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Author: Mühlpfordt H.M.
Tags: kulturwissenschaften kunst kultur skulpturen bildende kunst
Year: 1970
Text
OSTDEUTSCHE BEITRÄGE
AUS DEM GÖTTINGER ARBEITSKREIS
BAND XLVI
Herbert Meinhard Mühlpfordt
KÖNIGSBERGER SKULPTUREN UND IHRE MEISTER
HOLZNER
VERLAG
WÜRZBURG
Königsberger Skulpturen
und ihre Meister
1255-1945
von
Herbert Meinhard Mühlpfordt
1970
HOLZNER
VERLAG
WÜRZBURG
DEM ANDENKEN MEINER VATERSTADT
Copyright 1970 by Holzner-Verlag, Würzburg
Druck und Herstellung: Gerhard Rautenberg, 295 Leer (Ostfriesland)
Der Göttinger Arbeitskreis: Veröffentlichung Nr. 387
Inhaltsverzeichnis
Vorwort .......................................... 7
Danksagung des Autors................................... 9
Die Künstler und ihre Werke............................ 11
Werke unbekannter Meister..............................199
Gotik ......................................... 199
Renaissance .....................................209
Barock ..........................................226
Rokoko...........................................240
Empire- und Biedermeierzeit......................249
Die Kunst der letzten hundert Jahre (1844—1945) 252
Anhang ................................................267
Literatur .......................................269
Register der Künstler............................278
Register der dar gestellten Personen.............281
Register der Standorte...........................294
Register der Bilder..............................297
Vorwort
Kein Geringerer als der berühmte Altphilologe der Albertina, Christian
August Lobeck, dessen Rundreliefbild mit 13 anderen bedeutenden Königs-
berger Gelehrten vom Stülerbau der Universität auf den Königsgarten her-
abschaute, sprach am 30. August 1844 in seiner bekannten Rede im Dom
eine furchtbare Prophezeiung aus: „Wenn dem neuen Albertinum (dessen
Grundstein König Friedrich Wilhelm IV. am folgenden Tage legte) auch
noch ein viertes Jahrhundert beschieden sein sollte, dennoch käme einst der
Tag, da die heilige Ilios hinsinkt, sei es durch die Allgewalt des Schicksals,
das alle Formen des Geisteslebens wandelt, sei es, daß die Scheidewand
zwischen Schule und Leben fällt — denn die Kunst ist lang, aber das Leben
währet ewig“.
Diese Prophezeiung, deren grauenvolle Erfüllung den Propheten selbst,
als ihm völlig unvorstellbar und von ihm ganz anders gemeint, aufs furcht-
barste erschüttert hätte, trat auf den Tag genau nach 100 Jahren ein in der
Schreckensnacht des 29.130. August 1944 durch die Phosphorbomben eines
britischen Fliegergeschwaders, das nicht nur die Albertina, sondern die
ganze Urbs Regiomontana in Schutt und Asche legte und unter den stür-
zenden Mauern zahllose Kunstwerke der Architektur, Bildhauerei, Malerei
und Kleinkunst begrub.
Wenn ich nun den Versuch unternehme, in diesem Buche wenigstens die
Kunstschätze der Bildhauerei, die Königsberg bis zu seiner Vernichtung
besaß, hier geordnet nach ihren Schöpfern, — soweit sie bekannt sind —
aufzuzählen und kurz zu charakterisieren, so wollte ich durch diese Kata-
logisierung die Bildhauerwerke wenigstens ideell für die Zukunft retten
— denn das allermeiste ist durch den Luftangriff und die über Königsberg
hinrasende Kriegsfurie 1945 materiell unwiederbringlich verloren. Zudem
sterben mit jedem Jahre immer mehr Königsberger, die diese Kunstwerke
noch persönlich gekannt und von ihnen gewußt haben. Es wurde — zu-
mal nach dem Tode der Berufensten — Rohde, Anderson, Cauer und
Gaerte — höchste Zeit, die Kunstwerke für die Zukunft wenigstens gei-
stig zu bewahren.
So erstrebte ich ein Memorabile meiner geliebten Vaterstadt, wenn auch
nur auf dem kleinen Gebiet der Plastik, zu schaffen. Auch schien es mir
eine Pflicht der Pietät, den Bildhauern Königsbergs, seien sie dort be-
heimatet gewesen oder arbeiteten sie als Auswärtige für die Stadt, ihre
Werke wenigstens in der Erinnerung und, soweit es mir möglich war, auch
im Bilde zu erhalten. Ich bin mir dessen wohl bewußt, daß mein Be-
mühen trotz aller Sorgfalt schwerlich vollständig sein konnte. Obwohl
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zahlreiche Königsberger und Sachkundige aus allen Teilen unseres Vater-
landes mir in dankenswerter Weise mit Rat und wertvollen Mitteilungen
zur Seite standen, konnten nicht alle Lücken geschlossen werden.
Was die Abbildungen betrifft, so habe ich Bildnisbüsten und Köpfe von
Königsberger Persönlichkeiten vor rein künstlerischen Arbeiten bevorzugt,
weil jenen auch kulturhistorische Bedeutung zukommt, diese aber nur
ästhetischen Genuß gewähren.
Nur die im Auftrage der nationalsozialistischen Machthaber hergestellten
politischen Denkmäler und Büsten damaliger Größen habe ich nicht be-
rücksichtigt. Dagegen habe ich Büsten überragender Männer, die nichts
mit jener Periode zu tun haben, wie die Bachbüste Wissels und zeitlose, nur
rein künstlerische Werke aufgeführt, da sie für eine lückenlose Darstellung
unentbehrlich sind.
Dieses Buch ist also keins der heute so beliebten „Kunstbücher“, an
dessen schönen Bildern man sich erfreuen oder allenfalls einen Künstler stu-
dieren kann, sondern ein archivalisches Werk, das in Bild und Schrift fest-
halten will, was noch zu retten möglich war. So muß der Leser auch einige
weniger gelungene Abbildungen hinnehmen, um einzelne Kunstwerke der
Vergessenheit zu entreißen.
Eins geht aus diesem Werk jedenfalls hervor: Wie reich die östlichste
Großstadt Deutschlands an Werten der Plastik aus sieben ]ährhunderten
war und welch einen ungeheuren Verlust an Kulturgut der Krieg und die
Annexion der ostpreußischen Hauptstadt mit sich brachten. Für die Gegen-
wart und für künftige Zeiten soll dieser Band ein Beweis sein, daß Königs-
berg und Ostpreußen seit 700 Jahren Teile Deutschlands gewesen sind.
Daran wird weder die unmenschliche Vertreibung seiner Einwohner noch
die Ortsbezeichnung nach einem russischen Funktionär jemals etwas
ändern.
Für das Zustandekommen dieses Werkes sage ich vor allem dem Göt-
tinger Arbeitskreis und Professor Dr. Walther Hubatsch meinen herzlichen
Dank. Ferner bin ich Staatsarchivdirektor i. R. Dr. Kurt Forstreuter und
den Bildhauern Georg Fuhg und Paul Kimritz für ihre Anregungen zu
Danke verpflichtet.
Herbert Meinhard Mühlpfordt
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Danksagung
Für ihre Unterstützung zur Vervollkommnung der Arbeit danke ich folgenden
Persönlichkeiten und Dienststellen:
Harry Anderson, Duisburg
Karin App, geb. Threyne, Freiburg
Marietta Baltzer, geb. Cauer, Königsfeld/Schwarzwald
Reichsbahndirektionspräsident Dr.-Ing. Dr.-Ing. e. h. Adalbert Baumann, Karlsruhe
Bildhauerin Erna Becker, geb. Kahns, Handorf über Münster
Dr. Erich Bieske, Stockstadt/Rhein
Konsul a. D. Helmuth Bieske, Hamburg
Akademischer Maler und Bildhauer Professor Eduard Bischoff, Soest
Gertrud Bischoff, Soest
Bildhauer Professor Hermann Brachert, Schlaitdorf
Ursula Bredemeier, Novo-Hamburgo/Rio Grande do Sui
Diplom Volkswirt Dr. Peter v. Carnap, Nürnberg
Caroline Cauer, geb. Cauer, Berlin
Magdalene Dallmer-Zerbe, Bad Ems
Bildhauer Professor Rudolf Daudert, Stuttgart
Bildhauerin Martha Degen, geb. Grams, Wuppertal-E.
Akademischer Maler Professor Arthur Degner, Berlin
Bildhauer Wilhelm Durnpis, Coesfeld
Oberst a. D. C. E. Graf zu Eulenburg, Göttingen
Landesbaurat a. D. Helmuth Friesen, Bonn
Stadtarchivdirektor i. R. Professor Dr. Fritz Gause, Essen
Maria Gebauhr, Bad Kreuznach
Oberbaurat a. D. Hans Gerlach, Freiburg
Akademischer Maler Erich Gindler, Lübeck
Bildhauerin Christiane Gerstel, geb. Naubereit, Freiburg-Lohen
Akademischer Maler Erich Gindler, Lübeck
General a. D. Dr. Walther Grosse f, Müllheim
Museumsdirektor Dr. Güthling, Siegen
Bildhauer Professor Philipp Harth f, Bayrischzell
General a. D. Heine, Göttingen
Bernsteinmanufakturbesitzer Horst Heinrich, Tübingen
Regierungspräsident a. D. Paul Hoffmann, Berlin
Museumsdirektor Ernst Hofmann, Darmstadt
Studienrätin Maria Jaeger, Soltau
Mittelschullehrer a. D. Bernd A. Jahns, Koblenz
General a. D. Horst Kadgien, Ansbach
Verlagsbuchhändler Bernhard'Koch, Bad Wiessee
Staatsarchivdirektor Dr. Koeppen, Göttingen
Bildhauer Paul Koralus, Häverstädt-Minden
Berta Kraudzun, Stuttgart-Degerloch
Schriftsteller Fritz Kudnig, Heide
Architekt Professor Friedrich Lahrs f, Stuttgart
Akademischer Maler und Universitätsprofessor Max Lindh, Berlin
Oberbürgermeister a. D. Dr. Dr. h. c. Dr. e. h. Hans Lohmeyer f, Charlottenburg
Direktionsvorstand der Allianz-Versicherung Ernst Meyer, München
Professor Dr. Friedrich v. Mikulicz-Radecki f, Eibichhausen
Bildgießer Hermann Noack, Berlin
Malermeister Wilhelm Paul, Elmshorn
Steinmetzmeister Adolf Pelz, Hamburg
Akademischer Maler und Bildhauer Hans Pfeiffer, Neuenburg-Calw
Dir^tor i. R. Gerhard Rasch, Hamburg
Museumsdirektor Dr. Roedig, Siegen
Liselotte Rönnau, Berlin
Bildhauerin Edith v. Sanden, geb. v. Schlüter, Hüde/Westf.
Dorothea Schmischke, Wentorf bei Hamburg
Gartenbaudirektor a. D. Ernst Schneider f, Gmünd-Eifel
Professor Dr. Harry Scholz f, Höxter
Steinmetzmeister Werner Schwarz, Stuttgart
Annemarie Seiffert, Lensahn
Bildhauerin Liselotte Steiner, geb. Backschies, Lychen/Uckermark
Bildhauerin Margarethe Stepath, Isny/Württ.
Charlotte Stiel, Wörrishofen
Charlotte Tamoschat, Brauweiler
Bildhauer Franz Andre Threyne f, Freiburg
Walter Wichmann, Karst b. Neuß
Lilje Wiechert, Wolfratshausen
Apotheker Dr. A. Wimmer, München
Anneliese Wissel, Grainau/Obb.
Ilse v. Wittich, Auingen
Provinzialbaurat a. D. Dr.-Ing. Carl Wünsch, Hannover
DIENSTSTELLEN:
Königsberger Suchdienst der Patenstadt Duisburg
Stadtbibliothek Lübeck
Standesamt Lübeck
Einwohnermeldeämter Darmstadt und Göttingen
Verkehrsamt Bayrischzell
Meiner lieben Frau Gertrud, ohne deren treue nimmermüde Mithilfe ich die Ar-
beit nicht hätte bewältigen können, sei mein herzlicher Dank auch auf diesem
Wege übermittelt.
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Die Künstler und ihre Werke
ABRAHAM, JAKOB
* Strelitz 1723, f Berlin 17. Juni 1800, Medailleur und auch Steinschneider,
russischer Abkunft. Er arbeitete über 50 Jahre an den Münzstätten Stettin
(17£2), Königsberg (1757) und Berlin. Sein Signum ist meist: A. J. A.
Denkmünze zur 500]ährigen Gründung Königsbergs.
Vorderseite: Mit Lilien bepflanzter, mit der Königskrone bedeckter Berg.
Um ihn auf Band: Crevit Montis Honos Aquilarum Quinque Sub Alis, dar-
über: Fünf Adler auf dem Ordenskranz, unter ihnen: 1255. 1466. 1525.
1663. 1701. Regiomontana Quinque Saecula Mutatis. Quinquies Domi-
natibus. Florens Sextum Orditur MDCCLV. Rückseite: Die personifizierte
Stadt kniet vor dem rechts sitzenden König, am Boden ein Budo, der Mer-
kurstab, schwärmende Bienen, ein Schild mit drei Wappen. Auf einem
Band: Haec Tibi Rex Friderice Pia Sunt Mente Sacrata. Größe 49 mm,
Gewicht 37,15 g. Silber. 1755.
Standort: Im Königsberger Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: 1944
vernichtet.
ABRAMSON, ABRAHAM
* Potsdam 1754, f Berlin 1811. Sohn des Medailleurs Jakob Abraham (s. o.).
Er arbeitete zunächst mit seinem Vater zusammen. 1788—1792 Kunstreisen.
Er schuf zahlreiche Medaillen: Von Lessing, Moses Mendelssohn, Euler,
Daniel Bernoulli, auf den Frieden mit Rußland (1762), auf die Besitznahme
des Netzedistrikts (1772), auf die Einführung des Seidenbaues (1783), auf
den Tod Marie Antoinettes (1793), auf die Zusammenkunft der drei Mo-
narchen in Tilsit (1807), auf den Tod der Königin Luise (1810). Er schrieb
ein Buch: „Versuch über den Geschmack auf Medaillen und Münzen“, Berlin
1801. A. war außerordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
1. Medaille auf den Tod Kants.
Vorderseite: Brustbild Kants nach rechts, nicht sehr ähnlich. Unterschrift:
Immanuel Kant Nat. MDCCXXIV. Unten Abramson. Rückseite: Pallas
auf die Linke. gestützt, sitzend, die rechte Hand zeigt einer auffliegenden
Eule den.Weg zu den Wolken. Umschrift von links unten nach rechts oben:
Altius Volantem Arcuit. Unteti: Denat. MDCCCIV. Größe: 43 mm. Ge-
wicht: 28,5 g. Silber. 1804.
2. Medaille auf den Tod Kants.
Vorderseite: Brustbild Kants nach rechts. Darunter: Immanuel Kant. Unter
dem Bildnis das Künstlerzeichen A. Rückseite: Der schiefe Turm von Pisa
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mit herabhängendem Senkblei, eine geflügelte Sphinx bewacht däs Turm-
fundament. Perscrutatis fundamentis stabilitur veritas. 1723. (Das Geburts-
jahr Kants ist also falsch angegeben.) Größe 42 mm. Silber. 1804.
Standort: Beide ausgestellt im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Mu-
seums. — Schicksal: 1944 vernichtet.
AFINGER, BERNHARD
* Nürnberg 6. Mai 1813, f Berlin 25. Dezember 1882. Sohn eines Webers,
ging bei einem Spengler in die Lehre und auf Wanderschaft, wobei er viel
zeichnete. 1838 arbeitete <£r in einer Nürnberger Silberplattierfabrik und
besuchte nebenbei die Kunstschule. 1840 wurde Rauch in Nürnberg auf ihn
aufmerksam und zog ihn als Schüler nach Berlin. 1846 machte A. sich selb-
ständig. Er schuf für Dinkelsbühl einen kolossalen Christus aus Sandstein,
Künstlerbüsten, in Elberfeld eine Penelope und für Bonn eine Kolossalstatue
Ernst Moritz Arndts (1865).
Eine der drei allegorischen Figuren auf dem Dachfirst der Stülerschen Uni-
versität, darstellend Physik, Mathematik (Mittelbau) und Erdkunde (Ecke).
Sandstein, nach August Hagen „Ton“. (Wahrscheinlich wurden zuerst die
Modelle aufgestellt). 1860. ,
Standort: An der Hinterfront (Giesebrechtstraße). (s. auch Möller, Wittig
und Wolf). — Schicksal: 1944/45 vernichtet.
Allegorische Figuren auf dem Dachfirst der Stülerschen Universität
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II
ALBRECHT, HELFRIED
* Rosenberg/Westpreußen um 1908. Sohn eines Gerichtsrates. A. hat sonst
nichts für Ostpreußen geschaffen.
„Aufbruch der Jugend“. Bronze. 1934.
Standort: Vor der Handelshochschule am Oberteich. — Abbildung: Bei
Neumann, in: Königsberg in 144 Bildern, in: Ostpreußisches Kunstschaffen
der Gegenwart. — Schicksal: Verschollen.
DELL’ ANTONIO, CYRILLO
* Moena 27. Oktober 1876, lebte noch 1968 in Trier im St.-Irminen-
Altersheim. Er studierte an der Fachschule für Holzschnitzerei in Gröden-
St. Ulrich. Seit 1905 an der Fachschule von Bad Warmbrunn als Fach-
lehrer, deren Direktor er 1922—1940 war. Professor. 1914—1918 war er
Verwalter der Kriegsfriedhöfe. 1945 in Zell am Ziller. 1946—1954 Fach-
lehrer in seinem Heimatort an einer von ihm gegründeten Schnitzschule.
Er war ein volkstümlicher Techniker, der Kleinplastiken schuf wie Krippen,
aber auch Bildnisbüsten, wie die der Generale v.- Bissing, Kluck, Falken-
hausen, Bölsches und Gerhart Hauptmann (Eichenholz. 1932).
Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Rechts: Vier neben-
einander marschierende singende Soldaten, links: Ein Soldat mit gesenkter
Fahne stehend, ein zweiter am Grabe kniend. Eichenholz. Um 1925.
Standort: Inneres der Altroßgärter Kirche, beiderseits des Einganges. —
Schicksal: 1944 verbrannt.
BARDOU, EMANUEL
* Basel 1744, f Berlin 1818. Schüler von Sigisbert Michel-Potsdam. Von
1775—1786 war B. Modelleur an der Berliner Königlichen Porzellan-
manufaktur. Er war ein guter Porträtist. Werke: Bronzestatue Friedrichs
des Großen (1786), Leda (1787), Faun (1799). Er war Mitglied der Aka-
demie der Künste.
Kantbüste aus Marmor 1798 mit Unterschrift: Emanuel Kant. Das Ori-
ginal wahrscheinlich aus Chr. Rauchs Besitz stammend und seinem Schwie-
gersohn, dem Anatomieprofessor d’ Alton übereignet, befand sich jahr-
zehntelang unerkannt, jedem Wetter ausgesetzt, im Garten des Hallenser
Universitätsprofessors Dümmler. Das verwahrloste und um zwei mm ab-
gewitterte Kunstwerk tauchte 1922 in Berlin auf und wurde vom Kaiser-
Friedrich-Museum angekauft. Es steht heute in Berlin-Dahlem. B. model-
lierte die' Büste wahrscheinlich 1798 nach dem Leben bei einem Aufenthalt
in Königsberg, als er nach St. Petersburg reiste, und haute sie in Berlin
aus. Die Rückseite trägt' die Aufschrift: E. Bardou fecit 1798. Von ihr
wurde um 1925 ein Gipsabguß gemacht. Einen Bronzeabguß dieser Büste
überreichte die Königsberger Stadtvertretung 1961 ihrer Patenstadt Duis-
burg. (
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Kantbiiste
Standort: Gipsabguß von 1925 im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen
Museums. — Abbildung: Bei Clasen II, in: Das Bild, Jahrgang VI. 1936,
S. 111, Ostpreußische Woche, Jahrgang 16. 18, Seite 252, 1924. — Schick-
sal: 1944 vernichtet.
BECKER, GEB. KAHNS, ERNA
* Köln 11. April 1895, wohnt in Handorf über Miinster/Westf., Flieger-
horst. Tochter eines Generals. 1901 —1913 Besuch höherer Mädchenschulen
in Anklam, Köln, Ulm, Cuxhaven. Handels- und Gewerbeschule Potsdam.
1914—1917 Schwester beim Roten Kreuz in Königsberg. 1917—1927 Stu-
dium bei Rosenberg, an der Staatlichen Akademie Königsberg und bei Pro-
fessor Brachert. 1927—1939 in Elbing freischaffend tätig, wo sie 1927
Hauptmann Harald B. geheiratet hatte. 1939 Schwester beim Deutschen
Roten Kreuz in Dt. Eylau und Frankreich. Flucht von Elbing nach Mün-
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Medaille Kants
Stadtmedaille Königsbergs
Medaille für die Ostpreußische
Landgesellschaft (zu S. 16)
ster. Künstlerische Leitung einer Keramikwerkstatt in Handorf. Klein-
plastiken. Sie schuf Architekturplastik in Elbing, Porträtbüsten, Medaillen
und war Mitarbeiterin der Professoren W. und J. Krüger am Tannenberg-
denkmal: Gruppe von vier singenden Soldaten und Pferdebrunnen am
Tannenbergkrug. (Ausgehauen von Steinmetzmeister Werner Schwarz-
Rothenstein).
1. Medaille Kants. Größe: (/) 11,2 cm. Bronze. 1924.
Standort: Im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Museums. — Abbil-
dung: Im Vorlesungsverzeichnis der Albertus-Universität 1924. — Schick-
sal: Verschollen.
2. Stadtmedaille Königsbergs. Die Vorderseite zeigte das gleiche Kant-
relief, die Rückseite die Alte Universität und darunter den Satz vom kate-
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gotischen Imperativ: Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit
zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne. Bronze.
1937.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: 1944 vernichtet.
Ein Exemplar im Besitz der Künstlerin, das dadurch der Vernichtung ent-
gangen war, weil es sich zwecks Anfertigung eines Abgusses in einer süd-
deutschen Gießerei befand. Ein Abguß in der Kantsammlung im „Haus
Königsberg“ in Duisburg.
3. Medaille für die Ostpreußische Landgesellschaft in Königsberg, einen
Pflüger vor aufgehender Sonne zeigend. Bronze. 1926.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: 1944 vernichtet.
Ein Exemplar im Besitz der Künstlerin.
BEERCKHOFFER .
Um 1730 Bildhauer in Königsberg. Er wird in einer noch erhaltenen „Chor-
rechnung“ dieser Zeit erwähnt.
B. schnitzte für die westliche Orgelempore im Dom eine Vase, eine fran-
zösische Lilie und eine Rose. Holz. 1730.
Schicksal: 1944 vernichtet.
BELLERT
Königsberger Steinmetzmeister.
Büste der Königin Luise, die er nach Rauchs (s. d.) Modell aushaute, in
einer Pergola mit Bank in Luisenwahl. Sie wurde von Kaiser Wilhelm 1.
geschenkt. Inschrift: „Dem Genius Preußens, der unvergleichlichen Königin
Luise, die Königsberger Bürger 1874“. Marmor. 2. September 1874 enthüllt.
Abbildung: Bei Armstedt. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
BELLHOBER, HEINRICH
Medailleur in Berlin.
Gipsbildnis der Königin Luise, signiert: „Heinrich Bellhober, fait d’ apres
la nature ä Berlin 1798“. Gips. 1798.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal: Ver-
schollen.
BERGER, WALDEMAR
* Berlin 16. Mai 1890, lebt in Berlin (Ostsektor). Schüler der Berliner
Akademie. Eigentlich Maler und Architekt. Schuf Schmuck-Brunnen und
Porträtbüsten.
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11
Drei Figuren. Preis: 11 000 RM. Kunststein. (Preßmischung von "Zement
mit gemahlenen Natursteinen wie Sandstein, Muschelkalk, Marmor, Tuff-
stein, mit Zusatz von Eisenvitriol, wodurch eine große Ähnlichkeit mit
Muschelkalk erreicht wird.) Nach 1928.
Standort: An der Ecke des Elektrizitätswerkes im Mühlengrund. —
Schicksal: SitTsollten 1934 als entartete Kunst beseitigt werden, doch kam
es nicht dazu. Möglicherweise beschädigt erhalten.
BEYER, CHRISTIAN FRIEDRICH WILHELM
* Gotha 27. Dezember 1725, f Schönbrunn/Wien 23. März 1806. Siedelte
mit seinem Vater nach Stuttgart über, von wo ihn der Hof für drei Jahre
nach Paris schickte. Von dort kam er als Maler zurück. 1751 in Rom, wo
er mit Winckelmann verkehrte, an den Ausgrabungen von Herkulaneum
teilnahm und Bildhauer wurde. 1759 trat er in den herzoglich-württem-
bergischen Dienst. Tätig bei der architektonischen, bildhauerischen und
malerischen Austattung des Neuen Schlosses in Stuttgart. Dann wurde er
der bedeutendste Modelleur an der 1758 von Herzog Carl Eugen ge-
gründeten Porzellanmanufaktur in Ludwigsburg, für die er zahlreidie
Figürchen schuf. Sie haben die Ungebundenheit des Rokoko bereits über-
wunden und sind schon früher Louis-XVI.-Stil. B. siedelte 1770 als Kaiser-
licher Hofmaler und Statuarius nach Wien über, wo er zahlreiche Figuren
für Schloß Schönbrunn und für die Gärten des Hochadels schuf.
Flötenbläser aus der Fayencefabrik Ludwigsburg. Porzellan. Um 1770.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. —। Schicksal:
Verschollen.
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Ein seltener
Kupferstich Bincks
BINCK, JAKOB
* Köln um 1500, f Königsberg Sommer 1569. Kupferstecher, Ziseleur,
Graphiker, entwerfender Künstler, Innenarchitekt. Ausgebildet wahr-
scheinlich in Nürnberg. 1529 in Brüssel, wo er den Brüsseler Maler Lukas
Gassel porträtierte, dann in Italien. 1541 als künstlerischer Beirat des dä-
nischen Königs Christian III. in Kopenhagen. 1543—1548 nach Königs-
berg „ausgeliehen“, dann in Schweden, Antwerpen und seit 1553 endgültig
im Dienst Herzog Albrechts.
1. Entwurf des Epithaphs der Herzogin Dorothea. 1547 entworfen und
die Ausfertigung in Holland bestellt. (Ausgeführt von Floris. s. d.)
Standort: Im Domchor. — Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Ulbrich I,
Ehrenberg, Bonner Katalog. — Schicksal: S. bei Floris.
2. Entwurf des „Geburtszimmers Friedrichs I.“ im Schloß. 1543 entworfen
(Ausgeführt von Wagner, s. d.).
Standort: Über dem Albrechtstor des Königsberger Schlosses. — Abbil-
dung: Bei Ehrenberg, Boetticher, Rohde I, Deutsche Staatenbildung,
Wünsch, Bonner Katalog. — Schicksal: S. bei Wagner.
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Ehrenmal der Gefallenen in der Sackheimer Kirche
(zu S. 20)
BISCHOFF, EDUARD
* Königsberg 25. Januar 1890, lebt seit 1962 in Soest, An Leutzen Käm-
pen 12. B‘s Vater, ein Kaufmann, bestimmte ihn zum Lehrer. Vier Jahre
besuchte er Lehrerseminare, dann ging er auf und davon — zur See. 1908
empfing er von Fritz Boehle in Frankfurt die ersten künstlerischen An-
regungen. Dann studierte er an der Königsberger Kunstakademie 1910 bis
1914 unter Dettmann, Wolff und Pfeiffer. Nach dem Ersten Weltkrieg
nahm B. bis 1920 als Meisterschüler sein Studium wieder auf. 1936 Lehr-
auftrag für figürliches Zeichnen und Malen. 1945 Flucht in die Lüneburger
Heide. Als Maler fühlt B. sich als Schüler Corinths. Im Rektorzimmer der
Universität hing sein Gemälde des Alten Albertinums. Er schuf aber auch
gelegentlich Bildhauerarbeiten.
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Bildniskopf
des Sohnes Fridolin
1. Ehrenmal der Gefallenen 1914—1918 der Sackheimer Gemeinde. Hol?..
Eingeweiht Totensonntag 1932.
Standort: Sackheimer Kirche. — Abbildung in: Königsberger Rundfunk
und Ostpreußische Illustrierte, Jg. 9 Nr. 47, S. 1, 1932. — Schicksal: 1944
verbrannt.
2. Bildniskopf des Sohnes Fridolin Bischoff, natürliche Größe, in zwei-
facher Ausfertigung von vorn und im Profil. Stucco. (= Gips, dem in ge-
trennten Wannen verschiedenfarbiger Marmorstaub beigemischt wird,
worauf die Masse durch ein großes Sieb gemischt und verarbeitet wird =
künstlicher Marmor. Von den Italienern im Barock in Deutschland ein-
geführt.) 1938.
Standort: Im Besitz der Familie. — Schicksal: Erhalten.
3. Halbakt der Tochter, natürliche Größe. Stucco. 1939.
Standort: Bis 1945 im Besitz der Familie. — Schicksal: Vernichtet.
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Portal vom Altan
zum Moskowitersaal
des Schlosses
BLOCKE, ABRAHAM VON DEM
* Königsberg, f Danzig. Sohn Wilhelms v. d. Blocke. Um 1580 in Königs-
berg, 1594 in Danzig, 1596 dort Bürger, Bildhauer und Steinmetz. Er schuf
unter Anthony van Obbergen den figürlichen Schmuck am Zeughaus und
den Entwurf des Langgasser Tores (1612).
1. Portal vom Altan zum Moskowitersaal des Schlosses mit Löwenmasken,
Amoretten, Viktorien und zwei Kriegerfiguren. Sandstein. Um 1580.
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Ehrenberg. — Schicksal: Zerstört.
2. Kamin im Moskowitersaal, das wappengeschmückte Gebälk auf zwei
Altanen ruhend.
Standort: Im Flügel des Berwartsbaues. — Abbildung: Bei Boetticher,
Rohde I. — Schicksal: Zerstört.
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BLOCKE, WILHELM VON DEM
* Mecheln um 1550, begraben Danzig 21. Januar 1628 (Marienkirche).
1576 in Königsberg nachweisbar, 1584 kam B. nach Danzig, wo er das
Hohe Tor ausschmückte (1586—1588) und die Häuserfassenden beeinflußte.
Grabmal der Markgräfin Elisabeth. Freie Wiederholung des Albrecht-
grabmals, das er durch überladene Pracht zu überbieten suchte, aber an
Güte nicht erreichte. Öländischer Kalkstein. 1578—1582.
Standort: Im Domchor. — Abbildung: Bei Rohde I, Wünsch, Dethlefsen,
Ehrenberg, Merian. — Schicksal: Zerstört.
BORCHERT, PAUL
* Schippenbeil 1868, f Königsberg 1930. Er war ein Schüler von Reusch.
Um 1920 war er als Architektur-Modellbildhauer beim Stadtbauamt Königs-
berg tätig.
1. Gruppe „Krieg“, eigentlich „Kriegskunst“, nach dem Entwurf von
Reusch. Bronze. 1903.
Standort: Auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz. — Abbildungen: Rohde VIII,
Königsberg in 144 Bildern, Umschlag. — Schicksal: Verschollen.
2. Bildnisbüste des Direktors des Königlichen Friedrichskollegs, Professor
Dr. Gustav Heinrich Wagner (* 6. Dezember 1820, Königsberg 17. April
1878), Stiftung ehemaliger Schüler, überreicht am 25. Juni 1903 von Justiz-
rat Vogel bei einer Feier in der Aula. Marmor. 1903.
Standort: Im Konferenzzimmer des Friedrichskollegs. — Schicksal: Zer-
stört.
3. Fotenmaske des Fheaterkritikers der Hartungschen Zeitung Emil Krause
(* Königsberg 17. Oktober 1843, J Königsberg 23. April 1906). Gips. April
1906.
Standort: Privatbesitz — Schicksal: Unbekannt.
BRACHERT, HERMANN
* Stuttgart 11. März 1890 als Sohn eines Technikers, aufgewachsen in Unter-
türkheim, lebt in Schlaitdorf, Kreis Nürtingen (Württemberg). Studierte
an der Kunstgewerbeschule und an der Technischen Hochschule in Stuttgart.
1919—1925 Leiter der Abteilung für Bildhauerei an der Königsberger
Kunst- und Gewerkschule und Professor. Er war in Königsberg außerdem
künstlerischer Berater der um 1925 entstandenen Staatlichen Bernstein-
manufaktur, der er Entwürfe für neue Kunstformen lieferte, und der Kunst-
gießerei der Gleiwitzer Hütte. Ab 1933 lebte er in Georgenswalde. Nach
der Vertreibung wurde er 1946 Direktor der Staatlichen Akademie der
bildenden Künste in Stuttgart. 1955 emeritiert.
In der Provinz schuf B. u. a. das Kriegerdenkmal für Pillkallen/Schloßberg
(Kalkstein) überlebensgroß, ferner für Rauschen am Strandbauwerk eine
22
Nymphe (Bronze, 1938) und eine Brunnenfigur im Kurpark (Wasserträge-
rin, Untersberger Marmor, 1940) und in Insterburg einen Grabstein mit
Hochreliefkopf für Frieda Jung (1930).
Brachert hatte in Königsberg folgende Schüler: Becker-Kahns (s. d.), Dau-
dert (s. d.), Filitz (s. d.), Leest, Naubereit (s. d.), Stepath (s. d.).
1. Zwei Figuren (Fortuna und Hermes) am Handelshof, später Stadt-
haus, überlebensgroß. Gegossen von Pecht (Firma Steinhof). Dabei Ludwig
Goldsteins Verse: „Gewiß, Fortunas Kugel rollt, / Doch auch ich half bei
guten Werken, / Ein* jedem tüchtigen Kerl hold — / Merkur da drüben
wird es merken.“ Farbiger Kunststein. 1921.
Standort: Am Stadthaus. — Schicksal: Bei der Zerbombung Königsbergs
beschädigt, wiederhergestellt von Fuhg (s. d.). Wahrscheinlich erhalten.
2. Vier weibliche Figuren, überlebensgroß. Kunststein. 1922.
Standort: Am Messehauptgasthof. — Abbildung in: Verwaltung der Stadt
Königsberg, Ostpreußische Woche, Jahrgang 14. 43/44. S. 587. 1922. —
Schicksal: Wahrscheinlich zerstört.
3. Bildniskopf der Gattin des Künstlers. Ausführung und Umgestaltung
einer 1917 in Stuttgart entstandenen Naturstudie. Wachs. Um 1922.
Standort: Privatbesitz Brachert. — Abbildung: Bei Brachert. — Schicksal:
Verschollen.
4. „Hausmarken“, Relief am Haus der Technik (erbaut von Hans Hopp),
überlebensgroß. Kalkstein. 1923/24.
Standort: Am Haus der Technik, Wallstraße. — Abbildung: Bei Brachert,
in: Kunst, 1929. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
23
Zwei Standbilder am Eingang der Stadtbank (Hufenallee)
3. Drei Reliefs (Weberin u. a.). Kunststein. Um 1923.
Standort: An der Spulchenfabrik, Hafen. — Schicksal: Wahrscheinlich er-
halten.
6. Bildnisbiiste Margarete Stepath. Bronze. 1923.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal: Vernichtet.
7. Reliefs am Flughafengebäude Königsberg-Devau. Dieser Flughafen war
der erste Deutschlands. Erbauer war der Architekt Hans Hopp. Stein.
1923/24.
Standort: Flughafengebäude. — Abbildung in: Bauten der Arbeit, S. 54,
Verwaltung der Stadt Königsberg, 1924. — Schicksal: Möglicherweise er-
halten.
8. Zwei weibliche Figuren (Sparsamkeit und Verschwendung), überlebens-
groß. Ausgehauen von Steinhof. Sandstein. 1923/24.
Standort: Stadtbankfiliale Hufenallee. — Abbildung in: Verwaltung der
Stadt Königsberg, 1924. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
9. Medaille der Stadt Königsberg. Vorderseite: Ein jugendlicher Mann
mit Schwert (= Altstadt = Macht), eine Frauengestalt (= Kneiphof =
Pracht), ein bärtiger Alter mit Mohrrübe (= Löbenicht = Acker) und ein
steinwerfendes Kind (= Sackheim = Racker).
24
Bildnisbüste Adolf von Batockis Bildniskopf Paul von Hindenburgs
(zu S. 26)
Rückseite: „Im Jahre 1724 wurden die drei Städte Altstadt, Kneiphof,
Löhenicht zur Stadt Königsberg vereinigt. Der große Sohn Immanuel Kant,
in diesem Jahre geboren, lebte und lehrte hier. 1924.“ Die Medaille wurde
in ca. 120 Stücken als Gußmedaille von der Stadt weit über Königsberg
hinaus versandt. Bronze. 1924.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum. — Abbildung in: Kunst, 1929. —
Schicksal: Einige Stücke noch erhalten. Ein Gipsabguß der Vorderseite im
Besitz des Verfassers.
10. Schreitende, weiblicher Akt. Höhe 52 cm, ähnlich der bekannten
„Schreitenden“ (s. u. 23), aber weniger stark stilisiert. Erworben 1927 von
der Stadt aus der Königsberger Kunstvereinsausstellung. Eisenkunstguß.
1924.
Standort: Kunstsammlungen im Schloß. Nach 1933 in der Königsberger
Stadtbank, Hauptverwaltung. — Abbildung in: Ostpreußen-Kunst, 1927,
Rohde V. — Schicksal: Verschollen.
11. Hindenburgbilste, überlebensgroß. Bronze. 1926.
Standort: Moskowitersaal — Schicksal: Zerstört.
12. Bildnisbüste Adolf v. Batockis. Von der Universität gestiftet. Bronze.
1927.
25
Kolossalstatue, Lehrender,
am Liebenthalschen
Universitätsbau
Standort: Auditorium maximum des Liebenthalschen Universitätsbaues. —
Abbildung in: Deutsche Staatenbildung, Ostpreußen. Leistung und Schick-
sal. — Schicksal: Unbekannt.
13. Bildniskopf Paul v. Hindenburgs. Von der Universität gestiftet. Bronze.
1927.
Standort: Auditorium maximum des Liebenthalschen Universitätsbaues. —
Schicksal: Unbekannt.
14. Bildnisbüste Stadtschulrat Professor Paul Stettiners. 1927 von seinen
Freunden zu seinem 65. Geburtstage und 40jährigen Dienstjubiläum ge-
stiftet. Bronze. 1927.
Standort: Städtische Gemäldegalerie. — Abbildung in: Deutsche Staaten-
bildung. — Schicksal: Wurde 1933 entfernt. Seitdem verschollen.
15. H6. Je 3,20 m hohe Kolossalstatuen „Forscher und Lehrender“. Unters-
berger Marmor. 1927.
26
Gedenktafel
des Dichters
Zacharias Werner
Standort: Liebenthalscher Universitätsbau, Westfront. — Abbildung: Bei
Brachert, in: Kunst, 1929. — Schicksal: Möglicherweise noch an der Uni-
versitätsruine erhalten.
17. Gedenktafel Zacharias Werner mit Relief „Madonna auf der Mond-
sichel“ an seinem Geburtshause Altstädtischer Markt 15. Stiftung des
Goethebundes. „In diesem Hause wurde am 18. November 1768 der Dichter
Zacharias Werner geboren. Gestorben am 17. Januar 1823 in Wien.“ Bronze.
16. Oktober 1927 angebracht.
Standort: Altstädtischer Markt 15. — Abbildung: Bei Brachert, in: Kunst,
1929. — Schicksal: Möglicherweise noch vorhanden.
18. Bildniskopf von Heinrich Hertz, 50 cm hoch. Bronze, feuervergoldet.
1927/28.
Standort: Im Vorraum des Elektrizitätswerkes im Mühlengrund. — Ab-
bildung: Bei Brachert, in: Kunst, Band 63. Blatt 1. Oktober 1930. —
Schicksal: Wurde 1933 als entartete Kunst entfernt, dann verschollen.
27
19. Maske Robert Wilhelm- Bunsen, Höhe 32 cm. Geschenk des Königs-
berger Kunstvereins 1933. Eisenguß, ziseliert. 1928.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen. — Schicksal: Beim Brand
des Schlosses 1944 zerstört.
20. Chronos auf drei dahinstürmenden Rossen. Cannstädter Travertin.
1929.
Standort: Über dem Portal des Hauptbahnhofs. — Abbildung in: Königs-
berg in 144 Bildern, Ostpreußen 700 Jahre deutsches Land, S. 95. —
Schicksal: Am erhaltenen Hauptbahnhof von den Russen entfernt und
durch ein Sowjetemblem ersetzt.
21. Plakette Otto Paetsch mit seinem Relief. Text: „Dem Förderer der
Kantspende 1924 Otto Paetsch.“ Bronze. 1929.
Standort: Im Treppenhaus der Universitätsbibliothek. — Schicksal: Wahr-
scheinlich erhalten.
22. Bildniskopf Friedrich Eberts. Auftraggeber war ein Ausschuß, dem
u. a. Hindenburg und Oberpräsident Siehr angehörten. Bronze. 1929.
Standort: Vor der Ebertschule, Schindekopplatz. — Schicksal: Wurde 1933
entfernt, dann verschollen.
23. Schreitendes Mädchen, 1,90 m groß. Bronze. 1929/30.
Standort: Vor der Mädchengewerbeschule. — Abbildung: Bei Brachert, in:
Kunst, Band 63. H. 1. Oktober 1930. — Schicksal: Nach 1933 als ent-
artete Kunst entfernt, dann verschollen.
24. Zwei etwa zweineinhalb Meter hohe weibliche Hochrelieffiguren auf
freistehenden, ca. acht m hohen Pylonen vor dem von Professor Friedrich
Lahrs erbauten Landesßnanzamt. Ausgehauen von Rosenberg (s. d.). Am
Portal war die große Eingangstür nach B.s Entwurf aus Kupfer getrieben.
Eine ca. 10 cm breite Schlagleiste in Bronze war mit figürlichem und orna-
mentalem Schmuck versehen. Bayerischer Kalkstein. 1930.
Standort: Vor dem Landesfinanzamt, Hermann-v.-Salza-Straße. — Schick-
sal: Wahrscheinlich erhalten.
25. Bildnisbüste des Landeshauptmanns v. Brünneck. Bronze. Um 1930.
Standort: Im Gebäude der Landesbank. — Schicksal: Umbekannt.
26. Kinderfigur. Bronze. Um 1930.
Standort: Kaskaden am nördlichen Schloßteich. — Abbildung in: Königs-
berg in 144 Bildern. — Schicksal: Wurde nach 1933 als entartete Kunst
entfernt. Weiteres Schicksal unbekannt.
27. Zweitbüste Paul Stettiners in der gleichen Auffassung, in der Form aber
erheblich anders (Nase, Bart, Kopfhaltung). Etwas überlebensgroß. Bronze.
1930/31.
Standort: Im Besitz der Königsberger Landesbank. — Abbildung: Bei
Brachert, in: Kunst, 1931. — Schicksal: Verschollen.
28
Bildniskopf Friedrich Eberts (zu S. 28)
Zweitbüste Paul Stettiners (zu S. 28)
Bildnisbüste Otto Brauns
im Kronprinzen-Palais
in Berlin (zu S. 31)
»Schwebende“ (zu S. 32)
Bildnisköpfchen
aus Bernstein
(zu S. 32)
30
Weiblicher Halbakt
(zu S. 32)
28. Bildnisbüste Ministerpräsident Otto Braun, überlebensgroß. Bronze.
1930—1931.
Standort: Stand im Staatsarchiv im Treppenhaus, seit 1932 in einem Korri-
dor. — Schicksal: 1933 verschwunden. Schicksal unbekannt.
29. Büste desselben im Kronprinzenpalais Berlin ausgestellt. Sie war der
erste Bildstahlguß überhaupt. Stahlguß. 1931.
Standort: Kronprinzenpalais Berlin. — Schicksal: Unter den Trümmern
des Kronprinzenpalais begraben.
30. Genius der Kunst, weiblicher vorwärtsstürmender Akt, 1,70 m groß.
Denkmal zu Ehren Corinths. Gegossen in der Gleiwitzer Gießerei. Wurde
im Kronprinzenpalais auf gestellt, Januar 1933 aber entfernt, weil Brachert
und Corinth verfemt waren. Dennoch im Kunstverein Königsberg aus-
gestellt, dann verboten.
31
Standort: Zuletzt stand das Werk im Garten von Bracherts Haus in Geor-
genswalde bis zum Kriegsende. — Abbildung: Bei Brachert, in: Kunst,
1931, Königsberger Rundfunk und Ostdeutsche Illustrierte, Jahrgang 9, 44,
vom 30. Oktober 1932. — Schicksal: Verschollen.
31. Bernsteindose, rund, mit Gold montiert, 10x7,5 cm. Auf dem Sockel
Flachrelief einer Tänzerin. Bernstein. Um 1932.
Abbildung: Bei Brachert. — Schicksal: Unbekannt.
32. Bernsteindose, länglich, mit Gold montiert, 12,5 x 6,3 cm. Auf dem
Sockel Flachrelief einer Schwebenden. Bernstein. Um 1932.
Abbildung: Bei Brachert: — Schicksal: Unbekannt.
33. „Schwebende“, 23 cm hoch. Frei aus dem Stein geschnitten. Wurde in
der Nazizeit auf Auslandsausstellungen geschickt. Bernstein. Um 1935.
Abbildung: Bei Brachert, in: Das Bildhauer-Buch. — Schicksal: Verschollen.
34. Bildnisköpfchen „Traut“, acht cm hoch. Bernstein. Um 1935.
35. Nixenreigen, Relief, ca. 50 cm groß. Bronze. 1937.
Standort: Beide Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
36. Weiblicher Halbakt, ca. 50 cm groß. Bronze. Um 1939.
Standort: Im Privatbesitz des Künstlers. — Abbildung: Bei Brachert, in:
Das Bildhauer-Buch. — Schicksal: Erhalten.
37. Bildnisbüste Professor Dr. Trautmann, lebensgroß. In Georgenswalde
geschaffen, in Untertürkheim in Bronze gegossen. Bronze. 1941.
Abbildung: Bei Brachert. — Schicksal: Erhalten.
BRAUN, AUGUST CHRISTIAN
* Berlin 1747, J Breslau 9. November 1811. Schon mit 13 Jahren kam er
in die Lehre an der alten Berliner Münze. 1768 wurde er als zweiter
Stempelschneider und Medailleur an die Königsberger Münze versetzt, 1791
wurde er hier erster Stempelschneider bis zur Aufhebung der Münze 1802.
Später war er in Glatz und Breslau. Er schnitt vorzüglich in Stahl.
B. schuf eine Denkmünze auf den Wiederaufbau der am 11. September 1784
abgebrannten Tragheimer Kirche. (Einweihung am 25. Dezember 1784.)
1784.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Vernichtet.
BUKOFZER, DR. MAX
* Königsberg um 1855, J Königsberg 1932. Praktischer Arzt, Sanitätsrat,
Sohn eines Königsberger Kaufmanns, war Laienbildhauer. Später hat er
noch eine nicht sehr gelungene Chopinbüste geschaffen, über deren Verbleib
nichts bekannt ist.
Büste E. T. A. Hoffmanns. Sie trat zum ersten Male in die Öffentlichkeit
bei der Einweihung der E.-T.-A.-Hoffmann-Gedenktafel am 25. Juni 1922,
32
Büste E.T.A. Hoffmanns
wo sie in dem Zimmer des Geburtshauses, Französische Straße 25, in dem
der Festakt stattfand, auf gestellt war. Später schenkte B. sie laut brieflicher
Mitteilung von Walther Pirsch ß dem Stadtgeschichtlichen Museum, wo
sie in einem Zimmer der Romantik stand.
Der Hoffmannforscher Hans v. Müller urteilte 1927 über diese Büste:
„Eine vorzügliche Büste Hoffmanns, die bis heute den weitaus besten
Versuch der Art darstellt.“ Fon. Vor 1922.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum seit 1932. — Abbildung in: Königs-
berger Rundfunk und Ostpreußische Illustrierte, Jahrgang 9, Nr. 26.
S. IV. 1932. — Schicksal: 1944 zerstört.
CAUER, STANISLAUS
* Kreuznach 18. Oktober 1867, f Königsberg 3. März 1943. C., aus einer
Bildhauerfamilie stammend, war 1882 bereits Schüler seines Vaters Robert
C. in Rom, dessen gewissenhafte Lehre ihm ebenso zu gründlicher Erlernung
des Handwerks verhalf, als daß sie ihm die Akademie ersetzte. So ver-
33
Bronzefigur
„]üngling mit Stirnbinde“
(zu S. 35)
dankte er seinem Vater unendlich viel. Schon früh arbeitete er in Marmor,
dessen stoffliche Vorzüge er lieben lernte. Schon der 17jährige erhielt einen
Auftrag: Psyche, die später in Berlin ausgestellt wurde. Er machte weite
Studienreisen ins Ausland und kehrte erst als 3 8jähriger nach Deutschland
zurück. 1905—1907 war er in Berlin tätig, 1907 wurde er an die Königs-
berger Akademie als Professor und Leiter der Bildhauerklasse berufen. Hier
traf er am 10. März 1907 ein und bildete bald zahlreiche Schüler heran. Er
pflegte ihnen bei der Schaffung einer Bronze zu sagen: Die Arbeit in Ton
— das ist das Leben; der Gipsabguß — das ist der Tod; der Bronzeguß —
das ist die Auferstehung.
Sein Wirken führte zu einem Aufstieg der Akademie. 1933 trat er in den
Ruhestand. 1942 Goldmedaille.
C. bedeutete, wie Reusch vor ihm, für Königsberg eine Ära; er war eine
stadtbekannte Persönlichkeit mit seiner hohen Gestalt und dem schwarzen
Schlapphut auf dem vollbärtigen Haupte. Ebenso kannten die Königsberger
sein winziges Sommerhäuschen am Wachtbudenberg mit der schönsten Aus-
sicht auf die herrliche Steilküste.
34
Sein Lebenswerk war gewaltig. In der Provinz Ostpreußen standen zahl-
reiche Kriegerehrenmale, aber auch für Dresden und Kassel schuf er Werke.
Die Schillerschule in Marienwerder besaß einen riesigen Schillerkopf aus
Muschelkalk von ihm (um 1925), in Friedrichswalde war sein Grabmal
der Familie Charisius mit den Reliefs eines Säers und eines Schnitters. Er-
wähnt sei noch sein Reiterehrenmal für die Insterburger Ulanen (um 1926).
Zu Caners Schüler gehörten:
Otto Drengwitz, Hermann Dubois (s. d.), Wilhelm Dumpis (s. d.), Chri-
stiane Gerstel-Naubereit (s. d.), Walter Hempel (s. d.), Meindert Hendricks
(s. d.), Oskar Jaeger (s. d.), Gedalja Kahan (s. d.), Paul Kimritz (s. d.),
Paul Koralus (s. d.), Käthe Kroener-Krakow (s. d.), Hilde Leest, Hans
Pagel, Max Sonnenberg (s. d.).
Besonders interessant ist die Vererbung der Fähigkeit und Neigung zur
Bildhauerei in der Familie Cauers. Sie ist geradezu ein Gegenstück zur welt-
bekannten Musikerfamilie Bach.
Der Bildhauer Emil Cauer d. Ä. (* Dresden 24. Februar 1800, f Kreuznach
4. August 1867) hatte zwei Söhne Karl (1828 bis 1885) und Robert (1831
bis 1893), beide Bildhauer.
Karl hatte fünf Söhne: Robert d. J., Hugo, Ludwig, Emil d. J. und Hans,
von denen die vier ersten Akademieprofessoren der Bildhauerei, der letzte
Maler wurden.
Von deren Nachkommen wurde Robert d. J. Sohn Walter Maler, Ludwigs
Tochter Hanna Bildhauerin.
Robert d. Ä. Söhne waren unser Stanislaus und Fritz, Bildhauer und
Maler.
1. Herabschreitender „Jüngling mit Stirnbinde“, Höhe 1,50 m. Erworben
1909 vom Königsberger Magistrat aus der Königsberger Kunstausstellung
und der Gemäldegalerie gestiftet. Bronze. 1897.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß (Raum 37). — Abbil-
dung: Bei Rohde V., in: Kunstwelt, Jahrgang 2, S. 499, Westermanns
Monatshefte, Band 134, S. 271. 1923 (Baltzer), Die Kunst, Band 65, S. 245.
1932, Königsberger Woche, Jahrgang 5, 10. S. 225.
Schicksal: Unbekannt.
2. Weiblicher Akt, stehend. Marmor. Vor 1903.
Standort: In den Städtischen Sammlungen im Schloß (Raum 37). — Ab-
bildung in: Kunst des Jahres, Jahrgang 1903, Königsberger Woche, Jahr-
gang 5, 10. S. 226. — Schicksal: Zerstört.
3. Marie Luise, Büste. Marmor. 1904.
Standort: Städtische Sammlungen im Schloß (Raum 37). — Schicksal: Zer-
stört.
4. „Nach dem Bade.“ Kauernde Frauengestalt, zuerst an der Mauer der
Kunstakademie, 1922 von der Stadt erworben. Marmor. 1905/06.
Standort: Vor dem Schauspielhause. — Abbildung in: Westermanns Monats-
35
Marmorstatue
„Nach dem Bade“
(zu S. 35)
Marmorbüste
Freiherr vom Stein
(zu S. 37)
36
hefte, Band 134, S. 270, 1923 (Aufsatz Baltzer), Königsberger Woche,
Jahrgang 5, 10. S. 219, Kunstwelt, Jahrgang 2, S. 497. — Schicksal: Zer-
stört.
5. „Eva“-Brunnen, kleines Mädchen — Caners Tochter Clara — mit Apfel
in der rechten Hand. Stiftung des Hofphotographen Emil Gottheil. Bronze.
1906.
Standort: Pferdemarkt, später vor dem Altstädtischen Rathaus. — Ab-
bildung: Bei Borrmann, in: Königsberg in 144 Bildern, Königsberger Woche,
Jahrgang 4, 45. S. 894. 1913. — Schicksal: Unbekannt.
6. Büste Erzbischof Borowski. Auf Anregung des Oberbürgermeisters Körte
Hn Auftrag gegeben. Die Büste wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg
gestohlen, 1922 beschädigt wiedergefunden, 1924 wiederhergestellt. Bronze.
1907.
Standort: Außen an der Nordseite der Neuroßgärter Kirche. — Abbildung
in: Königsberger Woche, Jahrgang 5, 19. S. 439. — Schicksal: Unbekannt.
7. Silberbeschlag für den Deckel des Ehrenbürgerbriefes von Stadtverord-
netenvorsteher Kröhne: Awei Putten das Königsberger Wappen haltend.
Entwurf. Silber. 1908.
Abbildung in: Neue Kunst in Alt-Preußen, Jahrgang 1. S. 80. — Schicksal:
Unbekannt.
8. Büste Freiherr vom Stein, gestiftet vom Stadtrat Professor Dr. Walter
Simon, anläßlich des Städtetages vom 5. bis 6. Oktober 1908 in Königsberg.
Marmor. 1908.
Standort: Im Vorraum des Kneiphöfischen Rathauses. — Abbildung in:
Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: 1944 zerstört.
9. Büste Graf Alexander Dohna. Stif-
tung des Fürsten Richard Wilhelm
Ludwig zu Dohna-Schlobitten. Mar-
mor. 1908.
Standort: Im Landeshaus, großer Saal.
— Abbildung in: Deutsche Staaten-
bildung, Königsberger Woche, Jahr-
gang 5, 18. S. 424. 1913. — Schicksal:
Zerstört.
Marmorbüste Graf Alexander Dohna
2>7
Puttenbrunnen — Schillerdenkmal gegenüber dem Schauspielhaus
10. Puttenbrunnen. 1908 für die Gewerbeausstellung in Posen (Juli 1912)
geschaffen, 1911 von der Stadt Königsberg angekauft. Muschelkalk. 1908.
Standort: Zuerst südlich vom Evabrunnen, Ecke Poststraße/Pferdemarkt,
aufgestellt, dann an der Schloßwache. — Abbildung: Königsberger Woche,
Jahrgang 4, 40. S. 793. 1912. — Schicksal: Unbekannt.
11. Schillerdenkmal am Stadttheater, am 10. November 1910 enthüllt. Als
Modell für die hohe Gestalt Schillers diente Cauer ein junger Königsberger
Hafenarbeiter. Bronze. 1910.
Standort: Seit 1936 gegenüber dem Schauspielhause. — Abbildung: Bei
Borrmann, in: Königsberger Woche, Jahrgang 5, 10. S. 228, Westermanns
Monatshefte, Jahrgang 134. S. 269. 1923, „Kaliningrad“ (russisch), Königs-
berg 1966. — Schicksal: Erhalten. Nur die Inschrift: „Schiller“ ist am
alten Sockel zusätzlich in kyrillischen Buchstaben, ferner mit den Lebens-
daten erweitert.
38
Sitzende Justitia — Venus, sich kämmend
12. Sitzende Justitia, unterlebensgroß. Strenge, feierliche Frauengestalt. Das
Schwert in ihrer Rechten ist die Nachbildung eines Königsberger Richt-
schwertes. Bronze. 1911.
Standort: Im Sitzungssaal des Oberlandesgerichts Königsberg. — Abbil-
dung in: Neue Kunst in Alt-Preußen, Jahrgang 1, Kunstwelt, 1912, Juni-
heft, Königsberger Woche, Jahrgang 5, 10. S. 226. — Schicksal: Unbekannt.
13. Venus, sich kämmend, Statuette. Bronze. Vor 1912.
Standort: Privatbesitz Frau Maria Baltzer, Königsfeld. — Abbildung in:
Kunstwelt, Jahrgang 2. S. 497, Westermanns Monatshefte, Band 134, S. 271,
1923, Königsberger Woche, Jahrgang 5, 10. S. 225. — Schicksal: Erhalten.
39
Hochrelief „Genius“
14. Kauerndes Mädchen „Genius“,
Hochrelief. Marmor. Vor 1912.
Standort: Am Treppenaufgang der
Königsberger Universität, zwischen
Alt- und Neubau. 1928 im Liebenthal-
schen Universitätsanbau angebracht.
— Abbildung: Kunstwelt, Jahrgang 2.
S. 498, Königsberger Woche, Jahr-
gang 5, 10. S. 227, Westermanns Mo-
natshefte, Band 134, S. 270, 1923. —
Schicksal: Zerstört.
75. Wandbrunnen, oben ein Relief: Wasserschöpfendes Mädchen, unten:
Fratzenhafter Wasserspeier. Dunkler Marmor, Relief: Weißer Marmor.
1912.
Abbildung in: Kunstwelt, Jahrgang 2. S. 502, Königsberger Woche, Jahr-
gang 10. S. 227. — Schicksal: Unbekannt.
16. Bildnisbüste Geheimrat Professor
Dr. Adalbert Bezzenberger. Marmor.
1912.
Standort: Prussia-Museum, Schloß. —
Abbildung in: Königsberger Woche,
Jahrgang 5, 10. S. 226. — Schicksal:
1944 zerstört.
Marmorbiiste Adalbert Bezzenbergers
40
Wandbrunnen
(zu S. 40)
17. Bildnisbüste Dr. Georg Ellendt, gestiftet von alten Fridericianern.
28. Juni 1912 feierliche Übergabe in der Aula. Marmor. 1912.
Standort: Im Konferenzzimmer, später im Korridor des Friedrichskollegs.
— Abbildung in: Kunstwelt, Jahrgang 2. S. 500, Königsberger Woche, Jahr-
gang 5, 10. S. 226. — Schicksal: Bei der Zerbombung Königsbergs erhalten.
Späteres Schicksal unbekannt.
18. Badende, stehend. Marmor. 1912.
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 5, 10. S. 227. 1912. —
Schicksal: Unbekannt.
19. Grabstele, oben halbkreisförmig abgeschlossenes Relief. Unten liegt ein
großer weiblicher Kopf sterbend, rechts der Todesengel als Knabe mit ge-
senkter Fackel, hinten ein Engel. Marmor. 1912.
Abbildung in: Kunstwelt, Jahrgang 2. S. 503. Schicksal: Unbekannt.
20. Grabmal Familie Simon. Bildnisrelief Therese Simon im Eirund. Mar-
mor. 1912.
41
Urnengrabmal
Justizrat Gyßlings
Standort: Friedhof vor dem Königstor. — Abbildung in: Königsberger
Woche, Jahrgang 6, 2. S. 34. 1913. — Schicksal: Unbekannt.
21. Urnengrabmal Justizrat GyßUng in Form eines etruskischen Aschen-
kastens (G. war Vorkämpfer für die Feuerbestattung) mit Reliefs. Vorne:
Ein sitzender Mann, Gyßling ähnlich, zwischen einem Philosophen und einer
Frauengestalt, das Gesetz symbolisierend. Hinten: Justitia mit Schwert und
Waage und Fiat Justitia. Darunter: Dem Führer die Partei. Dem Freunde
die Freunde. Muschelkalk. 1912.
Standort: Auf einem Friedhof vor dem Königstor. — Abbildung in:
Königsberger Woche, Jahrgang 6, 2. S. 833. 1913. — Schicksal: Unbekannt.
22. „Die Geschwister.“ Bruststück. Dargestellt sind der siebenjährige Lutz
Wünsch und sein zweijähriger Bruder Erich, Söhne des Universitätsprofes-
sors für klassische Philologie, damals an der Albertus-Universität, Dr. Ri-
chard Wünsch. Marmor. 1912.
Standort: Privatbe,:tz Dr. Wünsch. — Abbildung in: Westermanns Monats-
42
Monumentalwerk zur Jahrhundertfeier 1913
hefte, Band 134. S. 273. 1923. Königsberger Woche, Jahrgang 10, 4. S. 47.
1917. Schicksal: Als Leihgabe im Schloß Pillnitz erhalten. Ein Gipsabguß
ist möglicherweise im Dresdner Albertinum erhalten.
25. Monumentalwerk zur Jahrhundertfeier 1913 in Form eines ca. zwei m
langen Altars auf drei Stufen. Vorderseite: Kriegsgenius und „Borussia
surgens“, Rückseite: Landwehr-Kavallerist, einem Jüngling im wehenden
Mantel die Hand reichend: Leier und Schwert. Marmor. 1912t13.
Standort: Im Eingangssaal der Kunsthalle. — Abbildung in: Königsberger
Woche, Jahrgang 6, 20. S. 465/66. 1913. — Schicksal: Unbekannt.
24. Herkules, Relief. Muschelkalk. 1912.113.
Standort: Hammerteichschleuse. — Abbildung in: Kunstwelt, Jahrgang 2.
S. 501. 1913. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
25. Ringerbüste. Bronze. 1913.
Standort: Kunstakademie. — Abbildung in: Kunstwelt, Jahrgang 2. S. 504.
— Schicksal: Unbekannt.
26. Bildnisbüste Oberpräsident Friedrich Ludwig v. Moltke. Marmor. Um
1910.
Standort: Landeshaus. — Schicksal: Unbekannt.
43
Marmorbiiste
Oberpräsident
Friedrich Ludwig v. Moltke
(zu S. 43)
27. Bildnisbüste Oberpräsident Ludwig v. Windheim. Marmor. Um 1910.
Standort: Landeshaus. — Schicksal: Unbekannt.
28. Bildnisbüste des Akademieprofessors Otto Heichert. Bronze. 1912.
Standort: Privatbesitz Heichert. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
29. Vier allegorische Figuren. Muschelkalk. 1913.
Standort: Am Eingangsportal des Polizeipräsidiums — Abbildung: Bei
Neumann. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
30. Plakette Professor Dr. Ernst Neumann, gestiftet von Freunden und
Schülern zum 80. Geburtstage am 30. Januar 1913. Inschrift: Prof. E. Neu-
mann. ord. 1913. Anat. Patholog. Regiomontanus. Bronze. 1913.
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 6, 20. S. 519. 1914. — Schick-
sal: Unbekannt.
31. Junges Mädchen. Marmor. 1914.
Standort: Unbekannt. — Abbildung in: Kunst, 65. S. 242. 1932. — Schick-
sal: Unbekannt.
44
Bildnisbiiste
Adolf von Batocki
32. Flachrelief: Theodor Gottlieb v. Hippel d. Ä. über seinem Grabe
nebst Wappen. Marmor. 1914.
Standort: Ehrenfriedhof an der Sternwarte. — Schicksal: Wahrscheinlich
erhalten.
33. Bildnisbüste Oberpräsident Adolf v. Batocki. Marmor. Um 1914.
Standort: Landeshaus. — Schicksal: Unbekannt.
34. Kleistgedenktafel an seinem Wohnhause. Allegorie: Eine klassisch ge-
wandete weibliche Figur mit Dolch und Schlange schreitet unter einem
griechischen Tempelbau nach links (Anspielung auf den Dramatiker Kleist,
der hier „Penthesilea“ schuf). Darunter der Text: „Hier wohnte und schuf
Unvergleichliches 1805—1807 Heinrich v. Kleist.“ Vom Goethebund ge-
stiftet. Marmor. 1915.
Standort: Löbenichtsche Langgasse 12. — Abbildung in: Königsberger
Woche, Jahrgang 6, 37. S. 932. 1914. — Schicksal: 1944 zerstört.
45
35. Bildnisbüste Paul v. Hindenburgs, gestiftet vom Stadtältesten Rudolf
Meyer. Erste nach dem Leben geschaffene Plastik Hindenburgs. Eine Bronze-
kopie stand im „Dessauer Hof“ in Insterburg. Marmor. 1915.
Standort: In der Vorhalle des Kneiphöfischen Rathauses. — Abbildung in:
Deutsche Staatenbildung, Königsberger Woche, Jahrgang 7, 37. S. 609. 1915.
— Schicksal: 1944 zerstört.
36. Bildnisbüste des Akademieprofessors Karl Albrecht. Ton. 1915.
Standort: Privatbesitz Albrecht. — Schicksal: Unbekannt.
37. Eiserner Wehrmann. Holz. 1915.
Standort: Während des Ersten Weltkrieges auf dem Königsgarten in einem
Tempel, dann im Kneiphöfischen Rathaus, später im Stadtgeschichtlichen
Museum. Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 8, 4, S. 53. 1916. —
Schicksal: Zerstört.
38. Eine Zweitanfertigung der Hindenburgbüste. Marmor. 1916.
Standort: Hindenburg-Oberrealschule, Wallring. — Schicksal: Unbekannt.
39. Zwei geflügelte weibliche Relieffiguren, Genien mit Kranz und Füll-
horn darstellend. Muschelkalk. 1916.
Standort: Über dem Portal der Neuen Kunstakademie. — Schicksal: Wahr-
scheinlich erhalten.
40. Kriegstrauer. Knieende Frauengestalt. Bemalter Gips.
Standort: Privatbesitz Frau Maria Baltzer, geb. Cauer. — Abbildung in:
Westermanns Monatshefte, Band 134. S. 272. 1923. — Schicksal: Erhalten.
41. Bildnisbüste Frau Bauer. Marmor. Vor 1917.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
42. Bildnisbüste Ludendorffs. Geschenk des Konsuls Minkowski an die
Stadt, von ihr der Gemäldegalerie gestiftet. Marmor. 1917.
Standort: Zuerst im Vorraum des Kneiphöfischen Rathauses, nach dem
Ersten Weltkrieg in der Königsberger Gemäldegalerie. — Schicksal: 1944
zerstört.
43. Bildnisbüste Geheimrat Dr. med. Hoeftman. Marmor. 1917.
Standort: Privatbesitz. — Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 11,
1. S. 7. 1918. — Schicksal: Unbekannt.
44. Weibliche Büste M. B. (Cauers Tochter Marietta Baltzer). Marmor. 1917.
Standort: Privatbesitz Baltzer. — Schicksal: Erhalten.
45. Bildnisbüste Feldmarschall Eichhorn. Marmor. 1917.
Standort: Privatbesitz Eichhorn. — Abbildung in: Königsberger Woche,
Jahrgang 10, 19. S. 226. 1918. — Schicksal: Unbekannt.
46. „Leid“, weibliche Büste, „aus einer Bildnisbüste durch künstlerische
Vertiefung des Bildniseindrucks auf C. entwickelt zu starkem selbständigen
Ausdruck des Leidbegriffes.“ Marmor. 1917.
46
Grabmal der Familie Charisius
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 10, 4. S. 47. 1917. — Schick-
sal: Unbekannt.
47. „Sascha“, Statuette. Marmor. 1918.
48. „Resignation.“ Vor 1919.
49. „Rückenakt.“ Vor 1919.
50. „Faun.“ Vor 1919.
Standort: Die letzten vier (47.—50.) ausgestellt in der Königsberger Kunst-
halle in der Ausstellung des Kunstvereins Mai 1919. — Schicksal: Unbe-
kannt.
51. Mutter und Kind. Bemalter Gips. 1919.
Abbildung in: Westermanns Monatshefte, Band 134. S. 273. 1923. —
Schicksal: Unbekannt.
52. Grabmal Familie Charisius, Sämann und Schnitter mit gesenkter Sense.
Marmor. 1920.
Standort: Friedrichswalde. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
53. Flachrelief Schenkendorfs. Aufgestellt am 31. Dezember 1920. Marmor.
Standort: Schenkendorfplatz, Schenkendorfbank. — Schicksal: Unbekannt.
47
Flachrelief Schenkendorfs (zu S. 47)
54. Grabmal für die 1920 bei der Rothensteiner Explosion umgekommenen
Munitionsarbeiter. Gemeinsames Werk mit dem Architekten Professor
Friedrich Lahrs. 1921.
Standort: Krematoriumsfriedhof Rothenstein. — Schicksal: Unbekannt.
55. Flachrelief E. T. A. Hoffmanns nach seiner als die beste geltenden
eigenhändigen Zeichnung auf der Gedenktafel an seinem Geburtshause.
Text: „In diesem Hause wurde E. T. A. Hoffmann geboren 24. Januar
1776.“ Darunter (klein): „Am 100. Todestage des Dichters. Goethebund
Königsberg Pr.“ Bronze. Enthüllt 25. Juni 1922.
Standort: Französische Straße 25. — Abbildung in: Königsberg in 144 Bil-
dern. — Schicksal: Unbekannt.
48
Bildnisbüste Martin Borrmanns
56. Bildnisbüste Martin Borrmanns.
„Aus dem Gesicht Martin Borrmanns,
des begabten ostpreußischen Dichters,
glaubt man alle Entwickelungsmög-
lichkeiten herauslesen zu können. Auch
das, was aus ihm werden kann und
wird, liegt zutage.“ (Ulrich Baltzer.)
Das rötlich getönte Tonmodell behielt
Cauer. Gips. 1922.
Standort: Ausgestellt 1922 bei Gräfe
und Unzer. — Abbildung in: Ostdeut-
sche Monatshefte, 1922, Westermanns
Monatshefte, Band 134. S. 272. 1923.
— Schicksal: Verschollen.
57. Junges Mädchen. Stehende Statuette. Bronze. Vor 1923.
Standort: Privatbesitz. — Abbildung in: Westermanns Monatshelfe, Band
Nr. 134. S. 245. 1923. — Schicksal: Zerstört.
58. Grabmal. Relief für einen Architekten. Ganzfigur. Bronze. Vor 1923.
Abbildung in: Westermanns Monatshefte, Band 134. S. 272. 1923. —
Schicksal: Vernichtet.
59. Titi. Bildnisbüste von Cauers Tochter Clara. Marmor. Vor 1923.
Standort: Privatbesitz Frau Clara Leyendecher, geb. Cauer. — Abbildung
in: Westermanns Monatshefte, Band 134. S. 273. 1923. — Schicksal: Zer-
stört.
60. Vor seinem Pferde stehender Wrangelkürassier. Relief. Auf der mäch-
tigen Rückwand mit den eingemeißelten Namen der gefallenen Wrangel-
kürassiere, davor eine Bank. Kalkstein. 1924.
Standort: Ecke Wrangelstraße und Wallring. — Schicksal: Unbekannt.
61. Brunnenfigur. Im Garten von Cauers Königsberger Haus. Sandstein.
1925.
Standort: Admiral-Spee-Straße 9. — Schicksal: Unbekannt.
62. Halbrelief von Frau Hildegard Mühlbach. Von der Königsberger Gieße-
rei Dr. Erich Bieske gegossen. Bronze. Mai 1926.
Standort: Privatbesitz Mühlbach. — Schicksal: Erhalten.
49
Bildnisbüste „Titi“
(zu S. 49)
Relief in der Gedenktafel für die Wrangelkürassiere {zu S. 49)
50
63. Statue „Die Faule“. Polierter Muschelkalk.
Standort: Privatbesitz. — Abbildung in: Ostpreußische Kunst, 1927, Kunst,
Band 65. 1932. S. 244. — Schicksal: Zerstört.
64. Bildnisbüste Bürgermeister Hans Fiessen. Marmor. Um 1926.
Standort: Privatbesitz Tiessen. — Abbildung in: Cicerone, XIX. 1927.
S. 646. — Schicksal: Unbekannt.
65. Rundes Relief des Stadtältesten Emil Bieske. Von der Königsberger
Gießerei Dr. Erich Bieske gegossen. Bronze. Um 1926.
Standort: Privatbesitz der Familie. — Schicksal: Erhalten.
66. Fänzerin. Statuette. Bronze. Vor 1927.
Standort: Privatbesitz Cauer. — Schicksal: Zerstört.
67. Ruhendes Mädchen. Statuette. Bronze. Vor 1927.
Schicksal: Zerstört.
68. Köpfe von: Coppernicus
69. Kant
70. Herder
71. Corinth
auf den Pilastern am Eingang zur Neuen Burgschule. Ausgehauen von
Ehrich (s. d.). Muschelkalk. 1927.
Standort: Am Eingang zur Neuen Burgschule, Lehndorffstraße. — Abbil-
dung in: Zentralblatt der Bauverwaltung, 48, 31 v. 1. August 1928. —
Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
72. Büste Luthers, Stiftung der Universität. Bronze. 1927.
Standort: Mittelhalle des Liebenthalschen Universitätsbaues: — Schicksal:
Unbekannt.
73. Hockende. Roter Sandstein. Vor 1928.
Standort: Privatbesitz Cauer im Garten seines Hauses Admiral-Spee-
Straße 9. — Abbildung in: Cicerone. XXL 1929, Kunst, Band 65. S. 243.
1932. — Schicksal: Unbekannt.
74. Weiblicher Forso. Marmor. 1928.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß, Erdgeschoß des
Unfriedflügels am großen Portal. — Abbildung in: Cicerone, XXL 1929.
S. 389. — Schicksal: Verschollen.
75. Bildniskopf, Stadtältester Emil Bieske. Von der Gießerei Dr.-Ing. Erich
Bieske, Königsberg, gegossen. Auf Fravertinsockel. Bronze. 1928.
Standort: Im Besitz der Familie bis zur Vertreibung. — Abbildung: Königs-
berger Rundfunk und Ostdeutsche Illustrierte, Jahrgang 9, 47. 1932. —
Schicksal: Verschollen.
76. Relief für die Gefallenen der Königsberger Allgemeinen Zeitung.
Bronze. Um 1928.
51
Bildniskopf des Stadtältesten Emil Bieskc
fzw S. 51)
Standort: Im Hause der Königsberger Allgemeinen Zeitung, Theater-
straße. — Schicksal: Unbekannt.
77. Bildnisbüste Dr. Alexander Wyneken. Bronze. Um 1928.
Standort: Im Hause der Königsberger Allgemeinen Zeitung. — Schicksal:
Vernichtet.
78. Relief Professor Max Brode. Bronze. 1928.
Standort: Im großen Konzertsaal der Stadthalle. — Schicksal: Zerstört.
79. Grabmal Konsul Paetsch (f 1927). Sämann auf Sockel. Muschelkalk.
Um 1928.
80. Grabmal Ostermeier. Um 1928.
81. Grabmal Lotte Carl. Um 1928.
Standort (79.—81): Zentralfriedhof. — Schicksal (79.—81.): Unbekannt.
82. Grabmal Lotte Dettmann. Zwei kindliche Engel mit Fackel. Marmor.
1928.
83. Grabmal Zechlin. Um 1928.
Standort (82.—83): Domfriedhof. — Schicksal (82.—83.): Unbekannt.
84. Grabmal S. Winter. Um 1929.
Standort: Jüdischer Friedhof. — Schicksal: Unbekannt.
85. Grabmal Müller. Um 1929.
Standort: Friedhof Pillauer Landstraße. — Schicksal: Unbekannt.
52
86. Bildnisbüste der Gattin des Künstlers. Bemalter Gips.
Standort: Privatbesitz der Familie Cauer. — Abbildung in: Deutsche
Staatenbildung. — Schicksal: Zerstört.
87. Relief Ernst Wiehert auf seinem Findlingsgedenkstein, der am 8. März
1931 vom Goethebund als Stifter der Stadt übergeben wurde. Bronze. 1931.
Standort: Auf der südöstlichen Schloßteichpromenade. — Schicksal: Unbe-
kannt.
88. „Für uns“, Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Aus-
gehauen von Kimritz (s. d.). Eingeweiht Ende September 1931. Muschel-
kalkstein, Sockel aus Kunststein.
Standort: Steindammer Kirchenplatz. — Abbildung in: Bild, Jahrgang
1936, S. 363, Königsberger Rundfunk und Ostdeutsche Illustrierte, Jahr-
gang 8. Nr. 29. S. 3. 1931. — Schicksal: Unbekannt.
89. Relief Geheimrat Professor Dr. Julius Schreiber (t 1932). Bronze. 1932.
Standort: Hörsaal der Universitäts-Poliklinik, Pillauer Landstraße. —
Schicksal: Unbekannt.
Mahnmal „Für uns“
53
Bildnisbüste einer Aufwartefrau
90. Bildnisbüste einer Aufwartefrau
vom Vorderroßgarten, Mutter von
zwölf Kindern.
Diese Büste beeindruckte Agnes Miegel
so, daß sie auf sie ihr Gedicht „Mutter
Ostpreußen“ verfaßte, wodurch die
Bildnisbüste irreführend ebenfalls die-
sen Namen erhielt. Cauer lag es ganz
fern, Ostpreußen in dieser Büste
gleichnishaft darzustellen. Muschel-
kalk. 1934.
Standort: Städtische Kunstsammlun-
gen im Schloß. — Abbildung in:
Deutschlandbuch. — Schicksal: Zer-
stört.
91. Mutter mit Kind, kniend, mit der Hand Wasser schöpfend. Muschel-
kalk. Um 1935.
Standort: Am Oberteichufer. — Schicksal: Unbekannt.
92. Trauernde. Muschelkalk. Vor 1938.
Standort: Privatbesitz Cauer. — Abbildung in: Ostpreußisches Kunstschaf-
fen der Gegenwart. — Schicksal: Zerstört.
93. Jüngling, Statuette. Bronze. Vor 1938.
Standort: Privatbesitz Cauer. — Abbildung in: Ostpreußisches Kunstschaf-
fen der Gegenwart. — Schicksal: Zerstört.
94. „Stirb und werde“, Cauers eigenes, von ihm selbst geschaffenes Grab-
mal: Vor seiner Mutter kniend ein sich dem Lichte zuwendender Jüngling.
Granit. Um 1938.
Standort: Juditter Friedhof, unterhalb der Kirche. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
95. Bildnisbüste Frau Charlotte Bieske, geb. Vierow. Von der Königsberger
Gießerei Dr. Erich Bieske gegossen. Bronze. 1941.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Erhalten.
96. Weiblicher Akt, Schlafende. Neben seinem Werk der 75jährige Künst-
ler. Marmor. 1942.
Schicksal: Unbekannt.
54
Schlafende. Neben dem Werk der Künstler
{zu S. 54)
COLLIN, PAUL HEINRICH
* Königsberg 5. Mai 1748, + Königsberg 17. September 1789. Sechs Jahre
Lehrzeit in Burslem (England) bei Josiah Wedgwood. 1766 Steingut- und
Fayencefabrik in Königsberg, die 1785 zusammenbrach. Er war nicht bloß
Fabrikant, sondern ein bedeutender Künstler, wie gerade seine Plaketten
beweisen.
/. Große Plakette von Kant. Rückseite Inschrift: „Monsr. Eman. Kant,
Professeur ä Koenigsberg, ne en Panne 1723 [!], pris de nature par Paul
Henri Collin en juin 1782 fabrique des freres Collin a Koenigsberg“ Wachs,
Steingut {„Schwarze Basaltmasse Wedgwood“), Bleiguß. Gips. 1782—1784.
2. Plakette von Th. G. v. Hippel d. Ä. Auf der Vorderseite: „Oberbürger-
55
Große Kantplakette
(zu S. 55)
Plakette von
Theodor Gottlieb von Hippel
dem Älteren
meister Hippel“, am Schulterabschnitt signiert: „P. H. Collin fecit“, auf
der Rückseite: „zu Königsberg im August 1784.“ Basaltware.
3. Plakette des Berliner Goldschmiedes Andre Jordan. Auf der Rückseite:
„Monsr. Andre Jordan, Paine de son vivant, Bijoutier du Roi d Berlin,
par ses neveux les freres Collin Pan 1782.“ Basaltware.
4. Plakette des griechischen Dichters Asklepiades, ohne Signatur. Schwarze
Basaltware.
5. Plakette der Herzogin Dorothea von Kurland. Strohfarbiges sog. Paille-
steingut, datiert 1782.
Standort: In den Kunstsammlungen der Stadt Königsberg im Schloß
(Raum 10).
6. Bildnis Kants. Brustbildmedaillon im Profil, Kopf nach rechts auf
schwarzem Stoff gründ. Nach Angabe Borowskis „am besten getroffen“.
Es gilt als das Original aller anderen Ausführungen. Gelbbraune Wachs-
paste. 1782.
Dieses etwas kleinere und abgegriffene Stück wurde als Vorlage für die
folgenden gebraucht:
7. Wie vor. 4,6 cm hoch. Schwarze Basaltmasse.
8. Wie vor, mit Randeinfassung. Leihgabe der Staats- und Universitäts-
bibliothek.
9. Wie vor, etwas kleiner. In Blei gegossen.
56
10. Wie vor, im alten ovalen schwarzen Rahmen. Leihgabe des Prussia-
Museums. Gipsabguß.
Standort (6.—10.): Im Stadtgeschichtlichen Museum, Kantzimmer — Ab-
bildung: Bei Rohde I, Rohde V, Ulbrich I, Clasen II, in: Deutsche Staaten-
bildung. — Schicksal: Sämtlich verschollen.
11. Bildnis Kants, Brustmedaillon
nach rechts: Höhe: 4,6 cm. Gelbliches
Steingut. 1782.
Standort: Im Besitz der Buchhand-
lung Gräfe und Unzer. — Schicksal:
Blieb 1945 im Tresor der Diskont-
Gesellschaft in Königsberg und ist
heute wahrscheinlich in einem Mos-
kauer Museum.
Brustbildmedaillon Kants
DANAPFELL, HANS
Königsberger Bildhauer im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts.
Er schuf zwei Bilder auf dem „Eichhornhäusichen“. Stein (?). Um 1620.
Standort: Tiergarten Neuhausen. — Schicksal: Längst zugrunde gegangen.
DASSIER, JEAN
* Genf 17. August 1676, f Genf 15. November 1763. Stempelschneider in
Genf, Schüler seines Vaters. In Paris bei Roettier, ab 1716 an der Genfer
Münze als Gehilfe seines Vaters, 1718 Münzschneider. Hoch angesehen
als Mensch und Künstler, hatte er europäischen Ruf, schlug aber Beru-
fungen ins Ausland stets ab.
Denkmünze zur Huldigung Friedrichs II. in Königsberg. Vorderseite:
Borussorum Rex Fridericus II, geharnischt mit Hermelin und Ordensstern
von vorn. Rechts am Rande ]. D. Rückseite: Rex Natura. Der über Königs-
berg schwebende rückschauende Adler. Im Abschnitt: MDCCXL. Größe:
54 mm (f). Kupfer. 1740.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Verschollen.
57
Büste Theodor von Schöns
{zu S. 59)
DAUDERT, RUDOLF
* Metz 27. Dezember 1903 als Sohn ostpreußischer Eltern. Besuchte in Kö-
nigsberg die Burgschule. 1920/21 Ausbildung als Gebrauchsgraphiker an
der Kunstgewerbeschule, gleichzeitig Lehrling bei einem Steinmetzen. 1921
bis 1923 Schüler Bracherts. Ging 1938 nach Berlin, wo er Atelier und Woh-
nung einbüßte. Krieg und Gefangenschaft verschlugen ihn nach Süddeutsch-
land. Hermann Brachert holte ihn nach Stuttgart, wo er seit 1947 Dozent
und Professor an der Staatlichen Kunstschule ist. Er wohnt Stuttgart,
Urachstr. 21. Er hat viele Terrakotten geschaffen.
1. Bandartiger, 10—12 m langer plastischer Fries, darstellend eine humor-
volle Weltentwicklung vom trinkenden Säugling bis zum Trunkenbold
sowie „Kuhhandel“ und zwei zechende Männer. Ausführung durch Stein-
metz Kurt Dittmann bei Schwarz, Rothenstein. Sandstein. 1922.
Standort: Am Steingeländer der Treppe zum Stadthausgasthaus. — Schick-
sal: Möglicherweise erhalten.
2. Flachrelief ca. 100 X 80 cm, eine Frau, die Geld zur Bank bringt. Links
Text. Muschelkalkstein mit Wasserfarben bemalt, die mit in Terpentin ge-
löstem Wachs angesetzt wurden. Frühjahr 1924.
58
Standort: Am Seiteneingang zur Sparkasse im Altstädtischen Rathaus. —
Schicksal: Unbekannt.
3. Zwei ca. 1,70 m große etwas gedrungene Gestalten sowie ornamentale
Tür Umrahmungen. Kalkstein. 1925.
Standort: Am Eingang zum Hause des Architekten Frick, Ritterstraße 21,
bzw. am Gartenportal. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
4. Büste Theodor v. Schön.
5. Büste David Ludwig v. York. Beide Bronze. 1927.
Standort: Beide im Auditorium maximum des Liebenthalschen Universi-
tätsbaues. — Schicksal: Beide zerstört.
6. „Pedell“ und Reliefs aus dem Studentenleben. Kunststein. 1927.
Standort: An der Gartenpforte des Liebenthalschen Universitätsbaues,
bzw. im Gartenhof. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
7. Zwei Figuren: „Backfisch und Schnösel“. Kunststein. 1928.
Standort: Am Eingang oben zur Konditorei Petschlies, Kaiser-Wilhelm-
Platz, Ecke Altstädtische Langgasse 2. — Schicksal: Unbekannt.
8. Relief des Freiherrn vom Stein. Inschrift: „Hier wohnte im Winter
1806/07 der Reichsfreiherr Karl vom und zum Stein bei dem Polizei-
direktor Johann Gottfried Frey“. Die Tafel wurde von der Stadt zu Steins
100. Todestage gestiftet. Bronze. 1931.
Standort: Am Hause Vorderroßgarten 50. — Schicksal: Unbekannt.
9. Figürchen. Stuckgips (feinerer Gips als der gewöhnliche Maurergips).
1936.
Standort: Über der Windfangtür zum Opernhausgasthaus. — Schicksal:
Zerstört.
10. Junges Mädchen, Halbfigur. In Berlin geschaffen. Zementguß. 1938.
Standort: Im Frühjahr 1939 in der Kunsthalle am Wrangelturm ausge-
stellt. — Abbildung in: Das Kunstwerk, Heft 11, Jahrgang 1946/47,
S. 39. — Schicksal: Erhalten in Berlin-Ost. (Nach Brand schwarz geworden.)
DEGEN, GEB. GRAMS, MARTHA
* Antonowka/Wolhynien 24. Februar 1910. Lebt in Wuppertal-Elberfeld,
Weißenburgstraße 20. Als 1916 alle Volksdeutschen aus Wolhynien ver-
trieben wurden, kam die Familie G. in ein Flüchtlingslager in Königsberg.
Martha G., fünftes von neun Kindern, die schon als Kind Plastiken geliebt
hatte, machte 1938 in Worpswede ihre ersten Versuche mit Ton. In Kö-
nigsberg nahm sie an einem Modellierkurs bei Arthur Steiner teil und
arbeitete dann auch in Stein. Zuerst schmückte sie ein Bunkerportal aus
(Muschelkalk). 1941 an der Königsberger Kunstakademie (Wissel) und
Dresdener Kunsthochschule (Born). Nach ihrer Eheschließung ging Frau D.
zurück nach Königsberg, wo sie bis 1945 als Bildhauerin tätig blieb.
59
1. Mutter, stehend, Kind auf dem linken Arm, wallendes Gewand. Terra-
cotta. 1940.
2. Mutter, stehend, Kind im Schoß, Oberkörper unbekleidet. Stucco. 1940.
3. Bildnisbüste Frau Erna Kunckel. Stucco. 1940.
Standort: Alle drei in Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
Bildniskopf Arthur Steiners
4. Bildniskopf Arthur Steiners. Stucco. 1940.
5. Sitzende, Akt. Sandstein. 1941.
Standort: Beide in Privatbesitz. — Schicksal: Beide vernichtet.
6. Flüchtling. Stehende Frauengestalt im Gewand.
7. „Erwachen“, stehender weiblicher Mädchenakt.
8. Kinderbüste Hasso Schneider.
9. Ausschauende, Mädchenakt. Alle vier Stucco. 1944.
Standort: Alle vier in Königsberger Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
DOEBEL, JOHANN CHRISTOPH
* auf der Reise nach Königsberg 1640, getauft Bladiau 9. Dezember 1640,
f Königsberg 17. November 1705 (Tiesler) oder f Berlin 1713 (Thieme-
Becker). Gehilfe seines Vaters Michael. 1668—79 auf Wanderschaft. Er
heiratete am 17. April 1679 in Königsberg Anna Fischer, die Tochter eines
Bordingreeders in der Altstadt und blieb bis zu seinem Tode in Königs-
berg. Drei Töchter. Als seine Arbeiten sind erwiesen: Altar zu Arnau (1687),
60
Degen-Grams:
Sitzende — Flüchtling {zu S. 60)
Altar zu Tharau (1688), Kanzel zu Laptau (1690), Arbeiten in Heilige-
linde (1696/99).
1. Mitarbeit am Kospothschen Grabmal (s. Doebel, Michael d. Ä.)
2. Wandgrabmal des Bartholomäus Behm 12. November 1684) und
seiner Ehejrau Catharina (f 11. September 1688) in Medaillonform. Es
trägt das Doppelbild der Verstorbenen in der Krönung, im schnörkel-
vollen Laubwerkrahmen die Gestalten der Liebe und Gerechtigkeit und
zahlreiche Putten. Holz, vergoldet, zwischen 1684 und 1688.
Standort: An der Nordseite des Langhauses im Dom. — Abbildung: Bei
Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
3. Schnitzereien im Giebel der Drei-Kronen-Loge. Zwei fliegende paus-
backige Engel halten eine Krone. Unter der Krone des rechten Engels
ein Schild mit: bv> Öcpxf) ?)p Ö AÖyo? etc. Holz. Um 1695. Restauriert
um 1907 von dem Königsberger Kunsttischler Albert Boy.
61
Standort: Im Giebel der Drei-Kronen-Loge, Hintertragheim 31. —
Schicksal: 1944 verbrannt.
4. Die älteste Quednauer Wallfahrtskapelle, dem hl. Jacobus geweiht,
wurde 1507 von Hochmeister Friedrich durch die jetzige ersetzt. 1687
wurden J. Chr. D. von der Frau des Oberhofmeisters v. Kreytzen, einer
geborenen v. Kospoth, Bilhauerarbeiten in der am 16. Februar 1687 vom
Sturm schwer beschädigten, Kirche übertragen. Pfarrer Storbeck schreibt
1688: „Der woll Ehrenveste und Kunsterfahrene Herr Johann Doebel bat
unsern Altar mit schönen Bildern, welch die Heil. Dreifaltigkeit praesen7
tiren, und zu beyden Seiten mit schönen Flügeln Gott zu Ehren gezieret“.
Im Jahre 1807 wurde die Kirche von den Franzosen schiver verwüstet, der
Altar wurde abgebrochen und in einem Schuppen in Kalthof aufbewahrt.
1814 wieder auf gerichtet und 1876 nach Angaben von Professor Johann
Heydeck erneuert. So wurde der Altar ein uneinheitliches Stilgemisch. Im
Mittelteil steht Jacobus mit der Muschel aus dem gotischen Schreinaltar, der
einst zwei Flügel hatte. Über diese Jacobusgestalt und sechs Apostel aus
den Altarflügeln s. u. Gotik. Über dem Schrein ein barocker Aufsatz, den
Ulbrich J. Chr. D. zuschreibt, mit dem Evangelisten Matthäus, einer weib-
lichen Gestalt und dem Heiland. Die Figuren von Moses und Aron dürften
jünger sein, die von Petrus und Paulus sind von 1876. Holz.
Standort: Quednauer Kirche. — Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal:
Unbekannt.
DOEBEL, JOHANN MICHAEL d. J.
* Schweidnitz 25. Dezember 1635, f Berlin 8. August 1702. Sohn Michael
Doebels. Da der Knabe künstlerisch begabt war, gab ihm der Große Kur-
fürst ein Reisestipendium, das ihn nach Holland, Frankreich, Italien, Si-
zilien, Malta, Alexandrien führte. Er studierte Architektur und Bildhauer-
kunst. 1658 kehrte er nach Preußen zurück und war Gehilfe seines Vaters
in Königsberg. 1665 in Berlin verheiratet, wurde er „Landbaumeister in
Preußen“ und Hofbildhauer in Berlin. Er schuf dort zahlreiche Bauten,
auch Kleinplastiken. Mitarbeit am Kospothschen Grabmal (s. d.). Nach
Ulbrich besonders an der Gestalt des Kanzlers beteiligt.
DOEBEL, MICHAEL d. Ä.
* um 1610, f Königsberg zwischen 1668 und 1678. Er kam 1641 aus
Schweidnitz nach Königsberg, wo er Bürger und Bildhauer auf der Alt-
städtischen Freiheit Steindamm war. Ehefrau Eva Ditrich. In der Provinz
sind folgende kirchlichen Arbeiten wahrscheinlich von ihm: Arnau (Tauf-
tisch), Quednau (Altaraufsatz), Postnicken (Kanzelaltar), Petelkau (Hoch-
altar).
1. Grabmal des Kanzlers Johann v. Kospoth (f 20. Juni 1665), eine lose
Vereinigung von Kastengrab und Wandgrabmal. Der Kanzler ist fried-
62
0
lieh schlummernd dargestellt, zwei Engel, zwei männliche Gestalten, das
Lamm, Gerippe und Wappen vervollständigen die regellose Uneinheitlich-
keit des sonst vortrefflichen Denkmals. Zusammenarbeit D‘s mit seinen
beiden Söhnen Johann Michael d. J. und Johann Christoph. Schwarzer
und weißer Marmor. 1663—64.
Standort:<An der Nordseite des vorderen Domchores. — Abbildung: Bei
Boetticher, Ulbrich I. — Schicksal: Nach der Zerbombung Königsbergs er-
halten, heute wahrscheinlich zerstört.
2. Laufkammer (Jesus als Kinderfreund und die sieben Haupttugenden
auf Säulenstellung) und der mit ihr fest verbundene Beichtstuhl sowie
ein als Handtuchhalter dienender Engel ebenda von 1666. Ein reiches und
schönes Werk. Holz. 1662.
Standort: Neuroßgärter Kirche. — Abbildung: Zwei bei Ulbrich I, Boet-
ticher, in: Das malerische Ostpreußen. — Schicksal: 1944 verbrannt.
3. Fürstenstuhl, rechteckiger Bau mit gewundenen Ecksäulen, Blättern,
Fruchtgehängen und Ohrmuschelwerk sowie den Gestalten der Liebe und
Gerechtigkeit, die Ulbrich aber dem Bildhauer Krause (s. d.) zuschreiben
will. Holz. Um 1673.
Standort: Dom. — Schicksal: 1944 verbrannt.
4. Vielleicht ist von D. (Ulbrich) auch der Altaraufsatz mit zwei Aposteln
oder Evangelisten und mit einem Pelikan als Krone, noch mit Ohrmuschel-
und Feigwerk, aber schon mit gedrehtenJSäulen in Juditten. Holz. 1672.
Standort: Juditter Kirche. — Schicksal: 1908 wieder auf gestellt. Mög-
licherweise erhalten.
5r Möglicherweise sind auch am Altaraufsatz in Quednau die Köpfe und
das Ohrmuschelwerk von D. Holz. 1660—70.
Standort: In der Kirche zu Quednau. — Schicksal: Unbekannt.
DUBOIS, HERMANN
* Breslau 25. September 1895. Die Eltern waren Ostpreußen. Dubois
lebte näch 1953 in Raspenau, Post Friedland/Schlesien (Kreis Waldenburg).
Studierte in Essen, Düsseldorf, Berlin und in Königsberg bei Cauer, wo er
ein eigenes Schüleratelier hatte. Er war hauptsächlich Bauplastiker. 1920
stellte er mit Wellmann und mehreren Malern Büsten und zahlreiche Pla-
ketten aus Holz und Bronze, die er in Königsberg geschaffen hatte, in der
Kunsthalle aus. Für Cranz schuf er nach dem Entwurf von Professor
/jiedrich Lahrs einen von Löwen getragenen Brunnen. (Kunststein. 1920).
Brunnen im Rosengarten zu Waldenburg.
1., Künstlerfest-Plakette der Akademie Königsberg. 1914.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen. — Schicksal: Vernichtet.
2. Sterbender Krieger, Relief in Plakettenform. Holz. 1920.
Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 3. S. 37. 1920,., —
Schicksal: Unbekannt.
63
Bildniskopf des Bildhauers Wellmann
3. Bildniskopf des Bildhauers Arthur Wellmann.
Standort: Privatbesitz.
4. Bildnisbüste Fräulein P.
5. Weiblicher Torso. Alle drei: Gips. 1920.
Abbildung: Alle drei in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 3. S. 37. 1920.
— Schicksal: Unbekannt.
6. Plakette, rund, zum Künstlerfest der Königsberger Kunstakademie am
28. Februar 1920. Bronze. 1920.
Standort: Kunstsammlungen der Stadt Königsberg im Schloß. — Abbil-
dung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 9. S. 132. — Schicksal: Un-
bekannt. ,
7. Junger Bulle. Bronze. 1920.
Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 26. S. 420. — Schick-
sal: Unbekannt.
8. Liebespaar, Akte in Lehmbruckscher Manier. Bronze. 1921.
Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 33. S. 546. — Schicksal:
Unbekannt.
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—--------------------------- , *---- - u----------------------------------;-------------------
0
9. Liegende Nymphe, naturalistische Darstellung.
10. Jünglingsakt. Beide Gips. 1921.
Standort: Beide ausgestellt auf der ersten Königsberger Kunstmesse Mai
1921. — Schicksal: Unbekannt.
11. D. schnitzte eine Dachbekrönung und Reliefs 3 X 0,80 m. Sie stellten
ein elyseisches Fest dar im Stile Corinths. Hinten: Berge, Bäume, auf-
gehende Sonne, vorne: Nackte "Zecher, Liebende, ein Cellospieler. Holz.
Um 1921:
Standort: Hammerkrug. — Schicksal: Um 1935 von Malermeister Wilhelm
Paul restauriert. 1944 verbrannt.
DUMPIS, WILHELM
*' Nibbern, Kreis Memel, 5. August 1905, lebt in Coesfeld, Daruper-
straße 13. Vater: Eisenbahnbeamter. Berufsausbildung: Ein Jahr Volontär
als Holzbildhauer, Lehre als Steinbildhauer mit Gesellenprüfung. Studium
an der Königsberger Kunstakademie unter Cauer und Wissel. 1939—1945
Kriegsdienst, Flucht nach Thüringen, dann nach Westfalen. Werke von
Ö. befanden sich auch in der Provinz (Elbing; Autobahnbrücke, Riesen-
burg: Ordensritter).
1. „Eva“. Nußbaumholz. 1928/29.
Standort: Privatbesitz Kleinschmidt, Liegnitz. — Schicksal: Unbekannt.
2. Relief. Rechts: Geiger mit Fanzpaar, links: Hauszeichen des Hammer-
kruges. Kalkstein. 1928/29.
Standort: Im Windfang des Hammerkruges. — Schicksal: Zerstört.
3. Figuren und Ornamente: Vier Jahreszeiten (expressionistisch). Kunst-
stein. 1929/30.
Standort: Am Hausportal des Architekten Schwarzmüller, Beekstraße.. —
Schicksal: Unbekannt.
4. Bildniskopf Dr. Christoph Wolff, Sohn des Königsberger Graphikers
Professor Heinrich Wolff. Stucco. 1931.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
5. Bildniskopf der Malerin Fräulein Kaiser. Stucco. 1932. ;
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
6. Bildniskopf Direktor Matschulat. \
7. Bildniskopf Regierungsoberinspektor Petrusch. Beide Stucco. 1933.
Standort: Beide Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
8. Bildniskopf Professor Cauer. Stucco. 1934.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Verschollen.
9. Bildniskopf der Malerin Frau Elisabeth Wolff-Zimmermann.
65
Bildniskopf Professor Cauers
(zu S. 65)
Bildniskopf der Malerin
Elisabeth Wolff-Zimmermann
(zu S. 65)
Bildniskopf Regierungsbaurat X
(zu S. 67)
66
10. Bildnis köpf Regierungsbaurat X aus Königsberg. Beide Stucco. 1935.
Standort: Beide Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
11. Mutter und Kind. Wurde anläßlich einer Ausstellung „Mutter und
Kind“ von der Gauleitung Ostpreußen angekauft. Nußbaumholz. 1935.
Schicksal: Unbekannt.
12. Relief. Komposition von fünf Figuren. Stucco. 1936.
Standort: An der Reichsbahnbetriebskrankenkasse Königsberg, Alter
Ostbahnhof. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
13. Grabmal mit Relief für Rittergutsbesitzer Friebe. Komposition: Pferd
mit zwei Figuren. Muschelkalk. 1938.
Standort: Krematoriums-Friedhof. — Schicksal: Unbekannt.
14. Vier Pferdeköpfe. Muschelkalk. 1939.
Standort: Militär-Pferdelazarett Königsberg/Ponarth, Außenfassade. —
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
15. Ehrenmal für Infanterie-Traditions-Regiment Graf Schwerin. Zwei
Meter hoher stilisierter Adler. Roter schwedischer Granit. 1939.
Standort: Unbekannt. — Schicksal: Unbekannt.
ECKHARDT
Königsberger Bildhauer um 1880. Er ist auf Heydecks Kreidezeichnung
von der Ausgrabung der Gebeine Kants abgebildet, (s. S. 120).
EHRICH, WILHELM ERNST
* Königsberg 12. Juli 1897, J Rochester (USA) 10. August 1960. Er stu-
dierte in Königsberg bei Schmidt-Kestner, Cauer und Threyne. Er ging
1929 nach Buffalo (Niagara), wo er am Art Institut unterrichtete. Seit 1937
Lehrer an der Art Gallery und Universität Rochester.
1. E. begann eine Brunnenfigur, ließ sie aber drei Jahre lang stehen. Dann
vollendete Kimritz sie (s. d.). Muschelkalk. Um 1920.
Standort: Im Garten der Kunstschule.
2. E. haute die vier Köpfe: Coppernicus, Kant, Herder, Corinth nach den
Modellen Cauers aus (s. d.). Muschelkalk. 1927.
Standort: An der Neuen Burgschule.
3. Kleine Reliefs. Travertin. 1929.
Standort: Zwischen den äußeren Türpfosten des Hauptbahnhofportals. —
Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
ENCKE, ERDMANN
* Berlin 26. Januar 1843, J Babelsberg 7. Juli 1896. Er war Bildhauer aus
der Schule von Albert Wolff, Berlin. Er wurde 1882 bereits Senator der
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Berliner Akademie. Die bedeutendsten seiner zahlreichen Werke sind:
Bildnisbüste Carl Steffecks (1870), Denkmal der Königin Luise-Berlin
(1880), Sarkophage Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augustas im Char-
lottenburger Mausoleum (1888—94).
Medaille Kants. Größe: 0 7,7 cm. Bronze. Vor 1896.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum. Kantzimmer. Erworben 1929. —
Schicksal: Verschollen.
FAEHNDRICH, ERNST
* Berlin 4. Dezember 1881. Er besuchte die Kunstschule in Berlin, dann die
Akademie Königsberg als Schüler Reuschs. Später ging er nach Berlin, wo
er hauptsächlich als Maler tätig war.
Haute das Standbild des Landwirts Heinrich Klutke auf Dommelkeim
aus. (Laut Manuskript Goldstein). Um 1900.
Schicksal: Unbekannt.
FALTZ, RAIMUND
* Stockholm 4. Juli 1658, f Berlin 21. Mai 1703. Gelernter Goldschmied,
bildete er sich vier Jahre in Paris zum Stempelschneider, war dann bei der
schwedischen Münze in Pommern tätig, bis ihn Kurfürst Friedrich III. 1688
nach Berlin berief, wo er bis zu seinem Tode blieb.
Denkmünze zur Königskrönung: Vorderseite: Frider. Primus D. G. Rex
Borussiae. Brustbild im Lorbeer mit Ordensband und Mantel. Unten:
R. Faltz. Rückseite: In Crementum Domus Augustae. Krone und Zepter
auf Kissen mit preußischem und brandenburgischem Adler. Regia Dignitate
Illata Familiae. Größe: 0 60 mm. Gewicht: 142,3 g. Silber und Kupfer.
1701.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Vernichtet.
FEDERN, GEB. STAUDINGER, LUISE
* Worms 1. August 1879, lebt in Darmstadt, Osannstraße 25 b. Studierte
1896/98 an den Kunstgewerbeschulen Mainz, Worms, München, Darm-
stadt. Kleinplästikerin von Plaketten und Statuetten.
Kantplakette, rechteckig, 4,3 X 6 cm. Geschenk des Königsberger Gra-
phikers Professor Heinrich Wolff. Bronze. 1924.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum. — Schicksal: Unbekannt.
FILITZ, ERNST
* Königsberg-Ponarth 7. Juli 1891, f Königsberg April 1945. Lange
Zeichenlehrer in Marienwerder, später in Königsberg. Schüler Bracherts.
Nach Schul- und Seminarbesuch in Osterode war F. Volksschullehrer bis
68
1918. Er zeichnete schon damals viel. Dann besuchte er die Königsberger
Kunst- und Gewerkschule, wo Karl Storch und Hermann Brachert seine
Lehrer waren. 1921—35 dasselbe am Hufengymnasium, dann am Löbe-
nichtschen Realgymnasium. F. arbeitete auch als Maler, besonders Land-
schaften in Tempera auf Japanpapier. In Königsberg geblieben, kam F.
mit seiner" Gattin im Luftschutzbunker ihres Hauses in der Claaßstraße
durch russische Flammenwerfer um.
1. Figürliche Umrahmung der Eingangstür zur Sparkasse am Stadthaus.
Farbiger Sandstein. 1922.
Standort: Eingangstür zur Sparkasse am Stadthaus. — Schicksal: 1933 als
entartete Kunst entfernt. Verschollen.
2. Keramiken: figürliche Reliefs, stark erhaben. Keramik. 1923.
Standort: Stadtsparkasse im Altstädtischen Rathaus. — Schicksal: Zerstört.
3. Hans Sagan-Figur. Am Sockel seitlich kleine Figuren, die mit derber
Komik auf das Schmeckbier hinweisen sollten. Anläßlich des 200jährigen
Jubiläums der Stadtvereinigung gestiftet von der Schuhmacherinnung Kö-
nigsberg. Preis: 12 000,— RM. Nach einem Preisausschreiben einstimmig
ausgewählt von den Preisrichtern: Oberbürgermeister Dr. Lohmeyer, Pro-
fessor Brachert, Professor Frick, Stadtbaurat Glage, Schriftleiter Dr. Gold-
stein, Dr. Pape, Schuhmacher-Obermeister Hubert. Farbiger Kunststein.
19*4-
Standort: An der Front des Kneiphöfischen Rathauses. Abbildung in:
Gause IV. — Schicksal: 1934 als entartete Kunst entfernt und vernichtet.
4. Im Kino „Capitol“ waren an der Decke des Zwischensaales fratzenhafte
Figürchen angebracht, die meisten nach unten schauend, einige aber mit dem
Rücken nach unten und sich in runden Spiegeln spiegelnd, so daß die Be-
sucher ihre Gesichter sehen konnten. Buntfarbiger Gips. Um 1925.
Standort: Kino „Capitol“, Vorstädtische Langgasse 34. — Schicksal: Zer-
stört.
5. Paracelsusbüste in expressionistischer Auffassung. Bronze. 1927.
Standort: Mittelhalle des Liebenthalschen Universitätsanbaues. — Schick-
sal: Zerstört.
6. Kleiner Fries wirrer Figürchen. Kunststein, farbig. 1931.
Standort: Am Eckpfeiler des Eingangs zum Bismarck-Lyzeum, Wrangel-
straße. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
7. Harmonikaspieler nach links und Mädchen nach rechts auf Block
sitzend, stark expressionistisch. Bronze. 1932.
Standort: Im Hof der Ostpreußischen Mädchen-Gewerbeschule. — Abbil-
dung in: Königsberger Rundfunk und Ostpreußische Illustierte, Jahrgang 9,
Nr. 44, S. VIII. 1932. — Schicksal: Als entartete Kunst 1934 entfernt und
vernichtet.
69
8. Ein sehr großer Ofen — wohl nur Attrappe über dem Heizkörper —
war mit einem Durcheinander formloser Gestalten verziert. Einfarbig.
Dunkle und matt polierte Kacheln. Um 1938.
Standort: Im Hause Steindamm 130/31. — Schicksal: Zerstört.
FIORI, ERNESTO DE
* Rom 12. Dezember 1884, f Sao Paulo 1945 (Suicid). Sohn eines Italieners
und einer Deutschen. Maler und Bildhauer. Studierte 1903 in München,
1904 bei Greiner in Rom, 1911—14 in Paris, wo er die ersten Plastiken
schuf. 1915—18 deutscher Soldat, schwer verwundet, 1919—20 in Zürich,
dann wieder in München. 1936 emigrierte F. nach Brasilien. Er schuf Akte
und Porträts meist in Bronze, Terracotta. und Holz. Selbstbildnis (Ton,
1935).
Bildniskopf Hindenburg. Von der Stadt Königsberg 1928 erworben. Bronze.
1928.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum. — Abbildung: Bei Geertz, Werner,
S. 54. — Schicksal: Zerstört.
Bildniskopf Hindenburgs
70
Büste der
Herzogin Dorothea
FLORIS, CORNELIS II
* Antwerpen 1514, f Antwerpen 20. Oktober 1575. Er stammte aus der
Bildhauerfamilie F., die eigentlich de Vriendt hieß. Er wurde 1547 Dekan
der St.-Lucasgilde seiner Vaterstadt. Er hatte eine große Werkstatt, so daß
nichts existiert, was von ihm völlig allein ist. F. schuf das Grabmal Fried-
richs I. im Dom zu Schleswig und das Christians III. im Dom zu Roskilde.
Er war ein gesuchter Architekt. (Rathaus Antwerpen).
1. Epitaph der Herzogin Dorothea (fi 3. April 1547). Entwurf von Jacob
Binck (s. d.). Büste der Herzogin hervorragend schön. Auf gestellt von dem
holländischen Bildhauer Heinrich Vlint (s. d.). Hände später erneuert. Ein
Abguß der Büste des Epitaphs befindet sich im Nätional-Historischen Mu-
seum auf Schloß Frederiksborg. Rötlich-bunter und schwarzer Marmor
und weißer Alabaster. 1549 auf gestellt.
Standort: Nordseite des Hohen Domchors. — Abbildung: Bei Boetticher,
Ehrenberg, Gundermann, Rohde I, Ulbrich I, Bonner Katalog. — Schick-
sal: Bei der Zerbombung Königsbergs wurde das Epitaph schwer beschä-
digt, die Büste aber blieb unversehrt. Bald danach stellte der Bildhauer
Kimritz die Büste, in einer Kiste verpackt, in einer Gruft gegenüber unter.
— Weiteres Schicksal unbekannt.
2. Kamin im „Geburtszimmer Friedrichs I.K: Awei Karyatiden, oben das
dänische Wappen. Marmor. Vor 1547.
Standort: Königsberger Schloß, hofwärts über dem Albrechtstor. — Ab-
71
Grabmal Herzog Albrechts
(zu S. 73)
72
Bildung: Bei Boetticher, Rohde I., Ehrenberg, Wünsch. — Schicksal: Mög-
licherweise erhalten.
3. Monumental-Grabmal Herzog Albrechts (f 20. März 1568), 77X72,5 m.
Denkmalhaft aufgebaut erinnert es an italienische Grabmale der Hoch-
renaissance. Anbetend kniet der Herzog auf seinem Sarkophag, allegorische
Figuren zwischen Säulenordnungen, als Krönung eine Reliefdarstellung
des Jüngsten Gerichts. Dunkler belgischer Marmor und englischer Ala-
baster. 1570—71.
Standort: An der Ostwand des Domchors, sie ganz einnehmend. — Ab-
bildung: Bei Anderson (VII), Wünsch, Merian, Boetticher, Rohde I, Ehren-
berg, Verwaltung der Stadt Königsberg, Neumann. — Schicksal: Nach der
Zerbombung Königsbergs unbeschädigt, weiteres Schicksal unbekannt.
4. Epitaph der Herzogin Anna Maria (f 20. März 1568). Ganz ähnlich
dem Dorotheas. Wahrscheinlich Werkstattarbeit. Marmor und Alabaster.
1570.
Standort: Südseite des Hohen Domchores. — Abbildung: Ehrenberg. —
Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
FRIEDE (FRICK?), CLEMENS
FRIEDE (FRICK?), HEINRICH WILHELM
Brüder. Königsberger Bernsteindreher.
Arbeiteten am Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo mit. s. u. Roggenbuch.
FUHG, GEORG
* Mehlsack 29. Oktober 1898, lebt in Neumünster, Roonstraße 13. Vater:
Besitzer der Hartsteinfabrik Mehlsack. Der Zehnjährige erhielt von seiner
Stiefmutter Ton und Formen geschenkt, dies Spielzeug erweckte in ihm die
Lust zu modellieren; auch konnte er zeichnen. 1913 besuchte er die Prä-
parandenanstalt und bestand 1919 die Volksschullehrerprüfung. Aber von
1922—25 ging er auf die Kunst- und Gewerkschule Königsberg als Schüler
Professor Bracherts. Dann freier Künstler. 1927 stellte Fuhg in Königsberg
Porträts und Plastiken aus. 1940—41 als Soldat in Amsterdam veran-
staltete er dort zwei Ausstellungen deutscher Künstler. 1964 mit dem Ost-
preußen-Kulturpreis ausgezeichnet. Werke in der Provinz: Am Ehrenmal
des Artillerie-Regiments 82 im Stadtwald Lötzen schuf F. eine Gruppe:
Zwei Kanoniere mit Kanone (Sandstein 1924), in der Pfarrkirche Worm-
ditt zwei unterlebensgroße Figuren des hl. Antonius von Padua und des
hl. Franz von Assisi. (Holz, 1930), am Kriegerdenkmal Braunsberg zwei
Soldatenfiguren aus Ziegeln herausgehauen (1932), über dem Portal zur
Aula des Gymnasium Hosianum in Braunsberg eine 3,75 m hohe Madonna
(Sandstein, 1934).
73
Bildnismaske
1. Bildnismaske Ilse Radtke. Bronze.
1925.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal:
Vernichtet.
2. Gefesselte, Mädchenakt. Bronze.
Standort: Privatbesitz des Architek-
ten Wronn. — Schicksal: Unbekannt.
3. Türfüllung: Vier Temperamente,
Hochrelief. Eichenholz. 1925.
Standort: Privatbesitz Sauerbaum,
Königsberg-Kalthof. — Schicksal:
Möglicherweise erhalten.
4. Liebespaar, 35 cm hoch. Eisenguß. 1926.
Standort: Privatbesitz Dr. Riebes. — Schicksal: Möglicherweise in USA
erhalten.
5. Bildniskopf Berufsschuldirektor Groß. Bronze. 1926.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
6. Kinderkopf Wolfhilde (Tochter eines Predigers der französischen Ge-
meinde), neun Jahre. Bronze. 1927.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
7. Speichermarken auf der Lastadie: Am Jungfrauenspeicher: Kniende
Jungfrau mit Blume.
8. am Löwenspeicher: Löwenkopf von vorne. Beide Kunststein. 1927.
Schicksal: 1944 zerstört.
9. Runde Plakette für den Segelwettbewerb in Rositten: Über Dünen hoch-
fliegende Männergestalt. Vom Ostpreußischen Bildguß A. G. (Bieske) wur-
den etwa zwölf Stück gegossen. Bronze. 1927.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
10. Bildniskopf Hans Baldzuhn. Bronze. 1927.
Standort: Ausgestellt 1929 in der Berliner Sezession. Eigenbesitz des Künst-
lers. — Schicksal: Vernichtet.
74
]eanne d’Arc
11. Bildniskopf Justizrat Fuhge.
Bronze. 1928.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal:
Unbekannt.
12. Kinderkopf (Tochter der Bank-
direktors Prollius, neun Jahre alt).
Bronze. 1929.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal:
Unbekannt.
13. Jeanne d‘Arc, 25 cm hoch. Lin-
denholz. 1929.
Standort: Privatbesitz Frau Radtke-
Hannover. — Schicksal: Erhalten.
14. Kruzifixus in der Kapelle des
Untersuchungsgefängnisses Bernecker
Straße. „Ein ergreifendes Werk'1 (Ul-
brich). Im Auftrag der Regierung.
Lindenholz. 1929.
Standort: Untersuchungsgefängnis
Bernerckerstraße. — Abbildung in:
Königsberger Rundfunk und Ost-
deutsche Illustrierte, Jahrgang 7,
Nr. 15 v. 13. April 30. S. 13. —
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
15. Freiplastik: Röhrender Hirsch, lebensgroß, auf Konsole.
16. Halbfiguren eines Bierkutschers und eines Ratzefallers auf Konsolen.
Beide Kunststein. 1929.
Standort: Über der Toreinfahrt und an der Treppe des Hirschkruges, Ta-
piauer Straße. — Abbildung: Alle drei in: Königsberger Rundfunk und Ost-
deutsche Illustrierte, Jahrgang 7 Nr. 2, S. 2, 1930. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
17. Trinkerrunde. Kunststein. 1930.
Standort: Auf einem Pfeilerkapitell des Hauptportals am Hammerkrug. —
Schicksal: Zerstört.
75
Walther von der Vogelweide
18. Walther von der Vogelweide, Sitz-
gestalt, gestiftet vom Sängerbund zur
Feier des 700. Todesjahres Walthers
(1230). Grundsteinlegung am 22. Juni
1930 auf der Königsberger Tagung.
Roter Meißner Granit.
Standort: Im Tiergarten. — Abbil-
dung in: Bild, Jahrgang VI. 1936,
S. 364, Königsberger Rundfunk und
Ostdeutsche Illustrierte, Jahrgang 6.
— Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
19. Vier Temperamente (Gesichter) auf einer Klinkersäule. Muschelkalk-
stein. 1931.
Standort: Im Innenhof des Gerichtsgebäudes an der Stresemannstraße
(Fuchsberger Allee). — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
20. Sechs Figurengruppen (Kaffeetrinker, Tänzerinnen und Ähnliches.)
Kunststein. 1932.
Standort: Am Hammerkrug an den Laibungen des Portals zur Konditorei.
— Schicksal: Zerstört.
21. Plakette in rhombischer Form zur Goethe-Zelterfeier. Vorderseite:
Goethe-Zelter nach rechts, Rückseite: Violinschlüssel des Deutschen Sänger-
bundes. Im Auftrage des Deutschen Sängerbundes. Ca. 25 Stück gegossen in
der Ostpreußischen Bildguß A. G. Bronze. 1932.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
22. Jüngling. Zur Erinnerung an die 124 im Ersten Weltkrieg gefallenen
Königsberger D. H. V -Mitglieder. Als erste Ganzfigur in Ostpreußen ge-
7(s
gossen in der Ostpreußischen Bildguß A. G. (Bieske). Bronze. Am 19. No-
vember 1932 enthüllt.
Standort: Vor dem Hause des Deutschen Handlungsgehilfen-Verbandes,
Orselnstraße, im Glacis. — Schicksal: Im Zweiten Weltkrieg einge-
schmolzen.
23. Relief Carl Rosenkranz auf seiner Grabstele. Schlesischer taubenblauer
Marmor. 1932.
Standort: Auf dem Ehrenfriedhof an der Sternwarte. — Schicksal: Wahr-
scheinlich erhalten.
24. Supraporte: Waldarbeiter, Förster und Holzarbeiter, ca. 110 X 45 cm.
Eichenholz. 1934.
Standort: Im Hause des Kaufmanns Atts, Amalienau, Adalbertstraße. —
Schicksal: Vernichtet.
25. Johann Georg Hamann-Tafel. Relief mit beiderseitig begleitendem
Text in erhabener Schrift. Links: Johann Georg Hamann, der Magus des
Nordens, rechts: Die Daten. Muschelkalk. 1936.
Standort: An seinem ehemaligen Hause Hamannstraße 1. — Schicksal:
Wahrscheinlich erhalten.
26. Bildnisrelief Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Bronze. 1937.
Standort: In der Eingangshalle des Raiffeisenhauses am Nordbahnhof.
— Schicksal: Unbekannt.
27. Königsberger Adler mit den Symbolen: Geburt, Hochzeit, Tod. (Figür-
liche Reliefs: Wickelkind, Hochzeitspaar, Charon). Holz. 1938.
Standort: Am Pfeiler des Treppenhauses im Standesamt. — Schicksal:
Zerstört.
28. Bildniskopf Oberst Schöneich. Gips. 1939.
Standort: Im Besitz des Künstlers. — Abbildung in: Königsberger Tage-
blatt, 1939. Ausgestellt 1940. — Schicksal: Zerstört.
GAUL, AUGUST
* Gr.-Auheim bei Hanau 22. Oktober 1869, f Berlin 18. Oktober 1921.
Ursprünglich Steinmetz und Ziseleur. Er war 1886—88 Schüler der Ha-
nauer Zeichenakademie, gleichzeitig an einer Silberfabrik tätig, 1891—93
an der Berliner Kunstgewerbeschule, 1894—98 an der Berliner Kunst-
akademie bei Reinhold Begas. Er zeichnete fleißig im Zoologischen Garten.
Begas überließ ihm die beiden Löwen an seinem großen Berliner Kaiser-
Wilhelm-I.-Denkmal. 1897—98 in Rom, ab 1902 Vorstand der Sezession.
G. wurde ein großartiger Tierbildner, der über 150 Tierplastiken schuf.
1. Kämpfende Wisente. Geschenk des preußischen Kultusministers an die
Stadt Königsberg. Im Volksmund: Staatsanwalt und Verteidiger. Bronze.
Enthüllt November 1912.
77
Kämpfende Wisente
Standort: Vor dem Gerichtsgebäude Hufen-Allee. — Abbildung: Bei Borr-
mann, Neumann, in: Königsberger Woche, Jahrgang 5 Nr. 6 vom 8. No-
vember 1912. (Auf diesem Bilde ist das neue Gerichtsgebäude noch nicht
vorhanden). — Schicksal: Erhalten. Heute im Tiergarten aufgestellt.
2. Löwin, 33 cm hoch. Erworben 1913 aus der Königsberger Kunstvereins-
ausstellung. Bronze. Vor 1913.
Standort: In den Kunstsammlungen der Stadt im Schloß. — Abbildung:
Bei Rohde V. — Schicksal: Verschollen.
78
Bildnisbiiste
des Vaters, Carl Julius
Gebauhr d. J.
GEBAUHR, Dr. GEORG
* Königsberg 12. März 1879, f Bad Kreuznach 10. Dezember 1964. Er
besuchte das Wilhelms-Gymnasium und lernte, sehr musikalisch, nach dem
Abitur die Klavierbauerei in der Fabrik seines Vaters in Königsberg und
bei Klavierbauer Mandt in Hannover, wo er die Gesellenprüfung ablegte.
1902 wurde er Schüler der Bildhauer- und Modellierklasse in Königsberg.
Dann begann er Medizin zu studieren. Assistenzarzt in Königsberg. Von
August 1914—17 machte er den Ersten Weltkrieg mit. Von Oktober 1917
war G., der neben seinem Beruf der Bildhauerei immer treu blieb, leitender
Arzt der Gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses Bad Kreuznach
bis zu seinem Tode.
1. Bildnisbiiste Carl Julius Gebauhr d. J. Das Gipsmodell wurde in Kö-
nisberg in Bronze gegossen. Bronze. 1925.
Standort: Im kleinen (Gebauhr-)Saal der Stadthalle. — Schicksal: Unbe-
kannt.
2. Tänzerin, 20 cm hoch. Gips. 1925.
Standort: Im Besitz der Witwe des Künstlers in Bad Kreuznach. — Schick-
sal: Erhalten.
79
Hund mit Schildkröte
3. Pferd mit Fiillen, 20*1'1 cm hoch. Bronze. Um 1928.
Standort: Im Besitz des Sohnes des Künstlers in Argentinien. — Schicksal:
Erhalten.
4. „Fuchs du hast die Gans gestohlen“, Tintendriicker. Bronze. Um 1930.
Standort: Im Besitz der Witwe des Künstlers. — Schicksal: Erhalten.
5. Hund mit Schildkröte, 35 cm hoch. Gips. 1930.
Standort: Im Besitz der Witwe des Künstlers. — Schicksal: Erhalten.
GEDOFSKY
Er lebte in Königsberg. Am 30. April 1754 bittet der Bildhauer Carl
Ludwig Kirschnick die Behörden, dem „Bildhauergesellen Gedowsky das
Hausieren mit selbstgefertigten Arbeiten zu untersagen“. G. kommt auch
als Endofski vor. In der Provinz stammt das Gehäuse der Orgel in der
Insterburger Lutherkirche von ihm.
1. Nach Ulbrich könnte das treffliche Rokokoschnitzwerk mit musi-
zierenden Engeln an der Orgel von Adam Gottlob Casparini von ihm
stammen. Holz. 1763.
80
Rokokoschnitzwerk
Standort: In der alten Altstädtischen Kirche, später in den städtischen
Kunstsammlungen, die den Orgelprospekt 1895 für 500 Mark kauften. —
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
2. Vielleicht sind von G. auch die Rokokotiiren der Königsberger Katho-
lischen Kirche. Holz. Um 1770.
Standort: Katholische Kirche. — Schicksal: 1944 verbrannt.
3. Von der in lichten frohen Farben gehaltenen einheitlichen Gesamtaus-
stattung der Löbenichtschen Kirche ist das Gehäuse der Orgel von Hof-
orgelbauer Preuß vielleicht von Gedofsky. Im flotten Rokokoschnitzwerk
spielen zahlreiche musizierende Engelflguren, während der preußische
Adler die Orgel krönt. Holz. 1782.
Standort: Löbenichtsche Kirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I.
Hubatsch III. — Schicksal: Zerstört.
81
GEELHAAR, CASPAR
1667 Münzinspektor in Königsberg, 1692 Wardein, dann Münzmeister
und 1722 Münzrat, immer in Königsberg, f 1728.
Krönungstaler. Vorderseite: Fridericus Rex. Brustbild in Harnisch mit
Lorbeer im Mantel nach rechts. 1701. Unten C. G. Rückseite: Suum Cuique.
Viermal gekrönte Namenchijfre. Signet um gekrönten preußischen Adler.
Silber. 1701.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Zerstört.
GELLERT
* Nürnberg (?). Er lebte in Mohrungen und schuf laut urkundlicher Nach-
richt im Pfarrarchiv Mohrungen den Altar und die Taufkammer in der
dortigen Kirche (um 1690).
Zwei hervorragend schöne Sitzgestalten von Aposteln oder Evangelisten,
einst in der Sakristei der Kirche Mohrungen, sind nach Ulbrich von G.
Holzfigur (Apostel?)
82
Martin Konrad weist diese beiden Figuren dagegen mit guten Gründen
dem Hans v. Mildert (s. d.) zu. Lindenholz, unbemalt. Erste Hälfte
17. ]ahrhundert (Rohde), um 1690 (Ulbrich).
Standort: In den Kunstsammlungen der Stadt im Schloß. — Abbildung:
Bei Boetticher, Ulbrich I., in: Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: 1944
vernichtet.
GERSTEL, WILHELM
* Bruchsal 7. Januar 1879, J Freiburg 23. Januar 1963. Handwerkslehrling
in einem Grabsteingeschäft. 1898—1903 Akademie Karlsruhe. Reisen in
Frankreich und Italien. 1906 in Karlsruhe, 1913 in Berlin als freier Künst-
ler niedergelassen. Kriegsgefangenschaft. Professor an den Vereinigten
Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Hebeldenkmal
Lörrach (1910), Jüngling in Kunsthalle Bremen (Kalkstein). Reichbewegte
Figuren.
Singendes Mädchen (Akt). Höhe 52,5 cm. 1925 erworben. Bronze. Vor
1925.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß. — Abbildung: Bei
Rohde V. — Schicksal: Verschollen.
GERSTEL, GEB. NAUBEREIT, CHRISTIANE
* Heilsberg 13. Februar 1901, lebt in Freiburg-Lehen, Lindenstraße 2. Der
Vater war Pfarrer, die Mutter die Schwester des großen ostpreußischen
Schauspielers Paul Wegener aus Bischdorf. Sie ging in Königsberg zur
Schule. Den ersten Unterricht in Bildhauerei erhielt sie 1919 bei Brachert
in der Kunstgewerbeschule, dann in der Akademie bei Cauer. Herbst 1920
ging sie nach Berlin, wo sie in ihres Onkels Haus wohnte. Dort lernte sie
viele interessante Menschen kennen, was für ihre Entwicklung von tiefer
Bedeutung war. Sie studierte an der Hochschule für bildende Künste und
erhielt ein Meisteratelier bei ihrem Lehrer Wilhelm Gerstel, den sie später
heiratete. Dann Meisterschülerin bei Hugo Lederer. 1929 Rompreis. Sie
schuf Bildnisbüsten: Selbstporträt (Bronze, Museum Berlin), Hermine
Körner, Figuren in Bronze (Jüngling, halbliegend, 1927), aus Stein, Holz,
auch Tiere, darunter einen großen Pelikan (2,30 X 1,20 m) aus Wachs (ab-
gebildet bei Werner, im Besitz der Künstlerin).
1. Bildniskopf des Königsberger Chefredakteurs Eduard Kenkel. Gips.
1923.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Zerstört.
2./3. Bildnisköpfe von zwei Söhnen des Professors Erich Jenisch. Gips.
1930; Wachs. 1930.
Standort: Im Besitz der Eltern, Königsberg. — Schicksal: Beide verschollen.
83
Tochter Kathrine
(zu S. 85)
4. Bildniskopf Paul Wegener. Bronze.
Um 1931.
Standort: Privatbesitz der Witwe W.
— Schicksal: Erhalten.
5. Schlafendes Kleinkind (Tochter der Künstlerin im Alter von einem halben
Jahr), 10 cm. Bronze. 1932.
Standort: Im Besitz von Agnes Miegel, Königsberg. — Schicksal: Ver-
schollen.
6. Dasselbe stehend, 10 cm hoch. Bronze. 1932.
Standort: Im Besitz von Frau Jenisch, Königsberg. — Schicksal: Ver-
schollen.
84
7. Dasselbe kriechend, 10 cm lang. Bronze. 1932.
Standort: Im Besitz von Frau Jenisch, Königsberg. — Abbildung in: Die
neue Linie. 1933. — Schicksal: Verschollen.
8. Dasselbe auf dem Bauche liegend, 10 cm lang. Bronze. 1932.
Standort: Im Besitz von Frau Jenisch, Königsberg. — Abbildung in: Die
Neue Linie. 1933. — Schicksal: Verschollen.
9. Tochter Kathrine, sitzend, zwei Jahre alt. Terrakotta. 1934.
Standort: Im Besitz von Frau Jenisch,Königsberg. — Schicksal: Vernichtet.
10. Bildnisbüste der Königsberger Pianistin Karla Hempel. Getönter Gips.
1938.
Standort: Im Besitz der Künstlerin. — Abbildung in: Junge Bildhauer. —
Schicksal: Erhalten.
GRABOWSKI
* Königsberg, f Königsberg nach 1784. Er war Tischlermeister in Königs-
berg.
Rokokokanzel und zwei Beichtstühle. Ohne figürliche Ausschmückung, die
Rokokoschnitzerei mit leichtem klassizistischem Anklang, aber hervor-
ragend schön. Holz. 1784.
Standort: Tragheimer Kirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Machmar. —
Schicksal: 1944 verbrannt.
GRASEGGER, GEORG
* Partenkirchen 28. November 1873, f Köln 8. Mai 1927. Er besuchte die
Schnitzschule in Partenkirchen, dann die Kunstgewerbeschule und Kunst-
akademie in München. Seit 1901 an der Kunstgewerbeschule Köln tätig.
Bekannt ist sein Fastnachtsbrunnen in Köln.
Kruzifixus. Stiftung der Architekten der Herzog-Albrecht-Gedächtnis-
kirche, Mattar und Scheier. Holz. 1912.
Standort: Altar der Herzog-Albrecht-Gedächtniskirche Maraunenhof. —
Abbildung: Bei Flothow. — Schicksal: Unbekannt.
GRUNDMANN, RUDOLF
Schüler Reuschs. Später verließ er Königsberg und lebte in Berlin-Schöne-
berg, Kolberger Straße 14, wo er noch 1930 nachweisbar ist.
GUARNERIO, PIETRO
* Lovere/Lombardei 6. Januar 1842, f Mailand 10. Februar 1881 (Suicid).
Genrearbeiten. Humoristisch-sentimentale Kinderfiguren; von einem
betenden Kinde fertigte G. 112 Wiederholungen! Zahlreiche Porträtbüsten:
Macchiavelli (Galerie Mailand), Viktor Emmanuel.
Vanitas. Stiftung von Frau Malwine Michelly, geb. Leo. Marmor. 1905.
Standort: Kunstsammlungen der Stadt im Schloß. — Schicksal: Zerstört.
85
HAGEMANN, CARL GOTTFRIED
1773, f Berlin 25. Februar 1806. 1802—3 in Rom als Schüler Thorwald-
sens. In Berlin beliebter Gehilfe Schadows. Dieser rühmte H‘s „Liegende
Najade mit Muschel“ (Galerie Sanssouci). Mitglied der Akademie in Berlin.
Kantbüste
Kantbüste. Hagemann, von seinem
Lehrer Schadow zu Kant geschickt,
traf zwischen dem 14. und 16. Januar
1801 in Königsberg ein und hat diese
Büste dort nur modelliert. Auf Hage-
manns Frage, ob er Kant treu nach-
bilden solle, sagte dieser: „So alt und
häßlich wie ich nun bin, dürfen Sie
mich eben nicht machen". (Nach J. G.
Scheffner).
Man hat lange geglaubt, daß Schadow selbst nach dem Modell seines Schü-
lers die Königsberger Büste ausgehauen hat. Dies weist Clasen (II) als
irrig nach. Hagemann hat sie ausgehauen. Schadow hat für die Walhalla
eine Büste Kants geschaffen und zwar auch nach dem Modell Hagemanns.
Der Untersatz der Büste Hagemanns aus grauem schlesischem Marmor trug
die Inschrift: „Immanuel Kant. Sapienti amicorum pietas“. Von dieser
Büste fertigte Hagemann auf Bestellung des Kantverehrers v. Heß in Ham-
burg ein Doppel an, das er ohne Rücksicht auf Kants Wunsch lebenswahrer
(gerade Kopfhaltung, schärfer betonte Gesichtsfalten) aushaute. Es war
von jeher und ist noch heute in der Hamburger Kunsthalle. Diese Büste
trägt die Aufschrift: „Emmanuel Kant 1801“. Carrarischer Marmor. Eine
spätere Wiederholung der Büste Hagemanns fertigte der Bildhauer Sie-
mering (s. d.) in Marmor an. Eine Kopie in Gips von Katharine Kraus,
geb. Hobson (s. d., 1924) befindet sich im Besitz der Gesellschaft der
Freunde Kants, Göttingen. 1801.
86
Standort: Am 25. Februar 1804 dem Akademischen Senat vom Kriegsrat
Valerian Müller übergeben, kam die Büste am 22. April 1810 in die Stoa
Kantiana, wo sie bis 1820 blieb; von 1820—1945 stand sie zunächst im
Auditorium maximum des alten Albertinums, dann, seit 1862, im Senats-
zimmer der Stülerschen Universität. — Abbildung: Bei Clasen II, in: Die
Kunst, Jahrgang 36, S. 146, Zentralblatt für Bauverwaltung v. 18. Juni 1924,
25. — Schicksal: 1945 fand der pflichttreue in Königsberg gebliebene Chirurg,
Professor Dr. Oskar Ehrhardt, diese Büste im Schutt der Universität. Nur
ein kleines Stück der Nasenspitze fehlte. E. bewahrte die Büste in seinem
Zimmer im St.-Elisabethkrankenhaus auf bis zu seinem plötzlichen Ab-
transport 1948. Weiteres Schicksal der Büste unbekannt, möglicherweise er-
halten.
HAHN, HERMANN
* Kloster Neilsdorf bei Rudolstadt 23. November 1868, f München 1942.
1887 Kunstgewerbeschule, dann Akademie München bis 1892. Reisen durch
Europa, besonders Italien. Beeinflußt von Hildebrand. Schuf Büsten und
Denkmäler (Liszt in Weimar, Marmor, 1900), Tänzerin (Bronze), Reiter
(Bronze).
Denkmünze Eduard v. Simson. Vorderseite: Simson im Ealar nach links.
Rand: Zwischen Lorbeerzweigen der Name. An der Schulter H. Hahn.
Rückseite: Zwei Putten, das Schwert der Justitia haltend. Oben: MDCCCX-
MCMX. Unten: Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt. Größe: 0 48 mm.
Modelle etwas größer, im Negativ in Gips geschnitten, in Stahl reduziert.
Silber. 1910.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Abbildung: Bei Radenberg.
— Schicksal: Vernichtet.
HARTH, PHILIPP
* Mainz 9. Juli 1887, J Bayrischzell 25. Dezember 1968. Lernte in der
Werkstatt seines Vaters; Kunstgewerbeschule Mainz, 1908—1912 Studium
der Malerei an der Akademie Karlsruhe und an der Kunstgewerbeschule
Berlin, 1912—1913 Architekturstudium. Kriegsteilnehmer 1914—1918,
dann im Odenwald, 1924—1941 in Berlin und seit 1946 in Bayrischzell
tätig. Professor Harth ist einer der bekanntesten Tierbildner der Gegen-
wart und mit mehreren Ehrenpreisen ausgezeichnet. Im Garten von Sans-
souci eine Großplastik (Bronze): Tiger.
Adler, Höhe 62 cm. Bronze. 1926. Zwei Doppelstücke des Adlers im
Folkwangmuseum Essen und in der Staatsgalerie München.
Standort: In den Kunstsammlungen im Schloß (Raum 38). 1934 als Leih-
gabe des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Berlin. —
Abbildung: Bei Rohde V, Adriani, Werner, S. 98, in: Deutsche Bildhauer
der Gegenwart v. 26. April und 17. Juni 1951. — Schicksal: Verschollen.
87
Heinemann:
Bogenschütze
(zu 8. 89)
HAUSSLAIB, EBERHARD
* Nürnberg, f 1618. H. war Buchhalter im dänischen Münzdienst, wurde
unter Münzmeister Paul Gelde (Gulden) in Königsberg Rechenmeister und
ab 1597 bis zum Tode Georg Friedrichs 1603 Münzwardein, versagte hier
aber vollkommen. Nach seinem Ausscheiden gründete H. in Königsberg
eine Rechenschule; H. wird auch als Schreiblehrer der Prinzessinnen er-
wähnt.
Widmungstafel für die Gesundung des Herzogs Albrecht Friedrich aus der
alten Altstädtischen Kirche (abgebrochen 1828). Auf den Feldern Gebets-
sprüche, im oberen Dreieck ein kleines Gemälde des Herzogs. Zwei Karya-
tiden tragen den Rahmen. Größe: 2,70 x 1,12 m. Aus Pergament, ver-
goldetem Silber, Messing, poliertem Stahl und Solnhofer Stein. Holz-
rahmung. 1584.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Abbildung:
Bei Rohde I, Rohde II. — Schicksal: 1944 vernichtet.
88
HEINEMANN, FRITZ
* Altena (Westf) 1. Januar 1864, J Berlin 1. Dezember 1932. Er war ost-
preußischer Abstammung, sein Großvater Johann H. war Pfarrer in Kay-
men. Er besuchte die Nürnberger Kunstschule von 1883—1886, dann bis
1889 die Berliner Kunstakademie. Er wurde Professor an der Berliner
Akademie. Er schuf den „Fechter“ in Sanssouci, eine weibliche Marmor-
figur „Anmut“ für das Achilleion Wilhelms II. in Korfu und die Stand-
bilder Karls des Großen und Wilhelms I. am Duisburger Rathaus.
Bogenschütze, eine Athletenfigur in bewegter Haltung. Stiftung des Preu-
ßischen Kultusministeriums für Königsberg. Ursprünglich hatte der Bogen-
schütze eine bronzene Sehne, die immer wieder von unnützen Händen
gestohlen wurde, bis man sie nicht mehr ersetzte. Bronze. Am 20. August
1910 enthüllt.
Standort: Auf der südwestlichen Schloßteichpromenade. — Schicksal: Un-
bekannt.
HEINRICH, MARTIN
* Bromberg 11. November 1895, f Tübingen 17. April 1963. Königsberger
Bernsteinschnitzer. Nach landwirtschaftlicher Tätigkeit auf dem elterlichen
„Reifenspielerin“
(zu S. 90)
89
Gut und Kriegsdienst trat H. in die Staatliche Bernsteinmanufaktur Danzig
ein. Abends besuchte er hier wie auch später in Königsberg Kurse der
Kunstakademie. 1927 Meisterstück; aus dieser Zeit stammen die ersten
künstlerischen Plastiken H.-s. 1933 wurde er an die Manufaktur in Königs-
berg als Werkmeister versetzt und wohnte in Tannenwalde. 1937—1939
Werkmeister in Palmnicken, wieder in Königsberg, dann in Berlin, wo er
eine Zweigstelle der Staatlichen Bernsteinmanufaktur neu aufbauen mußte.
1942 fiel ihm die gleiche Aufgabe in Amsterdam zu, wo unter seiner Leitung
200 Menschen arbeiteten. Ende 1944 brachte er sich im englischen Arbeits-
lager durch Aquarelle und Ölbilder vorwärts. 1947 bei der Staatlichen
Bernsteinmanufaktur in Tübingen. Beim Eingehen derselben aus Material-
mangel erwarb er deren Einrichtungsgegegenstände und baute sie bis zu
seinem Tode aus. Das Fabrikunternehmen führt sein einziger Sohn fort.
„Reifenspielerin.“ In der Staatlichen Bernsteinmanufaktur zu Königsberg
geschaffen. Preßbernstein. 1930.
Standort: Privatbesitz des Sohnes. — Abbildung in: Königsberger Rund-
funk und Ostdeutsche Illustrierte, Jahrgang 8. Nr. 31. S. 2. 1931. —
Schicksal: Erhalten.
HEISE, JAKOB s
Er war Bernsteindreher und -Schnitzer in Königsberg, wo er von 1649
bis 1663 urkundlich nachweisbar ist und 1669 starb. Figürliche Werke von
ihm in Dresden, New York.
1. Bernstein-Nautilus, der aus dem Schloß - Neschwitz bei Bautzen der
Herren v. Rusch stammt. Unter dem Boden steht: „Jacob Heise fecit anno
1654.“ Der Fuß zeigt Meerestiere, der Schaft Fischweiber, die Schale auf
Meeresungeheuern reitende Männer, alles in flacher Reliefbildung. Auf der
Schale als Henkel ein auf Meerfabeltier reitender Putto. (Ein ähnlicher
Nautilus in Dresden.) Bernstein. 1654.
Standort: Seit 1930 in den Königsberger Kunstsammlungen im Schloß
(Raum 7). — Abbildung: Zwei bei Rohde III, Rohde V, Rohde VI, Wünsch,
in Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: Verschollen.
2. Bernsteinflgur des hl. Jodokus. Freiplastische Gestalt von großer Schön-
heit, die aus ’Zoppot nach Königsberg gelangte. Nicht signiert, aber unver-
kennbar von H. Bernstein. 1650160.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß. — Abbildung: Bei
Rohde III, Rohde V, in Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: Verschollen.
HEMPEL, WALTER
* um 1908. Schüler Cauers. Ging noch vor 1933 nach Sarajewo. Lebte
später in München.
Hochreliefplastik, ca. 50 cm hoch, darstellend drei Arbeiter mit Werkzeug
für Industrie und Landwirtschaft. Kunststein. Um 1930.
90
Standort: In der Eingangshalle des Ostpreußenwerkes, Fuchsberger Allee.
— Schicksal: Möglicherweise erhalten.
HENDRICKS, MEINDERT
* um 1882k in Holland. Er kam in den zwanziger Jahren nach Königsberg,
von wo er nach 1930 nach Holland zurückkehrte. Er arbeitete in Königs-
berg auch bei der Steinmetzfirma Schwarz/Rothenstein. Im Mai 1919 stellte
H. in der 54. Ausstellung des Königsberger Kupstvereins in der Kunsthalle
Holzplastiken aus., „Gelehrter“, „Sommerbraut.“
Haute den Bilderstürmer Amandus sowie die Figuren an der Girozentrale
und die am Portal des Fernsprechamtes Pregel, sämtlich nach Fhreynes
Modellen (s. d.) aus. Bayrischer Muschelkalk. 1925, 1928.
Schicksal: Ungewiß.
FULGER, DER BERNSTEINDREHER
Von 1499—1510 in Königsberg nachweisbar. Er stand im festen Solde des
Ordenshauses Königsberg und „dienet ein Jarumbe 10 mrg“. (Staats-
archiv Königsberg 193 A. 44. Rentkammerrechnung 1500—1501.)
Eine Verkündigung, verhältnismäßig große Bernsteinplatte, oben bogig ab-
geschlossen, zeigt unter Wolken links den Engel mit riesigen Flügeln, rechts
die stehende Maria. Die Hände fehlen. Bernstein. Viertes Viertel 15. Jahr-
hundert.
Standort: Königsberger Staatliche Bernsteinmanufaktur. — Abbildung: Bei
Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
HOEHN (JUN.), JOHANN
* Langfuhr 1694. Sohn eines Stempelschneiders. Er selbst war seit 1659
Stempelschneider in Danzig. 1678 in Kurbrandenburgischen Diensten.
Denkmünze zur Huldigung Kurfürst Friedrich Wilhelms in Königsberg am
18. Oktober 1663. Vorderseite: Frid. Wilh. D. G. March. & Elect. Brand.
Sup. Dom. Dux Pruss. etc. Brustbild in Harnisch. Unterm Arm: h Jun.
Rückseite: Nec In Bellam Feroces Progenerant Aquilae Columbam. Bran-
denburgischer Adler mit Schwert und Herzogshut. Drei kleine Wappen,
unten rechts ein Feldlager, links Königsberg von der Wasserseite. Größe:
Kj) 62 mm, 79,3 g. Silber. 1663.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Vernichtet.
HUNDRIESER, EMIL’RICHARD FRANZ
5? Königsberg 13. März 1846, f Berlin 30. Januar 1911. Sohn eines Riemer-
meisters, Schüler Rudolf Siemerings in Berlin, stark beeinflußt durch
R. Begas. Er verließ bereits 1873 endgültig seine Vaterstadt und ließ sich
in Berlin nieder. Dort wurde er Professor an der Kunstakademie und 1905
91
Direktor des Rauchmuseums. Er schuf die Berolina und das Denkmal Wil-
helms I. auf dem Kyffhäuser. Sein Entwurf für ein Gottscheddenkmal in
Juditten wurde nicht verwirklicht. In Königsberg wurde um 1880, bereits
in seinen jungen Jahren, eine Straße nach ihm benannt.
Büste Karl August Burows
1. Büste Professors Dr. med. Karl
August Burow (t 15. April 1874)
auf vier Meter hoher kannelierter
Eisensäule auf dem Schmuckplatz am
Schiefen Berg. Sie wurde von Spenden
dankbarer Patienten des allgemein be-
liebten Arztes und Wohltäters errich-
tet. Die Zeichnung gibt das Denkmal
vor dem Hause der Burows wieder
und wurde als Exlibris von B.-s Enke-
lin gezeichnet. Bronze. 1877.
Standort: Schmuckplatz am Schiefen
Berg. — Abbildung: Bei Scholz. —
Schicksal: Die Büste wurde im letzten Stadium des Zweiten Weltkrieges
zwecks Einschmelzung abmontiert. Der Urenkel Dr. Burows, Direktor Ernst
Meyer, kaufte 1955 die noch in der Harburger Zinngießerei auf dem
Schrottplatz stehende Büste zum Metallwert auf und stiftete sie dem Alber-
tinum in Göttingen, in dessen Vorhalle sie heute steht.
2. Die vier Erdteile auf dem Dach und
3. die beiden Löwen an der Freitreppe (im Volksmund „Gebrüder Löwen-
stein“) der Müllerschen Börse. Sandstein. 1875.
Standort: Börse. — Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern, bei Borr-
mann. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
4. Büste Johann Christoph Gottsched für das nur geplante Juditter Denk-
mal. Gips. 1910.
Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 14, 21. S. 314. 1922. —
Schicksal: Unbekannt.
92
Burow-Denkmal am Schiefen Berg
JAEGER, OSKAR BERNHARD
* Bialystok 9. Oktober 1893, f Soltau 13. Oktober 1957. Schon früh ver-
zogen Jcs deutsche Eltern von Bialystok nach Marggrabowa (Treuburg),
wo er Kindheit und Jugend verlebte. Da er schon damals als Knabe eine
starke Zeichnen- und Formbegabung zeigte, riet sein Zeichenlehrer zur
Ausbildung dieser Veranlagung. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem J.
als Kriegsfreiwilliger teilnahm, besuchte er die Königsberger Kunstgewerk-
schule, dann bis 1927 die Kunstakademie unter den Professoren Brachert
und Cauer. Er lebte seit etwa 1933 in seiner Vaterstadt Treuburg, verfiel
später in Geisteskrankheit, der er nach der Vertreibung 1957 erlag.
93
Gefallenen-Gedenktafel
In der Provinz u. a. eine figürliche Gedenktafel 1914—18 in Pr. Eylau.
(Ein in Treuburg 1880 geborener Vetter Ernst Gustav Jaeger, Maler und
Bildhauer, hat in und für Ostpreußen keine Plastiken geschaffen.)
Von ]. in Königsberg geschaffen:
1. Gefallenen-Gedenktafel mit zwei Engeln. Holz. Eingeweiht am 27. April
1924.
Standort: In der Vorhalle der Kirche zu Treuburg. — Abbildung in: Treu-
burger Zeitung Nr. 22 v. 15. September 1957. — Schicksal: Zerstört.
2. Relief des Obersten Wellhausen. Bronze. 1925.
Standort: Privatbesitz in Königsberg. — Schicksal: Verschollen.
3. Mädchenakt. Holz. Um 1930.
Standort: In Jaegers Hause in Treuburg. — Schicksal: Verschollen.
4. Kaminverkleidung. Liegende Frau über dem Kamin des Gutshauses.
Holz. Um 1930.
Standort: Privatbesitz des Rittergutsbesitzers Rüer in Chelchen (Vor-
bergen). — Schicksal: Verschollen.
94
KADO, EDUARD
* Memel 15. August 1875, J Lübeck 2. Januar 1946. Schüler der Akademien
Königsberg, München, Paris. Er bereiste Holland, England und Italien.
Zeichenlehrer und später Studienrat am Löbenichtschen Realgymnasium in
Königsberg. Er malte Landschaften, Figurenbilder und Porträts. In Königs-
berg ein Christusbild in der Ottokar-Kirche und ein Gemälde „Heilquell“
in der Tragheimer Apotheke. Seine Leistungen als Kunstgewerbler sind
trefflich und zahlreich. Bis 1930 ist K. noch in Königsberg, Schrötter-
straße 26, nachweisbar, nach seiner Pensionierung ging er um 1941 nach
Lübeck.
1. Bildnisbüste Herr G. Bronze. Um 1910.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
2. Entwurf zum Deckel des Goldenen
Buches der Stadt Königsberg: Königs-
berger Wappen. Silber 1910.
Abbildung in: Neue Kunst in Alt-
preußen, I. S. 81. — Schicksal: Un-
bekannt.
3. Mädchenkopf. Bronze. 1913.
Standort: Privatbesitz. — Abbildung
in: Königsberger Woche, Jahrgang 6,
12. S. 307. — Schicksal: Unbekannt.
Mädchenkopf
KAEHLER, HEINRICH
* Rostock 22. Februar 1804, f Güstrow 5. April 1878. Sohn eines Tisch-
lermeisters. Schüler der Berliner Akademie unter J. G. Schadow, in dessen
Hause er lebte, 1826 Rom unter Thorwaldsen. Florenz, Carrara, Wien,
Dresden, Rostock. 1837 London, wo er heiratete und ein vollbeschäftigter
Porträtist wurde. 1846 Güstrow, wo er als Erbe einer Fabrik deren Leiter
wurde. Seitdem künstlerisch wenig tätig. Schuf eine Gipsstatuette Scha-
dows (1822).
Mitarbeiter Schadows (s. d.) an den Sockelreliefs des Zimmermanngrab-
mals.
95
KÄNDLER, JOHANN JOACHIM
* Fischbach bei Arnsdorf/Sachsen 1706, f Meißen 18. Mai 1775. Sohn
eines Pfarrers, kam er 1720 aus Wien nach Dresden, wo er 1723 als Lehr-
ling unter Benjamin Thomae am Grünen Gewölbe und am Zwinger mit-
arbeitete. 1730 von August dem Starken zum Hofbildhauer ernannt,
wurde er 1731 an die Popzellanmanufaktur in Meißen berufen, wo er im
selben Jahre die Tochter eines „Fayenciers“ heiratete. Zuerst ahmte er
den japanischen Porzellanen nach, dann schuf er Chinoiserien. Mitte der
Dreißiger Jahre verwandte er aber selbständige europäische Motive. 1740
Leiter der plastischen Abteilung, war er ihr hervorragendster Künstler.
Er schuf die großen Porzellanarbeiten für das japanische Palais, halb-
lebensgroße Büsten habsburgischer Kaiser in Dux, eine Porträtstatue
Augusts III. in polnischer Tracht, 90 cm hoch. Er beabsichtigte sogar ein
überlebensgroßes Reiterdenkmal Augusts III. in Porzellan zu schaffen,
von dem noch das Gipsmodell erhalten ist, doch unterblieb dies nur durch
die Geldnot des Siebenjährigen Krieges. Ihm verdankt das Meißner Por-
zellan seine Berühmtheit^ Daneben schuf er Sandsteinplastiken, auch einen
Holzaltar. Nach Brühls Tode galt er als überholt, schuf aber dennoch in
klassizistischer Auffassung kurz vor seinem Tode das einzige durch seine
Signatur beglaubigte Porzellan werk: Triumphzug der Amphitrite im
Dresdner Kunstgewerbemuseum. x
1. Bauer mit Kiepe und Zicklein. Geschenk des Stadtältesten, Professor
Dr. Stettiner. Meißner Porzellan. Um 1740.
2. Vier Putten als Symbole der Jahreszeiten. Meißner Porzellan. Um 1750.
Standort: Beide in den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. —
Schicksal: Beide verschollen.
KAHAN, GEDALJA
* Königsberg (?) um 1882, Schüler Cauers. Siedelte später nach Berlin
über, wo er noch 1930 nachweisbar ist.
1. Kinderbildnis. Marmor. J
2. Männliche Bildnisbüste. Schwarzer, schwedischer Granit.
3. Elfentanz. Vor 1919.
Standort: Ausgestellt in der 54. Kunstausstellung in der Königsberger
Kunsthalle, Mai 1919. — Schicksal: Unbekannt.
KEYSER, SIMON
Königsberger Steinmetz im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. Er ar-
beitete unter Jacob Ottinger (s. d.) an Epitaphien im Dom. -
KIBER, HEINRICH GOTTFRIED
* Hannover 1803, f Königsberg nach 1835. .Steinhauermeister. Kam 1817
zum Steinhauermeister und Bildhauer Haack in die Lehre, über Kopen-
hagen, Hamburg, Ludwigslust, wo er am Ausbau des neuen Schlosses be-
schäftigt wurde, und andere Städte, 1832 nach Königsberg. Monument
des Majors v. Kowalsky in Spitzings aus Sandstein (fünf Fuß hoch).
K. reparierte das Grabmal der Markgräfin Elisabeth von Wilhelm
v. d. Blocke (s. d.) im Dom. Marmor. Zwischen 1832 und 1835.
Schicksal: Zerstört.
KIMRITZ, PAUL
* Königsberg 8. August 1888, lebt in Erfurt, Kartäuserstraße 31. Lernte
vier Jahre praktisch bei Holzschnitzer Albert Boy und ein Jahr bei Stein-
metzmeister Släma in Königsberg, dann zwei Jahre an der Kunstschule
Königsberg unter Borchert und Sauer, zwei Jahre bei Cauer. In der Pro-
vinz schuf K. 1908 ein rundes Porträtrelief des Masurendichters Dewischeit
für dessen Denkmal in Lötzen (Bronze), einen Kolossaladler aus rotem
Granit für Kraupischken (Breitenstein). K., der sich eine ausgezeichnete
technische Ausbildung erworben hatte, wurde von zahlreichen Königsberger
Bildhauern das Aushauen ihrer Modelle übertragen, so 1908 von Rosen-
berg die Büste Paul Lauf fers in Marmor, so 1929 von Threyne die Fi-
guren Herzog Albrechts, Bischof Polenz‘ und Polianders am Altstädtischen
Gemeindehaus, 1929 von Schmidt-Kestner der Kopf der Justitia im Hofe
des Gerichtsgebäudes, 1933 von Schmidt-Kestner die menschliche Kolossal-
figur an der Anatomie, 1936 von Schmidt-Kestner das Relief Wagners im
Öpernhause, 1939 von Threyne der Knabe mit Hund am Nordbahnhof.
1. Überlebensgroße Büste Friedrichs III., von Hauptmann a. D. Berthold
Kleist gestiftet. Sandstein. 1909.
Standort: In der Kalthöf er Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche. — Schick-
sal: Unbekannt.
2. Eine weibliche Aktfigur „Badende“, 1,20 m. Bronze. 1913.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Beim Bombenangriff in der Wohnung
des Künstlers verbrannt.
3. Die Köpfe des Grabmals Dr. Georg Lejeune Dirichlet,\2,40 m hoch.
Die vom Steinmetzen verstümmelte griechische Inschrift 7TA@EMA@OS
heißt: Der Leidgeprüfte. Klinker, oben ein Kranz von behelmten Köpfen
aus Sandstein. 1921.
Standort: Neuer Altstädtischer Friedhof Pillauer Landstraße. — Schick-
sal: Möglicherweise' erhalten.
4. Kruzifix 0,15 m hoch, darauf acht Reliefs je 50 mm hoch, für Damas-
kus. Religiöse Darstellungen. Elfenbein. 1922.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
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5. Überlebensgroße Büste Jahns, ca. 90 cm hoch. Stiftung des Bildhauers
an den Königsberger Turnerbund. Bronze. 1924.
Standort: In der Turnhalle Drummstraße. — Schicksal: Unbekannt.
6. 'Zwei geschnitzte Sessel, die K. in freien Stunden, wie es im Schnitz-
werk zu lesen ist, schuf, von je 45 kg Gewicht. Der eine zeigt als Rücken-
lehne oben: Kopf eines Ordensritters im Topf heim, daneben Wappen mit
Ordenskreuz und 1255, darunter groß das Königsberger Wappen von 1906,
darunter in Blätterwerk eine Nachbildung des Rosenbergschen Ordens-
ritter-Brunnens an der südlichen Schloßfreiheit. Auf dem Lehnenpfosten
links die kleine Büste Kants, rechts E. T. A. Hoffmanns, unter den Arm-
lehnen die Königsberger Originale des 19. Jahrhunderts, Hungerpfarrer
Mathesius und Kandidat Fischer. Abschluß der Armlehnen Tierköpfe,
unten das älteste Königsberger Wappen. Der andere Sessel hatte als Rücken-
lehne ein Wikingerschiff, die Pfosten zeigten Oberbürgermeister Heide-
mann und General York. Unter den Armlehnen Drosselfried und Pla-
netenaugust, zwei weitere Königsberger Originale. Eichenholz. 1922—26.
Standort: Als sein Privatbesitz in seiner Wohnung. — Schicksal: K. hatte
im Sommer 1944 beide Sessel nach Cranz ausgelagert, von wo sie ein rus-
sischer Offizier 1945 abtransportieren ließ.
7. Bildnisbüste Frau von Sabler. Marmor. 1925.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
8. Brunnen. Putto auf Ganter reitend. Begonnen wurde der Brunnen
von dem damaligen Kunstschüler Ehrich (s. d.), er blieb drei Jahre un-
fertig stehen, bis K. ihn vollendete. Muschelkalkstein. 1926.
Standort: Im Garten der Kunstschule Königstraße 57 vor der Direktor-
wohnung. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
Puttenbrunnen
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Relief Goetz
(zu S. 100)
9. Junge sterbende Mutter, 1,35 m für Grabstätte von Pfeil. Bronze. 1929.
Standort: Gemeindefriedhof, Pillauer Landstraße. — Schicksal: Unbekannt.
10. Vier Reliefs in den Türlaibungen eines Hauses in der Beethovenstraße:
Wändernder Zimmergesell in Tracht, Maurer, Tischler, Maler bei der Ar-
beit. Kalkstein. Um 1929.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
11. Bildniskopf Adolf Pelz zum 75jährigen Bestehen der Steinmetzfirma
Arthur Pelz. Bronze. 1929.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
12. Bildniskopf seiner Gattin. Bronze. 1930.
Standort: Privatbesitz des Künstlers. — Schicksal: Vernichtet.
13. -Nachbildung der drei Barockfiguren (Gerechtigkeit, Barmherzigkeit
und Liebe). Die Originale kamen ins Stadtgeschichtliche Museum (s. Teil II,
Barock). Sandstein. 1930.
Standort: Auf dem Portal der Burgkirche am Schiefen Berg. — Schicksal:
In der Bombennacht 1944 abgestürzt und zertrümmert.
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14. Relief, 105 X 75 cm, darunter: „Dem Andenken an Herrn Pfarrer
Lic. theol. Johann Karl Leopold Goetz, von 1874 bis 1903 Vorsteher des
Krankenhauses der Barmherzigkeit in tiefer Dankbarkeit gewidmet an
dessen 100. Geburtstage am 26. August 1933“. Bronze. 1933.
Standort: Im Krankenhaus der Barmherzigkeit. (Sch westernheim). —
Schicksal: Unbekannt.
15. Kreuzheiland, 1,40 m auf vier m hohem Kreuz. Bronze. 1935.
Standort: Friedhof des Krankenhauses der Barmherzigkeit. — Schicksal:
Verschollen.
16. Bildniskopf Gräfin Kanitz (?). Marmor. 1939.
Standort: Unbekannt. — Schicksal: Unbekannt.
17. Abguß der Hand des Bildhauers Stanislaus Cauer. Gips mit Stearin-
zusatz. 1940.
Standort: Privatbesitz der Töchter Cauers in Königsberg. — Schicksal:
Zerstört.
18. Sterbender Krieger, liegend, 1,30 m für Familie Schrötter. Bronze.
1941.
Standort: Kirchhof Veilchenberg. — Schicksal: Unbekannt.
19. Kruzifix, Petrus, Paulus. Jede Figur 1,60 m. Lindenholz, farbig ge-
faßt. 1942.
Standort: Altar des Krankenhauses der Barmherzigkeit. — Schicksal:
1944 verbrannt.
20. Modell eines Furtwänglerkopfes. (Auftraggeber: Musikdirektor Fie-
bach) für die Königsberger Gesangvereine. Gips. 1944.
Schicksal: Bei der ersten Zerbombung Königsbergs am 27. August 1944
zerstört.
KISS, AUGUST KARL ERHARD
* Paprotzen bei Pleß/Oberschlesien 11. Oktober 1802, f Berlin 24. März
1865. Nach Besuch von Eisenziselierschulen ab 1825 Schüler Chr. Rauchs.
Werke: Reiterstandbild Friedrichs d. Gr. in Breslau (1841), Schwerin und
Winterfeldt auf dem Wilhelmsplatz Berlin, Amazone mit Tiger kämp-
fend (1839). K. stiftete testamentarisch der National-Galerie Berlin
300 000 M zum Ankauf neuerer Werke.
Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III. mit fünf vortrefflichen figurenreichen
Sockelreliefs aus der Geschichte der Erhebung und den allegorischen Fi-
guren von Glaube, Gerechtigkeit, Liebe, Weisheit an den Ecken, östlich
der gepanzerten Borussia (Tapferkeit) und westlich der füllhorntragenden
Segensfülle (Friede). Vorderseite: Preußischer Adler „Ihrem Könige
Friedrich Wilhelm HI. die dankbaren Preußen“. Umschrift: „Sein Beispiel,
seine Gesetze machten uns stark zur Befreiung des Vaterlandes. Ihm dan-
ken wir des Friedens Segnungen“. Kiß hatte zwei Modelle für die Königs-
100
Reitcrdenkmal
Friedrich Wilhelms III.
figur geliefert; die ausgeführte im Purpur und eine in Generalsuniform im
Zweispitz mit Militärmantel in großem Faltenwurf. Doch Friedrich Wil-
helm IV. entschied sich für die prunkvollere Darstellung. Das Pferd ist
Trakehner Rasse, die der König meist ritt. Es ist, wie die wenigsten wissen,
von dem ostpreußischen Fierbildhauer Rudolf v. Printz (s. d.) herrlich ge-
arbeitet. Man hat die Gangart bemängelt. Doch das edle Pferd geht nicht,
sondern scharrt ungeduldig mit dem Fuß. (Genau die gleiche Haltung hat
z. B. auch das Roß des Gattamelata von Donatello in Padua). Kiß war mit
dem Modell ganz einverstanden, änderte lediglich die Kopfhaltung etwas.
Statt der sechs allegorischen Figuren hatte K. auch die Statuen Blüchers,
Gneisenaus, Yorks und Bülows an den Ecken und Steins und Hardenbergs
in den Mitten vorgeschlagen. Doch der damalige allegorienfreudige Ge-
schmack verwarf leider die zweite Fassung. Das Denkmal wurde gegossen
aus eroberten französischen Geschützrohren in der Gräflich-Einsiedelnschen
Gießerei Lauchhammer.
Es sind drei Briefe von K. an seinen Freund Julius Knorre, der im Lager-
haus in Berlin bei Professor Wach arbeitete, während K. bei Professor
101
Rauch die Reiterstatue schuf, im Druck aufbewahrt, die einen Einblick in
des Künstlers Arbeitsweise gewähren:
„Die Gegenstände für die Basreliefs sind folgende: das Familienleben des
Königs, die Gesetzgebung mit besonderer Hervorhebung derjenigen Ge-
setze, die für die Provinz Preußen wichtig sind, die Bewaffnung und die
Segnungen des Friedens.
Zum deutlicheren Verständniß will ich auf jedem Basrelief als Hintergrund
in leichter Andeutung Ansichten von Königsberg darstellen. Zum Familien-
leben wäre mir demnach eine Zeichnung von dem Hause auf den Huben
wünschenswerth, welches der König und die Königin in den drangsal-
vollen Jahren bewohnten. Für die Gesetzgebung erbitte ich mir aus einem
der königlichen Zimmer des Schlosses die Ansicht der Schloßkirche; viel-
leicht reicht auch schon das Hauptportal hin oder sonst ein charakteristisch
hervortretender Fheil, um den Beschauer in die Localität zu versetzen, wo
sich der Vorgang begiebt. Für die Bewaffnung würde mir eine Ansicht
des Hauptportals des Schlosses mit der Freitreppe angemessen erscheinen
als derjenige Ort, wo um das aufgesteckte königliche Banner sich das Volk
schaart. Für das letzte lange Relief mit den Segnungen und Zuständen des
Friedens, wo Ackerbau, Viehzucht, Schiffahrt u. a. m. bezeichnet werden
sollen, würde sich eine Gegend des Haffs oder Pregels wohl am besten
eignen. Vielleicht sind Blätter von Gegenständen vorhanden, die ich an-
deutungsweise als Hintergrund benutzen könnte. Sie, mein alter Freund,
werden von der außerordentlichen preußischen Güte seyn und mir zur
Erreichung meines Vorhabens verhelfen. Bei der Aufnahme der bemerkten
Ansichten ist es mir natürlich nicht um besonders gründliche und ausführ-
liche Bilder zu thun, sondern um bestimmte Umrisse des Hauptgegenstandes
in Wenigen Linien. Sie, alter Lagerhaus-Genosse, werden beurtheilen, was
und wieviel notwendig ist, um es im landschaftlichen Relief zu benutzen.
Habe ich die Compositionen des ganzen Piedestals und seine Basreliefs in
Uebereinstimmung mit der Reiterstatue gebracht, so werde ich das Ganze
dem Verein nach Königsberg zur Ansicht und Genehmigung einsenden, ehe
ich die Ausführung im Großen beginne. /Berlin, 18. Nov. 1846. / Kiß.“
1849 schrieb Kiß: „Die Arbeiten an unserem Königsberger Denkmal schrei-
ten unbehindert durch die politischen Wirren der Vollendung entgegen, Die
sechs über lebensgroße Statuen, nämlich Glaubensstärke, Tapferkeit, Ge-
rechtigkeit, Liebe, Friede und Weisheit, am oberen Fheil des Piedestals
sind im Bronzeguß begriffen, ebenso die ganze Architectur und ich bin
gegenwärtig mit den Basreliefs beschäftigt, von denen auch zwei beinahe
ganz vollendet sind bis auf eine einzelne Figur in dem mit der Gliederung
der Stände.
Ich hatte oder habe vielmehr die Idee, in dem Repräsentanten des Gelehr-
ten den Astronomen Bessel zu wählen, später aber fiel mir ein, einen Mann
zu wählen, der durch seine wissenschaftlichen Forschungen mehr in das
praktische Leben eingegriffen und ich glaube in Kraus den-Mann gefunden
102
•zu haben, weil er im kameralistischen Fache so segensreich gewirkt und
gewiß in Königsberg noch in dankbarem Andenken lebt. Ich bitte mich zu
unterrichten, ob ein Portrait von ihm existirt und ob ich es zur Benutzung
erlangen kann. In derselben Gruppe habe ich in dem Wehrmann (in der
Kleidung des damaligen ostpreußischen N ational-Cavallerie-Regiments) den
in Frankfurt für die gute Sache geopferten v. Auerswald mir gedacht und
denselben — soweit es bei dem mangelhaften Material möglich — por-
traitirt. / Berlin, 14. Mai 1849. / Kiß.“
„Diesen Augenblick werden die beiden Reliefs gepackt und zum Bronze-
Guß versendet. Ich selbst gehe nach Lauchhammer auf einige Zeit, um alle
Bronze-Arbeiten zu revidieren. Nach der Zurückkunft beginne ich sogleich
die andern Reliefs (Familie des Königs und die Gesetzgebung), welche
eigentlich die ersten hätten seyn sollen. Für das^ fünfte Relief, die Bewaff-
nung, werde ich später nochamls Ihre Güte in Anspruch nehmen in Betreff
der Bildnisse von Louis und Alexander v. Dohna. In diesem letzten Relief
kommen in der Hauptgruppe als den Aufruf des Königs vortragend und
die Bewaffnung leitend Yorck, Louis und Alexander v. Dohna als die
Hauptträger vor. Wer sonst würde von den dabei Antheil beweisenden
Autoritäten am volksthümlichsten zu wählen sein? / Berlin, 20. Juli 1849. /
Kiß.“
Leider sind Knorres Antworten nicht erhalten. Vielleicht war er es, der
bei der Bewaffnung auf Heidemann und v. Bardeleben hinwies. Der
Transport des riesigen, 19,3 Meter hohen und 250 Zentner schweren Denk-
mals von der Gräflich-Einsiedelnschen Gießerei Lauchhammer, wo der
Zieseleur Hans Rudholzer es gegossen und der Steinmetzmeister Wimmel
den Granit fuß gehauen hatte, mittels sechszehnpf erdigem Lastzug war
schwierig. Auf den schlechten Straßen sank es mehrmals ein; wie schon in
Jüterbog, mußte auch in Königsberg das Dach des neuen Brandenburger
Tores abgenommen und der Boden des Grünen Tores abgegraben werden.
Der Transport dauerte genau einen Monat. Bronze. 1841—1851. Enthüllt
3. August 1851.
Standort: Auf dem Königsgarten. — Abbildung: Bei Boetticher, Armstedt,
in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Unbeschädigt erhalten an
.gleicher Stelle.
KLEINSCHMIDT, GEB. LOEFFKE, ELISABETH
* Ostpreußen (Königsberg ?) 25. Juli 1907, J 27. April 1941. Ab 1921
besuchte L. die Luisenschule in Königsberg, verließ aber die Schule vor
dem Abitur und traf 1926 bei einem Königsberger Goldschmied in die
Lehre. 1929 ging sie zur Ausbildung in Malerei und Plastik nach Hamburg,
kehrte aber drei Jahre später nach Königsberg zurück. Sie schuf hier Tier-
plastiken und eindrucksvoll-zarte Madonnen. Sie arbeitete in. der Werkstatt
Eva Stripkowski in Königsberg. Später heiratete sie den Pastor Hans Klein-
schmidt. Ihr Bronzekopf wurde von Seiffert (s. d.) geschaffen.
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Schuhschnabel
1. Schuhschnabel, ca. 50 cm. Bronze.
Um 1936.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin.
— Abbildung in: Bild, VI. 1936,
S. 388. — Schicksal: Verschollen.
2. Hindenburgrelief, überlebensgroß.
Bronze.
Standort: Offiziersheim in Brauns-
berg. — Schicksal: Unbekannt.
3. Bildnisbüste Hindenburgs zum 35 jährigen Bestehen der Königin-Luise-
Schule. Geschenk der Künstlerin. Bronze. 1936.
Standort: Luisenschule, Aula. — Schicksal: Verschollen.
KNORRE, ANDREAS JOHANN FRIEDRICH
* Berlin 1763, f Königsberg “11. Mai 1841. Er studierte Malerei in Berlin
und war Schüler von Bernhard Rode. 1800 folgte er einem Ruf als erster
Lehrer und Professor an die Kunstschule Königsberg, wo er gleichzeitig
an der Gewerbeschule unterrichtete. Er malte die Bildnisse vieler Königs-
berger: Oberpräsident v. Auerswald (Staatsarchiv), Kanzler v. Schrötter
(Oberlandesgericht), Professor C. G. Hagen (Pharmazeutisches Institut),
Bischof Borowski (Neuroßgärter Kirche), Oberbürgermeister Heidemann
und Frau, General v. Bülow (Kirche Neuhausen). Selbstbildnis im Kreise
seiner Familie. (Gemäldegalerie). K.-s Sohn Julius war ebenfalls Königs-
berger Maler.
Totenmaske Kants, jedoch nicht das Knorresche Original. Von der Toten-
maske von 1804 gibt es drei Abgüsse, nach einer von diesen wurde 1924
die Königsberger Maske her gestellt. Kelch schrieb, 1804: „Kants Schädel
enthält durch die regelmäßige Bildung seiner einzelnen Theile und durch
104
|1
die Menge der an ihm stark ausgezeichneten Erhabenheiten eine merk-
würdige Form. Die hohe breite und eckige Stirne, die bis zur Kronnaht
stark ausgezeichneten Spurlinien, die gerade Richtung des Oberdachs des
Schädels, die zu beiden Seiten stark hervorragenden Erhöhungen der Seiten-
wandbeine, die allmählich sich nach hinten wölbenden Schlafflächen und
auf ihnen' befindliche Erhabenheiten, der Eindruck und die Abplattung am
Hinterhaupte und das stark nach hinten sich wölbende Hinterhauptsbein
geben dem Schädel Eigenheiten, die man in diesem Zusammentreffen
schwerlich an einem anderen wiederfinden wird.“ Gips. 1924.
Standort: Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Museums. — Schicksal:
Zerstört.
KOHLHOFF, JOHANN CHRISTOPH
* Königsberg 1744, f Königsberg 1815. Klempnermeister, Gewerks-Älter-
mann und Vorsteher bei der Domkirche. Verfertigte Statuen aus getrie-
benem Blech.
1. Armaturen in der Art von Trophäen auf den Eckpfeilern sowie das
schmiedeeiserne Rankenwerk der Schadowmauer am Denkmal Friedrichs I.
Eisenblech. 1802.
Standort: Schadowmauer, Schloßplatz. — Abbildung: Bei Rosenkranz, in:
Deutsche Staatenbildung, Geliebtes Königsberg. — Schicksal: Da durch
Rost zerfressen, 1926 entfernt.
2. Schlafender Knabe. Eisenblech. Um 1800.
Standort: Über der Eingangspforte zum Alten Tragheimer Friedhof, Pil-
lauer Landstraße.
3. Minerva
Schicksal: Beide schon vor dem Ersten Weltkrieg verschollen.
KOLLWITZ, GEB. SCHMIDT, KÄTHE
* Königsberg 8. Juli 1867, f Moritzburg 22. April 1945. Fünftes Kind des
im Vormärz in Königsberg eine Rolle spielenden Maurermeisters Schmidt,
der als Referendar einen volksnahen Beruf ergriff. Käthe erhielt Unter-
richt beim Kupferstecher Mauer, war Winter 1885 bei Stauffer-Bern in
Berlin, dann Schülerin Emil Neides in Königsberg und 1888/89 Ludwig
Herterichs in München. Sie heiratete 1891 den ostpreußischen Arzt Dr. Karl
Kollwitz, der im Norden Berlins eine Praxis eröffnete, wo sie das damalige
soziale Elend gründlich kennenlernte, das ihre ganze Kunst durchdrang.
Sie begann zu radieren und gab das Malen auf; in diesem Kunstzweig
wurde sie eine große' Künstlerin. Erst als ihre Kinder herangewachsen
waren, wandte sie sich der Plastik zu. 1919 ProfessortiteL Später Pour
le merite. Am 15. Februar 1933 mußte sie aus der preußischen Akademie
der Künste ausscheiden. 31 ihrer Werke wurden als entartete Kunst be-
schlagnahmt. Nach ihrem Tode wurde ihre Asche neben den Ihrigen auf
dem Friedhof Berlin-Lichtenberg beigesetzt unter ihrem Bronzegrabrelief
105
„Ruht im Frieden seiner Hände“, das sie 1936 geschaffen hatte (34 x 32).
Zu ihren Bildhauerarbeiten gehören ferner: Zwei lebensgroße Granitfiguren:
Vater und Mutter auf dem Soldatenfriedhof in Essen bei Dixmuiden
(1924/32), geschaffen in Erinnerung an ihren im Weltkrieg gefallenen Sohn
Peter (heute zerstört), eine Selbstbildnisbüste (Bronze, 1936, 36 x 28),
Mutter mit zwei Kindern (1935), eine Reliefplastik „Klage“, ihr Selbst-
bildnis darstellend, getönter Gips (1938/39), im Wallraf-Richartz-Museum
in Köln, drei Kinder (Bronze, 1938), der „Turm der Mütter“ (Bronze,
1937) und eine Bronze-Pieta (1938). Im Schloß Pillnitz füllen ihre Werke
einen ganzen Raum.
Relief Julius Rupps auf dem Gedenkfindling auf dem Kneiphöfischen
Pauperhofplatz 3, den die freireligiöse Gemeinde zum WO. Geburtstage
ihres Gründers enthüllte. Außer den Lebensdaten 1809—1884 trug der
Stein die Worte Rupps: „Wer nach der Wahrheit, die er bekennt, nicht
lebt, ist der gefährlichste Feind der Wahrheit selbst.“ Bronze. 13. August
1909 enthüllt.
Standort: Kneiphöfischer Pauperhausplatz 5. — Abbildung in: Zehn Jahre
Patenschaft Duisburg. Königsberger Treffen 1962. — Schicksal: Unbekannt.
KORALUS, PAUL
* Widminnen 16. Dezember 1892, lebt in Häverstädt bei Minden, Birken-
weg 8. Vater: Fabrikbesitzer aus der litauischen Familie Karalus stammend.
K. verlor als kleines Kind das Gehör, besuchte die Gehörlosenschule in
Angerburg und Tilsit bis 1910. Für Werke aus der Tilsiter Schulzeit, die
sein Direktor nach Brüssel zur Weltausstellung schickte, erhielt K. das
goldene Ehrendiplom der Weltausstellung, wodurch Professor Cauer in
Königsberg auf ihn aufmerksam wurde und ihn für die Kunstgewerbe-
schule in Königsberg bestimmte (1910—1911). Dort Schüler von Professor
Feist. Dann nahm Cauer ihn von 1911 —1914 in seine Klasse an der Kunst-
akademie auf. In den Ferien war K. als Steinmetz bei der Firma Schwarz
in Rothenstein tätig. 1914—1918 studierte K. in Dresden bei Werner und
Wrba, dessen Meisterschüler er wurde. 1920 Sonderausstellung bei B. Tei-
chert in Königsberg. Dann vervollkommnete K. sich in Lithographie und
Kupferstich und war als Lithograph in Hannover tätig. 1926 freier Künst-
ler, von 1931 —1944 in seiner Vaterstadt Widminnen. Flucht über Stral-
sund, Eutin nach Minden. Für Braunschweig schuf K. eine Wilhelm-Raabe-
Büste und zahlreiche Büsten Privater. Die Schule Widminnen besaß von
ihm eine Eckplastik in Muschelkalk „Ballspielende Knaben“, Schloßberger
Landschulen Kinderreliefs und die Darkehmer Schule zwei Travertin-
brunnen. Auch als Maler tätig.
1. Mädchen mit Tropfkrug. Unter der Figur ein Goldfisch- und zwei
Blumenkästen. Kalkstein. 1912.
Standort: Privatbesitz Steinmetzleiter Pecht (f), Königsberg. — Schicksal:
Unbekannt.
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Schiilerarbeiten
2.13. Zwei Kopfstudien, Schiilerarbeiten bei Cauer und in dessen Atelier.
4. Kuh unvollendet, Schülerarbeit ebenda. Ton 1913.
Schicksal: Zerstört.
5. Unter dem Kreuz zusammenbrechender Christus, Modell ein m hoch.
Ausgehauen von K. Schwarz, Rothenstein, in dreifacher Vergrößerung.
Kalkstein. 1913.
Standort: Auf dem neuesten katholischen Friedhof Ratslinden. — Abbil-
dung in: Königsberger Woche, Jahrgang 6. Nr. 32. S. 815, 1913. —
Schicksal: Unbekannt.
6. Fischerritt bergab zur Schwemme, 40 cm hoch. Gips. 1914.
Standort: Privatbesitz des Künstlers. — Schicksal: Zerstört.
7. „Freiheit“, weiblicher Akt auf einem schnell ausschreitenden Pferde.
Plastelin, dann Gips. 1915. Später modellierte K. in Tonerde hiernach eine
lebensgroße Wiederholung, die 1918 in Dresden in Gips gegossen wurde.
Im Freien auf gestellt, wurde dies Werk bald danach durch Sturm und
Regen zerstört.
8. Stier Rinaldo. Gips. 1918.
9. Bildnisbüste im Privatbesitz Frau Maria Kemke. Gips. 1918.
Standort: Alle drei ausgestellt im Juli 1920 in der Kunsthandlung Bernhard
107
Christus
(zu S. 107)
108
Büste Samuel Heinickes
(zu S. 110)
Büste Alois Senefelders
Teichert, Königsberg. — Abbildung: Alle in: Ostpreußische Woche, Jahr-
gang 12. 43. S. 556. 1920. — Schicksal: Alle drei verschollen.
10. „Erschöpfter Sieger“ (Reiter auf Trakehner Pferd), 35 cm hoch. Zwei
Ausfertigungen: a) Privatbesitz Dr. Finkenwirth, Hannover, erworben
1923, Bronze. 1918. b) Privatbesitz Landeshauptmann Dr. Blunck, Landes-
haus Königsberg. Erworben 1933. Gips, getönt. 1918.
Standort: Ausgestellt Juli 1928 im Kunstsalon Bernhard Teichert, Königs-
berg. — Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 12, 47. S. 556.
1920. — Schicksal: a) Möglicherweise erhalten, b) Unbekannt.
11. Büste Alois Senefelder, geschaffen für den Deutschen Senefelder-Bund
(der Lithographen und ähnlicher Berufe). Gips. Enthüllt am 7. November
1920.
Standort: Königsberg, im Gasthaus „Zur Honigbrücke“, Feiersaal. — Ab-
109
Bildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 7. S. 103. — Schicksal:
1944 zerstört.
12. Büste Samuel Heinicke. Erfinder der Taubstummen-Welt-Lautsprache,
doppelt lebensgroß. Zwei Wiederholungen in den Provinzial-Taubstummen-
Anstalten in Tilsit und Rößel. Getönter Gips. 1933/34.
Standort: Provinzial-Taubstummen-Anstalt in Königsberg. — Schicksal:
Unbekannt.
13. Drei Kleinplastiken: „Kartoffelsammlerinnen.“ Gips. Vor 1935.
14. Drei Tage altes Lämmchen. Gips. Vor 1935.
15. VErstürmender Keiler. Plastelin. Vor 1935.
Standort: Alle drei wurden 1935 bei B. Teichert, Königsberg, ausgestellt. —
Schicksal: Verschollen.
KRAHMER (AUCH CRAMER), JOHANN d. Ä.
t Königsberg 1740. Er wohnte als Mieter auf der Burgfreiheit und als
Eigentümer auf dem Vorderroßgarten, wo sich in der Servisanlage für
Eigentümer findet: „Bildhauer, hökert.“ Vielleicht war der Bildhauer
Johann (Christoph) K. d. J. sein Sohn. 1711 schnitzte K. die Taufe in
Kreuzburg.
Vielleicht ist von ihm der Orgelprospekt der Orgel von Georg Siegmund
Casparini. Schöne ornamentale Arbeit. Holz. 1717 oder 1734.
Standort: Neuroßgärter Kirche. — Schicksal: 1944 verbrannt.
KRAUS (KRAUSS, AUCH KRUSE), JOSEPH ANTON
* Berlin, CO Berlin 27. Oktober 1703 mit Elisabeth Frauenschein, f Danzig
21. Januar 1721. Bildhauer in Stein und Holz, auch Stuckarbeiter. Er
entwickelte sich vom ausführenden Bildhauergesellen zum selbständigen
Künstler. Er kam 1708 aus Berlin, wo er wahrscheinlich im Werktrupp
Weyhenmeyers tätig gewesen war, auf Veranlassung des Grafen Friedrich
Alexander v. Dohna nach Schlobitten. Beim Umbau des dortigen Re-
naissanceschlosses schuf er die Kinderfiguren auf den beiden Altanen u. v. a.
Im Innern sind die Stuckarbeiten in den Treppenhäusern, in den könig-
lichen Gemächern, im Mittelschloß und vor allem die Ausschmückung im
großen Rokokosaal von ihm. Nach dreijähriger Tätigkeit in Schlobitten
ließ er sich bis 1717 in Königsberg nieder. 1719 verzog er nach Danzig,
wo er bald starb.
Taufengel aus der Kirche St. Lorenz. Holz, farbig. 1714.
Standort: Kirche des Heimatmuseums im Tiergarten. — Schicksal: Mög-
licherweise in Hohenstein/Ostpr., wohin das Heimatmuseum 1943 über-
geführt wurde, erhalten.
110
KRAUS, GEB. HOBSON, KATHARINE
* Denver/Colorado 11. April 1889. Lebt in Cooperstown/New York. Stu-
dierte bei W. Sintenis in Dresden und in Paris. Stellte 1925 Porträtbüsten
in Gips aus.
1. Kopie von Hagemanns Kantbüste. Gips. 1924.
Standort: Heute in Besitz der Gesellschaft der Freunde Kants in Göttingen.
— Schicksal: Erhalten.
Weiblicher Bildniskopf
2. Im Kantzimmer eine verkleinerte
Kopie von Hagemanns Kantbiiste.
Porzellan. Um 1925.
Standort: Stadtgeschichtliches
Museum. — Schicksal: Zerstört.
3. 'Weiblicher Bildniskopf. Gips. 1925.
4. Älterer männlicher Bildniskopf. Gips. 1925.
Standort: Beide ausgestellt Juni 1925 im Handelshof. — Abbildung in:
Ostpreußische Woche, Jahrgang 17, 20. S. 345. 1925. — Schicksal: Un-
bekannt.
5. Büste Frhr. vom Stein. Bronze. 1927.
Standort: Mittelhalle des Liebenthalschen Universitätsbaues. — Schicksal:
Zerstört.
KRAUSE, ALEXANDER
t Königsberg nach dem 10. Dezember 1624, an welchem Tage er Pate stand.
Er wirkte in Königsberg spätestens ab 1604. In der Schloßkirche besserte
er den Stuhl der Kurfürstin aus. Er schnitzte auch Wappen.
111
Epitaph
des Oberburggrafen
Wernsdorf im Dom
(zu S. 113)
1. Gestalten der Fides, Spes am nördlichen, Charitas, Justitia am südlichen
Pfeiler in der Schloßkirche auf hohen ornamentalen Konsolen. Holz, farbig.
1606.
Standort: Schloßkirche. — Abbildung: Fünf bei Ulbrich I, bei Ulbrich II,
Rohde VIII, Boetticher, Armstedt, Wünsch, Merian, Neumann. — Schick-
sal: 1944 verbrannt.
2. Gestalt der Tugend. Holz, bemalt. 1606.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal:
Verschollen.
3. Symbolische Figuren an einem Triumphtor, auf dem der Hofmaler
Daniel Rose den Kurfürsten Georg Wilhelm und seine Gemahlin abkonter-
feit hatte. Holz. Vor 1620.
112
Standort: Vor dem Hauptportal des Schlosses. — Schicksal: Längst zu-
grunde gegangen.
4. Die Gestalten der Gerechtigkeit und der Liehe auf dem Gesims des
Fürstenstuhles im Dom, früher auf der Abschlußwand zwischen Kirche
und Chor, glaubt Ulbrich aus stilistischen Gründen, obwohl der Nachweis
fehlt, K. zuschreiben zu müssen. Das Schnitzwerk von Michael Doebel d. Ä.
(s. d.). Holz. 1620.
Standort: Im Dom. — Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 ver-
brannt.
5. Zwei lebensgroße geschnitzte Hirsche. Holz. 1622.
Standort: Am Tor des Tiergartens Neuhausen. — Schicksal: Längst zu-
grunde gegangen.
6. Epitaph des Landhofmeisters Albrecht v. Kittlitz (f 22. März 1604).
Über dem von zwei Karyatiden gestützten Gesimse hält ein großer Engel
zwei Wappen; beiderseits zwei Löwen, ferner Fratzen und Fotenköpfe. In
den Seitenverzierungen Putten, von denen der eine fehlt. Holz, bemalt.
1604.
Standort: An der Nordseite des vorderen Domchores. — Abbildung: Bei
Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
7. Epitaph des Obermarschalls Georg v. Pudewels (/ 16. Mai 1604) und
seiner beiden Ehefrauen Dorothea und Elisabeth. Karyatiden — Zeit und
Fleiß — tragen das Gebälk. Mittelbild des Jüngsten Gerichtes von Anton
Möller oder seiner Schule. In der Bekrönung ein wappenhaltender Engel
und zwei Greife. Alles tüchtige Arbeit. Holz. 1604.
Standort: An der Nordseite des vorderen Domchores. — Abbildung: Bei
Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
8. Epitaph des Oberburggrafen Wolff v. Wernsdorf (f 20. Dezember 1606)
und seiner Gattin Esther v. Polenz (f 1. November 1619). Reicher, mit
Figuren fast überladener Rahmen: Die Laster und Pietas und Virtus, in
der Bekrönung Beatitas und Fama sowie Engel, ganz oben Christus als
Überwinder des Bösen. Gemälde und Porträts hervorragende Arbeiten
Anton Möllers. Holz. Um 1606.
Standort: An der Südseite des vorderen Domchores. — Abbildung: Zwei
bei Ulbrich I, bei Rohde I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
9. Epitaph des Kneiphöfischen Ratsverwandten Bartel Büttner ('• 1539,
f 13. Mai 1613) und seiner Frau Anna Keuter (f 16. Januar 1643). Eine
Kreuzigung aus der Schule Anton Möllers ist eingefaßt von trefflicher
Schnitzarbeit: Pietas und Virtus, in der Bekrönung Ruhm, Arbeit, Gerücht
und Zeit und der Heiland im flatternden Mantel. Die Grabmäler 6, 7, 8, 9,
schreibt Ulbrich aus stilistischen Gründen, obwohl der Nachweis fehlt, K.
zu. Holz. 1613114.
Standort: Am zweiten südöstlichen Mittelpfeiler des Langhauses im Dom.
—Abbildung: Bei Ulbrich I, Rohde I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
113
KRÖNER, GEB. KRAKOW, KÄTE
* Stücken/Mark 12. August 1918, lebt in Ingolstadt. Vater: Oberstudien-
rat und Musiklehrer. Schon mit drei Jahren kam K. mit ihren Eltern nach
Gumbinnen, 1936 nach Lötzen. Sie besuchte in beiden Städten die höhere
Schule. Schon in der Jugend beschäftigte sie sich mit plastischen Arbeiten
und kam 1937 nach Königsberg. 1940 wurde Stanislaus Cauer ihr erster
Lehrer. 1941 ging sie an die Akademie der Bildenden Künste nach München
zu Professor Wackerle, wo sie 1944 ihr Selbstporträt modellierte. In den
Nachkriegsjahren machte K. zahlreiche Porträts und Kinderköpfe. 1954
ging sie nach Heidelberg und 1961 nach Ingolstadt. Von der Cauerschen
Kunst kam sie über die stilisierte Bildhauerei zur sogenannten abstrakten
Auffassung, der sie jetzt eifrig frönt.
1. Bildniskopf Professor Elly Ney. Dieser Kopf stammt aus K.-s vor-
akademischer Zeit. Gips. 1940.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Zerstört.
2. Bildniskopf Professor Stanislaus
Cauer. Bronze. 1942.
Standort: Privatbesitz Frau Leyen-
decher, geb. Cauer, Wiesbaden. Ein
Gipsabguß ist im Besitz von Frau
Marietta Baltzer, geb. Cauer. —
Schicksal: Erhalten.
Bildniskopf Stanislaus Cauers
KRUSE, WILHELM
* Schwaan/Mecklenburg 22. Oktober 1887, lebte noch 1956 in Berlin-
Friedenau. Lehrzeit als Holzschnitzer, Steinmetz, Stuckarbeiter. Studium
am Kunstgewerbemuseum Rostock und an der Berliner Akademie. Leiter
eines Meisterateliers in Berlin. 1915—1918 Leiter der Gräberverwaltung
in Mazedonien. Holz- und Steinbildhauer, hauptsächlich Bauplastik.
Marathonläufer. Bronze. 1927.
Standort: Sportplatz über dem Hammerteich. — Schicksal: Unbekannt.
114
KULLRICH, WILHELM
* Dahme, 18. Dezember 1821, f Berlin 1. September 1887. Medailleur und
Bildhauer. Lernte bei Karl Fischer-Berlin, besuchte die dortige Akademie
und trat in die Lossche Medailleurmiinze ein. Vorübergehend in Brüssel,
Paris, München, der Schweiz. Ab 1860 als königlich preußischer Münz-
medailleur in Berlin tätig. Später königlicher Hofmedailleur. Schuf eine
große Zahl Medaillen: Goethe (1849), Schadow (1850), Borsig (1854),
Siegesmedaille 1871 u. a.
1. Zur 600-]ahr-Feier Königsbergs vom 2.—4. September 1855 schuf K.
eine Denkmünze nach L. Rosenfelders Entwurf. Vorderseite: Brustbild
Friedrich Wilhelms IV. in Uniform und Hermelin, nach links Friedrich
Wilhelm IV. Rex Prussiae. Unten: Ordensschild, am Rande fünf Schilde
mit Brustbildern Winrichs v. Kniprode, Ludwigs v. Erlichshausen, Herzog
Albrechts, des Großen Kurfürsten und Friedrichs des Großen, unten am
Rande W. Kullrich, Berlin. Rückseite: Regiomontum Per Sex Saecula
Florens MDCCCLV. Preußischer Adler mit Ansicht der Stadt. Acht Wap-
pen, L. Rosenfelder inv. K. Kullrich fec. Größe: 0 62 mm. Gewicht: 117 g.
Silber und bronziertes Kupfer. 1855.
2. Zur Königskrönung in Königsberg am 18. Oktober 1861 Gedenk-
medaille. Vorderseite: Wilhelm Koenig von Preußen, Augusta Koenigin
von Preußen. Beider Köpfe nebeneinander nach rechts. Unten: W. Kullrich
fec. Rückseite: Zur Kroenung 1861. Krone, Zepter, Schwert, Reichsapfel.
Größe: 0 30 mm. Zinn. 1861.
3. Denkmünze wie unter 2. Vorderseite: Wilhelm Koenig Augusta Koeni-
gin von Preußen. Beider Brustbilder, gekrönt, im Hermelin, nach links.
Unten: G. Loos. Rückseite: Zur Kroenung-D. 18. Octbr. 1861. Königspaar
auf dem Thron sitzend, an dessen Fuß der Adler mit Verfassungsrolle und
1850. Am Boden die kniende Borussia vor einer Opferschale. Unten herum
G. Loos d. Kullrich f. Größe: 0 30 mm. Gewicht: 10,3 g. Silber. 1861.
Standort: Alle drei im Stadtgeschichtlichen Museum.
LÖBACH, DR. WALTER
* Kl. Waldeck/Ostpr. 7. Mai 1863, f nach 1921. 1899 Italienreise, 1900/01
Schüler v. J. Jouvrain in Paris. Seine ältere Schwester Martha war Malerin.
Von ihm befand sich eine Bronzestatuette Mommsens in der Nationalgalerie,
eine Bildnisherme von Ludwig Roß im Deutschen Archäologischen Institut
in Athen. Zahlreiche Medaillen.
Plakette des Geheimrats Professor Dr. Otto Krauske. Bronze. 1921. Ge-
schenk des Chirurgen Professor Dr. Oskar Ehrhardt-Königsberg.
Standort: Kunstsammlungen der Stadt Königsberg im Schloß. — Schicksal:
Vernichtet.
115
LOOS, FRIEDRICH DANIEL
* Altenberg 15. Juni 1735, f Berlin 1. Oktober 1819. Medaillen- und
Stempelschneider. Schüler J. Friedrich Stielers. 1756—1767 an der Münze
zu Magdeburg, ab 1768 erster Medailleur an der Hauptmünze Berlin.
Königlicher Hofmedailleur.
1. Medaille auf den Tod Kants. Größe: (]) 41,5 mm. Gewicht: 27 g. Silber.
1804. Vorderseite: Kants Büste, das Gesicht nach links gewandt, auf ein-
fachem Sockel, unter ihm der Name des Medailleurs Fr. Loos. Um die
Büste geht in zwei Zeilen die Umschrift: Immanuel Kant Nat. D. XXII.
Apr. MDCCXXIV. Obiit D. XII. Febr. MDCCCIV. Rückseite: Eine von
zwei Tauben gezogene, über Wolken schwebende Biga, auf welcher ein
geflügelter Genius steht, in jeder Hand eine Fackel aufwärts haltend; über
jeder Fackel ein kleiner Stern. Umschrift: Lucifugas Domuit Volucres Et
Lumina Sparsit.
2. Dieselbe, 0 42 mm. Bronze. 1804.
3. Dieselbe, 0 40 mm. Eisen. 1804.
Standort: Alle drei ausgestellt im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen
Museums, das der Eigentümer war. — Schicksal: Vernichtet.
MAHNCKE, NATHANAEL
Er war Tischler in Königsberg. 1725 wird er als Bildhauergeselle erwähnt,
der bei Josua Mosengel wohnte und für den er öfter Orgelschnitzerei aus-
geführt haben soll.
Schnitzereien am Gehäuse der Orgel der Burgkirche, die 1724 von ]osua
Mosengel gebaut wurde. Der preußische Adler krönt die Orgel. Flächen-
schnitzereien von Adlern in den Bogenquastenbehängen unter der Emporen-
brüstung. Alles sehr gute Schnitzarbeit. Holz. 1724.
Standort: Burgkirche. — Schicksal: 1944 verbrannt.
MARL, FRIEDRICH
Ab 1704 Stempelschneider in Berlin als Nachfolger seines Lehrers R. Faltz
(s. d.) 1704—06 in England, f Berlin 1743.
Gedenktaler zur Einweihung der Französisch-Reformierten Kirche. Vorder-
seite: Fridericus Wilhelmus Rex Prus. Elect. Brand. Religionis Vindex. Ge-
harnischtes Brustbild nach links. Unterm Arm: M. Rückseite Templo Gallis
Ob Reformata Sacra Exulibus Fundato. VOrderansicht der Kirche. Regium
Pr. D. XVI. Id Jul. Ao CIOIJCCCXXXHI. Silber. 1733.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Vernichtet.
MATTERSBERGER, JOSEPH
* Matrei in Osttirol 1754, f Breslau 10. Dezember 1825. Er studierte
1767—78 bei Johann Hagenauer in Salzburg und Joseph Bergler in Passau,
116
Büste Kants
dann sechs Jahre in Oberitalien, besonders Mailand. In Dresden im Dienst
des Fürsten Beloselsky-Belozerskij, dort schuf er die Büste des Ministers
v. Einsiedel und formte eine Bacchantin, die als erster Eisenguß im Eisen-
werk Lauchhammer gegossen wurde. 1794 Hofbildhauer in St. Petersburg,
wo er 70 Statuen für die kaiserlichen Schlösser modellierte. Seit 1799 Pro-
fessor an der Kunstschule zu Breslau. U. a. schuf er dort eine Büste
Ifflands.
Büste Kants, 63 cm hoch, auf 17 cm hohem Fuß, die M. 1795 nach einer
Zeichnung Kants, die er 1790 angefertigt hatte, modellierte und ihm
schenkte. Gips, schwarz getönt, 1793. Auf dem Hemdumschlag Name und
Geburtsjahr des Philosophen. Ein Nachguß von 1880 des Bildhauers Ru-
dolph in Halle läßt außerdem: J. Mattersberger fecit 1795 erkennen.
Standort: Wahrscheinlich im Besitz des Philosophen Carl Rosenkranz, kam
die Büste 1879 in die Universitätsbibliothek, dann ins Stadtgeschichtliche
Museum. — Abbildung: Bei Anderson IV, Clasen II. — Schicksal: Zerstört.
117
Standbild
Friedrich Wilhelms I.
MEISSNER, JOHANN HEINRICH
* Königsberg 6. Juni 1701, f Danzig 8. Mai 1770. M. kam 1726 nach
Danzig, wo er sich als Bildhauer niederließ. Er schuf eine umfangreiche
Rokokokleinplastik, so die Kanzel und Kanzelsäule in der Danziger
Marienkirche sowie Gartenfiguren. 1752 Standbild König August III. für
den Artushof. Im Frauenburger Dom sind vier Holzfiguren von ihm.
1. Königsbergs ältestes Denkmal, das König Friedrich Wilhelms I., wurde
am Postpackhaus in der Altstädtischen Bergstraße (später Pomatti-Ster-
kausche Konditorei) auf gestellt. Ein Königlicher Kommissar hatte 1723
118
bei den drei Städten Königsberg Unterschleife festgestellt, und diese
suchten ihre Privilegien sich durch einen unüberlegten Bestechungsversuch
bei dem Minister General v. Grumbkow zugunsten der Rekrutenkasse,
das hieß für des Königs Liebhaberei der „Langen Kerls“, zu erhalten, was
ihnen die prompte Antwort einbrachte: „Sie seyen nicht Herren, sondern
nur Administratoren der rathhäuslichen und gemeiner Stadt Mittel und
Dörfer, denen weiter dergleichen Offerten noch Anfragen zu thun ge-
bühret“. Diesem Verweis folgte am 13. Juni 1724 die Zusammenlegung der
drei Städte in eine Stadt Königsberg. Da um diese Zeit ein neues Post-
packhaus notwendig wurde, beschloß der Rat der neuen Stadt zur end-
lichen Versöhnung ihres Königs am 13., 16., 18., 25. Januar 1730 die Er-
richtung eines Denkmals des Landesherrn: „Wir müssen besorget seyn,
die aufgeschwolene Wellen in Ruhe zu bringen, wozu das Packhaus eine
Occasion giebet.“ Eine Kabinettsorder vom 25. Februar „approbiret“, daß
das neben dem Posthause zu erbauende Packhaus „mit Seine Statue wie
auch mit einer Fontaine und anderen Zierathen versehen werde“. Das
Denkmal sollte „zur Gloire und zum Embellissement der Stadt“ gereichen.
In der Verdingung an Meißner wird verlangt: „Die königliche Statue in
Lebensgröße von 72 Zoll hoch, auf einer Weltkugel, so zwei Zoll rhein-
ländisch im Diameter und rund umb mit Armaturen umbgeben aus Goth-
ländischem Sandstein in Curas und mit einem Manteau Royal umbgeben
woll und zierlich ausgehauen, zwey waßerspeiende Frazzenköpfe, zwey
sitzende Sclaven oder Figuren an der fronte spis, oben das Wappen mit
der Crohne, darumb Armaturen“. Für das Denkmal werden 100, für die
Wasserspeier vier, für die Sklaven 66, für Eisen und Blei zwölf, für Trans-
port und Diäten 50, im Ganzen 292 Taler 60 Groschen bewilligt. Später
wurden noch 50 Taler aus dem „Stadtsekel“ nachbewilligt. Die schwulstige
Inschrift am Denkmal bei Boetticher. Gotländischer Sandstein. 1730.
Standort: An der Schloßfreiheit. — Abbildung: Bei Boetticher, Rohde T,
Ulbrich I, Wünsch, in: Deutsche Staatenbildung, Königsberg in 144 Bil-
dern. — Schicksal: 1907 wurde das ehemalige Postpackhaus — die Kon-
ditorei — als das letzte Haus im Norden des Altstädtischen Marktes ab-
gebrochen, und das Denkmal kam an die jetzt entstandene Schloßfreiheit.
Um 1913 büßte das durch Wind und Wetter schon ramponierte Standbild
seinen rechten Arm ein. Er wurde provisorisch durch einen blechernen er-
setzt und während des Krieges vergessen. Als am 3. März 1919 die „Balti-
kumer“ der Mißwirtschaft der kommunistischen Matrosendivision in Kö-
nigsberg ein Ende machten, hatte ein übrigens harmloser Kraftwagen-
lenker hinter dem Denkmal Deckung genommen, die Soldaten, die ihn
für einen Heckenschützen hielten, schossen, und getroffen rasselte der
Blecharm ins Brunnenbecken. Von der Republik erhielt später der arm-
lose König seinen Arm wieder. — Schicksal: Seit 1945 unbekannt.
2. Vulkan und Venus, zwei Figuren. Buchsbaum. Um 1730.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal:
Verschollen.
119
Kreidezeichnung Professor Heydecks:
Ausgrabung der Gebeine Kants
MEYKE
Königsberger Meister in Stuckarbeiten.
Im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Museums befand sich ein Gips-
abguß von Kants Schädel durch M., der 1880 gelegentlich der Öffnung
von Kants Grab unter Leitung von Professor Heydeck angefertigt wurde.
Gips. 1880. Den Vorgang der Ausgrabung der Gebeine Kants hielt Profes-
sor Johannes Heydeck in einer Kreidezeichnung fest, von der bald danach
etliche Kupferstiche angefertigt wurden. Ein solcher befand sich in einem
der Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Museums. Er wurde bei der Zer-
bombung Königsbergs am 29.130. August 1944 vernichtet. Die Original-
Kreidezeichnung ging längst verloren, auch Kupferstiche sind nicht mehr
vorhanden, andere Bilder ganz selten. Unsere nach einer Abbildung in der
120
„Gartenlaube“ 1890, S. 49, wiedergegebene Photographie zeigt in der
Grube Hey deck, dem Kantforscher Emil Arnoldt den Schädel reichend.
Von links Baumeister Hueter, Oberlehrer Dr. Witt, der Philosoph der
Albertina, Professor Dr. Walter, Particulier Schmidt, vor ihm gebückt
der Akademiedirektor Ludwig Rosenfelder; der breitbeinig Stehende ist
der Anatom Kupffer, links hinter ihm Stadtarchivar Wittich, rechts Staats-
archivar und Kantforscher Rudolf Reicke, rechts von der Grube mit Kants
Unterkiefer der Anatom Albrecht. Hinter ihm cand. med. Bessel-Hagen.
Ganz hinten der Stadtkämmerer, spätere Oberbürgermeister Hermann
Hoffmann, ganz rechts Bildhauer Eckhard (s. d.).
Abbildung: Bei Anderson IV. — Schicksal: Zerstört.
MILDERT, HANS VON
* Königsberg, 17. Januar 1588, in der Altstädtischen Kirche getauft,
f Antwerpen 21. September 1638. Der Vater Anthonius v. M. war Maler
und Bildhauer. Er wurde um 1578 aus dem Jülich'schen Lande von Marie
Eleonore nach Königsberg gezogen und dort Bürger der Altstadt. Er starb
1597 in Königsberg. Hans v. M. erlernte die Bildhauerei in Königsberg.
Sein Schaffensdrang und Cornelis Floris' Ruhm trieben ihn in die Ferne.
1606 taucht er zuerst in flandrischen Urkunden auf. 1610 wurde er Frei-
meister der St.-Lukasgilde in Antwerpen und 1628 Bürger. Er wurde
Rubens' Freund, an dessen Hause er Skulpturen schuf (trunkener Herkules).
Sein jüngster Sohn heiratete eine Tochter Rubens. M. „gheseyt den Duyts“,
schuf zahlreiche plastische Werke, wie den nicht mehr erhaltenen Hochaltar
von Hertogenbosch, für den er eine kostbare Silberschale im Werte von
106 Gulden erhielt. Er schuf auch Porträtbüsten. Martin Konrad bringt
in seiner Arbeit einen Kupferstich Milderts von Lucas Vorstermann nach
einem Gemälde van Dycks.
Nach Konrad gehören die Sitzgestalten zweier Apostel oder Evangelisten,
einst in der Sakristei der Kirche Mohrungen, dann durch Kauf im Königs-
berger Schloßmuseum, v. Mildert an, nicht Gellert (s. d.), wie Ulbrich als
sicher annimmt. Lindenholz, unbemalt. Um 1605 (Konrad).
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß. — Abbildung: Bei
Boetticher (unter Mohrungen), Ulbrich I, in: Deutsche Staatenbildung. —
Schicksal: Vernichtet.
MÖLLEN, HANS VON
Königsberger Steinmetzmeister. 1597 und 1601 nachweisbar. Vielleicht hat
er die Taufkammer im Dom mit den fünf krönenden Gestalten gearbeitet
(s. Teil II. Renaissance).
Er umfriedete den Dom- und Universitätsplatz mit einer Mauer, auf der
das Bildnis des Markgrafen Georg Friedrich und zwei Wappen waren.
Stein. 1597.
121
Abbildung: Bei Boetticher, zwei bei Karl, Gause IV, Merian. — Schicksal:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebrochen.
MÖLLER, KARL HEINRICH
* Berlin 22. Dezember 1802, f Berlin 21. April 1882. Schüler und Gehilfe
Rauchs bis 1846. 1855 in Paris. 1869 Mitglied der Berliner Akademie. 1872
in Italien. Skulpturen am Stadtschloß Potsdam, eine Gruppe auf der Ber-
liner Schloßbrücke.
Zwei allegorische Figuren (s. A finger, Wittig und Wolff). Sandstein. 1860.
Standort: Auf dem Dach der Rückfront der Stülerschen Universität. —
Schicksal: Vernichtet.
MOSCHALL, PAUL
Königsberger Maurermeister, Eigentümer des Hauses Ecke Unterhaber-
berg, Haberberger Neue Gasse.
Halblebensgroßes Figürchen Hans von Sagans, das dem verschwundenen
Hans von Sagan auf der Pumpe ähnelte. Er hatte es selbst hergestellt.
Handwerkliche Arbeit, ohne jeden Kunstwert, aber ein rührender Beweis
der Anhänglichkeit an das verschollene Vblkskunstbildwerk und an Kö-
nigsberger Tradition. Zement. 1908.
Standort: An M.s Hause Nr. 38 Ecke Unterhaberberg, Haberberger Neue
Gasse. — Schicksal: Unbekannt.
MUNCHE, LORENZ
Königsberger Steinmetz im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. Er ar-
beitete unter Jacob Ottinger (s. d.) an Epitaphien im Dom.
122
NOWICKI, OTTO
* Sandow, Kreis Luckau/Niederlausitz, 21. November 1884, J Novo
Hamburgo/Rio Grande do Sui 3. September 1955. Vater Tischlermeister.
Nach Besuch der Volksschule suchte N. in 16 verschiedenen Berufen nach
dem ihm Zusagenden und trat endlich im Oktober 1900 in Berlin bei einer
Holzbildhauerei als Lehrling ein. Gleichzeitig Kurse im Fachmodellieren
und Freihandzeichnen. 1904 Gesellenprüfung mit der Berechtigung zum
einjährig-freiwilligen Militärdienst. 1911 —13 Meisterfachkurs für Holz-
bildkunst in Berlin. 1915 nach Königsberg eingezogen, blieb N. als Sani-
tätsgefreiter im Festungshilfslazarett II. (Königsberger Logen) als Leiter
der Beschäftigungskurse für Verwundete bis zum Kriegsende dort. In
dieser Zeit schnitzte er in Königsberg neben Leuchtern, Kinderspielzeug,
Schmuckstücken aus Holz, Elfenbein, mit Silber und Bernstein verziert,
zahlreiche Plastiken. Nach seiner Entlassung Januar 1919 ging er wieder
nach Berlin, wo er die freie künstlerische Arbeit, die ihn nicht ernährte,
aufgab und als Kunsttischler in einer Möbelfabrik arbeitete. 1929 wanderte
er nach Brasilien aus, wo er ebenfalls als Kunsttischler und Mitinhaber
einer Möbelfabrik arbeitete, aber nur noch selten Plastiken schuf, u. a. ein
Selbstporträt in Bronze (1944).
1. Bildnisbüste „Pambeck“ (Lebrecht Gödecke). Ton. Mai 1916.
Schicksal: Unbekannt.
2. Ostpreußische Flüchtlings frau mit
Kind und Püppchen. 1 m hoch. Holz.
1916.
Abbildung: Königsberger Woche,
Jahrgang 10, 8, S. 94/95, Deutsche
plastische Kunst, 1926 Nr. 5/6, S. 71.
— Schicksal: Verbrannt.
Flüchtlinge
123
3. Kleinplastik: Zwei Arbeiter, 23 und 27 cm hoch, der eine grabend, der
andere auf den Spaten gestützt. Holz. 1916H7.
Standort: Privatbesitz Frau Schmischke-Königsberg. — Schicksal: Er-
halten.
4. Kleinplastik: Marktweib (Apfelfrau). Holz. 1916H7.
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 10, 8, S. 94/95. — Schick-
sal: Unbekannt.
5. Generaloberarzt Dr. Krause-Königsberg. Bronze. 1917.
Standort: Privatbesitz. — Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 10,
8. S. 95. 1917. — Schicksal: Unbekannt.
6. Bildnisbüste Geheimer Sanitätsrat Dr. Hieber-Königsberg. Bronze. 1917.
Standort: Privatbesitz. — Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 10,
8. S. 95. — Schicksal: Unbekannt.
7. Bildnisbüste des Malers Paul Krüger, Königsberg. Holz. 1917.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
8. „Trauernde“. Holz. 1916—1918.
Schicksal: Unbekannt.
9. Jung-]ochen, 30 cm hoch. Holz. 1919.
Standort: Privatbesitz Fritz Kudnig-Königsberg, jetzt Heide. — Schicksal:
Erhalten.
Bildnisbüste des Generaloberarztes Dr. Krause — Bildnisbüste Dr. Hieber
124
I
]ung-]ocben
(zu S. 124)
OTTINGER, JACOB
Bildhauer im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts in Königsberg. In der
Provinz sind von ihm ausgemeißelte Wappen am Rathaus in Drengfurth
bekannt.
Er schuf an der Stelle des Brunnens im Schloßhof aus der Zeit Herzog
Albrechts, den Christoph Mirau 1608 besingt, einen noch prächtigeren, der
auf der Mittelsäule die steinerne Figur eines gepanzerten Ritters („Mars“ )
trug und auf dessen Beckenrand Tierplastiken standen. Der Brunnen ist
deutlich erkennbar auf dem Stich des Gottfried Bartsch nach der Zeichnung
eines Malers Christoph Gerke. Stein. 1621.
Abbildung in: Armstedt, Lahrs, Gause IV, Borrmann. — Schicksal: 1698
wurde der Brunnen beseitigt. Figuren verschollen.
125
PAULI, FRIEDRICH WILHELM
* Königsberg 1781, f Königsberg 1860. Vielleicht der Sohn eines Bild-
schnitzers, war P. Bildhauer in Holz und Stein.
Lebensgroße Lucina (Lichtgöttin). Holz. Um 1810.
Standort: Im Entbindungssaal des Provinzial-Hebammeninstituts in der
Altroßgärter Predigerstraße. (1793 gestiftet). — Schicksal: Längst ver-
schollen.
PFEFFER, JOHANN
Er lebte im 17. Jahrhundert in Königsberg. Über seine Person ist nichts
Näheres bekannt, er war vielleicht der Vater des Königsberger Bildhauers
Friedrich P., von dem in Königsberg jedoch keine Werke bekannt sind.
Erwiesenermaßen ist der schöne Altar in Kumehnen von seiner Hand.
1. Zierate auf dem Residenztor und der Schloßbrücke (v. Czinnak), die
um 1700 abgebrochen wurden. Holz (?). 1669.
Schicksal: Längst verschollen.
2. Nicht nachgewiesen, aber von Ulbrich aus stilistischen Gründen P. zu-
geschrieben, ist die Kanzel in der Altroßgärter Kirche. Stütze ein Engel,
Kanzeltür, — Körper und Schalldeckel reich an figürlichem Söhmuck. Holz.
1. April 1666 geweiht.
Standort: Altroßgärter Kirche. — Abbildung: Zwei bei Ulbrich I, Boet-
ticher, Hubatsch III, Federmann. — Schicksal: Bei der Zerbombung Königs-
bergs am 27. August 1944 beschädigt, später wahrscheinlich vernichtet.
PFEIFFER, HANS
* Rom 30. März 1903. Lebt in Neuenburg, Kreis Calw, Poststraße 6.
Vater: Königsberger Akademieprofessor Richard P. P. kam mit sechs
Jahren nach Königsberg, wo er das Königsberger Hufengymnasium be-
suchte. Er studierte an der Akademie Königsberg bei seinem Vater und bei
dem Bühnenbildner Professor Claus Richter. Dann besuchte er die Staats-
schule für angewandte Kunst in Berlin und wurde. Schüler von Professor
Gerstel. Als Karikaturenzeichner arbeitete P. in Berlin, wohin er 1934
übergesiedelt war, für den „Ulk“, den „Querschnitt“, den „Simplizissimus“.
Er sah 1944 seine Vaterstadt zum letzten Male als Soldat. In der Provinz
Ostpreußen schuf P. eine Kanzel mit den vier Evangelisten für die Inster-
burger Melanchthonkirche (Holz), für die Kanzel der Heydekruger
Kirche Evangelisten (Gips), den König David vor der Orgel in Lichten-
hagen (Holz), dort und in Geprgenburg Plastiken in Gips bzw. Messing-
guß.
1. Bildniskopf eines Mathematikers in Königsberg.
2. Bildniskopf eines Königsberger Mediziners Dr. R.
126
3. Bildniskopf einer Königsberger Krankenschwester.
4. Bildnisköpfe von Mitgliedern der Hammerkrugkapelle. Alle vier Gips.
Um 1925.
Schicksal: Unbekannt.
5. Einige^Kleinplastiken. Holz. Vor 1934.
Standort? Privatbesitz des Künstlers in Rantau. — Schicksal: Verschollen.
PFEUFFER, CARL CHRISTOPH
* Suhl 29. Oktober 1804, f Berlin 24. Dezember 1861, Stempelmeister in
Berlin von 1825—51.
1. Denkmünze zur Huldigung Friedrich Wilhelms IV. in Königsberg.
Vorderseite: Friedrich Wilhelm IV. Koenig Von Preußen. Sein Kopf nach
links, darunter „K. Fischer ad viv. fec.“ und „Zur Huldigung Königsberg
d. 10. September 1840“: Rückseite: Adlerschild, Zepter, Schwert, Reichs-
apfel, Eisernes Kreuz. Suum Cuique. Im Kreise die Wappen der damaligen
Provinzen. Am Rande: C- Pfeuffer fec. Größe: 0 42 mm, Gewicht
29,15 g. Silber. 1840.
Standort: Im Stadtgesdhichtlichen Museum.
2. Denkmünze zur Krönung 1861 in Königsberg. Vorderseite: „Wilhelm
Koenig — Augusta Koenigin Von Preußen“. Beider Brustbilder im Krö-
nungsornat nach links. Unten herum: „Zur Krönung Am 18. Oct. 1861“.
Am Rande: „C. Pfeuffer fec.“ Rückseite: Adlerschild, Zepter, Reichsapfel,
Eisernes Kreuz, unten herum: Suum Cuique. Wappen der damaligen Pro-
vinzen. C. Pfeuffer fec. Größe: 0 42 mm, Gewicht: 29,85 g. Silber. 1861.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum.
POERTZEL, JOHANN GEORG
f Königsberg (?) um 1706 (?).
POERTZEL, MATTHIAS
(beide auch Pirzel, Piertzell, Pritzell, Bürtzel geschrieben.), f itönigsberg (?)
nach 1730. In Königsberg sind die Brüder von 1700 an urkundlich nach-
weisbar, doch waren sie schon zweifellos einige Jahre vorher in Königsberg.
In den Jahren 1695/97 wurden für das Äußere und Innere des Kneip-
höfischen Rathauses Bildhauerarbeiten geschaffen: Am Giebel zwei liegende,
auf dem First vier stehende weibliche Statuen (die fünfte stammt vom
Umbau 1838), ferner zwei schildhaltende Bären an der Freitreppe. Die
Steinmetzarbeiten führte der Steinmetzmeister Jonas aus, er hatte zwei
Bildhauergesellen; sie erhielten 1697 zusammen für zehn „große Figuren
aufs Rathaus“ 6000,— Mark. Obwohl die Namen der Bildhauergesellen
nicht erwähnt wurden, .könnten es die Brüder P. sein. Ab 1706 hört man
127
von Johann P. nichts mehr, er ist also verzogen oder verstorben. In der
Provinz schuf Johann Georg P. (nachgewiesen) das Steingrabmal des
Elias v. Kanitz in Döbern und Matthias-Altar und Kanzel in Uderwangen.
Sehr wahrscheinlich sind auch die Stuckdecken der Kaminstube im Erd-
geschoß Schlobitten (1706) sowie die Heilige Linde mit der Mutter Gottes
in Heiligelinde (1730) von Matthias. (Ulbrich I ist allerdings anderer Mei-
nung.)
1. Ehrenpforte für Kurfürst Friedrich III. zum Krönungseinzug mit bild-
hauerischem Schmuck. Johann Georg P. erhielt für den Abriß 54,— Mark.
Keine Abbildungen erhalten, nur aus Beschreibungen bekannt. Holz und
Stuck. 1700101.
Schicksal: Längst vernichtet.
2. Stuckdecke zusammen mit Matthias. Am 5. April 1703 erhielten die
Brüder „Piertzel“ „vor die Decke zu gipsen 650 Gulden“. Eine Entwurf-
zeichnung der Brüder war im Stadtarchiv vorhanden. Der Saal war
14 X 12 X 7 m groß, er diente als Versammlungsraum der Großbürger
und als Ball- und Konzertsaal, bis er Stadtverordneten-Sitzungssaal wurde.
Gipsstuck. 1703/04.
Standort: Im Kneiphöfischen Junkerhof^— Abbildung: Zwei bei Ulbrich I,
Boetticher. — Schicksal: 1944 zerstört.
3. Arbeiten („Schnörgel“, „Adler“, „Gallerie“ und an der Freitreppe), wo-
für die Brüder P. 818, 525 und 337 Mark erhielten. Sandstein (?) 1704/06.
Standort: Im Kneiphöfischen Rathaus und an der Freitreppe. — Abbil-
dung: Bei Boetticher, Rohde I, Merian, in: Königsberg in 144 Bildern. —
Schicksal: Freitreppe wahrscheinlich beschädigt erhalten.
4. Gestalt des hl. Antonius, wofür Matthias P. 386 Mark erhielt. Holz.
1714.
Standort: Im Antoniushospital in der Vorstadt. — Schicksal: Längst unter-
gegangen.
5. Stuckaturen der Königsloge nach Angabe von Schultheiß v. Unfried
von M. P. (Krollmann). Stuck. 1706/08.
Standort: In der Schloßkirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Hubatsch III,
Merian. — Schicksal: Zerstört.
6. Die zwei mächtigen Brüstungsgestalten an der Domorgel, die von Jo-
suah Mosengel stammt. Zwar ist P. nicht urkundlich nachweisbar, aber da
er wahrscheinlich 1718 zwei Eichenholzschnörkel an der Orgel lieferte und
der Stil ganz dem im Junkersaale entspricht, so kann man ihn als Künstler
annehmen. Ob die übrigen Figuren: Engel, Engelknaben, der preußische
Adler und Rankenwerk ebenfalls von Poertzel stammen, ist nur zu ver-
muten. Holz. 1719—21. (
Standort: Im Dom. — Abbildung: Zwei bei Ulbrich I, in: Königsberg in
144 Bildern. — Schicksal: Verbrannt.
128
0
7. Das Haus Wassergasse 4/5 besaß zwei Stuckdecken, von denen die eine
die vier Elemente und die vier Jahreszeiten in den Ecken, im Mittelfelde
die vier Erdteile, von der Religion beschirmt darstellte, die andere die
vier Jahreszeiten in den Ecken und Apoll und eine Muse im Mittelfelde.
Die Decken wurden in einer Werkstatt geschaffen und dann fertig erst
angebracht. Ulbrich glaubt, diese Decken Matthias Poertzel zuschreiben
zu dürfen. Stuck. Um 1725.
Standort: Wassergasse 4/5. — Abbildung: Vier bei Ulbrich I, zwei bei An-
derson V. — Schicksal: Vernichtet.
8. Epitaph des Kurfürstlichen Rates Johann Reyer 18. März 1718)
und seiner Gattin Anna Catharina (f 1725). Je zwei korinthische Säulen
stützen das Gebälk mit zwei Engeln und Christus mit dem Kreuz, dar-
unter das Wappen. Echt barocke Gestalten vom Typus Poertzels. Zu Leb-
zeiten Reyers geschaffen. (Lilienthal). Holz. Vor 1718.
Standort: An der Nordwand des Langhauses des Doms. — Abbildung:
Bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
PRINTZ, RUDOLF FREIHERR VON
* 23. September 1818 Riesenburg, f 7. November 1885 Plinken/Samland.
Sohn eines Majors, wurde im Kadettenkorps erzogen und 1838 aktiver
Leutnant. Von König Friedrich Wilhelm. IV. durch einen Reliefbecher als
Künstler erkannt und ins Atelier von Kiß beurlaubt. 1848 in Paris,
1849—53 in Berlin, dann bis 1859 in Rom. Tierbildhaüer, besonders
Pferde und Löwen. Seit 1860 nur noch Landwirt. Sein Grabmal mit
Rundbildnis von seinem Neffen, dem Bildhauer v. Koblinski (der auf Gut
Kobsdorf/Ermland lebte), auf dem Friedhof St. Lorenz.
Seine Werke: In Plinken stand eine Gruppe »Der Löwentöter“ aus Zink-
guß, Marmorgrabmal seiner Mutter in Berlin, Statuetten „Das müde Pferd“,
„Das Pferd an der Tränke", „Hengst Caledonius“.
Modell des Pferdes des Denkmals Friedrich Wilhelms III. in Königsberg.
Kiß (s. d.) aber gab dem Roß eine andere Kopfhaltung. Ton. Um 1842.
Schicksal: Verschollen.
RADTKE, FELIX
* Königsberg 15. Juni 1877. Noch 1930 dort Hintertragheim! Nr. 67 nach-
weisbar. Schüler von Reusch, auch als Maler tätig. Er hatte in seinem Ate-
lier Mitteltragheim 4 eine Vorschule für angehende Akademiker.
129
Kantdenkmal
vor Kants Wohnhaus
RAUCH, CHRISTIAN DANIEL
* Arolsen 2. Januar 1777, f Dresden 3. Dezember 1857, Sohn eines Kam-
merdieners der Königin Luise. Studium in Berlin. 1805—15 in Italien bei
Thorvaldsen, Berlin 1820. Hier lernte R. Goethe kennen und schuf 1821
dessen Büste. Sein Hauptwerk (1840—51) ist das Berliner Denkmal Fried-
richs des Großen, das von Friebel in Lauchhammer gegossen und am 31. Mai
1851 enthüllt wurde. In der Provinz sind von ihm: In Rippen die Marmor-
statue der Gräfin Wilhelmine v. d. Schulenburg, im Herrenhaus Knauten
die Büste General Kleists v. Nollendorf, im Gutshof Tharau die Büste
Friedrich August Staegemanns und das Bronzedenkmal König Friedrich
Wilhelms I. in Gumbinnen (1824/35).
1. Kantdenkmal. Die Figur ist eine genaue Vergrößerung der Kantgestalt
am Friedrichsdenkmal, wo der Philosoph sich mit Lessing unterredet. Sie
wurde von Gladenbeck in Berlin gegossen (1857), was Rauch noch er-
lebte. Der Granitsockel von R. Müller trug nur das Wort „Kant“. Das
Denkmal wurde 1864 zum 60jährigen Todestag Kants vor Kants Wohn-
haus an der Mündung der Prinzessinstraße — heute Oberste Kantstraße —
in einer Pergola auf gestellt, 1885 aber auf den Königsgarten verpflanzt,
zu dem Kant gar keine Beziehungen hatte. Eine verkleinerte Nachbildung
130
des Rauchschen Kantdenkmals befand sich im Kantzimmer des Stadt-
geschichtlichen Museums. Zinkguß bronziert. Bronze. 18. Oktober 1864
enthüllt.
Standort: Königsgarten. — Abbildung: Bei Boetticher, Armstedt, Deth-
lefsen, v. Lorck II, in: Königsberg in 144 Bildern, Königsberger Bürger-
pfennig I, S. 7. — Schicksal: Der Sockel des Denkmals steht heute in Ma-
raunenhof und trägt eine Büste Thälmanns (!). Die Statue Kants soll in
Moskau im Museum sein.
2. Büste der Königin Luise in einer Pergola von Gebr. Huth-Berlin. Ge-
schenk Kaiser Wilhelms I. Ausgehauen von Bellert (s. d.) Inschrift: „Dem
Genius Preußens, der unvergeßlichen Königin Luise die Königsberger Mit-
bürger. 1874“. 2. September 1874 eingeweiht (hundertster Geburtstag der
Königin).
Standort: Luisenwahl. — Abbildung: Bei Armstedt, in: Königsberger
Woche, Jahrgang 5, 24. v. 14. März 1913. S. 553. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
3. Büste der Königin Luise. Sie wurde dem Erzbischof v. Borowski vom
König Friedrich Wilhelm III. geschenkt und von diesem dem Dom zu-
geeignet. Original aus carrarischem Marmor in Potsdam nach diesem Mo-
dell. Gips. 1827.
Standort: In der Sakristei des Domes. — Schicksal: Zerstört.
4. Bildnisbüste Yorks. Eine Marmor-
kopie befand sich im Prussia-Museum.
Bronze. 1815.
Standort: Im Fahnensaal des Schlos-
ses. — Abbildung in: Königsberger
Rundfunk und Ostdeutsche Illu-
strierte, Jahrgang 7, Nr. 39, S. 11,
1930. — Schicksal: Verschollen.
Bildnisbüste Yorks
131
REUSCH, DR. JOHANN FRIEDRICH
* Siegen 5. September 1843, f Agrigent 15. Oktober 1906. Er stammte
aus einer seit 1658 in Siegen ansässigen Familie und war der Sohn eines
Schreinermeisters und Holzschnitzers. August Kiß bekam bildnerische Ver-
suche des jungen Friedrich zu Gesicht, er riet zu künstlerischer Ausbil-
dung. R. bezog 1863 die Kunstakademie Berlin. Hier errang er früh einen
ersten Preis und kam 1866 in das Meisteratelier von Albert Wolff, an
dessen Berliner Werken er mitarbeitete. 1872 erhielt er den Michael-Beer-
Preis und ein Stipendium nach Italien (bis 1874). Dort schuf er einen
Amor, der sich den Helm des Mars aufstülpt (Siegen), und eine Psyche
und Cerberus. 1881 als erster Lehrer der Bildhauerkunst an die Königs-
berger Kunstakademie berufen, wo er seine zweite Heimat fand. 1883
Professor. Hier wurde er sehr beliebt und mit Aufträgen überhäuft. Sein
Wirken bedeutete eine Ära für Königsberg. Professor Steffeck hat ihn
gemalt. Die Albertina ernannte ihn zum Dr. h. c. 1902 erkrankte R.
schwer und mußte seine Lehrtätigkeit aussetzen. Er ging zur Erholung
nach Sizilien, wo er in Agrigent starb. Zahlreiche Werke bewahrte seine
Vaterstadt Siegen: Sein und seiner Eltern Grabmal (Todesengel) auf dem
Lindenberg-Friedhof, Bergmann und Hüttenmann auf der Siegbrücke, das
im Zweiten Weltkriege eingeschmolzene Reiterstandbild Wilhelms I. und
das Bismarckdenkmal, die Diesterwegbüste sowie seine eigene Marmor-
büste und die seiner Eltern (Museum Siegen); ferner in Berlin: Der Dämon
des Dampfes (Lichthof der Technischen Hochschule, 1880), „Marktver-
kehr“ (Marmor, Belle-Alliance-Brücke); das Reiterdenkmal Kaiser Wil-
helms auf dem Kaiserberg (1898) und das Bismarckdenkmal in Duisburg.
Auch von diesen Werken sind die meisten im Zweiten Weltkrieg ver-
nichtet. Büsten: Schriftsteller Leopold Schefer, Minister Achenbach, Roon,
Moltke. R. hatte zahlreiche Schüler: Paul Borchert (s. d.), Ernst Faehn-
drich (s. d.), Rudolf Grundmann (s. d.), Felix Radtke (s. d.), Walter
Rosenberg (s. d.), Lothar Sauer (s. d.), Schiemann (s. d.).
1. Allegorische Gruppe: Handel und Gewerbe. Gelber Sandstein. 1878.
Standort: Auf dem Dachfirst des Mittelbaues des vom Landesbaurat
C. W. G. Kräh erbauten Landeshauses. — Abbildung in: Ostpreußen,
Leistung und Schicksal. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
2. Büsten König Friedrich Wilhelm III. und
3. Kaiser Wilhelm I. Gelber Sandstein. 1878.
Standort: Am Landeshaus. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
4. Büste Kaiser Wilhelms I. Bronze. 1879.
Standort: Über dem Eingang zur Aula des 1874 gegründeten, 1879 auf
dem Hintertragheim eröffneten Wilhelm-Gymnasiums. — Schicksal: Zer-
stört.
5. Büsten der Oberpräsidenten Carl v. Horn und
132
Büste Bessels
6. Albrecht v. Schlieckmann. Marmor. Um 1883.
Standort: Im großen Sitzungssaal des Landeshauses, Königstraße 24. —
Schicksal: Unbekannt.
7. Büste Friedrich Wilhelm Bessels. Von der Universität gestiftet. Bronze.
1884.
Standort: Im Garten der Sternwarte. — Abbildung: Bei Boetticher, in:
Königsberger Woche, Jahrgang 8, S. 180, 1912. — Schicksal: Die Büste ent-
ging der Zerbombung, heute verschollen.
8. Büsten Herzog Albrechts (links) und Kaiser Wilhelms I. (rechts). Sie
kosteten zusammen 3000,— Mark. Grauer Sandstein. Um 1885.
Standort: Am Mittelbau der von Wilhelm Bessel-Lorck erbauten Regierung.
— Abbildung in: Ostpreußen. Leistung und Schicksal, Königsberg in
144 Bildern. — Schicksal: Nach der Zerbombung Königsbergs erhalten,
vielleicht auch heute noch vorhanden.
9. Awei allegorische Gruppen: Handel, Gewerbe, Schiffahrt und Landbau,
Wissenschaft, Unterricht. Sandstein. Um 1885.
133
Denkmal Herzog Albrechts
(zu 8. 135)
Standort: Auf dem Dachfirst des Mittelbaues der Regierung. — Abbil-
dung in: Königsberg in 144 Bildern, Ostpreußen. Leistung und Schicksal.
— Schicksal: Möglicherweise mehr oder weniger beschädigt erhalten.
10. Bildnisbüste des Königsberger Altphilologen und Universitätsprofessors
Henry Jordan. Marmor. Zwischen 1882 und 1886.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
11. Allegorische Gruppe: Kraft, Gerechtigkeit, Mäßigung. Sandstein. 1887.
Standort: Im Treppenhaus der Regierung. — Schicksal: Möglicherweise
erhalten.
12. Grabmal des Direktors des Löbenichtschen Realgymnasiums Dr. Alex-
ander Schmidt. 1887.
Standort: Auf dem Löbenichtschen Friedhof. — Schicksal: Unbekannt.
134
13. Büste des Augenarztes, Professor Dr. Julius Jacobson. Gestiftet von
der Universität. Bronze. 1890.
Standort: Vor der Universitäts-Augenklinik Lange Reihe. — Schicksal:
Die Büste entging der Zerbombung, später verschollen.
14. Denkmal des Herzogs Albrecht, in der Rechten die Agenden der Säku-
larisation und der Stiftung der Universität, zu Füßen ein „Silbernes Buch“,
in der Linken das „Albrechtsschwert“ des Jobst Freudner. Das Denkmal
stand 14 Jahre in einem Halbrund vor dem Haberturm, seit 1935 vor dem
Turm des Kürschners. Carl Bulcke erzählt, daß die überlebensgroße Hand
dem Künstler Schwierigkeiten machte, bis er die riesige Hand des zwei-
einhalb Zentner wiegenden Malers Hermann Karow sah. Er formte die
als passend ab. Der Voranschlag für die Figur betrug 42 000,— Mark.
Bronze. 19. Mai 1891 in Gegenwart des Kaiserpaares enthüllt.
Standort: Vor dem Turm des Kürschners. — Abbildung: Bei Boetticher,
Dethlefsen, Rohde VIII, Armstedt, Wünsch, Neumann. — Schicksal: Ver-
schollen.
15. Denkmal Kaiser Wilhelms I. im Purpurmantel, die Krone auf dem
Haupt, in der erhobenen Rechten das „Albrechtsschwert“. Figur 6,80 m
hoch. Sockel ein erratischer Block von 1900 Zentnern Gewicht, bei Schaaken
gefunden. Stifter des Denkmals: Provinz Ostpreußen. Gegossen von der
Firma Schäffer & Walcker, Berlin. Gesamtkosten 376 000,— Mark. Bronze.
Am 4. September 1894 enthüllt.
Standort: Auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz. — Abbildung: Bei Boetticher,
Armstedt, in: Königsberg in 144 Bildern (Umschlag). — Schicksal: Ver-
schollen.
16. Bildnisbüste Dr. Friedrich Langes. Von der Burschenschaft Gothia
gestiftet. Sommer 1929 enthüllt. Marmor. Zwischen 1894 und 1898.
Standort: Im Vorraum der Palästra Albertina. — Schicksal: Bei der Zer-
bombung Königsbergs durch englische Phosphorbomben am 29./30. August
1944 zersprungen.
17. Bildnishüste des „Richter-Dichters“ Ernst Wichert, 1931 von Wicherts
Tochter Lisbeth W. der Stadt geschenkt. Marmor. Um 1895.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen. — Schicksal: Vernichtet.
18. „Deutscher Michel“ am Wrangelturm. Das Standbild, 2,20 m groß,
geschaffen für den Garten des früheren Prussia-Museums (einst Königs-
haus), KönigstrajSe 65/67, wurde vom Künstler 1904 der Stadt geschenkt,
stand lange im Garten des Prussia-Museums und wurde erst 1924 in den
Anlagen am Wrangelturm aufgestellt. Bronze. Um 1895.
Standort: Auf der Außenmauer am Wrangelturm. — Abbildung in: Kö-
nigsberger Woche, Jahrgang 4, 15. S. 285, 1912. — Schicksal: Verschollen.
19. Selbstbildnisbüste Reuschs. Gips. Um 1898.
Standort: Das Modell stand in der Königsberger Gemäldegalerie. Die
135
„Deutscher Michel“
Selbstbildnisbiiste
(zu S. 135)
Marmorausfertigung schenkte der Künstler seiner Vaterstadt Siegen. —
Schicksal: Gipsbüste vernichtet, Marmorbüste erhalten.
20. Tonfigur des Drosselfrieds: Gebücktes altes Männchen in Mantel und
Miitze, auf dem rechten Arm einen Korb, links ein paar tote Vögel
hängend. „Ei scheene Drossel, Madamche?“. 0,45 m hoch. Farbig lasierte
Terrakotta. 1898.
Standort: Privatbesitz des Bildhauers Paul Kimritz. (Geschenk Reuschs.)
— Schicksal: 1944 zerstört.
21. Denkmal Bismarcks. Der Kanzler in Uniform, zu seinen Füßen der
wasserspeiende, von einem Schwert durchstoßene Drache der "Zwietracht.
Bronze. 1. April 1901 enthüllt.
136
Standort: Auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz. — Abbildung: Bei Neumann.
— Schicksal: Verschollen. Bis etwa 1947 stand die Figur ohne Kopf auf
dem erhaltenen Sockel, seitdem krönt ihn eine Büste Suworows!
22. Lebensgroßes Hochrelief des Physikers Franz Neumann. Text: „Franz
Neumann Geb. d. 11. Sept. 1798. Gest. d. 25. Mai 1895“. Von der Uni-
versität gestiftet. Bronze. 1905.
Standort: Am westlichen Ende des Universitätssäulenganges. — Schicksal:
Verschollen.
23. Bildnisbüste des Direktors des Wilhelmsgymnasiums Emil Grosse.
(G. lebte von 1838—1904 und wurde 1876 Direktor). Marmor. 1905.
Standort: Im Wilhelmsgymnasium. — Schicksal: 1944 zerstört.
REUSS, ERASMUS THOMAS
Kurfürstlicher Medaillen- und Münzschneider in Berlin. (1646—68).
Denkmünze auf die Geburt Friedrich I. in Königsberg. Vorderseite: Provi-
dentiae Haec Divinae Obnoxia Fr. V/ilh. D. G. March. Et El. Br. Im Kur-
ornat zu Pferde mit Zepter und Schwert. Links am Boden E. T. R. Rück-
seite: Armora Miscet Dulcibus Jehova. Lovysa D. G. March. Et El. Brand.
Die Kurfürstin nach rechts schreitend führt mit der Rechten den Erb-
prinzen Emil im Kurornat und trägt auf dem linken Arm den neuge-
borenen Friedrich. Größe: 0 60 mm. Gewicht: 65,5 g. Silber. 1657.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Verschollen.
RIGA (auch Rhiga, Rigae, Riger, Rüger), ISAAK d. J.
* vor 1653, f zwischen 1715 und 1720. Vermutlich ein Sohn Isaak Rigas
d. Ä., der als Tischler 1653—62 in Königsberg bezeugt ist. R. d. J. war
Tischler und Bildhauer auf dem Steindamm, dann im Kneiphof. Er ent-
faltete 35—40 Jahre lang eine rege Tätigkeit, hatte eine große Werkstatt
und Schüler und wird als Hofbildhauer bezeichnet. In Ratsrechnungen
für Königsberg-Kneiphof über uns heute unbekannte Arbeiten wird R.
1691 und 1692 genannt. Er war der bedeutendste der zahlreichen ost-
preußischen Bildschnitzer seiner Zeit. Zahlreiche Werke in der Provinz:
Der Altar zu Friedland (1686), die Gesamtkirchenausstattung von Mühl-
hausen bei Pr. Eylau (1693—96), die zwei Apostelfiguren zu Rößel (1696),
die Altäre zu Frauenburg, Pr. Holland, Herzogskirch/Niebudszen (1697),
der reiche Altar zu Paaris (1697), die wundervolle Tauflaube zu Gutt-
stadt (1685) sind von seiner Meisterhand.
1. Kruzifixus mit einem, sein Blut auffangenden schwebenden Engel zur
Rechten und einer kleinen Maria am Fuß auf der Empore der Kelchseite
in der Neuroßgärter Kirche, bezeichnet „I. R. 1676“. Eine Inschrift auf
dem Bildwerk lautet: „Mein Sohn Isaak Rigae diß gemacht. Ich hab es
lassen mahlen, daß wenn ich längst verreißt, Mann wahrhaft sprechen
137
kann, der Elter Isaak Rigae, hatt dies aus Lieb gethan“. Holz, bemalt.
1676.
Standort: Neuroßgärter Kirche. — Abbildung: Bei Ulbrich I, Boetticher.
— Schicksal: Der Kreuz-Christus wurde 1943 in der Kirche zu Schön-
bruch (Kreis Bartenstein) ausgelagert, 1944 aber zu anderweitiger Ver-
wahrung wieder abgeholt. Seitdem verschollen.
2. Schnitzereien an einer neuen Treppe' zur Wohnung des Oberburggrafen
im Ostflügel des Schlosses. Holz. Nach 1680.
Schicksal: 1944 verbrannt.
3. Die beseelte Figur der Weisheit, sich an eine Palme lehnend als Treppen-
anfänger sowie Rankenwerkdekoration mit Putten. Holz, bemalt. 1688189.
Standort: In der Wallenrodtschen Bibliothek im Dom. — Abbildung:
Bei Ulbrich I, Dethlefsen, Wünsch, Rohde, in Merian, Ostpreußen —
700 Jahre deutsches Land, S. 42, Neumann. Ferner auf einem Gemälde von
Karl Storch im Besitz des Königsberger Kaufmanns Werner Barth in Ham-
burg. — Schicksal: 1944 verbrannt.
4. Hochaltar mit der geschnitzten Kreuzigung und vielen Figuren be-
zeichnet: „I. R. 1689“. In der Predella das Abendmahl, als Bekrönung
Christus auf der Weltkugel. Holz, bemalt. 1689. Vergoldet. 1691.
Standort: Kirche Neuhausen. — Abbildung: Zwei bei Ulbrich I. — Schick-
sal: Vernichtet.
5. Gestalt des Moses auf dem Gebälk des Gestühls des Magistratsstandes
an der südlichen Mauer des Doms. (Die Gegenflgur Christus, dazwischen
das Kneiphöfische Wappen). Das Gestühl selbst ist alt. Holz, bemalt. Um
1690.
Standort: Dom. — Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 ver-
brannt.
6. Drei Beichtstühle mit reichem figürlichem Schmuck, einer von der Ge-
stalt der Stärke, der zweite von der der Liebe, der dritte vom Heiland ge-
krönt. Holz. Um 1690.
Standort: Dom. — Abbildung: Drei bei Ulbrich I, Wünsch, in: Königsberg
in 144 Bildern. — Schicksal: 1944 verbrannt.
7. Akanthusrahmenwerk mit Engeln und anderen Figuren des Hochaltars
im Dom und Bekrönung mit Pelikan und zwei Engelsköpfchen. (S. Teil II,
Gotik). Holz bemalt und schwer vergoldet. 1696.
Standort: Dom. — Abbildung: Bei Rohde I, Wünsch, Neumann, Hu-
batsch III. — Schicksal: 1944 verbrannt.
8. Früherer Hochaltar der Katholischen Kirche mit der Kreuzigung. Es
war ein hochragendes Werk in drei Stockwerken, von dem keine Abbil-
dungen mehr vorhanden sind, von dem aber eine Beschreibung des Dom-
propstes Dittrich vorliegt, aus der man mit Sicherheit wegen des gleichen
Aufbaues und Stiles in Neuhausen, Mühlhausen und Pr. Holland auf R.
als Künstler schließen kann. Holz. Zwischen 1670 und 1683.
138
Standort: Katholische Pfarrkirche. — Schicksal: Bereits beim Stadtbrand
1764 verbrannt.
Die Werke 9—14 sind stilistisch von R., wenn auch nicht nachgewiesen:
9. Wandgrabmal des Ludwig Pruszycki 1685), darunter und darüber je
zwei lebhaft bewegte Engelgestalten, oben die Figur des Todes als be-
kleidetes Gerippe. Stilistisch unverkennbar von R. Im herzförmigen
Schilde das Gebet auf dem Ölberg von unbekanntem Maler. Holz. 1685.
Standort: An der Süd^ite des Langhauses im Dom. — Abbildung: Bei
Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
10. Ziergänge mit sieben schwebenden Engelknaben. Gestühlsschnitzereien.
Holz. Um 1690.
Standort: An der Nordempore der Neuroßgärter Kirche. — Abbildung:
Bei Ulbrich I, Hubatsch III. — Schicksal: 1944 verbrannt.
11. Zwei Beichtstühle, auf Kelch- und Brotseite mit David und Salomo
bzw. Christus auf der Weltkugel. Holz. Um 1690.
Standort: In der Altstädtischen Kirche. — Abbildung: Bei Ulbrich I, Hu-
batsch III. — Schicksal: 1944 verbrannt.
12. Faufkapelle mit Erlöser, Aposteln, Engeln, Putten an der Kelchseite
des Altars; schwebende Engelknaben an der Empore; der linke Beicht-
stuhl mit gewundenen Säulen und Figuren. Die Taufkammer wurde von
der Witwe des Löbenichtschen Mälzenbräuers Albrecht Rosse geschenkt.
Holz. Taufkammer 1692 gemacht, das übrige 1692/93.
Standort: In der Altroßgärter Kirche. — Abbildung: Drei bei Ulbrich I,
zwei bei Boetticher, Wünsch, Hubatsch III, Federmann. — Schicksal: Zer-
stört.
13. Epitaph für Friedrich Wilhelm Bartsch (* 1707, f 25. August 1709),
trefflicher Ausdruck der kindlichen Halbgestalt über dem Schriftschild.
Holz. 1709.
Standort: In der Neuroß^ärter Kirche. — Abbildung: Bei Ulbrich I. —
Schicksal: 1944 verbrannt.
14. Taufkammer mit reichen ornamentalen und figürlichen Arbeiten (Spes
und Justitia), Beichtstuhl mit mäßigen Bildwerken — Kluge Jungfrau,
Ausstellung Christi, Tugenden, verlorener Sohn — und vielleicht der
Königliche Stuhl mit schwerfälligen Schnitzereien. Holz. Taufkammer
1694/96, Beichtstuhl 1696, der königliche Stuhl 1690.
Standort: In der Kirche Neuhausen. — Abbildung: Drei bei Ulbrich I, zwei
bei Hubatsch III. — Schicksal: Verbrannt.
ROGAT, EMILE
* 1799, f Paris 16. Dezember 1852. Medailleur und Münzschneider. Er
schuf Medaillen von Heinrich VIII. von England, von Napoleon,, Mar-
schall Ney, Descartes.
139
C
Relief in Medaillenform von Immanuel Kant nach der Zeichnung von
Schnorr v. Carolsfeld von 1789. Die Vorderseite zeigt das Brustbild Kants
mit der Unterschrift: „Immanuel Kant. Rogat F.“ Rückseite: „Natus
Montisregiae in Borussia an. 1724. Obiit an. 1804“. (Series numismatica
universalis virorum illustrium 1825. — Durand edidit.) Gips. 1825. Von
demselben ebenda auch eine silberne und eine bronzene Kantmedaille.
(0 4,2 cm).
Standort: Im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Museums. — Schick-
sal: 1944 vernichtet.
ROGGENBUCH, FRIEDRICH
ROGGENBUCH, JOHANN, Brüder
Königsberger Bernsteindreher des 18. Jahrhunderts, vielleicht Nachkom-
men des am 22. August 1648 verstorbenen Bürgers auf der Neuen Sorge
und Bernsteinarbeiters Baltzer Roggenbugk.
An dem in der Welt einmaligen Bernsteinzimmer waren fünf Königs-
berger Bernsteinschnitzer: Friedrich und Johann Roggenbuch, Heinrich
Wilhelm und Clemens Friede sowie Johann Bernhard Welpendorf beteiligt.
Doch bereits in den Jahren 1701—11 war es in Charlottenburg von einem
dänischen (Gottfried Wolffram) und dann zwei Danziger Bernstein-
Schnitzern Ernst Schacht und Gottfried Turow, vielleicht nach den Ent-
würfen Schlüters, für das Charlottenburger Schloß begonnen, doch bald
in das Berliner Stadtschloß verlegt worden. Indes schon 1717 schenkte es
König Friedrich Wilhelm I. — wohl mehr nolens als volens — dem Zaren
Peter I., der es ins Petersburger Winterpalais brachte. Unter der Zarin
Elisabeth wurde es im Schloß Zarskoje Selo 1755—63 eingebaut und nach
den Entwürfen des Architekten Graf Carlo Rostrelli durch die genannten
fünf Königsberger Bernsteinschnitzer im Rokokostil vollendet. 1941 vor
der Zerstörung an der Petersburger Front gerettet, wurde es in Königsberg
in einem passenden Zimmer im Südflügel des Schlosses eingebaut, hier
konnte es, von Direktor Dr. Alfred Rohde betreut, zwei Jahre lang be-
sichtigt' werden. Der Raum, der dem Im russischen Schloß von
10,16 X 10,13 m fast genau entsprach, war durch die polierten mit Gold-,
Silber- und Kupferblättchen unterlegten Bernsteinstücke, die künstlerischen
Barock Schnitzer eien und prachtvollen Rokoko Schnörkel, durch zahlreiche
Puttenflguren von dem Bildschnitzer Johann Franz Dunker und Gesichts-
masken sterbender Krieger aus Bernstein, holzgeschnitzte figürliche Su-
praporten sowie durch vier die vier Sinne darstellende Mosaiken aus tos-
kanischem Marmor von Alessandro Martelli und viele Spiegel von märchen-
hafter Wirkung. Bernstein. 1701—11; 1755—63.
Abbildung: Zwei bei Rohde III, fünf bei Rohde VI, vier bei Rohde VII,
drei bei Pelka, bei Neumann, Albinus, Das Ostpreußenblatt, Jahrgang 18,
10 v. 11. März 1967, S. 20. — Schicksal: Die Kunsthistoriker Hauptmann
Dr. Poensgen und Rittmeister Dr. Graf Ernst Otto Solms-Laubach be-
140
sichtigten 1941 an der Petersburger Front im Auftrage des Chefs der
Heeresmuseen das Kabinett in dem bereits durch eine Fliegerbombe halb
zerstörten Schloß Zarskoje Selo und ließen es durch einen Unteroffizier
und sechs Mann innerhalb von 36 Stunden ausbauen und, in Kisten ver-
packt, vor weiterer Zerstörung in Sicherheit bringen. Es wurde dann in
Königsberg eingebaut. 1944 wurde es ausgelagert. Nach der Einnahme
Königsbergs kam der Moskauer Professor Barssow, um nach dem Ver-
bleib von Kunstwerken zu forschen, dorthin. Er arbeitete mit dem bei den
Kunstsammlungen in Königsberg verbliebenen Direktor Rohde zusammen,
um von ihm Verstecke in Bunkern und Gutshäusern zu erfahren. Doch
Dr. Rohde starb plötzlich noch im April 1945, und die Nachforschungen
der Russen blieben vergeblich. (Staatliches Archivlager Göttingen. Rep.
100 a Nr. 75.)
ROSENBERG, WALTER
* Königsberg 21. August 1882, f in oder bei Königsberg (Freitod) April
1945. R. Studierte von 1899—1902 an der Königsberger Akademie, war
drei Jahre lang Meisterschüler von Reusch. Dann war er in Paris und
Italien. Er blieb bis zu seinem Tode als freier, vielbeschäftigter Künstler
in Königsberg, wo er seine Werke auf den Ausstellungen des Königsberger
Kunstvereins zeigte. Er schuf für das Rathaus in Labiau die vier Stein-
figuren Henning Schindekops, des Stadthauptmanns v. Netteihorst, des
Großen Kurfürsten und Hindenburgs und zahlreiche Statuen in der Pro-
vinz, wie das Kriegerdenkmal in Mehlsack (1914), das Ehrenmal der
ersten Jäger in Ortelsburg, ferner das Grabmal Neumanns in griechischer
Art für den Friedhof Labiau (Muschelkalk) und das für den Schauspieler
Walter Krack in Cranz (sterbender Soldat. 1915. Stein).
1. Feister Mönch mit Doppelkinn, ein Weinglas in der Hand in einer
Nische über dem Schaufenster einer Kneipe am Münchenhof. Gips. 1898.
Schicksal: Unbekannt.
2. Bildnisbüste Professor Dr. Walter Simon. Marmor. 1900.
Standort: Privatbesitz im Hause Coppernicusstraße 1. — Schicksal: Un-
bekannt.
3. Gruppe: „Frieden“, eigentlich „Staatskunst“, weibliche Gestalt einen
Knaben lehrend. Nach einem Entwurf von Reusch. Bronze. 1903.
Standort: Kaiser-Wilhelm-Platz. — Abbildung in: Das malerische Ost-
preußen, Ostpreußen. Leistung und Schicksal. — Schicksal: Verschollen.
4. Brunnenrelief: Ordensritter mit Hund am Quell trinkend. Muschelkalk.
1907.
Standort: Schloßfreiheit. — Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern,
Königsberger Woche, Jahrgang 4, 45, S. 894. 1912. — Schicksal: Wahr-
scheinlich erhalten;
141
„Frieden“
(zu S. 141)
5. Bildnisbüste des Maurer- und Zimmermeisters Paul Lau ff er. Ausge-
hauen von Kimritz (s. d.). Marmor. 1908.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
6. Büste Johann Gottfried Freys. Geschenk von Dr. Walter Simon an-
läßlich der Hundertjahrfeier des Städtetages in Königsberg am 5. bis
6. August 1908. Marmor. 1908.
Standort: Im Junkersaal des Kneiphöfischen Rathauses. — Schicksal:
Vernichtet.
7. Bildnisbüste des Königsberger Stadtbaurates Paul Mühlbach (f 1908).
Duplikat im Privatbesitz seiner Schwiegertochter in Berlin. Bronze. Um
1908.
Standort: Sie stand im Magistrats-Sitzungssaal im Kneiphöfischen Rathaus
und kam später in die Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schick-
sal: Vernichtet. Duplikat erhalten.
8. Relief „Die Lebensalter“. Kunstsandstein. 1910.
Standort: Über dem Haupteingang zur Scheffner-Volksschule, Ratshof.
142
Büste Heidemanns
— Abbildung in: Neue Kunst in Alt-Preußen, Jahrgang 1, S. 3. — Schick-
sal: Möglicherweise erhalten.
9. Ebenda in den Flurwänden Reliefs, den Ackerbau darstellend. Sand-
stein. 1910.
Abbildung in: Neue Kunst in Alt-Preußen, Jahrgang 1, S. 4. — Schicksal:
Möglicherweise erhalten.
10. Büste Heidemanns. Geschenk des Stadtrates Rudolph Meyer zur Jahr-
hundertfeier der Sitzung im Landschaftsgebäude am 5. Februar 1913. Früher
im Landeshaus. Marmor. 1912.
Standort: In der Vorhalle des Kneiphöfischen Rathauses. — Abbildung in:
Deutsche Staatenbildung, Königsberger Woche, Jahrgang 5, 11. S. 246.
1912. — Schicksal: Vernichtet.
11. York-Denkmal. Ganzfigur in Uniform, den Säbel in der Hand. Ge-
stiftet vom Landwehr-Offizierskorps Königsberg zur Hundertjahrfeier der
Ansprache Yorks in der Generallandschaft am 3. Februar 1813. Enthüllt
am 3. Februar 1913. Von dem Kopf dieses Denkmals stellte R. Abgüsse
her, 48 cm hoch, die er durch die Kunsthandlung Riesemann und Linthaler
vertreiben ließ. Bronze. 1912.
Standort: Bis 1934 auf dem Walter-Simon-Platz, dann vor dem Königstor-
Glacis. — Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 26. S. 772.
1921. — Schicksal: Unbekannt.
12. Claaßdenkmal. Mit jungen Löwen spielendes Kind. Relief von Her-
mann Claaß am Sockel. Bronze. 1913.
143
York-Denkmal
(zu S. 143)
Relief von Hermann Claaß
144
Standort: Im Tiergarten. — Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang
5, 26. S. 609. 1913. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
13. Zwei Putten mit Ziegenbock spielend. Ausgehauen von Steinmetz-
meister Bogumil Slama. Muschelkalk. 1913.
Standort: An der Treppe zur Stadthalle am Schloßteich. — Abbildung in:
Königsberger Woche, Jahrgang 6, 8. S. 188. 1913. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
14. Brunnenschale. 0 ca. 2 m, 1,10 m hoch, mit den zwölf Tierkreis-
zeichen. Kalkstein. 1913.
Standort: Im Hof des erweiterten Löbenichtschen Realgymnasiums. —
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
13. Am obersten Stockwerk der Hindenburg-Oberrealschule die fünf
Naturwissenschaften: In der Mitte eine große Vase, beiderseits zwei
Kinder; weiterhin rechts und links je zwei Einzelfiguren: Geographie mit
Globus, Botanik mit Ähren und Blumen im Arm, Zoologie mit einem
Affen auf dem Arm. Muschelkalk. 1914.
Standort: Hindenburgschule, Wallring. — Schicksal: Unbekannt.
16. Im Garten derselben Schule befand sich ein Entenbrunnen. Schale
0 2,30 m, Höhe 1 m. In der Mitte eine sich putzende Ente. Kunststein.
1914.
Standort: Hindenburg-Oberrealschule, Wallring. — Schicksal: Unbekannt.
17. Bildnisbüste des Königsberger Kampffliegers Rumey. Bronze. Um 1917.
Standort: Sie wurde 1936 in der Vorhalle des Kneiphöfischen Rathauses
auf gestellt. — Schicksal: 1944 zerstört.
18. Bildniskopf des akademischen Malers Hurter. Vor 1919.
19. „Eva.“ Vor 1919.
20. „Verzückung.“ Vor 1919.
Schicksal (18.—20.): 1944 zerstört.
21. „Reh.“ Vor 1919.
Standort: Ausgestellt auf der Kunstausstellung Mai 1919. — Schicksal:
Unbekannt.
22. Sterbender Krieger, die Heimaterde umklammernd, für die Gefalle-
nen des Königsberger Rudersportklubs Prussia. Figur, liegend, 1,80 m.
Inschrift: „Den gefallenen Kameraden. / Ruderverein Prussia. / 1914 bis
1918.“ Tuffstein. 1919.
Standort: Ehrenfriedhof im Max-Aschmann-Park. — Abbildung in: Ost-
preußische Woche, Jahrgang 11, 46. S. 635. 1919. — Schicksal: Schon 1938
völlig verwittert und bemoost. Vielleicht erhalten.
23. Selbstbildniskopf, expressionistisch. Gips. Um 1923.
Schicksal: Unbekannt.
145
Schubert-Quader
mit Scudelle
im Park Luisenwahl
24. Terrakotten Königsberger Originale (Fischfrau, Gemüsefrau, Glücks-
junge, Hampelmann junge, Drosselfried, Fahnenschwenker, Würstchenfrau,
Kalmusjunge, Dschimke, Sackträger). Cadiner Kacheln, farbig. 1927.
Standort: Portalumrahmung des Gebäudes der Stadtbank, Kneiphöfische
Langgasse 60. — Abbildung in: Stadtverwaltung Königsberg. — Schicksal:
Möglicherweise erhalten.
25. Büste Kants. Stiftung der Universität. Bronze. 1927.
Standort: In der Mittelhalle des Liebenthalschen Universitätsbaues. —
Schicksal: Nach der Zerbombung erhalten, später verschollen.
26. Scudelle Franz Schuberts an einem ca. 3 m hohen Quader aus Kunst-
stein in Luisenwahl neben der gleichzeitig errichteten Naturbühne. Unter
dem Relief „Schubert“ und: „Dem Liederfürsten Schubert der Verein der
Liederfreunde zu Königsberg.“ Bronze. Enthüllt: Sonntag, 2. Oktober
1928.
Standort: Park Luisenwahl. — Abbildung in: Königsberger Rundfunk,
Jahrgang 5. Nr. 43. S. 2. — Schicksal: Unbekannt.
146
27. R. haute die weiblichen Relieffiguren von Brachert aus (s. d. 24.).
Bayerischer Muschelkalk. 1930.
Standort: Am Landesfinanzamt.
28. Stark erhabenes Reiterrelief des Großen Kurfürsten in der Tracht der
“Zeit auf starkem Pferde. Drei Viertel Lebensgröße, sehr gute Arbeit.
Gips. Um 1930.
Standort: Gaststätte „Zum Kurfürsten“, Steindamm 153. — Schicksal:
Zerstört.
29. Etwas überlebensgroßes Bildnisrelief des Segelfliegers Lehrer Ferdi-
nand Schulz (abgestürzt 16. Juni 1929). Muschelkalk. Um 1930.
Standort: Ostpreußenwerk, Stresemannstraße. — Schickai: Möglicher-
weise erhalten.
30. Büste Hermann Goetz, etwa überlebensgroß, im Auftrage des Direk-
tors des Stadtgeschichtlichen Museums Eduard Anderson. Modell im Mu-
seum. Bronze, feuervergoldet. 1932.
Standort: Im ersten Rang des Opernhauses. — Schicksal: 1944 vernichtet.
31. Bildnisrelief des Stadtrates und Stadtältesten Emil Bieske und Gattin.
In Bronze gegossen in der Königsberger Gießerei seines Sohnes Dr.-Ing.
Erica B., in dessen Besitz die Reliefs nach Emil Bcs. Tode (1932) übergingen.
Bronze. 1932.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Vernichtet.
32. Bildnismaske des Malermeisters Wilhelm Paul. Gips, bronzeartig
paniert. Vor 1936.
Standort: Privatbesitz des Malermeisters Wilhelm Paul. — Schicksal: Ver-
nichtet.
33. Richard-Wagner-Gedenktafel mit einem Reliefbild nach rechts und
dem Text:
„Richard Wagner
Tragheimer Kirche 1836
getraut
wohnte Steindamm 110 [sic!]
Ecke Monkengasse.“
Schlesischer Marmor auf grauem Granit. August 1936.
Standort: Am Hause Steindamm 111. — Schicksal: Vielleicht erhalten.
34. Eichendorffplakette auf einer Gedenktafel, die daran erinnerte, daß
Eichendorff hier von 1824—1831 als Oberpräsidialrat an der Regierung
gewohnt hatte. Sie wurde zum 130. Geburtstag dem Dichter dar gebracht.
Marmor. Am 10. März 1938 angebracht.
Standort: Lange Reihe 4. — Schicksal: Vielleicht erhalten.
35. Bildnisbiiste des Malers Olov Jernberg, unfertig, jahrelang auf dem
Arbeitsplatz der Steinmetzfirma Pelz, Landhofmeisterstraße. Marmor.
Schicksal: Vernichtet.
147
Mammut
SANDEN, GEB. V. SCHLÜTER, EDITH VON
* Guscht/Neumark 15. Juli 1894, lebt in Hüde (Westf.) bei Lemförde.
Schon auf dem Hauptgestüt ihres Vaters, eines Landstallmeisters, machte
sie mit zwölf Jahren ihre ersten bildhauerischen Versuche: Die Reliefs einer
Ziege und einer Eidechse auf einem Stein, modelliert im Ziegenstall mit
einer Klammernadel. Fünf Jahre später durfte sie die Kunstschule Düssel-
dorf besuchen und modellierte Porträtköpfe. Kurz vor dem Kriege ver-
heiratet mit dem Tierliebhaber und Schriftsteller Walter v. Sanden-Guja,
war sie im Kriege Krankenschwester, dann lebte sie in Guja, besuchte
jedoch immer wieder die Kunstakademie in Königsberg, wo die Professo-
ren Heinrich Wolff und Stanislaus Cauer ihre Lehrer waren. In Salzburg
und am Ammersee betrieb sie Holzschnitzerei und Bronzeguß. Die meisten
ihrer in den folgenden zwei Jahrzehnten in Guja geschaffenen Tierbronzen,
nun ihr Spezialgebiet, konnten 1945 gerettet werden: Fischotter, Trauer-
seeschwalbe, Schlei, Aal, Zwerghuhn, Kormoran, Wels, Frosch, Wasser-
ralle, Engelleuchter. Ein Kolkrabe kam in die Vogelwarte Rossitten. Neben
den bildhauerischen Arbeiten illustrierte E. v. S. die Bücher ihres Gatten
mit Vignetten und Aquarellen.
Im Geologischen Museum, Lange Reihe 4, befand sich ein nach Anweisung
•von Hof rat Pfitzenmeier nach den Resten in Sibirien geschaffener Mammut,
60 cm hoch. Diese Plastik wurde in zahlreichen anderen Museen ebenfalls
aufgestellt. Bronze. 1934.
Abbildung in: Plastiken Edith v. Sanden. Privatdruck ohne Jahr, Tafel 18
(um 1960). — Schicksal: Unbekannt.
148
SAUER, LOTHAR
* Königsberg um 1877, f Kassel nach 1920. Begabter Schüler von Reusch,
später durch Trunk verkommen, als Steinmetz tätig.
1. Das Eingangsportal des Hauses Paradeplatz 8 (Cafe Bauer) stützten
zwei Atlanten.
Standort: Eine Zweitausfertigung derselben Atlanten befand sich am Hause
Gesecusplatz gegenüber dem Gelben Turm. Gips. Um 1890. — Schicksal:
Noch vor dem Zweiten Weltkriege bei Fassadenänderung des Erdgeschosses
am Paradeplatzhaus entfernt, die anderen vielleicht erhalten.
2. Büste Herzog Albrechts. Marmor. 1901.
Standort: Über dem Portal der Staats- und Universitätsbibliothek Mittel-
tragheim 12. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
3. "Zwei Figurengruppen im geschnitzten Rahmen der großen Wanduhr
im Sitzungssaale des Kreisausschusses zu Königsberg. Stiftung der Familie
Sachsen, Groß Kar schau. Holz. 1911.
Standort: Königstraße 55/56. — Abbildung in: Neue Kunst in Alt-
Preußen (Osterroth), Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 30. S. 489. —
Schicksal: Unbekannt.
4. Vier stehende Figuren auf den Pfeilern und vier singende Maskenköpfe
oben auf dem Balkon an der Fassade der Stadthalle sowie die Engelsköpf-
chen im Großen Saale. Kalkstein. 1912.
Standort: Stadthalle, Vorderroßgarten. — Abbildung in: Verwaltung der
Stadt Königsberg. — Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
SCHADOW, JOHANN GOTTFRIED
* Berlin 20. Mai 1764, f Berlin 27. Januar 1850. Sohn eines Schneider-
meisters. Sein erster Lehrer war Selvino, sein zweiter Jan Pieter Antoon
Tassert. Auch bei Bernhard Rode und Chodowiecki lernte er. 1785—1787
war Sch. in Italien, meist in Rom, wo er mit Canova befreundet war. 1788
wurde Sch., dessen Gönner der Akademiedirektor Minister v. Heinitz war,
Direktor des Oberhofbauamtes. Seine Hauptwerke sind: Die Quadriga
auf dem Brandenburger Tor in Berlin (1793) und seine Feldherrenstatuen,
besonders die des Alten Dessauers, die Gruppe der Schwestern Luise und
Friederike von Mecklenburg, das Denkmal Friedrichs des Großen in Stettin
sowie zahlreiche Grabmäler und Büsten. Unter diesen ist die Büste Kants
bemerkenswert mit kahlem Schädel, die er 1808 schuf. Als Vorlage diente
ihm Hagemanns (s. d.) Büste von 1801 und die Totenmaske Knorres (s. d.)
von 1804. Von ihm ist auch die Büste Kants in der Walhalla bei Regens-
burg.
1. Sockel des Denkmals Kurfürst Friedrichs HI. von Andreas Schlüter
(s. d.). Schadow schuf den Sockel im Stil seiner Zeit — in klassizistischen
149
Relief des preußischen
Adlers am Sockel des
Friedrich-]]] .-Denkmals
von Andreas Schlüter
Formen — passend zu der von ihm gebauten Rundmauer. Er trägt vorn
die Inschrift, hinten die Widmung, links Krone und "Zepter und nur rechts
eine figürliche Darstellung: Das Relief des preußischen Adlers. Marmor.
1802.
Standort: Schloßplatz. — Abbildung: Bei Rohde I. — Schicksal: Un-
bekannt.
2. Der Regierungsbaurat Valerian Müller erbaute 1808 das „Neue Schau-
spielhaus“. Der rechteckige Bau, über den das Urteil der Zeitgenossen von
hoher Begeisterung bis zu schroffem Tadel schwankte, trug nach seiner
zweiten Fertigstellung — er war 1808 abgebrannt, wurde aber sofort
wiederauf gebaut und am 9. Dezember 1809 feierlich eröffnet — an der
Stirnseite unter dem Dach einen Metopen-Triglyphenfries, der später zu-
gunsten eines Gelsons mit Konsolen entfernt wurde. Die zwei mächtigen
„ägyptischen“ Bogennischen an der Westseite trugen in den Zwickeln der
Bögen Köpfe, die jedoch später bei der Schließung der Nischen durch
Ranken ersetzt wurden. An der Westwand zwischen den Nischen sollten
mehrere Figuren von Musen stehen. Geldmangel verhinderte die Aufstel-
lung der bei Schadow bestellten Figuren und Metopenbilder. Immerhin
zeigt eine Zeichnung des Theaters von 1810 zwei Metopen, und an der
Westwand wurden vier Musen auf gestellt, von denen bis zum Umbau
1910 noch zwei, sodann bis 1944 eine erhalten blieben. Ob die Figuren
von Schadow selbst herrührten oder nur Werkstattarbeit waren, ist nicht
mehr bekannt. Sandstein. 1809.
Standort: „Stadttheater“, ab 1922 „Opernhaus“. — Abbildung: Bei Arm-
stedt, Karl. — Schicksal: Metopenfries und Köpfe verschwanden bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts. Die letzte Muse beim Brande Königsbergs
1944 vernichtet.
150
Medaillon, der Königin Luise
3. Medaillon der Königin Luise nach
rechts. Es wurde bei der Erhebung
1813 den Spenderinnen wertvollen
Schmuckes überreicht, ähnlich den
Eisenuhrketten usw., mit der Beschrif-
tung „Gold gab ich für Eisen". Ge-
gossen in der „Kgl. Berliner Eisen-
gießerei" (später Borsigwerke). Eisen-
guß. 1813.
Standort: Königsberger Privatbesitz
Dr. Johannes Leo, von dessen Groß-
eltern her. — Schicksal: Wahrschein-
lich mehrere Stücke erhalten.
4. Grabmal für Daniel Zimmermann. Auf hohem Unterbau in Zippusform
ein nach oben verjüngter Marmorblock, der in vertieften Feldern vorne
die Inschrift, beiderseits und hinten drei Reliefs zeigte. Eine schöne klassi-
zistische Urne krönte das Denkmal. Höhe 2,30 m. Reliefs: 32 x 33 cm.
Rechts: Liebe, sitzend, Dreiviertelprofil, herabblickend auf ein nacktes Kind,
das sich in ihrem Schoß aufrichten will. Links: Hoffnung, sitzend, Seiten-
ansicht von links, aufblickender Kopf, linker Arm stützt sich auf den
Anker. Hinten: Glaube, sitzend, im Profil nach links mit Schleier und
Mantel. In der Rechten der Kelch. Bei der Marmor aus führung unterstützte
Schadow sein Schüler Heinrich Kähler (s. d.). Schadow erhielt für dies
Werk 800 Taler. Oberbaurat Valerian Müller schrieb am 11. September
1823 an Schadow: „Zwar ein im Leben höchst schlichter Mann, der jedoch
ein großes Vermögen zu milden Zwecken vermacht hat, wofür die ver-
einigten drey Städte und die Vorstädte Königsbergs ihm hierdurch ihre
Dankbarkeit bezeugen wollen." Er legte einen Entwurf für das Grabmal
bei. Zeichnungen von diesem Werke Schadows befanden sich im Staats-
archiv Königsberg und in der Kupferstichsammlung der Albertina. Car-
rarischer Marmor. Eingeweiht am 12. Oktober 1823.
Standort: 1825—1861 auf dem Burgfriedhof in der Königstraße, dann im
Garten des Zimmermannschen Stiftes Königstraße 37. — Abbildung: Bei
Boetticher (Grabmal mit linkem und hinterem Relief), Maczkowsky (rechtes
Relief). — Schicksal: 1895 wurden die Reliefs vergoldet, wodurch die
Reinheit ihrer Formen stark litt. 1935 gereinigt, doch hatte der Marmor
einen Teil seiner Leuchtkraft eingebüßt. Die Bombennacht zerstörte das
Stift, doch das Denkmal blieb unversehrt. Heutiges Schicksal unbekannt.
Ein terrakottafarbig gestrichener Gipsabguß der Liebe kam 1911 aus dem
Besitz von W. Herbig in Pankow, dem Sohne des Schadowschülers Herbig,
in die Nationalgalerie Berlin und ist wahrscheinlich erhalten.
151
SCHARFF, EDWIN
* Neu-Ulm 21. März 1887, f Hamburg 18. Mai 1955. Begann 1904 als
Maler in München, ging aber in Paris, wo er lebte, zur Bildhauerei über.
Lehrer an der Staatlichen Kunstschule in Berlin. 1924 Professor an der
Akademie Berlin. 1934 in Düsseldorf. 1937 entlassen, 1946 Professor an
der Hanseatischen Kunsthochschule Hamburg. „Rossebändiger“ in Düssel-
dorf (Granit, 1939), Köpfe Heinrich Manns (1920) und Emil Noldes (1945,
beide Bronze). Büste Heinrich Wölfflin (Bronze) in der Staatsgalerie
München.
Bildniskopf Corinths. Stiftung der Königsberger Allgemeinen Zeitung.
Bronze. 1926.
Standort: Städtische Gemäldegalerie, Corinthsaal (Raum 36). — Abbil-
dung: Bei Sello, Rohde VIII. — Schicksal: Verschollen.
SCHENCK-SCHEUZLICH, HANS
* Schneeberg/Sachsen um 1500, f Berlin zwischen 1562 und 1572. 1526
bis 1528 in Königsberg nachgewiesen, wo er für eine Bildtafel zehn Mark
erhielt. Er war hier von 1526—1535 — einen kurzen Aufenthalt am polni-
schen Königshofe abgerechnet — tätig, dann lebte er in Berlin, wo er
Hofbildhauer Joachims II. und 1543 Bürger von Berlin war. Am 19. Juni
1562 schickte er an Herzog Albrecht einige von ihm gefertigte Bildnisse
brandenburgischer und sächsischer Fürsten in „Conterfactur mit grauem
Silber abgegossen“ zum Geschenk, wofür ihm Albrecht das beträchtliche
Geschenk von 40 Horngulden machte (= Goldgulden geringeren Gehalts,
benannt nach dem Lütticher Bischof Johann v. Horn). Auch sind Briefe
des Künstlers an den Herzog vorhanden.
1. Schnitzbild eines Mannes mit Totenkopf in Halbfigur vor zerstörter
Renaissancehalle. Das Bild wurde seinerzeit von Bauarbeitern in der Wand
vermauert gefunden und als Supraporte über der Tür zum Fliesensaal im
Albrechtsbau des Schlosses angebracht. Dann wurde es, jahrzehntelang un-
beachtet, im Zimmer des Kastellans aufbewahrt, bis es unter Direktor
Rohde im Zimmer neben dem Turm des Kürschners ausgestellt wurde.
Wer der Dargestellte ist, weiß man nicht. Birkenholz 90X60. 1530.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß im Turmzimmer (Raum
Nr. 13). — Abbildung: Bei Rohde I, Wünsch, Deutsche Staatenbildung,
Rohde II, Bonner Katalog. — Schicksal: Nach der Eroberung Königsbergs
durch die Russen 1945 wurde das Bildwerk von dem in Königsberg pflicht-
treu bei seinen Kranken verbliebenen greisen Chirurgen Professor Oskar
Erhardt am 9. April 1945 aus den Trümmern des Schlosses geborgen und
in seinem Zimmer im Elisabeth-Krankenhaus aufgehängt. Es gelang ihm
aber nicht, das Werk bei seinem Abtransport 1948 mitzunehmen. Ein
russischer Soldat verkaufte es an einen Dr. Franke, der es 1948 nach Leip-
zig und 1952 nach Berlin brachte, wo es 1958 der Verwaltung der Schlös-
152
Schnitzbild
ser und Gärten glückte, es zurückzuerwerben. Es befindet sich heute im
Jagdschloß Grünewald in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
2. Schaumünze auf Herzog Albrechts Vermählung am 7. Juli 1526 mit
der dänischen Prinzessin Dorothea. Vorderseite: Kopf Albrechts nach links
mit kurzem Vollbart. Randbeschriftung: Albe. Mar. Brand. Primu. Dux.
Prussi. 1526. Rückseite: Kopf Dorotheas nach rechts, geschmückt mit Ge-
schmeide über der Stirn und um den Hals. Randbeschriftung: Do. Ducie.
Re. Nata. Alb. Pru. D. Ux. Pri. 1526. Größe: 0 35 mm. Silber 1526.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum. — Abbildung: Bei Gundermann. —
3. Schaumünze gleicher Veranlassung. Vorderseite: Erstes Doppelbildnis
des Fürstenpaares. Brustbilder: Albrecht in Harnisch, Dorothea in Kleid
und Federhut. Umschrift: Exprimit Alberti Atqu. Dorothee. Pagina Vultus
1526. Inclita Quos Primos. Brussia. Nacta. Duces. Rückseite: Ohne Dar-
stellung. Größe: 0 44 mm. Silber. 1526.
Standort: Stadtgeschichtliches Museum. — Abbildung: Bei Gundermann. —
Schicksal (2. und 3.): Beide Münzen vernichtet, aber 2. ist im Kunsthisto-
rischen Museum Wien, 3. im Germanischen Museum zu Nürnberg erhalten.
153
SCHIEMANN
Bildhauer, Schüler Reuschs. Lebte um 1865 bis um 1925.
Mitarbeiter am Denkmal Kaiser Wilhelms I. (s. u. Reusch).
SCHIEVELBEIN, HERMANN FRIEDRICH ANTON
* Berlin 18. November 1817, f Berlin 6. Mai 1867. Schüler von Ludwig
Wichmann. Zeitweilig tätig in St. Petersburg, 1843/44 in Italien, 1860
Professor an der Berliner Akademie. Er schuf an der Dirschauer Eisen-
bahnbrücke (Osteinfahrt) die Ton-Reliefs der Besiegung und Bekehrung
der Litauer und an der Nogatbrücke die Statue Hermann v. Salzas, ferner
das Denkmal des Frhr. vom Stein am Dönhoffplatz in Berlin, eine Büste
Schadows und den großen Fries im Neuen Museum.
Statuen Luthers und Melanchthons. Gelber Sandstein. 1860.
Standort: Am Mittelbau der Stülerschen Universität in Nischen. — Ab-
bildung: Bei Wünsch, Hubatsch-Keyser und in: Königsberg in 144 Bildern.
Schicksal: Nach der Zerbombung der noch stehenden Fassade des Mittel-
baues der Universität beschädigt erhalten, heute wahrscheinlich zerstört.
SCHILLING, EMIL
Stempelschneider in Berlin 1844—1865 (?).
Denkmünze zur 300']ährigen Jubelfeier der Albertina. Vorderseite: Alber-
tus Dux Conditor D. 17.129. Aug. 1544 Frideric. Guil IV. Rex. Altor.
Kettenkranz mit Bildnis Albrechts und 1844. Die Köpfe Albrechts und
Friedrich Wilhelms IV., unten auf geschlagenes Buch mit Academia Alber-
tina. Rückseite: Blätterkranz, darin das Albertinum am Pregel. Rechts:
G. Sabinus, oben Simon Dach, links Immanuel Kant. Unten Schild mit
zwei Bären, die den Albertus halten. Rechts: Schilling, links fecit. Größe:
0 42 mm. Kupfer: 1844.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Vernichtet.
SCHINDLER, FERDINAND HIERONYMUS
f Berlin 1860, kurz nach der Rückkehr aus Italien. Schüler Schievelbeins,
1858/59 in Rom. Schuf die Gruppe eines am Boden liegenden Knaben, der
sich einer Gans erwehrt, der er das Junge nehmen wollte.
Vier Scudellen an der Stülerschen Universität: Herder, Hagen, Burdach,
Lachmann. Gelber Sandstein. 1860.
Standort: Universität, Paradeplatz. — Abbildung: Bei Wünsch, Hubatsch-
Keyser und in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: An der Ruine der
Universität teilweise erhalten, heute wahrscheinlich zerstört.
154
Denkmal Friedrichs I.
(zu S. 156)
SCHLÜTER, ANDREAS
* Hamburg 1661 als Sohn eines aus Danzig stammenden Steinhauers An-
dreas Schlüter d. Ä., der 1660—61 in Hamburg tätig war und dort ge-
heiratet hatte. Dann nach Danzig zurückgekehrt, starb er wahrscheinlich
bald. Der Sohn Andreas ging bei Bildhauer Christoph Sapovius in Danzig in
die Lehre. 1689 (oder früher) bis 1694 war er in Warschau, wo er am Bau
mehrerer Palais tätig war, besonders am Palais Krasinski. Am 25. Juli
1694 von Kurfürst Friedrich III. als Bildhauer nach Berlin berufen. Kurze
Reisen nach Holland, Frankreich und Italien (1696). 1702 bis 1704 Direk-
tor der Berliner Akademie der Künste. 2. Juni 1705 in höchster Gunst
als Oberbaudirektor. Wegen Einsturzgefahr mußte sein Münzturm 1706
abgetragen werden. Aber erst am 28. Januar 1707 wurde ihm die
Schloßbauleitung genommen und an Eosander v. Göthe gegeben. Sch.
geriet in Not und reiste vergeblich an den Hof nach Kassel. 1712 gab
er seine Wohnung auf und lebte in seinem Gartenhaus. Im Mai 1713 wurde
er von Peter I. als Baudirektor nach Petersburg berufen, wo er sich bald so
155
auszeichnete, daß sein Jahresgehalt schon im Februar 1714 von 3000 auf
5000 Rubel erhöht wurde. Sch. starb aber bereits im selben Jahre, zwischen
dem 15. Mai und dem 23. Juni, an welchem Tage seine Todesnachricht in
Berlin eintraf. Er liegt in Petersburg auf dem alten deutschen Friedhof
begraben. Kein sicheres Bildnis ist von ihm erhalten^
Sein Hauptwerk als Bildhauer sind das Denkmal des Großen Kurfürsten
in Berlin und die 22 Kriegermasken im Zeughaushof sowie die zwei Medu-
sen daselbst. Als Architekt machten ihn das Berliner und das Charlotten-
burger Schloß sowie die Villa Kamecke im der Dorotheenstraße unsterblich.
1. Denkmal König Friedrich I. — eigentlich Kurfürst Friedrich III. —
gegenüber dem Schloß. Dieses nachweisbar erste plastische Werk Schlüters,
das von Johann Jacobi in Berlin gegossen wurde, sollte zunächst im Ber-
liner Zeughaus, dann auf dem Giebel eines Invalidenhauses, dann auf
dem Berliner Königstor Aufstellung finden. Vor lauter weiteren Plänen
kam .es erst 1729 in aller Eile aus dem Gießhause zu Ehren des Königs
August II. von Polen auf einen gipsernen Sockel, der von vier Sklaven
von demselben Material getragen wurde, zur Aufstellung auf den Molken-
markt. Infolge anhaltenden Regens brach der Sockel zusammen. Nun
sollten die Sklaven des Bildhauers Koch in Erz gegossen werden, der Guß
mißlang aber, und die Statue kam wieder ins Gießhaus. Dann sollte sie auf
hoher Säule, später auf einem Marmor-Rokokosockel von Glume die
Prachtstraße Unter den Linden zieren, doch auch daraus wurde nichts, und
wieder ruhte das Denkmal im Zeughause. Von hier wurde es von den Rus-
sen 1760 als Beutestück entführt, gelangte aber nur bis Spandau, wo es
nach der Befreiung Berlins sogar in Gefahr kam, eingeschmolzen zu
werden. 1764 lag die herrliche Statue, Kopf unten, unter vielem Gerümpel
im Zeughause. Erst zur Zeit Friedrich Wilhelms III. erkannte der Stück-
gießer Fuchs und der General v. Dieskau den Wert des Denkmals und
empfahlen seine Wieder auf Stellung. Graf Ernst Ahasverus Heinrich v. Lehn-
dorff war es, der im Winter 1799—1800 den König um die Statue für
Königsberg bat, hierzu angeregt durch den Minister Frhr. Leopold
v. Schrötter, der das Standbild mit Schadow zusammen besichtigt hatte.
Schrötter wirkte auch, als der König 1800 das iDenkmal der Stadt Königs-
berg schenkte, an der Standortwahl und Aufstellung persönlich mit, wozu
er durch Kabinettsordre vom 1. Januar 1802 ermächtigt worden war. Er
verwarf den inneren Schloßhof und den Paradeplatz als Aufstellungsort
und regte Schadow zu dem Halbruhd seiner Mauer an, die dem bewegten
Standbild den ruhigen Hintergrund gab. (Gitterwerk und Trophäen von
Kohlhoff, s. d.). Unter reger Teilnahme der Bevölkerung wurde das
Denkmal vor der damaligen Dragonerkaserne, dem ehemaligen Marstall,
am Königsgeburtstag (3. August 1802) auf gestellt. Diese Mauer war übri-
gens eine Flüstermauer bester Art. Den nüchternen Marmorsockel mit Auf-
schrift, Widmung, Adler, Wahlspruch und Insignien schuf ebenfalls Scha-
dow (s. d.). Das Zepter in Friedrichs Rechter wurde 1807 von einem Fran-
zosen entwendet und von Rosenfelder stillos ersetzt. Im Laufe des
156
19. Jahrhunderts wurde das Denkmal leider mit Ölfarbe bestrichen und
dadurch seine Patina für immer zerstört. Als 1928 die zwecklos gewordene
Kürassierkaserne abgerissen wurde, um der neuen Reichsbank zu weichen,
sollte das Denkmal versetzt werden. Doch die Pietät siegte, und die ab-
gerissene Schadowmauer wurde 1930 genauso wieder errichtet. Bronze.
Zweite Jahreshälfte 1697 entworfen, 1698 gegossen.
Standort: Schloßplatz. — Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Rosen-
kranz, Schumacher II, Neumann, Sauerlandt, Wünsch, in: Deutsche
Staatenbildung. — Schicksal: Unbekannt (Moskau?).
2. Möglicherweise, wofür besonders die aus Bernstein geschnitzten Masken
sterbender Krieger sprechen (hierüber bei Rohde VII), war nach Sch.s Ent-
würfen auch das berühmte im Berliner, dann im Schloß zu Zarskoje Selo
und endlich im Königsberger Schloß eingebaute Bernsteinzimmer (s. u.
Roggenbuch) geschaffen worden. Bernstein. 1701—11.
Schicksal:. 1717 von Friedrich Wilhelm I. dem Zaren Peter I. geschenkt,
1941 in Königsberg eingebaut, 1944 verlagert, dann verschollen.
SCHMIDT, ANDREAS
* Rößel 1726, t Königsberg 1789 oder 1790. Als Bildhauergeselle ging
er nach Polen, ließ sich in Lissa nieder und kam nach 1758 nach Königs-
berg. Hier wohnte er auf dem Roßgarten, dann auf dem Sackheim und zu-
letzt auf dem Löbenicht als Mieter. Er stattete die Rößeler Pfarrkirche
einheitlich aus, doch gingen seine Altäre bei dem großen Stadtbrand 1806
fast ganz zugrunde.
1. Vier überlebensgroße Evangelistengestalten auf hohen Sockeln. Für ihre
Anfertigung spendete Bischof Ignaz Krasicki 200 Dukaten. Sandstein.
1772—76.
Standort: Auf dem Westgiebel der Katholischen Kirche. — Abbildung: Bei
Ulbrich I, Boetticher, Rohde I. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
2. Hochaltar, der 1830 nach Raunau (nordwestlich Heilsberg) kam, mit
den Aposteln Simon und Judas Faddeus. (Vielleicht sind auch die Schnitze-
reien an der Braveleitschen Orgel in der Katholischen Kirche von Sch.)
Holz. 1772.
Standort: Katholische Kirche. — Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal:
Unbekannt.
3. Ulbrich schreibt Sch. auch die vier mächtigen männlichen Pfeiler gestalten
an der alten Altstädtischen Kirchenorgel von Adam Gottlob Casparini zu.
Für die Orgel spendete der Kommerzienrat Saturgus eine bedeutende
Summe. Holz. 1763.
Standort: Seit 1895 im Städtischen Museumsbesitz. — Abbildung: Bei
Ulbrich I, in: Königsberger Woche, Jahrgang 5. 27. S. 640. — Schicksal:
1944 verbrannt.
157
SCHMIDT, GUSTAV HEINRICH
* Königsberg 1803, t Königsberg 1848 oder 1849. Nicht verwandt mit
dem Vorigen. Er war der Sohn des 1773 in Berlin geborenen Bildhauers
Johann Heinrich Schmidt, der 1798 nach Königsberg kam. Er lernte die
Bildhauerei bei seinem Vater, ging dann nach Berlin (1822—26), wo er bei
Professor Ludwig Wichmann modellierte. 1827 siedelte er an die Akademie
Wien über, arbeitete dort in Sandstein, 1828 an der Akademie München
in Marmor unter Professor Eberhardt. Er kehrte 1829 nach Königsberg
158
0.
zurück. In München schuf Sch. die Gruppe Ariadne und Amor im Gips-
modell, die untergegangen ist.
Die Statue der Liebe, sie zeigt bereits rokokohafte Züge. Ulbrich schreibt
dies Werk Sch. zu, doch bleibt die Urheberschaft zweifelhaft. Sandstein.
Um 174(L
Standort? Auf dem Dachfirst des Kneiphöfischen Rathauses, östliche Ecke.
— Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Vernichtet.
SCHMIDT, MAXIMILIAN
* Lissa 1758, f Königsberg 1826. Sohn von Andreas Schmidt. Kam als
Kind nach Königsberg und wurde Schüler seines Vaters, machte Reisen
durch Deutschland und die Niederlande und kehrte11789 nach Königs-
berg zurück. Hier wohnte er auf dem Anger, dann in der Löbenichtschen
Langgasse. Januar 1789 zeigte Sch. im „Königsberger Intelligenz-Zettel"
an, daß er sich in Königsberg „etabliret“ habe, bat um Zuspruch für Bild-
hauerarbeiten in Holz, Stein und Gips und versicherte „untadelhafteste
Arbeit und prompte Bewerkstelligung gegen billigen Preis". Werke von
ihm auch in der Provinz.
1. Zierate. Holz. Zwischen 1772 und 1790.
Standort: Im Innern der Katholischen Kirche. — Abbildung: Bei Boet-
ticher. — Schicksal: Wahrscheinlich zerstört.
2. Zierate.
Standort: Am Zeughaus Friedrichsburg, am abgebrochenen! Exerzierhaus
und an der abgebrochenen alten Börse. — Schicksal: Längst Unter gegangen.
1
3. Relief auf dem Faß im Blutgericht, das das Eindringen der Franzosen
am 16. Juni 1807 in den Schindelmeißerschen Weinkeller dm Domplatz
darstellt. Ob die Reliefs der 14 anderen Fässer in der Großen Halle und
der Marterkammer sowie der „thronende Bacchus“ auch von ihm stammen,
ist unbekannt. Größe: 0 1,23 m. Holz. 1807 oder später, i
Standort: Im Blutgericht. — Abbildung: Bei Ulbrich, Anderson VII,
Merian, in: Das malerische Ostpreußen, Neumann. — Schicksal: Wahr-
scheinlich vernichtet. ।
SCHMIDT-KESTNER, ERICH ;
* Berlin 15. Januar 1877, f Kassel um 1940. Er war freischaffender Bild-
hauer. 1904 erhielt er die Berliner goldene Medaille, 1905 die Münchner.
Vor 1908 schuf er ein „Schreitendes Mädcheii“, später eine Pofzellangruppe
„Fuchs und Gans" (Manufaktur Ilmenau),, beide in der „Kunst“ (Jahr-
gang 17, 1908 und 28, 1913) abgebildet. Da Sch.-K. mit dem Direktor
der Königsberger Kunstschule, Edmund May, verwandt war, berief ihn
dieser um 1926 als Leiter der Bildhauerkla^se an die Kunst- und Gewerk-
schule Königsberg. Bald nach 1933 wurde er, wie auch Direktor und
159
weitere Lehrer, aus seinem Amt an der Kunstschule entlassen. Er kam
dann an die Kunstschule in Kassel. In der Provinz stand in Heydekrug
eine Bronzebüste Sudermanns von seiner Hand.
1. Bildniskopf von Hermann Helmholtz. (Gegenstück zu Bracherts Hertz-
büste., s. d.). Größe: ca. 50 cm hoch. Bronze, feuervergoldet. 1927128.
Standort: Im Vorraum des Königsberger Elektrizitätswerkes im Mühlen-
grund. — Schicksal: Verschollen.
2. Tiergruppe. Bronze. Um 1928.
Standort: Vor der Kunstgewerbeschule. — Schicksal: Unbekannt.
3. Justitiabüste mit strengen Zügen auf 4 m hoher Klinkersäule. Aus-
gehauen von Kimritz (s. d.). Kalkstein. 1929.
Standort: Im ersten Innenhof des Gerichtsgebäudes, Hufenallee. — Schick-
sal: Unbekannt.
Bildniskopf Ernst Wiecberts
4. Bildniskopf des Dichters Ernst
Wiechert. Größe: ca. 40 cm hoch.
Bronze. 1929.
Standort: Privatbesitz des Dichters.
— Schicksal: Nach W.s Tode am
24. August 1950 von der Witwe dem
„Haus Königsberg“ in Duisburg ge-
schenkt. Daselbst aufgestellt.
5. Zwei spielende Windhunde, ca. 110 cm hoch. Geschenk des Künstlers.
Bronze. 1930.
Standort: Tiergarten (am Hauptweg). — Schicksal: Unbekannt.
6. Gesunder Mensch, Modell. Ausgehauen als Kolossalfigur von 2,30 m
Höhe von Kimritz (s. d.). Muschelkalk. 1933.
Standort: Am Eingang zur Neuen Anatomie. — Abbildung in: Königs-
berg in 144 Bildern. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
160
7. Relief Richard Wagners, ausgehauen von Kimritz (s. d.), zur Erinne-
rung an die Tätigkeit W.s als Aushilfskapellmeister im ]ahre 1836. Gelber
belgischer Marmor. 1936.
Standort: Im ersten Rang des Opernhauses. — Schicksal: Zerstört.
SCHREIBER, CASPAR
* Königsberg (?), f Königsberg (?). Königsberger Tischlermeister.
Kanzel, nichts Figürliches, aber ausgezeichnete und reiche Barockschnitzerei.
Nußbaumholz.
Standort: Burgkirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Hubatsch III. —
Schicksal: 1944 verbrannt.
SCHREIBER (SCRIBA), GEORG
Lebte in Königsberg von 1617—43. 1635/36 ist Sch. mit der Herstellung
umfangreicher Staatsgeschenke beschäftigt: Brettspiele, Sanduhren, Spiegel-
rahmen, Armbänder, Messer, kleine Laden. 1641 war er der früheste
Meister in der damals gegründeten Bernsteindreher- und -Schnitzerzunft.
1643 zuletzt in einer Urkunde des Königsberger Staatsarchivs erwähnt.
Auf einem in Darmstadt befindlichen, prächtigen Deckelhumpen signierte
er: „Georgius Scriba, Borussus Civis et Incola Regiomonti Borussorum hoc
fecit 1617.“ Dieser Humpen, im Besitz des Prinzen Ludwig von Hessen
und bei Rhein, ist, wie Ernst Hofmann, Leiter der Großherzoglichen Privat-
sammlungen, dem Verfasser freundlichst mitteilte, entgegen der allge-
meinen Ansicht nicht bei der Zerstörung Darmstadts am 11. September
1944 verbrannt, sondern überlebte im Tresor einer Bank und wurde dann
in einen Banktresor nach Breslau gebracht. Scheinbar verloren, tauchte
er im September 1964 im Westberliner Kunsthandel auf, wurde dem
Direktor des Museums Darmstadt zum Kauf angeboten und vom Prinzen
von Hessen erworben. Er befindet sich jetzt in dessen Wohnsitz im Schloß
Wolfsgarten. Auch im Nordiska Museet zu Stockholm befindet sich ein
18,7 cm hoher reich mit Gold verzierter Bernsteinhumpen mit Deckel und
Goldgriff, den Sch. 1628 für den Kurfürsten Georg Wilhelm verfertigte
und der mit Maria Eleonore, der Schwester des Kurfürsten und Gemahlin
Gustav Adolfs, nach Schweden kam. Diese beiden Stücke und — viel-
leicht — die Weimarer Kassette, dürften die einzigen erhaltenen Werke
von Schreibers Hand sein.
1. Bernsteinkästchen mit vier liegenden Löwen als Füße und Putten in
Nischen. Auf dem Deckel liegender Putto. Signiert: George Schreiber. Aus
Frankfurter Privatbesitz. Um 1930 erworben. Bernstein. Um 1613.
Standort: Städtische Kunstsammlungen im Schloß. — Abbildung: Bei
Pelka, Rohde III, Rohde V, in: Deutsche Staatenbildung. — Schicksal:
Verschollen.
161
2. Prunkvolle zweistöckige, 37 cm hohe Lade, aus der Sammlung Fürst
Mattei in Rom um 1935 erworben. Sie stammte aus Gonzagaschem Besitz.
Im Sockel drei Löwenköpfe, im Hauptgeschoß sechs Säulen, dazwischen
eine Krieger gestalt und zwei Reliefs. Das Obergeschoß bekrönt von der
großen Reitergestalt des Marcus Curtius. Bernstein. Um 1635.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen. — Abbildung: Bei
Rohde III, im Jahrbuch Königsberg, 1936, S. 71. — Schicksal: Verschollen.
SCHÜTZ, SIEGMUND
* Dessau 1906, lebte noch 1958 in Berlin. Studierte an der Kunstgewerbe-
schule Dessau, lernte die Holzschnitzerei in Bad Warmbrunn und besuchte
die Akademie Dresden. Seit 1933 künstlerischer Mitarbeiter an der Staat-
lichen Porzellanmanufaktur Berlin. So schuf er für den Speisesaal eines
Schiffes des Norddeutschen Lloyd figürliche Porzellanreliefs („Europa“
u. a.)
Plakette Immanuel Kant. Ehrengabe der Stadt Königsberg. Basalt. 1939.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Schicksal: Vernichtet.
.SCHULTHEISS V. UNFRIED, JOACHIM LUDWIG
* Alt-Ruppin (?), t Königsberg 10. Juni 1753. Vater Joachim v. U-Sculte-
tus, Geh. Kammerrat. Schon am 23. August 1689 in die Universitäts-
Matrikel Frankfurt/O. eingetragen. 9. Januar 1702 Königlich-Preußischer
Ingenieur und Baumeister. 1705—13 Baudirektor in Königsberg, dann in
Berlin. 18. Januar 1721 Oberlandbaudirektor und Preußischer Kammer-
rat in Königsberg. Seine architektonischen Leistungen in Königsberg:
Waisenhaus (1703/05), Unfriedflügel des Schlosses (1706/13), Tragheimer
Kirche (1708/10), Französische Kirche (1733—36), Unvollendete Garni-
sonkirche (1731).
1. Entwürfe zur Neugestaltung der Schloßkirche: Empore, Königliche
Loge, Kanzelaltar, Orgelgehäuse, ausgeführt z. F. von M. Poertzel (s. d.).
1705—10 entworfen.
Standort: Schloßkirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Hu-
batsch III, in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Vernichtet.
2. Adler auf dem Staatlichen Waisenhaus. Er hatte nur den linken Flügel
ausgestreckt, um die Zweckbestimmung als Wetterfahne zu ermöglichen.
Er war der einzige gekrönte preußische Adler, den die Russen während
der Besatzungszeit 1758—62 nicht angetastet haben. Bronze, vergoldet.
Standort: Das Staatliche Waisenhaus am Sackheimer Tor wurde am 18. Ja-
nuar 1701 gegründet, vollendet am 18. Januar 1705. — Abbildung: Bei
Boetticher, Rohde I, Wünsch. — Schicksal: Nach der Ausbombung erhalten.
Heutiges Schicksal unbekannt.
162
SCHULZ (SCHULTZ), CHRISTIAN BENJAMIN
Lebte in Heilsberg. Schaffenszeit 1780—1810. In Königsberg wohnte er
als Mieter in der Wallstraße. In dem Königsberger „Intelligenz-Zettel“
Nro. 45 v. 14. April 1792 empfiehlt Sch. sich dem Publikum um „geneigte
Befehle“ in „Büsten und Statuen nach der Fabellehre“. Von ihm stammten
neben Bronzearbeiten der Hochaltar in der Nicolaikirche zu Elbing, der
Adler in der Kreuzkapelle zu Heilsberg-Neuhof, ein Altar in der Pfarr-
kirche Seeburg, die Kanzeln in Benern (Kreis Heilsberg) u. a.
Klassizistischer Altaraufsatz mit Gestalten der Liebe und des Glaubens.
Vier Figuren im Gebälk: Zwei Putten, Liebe und Maria Magdalena. Die
beiden letzteren, künstlerisch wertvoller, stammen nach Machmar noch
von dem alten abgebrannten Altar. Geschenk des Apothekers Johann
Siegismund Tiepolt, 1797. Kosten des Altars: 2450 fl. Holz, farbig und
vergoldet. 1792; 1820 vergoldet.
Standort: In der Tragheimer Kirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Ul-
brich I, Machmar. — Schicksal: Zerstört.
SEIFFERT, WILHELM
* Berlin-Charlottenburg 18. September 1907, f Ostfront (Kolbergi/Lett-
land) 9. August 1944. Sohn eines Postbeamten. Er besuchte das Schiller-
Realgymnasium Charlottenburg und studierte ab 1926 an der dortigen
Technischen Hochschule Architektur (Professor Heuseier) und Bildhauerei
(Professor Hosaeus). Er kam 1936 nach Königsberg, wo er als Diplom-
ingenieur und Architekt beim Stadtplanungsamt angestellt war. Er malte
ferner Porträts (auch ein Selbstbildnis), die sämtlich untergegangen sind.
1. Bildniskopf der Bildhauerin Elisabeth Loeffke-Kleinschmidt (s. d.).
Bronze. 1936. \
Standort: Privatbesitz Seiffert. — Schicksal: Verschollen. ;
2. Bildniskopf Pastor Siering. Bronze. 1937.
Standort: Privatbesitz Seiffert. — Schicksal: Verschollen. !
3. Bildniskopf Ruthild Siering, vier Jahre. Bronze. 1938. ‘
Standort: Privatbesitz Seiffert. — Schicksal: Verschollen. >
4. Bildniskopf Michael Petzold, vier Jahre. Bronze. 1939. ;
Standort: Privatbesitz Seiffert. — Schicksal: Verschollen. 1
SIEMERING, RUDOLF LEOPOLD :
* Königsberg 10. August 1835, f,Berlin 23. Januar 1905. Väter: Leihamt-
Verwalter. S. besuchte das Löbenichtsche Gymnasium, von dem er auf
Obersekunda wegen eines Konflikts abgehen mußte. Er trat; in eine Tisch-
lerwerkstatt, vervollkommnete sich auf der Kunstschule inr Zeichnen, ge-
wann darin mehrere Preise und bezog die Königsberger Kunstakademie.
163
Seiffert:
Bildniskopf der Bildhauerin Loeffke-Kleinschmidt — Bildniskopf Pastor Sierings
(zu S. 163)
Bildniskopf Ruthild Siering — Bildniskopf Michael Petzold
(zu S. 163)
Da es dort noch keinen Lehrer für Plastik gab, ging er 1858 mit einem
Stipendium von 80 Talern an die Berliner Akademie, wo er in das Atelier
Gustav Bläsers eintrat. Dort arbeitete er mit an den Reliefs für das Tor
der Dirschauer Weichselbrücke. Er schuf 1864 die Terrakottafiguren des hl.
Adalbert und des Bischofs Polenz am Portal der Fischhausener Kirche
(später in Erz gegossen), eine Christusfigur ebenda, 1872 das schöne Denk-
mal Friedrichs des Großen in Marienburg mit den vier großen Hoch-
meistern. Mehrere Italienreisen. Weitere Werke: Die Porträtbüste des Dan-
ziger Oberbürgermeisters Winter, das Lutherdenkmal in Eisleben und das
Denkmal Albrecht v. Graefes in Berlin, das Friedrich Wilhelms I. in der
Siegesallee (1902) und das Mozart-Haydn-Beethoven-Denkmal im Berliner
Tiergarten (1904). Er war auch als Medailleur tätig. So schuf er die sehr
selten gewordene Medaille auf die goldene Hochzeit Kaiser Wilhelms I. Mit
dem kolossalen Washingtondenkmal in Philadelphia gewann er 1897
einen ersten internationalen Preis. Er war Professor, Mitglied des Senats
der Akademie der bildenden Künste in Berlin und Leipziger Dr. h. c. In
Königsberg wurde ihm zu Ehren eine Straße benannt.
7. Zehn Scudellen: Sabinus, Dach, Kant, Hamann, Hippel d. Ä., Kraus,
Bessel, Herbart, Jacobi, Lobeck (die vier anderen von Schindler s. d.).
Gelber Sandstein. 1860.
Standort: Im Obergeschoß der Stülerschen Universität. — Abbildung: Bei
Hubatsch-Keyser und Wünsch, in: Königsberg in 144 Bildern, Heimat
Ostpreußen. — Schicksal: Nur zum Teil noch an der Universitätsruine
erhalten, heute wahrscheinlich zerstört.
2. Biiste des Chirurgen Albrecht Wagner, gestiftet von der Universität.
Marmor. Nach 1871.
Standort: Im Senatszimmer der Stülerschen Universität. — Schicksal:
Zerstört.
3. Biiste Dr. Johann Jacobys, Jugendwerk, von der Stadt Königsberg ge-
stiftet. Marmor. 1872.
Standort: Im Junkersaal des Kneiphöfischen Rathauses. — Abbildung:
Bei Daun. — Schicksal: Aufgestellt 1877. Bald darauf durch die Regierung
entfernt. Lange im Siemering-Museum. Am 1. Mai 1920 wieder aufge-
stellt. 1933 abermals entfernt, seitdem verschollen.
4. Nachbildung der Hagemannschen Kantbiiste (s. d.) in der Stoa Kan-
tiana, später in der Stadtbibliothek, dann im Kantzimmer. Marmor. 1879.
Standort: Im Stadtgeschichtlichen Museum. — Abbildung: Bei Ander-
son IV. — Schicksal: Zerstört.
5. Kantbiiste in der Aula des Friedrichskollegiums, dessen Schüler Kant
von 1732—40 gewesen war. Sie wurde als Spende alter Schüler, deren
Wortführer Konsistorialrat Professor Sommer war, bei der Einweihung
des neuen Schulgebäudes in der Jägerhofstraße am Sonnabend, dem 1. Ok-
tober 1892 dort auf gestellt. Marmor. 1892.
Standort: Collegium Fridericianum, Jägerhofstraße. — Schicksal: Zerstört.
165
Büste Johann Jacobys
(zu 8. 165)
Büste Eduard von Simsons
6. Herderbüste, bei derselben Gelegenheit gestiftet, da Herder von 1763
bis 1764 Lehrer am Fridericianum war. Marmor. 1892.
Standort: Collegium Fridericianum, Jägerhofstraße. — Schicksal: Zer-
stört.
7. Büste Eduard v. Simsons, von der Stadt Königsberg gestiftet. Marmor.
Um 1900.
Standort: Im Junkersaal des Kneiphöfischen Rathauses. — Abbildung:
Bei Daun, in: Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: 1933 entfernt, heute
verschollen.
8. Zahlreiche Gipsmodelle von S.s Werken wurden 1937 im Kneiphöfisch en
Rathause aufgestellt. S. hatte sie seinerzeit seiner Vaterstadt geschenkt.
Um 1910.
Standort: Im Kneiphöfischen Rathaus. — Abbildung in: Jahrbuch Königs-
berg, 1937, S. 34. — Schicksal: Zerstört.
SONNENBERG, MAX
* Königsberg (?) ca. 1885, t Westfront 1914.
Elchhirsch, erworben von Konsul Otto Paetsch. Bronze. Um 1913.
Standort: Im Laden von Gräfe & Unzer. — Schicksal: Vernichtet.
166
SOPHER, BERNHARD
* Safed/Palästina 15. Juni 1879, J Hollywood 18. Juni 1949. Schüler der
Akademie in Berlin und Weimar (Brütt). Seit 1908 in Düsseldorf ansässig.
Emigrierte 1933 nach San Franzisko. Werke: Essen: Knöchelspielerin
(Bronze), Bildniskopf Konrad Adenauer.
1. Gruppe Mutter und Kind. Bronze.
2. Zwei Bronzeköpfchen: Chinesen- und Mulattenmädchen.
Standort: Beide in der Königsberger Gemäldegalerie. — Schicksal: Ver-
schollen.
SOSNOWSKI, THOMAS OSKAR GRAF
* Nowomalin/Wolhynien 12. Oktober 1810 (oder 1811), j* Rom 27. Ja-
nuar 1886. Schulbesuch in Krzemieniec, Teilnehmer am russisch-polnischen
Kriege, Schüler des Bildhauers Malinski in Warschau und 1833—35 Chri-
stian Rauchs. Lebte seit 1846 in Rom. Fast nur Marmorarbeiten in Rom,
Warschau und anderen polnischen Städten.
Büste König Friedrich Wilhelms III. Sie wurde nach einer Büste Rauchs
angefertigt und 1844 von der Galerie erworben. Marmor. 1844.
Standort: In der Städtischen Gemäldegalerie, Königstraße 57. — Schick-
sal: Noch 1910 im Katalog erwähnt. Späteres Schicksal unbekannt.
SPLIETH, HEINRICH
* Elbing 17. August 1877, f Berlin 21. März 1929. Sohn des Bildhauers
Heinrich Josef Sp. (1842—1894). Sein Arbeitsgebiet umfaßte Glaubens-
stoffe, Bildnisse, Einzelgestalten, Tierdarstellungen, besonders Modelle für
die Majolikafabrik in Cadinen. Sp.s Hauptwerk: Kreuzabnahme in der
Nicolaikirche in Elbing. „Ermländerin“ im Museum Braunsberg.
1. Christus als guter Hirt auf der Grabstätte des Propstes Szadowski. In-
schrift: „Dem Prälaten und Ehrendomherrn Johannes Szadowski, geb.
16. Mai 1834, gest. 10. August 1914, gewidmet von der dankbaren Propstei-
gemeinde“ . Der Entwurf Sp.s wurde von Professor Anton Ulbrich über-
arbeitet und in Berlin ausgeführt. Sandstein. 1924.
Standort: Katholischer Propsteifriedhof. — Abbildung in: Ostpreußische
Woche, Jahrgang 13, 49, S. 862. — Schicksal: Unbekannt.
2. Kriegerehrenmal-Hochrelief: Christus tröstet einen sterbenden Krieger.
Darüber: „Unseren Helden 1914—1918“. Darunter: 32 Namen Gefal-
lener. Kalkstein. 1921.
Standort: Katholische Kirche auf dem Haberberg. — Abbildung in: Ost-
preußische Woche, Jahrgang 13, 49, S. 832. 1921. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
167
STEINER, ARTHUR
* Gumbinnen 2. Juli 1885, t Lychen/Uckermark 24. September 1960.
Vater: Schuhmachermeister Johann St. Er war schon als Knabe ein guter
Zeichner, liebte die Natur und die Tiere und trat, als er mit 15 Jahren die
Realschule seiner Vaterstadt verließ, als Kaufmannslehrling in eine Wild-
handlung ein. Dort studierte er die Tiere und zeichnete ihre Muskeln u. a.
heimlich ab. Als er ausgelernt hatte, ging er 1903 nach Königsberg, wo er
bis 1945 blieb, besuchte alle Kunstausstellungen und fing — ganz Auto-
didakt — zu malen an. Kunstmaler wurden auf ihn aufmerksam, er trat
ihrem Verein bei, und auf einer Kunstausstellung wurde ein Jagdstück von
ihm als erstes Bild verkauft. Ende der zwanziger Jahre machte er den
Versuch, einen Elch zu modellieren. Da er die Technik nicht beherrschte,
wurde aus dem geplanten stehenden ein sitzender Elch. Doch war das
Werkchen so gut gelungen, daß die Kaiserliche Majolikafabrik Cadinen
es ihm sofort zur Vervielfältigung abnahm. Im Laufe von 17 Jahren hat
er für Cadinen zahlreiche Modelle — Elch, Reh, Enten, Uhu, spielende
Bären u. a. hergestellt, die in Majolika oder Steinzeug hergestellt wurden.
Kämpfende Hirsche und Elche bis 1 m Länge gingen nach Doorn als Ge-
schenk für Kaiser Wilhelm II. 1930 fand bereits eine Ausstellung von
St.s Tierplastiken bei Bernhard Teichert statt. Später schuf er für die Stadt
Tilsit einen lebensgroßen Jungbrunnen (kniendes Mädchen mit aus einer
Schale trinkendem Rehkitz, Marmor, 1930), Kriegerdenkmäler (zwei
Reliefs) für Lasdehnen und den künstlerischen Schmuck der Ostpreußischen
Landschaft in Elbing. Auch porträtierte er den Kaltbluthengst Germinal
de Beek. Für die Vogelwarte Rossitten schuf St. 1940 eine Bronzebüste
Professor Thienemanns, für Insterburg einen Hindenburgkopf, einen
Fahnenträger an einer Kaserne (Bauplastik) und einen Fischotterbrunnen
(alle Muschelkalk, 1943), für Bialystok im Auftrage der Regierung eine
Fuchs- und eine Fischottergruppe (Muschelkalk, 1943) sowie drei Klein-
plastiken (Bär, Wisent, Wolf: Stucco). St. arbeitete, wie es Michelangelo
tat, ohne Modell direkt in den Stein hinein ohne Punktiergerät und ver-
anlaßte auch seine Schüler zu dieser Arbeitsmethode. Professor Stanislaus
Cauer schätzte St. so hoch, daß er ihm bei seinem Tode sein gesamtes
Werkzeug und seinen Marmor vermachte. Nach der Flucht ging St. mit
seiner Frau nach Tabarz, wo sie 1948 starb. Die Stadt Erfurt holte ihn
und seine Schülerin Liselotte Backschies zur Ausschmückung öffentlicher
Bauten nach Erfurt, wo er sie 1951 heiratete. Dort hat er noch viel ge-
schaffen. Nach der Umsiedlung nach Lychen verstorben. Seine Schülerin
Martha Degen-Grams (s. d.) hat seinen Bildniskopf geformt.
1. Orang-Utan, lebensgroß. Roter Porphyr. 1930.
Standort: Vor des Künstlers Hause in der Kraus-Allee Nr. 62. — Schick-
sal: Möglicherweise in Königsberg erhalten.
2. Genoveva. Leihgabe für eine Königsberger Schule. Kunststein. 1931.
Schicksal: Zerschlagen.
168
Orang-Utan
(zu S. 168)
3. Stehender Elch, 60 cm hoch. Bronze. Zwischen 1931 und 1939.
Standort: Ostpreußenwerk, Fuchsberger Allee. Schicksal: Unbekannt.
4. Ruhender Kater, lebensgroß. Muschelkalk. Zwischen 1931 und 1939.
Standort: Steht in Lychen. Schicksal: Erhalten.
5. Drei Jungfüchse, lebensgroß. Carrara-Marmor. Zwischen 1931 und
1939.
Standort: 1946 in Privatbesitz in Tabarz. — Schicksal: Erhalten.
6. Bär.
7. Pavian. Beide Sandstein. 1936.
Standort: Beide 1959 von der Stadt Erfurt für den Tierpark gekauft. —
Schicksal: Erhalten.
8. Truthahn. Sandstein. 1936.
Standort: In Königsberg geblieben. — Schicksal: Verschollen.
9. Petri Fischzug an der Laibung der Tür des Königsberger Seemanns-
heims. Klinker. Um 1937.
Standort: Königsberger Seemannsheim, Deutsch-Ordensring 51. — Schick-
sal: Unbekannt.
169
Ruhender Kater
(zu 8. 169)
10. Tiergruppe, zwei Lämmchen, lebensgroß. Griechischer Marmor. Vor
1938.
Standort: Vom Museum der Stadt Erfurt angekauft. — Abbildung in:
Ostpreußisches Kunstschaffen, Naturstein, H. 11, 1955. — Schicksal:
Erhalten.
11. Kaninchengruppe, lebensgroß. Bordiglio-Marmor. Vor 1939.
Standort: Steht in Lychen. — Abbildung in: Naturstein, H. 11, 1955. —
Schicksal: Erhalten.
12. Angorakatzengruppe, stark lebensgroß. Marmor. Vor 1939.
Standort: Steht in Lychen. — Abbildung in: Naturstein, H. 11, 1955. —
Schicksal: Erhalten.
13. Liegendes Kaninchen. Deutscher Marmor. Vor 1939
Standort: Steht in Lychen. — Schicksal: Erhalten.
14. Bildnisbüste Justizrat Forche.
13. Bildnisbüste Dr. Klammt.
16. Bildnisbüste Geheimrat Jockei.
17. Bildniskopf des Herrn Hundsdörfer, Königsberg.
18. Bildnisbüste Frau Hammer, Königsberg. Sämtliche Gips. Vor 1939.
Standort: Sämtliche Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
170
19. Relief: Schäfer mit Schafen. Bronze. Vor 1939.
Standort: Am Hause des Direktors Ziegert am Zwillingsteich. — Schick-
sal: Unbekannt.
20. Mausernder Fuchs, lebensgroß. Porphyr. Vor 1939.
Standort: Privatbesitz in Thüringen. — Schicksal: Erhalten.
21. Mädchen mit zwei Lämmern, ca. 60 cm hoch. Auftrag für die Reichs-
wollverwertung als Wanderpreis für den besten deutschen Schafbock.
Steinzeug. Vor 1939.
Schicksal: Soll nach 1945 gerettet sein und in oder bei Halle sich befinden.
22. Affe, 25 cm hoch. Bronze. Vor 1939.
Standort: Privatbesitz Otto Böttcher, Tabarz. — Schicksal: Erhalten.
23. Pumagruppe, lebensgroß. Eine
Zweitausfertigung steht in Lychen.
Muschelkalk. Vor 1939.
Standort: Ostlandwerk in Metgethen.
— Schicksal: Erhalten.
24. Katzenliesel, Kind mit zwei Kätz-
chen, lebensgroß. Sandstein. 1939.
Standort: Steht in Lychen. — Schick-
sal: Erhalten.
Katzenliesel
171
Schimpanse
25. Löwin, überlebensgroß. Kunststein. Vor 1940.
Standort: Im Vorgarten vor des Künstlers Atelier in der Gneisenaustraße
Nr. 38. — Schicksal: Möglicherweise in Königsberg erhalten.
26. Bär, ca. 30 cm hoch. Holz (Nußbaum). Vor 1940.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: 1945 gestohlen.
27. Pelikangruppe. Klinker. Vor 1940.
Standort: Kreuzkirche, außen. — Schicksal: Unbekannt.
28. Schwarze Katze, lebensgroß.
29. Schimpanse, lebensgroß. Beide Granit. 1940—41.
Standort: Beide in Lychen. — Schicksal: Beide erhalten.
30. Ostpreußische Mutter, Relief, lebensgroß, gefertigt in Königsberg.
Carrara-Marmor. Zwischen 1940 und 1942.
Standort: In der Medizinischen Akademie in Erfurt. — Abbildung in:
Naturstein, H. 11, 1955. — Schicksal: Erhalten.
172
Rehkitz — Uhu
31. Fischotter, lebensgroß. Lindewiesner Marmor. 1941/42.
Standort: Angekauft vom Anger-Museum Erfurt. — Abbildung in: Kata-
log Erfurter Künstler. — Schicksal: Erhalten.
32. Fuchs, lebensgroß. Carrara-Marmor. 1942.
Standort: Steht in Lychen. — Schicksal: Erhalten.
33. Figer, 50 cm hoch. Holz (Mahagoni). 1942.
Standort: Privatbesitz des Künstlers. — Schicksal: 1945 gestohlen.
34. Zwei Seelöwen.
35. Arbeiter. Beide Muschelkalk. 1942.
Standort: Ostlandwerk Metgethen. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
36. Widder, 40 cm hoch. Für den Reichsverband der Schafzüchter in
Königsberg. Stucco. 1942.
Schicksal: Unbekannt.
37. Schlangenadler, stark lebensgroß. Zedernholz.
38. Rehkitz, lebensgroß. Carrara-Marmor.
39. Uhu, stark lebensgroß. Zedernholz. Alle drei geschaffen zwischen
1941 und 1943.
Standort: In Lychen. — Schicksal: Erhalten.
173
Mädchen mit Wildkalb
40. Fischadler, stark lebensgroß.
Französischer Muschelkalk. 1943.
Standort: Angekauft von der Stadt
Erfurt. — Schicksal: Erhalten.
41. Mädchen mit Wildkalb, im Auf-
trage der Regierung. Muschelkalk.
1944.
Standort: 1946 in Tabarz von Fried-
rich Waltershausen angekauft. —
Schicksal: Erhalten.
STEINER, GEB. BACKSCHIES, LISELOTTE
* Alienstein 12. Dezember 1910, lebt in Lychen/Uckermark, am Wurlsee.
Seit 1918 in Königsberg, wo sie das Abitur machte. Sie war seit 1940
Schülerin ihres späteren Gatten, absolvierte ein Semester an der Königs-
berger Kunstakademie unter Wissel und arbeitete dann in Steiners Künst-
lerwerkstatt.
1. Sitzende. Kleinplastik. Stucco. 1940/41.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: 1945 vernichtet.
2. Fischermädchen, Akt. Sandstein. 1941.
Standort: 1946 angekauft von O. Böttcher, Tabarz. — Abbildung in:
Naturstein, H. II, 1955. — Schicksal: Erhalten.
3. Sinnende, Akt, lebensgroß. Porphyr. 1941.
Standort: Im Atelier Königsberg, Gneisenaustraße 38, geblieben. — Schick-
sal: Unbekannt.
4. Schlafende, Akt, 70 cm lang. Carrara-Marmor.
5. Mutter und Kind, 30 cm hoch. Stucco. Beide 1942 geschaffen.
Standort: In Lychen. — Schicksal: Erhalten.
6. „Meine Nichte", lebensgroß. Stucco. 1942
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: 1945 vernichtet.
7. Mädchen mit stehendem Reh, 25 cm hoch. Stucco. 1942
Standort: Privatbesitz (Graz). — Schicksal: Erhalten.
174
Sinnende
(zu S. 174)
8. Ferien, weiblicher Akt. Sandstein. 1943.
Standort: Angekauft für eine Schule in Sömmerda/Thüringen. — Abbil-
dung in: Naturstein, H. 11, 1955. — Schicksal: Erhalten.
9. Feierabend (alte sitzende Frau), 60 cm hoch. Sandstein. 1943.
Standort: In Lychen. — Schicksal: Erhalten.
10. Stehender Akt (Mädchen), 60 cm hoch. Stucco. 1943.
Schicksal: 1945 vernichtet.
11. Kind mit Katze, 60 cm hoch. Muschelkalk. 1943.
Standort: In Königsberg geblieben. — Schicksal: Unbekannt.
12. Bildniskopf Fräulein M., lebensgroß. Stucco. 1943.
Standort: Privatbesitz in Königsberg. — Schicksal: Unbekannt
13. Vogeltränke „Mädchen mit Fisch“, 75 cm hoch. Sandstein. 1943.
Standort: Königsberger Privatbesitz (Mitzlaff). — Schicksal: Unbekannt.
14. Mädchen mit Reh, 60 cm hoch. Stucco. 1943/44.
Schicksal: 1945 vernichtet.
175
Feierabend
(zu. S. 175)
15. Kleinplastiken: Lamm, Reh, Stucco. Vor 1944.
Schicksal: 1945 vernichtet.
16. Kleinplastiken: Bäckchen, Katze, Gänschen, Hund. Stucco. Vor 1944.
Standort: In Lychen. — Schicksal: Erhalten.
STEPATH, MARGARETE
* Maldeuten 27. März 1899, lebt in Isny/'Württemberg, Espantorturm 23.
Tochter eines Königsberger Holzkaufmanns. Sie besuchte das Thudesche
Lyzeum in Königsberg, bestand in Berlin nach zweieinhalbjähriger Lehr-
zeit das Photographenexamen, kam aber im Herbst 1918 nach Königs-
berg zurück, wo sie, da die Photographie sie nicht befriedigte, nach einer
kurzen Tätigkeit als Krankenschwester zwei Semester lang die Künst-
elnd Gewerkschule Professor Mays besuchte. (Goldschmiedeklasse). Dann
Kunstgewerbeschule in München (Bildhauerklasse Professor Wackerle).
Gleichzeitig schnitzte sie bei Elfenbeinbildhauer Deutschmann Putten u. a.
1923—24 Bildhauerklasse der Königsberger Kunst- und Gewerkschule
176
(Professor Brachert), 1924—25 Bildhauerklasse der Kunstakademie (Pro-
fessor Cauer) und Graphik bei Professor Wolff. 1932—34 schuf sie im
Werkkeller Hans Pfeiffers, Königsberg, figürliche Arbeiten in Stein und
Ton. Professor Brachert hat 1923 ihre Büste geschaffen (s. d.). 1934 ging
sie nach Berlin, wo sie für das Grabmal ihrer Schwester Elisabeth eine
Bronzeplakette mit Relief schuf. (Friedhof Müllerstraße).
1. Relief: „Rhythmus“, drei Frauengestalten. (Brachertscher Stil). Roter
Sandstein. 1923.
Standort: Im Garten Kastanienallee zurückgeblieben. — Schicksal: Un-
bekannt.
2. „Sieg des Tieres“. Gebrannter Ton. 1924.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin. — Schicksal: Verschollen.
3. „Rasen der Zeit“. Plastilin. 1924.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin. — Schicksal: Verschollen.
4. „Taumel“, drei Frauengestalten, 30 cm hoch. Gips, getönt. 1924.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin. Ausgestellt in der Königsberger
Kunsthalle 1928. — Schicksal: Verschollen.
5. Bildnisbüste der Schwester Irmgard Stepath. Gips. 1924.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin. Ausgestellt in der Königsberger
Kunsthalle 1928. — Schicksal: Verschollen.
6. „Salome“, ca. 30 X 50 cm. Gips. 1924.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin. — Schicksal: Verschollen.
7. Plakette der Schwester, Schauspielerin Erika Herbst. Bronze. 1925.
Schicksal: Unbekannt.
8. Bildnisbüste der Schwester Elisabeth. Gips, vergoldet. 1927.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Verschollen.
9. Bildnisbüste der Mutter der Künstlerin, 30 cm hoch. Gips. 1927.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Verschollen.
10. Lutherbüste. Moderne Auffassung. Auftrag der evangelischen Kirchen-
gemeinde Königsberg. Bronze auf Steinsockel. 1927.
Standort: Im Vorgarten des Theologenheims in der Hindenburgstraße.
Schicksal: Unbekannt.
11. Kleines Reh, sich leckend; ca. 14 cm hoch. Bronze. 1927.
Schicksal: Verschollen.
12. Bildnisbüste der Schwester Lena Eulenstein. 30 cm hoch. Rosa Stein-
guß. Um 1928.
Standort: Privatbesitz. Ausgestellt in der Königsberger Kunsthalle 1928.
Schicksal: Verschollen.
13. Bildnisbüste des Kunstmalers Karl Eulenstein; ca. 40 cm hoch.
177
14. Bildnisbiiste des Schauspielers Fritz Melchior \ >m Königsberger
Schauspielhaus. 30 cm hoch.
15. Bildniskopf des Vetters Wolfgang Hildebrandt. Alle drei Gips. Um
1928.
Standort: Privatbesitz. Ausgestellt in der Königsberger Kunsthalle 1928.
— Schicksal: Unbekannt.
16. Bildnisbüste Oberpräsident Dr. Ernst Siehr. Gips. 1928.
Standort: Privatbesitz. Ausgestellt bei Bernhard Teichert 1928. — Schick-
sal: Unbekannt.
17. Bildnisbüste der Base Inge Marshall; ca. 30 cm hoch. Gebrannter Fon.
1928.
Standort: Privatbesitz. Ausgestellt in der Königsberger Kunsthalle 1928.
— Schicksal: Unbekannt.
18. Bildnisbüste des Königsberger Kaufmanns Louis Merzbach; ca. 30 cm
hoch. Gips, getönt. 1928.
Standort: Privatbesitz. Ausgestellt in der Königsberger Kunsthalle 1928.
— Schicksal: Unbekannt.
19. Bildnisköpfchen Hertha Weber, Gattin des Lehrers an der Königs-
berger Staatlichen Kunst- und Gewerbeschule Heinz Weber. 16 cm hoch.
Gips. 1928.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
20. Bildniskopf Waltraut Wyneken, Gattin des Musikkritikers Hans W.
20 cm hoch. Steinguß, mattgrün. 1928.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Verschollen.
21. Maske, Erntearbeiterin.
22. Bildnismaske, Schauspielerin Luise Franke-Boch. Beide gebrannter
Fon. Um 1930.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Verschollen.
23. Die Weinende. Kleinplastik; ca. 20 cm hoch. Plastilin. 1930.
Schicksal: Vernichtet.
24. Bildniskopf des Söhnchens von Direktor Midelhoff. Gips. Um 1930.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
25. Feckel, 60 cm lang.
26. Schnauzer, sitzend, 40 cm hoch. Beide Gips. Um 1932.
Standort: Privatbesitz der Künstlerin. — Schicksal: Verschollen.
27. Bildnisbiiste Walter Harich, 30 cm hoch. Fon. 1933.
Schicksal: Vernichtet.
28. Kumpel mit Hacke und Lampe, 30 cm hoch. Auftrag der Kohlenfirma
Stiller. Gips, Graphitüberzeug. 1935.
Standort: Aufgestellt im Hause Paradeplatz 10. — Schicksal: Unbekannt.
178
Bildniskopf „Kleines Schulmädchen“
29. Bildniskopf: „Kleines Schulmäd-
chen“ (Jutta Bastine), 25 cm hoch.
Gips (roter Wachsüberzug) 1933/34.
Standort: Privatbesitz Regierungs-
baumeister B., Königsberg. — Schick-
sal: Unbekannt.
30. Matrosenrelief (drei enternde Matrosen). 60 X 80 cm. Gips, versilbert.
1934.
Standort: Privatbesitz Noel Meyer, Berlin. — Schicksal: Vernichtet.
31. Bildnisbüste des Hauptmanns Horst de la Bruyere-Knöppelsdorf,
35 cm hoch. Plastilin. 1936.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Unbekannt.
STÜRMER, WILHELM LUDWIG
* Berlin 1812, t Berlin (?) nach 1864. Sohn des Malers und Radierers
Heinrich St. Schüler der Berliner Akademie (Ludwig Wichmann), 1838
bei Schwanthaler. Er schuf die Statuen am Denkmal vor der Universität
Greifswald, ferner die Denkmäler des Großen Kurfürsten und Friedrich
Wilhelm I. bei Neukamp und Gr. Stresow auf Rügen (1854 und 55,
Bronze).
1. Statuen König Friedrichs I. (Mitte), Herzog Albrechts (rechts), König
Ottokars II. (links) auf Konsolen an der Innenseite des Königstores.
(Architekt war der General der Pioniere, Ludwig v. Aster). Darunter die
Wappen der drei Herrscher, darüber die von Natangen und Samland.
Stürmer schrieb über seine Arbeit 1847 an Julius Knorre (?): „Durch die
Gnade des Königs sind bei mir die drei Standbilder für das neue Königs-
tor bestellt worden und zwar in Sandstein, acht Fuß hoch. Um diese in
historischer Wahrheit genau wie möglich darstellen zu können, fehlen mir
einige Quellenstudien. Durch sie würde mir größere Sicherheit und Be-
ruhigung bei dem Werke gewährt werden. Ich ersuche Sie, mir das Grab-
179
mal Herzog Albrechts I. zeichnen zu lassen; ein in verständlicher Größe
genommener Umriß ist hinreichend. Sollte vielleicht der herzoglich-preu-
ßische Wappenadler auf dem Grabmahl selbst oder irgendwo in Königs-
berg vorhanden seyn, so bitte ich diesen beizufügen ... Es existirt in
Königsberg ein Abguß von der Gesichtsmaske des Herzogs Albrecht, der
von dem Grabmahl abgeformt und schon einmal, wie ich in Erfahrung ge-
bracht, von Königsberg nach Berlin geschickt ist zur Anfertigung der Fest-
medaille, welche Se. Majestät zur Feier des Universitäts-J ubiläums schlagen
ließ. Auch um diese bitte ich sehr.
Berlin 12. April 1847. W. Stürmer“.
Gelber Sandstein. Um 1848.
Standort: Am Königstor. — Abbildung: Bei Wünsch, in: Königsberg in
144 Bildern. — Schicksal: Der Zerbombung und dem Krieg über Königs-
berg fast unbeschädigt entgangen, wurden die Figuren von den Russen
herabgenommen. Heute verschollen.
2. Statuen Hochmeister Siegfrieds v. Feuchtwangen (außen) und des Groß-
komturs Friedrich v. Zollern (innen) am Friedländer Tor. Der Hochmeister
180
in Rüstung und Topf heim trägt in der Rechten die Marienburg und hält
in der Linken die Urkunde, die sie zum Regierungssitz macht. Der greise
Komtur hält das Ordensbanner, das er bei Tannenberg trug. (Er starb
1416 an der Pest.) Gelber Sandstein. Um 1864.
Standort: Friedländer Tor. — Abbildung in: Hohenzollern-Jahrbuch, 16.
1912. S. 211, Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Der Zerbombung
1944 entgangen. Möglicherweise erhalten.
3. Sechs Scudellen Scharnhorsts und Gneisenaus am Roßgärter Tor, Yorks
und Bülows am Sackheimer Tor, Boyens und Asters am Brandenburger Tor.
Gelber Sandstein um 1850.
Standort: Tore der Stadtbefestigung von 1840—1850. — Abbildung:
Ulbrich II. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
4. Büsten der Könige Friedrich I., Friedrich Wilhelm I., Friedrich II.,
Friedrich Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III., Friedrich Wilhelm IV. in
halber Lebensgröße auf Konsolen zwischen den Fenstern und an den
Türen. Gips. Um 1860.
Standort: Im Fliesensaal des Schlosses. — Abbildung: Bei Boetticher. —
Schicksal: Die Büsten wurden nach 1918 entfernt. Schicksal unbekannt.
SUHSE, FRIEDRICH
Königsberger Tischlermeister.
Kanzelaltar. Achtzehn Jahre später erfolgte die Staffierung durch den
Maler Jakkusch. Ohne figürliche Arbeiten, aber ganz vorzüglich geschnitzt.
Holz. 1776, vergoldet 1794.
Standort: Löbenichtsche Kirche. — Abbildung: Bei Boetticher, Wünsch,
Hubatsch III. — Schicksal: Verbrannt.
TENERANI, PIETRO
* Terano 11. November 1798, t Rom 14. Dezember 1869. Schüler der
Akademie Carrara. 1813 in Rom Schüler Canovas, 1815—1819 Gehilfe
Thorvaldsens. 1866 Generaldirektor der römischen Museen. Werke: Psyche
mit Büchse Pandoras, Grabmal Pius VIII., Selbstbildnisbüste (Marmor)
in Kopenhagen u. a.
Miniaturbildnis. Elfenbein. Um 1830.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal:
Verschollen.
THIELE, HERMANN
* Düsseldorf 5. August 1867. Kam 1913 nach Königsberg. Er war Maler
und Radierer, auch dem Kunstgewerbe zugewandt. Von hier aus wurde er
„Architekturbildhauer“. Führte ab etwa 1912 alle Arbeiten in Kunststein
aus. Bis 1930 in Berlin-Steglitz nachweisbar.
181
Tierfiguren am Oberteich
1. Humorvolle, durch Balustrade verbundene Tierfiguren (Walroß, See-
elefant, Seehund, Seelöwe. Physiognomien humoristisch von tolpatschiger
Gutmütigkeit bis zu protziger Aufgeblasenheit). Kunststein. 1913.
Standort: Am Oberteich. — Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern,
Königsberger Woche, Jahrgang 8, 33. S. 583. 1916. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
2. Eine Gruppe von zwei Stieren und von vier auf Delphinen reitenden
Putten durch Steinbalustrade verbunden. Kunststein. 1913.
Standort: Zwischen ehemaligem Tragheimer Tor und späterem Nord-
bahnhof am Wallgraben. — Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern,
Königsberger Woche, Jahrgang 8, 33. S. 583. 1916. — Schicksal: Mög-
licherweise erhalten.
3. Medaillenreliefs. Vier Putten pharmazeutisch tätig: Arznei einnehmend,
Kaninchen impfend, durchs Vergrößerungsglas guckend, mit Schmetterling.
Zweifellos gab der Erbauer der neuen Hofapotheke 1913, Hofapotheker
und Major a. D. Friedrich Hagen, dem Bildhauer die Anregung zu diesen
Reliefs, denn er hatte auch Medizin studiert und war ein begeisterter
Schmetterlingssammler, der seine große Sammlung dem Zoologischen Uni-
versitäts-Institut vermachte. Ebenda ein Relief der Hoffnung. Kunststein.
1913.
Standort: Am Hause der Hagenschen Hofapotheke Junkerstraße 6. —
182
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 8, 33. S. 583. 1916. —
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
4. Plastischer Schmuck. Kunststein. 1914.
Standort: Portal und Dachgesimskrönung des Königsberger Justizgebäudes.
— Schicksal: Möglicherweise erhalten.
THREYNE, FRANZ ANDREAS
* Köln 10. September 1888, t Freiburg/Br. 26. Oktober 1965. Der Vater
hatte ein Baugeschäft. Nach Realschulbesuch studierte T. in Köln, München,
Königsberg. 1914—1919 Soldat. Seit 1920 war er Lehrer an der Staat-
lichen Kunst- und Gewerkschule in Königsberg bis 1936. Professor. Er
arbeitete auch für die Majolika- und Klinkerfabrik in Cadinen. „Meine
große Liebe war die Keramik. Die Zusammenarbeit mit dem großen Werk
Cadinen hat mich industriell weitergebracht.“ Flucht aus Ostpreußen nach
Brandenburg a. d. Havel, seit 1965 in Freiburg. In der Provinz: Zwei in
Kupfer getriebene Kolossalfiguren in Bartenstein (1936/37), ebenda Groß-
plastik in Sandstein: Rosseführer als Torpfeilerabschluß (1940—1943), eine
überlebensgroße Kriegergestalt in Mühlhausen bei Pr. Holland (Bronze.
1937).
1. Ergänzung und Erneuerung der Rokokoputten und -vasen sowie der
klassizistischen Terrakottafiguren, auch der Muschelgrotte (s. u. Rokoko
und Empirezeit). Sandstein. Terrakotta. 1924.
Standort: Im Saturgusschen Garten. — Schicksal: Unbekannt.
2. Plakette Geheimrat Lichtheim, 0 12 cm. Im Auftrage der Medizinischen
Fakultät der Albertina. Bronze. 1924.
Schicksal: Da bis 1930 von der Fakultät an verdiente Mediziner verliehen,
wahrscheinlich erhalten.
3. Gebrannte Kacheln an den Laibungen des Portals des 'Zollwirtschafts-
gebäudes. Oben vier Ordensritter, acht z. T. humorvolle Darstellungen
aus dem Zöllnerleben. Keramik. 1925.
Lichtheim-Plakette
183
Kachelreliefs
am Portal
des Zollwirtschaftsgebäudes
Standort: Zollwirtschaftsgebäude, Hafenbecken IV, in Königsberg. —
Schicksal: Unbekannt.
4. Zwei weibliche Figuren auf Konsolen, ca. 80 cm hoch. Ausgehauen von
Hendricks. Kalkstein. 1925.
Standort: In den Laibungen des von Architekt Kurt Frick geschaffenen
Portals zur Girozentrale, Brodbänkenstraße 21—22. — Schicksal: Mög-
licherweise erhalten.
5. Relief E. T. A. Hoffmanns im Profil. Es wurde in einem an Stelle von
Hoffmanns Wohnhaus, Poststraße 13, errichteten Neubau in einem Ehren-
raum hinter dem Haupteingang auf gestellt bei der Feier seines 150. Geburts-
tages (24. Januar 1926), bei der der Königsberger Musikkritiker und
Hoffmannforscher Dr. Erwin Kroll die Festrede hielt. Gips. 1926. Zum
Bronzeabguß kam es nicht mehr.
Standort: Poststraße 13. — Schicksal: Zerstört.
6. Farbige Keramikfigürchen aus dem Volksleben: Musiker, Tänzer und
ähnliches. 65—70 cm hoch auf Konsolen. Majolika. 1926.
Standort: Im Verkaufsraum der Konditorei Schwermer, Münzstraße. —
Schicksal: Zerstört.
184
7. Ehrenmal (Kriegergruppe) 1914—1918. 120x80 cm. Stein. 1926.
Standort: In der Eingangshalle des Regierungsgebäudes. — Schicksal: Zer-
stört.
8. Relief, darstellend die Verbindung der Menschen durch den Fernsprecher.
Ausgehauen von Hendricks. Stein. 1928.
Standort: Am Fernsprechamt „Pregel“, Selkestraße. — Schicksal: Un-
bekannt.
9. Standbild Herzog Albrechts, Modell natürliche Größe, ausgehauen von
Kimritz (s. d.), 2,40 m hoch.
Standbilder der drei Königsberger Reformatoren:
10. Bischof Georg v. Polenz (vollbärtig, oben),
11. Poliander (Mitte), beide ausgehauen von Kimritz (s. d.), und
12. Johannes Amandus (im wehenden Vollbart), ausgehauen von Hen-
dricks (s. d.) (unten); alle Modelle 1,15 m hoch, die Figuren 2,30—2,40 rn-
hoch. Bayrischer Muschelkalk. 1928—1930.
Standbild Herzog Albrechts — Bischof Georg von Polenz und Poliander
185
Ehrentafel im
Kneiphöfischen Gymnasium
i u- iu iö
UNSEREN VIERUNDNEUNZIG
UM WELTKRIEGE GEFALLENEN*
DAS KN EI PH O EFIS CHE STADT-
OY M NASI UM. 0NHZKEIN*MH AEFE
TO YE AEA0OYE.
\ .............. .-
Standort: Am Pfarrhaus der Altstädtischen Kirche, Poststraße 3—4. —
Abbildung in: Königsberger Rundfunk und ostdeutsche Illustrierte, Jahr-
gang 7, Nr. 34. S. 2. — Schicksal: Beim Fliegerangriff 1944 beschädigt,
weiteres Schicksal unbekannt.
13. Eine 2,30 m lange Ehrentafel mit den Namen der im Ersten Welt-
kriege gefallenen Kneiphöfer. Auf einer Konsole darüber ein nackter Jüng-
ling, 1,20 m hoch. Darunter der Text in großer Antiqua: 1914—1918 l
UNSEREN VIERUNDZWANZIG / IM WELTKRIEGE GEFALLE-
NEN / DAS KNEIPHÖFISCHE STADTGYMNASIUM.
©NHDKEIN MH AETE / TOYS ATA0OYS
(„Man sagt, die Guten sterben nie.“) Gegossen bei Dr. E. Bieske A. G.
Königsberg als erste Rundplastik Ostpreußens. Tafel: Travertin, Figur:
Bronze. 1928.
Standort: Im Treppenhaus des Kneiphöfischen Gymnasiums. — Abbildung
in: Der Königsberger Rundfunk, Jahrgang 5. — Schicksal: Verschollen.
14. Bronzetafel mit Reliefkopf des Hauptmannes a. D. Berthold Kleist,
des Stifters der Kalthöfer Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche mit Widmung.
Bronze. 1932.
Standort: Über dem Eingang zur Taufkapelle der Kaiser-Friedrich-Gedächt-
niskirche Kalthof. — Schicksal: Verschollen.
186
Büste Otto Nicolais
15. Büste Otto Nicolais, etwas über-
lebensgroß. Im Auftrage des Direk-
tors des Stadtgeschichtlichen Mu-
seums, Eduard Anderson, wo das
Gipsmodell ausgestellt wurde. Bronze,
feuervergoldet. 1932.
Standort: Im Umgang des ersten
Ranges im Königsberger Opernhaus.
— Schicksal: 1944 vernichtet.
16. Totenmaske des Dichters Alfred
Brust. Gips. 1934.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal:
Zerstört.
17. Überlebensgroßer Bildniskopf des Botanikers Professor Carl Mez,
Schwiegervater des Bildhauers. Keramik. 1934.
Standort: Privatbesitz. — Schicksal: Zerstört.
18. Brunnenfiguren, spielende Kinder darstellend. Stein 1935.
Standort: Hans-Schemm-Schule, Schleiermacherstraße. — Schicksal: Zer-
stört.
19. „Aussaat und Ernte“, zwei Kolossalfiguren. Bronze. 1936/38.
Standort: Am Raiffeisenhaus, Fuchsberger Allee. — Schicksal: Zerstört.
20. Reliefs. Farbige Terrakotta. 1939.
Standort: An den Türlaibungen der Friedrich-Ebert-Volksschule, Schinde-
kopplatz. — Schicksal: Zerstört.
21. Knabe mit Hund (Pekinese), ca. 1 m hoch. Ausgehauen von Kimritz
(s. d.). Kalkstein. 1939.
Standort: Am Eingang zur Nordbahnhofgaststätte. — Schicksal: Mög-
licherweise erhalten.
22. „Simon Dach“, Relief, 80 cm hoch. Text:
„Lieben und geliebt werden
ist das Beste von der Welt
Simon Dach.
geb. 29. 7. 1605 gest. 19. 4. 1659.
Hier stand sein Haus.“
187
Relief „Simon Dach“
Auftraggeber: Museumsdirektor Eduard Anderson. Modell im Stadt-
geschichtlichen Museum. Bronze. Enthüllt 19. April 1939.
Standort: Am Wohnhaus Simon Dachs, neben dem Blauen Turm. —
Schicksal: Vernichtet.
23. Kniender Jüngling, überlebensgroß, mit Taufschale. Heller Sandstein.
1940.
Standort: In der Sackheimer Kirche. — Schicksal: Unbekannt.
24. Zwei Kinderfiguren mit Tieren, überlebensgroß. Sandstein. 1942.
Standort: In der Eingangshalle der Universitäts-Kinderklinik. — Schick-
sal: Möglicherweise erhalten.
25. Matrose ausspähend nach rechts, überlebensgroß. Bayrischer Muschel-
kalk. 1943.
Standort: Marine-Verwaltungsgebäude Juditten. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
188
26. Im Auftrage für Palmnicken schuf T. das Modell der „Bernsteinhexe“
— ein schönes Weib mit flatterndem Haar auf hoher Woge mit Wellenroß.
Ausgehauen im Steinbruch "Zell a. M. bei Haßfurt in doppelter Größe des
Modells von einem dortigen Bildhauer. Kalkstein. 1943.
Schicksal: Unbekannt.
27. Mutter und Kind. Monumentale Gartenplastik. Blieb unvollendet 1943
in Königsberg. Sandstein. 1943.
Standort: Für die Universitäts-Kinderklinik. — Schicksal: Unbekannt.
TWARDOWSKI, GEB. CONRAD, ILSE VON
* Wien 20. Januar 1880, lebt in München. Schülerin von Vanderstuppen
in Brüssel. Ging vom naturalistischen Stil zur stilisierenden Kunst über.
Goldene Medaille München 1901. Grabmal Brahms auf dem Wiener Zen-
tralfriedhof.
Bildnisbiiste des Königsberger Arztes und Psychiaters Professor Dr. Robert
Wollenberg (1862—1942). Marmor. Um 1923.
Standort: Privatbesitz Wollenberg. — Schicksal: Unbekannt.
UEBEL, WILHELM FRIEDRICH
* Potsdam 1801. Lebte 1835 noch in Königsberg. Er besuchte die Kunst-
schule Berlin und war Schüler C. F. W. Trippeis (1819—1822). Seit 1832
in Königsberg. Maurer- und Steinmetzmeister. Er baute die Sandstein-
treppen im Schloß, am Oberlandesgericht und am kronprinzlichen Palais.
1. Leichenstein Johann Gottfried Freys. Polierter Granit. 1831.
Standort: Auf dem alten Löbenichtschen Friedhof (Königstorglacis). —
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
VILLEBOIS, FRANZ KARL VON
* Livland 18. Juni (1. Juli) 1836, f Dorpat 30. Januar (11. Februar) 1890.
Schüler der Akademie München. Als freischaffender Bildhauer 1874/80 in
Dresden, dann in Dorpat. Sein Hauptwerk war: Der Rhein und seine
Nebenflüsse auf dem Dorpater Domberg.
Statuette Karl Ernst v. Baers, etwa ein Drittel lebensgroß. Sie war dem
Modell des Denkmals des Gelehrten von V. auf dem Domberg zu Dorpat
nachgebildet und stammte vermutlich aus dem Besitz des Anatomen Pro-
fessor Dr. Ludwig Stieda oder wurde auf dessen Veranlassung auf gestellt.
Gips, vergoldet. Um 1883.
Standort: Alte Anatomie in der Unterlaak, Treppenhaus. — Schicksal:
Unbekannt.
189
VLINT, HEINRICH
Bildhauer in Antwerpen. Er kam im Auftrage von Cornelis Floris 154/
nach Königsberg, wo er bis 1559 in den Herzoglichen Akten nachweisbar
ist. So besorgte er 1554/55 und 1557 Steine in den Niederlanden und
baute 1558 zwei Kamine und eine Türumrahmung für Herzog Albrecht
und 1559 einen für die Herzogliche Schreibstube ein. Er heißt in den
Akten auch einfach „Heinrich Steinhauer“.
Er stellte das von Cornelis Floris (s. d.) geschaffene Epitaph der Herzogin
Dorothea auf. Marmor. 1547.
WAGNER, HANS
* um 1510 (?), t Danzig (?) nach 1574. Er ist zuerst 1539 nachweisbar in
Weiden (Oberpfalz) am Rathausbau. 1543 war er Herzoglicher Hoftischler
in Königsberg, 1547 ging er nach Danzig, wo er 1570 und 1574 nach-
weisbar ist. In der Wallenrodtschen Bibliothek befand sich ein Musterbuch
von ihm mit 388 Tusch- und Rötelzeichnungen: Perspektivische Darstel-
lungen von Außen- und Innenarchitektur, Wandverkleidungen, Profile,
Türen, Fenster, Truhen, Altäre (sieben Abbildungen bei Lahrs). Ob W.
derselbe Hans Wagner ist, der 1517 einen Plan für die Neubewehrung der
Ordensburg Tilsit lieferte, ist sehr zweifelhaft, dagegen hat W. 1548 im
Schloß Neuhausen gearbeitet.
1. Schnitzereien im „Brautgemach“ und im „Moskowitergemach“. Christoph
Mieraus „Lobspruch der Stadt Königsberg“ (1608) läßt die verlorene
Schönheit dieser Zimmer ahnen:
„Ist desz Moschkowiters Gemach
Dasz ist gezirt Fürstlich und Recht
Dem größten König nicht zu schlecht.“
Wagner erhielt für die Decke des Moskowitergemachs 250, für die des
Brautgemachs 150 Mark, für jede Tür 30, für jede Fensterumrahmung
10 Mark. Ungarisches Eschenholz. 1535 in Auftrag gegeben, 1544 voll-
endet.
Standort: Im Schloß. — Schicksal: Beim Bau des Oberlandesgerichts 1810
vernichtet.
2. Schnitzereien in italienischer Renaissance im „Geburtszimmer Friedrich I.“
nach den Entwürfen Jacob Bincks (s. d.) und zahlreiche geschnitzte Köpfe
und Medaillons. Szenen in Zimmern in meisterhafter Perspektive, ein
lugender Narr. Ob auch der Hoftischler Christian Hoffmann bei der Aus-
arbeitung dieses kostbaren Zimmers beteiligt war, ist zweifelhaft. Die 1810
vernichtete fensterlose Wand wurde 1896 durch den Hof tischler Radtke
wiederhergestellt — freilich längst nicht so meisterhaft, wie das Original
gewesen war.
190
Schnitzereien
im „Geburtszimmer Friedrich I.“
Eine Kopie des Zimmers in denselben
Hölzern von der Hand des Fourniers
Mierke befand sich im Hohenzollern-
Museum Berlin (nach Schumacher HI
vernichtet). Ungarisches Eschenholz.
1549 vollendet.
Standort: Im Schloß, Albrechtsbau.
— Abbildung: Mehrere bei Ehren-
berg, Boetticher, Rohde I, Wünsch, in:
Deutsche Staatenbildung, Innenräume
deutscher Vergangenheit, Bonner Ka-
talog. — Schicksal: Von den Bomben
1944 blieb das Zimmer verschont. Spä-
ter wahrscheinlich vernichtet.
WEISS
Königsberger Bildhauer und Vergolder um 1797 (von Baczko bezeugt).
WELLMANN, ARTHUR
* Magdeburg 7. Juli 1895, lebt in Berlin. Er studierte an der Berliner
Kunstschule, dann an der Akademie Bildhauerei und Graphik. Im Ersten
Weltkriege war er 1918 in Königsberg hängengeblieben, wo er bis 1921
blieb und eine Reihe von Arbeiten schuf, die er auf der 54. Ausstellung
des Königsberger Kunstvereins im Mai 1919 und auch 1920 in der Kunst-
halle ausstellte. Für die „Ostpreußische Woche“ 1920 machte er eine Reihe
Zeichnungen, Karikaturen und Silhouetten. Für Pr. Eylau schuf W. die
Reliefs über dem Rathausportal. Dann ließ er sich in Berlin-Zehlendorf
nieder, wo er u. a. zwölf Zeichnungen zur Edda fertigte.
1. Bildniskopf Erl. Sch., intellektbeherrschtes Gesicht.
2. Bildniskopf „Meine Frau“.
3. „Der Faule“, stehender, träger, stumpfer Mann.
4. „Der Müde“, sitzender, schlafender Mann.
5. „Eckensteher.“
6. „Landstreicher.“ Alle sechs Gips. Vor 1919.
Standort: 1.—2. Privatbesitz. — Abbildung in: Ostpreußische Woche,
Jahrgang 12, 53. S. 713/14. 1919. — Schicksal: Unbekannt.
191
7. „Durst.“
8. „Verzweiflung.“
9. „Rothenstein.“
Übergang von expressionistischer Kunst zu abstrakter Darstellung. Gips.
1920.
Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 12, 53. S. 713/14. 1919. —
Schicksal: Unbekannt.
10. „Erwachsen“, weiblicher Akt.
11. Bildniskopf Schopenhauers.
12. Bildniskopf des Chefredakteurs der „Ostpreußischen Zeitung“, Paul
Sohr.
13. Bildniskopf Brigittchen Jungnickel. Gips. 1920/21.
Standort: 12./13. Privatbesitz. — Abbildung in: Ostpreußische Woche,
Jahrgang 13, 3. S. 37. 1920, Jahrgang 14, 14. S. 218. 1922. — Schicksal:
Unbekannt.
14. „Der Zerwanderte.“
15. „Der Zerschlagene.“
16. „Der Vergessene.“ Gips. 1921.
Schicksal: Unbekannt.
\
WELPENDORF, JOHANN BERNHARD
Königsberger Bernsteinschnitzer. Tätig um 1710 beim Königlichen Hof-
bernsteindrechsler Thurau in Berlin.
Arbeitete am Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo mit (s. u. Roggenbuch).
WICHMANN, KARL FRIEDRICH
* Potsdam 28. Juni 1775, t Berlin 9. April 1836. Schüler Chr. Ungers,
dann Schadows, 1829 Professor an der Akademie Berlin, 1831 desgleichen
in Petersburg. Er schuf Büsten König Friedrich Wilhelms HL, zahlreicher
Prinzen, Blüchers, Flecks, Fichtes u.a.
1. Bildnisbiiste Carl Gottfried Hagen, gestiftet von den Apothekern Kö-
nigsbergs und der Provinz zu Hagens 50’jährigem Doktorjubiläum. Marmor.
1825.
Standort: Im Auditorium maximum des Alten Albertinums, seit 1862 in
der Stülerschen Universität. — Schicksal: Zerstört.
2. Wachsmodell einer Schaumünze C. G. Hagens, ' geschnitten von Gube.
Vorderseite: Kopf Hagens mit Umschrift: Dr. C. G. Hagen Phys. Chem.
Prof. Regiom. Or. Aquil. Eq. nat. 24. Dec. 1749. Artum per X lustra
docendo promovit Merities seni Pharmacopolae totius regn. Boruss. d.
192
28. Sept. 1825. Rückseite: Auf einem von der Schlange Äskulaps umwunde-
nen Pult das auf geschlagene Lehrbuch der Apothekerkunst.
Standort: Im Besitz der Albertus-Universität. — Schicksal: Unbekannt.
WIETA.NDER, LORENZ
W. war Kupferschmied in Königsberg.
Der 2,2 m hohe aus Kupfer getriebene Turmengel mit nur einem Flügel
als Wetterfahne wurde erst 1774 angebracht. Nach Baczko enthält er
160 Pfund Kupfer, und es wurden 76 Dukaten für seine Vergoldung ver-
wandt. Er kostete 1000 Gulden. 1820 wurde er neu vergoldet. Kupfer
vergoldet. 1774.
Standort: Auf dem Turm der Haberberger Kirche. — Abbildung: Bei
Boetticher, Hubatsch III. — Schicksal: Wahrscheinlich zerstört.
WILDT, ADOLFO
* Mailand 1. März 1868, f Mailand 12. März 1931. Lehrling eines Marmor-
arbeiters, dann Schüler von Grandi und Villa (1882—1884), bildete er
sich an der Brera-Akademie weiter. Der ostpreußische Rittergutsbesitzer
Franz Rose aus Döhlau wurde sein Mäzen, für den er bis 1912 fast aus-
schließlich arbeitete. Werke: Bildnisbüste Franz Rose (1914), Reliefkopf
Dina Wildt, Gattin des Künstlers, 1926.
1. Büste „Die Märtyrerin“. Geschenk Franz Roses an die Kunstsamm-
lungen (1905). Marmor. 1895.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal:
Verschollen.
2. „Der schweigende Mann“, Leihgabe Roses. Marmor. 1900.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal:
Verschollen.
3. „Vir temporis acti“, Leihgabe Roses. Marmor, polychrom. 1913.
Standort: In den Städtischen Kunstsammlungen im Schloß. — Schicksal:
Verschollen.
WINDRAUCH,- HANS
„Tüncher“ (= Stuckarbeiter). Er ist nachweisbar ab 1575 im Schloß Frede-
riksborg, 1582—1585 im Schloß Kronborg, ab 1586 in Königsberg, wo
er bis 1589 lebte. Hier bildete der „Meister von Kronborg“ eine „Kalk-
schneider“-Schule aus, die Königsberger „Vorgesellen“ Gerhardt Schmidt
aus Rotenburg/Hannover und Wilhelm Kuer wurden vom Grafen Georg
Friedrich v. Hohenlohe nach seinem Schloß Weikersheim verpflichtet, wo
sie die Königsberger Stuckaturen frei nachahmten. W. erhilelt am 21. Juni
193
Stuckaturen im Jagdsaal des Schlosses
1589 einen Paßbrief mit dem Vermerk: „Wir bescheinigen, daß der treff-
liche und kunstgeschickte Johannes Windrah für den durchlauchtigsten
Fürsten bei der Ausschmückung der Kirche und anderer Zimmer des
Schlosses in Königsberg durch selten schöne und zierliche Stuckatur, indem
er verschiedene Figuren in Stuck bildete und plastisch ausführte, (signifi-
camus, Joannem Windrah in adornando templo et alliis conclavibus arcis
Regiomontanae opere cementario et raro atque eleganti varias figuras in
cemento formandi atque sculpendi [!] genere egregiam operam praestitisse)
dergestalt, daß vortreffliche Monumente seines Kunstfleißes vorhanden
sind. Während der Zeit seiner Dienstleistungen zeigte er sich als einen
getreuen, bescheidenen, fleißigen und strebsamen Mann, wie es guten Men-
schen ansteht. Da aber seine Wirksamkeit hier beinahe abgelaufen ist, so
will er solange, bis er vom erhabenen Fürsten zur Übernahme anderer
Werke berufen würde, um die Zeit nicht in Müßigkeit zu verbringen, die
benachbarten Gegenden aufsuchen.“ W. reiste wahrscheinlich von Königs-
berg zuerst nach Heilsberg.
7. Stuckaturen im SW-Turm und im nördlichen, neben der Schloßkirche
gelegenen Saal des Konsistoriums nach dem Hofe zu: Hirsche, Jagdhunde,
]agdutensilien an den zwei trennenden Segmentböden im Jagdsaal, an der
Decke biblische Darstellungen; an der Decke des Konsistoriumssaales in
vertieften Feldern Ornamente und zwölf Einzelfiguren, an den Seiten des
freiliegenden Querbalkens wechselnd Kinderfigiirchen und Teufelsfratzen.
Stuck aus Kalk, Gips und hanfartigen Fasern. 1588.
Standort: Im Jagd- und Konsistoriumssaal des Schlosses. — Abbildung:
194
Mehrere bei Ehrenberg, in: Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: 1944
zerstört.
2. Die Deckenfelder der sechzehnteiligen Sterngewölbe waren mit schönen
Stuckarbeiten ausgelegt. Gips. 1589.
Standort: Schloßkirche. — Schicksal: Im 18. Jahrhundert bereits beseitigt.
WISSEL, HANS
* Magdeburg 4. August 1897, f Gerdauen 28. Mai 1948. Großvater und
Vater Goldschmiede. Vom Vater zum Graveur und Ziseleur ausgebildet.
Studierte an der Kunstgewerbeschule Magdeburg, Schüler ab 1914 von
Rudolf Bosselt. 1916—1918 Kriegsdienst. 1924 in Carrara und Rom. 1925
bis 1931 Lehrer an der Werkstättenschule in Köln. Dort pflegte er die
Kunst, lebensgroße Figuren in Einzelstücken aus Kupfer zu treiben, die
dann genietet und gelötet wurden. 1931 —1935 freier Künstler. Er wurde
Oktober 1933 Professor an der Staatlichen Kunstakademie zu Königsberg.
1939—1945 Kriegsdienst und englische Gefangenschaft, dann wohnhaft in
Grainau. Im Gymnasium Schneidemühl eine Marmorbüste des Frhr. vom
Stein (1936), in Frauenburg eine Büste von Coppernicus in jüngeren Jah-
ren (Marmor, 1943), eine Madonna in Crossen (in Kupfer getrieben, 1941),
die erhalten sein soll.
1. Büste Johann Sebastian Bachs. Für das Werk nahm W. Messungen an
Bachs Schädel in Leipzig vor, da keine zeitgenössische Plastik von ihm
existiert. Bronze. 1937.
Bachbüste
195
Standort: Im Vorraum des Instituts für Kirchen- und Schulmusik der
Albertus-Universität. — Abbildung in: Straube II. — Schicksal: Ver-
schollen.
2. Plakette Ostsee-Ostland: Ein Segelschiff auf Wellen mit zwei blasenden
Köpfen von Winden. Porzellan. 1937.
Abbildung in: Ostpreußisches Kunstschaffen. — Schicksal: In Berlin.
3. Plakette ostpreußisches Bauernmädchen nach links. Aufschrift: Ostpreu-
ßen. Porzellan (Berliner Manufaktur). 1937.
Sandort: Königsberger Kunstverein. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
4. ]ünglingsakt: „Langemarck“, 1,80 m. Für ein Heim ostpreußischer
Studenten. Gips. 1938.
Schicksal: Blieb im Königsberger Atelier in der Kunstakademie zurück.
5. Büste Nikolaus Coppernicus, als Gegenstück zur Hagemannschen Kant-
bilste. Bronze. 1940.
Standort: Im neuen Auditorium maximum der Albertus-Universität. —
Abbildung in: Straube II. — Schicksal: Bei der Zerbombung verschont,
später verschollen.
6. Großplastik: Zwei Figuren für das Krematorium. Sandstein. 1942/43.
Standort: Es ist zweifelhaft, ob die vollendete Gruppe noch im Kremato-
rium aufgestellt wurde. — Schicksal: Verschollen.
7. Nackter Reiter mit Fackel; Relief für ein ostpreußisches Heim. Klinker.
1943.
Schicksal: Verschollen.
Plakette „Ostpreußen“
196
Kantbüste
8. Hindenburgstatue, Modell für
einen 'Wettbewerb. Gips. 1945.
Schicksal: Im Königsberger Atelier
zurückgeblieben.
9. Kantbiiste für eine Ausstellung in
Königsberg. Gips. 1945.
Schicksal: Im Königsberger Atelier
zurückgeblieben.
WITTIG, HERMANN
* Berlin 26. Mai 1819, t Berlin 10. August 1891. Studierte an der Akademie
Berlin bei Christian Friedrich Tieck, an dessen Thorner Coppernicus-
denkmal er mitarbeitete, war 1846/48 in Rom und 1867 in Paris. Büste
des Feldmarschalls v. Müffling auf seinem Grabe in Erfurt, Marmorbüste
Alexander v. Humboldts in Liverpool und viele allegorische Gruppen im
In- und Ausland.
Allegorische Figur der Astronomie auf dem Dachfirst der Stülerschen Uni-
versität am Mittelbau der Hinterfront (s. auch Afinger, Möller und Wolff).
Grauer Sandstein. 1860.
Standort: Stülersche Universität. — Schicksal: 1944/45 vernichtet.
WOLFF, ALBERT
* Neustrelitz 14. November 1814, t Berlin 20. Juni 1892. Er trat 1831 in
die Werkstatt Rauchs ein, wurde dessen Gehilfe und studierte an der
Berliner Akademie. Mitarbeiter Rauchs besonders an dessen Denkmal
Friedrichs des Großen. Sein Hauptwerk ist das Reiterdenkmal Friedrich
Wilhelms III. im Berliner Lustgarten. In Ostpreußen baute er das Schloß
Beynuhnen für Fritz v. Farenheid aus (1862—1864). Auch die Karyatiden
der Vorhalle sind von seiner Hand.
1. Statue Friedrich Wilhelms IV. an der Innenseite des Steindammer Fores.
Beim Abbruch des Fores 1911 wurde die Statue, in einem Ravelin maga-
197
ziniert, vergessen, etwa 20 Jahre später aufgefunden, bronzefarben an-
gestrichen (!) und im Festungsmuseum auf gestellt. Gelber Sandstein. 1850.
Standort: Königsberger Festungsmuseum in der Kommandantur. — Schick-
sal: Obwohl die Bestände des Museums zum großen Teil gerettet wurden,
mußte das Denkmal dort bleiben. Sein Schicksal ist unbekannt.
2. Herzog Albrecht zu Pferde. Gelber Sandstein.
Standort: Am Mittelbau der Stülerschen Universität. — Abbildung: Bei
Wünsch, Hubatsch-Keyser und in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal:
Beschädigt an der Ruinenfassade der Universität erhalten, später wahr-
scheinlich zerstört.
3. Vier Statuen auf dem Dach der Stülerschen Universität. Vorderfront:
Gesetzgebung, Staatsverwaltung, Archäologie, Geschichte (s. Afinger, Möl-
ler, Wittig) sowie auf den Pilastern der großen Bogenfenster beiderseits
die vier allegorischen Figuren der Fakultäten. Grauer Sandstein. 1860.
Standort: Stülersche Universität. — Abbildung: Bei Wünsch, in: Königs-
berg in 144 Bildern, Neumann. — Schicksal: Vernichtet.
4. Eine Kopie seiner Borussia vom Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III.
im Lustgarten zu Berlin, ca. 2 m hoch. Der Sockel trägt die Inschrift: „Zur
Erinnerung J an / den 24. Januar l und die Tage vom / 5.—9. Februar
1813.“ Bronze. 1871.
Standort: Im Vorsaal zum historischen Yorksaal im Generallandschafts-
gebäude, Landhofmeisterstraße 16/18. — Schicksal: Verschollen.
WOLFF, ALBERT MORITZ
* Berlin 15. Juni 1854, f Lüneburg 23. August 1923. Nicht mit dem Vori-
gen verwandt. Schüler der Berliner Akademie. Er schuf Denkmäler (Reiter-
statue Wilhelm I. in Neu-Kölln, Denkmal des Marine-Expeditionskorps
in Windhoek) und zahlreiche Medaillen (Schiller, Menzel, Lilienthal).
Kantmedaille, (J) 5 cm. „Zum 100jährigen Todestag Kants 1904.“ Bronze.
1904.
Standort: Im Kantzimmer des Stadtgeschichtlichen Museums. — Schicksal:
Verschollen.
198
Werke unbekannter Meister
- Gotik
SCHLOSS, ÄLTESTER TEIL, NORDFLÜGEL
1. Gewölbe-Konsolen, 24—27 cm hoch, mit figürlicher Arbeit (Trage-
männchen, Widderkopf, Hund mit Schellenhalsband, Fratzen) im Hodo-
meistergemach (Raum 2), Vorraum (1) und Firmariekapelle. Kalkstein.
Erste Hälfte 14. Jahrhundert.
Abbildung: Drei bei Clasen, Ulbrich II, Lahrs. — Schicksal: Wahrschein-
lich zerstört.
2. Eine stehende Madonna ohne Nimbus, 76 cm hoch, mit Kind, dem der
Kopf fehlt, früher in Weinsdorf bei Saalfeld. Im Raum 15 (Kreuzgang vor
den Kammern des Siechenhauses an der Hofseite). Holz. Um 1360 (Dehio).
Abbildung: Bei Clasen, Rohde VIII. — Schicksal: Verschollen.
3. "Zwei Heilige und vier Apostel, 65—73 cm hoch, aus einem gotischen
Schrein und eine sitzende Maria, 100 cm hoch, früher in Locken, nord-
östlich Osterode. Raum 10 (Firmarie). Holz. Viertes Viertel des 14. Jahr-
hunderts.
Abbildung: Vier bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
4. Stehende Heilige, 124 cm hoch, der die Hände fehlen (Katharina?),
früher Deutschendorf, nordöstlich Pr. Holland. Im Raum 15 (Kreuzgang
vor den Kammern des Siechenhauses an der Hofseite). Holz. Um 1410
(Dehio), 1430 (Clasen).
Abbildung: Bei Clasen, Rohde VIII. — Schicksal: Verschollen.
5. Ein Vesperbild, 55 cm hoch, dem Kopf und rechte Hand fehlen, viel-
leicht Gehilfenarbeit. Früher in Domnau. Im Raum 8. (Zuerst Ordens-
kapelle, dann Sommerremter, dann Herzogliche Kanzlei.) Lindenholz. Um
1430.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
6. Stehende Madonna, der die rechte Hand fehlt, mit Kind, dessen Glied-
maßen verloren- sind. Früher in Borken bei Bartenstein. Im Raum 8. (Zuerst
Ordenskapelle, dann Sommerremter, dann Herzogliche Kanzlei.) Holz.
Um 1430.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
7. Stehende Maria, 155 cm hoch, und ein sehr beschädigter stehender Heili-
ger, 115 cm hoch, vielleicht aus derselben Werkstatt wie das Domnauer
Vesperbild (5.). Früher in Aulowonen (Aulenbach), nördlich Insterburg.
Im Raum 4 (Großer Remter des Hochmeisters). Holz. Um 1430.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
199
8. Johannes der Täufer aus Schönwalde. Kreis Bartenstein. Holz. Um
1430.
Schicksal: Verschollen.
9. Stehende Maria aus Petersdorf, Kreis Wehlau. Holz. Um 1430.
Schicksal: Verschollen.
10. Figurenreiche Beweinung, 124 cm hoch, einst wohl die Mitte eines Altar-
schreins, und ein Bischof, dem die Hände fehlen, 83 cm hoch, vielleicht von
einem in Osterode tätigen Bildschnitzer. Früher in Weinsdorf bei Saalfeld.
Im Raum 8. (Zuerst Ordenskapelle, dann Sommerremter, dann Herzog-
liche Kanzlei.) Holz. Zweites Viertel 13. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
11. Kreuzigungsgruppe aus Bäslack, Kreis Rastenburg. Holz. Zweites
Viertel 13. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
12. Stehende Maria und Altarschrein aus Löwenstein, Kreis Gerdauen.
Holz. Zweite Hälfte 13. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
13. Anna Selbdritt aus Gallingen, Kreis Bartenstein. Holz. Zweite Hälfte
13. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
14. Kruzifix aus Gr. Simnau, Kreis Mohrungen. Holz. Zweite Hälfte
13. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
13. Vesperbild, 86 cm hoch, früher in Löwenstein, Kreis Gerdauen. Im
Raum 13 (Kreuzgang vor den Kammern des Siechenhauses an der Hof-
seite). Holz. Um 1480 (Dehio), Mitte 13. Jahrhundert (Clasen).
Abbildung: Bei Clasen, Rohde VIII. — Schicksal: Verschollen.
16. Krönung Mariä aus Gallingen, Kreis Bartenstein. Holz. Erstes Viertel
13. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
17. Johannes der Täufer aus Domnau, Kreis Bdrtenstein. Holz. Erstes
Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
18. Anna Selbdritt aus Sarkau. Holz. Erstes Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
19. Zwei Figuren einer Verkündigungsgruppe aus Falkenau, Kreis Barten-
stein. Holz. Erstes Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
20. Beweinung aus Kruglanken, Kreis Angerburg. Holz. Erstes Viertel
16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
200
0
21. Anna, Maria auf dem Arm, aus Falkenau, Kreis Bartenstein. Hölz.
Erstes Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
22. Heiliger Bischof aus Falkenau, Kreis Bartenstein. Holz. Erstes Viertel
16. Jahrhundert.
Schicksal? Verschollen.
23. Zwei Heilige aus Szillen, Kreis Ragnit. Holz. Erstes Viertel 16. Jahr-
hundert.
Schicksal: Verschollen.
24. Maria mit Kind, Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist aus
Bartenstein. Holz. Erstes Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
25. Sitzende Maria mit Kind aus Schmoditten, Kreis Pr. Eylau. Holz.
Erstes Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
26. Maria mit Kind, Katharina, Barbara aus Schönwalde, Kreis Barten-
stein. Holz. Erstes Viertel 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
27. Heiliger Bischof aus Wenden, Kreis Rastenburg. Holz. Erstes Viertel
16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
SCHLOSS, OSTFLÜGEL
Im Schwarzen-Adler-Zimmer ein reich geschnitzt er barocker Schrank mit
vier Konsolen, auf denen Halbfiguren von Heiligen aus gotischer Zeit
stehen. Figuren um 1300 (?), Schrank um 1700.
Abbildung: Bei Boetticher, in: Königsberg in 144 Bildern.
Schicksal: Verschollen.
STÄDTISCHE KUNSTSAMMLUNGEN IM SCHLOSS
(Räume 1 und 2) JM SÜDFLÜGEL
1. Zwei Gewölbekonsolen, 27 cm hoch, mit Figurenschmuck (Widderkopf
und kniende Gestalt) aus der Kapelle der Bischofsburg Fischhausen. Kalk-
stein. Mitte 14. Jahrhundert.
Schicksal: Unbekannt.
2. Eine Anbetung der Könige, 61 cm hoch, vielleicht von einem Altarflügel
des Löbenichtschen Hospitals. Holz. Mitte 14. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
3. Ein Relief mit Anbetung der Heiligen Drei Könige, 48 cm hoch, mit
Spuren ehemaliger Bemalung und Vergoldung aus der Betstübe des Löbe-
nichtschen Hospitals. Englische Arbeit der Schule von Nottingham. Sie
wurde wahrscheinlich dem Hospital von Reisenden geschenkt, die im Ge-
201
folge Graf Heinrich Derbys zu den Litauerreisen nach Königsberg ge-
kommen waren (1390/91). Erworben 1838 in Elbing aus dem Nachlaß
eines Majors Reuß. Alabaster. Um 1380 (Rohde).
Abbildung: Bei Rohde I, Wünsch, Clasen, Rohde V. — Schicksal: Ver-
schollen.
4. Oberes Bruchstück einer gekrönten Heiligen, 60 cm hoch, und stehender
bärtiger Apostel, 89 cm hoch, nach Clasen Königsberger Werkstattarbeit.
Früher in Kumehnen. Holz. Um 1400.
Abbildung: Zwei bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
5. Ein sehr naturalistisches Vesperbild, 78 cm hoch, früher in Thalheim,
westlich Neidenburg. Stil stark vergröbernd, in volkstümlicher Verstei-
fung. Holz. Um 1400.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
6. Zwölf Apostel, 33—60 cm hoch, Jacobus mit Buch und Schwert,
Matthias mit Buch und Lanze, Philippus mit Buch und Doppelkreuzstab,
Jacobus d. J. mit Buch und Wolkenstange und andere mit Spruchbändern.
Derbe Arbeit. Früher in Marienfelde bei Pr. Holland. Holz. Um 1420—30.
Abbildung: Zwei bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
7. Sieben sitzende Apostel, 63 cm hoch, in bewegter Haltung mit Spruch-
bändern. Früher Herzogswalde, nördlich Liebstadt. Holz. Zweites Viertel
13. Jahrhundert (Dehio).
Abbildung: Zwei bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
8. Zwei bärtige Apostel, 70 cm hoch, vom gleichen Bildschnitzer wie die
Beweinung aus Weinsdorf auf S. 200. Früher in Sarkau. Holz. Zweites
Viertel 13. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Clasen. — Schicksal: Verschollen.
9. Johannes und Maria, Einzelfiguren. Nach Rohde Lübecker Arbeit.
Eichenholz. Ende 13. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
10. Plastisches Mittelfeld des Altars aus dem Löbenichtschen Hospital.
Christus zwischen Maria und Johannes, oben spätgotisches Laubwerk mit
Vögeln. Nach Dehio Danziger Arbeit. Nach Rohde Königsberger Arbeit.
Holz. Ende 13. Jahrhundert (Boetticher). Um 1313 (Dehio und Ulbrich).
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Wünsch, Clasen. — Schicksal: Ver-
schollen.
11. Mittelteil des Altar sehr eins aus der Kirche Blumenau, südlich des
Drausen-Sees. Maria mit Kind, Evangelist Johannes und Bischof Adalbert.
Ostpreußische Arbeit. Nach Ulbrich II verwandt mit dem Altar von
Heiligenwalde/Samland. Holz. Um 1303 (Ulbrich).
Schicksal: Verschollen.
12. Der „schwarze Christus“ mit der Dornenkrone (— Ecce homo), einst
neben dem Almosenkasten am Haupteingang des Domes. Das Thema ist
202
in der Ordensplastik selten. Ostpreußische Arbeit. Holz. 1500 (Dehio).
Anfang 16. Jahrhundert (Ulbrich, Rohde).
Schicksal: Verschollen.
13. Holzrelief mit der Anbetung der Könige, aus dem Löbenichtschen
Hospital stammend. Ostpreußische Arbeit. Holz. Anfang 16. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
14. Eine auf der Mondsichel stehende Madonna mit Kopftuch, hält in der
erhobenen Rechten einen Apfel, nach d&m das auf der linken Hand sitzende
Jesuskind mit Glorienschein greift. Auf der Mondsichel ein Gesicht. Ge-
sicht und Hände heller Knochenbernstein. Aus der Berliner Sammlung
Silten. Im Ordensland geschaffen unter dem Einfluß der Madonnen von
Ulm und Thorn (Rohde). Bernstein. Erste Hälfte 15. Jahrhundert.
Abbildung: Zwei bei Rohde III, Rohde VIII, Ostpreußen. Leistung und
Schicksal, Jahrbuch Königsberg 1937, S. 35. — Schicksal: Verschollen.
15. Papst, österreichische Schule. Geschenk von Frau "Zacharias-Schliep-
mann. Holz. Um 1300.
Schicksal: Verschollen.
16. Madonna, bayrische Schule. Geschenk derselben. Holz. Um 1300. .
Schicksal: Verschollen.
17. Madonna, schwäbische Schule. Rechter Unterarm der Madonna und
linker Arm und rechte Hand des Kindes fehlen. Geschenk derselben. Holz.
Um 1320.
Abbildung: Bei Rohde V. — Schicksal: Verschollen.
18. Madonna, Würzburg. Geschenk derselben. Holz. Um 1350.
Schicksal: Verschollen.
19. Stifterinnertgruppe, süddeutsche Schule. Linke Hand der stehenden
Figur fehlt. Holz. Um 1600.
Abbildung: Bei Rohde V. — Schicksal: Verschollen.
DOM
1. Eine stark beschädigte Heiligenfigur auf Konsole an der Außenwand
des Domchors in einer Mauernische mit hohem Baldachin, etwa 100 cm
hoch. War hier, wie Hagen meint, einst eine Eingangspforte und ist die
Statue der letzte Rest einer Kragsteinfigur einer sich über der Pforte wöl-
benden Vorhalle? Kalkstein. Um 1340.
Abbildung: Bei Rohde I. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
2. Im Innern des Chores zehn Heiligenfiguren, 125 cm hoch (Paulus, Bar-
tholomäus, Petrus, Stephan, Johannes der Täufer, Margarethe und Bi-
schöfe). Sie stehen unter den Diensten der birnstabförmigen Gewölberippen,
die in Baldachine für sie auslaufen, und auf gotischen Konsolen aus dem
halben Achteck. Diese Kragsteine sind reich verziert, auch figürlich: Der
unter Margarethe zeigt ein Ungeheuer, der unter Maria (?) mit schön ge-
203
Relief am Taufstein
fältetem Mantel den Sündenfall mit menschenköpfiger Schlange. Rohde
vermutet V erwandtschaft mit hanseatischer Plastik, besonders mit Do-
beran. Stuck aus Gips und Holzkohlenasche. Um 1340.
Abbildung: Drei bei Rohde I, sechs bei Clasen, zwei bei Wünsch, zwei in:
Königsberg in 144 Bildern, zwei in Merian. — Schicksal: Möglicherweise
beschädigt erhalten.
3. Großer achteckiger Taufstein mit zwei rohen Menschenköpfen, einer
Figur mit Streitaxt und Kreuz, Drachenreliefs vom Frögeltypus in roma-
nischem Blätterwerk. 113 cm hoch. Ausländische Arbeit, vielleicht aus
Schweden (Gotland). Ähnlicher Taufstein in Graudenz. Krollmann nimmt
an, daß der Taufstein noch aus dem Altstädtischen Dom stammte. Er
wurde 1395 in der Taufkapelle des Peter Resenkirch aufgestellt, zu unserer
Zeit stand er im Turmbau. Kalkstein. Anfang 16. Jahrhundert (Dehio).
Drittes Viertel des 14. Jahrhunderts (Clasen).
Abbildung: Bei Boetticher, vier bei Clasen, in: Königsberg in 144 Bildern,
Ostpreußen — 700 Jahre deutsches Land, S. 34. — Schicksal: Möglicher-
weise erhalten.
204
4. In der Südwand des Chores findet sich eine Nische mit der liegenden
Figur in Lebensgröße des Hochmeisters Luther von Braunschweig, die
einzige bildhauerische Nachbildung eines Hochmeisters. Sie war vielleicht
für eine Fumba gedacht, in der Nische befindet sie sich erst seit dem
16. Jahrhundert. Ob dieses Wandgrab wirklich die Gebeine Luthers birgt,
ist trotz des Zeugnisses Simon Grunaus zweifelhaft, da neben dem Grab-
mal des Kanzlers v. Kospoth 1833 der Grabstein dieses Hochmeisters auf-
gefunden wurde, der am 18. April 1335 gestorben war. Die Figur, die
wahrscheinlich Königsberger Arbeit ist, hatte weder Hände noch Füße.
Die Füße wurden ergänzt. Ihre Fracht ist höchst befremdlich, besonders
die vierkantige Kappe. Schon Hagen äußerte seine Zweifel. Lindenholz,
buntbemalt. 1335 (?).
Abbildung: Bei Wünsch, Clasen, Gause IV, in: Deutsche Staatenbildung,
Königsberg in 144 Bildern, Ostpreußen — 700 Jahre deutsches Land.
Schicksal: Wurde 1943 in der Kirche von Schönbruch, Kreis Bartenstein,
ausgelagert, 1944 aber mit unbekanntem Ziel wieder abgeholt. Seitdem
verschollen.
5. Grabstein des Bischofs Jacobus (1345—58) vor dem Marmorepitaph
Herzog Albrechts, Ganzfigur in Ritzzeichnung. Kalkstein. 1358.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
6. Grabstein mit zwei Stehgestalten der Bischöfe Heinrich II. Kubal (1387
bis 1395) und Heinrich III. Seefeldt (1395—1414) an der Südwand des
Hohen Chores. Steinplatte in Ritzzeichnung, die Gestalten unter Bal-
dachinen. Kalkstein. 1397.
Abbildung: Bei Rohde I. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
7. Leichenstein eines Bischofs, neben dem Pudewelsschen Grabstein eine
Gestalt zeigend, deren unterer Feil mumienhaft schmal zuläuft. Um sie
eine architektonische Einfassung in Form einer Kapelle mit spätgotischem
Spitzbogen (Eselsrücken). Nach Hagen einer der ältesten Steine. (?) Wer
der dargestellte Bischof ist, ist ungewiß. Kalkstein. Zweite Hälfte
14. Jahrhundert.
Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
8. Hochmeister Stuhl, zweisitzig, mit reichem spätgotischem Schnitzwerk, mit
Hochmeister- und Ordenswappen vor der Lettnerwand im Domchor. An
den Lehnen zeigt die treffliche Schnitzarbeit Karikaturen: Drachen, Greif,
Mann mit Kuhohren, dem aus der Nase Fulpen sprießen. Eichenholz.
1480 (Ulbrich), nicht später als 1500.
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Wünsch. — Schicksal: 1944 verbrannt.
9. Bischofsstuhl des Bischofs Nicolaus Creuder (1497—1503) mit schönem
Blätterwerk und Fabeltieren (Hase mit Dudelsack, Löwe mit Krone) mit
Inschrift und Wappen des Bischofs. „Barocke“ Gotik, schon auf der Grenze
zur Renaissance mit deren neuem Formgefühl. Im Domchor. Eichenholz,
farbig. 1503.
205
Ritzzeichnung
vom Grabstein der Bischöfe
Kubal und Seejeldt
{zu S. 205)
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Dethlefsen. — Schicksal: 1944 ver-
brannt.
10. Kernstück des Hochaltars zwischen Laienkirche {Langhaus) und
Priesterkirche {Chor) an der ehemaligen Lettnerwand, die einst die beiden
Kirchen abschloß: Thronender Gottvater, sechs Apostelpaare beiderseits.
Um dieses gotische Mittelstück fügten Renaissance und Barock Aufbau
und Umrandung hinzu (s. u. Renaissance und Teil I, Isaak Riga). Holz.
Anfang 16. ]ahrhundert.
Abbildung: Bei Rohde I, Borrmann, Neumann, Hubatsch III. — Schicksal:
1944 verbrannt.
ALTSTÄDTISCHE KIRCHE
Ein Kronleuchter mit großem Hirschgeweih und mit Doppelmadonna,
die nach Michael Lilienthals „Erleutertem Preußen“ in vorreformatorischer
206
Zeit für wundertätig galt. Einst vor
der Taufkammer, jetzt in der Sakri-
stei. Holz, farbig. Um 1500.
Schicksal: Dieses Stück wurde 1943 in
der Kirche zu Schönbruch, Kreis Bar-
tenstein, ausgelagert, 1944 aber zu
anderweitiger Verwahrung wieder ab-
geholt. Seitdem verschollen.
JUDITTER KIRCHE
1. Überlebensgroße Maria mit Kind,
die auf einen dichtverhüllten, in der
Mondsichel liegenden weiblichen
Kopf tritt. Unter der Mondsichel eine
Konsole mit Engelsköpfchen. Das
Bildwerk, dessen Rückseite unbear-
beitet ist, stand rechts vom Altar auf
dem Fußboden des Chores, mit star-
ken Eisenstiften vor dem Umfallen
bewahrt. Zuletzt kam es ins Schloß-
museum. Holz, bunt. Aus der Zeit
Konrads v. Jungingen (1395—1407)
(Boetticher), 1485 (Ulbrich), um 1515
( Dehio ).
1963 hat Lahrs im Ostpreußenblatt
nachgewiesen, daß diese Statue iden-
tisch war mit „unsrer libem frawen
Bilde Am pfeiler“, die in der alten
Königsberger Schloßkapelle in ge-
ringer Höhe über dem Fußboden
an einem Pfeiler hing. Er stützt diese
geistvolle These auf Rechnungsbücher
des Ordens aus den Jahren 1504/05,
laut denen die Madonna am Pfeiler
renoviert wurde, wobei sie die Perlen
ihrer Krone zurückerhielt, die ihr
während des Sturmes auf das Schloß
beim Aufstand 1454 1t. Hennenber-
gers „Erclerung der preußischen Land-
taffel“ geraubt worden waren. In der
Reformation wurde sie dann der
einstmals vielbesuchten Wallfahrts-
kirche Juditten übergeben, was um
so mehr den Tatsachen entsprechen
207
dürfte, weil andere Nachrichten über die Herkunft in Juditten fehlen.
Diese Hypothese von Lahrs hätte allerdings zur Voraussetzung, daß das
Bildwerk vor 1454 geschaffen sein müßte und tatsächlich aus der Zeit
Konrads von Jungingen, wie Boetticher will, oder seiner nächsten Nach-
folger stammt.
Abbildung: Bei Hubatsch III (116). — Schicksal: Verschollen.
2. Halblebensgroßer vortrefflicher Kruzifixus und ein zugehöriger, stark
versehrter Schächer, spätgotisch, zuletzt noch in die Kunstsammlungen im
Schloß übergeführt. Holz. Um 1520.
Abbildung: Bei Ulbrich I, Wünsch, Deutsche Staatenbildung. — Schicksal:
Verschollen.
QUEDNAUER KIRCHE
Der Mittelbau des Altars von einem Schrein, der einst zwei Flügel hatte
und aus der alten gotischen Kapelle von vor 1320 stammte, ist gotisch und
zeigt den heiligen Jacobus mit der Muschel im Mittelteil und sechs Apostel
in den Flügeln. Die Umrandung späterer "Zutaten aus verschiedenen Zeiten
(s. Teil I unter Joh. Chr. Doebel). Holz. Um 1500.
Schicksal: Unbekannt.
PFARRKIRCHE NEUENDORF
Die 1818119 nach Zerstörung durch einen Orkan wiederauf gebaute Ordens-
kirche hat einen ganz hölzernen Kanzelalter mit regellos aufgestellten
Figuren mit gotischen Anklängen und von Barockbildwerken (s. dort).
Gotisch ist der Kruzifixus, der den Altar krönt, wohl aus einem Triumph-
bogen stammend, Maria mit Kind zwischen zwei Fialen, ferner zwei Fi-
guren, wohl Maria und Anna und kleinere Schnitzereien: Anbetung der
drei Könige, Christi Taufe und Beschneidung, Jesus im Tempel. Holz. An-
fang 16. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Ulbrich I, zwei bei Hubatsch III. — Schicksal: Unbekannt.
KIRCHE DES ALTSTÄDTISCHEN ST.-GEORG-HOSPITALS
Hier befanden sich nach Caspar Steins „Peregrinator“ (1644) folgende
„vorreformatorische Figuren“: Ein großes Standbild des Ritters St. Georg,
Christophoros; Jungfrau Maria, Magdalena, Johannes, Nikolaus, ein
Lamm Gottes. Holz (?). Nach 1329.
Schicksal: Längst verschollen.
LAAKENTOR (STEINTOR, SPÄTER AUCH SCHWANENTOR)
Laut Caspar Steins „Peregrinator“ war hier eine „altertümliche steinerne
Bildsäule der Jungfrau Maria“ angebracht. Stein. Nach 1370.
Schicksal: Vermutlich beim Abbruch des Tores 1734 verschollen.
208
Renaissance
SCHLOSS
1. Reliefbildnis des Herzogs Albrecht über dem Portal im Südflügel des
Schlosses auf zwei Karyatiden in derber Rollwerkornamentik. Unter dem
Relief: Psalm 56. / Laus mea sermo Dei Domini mea gloria verbum / Hac spe
non metuam, quid mihi faxit homo. / Albertus D. G. Marcheo Brandenb. /
Dux Prussiae anno 1551. Der Baumeister des Südflügels war Christoph
Römer, unter ihm arbeitete Andreas Heß; der Bildhauer des Portals ist
unbekannt. Kalkstein. 1551.
Abbildung: Zwei bei Rohde I, Boetticher, Ehrenberg. — Schicksal: Be-
schädigt erhalten.
2. Bildnisbüsten Herzog Albrechts und der Herzogin Anna Maria im Kre-
denzzimmer des Schlosses, früher als Büsten auf einem Schrank im Schwar-
zen Adlerzimmer, seit 1892 über zwei Türen eingebaut. Alabaster. Um
1563.
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Bonner Katalog. — Schicksal: Wahr-
scheinlich vernichtet.
3. Eine Coppernicusbüste über der die Eingangstür zum Kredenzzimmer
umrahmenden Säulenarchitektur. Holz.
Schicksal: 1944 verbrannt.
4. Kamin im Kredenzzimmer des Schlosses mit zwei weiblichen allegorischen
Bildnisbiiste Herzog Albrechts — Bildnisbiiste der Herzogin Anna Maria
209
Gestalten, die das Gebälk mit der Inschrift tragen: „Notam fac mihi
viam quae ambulaturus sum.“ In der Mitte Kurhut und Zepter. Marmor.
Um 1650.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
5. Kamin in Herzog Albrechts Arbeitszimmer über dem Albrechtstor. Die
Kaminanlage und die Türen baute 1558 Heinrich Steinhauer, der wahr-
scheinlich identisch ist mit dem Holländer Heinrich Vlint (s. d., Teil I.), ein.
Der Kamin und die Kassettendecke wurden aber erst elf Jahre nach
Albrechts Tod von Königsberger Handwerkern eingebaut. Marmor 1579.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
6. Kamin im Moskowitersaal in der Nordwestecke von kräftigen Spät-
renaissanceformen, das Gesims von zwei Atlanten getragen. Marmor. Nach
1590.
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, in: Königsberg in 144 Bildern. —
Schicksal: Wahrscheinlich vernichtet.
SCHLOSSHOF
In seiner Mitte stand schon zu gotischer Zeit ein Brunnen, dessen „steinern*
Seul“ der Chronist Christoph Mierau 1608 in seinem „Lobspruch der
Stadt Königsberg“ besingt. Später erhielt die Brunnensäule die Figur eines
Ritters mit Lanze und Schild („Mars“). Aus vier Löwenköpfen sprudelte
Wasser.
Abbildung: Zeichnung von Christoph Gercke bei Armstedt, Gause IV. —
Schicksal: Der Brunnen wurde 1698 abgebrochen und verschüttet.
STÄDTISCHE KUNSTSAMMLUNGEN IM SCHLOSS
1. Reliefbildnis des Erasmus v. Rotterdam mit vergoldeter Silberfassung
(1580). Geschnitten nach dem Kupferstich des Erasmus von Hieronymus
Hopfer. 1936 auf einer Auktion in München vom Museum angekauft. Im
Raum 7. Bernstein. Um 1530.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
2. Ein Alabasterrelief aus dem Kloster Springborn: Im Mittelfeld die
Kreuzigung, oben die Grablegung, im reichen Rahmen viele Putten. Zwei-
fellos holländische Arbeit. Alabaster. Zwischen 1550 und 1580. t
Abbildung: Bei Boetticher, Wünsch. — Schicksal: Verschollen.
3. Ein Alabasterrelief mit der Darstellung von König David und Abigail.
Aus den Niederlanden in den Besitz der Altstädtischen Kirche gelangt.
Alabaster. Um 1600.
Schicksal: Verschollen.
4. Länglich-ovales Alabasterrelief: Venus und Amor. Französisch? Ala-
baster. Um 1600. Nach Rohde 18. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Verschollen.
210
II
5. Männliche und weibliche Figur, Gewändepfeiler einer Für von einem
Hause der Lastadie. Stein. Um 1600.
Schicksal: Verschollen.
6. Zwei Steinsäulen mit Putten an den Basen vom Hause Kneiphöfische
Langgasse 57 stammend. Sand(?)stein. Um 1600.
Schicksal? Verschollen.
7. Eine Schnitzerei, das Urteil des Paris darstellend, 215<.19 cm, vielleicht
eine Plakette. Deutsche Arbeit. Buchsbaumholz. 16. Jahrhundert (Boet-
ticher), um 1620 (Rohde).
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde II, Rohde III, Rohde V. — Schicksal:
Verschollen. 2
8. Zwei Bogenzwickel mit Putten aus dem Löbenichtschen Hospital. Stein.
Anfang 17. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
9. Zwei Engelsköpfe im Ohrmuschelstil, angeblich aus einer Braunsberger
Kirche stammend. Ostpreußische Arbeit. Holz, vergoldet. Um 1630.
Schicksal: Verschollen.
10. Zwei ovale Engelsköpfe aus dem Löbenichtschen Hospital, dazwischen
Schlußstein mit Engelskopf. Stein. Um 1630.
Schicksal: Verschollen.
11. Steinerner Engelskopf vom Hause Kneiphößsche Langgasse Nr. 44.
Kalkstein. Um 1630.
Schicksal: Verschollen.
12. Sitzgestalt des Evangelisten Matthäus aus dem St.-Georgs-Hospital
stammend. Kalk(?)stein, später mit Ölfarbe gestrichen. 1630/35.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verschollen.
13. Zwei Freppenantrittspfosten aus dem Hause Steindamm 45, 1,70 m
hoch, mit bärtigen Krieger gestalten und Masken. Geschenk des Hofmalers
Hoffmann. Eichenholz. 1635/40.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verschollen.
14. Ein Kamin, aus dem Erdgeschoß des Hauses Steinhauptstraße 9, mit
reichen Ohrmuschelverzierungen, im Gebälk Venus und Amor und zwei
Putten, darüber das Opfer Isaaks, Bekrönung mit verbrennendem Phönix.
Gußeiserne Kaminplatte (Christus und die Samariterin) (s. auch S. 224).
Sandstein, die Bemalung in Goldbronze und Braun ist spätere Zutat. 1638.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I. — Schicksal: Wahrscheinlich zerstört.
15. Frühe aus Eichenholz mit figürlichen und ornamentalen Einlagen ver-
schiedener Hölzer. Ahorn, Nußbaum, Sumpfeiche. Um 1640.
Schicksal: Verschollen.
16. Kleines Kabinettschränkchen mit ornamentalen und figürlichen Ein-
lagen. Holz. Um 1640.
Schicksal: Verschollen.
211
17. Dreiviertelsäule aus Eichenholz mit pflanzlichen und figürlichen Orna-
menten. Geschenk von Gabel, Danzig. Eichenholz. Um 1650.
Schicksal: Verschollen.
STADTGESCHICHTLICHES MUSEUM
1. Portal, Pilaster, Wappenhalterlöwen und eine Balkendecke aus dem
1925 abgebrochenen Hause Altstädtischer Markt Nr. 15 (s. S. 223). Teils
gotländischer, teils Bremer Sandstein. 1595.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I, II, Borrmann. — Schicksal: Ver-
nichtet.
2. Portal und Reste einer runden Wendeltreppe (Pfeilerhalbgestalten, dar-
unter Maskenköpfe) aus dem 1895 abgebrochenen Hause Wassergasse
Nr. 39 (s. S. 224). Sandstein, Eichenholz. Um 1635.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
3. Zwölf männliche Köpfe und Fratzen von dem Anfang dieses Jahrhun-
derts abgebrochenen Hause Altstädtischer Markt Nr. 9—10. (Alexander
und Echternach). Zeigen gute Arbeit. Sandstein. Um 1635.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I. — Schicksal: Vernichtet.
4. Stehgestalt der Liebe sowie zwei Friedensengel aus den Portalzwickeln
des abgebrannten Löbenichtschen Hospitals. Sandstein. Um 1635.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I. — Schicksal: Verschollen.
5. Wangen und Pfosten einer eckig gebrochenen Wendeltreppe mit Krieger-
gestalten und Ohrmuschelschmuck aus einem Hause in der Altstädtischen
Langgasse. Eichenholz. Um 1640.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verschollen.
6. Ein Treppenanfänger, 1,47 m hoch, einen Krieger darstellend, aus dem
Hause Domstraße 7. Eichenholz. Um 1650.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verschöllen.
7. Im Erdgeschoß des 1913 abgebrochenen Hauses Tuchmacherstraße 11
befand sich eine Stuckdecke mit vier Feldern, mit der figurenreichen Ge-
schichte Josephs in Ägypten. Sie zeigt in den Feldern: Rechts unten: Ab-
schied der Söhne von ihrem Vater Jacob. Rechts oben: Kniefall der Brüder
vor Joseph. Hinten Leute, Getreidesäcke in die Speicher tragend. Links
oben: Die Brüder speisen bei Joseph. Links unten: Joseph stellt fünf Brü-
der dem Pharao vor. 1898 sachgemäß von der dicken Gipsverputzung be-
freit, 1908 erworben und 1929 ins Museum eingebaut, wobei der Königs-
berger Stuckmeister Reinhold Balzer beschädigte Stellen verständnisvoll
und geschickt erneuerte. Die Decke ist einzig in ihrer Art im ganzen Osten.
Stuck, der auf ein Geflecht dünner Holzstäbe aufgetragen wurde. Ende
16. Jahrhundert (Ulbrich), 17. Jahrhundert (Anderson).
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I. — Schicksal: Vernichtet.
212
DOM
1. Überlebensgroßer Kreuzheiland auf dem Triumphbalken. „Eine der
ergreifendsten Schöpfungen ostpreußischer Schnitzkunst“ (Ulbrich). Mit
einer (Länge von 3,90 m war er wohl das größte Kruzifix Ostpreußens.
Holz. 1319.
Abbildung: Bei Rohde I, Ulbrich I, Boetticher, Hubatsch III, in: Königsberg
in 144 Bildern, Neumann. — Schicksal: Das Bildwerk wurde im Kriege
auf Veranlassung des Amtes für Denkmalspflege unter Leitung des Bild-
hauers Kimritz heruntergeholt und in eine ostpreußische Kirche im Kreise
Gerdauen ausgelagert. Weiteres Schicksal unbekannt.
2. tiochaltar. Erweiterung um das gotische Kernstück (s. d., Gotik) mit
einem auf einem Triglyphenfries mit Putten stehenden dreiteiligen Auf-
bau, darin im mittleren Bogenfeld Anton Möllers Gemälde vom Jüngsten
Gericht. Beiderseits davon in Nischen stehen Moses und Johannes der Täu-
fer. Im krönenden Gebälk zwei Engel, die Luthers Bild halten. Holz. 1391.
Abbildung: Zwei bei Rohde I, Boetticher, Wünsch, Neumann. — Schick-
sal: 1944 verbrannt.
3. An einem Pfeiler des nördlichen Mittelschiffes steht die aus einem Sechs-
eck gebildete steinerne Kanzel. Sie wurde 1389 von dem Bürger Sigismund
Scharff gestiftet und zeigt Säulen, Figuren der Evangelisten und Engels-
köpfe. Auf dem Schalldeckel Tugenden und als Krönung ein Phönix.
Handwerkmäßige Arbeit. Schöne eiserne Gittertür von 1396. Sie ist die
einzige Steinkanzel Ostpreußens. Gotländischer Sandstein. 13. September
1391 geweiht.
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Wunsch, Hubatsch III, in: Königsberg
in 144 Bildern. — Schicksal: Kanzel zerstört, Schalldeckel beschädigt.
4. Die Taufkammer ist eine Stiftung des Ratsherrn Peter Resekirch, eine
ionische Säulenreihe trägt fünf Gestalten (zwei Engel, in der Mitte der
Heiland als Kinderfreund). Vielleicht sind diese Arbeiten von einem der
damals in Königsberg lebenden Steinhauermeister Kilian oder Hans von
Möllen (s. d.). Schöne eiserne Tür. Sandstein. 1396.
Abbildung: Zwei bei Boetticher, Rohde I. — Schicksal: 1944 zerstört.
3. Der achteckige kuppelförmige Taufdeckel über dem gotischen Taufstein
,s. d., Gotik) ist reiche Schnitzarbeit mit Halbfiguren, Putten und Köpfen.
Holz. Um 1600.
Schicksal: Verbrannt.
LANGHAUS DES DOMS
1. An der Nordseite das Epitaph des Vorstehers des Pauperhauses Jacob
Keuter (f 12. März 1389) zeigt im unteren Rollwerkbeschluß eine schla-
fende Knabengestalt, im Hauptgeschoß und Aufsatz den Heiland und die
213
zwölf Apostel. In der Mitte ein schlechtes Gemälde über die Ereignisse in
Gethsemane. Holz. 1580.
Schicksal: Verbrannt.
2. Epitaph mit Säulen und Karyatiden des Kneiphöfischen Bürgermeisters
Johann v. Loh (f 23. Juni 1583) und seiner Gattin Barbara (t 29. April
1584) an der Südseite. Ein Mittelbild, Hesekiel Tote erweckend, eingefaßt
von den Figuren der Hoffnung und Gerechtigkeit. Auf dem Gebälk die
Tugend und blasende Engelknaben. Holz. 1584.
Abbildung: Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
3. Kleines Epitaph des Magisters Michael Scrinius (f 13. Oktober 1585)
mit dem Gemälde der Auferweckung des Jünglings zu Naim an der Nord-
wand. Oben ein Porträtkopf. Holz. 1585.
Schicksal: Verbrannt.
4. Epitaph des Kneiphöfischen Bürgermeisters Mathäus Reimer (f 14. Juli
1594) und seiner Ehefrau Elisabeth (f 10. Mai 1629) an der Nordseite,
zeigt Bildnisköpfe der Verstorbenen, Löwenköpfe, Widderköpfe, Glaube
und Liebe und auf dem Gebälk einen Putto, den Arm auf einen Totenkopf
gestützt. In der Mitte ein Gemälde: Darbringung des Jesuskindes im
Tempel. Holz. 1595.
Schicksal: Verbrannt.
5. Epitaph des Dr. beider Rechte Christophorus Heilsberg (f 5. Juni 1600)
und seiner Gattin Catharina Montfort (f 1638) an der Nordseite. Unten
drei Figuren: Pietas, Scientia, Virtus und Gemälde der Kreuzigung von
zwei weiblichen Halbgestalten eingerahmt, die das Gebälk mit den sitzen-
den Figuren von Wahrheit und Gerechtigkeit tragen. Holz. 1600.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
6. Das Epitaph des Rates Johann Heidenstein (* 1552, f 16. März 1600)
und seiner Ehefrau Ursula an der Westseite stellt die knienden Relief- ~
gestalten der Verstorbenen dar, beiderseits tragen Karyatiden das Gebälk,
in dem zwei längliche Tafeln Lazari Auferweckung und Christi Himmel-
fahrt zeigen. Marmor. 1600.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
7. An der Westwand befindet sich das nur teilweise erhaltene Epitaph des
Kneiphöfischen Bürgermeisters Friedrich Montfort (t 28. April 1602) und
seiner Gattin Agnes Werner (f 25. Dezember 1618). Vortrefflich die beiden
trauernden Gestalten einer Frau und eines kahlköpfigen bärtigen Mannes.
Acht weibliche Köpfe. Holz, farbig. 1602.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
8. Das nur teilweise erhaltene Epitaph des Zacharias Engel (f 1604) an
der Nordwand, hat im Untergeschoß die zwei herrlich geschnitzten Figuren
des hl. Michael und des Petrus sowie zwei weibliche Nischenfiguren, außer-
dem zahlreiche Masken und Köpfe. Holz. 1604.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I, Ulbrich II. — Schicksal: Verbrannt.
214
I)
VORDERER CHOR DES DOMS
1. Auf der Nordseite trägt der hölzerne Rahmen des Epitaphs des Bischofs
Georg von Polenz (f 28. April 1550) drei Alabasterreliefs: Das Brustbild
Gottes mit der Weltkugel, die Anbetung der Magier und die Flucht nach
Ägypten^. Oben im Rahmen die Bischofsmütze und die Wappen der Familie.
Die Reliefs sind zweifellos holländische Arbeit. Holzrahmen, farbig. Ala-
baster. 1550.
Schicksal: Zerstört.
2. Epitaph des Bischofs Joachim Mörlin (f 23. Mai 1571) und seiner Ehe-
frau Anna (f 3. November 1570) an der Nordwand. Zwei Karyatiden
— eine vollsaftige Frau und ein bärtiger Mann rahmen ein Gemälde (An-
betende vor einem Kruzifix, darunter die Verstorbenen) ein, darüber zwei
wappenhaltende Genien, im obersten Gebälk der Pelikan, an den Seiten-
einfassungen Vogelköpfe und Narrengestalten. Holz. 1571, 1696 erneuert.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
3. Am Epitaph des Obermarschalls Joachim v. Borck (f 10. November
1572) an der Nordwand, über dem Bischofsstuhl des Nicolaus Creuder,
wird ein Giebelfronton mit rundem Wappen und der Zahl 1574 von zwei
römischen Säulen getragen; in seitlichen Nischen Figuren. Holz. 1574.
Schicksal: Verbrannt.
4. Epitaph des Landhofmeisters Anton v. Borck (t 22. Dezember 1577)
an der Nordwand: Zwei korinthische Säulen tragen Gebälk und Gesims,
darüber zwei sitzende Genien, die ehemals Wappen hielten. Holz. 1578.
Schicksal: Verbrannt.
5. Von hohen Säulen getragenes Epitaph an der Südwand, auf dessen Ge-
sims zwei Genien Wappen halten. Ein Medaillon mit Kinderkopf, das den
Toten, den halbjährigen Johannes v,. Heideck darstellt (f 5. Februar 1585).
Holz. 1585.
Schicksal: Verbrannt.
6. Großes Epitaph des Fürstlichen Kammerrates Caspar v. Nostitz (* 1500,
/ 22. März 1588) und seiner Ehefrau Barbara (t 1577). Zwei Karyatiden
tragen ein durchbrochenes Gebälk; über dem Gesims ein Wappen, darüber
Christus. Beiderseits Posaunen blasende Engel. Provinzielle Arbeit (Dehio).
Holz. 1588 (?).
Schicksal: Verbrannt.
7. Das Epitaph an der Südseite der Catharina v. Wernsdorff (f Trinitatis
1590) wurde^von ihrem Sohn Wolf v. Wernsdorff errichtet. Nur wenige
Figuren: Ein Frauenkopf, zwei Löwenköpfe, Glaube und Hoffnung und
als Bekrönung die Justitia umgeben ein Gemälde von Christi Auferstehung.
Holz. 1591.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
215
8. Epitaph des Rates Michael Gisa (f 16. März 1596) und seiner Gattin
Ursula an der Nordwand mit viereckiger Tafel und in zwei Nischen die
Alabasterbüsten des Ehepaares. Darunter ein Reliefmedaillon mit der Auf-
erweckung des Lazarus. Bunter Marmor. 1596.
Schicksal: Unbekannt.
9. An der Hauswand, hoch über dem folgenden Grabmal, befindet sich das
Epitaph des Kanzlers Martin v. Wallenrodt (t 30. Juni 1632), seiner beiden
Gattinnen und seines Sohnes Botho Carl: Um ein viereckiges Gemälde und
die Inschriftentafel stehen die Figuren von Glaube, Hoffnung, Liebe. Zwei
Wappen. Holz. 1632.
Schicksal: Verbrannt.
10. Grabmal des Landhofmeisters Johann Ernst v. Wallenrodt (f 21. März
1697) und seiner Gattin Maria an der Südseite, unter dem vorigen:
Schwere Säulen, neben denen die Gestalten von Kraft und Glauben lehnen,
tragen den Giebel, an dessen Voluten die Büsten der beiden Verstorbenen
stehen. Die ovale Inschrifttafel zwischen den Säulen ist von reichem
Akanthuswerk umgeben. Dies ist das einzige, was auf die Kunst der Zeit
hinweist; alles übrige atmet den ruhigen Geist der Renaissance. Hollän-
dische Arbeit, wie das Testament des Landhofmeisters vom Jahre 1695
beweist: „Kein ander Monumentum begehre ich, als dessen Projekt ich in
Amsterdam verfertigen und' hierher bringen lassen.........und an dem
Orte in der Thumkirche, wo mein seeliger Her Vater begraben lieget auf-
gesetzt und mein und meiner sei. liebsten Frauen Körper dahinein in der
Stille der Abendszeit gesetzet werde . . .“. Schwarzer Marmor und Ala-
baster. 1695 bestellt, 1698 auf gestellt.
Abbildung: Bei Rohde I, Ulbrich I. — Schicksal: Möglicherweise beschä-
digt erhalten.
IM HOHEN CHOR DES DOMS
1. In der Mitte die Tumba Herzog Albrechts, seiner Gemahlin Dorothea
und deren sechs Kinder, Katharina, Lucia Dorothea, Lucia, Albertus,
Fridericus, Albertus über der darunter liegenden R ürstengruft. Die jung
gestorbenen Kinder liegen, die Knaben in Rüstung, alle sind mit dem
Totenkranz geschmückt. Die einzige überlebende Tochter Sophia ist an der
Westseite aufrecht dargestellt. Auf der Deckplatte die lebensgroßen Ge-
stalten des Herzogs (rechts) und Dorotheas. Handwerkliche deutsche Ar- !
beit. Schwedischer Sandstein. Um 1540.
Abbildung: Bei Ehrenberg, Rohde I, Merian, in: Königsberg in 144 Bildern. |
— Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten. jj
2. Epitaph des Statthalters Fürsten Boguslaw Radziwill 31. Dezember
1669) und seiner Gemahlin Anna Maria .(t 24. März 1667) an der Südseite
des Hohen Chores: Große schwarze Marmortafeln mit Text, lebensgroße
Büsten der Verstorbenen aus weißem Marmor und drei Putten, die treff-
216
T'tw
lieh aus geführt sind. Noch zu Lebzeiten des Fürsten in Auftrag gegeben.
Wahrscheinlich nißderländische Arbeit, noch ganz im Geist der Renaissance.
Schwarzer und weißer Marmor. "Zwischen 1667 und 69.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
VORDERER DOMCHOR
1. Leichenstein einer Frau in Lebensgröße. Von der Inschrift nur noch zu
lesen: „Anno MDXLIV starb die erbar vnd dugentsame Jungfraw Beate
[Baumgartner?] den XVI. Junii der Got Genad“ Stein. 1544.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
2. Leichenstein eines Ritters in Lebensgröße ohne Schrift. Stein. 16. Jahr-
hundert.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
3. Leichenstein des Kanzlers Johanp v. Kreytzen (ß 5. Januar 1575) und
seiner Gattin Euphemia (t 12. Mai 1575) mit den lebensgroßen Gestalten
der Verstorbenen. Stein. 1575.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
4. Leichenstein des Landhofmeisters Albrecht v. Kittlitz, darauf seine
lebensgroße prächtig ausgeführte Figur. Stein. 1604.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
5. Leichenstein des Obermarschalls Georg v. Pudewels, neben dem vorigen,
Figur in Lebensgröße. Stein. 1604.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
6. Leichenstein des Kanzlers Marten v. Wallenrodt, dicht vor dem Marmor-
grabmal seines Sohnes. Auf dem Stein die Brustbilder des darunter ruhen-
den Ehepaares und zweier Kinder. Stein. Zwischen 1632 und 1641.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
7. Leichenstein des Landobristen und Hauptmanns auf Oletzko, Siegmund
v. Wallenrodt, neben dem vorigen, zeigt die Figur des Verstorbenen in
ganzer Gestalt. Stein. 1649.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
8. Leichenstein des Generals Johann Arndt v. Goldstein und seines sechs-
jährigen Söhnchens Gustav Friedrich (f 30. Mai 1653), neben dem vorigen
Grabstein, zeigt Vater und Sohn kniend (beigesetzt September 1654).
Stein. 1654.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
AUSSEN AM DOM
An der südlichen Außenseite des Vorderen Chores befindet sich das Kind-
lersche Erbbegräbnis, auf dessen Giebelschrägen eine weibliche und eine
männliche Gestalt liegen. Handwerkliche Arbeit. Sandstein. Um 1675.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
217
DOMHOF
1. Bildnisrelief Herzog Albrechts, ähnlich dem an der südlichen Hof front
des Schlosses in der Außenmauer der Aula des 1544 eingeweihten Alber-
tinums. Es zeigt den Herzog mit dem Schwert über der Schulter und ist
das Urbild des „Albertus“. Es wurde im Vorraum der Stadtbibliothek an-
gebracht, an seine Stelle kam eine farbige Kopie von Kimritz (s. d.). Sand-
stein. Um 1560 (Ulbrich II). Kopie des Bildnisreliefs Sandstein, bunt. Um
1910.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
2. Über dem Eingang des „Neuen Collegiums“, 1569 von Herzog Albrecht
Friedrich gebaut, befanden sich die Brustbilder Albrechts und Albrecht
Friedrichs, zwischen ihnen das brandenburgische Wappen mit der Unter-
schrift: Exstructa est haec Domus A MDLXIX qui fuit secundus a Rec-
torata Illustrissimi Principis Junioris. Sandstein. 1569.
Abbildung: Auf einer Zeichnung des Graphikers und Museumsdirektors
Ludwig Clericus von 1850/51 im „Liederbuch der Albertina“ überliefert;
bei Gause IV, in: Ostpreußen. Leistung und Schicksal. — Schicksal: Beim
Neubau des Kneiphöfischen Gymnasiums 1864 vernichtet.
3. Zwischen Dom und Altem Albertinum führte durch eine steinerne
Mauer ein Tor, über dem sich nach Baczko noch 1804 ein Bildnis des Mark-
grafen Georg Friedrich befand. Mauer und Tor auf einer Zeichnung des
Domhofes von dem Graphiker Ludwig Clericus, 1850 (s. o.). Stein. Um
1590.
Schicksal: Verschollen.
ALTSTÄDTISCHE KIRCHE
1. Hochaltar, 13 m hoch, aus der 1826 abgebrochenen alten Nicölaikirche
übergeführt. Mittelstück eine Skulptur der Kreuzigung mit den Schächern
und Johannes mit den beiden Marien. Den Rahmen tragen zwei reich-
geschmückte korinthische Säulen, an der Predella und im Gebälk Apostel,
Tugenden, Verkündigung und Geburt Christi in zwei Ovalen. Vier Seiten-
tafeln mit Darstellungen aus Christi Leidensweg. Hervorragende Königs-
berger Arbeit, besonders trefflich die beiden Schächer; an Wert etwa dem
Jörg Zürn gleich. Ulbrich denkt an niederländischen Einfluß und M. Kon-
rad glaubt den prächtigen Altar Hans v. Mildert (s. d.) zuschreiben zu
dürfen. Nach Caspar Stein hatte der Altar 1640 einen Wert von 36 000
preußischen Gulden. Holz. 1606, 1639/40 bemalt und vergoldet.
Abbildung: Neun bei Ulbrich I, Ulbrich II, Hubatsch III. — Schicksal:
Der Altar wurde 1943 unter Kimritz' Leitung ausgebaut und in der massi-
ven Scheune eines Gutes bei Arnau ausgelagert. Weiteres Schicksal unbe-
kannt.
2. Das schöne Epitaph des Pfarrers Dr. Bernhard Derschau im Ohr-
218
muschelstil, unten ein Engelskopf, links Moses, rechts Johannes der Täufer.
Bronze, Ganzguß. 1639.
Abbildung: Bei Boetticher, Rohde I, Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
NEUROSSGÄRTER KIRCHE
Die Kanzel auf einem Engel ruhend zeigt zahlreiche Figuren mit aus-
drucksvollen Köpfen. (Auf dem Giebeldreieck der Tür: Glaube, Liebe,
Hoffnung, am Kanzelkörper der Erlöser und die Evangelisten, auf dem
Deckel der segnende Heiland mit Engeln.) Diese Arbeit eines Königs-
berger Meisters gehört zu den schönsten Ostpreußens. Holz, bemalt. 1648.
Abbildung: Vier bei Ulbrich I, Boetticher. — Schicksal: 1944 verbrannt.
JUDITTER KIRCHE
Die Grabplatte in der Turmhalle des Friedrich Reder (fi 1398) stellt den
Verstorbenen im Halbbildnis in ovalem Rahmen dar. (Das Epitaph des-
selben mit reichem Schnitzwerk in der Vorhalle.) Stein. 1398.
Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
KIRCHE ZU HAFFSTROM
1. Der Altar, der zwei Gemälde hat, zeigt die Wappen des Grafen Fabian
Lehndorff und seiner Gemahlin Katharina v. Kreytzen, im Friese des
Gebälks vier sitzende Engelknaben, im Obergeschoß Glaube, Liebe und
der auferstandene Heiland. Seitliches Akanthusrankenwerk um 1720 an-
gefügt. Holz. 1643.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
2. Der Leichenstein eines v. Lehndorff (f 1393) und seiner Gattin zeigt die
Toten in Vorderansicht, stolz, selbstbewußt, sie in Witwentracht, er in
voller Rüstung. Tüchtige Arbeit. Sandstein. 1391.
Schicksal: Wahrscheinlich Erhalten.
NEUHAUSENER KIRCHE
1. Das Epitaph eines Ritters von Eichicht-Seiler (t 1602) in der Turmhalle
zeigt zwei schwere fast rechteckig geschnitzte Köpfe. Holz. 1602.
Schicksal: 1944 verbrannt.
2. Der Grabstein desselben zeigt die Ganzfigur eines Ritters mit Harnisch,
Schwert, Helm, Handschuhen. Sandstein. 1602.
Schicksal: Unbekannt.
KNEIPHÖFISCHES KRÄMERTOR
An ihm stand die Statue Hans von Sagans vor dem auf die Wand des
Tores „gemalten Kriegsvolke“ (Caspar Stein).
Schicksal: Verschollen seit dem Abbruch des Tores 1712.
219
GRÜNES (LANGGASSER) TOR
Nach Caspar Steins „Peregrinator“ befanden sich am Tor des Meisters
Wilhelm die Figuren der Gerechtigkeit, Arbeitsamkeit und Ruhe. Oktober
1592. Stein.
Schicksal: Spätestens 1864 beim Abbruch des Tores verschollen.
GRÜNE (LANGGASSER)-BRÜCKE
Hier stand nach Caspar Stein die Figur des C. Mucius Scaevola. Um 1590.
Stein.
Schicksal: Längst verschollen.
ALTE BÖRSE NEBEN DEM GRÜNEN TOR
Hier wurden beim Umbau 1624 nach Caspar Stein drei Statuen: Merkur,
Neptun, Chronos, auf gestellt. Holz (?). 1624.
Schicksal: Spätestens beim Umbau der Börse 1798 verschollen.
LÖBENICHTSCHE STADTWAAGE
Über der Tür war nach Caspar Stein eine steinerne Justitia angebracht,
die die Waage in der Rechten, das Schwert in der Linken hielt. Stein.
Schicksal: Verschollen.
Ferner erwähnt Caspar Stein a. a. O. zahlreiche Figuren in den drei Rats-
häusern Königsbergs. Da sie sämtlich zugrunde gegangen sind, sei nur auf
ihn verwiesen.
220
Das Haus
Kneiphöfische
Langgasse 27
PRIVATHÄUSER, PORTALE, TREPPEN, STUCKDECKEN
1. Kneiphöfische Langgasse Nr. 2 7. Figurenreiches Außen-
portal mit zwei Karyatiden und drei Giebelfiguren (Gerechtigkeit mit
Waage, Klugheit mit Schwert, Freue mit Hund). Beiderseits Nischen für
Laternen, zwei Kellerportale. Innenportal der Diele mit zwei schön ge-
schnitzten liegenden weiblichen Figuren im Gebälk. Außenportal Sandstein.
Um 1635.
Abbildung: Zwei bei Rohde, zwei bei Boetticher, zwei bei Ulbrich I, Deth-
lefsen, Wünsch, in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: 1944 ver-
nichtet.
Innenportal Eichenholz. Um 1635.
Schicksal: Verbrannt.
221
2. Fleisch bänkenstraße 3 5 (seit 1711 „Groebensches Stipendien-
haus“). Reiches auf Säulen ruhendes Portal mit figürlichem Schmuck, ge-
krönt von den drei weiblichen Gestalten von Reichtum, Geduld und Wahr-
heit. Das Haus, dem der Giebel fehlt, verziert durch Gesichtsmasken, die
durch mehrfachen Ölfarbenanstrich gelitten hatten. Sandstein. Um 1640.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I, Rohde I, Dethlefsen, Wünsch, in:
Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
3. Altstädtischer M a r k t N r. 6. Grisardsches Haus. Behelmter
Mann und Frau als Karyatiden, tragen auf ihren Häuptern Liebe und
Treue, in den Zwickeln Genien, Kränze darreichend. Gleicher Bildhauer
wie bei Kneiphöfische Langgasse 27. Sandstein. Um 1640.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I. — Schicksal: Bereits 1895 abge-
brochen. Figuren verschollen.
4. Altstädtischer Markt Nr. 13, 1711 im Besitze des Hofrates
Justus Jacob Hedio. Schön geschwungener Giebel, der eine Pyramide trägt
und Büstenschmuck. Sandstein. Um 1640.
Renaissanceportal
Fleischbänkenstraße 35
222
Renaissancehaus
Altstädtische
Langgasse 23
Abbildung: Bei Boetticher, Anderson VI, S. 54. — Schicksal: 1944 ver-
nichtet.
5. Altstädtischer Markt 15. Von den das vornehme Patrizier-
haus, Albrecht Friedrich v. Der schau, 1767 Professor Jacob Friedrich
Werner gehörig, krönenden Sandsteinfiguren kamen drei auf den Geschäfts-
hausneubau, eine als Brunnenschmuck in Ottokarstraße 22—24, weitere
sowie Portal, Pilaster, Wappenhalterlöwen und hölzerne Balkendecke ins
Stadtgeschichtliche Museum (s. dort, S. 212). Das Haus war Zacharias
Werners Geburtshaus; der Neubau trug eine Tafel von Brachert (s. d.). Teils
gotländischer, teils Bremer Sandstein. Einst reich vergoldet.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I und II. — Schicksal: Wurde ver-
sehentlich 1925 abgebrochen, weil der Denkmalschutz übersehen worden
war. Heute vernichtet, lediglich die Figur in der Ottokarstraße möglicher-
weise erhalten.
6. Das stattliche Haus südöstliche Ecke Altstädtische Langgasse
Nr. 2 3/ Schmiedestraße, ehemals das Hahnsche Haus, gegenüber der Rück-
seite des Altstädtischen Rathauses, beherbergte 1751—1763 die Buchhand-
223
Wassergasse 39, Portal
lung Kanters (Hippels „Vogelbauerladen“). Das schöne Renaissancehaus
mit prächtigem, von zwei Säulen umrahmtem Sandsteinportal war auf
diesem und dem schmucken, von einer Figur gekrönten Giebel mit weiteren
figürlichen Skulpturen geschmückt. Sandstein. Um 1630.
Abbildung: Bei Franz. — Schicksal: Beim Abbruch des Hauses im 19. Jahr-
hundert vernichtet.
7. Wassergasse Nr. 3 9. Portal, niederländische Arbeit. Im Erd-
geschoß einige Köpfe, im ersten Stockwerk Mars und Venus, auf den
Giebelschrägen zwei liegende Gestalten. Portal und Wendeltreppe im
Stadtgeschichtlichen Museum (s. S. 212). Sandstein. Treppe Eichenholz. Um
1635.
Abbildung: Bei Ulbrich I, Boetticher. — Schicksal: Das Haus wurde 1895
abgebrochen.
8. Steinhauptstraße Nr. 9. Portal im Ohrknorpelstil mit der
Inschrift: „Soli Deo Gloria“. Darin ein Renaissancekamin, jetzt in den
Kunstsammlungen im Schloß (s. d. S. 211). Sandstein. 1638.
Abbildung: Die Verwaltung der Stadt Königsberg. — Schicksal: Wahr-
scheinlich zerstört.
224
9. Kneiphöfische Langgasse Nr. 9 9, Ecke Magisterstraße.
Portal in niederländischen Formen mit Löwenköpfen. Im Flur die schönste
Wendeltreppe Königsbergs mit geschnitzten Hermen als Fraljen, am
Freppenanfang Fill Eulenspiegel. Beim Abbruch des Hauses 1890 stellte
v. Below die Freppe in seinem Gutshause Lugowen, Kreis Insterburg,
wieder auf. Sandstein, Eichenholz. Um 1640.
Abbildung: Zwei bei Boetticher, Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
10. Im Garten des Löbenichtschen Goldschmiedes Paul Egloff auf der
Neuen Sorge befand sich nach Caspar Stein ein Springbrunnen mit
einem kleinen Kerl, der den blanken Hintern zeigte. Bronze (?). Um 1640.
Schicksal: Längst verschollen.
Hagensche Hofapotheke
11. Auf dem Giebel des 1694 und 1784 umgebauten, aber viel älteren
Hauses der Hagenschen Hofapotheke, Junkerstraße Nr. 6, stand
bis zum Abbruch des Hauses 1913 (!) die Statue der Hoffnung mit Anker
und Faube. Dann fand sie ihren Platz auf erhöhtem Podest in der Apotheke
selbst. Sandstein. 1694.
Abbildung: Bei Boetticher, in: Königsberger Woche, Jahrgang 5, 17. S. 389,
1913. — Schicksal: 1944 zerstört.
12. Altstädtische Bergstraße Nr. 2 9, Ecke Polnische Straße
(Steinhauptstraße, Alte Schloßhalle) hat im Erdgeschoß eine Stuckdecke,
die in zwei kreisrunden Feldern Vulkan, Venus sowie Amor und Herkules,
mit dem nemeischen Löwen ringend, dar stellt. Stuck. 1699. Renoviert 1770.
Abbildung: Bei Ulbrich I (das Haus), bei Wünsch. — Schicksal: Unbe-
kannt, wahrscheinlich vernichtet.
225
Barock
SCHLOSS
1. Im Fahnensaal des Schlosses befinden sich das »Löwensoja“ mit zwei
gewaltigen geschnitzten Löwen als Seiten und zwei Figuren im Ranken-
werk als Rückenlehne,
2., 3. zwei große Schränke mit Darstellung der Emausszenen bzw, der vier
Elemente; alles schwerer Danziger Barock. Eichenholz, spätes 17. Jahr-
hundert.
Abbildung: Zwei bei Boetticher. — Schicksal: 1944 verbrannt.
4. Im Fliesensaal des Schlosses stand vor dem Thron ein nicht sehr großer
Fisch mit vier Putten als Träger, die mit reichem Rankenwerk unterein-
ander verbunden waren. Eichenholz. Um 1660 (?).
Abbildung: Bei Wünsch, Rohde III. — Schicksal: Verbrannt.
SCHLOSSKIRCHE
1. Der Kanzelaltar — einer der frühesten in Ostpreußen — hat auf dem
Gebälk zwei liegende weibliche Gestalten und Engelsputten, auf dem
Altartisch steht ein Kruzifixus, aus derselben Zeit die Verzierungen der
Königsloge (vielleicht von Matthias Poertzel, s. d.). Holz. 1706 (Boet-
ticher), 1710 (Dehio).
Abbildung: Drei bei Boetticher, Wünsch, Rohde III, Hubatsch III, in:
Königsberg in 144 Bildern, Merian. — Schicksal: 1944 verbrannt.
2. Spätbarock ist die Orgel der Schloßkirche von G. H. Trost und Adam
Gottlob Casparini, sie hat reiche ornamentale und figürliche Verzierungen.
1893 wurde sie von der Südempore auf die Nordempore verlegt. Holz.
1732.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Verbrannt.
3. Das Altarkreuz in der Sakristei der Schloßkirche ist ein treffliches Werk
auf einem mit drei Engelsköpfen geschmückten Dreifuß. Der Kreuzheiland
nur klein. Holz. 1732.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
STÄDTISCHE KUNSTSAMMLUNGEN TM SCHLOSS
1. Barockschrank, sogenanntes Danziger Schapp, aus dem Prussia-Museum
stammend, mit zahlreichen figürlichen Darstellungen: Im Gebälk eine weib-
liche Gestalt mit Taube (Eule ?), auf den Kapitellen der Pilaster Putten,
auf den Basen Pelikah, Vogel Phönix und Hirsch. Eichenholz. Um 1700.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: 1944 verbrannt.
2. Madonnenstatue auf, Mondsichel auf hohem Unterbau. Im Raum 7.
Bernstein. Um 1670.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
226
3. Kleines Kruzifix auf Unterbau mit Johannes und Maria auf Sockeln am
Kreuzes fuß. Bernstein. Um 1680.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
4. Ein kleiner Bernsteinkasten, zweigeschossig, aus dem Besitz der Familie
v. Reitzenstein, zeigt Elfenbeinreliefs zwischen Bernsteinfiguren, als Be-
krönung^einen Greif. Bernstein. Zweite Hälfte 17. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
5. Ein ähnlicher Kasten mit Figuren und Elfenbeinreliefs, auf dem Deckel
der preußische Adler, ebenda. Bernstein. Viertes Viertel 17. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Rohde III, Deutsche Staatenbildung. — Schicksal: Ver-
schollen.
6. Ein Pokal, dessen Schaft ein kleiner Faun und ein Putto bilden, in dessen
Schale ein Liebespaar mit Amor liegt, kam 1930 aus dem Dresdner Kunst-
handel nach Königsberg. Bernstein. Viertes Viertel 17. Jahrhundert.
Abbildung: Zwei bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
7. Eine quaderartige Schraubflasche trägt auf den Ecken der Decken-
kuppel vier Löwenköpfe und Akanthusschnitzerei. Der Flaschenkörper
verschiedenfarbiger polierter Bernstein. Bernstein. Um 1680.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
8. Ein ovales kleines Bernsteinrelief, Herkules mit dem nemeischen Löwen
ringend, diente vielleicht als Talisman oder war im Deckel einer Schnupf-
tabaksdose eingelassen. Bernstein. Um 1700.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
9. Ein Bernsteinanhänger in silbervergoldeter Fassung stammt wahrschein-
lich von einem Braunschweiger Bernsteinschnitzer, der in altertümlichem
Stil arbeitete (Rohde). Er zeigt das Antlitz Kaiser Heinrichs TV. von vorn
und König Konrads III. im Profil. Auf der Rückseite liest man: „Dieser
Kayser Heinrich wurde von den Churfürsten ab gesetzt, um einer be-
sondern Schwachheit. Starb in großen Elend; zu Lüttig begraben. Con-
radus der 3te Hertzog zu Schwaben blieb aber ungekrönt wann er nach
Rom pilgerte . . .“ Im Raum 7. Bernstein. Um 1723.
Abbildung: Bei Rohde III. — Schicksal: Verschollen.
10. Kopie der Madonna mit dem Kinde aus der Nachfolge der Pisani in
der Marienkirche zu Trapani. Leihgabe des Kunstgeschichtlichen Seminars
der Albertina. Alabaster. 17. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Rohde V. — Schicksal: Verschollen.
11. Sinnbildliche Figur der Überwindung des Todes. Alabaster. Mitte
17. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
12. Alabasterplastik: Symbolische Figur des Friedens, die sich liegend auf
einen Blumenkorb stützt. Geschenk des Herrn Kähler. Alabaster, z. T. ver-
goldet. 1638.
Schicksal: Verschollen.
13. Alabasterrelief des Großen Kurfürsten zu Pferde, im Hintergrund die
Stadt Königsberg, links oben das kurjwestliche Wappen. Alabaster. Mitte
17. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
14. Fayencefigur eines liegenden Löwen, wohl als Ofenbekrönung dienend,
aus Tolkemit stammend. Fayence. 18. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
STADTGESCHICHTLICHES MUSEUM
IM KNEIPHÖFISCHEN RATHAUSE
Schraubdenkmünze auf die Ansiedlung der Salzburger. Vorderseite: Eine
auswandernde Salzburgerfamilie. Auf einem Bande darüber: Gehe aus
deinem Lande und von deiner Freindschafft Act. 7. v. 3. Rückseite: Der
thronende König Friedrich Wilhelm I. zeigt den vor ihm stehenden Salz-
burgern ihre künftige Heimat. Silber. 1732. Größe: 45 mm <J), Gewicht:
26 g. Eine weitere Denkmünze auf die Salzburger, Standort unbekannt,
bildet Schumacher II ab: Vorderseite: Brustbild Friedrich Wilhelms nach
rechts, Rückseite: Ein langer Treck der Salzburger zieht durch Wald und
Feld. Oben: Per aspera ad astra et (unten): Ex Babilo ad Canaan. 1732.
STAATLICHE BERNSTEINMANUFAKTUR
Kleiner sitzender Bacchus, feist, weibliche Formen zeigend, erinnert an
frühe Meißner Porzellanfiguren. Wohl vom gleichen Meister, der das
Dresdner Buddhafigürchen schuf. Bernstein. Um 1720.
Abbildung: Bei Rohde III. Schicksal: Verschollen.
DOM
1. Eine geschnitzte Lade im nördlichen Seitenschiff hat an der Vorderseite
zwischen Pfeilern vier Nischen, in denen die Gestalten Glaube, Mäßigkeit,
Kraft und Klugheit stehen. Darüber ein Streifen mit Schnörkeln. Nur in
Gebser-Hagen erwähnt. Holz. Um 1675.
Schicksal: 1944 verbrannt.
2. Wandgrabmal des Kanzlers Johann v. Kreytzen (J 5. Januar 1547) an
der Nordwand des Vorderen Chores, errichtet von seinem Enkel. In Sarg-
form zeigt es die liegenden Toten und die trefflich gearbeiteten Gestalten
von Glaube und Hoffnung. Auf dem Sarge eine ausgemergelte liegende
Menschengestalt, den Tod darstellend. Ob diese Figuren von Matthias
Poertzel sind, erscheint sehr zweifelhaft, eher vom Meister der Decke im
Magistratssaal, jedenfalls Königsberger Arbeit. Holz, Marmor vortäuschend
gestrichen. 1697.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
228
0
3. Epitaph der Anna Tegen (f 1. April 1698) an der Nordwand des Lang-
hauses: Ein Oval mit ungestalten Engelsfiguren. Holz. 1698.
Schicksal: Verbrannt.
4. Epitaph der Anna Sommerfeld (f 13. Juni 1720) an der Südwand des
Langhauses, errichtet von ihrem Gatten, dem Kriegsrat S. Es zeigt eine
Inschrifttafel, darüber ein Genius mit dem Bildnis der Verstorbenen.
Marmor. 1720.
Schicksal: Unbekannt.
STEINDAMMER KIRCHE
1. Am Altaraufsatz wird das berühmte Triptychon Anton Möllers um-
geben von einem strengen, von zwei korinthischen Säulen getragenen,' mit
Engelsköpfen und Teigornamenten verzierten Rahmenwerk. In der Krö-
nung der Heiland. Ulbrich denkt an Michael Doebel d. Ä. als Holzschnit-
zer. Die Malereien waren nach Caspar Stein schon 1640 auf dem Altar und
wurden 1670 in den neuen Rahmen eingefügt. Holz. 1670.
Abbildung: Zwei bei Boetticher, Rohde I. — Schicksal: Der Altar wurde
1943 in der Kirche Schönbruch ausgelagert, aber 1944 mit unbekanntem
Ziel wieder abgeholt. Seitdem verschollen.
2. Schlanker Kreuzheiland in edlen Verhältnissen an der Wand vor der
Kanzel. Geschenk von Michael Sanden (1706). Holz. 1706.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
ALTROSSGARTER KIRCHE
1. Altar. Gemälde umgeben von zweigeschossigen Säulenstellungen und
einem figurenreichen Rankenwerk mit T eigornamenten; verkröpftes, vom
Erlöser auf der Weltkugel gekröntes Gebälk. Schwerlich von Johannes
Pfeffer. Holz. 1677 geweiht.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I, Boetticher, Federmann, Hubatsch III. —
Schicksal: Zerstört.
2. Der rechte Beichtstuhl, ähnlich dem linken von Isaak Riga (s. d.), aber
gröbere, figurenreiche Arbeit. Holz. 1703.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Zerstört.
3. Epitaph des Hof- und Jagdseilers Martin Grohmann (t 1656) und seines
1643 im Dobenschen See ertrunkenen Sohnes: "Zwei das Mittelfeld begren-
zende Karyatiden, als Bekrönung ein trauernder Engelsknabe. Holz. 1656.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Zerstört.
4. Epitaph des Obersten und Hauptmanns zu Oletzko Heinrich v. Wallen-
rodt 8. Februar 1616, J 29. Februar 1672). Zwei stehende römische
Kriegergestalten tragen das Wappen; Zierformen im Ohrmuschelstil. Holz.
1672.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Zerstört.
229
NEUROSSGÄRTER KIRCHE
1. Hochaltar. "Zwei Gemälde werden von einem auf zwei Doppelsäulen
ruhenden Schnitzwerk eingerahmt, das ein bewegtes Gemenge beseelter
Figuren im Rankenwerk enthält. Christus mit der Siegesfahne als Krönung.
Schwerlich von Michael Doebel oder Pfeffer. Holz. 1652. Staffiert 1668.
Abbildung: Zwei bei Ulbrich I, Boetticher. — Schicksal: 1944 verbrannt.
2. An der östlichen Eingangshalle der Nordseite befand sich ein Löwen-
kopf mit der Jahreszahl 1694. Stein. 1694.
Schicksal: Unbekannt.
FRANZOSISCH-REFORMIERTE KIRCHE
Die im länglichen Zehneck 1733—1736 von Ingermann nach den Plänen
Schultheiß v. Unfrieds erbaute Kirche enthält in ihrem anmutigen ellip-
tischen, von Säulen getragenem Innern eine spätbarocke Kanzel mit zwei
Aufgängen und eine barocke Orgel mit leisen Anklängen an das herauf-
kommende Rokoko. Unten Troddelschmuck. Wenn die Kanzel auch ohne
figürlichen Schmuck ist, so rechtfertigt die vorzügliche Arbeit eines un-
bekannten Meisters doch ihre Erwähnung. Holz. 1739.
Abbildung: Bei Wünsch, Hubatsch III. — Schicksal: Wahrscheinlich ver-
brannt.
JUDITTER KIRCHE
1. Das Wandgrabmal v. Roeders (t 1619) an der Nordwand der Kirche
zeigt außer vielem Schnitz schmuck zwei stark bewegte Engelsgestalten.
Holz. 1679.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
2. Der von der Frau des Feldmarschalls Lehwaldt (verw. Roeder, geb.
Buddenbrock) 1769 gestiftete Taufengel mit geöffneten Flügeln in schwim-
mender Bewegung ist trefflich geschnitzt. Holz. 1769.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
KIRCHE QUEDNAU
Die Kanzel zeigt ziemlich rohe Figuren und ist handwerklich; schwerlich
von Johann Christoph Doebel. Der auf erstandene Heiland des Kanzel-
deckels stand zuletzt auf dem Altar. Seine Figur der Liebe von der unter-
gegangenen Taufkammer. Holz. 1687. 1701 staffiert.
Schicksal: Unbekannt.
KIRCHE HAFFSTROM
Die Kanzel, von einem Engel getragen, zeigt an der Tür die Stärke und
die Weisheit sowie zwei Putten als Wappenträger, am Körper Christus mit
der Weltkugel, Petrus, Paulus und die Evangelisten, rückwärtig Moses.
230
Auf dem Schalldeckel der Heiland und Engel mit Leidenswerkzeugen.
Handwerklich. Holz. 1690.
Abbildung: Bei Ulbrich I, Wünsch. — Schicksal: Unbekannt.
KIRCHE NEUHAUSEN
1. Ein 'schwebender Engel trägt die Kanzel in polychromer Schnitzarbeit
mit acht Heiligenfiguren und Putten, an den Ecken Fruchtschnüre, darüber
Engelköpfe. Schalldeckel mit triumphierendem Christus, fteseelte Arbeit,
die stilistisch für sich steht. An der Kanzeltreppe, die Figur des Andreas,
auf dessen Buch zu lesen ist: „1697. 10. Septem. A. H. H. sen.“ Schnitzer-
oder Malerzeichen? Initialen des Stifters? Holz. 1697.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
2. Das Orgelgehäuse ist vom preußischen Adler bekrönt, beiderseits bewegte
musizierende Engel. Holz. 1716. 1721 „gestaviret“.
Schicksal: Verbrannt.
KIRCHE NEUENDORF
Am Altar die kräftig geschnitzten Figuren von Petrus und Paulus sowie
in den seitlichen 'Zierstücken kleine Putten. An der Vorderseite der Kanzel
Johannes und Moses, gute Arbeit. An dem Schalldeckel: Posauneblasender
Putto. Holz. 1634.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
KNEIPHÖFISCHES RATHAUS
1. Zwei liegende weibliche Gestalten beiderseits des Giebeltürmchens, vier
stehende weibliche Gestalten auf der Brüstung des Daches (die fünfte auf
dem östlichen Anbau ist erst aus der Zeit um 1740 — s. a. unter Gustav
Heinrich Schmidt). Sandstein. 1697.
Schicksal: 1944 zerstört.
2. Zwei das Kneiphöfische Wappen haltende Bären an der mit wappen-
artigen allegorischen Darstellungen von Sinnsprüchen (Carl v. Lorck) ge-
schmückten Freitreppe. Beim Bau des Rathauses urkundlich tätig: „Stein-
metzmeister Jonas und zwei Bildhauergesellen“, deren Namen leider nicht
überliefert sind. Sandstein. 1697.
Abbildung: Drei bei Ulbrich I, Rohde I, Boetticher, Wünsch, Neumann,
Königsberg in 144 Bildern, Merian. — Schicksal: Wahrscheinlich beschädigt
erhalten. t
3. Stuckdecke im Magistratssitzungssaal, 12 x 7,80 m. In der Mitte ein Ge-
mälde: Die Gnade übergibt Kurfürst Friedrich III. ein Buch. Das Spiegel-
gewölbe mit gewaltiger Hohlkehle hat acht lebensgroße allegorische Ge-
stalten, vier Genien (einer 1873 zwecks Lüftungsanlage entfernt), vier
Standbilder der Jahreszeiten, Putten, von denen einer eine Krone trägt (war
Friedrichs Absicht, König zu werden, damals schon dem Volke bekannt?).
231
Freitreppe des
Kneiphöfischen Rathauses
(zu S. 231)
Die Arbeiten sind so hervorragend, daß man an Beeinflussung durch Schlüter
gedacht hat. Czihaks Vermutung, Johann Michael Doebel d. J. sei der
Künstler, ist durch nichts zu stützen, Ulbrich glaubt fest an Joseph Anton
Kraus als Meister (s. d.). Stuck. 1696197. 1726 zwecks Reinigung als
„Schnitzdecke“ bezeichnet. Ebenda ein Kamin: Bären halten das Kneip-
höflsche Wappen.
Abbildung: Vier bei Ulbrich, Boetticher, Rohde I, Wünsch, Schumacher II,
Neumann, Deutsche Staatenbildung, Ostpreußen. Leistung und Schicksal.
— Schicksal: 1944 zerstört.
PORTAL ZUM BURGKIRCHENPLATZ
Ein Barocktor mit zwei Türen, das Tor ist gekrönt von den 1,70 m hohen
Statuen der Justitia (Mitte), der Barmherzigkeit und der Liebe. Die Justitia
hält das Schwert hier in der Linken, was auch bei der Gerechtigkeit über
dem Eingang zur Marktwaage im 1764 abgebrannten Löbenichtschen Rat-
hause der Fall war.
Die Originale kamen 1930 ins Stadtgeschichtliche Museum und wurden 1932
nach Modellen Rosenbergs (s. d.) durch genaue Nachbildung von der Hand
232
Liebe, Justitia und Barmherzigkeit auf dem Portal zum Burgkirchenplatz
Kimritz1 (s. d.) ersetzt. Das Portal wurde am 6. Februar 1727 vom Kom-
merzienrat Charles Cabrit testamentarisch gestiftet:
„8. Sollen meine Erben das eine Thor des Reformirten Deutschen Kirchen-
Platzes nach dem Creutz-Thor hin auff ihre Kosten neu anfertigen laßen,
und zwar unten mit Stein, darauf mit "Ziegeln gemeueret, und das Thor und
die zwey kleinen Thür en, von Holtz gutt gearbeitet und mit guten Schlös-
sern versehen; oben auff dem Thor ansehnliche Zierathen und drey große
Statuen von Bild-Hauer-Arbeit, als da Gerechtigkeit in der mitten, die
Barmhertzigkeit an der einen, und die Liebe an der andern Seiten, alles
wohl gearbeitet und nachgehendt gemäß Königl. Verordnung gelb und
weiß abgeputzt, daß es ein gutes Ansehen habe.“ Sandstein. 1727.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I, in: Königsberg in 144 Bildern. —
Schicksal der Originale: 1944 vernichtet. Kopien: 1944 abgestürzt und
zertrümmert.
233
PRIVATHÄUSER
1. Das Haus Fragheimer Kirchenstraße 63, das Fettausche Familienstift,
trug über dem Eingang das Wappen des Frhr. v. Fettau mit zwei Engel-
gestalten als Wappenhalter. Sandstein. 1712.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Wahrscheinlich zerstört.
2. Das Haus Kneiphößsche Langgasse Nr. 5, einst dem Kommerzienrat
Saturgus gehörend, 1908 abgebrochen, enthielt eine Stuckdecke: In jeder
Ecke in großlinigem Rankenwerk ein beseelter Engelknabe, die Jahreszeit
versinnbildlichend, vielleicht von Matthias Poertzel? Stuck. Um 1710.
Schicksal: 1908 vernichtet.
3. August Hagen erwähnt Stuckaturen an einem Hause der 7uchmacher-
straße, das bis etwa 1820 als Wahrzeichen Königsbergs galt wegen der
schönen „niederländisch übertriebenen, aber geistreich erfundenen“ Barock-
stuckaturen. Unter den Fenstern des zweiten Stockwerks befand sich eine
Jagd: Hirsch, Wildschwein, Hunde, ein Jäger mit Speer, der ins Horn
stößt. Unter den Fenstern des dritten Stockwerkes war unter Ranken die
Fabel von Vater, Sohn und Esel mehrfach variiert. Hagen hielt es für
möglich, daß der Meister der Decke des Magistratssitzungssaales auch diese
Stuckaturen geschaffen hat. Stuck. Um 1700?
Schicksal: Um 1820 abgebrochen.
4. Das 1701 von einem Grafen Dohna erbaute, später Döhnhoff-Kalck-
reuthsche Palais, Schiefer Berg Nr. 12, dann wieder in Dohnaschen Händen,
enthält eine zur Z eit des Grafen Dohna reich geschnitzte schöne Freppe,
die Eberköpfe (das Dohnasche Wappen) abwechselnd mit Waffengerät
zeigt. Holz. 18. Jahrhundert.
Abbildung: Das Palais bei Rohde I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
Die Häuser Königstraße Nr. 54—56 entstanden etwa gleichzeitig um 1700.
Sie bildeten die beste Baugruppe Königsbergs. Sie waren der Sitz des
Landratsamtes für den Landkreis Königsberg.
5. Das Haus Nr. 55, das sogenannte „Dasselsche Haus“, erbaut von einem
Grafen Eulenburg, hatte im Forweg eine breit ausladende einarmige
Freppe, die in prachtvoller Schnitzerei einen Schützen mit Bogen auf der
Hirschjagd nebst vielen Hunden im Rankenwerk zeigte. 1936 Umbau
innerhalb eines Sparkassenraumes. Dabei hat Kimritz (s. d.) das Geländer
nach Anweisung des Museumsdirektors Anderson ausgebessert und an der
halben Freppe, wo eine Für durch gebrochen war, einen Elch neu eingefügt.
Holz. 18. Jahrhundert.
Abbildung: Bei Rohde I, in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 13, 12. S. 189.
1920. — Schicksal: 1944 verbrannt.
6. Das Haus Nr. 56, das ehemals die Durchfahrt in der Mitte unter dem
Balkon hatte, besaß eine doppelarmige Freppe mit vier Pfosten, zwischen
denen sich ein Verschlag befand. Das sehr schöne Freppengeländer und
die Pfosten zeigten gutgeschnitztes Rankenwerk mit Amoretten, mit
234
Barocktreppe in der Hagenschen Hofapotheke (zu S. 236)
Trauben wechselnd, mit einem Adler, einem Löwen u. a. Holz. 17. Jahr-
hundert.
Abbildung: Bei Dethlefsen. — Schicksal: 1944 verbrannt.
7. Im Hause Hintertragheim Nr. 2 schwebte über der Gartenpforte des
Torwegs ein Putto; im Garten, sichtbar durch ein schönes Gitter von der
Schloßteichpromenade aus, führte eine von zwei grauen Rokokofackeln
eingefaßte Treppe ins Grün des Gartens hinein, an der weiter aufwärts
zwei Löwenköpfe standen. Tiefer im Garten sah man eine vor Alter
grünliche Statue. Der Garten dieses Hauses war von dem Königsberger
Kaufmann Hevelke Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt; er wurde am
19. Mai 1717 als „Garten der Feidheimischen Wasserheilanstalt“ zu
einem Bott von 16 500 fl. ausgeschrieben. Ihn erwarb der Kaufmann Eich-
mann, der ihn noch 1800 besaß, als das Königspaar dort zu Gast war.
Ihn erbte sein Sohn, der Kriegs- und Domänenrat Eichmann, der Vater
des ostpreußischen Oberpräsidenten. Er war damals Königsbergs schönster
Garten, zumal er, noch aus Hevelkes Zeit, ein in den Schloßteich vor-
springendes Lusthäuschen hatte, das noch auf einer Zeichnung um 1840
zu sehen ist. Putto: Holz? Um 1750? Rokokofackeln: Sandstein. Um 1750?
Löwenköpfe: Sandstein. Um 1750?
Schicksal: Vernichtet.
235
8. Im Hause der Hagenschen Hofapotheke Junkerstraße Nr. 6 befand
sich in dem Raum, wo 1809 Carl Gottfried Hagen dem Königspaar und
seinen Kindern physikalische Experimente vorführte, eine Möbelgarnitur
in schwerem Danziger Barock, bestehend aus Truhe, zwei Schränken, An-
richte, Tisch und Stühlen, alles figürlich reich geschnitzt. An der Rückwand
der Truhe eine Landsknechtsszene mit pokulierenden und würfelnden
Leuten. Im selben Hause führte eine Barocktreppe mit prächtigem Blätter-
schnitzwerk in den Oberstock, sie wurde bei völlig gleichbleibender Raum-
ausstattung 1913 im Neubau eingebaut. Holz. 18. Jahrhundert.
Schicksal: Beim Abbruch des alten Hauses 1913 wurden diese Möbel in
einem bis ins kleinste nachgebauten Zimmer im Hause Tragheimer Pulver-
straße aufgestellt. Dort 1944 verbrannt.
Barocktreppe: Holz. 18. Jahrhundert.
Schicksal: Verbrannt.
9. Am Hause der Kantapotheke, Kantstraße Nr. 3—4, hing über dem
Eingang in der Höhe des ersten Stockwerks ein schwarzer Adler mit roten
Fängen und goldenem Schnabel und Krallen. Holz. 18. Jahrhundert.
Schicksal: 1944 verbrannt.
Speichermarke Amor — Speichermarke Pax
(zu S. 237)
236
Speichermarke Lamm — Speichermarke „Der Kasten Noä“
ALTSTÄDTISCHES SPEICHERVIERTEL
Besonders malerisch waren die Speichermarken auf der Lastadie. Sie
stammten bis auf zwei (Hengst und Bulle aus der Renaissancezeit) aus
der Barock- oder noch späterer Zeit. Jeder Speicher hatte seine Speicher-
marke. Wenn diese auch kaum den Anspruch auf Kunst erheben können,
so sind sie doch als treffliche Volkskunst interessant, und ich nenne hier
einige, die figürliche Darstellung zeigen: Bär, Lastadie 36, Sandstein. 1588
(so laut Marke, in der Tat etwas später). Stier, Lastadie 37, Sandstein
1589. Hengst, Lastadie 38, Sandstein. 1589. Schwan, Reifschlägerstraße 22,
Sandstein. 1670. Pelikan, Bohlwerkgasse 12, Sandstein. 1728. Greif, Alt-
städtische Tränkgasse 10, Sandstein mit Spuren von Vergoldung. 1741.
(Liegender) Hirsch, Vogelstraße 25, Roter Sandstein. 1741. (Mit Ölzweig
und Sonne) Taube, Bohlwerkgasse 20, Sandstein. 1742. Mühlenspeicher,
Reifschlägergasse 21, Sandstein. 1763. (Springender) Hirsch, Lastadie 33,
Sandstein. 1771. Adler (mit Sonne und Blitz), Lastadie 19, Sandstein.
1777. Amor (Frau mit Anker einem Mädchen die Brust reichend), Bohl-
werkgasse 18, Sandstein. 1777. Pax (zwei weibliche Figuren unter einer
Palme), Bohlwerkgasse 19, Sandstein. 1777. Riesenspeicher (gepanzerter
Mann mit Lanze), Lastadie 20, Sandstein. 1779. Kalb, Lastadiengasse 21,
Sandstein. 1779. Lamm mit Siegesfahne, Reifschlägergasse 34, Sandstein.
1787. Walfisch (Jonas ausspeiend), Vogelstraße 7/8, Sandstein. 1787. Der
Eichbaum, Vogelgasse 7, Sandstein. 1787. Der Kasten Noä, Reifschläger-
straße 33, Sandstein. 1787. Weintraubenspeicher (zwei Männer tragen
237
Spei ch er marke M er ku r
eine Riesentraube), Große Krahnstraße 5—10, Sandstein. 1814. (farbig).
Merkur, Lastadie 35, Sandstein. 1815. Die Große Hoffnung, Große
Krahnstraße 5, Sandstein. 1846. Tyll Eulenspiegel ('Till schreitend), La-
stadie 11, Sandstein. 1865. Ohne Jahr, barock: Wilder Mann, Bohlwerk-
gasse 16, Sandstein. Gerechtigkeit, Lastadie 24. Sandstein. Der Pilger, La-
stadiengasse 25. Sandstein. Löwe mit Hahn, Bohlwerkgasse 17. Sandstein,
(springender) Löwe, Altstädtische Tränkgasse 13, mit Halbmond und drei
Sternen. Sandstein. Großer Bär, Tränkgasse 8, Sandstein. Lamm, Bohlwerk-
gasse 14, Sandstein. Pelikan mit vier Jungen, Lastadie 28, Ecke Tränkgasse,
Sandstein. Bemerkenswert sind ferner die vier Schlußsteine in Bohlwerk-
gasse Nr. 17, 19, 20 (treffliche Fratzenköpfe).
Abbildung: Bei Goldstein, Boetticher, Dethlefsen, Wünsch, in: Königs-
berg in 144 Bildern, Das malerische Ostpreußen, Neumann, Geliebtes Kö-
nigsberg. — Schicksal: Größtenteils vernichtet.
238
„Hans von Sagan“
HABERBERG
1. In der Brandenburger Torstraße, am
westlichen Ende, den Haberberger Kirch-
höfen gegenüber, stand die Holzfigur eines
Fahnenträgers, das rechte verwundete Bein
hochhebend, des 17. Jahrhunderts, auf einem
hölzernen Pumpengehäuse von Pyramiden-
form, aus dem nur Pumpenschwengel und
Auslaufrohr hervorragten. Der Volksmund
bezeichnete die Figur als Hans von Sagan.
Größe: ca. anderthalb m hoch. Holz, be-
malt, frühestens Ende 17. Jahrhundert, da
von Caspar Stein bis 1644 noch nicht er-
wähnt.
Abbildung: Bei Boetticher, Ulbrich I, Bink.
— Schicksal: Um 1895 verschwunden.
2. Am Hause Unterhaberberg Nr. 16 — zwischen Blücher- und Bismarck-
straße — befand sich über dem Schilde eine Steintafel mit Posaune
blasendem Engel. Stein.
Schicksal: Unbekannt.
HINTERE VORSTADT
Im Garten des St.-Georgs-Hospitals, Turnerstraße, stand die Figur St.
Georgs zu Pferde mit dem Drachen. Handwerkliche Arbeit. Diese spät-
barocke Statue hatte in der Kirche des Stiftes gestanden, kam 1775 ab-
handen, wurde, als sie auf tauchte, 1844 von dem Schneider ehepaar
Hensche angekauft und dem Hospital gestiftet. Sandstein. Um 1740.
Schicksal: Unbekannt.
KNEIPHOF
In der Brodbänkenstraße Nr. 2—3 befand sich in einer Rundnische am
Hause der Bärenapotheke ein Bär mit dem Wappen des Kneiphofs als
dessen Wappenhalter. Höhe ca. ein m. Dick mit Ölfarbe überstrichen.
Granit. Um 1700?
239
Abbildung: Bei Anderson VI, S. 54, in: Ostpreußen — 700 Jahre deut-
sches Land. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
STEINDAMM
Eine barocke Hausmarke „Wilder Mann“ vom abgebrochenen .Hause
Steindamm Nr. 124 lag im Keller des Neubaues der „Hütte“. Sie stellte
einen vollbärtigen Mann mit vergoldetem Blätterkranz um den Leib, auf
eine Keule gestützt, dar. Das Relief war ca. 90 cm hoch und mehrfach
überpinselt. Sandstein.
Schicksal: Unbekannt.
ALTSTÄDTISCHES RATHAUS
Der „Japper“ am Altstädtischen Rathause. Noch in der Hochmeisterzeit,
als Folge des im 13 jährigen Kriege (1454—66) auf gespeicherten Hasses
brachten die Altstädter zur Verhöhnung der Kneiphöfer an ihrem (go-
tischen) Rathause eine menschliche Spottmaske an, die beim Uhrschlage
die "Zunge herausstreckte. Als 1528 ein neues Rathaus gebaut wurde, trug
der eine Turm eine freischwebende Glocke und einen die Zunge heraus-
streckenden gekrönten bärtigen Kopf. Dieser gekrönte Kopf, von dem
nicht sicher zu sagen ist, ob es ein Menschen- oder Fierkopf war, wurde
am 1754—65 erbauten heutigen Rathaus 1774 am Furm wieder ange-
bracht. In diesen zweiten „Japper“ flog später ein Sperling hinein, der
seinen Vorwitz mit dem Fode bezahlte, aber das Friebwerk für immer
verdarb und den Altstädtern den Spottnamen Sperlingsschlucker ein-
brachte. 1832 wurde der zerstörte Japper durch den heutigen aus Blech
getriebenen vergoldeten Löwenkopf ersetzt. Blech, vergoldet. 1832.
Schicksal: Der Japper überlebte den Brand des Rathauses am 6. März
1940 und die Zerbombung der Stadt. Möglicherweise beschädigt erhalten.
Rokoko 1
STÄDTISCHE KUNSTSAMMLUNGEN IM SCHLOSS
1. Gestalt eines Fagottbläsers, wahrscheinlich oberrheinische Arbeit. Buchs-
baumholz. Erste Hälfte 18. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
2. Figur aus Gußeisen, bronziert, den Winter darstellend. Geschenk des
Stadtrates Guttmann. Eisen. Zweite Hälfte 18. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
3. Zwei Affen aus dem Meißner „Affenkonzert“. Meißner Porzellan. Um
1760.
Schicksal: Verschollen.
240
0
4. Leda mit Schwan. Aus der Porzellanmanufaktur in Kloster Veilsdorf
in Thüringen (gegründet 1760 vom Prinzen Wilhelm Eugen von Hild-
burghausen). Aus ostpreußischem Privatbesitz erworben. Porzellan. Um
1770.
Schicksal: Verschollen.
5. DreNsymbolische Figuren aus Veilsdorf. Porzellan. Um 1780.
Schicksal: Verschollen.
6. Zwei Schaf er grupp en aus der Frankenthaler Porzellanmanufaktur (von
Anton Hannong aus Straßburg 1755 gegründet). Porzellan. Um 1770.
Schicksal: Verschollen. '
7. Reliefbildnis Friedrichs des Großen im „Arbeitszimmer des Kaisers“.
Marmor.
Schicksal: Verschollen.
NEUROSSGÄRTER KIRCHE
Die Orgel (von Georg Siegmund Casparini) hat nur in den weitausladen-
den seitlichen Einfassungen zwei fliegende Posaunenengel und zwei musi-
zierende Engel. Holz. 1737.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: 1944 verbrannt.
ALTROSSGÄRTER KIRCHE
Die von Adam Gottlob Casparini gebaute Orgel tragen zwei Hermen.
An der Orgelempore Putten. Noch aus der Übergangszeit Barock-Rokoko.
Den Karyatiden wurden richtige Leinenhemden übergezogen, die mit Öl-
farbe gesteift wurden. Holz. 1747.
Abbildung: Bei Boetticher, zwei bei Ulbrich I, Federmann.' — Schicksal:
Wahrscheinlich 1944 vernichtet. i
HABERBERGER KIRCHE
1. Das zu den schönsten ostpreußischen Rokokowerken zählende Gehäuse
der Orgel von Adam Gottlob Casparini zeigt über der Klaviatur den har-
fenden König David, daneben zwei das Gehäuse tragende, kühngedrehte
Hermen. Musizierende Engel krönen den Orgelaufbau. Holz. 1753.
Abbildung: Bei Boetticher, zwei bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 ver-
brannt.
2. Die Kanzel mit den vier Evangelisten und ihr auf vier Pilastern ruhen-
der Schalldeckel ist von einem posaunenblasenden Engel gekrönt, gestiftet
von den Kaufmannsgehilfen des Haberbergs. Holz. 1756.
Abbildung: Bei Boetticher, zwei bei Ulbrich I, Hubatsch III,. — Schicksal:
Verbrannt.
3. Der schöne Altar ist recht vorn Geist des Rokoko erfüllt. Sechs .korin-
thische Säulen tragen das Gebälk, an ihnen stehen Glaube und Liebe. Auf
241
Beichtstuhl in der
Haberberger Kirche
dem First Hoffnung und Geduld. Als Krönung das Dreieck mit Wolken
und Strahlen, beiderseits Engel. Alles scheint zu leben. Der Altaraufsatz
kostete 2976 Gulden. Die Wirkung der drei großen Ausstattungsstücke
wird erhöht durch die Gesamtwirkung aller im besten spielerischen Ro-
koko gehaltenen Ausstattungsstücke: Zwei Beichtstühle von 1765, die
Altar schranken, das Gestühl, die Liederverstafeln. Holz. 1766.
Abbildung: Bei Boetticher, fünf bei Ulbrich I. — Schicksal: Verbrannt.
STEINDAMMER KIRCHE
Die Kanzel ist nebst der Freppentür sehr schönes Rokoko. Den Schall-
deckel krönt ein posaunenblasender Engel. Wahrscheinlich vom Meister
der Haberberger Kanzel. Holz. 1760.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Zerstört.
242
Kanzel der Steindammer Kirche
(zu S. 242)
SACKHEIMER KIRCHE
Der Neubau der Sackheimer Kirche nach dem Brande von 1764 erfolgte
1769—1771 nach den Plänen von Oberbaurat Bergins. Die schöne Rokoko-
kanzel im Innern hat nur ornamentalen Schmuck. Den zierlichen Rokoko-
turm krönte ein stark vergoldetes Lamm Gottes, das Wappentier des Sack-
heims, als Wetterfahne. Kupfer vergoldet. 1771.
Abbildung: Bei Boetticher, Hubatsch III. — Schicksal: 1944 verbrannt.
KATHOLISCHE KIRCHE
Zwei Seitenaltäre, der Trinitatis- und der Marienaltar, in schwungvollen
Rokokoformen, tragen die Gestalten des Moses und Johannes des Täufers.
Holz. Um 1780.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: 1944 verbrannt.
ALTER DOMFRIEDHOF, BRANDENBURGER STRASSE
1. Das Eingangstor des am 9. Dezember 1785 eingeweihten Kirchhofs hat
einen von toskanischen Pilastern getragenen Stichbogen, auf dessen Schluß-
stein Charon mit der Hippe als Relief dargestellt ist. Sein mit drei Urnen
243
gekrönter geschwungener Giebel trägt ein Relief des Kneiphöfischen Wap-
pens mit zwei Bären als Schildhalter. Sandstein. 1786.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
2. Auf dem alten Domfriedhof selbst befinden sich an der Erbbegräbnis-
kapelle der Familien Tobias Pychlau und Michael Ludwig Sageisdorff, die
1786 erbaut wurde, zwei stehende weibliche Gestalten auf dem Haupt-
gesims, eine von ihnen mit Füllhorn, und zwei Engelknaben auf dem
Bogengesims. Sandstein. Knaben: 1786. Weibliche Gestalten: Um 1770
(Ulbrich).
Schicksal: Unbekannt.
KIRCHE NEUENDORF
Auf dem Altar steht ein Kruzifixus, dessen weit herabhängender Körper
gut gearbeitet ist. Holz. Mitte des 18. Jahrhunderts.
Abbildung: Bei Ulbrich I. — Schicksal: Unbekannt.
HEIDEMANNSTRASSE
Das Portal des ehemaligen Löbenichtschen Hospitals wurde nach dem
Brande vom 11. November 1764, da unbeschädigt geblieben, vor dem
Neubau des Hospitals in der Heidemannstraße neu errichtet. Zwei Pfeiler
mit Voluten und Blechfackeln tragen einen sehr flachen Bogen, über dem
die Inschrift steht: „Refugium hoc paupertatis et indigentiae monumentum
pietatis. Alberti March. Brandenb. Flammig ao. MDCCLXIV penitus
dirutum e cineribus clementia et liberalitate Friderici Magni in integrum
restitutum est. Sacrum sit posteritate! Sit illaesum Vicibus Fortunae!“
Über dem Bogen thront auf einer Steinkugel der schwarze fridericianische
Adler. Sandstein. 1764.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
ALTSTÄDTISCHE LANGGASSE 77
Awei kleine Löwen mit Schilden in Nischen bewachen den Eingang des
Hauses. Einst farbig bemalt. Kunstwert gering. Stein. Um 1750.
Abbildung: Bei Boetticher. — Schicksal: Möglicherweise erhalten.
ECKE LÖBENICHTSCHE LANGGASSE UND
TUCHMACHERSTRASSE
An diesem Hause befand sich ein Hauswahrzeichen: Liegender Löwe. Me-
tall. Um 1765.
Abbildung in: Ostfunk und ostdeutsche Illustrierte, Jg. 11, Nr. 17, S. 75.
1933. — Schicksal: Zerstört.
244
HEINRICHSTRASSE
Ein einstöckiges Haus an der Südseite der Heinrichstraße, kurz vor der
Drummstraße, besaß eine Stuckdecke mit reichlichen Rokokoornamenten
und in den vier Ecken einen lachenden und weinenden Männer- und
Mädchenkopf gegenüber von Ecke zu Ecke. Stuck. Um 1770.
Schicksal: Zerstört.
PARADEPLATZ NR. 7
Über der Eingangstür der Buchhandlung Gräfe und Unzer befand sich bis
1931 ein gekrönter rokokohaft bewegter schwarzer Adler, im Schnabel
einen Lorbeerkranz, in den Klauen eine geflügelte Posaune mit Lorbeer-
zweig und ein Buch haltend, auf dessen Seiten zu lesen steht: G & U /
Gegr. / 1722 / DEO / REG1 / POPU / LO. Diese Aufschrift ist jünger
als der Adler, der 1768 von Johann Jacob Kanter über seinem im Löbe-
nichtschen Rathause 1764 gemieteten Laden angebracht wurde. Dies Er-
eignis schildert Th. G. v. Hippel der Ältere in einem Brief an Scheffner
vom 7. September 1768 folgendermaßen: „Es ist Zeit, daß ich Ihnen mit
einem Nachspiel den völligen Beschluß mache, betitelt: ,Das aufgebrachte
Schild'. Personen Herr Kanter mit seiner Frau, Megerlin [LadendienerJ,
zwei Träger, womit man sich die Weintraube, so ehemals Israeliten trugen,
Adler über der Eingangstür der Buchhandlung Gräfe und Unzer
245
sehr erbaulich vorstellen kann. Hamann, Hippel; eine entsetzliche Menge
Volks. Der Schauplatz ist in Kanters neuem Laden, und der "Zug geht
durch die Krumme Grube. Gestern, können Sie sich's vorstellen, speise ich
abends bei Mohr, wo Kanter auch gebeten war, welchen ich gegen 7 ab-
holen wollte. Kaum bin ich im Laden, so kommt der Adler an, mit einem
aujgeschlagenen Buch in der Klaue, wo die Worte stehen: Deo, Regi,
Populo. Der Adler ist von abscheulicher Größe und eine Posaune ist an-
gebracht, welche die Madame Kanterin des lärmenden Volks ohngeachtet
auf den geistreichen Vers brachte: ,Posaunen wird man hören, wo aller
Welt ihr Ende'. Sie glauben vielleicht, ich dichte, nein, wahrhaftig keinen
Zug. Er wollte den Adler noch gestern aufbringen, aber ich wäre noch
nicht bei Mohr, obgleich es Bußtags um 8 Uhr ist. Allein dadurch, daß
alles so blieb, verlor sich das Volk, und Hamann und ich zogen wie ein
Paar Fahnenschwenker voraus". Dort verblieb der Adler auch unter
mehreren Nachfolgern (Wegner, Dangel, Hartung, Goebbels, Unzer,
Gräfe), bis er 1866 über das Portal des nach der Junkerstraße verlegten
Ladens und 1873 über den Eingang des alten Paradeplatzhauses von Gräfe
und Unzer kam. 1931, beim Umbau, wanderte er ins Museum der Buch-
handlung. Die Zahl 1722 geht auf den ersten Vorgänger der Firma zu-
rück, Christoph Gottfried Eckard, der in diesem Jahre von König Friedrich
Wilhelm I. das Privileg für eine neue Buchhandlung erhielt. Eichenholz.
1768.
Abbildung: Drei bei Forstreuter. — Schicksal: 1944 verbrannt.
SATURGUSSCHER GARTEN NEUER GRABEN NR. 6—8
1. Vier prächtige Putten und zwei Rokokovasen (ursprünglich vier) mit
Rocaillen und traubennaschenden Putten, alle ca. drei m hoch, tragen
am geschweiften Sockel das Wappen des Kommerzienrates Friedrich Satur-
gus: Drei fünfzackige Sterne in ovalem Felde. Der Königsberger „Wasser-
poet" Lauson schilderte 1734 den Saturgusschen Garten und diese
Putten so:
„Der Garten, dessen Reitz vor meinen Augen schwebt,
Ist wehrt, daß ihn ein Lied von bessrer Hand erhebt.
In diesen darf man kaum mit zweyen Schritten gehn,
so wird ein Blumenstück uns schon vor Augen stehn.
Dies ziert ein breiter Gang von den Orangerien
Und acht in Stein geschnitzt fast redende Statiien,
Die eine bildet uns den jungen Hercules
Die steife Löwenhaut und Keule zeiget es. . . .
Schamhaftigkeit hat dort sich an den Baum gelehnet,
Sie hält die Augen zu, und schämet sich, und stehnet. . . .
Pomona zeiget dort den Apfel, doch versteckt,
Weil sie den Rücken sich mit ihrer Hand bedeckt,
Antumnus scheint ihn ihr ganz offenbar zu zeigen . . ."
246
(Über die Erneuerung der Skulpturen s. u. Threyne). Sandstein. Putten
1753 vollendet. Vasen nach Ulbrich erst 1770 (?)
Abbildung: Bei Goldstein und Ulbrich II. — Schicksal: Heute wahrschein-
lich vernichtet.
2. Die achteckige Muschelgrotte, in der aus Kronleuchter und Fußboden
heimtückisch Wasserstrahlen spritzen, enthielt neben drei Masken aus Mu-
scheln und bunten Steinchen eine Reihe Porzellanßgürchen sowie zwei
chinesische Pagoden, die Kopf und Hand bewegten. Innen ganz mit Spie-
geln, Muscheln und Steinchen mosaiziert. 1930 unter der Leitung des Bild-
hauers Threyne erneuert.
Abbildung: Bei Goldstein. — Schicksal: Heute wahrscheinlich vernichtet.
3. In dieselbe Zeit gehört der Laufbrunnen, der zu unserer Zeit unter
247
Saturgusscher Garten: Eingang zur Muschelgrotte — Maske aus Muscheln in der
Muschelgrotte (zu S. 247)
einer Holzveranda am Zschockschen Stift stand. Die malerisch hingestreck-
ten nackten Gestalten rechts eines Wassergottes, links einer Nymphe, vor
einer Tuffsteinwand, auf der eine zweite Nymphe als Krönung ruhte,
hatten zwischen sich eine Urne, aus der das Wasser floß. 'Vielleicht war
diese heim Brand des Gartens am 4. Mai 1803 gerettete Gruppe das
Kernstück des Trelianischen Werkes, von dem wir aus einer Sachverstän-
digentaxe vom 27. April 1775 erfahren. (Weiter gehörten zur Rokoko-
ausstattung des Gartens ein babylonischer Turm, dessen Schraubenweg das
Wasser entlang hüpfte, eine Sonnenuhr aus Kalkstein, ein Aussichtsturm,
eine Pyramide, ein Irrgarten, Teiche, Grotten mit Zwergen und allerlei
Getier. Die sechs letzteren waren 1803 zugrunde gegangen — wir wissen
es nur aus Lausons Gedicht). Sandstein. 1759 vollendet.
Abbildung: Bei Goldstein. — Schicksal: Unbekannt.
4. Aus der Zeit der beiden Neffen des alten Kommerzienrates Saturgus,
Friedrich Franz und Adolf Bartholomäus, die den Garten durch Kauf
vergrößerten und 1795 das Saturgussche Haus im Zopfstil umbauten,
dürften die Standbilder der vier Jahreszeiten stammen: Kraftvolle Knaben-
gestalten, die den ca. 1000 qm großen Platz hinter dem Saturgusschen
Hause umsäumten. Sandstein. Um 1765.
Abbildung: Bei Dethlefsen, Goldstein. — Schicksal: Unbekannt.
248
Empire- und Biedermeierzeit
SATURGUSSCHER GARTEN UND SATURGUSSCHES HAUS
1. Nach dem Zusammenbruch der Brüder Saturgus gingen Haus und Garten
in den Besitz des Stadt-]ustizrathes Samuel Kuhnke über. Aus dessen Zeit
stammen die vier sehr schönen halblebensgroßen Terrakottafiguren im
Stile Thorvaldsens, die man sogar Chr. Dan. Rauch hat zuschreiben
wollen. In fließende griechische Gewänder gehüllt, standen sie auf dem
Platz zwischen der Rückfront des Saturgusschen Hauses und der Muschel-
grotte. (Über ihre Erneuerung s. u. Threyne). K. baute auch das längliche
bogenüberspannte Lusthäuschen mit den Gipsbüsten Schillers und Goethes,
während das zweite sechseckige, schon das kommende Biedermeier verkün-
dende Gartenhäuschen mit den Gipsbüsten Kants und Herders auf Stän-
dern höchstens aus seiner letzten Zeit, wenn nicht aus der seines Nach-
folgers Zschock stammt. Zu seinem 80. Geburtstage am 16. Dezember
1822 machten Kuhnkes Freunde ihm ein heute seltsam anmutendes Ge-
schenk: Eine Einsiedelei, ein Holzhäuschen mit Glockentürmchen und
einem wächsernen Eremiten in Mönchstracht darin — in der damaligen
lebensfrohen Zeit ein beliebtes Memento mori. 1930 gab der Königsberger
Maler Bublitz dem Klausner ein neues Gesicht. Figuren: Terrakotta. Um
1800.
Schicksal: Unbekannt.
Büsten Kants und Herders im Gartenhäuschen des Saturgusschen Gartens
249
Saal im Saturgusschen Haus
Eremit: Wachs. 1822.
Abbildung: Bei Goldstein, Dethlefsen, in: Das malerische Ostpreußen. —
Schicksal: Vernichtet.
2. Im Hause selbst, im einst fünffenstrigen (später zwei Fenster ver-
mauert) Saal im ersten Stockwerk an der Gartenseite standen in Nischen
vor den Fensterblenden die Büstenhermen George Carl Friedrich Zschocks
und seiner Mutter Eleonore Sophie geb. du Moulin. Sie waren sehr schön
gearbeitet, doch ist der Künstler vergessen. Marmor. Nach 1848.
Abbildung: Bei Goldstein. — Schicksal: Unbekannt.
STÄDTISCHE KUNSTSAMMLUNGEN IM SCHLOSS
1. Zwei Frauenbüsten auf Marmorsäulen. Bronze. Anfang 19. Jahrhundert.
Schicksal: Verschollen.
2. Aus der Berliner Porzellanmanufaktur acht unglasierte Biskuitfiguren:
a) Friedrich Wilhelm III. mit Bildniskopf der Königin Luise am Sockel,
b) Frauengestalt mit Kind, c), d) zwei Frauengestalten, e) Kastor, f) Pol-
lux, g) Meleager, h) Äskulap. Porzellan. 1780—1810.
Schicksal: Verschollen.
3. Drei Steingutfiguren der Aschaffenburger Manufaktur Damm. Stein-
gut. Um 1850.
Schicksal: Verschollen.
250
Denkmünze
auf das Hochwasser
von 1801
STADTGESCHICHTLICHES MUSEUM
Hier befand sich eine Denkmünze auf eine Wassersnot von 1801, be-
schrieben bei Faber. Vorderseite: „Andenken des erschrecklichen Orkans
und Wasserfluth zu Pillau, Königsberg und Memel den 3. Nov. 1801“.
Rückseite: Schloß- und Altstadttürme und Häuser bis zu den Giebeln im
Wasser. Unterschrift oben: „Ein Theil Königsberg sechs bis sieben Fuß
unter Wasser“. Silber. 1801.
KANTZIMMER DES STADTGESCHICHTLICHEN MUSEUMS
Hier lagen in einem mit schwarzem Samt ausgelegten Pappkästchen drei
Reliefmedaillons aus. Das mittlere zeigt das Bild Kants, Kopie nach Collin
(s. d.), das linke Sokrates, das rechte ein Doppelbild in antikem Stil. Eigen-
tümer: Professor Trautmann-Potsdam. Alabaster. Um 1804.
Schicksal: Verschollen.
STADTTHEATER (OPERNHAUS)
Neben der südwestlichen Bogennische befanden sich bis zum Umbau 1911
zwei, dann bis zur Vernichtung des Gebäudes eine mit der Anstrichfarbe
des Hauses übermalte weibliche Figur, vielleicht eine Muse. Höchstwahr-
scheinlich eine Probestatue des zwischen den beiden Rundnischen figuren-
reich geplanten Frieses. Ein äußerst seltener Stich aus der Sammlung des
Königsberger Kommerzienrates Teppich (Wiedergabe bei Goldstein, Abb. 2)
stellt das „Neue Schauspielhaus zu Kgb. v. Müller inv. J. J. Wagner sculps.“
dar. Dieser Stich schildert nichts Vollendetes, er ist offenbar nur ein künst-
251
lerischer Entwurf. Über einen Bildhauer ]. J. Wagner habe ich nichts er-
fahren können, wir wissen nicht, ob er, wie die Unterschrift vermuten
läßt, wirklich beauftragt war, den Fries zu fertigen. Bei Rosenwall lesen
wir: „Noch siebet die Fronte ein wenig einförmig und schwer aus, denn
die von dem Direktor Schadow zu Berlin verfertigten Basreliefs, die auf
dem Marmor [sic!] angebracht werden sollen, fehlen z. Zt. noch, da es an
Geld mangelt“. Daß die Figur etwa erst im Biedermeier angebracht wor-
den sei, dagegen sprach ihr klassizistischer Stil, wir werden sie also wohl
in die Entstehungszeit des Theaters setzen können. Sandstein (?) 1809.
Schicksal: 1944 vernichtet.
ALTE UNIVERSITÄT
Im Jahre 1821 wurde das (mit dem Versammlungszimmer) die ganze
Ostseite einnehmende Auditorium maximum nach dem Plan Välerian
Müllers neu eingerichtet. Damals wurden außer der dort befindlichen
Büste Kants von Hagemann (s. d.) die Marmorbüste König Friedrich
Wilhelms III. und die Bronzebüste des Kronprinzlichen Rektors (nach-
maligen Königs Friedrich Wilhelm IV.) auf gestellt. 1825 kam noch die
Marmorbüste C. G. Hagens von Wichmann (s. d.) hinzu. Diese vier Büsten
sind auf einem Holzschnitt eines Unbekannten zu sehen, der das Audi-
torium maximum mit einer Festversammlung anläßlich der Universitäts-
jubelfeier 1844 darstellt, und in der „Leipziger Illustrierten Zeitung“ er-
schienen. (Wiedergabe bei G. Karl, Abb. 15). Marmor. Bronze. Vor 1821.
Schicksal: Während die Büsten Kants und Hagens 1862 ihren Platz im
Senatszimmer der Stülerschen Universität fanden, werden die Königs-
büsten noch 1883 als an alter Stelle befindlich erwähnt. Weiteres Schicksal
unbekannt.
Die Kunst der letzten hundert Jahre (1844- 1945)
SCHLOSS
1. Zur Königskrönung Wilhelms I. am 18. Oktober 1861 wurde die Treppe
zum nordöstlichen Eckturm unter der Turniergalerie gebaut. Auf dem
Pfeiler wurde die kleine Figur des Kurfürsten Friedrich II. als Ritter des
Schwanenordens auf gestellt. (Berliner Bildhauer). Bronze. 1861.
Abbildung in: Das malerische Ostpreußen, Merian, Neumann. — Schick-
sal: Unbekannt.
2. Bei der gleichen Gelegenheit wurden an der Westseite im Moskowiter-
saal die überlebensgroßen Statuen Herzog Albrechts und König Fried-
richs I. auf gestellt. Während der Krönungsfeierlichkeit standen sie beider-
seits des Brunnens im Schloßhof. Stein. 1861.
Abbildung: Bei Boetticher, in: Königsberg in 144 Bildern, Merian. —
Schicksal: Unbekannt.
252
253
STÜLERSCHE UNIVERSITÄT
1. Die Grundsteinlegung zum Universitätsneubau Stülers fand bereits am
31. August 1844 statt. Der Bau wurde aber erst am 20. Juli 1862 einge-
weiht. Die in der hinteren Vorhalle die Haupttreppe einfassenden Säulen
aus braunrotem westfälischem Marmor tragen korinthische Kapitelle, auf
denen das Studentenleben: Studium, Kommers, Waffenübung, Musik dar-
gestellt sind. Gelbliche Biskuitmasse der Berliner Porzellanmanufaktur.
1856—1862.
Abbildung in: Das malerische Ostpreußen, Band 3, Deutsche Staatenbil-
dung. — Schicksal: Wahrscheinlich vernichtet.
2. Im Senatszimmer wurde neben der Hagemannschen Kantbiiste und der
Wichmannschen Hagenbüste die Büste des am 25. August 1860 verstorbenen
Altphilologen Christian August Lobeck auf gestellt. Marmor. 1862.
Schicksal: Zerstört.
KNEIPHÖFISCHES GYMNASIUM
Beim Bau des Gebäudes 1864 wurden über dem Haupteingang die Me-
daillonbilder Herzog Albrechts und Melanchthons angebracht. Sandstein.
1864.
Schicksal: Vielleicht erhalten.
MEDIZINISCHE UNIVERSITÄTSKLINIK
Drummstraße Nr. 25—29 befanden sich über dem Hauptportal des „Roten
Hauses“ im ersten Stockwerk zwei Scudellen (<J) ca. 1,50 m) berühmter
Zwei Scudellen an der Medizinischen Universitätsklinik
254
Chirurgen. Denn dieses 1860 erbaute, am 19. Januar 1864 eingeweihte
Haus war die erste Chirurgische Universitätsklinik und diente als solche
bis zur Eröffnung der neuen Chirurgischen Klinik in der Langen Reihe
am 1. Juli 1881. Das „Rote Haus“ fiel dann der Medizinischen Universi-
tätsklinik zu, die bisher lediglich im „Grauen Hause“ (November 1847
eröffnet) gewirkt hatte. Das rechte Medaillon stellte den am 1. Februar
1792 in Königsberg geborenen Professor Johann Friedrich Dieffenbach
dar, das linke einen Arzt in Puderperücke und Rokokotracht. (Vielleicht
Professor Johann Daniel Metzger, der sich als erster und einziger schon
1790 für den Bau eines bis dahin noch nicht vorhandenen Clinicums, den
Ankauf des Biittnerschen Theetrum anatomicum, die Schaffung eines Bo-
tanischen Gartens und den Bau einer Hebammenschule kräftig einsetzte?
1794 wurde letztere eröffnet und Metzger ihr erster Direktor.) Gelbe
Terrakotta. 1864.
Abbildung: Bei Vogel. — Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
UNIVERSITÄTS-FRAUENKLINIK
Am Neubau von 1870—73 in der Drummstraße Nr. 22—24 (Architekt
Adolf Arndt) wurden zwei Scudellen ((/) ca. 1,50 m) angebracht mit den
Reliefs zweier um die Gynäkologie und das Hebammenwesen verdienter
Ärzte. Das südliche Medaillon stellte den englischen Gynäkologen James
Simpson (1811—1870) dar, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts einer der
gefeiertsten Gynäkologen Englands war und als erster die neue Chloro-
formnarkose bei der Geburt anzuwenden wagte. (Vielleicht stellte die
andere Scudelle den Professor Albert Hayn dar, der der Gynäkologie ihre
gleichberechtigte Stellung in Königsberg erkämpfte und den Bau dieser
Klinik durchsetzte, ohne ihre Vollendung zu erleben.) Der Bildhauer der
Scudellen ist wahrscheinlich derselbe, der die des Roten Hauses schuf (s. o.)
(Siemering? Schindler? Stürmer?). Gelber gebrannter Ton. 1872/73.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
SCHLOSS
Im Fahnensaal des Schlosses befand sich eine Büste Moltkes. Bronze. “Zwi-
schen 1870—1890.
Schicksal: Verschollen.
ALTER NEUROSSGÄRTER FRIEDHOF (EHRENFRIEDHOF)
1. Dort zeigte der Grabstein A. Wagners mit zwei gesenkten Fackeln an
den Kanten, mit Urne und vier Eckakroterien auf dem Giebel ein Relief
in griechischer Art, zwei Männer darstellend, darüber: Dem Andenken
/ Albrecht Wagners / Seine / dankbaren Schüler. (Von Siemering?) Relief:
Marmor. Grabstein: Sandstein. Nach 1872.
Abbildung in: Königsberger Woche, Nr. 8 v. 17. November 1912, S. 182.
— Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
255
Grabstein Albrecht Wagners im alten Neuroßgärter Friedhof (zu S. 255) — Grab-
stein Richelots im alten Neuroßgärter Friedhof
2. Der Grabstein Richelots mit seiner Scudelle en face geschmückt, dar-
unter: Dr. Jul. Friedr. / Richelot / * 6. Nov. 1808 / /' 1. Apr. 1875 / Geh.
Rath u. ord. Professor / der Mathematik / an der Universität. / Gewidmet
von treuen Freunden / und dankbaren Schülern. Scudelle: Bronze. Grab-
stein: dunkler Marmor. Nach 1875. (Von Siemering? Von Hundrieser?)
Abbildung in: Königsberger Woche, Nr. 8 v. 17. November 1912, S. 182.
— Schicksal: Unbekannt.
3. Der hohe Grabstein Lehrs, oben mit einem Muschel-Akroterion ge-
schmückt, trug vorn eine Scudelle mit dem Bildnis L.s nach links. Darunter:
K. Lehrs / geb. 14. I. 1802. gest. 4. VI. 1878 / AOFOE / MOYEIKHI /
KEKPAAAENOE / (sic! A statt A ist ein Irrtum des Steinmetzen). (Von
Siemering?) Nach 1878.
256
Abbildung in: Königsberger Woche, Nr. 8 v. 17. November 1912, S. 181.
— Schicksal: Wahrscheinlich erhalten.
4. Der Grabstein Casparsy (* 29. Januar 1818) hatte eine Scudelle nach
links, darunter: Professor / Dr. Robert Caspary / Direktor des Kgl. Bo-
tanischen Gartens / 1858—87. Darunter eine Widmung seiner Schüler
(von Hundrieser? von Reusch?) Scudelle: Bronze. Grabstein: Dunkler
Marmor. Nach 1887.
Abbildung in: Königsberger Woche, Nr. 8 v. 17. November 1912, S. 183.
— Schicksal: Unbekannt.
VOLKSGARTEN
Hier wurde am 18. Juni 1875 das Kriegerdenkmal der Einigungskriege
(Stadtbaurat Krüger) enthüllt. Der Sandsteinpylon war von einem ehernen
Adler gekrönt. An der Südseite befand sich die Maske eines sterbenden
Kriegers. Bronze. 1875.
Schicksal: Vernichtet.
HAUS PARADEPLATZ NR. 1
An dem runden Eckturm des an der Stelle der 1880 abgebrochenen Czer-
wonkaschen Häuser erbauten Hauses befand sich eine P/2—2 m hohe vor-
treffliche Nachbildung des Hermes des Giovanni da Bologna. Fortge-
blieben war der Kopf des Windgottes, auf dem Hermes steht. Bronze. 1880.
Schicksal: Unbekannt.
STÄDTISCHE GEMÄLDEGALERIE IM SCHLOSS
Eine Bildnisbüste von dem langjährigen Akademiedirektor Ludwig Rosen-
felder (wahrscheinlich von Reusch?). Gips oder Ton. Nach 1881.
Schicksal: Vernichtet.
MÜNZSTRASSE
Am Hause Nr. 24 b — seit 1933 Ortskrankenkasse, gebaut um 1880 von
der Königsberger Allgemeinen Zeitung, die, von Alfred Hausbrandt, dem
Inhaber der Kochschen Buchhandlung, am 31. Oktober 1875 gegründet,
hierher aus ihrem früheren Lokal, Fleischbänkenstraße Nr. 3, ihren Sitz
verlegt hatte — wurde über dem Eingangsportal eine Büste Gutenbergs
auf gestellt. Im zweiten Obergeschoß standen noch vier kleine Dichter-
büsten auf Sockeln unter Bogen. Als die Allgemeine Zeitung 1908 ihren
Sitz in die Theaterstraße verlegte, zog in das Haus in der Münzstraße
die Königsberger Volkszeitung ein, bis sie von den Nationalsozialisten
verboten wurde. Sandstein. Um 1885.
Abbildung in: Fünfzig Jahre Königsberger Allgemeine Zeitung. — Schick-
sal: Möglicherweise erhalten.
257
HAUS PARADEPLATZ NR. 9
Rechts vom Cafe Bauer faßten je zwei Sphinxe die Balkone im ersten und
zweiten Stockwerk ein (von Sauer?). Gips. Um 1890'.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
FRIEDRICHSKOLLEGIUM
In der Aula befand sich eine Büste Kaiser Wilhelms II. in Uniform mit
dem Helm der Garde du Corps auf dem Kopfe auf Konsole. Bronze.
1. Oktober 1892 aufgestellt.
Abbildung: Bei Schumacher. — Schicksal: Zerstört.
KÜRASSIERKASERNE
Links im Durchgang der Kaserne, Wrangelstraße Nr. 43, stand ein Denk-
mal (Standbild zu Fuß) in Lebensgröße des Feldmarschalls Graf Friedrich
Heinrich Ernst v. Wrangel (Berliner Bildhauer). Bronze. Nach 1892.
Schicksal: Seit der Umwandlung der Kaserne in zwei Schulen 1930—31
ist das Denkmal verschollen. Das weitere Schicksal ist unbekannt. Dazu
folgende Plastiken im Privatbesitz des 3. Kürassier-Regiments:
a) Eine Büste Wrangels in Uniform. Am 16. September 1845 schrieb der
neuernannte Chef der 3. Kürassiere an den Regiments-Kommandeur Oberst
Frhr. v. Wechmer: „ . . . so übersende ich Ihnen meine Büste mit der
Bitte, diese gütigst anzunehmen“. Sie wurde acht Tage im „Regiments-
Bureau“ ausgestellt und dann in der Wohnung des jeweiligen Regiments-
kommandeurs aufbewahrt, bis sie nach Einrichtung des Kasinos in der
neuen Kaserne (8. Januar 1872) ihren Platz fand. Bronze. 1845.
Schicksal: Verschollen.
b) Eine Büste Wrangels im Helm mit umgeschlagener römischer Toga. Ge-
schenk Wrangels. Bronze.
Schicksal: Verschollen.
c) Eine Statuette: Wrangel zu Pferde. Geschenk Wrangels. Bronze.
Schicksal: Verschollen.
d) Eine Statuette: Wrangel zu Fuß. Geschenk Wrangels. Diese war wahr-
scheinlich eine Nachbildung des Denkmals Wrangels auf dem Leipziger
Platz in Berlin von Keil. Bronze.
Schicksal: Verschollen.
e) Eine Büste des Feldmarschalls, Graf Heinrich Dohna, von ihm ge-
schenkt. Bronze.
Schicksal: Verschollen.
REGIMENTSHAUS DES INFANTERIE-REGIMENTS 1
a) Im alten Hause der 3. Grenadiere stand eine von diesem an jenes Regi-
ment übergegangene 75 cm hohe Büste des Namenspatrons, König Fried-
rich Wilhelm I., die König Wilhelm II. ihnen gestiftet hatte: „Ich habe
258
0
beschlossen, dem Grenadier Rgt. 3 zum "Zeichen meiner Zufriedenheit mit
seinen guten Diensten die Büste Meines erhabenen Ahnherrn zu über-
weisen und thue dies in dem .zuversichtlichen Vertrauen, daß das Regiment
fortfahren wird, sich des Namens werth zu erweisen, den zu tragen Ich
es gewürdigt habe“. Königsberg, den 7. Sept. 1901. gez. Wilh. R. Bronze.
1901.
Schicksal: Verschollen.
b) Eine Statuette König Friedrich Wilhelms I., etwa 70 cm hoch, ebenda,
war das Abschiedsgeschenk nach zehnjähriger Zugehörigkeit zum Regi-
ment. Diese Statuette war wahrscheinlich nur die Nachbildung eines Denk-
mals dieses Königs, jedoch nicht des Rauchschen in Gumbinnen. Bronze.
Abbildung: Bei v. Rönne. — Schicksal: Noch in wenigen Exemplaren vor-
handen.
REGIMENTSHAUS DES GRENADIER-REGIMENTS KRONPRINZ,
FRIEDRICHSTRASSE 13
Hier befand sich eine Statue eines friderizianischen Fahnenträgers, 30 cm
hoch auf 20 cm hohem schwarzem Marmorsockel. Diese Statue war das
Abschiedsgeschenk nach zehnjähriger Zugehörigkeit zum Regiment. Bronze.
Abbildung: Bei v. Rönne. — Schicksal: Noch in einigen Exemplaren er-
halten.
SCHMUCKPLATZ VOR DER LEHRSCHMIEDE,
SPÄTER STATISTISCHES AMT DER STADT
Inmitten eines Blumenbeetes stapd hier eine fast lebensgroße Nachbildung
der Berliner Polyhymnia des Philiskos aus Rhodos. Cottäer Sandstein.
Um 1890.
Schicksal: Verschollen.
NEUER TRAGHEIMER FRIEDHOF, ÖSTLICH LUISENWAHL
Hier lag die Grabstätte des Musikkritikers, Pianisten und Komponisten
Louis Köhler. Der hohe Stein aus dunklem Granit war geschmückt mit
einem Hochrelief des Verstorbenen mit Lorbeer zweigen und Noten. Dar-
unter: Louis Köhler, geb. 3. Sept. 1820, gest. 16. Febr. 1886 und Widmung,
(von Reusch?) Bronze. Zwischen 1886 und 1914.
Abbildung in: Königsberger Woche," Jahrgang 6, S. 741, 1914. — Schick-
sal: Verschollen.
REICHSBAHNDIREKTION,
VORSTÄDTISCHE LANGGASSE 120—122
Das Hausdach krönten zwei sitzende Steinfiguren, wohl den Verkehr dar-
stellend. Die weibliche Figur hielt eine Feiegraphenstange, an dersogar
Drähte waren. Künstlerisch wertlos, denn das Gebäude war kein Staats-
259
auftrag, sondern wurde 1895 von einem Bauunternehmer errichtet und
erst 1923 bzw. 1938 von der Deutschen Reichsbahn angekauft. Sandstein.
1895.
Schicksal: Möglicherweise erhalten.
JAHRMARKTPLATZ, KAISERSTRASSE
Ein Puttenbrunnen, über dem eine Nymphe einen Dreizack schwingt, mit
wasserspeienden Delphinköpfen. Sandstein (?). 1900.
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 4, 45. S. 895, 1912. —
Schicksal: Unbekannt.
PLATZ VOR DEM SÜDBAHNHOF
Im Grünen stand eine von drei Nymphen getragene Brunnenschale. Ze-
ment. Um 1900.
Abbildung in: Königsberger Woche, Jahrgang 4, 45. S. 895, 1912. —
Schicksal: Unbekannt.
TOREINFAHRT DES HAUSES COPPERNICUSSTRASSE NR. 1
Sie krönten zwei ausgezeichnet gearbeitete Greifen, (von Sauer? von
Rosenberg?) Metall. Um 1900.
Schicksal: Unbekannt.
DAS TEPPICHHAUS WENDLER AM SCHLOSSBERG
Ein Musterbeispiel verschrobenen Jugendstils, hatte es unter dem breit-
geschwungenen Giebel einen Fries mit zwei nackten weiblichen Gestalten
und weiterem figürlichen und dekorativen Schmuck. Elbsandstein. Um
1901.
Abbildung in: Verwaltung der Stadt Königsberg. — Schicksal: Zerstört.
LUISENKIRCHE
Über dem H auptportalgiebel der von Heitmann erbauten Kirche in einer
Rundbogennische ein sitzender segnender Christus. Sandstein. 1901.
Schicksal: Vernichtet.
STADTGESCHICHTLICHES MUSEUM
Anläßlich des 21. Provinzialsängerfestes im Sommer 1903 im Königsberger
Tiergarten wurde eine Medaille geprägt. Auf der Vorderseite eine alle-
gorische Figur (Polyhymnia mit Putten), auf der Rückseite ein Elchkopf.
Bronze. 1903.
Schicksal: Vernichtet.
260
Gedenkmedaille auf das 21. Provinzialsängerfest 1903
(zu S. 260)
MÜNZSTRASSE NR. 7
Hier befand sich im ersten Stockwerk eine überlebensgroße weibliche alle-
gorische Figur mit Schale in der Rechten in einer Nische. Handwerklich,
Kunstwert gering. Sandstein. Um 1904.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
PSCHORRHAUS, KAISER-FRIEDRICH-CAFE, STEINDAMM 69
Im ersten Stockwerk rechts und links am Erkervorbau saßen zwei Bären,
auf ihm befand sich im vierten Stockwerk eine figürliche Darstellung, im
zweiten Stockwerk links über der Loggia zwei weibliche Halbfiguren, auch
sonst viel dekorativer Schmuck. Sandstein. Um 1904.
Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Möglicherweise
teilweise erhalten.
I. ALTSTÄDTISCHER FRIEDHOF
Dem Königsberger Augenarzt, Oberstabsarzt Professor Dr. Heisrath,
wurde ein Jahr nach seinem Tode am 9. Juli 1904 von seinen Freunden
und Schülern ein Granitstein mit Rundrelief des Verstorbenen gesetzt,
(von Reusch? von Rosenberg? ) Bronze. 1905.
Schicksal: Verschollen.
SCHÖNSTRASSE NR. 18
Gegenüber der Baugewerkschule, auf dem Platz vor den als Sackgasse ein-
gerückten Häusern, war ein Bismarckdenkmal, etwa lebensgroß, errichtet.
261
Daher hieß der Häuserblock volkstümlich „die Bismarckhäuser“. Kunstwert
gering. Hydrosandstein. (Ein Gemisch von Sand und Kalk wird gepreßt
und noch weich mit dem Messer bearbeitet). Um 1905.
Schicksal: Unbekannt.
MÜNZPLATZ
An den beiden im Renaissancestil erbauten Häusern, die den Münzplatz
gegen Französische und Münzstraße abschlossen, lief ein Ornamentenfries,
der etwa alle vier Meter einen Kopf trug. (Schutzmann mit Schnauzbart,
pfeifender Bäckerjunge mit Konditormütze, Mädchen mit zwei "Zöpfen,
Feuerwehrmann u. ä.) Von Berliner Bildhauern. Sandstein. 1905.
Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Möglicherweise
beschädigt erhalten.
LANDGRABENANLAGE, UNTERHALB DES WIEKAUER TEICHES
Hier wurde 1905 dem 1902 verstorbenen Oberbürgermeister Hermann
Theodor Hoffmann ein Findlingsblock mit seinem Bildnis gesetzt mit der
Aufschrift: „Oberbürgermeister Hoffmann, der Schöpfer der Wiekauer
Teichanlagen“, (von Reusch? von Rosenberg ?) Bronze. 16. September 1905
enthüllt.
Schicksal: Unbekannt.
HERZOGSACKER
Anläßlich des 250jährigen Stiftungsfestes des Grenadier-Regiments Kron-
prinz (1. Ostpreußische Nr. 1) wurde ein Gefallenendenkmal enthüllt, das
auf 4V2 m hohem Granitaufbau einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen
zeigt, darunter die Bronzetafel: „Seinen gefallenen Kameraden des Gren.-
Regt. Kronprinz 1655—1905.“ Bronze. Enthüllt 20. Dezember 1905.
Schicksal: Unbekannt.
KNEIPHÖFISCHES GYMNASIUM
Hier stand eine Büste Lessings aus dem Vermächtnis Emil Arnoldts
(t 31. Mai 1905). Marmor. Um 1905.
Schicksal: Verschollen.
KNEIPHÖFISCHE LANGGASSE NR. 2
Das Haus der Ostbank trug über dem Haupteingang einen großen Frauen-
kopf und ein Relief, ca. 70 cm hoch. Auf dem Dachgiebel nach dem Pregel
zu befand sich eine Frau mit Schiff, nach dem Hundegatt zu eine weitere
Darstellung, Handel und Verkehr versinnbildlichend. Treffliche Flach-
reliefs. Nach dem Modell eines Berliner Bildhauers von Bogumil Sldma
ausgeführt. Elbsandstein. Um 1906.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
262
0
HAMMERKRUG
a) Am Eingang zur Konditorei des Kruges befand sich ein sitzender nackter
Knabe mit Landstreicherhut, Handharmonika spielend.
Mehrfach in Deutschland vorhanden, z. B. in Scharbeutz. Er wurde auch
in Porphyr von der Rochlitzer Porphyr-Steinfabrik 1922 vertrieben. Kunst-
stein. Um 1907.
b) Am Giebel des Hammerkruges Schnitzereien in ganzer Länge, ca. 80 cm
breit, leicht getönt. Holz.
Schicksal: Unbekannt.
SCHLOSSBERG,
Anläßlich der Freilegung des Schlosses wurde ein breites Portal 'mit
Gitter errichtet, das von der Schmiedestraße zur Schloßpromenade führte.
Der linke Steinpfeiler trug den etwa dreimal lebensgroßen Kopf eines
Germanen mit Vollbart und Hörnerhelm, der rechte den einer Germanin.
Werk eines Berliner Bildhauers. Sandstein. 1908.
Schicksal: Möglicherweise beschädigt erhalten.
STEINDAMM NR. 70/71
Vom Giebel des Gasthofes Berliner Hof schaute ein etwa vierfach lebens-
großer Männerkopf herab. Berliner Bildhauer. Sandstein. Um 1909.
Abbildung in: Königsberg in 144 Bildern. — Schicksal: Möglicherweise
erhalten.
LINGER-KASERNE VOR DEM BRANDENBURGER TOR
In der Fraditionsabteilung des Regts. II/A.R. 47 stand die Büste des
Generals Christian Nicolaus v. Linger, des Organisators der schweren
Artillerie. Das Original, dessen Schöpfer unbekannt ist (Rauch?), stand
in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses. Eine Kopie wurde anläßlich
des Königsberger Kaisermanövers am 21. August 1910 dem Fuß-Art.-
Regt. v. Linger Ostpr. Nr. 1 verliehen, wo sie im Kasino im Art.-Collegien-
haus neben der Haberberger Kirche bis 1945 stand. Eine verkleinerte
Nachbildung der Büste in Bronze wurde vor 1914 als Abschiedsgeschenk
an Offiziere des Regiments vergeben. Eine solche ist in der Art.-Schule
Idar-Oberstein erhalten. Bronze. In Königsberg seit 1910.
Schicksal: Verschollen.
NEUERER TEIL DES ALTEN NEUROSSGÄRTER FRIEDHOFS
Ein Grabstein mit einem Flachrelief, einen kauernden nackten Knaben
darstellend. (Art Cauers.) Relief: Bronze. Stein: Granit. Vor 1913.
Abbildung in: Königsberger Woche, Nr. 8, v. 17. November: 1912. S. 183.
— Schicksal: Unbekannt.
263
Büste General von Lingers
(zu S. 263)
HERZOG-ALBRECHT-GEDÄCHTNISKIRCHE
Im Innern der am 12. Januar 1913 eingeweihten Kirche auf dem Ottokar-
platz in Maraunenhof standen rechts und links vom Kreuz die Bronze-
figuren in Lebensgröße von Johannes und Paulus. Bronze. 1912.
Schicksal: Verschollen.
GEWERKSCHAFTSHAUS, VORDERROSSGARTEN NR. 61/62
a) An der Rückseite des Vorhofes, vom Eingang sichtbar, über dem Erd-
geschoß war ein Halbkreisrelief: Links stehender Arbeiter und Mann ein
Pferd haltend, rechts zwei Männer, angebracht. (Berliner Bildhauer.) Putz-
antragsarbeit. 1913.
Schicksal: Wahrscheinlich zerstört.
b) Im Saale stand eine Büste Lassalles, aus dem alten Gewerkschaftshause
stammend. (Berliner Bildhauer.) Bronze. Vor 1900.
Schicksal: Unbekannt.
ALTSTÄDTISCHE LANGGASSE
Schräg gegenüber der „Goldenen Axt“ befand sich eine Figur des Hans
von Sagan. Offenbar Steinmetzarbeit. Zementguß. Um 1920.
Schicksal: Unbekannt.
264
Medaille
zum 200. Geburtstag
Kants
STADTGESCHICHTLICHES MUSEUM
Im Kantzimmer lag eine Kantmedaille en face, 0 6,5 cm, aus. Zum
200. Geburtstag des Philosophen. Unterschrift: Immanuel Kant. 200. Ge-
burtstag, links vom Relief 22. April 1724, rechts 1924. Unten zwei Lorbeer-
zweiglein. Meißner Boettger-Porzellan. 1924.
Abbildung in: Ostpreußische Woche, Jahrgang 15. Nr. 16. S. 219. 1924. —
Schicksal: Verschollen.
PARK KÖNIGSTRASSE
In dem bis 1861 als deutsch-reformierter Friedhof dienenden, 1896 von
der Stadt angekauften Park stand ein Putto, einen trunkenen Bacchus-
knaben darstellend, in der hängenden Rechten eine Traube, in der gegen
den auf geschwemmten Bauch gelehnten Linken ein Weinglas. Pausbackig
und schlaffe Formen. Er scheint im Begriff einzuschlafen. Dieses Figürchen,
das dem Barock anzugehören schien, stammte von einem modernen Bild-
hauer in Osnabrück, der im Auftrage einer Gartenbaufirma barocke Figür-
chen in der Art von Veitshöchheim, Würzburg, Dresden u. a. frei nach-
ahmte. Gartenbaudirektor Ernst Schneider kaufte diesen Putto auf der
Ostmesse für den damals gerade eingerichteten Park. Sandstein. 1926.
Abbildung in: Königsberger Rundfunk und ostdeutsche Illustrierte 7.
Nr. 14 und 16 v. 6. und 20. April 1930. — Schicksal: Möglicherweise er-
halten.
265
SCHMIEDESTRASSE
Am Kaufhaus Nathan Sternfeld standen am Eingangsportal in ca. drei
Meter Höhe beiderseits zwei sehr gut gearbeitete Plastiken, 1 —1,10 m
hoch. Handel und Gewerbe darstellend. Sie kamen aus Berlin. Kunststein.
Um 1927.
Schicksal: Unbekannt.
DRESDNER BANK, KNEIPHÖFISCHE LANGGASSE
Der Haupteingang wurde von zwei knienden Knaben mit Wappenschilden
flankiert. Sandstein. Um 1930.
Schicksal: Unbekannt.
Kürassier-Ehrenmal am Oberteich
SÜDLICHE
OBERTEICHANLAGEN
Hinter der Rückfront der Kürassier-
kaserne wurde das unterlebensgroße
Ehrenmal eines reitenden Kürassiers
mit Fahne aufgestellt. Bronze. Juli
1939.
Schicksal: Verschollen.
PRIVATBESITZ DR.-ING. ERICH BIESKE, KÖNIGSBERG
Ein stehendes und ein springendes Böckchen, beide in der Bieskeschcn
Gießerei gegossen. Bronze. Um 1935.
Schicksal: Verschollen.
266
Anhang
Literatur
ALLGEMEINE UND SAMMELWERKE
Allg. Dt. Biographie. München-Leipzig 1875—1902.
Allg. Künstler-Lexik. Hrsg. v. Herrn. Alex. Müller, fortgef. v. Wolfg. Singer.
Frankfurt 1895—1906.
Allg. Lexik, d. bild. Künste. Hrsg. v. U. Thieme u. F. Becker, fortgef. v. Hans
Vollmer. Leipzig 1907—1950.
Altpr. Biogr. A-Po. Hrsg. v. Ch. Krollmann. Kbg. 1939—1942, fortgef. v. K. Forst-
reuter u. Fr. Gause, Marburg ab 1961—68.
Altpr. Monatsschr. Inh. Verz. d. Bde. 1—40. Hrsg. v. M. Perlbach. Königsberg
1905.
Bauten d. Arbeit u. d. Verkehrs. Königstein-Leipzig 1925.
Das Bild, Jg. 6, Karlsruhe 1936.
Bilder aus Ostpr., Bd. III. (Reg.-Bez. Königsberg). Hrsg. v. d. Behörden, Berlin-
Falkensee 1934.
Das Bildhauer-Buch. Hrsg. v. d. Kunstakad. Stuttgart. 1950.
Biogr. Jahrb. u. dt. Nekrolog. Hrsg. v. Anton Bettelheim, Bd. I—XVIII. Berlin
1897—1917.
Bonner Berichte aus Mittel- u. Ostdtschld. Bonn 1956.
Bonner Katalog: Herzog Albrecht und die Kultur seiner Zeit. (Ausstellung vom
16. Juni bis 26. August 1968). Bearbeitet von W. Hubatsch, I. Gundermann
und F. Goldkuhle. Düsseldorf 1968.
Brockhaus, Gr. Konvers.-Lexikon. Wiesbaden 1955.
Cicerone. Bde. XVII, XIX, XXL München 1925, 1927, 1929.
Deutsche Bildhauer d. Gegenw. Hannover 1951.
Deutsche Staatenbildg. u. dt. Kultur im Preußenlde. Hrsg. v. Landeshpt. d. Prov.
Ostpr. Königsberg 1931.
Deutsches Geschlechterbuch, zuerst Geneolog. Hdbuch. bürgerl. Famil. Char-
lottenbg.-Berlin, Görlitz 1889—1954.
Das Deutschlandbuch. Hrsg. v. H. Fr. Blunck. Berlin 1935.
Dreßlers Kunsthandbuch. Hrsg. v. Willi Oskar Dreßler, 2 Bde. Halle-Berlin 1934.
Evangelisches Gemeindebuch für Königsberg. Bearbeitet von Viktor Laudien. Kö-
nigsberg 1936.
Fünfzig Jahre Königsberger Allg. Ztg. Sonderausgabe. Königsberg 1925.
Geliebtes Königsberg. Hrsg. v. Martin A. Borrmann. München 1967.
Die Grenzboten, Bd. XXV. Leipzig 1866.
Heimat Ostpr. Marburg 1948.
Hohenzollern-Jahrbuch XVI. Berlin-Leipzig 1912.
Innenräume dt. Vergangenheit. Königstein i. T. 1925.
Jahrbuch Königsberg i. Pr. Hrsg. v. Amt f. Wirtsch. u. Statistik. Königsberg
1935—37.
269
Kaliningrad (russisch). Königsberg 1966.
Königsberg, ein Buch d. Erinnerung. Hrsg. v. Martin Borrmann. München 1956.
Königsberg in 144 Bildern. Leer 1954.
Königsberger Rundfunk, Jg. 5. Königsberg 1928.
Königsberger Rundfunk u. Ostdt. 111. Jg. 7—11. Königsberg 1930—34.
Königsberger Woche (Fürs traute Heim) später Ostpr. Woche. Jgg. 4—8, 10—17.
1911—16, 1917—25.
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277
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Abramson, Abraham, 11
Afinger, Bernhard, 12, 122, 197
Albrecht, Helfried, 13
dell'Antonio, Cyrillo, 13
Backschies, s. u. Steiner
Balzer, Reinhold, 212
Bardou, Emanuel, 13
Becker, geb. Kahns, Erna, 14 f., 23
Beerckhoffer, 16
Bellert, 16
Bellhober, Heinrich, 16
Berger, Waldemar, 16
Beyer, Christian Friedrich Wilhelm, 17
Binck, Jakob, 18, 71, 190
Bischoff, Eduard, 19
Blocke, Abraham von dem, 21
Blocke, Wilhelm von dem, 22
Borchert, Paul, 22, 97, 132
Boy, Albert, 61, 97
Brachert, Hermann, 22 ff., 68, 72, 83,
93, 160, 177
Braun, August Christian, 32
Bukofzer, Dr. Max, 32
Cauer, Stanislaus, 33 ff., 55, 66, 67,
83, 90, 93, 96, 97, 100, 106, 114,
168, 263
Collin, Paul Heinrich, 55, 251
Conrad, s. u. von Twardowski
Danapfell, Hans, 57
Dassier, Jean, 57
Daudert, Rudolf, 23, 58
Degen, geb. Grams, Martha, 59
Doebel, Johann Christoph, 60 f., 63,
208, 230
Doebel, Johann Michael d. J., 62, 63
Doebel, Michael 4- Ä., 62, 113, 229,
230
Drengwitz, Otto, 35
Dubois, Hermann, 35, 63
Dumpis, Wilhelm, 35, 65
Eckhardt, 67, 120, 121
Ehrich, Wilhelm Ernst, 51, 67, 98
Encke, Erdmann, 67 f.
Faehndrich, Ernst, 68, 132
Faltz, Raimund, 68
Federn, geb. Staudinger, Luise, 68
Filitz, Ernst, 23, 68 f.
Fiori, Ernesto de, 70
Floris, Cornelius II., 18, 71, 190
Friede, Clemens, 73, 140
Friede, Heinrich Wilhelm, 73, 140
Fuhg, Georg, 23, 73
Gaul, August, 77
Gebauhr, Dr. Georg, 79
Gedofsky, 80 f.
Geelhaar, Caspar, 82
Gellert, 82, 121
Gerstel, Wilhelm, 83, 126
Gerstel, geb. Naubereit, Christiane,
23, 35, 83
Grabowski, 85
Grams, s. u. Degen
Grasegger, Georg, 85
Grundmann, Rudolf, 85, 132
Guarnerio, Pietro, 85
Hagemann, Carl Gottfried, 86, 111,
252
Hahn, Hermanni, 87
Harth, Philipp, 87
Haußlaib, Eberhard, 88
Heinemann, Fritz, 88, 89
Heinrich, Martin, 89 f.
Heise, Jakob, 90
Hempel, Walter, 35, 90
Hendricks, Meindert, 35, 91, 184, 186
Hilger, der Bernsteindreher, 91
Hobson, s. u. Kraus
Hoehn, Johann jun., 91
Hundrieser, Emil Richard Franz, 91 f.,
256, 257
Jaeger, Oskar Bernhard, 35, 93 f.
Kado, Eduard, 95
Kaehler, Heinrich, 95, 151
Kandier, Johann Joachim, 96 -
Kahan, Gedalja, 35, 96
278
Kahns, s. u. Becker
Keyser, Simon, 96
Kiber, Heinrich Gottfried, 97
Kimritz, Paul, 67, 71, 97 f., 136, 142,
160, 161, 185, 187, 233
Kiß, August. Karl Erhard, 100 ff., 129
Kleinschmidt, geb. Loeffke, Elisabeth,
103, 163
Knorre, Andreas Johann Friedrich, 104
Kohlhoff, Johann Christoph, 105
Kollwitz, geb. Schmidt, Käthe, 105 f.
Koralus, Paul, 35, 106 f.
Krahmer, Johann;' d. Ä., 110
Kraus, Joseph Anton, 110
Kraus, geb. Hobson, Katharine, 111
Krause, Alexander, 111
Kröner, geb. Krakow, Käte, 35, 114
Kruse, Wilhelm;, 114
Kullrich, Wilhelm, 115
Leest, Hilde, 23, 35
Löbach, Dr. Walter, 115
Loeffke, s. u. Kleinschmidt
Loos, Friedrich Daniel, 115, 116
Mahncke, Nathanael, 116
Marl, Friedrich, 116
Mattersberger, Joseph, 116 f.
Meißner, Johann Heinrich, 118 f.
Meyke, 120
Mildert, Hans von, 121
Möllen, Hans von, 121
Möller, Karl Heinrich, 12, 122, 197
Moschall, Paul, 122
Munche, Lorenz, 122
Naubereit, s. u. Gerstel
Nowicki, Otto, 123
Ottinger, Jacob, 96, 122, 125
Pagel, Hans, 35
Pauli, Friedrich Wilhelm, 126
Pfeffer, Johann, 126, 230
Pfeiffer, Hans, 126
Pfeuffer, Carl Christoph, 127
Poertzel, Johann Georg, 127 f.
Poertzel, Matthias, 127 f., 162, 226
Printz, Rudolf Frhr. von, 101, 129
Radtke, Felix, 129, 132
Rauch, Christian Daniel, 16, 102, 122,
130, 249, 263
Reusch, Dr. Johann Friedrich, 22, 68,
129, 132, 154, 257, 261, 262
Reuß, Erasmus Thomas, 137
Riga, Isaak d. J., 137, 206, 229
Rogat, Emile, 139 f.
Roggenbuch, Friedrich, 140, 157
Roggenbuch, Johann, 140, 157
Rosertberg, Walter, 97, 132, 141, 232,
260, 261, 262
Rosenfelder, Dr. Ludwig, 156
Sanden, geb. v. Schlüter, Edith von,
148
Sauer, Lothar, 97, 132, 149, 258, .260
Schadow, Johann Gottfried, 86, 95,
149 ff.
Scharff, Edwin, 152
Schenck-Scheuzlich, Hans, 152
Schiemann, 132, 154
Schievelbein, Hermann Friedrich
Anton, 154
Schilling, Emil, 154
Schindler, Ferdinand Hieronymus,
154, 162, 255
Schlüter, Andreas, 155 ff.
Schlüter von, s. u. von Sanden
Schmidt, Andreas, 157
Schmidt, Gustav Heinrich, 158 f., 231
Schmidt, Maximilian, 159
Schmidt-Kestner, Erich, 67, 97, 159 f.
Schreiber, Caspar, 161
Schreiber (Scriba), Georg, 161
Schütz, Siegmund, 162
Schultheiß v. Unfried, Joachim Lud-
wig, 162
Schulz, Christian Benjamin, 163
Seiffert, Wilhelm, 103, 163
Siemering, Dr. Rudolf Leopold, 91,
163 ff., 255, 256
Släma, Bogumil, 97, 144, 262
Sonnenberg, Max, 35, 166
Sopher, Bernhard, 167
Sosnowski, Thomas Oskar Graf, 167
Splieth, Heinrich, 167
Staudinger, s. u. Federn
Steiner, Arthur, 60, 168, 174
Steiner, geb. Backschies, Liselotte, 174
Stepath, Margarete, 23, 24, 176 f.
Stürmer, Wilhelm Ludwig, 179, 255
Suhse, Friedrich, 181
279
Tenerani, Pietro, 181
Thiele, Hermann, 181
Threyne, Franz Andreas, 67, 91, 97,
183, 247, 249
Twardowski, geb. Conrad, Ilse von,
189
Uebel, Wilhelm Friedrich, 189
Unfried, s. u. Schultheiß
Villebois, Franz Karl von, 189
Vlint, Heinrich, 71, 190
Wagner, Hans, 18, 190
Weiß, 191
Wellmahn, Arthur, 64, 191
Welpendorf, Johann Bernhard, 140,
192
Wichmann, Karl Friedrich, 192, 252
Wietander, Lorenz, 193
Wildt, Adolfo, 193
Windrauch, Hans, 193 f.
Wissel, Hans, 195
Wittig, Hermann, 12, 122, 197
Wolff, Albert, 12, 67, 122, 197
Wolff, Albert Moritz, 198
280
Register der dargestellten Personen
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Albrecht (Herzog) , , Reusch Standbild Schloß, Turm des 135
Wolff Reiter- Kürschners Stülersche Universität 198
Stürmer Standbild Standbild Königstor 179 f.
Threyne Standbild Altstädt. Pfarrhaus, 185
p Standbild Poststraße Schloß, 252
Reusch Büste Moskowitersaal Regierung 133
Sauer Büste Staats- und Universi- 149
? Büste tätsbibliothek Schloß, 209
/ ? Relief Kredenzzimmer Schloß, Südflügel 209
? Relief Altes Albertinum bzw. 218
? (Albertus) Relief Stadtbibliothek Neues Kollegium 218
Floris Grabmal Dom, Hoher Chor 73
? Tumba Dom, Hoher Chor 216
? Medaillon Kneiphöfisches * 254
Schilling Denkmünze Gymnasium Stadtgeschichtliches 154
Schenck- (300-Jahr-Feier der Albertina) Zwei Schau- Museum Stadtgeschichtliches 153
Albrecht Friedrich Scheuzlich ? münzen mit Herzogin Doro- thea zur Vermählung Relief Museum Neues Kollegium 218
(Herzog) ? Relief Domhof 218
Albrecht Karl Cauer Büste Privatbesitz 46
Amandus, Threyne Standbild Altstädtisches 185
Johannes Anna Maria Büste Pfarrhaus Pöststraße Schloß, 209
(Herzogin) Floris Grabmal, Büste Kredenzzimmer Dom, Hoher Chor 73
Asklepiades Collin Plakette Schloß, Städtische 56
(Dichter) Aster, Ernst Stürmer Scudelle Kunstsammlung Brandenburger Tor 181
Ludwig von
Auerswald, Kiß Relieffigur Königsgarten 103
Hans von
Augusta (Königin) Kullrich Denkmünze Stadtgeschichtliches 115
Pfeuffer Krönung 1861 Museum 127
Bach, Johann Wissel Büste Uni versi täts -Ins titut 195 f.
Sebastian Baer, Villebois, von Kleine Ganzfigur für Kirchenmusik Anatomie 189
Karl Ernst von
281
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Baldzun Fuhg Kopf Privatbesitz 74
(unbekannt)
Baltzer, Marietta Cauer Büste Privatbesitz 46
Bardeleben, Karl Kiß Relieffigur Königs garten 103
Alexander von
Bartsch, Friedrich Riga Grabmal Neuroßgärter Kirche 139
Wilhelm
Bastine, Jutta Stepath Kopf Privatbesitz 179
Batocki, Cauer Büste Landeshaus 45
Adolf von Brachert Büste Liebenthalscher Universitäts-Anbau 25 f.
Bauer, Frau Cauer Büste Privatbesitz 46
Behm, Bartholomäus Doebel, Johann Christoph Grabmal Dom, Langhaus 61
Bessel, Dr. Fried- Kiß Relieffigur Königs garten 102
rieh Wilhelm
Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Reusch Büste Garten der Sternwarte 133
Bezzenberger, Dr. Adalbert Cauer Büste Schloß, Prussia- Museum 40
Bieske, Charlotte Cauer Büste Privatbesitz 54
Bieske, Emil Cauer Kopf Privatbesitz 51
Cauer Relief Privatbesitz 51
und Gattin Rosenberg Reliefs Privatbesitz 147
Bischoff, Fridolin Bischoff Kopf Privatbesitz 20
Bischoff, Tochter Bischoff Halbfigur Privatbesitz 20
Bismarck, Reusch Standbild Kaiser-Wilhelm-Platz 136 f.
Otto von ? Standbild Schönstraße 18 261 f.
Borowski, Ludwig Cauer Büste Neuroßgärter Kirche 37
Ernst von
Borrmann, Martin Cauer Büste Privatbesitz 49
Boyen, Stürmer Scudelle Brandenburger Tor 181
Hermann von
Brachert, Frau Brachert Kopf Privatbesitz 23
Braun, Otto Brachert Kopf Staatsarchiv 31
Brachert Kopf Privatbesitz 31
Brode, Max Cauer Büste Stadthalle, Konzertsaal 52
Brünneck, Dr. Ignaz Maria Graf von Brachert Büste Landesbank 28
Brust, Alfred Threyne Kopf Privatbesitz 187
de la Bruyere, Stepath Büste Privatbesitz 179
Horst
Bülow, Friedrich Wilhelm von Stürmer Scudelle Sackheimer Tor 181
Bunsen, Dr. Robert Wilhelm Brachert Maske Schloß, Städtische Kunstsammlungen 28
Burdach, Dr. Schindler Scudelle Stülersche Universität 154
Carl Friedrich
Burow, Dr. Carl August Hund- rieser Büste Schiefer Berg 92
282
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Caspary, Dr. ? Grabstein, Ehrenfriedhof 257
Robert Cauer, Stanislaus Dumpis Scudelle Kopf an der Sternwarte Privatbesitz 65
Kroener- Kopf Privatbesitz 114
Cauer, Frau Krakow Kimritz Handabguß Privatbesitz 100
Cauer Büste Privatbesitz 53
Cauer, Clara Cauer Brunnenfigur Altstädtischer Markt 37
Claaß, Hermann Rosenberg Relief Tiergarten 143 f.
Coppernicus, Büste Schloß, Kredenz- 209
Nikolaus Cauer Kopf zimmer Neue Burgschule 51
Wissel Büste Liebenthalscher 196
Corinth, Lovis Cauer Kopf Universitäts-Anbau Neue Burgschule 51
de Fiori Kopf Stadtgeschichtliches 70
Scharff Kopf Museum Schloß, Städtische 152 '
Dach, Simon Siemering Scudelle Kunstsammlungen Stülersche Universität 165
Threyne Relief Am Blauen Turm 187 f.
Dieffenbach, Dr. Scudelle Innere Universitäts- 255
Joh. Friedrich Dohna, Alexander Cauer Büste Klinik Landeshaus 37
Graf von
Dohna, Heinrich Kiß Relieffigur Königsgarten 103
Graf von Büste Privatbesitz 258
Dohna, Ludwig Kiß Relieffigur Königsgarten 103
Graf von
Dorothea Binck/ Grabmal, Büste Dom, Hoher Chor 18, 71
(Herzogin) Floris Schenck- Zwei Schau- Stadtgeschichtliches 153
nebst sechs Scheuzlich münzen der Vermählung Tumba Museum Dom, Hoher Chor 216
Kindern
Dorothea Collin Plakette Schloß, Städtische 56
von Kurland Ebert, Friedrich Brachert Kopf Kunstsammlungen Schindekop-Platz 28
Eichendorff, Rosenberg Relief Lange Reihe 4 147
Joseph Frhr‘. v.
Eichhorn, Cauer Büste Privatbesitz 46
Hermann von
Eichicht-Seiler Grabstein Neuhausener Kirche 219
(Ritter)
Elisabeth W. v. d. Blocke Grabmal Dom, Hoher Chor 22
(Markgräfin)
Ellendt, Dr. Cauer Büste Friedrichs-Kolleg 41
Georg
Erasmus Bernstein- Schloß, Städtische 210
von Rotterdam Eulenstein, Karl Stepath Schnitzerei Büste Kunstsammlungen Privatbesitz .177
Eulenstein, Lena Stepath Büste Privatbesitz 177
283
Dargestellter
Bildhauer Kunstart Ort
Seite
Forche (Justizrat) Steiner Büste Privatbesitz 170
Franke-B och, Stepath Maske Privatbesitz 178
Luise Frey, Dr. Johann Rosenberg Büste Junkersaal 142
Gottfried Friedrich Stürmer Standbild Friedländer Tor 180 f.
von Zollern Friedrich I. Schlüter Standbild Schloßplatz 156 f.
(König) ? Standbild Schloß, 252
Moskowitersaal
Stürmer Standbild Königstor 179 f.
Stürmer Büste Schloß, Fliesensaal 181
Faltz \ Denkmünze zur \ Stadtgeschichtliches 68
Geelhaar / Krönung 1701 / Museum 82
Friedrich II. ? Ganzfigürchen Schloßhof, 252
(Kurfürst) NW-Eckturm
Friedrich II. Stürmer Büste Schloß, Fliesensaal 181
(König) ? Relief Schloß, „Arbeitszim- 241
mer des Kaisers“
Dassier Denkmünze, Huldigung 57
Abraham Friedrichs in Königsberg Denkmünze 500-Jahr-Feier Königsbergs Stadtgeschichtliches Museum 11
Friedrich III. Kimritz Büste Kalthöfer Kirche 97
(Kaiser) Friedrich Wilhelm Rosenberg Relief „Zum Kurfürsten“, 147
(Kurfürst) Alabaster- Gaststätte Schloß, Städtische 228
schnitzerei Kuns ts ammlungen
Reuß Denkmünze zur Geburt Friedrichs I. Stadtgeschichtliches 137
Hoehn jun. Denkmünze zur Huldigung 1663 Museum 91
Friedrich/Wil- Meißner Standbild Schloßfreiheit 118 f.
helm I. (König) Stürmer Büste Schloß, Fliesensaal 181
? Büste Privatbesitz 258 f.
? Statuette Privatbesitz 259
Marl Denkmünze zur Einweihung der Fanzösischen Stadtgeschichtliches 116
Kirche Museum
? Denkmünze der Salzburger - 228
Friedrich Wil- Stürmer Büste Schloß, Fliesensaal 181
heim II. (König)
284
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Friedrich Wil- Kiß Reiterstandbild Königsgarten 100 f.
heim III. Kiß Relieffigur Königsgarten 103
(König)
Büste Altes Albertinum 252
Sosnowski Büste Gemäldegalerie 167
Stürmer Büste Schloß, Fliesensaal 181
Reusch Büste Landeshaus 132
? Porzellanbüste Schloß, Städtische 250
Friedrich Wil- Wolff Kunstsammlungen Standbild Steindammer Tor, 197 f.
heim IV. (König) ? Festungsmuseum Büste Altes Albertinum 252
Stürmer Büste Schloß, Fliesensaal 181
- Kullrich Pfeuffer Denkmünze — Huldigung Denkmünze Stadtgeschichtliches 115 127
Fuhge (Justizrat) Schilling Fuhg zur Huldigung Denkmünze Albertina 300 Jahre_ Büste Museum ’rivatbesitz 154 75
Furtwängler, Kimritz Kolossalkopf Im Atelier des 100
Wilhelm Gebauhr, Julius Gebauhr Künstlers Büste Stadthalle, ( 79
Georg Friedrich Kleiner Saal Relief Domhof 218
(Markgraf)
Gerstel, Kathrine Gerstel- Sitzbild Privatbesitz 85
(zwei Jahre) Gisa, Michael Naubereit Grabmal Dom, Vorderer Chor 216
und Frau
Gneisenau, Stürmer Scudelle Roßgärter Tor 181
Neidhart von Goethe, Johann p Büste Saturgusscher Garten 249
Wolfgang von
Goetz, Hermann Rosenberg Büste Opernhaus 147
Goetz, Leopold Kimritz Hochrelief Krankenhaus der 100
Goldstein, Barmherzigkeit Grabmal Dom, Vorderer Chor 217
Johann Arndt und Söhnlein
Gottsched, Johann Hund- Büste ] m Atelier des 92
Christoph Grosse, Dr. Emil rieser Reusch Bildhauers Büste Wilhelms-Gymnasium 137
Groß (Direktor) Fuhg Kopf Privatbesitz 74
Gutenberg, Johann ? Büste Münzstraße 24 b 257
Hagen, Dr. Carl Wichmann Büste Universität, 192
Gottfried Wichmann Senatszimmer Schaumünze Universität 192 f.
Schindler Scudelle Stülersche Universität 154
Hamann, Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Johann Georg Fuhg Relief Hamannstraße 1 tj. 77
285
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Hammer, Frau Steiner Büste Privatbesitz 170
Hans von Sagan ? Ganzfigürchen Oberhaberberg, 239
Moschall Ganzfigürchen Pumpe Haberberger Neue 122
Filitz Ganzfigur Gasse 38 Kneiphöfisches 69
? Ganzfigürchen Rathaus Altstädtische 264
Hardenberg, Kiß Relieffigur Langgasse Königsgarten 101 f.
Karl August von Harich, Walter Stepath Büste Im Atelier der 178
Heichert, Otto Cauer Büste Künstlerin Privatbesitz 44-i
Heideck, ? Grabmal Dom, Vorderer Chor 215
Johann von
(Kind) Heidemann, Dr. Rosenberg Büste Vorhalle des Kneip- 143
August Wilhelm Kiß Relieffigur höfischen Rathauses Königsgarten 103
Heidenstein, Grabmal Dom, Langhaus 214
Christoph und Frau
Heinicke, Samuel Koralus Büste Taubstummenheim 110
Heinrich II. ? Grabstein 205
Kubal (Bischof) • Dom, Hoher Chor
Heinrich III. ? Grabstein 205
Seefeldt, Bischof
Heinrich IV. ? Bernstein- Schloß, Städtische 227
(Kaiser) Heisrath, Dr., ? Schnitzerei Grabstein, Kunstsammlungen I. Altstädtischer 261
Arzt Scudelle Friedhof
Helmholtz, Dr. Schmidt- Büste Elektrizitätswerk 160
Hermann von Hempel, Karla Kestner Gerstel- Büste im Mühlengrund, Vorhalle Privatbesitz 85
Herbart, Dr. Naubereit Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Johann Friedrich Herbst, Erika Stepath Plakette Privatbesitz 177
Herder, Johann Schindler Scudelle Stülersche Universität 154
Gottfried
Siemering Büste Friedri chskollegium 166
Cauer Kopf Aula Neue Burg- 51
Büste schule Saturgusscher Garten 249
Hertz, Dr. Brachert Kopf Elektrizitätswerk 27
Heinrich Hieber, Dr. Nowicki Plakette im Mühlengrund, Vorhalle Privatbesitz 124
(Sanitätsrat)
Hildebrandt, Stepath Kopf Privatbesitz 178
Wolfgang
286
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Hindenburg, Cauer Büste Kneiphöfisches Rat- 46
Paul von y- Cauer Büste haus, Vorhalle Hindenburg- 46
Brachert Büste Oberrealschule Liebenthalscher 26
Brachert Büste .Universitäts-Anbau Schloß, 25
Kleinschmidt- Büste Moskowitersaal Königin-Luis e-Schule 104
Loeffke de Fiori Kopf Stadtgeschichtliches .70
Wissel Standbild Museum Im Atelier des 197
Hippel, Theodor Siemering Scudelle Bildhauers Stülersche Universität 165
Gottlieb von Cauer Relief Ehrenfriedhof an der 45
d. Ä. Collin Plakette Sternwarte Schloß, Städtische 55
Hoeftmann, Dr. Cauer Büste Kunstsammlungen Privatbesitz 46
Heinrich
Hoffmann, E.T.A. Bukofzer Büste Stadtgeschichtliches 32 f.
Cauer Relief Museum Französische Straße 25 48
Threyne Relief Poststraße 13 184
Hoffmann, Her- ? Relief Landgrabenanlage 262
mann Theodor Horn, Carl von Reusch Büste bei Wiekau Landeshaus 132 f.
Hundsdörfer Steiner Kopf Privatbesitz 170
Hurter (Maler) Rosenberg Kopf Privatbesitz 145
Jacobi, Dr. Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Carl Gustav
Jacobson, Dr. Reusch Büste Garten der Universi- 135
Julius Jacobus (Bischof) ? Grabstein täts-Augenklinik Dom, Hoher Chor 205
Jacoby, Dr. Siemering Büste Junkersaal 165
Johann
Jahn, Friedrich Kimritz Büste Turnhalle 98
Ludwig Jenisch Gerstel- Köpfe Drummstraße Privatbesitz 83
(zwei Knaben) Jemberg, Olov Naubereit Rosenberg Büste unvollendet 147
Jockei (Geheimrat) Steiner Büste Privatbesitz 170
Jordan, Andre Collin Plakette Schloß, Städtische 56
Jordan, Henry Reusch Büste Kunstsammlungen Privatbesitz 134
Jungnickel, Wellmann Kopf Privatbesitz 192
Brigitte
Kaiser (Malerin) Dumpis Kopf Privatbesitz - 65
Kanitz, Gräfin Kimritz Kopf Privatbesitz 100
287
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Kant, Immanuel Rauch Standbild Königsgarten 130 f.
Hagemann Büste Universität, 86 f.
Senatszimmer
Siemering Büste Stadtgeschichtliches 165
Museum
Rosenberg Büste Lieben thalscher 146
Universitäts-Anbau
Siemering Büste Friedrichskollegium, 165
Aula
? Büste Saturgusscher Garten 249
Bardou Büste 13
Matters- berger Büste Stadtgeschichtliches 117
Kraus- Hobson Büste Museum z 111'
Cauer Kopf Neue Burgschule 51
Wissel Kopf Atelier 197
des Bildhauers
Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Collin Plakette Graefe und Unzer 57
Collin Plakette Schloß, Städtische 55
Kunstsammlungen
Collin fünf Plaketten 56 f.
Schütz Plakette 162
Federn- Staudinger Plakette 68
Rogat Medaille 140
Abramson Medaille 11 f.
Wolff Medaille 198
Loos Becker- Kahns drei Medaillen Medaille Stadtgeschichtliches Museum 116 15
Encke Medaille 68
? Alabaster- medaille 251
? Porzellan- medaille 265
Knorre Totenmaske 104 f.
Meyke Schädelabguß 120
Kemke, Marie Koralus Büste Privatbesitz i 107 f.
Kenkel, Eduard Gerstel- Naubereit Kopf Privatbesitz 83
Kimritz, Frau Kimritz Kopf Privatbesitz 99
Kittlitz, Krause Grabstein Dom, Vorderer Chor 113
Albrecht von Klammt, Dr. Steiner Büste Privatbesitz 170
Kleinschmidt- Seiffert Kopf -Privatbesitz 163
Loeffke, Elisabeth
Kleist, Berthold Threyne Relief Kaiser-Friedrich- 186
Gedächtniskirche, Kalthof
Klutke, Heinrich Faehndrich Ganzfigur Privatbesitz 68
288
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Köhler, Louis ? Grabstein, Neuer Tragheimer 259
Scudelle Kirchhof
Konrad III. ? Bernstein- Schloß, Städtische 227
(König) * Schnitzerei Kunstsammlungen
Kospoth, Doebel Grabmal Dom, Vorderer Chor 62 f.
Johann von und Söhne
Kraus, Christian Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Jacob Krause, Dr. Nowicki Büste Privatbesitz 124
Krause, Emil Borchert Totenmaske Privatbesitz 22
Kreytzen, Johann von und Frau Grabmal Grabstein jDom, Vorderer Chor 228 217
Krüger, Paul Kubal, Nowicki Büste Privatbesitz 124
s. u. Heinrich Kunckel, Erna Degen- Grams Büste Privatbesitz 60
Lachmann, Dr. Schindler Scudelle Stülersche Universität 154
Karl Lange, Dr. Reusch Büste Palästra Albertina, 135
Friedrich Vorraum
Lassalle, ? Büste Gewerkschaftshaus 264
Ferdinand Lauffer, Paul Rosenberg Büste Privatbesitz 142
Lehndorff, von ? Grabstein Kirche Haffstrom 219
und Frau Lehrs, Karl ? Grabsteinrelief Ehrenfriedhof an der Sternwarte 256
Lessing, ? Büste Kneiphöfisches 262
Gotthold Ephraim Gymnasium
Leyendecher, Cauer Büste Privatbesitz 49
Clara Lichtheim, Dr. Threyne Medaille Medizinische 183
Ludwig Universitätsklinik
Linger, von ? Büste Privatbesitz 263
Lobeck, Dr. Chri- ? Büste Universität, 254
stian August Siemering Scudelle Senatszimmer Stülersche Universität 165
Ludendorff, Erich Cauer Büste Kneiphöfisches 46
Rathaus, Vorhalle
Luise (Königin) Rauch/ Bellert Büste Luisenwahl 16, 131
Rauch Büste Dom, Sakristei 131
Bellhober Büste Schloß, Städtische 16
- Kunstsammlungen
? Porzellankopf Schloß, Städtische 250
Kunstsammlungen
Schadow Medaillon Privatbesitz 151
mit zwei Kindern Kiß Relieffiguren Königsgarten 103
Luise Henriette Reuß Denkmünze Stadtgeschichtliches 137
(Kurfürstin) mit zwei Söhnen Museum
289
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Luther von Braun- ? Grabmal Dom, Hoher Chor 205
schweig (Hochmeister)
Luther, Martin Schievel- bein Standbild Stülersche Universität 154
Cauer Büste Liebenthalscher Universitäts-Anbau 51
Stepath Büste Theologenheim, Hindenburgstraße 177
Marshall, Inge Stepath Büste Privatbesitz 178
Matschulat (Direktor) Dumpis Kopf Privatbesitz 65
Melanchthon, Philipp Schievel- bein Standbild Stülersche Univeristät 154
? Medaillon Kneiphöfisches Gymnasium 254
Melchior, Fritz Stepath Büste Privatbesitz 178
Merzbach, Louis Stepath Büste Privatbesitz 178
Mez, Dr. Carl Threyne Kopf Privatbesitz 187
Midelhoff (Knabe) Stepath Büste Privatbesitz 178
Mörlin, Joachim und Frau ? Grabmal Dom, Vorderer Chor 215
Moltke, Helmuth Graf ? Büste Schloß, Fahnensaal 255
Moltke, Friedrich Ludwig von Cauer Büste Landeshaus 43
Monfort, Friedrich ? Grabmal Dom, Langhaus 214
und Frau
Mühlbach, Paul Rosenberg Büste Schloß, Städtische Kunstsammlungen 142
Mühlbach, Hildegard Cauer Büste Privatbesitz . 49
Neumann, Dr. Ernst Cauer Plakette Pathologisches Universitätsinstitut 44
Neumann, Dr. Franz Reusch Hochrelief Universität, Säulenhalle 137
Ney, Elly Kröner- Krakow Kopf Privatbesitz 114
Nicolai, Otto Threyne Büste Opernhaus 187
Ottokar II. von Böhmen Stürmer (König) Standbild Königstor 179 f.
Paetsch, Otto Brachert Plakette Staats- und Universi- tätsbibliothek 28
Paracelsus, Theophrastus Filitz Büste Liebenthalscher Universitäts-Anbau 69
Paul, Wilhelm Rosenberg Maske Privatbesitz 147
Pelz, Adolf und Frau Kimritz zwei Köpfe Privatbesitz 99
Petrusch (Oberinspektor) Dumpis Kopf Privatbesitz 65
Petzold, Michael Seiffert Kopf Privatbesitz 163
Polenz, Georg von Threyne Standbild Pfarrhaus der Alt- städtischen Kirche 185
Poliander, Johannes Threyne Standbild Pfarrhaus der Alt- städtischen Kirche 185
Prollius (Kind) Fuhg Kopf Privatbesitz 75
290
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Pudewels, Georg von ? Grabstein Dom, Vorderer Chor 217
Radtke, Ilse Fuhg Maske Privatbesitz 74
Radziwill, Bogusla'w, ? Grabmal Dom, Hoher Chor 216 f.
Fürst, und Frau
Raiffeisen, Friedrich Wilhelm Fuhg Relief Raiffeisenhaus, Fuchsberger Allee 77
Reder, Friedrich ? Grabstein Juditter Kirche 219
Reimer (Bürgermeister) ? Grabmal Dom, Langhaus 214
und Frau
Reusch, Dr. Friedrich Reusch Büste Modell: Schloß, Städtische Kunstsammlungen Büste: Stadt. Museum Siegen 135 f.
Richelot, Dr. Julius ? Grabstein- Scudelle Ehrenfriedhof an der Sternwarte 256
Rosenfelder, Dr. Ludwig ? Büste Schloß, Städtische Kunstsammlungen 257
Rosenkranz, Dr. Karl Fuhg Grabsteinrelief Ehrenfriedhof an der Sternwarte 77
Rumey (Kampfflieger) Rosenberg Büste Kneiphöfisches Rat- haus, Vorhalle 145
Rupp, Julius Kollwitz Relief Kneiphöfischer Pauperhausplatz 106
Sabinus, Georg Siemering Scudelle Stülersche Universität 165
Sabler, Frau von Kimritz Büste Privatbesitz 98
Schamhorst, Stürmer Scudelle Roßgärter Tor 181
Gerhard David von
Kiß Relieffigur Königsgarten 103
Schenkendorf, Max von Cauer Relief Schenken dorfplatz 47
Schiller, Friedrich von Cauer Standbild Am Schauspielhaus 38
? Büste Saturgusscher Garten 240
Schlieckmann, Reusch Büste Landeshaus 133
Albrecht von
Schmidt, Dr. Alexander Reusch Relief (?) Löbenichtscher Friedhof 134
Schneider, Hasso Degen- Grams Kopf Privatbesitz 60
Schön, Theodor von Daudert Büste Liebenthalscher Universitäts-Ajnbau 59
Schöneich (Oberst) Fuhg Kopf Privatbesitz 77
Schopenhauer, Arthur Wellmann Büste Besitz des Bildhauers 192
Schreiber, Dr. Julius Cauer Relief Innere Universitäts- Poliklinik, Hörsaal 53
Schubert, Franz Rosenberg Scudelle Luisenwahl 146
Schulz, Ferdinand Rosenberg Relief Fuchsberger Allee 147
Scrinius, Michael Seefeldt, s. u. Heinrich ? Grabmal Dom, Langhaus 214
Senefelder, Alois Koralus Büste Privatbesitz 109 f.
des Deutschen
Senefelderbundes
291
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Siegfried von Feucht- Stürmer Standbild Friedländer Tor 180 f.
wangen (Hochmeister)
Siehr, Dr. Ernst Stepath Büste Privatbesitz 178
Siering (Pastor) Seiffert Kopf Privatbesitz 163
Siering, Ruthild Seiffert Kopf Privatbesitz 163
Simon, Therese Cauer Grabsteinrelief Friedhof vor dem 41 f.
Simon, Dr. Walter Rosenberg Büste Königstor Privatbesitz 141
Simpson, James ? Scudelle Universitäts- 255
Simson, Dr. Eduard von Siemering Büste Frauenklinik Junkersaal 166
Hahn Denkmünze 1910 Stadtgeschichtliches 87
Sohr, Paul Wellmann Kopf Museum Privatbesitz 192 ‘
Sokrates ? Alabaster- Schloß, Städtische 251
Sommerfeld, Anna ? medaillon Grabmal Kunstsammlungen Dom, Langhaus 229
Stein, Carl Reichs- Kiß Relieffigur Königsgarten 101
freiherr vom
Cauer Büste Kneiphöfisches 37
Kraus- Büste Rathaus, Vorhalle Liebenthalscher 111
Hobson Daudert Relief Universitäts-Anbau Vorderroßgarten 50 59
Steiner, Arthur Degen- Kopf Privatbesitz 60
Stepath, Elisabeth Grams Stepath Büste Privatbesitz 177
Stepath, Irmgard Stepath Büste Privatbesitz 177
Stepath, Margarete Brachert Büste Schloß, Städtische 24
Stettiner, Dr. Paul Brachert Kopf, Kunstsammlungen a) Schloß, Städtische 26
Tießen, Hans Cauer zwei verschiedene Ausfertigungen Büste 1 Kunstsammlungen b) Landesbank Privatbesitz 28 51
Trautmann, Dr. Brachert Büste Privatbesitz 32
(Professor)
Wagner, Dr. Albrecht Siemering Büste Universität, 165
? Grabstein Senatszimmer Ehrenfriedhof 255
Wagner, Dr. Gustav Borchert Büste an der Sternwarte Friedri chskollegium, 22
. Heinrich Wagner, Richard Rosenberg Relief Konferenzzimmer Steindamm 111 147
Schmidt- Relief Opernhaus 161
Wallenrodt, Johann Kestner ? Grabmal Dom, Vorderer Chor 216
Ernst von und Frau
Wallenrodt, Merten von ? Grabstein Dom, Vorderer Chor 217
und Sohn Wallenrodt, ? Grabstein Dom, Vorderer Chor 217
Siegmund von
292
Dargestellter Bildhauer Kunstart Ort Seite
Walther von der Fuhg Standbild Tiergarten 76
Vogelweide
Weber, Hertha . Stepath Köpfchen Privatbesitz 178
Wegener, Paul Gerstel- Kopf Privatbesitz 84
Wellhausen (Oberst) Naubereit Jaeger Relief Privatbesitz 94
Wellmann, Arthur Dubois Kopf Privatbesitz 64
Wellmann, Frau Wellmann Kopf Privatbesitz 191
Wernsdorf, Wolf von Krause Epitaph Dom, Vorderer Chor 113
Wichert, Ernst Reusch Büste Schloß, Städtische 135
Cauer Relief Kunstsammlungen Südöstliche Schloß- 53
Wiechert, Ernst Schmidt- Kopf teichpromenade „Haus Königsberg“ 160
Wilhelm I. (König) Kestner Reusch Standbild Duisburg Kaiser-Wilhelm-Platz 135
Reusch Büste Landeshaus 132
Reusch Büste Regierung- 133
Reusch Büste Wilhelms-Gymnasium 132
Kullrich "l Denkmünze J 1 Stadtgeschichtliches 115
Pfeuffer J Krönung 1861 J 1 Museum 127
Wilhelm II. (Kaiser) ? Büste Friedrichskollegium, 258
Windheim, Ludwig von Cauer Büste Aula Landeshaus 44
Wolff, Dr. Christoph Dumpis Kopf Privatbesitz 65
Wolff-Zimmermann, Dumpis Kopf Privatbesitz 65 f.
Elisabeth
Wollenberg, Dr. Robert v. Twar- Büste Privatbesitz 189
Wrangel, Friedrich Ernst dowski ? Standbild Torweg 258
Heinrich von ? zwei Büsten d. Kürassierkaserne, Wrangelstraße Privatbesitz 258
? zwei Statuetten Privatbesitz 258
Wyneken, Dr. Alexander Cauer Büste Königsberger Allge- 52
Wyneken, Waltraud Stepath Kopf meine Zeitung Privatbesitz 178
York, Johann Ludwig Rosenberg Standbild v Königstorglacis 143
David von
Rauch Büste Schloß, Fahnensäal 131
Daudert Büste Liebenthalscher x 59
Kiß Relieffigur Universitäts-Anbau Königsgarten 103
Stürmer Scudelle Sackheimer Tor \ 181
Zschock, Eleonore Sophie Büste 250
Zschock, George Carl Friedrich ? Büste >Saturgussches Haus 250
293
Register der Standorte
Anatomie, 160, 189
Anlagen s. u. Gärten
Barmherzigkeit, Krankenhaus der, 100
Bernsteinmanufaktur, 91, 228
Bernsteinzimmer, 140, 157, 192
Blauer Turm, 188
Börse, 92, 220
Brücken
Grüne Brücke (= Langgasse-
Brücke), 220
Dreikronenloge, 68
Fernsprechamt Pregel, 91, 185
Festungsmuseum, 198
Flughafengebäude, 24
Friedhöfe
Altstädtischer Friedhof, Erster, 261
Altstädtischer Friedhof, Neuer, 97
Domfriedhof, 52, 243 f.
Ehrenfriedhof = Alter Neuroßgär-
ter Friedhof, 45, 77, 255/57
Ehrenfriedhof im Max-Aschmann-
Park, 144 .
Friedhof an der Pillauer Landstraße,
52, 99
Friedhof des Krematoriums, s. u.
Zentralfriedhof
Friedhof Veilchenberg, 100
Friedhöfe vor dem Königstor, 42
Juditter Friedhof, 54
Jüdischer Friedhof, 52
Katholischer Friedhof Ratslinden,
187
Katholischer Propsteifriedhof, 167
Löbenichtscher Friedhof, 134, 189
Neuroßgärter Friedhof, 263
Tragheimer Friedhof, 105, 259
Zentralfriedhof, 48, 52, 67, 196
Gärten
Egloffscher Garten, 225
Garten der Kunstschule, 67, 98
Garten des St.-Georg-Hospitals, 239
Gartenl der Sternwarte, 133
Königsgarten, 103, 129, 131
Landgrabenanlagen, 262
Oberteichanlagen, 54, .135, 182, 266
Park Königstraße, 265
Park Luisenwahl, 16, 131, 146
Saturgusscher Garten, 183, 246/48,
249 f.
Schloßfreiheit, 118, 141
Schloßteichpromenade, 28, 53, 89,
144
Schmuckplatz an der Lehrschmiede,
259
Volksgarten, 257
Wallgraben, 182
Gerichtsgebäude, 75, 76, 78, 160, 183
Gewerkschaftshaus, 264
Hammerkrug, 65, 75, 76, 263
Hammerteich, 43, 114
Handelshochschule, 13
Hauptbahnhof, 28, 67
Haus der Technik, 23
Kasernen
Kürassier-Kaserne, 258
Linger-Kaserne, 263
Kirchen
Altroßgärter Kirche, 13, 126, 139,
229, 241
Altstädtische Kirche, 81, 139, 206 f.,
218 f.
Altstädtische St.-Georgs-Hospital-
Kirche, 208
Burgkirche, 99, 116, 161, 213
Dom, 18, 22, 61, 62, 63, 71, 72, 97,
113, 128, 129, 131, 138, 139, 190,
203/06, 213/17, 228 f.
Französisch-reformierte Kirche, 230
Haberberger Kirche, 139 241 f.
Haffstrom, Pfarrkirche, 219, 230 f.
Herzog-Albrecht-Gedächtniskirche
Maraunenhof, 85
Juditter Kirche, 63, 207, 219, 230
Kalthof, Kaiser-Friedrich-Gedächt-
niskirche, 97, 186
Katholische Kirche, Haberberg, 167
294
Katholische Propsteikirche 81, 139,
157, 159, 243
Kirche des Heimatmuseums, 110
Kreuzkirche, 172
Löbenichtsche Kirche, 81, 181
Luisenkirche, 260
Maraunenhof, Kirche s. u. Herzog-
Albrecht-Gedächtniskirche
Neuendorf, Kirche, 208, 231, 244
Neuhausen, Pfarrkirche, 138, 139,
219, 231
Neuroßgärter Kirche, 37, 63, 110,
138, 139, 219, 230, 241
Quednau, Pfarrkirche, 62, 63, 208,
230
Sackheimer Kirche, 20, 188, 240
Schloßkirche, 112, 128, 162, 195, 226
Steindammer Kirche, 225, 242
Tragheimer Kirche, 85, 163
Königsberger Allgemeine Zeitung, 52
Kunstakademie, 43, 46
Kunsthalle, 43, 49
Landesbank, 28
Landesfinanzamt, 28, 147
Landeshaus, 37, 43, 44, 45, 132 f.
Landschaftsgebäude, 198
Messehauptgasthof, 23
Militärpferdelazarett in Ponarth, 67
Nordbahnhof, 187
Ostlandwerk Metgethen, 171, 173
Ostpreußenwerk, 91, 147, 169
Ostpreußische Mädchengewerbeschule,
28, 160
Palästra Albertina, 135
Plätze
Burgkirchenplatz, 232 f.
Domhof, 218
Herzogsacker, 262
Jahrmarktsplatz, 260
Kaiser-Wilhelm-Platz, 22, 59, 135,
137, 141, 154
Kneiphöfischer Pauperhof, 106
Münzplatz, 262
Paradeplatz, 149, 166, 178, 245 f.,
257, 258
Platz vor dem Schauspielhaus, 35,
38
Platz vor dem Südbahnhof, 260
Schenkendorfplatz, 47
Schindekopplatz, 28
Schloßplatz, 105, 150, 156
Steindammer Kirchenplatz, 53
Walter-Simon-Platz, 143
Polizeipräsidium, 44
Provinzial-Taubstummen-Anstalt, 110
Raiffeisenhaus, 77, 187
Rathäuser
Altstädtisches Rathaus, 37, 59, 69,
240
Kneiphöfisches Rathaus, 37, 46, 69,
128, 142, 143, 144, 159, 165, 166,
231 f.
Regierungsgebäude, 133, 134, 185
Regimentshäuser, 258 f.
Schloß, 21, 25, 38, 39, 40, 113, 131,
135, 159, 193 f., 209, 210, 226, 252
Städtische Kunstsammlungen im Süd-
flügel, 16, 17, 24, 25, 26, 28, 35, 51,
54, 55, 56, 63, 64, 72, 78, 83, 85,
87, 88, 90, 96, 112, 115, 119, 121,
135, 142, 152, 161, 162, 167, 181,
193, 201 ff., 210 ff., 226 f., 240 f.,
250 ff., 257
Schloßhof, 125, 210, 252
Ältester Teil, 199 ff.
Ostflügel, 18, 71, 138, 181, 190, 191,
201, 210, 226
Schulen
Bismarck-Oberlyzeum, 69
Burgschule, 51, 67
Friedrich-Ebert-Volksschule, 187
Friedrichskollegium, 22, 41, 165,
166, 258
Hindenburg-Oberrealschule, 46, 144
Kneiphöfisches Gyriinasiumi, 186,
254, 262
Königin-Luise-Oberlyzeum, 104
Löbenichtsches Realgymnasium, 144
Wilhelmsgymnasium, 132, 137
Speicher auf der Lastadie, 74, 237 f.
Staatsarchiv, 31
Stadtbank, 24, 146 1
Stadtgeschichtliches Museum im Kneip-
höfischen Rathaus, 11, 12, 14, 15,
16, 25, 32, 33, 56, 57, 68,ö70, 82,
87, 91, 105, 111, 115, 116, 120,
295
127, 137, 140, 153, 154, 157, 162,
165, 198, 212, 228, 251, 260, 265
Stadthalle, 52, 79, 149
Stadthaus, 23, 58, 69, 111, 150, 161,
187
Stadttheater (= Opernhaus), 59, 147,
251 f.
Stadtwaage, Löbenichtsche, 220
Städtisches Elektrizitätswerk, 17, 27,
160
Standesamt, 77
Straßen
Admiral-Spee-Straße, 49, 51
Altroßgärter Predigerstraße, 126
Altstädtische Bergstraße, 118, 225
Altstädtische Langgasse, 223, 244,
264
Altstädtischer Markt, 27, 222
Beekstraße, 65
Beethovenstraße, 99
Brandenburger Torstraße, 239
Brodbänjtenstraße, 184, 239
Coppernicusstraße, 141, 260
Deutschordensring, 169
Drummstraße, 98
Fleischbänkenstraße, 222
Französische Straße, 48
Gneisenaustraße, 172, 174
Hamannstraße, 77
Heidemannstraße, 244
Heinrichstraße, 245
Hintertragheim, 235
Hufenallee, 24
Junkerstraße, 182, 225, 236
Kaiserstraße, 260
Karitstraße, 236
Kneiphöfische Langgasse, 146, 221,
225, 234, 262, 266
Königstraße, 149, 151, 234
Krausallee, 168
Lange Reihe, 135, 147, 148
Löbenichtsche Langgasse, 45, 244
Mühlengrund, 17, 27, 160
Münchenhof, 141
Münzstraße, 184, 257, 261
Neuer Graben, 183, 246 ff., 249 f.
Orselnstraße, 77
Poststraße, 184, 185 f.
Prinzessinstraße, 130
Ratshof, 142, 143
Ritterstraße, 59
Schiefer Berg, 92, 234
Schleiermacherstraße, 187
Schloßberg, 260, 263
Schmiedestraße, 266
Schönstraße, 261 f.
Steindammi, 70, 147, 240, 261, 263
Steinhauptstraße, 224
Tapiauer Straße, 75
Tragheimer Kirchenstraße, 234
Tuchmacherstraße, 234, 239, 244
Turnerstraße, 208, 239
Unterhaberberg, 122, 239
Vorderroßgarten, 59, 149, 264
Vorstädtische Langgasse, 69, 259 f.
Wassergasse, 129, 224
Wrangelstraße, 49
Tiergarten, 76, 144, 160
Tore
Brandenburger Tor, 181
Friedländer Tor, 181
Grünes Tor, 220
Königstor, 180
Krämertor, Kneiphöfisches, 219
Laakentor, 208
Langgasser Tor, 220
Roßgärter Tor, 181
Sackheimer Tor, 181
Schwanentor, 208
Steindammer Tor, 198
Steintor, 208
Universität 1
Albertinum, 192, 252
Stüler-Liebenthalsche Universität,
12, 26, 27, 40, 51, 59, 69, 87, 111,
122, 137, 146, 154, 165, 193, 196,
197, 198, 254
Universitätsbibliothek, 28, 149
Universitätskliniken
' Augenklinik, 135
Frauenklinik, 255
Innere Poliklinik, 53
Kinderklinik, 188, 189
Medizinische Klinik, 254 f.
Waisenhaus, 162
Zollwirtschaftsgebäude, 184
„Zur Honigbrücke“, Gasthaus, 109
296
Register der Bilder
Allegorische Figuren auf dem Dach-
first d'er Stülerschen Universität,
12
Kantbüste, 14
Medaille Kants, 15 '
Stadtmedaille Königsbergs, 15
Medaille für die Ostpreußische Land-
gesellschaft, 15
Ein seltener Kupferstich Bincks, 18
Ehrenmal der Gefallenen in der Sack-
heimer Kirche, 19
Bildniskopf des Sohnes Fridolin, 20
Portal vom Altan zum Moskowiter-
saal des Schlosses, 21
Relief am Haus der Technik, 23
Zwei Standbilder am Eingang der
Stadtbank (Hufenallee), 24
Bildnisbüste Adolf von Batockis, 25
Bildniskopf Paul von Hindenburgs, 25
Kolossalstatue, Lehrender, am Lieben-
thalschen Universitätsbau, 26
Gedenktafel des Dichters Zacharias
Werner, 27
Bildniskopf Friedrich Eberts, 29
Zweitbüste Paul Stettiners, 29
Bildnisbüste Otto Brauns im Kron-
prinzenpalais in Berlin, 29
„Schwebende“, 30
Bildnisköpfchen aus Bernstein, 30
Weiblicher Halbakt, 31
Büste E. T. A. Hoffmanns, 33
Bronzefigur „Jüngling mit Stirnbinde“,
34
Marmorstatue „Nach dem Bade“, 36
Marmorbüste Freiherr vom Stein, 36
Marmorbüste Graf Alexander Dohna,
37
Puttenbrunnen, 38
Schillerdenkmal gegenüber dem
Schauspielhaus, 38
Sitzende Justitia, 39
Venus, sich kämmend, 39
Hochrelief „Genius“, 40
Marmorbüste Adalbert Bezzenbergers,
40
Wandbrunnen, 41
Urnengrabmal Justizrat Gyßlings, 42
Monümentalwerk zur Jahrhundert-
feier 1913, 43
Marmorbüste Oberpräsident Friedrich
Ludwig v. Moltke, 44
Bildnisbüste Adolf von Batocki, 45
Grabmal der Familie Charisius, 47
Flachrelief Schenkendorfs, 48
Bildnisbüste Martin Borrmanns, 49
Bildnisbüste „Titi“, 50
Relief in der Gedenktafel für die
Wrangelkürassiere, 50
Bildniskopf des Stadtältesten Emil
Bieske, 52
Mahnmal „Für uns“, 53
Bildnisbüste einer Aufwartefrau, 54
Schlafende. Neben dem Werk der
Künstler, 55
Große Kantplakette, 56
Plakette von Theodor Gottlieb von
Hippel dem Älteren, 56
Brustmedaillon Kants, 57
Büste Theodor von Schöns, 58
Bildniskopf Arthur Steiners, 60
Sitzende, 61
Flüchtling, 61
Bildniskopf des Bildhauers Wellmann,
64
Bildniskopf Professor Cauers, 66
Bildniskopf der Malerin Elisabeth
Wolff-Zimmermann^, 66
Bildniskopf Regierungsbaurat X, 66
Bildniskopf Hindenburgs, 70
Büste der Herzogin Dorothea, 71
Grabmal Herzog Albiechts, 72
Bildnismaske, 74
Jeanne d‘Arc, 75
Walther von der Vogelweide, 76
Kämpfende Wisente, 78
Bildnisbüste des Vaters, Carl Julius
Gebauhr d. J., 79
Hund mit Schildkröte, 80
Rokokoschnitzwerk, 81
Holzfigur (Apostel ?), 82
Bildniskopf Paul Wegeners, 84
Tochter Kathrine, 84,
297
Kantbiiste, 86
Bogenschütze, 88
„Reifenspielerin“, 89
Büste Karl August Burows, 92
Burow-Denkmal am Schiefen Berg, 93
Gefallenen-Gedenktafel, 94
Mädchenkopf, 95
Puttenbrunnen, 98
Relief Goetz, 99
Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III.,
101
Schuhschnabel, 104
Schüler arbeiten, 107
Christus, 108
„Erschöpfter Sieger“, 108
Büste Samuel Heinickes, 109
Büste Alois Senefelders, 109
Weiblicher Bildniskopf, 111
Epitaph des Oberburggrafen
Wernsdorf im Dom, 112
Bildniskopf Stanislaus Cauers, 114
Büste Kants, 117
Standbild Friedrich Wilhelms I., 118
Kreidezeichnung Professor Heydecks:
Ausgrabung der Gebeine Kants, 120
Flüchtlinge, 123
Bildnisbüste des Generaloberarztes
Krause, 124
Bildnisbüste Dr. Hieber, 124
Jung-Jochen, 125
Kantdenkmal vor Kants Wohnhaus,
130
Bildnisbüste Yorks, 131
Büste Bessels, 133
Denkmal Herzog Albrechts, 134
„Deutscher Michel“, 136
Selbstbildnisbüste, 136
„Frieden“, 142
Büste Heidemanns, 143
York-Denkmal, 144
Relief von Hermann Claass, 144
Schubert-Quader mit Scudelle im
Park Luisenwahl, 146
Mammut, 148
Relief des preußischen Adlers am
Sockel des Friedrich-III.-Denkmals
von Andreas Schlüter, 150
Medaillon der Königin Luise, 151
Schnitzbild, 153
Denkmal Friedrichs L, 155
Pfeilergestalt an der alten Orgel der
Altstädtischen Kirche, 158
Bildniskopf Ernst Wiecherts, 160
Bildniskopf der Bildhauerin
Loeffke-Kleinschmidt, 164
Bildniskopf Pastor Sierings, 164
Bildniskopf Ruthild Siering, 164
Bildniskopf Michael Petzold, 164
Büste Johann Jacobys, 166
Büste Eduard von Simsons, 166
Orang-Utan, 169
Ruhender Kater, 170
Katzenliesel, 171
Schimpanse, 172
Rehkitz, 173
Uhu, 173
Mädchen mit Wildkalb, 174
Sinnende, 175
Feierabend, 176
Bildniskopf „Kleines Schulmädchen“,
179
Statuen am Königstor, 180
Tierfiguren am Oberteich, 182
Lichtheim-Plakette, 183
Kachelreliefs am Portal des
Zoll Wirtschaftsgebäudes, 184
Standbild Herzog Albrechts, 185
Bischof Georg von Polenz und
Poliander, 185
Ehrentafel im Kneiphöfischen
Gymnasium, 186
Büste Otto Nicolais, 187
Relief „Simon Dach“, 188
Schnitzereien im. „Geburtszimmer
Friedrich L“, 191
Stukkaturen im Jagdsaal des Schlosses,
194
Bachbüste, 195
Plakette „Ostpreußen“, 196
Kantbüste, 197
Relief am Taufstein, 204
Ritzzeichnung vom Grabstein der
Bischöfe Kubal und Seefeldt, 206
Maria mit Kind, 207
Bildnisbüste Herzog Albrechts, 209
Bildnisbüste der Herzogin
Anna Maria, 209
Das Haus Kneiphöfische Langgasse 27,
221
298
Renaissanceportal Fleischbänken-
straße 35, 222
Renaissancebaus
Altstädtische Langgasse 23, 223
Wassergasse 39, Portal, 224
Hagensche Apotheke, 225
Freitreppe’ des Kneiphöfischen
Rathauses, 232
Liebe, Justitia und Barmherzigkeit auf
dem Portal zum Burgkirchenplatz,
233
Barocktreppe in der Hagenschen Hof-
apotheke, 235
Speichermarke Amor, 236
Speichermarke Pax, 236
Speichermarke Lamm, 237
Speichermarke „Der Kasten Noä“, 237
Speichermarke Merkur, 238
„Hans von Sagan“, 239
Beichtstuhl in der Haberberger Kirche,
242
Kanzel in der Steindammer Kirche,
243
Adler über der Eingangstür der Buch-
handlung Gräfe und Unzer, 245
Hercules im Saturgusschen Garten, 247
Saturgusscher Garten: Rokokovase,
247
Saturgusscher Garten: Eingang zur
Muschelgrotte, 248
Maske aus Muscheln in der Muschel-
grotte, 248
Büsten Kants und Herders im Garten-
häuschen des Saturgusschen Gartens, ,
249
Saal im Saturgusschen Haus, 250
Denkmünze auf das Hochwasser von
1801, 251
Figur des Kurfürsten Friedrich IL, 253
Zwei Scudellen an der Medizinischen
Universitätsklinik, 254
Grabstein Albrecht Wagners im alten
Neuroßgärter Friedhof, 256
Grabstein Richelots im alten Neu-
roßgärter Friedhof, 256
Gedenkmedaille auf das
21. Provinzialsängerfest 1903, 261
Büste General von Lingers, 264
Medaille zum 200. Geburtstag Kants,
265
Kürassier-Ehrenmal am Oberteich, 266
299