö<Staütpaftct?> 6afo
narf) 6cs W Xoöt öie Xorn^foreyXaaamiu
lk(fy ^tfotSm 5J (H6^XLVII3a^eno|mbar-
auf VLSöfmt 2l^tnefe^ari£6,3>*i5 X^)ri
^6. $eot^41(wßdtn. Jßöam, ^öofjl gcsetj -
^t,»nö üaTlDCXXVn3^rbajfßlim§ctt
entwaffn 3n6 rffüw^ütöe £005 iaS^kfün
ink Xirdw^ewö^e bey^C
>er JüirfSo^n^itrnm^riinbergt Staf
6ü5 ^ül6 3cß^ 35tfomm ^ön6 ixnMDCJ^aht
ehienSofni<ge3^grfz otafjtntns Sibam Jäörahctm,
m $tüttfa$ ^dc^et nac^ öcs Wte a6.
fttTfai'rökjQfy'e wMiMnnmöener^en
u$mi tefjiilp Sräl) ünFIDCXXlIlUrfjrf:
bMgiftnwimi^tfiffc & muljxvi jje
uoßai d 'M Xinfe öanüftt gcÄI ^n6 i[fff
tmHDCLXI [tmjnfitt Wfbr6cu Ocfe“Ä0
mit 6m wtaf la^t ujünöim fe ^ut^VHj^r
D^nranfe räifajj^miiuö^ciw^tn.
3m3a6i M.DCXLVIl.oßfi fcta ä
Im nicw gtibnnl. fonhn ctffakn/ajxn muj
fm ms folrfjis son ömGftJiloztn in m.
(jrndjf wiö erWic^ sftrm &ora Sltfnifamwi
iSnmbfmen, öcs txr|ior6tnfn 3ü£a.
garo Wüpfitn son ^runderes Safin »fSc^.
funm q^nntm, Xfyirfür
ftlig) ^raukniu^ifcfxr^ätfj 'n. J^nuphUOn Xu
iwbu5 unfi t^ils-, -Vrfcnyxii
t(r f öiiÄw 'wfonfct
Wen iudrfxr öas Qülb Srfijjntfbfm autb
Wfan (ils otwy U^ralU stamktjni 6cs §e.
Ktjfafcb farrm &rün6cuj< wÄtt3u|ammm
gefirttdtf mit 5k uor Cjt^rm w frinm all.
wan(j(|<^w[a£n 6wd)ÖotlesS«Gm 3.
mit Msüsl^üljm liefen »wuofxn wMsnb
infrintm^rlirfxniini^ytti almicnofcu,fe ins
IWClXWW3afrinMn“^an6fn|(L
nrniäni^nSaßne Xans&oriwSninfitnjm
öülomm jycßiacfjte Skanlcfjnt Müfa.
s länts aBobts inrüfwm olta &i alt6m
ÖaMiljntlÖotl ftintm 5o§n5uirii ani4jümiQr/oW-
ßfwc loöcrtA Wfcnort) ümijtraw fifa o>llrn
tiktar HMfft«sontt’f5ot(?s 3l^r 3 r
om55ünü^n^ff?ri)ioMe6r^
Wfiin 6m
$ÄäturÄtftgp
9lbb. 211. 3rttih. jindwift an ber Olcvboitfrfe im Snnevit bet Kivcbe.
Ser größte Seil ber inneren Tlngftattung cinfdjlicßlid) Srgeletnpore nnb
Oiejtübl gehört bein 16. 3aljrf). an.
2lm meiften fpridjt für biefe 3citfeilftcllung bie Formgebung ber aug Sanbftcin
gearbeiteten Qiütftvanb beg 2lltarg (?(bb. 238), wäbrenb bie nadjträglidi erft ein«
gebaute äi'anjel aitg J?olj beutlid) alle Äcnnjeidjen einer envag jüngeren Stilriditung
trägt. 2lti Stelle ber heutigen ßugauggöffnung jur 5tan;e( faß ein von fvätgotifebem
256
3e»i^.
9ianfenmerf umrahmtes ©anbftcinrclief (,2lbb. 239), barftellcnb ben triumpbtercnben
Gbriftuö. GS ift jcßt in ber 9'ifdie bcS vermauerten SiibjugaiigS untcrgcbradjt. 3«
beiben Seiten bcS ÄanjclförperS crfennt mau übereiuanbcr augeorbnet linfS bie
Anbetung unb bie Slufcrftehung, rechte bie J&immelfalyrt unb bic 2lnSgief;iing beS
bl. GicifteS.
SSollftänbig auSgerciftc Dicnaiffance#
formen aber jcigt ber ben Jlufban befrönenbc
©cfreitjigtc, umfdnvcbt Von GngcISgeftaltcn
unb flanfiert von ben beibcn SDtaricn.
Tem ?öbenfd)en unb Salcjfdjcn ®appcn ju
güfjen beS ©efrcujigtcn cntfprcdjcn in ber
^Jrebclla bie §amilicnabjcid)cn bcrer vom
©crgc unb von Gfrünberg. Sin auö bem crften
Trittei bcS 18. Sabri), ftammcnber 3a uf*
engel mit jinncrnem Taufbecfen in tDtufdjcl«
form mürbe 1850 leibcr überftridjen, Vor
einigen Sabrcn jcbodi mieber inftanbgcfefct.
Tie Orgel mürbe laut Snfdjrift am
@cl)äufc im Sabre 1862 Von 3- @. Sdjulj
in Greifen angefertigt.
Gin trefflid) gearbeiteter SRcffing*
f ronlcud)ter (2lbb.21O) mit rcidicm orna*
mentalen unb ftgürlidicn Sdimucf unb bc»
frönt von einem Toppelabler ift fpätcftcnS
eine 2lrbeit beS 17. 3al)rl)unbertö.
Gin ©rabjfettt mit bem GHogcrfd)cn
unb Unnthfdjen ‘iBappen bient bem 2hv
Mb. 2.2. Settiti. Mitdjen». bcnfcn bcr 3,tI*dUC ®(p9"'
geb. 2. Oft. 1722, geft. 28. 2lug. 1757.
Sieidicr ift ber Tcnfftcin bcS am Sonntag „quasi modo geniti“ 1560 im
211ter von 82 Sabren abgefdnebenen J&anä V. Giriinberg gcftaltct. Ter ©cigcfcßtc ift
in voller 9iü|tung mit über ber ©ruft gefalteten J?änbcn bargeftcllt unb an ben vier
Gefeit crfennt man baS G5riinbergfd)C, Vöbcnfdic, Anobclßborffdje unb ©laubißfdje üüappcn.
Sn ber 9iid)rung nad) Offen folgt bie cntfpred)cnb gehaltene ©rabplatte ber
SJtidjacIiö 1562 verftorbenen Gbcfrau llrfula geb. Vöbcn von Sticfern. ?lud» Ijicr faltet
bie in ber 2rad)t ihrer Seit bargeftelltc SScrftorbcnc bic J^änbc über ber ©ruft, mährenb
bic Üßappen benen V. Vöbcn, v. 9iottcnbcrg, V. ©omöborf unb v. ,,@laumtfd)" angeboren.
Ter auf bem nädjftcn infdmiftlofen ©rabftein ebenfalls in voller 9iüftung
miebergegebene Sßeritorbcne ftellt anfdwincnb 2lbral)am von ©rünberg bar, unter bem
ber 9teubau ber Äird)c im 16. Sabrb- vorgenommen mürbe. Tie $tgur ftüßt bic Vinfc
auf ben Jöclm, mährenb bie 9ied)te ben Tegenfnauf hält. Ten 'Ißappcn bcrer von
Gh-ünbcrg jn 25015, von t'öben 511 Siebingcn, Von Änobclöborf ju Ud)cll)crmcöborf
3e»i«5-
257
unb von ©laubig«Jpcrjogß«
walbe entfpredien unten bie
Jfamilienabjeicgen berer Von
geben«Siicfern, von Sloten«
bürg ju ©roßlefla, von ?3omß«
borf«SBomßborf unb von ©lau«
big jum SBrifga. ferner folgt
ber @r ab dein ber am 18.
Eept. 1582 verdorbenen, in
ber Fracht igrer Seit unb mit
gefalteten Jpänben wieberge«
gebenen Ehefrau beß Tlbragam
v. ©rünberg, namenß Eabina
geb. v. 23erg, mit ben ißappen
berer v. SBerge, v.Änobelßborf,
v. ^romnij, v. Siebte, v. Ealcj,
v.öfaubitcj, v. Jpocf, v. geben.
Sie Steige befehlt eßen ein
nicht mehr ju entjiffernber 'Mb. 243. 3etrip. Äeldje in ber Äird«.
©logerfcfier ©rabjtein vom
Sagre 1708, ju bem ein barüber gängenbes, attß <£olj gefchnigteß Sßappen berer
Von ©loger fowic jwei Segen unb ein Sporn in SBejiegung ju flehen fdjetnen, unb
ber j. S. von bem vorgefegten ©eftügl verbeefte @rab|Tcin ber am 18. JJuli 1611
verdorbenen Eufanna greiin v. Edjafgotfd).
Srei reidjgefdnügte, buntbemalte, göljerne Sotenfcbilbe mit bem Sßappen
berer von ©rünberg unb umrahmt Von 16 Heineren Sßappen, ferner jwei Segen
unb brei Eporen, gangen über bem ^Jatronatdfe.
2lon jwei fturf befdjäbigten feibenen Sotenfagnen fonnte nur bie Sm'chrift
ber einen in neuerer 3cit auf ein Eeibenneg aufgejogenen entziffert werben. Eie
bient bem 21nbenfen beß am 24. 21ug. 1603 geborenen unb am 16. SDtärj 1672 ver«
dorbenen ©eorg 2lbragam v. ©rünberg.
Eine 5afel jur Erinnerung an bie SBefreiungßfriege, ferner jwei ^Bauern«
epitapgien unb eine 21njagl ©ebenfblätter unter ©laß gangen an ben äßänben.
3wei jinnerne 21ltarleud)ter, 67 cm god), tragen außer bem Sloftigfcgen
Sßappen bie infdwift: „G. F. v. N 1692“.
Eine fedjßecfige itirdjenflafd'e C2lbb. 242), einfdiließlid) ßlbernem Secfel
21,6 cm godi, auö Eerpentin, erfte Jpälfte beß 18. Sagrgnnbertß.
Ein leicht vergolbcter, ßlberner Tlbenbmablßfeld) (2lbb. 243 redjtß), 19,6 cm
hod), mit Eedtßpaßfuß nnb Engelßföpfdien am hinauf, würbe im legten Srittel beß
17. 3ahrb. von 21. Üod) in granffnrt a. £>.*) angefertigt. Sie jngegörige 'Patene
trägt ein SBeigfreuj.
*) ©er ©olbfcbmieb 'Ihibrea^ jtod) darb Anfang 3mii 1694 (vgl. 93anb Atanffurt a. £L, E. LXVIII).
Jtunfttcnfni. b. *Droö. QSrbbg. VI. 6. ßroffen.
17
258
<5in fupfcrvcrgolbcter Äeldj (2lbb. 213 lintö), 22,75 cm bod), geigt am Scd)öpa|>
fug einen eingegrabenen Ärujiftruö unb bie 95udiftaben K Z (= Äircbc 3ettifc~>, ift
jebod) oljne SWeigerjcidjen; SScnbc 17. Sal)rl)uitbcrt. Tie jugebörige, cbcnfallö fupfer«
vcrgolbete ’Patene bat baö Samin ®ottcö alö Signafulum.
®in Sinnfeld), 16,sb cm fjod), mit zugehöriger latent, 18. 3al)rl;unbcrt.
®in 3inntellcr trägt ben Stempel „Souiö Jpatiri Tavtcb" 1751."
Stvei ©locfen. Tic öftlidte, 51 cm Turdim., tg febr fdjlant unb ohne Snfdirift.
Sic bürfte nod) bem 13. Sabri). angeboren unb tg vielleid)! von ber ehemaligen
Sfijrener Äapelle Ijerübergenommcn. Tic ivcfclidje, 76 cm Turdjm., trägt bie Snfdjrift:
„Der Wohlgeborne Herr Herr Georg v. Kitt[I]iz itzo Inhaber des guths Zetiz
A. N. G.W. Der Wohwirdige Herr Abraham v. Grynenberg Comptvr zu Loge
I. W. G. W. Der Edele Gestrenge Herr Adam Abraham von Grvnenberg
auf Zetiz T. G. V. S. W. 1620“.
Sin ^farrljaus iverbcit aufbeivaljrt: vier auö ber Atirdic ftammenbe, vcrgolbcte
Sporen, ein mit bem Saljre 1636 beginnenbeö ftird)enred)nungöbudj unb eine
SPilberbibcl mit Sebereinbanb nnb £D?etallbefd)lag, verlegt bei (Shnftopl) (fnbterö
167-1 unb laut eigciil)änbigcr Snfdjrift von J&auö (5l)ri|topb v. @rihi6erg am
21. 9?ov. 1675 gegiftet.
259
Drtfc()artsverst'icbnif\
»Seite
Qtaubctd)......................................... 1
QSeutiüß . . . . _ . 5
QMnboro.......................................... 16
(3rofi=Q5(itnibeig ............................... 17
SJobetöberg . . .......................... . 17
Gofüu- ............................................25
Crämerebcin .... . . 28
(ftofien.......................................... 32
(iuneräborf........................................78
©oberfaul .... .... 79
Trefuioiu..........................................SO
Cidjbetg . .... . .82
Wetibcif........................................ 84
(jjöljven......................................... 86
Wtiefel . . . 93
(SJüntcvfberg 97
Jpetnißwalbe too
jäfjuoborr - io-i I
5tuitfd)OW ... . .... 107 |
i'eiterßborf . . . . . 113 ,
^iebtyal...........................................118 i
Vippeu .........................................121 1
»Seite
£od)wit> . . ... .... 125
Sogau . 126
9)ietjtutefc . . .132
5Jleffrro.......................... . . 133
$0lünd)$borf. . . . . . 134
©eutfd)=9?eftfow................................136
fReuenborf......................................136
’Ptau......................................... 137
fPommerjig.................................... .142
Slübnih . ... 114
9lie£niß ... ..116
®eutfd)='Siigar . . . . . 118
<sd)6nielb . . ... 149
Sommerfclb . . 153
tannnenborf . 204
^bieiueuboif 216
'toppet 222
•tornoro . 225
trebidjcw . 229
treppehi. . . .................241
SßeiC’tg 248
Seftitt........................................ 219
17
260
jBcrjcidjnrä ber Textabbildungen.
a) jn ben (Sinfcitungcn:
yibb. Seite Mbb. Seite
l.bi$IV. @eograpf)ifcl' = ©eoloqifd)eSftyen XIII VII. GrotTen. Triptndwn in ber tath. fitrd'c XXXIX
V'. Siegel bcö Aturfnriteii 3oad}im 11. XXIX VIH. Srcbidww. 'Blocfbauö..................... xli
vi. Viebthal. SAorfplan . . . xxxvi ix. Tleitenborf. S?blatengefäßaiiSberÄird'e xi.iv
b) 5>n ‘Bersetdjniä ber Senfinäfcr:
'Mbb. Seite
t. Q3aubad). ©runbriß ber Atird'e i
2. „ Äirdje ven gäben . 3
3. „ 3nnere$ ber Aitrd'e, QMirf nad)
ßften................................ 4
4. ?yeutniß. ©rnnbriß ber Avirdje . . 5
5. „ Dlorbfeite ber Kird)e .... 6
ti . „ Atirdje, Vorbau vor bem Umbau 7
7. „ Avirdje, £?.uerfd)iiitt, Qllicf nad)
£'ften................................8
8. „ jnnered ber Atird'e, SBlitf und'
Oflen.................................9
9. „ Ji'eldje in ber AUrdje . . . . 10
10. „ ©rnnbriß ber $yriebljofßfird)e . 10
11. „ JVriebhofb'firdte von Sübroeften u
12. „ 3nncreö berjriebbüfgfirdte, ®Iid
nach £>|leu ... . 12
13. „ Jrriebfjoföfird'e, 'Mltar .13
11. „ J?öl^erne ©rabtafeln auf bem
Aiird'hof......................... . 11
15. „ Sübfeite beg Sd)!ofles ... 15
16. SAobervberg. Stabtplan .... 18
17. „ 'löofjnbanS Groffener Straße 161 19
18. „ J?anßtür (eroflener Straße 161 . 20
19. „ JöauOtür Sdjulfiraße 111 . . 21
20. „ Waftyaiti jum fdjwarjen Qlbtn-,
Oleuftäbter Straße 13 . . 22
21. „ 'Mnfid)t ber alten Ahrdw . 23
22. „ ©rnnbriß ber Mirdje . . 23
23. „ Äirdje, Dlnfid't von ^torbiveften 21
21. Goffar. ©runbriß ber Jtirdje . . 25
25. „ Ä'irdje, 2lltarlend)fer ... 26
26. „ Äeld' in ber jvirdje ... 26
27. ©rabflein be? Siegiemnnb Grnft
Atari v. Unruh . .... 27
'Mbb. Seite
28. GränicrPborii. ©runbriß ber Atirdie . 28
29. „ Atirdje von tJlorbcften . 29
33. „ Atirdie, Warleud'ter . 30
31. „ ©iiftbanä . 3 t
32. Groffen. Stabtplan von 1721 .... 37
33. „ 'Mnfid)t ber Stabt nad' 'I'elwtb,
um 1711..............................39
31. „ 'Mufid)t ber Stabt nad' l'elwlb,
'Aluf’fdmitt.........................39
35. „ 5>rarieufird)r.Gifenfon|lruftioubeß
neuen <nrmaitfbaueS nad' J?ugo
Sid't................................13
36. SJlarienEirdie, ©runbriß ... 1!
37. „ SDrarientird«,9Infid)tvonSübo|leit is
38. SDJarienfird'e, Cbcrfeil betf Wurmet!
von 9?orbivejlen nad) J?ttgc JL'id't 46
39. 50baiicnfird)e, QBefleingang . 47
10. 9i)tarienfird)e, 'Jogeb. £aubcöberren 18
41. rDiarienEird'e, Sanbfteinepitapb brs
Särl Jyriberid' von Soßenfteiu 49
12. „ 5)iarieufird)e,©rabileinbeSSfabt=
pbnnhi? Slnbreaö ©eorg Älette . 19
13. „ SOtarienfirdje, ©rabffein b. Martin
Jiclcfan unb feiner (f befrau 'Alinia
^Margaretha geb. Darring . 51
i i. „ ©rnnbriß bet* fRatljanfetf . 52
45. „ Sübfeite bet’ JRatljaiifeS . 53
16. ©rnnbriß beö Sd)lo)Tee 54
17. „ Ginfahrt jmn Schloß .... 56
18. „ Schloß, Sübioeftecfe betf Jöofetf 57
19. „ Sdjloß, Jpofgalerie . . . . 58
50. .. £>auß Sloßihaße 142 . . . . 60
51. „ ©rnnbriß be6 .«jaufeg 9Marft 61 60
52. „ .vauö Biarft 61 .61
Ucrjcicfjnis ber 'Xcrtabbilbungcu.
261
91bb Seite
53. Greifen. Jpaiiß SDiarft 61, (riiijelfjeit ber
Aenfter im erften Obergcfdjoß . 62
51. „ «Ölarttplafc, ©lief nach SQorbiveitcn 63
55. „ SKarftplaf), ®litf nad) Süboften . 64
56. ©runbriß be£ £>aufcö SOlartt 115 65
57. „ .öauß «Dkirtt 115, (Sinjclheit ber
Jaffabe. . . . .......................65
58. „ L’anbfjau^........................... 66
59. „ Sd)(ußfteinam^>aufeSteiu|Tr.24o 67
60. „ £>aifr SScberffr-aße 20 . . . 68
61. „ Jimitetür L'anb^auoftraße 187 . . 69
62. „ .*?au6tnr ©rabenjfraße 317 69
63. „ J?nu6tür SOlarft 117 .... 70
61. „ ©runbriß bcs JQaufe« Sd'loß=
ffraße 193 . . 7o
65. „ Jeane ©logauer Straße 77 .71
66. „ b'antbaifr, Mamin . 73
67. „ Mamin in ber ?lpot(jeEc . 71
68. „ 4ftarftbrumien im «Dfaubilb . . 75
69. „ «Dfarttbrunnen (geemetr. 9lnfidit) 76
70. ©rabbenfmäter aut bem ®erg=
firdjbofe................... 77
71. „ ©rabbenEmal auf bem Mtrdjßof . 78
72. Trennen), ©nmbriß ber Mirdie . so
73. „ Mirdje von Subcften so
71. Mirdje, beljerne ^anfe . . .81
75. Mirdje, 'flltarleudjter ... 81
76. „ Mirdje, Ginjeibeit ber Wlocfeio
infdjrift.............................82
77. Gidiberg. Meld) in ber Mirdje 83 I
78. ©er6borf. ©runbriß ber Mirdje . . 81
79. „ Mirdje een Süboftai 85
so. ©oßren. ©runbriß ber Mirdje . . .87
81. jnnereß ber Mirdje, SBficf nad,
SSejlcu...............................SS
82. „ Mird'e, Sfltarleudjter ... 89
83. „ «Sappen auf ber «ßcfffcite bee
’l)farrßaufc6 ........................90
81. ©runbriß ber föegräbnioFapeUe 90
85. „ ÜBegräbniöftipette von Silben . . 91
86. „ ©rabmäler auf bem Mirdjbofe . 92
87. ©riefel, ©runbriß ber Mirdje . 91
88. „ Mird'e, Man^elaltar .... 95
89. Mirdje, «Sappcntafel in ter 1'atro-
uattfloge ............................96
90. © unter 6 berg, ©runbriß ber Mirdje . 97
91. „ Mirdje von «Worbcften . . 97
92. „ 3nnere6 ber Mirdje, QMief
nad) fSeftcn ..... 98
2ltb. Seite
93. ©ünteroberg. 'Kuterngeböft . . . 99
91. »ermewalbe. ©nmbriß ber Mirdje 100
95. „ Mirdje von Siiboflen 101
96. „ 3unere6 ber Mirdje, QWtf
nad) Offen . . 102
97. „ Saufe in ber Mird'e 103
98. „ Sauffdjüßel in ber Mirdje . 101
99. 3«!>u$borf. ©runbriß ber Mirdje 105
100. „ Mirdje von «Worben . 105
101. „ Mirdje, Wlfarleudfrer 106
102. Murtfdjon.'. ©runbriß ber Mirdje 107
103. „ Mird'e von Sübiveffrn . . 108
101. „ Mirdje, Manjefaftar . 109
105. „ S'ccfe in ber Safriftei ber
Mirdje 110
106. .Mird'e, iWftarleudjter 111
107. „ Meld) in ber Mirdje 111
108. „ Mirdjengeräte 112
109. „ Mirdje, ’-Biedjlaterne . . 113
110. t c i t er 6 b or f. ©nmbriß ber Mirdje . . 113
m. „ Mird'e von Süboften 11 1
112. „ Mirdje, Manjefaftar . 115
113. „ Mirdje, Stirmvanb beß
'l'a)loren|luf)l6 ... 116
114. „ Mird'e, Saufgeräte 117
115. tiebtljal. ©runbriß ber Mird'e 118
116. „ Mirdje von Silben 119
117. „ Saufe in ber Mirdie . . 120
118. „ Melch in ber Mirdje . . . 121
119. tippen. .Orgel in ber Mirdie 122
120. „ Meld) in ber Mirdje 123
121. „ ©rabjteine . . 121
122. tod)ivifi. ©runbriß ber Mirdje 125
123. Snnereb ber Mirdje, SiMicf nadi
£>ften . 125
124. Segau. ©runbriß ber Mirdie . 126
125. „ Mirdje von iWorboften . . . 127
126. „ Sübanßdjt ber Mirdie 129
127. „ Sd)nitt burd) bie Mirdie, £Micf
nad) Offen . . 131
128. 5JTeffoiv. ©runbriß ber Mtr<1)e 133
129. SRiind)$borf. ©runbriß ber Mirdje 131
130. „ Mirdje, Silftargeräte 135
131. 'l'lau. Mirdie, Qfltargerdte 138
132. „ ©rabffriite beß C'firißoph ©eorge
tubafdj foivie ber SBriiber Gßriftian
©ottlieb n. ©eorgO'ßriftlieb tubafdj 139
133. ©rabftein beS Gßriftopfj ©eorg
v. ?nef .... 1 10
262
Qkrjcictjnis ber Scffabbilbungen.
'Mb. gieite
131. 'Pinn. @rab|beiu ber Q5nrbar« 'äXnrin
v. ©Inubip..........................111
135. „ ©rabilein beg ©eorg Ötto v. Sutf 143
136. ’Pommeritg. 5iird)e, '2((farteiid)ter . .113
137. „ .fielet) in ber 5tird)e . . .113
138. fRäbniti. .ftnd)e von SMrboften .111
139. „ ji'eld) in ber ^irdje . . 145
140. JRiegnit). ©runbriß ber Birdie . . . 146
111. „ 3nnere£ ber jtinbe, S^ticf
und) (Süboften . . . .116
112. „ fietdi in ber 5iird)e . . .117
143.'3d)önfelb. ©runbriß ber Äirdic . . .11»
144. „ 5iird)e von Süboilen . . 150
115. „ Jjimereg ber Äirdie, Splitt
und) Sübiveften . . . .151
146. „ fiird;e, Semjefaltar . . . 152
147. <5ommerfelb. (gfabtptnn aug beit 3abren
1721—1723 . . . . 159
118. „ ’JBütteltiirm....................160
14». „ ’)lifolniFird)e, ©runbriß . .162
150. „ 51ifolnifird)e, 3nnere£, tBlicf
nad) 6iibü|len..................163
151. „ SHifüleiifird'e, 23ettcrfnl;ne . 161
152. „ ©runbriß b. Stnbtpfnrrfird)e 165
153. „ JRefonitruftion beg ©runb»
riiTcg ber erften Anlage ber
Stnbtpfantird)e . . .166
151. „ ®tabtpßirrtiret)e,i?.uerfd)nitt,
SBlief neid) £ fielt .... 167
155. „ igrabtpfnrrFird)e, 3nnere?,
tBlicf neid) ßflen . . . .169
156. „ ®tabtpfarrfird)e, Slltnr . 170
157. „ Stnbtpfnrrfird)e, Saufe . .171
158. „ (Stabtpfarrfircbe, 3nnereg,
SBlicf und) 2öe|ten . . .173
159. „ <£tnbtpfnrrfird)e, 'JBilb beg
Slpotf»eferg 3- Sternberg 174
160. „ Stabtpfarrfirdje, ?emnnfd)eg
unb 9)iöllerfd)eg G’pitnpb . 175
161. „ iStnbtpfarrfirdje, Gpitnpb beg
.ftantorg Änlbenbadt . . 176
162. „ StnbtpfnrrFirdje, ©d'aufte!»
lung (Jbrifti...................177
163. „ igtnbtpfnrrfirdje, 3ol>nimeS
mit ber blutter ©otteg . . 17S
164. „ ©tabtpfarrrirdje, ®ornen=
Fröniutg unb ©eißelung (2f)ri|li 17»
165. „ ®tnbtpfarrJird)e, t?luferftel;=
unggbilb nm itaiijelpfeiler . iso
'Mb. igelte
166. ® o m m e r f e l b. Srnbtpfnrrfird)e,G()cinalige
Sriiimpbbogengritppc . . .181
167. „ StnbtpfnrrFircbe, Jpoijßguren
nug ber 'Wöndjgfaminer. . 183
168. „ Stabtpfanfirdie, Sd)ineiyng=
ninnn 181
169. „ Stnbtpfnrrfirdie, 9ibberfdjer
©rnbftein......................181
170. „ StabtpfnrrFirdje, ©rnbftein
beg £>ang v. Kottivii; . . 185
171. „ StabtpfnMtird)e,Slltnrleud)ter 187
172. „ Jöebiviggfnpelle in .f?iiiFau,
©runbriß.......................188
173. „ 3?ebiviggfnpel(e in jöinftm,
Ännjetnttnr....................188
171. „ ©runbriß beg 9lat^nufeg . 189
175. „ fRatfinng unb StnbtpfnrrFirdie
von Dlorboflen................t9(>
176. „ Sdjenintifdje tDnritellimg ber
•Spnuptaniidit beg fRntynufeg 191
177. „ Sdiematifdie 5)nrflcUung ber
Dlorbnnfidjt beg Siattjaufcg . 192
178. „ fReirtjaug, ßifentür, Sliißeu«
anfid)t...........................193
179. „ .'Matfyaug, ©ifentür, 3nneio
nnfidjt...........................193
180. „ ©runbrif; beg (gcNofleg . . 195
181. „ ®d)Ioß, '2(nfid)t von 9?orb=
often.............................197
182. „ SOTittelteil beg '2>orberfd)loiTeg 198
183. „ 'l'farrljaug 'Dfarrftraße 236,
Sfnftdit..........................19»
181. „ 5)nug'l)faiT|'hnßc242,'2Infidit 200
185. „ 5?nug'}Jfnrrftrn|ie241,©iii5e[=
beit ber o-aiiabe . . . .201
186. „ 5?nusQ5nf)nf)of|'h'.188,9lin'td)t 202
1S7. „ .'pnugtBabnbofitr.iSSjGiiyeb
(>eit ber JaiTnbe ... 203
188. Sammenborf. ©runbriß ber Ktrd)c . .201
189. „ Ätrdje, 9tnfid)t von üBefleu . 205
190. „ Kirdje, gkuerfd'intt, tBlicf
und) üßeften .... 206
i»i. „ 5iird)e von <iubivc|leu . 207
192. „ Äirdie, 3nnereg, QBlicf ihirf>
Dlorboflen ..... 209
I93. „ Ävirdje, 3unereg, Qflirf und)
9iorbiveflen......................211
1*>1. „ fiird)e, ®erteurclief vor ber
juftanbfeftung....................212
llcr^eidjiiis ber Sertabbilbungcn. 263
?lbb. Seite 9(bb. eeite
193. Jannnenborf. Atirdie, Jjccfenreltef nad) 219. Jrebidjoiv. Ateldie in brr Atirdje . 23 1
ber 3nflanbfchitng . . . 212 220. tt Vageplan be? Ajerrenliaufef 235
196. tt Atirdje, (Jßorgeitiiljl . . . 213 221. tt AperrenbaiiS, .i?aiipteingang . . 236
197. tt Atirdje, SBarorfer Slitartifdj 222 tt ©runbriß unb J-ageplan eine?
mit fpätmittclalterlidicr SBe= iBlocfbaufe? ... . . 237
iveinung 211 223. •t Vang?= nnb ©iebelanfidjt eine?
198. tt Atirdje, SOlifranbcrfdjeö ®pi= ißlocfbaufeo foroie verfdjiebene
tapfj 215 Jiirfturje nnb Tadjeinylljciten 238
199. H Siebbruniieii . . 216 221. tt 'Blocf liau?geßöft ... . 239
200. Jfiienienborf. ©runbriß ber Atirdie 216 225. H Qttecffwiifer 210
201. ll Äirtte, Elitär ... 217 226. Jreppeln. ©runbriß ber Atirdie . . . 211
202. u Äirdje, Atanjel 218 227. ft Atirdje von Sübivcflen . . . 242
203. tt Atirdje, ©pitapf; bc? <5briftian 22S. •f Atirdje, iJlnfidjt von Süboflen. 213
äßilfjelm ©ruft v. Cppcl 219 229. II Atirdje von 9torboftcn . . . 211
201. tt Atcldje in ber Atirdje . . . 220 230. 1/ Atirdje, 3nnere?, Stlirf nad)
205. tt ’l'niTcrenitufd in ber Atirdje 221 Dflen 215
206. tt JJifdj in ber Atirdje . . . 221 231. tr Atirdje, ©rabftein .... 216
207. depper. Atirdje, .'Tiefte farbiger ©lae= 232. H Jamdienbegräbni? bcrer v. 3t)dj=
Malereien ...... 222 lin?tn . . 217
208. n Atirdie, JRefte farbiger ©la?= 233. tt jpbljeme ©rabtafeln . . 218
inalereien 223 234. Üßeißig. Janfe in ber Atirdje ... 249
209. Smtcro. ©rnnbriß ber Atirdje . . . 225 235. 3ettin. ©runbriß ber Atirdje 219
210. tt Atirdje von Siiboften . . 226 236. /» Atirdje von 9torboften . . . 250
211. •t Atirdje, Qlnfidjt von Silben 227 237. Atirdie, 3Mtere?, SBlirf nadi
212. tt Atirdje, Sdjnift, 'Blicf nadi Cften ..... 251
!?|tcn . 227 238. Atirdje, Atanjclaltar 252
213. tt Atirdie, 'illtarbetfe .... 22S 239. tt Atirdje, 9)i i 11Irre? Sanbßeinrelief
214. Jrebidiow. ©runbriß ber Atirdie 229 vom ?lltaraufban .... 253
215. tt Atirdie, 'Alnfidjt von Seiten 230 240. tr Atirdje, 9)icfftngfronlend)tcr 251
216. tt Atirdje, Sdjnitf, ’Bllcf nad) 211. n Snfdjrift an ber >)torboiletfe im
Cfien ....... 231 Sniieru ber Atirdie .... 255
217. tt Atirdje, Atanjelaltar . 232 242. Atirdjcnflafdje 256
218. tt Atirdie, ?lltarleitditer . 233 213. Ateldie in ber Atirdie 257
$
264
QSetäcictjnrä ber Starten unb tafeln.
a) harten:
©eograpijifdje .Harte bcö .ftreifeo CroiTen.
Überfidjttffarte ber im 2?crjeid)iii£ cnväbnten Orrc.
Jafel 1 e ii f 11 i ti.
3. ßr offen.
5.
6.
7.
8.
io.
b) Safcfn:
Mirdie ton 'Jlorbweffen.
Viltar in ber .fiirdje.
Stabtplan.
Sübfeite ber “äJlarientirdje unb ®ad)|luf)ltoHi1riittion.
Sinteret ber 5)Iarienfird)e. SBlicf nad) Offen.
„ „ ®ltcf uadi 2Befleit.
Stutfbecfe im Sihiingefaal be£ fRatfjaufee (gid)tbrucf).
Stutfbecfe im t'anbfjau^ (Vid)tbru41
Vllfar unb Saufe in ber Äiirdje.
'?lltarFriyifi£uö in ber Äirdjc < Sidjfbritcf).
Sd)önfelb. Sotentafeln bei? ?(bo!f ‘äftan'miliaii unb be? Jofjann
SSJlaximiiian von «oben.
S o in m e r f e l b. Stabtplan.
V o g a u.
15.
16.
17.
IS.
12.
13. Samnienborf. Dforbfeite ber Hirdje.
„ Sängenfdinitt burd) bie Äirdje. SBlitf nad) 'Dforben.
I Äanjel in ber Jtirdje (farbig).
Somow. Äaiyrtaltar in ber Stirdje.
Stebidiow. '2lnfid)t ber Mirdje von Silben.
„ .Vntenf)<ui^ (£id)tbrncf).
I
265
Bcrjcidjni^ bet Familien, Stifter ufw.
Seite
?l Ibredjt, Martgraf von SBranbcnburg, Kar»
binalerjbifdjof..........................15«, 225
fillbrecbf S2ld)illeß, Ätnfürft XXV11, XXVIII,
XXIX, 35, 154
v. SJllvenßleben.......................XXXII, 36
Blmptij, SBernharb........................14, 55
'Jin breä, 3o£ann, Mircbfcbreiber . . . .225
v. 9lrnolb (?frnolbt[in]) XXXII, 12«, 128, 130
— Barbara Sophia (liehe v. Sd)lid)ting) 128
— Carl l'itbeivig......................128, 130
— ©orothea (fiehe v. Sentfje) 128, 130, 132
— Gleonota (liehe v. Unruh)................130
- 3. C. . . . . - 132
— johann....................... 128, 130, 132
— 3ohan[n] SJlboiph ... 128
— johanfn] Seopolb Sßilhelm 128
Mattheit« Saurcntiuß .128
Bad), 3oh- Seb., Koinponifl . .... 51
Baefler, @. SB. ©................ . 150
Balbuß, ©regor, Äird)envorjteher . 183
Banboviuß, Balthafar, 'Paftor . . . 12, 13
Barbara, £od)ter beß Blurfürften ’illbredit
SJldjilleß................X.XVH, XXIX
Barbob, Soljann .... 89
v. SB an bad) (liehe Sdwlp ... 1
v. Beerfclbe (Beerfelb, BeerfelbD . XXXII, 157
— Blbotph Chriftoph Siegißmiinb 196
— Balthafar Dlbolph........................199
— ©merenjia Sophia «.liebe v. Breboiv) 157,180
— griebrid« .... .... 196
— ©eorg griebrid) . . 157, 196, 199
— ©nftav ... ............ 199
— ©iijlav Sibclph ...... 189
— Jöebwig . 199
v. Bencfenborf, Jöanß ... . 80
v. Berg (Berge) XXXII, \ XXVIII, 137, 256, 257
— Sabina (fte^e v. ©rünberg) . 255, 257
Berger. . ... .211
Beruht vBernth), 3vfrann ©ottfrieb 210, 229
— ®va Maria................................210
v. Berth, ©erharb ... . 237
— Sufanna Glifabeth . ............237
Sicherheit«, Jpeinridi SBilhelm .... 78
— Sophie Maria (fiehe Borct). . . 78
Seite
v. Bieberftein 155, 156
— .f>anß.................................... 155
Bitt hol 3, Martha Margaretha (.liehe giefer) 3
v. Blomberg. . . XXXII, 86, 90, 118, 120
— ST'ietrid) ©ottharb .... .121
— Henriette Sultane ©ottliebe (liehe v. Yidv
notvßtv).......................... .120
— Karl. .121
SBoecf elmann, Jobiae Cberbarb, 'Paflor in
©riefel................................... 91
Boleßlaw, J?erjog von Sdjlefien nnb 'Polen
XXIV, 32, 33
v. Bomßborf (Bomfjborfn 120, 256, 257
— Sohann ©eorg...............................219
SBorcf, Sophie Maria (fiehe Bicterheinn . . 78
v. Bomßborf..............................211
v. SBornftdbt, SBeate Sophia «liebe v. Knobel«?
borf). . . . . 221
v. Braunen . 91
v. Breboiv................................ ... 19«
— Sniereiyia Sophia (fiehe v. Beerfelbe)
157, ISO, 196
— griebrid) Sigißmunb 157, iso
v. Brucfen . . 91
SBu rcf, SBartel................................30
SBurbad), ©reger 55
v. SBurgßborf.................................. 17
Canabäuß, Sobanneo, 'Pfarrer . 139
— 3ol)ann ©cttlicb, sprebiger 111
v. (ianih...................................... 81
Caspar, Sülbam................................ 157
Chtiflian, Martgraf 311 Sßranbenburg 223
Chviftiani, Deidünfoeftor 107
Cocferill..................................... 158
v. Co Haß, (fharl. 9label «.liebe v. Btataliß) 78
Cotritt, griebrid) ... 213
Cramer, 3ohaniiee, “Paftor ... 91
v. G(pd)linßft) (fiehe v. 3i'd)linffiy.
r. S)ainen (fiehe v. Sdjaploro) . 117
v. S)ed)en.................................... so
v. 5)iebic.................................... 257
©ietrid), Marfgraf von Meifjeu . . 153
©irren, (Jhrifloph . 229
®oberfd)üft (©aberfdur» . 12«
266
'Bcräeicfjnts ber gramilten, (Stifter ufw.
Seite
(Oobcrfdiüli, Q'briftoff . . . . 137
v. ®rattborff, ©otfribt.........................222
v. ®ubitfd), fJlifotaiti ©ottfrieb . . . 221
©itelfrih, ©raf jn Settern .... XXX, 35
©li fabelt), 9)tarfgrafin von SBranbenburg, geb.
gürflin von Vlnljatt...............XXXI, 70
Slifab elf) ©barlotte, Knrfürflin . . XXXI
36. 12, 43, 60
v. ©nbelt................................ 1, 2
©n gelt) ar bl, SSJlütytncifler . ... 35
©fdjeubagen, ©eorgiuö...........................168
fyenbiiiö, Sobanneö, «Daftor ...................113
genbet, Sobann Traugott ..... 174
v. geflcnberg=tBagfd)en ...... 91
g-iefer, Sodann ©eorge, 'J><iftou.................3
— 5)inrtf>n ‘•Diargaretlja (ftebe Q3irtt)clj) . 3
— Soljiinn ©otltieb . . . 3
v. gincfenileiit, ©raten XXX1I, XLVI, 26, SO,
Sl, 233, 234, 241
— griebrid) Orte (teopotb) XXXIII, 23»
— Seopotb Otto Carl . ......239
— 2Bilf)etniüte ©orotbea ©lifabclt) (ftebe
v. SSSiercrf).............XXXIII, XLVI
Jtfdjcr, Sobatnteö..............................183
gournicr.................. . 1, 125, 204
griebrid) III., Kurfürfl . . . 60, 215, 248
griebrid) I.,König XXXII,XLIII, 10,60,67, 68,73
griebrid, 11. (ber ©roge), König XVII, XXXIII,
XLIII, XLIV, XLVI, 25, 36, 70, 74, 157
griebrid), SBifdwf von M’itö . so
griebrid) 2ÖiIt)clm, ber große Kurfürtl XXXI,
XXXII, XLIII, 84, 138
griebrid) SBitbetni I., König XLIV, XLV
gntjte, Klaubte, '.Bürgerin elfter............34
v. ©ablenj (Öablenh, ©abelipe) XXXII, 86, 89,
90, 91, 93, 100, 103
— ?tnna SBrigitta (ftebe v. Sfdjirnbaufen) 90,
91, 93, too
— ©ccebarbuö ................................100
— .Ceinrid) Otto »0, »1, 93, 100, 103, 101
— ^ieronptnuö ©tjriftopt) . . . . 100
— ?)iaria . 93
— Otto........................................55
v. ©abrielö, ©tfart.............................154
©anbei-, SQicfel, ©roffener SBürger .... 134
©eorg 'l'obiebrab, König von SBöl)iuen . 151
©erwarb (©erwarbt), ©^riftopb,’l'rebiger 130, 132
©erb ar b, tpanl, S'idjter.....................51
©iebra, 'Jlbvofat................................55
Seite
v. ©taubifi (©lattbtö, ©taubitej, ©lantvifd)) 91,
120, 256, 257
— .Celena 'Dorothea (ftefje v. Banneroih) . 2
— ^Barbara Ilaria (ließe v. 9liefemcnfd)el) 111
V. ©loger................ 253, 254, 256, 257
— Sultane ©rbnuilß...........................256
v. ©ölnifi, .Ceinrid).................... . . -187
— Kalkarina (ftebe v. Soppcltin, .187
@öp, OvcrfT . . ..... 35
©olaö, SRatßeuö ............42, 13
v. b. ©röben. . . . XXXII, 1, 2, 217
— ©t;riftian Otto............................247
v. ©rünberg (©riinbergf, ©riineberg, ®run=
berg, ©runbergett, ©rpitenbcrg, ©ntnen=
berg) XXV11, XXXIX, 6, 121, 249, 253,
25(i, 257
— 9lbral)ani . XXXVI1J, 137, 255, 256, 25s
— Qibatn . . .... 255
— Qtbam ?lbrabani . . 255, 258
Vlnna ...................................100
— ©ßrifliita Sitgetibrcid) (fielje v. Otterfiein) 65
— ©eorg......................................255
— ©eorg ?lbral)ani .... 255, 257
— Jpanö ................................6, 256
— .Canö ©ßri|topß . XLII, 255, 258
— Jpanö ©eorg . . . .. 255
— Sobann gabian ... . .123
— Sabina (fiel;e v. ®crg'> . . . 255, 257
— llrfula Marianne (fiet)e v. StoiTeO . . 217
— Sadjariaö ... . . 255
©ruöjen, SOtaria (ftebe gufaf-finj) . . 229
©rppbiuö.........................................55
©nflav 'Jlbolplj, König von Sdnveben . . 51
Jdacfen, SInna Sovpfe (ftebe v.'X'auncivifi) . 3
jpänfel, ©eorg..................................136
v. 55agen.................................... XXXII
.Camel, tBaltbafar g-riebrid), SBitrgenncifler
in ©reffen ...............................st
.Catnin, Ceinndi, ’ffrebiger.....................35
5? an e, J;er(L'g von Sd)leften=Sagan XXVIII, st>, 151
.Cane v on Kttflrin, SDiarfgraf (ficbe 3ob«ttn,
SDiarFgraf jtt SBratibenburg) XXX, XXXI,
XXXIX, XL, 35, 14, 51, 70, 125, 156, 2 IS
.Carring 'Jtiiua 50(argaretba (ftebe Steltfau) . 59
v. -Caugivift (ftebe v. Knobeleborff), llrfula
SBarl-ara ................................25
j-iebivig, ©cmahitn .Cerjoge .Ceinrid) I. XXVII,
XXXVI, 33, 40, 11
Jpeinrid), ?ibt von t'cttbue . 133
Qkraeidjnis ber gamilien, Stifter ufu».
267
Seite
.(peittrid) ber Grlaud)te, »Oiarfgraf von
'SReifien . . . . . 33, 153, 154
.deinrid) II. itaifer................XXIV, 32
deinrid) I. Serjog von Sdjleffen XXVII, XXXVI,
33, 97, 131, 13«
deinrid), -Verwog ven Sd)lefien ... 5
deinrid) III. -Sper$og von Scbleften ... 33
deinrid) IV. jierjcg von Sd)lefien=)Breblau 34
d e i n r i d) v. ter Ciferne, ipcr^cg ven Sdilefien 31
deinrid) VI. derjog von Sd'lefien .31
d e i n r i d) X. .derjog von Sdilefien 17,132,21«, 219
deinrid) XI. Scqog von Sdjlefteti . XXVII,
XXIX
deinrid) ber gromme, .derjog von Sdjtefien 33
deinj, 'Beter....................... . . 183
deiferf, SKidial . . ...............138
.deute, ©ottfrieb, »Paftcr................in
derger(in), 2lnna (ließe Veman) . . .17«
dtlbebranbt, Qtugnftin, Qlpotßefer . . . 59
v. .doditirdr (fieße v. iieltfnu)
V. Jp O (f...............................257
v. doßenjollern, gürften XXXII, 7,1« 28, 79,
93, 113 |
v. d o 6 e n j o 11 e r n - d e d) i n g e n, giirft, 9Jrinj,
Srbprtnj..................................6, 136
jpomutl), SJtidjael.........................187
Saerfel, G. d- ®. (»eße Stein; ... 111
V. 3 cu«l...................................216
Jerome »Napoleon . . ... XXXIII
3ebco, Bfarrer in GroiTen ... 34
v. Seutße (Serrtß) . . . 128, 130
— 5)crctßea (fieße v. 2lrnoib) 128, 130, 132
30ad)im I-, Äiurfürft <>, 35, 35, 78, 79, 80, 84,
86, 93, 97, 125, 155, 225
3oad)im II., 5turfiirfl................XXIX, 223
Jobft, üftarfgraf von OTaßren .154
Sorfifd), «Dinrtin . .......................187
3 o ß <inn, 5tnrfürft XXVIII, 82, 8«, 100, 133,
118, 119, 155
3 o ß <1 n n, SDTarfgraf (»eße -dmiS von 5tiiflrin) XXX,
XXXI, XXXIX, XL, 35,44,51,70,125,156,218
3obann, 5tönig von SBößmen . . . . 5, 151
Joßann, 25ifd)of von 2Keif;en . . . 155, 192
Joßann ©eorg, ^arfgrafintbÄnrfiirjt XXXI, 70
V. Joppe (f in, 5tatßarina (ließe V. ©ölniß) . 187
5talbenbad); ©eorg, 5lantor . . .177
v. Ptalfreufß XXVII. XXXII, 17, 118,120, 142
— ?tnna 3)orotßea (freße v. Stotßenburg > 117
— IBarbara (fieße v. föwbelebotf) ... 59
Seite
v. Katfrcutß, d111’- ..... .172
— SSJiargaretßa (freße v. ^XaEcn) . . .172
5t'arbe, ©tonomierat.......................... .107
5t'arge, 3acpl'................ .183
5tart IV., 5taifer..............................154
5tafimir ber ©roße, »Dolentönig. . 31
5tafßarina, SWarfgräfiit von ®ianbenburg,
geb. .der,jogin von Sünebnrg XXXI, XL, 35, 70
5tauberbad), Slegina 9Naria (fieße Sißnrann) 189
5tat)fer, Scljann Garl . . ... 118
v. 5tefernberg, ©ünfßer, ©rar xxxvn, 31
Äemmerer, Soßann, Bfatrer .107
Äienjel, »tpotßeter . 77
5tinber Jn), ©orotßea............................83
v. 5t itliß (Äittlij ...................82, 120
— ©eorg...................................... 258
5ttäfel, Soßunneo Gßrißopb . 183
5ttapperbein, ©eorge 157, 183
— SJiartin.................... . ... 189
5tlaunig, griebrid) ©ottlieb......................2
5tlette, ßtnbreab ©eorg..........................59
— Soßann £>avib................................59
v. 5tlingfporn . . . . . 208
v. 5tnobelSborf (5tiwbeKborff, 5tirobeiötorff,
.ftncbelbtorf) . xxvn, XXX1I, XXXIX,
17, 82, 81, 118, 222, 211, 25«, 257
— 2(nna SOtaria..................................8«
— 'Barbara (fieße v. 5ialfreutß> ... 59
— iBaftian...........................35
— Qieate Sophia (freße v. SJoniftabi . 224
— Gßriftopß.................................81
— ©eorg Siegnrnnb XXXIII, XL11I, 25, 28
— ©eorg üBenjebtan^..................25
— Jdanb..........................59, 118, 222
— .deinridr ... ......ns
— Urftrla »Barbara (ließe v. Jdangroi«) . . 25
5tnöbpel, 9Kart., Vrebiger ... .114
5t odr, fyriebrid) SBilficlm . .55
— 5tarl fyriebrid) . . .213
v. 5t0narbtt) Jtonavoti).........................78
— SDlidrael 'Jlnbreaö (ließe aßirbifdjav) . 79
5ionrab, Stid'ter von Somnterfelb. . . .151
— ©ttc..........................................133
5tonrab II-, derjog von Sdilefieii unb »Bolen 31
i». 5tottwit;, greißerren XXXII, 25, 28,15«, 157,
188, 19«, 253
— 2t. e............180
— IBaljet (.iSaltßaiar; . . 157, 187
— SBaljer cßaltßafar) Grbmann . 157, 180
68'-...............................pilücf
o'r i(j)ii3ij)iHj -<t jCptO ü(jj3.w6ai’iQj ‘ujJujcg -q
SH*.................... ?iw<jm>JCb 'aj(pj9i’K6
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SIS • quvuiqia-g lUJiqpße- —
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91T ([lujiaßiiijj- stjail) pitii)6 —
91T • 6103© '.13U113JG "113Ö 'UVU133
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bis gwiPiffi —
81 öl’ (113)131(6.) U1).WK£ (uiHiiqia) —
8<; ' ' i3.i.wi(ts 'quituiaiöij) uiwqaf;
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86 pinlujipiOE, 3(j3iJ) aiiüiiliidj) üiuifö 'uuml)33
TOS ‘ ’ ii’iuiiliaiuutaiy ' © —
16 .... ppjjjjnß ')ölll>3
68T '11 'S • • d)JG —
IIAXX...................................... 6i3qgqitü3 -q
»81 • .I3))3))pii3(p.ii^ 'qaivg '3j(pj)iiJS
9SI ’ ’ I3.uw(ts 'uaiuigj 'auqiiif
881 ni'iLli.i(jy) '.tjünij)-
ssi...............................(PM»!® '»qoijf \i
IS ... Jnü^ ')ja.ix
16 ijiatpiix a
ISS ('jijpqai; »1 i(j3i() 3ii3)3Cf 'fiiaUpijiy -q
sn 'ist
'88 'ss jn»(t» (gnuiuviiy'j3iiwi^ 'uuug) uuuüijy
T6.......................... ’ • llüqülJJ- «1
86 mpqiiQß qdjaqjö auu^' —
IST • giiücf —
9ST ' .vipiiii© 'f)iai))oiy ’o
ijPä'
’<u|n aajiHg ‘uaiiiuioS iaq siufpiafiaft
S’9g
Qteracidjnis ber goinilicn, Gtiffer ufw.
2G9
Seife
9)1 e cf (9)ietiitö'i Qflbinn^, Dfarrer 172,177
— Shoma? ... .... 177
9)teland)tRon, DRilipp . . . XXXVili, 5t
'Dl ef fe r fdjm i b t, Daul...................183
v. 9)1 i Iran bet, ©eorg SIboIpR, ©enetal XXXIII,
XLIII, 204, 208, 210, 21.3, 21 1, 216
SJlirjIov .................................... .33
9Rifdife, griebricb ... . . 183
9)töIIer. . . . 178, 182
— Seiijflintit...............................178
— (fafpav ©rnR . . .178
— 3ohanne?................................. .178
9Rol, ÄiaReUan von (hoffen 31
9)t oRidi, Stifter . . .111
9KiiIIer, D. S................................ 133
9)iullerit, (h 5X, 3-(h 133
9)iiinjmeiRer, Sohaint . . . . .34
v. 91« tflli i, Daul, ©eneralmajor . 78
— ßRart. StaRel (Rebe v. (jollaöi 78
9t an in an n, SBarbara (liehe Sleidjnan) 59
— Catharina 58
— Jiai'A......................................58
9t en man n, ’granj, DürgermeiRer von (hoffen 35
— ©eorge.....................................225
v. 9t i e f e m e u fdi e I (9tiefenicffd)ele'> 94
— SBarbara 9Karia cRcRe v. ©laubift) . .141
91 o 6 f e iv i h <9to?fewip, fBifar in SBreelait 155,166
v. 9toffits................................... 257
Öfjme, 91................................... . 133
v Cppel (Cppetl) . . 216, 220
— CRriRian StQilhelni . . 220, 221
— CRriRtan ÖBilbelm ©rnR . 219
— ©eorge SlbraRam.......................... .221
— Üouife ©ottliebe (ReRe v. Vuct) . . .221
v Cppen . . XXXII, 116
— ©uRav................................ .... 213
v 1? tret’Rein, CRriftina £ugenbreidi (.ReRev.
©rünberg) ................................6.»
£2tto, gWartgraf von SBranbenbnrg . 31
v. Dacf . . . .............196
— .f?einrid) . XXXVIII, 156, 172
v.'Vanneivit; (’l'annwih, ’X'anivif.en) . 1
— Silina i'evnfe (Rehe .ftacfenl 3
— SInton ..................................... 3
— ©leonorc Tovothea (ReRe v. Stofd)) 3
— .Jelena (Dorothea (Rebe v. ©lanbitV) . 2
Dauli, Superintenbeiit . 50
Daulig, Sudffabrifant . . 158
'Beter, Jöerjog von Knrlanb unb Saaan 6
Seite
Beter, 'l'ricRcr ... ..............35
De ff dl . . ... 116
v. Df orten (Pförtner) . XXXII, 93
ra3in<?, Bartholomauö, ©eiRIidw in
Sommerfelb 156, iin;
v. Diep er, SoRaim £>einritb . 117
Dichfdie, GbriRoph . . .... 183
Dirfdier, Sofia?, Drebiger 130, 217, 218
v.'Pogerellen . . . . 91
Dr omni ft, Dtifolanö, Dfarret . 44
v. Drowni^..................................257
Drpmfe (Drjemiölaiv), 5?erjog von Schienen 31
v. Siabenau (Stabenoiv) xxvn, xx.xil, 25, 26,
216, 218
— Otifel (9ticfel)....................25, 218
Slaufdjenborff, granj, SBiirgcrmeiRcf 182
Slaiveffp, gerbinanb.......................162
v. gted'eiiberg, SDtaria VInna 152
Steblidi, S., D«Ror .136
v. Sieidjenbad) ... . XXXII
3teid)uau, SRomaß. . 59
— SBarbara (Rebe 9laumann) 59
v. .Stenöburg, Qfnna . 148
Dtenfer, 5Diid)eI........................ .155
91 eu ff er (Rebe Senian) . 176
v. StReinbaben, greiRerren.................118
v. .9ibobe, Sncretia 5Kariana <fiebe v. Sd)ön=
aidi) ..... 62
9tid)ter, $an$, Statinann . .183
gttbiger, 'Daul, ÄirdienvorReber . 12, 43
Slifsinaun................... . . . . 224
v. Stöber, Jpeinj..................XXXVIII, 186
9lötcl, QInbreaö, ÄirdienvorReber . .183
v. .'Nobren (9toRrin) hi
StotRe, 2)orotRea . ... . 59
v. StotRenburg (Stotenburg, Slottenbnrg, Stötten*
berg'! XVIII, XXI, XXVH, XXXII, 6, s,
14, 16, 79, 100, 118, 120, 121, 136, 142,
156, 182, 225, 256, 257
— Silina ©orotRea (ReRe v. ÄtalfrentR) . 117
— ©eorge ... .121
— joRann Sigiönuinb. ... 6
— Siegmnnb (Sigiömunb) 82,86,100,133,14 9
SiuboIpR von Jöaböburg, .Röntg . 154
v. Sale,......................... 256, 257
v. SalgaR . 216
— £anS . . .............216
Saver, Slbani .... 132
v. Sdjafgotfd), Sufanua, greiiu 257
270
'Dcr^cicljuis ber Familien, Stifter u[w.
Seite
v. Sdiaploiv (Sdjablow) ... m, 116
— Jjebtvig Sophie (fieße v. SöbeiO . 111,
11«, 117
— Sobft Gßrenbtreidi . . . . 116, 117
— 9)iargaretßa, Sabina unb eßriftina 117 ,
Sd)elß, öberpfarrer ... . - 189
Sei)enf, £>crr auf Jciipiß XXvm
v. Sd)enfenborf, Jrcißerren . . 93
Sdjerj, '?lnbreaö, giatmann................ 183
v. Sd)lid)ting (Sd)lid)tig, Stidjthtg) 93
— Qtarbara Sophia (fieße v. Qirnolb'» . . 12S
— $an£.....................................86
— Soßann. . . ... 94
— Vierten .86
®oli . . ... 91
®d)icberli, Sacob . . 219
v. Sdjierftäbt .... 233, 253
v. Sd)lieben.............................. . 204
v. Sd)foppe.................................120
v. Scßinettau(Sd)inettoiv) . XXXII, 17, 142
— SBernßarb, 9tcid)ögraf..................114
— Cßarlotte Veopolbine Qliigufte (fieße v.
Sobeltiö) . . ... .224
Sd)inibin, Ä'atßarina.......................178
Sd)niiebt, Soadjim . . .183
Sd)iieibcr, 'Albani, 5tird)enättefter . . 136
v. Sdjöuaid) (Sd)öneid)), Aieißerren xxxu,
65, 84
— .ÖanS Gottlob........................84, S6
— Sucretia 9)?ariana (.fieße p. gißobe) . «2 ।
v. ©djönebeef . XXXU
o. Sd)o(ten .... .137
Sdjolß, 'Bartßoloniüuö . 188
Sdjolß, SJiidjel............................136
Sdiolfl, Sari Jyrifbrid) (fieße v. SBattbad)) 1, 2, 3
Sdjulne, Qiubrcaö . 136, 183
— Gottl. jpeinridj ........................79
— Ajeinrid)............................ . 183 j
SdMtlj, JöanS . . - 40
v. Segren vSegrin) . . 94 1
Seibel, George Gbrijtepß (fieße 2ßagner) 16
v. Seibliß(in) . 91
Setter, Soßann . 55
». Scldjotv . 79
v. Selb..............................XXXII
SigiSmiinb, Ataifer, .König von Böhmen 154,155
Sobeölauö, Graf von eroflen . . 33
Soßrr, Jjeiuvidt. ... . . ISS
Soltifow, ruffifdjer General XXXIII |
Seite
Sopßie, Jjcraogiii von 5Öleipen.................34
Stalßanö, General...............................93
Starfcue, SBarber...............................81
Stedter, Soßann @ßri|tepß......................150
Stein, (2. £>. S. (fieße Saetfel) . . .111
Sternberg, Gebrübcr . . .189
— 3. 6., Slpotßefer.....................1.74
v. Stößel (Stießell) 28, 91, 113, 204, 219
— Georg Sßriitof........................2dl
— Urfiila Marianne (fieße v. Grünberg') 217
v. Stofd)....................................120
- Gleonore Dorothea (fieße v. 'Vannetvin) 3
- Soßann Ataepar . . . . 94
Jafdie, (Sßriftian ...........213
v. Jauenßien XXXII, 17
Jßcnio..................................... . 216
Jßcoborid), sBifd'of von £ebuö . . 155
Jßietmar, Q3ifd)of von 2)icrfebitrg . 32, 38
Jhnlmeier, fyriebrid), iJJrebiger .... 60
Jielcfau Ctielfau, Sicletau). . . 113, 11«
— 'Jltuta SJlargaretßa (fieße £>arriitg) . . 59
— Soßann (fall eßriflian . . 11«, 117
— Stettin, SBürgenneifter ... 59
Jielifd), 5DTeld)ior, Wirgemieifter . . 58
Jilcfin. .... .121
Sinn6, 3<ircb, 'l'aftor 90
Jo tu in, ©lifabetß .143
Joffani, Geleßrrer ... . . . . 60
v. Jrofcbte, 5wißf'5ren . . XXXU
201, 225, 2 IS
— Gleonore £>enriette Jugeubreidi . . 229
v. Jrofenica, Graöntue;, 9)(arfdiall . . 42, 13
v. Jfdjirußaufen, (’lnna Brigitta (.fieße
v. Gableiy .... 90, 91, 93, 100
Ulriö, 9Jfatßenö, ’Paftor . . 221
v. II n r u ß . . . . 130, 25«
— ©leotwra (fieße v. Ulrnolb) . . 130
— Siegi&nunb Gniff (fori . . . 2S
Utted)t, £)bcrföritcr ........ 28
v. üJierecf..............................XLVI, 25
— SBilßelmiite ©orotßea Glifabetß (fieße
v. Sinrfcnftein'i XXXIII
v. 9Sogcl................ . XX Xll
— Soßann 2ßiihelm . 12
v. 23 o ft, Grafen ... . 233
•iBagner (fieße Seibel)......................16
üBalbemar, 2)tarfgraf von 9)leiften . . . 151
®albcmar (ber Große), 9)tarfgraf. XXXVII
31. 151
‘öcrjeidjnis ber {Jamilien, Gfiffer ufw.
271
Seite
v. 2ßalboro, «Barbara (fiehe v. Sobeltitö 224
— Sabina....................................223
«Saltenftein, General XXXI, 35, 15«
v. Söebell («JjJebel) . . XXXIII, 253
'Ißetijel, Jierjog von Schleifen . . 5, 31
— .ftönig von SBöhmen 154, 155
r. Söefenberg (SBeffinburg) XXVII
— fBartnfd«..............................5, i<i7
Üßilhelm, 'Brinj 511 üöivenftein = 2Bertl)eini=
grenbenberg .... so
üBinfler, griebrid'...........................150
o. Söinterfelbt . 112, 113, 233
- 91. C.....................................117
— 9lleranber i-iibivig .... . 237
2ßirbifd)av (flehe r. Mcnar^fi) ... .79
9Birth, griebrid), 'Baitot.................... ns
t'. 2öi«leben, .hertlja (fiehe v. 'SXantenffeh . 221
üBlabielam, fiöiiig ron ^Böhmen XXVlii
v. 2Bo Iferßborf, jafob . 154
®Olper........................................151
v. Qßulffen ... XXXII, 122
Sad'erfd', Girge . . .... 13«
i'. Sajlrom . . 1
Seite
to to l©
v. Saitrom, 9(ugii|le 'Sftathilbe Clife Sheobore
(fiehe v. Sobeltih) ... 223
— Cmma . . .
— griebrid) SfJilfjelm . .
Seifiger, 'SXatiheä.
t'. Settrih.............................
— 9lima Eleonore (fiehe r. £ittf) . 225
Simmermann Jpan#, «Hat«6crr . . . 155
v. Sobeltit) (Sabeltiii, Sabeltij) . XXXII, 221
— 9(ugnfte gjfatlfilbe ©life Xheobore (.fiehe
r. Saftrow.............................. 223
— ^Barbara (fiehe v. «Salben.') . .224
— ShriftßPh....................... 222, 223, 224
— Charlotte geopolbinc Qlngiifte (fiehe v.
Sdjmettoiv)..............................221
— C’rnft 9lngnft Veopolb . . 224
— griebrid'............................. 223, 224
— £anä SBilhelm f'conharb . . 224
— Jpelene (fiehe v. f\rcd)wii>) .221
— SHarie Charlotte Soiiifc 223
Söllern (fiehe Cifclfrih)
v.3nd)lin^fi) (fieheo.Cji'd)Iiiiäfi'i XXXII,XXXIII,
XI III, 28, 248
272
Wiftcrvcrjddjnrä.
Seite
'Mntoni, 'Mlbredit, Sßaiinieiffer
'Mrenbt, 3. (f., Simigiefier
'M ff, 3-, 'Silberfdwiieb .....
’-Badinicuin, G. (f., CMocfengiefier
IBater, 3itf., 50ialer.........................
’B eberfadier, George, 8hnniergefelle .
'Belt?, Stlberfdnnieb
'Berger, ?(rd)iteft .... ................
Bergfjem--®ttjarbin, SDtaler .
'Bcfinfacf, Slnbreatf, Knpferbecfcr
'-Bouinann, 9lrd)iteft
(fignaui, 'M., fOtaler ...........................
Collier, Guffar, Glocfengiefier
(fr an ad) b. ?(., Suta*, Italer .
(fupp, 91., fDlaler.......................... . .
©avtb (©aoieb), Sonia Jdenrn (£<mri), Sinngiefier
©ietrid), SBaumeiffer ...
Toor van (fall, holl. Genieoffizier
©rate, 'Bilbljauer...................
o. ©rod) tolootb, 3off CorneliOj, Waler
(fibner, griebrid), Simmenneiffer .
Crnbtera, C'briffopfi, ©rucfer
gibigo, 'Mnton, Wauremieiffer
gifdjer, Gebr., Glocfengiefier
griebrid), Waurenneiffer •
Gei tu er, Glocfengiefier ...
Gellig, 3-, Waler.
Ger la cb, <£ilbevfd)inieb .
Gr off beim, Glocfengiefier
Grn bl, gr„ Glocfengiefier ......
.dalbeivang, Kupfcrffcd)cr . .
J?a(ä, graiy, Waler..................................
beerbe, Gottfrieb, Orgelbauer
j?eine, Jpanb, Orgelbauer
Jjeinje, Glocfengiefier ...
J? eil er, Georg, Glocfengiefier
,f?orneburg, Wattrermeiffer
Jöumbert, Golbfdjniieb ... . .
J?ufeler, graiy, Glocfengiefier ....
3afobi (3acobi), 3o&ann, Glocfengiefier
Sonaßfofiii, 'Beter, 'Bainneiffer
fiefiler (Keffer), ©ietridi, Glocfengiefier . . .
Klauntg, gr. G., Kantor (5?oljfdminer)
156, 194
82
. . . 247
213
. 202
* . 225
.................................. 90
XLV
202
............................................(»5
XLV
........ 20*
II, 94, 136
. . .4
. . . . . ... 202
. . XLV, 258
XLV
. . . XLIII, 68
.......................... 199
............................202
o.»5
258
47
90
50
.............................. . 41
....203
.... .220
.... 5
25, 28, 79, 90, 100, 101 106, 133, 1S9, 249
199
. ............................ 202
89
.................47
................. ... ...........................49
............... . ’. . XLII, 30
. .........................50
. . XLV, 65
........................................... . XXX VIII, 82
...................................XLIV, 50, 59, 60
............................................... 67
............... . . . XLII, 12, 148
'UbeijferDerjeidjnis.
273
Kiopfd), Samuel, 2ßtrfgefelle . .
Kirfe, SOiartin, SOtalermeifter . . .
Mod), Qlnbreaö, ©olbfd'inieb.................
Köcferiß (Köferir,), Sorenj, ©Ioefengießer .
Kölbel, ©eorg, Simmermann ....
Körner, Sriebrid) ©ortßolb, ©Ioefengießer
.Korner, l'anl Qlnbreaö, ©Ioefengießer
Kraufe, Qtaninfpeftor
Krüger, fc., SObaler ...
Seßmann, ‘Dtaurerineifter . . .
Seowßarbt, SObartin, 5Xaurennei|1er
Sidit, “Daniel, SOTaurenneifter ....
St eßt, Jdugo, Q3aumei|ter . .
Suttner, 3oß. ©ottlieb, Sifd)Ier unb Müller
Soob, i'tctorinuö Sgnatiuö, gjbaler . ,
Soren;, Ußrmadjer ...........................
BSaö, ©irf, 5Dbaler .
9Xann(id), Daniel, ©olbfdjmieb . . .
SObatufdif», Soßann Marl, 9)?aurerineijter .
v. 5Dbtertö, j., 9)baler . . . .
SJtignarb, 9-'-, 9)baler . . . .
5Xoud)eron, SObaler ........................
’DTülter, SObater ... .............
9Jbüller, Silberfcßmieb . .
9beefö, Q)., SJbaler
ran ber 9?eer, SOlaler ...
9?etfd)er, 9)taler....................
9?euwcrt, 3acob, ©Ioefengießer
9bogari, SJbaler ............................
9boorbt, SObaler...................
ßefjme, 21., Sinngicßer . .
»Paul, ©eorg, Ußrmacber
Kneter, Orgelbauer........................
»Penolbt, 5. ©., ^Dialer.................. . .
'Pfannfeßmibt, (».©., Sinngießer
»Plato, Soßann ©ruft SPilbßatter .
poliacf, »Paurüßrer ....
’l'reger, SJlartin, ©locfengteßer
9ltegelan, $8ent^arb, 95aiitnei|ber.
Siieinenfduteiber, 23tlbl)aner . .
.'Hing, Subger Som, SObater .
9b in g öl eben, 3immernicijter
9löber, Soßann, Orgelbauer
9b 0in an, ©o(bfd)niieb ..............
9b u b e n ö, Q).«))., SObaler........
'"Hnpöbael, SXafer . . . .
SdiepEoro, Soadiim, Orgelbauer
-SdiiKing, Jral'j, ©ioefengießer .
Sdiranun, Soßann jvnebrid', ©Ioefengießer
Seite
225
........................ .... 67
................................257
KLII, 49, 84
............................... 67
........................... XL1V, 118
XIJI, 248
21
........................... 121
........................... .... 21
.................................50
225
............................... 50
XLVI, 89
. . 65
. 202
65. 86
208
201
203
202
. 208
. . 82
.... 203
.... 202
202
XLH, 49, 77, 86
... 202
... 202
. . 133, 147
17
17
<LV, 114
........... . 208
. 21
XLII, 121
208
............. 210
202
.....................21
50
........... . XLV, 65
123, 202
202
. ...........47
. ... 59, 126, 164, 229
. XEIV, 117, 210, 213, 249
Itungtrntni. t. *Droo örtbfl. VI. G. Greifen.
274
’HleifferDerjeicfjnis.
Seite
Schult), Jof). Jaf., ©lotfengießer
Sd)iilj, Joh-, ©ottl., Orgelbauer
Sd)urig, Johann, Orgelbauer .
Ser, ©riffian, ©locfengicßer .......
Sievert, Slbraham, ©locfengicßer . .
Specht jun., Johann ©irl ©ottlob, ©lafennciffer
Steffecf, fötaler . .....................
XIJI, \I.IV, 8«, 145
................... 21, 89, 256
.............. 49
......XL1V, 79, 123, 145, 152, 229, 237
.................XL.1I, 101
........................114
...................... 199
Stellmacher, Jafob, ©locfengießer . ................. XXXIX, 47
Stüter, paumciiler . ....... ....... 2t
iropon, fötaler . ............. • .... 203
Ulrich, Gfctrl Jriebvid) (fiehe Sd)illing Rranj), ©locfengießer . 12«, 131, 164
Ulrid), ©ebriibcr, ©locfengießer . . . . ...................................136
Peccd)io, Palma, fötaler.................................................................... 203
ba üsinci, Seouarbo, fötaler ......................................................................21, 243
fBoillarb, granj, ©locfengießer ... . XLU, 94, 112, 118, 132, 152
Poillarb, Johann Paffian, ©locfengießer....................................... ... XL1I, 221, 222
23 oß, ©ul Jriebrid), ©locfengießer ...... ...................................112
© 23oß & Sohn, ©locfengicßer.................................................................- 118
fföaterloo, SSXater............................................................. . ..............202
23olf, ©. $., Silberfd)nüeb...........................................................................237
Jeibler, Wottfrieb, Orgelbauer...................................................................... 208
2)teiftcrinitialen.
C. B. Meld) in Surtfdjow . . ............................................ . 111
<. B. ©offen. Meld) in Pommerjig........................................................................... 143
C. B. ©offen. 2 .Reiche unb patenen in ^hiemenborf ......... 220
c. E. w. patene in ©tehnoiv..................................................................................82
I). N. M. Jr>O|Henbüd>fe in L'eiterOborf.............................. ..................... . . . .117
E. 1. z. Porträt im fRathautffaal jn ßrvffen...............................................................6s
F. I. ©-offen, Saufbctfen in ^-|)ienieiit>Di-f........................................................ .219
G. B. ©offen. Seid), patene unb Oblatenbudjfe in «eiteroborf ... 116
G. F. G. ©offen. Seid) in ©ffar.......................................................................... 2«
G. G. ©offen. fpoffienbäclffe in pommerjig . ..............143
H. E. ©üben. Sanne in Öteueiiborf...................................................................... 137
H. S. Stabtwappen in ber ’pfarrfirchc 311 Sonnnerfelb .182
1. B. ©offen. £aufbecfen in 2'Iait....................................................................... .137
1. F. C. 3auffd)uffel in ber gieformierten Sirdje 31t ©-offen . «2
I. F. D. Seid' unb -pafene in Jreppeln . . ................ 247
1. F. S. Seid) in plan . ... 138
1. K. SrujinEiiö in Sogau . 132
L. G. fyranffurt. Seid) in Saunnenborf .213
L. S. ©offen. Saitfbecfen in SBeutniti ... n
L. S. IJäufbetfen in @id)berg . . . 83
M. S. ©offen, ^aufberfeit in Paubad)....................................................................... 2
S. H. ptalerei in ber Stabtpfarrfirdje 511 Sonnnerfelb it>3
^r/3